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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

musik show 2018 19 sport theater kabarett

DEZ/JÄN

Ausgabe 226

2,90 €

Damit sind Sie live dabei!

grönemeyer Deutschlands größter Sänger macht mit „Tumult“ von sich hören.

Österreichische Post AG / MZ 15Z040254 M, CTS Eventim Austria GmbH, Mariahilferstraße 41–43, 1060 Wien

… And Justice For All

i will be there KLASSIK AM DOM

Das Green Event vor der malerischen Kulisse des Linzer Mariendoms öffnet sich stilistisch: 2019 laden Katie Melua, Rolando Villazón und Konstantin Wecker.


präsentiert

CHRISTOPH   FRITZ

„Das Jüngste Gesicht“

07.12.   +  30.03. Tschocherl 19.01. Kulisse • 10.02. Orpheum rgrund 12.01. +  08.03. +  18.04. Theater am Alse ermair ied N ­ 21.12.+ 26.01.+  22.02.+  18.03.+ 10.04. , Alle Termine auf christophfritz.at

HIGHLIGHTS 14.02.’19 Salzburg, Salzburgarena 26.05.’19 Wien, Wiener Stadthalle D

„Faszination – die neue Magie Show“

EHRLICH BROTHERS

MICHAEL MITTERMEIER „Lucky Punch – Die Todes-­Wuchtl schlägt zurück“

Halle 21.+ 22.05.’19 Wien, Globe Wien/Marx aus 08.10.’19 Bregenz, Festspielh l Tirol 09.10.’19 Innsbruck, CONGRESS Saa na Are 10.10.’19 Klagenfurt, Messe 11.10.’19 Saalfelden, Congress

MARTIN RÜTTER „Freispruch!“ 11.12.’18 Linz, Tips Arena 12.12.’18 Graz, Stadthalle 13.12.’18 Villach, Stadthalle 21.03.’20 Wien, Wiener Stadthalle D

KAYA YANAR

„AUSRASTEN! für Anfänger“

29.01.’19 Bregenz, Festspielhaus 30.01.’19 Innsbruck, Congress, Dogana rx Halle / Ma 31.01.+ 01.02.’19 Wien, Globe Wien 12.05.’19 Imst, Glenthof

GERNOT KULIS „Herkulis“

MAX   R& PalAastABOrcEhester „Der perfekte Moment... ...wird heut verpennt“

F 23.+ 24.03.’19 Wien, Wiener Stadthalle

STEFAN LEONHARDSBERGER

17.+18.01.’19 Graz, Orpheum le 26.01.’19 Wien, Globe Wien / Marx Hal 30.03.’19 Klagenfurt, Messe 11.04.’19 Leonding, Kürnberghalle , Alle Termine auf gernotkulis.at 28.03.’19 Wien, Stadthalle F 29.03.’19 Graz, Helmut-List-Halle 30.03.’19 Linz, Tips Arena

„Rauhnacht“

16.12. & 18.+ 19.01. Salzburg, Kleines Theater 21.12.+ 12.01. Linz, Posthof 06.–  08.01. Wien, Niedermair

„Da Billi Jean is ned mei Bua“ 04.12. Klagenfurt, Kamot 05.12. Graz, Orpheum 07.12. Wien, Niedermair

RALF SCHMITZ

„SCHMITZELJAGD“


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EROS RAMAZZOTTI Schmuse-Balladen mit südländischem Macho-Charme und Urlaubsfeeling

24 Brenna tuast guat!

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lkohol, Drogen, das Smartphone, Pornografie und Glücksspiel: Vor Suchtverhalten ist niemand gefeit. Ja, bereits der Schweizer Arzt Paracelsus wusste, dass „alle Dinge Gift sind, allein die Dosis macht’s, dass ein Ding kein Gift sei“. Während eine erstaunliche Vielzahl an physischen und psychischen Abhängigkeiten immer mehr zum unabdingbaren Moment einer Persönlichkeitsentwicklung wird, widmeten sich Rammstein in der ersten „Rosenrot“-Single (2005) einer sonders skurrilen Form des Suchtverhaltens, der nach Benzin. Till Lindemann, seines Zeichens nicht nur Sänger der Berliner Band, sondern zudem noch begnadeter Lyriker („Messer“ und „In stillen Nächten“), ließ sich hierfür vom Film „Love Liza“ inspirieren, einer Tragikomödie, in der Wilson (gespielt von Philip Seymour Hoffman: auch ihm war zeitlebens das Suchtverhalten nicht fremd) seine Ehefrau durch Suizid verliert und Verdrängung mit Hilfe von Benzin erreicht. Benebelt

durch das Suchtmittel legt er immer merkwürdigere Verhaltensweisen an den Tag und endet schließlich obdachlos. Ob der Schwede Roger Tullgren eine Affektion für Rammstein hat, ist nicht überliefert, wohl aber seine maßlose Liebe für Heavy Metal: weil er laut ärztlicher Diagnose und eigener Einschätzung süchtig nach Musik ist und mindestens 300 Konzerte im Jahr besuchen muss, gilt er im liberalen Schweden seit 2007 als nur eingeschränkt arbeitsfähig und bekommt staatliche Hilfe – ein schwieriger Fall, wird üblicherweise doch versucht, Suchtkranke zu heilen, und nicht, sie in ihrem pathologischen Treiben auch noch zu ermuntern. Im direkten Vergleich wirkt diese Sucht beinahe proper, ist dabei zwar nicht in erster Linie, so doch aucheine horrende Kostenfrage: Selbst als moderat betriebenes Hobby verschlingen Ticket, Merchandise und Kaltgetränke gerade bei angesagten Megasellern gern einmal stolze Summen und sorgen für plausiblen Unmut

EDITORIAL bei einer Splittergruppe an Besuchern. Dass Produktionen wie etwa die von Rammstein halt auch Unsummen kosten, wird gern ebenso vergessen wie auch die Tatsache, dass Live-Konzerte nach Einbruch der Plattenverkäufe für Künstler mittlerweile die einzige Haupteinnahmequelle darstellen – mehr als inflationär steigende Preise letztlich teilselbstverschuldet sind. Hingegen für ein Gros der (nicht krankhaft) Musikbegeisterten ist es jedoch durchaus legitim, stolze Preise für ein wahrhaft besonderes Erlebnis zu löhnen. Im Gegensatz zu den Kollegen von Noisey denken wir jedoch nicht, dass man im Falle von ausverkauften Konzerten wie jenen von Rammstein stattlich überhöhte Preise auf Resale-Plattformen salieren sollte: Das Geld, das dort aus der Tasche gezogen wird, kommt nicht dem Künstler zugute und fällt schlichtweg unter Betrug. Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEPT OKT NOV DEZ

IN DIESER AUSGABE [14] Herbert Grönemeyer Ein Trauma, ein Leben [18] Metallica … And Justice For All [20] Stefan Leonhardsberger Das Multitalent [24] Eros Ramazzotti Schmuse-Balladen mit Macho-Charme [28] Holiday on Ice Unterwasserreise nach Atlantis [34] Element of Crime Über Tiere, Fans und Künstler [42] Masters Of Dirt Ein Spektakel wider die Schwerkraft

Veranstaltungstipp Apassionata „APASSIONATA – DER MAGISCHE TRAUM“, die geniale Show mit ihrer besonderen Mischung aus Pferden, Reitern und Akrobatik, will den Betrachter mit einem neuen Programm in seinen Bann ziehen, das alle Elemente einer unglaublichen Erfolgsstory enthält. Die Handlung, bei der sich natürlich alles um die Pferde dreht, spielt zur Zeit der Pariser Weltausstellung im Jahre 1900. Der Schüler Claude erlebt auf seiner spektakulären Reise mit Luftschiff Sphäros viele Abenteuer, bevor er die Liebe seines Lebens findet. Der langjährige APASSIONATA-Kreativdirektor Holger Ehlers hat sich dabei von den utopischen Romanen Jules Vernes inspirieren lassen. Neun Reiter-Equipen stehen im Mittelpunkt fulminanter, phantasievoller Szenen einer schier unendlichen Liebesgeschichte zwischen Mensch und Pferd. Erleben Sie diesen wahrlich magischen Traum am 6. April (15 & 20 Uhr) in der Wiener Stadthalle (D)!

Bela B. Der 1962 in Westberlin geborene Schlagzeuger, Gitarrist, Komponist und Sänger, Schauspieler, Synchron-und Hörbuchsprecher war bereits Comicbuch-Verleger und hatte eine eigene Radiosendung. Bekannt ist er vor allem aber als Mitglied der PunkrockBand Die Ärzte. Als Autor hat er bisher einige Kurzgeschichten veröffentlicht und ein Filmdrehbuch verfasst. Bela B hat ein Faible für die Welt jenseits der Metropolen und Szenekneipen. Er liebt das Skurrile, das Bizarre, das sich auch in der Provinz finden lässt. Seine Figuren sind aus dem Hier und Jetzt, kämpfen mit Versorgungsängsten und Verschwörungstheorien. Und mancher verfügt über übermenschliche Fähigkeiten. Wer dabei an Douglas Adams denken muss, liegt so falsch nicht. Letztlich ist es natürlich auch eine Zustandsbeschreibung der deutschen Seele. „Scharnow“ – Erscheinungstermin am 25. Februar – ist sein erster Roman. Der Autor kommt zur zweimaligen Lesung am 1. April in den Wiener Rabenhof, mit Die Ärzte spielt er am Nova Rock.

30 Nah und fern Olles Guade kummt aus Wean. Viele gute Sachen, aber auch von anderswo!

HEIMAT 32 Alien Hand Syndrome Eine Reise durch emotionale Höhen und Tiefen

LOCATION 37 Posthof In Linz punktet man mit großer Bandbreite & Förderung des regionalen Nachwuchses

KULTOUR 38 Schwäne und Feuervögel Ein Tanz zwischen (vielen) Schwänen und (einem) Feuervogel

LIVE IS LIFE 45 Timmy Trumpet Die coolste Party des Jahres war die vom Typen mit der Trompete

MEDIA 46 Kino, Musik und Spiele Mit Spider-Man und Aquaman, der Original-Band von Elvis und mehr

PLUG&PLAY 48 Equipment Proberaum und Homestudio locken, wenn es draußen kalt und dunkel ist

Fotos: Julian Hargraeves, Heyne Hardcore, Vertigo Berlin; llustration: baes

Emigrate. Als Mitglied der Band Rammstein war und ist Richard Z. Kruspe Teil einer einmaligen globalen Erfolgsgeschichte. Neben seiner musikalischen Karriere mit Rammstein fokussierte sich Kruspe auch auf den Aufbau eines eigenen Tonstudios in Berlin und natürlich auf sein Projekt Emigrate. Am 30. November erscheint das dritte Album mit dem klingenden Titel „A Million Degrees“ – wer wird da nicht an „Feuer frei!“ von Rammstein erinnert?! Als illustre Gäste sind neben dem hauseigenen Till Lindemann auch Benjamin Kowalewicz (Billy Talent) und Cardinal Copia (Ghost) zu hören. Rammstein gastieren am 22. und 23. August in Wien, bereits am 8. Juni in München. Die Tour ist bereits restlos ausverkauft. Ghost gastieren als Vorgruppe von Metallica am 18. August in Wien.

LIFESTYLE

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!ticket highlights

SCHEINWERFERLICHT „Wir sind uns einig, dass Monstertourneen mit Überlänge nicht mehr infrage kommen!“ meinte Jon Bon Jovi im Gespräch für unsere Jänner/Feber-Ausgabe im Jahr 2001. Entgegen aller Vorzeichen wurde die „Crush 2000“-Tour, die sie am 29. Juni 2001 ins Wiener Stadion führte, fortgesetzt und fünf weitere sollten folgen. Sechs Jahre nach ihrer Show in der Wiener Krieau kommen sie 2019 endlich und gleich zwei Mal wieder (17. Juli ins Ernst-Happel-Stadion und zwei Tage später ins Wörthersee Stadion): „This House Is Not For Sale“ – so der Titel der Tournee. Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Das Rekordjahr 2019 bringt uns eine noch nie dagewesene Dichte an Top-OpenAir-Shows: Rammstein und Ed Sheeran (innerhalb weniger Stunden ausverkauft), Herbert Grönemeyer, Metallica, P!NK, Bon Jovi, Bilderbuch, Andreas Gabalier und Andrea Berg sind dabei nur die Spitze des Eisberges, die Liste lässt sich noch lange fortführen: AnnenMayKantereit (3 × Arena Open Air – ausverkauft!), Twenty One Pilots, Mumford & Sons, Tool, Shawn Mendes, … Greifen Sie rasch zu, um noch Tickets für das eine oder andere Top-Event als Weihnachtsgeschenk zu ergattern! Denn immerhin zählen Tickets und Gutscheine für Live-Veranstaltungen zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken. Ich wünsche Ihnen im Namen von oeticket und der !ticket-Redaktion eine ruhige und friedliche Adventzeit, ein frohes Fest und einen guten Rutsch voller Vorfreude in ein veranstaltungsreiches Jahr 2019!

• Highlights Dezember/Jänner • Highlights Dezember/Jänner • Palazzo Toni Mörwald kocht im Rahmen von „Global Players“ & „Glanz & Gloria“ laufend, Graz & Wien Die Fantastischen Vier Die unverwüstlichen Wegbereiter des deutschen Sprechgesangs 9. 1., Wiener Stadthalle (D) Christmas in Vienna Unter anderem mit José Feliciano, dem ORF RSO Wien und den Sängerknaben 20. & 21. 12., Konzerthaus A Bowie Celebration Mit ehemaligen Musikern von David Bowie wie M. Garson und E. Slick 22. 1., Arena

Good Charlotte Pop und Punk sind jeweils eine Sache, in ihrer Mischung eine explosive Macht 31. 1., Gasometer

Disney in Concert Mit Song-Contest-Star Cesár Sampson, Annett Louisan u. a. 22. 12., Wiener Stadthalle (D)

Left Boy Das Rap-Wunderkind mit dem seltsamen und einmaligen Sound Dezember, 4 × in Österreich

Flogging Molly Bei den energiegeladenen Irish-FolkPunk-Shows bleibt keiner ruhig stehen 30. 1., Gasometer

A Perfect Circle Die Band von Maynard James Keenan (Tool) mit „Eat the Elephant“ im Gepäck 16. 12., Wiener Stadthalle (D)

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Foto: MPL Communications

Paul McCartney – Freshen Up Bereits fünf Jahre ist es her, dass der ex-Beatle im Zuge seiner „Out There“Welttournee in Wien war.. Nun kommt er mit „Egypt Station“ im Gepäck wieder für zwei Termine in die Wiener Stadthalle (D)!


17.07.2019 WIEN 19.07.2019 KLAGENFURT

16.08.2019 WIEN - ERNST-HAPPEL-STADION powered by

28.06.2019 WIENER STADTHALLE D

SPECIAL GUEST:

27.03.2019 WIENER STADTHALLE D

25.11.2019 WIENER STADTHALLE D

28.05.2019 WIENER STADTHALLE D

HAYLEY KIYOKO 24.03.20 19 WIE N

31.03.2019 WIENER STADTHALLE F

MARX HALL E - GLOB E WIEN

26.02.2019 WIEN OTTAKRINGER BRAUEREI

DAS ATEMBERAUBENDE LIVE-ERLEBNIS FÜR DIE GANZE FAMILIE! ABENTEUER MIT DEN KOLOSSEN DER URZEIT!

Presented by Global Creatures in association with BBC Studios

09.03. – 22.04.2019 WIEN – NEU MARX KARL-FARKAS-GASSE cirquedusoleil.com/totem

OFFICIAL PARTNER

MEDIA PARTNERS

01.03. - 03.03. 2019 WIENER STADTHALLE D www.dinosaurierlive.de

06.04.2019 WIENER STADTHALLE D

WEITERE INFORMATIONEN UNTER: WWW.LIVENATION.AT


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ür Simon Ertl, künstlerischer Leiter von „Klassik am Dom“, ist die „Location vor dem Linzer Mariendom – die größte Kirche Österreichs – einzigartig und sucht ihresgleichen. Neben beeindruckenden Illuminierungen wurde der Mariendom in den vergangenen beiden Jahren im Rahmen der ORF-Übertragungen bei den Konzerten von Martin Grubinger erstmals auch von innen bespielt und somit eine ganz neue Facette ins Programm von Klassik am Dom eingebaut. Der Platz hat auch eine hervorragende natürliche Akustik, wodurch sich die Künstler immer äußerst wohlfühlen und wunderbar mit dem Publikum interagieren können. Allerdings liegt eine Herausforderung in der temporären und zeitlich versetzten Bespielung – sprich in vielen Um- und Aufbauten zwischen den einzelnen Konzerten.“ Und auch 2019 können sich die Konzerte wieder sehen lassen … Stilmix Den Auftakt am 12. Juli machen Katie Melua & Band. Wer sich jetzt fragt, was Katie Melua mit Klassik zu tun hat, dem sei folgendes Statement von Stefan Ertl ans Herz gelegt: „Um ‚Klassik am Dom‘ noch facettenreicher zu gestalten, sind wir vor einigen Jahren neue Wege ge-

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Fotos: Klaus Mittermayr, Thomas Karsten, Monika Höfler, Lauren Sass

2019 bringt „Klassik am Dom“ in Linz eine vielfältige stilistische Bandbreite mit Konzerten von Katie Melua, Konstantin Wecker sowie Rolando Villazón. TEXT: PAUL M. DELAVOS


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Fotos: Klaus Mittermayr, Thomas Karsten, Monika Höfler, Lauren Sass

Kulisse gangen und haben die Konzertreihe ‚musikalisch geöffnet‘. Im Vordergrund steht die Qualität der KünstlerInnen – immer darauf achtend, dass das Genre auch zum wunderbaren Ambiente vom Mariendom passt. Dies ist bei Katie Melua definitiv der Fall und wir sind froh, dass wir diese Künstlerin für ‚Klassik am Dom‘ 2019 gewinnen konnten.“ Die georgisch-britische Sängerin, Songwriterin und Musikerin erlebte ihren internationalen Durchbruch 2004, 2005 erhielt sie den ECHO in der Kategorie „Erfolgreichster Newcomer International“. Katie Melua lässt sich genretechnisch schwer einordnen, denn ihre Musik enthält Elemente aus Jazz, Folk und Blues, aber auch Pop und Rock. Genau diese Mischung macht den Reiz ihrer Songs aus und, wer weiß, vielleicht singt sie bei „Klassik am Dom“ auch auf Deutsch – zumindest bei ihrem Auftritt beim MTV-Unplugged-Konzert von Peter Maffay tat sie das.

Klassisches Konzerterlebnis Er ist einer der führenden Tenöre der Gegenwart und ein sehr vielschichtiger Künstler: Rolando Villazón. In der laufenden Saison ist er u. a. an der Wiener und der Berliner Staatsoper zu hören, tritt an der Staatsoper Dresden, am Opernhaus Zürich sowie in Paris und in Aix-en-Provence auf. Soeben erschien sein Weihnachts-Album „Feliz Navidad“. Im Jänner 2019 präsentiert er die erste von ihm gestaltete Mozartwoche Salzburg mit über 50 Konzerten und Veranstaltungen. Weiters gibt er sein Regiedebüt an der Sächsischen Staatsoper Dresden, wo er Rameaus Oper „Platée“ inszeniert. Darüber hinaus kommt er am 13. Juli zu „Klassik am Dom“ in überaus charmanter Begleitung. Sie ist international erfolgreich und gilt als „eine der aufregendsten neuen Opernstimmen“ (Independent): die südafrikanische Sopranistin Pumeza Matshikiza. Eine ihrer Paraderollen ist die Mimì in

Puccinis „La Bohème“, mit der sie in der laufenden Saison ihr US-Debüt an der Dallas Opera gibt. Seit 2014/15 gibt sie immer wieder Konzerte gemeinsam mit Rolando Villazón. Begleitet werden die beiden von der Philharmonie Salzburg, die 2018 ihr 20-jähriges Jubiläum feierte. Dass der in Wilhering lebende und arbeitende Komponist Balduin Sulzer, Gründer des Linzer Musikgymnasiums 1974, Motivation, für die Gründung der Philharmonie Salzburg war, sei nur am Rande erwähnt: Chefdirigentin Elisabeth Fuchs hat nämlich die Philharmonie Salzburg damals gegründet, weil ihr Musiklehrer Balduin Sulzer sagte: „Ein Dirigent ohne Orchester ist wie ein Geiger ohne Geige“. Entzündet vom Weltenbrand Seit fast 20 Jahren arbeitet der Münchner Liedermacher Konstantin Wecker immer wieder mit dem Dirigenten Mark Mast zusammen. Nun gehen die beiden

Klassik am Dom Die Kulisse des Linzer Mariendoms ist atemberaubend: Wunderbare Glasfenster zieren den 1924 fertiggestellten Dom, faszinierend ist auch der Sakralraum.

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Klassik am Dom Katie Melua, Rolando Villazón und Konstantin Wecker sorgen 2019 für ein diverses Programm.

green event „Klassik am Dom“ ist ein sogenanntes Green Event. Was das genau heißt, hat uns Gerhard Kampits, technischer Leiter, verraten: Bei der Umsetzung eines Events als Green Event sind vor allem die klimaschonenden Faktoren der Umsetzung zu beachten. Der Verbrauch von Wasser und Energie soll ressourcenschonend erfolgen. Hierbei ist neben dem Einsatz von Ökostrom auch auf die Minimierung des Energieverbrauchs zu achten. Am Veranstaltungsort selbst wird Wert auf regionale sowie saisonale Produkte gelegt. Die Anreise zum Veranstaltungsort soll unter der Berücksichtigung umweltfreundlicher Aspekte möglich sein. Öffentliche Anreise oder auch mit dem Fahrrad wird hier begünstigt. Ein großes Thema ist auch die Müllvermeidung. Auf Einwegmaterial wird verzichtet. Müll, der entsteht, wird getrennt und entsprechend entsorgt. Bei der Gestaltung des Events werden auch soziale Aspekte beachtet. Die Einbindung von Vereinen und sozial engagierten Organisationen ist einer der wichtige Punkte hierbei. Die primäre Herausforderung ist die Kommunikation des Themas Green Event. Im Vorfeld bei den Sponsoren, da diese auf bestimmte Give-aways verzichten müssen. Bei der Gestaltung der Kommunikation ist auf eine möglichst umweltfreundliche Umsetzung zu achten. Die Partner müssen zertifiziert sein (z. B. die Druckereien). Die Gestaltung der Ton- sowie Lichtanlage hat unter der Berücksichtigung energieeffizienter Systeme zu geschehen. Dennoch sind die Wünsche der Künstler umzusetzen. Da der Backstagebereich bei „Klassik am Dom“ sich in einer Parkfläche befindet, musste dort eine Aufbauweise gefunden werden, die die Vegetation möglichst schonend behandelt und keine massiven Flurschäden verursacht. So wurden die Gehwege hinter der Bühne abgedeckt, sodass der darunter liegende Boden geschont wurde. Im Publikumsbereich wurden die PET-Flaschen durch Mehrweg-Glasflaschen ersetzt. Hierfür musste zuerst sicherheitstechnisch analysiert werden, ob dies bei einer derartigen Veranstaltung überhaupt zulässig ist. Die MitarbeiterInnen wurden mit Trinkflaschen ausgestattet, um den Einsatz von PET Flaschen oder Einwegbechern im Backstagebereich zu verhindern. Die Veranstaltungsserie „Klassik am Dom“ wird auch im Jahre 2019 eine Zertifizierung als Green Event anstreben. Nach dem großartigen Anfangserfolg des Jahres 2018 mit dem oeticket-Sonderpreis als Belohnung unserer Arbeit und unseres Mutes, eine derart große Veranstaltung als Green Event auszurichten, wollen wir auch im Jahr 2019 beweisen, dass sich Unterhaltung auf höchstem Niveau und der Gedanke an die Umwelt nicht ausschließen. Wir wollen den begonnenen Weg weitergehen und stellen uns wieder der Herausforderung. Insbesondere das sehr positive Feedback all unserer Partner und auch unserer Gäste ermutigt uns, hier weiterzuarbeiten.

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gemeinsam mit dem Kammerorchester der Bayrischen Philharmonie auf Tour und gastieren am 19. Juli bei „Klassik am Dom“. Mit im Gepäck sind alte und neue Songs, darunter „Weltenbrand“, „Empört euch“ sowie das „Hexeneinmaleins“. Auch auf Weckers jüngster Produktion „Poesie und Widerstand“ wirkten Mark Mast und seine Kammermusiker mit. Simon Ertl findet „Konstantin Wecker einen der faszinierendsten Künstler im gesamten deutschsprachigen Raum, der keine Scheu davor hat, mit seiner Musik politische Statements zu setzen. Insofern ist ein Wecker-Konzert immer mehr als ‚nur Musik‘. Er drückt mit seinen Klängen und Worten aus, was sich viele Menschen denken, sich aber speziell in der heutigen Zeit oft zu wenig zu kommunizieren trauen. In Verbindung mit dem Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie eine ganz bewusste künstlerische Entscheidung, um auch mit ‚Klassik am Dom‘ ein musikalisches Zeichen für ein verstärktes ‚Miteinander‘ in der immer kälter werdenden Welt zu setzen.“ Auch in seinem aktuellen Programm „Weltenbrand“ erhebt Wecker, bekennender Pazifist und Träger des Göttinger Friedenspreises 2018, seine Stimme gegen den Krieg und die drohende Machtergreifung der Faschisten unserer Zeit.

n Im Rahmen von „Klassik am Dom“ gastieren Katie Melua (12. Juli), Rolando Villazón (13. Juli) und Konstantin Wecker (14. Juli) in Linz. Für die Veranstaltungen sind FanTickets und ticketPLUS+ Bus verfügbar.


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!ticket highlights

Max Raabe

Mit dem Palast Orchester Für sein aktuelles Album hat Max Raabe herausgefunden, wie man gute Lieder schreibt: Man tut am besten nichts! Nur so kann Raum für den perfekten Moment entstehen, in dem die Muse küsst. Mit Leichtigkeit verbindet sich die feine Ironie der Lieder aus den 20er- und 30er-Jahren mit dem schrägen Humor in den „Raabe-Pop“-Songs. 23. und 24. März, Wiener Stadthalle (F)

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Welcome to Luckyland Mockridges dritte und größte Live-Tour entführt Sie ins „Luckyland“: Sein neues Programm ist der Blick auf eine Welt, die uns ständig als Dystopie verkauft wird. Aber ist unsere Welt wirklich dem Untergang geweiht oder kriegt die Menschheit doch noch die Kurve, wenn sie begreift, dass letztendlich jeder Einzelne für sein eigenes Luckyland verantwortlich ist?

Luke Mockridge 5. bis 8. Juni, Innsbruck, Salzburg, Linz und Wien


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Wildness Snow Patrol melden sich mit ihrem aktuellen Studioalbum „Wildness“ nun auch live zurück. Thematisch macht sich die Band um Sänger Gary Lightbody gemeinsam auf die Suche nach Antworten auf die (Sinn-)Fragen des Lebens und knüpfen klanglich ganz klar an jenen Sound an, mit dem sie schon Anfang des letzten Jahrzehnts weltbekannt wurden.

Snow Patro

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Fotos: Boris Breuer (Luke Mockridge), Ali Schafler (Elisabeth), Gregor Hohenberg (Max Raabe), Simon Lipman (Snow Patrol), Christoph Enzinger (WinterCircus)

9. Februar, Gasometer Eine circensische Reise in traumhafte Welten Nach dem großen Publikumserfolg 2017/18 kehrt der Wiener Wintercircus ab Dezember wieder zurück in den Prater auf die Kaiserwiese beim „Wintermarkt am Riesenradplatz“. Unter dem klangvollen Motto „Eine circensische Reise in traumhafte Welten“ präsentiert der Wintercircus ein neues Manegenspektakel für die ganze Familie – fernab von kommerzieller Hektik und drängendem Stress, speziell für Kinder und jung gebliebene Erwachsene.

WinterCircus

bis 24. Februar, Kaiserwiese im Wiener Prater Das weltberühmte Musical als Konzert-Highlight am Originalschauplatz Die internationale VBW-Erfolgsproduktion „Elisabeth“ aus der Feder des Erfolgsduos Michael Kunze & Sylvester Levay wird am 5. und 6. Juli 2019 als ganz großes Konzerterlebnis der Extraklasse im Ehrenhof des Schloss Schönbrunn gezeigt. Die berühmte historische Kulisse bietet für die konzertante Version des Musicals, das die dramatische und berührende Geschichte über Leben, Wirken und Leiden von Kaiserin Elisabeth von Österreich erzählt, ein würdiges und einmaliges Ambiente. Mit hochkarätigen Solisten und Ensemble, begleitet vom Orchester der Vereinigten Bühnen Wien in großer Besetzung darf sich das Publikum auf einen der Veranstaltungshöhepunkte des Jahres 2019 freuen.

Elisabeth

5. und 6. Juli, Ehrenhof Schloss Schönbrunn

IT’S ONLY WOERZ

Aus die Maus Meine behände Nilfiskfee und ausgebuffte Lurchdompteuse, welche mein Wohnungsinterieur stets durch einfallsreiche Neuplatzierungen optimiert (sie versteckt mein Zeug), machte neulich eine für sie ungewöhnliche Entdeckung. Sie erspähte im Büro vier dicke Ordner mit der Aufschrift „!ticket“. Darin bewahre ich alle Ausgaben dieses Magazins auf, in denen kolumnische Randbemerkungen wie diese erschienen sind. Nicht zuletzt für den Fall, dass dereinst jemand meine Biografie schreiben möchte und Belegmaterial zu diesem Thema sucht. Sie hat mich gefragt, ob ich ihr die Sammlung überlassen würde, weil sie komplette Serien von Heften sammle. Ich war verblüfft ob der dreisten Frage. Ich erklärte ihr lächelnd, dass mein Biograf in spe dann wohl kein Material hätte, woraufhin sie meinte, „der braucht nur die Kolumnen“ und bei mir sei ohnehin wenig Platz. Wir haben uns nach Erörterung der Lage darauf geeinigt, dass sie die Sammlung bekommt und ich die Kolumnen behalte. Sie würde diese kopieren, um alles „komplett“ zu haben. Dreimal würde sie dafür für mich privat putzen. Nun habe ich also zusätzlich Platz, den die hochgeschätzte Raumkosmetikerin sogleich nutzte, um drei dicke, großformatige Bücher zu verstauen, die monatelang liebevoll aber heimatlos von einer Ecke in die andere gelegt wurden. Liebe Leute, das war’s für mich an dieser Stelle. Ich darf mich artig für die Aufmerksamkeit bedanken und mit einem virtuellen Hofknicks verabschieden. Habt weiterhin viel Spaß mit !ticket!

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Wir werden den Rechten

In einem Interview vor ziemlich genau 25 Jahren haben wir die Verschärfung des Asyl-Paragrafen in Deutschland und rechte Tendenzen besprochen. Jetzt sitzen wir wieder bei diesem Thema. Was ist schiefgegangen? Eine Zeit lang waren die Dinge vielleicht versteckt, zum Glück waren die mehr oder weniger unter Kontrolle. Dann ist die Welt plötzlich durch die ganzen Konflikte, Kriege, natürlich die terroristischen Anschläge und durch die Flüchtlingsbewegung nervös geworden. Dadurch wurde der rechten Seite wieder Platz gegeben, Ängste zu schüren. Das ist fatal. Ich habe damals ein Jugendheim für rechte Jugendliche in Leipzig aufgemacht. Es ist nach wie vor meine These, dass das 21. Jahr-

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hundert das Jahrhundert ist, in dem die Menschen zusammenrücken. Ich glaube, dass es jetzt eine Durchgangszeit gibt. Man sortiert sich neu. Wie setzt man sich auseinander? Mit Ängsten, Terrorismus, Flüchtlingsbewegung oder dem Internet, das eine IrrsinnsPlattform für Gehässigkeit und Verrohung der Sprache ist. Ich werde gefragt, ob ich mitbekomme, was für Shitstorms ich bekomme. Das wusste ich schon immer, das ist nicht neu. Dass mich Leute nicht mochten, kenne ich, seitdem ich Musik mache. Nur heute kann es jeder noch zusätzlich mitlesen. Früher schrieben die mir nur alleine, heute lesen das alle Leute mit. Diese ganzen Einflüsse fördern Extreme. Genauso wie Trump twittert, wie der das für eine absolute Debilisierung der Sprache benutzt. Mit dem müssen wir uns auseinandersetzen, das ist eine Herausforderung. Ich denke, der Mensch ist in der Lage, an einer Herausforderung zu wachsen. Das wird aber dauern. Ich setze mir im Moment das gleiche Ziel wie damals mit den Jugendlichen. Es hat acht Jahre gedauert, bis sie nicht mehr aggressiv waren. Die waren zwar noch immer

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rei Singles, ein neuer Longplayer (gibt’s auch als limitierte Fan-Box mit unter anderem der Gewinnmöglichkeit für einen Tour-Pass für alle Shows 2019), die Frühjahrs- und die Herbst-Tournee – Herbert Grönemeyer wird man in den kommenden Monaten kaum aus dem Weg gehen können. Gut so!

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Auf seinem neuen Album „Tumult“ zieht Herbert Grönemeyer gegen rechte Politik und Ausgrenzung zu Felde, Gegenwind ist ihm gewiss. Querdenken als Lebenselixier, die Familie als Rückzugsort und das Dasein als Erotik-Faktor: Grönemeyer im großen !ticket-Gespräch. TEXT: ALEXANDER HAIDE


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en das Wasser abgraben!

Fotos: Antoine Melis, Universal Music

rechts, aber nicht mehr aggressiv. So sehe ich das jetzt auch. Das ist meine Idee davon. Wir sind erwachsener und klüger als man denkt. Wir sind in der Lage, uns solchen rechten Strömungen zu widersetzen. Wir hatten in Berlin neulich eine Demo, wo 250.000 Leute auf die Straße gingen, gerechnet hatten wir mit 30.000. In England gab es gerade eine mit 750.000 Menschen. Also der sogenannten Mitte, die das Herz am rechten Fleck hat, wird schön langsam bewusst, dass sie lauter werden muss. Uns ist die Gefahr gewahr. Und jetzt geht’s darum, wie wir damit umgehen. Erst jetzt gab es Proteste gegen den Bau einer Moschee in Erfurt. Die werden jede Gelegenheit nutzen. Ich war bei einer Radiostation, da ging es um die Reichspogromnacht, um eine Gedenkfeier in Berlin. Da haben die Rechten angekündigt, dass sie am gleichen Tag für die Opfer der deutschen Politik demonstrieren wollen. Die debilen Ideen und dieses Wutbürgertum werden erstmal nicht nachlassen. Die werden dann nachlassen wenn sie merken, dass ihnen die Gesellschaft klarmacht, dass wir das nicht wollen. Das Herumpöbeln ist gemein, das ist fies, die Übergriffe sind auch ein Verbrechen. Wir werden denen mit der Zeit das Wasser abgraben. Wir können ja nicht anfangen, uns auf diesen Schwachsinn einzulassen, sondern müssen klar sagen, das wollen wir nicht. Wir müssen uns dagegenstellen,

Haltung beziehen und zusammenrücken. Das ist anstrengend. Wir wissen aus unserer Vergangenheit, was da passiert ist, und das kann keiner wollen. Das will auch keiner! Dafür ist die Zeit in Deutschland, in Österreich und in Europa noch halbwegs stabil. Man muss das auch mal umgekehrt sehen. Was kreieren wir ein Szenario, in dem wir uns gar nicht befinden? Ich bin gestern gemütlich durch den Park gegangen und ich geh’ auch in Berlin gemütlich über die Straße. Ich weiß nicht, was wir da inszenieren, dass alles drunter und drüber geht. Das stimmt überhaupt nicht. Aber wir sind aufgescheucht. Den Hass auf die Menschen zu schüren, die unseren Schutz brauchen und aufgrund der Verfolgung aus ihren Ländern weggegangen sind. Die kommen in zwei Länder und stehen jenen gegenüber, die sie schon wieder jagen. Das geht einfach nicht, das ist verbrecherisch. Da versuche ich öffentlich dazu Stellung zu nehmen, auch mit dem Album. „Rockmusik hat schon eine Kraft“, hast du einmal gesagt. Gilt das noch? Ja, absolut. Wir haben das in Chemnitz gesehen, und wir haben vor diesem Nazi-Dorf in Mecklenburg-Vorpommern gespielt. Ich glaube, Musik hat eine Lautstärke und Trommeln. Das Konzert in Chemnitz nach den Ausschreitungen, wo die Toten Hosen, Feine Sahne Fischfilet, Marteria und Casper gespielt haben: Wir können Öffentlichkeit erzeugen. Wir können

Leute in ihrem Widerstand und ihrer Haltung bestärken und Mut machen. Da sehe ich unsere Aufgabe. Insofern hat Musik Kraft. Deshalb darf man auch nicht nachlassen. Es gibt Wellenbewegungen. Da spült es jetzt wieder ein rechtes Gedankengut hoch, so weiß man wenigstens, wo der Gegner steht. Vorher war es verklausulierter. Man muss aufpassen, dass sich das nicht in die Gesellschaft frisst. „Sekundenglück“ war eine Lead-Single zum „Tumult“-Album. Was ist dein Sekundenglück? Wenn ich mit mir im Reinen bin, durchatme und mich wundere, warum ich gerade so glücklich bin. Oder einen liebevollen Blick erhasche. Oder wenn ich einfach nur in der Küche sitze und aus dem Fenster gucke und denke, ich bin gerade in einer glücklichen Situation. Es braucht nicht viele Anlässe. Es ist das Gefühl, mit sich im Reinen zu sein. Und wenn es an einem Tag, der schlecht läuft, überraschenderweise so einen Moment gibt: Das war aber schön gerade, war gut. Zum Video konnten Fans ihre Glücksmomente beisteuern. Das war so eine Idee, da ich in diesem ganzen Wahnsinn zeigen wollte, dass wir mit ganz viel Glück umgeben sind. Warum fragen wir nicht Freunde und Fans, ob die einen kurzen Clip drehen oder ein Foto schicken von dem, was für sie dieses Glück ausmacht? Ich finde, da sind unheimlich schöne Sachen

Tumult Das neue Album von Herbert Grönemeyer erschien am 9. November. „Tumult“ ist Grönemeyers Wort für den Zustand, in dem sich unsere Gesellschaft befindet.

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gekommen und es drückt im Zusammenhang auch diese Einfachheit des Lebens aus. Wenn man in eine Pfütze springt oder sich von einem 10-Meter-Turm ins Wasser fallen lässt. Zwei gehen ganz albern über die Straße – auch Albernheit erzeugt Glücksgefühle! Ich glaube, dass man es im Alltag mit ein bisschen Albernheit schafft, den einen oder anderen verschmitzten Moment zu kreieren. Aber können wir beide nicht leicht mit vollen Windeln stinken gegenüber all jenen, deren Jahreshighlight zwei Wochen Urlaub auf Malle ist? Das glaube ich nicht. Das ist ein menschlicher Überraschungsmoment, der trifft alle gleich. Ich glaube nicht, dass das mit sozialem Status zusammenhängt. Das ist die Schönheit des Lebens, diese Momente hält das Leben für jeden bereit. Ich komme aus dem Ruhrgebiet und bin nach dem Krieg dort groß geworden, da waren die Menschen auch nicht auf Blumen gebettet. Selbst als ich durch komplexe Momente gehen musste, sogar in der Trauer gab’s immer Momente, in denen man einen frischen Atem fühlte, einen Sonnenstrahl erhascht hat. Das ist genau das Schöne, das Leben schlägt Reiche wie Arme mit der gleichen Tragik. Gleichzeitig ist das Geld ungleich verteilt, das ist ein anderes Thema. Aber diese Glücksmomente verteilt das Leben genauso. „Wir denken nicht mehr quer“ ist eine Zeile aus dem Lied „Taufrisch“. Wie hast du dir dein Querdenken erhalten? (lacht) Das weiß ich nicht! Ich bin umgeben von Menschen, hab’ einen Freundeskreis und lebe seit neun Jahren wieder in Berlin, aber auch vorher in London … Das latente Testen des

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GEWINN SPIEL Wir verlosen eine Fanbox und zwei Deluxe-Editions von „Tumult“! Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Kopfes, ob er noch tickt, gehört zum Leben dazu und macht Spaß. Querdenken macht Laune. Je mehr Ansätze man hat, in je mehr verschiedenen Kulturen man denkt, desto spannender wird es. Diese Momente der Erhellung sind Lebenselixier. Ich würd’ ja verblöden, würde ich mich hinsetzen und sagen, dass ich saturiert genug bin und das Leben ist okay. Da würde ich eine Woche später schon debil werden. Das würden auch meine Kinder und meine Freunde nicht zulassen. In „Mein Lebensstrahlen“ geht es um Liebe und Familie als Rückzugsort. Ist das auch dein Fluchtpunkt vor der bösen Welt da draußen? Ich find’ die Welt nicht böse, ich finde die Welt wunderbar! Ich mach’ mir um viele Dinge Sorgen, sonst finde ich die Welt sehr schön. Ich gewinne

der Welt schon die Schönheiten ab und hab’ die Welt auch privat anders erfahren. Insofern ist für mich auch die Gesellschaft eine große Familie. Ich möchte mich in der Gesellschaft geborgen fühlen, das ist der Ansatz. Und wenn es einem in einer großen Familie schlecht geht oder er durch eine komplizierte Zeit geht, rückt die Familie zusammen und macht sich Gedanken, wie man dem helfen kann. Das ist für mich in einer Gesellschaft das Gleiche. Ich möchte in einer Gesellschaft gerne und sicher und geborgen leben können. Und deshalb rede ich so viel darüber. Familie hilft einem natürlich schon als Rückzugsort und um aufzutanken. Klar. Andererseits ziehen sich viele Menschen in dumpfe Schlagerwelten zurück. Ist das ein neues Biedermeier, der Rückzug ins Private? Es ist die Frage, ob die das tun. Ich lebe in Berlin und die Konzertszene ist riesig und die funktioniert auch sehr, sehr gut. Ich glaube, es ist heute komplizierter, Dinge zu finden, die Qualität haben und wild sind und


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Sturm und Drang haben. Auch was die Musik angeht. Es ist natürlich in Zeiten, die nervös sind, die Gefahr groß, dass man so vor sich hin biedermeiert. Aber da muss man sich gemeinsam klarmachen: Biedermeiern wollen wir nicht! Da muss man schon intensiv und leidenschaftlich leben. Dazu gehört auch ’ne intensive Kultur. „Vor Publikum zu spielen ist ein großer Erotikfaktor“, hast du vor 25 Jahren gemeint. Fühlt sich das heute noch so an? Ja, das stimmt, das hat sich nicht gelegt. Ich hoffe, das bleibt noch lange erhalten. Dieses Glücksgefühl ist elementar und sitzt tief in den Zellen. Das will ich behalten und das ist wunderschön. Schöner geht’s nicht. Findest du das Leben, wie damals, noch immer generell erotisch? Ja, ich verlieb’ mich gerne, täglich ein bisschen, wenn es geht. Das unterschreibe ich nach wie vor. Ich würde keine Gelegenheit nicht wahrnehmen, mich mal kurz für 14 Sekunden zu vergucken und dann freu’ ich mich auch wieder, dass ich in meiner Beziehung geliebt werde. Du warst über lange Jahre hinweg Alleinerzieher deiner beiden Kinder. Wie sehr hat das dein Leben geprägt? Das war zum einen eine große Stütze, dass ich die Kinder hatte, da hatte ich eine Verantwortung, als meine damalige Frau starb. Umgekehrt ist es auch ein hoher Druck. Meine Kinder sind jetzt 29 und 31: Was ich ihnen mitgeben konnte, hab’ ich getan, jetzt fordern sie mich. Sie sind zum Glück auch wach genug, mich zu fordern. Kinder zu haben und mit

denen alt zu werden hat eine unheimliche Schönheit. Das ist schon Klasse. „Tumult“ ist jetzt das 15. Album. Solchen runden Zahlen haftet etwas Mythisches an. Deine Gedanken? Ich sehe weder viel zurück noch weit nach vorne, ich lebe schon immer ziemlich stark im Moment. Ich hab’ bisher Alben gemacht, die ich machen wollte und ich werd’ noch die nächsten Alben machen, die ich machen will. Das hört nicht auf. „Tumult“ ist nicht schlecht geworden und das ist für mich Ansporn, da geht was. Jetzt geht’s weiter. Ich überlege schon, was ich als Nächstes mach’. Ich freu’ mich jetzt, dass das eine ziemlich intensive Platte ist. Da hör’ ich damit auch nicht auf. Demnächst geht es wieder auf Tour … Endlich! … und du hast vor Jahren über Konzerte erzählt, die länger als dreieinhalb Stunden gedauert haben. Geht sich das noch aus? Zwei, knapp drei Stunden geht noch. Das ist noch drin. Dreieinhalb Stunden kann passieren, wenn wir so einen Lauf auf der Bühne haben und wir sagen, da können wir noch nicht nach Hause gehen, weil alles so wunderschön ist. n Herbert Grönemeyer gastiert am 22. März in der Wiener Stadthalle (D), dieses Konzert ist bereits ausverkauft. Am 30. März gastiert er in der Grazer Stadthalle, am 12. September erneut in der Wiener Stadthalle (D). Für diese Konzerte gibt es noch FanTickets, ebenso wie ticketPLUS+ Bus-Angebote.

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And Justice For All 30 Jahre nach der Erstveröffentlichung wird nach den Vorgängern nun auch Metallicas viertem Longplayer die Ehre zuteil, amtlich aufgemotzt erneut in den Fokus gerückt zu werden. Eine verklärte Zeitreise. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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Fotos: Universal Music Mikael Eriksson

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ls der Heavy Metal mit den Achtzigern kollidierte, gab es ein dröhnendes, chaotisches, erderschütterndes Spektakel. Babys heulten los, der Putz fiel von der Decke und die Katze blieb drei Tage verschwunden. Niemand, erst recht nicht die Eltern – eigenem Hippietum zum Trotz – oder Jugendschutzorganisationen waren so richtig darauf vorbereitet, als die sägenden Stromgitarren, pumpenden Basslinien und polternden Schlagwerke ins Jahrzehnt krachten und quasi wie aus dem Nichts mit ihrer reinen, trommelfellzerfetzenden Kraft zu dem Sprachrohr einer Generation schlechthin wurden – und der Heavy Metal folgerichtig von der Obrigkeit oftmals als haariger, bierbäuchiger, tätowierter Sündenbock abgestempelt wurde. Die Erziehungsberechtigten fühlten sich bereits bei den Altvorderen wie AC/DC, Deep Purple, Motörhead und Black Sabbath und deren schwer verdaulichen, oftmals überaus direkten und gerne gesellschaftlichen Normen gegenläufigen Botschaften nicht sonders wohl. Doch die neue Generation trieb die pubertäre Forschheit an die Spitze, gleich ob Slayer, Pantera, Megadeth oder allen voran Metallica mit ihren bahnbrechenden Frühwerken, denn: Das war die neue Phalanx, potent, intelligent und unermüdlich – grantige Burschen, die es ernst meinten. Gerade Letztgenannte begannen mit ihrem Debüt „Kill ’em All“ als Kult und wurden spätestens mit ihrem Viertling „… And Justice For All“ Teil unserer Pop-Kultur. Dabei stand der Nachfolger ihrer Überscheibe „Master Of Puppets“ unter keinem guten Vorzeichen: Die Band hatte den frühen Unfalltod ihres Bassisten Cliff Burton zu ver-


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über Sex und auf wie viele Arten kann man es aussprechen? Wir haben nichts gegen Sex, es ist bloß ein weiteres vermeidbares Klischee, genauso wie Satanismus und Lieder über Autos.“ Auf „… And Justice For All“ singen und seufzen die vom Weltschmerz geplagten Riffs, schwingen sich in die Lüfte, schreien auf, kreischen und ersticken an ihrer eigenen Galle, werden geschlagen, zertrümmert, geschliffen, bemeißelt und in hoch aufragende, atemberaubende Sound-Städte verwandelt. Angefangen beim trostlosen Porträt der nach einer Umweltkatastrophe ausgebrannt zurückbleibenden Erde („Blackened“) über die zentrale, lautstarke Verteidigung des Rechts auf Wir verlosen 1 Deluxe-Box von Metallicas „… And freie Meinungsäußerung Justice For All“ und ein LP-Paket von Ghost mit „Prequelle“, „Ceremony and Devotion“, „Meliora“, (das Titelstück, „Eye Of The und „Infestissumam“. Mehr Informationen Beholder“ und „The Shortest und Teilnahmebedingungen siehe

GEWINN SPIEL

Fotos: Universal Music, Mikael Eriksson

ticketmagazin.com!

dauen und musste in ihrer Trauerarbeit erst einmal wieder in den Arbeitsprozess finden: Mit der Sammlung an Coversongs „Garage Days Re-Revisited“ führte man nicht nur Neuzugang Jason Newsted am Bass (halbherzig) ins Bandgefüge ein, sondern versuchte auch als Band erstmals wieder überhaupt zu funktionieren. Das Resultat nach beinahe zwei Jahren waren schließlich neun teils überlange, komplexe und verworrene Titel, die musikalisch ein neues Maß an Perfektion zu erreichen trachteten, inhaltlich ambitionierter und tiefgründiger denn je zuvor gerieten – und das, obwohl stilecht inmitten Poster nackter Mädchen, Junkfood- und Bierdosenmüll aufgenommen. „Metallica treibt eine Abscheu vor Klischees“, wird Schlagzeuger Lars Ulrich zitiert. „Was gibt es noch zu sagen … And Justice For All Für ein Gros der Fanschar stellt das 1988 veröffentlichte Album dumpfer Produktion zum Trotz den letzten wirklichen Paukenschlag Metallicas dar, bevor sich jene mit ihrem schwarzen Album in kommerzielle Gefilde wagten.

Straw“) über den epochalen Mittelteil, den flammenden Antikriegsappell „One“, bis hin zum finalen „Dyer’s Eve“, der Hymne einer juvenilen Rebellion, geriet das vertonte Manifest mehr noch als sein Vorgänger zu einer überbordenden Gesellschaftskritik, die (bis dato) zeitgemäßer und vor allem deutlicher – weil LAUTER und produktionsbedingt beklemmend dröhnender als herkömmliche Sprachrohre – nicht sein könnte. Nicht minder gewaltig auch die Szenerie bei der folgenden „Damaged Justice“-Tour, bei der die Bühne von einer meterhohen, blinden Justitia flankiert wurde, die vor den Zugaben wirkungsvoll gesprengt wurde. Metallica mögen seit ehedem – es sind immerhin 30 Jahre ins Land gezogen – ihre juvenile Aggression eingebüßt haben, und weitestgehend auch ihr einstiges Raffinesse, anstatt schnöder Songs vertonte Historien zu verfassen. Doch gerade die Neuauflage von „… And Justice For All“ rückt ihre vormals nicht nur musikalische, sondern vor allem auch gesellschaftliche Relevanz erneut in den Fokus. n Metallica gastieren mit Ghost & Bokassa am 16. August im Ernst-Happel-Stadion. Für die Veranstaltung sind FanTickets, sowie ticketPLUS+ Hotel und Bus verfügbar. Am 24. März erleben wir mit „Symphonic Sounds of Metallica“ ein einzigartiges Crossover-Projekt von Scream Inc. und dem Orion-Orchester im Salzburger Mozarteum.

ghost: a pale tour named death Hinter Ghost steckt mehr als nur ein bloßes – wenngleich ausgezeichnetes – Rock-Kollektiv, sondern bietet konzeptuell mögliche Ausscherungsmöglichkeiten speziell in Richtung Theater und Musical. Im Interview mit der Kronen Zeitung ließ Bandkopf Tobias Forge, der mittlerweile als juveniler Cardinal Copia auftritt, verlautbaren: „In meiner Welt sind die Shows, die wir derzeit gerade spielen, in puncto Theatralität maximal 30 Prozent dessen, was mir vorschwebt. Ich will das Konzept verstärkt zu einem Schauspiel machen, verschiedene Akte einbauen, mehrere Bühnen in einer Arena oder Halle einbauen und ein nie dagewesenes Gesamterlebnis erschaffen. Ich möchte aus Ghost gerne eine Gothic-Horrorversion von Rammstein machen.“ Das wird als Vorgruppe von Metallica natürlich kaum funktionieren, die pompöse Ehre gebührt dem Headliner. Aber Ghosts imposante „A Pale Tour Named Death“, die u. a. am 14. Februar nach Stuttgart führt, ist ein gewaltiger Schritt in die richtige Richtung.


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Multitalent rising Kabarett, Musik, Schauspiel, Liederschreiber. Der 33jährige Oberösterreicher Stefan Leonhardsberger will Kleinkunst wieder hip machen. Und das könnte ihm durchaus gelingen. TEXT: ALEXANDER HAIDE

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chen Fernsehrollen entsteht das erste eigene Programm, der satirische Liederabend „Da Billi Jean is ned mei Bua“, mit dem Leonhardsberger den Linzer Posthof mehrfach ausverkauft hat und der sogar schon im Vorprogramm von Wanda Platz gefunden hat. Neben einer Jackson-Adaption nimmt er das Publikum zu Bowies „Space Oddity“ auf eine Austro-Raumfahrtmission mit, schmiedet – als Grieche – zu „Irgendwann bleib i dann dort“ (STS) Auswanderungspläne und streichelt mit seiner Version von Tina Turners „Privat Dancer“ die Egos schüchterner Männer. Die Auswahl der prominenten „Hit-Opfer“ ist nicht immer einfach. „Es gibt da keinen einheitlichen Zugang zu Ideen“, erklärt er, „Ideen kommen und gehen, wann immer sie wollen. Wir versuchen, alle Genres zu bedienen.“ Vielseitigkeits-Streich #2: Dem satirischen Liederabend folgt mit „Rauhnacht“ ein Kabarett-Thriller, bei dem Leonhardsberger in zehn Rollen schlüpft und Erinnerungen an Tarantino wachruft: Ein Projekt, das weit weg ist von der Persiflage von Pop-Songs, obwohl auch hier Live-Musik nicht fehlen darf: „Ich komm’ ja von der Schauspielerei und ich wollte

wieder ein bisschen mehr ins Erzählerische gehen.“ Chronologisch nach „Rauhnacht“ folgte die logische Konsequenz, der AustroFolk-Liederabend mit den Pompfüneberern. Zu hören gibt es MelancholischRomantisches – und immer die gewohnte Dosis (schwarzen) Humors samt dem Traditionsthema „Sterben“: „Der Tod macht das Leben erst wertvoll. Die Verdrängung des Todes macht das Leben profaner.“ Die Talente des Stefan Leonhardsberger werden auch in einer gemeinsamen „musikalischen Lesung“ mit seinem bayerischen Kollegen Stephan Zinner gebündelt. Die Wiener Kaffeehauskultur und die Wirtshauskultur Bayerns machen „Kaffee und Bier“ (wieder im Oktober 2019) zu einem literarischen Streifzug von Schnitzler bis Fridell und von Ringelnatz zu Valentin. Für den musikalischen Teil des Programms haben sich die beiden Künstler an „älterem Liedgut“ bedient „aber auch extra für den Abend komponierte Lieder“ im Portfolio. Ist Stefan Leonhardsberger nun ein singender Schauspieler, ein schauspielender Sänger oder ein liederschreibender Kabarettist? „Diese Frage hab’ ich mir selbst auch schon gestellt, aber ich möchte mich gar nicht entscheiden. Mein Name soll einfach für Qualität stehen.“ n Stefan Leonhardsberger gibt gemeinsam mit Martin Schmid u. a. in Salzburg, Linz und Wien „Rauhnacht“, u . a. in Wien und Graz „Da Billi Jean is ned mei Bua“.

Foto: Jan Frankl

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in singender Schauspieler oder doch ein schauspielender Sänger? Stefan Leonhardsberger überrascht nicht nur seine Fans mit ständig neuen Attacken auf die Lachmuskeln, sondern verwirrt Medien, die für ihn keine passende Schublade finden. So passiert im September bei einem TVAuftritt in Bayern, als er mit seiner Band Pompfüneberer eine Kostprobe seines „Austrofolk“ zum Besten gab. Natürlich nötig: das Wort, ein Dialektbegriff für die Wiener Bestatter, erst einmal erklären: „In den meisten Geschichten, die wir entwerfen, sterben Leut’“. Doch wer ist dieser Stefan Leonhardsberger, der sich ganz leise, aber mit Tiefgang in die oberste Kabarett-Riege schleicht? Der 33-jährige Oberösterreicher ist „a man with a mission“: „Ich will die Kleinkunst wieder für ein junges Publikum öffnen.“ Vier aktuelle Programme stehen auf der „Haben“-Seite einer Karriere, die noch keine Dekade umspannt. Beim Casting am Stadttheater Ingolstadt spricht – besser: singt – der Schauspielschüler Songs von Johnny Cash vor und wird sofort engagiert. Neben etli-


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Michael Mittermeier

Lucky Punch: Die Todes-Wuchtl schlägt zurück Ring frei für den Comedykampf des Jahrhunderts! In der rechten Ecke als Herausforderer: der Komiker. In der linken Ecke der Favorit: die Absurdität des Alltags. Michael Mittermeier, der bayrische Karate Kid der Stand-up-Comedy fightet, wie man ihn kennt und liebt: Schweben wie Bruce Lee und stechen wie Biene Maja. Ein Mann, ein Mikro, keine Regeln. Mittermeiers einziger Verbündeter: die berüchtigte Todes-Wuchtl, eine lang vergessene mündlich überlieferte Geheimwaffe, geschmiedet in dunklen Gewölben einer antiken austrianischen Spaß-Dynastie, gestählt auf allen Comedy-Bühnen dieser Erde. Und die Welt ist kein Tindergeburtstag!

Mai und Oktober, Wien, Bregenz, Innsbruck, Klagenfurt und Saalfelden

Fotos: Markus Höhn (Katrin Bauerfeind), Daniel Preprotnik (Kaya Yanar), Olaf Heine (Michael Mittermeier), Robert Recker (Ralf Schmitz)

an Kaya Y

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Ausrasten! für Anfänger Kaya rastet gerne mal aus. Nicht sehr oft, aber immer öfter. Liegt es an ihm, liegt es an allem anderen? Leben wir in einer Zeit, die so stressig und bekloppt ist, dass man mal ausrasten muss, um halbwegs gesund in der Birne zu bleiben? Und wenn ja, wie macht man das am besten? Warten, bis einem alles zu viel wird, und dann auswandern, Burn-out oder Amok? Jänner bis Mai, Bregenz, Innsbruck, Wien & Imst

Schmitzeljagd Voller Energie titscht der Humor-Flummi von Pointe zu Pointe, erfüllt ein Arsenal an krassen Figuren in kunstvollen Ein-Personen-Sketchen mit Leben und sorgt dazu mit einzigartigen Impros für endlose Lachattacken und unvergleichliche Momente: Wie ein dünner Garfield auf Speed setzt sich der Vollblutentertainer diesmal mit dem „Abenteuer Leben“ auseinander und sucht nach Antworten auf Fragen wie: „Warum ist jung sein heute so ein Stress – und warum will dann trotzdem niemand alt werden?“

Ralf Schmitz

28. bis 30. März, Wien, Graz & Linz Liebe: die Tour zum Gefühl Dieser Abend ist Viagra fürs Herz und ein Gegengift zur dunklen Lage da draußen. Denn bei Katrin Bauerfeind geht es um die Liebe. In allen Facetten. Eigenliebe, Nächstenliebe, Hassliebe, Tierliebe, Liebe zu Freunden und zur Heimat, aber auch Liebe im Sinne von knutschen, fummeln, vögeln und richtigem Sex. Katrin Bauerfeind widmet sich den unglaublich komischen Seiten dieses Gefühls und fragt sich, wo die Liebe herkommt, wo sie hingeht, wenn sie weg ist, wie man sie findet, verliert und wiederfindet, und was es überhaupt damit auf sich hat.

Katrin Bauerfeind 11. bis 13. Dezember, Wien, Linz und Graz

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Taktlosigkeiten. Eine Glosse von Lisa Eckhart

Souveräne Bühnenpräsenz und präziser Sprachwitz, schlitzohrige Boshaftigkeit, böse Reime und pointierte Provokation sind die Mittel und Markenzeichen von Lisa Eckhart, steirische Poetry Slammerin und Kabarettistin. Bei ihr werden Glaube, Liebe, Politik und andere Taschenspielerstreiche liebevoll seziert, bis sich die Tragödie zur Komödie steigert. Ihr aktuelles Programm „Die Vorteile des Lasters“ spielt es aktuell in ganz Österreich, darunter im Wiener Stadtsaal, Linzer Posthof und Orpheum Graz. www.lisaeckhart.com

Obacht! Die Zeitumstellung betrifft nicht die biologischen Uhren. An alle Frauen Ende vierzig: Es ist noch immer fünf vor 12.

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Foto: Franziska Schroedinger

in Volk, ein Land, ein Kontinent wird durch zu lange Friedenszeiten irgendwann ein wenig schrullig. Gleich einer sich heiser geschwiegenen Witwe beginnt man in Ermangelung reeller Feinde solche zu imaginieren. Und niemand verzeichnet einen derartigen Verschleiß an fantasierten Kontrahenten wie die Europäische Union: Gurkenkrümmung, Traktorsitze, Bräunungsgrad beim Rausfrittieren, Raucher und Asylwerber. Doch das Anlegen von Schlepperbooten ist einfach keine Landung in der Normandie. Nun aber fand man einen Gegner, der groß genug und würdig scheint, um alle gegen ihn zu einen. Man rüstet sich in ganz Europa für einen wahrhaft epischen Kampf: Nämlich den Kampf gegen die Zeit. Die Zeitumstellung solle abgeschafft werden. Denn sie sei im wahrsten Sinne einfach nicht mehr zeitgemäß. Heute lebt man den Moment! Man reist nicht in der Zeit umher und dreht nicht an der Uhr herum – denn das ist wahrlich nicht authentisch. „Das bringt meinen Biorhythmus ganz durcheinander!“, sudern sogar

junge Menschen, die niemals je vor 11 erwachten, weil sie ja alle selbstständig sind – das heißt arbeitslos mit einer Idee – und ungeachtet der Gezeiten lediglich im Homeoffice kompostieren. Doch wer so alt ist, wie er sich fühlt, und stündlich sein Geschlecht verändert, der unterwirft sich auch partout nicht der performativen Gewalt einer Uhrzeit. Jeder Bürger jedes Landes möge darum frei entscheiden, in welcher Zeit er fortan lebt. Meinetwegen auch in welcher Epoche. Und jeder möge seine eigene Zeitrechnung wählen. Mir sind Stunden viel zu lang und Sekunden sind ein Witz. Was sollen denn bitte diese temporalen 1-Cent Münzen? Außerdem ist es unzumutbar für Juden, Muslime und Atheisten, stets in Jahreszahlen zu rechnen, welche mit der Stallgeburt eines Tischlerbankerts anheben. Man stürze das Diktat der Zahlen! Was brachten uns Uhrzeit, IQ, BMI, Kalorien und Promille? Nichts als Elend, Leid und das Wissen, dass wir zu spät, zu fett, zu dumm und zu dicht sind. Und sind die Zahlen erst Geschichte, dann schaffen wir die Sprache ab!

Ein # und ein * sagen mehr als tausend Worte. Wenn ich es so recht bedenke: Wir befinden uns bereits inmitten eines neuen Weltkriegs. Nur ist die Welt nicht mehr der Schauplatz, sondern der Gegner. Grammatikregeln, Zeitumstellung, Männer und Naturgesetze – all das muss weg. Somit, meine Leser, auf in die Schlacht! Um 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen! Oder um 6 Uhr 45? Das bleibt wohl Ihnen überlassen.

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Ciao, Schmuse-Balladen mit südländischem Macho-Charme und Urlaubsfeeling: Eros Ramazzotti ist das Gesicht der italienischen Popmusik. Nun ist er mit neuem Album und Tour zurück. Viva la dolce vita!

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Alltag zurückgekehrt ist. Nach drei Jahren Pause veröffentlichte Eros Ramazzotti, der mit Abstand erfolgreichste italienische Sänger, Ende November sein nunmehr sechstes Studioalbum „Vita ce n’è“, am 15. April wird er in der Wie-

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malt mit ausufernder – nein: leidenschaftlicher! – Gestik, wenn wir dem süßen Leben frönen, ja wieder frönen können, weil die Ästhetik, die Sexyness, die Erregung von Körper und Seele gleichermaßen endlich wieder in unseren

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achen wir es wie die Italiener und kommen wir gleich zum Wesentlichen. Loben wir, preisen wir, tun wir es mit überbordender, ja beinahe nicht zu unterdrückender Gefühlswallung laut, unter-

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TEXT: MANUEL SIMBÜRGER


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Foto: Julian Hargreaves

ner Stadthalle Station machen. „Das Leben ist da“, singt der Silver Daddy auf der gleichnamigen ersten Singleauskopplung, und stellt ein für alle Mal klar, was wir eigentlich eh schon alle wussten: Nur mit Eros hat das Leben einen Sinn. Liebe ohne Risiken Die neue Platte bietet das, was wir von Ramazzotti kennen und wieso wir ihn lieben: Ein gelungener „Ciao Bella!“Charme-Mix aus Balladen mit autobiografischem Inhalt und MidtempoSongs. Geeignet zum Vorglühen in italienischen Bistros, bevor es, mit etwas Glück, wenig später mit l’amore irgendwo zwischen Olivenhainen und Weinbergen weitergeht, begleitet von sanften Rockklängen, die aber eher zum Kuscheln als zum Kopfschütteln einladen. Um „Vermittlung eines positiven Gefühls“ gehe es ihm bei dieser Scheibe, sagt Eros, wie sollte es auch anders sein. Da ist es auch nicht ausschlaggebend, ob der geneigte Zuhörer der italienischen Sprache mächtig ist oder nicht, denn allen voran der Chorus in Eros’ Songs ist zumeist sehr catchy und weist einen derart großen Wiedererkennungswert auf, dass Musik hier tatsächlich zur grenzüberschreitenden Sprache wird. Man weiß intuitiv, wovon Ramazzotti singt, auch wenn man es eigentlich nicht weiß. Und wenn Gefühle doch mal nicht ausreichen, greift er auf ein altbekanntes Erfolgsrezept im Musikbiz zurück: Zahlreiche Duette hat er uns im Laufe seiner 30-jährigen Karriere bereits geschenkt, darunter mit Superstars wie Anastacia, Tina Turner, Ricky Martin, Joe Cocker, Cher und Carlos Santana. Da geht’s dann heiß her, davon kann man sich auch am neuen Album überzeugen: Hier macht’s Eros unter anderem mit Luis Fonsi, Newcomerin Alessia Cara und – Achtung, jetzt kommt’s! – dem deutschen Fräuleinwunder Helene Fischer! „Sie hat eine

ist Eros ein würdiger Vertreter nicht nur der italienischen Mentalität, sondern auch der Popmusik. Sexyness spielt im Pop-Zirkus des „schönsten Stiefels der Welt“ eine ebenso wichtige Rolle wie im internationalen, wobei die italienische Zart und hart Eros, das sagt schließlich schon sein Musikszene stärker als etwa die ameriName, singt am liebsten über die Liebe, kanische vom Schwarz-Weiß-Weltbild lebt: Hier sind Männer noch das Begehren, über Gefühle, die Männer und Frauen noch sich irgendwo zwischen Frauen, kokettierend Noch-nicht-gestillt-wermit all ihren naturgeden-Wollen und Bereitsgebenen Geschlechtergestillt-Geworden ansiedeln, die nichts von Ver- Wir verlosen 3 Stück von „Vita ce n’è“. Waffen. „Ich habe Mehr Informationen und dreimal am Tag Sex“, zicht und Askese wissen Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com! prahlte der Sänger vor eiwollen (und doch daran zernigen Jahren stolz in den brechen), die schwärmerisch, Medien (die ihn daraufhin kreativ absolut, gewaltig sowie illusionär „Rammelzzotti“ nannten), und auch am und lebensnah zeitgleich sind. Ganz ohne Flügel, dafür mit einer der Seele aktuellen Albumcover zeigt sich Eros schmeichelnden Stimmakrobatik wird gewohnt verrucht-sexy. Trotzdem, von Eros Walter Luciano Ramazzotti zum Eintönigkeit in Italiens Musikwelt keine international-italienischen Botschafter Spur: Klassik, Klassik-Pop, ESC-Gehüpin Herzensangelegenheiten: Obwohl fe, (Progressive) Rock, Hip-Hop, Disco, ein Tenor, durchaus zuweilen etwas Indie, Rap, House, Techno, Dance, nasal trällernd, sorgt der mittlerweile Schlager – die Italiener zeigen sich mu55-Jährige mit südländischer Leichtig- sikalisch vielseitig, hier ist für jeden etwas keit dafür, dass er nicht, Herzschmerz- dabei, ähnlich wie in der LieblingspizBalladen hin oder her, als Softie in die zeria um die Ecke. Da wie dort sind EinAnnalen der jungen Pophistorie ein- flüsse aus aller Welt zu erkennen, wobei geht: Seiner Klangfarbe verleiht Eros die Symbiose eine gegenseitige ist. Selten etwas Raues, manchmal gar etwas Ver- schafft es europäische Musik derart inletzlich-Aggressives, wenn er sich vor ternational zu klingen. Und trotzdem: Liebe verzehrt – und stellt damit sicher, Egal ob Al Bano und Romina Power, dass nicht nur er die holde Maid ver- Luciano Pavarotti, Gigi D’Agostino, Nimisst, sondern dass auch das weibliche no de Angelo, Gianna Nannini, Eiffel Publikum nicht Augen und Ohren vom 65, Zucchero, Andrea Bocelli, Fedez oder Italiener mit dem leichten Silberblick eben Ramazzotti, egal wie wild oder verlassen kann. Weil Gefühle zeigen, gut wegen: Sie alle vermitteln Sonne, Strand und schön – am Ende des Tages ist und Meer und laden uns zur ultimativdann doch immer noch jener Typ emotionsgeladenen Familienfeier ein. Mann gefragt, der weiß, was er will, der Das kann schließlich niemand besser als zupacken kann und keine Angst davor die Italiener. hat, zart und hart zugleich zu sein. n Eros Ramazzotti bringt am 15. April den Strand in die Wiener Stadthalle (D). Riesenpizza mit Wunschzutaten Als gefühlvoller Macho, der alles, nur Auf oeticket.com sind FanTickets und nicht seine Männlichkeit, infrage stellt, ticketPLUS+ Bus verfügbar. unglaubliche Energie und ist einfach eine großartige Künstlerin!“, schmeichelt Eros Helene. Klingt nach einem kommenden Liebes-Superhit.

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!ticket highlights

George Ezra

Fotos: Felicitas Matern und Jan Frankl (Gernot und Niavarani) Christina Karagiannis (Vienna Coffee

Staying At Tamara’s Wie bereits bei „Wanted On Voyage“ entstanden auch die Songs von „Staying at Tamara’s“ auf Reisen – oder wurden davon inspiriert. Auf der Liste jener Orte, denen Ezra einen Besuch abstattete, finden sich u. a. die Isle of Skye, eine Schweinefarm in Norfolk, ein ehemaliger Maismehl-Schuppen in Kent und eine Airbnb-Unterkunft in Barcelona (die der titelgebenden Tamara gehört). Das Ergebnis ist ein fingerschnippendes, Bläser-tastisches Haare-im-Wind-Album, das nahezu durchweg von einer positiven und ermutigenden Grundhaltung durchwirkt ist – auf dem sich aber auch einige gedämpfte, nachdenkliche Momente finden. Songs über Eskapismus, Träume, Ängste und Liebe.

20. Mai, Wiener Stadthalle (D)

Bon Jovi This House Is Not For Sale Der Erfolg des letzten Albums und weltweiten Chartstürmers „This House Is Not For Sale“ war der Höhepunkt einer turbulenten Zeit in der mehr als drei Jahrzehnte umspannenden Bandkarriere. Das Album war ein trotziges Statement. Auf Tour konzentriert sich Bon Jovi natürlich auch auf die alten Klassiker wie „You Give Love A Bad Name“ und natürlich „Livin‘ On A Prayer“. 17. und 19. Juli, Wien und Klagenfurt

Liebe Mark Forsters viertes Studioalbum heißt „Liebe“, Forster ist hierfür fraglos ein musikalischer Abenteurer geblieben. Für jedes neue Werk reist er an neue Orte und musiziert mit anderen Menschen. Entstanden sind die neuen Songs in London, Florenz, Uganda und Berlin. Die Songs klingen unverwechselbar nach ihm selbst, so charismatisch ist seine Stimme und auch die Art, in der er seine wechselnden Inspirationen in massenbegeisternden, sich sofort im Ohr verhakenden Pop überführt.

Mark Forster

April in Wien, August in Graz und Ansfelden (Open Air) Die Entdeckungsreise durch die Welt des Kaffees Von Rohkaffee-Spezialitäten zum Verkosten über die verschiedenen Verfahren zur Kaffeeröstung bis hin zu Maschinen, Mühlen und Zubehör zeigen Produzenten und Händler aus Europa die Vielfalt an Kaffeespezialitäten. Profi-Baristi bereiten Espresso, Filterkaffee oder Cold Brew mit verschiedensten Methoden zu und beeindrucken mit kreativer Latte-Art. Besucher können sich über Siebträger, Vollautomaten, Aeropress oder Pour-Over-Methoden informieren. Natürlich sind auch die heimischen Mikroröstereien vertreten.

Vienna Coffee Festival

11. bis 13. Jänner, Ottakringer Brauerei

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Fotos: Felicitas Matern und Jan Frankl (Gernot und Niavarani), Christina Karagiannis (Vienna Coffee Festival), Sony Music (Mark Forster), Universal Music (Bon Jovi), Arcadia Live (George Ezra)

Viktor Gernot & Michael Niavarani Silvester-Special Am 31. Dezember ist es wieder einmal so weit: Viktor Gernot und Michael Niavarani treffen einander für zwei Silvester-Vorstellungen auf der Bühne des Globe Wien. Sie blicken zurück auf gemeinsame Erlebnisse in ihrer 30 Jahre währenden Freundschaft und auf das vergangene Jahr. Neben Höhepunkten aus ihren aktuellen Soloprogrammen singen sie Lieder, wagen einen Blick in die Zukunft und tanzen nicht. Ein zweimaliges Exklusivereignis der beiden AusnahmeKabarettisten!

31. Dezember, Globe Wien

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Am Eis S eit zwanzig Jahren sind die TVStars Valentina und Cheyenne Pahde von Holiday on Ice fasziniert. So freut es sie besonders, dass sie nun beim 75-Jahre-Jubiläum mit dabei sind. Und das, obwohl sie laut Vertrag eigentlich keinen Extremsport machen dürfen – und ja, Eislaufen zählt dazu! So wurde festgelegt, dass sie in der Show keine Sprünge machen. Ganz neu ist ihnen der Sport jedoch nicht, denn sie waren schon im Alter von vier Jahren das erste Mal auf dem Eis und haben dann mit sechs Jahren angefangen, professionell zu laufen. Das ging für fünf Jahre bis kurz vor dem bayrischen Kader, zugunsten der Filmkarriere aber auch der Schule wurde das Eislaufen dann ad acta gelegt: Von 1998 bis 2006 spielten sie die Zwillinge in der Serie „Forsthaus Falkenau“. Seit 2016 verkörpert Cheyenne eine Eisläuferin in der Daily Soap „Alles was zählt“, während Valentina für „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ vor der Kamera steht.

Wie habt ihr euch vorbereitet? Ihr habt ja einen sehr strengen Drehplan. Wir drehen tatsächlich von Montag bis Freitag. Klar, du bist nicht jeden Tag zwölf Stunden nonstop vor der Kamera, also zwischendurch kurz aufs Eis ist nicht drin, vor allem wenn man keine Eislaufrolle hat so wie ich. Cheyenne hat da noch eher die Möglichkeiten. Wir waren letztes Jahr drei Wochenenden in Lint in Belgien und haben dort mit dem Cast das Trainingslager gehabt. Aber wir laufen auch nicht so viel mit in der Show. Trotzdem ist es nicht ohne, denn es

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ist live. Ich bin das gar nicht gewohnt, weil wenn ich mich vor der Kamera verspreche, dann wiederholen wir, das ist dort nicht möglich. Das ist aber auf der anderen Seite auch spannend, weil man die Reaktion vom Publikum mitbekommt und das ist schon sehr schön. Zur Vorbereitung hatte ich nach dem Dreh abends Training in Berlin, um sicherer zu sein, denn ich stand sieben Jahre nicht mehr auf dem Eis. Gibt es Konkurrenz zu deiner Schwester? Aufgrund dessen, dass wir zusammen angefangen haben und wir Zwillinge sind, und wir so erzogen worden sind, dass unsere Familie und Freunde das Wichtigste sind, gibt es bei uns so etwas wie Konkurrenz überhaupt nicht. Wir sind beide sehr sehr ehrgeizig. Wir sind damals auch Wettkämpfe gegeneinander gelaufen, aber wenn ich nicht auf dem Treppchen stand, freute ich mich, wenn meine Schwester auf dem Treppchen steht. Wir sind ehrgeizig, aber nicht verbissen dabei, es muss auch Spaß machen. Wenn wir etwas machen, dann machen wir es richtig.

u Holiday On Ice In der neuen Show „Atlantis“ reisen die Besucher in ein versunkenes Paradies.

Man hört ja öfters von den sogenannten Eislauf-Mamis Wie war das bei euch? Ich weiß auch zu 100 Prozent, woher dieser Begriff kommt. Denn als wir Eislaufen als Leistungssport betrieben haben, gab es ein paar russische Mamis, die ihre Kinder tatsächlich aufs Eis geprügelt haben. Die waren aber nie so gut wie wir,


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unter Wasser empfiehlt

„Holiday on Ice – Atlantis“ trumpft bei der Premiere mit den TV-Stars Valentina und Cheyenne Pahde auf. !ticket sprach mit Valentina unter anderem über die Vorbereitung, Ehrgeiz und sogenannte Eislauf-Mamis. TEXT: PAUL M. DELAVOS

Also keine DoppeltesLottchen-Streiche? Das ist natürlich eine der meistgestellten Wir verlosen 1×2 Tickets für die Premiere Frage an Zwillinge. von Holiday On Ice in Wien. Mehr Informationen und Wenn man Zwilling Teilnahmebedingungen siehe ist, findet man es irticketmagazin.com! gendwann nicht mehr lustig. Also klar, ein oder zwei Mal in der Schule, aber irgendwann lässt man es dann auch. Aber wenn wir etwas anfingen, mussten wir Die Choreografie ist extra es auch zu Ende brinan euch angepasst? gen. Das war die Voraussetzung und da bin ich auch Wir sind relativ spät am Ende der Prosehr dankbar dafür. Auch was benzeit nach Lint gefahren, als schon die Schauspielerei angeht. Klar, wir die ganze Show stand, und dann wursind da jung reingekommen, aber uns den wir explizit eingebaut, denn die wurde immer überlassen, ob wir es weiLäuferInnen laufen ja die Show auch ter machen wollen oder nicht. Und ich normal, wenn wir nicht dabei sind. Es bin sehr froh, dass wir immer gesagt gibt kein Double von uns, wenn wir haben, ja ich will weitermachen, sonst nicht dabei sind. wären wir heute nicht da, wo wir jetzt sind. n Holiday On Ice gastiert mit „Atlantis“ zwischen 11. und 13. Jänner in der Schon einmal überlegt, mit Olympiahalle Innsbruck und zwischen deiner Schwester zu tauschen und 16. und 27. Jänner in der Wiener Stadtihre Choreografie zu laufen? halle (D). Auf oeticket.com sind FanTiWir haben ja die gleiche Choreografie, ckets, sowie ticketPLUS+ Dinner und nur gespiegelt. Da möchte ich nichts Hotel (Wien) und ticketPLUS+ Bus durcheinanderbringen. (Wien und Innsbruck) verfügbar.

Foto: Sonja Tobias

GEWINN SPIEL

weil uns hat es Spaß gemacht. Das ist glaub ich der Unterschied: Wir wurden nie gezwungen. Und als ich gesagt habe, „Mama ich will nicht mehr“, hat sie gesagt, „dann machen wir es auch nicht mehr“. Unsere Mutter hat uns immer freie Hand gelassen und wir durften uns bei den Sportarten total ausprobieren.

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STATT SCHÖNHEITSSCHLAF. Damit man auch unterwegs frisch und festlich aussieht! Der Highlighter Touche Éclat Collector Edition mit Goldeffekt von YSL sorgt mit metallischem Schimmer für glamouröses Strahlen. Gibt’s an den YSL Beauty Countern, zum Beispiel bei douglas.at!

HAVANA RUM. Kuba ist ein tolles Ziel für den Urlaub! Wer es nicht bis hin schafft, kann sich den Cuba Libre daheim einfach selber machen und am Sofa genießen: Buena Vista Social Club in die Playlist und geht schon! Der Havana Club Añejo 7 Años wird aus bestem kubanischem Zuckerrohr hergestellt und gibt es jetzt im Geschenkkarton mit Premium-Glas. Erhältlich im ausgewählten Lebensmittelhandel.

FÜR MEHR TURBO IM BIER! Wer Fan von Turbobier ist, mag vielleicht auch das Bier mit Turbo. Das Bier gibt es österreichweit bei Interspar und in Wien, Niederösterreich und Burgenland bei Spar! Live zu sehen sind Turbobier am 15. Dezember im PPC in Graz und am 21. Dezember in der Arena in Wien. Und dann kommt auch schon das Christkind, vielleicht mit Merchandise von turbobier.at?


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!ticket lifestyle

BLUES INFUSION. Nashville und Memphis: Home of the Gibson Guitar. Wer möchte nicht auch auf so einem hochwertigen Instrument spielen wie diesem Blues Tribute Model? Vielleicht findet sich eine Gitarre unter dem Christbaum? Eine Auswahl an Gibson-Gitarren gibt es zum Beispiel in der klangfarbe.com.

BETUCHT. Schmuckes für den Hals. Ist hübsch und wärmt, wenn ein kühles Lüftchen weht. hm.at

… kummt aus Wean. Oder so ähnlich. Viele gute Sachen kommen aber auch von anderswo. Hier ein paar Ideen für nah und fern! REDAKTION: ANGELIKA GOLDMANN

DU BIST DUFTE. Makassar Patchouli, ein erdiger Duft mit Anklängen von Tabak und Leder: Riecht nach Großmutti und Goth Punk. Top-Kombi für Advent und Rock ’n’ Roll! hm.at

Der Momentum Wireless Over-Ear besticht wie die gesamte MomentumFamilie mit minimalistischem Design und tollem Klang. Die mit Echtleder bezogenen Ohrpolster und die Geräuschunterdrückung NoiseGard, die Umgebungsgeräusche ausblendet, überzeugen gerade auch beim Reisen! sennheiser.com

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BUCH-TIPP

Fotos: Global Agents Co., Grand Hostels, gestalten 2018; Gibson; Hersteller

OHRMUSCHEL.


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!ticket heimat

Alles wird gut „Tales Of Waking“ heißt das neue Werk von Alien Hand Syndrome. Der Titel spiegelt das Konzept wider: Ein persönlicher Reifeprozess und viel Experimentierfreude nehmen den Hörer auf eine Reise durch emotionale Höhen und Tiefen. TEXT: AMINA BEGANOVIC termine

Emotionalität Große Gefühle und große Sounds machen die düster-schöne Musik von Alien Hand Syndrome aus.

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eder von uns hat mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen, die einen mehr, die anderen weniger. Clemens Engert hat schon mit so manchen zu tun gehabt und lässt sie zur Quelle musikalischer Inspiration werden. Mit seinem Projekt Alien Hand Syndrome schafft er kleine Song-Kunstwerke, angesiedelt irgendwo zwischen Alternative/Gothic/Noise-Rock, Singer-Songwriter und Klavier/Cello-Arrangements. Dabei legt Engert das Hauptaugenmerk auf die Intensität der vermittelten Gefühlswelten,

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bei denen alles dabei zu sein scheint: Unsicherheit, Entfremdung, Wut, Angst, aber auch Liebe und Hoffnung. Letztes ist ein gutes Stichwort für sein neuestes Werk: Auf „Tales Of Waking“ hat er sechs Tracks gesammelt, die eine große Bandbreite an Sounds und Emotionen aufweisen. Aufgenommen wurden die Songs in Cornwall, als Produzent stand MuseEntdecker Paul N. Reeve dahinter. „Tales Of Waking“ soll eine Antwort auf deine letzte LP „Slumber“ sein. Wie kann

man sich dieses Konzept vorstellen? Bei „Slumber“ habe ich mich wie hinter einem Schleier gefühlt, quasi als Beobachter, der sich eben noch in einem Schlummer befindet. Für das neue Album wollte ich aus dieser Position heraus. Es hat sich wie ein „Erwachen“ angefühlt, da ich nicht zuletzt durch die Aufnahme in England meine vertraute Umgebung, meine Komfortzone verlassen habe. Auch die Songs sind diesmal direkter, „wacher“ und „bewusster“ – das spiegelt sich in den Texten wider.

Fotos: Joanna Babicka Hersteller

Vorm Jahreswechsel können sich Konzertfans noch einiges im Terminkalender anstreichen: Conchita und Band spielen am 4. Dezember in der Szene Salzburg auf, feinste Poptunes gibt es am 6. Dezember mit Cari Cari im ppc Graz. Der Nino aus Wien steht am 7. Dezember mit neuem Album auf der Bühne im Alten Schlachthof Wels und am 14. im Orpheum Wien. Völlig „Baff“ wird man bei Granada am 6. Dezember im Posthof Linz, am 7. im Orpheum Graz und am 15. in der Arena. „Mit Rosen und Applaus“ geben sich Garish am 6. Dezember im Kammgarn Hard, am 7. im Salzhof Freistadt und am 22. im Stadl Bildein die Ehre. Ebenfalls am 7. feiern Birgit Denk & Band ihr Weihnachtskonzert in der Szene Wien. Viel „Bahö“ gibt es am 22. mit folkshilfe im Brucknerhaus Linz, die Steaming Satellites wiederum landen am 28. Dezember im stereo Klagenfurt. Tags darauf wird es in Klagenfurt heftig: Im VolXhaus laden Disharmonic Orchestra mit Madog, Hellavista und 4XistenZ zur PreBummserei noch vor Silvester!


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MUNDPROPAGANDA War der Songwriting-Prozess somit anders für dich? Ich habe eineinhalb Jahre an den Songs gefeilt, in der ersten Phase grobe Demos erstellt und diese an Produzenten geschickt. Dann bekam ich von Paul Reeve die Zusage. Ich habe in weitere Folge intensiv an zehn Tracks gearbeitet, gemeinsam haben wir schließlich die sechs besten davon ausgesucht.

Fotos: Joanna Babicka, Hersteller

Wie kam es zu dieser Kollaboration? Ich habe mich bewusst außerhalb Österreichs nach jemandem umgeschaut, der mir bei den nächsten Schritten weiterhelfen konnte. Dafür habe ich Produzenten angeschrieben, die Alben gemacht haben, die mir selbst taugen. Paul war von Anfang an begeistert von den Demos, sein Enthusiasmus hat mir sehr gefallen, er war gleich mit vollem Ernst bei der Sache. Das hat mir total imponiert, er hat schließlich schon mit Bands wie Muse gearbeitet und deren erstes Album gemacht. Ich fand es extrem cool, dass er sich so mit meiner Musik beschäftigt. Deine Musik ist generell sehr düster. Bei den neuen Tracks hört man aber den einen oder anderen Hoffnungsschimmer, etwa bei „Entwined“. Bei „Entwined“ geht es darum, dass immer die Hoffnung da ist, dass man sich selbst durch Musik heilen kann. Das ist eine Hauptfunktion von Musik für mich, denn ich packe alle meine Ängste und Depressionen hinein, wie eine Art Selbsttherapie. Und irgendwann wird vielleicht alles gut und ich kann über mich und meine Musik sagen: Das bin jetzt zu 100 Prozent ich, wie ich immer sein wollte. Mit dem Älterwerden ist es ja ähnlich – David Bowie hat einmal gesagt: Das Älterwerden ist ein Prozess, bei dem man immer mehr zu der Person wird, die man sein möchte. Und so sehe ich es bei mir als Künstler: Ich bin noch

lange nicht dort, wo ich hinwill, aber es wird, schrittweise. Genau das ist es, was mich antreibt. Die Songs weisen in puncto Stimmung und Instrumentierung große Unterschiedlichkeiten auf. Wolltest du bewusst viel experimentieren? Das ist grundsätzlich immer mein Ansatz. Bei „Slumber“ war es vielleicht noch ein wenig eindimensional, aber jetzt habe ich meine volle Bandbreite ausgeschöpft. Es gibt bombastischere Tracks wie „We Will Never See The Stars“, es gibt SingerSongwriter-Tracks, bei „Amber“ haben wir wiederum klassischere Arrangements mit Streichern und Klavier. Härterer Gitarrenrock oder Synths sind aber ebenso dabei. Der einzige rote Faden ist, dass die Songs allesamt ins Melancholische bis Düstere gehen. Das wird sich wohl auch nie ändern, denn ich kann mich mit so einem Sound am besten ausdrücken. Nicht weil es mir so schlecht geht – aber ich könnte keine „bunte“ Popmusik machen. Empfindest du deine Musik als traurig? Traurig ist ein interessantes Wort, denn Traurigkeit ist immer ein Gefühl. Aber Gefühl ist etwas anderes als Atmosphäre. Von der Atmosphäre her sind meine Songs schon so, dass manche sie als traurig empfinden könnten. Ich persönlich sehe mich selbst dabei aber nicht als traurig an – denn wenn es mir ganz schlecht geht, kann ich keine Songs schreiben, dann geht gar nix. Sprich: Wenn ich traurige Songs schreiben will, muss es mir zumindest halbwegs gut gehen (lacht)! Wird es dich mit den neuen Tracks auch live zu hören geben? Mein Plan wäre, das Ganze so weit voranzutreiben, damit eine Tour auch wirklich Sinn macht. Ich möchte eine starke Fanbase aufbauen und es dann richtig gut durchziehen, nicht halbherzig. Darauf arbeite ich jetzt hin.

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (ab, sb)

LIVE Garish – Rosen und Applaus Die vor und mit Publikum entstandene LP (auf limitiertem Vinyl!) blickt auf zwei Jahrzehnte Garish zurück.

LIVE Der Nino aus Wien – s/t Sehr persönlich, mit gewohntem Pragmatismus und vielschichtigen Texten kommt Album #10 vom Nino daher.

Breinschmid & Gansch – Bransch Eine virtuose und urkomische Melange der beiden Musiker, mit Live-Mitschnitten aus dem Wiener Konzerthaus.

LIVE Simon Lewis – Pilot Auf seinem Debütalbum mischt Simon Lewis mit verraucht-schöner Stimme Popsounds mit Folkeinflüssen.

LIVE Misanthropic Might – Feindt Auf ihrem neuen Album straft das Wiener Black-Metal-Kommando all jene ab, die sonntags gen Kirche pilgern: Infernalisch!

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TIM_34_35_Element of Crime_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 20.11.18 14:00 Seite 1

Ästhetische A E

in Interview mit der deutschen Kultband Element of Crime ist so, wie man es sich vorstellt: Bandleader und Erfolgsautor Sven Regener spricht in atemberaubender Geschwindigkeit, die Sätze sind verschachtelt, ein Gedanke jagt den nächsten, immer auf dem Sprung, immer ironisch-pointiert und immer ehrlich. Standardphrasen sind hier nicht drin, was nicht der eigenen Weltansicht entspricht, wird schon mal mit „Quatsch“ oder „Pipifax“ abgetan. Dabei strahlt Regener, vor sich ein Krügerl Bier, stets Ruhe und beneidenswerte Gelassenheit aus – genauso wie Bandkollege und Gitarrist Jakob Iljas. Der steht Regener in Sachen Geradlinigkeit und poetische Gedanken nämlich um nichts nach. Auch das neue Album „Schafe, Monster und Mäuse“ bietet das, was die Anhänger erwarten und lieben: Verschrobene Metaphern, die dem Melancholischen und dem Alltäglichen eine spielerische Bühne geben. Verträumter Witz, jenseits von Zeitgeist und Trends. Element of Crime ist keine Band, die sich jemals neu erfunden hätte. Muss sie auch nicht. Denn den Humor im Traurigen zu finden ist eine Aufgabe jenseits von Zeit und (gesellschaftlichem) Raum. Euer Album klingt neu, aber angenehm vertraut. Wie schwer ist es, sich Trends zu widersetzen?

Sven:Alles, was es dazu braucht, ist Faulheit! Uns interessiert es nicht, „up to date“ zu sein, denn das hat ein Verfallsdatum. Trends kommen und gehen, die Musik bleibt. Man kann auch einfach mal Nein sagen. Man muss nicht jeden Scheiß mitmachen.

man funktioniert. Das tun wir nicht. Das motiviert. Jakob: Wir verstehen uns ohne viele Worte. Zudem haben die Songs selbst ein Eigenleben und erzählen im Grunde genommen, was zu ihnen passt und was nicht.

Dabei ist „Schafe, Monster und Mäuse“ aber sehr vielfältig und bietet nicht nur Chanson, sondern beispielsweise auch Country, Soul, Folk oder eine Art Punkrock-Parodie. Jakob: Das Schreiben von neuen Songs unterliegt keinem Masterplan, keiner Vorgabe. Im Übungsraum überraschen wir uns so auch immer wieder gegenseitig. Das Schöne am Musikmachen ist ja, dass man gar nicht genau weiß, woher all die Ideen kommen. Wieso spielt Richard auf diese Weise, wieso textet Sven zu einem bestimmten Thema? Bei uns ist immer zuerst die Musik da und dann kommt der Text hinzu. Sven: Das Undurchschaubare ist der Schlüssel, wieso es zwischen uns schon so lange gut geht. Wir alle sind eigentlich sehr ungeduldig und exzentrisch. Langeweile kommt ja auch daher, dass man durchschaut, wie

Sven, beeinflusst dein literarisches Schreiben das Songschreiben? Sven: Nein. Es gibt Motive, die da und dort auftauchen, aber das ist nicht wichtig. In der Band muss ich zur Musik Worte finden, die Kontrolle ist begrenzt. Es ist gut, die Sache laufen und ihr ihren eigenen Willen zu lassen. Es hat auch viel mit Vertrauen zu tun und damit, das eigene Ego zurückzudrängen. Jeder von uns macht seinen Job.

Element Of Crime Auch auf ihrem aktuellen Album „Schafe, Monster und Mäuse“ präsentieren sich die Hamburger mit nichts vergleichbar, außer mit sich selbst.

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Ein Ego-Problem gibt es also bei Element Of Crime nicht? Jakob: Jeder, der auf die Bühne geht, hat ein ausgeprägtes Ego, das liegt in der Natur der Sache. Wenn man jünger ist, ist man verunsichert, muss sich mehr abgrenzen,

Foto: Charlotte Goltermann

Element of Crime sind mit neuem Album zurück! Wir baten zum Gespräch über große Egos, die Distanz zwischen Fans und Künstler und wieso das Hören ihrer Songs wie Träumen ist. TEXT: MANUEL SIMBÜRGER


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Anstrengung um sich beweisen zu können. Da sind Konflikte natürlich vorprogrammiert. Uns verbindet letztendlich die Musik.

Foto: Charlotte Goltermann

Sven, du bist ein Meister der Schachtelsätze. Bewusstes Stilmittel oder sind deine Gedanken tatsächlich so verwoben und ineinander gekettet? Sven: Das kommt automatisch, ist mir aber auch ganz lieb. Das Elendste bei Songtexten sind Paarreime, weil meist das Ende solch eines Reimes mit dem Ende eines Gedankens einhergeht. Wenn der Gedanke nicht synchron mit dem Knittelvers läuft, sondern darüber hinaus, wird es spannender, unterhaltsamer und aufgelockerter Ich bin eher ein Fan von Binnen- und Kreuzreimen. Hier kann man immer wieder viel dazulernen. Du bezeichnest dich selbst als soziophob. Wie passt das mit dem Künstlersein zusammen? Sven: Eigentlich hab ich das vor allem eine Zeitlang immer gesagt, um mich vor Signierstunden nach den Lesungen zu drücken. Manchmal ist es tatsächlich nicht einfach, mit einem Haufen fremder Menschen umzugehen. Auf der Bühne zu stehen ist dazu

kein Widerspruch, weil hier eine große Distanz gegeben ist. Diese Distanz behalten wir auch bei: Nach einem Konzert gehen wir niemals unter die Leute. Wieso nicht? Wie seht ihr das Verhältnis zwischen Künstler und Publikum? Jakob: Eine ehrliche Begegnung zwischen Künstler und Publikum führt immer zur Enttäuschung. Weil die Leute einem mit all ihren Projektionen gegenübertreten. Auf der Bühne können wir dieser Projektion entsprechen, dafür sind wir da. Aber abseits davon kann das nicht mehr funktionieren. Sven: Der Künstler ist zu dieser Distanz verpflichtet. Distanz schafft erst eine Aura, die für das Publikum wichtig ist. Künstler haben ihre Rolle aus der Ferne zu spielen. Kunst ist „künstlich“, eine ästhetische Anstrengung. Was daraus die Leute machen, liegt nicht in unserer Hand. Das hat auch nichts mit uns zu tun. Jakob: Natürlich kann beim Publikum der Eindruck entstehen, Künstler, Kunst und Mensch seien deckungsgleich. Das möchten wir vielleicht auch gar nicht vollends aufklären. Was bedeutet der Albumtitel? Sven: In den Songs, gera-

de im Titelsong, geht es viel ums Träumen. Das Interessante an Träumen ist immer, wie da die Dinge ins Surreale kippen, man sie aber trotzdem irgendwie immer noch versteht. Beim Songschreiben funktioniert es gut, dieselbe Technik anzuwenden, die das Gehirn auch beim Träumen anwendet, und die sich letztendlich auch nur aus Allegorie, Metaphorik und Symbolik zusammensetzt. Schafe, Monster und Mäuse ist ein ganz guter Hinweis darauf. Wollt ihr den Zuhörern mit euren Songs eine Art Ausstieg aus der Realität ermöglichen? Jakob: Ich möchte niemandem sagen, wie er mit unserer Musik umgehen soll. Wir haben ja eh keinen Einfluss darauf. Genau das ist doch das Spannende! Man gibt die Musik weg und die Leute entscheiden selbst, was sie damit anfangen. Machen melancholische Songs mehr Spaß als Feel-good-Songs? Sven: Ich empfinde unsere Songs eigentlich als „normal“. Lyrics wie „You can win if you want“ oder „I am so happy“ sind doch eher sehr selten. Glück und Trauer liegen nahe beieinander. Jakob: Melancholische Songs können auch etwas Tröstendes haben. n Element Of Crime kommen am 2. und 3. Mai in den Gasometer, am 1. in den Circus-Krone-Bau München.

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Auch Metaller lesen Der Linzer Posthof punktet seit mittlerweile 35 Jahren mit seiner großen Programm-Bandbreite. Dabei kommt auch der Förderung des regionalen Künstlernachwuchses eine bedeutende Rolle zu. TEXT: ROUVEN AHL

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ei der Frage, was den Posthof Linz so einzigartig macht, muss der Presseverantwortliche Karl Zabern nicht lange überlegen: „Ganz klar: die Vielfalt, die extreme Bandbreite unseres Programms.“ Er übertreibt nicht. Schaut man auf die Homepage des am Linzer Hafen gelegenen Venues, finden sich so ziemlich alle denkbaren Veranstaltungen aus allen denkbaren Sparten der Kultur. „Wir sind kein Rockhaus, kein Kabarett, keine Tanzbühne, kein Literaturhaus – wir sind alles zusammen“, sagt Zabern. Die Diversität des Programms stellt die Mitarbeiter des Posthofs dabei auch immer wieder vor Herausforderungen, wie Zabern erzählt: „Das Programm ist sehr anspruchsvoll für uns zu bearbeiten, da man nicht immer mit derselben Community spricht, sondern mit verschiedenen Zielgruppen sprechen muss. Das macht es aber auch so spannend – denn Menschen sind nicht eindi-

termine (auswahl)

Foto: Günther Gröger

3. Dezember: Conchita & Band 6. Dezember: Granada 11. Dezember: Left Boy 15. Dezember: Thomas Stipsits „Stinazer Delikatessen“ 18. Dezember: Lisa Eckhart „Die Vorteile des Lasters“ 5. Februar: Mark Forster 2. November: Seeed

info Telefon: 0732/78 18 00 Web: posthof.at 4020 Linz, Posthofstraße 43

Posthof Linz Das im Hafenviertel gelegene Areal ist einer der größten und vitalsten Veranstaltungsorte für zeitgenössische Kultur in Österreich. Das Konzept spannt sich von Musik über Tanz und Theater bis hin zur Kleinkunst und Literatur.

mensional. Auch ein Metaller liest ein Buch.“ Diese Philosophie der Vielfältigkeit herrscht im Posthof, der 1750 als Unterbringung der Poststallmeisterei errichtet wurde, bereits seit dessen Eröffnung im September 1984. Leitlinie „Regionalität“ Formell gehört der Posthof zur LIVA, der Linzer Veranstaltungsgesellschaft mbH, einer 100-Prozent-Tochter der Stadt Linz. Auf die Frage, ob die Stadt möglicherweise Einfluss auf das Programm nimmt, antwortet Zabern: „Operativ haben wir freie Hand, halten uns aber an gewisse Leitlinien.“ Die da wären: „Ein spannendes, alternatives und frisches Programm zu liefern“ Und: Regionalität. „Wir haben den Auftrag, die junge heimische Szene zu fördern.“ Dabei bietet man jungen MusikerInnen die Chance, als

Supportbands aufzutreten, stellt sechs Proberäume zur Verfügung und veranstaltet einmal im Jahr den Nachwuchswettbewerb „Lautstark.“ Doch nicht nur in der Sparte Musik wird größter Wert auf Förderung des Nachwuchses gelegt. „Bei unserem Festival „Tanztage“, gibt es neben international renommierten KünstlerInnen auch unser „Tanzlabor“ zu bestaunen, wo es zu Uraufführungen junger, heimischer Gruppen kommt.“ Neben den „Tanztagen“, gibt es mit dem „Ahoi! Pop“ (dreitägiges Musikfestival, Schwerpunkt: Indie/Alternative) sowie dem Linzer Kleinkunstfestival (Kabarett, feiert heuer sein 35. Jubiläum) weitere jährliche Veranstaltungsreihen. Dazu Zabern: „Die Festivals sind eine Verdichtung unserer Stärken.“ Und davon hat der Posthof ja einige.

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!ticket kultour

Schwäne & Feuervögel Sowohl Liebhaber des klassischen Balletts als auch Fans des zeitgenössischen Tanzes kommen in den nächsten Monaten auf ihre Kosten. TEXT: PAUL M. DELAVOS Der größte Schwanensee 48 Schwäne bilden das corps de ballet in der „Schwanensee“-Fassung von Derek Deane OBE.

restaurierte klassiker Seit seiner Uraufführung am 25. Mai 1870 in der Choreografie von Arthur Saint-Léon begeistert das zauberhafte Ballett „Coppélia“ Jung und Alt. Die mechanische Puppe Coppélia und die Versuche des Puppenmachers Coppélius, diese zum Leben zu erwecken, stehen im Mittelpunkt des Stücks. Damals war die Faszination von Automaten, die zum Leben erwachen können, eine große. Und denkt man an die Diskussionen um künstliche Intelligenz und fühlende Roboter, so ist das Stück durchaus noch aktuell. Pierre Lacotte, Spezialist für die Rekonstruktion großer Klassiker, hat sich des Stückes bereits 1973 angenommen und dabei das letzte Bild, das zwei Jahre nach der Uraufführung gestrichen worden war, wieder ergänzt. Ab 27. Jänner erwacht Coppélia in der Volksoper Wien zum Leben.

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tional Ballet sowie Teatro dell’Opera di Roma tätig, bringt seine Version nun in einer Einstudierung des Shanghai Ballett nach Wien. Erzählt wird die Geschichte der Prinzessin Odette, die vom bösen Zauberer Rotbart in einen Schwan verwandelt wurde. Nur die wahre Liebe kann sie retten … Das Besondere an dieser Fassung ist, dass hier im corps de ballet 48 Schwäne auf der Bühne stehen – in den meisten Inszenierungen sind es 24. Zu sehen von 19. bis 27. Dezember in der Wiener Stadthalle. Brasilianisches Ballettfest Der neue Ballettchef das Salzburger Landestheaters, Reginaldo Oliveira, lädt am 31. Dezember zu einem Fest, bei dem das Ballettensemble gemeinsam mit dem Publikum das Leben feiert. In „Balacobaco“ – dieses Wort wird in Brasilien umgangssprachlich für etwas Großartiges verwen-

det, als Superlativ für das Wunderbare, für überbordende Schönheit, Freude oder Glück – erzählt Oliveira in temperamentvollen Szenen und intensiven Bildern von sich aber auch den Farben, Rhythmen und der Energie der brasilianischen Seele. Kraft des Feuers Ebenfalls eine Neukreation eines Ballettklassikers ist „L’Oiseau de Feu“ („Der Feuervogel“) des flämisch-marokkanischen Starchoreografen Sidi Larbi Cherkaoui, der seit 2015 künstlerischer Leiter des Ballet Vlaanderen ist und für eine Neuausrichtung der klassisch orientierten Kompanie gesorgt hat. Am 26. April ist die Kompanie im Festspielhaus St. Pölten zu Gast: gezeigt wird auch „Exhibition“ zur Musik „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky in der Orchestrierung von Maurice Ravel.

Fotos: Stardust Theatre BV / Fotograf A. Hochgerner, Reinhard Werner, Hersteller

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er „Schwanensee“ ist der Inbegriff des klassischen Balletts schlechthin und die Doppelrolle Odette/Odile die Traumrolle einer jeden Tänzerin. Derek Deane OBE (Officer of the Order of the British Empire), ehemaliger Solist des Royal Ballet und als Choreograf u. a. für das English Na-


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BAROCKE KLANGWELTEN Händels „Serse“ (erschienen bei Deutsche Grammophon) ist eine Klangwelt wie geschaffen für Winterabende.

Mit „Serse“ hat Georg Friedrich Händel eine unterhaltsame Oper voller Wendungen und Irrungen geschrieben, am bekanntesten daraus ist die Eröffnungsarie des Serse, „Ombra mai fu“. Der argentinische Countertenor Franco Fagioli singt die exzentrische Rolle des Perserkönigs Serse/Xerxes mit faszinierender Strahlkraft. Begleitet wird er dabei vom italienischen Barockensemble Il Pomo d’Oro und namhaften Solisten. Die Einspielung eröffnet neue Einblicke in Händels Klangwelt und ist der richtige Begleiter für lange Winterabende.

PORTRÄT EINER BÜRGERLICHEN GESELLSCHAFT 1951 veröffentlichte Heimito von Doderer seinen Roman „Die Strudlhofstiege“. In diesem zeichnet er das Bild der bürgerlichen Gesellschaft in Wien während der Monarchie und deren Ende bis in die 1920er-Jahre. Der Großteil der Handlung spielt sich rund um die namensgebende Stiege im 9. Wiener Gemeindebezirk ab. Elisabeth Orth, Doyenne des Wiener Burgtheaters, und ihre Nichte Mavie Hörbiger, ebenso Schauspielerin am Burgtheater, lesen am 18. Jänner im Landestheater Niederösterreich aus diesem epochalen Roman.

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Willi Resetarits

Der große Miles Davis soll einmal erklärt haben: „Zunächst werde ich spielen – und später erklären, was es ist.“ Was also ist es, was der auch nicht ganz unbekannte Christian Ludwig Attersee verkörpert? Okay, er ist einer der populärsten Maler Österreichs. Ab Ende Jänner ist ihm eine umfassende Ausstellung im Belvedere 21 gewidmet. Aber Attersee ist auch Musiker. Und was für einer! Wegen Taubheit auf einem Ohr gelang keine Karriere als Opernsänger. Was Ende der Fünfziger zwangsläufig die Tür zum Rock ’n’ Roll öffnete. Englische Texte wurden kurzerhand in einem Kauderwelsch aus Kunstsprache, Lautmalerei und Anglizismen „atterseeisiert“ – eine unverschämte Kunstfertigkeit, die ihr Erfinder heute noch praktiziert. Aus der abgeschauten Elvis-Pose entwickelte sich, so nicht vorhersehbar, ein Hang zu Schlagern, Weihnachtsliedern und Pophadern der etwas anderen, eigenen Art. Das „Atterseelied“, begleitet vom Bayrischen Rundfunkorchester, wurde 1968 zum Hitparadenerfolg und zum Tanzflächenräumer in der Wiener Undergrounddiskothek Voom Voom. Mit Musikern unterschiedlichster Provenienz – von Dylan über Bowie und Jürgens bis Lou Reed – hat der Mann gefachsimpelt. Und mehr Alben aufgenommen als Franz Morak und Yung Hurn zusammen. Der letzte Rockstar Österreichs? Eventuell. Anhören! Und, ja, anschauen. Walter Gröbchen

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4. Jänner: The Odds, Ostbahn, Stubnblues, String Fizz, BasBariTenori 5. Jänner: Die Schmetterlinge, Ostbahn, Resetarits-Puschnig Quintett, Molden, Soyka, Wirth, Familienbande Es gibt sowohl Einzel- wie auch Kombitickets. 4. und 5. Jänner, Wiener Stadthalle (F)

Der Nussknacker

Bolschoi Staatsballett Belarus Bei Bolschoi-Balletten kann man sicher sein, dass das russische Erbe nicht durch fremde Eingriffe verunstaltet wird. Die „Nussknacker“-Inszenierung von Alexandra Tichomirowa vereint den Zauber der märchenhaften Handlung und der fantastischen Szenen mit den Kostbarkeiten, die das Schatzkästlein der klassischen russischen Ballettkunst bereithält. Die schillernde Pracht vom Bühnenbild und die mit mehr als 1.000 sündhaft teuren Swarovski-Kristallen verzierten Kostüme schaffen eine organische Einheit, die dieses vitale Meisterwerk voller Romantik und Lebensfreude vervollständigt.

12. Jänner, Wiener Stadthalle (F)

17. Tullnerfelder Neujahrskonzert Mit Barbara Helfgott & Rondo Vienna Nach dem Sensationsgastspiel mit Natalia Ushakova am 1. Dezember startet das Tullnerfeld traditionell mit dem Neujahrskonzert ins neue Jahr. Dieses Mal wird Stargeigerin Barbara Helfgott mit dem Rondo Vienna zu Gast sein. Durch das Programm führt Claus Bruckmann (ORF). 5. Jänner, Berghotel Tulbingerkogel

Fotos: Lukas Beck (Willi Resetarits), MVM (Barbara Helfgott), RBI Konzerte (Der Nussknacker)

MONKEY BUSINESS

Und seine Bands seit 1965 Am 4. und 5. Jänner feiert Willi Resetarits seinen 70er mit einem Fest, zu dem er alle Bands eingeladen hat, mit dener er seit 1965 musizierte. Da in all diesen Jahren doch einige Projekte entstanden sind, werden diese Geburtstagskonzerte an zwei Tagen stattfinden. Mit dabei sind am:


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Gegen die Sc Ab Anfang März ist der Masters-Of-Dirt-Zirkus quer durch ganz Österreich unterwegs. Artisten aus aller Herren Länder trotzen wieder der Schwerkraft und sorgen für ein atemberaubendes Spektakel. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

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diese Saison ein vollständiger Teil von Masters Of Dirt sein, wodurch die Fans in den vollständigen Genuss seiner atemberaubenden Stunts kommen. Große Passion Begonnen hat der Osttiroler aber nicht auf dem Bike, sondern auf einer Motocross-Maschine. Zwölf Jahre schärfte er seine Skills auf dem motorisierten Zweirad, bis er 2009 auf ein Video des weltbekannten schottischen Trial-Superstars Danny MacAskill aufmerksam wurde. Ein Jahr später schwang er sich selbst das erste Mal auf ein Bike und fand dabei eine Leidenschaft, die ihn nie wieder verlassen sollte. In einem Interview erklärte Wibmer seine passionierte Berufung. „Trial ist meine größte Leidenschaft. Es ist völlig egal, wo du dich gerade befindest, du wirst

immer etwas finden, was du mit deinem Trial-Bike anstellen kannst. Momentan habe ich auch einfach zu wenig Zeit, um mich auf ein Motocross-Bike zu schwingen. Vielleicht wenn ich älter bin und keine Puste mehr habe.“ Wibmer als wagemutiger Sportartist steht exemplarisch für die Marke Masters Of Dirt. Innovation, Pioniergeist, das Ausloten von Extremen und das Streben nach neuen Rekorden und Bestleistungen sind einige wenige der vielen Gemeinsamkeiten zwischen Sportler und Veranstaltung. Frei nach dem Motto „Total Freestyle“ werden beim Event

Fotos: Niko Auer, Red Bull, YouTube

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ls Fabio Wibmer Ende November 2016 wie so oft seinen YouTube-Channel mit einem neuen Video befüllte, hat er wohl selbst nicht mit der Resonanz darauf gerechnet. Der damals 21-Jährige balanciert mit seinem Bike knapp drei Minuten lang auf der Kärntner Kölnbreinsperre (bei einem Wasserkraftwerk), die mit 200 Meter Höhe zu den mächtigsten Dämmen Europas zählt. Sechs- bis siebenstellige Aufrufe bei seinen Videos sind längst keine Seltenheit mehr, mit mehr als 1,8 Millionen Abonnenten ist Wibmer einer der erfolgreichsten Sportvlogger der Welt. Somit war es nur eine Frage der Zeit, bis sich Masters-Of-Dirt-Chef Georg Fechter die Dienste des Trial- und Downhill-Spezialisten für seinen berühmten PS-Zirkus sicherte. Nach ersten Kurzauftritten im Vorjahr wird Wibmer


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chwerkraft Masters Of Dirt Die weltbesten Freestyle-Athleten, die heißen Fuel Girls aus England und wummernde Bässe von DJs werden beim Publikum für einen Adrenalinschub nach dem anderen sorgen.

Fotos: Niko Auer, Red Bull, YouTube

von Georg Fechter wie üblich sämtliche Grenzen der Physik durchbrochen und die Zuschauer in atemberaubendes Staunen versetzt. Es geht darum, die Veranstaltung dem Fan nicht nur als bloßes Sportevent, sondern als allumfassendes Action-Spektakel näherzubringen. Für Mastermind Fechter ist Masters Of Dirt ein Projekt, das längst das Zentrum seines Lebens darstellt. „Die Show steht für atemberaubende Stunts, gute Musik und sexy Girls, aber ebenso steht sie für Innovation, weil

Das Spektakel verspricht zweieinhalb spannende Stunden mit unerschrockenen Stunt-Stars auf ihren Bikes, Quads, Snowmobiles und Mini Bikes, die mit ihren atemberaubenden Sprüngen der Schwerkraft trotzen.

Für Aufsehen sorgte der damals 21-jährige Osttiroler Fabio Wibmer, als er mit seinem Bike knapp drei Minuten lang auf der Kärntner Kölnbreinsperre balancierte. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis er Georg Fechter auffiel und dieser sich Wibmers Dienste sicherte, steht der wagemutige Sportartist doch exemplarisch für die Marke Masters Of Dirt. Innovation, Pioniergeist, das Ausloten von Extremen und das Streben nach neuen Rekorden und Bestleistungen sind einige wenige der vielen Gemeinsamkeiten zwischen Sportler und Veranstaltung.

wir uns Jahr für Jahr die Mühe machen, neue Showkonzepte zu entwickeln.“ Showfurioso In den letzten Jahren konnte die Show, deren Ursprung profan in einem Döblinger Wald zu verorten ist, immer wieder die eigenen Verkaufsrekorde brechen. Im März 2019 wird Masters Of Dirt traditionell zum bereits 17. Mal in Wien vonstattengehen, dieses Mal

Der erst 11-Jährige Lennox Zimmermann aus dem deutschen Bad Iburg fährt mit seinem BMX-Bike bereits jetzt über die ganz großen Schanzen und gehört zu den allergrößten Talenten der Welt. Bike-Fans kennen den Jungspund aus diversen TV-Shows, mit seinem Bruder Niklas ist auch er sehr aktiv in der Welt von YouTube und Instagram unterwegs, um speziell die jüngeren Generationen nachhaltig an den Sport heranzuführen. Zimmermann begeisterte im Netz bereits als Neunjähriger mit einem Backflip, mittlerweile durchsegelt er die Lüfte so, als wäre die Schwerkraft gar nicht erst vorhanden.

spannt Fechter das Netz der PS-starken Akrobatik aber über ganz Österreich und macht mit dem Showereignis auch in Klagenfurt, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck halt. Höher, schneller und weiter gilt als wichtigste Prämisse, wenn Superstars aus aller Herren Länder nicht nur mit Bikes und MotocrossMaschinen, sondern auch mit Quads und Schneemobilen für Furore sorgen. Wenn die Fahrer wagemutig über die Schanzen donnern und mit 360°-Backflips oder Dreifach-Rückwärtssaltos brillieren, sorgen Pyro-Effekte und opulente Feuersbrünste für ein Showfurioso.

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Für etwa zweieinhalb Stunden wird der Zuseher in eine eigene Welt gezogen, bei der Spitzensport auf großes Entertainment trifft. Neben Wibmer wird auch Lennox Zimmermann eine Schlüsselposition in der Veranstaltung einnehmen. Der erst 11-Jährige aus dem deutschen Bad Iburg fährt mit seinem BMXBike bereits jetzt über die ganz großen Schanzen und gehört zu den allergrößten Talenten der Welt. Bike-Fans kennen den Jungspund aus diversen TV-Shows, mit seinem Bruder Niklas ist auch er sehr aktiv in der Welt von YouTube und Instagram unterwegs, um speziell die jüngeren Generationen nachhaltig an den Sport heranzuführen. Zimmermann begeisterte im Netz bereits als Neunjähriger mit einem Backflip, mittlerweile durchsegelt er die Lüfte so, als wäre die Schwerkraft gar nicht erst vorhanden. Es wäre dem Top-Talent durchaus zuzutrauen, während der MOD-Österreich-Tour für neuerliche Bestleistungen zu sorgen. Kids genießen auf einem eigens angelegten Parcours ohnehin eine Sonderstellung – der jüngste Teilnehmer ist gerade einmal drei Jahre jung. Zudem sind Kinderkarten bei sämtlichen Shows in Österreich um 50 Prozent rabattiert.

Heimische Märchen Das Masters Of Dirt hat schon für so manche ungewöhnliche Märchengeschichte gesorgt. Der 22-jährige Tobi Merz etwa war 2010 als Besucher bei einer Masters-Of-Dirt-Show und von dem Spektakel so angetan, dass er sich fortan selbst aufs Bike gesetzt hat. Seit 2014 ist der Zögling von Veranstalter Fechter nun Teil des Zirkus und aus der sportlichen Artisten-Riege gar nicht mehr wegzudenken. Weitere Highlights aus heimischen Gefilden sind etwa Gerhard Mayr, der als einer von nur drei Personen weltweit den Backflip mit einem Buggy beherrscht, Clemens Kaudela, der nicht nur über die Strecken saust, sondern sie auch selbst gebaut hat, und das niederösterreichische Nachwuchstalent Daniel Ruso, der zwar erst seit fünf Jahren aktiv auf dem Rad sitzt, sich aber in dieser kurzen Zeit bereits erfolgreich in die Weltelite gekämpft hat. Im Rahmenprogramm sorgen die Fuel Girls für heiße Stimmung, nationale Top-DJs und Künstler wie DJ Mosaken, Danny La Vega, Der Wanderer, Illz Skillz oder das Drumatical Theatre vertonen das Ereignis mit heißen Beats

und feurigen Rhythmen. Die Faszination Masters Of Dirt ist einem stimmigen Gesamtkonzept geschuldet, das sich über all die Jahre sanft und bedächtig dem jeweiligen Zeitgeist näherte und zu einem internationalen Aushängeschild wurde. Von Österreich aus auf die Rampen der Welt bis hin nach Chile oder Malaysia. Und frei nach dem Motto „The Best Is Yet To Come“ ist mit Schmankerl wie Fabio Wibmer oder Lennox Zimmermann noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. The Sky Is The Limit.

n Masters Of Dirt ist zwischen 15. und 17. März in der Wiener Stadthalle (D) stationiert, die „Total Freestyle“-Tour führt nach Klagenfurt (2. März), Graz (9. März), Linz (6. April), Salzburg (20. April) und Innsbruck (27. April). Für die Bundesländertermine sind FanTickets verfügbar, sowie ticketPLUS+ Bus (außer Linz), ticketPLUS+ Hotel (nur Graz und Innsbruck, inklusive Wien) und ticketPLUS+ Dinner (nur Graz, Linz und Innsbruck, inklusive Wien) verfügbar.

Megaheiß Im Fahrerfeld dominieren zwar noch (!) die Männer, aber auch das weibliche Talent kommt bei Masters Of Dirt nicht zu kurz: Für eine im wahrsten Wortsinn heiße Show sorgen die Fuel Girls!

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TIM_45_Rueckblick Trumpet_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 20.11.18 14:03 Seite 1

!ticket live is life www.mutausbrueche.com

Freakshow mit Trompeten Ich war Anfang November höchstpersönlich bei der coolsten Party im Gasometer dabei: Star des Abends war der australische DJ mit der Trompete!

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onntagabend. Normale Menschen liegen vor dem Fernseher oder schon im Bett. Ich nicht, ich war auf dem Weg in den Gasometer – ein ganz besonderer Gast wartete dort auf mich! Das Warm-up gestaltete DJ Shany. Ich muss ehrlich sagen, dass ich noch nie vorher etwas von ihm gehört habe, aber der wusste wirklich, was gute Musik ist, deswegen fiel uns das

Fotos: Antonia T. Schulz

Das Jahr ist fast vorbei, aber viele aufregende Konzerte für 2019 stehen schon fest! Ich als Konzertfreak hab mir natürlich schon alle tollen Shows notiert, aber die Frage ist jetzt: Habt ihr das auch? Wenn nicht, ab auf die Webseite von oeticket und schaut euch um!

Tipp!

Warten nicht wirklich schwer. Um 21:30 war es dann so weit, die Freakshow war eröffnet. Der Gasometer war gesteckt voll und das Publikum in Partylaune. Ganz ehrlich, der StarDJ Timmy Trumpet hat wirklich unsere Erwartungen übertroffen. Er war sowas von übermotiviert und man merkte, dass er richtig Spaß hatte. Ich habe mich vor dem Konzert natürlich noch ein bisschen informiert, weil ich wissen wollte, ob er wirklich so gut

Antonia T. Schulz, Studentin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Bloggerin (www.mutausbrueche.at) und nicht zuletzt oeticket.com-Kundin, besucht für !ticket jeden Monat ein Konzert und berichtet darüber. Dieses Mal war sie am 4. November bei Timmy Trumpet im Wiener Gasometer.

Trompete spielen kann. Und tatsächlich, Timothy war mit 13 schon der beste Nachwuchsmusiker in Australien! Heute ist er 31 und hüpft über die ganze Bühne und das DJ-Pult, als hätte er sein ganzes Leben nichts anderes gemacht. Was ich noch supercool fand: die special effects und die Videos die im Hintergrund liefen. Überall waren Feuer und Konfetti und Luftschlangen – einfach perfekt zur Musik abgestimmt! Timmy Trumpet ist also nicht nur ein klasse Musiker, er ist auch ein großer Entertainer und er weiß, wie man die Massen begeistern und motivieren kann! Ehrlich gesagt kann ich nicht so genau sagen, welche Songs alle gespielt wurden, da das ganze Konzert durchgehend das Set gelaufen ist, aber eines weiß ich: Das war ein krönender Abschluss für das Konzertjahr 2018, den ich sicher nicht so schnell vergessen werde! Und jetzt kann 2019 mit Riesenschritten kommen …

Kunden, die zu Timmy Trumpet gingen, kauften auch Tickets für das Beatpatrol am 25. Oktober im VAZ St. Pölten, für Camo & Krooked am 14. Dezember in der Arena, für das Elevate im März, das Springfestival im Juni in Graz und für Martin Garrix im Rahmen des Sound & Snow. Tickets für alle Veranstaltungen finden Sie auf oeticket.com!

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TIM_46_47_Media Games CDs_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 20.11.18 14:05 Seite 1

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

LIVE Puppy – The Goat Gewaltige, einlullende Gitarrenmelodien und eine Stimme wie die des Hamel’schen Rattenfängers: das können nicht nur Ghost!

APHND – When The World … Derart gekonnt zwischen brachialer GothicRomantik und metallener Apokalypse changierten zuvor nur Type O. Oh, wait!

Go Dark – Neon Young Empyreischer Cyber Punk, der sich als eine Art Gesellschaftskritik versteht, eine bei Carpenter geschulte Reise nach Dystopia.

Soen – Lotus Im Zentrum stehen Tool-eske Riffs, poetisch in ihrer Konfusion und geordnetem Chaos, erquickend in ihrer Stärke und Schönheit.

Joe George – Beautiful Dreams Eine Ansammlung traumwandlerischer, dabei nachdenklicher Akustikstücke, die seelenvoll zu einer Introspektive laden.

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Spielwiese Pünktlich zu Weihnachten bringen die großen Publisher wie jedes Jahr zahlreiche Spieleperlen auf den Markt. Auf unserem Gaming-GeschenkideenStreifzug haben es uns folgende Titel besonders angetan. TEXT: JOACHIM SCHMIDA ASSASSIN’S CREED ODYSSEY „Wer die Welt bewegen will, sollte erst sich selbst bewegen“, sagte einst der griechische Philosoph Sokrates, dem wir übrigens im jüngsten Assassin’sCreed-Teil selbst begegnen. Auch Ubisoft dürfte sich dieses Zitat mit der Neuausrichtung seiner erfolgreichen Reihe zu Herzen genommen haben: Der Weg, den sie mit Origins einschlugen, wird bei Odyssey nochmals perfektioniert. Unsere Reise ins antike Griechenland ist eine lange – fast zu lange –, unterhält aber dennoch über mehrere Wochen auf allerhöchstem Action-RPG-Niveau.

FORZA HORIZON 4 „Man muss an alle Jahreszeiten denken“, lautet ein bekannter Spruch des einflussreichen Denkers Jean-Jacques Rousseau. Dem hat sich auch die vierte Auflage des Edel-Racers Forza Horizon verpflichtet, denn die erstmals eingeführten dynamischen Jahreszeiten sind die größte und beeindruckendste Neuerung des Open-WorldRennspiels. Visuell und spielerisch haben Playground Games ohnehin schon öfters bewiesen, dass sie wissen, wie man für ultimativen virtuellen Fahrspaß sorgt.

RED DEAD REDEMPTION 2 „Yee-haw!!!“, das Western-Epos geht in die zweite Runde! Rockstars Mammut-Game zeigt auf imposante Weise, was enorme Detailverliebtheit und ein guter Plot bei einem Spiel ausmachen können. Das lang erwartete Open-World-Spektakel ist nicht nur ein sicherer Anwärter für das Spiel des Jahres, sondern – wie manch euphorische Rezensionen bereits kundgetan haben – vielleicht eines der besten Spiele aller Zeiten. Wir verbschieden uns dann mal über die Weihnachtsfeiertage in den Wilden Westen und wünschen ebenso vergnügliche, spielreiche Feiertage!

Fotos: Hersteller

MUNDPROPAGANDA


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!ticket media LP

Heart To Mouth Laura Pergolizzi, die im künstlerischen Setting ausschließlich auf ihren Initialen beharrt, hat mit ihrem 5. Album eine Platte vorgelegt, die dem Titel gerecht werdend zuvörderst ungezügelt und ungefiltert scheint. Irgendwo zwischen locker-flockigem, Stroboskop-geschwängertem IndieRock und Mainstream-Pop bewegt sie sich gleichermaßen elegant-nonchalant und lässig: Optisch Tochter von Bob Dylan und Patti Smith, jedoch niemals eine lä-

BOYGENIUS

cherliche Kopie des einen oder der anderen, ist ihre Stimme doch so markant wie die ihrer optischen Vorbilder, musikalisch hat sie jedoch ein weitaus glücklicheres Händchen für einlullende Ohrwürmer mit immenser Breitenwirkung – wohl geschult durch ihr Mitwirken an Alben von Rihanna über Aguilera und Ora bis hin zu den Backstreet Boys. Doch in ihrem eigenen Habitat zeigt sie mehr denn je zuvor, dass Pop auch heute noch beständig klingen kann, ohne dabei zu verkopft zu klingen – denn im Gegensatz zum Vorgänger klingt sie nie angestrengt, versucht nie krampfhaft, gegen die Beats anzukommen. Im Gegenteil: Stücke wie das seinem Namen gerecht werdende „The Power“ und das schmetternde „Dreamer“ sind Funken stiebende, eindringliche Bravourstücke, spitzfindige Feinheiten wie das tarantinoeske Pfeifen in „House On Fire“ runden den Tiefgang ab, schaffen das im modernen Pop oft schmerzlich vermisste Paradiesische, das prosaische Verrücken zwischen die Zeilen. Ein musikalisches Kaleidoskop! (sb)

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ANTHONY JACOBSON

KALTENBACH OPEN AIR Kommende Saison fährt das heimische Traditions-Festival Kaltenbach Open Air zwischen 22. und 24. August mit einem der stärksten Line-ups seiner Geschichte auf, darunter mit Enslaved, Carpathian Forest, Pestilence, Asphyx, Vomitory, Sinister & Avulsed internationale, mit Ewig Frost, Theotoxin, Vargsriket & Rotten Cold heimische Größen. Zur Einstimmung veröffentlichen Metal Blade Anfang Jänner die ersten beiden Kultscheiben der schwedischen Deather Vomitory neu! Raped In Their Own Blood Das Debüt gilt gemeinhin als ihr stärkstes Album, ein Meisterwerk geschult bei Nihilist, Morbid und Dismember. Redemption Kämen Deicide aus Schweden, so klängen sie vermutlich wie Vomitory auf ihrem Zweitling: brachial, mit einem Schuss Melodie.

KING DIAMOND

LIVE boygenius Mit ihren letzten Alben bewiesen Julien Baker, Phoebe Bridgers und Lucy Dacus erst unlängst, dass sie zu den zwar jungen, dabei aber bedeutsamen Talenten der amerikanischen Musikszene gehören. Viel mehr noch zeichnet erst ihre kreative Symbiose ein bittersüßes Potpourri aus Indie, Folk & Singer-Songwriter, das gekonnt zwischen schmissigem Wesen und pflichtbewusster Traurigkeit changiert und so summa summarum zu einer introspektiven Intensivkur mit brodelnder Spannung lädt. (sb)

The Original Band of Elvis Wie nah Leben und Tod beieinander liegen, zeigt uns das französische Sprichwort „Der König ist tot, lang lebe der König!“ Im Falle des „King of Rock ’n’ Roll“ überlappen sich der gestorbene König und sein Nachfolger, mangelt es bloß am Fleischlichen: Denn seine Band hält zumindest Elvis’ Geist am Leben, wie der Bildband, der im Rahmen der „Livingroom Session“ am 22. Jänner 2017 im Wiener Metropol fotografisch festgehalten wurde, mehr als eindrucksvoll dokumentiert. (sb)

Songs For The Dead (Live) Der Live-Mitschnitt enthält zwei komplette Konzerte, die im Rahmen der „Abigail in Concert“-Tour stattfanden und somit den 1987er-Klassiker in voller Länge nebst einem vorangestellten Best-of-Teil zeigen. Bild und Ton fangen die pompöse Gothic-Theatralik, die heute etwa bei Ghost ein Revival findet, gekonnt ein, der musikalische Querschnitt aus sowohl King-Diamond- wie auch Mercyful-FateKlassikern macht deutlich, wo unter anderem auch Metallica in puncto Songaufbau die Schulbank gedrückt haben. (sb)

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!ticket plug&play

Plug&Play-Tipps Goodbye 2018, Hello 2019! Proberaum und Homestudio locken, wenn es draußen kalt und dunkel ist. Wir stellen eine feine Auswahl an Instrumenten und Zubehör für einen guten Start ins neue Jahr vor. TEXT: AMANDA PENISTON-BIRD

Mehr Power! PowerMax speist das gesamte Effektboard und arbeitet auch unter hohen Anforderungen extrem zuverlässig, konsistent und leise. Das kleine Kraftwerk kommt mit sieben getrennten Ausgängen, die jeweils 9, 12, 15 oder 18 V liefern und bei Bedarf 660 mA @ 9 V für sogenannte „High Current“-Effekte bereitstellen sowie einen USB-Ausgang zum Speisen von Smartphones und Tablets. Der PowerMAX ist nur 25 mm hoch und nur halb so groß und schwer wie sein Vorgänger, der PowerFactor 2. Die Leistung ist dank CIOKS compact SMPS Technologie um 44 Prozent höher. Falls noch mehr Leistung gefragt ist, kann der PowerMAX mit einem optionalen CIOKS 4 kombiniert werden. Universalspannung macht den PowerMAX weltweit einsatzbereit. 13 Flexkabel sowie Schrauben und ein Template werden mitgeliefert. eventideaudio.com

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Pioneer DJ HDJ-X5BT God is a DJ. „BT“ steht für Bluetooth Wireless Technologie und mit diesem Upgrade stattet Pioneer DJ den beliebten, erschwinglichen HDJ-X5 Kopfhörer aus. Drei Stunden Aufladen reichen für rund 20 Stunden Playback. Dank des eingebauten Mikrofons ist eine Freisprecheinrichtung für das Smartphone inklusive. Ein 1,2-m-Spiralkabel wird mitgeliefert, somit hat der DJ immer die Wahl zwischen Funkkopfhörer und klassischer Verkabelung. Anstecken des Kabels schaltet Bluetooth automatisch aus. Der funktionelle, robuste Kopfhörer in geschlossener Bauweise ist bequem zu tragen und schirmt gut gegen Umgebungslärm ab. Der Sound klingt ausgewogen und dynamisch, feine Nuancen werden in hoher Auflösung reproduziert, die Basswiedergabe ist ausgezeichnet. Qualcomm aptX Audio Codec sowie AAC und SBC werden unterstützt, auch im kabellosen Bluetooth-Betrieb. Der transportfreundliche, faltbare Kopfhörer steht in drei edlen Farben zur Auswahl: Metallic Black, Gloss White oder Metallic Red. pioneerdj.com

Fotos: Hersteller

Eventide PowerMAX


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Hagstrom Dark King Königsklasse. Die Dark King aus der limitierten Three-Kings-Serie ist eine zeitlos schöne Gitarre mit professionellen Features zu einem erschwinglichen Preis. Das Modell ist als Swede oder Super Swede mit einer Mensur von 24,75" bzw. 25,5" verfügbar. Die schöne Gitarre aus dem hohen Norden hat einen Mahagonikorpus mit einer gewölbten, mit schwarzem Perloid eingefassten Ahorndecke. Der eingeleimte Mahagonihals ist durch den patentierten Hagstrom H-Expander-Halsspannstab besonders stimmstabil. Volume- und Tone-Regler, Tune-O-Matic Bridge und Hagstrom Sustain Block-Tailpiece sind schwarz verchromt, dazu passt der GraphTech Black Tusq-Sattel. Die Alnico-Tonabnehmer sind von Lundgren Design. Die Gitarre wird mit D’Addario (10–46) Saiten ausgeliefert. Ein Hagstrom-Koffer oder Gigbag ist optional verfügbar. hagstrom.de

Apogee Jam+ Jam! Jam+, der Nachfolger des beliebten Apogee Jam Digital Guitar Interface, beeindruckt mit einem komplett neuen Design und erstklassigem Klang. Das neue Metallgehäuse im Taschenformat verbirgt das verbesserte PureDIGITALSchaltungsdesign. Ein USB-Instrumenteneingang in Studioqualität und ein hochwertiger Kopfhörerausgang für latenzfreies Aufnehmen und Monitoring stehen bereit. Der Overdrive-Modus liefert eine einzigartige, realistische RöhrenampToncharakteristik. Jam+ funktioniert nach dem „Plug & Play“-Prinzip und ist nicht nur für Gitarren geeignet, es kann auch mit dynamischen Mikrofonen, Keyboards und Synths, Akustikgitarren mit Pickups und E-Bässen verwendet werden und ist mit iOS, Mac und PC kompatibel. Das mitgelieferte BIAS FX Jam SoftwarePackage von Positive Grid emuliert authentisch analoge Effekte, Studio-RackEquipment und Röhrenamps. apogeedigital.com

Fotos: Hersteller

Snareweight Beat it! Die hochwertigen Snare-Obertondämpfer aus den USA werden aus massivem Messing gefertigt und sind mit einem starken Neodym-Magnet für die Befestigung ausgestattet. Verschiedene austauschbare Inserts aus Leder sind verfügbar. Dank Extra-Grip-Feature lässt sich das neue Brass #5 fester anbringen als seine Vorgänger und eignet sich damit nicht nur für Snaredrums, sondern auch für alle anderen Trommeln. Der Dämpfer bleibt auch bei stark geneigten Trommeln oder kraftvollem Spiel stets exakt an der gewünschten Stelle. Ein weiteres neues Feature ist ein kleiner Kanal an der Unterseite, durch den man zum Beispiel ein Kabel für ein Triggermikrofon ziehen kann. So wird Kabelsalat vermieden und für eine aufgeräumte Optik am Schlagzeug gesorgt. Snareweight #5 Brass wird mit Standard-Leder-Dämpfer und Case ausgeliefert. snareweight.com

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Marvel vs. DC

Kurz vor Weihnachten prallen die beiden Welten im Kino aufeinander: Phil Lord und Chris Miller präsentieren „Spider-Man: A New Universe“, James Wan seinen „Aquaman“. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

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s gibt nicht allzu viele ComicFans, die sich für die beiden großen US-amerikanischen Universen gleichermaßen begeistern können. Ob man sich für Marvel oder DC entscheidet, das ist ein bisschen so wie die alte Frage „Rolling Stones oder Beatles?“, also ein fast religiös aufgeladenes Thema. Seit dem Hereinbrechen des Comic-Booms auf den Kinoleinwänden des 21. Jahrhunderts scheint die Frage, wer bei der zumeist jungen, männlichen Superhelden-Gemeinde die Nase vorne hat, zumindest vorläufig beantwortet: Schon die schiere Menge an Filmen mit Sequels, Prequels und Re-Boots hat dafür gesorgt, dass das Marvel-Universum den alten Konkurrenten abgehängt hat. Und wirklich überzeugende DC-Filme sind eher rar, wie Christopher Nolans „The Dark Knight Rises“ von 2012 oder Patty Jenkins’ „Wonder Woman“ (2017). Der Neuaufguss des Superman-Stoffes in „Man of Steel“ war es jedenfalls nicht,

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auch nicht das Aufeinandertreffen zwischen ihm und seinem Rivalen Batman (2016), und schon gar nicht der eher unerfreuliche „Justice League“, dessen geplanten zweiten Teil man auf unbestimmte Zeit verschoben hat. Nun also schickt DC eines der Liga-Mitglieder – „Aquaman“ – ins Rennen, und mit Regisseur James Wan (Mastermind hinter solch mega-erfolgreicher Horror-Franchise wie „Saw“, „Insidious“ und „The Conjuring“) steht der Hoffnungsträger eindeutig hinter der Kamera. Ex-Model Jason Momoa als Aquaman führt einen recht illustren Cast mit Amber Heard, Willem Dafoe und Nicole Kidman an. Apropos Stars hinter der Kamera: Auch beim nahezu gleichzeitig in den Kinos startenden Marvel-Animationsabenteuer „Spider-Man: A New Universe“ sind die wahren Promis die Produzenten: Phil Lord und Chris Miller, die kreativen Köpfe hinter Knüllern wie „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“, „The Lego Movie“ und „21 Jump

Street“ haben – obwohl sie bekanntlich vom letzten „Star-Wars“-Abenteuer wegen „kreativer Differenzen“ zurücktreten mussten – nichts von ihrem Heldenstatus eingebüßt, im Gegenteil: Wohl kaum ein Film wurde in diesem Jahr so dringlich erwartet wie die Erweiterung des Spider-Man-Kosmos „into the Spider-Verse“ (so der Originaltitel), und das „in einem bahnbrechenden visuellen Stil“, wie es der Verleih vollmundig ankündigt. Neben aus den bisherigen RealVerfilmungen bekannten Figuren wie Peter Parker, Gwen Stacy oder Tante May werden allerlei andere Spider-ManVariationen zu sehen sein, darunter der Spider-Ham, der Spider-Man Noir (gesprochen übrigens von Nicholas Cage) und natürlich Peter Parkers Nachfolger als Spider-Man, der Teenager Miles Morales aus Brooklyn. Weitere „voice artists“, wie das ja mittlerweile heißt, sind unter anderem Jake Johnson, Hailee Steinfeld, Lily Tomlin und Oscar-Preisträger Mahershala Ali.

Foto: Sony Pictures, Jasin Boland/ ™ & © DC Comics

The Clash of the Titans „Spider-Man“ startet bereits am 14. Dezember, „Aquaman“ am 21. Dezember. Wer wird dieses Mal das Rennen machen? Marvel oder DC?


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Leise „Servus!“ Ich sag’ zum Abschied leise: „Servus!“ It’s all over now, baby blue. And so I face the final curtain. This is the end, my only friend: the end … Ich hasse das, wenn es vorbei ist. Ich bin so nah am Wasser gebaut. Wenn eine Trennung ausgesprochen wird, weine ich normalerweise bittere Tränen. Obwohl ich weiß: Das Leben besteht aus Abschiednehmen. Und Tränen ändern nichts daran. Das Ende kam für mich dennoch überraschend, wie ein geblendetes verwirrtes Reh am nächtlichen Waldrand, das als Bambi-Kamikaze gegen das fahrende Auto springt. Bisher

SEX SELLS Georg Biron

war die Reise schön und gut verlaufen. Spannend und geil. Sexy und humorvoll. Das ist jetzt vorbei. Meine Kolumne in diesem Magazin ist Geschichte. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. I did it my way … Seit Jahren habe ich für euch die Ansichten eines Clowns gewörtert, Monat für Monat: dass das Showbiz ein Biz ist und die Show weitergehen muss; dass „Sex sells“, weil sich alles, vom Motoröl übers Katzenfutter bis zum Helene-Fischer-Album besser mit einem Spritzer Erotik ver-

kauft. Und ich habe euch mit meiner Kolumne immer auch Mut gemacht, zu eurer Sexualität zu stehen und sie gefühlvoll auszuleben. Denn der Sex ist so ziemlich das Beste, was uns als Proviant auf den Weg mitgegeben worden ist. Immer noch wird in unserer Gesellschaft der Sex als etwas Negatives, Schlechtes, Böses und Schädliches bewertet. Wir erleben heute trotz aller scheinbar gegenteiligen Indizien sehr lustfeindliche Zeiten. Der Kampf für die sexuelle Freiheit ist ein politischer Kampf: Make Love, Not War!

Gewinnspiele in dieser Ausgabe finden Sie auf den Seiten 14–17, 18–19, 24–25, 28–29 und 50. Mehr Informationen & Teilnahmebedingungen finden Sie auf ticketmagazin.com. Sie können über das Gewinnspielformular auf ticketmagazin.com („!ticket Gewinnspiele Dezember/Jänner 2018/19“) oder per E-Mail (gewinn@ticketmagazin.com) mitspielen. Einsendeschluss ist der 15. Jänner 2019.

Das nächste !ticket erscheint am 30. Jänner 2019.

LASTNEWS

Die Wiener Stadthalle kredenzt 2019 wieder eine Vielzahl an diversen Leckerbissen, darunter: Annett Louisan am 31. Oktober (auch auf Burg Finkenstein und im Salzburger Congress), die Backstreet Boys am 28. Mai, Sarah Connor am 12. November und Michael Bublé am 21. September. Jedoch wünscht sich Bürgermeister Michael Ludwig eine Multifunktionshalle für Konzerte und Sportevents, die das bisherige Aushängeschild für Indoor-Veranstaltungen in den Schatten stellen soll. Bis es so weit ist, werden wir aber wohl noch ein paar Jahre am Roland-Rainer-Platz bestens bedient werden …

impressum

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Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright Cover: Lauren Sass Medieninhaber, Eigentümer, Redaktionsanschrift: CTS Eventim Austria GmbH, !ticket Eventmagazin, Mariahilferstraße 41–43, 1060 Wien Designkonzept, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 88a/II/2a, 1070 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager Druck: NP Druck Gesellschaft m.b.H., Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10×jährlich. Jahresabo Österreich: 22,00, Jahresabo Europa: 44,00. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist

nur schriftlich eingeschrieben an !ticket Eventmagazin, Mariahilferstraße 41–43, 1060 Wien oder per E-Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: 2,90 Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht, es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt. Alle Inhalte vorbehaltlich Satz- und Druckfehler. Die Offenlegung lt. Mediengesetz finden Sie auf www.ticketmagazin.com/impressum

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Fotos: beigestellt

Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Suzana Milic, Mag. Roberta Scheifinger Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion/Kolumnisten: Stefan Baumgartner (sb), Amina Beganovic (ab), Georg Biron, Paul M. Delavos B.A. (pmd), Lisa Eckhart, Robert Fröwein (rf), Angelika Goldmann, Walter Gröbchen, Alexander Haide (ah), Amanda Peniston-Bird (apb), Mag. Joachim Schmida (js), Antonia T. Schulz (as), Mag. Manuel Simbürger (ms), Andreas Ungerböck (au), Andy Woerz Cartoon: Bertram Haid (BAES Cartoons) Lektorat: Gunther Natter


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19.10. 01.11. 16.11.

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!ticket Dezember/Jänner 2018/19  

Herbert Grönemeyer * Metallica * Eros Ramazzotti * Holiday On Ice * Masters Of Dirt *Element of Crime * Timmy Trumpet * u.v.m.

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