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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

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Damit sind Sie live dabei!

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Über die Beziehung zwischen Mensch und Hund

magisch-fantastisch Ein Blick in die Trickfilmkiste von Walt Disney

baby & johnny

ARMIN ASSINGER Launige Kommentare & „Kärntner Schnauze“

DIRTY DANCING Mit „Dirty Dancing“ reisen wir zurück in den Sommer 1963 ins Holiday Resort Kellerman’s, in dem Frances „Baby“ Houseman und Johnny Castle ein Auf und Ab ihrer Gefühle durchleben.


11.+ 12.01. Orpheum GRAZ | 31.01. Republic SALZBURG | 23.02. Congress INNSBRUCK | 10.03. Kürnberghalle LEONDING im März und April 2018 Stadtsaal WIEN & Orpheum WIEN ALLE TOUR-TERMINE AUF GERNOTKULIS.AT

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EINE WELT ZUM TRÄUMEN Was ist das Geheimnis, das in Disneys weltberühmter Trickfilmkiste steckt?

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Entwaffnende Argumente

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on einer „Bombenstimmung“ war bereits in unserer Sommerausgabe zu lesen: Der Anschlag auf das Konzert der Eagles Of Death Metal im Pariser Bataclan war noch nicht einmal verklungen, da beschloss ein islamistisches Selbstmordattentat das Konzert von Ariana Grande in Manchester und Marek Lieberberg musste sein Rock am Ring evakuieren, da es „Verdachtsmomente“ gegen zwei Mitarbeiter der Site-Crew gab. Glücklicherweise ging zumindest Letzteres glimpflich aus. Anfang Oktober, somit nur wenige und beileibe nicht entspannte Wochen später erreicht uns erneut eine Hiobsbotschaft: Ein Amokschütze feuerte von seinem Hotelzimmer aus mit automatischen Waffen auf die 22.000 Besucher des Route 91 Har-

vest Festivals in Las Vegas, als Countrysänger Jason Aldean gerade sein „When She Says Baby“ anstimmte. Es dauerte nur ein paar Stunden, bis sich die Terrormiliz „Islamischer Staat“ die Tat zu eigen machte. Beweise für diese Behauptung gibt es bis dato allerdings keine und Hinweise, warum der 64-jährige Amerikaner – der neben dem Route 91 Harvest übrigens auch das renommierte Lollapalooza in Chicago und andere Großkonzerte im Auge hatte – 58 Menschen tötete und knapp 500 weitere verletzte, liegen weiterhin im Dunkeln. Bitte entschuldigen Sie die etwas säuerliche Polemik, aber solchen ex abrupto gehäuften Einzelfällen ist nicht nur anheim, dass die Menschen hierauf für einen kurzen Moment proforma zusammenrücken (#jesuis &

#prayfor), auch wird von Entscheidungsträgern endlich ein „Umdenken“ in unserer Gesellschaft forciert. Nein, wir reden nicht etwa über strengere, konsequentere Waffengesetze, denn dazu ist jetzt „aus Respekt vor den Angehörigen“ nicht der richtige Zeitpunkt, heißt es da aus dem Weißen Haus. Wir denken – nach verschärften Sicherheitskontrollen bei Konzerten – nun lieber zudem noch darüber nach, in Hotels hinkünftig auch Taschenkontrollen durchzuführen. Weil dass dort ein Mann mit automatischen Waffen eincheckt, das darf nun tatsächlich nicht passieren. Wie lange es da noch dauert, bis wir uns erneut den tatsächlich Schuldigen zuwenden – wann standen zuletzt Rockmusiker am Pranger? Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEPT OKT NOV DEZ

IN DIESER AUSGABE [14] Einfach zauberhaft Kaninchen und Zylinder sind passé [18] Disney Eine Welt zum Träumen [22] Hundeleben Martin Rütter & Cesar Millan: Zuckerbrot und Peitsche? [25] Stand-up Fake News. So sad! [28] Hurts Leichtigkeit statt Düsternis [34] Jazz ’n’ Wein DelaDap rejazzed mit Wein [42] Wintersport Armin Assinger über die kommende Ski-Saison

Fesch! Der FESCH’MARKT bringt Österreichs junge Kreative direkt aus ihren Ateliers und Kochstuben auf einen urbanen Marktplatz, wird dabei

Amadeus Awards 2018 Sie sind die wichtigsten Auszeichnungen der österreichischen Musikszene: die Amadeus Austrian Music Awards, die seit 2000 jährlich an die herausragendsten heimischen Acts im Rahmen einer großen Gala verliehen werden (im Bild: Bilderbuch). 2017 kehrte die Preisverleihung nach zehn Jahren zurück in den ORF und wird auch nächstes Jahr wieder auf diesem Sender zu sehen sein. Das Datum steht auch bereits fest: Die heimische Musiklandschaft wird am 26. April kommenden Jahres gewürdigt.

LIFESTYLE 30 Familie und Geselligkeit Im Herbst rücken wir näher zusammen …

HEIMAT 32 Tagtraeumer Mit viel Neuem, aber auch einem roten Faden lädt man zum Träumen ein.

LOCATION 37 Bettfedernfabrik Das ehemalige Industriegebäude ist mehr als nur Veranstaltungshalle …

KULTOUR zum Festivalevent der unabhängigen Kreativszene und vereint Kunst, Design, Food, Lifestyle und Partys. Mit über 220 Nachwuchstalenten, Künstlern, Junggastronomen und Kreativen werden dieses Jahr noch Wien (November, Ottakringer Brauerei) und Vorarlberg (Dezember, Pförtnerhaus Feldkirch) zu einem einzigartigen Marktfestival!

LIVE IS LIFE 45 The Rolling Stones Trotz seines stolzen Alters sagen wir: Let’s move it like Jagger!

PLUG&PLAY 48 Equipment Der Weg ist das Ziel auf der Suche nach dem perfekten Sound!

MEDIA 50 Kino, Musik und Spiele Morrissey, Kelly Clarkson und George Clooneys „Suburbicon“

Fotos: Ifpi Austria Andreas Tischler, Philipp Podesser; Illustration: baes

Bierwoche Nach zwei erfolgreichen Jahren hat die Vienna Beer Week auch 2017 viele exklusive Events rund um das Craft Bier Fest Wien zu bieten, die man in dieser konzentrierten Dichte über das Jahr sonst nicht erleben kann – heuer auch mit einem exklusiven Festivalbier: Erstmals wurde in der 100 Blumen Brauerei in Wien Atzgersdorf gemeinsam mit den Kreativbrauern von Next Level Brewing aus Meidling unter der Patenschaft aller teilnehmenden Betriebe auch ein spezielles Festivalbier eingebraut. Dieses hopfige Wiener-Bockbier wird zur Eröffnung am 18. November im Klub Gru angeschlagen und im Laufe der Vienna Beer Week powered by Bierland Österreich (18. bis 25. November) in allen Betrieben sowie am Craft Bier Fest Wien (24. und 25. November) zu verkosten sein.

38 Identitätssuche Die Suche nach der Identität findet sich auch in Literatur und Musik wieder.

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SHOWHIGHLIGHTS IN ÖSTERREICH

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!ticket highlights

SCHEINWERFERLICHT

Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Wiener Wahnsinn spielen am 10. und 11. November im Wiener Orpheum. Wir verlosen zwei umfangreiche Fanpackages!

Ein Monat, der mit einem Nick-Cave-Konzert beginnt, kann nur ein guter sein! Ich werfe zudem zwei Augen auf Chris Rea, Queens of the Stone Age, Queen & Adam Lambert, Beth Hart, Jamiroquai, Alice Cooper, Marilyn Manson, Hurts und Laibach. Heimische Klänge werden am 16. November in der Szene Wien (Boris Bukowski – neues Album „Gibt’s ein Leben vor dem Tod?“) und bei einem der Österreich-Konzerte von Peter Cornelius im Rahmen seiner „Unverwüstlich“-Tour konsumiert. Den November lasse ich mit Gogol Bordello im Wiener Gasometer ausklingen, bevor ich mich auf eine besinnliche Adventzeit einstimme (diesmal aber wirklich!). Dreißig Jahre nach dem bombastischen Erfolg der wohl aufregendsten cineastischen Liebesgeschichte Mitte der 1980er-Jahre kommt die mitreißende Bühnenversion des Kult-Films „Dirty Dancing“ rund um Baby und Johnny in der Originalversion mit allen Hits ab 23. Jänner live nach Bregenz, Linz, Salzburg, Wien und Graz. Alle Infos zur Show finden Sie in unserer Coverstory. Have the time of your life!

• Highlights November • Highlights November • Highlights November • Tanz der Vampire Vampirjäger Abronsius und sein Gehilfe Alfred beim Grafen Krolock laufend, Ronacher Die Schlagernacht des Jahres Mit Andrea Berg, Vanessa Mai, Nik P., Beatrice Egli, Semino Rossi und mehr 26., Wiener Stadthalle (D) James Newton Howard Musikscores von „Die Tribute von Panem“ bis hin zu „The Dark Knight“ 25., Wiener Stadthalle (F) Rocky Horror Show Das Enfant terrible des Musicals lädt zur unartigen, glamourösen Party ab 29., MuseumsQuartier (E)

Casper Der deutsch-amerikanische Rapper auf „Lang lebe der Tod“-Tour! 14., Wiener Stadthalle (D)

Emil Bulls Mitreißende Melodien, treibende Riffs und schweißtropfende Energie! 4., Wien & 24., Salzburg

Blue Bird Festival Überaus spannende Singer/Songwriter und Indiefolker aus der ganzen Welt! 23.–25., Porgy & Bess

Alice Cooper Der Pionier der Schock-Rocker hat Europe („Final Countdown“) mit dabei 27., Wiener Stadthalle (D)

The Wanton Bishops Obwohl in Beirut geboren, ist Nader Mansour der Inbegriff des Blues Man! 16., Rockhouse

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Fotos: Andreas Neumann, Stefan H. Mikl

Queens Of The Stone Age am 5. in der Wiener Stadthalle!


PERFORMING PINK FLOYD-SONGS FROM: THE DARK SIDE OF THE MOON THE WALL // ANIMALS WISH YOU WERE HERE

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NICHT VON DIESER WELT LIVE IN CONCERT DIE ZWEITE

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Lukas Rieger

French Touch Tour 4.12.2017

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Mein Baby ge „Ich habe eine Wassermelone getragen“, Sätze wie diese sind mittlerweile Kult! Nun kommt mit „DIRTY DANCING – Das Original Live On Tour“ der Kult auf die Bühne. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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Hier und Jetzt. Das Theater erlaubt es uns, mehr zu zeigen. Es gibt zusätzliche Szenen mit Baby und Johnny, in denen sie ihre Beziehung vertiefen, und mehr Szenen über die Eltern und Neil“, sagt Bergstein zur Bühnenfassung. Wir sprachen mit Anna-Louise Weihrauch (Frances „Baby“ Houseman) und Máté Gyenei, der Johnny Castle spielt, über ihr erstes Mal, als sie „Dirty Dancing“ sahen, die bekannte Hebung, bei der Baby über Johnnys Kopf schwebt, und wie es ist, eine Filmfigur auf der Bühne zu verkörpern. „Dirty Dancing“ hat damals einen Boom in den Tanzschulen ausgelöst. Wie seid ihr zum Tanzen gekommen? Anna-Louise Weihrauch: Mit fünf Jahren hat mich meine Mama zur Kinderfrüherziehung in der Ballettschule angemeldet und das war dann eines meiner vielen Hobbys in der gesamten Schulzeit. Máté Gyenei: Ich habe schon als Kind mit dem Tanzen angefangen. Dies war bei uns in der Schule ein Pflichtfach. Der ungarische Volkstanz war somit das Erste, das ich gelernt habe. Dort habe ich auch für mich die Leidenschaft fürs Tanzen entdeckt. Durch einen

Freund bin ich dann zum Lateintanz gekommen. Habt ihr eine Lieblingsszene, einen Lieblingstanz? Anna-Louise: „Time Of My Life“ ist natürlich für die Rolle Baby der krönende Abschluss, aber ich freue mich immer bei jeder Show auf diese Nummer. Máté: Meine persönliche Lieblingsszene ist, wenn Johnny am Ende zurückkommt, für sich und seine Truppe einsteht und den letzten Tanz auf der Abschiedsfeier tanzt. Ich habe mehrere Tänze, die mir richtig Spaß machen. Zum einen Johnnys Mambo und „Do You Love Me?“. Wie trainiert ihr die berühmte Hebung, die im Film im Wasser geübt wird? Anna-Louise: Nicht im Wasser. Máté: Bis zur finalen Hebung gibt es verschiedene Trainingsstufen, die wir durchlaufen, damit wir sichergehen können, dass auch jeder Handgriff sitzt. Am besten machen wir das Ganze erstmal auf dem Boden. In der nächsten Stufe nehmen wir uns dann eine Matte zu Hilfe, damit meine Partnerin auch sicher ist. Wenn das alles fehlerfrei funktioniert, dann wird das im Original geprobt.

Fotos: Jens Hauer

1987

eroberte völlig unerwartet der Tanzfilm „Dirty Dancing“ die Kinoleinwände weltweit und ist noch immer ein ungebrochener Erfolg. Die Bühnenshow, 2004 entstanden, begeisterte mittlerweile mehr als acht Millionen Menschen. Als der Film in die Kinos kam, wurden auch die Tanzschulen wieder einmal gestürmt, denn plötzlich wollte jeder so tanzen können wie Baby und Johnny. Drehbuchautorin Eleanor Bergstein wollte mit „Dirty Dancing“ an die großen Filmmusicals der 1930er- und 1940erJahre von Busby Berkely erinnern, in denen Tanz immer eine Form von Verführung darstellte. Bergstein verantwortete auch die Bühnenshow, in der über 50 Songs aus den 1960er- und 1980erJahren den Sommer von 1963 wieder in Erinnerung rufen. Dazu gehören u. a. „Hungry Eyes“, „Hey! Baby“, „Do You Love Me?“ und natürlich „She’s Like The Wind“. „Niemals wollte ich den Kinofilm einfach 1:1 ins Theater übertragen. Wer hätte das schon gewollt? Ich sah vielmehr die Chance, mich neu auf die Geschichte zu besinnen und ihr natürliches Bühnenpotenzial zu entdecken. Will sagen, Theater ist dreidimensional; alles passiert im


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ehört zu mir! Wann habt ihr den Film zum ersten Mal gesehen? Hat er euch beeinflusst? Máté: Diesen Moment werde ich nie vergessen. Ich war mit meiner Familie im Urlaub und wir wollten einen gemeinsamen Filmabend machen. Mein Bruder und ich wollten eigentlich den Film „Rambo“ im Fernsehen schauen. Aber meine Mutter hatte da bereits schon entschieden, dass das nix wird und wir stattdessen „Dirty Dancing“ schauen. Ich kann mich genau erinnern, wie toll ich Patrick Swayze, besonders in den Tanzszenen, fand. Anna-Louise: Irgendwann als Schülerin habe ich ihn zuhause auf VHS gesehen und von da an war es einer meiner Lieblingsfilme. Was denkt ihr, warum der Film zum Kult wurde? Anna-Louise: Weil es eine zeitlose Story ist, die egal zu welcher Zeit auch immer wieder passieren kann und natürlich jedes Mädchen sich irgendwann einmal verliebt hat und Probleme mit ihren Eltern deswegen hatte. Die großartigen Tanzszenen sind natürlich auch beeindruckend und jeder möchte gerne einmal so tanzen können. Máté: Es gibt so viele Punkte, die diesen Film zum Kult gemacht haben. Einer-

termine

Die Wassermelone Es ist nicht nur eines der bekanntesten Zitate des Films, sondern der Filmgeschichte: „Ich habe eine Wassermelone getragen“.

On Das Original Live „Dirty Dancing – Bregenz, zieht in er nn Jä . 23 Tour“ startet am uar weiter Linz und im Febr nach Graz. dann wieder nach ch ßli lie sch d un ien nach Salzburg, W

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GEWINN SPIEL Wir verlosen je drei DVDs von „Dirty Dancing: 30th Anniversary“ und „Dirty Dancing ‘17“. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

inhalt & infos

Überraschung mit Happy End Dass „Dirty Dancing“ ein Kultfilm werden würde, das war bei der Produktion nicht abzusehen. Nicht minder erfolgreich: Der Soundtrack und natürlich auch die Bühnenversion!

seits kann man sich total mit der Liebesgeschichte identifizieren und fühlt mit den Rollen mit, wie sie um ihre Liebe kämpfen, obwohl sie aus ganz anderen Welten kommen. Der Tanz führt sie zusammen und bringt sie durch alle Situationen bis zum Schluss. Zum anderen war „Dirty Dancing“ etwas ganz Besonderes, weil es zuvor diese Form von Tanz noch nicht in Filmen gab. Wie stark müsst ihr euch in eurer Rollengestaltung am Film orientieren? Anna-Louise: Natürlich spiele ich die

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Baby (Frances Houseman) aus dem Film und wir haben Vorgaben, aber ich bin natürlich eine eigene Version, weil es bringt nichts zu kopieren, sondern man muss seine eigene Figur entwickeln. Máté: Man kennt natürlich Johnny und Baby aus dem Film sehr gut und man möchte keine neue Figur entwickeln. Trotzdem muss man für sich selbst einen Weg finden, wie man diese Rolle am ehrlichsten spielen kann, ohne dass man sich verstellen muss. Unser Regisseur hat uns einen super Weg gezeigt wie das möglich ist und lässt uns genug Raum, sodass wir uns miteinbringen können.

Wir befinden uns im Sommer 1963, der Sommer, der das Leben von Frances Houseman, die von allen nur „Baby“ gerufen wird, obwohl sie doch schon 17 ist, für immer verändern wird. Sie verbringt den Urlaub gemeinsam mit ihrer Schwester Lisa und ihren Eltern in einem Ferienresort der gehobenen Mittelschicht. Dort trifft sie auf den Tanzlehrer Johnny Castle, der mit seiner Partnerin Penny den Gästen Tanzen beibringt. Als Penny schwanger wird, trainiert Baby mit Johnny hart, um Penny bei einem Auftritt zu ersetzen. Trotz der anstrengenden Tanzeinheiten verliebt sich Baby in Johnny. Als die Beziehung auffliegt, verliert Johnny seinen Job. Doch beim Abschlussabend taucht Johnny wieder auf und tanzt mit Baby den letzten Tanz der Saison, denn immer hat er den letzten Tanz der Saison getanzt. Der Titelsong „(I’ve Had) The Time Of My Life“ erhielt einen Oscar, einen Grammy und einen Golden Globe Award. „She’s Like The Wind“ wurde von Hauptdarsteller Patrick Swayze gemeinsam mit dem Film- und Fernsehkomponisten Stacy Widelitz geschrieben und zeigte seine Songwriter-, aber auch Sängerqualitäten. Kenny Ortega orientierte sich in der Choreografie an den Tanzstilen der Sechziger, aber auch am Mambo und an kubanischen Rhythmen. Der Ausdruck „dirty dancing“ für körperbetontes, erotisches Tanzen fand übrigens erst nach dem Film Eingang in die Alltagssprache. Für den Filmerfolg sorgte natürlich auch die Besetzung: Jennifer Grey als Frances „Baby“ Houseman und Patrick Swayze als Johnny Castle. Beide wurden für ihre Rolle für einen Golden Globe nominiert.


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!ticket highlights

teatro

Sweet Dreams Nach dem großen Erfolg in den letzten beiden Wintersaisonen geht das Dinnershow-Spektakel um Sternekoch Alfons Schuhbeck mit einem völlig neuen Programm in die dritte teatro-Saison. Mit dem wohl spektakulärsten Programm seit jeher werden die Gäste in eine einzigartige Traumwelt entführt, in der sie alles um sich herum vergessen. „Sweet Dreams” ist ein Spaziergang durch eine Welt der Träume und unwiderstehlicher Versuchungen.

Wir verlosen 1 × 2 Tickets für den 31. Dezember!

Palazzo Kings & Queens und Unikate Liebe Sinne, bitte anschnallen! Freuen Sie sich auf vergnügliche Stunden, in denen meisterhafte Kochkunst auf preisgekrönte Akrobatik trifft, erlesene Köstlichkeiten mit herzerfrischendem Humor garniert werden und Momenten genießerischen Schwelgens spannungsgeladene Drahtseilakte folgen. In Graz („Unikate“) bekocht Sie Eckart Witzigmann, in Wien („Kings & Queens“) Töni Mörwald! ab Ende November, Tabakfabrik Linz

Fotos: Live Nation (Carla Bruni), WUK (Shantel), Palazzo Produktionen GmbH (Palazzo), Cofo (Teatro), Andreas Müller (Mojo Blues Band)

ab November in Wien und Graz

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Mojo Blues Band

40 Jahre Kaum zu glauben, aber wahr: Die Mojo Blues Band feiert 2017 ihren vierzigsten Geburtstag! Grund genug, es gehörig krachen zu lassen: Gemeinsam mit Wegbegleitern und namhaften Überraschungsgästen werden die Mojos im Metropol ein musikalisches Feuerwerk zünden. Darauf ein dreifaches Bluesit!

17. und 18. November, Metropol Shantology 30 Jahre Club Guerilla Mit seinem kreativen Ansatz, Kulturen zu vermischen, wurde Shantel weltweit das hörbare Gesicht eines anderen Deutschlands, ist er doch der Erste, der dort der Popkultur einen kosmopolitischen Sound einimpfte. Bei ihm ist Migration hör- und tanzbar. Musikalische Preziosen aus Südosteuropa, dem Nahen Osten oder vom Mittelmeer erscheinen in einem neuen, vielschichtigen Kontext, damit wird auch die Kultur, aus der sie entstammen, intuitiv erfahrbar. Nun schlägt Shantel mit „30 Jahre Club Guerilla“ ein neues Kapitel seiner never ending Tour auf: Zum Fest erschien bereits am 6. Oktober eine aufwendige 4-LP-, 2-CD-Box mit opulentem Begleitbuch mit Texten und Bildern, die Shantels Weg nachzeichnen.

Shantel

14. Dezember, WUK

Carla Bruni

4. Dezember, Wiener Konzerthaus

French Touch Intimität und Qualität verschmelzen bei Carla Bruni zu einer mystischen Melange, mit der sie die Menschen vereinnahmt. Ihr fünftes Studioalbum „French Touch“ gibt dem enigmatischen, sympathischen Star Anlass für ein ausgewähltes Konzert in Wien. Die Schönheit der Supermodel-Ära präsentiert dabei ihre elektrische Mischung aus klassischem Pop, Chanson und Folk. Im Fokus steht dabei natürlich die neue, außergewöhnliche CD, aber auch andere Meilensteine ihrer beachtlichen Karriere.

01100010 011101010 Sicherheitshalber sei erwähnt: Mich gibt es wirklich. Ich bin kein Social Bot, keine künstliche Intelligenz. So. Und jetzt sagt mir: Was soll ich von diesen technischen Errungenschaften halten? Bin ich einfach nur zu alt für derlei Entwicklung? Ich gestehe durchaus jeder Generation ihren eigenen Generationskonflikt zu, denn irgendwoher muss ja auch der Nachschub für die grantigen alten Leut‘ kommen. Aber, bin ich der Einzige, dem Programme, die sich in sozialen Medien als Menschen „ausgeben“ und mehr oder weniger eigenständig agieren, eklatant überflüssig vorkommen? Programme, die nach bestimmten Vorgaben selbstständig komponieren, die Texte annähernd wie Profisprecher vortragen? Ja, ich kann mir vorstellen, dass es Programmierern unbändigen Spaß macht und für jene eine echte First-Class-Herausforderung darstellt, die Logistik dahinter zu entwickeln. In dem Moment, da ich diese Zeilen schreibe, komme ich mir vor wie einer dieser technik- und fortschrittignoranten Bösewichte in Hollywoodschinken, die sich mit lieblichen, sympathischen A.(rtificial) I.(ntelligence)en anlegen und von den Zuschauern im günstigsten Fall als die faden Spießer empfunden werden. Was meint ihr dazu? Ich such‘ mir jetzt aus dem vorliegenden Angebot eine echte Veranstaltung mit echten Künstlern und echten Instrumenten, Stimmen und Anliegen heraus. Die müssten dann nicht einmal intelligent sein.

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Einfach zauberhaft Angestaubte Zauber-Shows mit Kaninchen und Zylinder sind von gestern. Die neue Generation von Magiern und Illusionisten liefert Magie 2.0: Rasant und spektakulär. TEXT: ALEXANDER HAIDE, STEFAN BAUMGARTNER

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termine „House Of Mystery“ von Hans Klok spielt es im März in Linz, Bregenz und Wien, „Einfach zauberhaft“ wird es mit Thommy Ten und Amélie van Tass ab Februar wieder in ganz Österreich. Lucca sorgt mit seiner Anca ab November in Wien und Gmunden für eine „Mind-Reading Revolution“, Tricky Niki begibt sich laufend in Wien und den Bundesländern mit „Hypochondria“ ins Land der Wahnvorstellungen.

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Moderne: Als erster Illusionist bediente er sich neu entdeckter Techniken: Magnetismus, Hydraulik und elektrische Prinzipien. Er ist der Urgroßvater der Zauberkünstler von heute. Hans Klok „Wir konkurrieren mit dem ,Cirque du Soleil‘ und Rock-Shows“, gibt der holländische Magie-Superstar Hans Klok die Richtung vor: Hasen aus einem Hut zu holen oder die Assistentin zu zersägen reicht schon lange nicht mehr aus, um das geneigte Publikum hinter dem Ofen hervorzulocken. Nach einer Krise am Ende des vergangenen Jahrhunderts katapultierten die heutigen Schwergewichte der Branche wie David Copperfield oder Siegfried & Roy die Zauberei in neue Dimensionen. Größer, schneller, spektakulärer war das Motto, das Klok auch in

Hans Klok Der Holländer präsentiert in „House of Mystery“ die komplette Bandbreite spektakulärer Illusionen, von der subtilen Kunst des Gedankenlesens bis hin zur Hommage an Alfred Hitchcocks „Psycho“. Es entsteht ein unheimlich magisches und ein magisch unheimliches Feeling!.

Fotos: Roy Beusker, Andy Doornhein, Lucca, Thommy Ten & Amélie van Tass, Felicitas Matern

ie Magie ist so alt wie die Menschheit selbst, geht es doch im Prinzip darum, andere Menschen hinters Licht zu führen. Belege dafür finden sich in steinzeitlichen Höhlenmalereien genauso wie im alten Ägypten, Griechenland und Rom. Doch diese sind nur weit entfernte Verwandte von David Copperfield und seinen Zeitgenossen – deren Wurzeln gehen auf die Taschenspielerei zurück. Schon damals beliebt war das Becherspiel, ob mit ähnlich betrügerischem Hintergrund wie bei den heutigen Hütchenspielern in den Einkaufsstraßen ist nur zu vermuten. Gesellschaftsfähig wurden die ersten Illusionisten an Königshöfen – doch Obacht: Nicht wenigen wurde ein Bund mit den bösen Mächten, also der Hexerei, angelastet. Erst der legendäre Harry Houdini (übrigens ein gebürtiger ÖsterreichUngar!) katapultierte die Zauberei in die


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Fotos: Roy Beusker, Andy Doornhein, Lucca, Thommy Ten & Amélie van Tass, Felicitas Matern

seinem neuen Spektakel „House of Mystery“ perfekt umsetzt. Im Haus des fiktiven Magiers Alfredo Cordoni Anfang des 20. Jahrhunderts angesiedelt, entspinnt sich eine Harry Potter’sche Handlung: Der fiese Cordoni, im Heute selbst längst Staub, lud die besten Illusionisten seiner Zeit zu sich ein. Als Gegenleistung für Kost und Logis mussten sie jeweils ihr bestes Zauberkunststück vorführen und das Geheimnis dahinter (welches Cordoni in einem magischen Buch notierte) offenlegen. Als Dankeschön begrub Cor-

doni seine Kollegen bei lebendigem Leib. Diese wurden zu Geistern, die noch heute spuken – und Hans Klok seine Suche nach dem geheimnisvollen Buch zum selbstmörderischen Unterfangen machen. In seiner Show wird der Star-Magier Klok unter anderen enthauptet und erstochen, trotz Mega-Show kommt es, so Klok, jedoch dennoch auf die Fähigkeiten des Illusionisten an – Technik, Laser & Co. sind bloß eine spektakuläre Verpackung. Tricky Niki Utensilien der einfacheren Art benutzt der Bauchredner-Comedy-ZauberShooting-Star Tricky Niki. Statt der blonden Assistentin im kleinen Schwarzen gibt’s Bananen, Puppen und Papiersackerln als Requisiten. Doch mehr braucht er nicht. Für sein neues Programm „Hypochondria“ hat Niki die

bewährte Mischung aus Bauchreden und Zaubern mit Stand-up-Comedy angereichert: „Ich hab’ mich auf ganz neues Terrain gewagt, das mir wahnsinnig viel Spaß macht und bei den Leuten gut ankommt.“ Ein guter Schmäh und großes Talent zur Improvisation sind die Asse in Nikis Kartendeck, der vor allem auf die Interaktion mit dem Publikum setzt.

passiert dabei nicht nur bei uns, sondern beim Zuschauer im Kopf. Ich glaub’, das ist das ganz Tolle an der Mentalmagie.“ Dieses Credo wurde mit dem „Stage Magicians of the Year 2016“-Award der amerikanischen „Academy of Magical Arts“ belohnt – Thommy Ten und Amélie van Tass konnten als erste Europäer den wichtigen Illusionisten-Preis mit nach Hause nehmen.

Thommy Ten & Amélie van Tass Österreichs erfolgreichster IllusionistenExport mit Broadway- und „America’s Got Talent“-Erfahrung, setzen auf Mental-Magie. „Die Acts, die wir kreiert haben, sind einzigartig“, ist Ten stolz, der u. a. Thomas Gottschalk zum Fan-Kreis zählen darf („Ihr habt das grandios gemacht. Ich bin sprachlos, Respekt! Die Show ist genial!“). Während Klok auf die große Show und Niki auf seine Comedy-Talente setzt, braucht das Duo, das auch unter dem Namen The Clairvoyants (die Hellseher) bekannt ist, sein Publikum zum Gelingen: „Die Magie

Anca & Lucca Der Magier vermählt, so heißt es in einem Zitat von Giovanni Pico della Mirandola, Erde mit Himmel, das heißt, das Untere mit den Gaben und Kräften der Oberwelt. Weitaus tiefer noch dringt der Wiener Illusionist Lucca im Rahmen seiner „Mind-Reading Revolution“ vor – er erweckt das kindliche Staunen in jedem von uns, stößt mit seinen Gästen gemeinsam in persönlicher Atmosphäre an die Grenzen der Vorstellungskraft: „Illusionen sind deshalb so befriedigend, weil sie uns das Gefühl des kindlichen Staunens wiedererleben lassen.“

THOMMY TEN & AMÉLIE VAN TASS Das Pärchen machte seine ersten Schritte bei „Das Supertalent“, den großen Durchbruch schafften die beiden dann bei der US-Version der TV-Show, „America’s Got Talent“. Mittlerweile sind sie als The Clairvoyants in Amerika bekannter als in Europa und kassierten den „Oscar“ der Illusionisten. Nur einer der Höhepunkte in einer außergewöhnlichen, internationalen Karriere, die in Österreich begann. Nach einer Show in Las Vegas und sogar einem Großplakat am Times Square in New York ist euer Bekanntheitsgrad in den USA garantiert höher als daheim? Der ist in Amerika enorm, jeder erkennt uns, wenn wir in den Flieger steigen. Wenn wir in einem Restaurant sitzen, kommt jeder her, will ein Bild oder ein Autogramm. Das freut uns natürlich und es ist eine große Ehre, so viele Leute begeistern zu können. Was gehört dazu, wenn man so weit hinaus möchte? Das Allerwichtigste ist auftreten, auftreten, auftreten. Jeder Auftritt hilft, mit jedem Auftritt wird man besser. Wir brauchen immer die Resonanz vom Publikum, man muss immer wissen, was ankommt. Wenn ich einen Ball verschwinden lasse, ist das eine Sache. Aber wie kommt es beim Publikum an? Was interessiert sie da-

ran? Was fasziniert sie? Jede einzelne Show, jeder einzelne Auftritt ist die beste Übung. Ist Mentalmagie eine Frage des Trainings? Das Wichtigste ist, wie man mit anderen Menschen umgeht, was andere Menschen interessiert. Und man muss sich auf Menschen einlassen können, ohne Vorurteil auf andere zuzugehen. Ihr seid auch privat ein Paar: Fluch oder Segen? Wir sind etwa 330 Tage im Jahr unterwegs und spielen gemeinsam mehr als 400 Shows. Wir verbringen also beinahe die ganze Zeit miteinander, können beinahe jeden Moment teilen, wenn wir um die Welt reisen. Diesen Vorteil wissen wir schon zu schätzen. Alexander Haide

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HANS KLOK Zwölf große Illusionen innerhalb von nur fünf Minuten im Live-TV machten den heute 48-jährigen Holländer zum schnellsten Illusionisten der Geschichte. Spätestens als er dann 2007 Pamela Anderson als Assistentin für eine US-Tournee gewinnen konnte, gab es kein Halten mehr und Hans Klok wurde zum König der international gefeierten Illusionisten, der Medien- und Publikumsliebling füllt regelmäßig die großen Hallen.

gier der Welt. Wen interessiert’s? Es war gut für das Image. Als ich begonnen habe, war Magie ein bisschen langweilig und es war Zeit für etwas anderes.

Wie viel in der Show ist eigentlich Hans Klok und wie viel ist dazugekauft? Ich kann nicht alles selbst erfinden, auch wenn ich immer damit beschäftigt bin, Sachen neu zu kombinieren und zu entwickeln. Einfach ist das aber nicht! Für eine Verrätst du ein paar Highlights der Show? ganze Show muss man schon Hilfe haben. Auch wenn Die schwebende Glühlampe ist für mich ein absolutes wir viel Technik benutzen, ist die Magie selbst nicht so Highlight. Und die Zwergen-Box von Hans Moretti: Das technisch. Wir brauchen noch immer die Geheimnisse ist ein kleiner Karton in dem er drinnen war und das Pu- von Houdini. blikum konnte Messer hineinstecken. Das habe ich nie verstanden, das ist unglaublich. Obwohl ich mit Moretti Weshalb haben Magier so einen Hang zu Verbefreundet war, hat er mir den Trick nie verraten, er gangenheit? wollte das Geheimnis für seinen Sohn bewahren. Der Viele der Illusionen sind ja schon sehr alt, wie die schwehat es mir nach dem Tod seines Vaters dann verkauft. bende Glühlampe von Harry Blackstone. Das war in den Für mich besteht die ganze Show aus Highlights. Dazu 20er-Jahren, als auch Houdini lebte und mit dem er begehören auch meine Assistentinnen, die „Divas of Ma- freundet war. Später gab er den Trick an seinen Sohn gic“, und fünf Zirkuskünstler mit Kurzauftritten. Am En- weiter, der konnte die Glühlampe auch über dem Publide der Show muss ich den Fluch durchbrechen, indem kum schweben lassen. Ich habe mich immer gefragt, wie ich vor dem Geist von Cordoni 15 Illusionen in fünf Mi- das funktioniert. Nach seinem Tod vor zehn Jahren habe nuten mache. Als schnellster Magier der Welt bin ich ja ich seine Witwe angerufen und gefragt, ob sie mir den bekannt geworden. Trick verkauft. Auch Copperfield und Siegfried & Roy haben sich darum bemüht, doch ich habe ihn bekommen. Wie wichtig ist die Geschwindigkeit für dich? Nicht die ganze Show ist so schnell, das ist nur mein Vor zehn Jahren gab Pamela Anderson deine AsImage. Ich mache in meiner Show auch Sachen, die sistentin, vor wenigen Wochen war sie bei eilangsam passieren: Die Glühlampe schwebt ganz lang- nem PR-Termin in Deutschland wieder deine sam über das Publikum. Ich mache viel mit Spielkarten, Zaubergehilfin. Kommt es jetzt zu einer Neuaufganz langsam. Manches muss aber ganz schnell gehen. lage? Das war jetzt ein Gag, nur um wieder einmal miteinanWie wichtig war der Weltrekord – zwölf große der aufzutreten. Sie hat das 2007 sechs Monate lang Illusionen in fünf Minuten – für deine Karriere? wirklich gut gemacht. Sie hat die Show verstanden. ZuDas ist Quatsch, wen interessiert das? Schnellster Madem war ich damals in Amerika gar nicht bekannt. Als

ich damals eine Ikone als Assistentin habe, macht es das für mich leichter: Ich habe Pamela schweben lassen, mit ihr unter Wasser Platz getauscht … Bei dieser Tournee ist sie nicht dabei, das würde groß auf den Plakaten stehen. Spielt moderne digitale Technik eigentlich eine große Rolle? Eigentlich nicht so, ich brauche gar keine Elektronik. Für das Bühnenbild ja. Ich habe LED-Walls, eine Videoleinwand, Laser und ein Riesenlicht. Das ist aber nur eine Verpackung, damit es besser aussieht. Bei den Tricks gibt es das nicht. Meistens sind die Geheimnisse hundert Jahre alt oder älter. Das ist Fingerfertigkeit, Körperbeherrschung. Wie gefährlich sind Handys, um mit Videos deine Tricks zu enttarnen? Sehr! Handys haben mein Leben nicht einfacher gemacht. Ich finde es aber schade, wenn die Menschen mehr das Handy in der Hand haben und mitfilmen, als die Show live zu genießen.

Alexander Haide

LUCCA & ANCA Sind Phänomene wie Gedankenlesen oder Hellsehen wirklich möglich? Oder ist alles nur Illusion und erklärbar? In ihrer Theatershow verraten die Europa- und Vize-Weltmeister der Mentalmagie – Lucca und seine Anca – die Geheimnisse der Mentalmagie und hinterlassen doch sprachloses Staunen. „Wie der Landmann die Ulmen mit den Reben des Weinstocks, so vermählt der Magier die Erde mit dem Himmel, das heißt das Untere mit den Gaben und Kräften der Oberwelt.“ (1496, Giovanni Pico della Mirandola) – wie siehst du deine Rolle als Magier? Zuallererst sehe ich mich als Unterhalter, der Menschen zum Lachen und Staunen bringt: Ein Magier ist für mich ein weiser Mensch, der sein tieferes Verständnis über das Leben und dessen Zusammenhänge an seine Mitmenschen weitergeben möchte, wenn es ihnen hilft, zufriedener zu leben.

kann man sie jedoch nie. Magie hat auch viel mit Psychologie zu tun und wenn man gewisse Verhaltensweisen besser zu verstehen gelernt hat, wird es auch Teil des täglichen Lebens. Reines, direktes Gedankenlesen ist und bleibt dennoch eine Illusion. Da müsste ich auch lange darüber nachdenken, ob ich das wirklich wollen würde. Die Geister, die man ruft, wird man ja bekanntlich nur schwer wieder los. Wo liegen die Grenzen der Magie? Die Grenzen der Magie sind die Grenzen unserer Vorstellungskraft. Denn genau dort ensteht jede Illusion. Science-Fiction-Filme sind auch nichts anderes. Sie täuschen eine Realität vor, in die wir eintauchen können, bis uns wieder einfällt, dass alles nur Illusion war.

Das System der Magie funktioniert wie? Magie beruht auf vielen verschiedenen Prinzipien wie optischen Illusionen, geheimen Techniken, Ablenkung, Copperfield und Houdini gelten als große Na- Psycholgie etcetera. Alle gemeinsam haben sie, dass der Beobachter nicht über sie Bescheid weiß oder sie men der „Magie“ und „Illusion“, Horeth und Uri Geller machten sich einen Namen als Men- beim Wahrnehmen der Illusion nicht erkennt. Die talisten – sie alle arbeiten mit den Naturgeset- Magie von heute ist die Wissenschaft von morgen. Wo bietet das alltägliche Leben Magie? zen. Gregorius, Crowley, Rasputin beispielsFreud schrieb in einer seiner Schriften, dass IlIn Wahrheit ist alles um uns herum Magie. Jede noch weise trachteten danach, die Naturgesetze so fundierte und präzise Wissenschaft, so sehr sie auszuhebeln, arbeiten also auf okkult-esoteri- lusionen daher zu empfehlen seien, da sie Unlustgefühle durch Befriedigung ersetzen. Ebenmich interessiert und ich sie auch unterstütze, kratzt scher Ebene. Inwieweit unterscheiden sich so sieht Mark Twain die Illusion als Grundprindoch nur an der Oberfläche. Wir können ja nicht ein- beide Ebenen für dich voneinander? mal die grundlegenden Elemente unserer Existenz, Solange jemand versucht, die Mysterien des Lebens zu zip der Existenz an, Yeats liest in der gemeinschaftlichen Illusion sogar den Zusammenhalt Raum und Zeit, wirklich begreifen oder uns vorstellen. erforschen, spielt es für mich keine Rolle, ob er sich einer Kultur. Eine Erklärung, dass „UnterhalEinstein hat in diesem Zusammenhang unsere freie Magier, Okkultist oder Fragender nennt. Kein Vertungen“ wie Zirkus und Zauberei, so unterWahl auf den Punkt gebracht: „Es gibt zwei Arten, ständnis jedoch habe ich für das Belügen des Publisein Leben zu leben: entweder so, als wäre nichts ein kums über die Tatsache, dass hinter Illusionen immer schiedlich sie auch im Einzelnen sein mögen, Wunder, oder so, als wäre alles eines.“ ein Trick oder eine Sinnestäuschung steht. Ein Menta- doch Jung und Alt begeistern, befriedigen? Illusionen sind deshalb so befriedigend, weil sie uns list spezialisiert sich auf mentalmagische Effekte, ist Inwieweit kannst du deine Fähigkeiten im all- jedoch weiterhin nichts anderes als ein Zauberkünst- das Gefühl des kindlichen Staunens wiedererleben täglichen Leben ausblenden? ler. Wer, wie jahrelang Uri Geller, etwas anderes be- lassen. Natürlich gelobt man, spezielle Fähigkeiten im Alltag hauptet ist schlichtweg unehrlich und hat meist sehr Stefan Baumgartner niemals gegen andere einzusetzen. Ganz ausblenden banale, finanzielle Interessen.

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ments“ agic Mo ncert: „M er in der Stadthalle o C in y e b r Disn zem der Wiene m 15. De spielt es a 16. Dezember in 3. Dezember m a m a d tasia“ Graz un önigin“ (D), „Fan Die Eisk Stadthalle onzerthaus und „ Innsbruck, , rK im Wiene Graz, Linz, Salzburg ab März in ürich. Z Wien und

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Was ist das Geheimnis, das in Disneys weltberühmter Trickfilmkiste steckt? Wieso begeistern Dumbo, Schneewittchen, Arielle, Mowgli oder Löwe Simba bis heute Generationen von Zusehern? Ein kleiner Analyseversuch. TEXT: MANUEL SIMBÜRGER

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Fotos: Kai Heimberg, Disney

er romantische SpaghettiSchmatzer zwischen Susi und Strolch, der herzzerreißende Verlust von Bambi oder auch die eiskalt-berührende Selbstfindung der Eisprinzessin Elsa: Disney hat uns in den letzten acht Jahrzehnten zahlreiche berührende, unvergessliche und vor allem zeitlose Momente beschert, die immer wieder aufs Neue zum Mitfiebern, Mitlachen, Mitsingen, Mitweinen und Mit-Erinnern einladen. Wie keine andere Filmproduktionsschmiede aus Hollywood wurde die Walt Disney Company zum Synonym für liebenswerte und kreative Unterhaltung, der es trotz familientauglicher Massenkompatibilität nicht an dramaturgischer Substanz und vor allem ganz viel Seele fehlt. Dabei ist das Erfolgsrezept des Mauskonzerns weniger ein wohlbehütetes Geheimnis als ein striktes Konzept mit klaren Strukturen. Ganz nah am Publikum Visionär Walt Disney (1901–1966) hatte ein feines Gespür für die Wünsche des Publikums: Behutsam führte er es Schritt für Schritt an neue Sehgewohnheiten heran, ohne dabei die Sehnsüchte nach altbekannten Geschichten außer Acht zu lassen. Der allererste abendfülle Zeichentrickfilm „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ (1937) basierte genauso wie die Nachfolger „Pinocchio“ (1940), „Dumbo“ (1941), „Bambi“ (1942) „Aschenputtel“ (1950), „Peter Pan“ (1953), „Susi und Strolch“ (1955), „Dornröschen“ (1959) und natürlich „Das Dschungelbuch“ (1966) auf beliebten Kinderromanen bzw. Märchen, deren Umsetzung in Bewegtbilder als kleine Sensation empfunden wurde. Das Publikum verlangte mehr – und der Mauskonzern lieferte: Anfang der Neunziger schwang man sich mit „Arielle, die Meerjungfrau“ (1989), „Die Schöne und das Biest“ (1991), „Aladdin“ (1992) sowie „Der König der Löwen“ (1994) in neue, schwindelerregende Erfolgshöhen. Die Dramaturgie wurde komplexer, die Frauenfiguren dreidimensionaler und unabhängiger. Mit „Poca-

hontas“ (1995), „Der Glöckner von Notre Dame“ (1996), „Hercules“ (1997) sowie „Mulan“ (1998) standen bis Ende der Neunziger historisch reale bzw. mythische Figuren im Fokus, was nicht zuletzt von den Erwachsenen (Stichwort: kinderfreundlicher Geschichtsunterricht) begeistert aufgenommen wurde. Apropos: Im letzten Jahrzehnt wurde mit „Rapunzel – Neu verföhnt“ (2010), „Die Eiskönigin“ (2013) sowie „Zoomania“ (2016) gezielt auch ein älteres Publikum angesprochen, ohne dabei die Kinder zu vergraulen. Trendsetter Sosehr Disney bei den Geschichten auf altbewährte Motive setzte, sosehr nahm die Filmproduktionsfirma in Sachen Technik von Beginn an eine Vorreiterrolle ein: Bei „Schneewittchen“ kam die damals neuartige Mehrfachebenen-Kamera zum Einsatz, um so einen Eindruck größerer räumlicher Tiefe zu vermitteln. In der Hochzeitsszene von „Arielle“ wurde erstmals digital koloriert. Im Laufe der Jahre wurden die Filme technisch immer versierter und detailreicher. Um in Zeiten von CGI-Animationen, in denen handgezeichnete Filme immer weniger gefragt sind, nicht den (Publikums-)Anschluss zu verlieren, holte Disney 2006 die Animationsschmiede Pixar mit ins Boot: Dieser Zusammenschluss brachte modern-rasante Hits wie „Cars“ (2006), „Ratatouille“ (2007) sowie „Die MonsterUni“ (2013) hervor. Wohl auch dank des Einflusses von Disney fand Pixar mit „Merida“ (2012) endlich den Mut für einen Film mit einer weiblichen Heldin in der Hauptrolle. Wie im Märchen Die wichtigste Zutat im Disney-Erfolgsrezept: Imitiere die Wirklichkeit – aber mach sie großartiger und einfacher, als sie ist, und lass alles weg, was den Leuten schlechte Laune bereiten könnte! Dabei geht’s in der Disney-Welt ein bisschen zu wie im Märchen: Im Fokus der Geschichten stehen uralte Themen der Menschheitsgeschichte

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wie Liebe, Familie, Freundschaft, Mut, Geborgenheit und Selbstbewusstsein, aber auch zutiefst menschliche Eigenschaften wie Schlauheit und Dummheit, Fleiß und Faulheit oder Habsucht und Bescheidenheit – stets gemixt mit einer großen Portion Humor, denn altersgerechte Unterhaltung steht bei Disney schließlich im Fokus. Zudem gibt es nichts, was es in der bunten Welt nicht gibt: Ob sprechende Tiere, fliegende Teppiche oder singende Kerzenständer – alles ist im Disney-Universum möglich! Das regt nicht nur die Fantasien der jungen Zuseher an, es hilft ihnen auch, so Pädagogen, mit Problemen in der realen Welt besser umzugehen: Denn durch Metaphern oder eben sprechende Tiere oder Gegenstände werden Ängste oder Probleme ausgelagert und zwischen den Zeilen behandelt. Auch dass die Bösewichte eine wichtige Rolle in den Disneystreifen innehaben, hat einen pädagogischen Mehrwehrt: Denn es sei wichtig, betonen Experten, Kinder von Beginn an mit dem Konzept von Gut und Böse vertraut zu machen und zu vermitteln: Ohne das Gute kann das Böse nicht existieren – und umgekehrt. Wenn der Held eine Reise tut Insbesondere bei den Klassikern steht die klassische Transformation des Protagonisten im Zentrum, es geht stets um das Erwachsenwerden. Der US-amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell nennt diese Erzählstruktur „Heldenreise“: Der meist in einer Lebenskrise befindliche junge Protagonist bricht zu einer langen und beschwerlichen Reise auf, bei der er zahlreiche Prüfungen bestehen muss, um am Ende als glorreicher Held in ein neues Leben zu starten. Dabei trifft er auf zahlreiche Weggefährten in Form von treuen Freunden, lustigen Sidekicks, weisen Mentoren und der großen Liebe, die ihm (oder ihr!) bei der persönlichen Reifung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine Thematik, die natürlich eine große Faszination auf Kinder

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DISNEY IN CONCERT Juwel der Disney-Animationskunst. Zu berühmten Kompositionen von Beethoven, Gershwin, Tschaikowsky oder Debussy wird die Fantasie der Konzertbesucher vor ihren Augen Wirklichkeit: zauberhafte Geschichten werden lebendig! Das ganz und gar magische Konzerterlebnis zeigt auf einer Großbildleinwand Sequenzen sowohl aus dem Disneyklassiker (Micky mit Zauberhut!) als auch aus dessen Fortsetzung „Fantasia 2000“, musikalisch live untermalt vom großartigen Max Steiner Orchester unter Dirigent Christoph Rabl. Ein zauberhaftes nummern des gefeierten Soundtracks werden aber live auf der Erlebnis für die ganze Familie! Bühne von Starsolisten gesungen, begleitet vom Max Steiner OrDisney in Concert: Die Eiskönigin – Völlig Unverfroren chester und dem Chor der Neuen Beim Konzert zum erfolgreichsten Wiener Stimmen unter Dirigent Gottfried Rabl. Mehr als 100 inAnimationsfilm aller Zeiten werden erneut alle emotionalen Stü- ternational bekannte Musiker und Disney in Concert: Fantasia „Fantasia“ (1940) ist wegen sei- ckerl gespielt – aber diesmal live! Sänger stehen an diesem Abend auf der Bühne und sorgen bei „Die Eiskönigin“ wird dabei in ner Kombination von Animation Jung und Alt für zahlreiche herzerund klassischer Musik ein Meilen- voller Länger auf einer riesigen stein der Filmgeschichte sowie ein Leinwand gezeigt, alle Gesangs- wärmende Momente. Disney in Concert: Magic Moments Einzigartige Disneyfilme, stimmgewaltige Topsolisten und ein herausragendes Symphonieorchester machen „Disney in Concert“ stets zu einem magischen Liveerlebnis. Nach der erfolgreichen Tour 2016, bei der sich mehr als 70.000 Menschen verzaubern ließen, geht die spektakuläre Konzertreihe nun mit einer brandneuen Show auf große Tour. „Disney in Concert – Magic Moments“ präsentiert die schönsten Momente und beliebtesten Songs der Disney- Filmgeschichte. Parallel zur Live-Musik werden die entsprechenden Filmausschnitte auf einer Leinwand gezeigt. Für Kinder zum Neuentdecken und für Erwachsene zum Schwelgen in Erinnerungen!

und Jugendliche ausübt – nicht zuletzt deshalb, weil die filmische Reise zur Landkarte für den eigenen Reife- und Entwicklungsprozess wird. Wir werden Zeuge, wie unsere Lieblinge jede noch so große Hürde, die ihnen die Reise in den Weg stellt, überwinden – was Mut macht und dazu motiviert, sich auf die Suche nach dem eigenen inneren Helden bzw. Heldin zu machen. Life is a song Als Walt Disney 1928 die Figur der Micky Maus erfand, ließ der Erfolg erstmal auf sich warten. Erst als er den dritten MickyCartoon „Steamboat Willie“ aus demselben Jahr mit Musik und Ton unterlegte, gewann er die Aufmerksamkeit des Publikums – und eine neue Ära für den Zeichentrickfilm begann. Walt Disney orientierte sich am damaligen Broadway-Musical-Boom, die Filmmusik wurde ab „Schneewittchen“ (erster kommerzieller Filmsoundtrack in der Geschichte des Kinos!) zum fixen Bestandteil eines jeden Disneyfilms. Musik und Bild sind bei Disney von nun an eine untrennbare Symbiose. Mit „Pinocchio“

gewann der Mauskonzern erstmals den Oscar für „Best Original Score“, zahlreiche weitere sollen in den kommenden Jahrzehnten folgen. Mit Komponisten-Legende Alan Menken (u. a. „Arielle“, „Schöne und das Biest“, „Aladdin“) werden die Disneyfilme endgültig zum „gezeichneten Musical“: Die Songs sind nicht länger bloß musikalische Untermalung, sondern geben Einblicke in das (versteckte) Seelenleben der Figuren und sind allen voran integraler Bestandteil der Handlung selbst. Menkens Kompositionen sind eingängig, rufen große Emotionen hervor und erinnern zum Teil an eigenständige Hitsingles. Dank Interpretationen namhafter Künstler (u. a. Celine Dion, Phil Collins, Elton John) gelingt es Disney seit vielen Jahren regelmäßig, Filmsongs erfolgreich in den Musikcharts zu platzieren und sich einen fixen Platz im musikalischen Popkultur-Olymp zu sichern. Musik als gelungene Marketingstrategie also. Und als Konzept magischer Musikevents, die den Zauber von Disney einfangen – in den kommenden Monaten in Wien live zu bewundern!


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Hundeleben M

artin Rütter ist auf den Hund gekommen – im wahrsten Sinne des Wortes. In seiner Hundeschule „Dogs“ (für Menschen, wohlgemerkt!), die bereits 100 Standorte in Deutschland, der Schweiz und in Österreich (u. a. Wien, Graz, Salzburg, St. Pölten,

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Innsbruck) aufweist, hilft er Rat suchenden Herrchen und Frauchen und bildet Hundetrainer aus. Prominenz erlangte der versierte Coach und Buchautor als TV-Hundeprofi, der kniffligen Fällen von Vierund Zweibeinern helfend unter die Arme greift. Damit wurde Rütter zum wohl bekanntesten Hundeflüsterer im deutschsprachigen Raum. In seinem neuen Programm „Freispruch!“ schlüpft er in die Rolle des „Hundeanwalts“, der die Vierbeiner von der Anklagebank holt. Die Quintessenz: Schuld ist nie der Hund.

„Freispruch!“ soll also ein „bellendes Plädoyer für die Beziehung von Hasso und Herrchen“ sein? Eigentlich sind wir Hundemenschen uns ja völlig bewusst darüber, an welchem Ende der Leine das Problem liegt. Deshalb ist es mir wichtig, dass ich als „Anwalt der Hunde“ und zum Leidwesen der Menschen in den allermeisten Fällen auf Freispruch zugunsten der Hunde plädiere (schmunzelt). Inhaltlich können sich die Zuschauer auf die Klärung einiger wichtiger Fragen freuen:

empfiehlt

nen „Freispruch!“ Martin Rütter fordert sei urg und lzb Sa in rz Mä n nde komme 2018 in Wien, im Dezember h. Linz, Graz und Villac

Hundeanwalt Martin Rütter im Einsatz für seine vierbeinigen Mandanten.

Foto: Guido Engels

Mit seiner neuen Live-Tour „Freispruch!“ räumt Hundeexperte Martin Rütter als Bello-„Anwalt“ mit Mythen, Fehlern und Vorurteilen auf – und zeigt, wie wir Zweibeiner die Beziehung zu unseren tierischen besten Freunden verbessern können. TEXT: AMINA BEGANOVIC


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Warum haut mein Hund immer ab? Oder aber das weite Feld der Emotionen, denn auch Hunde haben Gefühle. Grundsätzlich gibt es wieder eine schöne Mischung aus Information und Unterhaltung. Die Leute werden viel lachen, aber definitiv auch etwas lernen. Und ich beantworte auch Fragen aus dem Publikum!

Foto: Guido Engels

Was sollte man sich vor der Hundeanschaffung überlegen? Zu schauen, welcher Hund überhaupt zu mir passt, ist das A und O. Sind meine Bedürfnisse und Charaktereigenschaften mit denen des Hundes vereinbar? Man muss sich im Klaren sein, was das Zusammenleben mit einem Hund bedeutet: Für einen Hund muss man ausreichend Zeit haben und die Bereitschaft, sich auf seine Persönlichkeit, seine Kommunikationsstruktur, Wünsche, Stärken und Schwächen einzulassen. So ließe sich ein Großteil der späteren Probleme verhindern. Raten Sie dazu, einen Hund eher aus dem Heim als von einem Züchter zu holen? Ich bin ein Verfechter davon, sich immer auch erst im Tierheim umzuschauen. Viele Menschen unterliegen dem Irrglauben, dass man mit einem Welpen vom Züchter automatisch vor allen Problemen gefeit sei. Das ist natürlich Quatsch. Oft haben die Leute Angst davor, einen TierheimHund zu nehmen, weil sie denken, „der hat eine Schraube locker“. Das ist Unsinn. Dass sich ein Hund im Tierheim unter Stressbedingungen hinter Gittern häufig bellend oder verängstigt zeigt, ist klar. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hunde, die eine zweite Chance bekommen, wahnsinnig dankbar sind. Was sind die häufigsten Probleme, bei denen Sie Unterstützung geben? Ein Klassiker ist: Der Hund zieht an der Leine und kommt nicht, wenn ich ihn rufe. Oder: Der Hund bleibt zu Hause nicht gerne alleine, dem Hund wird

schlecht beim Autofahren, er ist ängstlich, der Hund verträgt sich nicht mit Artgenossen oder er mag meinen Lebenspartner nicht – die Probleme sind breit gestreut. Hören Hunde tatsächlich eher auf tiefe als auf hohe Stimmen? In welcher Stimmlage man mit dem Hund spricht, spielt zunächst einmal keine Rolle. Wichtig ist, dass wir uns auf die Sprachebene der Hunde begeben. Ein Hund benötigt klare Signale, Körpersprache und Hörzeichen müssen übereinstimmen. Wer sich mit seinem Hund in ganzen Sätzen unterhält, wird auf Unverständnis stoßen. Dennoch braucht man einen Hund nicht im Befehlston anzuschreien, Hunde haben ein sehr feines Gehör. Genereller Tipp: man sollte eindeutige Zeichen nutzen, die sich klar unterscheiden und ein Hörzeichen immer mit einem körpersprachlichen Signal verbinden. In Bezug auf die Tonhöhe besteht bei sehr tiefer Tonlage eher die Gefahr, dass der Hund sich bedroht fühlt: Wenn Hunde in tiefer Tonlage knurren, dann ist die Lage ernst. Daher macht es gerade bei sehr sensiblen Hunden oder Hunden, die schlecht auf den Menschen sozialisiert sind, Sinn, eher mit hoher Tonlage zu sprechen. Vor allem Männern fällt dies häufig schwer, sie sollten dann darauf achten, nicht mit sehr lauter Stimme zu sprechen. Was sind die gängigsten Mythen? Es gibt Klassiker wie das Anspringen bei der Begrüßung, das fast immer als Freude des Hundes gesehen wird. In den wenigsten Fällen ist es aber freundlich gemeint, sondern häufiger als Korrektur am Menschen, der den Hund nicht mit nach draußen genommen hat. Oder das Schwanzwedeln, das die meisten Leute als Freude interpretieren. Dabei kann es sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. Wenn zum Beispiel der Körper beim Wedeln ruhig ist, der Hund dabei den Kopf leicht abgesenkt hält und sein Gegenüber fixiert, zeigt die

wedelnde Rute die Aufregung kurz vor einem Angriff. Hundemenschen, Katzenmenschen: Gibt es diese Unterscheidung? Auf jeden Fall. Der Klischee-Hundemensch ist körperlicher, er steht mehr auf den Boden: Beim Händedruck merke ich schon, ob es ein Hunde- oder Katzenmensch ist. Und, ganz klar: Hundemenschen werden geliebt. Das ist ebenfalls ein entscheidender Unterschied (schmunzelt). Hunde in Literatur und Film: Wie kritisch sehen Sie diese Hundefiguren? Es gibt einen Hund, der mich durch meine Kindheit begleitet hat und auch heute noch eine Rolle in meinem Leben spielt: Snoopy! Snoopy ist nicht nur der schlaueste Hund, sondern auch die coolste Fellnase aller Zeiten. Gut finde ich es im Allgemeinen nicht, wenn echte Hunde in Filmen karikiert oder dressiert werden. Dann ist der Hund nicht mehr ein Hund, das kann ich nicht gutheißen. Aber ich kenne jede Menge seriöse Tiertrainer, die für Film und Fernsehen gute Arbeit leisten und sofort erkennen, wenn der Hund gestresst oder unglücklich ist. Es gibt auch viele Redewendungen rund um den Hund. Alles Blödsinn? Vorsichtig sollte man sein mit „Hunde, die bellen, beißen nicht“. Denn während sie bellen beißen sie nicht. Davor und danach schon (schmunzelt). Haben Sie eine Lieblingshunderasse? Die eine Lieblingsrasse gibt es nicht. Ich habe schon so viele Hunderassen und Mischlinge kennengelernt und bin immer wieder fasziniert von den verschiedenen tollen Eigenschaften. Eine Schwäche habe ich aber für schlitzohrige Hunde, die im Training einen Plan B entwickeln, bei denen du denkst „Jetzt habe ich ihn!“, und dann schlagen sie dir doch ein Schnippchen!

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Zuckerbrot & Peitsche? Neben dem deutschen Tierpsychologen Martin Rütter zählt der Amerikaner Cesar Millan zu den berühmtesten Hundetrainern der Welt. Im Gegensatz zu Rütter setzt Millan jedoch auf seinen Instinkt – und muss hierfür Kritik einstecken. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Eine Frage der Methodik So verschieden Millan und Rütter (siehe Seiten zuvor) in der Arbeit mit Hunden auch sind, sie beide scheinen die Kunst zu beherrschen, „problematische“ Vierbeiner zu braven, folgsamen Gefährten zu machen – Millan vielmehr zu „Untertanen“ des mensch-

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lichen Rudelführers, denn: Im Gegensatz zu Rütters tierpsychologischem Ansatz verlässt sich der gebürtige Mexikaner auf seinen Instinkt und darauf, was er von Kindesbeinen an von Hunden durch Beobachtung ihres Verhaltens im Rudel gelernt hat. Der „Hundeprofi“ Rütter steht für eine leise, einfühlsame und vor allem gewaltfreie Erziehungsmethode. Doch in der Erfolgsserie seines nicht immer flüsternden amerikanischen Kollegen sehen wir auch schon einmal Leinenruck und körperliche Korrektur bei unerzogenen Hunden. Viel heiße Luft um nichts? Bereits bei seinem Auftritt in Wien 2014 gab es eine große Aufregung, jedoch: Das Veterinäramt der Stadt Wien

nahm die Veranstaltung im Vorfeld unter die Lupe – und hatte nichts auszusetzen. Zudem gilt Millan für viele nicht nur tatsächlich als Hundeflüsterer, sondern auch als Retter für Hunde, die von Menschen zu Bestien erzogen wurden – und denen deshalb der Tod durch die Giftspritze droht: Millan hat viel gegen das miese Kampfhund-Image von Rassen wie Mastiff oder Pitbull getan. Fakt ist, Millan resozialisiert Hunde mit seiner Kraft als Rudelführer, sie ordnen sich ihm unter – Kritiker meinen, er schüchtere Hunde ein, ängstige sie. Millan kontert: Seine Rudelführerschaft beruht auf Respekt und Vertrauen, nicht auf Angst und Herrschaft. Und ja, der Mensch kann tatsächlich ein Rudelführer sein, das muss er sogar – allerdings im Sinne von modernem Leadership, so wie man auch Mitarbeiter führt und Kinder erzieht: Da geht es nicht ausschließlich darum, autoritär zu sein und Dominanz an den Tag zu legen, das verstehen Hunde zwar, macht sie aber unglücklich. Letztlich ist vielleicht der Mittelweg aus Rütters und Millans Methoden das Beste für unsere Vierbeiner? Imageproblem Nicht nur Kampfhunde, sondern auch Cesar Millan hat mancherorts ein Imageproblem. Gemeinsam kämpfen sie dagegen an.

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em mit sein og“ im gastiert nce Upon A D Linz. n la il d M n O r u „ a s k e m c C m nsbru Progra neuen Salzburg, In April in

Foto: Cesarsway Inc.

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rste Erfahrungen mit Hunden sammelte Cesar Millan auf der Farm seines Großvaters in Mexiko. Bereits als Bub hatte er ein eigenes Rudel, mit 21 wanderte er illegal in die USA ein. Heute ist er nicht nur Neo-Amerikaner und besitzt seit 2009 die Staatsbürgerschaft, er ist auch weltweit als „Hundeflüsterer“ bekannt, kein Hundeexperte hat weltweit derartig viele Fernsehzuschauer wie er – darunter auch im deutschsprachigen Raum, wenn er sonntags auf dem Sender Sixx seine Sprechstunde hält. Doch ist die Wort-Komposition Hundeflüsterer nicht irreführend? Denn obgleich seine Anhänger – darunter Hollywoodstars wie Vin Diesel, Nicolas Cage, Scarlett Johansson, Charlize Theron, Will Smith oder auch P!NK – von seiner Magie schwärmen, werfen ihm seine Kritiker brutale Methoden vor, das Gebell um die „Super-Nanny für Problemhunde“ ist groß: Auch Vier Pfoten sprachen sich gegen seine Erziehungsmethoden aus.


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Fake News. So sad! Die amerikanische Komikerin Kathy Griffin posierte für ein Foto mit dem abgeschnittenen, blutigen Kopf von Donald Trump. Und auch ihre Kollegin Margaret Cho ist dem Präsidenten nicht unbedingt positiv gestimmt. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Foto: Kathy Griffin

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ass US-Präsident Donald Trump eine Vielzahl an Tagen seiner bisherigen Karriere – wie er gern zitiert wird – „so sad“ ist, liegt vordergründig nicht an den Miseren, die die Welt in erschreckender Frequenz erschüttern: Umweltkatastrophen, Systemschwächen und innen- oder außenpolitische Wirren sind zweitrangig, wenn der scharfe Wind, der ihm persönlich entgegenbläst, für sein gekränktes Ego verheerender scheint als Hurrikan Irma. Viele Stars – von Autor Stephen King bis hin zu Popstar Lady Gaga – distanzieren sich öffentlich und sprechen ihm jegliche fachlichen wie auch charkterlichen Qualitäten ab, das Land zu führen. In ihrer Kritik übers Ziel hinausgeschossen ist jedoch Komikerin Kathy Griffin, die im Mai dieses Jahres für ein Foto mit dem abgeschnitte-

nen, blutigen Kopf von Trump posierte. Das Bild, das an Drohvideos von IS-Terroristen erinnert, war zwar offensichtlich tatsächlich „fake news“, löste trotzdem heftige Reaktionen aus. Fotograf Tyler Shields verteidigt das Motiv: Für ihn gehe es nicht um Trump an sich, Präsidenten seien nur Symbole. Griffin selbst entschuldigte sich zwar, man darf aber sehr wohl davon ausgehen, dass der Titel ihrer ersten Welt-Tournee – „Laugh Your Head Off“ – nicht zufällig gewählt ist, erinnert immerhin auch das Plakatmotiv an den Stein des Anstoßes. Während sich Trump frei-

lich ob des Bildes ebenfalls entrüstet und nicht amüsiert zeigte, proklamiert Griffins Kollegin Margaret Cho, die neben ihren sexuell aufgeladenen Inhalten auch für ihre scharfen politischen Kommentare bekannt ist, in der Ankündigung zu ihrem vermeintlich „kränksten Bühnenprogramm bis dato“: „You didn’t think I was gonna let Trump have all the fun to himself, now did you?“ Das klingt irgendwie nach Galgenhumor, nicht wahr?

termine ad Off“ ielt „Laugh Your He Kathy Griffin sp argaret Cho „Fresh Off M am 18. November, zember im GLOBE Wien / . De The Bloat“ am 11 he! in englischer Sprac Marx Halle – beide

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!ticket highlights Welttournee 2018 Sie gilt als der Inbegriff des französischen Chansons: Seit über 50 Jahren begeistert Mireille Mathieu das Publikum auf der ganzen Welt mit ihrer zeitlosen Musik. Und wo ließe sich diese Ausnahmekünstlerin besser ehren als an dem Ort, der nunmehr seit mehr als 50 Jahren ihr Zuhause ist – auf der Bühne! Es gibt nicht viele KünstlerInnen, die es schaffen, über mehrere Jahrzehnte Erfolg zu haben. Mit Hits wie „Hinter den Kulissen von Paris“, „Akropolis Adieu“ oder „An einem Sonntag in Avignon“ sang sie sich in die Herzen von vier Generationen. Mireille Mathieu ist eines dieser Ausnahmetalente, was sie auf dieser Tour mit reduzierter Bühnenshow, die umso mehr ihre einmalige Bühnenpräsenz und ihre faszinierende Aura zur Geltung bringt, unter Beweis stellt.

Alkbottle

Mireille Mathieu

Time Die pulsierende Show steht ganz im Zeichen der schönsten Momente des Lebens und bietet Eiskunstlauf auf höchstem Niveau. Mit innovativem Musikkonzept und brillanten Licht- und Show-Effekten werden auf der spiegelglatten Bühne wunderbare Geschichten erzählt, die das Leben schreibt. Das macht die neue Show „Time“ zu einem Fotoalbum voller unvergesslicher Schnappschüsse – sie entführt aus dem Alltag, lässt träumen und die Zeit für einen Moment stillstehen. Mit dabei sind Kostüm-Designer Thomas Rath (Juror von „Germany’s next Topmodel“) und Publikumsliebling Annette Dytrt, die bereits 2015 bei Holiday on Ice ihre Fans verzauberte.

Fett wia Christkindl Nach den gewohnt spaßigen „Liedermachern“, Allein- und sonstigen Unterhaltern im Vorprogramm hauen uns die Heiligen Könige aus dem Meidlinger Land eine fette Live-Show mit allen Hits und Klassikern um die Lauscher und vergessen natürlich auch nicht auf ihre lieb gewonnenen Gäste (weil zum Feste nur das Beste). Eh scho wissen: Biernachtsmann, Alkochrist, Fucking Christkind oder 100.000 Engerl in Öl mit „Dicht ins Dunkel“-Spendenbox. im Dezember u. a. in Graz und Wien

Alles Leinwand

Holiday On Ice 18. bis 28. Jänner, Wiener Stadthalle (D) Reise- & Abenteuerfestival Aufregende Reportagen, fesselnde Abenteuer und bildgewaltige Erzählungen von Skandinavien bis nach Südamerika laden auch 2018 in entlegende Natur- und Lebensräume, um die Welt, seine Kulturen sowie seine Bewohner zu entdecken. Bei spannenden Vorträgen reisen wir etwa nach Island, Thailand, Marokko, und nach Südamerika, mit Gregor Sieböck machen wir eine „Schokoladenweltreise“ und Sonja Endlweber nimmt uns mit auf einen „langen Ritt“. im Februar in Wien, Altes AKH

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Fotos: Olav Younger (The Chainsmokers), Holiday On Ice, Morris Mac Matzen (Holiday On Ice), Andre Rau (Mireille Mathieu), Stefan Erdmann (Alles Leinwand)

1. Mai, Wiener Konzerthaus


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The Chainsmokers Euro Memories … Do Not Open Wenn die beiden New Yorker DJs und Produzenten Alex Pall und Drew Taggart die Bühne betreten, wird das der Start in eine Nacht voller Energie und Lebensfreude, Melodie und grooviger Beats, ein musikalisches Fest, dass dem Publikum nicht nur warm ums Herz wird. Einer großen Öffentlichkeit bekannt geworden sind die Amerikaner mit ihrer Single „Something Just Like This“ mit Coldplay, aber auch die Nachfolger „Paris“ (mit Emily Warren am Gesang) und „The One“ vom Debütalbum „Memories … Do Not Open“ stürmten die Charts.

Fotos: Olav Younger (The Chainsmokers), Holiday On Ice, Morris Mac Matzen (Holiday On Ice), Andre Rau (Mireille Mathieu), Stefan Erdmann (Alles Leinwand)

10. Februar, Marx Halle & 2. März, Talstation Gondelbahn Hauser Kaibling

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Sag ja zum Leben Mit ihrem neuen Album „Desire“ hat die Synthiepop-Band Hurts die Sonnenseiten des Lebens für sich termine entdeckt: Leichtigkeit statt Düsternis ist nun 27. November im eter. Hurts spielen am m stria Halle Gaso Au nk angesagt, denn davon gibt es in der Welt Ba .tt Planet ja bereits genug. TEXT: MANUEL SIMBÜRGER

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chon in ihrer Debütsingle 2010 besang das britische Pop-Duo Hurts die Schönheit des Lebens und dass es sich am Ende doch stets lohnt, weiterzumachen: „Don’t let go, never give up, it’s such a wonderful life“. Trotz dieses lebensbejahenden Mantras stand bei der traurigschönen Hymne, die europaweit die Charts stürmte, Hurts’ Vorliebe für Seelenschmerz, Drama und düstere Ästhetik im Vordergrund – ein Ruf, den die Band mit ihren Nachfolgesingles genüsslich und ausgiebig zelebrierte. Mit ihrem neuen Album „Desire“ beschreiten die Herren aus Manchester neue Wege, ohne dabei zu sehr vom Erfolgskonzept abzuweichen: Gelitten wird zwar immer noch aus Leidenschaft, ähnlich wie in „Wonderful Life“, aber stets mit einem positiven Unterton und manchmal gar unterstützt durch den einen oder anderen sexy Hüftschwung. Das beschwerliche Pathos geht nun einher mit einer pulsierenden und lebenszelebrierenden Leichtigkeit, die Gothic-Aura vermischt sich mit spielerischer Experimentierfreude. Der neue Sound siedelt sich irgendwo zwischen Mainstream und Avantgarde an, zwischen Melancholie und Bombast. Es ist dieser Kontrast, das Pendeln zwischen „Himmelhoch jauchzend“ und „nicht mehr ganz so zu Tode betrübt“, der „Desire“ vielleicht zum dato besten, weil spannendsten, modernsten und auch mutigsten Hurts-Album macht.

blitzt in ihm der junge Newcomer-Künstler Progressiv altmodisch Diese Widersprüchlichkeit strahlt das Duo auf, der trotz all der Erfolge immer noch auch beim Interview aus: Hurts umgibt erleichtert und erfreut darauf reagiert, wenn eine progressiv-erhabene, aber doch alt- die eigene Arbeit Wertschätzung findet. modisch-elegante Aura, die einschüchtert und zugleich in den Bann zieht. Die Slim- Hurts Synthiepop aus Manchester: Sänger Theo Hutchcraft (rechts) Fit-Anzüge werfen keine Falten, das Haar und Instrumentalist Adam ist gestriegelt, Adam fährt sich während des Anderson (links) haben sich für ihr neues Album Interviews sogar mehrmals mit einem Mi- „Desire“ mit positiver anstecken ni-Kamm durch Hipster-Bart und Frisur. Melancholie lassen. Hurts ist nicht nur Perfektion in Sound, sondern auch in Style – daran lassen die Jungs keinen Zweifel. Und doch geben sie einem von der ersten Sekunde an das Gefühl, nicht mit zwei Popstars im schicken Trendhotel, sondern mit lässigen Jungs aus Manchester im Lieblingspub beim wohlverdienten Feierabendbier gemütlich zu plaudern. Nachdem man zuvor gemeinsam die gerade angesagteste Kunstgalerie besucht hat, versteht sich. Denn, das wird auch während des Interviews deutlich: Es geht Hurts um die Kunst, die sie verkörpern mit ihrem ganzen Sein, und die nach wie vor ihre große Leidenschaft ist. Einblicke ins Privatleben gibt es keine. Aber: Immer dann, wenn ihr Gegenüber seine persönlichen und ehrlichen Eindrücke über das neue Album mit ihnen teilt, leuchten besonders Theos Augen erfreut auf. Sein Blick wird Wir verlosen 3 CDs und 1 LP von dann noch durchdringen„Desire“. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe der und intensiver und es

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Foto: Bryan Adams

Seelenstrip selbst gemacht Die Suche nach Anerkennung ist verständlich: In „Desire“ steckten Hurts ihr gesamtes Herzblut, ist es doch das erste Album in ihrer Karriere, das die Jungs vollends allein produzierten. Adam: „Unsere Popmusik war schon immer stark von einer Do-ityourself-Attitüde geprägt. Keine großen Studios, kein fancy Equipment. Wir haben in den letzten Jahren viel gelernt und hatten diesmal das erste Mal das Gefühl, auf unseren eigenen zwei Beinen stehen zu können. Wir sind sehr stolz darauf, wie das neue Album klingt.“ Die Arbeit an „Desire“ begann nur eine Woche nach Ende der erfolgreichen „Sur-

render“-Tour, das pulsierende Hochgefühl und die inspirierenden Eindrücke waren also noch stark genug, um davon zehren zu können. „Beautiful Ones“ und „Ready 2 Go“, die ersten beiden Singles des Albums, entstanden innerhalb weniger Stunden „und sind einfach so aus uns rausgeflossen“, erinnert sich Theo. „Die Songs fühlten sich sehr vertraut an, klangen aber progressiv und frisch.“ Genau dieses Eins-Sein mit den innersten Emotionen und dem eigenen Seelenleben sei es, was die Musik von Hurts immer schon ausgemacht habe, betont er, und das habe sich auch am neuen Album nicht geändert, auch wenn dieses bewusst mit seinem fröhlicheren Sound neue Wege beschreitet: „Unsere Musik spiegelt stets unsere aktuelle Stimmung wieder. Wir können gar nicht anders, haben das nicht unter Kontrolle.“ Zudem, ergänzt Adam, während er sich seinen Bart zum wiederholten Mal zurechtmacht, haben sie nun endlich die Chance, auch eine andere, unbeschwertere Seite zu zeigen: „Das macht natürlich auch die Live-Shows spannender.“ Fluchtweg Hurts wäre aber nicht Hurts, hätte der neue Sound keine tiefere emotionale Bedeutung: „Die Welt ist aktuell schon düster und kompliziert genug“, findet Theo klare Worte und sieht einen dabei direkt in die Augen. „Wir wollen mit unserer Musik eine Möglichkeit geben, diese Welt, aber auch den individuellen Alltag für eine Weile hinter sich zu lassen. Denn genau darum sollte es in der Musik gehen. ‚Desire‘ ist so etwas wie eine positive, aufmunternde Antithese zur gegenwärtigen gesellschaftlichen Lage.“

So komplex die Welt, so divers auch Hurts Ansage an den Seelenfrieden: „Beautiful Ones“ ist eine Mut machende Hymne auf queere Identitäten, „Something I need to know“ eine klassische Hurts-Ballade, „Boyfriend“ eine funky-spielerische Prince-Hommage und „Chaperone“ ein stark reduziertes Singer-Songwriter-Stück, das laut Theo zwar ebenfalls von Prince inspiriert wurde, aber stark an Ed Sheeran erinnert. „Klar fühlen sich Balladen für uns immer noch am natürlichsten an“, gibt Theo ohne Umschweife zu. „Es war jedoch spannend, erstmals die Herangehensweise zu verändern und uns mehr mit Rhythmen und Grooves zu beschäftigen. ‚Boyfriend‘ ist vielleicht der unbeschwerteste und fröhlichste Song, den wir je geschrieben haben.“ Und in diesem Moment ist da auch wieder das Leuchten in seinen Augen, wenn er den Song als „frech“, „spaßig“ und „sexy“ beschreibt. Ganz leise schwingt hier vielleicht auch Erleichterung mit, endlich aus der düsteren Schublade ausbrechen zu können. Ist Musikmachen eigentlich auch Selbsttherapie für die Jungs? „Hundertprozentig“, betont Adam. „Nirgendwo anders kannst du dich so sehr im Moment verlieren wie in der Musik.“ Schrittweises Kennenlernen Weil Seelenstrip im sicheren Rahmen vielleicht auch süchtig macht, denken Hurts bereits jetzt an den Nachfolger. „Kaum haben wir ein Album fertiggestellt, können wir nicht erwarten, das nächste zu beginnen und dort jene Dinge umzusetzen, die wir neu gelernt haben.“ Dabei scheint der Drang zum horizonterweiterten Perfektionismus keine unwesentliche Rolle zu spielen: „Mit jedem Album verstehen wir uns als Band, unseren Sound mehr. Wir lernen ständig dazu.“ Man darf also gespannt sein, was da noch kommen wird von den Pop-Exzentrikern, die endlich die Fröhlichkeit für sich entdeckt haben. Denn, das wissen wir: Erst wenn man den Schmerz loslässt, ist man bereit für die Zukunft.

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!ticket lifestyle


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!ticket heimat

Unendlich spontan Am 4. August legte die heimische Popband Tagtraeumer ihr neues Album „Unendlich eins“ vor. Mit viel Neuem, aber auch einem starken roten Faden laden die Jungs ihre Fans wieder zum Träumen ein – und gehen damit auch auf Tour. TEXT: AMINA BEGANOVIC Bauchgefühl Bei Album Nummer zwei ließen sich Tagtraeumer nicht von Erwartungen leiten.

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Nicht verpassen sollte man auch Schmieds Puls am 8. November im Cinema Paradiso Baden. Mehr Gänsehaut-Momente gibt es mit Farewell Dear Ghost am 9. im WUK und „Unendlich eins“ 10. in der Grazer Generalmusikdirektion. Birgit Denk und ist bei Warner Music Band präsentieren im November ihr neues Album „Tänker!“ erschienen. ain Weiz, Purkersdorf, St. Pölten, Linz und Wien, The Weight das ihrige am 17. im ORF RadioKulturhaus. Am 17. wird es laut mit Russkaja im Rockhouse Salzburg, am 28. setzen Olympique dort noch eines drauf – davor auch noch in Dornbirn, Innsbruck und Linz, am 29. in Wien. Lautstark wird es auch am Fuzzfest Vienna am 24. und 25. in der Szene Wien mit Bands wie Mother’s Cake, Ultima Radio oder The Picturebooks. Schwungvoll wird es mit Mary Broadcast am 29. im Wiener Schutzhaus zur Zukunft.

Fotos: Ben Wolf, Hersteller

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ührt man ein Interview mit Tagtraeumer, kann es leicht passieren, dass man den formalen Anlass des Gesprächs hier und da vergisst. Da wird erst einmal mit einem Gläschen „sehr super“ Hugo angestoßen und locker geplaudert, als wäre man unter Freunden. Diese Zwanglosigkeit, die wohl tatsächlich nichts mit bemühtauferlegter Medien-Lässigkeit zu tun hat, ist wohl ein Charakteristikum der

Bei den Tagtraeumern gibt es aber doch Pläne, etwa den kommenden Tourplan: Der führt sie am 18. November ins Stereo Klagenfurt, am 20. ins ppc Graz, am 21. ins Rockhouse Salzburg, am 23. ins Komma Wörgl, am 24. ins Conrad Sohm in Dornbirn, am 25. in den Linzer Posthof und am 5. Dezember schließlich in die Ottakringer Brauerei.


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MUNDPROPAGANDA jungen Wiener Band. Das und die Spontaneität, die ihnen in vielerlei Lebenslagen so wichtig zu sein scheint – auch beim Musikmachen.

Fotos: Ben Wolf, Hersteller

Aus dem Bauch heraus Zwar wurde gut zwei Jahre an der neuen Platte „Unendlich eins“ (Warner Music) gewerkt – bei der tatsächlichen Entstehung des Albums geschah aber vieles aus dem Bauch heraus, ganz Tagtraeumer eben. Der Plan war, dass es keinen Plan gab, auch wenn es einige wichtige Erfahrungen vom Debütalbum gab, die natürlich mitschwangen: „Beim Produzieren wollten wir diesmal nicht zu sehr überladen. Nicht zu viel reinpacken, den Sound etwas offener machen. Wir haben beispielsweise den Produzenten gewechselt. Nicht aus persönlichen Gründen, sondern einfach, weil wir etwas Frisches, etwas Neues gebraucht haben. Aber sonst kam alles spontan, auch das Vorproduzieren in Berlin“, erklärt Gitarrist Kevin Lehr. Und weil Songwriting am Sandstrand viel leichter von der Hand geht als in einem muffigen Studio, entstand auch einiges an Material im sonnigen Málaga. „Das Album klingt auch so nach ‚Hin und Her‘, nach ganz vielen verschiedenen Eindrücken. Aber es ist trotzdem ‚eins‘, denn es ist Tagtraeumer – nur eben bunter, durchgemischter.“ Experimente mit Tiefgang Diese Beschreibung trifft es ganz gut: „Unendlich eins“ wartet zwar wie das Vorgängerwerk „Alles OK?!“ mit vielerlei gefühlvollen Texten auf, in Sachen Sound und Arrangement zeigen sich die Tagtraeumer aber wesentlich experimentierfreudiger: Mehr elektronische Elemente machen die neuen Songs deutlich tanzbarer, hier und da mischt ein schwungvoller Bläsersatz mit, etwa bei der Nummer „Bonnie & Clyde“. „Wir haben gesagt, dass jeder Song auf

dem Album sein eigener Soundtrack werden soll. Für mich ist es ein Gesamtkunstwerk, man kann es gut durchhören, weil es nicht langweilig wird. Jedes Lied hat sein eigenes Leben, sie sind immer anders, mit vielen unterschiedlichen Einflüssen – je nachdem, was zu dem Song eben passt“, zeigt sich Sänger Thomas Schneider zufrieden mit dem Mix der Platte. Auch beim Songwriting gab es einen neuen Workflow, es wurde diesmal deutlich mehr im Kollektiv gearbeitet – jedoch immer spontan und ungezwungen. Dass es dazu die eine oder andere witzige Anekdote gibt, ist vorprogrammiert. „Wir waren in Málaga, haben Rotwein getrunken, waren lustig drauf und haben ein bissl am Klavier geklimpert – dann wurde mal drübergerappt, so ‚dadadada‘ … und das haben wir euphorisch abgefeiert! Nicht weil wir betrunken waren, sondern weil da plötzlich etwas total Gutes entstanden ist. Und das haben wir dann weiterverarbeitet“, erinnert sich Kevin lachend an die Entstehung von „Bonnie & Clyde“ zurück. Trotz allen Schmähs kann man dem neuen Album von Tagtraeumer aber mehr Tiefgang als bei der ersten Platte attestieren – finden sie selbst auch. „Ich glaube, dass die Songs thematisch tiefer geworden sind, authentischer und ehrlicher. Natürlich war das erste Album auch ehrlich – aber diesmal habe ich noch tiefer in der Schublade des Lebens gesucht“, meint Thomas. Menschen, Leben, Tanzen … das eine große Thema gibt es auf dem Album nicht, es ist ein Sammelsurium. „Du kannst Musik schließlich nicht planen, du kannst Spaß nicht planen. Es war in Málaga so: Der Plan war, Musik zu machen, und wenn uns nix einfällt, fahren wir eben ans Meer. Am Ende wurde Musik daraus – aber Spontaneität ist immer die lustigere Variante.“

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (ab)

LIVE Wanda – Niente Herrlich nonchalant, mit ohrwurmtauglichen Melodien und catchy Einfachheit: enttäuscht definitiv nicht!

LIVE Olympique – Chron Olympique legen erneut ein komplexes Werk vor, das diverse Stile zu einem gekonnt rockigen Brimborium vereint.

LIVE

Alterno Boy – Alterno Boy Frischer Indie-Wind: Die vier jungen Wiener von Alterno Boy wollen die Britpop-Antwort aus Österreich sein.

LIVE Die Seer – Des olles is Hoamat „100.000 Geschichten“ lebensbejahend und hoffnungsvoll, wie man es von den acht Seern gewohnt ist.

LIVE Peter Cornelius – Unverwüstlich Peter Cornelius schwimmt auch auf Album Nr. 22 (!) unverwüstlich gegen den Strom und singt von Höhen und Tiefen des Seins.

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Jazz ’n’ Wein Statt Elektronik darf es nun Swinging Jazz sein, denn auf „ReJazzed“ gibt’s bekannte Groove-Knaller mit neuem Bouquet. Weshalb hat sich DelaDap-Mastermind Stani Vana davor in den Weinbergen verkrochen? TEXT: ALEXANDER HAIDE

Was hat dich so lange in ein Weinbaugebiet verschlagen? Konkret war es Tischen bei Bad Radkersburg. Räume schaffen. Inspiration. Umerziehung. Drang nach handfestem Gestalten. Ich habe die letzten zehn Jahre den Drang gehabt, weil ich ja am Weinberg wohne – wo es aber leider keinen Wein gibt. Ich wollte einfach schauen, wie das mit dem Wein funktioniert – ich möchte mir ja selbst einen Weinberg anlegen. Außerdem wollte ich jegliche Verantwortung aus der Hand geben, meine Entscheidungen nicht selbst treffen. Das hat

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die Natur erledigt und der Chef, der Weinbauer Simon Engel. Du bist jetzt ausgebildeter Winzer? Nein, nur Weinpraktikant. Verstehen tu ich die Grünarbeit von Juni bis Ende August aber ganz gut. Was bei mir jetzt ansteht, ist die Kellerarbeit, dann schauen wir weiter. Brauchst du so dringend einen Zweitjob? Der Gang in den Weingarten war rein privater Natur: Handarbeit zelebrieren und die Suche nach dem, wo man mit Kreativität Spuren hinterlassen kann. Weinarbeit ist definitiv kreativ. Du hast Zigtausende Entscheidungen zu treffen, bevor das Gute in die Flasche kommt – und die Natur spielt viel mit. Eine Analogie zur Musik? Absolut! Harmonie, Geschmack, Bouquet und Geschmacksnoten sind genauso, wie ein Song gestaltet ist. Das hat so viel Ähnlichkeit mit Wein, wie man einen Weinstock pflegt, wie man sich eine Grundharmonie ausdenkt, wie man eine Melodie pflegt. Ich habe über die Parallelen zwischen Weinund Musikmachen viel sinniert. „ReJazzed“ entstand aber noch vor deinem Ausflug in die Weinberge.

Das Album war tatsächlich schon fast fertig, die Philosophie dahinter ist aber erst am Weinberg entstanden. Dort konnte ich den Fokus wechseln, habe Zeit genug gehabt, Abstand zu finden. Es gibt nicht nur Musik in Form von Vinylschallplatten zu pressen, es gibt auch Wein zu pressen. Ganz in der Nähe von Tischen haben sich übrigens drei Jungs getraut, ein neues Vinylpresswerk zu gründen. Ich bin da mit „ReJazzed“ die Produktionsnummer eins bei Austro-Vinyl. Gibt’s einen roten Faden? Es ist entspannt, es ist rund. Wir kreieren jetzt einen Wein zum Album, der sich dann auch „ReJazzed“ nennt. Das wird ein Cuvée, für den wir uns einen Riesling und einen Traminer aus dem Jahr 2015 ausgesucht haben. Bei beidem geht es aber nicht um den akademischen Begriff Jazz, sondern ich meine den Ursprung, als Begriff für „ausgeflippt“. Der Sound ist neu, es darf swingen? Ich wollte nicht die Sound-Ästhetik der 30er- und 40er-Jahre treffen. Mir ging es wieder einmal um das Handwerkliche. Wir haben dieses Mal keine Loops und keine Samples verwendet, das komplette Album wurde mit Musikern eingespielt. Wir haben die Takes wie früher bis zum Erbrechen geübt,

Foto: Doris Heinrich

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ie bunte Truppe um Groove-Guru Stani Vana serviert seit einem Dutzend Jahren funky Dance-Beats gewürzt mit Ethno-Untertönen, die mal im Vordergrund, mal dezent im Hintergrund eingesetzt waren. Zumindest der Ethno-Teil gehört der Geschichte an. Zusätzliche Verwirrung in den Soundwechsel bringt das neue Album „ReJazzed“, auf dem sich DelaDap acht ihrer bekanntesten Songs zur Brust nahmen und ihnen einen Jazz-Mantel umhängten. Doch Moment, da war noch etwas anderes: Wer Stani Vana in den Sommermonaten gesucht hat, musste schon den Weg in die steirischen Weinberge auf sich nehmen: In Vino Veritas?


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damit das im Studio richtig klappt. Auschecken bis zum Umfallen im Proberaum und dann einmal aufnehmen. Die Ethno-Elemente hast du bewusst weg gelassen? Absolut, das Thema ist für mich seit sechs, sieben Jahren eigentlich abgeschlossen. Du hast für „ReJazzed“ acht DelaDap-Songs neu arrangiert: Ein Türöffner zu einem zukünftigen Sound? Ich will mir die Tür nicht zumachen. „ReJazzed“ ist eine Zweitschiene, die ich mir früher mit stilistischen Vorgaben verbaut habe. Ein guter Song ist ein guter Song. Die unterschiedlichen Produktionsweisen sind wie Mäntel.

Ist damit die Tür zum alten DelaDap-Sound zu? Alte Liebe rostet nicht. Man kann sich auf Augenhöhe treffen. Insofern ist „ReJazzed“ eine Parallelschiene zu DelaDap, wie man es beim roten Album gehört hat. Dort sind viele Türen Richtung Pop, Richtung große Flächenund Synthie-Sounds geöffnet worden. „ReJazzed“ ist DelaDap unplugged, ohne Strom. Das muss auch gehen. Wie wird sich DelaDap 2019 anhören, zum 15. Gründungsjubiläum? Daran arbeite ich gerade. Ich glaube, da gibt es ein paar Überraschungen. Ich habe vor, das alte Dreamteam wieder zusammenzutrommeln. Da ist auch ein Album geplant, eine durchkonzipierte Pop-Show.

GEWINN SPIEL Wir verlosen zwei Flaschen Wein und das Album „ReJazzed“. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

elektronisch dirigierte. Das geht jetzt nicht mehr. Das stimmt nicht! DelaDap live ist Elektronik, ist Dancefloor-Feeling. Wir schalten jetzt nicht alles auf „ReJazzed“ um. Ich bleibe der dröhnende DJ dahinter.

Bei den Shows warst du immer der MC, der über allem thronte und

termine

ber im am 22. Novem „ReJazzed“ wird aus präsentiert. rh ORF RadioKultu

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Umwelt:Kultur Die Bettfedernfabrik im beschaulichen Oberwaltersdorf startet mit einer neuen Veranstaltungsserie durch – und hat auch sonst einiges zu bieten. TEXT: ROUVEN AHL

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icht weniger als 2.200 Quadratmeter umfasst das Gelände eines echten Alleskönners der heimischen Veranstaltungsbranche: der Bettfedernfabrik in Oberwaltersdorf. „Das umgestaltete wuchtige Industriegebäude beeindruckte mich auf Anhieb, noch mehr seine vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten – schließlich ist die Bettfedernfabrik weit mehr als ‚nur‘ eine Veranstaltungshalle“, sagt Managerin Mag. Sabine Hauger. Umweltfreundlicher Alleskönner Diese bietet in ihren großzügigen Räumlichkeiten Platz für Feierlichkeiten aller Art. Aber auch Firmenmeetings oder Messen können hier problemlos stattfinden. Zusätzlich befinden sich auf dem Areal ein Heimat-

termine (auswahl) 09. November: Alexander Goebel 10. November: Weinzettl & Rudle 23. November: Chris Lohner 24. November: Reinhard Nowak 25. November: Stefan Haider 07. Dezember: Viktor Gernot & His Best Friends 08. Dezember: Heilbutt & Rosen 09. Dezember: Joesi Prokopetz

Foto: zvg

info Telefon: 0699/19199163 Web: bettfedernfabrik.at Kulturstraße 1, 2522 Oberwaltersdorf

Ab ins Bett! Joesi Prokopetz – hier im Bild mit Sabine Hauger und Natascha Matousek – wird in der Bettfedernfabrik sein Weihnachtsprogramm „Alle Jahre immer wieder“ zum Besten geben.

museum sowie ein Gewerbepark – und: ein eigenes kleines Wasserkraftwerk, das den Großteil des Eigenstrombedarfs abdeckt bzw. den nicht benötigten Strom wieder in das öffentliche Netz einspeist. Ein echtes Statement in Sachen Klimaschutz also. Himmelbett Ganz besonders im Fokus werden aber ab Herbst die beiden Veranstaltungsräume „Im Bett“ und „Im Himmelbett“ stehen. An bis zu 16 Abenden im Oktober, November und Dezember werden Livemusik beziehungsweise Kultur- und Kunstgenuss vom Feins-

ten präsentiert, wobei im Ticketpreis (bis auf die Getränke) sämtliche Ausgaben für Essen, Garderobe, eine kleine Überraschung und vieles mehr inkludiert sind. „Wir legen größten Wert auf den persönlichen Kontakt, sowohl zu den Künstlern als auch ganz besonders zu unseren Besuchern, möchten, dass sich diese von der Kartenbestellung bis zum Ende der Vorstellung willkommen, betreut und umsorgt fühlen. Es soll für jeden einzelnen ein besonderer Abend, all-inclusive sein“, sind sich Bürgermeisterin Natascha Matousek und Sabine Hauger einig.

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!ticket kultour

Identitätssuche Aus unterschiedlichen Gründen machen sich Menschen auf die Suche nach ihrer wahren Identität. Das findet auch Niederschlag in Literatur und Musik. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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dam Schaf, alternder Schauspieler, sitzt in der Garderobe und wartet auf seinen kleinen Auftritt. Der Zenit seiner Karriere ist längst überschritten und noch immer träumt er davon, einmal auf der Bühne die „großen Wahrheiten“ auszusprechen – allerdings sind das eher „seine Wahrheiten“. Dabei lässt er auch die Stationen seiner Karriere Revue passieren: Ein wütender, giftiger, aber auch wehmütiger und letztlich resignierter Rückblick auf eine Generation, die den Aufbruch wollte und sich doch nur in den Stillstand manövrierte … Georg Kreislers Ein-Mann-Musical „Adam Schaf hat Angst“, 2002 entstanden, ist aktueller denn je! Zu sehen im neu gestalteten Foyer des Schau-

klangwelten

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Gefühlschaos Die Protagonisten Wendla Bergmann und Melchior Gabor erkunden in Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ auch das andere Geschlecht.

spielhauses Salzburg am 22. und 28. November sowie am 1. Dezember. Gefährliche Gedanken Ende des 19. Jahrhunderts erschien Frank Wedekinds gesellschaftskritisches Drama „Frühlings Erwachen“. Es erzählt von den Problemen Jugendlicher in der Pubertät und dem Erwachen ihrer Sexualität, aber auch von dem Unverständnis, das ihnen von-

seiten der Erwachsenen entgegenschlägt. Obwohl das Stück mittlerweile über 100 Jahre alt ist, stehen Jugendliche noch immer vor den gleichen Herausforderungen des Erwachsenwerdens, des Umgangs mit der eigenen Sexualität, sind bedroht von Einsamkeit, Überforderung, Gewalt. Das Landestheater Linz zeigt das Stück noch am 7., 15. und 22. November.

Fotos: Christian Brachwitz, Amalthea, Gregor Buchhaus

Joseph Roth beschreibt in seinem 1930 erschienen Roman „Hiob“ den Lebens- und Leidensweg des frommen Juden Mendel Singer, der mit seiner Frau und vier Kindern ein bescheidenes Dasein in einem russischen Schtetl im zaristischen Russland hat. Sein zweiter Sohn, Schemarjah, emigriert nach Amerika und wird dort erfolgreicher Kaufmann. Mendel entschließt sich, seinem Sohn, der sich nun Sam nennt, gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter nachzufolgen. Doch in der Neuen Welt findet sich Mendel Singer nicht zurecht, bleibt ein Fremder. Auch das Schicksal schlägt unbarmherzig zu und nimmt ihm Sam, Frau und Tochter. Doch es gibt auch einen Lichtblick … Den zeitlosen Klassiker der österreichischen Literatur über Emigration und Assimilation bringt der ungarische Regisseur András Dömötör auf die Bühne Schauspielhaus Graz – Premiere ist am 17. November.


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JÜDISCHER HUMOR

NEUJAHRSKONZERT

Mit Javors „Ich bin ein Zebra“ erscheint im Amalthea-Verlag eine „jüdische Odyssee“.

Großmütterchen Hatz & Klok sind aus dem heimischen Weltmusikgeschehen nicht mehr wegzudenken. Und das Neujahrskonzert mit unterschiedlichen Gästen – heuer u. a. Österreichs Vibrafon-„Urgestein“ Bernd Luef – ist mittlerweile auch ein Fixpunkt geworden.

Fotos: Christian Brachwitz, Amalthea, Gregor Buchhaus

Erwin Javor erzählt die Geschichte seiner Familie, aber auch die Geschichte der osteuropäischen und Wiener Juden. Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit viel Witz und Humor. Denn der jüdische Witz – der vor allem oft durch trockenen Sarkasmus besticht – hat geholfen, das unfassbar Schreckliche zu überstehen. Javor, selbst erfolgreicher Geschäftsmann geworden, beschreibt aber auch seine Identitätssuche sowohl innerhalb der jüdischen Gemeinde als auch in der Gesellschaft. Dadurch erhalten die LeserInnen einen spannenden Einblick in die jüdische Gesellschaft und deren Strukturen.

Die Musik, die zu hören ist, ist wahrlich schwierig einzuordnen: Der von den Beteiligten gespannte musikalische Bogen reicht vom modernen Jazz über den feurigen Klang des Balkans und die melancholische Note des Klezmers bis hin zur gediegenen Kammermusik. Dazwischen findet sich auch noch allerlei Folkloristisches und Volksmusikalisches. Und nicht einmal vor Pop, Funk und Rock wird haltgemacht … 11. Jänner, Sargfabrik

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Die Mönche des Shaolin Kung Fu

Nie klang Musik besser als mit dem Philips GF851 Stereo Wechsler Electrophon inkl. Keramiksystem GP215 mit Diamant (genau so stand’s im Prospekt). Der Verstärker hatte nur 2 x 8 Watt Leistung und der Rumpelgeräuschspannungsabstand lag bei mehr als 55 Dezibel, der „aufsteckbare Plattenandrücker für Wechslerbetrieb“ ging nie in Betrieb und die Lautsprecherboxen waren Vollplastik wie der Rest, aber 1977 war das eher egal. Natürlich war es ein billiges Klumpert! Aber es fehlte eindeutig an Vergleichsmaßstäben. Das Ding in meinem Jugendzimmer klang gut. So gut, dass ich es nie wieder vergessen habe. Wenn nun im November im Arcotel Kaiserwasser in Wien wieder Österreichs einzige HiFi-Messe, die „klangBilder 2017“, anhebt, kann man sich auf die Suche nach dem verlorenen Sound machen. Die unverdorbene, naive Frische der ersten Höreindrücke – noch mit Cassetten und Vinyl – ist heute längst der lustvollen Suche nach dem besten AudioEquipment gewichen. Das ist übrigens nur sehr bedingt eine Frage des Preiszettels. Merke: „Audiophile nutzen ihre Anlagen nicht, um Musik zu hören. Sie nutzen Musik, um ihre Anlagen zu hören.“ Wenn man den zynischen Spruch des StudioZauberers Alan Parsons beherzigt, könnten teure Anschaffungen also fast kontraproduktiv sein. Aber keine Sorge: wirklich billiges Klumpert gibt es heute im HiFi-Sektor eigentlich kaum mehr. Und die eigene Zufriedenheit darf als ewig gültiger Indikator gewertet werden. Walter Gröbchen

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Februar bis April, u. a. in Wien, Innsbruck, Bregenz, Salzburg, Linz & Graz

11. Tullnerfelder Advent Stella Jones / Barbara Helfgott Stella Jones eröffnet mit Band den 11. Tullnerfelder Advent: Gemeinsam mit dem Stella Jones Trio präsentiert die international bekannte Sängerin im stimmungsvollen Ambiente ihre persönliche Auswahl deutscher und internationaler Weihnachtslieder. Seine Fortsetzung erfährt die vorweihnachtliche Stimmung mit der Geigerin Barbara Helfgott mit dem von ihr gegründeten Damenensemble „Rondo Vienna“! 25. November & 2. Dezember, Pfarrkirche Reidling & Danubium Tulln Sandmalerei Show von Irina Titova Mit ihrer ganz der „Magie des Augenblickes“ gewidmeten Kunst der Sandmalerei begeistert die aus Russland stammende Irina Titova ein rasant anwachsendes Publikum von Moskau bis Berlin, St. Petersburg bis St. Gallen. Auch in Österreich feierte Titova, die in ihren bewegenden Live-Shows auf beeindruckende Weise „Vergänglichkeit“ und „Einzigartigkeit jedes Moments“ bewusst werden lässt, bereits große Erfolge und löste wahre Begeisterungsstürme beim Publikum aus. Ein Erlebnis, das staunen macht!

Queen Of Sand

im Herbst und Winter in ganz Österreich

Fotos: Irina Titova (Queen Of Sand), MVM (Helfgott/Stella Jones), Fechter Management (Die Mönche des Shaolin Kung Fu)

MONKEY BUSINESS

A mi to fo Die geheimnisvolle Mönchsstadt Shaolin am Fuße des heiligen Berges Song Shan ist seit Jahrhunderten körperliches, geistiges und spirituelles Zentrum Chinas. Vor mehr als 1.500 Jahren begründete der indische Mönch Damo hier den Zen-Buddhismus und lehrte die Mönche Körperübungen, die er Kung-Fu nannte. Bis heute gilt der Tempel als eines der größten Heiligtümer und Sehenswürdigkeiten Chinas. Tausende Schüler perfektionieren in den Schulen rund um den Tempel ihre Kenntnisse in Kung-Fu und leben nach den strengen Regeln des ZenBuddhismus, die 19 besten Meister und Schüler präsentieren in der neuen Show ihre Fähigkeiten!


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Schifoan is’ de Der beliebte ORF-Kommentator Armin Assinger spricht im ausführlichen Interview über die kommende Skisaison, was er tun kann, um den Sport bei unseren Kindern beliebter zu machen, und weshalb der Gebrauch von Dialekten auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen wichtig ist. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

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Ende Oktober begann in Sölden die Skisaison 2017/18, in welcher die österreichischen Herren wie immer die großen Gejagten sein werden. Mit welchen Erwartungen gehen Sie als ORF-Experte in die neue Saison?

Das Training soll während des Sommers gut verlaufen sein und insofern hoffe ich, dass es allen gelingt, gleich von Anfang an vorne mitzufahren. Ein guter Start in

Foto: nassfeld.at

ls aktiver Skifahrer feierte Armin Assinger vier Weltcup-Siege und nahm 1994 an den Olympischen Spielen von Lillehammer teil. Ein Jahr später wechselte er zum ORF und begeistert seither mit launigen Kommentaren und „Kärntner Schnauze“ Abertausende Skifans vor den Mattscheiben. Assinger macht sich aber nicht nur Gedanken um den Skisport, sondern auch um die gesundheitliche Zukunft der Österreicher.

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Ski-ASSinger Das geht ordentlich in die Wadeln: Armin Assinger fährt Ende Jänner wieder das längste Skirennen der Welt, „Schlag das ASS“ am Kärntner Nassfeld. 25,6 Streckenkilometer und 6.400 Höhenmeter gilt es zu überwinden!


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es Leiwandste die Olympiasaison ist sehr wichtig, weil das dem Selbstvertrauen guttut und jeder einzelne weiß, dass der Weg passt. Bei den Damen ist die Erwartungshaltung etwas niedriger, allerdings wird Anna Veith voraussichtlich noch Ende November/Anfang Dezember in den Skizirkus zurückkehren. Was erwarten Sie sich von ihr in dieser ComebackSaison? Anna ist natürlich eine ganz heiße Aktie, wenn sie fit ist. Ich denke, dass sie erst dann am Start stehen wird, wenn sie wirklich davon überzeugt ist, auch vorne mitmischen zu können. Sie wird sich bestimmt nicht stressen lassen – weder durch Medien noch durch andere „Einflüsterer“!

Foto: nassfeld.at

Die Skifahrer erfreuen sich in Österreich ungebrochen größter Beliebtheit – David Alaba oder Dominic Thiem zum Trotz. Hat der Skisport bei den Österreichern denselben Stellenwert wie vor etwa zehn Jahren? Der Skirennsport wird in Österreich immer einen besonderen Stellenwert einnehmen, weil wir aus der Geschichte heraus ein Volk von Wintersportlern sind und dort auch die größten Erfolge erzielen konnten. Namen wie Toni Sailer, Hermann Maier, Renate Götschl, Annemarie Moser-Pröll und nun Marcel Hirscher sind die besten Beweise dafür. Im Februar 2018 finden als Saisonhöhepunkt im südkoreanischen Pyeong-

chang die Olympischen Spiele statt. Aufgrund der weltpolitischen Lage scheint eine Reise des Skitrosses dorthin nicht so ungefährlich zu sein. Sind Sportler auch Botschafter des Friedens? Sportler sind in erster Linie Menschen, die Erfolg haben wollen. Dem ordnen sie grundsätzlich alles unter und sind dadurch große Vorbilder in unserer Gesellschaft. Ich glaube, jetzt ist es einmal wichtig abzuwarten und die Situation zu beobachten. Sollte vom IOC grünes Licht kommen, werden die Athleten auch hinfahren. Ich glaube nicht, dass man irgendein Risiko eingehen und die Spiele auf „Teufel komm raus“ durchdrücken wird. Sicherheit geht vor! Der „Heilige“ des heimischen Skiteams, Marcel Hirscher, wird einen Teil der Saison wegen seines Knöchelbruchs verpassen, ist aber bereits auf dem besten Weg, noch im Dezember in den Weltcup zurückzukehren. Welche Rolle wird er nach seiner Verletzung spielen und wie wird er sich bei Olympia schlagen? Marcel ist im Dezember sicher wieder am Start. Sollte er für Levi noch nicht so weit sein, versäumt er halt einen Slalom und wenn er sich Anfang Dezember auch noch nicht in Form fühlt, einen Riesenslalom. So what? Die Saison ist auch dann noch lange genug. Kann er trotz des erlittenen Knöchelbruchs eine Rolle um den Gesamtweltcup spielen?

Ich halte Alexis Pinturault für den größten Gegner von Marcel. Er könnte sich in den ersten paar Rennen einen Vorsprung auf Marcel herausfahren. Auf Kristofferson müssen wir auch schauen. Und auf den unbekannten Dritten, der aus dem Nichts auftaucht und gefährlich ist. Sie haben ihre Co-Kommentatorenkarriere für Skirennen beim ORF 1995 begonnen und sind dort nicht mehr wegzudenken. Als mutige Selbsteinschätzung: Worauf fußt Ihr Erfolg und die lange Präsenz auf dem Bildschirm? Zunächst verdanke ich dem ORF sehr viel, weil er mir die Chance bot, erst im Sport und dann in der Unterhaltungsbranche Fuß zu fassen. Ich will meinen Job so machen, dass die Zuschauer verstehen, warum dieses oder jenes auf der Piste passiert, warum dieses Zeit kostet und jenes Zeit bringt. Von Herbert Prohaska etwa weiß man, dass er im Fernsehen möglichst nach der Schrift spricht, privat aber auch Interviews im Dialekt gibt. Sie sprechen immer mit „Kärntner-Slang“ – ist Ihnen das persönlich wichtig? Sprache ist Kultur und Mundart erst recht! Wenn die Mundart verschwindet, verschwindet ein Teil unserer Kultur. Wollen wir das? Unlängst wurden Sie von Minister Doskozil als unabhängiger Funktionär mit dem Vorsitz des Aufsichtsrates der

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Bundes-Sport GmbH betraut. Welche Aufgaben stehen bei Ihnen auf der Agenda, welche Rolle werden Sie hier spielen? Der Aufsichtsrat der Bundessport GmbH überwacht die Führung der GmbH durch die Geschäftsführer – mit einem Satz erklärt. Sie sagten in einem Statement, dass Sie diese Rolle als „eine Verpflichtung“ sehen würden. Wo gilt es besonders dringend die Hebel anzusetzen? Was muss als oberste Priorität im Sportland Österreich geschehen? Ich erlebte in meinem Sport viele schöne (Siege) und fürchterliche (Verletzungen und Operationen) Momente. Letztendlich habe ich dem Sport viel zu verdanken, weil ich sehr viel lernen konnte und durch ihn geprägt wurde. Und wenn jetzt sozusagen der Ruf des Sports – und nur der – ertönt, sehe ich es schon als Verpflichtung an, dem auch zu folgen. Mit dem neuen Bundessportförderungsgesetz (BSFG) ist nun ein erster Hebel in Bewegung gesetzt worden, die Sportförderung als solches in Österreich effizienter und transparenter zu gestalten. Sie sind auch privat begeisterter Sportler. Sorgt es sie, dass die Lust auf Bewegung bei Kindern in Österreich sukzessive abnimmt? Wie lange wird in Österreich schon von der bundesweiten täglichen Turnstunde gesprochen? Und wie lange wird sie schon nicht verwirklicht? Mir gibt natürlich zu denken, dass immer mehr Kinder übergewichtig durchs Leben gehen. Das wird uns noch einmal sehr viel Geld kosten, viel mehr als die tägliche Turnstunde heute. Wir müssen mit aller Kraft dafür sorgen, dass Sport aus Sicht der Kinder wieder richtig „cool und geil und krass“ wird. Vielleicht wäre das Einleiten einer Initiative, in der sich unsere

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WINTERSPORTLER IN DER POLITIK Die Nationalratswahlen sind endlich geschlagen und nun kann sich der Bürger wieder vom politischen Alltag deprimieren lassen. Dass sich Sportler politisch artikulieren, ist wohl gerade ob der Angst vor Sponsorenaustritten und sinkenden Beliebtheitswerten bei den Fans groß – so mancher Wintersportler hat sich aber nach seiner aktiven Karriere auf das glitschige Parkett gewagt. Franz Voves: Der 75-fache österreichische Eishockey-Teamspieler und Olympiateilnehmer machte im Dienste der SPÖ eine noch größere Karriere. Von 2005 bis 2015 war er knapp zehn Jahre lang steirischer Landeshauptmann. Patrick Ortlieb: Dem sympathischen und klugen Blondschopf jubelte ganz Österreich zu, als er 1992 Abfahrts-Olympiasieger wurde. Galt er in seiner aktiven Karriere als „g’scheiter Bursch“, trat er später

Topsportler beispielsweise in einer gemeinsamen Werbekampagne für den Sport zur Verfügung stellen, ein erster Ansatz. Vor allem der Wintersport scheint für Menschen in Österreich durch die hohen Preise für Lifte, Tageskarten, Hütten etc. immer unerschwinglicher zu werden. Ist Skifahren in Österreich zu einem Luxussport geworden? Über dieses Thema könnten wir abendfüllend diskutieren. Skifahren ist nicht billig, aber in Anbetracht dessen, was der Wintersportler bekommt, sind die Preise angemessen. Brechen wir es nüchtern herunter: nehmen wir eine Tageskarte um 49 Euro, Skifahren von 8:30 bis 16 Uhr, eine Stunde Pause abgezogen, ergibt Skifahren um 7,50 Euro pro Stunde. Was bekommt man heute noch um 7,50 die Stunde? Darüber hinaus bemühen sich die Skigebiete extrem, zum Beispiel Familienpakete zu schnüren, um den Gästen entgegenzukommen. Fühlen Sie den Sport in der österreichischen Politik unterrepräsentiert? Absolut. Der „Tag des Sports“ etwa ist eine tolle „Erfindung“ und zeigt, wie sehr der Sport und seine Protagonisten die Menschen bewegen – bitte mehr davon. Der selbst aktiv betriebene Sport muss

Jörg Haiders FPÖ bei, für die er bis Dezember 2002 als Abgeordneter im Nationalrat saß. Dann soll er eine Frau belästigt haben und stolperte über den sogenannten „Parkgaragen-Skandal“. Ingrid Turkovic-Wendl: In den 50er-Jahren sammelte sie für Österreich hamsterartig EM-, WM- und Olympia-Medaillen und wurde zu einer Ikone ihrer Zunft. Von 2002 bis 2006 hatte sie noch eine späte Karriere als ÖVP-Abgeordnete eingeschlagen. Toni Sailer: Der 2009 verstorbene Tiroler war Österreichs erster großer Ski-Held – lange vor Legenden wie Franz Klammer, Hermann Maier oder Marcel Hirscher prägte er den Alpenstaat als führende Ski-Nation. Fünf Jahre vor seinem Tod spekulierte Sailer, Bürgermeister seiner Heimatstadt Kitzbühel zu werden. Parteiunabhängig zog er im letzten Moment aber zurück, um „niemanden zu enttäuschen“.

in unser aller Leben einen viel wichtigeren Platz einnehmen. Wer sportelt und sich eine Kondition erarbeitet, ist belastbarer, stärkt sowohl das Herz-Kreislauf- als auch das Immunsystem, bleibt im Alter länger fit und beweglich und findet den Weg hin zu einer positiven Lebenseinstellung wesentlich leichter. Könnten Sie sich vorstellen, früher oder später in die Politik zu wechseln, um für den Sport nötige Schritte zu setzen? Lassen Sie mich jetzt einmal meine Arbeit im Aufsichtsrat beginnen. Alles andere ist kein Thema. Welche Ziele und Pläne verfolgen Sie für die nähere Zukunft? Was wollen Sie weiterhin noch erreichen? Ich will noch so lange wie möglich, beruflich als auch sportlich, aktiv bleiben. Alles andere wird sich eh ergeben.

termine Tickets für die Highlights der Wintersport-Saison, vom AUDI FIS SKI Weltcup etwa in Schladming (Herren Nightrace), Bad Kleinkirchheim (Damen Abfahrt und Super G), Lienz (Damen) und Flachau (Nachtslalom) über die 66. Vierschanzentournee in Bischofshofen, Innsbruck und Oberstdorf, den FIS Weltcup Nordische Kombination in der Ramsau und Seefeld, den FIS Skiflug Weltcup am Kulm und den FIS Weltcup Skispringen der Damen in Hinzenbach bis hin zum BMW IBU Weltcup Biathlon in Hochfilzen gibt es bei oeticket.com!


TIM_45_Rueckblick Rolling Stones_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 16.10.17 16:37 Seite 1

!ticket live is life

Let’s move it like Jagger!

www.mutausbrueche.at

Eine Nacht mit den Herren Jagger, Richards, Wood und Watts: Falls ihr die Rolling Stones in Spielberg verpasst habt, kann ich euch nur eines sagen: Ihr habt wirklich etwas verpasst! Samstag, der 16. September 2017. Location: Schlammwiese, Spielberg. 95.000 Leute kamen, um mit den alten Herren aka den Rolling Stones zu feiern und einen Abend der Sonderklasse zu erleben. Und eines kann ich vorweg sagen: Hier kam definitiv jeder auf seine Kosten! Die beiden Acts vor dem eigentlichen Konzert, John Lee Hooker Jr. und Kaleo, verbreiteten am ganzen Gelände

Fotos: Antonia T. Schulz

Wenn ihr den perfekten gemütlichen Abend verbringen wollt, schaltet euch eine Rolling-StonesPlaylist ein und den Kopf aus, besorgt euch Zigaretten und Rotwein, schließt die Augen und genießt es. Gern geschehen! ;-)

Tipp!

schon mal eine super Stimmung und um kurz nach halb neun begann die Show gleich mit dem Klassiker „Sympathy For The Devil“. Ihr werdet es vielleicht nicht glauben, aber Mick Jagger ist in seinem hohen Alter noch immer fitter, als ich es jemals war. Zu jedem Lied gab es exklusive „moves like Jagger“ – er stand einfach nie still. In Kombination mit Keith Richards, den anderen bekannten „Übeltätern“ und einer perfekten Songauswahl (Blues,

Antonia T. Schulz, Studentin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Bloggerin (www.mutausbrueche.at) und nicht zuletzt oeticket.com-Kundin, besucht für !ticket jeden Monat ein Konzert und berichtet darüber. Dieses Mal war sie am 16. September in Spielberg bei The Rolling Stones.

funky und schräg) wurde das typische Stones-Feeling heraufbeschworen, das noch ganz lange im hintersten Kämmerchen meines Herzen zu finden sein wird! Man muss sich immerhin einmal vorstellen, dass unsere Eltern und auch Großeltern mit dieser Musik ihre Feste geschmissen haben und plötzlich steht man selber im Publikum – ich fühlte mich direkt in eine andere Generation versetzt, weswegen ich auch die meiste Zeit vergessen habe, mein Handy herauszuholen. 1:0 für die Stones, würd ich sagen, oder? ;-) Zwei Stunden später und mit einem lachenden und einem weinenden Auge (sie sind halt doch schon alt), Gatsch bis zu den Knien, Lyrics von „Start Me Up“ im Kopf und einem ganz melancholischen, aber auch schönen Gefühl im Herzen, machten wir uns dann wieder auf den Heimweg und ich vermisste die vier Silberrücken schon nach den ersten Minuten! Es ist halt doch nicht nur Rock ’n’ Roll …

Kunden, die zu The Rolling Stones gingen, kauften auch Tickets für Roger Waters am 16. Mai in der Wiener Stadthalle (D) und für die The Dire Straits Experience am 18. Oktober in der Grazer Stadthalle beziehungsweise am 19. Februar in der Wiener Stadthalle (D). Tickets für alle Veranstaltungen finden Sie auf oeticket.com!

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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Spielwiese „XCOM 2: War of the Chosen“ heißt die umfangreiche Erweiterung des hier schon mehrmals in allerhöchsten Tönen gelobten Kult-Strategiespiels. TEXT: JOACHIM SCHMIDA

Blues Pills – Lady In Gold (Live In Paris) Im Live-Kontext wirken die Bluesnummern intensiver, erdiger – man jammt sich im Taumel in einen psychedelischen Rausch.

LIVE Cavalera Conspiracy – Psychosis Die Gebrüder Cavalera (ex-Sepultura) begeben sich zurück zu ihren „Roots“, gar zur „Arise“ – jedoch zumal auch holprig.

XCOM 2: War of the Chosen 2K für Xbox One, PlayStation 4, PC

PLUS

Als XCOM geht es wieder in den Kampf gegen die Alien- und ADVENT-Bedrohung. An unsere Seite gesellen sich nun drei neue Widerstandsfraktionen, die jeweils auf ihre eigene Art und Weise einzigartig sind: Schnitter sind Infiltrationsspezialisten, Scharmützler offensive Kraftpakete und Templer starke PsiKrieger. Aber auch unsere Kontrahenten stocken auf und schicken mächtige Gegner in die Schlacht, wodurch unser Einsatz noch gefinkelter wird. Was die Inszenierung und taktische Spieltiefe anbelangt, ist XCOM ohnehin eine Klasse für sich. MINUS Kein Zuckerschlecken: Ein an Komplexität sowieso nicht armes Spiel wird noch kniffliger, sodass selbst erfahrene XCOM-Veteranen vor neue, schwierige Herausforderungen gestellt werden. Gut für Profis, schlecht für Einsteiger. Und wieder gilt: Ausgezeichnete Arbeit, Commander Firaxis! „War of the FAZIT Chosen“ ist in allen Belangen eine rundum gelungene Spiele-Erweiterung, die das XCOM-Erlebnis in hohem Maße intensiviert und gleichzeitig mit strategischer Gameplay-Raffinesse punktet.

Weezer – Pacific Daydream Den kratzigen Collegerock ersetzt wie auch schon am „White Album“ der eingängige Clubpop: hymnisch, aber aufgesetzt.

LIVE DAME – Zukunftsmusik Hooks funktionieren im Deutsch-Rap zwar auch ohne Assi-Gehabe, aber das stellenweise Anbiedern an Unheilig ist unselig.

LIVE Rakede – Es geht mir gut! Das Triebwerk pumpt & bebt: Die Berliner klingen „gewichst“ im Wort wie auch im Klang – tanzbar, melancholisch, brutal.

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NBA 2K18 Konstant fulminant: Der aktuelle Ableger der berühmten NBASimulationsreihe glänzt in Sachen Atmosphäre, Präsentation und Spielgefühl.

Cuphead Ästhetisch charmanter Run & Gun-2D-Sidescroller, der durch seinen Grafikstil (inspiriert von den Cartoons der 30er) samt Soundtrack bezaubert.

Forza Motorsport 7 Pole Position für eines der umfangreichsten Rennspiele dank eines dynamischen Wettersystems, 700 Rennwagen sowie verbesserten Karriere-Modi.

Fotos: Hersteller

HEISSE NEUERSCHEINUNGEN:


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!ticket media MORRISSEY

Low In High School Morrissey, in den 80ern mit The Smiths bekannt geworden und seit fast vier Dekaden auch als Solo-Künstler der Aufreger der Nation, ist seit jeher für seine kontroversen Texte und mitunter provokanten Aussagen bekannt – wenngleich gerade die letzten Jahre und der Wirbel rund um sein letztes Album „World Peace Is None Of Your Business“ deutlich machten, dass er mehr als viele andere seiner Zunft durch die eigene Vergangenheit profitiert. Ver-

ROBERT PLANT

Carry Fire Verwittert schaut die Led-Zep-Grande zwar mittlerweile aus, eingebüßt hat seine Stimme nach all den Jahren der Ausschweifung oder des Alterns jedoch nichts: Heute klingt er heiserer, aber mit knorrigen und feineren Nuancen als dereinst; eine juvenile Rolligkeit wäre im Alter auch irgendwie unglaubwürdig. Um ihn herum ausgebaut werden die indischen und nordafrikanischen Motive, die etwa bei „Kashmir“ ihren Anfang fanden und auf „Carry Fire“ gänzlich unplakativ wirken. (sb)

letzbarkeit, Melancholie, aber vor allem auch die Desillusion in unseren politisch instabilen Zeiten schreien dafür auf „Low In High School“ laut wie schon lange nicht mehr – Morrissey erfühlt hierauf mit Empfindsamkeit den Weltschmerz auch der Generationen Y & Z (beklemmend: „Home Is A Question Mark“) und taugt damit durchaus auch im betagteren Alter vortrefflich als Galionsfigur für die Verunsicherten (betörend: „In Your Lap“). Doch es ist nicht nur, dass politische Figuren gestraft und Autoritäten hinterfragt werden; Statements gehen mit schier entrückten Melodien eine schmissige Symbiose ein, zeigen einen Feingeist mit Begehr für clevere Arrangements, denn seinem ewigen Compagnon Boorer ist es gelungen, der mancherorts ungelenken Prosa einen passenden Rahmen zu schneidern – mit zahlreichen Katastasen vom bemerkenswert schroffen Geheul des Openers „My Love, I’d Do Anything“ über das beinahe zölestisch-entrückte „I Bury The Living“ bis hin zum postapokalyptischen Grande Finale in „Israel“. (sb)

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JULIEN BAKER

Turn Out The Lights Wie auch schon das Debüt „Sprained Ankle“ gerät Bakers Potpourri aus kleinen und großen inwendigen Dramen zwar erneut und trotz der Ergänzung um Streicher und Holzbläser leicht instrumentiert, dabei aber schwer behangen. Baker ist damit eines der raren Beispiele der Singer-Songwriter-Zunft, die das Erzählen über die Lebenslasten nicht letztlich zwecklos erscheinen lässt – denn die feinschichtigen Monolithe lassen zumindest ein Gefühl der anschmiegsamen Wärme zurück. (sb)

P!NK

Beautiful Trauma Verlustig ging zwar der brüllende Biss, den P!nk in frühen Zeiten auszeichnete und beinah an 4 Non Blondes denken machte – aber dennoch ist ihr mit „Beautiful Trauma“ eine lässig-moderne Psychohygiene geraten, die nicht nur ihrem eigenen Seelenleben dienlich ist, sondern durchaus den Mainstream-Pop aufmischt: Akustikgitarren und opulente Powerrefrains dominieren die sanften, griffigen, manchmal verletzlichen Balladen, denen mehr Raffinesse jedoch auch nicht geschadet hätte. (sb)

KELLY CLARKSON

Meaning Of Life So beliebig Clarksons bisherige Diskografie auch war, umso deutlicher ist auch ihr Quantensprung mit „Meaning Of Life“, das sich irgendwo im Spannungsfeld zwischen Urban, Soul, R&B und natürlich Pop einpendelt. „I might beat you up with my sound“, sagt sie selbst und verspricht dabei kaum zu viel, macht sie doch etwa an Winehouses „Back To Black“ und einen soullastigen Timberlake denken – stimmlich nicht selten gar an Aguilera in deren Glanzzeiten. (sb)

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!ticket plug&play

Plug&Play-Tipps Der Weg ist das Ziel auf der Suche nach dem perfekten Sound: Instrumente, Verstärker, Effekte und Zubehör sind die Wegbegleiter. Wir haben uns umgesehen und stellen hier eine bunt gemischte Auswahl an neuem, angesagtem Equipment für alle vom Einsteiger TEXT: AMANDA PENISTON-BIRD bis zum Profi vor. Yamaha SessionCake Eine coole Erfindung aus Japan ist neu in Europa eingetroffen: Auf den allerersten Blick wirkt SessionCake fast wie ein Spielzeug, bei näherer Betrachtung beeindrucken die Stand-alone-Lösung und das Konzept dahinter. Die unkomplizierte, selbsterklärende AudioSchnittstelle besitzt sehr spezielle Qualitäten, die sowohl für Einzelmusiker als auch für Bands interessant sind. Die Einheit ist für Gitarre, Bass, Keyboards, alle weiteren digitalen Instrumente sowie für Vokalisten konzipiert. Batterien einlegen, Instrument und Kopfhörer anstecken und schon kann man loslegen – ohne Verstärker und Boxen. SessionCake ist ideal, um intensiv zu üben. Schließt man iOS-Geräte an, so kann man zur Music-Library spielen, auf Apps zugreifen und eigene Sessions mischen und aufnehmen. Bis zu acht SessionCakes können miteinander zu einem gut funktionierenden Mix-System verbunden werden für coole Sessions mit Freunden. Jeder kann seinen eigenen Mix einstellen und hört gleichzeitig alle anderen in der Band. Proben und Jam-Sessions sind in nahezu jeder Umgebung möglich, ohne die Nachbarn zu stören oder Geld für die Proberaummiete aufbringen zu müssen – bei Schönwetter trifft man sich im Park. Die kleine Einheit – rund 10 x 10 x 4 cm groß und nur 235 g schwer – ist in zwei Varianten verfügbar. Der SC-01 in Rot hat einen Hi-Z-Eingang, einen Aux-Eingang und einen Kopfhörerausgang, er ist für Instrumente wie Gitarren und Bässe ausgelegt. Der SC-02 in Blau bringt Keyboards und digitale Instrumente ins Spiel, er kommt mit XLR, Stereo links (mono) und Hi-Z-Eingang sowie einen Gain (Mic)-Regler für dynamische Mikrofone. Beide Varianten kommen mit Anschlussbuchsen und Kabel für die Verbindung zu SessionCake-Freunden. www.yamaha.at

Kabel gehören zum wichtigsten Zubehör überhaupt, gute Lösungen sind im Alltag immens hilfreich. Flat Patch Kabel sind ideal für die Verkabelung von Gitarreneffekten auf Pedalboards. Die flachen Kabel und Stecker sind nur ungefähr halb so dick wie gängige Klinkenstecker-Varianten. Weniger Platzbedarf für Kabel bedeutet mehr Platz für Effekte und davon kann man nie genug haben. Die RockBoard-Kabel sind robust und langlebig, ihre flexiblen Kupferleiter haben einen geringen Leiterwiderstand und sind gut abgeschirmt, um Signalverluste zu vermeiden. Das praktische Zubehör ist in zehn verschiedenen Längen, von 5 bis 140 cm, zu haben, der Preis liegt – abhängig von der Länge – zwischen 8 und 14 Euro. Bisher gab es die Flat Patch Kabel nur in Schwarz, seit Ende September ist auch eine Gold-Version mit vergoldeten Steckern verfügbar. www.rockboard.de

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Fotos: Hersteller

RockBoard Flat Patch Kabel


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Trace Elliot ELF Micro-Bassverstärker

Equipment sondieren ist in den letzten Minuten vor Konzertbeginn angesagt, bevor die Musiker die Bühne betreten. Grün auf der Bühne war jahrzehntelang untrennbar mit den Bassverstärkern von Trace Elliot verbunden. Die legendäre Marke feiert ihre Auferstehung mit einem ausgefeilten 200-W-Micro-Topteil. Dank der auffälligen Farbe sieht man den Trace Elliot ELF-Bassverstärker im gedämpften Bühnenlicht, obwohl er nur 17,1 x 10,4 x 3,4 cm misst, und damit die bescheidene Größe einer externen Festplatte hat. Der robust-gebaute und 0,73 kg leichte ELF ist der transportfreundlichste Bassverstärker aller Zeiten und für Live-Gigs ebenso gut geeignet wie

für Studio-Einsätze. Die übersichtliche Bedienfront ist auf das Wesentliche reduziert und mit griffigen Reglern in „Normalgröße“ ausgestattet. Der Amp lässt sich auch im Liveeinsatz gut regeln. Je ein 1/4“ Ein- und Ausgang sind rechts und links von den Drehreglern für Gain, Volume und 3-Band-EQ platziert. Eine LED leuchtet, wenn der Amp eingeschaltet wird, eine zweite LED dient als Signalindikator. Auf der Rückseite des Amps sind der Ein-Aus-Kippschalter, die Buchse für das Netzkabel, ein 1/4"-Lautsprecherausgang, ein XLR-DI-Ausgang und der Ground-Lift-Schalter platziert. Der Verstärker hat eine Dauerleistung von 200 W an 4 Ohm (130 W an 8 Ohm). Der 3-Band EQ wird mit einem Dreh-

regler eingestellt, er emuliert die Wiedergabe der klassischen Trace Elliot Multi-Band-Grafik-EQ-Filter. Die extrem hohe Eingangsimpedanz der Vorstufe ist für Bässe mit passiven Pickups optimal. Ein symmetrischer Post-EQ-XLR-DI-Ausgang mit Ground Lift schickt den klassischen Trace-ElliotSound ans Mischpult oder an ein Aufnahmegerät. Als Übungsamp ist der ELF rund um die Uhr einsetzbar, dank 1/4“-Kopfhörerausgang ist leises Üben möglich. Eine Tasche ist im Lieferumfang inkludiert. Der ELF klingt wie ein typischer Trace Elliot und leistet ausgezeichnete Dienste als geradliniger, unkomplizierter Bassverstärker, der locker ins Gigbag passt. www.traceelliot.com

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!ticket plug&play

Blackstar FLY 3 Bluetooth Der Blackstar FLY 3 Bluetooth ist eine gute Wahl für Einsteiger und für alle Gitarristen, die einen guten und günstigen Übungsverstärker suchen. Spielen, zu Playbacks üben oder einfach Musik hören ist nicht nur mit Netzstrom, sondern auch im Batteriebetrieb möglich. 17 x 12,6 x 2 cm misst der Mini-Amp und mit 0,9 kg ist er ein Fliegengewicht. Dem niedlichen FLY 3 Bluetooth Gitarrenverstärker wird nachgesagt, es mit viermal so großen Artgenossen aufnehmen zu können. Die Ausstattung ist ausgewachsen. Der 3-W-Amp hat zwei Kanäle – Clean und Overdrive, eine integrierte MP3/Line-In-Buchse, Regler für Gain, OD (Overdrive), Volume, EQ, digitales Band-Delay und Delay-Anteil sowie einen kombinierten Ausgang für emulierte Boxen und Kopfhörer. Wie bei den großen Blackstar-Amps ist auch hier das von Blackstar patentierte ISF-Feature für die Klangregelung onboard. Bluetooth erweitert die Möglichkeiten, damit wird der Verstärker zum MP3-Dockinglautsprecher. Zusammen mit der separat erhältlichen FLY 103 Box von Blackstar lässt sich FLY 3 zur transportfreundlichen Stereoanlage aufrüsten. Die Verbindung mit Smartphone, Laptop oder Tablet etc. erfolgt über Bluetooth. Die Blackstar-Ingenieure haben intensiv geforscht, um den optimalen Sound aus dem kleinen Verstärker zu holen und die Klangqualität macht Eindruck. www.blackstaramps.com

KHDK Dark Blood Red Limited Edition Metallica sind auf Tour und die Vorfreude auf das WienKonzert im nächsten Jahr steigt! Der Gitarrensound ist schon jetzt zu haben: Gitarrist Kirk Hammet hat die Quintessenz seines Sounds in einem Bodenpedal verwirklicht und sagt: „Dark Blood ist das ultimative Pedal für GainFreaks!“ Der Metallica-Gitarrist ist nicht nur User, sondern auch Urheber des Effekts, Kirk Hamme ist Mitgründer der Firma, die Dark Blood und noch einige weitere hochinteressante Effekte herstellt. Dark Blood ist derzeit in einer limitieren Auflage in Candy Apple Red zu haben, mit einer zweiten Bodenplatte, die von Kirk Hammet signiert ist. Der Effekt veredelt Riffs und Solos mit High-Gain und einer aggressiven, kompromisslosen Dynamik. Der Klangcharakter ist sehr nahe an einem Röhrenamp und angenehm heavy. Der Effekt bietet Regler für Gain, Volume, Doom, Treble und Gate sowie einen Hi- und Lo-Gain-Modus. Als Stromlieferanten kommen eine 9 V Batterie oder ein 9V-Netzteil infrage. www.khdkelectronics.com

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Curt Mangan Fusion Matched Strings Jeder, der Gitarre oder Bass spielt, experimentiert früher oder später mit verschiedenen Saiten. Die optimalen Saiten bringen den Sound des Instruments perfekt zur Geltung und machen Nuancen und Details hörbar. Klang und Spielgefühl sind ausschlaggebend, Stimmstabilität und Langlebigkeit sind gefragt. Diese Eigenschaften in einem Saitensatz zu vereinen, ist eine technische und menschliche Herausforderung. Jedes Instrument ist ein Unikat, jeder Musiker hat persönliche Vorlieben und Abneigungen, jede Musikrichtung stellt eigene Anforderungen. In dieser Welt ist der Musiker und Ingenieur Curt Mangan in seinem Element, er arbeitete lange Jahre bei einem bekannten Hersteller und gründete 2004 seine eigene Manufaktur in Colorado USA. Mittlerweile werden 700 verschiedene Einzelsaiten hergestellt und zu mehr als 300 Sets zusammengefasst. Wer selbst darunter sein Idealset nicht findet, kann sich ein Custom Signature Set zusammenstellen lassen. Für ausgefallene Wünsche hat der Hersteller ein offenes Ohr, aus Finnland kam z. B. die Anfrage nach einem Stainless Steel 20-90-6-Saiter-Set (2nd Wound). Curt Mangan produziert Saiten für akustische und elektrische Gitarren und Bässe vom 4- bis zum 12-Saiter sowie für viele weitere Instrumente wie z. B. Ukulele, Banjo oder Bouzouki. Hochwertiges Material ist eine Grundvoraussetzung für stimmstabile, langlebige Saiten. Die Klangeigenschaften sind vom gewählten Material, dem Kern, der Wicklung und einer allfälligen Beschichtung abhängig. Verarbeitet werden Nickel, Stahl, Phosphor-Bronze, Nylon oder Silber und Monel. Eine Besonderheit der Curt Mangan Saiten ist das aufwendige Coating. Manche Hersteller beschichten die fertigen Saiten, andere verarbeiten vorbeschichteten Draht. Curt Mangan coated während des Wickelns. Bei diesem Vorgang muss alles präzise abgestimmt werden, von der Flussgeschwindigkeit des Coatings bis hin zur Spannung von Kerndraht und Wickeldraht. Der Aufwand lohnt sich, die Saiten halten lange und der Klang ist extrem nahe an dem von unbeschichteten Saiten. Für die Qualitätskontrolle fühlt sich der Chef persönlich verantwortlich, Curt entnimmt aus jeder Charge Stichproben und spielt sie an, Videos sind auf YouTube zu finden. www.curtmangan-eu.com


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Mooer Effekt-Quartett Effektmania ist angesagt, so groß wie in diesem Jahr war die Auswahl and Effektpedalen noch nie. Mooer ist ein Hersteller, der für gute Effekte zu sehr erschwinglichen Preisen bekannt ist. Mod Factory Pro, Tender Octaver MKII, Triangolo und Jet Engine sind vier coole neue Gitarreneffekte, die ab Mitte November verfügbar sein werden. Video-Demos sind bereits auf YouTube online. Mod Factory Pro ist ein Modulations-Multieffektpedal. Zwei separate ModulationsEinheiten bieten zusammen mehr als 16 Effekte von Chorus, Phaser, Tremolo bis zu Lo-Fi Filter und Pitch-Effekten. Die Modulations-Einheiten – A und B – arbeiten zusammen oder getrennt voneinander und ihre Reihenfolge in der Signalkette ist frei wählbar. Zur Ausstattung gehören TapTempo-Funktion, Expression-Pedal-Eingang, Leslie-Style-Beschleunigungs-Funktion und True-Stereo-Ausgänge. Bevorzugte Einstellungen sind dank vier Presets speicherbar. Tender Octaver MKII arbeitet polyphon und erzeugt zusätzlich zum Originalsignal eine Suboktave und eine obere Oktave, sie sind unabhängig voneinander regelbar. Der Effekt wartet mit drei neuen Pitch-Shifting-

Algorithmen auf: Fat, Tight und Swell. Das unbearbeitete Tonsignal kann mittels DryRegler stufenlos hinzugeregelt werden. True-Bypass rundet die Ausstattung ab. Der digitale Tremolo-Effekt Triangolo stellt drei Tremolo-Wellenformen bereit, Dreieck, Rechteck und Sägezahn. Verändern von Attack und Release sowie Regeln von Depth und Geschwindigkeit verführt zu ausgiebigen Höhenflügen. Die zusätzliche TapTempo-Funktion und fünf verschiedene rhythmische Unterteilungen des eingegebenen Tempos sind im Live-Einsatz sehr hilfreich und bringen den Gitarristen wieder auf den (Bühnen-)Boden zurück. Jet Engine lässt die Flanger-Effekte der 60er- bis 90er-Jahre digital aufleben. Zwei verschiedene Algorithmen, Regler für Depth, Width und Geschwindigkeit wie ein stufenloser Mixregler zum Ein- und Ausblenden des Flangersignals sind onboard. Die Soundpalette reicht von subtilen Hintergrundeffekten bis zum wilden, ungezähmten Sound. Wer Flanger-Hörbeispiele zur Inspiration sucht, wird bei Jimi Hendrix, The Beatles, David Bowie, The Rolling Stones, Van Halen und Lenny Kravitz fündig. www.mooeraudio.com

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Suburbicon

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George Clooneys neue Regiearbeit wirft einen beunruhigenden Blick auf ein amerikanisches Vorstadt-Idyll in den 1950er-Jahren. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

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Freunderlwirtschaft George Clooney, der als Schauspieler in den letzten Jahren ein wenig – sagen wir – leiser tritt, hat sich seit 2002 („Confessions of a Dangerous Mind“) auch eine recht erfolgreiche Regiekarriere aufgebaut, die in dem wirklich formidablen

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Vorbildhaft Die Durchschnittsamerikaner Gardner und Nancy Lodge (Matt Damon und Julianne Moore) führen in den 1950er-Jahren in bürgerlicher Zufriedenheit gemeinsam mit ihrem Sohn Nicky ein vorbildliches Leben in der ebenso vorbildlichen Stadt Suburbicon.

„Good Night, and Good Luck.“ (2005) gipfelte. Nun legt er mit „Suburbicon“ seine sechste Regiearbeit vor, und wie immer – bei seinen Connections nicht überraschend – kann er dabei aus dem Vollen schöpfen: Die Vorlage stammt von seinen alten Spezis, den vielfach gefeierten Coen Brothers, und zusammen mit seinem ebenso alten Spezi Grant Heslov hat Clooney auch am Drehbuch gearbeitet. Auf der Besetzungsliste steht mit Matt Damon einer von Clooneys besten Freunden ganz oben, dazu kommen Julianne Moore und Oscar Isaac, beide übrigens ebenfalls mit Coen-Erfahrung. Böse Wenn die Coens böse sind, dann sind sie sehr böse, das weiß man spätestens seit „Fargo“ (1996) oder „No Country

for Old Men“ (2007). Und „Suburbicon“ macht da keine Ausnahme: In der gleichnamigen weißen Modell-Siedlung, wir schreiben das Jahr 1957, zieht eine schwarze Familie ein, was für erhebliche soziale Unruhe und für sehr unschöne Begebenheiten sorgt. Gleichzeitig wird nebenan in das Haus der weißen Vorzeigefamilie Meyers (Damon, Moore und Noah Jupe) eingebrochen und die Frau dabei getötet. Ob und wie diese beiden Erzählstränge zusammenhängen, und welche Rolle der nicht ganz astreine Versicherungsagent Roger (Isaac) dabei spielt, davon handelt Clooneys Film, der zuletzt beim Filmfestival in Venedig von der Kritik ziemlich zerzaust wurde. Aber wie immer in solchen Fällen sollte man sich sein eigenes Bild davon machen, indem man einfach ins Kino geht. Ab 10. November wissen wir mehr.

Foto: Constantin Film

an kennt die Szenerie aus Tausenden US-amerikanischen Filmen: eine idyllische Vorstadt-Siedlung mit von Bäumen gesäumten Sraßen, schmucken Einfamilienhäusern, davor ein gepflegter Rasen und – optional – ein weiß gestrichener Zaun. Auf der Straße vor dem Haus parkt das Familienauto. Ebenso weiß man aber aus nicht wenigen Filmen, dass hinter der perfekten Fassade oft das Grauen, in unterschiedlicher Intensität und Variante, schlummert. Man muss dazu gar nicht die allseits beliebten Horrorfilme oder Stephen-King-Verfilmungen hernehmen. Schon in den 1950er-Jahren demaskierte der aus Dänemark in die USA emigirierte Detlef Sierck (in Hollywood nannte er sich Douglas Sirk) in scheinbar harmlosen Melodramen wie „All That Heaven Allows“ oder „Imitation of Life“ die kleinbürgerliche Idylle als den Hort von Unglück, Bigotterie, Rassismus, Homophobie und vielem anderen. Oder man denke an David Lynchs meisterlichen „Blue Velvet“ (1984), der genau mit dem Bild eines schönen weißen Gartenzauns beginnt und uns wenig später schnurstracks in die Hölle führt.


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Fotos: Greg Watermann, U. Cornelius

Peter Cornelius & Beth Hart am tipp3 Walk of Stars!

Peter Cornelius, Austro-Könner mit zahlreichen Hits von „Du entschuldige I kenn Di“ bis zu „Reif für die Insel“ und einer Grammy-Nominierung, verewigte sich im Oktober im Wiener Prater mit Hand & Fuß am „tipp3 Walk of Stars“! Mit seinem neuen, 22. Album „Unverwüstlich“ meldet sich Cornelius nach fünf Jahren Studio-Pause zurück, im November gibt’s die große Österreich-Tournee mit neuen und alten Gassenhauern. Beth Hart, die Wunderstimme des Blues, hatte bereits vor einem Jahr einen Termin am „tipp3 Walk of Stars“, eine Erkrankung verhinderte damals ihre Verewigung. Diese holt sie nun bei ihrem Konzert am 8. November (Wiener Stadthalle) mit neuem Album „Fire on the Floor“ nach! Das „tipp3 Walk of Stars“-Museum im Wiener Prater ist täglich zwischen 10:00 und 18:00 geöffnet. www.facebook.com/WalkOfStars www.walk-of-stars.com


Brüdergasse 1-3

IRINA TITOVA

12.01.18

MASCHEK.

16.01.18

FAMILIE LÄSSIG

20.01.18

NADJA MALEH

26.01.18

MAURER & NOVOVESKY

27.01.18

OTTO SCHENK

02.02.18

THE FLYING PICKETS

17.02.18

GERY SEIDL

22.02.18

BLÖZINGER

23.02.18

„Verliebt in Österreich - Sandmalerei Show“ „Das war 2017“

„wirklich Tour 2018“

„Best-Of Kabarett“

„JETZT“

„Perlen des Humors“

„Strike Again“

„Sonntagskinder“

THOMAS STIPSITS „Stinatzer Delikatessen - Quasi ein Best Of“

Niederösterreich-Premiere!

16.02.18

„bis morgen“

ABOs erhältlich - TV Aufzeichnungs Abo erhältlich !

Vorstellungsbeginn: 19:30 Uhr

Tickets: www.tullnkultur.at | Hausl am Hauptplatz Tulln 02272 62693 | Ticketshop „Gute Unterhaltung“ Wiener Str. 16, Tulln, 02272 68909 in jeder Raiffeisenbank und unter www.ticketbox.at | bei oeticket.com, 01/96096 | an der Abendkasse im Danubium | www.NÖN.at/ticketshop

1. & 2. 2. 2018 Halle F

3. 2. 2018

Helmut List Halle Graz


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Wer die Wahl hat … Ich muss dieses Konzert besuchen. Zweifellos. Und ich will dabei die blonde Gesäßgöttin an der Seite haben. Unbedingt. Sie hat die Sinnlichkeit eines „Game Of Thrones“-Flugdrachens und sagt sofort „Ja, ich will!“, als ich sie frage, ob sie meine Co-Pilotin sein will. Also checke ich mir bei oeticket.com zwei Eintrittskarten und reite mit dem blonden Herzchen auf meiner südkoreanischen Harley in die Steiermark. Schnell kommen wir ans Ziel, und sie sagt: „Lass uns was trinken gehen, wir haben noch Zeit!“ Ihr Mund erinnert mich an rote Herzkirschen, sie

SEX SELLS Georg Biron

kann außerirdisch küssen, also gehen wir was trinken. Und dann noch was. Und noch was. Längst hat das Konzert begonnen. Ohne mich. Meine Co-Pilotin flirtet mit ganz Graz. Für die Liebe bringt man Opfer. … hat die Qual Am nächsten Tag tut mir das Hirn weh. Es fühlt sich so an, als würden tausend kleine Nadeln im rosaroten Schlamm der Neuronen stecken. Diese Schmerzen und ein Filmriss sind die Folgen eines handfesten Alkoholverbrechens. Wegen der fre-

chen Blondine bin ich in der vergangenen Nacht in eine steirische Wirtshausrauferei geraten. Tschetschenen gegen Grazer. Ich weiß nur noch, dass ich irgendwann mit blutender Unterlippe auf dem Boden zum Liegen gekommen bin und meiner Begleiterin zugerufen habe: „Hilf mir auf, ich kann Karate!“ Aber sie hat mich im Stich gelassen. Das nächste Konzert besuche ich ohne Gesäßgöttin, ohne Flugdrachen, ohne Herzkirschen-Mund. Frauen bekommen immer, was sie wollen. Zumindest bei mir. Sex sells! Weil’s so schön ist …

Gewinnspiele in dieser Ausgabe finden Sie auf den Seiten 6, 8–10, 12–13, 18–20, 25, 28–29, 30–31 und 34–35, mehr Informationen & Teilnahmebedingungen auf ticketmagazin.com. Sie können über das Gewinnspielformular auf ticketmagazin.com („!ticket Gewinnspiele November 2017“) oder per E-Mail (gewinn@ticketmagazin.com) mitspielen. Einsendeschluss ist der 15. November 2017.

Das nächste !ticket erscheint am 29. November 2017.

LASTNEWS

Einer der talentiertesten Gitarristen spielt am 22. März in der Wiener Stadthalle (F): Joe Bonamassa! Irisch wird es am 31. Jänner in der Wiener Stadthalle (D): Dropkick Murphys treffen auf Flogging Molly und Glen Matlock, Gründungsmitglied der Sex Pistols! Ebenfalls in der Wiener Stadthalle (D): Thirty Seconds To Mars (17. April). One Directions Niall Horan kommt am 4. Mai in den Gasometer.

impressum

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Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons) Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright Cover: BB Promotion Medieninhaber, Eigentümer, Redaktionsanschrift: CTS Eventim Austria GmbH, !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 88a/II/2a, 1070 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager Grafik Lifestyle: Julia Wiesmayer Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten

Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00, Jahresabo Europa: € 44,00. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien oder per E-Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Sie finden uns online auf Facebook und Twitter, sowie unter www.ticketmagazin.com.

Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht, es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt. Alle Inhalte vorbehaltlich Satz- und Druckfehler. Die Offenlegung lt. Mediengesetz finden Sie auf www.ticketmagazin.com/impressum

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Fotos: beigestellt

Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Mag. Roberta Scheifinger, Christian Schmid Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion/Kolumnisten: Rouven Ahl (ra), Stefan Baumgartner (sb), Amina Beganovic (ab), Georg Biron, Josefina Danzinger, Paul M. Delavos B.A. (pmd), Robert Fröwein (rf), Walter Gröbchen, Alexander Haide (ah), Hannes Kropik (hk), Amanda Peniston-Bird (apb), Mag. Joachim Schmida (js), Antonia T. Schulz (as), Mag. Manuel Simbürger (ms), Andreas Ungerböck (au), Andy Woerz


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MARTIN RÜTTER

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STERMANN & GRISSEMANN „Gags, Gags, Gags!“

!ticket November 2017  

Dirty Dancing * Disney * Martin Rütter und Cesar Millan * Hurts * DelaDap * Armin Assinger * The Rolling Stones * Hans Klok * Thommy Ten und...

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