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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

€ 2,90

Damit sind Sie live dabei!

HEAVY PETTING

Weltmeister Bambikiller über die Kunst, in knappen Höschen Schläge auszuteilen

BOOM! TSCHACK! IN DIE GOSCHN!

Die Beach-Boys-Legende Brian Wilson und 50 Jahre „Pet Sounds“

Österreichische Post AG / MZ 15Z040254 M, CTS Eventim Austria GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

musik show 2 0 1 7 sport theater kabarett

MAI

laune der natur

INTERVIEW

DIE TOTEN HOSEN

Der Ballast der Republik ist abgeworfen, Die Toten Hosen zieht es mit ihrem neuen Album in die freie Natur der Donauinsel aufs Rock in Vienna.


HIGHLIGHTS

präsentiert

01.05.’18 Salzburg, Arena 02.05.’18 Wien, Stadthalle F

MICHAEL MITTERMEIER „Wild“

STEFFEN HENSSLER

„Henssler tischt auf“

DIETER NUHR

„Nur Nuhr“

„Ds passiert alles in dein Birne“

25.09.’17 Wien, Globe 09.11.’17 Bregenz, Festspielhaus 29.11.’17 Klagenfurt, Messe Arena 01.12.’17 Innsbruck, Congress 07.03.’18 Salzburg, Arena 08.03.’18 Wien, Stadthalle D 11.12.’18 Linz, Tips Arena 12.12.’18 Graz, Stadthalle 13.12.’18 Villach, Stadthalle

TEDDY SHOW n, Stadthalle F 27.05.’17 Wie 28.05.’17 Salzburg, Arena

LUKE MOCKRIDGE „Lucky Man“

MARTIN RÜTTER „Freispruch!“

15.06.’17 Wien, Stadthalle D 29.09.’17 Salzburg, Arena 30.09.’17 Innsbruck, Olympiahalle 02.02.’18 Graz, Stadthalle 03.02.’18 Linz, Tips Arena

11.05.’17 Salzburg, Arena 12.05.’17 Linz, Tips Arena 13.05.’17 Graz, Helmut-List-Halle 14.05.’17 Wien, Stadthalle F 14.05.’17 Graz, Stadthalle 22.04.’18 Wien, Stadthalle D 26.04.’18 Salzburg, Arena

MAX   R& PaAlasAtBOrEchester „Neues Programm 2018“ 

PAUL PANZER

„Glücksritter ... vom Pech verfolgt!“ 02.03.’18 Wien, Stadthalle F

EHRLICH BROTHERS „Faszination – die neue Magie Show “

13.03.’18 Salzburg, Arena 14.03.’18 Graz, Stadthalle 15.03.’18 Linz, Brucknerhaus 16.+17.03.’18 Wien, Stadthalle F


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HEAVY PETTING Zum 50. Jubiläum präsentiert Brian Wilson sein „Pet Sounds“ live in Wien, jedoch ohne die übrigen Beach Boys.

14 Alles nix Konkretes.

A

m 6. April fand in Berlin die 26. Echoverleihung statt. Sieger des Abends waren Udo Lindenberg, Rag ’n’ Bone Man, Beginner und AnnenMayKantereit. Bereits kurz vor dem großen Abend rechnete der deutsche Satiriker und Moderator Jan Böhmermann, der zuletzt mit seinem Erdogan-Schmähgedicht breitenwirksame Aufmerksamkeit erhaschte, nicht nur mit der Veranstaltung selbst, sondern auch mit der heimischen Musiklandschaft ab. Die deutsche Popmusik, so mokierte er sich im Neo Magazin Royale, sei in den letzten Jahren kaum noch vom Schlager zu unterscheiden: „Gefühle abklappern, Trost spenden, Tiefe vorgaukeln, Millionen erreichen und verdienen und dabei immer

schön unpolitisch und abwaschbar bleiben.“ „Seelenlose Kommerzkacke“ eben, die der wichtigste deutsche Musikpreis zu allem Überfluss auch noch honoriert. Während bei Böhmermann insbesondere Sänger Max Giesinger das Fett abbekam, ist die Sorge um Gehalt in der Musik, der Wunsch, der Kunstform wieder eine sozialpolitische Relevanz zu verpassen, kein neuer – zuletzt frug die deutsche Qualitätswochenzeitung Die Zeit vor einem Jahr zu Recht, ob „die jungen Leute das verdient“ haben. Ausschlaggebend war „Alles nix Konkretes“, das neue Album von AnnenMayKantereit, das Musikkritiker Daniel Gerhardt als Produkt vierer „schnurzpiepiger Langweiler“ entlarvte. „Ihr Rock kennt keine Risiken“, heißt es. „Sie

singen über Veränderung, ohne etwas verändern zu wollen – und landen damit einen zeitgeistlichen Glückstreffer.“ Haltlose Existenzkrisen werden da zum Lebensgefühl stilisiert und es wird konsentiert, dass es überhaupt kein Problem ist, Nichtigkeiten zu äußern, solange man sie ernst meint. Auch wenn Campino, Sänger der Punk-Legenden Die Toten Hosen zurückschießt: „Lieber uncool sein als ein cooles Arschloch“, sollte eigentlich gerade er, der politische Revoluzzer, es besser wissen und erkennen: Es ist keine Geschmacksfrage, sondern: ja, die Popmusik hat mit ihrer banalen, farblosen Attitüde tatsächlich ein Problem. Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEPT OKT NOV DEZ

IN DIESER AUSGABE [14] Pet Sounds Das legendäre Beach-Boys-Album live in voller Länge [18] Yello Die Schweizer Klang-Genies [22] Radiomacher Wie kommt eine Single ins Radio? [25] Woodstock der Blasmusik Urig trifft auf modern [28] Norbert Schneider Der Vollblutmusiker als Freak [34] The Kelly Family Die Wiederkehr der singenden Kultfamilie [42] Wrestling Show oder Sport?

Musikwirtschaft Die FH Kufstein veranstaltet diesen Lehrgang gemeinsam mit dem IKM (Institut für Kulturmanagement und Gender Studies) der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien seit 2015. Initiiert und zusammengestellt wurde der Lehrgang zusammen mit dem Wiener Musikunternehmen Ink Music. Der Zertifikatslehrgang findet als berufsbegleitender Wochenendkurs über das gesamte Wintersemester abwechselnd in Kufstein und Wien statt. Jedes BlockWochenende ist einem Thema gewidmet – neben Label- und Verlagswesen, KünstlerInnenmanagement und der LiveIndustrie sind auch Vermarktung und internationale Vernetzung in der Musikbranche Thema.

Monopoly Die reichsten britischen beziehungsweise irischen Musiker sind freilich die noch lebenden Pilzköpfe, die Rolling Stones und U2. Aber auch das Vermögen der Queen-Mitglieder kann sich sehen lassen. Nun kann man mit Queen selbst zum Millionär werden – zumindest im Spiel, denn die Band veröffentlicht im Mai eine „Monopoly“-Version. Hier wird man nicht zum Immobilienhai, hier hilft man der Band beim Aufbau ihrer Karriere: Staubsauger als Spielfigur inklusive.

LIFESTYLE 30 Beauty & Mode Nach dem Frühlingsputz heißt es, auch uns selbst herauszuputzen!

TESTET 32 Thermen Thermen sind beileibe kein Seniorenhort mehr, der Dresscode „Bademantel“ ist in!

LOCATION 37 spinnerei Traun Zum Jubiläum bekommt die spinnerei nach 20 Jahren ein neues Haus!

HEIMAT 38 Voodoo Jürgens Er umschreibt Alltagsdramen charmant, bringt sie dabei dennoch auf den Punkt.

LIVE IS LIFE 45 Philipp Poisel Wir haben getanzt, geweint und geschrien vor lauter Glückseligkeit.

KULTOUR 48 Literatur live Wenn Buchstaben zum Leben erweckt werden, ist das immer ein tolles Erlebnis …

MEDIA 50 Kino, Musik und Spiele Mit Mando Diao, Paul Weller, Alien und vielen mehr!

Fotos: Magix, Hasbro, FH Kufstein; Illustration: baes

Baukasten Der Music Maker ist seit über 20 Jahren die erste Anlaufstelle für das Musikmachen am Computer und der Einstieg in die digitale Musikproduktion. Er basiert auf dem Baukastenprinzip, d. h. er bietet von der Aufnahme von externen Instrumenten und Stimmen über die loopbasierte Musikproduktion bis hin zur Veröffentlichung einen intuitiven Workflow. Jetzt veröffentlicht MAGIX die Software erstmals komplett kostenlos, auf magix.com steht die voll funktionsfähige neue Version für Windows-PCs ab sofort zum Download bereit.

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SHOWHIGHLIGHTS IN ÖSTERREICH

n LIVE erlebe

Die große

SCHLAGERPARTY • live •

SEMINO ROSSI VANESSA MAI • NIK P. FANTASY • HANNAH MELISSA NASCHENWENG VINCENT GROß

SIE FEIERN EN

A RG SALZBURGAREN 23.05.17 SALZBU ARENA 24.05.17 LINZ TIPS ADTHALLE 25.05.17 GRAZ ST EN VAZ 26.05.17 ST. PÖLT K OLYMPIAHALLE UC BR 27.05.17 INNS

Originrsal Sta MIT IHR

”SCHWARZODERWEISS“

RAINHARD FENDRICH DIE TOUR ZUM NEUEN ALBUM UND SEINE GRÖSSTEN HITS

LIVE 2017

30.07.17 MÖRBIS

CH SEEBÜHNE

09.08.17 MÖRBISC

H SEEBÜHNE

RG REPUBLIC 17.11.17 SALZBU Z FESTSPIELHAUS 18.11.17 BREGEN UCK CONGRESS 19.11.17 INNSBR LMUS-LIST-HALLE 21.11.17 GRAZ HE UCKNERHAUS 22.11.17 LINZ BR TADT ARENA NOVA 27.11.17 WR. NEUS EN VAZ 29.11.17 ST. PÖLT THALLE AD ST 30.11.17 WIEN

DAS MAGISCHE ZIRKUS-EREIGNIS VOM KONTINENT DES STAUNENS

Show Factory & Semmel Concerts präsentieren

DIE

NEUE SH0O18W 2

ARENA LZBURG SALZBURG SA 18 2. .0 11 – . 07 AHALLE NSBRUCK OLYMPI 01. – 04.03.18 IN NZ TIPSARENA 08. – 16.03.18 LI AZ STADTHALLE 17. – 25.03.18 GR F WIEN STADTHALLE 12.04. – 01.05.18 AUS EGENZ FESTSPIELH 09. – 13.05.18 BR

AFRIKA! AFRIKA! nach einer Idee von André Heller

KARTEN BEI ALLEN OETICKET-VERKAUFSSTELLEN | WWW.OETICKET.COM TICKETS & INFOS: WWW.SHOWFACTORY.AT & WWW.LSKONZERTE.AT


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!ticket highlights

SCHEINWERFERLICHT

Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Mit einem Wohnzimmerkonzert haben Die Toten Hosen zu Monatsanfang April in einer Wohngemeinschaft in Wien-Alsergrund gastiert, jetzt findet man sie bei uns am Cover – inklusive Interview mit Sänger Campino. Doch damit nicht genug: Am 5. Mai erscheint ihr neues Album „Laune der Natur“, genau einen Monat später präsentieren sie selbiges am Rock In Vienna auf der Wiener Donauinsel. Das ist zweifelsohne ein Pflichttermin! Wir haben zwar erst Mai, aber wenn Sie lieber langfristig planen, seien Ihnen ein paar Schmankerl für 2018 ans Herz gelegt: „Afrika! Afrika!“ kehrt auf die heimischen Bühnen zurück und gastiert ab 7. Februar in Salzburg, Innsbruck, Linz, Graz, Wien und Bregenz. Dire Straits kommen am 18. Februar, The Kelly Family am 9. März – jeweils in die Wiener Stadthalle. Da heißt es rasch Tickets sichern! Barracuda Music haben Anfang April beim Live Entertainment Award (LEA) in Frankfurt die Trophäe für das beste D/A/CH-Konzert des Jahres 2016 (David Gilmour vor dem Schloss Schönbrunn) gewonnen! Wir gratulieren herzlichst!

The Modfather is back! Paul Weller ist zweifellos eine der profiliertesten und pophistorisch bedeutendsten Figuren der britischen Musikszene: In den Siebzigern und Achtzigern als Kopf von The Jam, anschließend mit The Style Council und ab den Neunzigern solo. Mal gab es Folk, mal Rock, und zuletzt beschäftigte sich Weller sogar mit Filmmusik, als er den Score zum Drama „Jawbone“ schrieb. Nun kommt mit „A Kind Revolution“ sein neues Soloalbum, auf dem er sich traditionellen Genres wie Gospel, Funk und Blues widmet.

7. September, Wien und 8. September, Linz

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The Kelly Family

We Got Love The Kelly Family – eine Familie, die mit über 20 Millionen verkauften Tonträgern, unzähligen Gold- und Platinawards, über 50 Auszeichnungen wie ECHO, Bambi, Goldene Kamera oder Goldene Europa und Live-Rekorden in ganz Europa, Amerika und Asien zu den erfolgreichsten irischen Bands aller Zeiten gehört – geht 2018 zum ersten Mal seit 1999 auf große Arena-Tour. Es wird eine musikalische Reise, die die BesucherInnen durch 40 Jahre Bandgeschichte begleiten und verzaubern wird: Gänsehautmomente, authentische Power und das Gefühl von Zusammenhalt und Hoffnung sind dabei mit im Gepäck! 9. März, Wiener Stadthalle (D)

Fotos: Tom Beard (Paul Weller), Helen Sobiralski (The Kelly Family), Steve McNicholas (Stomp), Jan Frankl (Reset)

Paul Weller


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Reset

Alles auf Anfang. Eine Komödie von Roman Frankl & Michael Niavarani Herbert, ein erfolgreicher Geschäftsmann, hat zu viel – vor allem an Problemen. Und er hat genug davon. Als plötzlich sein alter Freund Martin in der Tür steht und für „eh nur ganz kurz“ einen millionenschweren Geldkoffer bei ihm verstecken möchte, fasst er einen Gedanken: Warum nicht einfach durchbrennen mit dem Schwarzgeld und alles hinter sich lassen? Doch durch einen plötzlichen, unerwarteten Schock fällt Herbert in Ohnmacht und verliert das Gedächtnis. Und damit fangen die Probleme erst richtig an … Mai bis Juni, Globe Wien

Stomp

25-jähriges Jubiläum Was einst mit Händen, Füßen und ein paar Besen begann, ist längst zur Keimzelle eines ganzen Stomp-Universums geworden und fasziniert das Publikum weltweit. In diesem Jahr feiert das unerreichte Rhythmusspektakel 25jähriges Jubiläum. Manhattan benannte die 8th Street in „Stomp Avenue“ um und London verlieh der Show mit dem Olivier Award den wichtigsten britischen Theaterpreis. Nun ist Stomp, das furioseste, originellste und witzigste Rhythmusspektakel, endlich wieder da!

im Juni in Innsbruck und im März in Wien

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Die Laune der Die Toten Hosen-Kopf Campino spricht im Interview über politische Shitstorms, die Endlichkeit des Lebens und warum man auf die Schnauze fallen muss, um im Leben Großes zu erreichen. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

„Laune der Natur“ ist der längst fällige Nachfolger von „Ballast der Re-

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publik“: Das war vor fünf Jahren euer kommerzielles Meisterstück, das genau zum 30. Bandgeburtstag noch einmal alle Superlative sprengte. Wie stark hallte dieses Werk und dessen Erfolg nach? Für uns war es ein völlig unerwartetes Glück, nach so langer Zeit einen solchen Kracher hinlegen zu dürfen. Die Frage nach unserer Existenzberechtigung ist für uns solange geklärt, wie unsere aktuellen Lieder eine Relevanz beim Pu-

blikum haben. Für mich ist das eine Bestätigung zum Weitermachen. Ich hätte mir von euch mehr politische Statements erwartet, als im Endeffekt vorkommen. Wir haben ein paar Songs geschrieben, die sich mit den politischen Geschehnissen auseinandersetzten, aber sie haben nicht den Weg aufs Album gefunden. Die Welt braucht auch kein Lied gegen Trump oder Erdogan und auch

Foto: Paul Ripke

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ach dem kommerziellen Megaerfolg „Ballast der Republik“ und einer rekordverdächtigen Tour war das Feuer bei den Toten Hosen erloschen. Trotz privater Tragödien haben sich Campino und Co. wieder aufgerappelt, um mit „Laune der Natur“ zum Angriff zu blasen – ohne stumpf die politische Keule zu schwingen.


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er Natur kein 15. Toten-Hosen-Anti-Nazi-Lied, wenn es keine neuen Blickwinkel eröffnet. Man weiß, wo wir politisch stehen, und wir brauchen uns da nicht

Die Toten Hosen Breiti, Kuddel, Andi, Vom Ritchie (seit 1998) und Campino vermischen seit über 30 Jahren „Pop und Musik“. Was nicht heißt, dass jedes Album von vorn bis hinten politisch werden muss …

GEWINN SPIEL Wir verlosen zwei limitierte Alben von „Laune der Natur“ inklusive zweier Festivalpässe für das Rock In Vienna! Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

ständig zu erneuern und dadurch riskieren, mit unseren Statements blass zu werden. Man muss sich einteilen und auch wissen, wann man zuschlägt. Mit „Pop & Politik“ und „Unter den Wolken“ haben wir zwei Statements gemacht. Letzteres ist auch eine An-

spielung an das diffuse Lebensgefühl, das derzeit alle haben. „Pop & Politik“ kann man so interpretieren, als dass ihr euch gegen all jene auflehnt, die euch niederhalten und mundtot machen wollen. Wie viel Gegenwind haltet ihr aus? Wir sind in diesem Punkt nach all den Jahren relativ schmerzfrei. In „Pop & Politik“ geht es um Vorwürfe, die alle aushalten müssen, die sich ein bisschen aus dem Fenster lehnen. Zum Beispiel Jennifer Rostock. Da muss man bereit sein, sich großen Ärger und Schaden einzuholen. Eine korrekte, gute Band, die sich klar gegen rechts geäußert hat und deshalb mit Shitstorms überzogen wurde. Die ziehen ihr Ding durch, aber viele andere Künstler sind sich unsicher, ob sie sich äußern sollen oder nicht. Welche Tragkraft auf die Gesellschaft haben solche „Guerilla-Aktionen“ wie die eure unlängst in Dresden, als ihr spontan auf einem Lkw bei einer Anti-Pegida-Demo gespielt habt? Ich würde die ganze Sache nicht zu hoch hängen. Andererseits glaube ich, dass wir in solchen Gegenden, in denen rechtsextremes Gedankengut weitverbreitet ist, ein Mutmacher für all jene Tapferen sein können, die da jeden Montag ausharren und sich dieser Pegida-Truppe entgegenstellen. Diese etwa 100 Demonstranten gehen jede Woche bei Wind und Wetter raus, stellen sich einer Übermacht von Pegida-Leuten und erledigen damit den Job für alle Demokraten in diesem Land. Wir woll-

ten ihnen mit unserer Aktion unseren Respekt zeigen und hoffentlich schöpfen diese Leute auch etwas Kraft daraus und fühlen sich nicht so alleingelassen. Es gibt nach all den Jahren immer noch Leute, die sich über eure politische Haltung echauffieren … Wenn uns jemand aufgrund unserer Einstellung nicht hören will, dann ist das in Ordnung. Ich gebe den Ball dann gerne zurück und möchte nicht die Vorstellung haben, dass rechtsextreme Menschen unsere Musik abfeiern. Mit deinem Manager Jochen und eurem Ex-Drummer Wölli habt ihr zwei wichtige Menschen eures Lebens verloren und diesen beiden auf „Laune der Natur“ würdig gehuldigt. Inwiefern prägten diese traurigen Erlebnisse das Album einerseits und die Toten Hosen als Band andererseits? Beides sind große Verluste und es könnte auch jeden von uns selbst getroffen haben. Jochen ist der erste und einzige Manager in meinem Leben gewesen und wird es auch für immer bleiben. Es gibt keine Notwendigkeit, seinen Posten neu zu besetzen. So ein Todesfall spült sehr viele Erinnerungen hoch und man denkt an die Versprechen, die man sich gegenseitig gegeben hat. Er bringt einen zum Bilanzieren und man wird sich bewusst, dass die Zeit nicht stehen bleibt und für alle von uns abläuft. Die Konsequenz ist, dass man das Glück, das man hat, würdigt und das Leben weiterzelebriert. Solange es die Toten Hosen gibt, sind auch noch Spuren von Jochen und Wölli im Raum.

termine

ni n am 5. Ju der f osen spiele Die Toten H es Rock In Vienna au d en m ah R im nauinsel. Wiener Do

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„Kein Grund zur Traurigkeit“ nennt sich der Albumcloser, der musikalisch völlig aus dem Rahmen fällt, aber eine wirklich schöne Geste ist: Es ist eine Nummer von Wölli, die ihr neu instrumentiert habt. Zudem entlasst ihr den Hörer mit einem schönen Gefühl der Hoffnung und des Trosts. Auf jeden Fall. Wir mochten den Gedanken, dass die Platte ein versöhnliches Ende hat. Niemand braucht jammernde Tote Hosen. Bei aller Trauer sollte am Ende doch die Freude am Leben durchschimmern. Den Albumtitel selbst kann man vielseitig verwenden. Hat das damit zu tun, dass sich das Leben an sich wie eine Laune der Natur verhält oder wolltet ihr damit etwas Konkreteres ansprechen? Tatsächlich hatten wir beim Findungsprozess der Lieder ganz viele Begriffe aus der Naturwelt. Es gibt ja auch Songs wie „Urknall“ oder „Unter den Wolken“. Ein Titel heißt „Totes Meer“, der hat es dann nicht aufs Album geschafft. Die Überschrift „Laune der Natur“ hat also ganz gut gepasst und letztendlich beziehen wir uns ein bisschen auf uns selbst. Eine Band wie wir sollte gar nicht so lange existieren, aber es ist eine Laune der Natur, dass es uns immer noch gibt. Auf dem Album herrscht viel Nostalgie, sehr klar zum Beispiel in den Songs „Urknall“, „Wie viele Jahre (Hasta La Muerte)“ oder „Alles mit nach Hause“. Ist das Reflektieren eine Erscheinung des Alters? Wir haben zwei enge Freunde verloren! Sicher klingt das auch auf diesem Album nach. Man wird sich des Verlustes bewusst und denkt an den lan-

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gen Weg, den man zusammen ging. Dann fragt man sich, worauf es in dieser Zeit ankam und was man von so einem Leben mitnimmt. Sind es die Preise, die man bekommen hat, oder die Begegnungen, die man mit Menschen hatte? Was behält man im Herzen? Das klingt auf diesem Album wahrscheinlich mehr durch, als mir lieb ist. Warum sollte ich über sorglose Jungspundhaftigkeit singen, wenn zwei meiner besten Freunde gestorben sind? Wenn ich authentisch bleiben und mein Leben in meine Kunst mitnehmen will, dann muss ich solche Geschehnisse verarbeiten. Ihr habt Erlebnisse für 100 Leben erfahren. Kam nach der anfänglichen Wild- und Rohheit irgendwann das Akzeptieren von Bescheidenheit und Demut? Ja, wir haben ein Riesenstück vom Kuchen abgekriegt und sind uns über dieses Geschenk total bewusst – wir hatten aber auch Phasen, in denen wir uns blöd verhalten haben. Es gibt reichlich Sachen, die wir bereuen. Man kann sie nicht ändern, mit dem

Wissen von heute hätten wir aber vieles anders gemacht. Jeder in der Band musste sich einmal ausprobieren, checken, wo seine persönliche Position ist oder seine Arschlochphase raushängen lassen. Zwischendurch benahmen wir uns auch mal asozial – sowas will man eigentlich nicht haben. Es bleibt aber der Trost, dass man aus Fehlern am meisten lernt. Ein Sieg, Triumph oder Erfolg bringt einen selten weiter. Das wäre nur die Bestätigung, genauso weiterzumachen und nichts lernen zu müssen – frei nach dem Prinzip: „Never change a winning team“. Enttäuschungen bringen dich dazu, dich zu hinterfragen, zu justieren und zu korrigieren. Ganz simpel gesagt: Fehler formen Menschen. Wir hatten reichlich Gelegenheit, daraus zu lernen (lacht). Gibt es nach all diesen Jahren nicht auch Songs, mit denen du dich gar nicht mehr identifizieren kannst? Die Songs, die uns auf die Nerven gehen, lassen wir einfach eine Weile liegen, bis sie wieder spannend für uns werden. Ein Lied ist ja kein Stein, der nicht verformbar ist. Ein Beispiel: Der Song „Kein Alkohol ist auch keine Lösung“ kickt uns seit geraumer Zeit nicht wirklich, also spielen wir ihn auch nicht mehr. Dass die neuen Lieder für unser Publikum auch eine Relevanz haben, ist für uns entscheidend. Wenn wir nur unsere Neunzigerjahre-Titel spielen müssten, würde uns das auf die Nerven gehen, aber vermischt mit den neuen Songs, haben auch sie eine viel bessere Bedeutung. Wir sind keine Wurlitzer-Band.


01.07.2017 N DIE PRINZE

15.07.2017 NDA LABRASSBA

22.07.2017 ORTER GREGORY P

28.07.2017 WECKER N I T N A T S KON

13.08.2017 YLE GREGOR ME

19.08.2017 CONCHITA

Tickets erhältlich in allen Raiffeisenbanken in Wien & NÖ und auf www.ticketbox.at (Ermäßigung für Raiffeisen Club-Mitglieder und Raiffeisen MIT.EINANDER-Mitglieder); im Ticketshop „Gute Unterhaltung“ in Tulln (Wiener Str. 16, T. 02272/68 909); auf www.oeticket.com (T. 01/96 0 96), auf www.noen.at/ticketshop, in jeder Trafik mit Trafiknet-Anschluss und auf www.donaubuehne.at

facebook.com/DonaubuehneTulln


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!ticket highlights

Kasabian Support: Slaves Kasabian zählen zu den wichtigsten Protagonisten der jüngeren britischen Musikgeschichte. Stilistisch bezugsoffen und frei von jeder Klassifizierung vereinen sie fünf Jahrzehnte Rock- und Clubkultur erfolgreich zu einem homogenen Sound, und das bisher über fünf ausgezeichnete Alben hinweg. Nun steht Ende April mit „For Crying Out Loud“ das nächste Album an, das man mittlerweile mehr der NeoPsychedelic als der Ravemusik zurechnen sollte. Es ist und bleibt aber unverkennbar eine weitere Kasabian-Perle.

U. a. mit Big Easy Lofton und Ant Atkinson Auf ihrer Welttournee 2017 ist das berühmte Team in Starbesetzung mit Big Easy Lofton, Ant Atkinson, Hi-Lite Bruton, Thunder Law, Bull Bullard und Cheese Chisholm sowie den weiblichen Stars TNT Lister and Ace Jackson unterwegs. Spannende Spiele, zauberhafte Ball-Akrobatik, atemberaubende Korbwürfe und trickreiche Manöver untermalt mit viel Humor und Interaktion mit dem Publikum – die Show der Harlem Globetrotters bietet unvergleichliche Unterhaltung für die ganze Familie!

10. Juni, Wiener Stadthalle (D)

Fotos: Barracuda Music (The Cult, The Harlem Globetrotters, Kasabian), WUK (Shantel), Arcadia Live (Freundeskreis)

4. November, Gasometer Wien

The Original Harlem Globetrotters

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Shantel Shantology 30 Years of Club Guerilla Mit „30 Jahre Club Guerilla“ schlägt Shantel gemeinsam mit dem Bucovina Club Orkestar ein neues Kapitel seiner never ending Tour auf. Am 6. Oktober erscheint eine aufwendige Vinyloder CD-Box mit opulentem Begleitbuch mit Texten und Bildern, die Shantels Weg nachzeichnen. Die Alben werden voll mit unveröffentlichtem, neu aufgenommenem und bestens abgehangenem Material sein, das eindrücklich die zeitlose Hit-Qualität seiner Musik herausarbeitet. Der Disko Partizane liebt es spannend und bleibt für Überraschungen gut, und live bleibt da sowieso kein Stein auf dem anderen. 13. Juni, WUK

Freundeskreis

20 Jahre Quadratur des Kreises Genau zwanzig Jahre ist es jetzt her, dass Freundeskreis bestehend aus Max Herre, Don Philippe und DJ Friction mit „A-N-N-A“ ihren ersten Hit hatten – um anschließend mit ihren (nicht nur politisch) revolutionären Reimen, ihrer bahnbrechenden Musik aus Hip-Hop, Soul, Reggae und Jazz und dem Ideal einer echten Hip-Hop-Liveband die Musiklandschaft umzuwälzen. 1997 erschien mit „Quadratur des Kreises“ das erste Album von Freundeskreis, auf das noch zwei weitere folgen sollten. 20 Jahre später wird es Zeit zu feiern. Mit vielen Weggefährten der ersten Stunde und einer brillanten Live-Band bringen Freundeskreis die „Quadratur“ noch mal auf die Bühnen! 21. Juni, Open Air Arena Wien

The Cult

28. Juni, Arena Wien

For Rockers, Ravers, Lovers And Sinners The Cult machen ihrem Namen alle Ehre und sind seit ihrer Gründung Anfang der 1980erJahre mittlerweile zu einer Kultband geworden: Gegründet in den musikalischen Wirren der Punk-Ära der späten Siebzigerjahre, avancierte die stets von Innovation getriebene Band in den Achtzigern und frühen Neunzigern zu Großbritanniens Rock-Exportartikel Nummer eins. Basierend auf der feurigen, oftmals nicht gerade pflegeleichten Partnerschaft von Vokalist Ian Astbury und Gitarrist Billy Duffy überstanden The Cult nicht nur schadlos diverse Umbenennungen, sondern auch einen nicht gerade geringen Fluktuationsreigen.

IT’S ONLY WOERZ

Phrasendrescher Nicht selten höre ich den in überschwenglicher Begeisterung geäußerten und doch recht inflationär verwendeten Satzanfang, „Was gibt’s Schöneres als …?“. Der Mensch, der diesen Satz verwendet, erwartet keine Gegenrede. Das ist eine rhetorische Frage, die gleiches Empfinden voraussetzt. Man möchte nichts anderes hören als seine eigene Meinung. Und ich sag Ihnen etwas: Nach dieser Floskel fallen mir bereits reflexartig, im Bruchteil einer Sekunde, drei oder vier Situationen, Tätigkeiten oder Gefühle ein, die – ganz egal was nach dem „als“ kommt – für mich schöner sind. Ich bin überzeugt davon, dass Ihnen auch sofort etwas Angenehmeres einfällt, wenn ich keck frage: „Was gibt es Schöneres als um 5 Uhr morgens im arktischen Sommer im eiskalten Nordpolarmeer ein kurzes Bad zu nehmen?“ Sehen sie? (Das ist übrigens wirklich toll, wenn auch nicht uneingeschränkt empfehlenswert.) Fragen sie im Kreise von Katzenfreunden: „Was gibt es Schöneres als Hunde?“ Sie bekommen prompt geschätzte zweihundert Gegenargumente um die Ohren geklatscht und lösen vielleicht sogar eine gröbere Fehde aus. Die erwähnte sprachliche Phrase muss anders heißen, denn der Sinn, wie die meisten Menschen sie verwenden, ist: „Für mich gibt es nichts Schöneres als …“. Sehen Sie? Schon ist Ruhe. Dann passt es. Hiermit erkläre ich den Klugscheißermodus für heute für beendet. Übrigens: Was gibt es Schöneres als das vorliegende Magazin nach Veranstaltungen zu durchstöbern?

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TIM_14_16_The Beach Sounds_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 19.04.17 14:17 Seite 1

Heavy Petting 35

Minuten und 57 Sekunden, die die Welt veränderten. Aufgenommen mono auf einem Vierspur-Tonband, gepresst auf schweres, schwarzes Vinyl: Vor 51 Jahren veröffentlichten die Beach Boys den kreativen Solo-Trip ihres genialen Masterminds Brian Wilson als Band-Platte, obwohl die erste Single „Caroline, No“ bereits zwei Monate vor „Pet Sounds“ auch als erste offizielle Solo-Single erscheint. Dazu irgendwie passend der Track der B-Side: „Summer Means New Love“. Der kommerzielle Erfolg fällt, vor allem im Vergleich zu den zehn vorhergegangenen Hit-Alben der Beach Boys, bescheiden aus. Dennoch ist „Pet Sounds“

termine The Beach Boys spielen am 12. Juni in der Wiener Stadthalle (F). Für das Konzert sind keine Karten mehr verfügbar. Hinweis: The Beach Boys werden heute angeführt vom Gründungsmitglied Mike Love und Bruce Johnston, der erst im April 1965 als vollwertiges Bandmitglied einstieg. Weder Brian Wilson noch naturgemäß seine Brüder Carl und Dennis (verstorben 1998 und 1983) werden mit von der Partie sein. Auch Al Jardine oder David Marks sind nicht Teil der aktuellen Besetzung, die neben Love und Johnston aus Jeffrey Foskett, Brian Eichenburger, Tim Bonhomme, John Cowsill und Scott Totten besteht. Brian Wilson präsentiert die bahnbrechenden „Pet Sounds“am 20. Juli, ebenfalls in der Wiener Stadthalle (F). Nach der Perfomance des Albums folgt ein „Best of“ aus Wilson- und Beach Boys-Material.

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Fotos: Brian Bowen Smith, Campitol Archives

Bahnbrechend und revolutionär: 50 Jahre nach seinem Erscheinen gilt „Pet Sounds“ der Beach Boys als eines der besten Alben aller Zeiten. Schöpfer Brian Wilson präsentiert es zum Jubiläum live in Wien. Jedoch ohne die übrigen Beach Boys. TEXT: ALEXANDER HAIDE


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zumindest rückblickend als einer der wichtigsten Longplayer der Musikgeschichte zu werten.

und der erste Hit der Burschen werden sollte, und an dessen späterem Nachfolger „Surfin’ Safari“. Der Hit wird das Quintett sieben Monate später auf das Cover des renommierten Billboard-Magazins hieven. Bereits zuvor lernen die angehenden Stars die Härte des Musikgeschäfts kennen: Ohne ihr Wissen und ihr Einverständnis hatte die Plattenfirma den Bandnamen in The Beach Boys geändert …

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Ein Blick zurück Fünf Jahre vor dem Erscheinen von „Pet Sounds“ genießen die zukünftigen Teenie-Stars, die drei Wilson-Brüder Brian (Gesang, Bass, Keyboard), Carl (Gesang, Leadgitarre) und Dennis (Gesang, Schlagzeug) gemeinsam mit ihrem Cou-

sin Mike Love (Gesang) und dem gemeinsamen Schulfreund Alan Jardine (Gesang, Rhythmusgitarre) noch die Anonymität im Kaff Hawthorne in Kalifornien. Während die Eltern drei Tage außer Haus sind, zweckentfremdet die NeoBand mit dem Namen The Pendletons das Wilson’sche Familienanwesen als Proberaum. Man feilt an zwei Titeln: „Surfin’“, das schon bald die erste Single

Tierisch Carl, Brian, Dennis, Mike und Al füttern am 10. Februar 1966 Ziegen im San Diego Zoo. Eigentlich hätte das Album „Our Freaky Friends“ heißen sollen, aber Brian fand den Wortwitz zwischen „pet“ („Tier“) und „petting“ („fummeln“) witziger ...

Der Zenit Es mag verwundern: Während heute die bedeutendsten Bands lediglich alle paar Jahre mit einem neuen Longplayer ums Eck kommen, tickten die Uhren in den Sechzigern noch anders. Wie die Beatles nutzten die Kalifornier die (kommerzielle) Gunst der Stunde und veröffentlichten in ihrer von Surf- und Strand-

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Brian Wilson Brian Wilson feiert anlässlich des 50. Jahrestages die Veröffentlichung von „Pet Sounds“ inklusive einiger Beach-Boys-Raritäten und -Hits. Als Gäste sind Al Jardine und Blondie Chaplin dabei.

teten sich und man ließ Brian seinen Solo-Trip ausleben. Nicht ohne Benefit: Immerhin entstand während der „Pet Sounds“-Session auch ein Track, für dessen Aufnahmen Wilson sechs Monate brauchte und der die Unsumme von 50.000 Dollar (für eine Single!) verschlang: „Good Vibrations“ stürmte die US-Charts, bescherte den Beach Boys ihren dritten Nummer-1-Hit und verkaufte sich mehr als eine Million Mal.

Themen geprägten Frühzeit zwischen 1962 und 1965 zehn Alben, darunter eher entbehrliche Werke wie ein Christmas-Album. Federführend bei Songwriting, Arrangement und Produktion war stets Brian Wilson, der sich, um die Masse an Platten zu füllen, etlicher Hits anderer Kollegen annahm: die Coverversionen reichen von „The Times They Are a-Changin’“ von Bob Dylan bis zu „Barbara Ann“, im Original von The Regents. Tierisch 1966 knallten die Beach Boys dann der verblüfften Welt „Pet Sounds“ vor den Latz: Es ist eben ein kreativer Rausch, in dem Brian Wilson gemeinsam mit Texter Tony Asher beinahe alle Titel im Alleingang schreibt und – nebst den Bandkollegen – Musiker gleich im Dutzend anheuert, um die Klangwelt in seinem Kopf Realität werden zu lassen. Es werden, neben den üblichen Rock- und Klassik-Instrumenten auch Cola-Dosen verwendet, Fahrradglocken oder Aufnahmen bellender Hunde. Abgerundet wurden die 13 Titel von einer Produktionsweise, die sich Wilson von Phil

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Spector abgeschaut hatte: Er verwendet bei seiner als „Wall of Sound“ bekannten Technik ebenfalls zahlreiche Musiker mit mehr oder weniger außergewöhnlichen Instrumenten und verdoppelt beziehungsweise verdreifacht die einzelnen Tonspuren sogar, um ein satteres Klangbild zu erhalten, eine „dichte Wand aus Klängen“ eben. Zehn Monate dauern die Sessions und verschlingen die ungeheuerliche Summe von 70.000 Dollar (heute etwa eine halbe Million Euro). Die gewohnten Lorbeeren blieben jedoch aus, die Kritiken sind mies bis lau, auch der Verkauf lässt – im Vergleich zu früheren Alben – zu wünschen übrig. Doch Musikkollegen dies- und jenseits des Atlantiks kommen aus dem Staunen nicht heraus – professionelle Auskenner erkannten den Meilenstein, den Brian Wilson abgeliefert hatte. Doch auch innerhalb der Beach Boys brodelte es: Mike Love wollte einige der Texte am liebsten gar nicht singen, weil sie ihm zu anstößig waren; zudem war man sicher, dass es unmöglich wäre, die unterschiedlichsten Sounds live auf die Bühne zu bringen. Doch die Wogen glät-

Der Bruch Brian Wilson mutierte immer mehr zum Exzentriker, entfremdete sich von der Realität. So ließ er einen Haufen Sand in sein Wohnzimmer kippen und ein Zelt aufstellen, um in die richtige Stimmung für das anstehende Nachfolgealbum, „Smile“, zu kommen, das allerdings erst 37 Jahre später im Jahre 2004 erschien. Denn obwohl Wilson weiterhin in die Studioarbeit der Beach Boys einbezogen wird, manifestierten sich immer dramatischer Psycho- und Drogenprobleme: Von akustischen Halluzinationen über manisch-depressive Phasen bis hin zu schizophrenen Episoden reichen die Diagnosen, von Alkohol zu LSD, von Kokain bis Heroin die Substanzen. Es folgen unzählige Behandlungen, die sich bis in die 90er-Jahre ziehen. Erst dann kämpft sich Brian Wilson zurück auf die Bühne, wenn auch die Distanz zu den ehemaligen Band-Kollegen bleibt (obwohl er nach wie vor als offizielles Mitglied gelistet wird): Während die Veteranen Mike Love und Bruce Johnston im Juni als The Beach Boys in der Wiener Stadthalle gastieren, präsentiert Brian Wilson am 20. Juli zum 50. Veröffentlichungs-Jubiläum seine „Pet Sounds“ ebendort.


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Yello Das Wort „Yello“ ist ein Wortspiel unseres Gesprächpartners Dieter Meier (rechts) und steht für „a yelled Hello“ („ein gebrülltes Hallo“). Er zeichnet beim Schweizer Duo als Sänger verantwortlich, während Boris Blank (links) die Klänge zaubert.

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Kraftwerk waren die Urgroßväter, Human League die Giganten. Was vor drei Jahrzehnten oft verächtlich Synth-Pop genannt wurde, gibt heute im Mainstream den Ton an. Dinosaurier des Genres sind die Schweizer Klang-Genies von Yello, die nun ihre Elektronik-Hits auf die Bühne bringen. TEXT: ALEXANDER HAIDE


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NNSP I W Wir verlosen drei Exemplare von „Toy“, dem aktuellen Album von Yello.

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Another Excess

MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Sabbath Assembly – Rites Of Passage Eine elegische, progressiv-symphonische Explosion mit gleichermaßen beklemmenden wie rührenden Klängen.

Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Bonnie Prince Billy – Best Troubador Nach „Rambling Fever“ endlich der erhoffte Nachschlag: Billy huldigt seinem Idol Merle Haggard auf Albumlänge!

Fotos: Helen Sobiralski, Michael Wilfing, Hersteller

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n der (verklärt) guten alten PopZeit, den 80er- und 90er-Jahren, waren die Genre-Grenzen noch glatt umrissen – es war klar definiert, wer Rock macht, wer Pop, wer Disco oder Electronic. Einige Jahre lang war es vor allem bei Konzerten verpönt, offen zuzugeben, dass man sich elektronischer Hilfsmittel bedient: So mancher Keyboarder und Computer wurde hinter der Bühne versteckt – was für SkandalHeadlines sorgte, wenn der Star Soundso „ja gar nicht live“ spielte. Die Quadratur des Kreises lieferten Depeche Mode, die als Reaktion auf die Elektronik-Mauscheleien ganz offen Tonbandmaschinen in ihr Live-Set integrierten und damit das Tabu brachen: Synthetische Musik wurde salonfähig. Tempora mutantur Begibt man sich heute auf die Suche nach den Electronic-Zeitgenossen, dann stößt man auf so gut wie jeden Act, der irgendwie mit elektronischen Instrumen-

ten zu tun hat: Lady Gaga wird genannt, Kesha, aber auch Britney Spears und Taio Cruz. Die wären in den Achtzigern allesamt in die Schublade des ChartsPop gesteckt worden, doch siehe da: Immer wieder tauchen sie auf, die Nachklänge der Legenden des Synthie-Pop. Hingegen gut in Erinnerung geblieben ist die am Ende belanglose, lediglich auf Cash-Maximierung ausgelegte Wiederkunft von Human League. Die KultStars von einst waren plötzlich zur drittklassigen Landdisco-Playback-Band verkommen, das halbherzige Comeback war entbehrlich. Hello Yello! Es ist – neben den Göttern Kraftwerk – vor allem ein Act, der gemeinsam mit den deutschen Pionieren am Electro-Olymp thront: Yello. Während sich die Düsseldorfer Urgesteine zumeist rarmachen – seit 2011 spielen sie lediglich vereinzelte Konzertreihen von je acht Auftritten mit ihrem 3D-

The Night Flight Orchestra – Amber Galactic Direkt vom grellen AOR-Zenit der 80er düsen die abersinnigen Schweden unaufhaltsam durch den Äther.

Jim Jones – Super Natural Es klimpert, schnarrt, poltert und holzt – darüber hinweg fegt die hypnotische Ekstase einer Stimme gleich Little Richard.

Anathema – The Optimist Vom Düster-Doom über floydeskes Chichi hin zu Electronic Loops? Das wird die Klientel gewaltig vergrämen.

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Live-Experience „Raus aus dem Cyberspace – hinein in die Live-Experience“: Heute ist es durchaus möglich, live umzusetzen, was zuvor nur auf Platte denkbar war. Passend dazu: eine Inszenierung der Soundpictures von Boris Blank und der visuellen Welten von Dieter Meier.

Konzept, darunter acht „Katalog“Gigs im Burgtheater anno 2014 – gibt die Schweizer Fraktion seit 2015 kräftig Gas. Dem Album „Toy“, das Dieter Meier und Boris Blank nach einer Durststrecke von zwanzig Jahren wieder einen Top-Platz in den Charts einbrachte, folgte der absolute Tabubruch: Es gab Yello-Live-Shows in Berlin, denen heuer auch eine Tournee folgt. Yello live? Undenkbar. Noch vor acht Jahren waren Liveauftritte ein absolutes No-Go für YelloStimme Meier. „Ich glaube eher nicht“, meinte er damals im Interview ablehnend. „Wenn, dann allenfalls mit irgendwelchen gespeicherten Daten, die abgespielt werden und mit einer theatralischen Inszenierung. Boris findet es richtigerweise falsch, wenn er vorgibt, etwas live auf die Bühne zu bringen, das dabei vorprogrammiert ist. Es gehört zu einem Live-Auftritt ja dazu, Bezug auf das Publikum zu nehmen. Der Dialog geht völlig verloren, wenn Maschinen etwas abspielen. Aber ich sage immer so im Witz: Es ist eigentlich das Ziel von Yello, dass wir mit 80 in Las Vegas auftreten!“ Das war im Jahr 2009.

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Yello live? Machbar! Heute erklärt Meier die Yello’sche Kehrtwende: „Boris hat die Yello-Songs so umgeschrieben, dass viele Live-Elemente auf der Bühne eingesetzt werden können. Schlagzeug, Percussion, Gitarre, eine Brass-Section, Backup-Sängerinnen, Live-Elemente von Boris, und selbstverständlich meine Stimme. Ebenso habe ich für eine große LEDWand Bühnenbilder zum Teil aus Yello-Video-Elementen speziell für die Live Show produziert.“ Keine USB-DJs Doch wie immer gibt es Hindernisse. „Es gibt Elektrosounds, die live auf der Bühne auf Grund ihrer Komplexität nicht produziert werden können“, schränkt Meier ein. „Im Übrigen hat Yello eine lange Tradition, analoge Klänge in seine Klangbilder einzubauen.“ Es ist diese Flexibilität, die Yello einzigartig und zeitlos aktuell macht und von ihren Kollegen abgrenzt. Man hat sich nie als revolutionär empfunden, höchstens als „einfach anders“: „Yello versteht sich nicht als Kontrapunkt. Boris Blank ist seit vielen Jahrzehnten ein Klangerfinder, der immer wieder in den Makrokosmos der Technologie

eintaucht und diesen nach seinem Musikhirn formt.“ Deshalb sind Vergleiche mit anderen Acts – vom USB-Stick spielenden StarDJ bis zum Electro der Charts – nicht zulässig. „Man kann das nicht verallgemeinern“, schickt Dieter Meier voraus. „Die superkommerziellen DJs sind Mainstream und für mich eher Recycler von mindestens 25 Jahre alten Innovationen. Die moderne Technologie bringt mit sich, dass viele der Elektro-Bubis, die glauben, ein Instrument zu spielen, in Tat und Wahrheit vom Instrument gespielt werden und Musik ab der Stange produzieren.“ Wo viel Dreck, da gibt es versteckte Perlen: „Es gibt aber auch viele junge Musiker, die die Elektronik gegen den Strich bürsten und aberwitzige Musik kreieren.“ Altersteilzeit in Las Vegas? Während Yello sich am 6. Dezember in der Wiener Stadthalle die Ehre geben, ist es bis zu Dieter Meiers 80. Geburtstag noch acht Jahre hin. Wie war das mit einer dann geplanten Live-Residence in Las Vegas? „Boris sieht sich als legitimen Nachfolger von Liberace. Wenn Las Vegas ruft, sind wir dort!“


radio886.at

So rockt das Leben. Mit freundlicher Genehmigung von Universal Music Austria

Aktuelles Album: Blue & Lonesome


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Radio Star Es ist unser Begleiter beim Frühstück, im Auto, bei der Arbeit: Das Radio. Doch wie kommen die Ohrwürmer zum Sender – und dann zu den Hörern? Wir blicken hinter die Kulissen. TEXT: AMINA BEGANOVIC

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termine schen Das Rock in Vienna findet zwi Donauinsel ner Wie der auf i 2. und 5. Jun ore & Ryan klem Mac len statt. Als Headliner spie d und Die Toten Lewis, Kings Of Leon, Deichkin ßstadtgeflüster, Hosen. Weitere Highlights: Gro net. Mag ster Clutch und Mon

teure aus einem breiten Pool „fischen“ können, nicht zuletzt weil die Möglichkeiten heutzutage sehr umfassend sind. „Über Label-Empfehlungen sind wir natürlich dankbar. Die besten Songs eines Albums werden von den Labels oft als Single veröffentlicht, somit deckt sich das Angebot meist mit unserer Einschätzung. Wir suchen aber auch aktiv nach Material. Durch Spotify, iTunes, Social Media und Co. ist es leicht, an neue Musik ranzukommen“, weiß 88.6-Musikredakteurin Stephanie Hausladen.

Was Hörer hören (wollen) So weit, so klar. Doch wie wird daraus ein Radio-Hit? Das Rezept lautet: Es gibt kein Rezept! „Eine Schablone gibt es nicht, die Senderlandschaft ist sowohl national als auch international sehr unterschiedlich ausgeprägt. Radiotauglichkeit, Fan-Affinität – jeder Song hat mehrere Dimensionen, die vom Label bedacht werden müssen. Eines lässt sich aber feststellen: Große, langlebige Hits haben alle das ‚gewisse Etwas‘“, schildert Raab aus Sicht von Universal Music Austria. „Eine ein-

Foto: Fotolia, Thomas Rabsch, Pascal Riesinger

ch hab das mal im Radio gehört“ … den Satz kennt jeder von uns zur Genüge. Und das hat auch seine Gründe: Das Radio hat selbst in unseren hochdigitalen Zeiten seinen Platz im Alltag nicht verloren. Von wegen „Video killed the Radio Star“ also. Apropos Star: Wie finden neue Songs überhaupt ihren Weg in eine Radiostation – und so wiederum in unsere Wohnzimmer? Die Beziehung zwischen Sendern und Musiklabels ist hierbei essenziell. Eine „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“, wie Ulrich Raab, Head Of Marketing bei Universal Music Austria, betont. Im Gespräch mit !ticket erklärt er das Prozedere: „Das jeweilige Label lässt dem Sender den Song und entsprechende Hintergrundinfos zu Künstler und Song zukommen. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung geschieht dies heutzutage meist über eine Online-Plattform, zu der alle Radioredakteure Zugang haben und über die sie wöchentlich mit neuen Tracks bemustert werden, die von dort auch gleich in die Radio-Systeme eingespielt werden können. Physische CD-Singles sind inzwischen die Ausnahme. Zusätzlich führen Radio-Promotoren der Labels regelmäßig Gespräche mit den Musikredaktionen, um gezielt für den Sender passende Songs anzubieten und auf Hitpotenziale hinzuweisen.“ Hier erfolgt also ein kontinuierlicher Austausch, bei dem die Redak-


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gängige Hook und eine schöne Melodie sind dafür nie verkehrt“, ergänzt Musikredakteurin Hausladen. Eingängig ist ein Stichwort, das man bei Radiomusik gerne verwendet – nicht zuletzt, weil man Songs oft immer und immer wieder hört. Zwar sei man um Abwechslung bemüht, aber: „Schlussendlich entscheiden die Hörer, die in unserer Marktforschung sagen, welche Songs sie gerne im Radio hören möchten und wie oft“, heißt es von 88.6.

so rockt das leben – so rockt die insel Niki Fuchs, Leiterin von Redaktion und Marketing bei 88.6, machte uns Vorfreude auf das Rock in Vienna 2017.

88.6 präsentiert das Rock in Vienna 2017 – was genau bedeutet das? 88.6 steht für echte Musik, deswegen sind wir stolz, Partner des heurigen Rock in Vienna zu sein. Wir freuen uns, gemeinsam Bands wie Die Toten Hosen oder Kings of Leon nach Wien zu bringen. Das Rock in Vienna beinhaltet heuer viele neue Stilrichtungen, für die es auch Kritik gab … So rockt das Leben, man kann nicht alle zufriedenstellen! Aber nachdem viel mehr unterschiedliche Stilrichtungen heuer beim Rock in Vienna dabei sind, ist die Chance größer, mehr Leute denn je glücklich zu machen.

Wird man Silbermond und Marteria ab jetzt auf 88.6 hören? Wir werden unsere Hörer natürlich auf das Rock in Vienna einstimmen, mit Backstage-Berichten, Hintergrundinfos und vielem mehr. Tune in! Welche Überraschungen habt ihr noch in petto? Wir werden alle Festivaltage live ab 6 Uhr früh direkt vom Rock in Vienna senden – aus einem riesigen Glascontainer! Natürlich werden wir auch die heurigen Festival-Stars zum Interview bitten – sie werden auch dem einen oder anderen 88.6-Hörer Fragen beantworten. Eine eigene 88.6-Area wird die Besucher ebenfalls erwarten. Aber da wollen wir noch nicht zu viel verraten …

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On Air Die Basis ist ein guter Song. Label und Radiosender kümmern sich in Zusammenarbeit um den Rest.

Die Beziehung zwischen Hörer und Song sei dann entscheidend: „Single-Auskopplungen oder Fokustracks setzen einen Ankerpunkt beim Konsumenten. Durch mehrfachen Kontakt mit demselben Song wächst eine Beziehung zwischen Song und Hörer. Kommt der Track beim Konsumenten gut an, will er mehr vom Künstler hören“, erklärt Raab das Prinzip. Letztendlich obliegt es dem individuellen Geschmack, ob man reinschaltet oder nicht – und dem „Radio Star“ treu bleibt.

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TIM_25_Woodstock der Blasmusik_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 19.04.17 14:24 Seite 1

Love, Peace & Blasmusik Z

um mittlerweile siebten Mal findet das „Woodstock der Blasmusik“ im oberösterreichischen Ort im Innkreis statt und das Programm für das viertägige Festival kann sich durchaus wieder sehen lassen. Seit Gründung des Festivals ist der Erfolg ungebrochen – die BesucherInnen kommen aus ganz Europa. Viele denken bei Blasmusik ja nur an die traditionellen Musikkapellen in ihrem Heimartort oder an traditionelle Richtungen wie die böhmisch-mährischen Oberkrainer und Egerländer-Formationen. Aber woran man nicht sofort denkt, ist, dass auch in zahlreichen Funk-, Reggae-, Ska- und Jazzbands Blasinstrumente zum Einsatz kommen. VertreterInnen aller dieser Genres kann man auf den fünf Festivalbühnen erleben – über 100 Ensembels werden heuer auftreten.

Foto: WDB/Klaus Mittermayr

Urig & modern Als Headliner gastieren am Freitag die international erfolgreichen, funkigen Lucky Chops aus New York auf der

Wenn sich mehrere Tage lang alles um Blasmusik dreht und das im Stil eines großen Rock-Festivals, dann läuft wieder das „Woodstock der Blasmusik“. TEXT: PAUL M. DELAVOS Main Stage, am Samstag geben Moop Mama, eine Zehn Mann starke Urban Brass Band aus München, feinsten HipHop zum Besten. Auf der AllerhandStage sind Gruppen aus allen Genres sozusagen „querbeet“ zu sehen und zu hören. Die Tanzl & Gstanzl-Stubm, eine charmant-rustikale Holzhütte, ist untertags hingegen der urigen, gemütlichen Volksmusik gewidmet. Abends bringt die Partystimmung des Trachtenclubbings den Hüttenboden zum Beben. Es dreht sich aber nicht nur alles um die Live-Musik, sondern auf 1.600 m², der sogenannten „Woodworld“, zeigen auch verschiedenste Aussteller ihre Sortimente aus Instrumenten-

bau, -handel und -pflege (z. B. Buffet Crampon, Artismusic, Danner, Gewa, Schagerl). Es gibt aber auch weniger musikalische Stände für Schmuck, Kleidung, Accessoires und Kulinarik. Man findet aber auch die „Woodgames“, das „Brass Vegas“-Hüttendorf, ein eigenes Riesenrad oder das „Geronimoos“-Tipidorf. Also alles, was das Festival-Herz so begehrt!

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!ticket highlights Live mit neuem Album In den letzten 21 Jahren ist Mogwai zu einer der wichtigsten Gruppen der gespaltenen, aber zunehmend starken britischen Undergroundmusik geworden, aber sie haben sich strikt geweigert, sich zurückzulehnen und auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Während ihrer „Atomic“-Tour, dem Soundtrack zu Mark Cousins BBC-Doku über Hiroshima und den Kalten Krieg, entstand auch das neue Album, das im September kommt!

Mogwai

1. November, Arena Wien Herkulis Die Welt braucht Humor-Helden im Kampf gegen die selbst ernannten Halbgötter und Vollpfosten: Gernot Kulis ist bereit! Doch auf seinem Weg zur Unsterblichkeit im Comedy-Olymp warten hartnäckige Gegner: die Stiere von Pamplona, die Fahrradschlösser von Amsterdam oder die Fleckenchampions in der Waschküche. Auf seiner Anti-Heldenreise erweist sich Gernot Kulis als hoffnungsloser Handwerker, aber talentierter Mundwerker. Das Leben stellt uns täglich Herkules-Aufgaben, jetzt gibt es die Herkulis-Lösungen dafür.

The Sisters Of Mercy Live Keine andere Band verweigert sich den Mechanismen des Marktes so konsequent wie The Sisters Of Mercy. Wenn man auf ihrer Website den Link „Record News“ anklickt, landet man auf einer Seite mit dem schönen Titel „ERROR 404, PAGE NOT FOUND“. Es gibt kaum Neuigkeiten, keine Pressemitteilung, seit 1990 gibt es kein neues Album mehr. Die einzige Chance, neben den alten Klassikern neue Songs zu hören, ist: live! 21. September, Gasometer Wien

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ab Oktober

Semino Rossi

Die Tournee 2018 Semino Rossi ist ein wahrer Gentleman, er steht wie kein anderer für niveauvollen, eleganten und trotzdem partytauglichen Schlager. Nachdem er bei seiner letztjährigen Tour eher ruhigere Töne anschlug, steht bei der Tournee 2018 wieder Feiern im Semino-Rossi-Stil an. Sowohl die Songs aus dem neuen Studio-Album „Ein Teil von mir“, welches Ende Juni erscheint, als auch die heiß geliebten früheren Hits wird er mit einer mitreißenden Show auf die Bühnen bringen.

im Mai 2018 in Innsbruck, Graz und Wien

Fotos: GEPA-pictures.com (ÖFB), Antony Crook (Mogwai), Barracuda Music (The Sisters Of Mercy), Ben Wolf (Semino Rossi), Manfred Baumann (Gernot Kulis)

Gernot Kulis


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Samsung Cup Finale Tickets sichern für den Abschluss der Fußballsaison 2016/17! Am 1. Juni findet zum Abschluss der Fußballsaison das Samsung Cup Finale im Wörthersee Stadion in Klagenfurt statt. Das moderne Stadion in der Kärntner Landeshauptstadt ist somit bereits zum 5. Mal Gastgeber des heimischen Cup-Endspiels. Titelverteidiger ist der FC Red Bull Salzburg, der sich drei Jahre en suite den Titel sicherte. Ankick für das Finale ist um 20:30 Uhr. In diesem Jahr wird bereits der 82. Sieger gesucht. Zum ersten Mal wurde der Titel bereits im Jahr 1919 zwischen SK Rapid Wien und Wiener Sportklub vergeben. Der Rekordcupsieger ist mit bisher 27 Erfolgen FK Austria Wien. Tickets sind im neutralen Bereich unter www.oefb.at/tickets bzw. über die ÖFB Ticket Hotline erhältlich. Für die Fans der beiden Finalteams sind Karten in den Fansektoren ausschließlich bei den Vereinen zu kaufen, ebenso wie Sonder-Fanreisen via Bus beziehungsweise Bahn.

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Fotos: GEPA-pictures.com (ÖFB), Antony Crook (Mogwai), Barracuda Music (The Sisters Of Mercy), Ben Wolf (Semino Rossi), Manfred Baumann (Gernot Kulis)

1. Juni, Wörthersee Stadion

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Ein Vollblutmusiker, der in keine Lade passt: So könnte man Norbert Schneider grob beschreiben. Ein Gespräch über Leidenschaften, österreichische „Awareness“ und den Wiener Walzer. TEXT: AMINA BEGANOVIC

Einflüsse Für Norbert Schneider selbst war es erst ein Hineinfinden vom US-Blues bis zum Austropop.

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ein abs I

m Blues daheim, aber mit Stippvisiten im Pop und Soul – der österreichische Musiker Norbert Schneider, der auch in Deutschland bereits ein bekannter Name ist, zeigt sich facettenreich. Wobei man die Schubladen bitte zulassen soll: „Genremäßig will ich mich nirgends einordnen. Ich bin einfach ein leidenschaftlicher Musiker, der über die letzten zwanzig Jahre viele Einflüsse gesammelt hat. Als Gitarrist habe ich mich bereits in meiner Jugend umgesehen, was es da alles gibt, und bin über den Blues hineingekippt. Das hat mir den Weg für andere, insbesondere amerikanische Richtungen geebnet.“

Foto: Stefanos Notopoulos

„Bin


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bsoluter Freak“

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Vor vier Jahren begann der 37-Jährige, auch auf Deutsch zu singen. Im Herbst 2016 veröffentlichte er mit „Neuaufnahme“ ein Album, das dem verstorbenen Georg Danzer ein musikalisches Denkmal setzte. Wobei es für Schneider ein neues Kennenlernen war. „Wie ich als Jugendlicher angefangen habe, Gitarre zu spielen, habe ich mit meiner Schwester eine Liedermappe durchgespielt, da waren auch Sachen vom Georg Danzer dabei. Aber ich war damals kein großer Austropop-Fan. Die gesamte Genialität von Danzer hat sich mir selbst erst mit diesem Projekt erschlossen. Da hab ich richtig realisiert, was er für ein großer Liederschreiber war.“ Österreich und die „Awareness“ Dafür könnte Norbert Schneider heuer seinen dritten Amadeus-Award gewinnen. „Ich freue mich immer über Preise, man darf so was jedoch nicht überbewerten. Aber es tut gut, das Gefühl zu haben, dass man Gehör findet.“ Wobei sich der Zuspruch für ihn geändert hat, seitdem er auf Deutsch singt: „Plötzlich sind viel mehr Leute zu den Konzerten gekommen, was ich darauf zurückführe. Früher waren eher die Gitarrenfans bei meinen Shows, jetzt kommt ein ganz durchmischtes Publikum. Leute, die vielleicht gar nicht so musikaffin sind, die einen Song einfach im Radio gehört haben und vom Text angesprochen wurden. Mir macht es wahnsinnig Spaß, so viele verschie-

dene Menschen im Publikum zu haben!“ Dass Austro-Musik aktuell auch in Deutschland so ein Ansehen genießt, sieht Norbert Schneider als „Hype“, der wahrscheinlich wieder abebbt – aber nicht nur. „Ich glaube, dass in Österreich nun mehr ‚Awareness‘ herrscht. Seit der großen AustropopWelle hat sich niemand mehr um Musik aus Österreich geschert, obwohl die guten Musiker immer da waren. Jetzt haben die Leute sie wieder am Schirm und werden länger bei der Stange bleiben, weil sie erkannt haben, dass da etwas mit Substanz und Qualität ist.“ Ob es künftig für heimische Musiker leichter wird, kann er nicht einschätzen, da er sich selbst nicht als Vergleichswert sieht. „Ich bin halt ein absoluter Freak! Ich hab mit 16 gewusst, was ich mit meinem Leben anstellen will, und bin seitdem nicht davon abgewichen.“ Norbert Schneider als „C-Promi“ Durch seine Teilnahme bei „Dancing Stars“ hat Norbert Schneider auch die Freude am Tanzen für sich entdeckt. „Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass mir eine Form von Bewegung so viel Spaß macht. Das sind wahre Glücksmomente, wenn man eine Choreo plötzlich drauf hat. Und ich hab die beste Trainerin – die richt’ ma die Wadln schon viere.“ Beim Walzer hört der Spaß allerdings auf. „Schneller Linkswalzer kam voriges Jahr nicht vor, und ich hoffe sehr, dass das so bleibt.

Wiener Walzer wäre mein Todesstoß!“ Dass er sich bereit erklärte, am ORFParkett mitzutanzen, wurde von seinen Fans großteils positiv aufgenommen. „Die waren wohl verwundert, so wie ich selbst, dass man mich für so eine Sendung anfragt. Wobei, der ORF hat ja immer ein paar C-Promis dabei – da reihe ich mich jetzt quasi ein! Natürlich gab es auch negative Stimmen, die meinten, dass das totaler Kommerz sei. Aber ich sehe es mehr als Herausforderung. Und ich würde die Tanzschritte auch gerne bissl auf der Bühne umsetzen!“ Denn direkt nach dem Staffelende startet ab 6. Juni seine Tournee. „Dann geht’s mit Karacho wieder los! Der Fokus wird auf den Danzer-Songs liegen, aber ich werde auch meine eigenen Lieder einstreuen. Ich wollte ja nie ein ‚Cover-Dillo‘ sein. Ich habe Danzers Songs mit viel Respekt erarbeitet, aber ich habe sie in meine Welt geholt. Meine Band ist größer geworden, wir spielen mit Bläsersatz und zwei Pianisten. So eine große Besetzung ist für mich noch neu, aber es macht irre Spaß!“

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empfiehlt

Norbert Schneider betourt mit Band ab 6. Juni ganz Österreich, beginnend in Velden, geht es anschließend nach Rum, Linz, St. Pölten, Graz und Eisenstadt, bevor im September und Oktober Purkersdorf und Wien auf dem Programm stehen.

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Der Jungbrunnen Dresscode: Bademantel. Und schon steht die Zeit still – Thermen sind beileibe kein Seniorenhort mehr, sondern dienen sogar der unermüdlich emsigen Generation als Balance zur Unrast des Alltags. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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Akkumulator wieder in Gang zu bringen und die somatischen Ketten und Zahnräder zu ölen. Mit den „Thermengutscheinen für ganz Österreich“ etwa kann man aktuell in 135 Partnerbetrieben die Seele baumeln lassen! Doch welche dieser Wohlfühloasen birgt die treffendste Labung für die ureigenen Ansprüche? Knapp 5.000 Thermenbesucher des vergangenen Jahres haben sich anhand von 51 Kriterien entschieden: Gesamtsieger und Sieger in der Kategorie „Gesundheit und Medizin“ wurde die Parktherme Bad Radkersburg. Bei „Wellness & Beauty“ zeigte sich die AVITA Therme Bad

Tatzmannsdorf wegweisend, für „Ruhe & Erholung“ wurde die Therme Rogner Bad Blumau erwählt, für „Erlebnis & Familie“ hingegen die Sonnentherme Lutzmannsburg. Und wo entspannt die Redaktion – etwa, wenn wir für wenige Stunden genug vom Tumult am Nova Rock Festival haben? Vor den Toren Wiens in der burgenländischen St. Martins Therme & Lodge, der Lodge der VAMED Vitality World.

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Foto: Kurt-Michael Westermann, Harald Eisenberger, Rogner Bad Blumau © Hundertwasser Architekturprojekt

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s gab Zeiten, in denen das Reisen vornehmlich der Bildung diente: Oscar Wildes Umtriebigkeit förderte angeblich die „Veredelung des Geistes“, Johann Wolfgang von Goethe wollte aus Italien „etwas in der Seele“ nach Hause retten, „was immer wachsend sich vermehrt“. Doch: Tempi passati. Längst kann man gar nicht genug des körperlichen Wohls haben, seit die Wellness-Welle rollt, kommen Bauch, Beine und Po groß raus: „Der Leib ist nicht länger der lästige ,Bruder Esel‘ (Luther), sondern ein verwöhntes Kätzchen, das gehätschelt werden will, und zwar so oft wie möglich“, schreibt Dieter Richter im „Jahrbuch für Reise- und Tourismusforschung“. In Deutschlands Süden versprechen Zirbenpackungen auf der Schwebeliege höchstes Wohlgefühl, Schönheitsbehandlungen inmitten der Landschaft von Rioja schwören auf spanischen Wein. In Jordanien wird zwischen Wasserfällen entspannt, auf Sri Lanka gibt’s Ayurveda-Kuren und auf den Malediven verjüngende Como Shambhala-Massagen. Doch bekanntlich muss man nicht ausschließlich in die Ferne – in demnach schon naturgemäß esoterisch anheimelnde Gefilde – schweifen; oftmals reicht bereits ein Ausbruch aus dem Alltag, hinein in die naheliegenden Wellness-Tempel, um den anthropomorphen


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Als einzigartige Welt der Entspannung und Aktivität präsentiert sich die Parktherme Bad Radkersburg, Österreichs Therme des Jahres 2016, als südlichster Thermenort im Thermenland Steiermark mit viel Herzlichkeit und Gemütlichkeit. Im Mittelpunkt steht das einzigartige Thermalwasser, das aus eigener Kraft aus zwei Kilometern Tiefe mit 80 °C höchst mineralstoffreich an die Erdoberfläche kommt. Besonders spürbar ist die gesundheitsfördernde und entspannende Wirkung der Thermalquelle auf den Bewegungsapparat im Quellbecken mit 36 °C und abwechslungsreichen Sprudelattraktionen. Im Gesundheitszentrum der Parktherme sorgen medizinisch ausgebildete Therapeuten mit vielfältigen Massagen und Pflegeanwendungen für das persönliche Wohlbefinden. Regionale und saisonale Produkte stehen im Mittelpunkt der Kulinarik in der Parktherme – eine Qualität die man sieht und schmeckt. Heiße Auszeiten sind im Saunadorf erlebbar, wo harmonisierende oder prickelnd-aktivierende Erlebnisaufgüsse mit Düften, Cremen oder Crushed Ice alle Lebensgeister wecken.

An einem der schönsten Plätze Österreichs, direkt am Nationalpark Neusiedler See, inmitten einer Region, die als UNESCO Welterbe ausgezeichnet ist, liegt die St. Martins Therme & Lodge. Sie verbindet das anspruchsvolle Ambiente einer 4*-Superior Unterkunft mit der Ursprünglichkeit der Natur: Die Einzigartigkeit der Lage, der hauseigene Badesee, das wohlig-warme Thermalwasser, eine einmalige Natur- und Kulturwelt, höchste Weintradition und Kulinarik vereinen sich zu einem Wellness-Angebot der Extraklasse und einem 40 Quadratkilometer großen Erlebnisraum, einem Ort, um sich selbst und der Natur näher zu kommen, einem Ort für Genießer und Entdecker. Große Rückzugszonen für zwei bieten persönliche Entspannung, in exklusiven Spa-Suiten besteht die Möglichkeit, Behandlungen individuell und mit Blick auf den See zu genießen. Besonders toll: Der Kinderbereich ist auch akustisch abgetrennt.

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TIPP Wer es sich während des Nova Rock Festivals gutgehen lassen will, quartiert sich in der nicht weit entfernt gelegenen Lodge in Frauenkirchen ein. Ein Shuttle bringt die Besucher bequem zum Gelände und zurück! Mehr Informationen siehe oeticket.com!

Wir verlosen 2 x 2 Nächte im Doppelzimmer Standard im 4*Hotel Sporer der Parktherme (www.hotelsporer.at) inklusive täglichen Eintritt in die Parktherme Bad Radkersburg. Gültig bis 1.12.2017.

Zu den besonderen Highlights der AVITA Therme Bad Tatzmannsdorf im sanfthügeligen Burgenland zählen der Naturbadeteich mit integriertem Thermalbecken, die Einbindung von Teilflächen des Freilichtmuseums als Nostalgiebereich, das Restaurant mit Panoramablick, Ruhebuchten im In- und Outdoorbereich sowie der bestechende Sauna Garten Eden. Warme Farben, stilvolle Einrichtung und ein geschmackvolles Ambiente spiegeln sich in der gesamten Anlage wieder, der Innenbereich punktet vor allem mit einer einzigartigen sinnlichen Atmosphäre: Das Thermalbecken schafft mit seinen Wasserattraktionen wie Schwallbrausen und Massagedüsen sowie Licht- und Farbeffekten ein inspirierendes Sinneserlebnis. Im lichtdurchfluteten Trainingsbereich stehen hochwertige Cardio-Geräte zur Verfügung, kilometerlange Walking-, Laufund Radwege sowie Golf- und Tennisanlagen liegen in unmittelbarer Nähe des Resorts.

In der burgenländischen Sonnentherme Lutzmannsburg ist das Angebot für Kinder und Babys besonders groß, wer also ein stilles Rückzugsgebiet sucht, ist hier fehl am Platz. Dafür finden Eltern und ihre Kleinen in der eigenen Babyworld alles, was das Herz begehrt, und für die etwas Größeren finden sich in der Fun & Speed World Wasserrutschen – übrigens die beiden längsten Indoor-Rutschen Österreichs –, Wellenbecken und noch vieles mehr. Für Abwechslung und Unterhaltung sorgen die Veranstaltungsarena mit 100 Sitzplätzen inklusive Gastronomie sowie Kinderspieleinrichtungen für alle Altersgruppen – von Luftburg über ein Beachvolleyball-Feld, einen Mini-Fußballplatz, bis hin zu Bobby Car Race und vielem mehr!

Wir verlosen 2 x 1 Tageseintritte (inklusive Sauna) in die St. Martins Therme & Lodge!

Bewachsene Dächer, runde Formen, bunte Fassaden und goldene Kuppeln fügen sich im Rogner Bad Blumau zu einem lebenden Gesamtkunstwerk: Kaum ein Künstler verbreitet in seinem verwirklichten Traum vom Leben im Einklang mit der Natur so gute Laune wie Friedensreich Hundertwasser. Im Mittelpunkt der Therme steht das Wasser mit 14 unterschiedlichen Innen- und Außenbecken und zwei Thermalquellen, allen voran die heiße Vulkania® Heilquelle: ein Binnenmeer aus rund 3.000 Metern Tiefe, hochmineralisiert mit natürlichem Solegehalt. Unzählige Refugien am und im Wasser laden hier zum Träumen ein, wohltuende Massagen mit duftenden Blütenessenzen und selbst angesetzten biologischen Vollsonnenölauszügen verwöhnen den ausgelaugten Körper. Für Gaumenfreuden sorgen hier gleich sechs unterschiedliche Restaurants mit Lebensmitteln aus der Region.

Wir verlosen zwei VIP-Thermenpackages für je zwei Personen. Darin inkludiert sind der Eintritt in die Bade-, Thermal- und Saunalandschaft, eine reservierte Kuschelliege für zwei, je ein Leihbademantel und zwei Leihbadetücher, sowie ein direkter Zugang über die Spa Reception. Wahlweise an die Liege serviert werden eine Flasche Sekt und ein Zotter Schokoladen-Fondue oder eine Flasche Wein und ein Käseteller mit Nussbrot. Sommerhit: ein Eisbecher, Obststeller und eine Flasche Sekt.

Mehr Infos und Teilnahmebedingungen zu den Gewinnspielen siehe ticketmagazin.com!

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Das Comeback 1999 waren sie zuletzt gemeinsam auf Tour, nun sind sie zurück – The Kelly Family. Und die Fans danken es ihnen, ihr neues Album „We Got Love“ katapultierte sich sofort auf Platz 1 der Charts. Ein Gespräch mit Angelo Kelly über Höhen und Tiefen der Kelly-Karriere, Nostalgie und Vorfreude. TEXT: AMINA BEGANOVIC

Vor gut 20 Jahren wart ihr zum letzten Mal vorne in den Charts, nun habt ihr es erneut geschafft. Was war dein erster Gedanke, als du davon erfahren hast? Ich habe meinen Bruder Johnny umarmt und geweint. Es war ein langer Weg, mit vielen Höhen und Tiefen der Kelly Family, sowohl privat als auch in der Kar-

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riere. Dass wir es nun geschafft haben wieder zusammenzukommen und dass die Leute dabei so mitfiebern, ist großartig. Dieser Charterfolg war ein Symbol dafür, dass es sich gelohnt hat, nicht aufzugeben – immerhin liebt jeder eine tolle Comeback-Geschichte, auch ich! Euer erstes Konzert in der Westfalenhalle Dortmund war innerhalb von 18 Minuten ausverkauft. Haben die 90erKinder die ganze Zeit auf eure Rückkehr gewartet? Die Neunziger waren eine Generation, die teilweise sehr durch unsere Musik geprägt war. Viele Fans waren damals Anfang 20, haben da erst angefangen, sich selbst zu finden. Nun sind sie 30 oder 40, also in dem Alter, in dem auch ich mich jetzt befinde, haben Familie, einen Job – und erinnern sich an eine sorglose Jugendzeit zurück. Wenn dann die Band, die sie zu dieser Zeit gehört haben, wieder da ist, passiert auf emotionaler Ebene einiges. Man wird wieder zum Kind, erlebt noch mal dieses Freiheitsgefühl. Wie war es für euch, nach all der Zeit wieder zusammen zu musizieren und aufzunehmen?

Wir waren anfangs extrem nervös, jeder ging damit ja ein Wagnis ein. Als der erste Song aber fertig war, waren alle völlig hysterisch am Lachen und Weinen. Es war so, als wären die letzten 20 Jahre nie passiert, als wäre es erst gestern gewesen. Wir sind jetzt zwar alte Säcke, aber wenn man uns provoziert, dann kommt es heraus (lacht)! Paddy und Maite sind bei eurem Comeback nicht dabei. War das schwierig für euch? Ja, natürlich. Es sollte bei ihnen einfach nicht sein, zumindest nicht für das Album. Für die Tour bleibt die Tür aber offen, das steht auch in jedem Vertrag: Die, die nicht bei der Platte dabei sind, können jederzeit dazukommen. Euer Peak in den Neunzigern hat seinen Tribut gefordert: Jimmy kämpfte mit Depressionen und Alkohol, Paddy ging sechs Jahre ins Kloster. Wie hast du die Kelly-Hochphase durchlebt? Um 1994, als ich 12 war, ging es plötzlich steil bergauf. Die ersten Jahre empfand ich als sehr positiv, fast berauschend. Riesige Shows, Künstler wie Pavarotti und Eric Clapton kennenlernen … Es gab tolle Ereignisse. Aber auf Dauer wird

Foto: Helen Sobiralski

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ie zogen als musizierende Großfamilie in einem Bus (wahlweise auch im Boot) durch aller Herren Länder, spielten vor Passanten auf der Straße – und feierten irgendwann ihren Durchbruch: Die Geschichte der Kelly Family ist eine ziemlich einzigartige. Millionen Fans auf der ganzen Welt sangen schließlich ihre Lieder in den 90er-Jahren, die langhaarige musizierende Familie wurde zum Kult. Bis sie sich eines Tages von den großen Bühnen wieder verabschiedete. Fast zwei Jahrzehnte und viele Friseurbesuche später sind sie nun zurück, ihre ersten drei Konzerte waren in wenigen Stunden restlos ausverkauft. 2018 gehen sie mit ihrem neuem Album auf Tour, auch ein Besuch in Österreich erwartet die heimischen Kelly-Anhänger. Leicht war der Weg dorthin nicht, wie uns Drummer Angelo Kelly (35) im Interview erzählte.


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Geschrumpfte Kelly Family Patricia, Joey, Kathy, John, Angelo und Paul Kelly stehen endlich wieder gemeinsam auf der Bühne. Dass noch weitere Familienmitglieder irgendwann dazustoßen, ist „nicht ausgeschlossen“.

so was zu viel, besonders wenn du nonstop unterwegs bist. Es waren ja meine Teenager-Jahre, ich musste erst herausfinden, wohin ich im Leben möchte. Es gab zwei Dinge, die mir damals geholfen haben: Das eine war das Schlagzeug. Ich wollte der beste Schlagzeuger der Welt werden und habe täglich vier bis acht Stunden geübt. Das hat mir viel Fokus

gegeben! Das andere war die Beziehung zu meiner jetzigen Frau. Ich hatte mich bereits mit 10 Jahren in sie verliebt, das hat mir Halt gegeben. Als ich 17 war, wurden wir ein Paar, mit 19 wurde ich Vater. Als der Kelly-Erfolg weniger wurde, habe ich mich auf meine Familie konzentriert – ich hatte keine Zeit für Selbstmitleid.

Du bist mit deiner Frau und euren fünf Kindern drei Jahre in einem Bus durch Europa gefahren. Bei dir selbst war es damals ja ganz ähnlich … Wolltest du diese Erfahrung an deine Kinder weitergeben? Ja, ich hatte das Gefühl, dass unser Leben festgefahren war. Wir wohnten in einer Mietwohnung in Bonn, alles war sehr

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GEWINNSPIEL Wir verlosen eine limitierte Fanbox des neuen Albums „We Got Love“ inklusive De-luxe-Album, Stoffbeutel, Postkarten-Set, A2-Poster und Sticker! Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

geordnet. Dabei habe ich als Kind das komplette Gegenteil erlebt. Dann kamen zwei Schicksalsschläge: Zuerst, als meine Frau einen epileptischen Anfall erlitt, und dann ein Unfall, bei dem meine Tochter Emma fast gestorben wäre. Diese Schlüsselerlebnisse haben mich aufgeweckt und ich habe meiner Frau vorgeschlagen, dass wir alles hinter uns lassen, einen alten Bus kaufen, mindestens ein Jahr reisen und ich das nötige Geld dafür auf der Straße erspiele. Aus einem Jahr wurden dann drei Jahre. Wie geht es jetzt weiter für die Band Kelly Family? Weitere Alben, viele große Tourneen? Das wird von den Erfahrungen im kommenden Jahr abhängig sein. Wenn die Tour 2018 durch ist, werden wir sehen, ob alle danach noch davon begeistert sind. Aber das Schöne ist: Wir haben Bock darauf! Wenn wir die letzten 20 Jahre durchgespielt hätten, könnten wir die Musik bestimmt nicht mehr hören. Aber jeder von uns hat sein eigenes Ding gemacht, ich selbst habe die letzten 15 Jahre keines der alten Lieder gesungen. Jetzt kommen wir wieder zusammen und haben richtig Lust darauf – und das werden die Leute auch hören.

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Alles neu macht der Mai Zum Jubiläum ein neues Haus – welche Kultureinrichtung würde sich das nicht wünschen? Die spinnerei Traun übersiedelt nach 20 Jahren in einen Neubau! TEXT: PAUL M. DELAVOS

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Foto: team-m

nno 1997 wurde von der Stadt Traun „ein Haus für die Trauner Jugend“ geschaffen: das Kulturhaus spinnerei. Der Name verweist auf die ursprüngliche Nutzung des Gebäudes als Spinnerei und Weberei. Dieses Fabriksambiente, rote Säulen und sehr individuelle Kulturveranstaltungen machten die spinnerei zu einem einzigartigen Kulturhaus. In den letzten Jahren haben sich Kabarett, Blues, Rock und Weltmusik als spinnerei-Schwerpunkte etabliert. Bei Schultheaterproduktionen, kurz „Ideenfabrik“ genannt, haben Nachwuchskünstler die Möglichkeit, ihr Talent unter Beweis zu stellen. Seit 2004 gibt es die Möglichkeit, die Jugendfeste „Teen Spirit“ zu besuchen und aktiv daran mitzuarbeiten. Zum zwanzigjährigen Jubiläum wird nun im Herzen Trauns neben dem revitalisierten Wasserschloss die neue spinnerei eröffnet. Neu wird dabei sein, dass durch die versenkbare Sitztribüne mit 630 Plätzen auch Stehkonzerte für bis zu 1.000 BesucherInnen möglich sind. Von 18. bis 20. Mai finden die Eröffnungsfeierlichkeiten statt. Kabarett, Musik, Theater Mit Vollgas geht es in der neuen spinnerei gleich los, wobei die programmatische Ausrichtung dieselbe bleibt wie in der alten spinnerei. Lukas Resetarits präsentiert sein neues Kaba-

Die neue spinnerei Die Architekten team-m aus Linz gewannen im Wettbewerb um die neue spinnerei. Etwa 5 Millionen Euro kostet der Neubau, 630 Sitzplätze wird es in der neuen spinnerei geben – oder 1.000 Stehplätze. Ton- und Lichttechnik werden auf den aktuellen Stand gebracht, die Räumlichkeiten sind akustisch so gestaltet, dass Rockkonzerte ebenso möglich sind wie Klassikkonzerte. Gratis: die Parkplätze in der hauseigenen Tiefgarage.

rettprogramm „70er“ – übrigens die Oberösterreich-Premiere –, Konstantin Wecker gibt ein Solo-Konzert und Wolfgang Ambros stellt sich mit „Ambros pur Vol. V“ ein. Aus dem nahe gelegenen Wels kommt Krautschädl, unterstützt von Die Verwegenen und der Manuel Normal Band. „RESET – Alles auf Anfang“ heißt es dann, wenn die erfolgreiche Amnesie-Komödie von Michael Niavarani und Roman Frankl (siehe auch !ticket November 2016) mit u. a. Stefano Bernardin, Hemma Clementi, Günther Lainer sowie Bernhard Murg zeigt, dass nicht immer alles so ist, wie es scheint.

termine (auswahl) 24. Mai: Lukas Resetarits „70er“ 26. Mai: Konstantin Wecker „Solo“ 27. Mai: Wolfgang Ambros „Ambros pur Vol. V“ 3. Juni: Krautschädl / Die Verwegenen / Manuel Normal Band 8. Juni: „Reset – Alles auf Anfang“ 10. September: The Dublin Legends 22. September: Hans Thessink & Terry Evans 2. November: Stefan Leonhardsberber „Da Billie Jean is ned mei Bua“ 10. November: Erika Pluhar & MoZuluArt 8. Dezember: Molden / Resetarits / Soyka / Wirth

info Telefon: 07229/62032 www.spinnerei.at Schlossstraße 8, 4050 Traun

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Alltagsgeschichten Sänger, Liedermacher, Gschichtldrucker: Voodoo Jürgens hat die Beobachtungsgabe und das Talent, Alltagsdramen charmant zu umschreiben, sie dennoch auf den Punkt zu bringen und dabei gekonnt mit dem Wiener Beisl-Slang zu jonglieren. TEXT: MIRIAM KREISEDER Voodoo Jürgens Sein Debütalbum „Ansa Woar“ war ein Charterfolg und bei den diesjährigen Amadeus Austrian Music Awards gilt er als einer der Favoriten.

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s gibt wenige Konzerte, bei denen das Publikum von der ersten bis zur letzten Minute konzentriert den Texten des Künstlers lauscht und sich davon in den Bann ziehen lässt. Voodoo Jürgens ist einer dieser Musiker. Er schafft den Spagat zwischen Popsongs, die vom typischen Aufbau her dann

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doch wieder keine sind, und dem Geschichtenerzählen. Geschichten aus seinem Leben, die teilweise sein Privatleben preisgeben: „Bei ‚Tulln‘ war es eigentlich von vornherein klar, dass man sich sehr aufmacht, aber bereuen tu ich es trotzdem nicht. Man wusste halt nicht, wie groß die Sache wird. Ich finde

Like Elephants entführen das Publikum in die Welt des Dreampop und praktizieren das Ganze in Wien (18.), Linz (19.), Westendorf (20.) und St. Pölten (24.). Mit neuem Material im Gepäck sind Catastrophe & Cure unterwegs, die zwischen 6. und 24. Mai in Steyr, Graz, Linz und St. Pölten Halt machen, um ihre 10’’-Vinyl zu präsentieren. Die „Reggae-Urgesteine“ von Iriepathie befördern den Riddim auf ihrer „Sweet Sixteen“-Tour direkt ins Publikum – und zwar am 5. in Innsbruck und am 6. in Salzburg, ebenfalls in Salzburg, jedoch erst am 13. am Start sind Please Madame mit ihrer neuen EP „Back To The Start“. Der in Kalifornien lebende Son Of The Velvet Rat singt vom Unterwegssein und von Momentaufnahmen – und zwar zwischen 6. und 20. Mai z. B. in Graz, Wien, Gleisdorf und Ebensee.

Fotos: Wolfgang Bohusch, Hersteller

Voodoo Jürgens ist gewohnt viel unterwegs, spielt einen Großteil der Mai-Shows in Deutschland und beehrt Österreich am 20. in Mürzzuschlag und am 27. in Oslip. Dort findet das C’est La Mü-Festival statt, auf dem auch Johann Sebastian Bass, KAIKO oder Little Big Sea gastieren. In „Ja, Eh!“, dem Programm von Voodoo Jürgens und Stefanie Sargnagel, geht es um „Beisl, Bier und Bachmannpreis“. Dieses spielt am 12., 22. und 23. Mai im Wiener Rabenhoftheater. Kleiner Vorausblick: Am 6. Dezember spielt Voodoo mit seinen Haberern im Wiener Gasometer. Das wird groß!


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MUNDPROPAGANDA

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es manchmal komisch, dass sich die Leute einzelne Geschichten rauspicken und die dann groß aufblasen. Dabei spielen sich solche ‚Dramen‘ ja überall ab.“ Schauplätze dieser Alltagsgeschichten sind vor allem die Lokale der Wiener Beislkultur, in denen Voodoo Jürgens das Geschehen gut und gerne beobachtet. Ein paar Anekdoten erzählt er zum Beispiel im Album-Opener „3 Gschichtn ausn Cafe Fesch“ – von einem dicken Russen, der sich in einer misslichen Wohnungslage befindet oder vom BeislChef, dessen Tochter ein tragisches Schicksal ereilte. „Solche Geschichten interessieren mich einfach. Der BeislChef vom Cafe Fesch ist inzwischen leider verstorben. Ich habe mich dann gefragt, wie er mit dem Song umgeht und ob ihm das überhaupt recht wäre. Es hat ihm aber eh getaugt, deshalb hatte die Nummer ihre Legitimation. Man muss halt trotzdem aufpassen, weil es Geschichten von anderen Leuten sind – und die posaunt man nicht einfach raus.“ Mit Heppi-Peppi-Songs kann Voodoo Jürgens wenig anfangen, die geben ihm nichts. Er mag Themen, die ein bisschen reinbohren oder wehtun: „Es ist viel spannender, sich mit so etwas auseinanderzusetzen, anstatt es sich einfach zu machen und alles zu beschönigen. Das mag jetzt hart klingen, aber in dieser ganzen Scheiße findet man ja Schönheit auch wieder.“ Vom Beisl auf die große Bühne Voodoo macht schon seit Jahren Musik. Seit sein Debütalbum durch die Decke ging, bekommt seine Musik mehr Aufmerksamkeit und er hat stets einen vollen Terminkalender. „Eine Umstellung war das schon. Man hat einen anderen Rhythmus, wenn man unterwegs ist, es spielt sich viel in der Nacht ab. Im Endeffekt ist es gut, dass das alles ein bisschen später daherkommt, weil als Junger wäre es mir viel mehr eingefahren. Wenn 12 Konzerte

hintereinander anstehen, gewöhnt man es sich schnell ab, sich jeden Tag umzuhacken“, schmunzelt er. Neben seinen Tourterminen steht Voodoo Jürgens seit Mitte April gemeinsam mit Stefanie Sargnagel im Wiener Rabenhof auf der Bühne. „Ja, eh!“ heißt das Stück von Sargnagel, das er mit seiner Band musikalisch umrahmt. Stefanie Sargnagel und Voodoo Jürgens kennen sich schon lange, die Zusammenarbeit passte perfekt. Im März beschuldigte man Sargnagel und zwei weitere Autorinnen in einem Artikel der Kronen Zeitung, sich auf Kosten der Steuerzahler einen Urlaub mit Wein und Dope zu genehmigen. Dieser endete in wüsten Beschimpfungen und Morddrohungen gegen die Bachmannpreis-Gewinnerin. Voodoo Jürgens ist sich des Einflusses der Medien bewusst: „Da hört sich alles auf, wenn man immer aufpassen muss, was man sagt, weil die Zeitung das Gesagte verreißen und dich fertig machen könnte. Das sind Methoden, die schwerstens zu verurteilen sind. Die Steffi ist Gott sei Dank jemand, der zurückschlägt und sich nicht kleinkriegen lässt. Manch anderer könnte so aber sicher mundtot gemacht werden. Im Endeffekt ist es eine große Schweinerei, was da abgeht.“ Das Rabenhof-Stück bietet Gelegenheit, das Thema noch mal aufzurollen und die beiden Künstler zwischen Poesie, Derbheit, Lethargie und Rock ’n’ Roll gemeinsam zu erleben. Vor dem großen „The Third Waltz“ (Voodoo Jürgens mit Gästen) am 6. Dezember im Wiener Gasometer möchte er wieder produktiv werden und mit seiner Band am nächsten Album arbeiten. „Wahrscheinlich werden wir nicht in Wien aufnehmen, sondern außerhalb, um nicht abgelenkt zu sein. Weil da, wo man herkommt, ist immer irgendetwas oder jemand ruft an. Still und heimlich ausbrüten ist immer ein guter Plan, finde ich.“

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (mk)

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Der Nino aus Wien – Wach Mit einem doppeldeutigen Namen öffnet der Nino Augen und Ohren und macht Lust auf das Wienerlied.

LIVE Swanmay – Stoner Circus Bassmächtiger, überverzerrter StonerSound, Drumstick-Tricks & Fuzz-Gewitter. Das Debüt der Linzer schmettert!

LIVE

Ankathie Koi – I Hate The Way You Chew Die ausdrucksstarke Lady & 2. Hälfte von Fijuka mischt Italo-Disco mit 80er-Pop & Alternative Dance.

LIVE Please Madame – Back To The Start Die Salzburger haben ihren Stil gefunden und erzählen eine Geschichte von Trauer, Liebe und süßer Gewalt.

LIVE Käptn Peng … – Das nullte Kapitel Wenn nicht schon der Name neugierig macht, dann spätestens die surrealen Texte & beschwipsten Mitsing-Refrains.

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Marteria

Liebe Leserin! Lieber Leser! Über Ostern war mein Neffe zu Besuch. Er hat sich sehr verändert: Spindeldürr, Vollbart und die Hose auf einer Seite raufgekrempelt. Meine erste Vermutung: Salafist. Aber meine Ilse hat mich dann aufgeklärt: Offenbar ist der Berni ein Hipster. Popkulturelle Codes sind nicht mein Spezialgebiet. Seit wir hier in Österreich in Freiheit und Wohlstand leben, sehe ich keinen Grund mehr, meine Überzeugungen über verschämte Geheimsprachen auszudrücken. Am Ostersonntag habe ich also den kulturellen Ursprung des hochgekrempelten Hosenbeins recherchiert. Die Hip-Hop-Kultur kennt es als „ghetto leg“. Dieser hat seine Wurzeln im Fahrradfahren. Menschen, die sich weder ein Auto noch ein zweites Paar Hosen leisten können, krempeln letztere auf der Seite, wo die Fahrradkette ist, hinauf. Diese schonende Maßnahme wird offensichtlich in Videoclips zitiert, um die street credibility des Künstlers zu unterstreichen. Dass raufgekrempelte Hosenbeine mit Gangs, Drogen oder so zu tun hätten, das ist dann eher eine Zuschreibung, die Unterprivilegierte, zumal dunkler Hautfarbe, nicht in erster Linie mit Fahrrädern assoziiert. Am Ostermontag hat sich unser Neffe dann zumindest rasiert.

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8. Dezember, Gasometer (5. Juni, Donauinsel am Rock In Vienna)

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en Air

Mit Christina Stürmer, Russkaja u. a. Nach der ersten Saison im letzten Jahr, das u. a. Seiler und Speer gelingen ließen, heißt man dieses Jahr neben regionalen Bands u. a. Django 3000, LaBrassBanda, Russkaja, Voodoo Jürgens, Granada und Christina Stürmer (Foto) herzlich willkommen! 14. bis 16. Juli, Burgberg in Schwarzenbach In Close-Up Auf seiner Welttournee präsentiert Art Garfunkel mit Gitarrist Tab Laven und Keyboarder Dave Mackay seine Solo-Hits, Simon-&-Garfunkel-Songs sowie Stücke seiner LieblingsSongwriter Jimmy Webb, Randy Newman und George Gershwin. Darüber hinaus wird er auch Teile seiner im Herbst erscheinenden Autobiografie vorstellen. In „What Is It All But Luminous (Notes From An Underground Man)“ beschreibt das Mitglied der Rock ’n’ Roll Hall of Fame sein vielseitiges Leben, angefangen bei seiner Kindheit in Queens über seine Karrierehöhepunkte und seinen Ausflug in die Schauspielerei sowie poetische Gedanken über Liebe und Verlust.

Art Garfunkel

18. Juli, Wiener Konzerthaus

Fotos: Paul Ripke (Marteria), Mateusz Tondel (Christina Stürmer), Barracuda Music (Art Garfunkel)

Tipps vom FM4 Ombudsmann

Roswell Das Motto der Tour lautet wie der aktuelle Albumtitel „Roswell“, jener Ort im amerikanischen Nirgendwo, in den 1947 ein mysteriöses Flugobjekt krachte, und um den sich seither Mythen ranken. Und Roswell könnte eigentlich überall dort sein, wo es Menschen gibt, die sich ein bisschen anders fühlen als der Rest um sie herum … Hat noch jemand gerade die Titelmelodie von „Akte X“ im Ohr?


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Show oder Sport? Wrestling tänzelt am Rande des Entertainments und begeistert seit Jahrzehnten ein Millionenpublikum. Wir suchen nach der Magie und beleuchten die Hintergründe. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

Aushängeschild „Wer der Meinung ist, Wrestling wäre nur Show, der war noch nie selber im Ring“, erklärt der Steirer Chris „Bambikiller“ Raaber, „das hat mit einem PlayStation-Kampf nichts zu tun und

termine Der „Catch Wrestling World Grand Prix“ ist fixer Bestandteil der internationalen Wrestlingszene! Nach vielen Jahren Abstinenz kehrt dieser nun zurück nach Österreich, und zwar nach Salzburg (30. August), Klagenfurt (31. August), Leibnitz (1. September) und Wien (2. September). Bambikiller ist hier mit dabei!

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wenn du falsch fällst, lernst du schnell, dass die Schmerzen real sind. Im Ring passt niemand auf dich auf, denn jeder will gewinnen.“ Raaber ist so etwas wie der österreichische Hulk Hogan. Ein Aushängeschild seiner Zunft, das sich dank Catcherlegende Otto Wanz schon als Dreikäsehoch für den Ringkampf interessierte und nach knapp 20 Karrierejahren auf insgesamt zwölf Titel verweisen kann. Aktuell ist er achtfacher Weltmeister in unterschiedlichen Kategorien, darunter „Catch-Wrestling World Grand Prix Champion“ und „PWE World Heavyweight Champion“. Wichtig sei es, zwischen dem USWrestling und Wrestling in anderen Ländern zu unterscheiden, denn nur in Amerika lässt sich das Produkt werbewirksam vermarkten. Die große Blüte des Wrestling begann im März 1985, als die World Wrestling Federation (WWF – heute WWE) das Debüt der WrestleMania veranstaltete. Erstmals wurden verschiedene Kämpfe an einem Tag in einem Ring ausgetragen, um den Zusehern ein komplettes Entertainmentpaket zu bieten. Die Pay-perView-Sender waren schnell an Bord und gegen legendäre Wrestler wie The Big Show traten damals Prominente wie Boxlegende Muhammad Ali oder „A-Team“-Darsteller Mr. T an. Die

90er-Jahre waren die glorreichste Zeit der Wrestler. Fighter wie Hulk Hogan, The Undertaker oder Bret „Hitman“ Hart wurden zu internationalen Superstars – letzterer bekam in der Hochblütezeit 1996 vom WCW (World Championship Wrestling, einstiger Konkurrent der WWF) neun Millionen Dollar für einen Dreijahresvertrag angeboten, entschied sich schlussendlich aber für den WWF. Identitätsaufgabe Das Wrestling begeisterte generationsübergreifend und der schmale Grat zwischen Realität und Fiktion kreierte aus hochtrainierten Charismatikern regelrechte Superstars. „Im US-Wrestling wird alles im TV übertragen, dort ist die Inszenierung alles“, erklärt Raaber, „der WWE-Chairman Vince McMahon herrscht und entscheidet. Was er sagt, ist Gesetz.“ Die Storylines, die einzelne Fehden heraufbeschwören und zwischen guten Kämpfern und diabolischen Bösewichten unterscheiden, sind dabei die Hauptzutat für den breitenwirksamen Erfolg. Raaber selbst hatte einst einen Dreijahresvertrag in der WWE, flog aber schon nach wenigen Monaten retour nach Europa. „Für mich war das nichts, denn viele Versprechen wurden nicht eingehalten. Durch die Vermarktung wird man dort

Foto: Christian Lebinger

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ir machen eine Zaubershow. Und wir werden euch nicht sagen, wie unsere Zaubertricks funktionieren.“ Ein anonym bleibender Vorstand der WWE (World Wrestling Entertainment, Inc.), bringt die Ambivalenz der vor allem in den USA populären Massenveranstaltung auf den Punkt. Ist Wrestling also ein ernst zu nehmender Sport oder ein testosterongeschwängertes Showkonstrukt, das ausgefeilten Drehbüchern folgt und den Wettbewerbsgedanken nur als offenkundige Fassade in den Vordergrund stellt? Kampf oder Theater? Und vor allem – können nicht beide Formen der Unterhaltung friedlich koexistieren?


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relativ schnell zum Weltstar, aber man hat auch null Mitspracherecht. Sie besitzen dich – inklusive deines echten Namens. Du bist nicht mehr als eine Nummer.“ In den USA verlor der Leobener die Lust am Wrestling, dabei gehört er weltweit zu den größten Aushängeschildern, bereiste in seiner Karriere 38 verschiedene Länder und machte sich in den Wrestling-verrückten Ländern Japan, Kuwait und Katar einen Namen. Mit den Geschichten aus diesen Erlebnissen könnte „Bambikiller“ (das übrigens aus dem Japanischen kommt und so viel heißt wie „der Killer, den sie Bambi nennen“) Bücher füllen, am wichtigsten aber ist, dass sich das Wrestling in all diesen Ländern fundamental von der „Show-Variante“ in Amerika unterscheidet. „Die Amis glauben in Japan immer, sie könnten dort die große Show abziehen und mit allen Schmäh führen, aber das funktioniert nicht. Der Japaner lächelt kurz zurück und schraubt ihn dann in den Boden. Das ist – wie auch fast sonst überall – normal, da gibt es keine Absprachen.“

Bambikiller Mit einer Körpergröße von 192 Zentimetern, einem Kampfgewicht von 115 Kilo und seiner Ausbildung in den wichtigsten Wrestling-Stilarten gilt Chris „Bambikiller“ Raaber als gefährlicher Allrounder.

Aggressionsabbau Was alle Kämpfer global vereint, ist die Tatsache, dass sie früher oder später der Magie des Wrestlings verfallen. Dem liegen in erster Linie keine monetären Beweggründe zugrunde, denn gut davon leben können ohnehin nur die wenigsten. „Du kriegst die Emotionen der Fans intensiv mit und weißt genau, dass alle da sind, um dich im Ring zu sehen. Man kann Zuseher mit

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sportlicher Leistung unterhalten und durch eine Leistungserbringung in kürzester Zeit physisch und psychisch alles abrufen.“ Doch wie ist es möglich, dass sich ein ruhiger Familienmensch wie Bambikiller schnellstmöglich zu einer Bestie im Ring verwandelt? „Wrestling ist das perfekte Ventil, um aufgestaute Aggressionen loszuwerden“, erklärt Raaber, der im steirischen Leoben seit einigen Jahren auch eine Wrestlingschule besitzt. „Dort habe ich auch autistische oder hyperaktive Kinder, die teilweise aus Heimen kommen. Die können dort wortwörtlich die Sau rauslassen, Energien abbauen und sich im fairen Bereich sportlich messen. Das tut ihnen gut und man sieht, wie sie sich zum Positiven verändern, selbstsicherer und offener für die Außenwelt werden.“ Wrestling ist beileibe kein stumpfes Draufhauen. Die einzelnen Moves, die sich hauptsächlich in Griffe und Würfe aufteilen, erfordern jahrelanges und hochprofessionelles Training. Begriffe wie der Bodyslam, der Cross-Arm Breaker oder der Piledriver haben längst schon ihren Einzug in die alltägliche

Ausgezeichnet Nach knapp 20 Karrierejahren kann Bambikiller auf insgesamt zwölf Titel verweisen. Sein Wissen gibt er in seinem Catch Wrestling Dojo Studio in Leoben weiter.

Gesprächskultur gefunden. Die Stile unterscheiden sich in den verschiedenen Ländern erheblich. So beherrschen die Japaner vor allem Schläge und Würfe, während die europäischen Wrestler eher auf Aufgabengriffe setzen und die Gelenke des Gegners belasten. Dass Verletzungen dabei nicht ausbleiben, versteht sich von selbst. „Ich habe mir in meiner Karriere mehr als 50 Platzwunden zugezogen, mir sechsmal die Schulter ausgerenkt, den Nackenwirbel angebrochen und weiß zumindest von acht Gehirnerschütterungen“, resümiert Raaber, für den kürzertreten auch als zweifacher Vater nicht infrage kommt. „Ärzte prophezeien jungen

verrückte facts über fünf wrestler Sheamus: Der rothaarige Irokesen-Träger war vielleicht nicht der Erfolgreichste seiner Zunft, in seinem alten Leben aber Bodyguard von U2Frontmann Bono Vox. Dwayne „The Rock“ Johnson: Zuerst Wrestling-Legende, dann erfolgreicher HollywoodSchauspieler, später vielleicht sogar US-Präsident? Desinteressiert wäre der passionierte Angler nicht … „Macho Man“ Randy Savage: War im Ring berühmt für seinen bunten und eigenwilligen Outfits. Sein Designer Michael Braun werkte auch

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für Jimi Hendrix, Cher und Bon Jovi. Shawn Michaels: War nicht nur erfolgreich im Ring, sondern auch beliebt bei den Frauen. In seinen Hochzeiten fand er sogar den Weg ins „Playgirl“ – zwar nicht vollständig nackt, aber ausreichend für eine kräftige Portion Gekreische. The Undertaker: Er ist der wohl kultigste und beliebteste Wrestler aller Zeiten – mit einer Gurkenphobie. Als ihm sein Manager Paul Bearer selbige in den Hut packte und der Undertaker sie fand, bekam er eine Panikattacke und übergab sich.

Wrestlern oft schon mit 20 den Rollstuhl. Man hat manchmal Angst vor Folgeschäden, macht aber trotzdem weiter. Wenn man zu verweichlicht dafür ist, muss man eben Tischtennis oder Schach spielen.“ Populär in Österreich Das kommt für Raaber nicht in Frage, denn Wrestler haben kein natürliches Ablaufdatum. „Solange du fit bist und die Leute dich sehen wollen, ist das okay.“ Der Undertaker, einer der legendärsten Wrestler aller Zeiten, betrat den Ring bis zu seinem 52. Geburtstag – er beendete seine Karriere erst vor wenigen Wochen bei der 33. WrestleMania. Die Magie dieses sportlichen Entertainments lässt sich eben nicht abschütteln – und erfreut sich auch in Österreich immer größerer Beliebtheit. „Bei der Catch-Wrestling-WM unlängst in Leoben waren rund 1.500 Zuseher, das war absolut genial. Wir versuchen immer bekanntere Wrestler zu uns zu holen, um die Popularität zu steigern. Mittlerweile läuft es bei uns anders ab als früher, wo in einem Bierzeltring vor 200 Leuten gekämpft wurde. Wenn die WWE sich mal ansehen würde, wie professionell in Europa gearbeitet wird, dann kann sie sich verstecken …“


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!ticket live is life

Auf Wolke 7 mit Philipp Poisel www.mutausbrueche.at

Einen Abend mit Philipp zu verbringen, fühlt sich so an wie einer seiner Songs: Wir haben getanzt, geweint und geschrien vor Glück. Im Anschluss ans Konzert sitze ich vor meinem Laptop und versuche, diesen Abend in Worte zu fassen. Es fällt mir sehr schwer, denn das einzige Wort, das diesem Abend gerecht wird ist: unbeschreiblich. Die perfekte Einstimmung auf den Abend bekamen wir von Luisa Babarro, die mit ihrem Cello auf die Bühne kam und dazu sang. Da kam Gänsehaut auf!

Fotos: Antonia T. Schulz

Kennt ihr schon Poisels „Projekt Seerosenteich“? Schaut euch auf YouTube die Videos dazu an, dort hat Philipp alle seine Songs mit einem Orchester aufgenommen – Gänsehautfeeling garantiert!

Tipp!

Im Anschluss endlich Philipp Poisel mit seiner Band – und er startete gleich mit zwei neuen Liedern. Die Stadthalle war umgebaut und so hatte Philipp eine Art Laufsteg, der mit einer Bühne mitten im Saal endete. Beim dritten Song kam er alleine mit seiner Gitarre in die Mitte und spielte seinen Klassiker „Froh dabei zu sein“. Rund um mich herum hörte ich die Menschen schniefen und dazwischen wieder lachen, bis ich selber erst merkte,

Antonia T. Schulz, Studentin der Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Bloggerin (www.mutausbrueche.at) und nicht zuletzt oeticket.com-Kundin, besucht für !ticket jeden Monat ein Konzert und berichtet darüber. Dieses Mal war sie am 5. April bei Philipp Poisel in der Wiener Stadthalle.

dass mein Gesicht komplett nass war (definitiv keine Augenentzündung). „Auch wenn das Leben manchmal traurig ist, bin ich froh, froh dabei zu sein“ – Philipp schaffte es innerhalb von Sekunden, die Menschen durch verschiedene Gefühlswelten zu schicken und das alles nur mit einer Gitarre, seiner Stimme und seinen unglaublich guten Texten. Dieses Phänomen zog sich den ganzen Abend lang durch! Was auch noch erwähnt gehört, ist sein wahnsinniges Bühnenbild! Zu jedem Song war eine andere Kulisse geplant – angefangen hat es mit einer inszenierten Hochzeit (kein Scherz!), später gab es einen alten gebastelten VW-Bus und schließlich einen DJ auf der Bühne. Das waren zweieinhalb Stunden, an die ich noch ganz lange denken werde, und ich muss ehrlich zugeben: Das war eines der besten Konzerte, auf denen ich bis jetzt war.

Kunden, die zu Philipp Poisel gingen, kauften auch Tickets für Clueso am 5. August in der Arena Wien, Mat McHugh am 16. Mai im Wiener Rhiz, Thomas David am 13. Mai im Innsbrucker Weekender oder auch Chris Cohen am 14. Juni im Wiener Chelsea. Tickets für alle Veranstaltungen finden Sie auf oeticket.com!

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Landpartie Aus allen Windrichtungen zusammengetragen, aus jedem noch so verborgenen Talwinkel hervorgeholt, in unterschiedlichsten Dialekten aufgeschnappt: Rhythmen, Harmonien, Melodien, Klänge und Lautmalereien, die allesamt eines widerspiegeln: das Leben an sich – das Leben in seinen kleinen und großen, lustigen und traurigen, alltäglichen und überraschenden Schattierungen. „Wien im Rosenstolz: Landpartie“ bietet der Neuen Österreichischen Volksmusik, darunter Die Tanzgeiger, Stippich & Stippich und Die Goas, eine Heimat. 23. bis 31., Theater am Spittelberg

Zoë

Mit Band Zoë braucht man nicht mehr vorzustellen: Sie brachte mit ihren französischen Liedern frischen Wind in die heimische Musikszene; sie war wochenlang Platz 1 in den Ö3 Charts, hat Österreich beim Eurovision Song Contest 2016 erfolgreich vertreten und erreichte mit ihrem ersten Album „Debut“ Goldstatus. So gut wie alle ihre Live-Konzerte waren ausverkauft. Nun kommt endlich auch neues Songmaterial! 31., Wiener Metropol

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Hereinspaziert: Prater for Everyone Das vierte Vienna Boylesque Festival darf als Hommage an Wiens beliebtesten Rummelplatz mit erotischen und zugleich vergnüglichen Darbietungen verstanden werden. Als eine Melange aus glamouröser Show, artistischem Varietétheater, humorvollen Geschichten und der „obligatorischen“ Portion Nacktheit sorgt Boylesque wie auch sein Pendant Burlesque für Aufsehen und Überraschung. Wir freuen uns auf 40 internationale KünstlerInnen (darunter Violet Chachki, Foto), um mit Tanz, Kabarett, Gesang und Akrobatik wie Pole Dance oder Aerial Acts das Publikum zum Staunen und Lachen zu bringen.

Boylesque Festiva

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25. und 26., Wiener Stadtsaal Wien Martin Nicht Frank Sinatra, sondern Dean Martin hat sich Roman Gregory, Kopf der österreichischen Kultband Alkbottle, verschrieben. „Seit drei Generationen wurden in meiner Familie ausschließlich Platten von Dean Martin und den Spitzbuam weitervererbt. Was bleibt mir anderes über“, erklärt Gregory sein Swing-Faible, mit dem er nahtlos etwa an Superstar Robbie Williams anschließt. Diesen Mix aus Kabarett, Wienerlied und Hits des großen Entertainers auf Wienerisch muss man live erlebt haben – und kann man sich auch ins Wohnzimmer holen, denn: „Wien Martin – Live in der Eden Bar“ ist seit Ende letzten Jahres erhältlich!

Roman Gregory 11. und 12., Wien und Maria Anzbach

Fotos: Anna Meyer (Fehlfarben), Luis Castilla (Israel Galvan), Norbert Ivanek (Roman Gregory), Teresa ROthwangl (Rosenstolz), Astrid Knie (Schmieds Puls), John Dean (Boylesque), Luise Reichert (Zoe)

!ticket highlights


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Israel Galván

La Fiesta Israel Galván galt bereits als Teenager als Flamenco-Wunder und nunmehr als die Ikone des zeitgenössischen Flamenco. Er dekonstruiert und erweitert den typisch spanischen Tanzstil um eigenwillige Elemente, setzt ihn neu zusammen und entwickelt ihn zu seinem einzigartigen Stil – majestätisch, geschmeidig und prägnant. Der Flamenco ist gerade bei ihm ein Lebensgefühl, eine Daseinsform, die Galván in seinem neuen Werk feiert und dazu vertraute GefährtInnen und Gäste zu einer glanzvollen, natürlichen Fiesta aus Blicken, Worten, Gesängen, Grüßen, Tänzen und Farcen lädt.

Fotos: Anna Meyer (Fehlfarben), Luis Castilla (Israel Galvan), Norbert Ivanek (Roman Gregory), Teresa ROthwangl (Rosenstolz), Astrid Knie (Schmieds Puls), John Dean (Boylesque), Luise Reichert (Zoe)

6., Festspielhaus St. Pölten Monarchie und Alltag „Monarchie und Alltag“ der Düsseldorfer Punk/Wave-Combo Fehlfarben war laut der Musikzeitschrift Rolling Stone „das wichtigste deutsche Pop-Album aller Zeiten“. Im Mai 1980 gab die Band bereits im selben Gebäude – dem damaligen 20er Haus – ein Konzert. Dieses fand im Rahmen der damaligen Wiener Festwochen statt, die unter dem Signet „Arena 70“ Musikproduktionen der lokalen Szene einen adäquaten Rahmen bot. Im diesjährigen Mai nun bringen die Düsseldorfer im 21er Haus das Zeitgefühl der 1980er-Jahre erneut auf die Bühne und spielen alle elf Songs des Albums, mit dem sie damals ihren Durchbruch hatten.

Fehlfarben

9., Wiener 21er Haus

Schmieds Puls I Care A Little Less About Everything Now Schmieds Puls ist der Beweis dafür, dass weniger mehr ist, so viel mehr, dass man sich anhalten muss. Das Trio rund um Sängerin, Gitarristin und Songwriterin Mira Lu Kovacs hat perfektioniert, was man ein musikalisches Destillat nennen könnte. Wo andere 1.000 Töne spielen, machen sie Pause – man selbst steht vor dem Zerplatzen, schreit innerlich, masochistisch beglückt, denn so eine Spannung muss man einmal aufbauen können, so muss einen Dramaturgie ohrfeigen. 11., Festspielhaus St. Pölten

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!ticket kultour

Literatur live Wenn Buchstaben zum Leben erweckt werden, ist das immer ein tolles Erlebnis. In den letzten Jahren hat auch das Theater die Adaption von Büchern für die Bühne entdeckt. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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ereits seit März begeistert im Wiener Akademietheater Joachim Meyerhoff unter der Regie von Jan Bosse in „Die Welt im Rücken“, einem dreistündigen Solo-Theaterabend nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Melle. Ein Mann dreht durch, beschimpft den Verkehr, sieht plötzlich überall Zeichen und behauptet, mit Madonna geschlafen zu haben. Der Autor Melle ist manischdepressiv, die genaue Diagnose: Bipolare Störung der Klasse I, die schwere Variante. In seinem Roman beschreibt er drei manische Phasen von ungewöhnlich langer Dauer und ihre Fol-

ibt Polly Seit mittlerweile zwanzig Jahren schre os de Adler wöchentlich ihre Kolumne „cha ist luxe“ in der Kurier freizeit – gemeinsam sowie man reifer geworden, hat ihre Affären Fortdas Ende derselben miterlebt und den pflanz aufwachsen gesehen. lika HaNun werden von Pollys Alter Ego Ange é und ger, den beiden Burg-Stars Petra Morz Andrea Maria Happel sowie Kabarett-Kanone im Mai 28. am n Frage e nziell Händler existe seeliWiener Rabenhof beantwortet: Was ist n Fasches Botox? Würde Werther heute seine licacomp „It’s auf atus ngsst ziehu ok-Be cebo n Barted” ändern? Sind Begräbnisse die neue theken? Warum müssen Männer trinin Lebensphasen, in denen sie Rotwein und Drittn, sollte en zücht n Rose und ken Krise Viertfamilien gründen? Und kann eine jeder Idiot bewältigen, während, so Herr en Tschechow, die wahren Herausforderung ? stellt Alltag der

Grenzerfahrung Joachim Meyerhoff geht in „Die Welt im Rücken“ an seine eigenen Grenzen, aber auch an die des Publikums.

gen. Er beschreibt damit sich selbst, eine Person, die es sozusagen drei Mal gibt: den Maniker („der Rowdy“), den Depressiven („die Leiche“), den zwischenzeitlich Geheilten, sich selbst fremd und misstrauend. Das ist ein Theater! Rund 4.000 Vorstellungen, einige Dutzend Inszenierungen und Hunderte TV-Produktionen bilden den reichhaltigen Stoff, aus dem Heinz

Marecek für sein Buch „Das ist ein Theater! Begegnungen auf und hinter der Bühne“ geschöpft hat. Wer den Schauspieler (u. a. „Der Bockerer“, „Lindenstraße“ und „SOKO Kitzbühel“) kennt, ist absolut nicht verwundert, dass er auch als Vorleser beziehungsweise Erzähler das Publikum in den Bann zieht und im Mai wieder einige Lesetermine auf dem Programm stehen hat: 1. Mai (Kammerspiele Linz), 5. Mai (Impulsquartier Lopiersdorf), 15. Mai (Casino Innsbruck).

Fotos: Reinhard Werner, Universalmuseum Joanneum / N. Lackner, Klever Verlag

breakfast at polly’s


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BUCH Ein Lexikon der Seefahrt (des Lesens, der Literatur), das verstricken, aber auch verführen will.

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„Schrift ahoi!“ (erschienen im Klever Verlag) umschifft lustvoll Texte der Weltliteratur, deren Quellen und Zusammenhänge am Ende eines jeden Artikels angegeben sind. Wer es zur Hand nimmt, mag sich auf dem Meer der Literatur ein wenig besser zurechtfinden. Ein Lexikon, das einlädt zum Stöbern, Spielen und Verknüpfen. Wie funktionieren die Bauweisen der Literatur? Die Passagiere kommen zu Wort, ebenso der Kapitän und die Besatzung. Darunter finden sich Stichwörter wie Anker, Arche, Besatzung, Boje, Deich, Entdecken, Flotte, Insel, Kapitän, Kompass, Land, Meutern, Nautiker, Passagier, Schiff und Schleuse.

FUSSBALLGROSSER TONKLUMPEN … … auf hellblauem Autodach Das Kunsthaus Graz mit seiner offenen architektonischen Struktur wird selbst zum Gegenstand der Ausstellung mit Werken des österreichischen Künstlers Erwin Wurm. Elemente des Performativen, Partizipativen und der skulpturalen Setzung werden dabei zueinander und zum Haus in Beziehung gebracht. Wichtig bleibt dabei die bekannte satirische Kraft in Wurms Arbeiten, prägendes Element die Gurke. Erwin Wurm Erwin Wurm (*1954 in Bruck a. d. Mur), ist einer der wohl international renommiertesten österreichischen Gegenwartskünstler. Seine Werke sind generell hintersinnig und hinterlistig – Bekanntes aufgreifend weisen sie uns auf die Fremdartigkeit des Vertrauten hin. Sein Leitspruch ist „Alles kann Skulptur sein!“. 2017 bespielt er gemeinsam mit Brigitte Kowanz den Österreich-Pavillon in Venedig. Kunsthaus Graz, bis 20. August


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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Spielwiese Das Endzeit-Meisterwerk „Horizon: Zero Dawn“ begeistert in vielen Belangen – nicht zuletzt auch aufgrund seiner imponierenden Bildgewalt. TEXT: JOACHIM SCHMIDA

Hubert von Goisern – Federn Live Der Roadtrip des Goiserer fängt die kraftvolle, ur-amerikanische Stimmung des letzten Studioalbums gekonnt ein.

LIVE Dispatch – America, Location 12 Irgendwo zwischen geradsinnigem Indie und weichmütigem Folk pendelt man sich ein: unprätenziös und flockig hippiesk.

Horizon: Zero Dawn Sony Interactive Entertainment für PS4

PLUS

In puncto Open World ist das Franchise-Debüt des niederländischen Studios Guerilla Games („Killzone“) eine wahre Offenbarung. Insbesondere überzeugt die angenehm klischeefrei gezeichnete Hauptprotagonistin Aloy. Ihr Abenteuer entführt uns in eine geheimnisvolle, an die prähistorische Zeit orientierte Welt, die eigentlich in der fernen Zukunft angesiedelt ist. Fesselnd und mysteriös ist die Story, stimmig und intensiv die postapokalyptische Atmosphäre. Zwischen Steinzeit und Hightech erkunden, kämpfen und meistern wir spannende Missionen. Die fantastische Grafik, das ansprechende Sounddesign sowie eine nahezu perfekte Mechanik tun ihr Übriges zum hohen Wohlfühlniveau im Action-RPG. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann die Tatsache, dass auch der PS4-ExMINUS klusivtitel dem immanenten Dilemma von Open-Word-Spielen nicht gänzlich entkommt: Nämlich auch hier entwickelt sich phasenweise die Reise „zum Abklappern einer To-do-Liste“, wie das generelle Problem Rainer Sigl treffend in „Open-World-Spiele sind seelenlose Vergnügungsparks“ (wired) bezeichnet. Dennoch, „Horizon: Zero Dawn“ ist in vielerlei Hinsicht interessanter und FAZIT macht auch einiges besser als zahlreiche andere Genre-Kollegen. Aloy ist eben doch stärker als Feuer und Eisen!

Beastmaker – Inside The Skull Hier kopuliert die Behäbigkeit von Black Sabbath mit der Dezenz der NWoBHM, dazwischen hext der Witchfinder General.

John Frum – A Stirring In The Noos Ein unorthodox-brachialer Koloss, der ähnlich wie Dillinger Escape Plan durch eine unwirtliche tonale Dystopie poltert.

LIVE Flinn – The Lost Weekend Ganz viele Wohlfühl-Melodien und Händeklatschen: Verwandt mit, aber interessanter als The Lumineers oder Mumford.

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PaRappa the Rapper Remastered „Kick! Punch! It’s all in the mind!“: Das kultige Rhythmusspiel aus den Neunzigern ist zurück.

Guardians Of The Galaxy: The Telltale Series Neues vom Episoden-Adventure-Meister! Diesmal legt das Studio Hand an Guardians of the Galaxy.

Wir finden es awesome! Outlast 2 Nur für HorrorFans: Die Fortsetzung des First-Person-Survival-Hits ist wahrlich nichts für schwache Nerven.

Fotos: Hersteller, Twentieth Century Fox

HEISSE NEUERSCHEINUNGEN:


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!ticket media MANDO DIAO

Good Times Auf eine Geschichte werden die schwedischen Schönlinge, die nebenher auch noch zumeist fabulöse Musik zaubern, nicht allzu gern angesprochen: Als man „Ode To Ochrasy“ veröffentlichte, tönte Gustaf Norén, man sei besser als The Who und musiziere runder als die Stones oder die Beatles. Nun gut, Gustaf ist mittlerweile Geschichte und verzeihbar die Arroganz sowieso, vermeinten die Beatles ja so-

SÓLSTAFIR

Berdreyminn Desaströses hätte nach dem bandinternen Fetzenflug passieren können, doch es scheint, alles löse sich im Guten: Ex-Schlagzeuger Gummi fischt nun mit Katla in vertrauten Gefilden, die Verbliebenen erbauen als Sólstafir fürderhin die akustische Blaupause weißer Gletscher, vulkanischer Bizarrerie, moosgrüner Wiesen und Fjordschluchten. Dabei wirkt „Berdreyminn“ zugänglicher, lichter als „Ótta“ und erblüht dabei mit punktuellen Synthpopanleihen in Grazie. (sb)

gar, größer als Jesus zu sein. Und mit „Good Times“ ist – nach dem Durchhänger „Ælita“ – den Herren aus dem Drogensumpf Borlänge tatsächlich gelungen, was bis dato unvermöglichbar schien: Mando Diao laufen über die Langstrecke den Heroen tatsächlich den Rang ab – man steinige mich ob dieses Frevels unter dem Kennwort „Kasperlpost“. Stücke wie das stroboskopdurchflutete „Money“ oder das zärtliche, dabei vor testosterongeladener Gier nur so sträubende „Watch Me Now“, das gequälte „Brother“ oder auch das forsche „Dancing All The Way To Hell“ beweisen, dass derweil nicht nur tendenziöse Originalität und Tiefgang, sondern auch Varianz gegeben ist. Erstmals wirkt man als Kollektiv in corpore, nicht als Profilierung der Dualität Dixgård/Norén – und vermag, im Otium (das grungeske „Hit Me With a Bottle“) wie auch als stürmischer Triebtäter kumuliert eine Best-of abzuliefern. (sb)

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MASTODON

PAUL WELLER

LIVE A Kind Revolution Anstatt in längst vergangenen Glanzzeiten zu schwelgen, legt der Modfather lieber eine Novität vor – selbige klingt zwar klassisch und verbindet gewohnt gekonnt und besonders elegant alles zwischen Funk, Jazz, Soul und Rock, doch letztlich wirkt sie gar arg routiniert und wird trotz spannender Gäste (Robert Wyatt!) und mit Exzpetion von „Nova“ und des drogesk-verqueren „She Moves With The Fayre“ gegen die Klassiker nur schwerlich bestehen können. (sb)

PAPA ROACH

LIVE

Emperor Of Sand Das Rüsseltier häutet sich stetig, zu den ganz Wilden gehören die Berserker ohnehin ab „The Hunter“ nicht mehr – und seit Gitarrist Brent Hindis vor 2 Jahren gleichwohl im Scherz meinte, er hasse Metal, klingen Mastodon nochmals um ein Eck fröhlicher: Ja, auch der „Emperor“ grollt hie und da, verschwunden sind aber jedwedes galliges Gegröle und Sludge, es dominieren – ähnlich wie bei Kvelertak – die ganz großen, gefälligen Mädchen-Melodien. (sb)

LIVE

Crooked Teeth Kopf Shaddix versprach, ihr achtes Album ginge endlich wieder zurück zur Nu-Metal-Geburtsstunde – und ja, das Rezept, das „Infest“ zu einem der damaligen Glanzpunkte gereifen ließ, findet sich auf „Crooked Teeth“ auch endlich wieder: fette Rhythmen, dynamisch-griffiges Riffing und gesangliche Anleihen sowohl im (Melo)Punk wie auch im Rap. Vorbei die hodenlose Phase aus Pop-Electronica, diese überlässt man wohl Linkin Park … (sb)

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Verpflichtung

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Ridley Scott, im hohen Alter produktiv wie selten zuvor, tut es noch einmal: Er begibt sich mit prominentem Cast und Crew erneut auf Alien-Territorium. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

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chtzig Jahre wird der britische Großmeister, dem die Filmwelt solche Knüller wie „Blade Runner“, „Thelma and Louise“, „Gladiator“, „American Gangster“ oder „The Martian“ verdankt, im November. Von Amtsmüdigkeit ist nichts zu spüren: Nicht nur hat Scott ein weiteres Regieprojekt in der Pipeline („All the Money in the World“ mit Natalie Portman), nein, er produziert auch fleißig die Filme anderer (mit) – allen voran Dennis Villeneuves mit Spannung erwartetes „Blade-Runner“-Sequel, das im September unsere Kinos beehren wird.

Klassiker Es gibt wenige Filme der jüngeren Geschichte, auf die der Begriff „Klassiker“ so sehr zutrifft wie auf „Alien“, den Scott 1979 nach einem Drehbuch von Dan O’Bannon (Autor auch von John Carpenters legendärer Space-Parodie „Dark Star“) als seinen erst zweiten Film (nach vielen Werbespots, etlichen TV- Episoden und dem Kinodebüt „The Duelists“) drehte. Der Film wurde ein gigantischer Erfolg – nicht zuletzt wegen seiner großartigen Besetzung (u. a. Sigourney Weaver als erste weibliche Actionheldin) und seiner visuellen Effekte (HR Giger!), aber auch vermutlich wegen seiner recht schlichten „Zehn kleine Negerlein“-Story. Alien wurde fürderhin zu einem der wohl meistkopierten Filme des Sci-Fi/

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Alien:Covenant Der neueste Teil der „Alien“-Franchise startet am 18. Mai in den Kinos. Der erste Eindruck: Es wird düster und nicht gänzlich ungefährlich. Wir verlosen einen Face Hugger. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Horror-Genres und zeitigte selbst mehrere Fortsetzungen, die in Tonart und Erzählweise durchaus unterschiedlich waren. Viele halten James Camerons „Aliens“, eher als Thriller angelegt, für das beste dieser Sequels. 2012 enstand – wieder unter Scotts Regie – „Prometheus“, der ursprünglich als Prequel zu „Alien“ gedacht war, sich dann aber eher zu einer Art Reboot entwickelte und in seiner Story mehr Löcher aufzuweisen hatte als der sprichwörtliche Emmentaler. Recht glücklich waren damit weder Kritik noch Publikum. Neustart Wohl auch deshalb entschloss sich Ridley Scott, mithilfe des erfahrenen Drehbuchautors John Logan, der unter anderem „Gladiator“, aber auch die letzten beiden James-BondAbenteuer (mit)geschrieben hat, das

Alien-Abenteuer noch einmal neu aufzurollen. Die Story, oder was bisher davon publiziert wurde, geht so: Die Crew des Kolonisationsraumschiffs „Covenant“ (engl. für „Verpflichtung“) ist unterwegs zu einem abgelegenen Planeten am Rand der Galaxie. Sie entdeckt – wie sie glaubt – ein unerforschtes Paradies, aber tatsächlich ist es eine dunkle, gefährliche Welt. Als die Crew mit einer ihre Vorstellungskraft übersteigenden Bedrohung konfrontiert wird, muss sie einen gefahrenvollen Fluchtversuch unternehmen. Vom Prometheus-Cast sind Michael Fassbender, Noomi Rapace und Guy Pearce wieder mit dabei, neu sind dagegen James Franco und Katherine Waterston – die 37-jährige Britin gilt aktuell als einer der begehrtesten weiblichen Leinwandstars, und das zu Recht.


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Mehr als 130 Künstler haben sich in den vergangenen 13 Jahren bereits am „tipp3 Walk of Stars“ verewigt, davon ein starkes Drittel österreichische Musiker. Jetzt, mit dem neuen „tipp3 Walk of Stars“Museum im Wiener Prater, geht der Verewigungsreigen weiter: Mit Seiler und Speer hinterließen die derzeit erfolgreichsten Pop-Stars des Landes bleibende Spuren! Die Hand- und Fußabdrücke von Rainhard Fendrich, Wolfgang Ambros, Supermax, Ludwig Hirsch und ihrer internationalen Kollegen wie Alice Cooper oder Rea Garvey sind täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr zu besichtigen und natürlich auch anzugreifen!

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Abdrücke zum Prater-Konzert: Seiler und Speer

Foto: www.ehnpictures.com / Johannes Ehn

Die Spuren der Austro-Stars!


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Die Hosen leben Früher lutschte ich gerne süße Zuckerln. Vor allem die bunten glatten fruchtigen Campinos hatten es mir angetan. Später hatte ich es gerne laut und kompromisslos. Als Bürgerschreck war ich eine 1A-Besetzung. Und auch heute noch fühle ich mich dem Frontmann der Toten Hosen sehr verbunden. Denn Andreas Frege (alias Campino) und ich, wir sind mittlerweile beide im metallischen Alter: Silber im Haar, Gold in den Zähnen und Blei in den Füßen. Doch ich bin im Herzen kein Punk geblieben, wirklich nicht. Nur für die Bank bin ich ein Punk.

SEX SELLS Georg Biron

Am Weltspartag krieg ich nicht einmal einen Kugelschreiber. Campino hingegen ist mit seinen Punkgeschäften EuroMillionär geworden und vergnügt sich auf dem Golfplatz. Preis für Campino Manchmal geht er mit sich selbst hart ins Gericht und wundert sich, „dass die Fans uns immer noch hören wollen“ und gesteht den Vertretern der Presse: „Ich habe noch nie versucht, nicht bürgerlich zu sein. Ich weiß nicht, was falsch daran sein soll. Kleines Haus,

schönes Auto, ein Kind, alles wunderbar.“ Nebenbei möchte er noch „die Rechten in die Fresse hauen“. Auf alle Fälle sollte ein echter Fan im 35. Jahr der Toten Hosen immer einen Notfallspray dabei haben, wenn er aufs Konzert geht. Denn der Sänger hat schon seit vielen Jahren Charisma – und da kann ein Notfallspray nicht schaden, wenn man in der ersten Reihe steht und jubelt. Vor kurzem hat er übrigens einen Klassik-Preis kassiert – als Erzähler im musikalischen Märchen „Peter und der Wolf“.

Gewinnspiele in dieser Ausgabe finden Sie auf den Seiten 8–10, 18–20, 30–31, 32–33, 34–36 und 50–52, mehr Informationen & Teilnahmebedingungen auf ticketmagazin.com. Sie können über das Gewinnspielformular auf ticketmagazin.com („!ticket Gewinnspiele Mai 2017“) oder per E-Mail (gewinn@ticketmagazin.com) mitspielen. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2017.

Das nächste !ticket erscheint am 31. Mai 2017.

LASTNEWS

In Graz steht das Sommer-Highlight schon fest: Dr. Gunther von Hagens „Körperwelten“-Ausstellung gastiert ab 2. Juni in der Messe Halle A! „Pumpen“ wird es hingegen in Klagenfurt, wenn ins (!) Wörthersee Stadion ein gigantischer Dome für die weltbesten EDM-Superstars gebaut wird: Der Vorverkauf für Ultimate Electric Dome startet demnächst! Im November kommen Queen und Adam Lambert wieder in die Wiener Stadthalle!

impressum

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Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright Cover: Thomas Rabsch Medieninhaber, Eigentümer, Redaktionsanschrift: CTS Eventim Austria GmbH, !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 88a/II/2a, 1070 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich:

€ 22,00, Jahresabo Europa: € 44,00. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien oder per E-Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Sie finden uns online auf Facebook und Twitter, sowie unter www.ticketmagazin.com.

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Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Mag. Roberta Scheifinger Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion/Kolumnisten: Stefan Baumgartner (sb), Amina Beganovic (ab), Georg Biron, Paul M. Delavos B.A. (pmd), FM4 Ombudsmann, Robert Fröwein (rf), Alexander Haide (ah), Anna-Lena Horn (alh), Miriam Kreiseder (mk), Mag. Joachim Schmida (js), Antonia T. Schulz (as), Andreas Ungerböck (au), Andy Woerz Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons)


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