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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

LIFE BALL

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APRIL

€ 2,90

Damit sind Sie live dabei!

VON HUFEN & HÜTEN Das Vienna Ascot Pferderennen hält in der Wiener Krieau wieder Hof

Österreichische Post AG / MZ 15Z040254 M, CTS Eventim Austria GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

Schrille Extravaganz im Kampf gegen Intoleranz

W INTERVIE

lovely creatures NICK CAVE AND THE BAD SEEDS

Der Höllenfürst, der in zahlreiche Masken gewandet über die Erde wandert, liefert mit „Lovely Creatures“ eine opulente Werkschau ab.


Foto VBW © Rafaela Pröll 2016

NUR NOCH BIS JUNI!

E I N MUSICAL V O N M I C HA E L K U NZ E U ND D A R I O F A R I NA NACH „IL MONDO PICCOLO“ VON GIOVANNINO GUARESCHI

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CHRISTIAN STRUPPECK Regie

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TREVOR NUNN

DAS MUSICAL MIT DEN HITS VON

Foto VBW © Oliver Gast 2017

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REGIE Andreas Gergen

BUCH Titus Hoffmann Christian Struppeck

BUCH & LIEDTEXTE

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MUSIK

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ORIGINALREGIE

ROMAN POLANSKI

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CORNELIUS BALTUS

BASIEREND AUF DEM FILM VON TURNER ENTERTAINMENT CO. „THE FEARLESS VAMPIRE KILLERS“ | PRODUZIERT MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON WARNER BROS. THEATRE VENTURES INC. VON REGISSEUR ROMAN POLANSKI, DREHBUCH GÉRARD BRACH UND ROMAN POLANSKI

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WORKING CLASS STAR Deep Purple feiern kommendes Jahr 50 Jahre Bandbestehen und gehen mit ihrem bandneuen Studioalbum „Infinite“ nun auf große Europatournee.

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Der Nestbeschmutzer.

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ls Nestbeschmutzer wurde Thomas Bernhard zu Lebzeiten angefeindet, heute gilt er als wortgewaltige Persona grata der Literaturgeschichte – deren Stücke naturgemäß in den renommiertesten Häusern gespielt werden, aktuell im Stadttheater Klagenfurt („Vor dem Ruhestand“), dem Volkstheater („Alte Meister“), dem Salzburger Schauspielhaus („Der Theatermacher“), sowie dem Akademietheater („Holzfällen. Eine Erregung“). Da wäre es freilich vermessen, den Musikkritiker Christian Schachinger (Der Standard) mit dem grantelnden Vater der Tragikomödie ex aequo zu setzen, doch auch dieser wird gern als Nestbeschmutzer er- und verachtet – tatsächlich liest man in seinen Kritiken

selten Positives, meist werden Künstler mokant hochstilisiert, bevor sie rapide demoliert, der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Schachinger, selbst mäßig talentierter Gitarrist bei Shampoo Boy, ist zweifelsohne ein Meister der Feder, dabei aber zuvörderst (so scheint es) auf Kontroverse und Fehde bedacht. Erst kürzlich platzte da Volksmusiker Hubert von Goisern in einem offenen Brief der Kragen, als er in den pastellen Seiten Schachingers harsche Worte über „Magic Life“ von Bilderbuch las. Ein offener Diskurs, das ist im Grunde ja durchaus etwas Positives, doch einen argumentativen Fehler begeht dabei der Goiserer in seiner Wut: Er befeuert die alte Dichotomie zwischen Künstler und Nicht-Künstler – der

Künstler macht Kunst. Der Kritiker kritisiert vor allem deshalb, weil er selbst nicht dazu in der Lage ist, selbige zu produzieren. Er wird ausschließlich als Parasit wahrgenommen, der das Kunstwerk anpatzt und ihm den Anstrich seiner zölestischen Einzigartigkeit nimmt. Gerade bei einem Verriss wird da der Vorwurf laut, der Kritiker hätte doch gar keine Ahnung! Übersehen wird dabei jedoch, dass dieser in seinem herzblutreichen Behufe zumindest als Kunsthändler, wenn nicht gar als Kunsthandwerker fungiert: er rezipiert Unmengen und hilft dabei Otto Normal in seiner Orientierung. Vielleicht haben somit doch beide Positionen ihre Berechtigung? Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEPT OKT NOV DEZ

IN DIESER AUSGABE [14] Musik & Erotik Seit jeher ist Rock ’n’ Roll einfach nur sexy [18] Hits aus dem PC Sind DJs die neuen Musiker? [22] Deep Purple Britische Heroen ohne Sex mit der Ex [25] Lemi Ponifasio Weibliche Macht, Weisheit & Schönheit [28] Erwin Steinhauer (K)ein Workaholic [34] Life Ball Schrille Extravaganz im Kampf gegen Intoleranz [42] Vienna Ascot Über Pferde & Hüte

Seiler und Speer retten 2016 Sowohl im Streaming (+ 56 %) als auch bei VinylVerkäufen (+ 25 %) gab es im Vorjahr ein deutliches Plus am heimischen Musikmarkt. Ein generelles Minus konnte allerdings nicht verhindert werden, der Gesamtumsatz schrumpfte um 4,4 % auf 137 Millionen Euro. Spitzenreiter waren bei den Album-Charts unsere Lokalmatadoren Seiler und Speer („Ham Kummst“), noch vor Künstlern wie Andrea Berg („Seelenbeben“), Helene Fischer („Weihnachten“), Andreas Gabalier („MTV Unplugged“), Leonard Cohen („You Want It Darker“), Metallica („Hardwired … To Self-Destruct“), Volbeat („Seal The Deal & Let’s Boogie“) und The Rolling Stones („Blue & Lonesome“). Mehr zum neuen Album von Seiler und Speer auf Seite 40.

Reisefreudig Der Reisespezialist Travelbird hat kürzlich ein Ranking der im Laufe ihrer bisherigen Karriere am weitesten gereisten Musiker veröffentlicht, nicht sonderlich überraschend (trotz vergleichsweise kurzer Karriere) wird selbiges von DJs – die teilweise an einem Tag in verschiedenen Städten auflegen – angeführt: Tiësto und Paul Van Dyk liegen an der Spitze, gefolgt von den Rocklegenden Bob Dylan (neues Album siehe Seite 51), Metallica, Aerosmith, Muse, den Rolling Stones und U2.

LIFESTYLE 30 Garten & Natur Nicht nur der eigene, sondern auch der Winterschlaf der Natur hat ein Ende!

TESTET 32 Green Events Zerfetzte Zelte, Bierdosen, Müllberge: Festivals müssen wirklich nicht so enden!

LOCATION 37 Wiener Rathauskeller Hier trifft Tradition auf Kulinarik, Politik auf Kabarett.

HEIMAT 38 5/8erl in Ehr’n Greller, lauter und größer als je zuvor klingen die frisch geduschten Flucht8erl.

LIVE IS LIFE 45 K.I.Z Ein ehrenloser Abend mit einem Affen und einem Pferd, aber keinem Rauchverbot.

KULTOUR 48 Klassik meets … Klassik ist nicht nur ernste Hochkultur, die gerne für sich alleine bleibt!

MEDIA 50 Kino, Musik und Spiele Mit Blondie, Bob Dylan, Iggy Pop und vielen mehr! Fotos: earMUSIC / Jim Rakete, Universal Music, Stefan Joham, Mimi, Illustration: baes

In Wien hört man besser Die Hörspezialisten von Mimi Hearing Technologies haben anlässlich des Welttags des Hörens am 3. März einen Bericht veröffentlicht, der detailliert Aufschluss über den weltweiten Hörverlust gibt. Am Alter gemessen verzeichnen Wiener den geringsten Hörverlust, während die Bewohner Delhis insgesamt den größten Hörverlust aufweisen. In Wien ist die Lärmbelastung am geringsten, im chinesischen Guangzhou am höchsten. Mehr Infos auf mimi.io/de/hearingindex.

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SHOWHIGHLIGHTS IN ÖSTERREICH

n LIVE erlebe

SEMMEL CONCERTS PRÄSENTIERT IN H A RKOOPERATION V E Y G O L D S M I T HMIT P R EHARVEY S E N T S GOLDSMITH UND STEVEN KOFSKY

„DER ROCKSTAR UNTER DEN KOMPONISTEN“ SÜDDEUTSCHE ZEITUNG

2017 DER ERFOLGREICHSTE FILMKOMPONIST UNSERER ZEIT MIT SEINEN GROSSEN WELTERFOLGEN AUS

FLUCH DER KARIBIK – KÖNIG DER LÖWEN GLADIATOR – DER DA VINCI CODE INCEPTION – THE DARK KNIGHT & VIELEN MEHR!

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Wiener Stadthalle D

06.06.17 WIENER STADTHALLE D A RG SALZBURGAREN 05.05.17 SALZBU TADT ARENA NOVA 06.05.17 WR. NEUS R. STADTHALLE F 07.05.17 WIEN W

Sehnsucht nach Liebe Tour 2017 LIVE mit Band

SÖHNE MANNHEIMS MannHeim zu Dir Tour 2017

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!ticket highlights

SCHEINWERFERLICHT

Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Nach intensiver Lektüre unserer März-Ausgabe habe ich in meiner Nostalgie-Kiste gewühlt und tatsächlich mein Guns N’ Roses-Ticket vom 23. Mai 1992 gefunden! Ich erinnere mich kaum noch an das Konzertereignis, ähnlich verhält es sich mit U2 am Tag der Bundespräsidentenstichwahl (ja, bereits damals …). Aber egal, ich war dabei und lächle wissend! Meine Gedächtnislücken werde ich im Juli wieder auffrischen, am 10. im Ernst-HappelStadion (Guns N’ Roses) und am 12. in Berlin (U2). Übrigens: Mit Eventbus bringen wir Sie von mehr als 100 Haltestellen in ganz Österreich (nicht nur) zum Guns-N’Roses-Konzert nach Wien! Nie vergessen werde ich hingegen mein erstes Nick-Cave-Konzert am 10. Oktober 1988 in der Kurhalle Oberlaa. Dieser begnadete Künstler begleitet mich seitdem durch mein musikalisches Leben und nach gefühlten 100 Konzerten beehrt er uns erstmals (an Allerheiligen) in der Wiener Stadthalle. Ich freue mich außerordentlich, dass wir als einziges Magazin des Landes zu einem Interview nach London eingeladen wurden. Ich wünsche Ihnen unvergessliche Konzerte!

Das Finale der Austrian Football League Neben den Titelverteidigern, den Swarco Raiders Tirol, werden die Vienna Vikings, Prague Black Panthers, Danube Dragons, Ljubljana Silverhawks, Cineplexxx Blue Devils und Mödling Rangers um den Football-Staatsmeistertitel spielen. Bereits zu Mittag kann man sich bei Speis, Trank und Musik einstimmen, ab 15 Uhr findet der Silver Bowl XIX mit anschließender Siegerehrung statt, um 18:30 Uhr dann die Battle of Champions (Charity) und zum krönenden Abschluss um 19 Uhr der Austrian Bowl XXXII mit anschließender Siegerehrung.

23. Juli, Wörthersee Stadion

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Alice Cooper

Spend The Night With … Die Bühne ist das Element des Pfarrersohns aus Detroit, der mit künstlichem Blut, Live-Enthauptungen, Monstern, Riesenspinnen und weiteren groß inszenierten Schockeffekten bereits seit Jahrzehnten schaudern lässt. Das Alter macht einen Alice Cooper nicht zahm! Denn wenn die 69-jährige Legende auch heute noch die Bühne entert, hat er immer noch alle schaurigen Utensilien dabei: Zwangsjacken, eine Boa constrictor, die berühmt-berüchtigte Guillotine und natürlich ein bisschen Kunstblut. Aber das ist nicht alles: Im Gepäck sind natürlich auch die Überhits wie „School’s Out“ und „No More Mr. Nice Guy“ und „Poison“. 27. November, Wiener Stadthalle (D)

Fotos: Piggy D (Alice Cooper), Christian Barz (Santiano), AFBÖ (Austrian Football), Universal Music (Jamiroquai)

Austrian Bowl XXXII


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Jamiroquai

Automaton Nach über sieben Jahren, in denen die Briten nichts von sich hören ließen, bringen Jamiroquai heuer endlich wieder ein neues Album heraus! Am 31. März erschien „Automaton“ (siehe Seite 51): „Die Inspiration zum Album ist der Anstieg von künstlicher Intelligenz in der Technologie in unserer heutigen Welt. Es geht darum, wie wir Menschen anfangen, die schöneren, einfacheren und eloquenteren Dinge in unserem Leben und in unserer Umwelt, ja sogar in unseren Beziehungen mit anderen Menschen, zu vergessen“, erzählt uns Frontmann Jay Kay. 15. November, Wiener Stadthalle (D)

Von Liebe, Tod und Freiheit Die bereits mehrfach ausgezeichneten Giganten des Shanty-Rocks belegen eindeutig eine Spitzenreiterposition in der deutschen Musiklandschaft. Santiano verbinden verschiedene musikalische Genres: ob traditionelle, internationale Volkslieder, Popmusik, Rock ’n’ Roll oder Irish Folk. Ob im „Chor“, kräftig und stimmgewaltig bei den Uptempo Nummern oder gefühlvoll in den Balladen – sie faszinieren mit Facettenreichtum und einer überwältigenden musikalischen Bandbreite.

Santiano

31. Oktober bis 2. November, Wien, Graz & Salzburg

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The Loatherman Die Retrospektive, die Nick Cave & The Bad Seeds mit „Lovely Creatures“ halten, gab Anlass, hinter die Maske zu blicken und zu fragen: Wer ist eigentlich dieser Nick Cave und wie schwer ist es, er zu sein? TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

1984, kurz nach deinem Umzug nach London, bist du dem Elvis-PresleyFanclub beigetreten. In „A beautiful, evil thing“ – einem Kapitel aus „Lovely Creatures“ – wirst du zitiert, du hättest deine Unschuld mit Johnny Cash verloren . Was bräuchte eine ihrer Retrospektiven, dass du sie dir zulegen würdest? Bei Elvis wünschte ich mir, sie würden

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Aufnahmen der letzten Shows veröffentlichen – einiges davon finde ich außergewöhnlich, seine Rehearsals überwältigend. Von Johnny hingegen würde ich viel von seinen frühen Stücken haben wollen – er hatte eine exzeptionelle Karriere und natürlich eine ungemeine Anzahl an Songs. Ich fand den Titel deiner Restrospektive interessant, werden mit „Creatures“ immerhin üblicherweise Lebewesen bezeichnet – und seien sie noch so imaginär. Was qualifiziert deine Musik als „lebendig“? Der Titel suggeriert in allererster Linie, dass die Stücke eine Einheit bilden – sie alle sind befremdliche, sonderbare kleine Wesen, die zusammen existieren. Ich mag die Vorstellung, dass sich die Songs untereinander irgendwie verständigen, was vorwiegend damit zu tun hat, dass ich seit 30 Jahren den gleichen Song schreibe: Meine Noemata sind heute sehr ähnlich zu denen, die ich bereits in meiner Adoleszenz hatte. Allein meine Perspektiven haben sich mit der Zeit gewandelt und meine Kunstfertigkeit verbessert. Wachsen deine Stücke mit der Zeit oder löst sich der initiative enge Konnex sukzessive? Manche blühen auf und andere wiederum verdorren. Einige von ihnen

haben kein Stehvermögen – auch in der Welt der Musik geht es um das Überleben der Stärksten. Das macht sie nicht zwangsweise zu schlechten Stücken, sondern bedeutet nur, dass sie nicht die Fähigkeit haben, gewisse Grenzen zu überschreiten. Andere wiederum verselbstständigen sich, leben nicht nur in unterschiedlichen Lebensphasen von mir und den Bad Seeds, sondern auch auf sich allein gestellt weiter. Welcher Moment des künstlerischen Schaffensprozesses ist dir eigentlich der Befriedigendste? Ich brauche das Schreiben als unabdingbare Notwendigkeit, um überhaupt existieren zu können: Wenn ich nicht arbeite, kommt es mir vor, als breche die Welt um mich herum zusammen, da bin ich ein Wrack, ein Desaster. Stehe ich auf der Bühne, hat das einen transformativen Effekt auf mich: Die Musik reflektiert die Phasen meines Lebens und hält mich dabei jung und am Leben. Das Aufnehmen ist nur Mittel zum Zweck, da verliert man die Eigentümerschaft über seine Ideen, hier setzt du deine Gedanken der Welt aus. Dies ist auch der Moment, wo sich meine intensive Beschäftigung mit der Musik löst. Naturgemäß evozierte also die für „Lovely Creatures“ notwendige Auseinander-

Fotos: Barracuda Music, Mayk Azzato, Hersteller

S

he had a history, but she had no past“, heißt es im Songtext zu „Jubilee Street“ über ein leichtes Mädchen namens Bee. Nicht so jedoch Nick Cave, der australische Poète maudit und geistige Vater dieser Gunstgewerblerin: Vormals bei The Boys Next Door, später bei The Birthday Party tätig und ab 1983 schließlich im Kollektiv mit den Bad Seeds kann er dieweil auf ein reiches Œuvre zurückblicken. Eines, das wir unter dem Titel „Lovely Creatures“ (erscheint am 5. Mai) unifiziert nun gemeinsam rekapitulieren: Bewusst wurden da das Schwesternprojekt Grinderman und die Ausflüge in die Welt der Filmmusik ebenso ausgeklammert, wie auch das aktuelle Album „Skeleton Tree“. Dafür wird die De-luxe-Edition von einem prachtvollen Buch begleitet, das neben Archivaufnahmen und Replika von Memorabilia auch eine Vielzahl an Essays offeriert.


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setzung ein Gefühl der Beklemmung, ich hatte Ängste, mich diesem ungeheuren Monster zu stellen. Es ist wie ein Besuch bei einer unliebsamen Verwandtschaft gewesen, der sich aber dann doch irgendwie als angenehm herauskristallisierte. Es heißt, Gegensätze ziehen sich an. Dies trifft auf jeden Fall auf deine Texte und eure Musik zu, wo sich das Göttliche und Profane, das Laute und das Leise, der Tod und das Leben, die Harmonie und die Disharmonie, die Liebenden und die Hassenden vereinen. Sind Kontrapunkte für gute Handlungsbögen unabdingbar? Oft, ja – jedoch nicht nur in der Mikroebene eines Songs, sondern auch der Makroebene eines Albums oder einer Setlist. Mich amüsiert das Spiel, zwei ungleiche Bilder einander gegenüberzusetzen und dabei zuzuschauen, wie die Funken fliegen. Du lässt hier etwa in einem geschlossenen Raum ein kleines Kind auf einen mongolischen Psychopathen treffen und schaust, was passiert. Dann schickst du einen Clown auf einem Dreirad ins selbe Zimmer und siehst weiter zu. Und dann erschießt du diesen Clown. Ungleiche Gegensatzpaare wie diese und abrupte Wechsel bergen eine schier unglaubliche Form von Energie. Nietzsche sagt: „You must have chaos within you to give birth to a dancing star.“ >>

termine

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Lovely Creatures Gemeinsam mit Gründungsmitglied Mick Harvey (2. v. r.) stellte Nick Cave „Lovely Creatures“ zusammen. Viele Ehemalige, darunter Blixa Bargeld (1. v. l.), schwelgen in Erinnerungen oder lassen tief in den privaten Foto-Fundus blicken.

Ich glaube, ein überwiegender Großteil von dem, was Nietzsche jemals von sich gab, ist ausgemachter Schwachsinn. In diesem einen Fall kann ich ihm aber durchaus etwas abgewinnen – nicht weil die Aussage korrekt ist, sondern weil das Chaos als Vater einer Lichtgestalt irgendwie possierlich klingt. Traumata sind nachteilig für den Kreativprozess, da befindet sich die kreative Seele in einer kauernden Fötusstellung. Zumindest in dem Moment, in dem die absolute Katastrophe über dir aufsteigt, bist du hilflos verloren und alles andere als expressiv. Nicht das Chaos selbst, sondern allein die Überwindung dessen kann produktiv sein. Ist dein gerühmter – in der Breitenwirkung jedoch stark unterschätzter – Humor da auch ein gewisser Eskapismus? Die Charaktere, die in meinen Texten vorkommen, sind alle Verfremdungen meiner selbst, sind maskierte Triebtäter – und ja, manche davon auch mit einem schelmischen Grinsen in der Fratze, hinter denen sich dann meine Intimzone versteckt.

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In „20.000 Days On Earth“ sieht man dich bei einem inszenierten Psychiaterbesuch – ist dieses Überziehen von Masken für dich die wahre Form einer Katharsis? Der Arbeitsprozess definitiv, weniger die textliche Aufarbeitung von Lebensmomenten. Die Produktivität zeigt mir, dass das Leben so oder so weitergeht. Stillstand und das Verharren in Momenten ist nicht dienlich für mich und den Umgang mit der Außenwelt. Bekanntlich bist du auch ein renommierter Romancier und in diesem Metier heißt es, ein Roman brauche einen starken Eröffnungssatz, um den Leser zu fesseln. Wie weit trifft das auch auf die Musik zu? Nicht notwendigerweise, aber starke Eröffnungen machen mir selbst unglaublichen Spaß. Da hat der Volksmund schon recht: Durch sie ziehst du dein Publikum rasch und mit Vehemenz in deine ureigene Weltordnung. Was unterscheidet die Musik von

anderen Künsten? Sie ist die beste aller Ausdrucksformen (lacht). Welche Rolle nimmt die kunstfertige Verfremdung der Realität heute, im postfaktischen Zeitalter, ein? Für mich ist die Fantasie naturgemäß schon postfaktisch. Der Wahrheitsgehalt ist bei jeglichem Kunstausdruck aber ohnehin peripher. Mir geht es in meinen Texten mehr um den Effekt, den sie haben können. Ich würde sagen, mein Fokus liegt auf der Authentizität und nicht auf der Wahrheit. Wie wichtig ist dir dein Vermächtnis? Dass ich als Person in Erinnerung behalten werde, ist für mich bedeutungslos. Ich mag jedoch die Vorstellung, dass meine Songs weiterleben und auch losgelöst von mir durch die Menschheitsgeschichte flirren und auch über meinen Tod hinaus für Menschen eine Bedeutung haben werden. Das volle Gespräch findet man ab 24. April auf ticketmagazin.com.


DAS SENSATIONS-MUSICAL VOM BROADWAY

mit

UWE KRÖGER & EDDA PETRI

w o h S e s e i D ist der Hammer!

legraph) (The Sunday Te

25.- 29. Okt. 2017 MQ Wien Halle E

Beginn 20 Uhr; 26.,28. & 29.10. auch 15 Uhr

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!ticket highlights

Harry Potter

Die Kammer des Schreckens in concert Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Fliegende Autos, gemeingefährliche Bäume und die Warnung eines mysteriösen Hauselfen – so beginnt Harry Potter das zweite Schuljahr in der faszinierenden Welt der Zauberei. Auf einer eigens eingerichteten Großleinwand wird eine der erfolgreichsten Verfilmungen der Kinogeschichte gezeigt, während das Radiosymphonieorchester Pilsen die Filmmusik von John Williams live dazu spielt. Alle Fans können bei diesem multimedialen Event mitverfolgen, wie Harry Potters zweites Schuljahr beginnt.

U. a. mit alt-J, Milky Chance, Feist Österreichs erstes „Boutique Festival“ geht in die zweite Runde und hängt sogar noch einen Tag dran. Und bereits bei den ersten Ankündigungen wie alt-J (Foto), SOHN, Cigarettes After Sex, Nihils, Milky Chance oder Feist kommen Musik-Aficionados im Allgemeinen und Indie-Connaisseure im Speziellen aber sowas von mega auf ihre Kosten! Dazu kommt noch die wohl geilste Camping Atmosphäre in ganz Österreich – im Kirschengarten, im Nusswäldchen oder auf der Märchenwiese. Beachtet dazu unsere „Green“-Story auf Seite 32/33!

11. Jänner, Wiener Stadthalle (D)

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20. bis 22. Juli, Ottakringer Arena Wiesen

Fotos: Jutta Hasshoff-Nuhr (Dieter Nuhur), Udo Titz (Grafenegg), Hagar-Lotte Geyer (ViennaBluesSpring), Warner Bros (Harry Potter in Concert), Arcadia Live (Out Of The Woods)

Out Of The Woods


Schloss Grafenegg U. a. mit dem Tonkünstler-Orchester Neben einer Vielzahl an Momenten, in denen auf Grafenegg „Klang auf Kulisse trifft“, darf man sich insbesondere auf das Tonkünstler-Orchester freuen, das zum einen gemeinsam mit dem Charismatiker Tareg Nazmi und unterstützt vom Salzburger Bachchor die göttliche Vollkommenheit der „Jupiter“-Symphonie von Mozart erklingen wird lassen. Aber auch auf die fünfte Symphonie von Pjotr Iljitsch Tschaikowski darf man gespannt sein, wird sie von den Tonkünstlern durchaus eigen zum Klingen gebracht. April und Mai, Grafenegg Auditorium

Dieter Nuhr

Nur Nuhr „Nur Nuhr“: Selten gab ein Programmtitel so exakt wieder, was es auf der Bühne zu sehen gibt: Keine Pyrotechnik, keine Tänzerinnen, keine billigen Effekte. Ein Mann, ein Mikrofon. „Nuhr“ mit Worten bringt der Meister der entspannten Pointe sein Publikum an die Scherzgrenze und von dort aus in heitere Ekstase. Nuhr beweist, dass Multitasking möglich ist. Es wird gelacht und gedacht – gleichzeitig! Ist er der Lustigste unter den Kabarettisten oder der Schlaueste unter den Comedians? Diese Schubladen hat er schon längst hinter sich gelassen: Mit großer Freude verlässt Nuhr die ausgetrampelten Pfade der Ideologen. Seine Weltsicht ist eigenwillig, überraschend und immer abseits des Üblichen, dabei sauwitzig und extrem unterhaltsam.

11. bis 14. Mai, Salzburg, Linz, Graz und Wien

ViennaBluesSpring

bis Ende April, Wien (Reigen, Mozarthaus)

U. a. mit Miller Anderson Der dreizehnte ViennaBluesSpring zeigt, dass der Blues keine Alterserscheinung (mehr) ist: Denn sowohl in den USA als auch in England ist eine junge Generation am Drücker, die frischen Wind in die Szene bringt und damit auch – neues – Publikum findet. Dazu zählt Sari Schorr, der gerade die Insel in Wallungen bringt. Auch der RUF Blues Caravan ist 2017 höchst interessant besetzt und da darf ein Gitarren-Genie wie Eric Steckel auch nicht fehlen! Die heimische Szene ist u. a. mit der Kutschers Blues Band vertreten. Aber auch die Legenden kommen, zum Beispiel Woodstocker Miller Anderson.

IT’S ONLY WOERZ

Flash mob In den letzten Jahren findet man in den sozialen Netzwerken immer häufiger Aufnahmen von sogenannten „Flashmobs“, meist scheinbar spontane Menschenaufläufe auf öffentlichen Plätzen, bei denen für diesen Ort ungewöhnliche Aktionen gesetzt werden. Klassische Orchester spielen in Fußgängerzonen, es wird an Stränden, in Bahnhofshallen, sogar in Gefängnissen getanzt und in öffentlichen Verkehrsmitteln gesungen und gerappt. Die ursprüngliche Idee war, überraschende Unterhaltung zum reinen Gaudium zu präsentieren. Mehr und mehr gibt es nun auch professionell durchgeführte Flashmobs, die politischen oder werblichen Hintergrund haben. Sogenannte Smart Mobs. Vor einigen Jahren war auch ich in einen Mini-Flashmob involviert. Zur Freude der Fahrgäste sollte unsere A-cappella-Band in einem Straßenbahnwaggon der Wiener Linien fröhliche Liedlein trällern und die Menschen zum Mitmachen animieren. Grundsätzlich eine hübsche Idee und phasenweise gelang das auch. Vor allem in den Haltestationen. Denn der Lärm der fahrenden und ruckelnden Straßenbahn war so laut, dass wir kaum eine Chance hatten, uns ohne Verstärkung Gehör zu verschaffen. Dabei, ich schwöre, waren wir sehr stimmgewaltig. Und nein, davon gibt es kein Filmchen. Schade eigentlich. Mehr Flashmobs braucht das Land! Wie wäre es mit einem Überraschungstänzchen oder -ständchen beim Auftritt eures Lieblingskünstlers?

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Sweet Intimacy D

er Surfmusik-Pionier Dick Dale hat es auf den Punkt gebracht. „Musik ist Sex. Wenn man sie in gewisser Weise spielt, ist sie eine lustvolle Antriebsart, die Menschen auf Touren bringt.“ Wer kennt die Situation nicht? Man ist mitten in der Pubertät, die Hormone spielen verrückt und plötzlich ist es so weit. Heute Abend, ja da wird’s was. Doch wie soll man das peinliche Schweigen und die beidseitige Unsicherheit vor dem ersten Sex ablegen?

termine Der Tiger Tom Jones faucht am 1. August am Linzer Domplatz. Marvin Gaye spielt es im Rahmen von „Gentlemen of Soul“ bei der Ladies-only-Night in der Wiener Eden Bar am 27. April und 1. Juni. Hansi Hinterseer verdreht auch 2017 und 2018 gemeinsam mit seinem Tiroler Echo wieder die Köpfe, so unter anderem in Wiener Neustadt und Wien, Dornbirn, Salzburg, Linz und St. Pölten. Tja, und Die Lochis spielen am 19. Mai in der Wiener Ottakringer Brauerei und sind tatsächlich schon ausverkauft, für tags zuvor in München sind noch Tickets vorhanden! Für Podersdorf (10. Juni) sind ebenfalls noch Karten verfügbar! Im Mai veröffentlichen Blondie ihr 11. Studioalbum „Pollinator“, ein dazugehöriger Livetermin steht leider noch aus. Ebenfalls warten wir noch auf einen etwaigen Livetermine von The Rolling Stones („Blue & Lonesome“), mit dem Ticketalarm auf oeticket.com werden Sie rechtzeitig über Neuigkeiten informiert!

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Natürlich mit Musik, denn die entschärft jede noch so prekäre Lage. Es ist mittlerweile auch wissenschaftlich bewiesen, dass Musik die Endorphine freisetzt und diese Glückshormone den Spaß im Bett verstärken. Egal ob das die leidigen „Bravo Sommerhits“ sind, der fauchende Tiger Tom Jones oder doch die Highspeed-Variante Heavy Metal für die härteren Kaliber. Das Frühstücksproblem Der Faktor Musik ist beim Zusammensein von Menschen fast gleich wichtig wie das Visuelle und Olfaktorische. Unzählige Beziehungen zerbrechen ganz profan daran, dass man sich Sonntagvormittag am Frühstückstisch nicht darauf einigen kann, den Tag mit den Rolling Stones oder doch lieber Michael Jackson einzuleiten. Wie bei der Optik liegt auch in der Musik die Attraktivität ganz im Auge des Betrachters. Dieses Dilemma wurde filmisch des Öfteren umgesetzt. So erleben Deacon und Kelly in der beliebten Comedy-Erfolgsserie „King Of Queens“ zu den Klängen von Marvin Gayes „Let’s Get It On“ ein prickelndes Betterlebnis nach dem anderen, während die Hauptprotagonisten Doug und Carrie neidvoll daran

zerbrechen. Überhaupt gilt Marvin Gaye als Blaupause des erotisierenden Musikers – zu seinem Klassiker „Sexual Healing“ haben unzählige Paare und Turteltauben ihre ganz speziellen Erinnerungen. Gemeinhin gilt: Musiker haben es bei Frauen leichter als alle anderen. Die Götzenhuldigung nahm vor allem in den dekadenten 80er-Jahren biblische Ausmaße an. Wenn die spandexhosentragenden, mit dosenweise Haarspray auftoupierten Glam-Metal-Helden von Mötley Crüe über Poison bis

Fotos: Barracuda Music, Mayk Azzato, Hersteller

Musik und Erotik unterliegen einer unzertrennlichen Verbindung. Nicht nur Popstars selbst, sondern auch ihre Bewegungen, Verhaltensweisen und Songs werden seit dem Aufkommen des Rock ’n’ Roll mit Sex konnotiert. Dass man Musiker aus der Unterhaltungsbranche so anziehend findet, ist keine Frage des Alters … TEXT: ROBERT FRÖWEIN


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Die lebende Legende Tom Jones Nicht nur Carlton Banks in der Serie „Der Prinz von Bel Air“ (an der Seite von Superstar Will Smith) war von Tom Jones eingenommen: Die Sexyness seiner Bewegungen und seiner Stimme betört generationenübergreifend.

hin zu Whitesnake lasziv in Kameras hauchten und auf der Bühne erotische Spagate vollführten, dann fuhr der holden Weiblichkeit ein angenehm kalter Schauer über den ganzen Körper. Mehr als je zuvor sorgte ausgerechnet das Jahrzehnt der optischen Geschlechtsvermischung endgültig für die Sexualisierung der Musikbranche. Ein gutes Jahrzehnt nach der freien Lie-

be und LSD-umwehter Hippie-Orgien holte sich die Musik den Sex zurück. Sänger, Schlagzeuger, Gitarristen – selbst die stiefmütterlich behandelten Bassisten – fördern die Libido von Mann und Frau. Phallussymbol Instrument Der französische Sozialpsychologe Nicolas Guéguen hat einst einen gut aussehenden 20-Jährigen für eine Studie an einem Samstagnachmittag auf die Straße geschickt, um Frauen anzu-

sprechen – und das in drei Variationen. Als der junge Mann mit Sporttasche dort stand, übergaben ihm neun Prozent aller angesprochenen Frauen ihre Telefonnummer. Gänzlich ohne Accessoire stieg die Quote auf 14 Prozent, doch mit Gitarrenkoffer bewaffnet rückten 31 Prozent aller befragten Frauen ihre Kontaktdaten heraus. Für den Psychologen ist dieses Ergebnis begründbar: Die Frauen konnten das Instrument entweder direkt mit guten Genen und Fruchtbarkeit in Verbindung bringen oder mit beliebten Persönlichkeitseigenschaften wie Feinfühligkeit, Fleiß und Intelligenz. Wer denn ausgerechnet warum sexy ist, das liegt natürlich an vielen Komponenten. Nicht immer ist das äußere Erscheinungsbild entscheidend, vor allem die Damenwelt sieht bei Männern bekanntermaßen gerne über die äußere Fassade hinweg, wenn der Inhalt der Verpackung stimmt. Die berühmte Mischung muss stimmen. Charisma, Stimmtimbre, richtig eingesetzte Bewegungen und ein durchdringender Blick gehören zu den Hauptingredienzen, um in die Champions League der erotischen Sänger aufzusteigen. Davon gibt es ausreichend Beispiele aus den unterschiedlichsten Genres. Tom Jones etwa, der walisische Tiger, der nicht zuletzt mit „Sex Bomb“ zur Ikone männlicher Erotik im Musikgeschäft aufstieg und auch noch im stolzen Alter von über 70 Abend für Abend Unterwäsche einsammeln kann.

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Attraktiver Spätherbst Ebenjene flattert noch zahlreichen weiteren „Althasen“ der Branche frivol entgegen. Jon Bon Jovi etwa hat auch in Würde ergraut nichts von seiner Wirkung auf das weibliche Geschlecht eingebüßt, Led-Zeppelin-Legende Robert Plant – mit fast derselben Lockenpracht wie in den 70ern ausgestattet – wird bei Auftritten mit hingebungsvollen Blicken bedacht und Mick Jagger, dieser Rock-Dinosaurier im Körper eines 17-jährigen Knaben, dient als Vorbild für grenzenlose Fitness im Lebensspätherbst. Die altbekannte Schlussfolgerung, Männer würden wie Wein im Alter reifen und attraktiver werden, trifft nicht nur auf George Clooney oder Brad Pitt, sondern auch auf eine ganze Wagenladung kultisch verehrter Musiker zu. Für den Großteil der Männerwelt ist das optisch-künstlerische Gesamtpaket eher nebensächlich. Es muss zwar nicht immer Brachialerotik der Marke Miley Cyrus sein, aber ein tief gezogener Kostümausschnitt à la Katy Perry oder das glamouröse Zuschaustellen von Haut wie bei Taylor Swift übertönt doch meist die musikalischen Fähigkeiten einer Goldstimme wie jener von Adele, die sich ganz bewusst auf ihr herausragendes Talent beruft. Dass Erotik aber auch in der Damenwelt kein Alter kennt, beweist unter anderem Blondie-Frontfrau Deborah Harry, die mit 72 nicht nur immer noch dick im Geschäft ist, sondern auch einen Stil-Award nach dem anderen abräumt und gängige Klischees Lügen straft. Die Blumenroute Erotik und Sex-Appeal sind in jeder Form subjektiv. So bleibt mir bis heute in unvergesslicher Erinnerung, wie

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Wir verlosen je drei aktuelle CDs von den Rolling Stones und Blondie, von Blondie zudem eine signierte 7‘‘. Außerdem gibt es 3x2 Stehplätze für Die Lochis in Podersdorf zu gewinnen! Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Hansi Hinterseer bei einem ausverkauften Konzert einst in der Wiener Stadthalle gerade einmal zweieinhalb Songs singen konnte, bis eine betagte, auf Krücken gehende Dame schlussendlich den Bühnenrand erreichte, um ihr fellbeschuhtes Idol mit einem Strauß Blumen zu beschenken. Und ja, auch ich verliebte mich in jungen Jahren tödlich in Victoria „Posh Spice“ Adams, die meinen Hormonhaushalt weniger durch ihre Musik, sondern mehr durch ihre Postertauglichkeit durcheinanderbrachte. Man kann sich ausmalen, welch inneres Erdbeben ihre Hochzeit mit Profifußballer David Beckham verursachte, der zufälligerweise als männliches Kindheitsidol herhalten musste.

Insofern gibt es quer durch alle Altersgruppen gerechnet gar keine so markanten Unterschiede. Erlaubt ist, was gefällt und in gewisser Weise berührt. Ob das nun der knabenhafte Charme der YouTube-Superstars Die Lochis oder die kühle Ästhetik der isländischen Pop-Elfe Björk ist – Sex-Appeal lässt sich nicht mit einer allgemeingültigen Formel herausrechnen. Der kleinste gemeinsame Nenner für puren Sex in der Musik ist der legendäre Song „Je t’aime … moi non plus“. Das freche Gestöhne von Serge Gainsbourg und Jane Birkin passte Ende der 60er-Jahre perfekt in die Zeit von aufkommenden Softpornos und der freien Liebe. Musik kann oft eben doch purer Sex sein – in diesem Fall seit exakt 50 Jahren.


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SAVE THE DATE 16. & 17. September 2017 Wiener Freudenau DAS Pferdesportevent kommt zurück in die Wiener Freudenau: VIENNA ASCOT – Wiener Tradition wird neu erweckt! Freuen Sie sich auf ein Wochenende mit spannenden Galopprennen, eleganten Hüten, feiner Kulinarik, vielseitiger Unterhaltung und einem speziellen Programm für die Kleinen.


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HITS AUS DEM C

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Auflage des ren die zweite am geilen tie en äs pr oked Juli Camo & Kro zwischen 29. Juni und 1. s Nu Forms, da abgehalten wird. de Wiesen-Gelän es am s dem PC gibt zumindest au ieau, am Lake Festival, er od SB U vom r Kr Mehr Musik in der Wiene arzlsee gastiert, natürlich avid Guetta r! 29. Juli bei D . und 12. August am Schw . Pölten und vielen meh 10 Z St das zwischen ol am 25. Oktober im VA tr beim Beatpa

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Camo & Krooked Reinhard Rietsch und Markus Wagner begannen 2002 solo, ihre ersten Songs zu produzieren. 2007 schlossen sie sich zum Duo zusammen.

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Sie sprechen von Emulationen und Randomizern, trotzdem geht es um Musik. Sie nennen es Konzert, wenn der Star-DJ bloß mit drei USB-Sticks zum Auftritt anreist. Lösen DJs und Producer den altbekannten Musiker ab? Camo & Krooked erklären es uns. TEXT: ALEXANDER HAIDE


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Fotos: Thomas Unterberger, OpticalEngineers, Hersteller

it 15 Dienstjahren sind der 33-jährige Reinhard „Camo“ Rietsch und der 27-jährige Markus „Krooked“ Wagner bereits alte Hasen im Elektronik-Geschäft. Von Drum-’n’-Bass-Wurzeln ausgehend, mixen die beiden alles, was ihnen an elektronischer Musik in die Hände kommt, von House bis Dubstep. Die Tunes sind nicht nur von ihren Alben – zuletzt „Zeitgeist“ (2013) – bekannt, sondern auch von Computergames wie „Gran Turismo“ und „Fifa Street“. Demnächst erscheint neues Hörfutter von Camo & Krooked. Wann und weshalb habt ihr euch für Turntable, Computer & Co. als Instrumente entschieden? Stand niemals eine Vorliebe für ein klassisches Instrument im Vordergrund? Da wir beide in unserer Jugend kein klassisches musikalisches Training gehabt haben und das Produzieren am Computer eher spielerisch begonnen hat, haben wir uns autodidaktisch unser Wissen angereichert und lieben es, mit dem Rechner nicht nur ein, sondern beinahe jegliche Instrumente spielen oder zumindest emulieren zu können. Mit dem Spielen von Synthesizern bekommt man dann nach und nach ein Gefühl für die Klaviatur. Einige Gitarren werden selbst eingespielt, da wir ja schon sehr auf organische Elemente stehen. Sind elektronische Instrumente ein vollwertiger Ersatz für akustisch-elektrische? Vollwertig eventuell nicht, jedoch entwickelt sich die Qualität der Emulationen

rasant und übersteigt meist sogar ein Home-Recording bei Weitem. Man kann Artikulationen, Swells, Randomizer und viele weitere Details nach Belieben einstellen, die Möglichkeiten, seine Idee exakt umzusetzen, sind groß. Man würde sich wundern, wenn man wüsste, wie viel Musik, die man als vom Menschen eingespielt hält, am Computer kreiert worden ist. Drumkits, volle Streichersektionen, Gitarren, seltene Bläserinstrumente: Alles kann mit dem Computer relativ originalgetreu reproduziert werden. Wäre es sinnvoll für DJs und Producer, auch „echte“ Instrumente zu beherrschen beziehungsweise Noten schreiben und lesen zu können? Es ist sehr sinnvoll, da man, um Instrumente zu rekreieren, diese oder zumindest deren Spielweise erst kennen muss, um es real klingen zu lassen. Des Weiteren ist die Harmonielehre natürlich von großer Wichtigkeit. Auch beim Auflegen, um von der Tonlage passende Mixes zu finden, die stimmig sind. Wie ist eure Herangehensweise bei neuen Tracks? Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal beginnt man mit dem Bauen eines Drum Breaks, manchmal mit einer emotionalen Melodie oder mit einem abstrakten Rhythmus. Sogar auf einer eigens komponierten Vokal-Idee haben wir schon Tracks gebastelt. Bei Tunes, die uns sehr gut gefallen, versuchen wir herauszufinden, weshalb sie uns so faszinieren, um diese gesammelten Erkenntnisse dann mit unserem eigenen Stil zu verbinden.

MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Timber Timbre – Sincerly, Future Pollution Unterschwellig bedrohlich fließen hier dunkle Kontemplationen über klaustrophobische Lynch-Loops.

Black Magic Six – Choose Death Schummriger Fuzz, bisschen HorrorPunk und eine Portion Titty Twister: So klingt „Brutal Blues“ aus Finnland!

Chaplin – Wenn uns morgen keiner weckt Berlin einmal nicht blasiert, sondern verzweifelt-komisch in wohligem Klangkokon. Eine Gainsbourg-Replik?

The Moonlandingz – Interplanetary Class Classics Anarchistische Schergen zelebrieren mit wirbelnden Synths, Geheul & Gestampf ein Avantgarde-Inferno.

Lake – Forever Or Never Wenn der Humanismus zumindest akustisch wieder Einzug in die feindselige Welt hält: Klingt, wie Bob Ross malt.

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das nu forms Mit rund 6.000 BesucherInnen legte das Nu Forms 2016 eine gelungene Premiere hin. Auch bei der von Camo & Krooked präsentierten zweiten Auflage kann man sich auf einiges einstellen, wie Krooked für uns zusammenfasst: „Unser Ziel war es, als Mitkuratoren des Nu Forms ein ausgewogenes Line-up zu gestalten, das alle Facetten und Generationen des Drum-’n’-BassGenres widerspiegelt und respektiert. Wir haben unsere langjährige Erfahrung und direkten Kontakte mit der gesamten Event- und Artistszene genutzt, um diesbezüglich keine Wünsche mehr offen zu lassen. Wir freuen uns nun auf die zweite Edition – welche mit unserer Liebe zum Detail und dem Händchen für kreative Bookings mit Sicherheit noch eines draufsetzen kann.“ Nebst der Musik von dutzenden Acts und DJs von Aziz bis Wilkinson feat. MC Adapt kommen die Visuals nicht zu kurz, diese liefern 4youreye. Workshops und Wettbewerbe sorgen für Action abseits der Stages.

Was macht elektronische Musik für euch spannender als die altbackene Studioarbeit? Wir finden beides sehr interessant. Der große Vorteil von elektronischer Musik ist jedoch, dass man mit wenigen Mausklicks aufwendige Studiosetups emulieren kann. Zugleich ist es möglich, mit mikroskopischer Präzision Sounds so klar definieren zu können, sodass die Klangqualität auf ein höheres Level gehoben wird. In den vergangenen Jahren haben einige DJs und Producer den klassischen Popstar überholt, was Erfolg, Verkäufe und Gagen betrifft. Ist das gerechtfertigt? Das ist unterschiedlich. Es gibt geniale elektronische Produzenten, die ihren Platz im Rampenlicht sehr wohl verdient haben. Und andere, die Tracks wie Fast Food herstellen und bei denen Musik eher ein Konsumgut als eine Kunstform ist.

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GEWINN SPIEL

Das Scratchen, Wir verlosen 2 × 2 „Family & Friends“-VIP Tickets das heute für das Nu Forms. Mit dem käuflich nicht zu erwerbenden VIP-Pass erhalten Wiesen durch den BesucherInnen Zutritt zu unserem exklusiven „Family & Friends“-Bereich mit bestem Blick auf die Hauptbühne. Ebenso zur Verfügung steht ihnen ein Begriff Turngemütlicher Rückzugsbereich mit ausreichend Sitzmöglichkeiten sowie separate tablism mehr Sanitäranlagen. An einer eigenen Getränke- und Snackbar werden ohne lange Wartezeiten besondere kulinarische Schmankerl angeboten. Gewicht beNeben einem gesonderten Zugang ohne langes Anstellen sind kam, kommt eigene Parkplätze ein weiteres Zuckerl. Zudem steht allen Balcony-Pass-BesitzerInnen während des gesamten auch zurück. Festivalbesuchs das Wiesen-WLAN kostenlos zur Verfügung. Einem komfortablen Festivalaufenthalt mit allerlei Ist das bloß zusätzlichen Annehmlichkeiten steht also eine nostalgische nichts mehr im Weg. Phase oder gehört dem Mehr Infos und Teilnahmebedinungen Mix aus Elektronik und auf ticketmagazin.com! Vinyl die Zukunft? Vinyl wird mehr und mehr zum Collectors-Item. Wir respektieren DJs, die noch mit Vinyl spielen, und finden – besonders wenn alte Tunes gespielt wer- Wenn ich mir eure Diskografie den – den Nostalgiewert sehr hoch. Die anschaue – ist ein neuer Longplayer Zukunft gehört dennoch definitiv den nicht längst überfällig? digitalen Medien. Die meisten DJs kreu- Ja und das wird im Mai mit unserem zen nur noch mit drei USB Sticks und vierten Album auch gebührend nachgeeinem Kopfhörer auf, können damit holt. Auf den Release freuen wir uns aber mehr machen als mit einer Wa- schon sehr und hoffen, dass es den Leuten genauso gut gefällt wie uns! genladung Vinyl.


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Working Class Deep Purple feiern kommendes Jahr 50 Jahre Bandbestehen und gehen mit ihrem bandneuen Studioalbum „Infinite“ nun auf große Europatournee. Gemeinsam mit Sänger Ian Gillan blicken wir auf eine einzigartige Karriere zurück. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

GEWINN SPIEL Wir verlosen drei CDs „Infinite“ Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

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Floyd oder The Who fanden, funktionierten die Musiker aus dem beschaulichen Städtchen Hertford im Kollektiv – und das hat sich bis heute nicht geändert. Musik-Konglomerat „In erster Linie sind wir eine Instrumentalband, bei der ich im Hintergrund sitze, Tee trinke und den Jungs beim Jammen zusehe“, lacht Sänger Ian Gillan im Gespräch, „es ist auch für mich nach so vielen Jahren noch immer eine Riesenfreude, im Studio zu sitzen und diesen

Genies beim Kreieren von Musik zusehen zu können.“ Exakt dieses Zusammenspiel, die Magie eines musikalischen Konglomerats und der nahezu völlige Verzicht von Selbstbeweihräucherung hat Deep Purple über die Jahre in die Champions League der Kult-Rockbands gespült. Mitte der 70er-Jahre, kurz vor der temporären achtjährigen Zwischenpause der Band, herrschte mit David Coverdale, Glenn Hughes und Tommy Bolin zwar für drei Alben die „glamouröse Phase“, doch den beiden Motoren der Band, Keyboarder Jon Lord und Drummer Ian Paice, war

Foto: earMUSIC / Jim Rakete

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s ist einfach, ein Deep Purple-Album aufzulegen und zu sagen, dass es fantastisch klingt. Aber warum ist dem so? Ein Teil davon fußt auf dem individuellen Können der Bandmitglieder, aber was sie wirklich magisch macht, ist ihr Zusammenspiel als Band.“ Wie für so viele Musiker nach ihnen, waren die britischen Hard-Rock-Pioniere Deep Purple auch für Aerosmith-Gitarrist Joe Perry die ideale Blaupause für das eigene Wirken. Im Gegensatz zu eitlen und exzentrischen Rockgockeln, die sich damals in Bands wie Led Zeppelin, Pink


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schnell klar, dass nur die Working-ClassMentalität als geradlinig und echt verkauft werden konnte. Die wirklich großen Klassiker, die fanden sowieso mit dem raubeinigen Ian Gillan am Mikrofon statt. Das verspielt rockende „Highway Star“, die Gesangs-Überdrüber-Nummer „Child In Time“ oder „Smoke On The Water“, dieses Riffgeschwader, das seit mittlerweile 45 Jahren jedem Junggitarristen den Weg in die weite Welt der Musik ebnet, sind samt und sonders Klassiker der legendären Mark-IIa-Besetzung, die von 1969 bis 1973 nicht nur die besten Alben der Bandgeschichte zeitigten, sondern Deep Purple auch den immerwährenden Ruf der hart arbeitenden Rocker von nebenan bescherte. Dass Gitarrengenie Ritchie Blackmore mit seinem exaltiert-angriffigen Gehabe nicht ganz zum Rest der bodenständigen Band passte, änderte nichts an der mannschaftlichen Geschlossenheit, die einst im knappen Jahresrhythmus für legendäre Veröffentlichungen sorgte. Keine Kompromisse „Wir haben niemals Zugeständnisse nach außen gemacht“, erinnert sich Gillan zurück, „weder wollten wir die Erwartungen der Plattenfirma noch die der Fans befriedigen. Wir weigerten uns auch lange, im TV aufzutreten, was unser Management wahnsinnig machte, aber im Endeffekt war es immer nur wichtig, dass wir selbst mit unserer Musik glücklich sein würden.“ Eine Band wie Deep Purple war in den 70er-Jahren, Dekaden vor dem Durchbruch des Internets, noch nicht einfach greifbar. Hysterie und Begeisterung mit den Stars von heute können zwar durchaus verglichen werden, doch damals umschwebte die Künstler noch die geheimnisvolle Aura des Mysteriösen, schwer Fassbaren. Darüber, dass man ab 1968 gemeinsam mit Bands wie Uriah Heep, Nazareth oder Led Zeppelin den gesamten Hard-

rock prägte, wird innerhalb von Deep Purple aber nicht gesprochen. „Ich kann mich noch gut an eine Show von uns in den Neunzigern in Warschau erinnern“, denkt Gillan zurück, „wir waren eine Nacht vor dem Gig an der Hotelbar und redeten über unsere Hunde, Familien, die neuen Autos und was mit dem jeweiligen Lieblingsfußballklub gerade passiert. Wir haben dabei nicht ein einziges Wort über die Band verloren. Am nächsten Abend gingen wir gemeinsam auf die Bühne und verrichteten unseren Job mit großer Leidenschaft.“ Dass man als Inspirationsquelle für eine ganze Vielzahl an Bands gilt, schmettert Gillan schnell ab: „Ich finde, dass unser Einfluss oft überbewertet wird, auch wenn es schön ist, inspirieren zu können.“ Der Sänger räumt aber auch mit der von Fans oft und gerne überzeichneten Bandromantik auf. „Wir sind keine Freunde“, lacht er, relativiert aber schnell, „wenn du ungefähr neun Monate im Jahr unterwegs bist und dabei oft in fünf verschiedenen Städten pro Woche auftrittst, dann bist du nach einer Tour darüber froh, die anderen mal eine Zeit lang nicht zu sehen. Wir sind eine musikalische Familie, die auf Tour echte Brüder sind. Am Ende sind wir aber durchaus froh, wenn wir uns alle auch mal den Rücken zudrehen können.“ Perfekte Mischung Die gegenwärtige Reinkarnation von Deep Purple ist die beständigste. Nach dem tragischen Tod von Keyboarder und Bandgründer Jon Lord im Jahre 2012 ist Nachfolger Don Airey mit 15 Jahren Bandzugehörigkeit das Kücken im verspielten Bandstall. „Wir sind so stabil und sicher wie nie zuvor. So viel Spaß wie derzeit hatten wir maximal in der Frühzeit der Band, bevor wir 1973 das erste Mal auseinanderbröselten.“ Das Ergebnis daraus ist das 20. Studioalbum „Infinite“, auf dem sich die Band geschlossen und ein-

heitlich auf ihre Stärken besinnt und zwischen zahlreichen Gitarren- und Keyboard-Soli auch nicht auf schmissiges Blues-Songwriting vergisst. „Eigentlich funktionieren wir seit den Anfangstagen gleich, die Wurzeln haben sich nicht verändert. Jon Lord/Don Airey und Ian Paice bringen Jazz, den Big-Band-Swing und orchestrale Arrangements, Roger Glover sogt für den Folk und ich steuere Rock ’n’ Roll und Blues bei.“ Das Ergebnis daraus ist alles andere als ein fades Altherrenwerk, sondern zeigt Deep Purple kurz vor dem 50. Bandgeburtstag einmal mehr im Vollbesitz ihrer Kräfte. Dass man im Zuge der „Long Goodbye Tour“ trotzdem merklich kürzer tritt, argumentiert Gillan mit der steigenden Lebensqualität. „Wir sind zwar alle fit und voller Energie, aber natürlich klopfen wir alle langsam an die Tür unseres Lebenswinters. Ich persönlich sage aber auch offen und ehrlich, dass mir ein Ende der Purple-Touraktivitäten schwerfällt. In den letzten Jahren erlitten wir alle die eine oder andere Erkrankung, die aus dem Stress und der harten Arbeit resultiert. Wir lieben die Band, wollen aber auch noch längere Zeit weiterleben.“ Kein Sex mit dem Ex Das Integrieren von Ex-Mitgliedern wie Blackmore oder Coverdale zum Fünfziger der Band ist für Gillan kein Thema. „Die Band, die jetzt spielt, hält uns am Leben. Alles andere wäre wie ein Zirkus. Ein schlechter Abschied, der nicht progressiv wäre, wie man es von unserer Band gewohnt ist. Würde ich mich dauernd mit meiner Exfrau treffen, wäre das doch auch seltsam.“

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eroritischen H iern die b dthalle (D) fe le a d n a Sta e Sk Ganz ohn ai in der Wiener März ist der it .M en am 17 oodbye“, bereits se in den Kinos G “ „The Long om Here To Infinite Fr Kinofilm „ ! n e h se zu

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Weibliche Macht 1

Fotos: MAU Company

995 gründete der samoanische Choreograf, Theaterregisseur, Bühnenbildner und Künstler Lemi Ponifasio in Auckland, Neuseeland, seine Compagnie MAU und arbeitet seitdem mit Communitys sowie KünstlerInnenn aus aller Welt zusammen. Ursprünglich Name der samoanischen Unabhängigkeitsbewegung, bedeutet MAU frei übersetzt die Deklaration einer Wahrheit oder eines Standpunkts. Ponifasios Arbeiten sind radikal, unverwechselbar und lassen sich nicht in konventionelle Schubladen einordnen. Er arbeitet mit einer strengen Ästhetik, die einen entschleunigten Rhythmus beinhaltet und so das moderne Individuum nach anderen Bewusstseinsdimensionen ausrichtet – es entsteht ein intuitiver Raum aus Sound, Licht und Dunkel. 2016 war Lemi Ponifasio Botschafter des Welttanztages, der 1982 vom ITI UNESCO (internationales Theater Institut) ins Leben gerufen wurde und immer am 29. April gefeiert wird.

Das Festspielhaus St. Pölten zeigt wieder eine spannende Uraufführung: „Standing in Time“, eine Arbeit des radikalen samoanischen Choreografen Lemi Ponifasio. TEXT: PAUL M. DELAVOS

Weibliche Macht, Weisheit und Schönheit Seit über 20 Jahren ist der Choreograf Lemi Ponifasio international tätig – seine neueste Kreation „Standing in Time“ kommt nun im Festspielhaus St. Pölten zur Uraufführung.

Eine alte Legende 15 Maori-Frauen – MAU Wahine – bringen in zeremoniellen Prozessionen und mit traditionellen Maori-Musiken und -Liedern Prophezeiungen sowie Wünsche zum Ausdruck. In Klagegesängen, in Texten des Protests mit Worten der Sehnsucht zelebrieren sie weibliche Macht, Weisheit und Schönheit als theatralische Offenbarung. Ponifasio selbst bezeichnet „Standing in Time“ als Oper, deren Ursprung die MaoriLegende über die „Große Göttin der Nacht“, Hine Nui Te Po, bildet. Hine Nui Te Po ist eine betrogene und misshandelte Frau, die vor ihrem ausweglosen Schicksal in die Unterwelt flieht, um dort die menschlichen Seelen nach ihrem Tod in Empfang zu nehmen.

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!ticket highlights

Die Teddy Show Ds passiert alles in dein Birne Als Comedian, Schauspieler und Entertainer zeigt Teddy auch in seiner neuen Show eine einzigartige Mischung aus Comedy, Musik und Tanz. Mit dabei sind die von ihm erschaffenen Figuren Ernst Riedler, Percy, Lohan Cohan, Carlos und natürlich Antoine. 27. Mai, Wiener Stadthalle (F) & 28. Mai Salzburgarena

Solo Frank Turner spielte sein bisher größtes Solokonzert vor 12.000 Fans in der Londoner Wembley Arena, gemeinsam mit Paul McCartney, Snow Patrol und Duran Duran eröffnete er die Olympischen Sommerspiele in London. Traumhafte Etappenziele für einen Typen, der seine Karriere einst als Sänger der HardcoreBand Million Dead begann und nun, nach mehr als 300.000 verkauften Alben, Auftritten von Jimmy Kimmel bis Conan O’Brien und mehr als 1.300 Konzerten in den Pubs, Clubs und Arenen der Welt, zu einem der erfolgreichsten Singer-Songwriter der Neuzeit wurde.

3. bis 9. April, Linz, Salzburg, Innsbruck und Dornbirn

StadtLand Caro, bekennende Großstädterin, wirft sich mit dem Landei Gudrun Fiaker-fahrend in den Beton-Dschungel. Dort begegnen und besingen sie allerlei Gestalten, die man in U-Bahn, Prater oder beim Würstelstand eben so trifft. Und weil es so schön war, wird auch noch das Land unsicher gemacht – Gudruns Heimat. Von wegen da gibt’s „ka Sünd’“: Feuerwehrfeste, Fensterln und Nächte in Scheunen belehren Caro eines Besseren … laufend in ganz Österreich

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Not Enough Whiskey In Europe Seit mehr als 30 Jahren ist Sutherland bereits als Schauspieler aktiv („24“, „Die Jury“, „Die drei Musketiere“, „Twink Peaks“, „Stand By Me“, „Melancholia“. Bis dato ist er jedoch kaum als Musiker in Erscheinung getreten: 2015 spielte der Kanadier seinem Freund und Labelbetreiber Jude Cole 2 eigene Songs vor, die er eigentlich als Demos für andere Künstler aufnehmen wollte. Cole war allerdings so angetan, dass er Kiefer vorschlug, selbst bei der Musik zu bleiben … Das Ergebnis: „Down In A Hole“. 10. Juni, WUK

Kiefer Sutherland

Fotos: GEPA-pictures.com (ÖFB), Julia Wesely (Kernölamazonen), Rockhouse (Frank Turner), Arcadia Live (Kiefer Sutherland), Adrian Draschoff/Alex Sturm (Die Teddy Show)

Frank Turner

Kernölamazonen


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ÖFB Nationalteam Team 12. Mann Werden Sie Teil des „Team 12. Mann“ und erleben Sie eines der Qualifikationsoder Freundschaftsspiele des österreichischen Fußball-Nationalteams in einem exklusiven Bereich. Das Ticket bietet Ihnen ein Fußballerlebnis auf tollen Plätzen im Stadion und einen gemütlichen Business Club mit „Biergarten-Charakter“. Sie haben freie Sitzplatzwahl und eine kleine, aber feine Auswahl an österreichischer Hausmannskost sowie Getränken rundet dieses Fußballerlebnis ab. Das Stadion betreten Sie über einen eigenen Zugang im Sektor E ohne lange Wartezeiten. Genießen Sie ein Spiel des Nationalteams mit Freunden, Geschäftspartnern oder Mitarbeitern in einer ungezwungenen Atmosphäre! Info und Anfrage unter vip@oefb.at bzw. telefonisch unter +43 1 4401100.

Fotos: GEPA-pictures.com (ÖFB), Julia Wesely (Kernölamazonen), Rockhouse (Frank Turner), Arcadia Live (Kiefer Sutherland), Adrian Draschoff/Alex Sturm (Die Teddy Show)

5. September, Österreich gegen Georgien um 20.45 Uhr

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Kein Workaholic Mit zunehmendem Alter scheint Erwin Steinhauer omnipräsent: Gerade war er noch im monumentalen Dreiteiler „Maximilian“ zu sehen, schon ist er wieder mit vier Projekten auf Tournee und plant die nächsten Filme.

Erwin Steinhauer Mit präziser Schauspielkunst und begleitet von brillanten Musikern kredenzt der Schauspieler einige wundervolle Abende.

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Foto: Miriam Reither

TEXT: ALEXANDER HAIDE


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as hat nichts mit Workaholic zu tun, weigert sich Erwin Steinhauer, 65, im Interview zu bekennen, vielmehr geht es ihm um die Abwechslung. Außerdem: „Ich hab’ jetzt bis zum März drei Monate nichts gemacht, außer mich für das kommende Projekt vorzubereiten, auf ,Flieger, grüß mir die Sonne‘ von H.C. Artmann. Ich hab’ viel gelesen“. Der Schauspieler und Kabarettist gibt sich extrem entspannt, „Wirklichen Stress hatte ich gar nicht, keine Drehtage. Ich habe mich der Familie gewidmet, meinen Söhnen. Es ist ruhig.“ Für jeden anderen wäre es nur die Ruhe vor dem Sturm, für Steinhauer ist die Masse der anstehenden unterschiedlichsten Live-Termine bloß ein laues Lüfterl. Bereits Ende März geht er mit Erwin Steinhauer & Seine Lieben auf Tournee. „,Flieger, grüß mir die Sonne‘ ist ein aktueller literarischer Text von H.C. Artmann, mit dem wir ein Hörbuch produziert hatten. Dieses Hörbuch bringen wir jetzt auf die Bühne“, umreißt er sein aktuelles Projekt. Das Konzept ist nicht neu, bereits vor einigen Jahren hat es sich bei „Dracula, Dracula“, ebenfalls von H.C. Artmann, bewährt. Auch damals wurde aus dem Hörbuch ein Artmann-Live-Abend. Kurz vor seinem Tod hatte sich der geniale Wiener Schriftsteller von Steinhauer noch gewünscht, dass

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empfiehlt

Gemeinsam mit „Seinen Lieben“ gibt es das Musikprogramm „Flieger, grüß mir die Sonne“ unter anderem am 1. April in der St. Pöltner Bühne im Hof und am 28. April im Wiener Konzerthaus. Musikalisch wird es auch bei „Das Glück is a Vogerl“ mit den OÖ Concert-Schrammeln am 21. Mai in Linzer Brucknerhaus und mit klezmer reloaded extended, u. a. im Theater Akzent Ende September. „Jingle Bells“ heißt es Ende November auch von Fernitz bis Wien, und am 2. Juli gibt es in Stainz gemeinsam mit Fritz Schindlecker noch „Die österreichische Psycherl-Analyse“.

er genau diesen Text interpretieren sollte: Die Geschichte eines Hochstaplers, der Zeuge eines Schiffsunfalls an der Küste wird … Abwechslungsreichtum Zur Abwechslung – und da sind wir beim Hauptmotiv Steinhauers, der sich nicht mit einem Projekt begnügt – singt er alte Wiener- und Heurigenlieder. Im Gegensatz zum Artmann-Programm gibt’s da weniger Tiefgang: „Es dreht sich ausschließlich um Wein, Weib und Gesang“, lacht Steinhauer, „und die Betonung liegt hier eindeutig auf Wein. Die Lieder haben schon Hans Moser und Paul Hörbiger gesungen.“ Es ist das Schielen nach der „guten, alten Zeit“, die die Texte aus den (Un-)Tiefen der Wiener Seele so attraktiv machen. „Sie treffen ein bestimmtes Lebensgefühl“, seziert der Mime, „sie sind noch mit großem Glück behaftet, mit Optimismus. Etwas, was in Texten heutzutage gar nicht mehr zu lesen ist.“ Jetzt, so Steinhauer bedauernd, ist das Lebensgefühl von Angst geprägt. Nicht ganz so ernst geht es bei den Büchern – und Lesungen – zu, die Steinhauer mit dem Autor Fritz Schindlecker bestreitet. „In Stainz in der Steiermark lesen wir aus den beiden Büchern, die wir zusammen geschrieben haben“, erklärt er. Darin wird humoristisch abgearbeitet, was denn die Bewohner jedes Bundeslandes so ausmacht. „Bei den Wienern ist es das Raunzen und das Sudern, bei Kärntnern ist es etwas anderes“, umreißt er, „es ist eine witzige PsycherlAnalyse. Das ist der wienerische Ausdruck für verhaltensauffällige Menschen.“ Als einer, der den legendären H.C. Artmann persönlich gut gekannt hat, weiß Steinhauer sicher, was der Dichter zu seinem Vornamensvetter im Parlament gesagt hätte: „Nicht einmal ignorieren …“

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Fotos: Hersteller

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Alle Jahre wieder herrscht zwischen Frühsommer und Herbst auf zahlreichen heimischen Äckern und Wiesen Ausnahmezustand, wenn die Festivals ihre Pforten öffnen. Schauen wir gemeinsam, dass wir uns diese Areale nicht dauerhaft versauen. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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Alles ist doch endlich. Arten sterben nun einmal. Das ist der Lauf der Natur. Warum sollte man die Umwelt schützen – wo es doch der natürliche Gang der Dinge ist, dass die Starken überleben und die Schwachen sterben?

Salopp drauf geschissen Äh, Stopp. Jeden Sommer gibt es die gleichen Bilder von den Folgen mehrerer Tage Anarchie: Zerfetzte Zelte, zerdrückte Bierdosen, Verpackungsmüll, benutzte Kondome und die traurigen Überreste vormals aufblasbarer Sexpuppen erwecken den Eindruck, dass auf Festivals auf die Umwelt (Flora, Fauna und Mensch) im wahrsten Wortsinn geschissen wird. Ja, Müll ist immer noch ein großes Thema für die Festivalveranstalter, ein passendes Ökologiekonzept zu entwickeln bei derartigen – teilweise rücksichtslosen – Menschenmassen umso schwerer. Kulturveranstaltungen haben zwar eine große wirtschaftliche, soziale und kulturelle Bedeutung (von daher ist es auch klar, dass Stadtregierungen eher mal ein Auge zudrücken, denn auf lukrative Einnahmen in zweistelliger Millionenhöhe zu verzichten), verbrauchen aber auch große Mengen an Ressourcen, verursachen Emissionen und beeinträchtigen

damit unsere Umwelt. Umweltschutz, die Verwendung möglichst vieler regionaler Produkte (die burgenländische Genussmeile am Nova Rock!), energiesparendes Arbeiten und nachhaltiges Wirtschaften müssen daher immer mehr zu einem wichtigen Teil der kulturellen Arbeit werden: Auch ein Festival ist das möglichst harmonische Zusammenspiel aller Beteiligten – Bands, Mitarbeiter und Publikum. Ein Festival ist quasi so was wie der Vatikan, nur mit weniger Beten – außer, es geht um das Wetter – und Buße tun – außer, es geht um den Abbau des Restalkohols. Wir selbst sind ein Teil der Natur und ein Teil des natürlichen Kreislaufs – auch wenn es uns so vorkommt, als würden wir uns die Natur untertan machen sind wir stark von ihr abhängig. Unser Eingreifen in die Natur hat spürbare Folgen für unser Alltagsleben – da helfen schon kleine Veränderungen im Alltag, die kaum einen spürbaren Einschnitt in das eigene Wohlbefinden merken lassen, zukunftsorientiert größeren Schaden zu verhindern, Stichwort: Klimawandel.

Ausnahmezustand Klar, der Schutz der Umwelt ist kein besonders attraktives Thema und „Spaß“,

Foto: Fotolia

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an soll Geld verdienen, schlank sein und gut aussehen, den Müll trennen, cool und lustig wirken, sich gesund ernähren, nicht rauchen und sich verantwortlich für sämtliche Probleme der Gesellschaft fühlen – egal wie fern sie auch sein mögen, denn „die Gesellschaft ist so stark wie ihr schwächstes Glied“. Tagein, tagaus hagelt es Vorschriften und Ermahnungen, wie man denn zu leben hätte – gerade „den Bonzen in Brüssel“ hält man vor, das Leben mit ihrem Regelwerk mühsamer denn angenehmer zu machen, die Verantwortung einzelner Entscheidungsträger auf das handlungsbeschränkte Individuum abzuwälzen. Und natürlich, auch in den Mußestunden macht der erhobene Zeigefinger keine Pause: Konnte man früher noch gemütlich zum Bier eine Zigarette genießen – und damit unter anderem auch den konzertanten Schweißgeruch übertünchen –, so reagiert heutzutage nicht nur im Wiener Gasometer die Security hierauf derart empfindlich, als hätte man das Urinal an der Hallendecke vermutet. Und dann wollen die Ökofritzen auch noch, dass alles biologisch abbaubar, natürlich, energiearm und umweltfreundlich ist – sogar am Festival, wo doch – Schalala! – naturgemäß Ausnahmezustand herrschen darf?!


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wie uns besonders motivierte Langzeit- nehin der Veranstalter verantwortlich, student_Innen weißmachen wollen, und das bedeutet: Bei Großereignissen macht er erst recht nicht. Viele Menschen wie dem Frequency etwa 260 Tonnen haben mit eigenen Problemen zu kämp- Unrat entsorgen. Deine Mutter! fen und ohnehin das Gefühl, keinen ei- Viele Festivals setzen neben einem ausgenen Beitrag für die Zukunft der Um- geklügelten, öffentlichen Verkehrskonzept welt leisten zu können. Beschäftigt man gemeinsam mit den ÖBB – denn das versich mit den Missständen auf dieser Welt, ringert, neben Fahrtgemeinschaften, die scheint der Berg an Problemen oft einfach CO2-Emissionen – mittlerweile auch auf zu groß. Kriege, Zerstörung, Kataeigene „Zelthotel“-Bereiche, gut strophen, Hunger, Umweltzergelegene Areale im CampingGemeinsam störung − wo soll man da bereich mit fixfertig aufmit oeticket.com und eventbus.eu kommt anfangen? Auch motiviergestellten Zelten für zwei man nicht nur umweltte Menschen werden Personen, Matratzen schonend, sondern auch entspannt zu einer Vielzahl manchmal durch eine und Decken inklusive. an Konzerten, siehe einfache Tatsache ausgeSomit erspart sich der Bedazu Inserat auf der Seite 24! bremst: Die unmittelbaren sucher nicht nur den Folgen vieler Handlungen sind mühsamen Aufbau, sondern nicht gleich erkennbar. Wenn wir auch den fachgerechten Abbau. also den nächsten Plastikbecher, den Grün durch Passivität, wie geil ist das nächsten Tschickstummel achtlos im denn? Greenpark des FM4 Frequency zurück- Einen Schritt weiter geht noch das Szene lassen, bemerken wir keine direkten Kon- Openair in Lustenau: Hier wird sogar sequenzen: Der Himmel wird sich nicht geraten, mit leichtem Gepäck und dem verdunkeln und sauer ergießen, die Erde Fahrrad anzureisen. Die Bikes werden sich nicht auftun und unter grimmigem gratis in einem abgesperrten und rund Getöse die „FreaQs“ verschlingen. Im um die Uhr bewachten Bereich abgegeGegenzug wird aber ebenso auch kein ben. Außerdem kann jeder Festivalbesuspontaner Beifall einsetzen, wenn wir cher aktiv mithelfen, das Areal sauber zu unsere Dosen und den anderen Unrat halten: Fleißige Wertstoffsammler (Doeinsammeln und in den zahlreich (!) be- sen, PET und Getränkekartons) werden reitgestellten Behältnissen zwischenla- mit einem Abendessen belohnt. Kein gern. Der Kompass unseres Handelns Wunder, dass die Veranstalter bereits muss deshalb in uns selbst liegen, die mehrfach ausgezeichnet wurden! denkbar schlechteste Lösung ist es, den In eine gänzlich andere Größenordnung Kopf einfach in den Dreck zu stecken. fällt freilich das FM4 Frequency. Doch auch hier sorgt man sich mit u. a. Green Gemeinsam statt einsam Camping − das bedeutet nicht nur, Müll Gerade bei Festivals gibt es ohnehin nur zu vermeiden, sondern auch, den Lauteinige wenige Punkte zu beachten, die stärkenpegel auf ein Normalmaß zu remithelfen, einen grünen Fußabdruck zu duzieren − um das Areal rund um die hinterlassen – denn für die Endreinigung Traisen und versucht mit einer speziellen (dafür gibt’s hierzulande auch zumeist Dosenrückgabeaktion der Müllprobledie Vergnügungssteuer zurück) ist oh- matik Herr zu werden: Zehn leere Bier-

dosen gegen eine volle tauschen zu können, ist – neben der Erhöhung des Müllpfandes von 5 auf 10 Euro – eine Sprache, die Festivalbesucher verstehen. Noch einen Schritt weiter geht das Beatpatrol Festival, das zusätzlich zur Fahrradgarderobe, Dosentauschaktion, Müllvermeidungs-Awareness und ÖBB-Kombiticket zusätzlich noch ein Flyerverbot am gesamten Gelände ausspricht. Veranstalter scheren sich tatsächlich manchmal mehr um den anfallenden Müll, als man denkt – auch wenn von der Politik wenig Druck kommt, da diese einen größeren Wert in der Werbung und dem Umsatz der lokalen Geschäfte sieht. Wobei: 2015 wurde das Schrammel.Klang.Festival in Litschau vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft im Rahmen der „Green Events Austria“-Initiative sogar ausgezeichnet: Neben einer Vielzahl der bereits angesprochenen Regionalitäts- und Klimaschutzkonzepte setzte man hier zudem auch auf Mehrweggeschirr und energieeffiziente Beleuchtungstechnik dank Solar und Photovoltaik. Es liegt schlussendlich an euch, den Festivalbesuchern, die Angebote auch anzunehmen und somit den Betreibern tatsächlich klarzumachen, dass euch wichtig ist, wie mit eurem Müll umgegangen wird. Denn nur so könnt ihr auch noch in 10 Jahren Areale haben, auf denen Party gemacht werden kann, ohne dass die ganze Scheiße zum Himmel stinkt. Denkt mal drüber nach.

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Das Leben feiern Weltweit verbindet kaum eine Veranstaltung schrille Extravaganz mit dem Kampf gegen Intoleranz so sehr wie der Am 11. Juni Life Ball. 2017 wird das Leben wieder in seinen findet gemeinsam mit dem Bildungs-, Gesundheitsbunten Facetten gefeiert. TEXT: AMINA BEGANOVIC und Jugendministerium der LIFE BALL NEXT GENERATION statt. Angesprochen werden 16- bis 18-jährige Jugendliche, die eine Peerausbildung zum Thema AIDS machen können. Ein internationaler Musik-Act wird hier als Dankeschön auf die Jugendlichen warten!

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den karitativen Verein „Aids Life“ gründeten, der 2016 in „LIFE+“ umbenannt wurde. 1993 hob man den Life Ball aus der Taufe, die Aufmerksamkeit war von Beginn an groß: Der opulente Ball fand als weltweit erstes AIDS-Charity in einem politischen Gebäude statt, das auch heute noch als Location fungiert. Seit seiner Premiere setzt sich das Benefiz-Event für die Enttabuisierung von HIV und AIDS ein. Und das mit ordentlicher Reizüberflutung und Bombast – von dem es in diesem Jahr sogar noch mehr geben soll. 2016 machte der Life Ball eine Pause. Diese Entscheidung hatte Gery Keszler deswegen getroffen, weil er den Ball „nicht nur internationaler, sondern auch größer“ gestalten und ihn „auf die nächste Stufe heben“ wollte. Man darf also auf die heurige, insgesamt 24. Ausgabe gespannt sein.

chrill, schriller, Life Ball – wenn es eine Nacht gibt, in der Wien nicht schläft, dann ist es die des großen Charity-Events im Rathaus. Kein Wunder, geht es schließlich darum, ein Signal im Kampf gegen HIV zu setzen, das über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus zu hören ist. „Together we will end AIDS“ – das ist die heroische Mission, die im Jahr 1992 begann, als Gery Keszler und der Arzt Torgom Petrosian

Fotos: Life Ball Raimund Appel, Jürgen Hammerschmid, Harald Klemm, Inge Prader und Markus Morianz

Hirschfeld Der Berliner Arzt Magnus Hirschfeld war ein Vorreiter im Sprengen der Grenzen sexueller Identitä̈t. Seine Klinik verfolgte einen wissenschaftlichen Ansatz für das Verstehen von Homosexualität. Er war sogar an der ersten Geschlechtsumwandlung beteiligt.

Provokation? Ja bitte! „Know your status“ ist der große Appell der Veranstaltung für 2017, mit dem Keszler und sein Team zu HIV-Tests ermutigen wollen. „Nur wer regelmäßig seinen Immunstatus überprüfen lässt, kann sich im Falle einer Erkrankung behandeln lassen und nicht unwissend andere anstecken. Die aktuellen Statistiken der World Health Organization und UNAIDS machen deutlich, wieso ‚Know your status‘ so wichtig ist: Weltweit sind rund 36,7 Millionen Menschen an HIV und AIDS erkrankt. Aber gerade einmal die Hälfte von ihnen kennt laut Schätzungen ihren Immunstatus. Dieser negativen Entwicklung muss ein Ende gesetzt werden.“ Neben seinen prägenden Botschaften ist der Life Ball nicht zuletzt für seine Schrägheit par excellence bekannt. Dabei hilft besonders das Motto, das den Stil des Events Jahr für Jahr neu bestimmt. Je bunter, flippiger und kreativer, desto besser! Nicht umsonst tummeln sich am Veranstaltungsabend stets

prominente unterstützung Seit Bestehen des Life Balls nehmen berühmte Schauspieler, Sänger, Politiker Designer und Models an der Eröffnungsshow teil, um für das Anliegen der Sache zu werben.

Von 2001 bis 2005 hielt Sir Elton John die Eröffnungsansprache. Auch Sharon Stone war eine immer wiederkehrende Festrednerin des Balls, von 2006 bis 2008. Eva Longoria Parker reiste 2009 eigens nach Wien dafür an. 2010 standen Whoopi Goldberg, Bill Clinton und die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit Tjessem Høiby am Rednerpult. Bill kam die folgenden Jahre bis 2014 jedes Jahr nach Wien. Janet Jackson beehrte 2011 den Ball mit ihrer Anwesenheit, 2012 verdrehten Milla Jovovich, Naomi Campbell und Antonio Banderas den Fotografen den Kopf. Hilary Swank, Designer Roberto Cavalli und Topmodel Karolina Kurkova mischten sich 2013 unter die Festgäste, zwei Jahre später kam mit Charlize Theron, Sean Penn und Mary J. Blige eine weitere Riege an Stars nach Wien.

Die Stargäste am Life Ball Antonio Banderas mit dem Crystal of Hope Award, Hara Jirickova und Kelly Osbourne, Sean Penn und Charlize Theron

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Neue Frau Auch für Frauen waren die 1920er- und 1930er-Jahre ein Labor für sexuelle Identitäten, sowohl lesbisch als auch hetero. Der neue Kollektivismus zwang viele Mädchen und Frauen in ein uniformes Frauenbild. Was ist der Preis der Individualität?

„Goldene Adele“ als Plakat-Model für Aufmerksamkeit sorgte. Vom Gold-Bodypainting so mancher Ballgäste ganz zu schweigen.

zahlreiche Schaulustige um den Magenta Carpet vor dem Rathaus, um einen Blick auf die wilde Ballmeute zu erhaschen. Und zu sehen gibt es einiges, Koketterie und Frivolität werden hier bewusst modisch in Szene gesetzt. „Love is a bloom growing anywhere“ lautete etwa der Dresscode 2014 – auch als „Garten der Lüste“ tituliert, der Fantasie waren in Sachen Adam-und Eva-Kostüme also keine Grenzen gesetzt. 2015 stand der Ball unter der Devise „Gold – Ver Sacrum“, bei dem Conchita Wurst als Gustav Klimts

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„Erkenne die Gefahr“ – damals wie heute Ernstere Töne bestimmen die Style-Vorlage für die diesjährige Ausgabe. Mit „Erkenne die Gefahr“ pariert Gery Keszler populistisches Gedankengut, das in unserer Gegenwart immer mehr verortet wird. Der bunte, extravagante Zeitgeist der 1920er- und 1930er-Jahre ist hierbei das Vorbild, die Bilder des deutschen Malers Otto Dix, dessen kritische Werke von den Nazis verboten wurden, sind die Sujets der Life Bible 2017, die die Styling-Vorlage für die Ballgäste darstellt. „Es war eine Zeit, in der es unglaublich

viel Kreativität in der Mode, Kunst und Literatur gab. Gleichzeitig ist die Gesellschaft aber auch fehlgeleitet worden. Sie wurde beeindruckt durch starke populistische Kräfte“, erklärte Keszler bei der Medienpräsentation das Life-Bible-Motto (für das Sängerin Kelly Osbourne übrigens als Testimonial fungiert). Ein Thema also, das genau den Zahn der Zeit trifft und zeigt: Es gibt noch einiges zu tun. Der Life Ball sei „die Visitenkarte für ein modernes und aufgeschlossenes Österreich“, meint etwa Bundeskanzler Christian Kern. 2017 soll daher noch bunter gefeiert werden – so facettenreich wie das Leben selbst.

termine r vor findet wie imme Der 24. Life Ball ses Jahr am die tt, sta s au Rath org! und im Wiener le. bib life w. Infos: ww 10. Juni. Mehr


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Bürgermeisterlich Tradition trifft Kulinarik, Politik auf Kabarett – es kommt im Wiener Rathauskeller zusammen, was zusammengehört. Mit einer monatlichen Dinner & Comedy Show setzt man nun neue Akzente. TEXT: ALEXANDER HAIDE

Wiener Rathauskeller Im Gewölbe des Wiener Rathauses trifft nicht nur Tradition auf Genuss, sondern neuerdings auch auf das schallende Lachen …

Foto: GOURMET

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icht alles, was uralt aussieht, ist es auch. Die Optik des Wiener Rathauses ließe zwar darauf schließen, dass sich in dessen Bauch uralte Gewölbe verbergen, in denen bereits Rittersleut’ gebechert und gevöllert haben. Doch mitnichten! Gebaut in den 1870er-Jahren, beugte man sich erst 1899 dem Hunger und Durst des Bürgermeisters und seiner Mannschaft und das Rathaus bekam seinen Ratskeller. Seither hat sich einiges verändert, doch die künstlerische Ausgestaltung durch Heinrich Lefler und Joseph Urban und das Flair der Kellergemäuer haben drei Renovierungen unbeschadet überstanden. Adaptiert hat man das Angebot und präsentiert sich kulinarisch up to date. Das schätzt nicht nur der Wiener Bürgermeister Häupl, der des Öfteren dort gesichtet wird,

sondern auch der Rest der Belegschaft: Immerhin stammt – bis auf wenige Ausnahmen – alles, was im Rathaus verzehrt wird, aus der Küche der Rathauskellers. Dazu gehören Caterings für Glam-Events wie die Eröffnung des Song Contests. Neu ist der „Gemischter Satz – Die Dinner & Comedy Show“: Einmal monatlich gibt’s feinste Wiener Küche bei einem dreigängigen Dinner mit Kabarett- und Comedy-Begleitung. Das Programm, die Speise- und Getränkekarte und eine Reservierungsmöglichkeit finden sich auf der Homepage des altehrwürdigen, aber niemals verstaubten Wiener Rathauskellers.

info 6/1001 Telefon: 050 87 auskeller.at th -ra er www.wien 10 Wien 10 1, Rathausplatz

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Der Duft der Männer Greller, lauter, größer: Nach dem Motto „Weniger ist mehr“ haben 5/8erl in Ehr’n einen radikalen Gegenentwurf zu allem Überfluss und Größenwahn gestaltet und präsentieren als ein Ergebnis davon ihr neues Album „Duft der Männer“. TEXT: MIRIAM KREISEDER Männerduft Körperpflege ist unabdingbar, wenn man betörenden Männerduft versprühen möchte …

termine 5/8tel in Ehr’n verbreiten maskulinen Duft ab April von West (Dornbirn, Innsbruck) über Mitte (Graz, Salzburg) bis Ost (Linz, Wien).

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/8erl in Ehr’n verbindet man meistens mit legerer Entspanntheit und einer urwienerischen Melange aus Soul, Blues, Jazz und Pop, die sich aber keinesfalls in eine bestimmte musikalische Schublade stecken lässt – CDs steckt man ja auch nicht in eine Schublade, sondern stellt sie ins Regal.

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Die „Achterl“ regen mit ihren Texten gerne zum Nachdenken an. Manchmal zerbricht sich der Hörer aufgrund der geschickt verpackten Interpretationen den Kopf und manchmal stößt er ihn sich nur an, weil er den Schmäh beim ersten Mal nicht verstanden hat. Im Anschluss beflügeln die Texte den fein-

„Duft der Männer“ erscheint am 21. April auf Viennese Soulfood.

Fotos: Astrid Knie, Hersteller

Pflichttermine für alle Schädla sind im April freilich die der Goschn-Rocker von Krautschädl in Amstetten, Gloggnitz und Timelkam. Catastrophe & Cure feiern den Release von „Blank Spots“ am 7. im Wiener Flex und setzen ihre Österreich-Tour im Mai fort. Progressive Rock-Fans kommen zwischen 7. und 29. April auf ihre Kosten, wenn Mother’s Cake durch das Land ziehen. Die „härteste Volksmusik die du je gehört hast“ kommt von Drescher, u. a. in Linz, Salzburg und Innsbruck. Mary Broadcast präsentiert am 14. ihr neues Album „Memories Of Gold“ im Theater in der Drachengasse.


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Das volle Interview lest ihr auf www.hoamatheroes.at!

MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein!

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fühligen Geist jedoch nachhaltig. Ein Hauch von Kritik, Liebe, Hoffnung und Lässigkeit schwingt auch auf dem kommenden Album „Duft der Männer“ mit. Davor musste jedoch eine Schaffenspause sein: „Wir haben eine Pause gemacht, weil das wichtig ist, um genau zu bleiben. Wir wollen möglichst lange Musik machen und Inhalte schaffen, die uns und andere inspirieren. Natürlich ist das gerade antizyklisch gedacht, aber sich Zeit nehmen ist eine Entscheidung, kein Befehl“, erklärt eines der Achterl, Max Gaier. Die inspirierenden Inhalte sind manchmal auch politisch – dieses Thema versteckt man jedoch gekonnt zwischen den Zeilen. Wenn die 5/8erl Kritik ausüben, tun sie das selten mit erhobenem Zeigefinger, sondern vielmehr mit Feinsinnigkeit und Poesie. Typisch Mann? Das Cover ihres fünften Albums ziert ein männlicher Torso, der an mehreren Stellen bröckelt, aber immer noch Größe ausstrahlt. Max Gaier ergänzt, worauf man diese Torso-Metapher umlegen kann: „Zum Beispiel auf gewisse Bilder, die man im Kopf hat: Männer, die stinken. Wir haben alternative Assoziationen und außerdem einen anderen Lebensentwurf. Dass nur Männer die Entscheidungen treffen, die uns alle betreffen, und das seit einer Ewigkeit, ist beispielsweise nicht in unserem Sinn. Utopisch denken nicht verlernen! Wir stehen für die Komposition einer neuen Europahymne zur Verfügung.“ Auf Gitarre, Kontrabass, Akkordeon und Wurlitzer sind für den Männerduft leicht verdauliche Songs wie „Cheesy Kern“ entstanden, der unter anderem auf unseren Bundeskanzler anspielt, aber auch eine erfrischende Amore-Nummer wie „Campari Soda“, zu der im Kopfkino ein romantischer Italiener mit gebro-

chenem Herzen auftaucht. Eine interessante Kreation ist auch „Eine Fahne“, in der ausführlich die Definition der Fahne erklärt wird. Der anschließende Titel „Fahnderl im Wind“ könnte – zumindest vom Namen her – eine Anspielung auf den vorherigen Song sein. Ein bisschen Bobo In „Geh Bitte Bobo“ will die Band darauf hinweisen, dass wir in der Außenwahrnehmung alle ein bisschen boboesk sind, also „finanziell abgesichert, konsumorientiert, antisolidarisch, in gewisser Weise uniformiert und stark aufs Äußere konzentriert. Nur mit Selbstkritik und Reflexion gibt es eine gemeinsame Lösung“, merkt Max Gaier an. Aber wonach riecht er denn jetzt, der typische Mann? „Als Titel war auch lange ,Antiflat‘ im Rennen. Den Männern würde man ja keinen ,Duft‘ zutrauen. Männer stinken, schwitzen nach der Arbeit. Wir brechen damit und geben den Männern die Möglichkeit, duften zu dürfen. Männer sind diejenigen, die über ihre Rollen nachdenken sollten, die Frauen müssen seit Jahrhunderten die Perspektive wechseln. Eine wichtige Übung, wenn man über Urteilskraft oder Empathie redet.“ Im Mai und Juni gehen 5/8erl in Ehr’n auf Österreich-Tour, wo man sich live und vor Ort ein Bild vom neuen Album und den Live-Künsten der Band machen darf. Oder wie Max Gaier sagen würde: „Boboeske Lebensoptimierungskosten kann man sich sparen, wenn man zu einem unserer Konzerte kommt. Eine CD oder Vinyl und eine Konzertkarte kosten nicht einmal so viel wie eine Yogastunde oder eine Psychotherapiesitzung. Und das Lässige: Wenn du auf ein 5/8erl in Ehr’n-Konzert kommst, erlebst du was gemeinsam mit anderen! Wenn das nicht ein Wunder ist!“

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (mk, sb)

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Freiraum5 – Auf Kurs Bekannt aus „Herz von Österreich“ bringen die Wiener mit ihrem Debütalbum den Heart Rock an den Mann.

LIVE FLUT – Nachtschicht Die Linzer Band lässt die Ästhetik der 80er-Jahre wieder aufleben – in ihrer Musik und in ihren Videos.

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Thomas David – To Love Liebe ist das zentrale Thema des neuen Albums, das sich für Thomas David anfühlt wie ein Comeback.

LIVE Catastrophe & Cure – Blank Spots Minimalistische Arrangements treffen auf kaputt klingende Synthesizer zwischen Harmonie und Melancholie.

LIVE Agnès Milewski – Seven Demons Allem Weltschmerz zum Trotz wirbelt ein hoffnungsfroher Wirbelwind durch das Auditorium, beschwingt leichtfüßig.

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TIM_40_Highlights Ombudsmann_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 17.03.17 15:18 Seite 1

Und weida? Liebe Leserin! Lieber Leser! Der Frühling ist da. Und mit ihm kehren die Gefühle zurück in unsere Gebeine. Manche mögen’s heiß, andere suchen eher Abkühlung und – wie der Kollege Bundespräsident in seiner Antrittsrede richtig festgestellt hat – gar nicht so wenige lieben ihr Smartphone. Beziehungen zu echten Menschen sind in der aufgeklärten Demokratie aber auch wirklich extrem anstrengend. Ständig muss man diskutieren. Das dauert meistens lange, ist anstrengend und am Ende der Mühen gibt es als Belohnung einen Kompromiss, eine Lösung, bei der beide auf ihre ursprünglich gestellte Forderung verzichten. Die Welt ist voll mit Menschen, die Dinge tun, die sie nie wollten. Leben können wir damit nur, weil das Gegenüber auch nicht bekommen hat, was es wollte. Das ist Gleichberechtigung! Technische Geräte hingegen sind geradlinigere Partner. Hier ist die Gefahr relativ gering, dass am Ende einer Auseinandersetzung der schale Kompromiss steht. Schon beim dritten Date folgt man in der Regel willenlos den Anweisungen des Apparates. Oder man bleibt stark, bis das Handy schließlich aufgibt. Dann muss man sich zwar ein neues kaufen, aber immerhin besteht die theoretische Möglichkeit, dass man irgendwann einen Seelenverwandten findet, der nur das tut, was man will.

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Amigos „Diese Rolle hat beim Dreh am meisten Spaß gemacht!“, sind sich Seiler und Speer einig.

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an mag ihre Musik mögen oder nicht, Fakt ist, dass Seiler und Speer in den letzten zwei Jahren nahezu alles erreicht haben, was man auf den Bühnen Österreichs erreichen kann. Und weida? Das ist nun die große Frage, daher wurde sie auch zum Namen des zweiten Albums (Veröffentlichung am 7. April). Mit zu viel Ernst oder gar Bauchweh wurde die Sache aber nicht angegangen. „Anfangs war schon ein bissl Druck da. Aber sobald wir im Studio waren, haben wir das abgelegt. Und für mich wurde es das beste Album, das ich selbst seit Langem gehört habe“, zeigt sich Christopher Seiler stolz. Den Schmäh, den ihre Fans so lieben, haben

sie dabei nicht verloren, wie man im Video zur ersten Single „I Was Made“ sieht: Von Glam Rock über Gangster Rap, von den Amigos über die Beatles persifliert das Duo, was das Zeug hält. „Es ist zwar nicht die stärkste Nummer des Albums, aber eine flotte Einleitung – und der Dreh war abartig lustig!“, so Bernhard Speer. Abgesehen davon weist die neue Platte allerdings deutlich ernstere Töne auf – eine nahtlose Fortsetzung vom Dauerbrenner „Ham kummst“ kann man nicht erwarten, besonders nicht in den Texten, bei denen sich Christopher Seiler diesmal „mehr getraut hat“ und nachdenklicher geworden ist als beim ersten Album. Neu erfinden möchten sich Seiler und Speer aber nicht – im Gegenteil. „Wir wollten etwas beweisen, und zwar, dass mia kane Kaschperln san und mehr können! Es ist ein Album, das jedes Vorurteil über uns in den Oarsch tritt!“

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Foto: Joke Brother Records

Tipps vom FM4 Ombudsmann

Wie geht es weiter nach dem Phänomen „Ham kummst“? Genau diese Frage stellen Seiler und Speer in ihrem neuen Album. Mit gewohntem Schmäh, aber auch mehr Tiefgang. TEXT: AMINA BEGANOVIC


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Von Hufen und Hüten Wenn sich auf der Galopprennbahn Freudenau die Hautevolee, ausgestattet mit Fernglas, Picknickdecken und außergewöhnlichem Hutwerk, versammelt, weiß man: Das Vienna Ascot Pferderennen hält wieder Hof! TEXT: AMINA BEGANOVIC

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Ein Stück Royal England in Wien Um sich wie die Königin von England zu fühlen, muss man aber nicht zwangsläufig auf die Inseln zur Rennstrecke reisen. Denn auch bei uns gibt es ein derartiges Pferderennen mit allem Drum und Dran, originalgetreu

termine Sie wollen sich auch einmal wie Audrey Hepburn oder Rex Harrison fühlen, dafür aber nicht extra nach England reisen? Dann Hut aufgesetzt, Fernglas eingepackt und ab zur Galopprennbahn Freudenau, wo das Vienna-Ascot-Pferderennen am 16. und 17. September stattfindet.

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Historisch Auf der Rennbahn Freudenau in das alte Wien eintauchen!

dem britischen Vorbild nachempfunden: Das Vienna Ascot auf der Galopprennbahn Freudenau, einer historischen Anlage in Wien-Leopoldstadt, die sich im ehemaligen Augebiet im Osten des Praters befindet. Das Areal mit seinen fünf Tribünen sticht durch seine feingliedrige GusseisenArchitektur ins Auge, entworfen von dem Ringstraßenarchitekten Carl Hasenauer (übrigens auch eine sehr beliebte Hochzeits-Location!). „Pferderennen gibt es seit 1778 bei uns. Richtig begonnen hat dieser Sport allerdings erst 1784 mit drei Engländern namens Hyam, Price und Massen, die als Reitlehrer, Bereiter und Kunstreiter in Wien tätig waren. Sie organisierten diese Rennen nach englischem und französischem Vorbild auf der ehemaligen Simmeringer Hai-

de“, erklärt Ferdinand Bauer vom Vienna Ascot-Organisationsteam. 1839 öffnete schließlich die Bahn in der Freudenau ihre Pforten. Und obwohl das österreichische Rennen bei Weitem nicht so groß zelebriert wird wie das in England, gibt es dennoch viele Gemeinsamkeiten. „In England ist der Pferdesport eine hochgehaltene Tradition. Der große Unterschied ist natürlich, dass die Queen dabei ist. Am sogenannten ‚Ladies Day‘ kommt sie mitsamt Familie nach Ascot und wohnt dem Rennen bei. Gemeinsam haben wir aber, dass Engländer diesen Sport nach Wien brachten, fast zur gleichen Zeit wie in Ascot selbst, und dass der Wiederaufbau der Freudenau nach dem Zweiten Weltkrieg mit Unterstützung der Briten erfolgte. Im Gegensatz zum Original haben wir aber

Fotos: Fotolia, Galopprennbahn Freudenau, Vienna Ascot

very duke and earl and peer is here. Everyone who should be here is here!” … Kennen Sie die Szene aus „My Fair Lady“, in der sich die englische Nobelgesellschaft in eleganter Montur auf der Rennstrecke versammelt, ein Hut größer als der andere, und mit Ferngläsern das Pferderennen kommentiert, bis Audrey Hepburn schließlich ihren großen Auftritt hat? Diese Filmszene wurde auf der imaginären Rennstrecke Ascot in England gedreht. Ein Ort mit viel Geschichte, sowohl in sportlicher als auch in gesellschaftlicher Hinsicht: Das Ascot oder auch „Royal Ascot“ ist ein weltberühmtes britisches Pferderennen, das bereits seit 1711 auf dem Ascot Racecourse in Berkshire, nahe Windsor veranstaltet wird – ein Großevent mit Tradition, bis heute.


noch die charmanten Tribünen aus der Zeit der Monarchie, um die wir weltweit beneidet werden. Es ist immerhin eine der schönsten Rennbahnen Europas und sie liegt inmitten der grünen Lunge Wiens“, so Bauer. Nebst all der Atmosphäre geht es aber vor allem um die Leistungen der Reiter und Pferde. Nicht nur von den Jockeys hoch zu Ross wird dabei sportliche Topform und Konzentration verlangt, auch die Ansprüche an die Tiere sind groß. Berühmte Pferderassen wie das Englische Vollblut oder der Traber verdanken ihre Zucht einzig und allein den Erfordernissen der Rennbahn. Da es bei den Pferden um Schnelligkeit geht, ist der Ausleseprozess entsprechend kritisch. Leistungsmerkmale wie Widerstandsfähigkeit, Muskelaufbau, Adel in der Erscheinung und im Bewegungsablauf (Stichwort Stammbaum!) sind entscheidend, wobei zwischen Galopprennen und Trabrennen unterschieden wird. Angetreten wird beim Vienna Ascot in der prestigeträchtigen Disziplin „St. Legers“, die mit einer Länge von 2.800 Metern als älteste der klassischen Disziplinen gilt. Weitere Rennen sind das „Esterhazy Memorial“, das bereits seit 1886 existiert, der „Große Preis vom Kahlenberg“ und die „Wiener Herbstmeile“.

sowohl in England als auch in Österreich. Das gilt insbesondere für die Damenwelt, denn auch elegante Garderobe spielt eine wichtige Rolle – insbesondere auf dem Kopf. Jahr für Jahr präsentieren die Besucherinnen extravagante, außergewöhnliche Hutkreationen, bei denen man aus dem Schauen nicht herauskommt. Da zieht Wien natürlich mit: Beim „Ladies Day“ am Vienna Ascot schaut die Queen zwar nicht vorbei, die Damen stehen aber klar im Mittelpunkt. „Es ist die Möglichkeit für Besucherinnen, sich auch außerhalb der Ballsaison schön zu kleiden, extravagante Hüte zu tragen

und den Tag zu genießen“, unterstreicht Bauer. Dass Hut oder Fascinator derart präsentiert werden, hat ebenfalls eine lange Tradition, die es gibt, seit Pferderennen ausgetragen werden. Beim Vienna Ascot wird der schönste Kopfschmuck sogar durch eine Jury ermittelt und durch drei Preise der Hutmanufaktur Mühlbauer prämiert. „Wir machen von jeder Dame mit Hut ein Foto. Diese Fotos werden der Jury vorgelegt, die nach Originalität und Stil entscheidet.“ Nebst modischen Eycatchern und rasenden Hufen warten zudem ein „Family Day“ mit Kinder- und Unterhaltungsprogramm, Picknicks, eine OldtimerShow, Fiakerrennen, Voltigieren und – last, but not least – ein Überraschungsgast.

Chapeau! Die „Hut Couture“ der Damenwelt kann sich sehen lassen.

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Die große Hutparade Sehen und gesehen werden ist ein weiteres Credo beim Ascot Pferderennen,

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01.07.2017 N DIE PRINZE

15.07.2017 NDA LABRASSBA

22.07.2017 ORTER GREGORY P

28.07.2017 WECKER N I T N A T S KON

13.08.2017 YLE GREGOR ME

19.08.2017 CONCHITA

Tickets erhältlich in allen Raiffeisenbanken in Wien & NÖ und auf www.ticketbox.at (Ermäßigung für Raiffeisen Club-Mitglieder und Raiffeisen MIT.EINANDER-Mitglieder); im Ticketshop „Gute Unterhaltung“ in Tulln (Wiener Str. 16, T. 02272/68 909); auf www.oeticket.com (T. 01/96 0 96), auf www.noen.at/ticketshop, in jeder Trafik mit Trafiknet-Anschluss und auf www.donaubuehne.at

facebook.com/DonaubuehneTulln


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!ticket live is life

Urlaub fürs Gehirn mit K.I.Z

www.mutausbrueche.at

Ein ehrenloser Abend mit einem Affen, einem Pferd, Ariane, Nico, Maxim, Tarek und DJ Craft. Hallo und hurra, Weltuntergang!

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ls sich meine Freunde und ich ganz melancholisch auf den Weg nach St. Pölten ins VAZ machten (missing summer & das FM4 Frequency), wussten wir noch nicht, was uns erwartet. Der Einlass war schon relativ bald und bereits kurz vor sieben starteten die Rapper Mädness & Doll ihre Show. Kurz darauf standen auch schon die vier Jungs von K.I.Z auf der Bühne und

Fotos: Antonia T. Schulz

Wenn ihr K.I.Z noch nie live erlebt habt, dann hört doch in ihr Album „Hurra, die Welt geht unter (Live aus der Wuhlheide Berlin)“ rein, damit könnt ihr euch ungefähr vorstellen, wie es da so abgeht!

Tipp!

der Wahnsinn ging los. Versteht mich nicht falsch – „Wahnsinn“ hat hier auf keinen Fall eine negative Bedeutung, aber wer K.I.Z kennt, weiß, dass hier die Post und noch viel mehr abgeht. Unter dem Motto „Hurra, die Welt geht immer noch unter“ feierten die Jungs auf der Bühne, als gäbe es kein Morgen mehr – und auch das Publikum nahm keine Rücksicht auf Verluste. Bei beinahe jedem Song wurde ein Moshpit veranstaltet

Antonia T. Schulz, Studentin der Publizistik und Kommunikationswissenschaften, Bloggerin (www.mutausbrueche.at) und nicht zuletzt oeticket.com-Kundin, besucht für !ticket jeden Monat ein Konzert und berichtet darüber. Dieses Mal war sie am 11. Februar bei K.I.Z im VAZ St. Pölten.

und natürlich lauthals mitgesungen. Neben den klassischen Liedern wie „Wir“, „Ehrenlos“, „Verrückt nach dir“ und „Boom Boom Boom“ waren das Highlight die Artisten selbst: Locker-lässig führten die Jungs witzige Gespräche auf der Bühne, so als wären wir gar nicht da, Nico rauchte trotz striktem Rauchverbot, Tarek klopfte Sprüche wie kein anderer und Maxim stürzte sich bei „Ein Affe und ein Pferd“ ins Publikum und ließ sich wortwörtlich auf Händen tragen. Wenn ich diesen Abend jetzt also in drei Worten beschreiben müsste, wären diese … Okay, ganz ehrlich – dieser Abend lässt sich einfach nicht in drei Worten beschreiben! Es war verrückt, wild, laut, lustig, voller Schweiß und am Schluss sogar ein bisschen romantisch. Alles, was mir zu sagen bleibt, ist: Danke K.I.Z für diesen verrückten und unvergesslichen Abend, beehrt uns bald wieder!

Kunden, die zu K.I.Z gingen, kauften auch Tickets für Kollegah am 5. April in der Arena Wien, am 6. im Orpheum Graz, für Alligatoah am 6. August in der Arena Wien (Open Air), für Shindy am 20. Mai in der Simm City und NA15 am 10. April im Viper Room. Tickets für alle Veranstaltungen finden Sie auf oeticket.com!

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April

Deftone

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Gore Die Deftones sind längst zu Helden einer ganzen Generation geworden und haben bis heute weltweit über 10 Millionen Alben verkauft. Deftones-Sänger Chino Moreno sagt über das neue Album: „Aus Respekt vor Pac, Big, Stevie, Michael und Hendrix ist ,Gore‘ nicht das größte Album aller Zeiten, sondern nur eines der größten.“ Das können wir fast sogar unterschreiben! Support sind Skyharbor, eine Progressive-MetalBand mit Mitgliedern aus Neu Delhi und Mumbai, aber auch aus Cleveland, Ohio. 18., Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer

Die Party des Jahres So ein Schlagerfest gab es noch nie! Florian Silbereisen feiert die neue „Lust auf Schlager“ mit der größten Tournee, die er jemals gestartet hat und lädt zur ganz großen Party mit den größten Schlager-Hits aller Zeiten von „Marmor, Stein und Eisen bricht“ bis „Ich war noch niemals in New York“, von „Biene Maja“ bis „Moskau“. Zum allerersten Mal wird es auch Stehplätze geben – in einer exklusiven V.I.P.Area direkt an der Bühne! So kann man die Stars (Klubbb3, DJ Ötzi, Voxxclub und mehr) ganz nah erleben und mit ihnen die eine oder andere Polonaise starten.

rf Das große Schlage

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8., Wiener Stadthalle (D)

David Garrett EXPLOSIVE Live! Die Besucher erwartet ein nie da gewesenes Showdesign: David wird erstmals auf einer Centerstage spielen und bei seiner Performance auf der extra für ihn designten Bühne mit Drehelementen 360 Grad vom Publikum umgeben sein! Bei der neuen Show gibt es von jedem einzelnen Platz aus die perfekte Sicht auf das Live-Programm, das David Garrett mit seinem neuen Album auf die Bühne bringt. 23., Wiener Stadthalle (D)

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Amaluna Motive aus Shakepeares „Der Sturm“ und Mozarts „Die Zauberflöte“ verschmelzen in „Amaluna“ zu einem magischen Kaleidoskop. Die neue Show des Cirque entführt die Zuschauer auf eine geheimnisvolle Insel, wo Göttinnen herrschen. Deren Königin Prospera inszeniert für ihre Tochter, die zur Frau herangereift ist, ein großes Fest. In einem farbenprächtigen Ritual werden Wissen und Werte so von einer Generation an die nächste weitergegeben. Doch plötzlich stranden Männer auf der Insel …

Cirque du Soleil noch bis 17., Under the Grand Chapiteau (Wien)

Fotos: Frank Maddocks (Deftones), Philippe Mueller (David Garrett), COFO (Bonnie Tyler), Matt Grayson (Kyle Gass Band), Juergens & Partner/ D. Beckmann (Schlagerfest), Cirque du Soleil (Cirque du Soleil), Barracuda Music (Kollegah), HVOB (HVOB)

!ticket highlights


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Fotos: Frank Maddocks (Deftones), Philippe Mueller (David Garrett), COFO (Bonnie Tyler), Matt Grayson (Kyle Gass Band), Juergens & Partner/ D. Beckmann (Schlagerfest), Cirque du Soleil (Cirque du Soleil), Barracuda Music (Kollegah), HVOB (HVOB)

Kyle Gass Band

Thundering Herd Das aktuelle Album „Thundering Herd“, eine 11-Song-starke Bestie, hat die Band rund um Tenacious D-Hälfte Kyle Gass gemeinsam mit John Spiker (Filter) produziert und heraus kam ein „wegweisendes Classic Rock Album. Dieses Mal haben wir uns kreativ keinerlei Grenzen gesetzt“, sagt Gitarrist John Konesky. Verantwortlich für das Mastering war Maor Applebaum (Faith No More, Sepultura) der eine klare Vision für das Album hatte: „Ich wollte einen organischen Sound der nicht so produziert und vollgestopft klingt, sondern sich eher am klassischen ,Vinyl-Stil‘ orientiert.“ Das sollte man sich (auch) live geben! 26., Salzburger Rockhouse

HVOB

Silk Ihr zweites Album „Trialog“ (2015) brachte HVOB mehrere Welttourneen und ausverkaufte Konzerte auf allen Kontinenten – darunter einen Auftritt beim Burning Man Festival und ein ARTE-Konzert in Paris. Nun folgt Nummer drei: „Silk“ erschien im März, erstmals entstand ein HVOB-Album als Kollaboration: Anna Müller und Paul Wallner komponierten und produzierten die Songs von „Silk“ gemeinsam mit einem Londoner Musiker, aus der Zusammenarbeit entstand eine neue und mächtige HVOB-Soundwelt. Die Kollaboration beschränkt sich nicht auf die Produktion des Albums, sondern auch auf die LivePerformances … Spannend! 11., Salzburger Rockhouse & 21., Arena Wien (ausverkauft)

Kollegah Imperator Der Boss der Bosse ist zurück, bereit, seinen Thron als Imperator zu besteigen. Nach dem Platin-Album „King“ und seinem Gold-Release „Zuhältertape 4“ hat es sich Kollegah zur Aufgabe gemacht, mit „Imperator“ wieder einmal zu beweisen, dass er einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Künstler ist: Kollegah nimmt eine Sonderstellung in der hiesigen Hip-Hop-Szene ein, wortgewandt wie ein junger Debattierclubchampion verfasst der Sohn eines kanadischen Vaters und einer deutschen Mutter intelligente deutschsprachige Raptexte, denen es weder an sprachlicher Raffinesse noch an technischen Details mangelt Support kommt von Ali As.

5., Arena Wien & 6. Orpheum Graz

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!ticket kultour

Klassik meets ... Für viele gilt Klassische Musik als ernste Hochkultur, die gerne für sich alleine bleibt. Dass dem nicht immer so ist, zeigt sich in den nächsten Monaten wieder sehr deutlich. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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ballett meets zeitgenössischen tanz tts sind in den Aus den Reihen des Wiener Staatsballe eografInnen Chor auch er wied r imme n Jahre n letzte demnächst zu sind ionen Kreat neue – hervorgegangen sehen: der Abend An der Volksoper Wien hat am 28. April ements to Mov | a schk Petru | el rvog Feue „Der tt Premiere. sballe Staat er Wien dem Stravinsky“ mit von drei Alle drei Stücke sind Neuinterpretationen elle der Moderne bedeutenden Werken, die an der Schw der Ballets zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Ruhm für die nd führe feder und n habe Russes begründet tts waren. Weiterentwicklung des klassischen Balle ás Lukács stellen Andrey Kaydanovskiy, Eno Peci und Andr st. ttkun Balle der den Legen n diese sich Wiener Staatsoper Die private Kulturinitiative „Ballettclub rInnen des Tänze n Jahre & Volksoper“ gibt seit vielen choreografisch Wiener Staatsballetts die Möglichkeit, professionellen tätig zu sein und ihre Kreationen in einem so 45 neue en wurd 2003 Seit n. ntiere Rahmen zu präse r ins Repertoire Stücke geschaffen, einzelne wurden soga r werden am 7. und des Staatsballetts übernommen. Heue eographen ’17“ Chor ge „Jun bei t Akzen er Theat im 8. Mai n des StaatsbalrInne Tänze von e Stück gleich zwölf neue letts getanzt.

Thomas Quasthoff Der bekannte Bassbariton und ehemalige Opernstar Thomas Quasthoff erobert nun die Welt des Jazz.

die schillernden Klangfarben von Vibraphon, Cabasa, Synthbass, Kalebasse und Kalimba. Ebenso im Rahmen des Jazzfest Wien sind seine Kompositionen bereits am 9. Juni in der Wiener Stadthalle zu hören. Weltkarriere Bereits seit März ist in den Kammerspielen der Josefstadt die „Lenya Story“ von Torsten Fischer und Herbert Schäfer zu sehen. Karoline Wilhelmi-

ne Charlotte Blamauer, Tochter eines Fiakerkutschers und einer Wäscherin, wurde als Lotte Lenya die berühmteste Wiener Künstlerin des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie war die legendäre Jenny bei der Uraufführung von Bertolt Brechts und Kurt Weills „Dreigroschenoper“ – mit Weill verband sie eine unkonventionelle Lebens- und Liebesgeschichte. Sie spielte u. a. die lesbische KGB-Agentin Rosa Klebb in „Liebesgrüße aus Moskau“ und in der Uraufführung des Musicals „Cabaret“ die Rolle des Fräulein Schneider.

Fotos: Harald Hoffmann/DG, Die Photographische Sammlung, SK Stiftung Kultur August Sander, Galerie Buchholz, edition a

er Bassbariton Thomas Quasthoff war seit seinem Durchbruch 1988 der Star auf allen internationalen Opernbühnen – bis er sich 2006 von ebendiesen zurückzog. Danach ließ er als Jazz-Sänger von sich hören. Nun gastiert er im Rahmen des Jazzfest Wien gemeinsam mit dem jungen Popsänger Max Mutzke am 3. Juli in der Wiener Staatsoper. Der Pianist Ludovico Einaudi studierte eigentlich klassische Musik, seine Kompositionen bewegen sich zwischen Kammer- und Orchestermusik, Ethno und Ambient-Pop, verknüpfen dabei u. a.


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BALLETT TOURETTE Eine wahre Geschichte: Wie ein Kind Tourette mit Ballett überwand.

„How to live together“ Die Themenausstellung beschäftigt sich mit den Bedingungen unseres Zusammenlebens, das sich durch die jüngsten Entwicklungen in Politik aber auch Gesellschaft stetig verändert. Es entstehen neue Ideen von Lebensgemeinschaften, die tradierte Familienbilder ablösen, andere Formen des Zusammenlebens, kulturelle Einflüsse ändern sich durch Flucht- und Migrationsbewegungen. Kunst bietet hier die Möglichkeit, Gesellschaftsbilder nachzuzeichnen und gelebte Erfahrungen zu reflektieren.

Kunsthalle Wien, Mai bis Oktober

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Admira Vaida beschreibt die Herausforderungen, denen sich ihr Sohn im täglichen Leben aufgrund seiner Ticks stellen musste – bis er das Ballett als eine Art Gegenmittel entdeckt. Sie lässt dabei die LeserInnen auch am Alltag eines Ballettschülers, der auch das Gymnasium erfolgreich abschließt, eintauchen.

KUNST MEETS GESELLSCHAFT

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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Spielwiese Das Third-Person Nahkampfspiel „For Honor“ beschert uns ein martialisches Mittelalter-Action-Spektakel – mit Höhen und Tiefen. TEXT: JOACHIM SCHMIDA

Earth Electric – Vol.1: Solar Hier bäumen sich Einflüsse von Deep Purple, Black Sabbath und Pink Floyd auf zu einem extrovertierten Koloss.

Galley Beggar – Heathen Hymns Der arkadisch-pittoreske Soundtrack, um dabei in einem LSD-Taumel zu entschweben: zärtlich-schrulliger Prog Folk.

For Honor Ubisoft für PS 4, Xbox One und PC

PLUS

Zunächst einmal ist es höchst erfreulich, dass in Zeiten, in denen die meisten großen Publisher auf Sequels setzen, um möglichst keine Risiken einzugehen, Ubisoft neue Wege beschreitet. Inszenatorisch und atmosphärisch macht der Titel auch einiges her: Wenn wir uns als Wikinger, Samurai oder Ritter durch die Landschaften metzeln, ist das großes, stimmiges Fantasy/Historienkino. Spielerisch gipfeln unsere Schlachtzüge in den jeweiligen Duellen – hier entfaltet „For Honor“ wahres Zweikampf-Feeling. Die – sicher gewöhnungsbedürftige – Steuerung trägt dazu einen Großteil bei. Denn dem innovativen Kampfsystem, das vor allem die Reaktion des jeweiligen Spielers fordert, gehört allergrößtes Lob ausgesprochen. MINUS Allen Solisten wird die Einzelspielerkampagne zu kurz geraten sein. Außerdem seien Gelegenheitsspieler gewarnt – bei der Steuerung braucht es vor allem eines: viel Übung! FAZIT Mit „For Honor“ ist den Entwicklern insgesamt ein erfreulich solider Start geglückt und so der überzeugende Grundstein für eine – hoffentlich weitergeführte – Spiele-Reihe gelegt.

Life Of Agony – A Place Where There’s No More Pain Schwermütige Melodien, eingängige Harmonien – dabei aber immer noch hitzig wie ein Jungbulle.

ANOHNI – Paradise Wummernd und abstrakt wabernd dröhnt der Noise, dazwischen Hegartys Stimme, brüchig und schmerzverzerrt.

22 – You are Creating: Limb1 Hier prallen Muse, dredg und sanfte System Of A Down zu einem himmelhoch lusttaumelnden Bravourstück zusammen.

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Mass Effect Andromeda Das Weltraumabenteuer führt uns in die Andromeda-Galaxie, in der wir im Pathfinder-Team ums Überleben kämpfen.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild: Nintendos mitunter beliebteste Spielserie auf ihrem Höhepunkt – für Wii U und die neue Switch-Konsole.

Troll and I Das mythische Abenteuer erzählt die Reise von Troll und Otto durch Berglandschaften und grüne Wälder, um wieder nach Hause zu finden.

Fotos: Hersteller, Concorde Filmverleih

HEISSE NEUERSCHEINUNGEN:


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!ticket media BOB DYLAN

Triplicate David Bowie selig beschrieb in seinem „Song for Bob Dylan“ eine Gesangsqualität, die zur unüberwindbaren Hürde werden kann – jedoch vermag Dylan tatsächlich nicht nur zu krähen und zu knödeln. Außerdem ging es ihm irgendwann auch einfach auf die Nerven, zum Oberpopanz der Rebellion, zum Grüßaugust einer Generation ernannt worden zu sein. Es ist eventualiter die Altersmilde, die sich anhebt ein-

zuschleichen, konsequent setzt dieserhalb „Triplicate“ dort an, wo der Nobelpreisträger mit „Shadows in the Night“ vor zwei Jahren debütierte und mit „Fallen Angels“ letztes Jahr kontinuierte: bei Songbook-Klassikern der verwichenen frühen Jahrhundertmitte – darunter „Stormy Weather“, „As Time Goes By“ und, besonders superb, „The Best Is Yet To Come“ – ein Gelöbnis, das „Triplicate“ schwerlich nur anreihen wird können. Zugegeben, eine Verträglichkeit insistiert ein Liebäugeln mit „Old Spice“, stellenweise sind insbesondere die als „Til The Sun Goes Down“ und „Comin’ Home Late“ subsumierten Stücke gar arg einlullend geraten; Doch Dylans Geschick ist es – und das wird gerade im Mittelteil „Devil Dolls“ deutlich –, einfache Lieder nicht zu strapazieren, sondern schlicht als edler Lump aufzutreten, seine Stimme zu Kontrabass, Geklimper und gebürsteten Drums durch ein Glas feinen Single Malt gleiten zu lassen. (sb)

PAROV STELAR

3/5

JAMIROQUAI

LIVE

The Burning Spider Electro-Swing ade, Parov Stelar hat den Blues – die Trompeten und Klarinetten gaben ihm keinen Kick mehr. Dabei imitiert er freilich nicht banal die Legenden, sondern übt sich gekonnt im Versuch, die spezielle Rhythmik in den parovschen Duktus zu übersetzen. Das große Geschick dabei: U. a. dank Funk-Intermezzi („Step Two“), die an Justice und MGMT denken machen, behält der Oberösterreicher dem Blues zum Trotz die Wir verlosen gute Laune bei. (sb) zwei signierte Alben. Mehr Infos und Teilnahmebedingungen auf ticketmagazin.com!

BLONDIE

Pollinator Dass Blondie akkurat am Puls der Popkultur ist, zeigt bereits das Cover, für das Streetart-Künstler Obey Giant verantwortlich zeichnet: Seine Motive sind präterpropter so cool wie dereinst ein Warhol. Dieser Brückenschlag setzt sich in der Musik fort: Mithilfe einer Myriade an Kollaborateuren von Johnny Marr bis hin zu Charli XCX gelang eine sänftiglich modernisierte Version der Postpunk/New Wave-Ära, mit einer Lässigkeit, die euphorisierend ist. (sb)

JAMES BLUNT

LIVE

Automaton Das erste Comeback des Jahres – und dann auch noch mit so einem verspielten Electro-Funker! Einige der alten Fans werden bei diesem arg futuristischen Geflirre und Gesause wohl stellenweise ihre Probleme haben, ist die Acid Jazz-DNA zwar noch merkbar, doch von überirdisch-pulsierenden Synthies superponiert. Allerdings strahlen der funky Groove und die Vocoder-Snippets einen sirenenhaften Reiz aus, völlig losgelöst wie Daft Punk. (sb)

LIVE

The Afterlove Für den „Moonlanding“-Nachfolger hat sich Blunt u. a. von Ed Sheeran unter die Arme greifen lassen, das Resultat zeigt den Briten durch Labsal gegangen: „The Afterlove“ ist ein sehr feinfühliges, dabei aber energetisches Popalbum, das sich nicht auf Romantik allein ausruht, sondern erstmals die Kraft der singulären Stimme in den Mittelpunkt rückt. Gerade „Don’t Give Me Those Eyes“ & „Someone Singing Along“ zeigen seine wahre Stärke. (sb)

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Gimme Danger

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Jim Jarmusch, bekanntermaßen ein glühender Rock-Fan, widmet sich in seiner aktuellen Doku den legendären Stooges – und deren charismatischem Sänger Iggy Pop. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

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rstes Jubiläum: Am 21. April wird – man wagt es kaum hinzuschreiben – der in Muskegon, Michigan, geborene James Newell Osterberg 70 Jahre alt. Das wäre weiter nicht bemerkenswert, würde es sich dabei um einen friedlichen US-amerikanischen Pensionisten handeln, der seinen Lebensabend in einem der zahlreichen Altersheime in Florida verbringt. Doch nein, James Osterberg tourt nach wie vor die Rockbühnen dieser Welt und bringt Konzertsäle und ganze Stadien zum Kochen, und das, wie er das schon seit Jahrzehnten tut, mit muskelbepacktem nacktem Oberkörper. Ebenso lang allerdings nennt er sich schon Iggy Pop, benannt nach seiner ersten Band, den Iguanas.

Kurz, aber heftig Zweites Jubiläum: Am 31. Oktober dieses Jahres, also ausgerechnet zu Halloween, wird es sage und schreibe 50 Jahre her sein, dass eine sehr wilde, sehr laute Band namens The Stooges an der University of Michigan ihr erstes Konzert gab – der Rest ist, wie man so sagt, Musikgeschichte. Die Stooges wurden in den bloß sieben Jahren ihrer Existenz nie zu einer massentauglichen Band, dazu war ihre Musik einfach zu scharfkantig, und mit ihrer exzessiven Bühnenshow – Iggy! – eckten sie überall an. So entstanden nur drei Alben, das letzte bereits 1973, und

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Jetzt will ich ein Hund sein Iggy Pop, aka James Osterberg, der dieser Tage seinen 70er feiert, steht im Mittelpunkt der Dokumentation von Jim Jarmusch. Überraschenderweise ist gerade er, der Meister des Exzessses, der letzte Überlebende der legendären Band The Stooges.

das war es dann. Allerdings gelten sie und ihre Songs wie „No Fun“ (später u. a. von den Sex Pistols gecovert), „I Wanna Be Your Dog“, „Search And Destroy“, „Dirt“ und andere als enorm einflussreich und wurden schließlich zum „Kult“. Die Musik im Fokus Jim Jarmusch, in dessen Filmen Musik immer eine zentrale Rolle spielt (man denke nur an „Dead Man“ – Originalsoundtrack: Neil Young – oder an „Only Lovers Left Alive“), hat sich nun nach „Year of the Horse“ über Young und seine Band Crazy Horse als bekennender StoogesFan der legendären Band angenommen und punktet nicht nur mit den philosophischen Sentenzen von Mr. Osterberg, sondern mit sehr viel, zum Teil rarem Archivmaterial, das

das Herz jedes Stooges-Fans höher schlagen lässt. Trotz seiner Exzesse ist ja Iggy Pop, etwas überraschend, der einzige Überlebende der Originalbesetzung (Dave Alexander starb schoon 1975, Ron Asheton 2009 und Scott Asheton 2014) – ein Umstand, den er unter anderem seinem großen Freund und Mentor David Bowie zu verdanken hat, der ihm in seiner „schwierigen Zeit“, um es vorsichtig auszudrücken, Mitte der Siebzigerjahre zur Seite stand und maßgeblich zu Iggys letztlich sehr erfolgreicher Solokarriere beitrug. Nach dem Schreckensjahr 2016, in dem viele Große der Pop-und Rockmusik das Zeitliche segneten (Bowie unter ihnen), ist es umso erfreulicher, Iggy Pop nach wie vor in „alter Frische“ zu sehen, und nun auch auf der Leinwand. Doch fun.


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!ticket service

Bei den zehnten LEAs treffen sich heuer am 3. April wieder Stars, deren Macher und Helfer zum Happening, um die Besten der Live-Entertainment-Branche auszuzeichnen. TEXT: ALEXANDER HAIDE

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austro-nominees 2017 Konzert des Jahres: David Gilmour, veranstaltet von Barracuda Music am 28. Juni vor Schloss Schönbrunn. Club-Tournee des Jahres (D/A/CH): „Lady in Gold“-Tour 2016 der Blues Pills, veranstaltet vom Salzburger Stefan Hattinger. Festival des Jahres: „Wenn die Musi spielt“ in Bad Kleinkirchheim, organisiert von Show Factory und adlmann promotion. Veranstaltungshalle des Jahres: Stadthalle Graz Club des Jahres: Posthof Linz

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Ausgezeichnet Es sind ausgezeichnete Locations und könnten auch im wahrsten Sinne ausgezeichnet werden: der Linzer Posthof und die Grazer Stadthalle.

Das Österreichdebüt Zehn Jahre lang hatte man sich ausschließlich um das deutsche Live-Biz gekümmert, seit dem Vorjahr sind Österreich und die Schweiz mit dabei. Und bereits im Austro-Debüt-Jahr konnte sich die heimische Agentur LSK über den Preis für das beste Konzert des Jahres – nämlich AC/DC in Spielberg – freuen.

Das diesjährige Programm Wer die spektakulärsten Shows produziert, setzt sich selbst ebenfalls dementsprechend in Szene: Deshalb ist nicht nur die musikalische Live-Show vom Feisten – für dieses Jahr haben sich Rock-Gigant Udo Lindenberg, Schiller mit dem Berlin Show Orchester, die Helmut Zerlett Band (ja, „die Band von Harald Schmidt“) und Max

Fotos: Günther Gröger, MCG Krug

do Lindenberg hat einen, sein Tourneeveranstalter auch. Udo Jürgens sang seinem Manager Freddy Burger dereinst ein Ständchen als Dankeschön. Helene Fischer hielt eine Laudatio, und Angela Merkel nannte den LEA einen „TopHit“. Mit der amerikanischen Law Enforcement Agency hat der deutsche LEAAward freilich rein gar nichts zu tun. Vielmehr werden die besten Shows und Produktionen des Jahres – vom Family-Entertainment über Klassik bis hin zum Pop-Konzert – ausgezeichnet. Das Besondere am LEA, der am 3. April in der Frankfurter Festhalle über die Bühne geht: Es werden jene auf die Bühne geholt und geehrt, die sonst abseits des Scheinwerferlichts die Maschinerie des Konzert-Business am Laufen halten. Das sind die Macher und Manager, die Booker und die Spielstättenbetreiber.


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stars zum anfassen!

Zur Eröffnung verewigte sich Sänger-Kabarettist-Maler Alf Poier.

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Giesinger mit seiner Truppe angekündigt, die allesamt natürlich bestmöglich klingend auch in die tollsten Lichtund Showeffekte getaucht werden. Damit Fans ebenfalls auf ihre Kosten kommen, wird der LEA live übertragen. Es wäre allerdings nicht die Speerspitze des deutschsprachigen Entertainments, wenn man sich mit einem „normalen“ Stream zufrieden gäbe: Wer eine VRBrille und ein Headset zu Hause hat, kann sich erstmals über einen 360Grad-3D-Stream freuen! Ihn gibt’s unter lea360.airtango.de zu erleben.

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Fotos: Haide Media/Johannes Ehn

!ticket ist Bronze-Sponsor der diesjährigen LEA-Awards.

Direkt gegenüber des Riesenrads im Wiener Prater hat das „tipp3 Walk of Stars“-Museum jetzt geöffnet! Bis zum Sommer werden mehr als 100 Abdruckplatten von u. a. Udo Jürgens, Nena, Bryan Adams, Joe Zawinul und Shootingstars wie Gregory Meyle und Die Lochis ausgestellt. Fans können die Spuren ihrer Lieblinge natürlich auch angreifen. Das „tipp3 Walk of Stars“-Museum und seine Partnerattraktionen, das 5D-Kino und das „Flyboard“ (ein spektakulärer Simulator-Flug über Wien) sind täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Alle Infos, Fotos und Videos gibt’s via www.walk-ofstars.com und auf Facebook.


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Volles Risiko Ich weiß noch, dass ich früher mal gedacht habe: In Wien sterbe ich vor Langeweile, ich muss nach Berlin. Damals wollte ich einen Job als Drehbuchautor beim Film haben und fuhr mit einem geliehenen Lada Taiga ins geteilte Berlin, um das Film-Drahdiwaberl Rainer Werner Fassbinder im „Damaschke Night Club“ zu treffen und ihn von meinen Qualitäten als Dichter zu überzeugen, aber er war von Kopf bis Fuß aufs Koksen eingestellt und wollte immer nur über Fußball mit mir reden. Dann traf ich im „Risiko“ Nick Cave und Blixa

SEX SELLS Georg Biron

Bargeld, die von Fußball rein gar nix hielten und sich alles reinzogen, was verboten war. Ich weiß noch, dass Nick zu mir sagte: „Du musst das Publikum enttäuschen!“ Tequila mit Nick Cave Plötzlich klopfte mir jemand auf die Schulter und sagte mit einem Grinsen: „Der Kerl redet nur Blödsinn. Du musst das Publikum lieben!“ Der Schulterklopfer war David Bowie, der mit Iggy Pop ins „Risiko“ gekommen war, und Iggy schrie: „Scheiß aufs Publikum, wo

sind die Weiber?“ Nick legte den Kopf schief und sagte zu mir: „Da siehst du, was passiert, wenn ich mit Scheißkerlen wie dir meine Zeit vertrödle.“ David Bowie bestellte eine Runde Tequila und lachte: „Die Frauen glauben, dass sie Frauen sind. Die Männer glauben, dass sie Männer sind. Es ist die totale Katastrophe!“ Nick Cave trank sein Glas in einem Zug leer und brummte: „Sex sells! Aber das Publikum darf es nicht wissen.“ Und irgendwann zogen rosa Flugsaurier über unseren Köpfen ihre Kreise.

Gewinnspiele in dieser Ausgabe finden Sie auf den Seiten 14–16, 18–20, 22–23, 30–31 und 50–52, mehr Informationen & Teilnahmebedingungen auf ticketmagazin.com. Wir freuen uns auch über Postkarten: !ticket Eventmagazin, Betreff: Gewinnspiel & Wunschgewinn, Heumühlgasse 11, 1040 Wien. Einsendeschluss ist der 15. April 2017.

Das nächste !ticket erscheint am 26. April 2017.

LASTNEWS

Die Toten Hosen veröffentlichen nach fünf Jahren und rechtzeitig vor ihrem Auftritt am Rock in Vienna am 5. Mai den „Ballast der Republik“-Nachfolger: „Laune der Natur“ erscheint u.a. auch als Spezialedition mit einer Fortsetzung ihrer „Learning English Lesson“ von 1991. Diesmal freuen wir uns auf 21 neue Coversongs alter Lieblingslieder, mit dabei sind u.a. Jello Biafra und Bob Geldof mit Gastauftritten. Im März kommenden Jahres gastieren Metallica in der Wiener Stadthalle.

impressum

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Lifestyle: Anna-Lena Horn Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, sh. Copyright. Cover: Barraccuda Music Medieninhaber, Eigentümer, Redaktionsanschrift: CTS Eventim Austria GmbH, !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 88a/II/2a, 1070 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager Druck: Niederösterreichisches Pressehaus, Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin

Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00, Jahresabo Europa: € 44,00. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien oder per E-Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Abo-Bestellung unter abo@ticketmagazin.com oder telefonisch unter +43 (0)1 589 54-450 Sie finden uns online auf Facebook und Twitter, sowie unter www.ticketmagazin.com.

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Überall, wo Sie dieses Symbol in unserem Magazin sehen, sind Fantickets verfügbar! Mehr Informationen finden Sie auf www.oeticket.com/fanticket!

Fotos: beigestellt

Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Mag. Roberta Scheifinger Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion/Kolumnisten: Stefan Baumgartner (sb), Amina Beganovic (ab), Georg Biron, Paul M. Delavos B.A. (pmd), FM4 Ombudsmann, Robert Fröwein (rf), Alexander Haide (ah), Miriam Kreiseder (mk), Mag. Joachim Schmida (js), Antonia T. Schulz (as), Andreas Ungerböck (au), Andy Woerz Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons)


Die beste Zugabe: der Heimweg.

Ihr Ticket wird zum Fahrschein: Denn die Eintrittskarten für viele Veranstaltungen in Wien gelten gleichzeitig als Netzkarten für alle öffentlichen Verkehrsmittel. Und zwar zwei Stunden vor bis sechs Stunden nach Beginn. www.wienerlinien.at

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HIGHLIGHTS LUKE MOCKRIDGE

CAROLIN KEBEKUS

„Lucky Man“

„AlphaPussy“ 

„Ds passiert alles in dein Birne“

15.06.’17 Wien, Stadthalle D 29.09.’17 Salzburg, Arena 30.09.’17 Innsbruck, Olympiahalle 02.02.’18 Graz, Stadthalle 03.02.’18 Linz, Tips Arena

27.10.’17 Graz, Stadthalle 28.10.’17 Salzburg, Arena 29.+30.10.’17 Wien, Stadthalle F 14.12.’17 Linz, TipsArena 17.12.’17 Innsbruck, Olympiahalle

TEDDY SHOW7 Wien, Stadthalle F 27.05.’1 28.05.’17 Salzburg, Arena

Bis Mai 2017

Die erfolgskomödie von MICHAEL NIAVARANI & ROMAN FRANKL

alles auf anfang

ROMEO &JULIA O H N E TO D K E I N H A P PY E N D

Sigrid

Hauser

Michael

Niavarani

Ab 23. Mai 2017

Otto

Jaus

HARRY G

STEFAN VERRA KLAUS ECKEL

ENISSA AMANI OTTO JAUS

26.4.’17

27.4.’17

18.05.’17

#HarrydieEhre

Ertappt! Körpersprache: Echt männlich. Richtig weiblich.

Zuerst die gute ­Nachricht

26.4.+ 6.5.’17

Mainblick

Weitere Termine und Karten auf www.globe.wien

Fast fertig – Ein musika­lischer Amoklauf

26.5.’17

!ticket April 2017  

Nick Cave & The Bad Seeds * Tom Jones * Blondie * Die Lochis * Camo & Krooked * Deep Purple * Lemi Ponifasio * Erwin Steinhauer * Life Ball...

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