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!ticket Österreichs Eventmagazin Nr.1

THOMAS BREZINA

Ausgabe 218

2,90 €

Damit sind Sie live dabei!

MICHAEL MITTERMEIER

Über die Knickerbocker-Bande, Fritz Fantom, Doktor Gruselglatz und die schönsten Plätze der Welt

Österreichische Post AG / MZ 15Z040254 M, CTS Eventim Austria GmbH, Heumühlgasse 11, 1040 Wien

musik show 2 0 1 8 sport theater kabarett

MÄR

Ein Gespräch über Grenzen, nicht nur die der Länder

klassenausflug KURT OSTBAHN Ostbahns Reise geht an einen Ort, der aus seiner Historie nicht wegzudenken ist, nach Comagenis. So hieß einst das römische Reiterlager, in dem Jahre später – am 20. Juni 1992 – der Kurtl auf einem alten Donau-Kahn ein denkwürdiges Konzert gab …


#WeAreMusical

BUCH Titus Hoffmann Christian Struppeck

DAS MUSICAL MIT DEN HITS VON

Graphic designed by Dewynters, London | Photo/Artwork © Preiml/Sava 2010

RAINHARD F E N D R I CH

MICHAEL KUNZE MUSIK JIM STEINMAN ORIGINALREGIE ROMAN POLANSKI REGIE WIENER FASSUNG CORNELIUS BALTUS DENNIS CALLAHAN BÜHNENBILD / KOSTÜME / MAKE-UP / MASKE / PERÜCKEN WIENER FASSUNG KENTAUR MUSICAL SUPERVISION / ARRANGEMENTS MICHAEL REED

Foto VBW © Oliver Gast 2018

BUCH & LIEDTEXTE ORIGINALCHOREOGRAPHIE & WIENER FASSUNG

REGIE Andreas Gergen

© THE BODYGUARD (UK) LTD. Designed by DEWYNTERS

BASIEREND AUF DEM FILM VON TURNER ENTERTAINMENT CO. „THE FEARLESS VAMPIRE KILLERS“ PRODUZIERT MIT FREUNDLICHER GENEHMIGUNG VON WARNER BROS. THEATRE VENTURES INC. VON REGISSEUR ROMAN POLANSKI, DREHBUCH GÉRARD BRACH UND ROMAN POLANSKI

THE ROCK-MUSICAL IN CONCERT MUSIC BY ANDREW LLOYD WEBBER LYRICS BY TIM RICE

23. MÄRZ

BIS

2. APRIL 2018

AB HERBST 2018

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MYLES KENNEDY Die Rockmusik umgibt aktuell ein geradezu prähistorischer Vibe; Kennedy kümmert das wenig …

34 Kabale und Liebe.

K

eine Debatte war 2017 so grundsätzlich wie die über Sexismus, in kaum einem aktuellen Disput waren die Positionen oft so diametral apodiktisch echauffiert – man erinnere sich an den Aufschrei, der durch die Medien und viel wichtiger: durch die sozialen Netzwerke ging, als Schauspielerin Nina Proll die auf dem Weinstein-Skandal fußende Kampagne #MeToo kritisierte und Annäherungsversuche von Männern als „grundsätzlich erfreulich“ darstellte. Spitze Zungen mögen ihr unterstellen, eine gezielte Provokation wie diese sei lediglich eine gefinkelte Medienpräsenz für ihren neuen Film „Anna Fucking Molnar“ gewesen. Die feministische Intelligenzia jedoch tobte: Proll agiere erniedrigend und zynisch, hieß es da etwa. Im selben Atemzug machte sich auch Musiker und Kabarettist Christoph Seiler über betroffene Frauen lustig und kritisierte zwar legitim, doch unsachgemäß, dass Verge-

waltigung und Belästigung vermischt werden würden: „Das ist, wie wenn einer zu mir sagt, ich hab’ Krebs, ich bin bald hin und ich sage: ,Ich habe einen eitrigen Zehennagel, ich weiß, wie das ist.‘“ Vorneweg: Es gibt Männer wie Frauen, denen kein Kuriosum an gebräuchlichen Übertretungen wie ein „nett gemeinter“ Klaps auf’n Po auffällt – „das war ja schon immer so“. Dies dürfte sich auch Intendant Matthias Hartmann, jüngst Empfänger eines offenen Briefes seines ehemaligen Ensembles am Burgtheater gedacht haben, der diesen als „glückbringenden Premierenbrauch“ relativiert. Auch heißt es bisweilen, Frauen setzen ihre Reize ja auch nur zu gerne bewusst ein, um an ihr Ziel zu kommen: Vielleicht auch an Rollen? Doch tatsächlich hat die Bewegung hinter dem Hashtag ein viel größeres Problem als das des Anachronismus, nämlich eines, das vielen Massenbewegungen anheim ist: Das Problem der Pauschalisie-

EDITORIAL rung und sequens der Vereinnahmung. Nicht nur, dass viele Reaktionäre giften, die Bewegung sei nichts als eine linke Minderheit bei Twitter, die versuche, anderen ihre obskuren Ideale überzustülpen. Ferner gibt es eine Vielzahl an Männern, die nicht pauschal als notorische Triebtäter gebrandmarkt, eine Myriade an Frauen, die nicht pauschal als das schwache Objektopfer abgestempelt werden wollen. Doch viel mehr als die letzten erkaltenden Patriarchen verhindert der juvenil erhitzte Feminismus eine von reglementierten Stereotypen und blind bevormundender Anfeindung befreite rationale Aufarbeitung: Die Grenze zwischen Männern und Frauen gehört im Sinne eines Equalismus aufgebrochen, eine Abkehr von dichotomen Geschlechterbildern würde den Diskurs über Alltagssexismus für alle versachlichen. Stefan Baumgartner (Chefredakteur)

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JAN FEB MAR APR MAI JUN JUL AUG SEPT OKT NOV DEZ

IN DIESER AUSGABE [14] Thomas Brezina Der Autor über spektakuläre Geschichten und ebensolche Schauplätze [18] Michael Mittermeier Ein Gespräch über Grenzen, nicht nur die der Länder [21] Metallica Die Puppenspieler [22] Max Raabe Über verpasste und perfekte Momente [28] Elton John Swansong [34] Myles Kennedy Über die Wurschtigkeit [42] Ennstal-Classic Eine Spurensuche Lektüretipp Der frischgebackene Autor Peter Draxl war lange Zeit unverzichtbarer Bestandteil der heimischen Musiklandschaft – nicht auf der Bühne zwar, aber dahinter. Bis ins Top-Management von Universal Music hat er es gebracht, peinlich war er seiner Tochter trotzdem nicht selten. Herausgekommen ist ein Vater-Tochter-Buch. Gemeinsame Erlebnisse aus der Sichtweise des Vaters. Garniert mit Erinnerungen der Tochter. Subjektives Erleben eben. „Papa Peinlich“ erscheint am 5. März im Milena Verlag.

LIFESTYLE 30 Devices und Aufbewahrung So wird Musik in den eigenen vier Wänden zum Erlebnis

HEIMAT 32 Wiener Wahnsinn Bei der Donaustädter Kultband kommt weder Schmäh noch Ernst zu kurz

LOCATION 37 Burg Clam Klammheimlich hat sich mitten im Nirgendwo ein Mekka für Weltstars gemausert

KULTOUR Cashcow Mit „Johnny Cash: Forever Words“ erscheint – wieder mal – ein posthumes Album des 2003 verstorbenen Johnny Cash. Auf der am 6. April erscheinenden Platte interpretieren Musiker Songtexte und Gedichte der Country-Ikone. Darauf enthalten ist auch ein Stück des im Mai 2017 verstorbenen Chris Cornell, „You Never Knew My Mind“ – sein letzter eingespielter Song. Zu den weiteren Cover-Künstlern zählen Kris Kristofferson, Willie Nelson, Elvis Costello und Alison Krauss. Johnny Cash hatte Soundgarden mit „Rusty Cage“ übrigens auch schon mal gecovert.

38 Grenzgänger Kunst kann vieles, auch Grenzen überschreiten und teilweise sogar auflösen

LIVE IS LIFE 45 Prinz Pi 11 von 10 Punkten: Der pornoröse Prinz hatte für seine Fans die richtigen Lieder

MEDIA 46 Kino, Musik und Spiele Mit Judas Priest, The Dead Daisies, Rainer Nikowitz u. v. m.

PLUG&PLAY 48 Equipment Die Highlights von der diesjährigen NAMM in Kalifornien

Fotos: Sony Music, Christian Barz, Jeff Lipsky, Milena Verlag; llustration: baes

Judas Priest Gerade erst legen die britischen Heavy-Metal-Heroen mit „Firepower“ ihr vielleicht bestes Album seit dem klassischen „Painkiller“ vor (siehe S. 47), nun muss die Band jedoch bekanntgeben, dass Gitarrist Glenn Tipton aus dem Tourleben aussteigen wird – eine Parkinson-Erkrankung zwingt den 69-Jährigen dazu. Nachfolger bei Judas Priest wird Produzent und Hell-/Sabbat-Gitarrist Andy Sneap. „Ihr sollt alle wissen, dass ich die Band nicht verlasse“, wird Tipton zitiert. „Nur meine Rolle darin hat sich verändert. Ich möchte auch nicht ausschließen, dass ich wieder auf die Bühne gehe.“

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SHOWHIGHLIGHTS IN ÖSTERREICH

n LIVE erlebe

DAS MAGISCHE ZIRKUS-EREIGNIS VOM KONTINENT DES STAUNENS Show Factory & Semmel Concerts AHALLE NSBRUCK OLYMPI 01.03.-04.03.18 IN ENFURT WÖRTHERSEEHALLE 4 AG 05.03.-07.03.18 KL TIPSARENA NZ LI 8 .1 08.03.-16.03 AZ STADTHALLE 17.03.-25.03.18 GR IEN STADTHALLE F 12.04.-01.05.18 W AUS EGENZ FESTSPIELH 09.05.-13.05.18 BR

AFRIKA!

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!ticket highlights

SCHEINWERFERLICHT Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteurin und Herausgeberin

Das Jahr ist zwar noch jung, dennoch werfen zahlreiche Eventhighlights bereits ihre Schatten voraus. Den 22. Juli habe ich bereits rot im Kalender angestrichen: mit Kraftwerk im Steinbruch St. Margarethen erwartet uns ein Gesamtkunstwerk aus Musik und Performance – und das noch dazu bildgewaltig in 3D. Am 23. Juli debütiert mit dem IN-TO-IT-Festival ein neues kleines feines Open-Air-Event in der Arena Wien. Mit dabei: Fink, Seasick Steve, Charlie Winston und Bruno Major. Während das Erfolgsmusical „I am from Austria“ im Wiener Raimundtheater in die Verlängerung geht, freuen wir uns zudem auf die neue Produktion der Vereinigten Bühnen Wien: „Bodyguard“, die aufwendige deutschsprachige Musical-Inszenierung des erfolgreichen Kino-Blockbusters, wird ab Ende September im Ronacher gezeigt, die Welthits werden in englischer Sprache interpretiert.

• Highlights März • Highlights März • Highlights März • Highlights März • IAMX „Alive In New Light“ ist für Corner ein Befreiungsschlag von seinen Dämonen 16., WUK Andrew Lloyd Webber Gala Eine 150-minütige Hommage an „Das Phantom der Oper“, „Cats“ und mehr 1. bis 6., u. a. Graz, Wien & Linz Joan as Police Woman Endlich kehrt die begnadete Künstlerin mit „Damned Devotion“ zurück 30., Graz & 31. Wien Stomp Das furioseste, originellste & witzigste Rhythmusspektakel kehrt zurück 6. bis 11., MuseumsQuartier (E)

Masters Of Dirt Atemberaubende Tricks, die bei den Zusehern pures Adrenalin freisetzen 16. bis 18., Wiener Stadthalle (D)

Grease Das furiose Rock-’n’-Roll-Musical über Highschool-Romanzen, Danny & Sandy 1. bis 7., Wien und Linz

Jesus Christ Superstar Die konzertante, in Englisch gesungene Fassung des berühmten Rockmusicals ab 23., Ronacher

Harry Lucas Der Meistermentalist zieht bei seiner neuen Show sämtliche Register 11. bis 13., Kabarett Simpl

Ballet Revolucion Die kubanischen TänzerInnen mit grenzenloser Bewegungsfreude & Lebenslust 20. bis 25., MuseumsQuartier (E)

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Fotos: Barracuda Music (Kamasi Washington), Peter Boettcher (Kraftwerk), Guido Engels (Martin Rütter)

Martin Rütter in Salzburg und Wien


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Kraftwerk 3D Das Multimedia-Projekt Kraftwerk wurde 1970 von Ralf Hütter und Florian Schneider gegründet. Ihre Kompositionen aus innovativen Techniken, synthetischen Stimmen und computerisierten Rhythmen hatten einen großen internationalen Einfluss auf eine ganze Reihe von Musikgenres: von Electro bis Hip-Hop, von Techno bis SynthPop. In ihren Live-Performances illustrieren Kraftwerk – Ralf Hütter, Henning Schmitz, Fritz Hilpert, Falk Grieffenhagen – ihren Glauben an Mensch und Maschine. 22. Juli, Steinbruch St. Margarethen Harmony Of Difference Dieser Musiker ist ein Magnet, seine Art das Tenorsaxofon zu spielen ist zutiefst beeindruckend und seine Erscheinung hinterlässt einen unvergesslichen Eindruck. Er hält sich nicht an Traditionen. Seine Band besteht aus den besten Nachwuchsmusikern, die es momentan weltweit gibt. Sie musizieren seit vielen Jahren zusammen und ergeben so eine Einheit, die ihresgleichen sucht. Ihre Mission ist es, den Jazz von seinen Reliquien zu befreien und wieder neu, unerwartet und gefährlich zu machen.

Kamasi Washington 19. Mai, Wiener Konzerthaus

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Der Kurtl und s Heuer ist ein denkwürdiges Jahr: Willi Resetarits alias Kurt Ostbahn feiert im Dezember seinen 70. Geburtstag. Bereits Ende August gibt’s für alle KurtologInnen einen Grund zu jubeln, denn die Kultfigur lädt zum „Klassenausflug“ ans Donauufer. TEXT: ALEXANDER HAIDE

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ie Lieder sind längst Kulturgut und Gassenhauer sowieso. Und der Willi – oder Kurt Ostbahn – ist längst zu einem Teil jenes kollektiven Gewissens geworden, das manche abfällig als „Gutmenschen“ bezeichnen. So schaffte es der Ostbahn Kurti in den Neunzigerjahren auch auf die legendäre schwarze Liste der Kronenzeitung. „Asyl in Not“, „SOS Mitmensch“ und das Integrationshaus wurden dennoch Ausdruck und ein deutliches Zeichen des humanistischen und engagierten Österreichs. Die Legendenwerdung Den Grundstein zur musikalischen und politischen Legende legte der 1948 im burgenländischen Stinatz geborene Willi Resetarits 1969 zu einer Zeit, als die späteren Ostbahn-Fans, die „KurtologInnen“ gerade das Licht der Welt erblickten. Die Schmetterlinge bildeten anno dazumal mit einigen anderen die Speerspitze des zögerlich sprießenden Austro-Pop. Knapp eine Dekade später beendete ein letzter Platz der Schmetterlinge beim Songcontest („Boom Boom Boomerang“) unspektakulär die Karriere der Polit-Rockband. Die eine Tür schließt sich, das Scheunentor zur großen Bühne öffnet sich.

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Schlüsselmeister dazu ist Günter Brödl, der die Kunst- und spätere Kult-Figur Ostbahn-Kurti erschaffen hat: Einen Wiener Rocker aus den Tiefen des proletarischen Simmering, der sich einer Sprache und eines optischen Images bedient, die ganz nahe an der Klientel sind. Brödl nahm sich damals – Mitte der Achtziger – vor allem Songs von Bruce Springsteen zur Brust und übersetzte sie – wie später einen Asterix-Band – ins Wienerische. Der Rest ist Austro-Musikgeschichte: „Feuer“, „I hea di klopfn“, „57er Chevy“ oder „Der Joker“ sind nur einige jener Hits, die heute hierzulande bekannter sein dürften als ihre amerikanischen Originale. Keine Auferstehung Nach sagenhaften Erfolgen in 15 Jahren schließt sich mit dem unerwarteten Ableben vom „Trainer“ Günter Brödl im Jahre 2000 sukzessive das Kapitel Kurt Ostbahn. Deshalb sind jene Konzerte, die nun in einer gewissen Regelmäßigkeit jedes Jahr stattfinden, nach wie vor kein Comeback. „Es gibt keine Auferstehung“, bekräftigt Kurt Ostbahn in gewohnt breitem Dialekt. „Da Kurtl is in die Pensi g’angen, hat aufg’hört zum Spielen, nachdem seine bessere Hälfte, der Günter Brödl,

g’sturbn gwesen ist. Drei Jahre hat er gebraucht, um alles zu vertonen, was an Texten da war, einzuspielen und zu veröffentlichen. Zum Abschluss hat es die Konzerttournee mit der Chefpartie und der Kombo gegeben, und dann war’s aus.“ Deshalb wird auch der heurige „Klassenausflug“ nicht zur Tournee: „Es ist … stell’ dir ein riesiges Maturatreffen vor: Ma mocht ka neue Matura, aber die Klassenkameraden treffen sich und red’n über früher. Das ist das Feeling.“ Wo sich eine Tür schließt … Trotz Pension müssen Resetarits-Fans niemals darben, denn je näher der Siebziger am 21. Dezember kommt, desto umtriebiger scheint der ehemalige Ost-


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seine Hawara

Foto: Markus Thums

bahn-Kurti zu werden. Da eröffnete er im Dezember die neue Interview-Reihe „Auf dem Roten Stuhl“, ist neuerdings bei einer Konzertreihe in einem Wiener Nobelhotel für den Musik-Nachwuchs zuständig, spielt regelmäßig mit Stubnblues und musiziert mit Ernst Molden. Langweilig wird es Resetarits also auf keinen Fall: „Es gibt immer Ziele. Man ist immer am Planen. Wenn ma schon ziemlich oid ist und nimmer planen will, stirbt ma eh bald. Ich tät’ gerne was ma-

Klassenausflug Die Reise geht an einen Ort, der aus der kurtologischen Historie nicht wegzudenken ist, nach Comagenis. So hieß einst das römische Reiterlager, in dem Jahre später am 20. Juni 1992 der Kurtl auf einem alten Donau-Kahn ein denkwürdiges Konzert gab. Heute weiß man selbstverständlich, dass sich Comagenis längst in Tulln verwandelt hat, und es ist belegt, dass Herr Ostbahn samt Band ebendort aufgetreten ist. Und das wird er am 24. und 26. August mit den Musikern seines Vertrauens wieder tun.

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TIM_08_10_Coverstory Kurt Ostbahn_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 20.02.18 13:52 Seite 3

chen, was mir nie im großen Stil gelungen ist, schene Lieder schreiben. Ich hab’ immer so überragende Texter an meiner Seite gehabt.“ Im August gibt’s nach den Klassentreffen im Prater und dem Konzert auf der Burg Clam in den vergangenen Jahren jetzt den „Klassenausflug“ nach Tulln. Weshalb treibt es dich ans Donauufer? Erstens hat es Anfang der Neunzigerjahre ein legendäres Konzert am Schiff zu Tulln gegeben. Das Publikum woa am Ufer. Zweitens zieht es mich immer schon zur Donau. Owa ins Wossa geri ned. Vor vier Jahren meintest du, ein Anlass für Konzerte ist rasch gefunden. Was war dieses Mal der Auslöser? Ist das jährliche Doppelkonzert nun die institutionelle Unterbrechung der Pension? Es soll jedes Jahr ein Ostbahn Konzert geben, oder eben zwa. Um die Entzugserscheinungen zu lindern. Wie hältst du dich für derartige Kraftanstrengungen fit? Gibt es etwas, worauf du in den Wochen vor einem großen Open Air besonders – gesundheitlich – achtest? Der Herr Kurt hat ja vor vielen Dekaden im Selbstversuch die heilende Wirkung der Rock-und-Roll-Musik entdeckt. Das heißt, dem Herrn Kurt wachsen beim Singen neue Kräfte zu. Dürfen sich deine Freunde und Kurtologen wieder über eine „Best of …“Liederliste freuen? Oder gibt’s wieder eine Art Thema wie den R&BSchwerpunkt anno 2014? Die Kurtologinnen und Kurtologen bekommen die Songs, mit denen sie aufgewachsen beziehungsweise alt ge-

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worden sind. Der Kurt und die Band setzen die Schwerpunkte dazu.

den sich die Bands und Solo-Performer selbst bei uns.

Ein besonderes Thema bei deinen Klassentreffen sind auch immer die Musiker deines Vertrauens. Wie wählst du die Mitglieder dieses erlauchten Kreises aus und wer hat es heuer hinein geschafft? Die „Musiker meines Vertrauens“ sind mir ans Herz gewachsen. Do deaf kana föön.

Um Support für Jungmusiker geht es auch bei dem in Musikerkreisen umstrittenen Projekt „U-Bahn Stars“, bei dem Talente ohne Gage in UBahn-Stationen auftreten. Ist das eine gute Sache oder bloß das Ausnutzen einer Zwangslage durch die Verkehrsbetriebe? Man sollte hier die jungen MusikerInnen nach ihren Erfahrungen befragen. Sind die Standplätze gut zu bespielen? Kommt genug Geld herein?

Als gebürtiger Burgenländer: Hast du eine besondere Beziehung zur Donau oder im Allgemeinen zum Wasser? Oder war es früher eher die Beziehung zu den Weinen der Region? Vis-à-vis vom (zerbombten) Südbahnhof hat es ein Wirtshaus gegeben, mit dem Schild „Burgenländer Weine“. Ich hab damals in den Fünfzigerjahren geglaubt, das ist ein Imperativ für die Zuzügler aus dem Burgenland. Also ein Hinweis darauf, dass es wenig zu lachen gibt, wenn man nach Wien zieht. Apropos Wein: Wie geht es dir damit heute und hast du jemals dein Alkohol-Outing bereut? Nein, das war gut und richtig so. Heutzutag trink ich ab und zu 2 bis 3 Ochtln. Aufpassen muss man immer. Du hast als Kurator die Konzertreihe in der Bar des Hotels „Le Méridien“ in Wien übernommen. War die Motivation die Unterstützung von jungen Musikern? Wie kann man sich deine Rolle dort vorstellen? Ich suche die jungen Musikerkollegen und -kolleginnen aus. Beim Scouting beraten mich zum Beispiel die Lehrenden des Institutes für Popularmusik oder der Jam-Privatuni sowie der junge Wenzel Beck. Mehr und mehr mel-

Bleibt bei all den Pensionsunterbrechungsgründen – von den Stubnblues-Konzerten bis zur Arbeit mit Ernst Molden – noch Platz für neue Lieder und Projekte? Die Freude an der Musik mit verschiedenen Ensembles ist riesig, Überforderung droht allenthalben, aber ohne geht des ned. Was treibst du in deiner verbleibenden Freizeit? Ist Rollerskaten noch aktuell? Aktuell tu ich am liebsten liegen (siehe dazu „so miad“) und lesen. Als ein wichtiger Teil des österreichischen Gewissens, als Mitinitiator von SOS Mitmensch: Wie geht es dir mit unserer aktuellen Bundesregierung und dem politischen Trend im Land? Der Trend Richtung rechts und populistisch gefährdet die Demokratie. Beobachten und mit Gleichgesinnten dagegen auftreten ist die Devise.

termine Tulln ssenausflug nach Kurt Ostbahns Kla det am 24. und 26. Aufin zur Donaubühne gust statt! llen, sei lln übernachten wo gelegt! Für alle, die in Tu s Herz an m .co um ura www.tullnerdona


PRG LIVE ENTERTAINMENT AWARD

Frankfurt/Main, Festhalle, 9. April 2018

Livestream powered by air tango lea.air tango.de

   

TICKETS Info und Reservierung: 040 - 41 30 55 05 info@LEA-Verleihung.de · www.LEA-Verleihung.de

#prglea


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!ticket highlights

Kreator

Mit Schirenc Plays Pungent Stench, Black Inhale, Insanity Alert Eins steht fest: Es gibt nicht besonders viele Bands mit einer so langen und mannigfaltigen Geschichte wie Kreator, denen es auf ähnlich faszinierende Weise immer wieder gelingt, sich künstlerisch in Frage zu stellen und darüber dann zu hochexplosiven Ergebnissen zu kommen. Bestes Beispiel: Das im letzten Jahr erschienene neue Album „Gods Of Violence“. Im Mittelpunkt des Fan-Interesses stehen natürlich die Klassiker, von denen jetzt die Alben der Neunziger („Coma Of Souls“, „Renewal“, „Cause For Conflict“ & „Outcast“) mit viel Bonusmaterial neu aufgelegt wurden.

GEWINN SPIEL

Wir verlosen zwei Pakete mit je 2 Tickets für Linz und den vier neu aufgelegten Klassiker-Alben der Neunziger. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Fotos: Robert Eikelpoth (Kreator), Simone Attisani (Die Seer), Tommy N Lance (Fink),

6. April, Music Hall Innsbruck & 8. April, Posthof Linz

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Die Seer

GEWINN SPIEL

Wir verlosen 2×2 Tickets für das Konzert der Seer in Wagrain inklusive Skipässe für den gesamten Snow Space und signierte CDs. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Im Rahmen der Ladies Week in Wagrain Manege frei im Event Circus! Erstmals öffnet heuer zu Beginn der „Ladies Week hoch2“ das eigens für Veranstaltungen in der Tourismusregion Wagrain-Kleinarl aufgestellte Zirkuszelt seine Pforten! Groß genug, um hervorragende Stimmung zu garantieren und zugleich intim genug, um eine der stärksten Livebands des Landes fast hautnah zu erleben: die Seer! 18. März, Talstation Flying Mozart in Wagrain

Das Familienmusical Die junge Ausländerin Ruth steht treu an Naomis Seite, als alles verloren erscheint. Sie gibt nicht auf. Sie riskiert alles. Sie wagt das Unmögliche – und findet neues Glück: Das Musical ist ein Abenteuer für Jung und Alt, das durch eine alle Zeiten überdauernde Geschichte, durch die Schönheit der Musik, die Lebendigkeit der Darsteller und die mitreißende Kraft der Tanzszenen Spuren von Freude und Hoffnung hinterlässt.

Ruth

März bis Mai, in Steyr, Ramsau, Amstetten, Innsbruck und Perchtoldsdorf

Mit Fink, Seasick Steve, Charlie Winston und Bruno Major Das kleine, feine und neue Festival IN-TO-IT will am Puls der Zeit sein, sich aber eine individuelle Perspektive auf die Gegenwartsmusik erlauben: Hier wird nicht Klang-Phantomen hinterhergejagt, sondern Musik präsentiert, die in der Tradition geerdet ist, trotzdem aber ihre Strahlkraft ganz und gar im Hier und Jetzt entfaltet. Drei der vier Acts haben eines gemeinsam: über die Jahre hinweg haben Fink (Foto), Seasick Steve und Charlie Winston sich eine stetig wachsende Fangemeinde in Wien erspielt. Und der vierte Act – Bruno Major – wird schon bald in der gleichen Liga spielen. Darauf wetten wir! 23. Juli, Arena Open Air

In-To-It

IT’S ONLY WOERZ

Big Brother Im vergangenen Urlaub passierte mir ein Missgeschick. Beherzt begab ich mich kamerabewaffnet an den Rand einer kleinen, Rauch ausstoßenden Höhle im Boden. Ein Spalt wie es sie zu Hauf als Nebenerscheinung zu großen Vulkankratern gibt. Der dichte, leicht nach Schwefel riechende Rauch erschwerte naturgemäß die Sicht und beschlug meine Brille, die ich darob der Einfachheit halber lässig auf die hohe Stirn schob. Tausendmal mit Sonnen- und sonstigen Brillen klaglos durchgeführt. Während ich mich vornüberbeuge, um eine gute Fotoposition zu finden, die den Daheimgebliebenen die unglaubliche Dramatik dieses vulkanischen Naturereignisses unnatürlich verstärkt darstellen würde, blies mir ein heimtückischer Windstoß die Brille vom Kopf direkt in das dampfende Loch im Boden. (In meiner Erzählung würde es heißen: „Sie fiel in den blubbernden Vulkan.“) So weit, so ungut. Zwei Stunden später hatte ich für kurze Zeit WLAN-Verbindung, nutzte diese schamlos und unter Missachtung meiner Begleiterin aus und war bass erstaunt, dass mir der Internetprovider … Brillenwerbung präsentierte!? Ich schwöre, ich hatte online keine Bemerkung zu dem Vorfall gemacht. Nur darüber gesprochen. Zufall? Oder werde ich, beziehungsweise werden wir alle abgehört? Webcam zukleben reicht wohl doch nicht? Bis die Zweitbrille geliefert ist, werde ich die Welt wohl unscharf sehen, aber ich frage mich, ob dies das wahre Problem ist?

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Thomas’ wundersame 2018 geht die Live-Umsetzung der preisgekrönten BBC-Naturdokumentation über die Erde in eine neue Runde. Moderiert wird die Show von Kinderbuchautor Thomas Brezina: Treffend, ist er immerhin nicht nur Freund von spektakulären Geschichten, sondern auch von ebensolchen Schauplätzen. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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r gilt als einer der ingeniösesten, dabei aber auch relevantesten zeitgenössischen Zauberer kindlicher und jugendlicher Traumwelten: Thomas Brezina. Er ist bekannt als Autor zahlreicher Bücher und Fernsehserien, darunter das detektivische Fahrrad Tom Turbo und die Knickerbocker-Bande, die Ende letzten Jahres im siebzigsten Serienband „Alte Geister ruhen unsanft“ wieder zusammenfanden. Doch nicht nur Axel, Lilo, Poppi und Dominik haben seit Anfang der Neunziger in aller Herren Länder – darunter in Österreich, in Ägypten, in den Niederlanden, der Schweiz, Amerika, in Frankreich, Deutschland und China – ihre spannenden Fälle gelöst. Auch Thomas Brezina ist ein Weltenbummler: Nicht nur, dass er neben Österreich in England eine zweite Heimat gefunden hat, auch führt es ihn nicht nur in seinen Geschichten an die schönsten Plätze der Welt. Treffend, dass gerade er „Planet Erde II: eine erde – viele welten“ moderieren wird. Erich Kästner wird zitiert mit: „Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.“ Ich sage: Es gibt kein Kind mit Burn-out. Kinder spielen, und sie spielen bis zum Umfallen: Darin liegt etwas, woran man sich als Erwachsener immer wieder erinnern sollte, woran man sich ein sehr gutes Beispiel nehmen kann. Ich glaube, dass man sich diese Spielfreude und Neugier erhalten

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sollte – und auch das Staunen über Dinge. Erwachsenen ist oft ein abgestumpfter Rationalismus anheim. Wie bewahrt man sich diese positiven Eigenarten – die Sie ja etwa auch auf Social Media ausleben? Das ist eine gute Frage. Ich glaube, es ist der Blickwinkel aufs Leben – und auch die Erkenntnis, dass man sich an so vielen Dingen erfreuen kann, insbesondere an den täglichen kleinen Freuden. Dankbarkeit ist die größte Kraft: Wenn ich mich jeden Tag umschaue, wofür ich eigentlich dankbar sein kann, anstatt achtlos daran vorbeizugehen, verändert das die ganze Lebensqualität völlig. Plötzlich sieht man immer mehr von diesen „kleinen“ Dingen, die das Leben lebenswert machen – wie ein Domino-Effekt. Glauben Sie, dass Sie aus Ihrem ständigen Kontakt mit Kindern Energie ziehen? Nein, ich versuche nur die Welt aus den Augen von Kindern zu sehen, wenn ich meine Bücher schreibe. Ich versuche, sehr genau zu verstehen, was in ihnen vorgeht. Aber der Rest, das bin ich – ein erwachsener Mensch, der sich aber noch sehr genau erinnern kann, wie das als Kind, war: an die schönen, wie auch an die schmerzhaften Zeiten. Viele Geschichten, die ich schreibe, müssen zuallererst auch mir, als Kind, das ich einmal war, gefallen. Woher kommt Ihr unnachahmliches

Gespür für Kinder? Es war schon immer so, dass ich sie begeistern wollte. Und dafür muss man genau hinhören und hinschauen. Und man muss sich wirklich dafür interessieren, was in ihnen vorgeht, was sie bewegt. Zum Beispiel, wie sie Geschichten lesen wollen, wie Sachen gestaltet werden müssen – vor allem für die, die nicht so gerne lesen. Und ich halte mich für niemanden, der das Recht hat, sie zu belehren: Ich halte sie für kleine Menschen mit ihren eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Ansprüchen – und darauf gehe ich ein. Sie haben selbst jedoch keine Kinder. Wünschten Sie sich je eines? Mein Leben über all die Jahre war so turbulent, dass dieser Wunsch nie gekommen ist. Ich hätte nie ausreichend Zeit für ein Kind gehabt und hätte dementsprechend auch nicht der Vater sein können, den ein Kind meiner Meinung nach verdient hätte. Heute hat man oft das Gefühl, dass Bildung bei uns ein Riesenproblem ist – Entscheidungsträger bei all den theoretischen Möglichkeiten, die verfügbar sind, vergessen haben, wie es in der Praxis war, Kind zu sein. Was würden Sie dem neuen Bildungsminister ans Herz legen wollen? Ich möchte zwar keinem Minister etwas mit auf den Weg geben und ich äußere mich auch zu parteipolitischen Fragen aus Prinzip nicht. Aber was ich misse, ist die Frage, was


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me Reise über die Erde

Fotos: Tom Storyteller GmbH, David Willis

Kinder heute wirklich lernen sollen: Der Lernstoff ist im Vergleich zu meiner Generation dreimal so groß geworden, das kann doch kein Mensch mehr erfassen! Was ist also wirklich notwendig? Ich glaube, dass eine Begeisterung notwendig ist – und nicht ein Vollstopfen mit Wissen. Man muss auch einmal erfahren, warum man überhaupt etwas lernen soll. Man muss erfahren, was dieses Leben zu bieten hat. Und man muss erfahren, wie großartig diese Welt ist! Das sind Dinge, die ich für unglaublich wichtig halte – und dann kommt noch etwas dazu: Kinder sind so unterschiedlich wie nie zuvor. Wenn man zum Beispiel Sechsjährigen gegenübersteht, haben manche von ihnen den Stand von Vierjährigen, andere von Zehnjährigen. Manche lernen rein optisch, andere rein akustisch. Manche können sehr schnell erfassen, andere brauchen länger. Auf diese Individualität sollte der Lehrer mehr Möglichkeiten haben, tatsächlich auch einzugehen. Dafür braucht er: Zeit. Weil Sie gerade die steigenden Individualitäten angesprochen haben: Wodurch unterscheidet sich Belletristik für Jungs und Mädchen, wo überlappen sie sich? Ich würde das nicht generalisieren, aber Buben haben den Drang nach Abenteuer und Action. Ihre Geschichten sind ziemlich knapp und sehr temporeich geschrieben. Mädchen tendieren zu emotionelleren Geschichten, die wollen mehr Tiefe erfahren. Fantastisches hingegen lieben Buben und Mädchen gleichermaßen. Wie wichtig sind Geschlechterrollen in Ihrer Welt? Ich habe vor 28 Jahren, als der erste Band der „Knickerbocker-Bande“ herauskam, ein Mädchen zum Oberhaupt

der Bande gemacht. Damals hat man mir erklärt, das würde sich nie verkaufen. Fast drei Jahrzehnte später schaut die Welt anders aus – und die Anzahl der Briefe und E-Mails, in denen mir Mädchen und Frauen erzählt haben, wie wichtig das für sie war, ist sehr, sehr groß. Aber es ist natürlich das Prinzessinnen-Mädchen genauso erlaubt wie das ActionMädchen. Jeder kann und darf so sein, wie er will!

termine mit den „Planet Erde II“ auf unseres Planeten schönsten Bildern inwand – live Le einer gigantischen 80-köpfigen em begleitet von ein – erleben Sie am Sinfonieorchester ner Stadthalle ie W 2. April in der (D).

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Mitte des letzten Jahres geisterte ein scherzhafter Humbug durch IMDb: Heinz-Christian Strache soll Fritz Fantom impersoniert haben. Ein überwiegendes Gros Ihrer Bösewichte bei „Tom Turbo“ ist männlich: Kauft man Männern diesen Charakterzug eher ab? Ich glaube, es regt sich keiner auf, wenn man Männer als Schurken darstellt (lacht). Bei weiblichen Schurken ist man viel antastbarer. Aber trotzdem gibt es bei mir auch weibliche Bösewichte – zum Beispiel Alexa und Freda Fantom. Nur die wirklich berühmten waren halt alle männlich. Ist Ihnen von jenen einer besonders ans Herz gewachsen? Fritz Fantom ist in seiner Vielschichtigkeit und in all dem, was er erfunden hat, nach wie vor einer meiner Lieblingsbösewichte. Am lustigsten fand ich jedoch immer Doktor Gruselglatz. Ein großes Geschick Ihrer Literatur ist es, Protagonisten zu zeichnen, die keine Idealvorstellungen erfüllen: Gerade Ihre Helden leben auch durch ihre Schwächen. Wie weit wünschen Sie sich jedoch ein Verständnis für die Gedankenwelt der Antagonisten? Das hängt davon ab, für welches Alter und welche Zielgruppe man schreibt. Schon bei jüngeren Kindern halte ich es für wichtig, die Motivation offenzulegen: Warum tut er das? Was hätte er davon – und was würde dabei zerstört werden? Wenn die Leser älter werden, kann man mehr Facetten einbringen: Natürlich braucht auch jeder Held seine Schwächen, sonst ist er ja langweilig! Genauso braucht aber auch dessen Gegenspieler seine positiven, menschlichen Seiten – und natürlich kann man dann mehr Hintergründe schildern: Was war die Verletzung, die Kränkung, dass der Bösewicht so handelt? Was leisten bei Kinderbüchern die Illustrationen, worauf legen Sie Wert?

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GEWINN SPIEL Spektakuläre Naturdokumentation „Planet Erde II“ verbindet die optische Opulenz der brillanten Natur- und Tierbilder mit der ergreifenden Live-Akustik eines Sinfonieorchesters. Moderiert wird das Spektakel von Autor Thomas Brezina.

Der Auftrag an meine Illustratoren lautet: „Inszeniert das Buch!“ Ich glaube, das ist heute wichtiger denn je. Illustrationen müssen einen Zusatzwert bringen, man muss Dinge sehen, die nicht in der Geschichte stehen. Auf der anderen Seite müssen sie das Lesen gerade für Kinder, die nicht so gern lesen, einfacher und spannender machen. Sind Alliterationen – die Sie gerade bei „Tom Turbo“ gerne einsetzen – die Illustrationen der Sprache? Ja, ich liebe Alliterationen! Dafür hatten schon die alten Griechen und Römer eine Vorliebe! Wer waren Ihre Helden als Kind? „Wir Kinder aus Bullerbü“, „Kalle Blomquist“ oder auch „Wickie und die starken Männer“ – das waren meine Helden. Und heute? Ich lese bunt gemischt: Viele Romane – auch Krimis, ab und an Thriller –, aber sehr, sehr viel an Sachbüchern und Biografien.

Wir verlosen ein Paket mit den drei signierten Büchern „Die Rache der roten Mumie“, „Das Haus der Höllensalamander“ und „Alte Geister ruhen unsanft“. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Viele Kinder haben wegen Ihnen und Ihren Geschichten begeistert zu lesen begonnen. Sind Kinder die strengsten, weil ehrlichsten und unverdorbenen Kritiker? Nein. Kinder sind direkt und geradlinig, das finde ich hervorragend. Aber ich mag es nicht, Kinder auf ein Podest zu heben. Kinder sind nicht die besseren Kritiker, nur weil sie Kinder sind. Sie sind vielleicht weniger zurückhaltend und höflich – aber das sind viele Erwachsene letztlich auch nicht (lacht). Man liebt alle seine Kinder gleich. Wenn Sie aber an den jungen, einzelgängerischen Brezina zurückdenken: Mit wem von der Knickerbocker-Bande hätten Sie am ehesten Freundschaftsbande geknüpft? Sicherlich mit Lilo: Wir teilen die Verbundenheit zu Bergen, die Lust am Rätsellösen. So war ich auch als Kind – und bin ich vielleicht heute noch. Hätten Sie das Zeug und den Mut zum Knickerbocker gehabt? Durchaus, absolut! In jedem der vier Knickerbocker steckt immerhin etwas von mir.


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Glauben Sie, wären die Geschichten anders verlaufen, wären Axel und Lilo früher ein Paar geworden? Immerhin heißt es: Bei zwischengeschlechtlichen Freundschaften steht früher oder später auch einmal die Körperlichkeit nicht nur im Raum, sondern gar im Weg. In den alten Abenteuern waren sie um die 13 Jahre alt, da steht das noch nicht wirklich zur Debatte. Bei Serienbüchern erwartet der Leser auch, dass die Geschichte immer auf null zurückspringt und egal wo man einsteigt mit einem vertrauten Ambiente beginnt. Die „Knickerbocker Bande“ waren keine Bücher, die einen durchgezogenen Handlungsbogen hatten. Sie pendeln zwischen Ihren Wohnorten in Österreich und England: Wo schreibt es sich leichter, wo warten mehr kreative Inputs auf Sie? In London. Dort finde ich so viel an Anregungen und Ideen wie nirgendwo sonst. Woran liegt das? Ich glaube, das Erzählen von Geschichten ist in England ganz stark zu Hause: Das erlebe ich sehr intensiv im Theater – ich schaue mir fast jede Produktion an. Daraus lerne ich sehr viel über Charaktere. Ich mag englische Literatur und ich muss gestehen: Ich war ein irrer Leser als Kind, habe aber in der Schulzeit, als ich mit Michael Kohlhaas und Ähnlichem gequält wurde, aufgehört und dann während der Matura durch Englisch wieder enorm zu lesen begonnen. Davon ist mein Stil auch sehr geprägt. In der Stadt selber, was mir so unglaublich gefällt, ist alles möglich und es schaut keiner schräg: Die Leute sind dort nicht anders, um anders zu sein, sondern weil sie so sein wollen. Kommen wir zu Ihrer Moderation von „Planet Erde II“: Sie haben die Knickerbocker-Bande in viele Ecken und Länder der Welt geschickt. Abgesehen von Ihren Wohnorten: Würden Sie mir Ihre Lieblingsplätze auf der Erde verraten?

Was mich enorm berührt hat bei all meinen Reisen war Hawaii. Das ist für mich einer der unglaublichsten Plätze der Erde. Wenn man oben auf diesem Vulkan steht und Wale beobachtet, ist das schon etwas Besonderes. Und wenn ich dort aus dem Fenster sah, sah ich Delfine aus dem Wasser springen – das ist das, was mich im Leben bewegt. Auch Polynesien interessiert mich sehr und Gegenden wie Ägypten mit den Pyramiden oder auch Skandinavien – allerdings nur im Sommer, im Winter ist das nichts für mich (lacht). Und Island war wohl eines der größten Erlebnisse, das ich je hatte! Wissen Sie schon, wohin Sie Ihre nächste Reise führen wird? Nach New York, um für den nächsten Band der Knickerbocker-Bande zu recherchieren. Geschimpft wird über den ORF, das Programm, einzelne Personen und Abhängigkeiten und Gebühren gern. Sie sind gut ein Viertel Leben Teil des Teams, seit etwa einem Jahrzehnt für das Kinderprogramm verantwortlich: Was hat sich seit Betthupferl und Kasperl nicht nur im Programm, sondern gerade in den kindlichen Lebenswelten verändert, wo geht es – wenn es nach Ihnen geht – hin? Was sich verändert hat: Das Fernsehen ist heute nur ein Medium von vielen, sein Stellenwert ist nicht mehr so groß wie früher. Das finde ich aber auch nicht schlecht! Heute ist auch die Auswahl an Sendern viel größer, man muss also etwas sehr Spezielles bringen – so wie wir österreichische Serien mit einer österreichischen Klangfarbe bringen, die aber auch in Deutschland gut ankommen. Gerade für Vorschulkinder halte ich es für ganz wichtig, dass es vor allem auch lokale Produktionen gibt, wo sie insbesondere den österreichischen Sprachduktus haben. Nur: Wir konkurrieren mit unglaublich viel, und darauf müssen wir uns einstellen und daher irre gut sein und überraschen! Das ist unsere Herausforderung.

Sehen Sie zwischen dem gedruckten Wort, dem Fernsehen und dem Internet mit all seinen Möglichkeiten unterschiedliche Wertigkeiten? Nein. Ich habe die Geschichte vermutlich schon hundertmal erzählt, aber ich erzähle sie liebend gerne noch einmal: Als ich begonnen habe, Bücher zu schreiben, habe ich meine 92-jährige Tante Mitzi besucht und sie gefragt: „Glaubst du, werden die Kinder neben dem Fernsehen überhaupt noch lesen?“ Sie hat dann schallend zu lachen begonnen und zu mir gesagt: „Als ich noch ein Kind war, haben sie zu mir gesagt: ‚Mitzi, lies nicht so viel, davon verdirbt man sich nur die Augen!‘“ Es geht immer um das Gleiche, was besser und was schlechter ist. Und ich bin es müde, solche Diskussionen zu führen, ich halte sie für sinnlos. Es gibt einen Kanon an Medien und gute Erziehung bedeutet, dass Kinder zwar Zugang zu allem haben, dass aber natürlich auch eine gewisse Dosierung stattfindet. Sie aktualisieren Ihre alten Bücher, wenn sie neu aufgelegt werden. Da geht etwa die Knickerbocker-Bande nicht mehr in eine Telefonzelle, sondern telefoniert mit dem Handy. Auch Lindgrens Bücher wurden „aktualisiert“, der „Negerkönig“ gestrichen – was die Autorin zeitlebens und später auch ihre Erben stark mokierten. Kann man so etwas Kindern nicht stattdessen in einer Anmerkung erklären, was eine Telefonzelle war oder dass man „Neger“ nicht mehr sagt? Ich halte das nicht für nötig. Lesen soll ein Vergnügen sein. Es gibt Dinge, die kann man heute nicht mehr so ausdrücken – und dann werden sie eben geändert. Warum müssen wir einem Kind erklären, wie etwas vor dreißig Jahren war? Zieht es daraus wirklich einen Nutzen? Ich glaube, schon die Gegenwart ist anstrengend und schwierig genug zu begreifen – kümmern wir uns doch um die zuerst.

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Die Todes Sein neuestes Programm „Lucky Punch: Die Todes-Wuchtl schlägt zurück“ versteht Michael Mittermeier auch als Hommage an den österreichischen Humor. Ein Gespräch über Grenzen, nicht nur die der Länder. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

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Was macht für dich einen Parade-Österreicher aus? Den Parade-Österreicher hätte ich noch nicht gefunden. Vor allem stellt sich dann auch die Frage: Wo bleibt die Parade für ihn? Ihr Österreicher habt ja auch nicht den ganzen Tag Zeit, auf Pferden über den Opernring zu paradieren und Ölzweige zu werfen. Wobei: Ihr würdet ihm vermutlich anstatt eines Lorbeerkranzes ein Schnitzel aufsetzen. Der Österreicher muss jedenfalls das Mantra, die österreichische Ursuppe, wo alles herkommt, kennen, die da lautet: „Es geht si scho aus.“ Solang er das beherrscht, kannst du jederzeit jeden Hawara mit dem Schnitzel am Kopf über den Ring schicken. Wie weit kann man die Typologie von Humor überhaupt an Landesgrenzen festmachen? Grundsätzlich ist Humor international, regional umgibt die Leute halt immer etwas anderes. Dass Klischee, dass der deut-

sche Humor nicht ganz so lustig ist, haben wir uns vielleicht auch selbst zuzuschreiben: Man geht zum Lachen in den Keller, man lacht sich tot, es ist „Schluss mit lustig“. In Amerika hingegen ist es martialischer: „to kill them“ heißt, dass das Publikum total abgelacht hat, „to bomb“, dass du energetisch vernichtet worden bist. Aber es stimmt schon, dass im angelsächsischen Raum, in dem du ja auch Erfolge feierst, der Humor stärker im Alltag integriert ist als im deutschsprachigen? Donald Trump wäre nicht da, wo er ist, wenn Entertainment in Amerika keinen hohen Stellenwert hätte. Aber auch bei uns wird Humor immer wichtiger. Wenn man bei furztrockenen Tagungen und Vorträgen eine Pointe einbaut, dann ist sofort ein Stück Freiheit im Raum. Humor bestimmt und ändert zwar nichts, öffnet aber Türen: Wenn ich auf der Bühne ein politisches Statement von mir gebe, dann öffne ich damit zumindest einen Diskurs. In Amerika ist das Publikum in Comedy-Clubs ja auch komplett anders strukturiert als bei uns, da sitzen wirklich Leute drinnen, die sich zu Hause die weiße Zip-

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In deinem neuen Programm ist die „berüchtigte Todes-Wuchtl, geschmiedet in den dunklen Gewölben einer antiken austrianischen Spaß-Dynastie“ deine Verbündete. Welche Beziehung hast du zu österreichischem Humor? Bereits als Kind wurde ich vom ORF mit „Kottan“ und „Ein echter Wiener geht nicht unter“ sozialisiert. Von daher hatte ich schon früh einen guten Draht zum österreichischen Humor. Ich bin auch relativ früh in meiner Karriere in Österreich aufgetreten, sogar noch vor Auftritten in Deutschland außerhalb von Bayern. In Österreich gibt es durchwegs gute Kabarettisten und Comedians, man kennt und mag sich. Der Untertitel von meinem Programm sorgt in Deutschland für Lacher, nachdem man ihnen erklärt hat, was eine

Todes-Wuchtl überhaupt ist: eine Mischung aus Bruce Lee und Sisi, was per se ein ziemlicher Spagat ist. Und in Österreich giltst du so gleich als Verbündeter.

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ild war Michael Mittermeier, einer der erfolgreichsten deutschen – Verzeihung: bayrischen – Comedians ja schon in seinem letzten Programm. Mit dem Nachfolger „Lucky Punch“ geht er noch ein Stück weiter, begibt sich in den Ring. Sein Gegner: die Absurditäten des Alltags. Und in diesem Kampf gibt es keine Regeln …


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TIM_18_20_Michael Mittermeier_g_KSB_k1.qxp_Layout 1 20.02.18 14:01 Seite 3

felmütze über den Kopf ziehen. In Amerika geht man in den Comedy-Club wie bei uns in die Kneipe. In Deutschland hingegen wird Humor sehr bewusst konsumiert. „Germans have no sense of humor“: Gibt es dieses Klischee im Ausland noch? Es ist besser geworden, aber das Klischee ist schon noch da. Wenn ich in Amerika oder England – in englischer Sprache – spiele, sind sie zwar positiv verwirrt, aber sie lassen deutschen Humor zu. Aber selbst in Litauen gibt es die Vorstellung, dass die Deutschen nicht lustig sind. Natürlich fragt der Deutsche dann berechtigt: Was zur Hölle ist ein „Litauen“ und haben die dort überhaupt Humor? Eine berechtigte Frage. Ich habe dort in einer riesigen Bikerhalle gespielt, über dem Eingang hing ein nackter, gebückter Engel – in Deutschland wäre es heutzutage ganz schwierig, so was zu machen. Da käme dann gleich die Frage auf, ob das ein männlicher oder weiblicher Engel ist und warum er nackt ist und seinen Popo zeigen muss. Man muss sich auf ein fremdes Humorverständnis ebenso einlassen, wie die Welt auf den deutschen Humor. Zum Glück bin ich für die Österreicher als Bayer aber ohnehin ein Zwitterwesen und erfülle den alten Satz von Bruno Kreisky: „Es ist schön, nach Bayern zu kommen, weil da ist man außerhalb Österreichs, aber noch nicht in Deutschland.“ Die Süddeutsche schrieb einmal, dein älterer Bruder Alfred sei ein unpolitischer Kabarettist, du ein politischer Comedian. Eine derart klare Trennung zwischen vermeintlich platter Comedy und intellektuellem Kabarett gibt es nur im deutschsprachigen Raum. Warum? Erklären kann ich mir diese Trennung auch nicht, weil ich sie selbst nie gelebt habe. Der Deutsche braucht anscheinend Schubladen. Bevor der Adolf gekommen ist, war auch in Deutschland das Kabarett

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mit Singstücken und lustigen Nummern bunt gemischt. Nach 1945 hat sich ein starrer Kabarettbegriff gefestigt, so starr, dass ich nach meinen ersten Gehversuchen als linker Liedermacher und politischer Kabarettist irgendwann in den Neunzigern als Comedian in gewissen Clubs auf der schwarzen Liste stand, man mich nicht mehr spielen lassen wollte. Und zwar nicht, weil ihnen meine Programme nicht gefielen – denn das wäre ja okay gewesen, es muss ja nicht jedem alles zusagen. Stell dir vor, 99 Prozent der Besucher eines Hansi-Hinterseer-Konzertes finden mich auf einmal lustig, dann habe ich ein Problem. Weil dann muss ich mit den Amigos auf Tour gehen. Bevor ich in Deutschland aber einen Kleinkunstpreis kriege, würde vermutlich sogar ein Clown einen bekommen. Das klingt jetzt verbittert, was ich aber nicht bin; Ich find’s einfach nur schade, weil die Grenzen fließend sind: Ein Josef Hader ist genauso auch ein Standup-Comedian, ein Dieter Hildebrandt war einer der größten Stand-up-Comedians, die wir je hatten. Dass ich auf der Bühne andere Themen thematisiere als er, ist aber auch klar: Ich bin mit MTV aufgewachsen, er mit dem Krieg. Was hältst du vom G!lt Projekt deines Kollegen Roland Düringer? Roland war schon immer bekannt dafür, Grenzen zu überschreiten. Das ist nun einmal Kunst. Bei uns ist es so: Wenn die Wuchtel ansteht, dann muss sie raus. Sprichwörtlich heißt es, das Wort sei stärker als das Schwert. Würdest du – in Anspielung auf deine Phobie – mit deinem Witz auch Zombies etwas entgegenzusetzen haben? Ich glaube, auf der Bühne in einem Club wäre ich ziemlich verloren, wenn plötzlich vor mir der Zombieismus ausbricht, da sichern Pointen nur bedingt mein Überleben. Auf der anderen Seite dann als Teil

einer Gruppe Überlebender, die sich im Keller verschanzt, kann ich mit Humor die Situation vielleicht etwas lösen: „Essen Zombies Veganer?“ Die gehen wohl als Beilage durch. Das muss ich mir merken: Ein Veganer wäre für einen Zombie nur eine Sättigungsbeilage (lacht). Allerdings: In „The Walking Dead“ war König Ezekiel vor der Apokalypse Zoowärter, und das ist in der Heavy-Marines-Kategorie ja auch nur bedingt in den Top 10. Negan war Coach in einer Highschool, Governor Blake überhaupt ein Niemand. Insofern habe auch ich als Comedian vielleicht ganz gute Chancen, wenn aus einem Niemand in Extremsituationen plötzlich ein Anführer werden kann. Wieso ist eigentlich die Frauenquote in deinem Business – insbesondere im deutschsprachigen Raum – so gering? Weil weniger Frauen auf die Bühne gehen, woran könnte es sonst liegen? Humor ist genderneutral. Mit Louis CK hat die #metoo-Welle auch die Kleinkunst erreicht, dein Freund Bono fand sich in den Panama Papers wieder: Kann man einen Künstler noch witzig oder gut finden, wenn er Mist gebaut hat – gibt es eine Trennung zwischen Künstler und Werk? Beide Fälle in einen Topf zu werfen ist ein bisschen schwierig. Aber es gibt Nummern, die werden immer gut oder lustig sein. Natürlich wäre es jetzt für Louis CK sehr schwierig aufzutreten. Man kann das künstlerische Werk jedoch nicht auf die Waagschale legen: „The Usual Suspects“ oder „7ieben“ werden trotz Kevin Spacey ja auch nicht plötzlich zu schlechten Filmen. Der eigentliche Skandal ist eher das, dass bisher lediglich so wenig Täter zu Recht durch Hollywood getrieben werden. Weil das kann noch nicht alles gewesen sein!


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Die Puppenspieler 1986 veröffentlichen die amerikanischen Thrasher Metallica ihr Meisterwerk „Master of Puppets“. Eine opulente Luxusedition lädt zur Zeitreise: eine Liebeserklärung. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER

Foto: COFO

1986

war ein geschichtlich ereignisreiches Jahr und zudem das „Internationale Jahr des Friedens“ – doch von einer Friedfertigkeit ist auf „Master of Puppets“, dem dritten Album der amerikanischen Thrash-Metal-Band Metallica, wenig zu hören: Orgiastisch pflügt das Quartett James Hetfield, Lars Ulrich, Cliff Burton und Kirk Hammett im Stakkato durch Klagelieder über Drogen und hausgemachten Wahnsinn wie Krieg und Religion über 55 Minuten hinweg, warnt vor einer Kirche, die einen entmündigt und einem Staat, der jeden kaptiviert, der sich nicht im Gehorsam ergibt. „Master of Puppets“ ist damit ein liberales Manifest – und zeigt mehr als all die anderen Alben, die das Genre davor und danach hervorbrachte, dass Heavy Metal die menschlichste Musik im späten 20. Jahrhundert war – und immer noch ist. Der kreative Bandkopf Hetfield/Ulrich verballerte hierauf jedoch nicht nur textlich, sondern auch musikalisch geradezu verschwenderisch seine Genialität, als gebe es in seinem Souterrain einen Fundus, den es so rasch als möglich auszuweiden galt. Insbesondere aber auch Burtons spürbarer klassischer Einfluss kleidete das Album in luftige Strukturen: Angefangen vom bedrohlich-einlullenden Intro von „Battery“ bis hin zum

abrupten und seinem Namen alle Ehre machenden Inferno „Damage Inc.“, das auf Bachs „Come, Sweet Death“ fußt, kumuliert auf „Master of Puppets“ ein gigantisches Potpourri an unterschiedlichen Stimmungen, die oft unvorbereitet, nie aber disharmonisch ineinanderbrechen. Doch „Master of Puppets“ sollte nicht nur Metallicas persönliches Meisterwerk und das des Genres, sondern auch ihr Schwanengesang werden: Kurz nach Veröffentlichung verstarb bei einem Busunfall im schwedischen Ljungby mit Cliff Burton nicht nur der Bassist der Band, mit ihm versiegte sukzessive über die folgenden Jahre hinweg auch der sprudelnde Quell der Inspiration – nicht selten war es der Misfits- und BachLiebhaber gewesen, der in die richtigen Bahnen lenkte und neben „Master of Puppets“ auch die Vorgänger „Ride the Lightning“ und „Kill ’em All“ zu Glanzstücken gereichen ließ.

Ehre, wem Ehre gebührt Doch diesen Kontext darf man beinah außer Acht lassen, es wäre müßig und vermutlich auch lästerhaft, darüber zu spekulieren, welcher Rang „Master of Puppets“ heute zuteil wäre, wäre Burton immer noch Teil von Metallica; Denn der Mythos, der das Album umweht, ist zu Recht unantastbar: Es gibt wohl keine Band des Genres, die sich hiervon nicht beeinflusst zeigt oder Genrekenner, denen das Album ein unbeschriebenes Blatt ist. Mehr noch: Auch außerhalb der Subkultur wird „Master of Puppets“ Respekt gezollt, wurde ihm 30 Jahre nach dem Erscheinen sogar die Ehre zuteil, von der National Recording Preservation Foundation der Library of Congress honoriert zu werden, und steht somit im honorablen Umfeld etwa der Gutenberg-Bibel und Millionen weiterer Einzelstücke unschätzbaren Wertes. Die kürzlich erschienene De-luxe-Edition mit mannigfaltigen Kontextmemorabilia eröffnet einen ungeahnt dichten Blick auf dieses musikalische Weltkulturerbe.

termin r am 31. März in de ist Metallica spielen ert nz Ko s Da ). (D e Wiener Stadthall . bereits ausverkauft

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„Ich biege mir de „Der perfekte Moment wird heut verpennt“ singt Max Raabe auf seinem neuen Album. Ganz und gar ausgeschlafen allerdings präsentierte sich der Gentleman vom Dienst im Interview und sprach mit uns über Männerschnupfen, Dadaismus – und den Nationalsozialismus. TEXT: MANUEL SIMBÜRGER

Was ist für Sie der „perfekte Moment“? Die Aussage des gleichnamigen Songs ist vielmehr, dass man auch einmal nichts tun darf. Dass es okay ist, den perfekten Moment zu verpassen. Darum weiß ich gar nicht, was der perfekte Moment für mich ist. Ich möchte dazu auffordern, den Stecker

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Palast riert mit seinem Max Raabe zeleb t“ im März in en om M ten erfek Orchester den „p Salzburg, Graz, Linz und mber in Wien, im Nove Bregenz.

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mal rauszuziehen und keine Angst zu haben, etwas zu verpassen. Entschleunigung nimmt in Ihrem Leben also einen hohen Stellenwert ein? Genau. Ich habe keine Schwierigkeiten damit, mich zu entschleunigen. Ich muss eher aufpassen, dass ich wieder in Schwung komme. Wenn wir ein neues Album oder ein Programm zusammenstellen, wenn wir viel proben, dann brenne ich natürlich und da bin ich auch Perfektionist. Wenn man eine Arbeit hat, die man gerne tut, dann geht das gar nicht anders. Die Motivation kommt da von ganz alleine. Gab es während der Arbeit am neuen Album einen „perfekten Moment“? Es gab einige wirklich gute Momente, in denen wir plötzlich Ideen hatten, von denen wir paar Minuten zuvor noch gar nicht ahnen konnten, dass sie irgendwo in unserem Kopf herumschwirren. Und plötzlich wollen sie alle aus unserem Gehirn raus – man schreibt Dinge, die zuvor nicht existierten. Wo war diese Idee vorher? Es ist merkwürdig und faszinierend zugleich, was das Gehirn mit einem anstellt. Sie bezeichnen das Album als „Gemeinschaftsproduktion“, viele Künstler halten die Produzenten und Co-Autoren ihrer Songs lieber bewusst im Hintergrund. Sind Ihnen Eitelkeit und ein großes Künstlerego fremd?

Nicht fremd, aber ich fände es unfair, mich mit fremden Federn zu schmücken. CoWriter und Produzenten sind es ja mittlerweile gewohnt, bei ihrer Zusammenarbeit mit Künstlern gar nicht erwähnt zu werden. Ich kann durchaus Stücke selbst schreiben wie beispielsweise „Kein Schwein ruft mich an“ oder „Rinderwahn“. Wenn ich aber gegenwärtige, poppige Songs kreieren will, die gleichzeitig auch meine Haltung und Humor widerspiegeln, dann brauche ich Hilfe – und zwar von Leuten, die davon eine Ahnung haben. Wenn ich deren Begabung für mich und meine Stücke nutze, ist es ganz klar, dass ich das auch betone. Keines dieser Stücke wäre entstanden ohne mich und keines wäre entstanden ohne die anderen. Wir haben uns gegenseitig vorwärtsgetrieben. Wir haben gemeinsam dezenten Pop geschaffen, der das zwischenmenschliche Durcheinander thematisiert. Ich biege mir den Pop zurecht, aber ich verbiege mich nicht für den Pop. Einige der neuen Songs haben überraschend düstere Untertöne, beispielsweise „Heut bring ich mich um“. Muss man sich um Sie Sorgen machen? Ganz und gar nicht! „Heut bring ich mich um“ ist sogar der humorigste Song am gesamten Album – denn es geht um den berühmten Männerschnupfen! Um das reizvolle Baden in Selbstmitleid, das jeder kennt. Selbstmord ist aber natürlich keine Lösung. Ich gebe jedoch gerne zu, dass der Song

Foto: Gregor Hohenberg

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ach drei Jahren Pause hat Max Raabe, die bekannteste Baritonstimme Deutschlands und auf ewig assoziiert damit, dass ihn „kein Schwein anruft“, ein neues Album am Start: Mit gewohnt fröhlich-ironischer Manier aber überraschend düsteren Untertönen lädt Raabe auf „Der perfekte Moment … wird heut verpennt“ die Zuhörer erneut auf eine Reise in die 20er- und 30er-Jahre ein. Dass „Der perfekte Moment“, Raabes bereits 24. Album, trotzdem immer noch frisch, inspirierend, kreativ und gar vielseitiger als seine Vorgänger klingt, verdankt er wohl nicht zuletzt Annette Humpe, mit der er bereits zum dritten Mal zusammenarbeitete. Und sicherlich auch Peter Plate und Ulf Leo Sommer von Rosenstolz, für die „Der perfekte Moment“ allerdings ein RaabeDebüt darstellt.


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en Pop zurecht!“ etwas Berührendes hat, schon alleine wegen dem Engelschor. Für mich lag der Reiz im Wechselbad zwischen subtilem Humor und Betroffenheit. Sind Ihre Songs autobiografisch? Nein, auch wenn ich mich das schon selbst gefragt habe. Sie spiegeln das wider, was mich bewegt, ohne dabei aber autobiografisch zu sein. Manchmal geht es auch um einzelne Worte: Im Song „Hohl“ zum Beispiel wollte ich vor allem einfach dieses banale Wort schön zelebrieren. Das geht eigentlich schon in Richtung Dadaismus, wie übrigens auch „Mein kleiner grüner Kaktus“. Ich liebe den Umgang mit Worten und Formulierungen. Wie hat sich die deutsche Musikszene in den letzten 30 Jahren verändert? Als ich als Musiker angefangen habe, war meine häufigste Frage: „Wieso schreibt keiner Songs auf Deutsch?“ Nina Hagen oder Udo Lindenberg waren da willkommene Ausnahmen. Sich musikalisch in der Muttersprache auszudrücken ist viel schwieriger, als sich hinter englischen Plattitüden zu verstecken. Klischees sind hier offensichtlicher. Heute ist es viel selbstverständlicher, dass auch junge Leute in der Sprache singen, in der sie Pizza bestellen oder mit ihrer Mutter telefonieren. Und was hat sich nicht verändert? Pop und Ironie schließen sich nach wie vor aus. Aber dafür gibt’s ja dann mich (lacht)! Wieso kommt Ihre Musik bei Jungen so gut an? Die 1920er und 30er sind zeitlos. Dadaismus ist eine Mischung aus eleganter musikalischer Form und gehobenem Unsinn. Darin lag für mich immer der Reiz. Es waren junge Leute, die diese Musik geschrieben haben. Wieso sollen also nicht auch

GEWINN SPIEL Wir verlosen drei CDs „Der perfekte Moment … wird heut verpennt“. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

junge Leute von heute daran Gefallen finden? Sie würden sich also nicht als Nostalgiker bezeichnen? Nein, denn Nostalgie hat stets einen Beigeschmack von: „Früher war alles besser.“ Das stimmt nicht. Die Musik von damals ist in einer spannungsreichen Zeit entstanden. Die Weimarer Zeit war sehr vielfältig, aber endete in einer Katastrophe. Hat man Ihnen aufgrund Ihrer Vorliebe zur damaligen Zeit schon mal unterstellt, dem NS zugetan zu sein? Gott sei Dank war das nie ein Thema – denn Ironie und Diktatur schließen sich ebenfalls aus. Als die Republikaner in Deutschland in den 1990ern Wahlergebnisse verbuchen konnten, hatte ich aber Sorge, dass sich das falsche Publikum in meine Konzerte verirren könnte. Das war aber Gott sei Dank nicht der Fall. Die wussten wohl, dass sie bei mir falsch sind.

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!ticket highlights

Peter Klien Reporter ohne Grenzen Gegen ihn ist selbst Armin Wolf ein kuscheliger Hofberichterstatter. Der „Willkommen Österreich“-Satire-Reporter ist die härteste Nummer, die der ORF derzeit an der Journalistenfront zu bieten hat. Nun gibt’s endlich die Bühnenshow zum Kult-Format. Mit sauberem Anzug und unschuldigem Blick macht Peter Klien, was er am besten kann: auf ganz seriöse Weise ganz unseriöse Fragen zu stellen. Und das ist mittlerweile Kult! laufend, u.a. im Rabenhof Theater, im Linzer Posthof, der ARGEkultur Salzburg und dem Casino Graz

Jimmy Carr

Nihils

Im Rahmen des BurgSommerHall Die Nihils, drei Musiker aus Waidring, haben sich dem Indiepop verschrieben. Bekannt geworden sind sie durch die ORF-Talenteshow „Die große Chance“. Im Casting konnten sie mit ihrem Song „Set my Sail“ überzeugen und stiegen bis ins Halbfinale auf. Inzwischen gehören sie zu den Senkrechtstartern in der österreichischen Musikszene und sind eines der großen Highlights beim BurgSommerHall!

20. Oktober, Globe Wien

Elvis Costello

Mit The Imposters Am besten ist Elvis Costello wohl für seine Auftritte mit The Attractions und The Imposters bekannt. Viel Beachtung fanden jedoch auch seine gemeinsamen Projekte mit Burt Bacharach, The Brodsky Quartet, Paul McCartney, The Charles Mingus Orchestra, Plattenproduzent und Songwriter T Bone Burnett sowie Allen Toussaint and The Roots. Im Mai 2011 ging Elvis Costello, mit The Imposters wiedervereinigt, auf „Revolver“-Tour. Die LA Times lobte die Performance, die an zwei aufeinanderfolgenden Abenden im Los Angeles Wiltern Theatre stattfand, mit den Worten: „Die Art von einzigartiger, belebender Erfahrung, die ein einziges Schlagwort rechtfertigt: Inspirierend“. 9. Juli, Kasemattenbühne & 11. Juli, Wiener Konzerthaus

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Fotos: GEPA Pictures (ÖFB), Chambers Management Ltd. (Jimmy Carr), Nihils (Nihils), Bernie Mcallister / Argyll-Image (Elvis Costello), Ingo Pertramer (Peter Klien)

22. Juni, Hall Burg Hasegg

The Best Of, Ultimate, Gold, Greatest Hits World Tour Comedy-Genie Jimmy Carr geht mit einer Sammlung seiner besten Witze und neuem Material auf Welttournee. Bekannt für seinen trockenen Humor serviert der Brite gewohnt schlagfertig und messerscharf seine Pointen, Tabus werden dabei selten ausgelassen. Als Stand-upComedian hat sich Carr neben seinem schwarzen Humor und seinen mitunter bitterbösen Witzen auch für die spontane Interaktion mit dem Publikum einen Namen gemacht.


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ÖFB Nationalteam Slowenien und Deutschland im Abo Das Nationalteam startet Ende März ins Länderspieljahr 2018 und bereitet sich mit attraktiven Testspielgegnern auf die im Herbst startende UEFA Nations League vor. Das Burgenland-Länderspiel gegen Slowenien am 23. März (20:45 Uhr) und das von Raiffeisen präsentierte Länderspiel gegen Deutschland am 2. Juni (18:00 Uhr) finden im Klagenfurter Wörthersee Stadion statt und werden im Abo angeboten. ÖFB Reisen stellt für alle Fans des Nationalteams wieder attraktive Reiseangebote inklusive Bahnticket und Ticket für das Spiel zusammen. Nähere Informationen gibt es unter office@oefb-reisen.at bzw. auf www.oefb-reisen.at.

23. März und 2. Juni, Wörthersee Stadion

Endlich wieder Schweizerhaus! Saisonstart am 15. März 2018

Bernie Mcallister / Argyll-Image (Elvis Costello), Ingo Pertramer (Peter Klien)

Oft kopiert – nie erreicht. Das Schweizerhaus im Wiener Prater ist mit seiner unvergleichlichen Atmosphäre kulinarischer Treffpunkt für Jung und Alt und immer einen Kurzurlaub wert! Mit Budweiser Bier und knuspriger Stelze ist der Traditionsbetrieb von Familie Karl Kolarik der Inbegriff des Wiener Lebensgefühls. Nach der Winterpause startet das Schweizerhaus endlich in die neue Saison. Das ist ein Grund zum Feiern! Ganz traditionell wird dies an den beiden Eröffnungstagen (15. und 16. März) mit jeder Menge Live-Musik zelebriert. Ab dann ist der „Garten der Wiener“, wie der wunderschöne Schweizerhaus-Biergarten liebevoll genannt wird, die ganze Saison hindurch für seine Gäste geöffnet. So lässt sich täglich von 11.00 bis 23.00 Uhr ein Kurzurlaub im Schweizerhaus genießen! Und weil es diese Institution seit jeher versteht, Tradition und Innovation zu verbinden, kommen hier auch Craft-

Beer-Fans mit einem variantenreichen Angebot an schmackhaften Spezialbieren voll auf ihre Kosten. Das ändert freilich nichts daran, dass das herrlich-bekömmliche original „Budweiser Budvar“ vom Fass im Schweizerhaus immer einen ganz besonderen Stellenwert hat. Das stets perfekte Schaumhauberl entsteht übrigens durch die aufwendige, dreistufige Zapfmethode, die in althergebrachter Manier händisch an der Schank ausgeführt wird. Wohl bekomms!

Schweizerhaus 2., Prater 116 täglich geöffnet von 15. März bis 31. Oktober, von 11.00 bis 23.00 Uhr Tel +43/1/728 01 52 Mail: info@schweizerhaus.at Web: www.schweizerhaus.at

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Elton’s Swansong Musik-Legende Elton John zieht es ein letztes Mal rund um den Erdball. Bevor ein ganz Großer gar nicht so leise „Servus!“ sagt, ist es höchste Zeit, Danke zu sagen: Nicht nur für zahlreiche zeitlose Songs, sondern auch für die eine oder andere Lebensweisheit, die uns der Britstar in all den Jahren mit auf den Weg gab. TEXT: MANUEL SIMBÜRGER

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nicht nur musikalische, sondern auch so etwas wie philosophische Lebensweisheiten zu verdanken, die beinahe so schillernd sind wie seine Bühnenkostüme: Kenne deine Schwächen – und perfektioniere deine Stärken! Er sei immer schon ein grottenschlechter Tänzer und deshalb auch nie ein herumhüpfender Frontman wie Bowie oder Jagger gewesen, gab John im „Carpool Karaoke with James Corden“ zu. „Ich klebte am Klavier fest. Und ich war kein Sexsymbol.“ Also fand er andere Wege, um auf der Bühne auf sich aufmerksam zu machen: Die farbenfroh-glitzernden Glamouroutfits, die sich irgendwo zwischen Life Ball, Avantgarde Fashion Show und Kindergeburtstag einreihen, sind bis heute sein Markenzeichen. Legendär seine ausgefallene Brillensammlung, unerreicht sein kreativer Hutgeschmack. Keiner sieht in knallbunten Glitzer-Anzügen und einer Fedora um den Hals besser aus. Und doch steht stets die Musik im Vordergrund: John hat die Gabe der zeitlosen Melodien und Lyriks, die beim Zuhörer mitten ins Herz treffen, ohne dabei in die Kitschoder Klischeefalle zu tappen. Wenn John – damals wie heute – seine Hände wie „tiny dancers“ über die Klaviertasten fliegen lässt und seine Stimme sensibel und kämpferisch zugleich erklingen lässt, dann

weiß man: Hier ist ein Vollblutmusiker am Werk. Lass dich nicht in Schubladen stecken! Wie nur wenige seiner KollegInnen ist John in allen Genres zu Hause: Er ist nicht nur ein Großmeister der Piano-Balladen, er kann genauso Rock-Songs sowie gospelartige Blues- und Boogie-Nummern, auch Country darf’s zwischendurch sein – und bisserl Disco ebenso. Seine Hits werden von Schlager-Radiosendern genauso gespielt wie von jungen, hippen Stationen. Bei einer „larger than life“Persona wie John darf natürlich auch Musical im Repertoire nicht fehlen: Er zeichnet als Komponist für die Songs u. a. in „Billy Elliot“ verantwortlich, für seinen musikalischen Beitrag in „The Lion King“ gab’s sogar einen Oscar. Man ist nie zu jung … … zumindest wenn es um das Erreichen der eigenen Träume geht. „Als ich Elvis Presley das erste Mal hörte, wusste ich: Das möchte ich auch tun!“ Schon im zarten Alter von drei Jahren begann der kleine Elton, Klavier zu spielen. Mit elf (!) erhielt er ein Stipendium für die angesehene Royal Academy of Music. Tagsüber jobbte er als Teenie bei einer Plattenfirma, mit kleinen Auftritten hielt er sich abends über Wasser. Der Vater

Foto: Joseph Guay

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ie beginnt man eine Huldigung an einen der erfolgreichsten Popmusiker aller Zeiten? Am besten mit harten Fakten: Mehr als ein halbes Jahrhundert steht Elton John bereits auf der Bühne. Verkauft hat er bis dato mehr als 250 Millionen Alben, bei den Singles sind es gar mehr als 300 Millionen. Mit 33 Millionen ist die Überdrüber-Begräbnis-Ballade „Candle In The Wind“ (ursprünglich Marilyn Monroe gewidmet) die erfolgreichste Single aller Zeiten. Dimensionen, von denen die allermeisten Künstler nur träumen können – was übrigens auch fürs Vermögen gilt: 385 Millionen Euro soll Elton John am Sparbuch haben. Und schließlich: 300 Konzerte umfasst die „Farewell Yellow Brick Road“-Abschiedstour, drei Jahre lang reist der Star dafür um die Welt. Die John’sche Version von „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“ also. Denn Understatement, das war noch nie sein Ding. Muss es auch nicht: Seit John mit „Your Song“ 1970 die Charts stürmte, lieferte er in den darauffolgenden Jahren Hits am laufenden Band. Die US-amerikanische Musikfibel Rolling Stone listet ihn auf Rang 49 der 100 größten Musiker, auf Rang 38 der 100 besten Sänger sowie auf Rang 48 der 100 besten Songwriter aller Zeiten. Wir haben Elton John aber


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termin Elton Johns Farewell führt nächstes Jahr am 2. Mai in die Wiener Stadthalle (D). Zur perfekten Einstimmung empfehlen wir folgende Playlist: „Your Song“ (1970): Johns Durchbruch. Immer noch der schönste Lovesong der Welt. „Rocket Man“ (1972): Gehört laut Rolling Stone zu den 500 besten Songs aller Zeiten. „Crocodile Rock“ (1972): Bringt nach wie vor Stimmung in jede Party. „Daniel“ (1973): Handelt eigentlich über einen Vietnam-Veteranen, wird heute als GayHymne gefeiert. „Don’t go breaking my heart“ (1976): Grooviges Liebesduett, das auf keiner keiner Karaoke-Feier fehlen darf. „I guess that's why they call it the blues“ (1983): Musikalische Personifizierung einer verrauchten Blues-Bar. Stevie Wonder an der Harmonika! „I’m still standing“ (1983): Johns Version von „I will surive“. „Circle of life“ & „Can you feel the love tonight“ (1994): Noch nie traf Filmmusik mehr ins Herz. Oscar! „Candle in the wind“ (1997): Rührt immer noch zu Tränen. Erfolgreichste Single aller Zeiten! „My father’s gun“ (1970): Country vom Feinsten. Zählt zu Bob Dylans Lieblingssongs!

Foto: Joseph Guay

war stets gegen die Musikkarriere seines Sohnes. … und nie zu alt! Die Bühnenpräsenz des mittlerweile 71Jährigen fesselt nach wie vor. „Ich habe immer noch die Energie eines 20-Jährigen“, versicherte John 2015 im Interview mit Talkmaster James Cordon. Vielleicht hat’s ja auch damit zu tun, dass er sich auf künstlerischer Ebene gern mit Twentysomethings umgibt: Lily James’ Karriere förderte er, mit Miley Cyrus performte er bei den diesjährigen Grammys. Im Kinofilm der Spice Girls war er mit von der Partie, am größten Hit der Scissor Sisters („I don’t feel like dancing“) war er maßgeblich beteiligt, mit Eminem verbindet ihn eine Freundschaft. Lady Gaga ist gar

Patentante seines Sohnes. „Ich lasse mich von jungen Künstlern inspirieren!“, meint John und klingt dabei überraschend uneitel. Auch im Privatleben ist das Alter für John nicht mehr als eine Zahl: Mit 63 wurde er erstmals Vater – von Zwillingen. Setze Trends, anstatt ihnen zu folgen! 1979 tourte Elton John als erster westlicher Popmusiker in der damaligen Sowjetunion. Seine Vorreiterrolle geht aber weit über die Musik hinaus: Nach dem AidsTod seines engen Freundes Freddie Mercury war er einer der ersten, der sich offen gegen die stigmatisierte Krankheit engagierte, seine 1992 gegründete „Elton John AIDS-Foundation“ gehört zu den international wichtigsten Stiftungen im Kampf

gegen HIV/Aids – aus Dank (und für seine Verdienste als Musiker) bekam John 1998 von Queen Elizabeth den RitterTitel verliehen. Obwohl er sich erst 1990 offen zu seiner Homosexualität bekannte, war er mit seinem langjährigen Partner David Furnish 2005 eines der ersten schwulen Pärchen Großbritanniens, die sich verpartnerten. Schäme dich nicht für deine Maßlosigkeit – und deine Extravaganz! Elton John liebt Luxus und findet nichts falsch daran. Er besitzt vier Häuser auf die ganze Welt verteilt und gibt innerhalb von zwei Jahren schon mal 34 Millionen Euro aus. Dafür besitzt er kein eigenes Handy. Man muss nicht alles verstehen.

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!ticket heimat

A echte Partie Und der Wahnsinn geht weiter – der Wiener Wahnsinn, genauer gesagt: Die Donaustädter Kultband legt ein ausdrucksstarkes neues Album vor, bei dem sowohl Schmäh als auch ernste Töne nicht zu kurz kommen. TEXT: AMINA BEGANOVIC Deppert – na und? Einfach mal die Sau rauslassen schod’ nix, finden Wiener Wahnsinn.

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g’standene Transdanubier gilt. „Wer hat diesen Drang, einfach alles herauszulassen und nur ‚deppert‘ zu sein, noch nie verspürt“, zeigt sich Frontmann Martin „Soberl“ Sobotka überzeugt. Und damit hat er wohl nicht Unrecht, denn die ersten Reaktionen der Fans auf die Singleauskopplung sprachen für sich. „Das hat uns dann doch ein bisschen überrascht. Als wir den Titel zum ersten Mal live performt haben, war sofort ein Funke auf der Bühne, der sich so schnell im Publikum ausgebreitet hat, dass der zweite Refrain von den Fans alleine gegrölt wurde!“ Das Video zur Single stammt

Wiener Wahnsinn-Fans können sich auf einige Live-Termine freuen, etwa auf den 4. März in der Ottakringer Brauerei, den 9. im Schutzhaus Zukunft oder den 5. April in der ((szene)) Wien. SOLOzuVIERT bringen steirische Vibes am 9. ins Wiener und am 23. ins Grazer Orpheum. Weinviertler Slang-Pop gibt es mit Jimmy Schlager & Band am 10. in der Bühne im Hof St. Pölten, während Echt Super in der Bettfedernfabrik Oberwaltersdorf für Stimmung sorgen. „Eing’schenkt und aufg’wärmt“ heißt es mit AUSTRIA 4+ am 19. im Posthof Linz, Scheibsta & Die Buben geben dafür am 23. im ppc Graz ihr neues Album zum Besten. 5/8erl in Ehr’n mischen am 15. die Johann-Pölz-Halle Amstetten, am 24. das Rathaus St. Veit/Glan und am 28. den Stadtsaal Wien auf.

Fotos: Lukas Beck Hersteller

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ei’ Bestes wor stets zu wenig, I wor niemals Elferkönig“: Schon die Vorab-Single „Deppert Sein“ des neuen Wiener Wahnsinn-Albums „Gar ned so deppert“ (16. März, Sony Music) zeigt, worum es bei der Platte geht: Es sind Hymnen auf den Durchschnittsmenschen, den sympathischen Loser, der sich im Alltag abmüht, dem aber nichts so recht gelingen will. Doch was zählt wirklich im Leben? Und muss man alles auf die harte Schulter nehmen? „I bin vorn dabei, beim deppert sein!“, singen Wiener Wahnsinn dazu – eine Einstellung, die nicht nur für


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MUNDPROPAGANDA

Fotos: Lukas Beck, Hersteller

aus der Feder ihres guten Freundes Bernhard Speer und untermalt mit viel DonaustadtRomantik die ungekünstelte Lebensfreude, die Wiener Wahnsinn ausdrücken wollten. „Ich denke, dass sich unsere Fans mit dem Text sehr gut identifizieren können, die Inhalte sind aus dem Leben gegriffen. Und jeder möchte dann ‚deppert sein‘ im Refrain mitsingen – weil sich vielleicht jeder in diesem Augenblick an solche Momente erinnert. Genau das schweißt die Fangemeinde untereinander und mit uns zusammen“, so Keyboarder Martin „Sheriff“ Neuhold.

tern? Aber es geht nach dem Hinfallen immer nur ums Aufstehen, und zwar mit Stoiz und Lebensfeuer!“ Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen? So einfach ist es leider nicht immer, schon gar nicht in der Musikbranche in Österreich. Auch davon können Wiener Wahnsinn, die bereits seit 1999 die heimischen Bühnen aufmischen, ein Lied singen. „Aus unserer Sicht sind die Schaffung von Infrastrukturen für Proberäume und LiveLokale, die Ausbildung und Förderung junger Musiker, sowie die Akzeptanz und Anerkennung der nationalen Radio- und Fernsehstationen für österreichische Musiker „Mei Partie und I“ die derzeit größten Hürden. Es gab Zusammenschweißen ist wohl das zwar in den letzten Jahren viele richtige Stichwort, denn das Auch das Verbesserungen in all dieGefühl des „MiteinanSchweizerhaus sen Bereichen, aber da der“ ist ein wesentliim Wiener Prater wird bald wieder zur Bühne der fünf Jungs: Bei der ist eindeutig noch viel cher Faktor bei Saisoneröffnung der kulinarischen Institution Luft nach oben“, so Wiener Wahnsinn. wird die Kultband ihrem Namen einmal mehr gerecht werden und wie bereits im Vorjahr Soberl. „Es freut uns Ihre Konzerte sind für famose Stimmung beim Saisonauftakt sorgen. Wiener Wahnsinn gastiert dort am sehr, dass sich der Treffen von Freunzweiten der beiden Eröffnungstage, Markt in neue Richden, von Gleichgedem 16. März ab 17 Uhr, und wird auch das Schweizerhaustungen geöffnet hat. sinnten – einer „ParPublikum wahnsinnig Verschiedenste Künstler tie“ eben, der auf dem begeistern, soviel steht fest! haben durch ihre vielen Aufneuen Album ebenfalls eitritte dafür gesorgt, diese Beachtung ne Single gewidmet ist. „,A echte Partie‘ zeichnet sich vor allem durch Zu- wiederzuerlangen. Österreichische Musik sammenhalt, Respekt und großes Fürei- findet gerade mit einer unglaublichen Livenander-da-Sein aus. Egal, was auch immer Performance im ganzen Land statt“, resükommt, egal was sich im Leben ändert – in mieren Wiener Wahnsinn, die selbst mit einer echten Partie wird immer einer da der Musik von Ambros, Fendrich, Danzer, sein, der dich versteht“, erklärt Bassist Chris Falco und Ostbahn-Kurti aufgewachsen sind. „Wir durften als Kinder eine großartige Bräuer. Aber nicht nur die Freundschaft, auch das Zeit des Austropops miterleben und sind eigene Selbstwertgefühl, das hin und wieder guter Dinge, dass es dafür auch eine erfolgeinen Schubs nach vorne braucht, wird auf reiche Zukunft geben wird.“ Die Vorfreude dem neuen Album mit Liedern wie „Stoiz“ auf die eigene Zukunft ist ebenfalls groß – oder „Lebensfeuer“ besungen, die der Platte und wird, typisch „wahnsinnig“, im Kolneben dem vielen Schmäh auch ernste Töne lektiv erlebt. „Es ist natürlich wunderschön, verleihen. „Wir haben versucht, Werte und den Fans anzusehen, wie viel Spaß, EmoThemen zu verarbeiten, die uns all die Jahre tionen und Begeisterung du mit deiner Mubegleitet und beschäftigt haben. Es beginnt sik wecken kannst. Aber für uns ist auch mit unserer gemeinsamen Kindheit und im Vordergrund, dass wir fünf gemeinsam erstreckt sich über jahrzehntelange Freund- auf einer Bühne stehen können, viel Zeit schaften. Wer kennt sie nicht, die Situationen miteinander verbringen und gemeinsam im Leben, an denen man glaubt zu schei- musizieren. A ‚echte Partie‘ halt.“

Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (ab, sb)

Falco – Falco Coming Home „The Tribute Donauinselfest 2017” bringt das legendäre DIF-Konzert 1993 des Falken noch einmal zurück.

LIVE Die Mayerin – Sternschuppen Natürlichkeit, eine positive Ausstrahlung und Texte, die die Seele streicheln – dafür steht die Musik der Mayerin.

LIVE Ant Antic – Yen (Single) Sehnsuchtsvoller Elektropop: Marco Kleebauer von Leyya macht auch mit seinem Zweitprojekt von sich reden.

Simon Lewis – All I Am (Single) Der Wiener Musiker mit dem echtösterreichischen Namen erobert aktuell die Radiostationen. Mehr davon!

LIVE Sativa Root – Oneiroid Unbarmherzig dröhnend wabert die instrumentale Lavawalze querbeet, mit dem alleinigen Ziel, alles Leben zu vernichten.

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Die Wurschtigkei Classic Rock kann aktuell wirklich nicht gerade als „heißer Scheiß“ bezeichnet werden. Den Sänger und Gitarristen Myles Kennedy kümmert das jedoch wenig. Er folgt seiner Leidenschaft, die ihn im April auch in die Wiener Arena führen wird. TEXT: ROUVEN AHL

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ie klassische Rockmusik steckt in einer veritablen Krise. 2017 standen zum ersten Mal HipHop und Rap an der Spitze der meistverkauften Alben in den USA. Kendrick Lamar oder Future heißen die neuen Rockstars unserer Zeit. Die Rockmusik dagegen umgibt aktuell ein geradezu prähistorischer Vibe; zumindest was die Sparte Classic Rock angeht, also jene Sorte, die sich an Bands wie Led Zeppelin oder Deep Purple anlehnt. Zu allem Überfluss war das letzte Jahr auch ein sehr tragisches für den Rock – mit Chester Bennington und Chris Cornell verstarben zwei der größten Stimmen ihrer jeweiligen Generationen. Sie hinterlassen dabei menschlich wie auch künstlerisch eine große Lücke. Als einen möglichen Kandidaten, um diese zu füllen, kann man durchaus Myles Kennedy ins Gespräch bringen. Auch er verfügt über eine dieser Stimmen, die einen ins Mark treffen wie die „Hammer of the Gods“: Das hat er bereits bei seinen Arbeiten mit Slash und Alter Bridge eindrucksvoll unter Beweis gestellt. In die-

termine ielt am 1. April in Myles Kennedy sp . ien W der Arena

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sem Jahr wird auch sein erstes Soloalbum „Year of the Tiger“ erscheinen. Von Rockstar zu Rockstar Die Textzeile aus dem „Immigrant Song“ von Led Zeppelin wird hier übrigens nicht zufällig zitiert. Denn die Stimme von Kennedy erinnert mit ihrer Kraft mitunter an die jenes Rockgottes, der sich in seiner irdischen Gestalt Robert Plant nennt. Die verblüffende Ähnlichkeit mit ihrem Sänger blieb auch Jimmy Page und John Paul Jones – ihres Zeichens Gitarrist und Bassist von Led Zeppelin – nicht verborgen. Dem Reunionkonzert 2007 wollten Page und Jones auch eine größere Tour folgen lassen. Plant aber ließ sich von diesem Plan nicht überzeugen. Und so wurde unter anderem Kennedy zur Audition eingeladen. Doch kam es letztendlich weder zur Zusammenarbeit – noch zu einer Tour. Wie es ist, mit einem der letzten verbliebenen Rockstars auf große Konzertreise zu gehen, darüber weiß Kennedy nur allzu gut Bescheid: seit 2010 begleitet Kennedy den Guns-n’-Roses-Gitarristen Slash auf seinen Tourneen. „Von dem Moment an, als wir das erste Mal zusammengearbeitet und für die erste Tour geprobt haben, dachte ich ‚dieser

Typ ist echt gut!’“, sagt Slash über Kennedy. Ähnliche Gedankengänge hatte wohl auch Mark Tremonti, Gitarrist der Christenrocker Creed, als er Kennedy zum Sänger seiner neuen Band Alter Bridge machte.

Emanzipation Von diesem Dasein als Anhängsel der großen Rockstars möchte sich Kennedy mit seinem Soloalbum „Year of the Tiger“ emanzipieren. Wenig überraschend sind die ersten Hörproben geprägt vom Classic Rock, Singer-Songwriter- und Americana-Einflüssen. Er selbst sagt, dass er dabei auch mehr Blues-Elemente zugelassen habe. Textlich verarbeitet Kennedy darauf den frühen Tod seines Vaters, und wie es war, danach alleine mit Mutter und Bruder den Alltag bewältigen zu müssen. Der Verlust des Vaters hatte auch Auswirkungen auf seine Religiosität. In einem Interview mit dem Fachmagazin


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eit des Zeitgeists Myles Kennedy Seine erste Soloplatte veröffentlicht die „unverwechselbare Stimme von Alter Bridge“ nicht irgendwo, sondern auf dem heimischen Label Napalm Records aus dem malerischen Eisenerz.

GEWINN SPIEL

Foto: Christian Barz

Metal Hammer erzählt Kennedy, sein Vater sei schwer krank gewesen. Anstatt jedoch einen Arzt zu konsultieren, hoffte er bis zuletzt auf die Heilung durch Gott. „Damit hatte ich viele Jahre zu kämpfen und hat mich mit vielen Fragen zurückgelassen.“ Musik als Trost und Lebensinhalt Ein Trost war dabei die Musik. Der kleine Myles wühlte sich früh durch die Plattensammlung der Eltern und stieß dabei auf Legenden wie Stevie Wonder oder Elton John. Sein erstes großes AhaErlebnis habe er aber mit Queen gehabt. Zu Judas Priest und Iron Maiden startete er – wie so viele vor und nach ihm –

mit dem Spielen der Luftgitarre, die schnell für eine handfeste weichen musste. Danach war es endgültig um Kennedy geschehen. Neben einer Stimme, die vier Oktaven umfasst, ist Kennedy zudem nämlich ein ausgezeichneter Gitarrist, der sogar ein Studium der Jazzgitarre vorweisen kann. Ein Vollblutmusiker also. Ob Kennedy jedoch in die Fußstapfen von Cornell oder Bennington treten kann, oder gar den Classic Rock retten wird, ist eher unwahrscheinlich – dafür ist Kennedy vielleicht zu sehr Handwerker, fehlt ihm die Aura der Genannten –, aber letztlich auch vollkommen egal. Schließlich geht es darum, dass ein

Wir verlosen drei CDs „Year of the Tiger“. Mehr Informationen und Teilnahmebedingungen siehe ticketmagazin.com!

Künstler mit Herz und Leidenschaft dem nachgeht, was er liebt, und sich dabei nicht um irgendwelche Trends, Verkaufszahlen oder Erwartungen schert. Und so einer ist Myles Kennedy. Für ihn steht die Liebe zur Musik im Vordergrund. Dass er sich dabei auf bewährte Strukturen verlässt und das Rad nicht neu erfindet, ist natürlich absolut in Ordnung. Der Zeitgeist war ja schon immer eine eher unstete und variable Größe.

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Burg der Träume Klam(m)heimlich hat sich ein mitten im oberösterreichischen Nirgendwo befindliches Konzertgelände zu einem gewichtigen Sommer-Festivalmekka in Europa gemausert. Heute spielen die größten Weltstars bei der oberösterreichischen Burg Clam. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

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er als historisch interessierter Mensch an einem lauen Sommerabend einen unbedarften Besuch auf der Burg Clam im oberösterreichischen Bezirk Perg anstrebt, der muss damit rechnen, dass ihm Weltstars wie Bryan Adams, Sting oder Carlos Santana über den Weg laufen. Seit 1990 finden auf dem Areal unterhalb der Burg Freiluftkonzerte mit internationalen Kalibern statt, die Besucher aus aller Herren Länder in die vermeintliche Provinz ziehen. Mastermind Michael Ehrenbrandtner erinnert sich an die Anfänge der KultLocation: „Burgbesitzer Georg Clam hat dort eine Brauerei gebaut und mich gefragt, ob ich eine Idee hätte, wie er mehr Bier verkaufen könne. Ich meinte dann, dass Konzerte cool wären und konnte für das erste Kurt Ostbahn gewinnen.“ Anfangs waren im Braugasthof 450 Zuseher zu Gast, mittlerweile finden auf dem Gelände bis zu 9.000 Menschen Platz. Nicht unwichtig, denn mit Kalibern

termine 21. Juni: Nickelback 28. Juni: Nick Cave & The Bad Seeds 29. Juni: Clam Rock u. a. mit Status Quo 30. Juni: The Hollywood Vampires 19. Juli: Sunrise Avenue 21. Juli: Jack Johnson 27. Juli: James Blunt

Foto: Klick Print

info Telefon: 07269/7217 (Burgmuseum) Web: clam.at Sperken 3, 4352 Klam

Burg Clam Eine der schönsten Freiluft-Locations Österreichs: Für Besucher und Künstler gleichermaßen.

wie Herbert Grönemeyer, Alice Cooper, Neil Young oder David Gilmour braucht sich die beschauliche Kulisse nicht mehr hinter internationalen Großkalibern verstecken. Auf dem Burggelände überzeugt aber nicht nur das musikalische Programm, sondern das ganze Rundherum. Musikalisch fühlen sich die Veranstalter im „Family Entertainment“ aufgehoben und bieten neben dem einzigartigen Ambiente auch ausreichend Parkplätze, eine vielseitige Gastromeile, erstklassige Toiletten und genügend Platz für alle Anwesenden, die stehend oder sitzend aufgrund der Hanglange zur Burg auch stets eine per-

fekte Sicht auf die Bühne haben. Wer es vor Ort edel haben will, kann im eigens installierten Premium-VIP-Bereich residieren und wird im Burghof mit kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt. Die Burg selbst wird mittlerweile durch Visuals in den laufenden Betrieb eingebunden. Die Popularität der wohl schönsten Freiluft-Location Österreichs ist jedenfalls nicht enden wollend, das weiß auch Ehrenbrandtner: „Vor 27 Jahren hätte keiner zu träumen gewagt, dass Elton John einmal in Klam spielen wird. Damals war es ein gallisches Dorf, jetzt ist es aus dem Festivalsommer Europas nicht mehr wegzudenken.“

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!ticket kultour

Grenzgänger Kunst kann vieles: auch Grenzen überschreiten und teilweise sogar auflösen – sei es zwischen Menschen oder Genres. In der heutigen Zeit ein wichtiger Faktor in der Gesellschaft! TEXT: PAUL M. DELAVOS

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as Burgenland ist mit seinen unterschiedlichen KlassikEvents ein starker Gegenpol zur Musikstadt Wien geworden. Von 5. bis 16. September steht „HERBSTGOLD – Festival in Eisenstadt“ unter dem Motto „Krieg und Frieden“. Anlass ist das Gedenkjahr zum Ende des 1. Weltkriegs und zur Gründung der 1. Republik. „Dabei spüren wir der Katastrophe und dem folgenden Umbruch um 1918 nach, aber auch früheren Kriegen und ihren Spuren in der für Eisenstadt wichtigen Musik“, so der künstlerische Leiter Andreas Richter. Zu Beginn des 1. Weltkriegs gab es bei vielen KünstlerInnen eine regelrechte Kriegsbegeisterung. Anton Webern schrieb etwa Anfang September 1914 an Alban

Ein Blick auf den 1. Weltkrieg Die österreichisch-britische Sängerin Anna Prohaska beleuchtet im Konzertabend „An der Front“ im Rahmen des Festivals „Herbstgold“ alle Facetten des Soldatenlebens.

Von 24. Februar bis 25. März findet in unzähligen Spielstätten in Wien das 19. Internationale Akkordeonfestival statt. Wie gewohnt werden hier auch wieder Grenzen zwischen Genres überschritten, wobei natürlich alles im Zeichen des Akkordeons steht. Zwei programmatische Schienen ziehen sich durch das diesjährige Programm: „Saitenweise“ erforscht das Zusammenspiel von Streichinstrumenten und Akkordeon, während „crazy moments“ der Frage „does humor belong in music?“ nachgeht und vor Schrillem und genussvoll Überzeichnetem nicht zurückschreckt. Bei dem umfangreichen Programm ist es fast unmöglich, einen einzelnen Tipp abzugeben und auch kein Wunder, dass das Festival mit drei Abschlusskonzerten zu Ende gehen wird. Besonders sind aber immer die Stummfilm-Matineen am Sonntag im Filmcasino.

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Berg: „Ich will und muss in den Krieg. Es ist nicht auszuhalten. Diese Riesenschlacht.“ Krieg und Frieden Künstlerisch präsentiert sich das Festival vielfältig: Der Pianist Paul Gulda macht gemeinsam mit der Sängerin Agnes Palmisano und dem Schauspieler Michael Dangl „Jubel & Elend“ (u. a. mit Texten

von Bertha von Suttner bis Egon Erwin Kisch) des 1. Weltkrieges lebendig. Konstanze Breitebner liest aus dem titelgebenden Roman von Leo Tolstoi und wird dabei vom Rolston String Quartett begleitet. Monumentale musikalische Schlachtengemälde verspricht das Konzertprogramm „Siegessymphonie“ mit Werken von Tschaikowski, Korngold, Prokofjew und Beethoven.

Fotos: Harald Hoffmann, Zsolnay, Hersteller

humor und musik


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AUF DEN KOPF GESTELLT Tradition trifft auf Moderne, Traditionen werden somit gebrochen.

JÜTZ, das sind die Multiinstrumentalisten Philipp Moll, Isa Kurz und Daniel Woodtli. Das schweizerisch-tirolische Trio scheut nicht die Begegnungen von Tradition und Moderne – überschreitet die Grenzen der traditionellen alpinen Volksmusik und kreiert damit einen grenzgenial neuen, atmosphärisch dichten Sound auf ihrem aktuellen Album „Hin & Über“. Faszinierend die Neuinterpretation des „Judenburger Siebenschritt“, einer Komposition von Wolfgang Pirchner (dessen Signations jahrzehntelang das klangliche Bild von Ö1 prägten). Persönlicher Favorit ist „Weil’s Nacha Zeit Is“!

ERINNERUNGEN Sie wurde bekannt durch eine Videobotschaft zur Unterstützung von Alexander Van der Bellen im Bundespräsidenten-Wahlkampf 2016, in der sie u. a. vor einer Rhetorik der Extreme sowie vor Hass und Ausgrenzung warnte. Sie, das ist die österreichische Auschwitz-Überlebende Gertrude Pressburger. Ihre Biografie zeichnete nun die junge Journalistin Marlene Groihofer auf und schrieb damit ein beachtenswertes Zeitdokument. Gerade in der heutigen Zeit ist eine gute Erinnerungskultur wichtig! Pressburger und Groihofer ist mit „Gelebt, erlebt, überlebt“ ein starker Beitrag dazu gelungen, der trotz oder vielleicht gerade durch seine ruhige Sachlichkeit einen immer wieder tief betroffen macht!

Gertrude Pressburger, Marlene Groihofer: Gelebt, erlebt, überlebt. Nachwort von Oliver Rathkolb. Zsolnay. € 19,60

Ludwig&Adele im Künstlerhaus Bei Ludwig&Adele im Künstlerhaus trifft ehrliche, kreative Küche auf kulturelle Erlebniswelten. Nicht unweit von Karlsplatz und Musikverein werden hier täglich wechselnde Mittagsmenüs, kleine Snacks sowie eine spannende Speisekarte und ausgewählte Weine geboten. Während der wärmeren Jahreszeiten kann die Mittagspause auch gerne im sonnigen Gastgarten verbracht werden, die Terrasse lädt außerdem zum entspannten Afterwork-Drink ein. Dieses einmalige Zusammenspiel von Restaurant und Stadtkino lässt nicht nur Cineastenherzen höher schlagen. Kleiner Tipp: Unbedingt probieren sollte man unsere Homemades! Wir servieren Limonaden, Tonic und Kaluko Natürlich aus unserer eigenen Getränkemanufaktur. Ludwig & Adele im Künstlerhaus Akademiestraße 13, 1010 Wien, Tel. +43 664 7501 04 17 office@ludwigundadele.at, www.ludwigundadele.at Facebook: www.facebook.com/ludwigundadele, Instagram: @ludwigundadele

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Die Tonträgerindustrie jubelt: erstmals seit vielen Jahren gibt es wieder ein deutliches Plus am österreichischen Musikmarkt. Ganze 6,1 Prozent Plus brachte der Umsatz mit CDs und Vinyl, aber auch Downloads und Streams im Vorjahr, insgesamt 145,4 Millionen Euro. Freilich geht es mit der Compact Disc bergab, und zwar immer rasanter (2017: minus 12,8 Prozent!) – aber physische Tonträger machen immer noch mehr als die Hälfte der Umsätze aus. Hier ist die Alpenrepublik – ähnlich Deutschland und der Schweiz – ein sehr konservatives Terrain. Andernorts, etwa im Spotify-Heimatland Schweden, sind die Konsumenten längst fast ausschließlich auf Streaming umgestiegen. Schätzomative wird es hierzulande anno 2018 den Überholvorgang geben. Was die Musikindustrie-Manager in diesem Kontext sehr beschäftigt, ist ein Streaming-Konkurrent, der eigene Spielregeln definiert hat und sich bislang wenig um Copyrights, faire Lizenzzahlungen und den Wert seines Contents kümmert: YouTube. Der Online-Video-Gigant ist für viele Fans auch die Musikquelle No. 1 – mit oder ohne Bild, egal. Anders als Spotify, Amazon, Apple & Co. sind die Beträge, die YouTube an die Verwertungsgesellschaften zahlt, karg. Und geheim. Folge: Labels und Künstler klagen über einen „Value Gap“, eine massive Marktverzerrung auf ihre Kosten. Ewig kann das nicht so weiter gehen. Sonst wachsen uns allen noch die Ticketpreise für LiveKonzerte – die einzige solide Einnahmequelle für Popstars und -sternchen – über den Kopf. Walter Gröbchen

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Schlager Open Air

15. Juni, St. Kanzian am Klopeiner See

Serge Falck

Am Beckenrand Mit seinem ersten Soloprogramm wagt der Schauspieler Serge Falck („Kaisermühlen Blues“, „Medicopter 117“ u. a.) den Sprung ins Kabarett. Der gebürtige Belgier und „lebende Österreicher“ (wie er sich selbst gerne bezeichnet) führt sein Publikum durch einen abwechslungsreichen Abend voll von humorvollen Geschichten und eigenen Songs. Er streift durch den Alltag von uns allen und philosophiert dabei, wie wir oft selbst am Beckenrand stehen und uns fragen, ob wir nun springen sollen oder nicht.

12. März und 26. April, Theater Akzent Birthday Bash zum 70er Hans Theessinks „Birthday Bash“ hat sich mittlerweile zu einem Highlight der Folk- und Blues-Szene entwickelt: Dabei lädt der gebürtige Niederländer, der seine Heimat in WienOttakring gefunden hat, musikalische Freunde ein, um gemeinsam zu musizieren und zu feiern. Vier fantastische Abende mit wechselnden illustren Gästen sind also garantiert: Am 4. musiziert er mit den Blind Boys of Alabama, am 5. u. a. mit Blue Groove, am 6. u. a. mit Willi Resetarits, Ernst Molden und Schiffkowitz, und am 7. u. a. mit Meena Cryle und Chris Fillmore.

Hans Theessink

4. bis 7. April, Metropol

Fotos: Moritz Kuenster (DJ Ötzi), Ingo Pertramer (Serge Falck), Milica Theessink (Hans Theessink)

MONKEY BUSINESS

Mit DJ Ötzi, Fantasy, Bernhard Brink, Francine Jordi u. a. Sommer, Sonne und die Urlaubszeit sorgen für Glücksgefühle, denn: DJ Ötzi (Foto), Fantasy, Bernhard Brink, Francine Jordi, Jennifer Sturm und das HeleneFischer-Double Jenny kommen an den wärmsten Badesee Europas! Der mitreißende Live-Event steht für ein Feuerwerk aus guter Laune, Hits, wunderschönen Balladen und bester Unterhaltung, es darf getanzt, gelacht und geträumt werden!


PAUSENLOS

Kultur BILD: JAN FRANKL

LIVE SPÜRT MAN MEHR.

All about Eve 02.03. bis 25.03.2018 Kammerspiele der Josefstadt Christopher Hamptons Bühnenfassung des Hollywood-Klassikers

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JETZT LIVE IM

Böhm

Carmen

11.03. bis 28.03.2018 Theater an der Wien

22.03. bis 15.05.2018 Schauspielhaus Graz

19.07. bis 20.08.2018 Seebühne Bregenz

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Jetzt Tickets sichern von € 36,– bis 143,80

Masterpieces

Natalia Ushakova

Rosa o. Die barmherzige Erde

03.03. bis 29.06.2018 Tiroler Landestheater

06.09.2018 Sommerarena Baden

11.03. bis 28.03.2018 Akademietheater Wien

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Jetzt Tickets sichernvon € 39,30 bis 108,50

Jetzt Tickets sichern von € 45,50 bis 63,50

W E R B E A G E N T U R H O C H Z W E I | H O C H 2 . AT

BILD: GÜNTHER EGGER

B I L D : R E I N H A R D W E R N E R / B U R G T H E AT E R

BILD: LUPI SPUMA

BILD: BREGENZER FESTSPIELE/ ANJA KÖHLER/PIGRAFIK

Der Besuch der alten Dame

PAUSENLOS ... Klassische Konzerte | Oper & Operette | Ballet & Tanz | Theater | Kindertheater | Museen & Ausstellungen | Literatur | Film

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Zurück zum Ursp Tausende Oldtimer- und Benzin-Freaks zieht es jeden Sommer in die pittoreske Obersteiermark, um bei der Ennstal-Classic nicht nur schöne Autos, sondern auch große Stars beim Pilotieren ebenjener zu erblicken. Wir begaben uns auf die Spurensuche nach dem todsicheren Erfolgsrezept. TEXT: ROBERT FRÖWEIN

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er magisch und entscheidend. Mindestens 46 Jahre muss das jüngste Vehikel sein, das diesen Sommer bei der renommierten Ennstal-Classic in der malerischen Obersteiermark an den Start gehen darf. Zusätzlich ist auch eine Straßenzulassung vonnöten. Da man den Begriff „Oldtimer“ weltweit sehr flexibel definiert, haben die Ennstal-Classic-Macher eben ihren eigenen Rhythmus bestimmt – und fahren sehr gut damit.

Die Geburt der Alten Der ehemalige Formel-1-Berichterstatter Helmut Zwickl und Fotograf Michael Glöckner gebaren die revolutionäre Idee beim Grand Prix von Belgien 1992. Obwohl ein gewisser Michael Schumacher seinen ersten von insgesamt 91 Siegen feierte, waren die beiden PS-Freaks mit den Unzulänglichkeiten des Königs-Motorsports unzufrieden. Helmut Zwickl erinnert sich zurück: „Elektronische Sperrkreuze, lächerliche Geheimhaltung,

Fotos: Ennstal-Classic Martin Huber, Peter Meierhofer, GEPA pictures Harald Steiner

anche von Ihnen werden sich nicht mehr genau erinnern können, andere waren vielleicht noch gar nicht geboren: 1972 werden die Olympischen Sommerspiele in München von der Geiselnahme der israelischen Athleten überschattet, die Deutschen holen sich in Belgien kurz davor die Fußball-Europameisterschaft und die legendären US-Rocker Creedence Clearwater Revival trennen sich nach fünf kurzen Jahren. Klar, weltgeschichtlich gibt es gewichtigere Jahrgänge als diesen, doch für Liebhaber edler Karossen auf vier Rädern ist

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Fotos: Ennstal Classic Martin Huber, Peter Meierhofer, GEPA pictures Harald Steiner

sprung Fahrer, die nichts mehr sagen durften, konnten oder wollten. Ich ahnte schon, wo die Formel 1 in den kommenden Jahren hinsteuern würde. Weg von den Fans, eine einzige, politisch gesteuerte Geldverbrennungsmaschinerie von gnadenlosen Egoisten, die sich unter einem schwachsinnigen Reglement bekriegten und von dem sogenannten ConcordeAbkommen zur totalen Sperre verdammt waren. An diesem Abend reifte der folgenreife Entschluss und das bis heute gültige Mantra: ,Motorsport wie früher, Motorsport zum Anfassen‘“. Die Ennstal-Classic war geboren und fand als Hauptpunkt deshalb im steirischen Gröbming statt, weil Glöckner dort Fremdenverkehrschef war. Dass es 1993 überhaupt zur Premiere kam, das verdanken die beiden ambitionierten Individualisten der deutschen RallyeLegende Walter Röhrl. Der zweifache FIA-Weltmeister beendete im Jahr davor seine Profikarriere und war ob des gewagten Konzepts hellhörig geworden. Auf das Startgeld hat „der Lange“, wie er wegen seiner 1,97 Meter Körpergröße gemeinhin genannt wurde, gerne verzichtet – zu interessant erschien ihm die Idee, Autos wieder auf das Wesentliche zu reduzieren. Ein röhrender Auspuffklang, der wohlige Duft von Benzin und Sitzleder, rumpelige Schaltknüppel und das völlige Fehlen von Elektronik, die für so manchen Motorsportfan den Untergang des „echten Fahrens“ bedeutete. Im Premierenjahr waren nur 35 Oldtimer am Start, doch die Starterliste konnte sich schon früh sehen lassen. Zu den

Fahrern zählten der damalige Formel1-Pilot Karl Wendlinger, Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz und das heimische Rallye-Aushängeschild Franz Wittmann. Akribie vor Geschwindigkeit Ganz im Gegensatz zum Geschwindigkeitsrausch im Motorsport geht es bei der Ennstal-Classic um akribische Genauigkeit. Die Teilnehmer müssen während der verschiedenen Sonderprüfungen exakt eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h erreichen. Gestoppt wird auf Hundertstelsekunden genau und jede Abweichung wird streng mit Strafpunkten bewertet. Was in der Theorie relativ einfach klingt, ist in der Praxis ein Husarenritt am Geschicklichkeitsparcours. Die Ennstal-Classic fließt ja nicht eben dahin, sondern geht über Gebirgsstraßen mit Steigungen, Spitzkehren und Serpentinen. Dabei dürfen sich die Fahrer seit dem Debüt nur auf ihre Beifahrer und einen analogen Wegstreckenmesser verlassen. Jegliche Form von Elektronik ist streng verboten und würde zur augenblicklichen Disqualifikation führen.

Name-Dropping 1994 ließ sich erstmals Sir Sterling Moss in der Steiermark blicken. Der gute Freund von Zwickl ist mit 16 Formel-1GP-Siegen und vier Vizeweltmeistertiteln der erfolgreichste all jener, die es nie zu einem Titel geschafft haben und seither so etwas wie das Testimonial des Bewerbs. Auch im stolzen Alter von 88 Jahren wird er es sich wohl nicht nehmen lassen, wieder Teil der Veranstaltung zu sein – mittlerweile ist auch schon ein Kreisverkehr in Gröbming nach ihm benannt. Das „Name-Dropping“ funktionierte von Anfang an hervorragend. Der Faszination Oldtimer erlagen in den letzten Jahrzehnten aber nicht nur etablierte Rennfahrer wie Sebastian Vettel, Nigel Mansell, Niki Lauda oder Gerhard Berger, sondern auch Stars und Sternchen aus Sport, TV, Kultur und sogar Politik. So drehten etwa der bekannt autovernarrte Komiker Rowan „Mr. Bean“ Atkinson, Ski-Legende Franz Klammer, Kabarettist Roland Düringer oder Scherzbold Robert Palfrader genauso ihre Runden, wie der vormalige SPÖVerkehrsminister Jörg Leichtfried.

Staraufgebot Ja, die wahren Stars bei der Ennstal-Classic sind die Oldtimer und die pittoreske Landschaft der Obersteiermark. Aber auch Stars wie hier Patrick Dempsey machen seit jeher das Rennen zum Publikumsmagneten.

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Highway to Hell Der Rockstar Brian Johnson (AC/DC) pilotierte 2016 einen Alfa Romeo GTA aus dem Jahr 1966. Beifahrer war seine Frau Brenda.

Für die größte Aufregung sorgte Patrick Dempsey. Feschak „McDreamy“ aus der US-Erfolgsserie „Grey’s Anatomy“ bescherte der Veranstaltung in den letzten Jahren einen nicht unwesentlichen Zulauf weiblicher Gäste und steigerte die Popularität der Rallye mit seinem 1955erPorsche 356 Speedster ins Unermessliche. 2016 war auch ex-AC/DC-Sänger Brian Johnson am Start – selbst ein Freund schneller Boliden und zauberhafter Chassis. Die Faszination EnnstalClassic fasste er in einem Interview folgendermaßen zusammen: „Wie alle anderen auch war ich schon in Wien, aber es ist so beeindruckend, in dieser wunderschönen Gegend zu sein und die Autos fahren zu sehen. Das Auto wird gefahren und nicht in die Garage gestellt. Deshalb mag ich Menschen, die Rallyes fahren, sie sperren ihre Autos nicht ein.“ Der Erfolgspfeiler Oldtimer Wer das Nenngeld von mittlerweile 2.500 Euro auf den Tisch legt und ein den

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Ennstal-Classic-Reglements entsprechendes Auto vorweisen kann, hat gute Chancen, ist aber noch nicht fix dabei: Zu begehrt ist die Veranstaltung mittlerweile. 2017 waren 220 Autos am Start, die sich aus 46 verschiedenen Automarken und 17 Nationen zusammensetzten. Mehr als 350 Anmeldungen gingen bei den Veranstaltern ein, eine weitere Aufstockung scheint nicht ausgeschlossen. Die Popularität der Rallye ist mittlerweile so hoch, dass auch nichtteilnehmende Fans aus aller Herren Länder mit ihren Oldtimern in die Obersteiermark reisen – sehen und gesehen werden eben. Neben der benzinhaltigen Show im pittoresken Ambiente ist die Ennstal-Classic für Land und Region längst auch zu einem wirtschaftlichen Erfolgspfeiler geworden. Entlang der Strecke tummeln sich am traditionellen Juli-Wochenende bis zu 100.000 Menschen, mehr als 20.000 sind beim Grand Prix in Gröbming mit am Start. Für die gesamte Re-

gion bedeutet das etwas mehr als 20.000 zusätzliche Nächtigungen und eine Umwegrentabilität von rund zehn Millionen Euro. Ganz nach der Veranstalter-Philosophie „Autofahren im letzten Paradies“ scheint nur der Himmel die Grenze zu sein. Das Alter eines Autos spielt übrigens nur bedingt eine Rolle und es bedeutet nicht zwingend, dass man mit einem „neueren Oldtimer“ relevante Vorteile hätte: Das Vater/Sohn-Gespann Alexander und Florian Deopito holte letztes Jahr den Sieg mit einem Lagonda LG 6 Le Mans Special, Baujahr 1938. Erstmals gewann damit ein Wagen aus den Vorkriegsjahren. Eine weitere Geschichte, wie sie nur im Ennstal geschrieben wird.

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!ticket live is life www.mutausbrueche.at

Nichts umsonst Friedrich Kautz – besser bekannt als Prinz Pi oder auch Prinz Porno – war in Wien zu Besuch, und das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen!

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amstagabend, Location: wieder einmal Gasometer (mag ich gern!). Ganz gespannt auf den Abend suchten wir uns einen guten Platz direkt vor der Bühne. Das Konzert war nicht ausverkauft und so hatten wir echt gute Plätze. Gestartet hat der Abend mit BRKN, dem 25-jährigen Rapper aus Berlin. Ich kannte Berkan schon, da er bei Alligatoah 2016 die Vorband war (auch im Gasometer)

Fotos: Antonia T. Schulz

Wenn ihr nur die neuen Songs von Prinz Pi kennt, hört euch doch mal ältere Alben wie „Neopunk“ oder „Donnerwetter“ an. Ihr werdet sicher überrascht sein weil es etwas ganz anderes ist – also have fun!

Tipp!

und ich wurde noch einmal überrascht: Berkan ist echt ein cooler Typ mit noch besserer Bühnenshow und wenn ihr irgendwie die Möglichkeit habt, BRKN zu sehen – nutzt die Chance, der wird euch gefallen ;) Nun zum wichtigsten Teil des Abends: Prinz Pi. Um 21 Uhr ging’s los und gut gelaunt kam der Star des Abends auf die Bühne. Wusstet ihr, dass Prinz Pi schon fast 40 Jahre alt ist? Ich war auch ganz verwundert, da er mit seinem Auftreten

Antonia T. Schulz, Studentin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften, Bloggerin (www.mutausbrueche.at) und nicht zuletzt oeticket.com-Kundin, besucht für !ticket jeden Monat ein Konzert und berichtet darüber. Dieses Mal war sie am 17. Februar im Gasometer bei Prinz Pi.

und seiner Art einfach wie knappe 25 wirkt. Der Abend war die perfekte Mischung aus alten, ganz alten und neuen Scheiben und ich war wirklich begeistert, da ich befürchtete, er würde nur ganz neue Songs spielen. Da er aber auch Songs wie „Gib dem Affen Zucker“ oder „Generation Porno“ zum Besten gab, blühte mein kleines RapHerz natürlich auf. Um ehrlich zu sein wurde es zwischendurch auch echt traurig. Bei Liedern wie „Laura“ oder „Glück“ wird man fast ein bisschen depressiv, aber irgendwie auf eine gute Art – ihr wisst bestimmt, was ich meine! Das Bühnenbild war nicht recht aufwendig gestaltet, aber das war auch gar nicht nötig! Alles in allem war der Abend superschön. Friedrich Kautz gut gelaunt, im Publikum nur „richtige“ Pi-Fans und die perfekte Mischung seiner Lieder = 11 von 10 Punkten für dieses Konzert. Herr Pi, beehren Sie Wien doch ganz bald wieder! :)

Kunden, die zu Prinz Pi gingen, kauften auch Tickets für das FM4 Frequency Mitte August im Green Park in St. Pölten, für Alligatoah am 12. August auf der Kasemattenbühne Graz, Mauli am 13. Mai und eRRdeKa am 7. April im Flex sowie Bushido am 5. Mai im Gasometer. Tickets für alle Veranstaltungen finden Sie auf oeticket.com!

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MUNDPROPAGANDA Hören Sie mal rein! Die folgenden Veröffentlichungen sollten in keinem gut sortierten Plattenschrank fehlen. Oder? (sb)

LIVE Lisa Stansfield – Deeper Auch auf dem achten Album der britischen Ikone trifft tief gehender Soul auf modernen Pop. Der Klebstoff: funky Groove.

Spielwiese „Die Speerspitze der ästhetischen Arbeit am Computerspiel ist der Walkingsimulator. Er macht aus Hindernisparcours begehbare Erlebnis- und Erzählräume“, so der deutsche Kulturwissenschaftler Christian Huberts. TEXT: JOACHIM SCHMIDA

The Vanishing of Ethan Carter The Astronauts für PlayStation 4, Xbox One, PC

PLUS

Jonathan Wilson – Rare Birds Eine sehr verträumte, facettenreiche Symbiose aus analogen und digitalen Klängen. Als Gast begrüßen wir u. a.: Lana Del Rey.

Der Mystery-Thriller wurde eigentlich bereits Ende 2014 für PC veröffentlicht, 2015 folgte eine PlayStation-4-Version. Nun ist es endlich auch für die Xbox One so weit und so viel steht fest: Das lange Warten hat sich absolut gelohnt! Denn erst der neue und Xbox-exklusive „Free-Roam-Modus“ verwandelt den Titel vollständig in einen Walkingsimulator, wie es laut 4Players Portal der polnische Entwickler selbst beschreibt. Das Indie-Studio The Astronauts ermöglicht nämlich damit, entspannt und ohne Hindernisse das fiktionale Red Creeky Valley als Detektiv zu erkunden. MINUS Leider ist unser Ausflug mit knapp drei bis vier Stunden etwas kurz bemessen. FAZIT Überirdisch schön und unheimlich düster: „The Vanishing of Ethan Carter“ ist ein optisches Meisterwerk mit erzählerisch großen Momenten und einer unheimlich packenden Atmosphäre.

Dita Von Teese – Dita Von Teese Obwohl von Sébastien Tellier verantwortet, wirkt der gehauchte Elektro-Pop der Burlesque-Ikone erschreckend unaufgeregt.

Station 17 – Blick Radikalitäten & Improvisationen irgendwo zwischen Neubauten und Waits verdichten sich zu einer musikalischen Irrenanstalt.

Essaie Pas – New Path Eine düstere, und beinahe verkrampft-bittere Electronic, die Dicks Dystopie „A Scanner Darkly“ klamm und unheimlich imitiert.

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What Remains of Edith Finch Erzählt eine Familientragödie auf beinahe lyncheske Art & Weise: Für uns aktuell der interessanteste Walkingsimulator.

Firewatch Die Atmosphäre und Dialoge des höchst mysteriösen Spiels sind derart spannend, dass man nahezu hypnotisiert vor dem Fernseher sitzt.

Everybody's Gone to the Rapture Zwar schon etwas älter, aber trotzdem eine interaktive Poesie der Extraklasse: geheimnisvoll und postapokalyptisch.

Fotos: Hersteller

WEITERE WALKINGSIMULATOREN:


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!ticket media JUDAS PRIEST

Firepower

LIVE

Entgegen vielen Kollegen, die vornehmlich auf ihren Frühwerken brillierten, brauchten Judas Priest erst einige Testläufe, um letztlich die programmatische Vehemenz zu erlangen: Dass gerade sie den Heavy Metal samt und sonders seiner Klischees verkörpern, verdanken sie zuvörderst ihrer Mittelphase ab „Screaming For Vengeance“, die schließlich im frenetischen „Painkiller“ gipfelte – bis heute zumindest plakativ das Maß aller Dinge. Doch mehr als das en

MONSTER MAGNET

passante Gros verpassten die neben Sabbath und Purple vielleicht exzeptionellsten Innovatoren bereits zuvor dem Genre einen singulären Prunk und sorgten so für eine untypisch eklektische Discographie zwischen Zuckerbrot und Peitsche. Zugegeben: Nach der siechen Ripper-Ära und zur vermeintlich fulminanten Wiederkehr Halfords ’05 verlor man viel an Boden an das Kollektiv des gierigen, juvenilen Deszendenten, doch endlich ist mit „Firepower“ vergessen und verziehen das Darben seit ehedem: Die einstigen Großtaten überschattet man selbstredend nicht, doch bereits das Titelstück atmet den Geist von „Jawbreaker“, „Evil Never Dies“ gemahnt in seinem Schneid an „Eat Me Alive“, „Flame Thrower“ grollt gleich dem „Grinder“ und „Out In The Cold“ giert in seinem Charisma nach dem „Green Manalishi“. Ja, und selbst in diesem ambitionierten Kontext blassere Momente wie der „Necromancer“ oder das glamouröse „No Surrender“ eruktieren „Jugulator“ mit links: Das ist Heavy Metal par excellence. (sb)

4/5

THE DAMNED

KIM WILDE

LIVE

Here Come The Aliens „Give me pop music, don’t stop with the pop“: Kim beschwört’s und offeriert’s zugleich. Einst war sie noch vor Madonna neben Blondie und Cyndi Lauper eine der erfolgreichsten Pop-Sängerinnen der Welt, heute –zwischen all den Oras und Grandes – wirkt die Pop-GartenbauMutti mit ihrem süßen New-Wave-Synthie-Melodien vornehmlich etwas zu schmachtend und nicht mehr so kess wie früher. Klar, vom Klimakterium sind die „Aliens“ weit entfernt, aber ohne Nostalgiefaktor kaum zeitgemäß. (sb)

THE DEAD DAISIES

LIVE Mindfucker Geriet löblicherweise der Letztling „Last Patrol“ als Schritt zurück zu den psychedelischen Wurzeln, so drückt der „Mindfucker“ nicht nur im Titel bevorzugt das Gaspedal durch: Fuzziger Stoner Rock mit im Proto-Punk-geschulter Effektivität ist die Devise, der Fokus liegt klar am Drive. Wirklich singulär ist dabei jedoch bloß „Drowning“, somit fällt das Verdikt klar aus: Besser als einiges in den Nullerjahren, schwächer als ihre Großtaten. Das gemeine Fußvolk frohlockt dennoch: Pedal to the Metal! (sb)

Evil Spirits Sie kamen zuerst, gewiss gehen sie auch zuletzt: Noch vor The Clash und den Sex Pistols legten The Damned das Fundament für die versiffte Grandiosität des High-Energy-UK-Punk. Und heute, 10 Jahre nach ihrem letzten und fürderhin beachtlichen Spätwerk, ist „Evil Spirits“ – produziert von Bowie-Intimus Tony Visconti – keine gezwungen verbittert ächzende Abrechnung mit Verfall und Ruin, sondern ein liebreizendes Krawall-Potpourri aus Glam, Rock und Punk aus den 70ern geworden. (sb)

Burn It Down Man muss ja grundsätzlich bei Supergroups die Vorsicht walten lassen: Die Erwartungen durch das vorherige Schaffen der Mitglieder werden mal mehr, mal weniger gedeckt. Dabei changieren die Daisies gekonnt im Mittelfeld: Ja, der erdige Rock mit dominanten Blues-Anleihen klingt auch fürderhin organisch-spritzig und eingedenk des Alters auch vital, dabei möchte man aber beinahe keck von „gebotoxt“ sprechen. Zudem: Die besten Momente klingen geradezu ostentativ bekannt. (sb)

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!ticket plug&play

Plug&Play-Tipps Anaheim, Los Angeles, Kalifornien: Auf der NAMM-Show feiern Musikerprominenz, Hersteller, Händler und Fachpresse ein großes Meet & Greet. Wir präsentieren Highlights aus der Riesenauswahl an Equipment, die es beim ersten großen Branchenereignis im Jahr zu sehen und zu hören gab. TEXT: AMANDA PENISTON-BIRD Pearl Session Studio Select Series

Fathom, der neue multifunktionelle Reverb von Walrus Audio, bietet vier Custom-Algorithmen: Hall, Plate, Lo-fi und Sonar. Breiter offener Hall lädt zum Verweilen ein, gefilterter Hall hat seinen eigenen Reiz und lange, modulierte Trails locken. Mit einer hohen und tiefen Oktave sowie Blending-Optionen veredelt, klingt der Gitarrensound gleichzeitig edel und abgefahren. Der Toggle-Schalter bietet die Wahl zwischen Low-, Medium- und High-Modulation. Der Dampen-Regler ist für Fine-Tuning des Decay zuständig. Der Sustain-Schalter verleiht dem Decay ein verträumtes, ambientes Decrescendo. Drücken und Halten des Bypass-Schalters aktiviert den Effekt für einen flüchtigen, vergänglichen Moment. Fathom kommt im „Arizona Teal“-Finish mit Artwork von Stuart Dooley. Zu sehen ist ein Ein-Mann-U-Boot auf der Reise durch unerforschte Schluchten. www.face.be/brand/walrus-audio

Fotos: Hersteller

Der harmonische, lebendige Sound der Session Series hat unzählige Aufnahmen in den letzten 25 Jahre geprägt. Der Hersteller feiert die Rückkehr der Serie mit einem einladenden Custom-Upgrade. Die 5,4 mm dünnen Kessel aus sechs gleich starken Holzschichten kombinieren Birke und afrikanisches Mahagoni in der AAA-Qualität der Pearl Spitzenserie „Masterworks“. Neu bei den Session Studio Select Trommeln ist auch die 60-Grad-Kesselgratung, sie trägt zum kontrollierten Punch und zum Sound bei, der gleichzeitig klar und warm ist. Die Pearl Session Studio Select Serie ist in vier Konfigurationen verfügbar, Wunschkonfigurationen sind auf Anfrage möglich. Neben den zwei Hochglanzlackierungen „Piano Black“ und „Gloss Barnwood Brown“ lockt auch eine Deluxe-Folierung mit VintageFlair: Nicotine White Marine Pearl. www.pearleurope.com

Walrus Audio Fathom

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Zoom F1-SP Field Recorder Der Zoom Recorder der neuesten Generation ist perfekt für alle, die Bandvideos drehen und dazu Audio in Profi-Qualität brauchen. Das robuste Set für mobile Einsätze umfasst den F1 Field Recorder, ein SGH-6 Shotgun-Mikrofon, Windschutz, Shockmount, ein Stereo-Mini-Kabel für DSLR und eine Kurzanleitung. Dank beigelegter AAA Batterien ist man sofort startklar. Der benutzerfreundliche 2Kanal Audio-Recorder unterstützt bis zu 24-bit/96 kHz Audio in WAV- oder verschiedenen MP3-Formaten. Die Synchronisierung von Audio und Video ist völlig unkompliziert. Der Tone-Generator kalibriert den Audio-Pegel. Aufgenommen wird auf Micro-SD- und SDHC-Karten bis zu 32 GB. Dank dem Micro-USB-Eingang für den Datenaustausch mit dem Computer lässt sich der Zoom F1 auch als Audio-Schnittstelle für Computer und iOS-Geräte verwenden. www.sound-service.eu/zoom-f1-professional-audio-up-close/

Stagg Silveray Komfort und gute Bespielbarkeit zeichnen die neue E-Gitarrenserie von Stagg aus. Das erklärt die eigenständige Korpusform und ist beim Spielen sofort spürbar. Die Gitarren sind angenehm leicht und hängen gut ausbalanciert am Gurt. Die Modellauswahl ist groß. Die Silveray Custom, Nash und Special Gitarren kommen mit geschraubtem oder geleimtem Hals und einem Korpus aus massiver Esche oder massivem Mahagoni. An Pickup-Konfigurationen stehen Humbucker und Single-Coil, zwei Humbucker oder drei Single-Coils zur Auswahl. Die Tonabnehmer wurden in den USA entwickelt. Die Auswahl an Finishes von Transparent bis Matt-Schwarz rundet den guten Eindruck ab. Stagg Akustik- und E-Gitarren sind seit Jahren ein heißer Tipp für Gitarristen, die ein gutes, erschwingliches Instrument suchen. www.staggmusic.com/de

Fotos: Hersteller

Palmer Acoustic Pocket Amp Palmer präsentiert eine vielseitige Kombination aus Effektpedal und Preamp für den Einsatz mit akustischen Instrumenten. Der neue Palmer Acoustic Pocket Amp folgt dem beliebten Pocket Amp Bass und Pocket Amp MK2 für E-Gitarre. Dank drei Instrumentenmodi (Acoustic Guitar, Acoustic Bass, Magnetic Pickups) und drei Grundsounds (Flat, Modern, Vintage) ist der Acoustic Pocket Amp der perfekte Allrounder zum Üben und Proben sowie für Liveauftritte, Home-Recording und Studio-Einsätze. Ein 3-Band-EQ und ein separater Notchfilter stimmen die verstärkten Akustiksounds präzise ab. Der integrierte Blendregler erlaubt stufenloses Mischen von Direkt- und Preampsignal. Die Ein- und Ausgänge sind flexibel ausgelegt und bieten alle erdenklichen Anschlussmöglichkeiten. Der Acoustic Pocket Amp dient bei Bedarf auch als DI-Box. www.palmer-germany.com

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Death Wish

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Überraschung aus Hollywood: Mit „Death Wish“ erwartet uns ein prominent besetztes Remake des umstrittenen Films aus dem Jahr 1974. TEXT: ANDREAS UNGERBÖCK

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ollywood ist doch immer wieder für Überraschungen gut: Dass „Death Wish“ (deutsch: „Ein Mann sieht rot“), den Michael Winner 1974 mit Charles Bronson in der Hauptrolle inszeniert hatte, aus der Mottenkiste geholt wird, war nicht unbedingt zu erwarten – und doch gibt es nun ein funkelnagelneues Remake unter der Regie von „Hostel“-Schöpfer und Tarantino-Kumpel Eli Roth und mit Bruce Willis in der Hauptrolle.

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Der Racheengel Die Rolle des Racheengels ist Bruce Willis auf den Leib geschneidert: Unterhaltsam für den Kinogeher, der Polizei ist Selbstjustiz freilich ein Dorn im Auge.

Waffe aus dem „Old West“ zurück und beginnt zunächst eher zufällig einen heftigen Rachefeldzug. Bald hat er selbst die Cops auf den Fersen. Der Film geriet in die Schlagzeilen, weil Kersey eine so unverhohlene kathartische Freude an seiner Mission hat – der sogenannte Selbstjustiz-Thriller, dem seither Hunderte weitere folgten, war geboren. Und das war noch vor „Taxi Driver“, in dem Robert De Niro sich aufmachte, den „Abschaum“ von den Straßen zu spülen. Was bei Martin Scorsese als große Kunst akzeptiert wurde, wurde Winner vorgeworfen: Sein Film sei undifferenziert, gar faschistoid, es gehe nicht an, dass jemand sich über das Gesetz stelle beziehungsweise dieses in die eigene Hand nehme. Wieder andere sahen ihre Gewaltfantasien bestätigt: Der wachsenden Kriminalität

und einer „unfähigen“ Polizei könne man nur mit „Selbstschutz“ begegnen. Dem Erfolg taten die Kontroversen keinen Abbruch, im Gegenteil. „Death Wish“ wurde ein Kassen-Hit und zeitigte mehrere eher weniger gelungene Sequels. Nun kommt also die Neuauflage. Paul Kersey ist diesmal Unfallchirurg, ansonsten hat sich wenig geändert. Man darf aber vermuten, dass Roth ein bisschen an den Schrauben des Genres gedreht hat. Mit Bruce Willis, neben Schwarzenegger einst Hollywoods TopAction-Held, hat er jedenfalls eine bewährte Kraft an seiner Seite. Elizabeth Shue ist als Mrs. Kersey zu siehen, Camila Morrone als ihre Tochter. Dass heute nochmals so eine Aufregung entsteht wie vor 44 Jahren, ist eher nicht zu erwarten.

Foto: Constantin Film

Der Aufreger einst – und heute Blenden wir zurück: „Death Wish“ wirbelte damals viel Staub auf, definitiv mehr, als dem Film aufgrund seiner eher bescheidenen Ansprüche zustand. Für den britischen Routinier Michael Winner war das bestimmt kein besonderer Film, und für Charles Bronson – den prototypischen „harten Kerl“ vieler Western und Krimis – wohl auch nicht. Der Grund für die Aufregung: Winner erzählt – nach dem Roman von Brian Garfield aus dem Jahr 1972 – die Geschichte des liberalen, gut situierten New Yorker Architekten Paul Kersey, der einen prima Job hat, eine nette Familie, und mit seinem Leben zufrieden ist. Bis eines Tages seine Frau Joanna von brutalen Einbrechern ermordet und seine Tochter vergewaltigt wird. Die Polizei verspricht, ihr Bestes zu tun – angesichts der überbordenden Kriminalität eine sehr optimistische Aussage. Nach einem Arbeitsaufenthalt in Arizona kehrt Kersey beschenkt mit einer


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TIM_52_Media Buch_g_KSB_k1.qxp_Layout 2 20.02.18 14:26 Seite 1

Altenteil K

rimis und Krimi-Serien gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Selten reichen die Charaktere und Plots jedoch an die Klassiker heran: Unübertroffen sind Sherlock Holmes, der sich in Drogenräuschen durch seine Deduktionen wühlt, oder die umtriebigen Senioren der „Queen of Crime“. Nicht zu vergessen natürlich auch Columbo, der Inspektor des Los Angeles Police Departments, der mit seinem unordentlichen und begriffsstutzig wirkenden Auftreten die Täter nur zu gern in Sicherheit wiegt. Doch Österreich, in seiner literarischen Vergangenheit ohnehin nicht unbedeutend, vermag es, den Altersschnitt des angestaubten Kanons zu verjüngen: War einst das Österreichbild geprägt vom blondbezopften Mädl im Dirndl und dem Lausbuben in der Krachernen, so ist in den letzten Jahrzehnten ein Bild gediehen, das sich aus dem Rinnsal der Kellergasse nährt – man kennt dies von Haas, Haneke und Schalko. Ein Bild von Halbbauern, Halbsäuen und Halbkühen, die kaum die Inhalte aus den Tagesschmierblättern Krone und Österreich zu Ende denken, schwere Alkoholiker mit innerlich brodelnden Dämonen, gesegnet mit unendlicher Leere im Leben, die nicht einmal die großmütterlichen Häkeldecken am Kaffeetisch oder das Hirschgeweih in der guten Stube auffüllen können. In genau jene Sparte taucht der bereits geburtstechnisch mit dem Suffix „-witz“ gesegnete Profi(l)satiriker ein: Die Figur des Suchanek, die Nikowitz 2012 in sei-

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Altenteil Irgendwo zwischen Nachmittagsbingo, Schnabeltassen und Erwachsenenwindeln darf Nikowitzens Suchanek diesmal einen besonders schmutzigen Fall klären …

nem Romandebüt „Volksfest“ einführte und 2014 in „Nachtmahl“ prolongierte, ist ein ähnlicher Sympathieträger wie Nikowitzens täglich Brot – unsere Politiker, Lobbyisten und die gezwungene C-Prominenz. Dabei ist Suchanek vornamenslos und ein weder erfolgreicher, noch sonders lässiger Ermittler. Eine „Lässigkeit“ hingegen ist jedoch dem literarischen Rahmen, in dem er sich bewegt, anheim: Nicht minder als die beiden Vorgänger ist auch „Altenteil“ mehr als ein schnödes Genre-Werk, sondern ein Konvolut aus – obwohl Suchanek

ja eigentlich aus Wulzendorf im absonderlich hinterwäldlerischen Waldviertel stammt – wienerischen Lebensweisheiten, die sich unter dem alleinigen Ziel, alles und jeden – vielleicht auch sich selbst, bloß nicht die letalen Dinge wie eben Grant, Alkohol und andere Stimulanzen – zu hassen. Apropos Stimulanzen: Suchanek hat diesmal einen großen Fehler begangen – nicht, dass er sich sich für den entspannten Eigenbedarf 10 Deka Marihuana gecheckt hat, sondern dass er sich dabei hat erwischen lassen. Also wurde er dazu verdonnert, zumindest einmal in seinem Leben sozial zu sein und im Altersheim Dienst zu verrichten. Das ist von Haus aus schon ziemlich unleiwand, viel mehr noch, wenn eine oder einer der alten Schabracken und Krauderer nicht eines natürlichen Todes dahingerafft werden, sondern ein bisserl nachgeholfen wird – aber auch das Jungvolk ist nicht vor vorzeitigem Ableben gefeit: So skurril wie Nikowitz mordet kaum einer und somit beweist er nun mit dem Drittling in der Suchanek-Reihe endgültig, dass er nicht nur der Langform, sondern auch der Langstrecke mächtig ist: Das, was er schreibt, hat Bestand – und dies zeigt sich gerade auch in seinem Talent, kleinen Sachverhalten einen Moment an Ruhm zu verleihen: „Ah, Leintücher.“ – „Ja“.

Fotos: Philipp Horak, Rowohlt

In seinem dritten Roman lässt profil-Kolumnist Rainer Nikowitz seinen Antihelden Suchanek im Altersheim ermitteln. Nicht ganz freiwillig, wohlgemerkt. TEXT: STEFAN BAUMGARTNER


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Geile Pakete Achtung, Eigenwerbung! Ab 8. April stehe ich wieder einmal auf der Bühne der Wiener Komödie am Kai. Ich bringe die „Häfenelegie“, einen österreichischen Kabarett-Klassiker. Und wenn man so was macht, braucht man Flyer und Plakate für die Werbung. Weil ich dabei auch an die liebe Umwelt denke, gebe ich meine Drucksorten bei mir in Wien in Druck, damit bei der Lieferung nicht zig Kilometer mit Diesel-LKWs zurückgelegt werden müssen. So weit, so brav. Dann sagt man mir, ich kann im Internet verfolgen, wo die Pakete

SEX SELLS Georg Biron

grad sind, und stelle fest, dass meine Drucksachen in Polen gedruckt worden sind und per Paketdienst auf dem Weg nach Wien sind. Man werde sie bis zu meiner Haustür liefern. Christl von der Post Europas Straßen sind vollgestopft mit weißen Transportern, in denen schlecht bezahlte Sklaven hinter dem Lenkrad sitzen und all die Pakete transportieren, die durch den Kaufrausch im Internet anfallen. Von Warschau in Wien ist so ein Paket ja

schnell, aber in Wien jagt man dann ewig der Ware nach, um sie mit einem Nervenzusammenbruch in einem windigen Paket-Shop in Empfang nehmen zu können. Wie schön waren da die Tage mit der Christl von der Post. Die dralle Blondine war dafür zuständig, eingeschriebene Briefe und Packerln zu mir zu bringen. Manchmal habe ich mir selber was geschickt – und dann haben wir heiße Partys gefeiert, die Christl und ich. Irgendwie war die Welt damals menschlicher ...

Gewinnspiele in dieser Ausgabe finden Sie auf den Seiten 12–13, 14–17, 22–23 und 34–35, mehr Informationen & Teilnahmebedingungen auf ticketmagazin.com. Sie können über das Gewinnspielformular auf ticketmagazin.com („!ticket Gewinnspiele März 2018“) oder per E-Mail (gewinn@ticketmagazin.com) mitspielen. Einsendeschluss ist der 15. März 2018.

Das nächste !ticket erscheint am 28. März 2018.

LASTNEWS

Am 12. April wird im Wiener Filmcasino „Distant Sky“, das Live-Konzert von Nick Cave & The Bad Seeds, das im Oktober 2017 in Kopenhagen aufgezeichnet wurde, gezeigt. Wir verlosen auf unserer Website Tickets! 2019 kommt Holiday On Ice mit einer neuen Show wieder in die Wiener Stadthalle: Bei „Atlantis“ tauchen wir ein in das versunkene Paradies! Verlängert wird dafür das Rainhard-Fendrich-Musical „I Am From Austria“, das auch in der Spielzeit 2018/19 im Raimund Theater zu sehen sein wird.

impressum

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Cover: Markus Thums Medieninhaber, Eigentümer, Redaktionsanschrift: CTS Eventim Austria GmbH, !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien Designkonzept, grafische Produktion: QMM Quality Multi Media GmbH, Mariahilfer Straße 88a/II/2a, 1070 Wien Artdirektion: Mag. Gottfried Halmschlager Grafik Lifestyle: Julia Wiesmayer Druck: NP Druck Gesellschaft m.b.H., 3100 St. Pölten Abonnements: !ticket Österreichs Eventmagazin Nr. 1 erscheint 10 x jährlich. Jahresabo Österreich: € 22,00, Jahresabo Europa: € 44,00. Kündigung jeweils acht Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist nur schriftlich eingeschrieben an !ticket Eventmagazin, Heumühlgasse 11, 1040 Wien oder per E-Mail an abo@ticketmagazin.com. Einzelpreis: € 2,90

Sie finden uns online auf Facebook und Twitter, sowie unter www.ticketmagazin.com. Für unverlangt eingesandte Texte und Fotos übernehmen wir keine Haftung, eine Rücksendung erfolgt nicht, es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Nachträgliche Honorarforderungen für nicht veröffentlichte Fotocredits werden nicht anerkannt. Alle Inhalte vorbehaltlich Satz- und Druckfehler. Die Offenlegung lt. Mediengesetz finden Sie auf www.ticketmagazin.com/impressum

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Herausgeberin, Chefredakteurin: Mag. Roberta Scheifinger Chefredakteur & Chef vom Dienst: Stefan Baumgartner Anzeigen: Mag. Thomas Keuschnigg, Mag. Roberta Scheifinger, Christian Schmid Anzeigenproduktion & Verrechnung: Susanne Franzl Redaktion/Kolumnisten: Rouven Ahl (ra), Stefan Baumgartner (sb), Amina Beganovic (ab), Georg Biron, Josefina Danzinger, Paul M. Delavos B.A. (pmd), Robert Fröwein (rf), Walter Gröbchen, Alexander Haide (ah), Amanda PenistonBird (apb), Mag. Joachim Schmida (js), Antonia T. Schulz (as), Mag. Manuel Simbürger (ms), Andreas Ungerböck (au), Andy Woerz Cartoons: Bertram Haid (BAES Cartoons) Lektorat: Gunther Natter Fotos: Filmverleiher, Plattenfirmen, Fotoagenturen, Veranstalter, siehe Copyright


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