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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

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JUNI

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Damit sind Sie live dabei!

Österreichische Post AG / MZ 15Z040254 M, CTS Eventim Austria GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

TENNIS PROVINZ Österreichs Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek über Dominic Thiem und die prekäre Lage der Weltsportart

„JE ÄLTER ICH WERDE, UMSO MEHR EMPFINDE ICH DAS LEBEN ALS GROSSE AUSNAHME VON DER REGEL DES TODES.“ Dr. Gunther von Hagens Körperwelten-Ausstellung gastiert erstmals in Graz

out of the woods INTERVIEW

Mit knapp 30 anderen Indie-/Alternative-Perlen teilen sich ALT-J von 20. bis 22. Juli die zwei Bühnen der Ottakringer Arena Wiesen: Out Of The Woods – Into Your Hearts!

ALT-J


SHOWHIGHLIGHTS IN ÖSTERREICH

n LIVE erlebe

DER GENTLEMAN DES DEUTSCHEN SCHLAGERS

D A S E R F O L G R E I C H S T E B L A S O R C H E S T E R D E R W E LT

Tournee 2017/

18

Moderator Edi Graf

F IENER STADTHALLE 13.10.17 WIEN W UCKNERHAUS 14.10.17 LINZ BR Z FESTSPIELHAUS 27.10.17 BREGEN UCK CONGRESS 28.10.17 INNSBR A RG SALZBURGAREN 29.10.17 SALZBU

RG REPUBLIC 17.11.17 SALZBU Z FESTSPIELHAUS 18.11.17 BREGEN UCK CONGRESS 19.11.17 INNSBR LMUT-LIST-HALLE 21.11.17 GRAZ HE UCKNERHAUS 22.11.17 LINZ BR TADT ARENA NOVA 27.11.17 WR. NEUS EN VAZ 29.11.17 ST. PÖLT ADTHALLE 30.11.17 WIEN ST

DIE TOURNEE 2018

UCK OLYMPIAHALLE 11.05.18 INNSBR ADTHALLE 12.05.18 GRAZ ST D IENER STADTHALLE 13.05.18 WIEN W

”SCHWARZODERWEISS“

RAINHARD FENDRICH DIE TOUR ZUM NEUEN ALBUM UND SEINE GRÖSSTEN HITS

30.07.17 M

LIVE 2017

ÖRBISCH SEEBÜHNE

09.08.17 MÖRBISC

AM NEUSIEDLER SEE DES S JAHRE 2017

H SEEBÜHNE

F IENER STADTHALLE 31.10.17 WIEN W ADTHALLE 01.11.17 GRAZ ST A RG SALZBURGAREN 02.11.17 SALZBU

SEMINO ROSSI BEATRICE EGLI NIK P. & BAND VANESSA MAI

MELISSA NASCHENWENG

18.07.17 MÖRBIS

CH SEEBÜHNE

HANNAH • DIE AMIGOS

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IENER STADTHALLE

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KÖRPERWELTEN Die im wahrsten Wortsinn lebensnahe Ausstellung über den „Zyklus des Lebens“ gastiert in Graz.

34 Das wird man ja noch sagen dürfen?!

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nlängst veröffentlichte der Nürnberger Künstler Alistration einen Cartoon. Dieser zeigte zwei stramme Reichsbürger im Publikum eines XavierNaidoo-Konzerts, der Patriot mit dem Tattoo eines Eisernen Kreuzes mokiert sich bei seinem Kameraden: „Du hast gesagt, er spricht aus, was das Volk denkt, und lässt sich nicht den Mund verbieten.“ Daraufhin der mit dem Reichsadler am Oberarm: „Ja … Und?“ – „Du hast nicht gesagt, dass er ein Neger ist!“ In eine ähnliche Kerbe schlug der Satiriker Jan Böhmermann, der sich in seiner Late-Night-Show begeistert zeigte vom „nicht antisemitischen Wahrheitsalbum“ der „Hurensöhne Mannheims“. Das Satiremagazin Glasauge titelte: „Naidoo startet für das Deutsche Reich beim ESC“, und

sogar der Falter ätzte: „Als Vorgruppe für die Söhne Mannheims bleibt nur noch die John Otti Band übrig.“ Stein des Anstoßes sind gleich mehrere Stücke ihres aktuellen Albums mit dem stolzen Titel „MannHeim“. Hierauf brilliert Naidoo, deutscher Sänger mit südafrikanisch-indischen Wurzeln, mit umfassendem Durchblick: In seinen Texten erklärt er die Volksvertreter (der BRD GmbH?) nach bester rechtsradikal-populistischer Sitte zu Volksverrätern und palavert krude Verschwörungstheorien. „Im Westen nichts Neues“, mag man abwinken, trat er doch zuletzt 2015 am Tag der Deutschen Einheit auf einer Veranstaltung rechtskonservativer Aktivisten auf. Naidoo ist freilich keiner, der expressis verbis Fremdenhass schürt und militant gegen Minderheiten

hetzt. Er gibt sich lieber als Unschuldslamm, als grüblerischer Vertreter dessen, was man paranoische kritische Vernunft nennen muss. Seine ganze Figur ist ein andauerndes Daswirdmanjawohlnochsagendürfen – als wäre sein SonnenbankSoul aus dem 1-Euro-Shop allein nicht schon schlimm genug. Während aber selbst stromlinienförmige Stars wie Sasha oder Michael Mittermeier gemeinsame Sache mit ihm machen, Bülent Ceylan und Kool Savas gar gut Freund sind, müsste – gerade im aktuellen gesellschaftlichen Klima – Bürgermeister Peter Kurz das einstige Stadt-Aushängeschild eigentlich mit (bildlichen) Forken bewehrt aus dem ihm verantworteten Mannheim treiben. Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEPT OKT NOV DEZ

IN DIESER AUSGABE [14] Post Punk & New Wave Die Vorreiter des Indierocks [18] Neil Diamond Die Samtstimme aus dem Gemischtwarenladen [22] Linkin Park Äh … „heavy“? [25] Planet Festival Tour Der Sprung vom Proberaum auf die Bühne [28] Giuseppe Verdi Rigoletto und Nabucco [34] Körperwelten Es war einmal … das Leben [42] Tennis Bitte weniger Bürokratie, dafür mehr Sport! U-Bahn-Stars Was in anderen Metropolen wie etwa London oder New York schon zum Öffi-Alltag gehört, wird bald auch in Wien Realität: Ab 6. Juli werden ausgewählte Acts für die Dauer eines Monats in der U-Bahn-Station Westbahnhof aufspielen und so den Aufenthalt in der Station aufwerten. Das Projekt „U-Bahn-Stars“ ist Teil der Initiative von Öffi-Stadträtin Ulli Sima, die öffentlichen Verkehrsmittel in Wien noch angenehmer und sicherer zu machen.

TESTET 32 Weber Grill Was passt besser zum Sommer, als archaisch überFeuer zu kochen?

LOCATION 37 RadioKulturhaus Das Funkhaus wird 20 Jahre jung und lädt zum Geburtstagsfest.

HEIMAT 38 Kaiser Franz Josef Unser letzter Kaiser möchte Rockmusik wieder „great“ machen …

LIVE IS LIFE Saturn und Death Metal Die Thüringer Death Metaller Deserted Fear (aktuelles Album: „Dead Shores Rising“) haben mit der Elektronik-Fachmarktkette Saturn in Deutschland einen Werbedeal an Land gezogen: Um eine aktuelle Aktion des Unternehmens zu vermarkten, stellten sich die drei Herren an den Grill, um das Genre-Sortiment von Saturn und die vielen Verwendungszwecke eines Jutebeutels abzufeiern. Klingt komisch, ist aber so. Dass das Ganze auch noch liebevoll trashig produziert ist, sorgt dabei für zusätzlichen Charme. Deserted Fear spielen Ende September am St. Pölten Metalweekend und Anfang Dezember auf der MTV’s Headbangersball Tour, bei der Max und Iggor Cavalera als Headliner ihr „Return to Roots“-Set zum Besten geben.

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30 Sommersport & Urlaub Fernweh und Abenteuerlust? Dann raus mit euch!

45 Bilderbuch Der Sommer beginnt mit den vier Gigolos von Bilderbuch.

KULTOUR 48 Dolce Vita Sommer, Sonne, Lebenslust: Das verspricht auch die Kultur der kommenden Monate!

MEDIA 50 Kino, Musik und Spiele Mit Baywatch, Roger Waters, Stone Sour und vielen mehr!

Fotos: Gunther von Hagens’ KÖRPERWELTEN, Institut für Plastination, Heidelberg, www.koerperwelten.de, johannes Zinner, Universal Music, Century Media; Illustration: baes

England Is Mine Das nicht autorisierte Biopic über den kontroversen britischen Skandal-Rocker Steven Patrick Morrissey wird am 2. Juli beim 71st Edinburgh International Film Festival in der schottischen Hauptstadt premieren. Der Film wurde von Baldwin Li und Orian Williams produziert, Regie führte Mark Gill – also das Team, das bereits für „Control“, das Biopic über Joy Divisions Ian Curtis, verantwortlich zeichnet. Jack Lowden, der in der BBCAdaption von Tolstois „Krieg und Frieden“ Nikolaj Rostow impersonierte, wird diesmal den titelgebenden Helden spielen. Ebenfalls im Cast: die wunderbare Jessica Brown Findlay („Downton Abbey“) als Morrissey-Vertraute Linder Sterling.

LIFESTYLE


DAS SENSATIONS-MUSICAL VOM BROADWAY

… steigt wieder aus der Gruft! mit

  r e g ö r K   & e w U Edda Petri 25.- 29. Okt. 2017 MQ Wien Halle E

Beginn 20 Uhr; 26.,28. & 29.10. auch 15 Uhr Tickets in allen oeticket.com Verkaufsstellen unter www.oeticket.com und unter der Bestell-Hotline 0900-9496096 (€ 1,09/min inkl. MwSt)

www.theaddamsfamilymusical.de


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!ticket highlights

SCHEINWERFERLICHT

Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Der Amadeus Austrian Music Award 2017 ist Geschichte. Der Award für den besten Live Act presented by oeticket.com ging an Bilderbuch (nebst der Auszeichnung als Band des Jahres). Nach den je drei ausverkauften Open-Air-Shows in Graz und Wien begeben sich Bilderbuch auf Europa-Festival-Tournee inklusive Faröer-Inseln, am 16. August sind sie als Headliner am Frequency, am 26. August beim Tabakfabrik Open Air in Linz hierzulande wieder live zu erleben.

Blue Man Group The Only Show As Colourful As Life Die Blue Man Group und ihre Erfolgsshow sind ein brillanter Reflex auf moderne Zeiten und den technologischen Overkill: Die Blue Men benutzen die Bühne als Spielwiese für Amüsement und Erstaunen. In einem Gewirr von Röhren, den Tubes, agiert das Trio mit skurrilen Percussion-Instrumenten und obskuren Klangkörpern. Marshmallows werden zugeworfen, Farbe gespuckt: Die drei blau glänzenden Glatzköpfe haben Klamauk zum Kult erhoben, die totale Verballhornung zur Maxime einer turbulent-absurden Handlung gemacht.

The Rolling Stones STONES – No Filter Wie immer werden die Rolling Stones ihren europäischen Fans eine Setlist mit Klassikern wie „Gimme Shelter“, „Paint It Black“, „Jumpin’ Jack Flash“, „Tumbling Dice“ oder „Brown Sugar“ liefern, aber es werden auch ein paar neue Tracks und zufällig ausgewählte Überraschungen aus ihrem beeindruckenden Songkatalog zu hören sein. Für die „STONES – No Filter“-Shows werden sie eine spektakuläre brandneue Produktion auf die Beine stellen mit – wie gewohnt – einer State-of-the-Art-Bühne.

Jänner und Februar, Wien und Bregenz

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16. September, Spielberg beim Red Bull Ring

Fotos: Lindsay Best (Blue Man Group), Claude Gassian (The Rolling Stones), Universal Music Kristian Schuller (Helene Fischer), J.C. Hewlett (Gorillaz)

Herzliche Gratulation an alle Gewinner und Nominierten! Herzliche Gratulation insbesondere auch an Willi Resetarits für den Award für sein Lebenswerk! Feiern Sie mit Kurt Ostbahn & den Musikern seines Vertrauens am 5. August auf der Burg Clam. Seinen Appell, junge NachwuchskünstlerInnen zu unterstützen, nehmen wir uns sehr gerne auch weiterhin zu Herzen! Liebes konzertfreudiges Publikum, mein Aufruf an Sie: Besuchen Sie auch Konzerte in kleineren Locations, dort wo auch Bilderbuch angefangen haben.


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Gorillaz

The Humanz Tour Nach sieben Jahren veröffentlichten die Gorillaz, die virtuelle Band von Damon Albarn (Blur) und Illustrator Jamie Hewlett („Tank Girl“), am 28. April ihr neues Album „Humanz“. Features gibt es wie üblich jede Menge, es sind unter anderem Grace Jones, Danny Brown, Pusha T und natürlich auch De La Soul am Start. Mit den hammerstarken neuen Songs, aber auch den Klassikern im Gepäck kommen die vier Comicfiguren Murdoc Niccals, Noodle, Russel Hobbs und 2D nun erstmals nach Österreich!

2. November, Wiener Stadthalle (D) Die Stadion-Tournee Nach den fünf (!) Stadthallen-Konzerten im Februar kehrt die größte Schlager-Queen im Sommer auch wieder ins Stadion zurück – mit einer neuen atemberaubenden Show auf Weltklasse-Niveau, einem sensationellen Bühnendesign und natürlich jeder Menge Musik. Live-Shows von Helene Fischer sind mitreißend, bombastisch, sprühen nur so vor Ideen und schaffen immer wieder einzigartige Erlebnisse, die ihre Fans nie vergessen werden. Bei ihr scheint es keine Grenzen zu geben.

Helene Fischer 11. Juli 2018, Ernst-Happel-Stadion

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Geschichtene Es raschelt wieder im Walde! Nach einer gelungenen Premiere im Vorjahr feiert das stimmungsvolle Out Of The Woods nun seine Fortsetzung. Wesentlicher Bestandteil des Zaubers ist das hochkarätige Line-up – allen voran die britischen Durchstarter von Alt-J. TEXT: AMINA BEGANOVIC

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us den Wäldern auf die Bühne: Das ist das Motto des Out Of The Woods Festivals im beschaulichen Wiesen im Burgenland. Der Indie-Rock- und Pop-Reigen brachte im vergangenen Jahr mit seiner Auftaktsausgabe frischen Wind in die heimische Festivallandschaft – und 2017 scheint dem in nichts nachzustehen. Neben Acts wie Foals, Milky Chance, Phoenix oder Feist freuen sich die österreichischen Indie-Anhänger heuer nicht zuletzt auf den Auftritt von Alt-J in der Ottakringer Arena. Und die Vorfreude kommt nicht von ungefähr. Mit ihrer Mischung aus Alternative, Pop und Synthesizerklängen, ge-

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mischt mit Elementen aus diversen FolkRichtungen und getragen von Joe Newmans rau-heiserer Stimme, ist ihnen fast schon spielerisch eine musikalische Schwerstaufgabe gelungen: Ein völlig neues Sound-Konzept zu erschaffen, das die Musik von Alt-J (Alternative Schreibweise übrigens „∆“ nach der Tastenkombination auf englischen Mac-Tastaturen) unverkennbar neu und frisch im großen Pool der hornbrillentragenden IndieBands macht. Dabei begann ihre Erfolgsgeschichte – wie es so oft eben ist – eher zufällig: Vier Hipster-Literaturstudenten, die im Schlafsaal ihrer Universität in Leeds musikalisch herumexperimentierten. Das

Ziel war, dass es kein Ziel gab, das Quartett bemühte sich nicht darum, einen hitverdächtigen Sound zu erschaffen. „Wir haben nie versucht, irgendwie ‚anders‘ als andere Bands zu sein – aber genauso wenig versuchten wir, wie die anderen zu klingen. Wir waren wohl in der Lage, einen recht einzigartigen Sound zu produzieren, da wir alle aus verschiedenen musikalischen Backgrounds wie Folk, Metal und Klassik kommen“, erinnert sich Keyboarder Gus Unger-Hamilton zurück. Ob Zufall oder nicht, das Talent war da, und es dauerte nicht lange, bis andere darauf aufmerksam wurden. Nach einigen

Fotos: Gabriel Green, Arcadia Live, Blaguss Gruppe / Christian Lendl

Sound-Tüftler Fantasievolle Klangkonstrukte sind eines der Markenzeichen von Alt-J.


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erzähler hr -

Jahren des Tüftelns im stillen Kämmerlein räumten Alt-J 2012 schließlich den renommierten englischen Mercury Prize ab. Die Medien wurden auf die vier un-

GEWINN SPIEL Wir verlosen eine Comfort Camping Hütte exkl. Festivaltickets für bis zu 6 Personen. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

scheinbaren Jungs mit dem immensen Sound-Gefühl aufmerksam, das Debütalbum „An Awesome Wave“ wurde mit Lobesworten und positiven Kritiken überschüttet. Für den Guardian waren Alt-J sogleich die „Band des Tages“, es folgten sogar drei Nominierungen bei den BRIT Awards 2013. Das Medieninteresse wurde Bassisten Gwil Sainsbury zu viel, er entschied sich gegen die Profi-Karriere und

stieg aus der Band aus. „Es wird auch ohne Gwil weiterlaufen“, sagte der Rest mit der Alt-J-typischen Ruhe und machte als Trio ebenso produktiv weiter. Der endgültige Durchbruch kam schließlich 2014 mit dem Nachfolgewerk „This Is All Yours“, mit dem sich Alt-J nochmals selbst übertreffen konnten und mit Gänsehaut-Songs wie „Hunger Of The Pine“, „Every Other Freckle“ oder der tanzbaren Nummer „Left Hand Free“ auch die letzten Skeptiker für sich gewannen. Anonyme Berühmtheiten Und jetzt? Jetzt feierte bereits Album Nummer drei seinen Release, und Alt-J sind trotz des anhaltenden Erfolges erfrischend normal geblieben – was bekanntermaßen keine Selbstverständlichkeit im Musikbusiness ist. Gus sieht diesen Umstand recht pragmatisch: „Ich denke, wir haben das Glück, dass wir zwar als Band bekannt sind, jedoch nicht als Einzelpersonen. Wenn wir nicht gerade auf Tour sind, sind wir eben zu Hause und führen ein recht normales Leben. Das hilft sehr dabei, am Boden zu bleiben.“ Selbst in ihrer Heimatstadt Leeds werden die drei Jungs nur selten auf der Straße erkannt. „Wenn das mal passiert, ist es ein richtiges Ereignis für uns! Dadurch, dass wir in keinem unserer Musikvideos selbst auftreten und auch nicht auf den Album-Covers zu sehen sind, haben wir es geschafft, eine gewisse Anonymität zu wahren. Die meisten unserer Fans wissen vermutlich gar nicht, wie wir aussehen.“ Auch wenn sie ihre Gesichter nicht erkennen würden, den Sound von Alt-J kennen die Fans allemal. Wie ein Kurztrip

an einen weit entfernten Ort mutet etwa der Aufbau des Albums „This Is All Yours“ an, untermalt von dem sanften Soundzyklus „Arrival in Nara“, „Nara“ und „Leaving Nara“, benannt nach der gleichnamigen japanischen Stadt. Langatmigkeit gibt es bei Alt-J nicht, auch nicht bei bewusst langsamen Stücken. Vielmehr werden Songs zu richtigen Geschichten, die sich auch nicht vor bedrückender Düsternis scheuen. „Geschichten zu erzählen ist auf jeden Fall ein wesentlicher Teil unserer Musik. Das macht uns meiner Meinung nach auch zu einer ‚Folkband‘. Manchmal sind es wahre Geschichten wie in unserem Lied ‚Taro‘, das von der Liebe zweier Kriegsfotografen erzählt. Manchmal sind es erfundene, auch brutale Begebenheiten wie die Messerstecherei in unserem neuen Song ‚In Cold Blood‘“, so Gus. Das dritte Album „Relaxer“ erscheint ganz frisch am 2. Juni – und spart wieder nicht mit Folk-Elementen und fantasievollen Lyrics, wie man bereits vorab an der Singleauskopplung „3WW“ hören konnte. Die Dramaturgie der Platte sei aber „weniger durchstrukturiert und zugänglicher“, meint Gus. Man darf also gespannt auf die Live-Umsetzung des neuen Werkes sein. Damit im Gepäck, aber auch mit vielen bekannten Hits und „Geschichten“ kommt das Trio im Sommer zum Out Of The Woods Festival zu uns nach Wiesen. Was sich die österreichischen Fans davon erwarten können? Das wissen Alt-J selbst noch nicht so genau. Fast typisch, könnte man sagen. Aber: „Wir werden uns bei der Show natürlich viel Mühe geben. Und wir bringen einige sehr, sehr coole Lichter mit!“

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Ottakringer Arena Nicht von ungefähr gilt landesweit und bei Besuchern aus dem Ausland Wiesen als eine der feinsten Open-Air-Locations überhaupt.

Die Foodtrucks Wie es sich für ein ordentliches Festival gehört, bekommt man am Out Of The Woods nicht nur ordentlich auf die Ohren, sondern auch kulinarisch wird verwöhnt. Am Kerngelände versorgen Essens- und Getränkestände mit Köstlichkeiten aus der Region sowie darüber hinaus und stillen auch den größten Hunger, damit ausgelassenen Konzertabenden nichts mehr im Wege steht. Selbst das vegane und vegetarische Angebot kann sich sehen lassen und für jeden Geschmack ist etwas dabei! Auch außerhalb des Kerngeländes wird der Appetit im Wiesen Village nicht zu kurz kommen – eine Reihe von Foodtrucks bieten knackige Wraps, köstliches Pastrami, frische Burger und einiges mehr! Bon Appétit!

Das Wiesen Village Direkt neben dem Kerngelände und dennoch umringt von Natur fungiert das Wiesen Village als zentrales Festival-Wohnzimmer und beliebter Treffpunkt abseits der musikalischen Showeinlagen. In ungezwungener Atmosphäre laden gemütliche Sitzgelegenheiten zum Abschalten und verschiedenste Workshops zum Mitmachen ein – was genau es am Out Of The Woods dann wirklich zu entdecken gibt, verraten wir in Kürze … Für alle Wiesenbesucher, die das Festival gerne komfortabel, ruhig und mit einem Dach über dem Kopf verbringen, gibt es auch dieses Jahr wieder das exklusive Comfort Camping! In einem eigenen Areal stehen 10 komfortable Holzhütten (für maximal 6 Personen), 10 fix und fertig aufgestellte Zelte (für maximal 3 Personen) sowie 30 Zeltparzellen (für maximal 3 Personen pro Zelt) zur Verfügung. Es gibt eigene Duschcontainer und wassergespülte Sanitäranlagen, kostenloses WLAN und zudem weiters die Möglichkeit, Frühstück bis vor die (Zelt-)Türe liefern zu lassen!

Anreise Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist kostengünstig, schont die Umwelt und ist stressfreier. Also warum das Auto nicht zu Hause lassen?! Der Hauptbahnhof Wiener Neustadt ist von ganz Österreich aus mit den ÖBB einfach zu erreichen und liegt keine 20 Kilometer vom Festivalgelände in Wiesen entfernt. Von dort aus werden die BesucherInnen mit einem Shuttlebus (€ 3 pro Person und Fahrt) bequem bis zum Festivalgelände gebracht! Eine entspannte An- und Abreise bietet außerdem Eventbus.eu mit seinen modernen Reisebussen. Direktbusverbindungen gibt es täglich ab Wien, Graz, Wiener Neudorf und dem Burgenland (mit diversen Zustiegsmöglichkeiten auf der Strecke). Die geplanten Abfahrtszeitpunkte findet ihr direkt bei der Ticketbuchung auf oeticket.com.

TIPP Bereits zwischen 29. Juni und 1. Juli findet auch dieses Jahr in der Ottakringer Arena in Wiesen das Nu Forms Festival statt. Mit rund 6.000 BesucherInnen legte auch das Nu Forms im Jahr 2016 nicht nur eine gelungene Premiere hin, sondern etablierte sich auch prompt als der neue Pflichttermin für alle D’n’BHeads. Und auch bei der von den heimischen Bassmusik-Größen Camo & Krooked präsentierten zweiten Auflage kann man sich auf einiges einstellen. Das neue „Family Get-together“ der internationalen „Bass Music Culture“ hat auch diesmal so ziemlich alles im Repertoire, was Drum ’n’ Bass hergibt. Alle Infos findet ihr auf nuforms.at!

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01.07.2017 N DIE PRINZE

15.07.2017 NDA LABRASSBA

22.07.2017 ORTER GREGORY P

28.07.2017 WECKER N I T N A T S KON

13.08.2017 YLE GREGOR ME

19.08.2017 CONCHITA

Tickets erhältlich in allen Raiffeisenbanken in Wien & NÖ und auf www.ticketbox.at (Ermäßigung für Raiffeisen Club-Mitglieder und Raiffeisen MIT.EINANDER-Mitglieder); im Ticketshop „Gute Unterhaltung“ in Tulln (Wiener Str. 16, T. 02272/68 909); auf www.oeticket.com (T. 01/96 0 96), auf www.noen.at/ticketshop, in jeder Trafik mit Trafiknet-Anschluss und auf www.donaubuehne.at

facebook.com/DonaubuehneTulln


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!ticket highlights

Chris Rea

In Close-Up Auf seiner Welttournee präsentiert Art Garfunkel mit Gitarrist Tab Laven und Keyboarder Dave Mackay seine SoloHits, Simon-&-Garfunkel-Songs sowie Stücke seiner Lieblings-Songwriter Jimmy Webb, Randy Newman und George Gershwin. Darüber hinaus wird er auch Teile seiner im Herbst erscheinenden Autobiographie vorstellen. In diesem Buch „What Is It All But Luminous (Notes From An Underground Man)“ beschreibt das Mitglied der Rock ’n’ Roll Hall of Fame sein vielseitiges Leben. 18. Juli, Wiener Konzerthaus

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3. November, Wiener Stadthalle (F)

Fotos: Barracuda Music (Art Garfunkel), Talgarth (Chris Rea), Poolbar (The Naked And Famous), Via Musica / Nick Mangafas (Summa Cum Laude), Kai Müller (Grossstadtgeflüster)

Art Garfunkel

Road Songs For Lovers Chris Rea meldet sich mit einem Album großartiger RockBalladen zurück, das erneut seine besten Eigenschaften offenbart: eine einzigartige Stimme und herausragende Songschreiber-Qualitäten. Die Fans dürfen sich auf die neuen Road Songs ebenso freuen wie auf Bestseller wie „I Can Hear Your Heart Beat“ und das legendäre „Road to Hell'. Einen Zeitraum von fast 40 Jahren umfasst die Karriere von Chris Rea, der immer seiner eigenen künstlerischen Vision gefolgt ist. Der Sänger mit der rauchigen Stimme und Weltklasse-Gitarrist bahnte sich einen musikalischen Weg zwischen Rock, Pop, Latin und seinen Blues-Wurzeln.


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Global 2000 Geburtstagsfest mit Mono & Nikitaman, Jeremy Loops, Attwenger, Texta, Neonschwarz, Buzz & Zuzee, Kommando Elefant und Grossstadtgeflüster „Eigentlich ist es kein Grund zum Feiern, dass es GLOBAL 2000 noch immer braucht. Doch die Welt ist noch immer nicht so, wie sie sein sollte“, so Martin Aschauer, Kommunikationsleiter von GLOBAL 2000. Es wird noch viel Engagement brauchen, damit es in 35 Jahren nicht mehr Plastik als Fische im Meer gibt, kein Verbrennungsmotor mehr neu auf die Straße geschickt wird, Häuser mehr Energie erzeugen, als sie verbrauchen, Hormone im Essen der Vergangenheit angehören, Gentechnik nicht Teil der Lebensmittelproduktion in Österreich wird, ect. pp. 16. September, Arena Wien Open Air

Poolbar

Von Voodoo Jürgens bis The Naked And Famous Platziert an der geografischen Schnittstelle zwischen Österreich, Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz wird das Alte Hallenbad in Feldkirch jeden Sommer zu einem grenzüberschreitenden Hotspot, wenn das poolbar-Festival seine Türen für kulturelle Auseinandersetzungen und gleichzeitig Party-Spaß öffnet. Das Festival von Nischen bis Pop wartet auch diese Saison mit großen Namen auf: Voodoo Jürgens, Jake Bugg, The Notwist, Element Of Crime, Pixies, Get Well Soon, Architects und viele mehr. Und für The Naked And Famous (Foto) wird das Festival extra um einen Tag verlängert. Juli und August, Altes Hallenbad Feldkirch

Summa Cum Laude

International Youth Music Festival Im Juli bietet Österreichs größtes internationales Jugendmusikfestival für Chöre, Orchester und Symphonic Bands jugendlichen Musikern aus aller Welt die Möglichkeit, gemeinsam zu musizieren. Etwa 1.300 junge MusikerInnen aus aller Welt machen das SCL Festival zu einem der bedeutendsten Festivals seiner Art in Europa. Ein besonderer Schwerpunkt kommt in diesem Jahr wieder der Konzertserie im MuTh – dem Konzertsaal der Wiener Sängerknaben – zu, bei der ganztägig Konzerte im top ausgestatteten Konzertsaal über die Bühne gehen.

im Juli in Salzburg und Wien, hauptsächlich im MuTh

IT’S ONLY WOERZ

Ich bin sitt! Herrlich! Da liefen mir kürzlich wieder Beispiele von Wörtern über den Weg, die dem ausgebufftesten Kenner der deutschen Sprache vermutlich zumindest kurz Schweißperlen auf die Stirn treiben, da die Häufigkeit der Ausdrücke in den Fließtexten dieser Welt eher homöopathisch anzusehen ist. Wie lautet der Singular des Wortes „Eltern“? – kurze Nachdenkpause. „Elter“. Oder der Singular Präsens (sorry, das muss so) von „jemanden auserkoren haben“. Die Antwort: „ich erkiese dich.“ Sehr hübsch finde ich auch Folgendes: Wenn man hungrig war, ist man satt. Wenn man durstig war, ist man …? „Sitt.“ Ja, das ist ein Kunstwort, das man für diesen Zweck 1999 im Zuge eines Wettbewerbs des Duden und einer Getränkefirma erfunden hat. Steht seitdem im Duden. Gilt also. Bei der Gelegenheit stellt sich gleich weiter die Frage: Würde man es je erkennen, wenn ein Wort im Duden falsch geschrieben wäre? Ich gebe zu, ich bin mit solchen Kapriolen der deutschen Sprache sehr einfach zu unterhalten. Da haben wir noch nicht von den Wortkreationen anderer Sprachen geredet: Das norwegische Wort „Ølfrygt“ bedeutet (nach oberflächlicher Recherche) „Bierangst“ und kürzlich geisterte durch die Social Medien das finnische Wort „Kalsarikännit“, das sinngemäß mit „sich alleine in Unterhosen zu Hause betrinken“ übersetzt wird. Gibt’s Vorschläge für ein neues Wort, das bedeutet „sich aus !ticket eine bevorzugte Veranstaltung aussuchen?“

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TIM_14_16_Post Punk New Wave_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 22.05.17 13:04 Seite 1

Rip it up & start again Neben Metal und Hardrock prägten wohl keine anderen Genres das Bild der 80er-Jahre wie Post-Punk und New Wave, sei es in Sachen Mode, Attitüde oder Klang. Auch auf einen der ersten musikalischen Hypes des neuen Jahrtausends nahmen sie Einfluss. Eine Spurensuche. TEXT: ROUVEN AHL

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enige Daten werden in der Musikgeschichte derart glorifiziert wie das Jahr 1977. Im Allgemeinen steht diese Zahl synonym für die Entstehung des Punks, was aber so nicht ganz korrekt ist. Vielmehr erblickte in diesem Jahr eine Bewegung das Licht der breiten Öffentlichkeit, die bereits zuvor vor allem im britischen und amerikanischen Untergrund brodelte. Beeinflusst von Bands wie den Stooges oder Velvet Underground und gleichsam angewidert vom Breitband-Rock der 70er-Jahre, veröffentlichten im besagten Jahr die Sex Pistols, The Clash oder auch The Damned ihre Debütalben. Die Ramones brachten mit „Leave Home“ sowie „Rocket to Russia“ Album Nummer zwei und drei auf den Markt. Ihr wegweisendes, selbstbetiteltes Debüt erschien bereits im Jahr zuvor. Für Puristen begann und endete damit der Narrative Punk im klassischen Sinne. Und es würde ja auch passen, erklärten die Musiker der Bewegung doch das heftige, kurze Verbrennen zur Maxime, während sie nichts mehr hassten als das langsame Verglühen. Stillstand = Tod Doch hier endet die Geschichte natürlich nicht. Man muss sich die Musik als ein lebendes Wesen vorstellen, das ebenfalls den Regeln der Evolution unterworfen ist. Noch im selben Jahr erschien ein Al-

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bum, welches den Weg für die weitere Entwicklung des Punk vorgeben sollte: „Marquee Moon“ der New Yorker Television. Beeinflusst von denselben Bands, entwickelten Television ein anderes, heterogeneres Klangbild. Quasi: „Punk aus der Sicht von Kunststudenten“. Die Geschwindigkeit opferte man gerne für einen eklektischen Sound, der dem Punk in seiner Ursprungsform in Sachen Energie und Dringlichkeit jedoch in nichts nachstand. Der Post-Punk war also schon geboren, bevor der Punk in seiner klassischen Form die Bühne verließ. Television lieferten damit die Blaupause für einen Sound, der dem genuinen Selbstverständnis des Punks andere Einflüsse hinzufügte. Oder anders gesagt: Bands wie Gang of Four, Wire oder Talking Heads dekonstruierten in Folge die musikalische Formel des Punks und setzten sie mithilfe von Jazz, Krautrock oder World Music wieder zusammen. Die Bands wählten also einen künstlerischen Ansatz, wo vorher rohe Energie den Ton angab. Die Musik wirkte dadurch kühler, was auch daran lag, dass die Rhythmusarbeit im Vordergrund stand. Das Gitarrenspiel verabschiedete sich von der klassischen Blue-Pentatonik und wirkte schneidender, klirrender. Eine latente Wut war jederzeit zu verspüren, kochte wie ein Vulkan aber unter der Oberfläche.

Die toupierte Schwester Parallel zu Post-Punk entwickelte sich ein weiterer Ausläufer des Punks. Der Chef des legendären Labels Sire Records, Seymour Stein, ließ aus Vermarktungsgründen seine Bands unter dem Begriff New Wave firmieren. Seine Bands sah er nämlich in der Tradition der NewWave-Bewegung des französischen Kinos der 60er-Jahre, die sich das Experimentieren mit neuen Kunstformen und der Ablehnung des Mainstreams auf die Fahne schrieb. Hintergründig lag Steins Absicht aber darin, sich von dem Schlagwort Punk zu distanzieren, um so seinen Bands Radio-Airplay zu verschaffen. Die meisten Radiostationen lehnten Ende der Siebziger nämlich Punk ab und die Nähe seiner Künstler zum legendären New Yorker Punkklub CBGB hätte die Radiomacher wohl argwöhnisch werden lassen. Zu den Speerspitzen des New Wave gehörte die Band Blondie (aktuelles Album: „Pollinator“), die auf ihrem mit Hits gespicktem zweiten Album „Parallel Lines“ (1978) für eine vermeintliche Punkband erstaunlich viel Melodie zuließ. Songs wie „Heart of Glass“ wurden dabei auch zu kommerziellen Erfolgen. Auch Elvis Costello prägte in seinen Anfangsjahren das Bild von New Wave mit. Ende der 70er-Jahre wurden die Begriffe New Wave und Post-Punk teils noch synonym verwendet. Erst Anfang der


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Interpol Während Banks, Kessler & Fogarino an frischem Material arbeiten, das 2018 erscheinen soll, feiert man auch den 15. Geburtstag des Debüts „Turn on the Bright Lights“.

Fotos: Barracuda Music

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on ihr Debüt „Turn Interpol spielen e am ng Lä r lle vo in s“ the Bright Light pen Air). r Wiener Arena (O lt, 10. August in de Cu e Th en iel sp ena Ebenfalls in der Ar . Juni. Im nahegelegenen 28 am ts jedoch berei ber en am 21. Septem Gasometer spiel ers Of Mercy. st schließlich The Si

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Alles, nur nicht Goth Beide klingen sie düster, beide verstehen sich jedoch als astreine Rockformation: The Sisters Of Mercy und The Cult.

Achtziger fand hier eine Trennung statt zwischen den experimentelleren Bands des Post-Punk sowie den eingängigeren New-Wave-Combos. Letztere setzten dabei auch weitaus ausschweifender auf Keyboards und Synthesizer. Bands wie a-ha oder Tears for Fears eroberten so die Charts. Der Look, den man heute mit New Wave in Verbindung bringt, wurde vor allem von der Band A Flock of Seagulls geprägt. Mit den wild auftoupierten Haaren und den schrägen Klamotten entwarfen sie jenes Bild, welches mit der New-Wave-Bewegung mittlerweile in Verbindung gebracht wird. Der geschminkte kleine Bruder Eine ebenfalls „gewöhnungsbedürftige“ Frisur trägt Robert Smith, Sänger von The Cure, die wie keine zweite für in Noten gegossene Schwermut stehen. Einer ihre Meilensteine „Pornography“ erschien 1983 und nahm noch deutliche Anleihen am Post-Punk, der aber besonderes düster klang. Aufgrund dieses Merkmals wurden The Cure zunächst zur damals florierenden Gothic-Szene gezählt. Die Initialzündung zur Entstehung dieser Subkultur wurde bereits Ende der Siebziger durch „Unknown Pleasures“ von Joy Division aus Man-

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chester gelegt, die in ihrer Musik und dank Sänger Ian Curtis’ düsterem Timbre noch dunklere Orte als The Cure aufsuchten. Orte ohne Hoffnung und Wiederkehr: Curtis beging 1980 Selbstmord.

Seitdem veröffentlichten sie zwei Alben, das letzte 2016. Einen ähnlichen Werdegang durchlebten The Sisters Of Mercy. Benannt nach einem Leonard-Cohen-Song, wurden auch sie Anfang der 80er zur Gothszene gezählt. Laut Bandchef Andrew Eldritch war dies aber von Anfang an einer falschen Einordnung durch Journalisten geschuldet. Während die meisten Gothbands sich nicht als Rockband verstehen und mit den damit einhergehenden Klischees brechen wollten, will Eldritch seine Band genau so bezeichnet wissen: als echte Rockband. Bislang veröffentlichten die Sisters nur drei reguläre Studioalben, das letzte 1990. Auch wenn neues Material vorerst nicht in Sicht ist, geht die Band weiterhin regelmäßig auf Tour.

Alles, nur nicht Goth Zwei britische Bands, die ihre größten Erfolge ebenfalls in den 80ern feierten, hatten ihre Wurzeln in eben jener Gothic-Szene, von welcher sie sich später aber krampfhaft loszusagen versuchten: The Cult und The Sisters Of Mercy. Erstere änderten gar ihren Namen, um nicht zu sehr in die Gothic Ecke gedrängt zu werden. 1981 gründete Sänger Ian Astbury The Southern Death Cult, die zu dieser Zeit noch astreinen Goth spielten. Nur zwei Jahre nach der Gründung war die Band aber bereits wieder Geschichte und Astbury hob gemeinsam mit seinem langjährigem Weggefährten und Gitarristen Billy Duffy Death Cult aus der Taufe. Kurz darauf benannten sie sich aus besagten Gründen in The Cult um. Auch der musikalische Ansatz änderte sich daraufhin gen Arena-Rock. Den Höhepunkt dieser Entwicklung markierte Ende der Achtziger ihr Album „Sonic Temple“. 1995 lösten sich The Cult auf, kehrten 1999 aber wieder zurück.

Man trifft sich immer zweimal Anfang der Nullerjahre bestimmten britische Bands wie Franz Ferdinand oder Arctic Monkeys den musikalischen Zeitgeist. Meist wurden diese in die Schublade Indierock gesteckt und in den entsprechenden Discos rauf und runter gespielt. Dabei erinnerten die Rhythmusarbeit sowie die zackigen Gitarren aber ein anderes Genre: Post-Punk. Fast alle wichtigen Figuren des ersten musikalischen Hypes im neuen Jahrtausend beriefen sich dabei auf die stilprägenden Bands dieser Ära. Eine Band aus diesen Kreisen, die musikalisch keinen Hehl aus ihrer Verehrung für Joy Division machte, waren die New Yorker Interpol. Ihr Debüt „Turn on the Bright Lights“ gehört zu dem besten, was diese Szene hervorbrachte. Vor allem durch ihre Düsternis und den klinischen, aber gleichzeitig sehr warmen Sound setzten sie sich von den auf Tanzbarkeit gepolten Kollegen ab. Und genau dieser Meilenstein wird diesen Sommer in voller Länge zelebriert …


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Fotograf Niko Auer fotografierte fĂźr !ticket KISS am 21. Mai 2017 in der Wiener Stadthalle..


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Die Samtstimme Im Alter von 76 Jahren dreht Neil Diamond zu seinem 50. Bühnenjubiläum eine Ehrenrunde durch Europa. Dass der New Yorker einer der erfolgreichsten Musiker aller Zeiten ist, wissen nur wenige.

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und Träume einer Einwanderergeneration, die in den USA noch willkommen war: „,America‘ ist die Geschichte meiner Großeltern“, erklärte er einst. Der Song war übrigens in den Achtzigern bei der Bevölkerung bekannter als der Klassiker „God Bless America“. Und das, obwohl er aus dem mäßig

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Spätestens seit dem Amtsantritt von Donald Trump als US-Präsident ist klar, dass Neil Diamond aus einer anderen, eigentlich längst vergangenen Welt stammt. Er singt über eine gute, alte Zeit, die eigentlich nie wirklich gut war. So beschwört er in einem seiner größten Hits die Wünsche, Sehnsüchte

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F

ar. We’ve been traveling far without a home but not without a star. Free, only want to be free, we huddle close, hang on to a dream. On the boats and on the planes, they’re coming to America. Never looking back again, they’re coming to America.“

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TEXT: ALEXANDER HAIDE


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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein!

Fotos: Live Nation, Universal Music, Hersteller

erfolgreichen Film „The Jazz Singer“ stammt, in dem Diamond an der Seite von Laurence Olivier schauspielerte. Der Songwriter Es ist das alte Amerika, in dem er sich kurz vor dem Abschluss von der New York University verabschiedete und einen Job als Songwriter annahm. Geschrieben wurde Mitte der 1960er-Jahre auf einem Klavier über dem legendären Birdland-Jazzclub im Big Apple, ein Titel des unbekannten Neil knallt in die Charts: „I’m a Believer“ von den Monkees. Später bedienten sich Kapazunder wie Elvis Presley, Cliff Richard und sogar die harten Deep Purple an seinen frühen Stücken – der Grundstein einer Karriere, die Neil Diamond zum Superlativ werden ließ.

termine kommt ihm Neil Diamond „50 Year er r Rahmen sein . Septembe -Tour am 19 ). Anniversary“ (D le al th r Stad in die Wiene

Neil Diamond Über fünf Jahrzehnte erstreckt sich seine schier unglaubliche musikalische Karriere. Dabei ist Diamond ein charismatischer Künstler geblieben, der nach wie vor zu den überragenden Live-Attraktionen zählt.

Der Superstar Mit mehr als 100 Millionen verkaufter Tonträger rangiert der Diamant in einer Liga mit Prince, Rod Stewart, Guns N’ Roses und noch vor Bob Dylan, Lionel Richie und Cher. Unzählige Chart-Platzierungen, darunter elf Nummer-1-Hits, machen Diamond zum zweiterfolgreichsten Künstler in der Geschichte der Billboard Charts mit Fixplatz in der „Rock and Roll-“ und „Songwriters Hall of Fame“, einem Stern auf dem „Hollywood Walk of Fame“ und zahlreichen prestigeträchtigen Auszeichnungen wie einem „Grammy“ und einem „Golden Globe“ (beide erhielt er für die Filmmusik zu „Jonathan Livingston Seagull“). Der Radiotaugliche Der Mainstream-Massenerfolg kommt erst, als Diamond die rauen Rock-Tracks der frühen Tage in der Schublade lässt und der Faserschmeichler das Kommando übernimmt. Diamonds Hits ecken nicht an, sind gefällig, passen in beinahe jedes Radio-Sendeschema und tun nicht weh: „Sweet Caroline“, „Cracklin’ Rosie“ und „Song Sung Blue“ lassen Neil Diamond innerhalb von nur drei Jahren zu einem Household-Name werden, Konzerte sind ab dem Beginn der Siebziger restlos ausverkauft, darunter ist eine Monster-Serie von zwanzig Shows hintereinander in New York. Kurz vor dem, was man modern als Burn-out bezeichnet, zieht Diamond die Notbremse. Keine Konzerte mehr: „Aber ich wusste, dass ich zurückkomme. Ich wusste nur nicht wann.“ Unproduktiv bleibt er nicht, sondern stellt – neben zwei Studioalben – sein vielleicht bedeutendstes Werk fertig: Den Soundtrack zu „Jonathan Livingston Seagull“, der das Einspielergebnis des Films kommerziell bei Weitem übertraf. Bereits Mitte der Siebziger ist Diamond ein fixes Mitglied der

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Laibach – Also Sprach Zarathustra Das martialische Künstlerkollektiv legt die Musik zur Theateradaption eines der Hauptwerke Nietzsches vor. Brachial!

Andreas Dorau – Die Liebe und der Ärger der Anderen Dorau vertont seine Schlussfolgerungen über das Leben in beinahe zärtlichem Post-NDW-Gewand.

Amplifier – Trippin’ with Dr. Faustus Ein pompöser Rock-Gospel wie aus den 60ern – da möchte man die Arme gen Himmel werfen: „Verweile doch …“

Pristine – Ninja Die Norweger atmen in bester Led-Zeppelin-Manier erdigsten Blues und innigsten Gospel mit unglaublicher Intensität.

LIVE Marteria – Roswell Hip-Hop ohne klischeehafte PointenPoesie, in sich rastlos, energetisch, melancholisch – „deep“ im Genresprech.

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US-Pop-Royalty, tritt in Las Vegas vor Legenden wie Elizabeth Taylor auf, spielt Shows vor mehr als 50.000 Fans und lässt Regisseur William Friedkind einen Konzertfilm drehen. Der Wiederauferstandene Einem Kollaps auf der Bühne und einer Tumor-Operation folgen Zeiten der unbegründeten Todesangst, Diamond schreibt bereits Abschiedsbriefe an Freunde. Die künstlerische Auferstehung inszeniert er 1980 bi-medial mit dem Remake des Al-Jolson-Filmklassikers „The Jazz Singer“ und dem dazugehörigen Soundtrack. Nur die Hälfte der Übung gelingt: Kritiker und Fans zeigen dem Streifen und den semiprofessionellen Schauspielkünsten von Neil Diamond die kalte Schulter, das Album ist dennoch heiß und generiert mit „Love on the Rocks“, „Hello Again“ und „America“ drei Top-Hits. Auf hohem Niveau plätschern die Achtziger und Neunziger dahin, für Aufregung sorgt der Superstar niemals – weder künstlerisch noch privat. Erst der 26. Studio-Longplayer sprengt ein wenig die Norm: Im Fahrwasser von Johnny Cash, der für seine Neuaufnahme von Diamonds „Solitary Man“ einen Grammy bekam, vertraute er sich – wie Cash – Producer-Legende Rick Rubin an. Der hatte bereits dem Mann mit dem Staubmantel zu neuerlicher Aktualität verholfen. Das Ergebnis, das Album „12 Songs“, wurde wie beinahe alles aus der Feder Diamonds ein Erfolg und brachte, so die Kritik, den alten Neil Diamond mit Songs in einer Qualität zurück, wie man sie lange nicht mehr gehört hatte. Der Diamant Der Ausflug ins progressivere Eck des Entertainments war damit wieder vor-

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wussten sie …? Als Enkel jüdischer Einwanderer (mit russischen und polnischen Wurzeln) war es für den jungen Neil Diamond eine Selbstverständlichkeit, dass er in seiner Freizeit im Familien-GemischtwarenShop in Brooklyn – genau: auf Coney Island – mithalf. Willkommener Nebeneffekt: Der Teenager geriet nicht in die Fänge lokaler Gangs. „Nachdem ich von der Schule kam, arbeitete ich im Geschäft, was mich von den fiesen StraßenJungs fernhielt und mich vielleicht gerettet hat.“ Allerdings konnte der „Neben-Job“ ihn nicht besonders fesseln. Im Alter von 13 büxte der junge Neil aus und brannte in den Mittleren Westen durch, wo er bei der Band Roadrunners spielte, die in kleinen Bars auftrat. Als die Band zerbrach, kehrte Neil wieder heim. Apropos Schule: Nachdem er ein Stipendium für die New York Universität aufgrund seines Könnens beim Fechten (!) erhielt, hätte er seinen Lebensunterhalt beinahe mit dem Florett verdient. Oder es wäre – nach dem Abschluss des begonnenen und abgebrochenen Studiums – ein Dr. med. aus ihm geworden. An der eher konservativen Wahl der Berufslaufbahn änderte auch die Tatsache nichts, dass er gemeinsam mit Barbra Streisand die Highschool-Bank drückte und die beiden im Schul-Chor trällerten. Mit Streisand nahm er 1978 dann das Hit-Duett „You Don’t Bring Me Flowers“ auf. Mehr als 120 Millionen Tonträger konnte der Herr mit dem klingenden Namen – es ist übrigens sein echter – an den Fan bringen, aber lediglich einen Grammy gewinnen. Doch wäre unter dem

bei. Das unterstreicht seine Rolle als Mentor bei der Casting-Show „American Idol“ (2008). Seither ist fette Erntezeit: In regelmäßigen Abständen halten Greatest-Hits-Sammlungen, Neuaufnahmen alter Hits und Covers oder zuletzt das Weihnachtsalbum „Acoustic Christmas“ (2016) den Namen Neil Diamond in den Charts.

Pseudonym Noah Kaminsky ebenfalls eine WeltKarriere gelungen? Oder als Ice Charry? Dass Diamond seinen bürgerlichen Namen beibehielt, war einer der vielen Glücksgriffe in seiner Ausnahmekarriere, in der er übrigens niemals für Caroline Kennedy schwärmte. Dieses Gerücht hielt sich durch den Smash-Hit „Sweet Caroline“ über Jahrzehnte. Diamond selbst räumte damit auf. Eigentlich wollte er eine Liebeserklärung für seine damalige zweite Frau Marcia schreiben, doch dieser Name hätte melodisch nicht funktioniert … Apropos Frauen. Als Superstar kann Neil Diamond mit keinen Skandal-Schlagzeilen aus seinem Privatleben aufwarten. Bereits 1963, im zarten Alter von 22, ehelichte er seine Highschool-Liebe Jaye Posner. Die Beziehung hielt lediglich fünf Jahre, dennoch entsprangen daraus zwei Töchter. Noch im Jahr der Scheidung von Jaye heiratete Diamond seine Assistentin Marcia Murphy. Die beiden bekamen zwei Söhne. Entgegen dem Rock-Klischee hielt Ehe Nummer zwei beinahe drei Jahrzehnte. Erst zwanzig Jahre nach der zweiten Scheidung, die ihn die sagenhafte Summe von 150 Millionen Dollar (!) kostete, folgte 2012 Heirat Nummer drei: Dieses Mal mit seiner Managerin Katie McNeil. Sie behielt übrigens ihren Job. Neben Giganten wie Elvis & Co. coverte übrigens sogar die finnische Gruftie-Partie HIM auf ihrem Greatest-Hits-Album den Neil-Diamond-Klassiker „Solitary Man“. Der Titel „Forever in Blue Jeans“ wurde häufig in Werbeclips für Jeans eingesetzt, „America“ bewarb die Olympischen Winterspiele 2002.

Entsprechend seiner Position ganz oben am Musik-Olymp darf sich Neil bei seiner „50 Year Anniversary World Tour“ jetzt, unter einem überdimensionalen Licht-Diamanten als Kulisse, ausgiebig feiern lassen: das ist nur würdig und recht! Möglicherweise ist es ja das letzte Mal, dass man ihn diesseits des Atlantiks live zu hören bekommt.


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ndlich. Knapp drei Jahre nach „The Hunting Party“ stellen Linkin Park ihrer treuen Gefolgschaft mit „One More Light“ neue Musik zur Verfügung. Selbst im abgestumpften Zeitalter der Streamingplaylists ist ein neues Linkin-Park-Album ein Großereignis, denn außer Chester Bennington und Co. schaffen es nur mehr wenige Künstler, ihre Alben tatsächlich noch gewinnbringend zu verkaufen. Als die Band Mitte Februar „Heavy“ als ersten Appetizer auf YouTube stellte, begann eine endlose Kontroverse über die musikalische Ausrichtung der Band. Bennington leitet mit fragilem Gesang in eine persönliche Lebensabhandlung, irgendwann übernimmt die US-Goldstimme Kiiara, und noch ehe man sich überlegt, wo denn nun die shreddernde Heavy-Gitarre bleibt, ist das knapp dreiminütige Stelldichein auch schon wieder zu Ende.

Erzeugnisse nicht auf „One More Light“ zu hören seien. Der Shitstorm biblischen Pop-Ausmaßes nahm kein Ende und Linkin Park konkurrieren in dieser Liga mittlerweile sogar mit den kanadischen Pop-Rockern Nickelback. Für Gitarrist und Soundtüftler Mike Shinoda wird die Thematik nicht so heiß gegessen wie gekocht: „Wir starteten

unter dem Namen Hybrid Theory und wie dieser Name schon sagt, hatten wir immer verschiedenste Einflüsse in unserer Musik. Ein Song wie ,Points Of Authority‘ hatte einen Hip-Hop-Vers, während der Refrain sehr metal- und rocklastig war. ,Castle Of Glass‘ wies Folk-Einflüsse auf und ,Breaking The Habit‘ spielte mit Elektronik. Zudem

Stürme und Trolle Kommentare wie „wenn das wirklich heavy ist, macht Nicki Minaj Death Metal“, „die Band wird tatsächlich immer schlechter und schlechter“ oder „gebt doch endlich zu, dass ihr einen JustinBieber-Track covert“ machten die Runde, selbst der amerikanische Gitarrenhersteller ESP trollte die Band mit der Verkündung, stolz darauf zu sein, dass seine

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Linkin Park Die Kalifornier versprechen, dass es am Nova Rock sehr wohl „heavy“ zur Sache gehen wird.

Foto: James Minchin

Linkin Park veröffentlichen ihr neues Album „One More Light“ und werden dafür in den sozialen Netzwerken zerrissen. Dabei sind sie ihren Fans gegenüber offen und ehrlich wie nie zuvor. TEXT: ROBERT FRÖWEIN


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haben wir mit Steve Aoki oder Jay-Z gearbeitet – ich kann die Kritik am neuen Sound nicht wirklich nachvollziehen.“ Und fürwahr – wer sich die Historie von Linkin Park genauer zu Gemüte führt, muss den Kaliforniern vor allem eines attestieren: Mut zur Veränderung und den unbedingten Willen, aus vorgefertigten Normen auszubrechen, um die eigene Kunst auf das nächste Level zu hieven. Immer weiter Natürlich wird man „Hybrid Theory“Puristen mit „One More Light“ nicht mehr ins Bandcamp zurückführen können, doch Linkin Park poppigen Ausverkauf vorzuwerfen, ist zu simpel geknüpft. Dafür hat die Band in den mehr als zwei Dekaden ihres Bestehens schon zu oft die Ausrichtung verändert – man denke etwa an das mit Hip-Hop- und Classic-Rock-Zitaten versehene „Minutes To Midnight“ (2007), das experimentelle

GEWINN SPIEL Wir verlosen drei Stück von „One More Light“. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Konzeptwerk „A Thousand Suns“ (2010) oder die partielle Vergangenheitsrückschau auf „The Living Things“ (2012). Was all die Werke miteinander verbindet, ist die stringente Suche nach dem Unbekannten und das juvenile Forschen nach der eigenen Identität. „Was unsere Fans und Hörer schon immer ausgemacht hat, ist die Diskussionskultur“, zeigt sich Shinoda entspannt, „besser, es wird um uns gestritten und wir bleiben im Gespräch, als wir rutschen in die Bedeutungslosigkeit ab.“ „One More Light“ ist somit nur ein weiteres Kapitel der beständigen Transformierung von Künstlern, deren Ziel der Weg ist. Wer hoffte, „Heavy“ wäre nur ein seichter Ausrutscher, wird mit dem Gesamtwerk tatsächlich wenig Freude haben. Mit der zweiten Single-Auskoppelung „Battle Symphony“ gelang ein astreiner Formatradio-Pophit, „Talking To Myself“ lässt die Keyboards erstrahlen, „Halfway Right“ ist eine vom Piano geleitete Powerballade und der Titeltrack wird von Chesters intensiver Stimme getragen und weist mit der Textzeile „Who cares if one more light goes out? – I do“ die ultimative Durchhalteparole für schwierige Zeiten auf. Chance in der Krise Das Album geriet zum Manifest persönlicher Problembearbeitung. „Wir wollten die Aggression bewusst kontrollieren“, erzählt Shinoda, „wenn meine Kinder einmal älter sind und Linkin-Park-Songs hören, dann sollen sie nicht merken, dass ihr Dad eine Zeitlang voller Wut war. Wäre es nicht cool einen Song zu schreiben, der auch zu ihnen passen würde? Also ging ich ins Studio, schrieb ,Invisible‘ und ließ wirklich alles aus mir raus, was ich an Gefühlen in mir hatte.“ Angetrieben wurde die Studioenergie vom wiedererstarkten Band der Freundschaft. Nicht immer verliefen die Diskussionen im Bandcamp friktionsfrei,

Diskussionen über die zukünftige Ausrichtung der Band und was man eigentlich vom Leben erwartet standen auf der Tagesordnung. Vor der Midlife-Crisis sind auch Millionäre nicht gefeit – vor allem, wenn sie alle am 40er kratzen. So dreht sich der Song „One More Light“ um eine gute Freundin der Band, die an Krebs verstarb. Bennington verarbeitete auf dem Album zudem seine inneren Dämonen, die ihn temporär wieder in den Alkoholismus führten, aus dem er mittlerweile ausbrechen konnte. „In den letzten Jahren wurde mein ganzes Leben umgekrempelt“, erläutert er, „und doch klingen die Melodien und Hooks sehr fröhlich, während die Texte schwermütig und tiefgreifend sind. Am Ende des Songs geht die Sonne immer auf und nie unter. So ist es auch mit uns in der Band. Wir alle haben Probleme, sind verletzlich und müssen über Dinge reden. Wir haben uns sehr oft zusammengesetzt, die Karten auf den Tisch gelegt und denjenigen gefangen, der zu fallen drohte. Selbst in den dunkelsten Momenten dreht sich das Album zu etwas Wunderbarem.“ Die Härte auf „One More Light“ befindet sich dieses Mal subtiler in den Texten und nicht vordergründig brachial im Sound. Ob das Linkin Park schlussendlich wirklich an Authentizität kostet, lässt sich in Kürze beim Nova Rock austesten. Shinoda verspricht auf den Bühnenbrettern ohnehin eine andere Gangart. „Live werdet ihr die Gitarren bei den neuen Songs stärker heraushören. Es wird auf jeden Fall weniger schnulzig ausfallen, als so mancher befürchtet.“ Und viele wissen ohnehin – aus einer Midlife-Crisis geht man meist gestärkt hervor.

termine

empfiehlt

i am Linkin Park spielen am 14. Jun sdorf. Nova Rock Festival in Nickel Weitere Bands des Festivals Slayer, inkludieren u. a. Blink-182, Of Rage, System Of A Down, Prophets Hasselhoff. Green Day, Rancid und David

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The Stage is yours In den letzten Jahren erlebte die österreichische Rock- und Popszene einen echten Aufschwung. Die Erfolge der österreichischen Vorzeigecombos motivierten viele junge Musiker dabei, eine eigene Band zu gründen. Nur wie den Sprung schaffen vom muffigen Proberaum rauf auf die Bühnen des Landes? TEXT: ROUVEN AHL

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Foto: Mike Lhotka

alentwettbewerbe können dabei durchaus einen Weg zu mehr Aufmerksamkeit oder dem so wichtigen Knüpfen von Kontakten aufzeigen. Eine der renommiertesten Veranstaltungen dieser Art in Österreich ist die Planet Festival Tour. Ursprünglich hervorgegangen aus einem Wettbewerb zwischen Metalbands, ist die Planet Festival

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Juni. s ist der 30. uss für Band erbst statt, die hl sc de el nm H A ießngs finden im Die Qualifyi ühjahr, das Finale schl Fr im s er. et m o Play-off as G 2018 im lich im Mai

Tour mittlerweile offen für alle Musikrichtungen. Aus einem reinen Bandcontest ist im Laufe der Jahre zudem eine Veranstaltung mit Festival-Charakter geworden. Das große Finale im Gasometer Wer es durch die Qualifikationsrunden schafft, auf den wartet das große Finale im Wiener Gasometer vor etwa 2.000 Zuschauern. Dort werden sie von einer kompetenten Jury beurteilt, und auch die Zuneigung des Publikums fließt in die Wertung mit ein – wobei darauf geachtet wird, dass die Nicht-Wiener dadurch keinen Nachteil erleiden. Auf den Gewinner wartet der Hauptpreis von 12.000 Euro.

Aber auch bei der Planet Festival Tour ist Geld nicht alles. So warten auf alle Finalteilnehmer Sachpreise und Slots auf den berühmtesten Festivals in Österreich und Umgebung. Der letztjährige Sieger, die Band Coffeeshock Company, wird beispielweise bald mit Russkaja auf Tour gehen. Die zweitplatzierten Tiroler Mother’s Cake stehen aktuell vor dem internationalen Durchbruch und ernten durchgehend gute Kritiken in der Musikpresse. Wer ähnliche Ambitionen hegt, kann sich noch bis zum 30. Juni unter planetfestivaltour.at für die neue Reihe anmelden. Im Herbst starten die Qualifyings in ganz Österreich: für Acts aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland in der ((szene)) Wien, für Acts aus der Steiermark und Kärnten in der GMD Graz, für Acts aus Salzburg im Rockhouse Salzburg und für Acts aus Oberösterreich in der Spinnerei Traun, sowie für Tiroler und Vorarlberger Acts im Komma Wörgl. Durch Publikumssowie Jurywertung (50:50) steigen jeweils drei Acts der Qualifyings in die Play-offs in der ((szene)) Wien im Frühjahr 2018 auf. Wer hier überzeugt, tritt im großen Planet Festival Tour Final Big Bang an. Die Planet Festival Tour Im Rahmen zahlreicher Einzelkonzerte stellen sich Newcomer (so wie hier: Chaos Huvulu) nicht nur einem Publikum, sondern auch professionellen Jurys.

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Steven Wilson To The Bone Steven Wilson kündigt sein fünftes Studioalbum „To The Bone“ an: Treibender, futuristischer Rock verschmilzt mit spektralen, elektronischen Klängen zu einer sphärischen Elegie mit schreienden Gitarren. „To The Bone“ ist Steven Wilsons Kompliment an die außerordentlichen Progressive-PopAlben seiner Jugend, etwa Peter Gabriels „So“, Talk Talks „Colour of Spring" und Tears For Fears’ „Seeds of Love“. 14. Februar, Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer

The Jesus And Mary Chain The Damage And Joy The Stooges, The Ramones, Einstürzende Neubauten, The Shangri-Las: eine ziemlich eklektische Reihe von Einflüssen und eine, die die Brüder Jim und William Reid als The Jesus And Mary Chain aus Schottland dazu inspirierte, eine der einflussreichsten Bands ihrer Ära zu werden. Nach vielen bewegten und bewegenden Jahren sind sie mit ihrem neuen Album „Take A Rest“ im Gepäck nun endlich auch wieder live in Österreich zu sehen! 14. Oktober, Ottakringer Brauerei

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20. November, Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer

Beth Ditto

Fake Sugar Beth Ditto, Frontfrau des Kult-Trios Gossip, wird bei ihrer exklusiven EuropaTournee ihr mit Spannung erwartetes Solodebüt „Fake Sugar“ (siehe dazu Seite 51) vorstellen: Neben der Lancierung ihrer ersten eigenen Modelinie liefert sie mit „Fake Sugar“ ihr – in ihren Worten – „Southern-Rock-Album ab, das deswegen aber noch lange nicht nach Country klingen muss.“

28. September, Arena Wien

Fotos: GEPA-pictures.com (ÖFB), Steve Gullick (The Jesus And Mary Chain), Lasse Hoile (Steven Wilson), Barracuda Music (Beth Ditto)

Marilyn Manson

Heaven Upside Down Er ist eine dieser bewegenden Kunstfiguren mit dem größten Potenzial. Das zeigt sich nicht nur in der Malerei, sondern vor allem auf der Bühne. Der „Gruselprinz“ und Schockrocker der ersten Stunde provoziert seit Angedenken und bringt eine Stimmung in jede Konzerthalle, die ihresgleichen sucht. Und es ist nicht einfach nur Rock oder Metal, es ist ein Gesamtkunstwerk, das man immer wieder aufs Neue entdecken kann und muss – es ist Show und Spiegelbild zugleich, eben Marilyn Manson.


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ÖFB Nationalteam

Das Nationalteam HAUTNAH erleben Das TEAM HAUTNAH-Ticket bietet allen Fußballfans das Top-VIP-Erlebnis. Sie sehen ein Spiel des Nationalteams hautnah von den besten VIPPlätzen im Stadion und spüren die Begeisterung. Mit dem TEAM HAUTNAH-Ticket genießen Sie Ihren Aufenthalt im exklusivsten VIPBereich des Stadions bei erstklassigem Catering, in Gegenwart von Prominenz aus Sport, Politik und Wirtschaft. Sie sitzen mitten im VIPBereich, wo sich auch Teamchef und Spieler nach den Matches kulinarisch stärken! Ein First Class Catering, eine Parkkarte direkt beim Stadion sowie Getränke und Snacks runden dieses Angebot ab. Weitere Informationen sowie Kauf von TEAM HAUTNAH-Tickets unter vip@oefb.at!

Fotos: GEPA-pictures.com (ÖFB), Steve Gullick (The Jesus And Mary Chain), Lasse Hoile (Steven Wilson), Barracuda Music (Beth Ditto)

Österreich – Georgien, 5. September & Österreich – Serbien, 6. Oktober

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Freiheit und E Giuseppe Verdi ist der bedeutendste italienische Komponist des 19. Jahrhunderts. Seine Werke sind nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich und psychologisch interessant. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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iuseppe Verdi (1813–1901) war ein äußerst belesener Musiker, der sich viele Gedanken über einen Stoff und dessen Eignung für die Opernbühne gemacht hat. Insgesamt komponierte er 26 Opern, die zum Teil auf Lord Byron, Voltaire, Friedrich Schiller und Shakespeare zurückgehen. Er war nicht nur ein herausragender Komponist sondern auch ein kritischer Patriot. So verwundert es nicht, dass ganz Italien mitsingt, wenn sein Chor „Va, pensiero, sull’ali dorate“ (Flieg, Gedanke, auf goldenen Schwingen) aus „Nabucco“ ertönt.

Fotos: Arenaria, Oper-N-Air, Peter Palme

Rigoletto in Mörbisch „Rigoletto" feiert am 12. Juli auf einer der eindrucksvollsten Freilichtbühnen Europas Premiere. Die schroffe Felslandschaft des Steinbruchs bietet eine atemberaubende Kulisse für Verdis Meisterwerk.

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Fotos: Arenaria, Oper N Air, Peter Palme

Enttäuschung Freiheitsstreben und Selbstüberschätzung Im „Gefangenenchor“ oder auch „Freiheitschor“ sehnen sich die gefangen genommenen und nach Babylon entführten Hebräer nach Rückkehr in ihre Heimat. Verdi komponierte „Nabucco“ 1841, die Uraufführung fand am 9. März 1842 im Teatro alla Scala in Mailand statt. Da passte der Chor perfekt für die Italiener, die sich nach einem eigenen, unabhängigen Staat sehnten. Weder fremde Mächte noch die Kirche sollten über den Staat bestimmen. Auch in anderen Verdi-Opern – zum Beispiel in „Macbeth“ in der „Hymne der Vertriebenen“, wenn die schottischen Flüchtlinge ihr Leid über das verlorene Vaterland anstimmen – kommen solche Hymnen mit der Sehnsucht nach Freiheit sowie Unabhängigkeit zum Ausdruck. Eine weitere wichtige Rolle spielt in der Oper allerdings auch der Titelheld Nabucco, der sich selbst zum Gott machen will, doch er verfällt dem Wahnsinn. Erst als er sich zum Gott der Hebräer bekennt, wird er geheilt. Die Hebräer werden freigelassen und die Babylonier bekennen sich zu Jehova. Wer übrigens bei „Nabucco“ an ein Erdgas-Pipeline-Projekt denkt, liegt damit auch nicht falsch. Denn die NabuccoPipeline wurde tatsächlich nach der Oper benannt. Als sich das Konsortium aller Beteiligten das erste Mal traf, war das Abendprogramm ein Besuch der Wiener Staatsoper. Auf dem Programm stand Verdis „Nabucco“. Das Projekt ist mittlerweile eingestellt – vielleicht war der

Namensgeber Nabucco doch nicht so sinnvoll gewählt … Vaterliebe Auf die Quintessenz gebracht, könnte man den Inhalt von „Rigoletto“ in einem Satz wie folgt sagen: Zwei Männer machen einer Frau das Leben schwer, zum einen der Vater, der seine heiß geliebte Tochter vor allen Gefahren schützen will, und zum anderen der Liebhaber, der es mit der Treue nicht so ernst nimmt. Eine Konstellation, die häufig anzutreffen ist – doch ein dermaßen tragisches Ende wie bei Verdi beziehungsweise eigentlich bei Victor Hugos Versdrama „Le Roi s’amuse“ findet man dann doch selten. Rigoletto, der bucklige Hofnarr, unterstützt seinen Herrn, den Herzog von Mantua, bei seinen unzähligen Liebesabenteuern. Als der Herzog aber auch Rigolettos Tochter verführt, will dieser aus Rache den Herzog ermorden lassen … Seit der Uraufführung 1851 wird „Rigoletto“ weltweit gespielt und ist in den nächsten Monaten in unterschiedlichen Inszenierungen auch in Österreich zu sehen. In den ersten zehn Jahren nach der Uraufführung soll das Werk gar in 250 Opernhäusern aufgeführt worden sein. Für jeden Bariton ist die Figur des Rigoletto eine Traumrolle, enthält diese doch unzählige Facetten: Scherz und Spott, Bosheit und Verachtung, Rache und Verzweiflung sowie Tränen und Reue. Aber auch Rigolettos Tochter Gilda durchlebt eine starke Entwicklung: ist

sie zu Beginn noch verliebtes Mädchen, wird sie im zweiten Akt zur Geliebten und danach zu einer enttäuschten, verletzten Frau.

Nabucco auf der Kasematten Direkt unter dem höchsten Punkt der steirischen Landeshauptstadt, dem Plateau des Schlossbergs, befindet sich der urigste sommerliche Freiluft-Veranstaltungsort von Graz, die Kasematten-Bühne.

Rigoletto in Reinsberg Auch das historischromantische Ambiente der Burgarena Reinsberg bietet einen idealen Schauplatz für eine mitreißende Inszenierung der fesselnden Dramatik und betörenden Melodien Verdis.

termine „Nabucco“ erleben wir am 26. und 27. Juli auf der Kasemattenbühne am Schlossberg Graz, „Rigoletto“ in der Wiener Staatsoper zwischen 6. und 17. Juni, im Steinbruch von St. Margarethen zwischen 12. Juli und 19. August, in der Burgarena Reinsberg zwischen 18. und 19. August sowie im Musiktheater Linz zwischen 4. November und 20. März. Achtung: Es handelt sich dabei um unterschiedliche Inszenierungen!

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Am Anfang w !ticket testet

Grillabende sind gerade in lauen Sommernächten sehr populär, das Grillen ist eine der weltweit beliebtesten sozialen Freizeitformen. Und für viele ist es auch weit mehr, als nur irgendein Tier auf einen heißen Rost zu knallen. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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rillen, das hatte früher etwas Einfaches und Improvisiertes. Auf Papptellern gab es Nackensteaks und Würstel, als Beilage Bier – vielleicht auch noch einen Erdäpfelsalat aus dem Supermarkt. Grillen war auch immer etwas bieder, es erinnerte an Ferienlager, Schrebergärten oder den schnöden Camping-Urlaub in Caorle. Doch seit einigen Jahren hat sich die Wahrnehmung verändert, der Grill wurde unversehens – wie das iPhone – zum Statussymbol. Grillen ist – in einer Zeit, in der auch Urlaub auf dem Bauernhof wieder gefragt ist – das analoge Gegengewicht zum digitalen Alltag. Und vor allem: Nicht mehr so banal wie früher. Natürlich muss man jetzt nicht jählings aus der einfachsten Sache der Welt eine Wissenschaft machen, aber es tut schon gut, wenn man etwa in der Grill-Akade-

mie lernt, wie man ein Fleisch nicht verkohlen lässt. „Grillkultur“ nennt sich das, und gerade Männer spricht es an, zumindest irgendwo bei den häuslichen Pflichten Experte zu sein. Im Brennpunkt zwischen Feuer und Fleisch, Rauch und Knochen müssen diese archaischen Gefühle herkommen, die Männer mit Testosteron-Geröhre an den Grill treiben. Hier werden Urinstinkte freigesetzt, wie man sie in der Frühzeit der Menschheit vermutet. Was schwingen da für Bilder mit: Jäger, Beschützer, Bärenbezwinger! Hinter dem Grill darf selbst der moderne Mann noch Mann sein, und das Grillen wird zur Kunst erklärt, die vom Publikum mit Appetit und Gusto gefeiert wird. Doch beste Expertise insistiert natürlich ex aequo bestes Equipment: Bei Weber, dem Branchen-Marktführer, gibt es alles

was man braucht, um auch sein Geld in Rauch aufgehen zu lassen – vom gewöhnlichen Kugelgrill bis hin zum Smoker, der beinahe an eine Dampflok erinnert, Fachliteratur sowie Zubehör von Grillpinzetten und Stahlbürsten bis hin zu Fleischthermometer und spezielle Aluschalen und Porzellanformen. Wie sagte Erich Kästner schon so schön? Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch. Und in dieser Argumentationskette ist Weber nun einmal das Toys’R’Us der Männer.

GEWINN SPIEL Wir verlosen 2 Plätze für einen Original Basic Kurs!

Für Grillbegeisterte und solche, die es noch werden wollen. In der WEBER GRILLAKADEMIE ORIGINAL zeigen wir Ihnen die Kunst des Premium-Grillens. Erleben Sie Grillgenuss vom Holzkohle-, Gas- oder auch Elektrogrill an der Seite eines Grillmeisters. Erfahren Sie an einem Abend alle Grundlagen rund um das Thema Grillen: die verschiedenen Grillmethoden das Grillen mit geschlossenem Deckel die gesunde Zubereitung von Speisen auf dem Grill das stressfreie Grillen wichtige Tipps rund um das BBQ

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Informationen zu Terminen und Orten finden Sie auf www.weber-grillakademie.com!

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Fotos: Fotolia, Weber

„WEBER GRILLAKADEMIE ORIGINAL“: ALLES ÜBER DIE HOHE KUNST DES PREMIUMGRILLENS


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war das Feuer Teils sind sie amüsant, teils ungewöhnlich – die Geschichten von Erfindern und Erfindungen. Ein Beispiel für die Kategorie „Ungewöhnlich“: die Idee, aus einer Boje einen Grill mit Deckel zu machen. George Stephen erfand 1952, also in der Ära, in der in Amerika – dem BBQ-Land schlechthin – noch Ziegelstein-Grills verwendet wurden, so den ersten Kugelgrill und revolutionierte mit zahlreichen Folgemodellen zunächst die amerikanische, anschließend die globale Grillkultur. Heute gibt es unzählige Grills, die seinen, den Weber Grills optisch, aber nicht qualitativ ähneln. Weber Grills sind extrem langlebig hinsichtlich der gesamten Rahmenkonstruktion inklusive Deckel, Kessel beziehungsweise Grillkammer und aller Innenteile, zum Beispiel Brenner, Zünd- und Reinigungssysteme.

Ein weiterer Grund für die hohe Qualität und Lebensdauer der Weber Grills: Wesentliche Verbindungen werden geschweißt und vormontiert. Die Vorteile sind: weniger Montageaufwand und bessere Korrosionsbeständigkeit im Vergleich zu Schraubver-

bindungen. Und natürlich geht auch die Sicherheit vor: Alle gasführenden Teile sind bei Weber bereits montiert. Der Endverbraucher kann keine sicherheitsrelevanten Teile vertauschen oder falsch einbauen. Jeder einzelne Gasgrill wird im Werk auf Funktion und Flammenbild geprüft. Die Sicherheit des Endverbrauchers steht bei Weber an erster Stelle. Daher verlässt sich Weber generell nicht auf Stichproben, sondern führt – auch bei allen eingekauften Materialien – umfangreiche Kontrollen durch. Jede Wareneingangskontrolle beinhaltet immer Prüfungen von Material und Funktion. Vor dem Verpacken erfolgt für jeden Grill eine zusätzliche Sichtkontrolle. Alle Gasgrills werden gesondert nochmals auf Zündung, Flammenbild und Dichtigkeit getestet. Fehlfunktionen wie Gaslecks sind somit bei Auslieferung jedes Grills ausgeschlossen. Die durchgängige Qualität aller Teile jedes Grills ist gewährleistet.

Weber Grills haben bis zu 10 Jahre Garantie.

Fotos: Fotolia, Weber

Für Deckel und Kessel wird hochqualitativer, dickwandiger, extra kohlenstoffarmer Stahl verwendet, der sich daher optimal mit der bei 870° C eingebrannten Emaille verbindet. Zum Einsatz kommt dabei ein elektrostatisches Emaillierverfahren, das eine präzise Anpassung der Emailleschicht an die

Blechstärke des Stahls ermöglicht. Das stellt sicher, dass sich Stahl und Emaille beim Erwärmen und Abkühlen gleichmäßig ausdehnen und wieder zusammenziehen – ein temperaturbedingtes Abplatzen der Emaille ist bei sachgemäßen Umgang mit den Produkten unmöglich. Optimale Hitzereflexion und bestmöglicher Schutz vor Witterungseinflüssen sind gewährleistet. Ein weiteres Beispiel für die durchgängige Verwendung hochwertiger Materialien sind die Weber Roste: Bei Weber Holzkohlegrills sind die Kohle- und Grillroste aus massivem Stahl, die Grillroste sind zudem verchromt oder aus Edelstahl. Die Roste der Weber Gasgrills sind aus Gusseisen mit Emaille beschichtet oder aus massivem Edelstahl. Modelle der Weber Q Serie verfügen über einen gusseisernen, porzellanemaillierten Grillrost.

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Es war einmal … das Die Lernforschung hat bewiesen, dass das, was emotional präsentiert wird, schneller erlernt wird und besser erinnerbar bleibt. Deswegen setzen Schulbücher heute auf Effekte und Geschichten. Auch die Ausstellung „Körperwelten“ versucht, uns eine Geschichte mit auf den Weg zu geben: die unseres Lebens. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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etritt man die Ausstellungsräume, wähnt man sich wie in einer Zwischenwelt – irgendwo zwischen Seziersaal und Kunstmuseum changierend. Dass man sich dabei nicht in die Unterwelt hinabgezogen fühlt, obwohl vor einem tote Menschen ganz oder in Einzelteilen präsentiert werden, ist dem Feingefühl von Anatom Dr. Gunther von Hagens und seiner Ehefrau und Kuratorin Dr. Angelina Whalley, unserer Gesprächspartnerin, geschuldet. Denn obwohl der Tod omnipräsent ist, geht es in „Körperwelten“ doch um das Leben: Das lebensnahe In-Szene-Setzen nähert den Toten so sehr dem Lebendigen an, dass der Betrachter in ihm seine eigene Leiblichkeit erkennen und sich mit ihm identifizieren kann. „Körperwelten“ reiht sich somit zentral in eine Zeit der Neubewertung des Körpers ein, die mit einer hohen Wertschätzung – Stichwort: gesunde Ernährung und vitaler Lebenswandel – einhergeht, und ist somit die Antwort auf die nicht mehr zeitgerechte christliche Körpernegation, als der Körper noch als vergänglicher „Madensack“ (Martin Luther) für die Seele verstanden wurde. Denn: Der Körper an sich ist schon ein Wunder der Schöpfung. Ist es für sie nicht deprimierend, ständig mit Toten konfrontiert zu sein?

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Gar nicht! Es geht bei unserer Arbeit ja im Grunde auch nicht um den Tod, sondern um das Leben! Nicht umsonst steht in vielen anatomischen Instituten der Spruch: „Hic gaudet mors succurrere vitae“ – „Hier freut sich der Tod, dem Leben zu Hilfe zu eilen“. Will heißen, dass die toten Körper uns helfen, das Leben besser zu verstehen. Von daher versuche ich in den Ausstellungen auch immer eine übergeordnete Sichtweise auf das Menschsein zu schaffen, und nicht nur auf die Leiblichkeit. Ist jeder Mensch zum Plastinat geeignet? Für uns ist jeder Körper ein anatomischer Schatz, denn es ist nicht unser Ansinnen, nur besonders schöne, ästhetische und muskelkräftige Körper darzustellen. Wir wollen vielmehr die Anatomie in all ihren individuellen Ausprägungen und auch krankhaften Veränderungen erfahrbar machen – und wenn das aus welchen Gründen auch immer nicht als Ganzkörperplastinat geht, dann in Einzelteilen. Voraussetzung ist allerdings, dass der Körper weitestgehend unversehrt in unserem Institut ankommt. Eine Obduktion, schwerste Unfallverletzungen oder weit fortgeschrittene Verwesungsprozesse können die Plastination unter Umständen unmöglich machen.

Können sich Körperspender aussuchen, was Sie mit ihnen machen? Etwa 10 Prozent unserer Körperspender äußern uns ihre Ideen, wir weisen aber immer darauf hin, dass wir nichts versprechen können. Denn was man schlussendlich aus einem verstorbenen Körper machen kann, ist von so vielen Faktoren abhängig, die man zu Lebzeiten des Betreffenden gar nicht ermessen kann. Dazu gehören zum Beispiel das Lebensalter und der körperliche Allgemeinzustand zum Zeitpunkt des Todes. Wir versuchen immer, das Beste aus jedem Körper zu machen, aber garantieren, dass aus ihm etwa ein Fußball spielendes Ganzkörperplastinat wird, wäre unseriös. Sie bedienen künstlerischunterhaltsam als Wissenschaftler auch Laien. Wo ziehen Sie die Grenze zum Morbiden oder Perversen – Vorwürfe, denen Sie sich selbst stellen mussten? Da wir ein Laienpublikum ansprechen wollen, müssen die Plastinate auch eine Qualität über ihre


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s Leben Sicherheit anders berührt, als wenn es sich um tierische Körper handelt.

Fotos: Gunther von Hagens’ KÖRPERWELTEN, Institut für Plastination, Heidelberg, www.koerperwelten.de

wissenschaftliche Aussage hinaus haben. Sie müssen ästhetisch anzuschauen sein, dürfen nicht abschrecken, sondern den Menschen so faszinieren, dass er geneigt ist, sich selbst in diesen Exponaten wiederzuerkennen. Unsere Grenzen sind dann ganz klar dort, wo wir den Körper entmenschlicht darstellen oder entwürdigen – eine untere Extremität etwa als Golfschläger oder eine Harnblase als Vase umfunktionieren würden.

GEWINN SPIEL Wir verlosen 2 x 2 Tickets für die „Körperwelten“-Ausstellung in Graz. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Körperwelten „Der Zyklus des Lebens“ kann als gereifte Fortsetzung der „Es war einmal … das Leben“-Serie für Kinder (1978–2008) gesehen werden, als Selbstentdeckungsreise für Jung und Alt gleichermaßen. Es ist ein Streifzug durch Organe, Knochen und Muskeln, ein Rutschen über Nervenbahnen.

Wieso ist das Ausstellen eines Ganzkörperplastinats für viele Ihrer Kritiker ein gröberer Tabubruch als das einzelner Organe oder Extremitäten? Mit Logik ist da nicht dahinterzukommen. Offenbar entsteht eine andere, emotionale Qualität, wenn man die menschliche Form erkennen kann. Kann man demnach davon ausgehen, dass die „Körperwelten der Tiere“ für weniger Kontroversen sorgen? Ja, definitiv. In den eigenen Werten wird der Mensch mit

Wo sind für Sie als Kuratorin die unterschiedlichen Herausforderungen, ob Sie jetzt Plastinate von Menschen oder von Tieren auf Tour schicken? In den Tierausstellungen haben wir teilweise sehr große Plastinate wie Elefanten oder Giraffen – das ist logistisch oft eine Herausforderung. Darüber hinaus ist es in vielen Fällen komplizierter, eine Tierausstellung in ein anderes Land zu bringen, insbesondere wenn es sich um CITES-geschützte Tierarten handelt. Da läuft im Hintergrund viel mehr komplizierte Papierarbeit als bei der Menschenausstellung. Wo stoßen Sie bei Ihrer Arbeit noch an Grenzen? Wir hatten einmal versucht, Quallen zu plastinieren. Diese bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser, sind sobald man sie in Aceton überführte also so weit geschrumpft, dass es schier aussichtslos war. Für uns ist es auch immer noch eine Herausforderung, Augen zu erhalten: Oft ist es so, dass sie bereits angetrocknet oder trüb sind, wenn der Körper in unserem Institut ankommt. Deswegen erhalten wir im Regelfall immer nur den Augapfel, aber die Iris tauschen wir gegen eine gläserne aus. Auch das Darstellen des Lymphsystems ist extrem schwierig, weil die Gefäße so fein sind, dass man sie mit bloßem Auge im Gewebe gar nicht erkennen – geschweige denn präparieren kann.

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termine

bens“ Der Zyklus des Le „Körperwelten: ember in der pt Se d un ni Ju wird zwischen lle A gezeigt. Grazer Messeha

Die Schöpfer Der deutsche Anatom Dr. Gunther von Hagens erschuf 1977 den Prozess der Plastination. Neben ihm seine Ehefrau und Kuratorin der „Körperwelten“, Dr. Angelina Whalley.

Da muss man besondere Farbinjektionen anwenden – und das ist extrem aufwendig und noch deutlich verbesserungswürdig. Es gibt also immer noch Herausforderungen! Bestimmt der Verfall der „Mechanik“ des Körpers über die Lebenszyklen hinweg das Ablaufdatum – oder ist es eine „natürliche Uhr“, die tickt? Es ist wohl eine Kombination aus beidem: Die Altersforschung ist noch lange nicht abgeschlossen. Was man bisher weiß ist, dass sich Zellen nicht beliebig oft teilen und erneuern können und dass es damit tatsächlich eine biologische Uhr gibt, die tickt. Aber die Lebensdauer ist natürlich auch davon abhängig, wie man mit seinem Körper über die Jahre umgegangen ist. Sind bewusst gewählte, lebensverkürzende „Maßnahmen“ wie Rauchen oder Alkohol und schlechte Ernährung nicht immens borniert? Das würde ich so jetzt nicht sagen. Der Körper ist ja auch leidensfähig und kann viele Fehltritte kompensieren. Dadurch nehmen wir oft zunächst gar nicht wahr, wenn unser Körper Schaden nimmt. Ganz

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im Gegenteil: Wenn ich heute rauche, dann gaukeln mir die Inhaltsstoffe sogar vor, dass es mir besser geht. Oder wenn ich die Nächte durchfeiere, macht das im Moment Spaß. Gerade wenn man noch jung ist und die Reserven noch voll sind, erschließt sich einem nicht, wie viel Schaden man sich damit langfristig zufügt. So was merkt man oft erst, wenn es zu spät ist. Sie haben den menschlichen Körper bereits bis in seine Einzelteile zerlegt, auf den Sitz der Seele sind Sie jedoch noch nicht gestoßen. Warum glauben manche Menschen dennoch hartnäckig daran? Ihre Frage postuliert, dass eine Seele etwas Dinghaftes wäre. Vielleicht ist die Seele ja auch flüssig, und wir haben sie deswegen noch nicht entdeckt (lacht)? Die Idee, dass es eine Seele gibt, und damit auch ein Leben nach dem weltlichen, hat etwas sehr Tröstliches. Ich glaube, dass die kulturund religionsübergreifende Idee einer Seele und einem Leben nach dem Tod Ausdruck der Sehnsucht nach etwas Bedeutsamem und Unvergänglichem ist. Inwieweit sehen Sie Religion und Wis-

senschaft als sich gegeneinander ausspielende Kontrahenten? Ich habe viele Besucher erlebt, die im Anschluss an „Körperwelten“ erzählten, dass für sie der Körper so wunderbar gemacht scheint, dass die Ausstellung für sie der beste Gottesbeweis sei. In der Renaissance sah man das interessanterweise ähnlich: in dieser Zeit erachtete man die Anatomie als Fenster in Gottes Werk, die zu jener Zeit üblichen anatomischen Theater fanden daher teilweise auch in Kirchen statt. Andere Körperweltenbesucher bestaunen in der Ausstellung wiederum das Werk einer Millionen Jahre währenden Evolution. Die Ausstellung ist bewusst deutungsoffen und wertneutral gehalten, so dass sich jeder darin mit seiner persönlichen Weltanschauung wiederfinden kann. Wie weh tut es Ihnen als Medizinerin, wenn Menschen das Vertrauen in die Wissenschaft verlieren und etwa anfangen, von Universalheilmitteln wie Globuli und MMS zu fabulieren? Ich glaube, dass man gut daran tut, ein gesundes Maß an Zurückhaltung gegenüber der modernen Medizin aufzubringen. In der Medizingeschichte gibt es genügend Beispiele von gepriesenen Therapieformen, die nur wenig später als obsolet galten, weil neue Erkenntnisse etwas anderes nahelegten. Verstehen Sie mich nicht falsch, die heutige Medizin leistet Enormes und es ist auch ihr zu verdanken, dass die Menschen heute eine deutlich höhere Lebenserwartung haben als noch vor wenigen Jahrzehnten – aber ein unkritisches, blindes Vertrauen in sie halte ich auch nicht für gerechtfertigt. Das volle Gespräch mit Frau Dr. Whalley findet man auf ticketmagazin.com.


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20 Jahre Sendesaal 2017 hat das ORF RadioKulturhaus sein 20-jähriges Jubiläum und feiert dieses mit ganz besonderen KünstlerInnen und herausragenden Persönlichkeiten. TEXT: PAUL M. DELAVOS

Foto: Ingo Pertramer

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as ORF RadioKulturdass der Weg von klassischer haus ist seit 1997 Teil Musik zu Country und Wesdes Funkhauses tern, Heavy Metal und Glam Wien im 4. Wiener GemeinRock kürzer ist als gemeinhin debezirk Wieden. Es ist Senangenommen. Weit weg vom destätte des ORF, ältestes totgedröhnten DonkosakenFunkhaus Österreichs und Kitsch lassen die Russian Heimstätte des Radio-SymGentlemen (7. Juni) die sowjephonieorchester Wien. In den tische Varieté-Bühne wiedervergangenen zwei Jahrzehnten auferstehen. Mit Schmelz, viel hat sich das RadioKulturhaus Herzblut und starkem Tempemit all seinen unterschiedlirament rocken Russkaja-Frontchen Programmen – von Klasmann Georgij Makazaria, Dosik, Lesungen, Jazz- & Weltbrek-Bistro-Primasch Aliosha musik bis hin zu Pop-, RockBiz, klezmer-reloaded-Teufelsund Elektronik – einen Namen akkordeonist Alexander in der Wiener Kulturlandschaft Shevchenko und Frejlech-Bandgemacht und sich als Garant leader Roman Grinberg die für Vielfalt und Qualität erBühne und präsentieren bewiesen. Jährlich gibt es hier kannte wie unbekannte russiORF RadioKulturhaus Weder die Tonstudios noch der Große Sendemehr als 330 Veranstaltungen, sche Lieder: Sie finden Perlen saal haben eine rechtwinkelige Form, sondern zur Verbesserung der wobei über 60 Prozent – in der Filmmusik einer unterAkustik ungleichseitige Vierecke als Grundriss. hauptsächlich in Ö1, aber auch gegangenen Ära und in der in FM4 und Radio Wien – gesendet Veranstaltungen umzusetzen und dieFolklore eines zerbrochenen Vielvölwerden. Hinzu kommen zahlreiche se im Sinne des öffentlich-rechtlichen kerstaates. Audio-Live-Streamings auf der eige- Auftrags einer möglichst breiten Öfnen Website, seit 2017 ist es möglich, fentlichkeit zugänglich zu machen. termine (auswahl) die besten Veranstaltungen zusätzlich 31. Mai: Igudesman & Joo im Bild als HD-Livestream online an- Zum 20. Geburtstag 7. Juni: Live@RKH: Russian Gentlemen Club zubieten. So werden jährlich etwa 150 Seit 13 Jahren gehen Igudesman & 8. Juni: Aus dem Archiv: Erwin Steinhauer 12. Juni: Ernst Molden & Walther Soyka Veranstaltungen online einem natio- Joo mit ihren virtuosen Comedy„Yeah“ nalen und internationalen Publikum Shows auf liebevolle Konfrontation 14. Juni Roland Knie liest Peter Hammerschlag 21. Juni: Adrian Gaspar „Improvisionen“ zugänglich. Zentrale Aufgabe des ORF mit der herrschenden klassischen AufRadioKulturhauses ist es, Kulturplatt- führungspraxis. In „And Now Moinfo form für junge österreichische Künst- zart“ (31. Mai) bieten der Pianist und Telefon: 01/50170377 radiokulturhaus.ORF.at lerInnen zu sein, innovative und un- der Geiger musikalische Verrücktheit, Argentinierstraße 30a, 1040 Wien konventionelle Programmideen und trotzen der Schwerkraft und zeigen,

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Make Rock great again Mit Kaiser Franz Josef verbinden die einen das österreichische Kaiserreich – die anderen drei junge Männer, die in Österreich „echte“Rockmusik zelebrieren und bereits Vorband von AC/DC waren. TEXT: MIRIAM KREISEDER

Kaiser Franz Josef Es sind definitiv keine Fakenews: „Make Rock Great Again“ reißt selbst die Schallmauer ein.

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termine Kaiser Franz Josef hauen im Juni u. a. am Nova Rock und bei den Zwillingsevents Rock im Park und Rock am Ring auf die Pauke! Apropos Festival. Die Saison hat bereits begonnen und wird dementsprechend zelebriert. Beim Springfestival Graz geben sich zwischen 14. und 18. z. B. Crack Ignaz und HVOB die Ehre. Am bereits genannten Nova Rock gibt es von 14. bis 17. etwa Auftritte von DAWA, All Faces Down und Freiraum5 und das Donauinselfest macht zwischen 23. und 25. Juni die Bühne frei für den Nino aus Wien, Julian le Play und Rene Rodrigezz. Am 23. Juni findet DAWN im Rockhouse Salzburg statt. Mit von der Partie sind Mavi Phoenix, FLUT und Magic Delphin. Johnny holt Luft, das Cousin-Duo aus Salzburg, feiert am 13. den Release ihrer gleichnamigen EP im B72 und die Jungs von Cardiac Arrest drehen am 7. in Linz und am 21. in Wien ordentlich auf.

„Make Rock Great Again“ erscheint Ende Juni bei Sony Music.

Fotos: Kaiser Franz Josef, Hersteller

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aiser Franz Josef haben sich 2010 als Support-Act von AC/DC in Wels erstmals einen Namen gemacht und konnten durch den 5. Platz bei der ORF-Show „Die große Chance“ weitere Fans dazugewinnen. Seit diesem Auftritt vor vier Jahren haben die Jungs an sich selbst und ihrer Musik gearbeitet. Sänger Sham erzählt: „Es hat sich sehr viel getan – nach außen hin sieht man die ganze Hintergrundarbeit nicht wirklich. Eine Veränderung war, dass wir den Bassisten gewechselt haben und wir herausfinden mussten, in welche Richtung wir gehen wollen.“ Das Fundament von Kaiser Franz Josef wurde in der Zwischenzeit gefestigt – als Resultat dessen


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Das volle Interview lest ihr auf www.hoamatheroes.at!

MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein!

Fotos: Kaiser Franz Josef, Hersteller

erscheint Ende Juni das neue Album „Make Rock Great Again“. Bis zum fertigen Produkt war es teilweise ein holpriger Weg: „Schwierigkeiten gab es, als wir nicht wussten, wo wir unser Album aufnehmen sollen. Deshalb haben wir uns das Aufnehmen selbst beigebracht, experimentiert, Equipment gekauft, uns in den Proberaum gestellt und alles selbst aufgenommen. Dabei haben wir herausgefunden, dass unser Proberaum lustigerweise der perfekte Aufnahmeraum ist.“ Dem Album wurde im Anschluss noch die nötige Expertise hinzugefügt und die Songs auf ein professionelles Level gebracht. Eine Erleichterung für Kaiser Franz Josef war vor allem die stressfreie Produktion: „Unser erstes Album musste in zwei Wochen fertig sein und es gab nicht viel Raum und Zeit für Änderungen und Verbesserungen. Jetzt konnten wir uns Zeit nehmen, um richtig ins Detail zu gehen und alles auszufeilen, was uns wichtig war.“

Ganz in Rock-Manier verliefen auch die Aufnahmen für das Album. Der Proberaum wurde zur zweiten Heimat und einige der Songs entstanden zum Teil spontan, währenddessen andere Nummern aufgenommen wurden. Insgesamt zwei Monate lang lebte die Band quasi im Studio und ergänzt schmunzelnd: „Der Hauptbahnhof war unsere zweite Heimat, weil wir dort in der Nähe aufgenommen haben. Es war eine wilde Zeit, eine arge Erfahrung und es hat auf jeden Fall unser Verhältnis zum Proberaum geprägt.“

Ready To Rumble Die Songs auf „Make Rock Great Again“ sorgen für Abwechslung beim Hören und variieren innerhalb des Rock-Genres – was aber laut Sham nicht bewusst passiert ist: „Ehrlich gesagt nehmen wir einfach das auf, was wir auch privat gerne hören. Das ist im Endeffekt bei uns die ganze Philosophie hinterm Musikmachen. Es steckt viel weniger Wissenschaft Rock Around The Clock dahinter, als man meinen würde. Wir Der Albumtitel „Make Rock Great Again“ sind aber froh, dass es vielschichtig rülässt kaum Spielraum für Interpretatio- berkommt, das macht das Ganze intenen. Die Message ist relativ klar: „Meiner ressant.“ Meinung nach ist Rock irgendwann Mitte Einen ersten Vorgeschmack auf das Alder 90er gestorben und war dann nur bum gibt es bei ein paar Festivalshows noch ein Nischenprodukt. Dabei war im Juni (siehe Terminkasten). „Wir sind Rock einmal das Wichtigste – quasi das, sehr glücklich, dass wir dieses Jahr so was Popmusik jetzt ist. Wir wollen den coole Gigs spielen. Neben den FestivalRock beleben und bewirken, dass er wie- shows gibt es im Herbst dann noch eine der populärer wird.“ Tour. Uns taugt es einfach, wenn wir das Kaiser Franz Josef kritisieren mit dem Publikum auf eine musikalische Reise Titel das heutige Verständnis des Rock- mitnehmen können.“ Genres. „Echte“ Rockmusik macht laut Wer nicht auf die Herbst-Konzerte warihnen eine authentischen Performance, ten möchte, der darf sich neben den die ohne Computerbearbeitung Festivalauftritten auf Ende Juund ohne modifiziertem ni freuen und schon mal Gesang auskommt, aus. die Lautsprecher vor„Diese Art von Rockmusik wärmen, denn am 30. sieht und hört man Juni wird Rock endWir verlosen drei CDs. heutzutage relativ selten.“ lich „great again“. Mehr Informationen

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und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (mk)

LIVE

Nihils – Perspectives Das Produzenten-Trio vereint auf seinem Debüt frischen, unverbrauchten Sound mit elektronischem Tiefgang.

DelaDap – ReJazzed Alle Zeichen stehen auf Jazz, Electro Swing wird bei DelaDap in Jazz umgewandelt – rejazzed quasi.

LIVE

Onk Lou – Bogus Ein Hauch Karibik, eine nordische Note, Gipsy-Einflüsse & die einzigartige, große Stimme eines kleinen Mannes!

Thomas A. Beck – Stille führt Beck verspricht statt panischem Brüllen Stille & Zärtlichkeit in egoistisch dröhnenden Zeiten. Leise ist er dennoch nicht.

LIVE Gasmac Gilmore – Begnadet für das Schöne Die Wiener präsentieren erstmals ein deutschsprachiges, dabei auch intelligentes Gute-Laune-Werk.

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Daniel Lanois

Liebe Leserin! Lieber Leser! Die Mountainbike-Saison hat begonnen und mein Neffe Berni rattert täglich durch den Wald. Danach hängt er seine Ausrüstung zum Trocknen in unser Vorzimmer und wenig später stinkt die ganze Wohnung. Ich selbst beschleiche den Wald grundsätzlich ohne fahrbaren Untersatz, nehme entspannt die Witterung eines jungen Dachses auf oder tausche mich in aller Ruhe mit den unverwüstlichen Schachtelhalmen über Vergänglichkeit aus. Gestunken hat meine Kleidung danach noch nie. Auch, weil ich sie stets am Waldesrand ablege. Warum stinkt die Mountainbike-Ausrüstung meines Neffen so? Kommt das, weil der Regen durch Funsportzubehörfabriken sauer geworden ist? Hat ein vom Aussterben bedrohter Waldbewohner, dem der rücksichtslos Querfeldeinpreschende einen Herzinfarkt beschert hat im Angesicht des nahenden Todes irgendein Sekret abgesondert? Oder sind große Mengen Pflanzenharz ausgetreten, als die Reifen klaffende Wunden in die Fauna gerissen haben? Schwer zu sagen. All jenen, die sich im Sommer wundern, warum sie so stinken, empfehle ich jedenfalls: Setzen Sie sich in einer malerischen Vollmondsommernacht splitterfasernackt auf einer stillen Lichtung neben ein Bächlein und fragen Sie den Wald. Servus!

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17. August, Porgy & Bess

Molden/Resetarits/Soyka/Wirth Yeah Eine berührende Zusammenarbeit war es von Beginn an, nun legen Ernst Molden und Willi Resetarits mit ihren Lieblingspartnern Soyka und Wirth die brandneue Platte „Yeah“ vor – und spielen die schönsten Lieder der mittlerweile bald zehnjährigen Zusammenarbeit. 18. und 20. Juni, Wiener Metropol & 13. Juli, Zum Goldenen Löwen

Bülent Ceylan LASSMALACHE Lachen ist die beste Medizin und das, obwohl sich auch immer wieder Menschen krank lachen oder schief oder kaputt. Auf jeden Fall ist es schwer ansteckend! Es ist aber weniger die medizinische Seite des Lachens, die Bülent Ceylan in seinem neuen, mittlerweile 10. Programm zum Thema macht. Es ist die Gesundheit der Seele und des Geistes, die durch Lachen und Humor nachhaltig beeinflusst werden. Wenn auch manchmal nur für ein paar wunderbar lustige Stunden. im Mai 2018 in Graz, Wien, Linz und Salzburg

Fotos: Wolfgang Zac (Molden/Resetarits/Soyka/Wirth), Marthe A Vannebo (Daniel Lanois), Agentur Hoanzl (Bülent Ceylan)

Tipps vom FM4 Ombudsmann

Time On Daniel Lanois ist bekannt als Produzent (u. a. U2 und Bob Dylan) und Singer-Songwriter, zudem spielt er Schlagzeug und Pedal-Steel-Gitarre. Sein umfassendes Talent spiegelt sich in vielen seiner Produktionen wider. Sein Markenzeichen ist seine atmosphärische und emotionale Klanggestaltung. Deshalb wird der Name Daniel Lanois in einem Zug mit den feinsten Klangerzeugern des 20. und des 21. Jahrhunderts genannt.


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Tennisprovinz Österreichs Davis-Cup-Kapitän Stefan Koubek spricht im Interview über die prekäre Lage des Tennissports, warum Dominic Thiem derzeit alleine auf weiter Flur steht und wie man mit weniger Bürokratie mehr Erfolgssport produzieren könnte. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

termine Zwischen 31. Juli und 5. August freuen wir uns im Rahmen des Generali Open in Kitzbühel auf den Lokalstopp der ATP World Tour. Zwischen 23. und 29. Oktober findet in der Wiener Stadthalle erneut das Erste Bank Open statt.

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mischen Tennis mehrere Baustellen, würde sich mehr finanzielle Unterstützung und „Miteinander“ wünschen, sieht die Gesamtlage aber bei Weitem nicht so apokalyptisch wie viele selbst ernannte Szeneexperten. Stefan, du bist seit Jänner 2014 Kapitän unseres Davis-Cup-Teams, das unlängst gegen Weißrussland ausschied, was eher unüblich oder ungewohnt ist. Ist die Lage des österreichischen Tennis derzeit so schlimm? Schlimm ist sie nicht. Gerald und Jürgen Melzer sind rund um Platz 100 unterwegs. Andreas Haider-Maurer war schon weit in den Top 100 und durch eine schwere Verletzung eineinhalb Jahre draußen. Dennis Novak ist seit Jahren zwischen 200 und 300 und Sebastian Ofner ist dabei, zu den Challenger-Turnieren überzugehen. Wir haben Potenzial, können in Österreich aber nicht zehn Top-10-Leute produzieren. Solche Erfolge wie die von Dominic Thiem sind keinesfalls Alltag. Ist es nicht bedenklich, wenn man sich auf einen speziellen Spieler aufhängen muss? Das ist bei kleinen Nationen wie Österreich normal. Die Schweiz hat mit Roger Federer und Stan Wawrinka gerade

zwei Top-10-Spieler, aber normalerweise passiert das so gut wie nie. Vorne dabei sind normal Amerikaner, Franzosen oder Deutsche – eben die Großnationen. Natürlich wäre es mit einem zweiten Top-50-Spieler einfacher, aber dem ist nicht so. Was ist, wenn der Worst Case eintritt und man Mitte September gegen Rumänien verliert? Dann hätte man noch ein letztes Match ein paar Wochen später gegen Israel. Da geht es wirklich gegen den Abstieg und das wäre natürlich eine Katastrophe. Natürlich ist es für einen Weltklassespieler wie Thiem schwierig, auf lukrative ATP-Turniere zu verzichten, aber ist es nicht enervierend, vor jedem Davis-Cup-Duell zittern zu müssen, ob er teilnimmt? Es gibt Fernbleiben von ihm, die ich nachvollziehen kann. Beim Spiel gegen Weißrussland verstand ich es nicht, weil einfach Zeit war. Ich kann nur hoffen, dass er sich mal dazu entscheidet, etwa die nächsten zwei Jahre fix Davis Cup zu spielen. Das steigert natürlich die Chancen, in die Weltgruppe zu kommen und dort vielleicht die eine oder andere Runde zu gewinnen. Das ist mit einem Weltklassespieler und einem guten Team möglich.

Foto: Fotolia, GEPA, Bildagentur Zolles KG

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ls Thomas Muster 1995 die French Open im Pariser Roland Garros gewann, stand Österreichs Tenniswelt Kopf. Der Steirer beförderte die kleine Alpenrepublik endgültig auf die Landkarte des Weltsports mit der gelben Filzkugel und löste einen regelrechten Boom in der Heimat aus. Mit Markus Hipf, Jürgen Melzer oder Stefan Koubek gab es in Folge weitere Tenniscracks, denen der große Durchbruch aber versagt blieb. Etwa 20 Jahre nach Musters Glanzleistungen hat sich nun der 23-Jährige Dominic Thiem in die absolute Weltspitze gespielt und duelliert sich auf Augenhöhe mit den ganz Großen wie Roger Federer oder Rafael Nadal. Für den österreichischen Davis-CupKapitän Stefan Koubek liegen Freud und Leid knapp beieinander, weil Thiem durch seine Erfolge auf der ATP-Tour oft für die Nationalteambewerbe absagen muss. Der 40-Jährige verortet im hei-


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nz Österreich Du selbst warst stolzer Davis-Cup-Spieler und hast dich öfters für Österreich in die Bresche geworfen. Vermisst du bei Thiem vielleicht auch etwas Nationalbewusstsein? Als ich vor ca. zehn Jahren selbst spielte, hat er zugeschaut und ich weiß, dass es ihm Spaß machte, als er in Portugal im Davis Cup 2016 gewann. Mir würde es gefallen, wenn er sich das zu Herzen nimmt und sich die Zeit besser zurechtrichtet.

Foto: Fotolia, GEPA, Bildagentur Zolles KG

Wird Dominic Thiem von dir mit Samthandschuhen angegriffen, weil man ihn so nötig hat? Natürlich sagt man ihm, welchen Stellenwert er hat. Ich glaube, das weiß er selbst gar nicht so genau, weil er sehr bodenständig ist. Ich kann mit ihm aber normal reden und muss keinesfalls vor ihm auf die Knie fallen. Ich denke, er sieht es auch so, dass es eine Ehre ist, für das Nationalteam zu spielen.

Generali Open Fast 50.000 Zuseher pilgerten im vergangenen Jahr ins Stadion am Kapserfeld, um Dominic Thiem, Philipp Kohlschreiber, Jürgen Melzer und Co. live zu erleben. Ganz klar: Das Turnier in der Gamsstadt hat sich seit seiner Rückkehr auf die ATP-Tour wieder zu einem Spieler-, aber vor allem zu einem Publikumsmagneten entwickelt.

Hat Tennis im österreichischen Sport zu wenig Lobby? Auf jeden Fall, Tennis ist eine Weltsportart. Wir haben nicht nur Thiem, sondern waren auch als Team jahrelang zwischen Weltgruppe und Relegation – also ziemlich weit oben. Derzeit läuft es gerade nicht, aber Österreich steht nicht so schlecht da. Wir sind nun einmal eine Wintersportnation und auch Fußball wird immer und überall an erster Stelle stehen.

Schröcksnadel, hatte bei der letzten Sommerolympiade schwere Kritik an den Athleten und am Tennis geübt. Kannst du das nachvollziehen? Wenn jemand vom Wintersport kommt, wo es nur um Medaillen und Erfolge geht, und er keine Ahnung von einer anderen Sportart hat, kann ich das verstehen. Er sollte sich aber vorher mit Leuten aus der Tennisbranche unterhalten. Eine Medaille im Tennis wäre sensationell, ich könnte mir selbst in den Hintern beißen, dass ich nie bei Olympia spielte. Im Tennis zählen die Grand Slams, das Masters und die ATP-1000er-Turniere mehr. Wir haben nicht Zeit, alle vier Jahre auf etwas zu warten, im Tennis ist jede neue Woche ein Wettbewerb.

Der vormalige Vizepräsident des Nationalen Olympischen Komitees, Peter

Tennis wird nicht zu Unrecht als Luxussport betrachtet. Ist es überhaupt

möglich, sich als junges Talent nach oben zu arbeiten, ohne dass die eigenen Eltern am Privatkonkurs entlangschrammen? Meine Eltern sind und waren keine Millionäre. Es ging uns gut, aber es war ein riesiger finanzieller Aufwand. Es war Unterstützung vom Kärntner und dann vom Österreichischen Tennisverband nötig, ansonsten wäre das nicht möglich gewesen. Das Leistungszentrum in der Südstadt in Mödling bei Günter Bresnik ist hervorragend, dort können die ÖTVSpieler professionell trainieren. Viel geht nur über Einzelinitiativen. Tennis ist teuer, alleine schon die Ausrüstung, dazu noch die vielen Reisen. Wenn man in der Jugendrangliste weit vorne ist, wird man

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Erste Bank Open Nicht nur für den Schotten Andy Murray waren die letztjährigen Erste Bank Open ein Erfolg: Über 57.000 Zuseher verfolgten 2016 während der neun Spieltage die Matches vorort. Im Bild: Superstar Dominic Thiem, der auch dieses Jahr wieder dabei sein wird.

vom Verband unterstützt, aber es gibt keinen Platz für 20 Jugendliche. Würdest du jungen österreichischen Spielern raten, ins Ausland zu gehen? Stichwort Tennisschule Nick Bollettieri, der in seinem berühmten Tenniscamp in Florida schon so manchen Weltstar geschmiedet hat. Es gibt viele Leistungszentren, nicht nur die von Bollettieri. Es gibt auch gute Tennisschulen in Spanien, die quasi „ums Eck“ sind und einen sehr guten Ruf haben. Man kann in den USA zudem auf ein Sportcollege gehen und das Studium mit dem Sport verbinden. Das ist ein sehr attraktiver Weg. Wie zufrieden bist du mit den internen Strukturen im österreichischen Tennisverband? Es ist nicht einfach. Es gibt neun Landespräsidenten, einen übergeordneten

Präsidenten und einen Generalsekretär. Es ist wie in der Politik, jeder braucht jeden, um etwas durchzubringen. Es ist schwer, so zu arbeiten und ein Konzept für das ganze Land zu finden. Ich hoffe, dass auch dort ein Umdenken stattfindet und die Kräfte gebündelt werden. Ruiniert die überbordende Bürokratie den österreichischen Tennissport? Nicht nur das Tennis, die Bürokratie macht vieles kaputt. Man könnte gewisses Geld direkt für Sportler verwenden. Ich kenne Tennisspieler, die Woche für Woche ihre paar Hundert Euro zusammenkratzen, um weiterreisen und etwas zu Essen kaufen zu können. Mehr Unterstützung wäre nicht schlecht. Fehlt dir in der Politik das Bewusstsein für Tennis? Österreich ist kein Sportland, das ist Fakt. Wenn du in den USA eine Veran-

info ATP World Tour: Die Herren-Turnierserie im Profitennis, für welche die Spieler Punkte für die Weltrangliste gutgeschrieben bekommen. Grand Slam: Die vier höchstdotierten Wettbewerbe im Tenniskalender, die alljährlich stattfinden. Die absolute Königsdisziplin des Sports, die man mit der Champions League im Fußball vergleichen kann. Challenger-Tour: Turnier unterhalb des ATP-Zirkus, das vornehmlich für Spieler ausgetragen wird, die au-

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ßerhalb der Top 100 in der Weltrangliste liegen. Future-Tour: Die niedrigste Kategorie im Profitennis. Wird vornehmlich von sehr jungen, aufstrebenden Talenten als Karrieresprungbrett genutzt. Davis Cup: Der wichtigste Wettbewerb für Nationalmannschaften im Herrentennis, benannt nach dem Briten Dwight Filey Davis. Der Pokal wird als „hässlichste Salatschüssel der Welt“ bezeichnet.

staltung besuchst, siehst du markante Unterschiede – selbst bei HighschoolVeranstaltungen. Dort bist du als Sportler angesehen, bei uns kommt eher der Neid auf, wenn jemand erfolgreich ist. Gibt es eine spezielle Idee, die du im Sinne für das Tennis gerne durchsetzen würdest? Definitiv die Jugendbetreuung. Die Jungen müssten besser in Richtung Profisport geführt werden. Ich war damals mit Kollegen und allen Landesverbänden mit dem Bus unterwegs, baute Freundschaften im ganzen Land auf und spielte Turniere. Aber auch da hapert es an der Finanzierung. Mit Linz bei den Damen und Kitzbühel sowie Wien bei den Herren haben wir in Österreich drei große Turniere als Aushängeschilder. Wie wichtig sind sie für die Außenwirkung des Sports? Heimturniere sind das lässigste für jeden Sportler. Man ist extranervös und möchte im eigenen Land seine beste Leistung zeigen, was leider nicht immer funktioniert. In der Wiener Stadthalle wie auch in Kitzbühel war die Stimmung grandios. Nicht unwichtig ist, dass wir in Österreich sehr viele Future-Turniere haben, aber keinen Challenger. Es wäre gut, Spieler, die auf dem Sprung zum Profi sind, dort mit einer Wildcard zu unterstützen, damit sie sich weiterentwickeln können. Wenn du für das Tennis in Österreich einen Wunsch frei hättest, welcher wäre das? Geld (lacht). Also nicht für mich, aber für die gesamte Tenniswelt, um in die richtige Richtung zu gehen. Der Verband und junge Spieler brauchen Sponsoren oder Gönner, um ihren Weg zu gehen. Nur wenige haben selbst das nötige Geld, um eine Weltkarriere zu starten.


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!ticket live is life

Der Sommerbeginn mit Bilderbuch www.mutausbrueche.at

Was ein Softdrink, ein Gigolo und ein Bungalow gemeinsam haben? Diese drei Dinge machen einen Abend einfach zur Superfunkypartytime die niemand so schnell vergisst! Open Air, kühles Bier und der einzigartige Sound von Bilderbuch – was will man mehr? Der Abend begann mit der jungen Sängerin Mavi Phoenix, die uns schon so richtig einheizte. Um 21 Uhr kamen die vier Oberösterreicher von Bilderbuch (noch ein Riesenpluspunkt, da ich selber aus Oberösterreich komme) mit zwei Backgroundsängerinnen auf die Bühne und legten gleich mit zwei neuen

Fotos: Antonia T. Schulz

Die Arena Wien ist wirklich die perfekte Location für ein Open-Air-Konzert: Alte mit Graffiti verzierte Gebäude und die große Wiese ergeben das perfekte Ambiente, um dort einen lauen Abend mit guter Musik und gechillten Leuten zu verbringen.

Tipp!

Liedern von „Magic Life“ los, und spätestens nach dem zweiten Song waren alle Anwesenden super eingestimmt. Mit ihren unvergleichlichen funky tunes bei den Klassikern wie „Gigolo“, „Spliff“ und „Softdrink“ wurde das Publikum in eine eigene Welt versetzt, während jeder den Text leise mitsang und die Hüften locker geschwungen wurden. Bilderbuch brauchte gar kein großes, aufwendiges Bühnenbild (lediglich

Antonia T. Schulz, Studentin der Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Bloggerin (www.mutausbrueche.at) und nicht zuletzt oeticket.com-Kundin, besucht für !ticket jeden Monat ein Konzert und berichtet darüber. Dieses Mal war sie am 17. Mai bei Bilderbuch in der Arena Wien.

über 300 Sneaker die von oben herabhingen), da ihre Musik für sich selbst spricht. Ich habe es noch nie erlebt, dass eine Band so viele verschiedene Generationen und Menschen anspricht – und sogar Thomas Rabitsch, Falcos Bandleader und Keyboarder, war anzutreffen, was einen irgendwie noch ein bisschen melancholischer werden ließ, da Maurice Ernst, Sänger von Bilderbuch, mit seiner Attitüde und seinem lässigen „Denglisch“ ja doch ein kleines bisschen an den König des Austropop erinnert. Alles in allem hat der Abend mit über zwanzig Grad, gemütlichen Leuten, kühlem Bier und natürlich Bilderbuch selbst den Sommer so richtig eingeläutet und ganz ehrlich: Bilderbuch wurden nicht umsonst beim Amadeus Award zur besten Band des Jahres gekürt – obwohl sie den Award meiner Meinung nach eigentlich jedes Jahr verdient hätten!

Kunden, die zu Bilderbuch gingen, kauften auch Tickets für Kraftklub im Oktober in Salzburg und Dornbirn, für den Nino aus Wien im Juni und Juli in Wels, Wien und Maria Anzbach sowie die Sportfreunde Stiller im Juni in Gmunden und im Juli auf Burg Clam. Tickets für alle Veranstaltungen finden Sie auf oeticket.com!

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!ticket highlights

Zorro

Musicalsommer Winzendorf „ZORRO – Das Musical“ ist eine mitreißende und spannungsgeladene Geschichte rund um Recht und Unrecht, die beim Musicalsommer Winzendorf ihre österreichische Erstaufführung feiert. Durch die traumhafte Lage, atemberaubende Stunts und todesmutige Reitszenen sind Sie mitten drinnen, anstatt nur dabei. Das Adrenalin wird Sie an Ihren Stuhl fesseln. Leidenschaft, Liebe, Freundschaft, Macht – kurzum: ein Abend, den Sie nie vergessen werden! In der einzigartigen Atmosphäre der Westernstadt können Sie einen Abend der Extraklasse mit regionalen Köstlichkeiten, Theater hautnah und der komfortabelsten Open-Air-Bühne Österreichs genießen. Gespickt mit Hits wie „Bamboleo“ oder „Baila Me“ werden

Sie in eine Welt hineingezogen, in der das spanische Lebensgefühl regiert. Unter der Intendanz von Marika Lichter inszeniert der bekannte Regisseur Andreas Gergen ein Stück Erlebnistheater, das zum Mitfiebern und -fühlen einlädt. Seien Sie live dabei, wenn Zorro für das Gute kämpft, und erleben Sie eine wahre Gefühlsachterbahn! Gänsehautmomente inklusive!

ab 22., Steinbruch Winzendorf

King Rocko Schamon

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Mit Tex M. Strzoda: Songs & Stories Rocko Schamoni hat endlich beschlossen den Königstitel wieder anzuerkennen. Der „King“ wird Ungehörtes aus seinen gesammelten Werken und gänzlich Neues vorlesen. Außerdem wird er zusammen mit Tex Matthias Strzoda ein paar seiner größten Hits vortragen, einige davon sind bis jetzt noch nicht veröffentlicht und erklingen zum ersten Mal auf den Bühnen dieser Welt. Auch ein paar Lieder vom neuen Album „Die Vergessenen“, das Rocko Schamoni mit dem Orchester Mirage aufgenommen hat, wird er spielen. 13., 15. und 16., Graz, Wien und Salzburg

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Gov’t Mule The Tel-Star Sessions Die Band um Warren Haynes ist mittlerweile eine menschliche Enzyklopädie der zeitlichen amerikanischen Musik geworden. Warren Haynes’ unvergleichbare Fähigkeit, verschiedene Musiker zu einem großen Ganzen zusammenzuführen, ist einer der vielen Gründe, warum er sich von anderen „Frontmännern“ abhebt. Seine Gesangskünste in Kombination mit seinem Gitarrenspiel haben ihn zu einem musikalischen Verbündeten für viele gemacht. Ihr aktuelles Album „The Tel-Star Sessions“ ist 2016 erschienen und enthält Aufnahmen aus den Tel-Star Studios im Jahre 1994. Diese Aufnahmen repräsentieren die Rauheit und den Enthusiasmus der Beginnzeiten von Gov’t Mule. 17., WUK

Fotos: Marie Chouinard (Marie Chouinard), Marcus Wagner Photography (Electric Church), Barracuda Music (Gov’t Mule), Boris Breuer (Luke Mockridge), beigestellt (Rocko Schamoni), Musicalsommer Winzendorf (Zorro)

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Marie Chouinard

Fotos: Marie Chouinard (Marie Chouinard), Marcus Wagner Photography (Electric Church), Barracuda Music (Gov t Mule), Boris Breuer (Luke Mockridge), beigestellt (Rocko Schamoni), Musicalsommer Winzendorf (Zorro)

„Le Sacre du Printemps | HENRI MICHAUX: MOUVEMENTS“ Im Anschluss an Chouinards Gastspiel mit dem Tonkünstler-Orchester (bereits ausverkauft!) bittet das Festspielhaus unter dem Motto „Sind im Garten“ zu einem außergewöhnlichen Open-Air-Fest am Vorplatz. Der international renommierte US-amerikanische Fotokünstler David Michalek bespielt den charakteristischen, transluzenten Festspielhaus-Leuchtkörper mit der Installation Slow Dancing und verwandelt in Zusammenspiel mit dem holländisch-amerikanischen Top-DJ The Scumfrog (Jesse Houk) und dem Cellisten Jeffrey Zeigler das Herz des St. Pöltener Kulturbezirks in eine einzigartige sommerliche Outdoor Lounge. 9., Festspielhaus St. Pölten

Luke Mockridge

Lucky Man In seinem brandneuen Programm nimmt uns Entertainer Luke Mockridge mit in die Welt der Selbstfindung, denn: Lukes Generation hat ein Problem. Die Welt steht ihr offen. Aber wie soll man sich entscheiden, in diesem Dschungel der Möglichkeiten? Was passiert nach der Schule? Praktikum, Ausbildung, Studium, Backpacking in Australien oder Surfen in Indonesien? Das Ganze muss ja schließlich auch bei Facebook, Instagram, Snapchat und Co festgehalten werden. Wer soll das denn alles schaffen? 15., Wiener Stadthalle (D) (weitere Ö-Termine im Herbst und Frühjahr)

Electric Church

Gabriel Mit der Konzerttournee Electric Church verwandelt Mastermind Sergio Manoel Flores die sakrale Baukunst von Kirchen in eine eindrucksvolle Bühne für seine weltweit einzigartige elektrosymphonische Musik kombiniert mit spektakulären Visuals. Das neue Programm „Gabriel“ besteht aus elf Kurzgeschichten rund um den Erzengel, der einen kritischen Blick auf die Menschheit wirft. Die spannenden Inhalte werden musikalisch durch instrumentale sowie gesungene Stücke und mittels abstrahierter Grafiken auch visuell interpretiert und unkonventionell zu neuem Leben erweckt. Mit dabei: Stargeiger Yury Revich und der texanische Singer/Songwriter Percival (Foto).

17., Mariendom Linz (weitere Ö-Termine im September & Oktober)

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!ticket kultour

Dolce Vita Sommer, Sonne, Lebenslust – das alles versprechen die nächsten Monate. Da muss auch die Kultur mithalten … TEXT: PAUL M. DELAVOS

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enn Andrea Bocelli zum Mikrofon greift, spürt man seine unbändige Lebenslust sowie seine Liebe zur Musik. Und das, obwohl er aufgrund einer erblich bedingten Augenkrankheit als Kind erblindete. 2015 veröffentlichte der Tenor das Album „Cinema“ und mit diesen Songs ist er nun auf Tour. Bocellis unverwechselbare Stimme sowie die neuen Arrangements für ein fulminantes Live-Orchester und Chor sind ein neuer Impuls für einige der größten Meisterwerke der Filmmusik von Komponisten wie Leonard Bernstein oder Ennio Morricone. Zu hören

gar Wobei, wirklich in die Pfalz sollte man Mörnicht fahren – sondern eher nur nach steht bisch zu den Seefestspielen. Denn dort s heuer von 7. Juli bis 19. August Carl Zeller Operettenklassiker „Der Vogelhändler“ mitauf dem Spielplan. „Grüß enk Gott alle der von tel Chris die bin „Ich der“, einan TiPost“ und „Schenkt man sich Rosen in en rol“ sind Operettenliebhabern in der ganz dler“ Welt bestens bekannt. „Im „Vogelhän werden Themen verhandelt, die zutiefst Vermenschlicher Natur sind und die in der sie gangenheit genauso relevant waren, wie geht es in der Zukunft sein werden, denn es hen um die Sehnsucht nach der großen ehrlic Seiund ausschließlichen Liebe, die dunklen irten der Macht und die lächerlichen Ausw kungen übergroßer Eitelkeit“, sagt Axel Köhler, der für die Inszenierung verantwort lich zeichnet.

Andrea Bocelli Der Sänger aus der Toskana ist einer der erfolgreichsten Tenöre weltweit und verkaufte mittlerweile über 80 Millionen Alben.

sind am 8. Juli in Graz, am 9. Juli in Linz und am 24. März 2018 in der Wiener Stadthalle u. a. „Brucia la Terra“ aus „Der Pate“, „Sorridi amore vai“ aus „La vita è bella“ sowie „Nelle tue mani (Now We are Free)“ aus „Gladiator“. Lebenslust Gar nicht gesittet geht es in Jacques Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt“ zu, die von 23. Juni

bis 3. September in der Bühne Baden zu sehen ist. Im Stück wird die antike Tragödie von Orpheus und Eurydike persifliert und dabei auch die Doppelmoral der damaligen Pariser Gesellschaft aufgezeigt. Denn die Götter des Olymp besuchen den Hades, um sich zu amüsieren und Orpheus betrügt seine Gattin mit der Nymphe Chloé. Bekanntestes Musikstück daraus ist wohl der sogenannte Höllen-Cancan, der unbändige Lebenslust versprüht.

Fotos: Nick Spanos, VBW, Belvedere

auf in die pfalz!


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DON CAMILLO & PEPPONE

DEKADENZ & ANTIKE Mit bedeutenden Hauptwerken gibt die Präsentation „Lawrence AlmaTadema Dekadenz & Antike“Einblick in Leben und Werk des Künstlers und der dekadenten Welt des englischen Ästhetizismus. Fasziniert von der Antike ließ Alma-Tadema alltägliche Szenen im alten Rom, Pompeji und Ägypten in seinen Werken zum Leben erwachen. Seine akribischen Studien altertümlicher Objekte und Bauwerke machten die Darstellungen reizvoll und glaubwürdig.

Live-Aufnahmen des Musicals von Michael Kunze & Dario Farina aus dem Wiener Ronacher.

Fotos: Nick Spanos, VBW, Belvedere

Lebenslust und italienisches Flair versprüht die Live-Aufnahme des Musicals „Don Camillo & Peppone“, das noch bis 25. Juni im Wiener Ronacher zu sehen ist. Die Doppel-CD entführt einen in das Italien der 1960er-Jahre zum Klassenkampf zwischen kommunistischen ArbeiterInnen und katholischen Bonzen. Doch der Dorfpfarrer Don Camillo und der kommunistische Bürgermeister Peppone schaffen es immer wieder, für Ordnung zu sorgen. Ein Muss für jeden Musical-, aber auch für jeden Italien-Fan – für die Fans von Maya Hakvoort, Andreas Lichtenberger und Frank Winkels sowieso!

Lawrence Alma-Tadema Der Niederländer Lawrence AlmaTadema (1836–1912) avancierte im viktorianischen England zum Starkünstler. Seine sinnlichen Darstellungen von Alltagsszenen der Antike machten ihn rasch über die Grenzen Großbritanniens hinaus berühmt. In Friesland geboren, erhielt er seine Ausbildung in Belgien, bevor er 1870 nach London auswanderte. Unteres Belvedere, bis 18. Juni


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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Spielwiese Aufbruch in eine neue Ära: Die Space Opera Mass Effect wagt sich mit Andromeda erzählerisch wie spielerisch auf neues Terrain – mit Licht und Schatten. TEXT: JOACHIM SCHMIDA

King Gizzard & The Lizard Wizard – Murder Of The Universe Passend zum dystopischen Themenkonzept kollidieren flirrende Klänge & brechen ineinander.

LIVE Miss May I – Shadows Inside Ihr Sechstling ist ein Metalcore-Kraftpaket, das nach Konfrontation nur so lechzt – aber auch die Wunden zärtlich leckt.

Mass Effect Electronic Arts für PC, PS4 und Xbox One

PLUS

Das Traditionsstudio Bioware schickt uns wieder in das Mass-Effect-Universum. Dieses Mal geht es in die Andromeda-Galaxie fernab der Milchstraße, wo wir nach einer neuen Heimat suchen und dabei fremde Welten und Planeten entdecken. Zumal unsere dortige Anwesenheit alles andere als erwünscht ist, kämpfen wir als Pathfinder um unser Überleben. Auch der neue – lang ersehnte – Teil der Reihe ist wieder ein Science Fiction-Epos par excellence geworden – mit all den mehr oder weniger großartig charakterisierten Alienarten, einer imposanten Atmosphäre und einer neuen Story. Auch Gameplay-technisch wurde nachgebessert, insbesondere das Kampfsystem weiß zu überzeugen. MINUS Ob nicht die alte Regel „weniger ist mehr“ dem Spiel gutgetan hätte, ist durchaus diskutierbar, da die vielen Nebenmissionen teilweise recht repetitiv wirken. Außerdem sind die oft kritisierten Animationen (insbesondere die der Bewegungen) in der Tat recht eigenartig. Einige Schönheitsfehler wurden aber ohnehin bereits mit Patches beseitigt. Intensive SF-Kost: Andromeda ist summa summarum ein solider Neuanfang FAZIT und bietet zahlreiche Action-Rollenspiel-Stunden. Der nächste Part der Weltraumsaga kann aber gut und gerne wieder linearer, fokussierter & prägnanter ausfallen.

Tarlung – Beyond The Black Pyramid „Sick & twisted“: Mit schlodderigem Fuzz und Geifer wird das Trio dem Archetyp zwischen Sabbath & Kyuss gerecht.

LIVE 2raumwohnung – Nacht und Tag Ein bipolares Album: Vom Düstersynth bis hin zu lichten Akkorden erleben wir 10 Songs in je einer Nacht- & Tagversion.

Mr. Big – Defying Gravity Sie werden wohl stets an „To Be With You“ gemessen werden – die Antithese des 1-Hit-Wonders hören wir jedoch hier.

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Prey Über 10 Jahre nach dem Release feiert der KultShooter ein Revival. Hinter dem SF-Abenteuer stecken nun die Kreativen der Dishonored-Reihe.

Injustice 2 Die „superkraftgeladene Fortsetzung“ des ErfolgsPrüglers mit einer riesigen Auswahl an DC-Superhelden und -Superschurken!

WipEout Omega Collection Brachiale Soundtracks, verrückte Strecken, wilder Rennspaß: der RetroRacer in neuer Optik und als Kollektion.

Fotos: Hersteller, Constantin Film

HEISSE NEUERSCHEINUNGEN:


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!ticket media ROGER WATERS

Is This The Life We Really Want? „Remember when you were young you shone like the sun; Shine on you crazy diamond“: Wer sich bereits bei dem mit „When We Were Young“ betitelten Prolog Roger Waters’ fünftem Solo an selige Pink Floyd-Zeiten erinnert fühlt, tut gut, denn in diesem Atemzug – passend hierzu: „Déjà Vu“ – schreitet das Album stringent voran: Dass Waters in einem Soundkorsett gefangen ist, sei jedem ingeniösen Künstler in seiner Spätphase

ROYAL BLOOD

zugestanden. Ein fahler Beigeschmack tost dennoch nebenher, kommt er doch kaum ohne mehr oder minder explizite Zitate aus: Gerade Dynamik und Orchestrierung wirken über das gesamte Album von früher geborgt, als Überbleibsel gerade der (naheliegend) intellektuellen Phase. Dies ist insofern traurig, als dass mit Nigel Godrich (Radiohead, Paul McCartney) eine Koryphäe als Produzent werkte und gerne frische (nicht neue!) Impulse aus Waters herauskitzeln hätte dürfen. Hingegen: Wo er nachweislich Adaptionen vornahm, etwa in der kruden Kastration von „If I Had Been God (Lay Down To Jerusalem)“ zu „Déjà Vu“, hätte er es doch besser sein lassen. Dies ist jedoch Jammern auf hohem Niveau: Obwohl nicht nur der politische, sondern auch der musikalische Duktus aufgewärmt anheimeln, mundet das Album mit Glanzpunkten wie dem Titelstück, „Picture That“ und „The Last Refugee“ gerade auch ob Joey Waronkers superber Nick-MasonMimesis. (sb)

3/5

STONE SOUR

BETH DITTO

LIVE

Fake Sugar Gänzlich im Gegentum zum Cover, das an düster-trauriges Gothic-Geschwurbel erinnert, gelang der einstigen Gossip-Orgel mit ihrem Solo-Einstand ein sehr lichtes, stellenweise auch verträumtes, erdiges DiscoPop/Dub/Psych/Folk-Album, das mit zahlreichen schwärmerischen Mitklatsch-Parts aufzuwarten weiß, aber auch zartfüßig kajoliert: „Fake Sugar“ klingt wie ein Besuch beim Eisgreißler, insatiabel in Vanille, Stracciatella und Fiocco badend. (sb)

DAN AUERBACH

LIVE How Did We Get So Dark? Neben den Black Keys und den White Stripes fungierte 2014 das Duo als Zukunftshoffnung des Garagenrocks ohne Klimbim – und obzwar #2 weniger ungestüm als das Debüt um die Ecke kracht („sexier“, sagt die Band), so sorgen die unorthodoxe, aber dynamisch arrangierte Instrumentierung mit matschigem Bass, polternden Drums und lasziver Stimme nach wie vor nicht nur für ein Flattern zwischen, sondern auch in den Beinen: „Hook, Line & Sinker“ f*ckin’ indeed! (sb)

Hydrograd In puncto Variation, Epik, Dynamik & Dramatik steht „Hydrograd“ Referenzalben wie „The Blackening“ (Machine Head) oder „Metallica“ kaum nach: Während die Single „Fabuless“, aber auch „Knievel Has Landed“, „Whiplash Pants“ und „Somebody Stole My Eyes“ ordentlich Druck aufbauen, überzeugen die Iowaner nebenher ebenso spielerisch mit messerscharfen NWoBHM-Anleihen und gefinkelten Referenzen an 90er-Punk & Hardcore. Chapeau! (sb)

Waiting On A Song Acht Jahre sind seit Auerbachs Solodebüt vergangen und immerhin drei seit „Turn Blue“ der Black Keys. Nun trippelt endlich der Nachschlag leichtund bloßfüßig über die Blumenwiese, Auerbach beweist Geschmackssicherheit für die Crème de la Crème popkultureller organischer Altwaren mit schnittigem Charakter und das süße, aromatische Odeur aus Soul, Blues, Americana & Country. Als Gäste neben dem sechsten Beatle wirken Mark Knopfler und Duane Eddy. (sb)

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Babe Watch

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Der Sommer kann nun langsam wirklich kommen: Mit „Baywatch“ freuen wir uns auf eine Neuauflage der Kultserie aus den Neunzigern. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

N

achher will es wieder keiner gesehen haben: Vermutlich gab es keine andere Fernsehserie, die so oft verleugnet wurde wie „Baywatch – Die Rettungsschwimmer von Malibu“. Wer wollte schließlich schon zugeben, dass er/sie sich diese seichte Vorabend-Soap angesehen hat? Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: Die Serie, 1989 eher holprig gestartet und eigentlich nach einer Staffel schon wieder abgesetzt, entwickelte sich zum Knüller, aber erst, nachdem Hauptdarsteller David Hasselhoff sein ganzes Star-Gewicht, das er sich zuvor mit der ähnlich schambehafteten Serie „Knight Rider“erworben hatte, in die Waagschale warf und beschloss, die Sache selbst zu produzieren. Lebensretter im Bikini Der Erfolg gab ihm recht: Bis 2001 (Hasselhoff kratzte da schon am 50er) entstanden nicht weniger als 243 Folgen zu je 45 Minuten, und die Serie wurde in nicht weniger als 144 Ländern, also nahezu rund um den ganzen Globus, ausgestrahlt. Darstellerinnen und Darsteller wechselten häufig, Bikini-Schönheiten gab es, man könnte fast sagen, wie Sand am Meer – in dem Fall ist die Metapher ja nicht völlig unpassend. Worum ging’s? Ganz einfach: um eine Truppe von Rettungsschwimmerinnen und -schwimmern unter Leitung von Mitch Buchannon und ihren beruflichen Alltag an der kalifornischen (spä-

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Baywatch Auch bei der Neuauflage scheinen die Eyecatcher klar zu sein: Schöne Frauen und muskelbepackte Männer.

ter: hawaiianischen) Küste, um die kleinen und größeren Probleme im Badealltag, und natürlich – unvermeidlich – um die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Truppe. Die größte Attraktion war ohne Zweifel Pamela Anderson, die 1992 als 25-Jährige in die Serie einstieg und sich als C.J. Parker zu einem der größten Sexsymbole des ausgehenden 20. Jahrhunderts entwickelte. Ihr turbulentes Privatleben sorgte neben ihrem sehr gesunden und frischen Aussehen für weitere Aufmerksamkeit. Nach ihrem Ausstieg 1997 kam unter anderem die von der Natur nicht minder verwöhnte Carmen Electra an Bord, während „The Hoff“, der lange Zeit als der am meisten im Internet angeklickte Star galt, die tragende Konstante bildete. Nicht vergessen sollte man ja, dass er auch als

Musiker („Looking for Freedom“) großen Erfolg hatte, wenn auch nur in Europa. Back to Malibu Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, bis dieses Fernseh-Kultobjekt wiederentdeckt würde. Dieser Tage steht uns also der neue Kinofilm ins Haus, mit Ober-Kraftmeier Dwayne Johnson in der Hoff-Rolle, mit Zac Efron als Muskelprotz Nr. 2 und mit Alexandra Daddario („Percy Jackson“). Die heiß begehrte Rolle als „neue“ C.J. ging an das Model Kelly Rohrbach. Regie führte Seth Gordon, der einiges an Fernsehserien-Erfahrung mitbringt und sich im Kino vor allem mit recht brachialen Komödien wie „Horrible Bosses“ und „Identity Thief“ hervortat. Der Sommer kann kommen!


JEDERMANN /

AVEC /

M E H R

I N F O R M A T I O N E N

A M A D E U S A W A R D S . A T

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Live & am „tipp3 Walk of Stars“!

Täglich von 10:00 bis 18:00 Eintritt 3 Euro www.walk-of-stars.com

Fotos: Haide Media

Ob Queen + Adam Lambert, Seiler & Speer, Sarah Connor, Apocalyptica, Wanda, Rainhard Fendrich, Kris Kristofferson, Alice Cooper, Jamie Cullum oder David Hasselhoff – in den kommenden Monaten geben sich internationale und nationale Künstler, die bereits ihre Spuren am „tipp3 Walk of Stars“ hinterlassen haben, auf Österreichs Live-Bühnen die Türklinke in die Hand! Zum Komplettieren des FanErlebnisses kann man ihre Handund Fußabdrücke im „tipp3 Walk of Stars“-Museum im Wiener Prater am Riesenradplatz bestaunen und anfassen.


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Schluss jetzt! Ich freue mich schon auf den Sommer. Aber vor allem freue ich mich auf mich selbst. Denn ich habe beschlossen, meinen heurigen Sommer in Österreich zu verbringen und dabei ein paar grundlegende Dinge anders zu machen als bisher. Ich werde mich daran erinnern, wie es als Kind und Pubertäter war. Ich war jetzt lang genug erwachsen und vernünftig, brav und zurückhaltend. Wenn der Urlaub nicht verregnet ist, dann eignet er sich sehr für eine Kurskorrektur. Zunächst einmal werde ich nicht wie ein Zombie auf mein blödes Smartphone

SEX SELLS Georg Biron

glotzen, sondern sehen, was rundherum so im Gelände los ist. Ich werde Tante Elly besuchen und barfuß durch die Hühnergacke marschieren, wie ich es als Bub so gern gemacht habe. Aber bitte mit Kopftuch Ich werde einen Apfel vom Baum pflücken, daran riechen und hineinbeißen. Mein Gesicht will ich in einen Gebirgsbach tauchen und ein paar kräftige Schlucke Wasser trinken. Mein Fahrrad muss ich aus dem Keller holen und damit nach Kapellerfeld zum Heli-Onkel ra-

deln und ein paar harte Eier mit ihm essen. Ich werde dem Nazi von der 7er-Stiege ein Bussl auf die tätowierte Glatze geben, weil er niemanden hat, der ihn lieb hat. Und zur unerschrockenen türkischen Verkäuferin in der Bäckerei am Eck werde ich sagen, sie soll mit mir am Wochenende in die Lobau fahren und ein Kopftuch tragen. Nur ein Kopftuch. Und sonst nichts. Und zwar aus Solidarität mit mir. So soll es sein. So wird es sein. Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, dann ist es nicht das Ende.

Gewinnspiele in dieser Ausgabe finden Sie auf den Seiten 8–10, 22–23, 30–31, 32–33, 34–36 und 38–39, mehr Informationen & Teilnahmebedingungen auf ticketmagazin.com. Sie können über das Gewinnspielformular auf ticketmagazin.com („!ticket Gewinnspiele Juni 2017“) oder per E-Mail (gewinn@ticketmagazin.com) mitspielen. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2017.

Das nächste !ticket erscheint am 28. Juni 2017.

LASTNEWS

Am 30. Juni erscheint Calvin Harris’ neues Album „Funk Wav Bounces Vol. 1“, sein erstes neues Album seit drei Jahren. An seiner Entstehung wirkten u. a. Katy Perry, Pharrell Williams, Ariana Grande, Snoop Dogg und Nicki Minaj mit. Die Kalifornier Papa Roach kommen mit ihrem überaus starken neuen Album „Crooked Teeth“ (siehe Ausgabe Mai) auch nach Österreich: Gemeinsam mit Callejon und Frank Carter & The Rattlesnakes spielen sie am 20. September im Gasometer Wien!

impressum

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Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright Cover: Thomas Rabsch Medieninhaber, Eigentümer, Redaktionsanschrift: CTS Eventim Austria GmbH, !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 88a/II/2a, 1070 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager Grafik Lifestyle: Julia Wiesmayer Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin

Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00, Jahresabo Europa: € 44,00. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien oder per E-Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Sie finden uns online auf Facebook und Twitter, sowie unter www.ticketmagazin.com.

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Fotos: beigestellt

Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Mag. Roberta Scheifinger Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion/Kolumnisten: Rouven Ahl (ra), Stefan Baumgartner (sb), Amina Beganovic (ab), Georg Biron, Paul M. Delavos B.A. (pmd), FM4 Ombudsmann, Robert Fröwein (rf), Alexander Haide (ah), Anna-Lena Horn (alh), Miriam Kreiseder (mk), Mag. Joachim Schmida (js), Antonia T. Schulz (as), Andreas Ungerböck (au), Andy Woerz Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons)


# zusammenhalten Gemeinsam unterwegs sein verlangt Respekt, Toleranz und das Einhalten von Spielregeln. Drum fahr fair – und halt dich an die Hausordnung.

Fahr fair!

017888T3 WL Toleranz 200x280 Ticket iWC.indd 1

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Out Of The Woods Festival * Interpol * Neil Diamond * Linkin Park * Giuseppe Verdi * Weber Grill * Körperwelten * ORF RadioKulturhaus * Kais...

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