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Musikfestivals und Nachhaltigkeit Wahrnehmung, Einstellung und Verhalten von BesucherInnen eine exemplarische Untersuchung an fünf deutschen Musikfestivals

Masterarbeit zur Erlangung des Grades eines „Master of Arts“ (M.A.) an den Fachbereichen Wirtschaft & Landschaftsnutzung und Naturschutz im Masterstudiengang „Nachhaltiges Tourismusmanagement“ der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH)

vorgelegt von Hannah Heberlein Matr.-Nr. 620811

Erstgutachterin: Prof. Dr. Dagmar Lund-Durlacher Zweitgutachter: Thies Schröder

Eberswalde, den 31. Januar 2011


II

Zusammenfassung Die Entwicklung der Erlebnisgesellschaft und der damit zusammenhängende Erfolg von Musikfestivals in Deutschland haben dazu geführt, dass es hierzulande das höchste Pro-Kopf-Angebot an Musikfestivals weltweit gibt. Dieser Boom hat neben positiven Effekten wie Einkommens- oder Imageeffekten für die jeweilige Region und dem außergewöhnlichen Erlebnis, das solche Events ihren BesucherInnen bieten, negative Auswirkungen auf die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie und Soziales) die bspw. durch das erhöhte Verkehrs- und Abfallaufkommen bedingt sind. Dennoch kann es nicht das Ziel sein, aus Gründen der Nachhaltigkeit für die Abschaffung von Musikfestivals zu plädieren. Vielmehr muss es darum gehen, negative Auswirkungen zu verringern und positive Effekte zu verstärken. Für ein solches Vorhaben existiert eine Reihe von Maßnahmen in verschiedenen Bereichen, die bei entsprechenden Handlungsanreizen und -optionen für die BesucherInnen sowie eine den Umständen angepasste Kommunikation durch die VeranstalterInnen erfolgversprechend vermittelt werden können. Die Wahrnehmung und Einstellung von FestivalbesucherInnen sowie ihr Verhalten gegenüber solchen Maßnahmen wurde bislang nur für Teilaspekte der Nachhaltigkeit erforscht.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden deshalb mittels einer Web-Befragung der BesucherInnen von fünf deutschen Festivals (MS Dockville, Haldern Pop Festival, Melt!, Taubertal Festival, Wacken Open Air) Wahrnehmungen hinsichtlich der Nachhaltigkeitsmaßnahmen sowie persönliches Verhalten und Meinungen untersucht, wobei sich zum Teil signifikante Unterschiede zwischen den Festivals ergaben.

Insgesamt wurden in der vorliegenden Studie 27 Nachhaltigkeitsmaßnahmen abgefragt. Bei den drei Maßnahmen, die den meisten BesucherInnen aufgefallen sind, handelt es sich um „Pfandbecher und/oder Mehrweggeschirr“, „Müllpfand“ und „Internetforum für Mitfahrgelegenheiten“. Der Großteil der genannten Nachhaltigkeitsmaßnahmen wird von der Mehrheit der BesucherInnen, die diese wahrgenommen haben, als sinnvoll erachtet.

Der Großteil der BesucherInnen ist sich der negativen Auswirkungen von Musikfestivals auf die Umwelt in Form einer „Erhöhung des Verkehrslärms“ sowie „Müll in der Landschaft“ bewusst. Vorrangig für diese beiden Handlungsfelder und den Bereich „Verpflegung“ benennt rund ein Viertel der BesucherInnen Verbesserungspotenzial. Die genannten Maßnahmen bringen dabei zum Teil nicht nur eine Erhöhung der Nach-


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haltigkeit, sondern auch eine Steigerung des Komforts der BesucherInnen mit sich, so dass der Motivationshintergrund diesbezüglich ungeklärt bleibt.

Die Ergebnisse zeigen insgesamt, dass Umwelt- und Naturschutz sowie ethisches und faires Verhalten für die Befragten durchschnittlich einen hohen Stellenwert besitzen. Dennoch liegt die Zahlungsbereitschaft für ein Festival, bei dem besonderer Wert auf eine umweltfreundliche und für die Menschen in der Region möglichst verträgliche Durchführung gelegt wird, nur unwesentlich höher als die Zahlungsbereitschaft für ein nicht nachhaltig ausgerichtetes Festival.


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Abstract The development of the experience-oriented society and the related success of music festivals have led to the highest offering of music festivals per capita worldwide in Germany. But this trend has not only positive impacts like income and image effects for the particular region and the extraordinary experience for the audience which is offered by those events. There is also a linkage between festivals and negative impacts such as higher traffic and waste appearance. All the described consequences could affect the three dimensions of sustainability - the ecological, the economical and the social.

But it cannot be the solution to abolish all music festivals for sustainability reasons. The aim is to reduce negative impacts and strengthen the positive ones through a range of measures in different areas. There are chances to communicate those measures successfully if festival organisers offer their audience the appropriate incentives and options for acting. There is no research yet covering all dimensions of sustainability regarding the perception and attitude of festival visitors as well as their behaviour.

In the scope of this study festival visitors of five German music festivals (MS Dockville, Haldern Pop Festival, Melt!, Taubertal Festival, Wacken Open Air) were asked for their perceptions regarding sustainability measures as well as their individual behaviour and their opinions. The questioning (of the visitors) shows significant differences between the festivals in some parts.

Overall, 27 sustainability measures were requested in this study. The three most perceived measures were „returnable cans and/or crockery“, “waste deposit” and “web forum for car lift share schemes”. The bigger part of the stated sustainability measures is considered meaningful by the majority of attendees.

The majority of visitors is aware of the negative impacts of music festivals in terms of “increasing traffic noise” and “waste in the landscape”. Approximately a quarter of the respondents mentioned room for improvement priory for these two spheres of activity and the area of catering. Some of the measures which were brought up are not only for the improvement of sustainability - they also give a rise of comfort for the visitors. Therefore it is not clear if they were mentioned because of sustainability or comfort reasons.


V

The results show that on average environmental and nature conservation as well as ethical and fair behaviour are important for the festival visitors. However, the willingness to pay for sustainable festivals is only marginally higher than the willingness to pay for an unsustainable one.


VI

Inhaltsverzeichnis Zusammenfassung........................................................................................................II Abstract....................................................................................................................... IV Inhaltsverzeichnis........................................................................................................ VI Abkürzungsverzeichnis ............................................................................................... IX Abbildungsverzeichnis.................................................................................................. X Tabellenverzeichnis.................................................................................................... XII 1. Einleitung ................................................................................................................. 1 1.1 Problemstellung und Forschungsfragen ..................................................................1 1.2 Stand der Forschung ...............................................................................................2 1.3 Methodisches Vorgehen..........................................................................................3 1.4 Aufbau der Arbeit ....................................................................................................3 2. Musikfestivals in Deutschland................................................................................... 5 2.1 Musikfestival - eine Begriffsklärung .........................................................................5 2.2 Entwicklung des Musikfestivalmarktes.....................................................................6 2.3 Erlebnisgesellschaft und Eventkultur .......................................................................7 3. Musikfestivals im Kontext der Nachhaltigkeit .......................................................... 10 3.1 Nachhaltigkeit und Umwelthandeln........................................................................10 3.2 Potenzielle StakeholderInnen ................................................................................14 3.3 Mögliche Auswirkungen von Musikfestivals auf die ökologische, ökonomische und soziale Dimension der Nachhaltigkeit .............................................................15 3.3.1 Ökologie ............................................................................................................ 15 3.3.2 Ökonomie.......................................................................................................... 16 3.3.3 Soziales............................................................................................................. 17 3.3.4 Klimawandel ...................................................................................................... 17 3.4 Rechtliche Rahmenbedingungen...........................................................................19 3.5 Maßnahmen für die nachhaltigere Ausrichtung von Festivals ................................20 3.5.1 Mobilität............................................................................................................. 20 3.5.2 Abfall ................................................................................................................. 21 3.5.3 Abwasser und Sanitäranlagen ........................................................................... 23 3.5.4 Ressourcenschutz ............................................................................................. 24 3.5.5 Lärmemissionen ................................................................................................ 24 3.5.6 Energie und Klima ............................................................................................. 25 3.5.7 Verpflegung ....................................................................................................... 26 3.5.8 Camping............................................................................................................ 27


VII

3.5.9 Merchandising ................................................................................................... 27 3.5.10 Ticketing .......................................................................................................... 27 3.5.11 Kommunikation................................................................................................ 27 3.6 Best Practice Beispiele der europäischen Eventszene ..........................................32 3.6.1 Sounds for Nature.............................................................................................. 32 3.6.2 Green Events Austria......................................................................................... 33 3.6.3 Glastonbury Festival .......................................................................................... 34 4. Stand der Forschung .............................................................................................. 37 4.1 Evaluierung von SfN: Teilbereich „(M2) Befragung der Besucherinnen und Besucher auf den Festivals und deren Auswertung” ..............................................38 4.2 Should UK Music Festival Organisers Implement Environmentally Friendly Practices into Event Management? .......................................................................39 4.3 Music Fans Want Green Events! ...........................................................................40 4.4 Jam Packed Part 1: Audience Travel Emissions from Festivals.............................42 4.5 Das Melt! 2010 aus Sicht der Zuschauer ...............................................................44 4.6 Festivals und Umwelt – Anforderungen und Bewusstsein am Beispiel des Veranstaltungszentrum in St. Pölten......................................................................46 4.7 Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland 2010 ...........................................50 4.8 Zusammenfassung der Ergebnisse der Studien ....................................................50 5. Methodik................................................................................................................. 54 5.1 E-Mail-Befragung der FestivalorganisatorInnen hinsichtlich Nachhaltigkeitsmaßnahmen ..........................................................................................................54 5.2 Web-Befragung der BesucherInnen.......................................................................55 5.2.1 Fragebogenentwicklung und Durchführung der BesucherInnenbefragung......... 55 5.2.2 Aufbereitung und Auswertung der Daten der BesucherInnenbefragung............. 61 6. Auswahl und Beschreibung der Fallbeispiele.......................................................... 63 6.1 Rahmendaten der Fallbeispiele .............................................................................64 6.1.1 MS Dockville...................................................................................................... 64 6.1.2 Haldern Pop Festival ......................................................................................... 65 6.1.3 Melt!................................................................................................................... 65 6.1.4 Taubertal Festival .............................................................................................. 66 6.1.5 W:O:A................................................................................................................ 67 6.2 Nachhaltigkeitsmaßnahmen der einzelnen Festivals .............................................67 6.2.1 MS Dockville...................................................................................................... 73 6.2.2 Haldern Pop Festival ......................................................................................... 73 6.2.3 Melt!................................................................................................................... 73 6.2.4 Taubertal Festival .............................................................................................. 74


VIII

6.2.5 W:O:A................................................................................................................ 74 7. Darstellung der Ergebnisse ................................................................................... 76 7.1 Soziodemographische Daten.................................................................................76 7.2 Herkunft und Vergabe der Zufallszahl....................................................................81 7.3 Allgemeiner Teil.....................................................................................................84 7.4 Festivalspezifischer Teil.........................................................................................94 7.5 Price Sensitivity Meter .........................................................................................132 7.6 Abschlussfragen..................................................................................................136 7.7 Ausgewählte Kommentare zur Web-Befragung ...................................................137 8. Diskussion.............................................................................................................138 8.1 Diskussion der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen ...................................138 8.2 Methodenkritik .....................................................................................................152 8.3 Gültigkeit der Ergebnisse.....................................................................................154 9. Fazit und Ausblick ................................................................................................155 10. Quellenverzeichnis ..............................................................................................156 10.1 Literatur- und Internetquellen.............................................................................156 10.2 Gesetze.............................................................................................................166 Anhang...................................................................................................................... XIII Anhang A: Erste Abfrage der Nachhaltigkeitsmaßnahmen........................................ XIV Anhang B: Zweite Abfrage der Nachhaltigkeitsmaßnahmen.................................... XVIII Anhang C: Fragebogen .............................................................................................. XX Anhang D: Kategoriensysteme.................................................................................XLIII Anhang E: Zusätzliche Auswertungstabellen........................................................... XLIV Anhang F: Sonstige Maßnahmen.................................................................................LI Anhang G: Verbesserungspotenzial nach Bereichen.................................................. LIII Anhang H: Die Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote im Einzelnen.................... LX Eidesstattliche Erklärung......................................................................................... LXIII


IX

Abkürzungsverzeichnis AHP

Analytic Hierarchy Process

BfN

Bundesamt für Naturschutz

BMU

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit

CO2

Kohlenstoffdioxid

dena

Deutsche Energie-Agentur GmbH

EMAS

Eco-Management and Audit Scheme

FONA

Institut für Forstpolitik, Forstgeschichte und Naturschutz der Universität Göttingen

HNEE

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH)

IND

Point of Indifference

IPCC

Intergovernmental Panel on Climate Change

MIV

motorisierter Individualverkehr

ÖPNV

Öffentlicher Personennahverkehr

OPP

Optimum Pricing Point

PMC

Point of Marginal Cheapness

PME

Point of Marginal Expensiveness

PSM

Price Sensitivity Meter

SfN

Sounds for Nature

UBA

Umweltbundesamt

W:O:A

Wacken Open Air


X

Abbildungsverzeichnis Abb. 1

Zieldreieck der Nachhaltigkeit………………………………………………….

11

Abb. 2

Fietkau-Kessel-Modell………………………………………………………….

12

Abb. 3

StakeholderInnen von Musikfestivals…………………………………………

14

Abb. 4

Umweltrechtliche Vorgaben für Events……………………………………….

19

Abb. 5

Informationsmaterialien für ökologisch bzw. nachhaltig interessierte Per-

30

sonen…………………………………………………………………………….. Abb. 6

Materialien aus dem Bereich des „Ecotainment“…………………………….

30

Abb. 7

Green Glastonbury - Ausschnitt der Website………………………………...

34

Abb. 8

Die geographische Lage der Festivals in Deutschland……………………..

63

Abb. 9

Impressionen zum MS Dockville………………………………………………

64

Abb. 10

Impressionen zum Haldern Pop Festival……………………………………..

65

Abb. 11

Impressionen zum Melt!..............................................................................

65

Abb. 12

Impressionen zum Taubertal Festival…………………………………………

66

Abb. 13

Impressionen zum W:O:A………………………………………………………

67

Abb. 14

Altersstruktur der Gesamtstichprobe………………………………………….

76

Abb. 15

Geschlechter der Gesamtstichprobe………………………………………….

77

Abb. 16

Nationalitäten der Gesamtstichprobe…………………………………………

78

Abb. 17

Wohnort nach Bundesland der Gesamtstichprobe………………………….

79

Abb. 18

Höchster Bildungsabschluss…………………………………………………...

80

Abb. 19

Herkunft der Gesamtstichprobe……………………………………………….

82

Abb. 20

Vergabe der Zufallszahl………………………………………………………...

83

Abb. 21

Besucheranteile………………………………………………………...……….

84

Abb. 22

Sonstige Festivals……………………………………………………………….

85

Abb. 23

Auswirkungen von Festivals auf die Region………………………………….

86

Abb. 24

Wichtigkeit von Umwelt- und Naturschutz sowie ethischem und fairem

90

Verhalten………………………………………………………………………… Abb. 25

Beeinflussung durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen beim Ticketkauf……….

93

Abb. 26

Teilnehmende nach Festivals………………………………………………….

94

Abb. 27

a: Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen………………………….

95

Abb. 27

b: Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen………………………….

96

Abb. 27

c: Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen…………………………

97

Abb. 28

a: Bewertung der wahrgenommenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen…….…

105

Abb. 28

b: Bewertung der wahrgenommenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen……….

106

Abb. 28

c: Bewertung der wahrgenommenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen………..

107

Abb. 29

Informationsquellen……………………………………………………………..

115

Abb. 30

Verbesserungspotenzial……………………………………………….……….

117


XI

Abb. 31

Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsmaßnahmen…………………………...

122

Abb. 32

Aufenthaltstage in der Festivalregion…………………………………………

123

Abb. 33

Höhe der Ausgaben vor Ort……………………………………………………

125

Abb. 34

Einkauf der Verpflegung………………………………………………………..

126

Abb. 35

Besuche von Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten in der Region...

127

Abb. 36

Hauptfortbewegungsmittel für die An- und Abreise…………………………

128

Abb. 37

Bereitschaft zum Erwerb eines Bus- bzw. Zugtickets……………………….

130

Abb. 38

Spendenbereitschaft für Umwelt- und Sozialprojekte……………………….

131

Abb. 39

Mittelwerte PSM nachhaltige Festivalgestaltung…………………………….

132

Abb. 40

PSM nachhaltige Festivalgestaltung………………………………………….

133

Abb. 41

Mittelwerte PSM nicht nachhaltige Festivalgestaltung……………………...

134

Abb. 42

PSM nicht nachhaltige Festivalgestaltung……………………………………

135

Abb. 43

Bewertung des Festivals……………………………………………………….

136

Abb. 44

Besuchswahrscheinlichkeit 2011……………………………………………...

136


XII

Tabellenverzeichnis Tab. 1

Überblick über bisherige Studien……………………………………..……..

37

Tab. 2

Nachhaltigkeitsmaßnahmen der fünf Festivals im Jahr 2010………..…..

68

Tab. 3

Altersgruppen……………………………………………………………..…...

77

Tab. 4

Höchster Bildungsabschluss……………………………………….………..

81

Tab. 5

Auswirkungen auf die Region………………………………………..………

88

Tab. 6

Wichtigkeit von Umwelt- und Naturschutz……………………………..…...

91

Tab. 7

Wichtigkeit von ethischem und fairem Verhalten………………………….

92

Tab. 8

Beeinflussung durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen beim Ticketkauf……..

93

Tab. 9

Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen…………………………..

99

Tab. 10

Sonstige Maßnahmen nach Bereichen……………………………………..

104

Tab. 11

Bewertung der wahrgenommenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen………...

109

Tab. 12

Verbesserungspotenzial……………………………………………………...

117

Tab. 13

Verbesserungspotenzial nach Bereichen…………………………………..

118

Tab. 14

Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsmaßnahmen…………………….......

123

Tab. 15

Aufenthaltstage in der Festivalregion…………………………………........

124

Tab. 16

Höhe der Ausgaben vor Ort…………………………………..…..……........

125

Tab. 17

Einkauf der Verpflegung……………………………………………………...

127

Tab. 18

Besuche von Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten in der Region

128

Tab. 19

Hauptfortbewegungsmittel für die An- und Abreise………………….........

129

Tab. 20

Bereitschaft zum Erwerb eines Bus- bzw. Zugtickets……………….........

130

Tab. 21

Spendenbereitschaft für Umwelt- und Sozialprojekte…………...………..

132

Tab. 22

Geschlecht……………………………………………………………………..

XLVI

Tab. 23

Nationalität……………………………………………………………………..

XLVI

Tab. 24

Wohnort nach Bundesland…………………………………………………...

XLVII

Tab. 25

Herkunft der TeilnehmerInnen…………………………………………........

XLVIII

Tab. 26

Vergabe der Zufallszahl………………………………………………….......

XLVIII

Tab. 27

Besuche der ausgewählten Festivals 2010………………………………...

XLIX

Tab. 28

Besuche weiterer Festivals 2010……………………………………….......

XLIX

Tab. 29

Teilnehmende nach Festivals………………………………………………..

XLIX

Tab. 30

Informationsquellen……….…………………………………………………..

L

Tab. 31

Price Sensitivity Meter………………………………………………………..

LI

Tab. 32

Bewertung des Festivals……………………………………………………..

LI

Tab. 33

Besuchswahrscheinlichkeit 2011……………………………………….......

LII


1

1.

Einleitung

1.1

Problemstellung und Forschungsfragen

Jeden Sommer finden in Deutschland zahlreiche Musikfestivals statt, die insgesamt mehrere Hunderttausend BesucherInnen anziehen (vgl. Hörstmann o. J.: 10). Das Publikum reist per Auto, Bahn, Bus oder Flugzeug an und erwartet neben dem Musikerlebnis ein entsprechendes Versorgungsangebot. Durch das temporäre Zusammenleben dieser Menschenmassen wird i. d. R. jede Menge Abfall produziert und Energie verbraucht, um nur einige der Umweltauswirkungen zu nennen (vgl. Bunge 2010: o. S.). Mittlerweile werden die durch Großveranstaltungen hervorgerufenen Umweltbelastungen aber von der großen Mehrheit der Bevölkerung als solche erkannt (vgl. Stahl & Hochfeld 2002: 74). Dennoch sind nicht nur Umweltbelange, sondern alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie und Soziales; s. Kapitel 3.1) von den Auswirkungen von Musikfestivals betroffen.

Da Festivals ein fester Bestandteil der deutschen Kulturlandschaft sind, kann es nicht das Ziel sein, aus Gründen der Nachhaltigkeit für deren Abschaffung zu plädieren, zumal sie auch positive Effekte wie die Erhöhung der regionalen Wertschöpfung mit sich bringen (können) und Auswirkungen auf das menschliche Wohlbefinden haben: „They also cause a lot of smiles, community cohesion, celebration, give voice to issues and everyone has a wonderful time“ (Jones 2010: V). Das Ziel muss folglich sein, eine nachhaltigere Ausrichtung der Events zu etablieren, denn: „Wer weiß, ob es irgendwann noch ökologisch zu rechtfertigen ist, dass so viele Menschen zusammen kommen und soviel Energie verbrauchen und Abfall hinterlassen, ... Wenn man sich weiterhin vorstellt, dass der Energiebedarf eines Festivals dem einer Kleinstadt gleichkommt, ist das sicherlich ein Aspekt, der vor dem Hintergrund der Klimadebatte etc. einen Einfluss auf die Festivalzukunft haben könnte“ (Marek Lieberberg1 in Wittenstein 2007: 163).

Neben Vorreiterfestivals wie dem Glastonbury Festival gibt es auch in Deutschland immer mehr Festivals, die sich in Richtung einer nachhaltigen Eventkultur entwicklen, wie die Beispiele in dieser Arbeit zeigen. Um negative Auswirkungen zu verringern und positive Effekte zu verstärken, sind die FestivalorganisatorInnen auf die Mitwirkung der BesucherInnen angewiesen. Dabei kommt ihnen zugute, dass nach Angaben von 1

Einer der größten deutschen Konzertveranstalter.


2

Laing und Frost (2010: 265) ein steigendes Interesse an „Green Events“2 besteht. Aber wie sieht es tatsächlich in der deutschen Festivallandschaft aus?

Welche Möglichkeiten bestehen für FestivalorganisatorInnen, sich in Richtung einer nachhaltigen Eventkultur zu entwickeln, und welche Rolle spielen die BesucherInnen dabei?

Welche Möglichkeiten werden im Rahmen der ausgewählten Festivals bereits ergriffen?

Wie sollten Nachhaltigkeitsmaßnahmen kommuniziert werden?

Bemerken FestivalbesucherInnen Nachhaltigkeitsmaßnahmen und wie bewerten sie diese?

Wo sehen BesucherInnen Verbesserungspotenzial?

Sind FestivalbesucherInnen bereit, mehr für ein nachhaltig ausgerichtetes Festival zu bezahlen?

Unterscheiden sich die Meinungen der AnhängerInnen der verschiedenen Festivals?

Diesen Forschungsfragen soll im Rahmen der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden. Für den empirischen Teil geschieht dies am Beispiel folgender Festivals: MS Dockville, Haldern Pop Festival, Melt!, Taubertal Festival und Wacken (W:O:A).

1.2

Stand der Forschung

Wie die in Kapitel 4 näher dargestellten Studien zeigen, ist der Forschungsstand zum Thema Nachhaltigkeit und FestivalbesucherInnen bisher eher lückenhaft. Diese Annahme wird durch Laing und Frost (vgl. 2010: 261 f.) bestätigt: Trotz einem steigenden Interesse von VeranstalterInnen, ihre „green credentials“ hervorzuheben, sowie anspruchsvollen KonsumentInnen, die immer besser über Nachhaltigkeitsbelange Bescheid wissen, besteht ein Mangel an wissenschaftlicher Forschung zum Thema Green Events, insbesondere hinsichtlich der BesucherInnen.

Aufgrund des eigenen Interesses sowohl an Musikfestivals als auch an Nachhaltigkeitsbelangen stellte sich die Verknüpfung dieser beiden Themenfelder nach Ansicht der Autorin als ideales Masterarbeitsthema dar.

2

Green event „can be defined as an event that has a sustainability policy or incorporates sustainable practices into its management and operations“ (Laing & Frost 2010: 262).


3

1.3

Methodisches Vorgehen

Zur Beantwortung der Forschungsfragen sollen die Wahrnehmungen hinsichtlich der Nachhaltigkeitsmaßnahmen sowie persönliches Verhalten und Meinungen einer großen Anzahl von BesucherInnen der ausgewählten Festivals mittels einer WebBefragung erfasst werden. Um die Angaben zur Wahrnehmung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen durch die Befragten mit den tatsächlich bei den Veranstaltungen im Jahr 2010 durchgeführten Maßnahmen abgleichen zu können, werden diese Informationen bei den FestivalorganisatorInnen mit einer E-Mail-Befragung ermittelt. Des Weiteren werden vereinzelt Vor-Ort-Beobachtungen beim Besuch der Autorin des Melt! 2010 einbezogen. Details der Durchführung und die Ergebnisse finden sich in den Kapiteln 5 und 7 sowie im Anhang.

1.4

Aufbau der Arbeit

In Kapitel 2 erfolgt eine Klärung des Begriffs „Musikfestival“. Anschließend wird die Entwicklung des deutschen Musikfestivalmarktes aufgezeigt. Des Weiteren werden Erlebnisgesellschaft und Eventkultur näher beschrieben, da sie in enger Verbindung zur erfolgreichen Entwicklung des Musikfestivalmarktes stehen.

Im dritten Kapitel werden Musikfestivals im Kontext der Nachhaltigkeit betrachtet. Zunächst wird erklärt, was Nachhaltigkeit bedeutet und durch welche Faktoren Umwelthandeln bestimmt wird. Im Anschluss werden die potenziell an Musikfestivals Beteiligten aufgezeigt sowie die Auswirkungen dargestellt, von denen sie betroffen sein können, und die sie gleichzeitig aber auch mit verursachen bzw. beeinflussen können. Dabei erfolgt eine nähere Beschreibung des Klimawandels als Auswirkung, die alle Nachhaltigkeitsdimensionen betreffen wird. Nach einer kurzen Benennung rechtlicher Rahmenbedingungen werden in Kapitel 3.5 Maßnahmen und Möglichkeiten für die nachhaltigere Ausrichtung von Festivals anhand von Handlungsfeldern vorgestellt, die in den Best Practice Beispielen im darauf folgenden Abschnitt teilweise bereits umgesetzt werden.

Ein Überblick über bisher in Europa durchgeführte Studien zum Thema erfolgt in Kapitel 4.

Anschließend wird die im Rahmen dieser Arbeit zur Beantwortung der Forschungsfragen herangezogene Methodik dargestellt (Kapitel 5). Dafür wird zunächst die E-Mail-


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Befragung der FestivalorganisatorInnen und darauf folgend die Web-Befragung der BesucherInnen beschrieben.

In Kapitel 6 werden die fünf Festivals, die als Fallbeispiele für diese Arbeit ausgewählt wurden, mit ihren Rahmendaten und bereits ergriffenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die u. a. durch die E-Mail-Befragung der FestivalorganisatorInnen ermittelt wurden, genannt.

Die Darstellung der umfangreichen Ergebnisse der Web-Befragung der FestivalbesucherInnen findet in Kapitel 7 statt.

Daran anknüpfend werden in Kapitel 8 die Ergebnisse der Web-Befragung mit den durch die FestivalorganisatorInnen bereits ergriffenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen, den bisherigen Studien und dem theoretischen Kontext in Verbindung gesetzt und diskutiert. Anschließend werden die angewandte Methodik und das eigene Vorgehen rückblickend kritisch reflektiert. Des Weiteren werden Aussagen zur Gültigkeit der Ergebnisse getroffen.

Den Schluss der Arbeit bilden Fazit und Ausblick (Kapitel 9).


5

2.

Musikfestivals in Deutschland

Im folgenden Kapitel werden die Entstehung des deutschen Musikfestivalmarktes sowie die gesellschaftliche Entwicklung, die diesen Trend erst möglich gemacht hat, dargestellt. Vorab erfolgt eine Klärung des Begriffs „Musikfestival“.

2.1

Musikfestival - eine Begriffsklärung

Musikfestivals sind den Events zuzurechnen, die nach Freyer (1998: 18) „besondere Veranstaltungen und Ereignisse“ darstellen. Die Bandbreite von Events ist vielfältig. So nennt Freyer (ebd.: 21 ff.) in seiner Eventtypologie bspw. „Natürliche Events (oder naturbezogene Events)“, „Sport-Events“ und „Musik-Events“. Letzterer Kategorie sind die Musikfestivals zuzuordnen, auch wenn sie andere Elemente wie „Kunst“ oder „Theater“ beinhalten können.

Für eine weitere Eingrenzung soll geklärt werden, was genau unter dem Begriff „(Musik-) Festival“ verstanden wird. Dies gestaltet sich als diffizil, da in der Literatur keine einheitliche Definition existiert (vgl. Willnauer 2010: 1). Durch die nachfolgenden Definitionen und Beschreibungen aus der Literatur soll dies verdeutlicht werden:

Shuker (2005: 104 f.) definiert „Festival“ als ein Konzert, das in der Regel im Freien und mehrtägig stattfindet. Festivals sind in Großbritannien, Europa und Nord Amerika ein fester Bestandteil des musikalischen Veranstaltungsangebots. Meist treten dabei an mehreren Tagen verschiedene KünstlerInnen auf mehreren Bühnen auf.

Der Duden (Wissenschaftlicher Rat der Dudenredaktion 1990: 250) bietet eine kürzere Definition, die keine Aussagen zu Rahmenbedingungen wie Dauer oder Veranstaltungsort beinhaltet. Hier wird „Festival“ definiert als „[in regelmäßigen Abständen wiederkehrende] kulturelle Großveranstaltung“.

Brown (1993: o. S., zit. nach Brown & James 2007: 54) beschreibt „Festival“ als „a joyful or honorific celebration”. Wie bei der Definition des Dudens ist die Auslegung der Rahmenbedingungen weitestgehend offen.

Bei Schmidt (2007: 27) werden unter einem „Festival“ Großveranstaltungen verstanden, „die mehrere Künstler an einem Ort, in einem festgelegten Zeitraum auftreten lassen“.


6

Nach Bünting handelt es sich bei einem Festival um ein „mehrtägiges Open-AirHappening an unkonventionellen Locations, bei dem Besucher zu Tausenden campen und eine Vielzahl an Bands spielt“ (Bünting 2004: o. S.). Ab einer BesucherInnenzahl von 25.000 sei es den sogenannten „Head-Festivals“ zuzurechnen (vgl. Bünting 2004: o. S.).

„Open Air“ wiederum ist nach Ziegenrücker und Wicke (1989: 271, zit. nach Graf 1995: 28) die „englische Bezeichnung für Konzerte unter freiem Himmel“.

Diese Vielfalt an Definitionen und Beschreibungen hängt sicherlich damit zusammen, dass Musikfestivals sich in ihrer Ausrichtung stark voneinander unterscheiden können. So gibt es bspw. die klassischen Festspiele wie das „Schleswig-Holstein Musikfestival“ oder das weltgrößte Heavy Metal Open-Air Wacken (vgl. Reißmann 2010: o. S.). Auch hinsichtlich des Veranstaltungsortes (Open Air oder in Gebäuden, auf der „grünen“ Wiese oder in der Großstadt etc.) oder der BesucherInnenzahlen wie bei Rock am Ring mit 87.000 BesucherInnen (vgl. o. V. 2010 a: o. S.) in Kontrast zum Haldern Pop Festival mit 7.000 (vgl. Hörstmann 2010: 142), ergeben sich deutliche Unterschiede.

Im Rahmen dieser Arbeit werden unter Musikfestivals Events verstanden, die Open Air stattfinden, mehrtägig sind, bei denen mehrere MusikerInnen oder Bands auftreten und bei denen die Möglichkeit für BesucherInnen besteht, auf einem Campinggelände zu übernachten. Des Weiteren liegt der Fokus dieser Arbeit abseits von Klassik-, Jazz oder Volksmusikfestivals.

2.2

Entwicklung des Musikfestivalmarktes

Musikfestivals sind global gesehen keine Erfindung der letzten Jahre, wie das 1. Newport Folk Festival (1959) oder das legendäre Woodstock (1969) mit rund 500.000 BesucherInnen belegen (vgl. Graf 1995: 60; 64). In den 70er Jahren fanden in Deutschland die ersten Festivals statt und waren damals noch ein „Ausnahme-Event“ (Bünting 2004: o. S.). In Deutschland galt das Fehmarn-Festival mit Jimi Hendrix 1970 als erstes Open Air Festival, das indes auch durch seine katastrophale Organisation von sich Reden machte (vgl. Graf 1995: 77 f.). 1971 zog das British Rock Meeting in Speyer bereits 40.000 BesucherInnen an (Bünting 2004: o. S.). Bis Ende der 70er Jahre ging die Entwicklung der deutschen Festivallandschaft allerdings aufgrund fehlender behördlicher Genehmigungen und geeigneter Veranstaltungsorte sowie eines Mangels an Erfahrung und finanziellen Rücklagen nur zögerlich voran (vgl. Graf 1995: 82 f., 124 f.). Dabei sind die finanziellen Risiken für VeranstalterInnen erheblich - so leistet Marek


7

Lieberberg für Rock am Ring bspw. einen Vorschuss in Höhe von 4 bis 5 Millionen Euro (vgl. Bünting 2004: o. S.). Durch die über die Jahre gewachsenen Kenntnisse der VeranstalterInnen, aber auch durch das wachsende Interesse an bestimmten KünstlerInnen und die steigenden Gagenforderungen, die in kleinen Konzerthallen nicht eingespielt werden konnten, wurde die Entwicklung des Festivalmarktes beschleunigt (vgl. Graf 1995: 28, 59, 125).

Wie viele Musikfestivals mittlerweile genau in Deutschland existieren, kann wohl keiner genau beziffern: die Zahlen reichen von „über 500 Openairveranstaltungen“ (Hörstmann o. J.: 10) bis zu über 5000 Open-Air-Festivals (vgl. Emde 2004: 131). Auch wenn eine genaue Angabe aller Festivals nicht möglich ist, so steht nach Bünting (2004: o. S.) eines fest: „Kein Land der Welt besitzt ein vergleichbares Pro-KopfAngebot an musikalischen Großveranstaltungen“. In diesem Zusammenhang spricht Bünting (ebd.) sogar von „Happening-Inflation“ und „Mainstream-Erscheinung“.

Tatsächlich ist die Erfolgskurve von Festivals und Konzerten im Gegensatz zum Tonträgermarkt beständig (vgl. ebd.). So ist es nicht erstaunlich, dass Musikveranstaltungen in Deutschland auf der Liste der umsatzstärksten Entertainment-Märkte den 2. Platz einnehmen (vgl. Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft e.V. & Musikmarkt GmbH & Co. KG 2009: 3). An diesem Erfolg wollen auch diverse Firmen als SponsorInnen teilhaben: „Denn wo trifft man mehr Menschen aus der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-jährigen als auf Open Airs?“ (Bünting 2004: o. S.). Mittlerweile werden viele deutsche Musikfestivals von Bier-, Auto- oder bspw. Zigarettenfirmen gesponsert. Es existieren aber auch Events wie das Fusion Festival, die sich ohne SponsorInnen finanzieren (vgl. o. V. 2010 b: o. S.). Letzteren gelingt dies vermutlich über geringere Ausgaben beim KünstlerInnen-Booking.

2.3

Erlebnisgesellschaft und Eventkultur

In den 80er Jahren vollzog sich in Deutschland und auch in anderen westlichen Gesellschaften der Wandel von der postmateriellen zur Erlebnis-Gesellschaft, die sich durch Werte wie Hedonismus und Markenorientierung auszeichnet (vgl. Steinecke 2009: 31). Der im Allgemeinen gestiegene Anteil an Freizeit und ein höheres durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen gepaart mit einer wachsenden Angebotsfülle eröffnen Möglichkeiten für eine andere Freizeitgestaltung als früher (vgl. Henseling et al. 2002: 8). Freizeitbereiche wie bspw. Tourismus, Kultur und Unterhaltung stellen nach Opaschowski (2000: 19) „Erlebniswerte dar, auf die Menschen auch und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht mehr verzichten können, ja nicht mehr verzich-


8

ten wollen.“ Und so verwundert es nicht, dass Festivaltourismus einer der am schnellsten wachsenden Märkte in der Branche ist (vgl. Dimmock & Tiye 2001: o. S.; Gunn 1994: o. S., zit. nach Derrett 2007: 38; vgl. Janeczko et al. 2002: 1). Die wachsende Nachfrage nach Events wie bspw. Festivals scheint dabei auch mit wachsender Digitalisierung und Medialisierung einherzugehen, da diese die menschliche Vereinsamung begünstigen können. Dadurch wächst das Bedürfnis, sich im Kreise anderer Menschen aufzuhalten und Erfahrungen mit ihnen zu teilen (vgl. Morgenroth 2000: 189; vgl. Reichert 2010: o. S.). Auch Graf (1995: 59) meint, dass ein Anziehungspunkt von Festivals in „der Ansammlung der Massen“ liegt. Nach Douglas et al. (2001: o. S., zit. nach Brown & James 2007: 54) haben Festivals und Events den Zweck, Leute zusammenzubringen, um zu feiern, zu demonstrieren, zu erinnern, sich zu sozialisieren usw.

Waren Festivals und die damit einhergehenden Massenversammlungen früher oftmals Ausdruck einer Protestbewegung (vgl. Graf 1995: 62), so folgen sie heute eher oder vor allem dem Zweck der Erlebnisorientierung: „Events wie das Melt, auf denen die kreative Klasse sich selbst feiert, sind nicht mehr Orte einer Gegenkultur wie einst Woodstock. … Man arbeitet hier an der eigenen Präsenz und am sozialen Status, an der Pflege des Körpers und des kulturellen Kapitals, kurz: an der Selbstoptimierung“ (Reichert 2010: o. S.). Barton (2009: 3) beschreibt, dass Musikfestivals in der englischen Tradition immer auch als ein Stück Auszeit vom Alltag ohne die sonst geltenden Regeln - als „modern-day bohemias“ - gesehen wurden. Und Schulze (2005:14) bringt es auf den Punkt: „Erlebnisorientierung ist die unmittelbarste Form der Suche nach Glück."

So ist es kaum überraschend, dass eines der Hauptmotive für einen Veranstaltungsbesuch „der Spaß- und Partyfaktor“ ist. Besonders stark vertreten ist dieses Motiv mit 46 % bei den 20- bis 29-jährigen. Bei den 10- bis 19-jährigen sind es 40 % der Befragten. Ab einem Alter von 30 Jahren verliert dieser Faktor an Bedeutung: Rund ein Drittel (34 %) der 30- bis 39-jährigen stimmt (voll und ganz) der Aussage „Mich reizt der Spaßund Partyfaktor bei Veranstaltungen“ zu. Bei den 40- bis 49-jährigen liegt der Anteil bei 26 % und bei den ab 50-jährigen nur noch bei 17 %. Auch Komfort und Service sind für einen Teil der Befragten wichtige Bestandteile eines Events. Zwischen 11 % und 16 % - je nach Altersgruppe - wären sogar bereit „ein paar Euro mehr“ für „Komfort-Tickets“ zu bezahlen (Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft e.V. & Musikmarkt GmbH & Co. KG 2009: 23). Generell bekunden 19 % der Bevölkerung ab 14 Jahren ein Interes-


9

se an Rock- und Popfestivals3. Der Großteil der Interessenten entfiel dabei auf die Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen (51,8 %). Das Interesse nimmt mit der Höhe des Alters ab - so äußern nur noch 0,8 % der ab 70-Jährigen eine Vorliebe für Rock- und Popfestivals (vgl. Deutsches Musikinformationszentrum 2010: 1). Ähnliche Ergebnisse wurden auch bei einer Befragung des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft e.V. und Musikmarkt GmbH & Co. KG (vgl. 2009: 8) erzielt. Demnach fühlt sich vor allem die Zielgruppe der 10- bis 19-jährigen (28 %) sowie der 20- bis 29-jährigen (20 %) von Musikfestivals angesprochen. Hinsichtlich der Schul- bzw. Berufsbildung überwiegt bei den Personen, die Interesse an Musikfestivals haben, der Anteil derjenigen, die über das Abitur/Hochschulreife, jedoch ohne abgeschlossenes Studium, verfügen (34,2 %) (vgl. Deutsches Musikinformationszentrum 2010: 1).

Nachdem sich über die Jahre eine Erlebnis- und Spaßgesellschaft entwickelt hat, steht nach Meinung der Stiftung für Zukunftsfragen (2010: o. S.) ein Richtungswechsel bevor. Nach neuesten Erkenntnissen haben wir „eine Erlebnisinflation hinter uns, die vom Immer-Mehr und von maßlosen Konsumsteigerungen getrieben war: ‚Freizeitspaß’ und ‚Reisehunger’, ‚Erlebniskultur’ und ‚Mega-Events’“. Die Ereignisse des 11. September 2001 bis zur Wirtschaftskrise brachten einen Schnitt im Denken und somit auch in die Lebenseinstellung der Deutschen: „Die Spaßkultur weicht einer neuen Ernsthaftigkeit“ (ebd.). Nach Ansicht der Stiftung für Zukunftsfragen (ebd.) beginnt nun das Zeitalter der Nachhaltigkeit.

Bislang war und ist die Entwicklung zur Freizeit- und Erlebnisgesellschaft allerdings durch die mit ihr einhergehenden Aktivitäten auch mit erheblichen Umweltauswirkungen verbunden (vgl. Henseling et al. 2002: 8). Diese Auswirkungen werden im folgenden Kapitel für den Bereich der Musikfestivals dargestellt.

3

Ergebnisse einer repräsentativen Studie aus dem Jahr 2009 mit rund 21.000 Befragten des Instituts für Demoskopie Allensbach.


10

3.

Musikfestivals im Kontext der Nachhaltigkeit

Zunächst wird erläutert, was unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“ zu verstehen ist und von welchen Faktoren Umwelthandeln beeinflusst wird. Im weiteren Verlauf des Kapitels werden diejenigen Personen bzw. Gruppen benannt, die von den Auswirkungen von Musikfestivals betroffen sein können bzw. diese selbst beeinflussen können. Anschließend werden sowohl die potenziellen positiven als auch negativen Effekte, die durch Planung und Durchführung von Musikfestivals entstehen können kurz anhand der drei Nachhaltigkeitsdimensionen (Ökologie, Ökonomie und Soziales) dargestellt. In einem Extraabschnitt wird dabei der Klimawandel als eine Auswirkung, die alle Dimensionen betrifft, dargestellt. Anschließend erfolgt eine Beschreibung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen untergliedert nach Handlungsfeldern in der für diese Arbeit notwendigen Ausführlichkeit. Abschließend belegt die Vorstellung von drei Best Practice Beispielen, dass es bereits einige Initiativen gibt, die sich differenziert mit dem Thema auseinandersetzen.

3.1

Nachhaltigkeit und Umwelthandeln

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde in der Forstwirtschaft verwendet. Damit war gemeint, dass nicht mehr Bäume gefällt werden als nachwachsen. Das Verständnis des Begriffs hat sich seit seiner ursprünglichen Verwendung allerdings verändert: „Nachhaltige Entwicklung heißt, Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. Zukunftsfähig wirtschaften bedeutet also: Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben“ (Rat für Nachhaltige Entwicklung o. J.: o. S.). Diese Definition und die folgende Abbildung (Abb. 1) verdeutlichen, dass Nachhaltigkeit drei gleichberechtigte Dimensionen hat, die bei der Implementierung von Maßnahmen bei Festivals beachtet werden müssen.


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Abb. 1: Zieldreieck der Nachhaltigkeit (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung 2008: 21)

Obwohl die Bekanntheit des Konzeptes bspw. durch die Rio-Konferenz mit ihrer Deklaration im Jahr 1992 und die Agenda 21 weiter vorangebracht wurde (vgl. Aachener Stiftung Kathy Beys o. J.: o. S.), kannten im Jahr 2000 nur 13 % der deutschen Bevölkerung den Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ (vgl. BMU & UBA 2010: 40). Die aktuelle Studie4 des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und des Umweltbundesamtes (UBA) zum Umweltbewusstsein in Deutschland 2010“ zeigt allerdings, dass sich die Bekanntheit in den letzten Jahren stark ausgebreitet hat. Mittlerweile kennen 43 % der Deutschen den Begriff. Als Grund dafür wird u. a. gesehen, dass sich mehr und mehr Unternehmen mit diesem Leitbild identifizieren (vgl. ebd.).

Die gestiegene Bekanntheit bedeutet allerdings nicht automatisch, dass auch ein nachhaltiges Handeln zugrunde gelegt wird. Dies hängt unter anderem mit der Komplexität des Konzeptes und der Interdependenzen zwischen den verschiedenen Dimensionen zusammen. Aus dem Konzept des Umweltschutzes ist für Individuen leichter abzuleiten, welche Verhaltensweisen „richtig“ oder „falsch“ sind. Allerdings darf aufgrund umweltbewussten Verhaltens in einem Bereich (z. B. Mülltrennung) nicht generell auf ein solches Verhalten geschlossen werden (vgl. Rambow 1998: 35), denn das tatsächliche Umwelthandeln wird schlussendlich durch verschiedene Komponenten beeinflusst, wie dem Fietkau-Kessel-Modell in Abb. 2 zu entnehmen ist.

4

Befragt wurde dafür die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren; n = 2008 (vgl. BMU & UBA 2010: 12).


12

Abb. 2: Fietkau-Kessel-Modell (Fietkau & Kessel 1981a: 9, zit. nach Borgers 1999: 58)

Nach dem Modell wird umweltrelevantes Verhalten von den gegebenen Verhaltensangeboten, den Anreizen und den umweltbezogenen Einstellungen und Werten unmittelbar beeinflusst. Das Umweltwissen wirkt sich nicht direkt, sondern nur in Wechselwirkung mit den Einstellungen und Werten aus. Wissen hat also nur einen Einfluss auf das Umwelthandeln, wenn es eine entsprechende Einstellungs- und Werteveränderung impliziert. Die Rückkopplung - als wahrgenommene Konsequenz aus dem eigenen Verhalten - kann ebenfalls Einfluss auf Einstellungen und Werte haben (vgl. Rambow 1998: 40 f.; vgl. Borgers 1999: 59). Diekmann und Preisendörfer (1992: o. S., zit. nach Limbourg 1999: o. S.) haben in einer Studie herausgefunden, dass Umweltbewusstsein vor allem in Situationen in Umwelthandeln mündet, in denen die geforderte Verhaltensänderung gering und weder zu teuer, noch zu unbequem ist. Am erfolgversprechendsten für eine Verhaltensänderung sind Anreize im Vorfeld der Handlung, positive Konsequenzen und Vorbilder, die „eine positive emotionale Bedeutung haben“ (Limbourg 1999: o. S.).

Während bei ökologisch interessierten Menschen eine informative Umweltkommunikation erfolgversprechend ist, so gilt dies für ökologisch wenig interessierte Personen nicht (Lichtl 2005: 45). Bei letzteren setzt das Konzept des „Ecotainment“5 an, das u. a. im Rahmen von „Sounds for Nature“ (SfN) bei Musikfestivals eingesetzt wird. Dabei wird „die Ernsthaftigkeit der Ökologie-Problematik und die daraus folgende Verantwortung … mit einer Leichtigkeit im Umgang mit der Thematik“ verbunden (Lichtl 2005:

5

Der Begriff „Ecotainment“ setzt sich aus Ecology und Entertainment zusammen (vgl. Lichtl 2007: 80).


13

43). Im Rahmen des SfN-Projektes sollen positive Emotionen in Bezug auf die Natur produziert werden, die die Empfänglichkeit für die eigentlichen Botschaften steigern (vgl. BfN 2004: 130). Besonders bei Menschen, die ein eher geringes Interesse an Umwelt bzw. Nachhaltigkeit zeigen, sollen mit „Ecotainment“ Reaktanzen verhindert werden (vgl. Lichtl 2007: 81). Nach Emde (vgl. 2004: 130) können junge Menschen den Aufenthalt in der Natur einerseits nicht genießen, sondern empfinden dabei häufig ein schlechtes Gewissen. Anderseits äußern sie ein unachtsames Verhalten gegenüber der Natur. Dieser Situation kann weder über moralische Botschaften, noch über wissenschaftliche Informationen und Verbote begegnet werden: „Es geht darum, die Jugendlichen dort abzuholen, wo sie stehen, bei ihren Interessen und Erlebnissen einzuhaken und ihnen so positive Erfahrungen und Gefühle im Zusammenhang mit Natur zu ermöglichen“ (ebd.). Umweltprojekte wie bspw. die Verringerung des Müllaufkommens können auf Festivals konkrete Erfolgserlebnisse für die BesucherInnen generieren, ihnen damit die eigene Relevanz im Umweltschutz zeigen und sie in ihrem positiven Verhalten bestärken.

Der Begriff der „Nachhaltigkeitskommunikation“ hat vor einigen Jahren den der „Umweltkommunikation“ abgelöst, da die Diskussion über Umweltfragen nicht losgelöst vom Leitbild der Nachhaltigkeit geführt werden kann (vgl. Michelsen 2007: 25). „Hinter der Kommunikation über nachhaltige Entwicklung und damit zusammenhängende Fragen verbergen sich in der Regel konkrete Probleme, die eine nicht-nachhaltige Entwicklung hervorgerufen hat“ (Michelsen 2007: 27). Innerhalb der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit existieren nach Michelsen (vgl. 2007: 28 ff.) Problemkomplexe, die im Folgenden kurz umrissen werden:

„Ökologische Kernprobleme“ -

Klimawandel

-

Bodendegradation („Verlust an fruchtbarem Boden“ bspw. durch Erosion oder Schadstoffanreicherung)

-

Verlust von biologischer Vielfalt

-

Wasserverbrauch, -verschmutzung und -knappheit

„Soziale Kernprobleme“ -

rasantes Wachstum der Weltbevölkerung

-

Fehl- und Unterernährung

-

Vergrößerung der Einkommensunterschiede


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„Ökonomische Kernprobleme“ -

Globaler Wandel und Globalisierung

Aufgrund der Größe der Problembereiche und deren Komplexität fällt es möglicherweise zunächst schwer, konkrete Handlungsfelder für FestivalorganisatorInnen zu erkennen. Diese werden unter 3.3 und 3.5 detailliert dargestellt.

3.2

Potenzielle StakeholderInnen

Bei der Organisation und Durchführung von Festivals sind eine Reihe interner und externer StakeholderInnen zu beachten, die für die Implementierung eines Nachhaltigkeitsmanagements von großer Bedeutung sind. Nach Freeman (1984: 25, zit. nach Andersson & Getz 2008: 199) handelt es sich bei einem bzw. einer StakeholderIn um „… any group or individual who can affect or is affected by the achievement of the firm’s objectives”. Die potenziellen StakeholderInnen von Musikfestivals, die in Abb. 3 dargestellt sind, haben je nach Festival eine unterschiedliche Relevanz. Im Rahmen dieser Arbeit liegt der Fokus vor allem auf der Gruppe der BesucherInnen.

Abb. 3: StakeholderInnen von Musikfestivals (eigene Darstellung)


15

Keine StakeholderInnen im eigentlichen Sinne, aber trotzdem von den Auswirkungen von Musikfestivals betroffen, sind Pflanzen und Tiere.

Für alle im Folgenden genannten Maßnahmen gilt, dass die jeweils relevanten StakeholderInnen rechtzeitig zu informieren sind, damit keine Überraschungen oder Unklarheiten für Ärger sorgen (vgl. BfN o. J.: 12, 14; vgl. Derrett 2007: 36). Die Information sollte allerdings nicht nur aufgrund möglicher negativer Konsequenzen erfolgen, sondern auch um die StakeholderInnen an der Nachhaltigkeitsstrategie zu beteiligen (vgl. Live Earth 2009: 7).

3.3

Mögliche Auswirkungen von Musikfestivals auf die ökolo-

gische, ökonomische und soziale Dimension der Nachhaltigkeit Wie bereits zu Beginn der Arbeit erwähnt, können Musikfestivals sowohl positive als auch negative Auswirkungen mit sich bringen. Diese werden im Folgenden nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Effekten unterteilt dargestellt6.

3.3.1 Ökologie Ein positiver Effekt, der durch Veranstaltungen erreicht werden kann, ist eine Erhöhung des Umweltbewusstseins der BesucherInnen (vgl. Mason & Beaumont-Kerridge 2007: 314). Stahl und Hochfeld (vgl. 2002: 75) schlagen vor, die öffentliche Aufmerksamkeit, die Großveranstaltungen erregen, für die Kommunikation von Nachhaltigkeitsbelangen zu nutzen. Des Weiteren können in diesem Zusammenhang Best Practice Beispiele einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden (vgl. Mason & Beaumont-Kerridge 2007: 314).

Die Verschmutzung des Veranstaltungsortes und seiner Umgebung durch Müll ist meist eines der augenscheinlichsten Umweltprobleme (vgl. Mason & BeaumontKerridge 2007: 316). Daneben stellt das erhöhte Verkehrsaufkommen ein großes Problem dar (vgl. BfN o. J.: 23 f.; vgl. Mason & Beaumont-Kerridge 2007: 316). Neben dem Ausstoß von Schadstoffen wie Kohlenstoffdioxid (CO2) steigen zusätzlich zum Veranstaltungslärm auch die Lärmemissionen durch den Verkehr, die AnwohnerInnen und Tiere belasten (vgl. BfN o. J.: 6). Dieser insgesamt erhöhte Lärmpegel kann bspw. eine Minimierung des Brutvogelvorkommens verursachen (vgl. Schmidt 2008: 41). Des Weiteren kann es bei Veranstaltungen, die auf der „grünen Wiese“ stattfinden, durch Auf6

Aufgrund der unterschiedlichen Ausrichtung und Rahmenbedingungen von Musikfestivals wird jedoch an dieser Stelle weder Anspruch auf Vollständigkeit noch Allgemeingültigkeit erhoben. Des Weiteren ist es bei vielen Effekten möglich, sie mehreren Dimensionen zuzuordnen.


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bauten wie Bühnen oder Befahren mit schweren Fahrzeugen zu Bodenverdichtungen kommen. Sie äußern sich durch Schäden am Hohlraumsystem, das wichtig für gesunde Böden ist (vgl. BfN o. J.: 23 f.; vgl. Bono 2010: 6; vgl. Morgenroth 2000: 189). Schäden an Boden, Pflanzen und Gewässern können allerdings auch durch fehlende Sanitär- und Toilettenanlagen, die „wildes Urinieren und Koten“ fördern, entstehen (BfN o. J.: 15). Ein weiteres Risiko stellt gerade im Sommer offenes Feuer dar (vgl. BfN o. J.: 23 f.). Bei all diesen negativen Auswirkungen fehlt Nielsen7 (vgl. o. J.: 1) ein entscheidender Fakt in der Diskussion. Er regt an, die negativen Auswirkungen, die FestivalbesucherInnen auf die Umwelt hätten, wenn sie zuhause ihren täglichen Gewohnheiten folgen würden, in die Bilanz mit einzubeziehen. Während des Festivals wird bspw. in der Regel kein Auto genutzt, weniger warmes Wasser verwendet und auch der reguläre Strombedarf fällt weg. Dass diese positiven Effekte die negativen Auswirkungen aufbzw. überwiegen ist nach Meinung der Autorin unwahrscheinlich, wäre aber dennoch ein interessanter Untersuchungsgegenstand.

3.3.2 Ökonomie Nach Aussage von Carlsen (vgl. 2007: 246) sind mittlerweile die positiven ökonomischen Auswirkungen von Festivals anerkannt. Neben Investitionen, Arbeitsplätzen und Einkommen werden in der Literatur die Erhöhung von Gästezahlen und verstärkte (mediale) Aufmerksamkeit für die Region als zusätzliche Effekte genannt (vgl. ebd.; vgl. Janeczko et al. 2002: 1; vgl. Mason & Beaumont-Kerridge 2007: 314). Auch Freyer nennt positive ökonomische Auswirkungen in Form einer Stärkung von Standortfaktoren wie Image und Attraktivität (vgl. Freyer 1998: 18).

Ein Anteil der Ausgaben aller Besuchenden steht dabei nicht in erster Linie mit dem Festival in Verbindung und wird als Umwegrentabilität ausgedrückt (vgl. Willnauer 2010: 9). Diese bezeichnet „wirtschaftliche Folgen der Existenz von Kultureinrichtungen, die sich positiv auf die Steuereinnahmen einer Kommune, eines Landes und des Bundes auswirken. Es wird davon ausgegangen, dass ein kulturelles Angebot zu mehr Kaufkraft vor Ort durch Besucher und Ansässige führt, branchenübergreifend betriebliche Umsätze gesteigert werden und in Folge dessen mehr Steuern und Abgaben an den Staat entrichtet werden“ (Causales - Gesellschaft für Kulturmarketing und Kultursponsoring mbH o. J.: o. S.). 7

Mitorganisator des Roskilde Festivals.


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Neben diesen potenziellen positiven Begleiterscheinungen können auch negative Effekte für die Ökonomie der Region eintreten. Dazu gehören bspw. steigende Preise, eine Schädigung des Images oder Übernutzung der vorhandenen Ressourcen (vgl. Mason & Beaumont-Kerridge 2007: 314). Auch Sachschäden können durch Fehlverhalten von BesucherInnen entstehen (vgl. Morgenroth 2000: 189).

3.3.3 Soziales Einer der Höhepunkte eines Festivals sind sicherlich die geteilten Erfahrungen (vgl. Mason & Beaumont-Kerridge 2007: 316). Aber auch andere positive Auswirkungen wie z. B. die Steigerung der Lebensqualität können mit Events verbunden sein (vgl. Freyer 1998: 18). Sofern die lokale Bevölkerung beteiligt ist, können Events auch zu einer Entwicklung der Organisations- und Leitungsfähigkeit beitragen und Networking forcieren (Derrett 2007: 39). Des Weiteren kann durch einen solchen Event ein Image geschaffen werden, mit dem sich die Bevölkerung identifiziert und ihren eigenen Stolz (weiter-) entwickelt (vgl. Mason & Beaumont-Kerridge 2007: 316).

Im Bereich der negativen Effekte ist die Befürchtung zu nennen, dass Festivals die Beschaffenheit der örtlichen Gemeinschaft verändern können (vgl. Craik 1995: o. S.; Urry 1990: 57 ff.; Leiper 1995: 233, zit. nach Derrett 2007: 39). Dies kann z. B. durch die Begleiterscheinungen in Form von Vandalismus und Kriminalität (teilweise verbunden mit exzessivem Alkoholgenuss) geschehen, was nach Aussage von Mason und Beaumont-Kerridge (vgl. 2007: 316) eher selten der Fall ist, da der Großteil der BesucherInnen kein Interesse daran hat. Dies wird durch Meyer (1998: 245) bestätigt, die davon ausgeht, dass „die Interaktion zwischen Gastgebern (der Kommune) und Gästen (den Event-Touristen) äußerst gering“ ist.

3.3.4 Klimawandel Im Folgenden wird der Klimawandel als ein Effekt beschrieben, der durch Musikfestivals - vor allem in Form des An- und Abreiseverkehrs - begünstigt wird, an sich aber auch alle Nachhaltigkeitsdimensionen betreffen und insbesondere auch Auswirkungen auf die Musikfestivallandschaft haben wird. Nach Ansicht von Live Earth (2009: 4) ist einer der Hauptgründe, Nachhaltigkeitsmaßnahmen bei Events zu implementieren, „to be part of the solution to combating climate crisis and resource depletion”.

Die ExpertInnen des Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz IPCC, kommen in ihrem vierten Sachstandsbericht zu dem Schluss, dass der Klimawandel mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mit den vom Menschen emittierten Treibhausgasen in Ver-


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bindung steht (IPCC 2007: o. S., zit. nach UBA 2008: 4). Deshalb ist Klimaschutz zum einen wichtig zur Eindämmung der Klimaänderungen und zum zweiten zur Reduzierung der Geschwindigkeit, mit der sich diese Änderungen manifestieren (vgl. UBA 2008: 10). Zwischen der Mehrheit der KlimaexpertInnen besteht Konsens darüber, dass der Klimawandel auch in Deutschland schwerwiegende Auswirkungen auf Menschen und Umwelt haben wird (vgl. UBA 2008: 7). So wird bspw. eine Häufung von Extremwettersituationen wie Hitzewellen und Starkniederschläge erwartet. Aufgrund der hohen Schäden, die bei solchen Ereignissen entstehen können, ergibt sich eine besondere volkswirtschaftliche Bedeutung (vgl. u. a. Schönwiese et al. 2005: o. S., zit. nach UBA 2008: 5).

Nach Ansicht der Autorin wird auch der Open-Air-Eventbereich von diesen Auswirkungen betroffen sein. Zum einen müssen in technischer Hinsicht Vorkehrungen getroffen werden, die z. B. ausreichende Stabilität von Bühnenaufbauten bei Sturm sichern, oder bei anhaltender Trockenheit ein verstärkter Brandschutz. Auf der anderen Seite werden sich FestivalgängerInnen bei drohenden Starkniederschlägen möglicherweise eher zu einem kurzfristigen Ticketkauf entschließen bzw. die Veranstaltung bei schlechtem Wetter gar nicht erst besuchen. Nicht nur aufgrund dieser potenziellen Konsequenzen ist es wichtig, dass sich Festivals in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln.


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3.4

Rechtliche Rahmenbedingungen

Bei der Planung und Durchführung von Musikfestivals muss eine Reihe von Gesetzen und Verordnungen beachtet werden. Dazu gehören bspw. die umweltrechtlichen Vorgaben, die in Abb. 4 aufgelistet sind.

Abb. 4: Umweltrechtliche Vorgaben für Events (Risch & Kerst 2009: 382)

Exemplarisch für die umweltrechtlichen Vorgaben werden das Immissionschutzrecht im Bereich „Lärm“ und das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz im Abschnitt „Abfall“ näher besprochen (s. u.).

Neben diesen umweltrechtlichen Vorgaben gibt es weitere nachhaltigkeitsrelevante Gesetze wie bspw. das Grundgesetz (GG), das in Art. 3 Abs. 2 die Gleichberechtigung von Mann und Frau regelt. Dieses Ziel soll mittels Gender Mainstreaming erreicht werden, wozu u. a. die geschlechtergerechte Ansprache gehört (vgl. BMU 2008: 15 f.). Eine weitere Aussage des Art. 3 (Abs. 3 GG) ist, dass niemand aufgrund seiner Behinderung benachteiligt werden darf. Auf Festivals übertragen bedeutet dies, dass nach Möglichkeit auch für behinderte Personen ein Besuch der Veranstaltung machbar sein sollte, d. h. dass die Veranstaltung barrierefrei ist.


20

3.5

Maßnahmen für die nachhaltigere Ausrichtung von Festi-

vals Im Folgenden werden Nachhaltigkeitsmaßnahmen - unterteilt nach Handlungsfeldern vorgestellt. Dabei soll keine exakte Anleitung für FestivalorganisatorInnen8 offeriert werden, sondern ein Überblick über Machbares und Möglichkeiten gegeben werden, um ein nachhaltig gemanagtes Liveevent zu entwickeln: „A sustainably managed live event is one that seeks to minimize its resource use and all the potentially negative impacts on the environment” (Live Earth 2009: 3). Wie die Definition deutlich macht, sind dabei die größten Handlungsspielräume im ökologischen Bereich vorhanden. Hier ergriffene Maßnahmen haben allerdings in der Regel auch Auswirkungen auf die anderen Dimensionen (z. B führt die Verminderung des Verkehrsaufkommens zu einer Reduzierung der Lärmbelastung für AnwohnerInnen).

3.5.1 Mobilität Das Verkehrsaufkommen ist eine der größten Umweltbelastungen bei Musikfestivals und bringt in der Regel eine erhebliche Belastung für Mensch und Umwelt mit sich (vgl. BfN o. J.: 6). Nach einer Studie von Julie’s Bicycle (vgl. 2009: 2) aus dem Jahr 2008 resultieren 68 % der CO2-Emissionen eines Festivals aus der An- und Abreise der BesucherInnen. Neben der Emission solcher Schadstoffe steigen Lärmbelastung und Energieverbrauch. Des Weiteren werden Flächen durch parkende Autos und Wohnmobile geschädigt (vgl. BfN o. J.: 6).

Um diese Auswirkungen zu minimieren, müssen möglichst viele BesucherInnen auf öffentliche Verkehrsmittel umgeleitet werden (ebd.). Zur Erreichung der notwendigen Attraktivität gibt es verschiedene Mittel wie bspw. Kombitickets für Festivaleintritt und Anreise, Shuttlebusse vom Bahnhof zum Festivalgelände oder Anreize wie Freigetränke und Verlosungen (BfN o. J.: 7). Eine weitere Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) kann u. a. über ein Forum für Mitfahrgelegenheiten auf der Festivalwebsite und eine Parkgebühr erzielt werden (BfN o. J.: 7 f.). Alle relevanten Informationen (Sonderfahrpläne des ÖPNV, geplante Verlosungen etc.) müssen leicht auf der Festivalwebsite und ggf. im Programm auffindbar sein. Des Weiteren sollten die Maßnahmen so arrangiert und kommuniziert werden, dass sie nicht mit Verzicht assoziiert werden, sondern als Gewinn wahrgenommen werden (vgl. BfN o. J.: 8). Da Festivalbe-

8

Für detaillierte Anweisungen sei auf die einschlägigen Leitfäden (s. beispielsweise BfN o. J. oder Jones 2010) und Websites verwiesen, wie die der Sustainable Living Foundation, auf der es den Sustainable Event Planner (www.slf.org.au/eventplanner) gibt.


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sucherInnen in der Regel mit einer großen Gepäckmenge (Zelt, Verpflegung etc.) anreisen, liegt hier eine der größten Herausforderungen. Zum einen ist es möglich, den Einkauf von Speisen und Getränken zu moderaten Preisen auf dem Festivalgelände bzw. Campingplatz zu ermöglichen. Zum anderen können die FestivalorganisatorInnen umweltfreundliche Angebote wie Busse oder Festivalzüge bereitstellen bzw. bewerben. „Es ist die perfekte Symbiose aus Social Media, Bequemlichkeit, Liebe zum alkoholischen Getränk und ökologischem Gewissen: Die sauber geplante Festivalreise mit einem Reisebus" - und diese Marktlücke wurde nach Ansicht der INTRO GmbH & Co. KG (2010: o. S.) durch die Deutsche Bus erkannt und gefüllt. Auf der Website des Busunternehmens kann der Preis pro Person für die angegebene Strecke berechnet werden und der so generierte Link bei Facebook und Co. veröffentlicht werden, um MitfahrerInnen zu finden. Die Tickets werden direkt bei der Deutschen Bus bezahlt, damit für den „Busgründer“ keine Risiken entstehen (vgl. ebd.). Noch umweltfreundlicher ist die Anreise mit dem Fahrrad: Das Shambala Festival hat in Kooperation mit der Wohltätigkeitsorganisation Sustrans aus fünf britischen Städten eine ein- bis dreitägige Radtour zum Festival organisiert, an der 250 Personen teilnahmen (vgl. O’Neil 2009: 1).

Gibt es vor Ort ein Shuttlebusangebot, so sollten emissions- und lärmarme Fahrzeuge eingesetzt werden (vgl. BMU 2008: 8).

3.5.2 Abfall Auch das in der Regel erhebliche Abfallaufkommen, das durch Auf- und Abbau sowie Durchführung des Festivals entsteht, stellt ein großes Problem dar (BfN o. J.: 9). Nach Schätzungen der VeranstalterInnen des W:O:A verursachen die BesucherInnen während des dreitägigen Festivals 600 bis 700 Tonnen Abfall (o. V. 2009: o. S.).

Der grundsätzliche Umgang mit Abfall ist in § 4 des bereits unter 3.4 erwähnten Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes (KrW-/AbfG) geregelt. Danach gilt in erster Linie ein Vermeidungsgebot hinsichtlich Menge und Schädlichkeit. Diejenigen Abfälle, die nicht vermieden werden können, sind zu recyceln oder energetisch zu verwerten (§ 4 Abs. 1 KrW-/AbfG). Nach diesen rechtlichen Grundlagen sollte ein Abfallkonzept entwickelt werden, bei dem die verschiedenen zeitlichen Phasen (Auf- und Abbau, Durchführung) und räumlichen Differenzierungen (Festivalgelände, Campingplatz, Umgebung) beachtet werden (vgl. BfN o. J.: 9, 13). Sowohl während der Auf- und Abbauarbeiten als auch der Durchführung des Festivals müssen genügend Abfall- und Wertstoffbehälter zur Verfügung stehen, die eine sachgerechte Mülltrennung ermöglichen und regelmäßig


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geleert werden (vgl. BfN o. J.: 9 f.). Dazu können auch Kompostbehälter gehören, wie Festivals wie das Glastonbury zeigen (s. auch Kapitel 3.6.3).

Eine weitere Maßnahme im Handlungsfeld „Abfall“ ist das Erheben eines Müllpfands, bei dem die Gäste am Ende des Festivals den gefüllten Beutel gegen das zuvor bezahlte Pfandgeld eintauschen. Hier kann in Erwägung gezogen werden, mehrere Beutel auszugeben, die die Trennung des Mülls erlauben (vgl. ebd.). Die Abfallsammlung und -trennung durch die BesucherInnen gestaltet sich allerdings schwierig (vgl. BfN o. J.: 10; vgl. Wyrsch 2010: 3; vgl. Gruber 2010: 15). Dennoch sollte in Erwägung gezogen werden, diese Möglichkeit aus Gründen der „Umwelterziehung“ anzubieten (vgl. BfN o. J.: 10; vgl. O’Neil 2009: 1). Dies geschieht bspw. beim Bumbershoot Festival in Seattle, USA, dessen OrganisatorInnen sich bewusst für eine Ausdehnung der Recyclingaktivitäten auf den BesucherInnen-Bereich entschieden haben. Dort helfen „Green Volunteers“ den Gästen beim korrekten Trennen ihrer Abfälle (vgl. One Reel 2009: 11). Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) (vgl. o. J.: 26) empfiehlt sogar spezielle Müllguides, die auffällige BesucherInnen ansprechen und selbst Müll sammeln. Das RhEINKULTUR Festival hat hinsichtlich der Müllsammlung eine Win-Win-Situation geschaffen: Pfadfindergruppen werden mit dem Sammeln von Pfandflaschen beauftragt und dürfen den Pfand behalten (Senftleben 2007: o. S.).

Auch für den Verkauf von Speisen existieren Maßnahmen, die zur Müllvermeidung beitragen können. So sollte die Ausgabe von Essen möglichst als Fingerfood ohne große Umverpackung (vgl. Straub & Morath 2010: 12) oder unter dem Motto „Packs ins Brot“ mit Serviette oder Papierunterlage erfolgen (Gruber 2010: 15). Kompostierbares Geschirr sieht auf den ersten Blick nach einer umweltgerechten Lösung aus, kann aber aufgrund der Verschmutzung mit Essensresten etc. nicht entsprechend verwertet werden (vgl. o. J.: 11). Wird also Geschirr oder Besteck benötigt, so sollte es sich im Optimalfall um Mehrweggeschirr handeln. In einer Studie wurden die Umweltauswirkungen von Einwegbechern, die zum Teil kompostierbar waren, mit denen von Mehrwegbechern verglichen, wobei letztere deutlich besser abschnitten (vgl. Dinkel 2010: 18). Allerdings darf Mehrweggeschirr nur verwendet werden, wenn das zum Spülen benötigte Wasser aus dem Trinkwassernetz entnommen werden kann (vgl. BfN o. J.: 10). Kann das Geschirr und Besteck nicht vor Ort gereinigt werden, besteht alternativ die Möglichkeit, es bei einem Anbieter zu leihen, der es zum Veranstaltungsort bringt und das benutzte Geschirr wieder abholt. In jedem Fall sollte ein Pfand erhoben werden, um die Rückgabe des Geschirrs zu gewährleisten. Entweder wird das Geschirr/Besteck am gleichen Stand zurückgegeben, an dem es gekauft wurde, oder die


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Rückgabe erfolgt an einem zentralen Punkt, der von mehreren StandbetreiberInnen genutzt wird.

Mit StandbetreiberInnen, SponsorInnen und PräsentatorInnen sollte im Vorwege des Festivals über das Abfallkonzept gesprochen werden. Dazu gehören bspw. auch Vereinbarungen über das Verteilen von Giveaways (Werbegeschenke, Flyer etc.). Dazu zählt bspw., „dass nur Werbegeschenke erwünscht sind, die nicht sofort achtlos weggeworfen werden“ sowie ggf. eine Beteiligung an den Reinigungskosten (BfN o. J.: 13). Gruber (vgl. 2010: 15) schlägt vor, auf das Verteilen von Flyern komplett zu verzichten. Das Programm kann bspw. auf gut sichtbaren Plakaten veröffentlicht werden (ebd.).

Damit die Hemmschwelle steigt, den Abfall einfach auf den Boden fallen zu lassen, sollte der herumliegende Müll während des Festivals regelmäßig beseitigt werden (BfN o. J.: 10). Gelingt es, das Gelände sauber zu halten, so kann dies das Image bei SponsorInnen verbessern und die Akzeptanz des Events bei den AnwohnerInnen steigern (vgl. Gruber 2010: 14).

3.5.3 Abwasser und Sanitäranlagen Der Großteil des Abwassers bei Open-Air-Veranstaltungen entsteht durch Küchen- und Toilettenabwasser. Umweltbelastende Stoffe im Küchenabwasser sind vor allem Essensreste, Fette und Spülmittel. Hier kann durch eine entsprechende Vorreinigung des Geschirrs und Verwendung umweltfreundlicher Spülmittel gegengesteuert werden. Toiletten können entweder – sofern möglich - an das Abwassernetz angeschlossen werden oder es werden Mobiltoiletten aufgestellt. Sofern Sanitärkonzentrate zur Verminderung der Geruchsbildung verwendet werden, sollten Produkte mit dem blauen Engel gewählt werden, da andere Produkte die Prozesse in Kläranlagen negativ beeinflussen können (vgl. BfN o. J.: 15 ff.). Sinnvoll ist auch eine rechtzeitige Absprache mit der zuständigen Behörde samt einem Blick in die kommunale Abwassersatzung sowie die Kommunikation mit Kläranlagen- und Kanalnetzbetreibern. In jedem Fall sollte eine ausreichende Anzahl funktionsfähiger und sauberer Sanitäranlagen vorhanden sein, damit „wildes Urinieren und Koten“ vermieden werden (ebd.: 15). Nach Ansicht des BfN (vgl. ebd.: 23) besteht für eine Steigerung des Komforts in der Regel auch die entsprechende Zahlungsbereitschaft, und viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen erhöhen die Zufriedenheit und den Komfort für die FestivalbesucherInnen (vgl. YOUROPE The European Festival Association o. J.: 16). Des Weiteren können an „gefährdeten“ Stellen Schilder aufgestellt werden, die auf die Umweltschädlichkeit hinweisen (vgl. BfN o. J.: 17).


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Mit gutem Beispiel in diesem Handlungsfeld gehen die britischen Festivals Sunrise Celebration, One Love, Standon Calling und Dare 2 Festival voran, die 100 % Komposttoiletten verwenden (vgl. O’Neil 2009: 1).

3.5.4 Ressourcenschutz Auch im Bereich des „Ressourcenschutz“ gibt es Maßnahmen, die das Festival nachhaltiger gestalten können. Dazu gehören bspw. eine rechtzeitige Begrünung der Fläche oder Kiesaufschüttungen, um Bodenverdichtungen zu vermeiden (vgl. Bono 2010: 6 f.). Zu einer möglichst ressourcenschonenden Veranstaltung gehört auch das Verwenden von Recycling- und/oder FSC-zertifiziertem Papier (vgl. BMU 2008: 12). Diese Papierarten können z. B. für Flyer oder Toilettenpapier verwendet werden. Des Weiteren sollte sofern möglich auf wassersparende Vorrichtungen zurückgegriffen werden.

3.5.5 Lärmemissionen Lärm kann die AnwohnerInnen beeinträchtigen, aber auch schädlich für Tiere sein gerade zu Brut- und Tragzeiten. Auch Gehörschäden bei BesucherInnen lassen sich nicht ausschließen (vgl. BfN o. J.: 18). Um möglichen Beeinträchtigungen entgegenzuwirken, sollte eine Abstimmung hinsichtlich einzuhaltender Richtwerte und Ruhezeiten mit den lokalen Behörden erfolgen. Des Weiteren kann ein Gehörschutz zum Selbstkostenpreis angeboten bzw. verschenkt werden (vgl. BfN o. J.: 18 f.). Über eine „angepasste räumliche Anordnung" der Bühne(n) und die Nutzung von (natürlichen) Schallschutzelementen kann die Verbreitung des Lärms begrenzt werden (ebd.: 19).

Eine bundesweit einheitliche Regelung zu Geräuschemissionen bei Open-Air Musikfestivals existiert nicht. Sie werden i. d. R. anhand der Technischen Anleitung Lärm (TA Lärm) bewertet, die allerdings je nach Bundesland unterschiedlich angewandt wird. Wird eine Fläche nur ausnahmsweise für ein Konzert genutzt, so liegt die Zuständigkeit beim jeweiligen Ordnungsamt der Gemeinde. Die Gemeinden sind berechtigt, sich fachliche Unterstützung bei den jeweiligen Umweltämtern einzuholen, was bspw. bei Gutachten oder messtechnischer Überwachung sinnvoll ist (vgl. BfN o. J.: 18).


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3.5.6 Energie und Klima Die Stromversorgung von Rock im Park entspricht mit einem Bedarf von 120.000 KWh dem Verbrauch einer Kleinstadt (vgl. Senftleben 2007: o. S.). Zum direkten Energieverbrauch während Auf- und Abbau sowie Durchführung der Veranstaltung kommt die sogenannte „graue Energie“, die für die Herstellung der verwendeten Materialien und Produkte verwendet wurde (vgl. Wyrsch 2010: 3). Erstes Gebot in punkto Energieverbrauch ist dessen Minimierung durch Senkung des Verbrauchs und Einsatz energieeffizienter Geräte sowie ein konsequentes Monitoring. Des Weiteren hat sich nach O’Neil (2009: 1) eine Kombination aus Sonnen- und Windenergie sowie Biotreibstoff (aus nachhaltigen Quellen) bewährt. Außerdem sollten durch die BesucherInnen mitgebrachte Generatoren aus Gründen des Emissionsschutzes und der Lärmbelastung verboten werden.

Des Weiteren ist die Durchführung als klimaneutrale Veranstaltung denkbar. Dafür werden die mit dem Event in Zusammenhang stehenden Emissionen ermittelt und durch finanzielle Investitionen in ein treibhausgaseinsparendes Projekt kompensiert (vgl. BMU 2008: 22). Nach Meinung der Autorin ist eine tatsächlich klimaneutrale Veranstaltung, falls überhaupt, nur unter großem Zeitaufwand für die Informationsbeschaffung zu realisieren, da die Treibhausgas-Bilanz aller Produkte und Dienstleistungen ermittelt werden muss, die durch die BesucherInnen, VeranstalterInnen etc. in Anspruch genommenen werden. Eine einfachere Lösung besteht darin, lediglich einen Teil der Emissionen durch den Ankauf von Treibhausgas-Emissionszertifikaten oder Spenden für Klimaschutzprojekte auszugleichen (vgl. BMU 2008: 8). Auf dem Lunatic Festival in Lüneburg werden durch eine Befragung der BesucherInnen die Emissionen errechnet und anschließend durch den Ankauf entsprechender Zertifikate kompensiert (vgl. Tsan 2010: 15). Bei entsprechender Akzeptanz der BesucherInnen kann auch eine Abgabe im Ticketpreis zu diesem Zweck oder als Spende für ein Sozialprojekt integriert werden.

Eine weitere wichtige Maßnahme zur CO2-Reduktion liegt in der Verringerung des Verkehrsaufkommens, was bereits unter 3.5.1 beschrieben wurde. Auch durch andere Aspekte wie bspw. Müllvermeidung werden hier Akzente gesetzt.


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3.5.7 Verpflegung Durch den Transport von Speisen und Getränken zum Veranstaltungsort entstehen Emissionen. Deshalb sollten nach Möglichkeit Direktvermarkter (Landwirte) einbezogen werden, die ihre Waren wie Obst und Gemüse vor Ort verkaufen können (vgl. BfN o. J.: 21). So kann zusätzlich ein Beitrag zur regionalen Wertschöpfung generiert werden und eine Akzeptanzsteigerung in der Bevölkerung erfolgen. Außerdem können durch das Angebot von regionalen und ökologisch produzierten Lebensmitteln und der Kommunikation des Mehrwertes solcher Speisen und Getränke etwaige Vorurteile auf Seiten der BesucherInnen verringert und neue SponsorInnen gewonnen werden. Passend zu diesen Maßnahmen beschreibt Barton (vgl. 2009: 2 f.) in ihrem Artikel über britische Festivals, wie sich die Esskultur verändert hat: weg von Fast Food hin zu qualitativ hochwertigem, oftmals regionalem und saisonalem Essen. Auch fair gehandelte Verpflegung und vegetarisches Essen leisten einen Beitrag zur Nachhaltigkeit (vgl. BMU 2008: 12; vgl. Dehmer 2010: o. S.). Ein Vorreiter in diesem Bereich ist das mehrwöchige Tollwood Festival in München. Nachdem die Gastronomie auf Bio umgestellt wurde, sollen nun zusätzlich Kriterien des fairen Handels erfüllt werden: „Tollwood soll 100 Prozent bio und fair werden“ (Tollwood Gesellschaft für Kulturveranstaltungen und Umweltaktivitäten o. J.: o. S.).

Aus Gründen der Umsatzsteigerung und der Sicherheit sollte ein Mitbringverbot nur für alkoholische Getränke sowie Dosen und Flaschen gelten. Da es gerade an heißen Tagen sehr wichtig ist, einer Dehydrierung durch die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit vorzubeugen, sollten OrganisatorInnen kostenlos Trinkwasser auf dem Gelände bereitstellen (vgl. BfN o. J.: 12). Dadurch wird des Weiteren der Transportaufwand für die BesucherInnen verringert. Außerdem entsteht so auf dem Festivalgelände weniger Müll, da weniger Wasserflaschen mitgebracht werden, die anschließend auch entsorgt werden müssten.

Eine Minimierung des Mülls und gleichzeitig eine der sozialen Dimension der Nachhaltigkeit zuträgliche Maßnahme ist die Weitergabe des übrig gebliebenen Essens und der Getränke an Einrichtungen wie die Tafel e. V.9 (vgl. BMU 2008: 27).

9

Die Tafel e. V. gibt Lebensmittel, die bspw. im Handel nicht mehr verkauft werden oder auf dem Wochenmarkt übrig geblieben sind, an Bedürftige weiter.


27

3.5.8 Camping „Neben der eigentlichen Veranstaltung erleben und genießen viele Besucher hier das Gefühl von mehr oder weniger "uneingeschränkter Freiheit"." (BfN o. J.: 23). Das sieht man den Campingplätzen nach Meinung des BfN auch an. Für die VeranstalterInnen ist es schwierig, aber dennoch dringend geboten, hier einzugreifen und sollte z. B. über eine Zugangsbeschränkung gehandhabt werden, die nur Personen mit gültigem Ticket den Zutritt zum Campingplatz gestattet (vgl. ebd.: 23 f.).

3.5.9 Merchandising Auch über den Verkauf entsprechender Merchandisingartikel wie Festival-T-Shirts aus Fair Trade und/oder Öko-Baumwolle kann sich ein Festival ein Stück in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln.

3.5.10 Ticketing Über den Ticketverkauf können die Besuchermengen kontrolliert und so auch Umweltschäden bzw. negative Auswirkungen für AnwohnerInnen begrenzt werden.

3.5.11 Kommunikation Wie bereits in Kapitel 3.2 dargestellt, existieren bei Musikfestivals StakeholderInnen, mit denen je nach Rolle und Relevanz bereits im Vorwege der Veranstaltung darüber kommuniziert werden sollte, was geplant ist und warum es implementiert werden soll, damit entsprechende Handlungsangebote (wie die Anreise mit dem Festivalzug) und Anreize (Verlosung von Preisen bei Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln) von den BesucherInnen wahrgenommen werden können. Auch aus Gründen der Akzeptanzschaffung kann dies erforderlich sein (vgl. BfN o. J.: 8). Im besten Fall kann so bereits vor der Veranstaltung eine Imageverbesserung erzielt werden. Für die Informierung der BesucherInnen können seitens der FestivalorganisatorInnen verschiedene Kanäle genutzt werden. Dazu gehören die Festivalwebsite, Presse, Programm- und Informationshefte, Monitore oder Leinwände auf dem Festivalgelände, Bühnenansprachen zwischen den Auftritten, Hinweisschilder auf dem Festivalgelände o. ä.

Um die Aufmerksamkeit der BesucherInnen auf die Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu lenken, kann es sinnvoll sein, das Gesamt- oder Teilprojekt zu branden. Beispiele für diese Strategie auf internationaler Ebene sind „Ecobound“ des Southbound Festivals und „Green Footsteps“ des Roskilde Festivals (vgl. Live Earth 2009: 7; vgl. Jones 2010: 38). In Deutschland sind hier bspw. „M!Eco“ des Melt!, „Metal 4 Nature“ des W:O:A oder „RhEINKULTUR green rocks“ des RhEINKULTUR Festivals zu nennen


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(vgl. MELT! FESTIVAL GMBH & CO.KG. o. J.: o. S.; vgl. ICS Festival Service GmbH o. S.: o. J.; vgl. RhEINKULTUR GmbH o. J.: o. S.). Für das Branding von Teilprojekten ist das Glastonbury mit seinen Kampagnen wie „Please Take It Home“ ein gutes Beispiel (s. Kapitel 3.6.3). Wird eine solche Kommunikationsstrategie gewählt, so ist es wichtig, glaubwürdig zu bleiben und nicht den Vorwurf des „Greenwashings“10 aufkommen zu lassen (vgl. Jones 2010: 38). Um die Transparenz für FestivalkonsumentInnen zu erhöhen, kann eine Zertifizierung von Nutzen sein. Für den Veranstaltungsbereich kommt dafür bspw. das Eco-Management and Audit Scheme, kurz EMAS, infrage. Mit diesem Umweltmanagementsystem können Verantwortlichkeiten und Ziele festgelegt, in Maßnahmen umgesetzt und in einer Umwelterklärung dokumentiert werden (vgl. BMU 2008: 16). Wird kein Umweltmanagementsystem implementiert, so ist es in jedem Fall sinnvoll, ein Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitskonzept zu erstellen. Dafür werden Handlungsfelder analysiert, Ziele festgelegt, Maßnahmen umgesetzt und einem Monitoring unterzogen sowie von einer passenden Kommunikationsstrategie begleitet (vgl. Stahl & Hochfeld 2002: 79). Neben der Zertifizierung durch ein Umweltmanagementsystem kann auch das Gewinnen eines Nachhaltigkeitspreises die Kommunikation stärken und glaubwürdiger gestalten. An dieser Stelle ist z. B. der Green 'n' Clean Award von Yourope zu nennen, der an Festivals verliehen wird, die eine bestimmte Anzahl an Umweltvorgaben erfüllen (vgl. Jones 2010: 26). In Deutschland war bisher u. a. das RhEINKULTUR Festival ständiger Preisträger des Awards (vgl. RhEINKULTUR GmbH o. J.: o. S.).

Für die Kommunikation und Etablierung von Projekten kann aufgrund erhöhter Glaubwürdigkeit und eines größeren Wirkungskreises auch die Unterstützung durch anerkannte Umweltverbände bzw. Nachhaltigkeitsinitiativen sinnvoll sein (vgl. Stahl & Hochfeld 2002: 80). Den Verbänden bzw. Initiativen kann so gleichzeitig eine Plattform geboten werden, auf der sie sich durch Stände, Angebote und Informationsmaterial präsentieren können (vgl. BfN o. J.: 28).

Trotz aller genannten Möglichkeiten ergibt sich eine Herausforderung aus der Thematisierung von Umweltbelangen in der Freizeit, da Freizeitaktivitäten eine wichtige soziale Funktion erfüllen (Henseling et al. 2002: 9). Auch Laing und Frost (2010: 265) sehen hier Schwierigkeiten: „There might also be problems with linking a hedonic experience such as a festival with heavy or overt political messages“. Dennoch kann nach Ansicht 10

Greenwashing bezeichnet "bewusst einseitige umweltbezogene Informationen seitens der Unternehmen mit dem Ziel der Absatzsteigerung" (BMU & UBA 2010: 69).


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von (Stahl & Hochfeld 2002: 80) durch Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitskommunikation im Rahmen von Veranstaltungen „langfristig und dauerhaft ein größeres Verständnis für Umweltbelange bei einer breiten Öffentlichkeit“ erzeugt werden. Der moralische Zeigefinger oder Katastrophenszenarien als Mittel der Umweltkommunikation sind hier allerdings fehl am Platz (vgl. Schack 2004: 3). Es geht vielmehr darum, „angenehme Emotionen“ in Zusammenhang mit der Umwelt bzw. Nachhaltigkeit zu erzeugen (BfN o. J.: 27; vgl. Lichtl 2007: 77). Henseling et al. (vgl. 2002: 13) vertreten eine ähnliche Meinung, nach der diejenigen Maßnahmen am wirkungsvollsten sind, die Umweltschutz mit Spaß kombinieren. Um dies zu erreichen, müssen die Maßnahmen ansprechend und nachvollziehbar gestaltet sein. Es muss deutlich werden, dass es nicht um Verbote, sondern um Konzepte zum Schutz von Natur und Umwelt geht (vgl. Henseling et al. 2002: 13 f.). „Erleichtert werden Verhaltensänderungen dann, wenn sie nicht einfach diktiert werden, sondern wenn es gelingt, über ökologische Zusammenhänge zu informieren und für den Wert unzerstörter Natur zu sensibilisieren“ (Henseling et al. 2002: 16). Dies sollte wie bereits in Kapitel 3.1 beschrieben bei ökologisch interessierten Menschen vorrangig über Information erfolgen. Bei Personen mit wenig Interesse an ökologischen Themen kann dies bspw. im Rahmen des „Ecotainment“ mithilfe von Gewinnspielen, Cafébars, Sinnespfaden, Filmspots, Kanutouren oder Exkursionen ergänzend zu Gesprächsangeboten erfolgen. Weiterhin denkbar sind z. B. solarbetriebene Ladestationen für Mobiltelefone, ein Sustainable Dancefloor11 oder eine Ausstellung wie die mobile Comic-Ausstellung „Mein Schweinehund und das Klima", bei der in einem Wettbewerb ausgewählte Bildgeschichten zum Thema Klimawandel gezeigt werden (vgl. ökomobil 2009: 1).

11

Der Sustainable Dancefloor ist eine Tanzfläche, bei der durch die Bewegung der Personen Energie erzeugt wird (vgl. Twickel 2011: o. S.).


30

Im Folgenden sind in Abb. 5 Informationsmaterialien dargestellt, die eher der Ansprache von ökologisch bzw. nachhaltig interessierten Menschen dienen, während die CD und der Rock’n’Roll Klimaguide, die in Abb. 6 zu sehen sind, eher auf die Zielgruppe der wenig Interessierten zugeschnitten sind12:

Abb. 5: Informationsmaterialien für ökologisch bzw. nachhaltig interessierte Personen (Greenpeace e. V. 2004: 1; Viva con Agua o. J.: 1; Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH 2009: 1)

Abb. 6: Materialien aus dem Bereich des „Ecotainment“ (co2online gemeinnützige GmbH 2008: o. S.; co2online gemeinnützige GmbH 2010: 1)

Ein weiteres Mittel ist die Förderung von Umwelthandeln durch Anreize (s. u. a. Kapitel 3.1 und 3.5.1). Die OrganisatorInnen des Roskilde Festivals haben bspw. ein Beloh12

Alle Materialien hat die Autorin im Rahmen von Gesprächen mit den gemeinnützigen Organisationen auf dem Melt! 2010 erhalten.


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nungssystem eingeführt, bei dem diejenigen, die sich besonders ökologisch verhalten, einen Extrazeltplatz nutzen dürfen oder zusätzliche Festivaltickets gewinnen können (Weihser 2010: o. S.).

Werden die ergriffenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen bemerkt und als positiv bewertet, so können sie im Optimalfall eine doppelte Wirkung entfalten: Zum einen sparen sie in der Durchführung Ressourcen ein, vermeiden Emissionen etc. Auf der anderen Seite können sie eine Aufklärung für BesucherInnen und andere StakeholderInnen darstellen, die das neue Wissen in ihren Alltag integrieren (vgl. Live Earth 2009: 4). Es ist des Weiteren denkbar, dass das nachhaltige Handeln z. B. LieferantInnen beeinflusst, die sich an bestimmte Vorgaben seitens der Festivalorganisation halten (müssen) und sich dahingehend in ihrem Betrieb umstellen - und sich so nach und nach die gesamte Servicekette - mit Auswirkungen auf die gesamte Eventlandschaft - „vernachhaltigt“ (vgl. Jones 2010: 5; vgl. Live Earth 2009: 7). Auch KünstlerInnen können hier ihren Beitrag leisten, wie der folgende Exkurs beweist: Exkurs: Ansprüche von KünstlerInnen Auch bei KünstlerInnen wächst der Anspruch an die nachhaltigere Organisation ihrer Konzerte. So hat beispielsweise die Band „Die Ärzte“ vor einigen Jahren ihre Tour CO2-neutral organisiert, Ökostrom verwendet, einen Teil des Kartenpreises an Amnesty International gespendet und Attac die Möglichkeit der Präsentation vor den Konzerten gegeben (vgl. Schlegl 2008: 122). Die Band Radiohead verzichtete im Rahmen der „Carbon Neutral World Tour“ darauf, mitsamt dem vollständigen Equipment zu reisen. Die Bandmitglieder mieteten Teile davon vor Ort an und ließen die Bühne mit LEDLeuchten erhellen (vgl. Tsan 2010: 15). Außerdem gaben sie 2008 bekannt, dass sie nicht beim Glastonbury Festival auftreten würden - aufgrund der schlechten öffentlichen Verkehrssituation vor Ort (vgl. BBC News 2008, zit. nach. Laing & Frost 2010: 263).

Solche KünstlerInnen können gezielt engagiert werden und als BotschafterInnen und Vorbilder fungieren, die das Verhalten ihrer Fans beeinflussen (vgl. Live Earth 2009: 7; s. auch Kapitel 3.1)

Trotz aller genannten Vorteile werden Nachhaltigkeitsmaßnahmen oftmals mit hohen Kosten assoziiert. In vielen Fällen amortisieren sich solche Ausgaben aber schnell und bergen auf lange Sicht finanzielle Einsparpotenziale (z. B. im Energiebereich) (vgl. Jones 2010: 8 f.; vgl. Live Earth 2009: 4). Dies bestätigt auch Esben Danielsen, Entwick-


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lungsleiter des Roskilde Festivals: „Wir können es uns leisten, aus philanthropischen Gründen grün zu sein … Tatsächlich verursachen diese Projekte hohe Mehrkosten, nicht zuletzt, weil wir Vorreiter sind. Aber auf lange Sicht werden sie sich auch finanziell lohnen“ (Weihser 2010: o. S.). Für andere Maßnahmen wie z. B. Informationen zu einer umweltfreundlichen Anreise oder Bewerbung des kulturellen Angebots der Region benötigen die VeranstalterInnen lediglich ein geringes Zeitbudget für die Recherche und Einbindung der Angaben in ihre Website. Nach Jones (vgl. 2010: 8 f.) kann ein Nachhaltigkeitsmanagement von Musikfestivals weitere wirtschaftliche Vorteile bieten. Dazu gehören Wettbewerbsvorteile sowie der Nutzen für die Öffentlichkeitsarbeit, da Nachhaltigkeitsmaßnahmen immer stärker vom Publikum nachgefragt werden (vgl. Jones 2010: 8 f.). Des Weiteren können durch eine solche Festivalausrichtung neue Sponsoringbereiche erschlossen werden bzw. SponsorInnen auf das Festival aufmerksam gemacht werden (vgl. BfN o. J.: 30; vgl. Live Earth 2009: 4). Realistischerweise muss in diesem Zusammenhang allerdings bedacht werden, dass bei der nachhaltigen Ausrichtung eines Festivals auch SponsorInnen aufgrund ihres Portfolios wegfallen können.

Nach Wyttenbach (vgl. 2010: 4) können weitere Gründe vorliegen, die VeranstalterInnen dazu veranlassen, ökologischer zu handeln. Zum einen sind in diesem Zusammenhang die bereits erwähnten gesetzlichen Rahmenbedingungen zu nennen. Zum anderen können Subventionen, der Imagegewinn, die Verbesserung der Ökobilanz oder die Rolle als Vorbild einen handlungsleitenden Faktor darstellen. Auch der Wunsch nach einer Teilnahme an einem spezifischen Wettbewerb oder ein/e engagierte/r MitarbeiterIn können den Ausschlag geben (ebd.).

3.6

Best Practice Beispiele der europäischen Eventszene

Sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern existieren Ansätze, mithilfe derer die Eventlandschaft nachhaltiger gestaltet wird. Im Folgenden werden drei dieser Best Practice Beispiele vorgestellt.

3.6.1 Sounds for Nature Bei Sounds for Nature - kurz SfN - handelt es sich um ein Projekt des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), der Musik-Agentur K.O.K.S., der Deutschen Rockmusik-Stiftung und des Instituts für Umweltkommunikation (ifu Bonn), in dessen Rahmen VeranstalterInnen bezüglich Umweltmaßnahmen beraten werden. Das Hauptziel dieser Kooperation ist „ein naturverträgliches Verhalten von jungen Menschen, erreicht über eine positive Grundhaltung zur Natur und der Vermittlung von Anliegen des Natur- und Umwelt-


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schutzes“ (Reeh et al. 2007: 364). Hauptzielgruppe von SfN sind dabei Personen zwischen 14 und 30 Jahren, die die Mehrheit der KonzertbesucherInnen ausmachen, sowie VeranstalterInnen und weitere StakeholderInnen (ebd.). Neben konkreten Naturund Umweltschutzmaßnahmen, die gemeinsam mit den VeranstalterInnen festgelegt werden, soll das Konzept des „Ecotainment“ etabliert werden, bei dem ökologische Inhalte in einer angenehmen Atmosphäre ohne moralische Appelle oder wissenschaftliche Begründungen vermittelt werden (s. Kapitel 3.5.11). Ecotainment-Angebote von SfN auf den Festivals sind unter anderem geführte Kanutouren und Naturexkursionen; Infostände von Umweltverbänden und Vereinen, Werbespots „Spots for Nature“ sowie der Einsatz von „Öko-Guides“ zur Ansprache der Besucher (vgl. Emde 2004: 131). Des Weiteren wird ein Musikwettbewerb durchgeführt, der sich an junge MusikerInnen und Nachwuchsbands richtet, die sich in ihren Liedern mit dem Thema Natur auseinandersetzen (vgl. Emde 2002: 126).

Neben der Zusammenarbeit mit und Beratung durch SfN dürfen sich die teilnehmenden Festivals mit einer SfN-Auszeichnung bewerben (ebd.). Außerdem kommt ihnen eine verstärkte mediale Aufmerksamkeit zugute: Laut Emde (vgl. 2004:131) hat das SfN-Projekt den Festivals - aber auch dem BfN - eine erhebliche Medienresonanz eingebracht. So wurden 2004 durch drei Festivals 200 Millionen Medienkontakte generiert (ebd.).

3.6.2 Green Events Austria "Green Events Austria" ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Österreichischen Lebensministerium und dem Ökologie Institut. Das übergeordnete Ziel besteht darin, Standards für die nachhaltige Planung und Durchführung von Veranstaltungen zu etablieren. Um dieses Ziel zu erreichen, werden €

„Pilotprojekte durchgeführt und begleitet,

Veranstaltungen, Websites und Newsletter zum Thema nachhaltige Veranstaltungen für den Wissenstransfer organisiert,

Impulse und Aktivitäten zur Bildung von Netzwerken gesetzt (z.B. BundBundesländer Netzwerk für Nachhaltige Feste),

jährliche Schwerpunktinitiativen für Veranstalter und Veranstalterinnen durchgeführt und

Fachjournale, Zeitschriften und Zeitungen zum Thema nachhaltige Veranstaltungen informiert.“


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Konkret wurden beispielsweise die Fußballeuropameisterschaft 2008 und das Festspielhaus Bregenz begleitet (vgl. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft 2009: o. S.).

Im Zuge des Projekts werden VeranstalterInnen und öffentliche Verwaltungen hinsichtlich von Nachhaltigkeitsaspekten in den folgenden Themenbereichen beraten: Mobilität, Unterbringung, Verpflegung/Catering, Energie- und Wassermanagement, Abfallmanagement, Soziale Verantwortung, Produkte und Gastgeschenke, Kommunikation sowie klimaneutrale Events (vgl. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft 2008/2009: o. S.). Dabei geht es neben Optimierungen in sozialer, ökologischer und ökonomischer Hinsicht für OrganisatorInnen von Events auch darum, den mit dem Projekt verbundenen Marketingvorteil gegenüber SponsorInnen, UnterstützerInnen und der Öffentlichkeit zu nutzen (vgl. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft 2009: o. S.).

3.6.3 Glastonbury Festival Glastonbury findet alljährlich mit rund 175.000 BesucherInnen auf der Worthy Farm in Großbritannien statt (vgl. British Broadcasting Corporation (BBC) 2008: o. S.). Es ist das weltgrößte Musikfestival auf der „grünen Wiese“ (Smith 2005: o. S.). Zugleich wird es aber auch als das umweltfreundlichste Festival der Welt gehandelt – dafür hat der Veranstalter Michael Eavis gesorgt, der animiert durch die BesucherInnen seit über 30 Jahren daran arbeitet, Glastonbury nachhaltiger zu gestalten (vgl. ARTE 2008: o. S.). Tatsächlich finden sich auf der Website (s. Abb. 7) umfangreiche Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitsinformationen, von denen ein Teil im Folgenden näher beschrieben wird.

Abb. 7: Green Glastonbury - Ausschnitt der Website (Glastonbury Festival o. J. e: o. S.)


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Ein großes Problem für die FestivalorganisatorInnen stellt die Beseitigung des Abfalls dar. Zu dem ohnehin anfallenden Müll von Verpackungen usw. kommen nach jedem Festival Massen von Campingzubehör hinzu, die einfach von den BesucherInnen zurückgelassen werden. In Zahlen ausgedrückt sind dies schätzungsweise 400 Pavillons, 9.500 Isomatten, 5.500 Zelte, 6.500 Schlafsäcke, 3.500 Luftmatratzen und 2.200 Stühle. Die Beseitigung des Campingzubehör und anderer Abfälle kostet die OrganisatorInnen jährlich 780.000 Pfund. Die FestivalorganisatorInnen haben sich des Problems mit einer eigenen Kampagne angenommen, die bspw. über Youtube und Facebook kommuniziert wird: „Please Take It Home“ (vgl. Glastonbury o. J. a: o. S.). Neben der obersten Priorität, Müll erst gar nicht entstehen zu lassen, wird Recycling als wichtiger Faktor in der Minimierung von Umweltbelastungen gesehen: „WE'RE RECYCLING LIKE MAD“, heißt es dazu auf der Website (Glastonbury o. J. c: o. S.). 2008 konnten so bereits 863.32 Tonnen Abfall recycled werden (vgl. ebd. o. J. b: o. S.). Obwohl im letzten Jahr bereits die Hälfte des Festivalmülls wiederverwertet werden konnte, soll dieser Anteil noch auf 60 % gesteigert werden. Dosen, Glas, Papier, elektrische Geräte, Holz und Bioabfall werden, sofern dies aufgrund der örtlichen Gegebenheiten möglich ist, getrennt und wiederverwertet. Für diese ambitionierten Ziele ist das Glastonbury auf Freiwillige angewiesen, die im Gegenzug für das Ticket beim Recycling helfen. Aber nicht nur im Abfallmanagement, sondern auch in der Energieversorgung haben sich die MacherInnen ehrgeizige Ziele gesetzt. Sonnen- und Windenergie werden bereits in verschiedenen Bereichen wie Bühnen, Cafes, Essensstände und Duschen genutzt. Das nächste Ziel ist die Installation einer 1.500 m2 großen Photovoltaikanlage auf dem Kuhstall der Worthy Farm, die dann die größte in Privatbesitz befindliche Anlage in Großbritannien wäre.

Weitere Maßnahmen werden im Folgenden ohne Anspruch auf Vollständigkeit kurz aufgezählt, um die Vielfalt der Handlungsfelder zu verdeutlichen (vgl. Glastonbury Festival o. J. a-e: o. S.; vgl. Save the World Club Charity o. J.: o. S.): €

Unterstützung von WaterAid, Oxfam und Greenpeace

Nutzung von Komposttoiletten

Hinweise zur Anreise mit Bus, Bahn und Mitfahrgelegenheit inklusive entsprechender Verlinkungen

Kooperation mit AGreenerFestival.com

Nutzung von Traktoren, die zu 100 % mit Speiseöl aus britischen Küchen betrieben werden

Festivalprogramm wird in ungebleichten Baumwolltaschen, die auf Pflanzenbasis gefärbt werden, verteilt


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Festivalshirts werden auf wasserbasierter Tinte bedruckt und mit pflanzlichen Farbstoffen gefärbt

Nutzung umweltfreundlicher Reinigungsprodukte; Ermutigung der StandbetreiberInnen diese zu nutzen

Tee, Kaffee, Zucker und heiße Schokolade, die auf dem Gelände verkauft werden, sind Fair Trade; Ermutigung von StandbetreiberInnen, ihr Angebot an Fair Trade Produkten zu erhöhen

Es dürfen nur kompostierbares oder wieder verwendbares Besteck und Geschirr verwendet werden (StandbetreiberInnen müssen FSC-zertifiziertes Holzbesteck und Geschirr aus Porzellan oder Pappe verwenden)

Schaffung von Trinkwasserreservoirs auf dem Gelände, die den Transport von Trinkwasser durch die BesucherInnen zum Festival unnötig machen

Erweiterung der Kläranlage

Seit 2000 Pflanzung von über 10.000 einheimischen Bäumen und Heckenpflanzen

Artenreichtum, das durch Biodiversitäts-Audit auf dem Festivalgelände festgestellt wurde, soll gehalten werden; dafür werden Reservate und Tabuzonen geschaffen

Während des Festivals ist die “Green police“ auf Patrouille, die sich um die sachgerechte Müllentsorgung durch die Festivalgäste kümmert und die BesucherInnen davon abhält, in Wasser und Hecken zu urinieren. Nach eigener Aussage geschieht dies, indem die BesucherInnen angesprochen werden und ihnen die Festivalregeln mit „humour, sexiness - and accurate information“ vermittelt werden.

Das gesamte Holz kommt aus lokalen Quellen und ist - sofern möglich - FSCzertifiziert

Neben diesen genannten Maßnahmen hat das Festival mit 100 Millionen Pfund einen nennenswerten Anteil an der lokalen Wirtschaft. Dadurch wird mittlerweile nicht mehr über eine Versagung der Genehmigung gesprochen, wie es früher einmal der Fall war (British Broadcasting Corporation (BBC) 2008: o. S.).

Wie BesucherInnen zu Nachhaltigkeitsmaßnahmen stehen und wie umweltbewusst sie sich selbst verhalten, wird im folgenden Kapitel zum Stand der Forschung näher beschrieben.


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4.

Stand der Forschung

Im Folgenden werden europäische Studien aus den Jahren 2005 bis 2010 vorgestellt, bei denen mittels quantitativer Verfahren FestivalbesucherInnen zu nachhaltigkeitsrelevanten Gesichtspunkten befragt wurden. Keine der Befragungen bezieht dabei gleichermaßen alle Dimensionen der Nachhaltigkeit mit ein. Des Weiteren werden die Ergebnisse der repräsentativen „Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland 2010“13 des BMU und UBA dargestellt. In Tab. 1 wird zunächst ein Überblick über die Studien gegeben, die anschließend detaillierter beschrieben werden. Abschließend folgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Untersuchungen. Tab. 1: Überblick über bisherige Studien (eigene Darstellung nach Angaben der Studien)

Nr.

Studie

Land

BfN in Zusammenarbeit mit dem Institut für Forstpolitik, Forstge1

schichte und Naturschutz der Universität Göttingen (FONA) (2005): Evaluierung von SfN: Teilbereich „(M2) Befragung der Besucherin-

Deutschland

nen und Besucher auf den Festivals und deren Auswertung” 2

Claire O’Neil (2006): Should UK Music Festival Organisers Implement Environmentally Friendly Practices into Event Management?

Großbritannien Großbritannien,

3

Buckinghamshire New University (2008): Music Fans Want Green Events!

Nordirland, Finnland, Deutschland, Niederlande

4 5

Julie's Bicycle (2009): Jam Packed Part 1: Audience Travel Emissions from Festivals Drengner, J., Zanger, C. & Köhler, M. (2010): Das Melt! 2010 aus Sicht der Zuschauer (Ergebnispräsentation), Chemnitz.

Großbritannien Deutschland

Brinda, C. & Farnik, D. (2010): Festivals und Umwelt – Anforderun6

gen und Bewusstsein am Beispiel des Veranstaltungszentrum in

Österreich

St.Pölten 7

13

BMU & UBA (2010): Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland 2010

Deutschland

Befragt wurde dafür die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren; n = 2008 (vgl. BMU & UBA 2010: 12).


38

4.1

Evaluierung von SfN: Teilbereich „(M2) Befragung der Be-

sucherinnen und Besucher auf den Festivals und deren Auswertung” VerfasserInnen: BfN in Zusammenarbeit mit dem Institut für Forstpolitik, Forstgeschichte und Naturschutz der Universität Göttingen (FONA) Jahr: 2005 Methodik: Vor-Ort-Befragung bei fünf der sechs zum damaligen Zeitpunkt am SfNProjekt beteiligten Festivals (RhEINKULTUR, Big Day Out 3.0, Taubertal Festival, Open Flair und Olgas Rock) (vgl. Reeh et al. 2007: 364 f.) Gesamtstichprobe: n = 647 Geschlechterverhältnis: 53 % männliche und 47 % weibliche Befragte Alter: Ø 23 Jahre Untersuchungsgegenstand: Wahrnehmung und Akzeptanz der SfN-Ziele sowie das Interesse daran (vgl. Reeh et al. 2007: 364).

Bei der Befragung stellte sich heraus, dass die Motivkomplexe „Vergnügen (Musik/Spaß mit Freunden/neue Leute kennenlernen/Party machen)“ sowie „Natur- und Umweltbelange (Schutz von Natur und Umwelt/draußen sein)“ wichtige Gründe für einen Festivalbesuch darstellen (Reeh et al. 2007: 365). Für ca. 70 % der FestivalbesucherInnen spielen Umwelt- und Naturschutz eine (sehr) wichtige Rolle, während dies für etwa 5 % der Befragten weniger wichtig bzw. unwichtig ist. Rund ein Viertel wählte die Antwortkategorie „teils teils“.

Etwa 70 % der Befragten sind der Meinung, dass Rockkonzerte negative Auswirkungen auf Umwelt und Natur mit sich bringen, während etwa 22 % keinen Zusammenhang sehen. Ca. 6 % äußerten, dass sie „keine Ahnung“ haben und rund 2 % stehen dieser Thematik indifferent gegenüber. „Müll“ wird unter den Befragten als zentrales Umweltproblem wahrgenommen (vgl. Reeh et al. 2007: 365). Das vom Großteil der Befragten geäußerte Bewusstsein für die negativen Auswirkungen ist nach Ansicht von Reeh et al. (2007: 365) „verbunden mit der Forderung nach Optimierung hin zu mehr Natur- und Umweltverträglichkeit“.

Von 62,5 % der Befragten wird das Auto als Verkehrsmittel für die An- und Abreise genutzt. Allerdings wünschen sich 77,2 % Vergünstigungen im ÖPNV durch das Festivalticket und 45,9 % äußern eine klare Zahlungsbereitschaft dafür (vgl. Reeh et al. 2007: 366).


39

Reeh et al. (2007: 365) stellen folgendes fest: „Der Vergleich zwischen den von den Festivalbesucherinnen und -besuchern wahrgenommenen und den zwischen Veranstaltern und BfN vereinbarten Maßnahmen zeigt eine hohe Übereinstimmung“. Das SfN-Projekt ist allerdings nur etwa einem Drittel der befragten FestivalbesucherInnen bekannt (vgl. Reeh 2007: 366).

4.2

Should UK Music Festival Organisers Implement Envi-

ronmentally Friendly Practices into Event Management? Verfasserin: Claire O’Neil Jahr: 2006 Methodik: quantitative Befragung der FestivalbesucherInnen Gesamtstichprobe: n = 649 BesucherInnen und 15 FestivalorganisatorInnen; Geschlechterverhältnis: unbekannt Alter: unbekannt Untersuchungsgegenstand:

Meinung

der

FestivalbesucherInnen

und

-

organisatorInnen zu grünen Belangen im Livemusikbereich (vgl. O’Neil 2006: o. S.).

Die zentralen Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Ansicht ist, dass Verkehr (70 %) und Müll (71 %) die größten ökologischen Probleme bei Festivals darstellen. Trotzdem reisen 61 % mit dem Auto an. 65 % der Befragten gaben an, dass sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen würden, wenn dies im Ticketpreis enthalten wäre. 57 % befürworten Mehrweggeschirr und Becherpfand. 81 % stimmen (sehr) zu, dass sie recyceln würden, sofern entsprechende Möglichkeiten vorhanden wären. O’Neil nennt allerdings eine Zahl von Network Recycling, nach der im Schnitt lediglich 30 % der FestivalbesucherInnen ihren Müll tatsächlich trennen. Die befragten FestivalorganisatorInnen äußern u. a., dass Alkohol und Drogen Littering begünstigen. 50 % der Befragten sehen Lärm als eine negative Auswirkung von Festivals. O’Neil gibt allerdings zu bedenken, dass dieser Wert bei einer Befragung von AnwohnerInnen höher sein könnte. Wegen der Verschwendung von Wasser waren nur 36 % der Befragten besorgt. 74 % stimmten zu oder stimmten stark zu, dass Festivals Umweltschutzmaßnahmen implementieren sollten. Bei der Auswahl des Festivals sind Umweltschutzmaßnahmen allerdings nur 27 % der Befragten wichtig.

30 % sind der Meinung, dass CO2-Emissionen eine Auswirkung von Festivals sind, während 36 % nicht oder kaum zustimmen. 34 % sind sich nicht sicher.


40

57 % wären bereit, mehr für ihr Ticket zu bezahlen, wenn das zusätzliche Geld dem Umweltschutz zugute käme.

Die FestivalbesucherInnen sehen vor allem die OrganisatorInnen in der Verantwortung, etwaige Schäden auszugleichen (91 %), 79 % sehen BesucherInnen und 36 % die Behörden in der Verantwortung.

Die meisten der befragten FestivalorganisatorInnen sind der Meinung, dass sich die BesucherInnen der Umweltauswirkungen von Festivals bewusster werden, und stellen einen Anstieg von Umweltmaßnahmen in der Branche fest. Der Hauptgrund, keine Umweltmaßnahmen einzuführen, sind die damit assoziierten Kosten.

4.3

Music Fans Want Green Events!

VerfasserInnen: Buckinghamshire New University Jahr: 200814 Methodik: quantitative Befragung Gesamtstichprobe: n = 1407 (507 = UK sample group; 900 = European sample group (Finnland, Deutschland, Niederlande)) Geschlechterverhältnis: unbekannt Alter: 51,4 % der European sample group und 23,5 % der UK sample group sind zwischen 16 und 20 Jahren alt Untersuchungsgegenstand: Meinung der FestivalbesucherInnen zu grünen Belangen im Livemusikbereich (vgl. Buckinghamshire New University 2008: o. S.).

Die Studie zeigte, dass 80 % der im Vereinigten Königreich Befragten der Meinung sind, dass Lärm negative ökologische Auswirkungen mit sich bringt, während 82 % dies über den Müll auf Festivals denken. 60 % machen sich Gedanken über Wasser und 53 % über Landschaftszerstörung. 84 % sind der Meinung, dass An- und Abreise bzw. Transport negative ökologische Auswirkungen haben, doch nur 56 % sind der Ansicht, dass Festivals eine negative CO2-Bilanz haben. Der gleiche Anteil an Befragten ist sich des Zusammenhangs zwischen CO2 und dem Klimawandel bewusst, während 36 % diese Verbindung verneinen. 34 % der britischen und nordirischen Fans sind der Ansicht, dass CO2-Emissionen kein Problem von Festivals darstellen. 74 % der britischen und nordirischen sowie 80 % der finnischen, deutschen und niederländi-

14

Diese Studie basiert auf der Untersuchung von Claire O’Neil von 2006 (s. Kapitel 4.2).


41

schen FestivalgängerInnen würden den öffentlichen Verkehr nutzen, sofern er im Ticketpreis enthalten wäre.

48 % der im Vereinigten Königreich und 38 % der in Finnland, Deutschland und den Niederlanden Befragten sind nach eigener Aussage bereit, mehr für grüne Veranstaltungen zu bezahlen. Beim Ticketkauf lassen sich rund ein Drittel der britischen und nordirischen Fans (36 %) beeinflussen im Vergleich zu 14 % der finnischen, deutschen und niederländischen FestivalbesucherInnen (vgl. Buckinghamshire New University 2008: o. S.).

Rund 40 % der Befragten (UK: 39 %; European: 38 %) befürworten Mehrweggeschirr an Essensständen, während 36 % dies nicht tun. Etwa die Hälfte der britischen und nordirischen (52 %) sowie 36 % der finnischen, deutschen und niederländischen Fans wären bereit zwei Pfund Pfand für Mehrwegbecher zu bezahlen, während 30 % (britisch, nordirisch) bzw. 41 % (finnisch, deutsch, niederländisch) dies ablehnen. 13 % der britischen und nordirischen Fans sind nicht bereit zu recyceln.

Die britischen und nordirischen FestivalbesucherInnen sehen vor allem die OrganisatorInnen in der Verantwortung etwaige Schäden auszugleichen (88 %), 57 % sehen BesucherInnen und 42 % die Behörden in der Verantwortung (vgl. Buckinghamshire New University 2008: o. S.).


42

4.4

Jam Packed Part 1: Audience Travel Emissions from Fes-

tivals VerfasserInnen: Julie's Bicycle Jahr: 2009 Methodik: quantitative Befragung Gesamtstichprobe: n > 1.200 Geschlechterverhältnis: 55,7 % männliche Befragte15 Alter: die Mehrheit der Befragten ist jünger als 35 Jahre und davon sind 43,2 % zwischen 18 und 24 Jahren alt Untersuchungsgegenstand: Mobilität von FestivalbesucherInnen (vgl. Julie’s Bicycle 2009: 24).

Die Befragung ergab, dass 72,3 % der BesucherInnen von Greenfield Festivals und 68,4 % der BesucherInnen von peri-urbanen Festivals mit dem Auto anreisten. Bei urbanen Festivals war hingegen die Bahn für 54,9 % das bevorzugte Verkehrsmittel. Rund die Hälfte der BesucherInnen der Greenfield und der peri-urbanen Festivals waren sich der Möglichkeit, mit Bus (55, 2 %) oder Bahn (47,4 %) anzureisen, nicht bewusst. Dennoch finden 62,9 %, dass die FestivalorganisatorInnen die Möglichkeiten zur Nutzung des öffentlichen Verkehrs gut beworben haben. Fahrgemeinschaften waren nur 25,8 % der Befragten bekannt (vgl. Julie's Bicycle 2009: 27). In einer separaten Befragung zur Belegungsrate der Autos stellte sich heraus, dass die Autos bei den BesucherInnen der acht Festivals mit durchschnittlich 2,6 Personen besetzt waren. So waren auch nur etwa ein Fünftel (21,1 %) der Meinung, dass Mitfahrgelegenheiten durch die FestivalorganisatorInnen ausreichend beworben wurden.

Hinsichtlich des emissionsärmsten Verkehrsmittels gehen 38,9 % davon aus, dass dies die Bahn ist (pro Person und 100 Meilen), während 31,7 % den Bus wählen und 12,4 % davon ausgehen, dass dies für ein mit zwei Personen besetztes Auto gilt. 17 % wissen nicht, welches das emissionsärmste Transportmittel sein könnte.

Die Verantwortung zur Reduzierung von CO2-Emissionen wird bei unterschiedlichen Personengruppen gesehen: 39,1 % sind der Meinung, dass sie primär selbst dafür verantwortlich sind, während 33,5 % in erster Linie die FestivalorganisatorInnen in der

15

Der Anteil der Besucherinnen wird nicht angegeben.


43

Verantwortung sehen. Die verbleibenden 27,4 % denken, dass Transportunternehmen, lokale Behörden oder die Regierung für die Reduzierung der durch FestivalgängerInnen verursachten Emissionen zuständig sind.

43,3 % der Befragten wären bereit, zwei Pfund mehr für ihr Festivalticket zu bezahlen, wenn dieses Geld der Verbesserung des öffentlichen Verkehrs zugute käme, während 55,5 % dies ablehnen (vgl. Julie's Bicycle 2009: 39).

Abgesehen von den BesucherInnen urbaner Festivals plante der Großteil der mit dem Auto Anreisenden (59.9% ±3.6%, n=730) seine An- und Abreise weniger als einen Monat vor dem Veranstaltungstermin (vgl. Julie's Bicycle 2009: 28). Die AutorInnen der Studie gehen davon aus, dass die Möglichkeit der kurzfristigen Planung bei einer Anreise mit dem Auto einen entscheidenden Vorteil für diese Gruppe darstellt. Vergünstigte Bahn- oder Bustickets müssen oft weit im Voraus erworben werden und können deshalb eine Wechselbarriere darstellen (Julie's Bicycle 2009: 28). Bei Festivals im urbanen Raum nutzten 3,6 % im Vergleich zu 54,4 % der BesucherInnen bei Festivals auf der „grünen Wiese“ oder in peri-urbanen Gebieten die Festivalwebsite zur Information. Mit 80,3 % hat der Großteil der Befragten seine Entscheidung bezüglich des Fortbewegungsmittels bereits gefällt, wenn er die Festivalwebsite besucht. Über die Hälfte der Befragten (54,5 %) kann sich vorstellen, sich bei guten Informationen über öffentliche Verkehrsmittel für diese Anreisemöglichkeit zu entscheiden (vgl. Julie's Bicycle 2009: 32).

Neben gut aufbereiteten Informationen können Anreize bzw. Belohnungen motivieren, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Dazu gehören Rabatte auf Festivaltickets und/oder Fahrkarten (59,2 %, ± 2,7 %), Gutscheine, z. B. für Speisen, Getränke, Musik und T-Shirts (53,5 %) sowie die bevorzugte Vergabe von Campingplätzen (32,3 %). Hinsichtlich der Anreise in Fahrgemeinschaften sehen 57,8 % Anreize in Form von Gutscheinen für Essen, Getränke und Musik, 43 % die bevorzugte Vergabe von Campingplätzen sowie 34 % geringere Parkgebühren (vgl. Julie's Bicycle 2009: 35 ff.).


44

4.5

Das Melt! 2010 aus Sicht der Zuschauer

VerfasserInnen: Drengner, J.; Zanger, C.; Köhler M. Jahr: 2010 Methodik: -

Vor-Ort-Befragung

-

Pre-Online-Befragung

-

Post-Online-Befragung

Gesamtstichprobe: -

n = 820

-

n = 817

-

n = 167

Geschlechterverhältnis: -

47,6 % weibliche und 52,5 % männliche Befragte

-

36,7 % weibliche und 63,3 % männliche Befragte

-

45,5 % weibliche und 54,5 % männliche Befragte

Alter: -

Ø 24,1 Jahre

-

Ø 24,5 Jahre

-

Ø 25,2 Jahre

Untersuchungsgegenstand: Bekanntheit der Festivalregion, Mobilität, Ausgaben etc. (vgl. Drengner et al. 2010: 2 ff.)

Rund die Hälfte der vor Ort Befragten gibt an, die Anreise zum Festival in der letzten Woche vor der Veranstaltung zu planen. 29,5 % befassen sich ca. 1 bis 4 Wochen vorher mit diesem Thema, 9,5 % ca. 1 bis 2 Monate zuvor und ein Anteil von 10,1 % beginnt mehr als 2 Monate im Voraus mit der Planung (vgl. Drengner et al. 2010: 23). Für die Planung der Anreise wird von den vor Ort Befragten im Internet vor allem die Website der VeranstalterInnen genutzt (50,4 %), aber auch Websites mit Routenplanerfunktion sind bei den FestivalbesucherInnen gefragt (26,0 %). Die Internetauftritte der Deutschen Bahn oder des Verkehrsverbundes werden von 12,5 % besucht. Jeweils weniger als 4 % nutzen die Websites von Busreiseveranstaltern, thematisch relevante Blogs oder Foren, Internetauftritte von Radiosendern oder SponsorInnen des Festivals und sonstige Websites. Durchschnittlich empfinden es die 346 zu diesem Thema vor Ort Befragten als wichtig, dass die VeranstalterInnen ausreichend über eine Anreise per Bus und Bahn informieren (vgl. ebd.: 28 f.).


45

Die Zufriedenheit der Post-Online-Befragten mit der Anbindung an den ÖPNV und die Deutsche Bahn ist seit 2008 gestiegen und liegt mittlerweile im Schnitt bei (eher) zufrieden. Dies gilt auch für die Meinung zur Sauberkeit auf dem Festivalgelände. Die Sauberkeit des Campingplatzes beurteilen die Post-Online-Befragten mit teils, teils zufrieden bis eher zufrieden (vgl. ebd.: 52).

65,4 % der vor Ort Befragten sind „gemeinsam mit Freunden im PKW“ angereist. 19,8 % nutzten öffentliche Verkehrsmittel, 6,4 % haben als FahrerIn oder MitfahrerIn eine Fahrgemeinschaft genutzt, 5,5 % sind alleine mit dem Auto angereist und 0,6 % haben ein Mofa/Motorrad verwendet. 2,3 % sind mittels weiterer Fortbewegungsmittel angereist (ebd.: 24). Bei der Wahl des Fortbewegungsmittels spielen „geringe Kosten“, „kurze Anreisezeiten“ und „Spaß mit anderen Mitfahrern haben“ eine wichtige Rolle (ebd.: 25).

Als Anreize für die Nutzung von Fahrgemeinschaften wählen die vor Ort Befragten vor allem „Gutscheine für Festival-T-Shirts, Speisen, Getränke“ (38,2 %), die „bevorzugte Vergabe von Campingplätzen“ (25,3 %) sowie „einfach erhältliche Informationen über Mitfahrgelegenheiten“ (14,8 %). Als Motivation für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel werden „Rabatte auf Bus-/Bahnticket“ (37,7 %), „Gutscheine für Festival-T-Shirts, Speisen, Getränke“ (27,3 %) sowie die „bevorzugte Vergabe von Campingplätzen“ (11,4 %) genannt (ebd.: 26 f.).

Beanstandungen nach Kategorien vor Ort und Post-Online Befragte (offene Frage; n = 297 Aussagen) (ebd.: 58 f.): €

„sanitäre Einrichtungen“ 21,5 %

„kein Trinkwasser“ 10,8 %

„Shuttle-Busse“ 8.1 %

„Preise“ 7,7 % (z. B. Bier und Essen)

„weite Wege“ 5,7 %

„Sauberkeit“ 4,7 % (z. B. Müll)

„Zeitplan/Überschneidungen von Auftritten“ 4 %

„Sound/Lautstärke“ 3,7 % (z. B. zu leise)

„zu viele Leute“ 3 %

„Müllpfand“ 2,7 % (schlechte Organisation etc.)


46

58,3 % der TeilnehmerInnen der Pre- und Post-Online-Befragung benannten „keine“ bei der offenen Frage nach bekannten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung des Melt!. 13,5 % der vor Ort Befragten äußern, dass sie gerne in der Region des Melt! Urlaub verbringen würden, während 39,1 % dies ablehnen. 47,4 % sind hinsichtlich dieser Thematik unentschlossen (vgl. ebd.: 77).

Im Mittel stimmen die vor Ort Befragten der Aussage „Der Preis für die Tickets ist nicht zu hoch“ eher nicht zu (ebd.: 33) und sind des Weiteren im Schnitt mit den Preisen für Essen und Getränke auf dem Gelände eher unzufrieden (vgl. ebd.: 55).

Durchschnittlich gaben die vor Ort befragten BesucherInnen 30,78 Euro für Getränke, 16,62 Euro für Essen, 3,89 Euro für Merchandising und 0,47 Euro für sonstiges aus. Das entspricht einem durchschnittlichen Ausgabevolumen von 21,79 Euro pro Tag und Person (n = 265 bis 400; vgl. ebd.: 78). Die Pro-Kopf-Ausgaben außerhalb des Festivalgeländes belaufen sich auf 13,63 Euro. Den Großteil davon machen Ausgaben im Supermarkt aus (n = 304 bis 400; vgl. ebd.: 79). Nach Schätzung von Drengner et al. entfallen rund 704.450 der etwa 2,07 Millionen Euro, die durch die FestivalbesucherInnen insgesamt umgesetzt werden, auf die Region des Melt! (vgl. ebd.: 83).

4.6

Festivals und Umwelt – Anforderungen und Bewusstsein

am Beispiel des Veranstaltungszentrum in St. Pölten Verfasserinnen: Brinda, C. & Farnik, D. Jahr: 2010 Methodik: Online-Befragung bei den BesucherInnen folgender Festivals des VAZ in St. Pölten (Österreich): „Lovely Days“-Festival (2006), „NUKE“-Festival (2006, 2007, 2008), „Beatpatrol“-Festival (2009), „FM4 FREQUENCY“-Festival (2009) sowie mehrerer kleinerer Festivals Gesamtstichprobe: n = 180 Geschlechterverhältnis: 62,2 % männliche und 37,8 % weibliche Befragte Alter: 16 bis 20 Jahre: 43,9 %; 21 bis 30 Jahre: 49,5 %; 31 bis 35 Jahre: 6,7 % Untersuchungsgegenstand: FestivalbesucherInnen und Umwelt (vgl. Brinda & Farnik 2010: 49, 82)

Die übliche Anreise zu Festivals findet bei den von Brinda und Farnik Befragten insbesondere mit dem PKW (42,2 %) statt. Weitere 9,4 % werden mit dem PKW zum Festival gebracht. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen 34,4 % an. Weitere Nennungen


47

entfallen mit insgesamt 13,9 % auf Wohnwagen, zu Fuß und Fahrrad (vgl. Brinda & Farnik 2010: 63)

51,1 % der BesucherInnen waren nach dem Festival mit dem Zustand des Geländes gar nicht oder wenig zufrieden, während 48,9 % eher bzw. sehr zufrieden waren (vgl. Brinda & Farnik 2010: 66).

79,4 % der Befragten gaben an, das Essen für das Festival manchmal bzw. häufig (oft) von zuhause mitzubringen, und 45 % nutzen manchmal bis oft das gastronomische Angebot des Festivals. 66,7 % geben an manchmal bis oft Junk oder Fast Food aus dem Supermarkt zu kaufen und 54,4 % bevorzugen manchmal bis oft frische Lebensmittel aus dem Supermarkt für ihre Festivalverpflegung (vgl. Brinda & Farnik 2010: 71).

Hinsichtlich der Getränke werden manchmal bis oft Produkte ohne Pfand aus dem Supermarkt bevorzugt (78,9 %), die vom Großteil manchmal bis oft von zuhause mitgebracht werden (85,6 %). Pfandprodukte aus dem Supermarkt werden von 17,2 % und das gastronomische Angebot des Festivals 54,4 % manchmal bis oft genutzt (vgl. Brinda & Farnik 2010: 72).

Werden FestivalbesucherInnen zu ihrer Meinung zu Umweltbelastungen durch Festivals gefragt, so stimmt die Hälfte am ehesten folgender Aussage zu: „Festivals sind zwar eine erhebliche Umweltbelastung, sie dauert aber nur kurz an und danach kann sich die Umwelt erholen“. Rund ein Drittel (32,8 %) ist der Ansicht, dass Festivals aufgrund der vielen BesucherInnen immer eine erhebliche Umweltbelastung darstellen. 15 % der Befragten denken, dass bei der Berücksichtung entsprechender Umweltschutzmaßnahmen keine Umweltbelastung entsteht, und 2,2 % sind der Meinung, dass keine Umweltbelastung vorhanden ist, da Festivals nicht in unberührter Natur stattfinden (Brinda & Farnik 2010: 75).

Nach Ansicht der Befragten (91,7 %) ist die beste der genannten Maßnahmen für die ökologischere Gestaltung von Veranstaltungen die Anbindung an den öffentlichen Verkehr mit hinreichender Information sowie eventuelle Vergünstigungen.

Weitere Maßnahmen, die nach Meinung der Befragten ihre Funktion für eine ökologischere Gestaltung von Events erfüllen sind (Brinda & Farnik 2010: 76): €

„Fair Trade Produkte, Produkte aus der Region, Bioprodukte“ (61,7 %)


48

„Informationen über Abfalltrennung, Umweltschutzmaßnahmen und Öffis“ (49,4 %)

„Getrennte Sammlung der Abfälle“ (33,9 %)

„Infomaterial aus Recyclingpapier“ (89,4 %)

„Wiederverwendbare Bühnen, Stände und Dekorationsmaterialien“ (85,0 %)

„Umweltfreundliche Geschenke (Giveaways/Werbeprodukte aus naturfreundlichem Material)“ (51,7 %)

„Mehrwegtransportverpackungen (für die Anlieferung von Getränken und Lebensmittel)“ (83,9 %)

„Verzicht auf Portionspackungen (bei Senf, Ketchup, Butter, Zucker etc.)“ (78,3 %)

„Verwendung von Großgebinden (Bier vom Fass statt aus der Flasche)“ (83,3 %)

„Geschirr statt Pappe und Plastik (und Geschirrwaschanlage)“ (22,8 %)

„Mehrwegbecher mit Pfandsystem (für die Kunden/Kundinnen)“ (84,4 %)

„Mehrwegsysteme (wiederbefüllbare Glasflaschen statt Plastik hinter der Bar etc.)“ (31,7 %)

Während 53,3 % der Befragten bislang nicht aufgefallen ist, dass Umweltschutzmaßnahmen auf Festivals eingeführt wurden, beantworten 46,7 % die Frage mit einem „ja“ (vgl. Brinda & Farnik 2010: 74). Gefragt, welche Maßnahmen zu einer ökologischeren Gestaltung von Events bereits auf einem Festival gesehen wurden, werden an erster Stelle mit 89,4 % „Mehrwegbecher mit Pfandsystem (für die Kunden/Kundinnen)“ genannt. Der "Anschluss an öffentliche Verkehrsmittel und Information darüber (eventuell Vergünstigungen bei Anreise mit ÖV)" wurde von 73,3 % bemerkt und 72,8 % ist die „Verwendung von Großgebinden (Bier vom Fass statt aus der Flasche)" aufgefallen. Von rund 55 % wurden "Verzicht auf Portionspackungen (bei Senf, Ketchup, Butter, Zucker etc.)" sowie "Wiederverwendbare Bühnen, Stände und Dekorationsmaterialien" wahrgenommen (vgl. Brinda & Farnik 2010: 77).

Weitere Maßnahmen, die bereits auf einem Festival gesehen wurden: €

„Fair Trade Produkte, Produkte aus der Region, Bioprodukte“ (17,2 %)

„Informationen über Abfalltrennung, Umweltschutzmaßnahmen und Öffis“ (21,1 %)

„Getrennte Sammlung der Abfälle“ (20,6 %)

„Infomaterial aus Recyclingpapier“ (24,4 %)


49

„Umweltfreundliche Geschenke (Giveaways/Werbeprodukte aus naturfreundlichem Material)“ (11,1 %)

„Mehrwegtransportverpackungen (für die Anlieferung von Getränken und Lebensmittel) “ (20,6 %)

„Geschirr statt Pappe und Plastik (und Geschirrwaschanlage)“ (8,3 %)

„Mehrwegsysteme (wiederbefüllbare Glasflaschen statt Plastik hinter der Bar etc.)“ (15,0 %)

Von fünf genannten Vorschlägen zur Erhöhung des Umweltschutzes bei Festivals haben „Subventionen/Prämien für Veranstaltende von Festivals wenn sie mehr Umweltschutz gewährleisten“ nach Ansicht der Befragten die größte Wirkung - 26,1 % gehen von einer sehr guten Wirkung aus. 39,4 % glauben, dass diese Maßnahme eine mäßige Wirkung hat und 34,5 % gehen von einer geringen bis schlechten Wirkung aus (Brinda & Farnik 2010: 78). Bei der „Aufklärung der Festivalbesuchenden durch Veranstaltende und Personal“ sehen 79,5 % eine geringe bis schlechte Wirkung, 17,2 % eine mäßige und lediglich 3,3 % gehen von einem sehr guten Wirkungsgrad aus. Für „Höhere Strafen bei Nichteinhaltung bzw. Nichtbeachtung der Umweltschutzregelungen“ nehmen 53,9 % eine mäßige bis sehr gute Wirkung und 46,1 % eine geringe bis schlechte Wirkung an. Über die Hälfte (53,9 %) schätzt die Wirkung von Kontrollen zur Einhaltung der Regeln als mäßig bis sehr gut ein und 46,1 % nehmen für diese Maßnahme eine geringe bis schlechte Wirkung an. 53,9 % halten „Strengere gesetzliche Regelungen den Umweltschutz auf Festivals betreffend" für eine Maßnahme mit mäßiger bis sehr guter Wirkung, während 36,1 % den Wirkungsgrad für gering bis schlecht halten (vgl. Brinda & Farnik 2010: 78).

20 % der durch Brinda und Farnik Befragten würden einen höheren Ticketpreis zugunsten des Umweltschutzes gerechtfertigt finden, während doppelt so viele dies ablehnen. 34,4 % wären eventuell zu einer solchen Abgabe bereit und 5,6 % sind sich nicht sicher (vgl. 2010: 79). Konkret danach gefragt, wie viel die FestivalbesucherInnen bereit wären bei einem 35 Euro teuren Tagesticket an Mehrkosten zugunsten des Umweltschutzes zu zahlen, lehnten erneut 40 % dies generell ab. 32,2 % würden 1 bis 5 Euro, 21,1 % 6 bis 10 Euro, 3,3 % 11 bis 15 Euro und 1,7 % 16 Euro und mehr zu diesem Zweck zu bezahlen. 1,7 % antworteten mit „weiß nicht“ (vgl. Brinda & Farnik 2010: 80).


50

4.7

Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland 2010

VerfasserInnen: BMU & UBA Jahr: 2010 Methodik: repräsentative Bevölkerungsumfrage Gesamtstichprobe: n = 2008 Alter, Geschlechterverhältnis: deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren Untersuchungsgegenstand: Umweltbewusstsein in Deutschland

In den Handlungsfeldern „des persönlichen Klimaschutzes“ gab es zwischen den Befragungsdaten 2008 und 2010 erhebliche Steigerungen, wenngleich auch wie beim Ökostrom auf niedrigem Niveau. Zur Kompensation selbst verursachter klimaschädlicher Emissionen sind allerdings nur 3 % der Befragten bereit16 (BMU & UBA 2010: 37). 82 % der Befragten sind der Ansicht, dass umweltfreundliches Handeln nicht als bloßer Verzicht zu sehen ist, sondern dass es einen Zugewinn an Lebensqualität bietet (ebd.: 63). Rund die Hälfte der Befragten stimmt allerdings auch der Aussage zu, „dass man bald überhaupt nichts mehr machen kann, wenn es noch mehr Vorschriften für den Umweltschutz gibt“ - 2008 lag dieser Anteil noch 3 % höher (ebd.: 64).

Gefragt nach der Zahlungsbereitschaft für klimaverträglichere Produkte, würden 2 % einen Aufpreis von bis zu 30 %, 8 % einen Aufpreis von bis zu 20 % und 41 % einen Aufpreis von bis zu 10 % akzeptieren. Rund die Hälfte (49 %) wäre nicht bereit, mehr für ein klimaverträglicheres Produkt zu bezahlen. Insgesamt ist allerdings die Anzahl derer, die einen Aufpreis akzeptieren würden im Vergleich zu 2008 um 8 % gestiegen (vgl. ebd.: 39).

4.8

Zusammenfassung der Ergebnisse der Studien

BfN und FONA (2005) stellen in ihrer Befragung fest, dass eine hohe Übereinstimmung zwischen durchgeführten und wahrgenommenen Maßnahmen besteht, ohne dies im Einzelnen auszuführen. Einschränkend wird angegeben, dass lediglich etwa ein Drittel der BesucherInnen das SfN-Projekt kennt. Bei Brinda und Farnik (2010) ist nur rund der Hälfte der Befragten aufgefallen, dass Umweltschutzmaßnahmen auf Festivals implementiert wurden. Allerdings äußern bspw. fast 90 %, dass sie Mehrwegbecher bzw. Pfandsysteme bemerkt haben. Nach Ansicht fast aller von Brinda und Farnik (2010) Befragten (91,7 %) ist die beste der vorgeschlagenen Maßnahme für die ökolo16

Dieses Handlungsfeld wurde 2008 noch nicht in die Abfrage einbezogen.


51

gischere Gestaltung von Veranstaltungen die Anbindung an den öffentlichen Verkehr bei guter Information sowie eventuellen Vergünstigungen.

Der Anteil der Befragten, die Festivals als eine (temporäre) Umweltbelastung sehen, ist hoch. In der Befragung von BfN und FONA (2005) sind 70 % der Befragten dieser Meinung und bei Brinda und Farnik (2010) liegt dieser Anteil sogar bei 82,8 %. Als Hauptproblemfelder werden in den Studien von BfN und FONA (2005), O’Neil (2006) und Buckinghamshire New University (2008) das hohe Abfall- und Verkehrsaufkommen gesehen.

O’Neil (2006) und die Buckinghamshire New University (2008) haben die TeilnehmerInnen in ihren Studien zum Thema Abfallverwertung und -entsorgung befragt. Ein hoher Anteil stimmte zu, bei vorhandenen Möglichkeiten den Müll zu recyceln. Hier gibt O’Neil (2006) bereits zu bedenken, dass das geäußerte Verhalten möglicherweise nicht mit dem Tatsächlichen übereinstimmt. 2006 befürworteten rund 60 % Mehrweggeschirr und Pfandbecher, während dieser Anteil 2008 nur noch bei 40 % lag und 36 % dies ablehnten.

Der Großteil der FestivalbesucherInnen reiste mit dem Auto an (zwischen 51,4 % und 72,3 % in den vorliegenden Studien). Eine Ausnahme bilden hier die von Julie’s Bicycle (2009) befragten Besuchenden urbaner Festivals, die mehrheitlich per Bahn anreisten. In den Studien von Brinda und Farnik (2010) sowie Drengner et al. (2010) liegen die Anteil derer, die öffentliche Verkehrsmittel nutzten bei 34,4 bzw. 19,8 %. Der Großteil der von BfN und FONA (2005), O’Neil (2006) und Buckinghamshire New University (2008) Befragten erklärt sich bereit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, sofern dies im Ticketpreis enthalten ist. Bei den durch BfN und FONA (2005) befragten FestivalbesucherInnen äußern allerdings weniger als die Hälfte eine Zahlungsbereitschaft dafür. Ob die von O’Neil (2006) und Buckinghamshire New University (2008) Befragten davon ausgehen, dass keine Preiserhöhung für das Ticket trotz Extraleistung erfolgt, oder ob sie bereit wären, dafür zu zahlen, bleibt unklar.

Die Studie von Julie’s Bicycle (2009) zeigt, dass viele BesucherInnen keine bzw. geringe Kenntnis über emissionsarme Anreiseoptionen sowie konkrete Möglichkeiten der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrgemeinschaften zum Festival haben. Scheinbar besteht hier ein Mangel bezüglich leicht auffindbarer und gut aufbereiteter Informationen. Hier könnten eventuell Potenziale ausgeschöpft werden, da es sich über die Hälfte der Befragten vorstellen kann, bei guten Informationen über öffentliche


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Verkehrsmittel diese Anreisemöglichkeit zu nutzen. Sowohl bei Drengner et al. (2010) als auch bei Julie’s Bicycle (2009) nutzen mehr als die Hälfte der BesucherInnen die Festivalwebsite zur Anreiseinformation. Beide Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Planung der Anreise relativ kurzfristig erfolgt. Übereinstimmend zeigen die Studien von Drengner et al. (2010) und Julie’s Bicycle (2009), dass Ticketrabatte, Gutscheine (z. B. für Getränke oder T-Shirts) sowie die bevorzugte Vergabe von Campingplätzen die meistgenannten Gründe bzw. Anreize für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel darstellen. Anreize für die Nutzung von Fahrgemeinschaften sind vor allem Gutscheine und die bevorzugte Vergabe von Campingplätzen.

Weiterhin werden Lärm, Wasserverschwendung und Landschaftszerstörung als Auswirkungen bzw. Probleme wahrgenommen. Während 2006 bei O’Neil lediglich ein Drittel der Befragten der Meinung sind, dass CO2-Emissionen eine Auswirkung von Festivals sind, hat sich dieser Anteil im Jahr 2008 bei der Befragung durch die Buckinghamshire New University fast verdoppelt. Das Gefühl, selbst für Umweltschäden verantwortlich zu sein, hat scheinbar allerdings abgenommen. 2006 (O’Neil) sahen sich noch 79 % in der Verantwortung während dies 2008 (Buckinghamshire New University) nur noch bei 57 % der Fall war. Nach Ergebnissen von Julie’s Bicycle (2009) fühlen sich für die Reduzierung von CO2-Emissionen nur 39,1 % primär selbst verantwortlich. Zur Kompensation selbst verursachter klimaschädlicher Emissionen sind nach der Studie des BMU und UBA (2010) nur 3 % der Befragten bereit.

82 % der von BMU und UBA (2010) Befragten begreifen umweltfreundliches Verhalten als eine Steigerung der Lebensqualität. Der Großteil der von BfN und FONA (2005) Befragten äußert, dass Natur- und Umweltschutz eine wichtige Rolle spielen und bei O’Neil (2006) begrüßen die meisten FestivalbesucherInnen eine Implementierung von Umweltschutzmaßnahmen. Allerdings verringert sich dieser Anteil, wenn es um die konkrete Zahlungsbereitschaft geht. In der Studie von O’Neil aus dem Jahr 2006 waren noch 57 % bereit, mehr für ein Ticket zu zahlen, wenn das zusätzliche Geld dem Umweltschutz zugute käme. 2008 waren dies in der Befragung der Buckinghamshire New University nur noch 48 % der britischen und nordirischen sowie 38 % der in Finnland, Deutschland und den Niederlanden Befragten. Bei Brinda und Farnik (2010) äußern 20 % eine solche Zahlungsbereitschaft und 34,4 % könnten sich dies eventuell vorstellen. Die Studie von BMU und UBA (2010) kommt zu dem Ergebnis, dass 51 % der Deutschen bereit wären, mehr für klimaverträgliche Produkte zu bezahlen. 43,3 % der von Julie’s Bicycle (2009) Befragten wären bereit, zwei Pfund mehr für ihr Festivalticket zu bezahlen, wenn dieses Geld der Verbesserung des öffentlichen Verkehrs zugute käme.


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27 % der durch O’Neil (2006) sowie 36 % (britisch, nordirisch) und 14 % (niederländisch, finnisch, deutsch) der durch die Buckinghamshire New University (2008) Befragten lassen sich beim Ticketkauf durch die Umweltmaßnahmen eines Festivals beeinflussen.

Drengner et al. (2010) ermittelten ein Ausgabevolumen von 21,79 Euro pro Tag und Person auf dem Festivalgelände und ein Ausgabevolumen von 13,63 Euro pro Tag und Person außerhalb des Festivalgeländes. Außerhalb des Geländes wurden vor allem in Supermärkten Ausgaben getätigt. Anhand der Ergebnisse von Brinda und Farnik (2010) ist allerdings darauf zu schließen, dass der Großteil der Personen Speisen und Getränke von zuhause mitbringt.


54

5.

Methodik

Im Verlauf des Kapitels wird die zur Beantwortung der Forschungsfragen angewandte Methodik dargestellt. Neben Internet- und Literaturrecherche sowie einem Besuch des Melt! Festivals erfolgten eine E-Mail-Abfrage zu den durchgeführten Nachhaltigkeitsmaßnahmen bei den FestivalorganisatorInnen und eine Web-Befragung der BesucherInnen der fünf Festivals zur Wahrnehmung und Bewertung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Im Folgenden wird zunächst die Wahl der Erhebungsmethode begründet und anschließend das methodische Vorgehen bei der vorliegenden Untersuchung erläutert. Anschließend werden einige bisher zum Thema durchgeführte Studien vorgestellt.

5.1

E-Mail-Befragung der FestivalorganisatorInnen hinsicht-

lich Nachhaltigkeitsmaßnahmen Um die Angaben der BesucherInnen zur Wahrnehmung und Bewertung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf den Festivals beurteilen zu können, ist es von elementarer Bedeutung, Kenntnis über die tatsächlich durchgeführten Maßnahmen zu erlangen. Aus diesem Grund wurden die OrganisatorInnen der Festivals zunächst am 4. August 2010 per E-Mail gebeten, eine standardisierte Tabelle auszufüllen, in der Nachhaltigkeitsmaßnahmen, die auch von BesucherInnen wahrgenommen werden können, aufgeführt waren. Außerdem wurde um die Angabe der für die Kommunikation dieser Maßnahmen genutzten Kanäle gebeten. Des Weiteren hatten die OrganisatorInnen die Möglichkeit, Bemerkungen zu hinterlassen (s. Anhang A). Da sich einige der OrganisatorInnen gerade in der Vorbereitungsphase von Festivals befanden, kam als einzige inhaltliche Reaktion hinsichtlich der Nachhaltigkeitsmaßnahmen ein Pressepapier des Melt! zurück, mit der Bitte, die Maßnahmen selbst in die Tabelle einzutragen. Aufgrund dieses unergiebigen Rücklaufs erfolgte am 29. September 2010 ein Anruf bei den Verantwortlichen der übrigen vier Festivals mit anschließendem erneutem Versand der EMail mit der Tabelle im Anhang. Da diese Maßnahme weiterhin keinen Erfolg brachte, wurde die Tabelle am 26. bzw. 27. Dezember 2010 erneut versand. Dabei wurden für eine weitere Vereinfachung und Arbeitserleichterung für die OrganisatorInnen nur noch die Maßnahmen aufgeführt, die im Fragebogen abgefragt wurden und alle auf den


55

Websites auffindbaren relevanten Angaben17 wurden bereits vorab in die Tabelle eingetragen18.

5.2

Web-Befragung der BesucherInnen

Um die Forschungsfragen beantworten zu können, müssen die Wahrnehmungen hinsichtlich der Nachhaltigkeitsmaßnahmen sowie persönliches Verhalten und Meinungen einer großen Anzahl von BesucherInnen der ausgewählten Festivals mittels einer quantitativen Erhebung erfasst werden. Aufgrund der begrenzten finanziellen und zeitlichen Ressourcen kam ein Besuch aller fünf Festivals inklusive persönlicher Interviews vor Ort nicht infrage. Als geeignetes Instrument wurde daher die Web-Befragung identifiziert. Bei dieser Art der Online-Befragung wird „ein Fragebogen online in Form eines Web-Formulars“ zur Verfügung gestellt. Diese Form unterscheidet sich von den E-MailBefragungen, „bei denen der Fragebogen per E-Mail verschickt wird" (Couper & Coutts 2006: 217).

5.2.1 Fragebogenentwicklung und Durchführung der BesucherInnenbefragung Zunächst wurden anhand der Literatur- und Internetquellen sowie der Forschungsfragen und des Forschungsstandes folgende Hypothesen abgeleitet:

Die Studien von BfN und FONA (2005), Brinda und Farnik (2010), O’Neil (2006) und Buckinghamshire New University (2008) ergaben, dass die Mehrheit der befragten BesucherInnen Festivals bzw. damit einhergehende Auswirkungen als (temporäre) Umweltbelastung sieht (s. Kapitel 4). Daraus ergibt sich die Hypothese 1: Der Großteil der BesucherInnen ist sich der negativen Auswirkungen von Musikfestivals auf die Umwelt bewusst.

Es ist davon auszugehen, dass kaum ein/e FestivalbesucherIn alle ergriffenen Maßnahmen erkennt, sofern er/sie sich nicht aus einem vertieften Interesse heraus mit der Thematik befasst. Von Seiten der Autorin wird angenommen, dass jede/r BesucherIn zumindest die Maßnahme „Becherpfand“ erkennt. Daraus wird die Hypothese 2 gefolgert: Dem Großteil der BesucherInnen fällt mindestens eine der genannten Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf.

17

Für das Melt! wurden zusätzlich die während des Besuchs der Autorin beim Festival wahrgenommenen Maßnahmen eingetragen. 18 In Anhang B kann die Abfrage als Blanko-Version, d. h. ohne Angaben zu den einzelnen Festivals, eingesehen werden


56

In den Studien von BfN und FONA (2005) und O’Neil (2006) hat sich herausgestellt, dass Umwelt- und Naturschutz für die Befragten eine wichtige Rolle spielen bzw., dass die Implementierung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf Festivals begrüßt wird (s. Kapitel 4). Daraus wird Hypothese 3 abgeleitet: Der Großteil der BesucherInnen bewertet die Nachhaltigkeitsmaßnahmen positiv.

Basierend auf Literatur- und Internetrecherche sowie Forschungsfragen und Hypothesen wurde ein schriftlicher, stark strukturierter und standardisierter Fragebogen entworfen, der in Anhang C eingesehen werden kann und dessen Aufbau im Folgenden kurz beschrieben wird.

Um nachvollziehen zu können, welche Teilnehmenden über welchen Kanal akquiriert wurden, wurde jeder Community19/E-Mail-Liste ein spezifischer Link zugeordnet. Dieses Vorgehen hat des Weiteren den Vorteil, dass im Web-Fragebogen eine versteckte Frage „vorgeschaltet“ werden kann, die anhand des Links, von dem der/die Teilnehmende kommt, automatisch die Herkunft vermerkt.

Zu Beginn des Fragebogens stand der Einleitungstext in dem relevante Informationen wie die ungefähre Beantwortungsdauer und die Thematik gegeben wurden. Um die Abbruchquote zu minimieren und die Rücklaufquote zu erhöhen, wurde im Einleitungstext eine Verlosung von Festivaltickets20 angekündigt, für die am Ende des Fragebogens Name und E-Mail-Adresse abgefragt wurden.

Insgesamt bestand der Fragebogen aus 28 Fragekomplexen mit insgesamt 90 Unterfragen (s. Anhang C).

Am Anfang des Fragebogens stand eine sogenannte Eisbrecherfrage, die zu einer „kooperativen Interviewatmosphäre“ (Raithel 2008: 73) beitragen sollte. Dabei wurden die Teilnehmenden gefragt, welche Festivals sie 2010 bereits besucht haben bzw. sicher noch besuchen werden. An dieser Stelle war die erste Filterfrage eingebaut: Bei

19

Bei Communities bzw. sozialen Netzwerken handelt es sich um „Kontakt- bzw. Beziehungsnetzwerke, beruflich (z. B. Xing oder LinkedIn) oder privat (z. B. Facebook, StudiVZ oder Werkennt-wen?). In sozialen Netzwerken präsentieren sich Nutzer mit einem eigenen Profil und können vielfältige Funktionen zur Vernetzung, Kontaktpflege oder Kommunikation mit anderen Mitgliedern nutzen. Die Nutzung vieler Funktionen innerhalb eines Netzwerkes ist nur unter eigenem Profil möglich“ (Busemann & Gscheidle 2010: 361). 20 Diese wurden freundlicherweise vom Melt! und Taubertal zur Verfügung gestellt.


57

Personen die angaben, 2010 kein Festival zu besuchen, wurde der Fragebogen mit einem entsprechenden Hinweis automatisch beendet.

Im Anschluss folgten Fragen zu den positiven und negativen Auswirkungen von Festivals sowie zur Wichtigkeit von Nachhaltigkeit und des Einflusses dieser Faktoren beim Ticketkauf.

Im nächsten Schritt folgte eine weitere Filterfrage, bei der für Teilnehmende, die keines der fünf ausgewählten Festivals besucht hatten, die Befragung mit einem entsprechenden Hinweis beendet wurde. Sofern ein Befragter oder eine Befragte 2010 mehrere der fünf Festivals besucht hatte, wurde er bzw. sie darum gebeten, das Festival auszuwählen, das er bzw. sie 2010 zuletzt besucht hat. Die nun folgenden festivalspezifischen Fragen wurden auf dieses Festival bezogen.

Das Kernstück des Fragebogens bestand aus der Abfrage, welche von 27 genannten Nachhaltigkeitsmaßnahmen den BesucherInnen (nicht) aufgefallen sind. Bei der Auswahl der Maßnahmen ging es vor allem darum, dass diese auch für die Teilnehmenden erkennbar sein mussten/müssen, da eine Maßnahme, die bspw. im Büro der FestivalorganisatorInnen implementiert und nicht nach außen kommuniziert wurde, schwerlich durch die BesucherInnen erkannt und beurteilt werden kann. Bei der anschließenden Beurteilung wurden den Teilnehmenden nur Maßnahmen gezeigt, die ihnen aufgefallen sind.

Auch die Abfrage der Informationsquellen und der Glaubwürdigkeit wurde nur sichtbar, wenn mindestens eine Maßnahme aufgefallen ist. Im Anschluss an die Abfrage und Bewertung der Maßnahmen konnten die Teilnehmenden Verbesserungspotenziale benennen.

Im nächsten Block folgten Fragen zum persönlichen Verhalten z. B. hinsichtlich der Wahl des Fortbewegungsmittels.

Um die Zahlungsbereitschaft für ein (nicht) nachhaltiges Festival und den optimalen Preis für das jeweilige Festivalticket zu ermitteln wurde ein Price Sensitivity Meter (PSM) integriert. Das PSM nach van Westendorp ist ein „Verfahren zur direkten Messung der Preisbereitschaft und der Preissensibilität eines Kunden“, bei dem den Teilnehmenden vier Fragen zu einem Produkt gestellt werden (Gabler Verlag o. J.: o. S.). Für die Auswertung und Analyse werden die Antworten aller Befragten aggregiert und


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als Kurven in einem Diagramm dargestellt. Die resultierenden Kurven markieren den Point of Indifference (IND), den Optimum Pricing Point (OPP), den Point of Marginal Cheapness (PMC) und den Point of Marginal Expensiveness (PME) (vgl. Lehmann et al. 2010: 166 f.). Der IND markiert den Wert bei dem die Menge der Befragten, die das Produkt als „günstig“ und „teuer“ einschätzen, gleich ist. Der OPP bezeichnet den Wert, bei dem die Anzahl der Personen, denen das Produkt „zu billig“ ist übereinstimmt mit der Anzahl der Befragten, die das Produkt für „zu teuer“ halten. Der PMC markiert den Schwellenwert “unterhalb dessen das Kaufinteresse aufgrund des Eindrucks zu geringer Qualität dramatisch abnimmt“ (ifuma Marketing- und Medienforschung o. J.: 2). Der PMC wird durch die Schnittpunkte der Kurven „zu billig“ und „teuer“ markiert. Der PME stellt hingegen den Schwellenwert dar, oberhalb dessen „das Kaufinteresse aufgrund des Eindrucks eines außerordentlich hohen Preises extrem nachlässt“ (ebd.). Der PME wird durch die Schnittpunkte der Kurven „günstig“ und „zu teuer“ gebildet. Dabei markieren PMC und PME den Bereich, innerhalb dessen der Preis für das Produkt liegen sollte (vgl. Lehmann et al. 2010: 166 f.). Für das PSM wurde zu Beginn des Fragebogens im Wechsel die Zufallszahl 1 oder 2 vergeben, die darüber entschied, ob der/die Teilnehmende das PSM mit den gefragten Angaben zu einem nachhaltigen (1) oder zu einem nicht nachhaltigen (2) Festival erhält.

Nach dem PSM wurde ein Analytic Hierarchy Process (AHP) integriert. Dabei handelt es sich um ein Instrument, das der Entscheidungsunterstützung bei komplexen Fragestellungen dient (vgl. Brinkmeyer & Müller 1994: 82). Im Rahmen dieser Arbeit wurde der AHP lediglich zur Konsistenzprüfung innerhalb der Fehlerkontrolle und Datenbereinigung vor der Auswertung verwendet. Da er in diesem Fall von keinerlei inhaltlicher Relevanz ist, werden die Resultate innerhalb der Ergebnisdarstellung nicht berücksichtigt und im Fragebogen im Anhang nicht mit dargestellt.

Zum Abschluss des festivalspezifischen Teils wurden die Befragten gebeten, anzugeben, wie ihnen das Festival gefallen hat und ob sie 2011 einen erneuten Besuch planen.

Abschließend wurden die Teilnehmenden um die freiwillige Angabe einiger soziodemographischer Daten gebeten (Alter, Geschlecht, Nationalität, Bundesland und Bildungsabschluss). Sofern eine Teilnahme am Gewinnspiel erwünscht war, konnten EMail-Adresse und Name hinterlassen werden. Es wurde auf die Gewährleistung der Anonymität hingewiesen.


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Im gesamten Fragebogen war die Beantwortung aller Fragen erforderlich, um die Befragung fortzusetzen, sofern dies technisch möglich und inhaltlich erforderlich war. In der Regel stand die Antwortmöglichkeit „weiß nicht“ zur Auswahl. Dies ist sinnvoll, da der/die Befragte andernfalls zu Abgabe einer (nicht wahrheitsgemäßen) Angabe gezwungen wird (vgl. Raithel 2008: 74 f.). Des Weiteren wurde die Reihenfolge der Antwortmöglichkeiten bei einigen Fragen nach dem Zufallsprinzip dargestellt, um eine Beeinflussung der Teilnehmenden durch eine Rangfolge zu vermeiden21.

Während der Erstellung des Fragebogens wurden zweimal Pretests mit insgesamt zehn Personen aus dem Freundeskreis der Autorin durchgeführt – zunächst vor der Programmierung und anschließend anhand des Web-Fragebogens. Durch diese Tests konnten unklare Fragen oder strukturelle Defizite ausfindig gemacht und entsprechend modifiziert werden. Der Zeitbedarf für das Ausfüllen des Fragebogens ließ sich durch die Pretests allerdings nur schlecht einschätzen, da sich bereits hier eine Abhängigkeit vom Kenntnisstand der Befragten zeigte. Die minimale Ausfülldauer betrug hier acht und die maximale 18 Minuten. Laut Batinic und Bosnjak (vgl. 2000: 307) wird eine Bearbeitungsdauer von bis zu 15 Minuten als angebracht empfunden. Aufgrund der Komplexität und des Erkenntnisinteresses kam eine Kürzung des Fragebogens allerdings nicht in Frage.

Für die Distribution des Befragungslinks wurden verschiedene E-Mail-Listen sowie private und berufliche Communities ausgewählt. Diese Kanäle wurden aufgrund der guten Erreichbarkeit vieler potenziell relevanter Personen ausgewählt. Die AutorInnen der ARD/ZDF-Onlinestudie 2010 fanden heraus, dass zwar die Nutzung beruflicher Netzwerke wie Xing von 9 auf 7 % zurückgegangen ist, aber private Communities weiter auf Erfolgskurs sind. So nutzen bspw. 71 % der 14- bis 29-jährigen solche Netzwerke. Bei den 30- bis 39 jährigen verfügen 44 % über ein eigenes Profil (vgl. Busemann & Gscheidle 2010: 364).

Die ausgewählten Communities und E-Mail-Listen, in denen der Link samt passendem Einladungstext ab dem 25. September zu finden war, sind im Folgenden mit den zugehörigen Mitgliederzahlen dargestellt:

21

Dies war bei den Fragen nach den Auswirkungen auf die Region, der Wahrnehmung der Maßnahmen sowie den Informationsquellen, über die die Maßnahmen wahrgenommen wurden, der Fall.


60

Festivalprofile bei Facebook €

MS Dockville (7.270 Mitglieder22)

Haldern Pop Festival (1.250 Mitglieder)

Melt! (14.250 Mitglieder)

Taubertal Festival (5.457)

W:O:A (14.067 Mitglieder)

Festivalprofile bei studiVZ €

MS Dockville (6.228 Mitglieder)

Haldern Pop Festival (3140 Mitglieder)

Melt! (15.075 Mitglieder)

Taubertal Festival (5.530 Mitglieder)

W:O:A (3.0297 Mitglieder)

XING €

Gruppe „Nachhaltiges Tourismusmanagement“ (138 Mitglieder)

Gruppe „Wacken Open Air“ 23 (925 Mitglieder)

E-Mail-Listen €

Leuphana Universität Lüneburg Umweltwissenschaften (StudentInnen und Alumni)

Leuphana Universität Lüneburg Kulturwissenschaften (StudentInnen und Alumni) 24

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) (HNEE) (StudentInnen und Alumni Jahrgänge 2005 bis 2010)

Foren der Festivals25

22

MS Dockville

Haldern Pop Festival

Melt!

Taubertal Festival

W:O:A

Stand der Mitgliederzahlen aller genannten Communities: 09. Oktober 2010. Einzig für das W:O:A existiert eine Gruppe bei XING. 24 Da es sich bei den Listservern der Leuphana Universität Lüneburg um frei zugängliche E-Mail-Listen handelt, lassen sich die Mitgliederzahlen nach Auskunft der Fachschaft Umweltwissenschaften nicht exakt bestimmen. 25 Bis auf das Forum des Taubertal Festivals (www.tauberplanscher.de) sind alle Foren Teil der jeweiligen Festivalwebsite. Die Zahl der Personen, die über die Foren erreicht werden können, ist unbekannt, da nicht nur registrierte NutzerInnen die Einträge lesen können. 23


61

Bei studiVZ und Facebook wurde der Befragungsaufruf auf den Pinnwänden der Festivals gepostet. Lediglich beim Melt! konnte diese Funktion nicht in Anspruch genommen werden. Des Weiteren wurden die FestivalorganisatorInnen gebeten, den jeweiligen Link über Facebook zu publizieren. Dieser Bitte kamen die OrganisatorInnen des Melt! und Taubertal Festival nach, die den Aufruf zur Teilnahme innerhalb ihrer FacebookProfile und damit auch auf den Pinnwänden aller Gruppenmitglieder veröffentlichten. Zusätzlich wurde eine Anfrage mit der Bitte um Veröffentlichung des Links im Newsletter bzw. auf der Homepage des Festivals an alle FestivalorganisatorInnen gestellt, der ausschließlich die OrganisatorInnen des Melt! nachkamen.

Nach rund zwei Wochen wurde eine Nachfassaktion über die genannten Kanäle durchgeführt, bei der potenzielle TeilnehmerInnen, die sich bislang nicht beteiligt hatten, erneut um die Beantwortung des Fragebogens gebeten wurden. Für das Melt! Festival erfolgte bei Facebook keine weitere Erinnerung, da der Aufruf durch die OrganisatorInnen erst kurz zuvor gepostet worden war, und auch in der Gruppe „Nachhaltiges Tourismusmanagement“ bei XING wurde nicht erneut erinnert. Insgesamt war der Fragebogen bis zum 17. Oktober 2010 online erreichbar.

Die Grundgesamtheit ist gleich der Summe der Besuchermenge der fünf ausgewählten Festivals, die bei 134.000 FestivalbesucherInnen liegt (s. Kapitel 6). Es ist davon auszugehen, dass nicht jede einzelne dieser Personen über die genannten Kanäle erreicht werden kann. Ebenso haben sicherlich nicht alle Mitglieder der Listen und Communities 2010 das jeweilige Festival besucht. Bei der vorliegenden Umfrage besteht die Stichprobe nicht aus einer Zufallsauswahl, d. h. dass sich die Personen, die auf den Link stoßen selbst selektieren bzw. rekrutieren können (vgl. Bandilla & Hauptmanns 1998: 40). Trotzdem stellt das vorliegende Untersuchungsdesign nach Ansicht der Autorin einen guten Weg dar, die Befragung durchzuführen, da die Kanäle leicht zugänglich sind und relativ hohe Mitgliederzahlen aufweisen.

Erreichbare Grundgesamtheit/Stichprobe: diejenigen Mitglieder der Listen und Communities, die 2010 eins oder mehrere der fünf Festivals besucht haben

5.2.2 Aufbereitung und Auswertung der Daten der BesucherInnenbefragung Zunächst wurde der Datensatz von questfox mittels einer CSV-Datei exportiert. Anschließend wurden aus dem Datensatz die kompletten Fragebögen extrahiert sowie AHP- und PSM-Daten entfernt. Des Weiteren wurden die offenen Antworten separat


62

abgespeichert, um diese in Kategorien zusammenfassen zu können. Dafür wurden die Daten zunächst gesichtet. Anhand der Nennungen und der theoretischen Vorüberlegungen wurden Kategorien gebildet, in denen die Daten anschließend verortet wurden (Kategorien: s. Anhang D).

Im nächsten Schritt wurde eine Fehlerkontrolle und Bereinigung des Datensatzes durchgeführt. Diese beiden Arbeitsschritte erfolgten nach folgenden Kriterien: €

alle kompletten Fragebögen bei denen der AHP einen kritischen Konsistenzwert ergab wurden einzeln überprüft (Anzahl: 362)

jede einzelne offene Antwort wurde gecheckt und bei zweifelhaften Aussagen der komplette Fragebogen kontrolliert

alle Fragebögen mit einer Ausfülldauer von weniger als fünf Minuten wurden vollständig durchgesehen

Dabei stellen sich vier Fragebögen als absolut inkonsistent heraus und wurden gelöscht. So lagen nach Abschluss von Befragung, Fehlerkontrolle und anschließender Bereinigung des Datensatzes 977 vollständige Fragebögen vor. Von den insgesamt 1678 Teilnehmenden brachen 516 die Befragung ab und bei 185 wurde der Fragebogen aufgrund bestimmter Angaben bei den Filterfragen beendet.

Im nächsten Schritt wurden die verbleibenden Daten in SPSS exportiert, wo die Häufigkeiten des gesamten Datensatzes sowie der einzelnen Festivals berechnet wurden. „Missing values“ und „weiß nicht“ Antworten wurden aufgrund ihrer Aussagekraft miteinbezogen. Eine Ausnahme bildet die „Bewertung der Maßnahmen“ - hier wurden die „missing values“ aufgrund einer besseren Vergleichbarkeit zwischen den Festivals nicht miteinbezogen. In Abhängigkeit von der Skalierung der Variablen wurden Unterschiede zwischen den Festivalgruppen mittels Chi Quadrat-Test oder einfaktorieller Varianzanalyse (ANOVA) und Post-Hoc-Test nach Scheffé auf Signifikanz überprüft (Signifikanzniveau a = 0,05 (5 %)).

Zur Erstellung der Diagramme wurde Excel herangezogen. Eine Ausnahme bildeten die Grafiken des PSM - sie wurden direkt über questfox generiert.

Zur Berechnung der Werte des PSM, die in questfox erfolgte, wurden direkt im Programm 16 Datensätze gelöscht. Dabei wurden die Angaben entfernt, bei denen keine Steigerung der Euro-Angaben von Wert zu Wert erfolgte. Dies war bspw. der Fall, wenn eine Person vier Nullen eingetragen hatte.


63

6.

Auswahl und Beschreibung der Fallbeispiele

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurden die fünf deutschen Musikfestivals MS Dockville, Haldern Pop Festival, Melt!, Taubertal Festival und W:O:A als Fallbeispiele ausgewählt. Die Anzahl erschien geeignet, einen Querschnitt der deutschen Festivallandschaft abzubilden und Vergleiche anzustellen. Dabei wurden die genannten Festivals anhand der folgenden Auswahlkriterien identifiziert: €

unterschiedliche BesucherInnen-Zahlen: vom kleinen Festival (Haldern Pop Festival: 7.000 BesucherInnen) bis zum Head-Festival (W:O:A: 65.000 BesucherInnen)

Auftritte von KünstlerInnen verschiedener Musikrichtungen (von Heavy Metal bis Electronica)

mehrtägige Veranstaltung mit der Möglichkeit zu Campen

vom jüngeren (MS Dockville, 2007) bis zum etablierteren Festival (Haldern Pop Festival, 1981)

Veranstaltungsort: vom ländlichen Festival (W:O:A in Wacken) bis zum innerstädtischen Festival (MS Dockville in Hamburg); über Deutschland verteilt (s. Abb. 8) (vgl. Hörstmann 2010: 97 ff.; vgl. Firma Pflaum o. J. a-d: o. S.)

Abb. 8: Die geographische Lage der Festivals in Deutschland (eigene Darstellung auf Basis von Google Maps)


64

Des Weiteren war das Datum ein wichtiges Kriterium für die Wahl der Festivals. Aufgrund des Bearbeitungszeitraums der vorliegenden Arbeit wurden Festivals gewählt, die im Juli und August stattfanden, damit die Erinnerungen der BesucherInnen zum Zeitpunkt der Web-Befragung im September noch möglichst präsent waren.

6.1

Rahmendaten der Fallbeispiele

Im Folgenden werden die einzelnen Festivals und ihre Rahmendaten in Kürze tabellarisch beschrieben.

6.1.1 MS Dockville

Abb. 9: Impressionen zum MS Dockville (Malzkorn 2010: o. S.; Firma Pflaum o. J. a: o. S,; Malzkorn 2010: o. S.)

Veranstaltungsdatum 2010

13. bis 15. August

Lage des Geländes

Reiherstieg-Hauptdeich (Alte Schleuse), Hamburg

BesucherInnen

12.000

Musikrichtungen

Elektro, Hip Hop, Rock, Indie

Preis Festivalticket

39 Euro

Gründungsjahr

2007

(vgl. Hörstmann 2010: 149; vgl. Firma Pflaum o. J. a: o. S.; vgl. PRINZ 2010: 20)


65

6.1.2 Haldern Pop Festival

Abb. 10: Impressionen zum Haldern Pop Festival (Festivalhopper 2008 a: o. S.; whiskeysoda.de - the alternative music magazine o. J.: o. S.; Festivalhopper 2008 b: o. S.)

Veranstaltungsdatum 2010

12. bis 14. August 2010

Lage des Geländes

Alter Reitplatz (Lohrstraße), Rees-Haldern

BesucherInnen

7.000

Musikrichtung

Indie

Preis Festivalticket

68 Euro

Gründungsjahr

1981

(vgl. Hörstmann 2010: 142; vgl. Raum 3 Konzertveranstaltungs GmbH o. J.: o. S.; vgl. PRINZ 2010: 18)

6.1.3 Melt!

Abb. 11: Impressionen zum Melt! (eigenes Foto; Green Music Initiative 2010: 1; eigenes Foto)


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Veranstaltungsdatum 2010

16. bis 18. Juli 2010

Lage des Geländes

Ferropolis „Stadt aus Eisen“, Gräfenhainichen

BesucherInnen

20.000

Musikrichtungen

Elektro, Hip Hop, Indie, Punk, Rock, Pop, RnB

Preis Festivalticket

94 Euro

Gründungsjahr

199726

(vgl. Hörstmann 2010: 97; vgl. Firma Pflaum o. J. b: o. S.; vgl. MELT! FESTIVAL GMBH & CO. KG o. J.: o. S.; vgl. PRINZ 2010: 12)

6.1.4 Taubertal Festival

Abb. 12: Impressionen zum Taubertal Festival (KARO Konzert-Agentur Rothenburg GmbH o. J.: o. S.; Schramme 2008: o. S.)

Veranstaltungsdatum 2010

13. bis 15. August

Lage des Geländes

Rothenburg ob der Tauber, Eiswiese

BesucherInnen

30.000

Musikrichtungen

Indie, Pop, Punk, Rock, World

Preis Festivalticket

84 Euro

Gründungsjahr

1995

(vgl. Hörstmann 2010: 152; vgl. Firma Pflaum o. J. c: o. S.; vgl. PRINZ 2010: 12)

26

2003 wurde das Melt! durch den damaligen Organisator Friedrich aufgrund finanzieller Unsicherheiten abgesagt (vgl. Bünting 2004: o. S.).


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6.1.5 W:O:A

Abb. 13: Impressionen zum W:O:A (DPA 2009: o. S.; SeekLogo.com o. J.: o. S.; DPA 2008: o. S.)

Veranstaltungsdatum 2010

05. bis 07. August

Lage des Geländes

Festivalgelände (Hauptstraße 82), Wacken

BesucherInnen

65.000

Musikrichtungen

Metal

Preis Festivalticket

130 Euro

Gründungsjahr

1990

(vgl. Hörstmann 2010: 135; vgl. Firma Pflaum o. J. d: o. S.; vgl. PRINZ 2010: 16)

6.2

Nachhaltigkeitsmaßnahmen der einzelnen Festivals

Nachfolgend sind die Nachhaltigkeitsmaßnahmen aufgelistet, die auch bei der WebBefragung der BesucherInnen genannt wurden (s. Fragebogen in Anhang C). Aufgrund der besseren Vergleichbarkeit der einzelnen Festivals erfolgt eine tabellarische Darstellung. Im Anschluss werden weitere Maßnahmen der Festivals genannt, die allerdings keinen Eingang in den Fragebogen gefunden haben. Wie bereits in Kapitel 5.1 erwähnt, wurde die Abfrage der Nachhaltigkeitsmaßnahmen von allen FestivalorganisatorInnen bis auf die des W:O:A beantwortet.


68


69


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71


72


73

Nachfolgend werden weitere Aspekte der einzelnen Festivals zum Thema Nachhaltigkeit geschildert, die keinen Eingang in die standardisierte Tabelle gefunden haben.

6.2.1 MS Dockville Der Reiherstieg-Hauptdeich im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg ist ein brachliegendes Hafengelände. Dort werden während des MS Dockville als Alleinstellungsmerkmal neben verschiedenen musikalischen Interpreten auch Kunstwerke präsentiert. Im Kunstbereich gibt es im Gegensatz zum restlichen Festivalgelände nach Auskunft von Jean Rehders, dem Pressesprecher des MS Dockville, keine Zelte von SponsorInnen (vgl. Irler 2009: o. S.).

Die OrganisatorInnen bauen nach Aussage von Rehders auf einen achtsamen Umgang mit Gelände und AnwohnerInnen: „Wir setzen auf nachhaltige Kulturentwicklung. Das heißt für uns, dass man viel mit den Leuten im Stadtteil spricht und Institutionen vor Ort einbindet“ (Behrendt 2008: o. S.). Aufgrund dessen gibt es strikte Ruhezeiten und eine Lärm-Hotline (ebd.).

6.2.2 Haldern Pop Festival Das Festival wird vom Geschäftsführer Stephan Reichmann seit über 20 Jahren ehrenamtlich organisiert. Neben ihm sind rund 150 Aktionäre aus dem Dorf an Finanzierung und Organisation beteiligt (vgl. Gemein 2010: o. S.). Zum Credo des Festivals gehört es u. a. jungen, unbekannten KünstlerInnen gute Auftrittszeiten zu ermöglichen. Von den Gewinnen profitiert die Allgemeinheit (vgl. Bünting 2004: o. S.). Aber auch gemeinnützige Organisationen wie „Ingenieure ohne Grenzen“ profitieren von Haldern Pop Festival. Sie haben dort die Möglichkeit, Projekte bekannt zu machen und Spenden zu sammeln. Um Aufmerksamkeit zu generieren, reisten die Ingenieure 2010 neben ihrem Informationsstand mit einem „VIP-Dixi“ an, das u. a. mit einem roten Teppich ausgerüstet war und ständig gereinigt wurde. Nach eigener Aussage kamen die Ingenieure auf diesem Weg mit vielen BesucherInnen ins Gespräch (Klinkner 2010: o. S.).

6.2.3 Melt! 2010 wurde die Initiative M!Eco ins Leben gerufen, die auf der Homepage direkt über die Navigationsleiste angeklickt werden kann und somit zentral sichtbar ist. Der Schwerpunkt von „M!Eco“ liegt auf dem Handlungsfeld Anreise (vgl. MELT! FESTIVAL GMBH & CO. KG. o. J.: o. S.). FERROPOLIS GmbH, MELT! GmbH & Co. KG und Thema1 GmbH - Green Music Initiative haben im Wettbewerb „Innovative Konzepte im Mobilitätsmanagement 2010“ des BMU und der Deutschen Energie-Agentur GmbH


74

(dena) den 5. Platz in der Kategorie betriebliches Mobilitätsmanagement erhalten. Ein Hauptziel des Konzeptes ist es, mehr BesucherInnen zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln anstelle des Autos zu motivieren. Zu diesen Anreizen gehört bspw. die Vergabe von bevorzugten Campingplätzen an Gruppen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen (vgl. dena 2010: 1). Des Weiteren wurden für das Festival 2010 neue Anreiseangebote wie der Melt! Train (ein Zug mit Liegewagen, der sowohl Verkehrsmittel als auch Unterkunft während des Festivals darstellt) geschaffen und Kooperationen mit der Deutschen Bus und der Deutschen Bahn eingegangen. Ein bundesweit gültiges Hin- und Rückfahrt Ticket der Deutschen Bahn gab es für 79 Euro, während der Melt! Train sogar für 59 Euro buchbar war (vgl. MELT! FESTIVAL GMBH & CO. KG. o. J.: o. S.). Der Melt! Train war 2010 restlos ausverkauft und immerhin drei voll besetzte Busse aus Berlin fuhren zum Festival (vgl. Tsan 2010: 15). Aber die OrganisatorInnen des Melt! planen weitere Schritte in Richtung Nachhaltigkeit. So soll das Festival 2011 ausschließlich mit Solarenergie versorgt werden (vgl. Lohmüller 2010: o. S.).

6.2.4 Taubertal Festival Die OrganisatorInnen des Taubertal Festivals sind sich des Wertes ihres Geländes bewusst: „Wir schließen direkt an ein Naturschutzgebiet an, und unser Potenzial ist das Gelände“, so Florian Zoll, Pressesprecher des Festivals. Um dieses Potenzial zu erhalten, gibt es seit drei Jahren einen unabhängigen Umweltbeauftragten und ein Umweltteam mit rund 50 MitarbeiterInnen. Während des Festivals wird zweimal pro Tag das komplette Gelände von Müll befreit. Der Grund dafür ist nach Aussage von Zoll folgender: „Auf einem sauberen Boden wirft man nicht so schnell etwas weg“ (Boas 2010: o. S.). In diesem Zusammenhang wird im „Pocketplaner“ kommuniziert, dass sich das Müllproblem in naher Zukunft auf den Ticketpreis auswirken könne. Dieser müsse bei steigenden Kosten für die Entsorgung angepasst werden. In diesem Planer sind neben Gelände- und Spielplänen und den bereits genannten Aussagen zum korrekten Umgang mit Müll auch andere Umweltthemen wie der Hinweis auf die Lage im Landschaftsschutzgebiet, die Energieversorgung und die Beschreibung des Projekts „Sounds for Nature“ (s. auch Kapitel 3.6.1 und 4.1) zu finden (KARO Konzert-Agentur Rothenburg GmbH 2010: 3 ff.).

6.2.5 W:O:A Die Zeit online titelte „Wacken ist das neue Woodstock - Heavy-Metal-Hörer sind gar nicht so: Sie leben eine ähnliche Utopie wie die Hippies, friedlich und generationenübergreifend“ (Schäfer 2010: o. S.). Auch hinsichtlich der Nachhaltigkeitsbemühungen hat das W:O:A einiges vorzuweisen, wie im Folgenden verdeutlicht wird.


75

Die Dorfbewohner waren zum Teil seit Beginn in der Planung und Durchführung des Festivals aktiv (vgl. Schöwe 2009: 57). Zu nennen ist hier bspw. der ortsansässige Bauer Uwe Trede, auf dessen Koppel sich seit 1997 die Hauptbühnen befinden (vgl. ebd.: 62). Neben den VeranstalterInnen und einigen Bauern profitiert nach Auskunft des Schleswig-Holsteinischen Landtags die ganze Region vom W:O:A, indem alle Übernachtungsmöglichkeiten in der Umgebung ausgebucht sind oder ansässige Firmen Aufträge übernehmen (vgl. Schleswig-Holsteinischer Landtag o. J.: 2).

Mit dem rund sechs Wochen andauernden erhöhten Verkehrsaufkommen haben sich mittlerweile fast alle BewohnerInnen des Dorfes arrangiert (Axel Kunkel27 in Schöwe 2009: 90). Das erhöhte Müllaufkommen führte allerdings 1996 zu Verstimmungen im Dorf. Seitdem wird diese Problematik konsequent angegangen. Die FestivalorganisatorInnen sind sich bewusst: „Wacken – das sind auch die Dorfbewohner, die ihren Gästen eine tolle Atmosphäre bieten!“ (vgl. Schöwe 2009: 59). So verwundert es nicht, dass die DorfbewohnerInnen vom Erfolg des Festivals bspw. auch durch Spenden für Projekte innerhalb der Gemeinde (Kindergarten, Schwimmbad etc.) profitieren (vgl. ebd.: 58). Mittlerweile ist der Konflikt aufgrund des erhöhten Müllaufkommens gelöst und der Bürgermeister der Gemeinde, Axel Kunkel, sagt: „Jetzt ist das Dorf nie so sauber wie am Montag nach dem Wacken:Open:Air“ (Schöwe 2009: 89).

Bei der Optimierung des Festivals arbeiten die VeranstalterInnen mit den örtlichen Instanzen (Polizei, Feuerwehr, zuständigen Behörden samt Bürgermeister und Sicherheitsfirmen) zusammen. So existiert bspw. eine schriftliche Ordnungsverfügung, die vor der Veranstaltung mit allen relevanten Akteuren abgesprochen wird (vgl. Schöwe 2009: 88, 95).

27

Bürgermeister von Wacken.


76

7.

Darstellung der Ergebnisse

Im Folgenden werden die Ergebnisse der empirischen Untersuchung dargestellt.

7.1

Soziodemographische Daten

Altersgruppen Aus Gründen der Übersichtlichkeit wurden die Teilnehmenden zu fünf Altersgruppen zusammengefasst. Über die Hälfte der Befragten (53,8 %) gehört dabei der Altersgruppe zwischen 21 und 30 Jahren an (s. Abb. 14). 0,8 0,1 1,8 9,9 33,5

14 bis 20 Jahre 21 bis 30 Jahre 31 bis 40 Jahre 41 bis 50 Jahre 51 bis 54 Jahre keine Angabe

53,8 Abb. 14: Altersstruktur der Gesamtstichprobe (n = 977; prozentuale Anteile)

Das durchschnittliche Alter der Befragten (n = 969) liegt bei 23,2 Jahren (s. Tab. 3). Die jüngste Teilnehmerin ist 14 Jahre alt (Taubertal Festival) und der älteste Teilnehmer 54 (Haldern Pop Festival). Die BesucherInnen des Taubertal Festivals sind mit durchschnittlich 22,6 Jahren am jüngsten, die des Haldern Pop Festivals mit 28,5 Jahren am ältesten.

Hinsichtlich der Verteilung auf die fünf Altersgruppen ergeben sich zum Teil signifikante Unterschiede zwischen den Festivals (Chi-Quadrat = 128,72, p < 0,001). Die Altersgruppe der 31- bis 40-jährigen war vor allem auf dem W:O:A und Haldern Pop Festival vertreten (s. Tab. 3).


77

Tab. 3: Altersgruppen (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Altersgruppen 14 - 20 Jahre 21 - 30 Jahre 31 - 40 Jahre 41 - 50 Jahre 51 - 54 Jahre Keine Angabe Statistische Kennzahlen Mittelwert28 +/Standardabweichung (Range)

Alle Festivals n = 977 33,5 % (327) 53,8 % (526) 9,9 % (97) 1,8 % (18) 0,1 % (1) 0,8 % (8) Alle Festivals n = 969

Dockville n = 101 35,6 % (36) 56,4 % (57) 4,0 % (4) 3,0 % (3) 0,0 % (0) 1,0 % (1) Dockville n = 100

Haldern Pop n = 106 10,4 % (11) 53,8 % (57) 26,4 % (28) 5,7 % (6) 0,9 % (1) 2,8 % (3) Haldern Pop n = 103

Melt! n = 346 33,0 % (114) 60,1 % (208) 5,5 % (19) 0,6 % (2) 0,0 % (0) 0,9 % (3) Melt! n = 343

Taubertal n = 327 45,0 % (147) 46,8 % (153) 8,0 % (26) 0,3 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0) Taubertal n = 327

W:O:A n = 97 19,6 % (19) 52,6 % (51) 20,6 % (20) 6,2 % (6) 0,0 % (0) 1,0 % (1) W:O:A n = 96

23,90 +/6,01 (14-54)

23,19 +/5,75 (16-45)

28,45 +/7,53 (16-54)

23,27 +/- 4,71 (15-50)

22,56 +/5,35 (14-46)

26,59 +/7,52 (16-48)

Geschlecht Bei der Gesamtstichprobe war die Verteilung der weiblichen Festivalgängerinnen (n = 471) und der männlichen Besucher (n = 499) relativ ausgeglichen. 7 Personen (0,7 %) machten keine Angabe zu ihrem Geschlecht (s. Abb. 15). 0,7

männlich 48,2

51,1

weiblich keine Angabe

Abb. 15: Geschlechter der Gesamtstichprobe (n = 977; prozentuale Anteile)

Während Melt! und Taubertal Festival jeweils eine ausgeglichene Verteilung von männlichen und weiblichen Befragten zeigen, ergeben sich zwischen dem W:O:A und Haldern Pop Festival im Vergleich zu den anderen drei Festivals sowie zwischen dem MS Dockville und den anderen vier Festivals signifikante Unterschiede (Chi-Quadrat =

28

Für den Mittelwert wurden nur gültige Altersangaben berücksichtigt.


78

60,16, p < 0,001). Beim W:O:A und Haldern Pop Festival waren die männlichen Befragten mit etwa 71 % deutlich in der Überzahl, beim MS Dockville überwogen die Teilnehmerinnen mit 70,3 % (s. Anhang E).

Nationalitäten 94,8 % aller Befragten geben „deutsch“ als ihre Nationalität an. 17 weitere Nationalitäten wurden genannt (Abb. 16). 1,2 3,9

deutsch sonstige * keine Angabe

94,8 * britisch, dänisch, deutsch/englisch, ghanaisch, griechisch, japanisch, niederländisch, österreichisch, peruanisch, polnisch, schweizerisch, slowakisch, tschechisch, türkisch, ukrainisch, ungarisch, vietnamesisch Abb. 16: Nationalitäten der Gesamtstichprobe (n = 977; prozentuale Anteile)

Zwischen den einzelnen Festivals ergeben sich dabei keine wesentlichen Unterschiede. Mit einem Anteil von über 90 % macht die deutsche Nationalität bei allen Festivals die Mehrheit aus (s. Anhang E). Wohnort nach Bundesland Rund ein Viertel aller befragten FestivalbesucherInnen wohnt in Bayern (n = 242; s. Abb. 17). Jeweils etwa 13 % sind aus Nordrhein-Westfalen (13,7 %; n = 134) und Baden-Württemberg (12,9 %; n = 126) zum Festival gereist. Die weiteren Bundesländer sind mit einem Anteil von weniger als 10 % vertreten. 3,2 % haben „Sonstiges“ angegeben, d. h. der Wohnsitz liegt außerhalb von Deutschland.


79

1,0

keine Angabe Sonstiges

3,2 1,2

Thüringen Schleswig-Holstein

3,0 2,3

Sachsen-Anhalt Sachsen

4,0 0,3

Saarland Rheinland-Pfalz

1,8 13,7

Nordrrhein-Westfalen Niedersachsen

9,2 1,4

Mecklenburg-Vorpommern Hessen

4,2 5,7

Hamburg Bremen

1,1 3,0

Brandenburg Berlin

7,2 24,8

Bayern Baden-Württemberg

12,9

0

5

10

15

20

25

30

Anteil in % Abb. 17: Wohnort nach Bundesland der Gesamtstichprobe (n = 977; prozentuale Anteile)

Die Analyse der einzelnen Festivals zeigt, dass sich die Rate der Befragten bei den Festivals aus verschieden Bundesländern unterschiedlich verteilt (s. Anhang E). Beim Melt! sind Berlin mit 15,3 % (n = 53) und Nordrhein-Westfalen mit 12,1 % (n = 42) am stärksten vertreten. Aus Niedersachen (19,6 %, n = 19) und Nordrhein-Westfalen (26,8 %, n = 26) reisten anteilsmäßig die meisten BesucherInnen zum W:O:A. Der Großteil der Befragten des Taubertal Festivals kommen aus Baden-Württemberg (30 %, n = 98) und Bayern (60,6 %, n = 198). Zum Haldern Pop Festival reisten über die Hälfte (51,9 %, n = 55) aus Nordrhein-Westfalen an und jeweils 7,5 % (n = 8) kommen aus Berlin und Niedersachsen. Auf dem MS Dockville sind die Bundesländer Hamburg (27,7 %, n = 28) und Niedersachsen (30,7 %, n = 31) am stärksten vertreten.


80

Höchster Bildungsabschluss Der Großteil der FestivalbesucherInnen (37,2 %, n = 363) verfügt über das Abitur bzw. die Hochschulreife als höchsten Bildungsabschluss, wie in der folgenden Abb. zu sehen ist: keine Angabe

1,1

anderer Abschluss

1,1

21,1

Fachhochschul-, Hochschulabschluss

37,2

Abitur, Hochschulreife 8,9

Fachabitur, Fachhochschulreife

8,1

abgeschlossene Lehre, Meister Mittlere Reife, Realschul- oder sonstiger Abschluss

12,9

1,1

Volks-/Hauptschulabschluss

8,3

noch Schüler 0,2

keinen Abschluss 0

5

10

15

20

25

30

35

40

Anteil in % Abb. 18: Höchster Bildungsabschluss (n = 977; prozentuale Anteile)

Zwischen den einzelnen Festivals ergeben sich in Bezug auf den höchsten Bildungsabschluss signifikante Unterschiede (Chi-Quadrat = 154,98; p < 0,001). Während beim Haldern Pop Festival 39,6 % (n = 42) der Befragten über einen Fachhochschul/Hochschulabschluss verfügten, lag dieser Anteil beim Taubertal Festival nur bei 12,5 % (n = 41) (s. Tab. 4).


81

Tab. 4: Höchster Bildungsabschluss (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Bildungsabschluss

Alle Festivals n = 977

Dockville n = 101

Haldern Pop n = 106

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

keinen Abschluss

0,2 % (2)

0,0 % (0)

0% (0)

1,4 % (5)

0,0 % (0)

0,0 % (0)

noch Schüler

8,3 % (81)

17,8 % (18)

0,9 % (1)

0,6 % (2)

10,1 % (33)

2,1 % (2)

Volks-/ Hauptschulabschluss

1,1 % (11)

1,0 % (1)

0,9 % (1)

7,8 % (27)

1,5 % (5)

2,1 % (2)

Mittlere Reife, Realschul- oder gleichwertiger Abschluss

12,9 % (126)

4,0 % (4)

3,8 % (4)

0,6 % (2)

25,4 % (83)

11,3 % (11)

abgeschlossene Lehre, Meister

8,1 % (79)

1,0 % (1)

5,7 % (6)

6,9 % (24)

11 % (36)

10,3 % (10)

Fachabitur, Fachhochschulreife

8,9 % (87)

4,0 % (4)

8,5 % (9)

7,5 % (26)

10,4 % (34)

11,3 % (11)

Abitur, Hochschulreife

37,2 % (363)

46,5 % (47)

38,7 % (41)

8,4 % (29)

27,5 % (90)

37,1 % (36)

Fachhochschul-/ Hochschulabschluss

21,1 % (206)

23,8 % (24)

39,6 % (42)

43,1 % (149)

12,5 % (41)

22,7 % (22)

anderer Abschluss

1,1 % (11)

0,0 % (0)

0,9 % (1)

22,3 % (77)

0,9 % (3)

2,1 % (2)

keine Angabe

1,1 % (11)

2,0 % (2)

0,9 % (1)

1,4 % (5)

0,6 % (2)

1,0 % (1)

7.2

Herkunft und Vergabe der Zufallszahl

Herkunft der Befragten In Abb. 19 ist zu sehen, über welche Kanäle bzw. Herkunftslinks die 977 Befragten akquiriert werden konnten, die den Fragebogen vollständig ausgefüllt haben. Dabei wird deutlich, dass durch das Posting der Melt! und Taubertal Festival OrganisatorInnen bei Facebook mit 35,9 % (n = 351) und 31,2 % (n = 305) der Großteil an TeilnehmerInnen gewonnen werden konnte. Jeweils 8,1 % und damit jeweils 79 Personen konnten über die Festivalpinnwände von studiVZ und das Forum des Haldern Pop Festival auf der Festivalwebsite zu einer Teilnahme animiert werden. Jeweils 3,6 % (n = 35) sind den Befragungsaufrufen über die Mailinglisten der Leuphana Universität Lüneburg und der durch die Autorin bei Facebook veröffentlichten Aufrufe gefolgt. Insgesamt 9,3 % (n = 93) konnten über die folgenden Kanäle zu einer Teilnahme motiviert


82

werden: die W:O:A Gruppe bei XING, die Mailingliste der HNEE, die Gruppe „Nachhaltiges Tourismusmanagement“ bei XING, den Melt! Newsletter sowie die Foren von Melt!, Taubertal Festival und MS Dockville auf deren Websites. MS Dockville Forum (Festivalwebsite)

1,7

Haldern Pop Forum (Festivalwebsite)

8,1

Taubertal Forum (tauberplanscher.de)

0,7

W:O:A Forum (Festivalwebsite)

2,1

Melt! Forum (Festivalwebsite)

0,4

Melt! Newsletter

1,1

NTM-Gruppe (XING)

0,2

Leuphana Universität Mailinglisten

3,6

HNEE Mailingliste

1,5

W:O:A Gruppe (XING)

1,6

Festivalpinnwände (studiVZ)

8,1

Festivalpinnwände (Facebook)

3,6

Taubertal Posting (Facebook)

31,2

Melt! Posting (Facebook)

35,9

0

5

10

15

20

25

30

35

40

Anteil in %

Abb. 19: Herkunft der Gesamtstichprobe (n = 977; prozentuale Anteile)

Für die einzelnen Festivals ergibt sich folgendes Bild: Der Großteil der zum Melt! Befragten konnte mit 88,4 % (n = 306) über das Melt! Posting bei Facebook erreicht werden. Über studiVZ konnte ein Anteil von 43,3 % (n = 42) der W:O:A Stichprobe gewonnen werden. 92,7 % (n = 303) derjenigen, die den Fragebogen zum Taubertal Festival beantworteten, konnten über das Taubertal Festival Posting bei Facebook erreicht werden. Der Link im Haldern Pop Festival Forum auf der Website des Festivals brachte 73,6 % (n = 78) TeilnehmerInnen und für das MS Dockville konnte erstaunlicherweise der höchste Prozentsatz mit 36,6 % (n = 37) über das Melt! Posting bei Facebook erreicht werden.


83

Vergabe der Zufallszahl für das PSM29 Es bestehen keine wesentlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Festivals, da eine recht gleichmäßige Verteilung der Zufallszahlen auf die Teilnehmenden erfolgte, so dass jeweils 488 Personen das „PSM nachhaltig“ und „PSM nicht nachhaltig“ beantworteten30 (s. Anhang E). 0,1

49,9

49,9

keine Zufallszahl 1 (PSM nachhaltig) 2 (PSM nicht nachhaltig)

Abb. 20: Vergabe der Zufallszahl (n = 977; prozentuale Anteile)

Der größte Unterschied im Hinblick auf die einzelnen Festivals ergibt sich dabei beim MS Dockville. Hier erhielten 46,5 % (n = 47) das „PSM nachhaltig“ und 53,5 % (n = 54) das „PSM nicht nachhaltig“.

29

Allen Teilnehmenden wurde die Zahl 1 oder 2 zugeteilt, die darüber entschied, ob das PSM zu einer nachhaltigen (Zahl 1) oder nicht nachhaltigen Festivalgestaltung (Zahl 2) abgefragt wurde (s. Kapitel 5.2.1). 30 Bei einer Person funktionierte die Vergabe der Zufallszahl nicht, d. h. dass in einem Fall sowohl das „PSM nachhaltig“ als auch das „PSM nicht nachhaltig“ beantwortet wurde.


84

7.3

Allgemeiner Teil

Besuche der ausgewählten Festivals 2010 Insgesamt besuchten 41,6 % (n = 406) aller Befragten 2010 das Melt! (Abb. 21) 31. 10,8

11,0 11,2 MS Dockville Haldern Pop Festival Melt!

33,4

Taubertal Festival W:O:A

41,6 Abb. 21: Besucheranteile (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Bitte klick an, welche der folgenden Musikfestivals Du dieses Jahr bereits besucht hast bzw. sicher noch besuchen wirst (Mehrfachnennungen möglich).

Besuche weiterer Festivals 2010 Zusätzlich zu den Besuchen bei einem oder mehreren der fünf Festivals konnten in einem offenen Antwortformat weitere Festivals angegeben werden, deren Besuch 2010 bereits stattgefunden hatte oder definitiv noch geplant war (s. Abb. 22). 36,5 % aller Befragten (n = 357) zählten weitere Festivals auf. Dabei nannten 26,4 % (n = 258) ein weiteres Festival, (5,8 % n = 57) zwei weitere, 2,8 % (n= 27) drei weitere, 0,7 % (n = 7) vier weitere, 0,2 % (n = 2) fünf weitere und 0,6 % (n = 6) gaben an, dass sie sechs oder mehr zusätzliche Festivals besucht hatten oder besuchen würden. Am häufigsten wurden das Southside Festival (n = 47), das Hurricane Festival (n = 37) und Rock im Park (n = 34) genannt.

31

Hier ergibt sich eine Summe größer 100 %, da einige Befragte mehr als eins der fünf Festivals besucht haben.


85

0,6 0,2 0,7 2,8

1 2 3 4 5 6 oder mehr

5,8

26,4

Abb. 22: Sonstige Festivals (n = 357; prozentuale Anteile); Frage: Sonstige Festivals, die Du 2010 besucht hast bzw. sicher noch besuchen wirst.

Zustimmung zu potenziellen Auswirkungen auf die Region 875 der Befragten (89,5 %) stimmen (eher) zu, dass durch Festivals die Bekanntheit einer Region erhöht wird, während 29 (3 %) davon ausgehen, dass dies (eher) nicht zutrifft. Rund zwei Drittel (66 %; n = 645) sind der Meinung, dass ein Festival zusätzliche Gelder für die Region akquiriert, in der es stattfindet. 5,7 % (n = 56) stimmen dieser Aussage (eher) nicht zu (s. Abb. 23). Diese Antworten zeigen, dass der Großteil davon ausgeht, dass Musikfestivals positive Effekte für die Region haben.

Hinsichtlich der Zustimmung zu möglichen negativen Auswirkungen zeigt sich ein deutlich differenzierteres Bild. Sowohl der Störung von Tieren als auch der Schädigung von Pflanzen als Effekt von Festivals stimmt weniger als die Hälfte der Befragten zu (33,7 %; n = 329 bzw. 47,5 %; n = 464), während jeweils rund ein Drittel (31,4 %; n = 307 bzw. 31,2 %; n = 305) „teils, teils“ angibt (s. Abb. 23). 307 (31,4 %) sagen, dass eine Störung von Tieren (eher) nicht zutrifft und bei der Schädigung von Pflanzen denken dies 192 Personen (19,7 %). Wenn es um den Beitrag zum Klimawandel durch die Anund Abreise geht, sind sogar 364 Befragte (37,2 %) der Meinung, dass diese Auswirkung (eher) nicht zutrifft, während 287 (29,4 %) davon ausgehen, dass dies (eher) der Fall ist. 295 (30,2 %) wählen „teils, teils“ als Antwort. Bei den Auswirkungen in Form von Müll in der Landschaft und einer Erhöhung des Verkehrslärms hingegen stimmt der Großteil der Befragten (62,8 %; n = 613 bzw. 57,9 %; n = 565) (eher) zu, dass es sich um einen Effekt von Festivals handelt, während 141 (14,4 %) bzw. 164 (16,8 %)


86

gegenteiliger Meinung sind. Jeweils rund ein Viertel antwortet mit „teils, teils“ (22,6 %; n = 221 bzw. 24,3 %; n = 237). 3,5 9,5 21,9

Störung von Tieren

31,4 20,5 13,2

1,6 4,1

Schädigung von Pflanzen

15,6 31,2 26,7 20,8 0,2 0,6

Erhöhung der Bekanntheit der Region

2,4 7,3 32,3 57,2

3,2

Beitrag zum Klimawandel durch die An- und Abreise der vielen Besucher und Besucherinnen

14,9 22,3 30,2 18,2 11,2

0,2 4,4

Müll in der Landschaft

10,0 22,6 24,9 37,9

1,1

mehr Verkehrslärm durch die An- und Abreise der vielen Besucher und Besucherinnen

4,3 12,5 24,3 28,7 29,2

9,7 1,3

zusätzliche Gelder für die Region

4,4 18,5 30,1 35,9

0

trifft zu

trifft eher zu

10

20

teils, teils

30 40 Anteil in %

trifft eher nicht zu

50

60

trifft nicht zu

70

weiß nicht

Abb. 23: Auswirkungen von Festivals auf die Region (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Musikfestivals können verschiedene Auswirkungen auf die Region haben, in der sie stattfinden. Bitte klick jeweils die für Dich zutreffende Aussage an.


87

Bei der Analyse der einzelnen Festivals ergeben sich zum Teil signifikante Unterschiede (s. Tab. 5).

So bestehen hinsichtlich der Zustimmung zum Item „Zusätzliche Gelder für die Region“ signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Festivals (Chi-Quadrat = 80,38; p < 0,001). Während 71,1 % der W:O:A BesucherInnen davon ausgehen, dass dies zutrifft, sind nur 23,8 % der MS Dockville Gäste dieser Meinung.

Geht es darum, dass Festivals einen „Beitrag zum Klimawandel durch die An- und Abreise der vielen Besucher und Besucherinnen“ leisten, so unterscheidet sich die Meinung der BesucherInnen der einzelnen Festivals signifikant (Chi-Quadrat = 47,17; p = 0,001). Während beim MS Dockville 6,9 % der Ansicht sind, dass dies nicht zutrifft, liegt dieser Anteil beim W:O:A bei 22,7 %.

Auch hinsichtlich der Zustimmung zu „Erhöhung der Bekanntheit der Region“ unterscheiden sich die Festivals signifikant voneinander (Chi-Quadrat = 60,12; p < 0,001). Während bei den Befragten des W:O:A 85,6 % davon ausgehen, dass dies eine Auswirkung von Festivals ist, sind beim Haldern Pop Festival lediglich 48,1 % dieser Meinung.

Beim Item „Schädigung von Pflanzen“ als Auswirkung von Festivals gehen die Meinungen der BesucherInnen ebenfalls signifikant auseinander (Chi-Quadrat = 43,15; p < 0,010). Während 24,3 % der Befragten des Melt! der Ansicht sind, dass diese Auswirkung besteht, sind dies beim Haldern Pop Festival nur 13,2 %.

Bei der Meinung der FestivalbesucherInnen zu den Aussagen „mehr Verkehrslärm durch die An- und Abreise der vielen Besucher und Besucherinnen“, „Müll in der Landschaft“ und „Störung von Tieren“ ergeben sich hingegen keine signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Festivals.


88


89


90

Einstellung zu Umwelt- und Naturschutz sowie ethischem und fairem Verhalten Es ist festzustellen, dass sowohl Umwelt- und Naturschutz als auch ethisches und faires Verhalten einen hohen Stellenwert bei den Befragten besitzen: Umwelt- und Naturschutz sind für 811 Personen (83 %) eher wichtig bis sehr wichtig und für 103 Befragte (10,5 %) eher unwichtig bis völlig unwichtig (s. Abb. 24). Ethisches und faires Verhalten ist für 922 Teilnehmende (94,4 %) eher wichtig bis sehr wichtig und für 29 Befragte (3 %) eher unwichtig bis völlig unwichtig. Ethisches und faires Verhalten hat mit einem Mittelwert von 8,31 auf einer Skala von 0 bis 10 einen höheren Rang als Umwelt- und Naturschutz mit 7,2 (s. Tab. 6 & 7). 30 26,2

24,5

25

23,4

24,1

24,3

Anteil in %

20 16,2

14,3

15

11,1 9,7

10 6,4

5

4,0

3,9

3,7 2,7

0,5

0,1

1,7

1,5

0,6 0,1

1,0 0

0 völlig unwichtig

1

2

3

4

5

6

7

8

9

sehr wichtig

Umwelt- und Naturschutz ethisches und faires Verhalten

Abb. 24: Wichtigkeit von Umwelt- und Naturschutz sowie ethischem und fairem Verhalten (n = 977; prozentuale Anteile); Frage 1: Welche Rolle spielen Umwelt- und Naturschutz für Dich persönlich? Frage 2: Wie wichtig ist Dir persönlich ethisches und faires Verhalten in der heutigen Gesellschaft?

Zwischen den einzelnen Festivals ergeben sich diesbezüglich keine signifikanten Unterschiede. Mit durchschnittlichen Werten der Wichtigkeit von Umwelt- und Naturschutz von 6,70 bei den Befragten des W:O:A bis 7,52 bei den Befragten des MS Dockville ist zu erkennen, dass Umwelt- und Naturschutz unabhängig von der Art des Festivals eine


91

große Rolle spielen (s. Tab. 6 & 7). Deutlich wird aber auch, dass die Wichtigkeit von ethischem und fairem Verhalten mit Mittelwerten von 7,97 bei W:O:A bis zu 8,48 beim Melt! ebenso wie in der Gesamtstichprobe eine größere Bedeutung hat als Umweltund Naturschutz. Das W:O:A zeichnet sich bei beiden Fragen durch den niedrigsten Mittelwert der fünf Festivals aus. Tab. 6: Wichtigkeit von Umwelt- und Naturschutz (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Wichtigkeit Umweltund Naturschutz 0 (völlig unwichtig) 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 (sehr wichtig) Statistische Kennzahlen Mittelwert +/Standardabweichung (Range)

Alle Festivals n = 977

Dockville n = 101

Haldern Pop n = 106

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

0,5 % (5) 0,6 % (6) 1,5 % (15) 4,0 % (39) 3,9 % (38) 6,4 % (63) 9,7 % (95) 24,5 % (239) 23,4 % (229) 14,3 % (140) 11,1 % (108) Alle Festivals n = 977 7,20 +/1,99 (0-10)

1,0 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 1,0 % (1) 4,0 % (4) 7,9 % (8) 12,9 % (13) 16,8 % (17) 24,8 % (25) 15,8 % (16) 15,8 % (16) Dockville n = 101 7,52 +/1,87 (0-10)

0,0 % (0) 1,9 % (2) 0,0 % (0) 1,9 % (2) 1,9 % (2) 7,5 % (8) 5,7 % (6) 25,5 % (27) 27,4 % (29) 19,8 % (21) 8,5 % (9) Haldern Pop n = 106 7,47 +/1,77 (1-10)

0,3 % (1) 0,3 % (1) 0,6 % (2) 4,6 % (16) 4,6 % (16) 6,4 % (22) 7,5 % 26) 26,0 % (90) 25,4 % (88) 14,2 % (49) 10,1 % (35) Melt! n = 346 7,25 +/1,89 (0-10)

0,3 % (1) 0,9 % (3) 2,4 % (8) 4,0 % (13) 3,7 % (12) 5,8 % (19) 11,6 % (38) 25,4 % (83) 21,7 % (71) 13,1 % (43) 11,0 % (36) Taubertal n = 327 7,11 +/2,04 (0-10)

2,1 % (2) 0,0 % (0) 5,2 % (5) 7,2 % (7) 4,1 % (4) 6,2 % (6) 12,4 % (12) 22,7 % (22) 16,5 % (16) 11,3 % (11) 12,4 % (12) W:O:A n = 97 6,70 +/2,43 (0-10)


92

Tab. 7: Wichtigkeit von ethischem und fairem Verhalten (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Wichtigkeit ethisches und faires Verhalten 0 (völlig unwichtig) 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 (sehr wichtig) Statistische Kennzahlen Mittelwert +/Standardabweichung (Range)

Alle Festivals n = 977 0,1 % (1) 0,1 % (1) 0,0 % (0) 1,7 % (17) 1,0 % (10) 2,7 % (26) 3,7 % (36) 16,2 % (158) 24,3 % (237) 24,1 % (235) 26,2 % (256) Alle Festivals n = 977 8,31 +/1,57 (0-10)

Dockville n = 101 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 2,0 % (2) 0,0 % (0) 1,0 % (1) 1,0 % (1) 16,8 % (17) 28,7 % (29) 22,8 % (23) 27,7 % (28) Dockville n = 101 8,47 +/1,39 (3-10)

Haldern Pop n = 106 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,9 % (1) 0,0 % (0) 3,8 % (4) 4,7 % (5) 17,0 % (18) 22,6 % (24) 29,2 % (31) 21,7 % (23) Haldern Pop n = 106 8,30 +/1,42 (3-10)

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

0,0 % (0) 0,3 % (1) 0,0 % (0) 0,9 % (3) 1,4 % (5) 1,4 % (5) 3,2 % (11) 12,7 % (44) 24,6 % (85) 27,2 % (94) 28,3 % (98)

0,3 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 2,8 % (9) 0,9 % (3) 2,1 % (7) 4,3 % (14) 19,3 % (63) 24,5 % (80) 20,5 % (67) 25,4 % (83)

0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 2,1 % (2) 2,1 % (2) 9,3 % (9) 5,2 % (5) 16,5 % (16) 19,6 % (19) 20,6 % (20) 24,7 % (24)

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

8,48 +/1,47 (1-10)

8,17 +/1,67 (0-10)

7,97 +/1,81 (3-10)

Beeinflussung durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen beim Ticketkauf Der Mittelwert auf der Skala von 0 bis 10 liegt bei 4,9, was bedeutet, dass das Verhältnis zwischen Befragten, die sich von einer umwelt- und sozialverträglichen Festivaldurchführung bei ihrer Ticketkaufentscheidung beeinflussen lassen und denen, die dies nicht tun, relativ ausgeglichen ist (s. Tab. 8). 426 der TeilnehmerInnen (43,6 %) lassen sich (eher) nicht beeinflussen, während 444 der Befragten (45,4 %) diese Aspekte (in jedem Fall) in die Auswahl eines Festivals einbeziehen (s. Abb. 25). 107 Personen (11,0 %) wollten sich nicht festlegen.


Anteil in %

93

20 18 16 14 12 10 8 6 4 2 0

17,7 15,3

11,0 8,1

7,3

10,3

7,3

6,8

5,7

6,2 4,4

nein, gar nicht

1

2

3

4

5

6

7

8

9

ja, auf jeden Fall

Abb. 25: Beeinflussung durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen beim Ticketkauf (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Beeinflusst Dich eine umwelt- und sozialverträgliche Festivaldurchführung beim Ticketkauf?

Bei der Analyse der einzelnen Festivals wird deutlich, dass sich die Einschätzung der W:O:A BesucherInnen signifikant von den Einschätzungen aller anderen FestivalbesucherInnen unterscheidet (ANOVA, Post-Hoc Scheffé: p < 0,001). Während MS Dockville, Haldern Pop Festival, Melt! und Taubertal Festival Mittelwerte von 4,71 bis 5,50 erreichen, liegt der Durchschnitt beim W:O:A lediglich bei 3,29 (s. Tab. 8). Tab. 8: Beeinflussung durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen beim Ticketkauf (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Beeinflussung beim Ticketkauf 0 (nein, gar nicht) 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 (ja, auf jeden Fall)

Alle Festivals n = 977 8,1 % (79) 5,7 % (56) 7,3 % (71) 15,3 % (149) 7,3 % (71) 11,0 % (107) 10,3 % (101) 17,7 % (173) 6,8 % (66) 6,2 % (61) 4,4 % (43)

Dockville n = 101 6,9 % (7) 4,0 % (4) 13,9 % (14) 7,9 % (8) 4,0 % (4) 13,9 % (14) 13,9 % (14) 15,8 % (16) 7,9 % (8) 5,0 % (5) 6,9 % (7)

Haldern Pop n = 106 5,7 % (6) 0,9 % (1) 7,5 % (8) 15,1 % (16) 5,7 % (6) 11,3 % (12) 12,3 % (13) 17,9 % (19) 8,5 % (9) 8,5 % (9) 6,6 % (7)

Melt! n = 346 5,5 % (19) 4,6 % (16) 5,2 % (18) 12,7 % (44) 8,4 % (29) 13,9 % (48) 10,1 % (35) 20,8 % (72) 6,6 % (23) 8,1 % (28) 4,0 % (14)

Taubertal n = 327 8,3 % (27) 7,6 % (25) 6,1 % (20) 18,3 % (60) 8,9 % (29) 7,6 % (25) 9,2 % (30) 18,0 % (59) 6,7 % (22) 4,9 % (16) 4,3 % (14)

W:O:A n = 97 20,6 % (20) 10,3 % (10) 11,3 % (11) 21,6 % (21) 3,1 % (3) 8,2 % (8) 9,3 % (9) 7,2 % (7) 4,1 % (4) 3,1 % (3) 1,0 % (1)


94

Statistische Kennzahlen Mittelwert +/Standardabweichung (Range)

7.4

Alle Festivals n = 977 4,90 +/2,79 (0-10)

Dockville n = 101 5,12 +/2,84 (0-10)

Haldern Pop n = 106 5,50 +/2,71 (0-10)

Melt! n = 346 5,29 +/2,64 (0-10)

Taubertal n = 327 4,71 +/2,81 (0-10)

W:O:A n = 97 3,29 +/2,72 (0-10)

Festivalspezifischer Teil

Teilnehmende nach Festivals Wie sich auch schon anhand der Herkunft erahnen lässt, haben die meisten Teilnehmenden den Fragebogen zum Melt! (n = 346) und Taubertal Festival (n = 327) beantwortet (s. Abb. 26). Jeweils rund 10 % der Teilnehmenden hatten zuletzt das MS Dockville (n = 101), Haldern Pop Festival (n = 106) oder W:O:A (n = 97) besucht. 9,9

10,3 10,8 MS Dockville Haldern Pop Festival Melt!

33,5

Taubertal Festival W:O:A 35,4 Abb. 26: Teilnehmende nach Festivals (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Bitte gib an, welches der folgenden Festivals Du 2010 zuletzt besucht hast.

Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen Insgesamt wurden 27 Nachhaltigkeitsmaßnahmen abgefragt. Bei den drei Maßnahmen, die den meisten BesucherInnen aufgefallen sind, handelt es sich um „Pfandbecher und/oder Mehrweggeschirr“ (90,3 %; n = 882), „Müllpfand“ (81,9 %; n = 800) und „Internetforum für Mitfahrgelegenheiten“ (69,5 %; n = 679) (s. Abb. 27 a bis c). Bei den Maßnahmen, die den meisten Teilnehmenden nicht aufgefallen sind, handelt es sich um „Umweltbildungsangebote auf dem Festivalgelände (z. B. naturkundliche Führungen)“ (73,6 %; n = 719), „Nutzung von Ökostrom oder erneuerbaren Energiequellen vor Ort (z. B. Solaranlagen)“ (58,8 %; n = 574) und „Möglichkeiten zur Mülltrennung“ (57,4 %; n = 561) (s. Abb. 27 a bis c).


95

26 46,6

energie- und/oder wassersparende Vorrichtungen 27,4 30,9

Recyclingpapier und/oder FSC-zertifiziertes Papier (z. B. Toilettenpapier, Flyer)

44,4 24,7 4,5 13,6

Müllpfand

81,9 9,4 57,4

Möglichkeiten zur Mülltrennung 33,2 9,4 38,9

ausreichende Anzahl an Mülleimern

51,7 2,7 7,1

Pfandbecher und/oder Mehrweggeschirr

90,3 20,2

Verbot von Generatoren auf den Campingplätzen

50,8 29,1 43,5 54,9

Ankauf von Treibhausgas-Emissionszertifikaten 1,6 31,1

Nutzung von Ökostrom oder erneuerbaren Energiequellen vor Ort (z. B. Solaranlagen)

58,8 10,1

0

10

20

30

40

50 60

70

80

90 100

Anteil in % ja, die Maßnahme ist mir aufgefallen

nein, die Maßnahme ist mir nicht aufgefallen

weiß nicht

Abb. 27 a: Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Einige Festivalorganisatoren und -organisatorinnen bemühen sich bereits darum, ihr Musikfestival nicht nur wirtschaftlich, sondern auch möglichst umweltgerecht und zum Wohl der Menschen in der Festivalregion zu gestalten. Du siehst nachfolgend eine Liste von Maßnahmen, die bei einigen Festivals bereits durchgeführt werden. Bitte klick an, welche der Maßnahmen Dir im Zusammenhang mit dem [Name des zuletzt besuchten Festivals] aufgefallen sind.


96

32,2

Gendermainstreaming (geschlechtergerechte Ansprache der FestivalbesucherInnen)

45,0 22,7

16,4

barrierefreier Zugang zum Festivalgelände und seinen Einrichtungen (z. B. für Rollstuhlfahrer)

22,2 61,4

12,9

Werbung für das kulturelle Angebot der Region (z. B. auf dem Festivalgelände, auf der Festivalwebsite)

37,7 49,4

30,4

Verkauf von fair und/oder ökologisch produzierten Merchandisingartikeln (z. B. Festivalshirts aus Ökobaumwolle)

43,8 25,8

17,2

Umweltbildungsangebote auf dem Festivalgelände (z. B. naturkundliche Führungen)

73,6 9,2

17,7 35,8

Spendenaktionen für Umwelt- und Sozialprojekte

46,5

12,5

Präsentation gemeinnütziger Organisationen auf dem Festival, der Website etc. (z. B. Greenpeace, Viva con Agua)

30,3 57,2

0

10

20

30

40

50

60

70

80

Anteil in %

ja, die Maßnahme ist mir aufgefallen

nein, die Maßnahme ist mir nicht aufgefallen

weiß nicht

Abb. 27 b: Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen (n = 977; prozentuale Anteile)


97

11 48,7

kostenlose Bereitstellung von Trinkwasser 40,3

Weitergabe des übrig gebliebenen Essens/Getränke von BesucherInnen und StandbetreiberInnen an gemeinnützige Organisationen (z. B. Tafel e. V.)

32,9 55,3 11,9 24,5

Angebot an fair gehandelten Speisen/Getränken (z. B. Kaffee)

42,1 33,5 22,3 43,7

Angebot an Speisen/Getränken aus der Region 34 24,6

50,7

Angebot an Speisen/Getränken mit einem Biosiegel 24,8 28,6

Umweltmanagement- oder "Sounds for Nature" Zertifizierung

42,3 29,2 27,7 48,1

emissions- und lärmarme Shuttlebusse 24,2 13,3

Anreize für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (z. B. Kombiticket aus Festivaleintritt und Zuganreise)

38,9 47,8 14,4 16,1

Internetforum für Mitfahrgelegenheiten

69,5

umweltfreundliche Anreiseangebote der FestivalorganisatorInnen (z. B. Festivalzug, Reisebus)

14 26,6 59,4 13,8 28

Informationen zu einer umweltfreundlichen Anreise

58,1

0

10

20

30

40

50

60

70

80

Anteil in %

ja, die Maßnahme ist mir aufgefallen

nein, die Maßnahme ist mir nicht aufgefallen

weiß nicht

Abb. 27 c: Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen (n = 977; prozentuale Anteile)

Bei der Analyse der einzelnen Festivals ergeben sich teilweise signifikante Unterschiede (s. Tab. 9). Die „Nutzung von Ökostrom oder erneuerbaren Energiequellen vor Ort (z. B. Solaranlagen)“ ist 22,9 % der Taubertal Festival BesucherInnen aufgefallen, während beim Haldern Pop Festival nur 1,9 % diese Maßnahme bemerkten. Eine „ausreichende Anzahl an Mülleimern“ ist 72,6 % der Befragten des Haldern Pop Festivals aufgefallen und wurde beim Melt! nur von 44,5 % der Befragten wahrgenommen. Wäh-


98

rend 93,4 % der BesucherInnen des Haldern Pop Festival ein „Internetforum für Mitfahrgelegenheiten“ aufgefallen ist, lag dieser Anteil unter den BesucherInnen des Taubertal Festivals nur bei 51,1 %.


99


100


101


102


103


104

Sonstige Maßnahmen Vor allem hinsichtlich des Handlungsfeldes „Abfall“ werden weitere Maßnahmen, die die FestivalorganisatorInnen bereits durchführen, genannt (s. Tab. 10). Tab. 10: Sonstige Maßnahmen nach Bereichen (32 Nennungen; prozentuale Anteile und absolute Zahlen); offene Frage: Sonstige Maßnahmen, die Dir im Zusammenhang mit dem [Name des zuletzt besuchten Festivals] aufgefallen sind. Maßnahmenbereich Abfall Soziale Verantwortung, Kooperationen und regionale Wertschöpfung Kulturerlebnis, Umweltbildung und Kommunikation Mobilität Verpflegung Ressourcenschutz

Alle Festivals (32 Nennungen) 34,4 % (11) 31,3 % (10) 15,6 % (5) 12,5 % (4) 3,1 % (1) 3,1 % (1)

Für das Handlungsfeld „Mobilität“ wurden bspw. eine „Gute Parkplatz-Organisation“ beim Melt! genannt. Beim W:O:A und Taubertal Festival sind Abfallsammler aufgefallen und in punkto „Ressourcenschutz“ wurde angemerkt, dass beim Taubertal Festival die Hackschnitzel wieder abgetragen werden. Im Bereich „Soziale Verantwortung, Kooperationen und regionale Wertschöpfung“ wurde für das MS Dockville das Engagement für die Kinder des Stadtteils in Form des Lüttville erwähnt, während beim Haldern Pop Festival die Einbindung der Dorfbevölkerung als weitere Maßnahme aufgezählt wurde. In Bezug auf „Kulturerlebnis, Umweltbildung und Kommunikation“ wurde das Verteilen des Flyers „Rock’n’Roll-Klima-Guide“ durch einen Gast des Melt! genannt. Ebenfalls beim Melt! sind einer Person vegetarische und vegane Stände in der Kategorie „Verpflegung“ aufgefallen. Weitere Details sind in Anhang F zu finden. Bewertung der wahrgenommenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen Zur Bewertung wurden den Teilnehmenden nur diejenigen Maßnahmen gezeigt, die ihnen aufgefallen waren. Die drei Maßnahmen, die jeweils durch den größten Anteil dieser Teilstichproben als sinnvoll erachtet wurden, sind eine „ausreichende Zahl an Mülleimern“ (97,2 %, n = 491), die „kostenlose Bereitstellung von Trinkwasser“ (97,0 %, n = 382) sowie die „Weitergabe des übrig gebliebenen Essens/Getränke von BesucherInnen und StandbetreiberInnen an gemeinnützige Organisationen (z. B. Tafel e. V.)“ (94,8 %, n = 110) (s. Abb. 28 a bis c).


105

3,9

Umweltmanagement- oder "Sounds for Nature" Zertifizierung

2,5 24,9 68,8 2,5 3,0

emissions- und lärmarme Shuttlebusse

20,3 74,2 0,9

Anreize für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (z. B. Kombiticket aus Festivaleintritt und Zuganreise)

0,4 8,6 90,1 0,1 0,6

Internetforum für Mitfahrgelegenheiten

5,3 94,0 0,0

umweltfreundliche Anreiseangebote der FestivalorganisatorInnen (z. B. Festivalzug, Reisebus)

0,3 10,7 89,0 0,9 1,9

Informationen zu einer umweltfreundlichen Anreise

14,1 83,1 0,7 5,6

Verbot von Generatoren auf den Campingplätzen

28,9 64,8 12,5 12,5

Ankauf von Treibhausgas-Emissionszertifikaten

43,8 31,3 1,0

Nutzung von Ökostrom oder erneuerbaren Energiequellen vor Ort (z. B. Solaranlagen)

1,0 13,1 84,8

0

10

20

30

40

50

60

70

80

90 100

Anteil in %

ja, die Maßnahme finde ich sinnvoll

teils, teils

nein, diese Maßnahme finde ich nicht sinnvoll

weiß nicht

Abb. 28 a: Bewertung der wahrgenommenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen (n: s. Tab. 11; prozentuale Anteile); Frage: Dir sind einige Maßnahmen im Zusammenhang mit dem [Name des zuletzt besuchten Festivals] aufgefallen. Bitte beurteile nun, für wie sinnvoll oder nicht sinnvoll Du diese Maßnahmen hältst.


106

6,3

Gendermainstreaming (geschlechtergerechte Ansprache der FestivalbesucherInnen)

16,1 29,3 48,2 0,5

barrierefreier Zugang zum Festivalgelände und seinen Einrichtungen (z. B. für Rollstuhlfahrer)

0,3 5,5 93,7 3,5

Werbung für das kulturelle Angebot der Region (z. B. auf dem Festivalgelände, auf der Festivalwebsite)

12,2 35,8 48,4 1,6

Verkauf von fair und/oder ökologisch produzierten Merchandisingartikeln (z. B. Festivalshirts aus Ökobaumwolle)

7,1 33,7 57,5 1,1 1,5

energie- und/oder wassersparende Vorrichtungen

15,3 82,1 5,6

Umweltbildungsangebote auf dem Festivalgelände (z. B. naturkundliche Führungen)

17,8

37,8 38,9

1,5 6,2

Spendenaktionen für Umwelt- und Sozialprojekte

30,6 61,7 3,4

Präsentation gemeinnütziger Organisationen auf dem Festival, der Website etc. (z. B. Greenpeace, Viva con Agua)

8,2 32,4 56,0 2,1

Recyclingpapier und/oder FSC-zertifiziertes Papier (z. B. Toilettenpapier, Flyer)

5,8 18,7 73,4

0

10

20

30

40

50

60

70

80

90 100

Anteil in % ja, die Maßnahme finde ich sinnvoll

teils, teils

nein, diese Maßnahme finde ich nicht sinnvoll

weiß nicht

Abb. 28 b: Bewertung der wahrgenommenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen (n: s. Tab. 11; prozentuale Anteile)


107

0,5 3,8

Müllpfand

15,3 80,5 0,6 3,7

Möglichkeiten zur Mülltrennung

19,8 75,9 0,0 0,4

ausreichende Anzahl an Mülleimern

2,4

97,2

0,1

Pfandbecher und/oder Mehrweggeschirr

2,4 13,4 84,1 0,3

kostenlose Bereitstellung von Trinkwasser

0,5 2,3 97,0 0,9

Weitergabe des übrig gebliebenen Essens/Getränke von BesucherInnen und StandbetreiberInnen an gemeinnützige Organisationen (z. B. Tafel e. V.)

0,9 3,4 94,8 1,5

Angebot an fair gehandelten Speisen/Getränken (z. B. Kaffee)

3,7 21,4 73,4 1,2

Angebot an Speisen/Getränken mit einem Biosiegel

4,5 42,6 51,7 1,8

Angebot an Speisen/Getränken aus der Region

2,4 23,5 72,3

0

10

20

30

40

50

60

70

80

90

100

Anteil in % ja, die Maßnahme finde ich sinnvoll

teils, teils

nein, diese Maßnahme finde ich nicht sinnvoll

weiß nicht

Abb. 28 c: Bewertung der wahrgenommenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen (n: s. Tab. 11; prozentuale Anteile)

Bei der Analyse der einzelnen Festivals ergeben sich zum Teil signifikante Unterschiede (s. Tab. 11). „Müllpfand“ ist nach Ansicht von 85,2 % der MS Dockville und Haldern Pop Festival BesucherInnen, denen diese Maßnahme aufgefallen ist, sinnvoll. Beim W:O:A denken dies nur 64,6 %.


108

23 (60,5 %) von 38 der MS Dockville BesucherInnen finden ein „Angebot an Speisen/Getränken mit einem Biosiegel“ sinnvoll, während dies nur eine/r (25,0 %) von vier Befragten des W:O:A so sieht.

Bezüglich der „umweltfreundlichen Anreiseangebote der FestivalorganisatorInnen (z. B. Festivalzug, Reisebus)“ ergeben sich die größten Unterschiede zwischen Melt! und Taubertal Festival mit 93,5 % bzw. 77,1 % Zustimmung.


109


110


111


112


113


114


115

Informationsquellen Dem Großteil aller Befragten (81,0 %, n = 791) sind Nachhaltigkeitsmaßnahmen durch eigene Beobachtungen während des Festivalbesuchs aufgefallen. An zweiter Stelle folgt die Festivalwebsite als Informationsquelle mit 715 Nennungen (73,2 %) und am dritthäufigsten wurden die Maßnahmen über das Programm- bzw. Informationsheft des Festivals (57,9 %, n = 566) sowie Hinweise auf dem Festivalgelände wahrgenommen (57,8 %, n = 565) (s. Abb. 29). 2,0

keine Angabe

0,9

sonstige*

27,8

Hinweis e durch andere Pers onen

81,0

eigene Beobachtungen während des Fes tivalbesuchs

57,8

Hinweise auf dem Festivalgelände (z. B. Schilder)

13,9

Presse

15,5

Bühnenans prachen auf dem Festival

17,1

Monitore/Leinwände auf dem Festivalgelände

57,9

Program m - oder Inform ationsheft des Fes tivals

73,2

Festivalwebsite

0

10

20

30

40

50

60

70

80

Anteil in %

* www.tauberplanscher.de, Green Music Initiative, Flyer, Facebook Abb. 29: Informationsquellen (n = 977; prozentuale Anteile); halboffene Frage: Dir sind einige umwelt- und sozialverträgliche Maßnahmen aufgefallen. Wie hast Du davon erfahren? (Mehrfachnennungen möglich)

Bezüglich der Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen über die Festivalwebsite ergeben sich signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Festivals (Chi-Quadrat = 31,60; p < 0,001) (s. Anhang E). Der Anteil der Personen, die Informationen zu den Nachhaltigkeitsbemühungen über die Festivalwebsite erhalten, haben reicht von 64,4 % (n = 65) beim MS Dockville bis zu 82,7 % (n = 286) beim Melt!. Auch bei der Wahrnehmung über das Programm- oder Informationsheft bestehen signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Festivals (Chi-Quadrat = 21,40; p < 0,001). Über diesen Weg haben 43,3 % (n = 42) beim W:O:A bis zu 67 % (n = 219) beim Taubertal Festival etwas über die Maßnahmen erfahren. Bei der Information über Monitore bzw. Lein-

90


116

wände auf dem Festivalgelände werden ebenfalls signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Festivals deutlich (Chi-Quadrat = 77,59; p < 0,001). Von 3,8 % (n = 4) beim Haldern Pop Festival bis zu 31,2 % (n = 102) beim Taubertal Festival konnten über diesen Kanal informiert werden. Auch in Bezug auf Bühnenansprachen als Informationskanal für Nachhaltigkeitsmaßnahmen ergeben sich signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Festivals (Chi-Quadrat = 200,95; p < 0,001). Bühnenansprachen wurden von 2,9 % (n = 10) der BesucherInnen des Melt! bis zu 38,5 % (n = 126) des Taubertal Festivals angegeben.

Keine signifikanten Unterschiede zwischen den einzelnen Festivals ergeben sich bei folgenden Maßnahmen: Durch die Presse haben von 6,9 % (n = 7) beim MS Dockville bis zu 16,5 % (n = 16) beim W:O:A Kenntnis von den Maßnahmen erhalten. Hinweise auf dem Festivalgelände haben von 49,5 % (n = 48) beim W:O:A bis zu 67,3 % der Befragten (n = 68) beim MS Dockville für die Bekanntmachung der Maßnahmen gesorgt. Eigene Beobachtungen haben von 77,2 % Melt! BesucherInnen (n = 267) bis zu 87,7 % BesucherInnen (n = 93) beim Haldern Pop Festival gemacht und Hinweise durch andere Personen erhielten von 19,8 % (n = 21) beim Haldern Pop Festival bis zu 30,9 % (n = 101) beim Taubertal Festival.


117

Verbesserungspotenzial Rund ein Viertel der Befragten (n = 219) nennt eine oder mehrere Verbesserungsmaßnahmen. 183 FestivalbesucherInnen sind der Ansicht, dass es weder im Umweltschutz noch im sozialen und regionalwirtschaftlichen Bereich etwas durch die FestivalorganisatorInnen zu verbessern gibt (s. Abb. 30). 2,5 22,4

es besteht Verbesserungspotenzial* es gibt in diesen Bereichen nichts zu verbessern weiß nicht 56,4

18,7

keine Angabe

Abb. 30: Verbesserungspotenzial (n = 977; prozentuale Anteile); halboffene Frage: Fällt Dir etwas ein, das die Organisatoren und Organisatorinnen des [Name des zuletzt besuchten Festivals] im Umweltschutz sowie im sozialen und regionalwirtschaftlichen Bereich verbessern könnten? *Es wurde Verbesserungspotenzial in verschiedenen Bereichen benannt.

Die Unterschiede, die sich hinsichtlich der BesucherInnen der einzelnen Festivals ergeben, sind in den folgenden Tabellen dargestellt: Tab. 12: Verbesserungspotenzial (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Verbesserungspotenzial

Alle Festivals n = 977

Dockville n = 101

Haldern Pop n = 106

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

es besteht Verbesserungspotenzial

22,4 % (219)

22,8 % (23)

25,5 % (27)

28,3 % (98)

17,4 % (57)

14,4 % (14)

es gibt in diesen Bereichen nichts zu verbessern

18,7 % (183)

15,8 % (16)

12,3 % (13)

14,5 % (50)

26,3 % (86)

18,6 % (18)

weiß nicht

56,4 % (551)

61,4 % (62)

60,4 % (64)

52,6 % (182)

54,4 % (178)

67,0 % (65)

keine Angabe

2,5 % (24)

0,0 % (0)

1,9 % (2)

4,6 % (16)

1,8 % (6)

0,0 % (0)


118

Tab. 13: Verbesserungspotenzial nach Bereichen (Gesamt- und Teilstichproben; absoluten Zahlen) es besteht Verbesserungspotenzial in folgenden Bereichen Nennungen:

Alle Festivals

Dockville

Haldern Pop

Melt!

Taubertal

W:O:A

320

39

31

152

71

17

Mobilität

38

8

2

13

15

0

Abfall

98

14

3

55

14

12

Abwasser/ Sanitäranlagen

19

0

3

9

7

0

16

1

0

10

5

0

14

2

1

7

3

1

57

5

14

27

10

1

40

2

5

17

14

2

3

1

0

2

0

0

25

4

0

17

3

1

10

2

3

5

0

0

Ressourcenschutz Energie und Emissionen (CO2 und Lärm) Verpflegung Kulturerlebnis, Umweltbildung und Kommunikation SponsorInnen und StandbetreiberInnen Soziale Verantwortung, Kooperationen und regionale Wertschöpfung Sonstiges

Insgesamt wurde 320 mal Verbesserungspotenzial in Form von Handlungsfeldern oder konkreten Maßnahmen, die bislang nach Ansicht der Befragten nicht implementiert wurden, benannt (s. Anhang G). Die häufigsten Einzelnennungen für die Festivals werden im Folgenden anhand der in Tab. 13 aufgeführten Handlungsfelder näher beschrieben.

Mobilität Sowohl die BesucherInnen des MS Dockville als auch des Taubertal Festivals wünschen sich Verbesserungen des Shuttlebusservices wie bspw. eine Erhöhung der Anzahl der Busse. So äußert ein Gast des MS Dockville: „der Verkehr der Shuttlebusse in der Nacht war schlecht. Viele Besucher, die aus Hamburg kommen und abends nach Hause gefahren sind, mussten sich ein Taxi rufen, weil kein Bus kam und auch nie-


119

mand sagen konnte, wie die Fahrzeiten sind. Der Effekt des kraftstoffsparenden Transports geht dadurch verloren.“ Beim Melt! wurde in diesem Handlungsbereich vor allem der Wunsch nach einer Erhöhung der Anzahl von Melt! Trains geäußert: „Der Melt! Train war eine sehr gute Idee und diese Idee haben wir auch genutzt. Sicherlich wäre es toll noch einen weiteren Zug fahren zu lassen, allerdings wüsste ich nicht, wo man diesen abstellen könnte (wegen der Besucher, die ständig im Zug ein und ausgehen.) Alternativ könnte man nur die Zugreise anbieten. Sprich, dass die Leute normal Campen auf dem Campingplatz.“ Beim Haldern Pop Festival werden die Schaffung von Anreizen für die Anreise mit Bus und Bahn sowie das Anbieten eines Kombitickets aus Festivaleintritt und Anreise als Verbesserungsmaßnahmen genannt. Die BesucherInnen des W:O:A äußern im Handlungsfeld „Mobilität“ keinen Verbesserungsbedarf.

Abfall MS Dockville, Melt!, Taubertal Festival und W:O:A BesucherInnen sehen vor allem Verbesserungspotenzial in der Anzahl der Mülleimer - diese sollte in jedem Fall erhöht werden. Ein Gast des MS Dockville meint: „Mehr Mülleimer!!! Die Becher, die bereitgestellt wurden, wurden einfach weggeworfen (letzter Abend, nach dem Unwetter sah das Gelände fürchterlich aus, es lag überall der Müll rum)“. Und zum Melt! wird geäußert: „Es ist z.B. ja ganz nett, dass es einen Müllpfand gibt, aber warum gibt es kaum Müllbehälter auf dem Campingplatz bzw. auf dem Weg zum Festivalgelände? Dann liegt trotzdem 4 Tage der ganze Krempel in der Gegend herum.“ Für das W:O:A wird des Weiteren die Einführung von Müllpfand vorgeschlagen. Die Befragten des Haldern Pop Festival, die Verbesserungspotenzial angaben, wünschen sich vor allem eine (konsequente) Mülltrennung.

Abwasser/Sanitäranlagen Der Haupthandlungsbedarf liegt nach den Angaben der Melt! und Taubertal Festival BesucherInnen in der Erhöhung der Anzahl sanitärer Anlagen und einer häufigeren Reinigung derselben. Ein Melt! Gast meint dazu: „Mehr Duschen & Toiletten, damit nicht fast ausschließlich der schöne See verwendet wird :-)“. Und beim Taubertal Festival wird Folgendes geäußert: „Besseres Angebot an sanitären Einrichtungen (zu viele verdreckte Dixis, was immer damit endet, dass alle ihr Geschäft in dem angrenzenden Wald verrichten und dort ihr Toilettenpapier hinterlassen).“ Hinsichtlich des Haldern Pop Festival wurde der Wunsch nach kostenlosen Duschen geäußert, damit sich niemand mit Shampoo im See wäscht sowie „Ökodixis“ und einer Senkung der Temperatur bei den Duschen. Für das MS Dockville und W:O:A wird in diesem Handlungsfeld kein Verbesserungspotenzial benannt.


120

Ressourcenschutz In Maßnahmen zum Schutz des Sees wie bspw. einem verbesserten Zugang oder dem Verkauf von biologisch abbaubarer Seife liegt nach Ansicht der Befragten ein Verbesserungspotenzial des Melt! Festivals. Auch beim Taubertal Festival wird ein verbesserter Schutz der Landschaft (Tauber, Wald) gefordert. Ein Gast des MS Dockville wünscht sich, dass auf dem Festivalgelände künftig keine Bäume mehr gefällt werden. Die BesucherInnen von Haldern Pop Festival und W:O:A merken zum „Ressourcenschutz“ keine Verbesserungsmaßnahmen an.

Energie und Emissionen (CO2, Lärm) Die BesucherInnen von MS Dockville, Haldern Pop Festival, Melt! und Taubertal Festival, die in diesem Bereich Handlungsbedarf erkennen, sehen diesen vor allem in der (verstärkten) Nutzung erneuerbarer Energien. Für das W:O:A wird „Klimaneutralität durch Emissionszertifikate - Green Tickets anbieten“ als Maßnahme vorgeschlagen.

Verpflegung Die Befragten des Haldern Pop Festival, die Verbesserungspotenzial äußerten, nannten z. B. die Erhöhung des Anteils an fair gehandelten, ökologischen und regionalen Speisen und Getränken: „BESSERES ÖKO-Essen im Bereich der Stände AUF dem Festivalgelände....das wird seit Jahren gefordert und es gibt immer den gleichen Fraß! Sorry, aber anders kann man es nicht ausdrücken!“ Auch beim Taubertal Festival wird eine Steigerung dieses Anteils z. B. bei Getränken gewünscht. Die BesucherInnen des MS Dockville, die sich hierzu äußerten, wünschen sich ein breiteres Sortiment an regionalen oder biologischen Speisen und Getränken. Ein Gast des W:O:A sieht die Erhöhung des Anteils regionaler Speisen und Getränke als Verbesserungsmaßnahme. Beim Melt! hingegen wird vor allem kostenloses Trinkwasser gefordert: „Dann braucht jeder nur einen Kanister mitbringen, ergo: keine Schlepperei (das Wasser muss auch erst einmal mit dem Auto ran gefahren werden, was zu höherem Benzinverbrauch für jeden führt, es gab jedoch Gerüchte, dass es sich bei den offiziell als Nichttrinkwasserstellen deklarierten Wasserhähnen doch um Trinkwasser handelte, eine sehr schlechte Kommunikation seitens der Veranstalter).“

Kulturerlebnis, Umweltbildung und Kommunikation Die Melt! BesucherInnen, die in diesem Bereich Verbesserungspotenzial benannten, wünschen sich vor allem eine verbesserte Kommunikation und Information z. B. zu „Müllhinterlassenschaften“ und der Nutzung von Duschgel im See. Diese Maßnahme wird auch beim Haldern Pop Festival geäußert. Ein Gast des MS Dockville würde eine


121

verstärkte Kommunikation über die ergriffenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen z. B. hinsichtlich fairer und ökologischer Produkte befürworten; ein anderer wünscht sich Umweltbildungsangebote. Beim W:O:A werden in diesem Handlungsbereich u. a. Appelle zum richtigen Umgang mit Müll und Anreize für die korrekte Entsorgung genannt: „Mülltrennaktion nicht mit unansehnlichen T-Shirts sondern anderem (z. B. Freibier) bewerben“. Für das Taubertal Festival werden die stärkere Kontrolle und das Durchsetzen bestehender Ge- und Verbote (z. B. Aufräumen des Zeltplatzes vor der Abreise) inklusive entsprechender Sanktionen gewünscht.

SponsorInnen und StandbetreiberInnen Ein Gast des MS Dockville wünscht sich, dass die OrganisatorInnen auf Werbung auf dem Gelände verzichten. Ein/e BesucherIn des Melt! würde es befürworten, wenn StandbetreiberInnen eine „grüne Historie“ vorweisen müssten, und ein anderer Gast schlägt fair produzierte Merchandisingartikel als Verbesserungsmaßnahme vor. Die BesucherInnen von Haldern Pop Festival, Taubertal Festival und W:O:A benennen kein Verbesserungspotenzial in diesem Bereich.

Soziale Verantwortung, Kooperationen und regionale Wertschöpfung Für das MS Dockville werden die folgenden Verbesserungsmaßnahmen geäußert: Zusammenarbeit mit Viva con Agua, Stärkung der Freizeitangebote in der Region sowie die Erhöhung der Sicherheit vor der Bühne. Beim Melt! wird die Einbindung regionaler Produkte und HändlerInnen als Verbesserungswunsch angegeben. Beim Taubertal Festival meint ein Gast: „Eventuell könnte mehr auf die Region/das Taubertal an sich eingegangen werden - aufgrund der Kultur, Landschaft etc.“. Andere sind der Ansicht, dass vermehrt regionale Firmen (z. B. beim Catering) eingebunden werden sollten oder dass bei Mülltrennung und -entsorgung mehr Zusammenhalt entstehen sollte. Beim W:O:A sollte die Barrierefreiheit weiter verbessert werden. Die BesucherInnen des Haldern Pop Festival nennen keine Verbesserungsmaßnahmen in diesem Handlungsfeld.

Sonstiges MS Dockville und Melt! sollten nach Ansicht jeweils eines Gastes nicht weiter vergrößert werden. Des Weiteren wurde für Haldern Pop Festival und Melt! Verbesserungspotenzial benannt, aber nicht weiter spezifiziert. Für Taubertal Festival und W:O:A existieren keine sonstigen Nennungen.


122

Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsmaßnahmen Der Großteil der Befragten (86,4 %; n = 844) hält die selbst wahrgenommenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen für (eher) glaubwürdig (s. Abb. 31). 52 Befragte (5,3 %) beurteilen die Maßnahmen als (eher) unglaubwürdig und 81 Personen (8,3 %) legen sich nicht fest. 1,0 4,3 8,3 29,4 0 (unglaubwürdig) 1 2 3 4 (glaubwürdig)

57,0 Abb. 31: Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsmaßnahmen (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Manche Festivalorganisatoren und -organisatorinnen ergreifen Maßnahmen, weil sie Verantwortung für Menschen und Umwelt übernehmen wollen. Andere möchten damit nur ihr Image verbessern und sich eine "grüne Weste" anziehen. Hältst Du die Maßnahmen für glaubwürdig, die das [Name des zuletzt besuchten Festivals] zum Schutz der Umwelt, aus sozialen Gründen oder im Interesse der lokalen Wirtschaft ergreift?

Bei der Analyse der einzelnen Festivals ergeben sich signifikante Unterschiede (ChiQuadrat = 56,10; p < 0,001). Während 38,7 % (n = 41) der Haldern Pop Festival BesucherInnen die Maßnahmen für glaubwürdig halten, ist dies beim Melt! lediglich bei 21,4 % (n = 74) der Fall. Entsprechende Unterschiede zeigen sich auch beim Vergleich der Mittelwerte: Das W:O:A erreicht für die Glaubwürdigkeit auf einer Skala von 0 bis 4 den niedrigsten Mittelwert mit 2,90 - dicht gefolgt vom Melt! mit 2,93 (s. Tab. 14). Der Mittelwert des MS Dockville liegt bei 3,03 und die höchste Glaubwürdigkeit genießen Haldern Pop Festival (3,27) und Taubertal Festival (3,28). Durchschnittlich werden also alle Festivals mit ihren Nachhaltigkeitsmaßnahmen als (eher) glaubwürdig empfunden. Bei der Analyse der einzelnen Festivals ergeben sich zwischen dem Melt! und dem Taubertal Festival sowie Haldern Pop Festival beim Mittelwertvergleich signifikante Unterschiede (ANOVA, Post-Hoc Scheffé; p < 0,001 bzw. ANOVA, Post-Hoc Scheffé; p < 0,01). Auch zwischen W:O:A und Taubertal Festival sowie Haldern Pop Festival


123

bestehen signifikante Unterschiede (ANOVA, Post-Hoc Scheffé; p = 0,001 bzw. ANOVA, Post-Hoc Scheffé; p < 0,05). Tab. 14: Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsmaßnahmen (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Glaubwürdigkeit 0 (unglaubwürdig) 1 2 3 4 (glaubwürdig) Statistische Kennzahlen Mittelwert +/Standardabweichung (Range)

Alle Festivals n = 977

Dockville n = 101

Haldern Pop n = 106

Melt! n = 346

1,0 % (10) 4,3 % (42) 8,3 % (81) 57,0 % (557) 29,4 % (287)

1,0 % (1) 5,0 % (5) 8,9 % (9) 60,4 % (61) 24,8 % (25)

0,9 % (1) 1,9 % (2) 4,7 % (5) 53,8 % (57) 38,7 % (41)

1,2 % (4) 6,1 % (21) 12,4 % (43) 59,0 % (204) 21,4 % (74)

Alle Festivals n = 977 3,09 +/0,80 (0-4)

Dockville n = 101 3,03 +/0,79 (0-4)

Haldern Pop n = 106 3,27 +/0,72 (0-4)

Melt! n = 346 2,93 +/0,83 (0-4)

Taubertal n = 327 0% (0)

W:O:A n = 97

2,4 % (8) 4,3 % (14) 55,7 % (182) 37,6 % (123)

4,1 % (4) 6,2 % (6) 10,3 % (10) 54,6 % (53) 24,7 % (24)

Taubertal n = 327 3,28 +/0,66 (1-4)

W:O:A n = 97 2,90 +/0,98 (0-4)

Aufenthaltstage in der Festivalregion 16,0 % (n = 156) aller befragten FestivalbesucherInnen gaben an, in der Festivalregion zu wohnen. 7,1 16,0

Angabe einer Tageszahl ich wohne in der Festivalregion weiß nicht mehr

85,6 32

Abb. 32: Aufenthaltstage in der Festivalregion (n = 977; prozentuale Anteile ); halboffene Frage: Wie viele Tage hast Du Dich in der Festivalregion aufgehalten?

Der durchschnittliche Aufenthalt in der Festivalregion beträgt 4,09 Tage (s. Tab. 15). Zwischen den einzelnen Festivals ergeben sich signifikante Unterschiede bezüglich der

32

Die Summe der Prozentwerte ist größer 100 %, da einige Befragte eine Tageszahl und den Wohnort in der Festivalregion angeben.


124

durchschnittlichen Aufenthaltsdauer. So unterscheidet sich das W:O:A signifikant von allen anderen Festivals (ANOVA, Post-Hoc Scheffé; p < 0,001). Während die Gäste des W:O:A im Schnitt 5,01 Tage in der Festivalregion verbringen, liegt dieser Wert bei den anderen vier Festivals zwischen 3,15 und 4,29 Tagen. Das Melt! unterscheidet sich signifikant von Taubertal Festival (ANOVA, Post-Hoc Scheffé; p < 0,01) und MS Dockville (ANOVA, Post-Hoc Scheffé; p < 0,001), während sich das Taubertal Festival weiterhin von Haldern Pop Festival und MS Dockville (ANOVA, Post-Hoc Scheffé; p < 0,001) signifikant unterscheidet. Das Haldern Pop Festival unterscheidet sich neben den bereits genannten Festivals signifikant vom

MS Dockville (ANOVA, Post-Hoc

Scheffé; p < 0,05). Wie bereits anhand der vier Festivals erwähnt, unterscheidet sich das MS Dockville von allen anderen signifikant. Tab. 15: Aufenthaltstage in der Festivalregion (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Aufenthaltstage 1 2 2,5 3 3,5 4 4,5 5 6 7 8 9 10 Statistische Kennzahlen Mittelwert +/Standardabweichung (Range)

Alle Festivals n = 837 1,3 % (11) 2,4 % (20) 0,1 % (1) 28,4 % (238) 0,1 % (1) 30,6 % (256) 0,7 % (6) 29,9 % (250) 4,4 % (37) 1,7 % (14) 0,1 % (1) 0,1 % (1) 0,1 % (1)

Alle Festivals n = 837 4,09 +/1,10 (1 - 10)

Dockville n = 65 10,8 % (7) 4,6 % (3) 0,0 % (0) 60,0 % (39) 0,0 % (0) 15,4 % (10) 0,0 % (0) 7,7 % (5) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 1,5 % (1) Dockville n = 65 3,15 +/1,30 (1 - 10)

Haldern Pop n = 87 0,0 % (0) 5,7 % (5) 0,0 % (0) 29,9 % (26) 0,0 % (0) 57,5 % (50) 1,1 % (1) 4,6 % (4) 0,0 % (0) 1,1 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) Haldern Pop n = 87 3,67 +/0,76 (2 - 7)

Melt! n = 319 0,3 % (1) 1,9 % (6) 0,3 % (1) 32,9 % (105) 0,0 % (0) 34,2 % (109) 0,6 % (2) 28,8 % (92) 0,3 % (1) 0,3 % (1) 0,0 % (0) 0,3 % (1) 0,0 % (0) Melt! n = 319 3,94 +/0,92 (1 - 9)

Taubertal n = 276 1,1 % (3) 1,8 % (5) 0,0 % (0) 22,1 % (61) 0,4 % (1) 25,7 % (71) 0,7 % (2) 39,5 % (109) 8,0 % (22) 0,7 % (2) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) Taubertal n = 276 4,29 +/1,05 (1 - 7)

W:O:A n = 90 0,0 % (0) 1,1 % (1) 0,0 % (0) 7,8 % (7) 0,0 % (0) 17,8 % (16) 1,1 % (1) 44,4 % (40) 15,6 % (14) 11,1 % (10) 1,1 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0) W:O:A n = 90 5,01 +/1,14 (2 - 8)


125

Höhe der Ausgaben vor Ort Der größte Prozentsatz der BesucherInnen hat zwischen 50 und 99 Euro auf dem Festival ausgegeben (34,9 %). Rund ein Viertel der Befragten hat weniger als 50 Euro bzw. zwischen 100 und 150 Euro investiert. 8,7 % der Befragten gaben 151 bis 200 Euro aus und 5,5 % geben an, mehr als 200 Euro vor Ort ausgegeben zu haben. 5,5 0,5 8,7 26,9 weniger als 50 Euro 50 bis 99 Euro 100 bis 150 Euro

23,4

151 bis 200 Euro mehr als 200 Euro weiß nicht

34,9

Abb. 33: Höhe der Ausgaben vor Ort (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Bitte schätze ein, wie viel Geld Du insgesamt während Deines Aufenthaltes beim Festival ausgegeben hast. Beziehe dabei bitte nur die Ausgaben ein, die Du VOR ORT getätigt hast!

Bei der Analyse der einzelnen Festivals ergeben sich signifikante Unterschiede (ChiQuadrat = 124,36; p < 0,001) (s. Tab. 16). Während 57,4 % der Befragten des MS Dockville weniger als 50 Euro auf dem Festival ausgegeben haben, liegt dieser Anteil mit 10,3 % bei den W:O:A BesucherInnen deutlich niedriger. Tab. 16: Höhe der Ausgaben vor Ort (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Ausgaben

Alle Festivals n = 977

Dockville n = 101

weniger als 50 Euro 50 bis 99 Euro 100 bis 150 Euro 151 bis 200 Euro mehr als 200 Euro weiß nicht mehr

26,9 % (263) 34,9 % (341) 23,4 % (229) 8,7 % (85) 5,5 % (54) 0,5 % (5)

57,4 % (58) 35,6 % (36) 4,0 % (4) 1,0 % (1) 1,0 % (1) 1,0 % (1)

Haldern Pop n = 106 29,2 % (31) 32,1 % (34) 30,2 % (32) 5,7 % (6) 2,8 % (3) 0,0 % (0)

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

19,7 % (68) 36,1 % (125) 28,9 % (100) 8,4 % (29) 6,4 % (22) 0,6 % (2)

29,4 % (96) 36,4 % (119) 20,5 % (67) 9,5 % (31) 4,0 % (13) 0,3 % (1)

10,3 % (10) 27,8 % (27) 26,8 % (26) 18,6 % (18) 15,5 % (15) 1,0 % (1)


126

Einkauf der Verpflegung Mit 41,9 % (n = 409) hat fast die Hälfte aller Befragten Essen und Getränke vor der Abreise zum Festival eingekauft (s. Abb. 34).

41,9

ich habe vor meiner Abreise eingekauft

14,6

ich habe vor Ort im Supermarkt eingekauft ich habe Speisen und Getränke überwiegend auf dem Festivalgelände eingekauft

15,6

27,3

teils, teils

0,6

weiß nicht 0

5

10

15

20

25

30

35

40

45

Anteil in % Abb. 34: Einkauf der Verpflegung (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Wo hast Du den Großteil Deines Essens und Deiner Getränke gekauft, die Du während des Festivals verzehrt hast?

Hinsichtlich des Einkaufsverhaltens gibt es signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Festivals (Chi-Quadrat = 95,64; p < 0,001). Während beim Taubertal Festival über die Hälfte der BesucherInnen (52,9 %) vor der Abreise eingekauft hatte, wählten diesen Weg nur 20,8 % der MS Dockville BesucherInnen (s. Tab. 17).


127

Tab. 17: Einkauf der Verpflegung (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Alle Festivals n = 977

Dockville n = 101

Haldern Pop n = 106

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

41,9 % (409)

20,8 % (21)

33,0 % (35)

37,6 % (130)

52,9 % (173)

51,5 % (50)

14,6 % (143)

16,8 % (17)

13,2 % (14)

20,2 % (70)

10,1 % (33)

9,3 % (9)

15,6 % (152)

39,6 % (40)

16,0 % (17)

13,0 % (45)

11,3 % (37)

13,4 % (13)

teils, teils

27,3 % (267)

21,8 % (22)

37,7 % (40)

29,2 % (101)

24,5 % (80)

24,7 % (24)

weiß nicht

0,6 % (6)

1,0 % (1)

0,0 % (0)

0,0 % (0)

1,2 % (4)

1,0 % (1)

Verpflegung ich habe vor meiner Abreise eingekauft ich habe vor Ort im Supermarkt eingekauft ich habe Speisen und Getränke überwiegend auf dem Festivalgelände eingekauft

Besuche von Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten in der Region 26,4 % (n = 258) aller Befragten haben sich während des Festivals oder zu einem anderen Zeitpunkt Sehenswürdigkeiten in der jeweiligen Region angeschaut oder Freizeitangebote wahrgenommen (s. Abb. 35). 5,0

2,3 26,4 Sehenswürdigkeit besucht bzw. Freizeitangebot genutzt* nein, habe ich nicht weiß nicht keine Angabe

66,3

* Die jeweils häufigste Nennung der Befragten des jeweiligen Festivals: Melt! € Bauhaus Dessau (n = 13), W:O:A € Schwimmbad (n = 7), Taubertal Festival € (Altstadt) Rothenburg o. d. T. (n = 81), Haldern Pop Festival € (Rees-) Haldern (n = 11), MS Dockville € Hamburg (Sehenswürdigkeit bzw. Freizeitangebot nicht näher benannt) (n = 26) (s. Anhang H). Abb. 35: Besuche von Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten in der Region (n = 977; prozentuale Anteile); halboffene Frage: Hast Du Dir schon mal Sehenswürdigkeiten in der Region des [Name des Festivals] angeschaut oder weitere Freizeitangebote wahrgenommen? Falls ja, welche?


128

Beim Vergleich der fünf Festivals ergeben sich deutliche Unterschiede. Rund 40 % der Befragten des Taubertal Festivals hatten sich Sehenswürdigkeiten angeschaut oder Freizeitangebote genutzt, während nur 14,2 % der Melt! BesucherInnen davon Gebrauch machten (s. Tab. 18). Tab. 18: Besuche von Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten in der Region (Gesamtund Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Alle Festivals n = 977

Dockville n = 101

Haldern Pop n = 106

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

Sehenswürdigkeit oder Freizeitangebot besucht

26,4 % (258)

39,6 % (40)

23,6 % (25)

14,2 % (49)

39,8 % (130)

14,4 % (14)

nein, habe ich nicht

66,3 % (648)

39,6 % (40)

64,2 % (68)

82,9 % (287)

52,6 % (172)

83,5 % (81)

weiß nicht

5,0 % (49)

16,8 % (17)

8,5 % (9)

1,5 % (5)

5,2 % (17)

1,0 % (1)

keine Angabe

2,3 % (22)

4,0 % (4)

3,8 % (4)

1,5 % (5)

2,5 % (8)

1,0 % (1)

Hauptfortbewegungsmittel für die An- und Abreise Fast drei Viertel aller Befragten sind mit dem Auto als Hauptfortbewegungsmittel angereist. Von einem Fünftel wurde der Zug genutzt und an dritter Stelle der am häufigsten genutzten Hauptverkehrsmittel steht mit 2 % das Fahrrad (s. Abb. 36). 0,5 0,8 1,4 2,0 0,7 1,5 20,0

73,0

Auto Zug Bus Flugzeug Fahrrad zu Fuß sonstiges* keine Angabe

* MELT! Festivalzug, Motorrad, S-Bahn, Taxi, Trampen, Wohnmobil Abb. 36: Hauptfortbewegungsmittel für die An- und Abreise (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Mit welchem Fortbewegungsmittel hast Du die meisten Kilometer Deiner Anund Abreise zum [Name des Festivals] zurückgelegt?


129

Hinsichtlich der Anreiseformen ergeben sich signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Festivals (Chi-Quadrat = 238,50; p < 0,001). Während zum MS Dockville 60,4 % hauptsächlich mit dem Zug angereist sind, liegt dieser Anteil bei den anderen Festivals zwischen 8 und 22,5 % (s. Tab. 19). Hingegen sind 72,5 bis 85,6 % der BesucherInnen von Melt!, Taubertal Festival, Haldern Pop Festival und W:O:A mit dem Auto angereist, während dies beim MS Dockville nur 21,8 % taten. Tab. 19: Hauptfortbewegungsmittel für die An- und Abreise (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Hauptfortbewegungsmittel Auto Zug

Alle Festivals n = 977

Dockville n = 101

Haldern Pop n = 106

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

73,0 % (713) 20,0 % (195) 1,5 % (15) 0,7 % (7) 2,0 % (20) 1,4 % (14) 0,8 % (8)

21,8 % (22) 60,4 % (61) 6,9 % (7)

74,5 % (79) 17,0 % (18)

72,5 % (251) 22,5 % (78) 1,2 % (4) 1,4 % (5) 0,6 % (2) 0,3 % (1)

85,6 % (280) 8,0 % (26) 1,2 % (4)

83,5 % (81) 12,4 % (12)

0,0 % 0,0 % (0) (0) 0,0 % 0,9 % 0,0 % 1,0 % Flugzeug (0) (1) (0) (1) 6,6 % 0,6 % 1,0 % 7,9 % Fahrrad (8) (7) (2) (1) 0,0 % 3,7 % 0,0 % 1,0 % zu Fuß (1) (0) (12) (0) 2,0 % 0,0 % 0,9 % 0,6 % 1,0 % Sonstiges* (2) (0) (3) (2) (1) 0,5 % 0,0 % 0,9 % 0,6 % 0,3 % 1,0 % Keine Angabe (5) (0) (1) (2) (1) (1) *MS Dockville: S-Bahn; Melt!: Melt! Festivalzug, Motorrad, Trampen; Taubertal Festival: Taxi, Wohnmobil; W:O:A: Wohnmobil Bus


130

Bereitschaft zum Erwerb eines Bus- bzw. Zugtickets 58,9% aller Befragten würden auf jeden Fall bzw. vielleicht ein solches Bus- oder Zugticket nutzen, während 35,7% der Befragten dies eher nicht bzw. auf keinen Fall tun würden. 5,4 % sind sich nicht sicher, ob sie dieses Angebot in Anspruch nehmen würden (s. Abb. 37).

5,4 16,5

9,3

ja, auf jeden Fall ja, vielleicht nein, eher nicht nein, auf keinen Fall weiß nicht

26,4

42,4

Abb. 37: Bereitschaft zum Erwerb eines Bus- bzw. Zugtickets (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Stell Dir vor, Du könntest ein Bus- oder Zugticket für die Anreise erwerben, bei dem Du für jeden zurückgelegten Kilometer 10 Cent bezahlst. Würdest Du dieses Ticket nutzen?

Bei der Analyse ergeben sich signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Festivals (Chi-Quadrat = 62,35; p < 0,001). Während 18,9 % (n = 20) der Haldern Pop Festival Befragten ein solches Ticket kategorisch ausschließen, tun dies beim MS Dockville nur 2,0 % (n = 2) (s. Tab. 20). Tab. 20: Bereitschaft zum Erwerb eines Bus- bzw. Zugtickets (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Bereitschaft ja, auf jeden Fall ja, vielleicht nein, eher nicht nein, auf keinen Fall weiß nicht

Alle Festivals n = 977

Dockville n = 101

Haldern Pop n = 106

Melt! n= 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

16,5 % (161) 42,4 % (414) 26,4 % (258) 9,3 % (91) 5,4 % (53)

19,8 % (20) 54,5 % (55) 13,9 % (14) 2,0 % (2)

11,3 % (12) 37,7 % (40) 28,3 % (30) 18,9 % (20)

17,9 % (62) 48,3 % (167) 24,6 % (85) 4,6 % (16)

17,4 % (57) 36,4 % (119) 30,0 % (98) 11,3 % (37)

10,3 % (10) 34,0 % (33) 32,0 % (31) 16,5 % (16)

9,9 % (10)

3,8 % (4)

4,6 % (16)

4,9 % (16)

7,2 % (7)


131

Spendenbereitschaft für Umwelt- und Sozialprojekte Insgesamt sind rund 70 % der Befragten (n = 679) bereit, mehr für ihr Festivalticket zu bezahlen, wenn davon ein Umwelt- oder Sozialprojekt unterstützt wird (s. Abb. 38). 27,1 % (n = 265) hingegen halten das Ticket bereits für kostspielig genug. 3,4

8,7

ja, 10 Euro und mehr

27,1 26,1

ja, 6 bis 9 Euro ja, 1 bis 5 Euro nein, das Ticket ist schon teuer genug weiß nicht

34,7

Abb. 38: Spendenbereitschaft für Umwelt- und Sozialprojekte (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Wenn Du an den Preis für das Festivalticket denkst, wärst Du bereit, mehr für das Ticket zu bezahlen, wenn davon ein Umwelt- oder Sozialprojekt unterstützt würde?

Bei der Analyse der einzelnen Festivals werden signifikante Unterschiede deutlich (Chi-Quadrat = 50,32; p < 0,001). Für 42,3 % (n = 41) der W:O:A BesucherInnen kommt eine Spende nicht infrage, während dies nur bei 16,0 % (n = 17) der Haldern Pop Festival Befragten der Fall ist (s. Tab. 21).

Zwischen den einzelnen Festivals lassen sich des Weiteren deutliche Gegensätze ausmachen, wenn man die generelle Spendenbereitschaft unabhängig von der Höhe des Betrages betrachtet. Dabei unterscheiden sich vor allem die Besuchenden des W:O:A von den weiteren vier Festivals. So sind bspw. beim Haldern Pop Festival 83 % der Befragten bereit, mehr für ihr Ticket zu bezahlen, wenn davon ein Umwelt- oder Sozialprojekt unterstützt wird, während dies beim W:O:A nur für 52,6 % der Befragten gilt. Von den Befragten des Melt! sind 70 % bereit zu spenden, von denen des Taubertal Festival 67 %, und von den MS Dockville BesucherInnen würden 78,2 % mehr für ihr Ticket bezahlen, wenn davon ein Umwelt- oder Sozialprojekt unterstützt würde.


132

Tab. 21: Spendenbereitschaft für Umwelt- und Sozialprojekte (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Spendenbereitschaft ja, 10 Euro und mehr ja, 6 bis 9 Euro ja, 1 bis 5 Euro

Alle Festivals n = 977 8,7 % (85) 26,1 % (255) 34,7 % (339)

6,9 % (7) 26,7 % (27) 44,6 % (45)

Haldern Pop n = 106 11,3 % (12) 36,8 % (39) 34,9 % (37)

Dockville n = 101

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

8,7 % (30) 29,8 % (103) 31,5 % (109)

7,0 % (23) 20,2 % (66) 39,8 % (130)

13,4 % (13) 20,6 % (20) 18,6 % (18)

nein, das Ticket ist schon teuer genug

27,1 % (265)

20,8 % (21)

16,0 % (17)

26,6 % (92)

28,7 % (94)

42,3 % (41)

weiß nicht

3,4 % (33)

1,0 % (1)

0,9 % (1)

3,5 % (12)

4,3 % (14)

5,2 % (5)

7.5

Price Sensitivity Meter

Price Sensitivity Meter nachhaltig In Abb. 39 sind die Mittelwerte der Preisangaben dargestellt. Demnach denken die Befragten, dass das Ticket für ein nachhaltig ausgerichtetes Festival bei einem durchschnittlichen Preis von 41,50 Euro so günstig ist, dass sie an der Qualität zweifeln würden, während sie das Ticket bei durchschnittlich 140,04 Euro als zu teuer empfinden.

Abb. 39: Mittelwerte PSM nachhaltige Festivalgestaltung (n = 476); Frage: Stell Dir ein Festival vor, welches besonderen Wert auf eine umweltfreundliche und für die Menschen in der Region möglichst verträgliche Durchführung legt. Auf dem Festival treten an 3 Tagen internationale Künstler auf. Zu welchem Preis würdest Du dieses nachhaltige Festival-Angebot einschätzen als...

Der Optimum Pricing Point (OPP) liegt bei 89,25 Euro und der Point of Indifference (IND) bei 85 Euro. Der Point of Marginal Cheapness (PMC) hat den Wert von 71,67 Euro, während der Point of Marginal Expensiveness (PME) bei 99,41 Euro liegt. Zwi-


133

schen PMC und PME liegt der Bereich, in dem der Preis für das Festivalticket liegen sollte - in diesem Fall also zwischen 71,67 Euro und 99,41 Euro.

Preis in Euro

Abb. 40: PSM nachhaltige Festivalgestaltung (n = 476); Frage: Stell Dir ein Festival vor, welches besonderen Wert auf eine umweltfreundliche und für die Menschen in der Region möglichst verträgliche Durchführung legt. Auf dem Festival treten an 3 Tagen internationale Künstler auf. Zu welchem Preis würdest Du dieses nachhaltige Festival-Angebot einschätzen als...


134

Price Sensitivity Meter nicht nachhaltig In Abb. 41 sind die Mittelwerte der Preisangaben dargestellt. Demnach denken die Befragten, dass das Ticket für ein nicht nachhaltig ausgerichtetes Festival bei einem durchschnittlichen Preis von 35,43 Euro so günstig ist, dass sie an der Qualität zweifeln würden, während sie das Ticket bei durchschnittlich 135,29 Euro als zu teuer empfinden.

Abb. 41: Mittelwerte PSM nicht nachhaltige Festivalgestaltung (n = 484); Frage: Stell Dir ein Festival vor, welches keinen besonderen Wert auf eine umweltfreundliche und für die Menschen in der Region möglichst verträgliche Durchführung legt. Auf dem Festival treten an 3 Tagen internationale Künstler auf. Zu welchem Preis würdest Du dieses nicht nachhaltige Festival-Angebot einschätzen als...

Der OPP liegt bei 79,33 Euro und der IND bei 79,50 Euro. Der Point of Marginal Cheapness (PMC) hat den Wert von 60 Euro, während der Point of Marginal Expensiveness (PME) bei 99,33 Euro liegt. Zwischen PMC und PME liegt der Bereich, in dem der Preis für das Festivalticket liegen sollte - in diesem Fall also zwischen 60 und 99,33 Euro.


135

Preis in Euro

Abb. 42: PSM nicht nachhaltige Festivalgestaltung (n = 484); Frage: Stell Dir ein Festival vor, welches keinen besonderen Wert auf eine umweltfreundliche und für die Menschen in der Region möglichst verträgliche Durchführung legt. Auf dem Festival treten an 3 Tagen internationale Künstler auf. Zu welchem Preis würdest Du dieses nicht nachhaltige Festival-Angebot einschätzen als...


136

7.6

Abschlussfragen

Die Ergebnisse hinsichtlich der folgenden Fragen werden nur kurz dargestellt und nicht nach den einzelnen Festivals unterteilt, da sie lediglich als Abschlussfragen dienten und inhaltlich weniger Relevanz aufweisen. Für die festvalspezifischen Werte sei auf den Anhang verwiesen. Bewertung des Festivals und Besuchswahrscheinlichkeit 2011 Anhand der Abb. 43 und 44 lässt sich erkennen, dass das jeweilig besuchte Festival der Mehrheit der Befragten sehr gut gefallen hat und eine hohe Bereitschaft besteht, 2011 wieder zu kommen. 1,4 0,1 1,5 2,7

keine Angabe 30,0

0 (sehr schlecht) 1 2 3 4 (sehr gut)

64,3

Abb. 43: Bewertung des Festivals (n = 977; prozentuale Anteile); Frage: Alles in Allem: Wie hat Dir das Festival gefallen? 0,9 2,4

26,4 ja, auf jeden Fall vielleicht nein weiß nicht

70,3

Abb. 44: Besuchswahrscheinlichkeit 2011 (n = 977; prozentuale Anteile); Planst Du nächstes Jahr wieder zum Festival zu kommen?


137

7.7

Ausgewählte Kommentare zur Web-Befragung

Im Folgenden wird eine Auswahl der inhaltlich relevanten Kommentare in verschiedenen Communities dargestellt. Die Kommentare wurden im Original übernommen, um die Meinungen korrekt abzubilden. W:O:A Gruppe bei Facebook „J. S.33 gefällt das“ „Ich glaub mit deinem Hippie-umweltschutz bla bla, biste mit deiner Umfrage beim falschen Festival gelandet…“ „Da kann ich nur zustimmen“ „HAtte nach der hälfte schon keinen Bock mehr!!! WAS SOLL DAS???“ „so ein gesülze puppe !!! nichtmal in W:O:A hast du ruhe vor sonem scheiß“ „Da stimm ich auch zu! Des is ja nur Kacke!“ „Ich hab nich mal die Hälfte geschafft, wir wollen Heavy Metal und kein Umweltabo!!!!“ W:O:A Forum auf der Festivalwebsite „Voll der Öko bogen….hab bei der Hälfte aufgehört“ „das ist trve • Ja klar isses öko..Wunderte mich auch. Aber wenn man was gewinnen kann bzw ihr helfen, dann kann man das doch auch zuendemachen.“ „Dito. Umweltschutz ist eh voll schwul“ (bezieht sich auf den ersten Kommentar) „Hm, endlich mal ne Umfrage mit Inhalten! [done] •“ W:O:A Gruppe bei XING „na das ist ja mal wenigstens ein ordentliches Thesis-Thema, da werd ich doch gleich mal mitmachen :D“ „habe soeben teilgenommen. Bin auf die Auswertung gespannt.“ „So, habe meine Angaben gemach! Bin auf das Ergebnis gespannt.“ Taubertal Festival Posting bei Facebook „19 Personen gefällt das“ „wow, Marathon! aber für euch mach ich das gern!“ Melt! Posting bei Facebook „J. H. und 23 anderen gefällt das“ „hat gerne mitgemacht ;)“ 33

Die Namen wurden anonymisiert.


138

8.

Diskussion

Im Folgenden werden die wichtigsten Ergebnisse der empirischen Untersuchung diskutiert. Anschließend werden Aussagen zur Gültigkeit der Ergebnisse getroffen und die Methodik sowie das eigene Vorgehen im Rahmen dieser Arbeit rückblickend kritisch reflektiert.

8.1

Diskussion der Ergebnisse und Handlungsempfehlungen

Zusammensetzung der Stichprobe Da die OrganisatorInnen des Melt! und des Taubertal Festivals Interesse an der Thematik und ein hohes Maß an Unterstützung zeigten (s. Kapitel 5.2.1), hat die Befragung überproportional viele Fans dieser Festivals erreicht.

Dass der Großteil der Teilnehmer deutscher Nationalität ist, ist nicht erstaunlich, da es sich um eine deutschsprachige Befragung handelt, die über deutschsprachige E-MailListen und Communities distribuiert wurde. Einstellung zu Umwelt- und Naturschutz sowie ethischem und fairem Verhalten Sowohl Umwelt- und Naturschutz, als auch ethisches und faires Verhalten besitzen einen hohen Stellenwert bei der Mehrheit der Befragten - signifikante Unterschiede zwischen den Festivals bestehen dabei nicht. Möglicherweise ist dies ein Indiz dafür, dass der Großteil aller TeilnehmerInnen eher nachhaltigkeitsaffin ist und Personen, die dies nicht oder kaum sind, die Umfrage vermehrt abgebrochen haben oder eine Teilnahme von vorneherein ausgeschlossen haben. Andererseits werden die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit durch die Studien von BfN und FONA (2005) sowie O’Neil (2006) untermauert. Auch hier spricht der Großteil der Befragten dem Umwelt- und Naturschutz eine wichtige Rolle zu bzw. erachtet die Implementierung von Umweltmaßnahmen als positiv. In der Befragung von BMU und UBA (2010) begreift die Mehrheit der Befragten umweltfreundliches Verhalten als eine Steigerung der Lebensqualität. Beeinflussung durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen beim Ticketkauf Gibt der Großteil der Befragten noch an, dass Umwelt- und Naturschutz sowie ethisches und faires Verhalten eine große Rolle für sie spielen, so spiegelt sich dies in der Beeinflussung beim Ticketkauf weniger wieder. Das Verhältnis derer, die sich durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen beim Ticketkauf beeinflussen lassen, zu denen, bei denen


139

dies nicht der Fall ist, ist relativ ausgeglichen. Beim Vergleich der einzelnen Festivals stellt sich heraus, dass die W:O:A BesucherInnen im Vergleich zu den anderen Befragten die geringste Beeinflussung beim Ticketkauf durch eine umwelt- und sozialverträgliche Festivaldurchführung erfahren. Im Vergleich zu den Ergebnissen von O’Neil (2006) und der Buckinghamshire New University (2008), wo es um die Beeinflussung beim Ticketkauf durch die ergriffenen Umweltmaßnahmen ging, lassen sich die BesucherInnen der fünf Festivals aber stärker durch Nachhaltigkeitsmaßnahmen in ihrer Entscheidung beeinflussen als die dort Befragten. In den beiden Studien werden Werte von 14 und 36 % (Buckinghamshire New University 2008) bzw. 27 % (O’Neil 2006) erzielt, während bei der vorliegenden Befragung rund 45 % angeben, dass sie sich durch die Nachhaltigkeitsmaßnahmen beim Ticketkauf beeinflussen lassen. Zustimmung zu potenziellen Auswirkungen auf die Region Der Großteil aller BesucherInnen ist der Meinung, dass eine Erhöhung des Verkehrslärms und Müll in der Landschaft Auswirkungen von Festivals sind, während weniger als die Hälfte dies über einen Beitrag zum Klimawandel durch An- und Abreise sowie eine Schädigung von Pflanzen und eine Störung von Tieren durch Festivals sehen.

Diese Ergebnisse bedeuten, dass Hypothese 2 nur in Teilen belegt ist. Die Annahme „Der Großteil der BesucherInnen ist sich der negativen Auswirkungen von Musikfestivals auf die Umwelt bewusst“, trifft nur auf die beiden Punkte „Erhöhung des Verkehrslärms“ und „Müll in der Landschaft“ zu.

Möglicherweise hängt diese Beurteilung damit zusammen, dass Müll und Verkehr eher wahrnehmbare Auswirkungen sind. Auch in der Literatur (s. Kapitel 3.3.1) und in den Studien von BfN und FONA (2005), O’Neil (2006) und Buckinghamshire New University (2008) werden Müll und Verkehr als Hauptproblemfelder identifiziert. Der Klimawandel hingegen ist nach Ansicht der Autorin ein eher abstraktes Problem, das bislang kaum direkte und unmittelbar wahrnehmbare Auswirkungen hat, zukünftig aber alle Nachhaltigkeitsdimensionen betreffen und mit hoher Wahrscheinlichkeit direkten Einfluss auf die Organisation und den Besuch von Festivals haben wird (s. Kapitel 3.3.4). Während in der vorliegenden Studie nur rund ein Drittel (eher) zustimmt, dass der Festivalverkehr zum Klimawandel beiträgt, sind es bei der Befragung der Buckinghamshire New University (2008), die unter anderem auch deutsche FestivalbesucherInnen einbezogen hat, etwa doppelt so viele Befragte, die meinen, dass CO2-Emissionen eine Auswirkung von Festivals sind. Ob die Formulierung der Frage oder ein eventuell vor-


140

handener Mangel an Informationen bei den in dieser Untersuchung befragten FestivalbesucherInnen für dieses Ergebnis verantwortlich ist, ist unklar.

Auch eine Störung von Tieren erleben FestivalbesucherInnen i. d. R. eher nicht. Bei der Schädigung von Pflanzen könnte davon ausgegangen werden, dass dies offensichtlich ist - möglicherweise wird aber angenommen, dass es sich nicht um eine dauerhafte Schädigung handelt, sondern dass sich die Pflanzen nach dem Event rasch wieder regenerieren.

In den Studien von BfN und FONA (2005) sowie Brinda und Farnik (2010) ergibt sich ein höherer Anteil derer, die Festivals als (temporäre) Umweltbelastung sehen. Möglicherweise hängen die unterschiedlichen Ergebnisse mit der im Rahmen dieser Arbeit angewandten differenzierteren und damit auch konkreteren Abfrage der Auswirkungen zusammen - da in den Studien von BfN und FONA (2005) sowie Brinda und Farnik (2010) nach Umweltwirkungen im Allgemeinen gefragt wurde.

Die abgefragten positiven Auswirkungen in Form „zusätzlicher Gelder für die Region“ und „Erhöhung der Bekanntheit der Region“ werden von der Mehrheit aller Befragten als (eher) zutreffend empfunden. Diese Annahmen seitens der FestivalbesucherInnen werden durch die Angaben in der Literatur bestätigt, da dort verstärkte (mediale) Aufmerksamkeit, Einkommen, Arbeitsplätze etc. genannt werden (s. Kapitel 3.3.2). Dass die positiven Auswirkungen von jeweils größeren Anteilen der Befragten als (eher) zutreffend eingestuft werden als die negativen Auswirkungen, kann verschiedene Gründe haben. Zum einen könnte ein Informationsmangel bspw. bezüglich der Auswirkungen des eigenen Verhaltens vorliegen, was durch die Antworten bei der Frage nach dem Beitrag zum Klimawandel durch An- und Abreise belegt werden würde. Andererseits wäre es möglich, dass der eigene Beitrag zur Umweltschädigung negiert wird, damit das Festival mit gutem Gewissen genossen werden kann. Außerdem könnte es sein, dass Personen, für die die Umwelt bzw. Umweltschutz keine oder eine geringe Bedeutung haben, den Auswirkungen nicht zustimmen, da sie der Thematik indifferent gegenüber stehen.


141

Wahrnehmung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen Insgesamt wurden 27 Nachhaltigkeitsmaßnahmen abgefragt, wobei den FestivalbesucherInnen „Pfandbecher und/oder Mehrweggeschirr“, „Müllpfand“ sowie „Internetforum für Mitfahrgelegenheiten“ am häufigsten aufgefallen sind. Da jede/r Befragte mindestens eine Maßnahme bemerkt hat34, ist die Hypothese 3 („Dem Großteil der BesucherInnen fällt mindestens eine der genannten Nachhaltigkeitsmaßnahmen auf“) eindeutig belegt.

BfN und FONA (2005) stellen in ihrer Befragung fest, dass eine hohe Übereinstimmung zwischen durchgeführten und wahrgenommenen Maßnahmen besteht. Bei Brinda und Farnik (2010) ist nur rund der Hälfte der Befragten aufgefallen, dass Umweltschutzmaßnahmen auf Festivals implementiert wurden. Für die im Rahmen dieser Studie vorgenommene Abfrage lässt sich dies aufgrund der Vielzahl von Maßnahmen und deren jeweilige Zuteilung zu den fünf Festivals nicht pauschal feststellen.

Die in der Wahrnehmung der Maßnahmen bestehenden Unterschiede zwischen den BesucherInnen der einzelnen Festivals können davon abhängen, ob die jeweils genannte Maßnahme bei allen Festivals gleichermaßen implementiert wurde35 bzw. ob und in welchem Umfang und Rahmen sie kommuniziert wurde. Unabhängig davon wird die Wahrnehmung der Befragten sicherlich stark durch das persönliche Interesse für bestimmte Themen gesteuert. Interessant ist, dass einigen BesucherInnen Nachhaltigkeitsmaßnahmen aufgefallen sind, die nach Auskunft der FestivalorganisatorInnen (derzeit noch) nicht durchgeführt werden. Einige BesucherInnen des Melt! geben bspw. an, ihnen sei die „Nutzung von Ökostrom oder erneuerbaren Energiequellen vor Ort (z. B. Solaranlagen)“ aufgefallen, obwohl diese Maßnahme erst 2011 in die Umsetzung gehen soll (s. Kapitel 6.2.3). Beim MS Dockville geben etwa drei Viertel der Befragten an, dass sie „Werbung für das kulturelle Angebot der Region (z. B. auf dem Festivalgelände, auf der Festivalwebsite)“ wahrgenommen haben, obwohl diese Maßnahme nach Auskunft der OrganisatorInnen nicht durchgeführt wird (s. Kapitel 6.2.1). Über die Ursache solcher Diskrepanzen kann nur spekuliert werden. Möglicherweise werden Erinnerungen an ein anderes Festival miteinbezogen oder die Erinnerungen der Besuche-

34

Dies wird u. a. dadurch deutlich, dass alle TeilnehmerInnen nach der Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsmaßnahmen gefragt wurden - diese Frage wäre nicht angezeigt worden, wenn der/dem TeilnehmerIn keine Maßnahme aufgefallen wäre (s. Kapitel 5.2). 35 Da die Abfrage der Nachhaltigkeitsmaßnahmen von den OrganisatorInnen des W:O:A nicht ausgefüllt wurde (s. Kapitel 5.1), können bei diesem Festival die durch die Befragten wahrgenommenen Maßnahmen nicht mit den tatsächlich durchgeführten abgeglichen werden.


142

rInnen waren mittlerweile verblasst, da die Festivals zum Zeitpunkt der Befragung zwischen eineinhalb und zweieinhalb Monaten zurücklagen. Ein weiterer Grund könnte ein Informationsmangel bei den Befragten oder eine nicht ausreichende Kommunikation der FestivalorganisatorInnen sein.

Die Kommunikation von Nachhaltigkeitsthemen stellt eine Herausforderung dar (s. Kapitel 3) und muss festivalspezifisch angepasst werden, da bspw. Festivals wie das W:O:A und das Haldern Pop Festival, die nach den Ergebnissen dieser Umfrage ein durchschnittlich älteres Publikum haben, einer anderen Zielgruppenansprache bedürfen als Taubertal Festival, Melt! und MS Dockville mit einem durchschnittlich jüngeren Publikum.

Es ist davon auszugehen, dass nachhaltigkeitsinteressierte Personen genauso zum Publikum von Festivals gehören wie Menschen, bei denen dieses Interesse gering ausgeprägt oder nicht vorhanden ist. In der Regel wird ein Festival unabhängig von diesem Interesse aufgrund der Erlebnisorientierung und dem „Spaß- und Partyfaktor“ als eines der Hauptmotive besucht (s. Kapitel 2.3). Deshalb empfiehlt es sich, im Handlungsfeld Kommunikation vorrangig Maßnahmen aus dem Bereich des „Ecotainment“ aufzugreifen und gleichzeitig, wenn auch in geringem Umfang, sachliche Informationen in Form von Flyern o. ä. vorzuhalten. Eine eventuelle Unterstützung durch gemeinnützige Organisationen sollte sorgfältig geprüft werden, da die Akzeptanz von Organisationen, die sich auf dem Festivalgelände präsentieren, nach den Ergebnissen der vorliegenden Studie nur bei rund der Hälfte der Befragten gegeben ist. Möglicherweise hängt die Bewertung zum einen stark davon ab, um welche Organisation es sich handelt, und zum anderen davon, in welcher Form sie sich präsentiert.

Neben den „Ecotainment“ Angeboten während des Festivals bietet es sich an, nachhaltiges Handeln über Anreize vor dem Festival sowie eine positive Rückkopplung nach dem Event zu fördern (s. Kapitel 3). Sowohl die Studie von Julie’s Bicycle (2009) als auch die von Drengner et al. (2010) zeigt, dass Ticketrabatte, Gutscheine (z. B. für Getränke oder T-Shirts) sowie die bevorzugte Vergabe von Campingplätzen die meistgenannten Gründe bzw. Anreize für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel darstellen. Anreize für die Nutzung von Fahrgemeinschaften sind vor allem Gutscheine und die bevorzugte Vergabe von Campingplätzen. Eine positive Rückkopplung kann in einer Berichterstattung nach dem Festival liegen, in der verkündet wird, welche Erfolge z. B. in Form von Abfalleinsparungen mit der Unterstützung der FestivalbesucherInnen erzielt werden konnten.


143

Bewertung der wahrgenommenen Nachhaltigkeitsmaßnahmen Abgesehen von vier der 27 im Fragebogen genannten Maßnahmen beurteilt die Mehrheit der FestivalbesucherInnen36 die Nachhaltigkeitsmaßnahmen als sinnvoll.

Die vier Maßnahmen „Ankauf von Treibhausgas-Emissionszertifikaten“, „Umweltbildungsangebote auf dem Festivalgelände (z. B. naturkundliche Führungen)“, „Werbung für das kulturelle Angebot der Region (z. B. auf dem Festivalgelände, auf der Festivalwebsite)“, „Gendermainstreaming (geschlechtergerechte Ansprache der FestivalbesucherInnen)“ wurden von 29,3 % bis 43,8 % der BesucherInnen als „teils, teils“ sinnvoll bewertet. Selbst bei diesen Maßnahmen war jedoch die Zahl der BesucherInnen, die diese als sinnvoll erachteten mehr als doppelt so hoch wie die Zahl derer, die die Maßnahmen als nicht sinnvoll ansehen.

Da 85 % der Nachhaltigkeitsmaßnahmen von der Mehrheit als sinnvoll erachtet werden, kann die Hypothese 3 („Der Großteil der BesucherInnen bewertet die Nachhaltigkeitsmaßnahmen positiv“) als belegt angesehen werden.

Allerdings muss dabei beachtet werden, dass sich bei der Bewertung der Maßnahmen bezogen auf die einzelnen Festivals deutliche Unterschiede ergeben. Während bspw. faire und regionale Speisen und Getränke vom Großteil aller FestivalbesucherInnen befürwortet werden, zeigen sich bei der Bewertung des Angebots von Speisen und Getränken mit dem Biosiegel auffällige Unterschiede zwischen den Festivals. Auch in der Gesamtstichprobe werden fair gehandelte und regionale Speisen und Getränke im Vergleich zu Produkten mit dem Biosiegel als sinnvoller angesehen. Möglicherweise hängt dies damit zusammen, dass ethisches und faires Verhalten insgesamt einen höheren Stellenwert für die Befragten hat als Umwelt- und Naturschutz. So wurde ethisches und faires Verhalten auf einer Skala von 0 bis 10 durchschnittlich mit 8,3 und Umwelt- und Naturschutz mit 7,2 bewertet. Demgegenüber steht eine deutliche Zustimmung zur Nachhaltigkeitsmaßnahme in Form von „Pfandbechern und/oder Mehrweggeschirr“, die mit Umweltschutz assoziiert wird. In der vorliegenden Studie stimmen dieser Maßnahme 84,1 % zu, während in der Befragung der Buckinghamshire New University (2008) 36 % Mehrweggeschirr ablehnen.

36

Bei der Bewertung der Maßnahmen sind jeweils die FestivalbesucherInnen mit einbezogen, denen die Maßnahmen in dem Fragenblock zuvor auch aufgefallen waren.


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Wie bereits unter „Zustimmung zu potenziellen Auswirkungen auf die Region„ ausgeführt, vertritt die Mehrheit der in dieser Studie Befragten die Meinung, dass Festivals mit einem erhöhten Verkehrslärm verbunden sind, der negative Auswirkungen auf die Umwelt verursacht. Dementsprechend bewerten über 80 % „Informationen zu einer umweltfreundlichen Anreise“ als eine sinnvolle Maßnahme. Zu vergleichbaren Ergebnissen kommt die Studie von Brinda und Farnik (2010). Nach Ansicht fast aller in dieser Erhebung Befragten ist die beste der vorgeschlagenen Maßnahmen für die ökologischere Gestaltung von Veranstaltungen die Anbindung an den öffentlichen Verkehr und eine gute Information darüber sowie eventuelle Vergünstigungen. Verbesserungspotenzial Rund ein Viertel der Befragten benennt Verbesserungspotenzial in Form von Handlungsfeldern oder konkreten Maßnahmen. Die meisten Maßnahmen werden in den Bereichen Abfall, Verpflegung und Mobilität angeführt. Das ist nicht erstaunlich, da ein Großteil der Befragten die Ansicht vertritt, dass Festivals mit „mehr Verkehrslärm durch die An- und Abreise der vielen Besucher und BesucherInnen“ sowie „Müll in der Landschaft“ verbunden sind (s. „Zustimmung zu potenziellen Auswirkungen auf die Region“).

Aufgrund dieser Ergebnisse ist davon auszugehen, dass Maßnahmen, die in diesen Handlungsfeldern eingesetzt werden, die größte Akzeptanz und Unterstützung der FestivalbesucherInnen erfahren dürften. Ob dies auch für die Maßnahme „Möglichkeiten zur Mülltrennung“ gilt, ist allerdings fraglich. Zwar wird sie durch den Großteil der Befragten, dem sie aufgefallen ist, positiv bewertet, und auch in der Studie von O’Neil (2006) stimmt ein hoher Anteil der Befragten zu, dass er bei vorhandenen Möglichkeiten recyceln würde, aber O’Neil gibt zu bedenken, dass höchstwahrscheinlich eine große Diskrepanz zwischen bekundetem und tatsächlichem Verhalten herrscht. Andererseits zeigen Festivals wie das Glastonbury, dass ein solches Vorgehen durchaus erfolgversprechend sein kann (s. Kapitel 3.6.3).

Prozentual gesehen geben vor allem die BesucherInnen des Melt! Verbesserungspotenzial an, während die Befragten des W:O:A die geringste Anzahl an Aussagen zu diesem Thema treffen, wobei zu bedenken ist, dass es sich um eine selektive Stichprobe handelt. Einerseits könnte diese Unterschiede zwischen den Festivals bedeuten, dass es beim Melt! am meisten Verbesserungsbedarf gibt, andererseits könnte der Grund für diesen Unterschied darin liegen, dass Melt! BesucherInnen ein höheres Interesse an der Thematik haben sowie ein größeres Wissen über die Möglichkeiten zur


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Entwicklung eines nachhaltigeren Events besitzen. Allerdings scheint der Kenntnisstand über mögliche Nachhaltigkeitsmaßnahmen bzw. die Motivation, Verbesserungsbedarf zu benennen, insgesamt unabhängig vom Festival eher niedrig zu sein, da der Anteil derer, die „weiß nicht“ als Antwort auf die Frage nach Verbesserungspotenzial gewählt haben, bei jedem Festival mindestens die Hälfte der Befragten umfasst. Teilweise tritt Handlungsbedarf auch standortbedingt auf wie z. B. die Maßnahmen zum Gewässerschutz, die für Haldern Pop Festival und Melt! genannt werden. Informationsquellen Je nach Art der Maßnahmen zur Erhöhung der Nachhaltigkeit ist eine Information der BesucherInnen im Vorfeld des Festivals erforderlich. Dazu gehören bspw. Maßnahmen zur Anreise oder die Bereitstellung von Trinkwasser und im Allgemeinen Maßnahmen, für die um Akzeptanz geworben werden sollte wie z. B. ein Müllpfand. Über andere Maßnahmen wie bspw. fair produzierte Merchandisingartikel reicht die Information der BesucherInnen vor Ort.

Dem Großteil aller Befragten sind Nachhaltigkeitsmaßnahmen durch eigene Beobachtungen während des Festivalbesuchs aufgefallen. An zweiter Stelle folgt die Festivalwebsite mit Nennungen und am dritthäufigsten wurden die Maßnahmen über das Programm- bzw. Informationsheft des Festivals sowie Hinweise auf dem Festivalgelände wahrgenommen. Aufgrund dieser Ergebnisse ist anzunehmen, dass die Festivalwebsites eine hohe potenzielle Erreichbarkeit der FestivalbesucherInnen gewährleisten, zumal diese für die Informationen über auftretenden KünstlerInnen oder die Planung der Anreise genutzt werden.

Wie bereits erwähnt, hat das Melt! einen eigenen Reiter für „M!Eco“ in der Navigationsleiste der Festivalwebsite geschaffen. Informationen sind so schnell und gebündelt abrufbar. MS Dockville, Haldern Pop Festival, Taubertal Festival und W:O:A bieten auf ihrer Website zwar auch Informationen zum Thema Nachhaltigkeit - diese werden allerdings nicht so vordergründig präsentiert wie beim Melt!. Das W:O:A hat seine Projekte zum Thema Nachhaltigkeit zwar auch gebrandet (s. Kapitel 3.5.11), bietet Informationen dazu aber nur unter dem Punkt „Festival ABC“ an. Möglicherweise hängt dies damit zusammen, dass einige W:O:A BesucherInnen nicht oder kaum nachhaltigkeitsaffin sind bzw. teilweise geradezu Aversionen gegen das Thema haben, wie ein Teil der Kommentare in den Communities belegt (s. Kapitel 6.7).


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Glaubwürdigkeit der Nachhaltigkeitsmaßnahmen Auch wenn sich zwischen den einzelnen Festivals signifikante Unterschiede diesbezüglich ergeben, so werden durchschnittlich alle Festivals und ihre Nachhaltigkeitsmaßnahmen durch die Befragten als (eher) glaubwürdig empfunden.

Es ist erfreulich, dass die Mehrheit der Befragten nicht von „Greenwashing“ Versuchen der FestivalorganisatorInnen ausgeht, da eine starke Glaubwürdigkeit einen positiven Einfluss auf die Akzeptanz von Maßnahmen und das eigene Umwelt- bzw. Nachhaltigkeitshandeln hat. Aufenthaltstage in der Festivalregion und Höhe der Ausgaben vor Ort Der größte Anteil der BesucherInnen hat 50 bis 99 Euro während des Aufenthaltes vor Ort ausgegeben. Dieses Ergebnis deckt sich mit den von Drengner et al. (2010) für das Melt! 2010 ermittelten Werten in Höhe von 21,79 Euro pro Tag und Person auf dem Festivalgelände und 13,63 Euro außerhalb des Festivalgeländes. Diese Zahlen sehen möglicherweise auf den ersten Blick gering aus, ergeben aber auf die Anzahl der FestivalbesucherInnen hochgerechnet eine erhebliche Summe, was zu den positiven Auswirkungen von Festivals beiträgt.

In Hinblick auf die einzelnen Festivals haben die W:O:A BesucherInnen am meisten und die MS Dockville Gäste am wenigsten Geld vor Ort ausgegeben. Diese Tatsache steht sicherlich damit in Verbindung, dass die Befragten des MS Dockville mit durchschnittlich 3,2 Tagen die niedrigste Aufenthaltsdauer zeigen, während die BesucherInnen des W:O:A sich mit 5 Tagen durchschnittlich am längsten in der Festivalregion aufhalten. Die Veranstaltungsdauer beträgt bei allen Festivals drei Tage und kann deshalb nicht als Grund für diesen Unterschied gelten. Möglicherweise beeinflusst die Entfernung zum Wohnort die Zahl der Aufenthaltstage. Einkauf der Verpflegung Den Großteil an Speisen und Getränken vor der Abreise zum Festival einzukaufen, ist insgesamt die beliebteste Versorgungsmöglichkeit der FestivalbesucherInnen. Dieses Ergebnis wird durch die Daten von Brinda und Farnik (2010) gestützt, bei denen der Großteil der Befragten Speisen und Getränke von Zuhause mitbringt. Der Hauptgrund für dieses Verhalten liegt wahrscheinlich in den Preisunterschieden zwischen einer Verpflegung aus dem Supermarkt und der Versorgung mit Essen und Getränken auf dem Festivalgelände bzw. bei den temporären Supermärkten auf den Campingplätzen. Diese Vermutung wird gestützt durch das Ergebnis von Drengner et al. (2010), wonach


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die befragten Melt! BesucherInnen durchschnittlich mit den Preisen für Essen und Getränke auf dem Gelände eher unzufrieden sind.

Es ist fraglich, inwieweit die FestivalorganisatorInnen in die Preispolitik ihrer StandbetreiberInnen eingreifen können. Dennoch wäre denkbar, die Preise auf dem Festivalgelände herabzusetzen und zusätzlich Speisen und Getränke zu moderaten Preisen in den Festivalsupermärkten auf den Campingplätzen anzubieten. Wahrscheinlich würden die günstigeren Preise durch eine größere Anzahl verkaufter Produkte ausgeglichen. Des Weiteren hätte dies den Vorteil, dass das Anreisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln an Attraktivität gewänne, da die Gepäckmenge durch den Verzicht auf Proviant erheblich verringert würde.

Im Rahmen des Verbesserungspotenzials wurde allerdings auch vermehrt der Wunsch nach einer Ausweitung des Angebotes von regionalen, fair gehandelten und/oder ökologisch erzeugten Speisen und Getränken geäußert, welche i. d. R. teurer als konventionelle Produkte sind. Eventuell könnte die vorgeschlagene Strategie insofern modifiziert werden, dass auf dem Gelände eher teurere und entsprechend produzierte Ware angeboten und im Supermarkt konventionelle Waren zu günstigen Preisen bereitgestellt würden. Dass eine Umstellung der Festivalgastronomie auf biologisches Catering von StandbetreiberInnen umgesetzt und von Gästen angenommen wird, zeigt z. B. das Tollwood Festival (s. Kapitel 3.5.7).

In Hinblick auf die Verpflegungsarten der BesucherInnen der einzelnen Festivals ergibt sich ein differenzierteres Bild. Beim MS Dockville war bspw. der Einkauf von Speisen und Getränken auf dem Festivalgelände die beliebteste Verpflegungsform. Ein Grund dafür könnte sein, dass das Catering dort besonders gut und/oder günstig ist. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass viele der Gäste, die hauptsächlich aus Hamburg und den angrenzenden Bundesländern stammen für die Übernachtungen nach Hause gefahren sind. Durch die hiermit verbundenen Einsparungen stand den BesucherInnen möglicherweise mehr Geld für die Verpflegung auf dem Festivalgelände zur Verfügung. Der Hauptgrund, nicht vorab im Supermarkt einzukaufen, dürfte aber sein, dass es nicht gestattet ist, Essen und Getränke mit auf das Festivalgelände zu nehmen.

Anhand dieser Ergebnisse und der Angaben zum Ausgabeverhalten ist anzunehmen, dass Einkäufe vor Ort und die Verpflegung der BesucherInnen durch Angebote auf dem Festivalgelände deutliche Wertschöpfungseffekte (für die Region) haben.


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Besuche von Sehenswürdigkeiten und Freizeitangeboten in der Region Über Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote können ebenfalls Wertschöpfungseffekte für die jeweilige Festivalregion erzielt werden. Mehr als ein Viertel der Befragten hat bereits solche Angebote in der Region des jeweiligen Festivals wahrgenommen. Ob die Befragten Sehenswürdigkeiten in der Region besucht haben oder Freizeitangebote wahrgenommen haben, ist von Festival zu Festival sehr unterschiedlich. Gründe für einen niedrigen Anteil an BesucherInnen, die von solchen Angeboten Gebrauch gemacht haben, könnten kein bzw. ein geringes Angebot in der Region, mangelndes Interesse oder Kenntnis, schlechte Erreichbarkeit der Angebote oder keine bzw. eine geringe Bewerbung der Angebote durch die FestivalorganisatorInnen sein.

Erstaunlich ist, dass das Melt! den niedrigsten Anteil aller FestivalbesucherInnen aufweist, die eine Sehenswürdigkeit besucht oder ein Freizeitangebot wahrgenommen haben, obwohl sich in unmittelbarer Nähe das Bauhaus Dessau und die Lutherstadt Wittenberg befinden. Nach den Ergebnissen der Befragung von Drengner et al. (2010) zum Melt! konnten oder wollten rund 60 % der Befragten bei einer offenen Frage nach den Sehenswürdigkeiten der Region keine Angabe machen. Demnach könnte ein geringer Informationsstand des Großteils der in dieser Studie Befragten für die Position des Melt! innerhalb der fünf Festivals verantwortlich sein.

Inwiefern stärkere Bemühungen bzw. eine (auffälligere) Bewerbung durch die OrganisatorInnen der jeweiligen Festivals sinnvoll sind, muss von Festival zu Festival situativ abgeklärt werden. Möglich sind hier bspw. Kooperationen mit den örtlichen Tourismusverbänden oder Vergünstigungen für FestivalbesucherInnen. Hauptfortbewegungsmittel für die An- und Abreise sowie Bereitschaft zum Erwerb eines Bus- bzw. Zugtickets Der Großteil aller Befragten reiste mit dem Auto zum Festival an. Dieses Ergebnis stimmt mit denen der Studien von Julie’s Bicycle (2009), Brinda und Farnik (2010) sowie Drengner et al. (2010) überein. Bei der Einzelbetrachtung der Festivals fällt auf, dass lediglich die Gäste des MS Dockville mehrheitlich den Zug als Hauptfortbewegungsmittel wählten. Dieser Unterschied dürfte mit der urbanen Lage des MS Dockville (in Hamburg) und der ländlichen bzw. peri-urbanen Lage der vier anderen Festivals zusammenhängen. Julie’s Bicycle (2009) erhielt ein ähnliches Ergebnis: zu den urbanen Festivals kam der Großteil der befragten BesucherInnen per Bahn. MS Dockville, Haldern Pop Festival und Taubertal Festival akquirieren ihre BesucherInnen zum größten Teil aus dem eigenen und den Nachbarbundesländern, während dies beim Melt!


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und W:O:A nicht der Fall ist. Diese Ergebnisse lassen annehmen, dass bei MS Dockville, Taubertal Festival und Haldern Pop Festival ein eher geringeres Verkehrsaufkommen im Vergleich zu den beiden anderen Festivals entsteht. Wenn bei einem Festival der Großteil der BesucherInnen so wie beim Taubertal Festival37 aus dem gleichen Bundesland kommt, dann ist es für die OrganisatorInnen eventuell einfacher, mit attraktiven Angeboten wie Bussen oder Festivalzügen Verkehrsströme zu bündeln.

Da das erhöhte Verkehrsaufkommen i. d. R. dennoch zu den Hauptproblemen von Festivals gehört, ist dringend Handlungsbedarf geboten. Das Ziel liegt darin, einen Großteil der BesucherInnen zu einem Umstieg auf Bus und Bahn zu motivieren (s. Kapitel 3).

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Mehrheit der Befragten aller Festivals vorstellen kann, (vielleicht) ein Bus- bzw. Zugticket zum Preis von 10 Cent pro Kilometer für Anund Abreise zu erwerben. In den Studien von BfN und FONA (2005), O’Neil (2006) und Buckinghamshire New University (2008) erklärt sich der Großteil bereit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, wenn dies im Ticketpreis enthalten wäre. Bei den durch BfN und FONA (2005) befragten FestivalbesucherInnen äußern allerdings weniger als die Hälfte eine Zahlungsbereitschaft dafür. Bei der Einzelbetrachtung der Festivals stellt sich in der vorliegenden Studie heraus, dass beim Haldern Pop Festival und W:O:A im Gegensatz zu den anderen drei Festivals keine Mehrheit für dieses Angebot besteht. Möglicherweise kommt das Angebot nicht infrage, weil der Preis von 10 Cent pro zurückgelegtem Kilometer eher hoch angesetzt war. Die Zustimmung oder Ablehnung hängt somit wohl auch stark damit zusammen, welche Entfernung vom Wohnort bis zum Festival zurückzulegen ist und ob die Befragten den Preis für das angebotene Ticket berechnet haben. Ein weiterer Grund könnte die (subjektiv gefühlte oder tatsächliche) schlechte Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sein. Möglicherweise möchten die Befragten, die das Angebot ablehnen, auch nicht auf das Auto als Transportmittel für Campingausrüstung, Verpflegung etc. sowie die durch den eigenen fahrbaren Untersatz gegebene Flexibilität verzichten.

Die Studie von Julie’s Bicycle (2009) zeigt, dass viele BesucherInnen keine bzw. geringe Kenntnis über konkrete Möglichkeiten der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrgemeinschaften zum Festival haben. Im Fall der vorliegenden Befragung sind rund einem Drittel aller FestivalbesucherInnen keine „Informationen zu einer umwelt37

Hier müsste geprüft werden, ob die Befragungsdaten auf die Mehrheit der tatsächlichen FestivalbesucherInnen übertragbar sind.


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freundlichen Anreise“ aufgefallen, obwohl diese auf allen Festivalwebsites vorhanden waren. Der Anteil derer, denen diese Maßnahme nicht aufgefallen sind, ist beim Melt! von allen Festivals mit Abstand der geringste. Zusammenhängen könnte diese Tatsache damit, dass das Melt! seine Nachhaltigkeitsmaßnahmen unter dem Stichwort „M!Eco“ gebrandet und an zentraler Stelle auf der Homepage veröffentlicht hat (s. Kapitel 3.5.11). Des Weiteren wird der 2010 erstmals buchbare „Melt! Train“ eine gewisse Aufmerksamkeit erzeugt haben. Sicherlich ist es nicht für alle Festivals möglich, einen Festivalzug zu etablieren. Eine leicht auffindbare und attraktiv aufbereitete Information zum Thema Anreise sollte aber auf jeder Festivalwebsite zu finden sein. Diese Forderung wird gestützt durch die Ergebnisse von Julie’s Bicycle (2009) und Drengner et al. (2010), nach denen mehr als die Hälfte der BesucherInnen die Festivalwebsite zur Anreiseinformation nutzt. Mit der Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) erzielen die FestivalorganisatorInnen nicht nur für Umwelt und AnwohnerInnen einen positiven Effekt, sondern verringern auch ihren eigenen Aufwand in der Handhabung des erhöhten Verkehrsaufkommens oder der Anmietung von Feldern o. ä. als Parkflächen. Spendenbereitschaft für Umwelt- und Sozialprojekte Einen höheren Preis für das Ticket würde die Mehrheit aller Befragten bezahlen, wenn davon ein Umwelt- oder Sozialprojekt unterstützt würde, während rund ein Drittel das Ticket für kostspielig genug hält. Im Vergleich zu den Ergebnissen von O’Neil (2006), der Buckinghamshire New University (2008), Julie’s Bicycle (2009) und Brinda und Farnik (2010), die Werte zwischen 38 % und 57 % abbilden, liegt die Spendenbereitschaft bei den Befragten der vorliegenden Studie mit knapp 70 % also verhältnismäßig hoch. Soziale Erwünschtheit als Grund für diesen hohen Wert kann aufgrund der Methodik der Befragung ausgeschlossen werden.

Hinsichtlich der Spendenbereitschaft für Umwelt- oder Sozialprojekte gehen die Ansichten der BesucherInnen der einzelnen Festivals zum Teil weit auseinander: während beim W:O:A nur etwas über die Hälfte der Befragten eine generelle Spendenbereitschaft bekunden, sind dies beim Haldern Pop Festival über 80 %.

Je nachdem wie groß die Akzeptanz bei den BesucherInnen der Festivals ist, könnte seitens der FestivalorganisatorInnen darüber nachgedacht werden, diese Maßnahme zu implementieren, sofern die Bearbeitungskosten und der Aufwand beim Ticketing den Spendenerfolg als Nutzen nicht übersteigen. Dies würde auch für die Einführung eines „Spendentickets“ neben dem normalen Ticket gelten. Eine andere Idee wäre,


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einen Merchandisingartikel wie einen Festivalbecher, der als Souvenir mit nach Hause genommen werden kann, oder ein besonderes T-Shirt anzubieten und einen Teil des Gewinns an ein Umwelt- oder Sozialprojekt zu spenden oder in die Weiterentwicklung eigener Nachhaltigkeitsmaßnahmen wie den Bau einer Solaranlage in Geländenähe zu investieren. Letzteres Vorgehen würde gleichzeitig ein tangibles Erfolgserlebnis für die SpenderInnen und somit eine positive Konsequenz, die sich auf das eigene Umwelthandeln auswirkt (s. Kapitel 3.1), darstellen. Price Sensitivity Meter Die Zahlungsbereitschaft für das Ticket eines Festivals, das nachhaltig gestaltet ist bzw. „welches besonderen Wert auf eine umweltfreundliche und für die Menschen in der Region möglichst verträgliche Durchführung legt“, ist nur unwesentlich höher als die Zahlungsbereitschaft für das Ticket eines Festivals, das nicht nachhaltig gestaltet ist bzw. „welches keinen besonderen Wert auf eine umweltfreundliche und für die Menschen in der Region möglichst verträgliche Durchführung legt“.

Der OPP liegt zwar weit über dem Preis für das günstigste Ticket (MS Dockville) der fünf Festivals, aber bleibt auch weit unterhalb des Wertes für das teuerste Ticket (W:O:A) zurück. Diese Tatsache dürfte darauf zurückzuführen sein, dass es sich um einen Mittelwert aus den Angaben aller Befragten handelt und die TeilnehmerInnen aufgrund des Wissens um „ihre“ spezifischen Ticketkosten unterschiedliche Preisvorstellungen haben.

Möglicherweise sind die BesucherInnen der niedrigpreisigeren Festivals eher bereit, mehr zu zahlen als die der höherpreisigen Festivals, da die Ticketkosten von letzteren bereits als hoch empfunden werden. Ein Indiz für die Richtigkeit dieser These könnte ein Ergebnis aus der Befragung von Drengner et al. (2010) sein, wonach der Ticketpreis beim Melt!, welches zu den höherpreisigen Festivals gehört, im Durchschnitt als eher zu hoch empfunden wurde. Möglicherweise steckt die Angst vor Preiserhöhungen hinter den im Zweifelsfall eher tief angesetzten Angaben einiger BesucherInnen. Um fundierte Rückschlüsse ziehen zu können, wäre ein PSM für jedes einzelne Festival erforderlich, das der Autorin allerdings nicht vorliegt.

Möglich wäre es, ein höherpreisiges „Green Ticket“ anzubieten, das mit einer Steigerung des Komforts - wie bspw. zusätzlichen Toiletten - verbunden ist, denn es gibt eine gewisse Zahlungsbereitschaft für Maßnahmen, die den Komfort erhöhen (s. Kapitel 2.3 und 3.5.3).


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8.2

Methodenkritik

Die im Rahmen dieser Arbeit angewandte Methodik der Online-Befragung und das Vorgehen bei der Auswertung des Datenmaterials werden nun rückblickend kritisch beleuchtet.

Onlinebefragungen zeichnen sich durch einen insgesamt geringeren Aufwand aus (vgl. Häder 2006: 189). Dies wird z. B. bedingt durch die schnelle Möglichkeit, mit vielen Personen gleichzeitig in Kontakt zu treten, den Wegfall der Dateneingabe, die Steuerungsmöglichkeiten, mit denen die Reihenfolge der Beantwortung vorgegeben werden kann sowie geringere Kosten im Vergleich zu einem Papierfragebogen (vgl. Maurer & Jandura 2009: 61). Des Weiteren ergeben sich auch in Bezug auf die Nachhaltigkeit Vorteile: durch die Möglichkeit online an der Umfrage teilzunehmen, wird kein Papier benötigt und Anfahrtswege fallen weg. Für potenzielle TeilnehmerInnen liegt ein Vorteil darin, dass sie selbst entscheiden können, wann sie an der Umfrage teilnehmen. Dies kann allerdings zu Unklarheiten führen, da ein einmal angefangener und nicht zu Ende geführter Fragebogen als abgebrochen gewertet wird und keine Möglichkeit besteht, diesen bspw. am nächsten Tag weiter auszufüllen.

Bei umwelt- oder sozialrelevanten Themen besteht die Gefahr der Beantwortung von Fragen nach sozialer Erwünschtheit. Hier hat die Online-Befragung einen entscheidenden Vorteil, da weitestgehende Anonymität gewährleistet ist (vgl. Couper & Coutts 2006: 225). Fraglich ist allerdings, inwieweit die für die Verlosung benötigten Kontaktdaten an dieser Stelle doch einen Einfluss verursacht haben.

Als kritisch ist zu erachten, dass die Autorin keine Kontrolle über die Befragungssituation hatte. Nachteilig wird von Raithel (vgl. 2008: 67) u. a. gesehen, dass Verständnisfragen nicht geklärt werden können und dass das Risiko existiert, dass eine wenig sorgfältige, vielleicht sogar unvollständige Beantwortung der Fragen erfolgt. Dass keine Erklärungen zu einzelnen Fragen gegeben werden konnten, kann im vorliegenden Fall aufgrund der komplexen Thematik Auswirkungen auf die Abbruchquote oder das Verständnis der Fragen gehabt haben. Diesen Risiken konnte insofern teilweise entgegengewirkt werden, dass die Beantwortung einer Frage in der Regel erforderlich war, um zur nächsten Frage zu gelangen. Des Weiteren wurden Filterfragen und ein AHP eingesetzt, der neben der Ausfülldauer zumindest einen Anhaltspunkt dafür gab, ob Befragte sich ohne Interesse durch den Fragebogen geklickt haben. Schon während des Entwurfs des Fragebogens fiel auf, dass es eine Herausforderung darstellt, die


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Fragen verständlich zu formulieren und gleichzeitig den Forschungshintergrund angemessen zu berücksichtigen. Dies galt insbesondere für den Terminus „Nachhaltigkeit“, der - obwohl die Bekanntheit des Begriffs in den letzten Jahren stark gestiegen ist noch nicht bei jedem mit dem exakten Hintergrundwissen belegt ist und deshalb ohne weitere Umschreibung nicht verwendet wurde.

Fraglich ist, wie hoch der Anteil der Personen ist, die die Teilnahme aufgrund mangelnden Interesses an der Thematik abgebrochen haben bzw. erst gar nicht begonnen haben, den Fragebogen auszufüllen. Dass es solche Fälle gab, ist anhand des Feedbacks in den Communities ersichtlich. Die Diskussion, die bei der Veröffentlichung in Communities entstehen kann, wird von Batinic und Bosnjak (vgl. 2000: 292) als Nachteil von Online-Befragungen gewertet, da eine Beeinflussung von Teilnehmenden vor Ausfüllen des Fragebogens erfolgen kann. Im Rahmen der vorliegenden Befragung kann dies in der Wacken Gruppe bei Facebook und im Wacken Forum der Fall gewesen sein, da dort nach Veröffentlichung des Befragungslinks einige polemische Äußerungen zu lesen waren.

Der Schwierigkeit, Personen für die Umfrage zu gewinnen, die wenig bzw. gar nicht nachhaltigkeitsaffin sind, konnte sicherlich zum Teil mit der Verlosung attraktiver Preise entgegengewirkt werden – diese stellt den Vorteil dar, dass auch Personen an der Befragung teilnehmen, die sich sonst aufgrund mangelnden oder nicht vorhandenen Interesses nicht auf die Befragung einlassen würden bzw. sie vorzeitig abbrechen würden.

Ein weiterer Nachteil des verwendeten Untersuchungsdesigns liegt darin, dass die Anzahl der Personen, die geeignet sind, an der Befragung teilzunehmen, und die durch die Communities und Listen erreicht werden, nicht bestimmt werden kann, da sich nicht alle FestivalbesucherInnen in den Communities eingetragen haben bzw. in mehreren Communities gleichzeitig eingetragen sind. Umgekehrt kann davon ausgegangen werden, dass nicht alle der eingetragenen UserInnen auf einem oder mehreren der abgefragten Festivals waren. Aufgrund dessen sind abdeckungsbezogene Fehler, d. h. die „unvollständige Berücksichtigung der Zielpopulation38 durch die Auswahlgesamtheit" (Couper & Coutts 2006: 219) nicht auszuschließen. Ebenso ist die Rücklaufquote nicht ermittelbar. Dies gilt auch für die Verweigerungsquote, da lediglich die Anzahl der Per-

38

„Die Zielpopulation (oder angestrebte Grundgesamtheit) kann als die Menge der Individuen betrachtet werden, die man untersuchen möchte, bzw. als die Population, auf die man Rückschlüsse zu ziehen beabsichtigt" (Couper & Coutts 2006: 219).


154

sonen, die den Fragebogen abgebrochen haben, ersichtlich ist, nicht aber die Zahl derer, die den Link gesehen haben, dem Befragungsaufruf aber nicht gefolgt sind.

Schwierigkeiten kann nach Couper und Coutts (vgl. 2006: 220) die möglicherweise mangelnde bzw. ungewisse Abdeckungsdichte des Internets bereiten. Dies kann im Fall der vorliegenden Befragung weitestgehend ausgeschlossen werden, da aufgrund der Zielgruppe der Festivals von einer hohen Internetaffinität ausgegangen werden kann. Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2010 ergab für die 14- bis 19-jährigen 2010 zum ersten Mal einen Anteil an InternetnutzerInnen in Höhe von 100 %. Die 20- bis 29 jährigen sind mit 98,4 %, die 30- bis 39-jährigen mit 89,9 %, die 40- bis 49-jährigen mit 81,9 % und die 50- bis 59-jährigen mit 68,9 % vertreten (vgl. van Eimeren & Frees 2010: 336).

Abschließend bleibt anzumerken, dass eine Befragung unmittelbar im Anschluss an das letzte der Festivals hätte erfolgen sollen, da die Erinnerung der Befragten möglicherweise detaillierter gewesen wären. Dies war allerdings aufgrund des Bearbeitungszeitraums dieser Arbeit nicht leistbar.

8.3

Gültigkeit der Ergebnisse

Abschließend sind die Grenzen des eigenen Untersuchungsansatzes und die Gültigkeit der im Rahmen dieser Arbeit erzielten Ergebnisse zu diskutieren.

Aufgrund des Untersuchungsdesigns, das es nicht ermöglichte, alle FestivalbesucherInnen gleichermaßen anzusprechen, und aufgrund der Anzahl der kompletten Fragebögen (n = 977), die nur einen Bruchteil der insgesamt rund 134.000 BesucherInnen der fünf Festivals ausmachen, können die Ergebnisse der Befragung nicht als repräsentativ erachtet werden. Dennoch bietet sich ein guter Einblick in dieses bislang wenig erforschte Gebiet.

Um die Ergebnisse weiter abzusichern, sollten Vor-Ort-Befragungen bei den Festivals mit einer repräsentativen Stichprobe und einer höheren Fallzahl durchgeführt werden.

Die teilweise großen Unterschiede zwischen den Festivals zeigen auch, dass die Ergebnisse festivalspezifisch und nicht ohne weiteres auf andere Events übertragen werden können.


155

9.

Fazit und Ausblick

Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass sowohl Umwelt- und Naturschutz als auch faires und ethisches Verhalten einen hohen Stellenwert für die Mehrheit der Befragten haben. Da zu erwarten ist, dass die nachhaltigere Ausrichtung von Festivals zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen wird, empfiehlt sich eine dieser Entwicklung angepasste Handlungsstrategie, die Wettbewerbsvorteile sichern kann.

Festivals nachhaltiger zu gestalten ist eine Herausforderung, die OrganisatorInnen nur gemeinsam unter Partizipation und Unterstützung durch BesucherInnen und weitere StakeholderInnen erfolgreich bewältigen können. Anhand der Ergebnisse kann davon ausgegangen werden, dass Nachhaltigkeitsmaßnahmen in der Regel eine breite Akzeptanz durch die FestivalbesucherInnen erfahren. Zwischen den einzelnen Festivals ergeben sich dabei zum Teil allerdings signifikante Unterschiede. Inwieweit die FestivalbesucherInnen tatsächlich bereit sind, diese Nachhaltigkeitsbemühungen auch zu unterstützen, wird vor allem von durch die FestivalorganisatorInnen gegebenen Handlungsanreizen und -optionen sowie der Art und Weise, wie diese vermittelt werden, abhängen. Neben dieser interessanten Fragestellung besteht weiterer Forschungsbedarf darin, inwieweit die (Kommunikation von) Nachhaltigkeit auf Festivals Einfluss auf das Verhalten der BesucherInnen im Alltag hat. Außerdem sollte erforscht werden, ob und in welchem Maße die Zahlungsbereitschaft für nachhaltigere Events bei einem spürbaren Komfortgewinn steigt. Des Weiteren wäre es ratsam, die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung im Rahmen einer Befragung vor Ort mit einer repräsentativen Stichprobe und einer höheren Fallzahl zu validieren.

Es wird sicherlich nicht gelingen, alle negativen Auswirkungen eines Festivals zu eliminieren. Durch die Einführung eines konsequenten Nachhaltigkeitsmanagements können solche negativen Effekte aber stark minimiert und positive Aspekte verstärkt werden. Auch wenn es sicherlich Maßnahmen gibt, die aufgrund eines beschränkten Budgets nicht eingeführt werden können, so gibt es doch eine Reihe von Handlungsfeldern, in denen auch ohne große Investitionen die Entwicklung in Richtung eines nachhaltigeren Events angestoßen werden kann.


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166

10.2 Gesetze GG - Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 100-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt durch das Gesetz vom 21. Juli 2010 (BGBl. I S. 944) geändert worden ist. KrW-/AbfG - Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz vom 27. September 1994 (BGBl. I S. 2705), das zuletzt durch Artikel 8 des Gesetzes vom 11. August 2010 (BGBl. I S. 1163) geändert worden ist.


XIII

Anhang


XIV

Anhang A: Erste Abfrage der NachhaltigkeitsmaĂ&#x;nahmen


XV


XVI


XVII


XVIII

Anhang B: Zweite Abfrage der Nachhaltigkeitsmaßnahmen

Nachhaltigkeitsmaßnahmen 2010 Nutzung von Ökostrom oder erneuerbaren Energiequellen vor Ort (z. B. Solaranlagen) Ankauf von Treibhausgas-Emissionszertifikaten Verbot von Generatoren auf den Campingplätzen Pfandbecher und/oder Mehrweggeschirr ausreichende Anzahl an Mülleimern Möglichkeiten zur Mülltrennung Müllpfand Recyclingpapier und/oder FSC-zertifiziertes Papier (z. B. Toilettenpapier, Flyer) energie- und/oder wassersparende Vorrichtungen Präsentation gemeinnütziger Organisationen auf dem Festival, der Website etc. (z. B. Greenpeace, Viva con Agua) Spendenaktionen für Umwelt- und Sozialprojekte Umweltbildungsangebote auf dem Festivalgelände (z. B. naturkundliche Führungen) Verkauf von fair und/oder ökologisch produzierten Merchandisingartikeln (z. B. Festivalshirts aus Ökobaumwolle) Werbung für das kulturelle Angebot der Region (z. B. auf dem Festivalgelände, auf der Festivalwebsite)

[Name des Festivals]


XIX

Nachhaltigkeitsmaßnahmen 2010 barrierefreier Zugang zum Festivalgelände und seinen Einrichtungen (z. B. für Rollstuhlfahrer) Gendermainstreaming (geschlechtergerechte Ansprache der FestivalbesucherInnen) Informationen zu einer umweltfreundlichen Anreise umweltfreundliche Anreiseangebote der FestivalorganisatorInnen (z. B. Festivalzug, Reisebus) Internetforum für Mitfahrgelegenheiten Anreize für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (z. B. Kombiticket aus Festivaleintritt und Zuganreise) emissions- und lärmarme Shuttlebusse Umweltmanagement- oder "Sounds for Nature" Zertifizierung Angebot an Speisen/Getränken mit einem Biosiegel

Angebot an Speisen/Getränken aus der Region Angebot an fair gehandelten Speisen/Getränken (z. B. Kaffee) Weitergabe des übrig gebliebenen Essens/Getränke von BesucherInnen und StandbetreiberInnen an gemeinnützige Organisationen (z. B. Tafel e. V.) kostenlose Bereitstellung von Trinkwasser

Sonstiges

[Name des Festivals]


XX

Anhang C: Fragebogen


XXI


XXII


XXIII


XXIV


XXV


XXVI


XXVII


XXVIII


XXIX


XXX


XXXI


XXXII


XXXIII


XXXIV


XXXV


XXXVI


XXXVII


XXXVIII


XXXIX


XL


XLI


XLII


XLIII

Anhang D: Kategoriensysteme Sonstige Maßnahmen €

Mobilität

Abfall

Ressourcenschutz

Verpflegung

Kulturerlebnis, Umweltbildung und Kommunikation

Soziale Verantwortung, Kooperationen und regionale Wertschöpfung

Verbesserungspotenzial €

Mobilität

Abfall

Abwasser/Sanitäranlagen

Ressourcenschutz

Energie und Emissionen (CO2 und Lärm)

Verpflegung

Kulturerlebnis, Umweltbildung und Kommunikation

SponsorInnen und StandbetreiberInnen

Soziale Verantwortung, Kooperationen und regionale Wertschöpfung

Sonstiges


XLIV

Anhang E: Zusätzliche Auswertungstabellen Tab. 22: Geschlecht (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Geschlecht Männlich Weiblich Keine Angabe

Alle Festivals n = 977 51,1 % (499) 48,2 % (471) 0,7 % (7)

Dockville n = 101 29,7 % (30) 70,3 % (71) 0,0 % (0)

Haldern Pop n = 106 71,7 % (76) 27,4 % (29) 0,9 % (1)

Melt! n = 346 46,8 % (162) 51,7 % (179) 1,4 % (5)

Taubertal n = 327 49,5 % (162) 50,2 % (164) 0,3 % (1)

W:O:A n = 97 71,1 % (69) 28,9 (28) 0,0 % (0)

Tab. 23: Nationalität (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Nationalität britisch dänisch deutsch deutsch/ englisch ghanaisch griechisch japanisch niederländisch österreichisch peruanisch polnisch schweizerisch slowakisch tschechisch türkisch ukrainisch ungarisch vietnamesisch keine Angabe

Alle Festivals n = 977 0,1 % (1) 0,1 % (1) 94,8 % (926) 0,1 % (1) 0,1 % (1) 0,1 % (1) 0,1 % (1) 0,3 % (3) 1,4 % (14) 0,1 % (1) 0,1 % (1) 0,7 % (7) 0,1 % (1) 0,1 % (1) 0,1 % (1) 0,1 % (1) 0,1 % (1) 0,2 % (2) 1,2 % (12)

Dockville n = 101 0,0 % (0) 0,0 % (0) 98,0 % (99) 1,0 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 1,0 % (1)

Haldern Pop n = 106 0,0 % (0) 0,0 % (0) 93,4 % (99) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,9 % (1) 2,8 % (3) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,9 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 1,9 % (2)

Melt! n = 346 0,3 % (1) 0,3 % (1) 91,9 % (318) 0,0 % (0) 0,3 % (1) 0,3 % (1) 0,0 % (0) 0,3 % (1) 1,7 % (6) 0,3 % (1) 0,3 % (1) 1,4 % (5) 0,3 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,3 % (1) 0,3 % (1) 0,3 % (1) 1,7 % (6)

Taubertal n = 327 0,0 % (0) 0,0 % (0) 97,6 % (319) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,3 % (1) 0,0 % (0) 0,9 % (3) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,3 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,3 % (1) 0,6 % (2)

W:O:A n = 97 0,0 % (0) 0,0 % (0) 94,8 % (92) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 1,0 % (1) 2,1 % (2) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 1,0 % (1)) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 1,0 % (1)


XLV

Tab. 24: Wohnort nach Bundesland (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen)

Bundesland BadenWürttemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen MecklenburgVorpommern Niedersachsen NordrheinWestfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt SchleswigHolstein Thüringen Sonstiges39 Keine Angabe

39

Alle Festivals n = 977 12,9 % (126) 24,8 % (242) 7,2 % (70) 3,0 % (29) 1,1 % (11) 5,7 % (56) 4,2 % (41) 1,4 % (14) 9,2 % (90) 13,7 % (134) 1,8 % (18) 0,3 % (3) 4,0 % (39) 2,3 % (22) 3,0 % (29) 1,2 % (12) 3,2 % (31) 1,0 % (10)

Dockville n = 101

Haldern Pop n = 106

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

2,0 % (2) 2,0 % (2) 3,0 % (3) 1,0 % (1) 3,0 % (3) 27,7 % (28) 5,0 % (5) 3,0 % (3) 30,7 % (31) 3,0 % (3) 2,0 % (2) 0,0 % (0) 1,0 % (1) 3,0 % (3) 12,9 % (13) 1,0 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0)

4,7 % (5) 4,7 % (5) 7,5 % (8) 0,9 % (1) 0,0 % (0) 1,9 % (2) 4,7 % (5) 0,0 % (0) 7,5 % (8) 51,9 % (55) 5,7 % (6) 0,0 % (0) 4,7 % (5) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,9 % (1) 2,8 % (3) 1,9 % (2)

5,2 % (18) 8,4 % (29) 15,3 % (53) 6,6 % (23) 1,7 % (6) 4,9 % (17) 5,5 % (19) 2,3 % (8) 9,0 % (31) 12,1 % (42) 2,0 % (7) 0,6 % (2) 9,2 % (32) 4,9 % (17) 1,4 % (5) 2,9 % (10) 6,4 % (22) 1,4 % (5)

30,0 % (98) 60,6 % (198) 0,6 % (2) 0,6 % (2) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 2,1 % (7) 0,0 % (0) 0,3 % (1) 2,4 % (8) 0,9 % (3) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,0 % (0) 0,6 % (2) 0,0 % (0) 0,9 % (3) 0,9 % (3)

3,1 % (3) 8,2 % (8) 4,1 % (4) 2,1 % (2) 2,1 % (2) 9,3 % (9) 5,2 % (5) 3,1 % (3) 19,6 % (19) 26,8 % (26) 0,0 % (0) 1,0 % (1) 1,0 % (1) 2,1 % (2) 9,3 % (9) 0,0 % (0) 3,1 % (3) 0,0 % (0)

„Sonstiges“ als Angabe für einen Wohnort außerhalb Deutschlands.


XLVI

Tab. 25: Herkunft der TeilnehmerInnen (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Alle Festivals n = 977 35,9 % (351) 31,2 % (305) 3,6 % (35) 8,1 % (79) 1,6 % 16) 1,5 % (15)

Herkunft Melt Posting (Facebook)40 Taubertal Posting (Facebook) Festivalpinnwände (Facebook) Festivalpinnwände (studiVZ) W:O:A Gruppe (XING) HNEE Mailingliste41 Leuphana Universität Mailinglisten42 NTM-Gruppe (XING) Melt Newsletter Melt! Forum (Festivalwebsite) W:O:A Forum (Festivalwebsite) Taubertal Festival Forum (tauberplanscher.de) Haldern Pop Festival Forum (Festivalwebsite) MS Dockville Forum (Festivalwebsite)

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

36,6 % (37) 0% (0) 10,9 % (11) 6,9 % (7) 0% (0) 1,0 % (1)

Haldern Pop n = 106 4,7 % (5) 0% (0) 4,7 % (5) 9,4 % (10) 0% (0) 1,9 % (2)

88,4 % (306) 0,6 % (2) 1,7 % (6) 3,5 % (12) 0% (0) 1,4 % (5)

0,6 % (2) 92,7 % (303) 2,1 % (7) 2,4 % (8) 0% (0) 0% (0)

1,0 % (1) 0% (0) 6,2 % (6) 43,3 % (42) 16,5 % (16) 7,2 % (7)

3,6 % (35)

25,7 % (26)

2,8 % (3)

0,9 % (3)

0% (0)

3,1 % (3)

0,2 % (2) 1,1 % (11) 0,4 % (4) 2,1 % (21)

0% (0) 1,0 % (1) 0% (0) 0% (0)

0% (0) 1,9 % (2) 0,9 % (1) 0% (0)

0,3 % (1) 2,3 % (8) 0,9 % (3) 0% (0)

0% (0) 0% (0) 0% (0) 0% (0)

1,0 % (1) 0% (0) 0% (0) 21,6 % (21)

0,7 % (7)

0% (0)

0% (0)

0% (0)

2,1 % (7)

0% (0)

8,1 % (79)

1,0 % (1)

73,6 % (78)

0% (0)

0% (0)

0% (0)

1,7 % (17)

16,8 % (17)

0% (0)

0% (0)

0% (0)

0% (0)

Dockville n = 101

Tab. 26: Vergabe der Zufallszahl (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Zufallszahl 1 (PSM nachhaltig) 2 (PSM nicht nachhaltig) keine Zufallszahl43

40

Alle Festivals n = 977 49,9 % (488)

Dockville n = 101

Haldern Pop n = 106

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

46,5 % (47)

49,1 % (52)

51,7 (179)

48,9 % (160)

51,5 % (50)

49,9 % (488)

53,5 % (54)

50,9 % (54)

48,0 % (166)

51,1 % (167)

48,5 % (47)

0,1 % (1)

0% (0)

0 % (0)

0,3 % (1)

0% (0)

0% (0)

Melt! und Taubertal Posting wurden durch die OrganisatorInnen veröffentlicht. Die Mailingliste umfasst alle eingetragenen Alumni und StudentInnen aller angebotenen Studiengänge. 42 Die Mailinglisten umfassen alle eingetragenen Alumni und StudentInnen der Studiengänge Umwelt- und Kulturwissenschaften.

41


XLVII

Tab. 27: Besuche der ausgewählten Festivals 2010 (Gesamtstichprobe; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Besuchte Festivals

Anteile

Dockville

11,0 % (107)

Haldern Pop

11,2 % (109)

Melt!

41,6 % (406)

Taubertal

33,4 % (326)

W:O:A

10,8 % (106) 44

ich besuche dieses Jahr kein Festival

0,0 % (0)

Gesamt

108,0 % (1054)

Tab. 28: Besuche weiterer Festivals 2010 (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Anzahl weiterer Festivals 2010 1 2 3 4 5 6 und mehr

Alle Festivals n = 357 26,4 % (258) 5,8 % (57) 2,8 % (27) 0,7 % (7) 0,2 % (2) 0,6 % (6)

Dockville n = 38

Haldern Pop n = 36

Melt! n = 133

Taubertal n = 115

W:O:A n = 35

27,7 % (28) 6,9 % (7) 2,0 % (2) 1,0 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0)

25,5 % (27) 4,7 % (5) 2,8 % (3) 0,9 % (1) 0,0 % (0) 0,0 % (0)

26,6 % (92) 6,9 % (24) 4,0 % (14) 0,6 % (2) 0,0 % (0) 0,3 % (1)

26,6 % (87) 5,2 % (17) 1,5 % (5) 0,6 % (2) 0,0 % (0) 1,2 % (4)

24,7 % (24) 4,1 % (4) 3,1 % (3) 1,0 % (1) 2,1 % (2) 1,0 % (1)

Tab. 29: Teilnehmende nach Festivals (Gesamtstichprobe; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Zuletzt besuchtes Festival Dockville Haldern Pop Melt! Taubertal Wacken

43

n = 977 10,3 % (101) 10,8 % (106) 35,4 % (346) 33,5 % (327) 9,9 % (97)

Hier fand anscheinend aus technischen Gründen die Vergabe einer Zufallszahl nicht statt, so dass der Teilnehmer sowohl das PSM zur nachhaltigen als auch zur nicht nachhaltigen Festivalgestaltung erhalten hat. 44 Bei Wahl dieser Antwortmöglichkeit wurde der Fragebogen automatisch beendet.


XLVIII

Tab. 30: Informationsquellen (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Informationsquellen Festivalwebsite Programm- oder Informationsheft des Festivals Monitore/Leinwände auf dem Festivalgelände Bühnenansprachen auf dem Festival Presse Hinweise auf dem Festivalgelände (z. B. Schilder) eigene Beobachtungen während des Festivalbesuchs Hinweise durch andere Personen Sonstige45 keine Angabe

45

Alle Festivals 73,2 % (715)

Dockville

Haldern Pop

Melt!

Taubertal

W:O:A

64,4 % (65)

78,3 % (83)

82,7 % (286)

66,1 % (216)

67,0 % (65)

57,9 % (566)

54,5 % (55)

53,8 % (57)

55,8 % (193)

67,0 % (219)

43,3 % (42)

17,1 % (167)

4,0 % (4)

3,8 % (4)

13,6 % (47)

31,2 % (102)

10,3 % (10)

15,5 % (151) 14 % (137)

4,0 % (4) 6,9 % (7)

5,7 % (6) 10,4 % (11)

2,9 % (10) 15,9 % (55)

38,5 % (126) 14,7 % (48)

5,2 % (5) 16,5 % (16)

57,8 % (565)

67,3 % (68)

58,5 % (62)

55,2 % (191)

59,9 % (196)

49,5 % (48)

81,0 % (791)

87,1 % (88)

87,7 % (93)

77,2 % (267)

80,4 % (263)

82,5 % (80)

27,8 % (272) 0,9 % (9) 2,0 % (20)

24,8 % (25) 0,0 % (0) 1,0 % (1)

19,8 % (21) 0,0 % (0) 0,0 % (0)

30,3 % (105) 0,6 % (2) 2,3 % (8)

30,9 % (101) 2,1 % (7) 2,1 % (7)

20,6 % (20) 0,0 % (0) 4,1 % (4)

Hier wurden als offene Antworten die Green Music Initiative (1) und Flyer (1) für das Melt! sowie www.tauberplanscher.de (5) und Facebook (2) für das Taubertal Festival angegeben.


XLIX

Tab. 31: Price Sensitivity Meter

nachhaltige

nicht nachhaltige

Festivalgestaltung

Festivalgestaltung

(Zufallszahl 1) (n = 476)

(Zufallszahl 2) (n = 484)

Mittelwert und

Mittelwert und

Standardabweichung:

Standardabweichung:

41,50 Euro +/- 19,01

35,43 Euro +/- 16,44

(Range: 0,00 - 130,00 Euro)

(Range: 0,00 - 90,00 Euro)

VAR: 361,226

VAR: 270,188

Mittelwert und

Mittelwert und

Standardabweichung:

Standardabweichung:

70,90 Euro +/- 21,47

64,45 Euro +/- 19,64

(Range: 0,00 - 200,00 Euro)

(Range: 2,00 - 120,00 Euro)

VAR:461,144

VAR: 385,623

Mittelwert und

Mittelwert und

...teuer, aber zumindest

Standardabweichung:

Standardabweichung:

für Sie eine Überlegung

104,40 Euro +/- 28,01

97,81 Euro +/- 27,24

wert?

(Range: 7,50 - 250,00 Euro)

(Range: 5,00 - 200,00 Euro)

VAR: 784,687

VAR:742,144

Mittelwert und

Mittelwert und

...zu teuer, so dass es

Standardabweichung:

Standardabweichung:

für Sie nicht mehr in

140,04 Euro +/- 41,19

135,29 Euro +/- 41,03

Frage kommt?

(Range: 10,00 -350,00 Euro)

(Range: 6,00 - 300,00 Euro)

VAR: 1696,759

VAR: 1683,405

Frage

...so billig, so dass Sie an der Qualität des Angebots zweifeln würden?

...so günstig, dass Sie den Preis als gutes Angebot einschätzen würden?

Tab. 32: Bewertung des Festivals (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Nutzung 0 (sehr schlecht) 1 2 3 4 (sehr gut) keine Angabe

Alle Festivals n = 977 0,1 % (1) 1,5 % (15) 2,7 % (26) 30,0 % (293) 64,3 (628) 1,4 % (14)

Dockville n = 101 0,0 % (0) 3,0 % (3) 6,9 % (7) 43,6 % (44) 45,5 % (46) 1,0 % (1)

Haldern Pop n = 106 0,0 % (0) 1,9 % (2) 0,0 % (0) 20,8 % (22) 74,5 % (79) 2,8 % (3)

Melt! n = 346 0,0 % (0) 1,4 % (5) 2,0 % (7) 26,3 % (91) 69,1 % (239) 1,2 % (4)

Taubertal n = 327 0,3 % (1) 0,9 % (3) 3,1 % (10) 32,4 % (106) 61,8 % (202) 1,5 % (5)

W:O:A n = 97 0,0 % (0) 2,1 % (2) 2,1 % (2) 30,9 % (30) 63,9 % (62) 1,0 % (1)


L

Tab. 33: Besuchswahrscheinlichkeit 2011 (Gesamt- und Teilstichproben; prozentuale Anteile und absolute Zahlen) Festivalbesuch 2011 ja, auf jeden Fall vielleicht nein weiĂ&#x; nicht

Alle Festivals n = 977 70,3 % (687) 26,4 % (258) 2,4 % (23) 0,9 % (9)

Dockville n = 101

Haldern Pop n = 106

Melt! n = 346

Taubertal n = 327

W:O:A n = 97

56,4 % (57) 37,6 % (38) 4,0 % (4) 2,0 % (2)

86,8 % (92) 11,3 % (12) 1,9 % (2) 0,0 % (0)

71,1 % (246) 26,0 % (90) 2,0 % (7) 0,9 % (3)

68,5 % (224) 29,4 % (96) 1,2 % (4) 0,9 % (3)

70,1 % (68) 22,7 % (22) 6,2 % (6) 0,1 % (1)


LI

Anhang F: Sonstige MaĂ&#x;nahmen


LII


LIII

Anhang G: Verbesserungspotenzial nach Bereichen


LIV


LV


LVI


LVII


LVIII


LIX


LX

Anhang H: Die Sehenswürdigkeiten und Freizeitangebote im Einzelnen Dockville Hamburg (Sehenswürdigkeit bzw. Freizeitangebot nicht näher benannt) (26) Hafen/Elbe (7) Kunst/Veranstaltungen im Rahmen des Dockville Festivals (4) Bootsfahrt/Stadtrundfahrt (3) St. Pauli (2) Reeperbahn (2) Michel (2) Theater (2) alter Elbtunnel (2) Kunsthalle (2) Shopping (1) Lübeck (1) Miniatur Wunderland (1) Dom (1) Speicherstadt (1) Rathaus (1) Vorbereitungen für die igs (1) Haldern Pop (Rees-) Haldern (11) Haldern Pop Bar, Cafés, Restaurants (5) Spaziergang/Radtour (3) Rhein (3) Städte der Region (3) Supermarkt (2) Schlösser (Moyland, Anholt) (2) Kriegsgräberdenkmal/-friedhof (2) Flohmarkt (1) See (1) Rock im Saal (1) Landschaft (1) Sonstige (nicht näher benannt) (3)


LXI

Melt! Bauhaus Dessau (13) Besichtigung des Festivalgeländes (z. T. mit Baggerführung) (10) Dessau-Wörlitzer Gartenreich (8) Lutherstadt Wittenberg (5) Gräfenhainichen (3) Goitzsche (2) Kraftwerke (Vockerode, Zschornewitz) (2) Dessau (2) Schwimmbad (2) Bitterfeld (Seegebiet) (2) Supermarkt (1) Baggersee (1) Chemiewerk Bitterfeld (1) Wittenberge (1) Amateurfußballspiel (1) Schloss Oranienbaum (1) Leipzig (1) Halbinsel Pouch (1) Paul Gerhardt Haus (1) Biosphärenreservat bei Dessau (1) Restaurant (1) nicht näher benannt (4) Taubertal (Altstadt) Rothenburg o. d. T. (81) Schwimmbad (23) Museen (z. B. Kriminalmuseum, Foltermuseum) (19) Taubertal (5) Radtouren (4) Wandern (3) Burg/Festung (3) Käthe Wohlfahrt Weihnachtsdorf (3) Orte/Städte in der Region (z. B. Dinkelsbühl, Bad Mergentheim, Würzburg) (3) Stadtführung (2) Rathausturm (2) Weihnachtsmarkt (2)


LXII

Cafés (2) Historiengewölbe (1) Motorradtouren (1) Kino (1) Badesee (1) Wildpark Bad Mergentheim (1) Freilichtmuseum Bad Windsheim (1) Riemenschneider Altar (1) Teddybär Laden (1) Klettergarten Langenburg (1) Glockenspiel (1) Sonstige (nicht näher benannt) (20) W:O:A Schwimmbad (7) Wacken (1) Hamburg (1) Nordsee (1) Supermarkt (1) Burger King (1) nicht näher benannt (4)


LXIII

Eidesstattliche Erklärung Ich erkläre hiermit eidesstattlich, dass ich die vorliegende Masterarbeit selbständig angefertigt habe; die aus fremden Quellen direkt oder indirekt übernommenen Gedanken sind als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit wurde bisher keiner anderen Prüfungsbehörde vorgelegt und auch noch nicht veröffentlicht. Die von mir beigefügte digitale Datei entspricht vollständig dem eingereichten Ausdruck. Ich bin mit der Datenverarbeitung der Datei zu Zwecken der Überprüfung auf Plagiat einverstanden.

Eberswalde, den .................

................................................. (Unterschrift)

Musikfestivals und Nachhaltigkeit  

Wahrnehmung, Einstellung und Verhalten von BesucherInnen - eine exemplarische Untersuchung an fünf deutschen Musikfestivals

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