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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

CAPTAIN FANTASTIC

Österreichische Post AG / MZ 15Z040254 M, CTS Eventim Austria GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

Die Fantastischen Vier über bewaffnete Affen, das Paradies und Kellerlöcher

musik show 2 0 1 8 sport theater kabarett

JUNI

Ausgabe 221

2,90 €

Damit sind Sie live dabei!

vom teufel besessen Der Schweizer Zeal & Ardor sät die Samen für die Früchte des Zorns

tirili, tirilo, tirila! 1.000 JAHRE EAV Egal ob spaßige Lieder wie „Ba-Ba-Banküberfall“ und „Märchenprinz“ oder ernste Geschichten wie „S’Muaterl“ und „Burli“: Die EAV zählt zu den wichtigsten heimischen Kulturgütern – und geht nun mit neuem Album (!) auf die (vielleicht) letzte Tournee …


25 Jahre

Nischen bis Pop

The Subways Cassius Alice Merton Eels Joan As Police Woman Ziggy Marley Shout Out Louds Hayden James Martin Kohlstedt

Fink Antilopen Gang White Lies Vintage Trouble The Brian Jonestown Massacre Faber Seasick Steve Beartooth

Many More →

Deap Vally, Dream Wife, Scheibsta & Die Buben, Goldroger, 5K HD, Algiers, The Wanton Bishops, Yungblud

06 Jul Wien

poolbar.at/programm

14 Aug

Altes Hallenbad, Feldkirch

Open-Air MQ Hofmusik

06 Jun

→ f → insta → www Os & The Sexual Chocolates

u.v.a

Free Entry


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ARENA WIEN Sie ist der vielleicht kultigste Veranstaltungsort der Hauptstadt. Doch neben dem shabby chic lockt auch das Programm …

30 Verträgst du das Echo?

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ie deutschen Rapper Kollegah und Farid Bang wurden für ihr Album „Jung brutal gutaussehend 3“ mit dem Echo, Deutschlands (ehemals) größten Musikpreis, ausgezeichnet. Bereits die Nominierung war ob der textlichen Ausbrüche umstritten – wie auch schon bei Frei.Wild vor ihnen. Doch wer sich daran stößt, hat die Folklore des Gangsta- und Battle-Raps nicht wirklich verstanden: Konträr zum Kuschelkurs im Indie, Pop oder Schlager und analog zum Heavy Metal darf, ja: muss das Niveau auch einmal in den Keller gehen dürfen. Letztlich muss man zwischen dem lyrischen Ich und dem tatsächlichen Weltbild des Künstlers immer noch unterscheiden. Doch Campino, seines Zeichens Sänger der Toten Hosen und gewissermaßen deutsche Blaupause zu U2s Bono Vox, hatte wie so oft eine deutliche Meinung: Nachdem er seinen Preis dankend angenommen hatte, verurteilte er die Entschei-

dung des Komitees. Dieses Empörungsbäuerchen greift, obwohl es den Stein aufhussend ins Rollen gebracht hat, zu kurz: Hätte er ein Zeichen setzen wollen, hätte er den Preis in dieser Nachbarschaft nicht akzeptieren dürfen – so wie der „fünfte Beatle“ Klaus Voormann, Marius MüllerWesternhagen und andere. Peter Maffay verließ die Echoverleihung vorzeitig. Ja, selbst die wenn es um politische Statements geht sonst so wortkarge Helene Fischer – immerhin Echo-Rekordgewinnerin – äußerte sich und fand die Verleihung „unangemessen und beschämend“. Konsequenz in allen Ehren, aber sie alle haben die Preisverleihung nicht verstanden: Dort sitzt ein Gremium, dessen Mitglieder so tun, als hätte ihre Auszeichnung einen kulturellen oder gar moralischen Anspruch; Analog zum Eurovision Song Contest: Hier begehen viele den Fehler zu glauben, es ginge um Musik und nicht um ein politisches Statement allein. Beim Echo geht es

EDITORIAL ausschließlich um kommerziellen Erfolg und aus dieser Perspektive haben Kollegah und Farid Bang den Preis verdient. Es mag natürlich etwas über die Gesellschaft aussagen, wenn ein „fremden- und schwulenfeindlicher, frauenverachtender Scheiß“ auf Platz 14 der Vorjahres-Album-Charts – und damit direkt hinter den Toten Hosen – landet. Andererseits kann man auch provokant fragen, ob die Welt denn eine bessere wird, wenn wir die Damokles-Moralkeule auspacken und mikrokosmische Typizitäten beschneiden: Nur, weil man sich an Geschmacklosigkeiten delektiert, heißt es noch lange nicht, dass man sie in Realiter auch gutheißt. Letztlich ist allen wohl mehr geholfen, wenn eine Fadaise wie der Echo überdacht wird und selbsternannte Zensoren nicht urteilen über gattungsimmanente Auswürfe, die ihren musikhistorischen Horizont übersteigen. Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEPT OKT NOV DEZ

IN DIESER AUSGABE

Guns N’ Roses Es ist eines der wichtigsten und prägendsten Debütalben aller Zeiten und machte Guns N‘ Roses zu einer der einflussreichsten Rockbands und internationalen Megastars. Am 29. Juni erscheint „Appetite For Destruction“ in fünf exklusiven Editionen, die alle Fanherzen höherschlagen lassen werden! Darauf enthalten sind u. a. zwei bisher unveröffentlichte Songs aus den Recording sowie GEWINNSPIEL Sessions ein unveröfWir verlosen eine Super fentlichtes Deluxe Edition von Video zu „It’s „Appetite For Destruction“ So Easy“. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

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Bruce Dickinson „Scream For Me Sarajevo“ ist die unfassbare Geschichte eines absoluten Ausnahmekonzerts, das Iron-Maiden-SängerBruce Dickinson und seine Band Skunkworks im Jahr 1994 gaben: Sie riskierten ihr Leben und ließen sich in die belagerte bosnische Stadt schmuggeln, um dort im Chaos des Krieges ein Konzert für die Bewohner zu geben. Die Aufnahmen, die jetzt als DVD, Bluray, CD und LP veröffentGEWINNSPIEL licht werden, gehen in Wir verlosen fünf DVDs von ihrer Wirkung somit weit „Scream For Me Sarajevo“. über eine gewöhnliche Mehr Informationen Musikdokumentation und Teilnahmebedingungen hinaus: Es ist ein berühsiehe render, emotionaler Film, ticketmagazin.com! eine Geschichte eines Sieges über eine Tragödie. Gibson Der legendäre US-Gitarrenbauer Gibson hat Insolvenz angemeldet. Zugleich präsentierte die Traditionsfirma am Dienstag jedoch eine Vereinbarung mit mehr als zwei Dritteln ihrer Gläubiger über eine Umstrukturierung, die Gibson wieder auf die Beine helfen soll. Wir drücken die Daumen, denn das 116 Jahre alte Unternehmen mit Sitz in der Countrymusik-Hauptstadt Nashville ist vor allem durch seine elektrischen Gitarren zu Ruhm gelangt, darunter die ikonische Les Paul. Viele der berühmtesten Gitarristen der Rockgeschichte – darunter Angus Young (Foto), Jimmy Page, Keith Richards, Carlos Santana und Slash – haben Instrumente von Gibson gewählt …

LOCATION 21 Bühne im Hof Prägt mit einem vielschichtigen Programm die heimische Kulturlandschaft

LIFESTYLE 26 Festivalmode Endlich dürfen Grunge Girls und Grunge Boys wieder nach draußen

HEIMAT 28 Dramas Gegensätze ziehen sich an und Kontraste klingen epischschön

LIVE IS LIFE 35 Imagine Dragons Antonia ist alleine, aber euphorisch unter Drachen und Dämonen

KULTOUR 36 Kultursommer Theater ist nicht das Einzige, das uns im Sommer kredenzt wird

MEDIA 38 Kino, Musik und Spiele Mit Ocean’s Eight, God Of War, Ghost und vielen mehr

PLUG&PLAY 40 Equipment Harmonie und Verzerrung, Instrumente und Effekte und natürlich Zubehör

Fotos: Fotolia, Arena, Eagle Vision / Universal Music, Universal Music, Guido Karp; llustration: baes

[14] Die Fantastischen Vier Zum Jubiläum lassen es die Stuttgarter ordentlich krachen [18] Zeal & Ardor Alternative Geschichtsschreibung mit Gospel & Black Metal [24] Rea Garvey Auf Reisen und auf Selbstfindungstrip [30] Arena Kein Schubladendenken, dafür shabby chic [32] Klettersport Von der Mutprobe zum Lifestyle: eine Herausforderung für Geist und Körper


SHOWHIGHLIGHTS IN ÖSTERREICH 60. SAISON

BEST OF

LIOVNE

n LIVE erlebe

DAS COMEBACK DES JAHRES!

AUSTRIA Classic meets

E: STAG UNTER DER LEITUNG VON CRISTIAN KOLONOVITS

WANDA • PIZZERA & JAUS • SEILER & SPEER WOLFGANG AMBROS • CONCHITA KLAUS EBERHARTINGER • VOODOO JÜRGENS STEFANIE WERGER • MARIANNE MENDT • OPUS GERT STEINBÄCKER • SCHIFFKOWITZ ENER STADTHAL 21.06.18 WIEN WI

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DIE TOUR 2018 RN MESSEGELÄNDE 06.07.18 DORNBI RG MESSEGELÄNDE 07.07.18 SALZBU

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!ticket highlights

SCHEINWERFERLICHT

Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

„Heiße Nächte“, „Märchenprinz“, „Fata Morgana“, „Banküberfall“ – diese Hits fallen mir spontan ein, wenn ich an die Erste Allgemeine Verunsicherung denke. Die Songs wurden auf allen Radiostationen rauf und runter gespielt, niemand kam daran vorbei. Wir schrieben das Jahr 1986 und ich besuchte mein erstes EAV-Konzert. Die Bandgründung fand bereits 1977 statt, zwei Jahre später dann die Deutschland-Tournee. Gefühlte 1.000 Jahre später feiern unsere Coverstars ab Februar 2019 ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum und läuten damit eine ausgedehnte (erste?) Abschieds-Tournee ein. „Morgen, ja morgen …!“ Wir hoffen, dass es beim Vorsatz bleibt.

Von 14. bis 17. Juni wird wieder auf den Pannonia Fields „novagerockt“. Gefolgt von meinem persönlichen Wiener Stadthallen-„Festival“ von 18. bis 20. Juni mit Arcade Fire, Jovanotti und Ringo Starr, bevor am 28. Juni Nick Cave auf die Burg Clam ruft.

• Highlights Juni • Highlights Juni • Highlights Juni • Highlights Juni • Michael Niavarani Wann wurde aus dem Homo sapiens eigentlich der Homo idioticus? 15. bis 27., Gasometer

Lenny Kravitz in Wien

F1 Grand Prix von Österreich Motorsport zum Anfassen: ein Rennwochenende mit Volksfest-Charakter ab 29., Red Bull Ring The Nova Jazz & Blues Night Mit Parov Stelar, Gregory Porter, Jesto Funk, The Cat Empire und mehr 29., Schlosspark Esterházy Beatsteaks Weil die Beatsteaks Österreich so lieben, gibt es einen Zusatztermin 5., Arena

Katy Perry Ob auch die neue Show wieder „das Publikum wegbläst“, wie „Prismatic“? 4., Wiener Stadthalle (D)

Arcade Fire Coldplay-Sänger Martin hat recht: „the greatest band in history“! 18., Wiener Stadthalle (D)

Ringo & His All Starr Band Der Ex-Beatle ist nicht der einzige „Starr“ in seiner Band … 20., Wiener Stadthalle (D)

Interpol Endlich holen Interpol das letzten Somer abgebrochene Konzert nach! 25., Arena Open Air

Nova Rock Mit Die Toten Hosen, Volbeat, Avenged Sevenfold, Iron Maiden und mehr 14. bis 17., Pannonia Fields II

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Fotos: Barracuda Music (A Perfect Circle), Brantley Gutierrez (Incubus), Mathieu Bitton (Lenny Kravitz)

Aber es heißt doch, man soll in der Gegenwart leben und nicht im Vergangenen schwelgen: Da mutet es doch skurril an, wenn John Cleese mit „Last time to see me before I die“ am 13. und 14. Juni in der Wiener Stadthalle gastiert. Leider sind beide Termine bereits ausverkauft.


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A Perfect Circle Eat The Elephant Die Band rund um die beiden einzigen konstanten Mitglieder, Tool-Frontmann Maynard James Keenan und AshesDivide-Kopf Billy Howerdel, galt zu Beginn des neuen Jahrtausends als eine der aufsehenerregendsten ProgressiveRock-Supergroups der US-Rockgeschichte. In unserer letzten Ausgabe haben wir bereits das erste neue Album seit 13 Jahren (!) abgefeiert, nun dürfen wir die Tour ankündigen, die A Perfect Circle auch nach Wien führt. Und 2019 dann bitte Tool, ja?! 16. Dezember, Wiener Stadthalle (D)

Incubus

8 20 Jahre nach ihrem Debütalbum „S.C.I.E.N.C.E.“ veröffentlichten Incubus letzten April ihr achtes Studioalbum „8“. Die Band legte während all dieser Zeit immer großen Wert darauf, sich selbst als Künstler und Menschen herauszufordern. „Als Band sind wir gemeinsam daran interessiert, uns selbst herauszufordern und hoffentlich neue, innovative Wege zu finden, Musik zu schreiben“, beteuert Brandon Boyd. „Dieser Ethos hat die Dinge für uns interessant gehalten.“ Beim aktuellen Album trägt Skrillex Mitschuld: Er fügte „8“ eine weitere Ebene hinzu. Das Ergebnis? Es bleibt weiterhin spannend!

29. August, Arena Open Air

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1.000 Jahre EAV: De Die EAV live: 12. März INNSBRUCK, Olympiahalle • 13. März BREGENZ, Festspielhaus • 17. März WIENER NEUSTADT, Arena Nova • 18. März ST. PÖLTEN, VAZ • 20. März LINZ, TipsArena • 26. März WIEN, Stadthalle D • 5. Mai SALZBURG, Salzburgarena • 6. Mai GRAZ, Stadthalle

Neun Monate noch, dann gehen die ersten Abschiedskonzerte der Ersten Allgemeinen Verunsicherung über die Bühne. Ein Jahr lang zelebrieren Klaus Eberhartinger & Co. das Au Revoir – und ganz so endgültig ist das Ende der EAV dann vielleicht doch nicht. TEXT: ALEXANDER HAIDE mit der EAV alleine gefahren, Thomas hat sich eine Auszeit genommen und war immer nur den ersten Tourteil dabei, um sich seinen anderen kreativen Tätigkeiten widmen zu können. Das verstehe ich, da er sich als Gitarrist live unterbeschäftigt gefühlt hat und noch malt und zeichnet und auch schreiben wollte. Jetzt, nach diesen vielen Jahren in dieser Tretmühle muss ich mir Zeit für mich selbst nehmen.

Wann kam der Punkt, an dem für dich klar war: Das war’s jetzt mit der EAV? Da gab es keinen Punkt. Nach der „Werwolf“-Tour bin ich schon die letzten Jahre

Dem Motto der Tour entsprechend wird das eine Show mit den größten aller großen Hits? Natürlich, da musst du ein „Best of“ bringen,

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Dieses Mal ist Thomas aber wieder mit dabei? Das kann ich nicht sagen. Die ersten Konzerte spielt er sicher.

mit Schmankerln dazwischen, einen Querschnitt, eine Reise durch die Zeit. Gibt’s da etwas, was du partout nicht spielen magst weil der Titel dir schon zum Hals heraushängt? Das sind Nummern, die die Leute vielleicht selbst auch nicht haben wollen: Es gibt eine Nummer, die mir der Thomas einmal aufs Auge gedrückt hat, beziehungsweise aufs Ohr und den Mund. Das war „Hallo, hallo, hier spricht der Klaus“. Die haben wir eine Tour lang, bei „Nie wieder Kunst“, gespielt und dann hab’ ich gesagt: Damit schuldest du mir was (lacht)! Also das spiele ich ganz sicher nicht. Es gibt aber Schmankerln, die dem Thomas und mir sehr gut gefallen und die nicht so breit bekannt sind. Da werden wir einen schönen Abriss machen.

Fotos: Karl Schrotter, Sony Music, EAV, partners4music

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m 5. Februar 2019 beginnt etwas, was Klaus Eberhartinger selbst noch nicht ganz begreifen kann: Der Anfang vom Ende einer der bedeutendsten und erfolgreichsten Bands der österreichischen Pop-Geschichte. Nach 41 Jahren EAV soll dann Schluss ein. Doch Eberhartinger und sein kongenialer Partner Thomas Spitzer bereiten dem Land zuvor noch ein Abschiedsgeschenk: Ihr neues und letztes Album „Alles ist erlaubt“ wird es in sich haben, Austro-Politiker sollten sich schon jetzt warm anziehen. Noch lässt der EAV-Frontman keine Details aus dem Sack – denn der neue Longplayer erscheint erst diesen Herbst.


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Der lange Abschied umoperieren, geschlechtsumwandeln und treten unter einem anderen Namen auf. Wenn es uns wirklich so unter den Nägeln brennt, machen wir eine Wiederauferstehungs-Tour.

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Die EAV war ja immer für ihre Kostüme bekannt. Gibt’s bereits Ideen? Wir haben damals mit Kostümen und Requisiten gearbeitet, die noch dazu etwas skurril waren. Wir hatten den Zugang: Wenn wir Epauletten brauchten, haben wir eine Klobürste auseinandergeschnitten und links und rechts aufgepickt. Das war der Comic-Stil, das hat es damals nicht gegeben, wir waren eine Ausnahmeerscheinung auf dem Konzertmarkt. In der Zwischenzeit haben doch alle irgendwie zumindest ein Bühnenbild, das auffällt. Wir haben mit Kostümen den Inhalt der Nummern verteidigt. Ich kann mich noch gut erinnern, als wir zum ersten Mal „Burli“ mit dem vielarmigen Monster, das Piano gespielt hat, auf Tournee gespielt haben (lacht). Das eine oder andere werden wir wiederauferstehen lassen. Und davor wird es ein letztes, neues EAVAlbum geben – bissiger, besser denn je? „Alles ist erlaubt“ wird es heißen, ja. Besser kann man aber nie sagen. Jedes Album, das man gerade abliefert, ist gerade das eigene Lieblingskind, den Rest muss das Pu-

blikum entscheiden. Aber es ist natürlich ein sehr politisches und bissiges Album, weil die Zeiten auch so sind. Man kann in Zeiten wie in unseren nicht über Belanglosigkeiten sprechen. Wir haben die eine oder andere lustige Alltagsbeobachtung auch drauf, aber ansonsten geht es schon um Widerspiegelungen von Verhältnissen, in denen wir gerade leben. Ich hab’ vor Kurzem erst eine Dokumentation über die Fantastischen Vier gesehen, die gerade auch ein Jubiläum haben und ein neues Album. Und auch sie haben gesagt, dass sie immer die Spaßvögel im Hip-Hop gewesen sind und dieses Mal inhaltlicher geworden sind, weil man sich sonst komisch vorkommt. Wir haben uns schon immer Inhalten verpflichtet gefühlt, auch wenn sie sarkastisch überhöht oder doppelbödig formuliert waren. Aber in Zeiten wie diesen muss man Farbe bekennen, Meldung machen und Standpunkte beziehen. Ist es dann nicht jetzt ungünstig aufzuhören, wenn so viele Themen unter den Nägeln brennen? Wer weiß, vielleicht lassen wir uns alle

Wie groß ist die Wehmut, wenn man Fans nun bald 40 Jahre durchs Leben begleitet hat und sich nun verabschiedet? Jetzt ist einmal gar keine Wehmut da. Jetzt ist eine Spannung da, die Unsicherheit, was wird man machen, wie wird das aussehen? Jetzt müssen wir alles einmal zusammenbasteln, das ist die Spannung vor dem Ereignis, die Vorfreude, die da mitspielt. Wie groß ist die Befriedigung, mit dem eigenen Werk einen guten Teil zur österreichischen Pop-Kultur beigesteuert zu haben, als lokales Kulturgut zu gelten? Unser Markenzeichen war schon am Beginn, als wir in kleinen Clubs gespielt haben, Meldung zur Zeit und zum politischen Geschehen machen. Die EAV hatte immer etwas zu sagen, wenn auch zwischen den Zeilen. Zwischendurch können wir aber wie zum Beispiel im „Märchenprinz“ auch über Alltagsverhaltensweisen abblödeln. oder es gab auch den „Banküberfall“, der einen konkreten Anlass hatte, nämlich einen saublöden Bankräuber in München. Oder „Küss’ die Hand“: Das waren Nummern, da wurden wir verwechselbar, da wurden wir zur Blödel-Kombo. Das hat uns immer geärgert, denn Leute, die zu den Konzerten kamen, haben doch etwas anderes serviert bekommen. Am Anfang war das klarer, mit den großen Erfolgen hat sich das verwaschen. In den letzten Jahren hat das dann wieder an Intensität gewonnen.

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Damals waren Lieder wie „Burli“ ein medialer Aufreger und Skandal. Wir waren überrascht, dass es eine Reaktion von der Wackersdorf-Lobby (eine geplante Wiederaufbereitungsanlage für Atommüll in Bayern, Anm.) gab. Die wollten uns mit einer Argumentationskette, dass wir Behinderte veräppeln, abdrehen. Lächerlich! Sogar Behindertenverbände haben den Kopf geschüttelt. Oder „s’Muaterl“: Da wurde der lange Arm der Kirche zumindest in Bayern sofort spürbar. Das hat es immer wieder gegeben. Ansonsten sind die Nummern, die angeeckt sind, im Radio einfach nicht gespielt worden. Wäre eine EAV in der heutigen Medienlandschaft denkbar? Es ist heute auf der einen Seite viel schwerer, weil es nicht mehr so überschaubar ist und nicht klar strukturiert. Damals gab es Plattenfirmen, die Promotion machten, das war hierarchisch eindimensional. Und es gab die Mär, dass der Künstler mit dem großen Plattenvertrag den Erfolg schon in der Tasche hat. Klar, ein Major-Plattenlabel konnte mit der entsprechenden Werbung schon eine gewisse Popularität erzeugen. Heute ist das anders, die Plattform heißt hauptsächlich Internet. Live musst du dich bewähren, im Internet Aufmerksamkeit bekommen. Was ist eigentlich deine erste Erinnerung an die EAV? Meine erste Erinnerung an die EAV ist eine horrende. Der damalige EAV-Zeremonienmeister war gestorben und Thomas Spitzer meinte, er kennt da einen, der spielt Straßentheater und wird den Posten wohl übernehmen können: mich. Ich hab’ mit Nino Holm und Thomas dann eine bereits stehende Show geprobt und wir sind in der Arena zum ersten Mal aufgetreten. Ich hab’ das zuvor noch nie in einem solchen Rahmen gemacht, aber nach fünf Minuten war klar, das macht mir Spaß. Und nach dem Konzert war klar, dass die Leute mich auch

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GEWINN SPIEL

Wir verlosen fünf Fanpakete mit je einer „Werwolf-Attacke“- und „Was haben wir gelacht …“-CD. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

irgendwie mögen. Dann sind wir durch die Clubs in Deutschland gefahren und ich hab’ immer wieder daran gedacht, dass ich am Ende des Jahres zurück zu meiner Dissertation und die fertig schreiben muss. Aber dazu ist es irgendwie nicht mehr gekommen. Gibt es für dich so etwas wie einen persönlichen ultimativen Höhepunkt? Wie alles gewachsen ist, von wenigen Hundert Leuten in Klubs über die TausenderSäle bis hin zu ein paar Tausend Konzertbesuchern auf einmal: Dann das erste große Stadion. Oder das erste Mal Donauinsel in Wien. Wenn da zwischen 80.000 und 120.000 Leut’ vor dir sind, das kannst du nicht mehr einschätzen. Das ist ein Menschenmeer. Nach den ersten zehn Metern verliert sich das, du spielst einfach. Auf der anderen Seite war die Zeit auch angefüllt mit einem Gehetztsein, du bist schon auch getrieben von Firmen und dem Management, weil es doch um die Bewegungen in der Schatulle geht. Aber dann haben wir frühzeitig wieder begonnen, das Ganze zu reduzieren, dann wurde es überschaubarer. Wie soll in deiner Vorstellung der allerletzte Gig, der allerletzte Song, die allerletzte Zugabe aussehen? Das kann ich jetzt noch gar nicht fassen. Ein schönes Konzert ist es, wenn die Leut’ am Schluss begeistert sind. Dass das dann irgendwann einmal das letzte Mal sein wird, werde ich gar nicht realisieren. Du weißt zwar im Schädel: Das war das letzte Mal heute. Aber der Kater kommt dann erst am nächsten Tag.

Gibt es ein musikalisches Leben nach der EAV? Schauen wir einmal. Ich würde sehr gerne im Fernsehsektor oder im Talk-Sektor arbeiten, mit interessanten Geschichten. Vielleicht wird man sich internetmäßig etwas überlegen. Musikalisch? Warum nicht? Wenn es Sachen gibt und Thomas mich genug quält, dann könnte es schon sein. Jetzt erst einmal eine Auszeit nach der Tournee, und dann …? Die Bilanz: War es das alles wert? In jedem Fall! 41 Jahre EAV waren schon prägend. Das war lebensbestimmend. Das war nicht immer nur leicht, Honiglecken und angenehm. Aber wo ist es das schon? Diese Krisenphasen und auch Durststrecken, die Täler, die man dann durschreiten muss, die gibt’s überall. Im Großen und Ganzen war das eine sehr tolle Geschichte. Es hätte mir nichts Besseres passieren können. nDie Abschiedstour führt die EAV ab Februar quer durch Österreich. Für Innsbruck, Linz, Wien und Graz sind ticketPLUS+ Dinner, für St. Pölten, Linz und Wien ticketPLUS+ Hotel verfügbar. Klaus Eberhartinger steht aber auch bereits am 21. Juni bei „Best of Austria Meets Classic“ in der Wiener Stadthalle auf der Bühne, und zwar neben Opus, Pizzera & Jaus, Wanda, Ambros, Seiler & Speer, Wolfgang Ambros, Conchita und vielen mehr! Auch hier gibt es ticketPLUS+ Dinner, Bus und Hotel.


Sommertheater PAUSENLOS

Der Bettelstudent

BILD: INGO PERTRAMER

04.07. bis 11.08.2018 Haag

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Die lustige Witwe

M. Claude und seine Töchter

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10.06. bis 24.06.2018 Schloss Zell/Pram

29.06. bis 05.08.2018 Rosenburg

05.07. bis 14.08.2018 Schloss Tillysburg

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BILD: CHRISTOPH HUBER

BILD: MARK NOORMANN, BEARBEITUNG: ANNA SAUER

20.07. bis 09.09.2018 Weißenkirchen

W E R B E A G E N T U R H O C H Z W E I | H O C H 2 . AT

Was ihr wollt

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Wachaufestspiele

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!ticket highlights Mit „Verde“ auf Green Tour Marsimoto hat sich auf Planet Erde zurückgemeldet. Mit „Verde“, seinem fünften Studioalbum, deutet er schon im Titel an: Die Römische Ziffer „V“ steht für die Nummer Fünf, und das Suffix „erde“ eben für jenen Planeten, auf dem er sich alle paar Jahre blicken lässt …

Marsimoto

Cirque du Soleil

Totem Die erstaunliche Reise der Menschheit von ihren Anfängen bis in die Gegenwart interpretiert die neue große Zeltshow des Cirque du Soleil. Atemberaubende Akrobatik, dramatische Effekte, modernste Technologie und eine Prise Komik verbinden sich zu einem ebenso fantastischen wie unterhaltsamen Reigen. 28. Februar, Planet.tt Bank Austria Halle Gasometer Fotos: Spinefarm (Godsmack), OSA Images (Cirque du Soleil), Paul Ripke (Marsimoto), Marikel Lahana (Sophie Hunger), Beatpatrol/Matthias Köstler (Beatpatrol)

ab 9. März, Under The Grand Chapiteau Wien

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IT’S ONLY WOERZ

Vergessen Godsmack

When Legends Rise Mit dem neuen Album „When Legends Rise“ haben sich Sully Erna, Gitarrist Tony Rombola, Bassist Robby Merrill und Schlagzeuger Shannon Larkin ganz auf ihre Anfänge und ursprünglichen Stärken besonnen. Hierfür gibt es einen besonderen Grund: Das Debütalbum feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag, für die Band schließt sich damit ein Kreis. All dies soll auch gebührend Platz auf der kommenden Tournee finden. 20. November, Arena X Heuer feiert Österreichs längst dienendes Electronic Music Festival sowie größtes Indoorfestival sein 10-jähriges Jubiläum. Erste Acts sind bereits durchgesickert, so haben u. a. Camo & Krooked, die in St. Pölten die Weltpremiere ihrer neuen Show „surrounded“ präsentieren werden, ebenso zugesagt wie Fritz Kalkbrenner, Neelix, Noisia Dj Set, Wilkinson, DJ GUV oder die frischgebackenen AMADEUSAward-Gewinner Möwe. Und dies ist erst der Anfang. The Beat Goes On!

Beatpatrol

25. Oktober, VAZ St. Pölten

Sophie Hunger

Molecules Die Schweizer Musik-Queen ist wieder da: Sophie Hunger veröffentlicht ein neues Album und kommt im Herbst auf Tour. Der Nachfolger von „Supermoon“ (2015) wird „Molecules” heißen und am 31. August erscheinen. Es ist ihr erstes komplett englischsprachiges Album, das laut Ankündigung aus „minimalistischem, elektronischem Folk” bestehen soll.

11. bis 13. September, Grelle Forelle, Arena und Porgy & Bess

Ich war auf der Suche nach einem Etablissement, in dem ich mein mobiles Büro einrichten könnte. Kaffeetrinkend, rauchend, telefonierend. Ein grünes Pickerl mit einem Zigarettensymbol erleichterte mir die Auswahl. Im Lokal wies man mir einen Nebenraum mit ein paar vereinsamten Tischen zu. Ein Sesselstapel stand in einem Eck, daneben ausrangierte Beistelltische. Eine Plastikplane in farblich mutigem Kontrast zu dem darüber liegenden eingeklappten Sonnenschirm lag neben einem in die Jahre gekommenen Aktenschrank. Schneeschaufel, Besen und Staubsauger waren neben einer schmucken Heizanlage platziert, deren Rohre in der holzvertäfelten Wand verschwanden. Putzfetzen und ausrangiertes Geschirr standen auf dem Boden gestapelt, nebst einigen anderen für einen Gastraum eher ungewöhnlichen Dingen. Mir is‘ wurscht. Ich will nur Kaffee trinken, rauchen, arbeiten. Ich ließ den aparten Raum auf mich wirken … und wirken. Nach 15 Minuten Wirkung beschlich mich ein Verdacht. Ich ging in den mit drei Gästen „überfüllten“ Nebenraum, um den Ober zu suchen. Finde ihn an der Bar lehnend. Er schaut mich fragend an. Und ich ihn. Nach drei Sekunden Sprachlosigkeit reißt er die Augen auf und es entfährt ihm ein herzhaftes „Scheiße, Sie hab’ i ganz vergessen!“ Ab dann lief alles normal. Es gesellte sich später gar ein zweiter rauchender Gast zu mir. Wider Erwarten hab’ ich mir das Lokal in meinen Raucherlokalnotizblock geschrieben. So was braucht man heutzutage als (noch?) Zigarettenjunkie.

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Kein Tunnelb Vor dem Jubiläumsjahr 2019 lassen es die Fantastischen Vier heuer mit „Captain Fantastic“ kräftig krachen. Doch große Ereignisse werfen bereits ihre Schatten voraus. TEXT: ALEXANDER HAIDE

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or knapp drei Jahrzehnten kasperlten vier Stuttgarter in bunten Klamotten durch die Charts und berappten „Die da“ (freitags ist sie nie da). Deutscher Rap – das kann nur ein Joke sein, Zukunft hat das keine?! Weit gefehlt. Die Fantastische Vier sind unangefochten die Masterminds und Vordenker des deutschen Hip-Hop, längst eine Institution und bringen mehrere Generationen an Fans bei ihren Gigs zum Toben. Mit „Captain Fantastic“ ist jetzt das zehnte Studioalbum der Fantas erschienen. Wir erwischten Thomas D. beim Ausflug mit seinen Kids im Trampolin-Zentrum.

Heuer wirst du 50 Jahre alt. „Captain Fantastic“ ist euer zehntes Studioalbum, 2019 können die Fantastischen Vier auf 30 Karrierejahre zurückblicken. Sind das Gründe zum Nachdenken, zum Feiern – oder ist es total egal? Es gibt dreifachen Grund zum Feiern: Ich lebe auf dem M.A.R.S. („Moderne Anstalt Rigoroser Spakker“), das ist eine Kommune; Die gibt es nächstes Jahr zwanzig Jahre. Ich feiere meinen Geburtstag nach, der ist am 30. Dezember, da will ja keine Sau feiern. Es ist arschkalt, du kannst nicht rausgehen und dann regnet es vielleicht noch zu Silvester. Somit habe ich mit dem Geburtstag der Band dann hundert Jahre kumuliert, das muss gefeiert werden.

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Nachgedacht habe ich genug in meinem Leben, das hat sich mal erledigt (lacht). Jetzt muss man Vollgas geben. Noch sind wir aber im 29. Bandjahr, wir haben eine neue Platte und eine Tour um den Jahreswechsel. In unserer Planung schwebt das dreißigjährige Jubiläum wie ein Damoklesschwert noch vor uns. Blicken wir kurz zurück zu den Anfängen. Wann war nach dem ersten Hit „Die da“, als man den Fantastischen Vier keine lange Karriere zugetraut hat, der Punkt, an dem aus einem vermeintlichen OneHit-Wonder die Speerspitze des deutschen Rap wurde? Der erste Moment war für uns „Die vierte Dimension“, das Album nach „Vier gewinnt“. Als wir noch die lustigen, bunten „Die da“-Jungs waren, haben wir uns selbst und der Welt da draußen bewiesen, dass wir auch eine ernsthafte und ernst zu nehmende Band sind. Die Welt draußen hat es erst mit dem Nachfolger „Lauschgift“ mitbekommen. Auf „Lauschgift“ gab es den Song „Sie ist weg“, einen Hit, mit dem wir gleichzeitig gezeigt haben, dass die Band gewachsen ist. Erwachsen zu sagen ist gefährlich, wenn man von Leuten spricht, die hauptberuflich spielen. Mit „Lauschgift“ haben wir der Welt gezeigt, dass die Fantas da sind, um dazubleiben. Der Michi Beck hat damals gesagt,

dass das unser letztes Album sein wird – und das behauptete er bei jedem Album bis zum 20-jährigen Jubiläum. Dann kam bei ihm die Erkenntnis: Scheiße, das könnte für immer sein. Das hat sich mit dem

Captain Fantastic Es gibt keine wie sie: Die Fantastischen Vier, die unverwüstlichen Wegbereiter des deutschen Sprechgesangs, sind auch 2019, im dreißigsten Jahr ihrer Karriere, mit ihrem neuem Album auf „Captain Fantastic Tour“ und dabei relevant wie eh und je!


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blick 25. noch bestätigt. Wenn man in Deutschland etwas ein Vierteljahrhundert macht, dann glauben die Leute auch, dass das bleibt. Nicht wie meine Mutter damals dachte: „Naja, jetzt machst du mal ein paar Jahre die Fantas und danach gehst du in den Friseurberuf zurück.“

Foto: Boris Breuer

Hat sich, angesichts der Jubiläen, die Bedeutung von Zeit geändert? Ja natürlich, das ist unabhängig von den

Fantas. Mit Sicherheit hat jeder, der ein halbes Jahrhundert alt ist, bemerkt, dass er vermutlich höchstwahrscheinlich auf mehr zurück blickt, als dass er nach vorne blickt. Man hat mehr Erfahrungen gemacht als man vor sich hat, der Verstand hat vieles abgehakt. In der Jugend machst du vieles zum ersten Mal. Die Zeiten sind vorbei. Da muss man aufpassen, dass man nicht gelangweilt wird. Die Begeisterung ist aber nicht tot, sie ist nur schwerer zu finden und muss härter gesucht werden. Dann kommt sie wieder, dann brennst du wieder für etwas, dann bist du wieder frisch. Gleich beim Opener des Albums, dem Titelsong, bringt ihr die volle Ladung Sozialkritik an, allerdings ohne Refrain. War das so geplant?

Beim Intro haben wir gedacht, wir müssen einen Aufschlag machen. Das Instrumental klingt schon wie großes Kino, aber so einen richtigen Song mit Refrain – nein. Es ist als Intro zu sehen: Einfach einmal kurz eine Ansage machen, damit alle wissen, hier regieren die Fanta … hier regiert der Captain. Und dann sofort zurück zu Business as usual. Der Track „Tunnel“ ist eine Art Kernstück des Albums und auch die erste Single. Da gibt es die Textzeile „Bald brennt die ganze Welt“. Kriegen wir noch die Kurve?

GEWINN SPIEL Wir verlosen 2 × 2 Tickets für das Konzert in der Wiener Stadthalle zzgl. vier Alben „Captain Fantastic“. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

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Westernhagen hat einmal einen geilen Song gemacht, „Die Welt brennt lichterloh“. Natürlich brennt es an allen Ecken und Enden. Es ist schon nicht ohne, was auf dieser Welt passiert, aber man darf die Hoffnung nie aufgeben. Es gibt genauso diese leisen, schönen, stillen Momente, die aber nicht so deutlich sind, als wenn die Feuerwehr kommen muss. Man kann nur hoffen, dass die Welt im Gleichgewicht ist, das scheint nicht immer so. Mittlerweile ist es ja drei oder zwei vor Zwölf, die Weltuntergangsuhr wurde mit der Wahl von Trump vorgestellt. Aber es gibt überall Menschen, die sich verlieben, die dich respektieren. Eine helfende Hand gibt es ständig auf dieser Welt. Man darf die negativen Seiten nicht so sehr in den Vordergrund stellen und sich darauf fokussieren. Ich gehe immer davon aus: Wo ich bin, da ist Frieden, kein Krieg. Da ist Liebe, da ist ein Miteinander. Ich sorge dafür, dass dort, wo ich bin, der Brand gelöscht wird. Sind wir nur „Affen mit Waffen“? Wir sind Affen ohne Waffen. Wenn man nach Amerika rübersieht, dann sind dort die Affen mit Waffen. Wir haben nur Stöcke und ab und zu Messer, das ist aber auch schlimm genug. Da kommen Erinnerungen an den „Planet der Affen“ hoch … Das schönste Zitat im Film: „Ape shall never kill Ape.“ Da haben sie uns eines vorweg, auch wenn sie danach einen Bruderkrieg führen. Da gibt’s auch Ärger im Paradies. Wenn wir uns auf dieser Welt wenigstens auf dieses eine Prinzip, unsere eigene Spezies nicht auszurotten, verständigen könnten, wäre viel gewonnen. Du hast die Kommune „M.A.R.S.“ bereits angesprochen. Ist das deine kleine, heile Welt? Die Kommune ist ein Rückzugsort für mich. Die Probleme der Welt kannst du

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nicht ausschließen, die haben wir zwischen den Ohren. Egal wo du dich befindest, du musst deine geistige Einstellung zu dieser Welt, dein Lebensgefühl auf die Reihe kriegen. Da hilft mir die Natur, da hilft mir die Abgeschiedenheit von „M.A.R.S.“. Aber auch dort gibt’s natürlich Probleme, es ist kein Paradies – wenn es ein Paradies ist, dann genauso wie jeder andere Ort auf dieser Welt. Der Text von „Tunnel“ erinnert mich an die Bunkermentalität der Achtziger, als sich viele einen Atombunker in den Garten bauen ließen. Sind wir wieder so weit? Die Prepper-Szene ist ja sehr aktiv. Ich frage mich nur, was du denn in deinem Bunker machen willst, wenn die Welt untergegangen ist? Was ist da lebenswert dran, in einem Kellerloch zu sitzen mit einer giftigen Ventilation und auf Konserven zu starren? Einen Tunnel zu graben ist ja auch eine politische Sicht von ganz rechts, eine Isolation. Gleichzeitig aber auch der Blick auf das „höher, schneller, weiter“: Wir müssen immer höher bauen, höher hinaus bis in den Himmel. Jeder, der ganz oben ist, ist ein Arschloch und wer ganz unten ist, hat es auch nicht geschafft, ist also ein Versager. Ist in diesem Zusammenhang die Mittelmäßigkeit eine Lösung? Ich glaube nicht. Also geht doch hin, wo ihr wollt, aber lasst die Türe auf. Das Duett mit Clueso, „Zusammen“, klingt beinahe wie ein geplanter Hit, den es auf jedem Fanta-Album gibt. Ich wünschte, das wäre so. Aber nach zehn Platten und beinahe dreißig Jahren reden wir von fünf, vielleicht sechs Hits. Es gelingt einem nicht jedes Mal, eine Nummer zu schreiben, die diese Größe und Qualität hat. Es ist ja recht lustig, wenn einige jetzt sagen: Jetzt wollen die da so einen Hit machen, nach Möglichkeit auch zur Fußball-WM, geht klar. Das haben wir jetzt im Video und der Presse-

mitteilung aufgegriffen: Da sagen wir, dass wir als alte Hip-Hop-Band uns auf Zwängen des Managements und der Plattenfirma hin jetzt einen jungen Künstler hinzuholen, den wir selbst auch nicht kennen, damit der den Karren aus dem Dreck zieht. Was dabei rauskommt, sehen wir im Video: Es eskaliert und wird beinahe zum Ende der gesamten Band. Aber wir haben es geschafft, ich kann’s dir sagen. Wir sind wieder die Fantastischen Vier und haben uns mit Clueso geeinigt. Das war nicht ganz billig, aber wir sind wieder Freunde und können unseren Hit vielleicht zusammen feiern (lacht). Was macht die Fantastischen Vier nach knapp drei Jahrzehnten noch immer relevant als Hip-Hop-Truppe, zu der junge Künstler als Godfathers des Deutsch-Rap emporsehen? Relevant bleiben ist eine gute Frage. Viele Leute, die heute Hip-Hop machen, sind damals noch gar nicht geboren gewesen. So wie für uns James Brown: Seine Relevanz war weg, er hatte aber noch die alten Hits. Man vergleicht uns gerne auch mit den Rolling Stones (lacht). Die haben auch keine Relevanz mehr, wenn die eine neue Platte rausbringen, interessiert mich das nicht. Ich will „Satisfaction“ hören oder „Sympathy for the Devil“. Wir versuchen natürlich mit jeder Platte zu einer Essenz zu kommen, wir versuchen, die vergangenen zwei, drei Jahre unseres Lebens zu reflektieren. Aber das sind die Leben von Menschen, die jetzt 50 sind. Ich frage mich ernsthaft, weshalb da unten ein 14-jähriger steht und das feiert. Ich denke manchmal, die werden von ihren Eltern gezwungen, aber dafür sind es wiederum zu viele. Irgendwie schaffen wir das wohl. Das Geheimnis ist Authentizität. n Die Fantastischen Vier gastieren mit „Captain Fantastic“ am 9. Jänner in der Wiener Stadthalle (D). Für diese Veranstaltung sind FanTickets verfügbar.


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Supertramp’s Roger Hodgson Breakfast in America Roger Hodgson war 1969 der Mitbegründer von Supertramp. Er war 14 Jahre Mitglied der legendären Band und bis zu seinem Austritt 1983 schrieb, sang und arrangierte er die meisten der unsterblichen RockSongs, welche die Band zum weltumspannenden Phänomen machten. Auch beim Konzert auf der Festung Kufstein wird Hodgson all die Hits, die er zuerst mit Supertramp aufgenommen hat, sowie auch seine anderen Klassiker spielen – von „Sister Moonshine" bis „Along Came Mary“. 12. Juni, Festung Kufstein Das Mittelalterspektakel Wie auch in den letzten Jahren erwarten Sie beim Spektakel musikalische Leckerbissen, denn die begehrtesten und erfolgreichsten Bands der Mittelalterszene von Folk über Rock bis Metal warten im VAZ St. Pölten auf ihre begeisterten Anhänger, darunter Corvus Corax (Foto) und Schandmaul. Als besonderes Schmankerl wird den Konzertbesuchern wieder ein Mittelalterspektakel in einem eigenen Bereich mit Lagergruppen, Händlern der Szene, Marktmusik und „Die Henker“ geboten.

MASP 2018

Fotos: Manfred Pichler (Leo Kysela), Rob Shanahan (Roger Hodgson), Christian Ermel (MASP 2018)

28. Juli, VAZ St. Pölten

Leo Kysèla In Concert Leo Kysèla ist unermüdlich „on the road“, in unterschiedlichsten Formationen und mit Hits aus 12 Alben. Im Sommer erleben wir ihn mit Christoph Hammer, in Graz auch mit Giorgio Hammer. Besonderes Schmankerl: In Flamberg und Graz finden CD-Aufnahmen statt!

MONKEY BUSINESS Na, auch schon nominiert worden für die „Album Challenge“? Dieser popkulturell verbrämte Kettenbrief geistert seit einigen Wochen durch Facebook. Und erreicht mittlerweile auch den vorderletzten Musikfan. Man kann’s inspirierend finden oder leicht nervig: Ganz kalt lässt die Frage nach den persönlichen zehn Lieblingsalben kaum jemanden. Was für die Kraft der Musik und der individuell damit verbundenen Emotionen, Erkenntnisse und Erinnerungen spricht. In gar nicht wenigen Fällen heißt es sogar, dieses oder jenes Album von X (Namen bitte nach Belieben einsetzen) sei „lebensverändernd“ gewesen. Aber hallo. Derlei auszulösen ist allerhöchste Kunst. In der Musikindustrie gibt es Leute, die dafür einen Riecher haben (und dafür auch gut bezahlt werden): die A&RManager. Quasi die Trüffelschweine der Branche. Nun wird in deren Chefetagen aktuell eine hoch spannende Debatte geführt: Lassen sich diese Menschen eventuell durch Algorithmen, Big Data und Künstliche Intelligenz ablösen? Denn heute weiß man über den Geschmack von Milliarden Musikfans, die selbst (un)freiwillig den Input liefern, detailliertest Bescheid. Lassen sich also Hits vorausberechnen? Sagen wir so: Unwahrscheinlich ist das nicht. Die Charts klingen danach. Aber mit Verlaub: Kunst ist das keine. Walter Gröbchen

im Juni und Juli in Flamberg, Graz und Knittelfeld

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Vom Teufel Mit seinem Projekt Zeal & Ardor verknüpfte der Schweizer Manuel Gagneux als erster Musiker Black Metal mit Gospel und Blues. Nun erscheint sein neues Album „Stranger Fruits“, mit dem er im November nach Wien kommt. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

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ollegah & Farid Bang gewinnen mit antisemitischen Textzeilen einen ECHO, ein Gitarrist der Black-Metal-Band Watain hebt den rechten Arm und ein Genrekollege aus den USA muss sich mit neun Jahre zurückliegenden Gerichtsverhandlungen bezüglich Pädophilie herumschlagen: Die letzten Wochen haben gezeigt, dass es auch im Zeitalter des Internets und der zunehmenden Abstumpfung möglich ist, zu provozieren und aufzurütteln. Das gelang vor knapp zwei Jahren auch Manuel Gagneux – mit wesentlich weniger drastischen Mitteln. Gelangweilt von seiner Schweizer Heimat Basel zog er knapp davor nach New York, um sich dort seinen Unterhalt als Tontechniker und musizierend in nebeligen Spelunken zu verdienen. Plötzlich kam er auf die Idee, auf der Online-Plattform 4chan in die anonyme Runde zu fragen, welche Musik die User denn gerne hören würden und bekam mit „Nigger Music und Black Metal“ eine unzweideutige Antwort. Das Potpourri der Teufelsmusik Aus der anfänglichen Wut ob des offenkundigen Rassismus entstand in einer kreativen Hochphase das Album „Devil Is Fine“ unter dem Banner Zeal & Ardor

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– und veränderte Gagneux’ Leben nachhaltig. Unzählige Liveshows, KritikerLobeshymnen und Nominierungen für die renommierten Metal Hammer- und Loudwire Music-Awards folgten. Mit seiner Vermischung aus harschem 90erJahre-Norwegen-Black-Metal, tiefschwarzem Gospel und seelenvollem Blues erschuf der 28-Jährige einen neuen Farbklecks in der Musiklandschaft und wurde zum großen Underground-Hype. „Es war schon immer mein Ziel, dass ich von der Musik einmal leben könnte, und das ist jetzt passiert“, reflektiert er seinen rasanten Aufstieg im Gespräch, „im täglichen Leben esse ich zwar immer noch Fertig-Sandwiches und trinke RedBull-Verschnitte, aber ich kann jetzt mit meinen Freunden in der Band reisen und live spielen.“ Früchte des Zorns Barrieren vernichten und Grenzen einreißen sind nicht nur musikalisch die wichtigsten Prämissen für den Künstler, textlich vermischt er sein Interesse für Okkultismus mit der amerikanischen Sklavengeschichte. Auf dem Nachfolger „Stranger Fruits“ hat er die Grundthematik weitergesponnen. „,Strange Fruit‘ ist ein altes Gedicht, das einst Billie Holiday zu einem Song verwandelt hat.

Beim Albumtitel und dem Cover-Artwork geht es um Früchte, die von Pappeln hängen. Das ist eine Metapher für die gelynchten Sklaven. Ich habe aber auch versucht, die Thematik in die Moderne zu transportieren und spreche auf dem Album mitunter die wohlpigmentierten Menschen in Amerika an, die immer wieder von Polizisten erschossen werden.“ Die Doppeldeutigkeit ist Gagneux ein wichtiges Anliegen. So dreht sich etwa der Song „Servants“ nicht nur um die Revolution der Sklaven, sondern streift auch das Leid von Wirtschaftsgefangenen in der Moderne. „Ich wollte die Texte bewusst so bizarr wie möglich lassen, um dem Hörer möglichst viel Interpretationsspielraum zu lassen, aber eigentlich ist es ein Wahnsinn, dass man zeitlich so extrem weit auseinanderliegende Themen inhaltlich verknüpfen kann. So als ob man aus Fehlern nie lernen würde.“ Durch unterschiedliche Intermezzi haben die 16 Songs auf „Stranger Fruits“ eine kohärente Erzählstruktur und geben dem Album einen Rahmen, der bei „Devil Is Fine“ noch nicht greifbar war. Musikalisch wirkt das neue Werk wesentlich selbstsicherer, es gibt von allem mehr. Mehr Black-Metal-Ausritte wie auf „Row Row“, sanftere Gitarren und


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geritten

Foto: Stian Foss stianfoss.com

Zeal & Ardor Sein Ansatz stützt sich auf eine alternative Weltgeschichte: Das Christentum wurde den amerikanischen Sklaven aufgezwungen und zwar genau so, wie es einst auch in Norwegen geschah: Black Metal entstand in den Neunzigern als Rebellion gegen den Monotheismus. Was wäre passiert, wenn die amerikanischen Sklaven auf gleiche Weise rebelliert hätten?

eine dunklere Atmosphäre wie etwa in „Ship On Fire“. „Das neue Album kann man fast schon kastriert nennen“, lacht der Künstler, „denn die erste Auswahl der Songs war wesentlich vor den Kopf stoßender. Ich glaube schon, dass ich insgesamt eingängiger geworden bin, aber nicht mit Absicht.“ Produziert wurde das wuchtig klingende Werk von Zebo Adam und Converge-Gitarrist Kurt Ballou. Gagneux’ Ziel, mit seiner Musik einerseits Vertrauen zu schaffen, andererseits zu entfremden und zu überraschen, ist ihm gleichermaßen gelungen.

Des Teufels Fleischeslust Nach seinem gefeierten Österreich-Debüt 2017 beim Waves Festival kehrt er diesen Herbst ins Wiener WUK zurück – als Teil des Europavox, bei dem sich nationale und internationale Nachwuchskünstler ins Rampenlicht stellen. Obwohl er sich sehr auf den Auftritt freut, ist der Schweizer kein Fan solcher „Showcase-Veranstaltungen“. „Es sind zu viele Bands, die viel zu kurze Sets spielen und das Publikum besteht meist aus Bookern und Managern. Da kommt keine richtige Konzertstimmung auf.

Es ist mehr so wie an der Fleischtheke, wo sich diese Leute ein bisschen das Kinn reiben, überlegen, was sie wählen sollen und dann doch lieber nach hinten gehen, um zu koksen und zu saufen“, lacht er. Die entwaffnende Ehrlichkeit ist das größte Plus neben seiner immer noch einzigartigen Musik. „Ich habe gelernt, dass ich keinen Plan haben kann. Wir machen jetzt einfach weiter, solange irgendwen meine Musik interessiert.“ Durchaus fordernd, ohne um der Provokation willen. n Zeal & Ardor gastiert im Rahmen des Europavox Vienna (2. und 3. November) am zweiten Festivaltag im WUK. Diese Veranstaltung wird von !ticket präsentiert.

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» Wanda

» Beat It

» Herbert Grönemeyer

» Bilderbuch

14.09.2018, Klagenfurt Haltestellen: KTN, STMK, T

03.11.2018, Wien Haltestellen: BGLD, NÖ, STMK

22.03.2019, Wien Haltestellen: BGLD, KTN, NÖ, OÖ, STMK

24.05.2019, Wien Haltestellen: BGLD, KTN, NÖ, OÖ, SZBG, STMK, W, T

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» Bodyguard

» Öblarner Festspiele

» Ö3 Popzirkus am See

» F1 Grand Prix von Ö 2018

06.10. und 13.10.2018, Wien Haltestellen: BGLD, KTN, NÖ, OÖ, SZBG, STMK

21.07.2018, Öblarner Haltestellen: SZBG, STMK

22.06. und 23.06.2018 23.06.2018, Pörtschach am Wörthersee Haltestellen: BGLD, KTN, NÖ, OÖ, SZBG, STMK, W, T

01.07.2018, Spielberg Haltestellen: BGLD, KTN, NÖ, OÖ, SZBG, STMK, T, VLBG, W

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TIM_21_Location Buehne im Hof_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 16.05.18 16:08 Seite 1

Hochkarätige Kleinkunst Seit 1990 prägt die Bühne im Hof das Kulturleben St. Pöltens entscheidend mit. Präsentiert wird Monat für Monat ein hochwertiges, heterogenes Kleinkunstprogramm. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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evor es in die wohlverdiente Sommerpause geht, geht’s im Juni noch einmal rund. Daniela Wandl, die seit Jänner 2016 die künstlerische Leitung verantwortet, hat ein hochkarätiges Programm für die Bühne im Hof zusammengestellt. Der Name kommt übrigens davon, dass diese Kulturstätte in einer ehemaligen Wäscherei im Hinterhof der Linzer Straße beheimatet ist. Gleich Anfang Juni steht wieder mit Marianne Mendts Jazzfestival, das mittlerweile zum 13. Mal stattfindet, der Jazz im Mittelpunkt. Am 1. Juni eröffnet Erwin Steinhauer den Abend mit Literatur & Jazz, bevor Mendt dann die Jazztalente 2017/8 präsentiert. Selbst ist die Grande Dame des Jazz dann am 2. Juni zu hören, wenn sie gemeinsam mit ihrer Band Songs legendärer Komponisten wie Leonard Bernstein oder Thelonious Monk interpretiert.

termine (auswahl)

Foto: Bühne im Hof

1. und 2. Juni: 13. MM Jazzfestival 7. Juni: Dr. Mark Benecke „Insekten auf Leichen“ 14. September: Lisa Eckhart „Die Vorteile des Lasters“ 19. September: Karan Casey & Band 2. und 3. Oktober: Gernot Kulis „Herkulis“ 11. Oktober: Die Strottern

info Telefon: 02742/908050 Web: buehneimhof.at 3100 St. Pölten, Linzer Straße 18

Bühne im Hof Vor 28 Jahren aus einer ehemaligen Wäscherei in einem Hinterhof in der Linzer Straße entstanden, prägt die Bühne im Hof mit einem vielschichtigen Programm aus Kabarett, Theater und Musik die heimische Kulturlandschaft.

Die Highlights im Herbst Den Saisonauftakt im September bestreitet dann die Poetry-Slammerin Lisa Eckhart auf ihre ganz unverwechselbare Art in schönstem, nasalem Schönbrunner-Deutsch. In ihrem Programm „Die Vorteile des Lasters“ erfindet sie die Todsünden neu. Doch wie widersetzt man sich der Spaßgesellschaft, ohne den eigenen Spaß einzubüßen? Die pointiert provokative Antwort erhalten Sie am 14. September! Musikalisch geht es dann mit der „Königin der irischen Vokalkunst“, Karan Casey, bereits am 19. September weiter. Sie gilt als eine der wichtigsten Künstlerinnen in der Geschichte der traditionellen irischen Musik und ist

seit 2000 höchst erfolgreich als Solokünstlerin unterwegs. Zuvor war sie die Leadstimme der Folkband Solas. Anfang Oktober gastiert ein wahrer Held in der Bühne im Hof: der „Herkulis“ Gernot Kulis! Und während sich der sagenhafte Herkules mit einem Löwenfell schmückte, hat es der Herkulis auf Ihr Zwerchfell abgesehen! Am 11. Oktober widmen sich dann schließlich die Strottern mit ihrem Programm „Waunsd Woadsd“ dem Wienerlied. Klemens Lendl und David Müller bewegen sich mit viel Witz und Spielfreude durch den Wiener Liedschatz. Natürlich geben die beiden aber auch wieder ihre einfallsreichen Eigenkompositionen zum Besten.

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!ticket highlights

Blue Man Group

Die einzige Show so bunt wie das Leben! Die Blue Man Group und ihre Erfolgsshow sind ein brillanter Reflex auf moderne Zeiten und den technologischen Overkill. Natürlich sind Klassiker wie das Wasserwirbel-Trommeln, Marshmallow-Werfen und Farbspucken ebenso Teil ihrer Welttournee wie brandneues Material. Dabei agiert das Trio in einem Gewirr von Röhren, mit skurrilen Percussion-Instrumenten und obskuren Klangkörpern wie Drumbone, Big Drum und Airpoles. Diese Klänge und Rhythmen verbinden sich mit dem treibenden Rock der Live-Band zum unverkennbaren Blue-Man-Sound. im Februar in der Stadthalle Graz, im März in der TipsArena Linz

Sommerliche Metal-Highlights Vorprogramm u. a. die heimischen Lokalmatadoren Mortal Strike! Cannibal Corpse sind die Death-Metal-Band schlechthin, ja selbst ihr 14. und aktuelles Studioalbum „Red Before Black“ schließt mühelos an alte Glanztaten an. Dass es die alten Herren immer noch können, haben sie uns im Frühjahr erst in Bratislava bewiesen … Diesmal im Vorprogramm: Carnation

und Irdorath! Nach der Veröffentlichung des bisher letzten Albums „Incorruptible“, das bei Fans und Kritikern gleichermaßen gut angekommen ist, ist es 2018 nun endlich wieder an der Zeit, die Heavy-Metal-Titanen Iced Earth in Wien willkommen zu heißen! Im Vorprogramm heißen wir Tulsadoom und Ebony Archways willkommen!

am 3. (Exodus), 11. (Cannibal Corpse) und 14. Juli (Iced Earth), alle in der ((szene))

Sommerbühne

Weltmusik, Wiener Musik, Pop, Varieté, Kleinkunst, Comedy und Theater für Kinder Durch sein unverwechselbar heimeliges Flair und die gleichzeitig internationale Programmauswahl mit Herz und Seele, Charme und Intelligenz ist die Sommerbühne des Theaters am Spittelberg in Wien-Neubau zum Unikat in der heimischen Kulturszene geworden. Dieses Jahr erleben wir u. a. Der Nino aus Wien & Band mit „wach“, Buntspecht (Foto), Die Strottern mit „waunsd woadsd“, Trio Lepschi mit ihrer CD-Präsentation von „Oleanda!“, Hans Theessink, Meena Cryle & Chris Fillmore Band und Christoph & Lollo mit „Das ist Rock ’n’ Roll“.

1. Juni bis 30. September, Theater am Spittelberg

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Fotos: Carsten Göke (Seeed), Buntspecht (Sommerbühne), Lindsay Best (Blue Man Group), Bruce Getty (Exodus), Alex Morgan (Cannibal Corpse), beigestellt (Iced Earth), Dustin Rabin (Danko Jones)

District 19 präsentiert Exodus, Cannibal Corpse und Iced Earth Zwar einmal mehr ohne den ehrwürdigen Herren Holt (Slayer), dafür aber mit neuer Platte im Gepäck kommen die nimmermüden Bay-Area-Thrasher von Exodus wieder nach Wien: bekanntlich war dies jene Band, in der Kirk Hammett spielte, bevor ihn eine unbekannte Band namens Metallica abwarb … Im


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Live 2019 Da brauchen wir gar nicht viele Worte verlieren: Seeed, die elf Musiker, die in den letzten 20 Jahren mit vier Alben, ihrem ganz eigenen Sound und unglaublichen Liveshows erst Berlin, dann die Welt erobert haben, sind zurück! Aktuell arbeiten die Herren nicht nur an einer Tour für kommendes Jahr, sondern – Trommelwirbel! – auch an neuen Songs, die man wohl auf eben dieser Tour in bunter Mischung mit den sensationellen Klassikern gemeinsam abfeiern wird können!

Seeed Danko Jones

Wild Cat Rock ’n’ Roll, so schreit es aus Jones, ist ein Spiel, das man kennen muss, um es gut zu spielen, und changiert dabei immer zwischen Ironie und Muckertum, zwischen echtem Hardrock-Machismo und coolem Overstatement und signalisiert: Wenn ihr so geil sein wollt wie ich, müsst ihr auch so klug sein wie ich und zwischen ernst meinen und ernst machen unterscheiden. November 2019, Wiener Stadthalle (D) & TipsArena

24. November, Flex und 27. November, Rockhouse

Rund um den 25. Life Ball sind von Absolut Vodka noch weitere Inszenierungen geplant, die dem Anliegen des Balls gerecht werden.

Foto: Absolut

dus), Alex Morgan (Cannibal Corpse), beigestellt (Iced Earth), Dustin Rabin (Danko Jones)

Die erste rein österreichische Limited Edition des schwedischen Premium Vodkas Absolut wird rechtzeitig zum Life Ball 2018 präsentiert. Erstmals muss AbsolutGründer Lars Olsen Smith – sein Kopf ziert das Emblem jeder Absolut Flasche weltweit – dem Red Ribbon weichen. Die Flasche selbst ist in die Regenbogenfarben getunkt und steht für das Verantwortungsbewusstsein der Marke. Die Absolut Life Ball Edition ist auf insgesamt 60.000 Flaschen in Österreich limitiert und somit bei Sammlern heiß begehrt.

Das auf 9.000 Flaschen limitierte GALLINK, ein Barrel Aged Black IPA, durfte in den letzten Monaten in Original irischen Jameson-Whiskey-Fässern reifen und bereichert ab sofort den heimischen Biermarkt. „Mastermind“ ist der Slowene Vasja Golar, der sich mit seiner eigenen Brauerei BEVOG in Bad Radkersburg einen Traum erfüllt hat. Mit kreativen Craft-Beer-Kreationen erobert sie seit 2013 die Herzen vieler Bierliebhaber. Als Inspiration für Name und Design diente Eisengallustinte, die ab dem 5. Jahrhundert die Standardschrift- und Zeichentinte in Europa war und bis ins 20. Jahrhundert verwendet wurde. Das Craft Beer mit irischem Touch ist ab sofort in den Ammersin Getränkeshops sowie bei BeerLovers zum Preis von Euro 4,90 pro Flasche erhältlich.

Fotos: Nina Kurnik, Pernod Ricard Austria

GALLINK – BARREL AGED BLACK IPA

Absolut Vodka launcht erste österreichische Life Ball-Edition: Red Ribbon als Emblem, Regenbogenfarben für die Flasche

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Die Reise zum neu empfiehlt

Rea Garvey hat ein neues Album am Start. Mit „Neon“ beweist der Sänger, dass Musik für ihn ein stetiger Prozess der Selbstfindung ist – irgendwo pendelnd zwischen Ankommen und dem Drang nach Ungewissheit. Dazwischen gibt’s ein paar Bierchen mit Rammstein. TEXT: MANUEL SIMBÜRGER

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ea Garvey beschreibt man am besten als „cool dude“. Wir treffen den Sänger im Wiener HipHotel Le Meridien, um über sein neues Album „Neon“ zu sprechen. Sein Gang ist selbstbewusst, aber nicht arrogant, sein Händedruck stark, seine Augen strahlen Güte und Wärme aus, um die sich in den letzten Jahren ein paar Lachfältchen breitgemacht haben. Überaus stylish sieht er aus: Schwarzer Hoodie, schwarze Stoffhose, knallrote Jacke, die Haarmähne zu einem strengen Pferdeschwänzchen zusammengefasst, die Bartpracht gestriegelt wie nur was. Trotzdem tut man sich leichter, sich den erklärten Bierfan Rea in einem lautverrauchten irischen Pub vorzustellen als im Nobelrestaurant bei Kaviar und Champagner. Es überrascht deshalb auch nicht, als er uns von seinem gemeinsamen Abend mit Rammstein erzählt. Die hat er nämlich vor einiger Zeit während einer seiner Reisen nach Reykjavík zufällig getroffen – und gleich mal mit ihnen in einer urigen Kneipe die Nacht zum Tag gemacht. Sicher lustig, mit den Jungs abzuhängen. Rea grinst schelmisch: „Eher: What the Fuck?!“ Der Weltenbummler Reykjavík war nur eine der vielen Städte,

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in die Rea, gebürtiger Ire und Wahlberliner, während des Entstehungsprozesses seiner neuen Platte gereist ist – um sich inspirieren zu lassen, um aus Fremden Freunde zu machen, um über den eigenen Schatten zu springen. In die Welt hinausgehen, um nicht zuletzt das eigene Zuhause zu finden: „In der Ferne ist man emotional nackt. Ich habe entdeckt, dass alles, was ich brauche, zu Hause in Berlin ist.“ Folgerichtig steht auch „Neon“, das insgesamt vierte Soloalbum von Rea, unter dem Traveller-Thema: denn auch nach mehr als einer halben Million weltweit verkaufter Soloscheiben, zahlreichen Auszeichnungen und erfolgreichen Touren ist Ankommen für Rea keine Option – zumindest was die Musik betrifft. Immer in Bewegung bleiben, dem Hunger nach Neuem folgend ohne gar in Komfortzonen zu versacken: Rea ist ein Getriebener, ohne getrieben zu sein. „In der Musik fühle ich mich frei. Ich mache mir keinen Erfolgsdruck, also bin ich frei von jeglichen Hemmungen. Die Musik ist der Chef, nicht ich.“ Der Wagemutige Tatsächlich klingen die neuen Songs experimentierfreudiger, gewagter als das, was man von Rea bisher kannte – nichts allzu

Radikales, aber trotzdem aufhorchen lassend. Die zweijährige Reise um die Welt scheint Abenteuer und Perspektivenwechsel zugleich gewesen sein: Der erfrischende Genremix (von Softrock über UrbanPop bis hin zu HipHop und Gitarrenballaden) macht „Neon“ zum Kosmopoliten unter Reas Alben und ist dabei ein authentisches Abbild seiner selbst: von überall ein bisserl was, aber doch eine runde Sache. Packen-


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uen Ich de Rock-Power trifft auf modernes Programming, zurückgelehnte Beats auf irische Traditionsinstrumente und urbane Pop-Vibes. Rea wagt sich gerade weit genug aus dem Fenster, um den Horizont zu erweitern, dabei aber nicht zu fallen. Der Gläubige Apropos fallen: Jede gute Reise beschreitet neue Wege. Und diese bergen wiederum das Risiko des sang- und klanglosen Scheiterns. Für Rea jedoch nicht abschreckend: „Scheitern ist Teil des Prozesses. Man muss zuvor falsche Wege beschreiten, um zu erkennen, welcher der richtige ist.“ Auf sein neues Album sei er „unglaublich stolz“, er bezeichnet es gar als seine bisher beste Arbeit: „Würde ich das nicht behaupten Rea Garvey können, Der „Irishman in Berlin“ rückt mit seinem vierten würde ich Album „Neon“ die dazugehörige Tour die CD nicht in ein besonderes r ausbrinLicht. gen.“ Für „Neon“ sei er an seine Grenzen gegangen, denn ein neues Album sei mit einer anstrengenden Bergbestei-

gung zu vergleichen, für die man alle erdenklichen Strapazen auf sich nimmt, erzählt er. Perfektionist sei er zwar keiner, „aber ich habe gelernt zu erkennen, wann ich die Handbremse ziehen muss. Dann kehre ich um und fange von Neuem an. Das wird nicht immer gern gesehen und gehört.“ Seine Werte zu verteidigen, auch das kann eine Grenzerfahrung sein. Als Quelle der Kraft und Inspiration nennt Rea seinen Glauben. Vielleicht ist es so zu erklären, dass Hoffnung und Angst bei ihm eine große Rolle spielen – oder eher: wie man diese bewahrt beziehungsweise hinter sich lässt. „Ich hab grundsätzlich vor nichts Angst. Weil ich mich auf etwas verlassen kann. Ängste stellen dich selbst und deinen Glauben infrage.“ Zugegeben, auch Lebenserfahrung hilft: „Als 13-Jähriger wäre ich nach einer Operation beinahe gestorben. Seitdem weiß ich: Ich kann alles schaffen!“ Der Liebende Seine Songs, nicht unüblich unter Künstlern, würden stets jene Lebensphase ausdrücken, in der er sich aktuell befindet. Die Musik als Seelenspiegel sozusagen. Und weil Rea sich mehr denn je weigert, sich von dunklen Gedanken beherrschen zu lassen, ist auch „Neon“ im Vergleich zur gesellschaftskritisch-wütenden Vorgängerplatte „Prisma“ hoffnungsvoller, positiver und lebensbejahender geworden, das Pulsierende und Fordernde ist aber geblieben. Der erste Song auf dem Album trägt gar den Titel „Beautiful Life“ – ist das in Zeiten von, sagen wir mal, politisch ambivalenten Zeiten nicht ein bisserl gar zynisch? „Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, beim Songschreiben nicht das zu wiederholen, was ohnehin schon jeder weiß. Wieso soll ich die aktuell allgegenwärtige Angst mit meinen Songs zusätzlich verstärken?“ Der Soft-

rocker macht sich gerne Gedanken über das Menschsein, die Welt und wieso wir tun, was wir tun, weshalb er jetzt so richtig in Fahrt kommt. „Gerade jetzt dürfen wir nicht vergessen, dass Hoffnung und Liebe immer noch in der Welt existieren. Denn nur mit Liebe bekämpft man die Ignoranz, aus der Angst geboren wird. Und daraus wiederum wird Hass.“ Das klingt zwar ein bisschen nach Kirchenpredigt, aber eigentlich will der Mann mit den gütigen Augen den Zuhörern mit seiner Musik vor allem die Möglichkeit geben, aus dem oftmals tristen Alltag zu entfliehen. Denn Reisen bedeutet schließlich auch, seinen Gedanken Flügel zu verleihen: „Wie bei Walter Mitty!“, grinst er. Der Angekommene Weil Rea, der Tiefgründige, aber weiß, dass es ohne Schatten kein Licht gebe, hat sich dann doch auch der eine oder andere düstere Song eingeschlichen. „Wie stark ein noch so kleines Licht ist, weißt du erst, wenn du in der Dunkelheit stehst. Erst durchs Hinfallen lernst du das Aufstehen.“ Von Dichotomien hält Rea ohnehin wenig, und auch im Dunklen findet mensch Glückseligkeit: „In der Dunkelheit gibt es keine Geschlechter, keine Hautfarbe, keine Namen. Nur Gleichheit. Nur Da-Sein.“ Beim Philosophieren vermeidet Rea Augenkontakt. Nicht, weil ihm das Gesagte peinlich, weil er unsicher oder gar arrogant wäre. Vielmehr ist es ein Blick in die Ferne, in sein tiefstes Inneres, in seine Seele. Rea geht dann auf Reisen, wieder mal. Auch wenn er eigentlich schon längst angekommen ist. n Im Zuge seiner „Neon“-Tour kommt Garvey zwei Mal nach Österreich, am 2. Juni nach Gmunden, am 4. Oktober nach Wien. Für Wien sind ticketPLUS+ Dinner und ticketPLUS+ Hotel verfügbar.

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MODE A N A V NIR

Zum Niederknien ist der Modesommer 2018! Endlich dürfen Grunge Girls und Grunge Boys wieder nach draußen!

Fotos: Hersteller, Autumn de Wilde (1)

REDAKTION: ANGELIKA GOLDMANN

STARCRAWLER

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Das junge Quartett aus L.A. rund um Sängerin Arrow de Wilde bringt gewagte Outfits und für Fans von Nirvana, Black Sabbath und den Ramones auch musikalisch frischen Wind unters Musikvolk, so auch am 14. Juni live beim Nova Rock: Bring your friends! www.novarock.at www.starcrawlermusic.com


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!ticket lifestyle

Hast was an den Ohren?

Eyeliner der Stunde

Metallisches Rost-Orange im Das Rock’n’Roll-Leben kann ungesund Sonnenlicht lässt die Augen sein. Zumindest an den Ohren ist das strahlen. Aus der Beached Obst nun immer dabei! Ananas-Ohrclips Collection bei www.urban-decay.at erhältlich bei: www.hm.com

Gelbe Welle Das Rucksackmodell „Stig“ ist ein Klassiker. Diesen Sommer in trendigem Senfgelb: eine kleine Sonne, die man immer dabeihat! www.sandqvist.com

Lady in Red Für den Musiksommer kommt nur „Red Anarchy“ auf meine Nägel: Nomen est Omen. Den Nagellack von YSL gibt es bei www.douglas.at!

Pippi lässt grüßen!

Muss haben! Ein Overall ist jetzt eine gute Investition. Vor allem wenn er so aussieht wie dieser hier. Gesehen bei: www.monki.com

Die Holzschuhe aus Schweden passen gut zum Grunge-Outfit, besonders das Modell Baskemölla mit bemalter Sohle! www.swedishhasbeens.com

Totenschädel Der Hoodie für ihn. Steht IHR aber auch gut! www.cheapmonday.com

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!ticket heimat

Gegensätze Schwarz und Weiß, Helligkeit und Dunkelheit, Leichtigkeit und Schwere – das Duo DRAMAS spielt gerne mit den Kontrasten, insbesondere in musikalischer Hinsicht. Und das Ergebnis klingt episch-schön, wie ihre EP „Libra“ zeigt. TEXT: AMINA BEGANOVIC

Perfektionismus und Emotionen Ein Kontrast, der sich gut ergänzen kann, zumindest bei DRAMAS.

termine

5K HD spielen am 7. im Wiener Porgy & Bess auf, am 14. im Cinema Paradiso St. Pölten. Neues Soundmaterial von Clara Luzia gibt es am 9. im Kunsthaus Mürzzuschlag zu hören, Russkaja wiederum nehmen am 14. den Rathaussaal Telfs auseinander. Indie-Pop aus Tirol gibt es mit Nihils am 22. in der Burg Hasegg Hall, Julian Le Play gastiert dort tags darauf. Laut wird es mit der Punk-Rock-Truppe Astpai am 28. in der Arena Wien. Der Monat endet im Rockhouse Salzburg mit zwei Terminen: Zuerst mit dem Lotterleben Launch am 27., mit Kaiserin (D) und Paul Jets, am 29. folgt das DAWN Sommerfest mit Motsa, Pressyes und Tents.

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ie heimische Poplandschaft ist um ein interessantes Duo reicher: Mario Wienerroither und Viktoria Winter sind DRAMAS – ein Name, der nicht nur gut im Gedächtnis bleibt, sondern in nächster Zeit wohl in aller Munde sein könnte. Das liegt nicht zuletzt

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an dem anspruchsvollen Sound, den das Paar aus Oberösterreich erschafft und der sich aus der Fülle an aktuellen Elektropop-Angeboten schön abhebt. Nicht etwa mit viel grellem Brimborium, sondern mit einer erfrischenden Zurückhaltung, die ihrer minimalistisch anmutenden Musik große Ohrwurmqualität verleiht. Wobei, so minimalistisch klingt das Ganze gar nicht: Hört man ein Lied mehrmals durch, fallen die zahlreichen Details auf, die der Musik eine enorme Fülle geben,

jedoch ohne sie zu überladen. Man könnte dazu vielleicht sagen: „Kein Wunder“, tüftelt schließlich Mario Wienerroither am klanglichen Stil von DRAMAS. Der Sounddesigner zeigt sich verantwortlich für die Vertonung zahlreicher Werbungen, Filme oder Computerspiele und erlangte nicht zuletzt mit seinen „Musicless Videos“ auf YouTube große Popularität. Ergänzt wird seine Expertise nun mit dem Singer-Songwriter-Handwerk von Viktoria Winter – ein klassisch gegensätzliches Duo

Fotos: Patricia Weisskirchner Hersteller

Die Debüt-EP „Libra“ von DRAMAS erscheint am 1. Juni bei Fabrique Records. Die ReleaseShow findet am 5. Juni im Wiener Fluc statt.


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Fotos: Patricia Weisskirchner, Hersteller

MUNDPROPAGANDA also, das sich in vielerlei Hinsicht dafür umso besser ergänzt. Finden die beiden übrigens auch. „Ich bringe meistens den Input in Sachen Text, Melodie und Layouts. Die zeige ich Mario, dann warte ich gespannt auf seine Reaktion. Und danach fangen wir heiß zu diskutieren an. Ich komme aus einem ganz anderen Bereich und habe einiges vom ihm dazugelernt – und ich glaube, er auch von mir. Gegensätze, die sich anziehen, sind es, wodurch DRAMAS zustande kommt“, erklärt Winter. Diese erprobte Arbeitsteilung ließ auch den Song „Libra“ entstehen. Hier treffen tragende Klavierklänge und SynthesizerElemente auf reduzierte, aber kraftvolle Beats. Über dem Ganzen schwebt die Stimme von Winter und fragt „What’s so heavy on this mind?“ Der ausladende Touch des Tracks entstand dabei nicht zufällig. „Das kommt wohl von meiner Arbeit im Audiobereich“, meint Wienerroither. „Als ich das Grundgerüst vom Song zum ersten Mal gehört habe, dachte ich mir gleich, dass das irgendwie ‚episch‘ klingt und man es mit Streichern umsetzen sollte, wie ich es oft für Filme mache. Es sollte technisch minimalistisch bleiben, aber trotzdem viel Kraft und Fülle haben. Der Track hat viele Schichten, aber die hört man nicht heraus. Das ist die Kunst dabei, die ich besonders spannend finde.“ Gut ein halbes Jahr hat das Duo an den drei EP-Nummern gefeilt, im stillen Kämmerlein quasi. „Wir haben die Songs währenddessen niemandem vorgespielt, wir wollten erst Material zusammenbekommen und sehen, ob wir in die richtige Richtung gehen. Wir wollten uns auch von niemandem reinsprechen lassen. Und es ist ja nicht so, dass wir ‚Mainstream‘Musik machen. Mal sehen, wie die Leute nun darauf reagieren werden.“ What ist Love? „Libra“, lateinisch für „Waage“, gefiel den beiden DRAMAS nicht nur als Wort sehr gut, sondern unterstreicht auch dieses be-

wusste Spiel mit den Kontrasten – zwei Seiten eines Ganzen, Schwarz oder Weiß, den leichten Weg wählen oder den schwierigeren? Und wo könnte man sich diese Fragen besser stellen als in der Liebe? „What is Love?“ singt Winter in der melancholischen Klimax des Songs – sphärisch-verträumt, ein Schwebezustand im Ungewissen. „In dem Lied geht es um eine Person, die zwischen der Entscheidung Leichtigkeit oder Schwere steht. Also das Gefühl, Verantwortung übernehmen, sich festlegen oder lieber noch den Spaß der Ungebundenheit genießen. Ich habe es immer wieder erlebt, dass Menschen sagen, sie seien beziehungsunfähig, sie haben Angst vor einer Bindung … aber die eigentliche Angst, die die Person wahrscheinlich verspürt, ist: ‚Was ist das überhaupt, worauf ich mich einlassen könnte – was ist Liebe?‘ Wählt man die ‚Leichtigkeit‘ der Ungebundenheit, bleiben einem einige Tiefpunkte erspart – aber man erfährt vielleicht nie das ‚wahre Glück‘. Die Person steht nun ganz naiv vor dieser Entscheidung.“ Der zweite EP-Song „Wheel“, eine Metapher für das „Lebensrad“, geht klanglich in eine etwas flottere Richtung, beschäftigt sich aber nicht minder mit gewichtigen Themen. „Es geht darum, dass man nicht aufhören sollte, Fortschritte zu machen und sich weiterzuentwickeln. Dass man Dinge manchmal eine Weile ruhen lassen kann, aber nicht vergessen sollte, dass man wieder weitergehen muss.“ Für DRAMAS geht es nun auch weiter, die EP erscheint Anfang Juni und wird im Wiener Fluc präsentiert. Auf den Ablauf ihrer Live-Performance sind die beiden Musiker selbst bereits sehr gespannt. „Ich freu mich schon irrsinnig darauf. Ich werde Klavier spielen und mich total in der Musik verlieren – was genau ich dann mache, wird sich zeigen“, lacht Viktoria Winter. Ihr Counterpart Mario Wienerroither ergänzt: „Und ich werde dafür sorgen, dass es möglichst gut klingt.“

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (ab)

LIVE Inner Tongue – Favours Vielschichtige Leichtigkeit: Der Wiener Songwriter und Produzent legt eine meisterhafte Pop-Platte vor.

LIVE Die Strottern – Waunst woadsd Das neunte Strottern-Album verbindet die Intimität von Gitarre und Geige mit berührend-poetischer Mundart.

Prohaska – Geld & Prestige Frech, groovig, ironisch: Prohaska halten der Achiever-Selfie-Generation einen musikalischen Spiegel vor.

Left Boy – Ferdinand Vier Jahre hat es gedauert, nun legt Left Boy nach – mit deutlich bunterem, gitarrenlastigerem Sound.

LIVE V. A. – Burn The Borders Mit Turbobier, Templeton Pek, Straightline, Escape Artists und vielen anderen verspricht der Vinyl-Sampler einiges!

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Der vielleicht kultigste Veranstaltungsort Wiens, die Arena, lockt auch in diesem Sommer wieder Musik-Aficionados aller Couleur in die heiligen Hallen von Erdberg. TEXT: ROUVEN AHL

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Shabby chic Diese – sagen wir – skeptische Grundhaltung ändert sich auch beim Eintreten auf das riesig scheinende Gelände des vormaligen Schlachthofes zunächst nicht. Es bietet sich der gleiche Anblick: alte Mauern, die ihre besten Tagen hinter sich zu haben scheinen und an vielen Stellen mit Graffitis bemalt sind. Doch bei allen äußerlichen Mängeln: Irgendetwas zieht einen sofort in den Bann dieser heruntergekommenen Gebäude. Es ist, als würden die Mauern pure Musikgeschichte ausstrahlen. Nirvana waren schon hier und sogar ein Beatle, Ringo

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Charme Vintage ist in wie nie zuvor, kein Wunder, dass der shabby chic der Arena nicht nur, aber auch die Open-Air-Konzerte in ein besonderes Licht rückt

Kleines Hoppala Die amerikanischen Punker Dag Nasty tauften Wien kurzerhand für ihr 2016er-Tourshirt um: „Bezirk Landstraße“

Fotos: Arena, Milo Bauer

n Zeiten von unpersönlichen Mehrzweckhallen stellt sie einen Anachronismus in der Wiener Veranstaltungsszene dar: die Arena Wien, im Stadtteil Erdberg. An der gleichnamigen U-Bahn-Haltestelle gelegen, bahnt sich der Besucher seinen Weg durch tristes Industriegebiet – bis die Arena wie scheinbar aus dem Nichts auftaucht. Beim ersten Blick von außen kommt einem sofort der Begriff „baufällig“ in den Sinn. Und das soll also einer der coolsten Veranstaltungsorte einer an selbigen nicht armen Stadt sein?


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Starr, und David Bowie haben bereits auf der Open-Air-Bühne, die wie ein Monument der Rock-Historie im Zentrum des Areals prangt, gespielt. Und damit ist noch nicht einmal ein Bruchteil der Legenden aufgezählt, die sich in der über 40-jährigen Geschichte der Arena die Klinke in die Hand zu geben scheinen. Es halten sich hartnäckig Gerüchte darüber, dass sich der eine oder andere – benebelt von leistbarem Bier und entzückt vom Sonnenschein, der im besten Falle bei Freiluftveranstaltungen dem an sich etwas sinisteren Ambiente die Schwere nimmt – in die Arena verliebt hat und den unpersönlichen Mehrzweckhallen für immer abschwor. Von wegen Freiluft und Sonnenschein Auch heuer wird es von diesen Bekehrten wieder eine Menge geben, trifft das diesjährige Open-Air-Programm mit seiner Vielfältigkeit doch sicher den Geschmack zahlreicher Musik-Connaisseure. Eine Vielfältigkeit, die man dem angeblichen Punkerschuppen so vielleicht nicht zugetraut hätte. „Von Konzerten über Workshops und Sommerkino, von Partys bis zum Theaterstück – vielfältiges Programm ohne Schubladendenken war, ist und wird uns immer ein Anliegen sein, egal ob 10 Besucherinnen oder 3.000: wir lieben Musik und hassen Rassismus, Faschismus und Intoleranz.“,

sagt Arena-Booker Philipp Gottschall. Indie trifft hier auf Punk und Elektronik – die Beatsteaks auf Angus & Julia Stone oder den Rapper G-Eazy, der es wiederum mit der Pop-Göre Jessie J und dem Reggae von Ziggy Marley aufnimmt: Ein großer Teil der Gesellschaft lehnt Diversität leider immer mehr ab – die Arena erklärt sie (nicht nur) während der Open-Air-Saison zur Maxime. Ob man sich sein Bier dabei nun im Beisl, dem Dreiraum oder an der Bühnenbar holt ist eh auch schon wurscht. Alles muss fließen – besonders im Sommer. Apropos: Ein echtes Highlight in den Wonnemonaten des Jahres bildet das Punk in Drublic – Festival am 19. Juni, das von der US-amerikanischen Kultpunkband NOFX angeführt wird. Hinzu kommen die alles vernichtenden The Bronx sowie Jaya The Cat und Bad Cop/Bad Cop. Mit der besten Ramones-Coverband, die keine ist, den Dee Cracks, ist auch ein Lokalmatador am Start. Und schon startet das Kopfkino: Sonnenschein. Bier. Punk. Arena. Leiwand. Bei einem weiteren Act wird es aller Voraussicht nach etwas beschaulicher zugehen: Mark Oliver Everett alias E, wird seinen so schwermütig wie leichtfüßigen Indierock seiner Band, der Eels, am 17. Juli auf die Bühne bringen. Dabei wird sicherlich vor allem das neue Album „The Deconstruction“ im Mittelpunkt

stehen, welches in den kommenden Jahresbestenlisten wieder einen der vorderen Plätze einnehmen wird. Songs von Klassiker-Alben à la „Elektro-Shock Blues“ oder „Daisies of the Galaxy“ wird Everett dabei aber sicher auch nicht vergessen. Bei aller Post-Post-Moderne oder anderem modischem Firlefanz legt besonders eine Veranstaltung im Open-AirSommer der Arena Wert auf Retrospektive. Der Blues-Veteran und Gelegenheits-Hobo Seasick Steve wird die Gemeinde beim IN-TO-IT.COM-Festival am 23. Juli daran erinnern, welche Blaupause der modernen Popularmusik zugrunde liegt. Sein Schlagzeuger schreckt dabei auch nicht zurück, zwecks der perkussiven Unterstützung den guten alten Kehrbesen herauszuholen. Muss man gesehen haben! Als Headliner des Festivals fungiert der britische Musiker Fink, der im Bereich Singer-Songwriter genauso zu Hause ist wie in den Elektroklubs dieser Welt. Vollendet wird das Line-Up von Charlie Winston und Bruno Major. Und, ihr Musikfanatikerinnen dieser Stadt, was hält euch bei der Aussicht auf solche Gustostückerl noch davon ab, zum ersten Mal oder erneut dem einzigartigen Charme dieses Backsteinhaufens zu erliegen? Eben! n Tickets für die Arena Wien sind bei oeticket.com erhältlich.

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Der Sport fü Von der Mutprobe zum Lifestyle – kaum eine Sportart hat sich in den letzten Jahren so bahnbrechend verändert wie das Klettern. Vor allem in Österreich erfreut sich die Herausforderung für Geist und Körper immer größerer Beliebtheit. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

Weltmeisterschaften im Sportklettern Vom 6. bis 16. September werden über 700 AthletInnen im Kletterzentrum Innsbruck und in der Olympiaworld mit der Unterstützung von über 30.000 Fans um die Medaillen im Lead, Bouldern, Speed und dem olympischen Kombinationsformat kämpfen.

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gen ist. Mittlerweile soll es laut Schätzungen weltweit rund 25 Millionen Kletterbegeisterte geben. Viele davon kommen direkt aus dem Wandersport, weil sie ihre ersten Erfahrungen auf alpinen Klettersteigen machen und der einzigartigen Faszination aus Gefahr und Geschicklichkeit verfallen. In den urbanen Räumen sprießen immer mehr Kletterhallen aus dem Boden, um den „Kraxlern“ fernab von Tageslicht und Witterungsverhältnissen eine Fläche zur Ausübung ihrer Passion zur Verfügung zu stellen.

Fotos: Heiko Wilhelm, Elias Holzknecht

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raft, Ausdauer, Kondition, Koordination, Geschicklichkeit und vorausschauendes Denken – Kletterer müssen viele Eigenschaften vereinen, um sich nicht zu verletzen, die Berge zu erklimmen oder in Wettbewerben erfolgreich zu sein. Ähnlich wie das Wandern erfuhr der Klettersport in den letzten Jahren einen gewaltigen Boom, da man wenig Equipment benötigt und er grundsätzlich für jedermann zu bewerkstelli-


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Fotos: Heiko Wilhelm, Elias Holzknecht

für alle Sinne Alltagsausbruch Beim Klettern geht es in erster Linie nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um den Spaß an der Bewegung, das Austüfteln unbekannter Schwierigkeiten, das Annehmen von Herausforderungen, das Überwinden von Grenzen und nicht zuletzt um das Sich-Auseinandersetzen mit dem eigenen Körper und dem Balancegefühl, das der Mensch bei fehlendem Training von Jahr zu Jahr stärker einbüßt. Für den einen ist das Klettern ein kräfteraubendes Freischwimmen vom sitzintensiven Büroalltag, manch anderer versucht an die ungezwungenen Kindheitstage anzuknüpfen, wo das Herumkraxeln auf Bäumen oder über Nachbarszäune Usus war – man sich nicht davor fürchtete, eine unsanfte Landung auf dem Boden der Realität zu erleiden. Wie wichtig das Klettern bereits im frühen Alter ist, das erklärte Kletterlehrer Mike Gabl dem „Blog Tirol“: „Ich kenne keinen Sport, bei dem der Mensch ganzheitlich so gefordert ist wie beim Klettern. Man muss gelenkig, fit und durchtrainiert sein und außerdem lernen die Kinder, Verantwortung zu übernehmen. Beim Sichern haben die Schüler im wahrsten Sinne des Wortes das Leben des anderen in der Hand. Manche von ihnen sind erst zehn Jahre alt, begreifen aber schnell, welch große Verantwortung sie dabei tragen. Solche Erfahrungen lassen sich auch auf das Berufsleben ummünzen. Man lernt hier auch, konsequent auf ein Ziel hinzuzuarbeiten und zu wissen, wie

Neues Format Mit 10 Tagen ist die WM in Innsbruck die längste Kletter-WM aller Zeiten. Damit wollen die Veranstalter dem Wunsch der Athleten nachkommen, in allen Disziplinen antreten zu können, ohne dass sich dies wegen eines zu dichten Programms negativ auf ihre Leistungsfähigkeit auswirkt.

man die selbstgesteckten Ziele erreichen kann.“ Unterschiedlichkeiten Doch Klettern per se ist nicht gleich Klettern. Fachbegriffe wie „Speed“, „Bouldern“ oder „Sportklettern“ haben sich längst auch in hiesigen Breitengraden durchgesetzt und begeistern die Massen. Beim Bouldern etwa agiert man ohne Sicherungsseil und Klettergurt in Absprunghöhe, was eine besondere Kraftanstrengung voraussetzt. Fehlende Sicherheit wäre beim Sportklettern nicht möglich, dort müssen in Hallen aber

auch an die 15 Meter hohe Wände erobert werden, die durch die Variation von Griffgrößen, Griffformen, Griffdichte und die Wandneigung verschiedenste Schwierigkeitsgrade zulassen. Vom interessierten Anfänger bis zum ausgebufften Profi hat die Kletterwelt mittlerweile für jeden etwas zu bieten. Österreich kann übrigens als die „Ursuppe“ des Sports bezeichnet werden, schließlich geht die Geschichte des Freikletterns, dem Ahn des Sportkletterns, auf den Steirer Paul Preuß zurück: Anfang des 20. Jahrhunderts war er der Erste, der sämtliche technische Hilfsmittel

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Die besten Kletterer der Welt Der 19-fache Weltcupsieger und Weltmeister 2012, Jakob Schubert, trifft in seiner Heimatstadt auf den tschechischen Doppelweltmeister Adam Ondra und den deutschen Spitzenkletterer Alexander Megos. Bei den Damen wird die phänomenale Janja Garnbret versuchen, ihren Titel zu verteidigen. Die österreichische Ausnahmekletterin Jessica Pilz, Anak Verhoeven aus Belgien und Jain Kim aus Korea dürften um Gold ein Wort mitreden.

beim Aufstieg sowie das Abseilen ablehnte und vehement das Prinzip vertrat, dass sich Kletterer einzig auf ihre Kenntnisse und Fähigkeiten verlassen sollten. Im Alter von nur 27 Jahren verunglückte er im Dachsteingebirge, vollbrachte bis zu seinem Tod aber mehr als 1.200 Fels-, Ski- und Hochtouren, davon 150 Erstbegehungen und 300 Besteigungen im Alleingang. Noch lange bevor das Klettern zu einer hippen Sportart wurde, legte Preuß den Grundstein für alles Weitere. Das Wichtigste seiner vielen Credos: „Das Maß der Schwierigkeiten, die ein Kletterer im Abstieg mit Sicherheit zu überwinden im Stande ist und sich auch mit ruhigem Gewissen zutraut, muss die oberste Grenze dessen darstellen, was er im Aufstieg begeht.“ WM in Innsbruck Nach Österreich, ins europäische Epizentrum des Sportkletterns, kehren diesen Herbst nach 25-jähriger Abwesen-

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heit auch die IFSC Climbing World Championships 2018, die Kletter-Weltmeisterschaft, zurück. Stattfinden wird sie erstmals über zehn Tage lang in Innsbruck. Jener Stadt, die das Sportklettern als eine der ersten überhaupt als touristisches Highlight beworben und gefördert hat und somit einen erklecklichen Anteil an der steigenden Popularität des Sports trägt. Die bloßen Zahlen versprechen Großes: In der Kletterhalle Innsbruck und der Olympiaworld werden mehr als 700 Athleten und Athletinnen aus 65 Nationen um Medaillen kämpfen. In den Bewerben „Lead“, „Speed“, „Bouldern“ und „Olympisches Kombinationsformat“ (das 2020 bei den Sommerspielen in Tokio seine Olympia-Premiere feiern wird) werden rund 1.100 Griffe gemacht und 500 Kilogramm Chalk für die Griffigkeit benötigt. Als Grundlage dienen der WM rund 20.000 Arbeitsstunden von Freiwilligen.

Der Magie des Kletterns scheinen jedenfalls keine Grenzen gesetzt zu sein. Der Sport kann gleichermaßen ein Mahnmal des Erfolgs wie auch eine Parabel des Scheiterns sein. Man setzt sich einem unbekannten Risiko aus und muss nicht nur anderen, sondern auch sich selbst und seinen eigenen geistigen Fähigkeiten vertrauen. Das Klettern ist für viele längst mehr als nur körperliche Ertüchtigung oder eine willkommene Abwechslung zum farblosen Alltag – es ist ein Lifestyle, der aktiv als auch passiv zu begeistern weiß und dessen Popularität noch lange nicht den Gipfel erreicht hat. Dabei sein ist schließlich alles – oder um es mit den Worten des deutschen Kletterers Bernd Arnold zu sagen: „Man muss nicht verbittert sein, wenn man auf manches nicht mehr hochkommt.“ n Die IFSC Climbing World Championships finden im September in der Innsbrucker Olympiahalle statt.


TIM_35_Rueckblick Imagine Dragons_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 16.05.18 16:24 Seite 1

!ticket live is life www.mutausbrueche.com

Alleine unter Drachen Mein erstes Konzert, das ich „ganz alleine“ verbracht habe und ja, ich weiß – ich hab es schon oft gesagt, aber dieses war wirklich das schönste, auf dem ich je war!

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ls ich ankam, war die Stadthalle schon gesteckt voll. Mein Platz war links irgendwo am Rang ganz oben und ich hatte vermutlich die beste Sicht. Sängerin K.Flay machte den Anfang und war meiner Meinung nach ein guter Start für das ganze Konzert. Bereits jetzt war die ganze Stadthalle erfüllt von Jubel, Vorfreude und Applaus und dann ging die magische Dragons-Show los!

Fotos: Antonia T. Schulz

Wer Imagine Dragons in der Stadthalle verpasst hat oder keine Karten mehr ergattern konnte, sollte sich das Frequency Festival vormerken. Ich bin zu hundert Prozent auch wieder dort und freue mich schon auf ihre nächste Show!

Tipp!

Die Bühne war riesig und die Bühnenshow noch viel besser – ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie viel Mühe und Herzblut die Imagine Dragons da reingesteckt haben müssen! Da es die „Evolve“-Welttournee war, waren die meisten Songs vom neuen Album, aber die alten Klassiker waren natürlich auch dabei. „It’s Time“, „Demons“ und „Top of the World“ (bei dem Song flogen riesige Luftballons von der Decke ins Publikum) gehörten zum Pro-

Antonia T. Schulz, Studentin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Bloggerin (www.mutausbrueche.at) und nicht zuletzt oeticket.com-Kundin, besucht für !ticket jeden Monat ein Konzert und berichtet darüber. Dieses Mal war sie am 15. April in der Wiener Stadthalle bei Imagine Dragons.

gramm und ich wünschte, ich könnte euch die Videos zeigen, die ich mir übrigens jetzt noch mindestens zwei Wochen jeden Tag ansehen werde! Bei diesem Konzert gab es ein paar wunderschöne Momente. Der erste war, bevor „Demons“ kam, als Dan Reynolds über seine Depression sprach und dem Publikum wichtige Dinge auf den Weg mitgab: „Depression does not define me! If you are struggling with your thoughts and mind, don’t hold it in. Speak up. There is nothing wrong about it!“. Und der zweite schöne Moment war, als die Band auf die andere Seite der Halle die Bühne gewechselt hat und die Akustik-Version von „I bet my Life“ gespielt hat. Könnt ihr euch das bitte kurz vorstellen? Den Abschluss des magischen Abends machte „Radioactive“ und alle gingen mit einer Mischung aus euphorisch, melancholisch und glücklich nach Hause!

Kunden, die zu Imagine Dragons gingen, kauften auch Tickets für das FM4 Frequency im August in St. Pölten, für Angus & Julia Stone am 26. Juni in der Arena (Open Air), für Calexico am 19. Juli – ebenfalls in der Arena – und Arcade Fire am 18. Juni in der Wiener Stadthalle (D). Tickets für alle Veranstaltungen finden Sie auf oeticket.com!

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Kultursommer Fans der klassischen Musik, aber auch des Jazz und des Balletts kommen in den Sommermonaten an ganz unterschiedlichen Orten in Österreich wieder auf ihre Kosten. TEXT: PAUL M. DELAVOS

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er peruanisch-österreichische Opernsänger Juan Diego Flórez gibt diesen Sommer gleich zwei Solokonzerte in Österreich: Am 23. Juni ist er bei der Reihe „Klassik am Dom“ in Linz zu Gast und wird mit Arien von Mozart, Rossini, Puccini, Massenet und Verdi das Publikum begeistern. Begleitet wird er dabei vom Symphonieorchester der Volksoper Wien unter der Leitung von Florian Krumpöck. Am 21. Juli wird er dann in der Alpenarena Bad Hofgastein von der Philharmonie Salzburg musikalisch unterstützt. Flórez, der für seine herrliche Stimme, seine überwältigenden Auftritte und

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Juan Diego Flórez Der österreichische Kammersänger gibt zwei Solokonzerte in Österreich.

seine mühelose Beherrschung hoher Noten weltweit gefeiert wird, bekam 2012 den Ehrentitel „Österreichischer Kammersänger“ verliehen und gastiert auch immer wieder an der Wiener Staatsoper. Tschaikowskis Seelenleben Der renommierte russische Choreograf Boris Eifman versucht in seinem 2016 geschaffenen Ballett „Tchaikovsky PRO et CONTRA“ dem russischen

(Ballett-)Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski und seinen inneren Konflikten näherzukommen. Bereits zu Lebzeiten weltbekannt, zählen Tschaikowskis Werke heute zu den bekanntesten der klassischen Romantik. Eifman fühlt sich der klassischen Balletttechnik verpflichtet, erweitert diese aber und will ein Ballett-Theater schaffen, das die Herzen und Gefühlswelten der ZuschauerInnen berührt.

Fotos: Gregor Hohenberg Sony Classical, Hersteller, Vatikanische Museen

Zum mittlerweile 28. Mal geht von 15. Juni bis 10. Juli das Jazzfest Wien über die Bühne und das Programm kann sich definitiv wieder sehen lassen, denn ein Höhepunkt jagt den nächsten. Den Auftakt macht der SingerSongwriter Kris Kristofferson in der Wiener Stadthalle. Danach folgen Konzerte von Größen wie Caro Emerald oder Thomas Quasthoff, der über Jahrzehnte das internationale Operngeschehen geprägt hat und nun als Jazz-Sänger gemeinsam mit der Big Band Vereinigte Bühnen Wien auftreten wird. Melody Gardot und Jazzmeia Horn, zwei VertreterInnen der jungen Generation, geben ebenso wie Till Brönner & Dieter Ilg Konzerte in der Wiener Staatsoper. Ein besonderer Höhepunkt wird das Konzert von Norbert Schneider werden, der in seinem Konzert die verschiedensten Einflüsse und Stile aus seiner über 20-jährigen Karriere verbinden will.


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RUHEND MAGISCH

DER ANDERE BLICK

Mit „Lukomoriye“ liegen Aufnahmen von Alexander Knaifel vor, die fernab von Easy Listening sind: spannend!

„Der andere Blick“ gastiert zwischen 24. August und 30. September im Minoritensaal Graz.

Fotos: Gregor Hohenberg Sony Classical, Hersteller, Vatikanische Museen

Eine außergewöhnliche Aufnahme ist „Lukomoriye“ mit Werken des 1943 geborenen russischen Komponisten Alexander Knaifel geworden. Der Pianist Oleg Malov, die Sopranistin Tatiana Melentieva, der Bassist Piotr Migunov und der Lege Artis Chamber Choir machen sich auf eine musikalische Reise vom Sakralen zum Säkularen und wieder zurück, über verschiedenartig inspirierte Umwege – somit definitiv kein Easy Listening, sondern ein Album, in das man sich einhören, das man auf sich wirken lassen muss. Aber gerade deswegen ist es so spannend und auch zu Herzen gehend.

In Graz kann man im Sommer Gemälden näher kommen, die noch immer für Faszination sorgen: In einer einmaligen Aktion wurden die Fresken der Sixtinischen Kapelle nahezu in Originalgröße auf Stoffbahnen reproduziert und sind nun aus nächster Nähe zu betrachten. Somit erleben die BesucherInnen diese Bilder in einer Art und Weise, wie es bei einem Besuch in der Sixtinischen Kapelle niemals möglich ist. Vier Jahre arbeitete Michelangelo an den Fresken, die die Schöpfungsgeschichte darstellen, und wagte dabei auch etwas für die damalige Zeit Verbotenes: die bildliche Darstellung Gottes in dem Ausschnitt „Die Erschaffung Adams“ – der wohl bekannteste Teil der Fresken.

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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

Halo Maud – Je Suis Une Île Psychedelischer Dream-Pop genährt von den Diseusen der Pariser Varieté-Tradition und der jungen Björk. So klingt Inseldasein!

Spielwiese Plötzlich Papa: Santa Monica Studios schicken uns im neuesten Teil der „God of War“-Saga auf die emotionale Reise eines älter gewordenen Kratos mit seinem Sohn Atreus. TEXT: JOACHIM SCHMIDA God Of War Sony Interactive Entertainment für PlayStation 4 Was haben wir nicht schon alles erlebt mit Kratos – und nun kehrt nach mehreren Teilen der einst so wütende Götterschlächter zurück. Das in der nordischen Mythologie angesiedelte Epos macht im Vergleich zu den Vorgängern etliches anders und dabei so vieles richtig. Mit der Neuausrichtung der Reihe gelang den Entwicklern ein ganz großer Wurf. Apropos: Wenn wir das erste Mal unsere neue Waffe, die Leviathan-Axt, in die Luft schleudern, ist das schon ein sehr besonderer Moment – dem im weiteren Spielverlauf noch etliche folgen werden. Wir erleben höchst bewegende Szenen in der Vater-SohnBeziehung, lauschen einer fantastischen Sounduntermalung, sind nahezu geblendet von der prachtvollen Optik und erfahren allerhöchste Perfektion in puncto Gameplay. MINUS Schwächen gibt es hinsichtlich des Balancing. Kleines Detail am Rande: Die Menü-Schrift könnte wesentlich größer sein – auch ein Patch half der Lesbarkeit leider nur bedingt. FAZIT „God of War“ wird seinen positiven Kritiken gerecht und ist in der Tat ein modernes und beeindruckendes Stück Spielekunst geworden.

PLUS

Lucifer – Lucifer II Der Einstieg von Nicke Andersson (u. a. The Hellacopters & Imperial State Electric) hat den Proto-Doomern merklich gutgetan.

Jorja Smith – Lost & Found Das nächste große Soul-Ding, irgendwo zwischen Lauryn-Hill-Balladen und einer charmanten, juvenilen Neunziger-Retrospektive.

Daniel Blumberg – Minus Mal wilde, mal reservierte Impro, die insistent dem kontrollierten Wahnsinn entgegenstiebt. Das Finale gerät schließlich sakral.

Canine – EP Egal ob Soul, Gospel, Pop oder elektronische Tanzmusik: Im Mittelpunkt der Maskerade steht die Inszenierung der Stimme.

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Detroit: Become Human Der neueste Streich der Heavy-Rain-Macher lässt uns die Welt durch die Augen einer Maschine betrachten.

State Of Decay 2 Der Open-World-Survival-Titel (Undead Labs) überzeugt durch Taktik-orientierte Kämpfe mitten in der Zombie-Apokalypse.

Dark Souls: Remastered Die Neuauflage des ActionRPG-Klassikers bietet hammerharte Fantasy-Kost mit besserer Auflösung und Multiplayer-Modus.

Fotos: Hersteller

HEISSE NEUERSCHEINUNGEN


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!ticket media GHOST

Prequelle Ghost sind vielleicht das größte Phänomen der Populärmusik des letzten Jahrzehnts, mit ihrer beinah fordernd-aggressiven Kontrapunktierung aus gefälligen Hymnen und grauslicher Allüre nicht nur eine willkommene Abkehr von am Reißbrett glattpolierten Einheitskünstlern, sondern umso mehr auch ein im besten freudianischen Sinne Aufeinanderprallen zwischen Vertrautem und Unvertrautem; Bekanntlich wird so das unwohligste Unwohlsein evoziert, tritt das

STUART A. STAPLES

Arrhythmia Schwindel, Unwohlsein, Schwäche, Ohnmacht, Unrast und Schweißausbruch: Das sind die Folgen von den titelgebenden Herzrhythmusstörungen, ebenso aber auch programmatisch für das düster-experimentelle dritte Solo des Tindersticks-Kopfes Stuart A. Staples. Seine nasal gequälte Glottis sticht erneut hypnotisch unbeirrt mitten ins Herz, dreht und windet das Messer, eine übertrieben auffällige Instrumentation für dunkle Romantik wie diese braucht es da nicht. (sb)

Erhabene der Groteske am weihevollsten aus der Nacht ans Tageslicht. Ja, gerade umso poppiger Ghost mit der Zeit wurden, umso stärker klaffte diese Wunde auseinander: Dümpelte man zu Anfängen noch im nebulösen Black-Sabbath-, Mercyful-Fate- und Blue-Oyster-Cult-Umfeld, so fand sich spätestens auf der „Popestar“-EP ein deutlicher Übergang an PopAppeal, ein Weg, der mit „Prequelle“ grafischer Sepultura-Huldigung zum Trotz konsequent fortgesetzt wird. Immerhin wurde der siechende Papst auch von einer juvenilen Tanzmaus namens Cardinal Copia ersetzt, der im Vatikan wohl zu nicht jungendfreien „Bunga Bunga“-Orgien lockt – wohlweislich: mit Stil, wie Copia und seine Ghouls insbesondere im Mittelteil mit „Miasma“ (mit Saxofoneinsatz), dem lieblich-morbiden „Dance Macabre“ und den mit elegischen Streichern untermalten „Pro Memoria“ beweisen. Dass das Göttliche ohne das Teuflische jedoch nicht existieren kann, dem sind sich Ghost zumindest im grollenden „Rats“ sehr wohl weiterhin bewusst. (sb)

4/5

ÁRSTÍÐIR

Nivalis Die Isländer sind bekannt für ihre komplex-reduzierten Klänge, für ein transparentes, oft zart-schwebendes Klangbild, das eine magische Balance zwischen Intimität und Geheimnis hält und stets ein fragiles Konstrukt aus perlenden Stimmen und flirrend geisternden Tönen offenbart. Dabei wirkt ihr fünftes, mit „Schnee“ überschriebenes Album, in seinem zaghaften Taumel irgendwo zwischen Neoklassik, IndieFolk und Prog Rock, als könne man sich im Eisgestöber mollig wärmen. (sb)

THE RUBENS

LO LA RU Kennt hierzulande nur eine kleine Klientel, dabei spielten sie schon im Vorprogramm von Springsteen und The Black Keys: Spätestens mit ihrem dritten Album sollte den Kängurus jedoch der Durchbruch gelingen; Zu betörend, zu euphorisierend ist der zurückgelehnte Rock, der sich mit ziemlich lässigen Pop-Hymnen verzwirbelt. Catchy Hooks gibt es da en masse, ebenso wie Mitsing-Refrains zum Indiegören-Füttern – vor allem aber eine extraordinäre Stimme mit Gänsehautfaktor. (sb)

DEVILDRIVER

Outlaws ’til The End, Vol. 1 Auf den ersten Blick mag breitbeiniger Heavy Metal mit schunkeligem Country wenig gemein haben, doch Obacht! Country ist nicht Dolly Parton oder Shania Twain allein. Gerade der HillbillyCharme ruraler Stile, insbesondere des Honky Tonk (Themen: Bier, Weib & Gesang), harmoniert hervorragend mit dem schwerfälligen Prollgestus der Schwermetaller, wie die Kalifornier auf ihrem Country-Coveralbum samt amtlicher Gastriege von Fear Factory bis Lamb Of God demonstrieren. (sb)

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!ticket plug&play

Plug&Play-Tipps Harmonie und Verzerrung, Instrumente und Effekte sowie „last but not least“: Zubehör, das ihr schon immer haben wolltet! Wir stellen neue Produkte vor, die mit hoher Qualität zu erschwinglichen Preisen und durchdachtem Design überzeugen. TEXT: AMANDA PENISTON-BIRD

Warme Harmonien zum Träumen. Die Aquadrum produziert harmonische, flüssige Klänge mit einem verträumten Charakter. Langes Sustain lässt die Töne miteinander verschwimmen, die sphärische Klangvielfalt hat ihren eigenen Reiz. Mehrere Modelle in unterschiedlichen Tonarten stehen zur Auswahl. Natural Born Chiller #NBC und Air Eargasm #EA haben neun Zungen, die Aquadrum Pro11 besitzt 11. Das melodische Percussion-Instrument entstand aus einer Symbiose der klassischen Instrumente Schlitztrommel und Steel Pan. Die strukturierte Oberfläche vermittelt ein komfortables Spielgefühl. Durch die Anordung der Zungen lassen sich Melodien und Akkorde einfach und sauber spielen. Die Aquadrum ist als Soloinstrument einladend, der warme und weiche Klang mit Handpan-Charakter bereichert aber auch jedes Percussion-Setup. Eine Tasche wird mitgeliefert. Die Qualität ist hoch. Der Stahlkorpus wird in einem speziellen Verfahren in Form gepresst und gehärtet. Die Zungen werden computergesteuert mit Laser geschnitten, um hohe Präzision und einen klaren Klang zu erreichen. Die Montage der Stimmmagneten erfolgt von Hand. Die Struktur der rostfreien Beschichtung schafft ein angenehmes Spielgefühl und sorgt für eine lange Lebensdauer. www.musikwein.de

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E.W.S Little Brute Drive 2 Britische Verzerrung aus Japan. Die zweite Version des beliebten Gitarreneffekts kommt mit erweiterter Ausstattung, neu sind Tone- und Volume-Regler sowie ein 3-fachMitten-Mini-Schalter. Wie sein Vorgänger folgt der LBD 2 dem Sound-Design britischer Amp-Stacks. Die Low-GainEinstellung klingt knackig und bissig, mit kräftigen Mitten. In der High-Gain-Einstellung wird die Verzerrung fokussierter. Die optimale Balance wird durch die Kombination der Klangregelfunktion als Hochpassfilter, des Lautstärkereglers für den Gesamtpegel und des 3-stufigen Mittenschalters erreicht. True-Bypass rundet die Ausstattung ab. Die Betriebsspannung ist über einen internen Schiebeschalter auf 9 V oder 16 V einstellbar. Der LBD2 kann wahlweise mit einer 9-V-Batterie oder einem optionalen externen Netzteil betrieben werden. 16 V bringen mehr Headroom und Dynamik, bei geringerer Kompression. Da die Stromaufnahme höher ist als im 9-V-Betrieb, empfiehlt es sich ein externes Netzteil zu verwenden. Produktregistrierung vorausgesetzt, gewährt der Hersteller vier Jahre Garantie. Video-Demos sind auf YouTube online. ews-us.com

Fotos: Hersteller

Aquadrum


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Erschwingliche Gitarren in hoher Qualität. Hochwertige Hölzer und ebensolche Hardware kommen bei den Instrumenten der Framus D-Series zum Einsatz, sie sind stark an die Gitarren der Framus Teambuilt German Pro Series angelehnt. Die Tonabnehmer kommen von Seymour Duncan aus den USA, die Griffbretter bestehen aus Tigerstripe Ebony und Linkshänderversionen sind ohne Aufpreis erhältlich. Warwick Security Locks, Cleartone Strings und ein Deluxe RockBag gehören zur Ausstattung dazu. Finishes wie Nirvana Black Transparent High Polish, Burgundy Red Transparent High Polish oder Natural Transparent Satin locken. Durch die Fertigung in China sind diese E-Gitarren preisgünstig, die penible Endkontrolle in Deutschland garantiert hohe Qualität. Sechs Framus D-SeriesModelle werden ab Anfang Juni 2018 lieferbar sein: Diablo Pro, Progressive X und Supreme, Panthera Supreme und Pro 7, sowie Phil XG Artist Line. Ein Demo-Video zur Diablo Pro ist auf youtube online. www.framus.de

TC-Electronic TC2290-DT Dynamisches Delay für die DAW. Die Neufassung des legendären TC2290 wird als Plug-in über ein Desktop-Interface gesteuert und arbeitet mit der persönlich bevorzugten Audio-Software zusammen. Das Original von 1985 setzte neue Maßstäbe, gilt als Meilenstein in der Audiowelt und gehörte rasch zur Standardausstattung in den Top-Studios und Live-Rigs der Stars. Als Plug-in ist der TC2290 allerdings heute sehr viel erschwinglicher als damals. Das TC2290-DT wird über USB gespeist, arbeitet mit allen gängigen DAWS zusammen und ist mit PC und Mac kompatibel. Die Delay-Komplettlösung bietet umfangreiche Modulationsmöglichkeiten. Die Signature-Presets kommen von Künstlern und Tontechnikern der Weltspitze. Hochaufgelöste Anzeigen für Input und Output erlauben akkurates Signal-Monitoring. DAW-Tempo, Automation und Projekt-Recall werden unterstützt. www.face-be.eu

Fotos: Hersteller

König & Meyer Coole Lösung für Kopfhörer. Neben einer umfangreichen Auswahl an neuen Notenpultlampen in Ausführungen für alle erdenklichen Anwender und Anwendungen, hat König & Meyer ein feines neues Kopfhörer-Tischstativ im Programm. Das ebenso funktionelle wie elegante Teil löst den Haben-wollen-Effekt aus und ist mit einem Preis um 20 Euro ein absolut leistbarer Luxus. Das Stativ ist aus Stahl gefertigt und hat eine schwarze Strukturoberfläche. Das Gewicht von knapp 0,7 kg garantiert Standfestigkeit. Gummipuffer sorgen für einen rutschfesten Stand auf jedem Tisch. Das Stativ misst 147 × 145 × 250 mm und eignet sich für Kopfhörer jedes Bautyps. Die gummiummantelte Auflage schützt den Kopfhörer vor Beschädigungen. Mit dem Tischstativ ist der Kopfhörer immer griffbereit, am Desktop zu Hause genauso wie im professionellen Studio. www.k-m.de

Cineplexx sucht Superhelden!

Foto: Cineplexx

Framus D-Series

Einmal im Leben Superheld sein: Mit nur drei besuchten Superhelden-Filmen ist man ab sofort Teil des exklusiven „Club der Superhelden“. „Deadpool 2“, „Ant-Man and the Wasp“, „Venom“ und „Aquaman“: Vier Filmstarts, die 2018 die Herzen der Comic-Fans höherschlagen lassen. Michaela Markowski, Brand Manager Cineplexx, freut sich über die steigende Beliebtheit der Kampagne: „Den Club der Superhelden gibt es bereits seit drei erfolgreichen Jahren und wir dürfen uns jedes Jahr über weitere Mitglieder bzw. Superhelden freuen! Die diesjährigen Filme versprechen tolle Unterhaltung und jede Menge Action.“ Ein Persönlichkeitsquiz unter www.clubdersuperhelden.at hilft herauszufinden, welcher Superheld man selbst ist. Filmstarts: „Deadpool 2“ seit 16. Mai „Ant-Man and the Wasp“ ab 26. Juli „Venom“ ab 6. November „Aquaman“ ab 21. Dezember

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Ocean’s 8

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Frauenpower aus Hollywood: „Ocean’s 8“ ist ein weiblich dominiertes Reboot des alten Casino-Raubzug-Klassikers. Ab 8. Juni auch in Ihrem Kino. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

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Frauenpower Nun aber kommt, weil es so schön war, mit „Ocean’s 8“ eine weitere Variante des Stoffes ins Kino. Soderbergh ist diesmal Produzent, Regie führt Gary Ross,

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Hochkarätige Besetzung Neben Sandra Bullock brilliert unter anderem auch die Pop-Koryphäe Rihanna.

der vor allem mit seinem Sensationserfolg „Seabiscuit“ (2003), der ihm Oscar-Nominierungen für den besten Film und das beste adaptierte Drehbuch einbrachte, bekannt wurde und 2011 den ersten Teil der „Tribute von Panem“ inszenierte. Der Kick an „Ocean’s 8“ ist, dass es sich – ähnlich wie zuletzt im Falle von „Ghostbusters“ – um eine weiblich dominierte Neuverfilmung handelt. Das Geschehen wurde von Las Vegas nach New York verlegt, wo Danny Oceans Schwester Debbie (Kassenmagnetin Sandra Bullock) beabsichtigt, die alljährliche, von Zelebritäten nur so wimmelnde Gala in der Metropolitan Opera für einen groß angelegten Coup zu nützen. Dazu braucht sie, wie einst ihr Bruder, natürlich das entsprechende Fachpersonal, das sich – wie könnte es anders sein – auch findet: Dargestellt werden

Debbies Komplizinnen von solchen Kalibern wie Cate Blanchett, Sarah Paulson, Dakota Fanning, Helena Bonham Carter und – ja! – Rihanna, die als Billard-Queen und Hackerin „Nine Ball“zu sehen ist („What’s your real name?“, fragt Bullock sie im Trailer. „Eight Ball“, antwortet sie schnippisch). Ziel des Unterfangens ist es, eine 150 Millionen Dollar teure Diamantenkette vom Hals des gefeierten Stars Daphne Kluger (Anne Hathaway) zu entfernen, die – eh klar – in den Plan eingeweiht ist. Das dürfte ein ziemlicher Spaß werden mit einer Menge wilder Frisuren, schicker Klamotten und Sonnenbrillen – und einer stattlichen Anzahl von Celebrities in Cameo-Auftritten, darunter LateNight-Talker James Corden und Fashion-Mogulin Anna Wintour.

Fotos: Warner Bros.

nno 1960 war es, als die USamerikanischen Entertainer Frank Sinatra und Dean Martin ihren flotten Spaß „Ocean’s 11“ in die Kinos brachten, die Geschichte eines groß angelegten Raubzugs durch die Casinos von Las Vegas, der von Danny Ocean (Sinatra) und zehn seiner ehemaligen Armee-Kumpels ausgeführt wird. Dabei ging es weniger um den Plot als um eine umfassende Darstellung des typischen „Las-Vegas-Feelings“ mit Spiel, Spaß und guter Laune und darum, das sogenannte „Rat Pack“ (bestehend aus Sinatra, Martin, Sammy Davis Jr., Peter Lawford und Joey Bishop) ausführlich in Szene zu setzen. Viel weitere Prominenz fand sich – mit oder ohne Credit – hinter und vor der Kamera, unter anderem schrieb der große Billy Wilder am Drehbuch mit. Die Beteiligten hätten sich wohl nicht gedacht, dass ihre harmlose Gaunerkomödie Jahrzehnte später erneut, wenn auch in völlig anderer Konstellation, Hollywood beschäftigen würde. Bekanntlich drehte ja Steven Soderbergh im Jahr 2001 mit seinen Buddies – darunter George Clooney, Brad Pitt, Matt Damon, Julia Roberts und Andy Garcia – ein recht fetziges Remake, das so erfolgreich war, dass auch noch „Ocean’s 12“ und „Ocean’s 13“ folgten.


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Sado-Maso-Party Bei oeticket.com gibt es Tickets für eine ganz besondere Party: sexy, Fetish, Ball-Garderobe, Lack, Latex, Leder, Glanz und Glamour, High Heels, Korsagen – all you want! „50 Shades Of Grey“ lässt grüßen. Es gibt weder die totale Nacktheit noch Oben-ohne-Auftritte. Es sind dominante und unterwürfige Menschen, die sich zu einem stilvollen Stelldichein beim BDSM- und Fetisch-Event „Hiebe & Liebe“ treffen. Man kann an einer der Bars mit neuen friends plaudern, bei geiler Musik tanzen, sich von der Live-Bühnen-Show

SEX SELLS Georg Biron

von der Domina-Lady Angelina stimulieren lassen und im opulenten Ballsaal oder in ruhigen Nischen Spiel-Plätze entdecken und eine erotische Nacht erleben, an die man sich noch lange erinnern wird. Weltkulturerbe Wachau Das faszinierende historische Ambiente im Europaschloss Leiben bietet allen Fetisch- und BDSM-Liebhabern den festlichen Rahmen zum Feiern und Spielen. Dieser Renaissancebau markiert den Übergang vom Süden des

rauen Waldviertels in die Milde des Weltkulturerbes Wachau. Ein professionelles DJ-Line-up sorgt für beste Stimmung auf zwei Floors und die optimale Beschallung der BDSM-Play-Areas – im Mittelpunkt oder intim, abseits oder einsehbar. Ganz nebenbei werden Peitschen aus Handarbeit präsentiert. Sie bestehen aus Leder und sind mit einem Warnhinweis versehen: „Peitschen sind keine Spielzeuge. Wir übernehmen keine Haftung für etwaige Verletzungen. Viel Spaß mit Ihrer neuen Peitsche.“

Gewinnspiele in dieser Ausgabe finden Sie auf den Seiten 03–04, 08–10 und 14–16. Mehr Informationen & Teilnahmebedingungen finden Sie auf ticketmagazin.com. Sie können über das Gewinnspielformular auf ticketmagazin.com („!ticket Gewinnspiele Juni 2018“) oder per E-Mail (gewinn@ticketmagazin.com) mitspielen. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2018.

Das nächste !ticket erscheint am 27. Juni 2018.

LASTNEWS

Im Rahmen des diesjährigen Hollywood in Vienna wird Hans Zimmer geehrt, sowohl Konzert wie auch Gala selbst sind bereits restlos ausverkauft. Zucchero beehrt am 1. Juli erneut Österreich, diesmal gastiert er im VAZ St. Pölten. Der kanadische Superstar Shawn Mendes kommt am 3. April in die Wiener Stadthalle (D), ebendort gastieren auch bereits am 23. November im Zuge ihrer Abschiedstour Slayer. Im Vorprogramm hören wir Lamb Of God, Anthrax und Obituary.

impressum

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Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright Cover: partners4music Medieninhaber, Eigentümer, Redaktionsanschrift: CTS Eventim Austria GmbH, !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 88a/II/2a, 1070 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager Druck: NP Druck Gesellschaft m.b.H., Gutenbergstraße 12, 3100 St. Pölten Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00, Jahresabo Europa: € 44,00. Kündigung

jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien oder per E-Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90 Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht, es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt. Alle Inhalte vorbehaltlich Satz- und Druckfehler. Die Offenlegung lt. Mediengesetz finden Sie auf www.ticketmagazin.com/impressum

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Fotos: beigestellt

Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Suzana Milic, Mag. Roberta Scheifinger Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion/Kolumnisten: Rouven Ahl (ra), Stefan Baumgartner (sb), Amina Beganovic (ab), Georg Biron, Paul M. Delavos B.A. (pmd), Robert Fröwein (rf), Angelika Goldmann, Walter Gröbchen, Alexander Haide (ah), Amanda Peniston-Bird (apb), Mag. Joachim Schmida (js), Antonia T. Schulz (as), Mag. Manuel Simbürger (ms), Andreas Ungerböck (au), Andy Woerz Cartoon: Bertram Haid (BAES Cartoons)


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Mach, was der Pinguin nicht kann.

Jetzt t i m S M S “ s i t k r a t „An * 4 5 5 an 54 Hilf mit, die Antarktis zu schützen! * Mit deiner SMS erklärst du dich einverstanden, dass Greenpeace deine Telefonnummer zur Kontaktaufnahme für diese Kampagne erheben, speichern & verarbeiten darf. Diese Einwilligung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft per Nachricht an service@greenpeace.at oder Greenpeace, Fernkorngasse 10, 1100 Wien widerrufen werden. SMS-Preis laut Tarif, keine Zusatzkosten. Greenpeace dankt für die kostenlose Schaltung dieses Inserats.

!ticket Juni 2018  

mit Die Fantastischen Vier * Zeal & Ardor / Rea Garvey * Arena Wien * Imagine Dragons * Ghost * u.v.m.

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