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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

Österreichische Post AG / MZ 15Z040254 M, CTS Eventim Austria GmbH, Mariahilfer Straße 41–43, 1060 Wien

Von „Merci, Chérie“ über „Rise Like a Phoenix“ bis hin zu „Limits“

vision

musik show 2 0 1 9 sport theater kabarett

MAI

Ausgabe 230

2,90 €

Damit sind Sie live dabei!

katzen kaiserinnen Die Meisterschmiede der Vereinigten Bühnen Wien

PÆNDA

PAROV STELAR Mit neuem Album in der Pipeline gibt Parov Stelar seinen diesjährig bis dato einzigen heimischen Auftritt im Rahmen des ELWOOD Music Festivals in Oberösterreich: Im Vorprogramm heizen Alma, Hot Pants Road Club, PÆNDA & Q feat. Eric Papilaya ein.


Foto VBW © Oliver Gast 2018

#WeAreMusical

DAS MUSICAL MIT DEN HITS VON

RA INH AR D FENDR ICH

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REGIE Andreas Gergen

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PÆNDA Die Steirerin tritt am 16. Mai im zweiten ESCHalbfinale an. Ihr Song „Limits“, eine Gänsehaut-Electro-Ballade über die eigenen körperlichen und seelischen Grenzen, wurde intern vom ORF ausgewählt, um uns in Tel Aviv würdig zu vertreten. Zuvor erscheint noch ihr 2. Album.

32 Your dancer for money

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nde März wurde mit hauchdünner Mehrheit das neue EU-Urheberrecht abgesegnet. Nach einer Schrecksekunde begann die hysterische Lawine der Empörung durch die sozialen Medien zu rollen – der Stein des Anstoßes: Um Urheberrechtsverletzungen künftig zu vermeiden, werden Plattformen wie YouTube und Facebook wohl auf Automatismen zurückgreifen müssen, die geschützte Inhalte „aussieben“. Doch geht es nicht um die Installation einer „Zensurmaschine“, die das Internet kaputtmacht, sondern um die einer Geldmaschine: Denn allzu viele User stellen fremde (Bewegt)bilder, Musik und Texte ohne Erlaubnis ins Netz. Dieses sympathische, freigiebige Weiterempfehlen von Inhalten pulverisiert jedoch das Geschäftsmodell jener Branchen, die den eigentlichen Urhebern (den Kunsttreibenden) die Nutzungsrechte abkauften, um damit Geld zu verdienen. Wir erinnern uns: Früher

war im Vorspann zu Filmen auf KaufVHS zu lesen, dass eine öffentliche Vorführung nicht gestattet sei. Damals war der Unterschied zwischen privatim und coram publico auch noch klarer definiert als heute, im Netz läuft diese essenzielle Trennung komplett aus dem Ruder, Sphären verschwimmen: Wir haben öffentliche Räume ohne Transparenz und Rechtsdurchsetzung und private Räume ohne wirklichen Schutz vor Datenmissbrauch und Überwachung. Im einen Raum wütet also der Datenschutz, im anderen das Urheberrecht. Und wie jede Privatperson seine Persönlichkeitsrechte nicht verletzt haben will, müssen Plattformen fortan dafür sorgen, dass die Rechte derer, die viel Geld in die Produktion von Texten, Fotos, Filmen und Musik investiert haben, nicht länger verletzt werden, sprich: Die Plattformen sollen in Vertretung ihrer Nutzer pauschal vergüten, also Lizenzen erwerben. Was die angeprangerten Upload-Filter

EDITORIAL nicht können, ist die semantische Ebene von Inhalten zu erkennen, etwa wenn ein Werk in einer Parodie vorkommt oder in einer Kritik besprochen wird, sind diese Systeme nicht in der Lage, zu beurteilen, ob dies eine legitime Nutzung darstellt. Da muss dann ein Mensch ran, um das zu entscheiden. Das wird den Plattformen natürlich ein Eck kosten – und ihre bisherige Macht beschneiden, soll heißen: Konzerne dürfen künftig ihre willkürlichen „Community Richtlinien“ nicht über staatliche stellen. Letztlich verliert der User nichts, gewinnt der Urheber aber auch nichts. Es verschiebt sich nur, wer am Ende abkassiert: Profitieren von den Ausschüttungen werden (übrigens im Widerspruch zur Rechtsprechung des BGH und des EuGH) allein die Verwertungsgesellschaften, die Vergütung der Kreativen wird wohl so oder so unangemessen bleiben. Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEPT OKT NOV DEZ

IN DIESER AUSGABE [05] METAstadt Rechtfertigung für Transdanubien [14] Eurovision Song Contest Im Sinne einer grenzüberschreitenden Party [18] Behemoth Der Teufel am Nova Rock [22] Hazel Brugger Über den Schweizer Humor, Karriere, Hirn und Kanzler Kurz [40] Musical-Metropole Wien Von „CATS“ bis „I Am From Austria“ [52] Festspielhaus St. Pölten Ein Beitrag zur Kulturhauptstadt

Gute Besserung! Mick Jagger. Nach überstandener Operation am Herzen – dem Rolling-Stones-Sänger musste eine neue Herzklappe eingesetzt werden – meldet sich Mick Jagger auf Twitter zurück. „Dank an alle für euren Support, es geht mir jetzt viel besser“, schreibt der 75-Jährige. „Ich befinde mich auf dem Weg der Besserung.“ Bei fortschreitender Genesung besteht also Grund zur Hoffnung, dass die Band ab Juli ihre „No Filter“-Tour wird fortsetzen können. Ozzy Osbourne. Hoffentlich geht es auch bald wieder für Ozzy Osbourne weiter: Bereits im Jänner hatte er wegen einer schweren Infektion der oberen Atemwege mehrere geplante Konzerte in Australien, Japan, Neuseeland und Europa absagen müssen. Nach einem Sturz wurden nun auch die Herbsttermine des Jahres abgesagt, zugleich kündigte Ozzy seine baldige Genesung an: „Ich werde zurückkommen!“

Billie Eilish. „When We All Fall Asleep, Where Do We Go?“, das Debütalbum der 17-jährigen Amerikanerin, sollte eigentlich ein Nischenthema sein, zumal man sie sich mit ihrem leeren Blick unter den zerzausten Haaren eher in einem Horrorfilm vorstellen mag. Stattdessen macht die Kalifornierin gerade als dunkle Königin des Nachwuchspop Furore, kein anderes Album wurde bisher so oft auf Apple Music vorbestellt wie ihres. Das Album debütierte in den US Billboard Charts auf Platz eins mit den größten Streaming-Zahlen einer Künstlerin, die UK-Charts führte sie als jüngster Solo-Act aller Zeiten an. Und: Ihr Düster-Pop findet nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei den Eltern Anklang. Sie erfreuen sich über einen vielschichtigen, sensiblen Gegenentwurf zu Konservenproduktionen übersexualisierter Stars. Live-Tipp: Billie Eilish spielt am 15. August am FM4 Frequency.

28 Die kleine Hexe Die Burgarena Reinsberg wird zum Blocksberg für Preußlers kleine Hexe

LIFESTYLE 30 Märchen Wie aus dem Bilderbuch sind die Tage im Mai: Alles blüht, es zirpt und zwitschert.

HEIMAT 32 PÆNDA Unser steirischer Beitrag zum ESC hat bereits sein zweites Album fertig in der Tasche

LOCATION 36 Kasematten Der Teufel selbst soll die Bühne in den Grazer Schlossberg gesprengt haben

KULTOUR 38 Umbrüche Welche Inhalte und Formate sind die Zukunft des Theaters?

SPORT 42 MotoGP Im Gegensatz zur Formel 1 sind hier Spannung und Überholmanöver noch garantiert

GCHECKT 46 Musik, Filme, Equipment und Spiele Interpol, P!nk, „Rocketman“ und vieles mehr!

Fotos: Patrick Münnich, Universal Music, Kenneth Cappello; llustration: baes

Avicii. Am 6. Juni soll ein posthumes Album des 2018 verstorbenen DJs Avicii erscheinen – „SOS“, die erste Single daraus, bereits in diesem Monat. Avicii arbeitete vor seinem Tod intensiv an neuen Songs. Das Material, das aus Notizen, Mail-Nachrichten und Textskizzen besteht, soll über die „Tim Bergling Foundation“ veröffentlicht und die Einnahmen daraus für die Prävention von Suizid und psychischen Störungen verwendet werden.

KINDER

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Die Metastadt Transdanubien rückt näher ans kulturelle Treiben Wiens: Mit der METAstadt ist die Hauptstadt um eine Open-Air-Konzertlocation reicher. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Foto: Stefan Baumgartner

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as der Bauer nicht kennt, das frisst er sprichwörtlich auch nicht. Und ebenso starrsinnig fährt der echte Wiener auch nicht nach Transdanubien – zumindest nicht ohne Widerwillen, Genörgel und Vakzination. Warum auch? Bis dato gab es wenig Gründe, die natürliche Grenze der Donau zu überschreiten – hätte Gott gewollt, dass wir Flüsse passieren, hätte er uns Flossen oder Flügel verpasst und nicht Brücken bauen lassen! Dass denen, da drüben nicht ganz zu trauen ist, wussten tatsächlich schon die alten Römer, die ihren Limes an die Donau setzten. Und bis heute ist in nur erstaunlich wenigen Cisdanubiern die Inkorporierung in Wort und Hirn vollzogen worden. Tatsächlich fand bis dato fast alles Treiben, das den Menschen letztlich zum Mensch macht – das überwiegende Gros der kulturellen bis kulinarischen Errungenschaften der Hauptstadt –, diesseits des Stromes statt, Transdanubien hielt in den Köpfen maximal als rurales Naherholungsgebiet Einzug. „Bis dato“ endet: jetzt. Denn noch lange vor der neuen EventArena in Sankt Marx, die die Stadthalle teilersetzen soll, bekommt die Hauptstadt mit der METAstadt eine neue Open-AirLocation am Silbertablett serviert, die die Lücke zwischen dem Areal der Arena und der Donauinsel füllen soll – und zwar wohlgemerkt nicht als Lückenbüßer, sondern mit Charme, erinnert das Gelände zwischen denkmalgeschützten Backsteingebäuden und dekorativen Statuen immerhin an einen Nahverwandten

GEWINN SPIEL

Wir verlosen je 1×2 Tickets für The 1975, Greta van Fleet & Scooter. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen: www.ticketmagazin.com

Die METAstadt Am Open-Air-Areal zwischen alten, liebevoll renovierten Backsteinbauten soll ab diesem Sommer für bis zu 6.000 Menschen die Post abgehen. Noch ist Ruhe vor dem Sturm.

von Arena, Ottakringer Brauerei und WUK. Das Areal besteht aus mehreren unterschiedlich großen, mehrgeschoßigen und teilweise unterkellerten Hallen (die etwa für Backstage und Aftershowparty genutzt werden) und einem gepflegten Innenhof, der in eine große Freifläche – das sogenannte „Metafield“ – übergeht. Konzerttechnisch liegt genau hier, flankiert von einem imposanten Schornstein, Linden und einer Weide, das Herzstück der METAstadt. Bei unserem Lokalaugenschein im März herrscht noch tote Hose und die Betreiber Arcadia Live brüten über dem Feinschliff, aber im Juli werden im Innenhof bis zu 6.000 Besucherinnen vor Foodtrucks, Bierständen und (der Kausalkette stringent folgend) Dixi-Klos Schlange stehen, während ihnen ein akustisches Potpourri von „Love It If We Made It“ über

„Highway Tune“ bis hin zu „Hyper Hyper“ die Ohren schlackern lässt. Um 22 Uhr muss zumindest draußen dann schon wieder Schicht im Schacht sein: Das war eine der Vorgaben der Bezirksvorstehung. Doch im Kesselhaus, dessen Entree eine elegante französische Bar komplettiert, wird im Anschluss der Feierlaune Genüge getan – außer es zieht den Besucher unergründlich wieder auf die vermeintlich richtige Stadtseite: Die S80 fährt quasi vor dem Areal ab und in einer guten Viertelstunde bis zum Hauptbahnhof, die in Gehweite befindliche U2 in unter einer halben Stunde bis inmitten die Stadt. Ich, als alteingesessener Cisdanubier, bin bereits bekehrt. Und Sie? n Diese Saison wird die METAstadt von The 1975 (8. Juli), Greta van Fleet (9. Juli) und Scooter (11. Juli) beschallt.

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SCHEINWERFERLICHT

Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Antonín Dvoraks lyrisches Märchen „Rusalka“, inszeniert von Amélie Niermeyer, eröffnet am 19. September die Saison 2019/20 im Theater an der Wien. Hierin verliebt sich die Wasserfrau Rusalka in einen schönen Prinzen, fühlt sich hin- und hergerissen zwischen Wasser- und Menschenwelt – und scheitert. Schauplatzwechsel nach Mörbisch, zur Operette „Das Land des Lächelns“ (Premiere: 11. Juli): Die aus einer adeligen Familie stammende Lisa verliebt sich während seines WienAufenthaltes in den chinesischen Prinzen Sou-Chong. Als dieser zum chinesischen Ministerpräsidenten ernannt wird, folgt ihm Lisa nach Peking. Auch hier prallen zwei völlig konträre Welten aufeinander – und Lisa kehrt schließlich mit ihrem früheren Verehrer Gustl nach Wien zurück. Beide Werke wurden Anfang des 20. Jahrhunderts komponiert. Fernreisen galten als gefährlich, teuer und zeitaufwendig, der Reiz des Fremden und Exotischen war entsprechend groß. Grob 100 Jahre später liegt uns die Welt zu Füßen und den Entdeckungsfreuden sind keine Grenzen gesetzt. Wer es nicht erwarten kann, fliegt schnell einmal zu P!NK in New York, bevor sie am 24. Juli nach Wien kommt oder besucht Eric Clapton in Tokio, bevor er bei uns am 6. Juni gastiert. Frei nach Reinhard Mey also: Über den Wolken und auf der Bühne ist die Freiheit grenzenlos.

• Highlights Mai • Highlights Mai • Highlights Mai • Highlights Mai • Bilderbuch Mit zwei neuen Alben im Gepäck im exklusiven Ambiente des Ehrenhofs 24. & 25., Schloss Schönbrunn David Garrett Der Teufelsgeiger spielt seine Hits in neuem Arrangement und unplugged 31., Wiener Stadthalle (D) George Ezra Mit seinen Hits „Budapest“, „Paradise“ und „Don’t Matter Now“ 20., Wiener Stadthalle (D) Dido Mit ihrem wunderschönen, fünften Album „Still On My Mind“ im Gepäck 11., Wiener Stadthalle (F)

Gentleman Endlich holt das deutsche Aushängeschild des Reggae seinen Termin nach 13., Gasometer

Peter Doherty Der Frontmann von The Libertines und Babyshambles mit neuer Besetzung 20., WUK

Edmund Ihr USP: wunderschöne Mundart, die direkt aus dem Bauch heraus kommt u. a. 18., Gasometer

Giorgio Moroder Der Italiener präsentiert seine größten Hits der Achtziger: Disco pur! 14., Gasometer

Kool Savas Mit seinem neuen Album „KKS“ und ganz viel Leidenschaft im Gepäck 25., Ottakringer Brauerei

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Fotos: Andreas Bradt (Bülent Ceylan), Gusta Felias (Mando Diao), Sony Music (Backstreet Boys)

Backstreet Boys am 28. in der Wiener Stadthalle (D)


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Bülent Ceylan Luschtobjekt Bülent bedient als Luschtobjekt alle nur denkbaren Geschlechter und Vorlieben: osmanophile KurpfalzLover, Langhaar-Fetischisten oder Liebhaber großer Nasen und kleiner Bärte. Und wer Intelligenz sexy findet, wird natürlich auch befriedigt nach Hause gehen. Aber Bülent macht sich in seinem 11. Programm nicht nur selbst zum Luschtobjekt, er macht sich auch über Luschtobjekte lustig. Über seine eigenen (Frauenfüße und Gummifrösche) und über die anderer Leute … 15. bis 17. Oktober 2020, Helmut List Halle und Globe Wien

Mando Diao

Bang Your Head Seit 2002 haben Mando Diao sieben Studioalben veröffentlicht, die weltweit mehr als 1,5 Millionen Exemplare verkauft haben. Im Laufe ihrer Karriere haben sie mehr als 1.500 Konzerte in mehr als 30 Ländern gespielt und waren Headliner auf den großen Festivals weltweit. Mando Diao sind immer ihren eigenen Weg gegangen, indem sie ihrer künstlerischen Vision folgten. Dieser Weg war für sie nie geradlinig und einfach, doch sie wagen sich immer gerne auf neue Gebiete – sei es Folkmusik, die „Never Seen Light of Day“ inspirierte, die Zusammenarbeit mit den Hip-Hop-Produzenten, den SalazarBrüdern, die an „Give Me Fire“ mitwirkten, oder den 100 Jahre alten schwedischen Gedichten von Gustaf Fröding, welche auf „Infruset“ vertont wurden. Für Mando Diao ist Musik ein Kunsthandwerk. Zurzeit arbeiten Mando Diao an einem neuen Studioalbum, das noch heuer veröffentlicht werden soll, der Nachfolger ihres letzten Werks „Good Times“, welches im Frühjahr 2017 erschien.

24. November, Arena

highlights

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TEXT: ROBERT FRÖWEIN

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eit mittlerweile 15 Jahren gehört der Mühlviertler Marcus Füreder zur absoluten Weltspitze im Elektrosegment. Wenn die Menschen heute von seinem programmatischen Electro-Swing sprechen, dann reden sie gemeinhin von „Parov-Stelar-Musik“. Der 44-Jährige erfand das melodische Subgenre nicht nur, er prägte es weit über die Landesgrenzen hinaus und ist zwischen Kroatien und Kalifornien Stammgast bei den größten Festivals der Welt. Derzeit bastelt Füreder an seinem im Herbst erscheinenden neuen Studioalbum und bereitet sich auf den Auftritt bei der Premiere des ELWOOD Music Festivals in Oberösterreich vor. Für seinen einzigen Österreich-Gig verspricht er große Überraschungen – ebenso wie für die künftige Ausrichtung seines Sounds.

Marcus, die ersten Auskoppelungen des kommenden Albums namens „Gringo“ und „Trouble“ waren durchwegs mutig, weil du deutlich vom typischen Electro-Swing abgerückt bist, der dich so berühmt gemacht hat. War das ein bewusster Vorsatz, einen Schritt aus dieser Schublade zu machen? Für mich ist das Thema sogar das Nonplusultra. Ich habe immer unterschiedliche Musik gemacht und das Glück, dass die Electro-Swing-Teile durch die

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Neue

Decke gingen. Darin habe ich jetzt aber alles gesagt und das ist der Grund, dass das kommende Album für viele Fans ein Schock werden wird. Es wird überhaupt nichts mehr damit zu tun haben. Als Künstler will ich mich nicht ständig wiederholen, sondern Neues entdecken. Man muss sich den Druck nehmen, zu entsprechen, sondern sollte lieber das machen, was man spürt. Du hast Mut als wichtigstes Credo für das Album angegeben. Im Endeffekt kann man sich nur selbst herausfordern. Ich möchte wieder ein Album machen, das ich mir selbst anhören würde. Ich höre auch nicht den ganzen Tag Electro-Swing und es kann nicht das einzige Genre sein, in dem ich mich bewege. Ich habe schon immer für andere Künstler produziert und war dafür auch in anderen Ecken unterwegs. Irgendwann kannibalisiert man sich sonst selbst. Das ist ein Zwiespalt, denn viele Menschen konnotieren dich mit ElectroSwing: Du hast quasi ein eigenes Genre begründet, worauf du in jedem Fall stolz sein kannst. Darauf bin ich stolz, aber der noch größere Erfolg ist, wenn du dich selbst überholen oder gar neu erfinden kannst. Ob das funktioniert, weiß ich nicht. Es ist aber sicher schwieriger,

aus einem Image auszusteigen und sich zu verändern als unbekannt von Null zu beginnen, wo sich keiner etwas von dir erwartet. Wovon hast du dich inspirieren lassen, als du nach dem Festivalsommer begonnen hast, intensiv am kommenden Album zu arbeiten? Nach dem letzten Sommer war ich komplett fertig. Ich war zwei Monate krank und es ging gar nichts mehr. Ich wusste nicht, wie es weitergeht. 40 Jahre lang habe ich immer gewusst, wo ich hinmöchte und was meine Ziele waren, aber durch den ganzen Stress ist mir das komplett abhandengekommen. Nichtsdestotrotz war es auch eine gute Zeit, um ein Resümee zu ziehen. Was ist passiert, wie ist es passiert und wie lief mein Weg? Und vor allem: Wie sieht mein Weg von jetzt an aus? Und da war nur eines im Vordergrund – dass ich ein gutes Gefühl haben muss. Ich habe den Gedanken, was werden denn die anderen sagen, völlig abgelegt. Das war nicht leicht, aber ungemein wichtig. Hast du das erste Mal in deiner Karriere die Reißleine gezogen und bist mit beiden Beinen auf die Bremse gestiegen? Durchaus. Das habe ich schon die letzten Jahre öfter gemacht, aber ich wusste

Foto: Jan Kohlrusch

Zeit für Neues – auf seinem kommenden Studioalbum verändert Österreichs erfolgreicher Electro-Swing-Export Parov Stelar die musikalische Stoßrichtung.


TIM_08_10_Coverstory Parov Stelar_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 10.04.19 13:56 Seite 2

e Ufer nie, wann es wirklich zu viel war. Wenn du immer etwas im Kopf hast, diese Ideen aber nie wirklich umsetzt, dann wirst du das irgendwann körperlich spüren. Daraus habe ich meine Lehren gezogen. Ich spüre keine Alterserscheinungen, aber merke, dass ich mir viel besser aussuchen muss, wofür ich meine Energie einteile. Wenn du dauernd in einem Hamsterrad läufst, verlierst du den Blick aufs Wesentliche. Du weißt, dass irgendwas nicht mehr richtig läuft, aber nicht genau, was es ist, weil du betriebsblind bist.

Parov S

telar liv

Parov Stelar Im Herbst soll das neue Album erscheinen. Am ELWOOD werden bereits die ersten neuen Songs vorgestellt, neuer Sound inklusive.

3. Juli, O

rt im

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Innkreis Infos & www.elw Tickets: oodmus ic.at

Du bist ja nicht nur musikinteressiert, sondern Liebhaber von Kunst und Kultur im Allgemeinen. Für „Gringo“ hast du aus 1.600 handkolorierten Bildern ein Musikvideo gemacht. Wird dir das Drumherum, das Gesamtpaket zur Musik mit zunehmender Karriere immer wichtiger? Das war immer ein großer Bestandteil von Parov Stelar. Es war nie ein reines Musikprojekt, weil mir Malerei und Grafik dafür zu wichtig sind. Musik ist ein Bereich, der andere Kunstbereiche wie Artworks und Videos anspricht. Man braucht nicht darüber diskutieren, dass 1.600 Bilder einzeln zu zeichnen monetär nichts bringt. Ich saß drei Monate dran, aber es ist als Statement zu verstehen. Anfangs habe ich nur FünfSekunden-Sequenzen getestet. Meine Frau meinte dann, dass ich das nie durchstehen würde –das hätte sie nicht sagen sollen (lacht). Deine Frau ist im Design- und Kunstbereich erfolgreich unterwegs. Befruchtet ihr euch in kreativer Hinsicht gegenseitig? Viel geht da über Gespräche, weil es unglaublich förderlich ist, wenn zwei Künstler aufeinandertreffen. Wichtig ist auch Kritik. Wenn man so lange zusammen ist, kann man ehrlich zueinander sein. Keiner hat was davon, wenn ich ihr Honig ums Maul schmieren wür-

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schon Klaus Kinski sein de. Das ist ein sehr wich(lacht). tiger Punkt, denn ab einem gewissen ErWas kannst du folgs- oder Beschon alles über kanntheitsgrad hast Wir verlosen ein Fanpaket von dein kommendes du zu viele Jasager Parov Stelar u. a. mit dem neuen Album (handsigniert!). Album verraten? um dich herumMehr Informationen und Ich beschreite neue schwirren. Die RefleTeilnahmebedingungen: www.ticketmagazin.com Wege. Es wird elektronixion in der Zeit, in der scher und teilweise experiich krank war, war wichtig. menteller. Es gibt Hip-Hop-Anleihen Ich habe nicht nur mein Umfeld, und wenig bis gar keinen Electro-Swing. sondern auch mich selbst überprüft. Das Ganze wird in einem Kunstkontext Man kann sagen, dass du seit 15 Jah- passieren. Ich arbeite schon lange an eiren, seit der EP „Kiss Kiss“ 2004, welt- ner Ausstellung, um dieses Album in weit berühmt bist. War es in dieser Form von gemalten Bildern zu visualiZeit schwierig, am Boden zu bleiben sieren. Das ist ein zentraler Punkt, der sich auch im Artwork widerspiegelt. und nicht durchzuknallen? Nein, das macht schon das Leben. Ich Diese Zusammenführung ist mir gleich bin prinzipiell jemand, der nicht die wichtig wie der musikalische KurswechBodenhaftung verliert, und ich habe sel. Ich will ihn nach außen transpormeinem Werk an sich nie den großen tieren und zeigen, dass jetzt etwas anStellenwert beigemessen. Ich glaube, deres kommt. Mir ist es lieber, die Leute dass ich Talent habe und das gut um- fragen sich, was der da jetzt überhaupt setzen kann, aber man muss sich immer macht, als wenn alles dahinplätschert eine gewisse Selbstironie behalten. Man und keinen vom Sessel haut. wird mit der Zeit auch verwöhnt. Jeder Song hat im ersten Jahr gleich einmal Auf „Trouble“ hast du mit Nikki Wilfünf Millionen Streams und wenn dann liams gearbeitet. Wird es auch andere mal etwas nicht so gut läuft, muss man Gäste auf dem Album geben? damit klarkommen. Diese Dinge nehme Meine Frau, die auf den letzten zwei ich sehr ernst und versuche sie richtig Alben keine so tragende Rolle hatte, zu deuten. Ab dem Zeitpunkt, an dem steht als Lilja Bloom wieder stärker im du selbstreflektiert bleibst, kannst du Vordergrund, zudem habe ich mit der gar nicht abheben. Da müsste man holländischen Sängerin Kovacs gear-

GEWINN SPIEL

beitet. Es sind auch diverse Hip-Hopper dabei – eine bunte Mischung. All diese Ideen werden in gewisser Art und Weise wohl auch im Livekontext vorkommen? Ein Konzert besteht doch aus einer Mischung aus neuen Songs und alten Klassikern und da ist es mir doch wichtiger, dass sich ein roter Faden durchs Set zieht. Auf LEDs die organischen Bilder darzustellen, ohne sich selbst zu beweihräuchern, stelle ich mir schwierig vor. Ich habe tolle Lichtdesigner und wir werden sicher eine tolle Lösung finden, die sich nicht komplett am Artwork orientiert. In Österreich bist du am 3. Juli als Headliner beim brandneuen ELWOOD Music Festival zu sehen. Mit neuen Songs und Liveelementen? Definitiv. Das ist der Startpunkt und es freut mich, dass eines der allerersten Konzerte mit den Neuerungen daheim passieren wird. Das Bühnenlayout wird komplett umgerissen und neue Songs kommen rein. Es gibt einen kompletten Umbau und viele Überraschungen. n Das ELWOOD Music Festival premiert am 3. Juli in Ort im Innkreis mit Parov Stelar, Alma, Hot Pants Road Club, unserem ESC-Beitrag PÆNDA und Q feat. Eric Papilaya.

WEITERE SPRITZIGE FESTIVALHIGHLIGHTS IN OBERÖSTERREICH

Wer auf Sonnentanz steht, der ist am ZipfAir auf dem Areal der Zipfer-Brauerei goldrichtig. Denn niemand Geringerer als Klangkarussell führt neben den Quetschn-Rockern von Folkshilfe das diesjährige internationale Line-Up an. Querbeat, Zatox, Mono & Nikitaman, Krautschädl,

Dicht & Ergreifend, Felice, Karotte, Anna Reusch, Fättes Blech, Sons of the East, Shany, Klopfgeister, Phaxe, Skolka, Da Rocka und da Waitler, GreeeN, Edmund, PS:reloaded, Herta Bläst, Lenze und de Buam sind nur ein weiterer kleiner Auszug aus dem musikalischen Rahmenprogramm, das diesmal vom 31. Mai bis 2. Juni andauert. Alljährlich lockt das Woodstock der Blasmusik Musikliebhaber nach Ort im Innkreis: Immerhin hat sich das Happening seit seinem Bestehen in ganz Europa nicht nur einen Namen gemacht, sondern im wahrsten Wortsinn geblasen: Swing, Jazz, Funk, Ska, Reggae oder Elektronik – das alles findet hier Platz. Klassische Blasmusik trifft

auf eine neue selbstbewusste Bläsergeneration, die rotzfrech Traditionelles mit Modernem konfrontiert. Dieses Jahr gastieren vom 27. bis 30. Juni unter anderem Brass Against, Bullhorns, Andy Lee Lang & The Spirit, Tegernseer Tanzlmusi, Alpenblech, Faltenradio, Hartl Musi und viele mehr!


So rockt das Leben. Mit freundlicher Genehmigung von Universal Music Austria

Aktuelles Album: Kissworld – The Best of Kiss

Foto: Š wegotit.at

radio886.at


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Machine Head Burn My Eyes Nach 25 Jahren bringen Machine Head ihr superbes Debüt „Burn My Eyes“ in voller Länger wieder unter das Volk! Mastermind Rob Flynn umgibt sich dazu mit seinen damaligen Mitstreitern Logan Mader und Christ Kontos sowie seinem aktuellen Bassisten Jared MacEachern. Vorangestellt wird zudem noch ein Best-of-Set aller anderen Alben – in einer Besetzung, die Flynn gerade noch Auditions unterzieht. Mehr zu diesem Urknall-Konzert lest ihr auf unserem Blog unter ticketmagazin.com! 16. Oktober, Gasometer

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Die MEGA Tournee Der deutsche Poptitan bringt live mit Band seine größten Hits von Modern Talking, Blue System, DSDS und viele mehr, die auch aus seiner Feder stammen: „Es wird ein großer Familien-PartyAbend mit 21 Geschichten zu meinen 21 Nummer einsen. Jeder weiß, dass ich eines besonders gut kann: Nämlich die Leute mit spannenden Geschichten zu unterhalten. Es wird nicht nur ein reiner Konzertabend, sondern ich möchte, dass die Leute lachen, Spaß haben und dabei tolle Hits hören.“

Dieter Bohlen 6. Dezember, Wiener Stadthalle (D)


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Benjamin Clementine & His Parisian String Quintet Nach einer gemeinsamen Tour mit David Byrne durch Großbritannien und die USA legt der britische Ausnahmemusiker Benjamin Clementine nun noch ein paar ausgewählte Acoustic-Tour-Dates in Europa nach. Diese Konzerte bieten die Möglichkeit, Clementines faszinierend-leidenschaftliches Songwriting in kleinem, intimem Rahmen zu erleben, begleitet von fünf französischen Streichern und der begnadeten Cellistin Barbara Le Liepvre. 21. Mai, Theater Akzent

Support: Crowbar Melvins sind eine Band von Nerds für Nerds. Wobei sich der Nerdbegriff musikalisch wertkonservativ zeigt. Schließlich bezieht die in Los Angeles beheimatete Band ihre Inspiration beim Hardrock der Siebziger und bei ein paar Aussätzigen des Punk und Hardcore. Als wesentliches Merkmal galt und gilt ihr Talent, bei voller Stromstärke mit beiden Beinen auf der Bremse zu stehen. Ein Kunstgriff, der der Musik der Melvins eine mäandernde Wucht verleiht. Schnell kann jeder Trottel, langsam ist die Kunst. Umso passender, dass diesmal Crowbar eröffnen: fett!

Fotos: Karsten Knocke (Die Unmöglichen), Travis Shinn (Machine Head), Arcadia Live (Benjamin Clementine), Hergen Schrimpf (Howard Carpendale), Stephan Pick (Dieter Bohlen), beigestellt (Melvins)

Howard Carpendale Die Show meines Lebens Vor genau 50 Jahren produzierte JazzLegende Paul Kuhn mit dem damals 20-jährigen Carpendale seine erste Single „Lebenslänglich“ in den legendären Berliner Hansa-Studios. Ein Stück Musikgeschichte wurde geschrieben. Nun nimmt der Südafrikaner das Publikum mit auf eine kleine Zeitreise: „In meiner ersten En-Suite Produktion möchte ich mit meinen Fans die Erinnerungen und Erlebnisse aus 50 Jahren teilen.“ 8. April, Wiener Stadthalle (D)

6 Schauspieler – 1 Lesung Ein Ehepaar reist nach England, um in per In-Vitro-Fertilisation ein Kind zu zeugen. Drei Embryonen entstehen, aber nur einer wird eingepflanzt werden. In diesem Moment beginnt eine spekulative Vorschau auf die wichtigsten Ereignisse zwischen Geburt und Tod. In einer Parallelmontage werden von Jan-Josef Liefers, Devid Striesow, Meret Becker, Claudia Michelsen, Ronald Zehrenfeld und Thomas Loibl die drei möglichen Leben der Embryonen Amelie, Max und Fabian erzählt, entscheiden werden sich die Eltern ja nur für einen. Zurück bleiben: die Unmöglichen.

Melvins

27. Juni, Arena

Die Unmöglichen

11. Juni, Wiener Stadthalle (F) highlights

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Dare to drea P

arty-Gehüpfe und herzzerreißende Balladen, zahlreiche männliche Interpreten-Hotties, Vorfreude und Spekulationen en masse, dazu ein paar Skandale und mittendrin eine blauhaarige Steirerin: Willkommen in der kunterbunten Welt des Eurovision Song Contests 2019, in der der Regenbogen auch ohne Schlechtwetter heller als üblich erstrahlt, in der Dunkles konsequent weggeträllert wird und Europa plötzlich auch aus Australien besteht, weil: Who cares?! „Beim ESC hat sich zwei Wochen jeder lieb!“, bestätigt auch der österreichische Journalist und ESCExperte Ralf Strobl das „Friede, Freude, Eierkuchen“-Musik-Rezept. „Der Song Contest ist ja 1956 aus der Idee heraus entstanden, dass das internationale Gemeinsamkeitsgefühl nach dem 2. Weltkrieg gestärkt werden müsse: die Länder sollten einander wieder näher rücken.“ War man zumindest einmal bei diesem Spektakel live dabei, weiß man: Dieser Grundgedanke ist auch heute noch zu spüren, versichert Strobl. „Hier wird zwei Wochen lang Europa gefeiert! Sicher ist das auch manchmal etwas skurril, aber eine sehr schöne und eindrucksvolle Erfahrung.“

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Eine Stadt im ESC-Fieber Das völkerverbindende Feiern findet dieses Jahr zum bereits 69. Mal vom 14. bis 18. Mai in Tel Aviv statt. Unter dem Motto „Dare to Dream“, das auf subtile Art und Weise Magie mit Realität verbindet, rittern insgesamt 41 Länder um den Sieg bei der größten Sause der Welt. Nur 26 davon ziehen ins Finale am 18. Mai ein – wer das sein wird, entscheidet sich in den beiden Halbfinalen am 14. und 16. Mai. Alle drei Events werden im Tel Aviv Convention Center über die spektakuläre Bühne gehen. Wer keines der heiß begehrten Tickets mehr ergattern konnte: Das Eurovision Village im Charles Clore Park direkt am Strand bietet bei kostenlosem Eintritt nicht nur jede Menge Live-Auftritte von ESCKünstlern, sondern auch internationale DJs, diverse Sport- und Yoga-Möglichkeiten, zahlreiche israelische Speisen sowie natürlich die größten Public Viewings der Stadt. Zudem wird das traditionelle White Night Tel Aviv Festival eine 1.500 Meter lange „Eurovision Alley“ präsentieren. Als preisgünstigere Alternative zu den teuren Hotelzimmern ist eine kreative Zeltstadt im YarkonPark geplant. Insgesamt werden mindestens 10.000 Besucher erwartet.

Safety first! Moderieren wird „den Schas“, wie Andi Knoll den ESC-Event 2014 liebevoll nannte, unter anderem Supermodel Bar Refaeli. Die European Broadcasting Union, die für den ESC verantwortlich zeichnet, hatte ursprünglich eigentlich Gal „Wonder Woman“ Gadot als Moderatorin im televisionären Auge, die aber wegen Terminschwierigkeiten absagen musste. Eine der schönsten Frauen der Welt gegen eine andere Schönheitsikone einzutauschen – das gibt’s nur in der zuckersüß-schmackhaften ESC-Bubble! Ob die jeweiligen Länder bei ihren musikalischen Vertretern auch solch guten Geschmack bewiesen haben, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Weil sich aber sogar in der größten Abwechslung und Diversität ein gewisser Trend herauslesen lässt, setzen dieses Jahr ein Großteil der Länder auf Sicherheit, sprich: bewährten ESC-Sound. Das heißt einerseits: Dramatik-Powerballaden, die sanft beginnen und dann im Refrain explodieren, vorgetragen von sexy Jünglingen. Andererseits: tanzbarer Electropop (mitunter im Liebesakt mit Reggae, Soul, Funk oder gar Heavy Metal), der derart pumpend, derart selbst-

Fotos: Eurovision Song Contest, AlpEvents GmbH, Wohnzimmer Records

Vom 14. bis 18. Mai steht Tel Aviv ganz im Zeichen der Musik, des Kitschs, der internationalen Verbundenheit und ganz viel Party: Denn dann findet bereits zum 69. Mal der Eurovision Song Contest statt. TEXT: MANUEL SIMBÜRGER


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am! Diese Frauenpower möchte sie in Tel Aviv in den Vordergrund stellen: „Ich will dort zeigen, dass auch Frauen das alles können. Das ist meine Intention.“ Auch für PÆNDA steht nicht der Wettbewerbsgedanke, sondern das beinahe heilige Credo des Miteinanders im Mittelpunkt: „Der Song Contest baut Brücken, die unterschiedliche Kulturen und Religionen für eine Weile verbinden. Es bedeutet mir sehr viel, ein Teil dieser Botschaft an die Welt zu sein.“ Dass „Limits“ unter den ESC-Fans zwar polarisiert, mag nervös, aber nicht unzuversichtlich stimmen: Schließlich wusste Europa auch bei Queen Conchita bis zuletzt nicht, was es von ihr halten solle. bewusst verrückt und vor allem ungeniert campy daherkommt, dass (fast) jeder Mainstream-Radiosender einen großen Bogen drum macht. Aber genau das macht den ESC-typischen Sound aus: Alles, nur nicht massentauglich! „Die Mischung aus unterschiedlichster – guter und schlechter – Musik sowie unterschiedlichsten – guten und schlechten – Inszenierungen macht die Faszination des Song Contests aus“, bestätigt auch Strobl. Austria-Hoffnung PÆNDA Apropos Faszination: Natürlich spielt hier auch der Patriotismus eine große Rolle. „Der ESC ist wie ein Fußball-

WM-Finale, nur bunter“, lacht Strobl. Man möchte wissen, wie sich das eigene Land im direkten Vergleich mit anderen Ländern schlägt – und zwar abseits von angestaubten Themen wie Politik oder Wirtschaft. Ganz besonders fest (patriotisches) Daumendrücken heißt’s heuer für die 31-jährige Steirerin PÆNDA , die Dame mit den blauen Haaren. Sie tritt im zweiten Halbfinale an. Ihr Song „Limits“, eine Gänsehaut-Electro-Ballade über die eigenen körperlichen und seelischen Grenzen, wurde intern vom ORF ausgewählt, um uns in Tel Aviv würdig zu vertreten. PÆNDA , die mit bürgerlichem Namen Gabriela Horn heißt und eine klassische Jazz- und PopgesangAusbildung abschloss, hat den Song auch selbst geschrieben und produziert.

Dunkel ins Licht Der ESC ist eine Art Paralleluniversum, das vor allem Flucht vor der realen bösen Weltlage bietet. Genau das aber bringt dem ESC auch immer wieder heftige Kritik ein, so auch heuer: Zahlreiche Länder sowie Kulturschaffende riefen zum Boykott des diesjährigen ESC in Israel auf. Der Grund: Menschenrechtsverletzungen im Land; Israel wolle mit dem heiteren ESC nur von der grausigen Wahrheit im Land ablenken, heißt es. Andere Länder sagten wegen „zu hohen Teilnahmekosten“ ab, der Türkei ist spätestens ab Conchitas Sieg ohnehin das gesamte ESCSpektakel mehr als suspekt. Zwischen EBU und israelischer Regierung gab’s Gezanke, auch bei manchem nationalem Vorentscheid kam es heuer zum

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UNSERE EX-ESC-STARS LIVE

Skandälchen. Für Ralf Strobl ist zumindest die Diskussion rund um Israel unverständlich: „Israel hat den ESC schon öfters veranstaltet – und es gab nie Probleme! Tel Aviv ist die modernere, buntere und lebensfrohere Alternative als Jerusalem, das auch zur Diskussion stand.“ Zudem gilt die Stadt seit Jahren als Urlaubs-Hotspot für schwule Männer – immerhin die mit Abstand größte Fangruppe des Song Contests. Skandale trüben unsere Vorfreude jedoch nicht, denn wir wissen: Schwarz ist eigentlich keine Farbe. Also feiern, tanzen und singen wir auch heuer Mitte Mai, als ob es kein (politisches) Morgen gebe und haben uns für einige Tage tatsächlich so lieb, wie es in einer perfekten Welt sein sollte. In einer Bubble zu leben kann mitunter durchaus heilsam sein – und die Augen öffnen.

Conchita spielt gemeinsam mit den Wiener Symphonikern am 26. November in der Wiener Stadthalle (F), ohne klassisches Orchester am 12. Juli am World Bodypainting Festival in Klagenfurt und mit Band am 23. Juni auf Burg Hasegg. Alf Poier spielt sein neues Programm „Humor im Hemd“ aktuell in ganz Österreich. Petra Frey spielt im Juni am Open Air in Oberwölz und am Murtal Sommer Open Air, Marianne Mendt begeht vom 31. Mai bis 1. Juni in der Bühne im Hof ihr Jazzfestival.

TERMINE VON PÆNDA 16.05. 03.07. 13.07. 15.11. 26.11. 27.11. 30.11.

Tel Aviv (ESC Semi-Finale), Convention Center Ort im Innkreis, Elwood Music Festival, Woodstock Area Graz, Electric Nation, Messe Graz Klagenfurt, Stereo Salzburg, Rockhouse Linz, Posthof Bludenz, AllerArt

GEWINN SPIEL

Wir verlosen drei PÆNDA-Fanpakete mit jeweils zwei Konzerttickets mit Meet & Greet (Klagenfurt, Salzburg, Linz oder Bludenz) und einem Sackerl gefüllt mit zwei T-Shirts und CD. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen: www.ticketmagazin.com

1957

Erste Teilnahme am ESC. Bob Martin belegt mit „Wohin, kleines Pony?“ den letzten Platz.

Udo Jürgens gewinnt nach Teilnahmen 1964 (Platz 6) und 1965 (Platz 4) mit „Merci, Chérie“.

1969

1966

Erstmaliger Teilnahmeverzicht aufgrund der Franco-Diktatur in Madrid.

Nach langjähriger Durststrecke schafft es Österreich mit Alf Poiers Blödelsong „Weil der Mensch zählt“ wieder auf die vorderen Plätze: Platz 6!

2003

PÆNDA Am 26. April veröffentlicht die sympathische Steirerin ihr zweites Album „Evolution II“.

2006, 2008, 2009, 2010

Dank Lenas Sieg 2010 (für Deutschland) gilt der ESC wieder als hip, jung und Quotenerfolg. Der ORF springt auf den Zug auf und präsentiert ab 2011 (gemeinsam mit Ö3) die Suche nach dem jeweiligen ESC-Vertreter als Medienereignis (u. a. Vorentscheidung-Shows).

Der ORF verzichtet auf die Teilnahme. Man beschreibt den ESC als „Skurrilitäten-Wettbewerb“ und bemängelt die Regeln sowie die hohen Teilnahmekosten

2011

2014

Nach desaströsen Ergebnissen in den Vorjahren (u. a. Trackshittaz) gewinnt Dragqueen Conchita Wurst haushoch „den Schas“.

Der ESC findet in Wien statt. Zum ersten Mal in der Geschichte geht das Gastgeberland mit null Punkten nach Hause (The Makemakes).

2015

2018

Cesár Sampson holt mit seiner gefühlvollen Soulballade die Bronzemedaille.


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Glitzeranzüge, Tränen und Eierlikör Kabarettist und Entertainer Markus Linder und Volksmusiker und Moderator Hubsi Trenkwalder nehmen sich in ihrem zweiten gemeinsamen Programm des Eurovision Song Contests an. Was dürfen wir uns von eurem neuen Programm „Songcontest“ erwarten? Markus: Eine zweistündige geballte Show mit ESC-Hits, Gags, Video-Zuspielungen und viel, viel Livemusik! Wir zeigen, wie unser Auftritt beim Song Contest aussehen würde: in Glitzer-Anzügen, mit dem „Liadl für die Ewigkeit“! Seid ihr ESC-Fans? Markus: Ich schaue mir den ESC gerne an. Er ist in der Tat völkerverbindend. Hubsi: Nicht wirklich. Ich habe mich aber narrisch über den Conchita-Sieg gefreut, so ungefähr, wie wenn Wacker Innsbruck gegen Rapid gewinnt! Welche ist eure früheste Erinnerung an den Song Contest?

Markus: „Waterloo“ von ABBA. Das ist richtig in meine Pubertät hineingefahren! Hubsi: Waterloo und Robinson – ich habe da als Fünfjähriger tatsächlich geheult, weil ich wollte, dass die zwei gewinnen! Mein Papa hat mir erklärt, dass Platz fünf für Österreich gar nicht so schlecht ist! Welchen österreichischen Künstler würdet ihr gerne mal beim Song Contest sehen? Markus: Natürlich uns beide! Wir haben hart daran gearbeitet, songcontesttauglich zu sein. Unser neues Programm beweist es! Hubsi: Wir bringen mit Sicherheit Farbe ins Spiel. Und backstage sind wir garantiert unschlagbar mit unserem hausgemachten Eierlikör.

n Linder & Trenkwalder gastieren mit ihrem „Songcontest“-Programm u. a. im Wiener Metropoldi (8. Mai) und im Theater am Saumarkt in Feldkirch (7. Juni).

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Gotteslästerung ist nicht erst seit gestern in der Rockmusik ein Garant für Aufmerksamkeit: Die Polen Behemoth exerzieren die Kontroverse bis zum Exzess. Jedoch mit hehrem Ziel. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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m 1930 soll der vormals miserable Blues-Musiker Robert Johnson dem Beelzebuben seine Seele verkauft haben, um die Gabe des meisterlichen Gitarrenspiels zu erhalten. Seitdem wird die populäre Musik von Elvis und Led Zeppelin über The Beatles und The Rolling Stones bis hin zu AC/DC und Kiss den Ruch des Teuflischen nicht mehr los. Zuweilen steckt hinter der plakativen Schockwirkung aber auch hochintelligente Reflexion – etwa bei Adam Darski, der sich mit seiner Band Behemoth in der Kontroverse suhlt, dabei aber der katholischen Kirche unbarmherzig den Spiegel vorhält.

Der Satanist Auch wenn Adam Darski bald mit dem plakativen Satanismus als Jugendsünde brach, die Religionskritik ist bis heute geblieben: 2007 wurde er wegen „Verletzung religiöser Gefühle“ angeklagt, da er bei einem Konzert in Gdynia eine Bibel zerrissen und die Kirche eine „mörderische Sekte“ genannt hatte.

Du identifizierst den Albumtitel als explizites Jesus-Zitat, tatsächlich ist er jedoch nur eine Zusammenfassung von Paulus’ Brief an die Römer (Röm 5,8). Mir hat der Satz gefallen, ich fand ihn prononciert. Also habe ich ihn für meine Zwecke missbraucht, das ist Alchemismus. Mehr

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Foto: Björn Franck

Der Titel eures aktuellen Albums „I Loved You At Your Darkest“ ist ein direkter Verweis auf die Bibel. Ist diese Form der Blasphemie plattes Marketing, oder durchaus auch didaktisch? Das hoffe ich doch! Klar, einige meiner Texte sind sehr direkt und wörtlich zu nehmen, vieles ist aber auch ausgeklügelt und reich an Symbolismus. Behemoth ist multidimensional und nicht eine bloße Herabwürdigung des Christentums. Hinter der Auflehnung versteckt sich viel Tiefgründiges, das es auch zu begreifen gilt.


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würde ich da nicht hineininterpretieren. Ich arbeite schlicht mit Versatzstücken, lade sie mit einer neuen Bedeutung auf.

katholischen Tendenzen regiert und übernommen wird. Es ist eine Frage der Balance, sich dagegenzustellen.

Polen ist bekanntlich streng katholisch. Wie sah deine Prägung aus? Als Kind las mir mein Vater um die Weihnachtszeit immer aus der Bibel vor, aber ich war zu jung, um zu verstehen. Er war hin- und hergerissen zwischen einer Traditionspflege und der atheistischen Ideologie des Kommunismus. Meine Mutter hingegen war tief katholisch, verlor aber auch sukzessive den Bezug zur Kirche. Heute sind sie beide Atheisten, stehen trotz der Dispute mit der Obrigkeit auch hinter mir. Früher gab es in Polen zudem die Tradition, dass Priester Hausbesuche machten. Da hieß es immer, ich solle im Zimmer bleiben und keinen Mucks von mir geben. Als Jugendlicher habe ich ihm dann aber deutlich gemacht, dass ich nicht Teil der Bauernfängerei sein will und hinter seine Maskerade blicke.

Früher verfügte die Kirche jedoch über weitaus mehr Autorität als heute. Ich kann nur von Polen sprechen: Die Kirche lebt bis dato von Steuereinnahmen. Doch es sollte eine klare Trennung zwischen Kirche und Staat geben, die Kirche sollte nur Spenden von Menschen erhalten, die aus freiem Willen Teil der katholischen Gemeinschaft sind.

Foto: Björn Franck

Als Jugendlicher gründetest du auch den „Temple of the Fullmoon“, die „einzig wahre, satanische Organisation in Polen“. Wie siehst du rückblickend deine juvenilen Ideale? Ich war leidenschaftlich, aber mir über vieles im Unklaren. Politische Korrektheit ist Teil des Zeitgeistes. Inwieweit ist Religionskritik eine Form der Intoleranz? Es liegt mir im Blut, aktiv Opposition zu betreiben. Ich hasse es, wenn die polnische Gesellschaft von nationalistischen

Was ist das Gefährliche an der Kirche? Manipulation. In Polen ist es alltäglich, dass religiöse Menschen in die Kirche gehen und man ihnen dort sagt, welche Partei sie wählen sollen. Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch sein Gehirn benutzen und keine Marionette in den Händen eines Priesters sein sollte. Gibt es auch positive Aspekte? Am Ende des Tages kommt es darauf an, ob du ein anständiger Mensch bist. Ich habe kein Problem damit, mit religiösen Menschen zu koexistieren, sofern sie über Intelligenz verfügen. Auch die Alten akzeptiere ich, sie sind altmodisch und alten Werten verhaftet: nichts und niemand wird sie jetzt noch ändern können. Es sind die Heuchler, die mich wütend machen, und sie machen in Polen das Gros der katholischen Gemeinde aus. Ich wurde noch nie von einer katholischen Autorität angegriffen oder vor Gericht gestellt. Ich und meine Kunst werden ihre Weltsicht zwar nicht ändern, sie halten an ihren Werten einfach fest.

Aber es sind die streng katholischen Politiker, die glauben, ich sei ein einfaches Ziel. Das sind keine religiösen Menschen, das sind Heuchler. Und genau sie sind meine Angriffsfläche. In ganz Europa fordern Rechtspopulisten eine Wertschätzung heimischer Kulturen und Werte. Könnte dies, zahlreichen Kirchenaustritten zum Trotz, letzlich einen positiven Effekt auf die katholische Kirche haben? Ich denke, die katholische Kirche ist mitverantwortlich für diese Verdichtung der rechtspopulistischen Politik. Ich habe aber große Hoffnungen, dass die Kirchenkorrosion anhält, ich sehe keine Renaissance. Vielmehr sehe ich eine zirkuläre Verbreitung von allgemein gültigen Werten im demokratischen Europa. Wohin man auch geht, die Lebensqualität wird immer besser, gleichzeitig sinkt die Anzahl der Menschen, die blind Vorurteilen glauben. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Mein Leben passiert im Hier und im Jetzt, dahin fließt auch meine gesamte Energie. Es gibt keinen Beweis für ein Leben nach dem Tod, aber ich lasse mich gerne überraschen. Neugierig, es bald herauszufinden, bin ich jedoch nicht. n Behemoth gehören neben u. a. Slayer, Slipknot, Testament, Amon Amarth und Children Of Bodom zu den härtesten Bands des diesjährigen Nova Rock Festivals (13. bis 16. Juni, Nickelsdorf).

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Brugger beh Hazel Brugger, die bereits mit ihrem Kabarettdebüt „passiert“ hierzulande von sich hören machte, ist wieder da. In ihrem zweiten Programm „Tropical“ spricht sie über die großen Themen dieser Welt. Und wir zuvor bereits mit ihr. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Während die deutschen und englischsprachigen KollegInnen seit Jahren den österreichischen Markt bevölkern, so verbindet man mit der benachbarten Schweiz kaum die Comedy. Woran liegt’s? Einerseits liegt das bestimmt daran, dass viele Schweizer Künstler auf Schweizerdeutsch auftreten und somit die Landesgrenzen weder in echt, noch in der Außenwahrnehmung überschreiten. Andererseits kommt Comedy wirklich nicht an erster Stelle bei den Dingen, mit denen Schweizer sich identifizieren.

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Die Schweiz tickt also in puncto Humorbedürfnis anders als Österreich? Bei euch hat der Humor ja immer fast schon etwas Therapeutisches, Reinigendes. So einen feinen, mit dem Skalpell tief ins Fleisch geschnittenen Witz wie in Österreich kenne ich sonst aus keinem Land. Auch nicht aus der Schweiz, wo Humor eher da ist, um eine Situation angenehmer zu machen und nicht gleich das ganze Leben. Das Vokabellernen hat in der Schulzeit nie besonders Spaß gemacht, dabei stößt man in anderen Sprachen durchaus auf witzige Wörter – so heißt der Pandabär auf Isländisch „Bambusbjörn“, die Urgroßmutter auf Schwedisch „Gammelmormor“. In dein Kabarettdebüt findet das zuckersüße Wort „Schnäbbi“ Einzug, der nicht erigierte Penis. Welche Schweizer Begriffe sorgen über die Landesgrenzen hinaus noch für ein Lächeln? Es gibt natürlich das „Chuchichäschtli“, den Küchenschrank, mit dem man Touristen sprachlich begeistert. Aber mir gefällt sehr „s Chrüsimüsi“, das Durcheinander, oder „inechräsme“, reinkrabbeln. Ist’s für dich ein Umdenken, zur grenzüberschreitenden Belustigung Hoch-

deutsch zu sprechen? Die ersten Sätze lang ist es immer ein bisschen so, als würde mein Gehirn sich anders winden müssen. Schweizerdeutsch anstatt Hochdeutsch zu reden ist aber schwieriger, weil man diese Sprache nicht liest und nicht schreibt, und die Grammatik daher nach langer Abwesenheit wahrscheinlich weniger sattelfest ist. Aber ich spreche beide Sprachen, seit ich ein Kleinkind bin, das geht also meistens nach einer Minute wieder vorbei. Rar gesät sind auf unseren Kabarettbühnen nicht nur Künstler aus der Schweiz, sondern auch Frauen: ein gesellschaftliches oder inhaltliches Problem der Kleinkunst? Ich würde jetzt mal vorsichtig sagen, dass die Kleinkunst ja inhaltlich die Gesellschaft abbilden soll. Meine Antwort lautet daher: beides. Du hast 2016 das Buch „Ich bin so hübsch“ veröffentlicht: Wie relevant schätzt du die Optik und das Auftreten eines Kabarettisten ein, machst du dir Gedanken um deine appearance? Sobald man vor Leuten steht, sei das live oder noch gesteigert im Fernsehen, macht man sich Gedanken um sein Äu-

Foto: Peter Hauser

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azel Brugger wird von den Medien gern als witzigste und dabei scharfzüngigste Frau der Schweiz bezeichnet, ist mit ihrer frühreifen Altersweisheit, ihrer nüchternen Sachlichkeit und der erschreckend zielsicheren Gabe einer ökonomisch pointierten Sachverhaltsdarstellung auch über die Landesgrenzen hinaus ganz großes Kino. Bei ihr fließen Comedy und Kabarett ineinander, derbe Schenkelklopfer schmiegen sich an existenzielle Reflexionen: Brugger kann hintergründig, abgründig und rotzfrech sein, ist dabei sprachlich immer raffiniert und ein sensationelles Amüsement.


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hirnt

Foto: Peter Hauser

ßeres. Man wäre ja auch dumm, es nicht zu tun, schließlich ist das Hinschauen einer der Hauptgründe, zu kommen. Es geht mir dann aber weniger darum, ob ich ein schönes Outfit trage oder zwei Kilo zu viel wiege, als darum, wie meine Haltung ist und was für ein Gesicht ich gerade mache. Idealerweise passt das alles zu dem, was auf der Bühne gesagt wird. In der Film- und Musikwelt war und ist #MeToo ein großes Thema, bei deinem Auftritt in „Willkommen Österreich“ vor zwei Jahren witzelst du, du würdest „neben so vielen alten Männern keinen Alkohol trinken“. Wie weit sind Geschlechterrollen und etwaige daraus resultierende Ungleichgewichte in der Kleinkunst überhaupt Thema? Wie überall auf der Welt sind auch in der Kleinkunst die subtilen Unfairheiten das größere Problem. Weil sie tiefer greifen, normaler wirken und oftmals nicht einmal von denen, die darunter leiden, erkannt werden. Dass ein älterer Veranstalter einer jungen Frau nicht so viel zutraut wie einem vierzigjährigen Mann, vielleicht. Möglicherweise ja zu Recht, eventuell aber auch völlig unbegründet.

In der Musikbranche ist eine Quotenregelung, gerade was Festival-Billings anbelangt, alljährlich Thema. Wie relevant ist das Thema für die Kleinkunst? Ich weiß, dass ich jetzt etwas Schlaues sagen sollte. Aber ganz ehrlich: keine Ahnung. Das Thema ist unendlich kompliziert und ich kann aus meinem Alltag keine wirklich wissenschaftlichen Schlüsse ziehen, ich kenne ja nur Studien mit der Probandengröße eins, und der Proband bin ich. Inwieweit sind Bühnenkarrieren und Künstlerleben von Musikern und Kabarettisten vergleichbar? Wo siehst du Parallelen, wo eklatante Unterschiede? Musiker sind selten alleine auf der Bühne, geschweige denn alleine unterwegs. Die Technik auf der Bühne ist schwieriger, so dass Musiker meistens einen oder

mehrere eigene Techniker dabei haben. Das habe ich nicht, ich reise oft komplett alleine. Parallelen sind natürlich, dass beide keine Lust auf einen Bürojob haben und wahrscheinlich auch nicht besonders begabt wären am Schreibtisch. Apropos Karriere: Was wärst du heute eigentlich, wärst du weder witzig, schlagfertig und – folgt man den Pressekritiken – mit einem gewissen Maß an Bösartigkeit gesegnet? Auf jeden Fall würde mir darauf jetzt überhaupt keine Antwort einfallen. Andererseits wäre mir aber ja auch die Frage nicht gestellt worden, da die von dir beschriebene unwitzige Person sehr langweilig klingt. Inwieweit arbeitest du aktiv und bewusst an deiner Karriere? Es ist ein Laissez-Faire mit Bestandsaufnahme. Also, ich schau’ immer, was sich gut anfühlt, und das, was dann bei den Leuten auch gut ankommt, lasse ich so, und das andere wird neu und anders ausprobiert. Du hast neben Literatur auch Philosophie studiert, dein Vater ist Neuropsychologe – wie weit, denkst du, geht die Kleinkunst mit beiden letztgenannten Wissenschaften Hand in Hand? Wenn man möchte, sehr. Aber auch nur, weil sowohl Philosophie als auch Neurowissenschaften sehr breite Fächer sind, die das Leben und die Welt beschreiben. Und das tut gute Kleinkunst auch, finde ich.

Hazel Brugger Die 25-Jährige ist der aktuell erfolgreichste Kabarett-Export der Schweiz – und ist dabei gewitzter als ein Gros der Exporte des großen Nachbarn.

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Zahlreiche Auszeichnungen vom Deutschen Kleinkunstpreis über den Salzburger Stier bis hin zum Deutschen Comedypreis sprechen Bände, du warst sogar schon einmal „Schweizerin des Jahres“: Bringen Auszeichnungen längerfristig etwas, oder sind solche Jury-Lobeshymnen lediglich ein „nice to have“? Sie bringen langfristig etwas, wenn man den kurzfristigen Schub nutzt, um sich aufs nächste Regalbrett zu katapultieren. Wo stehen die Trophäen daheim? In einem Regal neben den Kochbüchern. Josef Hader outet sich als dein Fürsprecher – wie wichtig ist dir „Vitamin B“? Beziehungen sind natürlich sehr wichtig, weil man sich ohne jeglichen Fürspruch sehr schnell sehr einsam fühlt. Auf Partys oder an Versammlungen von anderen Künstlern gehe ich aber eigentlich nie, mir ist das zu stressig, wenn mehr als sechs Leute an einem Ort sind. In Österreich wird gern zwischen der platten Comedy und dem intellektuellen Kabarett unterschieden, eine Trennung, die international verschwimmt. Wo würdest du dich einordnen? Ich mache gute Comedy für intellektuelles und/oder sympathisches Publikum. Qualitätsmerkmal deiner Texte ist in meinen Augen, dass sie sich nicht lediglich von Pointe zu Pointe schwingen, sondern erzählenden Charakter haben. Beabsichtigt? Erstens: ja. Und zweitens wäre ich ja schön blöd, ein Kompliment mit dem Zufall abzutun. In „Hazel Brugger passiert“ ziehst du immer wieder autobiografische Verweise, dein zweites Programm „Tropical“ soll „persönlicher“ werden und auch „Einblick in dein Gehirn“ bieten. Wie weit sind deine Bühnenauftritte

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eine Katharsis für dich? Sehr weit. Ich fühle mich nicht wohl, wenn ich länger nicht auftrete. Wie weit unterscheiden sich dein Bühnen-Ich und dein privates? Mein privates Ich schafft es immer mehr auf die Bühne. Das war aber auch ein Prozess und Übungssache. Je vielseitiger das Ich auf der Bühne ist, desto schwieriger ist es, das Ganze verständlich in kurzer Zeit und auf kleinem Raum zu präsentieren. Welchen Bezug hast du als Tochter eines Neuropsychologen zum menschlichen Hirn? Dafür bräuchte ich natürlich noch eine Vergleichshazel, deren Vater beispielsweise Bankangestellter ist. Aber ich würde sagen, zum menschlichen Hirn – ganz besonders zu meinem eigenen – habe ich ein sehr inniges Verhältnis. Wieso eigentlich „tropisch“? Gegenfrage: Wieso eigentlich nicht? Klingt lecker, ist fruchtig, freundlich und ausgesprochen deliziös. Du bist in San Diego geboren, hast ein Austauschjahr in Australien gemacht und mit Thomas Spitzer aus Amerika gevloggt: Wäre da theoretisch – à la Mittermeier – die internationale Comedybühne der nächste Karriereschritt? Theoretisch ist das so, ja … (schmunzelt) Du hast mit Poetry Slams angefangen, nun bist du schon seit einigen Jahren auch als Kolumnistin tätig: Reizt dich die literarische Langform? Mit den Kolumnen habe ich eigentlich eher wieder aufgehört. Gerade reizt mich Literatur nur als Konsumentin. Und was, sollten dir irgendwann einmal die Themen ausgehen oder das Von-Bühne-zu-Bühne-Reisen zu müh-

sam erscheinen? Gibt es einen Plan B? Reich heiraten, sechs Babys rausdrücken und ein von milden Depressionen geplagtes Leben auf dem Land! In der heute-show bist du als Außenreporterin oft und viel in Kontakt mit Politikern. Nicht selten hat man das Gefühl, dass das linkspolitische Kabarett die Aufgabe der Politik übernimmt, während man gerade bei Rechtspopulisten vermeint, das sei ein besonders abstruses Kunstprojekt. Machen die aktuellen (gesellschafts)politischen Entwicklungen deine Arbeit leichter oder schwerer? Auf den ersten Blick machen die ganzen Irren meine Aufgabe natürlich leichter. Aber längerfristig ist es immer besser, Leute zu einem Thema zum Lachen zu bringen, das nicht ganz so akut ist. In „Tropical“ willst du uns verraten, warum Rechtspopulisten die besseren Liebhaber sind – Kinder, hörte ich in deinem ersten Programm heraus, hast du aber nicht so gerne. Was hältst du von unserem Bundeskanzler Sebastian Kurz? Das stimmt nicht, dass ich Kinder nicht mag, das habe ich so auch nie gesagt. Aber den Babykanzler finde ich trotzdem nicht unbedingt toll. Irgendwie ist er sogar fast etwas abartig, auf den ersten Blick, aber könnte natürlich schon sein, dass er im Schlafzimmer ein wahres Granätchen ist. Apropos Österreich: Welche Österreicher machen dich lachen? Also, diese Frage macht mich schon mal lachen, sehr viel so! Der Josef Hader, der ist super. Ich würde sogar sagen, Hader ist der Beste. Auch verglichen mit Deutschen oder Schweizern. n Hazel Brugger bringt die Tropen zeitgerecht im November in den Globe Wien, die SZENE Salzburg, das Orpheum Graz und den Linzer Posthof.


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Coming of Age Eine Glosse von Peter Draxl

Draxl im Interview: „Ich hab vor wenigen Jahren erst begonnen, im Unternehmen Peter Draxl zu arbeiten. Zuerst als Praktikant, kletterte aber recht rasch die Karriereleiter hoch: Produktmanager, Marketingchef, Aufsichtsrat, Vorstand. Es war ein beschwerlicher Weg aber es hat sich gelohnt, kürzlich wurde ich als Vorsitzender mit absoluter Stimmenmehrheit bestätigt.“ Schreiben, an der SAE unterrichten und fotografieren tut er auch. Peter Draxl ist auf Twitter, Instagram, Facebook sowie auf peterdraxl.com zu finden.

Erwachsen werden bedeutete für mich, so zu werden wie die anderen. Grauenhaft! Dabei geht’s um ganz was anderes.

Foto: Patricia Weisskirchner

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as treibt ihr eigentlich? Ihr sitzt 50 Stunden pro Woche in einem Job der euch anödet, umzingelt von Idioten und der Chef hat ohnehin den Schuss noch nie gehört. Ihr konsumiert Nachrichten, schaut ewig fern, oder surft ziel- und planlos stundenlang am Handy durch unsoziale Welten. Am Abend trefft ihr euch mit Freunden und erzählt euch, wie Scheiße nicht alles ist, Hurra – eine Gruppe gleichgesinnter wälzt sich im kollektiven Drama. Den Rest der Zeit verbringt ihr mit eurem Partner, streitet darüber wer sich jetzt zuerst an wen anpassen muss und am Wochenende erzählen euch eure Eltern, wer ihr seid und was ihr zu tun habt. Und dann? Flucht? Sucht? Alkohol? Religion? Spiritualität? Macht? Besitztum? Therapeut? Aber am Ende ist die Leere trotzdem noch da? Dann Stopp! Hört einfach auf, anderen zu glauben. Ihr habt jetzt 20, 30, 40 Jahre damit verbracht euch zu verbiegen, gefällig zu sein, anzupassen, abzuschleifen, euch zu verleugnen, euch „zu verhalten“ und dabei nur Gefühle unterdrückt. Ich könnte ein Buch darüber schreiben. „Das System der Angst“ oder

„Als die Liebe laufen lernte“. Denn darum geht’s, alle – Eltern, Lehrer, Chefs, Partner, Nachrichten, Geistliche, Regierung, Gurus – erzählen euch nämlich ständig, dass ihr nicht okay seid, dass die ganze Welt nicht okay ist. Ihr müsst gehorchen, meditieren, beten, wählen, euch anpassen und wenn ihr wütend, traurig, aggressiv, depressiv seid, dann auf zum Psychodoc. Echt jetzt? Seit wann sind Gefühle ein Problem, sie werden nur immer lauter wenn man sie Jahrzehnte unterdrückt. Was euch nie jemand sagte ist, dass ihr okay seid. Ein strahlendes Monument des Lebens, in seiner Unvollkommenheit doch reinste Perfektion. Das zu erkennen, alle Antworten auf alle Fragen in sich selbst zu finden, sich Zeit mit sich zu nehmen, an sich zu glauben und nicht an das, was die Welt, euer Partner, Jesus oder Vati sagt, das ist erwachsen werden. Hört auf, eure Partner zu missbrauchen um alten Schmerz nicht fühlen zu müssen. Am Anfang ist das hart. Setzt euch mal ein paar Stunden in die Wiese und tut nichts. Na aber hallo, da geht’s ab! Wenn ihr die Kiste, auf der „Wut“ steht, nach Jahrzehnten kurz öffnet, springt euch der Teufel

entgegen. Lasst ihn wüten. Er wird irgendwann zu einem niedlichen Hamster. Spürt euch durch den ganzen Schmodder durch, lacht, weint, liebt, hasst, schreit, schweigt, seid wütend, depressiv, niedergeschlagen, euphorisch, ängstlich, übermütig, lebt das Kind, das ihr nie sein durftet, spürt euch doch einfach wieder! Dann ist der Weg zum Herzen frei, dem glaubt und folgt, sonst niemandem. Und dann werdet ihr genau wissen, was zu tun ist. In jeder Lebenslage. Das ist erwachsen werden. Und wenn euch noch einmal wer sagt, ein Gefühl sei ein Problem, dem schlagt ihr …

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24. August, Alter Schlachthof Hollabrunn (Warm-up-Party: 10. August)

One Love

Mit Marcia Griffiths, Lee „Scratch“ Parry u. v. m. Mit dem One Love hat Wiesen ein neues ReggaeFestival: Bei der Premiere mit von der Partie sind die jamaikanische „Queen of Reggae“ Marcia Griffiths, Lee Perry, Israel Vibration, Etana, Anthony B, Skatalites, die House of Riddim Band, Dubblestandart, Moby Stick, Freemeyend, The Rocksteady Conspiracy, Soundtank Crew, Baba Sound, O.S.F Sound und viele mehr! Dazu gibt es natürlich ein vielseitiges, exotisches kulinarisches Angebot, fast wie im Urlaub! 2. und 3. August, Festivalgelände Wiesen

ASHtival

X Er gastierte bereits 11 Jahre hintereinander am Edinburgh Fringe, in Amerika spielte er sogar off-Broadway in New York: Nun kommt Daniel Sloss, Schottlands im wahrsten Wortsinn ausgezeichnetster Comedian, nach dem Erfolg seiner Netflix-Specials „Dark“ und „Jigsaw“ sowie ausverkauften Auftritten letztes Jahr unter anderem auch in Wien endlich mit seinem neuen Programm „X“ wieder zurück, diesmal nicht nur in die Bundeshauptstadt, sondern auch nach Graz. Wieder mit dabei: Sein Kumpel Kai Humphries als SpecialGuest! Aber Achtung: „Contains adult themes of a sexual nature & strong language!“

Daniel Sloss 22. & 24. November, Globe Wien & Orpheum Graz Tipp: Vor den Stadion-Shows noch ins Schweizerhaus! Bis Ende Oktober ist die Prater-Institution Schweizerhaus mit ihrem einzigartigen Gastgarten zwischen 11 und 23 Uhr wieder kulinarischer Treffpunkt für Jung und Alt! Gelernte Wiener und regelmäßige Wienbesucher wissen: Jedes Konzert im Ernst-Happel-Stadion wird erst mit einem Schweizerhaus-Besuch zum absoluten Highlight! Mit einem nach alt-böhmischer Zapfweise gezapften Krügerl unter Kastanienund Nussbäumen anzustoßen, dazu zur Stärkung eine knusprige Stelze – das ist die perfekte Einstimmung für einen gelungenen Stadion-Gig mit Familie und Freunden: Am 2. Juni vor Phil Collins, am 17. Juli vor Bon Jovi, am 24. vor Pink, am 16. August vor Metallica, am 22. und 23. vor Rammstein und am 31. vor Andreas Gabalier!

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Fotos: GEPA pictures com (ÖFB) Schweizerhaus (Schweizerhaus) Barracuda Music (Daniel Sloss) Chris Schwarz (ZSK) Marcia Griffiths (One Love)

Mit ZSK, DeeCRACKS, LineOut, BonjourTropfen & Resi 2017 fand zum ersten Mal im (beziehungsweise vor dem) alten Hollabrunner Schlachthof das ASHtival statt, nach Adam Riese folgt dieses Jahr nun die dritte Saison, die mit den Berliner Skatepunkern ZSK (Foto) auch hochkarätig angeführt wird. Außerdem freuen wir uns auf die Kärntner DeeCRACKS, LineOut aus Italien (aktuelle 7’’: „Pugno Dall’ Inferno“), und die Wiener von Bonjour Tropfen (aktuelle Scheibe: „Secret d’amour“) und Resi, deren neue Scheibe irgendwann dieses Jahr kommen soll. Eine Warm-up-Party ist für zwei Wochen davor anberaumt – mit Teenage Bottlerocket (USA), Cigar (USA) und CF 98 (Polen).


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Das ÖFB Nationalteam

Erlebe Spitzenfußball mit dem Nationalteam! Das Nationalteam ist zurück in den Bundesländern. Am 7. Juni (Anpfiff: 20:45 Uhr) empfängt die Auswahl von Teamchef Franco Foda im Rahmen der EM-Qualifikation unseren südlichen Nachbarn Slowenien. Austragungsort ist das Klagenfurter Wörthersee Stadion. Die Vorzeichen für ein erfolgreiches Spiel stehen gut, zumal die ÖFB-Elf das letzte Aufeinandertreffen im März 2018 an gleicher Stelle mit 3:0 für sich entscheiden konnte.

Tickets für die Länderspiele des Nationalteams sind auf oeticket.com und unter oefb.at/tickets erhältlich. Darüber hinaus bietet der ÖFB wieder exklusive Fanreisen an – alle Infos gibt’s unter oefb-reisen.at!

Fotos: GEPA-pictures.com (ÖFB), Schweizerhaus (Schweizerhaus), Barracuda Music (Daniel Sloss), Chris Schwarz (ZSK), Marcia Griffiths (One Love)

Mit Ende der Sommerferien steht schon der nächste Pflichttermin am Programm, wenn die entscheidende Quali-Phase

mit dem Heimspiel gegen Lettland (6. September, Anpfiff: 20:45 Uhr) eingeläutet wird. Baumgartlinger, Alaba, Arnautovic und Co. freuen sich, nach sechsjähriger Pause wieder in der Salzburger Red Bull Arena auflaufen zu dürfen. Fun Fact: Bereits 1995 duellierten wir uns mit Lettland in Salzburg. Endergebnis? 5:0. Für Österreich. In diesem Sinne: Auf ein Neues!

highlights

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Hexentanz SCHON GEWUSST? Die Ideen für „Die kleine Hexe“ entstanden nach Angaben Otfried Preußlers durch Gutenachtgeschichten für seine eigenen drei Töchter, um ihnen die Angst vor „bösen Hexen“ zu nehmen. Die Abenteuer fanden nicht nur daheim, sondern auch in deren Schule so großen Anklang, dass Preußler sich schließlich dazu entschloss, sie niederzuschreiben. Die Figur selbst hatte einen rebellischen Charakter, den es in der Form noch nicht in der Kinderliteratur gegeben hatte: Gegen die Vorgaben der Älteren handeln („Pah“, rief die kleine Hexe, „verboten ist vieles!“), Grenzen überschreiten, sich selbst finden und die eigene Integrität nicht aufgeben – diese Themen galten in Kinderbüchern anno 1957 noch als sehr neu und ungewöhnlich. Nicht zuletzt wird das Bild von furchteinflößenden Hexen auf den Kopf gestellt, denn sowohl die kleine Hexe als auch ihre Leser lernen, wie schön es sein kann, Gutes zu tun.

28| kinder

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ie gehört zu den ganz großen Namen der deutschsprachigen Kinderliteratur: Die „kleine Hexe“ zählt neben dem Räuber Hotzenplotz und dem kleinen Gespenst zu den berühmtesten Figuren des deutschen Autors Otfried Preußler. Das Buch aus dem Jahr 1957 wurde in 47 Sprachen übersetzt und erzählt die Geschichte der kleinen Hexe, die davon träumt, mit den anderen Hexen am Blocksberg umherfliegen zu dürfen. Zuvor muss sie jedoch eine gute Hexe werden – interpretiert den Zusatz „gut“ aber auf ganz eigene, nicht unbedingt korrekte Weise: Denn wer hat schon einmal von einer Hexe gehört, die Menschen hilft? Das Theater Tabor aus Oberösterreich hat Preußlers Stoff neu aufgegriffen und eine zauberhafte Inszenierung geschaffen: Das Ensemble rund um Regisseur Anatoli Gluchov hat unter anderem be-

reits die Abenteuer des Räubers Hotzenplotz auf die Bühne gebracht. Dabei entstand ein bunter Mix aus Schauspiel, Musik und Tanz, für die Choreografien zeichnet Iassen Stoyanov, ehemaliger Solotänzer am Landestheater Linz, verantwortlich. Die Handlung ist dem Werk Preußlers treu geblieben: Die kleine Hexe ist die Hauptperson der Geschichte und gilt auch hier als besonders freundlich und ehrgeizig. Doch sie ist wütend – und das nicht ohne Grund! Denn ihr großer Wunsch, mit den anderen Hexen in der Walpurgisnacht zu fliegen, stellt sie vor unerwartete Herausforderungen. Wer hätte gedacht, dass es so schwierig sein kann, eine gute Hexe zu werden? Noch dazu in ihrem Alter, immerhin ist sie erst 127 Jahre alt! Aber eine echte Hexe lässt sich nicht unterkriegen – und die alten Hexen müssen schließlich nicht immer recht haben! Gemeinsam mit ihrem Gefährten, dem sprechenden Raben Abraxas, erlebt die kleine Hexe viele Abenteuer, besteht allerlei Prüfungen und lernt nicht zuletzt, dass Gutes zu tun richtig Spaß machen und man Schritt für Schritt tatsächlich etwas verändern kann. Ein mitreißender Hexentanz mit schöner Botschaft, für Kinder und Junggebliebene ab 5 Jahren. n Am 7. und 13. Juli wird die Burgarena Reinsberg zum Blocksberg für die kleine Hexe.

Fotos: Eric Kruegl, Thienemann Verlag

Auf der Burgarena Reinsberg treiben im Juli die kleine Hexe und ihre Freunde ihr lustiges Unwesen: Für große und kleine Zuschauer, die Lust auf Spaß, Unterhaltung und Magie haben. TEXT: AMINA BEGANOVIC


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CH U B R E D L I B

Wie aus dem Bilderbuch sind die Tage im Mai: Alles blüht, es zirpt und zwitschert. Und die Jungs von Bilderbuch bespielen das Schloss. REDAKTION: ANGELIKA GOLDMANN

Am 24. und 25. Mai wird ein Musikmärchen wahr: Bilderbuch bespielen das kaiserliche Ambiente in Schönbrunn. Wer nicht dabei sein kann, kann sich zu Hause an den beiden neuen Alben „mea culpa“ und „Vernissage My Heart“ erfreuen. oeticket.com

SPRÜHNEBEL. Sonnenschutz und Umweltschutz können Hand in Hand gehen. Der öko-getestete Waterlover Sun Mist mit SPF 30 belastet Gewässer minimal. Die Kunststoffverpackung ist zu 100 % recycelbar. biotherm.at

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GREEN WORLD TOUR. Am 4. und 5. Mai kommt die Green World Tour nach Wien. Auf dem Uni-Campus im Alten AKH lässt sich in gemütlicher Atmosphäre die Vielfalt der Nachhaltigkeit entdecken! autarkia.info

Fotos: Universal Music/Neven Allgeier Hersteller

SCHLOSS-KONZERT.


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FABELWESEN. Alles ist bunt an und in diesem Hoodie. Einkuscheln und Einhörner beobachten. Gibt es bei hm.com.

WÜSTENPRINZESSIN.

Fotos: Universal Music/Neven Allgeier, Hersteller

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TREND-PALETTE. So bunt wie der Frühling ist auch die Lidschatten-Palette von Trend IT UP. Erhältlich bei meindm.at.

FRÜHLINGSMÜDE. Wenn es Zeit ist sich auszuruhen, dann betten wir unsere Köpfe auf Schmetterlinge. Zumindest im Frühlingsmärchen. Gesehen bei ikea.com.


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Selbstrespekt Song Contest, neues Album, Tour: Elektropop-Künstlerin PÆNDA hat 2019 so einiges vor. Umso wichtiger ist es für sie, von Zeit zu Zeit bewusst innezuhalten, die eigenen Grenzen zu kennen, aber auch von ihren Fähigkeiten überzeugt zu sein. Ein großer Lernprozess, von dem auch ihr neues Album „Evolution II“ zeugt. TEXT: AMINA BEGANOVIC

TERMINE Live am 3. Juli am ELWOOD Music Festival und am 13. am Electric Nation, solo im November in Klagenfurt, Salzburg, Linz und Bludenz.

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song komplett alleine geschrieben hat. Ein Novum, nach immerhin über fünf Jahrzehnten Österreich beim ESC. Was war deine Reaktion, als du gehört hast, dass es für dich nach Tel Aviv geht? Ich habe ja gewusst, dass ich ein eher alternativer Act bin – daher habe ich kaum damit gerechnet. Gewünscht habe ich es mir natürlich, weil ich doch einiges zu sagen hätte. Dementsprechend groß war dann die Freude! Was genau hättest du denn zu sagen? Ich merke doch, dass ich als weibliche Produzentin recht alleine auf weiter Flur bin. Unlängst habe ich ein Video von der Popsängerin Bebe Rexha gesehen, die gemeint hat, sie habe sich auch mal im Produzieren versucht, aber es war ihr „zu schwierig“, darum hat sie es dann wieder gelassen. Da bin ich doch kurz stutzig geworden. Denn ja, auch Frauen können

Grenzfindung „Wenn man seine persönlichen Grenzen nicht kennt, läuft man ständig Gefahr, dass man sie überschreitet. Und dass man auch zulässt, dass andere sie einrennen.“

Foto: Patrick Münnich

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it der Ballade „Limits“ geht es für PÆNDA im Mai zum Eurovision Song Contest nach Tel Aviv. Ganz ESC-untypisch erzählt der Song nicht von großen, posaunenden Emotionen, sondern von den versteckten Ängsten und Kämpfen, die jeder von uns tagtäglich mit sich selbst ausfechten muss – möglichst ohne sie nach außen zu zeigen. Die eigenen Schwächen zu akzeptieren fällt wohl niemandem leicht; genau dieser Aspekt macht „Limits“ zu einem sehr ehrlichen Song mit viel Tiefgang. PÆNDA ist übrigens die erste heimische Musikerin, die ihren Beitrags-


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Synthesizer bedienen, Frequenzen analysieren oder Sounds programmieren – warum auch nicht? Das kann man genauso lernen wie alles andere. Natürlich, wenn sich jemand bewusst dafür entscheidet, nur zu singen, ist das vollkommen okay. Aber ich möchte gerade Mädchen, die vielleicht eingebläut bekommen, dass sie so etwas „nicht können“ gerne sagen: Natürlich kannst du das, wenn du es willst! Du hast in Interviews gesagt, dass du gerade zu Beginn deiner Karriere oft mit sexistischen Kommentaren konfrontiert wurdest. Welcher Art? Es ist leider ein stetiger Kampf. Ich habe schon das Gefühl, dass es als Frau im Business schwieriger ist. „Du bist kompliziert, du bist zu emotional …“ Ich musste mir schon anhören, dass ich „gerne Machtkämpfe austrage“ – bloß, weil ich bei meinem eigenen Projekt sage, wie ich etwas haben oder nicht haben will.

Foto: Patrick Münnich

Wie gehst du jetzt mit solchen Situationen um? Es gab irgendwann einen Turning Point für mich. Sexismus ist ja etwas Beidseitiges, es gibt einen Sender und einen Empfänger, wie bei jeder Kommunikation. Ich habe gemerkt, dass ich zunächst einmal mehr Respekt vor mir selbst und meiner Arbeit haben muss. In Momenten, wo mir männliche Kollegen einfach drüberfahren wollten, habe ich früher oft defensiv reagiert, weil ich selbst noch nicht genug an meine Fähigkeiten geglaubt habe. Doch je mehr Respekt ich vor mir selbst habe, desto sicherer reagiere ich in solchen Situationen. Spürst du viel Erwartungs- bzw. Konkurrenzdruck in Hinblick auf den ESC? Mittlerweile ist der ESC eigentlich eine einzige große Party. Man feiert, dass die Musik die Menschen zusammenbringt –

der Wettbewerbsgedanke stand für mich nie so im Vordergrund. Musik ist meiner Meinung nach sehr schwer in Konkurrenz zu stellen. Zudem hat man das Gefühl, dass sich jedes Land heuer besonders gut überlegt hat, wen sie hinschicken. Warum wurde gerade eine ruhige Nummer wie „Limits“ als Beitrag für Österreich ausgesucht? (lacht) Das restliche Album ist lustigerweise ganz anders, flotter und sehr zum Mittanzen! Ich habe selbst lange überlegt, ob der Song überhaupt aufs Album soll, weil es ein sehr persönliches Stück ist. Dann dachte ich aber: Warum sollte ich nicht auch so einen Song schreiben dürfen? Damit habe ich so viel verarbeitet – und hätte mich eigentlich verleugnet, wenn er nicht aufs Album gekommen wäre. Jeder von uns hat schließlich mal Tiefs und stellt sich an irgendeinem Punkt in seinem Leben die Frage. Es ist keine typische „Love yourself, sei stark!“-Nummer, sondern betrachtet das Ganze aus einem anderen Blickwinkel. Mittlerweile bin ich sehr froh, dass ich gerade mit dem Lied zum ESC fahre. Worin unterscheidet sich „Evolution II“ zu deiner ersten Platte? Das erste Album war noch eine Art Findungsphase, ich musste selbst erst herausfinden, was ich wirklich machen möchte. Ein Techniker hat bei einer Show mal zu mir gesagt: „Zu deiner Musik zu tanzen is aber scho a Wissenschaft!“ (lacht) Das ist bei mir hängengeblieben. Der Sound war teilweise vor lauter Versuchen, etwas Eigenständiges zu kreieren, noch zu komplex. Daher war für mich klar, dass das zweite Album geradliniger werden soll, grooviger und poppiger – dass die Beats nicht allzu durchdacht sein sollen, sondern mit mehr Flow. Es soll nirgends haken, sodass man von Anfang bis Ende des Konzerts durchtanzen kann!

highlights

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WUK RETTEN

Das Benefizkonzert Nach über 160 Jahren intensiver Nutzung ist eine umfassende Sanierung des denkmalgeschützten Hauses in der Währinger Straße notwendig – eine gewaltige (auch finanzielle) Herausforderung für das WUK in den kommenden Jahren. Bevor im Sommer die dringendsten Arbeiten beginnen, verabschieden sich unsere Freunde mit einem Benefizkonzert in die Veranstaltungspause, live auf der Bühne finden sich Dub FX, AVEC (Foto), Hearts Hearts, Dramas und Samira ein, im Anschluss: FM4 DJs!

TURBOBIER

King Of Simmering Mit ihrem dritten Album ziehen Turbobier in die Bundesländer, um ihre trunkene Kunde zu verbreiten.

GEWINN SPIEL Wir verlosen ein Turbobier-Fanpaket mit Album, Bier, Sonnenbrille & Sticker! Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen: www.ticketmagazin.com

Simmering, Wiens 11. Gemeindebezirk: Nicht gerade die nobelste Gegend, vorwiegend durch Industrie, Sozialbauten, die Autobahn und den Zentralfriedhof geprägt. Dieser Fleck Erde wurde vom Simmeringer Marco Pogo schon vor zwei Jahren als 9. Weltwunder verschrien. Nun krönt er sich mit Album Nr. 3 zum „King of Simmering“, mit von der Partie sind auch Paul Pizzera von „Pizzera & Jaus“ und Christopher Seiler von „Seiler & Speer“. Live wird das Album am Hall Of Madness, am FM4 Frequency und ab November in ganz Österreich präsentiert.

ZIPFAIR MUSIC FESTIVAL

Folkshilfe, Klangkarussell, … Mit über 45 Acts von nah und fern heißt es zu Sommeranfang in der Brauerei Zipf: drei Tage feiern!

ZipfAir ist für alle da. Zwischen 31. Mai und 2. Juni laden 45 Acts in der einzigartigen Location der Brauerei Zipf zur ausgelassenen Party. Dabei könnte

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LOW POTION

Silk Blue Die beiden Tiroler suchen auf ihrem Debüt „Silk Blue“ die Gegensätze. Das Tiroler Duo, bestehend aus Anna Widauer und Chris Norz (Manu Belago, Hi5) lädt mit seinem Debütalbum in die „Lowlights“ des Lebens: Traurigkeit, Melancholie aber auch gedämpfte Euphorie sind wichtige Stationen. Angehalten wird selten. Hin und wieder bleibt man beim Beobachten an Aspekten hängen, die von besonderer Schönheit sind. Live am 7. Mai im Fluc und 1. Juni in der Bäckerei.

das Line-up facettenreicher kaum sein: Von (Mundart-)Rock, Alternative, Reggae, Indie-Folk, Hip-Hop, Blues über Electro, EDM, House, Hardstyle, Progressive Trance, Techno bis hin zu moderner Blasmusik ist Stimmung pur garantiert. Folkshilfe (Foto) spielen im Rahmen ihrer „Bahö“-Tour im Herbst auch einige Wir verlosen 5×2 Festivalpässe für das HeadlinerZipfAir. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen: Termine.

GEWINN SPIEL www.ticketmagazin.com

Fotos: Hersteller, Grünwald (Folkshilfe), Kidizin Sane (AVEC), Ben Raneburger (Low Potion), Andreas Kalwerth (Cari Cari), Sony Music Austria (Die Jungen Zillertaler), Philipp Hirtenlehner (Turbobier)

Mit Dub FX, AVEC, Hearts Hearts, Dramas, Samira und FM4 DJs!


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MONKEY BUSINESS

MUNDPROPAGANDA

Chef-Comeback

Hören Sie mal rein!

von Walter Gröbchen

W

o ist der Chef dieser seltsamen Anstalt?“ sang er einst – und meinte mit der Anstalt wohl das ganze, oft genug seltsame Land. Dann wurde er selbst Chef. Nämlich: Kultur-Staatssekretär, also oberster Kunst- und Kultur-Beauftragter der Republik Österreich. Die Rede ist von Franz Morak. Viele werden sich nicht mehr bewusst an ihn erinnern. Es ist auch lange her: zwischen 2000 und 2007 war Morak im Amt, um genau zu sein. Noch länger her ist seine Karriere als Burgschauspieler – hier war er ab 1974 Ensemble-Mitglied. Er reüssierte als Nestroy-Darsteller und legte sich mit dem zugereisten Burgtheater-Chef Claus Peymann an. Und dann war da noch etwas: eine veritable Karriere als Punk- oder, ganz nach Geschmack, Pop-Sänger. Zu Beginn der Achtzigerjahre des vorigen Jahrhunderts war der talentierte Selbstdarsteller mit Alben wie „Morak“, „Morak ’n’ Roll“ und „Sieger sehen anders aus“ Dauer-

STOABEATZ FESTIVAL

See, Berge & Musik

gast in den Austro-Charts. Spötter meinten damals, der Theaterprofi mime nur einen Punk-Schreihals – aber er tat es mit Verve, Provokationsgeist und kreativer Konsequenz. Und – Überraschung! – er kann bis heute nicht davon lassen: vor wenigen Monaten erschien mit „Leben frisst rohes Fleisch“ ein neues, fünftes Album. Morak präsentierte es sogar live (23. Oktober 2018, Albertina Passage). Ob er dauerhaft auf die Bühne zurückkehrt, darf dennoch bezweifelt werden – es ist ein Abschied im Geist trotzigen Widerspruchs. Auch gegen das Alter. Sollte man sich in diesem Kontext wundern, warum Morak einst konservativer Politheini wurde, darf man auch Positives vermerken: mit dem „Österreichischen Musikfonds“ legte der geborene Grazer einen wesentlichen Baustein für die heimische Pop-Hausse von heute.

JUZI OPEN AIR

Haifischparty

Mit Granada, AVEC, Cari Cari, Folkshilfe, Midriff und vielen mehr!

Die Juzi-Party mit einer kongenialen Mischung aus Volksmusik und Pop.

See, Berge und viel Musik sind Ende Mai auch bei der sechsten Auflage des STOABEATZ Festivals die simplen Zutaten für drei zauberhafte Tage im Tiroler Kaiserwinkl. Neben 19 musikalischen Acts – darunter Cari Cari (Foto) – rückt die Region noch mehr in den Mittelpunkt des Rahmenprogramms: So gibt es nicht nur lokales Bio-Frühstück und Yoga-Sessions, Grill-, Ukulele und Bastelworkshops, sondern auch Alm- und Waldwanderungen.

Wenn die Jungen Zillertaler auftreten, ist beste Laune und Party angesagt. Am 11. Mai werden sie im Rahmen des Gmündner Juzi Open Air den Konzertbesuchern mit einem Mix aus alten Hits wie „So a schöner Tag“ oder „Drob’n auf’m Berg“ und Titeln aus dem aktuellen Album „Obercool im Haifischpool“ einheizen. Übrigens: Im Februar übernahmen die JUZIs eine Hai-Patenschaft im Wiener Haus des Meeres. Schauen Sie mal vorbei!

Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (ab)

MARIE – I Rise Reflektierte Lyrics treffen auf feministische Themen, dazu ein catchy Soundmix aus Hip-Hop, Electro und Soul.

Queen Leer – Dreams Pyre Lyrics zwischen Realität und Traum, mit schöner Melancholie: eine gezauberte Klangwelt aus Folk, Psychedelic und Rock.

Lylit – Aurora Moderner Sound und eine kräftige SoulStimme: Lylit zelebriert auf ihrer EP Unabhängigkeit und große Gefühle.

LIVE Sladek – Daydreamin’ Ebenfalls mit viel Soul pendelt David Sladek zwischen emotionalen Elektro-Balladen und federleichtem Pop.

LIVE Bärenheld – Auf und davon Ausdrucksstarker Deutschpop, zu dem sich manchmal auch Chöre, Bläser, Banjo oder Streicher gesellen. Bärig-schön!


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Teufelsgewölbe

PROGRAMM & ANREISE Diese Saison wird die Kasematten von nationalen und internationalen Stars, darunter Christina Stürmer (18. Mai), Granada (24. Mai), Soap&Skin (19. Juni), den Nockis (14. Juli), den Paldauern (2. und 3. August), Konstantin Wecker (4. August), Parkway Drive (5. August), dem Metal On The Hill (16. August) und Angelo Kelly (22. August) beschallt. Übrigens: Die Schreibweise vom Schloßberg mit „ß“ ist zwar nicht mehr der Rechtschreibung entsprechend, doch haben sich die Grazer den Markennamen international noch vor der Reform schützen lassen. Deshalb wird die alte Form verwendet, wie auch bei der Schloßbergbühne oder der Schloßbergbahn. Die Kasematten liegt am Plateau des Grazer Schlossberges.

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er Leibhaftige hätte eine wahre Freude am Metal on the Hill, das heuer bereits zum vierten Mal den Schloßberg erbeben lässt, denn der Gehörnte hat eine ganz besondere Beziehung zur Hauptstadt der Grünen Mark – so soll er höchstpersönlich seine Finger bei

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der Entstehung der heutigen Heimat der Schloßbergbühne Kasematten im Spiel gehabt haben: Dereinst versprach er den Grazern, den mit 1.445 Metern eher bescheidenen Berg Schöckl zu vergrößern und verlangte als Gegenleistung eine Seele. Als er diese holen wollte, war jedoch gerade Ostersonntag – blöd, dass am katholischen Feiertag der Teufel keine Gewalt über die Menschen hat! Aus Wut, dass er mit leeren Klauen abziehen musste, schleuderte er einen riesigen Brocken aus Dolomit in die Stadt. Der zerbrach beim Aufprall, aus der größeren Hälfte wurde der Schloßberg, aus der anderen der Kalvarienberg. Faktisch belegt ist, dass sich erste Besiedlungsspuren des Grazer Hausbergs auf das 8. Jahrhundert vor Christus datieren lassen. Der Begriff Kasematten (unter-

irdische Gewölbe, die von feindlicher Artillerie nicht beschossen werden konnten) ergab sich später durch diverse militärische Bauten, die im Laufe der Jahrhunderte errichtet wurden. Noch viel später, 1809, ließ Napoleon nach erfolgreicher Eroberung alle entstandenen Wehranlangen und Gebäude – bis auf den Glocken- und den Uhrturm – zerstören. Erst 1937 wurde die Freilichtbühne auf den Ruinen errichtet und mehrmals umgebaut, zum letzten Mal im Jahr 2009. Es ist also geschichtsträchtiger Boden, auf dem sich heute Musik-Fans aller Genres zur Huldigung ihrer Stars einfinden, auch heuer darf wieder vielen spannenden Acts zugejubelt werden, darunter sind u. a. Angelo Kelly, Manfred Mann, Christina Stürmer, Herbert Pixner, Konstantin Wecker oder Parkway Drive. Bereits seit den Neunzigern ist die Kasematten eine Fixgröße unter den heimischen Venues, auch wenn die Bühne vor zehn Jahren auf 100 Quadratmeter verkleinert und neu ausgerichtet wurde. Auf den restlichen 650 Quadratmetern, die vom Publikum bevölkert werden, finden bis zu 1.788 Personen Platz, in Logen können knapp einhundert Fans in intimer Atmosphäre ihre Kultur genießen. Unverzichtbares Highlight der Schloßbergbühne: Das verschiebbare Dach, das auch bei Schlechtwetter Verschiebungen oder Absagen von Konzerten & Co. verhindert.

Fotos: Lucy Liu, Schloss Schoöbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. Alexander Eugen Koller, Andreas Tischler, Klaus Pressberger

Nach mehr als 2.500 Jahren historischer Spuren toben sich am Grazer Schloßberg in der Kasematten auch heuer wieder die Musikfans aus. TEXT: ALEXANDER HAIDE


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STEINBRUCH ST. MARGARETHEN

SCHLOSS SCHÖNBRUNN

Seit 1996 ist der Steinbruch von St. Margarethen ein in Europa tonangebender Treffpunkt für Kultur-Connaisseure, auch über die Oper (diese Saison: „Die Zauberflöte“) hinaus. Mit dem Qualitätsanspruch, populären und hochwertigen Künstlern eine treffliche Bühne in einem magischen Umfeld zu bieten, gastieren heute nebst der Oper auch ZAZ (31. Juli), die EAV (1. August) und mit „The Music of Hans Zimmer & more“ (13. August) und „Der Herr der Ringe & Der Hobbit“ (12. August) zwei klassische Produktionen mit Orchester und Chor!

SCHLOSSWIESE MOOSBURG

Die Schlosswiese im kärntnerischen Moosburg hat sich innerhalb von nur kurzer Zeit einen Namen als sensationelle Konzert-Location im Alpen-Adria-Raum gemacht. Diesen Sommer beehren das stimmige Open-Air-Gelände u. a. Wolfgang Ambros (31. Mai), Christina Stürmer (1. Juni), Umberto Tozzi (14. August), Matthias Reim (16. August) und Status Quo (24. August).

Der Ehrenhof im Schloss Schönbrunn ist der vom Corps de Logis und den Seitenflügeln dreiseitig umschlossene Empfangshof, der vor allem für symmetrische Schlossanlagen des Barock charakteristisch ist. Hier in diesem Repräsentationselement gastieren immer wieder auch Superstars live auf der Bühne, zuletzt etwa David Gilmour. Diesen Sommer freuen wir uns auf Bilderbuch (24. und 25. Mai), auf die sensationelle Erfolgsreihe Best of Austria meets Classic (3. Juli), sowie die konzertante Aufführung des Musicals „Elisabeth“ am 5. und 6. Juli.


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Heute im Angebot: Die Zuschauer von morgen und die große Frage, wie man sie für sich gewinnt. KulTour war unterwegs und meldet sich mit Entwürfen aus der (nahen) Zukunft zurück. TEXT: DANIELA BERNHARD Wien bringen – mit einem Eröffnungswochenende in der Donaustadt. Trotz enormen Zustroms verfügt das beliebte Erholungsgebiet und Zuhause der Vereinten Nationen kaum über kulturelle Infrastruktur. Welche Funktion kann einem Stadtfestival hier zukommen, auf welche Inhalte und Formate muss es setzen? Die Antwort lautet: Den Raum um die neu bespielte Erste Bank Arena mit Künstlerinnen wie Bouchra Ouizguen sowie Sarah Vanhee bespielen und es zum Start mit Mariano Pensottis Theatermarathon „Diamante“ anständig krachen lassen.

Wiener Festwochen Mit Mariano Pensottis meisterhaftem Theatermarathon „Diamante“ starten die Festwochen ins Eröffnungswochenende – heuer erstmals in der Donaustadt.

BÜHNE DER ZUKUNFT Was gestern noch als Science-Fiction auf Netflix lief, kann bereits morgen als neue Fachkraft mit implementiertem Chip in der Fabrik angestellt sein. Die „Schöne neue Welt“ des britischen Schriftstellers Aldous Huxley hat schon längst an der Haustür geklopft und ist zugleich vielsagender Titel der neuen „Bürger*innenbühne“ im Schauspielhaus Graz. Spielwütige Steirer tauschen den Zuschauer- mit dem Bühnenraum und entwerfen gemeinsam – ganz ohne Verschwörungstheorien und magische Kugel – mögliche (Lebens-) Räume von morgen. Gut so, denn die Zukunft geht uns schließlich alle an und ein Schritt auf sie zu wird im Grazer Schauspielhaus noch bis zum 10. Mai („Träumen Androiden von elektrischen Schafen?“) sowie von 29. Juni bis 3. Juli („Familie 2.0“) gemacht.

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appy 150 Jahre Wiener Staatsoper! Könnte das Haus sprechen, es gäbe Geschichtsbände zu erzählen; von Künstlern, die ihr Stelldichein gaben, bis zu Aufregungen rund um den Opernball. Ja, die Oper hat viel erlebt, doch wie steht es um ihre Zukunft? Wie lange können sich Werke mit Ewigkeitsanspruch noch bei einem „neuen“ Publikum halten? Hat der Guckkasten noch Platz in den Räumen der Zukunft? Und ist das 150-Jahr-Jubiläum gar der Leichenschmaus der Oper? Hier und jetzt. In der Donaustadt. Ein kräftiges Zeichen Richtung Zukunft setzen die Wiener Festwochen, die von 10. Mai bis 16. Juni wieder zeitgenössische Bühnenkunst nach

Die Oper ist nicht tot Aus dem 22. Bezirk zurück, nähert sich Isabelle Huppert im Solo Maria Stuart, Ersan Mondtag inszeniert Sibylle Bergs bisher unveröffentlichtes Stück „HassTriptychon“ und René Pollesch erarbeitet mit „Deponie Highfield“ ein neues Stück für das Burgtheater. Trotz der ganzen Zukunftsmusik sei noch eins gesagt: Die Oper ist natürlich nicht tot und ebenso wenig ist es der Guckkasten. Doch werden in einer Welt, in der Robotik bereits Alltag ist, auch für Kulturstätten die Karten neu gemischt. Wie viel Herzblut dabei Menschen hinter den Kulissen investieren, zeigt übrigens der neue Film von Stephanus Domanig zum Staatsopern-Jubiläum „Backstage Wiener Staatsoper“. Filmstart ist der 10. Mai.

Fotos: Annette Hauschild Ruhrtriennale 2018 (Ein Auftragswerk von Ruhrtriennale Koproduktion Wiener Festwochen, Grand Theatre Groningen, Berliner Festspiele / Immersion), Sascha Osaka Glatt&Verkehrt, Anna-Maria Löffelberger, Brandstätter Verlag

Umbrüche


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GEKOCHT HAT ER NIE

EIN SOMMERPARKTRAUM

André Heller entdeckt den Privatmenschen Thomas Bernhard über seine Häuser neu.

Der Schlosspark Leopoldskron wird mit „Love Songs“ wieder zur großen Shakespeare-Bühne.

Thomas Bernhard hat André Hellers neuem Buch zufolge nicht gekocht. Dennoch verfügt sein Vierkanthof in Ohlsdorf über eine professionell ausgestattete Edelstahlküche. Jedes Detail in den drei Häusern des Provokateurs diente letztlich der Inszenierung seiner Person. Beeindruckt vom durchkomponierten Haus, versammelt Heller in „Hab & Gut“ namhafte Experten, die der Leidenschaft des Schriftstellers zur Inszenierung nachspüren. Mit ihnen und über die drei Häuser gewährt er überraschende Einblicke in die Privatperson Thomas Bernhard.

KLANGVIELFALT IM WELTKULTURERBE Die Winzer Krems öffnen bei Glatt&Verkehrt ihre Höfe für Musikideen aus aller Welt. Man nehme Künstler wie Refugees for Refugees, Konstantin Wecker sowie Schmieds Puls und betrete mit ihnen die schönsten Schauplätze und Weinhöfe der Wachau: Schon ist das Erfolgskonzept von Glatt&Verkehrt erklärt und das Programm für einen besonderen Musikabend gesichert. Vom entspannten Ausflug aufs Land bis zur lebensgefährlichen Flucht übers Meer widmet sich das WeltmusikFestival heuer von 12. bis 28. Juli dem Unterwegs-Sein in all seinen mannigfaltigen Ausprägungen.

Wenn sich Nachtigall und Lerche die Flügel reichen, Verliebte und Wahnsinnige über die Wiesen jagen, ist der sommerliche Shakespeare-Spaziergang im Schlosspark Leopoldskron angerichtet. Die Idee des Stationentheaters erhält in Salzburg ein Refresh – unter Mitwirkung des „Salzburger Festspiele und Kinderchors“ wird Shakespeares Œuvre gesungen, getanzt und gerappt. Ein köstlich gefüllter Picknickkorb lädt ein zu verweilen und sich gänzlich der Poesie des Dichters hinzugeben. „Love Songs“ voll Liebe und Inbrunst erklingen unter freiem Himmel von 22. Mai bis 15. Juni im Park von Schloss Leopoldskron.

Zweifle an der Sonne Klarheit, zweifle an der Sterne Licht, zweifl’, ob lügen kann die Wahrheit, nur an meiner Liebe nicht.


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Der Zauber d Dank Klassikern wie „Elisabeth“ oder „Phantom der Oper“ zählt Wien seit Jahrzehnten zu den Top 5 der internationalen Musical-Metropolen. Mit Erfolgsproduktionen wie „I am from Austria“ oder „Cats“ möchte man diesen Anspruch halten. TEXT: MANUEL SIMBÜRGER

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Entertainment auf höchstem Niveau „Wir stehen für Musiktheater auf höchstem Niveau“, fasst VBW-Intendant Christian Struppeck zusammen. Struppeck ist Intendant der Vereinigten Büh-

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mit einer Rock- oder Pop-Partitur oder eher klassisch orchestrierte Musicals zeigen, es gibt nichts, was unsere MusikerInnen nicht spielen könnten. Es gibt weltweit kein vergleichbares MusicalOrchester.“

nen Wien, unter deren Dach sich das Raimund Theater, das Ronacher sowie das Theater an der Wien befinden. Das Erfolgsgeheimnis der VBW-Musicals sieht er in der „ausgewogenen Mischung aus selbst kreierten Eigenproduktion und internationalen Hit-Musicals“, aber natürlich spiele auch die „schöne und eingängige Musik“ eine entscheidende Rolle. „Als Österreichs größter Kulturbetrieb möchten wir unseren ZuseherInnen Produktionen zeigen, die sie so sonst nicht zu sehen bekommen. Unsere MitarbeiterInnen arbeiten auf Broadway-Niveau, unsere KünstlerInnen sind die besten der Branche. Das ist unser Anspruch.“ Zu diesen besten gehört auch das Orchester der Häuser, will Struppeck betont wissen: „Egal ob wir Produktionen

Anhaltender Erfolg Das Rezept geht nach wie vor auf: Das US-Entertainment-Fachmedium BroadwayWorld wählte die Musicals „Tanz der Vampire“, „I am from Austria“ und „Bodyguard“ Anfang des Jahres auf Platz 1 in insgesamt sieben Kategorien (u. a. „Bestes Musical“, „Beste Regie“, „Bester männlicher Hauptdarsteller“ und „Beste weibliche Nebendarstellerin“), regelmäßig werden neue Rekorde im TicketVorverkauf aufgestellt. Zudem lizensiert die VBW Eigenproduktionen in die ganze Welt, „I am from Austria“ wurde kürzlich nach Japan verkauft. „Es gab bereits in insgesamt 21 Ländern internationale Spielserien von VBW-Musicals, die bisher von rund 25 Millionen Besuchern gesehen wurden“, erzählt Struppeck voller Stolz. „Das ist auch im internationalen Vergleich mit anderen Lizenzgebern recht viel. Denn der Markt für erfolgreiche Lizenzen ist heiß umkämpft.“ Kritischer Nachsatz: „Entgegen der verbreiteten Meinung ist leichte Unterhaltung oft eine der schwierigsten Formen des Entertainments.“

Foto: VBW, Deen Van Meer, Johannes Ifkovits

ien mag vielleicht nicht der New Yorker Broadway sein, vielleicht auch nicht immer London, aber doch Garant für hochwertige Musicalproduktionen – und das bereits seit vielen Jahrzehnten: So schrieb 1992 „Elisabeth“ am Theater an der Wien als erstes DramaMusical der Welt Bühnen-, Musik- und Musicalgeschichte. Auch „Phantom der Oper“ oder „Grease“ zählen heute zu den Meilensteinen der deutschsprachigen Musicals. Seitdem ist Wien ungebrochen im Musical-Fieber: Für Hits wie „Cats“, „Ich war noch niemals in New York“, „I am from Austria“, „Mamma Mia!“, „Bodyguard“, „Mary Poppins“ oder natürlich „Tanz der Vampire“ reisen sogar Fans aus dem Ausland in die österreichische Hauptstadt, um sich in eine Welt entführen zu lassen, in der dich keiner blöd von links anglotzt, wenn du plötzlich auf offener Straße zu singen beginnst. Nicht einmal grantige KaffeehausKellner.


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des Moments Keine Grenzen für die Fantasie Dass die Faszination für Musical abebbt, ist nicht zu befürchten – im Gegenteil: „Musical ist ein Genre, das so breit gefächert und vielfältig ist wie kein anderes. Das hat die Menschen schon immer sehr fasziniert. Es ist die beliebteste und modernste Form des Musiktheaters, die Tanz, Schauspiel und Musik auf wunderbare Weise verknüpft und beim Publikum für ein ganz besonderes LiveErlebnis sorgt, das es nirgends sonst geboten bekommt.“ Nur im Theater, schwärmt der Intendant weiter, würde man diesen unmittelbaren Moment erleben, „der nur in dem Augenblick entsteht und der nicht wiederholbar und so wunderbar ist. Außerdem gibt es so viele Stoffe, die man auf unterschiedlichste Weise auf die Musical-Bühne bringen kann, in der Entwicklung neuer Stücke sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Somit bleibt das Genre vielfältig und überraschend.“

Foto: VBW, Deen Van Meer, Johannes Ifkovits

Miau! Und was gibt es aktuell zu bestaunen? „Elisabeth“ wird im Juli als Open-AirMusical-Konzert vor der atemberaubenden Kulisse des Schloss Schönbrunn aufgeführt, also dem Originalschauplatz der Story. „Das wird ein absolutes High-

light“, freut sich Struppeck. „Für mich gibt es keine passendere Location.“ In den Hauptrollen wieder dabei: Pia Douwes als Elisabeth und Mark Seibert als Tod. Und: Ab September kehrt Andrew Lloyd Webbers Meisterwerk „CATS“ in modernisierter Version nach Wien zurück. 72 Stunden nachdem das WienComeback bekannt gegeben wurde, wurden bereits 10.000 Tickets umgesetzt. „Das gab’s noch nie“, zeigt sich Struppeck erfreut. Bis dato verkaufte die VBW mehr Karten im Vorverkauf als jemals zuvor für ein Stück. „‚CATS‘ hat die Welt des Musicals grundlegend verändert“, ist Struppeck überzeugt. „Tanz, Gesang, Schauspiel, Buch, Dramaturgie, Musik und visuelle Effekte bilden auf einzigartige Weise ein Gesamtkunstwerk.“ Zudem würde sich jeder in „CATS“ wiederfinden – genauso wie in „Elisabeth“ oder „I am from Austria“: „Es werden universelle Themen angesprochen, die jeden Menschen seit jeher berühren, zum Beispiel die Liebe,

Christian Struppeck ist seit 2012 Musical-Intendant der Vereinigten Bühnen Wien und bringt eine 30-jährige Branchenerfahrung mit sich. In seiner Funktion als Musical-Intendant der VBW sowie als Künstlerischer Direktor und Leiter der Kreativabteilung von Stage Entertainment Deutschland war er insgesamt bisher für 33 MusicalGroßproduktionen verantwortlich, u. a. „CATS“, „Das Phantom der Oper“, „Tanz der Vampire“, „Elisabeth“ und viele mehr.

GEWINN SPIEL Wir verlosen 2×2 Tickets für „CATS“. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe www.ticketmagazin.com!

der Tod und die Unsterblichkeit. Solche Themen stellen eine innere emotionale Verbindung zum Publikum her.“ Wir haben es immer schon gewusst: Nirgends lässt es sich so schön lieben und leiden (und mitsingen) wie in Wien. n „I Am From Austria“ spielt es noch bis Mitte Juni im Raimund Theater, „Bodyguard“ bis Ende Juni im Ronacher. Ebendort startet Ende September „CATS“. „Elisabeth“ gastiert als konzertante Fassung am 5. und 6. Juli vor Schloss Schönbrunn.


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Die neue Moto Die MotoGP erfreut sich ungebrochener Beliebtheit und punktet mit Überholmanövern, heißen Radduellen und emotionalen Fahrern. Beim großen Heim-GP am Spielberger Red Bull Ring will auch das Red Bull KTM Team um die Topplätze mitkämpfen. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

SPIELBERGER RED-BULL-RING

auf seiner Ducati um heiße 23 Tausendstel vor Marc Marquez, dem spanischen Titelverteidiger und Dominator der letzten Jahre. Urgestein Valentino Rossi hat als Fünfter im Endklassement gerade einmal 0,6 Sekunden Rückstand. Was sich am 10. März diesen Jahres beim MotoGP-Saisonauftakt in Katar abspielte, ist programmatisch für einen schleichenden Paradigmen-

wechsel im motorisierten Rennsport. Schon seit Jahren wird heftig darüber diskutiert, ob die Zweiradkönigsklasse den ewigen Krösus Formel 1 an Spannung und Sportsgeist nicht schon längst überholt hat. Während sich die vierrädrigen Boliden seit Jahren ereignisarm und mit an zwei Händen abzählbaren Überholmanövern über die globalen Strecken schleppen, brilliert die MotoGP mit knallharten Duellen, zahlreichen Führungswechseln, waghalsigen Manövern und spektakulären Stürzen, die – gottlob – meist glimpflich ausgehen. Fortschritt Doch nicht nur auf der Strecke sei die Moto GP schon längst an der Formel 1 vorbeigezogen, sondern auch abseits davon, erklärte Carmelo Ezpeleta, CEO des MotoGP-Rechteinhabers Dorna unlängst den Medien. „Unsere finanziellen Vereinbarungen kommen sowohl der Dorna, als auch den Teams zugute. Unser System unterscheidet sich von dem der Formel 1 in dem Sinne, als dass wir mehr Geld an die privaten Teams vergeben als an die öffentlichen. Wir haben Lösungen gefunden, die es den privaten Teams ermöglichen, am Wettbewerb teilzu-

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Fotos: Gold & Goose Red Bull Content Pool, Projekt Spielberg, Akl Yazbeck / Red Bull Content Pool

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s ist ein Kopf-an-Kopf-Duell bis zur letzten Kurve. Die Motoren heulen noch einmal auf, während die Fahrer mit den geschützten Knien über den Asphalt streifen. Als die Zielflagge geschwenkt wird, muss man schon ganz genau darauf achten, wer denn nun als erster über die Ziellinie biegt. Schlussendlich gewinnt der Italiener Andrea Dovizioso


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torsportelite nehmen.“ Ein Stich ins ohnehin schon wunde Fleisch der Formel-1-Granden, die nach wie vor händeringend um ein Zukunftspaket diskutieren, während die MotoGP den sechs Werks- nun auch fünf Satellitenteams beigefügt hat. Für die Teilnehmer bedeutet das mehr Spielraum, mehr Fahrer, mehr Konkurrenzkampf und damit einhergehend noch mehr Spannung und Action auf der Strecke. Nutznießer dieser qualitativen Erweiterung ist mit dieser Saison auch der einzige österreichische Rennstall Red Bull KTM. Erstmals sind vier statt nur zwei Fahrer in der Königsklasse am Start, wenn man die darunterliegenden Klassen Moto2 und Moto3 dazuzählt, kommt die heimische Truppe auf insgesamt neun Piloten. Auch wenn die langjährige Dominanz von Honda und Yamaha in näherer Zu-

DAS SPIELBERGPACKAGE

sind ab sofort kunft wohl noch An- und Abreise mit Eventbus aus ganz für KTM im nicht zu brechen Österreich inkl. 1 Dose Red Bull Einsatz. ist, erhofft sich - Stehplatz für den Rennsonntag 5 € Startguthaben ohne Durch die KTM-Chef Stefan Aktivierungsgebühr für die Gastrokioske farbliche FüPierer von der und 10 % Ermäßigung in den Fanshops am Gelände gung ähnelt die neuen KonstellatiInformationen und Buchung auf Visualisierung on in der MotoGP oeticket.com! tatsächlich den Forvermehrt einstellige mel-1-Schwesterteams Plätze. Luft nach oben für Red Bull Racing und Toro Rosso. größere Überraschungen ist natürlich immer möglich. Neben den traditionell Laut Pierer bewegt sich das Rennbudget in Orange gehaltenen Werksteams wur- bei Red Bull KTM bei etwa 40 Millionen de jetzt mit blauen Tech3-Teams auf- Euro und 2019 markiert die dritte Saigestockt. Die waren eine Zeit lang das son eines Fünfjahresplans, der am Ende offizielle Yamaha-Kundenteam und zu den ersten Siegen führen sollte.

Jorge Martin Der Spanier beim diesjährigen Moto2-Test in Doha. Er ist seit dieser Saison Teil des KTMWerksteams Red Bull KTM Ajo.


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Großangriff Das Fahrermaterial für die kommende Saison ist bei KTM in allen Bewerben vielversprechend. Im Werksteam der MotoGP setzt man weiterhin auf den schnellen Spanier Pal Espargaro, ihm zur Seite steht der französische Neuzugang Johann Zarco. Das Tech3Team setzt sich aus dem Portugiesen Miguel Oliveira und dem Malaysier Hafizh Syahrin zusammen. Mit besonderen Vorschusslorbeeren muss Moto3-Pilot Can Öncu klarkommen. Der erst 15-jährige Türke gewann letzte Saison seinen Debüt-GP (!) in Valencia und muss diese Saison gegen eine schier unmenschliche Erwartungshaltung seitens der Öffentlichkeit ankämpfen. Im Endeffekt bläst KTM in dieser Saison zum Großangriff und ist darauf aus, den großen Spitzenfahrern beträchtlich nahe zu kommen. Der WM-Titel ist längst mehr als nur ein schimmerndes Fernziel. Wie bei keinem anderen Motorsportbewerb sonst geht es in der MotoGP und den Klassen darunter in erster Linie um fahrerisches Können. Auch wenn Honda und eine erstarkte Ducati zu den großen Favoriten zäh-

BULLENSTÄRKE Hierzulande kennt man Sportbeteiligungen von Red Bull vor allem im Fußball, dem Eishockey, der Formel 1 und der MotoGP. Doch der Getränkehersteller ist im Motorsport in den unterschiedlichsten Bereichen fest verankert. 2005 wurde etwa das Projekt „Formula Una“ ins Leben gerufen, das für die Rennwochenenden junge, motorsportbegeisterte Frauen sucht. Als Hauptsponsor diverser Teams und Fahrer ist Red Bull u. a. in der WTCC, DTM, Formel 3, Formel 3000 und GP2-Serie vertreten. Auch im Rallyesport ist Red Bull mit dem Citroën Total World Rally Team sowie dem Volkswagen-Werksteam tätig. Mit dem heimischen Motorradhersteller KTM ist man nicht nur in der GP-Serie unterwegs, sondern in der Motorrad-Straßenweltmeisterschaft, zu der Motocross, Enduro und Speedway zählen. Bis 2011 wurde zudem das NASCAR Red Bull Racing Team gesponsert.

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len, schiebt sich das Fahrerfeld immer dichter zusammen. Noch mehr Überholmanöver und dichte Kämpfe um Siege und Platzierungen sollen zunehmend Usus werden. Spielberg Eines der absoluten Highlights wird auch in diesem Jahr der Red-BullHeim-GP im steirischen Spielberg sein. Von 9. bis 11. August röhren dort die Motoren und werden – wie in den letzten Jahren gewohnt – der einen guten Monat davor stattfindenden Formel 1 das Wasser abgraben. In den vergangenen drei Jahren feierten jeweils 200.000 Menschen am Wochenende die Motorsport-Party des Jahres und auch für die heurige Auflage mussten die Sitzplatz-Tickets aufgrund der großen Nachfrage bereits aufgestockt werden. Gehuldigt wird im beschaulichen Murtal auch der wohl größten MotoGP-Legende

Valentino Rossi. „Il Dottore“ begeistert seine Anhänger noch mit 40 und diese können seit 2016 auf der „Tribüne Fanclub Valentino Rossi“ Platz nehmen. Ob es für die KTM-Maschinen bis dorthin schon zum großen Erfolg reicht, bleibt abzuwarten, doch die Richtung stimmt in jedem Fall. Und wer weiß? Möglicherweise verirrt sich auch wieder ein Formel-1-Pilot zum Event, schließlich fahren diese eine Woche davor in Budapest. In Katar gab sich zuletzt auf Einladung von Petronas F1-Weltmeister Lewis Hamilton die Ehre. Der zeigte sich schon des Öfteren begeistert von den spannenden Zweiradrennen. Vielleicht ist ein Rennklassenwechsel in näherer Zukunft absehbar … n Die MotoGP findet am 11. August in Spielberg statt. Bei oeticket.com sind zudem auch ticketPLUS+ Angebote verfügbar.


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LIVE LIVE Darjeeling – Hokus Pokus Der Zweitling der Wuppertaler gerät wie ein Spannungsfeld der Gefühle: Auch mal verquere Songstrukturen paaren sich symbiotisch mit lieblichem Gesang. Das ist sphärischer Artrock – von peppig bis poppig – par excellence. (sb)

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When We All Fall Asleep … Eilishs Debüt wird bis in die Feuilletons hinein gelobt – nicht von ungefähr: Spielerisch bedient sie in ihrem laszivverschlafenen Taumel zwischen Teenage-Angst und Insurrektion sowohl Pop-Mechanismen, wie sie sich in einem Atemzug auch gegen selbige Konventionen auflehnt. Duh! (sb)

CALEXICO / IRON & WINE

INTERPOL A Fine Mess Auf „Marauder“ hatten die Indierocker lange warten lassen, der Nachschlag folgt sogleich: „A Fine Mess“ bündelt die B-Ware der Sessions, die Schmälerung jedoch kaum verdient: Ähnlich wie am Longplayer brilliert die EP mit ruppig-filigraner Melancholie in penibel konstruierten Arrangements. (sb)

LIVE

Years To Burn Calexico und Iron & Wine haben 15 Jahre nach „In the Reins“ wiederholt zusammengefunden und festigen erneut den Status der beiden Songwriter-Virtuosen Beam & Burns – diesmal mit deutlich weniger Countrykitsch, dafür pastoralem Einklang eingewoben in heterogener Americana. (sb)

LIVE Berserker Sie mögen die populäre Verniedlichung eigentlicher Elchtod-Koryphäen sein, doch: Sie wissen um ihre Stärken und spielen selbige gekonnt aus. Schunkelnde Melodien auf der einen, preschende Langschiffriffs auf der anderen Seite. Und ein Rhythmus, der sich mit dem Trinkhorn akklimatisiert. (sb)

Fotos: Hersteller

The National – I Am Easy To Find Auf der einen Seite steht der gleichnamige Kurzfilm von Mike Mills, auf der anderen das Konzeptalbum von The National: Zusammen gehen sie der Frage nach, was es heute bedeutet, Mensch zu sein. (sb)

Hurts 2B Human Wenn es mal läuft: Im Februar durfte P!nk samt Ehemann und Kindern auf ihrer frisch enthüllten Sternenplakette am Walk Of Fame in Hollywood für die Welt posieren, und auch auf ihrer „Beautiful Trauma“-Welttournee befindet sie sich konstant am Zenit – ihr Stopp im ErnstHappel-Stadion ist beinahe ausverkauft.

BILLIE EILISH

Jack Slamer – Jack Slamer Dass 70s Rock seit Jahren ein Revival feiert, dürfte bereits in den letzten Tälern angekommen sein, u. a. auch in denen von Winterthur: Mit juvenilem Esprit knüpft das Quintett an Led Zeppelin & Co. an. (sb)

LIVE

Und nun „Hurts 2B Human“, P!nks achtes Album, das wie der stellenweise unausgegoren nachwirkende Vorgänger mit Vielschichtigkeit brilliert, dabei aber die Songs wieder zu Ende denkt und gerade in den Features mit Raffinesse glänzt. Das Gespür für griffige Melodien („My Attic“) hat Moore nicht verloren – gerade die Stücke, die sie von ihrer verletzlichen und verwundbaren Seite zeigen, hinterlassen den überzeugendsten Eindruck, etwa „Happy“ oder im Duett mit Wrabel („90 Days“) & Chris Stapleton („Love Me Anyway“). Hier beweist sie, dass sie gerade stimmlich noch immer über sich hinauswachsen kann. Hingegen vordringlich als gelöste Partynummer ausgelegte Momente („Can We Pretend“), wirken gerne auch einmal zu sehr nach Retorte: Dass es auch hier besser geht, beweist etwa der überaus lässig swingende Opener „Hustle“ oder die sich emporschwingende Stadion-Hymne „Walk Me Home“. (sb)

AMON AMARTH

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P!NK


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Lichtspiele

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Nach „Bohemian Rhapsody“ liegt mit „Rocketman“ die nächste Biografie einer Rock-Ikone vor. Diesmal ist Elton John an der Reihe. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

Rocketman Taron Egerton, der mit Dexter Fletcher bereits den Überraschungserfolg „Eddie the Eagle“ gemeinsam abdrehte, impersoniert ab 30. Mai den schillernden Superstar Elton John.

Fotos: Wild Bunch Germany, Paramount Pictures

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ach dem triumphalen Erfolg des Freddie-Mercury-Biopics „Bohemian Rhapsody“ kommt nun schon die nächste Filmbiografie in die Kinos, und wieder ist es ein Superstar des britischen Musik-Business, der im Mittelpunkt steht: Reginald Kenneth Dwight, den die Welt als Elton John kennt. Dass er nun „seinen“ Film bekommt, kann nicht überraschen, denn das Leben des heute 72-jährigen Komponisten, Pianisten und Sängers könnte schillernder nicht sein und bietet reichlich Stoff für eine Verfilmung: Der Film beschränkt sich auf seine jüngeren Jahre, die dem hochbegabten Musiker mit zarten 20 Jahren seinen ersten Plattenvertrag und mit 23 seinen ersten Top-10-Hit in den USA und in Großbritannien einbrachten („Your Song“), ehe er wenig später zum Superstar aufstieg. Die Zahl seiner Hits ist kaum überschaubar, und eines seiner Markenzeichen ist ja, dass er in so vielen musikalischen Gen-

res Weltbewegendes geschrieben hat, dass für jede/n etwas dabei ist. Gekrönt wird sein Schaffen zweifellos von seinen gefühligen Balladen, deren berühmteste wohl „Candle in the Wind“ ist, die er ursprünglich Marilyn Monroe gewidmet hatte, 1997 zum Gedenken an die tödlich verunglückte Lady Di nochmals herausbrachte. Was noch? Seine schon früh bekanntgegebene Bi- bzw. Homosexualität, sein Engagement gegen Aids, seine Herzkrankheit, seine Ehe mit dem Filmemacher und Journalisten David Furnish, seine zwei von einer Leihmutter zur Welt gebrachten Kinder, seine extravaganten Outfits und Brillen: Er steht Freddie Mercury an Glamour wirklich kaum nach. Und natürlich die Songs, die er zu einem guten Teil mit dem begnadeten Texter Bernie Taupin geschrieben hat – all das wird für einen weiteren Biopic-Knüller sorgen. Noch eine entscheidende Parallele zum Mercury-Film gibt es: Regie führt

Dexter Fletcher, der schon bei „Bohemian Rhapsody“ einsprang, als Bryan Singer eines Tages nicht am Arbeitsplatz erschien (überraschenderweise bekam Fletcher aber keinen Credit). Hier nun gehört der Film „ganz“ ihm, und zusammen mit seinem Hauptdarsteller Taron Egerton („Eddie the Eagle“) wird er wohl seinen eigenen Triumph genießen können. Die weiteren Rollen sind ebenfalls prominent besetzt: Jamie Bell spielt Bernie Taupin, Bryce Dallas Howard Elton Johns Mutter. Eltons früher Manager/Liebhaber John Reid (der später – welch ein Zufall – auch Queen managte), wird von Richard Madden verkörpert.

AUSSERDEM IM KINO Godzilla 2 Mitglieder der krypto-zoologischen Agentur Monarch bewähren sich am 31. Mai heldenhaft im Kampf gegen eine ganze Phalanx von überdimensionalen Monstern, wobei sich der gewaltige Godzilla mit Mothra, Rodan und seinem Erzfeind, dem dreiköpfigen King Ghidorah, anlegt. Diese Urmonster hielt man bisher für reine Mythen, doch als sie plötzlich wieder auftauchen … Royal Corgi – Der Liebling der Queen Seit Rex als niedlicher Welpe in den Buckingham-Palast gekommen ist, lebt der Corgi in Saus und Braus. Im Handumdrehen erobert der Kleine das Herz Ihrer Majestät, und nicht nur Prinz Philip treibt er mit seinen Allüren bald an die Grenzen seiner Geduld. Bis zu dem Tag, an dem Rex während des Staatsbanketts zu Ehren des US-Präsidenten in Ungnade fällt. Ab 1. Mai ist die Queen dann plötzlich „not amused“ …

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Plug & Play Anfang April wurden auf der Musikmesse in Frankfurt Produktneuheiten von Acts wie Mousse T. & Glasperlenspiel, Gregory Porter und Samy Deluxe live vorgeführt. TEXT: AMANDA PENISTON-BIRD DE-LADY UND FUNKENSCHLAG

Retro-Plug-ins für DAWs Diese Plug-ins klingen genial! De-Lady kombiniert einen Summierer mit der Funktionalität eines klassischen analogen Tape-Delay, verzichtet jedoch bewusst auf Bandeiern, Bandrauschen und andere Artefakte. Der reine Delaysound lässt sich mit Input- bzw. Outputverstärkung mit harmonischen Obertönen färben. Funkenschlag ist ein Channelstrip, der die Klangcharakteristik eines klassischen deutschen Röhrenpreamps der 50er Jahre, sowie dessen bewusst dezenten Hoch- und Tiefpassfiltersound wiedergibt. primestudio.at

VYRVE MIZAR

Hinter dem geheimnisvollen Namen verbirgt sich ein vielseitig einsatzbares KompaktPA-System. Das Herzstück von Vyrve MIZAR ist ein transportfreundlicher 10“-Subwoofer mit integriertem 8-Kanal-Powermixer und Bluetooth. Die beiden Satellitenboxen werden für Lagerung und Transport in der Subwoofer-Rückseite sicher verstaut. Lautsprecherkabel, Boxenstative und eine robuste Transporttasche gehören zum Lieferumfang. Die Class-D-Endstufen des Powermixers erzeugen mit 250 W (Sub) und 2x 60 W (Sat) einen maximalen Schalldruck von 123 dB. hyperactive.de/vyrve

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Fotos: Hersteller

PA auf Reisen


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EVENTIDE „THE ROSE“

Einzigartig und lebendig Das ebenso kompakte wie geradlinige Effektpedal zeichnet sich durch zahllose Facetten mit innovativen Klangfarben aus. Die Ursprünge liegen bereits Jahre zurück und waren vom Wunsch motiviert, eine neue Serie mit einzigartigen Effekten zu entwickeln, die eine optimale Integration eines digitalen Delays in eine analoge Umgebung bieten. Das modulierende Delay klingt analog, gleichzeitig arbeitet es perfekt und akkurat. The Rose unterscheidet sich deutlich von aktuellen DSP-basierten Effekten. Die umfangreiche Palette an Klangmöglichkeiten und Texturen lässt sich mit digitalen Mitteln alleine nicht erzielen, sie ist ebenso einzigartig wie lebendig. sound-service.eu

ISTANBUL MEHMET

Modern, trocken und komplex Die neue Legend Dry Serie wird beim Abdrehen einer besonderen „Shallow Lathing“ Oberflächenbehandlung unterzogen und hat auf der Fläche vereinzelte tiefe Hämmerungen. Die Glocke ist komplett gehämmert. Dadurch bekommen diese Becken einem modernen, trockenen und komplexen Sound, der durchsetzungsfähig ist, ohne aufdringlich zu wirken. Das Profil und Gewicht sind wie bei der Mehmet Legend und Legend Dark Serie. Neu für die Legend Dry Serie sind die 15“-Hi-Hat, die 18“-Crash, die 20“Crash-Ride und die 22“-Ride. musikwein.de

PALMER MONICON XL

Boutique-Flaggschiff Ausgestattet mit vielen professionellen Funktionen ist der Palmer Monicon XL das ideale Tool für den perfekten Mix im Homestudio und in modernen Studioumgebungen. Die klar strukturierte Bedienoberfläche kommt im innovativen Pult-Design. Der Korrelationsgradmesser ist eine Besonderheit, er zeigt die Phasendifferenz zwischen dem linken und rechten Stereokanal an und deckt Fehler in der Monokompatibilität eines Mixes auf. Durch die vollständig analoge Audioschaltung gibt es keinerlei Latenzen beim Abhören. Für hohe Flexibilität sorgt ein zusätzlicher Sub-Out auf der Gehäuserückseite. palmer-germany.com

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Spielwiese Von Dämonenjägern und Spezialagenten: „Devil May Cry 5“ kredenzt aberwitziges Hack-’n’-Slay-Gemetzel, „The Division 2“ serviert perfektionierte Shooter-Kost. TEXT: JOACHIM SCHMIDA

PLUS

Mängel gibt es sicherlich beim sehr repetitiven Level- und Missionsdesign. Auch könnten vor allem Einsteiger anfänglich mit den diversen Combo-Möglichkeiten respektive der vielfältigen Steuerungsoptionen etwas überfordert sein. „Devil May Cry“ hält sich nicht damit auf, eine besondere Geschichte zu erzählen oder die einzelnen Missionen etwa mit kniffligen Rätseln abwechslungsreicher zu gestalten. Nein, es geht vielmehr darum, den Horden von Gegnern mit möglichst viel Grazie und Stil den Garaus zu machen – und das ist eine unheimliche Hetz!

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Publisher: Capcom Plattform: PS4, Xbox One, Microsoft Windows

Fotos: Hersteller

FAZIT

Tom Glancy’s The Division 2 Die Fortsetzung eines der meistverkauften Spiele aus dem Hause Ubisoft führt dieses Mal nach Washington, D.C. Wir führen ein Team von EliteAgenten an, die Welt steht am Abgrund und die Menschen erleben die größte Krise, die jemals stattgefunden hat. Wenn Washington fällt, fällt die gesamte Nation – soweit die Tom-Clancy-typische Story. Diese ist aber ohnehin eher Nebensache, denn der sogenannte „Loot-Shooter“ überzeugt mit ganz anderen Qualitäten. Es sind die taktisch anpruchsvollen Gefechte, das fantastische Gameplay und die optisch beeindruckende Spielewelt, die „The Division 2“ jetzt schon zu einem fixen Genre-Award-Anwärter 2019 machen. Summa summarum gebührt dem Publisher und den Entwicklern von Massive Entertainment großer Respekt, denn sie haben in der Tat aus den Fehlern des ersten Teils gelernt und ein starkes Sequel hingelegt.

MINUS

HEISSE NEUERSCHEINUNG

Der Teufel heult wieder: Capcoms stylische Dämonenjagd kehrt äußerst humorvoll zurück und lässt uns dieses Mal gleich in drei Charaktere schlüpfen – das neue Konzept geht auf: Nero, Dante und der Newcomer V bieten jeweils einen komplett unterschiedlichen Kampfstil samt eigenem Waffenarsenal. Höchst motivierend ist auch das dazugehörige UpgradeSystem. Die knackige Optik, eine lupenreine Technik sowie der – wie immer – abgefahrene, passende Soundtrack runden das actionreiche Spielerlebnis ab. Definitiv ein Must-have für japanophil veranlagte Oldschool-Gamer!


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Die Raison d'Êtr empfiehlt

Das Festspielhaus St. Pölten startet mit prominenter Besetzung aus den Bereichen E und U in die neue Saison und tut damit sein Bestes, die Nominierung der Stadt zur Europäischen Kulturhauptstadt zu rechtfertigen. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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als eine der führenden Bühnen und Kulturvermittler des Landes etabliert hat und nun mit dem Programm der kommenden Saison seine Position erneut festigt. Tanz und Akrobatik „Das Festspielhaus ist ein wichtiges europäisches ,Tanzhaus‘, weil es die so vielfältigen Facetten dieser Kunst aufgreift und die verschiedenen Stile nicht gegeneinander ausspielt“, lobt Martin Schläpfer das Haus nahe der Traisen. Schläpfer, preisgekrönter Direktor und Chefchoreograf des Ballett am Rhein, übernimmt ab September 2020 die künstlerische Leitung des Wiener Staatsballetts. Davor noch – und das ist nur

Festspielhaus St. Pölten Zwischen Oktober und Juni bietet die 23. Saison wiederholt zahlreiche Highlights aus zeitgenössischem Tanz, Circus, Klassik und Unterhaltungsmusik.

Fotos: eSeL.at – Joanna Pianka, Nancy Horowitz, Gert Weigelt, Hedinn Eiriksson, Elvira M Gross

t. Pölten ist keine klassische Schönheit. Im Mostviertel südlich der Wachau gelegen, hat die Industriestadt eher den Ruf, über einen etwas rauen Charme zu verfügen. Gerade der kulturelle Mehrwert wird der niederösterreichischen Landeshauptstadt – vielleicht auch der ungünstigen Lage im Wiener Einzugsgebiet geschuldet – gerne abgesprochen. Und doch verteidigen die St. Pöltner ihre Stadt mit Vehemenz gegen insbesondere aus Richtung der Bundeshauptstadt kommende, abfällige Witzeleien und widersprechen dem Vorurteil, St. Pölten sei im Gegensatz zu etwa Graz oder Salzburg verödet. Im Jahr 2024 wollen sie auf ihre Stadt sogar noch stolzer als ohnehin schon sein – trachtet man doch danach, dem Mitbewerb Bad Ischl und Dornbirn den Rang abzulaufen, als Europäische Kulturhauptstadt gar international zu punkten und so eine ähnliche Metamorphose wie dereinst Linz zu durchlaufen: Auch die Oberösterreicher haben den Imagewandel von Industrie zu Kultur geschafft. Dass die Nominierung St. Pöltens tatsächlich nicht widersinnig ist, ist nicht zuletzt auch dem prestigeträchtigen Wirken des Festspielhauses zu schulden, ein Haus, das sich seit 1997 konsequent und gerade im zeitgenössischen Tanz


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tre St. Pöltens einer der vielen veritablen Coups der kommenden Saison – wird er mit seiner Compagnie bereits im März im Festspielhaus gastieren und seine Interpretation von Tschaikowskis „Schwanensee“ erstmals und zur musikalischen Begleitung des Tonkünstler-Orchesters unter der Leitung von Axel Kober einem österreichischen Publikum präsentieren. Klassik Apropos Tonkünstler: Das Festspielhaus ist seit der Eröffnung eine der ständigen Residenzen des Orchesters – naturgemäß, dass es auch in der kommenden Saison mit zwölf symphonischen Konzerten (davon fünf unter der Leitung von Chefdirigent Yutaka Sado) in den Fokus gerückt wird und erneut einen gekonnten Bogen von der Wiener Klassik bis zur Wiener Moderne zu spannen vermag, während im Rahmen

dreier Plugged-in-Abende auch ein gelungener Bogen in die Welt des Jazz und der Weltmusik gezogen wird.

U-Musik Tatsächlich ist der Vorstoß in die Welt der „Unterhaltungsmusik“ kein knapp gerafft vollführter: Auch die Kammermusikabende (darunter Angelika Kirchschlager im Duett mit Erwin Steinhauer, die sich „Krieg und Frieden“ widmen) umweht stets ein Hauch „Crossover“, während die Konzertreihe „Jazz, World & Beyond“ seit ehedem neben zeitgenössischem, internationalem Tanz Das Festspielhaus ist ein Eisbrecher und Klassik ohfür den positiven Imagewandel von nehin die dritte Sankt Pölten – auch für die Programmsäule Bewerbung zur Europäischen des FestspielhauKulturhauptstadt 2024. ses bildet. Auch (Brigitte Fürle, Künstlerische Leiterin) hier brilliert das Haus prompt mit internationalen Koryphäen, darunter der isländische Komponist und Multiinstrumentalist Ólafur Arnalds, der erst kürzlich

im Rahmen seiner „re:member Tour“ für ein ausverkauftes Wiener Konzerthaus sorgte und im Mai des kommenden Jahres gemeinsam mit der deutsch-japanischen Pianistin Alice Sara Ott unter dem Banner The Chopin Project eine Offensive gegen den „reinen Klang“ im Festspielhaus aufzuführen trachtet: Auf verstimmten Kneipen-Pianos gespielt und mit Synthesizer unterlegt taucht man mit Stücken Chopins in neue Dimensionen der Klangwelt vor und beweist – wie auch das Haus in seiner ureigenen Programmierung selbst – Mut zur Innovation und Weitsicht. Kulturvermittlung Mit dieser progressiven Grundhaltung ist natürlich die Kulturvermittlung ein ständiger Begleiter des Hauses: Kultur ist beileibe nicht etwas, das allein passiv genossen, sondern auch aktiv erlebt werden kann. Gerade für die andernorts gerne vernachlässigten Altersrandgruppen – die Kinder und Jugendlichen sowie die Senioren – eröffnet sich auch in der folgenden Saison ein belebtes Miteinander: So findet bereits zum 11. Mal der dreitägige Kreativ-Workshop-Jugendklub statt, während im Atelier für Alle leidenschaftliche Tänzerinnen und Tänzer jeden Alters aufeinandertreffen. n Das volle Programm des Hauses finden Sie auf oeticket.com.


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Live spürt man mehr! The Picturebooks The Hands Of Time Tour Mit ihrem neuen Album im Gepäck gastierten Fynn Grabke und Philipp Mirtschink alias The Picturebooks am 14. April in Wien, Stefan Kuback war mit Kamera im Schweiße des Angesichts mit dabei.

Grossstadtgeflüster Da kann ja jeder kommen Tour Am 11. April gastierten Grossstadtgeflüster im Rahmen ihrer „Da kann ja jeder kommen“-Tour mit Lenki Balboa im Vorprogramm vor der Linse von Stefan Kuback in der Arena Wien. Die Berliner Eletropopper spielen demnächst auch am Stoabeatz Festival und vor Scooter in der METAStadt.

Lambchop This (Is What I Wanted To Tell You) Tour Kurz vor Ostern gastierte Kurt Wagner alias Lambchop im Wiener WUK: Auch wenn er am Albumcover seine Baseballkappe nicht trägt, live war sie wieder mit dabei. Ebenso Fotografin Eva Ruiz.

EAV

Mehr Konzertfotos gibt es auf www.ticketmagazin.com!

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Fotos: Stefan Kuback, Eva Ruiz

1000 Jahre Abschiedstour Am 26. März gastierte die EAV zum vorletzten Mal in Wien, vor der Linse von Stefan Kuback in der ausverkauften Stadthalle. Blödeleien und Gesellschaftskritik gibt es noch bis Mitte September in ganz Österreich.


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POST SCRIPTUM

übrigens! Vom 8. bis 10. Oktober stellen John Cleese und Michael Niavarani (Foto) im Globe Wien die Schlacht von Königgrätz nach, Cleese spielt beide darauffolgenden Tage solo „Seven Ways To Skin An Ocelot“. Aus der FM4Indiekiste schlüpfen am 12. August Gossip (Open-Air Arena), am 9. Oktober die Pixies und ein Monat darauf The Lumineers (beide Gasometer). Ebenfalls im Gasometer gastieren am 6. Oktober As I Lay Dying und am 31. Jänner Adel Tawil. Nach ihrem Termin im Wiener Konzerthaus (28. Juli) spielen Calexico / Iron & Wine am 10. November auch im Posthof. Deichkind gastieren mit neuer Platte im Gepäck am 21. Februar in der Wiener Stadthalle (D). Eine neue Platte kommt auch

von Madonna („Madame X“, 14. Juni) und von den Hollywood Vampires („Rise“, 21. Juni).

GEWINNSPIELE finden Sie in dieser Ausgabe auf den Seiten 05, 08–10, 14–17, 32–35 und 40–41. Sie können über das Gewinnspielformular auf www.ticketmagazin.com („!ticket Gewinnspiele Mai 2019“) mitspielen. Hier finden Sie auch Informationen und Teilnahmebedinungen zu unseren Gewinnspielen und Datenschutz. Einsendeschluss ist der 15. Mai 2019.

Das nächste !ticket erscheint am 29. Mai 2019.

Foto: Agentur Hoanzl

Fotos: Stefan Kuback, Eva Ruiz

IMPRESSUM Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Catharina Brand, Suzana Milic, Mag. Roberta Scheifinger Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion: Stefan Baumgartner, Amina Beganovic, Daniela Bernhard MA, Robert Fröwein, Angelika Goldmann, Walter Gröbchen, Alexander Haide, Amanda Peniston-Bird, Mag. Joachim Schmida, Mag. Manuel Simbürger, Andreas Ungerböck Cartoon: Bertram Haid (BAES Cartoons) Lektorat: Gunther Natter Fotos: siehe Copyright Cover: Jan Kohlrusch Medieninhaber, Eigentümer, Redaktionsanschrift: CTS Eventim Austria GmbH, !ticket Eventmagazin, Mariahilfer Straße 41–43, 1060 Wien Designkonzept, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 88a/II/2a, 1070 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager

Druck: NP Druck Gesellschaft m.b.H., Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00, Jahresabo Europa: € 44,00. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben oder per E-Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht, es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt. Alle Inhalte vorbehaltlich Satz- und Druckfehler. Die Offenlegung lt. Mediengesetz finden Sie auf www.ticketmagazin.com/impressum Sie finden uns online auf Facebook und Twitter,

sowie unter www.ticketmagazin.com. Tickets für über 75.000 Events finden Sie auf oeticket.com und in der oeticket-App!

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Taktlosigkeiten. Eine Glosse von Lisa Eckhart

Souveräne Bühnenpräsenz und präziser Sprachwitz, schlitzohrige Boshaftigkeit, böse Reime und pointierte Provokation sind die Mittel und Markenzeichen von Lisa Eckhart, steirische PoetrySlammerin und Kabarettistin. Bei ihr werden Glaube, Liebe, Politik und andere Taschenspielerstreiche liebevoll seziert, bis sich die Tragödie zur Komödie steigert. Ihr aktuelles Programm „Die Vorteile des Lasters“ spielt es aktuell in ganz Österreich. lisaeckhart.com

Werden Kinder bald fragen: „Oma, was ist ein Schneemann?“ Nein, da fragen sie wohl vorher: „Schneemann, wo ist Oma?“

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ratur, sondern eine des Temperaments. Da ging es noch um erhitzte Gemüter, nicht nur um die Erwärmung des Globus. Grade noch gingen die Gelbwesten um, jetzt marschieren die Grünschnäbel auf. Mit Plakaten, die mahnen: „Die Dinosaurier dachten auch, sie hätten Zeit.“ Also, meine lieben Kinder, wenn wir von Dinosauriern eines gelernt haben, dann, dass es egal ist, was wir tun. Es war nicht der Fleischkonsum des Velociraptors oder die unnötigen Inlandsflüge eines Pterodaktylus. Es war einfach vorbei. Die Angst hinter dem Umweltschutz ist nicht der drohende Weltuntergang. Sondern die Angst, den Weltuntergang einst nicht selbst verschuldet zu haben. Nicht selbst verschuldet haben zu werden. Futur II. Dafür geht niemand auf die Straße. Ich fordere statt friday for future Freitage fürs Futur II. Das haben diese Kinder ja gar nicht gelernt, weil sie immerzu nur schwänzen. Das ist an sich nicht schlimm. Doch schwänzen, um zu demonstrieren? Gegen Abgase von Autos und die Abholzung der Wälder? Wir schwänzten, um sturzbe-

soffen auf dem Moped gegen einen Baum zu fahren. Bitte verstehen Sie mich recht, ich kritisiere nicht die Kinder, sondern wie sehr es Erwachsene beklatschen. Mir macht das Ganze eher Sorgen. Plötzliches Auftauchen von Kindern, ob es nun in Horrorfilmen oder in der Kemenate, heißt, dass irgendwas schieflaufen wird. Der Einsatz von Kindern auf dem politischen Parkett war noch nie ein Zeichen dafür, dass der Endsieg kurz bevorsteht.

Foto: Franziska Schrödinger

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ch möchte einmal klar Stellung beziehen: Ich bin gegen Abschiebung. Denn jeder abgeschobene Flüchtling bedeutet bei einem Flug Berlin-Aleppo eine Tonne CO². Da muss man ausnahmsweise sagen: Umweltschutz vor Fremdenhass. Natürlich ist Abschiebung per Flug von einer unbezahlbaren Komik. Da ist er wochenlang auf Reisen und in drei Stunden wieder zurück. Trotzdem: Wenn Abschiebung, dann umweltfreundlich zu Fuß. Aber ohne Proviant! Weil die hauen die Plastikflaschen sonst sicher irgendwo am Boden. Und finden dann anhand des Mülls wie Hänsel und Gretel sofort wieder her. Befremdlich, oder? Gestern ging es noch darum, Menschen vor dem Meer zu schützen. Heute, das Meer vor dem Menschen zu schützen. Gut, für manche blieb es dasselbe: „Ob Plastik oder Asylant, ich will keinen Müll am Strand!“ Es ist so schwer, die Welt zu retten. Retten wir doch lieber die Umwelt! Hellsichtiger Kulturpessimismus schlägt nun in blinde Naturliebe um. Vor Kurzem noch war das Klima im Lande keine Frage der Tempe-


24. & 25. Oktober 2019 Wiener Stadthalle Halle F Tickets in allen Raiffeisenbanken in Wien und NÖ mit Ö-Ticket-Service, auf shop.raiffeisenbank.at | Ermäßigung für Raiffeisen Kontoinhaber www.oeticket.com | 01/96 0 96


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