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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

HORROR

HAT VIELE GESICHTER Österreichische Post AG / MZ 15Z040254 M, CTS Eventim Austria GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

Vampire, Außerirdische, Hexen, Ghule und Gespenster lehren uns das Fürchten

musik show 2 0 1 7 sport theater kabarett

OKT

2,90 €

Damit sind Sie live dabei!

SUNRISE AVENUE Liebe statt Politik, Herzschmerz statt Hurrikane: Das ist „Heartbreak Century“!

der herkulis GERNOT KULIS

Die Welt braucht mehr denn je einen Helden im Kampf gegen die selbsternannten Halbgötter und Vollpfosten. Gernot Kulis stellt sich in seinem zweiten Programm dieser Herkules-Aufgabe ...


Foto VBW © Oliver Gast 2017

#WeAreMusical

DAS MUSICAL MIT DEN HITS VON

RAINHARD FENDRICH

BUCH Titus Hoffmann Christian Struppeck

REGIE Andreas Gergen

Graphic designed by Dewynters, London | Photo/Artwork © Preiml/Sava 2010

MACHO MACHO • ES LEBE DER SPORT • TANGO KORRUPTI • WEUS’D A HERZ HAST …

BUCH & LIEDTEXTE ORIGINALCHOREOGRAPHIE & WIENER FASSUNG

MICHAEL KUNZE MUSIK JIM STEINMAN ORIGINALREGIE ROMAN POLANSKI REGIE WIENER FASSUNG CORNELIUS BALTUS DENNIS CALLAHAN BÜHNENBILD / KOSTÜME / MAKE-UP / MASKE / PERÜCKEN WIENER FASSUNG KENTAUR MUSICAL SUPERVISION / ARRANGEMENTS MICHAEL REED BASIEREND AUF DEM FILM VON TURNER ENTERTAINMENT CO. „THE FEARLESS VAMPIRE KILLERS“ PRODUZIERT MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON WARNER BROS. THEATRE VENTURES INC. VON REGISSEUR ROMAN POLANSKI, DREHBUCH GÉRARD BRACH UND ROMAN POLANSKI

WWW.MUSICALVIENNA . AT 200x280_IAFA+TDV_OETicket_9-17.indd 1

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DAS UNHEIMLICHE „Tanz der Vampire“ ist nur eines der Stücke, das uns in den nächsten Monaten das Fürchten lehrt und beweist: Horror hat viele Gesichter.

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Ehrenkodex und Integrität

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er Österreichische Presserat hat Grundsätze für die publizistische Arbeit – den sogenannten Ehrenkodex für die Presse – aufgestellt. Dieser beinhaltet Regeln für die tägliche Arbeit der Journalisten, die die Wahrung der journalistischen Berufsethik sicherstellen. Journalismus bringt demnach nicht nur Freiheiten – in unserem Fall etwa das Besuchen von Konzerten und das Vorabhören von Platten –, sondern vor allem auch eine Verantwortung gegenüber der Leserschaft. Eine Intervention Außenstehender – etwa von Anzeigenkunden – auf den Inhalt einer Berichterstattung ist unzulässig, ja und selbst wirtschaftliche Interessen des Verlages dürfen redaktionelle Inhalte nicht in einer Weise beeinflussen, die Fehlinformationen oder Unterdrü-

ckung wesentlicher Informationen zur Folge haben könnten. Dies gilt in Zeiten, in denen zumindest der fundierte Print-Journalismus vom Aussterben bedroht ist, mehr denn je: Selbst in der Not darf man sich nicht bücken, sondern muss seine Pflicht ernst nehmen. Natürlich: Eine „gefärbte“ Berichterstattung im Kulturoder Sportressort wäre weniger dramatisch als eine im Politik-, Lokal-, oder auch im Wirtschaftsressort. Nichtsdestotrotz nehmen auch wir Kulturjournalisten das Vertrauen, das uns unsere Leser allmonatlich entgegenbringen, ernst: !ticket wird von der CTS Eventim Austria GmbH verlegt, Österreichs stärkstem Ticketvertrieb. Wir arbeiten mit einer Vielzahl an Veranstaltern und Plattenlabels eng zusammen, sind von ihnen mannigfaltig direkt oder indirekt ab-

hängig. Weil wir aber nicht nur unsere Leser, sondern auch unsere Partner ernst nehmen, ist manchmal auch Kritik angebracht: Ein Hinweis auf organisatorische Mängel bei Konzerten ist kein Frontalangriff, sondern Ansporn, es nächstes Mal besser zu machen. Und manchmal verlangt es auch der Respekt vor einem Künstler – nicht allein als Journalist, sondern vor allem als Musikconnaisseur – aufzuzeigen, dass seine Karriere nicht makellos ist – oft hilft kein „Bricklebrit!“, um aus Notdurft Gold zu machen. Kulturjournalismus, das Feuilleton, ist ganz klar Meinungsjournalismus: Das, was Sie allmonatlich bei uns lesen, ist nicht die einzige Wahrheit. Aber immerhin unsere ehrliche Meinung. Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEPT OKT NOV DEZ

IN DIESER AUSGABE [14] Das Unheimliche Vampire, Aliens, Ghule und Geister [18] James Bond For your ears only [22] David Bowie Das Abschiedswerk „Lazarus“ [25] Kraftklub Digitalisierung, Rechtspopulismus und Soja-Latte [28] Beatpatrol „Local Heroes“ der elektronischen Musik [34] Sunrise Avenue Nur die Liebe zählt [42] Masters Of Dirt Dreck, Feuer und Sexyness

MTV Der Musiksender steht mit seiner über 20-jährigen Geschichte im deutschsprachigen Raum für legendäre Musik-Formate, internationale Events

Ganz Wien Seit 14. September und noch bis 25. März erleben wir im Wien Museum Karlsplatz die Ausstellung „Ganz Wien. Eine Pop-Tour“. Sie zeigt sechs Jahrzehnte Wiener Pop-Geschichte, dargestellt anhand von Hotspots der Musikszene. Die Tour führt zu Lokalen, Diskotheken, besetzten Häusern, Radiostationen und Studios. Und natürlich finden sich auch die Stars selbst, von Wolfgang Ambros über Falco (Foto) und Drahdiwaberl bis hin zu Wanda und Bilderbuch.

LIFESTYLE 30 Herbstzeit = Kinozeit Wie lässt sich der kühle Herbst besser begehen als vor dem Heimkino?

TESTET 32 Sennheiser Die „Fernbedienung“ für den perfekten Klang des Heimkinos.

LOCATION 37 Planet.tt Der Tummelplatz von Stars und Sternchen sämtlicher Genres im Wiener Gasometer.

HEIMAT wie die EMA und VMA, aber auch die erfolgreiche Unplugged-Reihe (Nirvana, Die Ärzte, Die Toten Hosen, Andreas Gabalier). Seit März ist MTV nach seinem Wechsel ins Bezahl-TV rund um die Uhr wieder als kostenloser Livestream unter mtv.de/live empfangbar, ab Jänner 2018 kommt MTV wieder ins unverschlüsselte Free-TV.

LIVE IS LIFE 45 Robbie Williams Ein Massenunterhalter der Extraklasse: So geht „heavy entertainment“!

KULTOUR 48 Unbekanntes Ein Trippeln abseits von eingefahrenen Bahnen, auf unbekannteren Spuren.

MEDIA 50 Kino, Musik und Spiele Mit Foo Fighters, Marilyn Manson, „Fack Ju Göhte 3“ & mehr!

Fotos: VBW/Preiml, Didi Sattmann, mtv.de, Facebook Illustration: baes

Facebook Der soziale Netzwerk-Gigant Facebook plant, mehrere Hundert Millionen US-Dollar an die Musikindustrie und Plattenlabels zu zahlen, damit Nutzer legal Songs hochladen können. Das langfristige Ziel lautet dabei: Facebook will sich als Alternative zu YouTube positionieren. Die Verhandlungen zwischen Facebook und der Musikindustrie laufen demnach schon seit mehreren Monaten. Das zentrale Problem ist, dass Nutzer in den letzten Jahren vermehrt eigene Videos teilen, die urheberrechtlich geschützte Musikstücke enthalten. Weil Facebook nicht die Rechte hält, ist der Konzern daher verpflichtet, die jeweiligen Videos wieder zu löschen. Etwas, das man eigentlich vermeiden will. Solche Abkommen mit Rechteinhabern werden für Facebook wichtiger, allein schon, weil das soziale Netzwerk verstärkt auf Videoformate setzen will, die lukrative Werbeeinnahmen versprechen.

38 Bloodsucking Zombies From Outer Space Untot, aber bis in die Fingerspitzen motiviert.

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SHOWHIGHLIGHTS IN ÖSTERREICH

n LIVE erlebe

WENN NICHT WIR.

LMUT-LIST-HALLE 27.10.17 GRAZ HE SOMETER 28.10.17 WIEN GA ARENA PS 29.10.17 LINZ TI

09.11.17 WIEN W

IENER STADTHALLE

Tanz und Choreographie

Christoph Hagel Regie und Klavier Darlene Ann Dobisch Vocals

N 05.-07.01.18 WIE

MUSEUMSQUARTIE

R HALLE E

Z FESTSPIELHAUS 09.01.18 BREGEN ADTHALLE 13.05.18 GRAZ ST

ACT ENTERTAINMENT PRÄSENTIERT

The ABBA - Tribute - Show live on Stage

ADTHALLE F 12.03.18 WIEN ST Z FESTSPIELHAUS 13.03.18 BREGEN UCKNERHAUS 14.03.18 LINZ BR LMUT-LIST-HALLE 15.03.18 GRAZ HE RG CONGRESS 16.03.18 SALZBU UCK CONGRESS 19.03.18 INNSBR

FURT MESSEHALLE 22.03.18 KLAGEN TADT ARENA NOVA 23.03.18 WR. NEUS ADTHALLE 24.03.18 WIEN ST EN VAZ LT 25.03.18 ST. PÖ ADTHALLE 08.04.18 GRAZ ST A RG SALZBURGAREN 12.04.18 SALZBU UCKNERHAUS 13.04.18 LINZ BR Z FESTSPIELHAUS 14.04.18 BREGEN UCK CONGRESS 15.04.18 INNSBR

KARTEN BEI ALLEN OETICKET-VERKAUFSSTELLEN | WWW.OETICKET.COM TICKETS & INFOS: WWW.SHOWFACTORY.AT & WWW.LSKONZERTE.AT

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Das neue Album ab Oktober 2017 erhältlich!


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!ticket highlights

SCHEINWERFERLICHT

Laune der Natour ’17 Im Mai erschien „Laune der Natur“, mit dem Die Toten Hosen einen Jubiläumserfolg feiern konnten – es ist ihr zehntes Nummer-eins-Album. Im Sommer räumte die Band schon auf den größten Festivals im deutschsprachigen Raum gewaltig ab, so auch bei uns am Rock In Vienna und gleich im Anschluss am „Bolzplatz“ in Wiesen und Innsbruck. Jetzt freuen sich die fünf Düsseldorfer darauf, ihren Fans in den Hallen die hosentypische Vollbedienung zu verpassen. Im Gepäck: Hymnen, Klassiker und Gassenhauer sowie viel neues Material vom hochgelobten Album „Laune der Natur“.

Die Toten Hosen 22. Dezember, Wiener Stadthalle (D)

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Roland Kaiser Die große ArenaTournee 2018 Die über 40-jährige Karriere von Roland Kaiser ist so facettenreich wie faszinierend. Es ist sein Talent für großartige musikalische Bilder, seine unbändige Spielfreude und diese elektrisierende Leidenschaft, die er auf der Bühne entfacht und mit der er sein Publikum seit Jahrzehnten begeistert. Ebensolche Begeisterung und vor allem großen Respekt verdienen sein unermüdliches und vielseitiges Engagement für soziale Gerechtigkeit sowie seine deutliche und mutige Haltung für eine weltoffene Gesellschaft. Für diesen Mut stehen auch seine Lieder, die gleichzeitig die Sehnsucht wecken, das Leben und die Liebe feiern sowie von Optimismus und mit allen Sinnen gelebten Momenten erzählen. 9. Dezember, Wiener Stadthalle (D)

Fotos: Manfred Baumann (Michael Mittermeier), Irina Totova (Queen Of Sand), Paul Ripke (Die Toten Hosen), Stefan Malzkorn

Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Der Sommer ist noch nicht allzu lange vorbei und schon hat das Line-up-Ratespiel für die Festivalsaison 2018 begonnen: Wer war schon lange nicht dabei? Wer bringt ein neues Album raus? Wer geht auf Tour? Welche Bands spielen auf internationalen Festivals? Welche Festivals wird es überhaupt noch geben? Fix ist bereits das FM4 Frequency, das zwischen 16. und 18. August wieder über die St. Pöltner Bühnen geht! frequency.at ruft zu einem Fan-Voting auf, meine Favoriten: Nine Inch Nails (EP-Trilogie, USTour), Nick Cave & The Bad Seeds (on Tour: 1.11. Wiener Stadthalle – Restkarten; 2013 beim Frequency … ), Kings Of Leon (waren heuer zwar beim Rock In Vienna, aber …), Bilderbuch (habe ich heuer leider versäumt), The Cure (Frequency 2012; Publikumslieblinge – man erinnere sich an den Andrang beim Wien-Konzert im Vorjahr), The Steaming Satellites (eine meiner liebsten heimischen Indie-Bands), Tyler Bryant & The Shakedown (sensationeller Support von Guns N’ Roses im Juli), The Killers (neues Album im Herbst!). … aber fast egal – auf die Stimmung kommt es an! Pässe sind schon käuflich erwerbbar! Selbiges gilt natürlich auch fürs Nova Rock, das bereits für den 14. bis 16. Juni eingebucht ist! Aber jetzt steht uns erst noch ein eventreicher Herbst bevor – und gute Wahl!


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Queen Of Sand Sandmalerei Show von Irina Titova Mit ihrer ganz der „Magie des Augenblickes“ gewidmeten Kunst der Sandmalerei begeistert die aus Russland stammende Irina Titova ein rasant anwachsendes Publikum von Moskau bis Berlin, St. Petersburg bis St. Gallen. Auch in Österreich feierte Titova, die in ihren bewegenden LiveShows auf beeindruckende Weise „Vergänglichkeit“ und „Einzigartigkeit jedes Moments“ bewusst werden lässt, bereits große Erfolge und löste wahre Begeisterungsstürme beim Publikum aus. Ein Erlebnis, das staunen macht! im Herbst und Winter in ganz Österreich

Michael Mittermeier Wild Wie kriegt man die Welt in den Griff? Oder noch wichtiger: Wie kriegt man sich selbst in den Griff, wenn die Welt sich nicht mehr im Griff hat? Die Welt dreht sich weiter und Michael Mittermeier ist kein aktueller Brennpunkt zu heiß. Der Vorkämpfer der deutschen Stand-upComedy hat in seinem aktuellen Programm mehr als eine Überlebenstaktik für unsere Zivilisation im Gepäck, die unaufhaltsam verwildert. Oder auch einfach nur unübersichtlicher wird. Ungezähmt und unerbittlich jagt er die Menschenfänger, Trolle und Nagellackentferner. im Herbst/Winter in Bregenz, Klagenfurt & Innsbruck

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TIM_08_10_Coverstory Gernot Kulis_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 18.09.17 15:02 Seite 1

Heros Herkulis Über sechs Jahre hat Gernot Kulis sein Comedy-Debüt „Kulisionen“ gespielt, dabei über 200.000 Besucher köstlich amüsiert. Nun legt der „Herkulis“ noch ein Schäufelchen nach: Der Heros ist schlagfertig. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Im Oktober feiert nach einer Vielzahl „öffentlicher Proben“ dein zweites Programm „Herkulis“ Premiere. Stehst du nach dem gigantischen Erfolg der „Kulisionen“ unter Leistungsdruck? Grunsätzlich stehe ich vom Typ her mein ganzes Leben lang unter Leistungsdruck, weil ich mich immer nur mit dem Besten zufrieden gebe. Ich halte es nervlich nicht aus, wenn zwei Minuten einmal keine Pointe passiert. Ich nehme mir natürlich schon die Zeit, Geschichten in Ruhe zu

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erzählen, je länger aber keine Pointe kommt, umso größer muss dann meine Schlusspointe sein. Hast du – abgesehen vom Publikum bei deinen aktuell laufenden „öffentlichen Proben“ – ein Korrektiv? Nicht wirklich. Ich probe nie alleine und lerne auch keine Texte auswendig, erarbeite das Programm lieber mit dem Publikum. Ich glaube, dass wir ein gutes Gespür dafür haben, was ankommt – das merke ich jetzt auch bei den öffentlichen Proben. Es passt sehr oft schon auf Anhieb. Meine Frau kommt seit den „Kulisionen“ – dieser Titel kommt auch von ihr – unaufgefordert fast schon aufdringlich mit ProgrammtitelVorschlägen daher. Leider sind sie gut (lacht). Nun heißt das Programm dank ihr „Herkulis“. Fällt dir der Abschied von den „Kulisionen“ schwer? Ich habe eigentlich gar kein Interesse gehabt, mit „Kulisionen“ aufzuhören. Mir war „Kulisionen“ nie langweilig, ich habe auch die letzte Vorstellung gespielt wie die erste. Ich habe das Programm dauernd und auch regional adaptiert, und es kam auch vor, dass ich nachmittags noch nicht genau wusste, was ich abends sagen werde. Dadurch war ich immer konzentriert, fokussiert und teilweise auch ein bisserl nervös – die Anspannung war immer da. Die darf man nicht verlieren. Aber wir werden das

Programm nicht ganz in der Versenkung verschwinden lassen, nächstes Jahr im Sommer schreibe ich es für Deutschland um – da wird es nächsten Herbst in München dann auch eine Deutschlandpremiere geben. Im bayerischen Grenzgebiet sind wir ja schon erprobt, da sind die „Kulisionen“ super angekommen. Und vielleicht wird auch das Edinburgh Fringe für mich irgendwann einmal Thema, da verstehe ich Michael Mittermeier total, dass der das macht: Das ist back to the roots und eine riesige Herausforderung in einer Sprache, die man kann, aber nicht gänzlich beherrscht. Über 200.000 Menschen haben deine „Kulisionen“ bereits gesehen: Was verankert dich in der Oberliga der österreichischen Comedy? Ich glaube, ich bin durch meine Herkunft – geborener Kärntner, in der Jugend in der Steiermark aufgewachsen, seit 2000 in Wien beheimatet – sehr breit aufgestellt. Außerdem komme ich vom Land und weiß, wie die Leute dort ticken. Ich bin sehr bodenständig, vielleicht wie der Vorlaute einer Gruppe, dabei aber auch angreifbar und authentisch. Ich verstelle mich nicht, ich bin so, wie ich bin. Ich glaube, das Publikum hat sich ein bisschen auch danach gesehnt, dass da keine Figur auf der Bühne steht, ein Künstler, der zwar fantastisch, aber nicht greifbar ist. Ich glaube, das schweißt mich und das Publikum

Foto: Manfred Baumann

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arum es Witze gibt und warum wir das Lachen so genießen, darüber haben sich schon viele große Geister den Kopf zerbrochen. Von Kant, Schopenhauer über Freud bis hin zu modernen Kognitionswissenschaftlern bleibt es eines der großen Rätsel des Menschen. Tatsächlich gibt es Humor überall auf der Welt, und auch wenn sein Ursprung noch im Verborgenen bleibt: Lachen hilft nachweislich gegen Schmerzen, senkt den Blutdruck und baut Stress ab. Lachen ist die beste Medizin – das weiß der Volksmund schon lange. Seit 20 Jahren wächst das Interesse, Humor auch gezielt therapeutisch einzusetzen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der „Herkulis“: Herkulesaufgaben – also schier unlösbare Herausforderungen – begegnen uns im Leben immer wieder. Und für jede gibt es Herkulislösungen: Mit ein bisschen Witz geht vieles viel leichter von der Hand.


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Der Herkulis Egal ob wilde Stiere, verschollene Baumarkt-Mitarbeiter oder die eigenen Kinder: Für jede Herkulesaufgabe hat Gernot Kulis eine witzige Lösung parat.

zusammen. So etwas kann man nicht planen, so etwas hat man in sich drinnen oder nicht. Dein griechischer Namensvetter hatte am Hoch seiner Karriere für Eurystheus zwölf Aufgaben zu erledigen. Ein paar Jahrhunderte später mussten sich Asterix und Obelix für Cäsar zwölf modernisierten Aufgaben stellen. Was sind heute die 12 Herkules-Aufgaben? Im Programm erzähle ich von HerkulesAufgaben, aber Herkulis-Lösungen. Generell finde ich, wenn man mit Humor, Witz und Spaß durch die Welt geht, schaut diese gleich viel besser aus. Wir alle haben Herkules-Aufgaben: Das fängt an beim Parkplatzsuchen in der Stadt und geht über ins Kinderkriegen – die dann wiederum vor ihrer Herkules-Aufgabe stehen, dem Papa vielleicht einmal erklären zu müssen, warum sie einen Fünfer bekommen haben. Es geht aber auch um die gläserne Welt oder um so banale Dinge, wie im Baumarkt einen Verkäufer zu finden: Die Nummer beruht wie alle anderen auch auf einer wahren Begebenheit. Ich bin ja handwerklich überhaupt nicht begabt und war tatsächlich das erste Mal in meinem Leben in einem Baumarkt und auf der Suche nach einem Verkäufer. Weil keiner auffindbar war, wollte ich einen ausrufen lassen, aber auch beim Info-Stand war niemand zu finden. Also habe ich selbst einen Verkäufer ausgerufen …

termine t Kulis Aktuell spielt Gerno seines „Herkulis“. Der n“ be Pro e ich ntl „öffe r im Globe t am 12. Oktobe Tourauftakt finde ch folgend. rei ter Ös in ganz Wien statt. Termine

Griechenland, Heimat des Helden Herkules, war dereinst eine blühende Hochkultur, heute ist’s zumindest noch ein schönes Urlaubsziel und beliebte Küche, ansonsten ein Finanzfass ohne Boden und EU-Außengrenzensorgenkaiser. Was ist da die Jahre von Homer bis heute schiefgelaufen? Da könnte ich jetzt vielleicht salopp sagen: Das war früher vielleicht auch schon so, nur hat’s da noch kein Facebook gegeben

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(lacht). Ein paar griechische Götter und Helden weilen ja nach wie vor unter uns: Aus Dionysos, dem Gott des Weines, wurde der amtierende Wiener Bürgermeister Michael Häupl, und die Irrfahrten des Odysseus stecken ein bisschen in jedem Wiener Taxifahrer … Letztlich glaube ich, dass die Griechen uns so viel Philosophie mitgegeben haben, dass man ihnen heute eigentlich alle Schulden erlassen könnte (lacht). Aber auch das moderne Griechenland hat noch seine Helden – den griechischen Finanzminister zum Beispiel. Wer würde mit dem gerne tauschen? Oder auch das ganz normale Volk: Wie so oft trifft hier die Misere viele Unschuldige. Herkules’ Vater war Zeus, in „Herkulis“ spielt auch dein Vater eine tragende Rolle. Welche göttlichen Eigenschaften sind ihm anheim? Mein Name kommt ja ursprünglich aus dem Griechischen – das habe ich bis dato nicht gewusst und erst in der Erstehung des Programmes recherchiert. Da war für mich klar, dass irgendein Urahne ein Gott gewesen sein muss (lacht). Mein Vater hat mich geliebt und war stets stolz auf mich, aber er war nicht sehr geduldig und ist die Dinge dann auch auf seine Art angegangen. Dadurch, dass er manchmal aufbrausend und unberechenbar war, hat er mir unterbewusst und indirekt sehr viel Diplomatie beigebracht. Da habe ich eine irrsinnige Menschenkenntnis entwickelt. In der Französischen Revolution wurde Herkules zu einer Figur, die allegorisch für die Kraft des gemeinen Volkes stand. Ist die Comedy heute das laute Sprachrohr der Plebejer? Ich glaube, man darf uns da nicht überschätzen. Punktuell, für die Leute, die gerade im Programm sitzen, passiert schon etwas: Weil da spricht einer auf einer Bühne offen „ihre“ und „unsere“ Probleme an. Das tut schon gut. Aber du musst mitt-

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lerweile auf der Bühne schon mindestens genauso radikal sein wie das, was du kritisierst, damit du eine Diskussion oder einen Diskurs auslösen kannst. Aber man braucht dringend Humorhelden gegen diese selbst ernannten Halbgötter und Vollpfosten! Jede Political Correctness ist der Tod jeder Comedy. Der Ursprung guter Pointen ist nun einmal, dass man nicht korrekt ist und überzeichnet. Nicht erst seit gestern übertrifft oftmals die Realität die Satire, gerade für Fans der gelben Simpson-Familie ist es erschreckend zu sehen, wie schnell aus einem guten Scherz bittere Wahrheit werden kann. Macht das deine Arbeit leichter oder schwerer? Der Spielraum für absurde Gags ist heute definitiv größer als noch vor ein paar Jahren. Trump etwa zeigt, dass wirklich alles möglich ist. Jetzt kommt es darauf an, dass man gute absurde Gags macht, WohlfühlKabarett hat es heute freilich schwerer. Was hast du aus der Böhmermann-Geschichte mitgenommen? Dass man scheinbar Großes nur mit Radikalität lostreten kann. Er wollte letztlich mit dem Gedicht ja nur aufzeigen, was man nicht darf – das finde ich legitim, für mich hat es die dringliche Diskussion um Menschenrechte und Pressefreiheit forciert. Bei anderen Ländern ist es für uns nicht so brisant, aber wenn die Türkei in die EU will, dann muss das durchaus thematisiert werden dürfen. Als Künstler muss man sich halt fragen: Will man etwas lostreten oder will man einfach nur fünfhundert Leute im Saal unterhalten? Beides ist okay. Mein Programm ist weder stark politisch noch belehrend – aber vielleicht kann ich trotzdem etwas mitgeben. Weg von der Presse-, hin zur persönlichen Freiheit: Dein Kärntner Kollege, der EU-Bauer, hat sich mit einem Face-

book-Posting gehörig in die Nesseln gesetzt. Wie sehr musst du als Person öffentlichen Interesses aufpassen, was du abseits von der Bühne von dir gibst oder tust? Ich bin im Normalfall bei keinen AdabeiVeranstaltungen dabei und lache nicht aus jeder Zeitung, außer ich habe eine Berechtigung dort – etwa, wenn ich für das Mutterhaus Graz spiele. Je weniger du das von dir aus machst, umso weniger bist du dann angreifbar. Wenn man wie der EU-Bauer denkt, so mündig zu sein, gute Pointen zu schreiben, dann sollte man sich etwaiger Folgen und Reaktionen in Sozialen Netzwerken halt auch bewusst sein … Als Exil-Kärntner: Was geht dir an Wien immer noch ab – und andersrum, was würdest du gerne den Kärntnern ans Herz legen? Für Kinder ist es am Land sicher schöner: Wenn sie in die Wiese hüpfen und in den Wald laufen können, ist es für sie hundertmal mehr wert, als ein neuer NobelItaliener ums Eck (lacht). Für mich als Kind war Kärnten ein Traum, genauso wie als Teenager dann Graz: Das war so ein Mittelding – du warst gefühlt sofort am Land, aber es war trotzdem wie eine Weltstadt für mich. Jetzt habe ich Wien wahnsinnig gerne, fahre aber genauso gern runter ins Lavanttal oder an den Wörthersee. Der geht mir hier und da schon ab, weil der ist, finde ich, der schönste See, den es in Österreich überhaupt gibt. Dafür könnte der Kärntner vielleicht da und dort ein wenig offener sein. Ein Beispiel: Sechs Anrainer haben das Waidmannsdorfer Stadion boykottiert, weil es dann vielleicht für 10 Veranstaltungen im Jahr ein bisserl lauter wird – anstatt dass man schaut, wie man es vielleicht allen recht machen kann. Am Friedhof hat man dann ohnehin seine ewige Ruhe – genießt, dass jetzt im Leben ein bisschen ein Wirbel ist!


radio886.at

So rockt das Leben. Mit freundlicher Genehmigung von Universal Music Austria

Aktuelles Album: Blue & Lonesome


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!ticket highlights Afrika-Ball mit dem Thema „Mozarts ‘Zauberflöte’ remastered“ Am 31. Oktober verwandelt sich das symbolische Gebäude Event-Pyramide Vösendorf in einen riesigen Ballsaal, wo sich Ladies und Gentlemen unter Freunden treffen, um zu tanzen, zu essen, zu trinken, zu networken und ihren Beitrag zur Charity leisten zu können. Einlass beginnt ab 18:30 Uhr mit Welcome-Drink-Empfang und endet mit Austern, Würstchen, Gulasch und Brötchen um 4:00 Uhr früh. Es gibt abwechslungsreiche Speisen während der ganzen Nacht, an verschiedenen Themen-Bars und Logen. Jedoch wird für die Gäste der VIP-Tische auch ein fünfgängiges Galamenü serviert. Für Unterhaltung wird in mehreren unterschiedlich gestalteten Bereichen der Pyramide gesorgt und es wird auf einer der größten Tanzflächen der Welt zum Parkett gebeten. Eine Vielzahl von Shows und Abendprogrammen sorgt für Kurzweil. Die Eröffnung des Balls be-

Bal de la Pyramide

ginnt klassisch mit dem Einmarsch der Debütanten, begleitet von einem Orchester mit einer Neuauflage der „Zauberflöte“ (Original von Wolfgang A. Mozart), weitere Highlights sind eine klassische, neu inszenierte Ballettvorführung, Gesang und Showacts. Es gibt an diesem Abend Diskotheken (sowohl leise als auch laut) und eine

Zigarren-Lounge (Foto), wo Gäste ein Glas Wein, Champagner, Brandy und Zigarren genießen können. Am Abend wird nebst einer Tombola Geld für einen guten Zweck gesammelt: Unterstützt wird zusammen mit der „Rieck Charity Foundation – R.I.E.C.K. Charity Club“ das Projekt „Schule und Sportplatz in Uganda“.

Fotos: Greg Watermann (Beth Hart), Karl Schrotter (Opus), Albert Stern (Bal de la Pyramide), Hilbert-productions (Rent)

31. Oktober, Pyramide Vösendorf

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IT’S ONLY WOERZ

Beth Hart

Fire On The Floor Die 1972 in Los Angeles geborene Sängerin und Musikern Beth Hart besitzt eine der charismatischsten Stimmen der Gegenwart. Ihr Weg zum Blues und Jazz war verworren: Zunächst studierte sie klassisches Cello, wechselte dann zum Rock und zum Musical, wo sie die Rolle der Janis Joplin verkörperte. Auch im echten Leben ging Hart schon durch viele Feuer. Kein Wunder, dass sie Billie Holiday, Etta James und eben Joplin – allesamt Ikonen schmerzvollen Gesangs – verehrt. Spätestens seit ihrer ersten Kollaboration mit Joe Bonamassa 2011 befindet sie sich im Aufwind – mit bittersüßer Stimme endlich angekommen in den Sphären des Glücks.

8. November, Wiener Stadthalle (F)

Rent

Es zählt nur das Jetzt „Rent“ ist eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten und eroberte 1996 den Broadway im Sturm: Über 12 Jahre hinweg erlebte das Publikum in New York 5.123 Vorstellungen der ersten Rock-Oper ihrer Art. Es folgten Übersetzungen in 24 Sprachen, weltweite Aufführungen und der Kinofilm „Rent“, produziert von niemand Geringerem als Robert De Niro! Die Geschichten aus dem New Yorker East Village haben von ihrer Aktualität bis heute nichts eingebüßt – sie erzählen von der Liebe, der Suche nach sich selbst und dem Leben im Hier und Jetzt. Themen wie Wohnungsnot, Drogenabhängigkeit, Rassismus und AIDS finden sich in „Rent“ ebenso wie der zeitlose Glaube an die Liebe, die Kraft der Freundschaft und die Menschlichkeit. „Rent“ folgt in groben Zügen der Handlung der Oper „La Bohème“ von Giacomo Puccini, spricht aber die Sprache junger Leute. im November in Wels, Wien, Amstetten, Eisenstadt und Villach

Opus

Tonight At The Opera Diesmal sind in der fünften Saison der Benefizreihe Gäste u. a. Gert Steinbäcker, Michael Vatter und Viktor Gernot, die mit Opus und dem von Christian Kolonovits geleiteten „Opuspocus String Orchestra“ auf der Bühne stehen werden. Selbstverständlich treten alle Künstler wie auch Christian Kolonovits als Dirigent ohne Gage auf. Wie schon bei den Veranstaltungen in den Jahren davor wird der Reinerlös der Hilfsorganisation „Menschen für Menschen“ von Karlheinz Böhm zugutekommen. Die Spendengelder der bisherigen Veranstaltungen von über € 160.000 wurden für den Bau von vier Schulen im Hochland von Äthiopien verwendet. Mit dem Erlös der diesjährigen Veranstaltung wird eine weitere Schule mitfinanziert werden.

Kassastress! Ich bin im Lebensmitteleinkaufsetablissement meines Vertrauens endlich am Beginn des Förderbandes angelangt, lege die Waren darauf und bereite mich auf eine optimale, flotte Abwicklung des Bezahlvorganges vor. Der Mann an der Kassa beginnt mit schnellen, geübten Bewegungen, meine Produkte über den Scanner zu ziehen. Großeinkauf. Es piepst schier unaufhörlich und ich versuche einen versteckten Morsecode zu entziffern. Er blickt für den Bruchteil einer Sekunde auf, grüßt, scannt weiter. Ich beginne alles vom Band in den Einkaufswagen zu packen, platziere die Sachen gleich in der mitgebrachten Einkaufstasche, werde unterbrochen. Der Preis wird genannt. Ich zahle mit Karte. Code eingeben. Zwischendurch schnell zwei Joghurts in die Tasche. Hektik. Zahlvorgang abgeschlossen und jetzt erfolgt ein quickes „Auf Wiedersehen!“ vom jungen Kassierer. Das ist zu früh! Ich bin noch da! Ich bleibe noch. Muss fertig packen! Stress mich nicht! Mit dreißig Sekunden Verspätung, folgt mein „Wiederschaun!“ (Gilt das noch als Antwort?) und erneut ein „Auf Wiedersehen!“ seitens des Kassierers. Der nächste Kunde steht schon in der Bezahl-Pipeline, wurde schon begrüßt. Die Grußorgie geht also weiter. Mein Fazit zu diesem weltbewegenden Thema: Die Supermarktkassierer verabschieden sich zu früh. – Na gut, vielleicht bin ich auch einfach zu langsam. Entschleunigt und gemächlich werde ich nun das aktuelle !ticket durchblättern. Auf Wiedersehen.

19. Dezember, Oper Graz

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Mit „Tanz der Vampire“, „Rocky Horror Show“, „The Addams Family“ und „Horror“ lehrt uns Wien in den kommenden Monaten das Fürchten. Dabei beweisen die vier Stücke vor allem eines: Horror hat viele Gesichter.

Tanz der Vampire Packende Rockballaden, furiose Tanzszenen, opulente Kostüme und Kulissen in einer Geschichte voll gruseliger Romantik und umwerfender Komik machen das Kultmusical selbst nach 20 Jahren (!) immer noch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

TEXT: MANUEL SIMBÜRGER

GEWINN SPIEL

Liebesaffäre mit dem Unheimlichen 14|

Fotos: VBW/Preiml, Jens Hauer, Brinkhoff/Mögenburg, Sanne Peper

Wir verlosen 1×2 Tickets für „Horror“ am 17. Oktober & ein Horror-DVD-Paket. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!


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Fotos: VBW/Preiml, Jens Hauer, Brinkhoff/Mögenburg, Sanne Peper

chon der legendäre Psychoanalytiker Sigmund Freud setzte sich mit unserer Lust am Grusel auseinander: In seinem Essay „Das Unheimliche“ (1919) kommt er zu dem Schluss, dass selbiges „gleichzeitig das Vertraute wie auch das Unvertraute“ sei. Das Schreckliche sei dann umso reizvoller, wenn es in der Realität verwurzelt ist – womit Freud schon damals unbewusst das Erfolgskonzept des späteren Horrorgenres vorwegnimmt, wenn er schreibt, „dass es nämlich oft und leicht unheimlich wirkt, wenn die Grenze zwischen Phantasie und Realität verwischt wird“ … Schwarze Romantik Die Lust am wohligen Frösteln ist beinahe so alt wie die Menschheit selbst. Seitdem Geschichten erzählt werden, werden auch Schauergeschichten erzählt; seitdem unterhalten wird, wird mit der angstvollen Erwartungshaltung des Publikums gespielt. Fiktionale Horrorgestalten lassen sich schon in der alten Antike finden, Kulturhistoriker verorten die Ursprünge der Horror- und Gruselliteratur aber im Europa des späten 18. Jahrhunderts: Die „schwarze Romantik“ stellte als Gegentrend zur realistischen, vernünftigen Aufklärung das Irrationale, das Fantastische und Exzessive in den Mittelpunkt. Die Französische Revolution hatte gesellschaftliche Narben hinterlassen, weshalb sich die Romantik nun verstärkt dem Morbiden, der Düsternis und der Melancholie hingab. Das Volk war fasziniert und verlangte nach immer mehr fantastischem Grusel: Mary Shelleys „Frankenstein“, Bram Stokers „Dracula“ sowie Murnaus „Nosferatu“ oder Wienes „Das Cabinet des Dr. Caligari“ sorgten für Gänsehaut. Nicht zuletzt zeigten sich auch europäische Theaterbühnen sowie die Bildende Kunst (Goya, Rodin) von ihrer dunklen Seite.

Grusicals Bis heute ist das Grauen in Literatur, Kino und Theater – von Shakespeare und Goethe über Stephen King und Ann Rice bis hin zu Hitchcock und Guillermo del Toro – ein steter Begleiter. Kein Wunder also, dass sich auch das Musical, immerhin selbst ein Genre, das sich ungebrochener Beliebtheit erfreut und sowohl Tradition als auch Modernes in sich vereint, der Grusel-Thematik annimmt: „Grusical“ nennt sich das Ergebnis, wenn sich Musical und Schauergeschichten vereinen, und bei dem das Publikum, no na, zum Gruseln angeregt werden soll. Gleich drei der erfolgreichsten Vertreter kehren in den kommenden Monaten auf die Wiener Musicalbühnen zurück: „Tanz der Vampire“, „Rocky Horror Show“ und „The Addams Family“ könnten zwar unterschiedlicher nicht sein, sorgen beim Publikum aber allesamt erneut für wohliges Frösteln. Wer dagegen Horror-Inszenierungen ganz ohne Gesang sucht, dem sei Jakop Ahlboms „Horror“ empfohlen: Hier wird nicht mal gesprochen. Tanz der Vampire Vor 20 Jahren verführte Graf von Krolock zum ersten Mal die holde Wirtstochter Sarah, die „totale Finsternis“ ist seitdem weder aus ihren noch aus unseren Herzen gewichen: Nach Erfolgen auf der ganzen Welt kehrt das Kultmusical „Tanz der Vampire“ zum Jubiläum an seinen Uraufführungsort ins Ronacher zurück. Das Erfolgsgeheimnis? Eine zeitlose Geschichte rund um unerwidertes Verlangen und die große Liebe, für die man bereit ist, das eigene Leben zu geben, sowie packende Rocksongs und mitreißende Tanzszenen. Es ist aber auch das Festhalten am klassischen Vampirbild, weit weg vom modernen Vampirtypus der letzten Jahre: Der Graf ist Inbegriff des Gefährlich-Verführerischen sowie Metapher des unterdrück-

ten Begehrens, der gemeinsam mit seinen Gefährten hier noch hemmungslos manipulieren, ausbeuten, beißen, trinken darf – und tanzen. Anstelle einer moralischen Grauzone präsentiert uns „Tanz der Vampire“ eine Schwarz-Weiß-Welt, in der die Helden die Guten und die Vampire die Bösen sind. In der Neuinszenierung schlüpfen Drew Sarich, Mark Seibert (ab Mitte Novemeber) und Thomas Borchert (ab Jänner 2018) erneut in die Rolle des Grafen von Krolock. Rocky Horror Show Fetzig, frech, erotisch, extravagant, schrill, mitreißend und ganz sicher bizarr und skurril: Seit seiner Uraufführung 1973 in London bricht „The Rocky Horror Show“ mit allen Konventionen der oftmals kitschigen Musical-Welt. Mehr als 20 Millionen Menschen tauchten bereits in die schräge Welt des sexbesessenen Transvestiten Dr. Frank N. Furter ein, ein Mix aus Glamrock, New Burlesque, Drag Show und B-Movie-Trash. Das Besondere: Der Besucher ist interaktiver Teil der PartyInszenierung! Bei diesem Rockmusical steht sowohl bei den Figuren als auch beim Publikum weniger der Grusel als das Bedürfnis nach Freiheit, Selbstverwirklichung und gesellschaftlicher NonKonformität im Mittelpunkt. Das betont auch Schöpfer Richard O’Brien, der auch für die Neuinszenierung verantwortlich zeichnet: „Das Ganze ist wie ein böses Märchen und gleicht dem Sündenfall im Paradies. Es ist die Geschichte vom Verlust der Unschuld. Oberflächlich betrachtet ist es nur eine bunte Rock-’n’-Roll-Show voller Witz und Humor. Sieht man aber genauer hin, steckt die Geschichte voller Symbolik und psychologischer Momente. Ich glaube, genau das ist auch das Geheimnis des langwährenden Erfolgs des Stücks: Man kann immer wieder etwas Neues darin entdecken."

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The Addams Family Die leichtfüßige Musicalkomödie mit Uwe Kröger lädt uns ein, die wohl berühmteste Gothic-Familie der Welt (sorry, Osbournes!) in ihrer verfallenen Villa im Central Park zu besuchen und mitzuerleben, wie die nun bereits 18-jährige Tochter Wednesday flügge wird. Bei einem gemeinsamen Dinner lernen Gomez und Morticia Addams die Schwiegereltern in spe das erste Mal kennen – und die Dinge nehmen ihren chaotisch-gruseligen Lauf … Auch wenn der sympathische Gruftie-Klan für seinen Hang zum Unheimlichen bekannt ist, wird hier allem voran auf familientauglichen Spaß gesetzt: Das Bühnenbild ist gerade gruselig genug, um bei Kindern eine wohlige Gänsehaut (mit abwechselnden Lachanfällen) und bei Eltern amüsante Erinnerungen an die kultige TV-Serie der 1960er auszulösen. Bei diesem „Liebesbekenntnis zur Familie“ (musicalszene.de) geht es in erster Linie um die Frage nach dem Normalen – und das kann mitunter ganz schön gruselig sein … Horror Der schwedische Theaterregisseur Jakop Ahlbom versteht sich selbst vor allem als Choreograf. Das hat weniger mit Exzentrik zu tun als mit seiner speziellen Form des Theatermachens: Geschickt verknüpft Ahlbom in seinen Inszenierungen Theater, Pantomime, Tanz und Musik. Seine bis

JAKOP AHLBOMS „HORROR“ Nach dem überwältigenden Erfolg seiner Buster-KeatonHommage im Vorjahr huldigt der schwedische Theatermagier Jakop Ahlbom heuer mit „Horror“ dem albtraumhaften Genre des Horrorfilms. Aber: Welche Horrorfilme haben ihn geprägt? Wir haben nachgefragt. The Shining. Meine unangefochtene Nummer eins, vom besten Regisseur, der jemals auf dieser Erde wandelte: Stanley Kubrick. Nightmare on Elm Street. Wir wissen nicht, was real und was nur ein Traum ist – insbesondere weil die Grenzen fließend sind: Was dir im Traum zustößt, passiert dir auch im wahren Leben. Evil Dead 2. Ein Kult-Klassiker – sehr kreativ, absurd, angsteinflößend, aber auch witzig! Occulus. Von den zeitgenössischen Horrorfilmen hat mich „Occulus“ am meisten geängstigt. The Ring/Ringu. Dieser japanische Horrorfilm hat das Genre auf ein neues Level gehoben, ein Level, wo reine Andeutungen furchteinflößender als Gore sind. Zweifelsohne ein moderner Klassiker! The Exorcist. Absolut sehenswert! „The Exorcist“ war der Film, der das Genre vom B-Movie-Status befreite. Brain Dead. Wenn Horror auf Slapstick trifft: Lusti-

ins letzte Detail choreografierten Aufführungen entführen das Publikum in eine Welt der Illusion, in der alles möglich zu sein scheint – und vor den eigenen Augen auch wird. „Horror“ macht hier keine Ausnahme: Gänzlich ohne Worte, dafür mit szenischen Stilelementen und Special Effects, wie man sie aus klassischen Horrorfilmen kennt, erzählt er die Geschichte einer jungen Frau, die in ihr verlassenes Familienhaus zurückkehrt, um ihre von psychischer und physischer Misshandlung geprägten Kindheit aufzuarbeiten. Dort trifft sie auf ihre tote Schwester, mittlerweile ein Monster mit kalten Augen, die Seelen

ger kann man Horror kaum gestalten – kein Wunder, dass niemand Geringerer als das Peter Jackson („Lord of the Rings“) hierfür verantwortlich zeichnet. Halloween. Von allen Slasher-Filmen ist das der beste und furchteinflößendste für mich. It Follows. Ein Film neueren Datums, dabei aber sehr speziell … Babadook. Ein wundervoll klaustrophobischer Film, der das Genre dafür nutzt, die traumatische Erfahrung einer einsamen Frau mit einem besonders aktiven Kind zu visualisieren … Stefan Baumgartner

stiehlt. Das Set ist düster, die Szenen kurz, die Schatten allgegenwärtig, das Kunstblut ausufernd und die Anspielungen an Filmklassiker wie „Rosemary’s Baby“,„The Ring“ oder „Shining“ zahlreich. Neunzig Minuten lang (ohne Pause!) präsentiert uns Ahlbom ein Horrorkabinett, das Psychothriller genauso ist wie Grusel-Slasher und Komödie. Ach ja: Zombies gibt’s obendrauf auch noch. Facettenreich Diese schauderhaft-schönen Inszenierungen bestätigen, was wir immer schon wussten und in uns zugleich Neugier als auch das Bedürfnis nach Verdrängung auslöst: Horror hat viele Gesichter.

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Rocky Horror Show Kein anderes Musical der Welt wird so euphorisch gefeiert und so enthusiastisch zelebriert wie die Rocky Horror Show mit ihrer skurrilen Story um Exzess, Ausschweifung, Rausch, Trieb und Ekstase.

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enden Albtraum Den atemberaub es zwischen t „Horror“ spiel uber im Wiener M to Ok . 22 d un 17. von „The gt fol ge er, rti ua seumsq “ (Foto rechts) Addams Family . Oktober. Ri29 d zwischen 25. un ocky „R s ien Br O’ chard stiert zwischen ga “ ow Sh r Horro 16. Dezember d un er 29. Novemb Museumsquarer ien ebenfalls im W r de Vampire“ tier. Zum „Tanz tober und März Ok n he isc wird zw en. lad ge er im Ronach


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Schauspieler müssen im Lauf der Jahrzehnte immer wieder ausgetauscht werden, doch der Sound bleibt unverwechselbar. Die Titelsongs der Abenteuer haben ihre eigene Erfolgsgeschichte geschrieben.

James Bond

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s Wir verlosen 3 CD James Bond“ „Best of Bond … t mit ke Pa DT-C und ein OS View To A „Goldfinger“, „A d „Live And Kill“, „Dr. No“ un ormationen Inf hr Me . Let Die“ gungen din be me und Teilnah azin.com! siehe ticketmag

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Fotos: Medea Music, Jansenberger Fotografie, Hersteller

m Anfang steht wie immer ein großes Geheimnis: Wer ist denn nun der Bösewicht? Im Fall der legendären James-Bond-Kennmelodie urteilten britische Gerichte im Lauf der Jahre mehrmals: Die Urheberschaft muss Monty Norman zugeschrieben werden, der die eingängigen Gitarrenakkorde so schön als „Dum di-di dum dum“ zusammenzufassen wusste. John Barry wiederum, der diese Komposition ebenfalls für sich beansprucht hatte, bleibt zumindest die Ehre, 1962 als Arrangeur der „Dr. No“-Titelmelodie den Grundstein einer einzigartigen Erfolgsgeschichte gelegt zu haben. Einer Erfolgsgeschichte, bei der er in weiterer Folge maßgeblich den Ton angab. Der 2011 verstorbene John Barry begann seine musikalische Karriere tatsächlich im Dienste ihrer Majestät: Als Trompeter in einer Big Band der Britischen Armee erlebte er Mitte der 1950er-Jahre unter anderem die Suezkrise in Ägypten mit. Seine Vorliebe für bombastische Sounds kanalisierte der Engländer danach in Filmsoundtracks, für die er insgesamt mit fünf Academy Awards ausgezeichnet wurde (unter anderem für „Jenseits von Afrika“ und „Der mit dem Wolf tanzt“). Bis 1987 war er bei zwölf von 15 „007“Filmen als Komponist und Arrangeur im Einsatz; ihm verdankt die Filmwelt Klassiker wie Nancy Sinatras „You Only Live Twice“, Shirley Basseys „Goldfinger“ oder Sheena Eastons „For Your Eyes Only“. Starmagnet Nicht zuletzt dank Barrys sicherer Hand für epochale Melodien entwickelten sich die Bond-Soundtracks zu einem wahren Starmagneten. Ob Sam Smith dereinst in die Riege zeitloser Legenden wie Tom Jones, Tina Turner oder Louis Armstrong aufzusteigen vermag, wird zwar erst die Zukunft zeigen. Fix ist jedoch, dass dem jungen Engländer 2015 mit „Writing’s On The Wall“ ein besonderes Kunststück

gelungen ist: Der Titelsong zum 24. und bislang letzten 007-Abenteuer „Spectre“ war der erste in der mehr als 50-jährigen Bond-Geschichte, der Platz 1 der britischen Charts erobern konnte! Doch damit der Ehre nicht genug: Nach Adele 2012 (für „Skyfall“) war Smith auch erst der zweite Interpret, der für einen BondSoundtrack mit dem begehrten Oscar ausgezeichnet wurde. Dass es ausgerechnet Sam Smith als Erstem gelungen ist, an die Spitze der britischen Charts vorzustoßen, mag überraschen. Denn die Liste der bisherigen Bond-Interpreten liest sich wie ein Who’s who der Musikgeschichte: Paul McCartney und seine Wings wurden mit dem mittlerweile von Guns N`Roses vereinnahmten „Live And Let Die“ 1973 für den Oscar nominiert, mussten sich aber in der Hitparade mit Rang 9 begnügen. Louis Armstrong erreichte 1969 mit „We Have All The Time In The World“ immerhin ebenso Platz 3 wie später Madonna („Die Another Day“, 2002). Adeles Angriff auf die Chartspitze wurde 2012 von der Swedish House Mafia gestoppt, Duran Durans „A View To A Kill“ wurde 1985 von Paul Hardcastles One-HitWonder-Hit „19“ abgeschossen. Newcomer Weniger überraschend ist hingegen die Tatsache, dass Smith seine große Chance bereits mit 23 Jahren und nach nur einem – zugegeben extrem erfolgreichen – Album bekommen hatte. Denn tatsächlich setzen die Verantwortlichen von Anfang an auf aktuell brandheiße Newcomer: Tom Jones hatte 1965 erst wenige Monate zuvor mit seiner Debüt-Single „It’s Not Unusual“ den Sprung vom No-Name zum unwiderstehlichen Herzensbrecher geschafft, ehe er „Thunderball“ seine Stimme leihen durfte. Die damals 22jährige Schottin Sheena Easton („9 to 5“) war ebenfalls erst seit einem Jahr im Big Business, ehe sie 1981 mit „For Your Eyes Only“ zum Superstar aufstieg.

MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Martin Carr – New Shapes Of Life Es heißt, der Tod von Bowie hat beim The-Boo-Radleys-Mastermind Spuren hinterlassen. Diese Misere klingt danach.

Kitty, Daisy & Lewis – Superscope Auch auf Album #4 geben sich analoge Blues-, R-’n’-B- und Swing-Schätzchen beschwingt die Klinke in die Hand.

Perturbator – New Model Auf ihrem neuen Album dröhnen die Meister des Darksynth misanthrophischer und dystopischer als je zuvor.

King Gizzard & The Lizard Wizard – Sketches Of Brunswick East Auf ihrer Kollaboration mit Mild High Club driften die Aussies in jazzig-verquere Sphären ab.

Protomartyr – Relatives In Descent Ein Album über die Angst vor der prekären Natur der Realität – klingt demnach auch eindrucksvoll nach Nick Cave.

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Ein Galaabend im Dienste Ihrer Majestät Die legendären Songs und Scores aus den Bond-Movies mit großem Orchester und den stimmgewaltigen Publikumslieblingen Maya Hakvoort, Nazide Aylin, Sandra Pires und Conchita Wurst im Wiener Konzerthaus. Dazu werden die berühmtesten Filmszenen auf großer Leinwand gezeigt.

Die Lizenz zum Singen für Bond 25 Doch selbst wenn den Soundtracks ein ähnlicher Erfolg wie den Filmen an den Kinokassen jahrzehntelang verwehrt geblieben war, reißen sich Künstler (und nicht zuletzt deren Managements) um die Lizenz zum Singen. Aktuelles Beispiel: Beyonce wäre gerüchteweise bereit, ihre Babypause zu unterbrechen, um den Titelsong des 25. Bond-Films in die Welt hinauszuschmettern. Noch ist allerdings nicht entschieden, wer das nächste Bond-Abenteuer besingen und sich damit einen einzigartigen Marketing-Boost sichern darf. Fix ist nur, dass der Jubiläumsstreifen – Arbeitstitel „Shatterhand“ – im November 2019 Premiere feiern wird. Daniel Craig bestätigte erst im August, dass er zum fünften Mal in die maßgeschneiderte Titelrolle schlüpfen wird; Christoph Waltz könnte erneut den ewigen Gegenspieler Blofeld geben, der Batman-geeichte Christopher Nolan gilt als heißer Anwärter auf den begehrten Regiesessel.

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mes Bond“ Music of Ja ber im Wiener „007 – The m ze De 2. und 3. spielt es am nzer Konzerthaus. zember im Li ielt am 14. De t erleben wir sp ta hi nc or Co Maya Hakvo menden Mai Musiktheater, mal“ kom or N To t ex auch in „N Nova. in der Arena

A Time To Kill Bis es aber tatsächlich so weit ist, begnügen wir uns nicht nur mit DVD-Boxen und verregneten Fernsehnachmittagen, sondern freuen wir uns auf ein musikalisches Spektakel der ganz besonderen Art. Am 2. und 3. Dezember steht der Große Saal des Wiener Konzerthauses ganz im Zeichen von James Bond. Unter der Leitung des österreichischen Dirigenten und Arrangeurs Alex Johansson zelebriert das Max Steiner Orchester einen musikalischen Streifzug durch die mehr als 50-jährige Erfolgsgeschichte des fiktiven MI6-Agenten. Stargast bei „007 – The Music of James Bond“ ist Conchita, die ihren Song-Contest-Triumph 2014 nicht zuletzt einer gewissen musikalischen Nähe zu 007 ver-

dankt: „Ich glaube ja, dass die Musik einen wesentlichen Teil des James-BondErfolges ausmacht. Man erkennt einen Bond-Song sofort, denn gewisse Akkorde sind offenbar ein Muss. Und diese Akkorde sind auch in ,Rise Like A Phoenix‘ zu hören gewesen.“ Nicht ganz zufällig, wie sie im Gespräch mit Blick auf die Geschichte ihres größten Hits gerne zugibt: „Der Song wurde ursprünglich für Shirley Bassey geschrieben, sie hat ihn aber nicht angenommen.“ Conchita blickt dem Galaabend im Konzerthaus mit großer Freude entgegen: „Ich fühle mich in diesem musikalischen Genre ja bekanntlich zu Hause. Dieser orchestrale Bombast, larger than life!“ Entdeckt hat sie James Bond für sich sehr früh – über die Musik und nicht über die Filme, die ihr weniger zusagen: „Als ich etwa acht Jahre alt war, hatte meine Mutter eine Compilation-CD, auf der sich unter anderem ,Goldfinger‘ von Shirley Bassey befunden hat. Diese CD habe ich danach jahrelang rauf und runter gehört!“ Mittlerweile ist die Liebe zu „Goldfinger“ von anderen Bond-Nummern sogar noch getoppt worden: „Diamonds Are Forever“, ist Conchitas Favorit, gefolgt von „For Your Eyes Only“ (Sheena Easton, 1981) und „GoldenEye“ (Tina Turner, 1995). Und ihr Lieblings-BondDarsteller? „Diese Frage muss ich auf die Optik reduzieren und dann ist es natürlich die klassische Schönheit Sean Connery.“ Selbst einmal einen Titelsong zu singen, bleibt ein bisher unerfüllter Traum: „Wir haben uns vor ,Spectre‘ mit dem Thema beschäftigt. Aber wenn man kein britischer Künstler oder wahnsinnig erfolgreich ist, hat man es ganz schwer, von den Produzenten überhaupt in Betracht gezogen zu werden. Selbst mein Sieg beim Song Contest dürfte den Damen und Herren, die über den Soundtrack entscheiden, herzlich egal gewesen sein.“


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Ziggy Stardust Mit dem Musical „Lazarus“ kommt David Bowies Abschiedswerk auf die heimische Bühne. Ein Blick auf die zweite Karriere des Universalkünstlers abseits der Popmusik – und auf die Erfüllung seines letzten großen Traumes. TEXT: EMANUEL RUDAS

Lazarus 18 Bowie-Songs begleiten im Theaterstück Thomas Jerome Newton: Vor dreißig Jahren kam er als strahlender Außerirdischer auf die Erde, heute ist er ein verbitterter Erdbewohner, der sich mit Gin betäubt.

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„A New Career In A New Town (1977–1982)“ ist die dritte Box in einer Serie, die Bowies Karriere ab 1969 umfasst und somit den Nachfolger zu „Five Years (1969–1973)“ und „Who Can I Be Now? (1974–1976)“ darstellt. Auf 11 CDs wird Bowies gesamtes Schaffen dieser Jahre präsentiert.

Foto: Fehmi Baumbach, Warner Music

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ie Gerüchte einer schweren Erkrankung hatten sich in den vergangenen Jahren hartnäckig gehalten. Fast eine Dekade über war er kaum öffentlich aufgetreten. Aber als David Bowie am 10. Jänner 2016 verstarb, wurde die Öffentlichkeit dennoch in eine Stimmungslage zwischen Bestürzung und Überraschung versetzt. Erst zwei Tage zuvor, an seinem 69. Geburtstag, hatte das „PopChamäleon“ mit „Blackstar“ ein kryptisch-forderndes Album veröffentlicht. Wie sich in den kommenden Monaten zeigen sollte, hatte David Bowie seine letzte Studioaufnahmen mit zahlreichen Hinweisen gepflastert. Allein: Kaum jemand hatte sie verstanden. Der drohende Tod wurde arbeitswütig und minutiös dramaturgisch umgesetzt. Von versteckten Symbolen im Booklet über Bilder eines Krankenbetts im letzten Musikvideo bis hin zu – im Nachhinein – offensichtlich wirkenden Textzeilen: Bowie stilisierte sein Ableben zur Kunstform. Ein erstaunliches letztes Album schien jedoch nicht genug, denn mit „Lazarus“ feierte nur kurz zuvor ein Musical unter seiner Mitautorenschaft Premiere. Auf den ersten Blick erscheint das sogar für eingefleischte


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t am Heimweg Fans des wandelbaren Musikers verwunderlich: mit Musicals hätte man den Mann hinter Hits wie „Space Oddity“ oder „Ashes To Ashes“ nicht zwingend in Verbindung gebracht. Für den kranken Bowie wurde „Lazarus“ allerdings zur Erfüllung eines letzten, lebenslang gehegten Traumes. Bowie als Impresario Abseits der Konzertarenen übten die Schauspielhäuser eine große Anziehungskraft auf David Bowie aus – und das bereits seit seiner Kindheit. Musical und Theater waren merklich stilprägend für den jungen britischen Musiker, der sich in späteren Jahren anstelle eines industriell orchestrierten PopstarImages immer wieder selbst unerwartete neue Rollen schuf. Ob als Major Tom, Ziggy Stardust, Thin White Duke oder zuletzt als Button Eyes: Bowies Kunstfiguren machten ihn mindestens genauso zum Impresario wie zum längst anerkannt virtuosen Popmusiker. Bereits in den 1970ern hatte es erste Anläufe gegeben, ein eigenes Musical zu schreiben. Videomitschnitte zeugen heute noch davon. Während diese Versuche weitgehend versandeten, führte ihn der Reiz des Bühnenspiels etwas später zu einem mehrwöchigen Engagement am Broadway. 1980 übernahm er die Rolle des John Merrick in „The Elephant Man“ – sehr zum Missfallen seiner Plattenfirma, die Bowie am Höhepunkt seiner Pop-Karriere lieber auf Promotion-Tournee gesehen hätte. Die Presse dankte es ihm jedoch mit euphorischen Kritiken.

Ziggy Stardust fällt vom Himmel Weitaus bekannter sind allerdings David Bowies Ausflüge in die Welt des Filmes – etwa in Julian Schnabels Biopic „Basquiat“, Jim Hensons „Die Reise ins Labyrinth“ oder David Lynchs „Twin Peaks: Fire Walk With Me“. Bereits 1976 übernahm Bowie die Hauptrolle in Nicolas Roegs Kultfilm „The Man Who Fell On Earth“. Die Geschichte des humanoiden Außerirdischen Thomas Jerome Newton, der auf der Suche nach Wasser für seinen Wüstenplaneten den schlechten Charaktereigenschaften der Menschen zum Opfer fällt, verfolgte Bowie bis zuletzt. Vier Dekaden später führte der Universalkünstler seine Liebe zum Musical schließlich mit seiner wichtigsten Filmrolle zusammen. In „Lazarus“ wird die Geschichte von„The Man Who Fell On Earth“ fortgesetzt. Mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh entstand ein letztes kühnes Projekt, das so manche überzeichnete Parallele zu den letzten Lebensjahren David Bowies aufzeigt. Man trifft wieder auf Thomas Jerome Newton; er ist längst zu einem blinden und verbitterten Erdenbewohner mutiert, sitzt alleine in seinem Apartment in Manhattan und betäubt sich mit Gin. Ein zeitgenössischer Lazarus, der sich Linderung für seine Qualen sucht. So wirkt die ursprünglich von Autor Walter Tevis ersonnene Figur des Thomas Jerome Newton zugleich wie eine lebenslange Identifikationsfläche Bowies als auch wie die Personifizierung seiner größten Ängste. Bowie zog es ständig an neue Orte, deren Sprache er kaum sprach, und auf neue musikalische Spielfelder, die ihn unbere-

chenbar und einzigartig werden ließen. Sich ständig selbst zum „Alien“ zu machen – das schien wie ein Motor für ihn. Doch auch Ziggy Stardusts Schöpfer musste sich letztlich den Gesetzmäßigkeiten der Erde beugen: am Ende nur mehr ein Schatten alter Größe, ein bleicher König, zurückgezogen in Manhattan lebend. „Lazarus“ ist autobiografischer, als man wahrhaben möchte. Originalmusik von Bowie Das musikalische Fundament zum Bühnenstoff kommt naturgemäß von Bowie selbst. 14 Songs aus seiner rund fünfzigjährigen Karriere, darunter Hits wie „Changes“ oder „Absolute Beginners“, werden auf der Bühne in Szene gesetzt. Hinzu kommen vier eigens für das Musical geschriebene Stücke, etwa auch das bereits auf „Blackstar“ veröffentlichte titelgebende „Lazarus“. Mitschnitte der ersten Aufführungsserien zeugen von einer starken stimmlichen Performance des Hauptdarstellers Michael C. Hall (u. a.„Six Feet Under“, „Dexter“), der die Balance zwischen Imitation des Unimitierbaren und eigenständiger Interpretation bravourös meistert. Der zum Zeitpunkt der Proben schwer krebskranke Bowie erlebte noch die Premiere in New York – und erfüllte sich so noch einen lebenslang gehegten Traum.

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Zeitgeist Mit „Keine Nacht für Niemand“ schoben sich die deutschen Indie-Poprocker Kraftklub auf Platz zwei der österreichischen Albumcharts. Nebenbei prägen die Chemnitzer die Gedankenwelt einer ganzen Generation der Verunsicherten. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

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Foto: Phillip Gladsome

er „Zeitgeist“ – ein Terminus, populär geworden in der Moderne, derzeit in inflationärer Verwendung und nicht ins Englische übersetzbar: Wer heutzutage den Zeitgeist trifft, der ist meistens hip, versteht die Generation Snapchat und drückt den Finger auf die Wunden der Gesellschaft. Der Inbegriff zeitgeistiger Musik im deutschsprachigen Raum kommt von Kraftklub. Wenn Sänger Felix Brummer, wie unlängst beim Frequency Festival, spitzbübisch „Schemie Schemie Ya“ schreit (und dabei natürlich den Song „Chemie Chemie Ya“ meint), während er die Hosenträger seiner rot-weißen Band-Uniform dehnt, dann hat er ein

termine irn) sind ine (Salzburg, Dornb lub Die Oktober-Term ftk Kra n , daher kehre bereits ausverkauft uar nach zwar am 22. Febr ! 2018 wieder, und ien W ch na r ua br Fe Graz und am 23.

ganzes Volk hinter sich. Ein Volk, das sich mit den Problemen der Digitalisierung konfrontiert sieht, die Schnauze voll hat vom grassierenden Rechtspopulismus und irgendwo zwischen der nächsten Soja-Latte und ernsthaften Zukunftsproblemen pendelt. Mitten im Leben „Anecken und provozieren sollte man in jedem Fall“, erzählt uns der Sänger im Gespräch, „wir machen Musik aber in erster Linie, um aufwühlende, emotionale und interessante Geschichten zu erzählen, und nicht, um Leute zu vergraulen.“ Brummer wurde erst unlängst vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen, nachdem er Mitglieder der PEGIDA bei

einem Konzert im Juni in Chemnitz während zweier Songs als „Vollidioten“ bezeichnet hatte. Auf dem aktuellen Erfolgsalbum „Keine Nacht für Niemand“ singt die Band über die Probleme mit der Arbeitszeitflexibilisierung („Sklave“), fehlgeschlagene Beziehungen („Dein Lied“) oder Selbstmordgedanken („Fenster“) – eben aus dem Leben gegriffene Themen, die jeden betreffen. Im Gegensatz zur Meinung vieler Kritiker ist Politisierung dabei kein vordergründiges Thema: „Wir wollen nicht missionieren. Diesen Ansatz finde ich zum Kotzen anmaßend.“ Missionieren lassen sich ihre Fans aber unbewusst, denn die Strahlkraft des Kraftklub erreicht die Missverstandenen und Unsicheren – und macht die Band damit zeitgeistig. Doch Hand aufs Herz: Es gibt Schlimmeres, als mit klarer Diktion gegen Rechtspopulismus aufzutreten.

Klare Ansage „Endlich ist die Pause vorbei. Augenringe bis zum Kinn, aschfahle Haut: Auch eure Stadt wird heimgesucht vom brennenden K.“ – mit „Keine Nacht für Niemand“ touren Kraftklub endlich auch wieder durch Österreich.

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Das Broadway Musical Millionen begeisterte Zuschauer weltweit haben mit der übergewichtigen Heldin Tracy mitgefiebert, ob sie ihren Traum vom TV-Star verwirklichen kann. „Hairspray“ wurde durch die Hollywood-Verfilmung mit John Travolta zu einem der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten. Die mitreißend charmante Mutmacherstory ist eine rasante, witzige und überschäumende Feier des Selbstvertrauens. Mit Musicalstar Uwe Kröger als Edna Turnblad und Schauspielerin Isabel Varell als Velma von Tussle konnte der Musical-Hit mit zwei hochkarätigen Darstellern besetzt werden. Achtung: Die Produktionen im Linzer Musiktheater (laufend) und im Stadttheater Wiener Neustadt (3. Dezember) sind andere Produktionen mit abweichender Besetzung! ab Februar in Graz, Wien, Bregenz und Innsbruck

im März in Salzburg, Linz & Innsbruck

Jennifer Rostock

Feine Sahne Fischfilet im Februar im Linzer Posthof, der Arena Wien und dem ppc Graz Best Of 10 Jahre Jennifer Rostock! Dass es diese Band schafft, so lange zu bestehen wie die 80erJahre, hätten anno 2007 nicht mal die wohlwollendsten Wohlwoller aus der Glaskugel gelesen. Der große Vorteil an jedweden Jubiläen: Es gibt einen Anlass zum Feiern! Der große Vorteil am Banddasein: Man kann ganz locker alle Freunde einladen! Musikalisch wird alles gezündet, was der nunmehr sechs Alben umfassende Backkatalog anbietet, „Best-of“ inklusive „Worst-of“ quasi. im März und April in Linz und Wien

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Fotos: GEPA-pictures.com (ÖFB), COFO (Hairspray), Viktor Schanz (Jennifer Rostock), Hornoff (Feine Sahne Fischfilet)

Bilderbuch Magic Life Wer beim Titel „Magic Life“ an ein Cluburlaub-Angebot von TUI denkt, fehlt gar nicht so weit: „Alles inklusive“, „keine Langeweile“ und „der richtige Mix aus Entspannung und Aktivitäten“ sind nur einige der WerbeKeywords, die magischerweise auch auf das neue Bilderbuch-Album zutreffen. „Magic Life“ ist nach dem gefeierten „Schick Schock“ und einer ausverkauften Tour ein Trip, ein Carpet-Ride in Buffalo-Boots – durch die Genres, die Tempi, die Sprachen.

Alles auf Rausch Aus der tiefsten Provinz Mecklenburg-Vorpommerns haben sie sich auf die Bühnen der größten Festivals gespielt. Ihre Touren sind regelmäßig ausverkauft, sie füllen inzwischen nicht nur Clubs, sondern Hallen – und das, ohne auch nur ein Millibar ihrer Kraft zu verlieren! Es gibt im Leben nicht viele Gelegenheiten, Dinge zu erleben, die so stark sind, dass sie auch Atheisten glauben lassen, auch Abgeklärten eine Träne entlocken und Introvertierte ausflippen lassen. Ihre Auftritte sind wie ein Ritt auf der Rasierklinge der Realität. Es ist nie klar, ob es gut geht. Aber die Musik nimmt dich in den Arm, wenn es brenzlig wird – und brennen tut es eigentlich immer.


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Serbien kommt ins Prater-Oval Das fünfte und letzte Heimspiel des österreichischen Nationalteams in der laufenden WM-Qualifikation findet am 6. Oktober gegen Serbien statt. Kick-off im Wiener Ernst-Happel-Stadion ist um 20:45 Uhr. Karten für das Länderspiel gegen die Nr. 42 der FIFAWeltrangliste sind ausschließlich unter oefb.at/tickets beziehungsweise via ÖFB Ticket-Hotline (01) 96096 555 erhältlich. Das günstigste Ticket kostet € 10,00. ÖFB Reisen bietet allen Fans ein attraktives Reiseangebot inklusive Bahnticket, Ticket für das Spiel gegen Serbien und Nächtigung im 4*Hotel an. Nähere Informationen und Anmeldung unter office@oefb-reisen.at bzw. auf www.oefb-reisen.at

ÖFB Nationalteam

Fotos: GEPA-pictures.com (ÖFB), COFO (Hairspray), Viktor Schanz (Jennifer Rostock), Hornoff (Feine Sahne Fischfilet)

6. Oktober, Wiener Ernst-Happel-Stadion

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No Sleep till St. P Mit dem Beatpatrol beheimatet St. Pölten eines der wichtigsten Festivals für elektronische Musik in Europa. In diesem Jahr stehen dabei auch zwei „Local Heroes“ der niederösterreichischen Hauptstadt im Mittelpunkt. TEXT: ROUVEN AHL

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empfiehlt

iechklang sp d und Bau ake o tp ro ea K B & es o d Neben Cam ktober im Rahmen Dimitri Ve: O . ch 5 o 2 n s, len am en auch Farben, Blis Z St. Pölt trol im VA ike, Alan Walker, Alle , KlopfgeisM sh gas & Like rt, DC Breaks, Ed Ru dal und Vini ea an Brennan H odestep, Sasasas, V M ter, Mefjus, Vici.

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t. Pölten steht, allein wegen der geografischen Nähe, etwas im Schatten der Metropole Wien. Auch was die Musikszene angeht. Dabei finden mit dem Frequency (16. bis 18. August) und dem Beatpatrol zwei der wichtigsten Festivals der österreichischen Musikszene in der niederösterreichischen Hauptstadt statt – nicht zu vergessen auch das STP Metalweekend (parallel

zum Erscheinen des Magazins am 29. September). Während man beim Frequency (abgesehen vom Nightpark) dabei eher auf rockige, beim Metalweekend klarerweise auf die metallischen Klänge setzt, steht beim Beatpatrol die elektronische Musik im Vordergrund. Heimspiel In diesem Jahr steigt das Beatpatrol am

Fotos: Hombauer, Thomas Unterberger

Bauchklang 1996 formierte sich das Projekt der ursprünglich sechs St. Pöltner infolge einer gemeinsamen Schul-Musical-Produktion von „Jesus Christ Superstar“ des BRG/BORG St. Pölten unter Leitung Erich Schwabs. Seit 2006 besteht die Band nach einigen Umbesetzungen aus fünf Mitgliedern. Sie erzeugen ihren Sound (Hip-Hop, Reggae, Trance, Techno, Drum and Bass und Ambient) ohne Instrumente – nur mit der Kraft ihrer Stimme, ihres Bauches und ihres Zwerchfells.


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Pölten Camo & Krooked 2002 begannen Camo (Reinhard Rietsch) und Krooked (Markus Wagner), damals noch Solo, ihre ersten Songs zu produzieren. Im Jahr 2007 schlossen die beiden sich zu dem Duo Camo & Krooked zusammen. Durch ihre Vorliebe, die verschiedenen Genres der elektronischen Musik zu vermischen – etwa Elektro, House, Funk, Dubstep und Drum and Bass – erreichten ihre Musikstücke einen eigenen Stil, der sie so in der Szene des Drum and Bass bekannt machte.

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Geburtsstunde in St. Pölten ist, einfach, weil hier ein dementsprechendes Klima und eine Community bestehen“, so Johannes Reichl vom Beatpatrol.

25. Oktober im VAZ St. Pölten. Neben internationalen Stars der Szene wie Dimitri Vegas & Like Mike oder Alan Walker stehen heuer auch zwei Acts im Fokus, die der kleinen, aber feinen lokalen Szene entsprungen sind: Camo & Krooked und Bauchklang. „Das sagt schon einiges über die Power der Austro-Musikszene aus – und was natürlich besonders interessant ist, dass bei beiden die

Bauchklänge Für Andreas Fraenzl und seine Band Bauchklang spielte das BRG/BORG, das musische Gymnasium in St. Pölten, eine zentrale Rolle. „St. Pölten ist ja eine Kleinstadt. Das hat Vor-und Nachteile. Es gibt nicht viel und daher verdichtet sich alles an wenigen Orten. Für die Entstehung von Bauchklang war unsere Schule ganz wichtig – quasi ein Biotop für Musikbegeisterte.“ Fraenzl weiter: „In einer Kleinstadt bekommt man eben ein hohes Level an Qualität zusammen; eben weil es nicht so viele Möglichkeiten gibt.“ Bauchklang treten beim Beatpatrol nach einer fast vierjährigen Pause wieder auf die Bühne. Fraenzl freut sich dabei vor allem auf die simplen Dinge: „Einfach wieder gemeinsam Musik machen und die Energie des Publikums spüren.“ Auch wenn nur noch drei Mitglieder originär aus St. Pölten kommen, ist die Stadt „un-

ser Heimatort. Daher freuen wir uns sehr, hier zu spielen.“ Aber: „Natürlich sind die Erwartungen an uns selber entsprechend hoch; zumal es der einzige Gig in Österreich ist.“ Von einer Reunion will er aber nicht sprechen. Man warte einfach ab, was in der Zukunft passiert. Bauchklang stachen schon zu Beginn aus der Szene von St. Pölten hervor. Was vor allem daran liegt, dass sie ihre Sounds nicht per Instrument oder Computer herstellen – sondern mit ihren Stimmbändern und nicht nur sprichwörtlich aus dem Bauch heraus. „Dass zu Stimmmusik getanzt wird, hat es in der Art und Weise wohl zuvor nicht gegeben. Für uns stand dabei aber nie Akrobatik im Vordergrund. Das Hauptaugenmerk lag immer auf dem Song bzw. Track.“ Was Fraenzl am Beatpatrol besonders gefällt, ist die Tatsache, dass schon immer viele österreichische Künstler in das Line-up genommen wurden. Generell gehört die einheimische Musik, trotz aller Erfolge in den letzten Jahren, aber noch mehr gefördert. Auch bei anderen Festivals des Landes …

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Der Mittelsmann Egal ob bei TV-Diskussionsrunden, Filmen und Serien oder Musiksendungen: Man will nicht immer mit der Umwelt teilen, was man sich so ansieht. Das perfekte Helferlein dazu präsentiert einmal mehr Sennheiser. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

FLEX 5000

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zige Qualität darin besteht, adrett gekleidet methangasfreie heiße Luft zu produzieren. 2017 war in Österreich der drittwärmste Sommer seit Messbeginn 1767, heißer war es nur in den Jahren 2003 und 2015. Für Abhilfe sorgten die zahlreichen Bademöglichkeiten des Landes, lauschige Schanigärten, der politisch korrekte Eskimo – und in Haushalten mit Sky-Anschluss auch „Game Of Thrones“, wurde ab dem 17. Juli immerhin die siebente Staffel des Sex-und-Gewalt-Epos ausgestrahlt. Auch wenn sich die Reichweite seit der vorigen Staffel mehr als verdop-

pelt hat, frohlocken beileibe nicht alle „Winter is coming!“ – denn Fantasie wird den Zuschauern kaum abverlangt, wenn die prägenden Themen – Völlerei, vor allem aber Sex und Mord – stets und deutlich visualisiert werden. Nicht wenige (und vielleicht auch die eigene Partnerin) fragen sich: „Wieso schauen sich an-

Fotos: Sennheiser

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um Thema ein paar aktuelle Fallbeispiele; Die ORF-Sommergespräche vor der diesjährigen Nationalratswahl am 15. Oktober: Wie bringen sich die Parteien für den anstehenden Wahlkampf in Stellung? Womit können sie punkten? Eine durchaus relevante Frage, nicht selten ist in Haushalten auch die politische Tendenz der Mitbewohner ähnlich gerichtet – doch während die einen höchst interessiert der Darlegung der Spitzenkandidaten ihrer (vermeintlichen) Unique Selling Points folgen, fühlen sich die anderen lediglich an wiederkäuende Rinder erinnert, deren ein-

Der Flex 5000 ist ein innovatives Audio-Gerät, das es Ihnen erlaubt, die Lautstärke, das Hörprofil und sogar die Sprachverständlichkeit individuell an Ihre Hörvorlieben anzupassen. Dafür können Sie ganz einfach Ihren eigenen kabelgebundenen Kopfhörer benutzen – auch wenn in der Grundausstattung bereits das In-EarHeadset MX 475 mitgeliefert wird. Ihr gewohnter Kopfhörer wird somit Teil eines kabellosen TV-Audio-Systems, so können Sie sich frei bewegen, während Sie Ihren TV-Klang genießen. € 199,- Mehr Informationen: bit.ly/flex5000


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Fotos: Sennheiser

sonsten völlig geschmackssichere Menschen diesen sexistischen, gewaltverherrlichenden Quatsch an?“ Jeden Montag und jeden Sonntag wird ab 21 Uhr auf gotv „hosted by oeticket.com“ ausgestrahlt. Das heißt: Die Musik-Aficionados des heimischen Ticketing-Giganten präsentieren die neuesten und besten Clips von den Künstlern, die in den nächsten Wochen und Monaten auch die heimischen Bühnen beehren werden. Doch wie auch in Westeros ist’s auch im bunten Treiben der Musiklandschaft: Während die beste Ehefrau von allen zu The Darkness’ „I Believe In A Thing Called Love“ schmachtet oder zu Guettas „U2“ ihr immer noch ansehnliches Becken kreisen lässt, taut der Göttergatte zu Marilyn Mansons „Tainted Love“ erst so richtig auf – oder nimmt „Enjoy The Silence“ von Depeche Mode wörtlich. Reibungspunkte innerhalb der eigenen vier Wände sind vorprogrammiert – und den Nachbarn muss man ja auch nicht unbedingt jeden Tag beweisen, wie exklusiv der eigene Musikgeschmack ist. Der Mittelsmann von Sennheiser Beispiele derartiger Natur finden sich im alltäglichen Leben zuhauf, und auch wenn Rücksichtnahme in der modernen Gesellschaft nicht zwangsweise en vogue ist, so ist es letztlich oftmals nicht nur für Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen besser, dem TV-Ton per Kopfhörer zu lauschen – einerseits, um seine Mitmenschen mit seinem Programm nicht zu stören, andererseits aber auch, um von seiner Umwelt nicht abgelenkt zu werden. Natürlich: Die einfachste Lösung ist immer noch, seinen Kopfhörer an die Kabelbuchse zu stecken oder via Bluetooth zu verbinden, doch bekanntlich sind die ein-

fachsten Lösungen nicht immer die bes- de Gackern der Moderatorin bleibende ten. Mit dem Flex 5000 bietet der deut- Schäden verursachte: Nicht nur Tiefen, sche Audio-Spezialist Sennheiser einen auch die Höhen werden neben einer perfekten Mittelsmann an. Rechts-links-Balance etwa adaptiert. Der Flex 5000 ist ein Funkmodul für Aber auch wenn man weder innerhalb Kopfhörer, das aus zwei Teilen besteht: noch außerhalb der eigenen vier Wände Der größere Teil ist der Sender, welcher mit seiner Programmwahl jemanden wahlweise analog per Klinkenkabel oder stören könnte, ist der Flex 5000 eine digital per Toslink an den Fernseher kostengünstige, dabei vernünftige Erangeschlossen wird. Huckepack darauf gänzung des Heimkinos: Innerhalb der sitzt der kleine, abnehmbare Empfänger, mittleren Preisklasse kann man pauschal dessen interner Akku auf der Sende- attestieren, dass je flacher ein Fernseher, station aufgeladen wird. Dieses leichte desto schlechter auch dessen Ton ist, Teilchen kann per Klinkenanschluss denn halbwegs taugliche Lautsprecher mit allen herkömmlichen Kopfhörern benötigen nun einmal Platz – daran verbunden werden. Was macht der Flex kann selbst die ausgefeilteste Elektronik 5000 nun, was etwa eine Fernbedienung und Chassis-Anordnung nicht viel ännicht kann? Nun, er bietet eine Auswahl dern. Natürlich mag deshalb niemand von drei unterschiedlichen Hörprofilen auf zeitgemäße Flat-TVs verzichten, zur Verbesserung des Klangs sowie eine unter anderem deshalb boomt der Funktion zur Optimierung der Sprach- Markt für Soundbars – oder rechtfertigt verständlichkeit, indem Hintergrund- eben die Anschaffung eines Mittelsgeräusche, die das gesprochene Wort manns wie des Flex 5000. überlagern, reduziert werden. Daher unser Fazit: Im Live-Test heißt dies, Das bessere Prodass selbst einer Sendung gramm wählt man wie „taff“ inhaltlich geauch 2017 noch mit Wir verlosen zwei Stück folgt werden konnte, der Fernbedienung des MOMENTUM II. Mehr Informationen und ohne dass das quäken– den besseren Klang Teilnahmebedinungen siehe jedoch mit Sennheiser. ticketmagazin.com!

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MOMENTUM II Die neue, verbesserte Generation der bewährten MOMENTUM-Kopfhörer arbeitet Nuancen im Sound noch feiner heraus, der Klang ist schlichtweg mit brillant zu beschreiben: Klar, voller Details und mit markantem Bass. Dass der komfortabel sitzende Kopfhörer mit robusten Edelstahlschienen und weichem, luxuriösem Leder zudem auch noch edel-zeitlos aussieht, versteht sich eigentlich fast schon von selbst. € 319,–

KLANG KOMFORT PREIS-LEISTUNG OPTIK

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Reale Liebe „Ich mag einfache Dinge“, bringt Samu Haber sein Erfolgsgeheimnis auf den Punkt: Liebe statt Politik, Herzschmerz statt Hurrikane und Atomraketen. Diese einfachen Dinge sind auch die Basis für das neue Album von Sunrise Avenue. TEXT: ALEXANDER HAIDE

Eurem Albumtitel „Heartbreak Century“ nach scheint dieses Jahrhundert eines voll von gebrochenen Herzen zu sein? Es ist in vielerlei Hinsicht alles sehr seltsam. Wir leben besser als jemals zuvor, doch immer mehr von uns sind unglücklich. Das klingt unmöglich, ist aber so. Wäre es nicht gerade jetzt spannend und interessant, Songs über den Zustand der Welt zu machen? Es ist ziemlich schwer, von Donald Trump und Kim Jong-un inspiriert zu werden. Ich habe meine Meinung und mache mir echt viele Gedanken,

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aber als Künstler und Songwriter möchte ich über Gefühle schreiben. Vielleicht hat das schon etwas mit Trump zu tun, wenn das ein „Heartbreak Century“ ist und die Menschen wollen, dass ein Clown das größte Land der Erde regiert. Vielleicht ist das eines der Symptome unserer Überflussgesellschaft. Aber es wäre echt schwer, einen linken Song zu schreiben: (singt) „Stand up for your right, we want to do the work!“ Hat die rote Fahne am Cover eine tiefere Bedeutung? (lacht laut) Man hat eine Schweizer Fahne gemacht, eine für die Sowjetunion, sogar eine für China, eine für die sexuelle Gleichberechtigung, die Regenbogenfahne. Rot ist die Farbe von Sunrise Avenue und es ist die Farbe der Liebe. Klar sticht es heraus. Es gab auch einige in der Plattenfirma und in unserem Verlag, die damit ein Problem hatten. Aber hey, es ist doch einfach nur Rot. Können wir uns darauf einigen, dass „Heartbreak Century“ ein Trennungs- und Beziehungsalbum ist? Es gibt noch andere Themen. Da sind

Powersongs wie „Flag“: „Streiche niemals deine Fahne, hör’ nie auf für das zu kämpfen, woran du glaubst.“ Aber klar, meistens geht es entweder um ein gebrochenes Herz oder den Glauben an die Liebe und sich da hineinzusteigern. Schon beim Opener „Never Let Go“ wird man sofort mit dem typischen Sunrise-Avenue-Drumbeat in das Album gezogen. Ist das ein Erfolgsgarant? Wir werden erst sehen, ob das ein erfolgreiches Album wird. Ehrlich, ich habe keine Ahnung. Wenn ich Songs schreibe, denke ich nicht an den Erfolg, sondern daran, ob es sich richtig anfühlt. Ich mag einfache Dinge. Ich mag keine zu intelligenten oder komplizierten Stücke. Wir sollten nie zu sehr das verändern, was Sunrise Avenue ausmacht. Wenn es funktioniert, ändere es nicht, versuche die Dinge so zu machen, wie du sie magst.

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am Sunrise Avenue Das Konzert von r Arena ist bereits de 21. November in Konzert am 6. März das ausverkauft, für t es adthalle (D) gib in der Wiener St n! rte jedoch noch Ka

Fotos: Anna Äärelä

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ine rote Fahne am Cover als eindeutige Message? Werden Sunrise Avenue politisch? Weit gefehlt, denn Mastermind Samu Haber fällt zu Donald Trump und Kim Jong-un nichts ein. Und so gibt es nach drei Jahren Pause wieder ein Album im gewohnten Erfolgsstil der Finnen: Neue Liebe, alte Liebe, gerade gestorbene Liebe – das sind die roten Fäden von „Heartbreak Century“, dem neuen Longplayer der „Hollywood Hills“-Besinger.


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Sunrise Avenue Die finnischen Poprock-Superstars von Sunrise Avenue analysieren auf ihrem fünften Studioalbum, warum wir offenbar verlernt haben, glücklich und zufrieden zu sein. Willkommen im „Heartbreak Century“!

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samus liebeslieder Samu Habers manchmal etwas unerwartete Top-Lovesongs sind: „I Will Always Love You“ von Whitney Houston, denn sie war großartig, einfach umwerfend. Jetzt wird es wirklich kitschig, aber „My Heart Will Go On“ von Céline Dion muss einfach sein. Das ist einfach so schön. Und da ich mich damals gerade zum ersten Mal so richtig verliebt hatte, als es rauskam: „Always“ von Bon Jovi. Ich denke mir auch jedes Mal wenn ich mich neu verliebe, dass das für den Rest des Lebens ist. Ich mag die romantische Idee einfach, jemanden „Always“ zu lieben.

Der Song „I Help You Hate Me“ wäre ohne Facebook nicht möglich gewesen, oder? Der Text auf keinen Fall, denn wenn man vor zwanzig Jahren über das Ändern eines Profilbildes gesprochen hätte, hätten die Menschen ja keine Ahnung gehabt, was du meinst. Und noch nie war es so leicht, den Kontakt mit dem/der Ex auch im Verborgenen aufrechtzuerhalten und zu sehen was er/sie macht … Ich denke, das machen viele Menschen. Ich würde nie schauen, was eine Ex macht. Ich glaube nicht an das Freundebleiben. Mit einer gewissen Distanz, irgendwann in der Zukunft, kann man vielleicht versuchen, ein neues Level wie das einer Freundschaft zu erreichen. Ich finde es auch supermies, wenn man seine Ex online stalkt. Das wird dir nicht helfen. Du wirst dich höchstens schlecht dabei fühlen.

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Also bist du ein Löscher und Blockierer? Ich blockiere niemanden, das ist nicht der richtige Weg. Wenn jemand einmal ein Teil deines Lebens gewesen ist, sollte man sich niemals vor der Person fürchten. Aber man soll ihr auch nicht nachstellen. Wozu? Wenn man beschlossen hat, ein neues Kapitel im Leben aufzuschlagen und sich zu trennen, dann beginnt man ein neues Kapitel. End of Bullshit. In „Afterglow“ gibt es das schöne Bild der Abdrücke auf der Seele, die Ex-Partner hinterlassen. Welche „Prints in Your Soul“ haben deine Ex-Partnerinnen dir aufgedrückt? Jeder hinterlässt Spuren, auch sehr enge Freunde. Besonders aber natürlich romantische Beziehungen. Das sind die Momente, wenn man sich so richtig selbst kennenlernt, wo man sich seinen Ängsten und Schwächen stellen muss. Wenn man jemand in

seine Seele lässt, in sein Herz, wenn du als Mensch sozusagen nackt bist, dann hinterlassen sie Spuren. Das ist gut so. Davon kann man sehr viel lernen, da ist nichts falsch daran. Schwierige Erfahrungen machen dich zu einem besseren Menschen. „Love somebody like me you must be crazy“ singst du bei „Somebody Like Me“. Ist es schwer, dich zu lieben? (lacht laut) Wenn ich ein Girl wäre, würde ich mich nicht lieben. Man muss auf jeden Fall ein wenig verrückt sein, wenn man sich Hals über Kopf in jemanden verliebt und wenn man dieses Risiko eingeht. Ist es schwieriger, einen Rockstar zu lieben als einen Normalo? Nein. Rockstars sind genauso Menschen wie normale Leute. Ich bin ein normaler Typ, ich habe nur eine etwas andere Karriere und ein etwas anderes Leben. Rockstars sind vielleicht ein bisschen glücklicher, denn sie machen das, was sie wirklich mögen. Sie müssen sich ihre Befriedigung nicht in anderen Lebensbereichen holen. Und sie können im Übrigen treu und sehr nett sein. Ihr habt bewusst Fehler und Atmo-Geräusche aus dem Studio auf dem Album gelassen …? Es wäre leicht gewesen, das zu polieren. Andererseits möchte ich niemandem etwas Perfektes vorspielen. Das gilt auch für meinen Akzent, denn ich bin eben aus Finnland und nicht aus Amerika oder England. Aber erst gestern habe ich mir das Album wieder angehört und dachte mir, dass wir hier und da noch etwas ändern hätten sollen. Andererseits: Ein Album ist wie die Liebe und das Leben, real und nicht perfekt.


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Der Planet Rock In den vergangenen drei Jahrzehnten verwandelte die heutige Planet.tt-Crew mit Sitz im Gasometer die Stadt Wien von einer (Hard-) Rock-Wüste zum Tummelplatz von Stars & Sternchen. TEXT: ALEXANDER HAIDE

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iele Größen des internationalen und nationalen Music-Biz geben sich seit neun Jahren die Türklinke in Wien-Simmering in die Hand. Doch es war ein weiter und nicht immer leichter Weg von der Breitenseer Straße im 14. Wiener Gemeindebezirk, wo sich in einem Altbauhaus die späteren Planet.tt-Macher – Mastermind Josef „Muff“ Sopper, Martina Pokorny, Johannes „Fusel“ Bartsch und viele andere – Mitte der Achtziger zur ersten Rockhaus-Mannschaft formierten. Lange Zeit schlug das Hardrockund Metal-Herz der Hauptstadt dann in einem ehemaligen Kloster in WienBrigittenau, bevor es vor ziemlich genau neun Jahren in eine der modernsten Locations Europas, in den Bauch der Wiener Gasometer, übersiedelte. Spätestens, als anno dazumal aus dem alten Rockhaus das Planet Music wurde, öffnete man die Konzerthalle nicht nur in Richtung Mainstream: So finden heute viele Gastspiele der YouTube-

termine (auswahl)

Foto: Martin Sobotnik

18. Oktober: Alter Bridge 28. Oktober: Adel Tawil 04. November: Kasabian 13. November: Mastodon 20. November: Marilyn Manson 27. November: Hurts 05. Dezember: Bushido 08. Dezember: Marteria 09. Dezember: Gentleman

info Telefon: 01/332 46 41 Web: planet.tt Guglgasse 8/Gasometer B32, 1110 Wien

Gasometer Ein Kunstwerk der Statik und Schallisolierung stellt die BA-CA Halle im Gasometer dar: Während unten laute Musik dröhnt, bekommt man als Bewohner in den darüberliegenden Türmen – aber auch in der Mall – nichts mit.

Generation im Gasometer statt, auch für Firmen- und Privatveranstaltungen kann das Planet gemietet werden. Das Venue unter den Gasometertürmen, das übrigens in seiner Grundform einem Ei gleicht, kann in nur wenigen Stunden für beinahe jede Produktion adaptiert werden: von Stehplätzen zu einer bestuhlten Variante bis hin zum Heurigen-Ambiente; von gemütlichen Rängen bis zur hauseigenen Videotechnik spielt das Planet alle Stückerln. Mit der Marshall-VIP-Lounge gibt’s zudem eine Rückzugsmöglichkeit für

Otto Normal, der sich bei einem Drink auch einmal wichtig und exklusiv fühlen möchte … Gleichberechtigt mit den Gigs der internationalen Stars fand schon immer die Austro-Szene im verzweigten Planet-Imperium ihre Heimat: Egal ob es der größte heimische Bandwettbewerb, die „Planet Festival Tour“ ist, die FM4Bühne am Donauinselfest, die ((szene)) Wien oder die SiMM-City – Muff Sopper freut sich immer über alte (Alkbottle, 16. 12.) oder neue Acts (Camo & Krooked, 6. 10.) aus Österreich.

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Zombieapokalypse Schon lange bevor sich der „Walking Dead“-Hype hierzulande ausbreitete, trieben Zombies in Österreich ihr (musikalisches) Unwesen: Die Rede ist von den Bloodsucking Zombies From Outer Space. TEXT: AMINA BEGANOVIC

Außerirdisch untot Die Bloodsucking Zombies lehren dich das Fürchten – und Grooven!

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Outer Space. Nicht nur der klingende Name ist ziemlich einmalig, auch der Sound der Zombies sticht hervor: „Horrorbilly“ nennen die BZFOS ihr Musikgenre. „Den Begriff haben wir uns selbst irgendwann gebastelt, weil es am ehesten unseren Style beschrieben hat. Wir sind ein Hybrid aus Psychobilly und Horrorpunk. Daher war die Bezeichnung irgendwie schlüssig“, erklärt Front-Zombie Dead „Richy“ Gein im Gespräch. Was genau kann sich der sterbliche Zuhörer nun darunter vor-

In Wien feiern die Bloodsucking Zombies from Outer Space – wie könnte es auch anders sein? – in der Halloween-Nacht am 31. Oktober mit einer gruslig-rockigen Show in der Arena. Ebenfalls Jubiläum feiern die Sofa Surfers und schauen auf ihrer 20-Jahre-Tour am 6. Oktober ins Wiener Flex, zwei Tage zuvor gastiert Norbert Schneider im Wiener Konzerthaus. Das Trio von Folkshilfe spielt am 11. im Orpheum Graz auf, tags drauf steht dort die heimische Supergroup 5K HD auf der Bühne. Thomas David gastiert mit neuem Album am 14. im Chelsea, Leyya sind am 18. zu Gast im WUK. Gefühlvoll wird es am 21. im Alten Schlachthof Wels mit Avec, am 26. und 27. wiederum spielt’s Granada, zuerst in der Arena Wien und dann im Posthof Linz.

Fotos: Geli Goldmann, Hersteller

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ie röcheln, verlieren mitunter Gliedmaßen und sind vorzugsweise hinter Menschenfleisch, wahlweise auch Gehirnen her – das ist das gängige Bild, das wir Sterblichen von Zombies haben. Wenn diese aber plötzlich zu Gitarre, Drums und Co. greifen und einen Sound auf die Bühne bringen, der selbst die Toten aufweckt, dann ist schaurig-schönste Stimmung garantiert. Genau für dieses Konzept steht Österreichs bekannteste UntotenBand, die Bloodsucking Zombies From


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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein!

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stellen? „Es ist im Grunde punkiger Rock ’n’ Roll ohne Scheuklappen, der sich vorrangig mit Horrorfilmen, dem ‚Makabren‘ und ‚Obskuren‘ beschäftigt.“ Die Livekonzerte der Bloodsucking Zombies sind in jedem Fall obskure Erlebnisse im besten Sinne, denn steht das Quartett Dead „Richy“ Gein, Mr. „Jim“ Evilize, Dr. „He-Mann“ Schreck und Reverend „Bloodbath“ in voll geschminkter Montur auf der Bühne, wird neben schwungvoller Musik natürlich auch einiges fürs Auge geboten. „Dass wir mit Make-up und Kostüm auf die Bühne gehen werden, war von Anfang an klar. Es gab damals auch nur sehr wenige bis gar keine Bands in unserer Gegend, die Ähnliches gemacht haben.“ Spielwiese Horror Seit 2002 machen die Zombies die Bühnen Österreichs schon unsicher – und nahmen sich auch Zeit, um ihren ganz speziellen Sound zu entwickeln, für den sie 2015 den Amadeus Austrian Music Award in der Kategorie „Hard & Heavy“ verliehen bekamen. „Die ersten fünf Jahre haben wir gebraucht, um alle unsere musikalischen Backgrounds und Vorlieben zu kanalisieren – ich sehe die Musik unserer Band allerdings als etwas, das sich stetig entwickelt, mal in die eine, dann in die andere Richtung. Wir sind sehr offen, wenn es um Songwriting geht, und der Überbegriff ‚Horror‘ als Stilmittel gibt uns eine große Spielwiese.“ Mittlerweile blicken die Zombies auf acht Alben, sechs EPs und einen großen Fundus an Erlebnissen zurück. „Ich erinnere mich noch gut an die allerersten Gigs im Ausland, etwa in Finnland, Russland und Spanien. Natürlich auch an das Kennenlernen mit Alice Cooper, als wir Support für ihn spielen durften … Das war für uns schon groß, vor allem für mich als ultimativer Fanboy. Das Gleiche gilt für

Bela B., speziell, als er sich auch noch auf unserem letzten Album als Gaststar verewigt hat. Das war ein besonderer Moment“, erinnert sich Dead Richy zurück. Der Blick ins Weite hat es den Untoten von jeher angetan, insbesondere die internationale Fanbase der Zombies ist ziemlich gut aufgestellt. „Die ersten Jahre haben wir fast ausschließlich im Ausland gespielt, da wir vor allem in Deutschland mehr Gehör gefunden haben für unseren Zirkus. Das lag mitunter daran, dass Anfang der 2000er-Jahre ein kleiner Hype um Horrorpunk und Psychobilly losging. Ich glaube, dass es bei uns schon spürbar ist, dass eine tiefschürfende Leidenschaft für das Horrorgenre vorhanden ist und wir bis zu einem gewissen Grad ja auch so was wie eine Band von ‚Nerds für Nerds‘ sind – und die gibt es auf dem ganzen Erdball.“ 15 Jahre (un)tot Zwar auch in Österreich, aber dass es dennoch hierzulande für Musiker aus den härteren Genres alles andere als einfach ist, den großen Sprung zu schaffen, wissen die Zombies nur zu gut. „Das liegt wohl auch daran, dass es halt ein kleines Land ist und Rockmusik generell ein Nischendasein fristet. Die Ursache dafür liegt gar nicht so sehr in der Industrie alleine, sondern mehr darin, was dem Gros der Bevölkerung gefällt. Man braucht nur einen Blick in die Charts werfen und kann seine Schlüsse ziehen.“ Nichtsdestotrotz ist auch im kleinen Österreich eine Zombie-Meute unterwegs, und mit dieser feiern die BZFOS demnächst ihr 15-jähriges Bestehen. „So ein kleines Jubiläum muss auch richtig gefeiert werden. Wir spielen ein buntes Set aus all den Jahren, arbeiten gerade eine neue Bühnenshow aus – und generell sind wir bis in die Fingerspitzen motiviert.“

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (ab)

LIVE Lausch – Quiet Men Kantiger Alternative Rock mit viel Ehrlichkeit – darauf setzt das Wiener Trio bei ihrem Album Nummer fünf.

LIVE Ultima Radio – A Thousand Shapes Dem Grazer Quintett gelingt es, erdigen Stoner Rock mit weiteren Genres klanglich neu zu durchziehen.

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PeroPero – Lizards Die Aliens sind unter uns! Ein Konzeptalbum mit ausladenden Kompositionen und vielerlei Sci-Fi-Anleihe.

LIVE Giant Anteater – The Last Dance Dreckiger Blues-Rock mit Electro-Elementen, untermalt von der lasziv-rauchigen Stimme der Frontfrau – gefällt!

LIVE folkshilfe – BAHÖ Quetschn, Synthies, Gitarre– das zweite folkshilfe-Album ist ein Mix, der ins Ohr geht. Ein Mords-Bahö eben!

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Babyexpo

Der auffälligste Fund ist vielleicht das Studio, das Peter Kruder Anfang der 90er-Jahre des vorigen Jahrhunderts in Betrieb nahm, um an den Welterfolgen von Kruder & Dorfmeister zu basteln. Ursprünglich stand es in der Wiener Grundsteingasse (die auch dem K&D-Label „G-Stone“ den Namen gab), nun steht es am Karlsplatz. Im Wien Museum. Es ist eines der Prachtstücke der Ausstellung „Ganz Wien. Eine Pop-Tour“, die zwischen September und März stattfindet und die wichtigsten Stationen der lokalen Musikszene umreisst. Es gibt einiges zu sehen: Plakate, Fotos, Flyer, Eintrittskarten – und jede Menge Videos, Dokus und Filme aus dem ORF-Archiv. Und noch mehr zu hören: von Helmut Qualtinger bis Yung Hurn. Verzeihen Sie mir – als einer der Kuratoren der Ausstellung – die schamlose Eigenwerbung. Aber ich denke, es ist hoch an der Zeit, die Wurzeln der blühenden österreichischen Musiklandschaft freizulegen. Bislang war das ein Thema für Plattensammler, Austropop-Nostalgiker und Musikwissenschaftler. Nun könnte „Ganz Wien“ ein Impuls unter vielen sein, die Metropole ihre erdrückende Klassik-Dominanz abschütteln zu lassen. Und all die walzerseligen Klischees, die dazu führen, dass man sich an der „schönen blauen Donau“ wie in einem k.&k.-Museum fühlt. Dass das ausstellungstechnisch so vielfach dokumentierte, seit Jahrzehnten andauernde Aufbegehren nun selbst im Museum gelandet ist, darf als seriöser Treppenwitz gewertet werden. Walter Gröbchen

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10. bis 12. November, Arena Nova

Tricky Niki Hypochondria Die Einzigartigkeit der facettenreichen Show-Mix-Kombination aus interaktivem Entertainment, Comedy, Bauchreden und mehrfach preisgekrönter Zauberkunst machen jeden Auftritt von Tricky Niki zu einem sehenswerten, höchst amüsanten Live-Erlebnis. So auch die Reise nach Hypochondria, dem Land der Wahnvorstellungen, Zwänge und Lachattacken. Dort, wo man auch ohne grünen Daumen traumhafte Neurosen züchtet … laufend in ganz Österreich, Silvester-Special in Baden

Heavytones

Songs That Didn’t Make It To The Show Die Heavytones dürften die derzeit wohl bekannteste Band im deutschen Fernsehen sein. In Stefan Raabs Show „TV total“ begeistern die Spitzenmusiker das Publikum seit Jahren durch ihre spontanen Musikeinlagen und ihr Improvisationstalent. Da stellt sich so mancher die Frage „Ist das wirklich immer alles live?“. Die Antwort lautet: „Ja!“ Was die Zuhörer erwartet? Ein unverwechselbarer Sound aus Funk, gemischt mit einer guten Portion Rock, Pop und Jazz. Unverkennbar sind dabei die tighten Bläserarrangements und die pumpenden Grooves der Rhythmusgruppe. 4. November, Bühne im Hof

Fotos: Felicitas Matern (Tricky Niki), Herb Jösch (Heavytones), Fotografie Matthias Lenz (Babyexpo)

MONKEY BUSINESS

Die größte Messe für die Kleinsten Sie sind der Mittelpunkt der Messe, sie werden getragen oder gefahren, krabbeln oder laufen sogar schon durch die Gänge: Wenn sich im November unzählige Babys mit Anhang Richtung Arena Nova begeben, ist es so weit: Die BabyExpo, Österreichs größte Messe für die Kleinsten, öffnet erstmals nach 17 Stationen in Wien zusätzlich auch in Wiener Neustadt ihre Pforten. Das heißt: Nationale und internationale Hersteller und Händler präsentieren die neuesten Produkte im Baby-Sektor, und wertvolle Informationen zu wichtigen Fragen rund um den Nachwuchs erwarten die Besucher an drei Messetagen.


W E R BE A G EN T U R HO C HZ W E I | W W W . H O C H 2 . AT

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Only the sky is t D

as Adrenalin schießt Athleten und Fans in die Venen, Feuersäulen steigen in die Höhe und die überdimensional wirkenden Rampen werden in wenigen Sekunden zum Spielplatz für ewige Kinder auf der Suche nach der richtigen Dosis Dopamin. Wenn die „Masters Of Dirt“ in Österreich Station machen, dann ist ein einzigartiges Spektakel voller Artistik, Benzin und Showcharakter garantiert – und das bereits seit Jahren. 2007 veranstaltete der Wiener Georg Fechter das aufsehenerregende Programm zum ersten Mal, zehn Jahre später hat sich die Fahreranzahl im „MoD-Zirkus“ mehr als versechsfacht. An die 350 Mitarbeiter bauen etwa zehn Mal pro Jahr Hunderte Tonnen Material auf und ab und sind damit wichtige Bausteine für die motorisierte Jagd nach dem „höher, schneller, weiter“, die längst schon über alle Geschlechter- und Generationsgrenzen hinaus für Furore sorgt.

in jeder x-beliebigen Halle über die Bühne gehen kann, liegt an ihrer Gigantomanie. Laut Veranstalter Fechter benötigen die Athleten mindestens 75 mal 30 Meter, um ihre atemberaubenden Stunts feilbieten zu können. Auf Motocross-Maschinen, BMX-Rädern, Quads und sogar Schneemobilen werden die Gesetze der Schwerkraft ad absurdum geführt. Meterhoch katapultieren sich die wagemutigen Artisten mit ihren motorisierten Untersätzen in die Höhe, um unter dem Hallendach auch noch von ihren Geräten losgelöste Flips oder Salti zu exerzieren.

Jahrelange Übung und eine gehörige Portion Wahnsinn sind dabei essenziell, um zu den Größten der Zunft zu gehören. Bis zu 90 Kilogramm schwer sind einzelne Geräte der Fahrer, mit denen sie über Distanzen von bis zu 30 Metern springen. Frauenpower Die A-Liga ebenjener Artisten ist aber schon lange nicht mehr nur eine Ansammlung aufgestachelten Testosterons. Mit der Spanierin Gemma Corbera war schon im Vorjahr eine Mountainbike-Stuntfahrerin am Start, in

Schwerkraft? Mittlerweile sind rund 60 Athleten aus 18 verschiedenen Nationen am Start und bringen das Publikum wahlweise auf zwei oder vier Rädern zu ungläubigem Staunen. Dass die Show nicht

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Feuer frei Feuersäulen steigen in die Höhe und die überdimensional wirkenden Rampen in der Wiener Stadthalle werden für drei Tage zum Spielplatz für ewige Kinder auf der Suche nach der richtigen Dosis Dopamin.

Fotos: Fotolia, Philipp Greindl, PACOimages, Sennheiser

The circus is in town – wer Backflips lieber hat als Clowns und motorisierte Megasprünge talentierten Trapezkünstlern vorzieht, der ist bei den „Masters Of Dirt“ goldrichtig. Die Top-Show des Wiener Managers Georg Fechter kommt diesen Herbst nach Graz und im März 2018 wieder nach Wien. TEXT: ROBERT FRÖWEIN


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the limit diesem Jahr begeistert die Kalifornierin Vicki Golden mit Freestyle-Sprüngen jenseits der gängigen Norm. Sie gewann nicht nur bereits zwei Mal die prestigeträchtigen X-Games im Damenbewerb, sondern war auch die erste Frau, die 2013 im Herrenbewerb Bronze eroberte. Damit wurde in den letzten Monaten eine wichtige Lücke geschlossen, denn weibliche Beteiligung am bunten Treiben wurde jahrelang sehnsüchtig herbeigesehnt und trägt ihren Teil zur steten Modernisierung der populären Sportshow bei. Dass das vermeintlich schwache Geschlecht am Ende eben doch wieder das starke ist, davon können sich alle Anfang Oktober in der Grazer Stadthalle und im März 2018 in der Stadthalle Wien überzeugen.

Einfach nur irre Die Stars bei Masters Of Dirt riskieren wirklich alles: Jede Show schreit nur nach „Höher! Weiter! Gefährlicher!“

GEWINNSPIEL Selbst am Bike rasant unterwegs und ihr wollt eure eigenen waghalsigen Fahrten festhalten? Kein Problem! Wir verlosen das MKE2 von Sennheiser, ein hochwertiges wasserdichtes Mikrofon für GoPro® HERO4-Kameras – damit man euch nicht nur sehen, sondern vor allem auch hören kann! Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Effektgeladen Fechter ist es auch zehn Jahre nach Gründung des Hypes wichtig, die Show stets zu verbessern, an den richtigen Stellen zu adaptieren und schlussendlich auch zu modernisieren. Frei nach seinem Motto „wir können den Sport nicht neu erfinden, ihn aber neu verpacken“ wird somit nach jeder Show gegrübelt, wie man das Programm noch weiter verbessern kann. So sind nicht nur die fulminanten Pyrotechnikzaubereien längst fixe Bestandteile, auch bombastische Lichteffekte mit ausgeklügelten LED-Systemen fetten die ohnehin schon hochkarätigen Per-

formances um ein Vielfaches auf. All diese Details zusammengerechnet, lässt sich Masters Of Dirt irgendwo zwischen ewigem Kinderspielplatz, fulminanter Stuntparade und audiovisuellem Hochgenuss verorten. Die Fahrer sind übrigens nicht fix an den „MoD“-Zirkus gebunden, sondern Freiberufler, die immer wieder auch bei anderen Freestyle-Shows aktiv sind. Bei der großen Parade stehen aber nicht nur die artistischen Leistungen im Vordergrund, denn zu einem derart exaltierten Ereignis muss auch der Sound passen. Internationale und nationale DJs wie Ill Skillz, The Wanderer, DJ Mosaken oder Danny de la Vega sind genauso unverzichtbar wie das perfekt aufeinander abgestimmte Drumatical Theatre oder Torsten Pullich, die langjährige Stimme der Veranstaltung. Durchaus mehr als nur ein – oft kritisierter – optischer Aufputz sind die ebenfalls aus aller Herren Länder stammenden Fuel

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ner seither an allen möglichen Geräten aus, die das Präfix „extrem“ mit dem Terminus Sport verbinden. Eine Leidenschaft, die manchmal wahrlich Leiden schafft, aber auch zu dieser faszinierenden Veranstaltungsreihe führte. Bislang kam die Veranstaltung noch ohne gravierende Unfälle aus, der einzige Todesfall betraf ausgerechnet Fechters Veranstaltungspartner und Freund Arthur Magnus, der im November 2016 unter noch immer ungeklärten Umständen in New York in einem Halloween-Kostüm von einem Brückengeländer auf eine Fahrbahn stürzte – im Alter von nur 31 Jahren.

Heißer Heiß sind aber nicht nur die Flammen: Auch die Fuel Girls heizen Masters Of Dirt so richtig ein und sorgen für den nötigen Sex-Appeal!

Girls, die zwar prinzipiell die StuntFahrer anfeuern, in so manchem Lebenslauf verbergen sich aber durchaus auch eigene Erfahrungen mit den verschiedensten fahrbaren Untersätzen. Doppeltes Leben Dass man für diese Art von Sport eine „furchtlose Wildsau“ sein muss, bestätigte in einem Interview mit der Wiener Zeitung Freestyle-MotocrossFahrer Dave Suzuki, der sein erstes Dirt-Bike bereits als Dreijähriger bekommen hat: „Schon mein Vater war verrückt nach diesem Sport. Und klar, ich habe mir bereits etliche Knochenbrüche zugezogen, wirklich erinnern kann ich mich aber nur an etwa zehn davon.“ So animalisch die Vorstellun-

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gen auf den Rampen und Hallenpisten auch sein mögen, abseits davon sind die Athleten so bodenständig wie der staunende Ottonormalverbraucher auf den Rängen. Suzuki etwa ist glücklich verheiratet und Vater von zwei Kindern. Das Risiko müsse man eben abschätzen können, und wie bei allen Entertainern in den unterschiedlichsten Sparten ihrer Zunft machen Zuspruch und Jubel aus dem Publikum süchtig, womit sich so mancher Schmerz nach einem Sturz etwas leichter verarbeiten lässt. Es liegt nicht zuletzt am Veranstalter selbst, dass Masters Of Dirt zu einer derartigen Erfolgsgeschichte wurde. Georg Fechter erlag dem Fieber bereits 1993 beim Hallen-Motocross im Wiener Dusika-Stadion, in das ihn Vater Herbert mitnahm. Von der ersten, natürlich sofort zerlegten, KTM-Maschine über BMX-Räder bis hin zu Wakeboards tobte und tobt sich der Wie-

The Show Must Go On Auch wenn die mysteriösen Umstände seines Todes noch immer nicht gelöst wurden, wich der erste Schock der Angriffslustigkeit. Fechter und seine Athleten sind bemüht, den „MoD“-Zirkus ganz im Sinne des Verstorbenen weiterzuführen und auszubauen. Und dass die Veranstaltungsreihe längst nicht nur ein artistisches Spektakel ist, beweist nicht zuletzt die breite MerchandisePalette, wie Fechter der Wiener Zeitung verriet. „Wir haben vom Tanktop über Kragenshirts bis hin zu Baseball-Kappen alles im Programm. Wir machen auch Merchandise-Produkte für Mastercard, Swatch, Cirque du Soleil und andere. Mittlerweile kann man von einem Fashionlabel sprechen, wo wir auch mit reiner Biobaumwolle arbeiten.“ Es scheint, als ob für Masters Of Dirt nur der Himmel die Grenze wäre – wenn überhaupt …

termine Am 6. und 7. Oktober gastiert Masters Of Dirt in der Stadthalle Graz, zwischen 16. und 18. März dann in der Wiener Stadthalle (D).


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!ticket live is life

Auf einer Party mit Robbie

www.mutausbrueche.at

Der Entertainer machte seinem Ruf alle Ehre und weiß selbst nach 22 Jahren noch, wie man eine grandiose Show der Sonderklasse hinlegt. Das Stadion war voll, die Laune am Höhepunkt! Am Samstag war der Tag gekommen, auf den ich mich schon Monate vorher freute. Man hört immerhin öfter, dass ein Robbie-Williams-Konzert unglaublich cool sein soll – aber man weiß nie, ob man das glauben kann oder nicht. Also habe ich mich selber davon überzeugt und ich verrate euch eines: Ich wurde nicht enttäuscht! Wir trudelten ins Stadion ein und waren alleine schon vom riesigen Büh-

Fotos: Antonia T. Schulz

Konzerte im Wiener ErnstHappel Stadion muss man unbedingt einmal erlebt haben, da die Akustik einfach der Wahnsinn ist und man mit ganz vielen Menschen rund um einen herum, feiern kann! Schaut doch mal hin!

Tipp!

nenbild überrascht, das ähnlich wie das Cover seines neuen Albums „The Heavy Entertainment Show“ ihn als Boxer zeigte. Robbie kam auf die Bühne, gab gleich 110 Prozent und das Publikum wurde während des ganzen Konzerts in den „Robbie-Bann“ gezogen. Ich war total begeistert, dass er nicht nur Songs vom neuen Album spielte, so wie viele das ja machen, sondern dass er teilweise auch die ganz alten Scheiben auspackte und das Publikum

Antonia T. Schulz, Studentin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Bloggerin (www.mutausbrueche.at) und nicht zuletzt oeticket.com-Kundin, besucht für !ticket jeden Monat ein Konzert und berichtet darüber. Dieses Mal war sie am 26. August im Ernst-Happel-Stadion bei Robbie Williams.

immer animierte mitzusingen. Meine Highlights waren unter anderem seine Geschichten, die er zwischen den Liedern immer mal erzählte, und vor allem, dass er seine Frau bei „Something Stupid“ auf die Bühne holte und seinen Dad auch einen Song singen ließ. Ich meine, hallo??? Wie cool ist das denn? Von „Feel“, „Let Me Entertain You“, über „Angels“ und „Party Like A Russian“ war natürlich alles dabei und er selbst war sich auch nicht zu blöd, eine Tanzeinlage nach der anderen hinzulegen (100 Punkte für deine Moves, lieber Robbie!). Alles in allem muss ich sagen dass es wirklich eines der besten Konzerte dieses Jahr war, weil Robbie einfach so ein ehrlicher und sympathischer Mensch ist, der seine nicht so positive Vergangenheit auch nicht leugnet, sondern wieder aufsteht, weitermacht und ein super gelungenes Comeback mit uns feiert.

Kunden, die zu Robbie Williams gingen, kauften auch Tickets für Katy Perry am 4. Juni in der Wiener Stadthalle (D), für Ed Sheeran am 7. oder 8. August im Ernst-Happel-Stadion und für James Blunt am 31. Oktober in der Wiener Stadthalle (D) und am 1. November in der Salzburgarena. Tickets für alle Veranstaltungen finden Sie auf oeticket.com!

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!ticket highlights

Oktober

Andrea Berg

Hautnah Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum ihrer Karriere erschien im September das neue Album „Andrea Berg – 25 Jahre Abenteuer Leben“ mit 25 Lieblingstiteln ihrer Fans, die beim großen Voting zum Jubiläumsalbum begeistert mitgemacht und für ihre Favoriten gestimmt haben. Das Album vereint Andreas wichtigste und beliebteste Hits und verspricht zudem sieben weitere Überraschungssongs. Und die große Live-Überraschung erwartet die Fans gleich hierauf: Denn dass sie live große und spektakuläre Shows kann und liebt wie keine andere, hat sie auf zahlreichen ausverkauften Erfolgstourneen bewiesen. Nun aber schenkt sie sich und ihren Fans zum großen Jubiläum eine ganz besonders unvergessliche Konzerterfahrung: Andrea Berg hautnah, in einer einmalig intimen Atmosphäre. 19., Wiener Stadthalle (F) und 21., Bregenzer Festspiel- und Kongresshaus

Science Busters

23., Wiener Stadtsaal (Premiere)

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galerie gugging special edition #3 Der britische Avantgarde-Komponist, Künstler und Sohn des großen Charlie Chaplin veröffentlichte Ende 2016 sein vielgelobtes, experimentelles Debütalbum „Je suis le Ténébreux“, das unter anderem im Studio der legendären französischen Band Air entstanden ist. Mit der Elektronikmusik-Legende Hans-Joachim Roedelius begeistert er seit Jahren auf den größten Musik- & Kunstfestivals rund um den Globus und präsentiert nun in der galerie gugging erstmals sein neues elektronisches Solo-Set live. Er wird dabei visuell von den Videokünstlern Luma.Launisch unterstützt. Ein kleiner Auszug aus Chaplins Performance war bereits im Mai bei seinem gefeierten Soloauftritt im ORF Radiokulturhaus zu hören. 8., Museum Gugging

plin

Fotos: Budapester Operettentheater (Budapester Operettengala), Rockhouse (Eskimo Callboy), Rockhouse (Graveyard), Sandra Ludewig (Andrea Berg), Aleksandra Kawka (Christopher Chaplin), Büro Alba (Science Busters)

Christopher Cha

Warum landen Asteroiden immer in Kratern? Zu ihrem 10-jährigen Jubiläum haben die Science Busters nicht nur ein nagelneues (gleichnamiges) Buch (erscheint im Carl Hanser Verlag), sondern auch eine ganz besondere Show auf der Pfanne: Alle Fragen, die seit der Erdentstehung vor 4,5 Milliarden Jahren noch offen sind, sollen an diesem Abend beantwortet werden: Kann man in einem Schwarzen Loch zu spät kommen? Wie entsorgt man eine Raumstation? Ist der Leib Christi glutenfrei? Wieso ist Urin eigentlich gelb? Was ist so super an einer Supererde? Und warum vergessen wir auf dem Weg von einem Zimmer ins andere, was wir wollten? Mit: Dr. Florian Freistetter, Prof. Dr. Helmut Jungwirth und Martin Puntigam.


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Budapester Operettengala Auf Sissis Spuren Die Ungarn haben die Musik im Blut: Wundervolle Sänger haben sie hervorgebracht, große Komponisten, berühmte Melodien. Und herrliche Operetten! Als Franz Lehár Anfang des 20. Jahrhunderts seine „Lustige Witwe“ auf den Bühnen tanzen ließ, war die ganze Welt hingerissen. Am 21. Oktober wird das Ensemble des Budapester Operettentheaters sein Publikum mit einem ungarischen Operetten-Feuerwerk verzaubern. „Auf Sissis Spuren“ lautet der Titel des diesjährigen Programms und ist eine musikalische Vereinigung von Ungarn und Österreich. 21., Wiener Konzerthaus (Großer Saal)

Eskimo Callboy

The Scene Gleich nach dem Release das letzten Albums „Crystals“ begann die Band bereits wieder neue Songs zu schreiben, zwei Jahre später ist der neue Longplayer „The Scene“ seit Sommer endlich draußen. Seit Jahren haben die Medien Schwierigkeiten, Eskimo Callboy zu kategorisieren. Eine Kombination aus Heavy Riffs und tanzbaren elektronischen Beats. Manche haben es „Electronicore“ gelabeled, andere nennen die springenden Synths und brutalen Vocals „Party-Core“. Wie auch immer man es nennen mag, „The Scene“ wird ebenfalls jeglichen Erwartungen trotzen. 19., Rockhouse und 20., Flex

Ludewig (Andrea Berg), Aleksandra Kawka (Christopher Chaplin), Büro Alba (Science Busters)

Graveyard

Fen-Fire Graveyard is back! Eine wahrliche Erleichterung für die Fans, als Anfang dieses Jahres bekannt wurde, dass es nach der vermeintlichen Trennung nun doch weitergeht mit der Band. Die schwedische Psychedelic-/HardRock-Band will nach eigener Aussage noch viele Alben aufnehmen und viele Shows spielen – gut so! Denn sie ehren die Geschichte der Rockmusik wie keine andere Band. Album um Album liefern sie Musik, die berührt, Tiefgang hat, verstört, einfängt und noch so vieles mehr mit deinen Sinnen anstellt. Ihre Shows versprühen Magie, mit maximaler Intensität auf der einen Seite und einem Gefühl der absoluten Ruhe auf der anderen. Aber man überzeugt sich am besten selbst, sind bei der Tour immerhin auch die sensationellen Troubled Horse mit von der Partie!

4., Flex und 9., Rockhouse

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!ticket kultour

Unbekannt & rar Auch regelmäßige Theaterbesucher können Gefahr laufen, sich in eingefahrenen Bahnen zu bewegen. Deshalb an dieser Stelle einmal einige Hinweise auf „kleinere“ Produktionen. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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m Herbst bringt die Schaubühne Wien die französische Theaterkomödie „Ein Käfig voller Narren“ von Jean Poiret in der Regie von Markus Strahl auf die Bühne. Nach der Premiere im Theater-Center-Forum am 26. Oktober und einer Spielserie dort ist das Stück u. a. auch im Stadttheater Wels, Stadttheater Steyr, Stadttheater Leoben und in der Klosterneuburger Babenbergerhalle zu sehen. Erich Martin Wolf inszeniert für die Österreichische Theatergemeinde „Barfuß im Park“ des Komödienspezialisten Neil Simon. Der Anwalt Paul und seine lebenslustige Cori erleben nach den Flitterwochen den gemeinsamen Ehealltag mit allen möglichen Höhen, Tiefen sowie Herausforderungen und reagieren darauf ganz unterschiedlich. Zu

50Der steirische herbst feiert heuer sein Paradas auch t dami und hen jähriges Beste e zur doxon, dass ein Festival der Avantgard n Tradition werden kann. Doch in den letzte en orInn Kurat die es n habe n ehnte Jahrz fünf immer wieder verstanden, Neues zu entde Procken und zu fördern. Auch das heurige 15. gramm vereint von 22. September bis Ausliche wöhn unge eine er wied ber Okto Diswahl an Produktionen, Ausstellungen, nen kursen, in die (inter-)nationale KünstlerIn miteinbezogen werden. All das steht unter der großen Frage „Where Are We Now? UnRückblicke, Ahnungen & Aufbrüche ins k verbekannte“. Der zeitgenössischen Musi jährpflichtet und ebenso bereits seit 1968 – eikoll proto musik das ist t stalte veran lich rSteie Radio und Ö1 von on ne Koprodukti mark in Kooperation mit dem Festival.

Aus den Fugen In „Bacchae – Prelude to a Purge“ inszeniert Marlene Monteiro Freitas das Abbild einer Welt, die aus den Fugen geraten ist – zu sehen beim steirischen herbst.

sehen Anfang Oktober ebenso im Theater-Center-Forum. Gesellschaftskritik In Felix Mitterers „Besuchszeit“ sind die Hauptakteure an den Rand der Gesellschaft geraten – doch gerade deshalb können Sie ihren Besuchern auch den Spiegel vorhalten. Thematisch hängen die drei Geschichten nur durch einen Punkt zusammen:

es ist Besuchszeit im Gefängnis, im Altersheim sowie in einer Nervenheilanstalt. Gleichzeitig zeigen sie auch die Unfähigkeit des gegenseitigen Verstehens auf – aus Dialogen werden eher aneinander vorbeigeredete Monologe. Anita Köchl und Doris Kirschhofer spielen in der Regie von Hanspeter Horner ab 29. September im Kleinen Theater Salzburg.

Fotos: Felipe Ferreira, N. Lackner, Hersteller

steirischer herbst


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UNBEKANNTER SIBELIUS

GOTT UND DIE WELT. WORAN GLAUBEN WIR?

Leif Ove Andsnes präsentiert die Stücke für Klavier des finnischen Komponisten Jean Sibelius.

Fotos: Felipe Ferreira, N. Lackner, Hersteller

In einen unbekannten Kosmos entführt der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes mit diesen Aufnahmen von Kompositionen für Klavier des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Dieser ist nämlich vor allem für seine Sinfonien und Orchesterwerke bekannt. Doch er hat auch einiges für Klavier komponiert – aus diesen Werken hat Andsnes nun einige Stücke ausgewählt. Seine Einspielung entführt die ZuhörerInnen in eine ganz eigene Welt, denn die Stücke sind oft sehr ätherisch sowie ästhetisch anders, als man es von Sibelius erwartet, und eher für den ruhigen Abend zu Hause gedacht. Erschienen bei: Sony Classical

In der aktuellen Sonderausstellung „Gott und die Welt. Woran glauben wir?“ im steirischen Schloss Trautenfels werden verschiedene Schöpfungsmythen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen gegenübergestellt.

Dabei widmet sich die Schau auf verschiedenen Ebenen historischen Zusammenhängen und dem, was die Menschheit aktuell bewegt. Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Besonderheiten in den Weltreligionen werden anhand von verschiedenen Beispielen dargestellt. Das Schloss Trautenfels an sich fasziniert schon mit seiner qualitätvollen Barockausstattung und seiner Lage, die einen unvergesslichen Ausblick auf die umliegende Bergwelt bietet. bis 31. Oktober, Schloss Trautenfels


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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Spielwiese Spiele werden zusehends erwachsen und nehmen sich vermehrt ernsteren Themen an. Jüngstes, herausragendes Exempel ist „Hellblade: Senua’s Sacrifice“. TEXT: JOACHIM SCHMIDA

Liam Gallagher – As You Were Nicht selten schielt die einstige Oasis-Stimme gen John Lennon; das Resultat: feiner Britpop mit einem Hauch Psychedelik.

LIVE Gloria – DA Gloria ufert nur selten in Pathos aus, überzeugt lieber mit bedächtigen Zwischentönen: Eine schön verirrte Melancholie.

Tori Amos – Native Invader Amos kredenzt herbstliche Zartbitterklänge, die vor dem Kaminfeuer ungemein in die Gehörgänge schmelzen. Bezirzend!

Hellblade: Senua’s Sacrifice Ninja Theory für PlayStation 4

PLUS

„Als Psychose (‚Seelenkrankheit‘) bezeichnet man eine schwere psychische Störung, die mit einem zeitweiligen und weitgehenden Verlust des Realitätsbezugs einhergeht.“ (Wiki) Dieses Krankheitsbild ist gestaltendes und spielbestimmendes Element von „Hellblade“. Als Setting dient uns die nordische Mythologie. Wir schlüpfen in die Rolle der keltischen Kriegerin Senua, die von Wahnvorstellungen und inneren Stimmen gepeinigt wird. Um die Seele ihres verstorbenen Geliebten zu retten, macht sie sich auf einen höllischen Trip in die Unterwelt. Die Entwickler versuchen optisch und vor allem akustisch anhand unserer Protagonistin einzufangen, wie es sich anfühlen kann, an einer Psychose zu leiden – und das gelingt ihnen nahezu genial. „Hellblade“ ist in dieser Hinsicht auch ein sehr beklemmendes und aufrüttelndes Spielerlebnis. MINUS Der allgemeinen Grundthematik zufolge ist es durchaus konsequent, dass einen der Titel so überhaupt nicht an der Hand nimmt. Zumal es kein wirkliches Tutorial gibt, können die Kämpfe anfänglich sehr verwirrend sein, gilt es doch die einzelnen Techniken erst selbst zu erlernen. Im popkulturellen Kontext gab und gibt es natürlich immer wieder Versuche, FAZIT sich mit dem Thema psychische Krankheiten auseinanderzusetzen. Doch selten zuvor gelang es einem Medium auf derart einzigartig erfahrbare und eindrucksvolle Art und Weise – insofern zeigt „Hellblade: Senua’s Sacrifice“ auch, wozu das Medium Videospiele imstande sein kann.

LIVE Casper – Lang lebe der Tod Casper als Wandler zwischen den Genres, Hip-Hop ist nur mehr solide Basis. Nur leider arbeiten Facetten zulasten von Emotionen.

Joep Beving – Solipsism Das Debüt des Niederländer Neoklassikers klingt melancholisch und kontemplativ, geizt nicht mit organischen Reizen.

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Pro Evolution Soccer 2018 Alle Jahre wieder heißt es PES vs. FIFA: Konami kann erneut zulegen und hat einige Besserungen parat, die den Fußball-Fan ködern.

Life is Strange: Before the Storm Das Prequel zum Überraschungshit von 2015 glänzt auch dieses Mal mit einem fantastischen Soundtrack und viel Emotion.

Matterfall Die ResogunMacher schicken uns abermals in die Zukunft – inklusive Sidescroll-Action und Plattform-Puzzles. Solider TwinStick-Shooter mit Sci-Fi-Story!

Fotos: Hersteller, Constantin Film

HEISSE NEUERSCHEINUNGEN:


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!ticket media FOO FIGHTERS

Concrete And Gold Eine gigantische Rock-Platte zu erschaffen, das war Dave Grohls erklärtes Ziel. In einem Atemzug mit Beatles’ „Sgt. Pepper“ trachtete er, „Concrete And Gold“ genannt zu sehen – allein der Titel sprüht ja schon vor Wertig- und Beständigkeit. Doch letztlich gereicht es doch nur zu einer Neudichtung des Ikarus-Mythos, wiegt er sich (zugegeben) in Glanz und Glorie und mit prächtig-mächtigen Schwingen in luftige Höhen, um letztlich zu straucheln:

KATLA.

Auf Hochmut folgt der Fall. Dabei liegt die Misere weder in Grohls Flugkünsten, noch im Wachs, dem Gestänge oder den Federn begraben; für sich alleinstehend finden sich mannigfaltig exzeptionelle Ideen: Das grande finale des Titelstücks geriet als Wiegenlied par excellence, „Happy Ever After“ als bezaubernde Hommage an die Pilzköpfe und „La Dee Da“ als kauzige Nummer, die unversehens Spontaneität nicht nur heuchelt – vielleicht auch Dank der Präsenz von Alison Mosshart, die ferner „The Sky Is A Neighborhood“ zu einem lässigen, bisweilen entrückten Desert-Stampfer gereichen lässt. Die Krux ist vielmehr, dass die 11 Vöglein allesamt und ohne Wiederkehr in unterschiedliche Richtungen stieben, der Aufbau ist inkonsistent, der Spannungsbogen brüchig. Gewiss: Ein Album muss nicht eine Geschichte erzählen. Aber selbst wenn man „Concrete And Gold“ als Kurzgeschichten-Anthologie lese, wünschte man sich Kongruenz und stets Einleitung, Hauptteil und Schluss. (sb)

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KADAVAR

MARILYN MANSON

LIVE Heaven Upside Down Bereits mit „Eat Me, Drink Me“ wurde die Demontage des einstigen Boogeyman eingeleitet, verkam Manson ab da zu einer mediokren, altersmilden Karikatur seiner selbst. Umso überraschender ist es, dass nach Regen keine Traufe folgt: „Heaven Upside Down“ ist eine fulimante Wiederkehr des selbsternannten „God Of Fuck“ – und mit ihm eine Stampede im Schritt. Der Schockeffekt ist heute vielleicht marginal, doch der juvenil-manische Geifer ejakuliert wieder aus sämtlichen Poren. (sb)

PROPHETS OF RAGE

LIVE Móðurástin Katla., das ist nicht bloß das neue Kollektiv von Guðmundur Óli Pálmason (ex-Solstafir) und namenstechnisch eine Hommage an einen der größten aktiven Vulkane Islands: Auch musikalisch ist das Debüt „Móðurástin“ ein Trip eines schwerfälligen Kolosses inmitten nebulösem Ambiente und klirrender Kälte, der vor allem durch eine ausgefeilte, lichte, beinahe unaufgeregt-ekstatische Dramaturgie lebt – bevor das finale Monstrum „Dulsmál“ sein Genick bersten lässt. (sb)

Rough Times Wanden sich die Berliner nach den initialen infernalischen Retroklängen mit ihrem Drittling „Berlin“ einer kommerzielleren klareren Klangästhetik zu, so regiert auf „Rough Times“ erneut der gichtig-betörende Fuzz. Dabei fällt man jedoch nicht auf eine Eindimensionalität zurück: Ihr Viertling überrascht insbesondere mit einer Varianz, die auf beiden Frühwerken noch in Kinderschuhen steckte und lässt „Rough Times“ somit zu einem gierig-brünftigen wie auch sanften Liebhaber gereichen. (sb)

Prophets Of Rage 1992 war die RATM-Armada Morello-Commerford-Wilk noch völlig unantastbar, heute klingt die Instrumentalfraktion zwar solide, nahezu gänzlich aber energielos und „routiniert“. Die müde, zweckmäßige Rap-Performance von Chuck D (Public Enemy) und B-Real (Cypress Hill) trägt da auch nicht gerade zu einem aufregenderen Sound bei. Klingt die Revolution des 21. Jahrhunderts wirklich so blutleer und unaufgeregt? Na dann, gute Nacht. (sb)

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Fack ju, Göhte!

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Zeki Müller & Co. lassen es in „Fack ju Göhte 3“ ein letztes Mal so richtig krachen. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

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ieben Millionen Zuschauer allein in Deutschland für den ersten Teil 2013, mehr als acht Millionen für den zweiten im Jahr 2015: Der ursprünglich mit eher bescheidenen Ansprüchen gestartete Film „Fack ju Göhte“ wurde zum Sensationserfolg. Die Erlebnisse des Kleingangsters Zeki Müller, der sich als Schulwart an der Münchner Goethe-Gesamtschule bewirbt, aber nur, weil er unter deren neu gebautem Turnsaal seine Kohle aus dem letzten Beutezug vergraben glaubt und durch eine Verwechslung zum Hilfslehrer wird, trieb die Leute scharenweise in die Kinos, auch solche, die zunächst wegen des, äh, sehr freien Umgangs mit der deutschen Sprache die Nase gerümpft hatten. Der charismatische M’Barek, Sohn eines Tunesiers und einer Österreicherin, als Zeki, Karoline Herfurth als seine Kollegin (und bald schon neue Freundin) Lisi Schnabelstedt, dazu die famosen Youngsters Jella Haase als Chantal und Max von der Groeben als Daniel („Danger“) wurden zu deutschen Superstars. Dazu kam noch eine Reihe bewährter Kräfte wie Katja Riemann als Schulleiterin Gudrun Gerster und die offenbar gar nicht so humorfreie Uschi Glas als Frau Lehrerin Leimbach-Knorr, dazu jede Menge blöder und/oder lustiger Sprüche („Chantal, heul leise“ wurde zum Klassiker) und haarsträubender Action, und fertig war der Instant-Hit.

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Final Fack Zeki Müller (Elyas M’Barek) versucht im letzten Teil der Trilogie, seine Chaosklasse trotz geringer Motivation durchs Abitur zu bringen.

Strudelteig Der zweite Teil mit einer Klassenfahrt nach Thailand war dann zwar etwas weniger aufregend, aber immer noch gute Unterhaltung. Nun hat sich das Erfolgsteam rund um M’Barek und seinen Regisseur/ Kumpel Bora Dagtekin entschlossen, noch einen dritten Teil zu machen, es damit aber bewenden zu lassen. Das ist auch okay so, denn ewig wird sich der „Fack ju“-Strudelteig nicht auswalzen lassen, und Haase und Von der Groeben sind ja im wahren Leben schon beide 25 Jahre alt. Wie auch immer, alles wartet gespannt auf die letzte Sause, in der zwar Karoline Herfurth nicht mehr mit an Bord ist, dafür aber eine andere schauspielerische Größe der Extraklasse: Sandra Hüller, nicht zuletzt wegen ihrer Darstellung in Maren Ades „Toni Erdmann“ weltweit

gefeiert, gibt in „Fack ju Göhte 3“ die neue Lehrerin Biggi Enzberger, die Zeki bei seinem schwierigen Unterfangen helfen soll, die notorisch unterbelichteten Schüler und -innen rund um Chantal und Danger zum Abitur, oder, wie wir sagen, zur Matura zu führen. Darauf haben die nämlich, wie es scheint, gar keine Lust, seit ihnen die Berufsberaterin ein düsteres Bild von der Zukunft gemalt hat. Ein paar Bayern-München-Spieler, darunter David Alaba, machen auch mit, dazu die Fassbinder-Ikone Irm Hermann und Corinna Harfouch – da kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Der Teaser-Trailer jedenfalls (Danger sitzt mit lauter Neuankömmlingen aus Syrien und dem Irak im Deutschkurs, obwohl er schon „17 Jahre in Deutschland lebt“) ist ziemlich lustig. Göhte kann kommen!


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Foto: Haide Media/Johannes Ehn

José Feliciano & Klaus Pruenster – Latin trifft NDW

Anfang September verewigten sich zwei Legenden am „tipp3 Walk of Stars“, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen Weltstar und Latin-Legende José Feliciano, der nach Klassikern wie der Coverversion von „Light My Fire“ und dem X-Mas-Hit „Feliz Navidad“ mit „The Sound of Vienna“ auch Wien ein musikalisches Denkmal setzte. Zum anderen Klaus Pruenster, der mit „Wunderwelt“ einen der größten Hits der Neuen Deutschen Welle abgeliefert hatte und mit dem Album „Timeless“ nun zum Pop-Comeback startet. Gemeinsam gaben die beiden bei einem Konzert am Dach der Liliputbahn im Wiener Prater auch ihr erstes Duett zum Besten: „Streets of London“, eine Coverversion des Gassenhauers von Ralph McTell. Die Abdrücke von José Feliciano und Klaus Pruenster sind demnächst im „tipp3 Walk of Stars“Museum im Wiener Prater zu sehen und zu betasten – genauso wie viele der bisher mehr als 130 Hand- und Fußabdrücke von Musik-Stars. Geöffnet täglich zwischen 10:00 und 19:30 Uhr. www.walk-of-stars.com


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Wer die Wahl hat ... Ich gehe davon aus, dass mein sinnliches Lesepublikum weiß, was ein Swingerklub ist: Da treibt es jede mit jedem, und das Ärgste bei so einer Orgasmus-Olympiade ist, dass es dort reichhaltige Terrains für sinnliche Schleckermäuler gibt und dass die Flaschen immer darauf zu warten scheinen, von flinken Fingern entkorkt zu werden. Und alle Swinger zeigen blanke Haut und sind ziemlich gut drauf, weil diese Location zu 100 Prozent demokratisch ist und in jeder Hinsicht perfekte Befriedigung verspricht. Aber stellt euch einmal vor, was es bedeuten würde,

wenn der Wahlk(r)ampf auch im Swingerklub seine schleimigen Spuren hinterlassen würde, weil sich die volksnahen Spitzenkandidaten ins Geschehen werfen und um jede Stimme kämpfen würden. ... hat die Qual „Ausländer raus!“ müsste der quirlige St. Rache rufen, und das weibliche Swingervolk würde lachen: „Spinnst? Dann hamma keine Hengste mehr!“ Mit stolzgeschwellter Brust würde sich ein anderer Kerl die Neos kraulen und lächelnd sagen: „Ich kenne ein gutes

SEX SELLS Georg Biron

Haarwuchsmittel und ersuche um Vertrauen.“ Ein etwas zu kurz geratener Langer wäre am Wort: „Jede Route sperren. Vorne und hinten: sperren!“ Ein kerniger Kerl brächte singend Pizza: „Da bin i her, da ghör i hin!“ Und die spitze Grüne tät die Frauen anmachen: „Zeig mir sofort dein Binnen-I, dann geh ich ganz schnell auf die Knie!“ So wäre das! Und niemand käme zum geilen Swingen, und dafür geht man doch in einen Swingerklub, oder? Diese Typen stehen unserem Höhepunkt im Weg.

Gewinnspiele in dieser Ausgabe finden Sie auf den Seiten 14–16, 18–20, 30–31, 32–33 und 42–44, mehr Informationen & Teilnahmebedingungen auf ticketmagazin.com. Sie können über das Gewinnspielformular auf ticketmagazin.com („!ticket Gewinnspiele Oktober 2017“) oder per E-Mail (gewinn@ticketmagazin.com) mitspielen. Einsendeschluss ist der 15. Oktober 2017.

Das nächste !ticket erscheint am 31. Oktober 2017.

LASTNEWS

Ab November öffnet Toni Mörwalds PALAZZO in Wien wieder seine Pforten: Die neue Show ist mit „Kings & Queens“ betitelt. 2018 dürfen wir neben Imagine Dragons (15. April, Wiener Stadthalle) auch Roger Waters in Wien begrüßen: Am 16. Mai legt er ebendort Fokus auf die vier Pink-Floyd-Alben „Dark Side Of The Moon“, „The Wall“, „Animals“ und „Wish You Were Here“, sowie seine jüngste Solo-Platte.

impressum

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Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons) Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright Cover: Manfred Baumann www.mediapool.de Medieninhaber, Eigentümer, Redaktionsanschrift: CTS Eventim Austria GmbH, !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 88a/II/2a, 1070 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager Grafik Lifestyle: Julia Wiesmayer Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten

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