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INTERVIEW WINDSURFPROFI PETER GARZKE.

TEST FREESTYLEBOARDS & -SEGEL.

EVENTS E VENTS I WORLD CUP KLITMÖLLER & SYLT.

EVENTS II LOOP CHALLENGE & SPEED-DM.

INNOVATIONEN DREI NEUE GABELMODELLE.

WINDSURFING JOURNAL 14 | AUSGABE 04-2010 OKTOBER/NOVEMBER | DEUTSCHLAND 4,80 € A 4,80 € | CH 11,- SFR | BENELUX 5,80 € | E/I 7,50 €


inhalt

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42 52 26 P EW INN ICH U R U N E D E C W O RE LL ZK 0 D R PR GE TER Ö 2 RL M S GA 2 AL EFE O I 4 2 IT Ö R 2 I L C W S E R E K T EN PET RB RF SP P O E R / U U H S H S EL DS D C LE ER 0 JA HS N 36 I S 2 RL LE EC DM E W O R W W VO RT RF GAT E U V O L A 74 DS CO W W E E E G A T/ SP N 4 0 W N E 6 6 P E 2 L T/ EV ST ST AL M 8 N E E E H T T U C EV BEL LE SS P Y E GA EST LOO PR M / E I T FR K/ N E C I EV SBL AU S

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FAHRER ELEAZAR SANCHEZ ALONSO © FOTO PWA/JOHN CARTER

Daumenkino! Lass das Magazin Seite für Seite durch deine Finger flippen und bestaune Victor Fernandez bei seinem perfekten Double-Loop! © FOTO PWA/JOHN CARTER

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| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

© COVERSHOT LARS WEHRMANN MODEL MRS. SUNDAY


editorial

editorial

WAS WIRKLICH ZÄHLT.

H

attest du schon mal ein Erlebnis, das so nachhaltig war, dass sich deine Einstel-

lich in dem Krankenhaus, in dem ich eine Woche vorher

lung zum Leben grundsätzlich geändert hat? Der Volksmund nennt so etwas weit-

noch meinen Freund besucht hatte, und fing ernsthaft

läufig „einschneidende Erlebnisse“. Glücklicherweise bin ich davon bislang weitge-

an darüber nachzudenken, wie eine Prothese gebaut

hend verschont geblieben. Doch in den vergangenen zwei Monaten hatte ich gleich zwei.

sein müsste, um damit windsurfen gehen zu können.

Am 01. September raste einer meiner besten Freunde als Beifahrer mit einem Auto auf

Zum Glück habe ich mein Bein behalten. Und mein

der Autobahn mit hohem Tempo in einen LKW, nachdem der Fahrer am Steuer einge-

Freund sein Leben. Es sind solche Erlebnisse, die einem

nickt war. Zwei Reanimationen, künstliches Koma und diverse Operationen später ist er

vor Augen führen, was eigentlich im Leben von Bedeu-

nun langsam wieder auf dem Weg der Besserung. Er hatte großes Glück. Wäre sein

tung ist. Wenn man den ganzen Tag im Krankenhaus

Sitz nicht zurückgedreht gewesen, hätte er nicht lebend aus dem Wrack herausgeschnit-

liegt, hat man zwischen Frühstück, Mittag und Abend-

ten werden können. Der Schock über diesen Unfall sitzt in unserem Freundeskreis tief.

brot eines im Überfluss: Zeit. Zeit, um nachzudenken.

Die Verzweiflung seiner Frau kurz nach dem Unfall während unseres ersten Telefonats, als noch nicht sicher war, wie es weitergehen würde, meine ersten Gedanken an seine

Wann hast du dir das letzte Mal Gedanken gemacht, ob

Tochter, die gerade womöglich ihren Vater verliert, und das Gefühl, dass genauso gut

das, was du täglich tust, wirklich von Bedeutung ist? Bei

ich da gerade liegen könnte, werde ich nicht mehr vergessen. Der Fahrer, ebenfalls aus

mir ist das ehrlich gesagt lange her. Um nicht zu sagen:

unserem Freundeskreis, war wie durch ein Wunder nur leicht verletzt, zumindest phy-

Solche Gedanken hatte ich mir bislang noch nicht ge-

sisch. Keiner, schon gar nicht mein Freund, macht ihm einen Vorwurf. Denn wir haben

macht. Nun schon. Und das liegt sicherlich auch daran,

wohl alle schon mal Situationen erlebt, in denen man übermüdet kurz am Steuer ein-

dass mit zunehmendem Alter die Unbekümmertheit der

geschlafen ist. Bisher war aber immer alles gut gegangen und so hat man sogar noch

Ernsthaftigkeit weicht. Die oben beschriebenen Erlebnisse

Scherze gemacht, wenn man sich gegenseitig bei Tempo 200 aufgeweckt hat. Das ist

haben mich (vielleicht endlich) zum Umdenken bewogen.

FAHRER ALEXANDER LEHMANN © FOTO PWA/JOHN CARTER

jetzt vorbei. Die Hotels an den Autobahnen werden sich zukünftig über eine Umsatzsteigerung durch Kieler Gäste erfreuen können.

Es ist nicht so, dass ich an meinem Leben etwas ändern müsste. Mein Problem war vielmehr meine Einstel-

det, mir möglichst großen Schaden zuzufügen, oder all

mir jedoch insbesondere durch den Unfall meines Freundes erst bewusst geworden ist.

Als hätte es noch einem i-Punkt bedurft, um wirklich mal nachhaltig über das eigene

lung und insbesondere die falsche Prioritätensetzung.

die anderen Leute, insbesondere auch aus der Windsurf-

Gleichgültigkeit gegenüber Nörglern, Neidern und notorischen Nieten. Mit der Gewiss-

Handeln nachzudenken, hatte ich dann gut 30 Tage später ein weiteres einschneiden-

Hör doch auch einfach mal in dich hinein! Was ist dir

branche, die gar nicht darüber glücklich sind, dass es

heit, dass die Bedeutung meines Lebens nicht mehr durch die Verschwendung von Ener-

des Erlebnis. Während des Windsurf World Cup auf Sylt habe ich mir bei einem Sturz

wirklich wichtig? Was ist von Bedeutung, was nicht?

einen Terra Oceanis Verlag oder auch ein Windsurfing

gie für Nebensächlichkeiten beeinträchtigt werden soll, bin ich aus dem Krankenhaus

recht dämlich mein Schienbein stark geprellt und ziemlich lang und tief aufgeschnit-

Ich habe die Antworten für mich gefunden. Natürlich

Journal gibt, und nichts Besseres zu tun haben, als per-

wieder nach Hause gefahren.

ist mir mein Job wichtig

manent Stimmung gegen uns und andere zu machen.

und die Verantwortung

Bedeutungslos. Absolut bedeutungslos. Denn es ist doch

Dieses Editorial ist nun vielleicht wieder etwas fern der Windsurfwelt. Das macht aber

gegenüber meinen Mitar-

offensichtlich: Diese Menschen haben ein kleines Ge-

nichts. Denn im Grunde ist sie absolut unbedeutend. Windsurfen ist ein tolles Hobby,

beitern. Doch was nützt

schlechtsteil und auch ansonsten nicht viel zu lachen.

nicht mehr, nicht weniger. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit funktioniert

ten. Und das nicht einmal beim Wundsurfen, sondern beim Entladen eines LKWs. Ich konnte aber nach gut

„LEBE DEIN LEBEN STÄNDIG, DENN DU BIST LÄNGER TOT ALS LEBENDIG.“

GELESEN 2006 AUF DER BAHNHOFSTOILETTE IN KLANXBÜLL/SCHLESWIG-HOLSTEIN.

einer halben Stunde wie-

der schönste Job, wenn

der normal auftreten, die

man ihn nicht mehr aus-

Meine Zeit werde ich jetzt mit absoluter Sicherheit nicht

schen gibt, die sich viel zu wichtig nehmen. Das fängt insbesondere mit den Windsurf-

Wunde habe ich versucht mit Klebeband zusammenzutapen. So richtig optimal war

üben kann. Das macht den Job zum Mittel zum Zweck.

mehr darauf verwenden, mir über diese gescheiterten

medien an, geht aber auch über die Hersteller bis hin zu den Teamfahrern und sonsti-

das nicht und auch der Spaß auf dem Wasser bei den Slalom-Eliminations recht einge-

Denn der eigentliche Sinn des Lebens liegt in der Fami-

Existenzen Gedanken zu machen. Stattdessen setzte ich

gen (meist selbsternannten) Experten. Da nehme ich mich in der Vergangenheit gar nicht

schränkt. Nach drei Tagen am zweiten Eventsamstag konnte ich dann morgens gar nicht

lie, dem Leben selbst, Gesundheit und in den fünf oder

mich dann lieber schnell ins Auto, fahre nach Hause

aus, in der Zukunft schon. Die meisten Menschen haben einfach ihre Prioritäten falsch

mehr auftreten. Über Nacht hatte ich wohl mit einem Elefanten geknobelt und sein Bein

sechs engsten Freunden, die einen seit Jahren begleiten.

und spiele mit meinen Kindern „Ku-Kuck“ (der Klassiker

gesetzt, den eigentlichen Sinn des Lebens nicht erkannt, das weiß ich nun. Auf das

gewonnen … Mit dem Gefühl, dass jede Sekunde meine Wade explodieren könnte, kam

Vielleicht ist das für dich keine neue Erkenntnis. Aber

– sie verstecken sich hinterm Bett, zeigen sich und ich

Windsurfing Journal wird meine neue Prioritätensetzung eigentlich keinen Einfluss haben.

ich in der Klinik in Kiel an. Der erste Kommentar einer Schwester nach Begutachtung

lebst du auch wirklich danach?

tue überrascht und sage „ku-kuck“… könnte ich stun-

Wir werden weiterhin ein Magazin nach unserem Geschmack machen und schreiben,

denlang spielen).

was uns in den Sinn kommt, vielleicht noch deutlicher als vorher. Lob und angemessene

der Verletzung war, dass es bei einem so fortgeschrittenen Stadium nicht selten vor-

die Branche mittlerweile auch deshalb nur noch auf Sparflamme, weil es zu viele Men-

kommt, dass man die Entzündung nicht mehr in den Griff bekommt und dann das be-

Bislang hätte ich die Frage mit Jein beantworten müs-

troffene Unterbein amputiert werden muss. Anfangs dachte ich noch, die Dame würde

sen. Zu sehr haben mich Faktoren beeinflusst und Ener-

Heruntergebrochen auf zwei Worte kann ich meine zu-

damit meine Ungeduld ein wenig bremsen wollen, schließlich fragte ich nur nach einer

gie und Zeit gefressen, die ich an anderer Stelle viel

künftige Lebenseinstellung wie folgt beschreiben: Wert-

Spritze, um dann wieder schnell gehen zu können … Als jedoch auch noch eine Assis-

sinnvoller hätte einsetzen können. Ein Beispiel? Es gibt

schätzung und Gleichgültigkeit. Ein Widerspruch? Mit-

Vielleicht denkst du jetzt ja auch mal darüber nach, ob du deine Energie immer so

tenzärztin hervorhob, mein Bein sehe überhaupt nicht gut aus, und von einer ernsthaf-

wohl nichts Sinnloseres, als sich über andere Menschen

nichten. Wertschätzung dessen, was für mich wirklich

richtig sinnvoll einsetzt oder sie so wie ich in der Vergangenheit auch teilweise an der

ten Bedrohung sprach, wurde mir langsam mulmig. Und als schließlich der behandelnde

zu ärgern oder sie sogar zu hassen. Wem ich nicht alles

von Bedeutung ist: meine Familie, mein Leben, meine

falschen Stelle investierst hast. Vielleicht klappt das bei dir ja auch ohne einschneidende

Arzt meinte „Sie bleiben jetzt erst mal schön bei uns“, wurde mir endgültig klar, dass

in der Vergangenheit die Pest an den Hals gewünscht

Gesundheit, meine Freunde. Und Gleichgültigkeit allen

Erlebnisse. Der Wandel funktioniert! Man muss ihn nur wollen.

das wohl mehr als ein Kratzer war. Ich hatte mich bisher noch nie mit dem Gedanken

habe. Ob nun meinem Ex-Geschäftspartner, der seit un-

anderen Dingen gegenüber, die mich in der Vergangen-

auseinandergesetzt, eines meiner Gliedmaßen zu verlieren. Da lag ich dann also plötz-

serer Trennung all seine Lebensenergie darauf verwen-

heit immer belastet haben, deren Bedeutungslosigkeit

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| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

Kritik werden wir immer wertschätzen, Menschen aber, die nur darauf aus sind, uns zu schaden, mit grenzenloser Gleichgültigkeit und einem kleinem „Ku-Kuck“ begegnen.

Auf das Leben!

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NEWS

NEWS NEWS

S W E N

news

JAGUAR C-X75

AMEX RDM T-BONE 75

HOBBY ZUM BERUF MACHEN?

Was eine Autovorstellung in einem Windsurfmagazin

Auch wenn 75 draufsteht: Es sind tatsächlich 80

Hast du Interesse an einem Job in der Funsportbran-

zu suchen hat? Gar nichts! Das ist ja das Schöne! Wir

Prozent Carbon im Amex T-Bone enthalten. Der

che? Dann haben wir einen Tipp für dich: Die Boards

genießen den Luxus, News zu veröffentlichen, die WIR

sehr leichte und stabile Performance-Mast mit dün-

& More GmbH ist auf der Suche nach einem neuen

im Magazin haben möchten, und müssen uns nichts

nem Durchmesser (RDM) soll mit den Segeln von

Mitarbeiter für den Bereich Services und Warranty am

kommandieren lassen. Und ehrlich gesagt ist die De-

so gut wie allen Herstellern kompatibel sein. Es gibt

Standort München. Die Company wurde vor genau

signstudie des Jaguar C-X75 so ziemlich das sensatio-

ihn in fünf Längen: 340 Zentimeter (Gewicht: 1.350

zehn Jahren gegründet. Mittlerweile gehören zur Unter-

nellste Auto, das wir seit Jahren gesehen haben. Das

Gramm) für

329,- Euro, 370 Zentimeter (Gewicht

nehmensgruppe in ihren jeweiligen Segmenten führen-

futuristische Design des, man höre und staune, Elektro-

Damit verlängert sich die Reichweite des C-X75 auf

1.550 Gramm) für 349,- Euro, 400 Zentimeter (Ge-

de Marken wie North Kiteboarding, North Sails, Fana-

Zweisitzers ist das eine. In Wahrheit ist es jedoch das

900 Kilometer. Im „Track“-Modus leiten die Gasturbinen

wicht 1.750 Gramm) für 379,- Euro, 430 Zentimeter

tic und Ion. Neben einem netten Auftreten und einer

Antriebssystem des C-X75, das einem die Hosen schla-

aber auch direkt zusätzliche Kraft an die E-Motoren.

(Gewicht 1.950 Gramm) für 409,- Euro und in 460

kommunikativen Art sind fundierte Fachkenntnisse im

ckern lässt. Der Wagen hat eine Gesamtleistung von

Dank dieses Antriebslayouts verfügt der C-X75 über All-

Zentimeter (Gewicht 2.100 Gramm) für 449,- Euro.

Kite- und Windsurfen Grundvoraussetzung für den Job.

580 kW (780 PS). Sie setzt sich zusammen aus vier

radqualitäten, nicht ganz unwichtig für ein Auto mit

08152 988779, info@intenics.de

Es kann darüber hinaus nicht schaden, wenn du auch

je 145 kW (195 PS) starken Elektromotoren, die direkt

einem maximalen Drehmoment von 1.600 Newtonme-

in stressigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrst

an den Rädern angebracht sind und eine Reichweite

ter. Sehr schön finden wir auch den Beschleunigungs-

und gern eigenverantwortlich arbeitest. Fühlst du dich

von über 100 Kilometern bieten. In Mittelmotormanier

wert von null auf 300: 15,7 Sekunden, bei 330 km/h

angespro angesprochen? Dann sende eine aussagekräftige Bewer-

platziert sind zwei Micro-Gasturbinen neuester Bauart.

ist dann Schluss. Bitte, Jaguar, bringt den X-C75 in Se-

bung an: cordula.thiele@boards-and-more.de.

Sie entwickeln zusammen 140 kW (188 PS) und la-

rie und lasst ihn nur 20.000 Euro kosten!!! Wir neh-

den bei Bedarf als „Range Extender“ die Batterien auf.

men dann schon mal zwei Stück! www.jaguar.de

SELECT SRX Du u willst der Schnellste an deinem Spot sein, scheust dich ch aber davor, in dein Freerideboard eine Hightech-

O’NEILL MUTANT O

Slalomfi Dann bietet l finne einzusetzen? i t ? D bi t t dir di Select S l t mit it der d

MUSIKTIPP DER WOCHE

Der Mutant ist der vielseitigste, weil wandelbarste An-

SRX Free-Race jetzt eine interessante Alternative. Denn

zug in der O’Neill-Kollektion. Dank seines modularen

die Finne wurde im Vergleich zum Vorgängermodell

Verschlusssystems kannst du dich individuell der WetVers

komplett verändert. Neben einer neuen Anströmkante

terlage anpassen. Ist es draußen sehr kalt, zippst du terla

wurde auch der Flex der Finnen modifiziert. Der aufwen-

einfach die Kapuze an deinen Anzug, ansonsten ist er einf

dige Aufbau der verschiedenen Lagen der Finnen wurde

auch mit einem ganz normalen Verschlusssystem ausgeauc

verändert und dadurch die Rückstellkraft weiter opti-

Wenn du eine kleine Frostbeule bist und dir der Mu-

stattet. Die Ultraflex-Firewall im Brustbereich sorgt gestat

miert. Die neue Waffe gibt es für nur 105 Euro in (fast)

tant allein nicht reicht, bietet O’Neill mit der Ther-

nauso für angenehme Wärme wie das Fluidflex-Material nau

jedem Surfshop. Wenn du dir hinsichtlich der richtigen

mo-X-Linie das wärmende Must-have als Unterzieher

an den Beinen. Es gibt den Anzug in 4/3 und 5/4 Mil-

Größe nicht sicher bist: Auf www.select-hydrofoils.com

an. Es verfügt über wasserabweisende Eigenschaf-

limetern (280,-, bzw. 300,- Euro). Mit insgesamt neun lime

berät dich der „finselector“! So kannst du auch fest-

ten, hat atmungsaktive Nähte und ist aus 13-oz-

Größen (XS/S/M/MS/T/L/lS/LT/XL) dürfte auch die richGrö

stellen, ob die SRX wirklich zu deinem Equipment

Powerstretch-Material für maximale Wärmeisolierung

tige für deinen Körper dabei sein. www.oneill.com,

und Ansprüchen passt. www.select-hydrofoils.com,

gefertigt. Der Spaß ist für 59,90 Euro in sechs Grö-

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info@liquid-sports.de, 04349 915763

ßen erhältlich (XS/S/M/L/XL/2XL). www.oneill.com,

Musik ist ganz was Tolles. Deshalb stellen wir dir zukünftig die Lieblingssongs echter Windsurfer vor, weil das ja ganz wunderbar und soulig in so ein Magazin passt. Dieses Mal der Ohrwurm von Windsurfrakete

O’NEILL THERMO-X

Kalle „the sausage“ G. aus M. bei K.: „WINDSURFIN‘ von ‚the surfers’! Dieser Oldie but Goldie haut mich jedes Mal wieder um. Immer wenn ich ihn höre, gehen meine Trapeztampen auf und ich kann wieder ungehindert gen Süden ziehend zwei Schnitzel mit Pommes essen! Ein Traum! Hör‘ doch mal rein! Du findest den Song auf You Tube unter ‚The Surfers – Windsurfing (1979)’. Schon die Art und Weise, wie die Band zu ist Erotik pur!“ u diesem Kracher abtanzt, abta

08152 988 779, info@intenics.de

NEUES VOM SHARKPROJECT: INTERAKTIVE DVD Im Vordergrund der Sharkproject-Arbeit steht seit je-

Mulitmedia-Vortrag mit vielen Bildern n und Filmen.

her die Aufklärung und objektive Information über

Komplett mit ausführlichem Vortrags-Manual Manual und der

das Tier Hai. Eines der Highlights waren dabei im-

Lizenz für kostenlose eigene Vorträge.. Ideal für Tau-

Nach einigen Problemen mit den RDM-Verlängerungen Na

mer die Haivorträge der Sharkproject-Mannschaft.

cher und Haifreunde, die ihren Freunden, den, ihrer Fami-

in den vergangenen Jahren geht North Sails ab so-

Das will die Organisation jetzt auf eine breitere Basis

lie oder ihren Club-Kameraden den Hai ai nahebringen

fort keine Kompromisse mehr ein und hat eine der for

stellen. Zehntausende von Haivorträgen soll es welt-

wollen. Ab der BOOT 2011 gibt es dann auch eine

stabilsten RDM-Verlängerungen überhaupt gebaut. Die sta

weit geben. Das Instrument dazu ist jetzt da – die

Professional-Version speziell für Tauchbasen basen oder Ins-

PINLOCK.XT RDM ist in den Längen 28 und 42 ZenPIN

neue interaktive Hai-DVD von Sharkproject. Sie setzt

truktoren mit einem noch ausführlicheren eren vierteiligen

timetern erhältlich. Sie funktioniert mit dem Standardtim

sich aus drei Kernthemen zusammen: Sie beinhaltet

Vortrag, der noch tiefer in Verhalten und Unterschei-

US-Pin, den man durch einen Druckknopf einfach entUS

ein interaktives Hai-Lexikon, ermöglicht einen kom-

dung der einzelnen Arten einsteigt. Erhältlich rhältlich ist die

riegeln kann. Die stabile Trimmrolle ist so angebracht, rie

plett eigenen Hai-Multimedia-Vortrag und bietet um-

DVD ab sofort in führenden Tauchsportgeschäften sportgeschäften

dass die Tampen sauber ohne Überkreuzen laufen da

fangreiches Bonus-Material. Insbesondere auf den Er-

oder im Internet-Shop von www.sharkproject.org arkproject.org

und man so das Segel kraftsparend trimmen kann. un

folg des zweiten Kapitels hoffen die Initiatoren. Dort

für 29,90 Euro inklusive einer Copyright-Lizenz right-Lizenz für

www.north-windsurf.com, info@north-windsurf.com, ww

finden Interessierte einen kompletten, eigenen Hai-

kostenlose Vorträge.

089 666550 08

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| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

NORTH ORTH SAILS VERLÄNGERUNG

| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

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GEWINNSPIELE GEWINNSPIEL 01: 1 X HAAGSURF-BOX 2.3 IM WERT VON 588,- EURO!!! Wir haben für dich mal wieder einen ganz beson-

die Ausrüstung ohne Demontage des Brettes frei ein- und auszupacken. Die Box

deren Preis organisiert! Eine HAAGSURF-Dachbox mit

gibt es normalerweise in drei Größen: 2.0 (Länge 200 Zentimeter, Breite 75 Zen-

einer Länge von 2,3 Meter! Damit passen da auch

timeter, Gewicht 25 Kilogramm, Volumen 270 Liter), 2.1 (210, 90, 29, 420) und

deine Racesegel und -gabeln rein. HAAGSURF ist eine

2.3 (230, 80, 29, 410). Sie werden aus Glasfaser hergestellt und sind in drei

spezielle Serie von Dachboxen für alle Wassersport-

Grundfarben (beliebige Farbe auf Wunsch!) erhältlich. Die Box aus unserer Verlo-

ler. Sie ermöglichen, dass man das Surfbrett direkt

sung ist extra in der Farbe Weiß durch uns ausgesucht worden, damit sich dein

an der Box befestigen und die weitere Ausrüstung

Equipment im Inneren bei starker Sonneneinstrahlung nicht unnötig aufheizt. Um

sowie Zubehör im Boxinneren bequem und sicher

diese sensationelle Box zu gewinnen, musst du nur folgende Frage beantwor-

transportieren kann. Die HAAGSURF-Boxen garan-

ten: In wie vielen Größen gibt es die HAAGSURF-Box: A) 1, B) 3, C) Zwei Bier,

tieren Flexibilität, volle Freiheit und Komfort für die

bitte! Die richtige Antwort mit deiner Adresse an info@windsurfing-journal.de

Reise mit der Sportausrüstung. Die obere Boxklappe

senden und mit ein wenig Glück gehört die sensationelle Dachbox dir! Der

mit dem befestigten Brett, unterstützt von Gasdruck-

Rechtsweg ist ausgeschlossen, Einsendeschluss ist der 01.12.2010. Mehr Infos

dämpfern, öffnet die ganze Seite. Das ermöglicht dir,

zu den Dachboxen: www.thehaag.com, 02325 4670525, haag.de@thehaag.com

GEWINNSPIEL 02: WINDSURFER MEETS AUTOZUG! Fährst du noch selbst oder lässt du (schon) fahren?!

erste Session. Nun aber genug Werbung! Warum wir

info@windsurfing-journal.de senden! Einsendeschluss

Natürlich meinen wir hier den Autozug der Deutschen

dir das alles erzählen? Wir verlosen eine Autozug-Reise

ist der 1.12.2010. Der Rechtsweg und sonstige Spiel-

Bahn, mit dem du entspannt und bequem zu den

(Hin- und Rückfahrt) für zwei Personen (inkl. PKW) im

chen sind ausgeschlossen. Der Gutschein ist gültig für

schönsten Windsurfspots Europas fahren kannst! Die

Schlafwagenabteil mit Waschgelegenheit innerhalb des

das komplette Streckennetz des Autozugs, einlösbar je

Windsurfsaison tritt hierzulande ja in ihre kalte Jah-

europäischen Streckennetzes des Autozugs der Deut-

nach Verfügbarkeit zum Wunschtermin. Weitere Infos

reszeit ein und gerade deshalb macht es Sinn, über

schen Bahn (je nach Verfügbarkeit zum Wunschtermin).

zum Autozug im Netz unter www.bahn.de/autozug!

den nächsten Trip in wärmere Gefilde nachzudenken.

Beantworte einfach folgende Frage: Wie fährt man

Mit dem Autozug der Deutschen Bahn kommst du

bequem zu den schönsten Windsurfspots Europas?

sicher und bequem zu ein paar der schönsten und

A) Mit dem Autozug B) per Anhalter im Kofferraum

interessantesten Spots Europas. Und während bei uns

oder C) mit einer Seifenkiste? Deine Antwort bitte an

schon Eisschollen auf Nord- und Ostsee treiben, surfst du bei schönstem Frühlingswetter auf dem Mittelmeer. Von Hamburg, Hildesheim, Düsseldorf und Frankfurt/ Neu-Isenburg fährt der Autozug unter anderem ins südfranzösische Narbonne, das nur eine halbe Autostunde vom Windsurf-Paradies Leucate entfernt liegt. Von den Autozug-Terminals in Bozen oder Verona ist der Gardasee nur noch knapp eineinhalb Autostunden entfernt. Und auch die endlosen Fahrten nach Sardinien oder Korsika werden dank des nicht weit vom Fährhafen Genua gelegenen Autozug-Terminals in Alessandria deutlich angenehmer. Während dein Auto „huckepack“ durch Europa transportiert wird, verbringst du die Nacht bei höchstem Komfort (und hoffentlich einer flotten Biene) im Schlafwagenabteil mit eigener Dusche und WC. Oder du buchst für bis zu fünf Personen ein eigenes Liegewagenabteil. Nach dem Frühstück im Zug gehst du dann am nächsten Morgen ausgeruht die letzten Kilometer zum Spot an. Und am Nachmittag bist du dann fit genug für eine

GEWINNSPIEL 03: TALISKER – MADE BY THE SEA Das stürmische und unberechenbare Meer rund um

Liebhaber. Die Talisker-Destillerie ist die einzige auf der schottischen Insel Skye

Skye hat Talisker geprägt und dem berühmten

– die nördlichste Insel der Inneren Hebriden liegt auf dem 57. Grad nördlicher

Scotch Single Malt seinen ganz besonderen Charak-

Breite und wurde im wahrsten Sinne des Wortes von der rauen See geformt.

ter verliehen. In diesem Jahr entführt Talisker Liebha-

Der bekannte Single Malt, der hier seit Jahrhunderten auf traditionelle Art pro-

ber des kraftvollen Whiskeys auf eine ganz besonde-

duziert wird, ist Sinnbild dieser Naturgewalten. Wir verlosen eine Sonderedition

re Reise hoch in den Norden der westschottischen

des Talisker-Whiskeys an einen Leser, der mindestens 18 Jahre alt ist. Und ihr

Inseln, denn die exklusive Weihnachtsgeschenkver-

wisst ja: Bitte trinkt verantwortungsvoll (www.initiative-genusskultur.de). Um den

packung erzählt seine Geschichte. Der klassische Ta-

edlen Tropfen im stylischen Outfit zu gewinnen, beantworte einfach folgende

lisker 10 yo ist verpackt im Stil eines Fenders aus

Frage: Wie heißt die Heimatinsel des Talisker? A) Earth, B) Skye oder C) Ocean?

dunkelblauem Neopren mit weißer Kordel – ein Ge-

Sende die richtige Antwort an info@windsurfing-journal.de. Der Rechtsweg ist

schenk für Segelfreunde und alle anderen Whiskey-

ausgeschlossen, Einsendeschluss ist der 01.12.2010. Viel Glück.

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| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |


S W E N SURF ÖM 2010

GRA UEL MAN

R UNSE

S W NE

NEWS

TEXT MANUEL GRAFENAUER

H: RREIC ÖSTE ER IN U MANN FENA

NEWS

ÖS

H TERREIC

Dieses Jahr ging die SURF ÖM als gemeinsames „Season Closing“Event der österreichischen Wind- und Kitesurfszene zum dritten Mal über die Bühne. Über 120 Teilnehmer fanden sich vom

Für alle Freunde der audiovisuellen Unterhaltung gibt´s wieder ein

24. biss 26.

paar News bezüglich des Filmprojekts unseres Österreichredakteurs

September in Podersdorf am Neusiedler See ein, um die verschied verschiedenen denen

Manuel Grafenauer. Unlängst erreichten uns erste Screenshots des

Disziplinen auszufahren. Es standen Windsurf-Freestyle und -Sla alom, -Slalom,

Movies, auf welchen der eine oder andere Spot erraten werden kann.

Kitesurf-Freestyle und -Race sowie SUP-Wettbewerbe auf dem Progra Programm. amm.

Derzeit sind vier der sechs Parts abgedreht, sodass einer Fertigstel-

Die Wettervorhersage versprach auch ausreichend Wind und so kkonnonn-

lung – wie angekündigt (also WJ-untypisch) – Anfang 2011 nichts im

te der erste Startschuss planmäßig bereits am Freitag fallen. Durch den

Wege stehen wird. Als Abonnent des Windsurfing Journals wirst du

h ä ablandi bl digen Süd i d wurde d d t l b b von einem i A schräg Südwind der FFreestylebewerb Aus-

der Erste sein, der die DVD in den Händen halten darf, nämlich in

flugsboot gejudged, das draußen am See vor Anker lag, um die bes-

der März-Ausgabe des kommenden Jahres.

ten Windbedingungen zu garantieren. Die Single Elimination konnte bis zum Halbfinale gefahren werden, dann flaute der Südwind ab und die

Weitere Infos über den von RRD, Naish, ION, Fanatic, North Sails,

Rider nutzen das Boot, um den Weg zurück zum Strand zu bewältigen.

Windsurftravel.net, LG Electronics, U4 und Hangloose.at gesponserten

Der Samstag bescherte strahlenden Sonnenschein und ruhiges Wasser für eine Tow-in-Freestylesession und die SUP-Bewerbe. Am Finaltag fegte

Movie findest du unter www.gaininggrounds.com. © FOTO FLORA BIKICH

dann eine starke Nordwestfront über den See und lieferte perfekte Bedingungen für den Showdown im Freestyle. Die Fahrer mussten zu ihren kleinsten Segeln greifen und in jedem Heat war Action garantiert. Nach der Single Elimination, die Lorenz Forstenlechner (RRD/Naish) vor Daniel Bikich (Naish/Naish) gewann, ging es gleich weiter mit der Double Elimination. Hier holte Max Matissek (Fanatic/North), der nach der Single auf dem dritten Platz lag, zum Rückschlag aus und gewann die Heats gegen Manuel Grafenauer (Fanatic/North) und Daniel Bikich, um im Finale Lorenz Forstenlechner nochmal zu fordern. Beide Rider zeigten einen guten Finallauf mit ähnlichen Manövern, der eine denkbare knappe Entscheidung nach sich zog. Mit hauchdünnem Vorsprung entschieden sich die Judges für Lorenz Forstenlechner, der damit den ÖM-Titel 2010 mit nach Hause nahm. Bei den Mädels gewann im Freestyle die junge Victoria Als vor Uli Hölzl und Hanna Poschinger. Bei den Slalom-Racern wurden sieben Rennen durchgeführt, die Markus Pöltenstein (JP/Neilpryde) domi-

© FOTO MARTIN REITER

nierte. Zweiter in der ÖM-Wertung wurde Marco Lang (Fanatic/North), der dritte Platz ging an Matthias Höller (Fanatic/North). Windsurf-Freestyle Herren 1. Lorenz Forstenlechner (RRD/Naish) 2. Max Matissek (Fanatic/North) 3. Daniel Bikich (Naish/Naish) Windsurf-Slalom 1. Markus Pöltenstein (JP/Neilpryde) 2. Marco Lang (Fanatic/North) 3. Matthias Höller (Fanatic/North) Windsurf-Freestyle Damen 1. Victoria Als 2. Uli Hölzl 3. Hanna Poschinger

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| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

UPDATE GAINING GROUNDS

© FOTO FLORA BIKICH


K U H

special product

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C

hloropren-Kautschuk. Nie gehört? Wir auch

wärmeisolierend und man muss entsprechend viel darunter anziehen, um

wir jemals getragen haben. Teilweise haben wir uns freiwillig ins Wasser ge-

nicht, bis wir das Wort „Neopren“ mal bei Wi-

nicht bereits nach wenigen Minuten wie ein Eskimo zu pinkeln (Na, erinnerst

legt und den Kopf untergetaucht, um uns ein wenig abzukühlen. An diesem

kipedia gesucht haben. So lautet die offizielle

du dich noch an „Otto – Der Film“? „Eiswürfel“ ist des Rätsels Lösung!).

Testtag waren übrigens vier Windsurf-Grad (bedeutet die Addition aus Was-

Bezeichnung des Materials, das es uns ermöglicht, bis weit

Teilweise kommen die Anzüge auch im Snowboard-Outfit daher. Das ist eine

ser- und Lufttemperatur. Das Wasser hatte 0,5 Grad, die Luft 3,5 – unsere

in den Herbst hinein aufs Wasser zu gehen. Doch das ist

witzige Idee, gehört aber unserer Meinung nach auf die Piste und nicht aufs

eigene Messung!). Diese Hitze im FUSE hat einen weiteren entscheidenden

vielen nicht mehr genug. Gerade nach der eher beschei-

Wasser. Bestenfalls eignen sich solche Anzüge noch für unsere geschätzten

Vorteil: Deine Hände und Füße kühlen nicht mehr so schnell aus. Während

denen Windausbeute in diesem Jahr ist eine Saisonverlän-

„Wir lassen einen Drachen steigen“-Kollegen, die dann glücklicherweise ja

das Schuhproblem heutzutage weitestgehend gelöst ist und eigentlich alle

gerung ein großes Thema, um verpasste Tage zumindest

noch eine Boardshorts drunter und eine drüber anziehen können. Doppelt

Hersteller funktionierende Paare anbieten, ist für uns Windsurfer das Thema

einigermaßen wieder wettzumachen. Wären da nicht die

hält besser! Wir Windsurfer möchten auch bei einstelligen Temperaturen als

Handschuhe nach wie vor ein unausgereiftes. Mit dem FUSE haben wir die

unanständigen Temperaturen, die uns den Spaß am Wind-

solche erkennbar bleiben. Und da geht nun mal an Neopren kein Weg vorbei.

Erfahrung gemacht, dass sich am besten an der Handfläche offene Fäustlinge eignen, durch die man Zeige-, Mittel-, Ring- und kleinen Finger steckt, wäh-

surfen rund um Weihnachten nehmen und so manchen stattlichen Siebener-BMW auf kompakte Mini-Cooper-Grö-

Das Besondere am ION FUSE ist, dass auch er nicht hauteng, sondern ein

rend der Daumen weiter im Handschuh bleibt. So hat man noch ganz guten

ße schrumpfen lassen.

wenig weiter sitzt – wie ein Overall – und so die Vorteile der weit sitzenden

Grip an der Gabel, der Neoprenhandschuh legt sich ein wenig schützend

Nylonanzüge (Bewegungsfreiheit) mit denen der Neoprenanzüge (Wärmei-

auf die Fingeroberflächen (Schutz vor dem Fahrtwind) und dank des FUSE

Die Lösung: Trockenanzüge. Gibt es ja schon lange, jedoch

solation) verbindet. Und sogar im ersten Punkt ist der FUSE den Nylonkol-

strömt auf gefühlte 40 Grad erhitztes Blut in die Hände. So konnten wir im

hat es einige Jahrzehnte gedauert, bis sie für unseren Bewe-

legen überlegen. Denn sitzen die, wo auch immer, einen Tick zu eng, wirst

vergangenen Winter bereits trotz Eisschollen am Strand über vier Stunden

gungsdrang auch funktionierten beziehungsweise sich von

du dich darin schnell unwohl fühlen – Nylon ist nicht dehnbar (jedenfalls

lang superentspannt und immer warm Windsurfmaterial auf der Ostsee tes-

den eher unsexy wirkenden „Windbeutel“-Modellen abhoben.

nicht für normale Menschen). Wie wir alle wissen, verhält sich Neopren da

ten. Wie schon erwähnt, solltest du unter den FUSE immer atmungsaktive

Mittlerweile präsentieren mehrere Hersteller Trockenanzüge,

ganz anders. Selbst wenn du am Vorabend auf die acht Bier noch morgens

Funktionsunterwäsche anziehen. Die Ober- und Unterteile von ION Quick-

die mit den Wabbelsäcken der Segler nicht mehr viel gemein

um fünf eine schöne Currywurst mit Pommes Schranke gelegt hast, wird es

dry sind aus hochfunktionalem und antibakteriellem Double-Layer-Polyester.

haben. Schickes Design hat in diese Produktgruppe Einzug ge-

dir dein Neoprenanzug verzeihen! Gerade auch deshalb mögen wir unseren

Gute Skiunterwäsche funktioniert ebenso. Diese saugt den Schweiß auf und

halten, sodass man sich auch am helllichten Tag zeigen kann,

treuen Begleiter wohl auch so gern …

führt ihn weg vom Körper. Wenn du eine totale Frostbeule bist, kannst du

ohne als wandelnde Mülltüte ausgelacht zu werden.

zusätzlich noch Fleecewäsche anziehen. Man kann auch nackt in den Fusion Hinsichtlich der Wärmeisolation liegt Nylon Lichtjahre hinter Neopren. Eines

steigen, doch das fühlt sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr gut an, weil

ist mal sicher: Solltest du unglücklicherweise durch Materialbruch in eine

so der kalte Neo bei jeder Bewegung immer direkt an die Haut stößt. Auch

MAN KANN WINTERNEOPRENANZÜGE TESTEN UND

gefährliche Situation kommen und bei einstelligen Wassertemperaturen an

Baumwollunterwäsche ist ungeeignet. Diese saugt sich nur voll und erzeugt

MIT PSEUDOWISSENSCHAFTLICHEN ERGEBNISSEN EINE DICKE WELLE

Land schwimmen müssen, wirst du dank der schützenden Neoprenschicht

Verdunstungskälte an deinem Körper.

TEXT JONAS WAGNER © FOTOS LARS WEHRMANN

MACHEN. MAN KANN ES ABER AUCH EINFACH SEIN LASSEN UND DEM GEMEINEN WINDSURFER OHNE WENN UND ABER DAS BESTE PRODUKT PRÄSENTIEREN. WIR HABEN UNS FÜR DIE ZWEITE ALTERNATIVE ENTSCHIEDEN …

eher gesund (und lebendig) am Ufer wieder ankommen als mit einem Nylonanzug. Auch und gerade wegen dieses Sicherheitsaspektes fiel unser Test einer einzelnen Produktvorstellung zum Opfer. Beim FUSE schützt dich vier Millimeter dickes Neopren vor Eisschollen, in Kom-

ALLE NÄHTE SIND MIT BLINDSTICH VERNÄHT, GEKLEBT UND MIT SPEZIELLEM TAPE WASSERDICHT VERSIEGELT.

Ursprünglich sollte dieser Einleitung nun ein Test von Tro-

bination mit dem ION-eigenen „HOT STUFF“-Material auf der Innenseite und

ckenanzügen folgen. Wir haben auch tatsächlich unter-

einem Satz Skiunterwäsche (oder der von ION extra für den FUSE entwickelte

Und hier noch ein kleiner Tipp zur Vermeidung von Unterarmkrämpfen

schiedliche Modelle ausprobiert, doch können wir dir

Quickdry-Funktionsunterwäsche) wird dir garantiert auch bei Minusgraden warm

durch die dick auftragenden Handschuhe: Wir haben wirklich schon alles

ruhigen Gewissens nur ein Produkt empfehlen. Und um

ums Herz. Alle Nähte sind mit Blindstich vernäht, geklebt und mit speziellem Tape

ausprobiert. Eine dicke Vaselineschicht auf dem Handrücken, Abwasch-

Streitigkeiten bei einer zwangsläufigen Reihenfolge und Dis-

wasserdicht versiegelt. An den Öffnungen für Kopf, Hände und Füße sind Latex-

handschuhe, geschlossene Handschuhe, Fahrradhandschuhe – alles

kussionen à la „ist ja klar, dass die Marke X auf dem letzten

Manschetten eingenäht, die den Anzug in Kombination mit dem Trockenreißver-

scheiße! Die an der Handfläche offenen Fäustlinge waren bislang die ein-

Platz landet“ aus dem Weg zu gehen, stellen wir dir hier

schluss (sitzt quer über die Schultern) auch wirklich komplett wasserdicht machen.

äugige unter den blinden Lösungen. Doch du kannst noch etwas anderes tun, um die schnellen Ermüdungserscheinungen in den Griff zu bekom-

einfach nur unseren Testsieger vor: den ION FUSE (vielen schon bekannt als Fusion; Markenrechtsstreitereien führten

Aus eigener Erfahrung können wir dir zweifelsfrei bestätigen: Der FUSE ist in

men! Reduziere den Greifdurchmesser! Es gibt zwei Möglichkeiten. 1.:

zur Umbenennung …).

Kombination mit einfacher Skiunterwäsche der wärmste Neoprenanzug, den

Besorge dir für den Winter eine Gabel mit dünnerem Holm-Durchmesser.

Es ist der unserer Meinung nach einzige für uns Windsurfer tragbare Neopren-Trockenanzug auf dem Markt. Sicherlich haben auch die Tauchkollegen sehr gute Produkte für arktische Gewässer im Programm. Doch bis zu zehn Millimeter dickes Neopren, in dem man so gerade eben noch einen Beinschlag hinbekommt, hat mit einem für uns sinnvolles Produkt nicht viel gemein. Neben der hier vorgestellten Neoprenlösung gibt es auch noch Trockenanzüge aus Nylon. Allerdings sind diese kaum

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special product

Oder 2. (und wirklich sensationell): Entferne mit einem Heißluftföhn den

wasserdicht ist. Von Werk aus sind sie sehr eng, du kannst sie aber einfach

Belag bei deiner (hoffentlich nicht einzigen) Gabel und wickle eine Lage

mit einer Schere so weit abschneiden, bis sie für deine Arme/Beine und dei-

klebriges Stretchband (womit sich Fußballspieler Ober- oder Unterschen-

nen Halsabschnitt optimal sitzen. Aber Vorsicht: Lieber einmal mehr schnei-

kel bandagieren) einfach um die Holme! Der Durchmesser wird dadurch

den, als gleich beim ersten Mal zu viel abzusäbeln! Beim Ein- und Ausstieg

deutlich dünner und dank des Stretchbandes hast du einen noch besseren

solltest du die Manschetten sehr vorsichtig handhaben und immer mindes-

Gripp! Die Dämpfung übernimmt das Neopren an den Händen!

tens mit einer Hand die Manschette aufdehnen, bevor du Hände/Füße/Kopf durchsteckst. Und wenn du den Manschetten was richtig Gutes tun willst,

Wenn man den FUSE das erste Mal in die Hand nimmt, kann man sich dem

puderst du sie nach jeder Session (oder zumindest nach deiner letzten Win-

Eindruck nicht entziehen, dass er schwerer als ein normaler Neoprenanzug und

tersession) mit Babypulver ein. Kapuze: Die Kapuze des FUSE funktioniert

auch schwerer als einer seiner Nylonkollegen ist. Bei Letzterem wiegt das Mehr

unserer Meinung nach am Strand besser als auf dem Wasser. Sie hat zwar

an zu tragender wärmender Unterbekleidung das Gewicht locker wieder auf.

am vorderen und hinteren Ende eingenähte Gummibänder, um sie an deine

Durch die verarbeiteten Taschen und die Kapuze kommt selbstverständlich et-

Kopfform anzupassen, jedoch dreht sie sich nicht so leicht mit, wenn du

was mehr Gewicht als bei einem normalen Neo zustande. Erstaunlicherweise ist

deinen Kopf bewegst, oder bleibt in der geraden Ursprungsposition, sodass

der Unterschied jedoch im getragenen Zustand für uns nicht spürbar gewesen,

du gegen die innere Wand der Kapuze schaust. Deshalb ist unser Rat: Auf

da der Tragekomfort durch den weiten Schnitt in einer ganz anderen Liga spielt.

jeden Fall eine Neoprenhaube tragen! Unserer Meinung nach reicht in Kombination mit dem FUSE auch dicke ein Neopren-Beanie. Der sieht nicht nur

Kurz noch einige Worte zur technischen Ausstattung des FUSE. Reißverschluss:

besser aus, sondern schränkt trotz Windschutz für deine Ohren die Hörkraft

Den Reißverschluss solltest du wie bei jedem Trockenanzug gelegentlich

nicht ein. Auf dem Wasser kannst du die Kapuze aufrollen, sodass du einen

fetten. Dazu kannst du jedes gängige, säurefreie Schmiermittel benutzen,

zusätzlichen Windschutz im Nacken hast, am Strand hält sie dann perfekt

ION liefert zum FUSE aber auch eine Tube mit. Sollte dein Zipper sich trotz-

deine Körperwärme und schützt vor schnellem Auskühlen. Solltest du sie

dem mal hinter dem Verschluss öffnen, gibt es auf www.tizip.com unter

auch auf dem Wasser tragen wollen, musst du dir wegen des einströmenden

„Service“ eine Anleitung, wie du ihn selbst wieder reparieren kannst. Latex-

Wassers keine Sorgen machen. Die Kapuze hat mehrere kleine Löcher, sodass

manschetten: Diese schließen hauteng ab, damit der Anzug auch wirklich

das Wasser schnell wieder ablaufen kann.

Abschließend noch einige wichtige Hinweise: Eisige Bedingungen können sehr schnell lebensgefährliche Situationen auslösen! Fahre nie allein, damit du und dein Kollege euch gegenseitig in einer Notsituation helfen könnt. Lass dir immer beim Schließen und Öffnen von einer anderen Person helfen, um sicherzustellen, dass der Reißverschluss am Ende fest eingerastet und wirklich sauber verschlossen ist. Versuche nie, den Zipper allein zu schließen oder zu öffnen! Dies kann zum nachträglichen Aufspringen des Zippers auf dem Wasser führen, was sehr gefährlich ist, da der Anzug dann schlagartig volllaufen kann. Vor der Session solltest du bis zur Brust ins Wasser gehen und die Halsmanschette ein kleines Stück öffnen. Lass etwas Luft entweichen, sodass der Anzug sich angenehm, nicht zu eng und nicht zu aufgepumpt anfühlt. Dies verhindert, dass man möglicherweise wie eine Ente im Wasser treibt (Köpfchen unter Wasser – Schwänzchen in die Höh‘). Das ist uns zwar nicht passiert, doch merkt man schnell, dass man wie ein Korken auf dem Wasser treibt, wenn man den FUSE nicht entlüftet hat. Das ist eigentlich ganz witzig und entspannt, nur zum Wasserstart die Beine nicht unter Wasser zu bekommen, um das Material auszurichten, ist auf die Dauer anstrengend … Alles in allem ist der ION FUSE unserer Meinung nach ein sensationeller Trockenanzug im authentischen Windsurfstyle und mit einem einmaligen Mix aus Tragekomfort und Wärmeisolation. Wenn du deine Saison also auf das Winterhalbjahr ausdehnen möchtest, empfehlen wir dir uneingeschränkt den FUSE. Kleines Manko: der Preis. 599 Euro ist eine satte Angelegenheit. Doch wenn du deinen FUSE gut behandelst, ihn nach jeder Session auswäschst und ab und zu Manschetten und Reisverschlüsse pflegst, brauchst du auf absehbare Zeit keinen zweiten. Und in dem Shop deines Vertrauens ist hinsichtlich des Preises das letzte Wort sicherlich noch nicht gesprochen. Anprobieren solltest du den FUSE ohnehin vorher! Und bitte sei nicht so ein Assi, der das Teil in seinem Shop um die Ecke (wobei „um die Ecke“ eine sehr dehnbare Beschreibung der Shopdichte in Deutschland ist) anprobiert, sich beraten lässt und dann doch online bei irgendeinem Verramscher kauft! Support your local surf shop! Ansonsten ist da bald nichts mehr mit Anprobieren und Anfassen. Sollte dir dieser Artikel immer noch nicht reichen, erhältst du ebenfalls Informationen zum FUSE unter www.ion-products.com.

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leserbriefe

H

allo Alexander, als Abonnent des Windsurfing Journals weiß ich deine offene und konstruktive Einstellung zur Surfindustrie zu schätzen. Daher wende ich mich direkt an dich und nicht an irgendein

Forum. Mein Thema und Problem: Ich bin aktiver Windsurfer, Kiter, Wellenreiter und habe auch nach über 25 Jahren noch einen riesigen Spaß auf dem Wasser, egal womit! Das entsprechende Equipment liegt in der Garage beziehungsweise auf dem Auto, unter anderem zwei neue Top-Boards von Fanatic: 76L NW und Ray 95l. So weit, so gut für mich und die Industrie. Ich bin aber auch Familienvater mit zwei Jungs von fünf und acht, welche jetzt Boogieboarden und mit dem Wellenreiten anfangen (meine Frau ist zum Glück wasserscheu). Für die nächsten Jahre bräuchte ich also optimalerweise nicht noch ein weiteres Quad/Triple-Dingsda-Board für Wind/Wellen von links oder rechts. Der Vorschlag: Ich und viele weitere Familien wären sehr glücklich mit einem Board, das gleichzeitig ein All-in-One-Wellenreitlongboard, Kids/Beginner-Windsurfplattform, Kids-Badeplattform und SUP-Board darstellt und das man in jeden Urlaub einfach mitnehmen muss! Dies alles unter zehn Kilo, mit einer belastbaren HRS-, Tuffskin-, Whatever-Oberfläche, Tragegriffen vorn und hinten, einem coolen Design und zu einem Preis von unter 899 Euro. Das müsste doch der Knaller für alle Familien, Ferienclubs und Surf-Schulen sein! Gibt es aber nicht! Ich glaube, dass sich die Surfindustrie hiermit einen Riesengefallen im Sinne der Nachwuchsförderung und Arterhaltung tun würde. Vielleicht kannst du als Surfsport-Medienmogul ja diesen Wunsch aufgreifen und weitergeben. Im Namen von mindestens sechs Windsurf-Familien bereits herzlichen Dank allein für das Lesen dieser Mail und besten Gruß aus Köln, Tillmann Hausen

Anm. d. Red.: Moin Tillmann. Du suchst also die eierlegende Wollmilchsau. Kann ich gut verstehen, würde mir so ein Board auch zulegen! Leider sind in deiner Beschreibung zwei Haken, die man nicht wird lösen können: Ein Board mit belastbarer Oberfläche wird in dieser Größe nicht unter zehn Kilo wiegen können. Keine Chance. Da muss man also entweder auf der einen oder auf der anderen Seite einen Kompromiss eingehen. Im Grunde denke ich jedoch, dass es schon einige SUP-Boards auf dem Markt gibt, die an deine Wunschvorstellung herankommen. Ob nun Naish, Starboard, Fanatic, Kona oder wer auch immer: Alle haben eigentlich so ein Board im Programm. Allerdings wiegt da keines unter zehn Kilo oder kostet unter 1.000 Euro.

Hallo Alexander, nachdem du nicht mehr das Editorial der vergangenen Ausgabe unterschrieben hast und auch kein Artikel in der Ausgabe von dir zu stammen scheint, müssen wir damit rechnen, dass du dich als Chefredakteur in Kürze verabschiedest? Philip Kneiser, Düsseldorf

Anm. d. Red.: Eine viel gestellte Frage, deshalb etwas ausführlicher und klarer. Die Antwort auf deine Frage lautet: NEIN. Allerdings war ich durch den Verlagsumzug Anfang August und durch den Neustart eines weiteren Titels aus unserem Haus zeitlich nicht in der Lage, im gewohnten Umfang an der Magazinproduktion mitzuwirken. Da war ich der Unterstützung von Dirk Herpel (Ex-Chefredakteur von surfers) sehr dankbar. Ich hatte es schon mal irgendwo geschrieben und wiederhole es gern (auch, weil sich dann so mancher so schön ärgert): Solange ich windsurfe, wird es das WJ geben – und solange werde ich auch als Chefredakteur mein Bestes geben, alle (noch verbliebenen) Windsurfer in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu unterhalten. Allerdings habe ich mir eine klare Grenze gesetzt: Sollte ich irgendwann nicht mehr in der Lage sein, ein angemessenes Niveau auf dem Brett zu haben, wird das WJ einen neuen Chefredakteur bekommen. Im Gegensatz zu vielen anderen bin ich kein Anhänger der Theorie, es würde als Journalist reichen, ein guter Theoretiker zu sein. Beim Thema Fußball lässt sich das so schön anschaulich erklären: In meinen Augen ist der bessere Trainer immer derjenige, der selbst als aktiver Sportler Erfolge gefeiert hat. Bestes Beispiel: Franz Beckenbauer, Weltmeister als Spieler und Trainer (das Gegenbeispiel Lothar Matthäus werde ich nun sicherlich um die Ohren geschlagen bekommen, aber der ist ja auch kein Trainer, sondern Hochzeitscrusher …). Unabhängig von meinem Niveau habe ich mir eine weitere Grenze gesetzt: Spätestens

Warum fehlte in der vergangenen Ausgabe eigentlich das angekündigte Porträt von

mit 45 werde ich das Ruder einem jüngeren Kollegen in die Hand drü-

Monty Spindler? Gruß, Kris aus Hamburg.

cken. Bewerbungen können also gern ab 2018 an mich gesendet werden.

Anm. d. Red.: Es war wie so oft: Zwei Doofe, ein Gedanke. Die Kollegen

Hallo WJ-Team. Bin Abonnent des WJ, bei mir fehlte aber die Fanatic-DVD Addic-

vom Surf-Magazin hatten in der Ausgabe vor uns bereits ein Interview

ted to ride six. Haben die nicht alle bekommen? Gruß, Leon Rehwetsch

mit Monty veröffentlicht. Wir gehen davon aus, dass viele unserer Leser auch Leser der Surf sind und andersherum. Denen wollten wir ersparen,

Anm. d. Red.: Theoretisch ja, praktisch offensichtlich nein. Eigentlich

innerhalb weniger Wochen zweimal das Gleiche zu Gesicht zu bekommen,

sollten ALLE Leser des Windsurfing Journal, die eine Einzelausgabe nach

wo doch die Themenvielfalt für ein Windsurfmagazin unendlich groß ist.

Hause geschickt bekommen, eine DVD in ihrer Ausgabe finden. Schick

Wir standen dazu auch mit Monty im Kontakt und er hat unsere Ent-

einfach eine Mail an info@windsurfing-journal.de mit deiner Adresse und

scheidung verstehen können.

deinem Anliegen. Wir schicken dir dann eine DVD hinterher!

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lesershots

01

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03

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08

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12

01 Kristian Bauer bei sensationellem Licht in Pruchten. (© Foto Heike Schmeisser) 02 Trainiert Stefan Müller-Teusler etwa für den Ocean Jump 2011? (© Foto Ehefrau Marita)

09 Hans Prösdorf fliegt vor Rügen. Am Auslöser war seine Schwester Luise. (© Foto Luise Prösdorf)

03 Michael Brauch rippt den Shorebreak im Süden Fuerteventuras. (© Foto Annette Brauch)

10 Andreas Wasmer vor Porto Pollo. (© Foto Susana Sigg)

04 Matthias Cohn in El Yague. (© Foto privat)

11 Erst seit drei Jahren windsurft Carmen Urban und eigentlich immer nur im Urlaub

05 Christoph Heufert auf Fehmarn (Gold). (© Foto Leo Böhm)

in Prasonisi. Respekt! (© Foto Christian Braun)

06 Rush Hour vor Hookipa und Christian Boxhammer (rechts) hebt ab. (© Foto Ehefrau Sonja)

12 Eigentlich sitzt Wiebke Hornig immer am Auslöser, wenn Freund Friedrich Sand-

07 Der Star von morgen? Philipp Wiesent (7) auf dem Steinberger See. (© Foto Thilo Wiesent)

kühler auf dem Wasser ist. Dieses Mal war es endlich einmal andersherum.

08 Maximilian Hinz vor Hanstholm/Dänemark. (© Foto Alexander Kühn)

(© Foto Friedrich Sandkühler)

Wolltest du auch schon immer mal gerne in einem Windsurfmagazin auftauchen? Dann sende einfach eine Mail mit einem Windsurf-Foto von dir an info@windsurfing-journal.de und benenne die Bilddatei nach folgendem Muster: Fahrername_Fotografenname_Spot.jpg (Beispiel: ErkanEiniges_MoniTor_Gardasee.jpg)! Als Dankeschön erhält jedes veröffentlichte Bild ein Jahresabo (5 Ausgaben im Wert von 24,50). Wenn du dich also irgendwann im Magazin auf einem Foto wiederfindest, sende einfach eine Mail (erneut an info@windsurfing-journal.de) mit deiner Adresse und ab der dann kommenden Ausgabe erhältst du fünf Mal das Windsurfing Journal kostenlos.

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vor 20 jahren

vor 20 jahren

6..

Spätsommer 1990

06. Heavy-Duty-Gabel

einander öffnen. Dies bietet viel Komfort bei

A.R.T. präsentiert seine neue Gabel. Sie ist mit

der Höhenverstellung. Die spannungsneutralen

Die neue stufenlos verstellbare Mastverlänge-

einem Schnellverschlusssystem, einer dämp-

Torsionsstege, die den Frontbogen mit der

rung von Sunshine Products bietet unbegrenz-

fenden Mastmanschette und Torsionsstegen

Mastmanschette verbinden, sollen extrem be-

ausgestattet. Die beiden Hebel des Schnellver-

lastbar sein und große Kräfte bei Landungen

schlusssystems lassen sich unabhängig von-

von hohen Sprüngen problemlos aushalten.

3.

01. Stufenloser Spaß

1.

te Verstellmöglichkeiten. Ein konischer Aluring fixiert einen Spezial-O-Ring in der Rändelung des Alurohrs. Der Quicktrimmadapter ermöglicht sekundenschnelles Trimmen und macht Trimmhaken überflüssig. Der restliche Tampen kann bequem im Adapter verstaut werden.

Splitter

02. Power-Kasten

Das Team Germany hat zwei Verletzte zu beklagen. Jutta Müller bricht sich auf Hawaii bei einem nicht gestandenen Frontloop zwei Rippen und muss für fünf Tage ins Krankenhaus. Björn Schrader hingegen fällt auf seine Finne und hat in der Kniekehle eine Wunde, die genäht werden muss.

F2 und Mistral präsentieren eine neue Erfindung im Finnensektor. Die „Powerbox“ soll

4.

neue Maßstäbe im Bereich der Bruchfestigkeit und Benutzerfreundlichkeit setzen. Die Finne

Jörg Hinrichs hat einen neuen deutschen Speedrekord aufgestellt. Bei acht Beaufort fährt er auf dem Kanal von Saintes-Maries-de-la-Mer 67,5 km/h schnell.

wird nur noch mit einer Schraube von der Brettoberseite fixiert. Finnenplättchen sind nicht mehr

Nun ist es besiegelt: F2 und Neil Pryde haben die insolvente Brettschmiede Tiga für circa vier Millionen Mark gekauft.

nötig, ein Verschieben der Finne ist aber nicht mehr möglich. Ab nächstem Jahr sollen alle Serienboards von F2 und Mistral mit der Box ausgestattet werden. Das System ist ebenfalls

2.

Der Surfshop Sylt hat erkannt, dass immer mehr Windsurfer sich auch zum Surfen hingezogen fühlen. Deshalb hat der Shop jetzt Surfboards der Marke Town and Country Surfboards im Programm. Die Boards sind sowohl für Anfänger als auch für Profis geeignet. Die Preise liegen zwischen 950 und 1150 Mark.

als Nachrüstsatz erhältlich und kostet 49 Mark.

Bei dem diesjährigen O’Neill Invitational hat Dave Kalama einen grandiosen Sieg davongetragen. Auf Platz zwei landet Björn Dunkerbeck, der es als einziger Europäer in die Top fünf schafft. Auf Platz drei landet Mark Angulo. Beste Deutsche werden Ralf Bachschuster und Robby Seeger, die sich punktgleich den 17. Platz teilen. Bei den Damen gewinnt Dana Anderson vor Lena Kerr und Tamoku Okazaki. Die beste Deutsche wurde Natalie Siebel auf Platz 9.

03. Häuten wie eine Schlange Spider hat einen mitwachsenden Neoprenanzug für Kinder im Programm. Für die Kleinen gibt es eine Kombination aus Long John und

Dietmar Kornelli war beim Funboard-Cup vor Heidkate mit einem F2Prototypen-Segel unterwegs. Es ist das erste Segel mit farbigem Monofilm. Dieser soll deutlich haltbarer sein. Schuster, bleib bei deinen Leisten – und Windsurfer, bleib bei deinem Sportgerät! Der F2-Marketing-Leiter Martin Brandner überschlägt sich mit seinem Mountainbike und zieht sich einen Halswirbel-Anbruch zu. Die Finnen der Firma Bic sind bei zwei DIN-Tests durchgefallen. Sie überstanden die Pendelschlag-Prüfungen nicht. Beim World Cup in Omaezaki/Japan sichert sich Björn Dunkerbeck den ersten Platz. Platz zwei und drei belegen Anders Bringdal und Phil McGain. Bester Deutscher wird Ralf Bachschuster auf Platz 7. Bei den Damen belegt Natalie Siebel einen starken zweiten Platz. Die Herren absolvieren ein Slalomrennen und vier Kursrennen, die Damen ein Waveriding und drei Kursrennen. Dirk Muschenich gewinnt den „Reach, Ride & Run“-Triathlon in St. Peter-Ording. Zu absolvieren waren zwei Windsurfslaloms, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen. Der Boardhersteller Alpha International GmbH meldet Konkurs an.

5.

Jacke zum Preis von 199 Mark. Mitgeliefert wird ein Gutschein, der beim nächsten Wachstumsschub des Sprösslings einzulösen ist. Für eine Pauschale von 20 Mark näht Spider den Anzug dann auf die nächste Größe um.

04. Wegen der Sicherheit

24

05. Lebensgefahr Natalie Siebel wird beim World Cup auf Puerto

Die neue Wave-Base von North Sails soll D

Rico von einem Speedbootfahrer aufs Korn

absolute Sicherheit bieten. Sie besitzt eine

genommen. Dieser ist ohne Führerschein

extrem stabile Grundplatte mit abgerundeten

unterwegs und kann von einem Polizeihub-

Kanten und wird mit zwei Schrauben fixiert.

schrauber erst im Hafen gestellt werden.

Des Weiteren hat die Wave-Base einen Boge-

Natalie Siebel kann sich nur durch einen

Powerjoint, der zur zusätzlichen Sicherung von

beherzten Absprung vom Board retten und

einem Gurtband umgeben ist. Die Supersiche-

bleibt zum Glück unverletzt. Das Board wird

rung ist für 49,90 Mark zu haben.

dabei zerstört.

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wortwechsel

wortwechsel

Peter Garzke

VOM RHEIN IN DIE WELT

ALS PETER GARZKE 1978 DAS ERSTE MAL AUF DEM RHEIN MIT DEM WINDSURFSPORT IN BERÜHRUNG KAM, AHNTE ER SICHERLICH NICHT, DASS ER IRGENDWANN MAL ALS WELTENBUMMLER ZWISCHEN SEINER HEIMATSTADT KLEVE, HAWAII UND KAPSTADT HIN- UND HERREISEN WÜRDE, ALS LÄGEN DIESE DREI ORTE NUR WENIGE KILOMETER AUSEINANDER. 32 JAHRE SPÄTER LEBT ER ALS WOHL EINER DER GANZ WENIGEN SEINER GENERATION IMMER NOCH DEN TRAUM VOM WINDSURFPROFI. DOCH AUCH PETER BEKOMMT MEHR UND MEHR ZU SPÜREN, DASS DIE LUFT IN DER WINDSURFBRANCHE DÜNNER WIRD. SELBST FÜR ENGAGIERTE TEAMFAHRER WIE IHN, DIE WELTWEIT MIT UNZÄHLIGEN VERÖFFENTLICHUNGEN AUFWARTEN KÖNNEN, WIRD ES IMMER SCHWIERIGER, ALS WINDSURFPROFI DURCHZUKOMMEN.

TEXT PETER GARZKE UND ALEXANDER LEHMANN © FOTOS GF-PICTURES

WIR SPRACHEN MIT PETER ÜBER SEINE ARBEIT ALS PROFI UND ÜBER SEINE TRAUMINSEL OAHU.

26

PETER, WIR SPRECHEN GERADE ÜBER SKYPE UND BEI DIR

sicherlich nicht für den Beitritt gestimmt. Und so

IST ES DUNKEL. WO BIST DU MOMENTAN? Auf Oahu,

haderten die Hawaiianer 1988 noch stärker mit dem

Hawaii! Zwölf Stunden zurück. Bei mir ist es jetzt zehn

Verlust ihrer Kultur und Rituale, als es heute noch der

Uhr abends.

Fall ist. Sie hinterließen auf mich damals eher einen beklemmenden Eindruck. Es gibt da ein Lied, das das

VERSTEHE. OAHU IST EIN GUTES STICHWORT. DU BE-

Gefühl der Ureinwohner wohl am besten ausdrückt.

GREIFST ES JA ALS DEINE ZWEITE HEIMAT. WANN WARST

Es ist von Israel Kamakawiwo'Ole, eher bekannt als IZ.

DU DAS ERSTE MAL DORT? Das war 1988. Seitdem bin

Gibt mal bei YouTube „Hawaii 78 – IZ“ ein und höre

ich jedes Jahr hier. Nur einmal musste ich aufgrund mei-

es dir an. Dann verstehst du die Menschen hier sofort

ner Diplomarbeit aussetzen. Das war 1998. Seitdem habe

besser. IZ ist auf Hawaii eine Legende. Vergleichbar mit

ich auch meinen Geburtstag nicht mehr zu Hause verlebt.

Elvis in den USA. Die Hawaiianer hatten damals das Gefühl, sie wären ihrer Identität beraubt worden. Eddie

WIE WAREN DEINE EINDRÜCKE, ALS DU 1988 DAS ERSTE

Aikau war dann im Grunde ihr erster richtiger Star

MAL HAWAIIANISCHEN BODEN BETRETEN HAST? Im

und führte ihnen die Bedeutung ihrer Sprache und

Vergleich zu heute hat sich auf den Inseln im Grunde

ihrem eigentlichen Leben mit ihren Vorstellungen und

nicht viel geändert. Zumindest nicht vom äußeren

Werten wieder vor Augen. Der Rettungsschwimmer

Anschein. Die größten Veränderungen bemerkt man

der Waimea Bay auf Oahu hat in seinem Leben viele

eher bei der Entwicklung des Selbstwertgefühls der

andere gerettet und galt seinerzeit als bester Surfer

Hawaiianer. Als ich Ende der Achtziger hier auftauchte,

auf den Inseln. Er gewann viele Wettbewerbe, so auch

hatte man den Eindruck, dass die Hawaiianer aufgrund

zum Beispiel 1977 die Duke Kahanamoku Invitational

des amerikanischen Einflusses noch unter einem tiefen

Surfing Championships. Nicht selten erreichten die Wel-

Schock standen. Formell wurden die Inseln ja schon

len an seinem Strandabschnitt eine Höhe von 30 Fuß.

1898 von den Vereinigten Staaten annektiert, zum voll-

Er war der Einzige, der sich traute, aus diesen Wellen

ständigen Bundesstaat wurden sie aber erst 1959. Wit-

Menschenleben zu retten. Daher kommt auch der

zigerweise wurde Letzteres in einer Volksabstimmung

Spruch „Eddie would go“. Mit Eddie und vor allem

beschlossen. Daran erkennt man, dass die Einwanderer

nach seinem tragischen Tod 1978 besannen sich viele

aus Asien und den USA bis 1959 der Urbevölkerung

Einheimische wieder auf ihren Ursprung und lebten

schon zahlenmäßig überlegen waren, denn diese haben

ihre Traditionen wieder verstärkt aus.

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wortwechsel

UND WIE WAR DAMALS DIE STIMMUNG AN DEN

den Australiern mal eben gezeigt, was Sache ist. Und

SURFSPOTS? Damals stand das gerade so im Umbruch:

dann ging es richtig los. Bis aufs Blut. Das hatte natür-

Auf Maui war es schon ab sechs oder sieben Uhr

lich auch auf die Windsurfer Auswirkungen. Die Lage

abends gefährlich, allein durch die Gegend zu laufen.

entspannte sich dann aber spürbar mit Typen wie Josh

Wenn du da einem Farbigen zu tief in die Augen ge-

Stone oder Francisco Goya. Mit ihnen und ihrem Life-

schaut hast, dann war es meistens schon zu spät. Das

style wurde die Szene vor Ort lockerer – die Aloha-Zeit

war wirklich ganz schön heftig. Die haben einem dann

war angebrochen. Damit konnten sich viele Windsurfer

durchaus mal eine verpasst. Auch ich habe mich sehr

identifizieren und

vorsichtig verhalten müssen. Über die Jahre ist das

entwickelten ihre

aber mehr und mehr verflogen. Und damit auch zum

eigene Kultur.

„ALS ICH ENDE DER ACHTZIGER HIER AUFTAUCHTE, HATTE MAN DEN EINDRUCK, DASS DIE HAWAIIANER

Glück der harte Localism. UND HAST DU DICH

AUFGRUND DES AMERIKANISCHEN EINFLUSSES

LOCALISM UNTER DEN WELLENREITERN ODER AUCH

IN ALL DEN JAHREN

UNTER WINDSURFERN? Unter beiden. Das Problem der

WOHL AUF HAWAII

NOCH UNTER EINEM TIEFEN SCHOCK STANDEN.”

Windsurfer war, dass sie noch gar keine eigene Kultur

GEFÜHLT? Ja. Ich

hatten und viele Locals einfach die Kultur der Wellen-

bin hier mit großem Respekt hergekommen und habe

reiter übernommen haben. In den 70er-und 80er-Jahren

mich auch so verhalten. Ich habe viele Leute im Laufe

sind viele Australier hier hergekommen und haben auf

der Jahre kennengelernt und habe so nachvollziehen

unheimlich dicke Hose gemacht und das entsprechend

können, warum sie so handelten, wie sie handelten.

auch in den Magazinen kundgetan. Sie meinten, die

So bin ich hier eben reingewachsen. Und es hilft

Hawaiianer müssten sich beim Wellenreiten hinten an-

natürlich sehr, wenn du die eigentlichen Probleme der

stellen, schließlich waren die Australier schon weiter. Das

Menschen verstehst. Dann kannst du dich darauf ein-

ging natürlich nicht lange gut und die Jungs hier haben

lassen und dein Handeln danach auszurichten.

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wortwechsel

wortwechsel

WÜRDEST W Ü ÜRD DU SAG SAGEN, AGEN N, D DER R LO LOCALISM OCA CALISM AL M IST AUF HAWAII HEUTE NI NICHT MEHR SO PROBLEMATISCH? HE C ROBLEMAT SCH W Wie es auf

Maui M ui abgeht, kann ich n nicht cht ch ht sagen. gen Auf den anderen Inseln nsse Hawaiis wa ist es zum m Teil T n noch c recht schlimm. Die Locals al verteidigen ih ihre Spots in insbesondere ns gegen die Medien. Wenn enn du daa plötzlich lötzliich c m mit Kameras auftauchst, dann kann es sogar og gar ar Mor M Morddrohungen rd dd geben. Das haben selbst manche World-Cup-Pros am eigenen Leib zu spüren bekommen. Auf „meiner“ Insel Oahu ist es okay. Ich bin nicht so gern auf den anderen Inseln, schon gar nicht auf Maui. Ich weiß nicht, warum alle immer nach Maui fliegen. Oahu ist es viel lockerer, das wissen nur anscheinend die meisten nicht. IST ES AUF OAHU ALSO AUCH AN DEN SPOTS ENTSPANNTER ALS AUF MAUI? Aber hallo. Das Einzige, was hier

natürlich ein wenig nervt, sind die vielen Wellenreiter. Mit denen muss man sich arrangieren und sich an die Spielregeln halten. Gerade im Sommer haben wir im Süden der Insel sensationelle Spots. Ich wundere mich immer, wenn die Leute zu dieser Jahreszeit nach Maui fliegen. Was wollen die da? Sie finden dort doch nur Kabbel- beziehungsweise aufgeworfene Wellen. Hier ist natürlich der Wind nicht ganz so stark, dafür haben wir oft sensationellen Swell. Oahu ist weniger windund mehr wellenabreitorientiert. Und vom Leben drum herum ist es im Grunde so ein bisschen wie Kapstadt: Du kannst hier auch mal ins Kino gehen, hast ein wenig Stadtleben dabei. Ich mag es, wenn die Menschen normal ticken. Maui ist da halt schon ein wenig hippielastig. Da hängen viele einfach nur so ab. Das ist auf Oahu anders.

„MEINE VIELEN WECHSEL HABEN WIRTSCHAFTLICHE GRÜNDE, JEDOCH LAGEN DIE PROBLEME

WO WELLENREITER UND WINDSURFER SIND, SIND KITESURFER NICHT WEIT

NICHT BEI MIR ... ES WAR NICHT SO, DASS ICH

… Das stimmt. Mit den

IMMER MEHR GELD ODER MATERIAL WOLLTE.”

Jungs wird es hier nun auch gerade noch mal hektisch. Oahu ist mögli-

cherweise eine der letzten Bastionen auf der Welt, wo die Spots noch gegen Kiter verteidigt werden. Denn wenn 50 bis 60 Leute im Line-up liegen und die Kiter braten rücksichtlos durchs Feld, geht das natürlich gar nicht. Wir Windsurfer haben einfach Angst, dass wir die Spots irgendwann verlieren. Denn dann heißt es womöglich, dass die Windleute alles kaputt machen. Aber das werden wir den Kollegen schon noch beibringen.

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wortwechsel

DU BIST ALSO IM SOMMER IMMER AUF OAHU UND IM

spräch und so bin ich kurze Zeit später Lorch-Custom-

WINTER IN SÜDAFRIKA? WO IST DEIN ZUHAUSE? Ich habe

Boards gefahren. Den ersten richtig potenten Partner

drei Orte, die ein Zuhause für mich sind: Kleve an der

hatte ich dann natürlich mit Fanatic. Das war Ende der

holländischen Grenze. Von dort aus fahre ich oft nach

90er-Jahre. Doch irgendwie gab es da von Anfang an

Holland zum Windsurfen. Gerade im Herbst kann man

Kommunikationsprobleme. Ich habe die im Marketing

da wirklich gute Tage haben. Südafrika sehe ich ge-

immer schön machen lassen, wusste aber manchmal

nauso als meine Heimat an, wobei ich mich da nicht

ehrlich gesagt gar nicht, was die so genau von mir

so familiär eingebunden sehe wie auf Oahu.

wollten. Man hat auch die Ergebnisse nie so richtig abgeglichen. Vielleicht hätte ich mir damals mehr Mühe

OKAY, NEUES THEMA: IM VERGLEICH ZU FRÜHER WAREN

geben müssen. Es gab da ja auch den Ansatz, mit

IN DEN LETZTEN JAHREN UNGEWÖHNLICH HÄUFIGE

Sebastian Wenzel zusammenzuarbeiten. Heute glaube

SPONSORENWECHSEL BEI DIR ZU BEOBACHTEN. WAS IST

ich, dass wir beide noch nicht so weit waren, miteinan-

DA LOS? Da hast du leider absolut recht und mir ist

der umgehen zu können, denn unsere Vergangenheit

das ehrlich gesagt auch sehr unangenehm. Denn das

als Konkurrenten im Wettkampfgeschehen war noch

kommt natürlich falsch rüber und kann fehlinterpretiert

zu präsent. Das lag bestimmt auch eher an mir als an

werden. Loyalität steht bei mir ganz oben auf der

ihm. Mittlerweile denke ich, dass wir uns gut verstehen.

Charakterliste. Meine vielen Wechsel haben wirtschaft-

Er war damals einfach schon weiter, hatte einen ganz

liche Gründe, jedoch lagen die Probleme nicht bei mir,

anderen Weg eingeschlagen. Und dann kamen eben

sondern bei den Materialpartnern. Es war nicht so,

noch neue Fahrer in das Team. Francisco Goya zum

dass ich immer mehr Geld oder Material wollte, es

Beispiel, und das hat sich dann schnell entwickelt. Nach

ging bei einigen einfach nichts mehr. Aber ich möchte

rund vier Jahren bin ich raus bei Fanatic und zurück zu

das nun auch nicht verallgemeinern. Ich muss da echt

Lorch. Fast zeitgleich habe ich auf Naish-Segel gewech-

aufpassen, was ich sage.

selt. Nachdem nach einer sehr langen Zusammenarbeit mit Lorch aufgrund unterschiedlicher Vorstellung der

DANN ZÄUMEN WIR DAS PFERD DOCH MAL HINTEN RUM

Bruch kam, bin ich am Strand zu Robby gegangen und

AUF. MIT WELCHEM PARTNER HAST DU IN DEINER KARRI-

er hat mir ohne lange Diskussionen angeboten, auch

ERE ANGEFANGEN? Witzigerweise mit Gaastra. Gefahren

noch seine Boards zu fahren. Sehr unkompliziert und

bin ich die Segel auf Steve-Products, das war eine klei-

ehrlich. Nach ein paar Jahren änderte aber auch Robby

ne Custom-Made-Schmiede. Shaper war ein Freund von

seine Marketingstrategie, was eine starke Reduzierung

mir. Er hat jetzt bei dir in der Stadt einen Laden! Surf

des Teams zur Folge hatte. Zu Günther Lorch hatte ich

Center Kiel, Stefan Fritsch! Er ist ein alter Sandkasten-

die ganze Zeit über natürlich immer noch Kontakt und

kollege von mir. Irgendwann waren meine Ansprüche,

so bin ich wieder bei Lorch gelandet. Severne-Segel

internationale Regatten mitzufahren, einfach zu groß für

waren nur ein kurzes Gastspiel und so habe ich mich

das kleine Budget einer unabhängigen Custom-Marke.

an die gute alte Zeit erinnert und an ein Gespräch mit

Ich kam dann eher durch Zufall mit Andi Laufer ins Ge-

Knut Budig in Melkbos am Strand in Südafrika.

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wortwechsel

wortwechsel

noch etwas mehr einbringen kann. Mit Günther habe ich ja auch eine Menge zusammen gemacht, neue Shapes entwickelt, an neuen Ideen gearbeitet. Doch es sollte nicht sein. Als dann meine externen Sponsoren aufgrund der Wirtschaftskrise spontan ihre Budgets reduzierten, war mir klar, dass ich etwas ändern muss. Ich habe zum Glück früh angefangen, meine Medienarbeit zu intensivieren und in eine gute Fotoausrüstung zu investieren. Wenn man an einem Tag mit doppelmasthohen Wellen am Strand steht und der gebuchte Fotograf dann sagt „Sorry, ich muss jetzt los und eine Hochzeit fotografieren", merkst du schnell, dass du von solchen Dingen nicht mehr abhängig sein möchtest. Da war der Schritt zu eigenem Equipment kein großer mehr. Das Thema Video begleitet mich ohnehin schon mehrere Jahre. Wir haben bereits 1988 kleine Filme gedreht und sind immer drangeblieben. So habe ich im Laufe der Jahre einen ganz guten Draht zur Technik bekommen. So ist also Foto und Film immer mehr in den Fokus bei mir geraten und ich habe mittlerweile schon den einen oder anderen Auftrag aus ganz

„WENN MAN AN EINEM TAG MIT DOPPELMASTHOHEN WELLEN AM STRAND STEHT UND DER GEBUCHTE FOTOGRAF DANN SAGT ‚SORRY, ICH MUSS JETZT LOS Er hatte mir schon vor Jahren wieder angeboten, seine Gaastra-Segel zu fahren. So bin wieder zu meinem allerersten Segelbrand zurück. Mit Lorch deckten sich die Vorstellung leider immer noch nicht und die Situa-

UND EINE HOCHZEIT FOTOGRAFIEREN', MERKST DU SCHNELL, DASS DU VON SOLCHEN DINGEN NICHT MEHR ABHÄNGIG SEIN MÖCHTEST.”

tion auf dem Markt machte es auch nicht leichter. So kam der endgültige Bruch, was ich aufgrund der super

anderen Bereichen abgearbeitet. Im Videobereich habe

Zusammenarbeit mit Günther sehr bereue. Mit Gaastra-

ich beispielsweise schon Imagefilme für Kongresse und

Segeln war der Schritt zu Tabou-Boards kein großer

Seminare produziert. Ein vollkommen anderer Bereich,

mehr. Ich schätze die Art des Firmeninhabers. Unsere

aber eine zukunftsorientierte Geschichte – gerade,

Verhandlungen haben keine zehn Minuten gedauert.

wenn man nicht wie andere einen riesigen Wasserkopf

Ich kann mich bei Gaastra und Tabou auch noch

zu bezahlen hat und sich schnell und flexibel neuen

mit meinen anderen Fähigkeiten ins Team einbringen.

Projekten widmen kann.

Einige der aktuellen Produktfotos der Marken stammen zum Beispiel von mir.

UND ZUR NOT KANNST DU JA AUCH IMMER NOCH SPORT-

ICH ERINNERE MICH NOCH AN UNSER LETZTES INTERVIEW,

Diplom dafür hätte ich, nur liegt es mir eher nicht, un-

DAMALS FÜRS FREE-MAGAZIN. DA HATTE ICH DICH NACH

motivierten Kindern Bockspringen beizubringen. Ich sehe

DEINEN PLÄNEN NACH DER WINDSURFKARRIERE GEFRAGT,

die Frage nach meiner Zukunft mittlerweile eher nüch-

RICHTIG GLÜCKLICH WARST DU DARÜBER NICHT UND HAST

tern. Natürlich sind in den letzten drei oder vier Jahren

EHER AUSWEICHEND GEANTWORTET. DU GEHST JA NUN

die Sponsorengelder einfach nicht mehr so geflossen wie

SEIT JAHREN VERSTÄRKT IN DIE RICHTUNG FOTOGRAFIE

früher. Doch trotz meines fortgeschrittenen Alters habe

UND VIDEO. SIEHST DU DARIN HEUTE DEINE ZUKUNFT?

ich immer noch eine hohe Medienpräsenz und brauche

Ich kann mich auch noch gut an das Interview erinnern.

mich nicht zu verstecken. Insofern bin ich nach wie vor

Damals hatte ich gehofft, dass ich mich bei Lorch

hoch motiviert, weiter als Windsurfer Gas zu geben.

UNTERRICHT GEBEN … Ja, aber auch nur zur Not! Das

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GESCHWINDIGKEIT IST KEINE HEXEREI

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BERICHT VON UND ÜBER DIE DEUTSCHE MEISTERSCHAFT IM SPEEDWINDSURFEN. 04.09.-11.09.2010, ORTH AUF FEHMARN TEXT ALEXANDER LEHMANN & GUNNAR ASMUSSEN © FOTOS CLAUS DOEPELHEUER

W

ie schon 2009 fand die Finalwoche der „Nordswell-Speedwindsurfing-Tour“ im September in Orth auf Fehmarn statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollte auch der Deutsche

Meister im Speedwindsurfen ermittelt werden, waren doch beide vorangegangenen Events 2010 glück-, da windlos ins Wasser gefallen. Als Titelverteidiger war meine Teilnahme natürlich Pflicht. Leider war mir schon vor Beginn der Veranstaltung klar, dass ich nicht jeden Tag vor Ort sein könnte und so hoffte ich, dass die Windtage auf meine freien fallen würden. Dem war dann leider nicht so. Doch das tat dem Erfolg der Speed-DM keinen Abbruch! Und ganz offensichtlich machte sich unsere Berichterstattung und geschilderte Begeisterung im Windsurfing Journal von vor einem Jahr bezahlt. Mit insgesamt 60 Teilnehmern war das Fahrerfeld so stark wie seit Jahr(zehnt)en nicht mehr. Neben den bekannten Speedexperten wie Torsten Mallon, Manfred Merle oder Michael Naumann fand sich erstmals auch der Deutsche Meister im Slalom, Gunnar Asmussen, bei der Speed-DM ein. Auch die amtierende Deutsche Meisterin Birgit Höfer bekam mit der Wave-Expertin Steffi Wahl ernst zu nehmende Konkurrenz. An drei Tagen, in denen der Wind das erforderliche Limit von fünf Beaufort erreichte, konnten insgesamt sechs Rennen gefahren werden.

„NACHDEM DIE STAND-BY-VERANSTALTUNG IM JULI MANGELS WIND NICHT STATTFINDEN KONNTE, WAR ICH SEHR HAPPY, ALS ICH DIE WINDVORHERSAGE FÜR DIE FINALWOCHE DER DEUTSCHEN SPEEDMEISTERSCHAFTEN AUF FEHMARN SAH.”

Nachdem ich Gunnar Asmussen auf der Startliste entdeckte, war mein Tipp für den diesjährigen Meistertitel klar. Er ist zurzeit mit großer Sicherheit Deutschlands schnellster Windsurfer. Und würde seine Fehlstartquote mal auf null sinken, hätte er meiner Meinung nach auch international die Chance, in die Slalom-Top-10 zu fahren. Seine Erlebnisse bei seiner ersten Speed-DM schildert er dir exklusiv im Windsurfing Journal persönlich:

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speedsurf-dm

„Nachdem die Stand-by-Veranstaltung im Juli mangels Wind nicht stattfinden konnte, war ich sehr happy, als ich die Windvorhersage für die Finalwoche der deutschen Speedmeisterschaften auf Fehmarn sah. Gemeinsam mit meinem Kollegen Uwe Sülter machte ich mich supergespannt in Richtung Sonneninsel auf. Nach der Einschreibung, einem intensiven GPS-Technik-Einführungskurs und einer leckeren Portion Currywurst Pommes machten wir uns dann erst einmal wieder Richtung Heimat auf, da die Windvorhersage für die kommenden drei Tage nicht so gut aussah. Doch Dienstag war uns Petrus dann endlich gnädig. Mit 20 bis 30 Knoten wehte der Wind aus östlichen Richtungen über den circa 550 Meter langen Kurs. Meine Segelwahl fiel auf 8.0 und 7.0 Quadratmeter, da der Wind zum Nachmittag hin noch etwas zunehmen sollte. Doch meine ersten Fahrten waren dann sehr ernüchternd. Ich konnte keine zehn Meter fahren, ohne ein riesiges Büschel Seegras an der Finne zu haben. Uwe und Vorjahressieger Alexander traf es genauso hart, alle anderen Fahrer waren clevererweise mit Seegrasfinnen unterwegs. Und so spiegelte sich unsere Finnenwahl deutlich in den ersten beiden Wettfahrten wieder. Für mich gab es nur zwei dritte Plätze, Alexander landete sogar nur auf Rang vier und acht, während Uwe die meiste Zeit der eineinhalb Stunden langen Heats mit knallrotem Kopf schimpfend am Strand stand und dementsprechend leider auf eher hinteren Plätzen rangierte. Mit gutem Topspeed und Seegrasfinne bewaffnet konnten sich Naumännchen mit zwei ersten Plätzen und Uwe Sören Schmidt mit

„ZUM GLÜCK WAR DAS WASSER NUN NICHT MEHR GANZ SO STARK VON SEEGRAS VERSEUCHT UND DIE DICKEN TEPPICHE,

zwei zweiten Plätzen die führenden Positionen sichern. Bei den Damen kristallisierte sich schnell ein Zweikampf zwischen der Deutschen Meisterin Birgit Höfer und Steffi Wahl heraus.

DIE TAGS ZUVOR NOCH AUF DEM WASSER

Am nächsten Morgen nahm der Wind dann noch weiter zu. Insgesamt

SCHWAMMEN, WAREN VERSCHWUNDEN.”

konnten so drei Eliminations mit je eineinhalb Stunden ausgefahren werden. Zum Glück war das Wasser nun nicht mehr ganz so stark von Seegras verseucht und die dicken Teppiche, die tags zuvor noch auf dem Wasser schwammen, waren verschwunden. Im Wasser selbst trieben zwar noch einige Fäden, jedoch hatte man nun mit einer Seegrasfinne nicht mehr so einen deutlichen Vorteil. Top vorbereitet und motiviert bis in die Haarspitzen konnte ich alle drei Wettfahrten mit guten Zeiten für mich entscheiden. Uwe, nun ebenfalls mit einer Seegrasfinne bewaffnet, war jetzt auch wieder glücklich und konnte einen Topspeed von rund 63 km/h erreichen. Ich hatte mich vor allem auf das Match mit Alexander gefreut, doch er konnte an diesem Tag leider aus beruflichen Gründen nicht. Sein Verlag geht vor. So war einer meiner größten Konkurrenten nicht mehr dabei, was ich sehr schade fand. Michael Naumann und Uwe Sören Schmidt kämpften in den drei Runden um die Plätze zwei und drei. Steffi Wahl konnte sich mit einem hervorragenden Speed bei den Frauen durchsetzen. Der Donnerstag war der letzte Tag mit einer guten Windvorhersage. Der Lauf startete etwas verspätet um 10:30 Uhr bei 13 bis 18 Knoten, kaum Chop und recht böigem Wind. Dieser ließ während des Rennens sogar noch stark nach. Doch es gibt in diesem Fall eine Regel, die besagt, dass wenn ein Fahrer fünf Mal 25 Knoten Geschwindigkeit während eines Laufes schafft, dieser Run in die Wertung eingeht.

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Und so war mein Name auch beim sechsten Lauf ganz oben auf der Liste. Zweiter und Dritter wurden erneut Michael Naumann und Uwe Sören Schmidt. Der Tag wurde mit einer vom Windsurfing Journal gesponserten Grillfeier für alle Teilnehmer in geselliger Runde bei ausgelassener Stimmung abgeschlossen. Das letzte Highlight der diesjährigen Speed-DM war dann mangels Wind die zwanzigjährige Jubiläumsparty des VDS, dem Verein Deutscher Speedwindsurfer, bei der meiner Leber noch einmal kräftig eingeheizt wurde. Damit stand das Endresultat fest. In der Damenwertung konnte sich Steffi Wahl vor Birgit Höfer und Anja Kruse durchsetzen. Nach sechs anstrengenden Wettfahrten darf ich mich nun für ein Jahr lang Deutscher Meister im Speedwindsurfen nennen! Und ich kann Alexanders positiven Bericht vom Vorjahr nur unterschreiben: Es war eine coole Veranstaltung mit richtig netten Leuten und ich hatte sehr viel Spaß! Auch meinem Kollegen Uwe, der letztendlich in die Top 25 gefahren ist, hat es sehr gut gefallen und wir sind im nächsten Jahr unter Garantie wieder am Start!“ Abschließend danken wir im Namen des Veranstalters allen Sponsoren, die die diesjährige Speedwindsurf-DM unterstützt haben: Nordswell Surfwear, Design Lessacher, CampInn Fehmarn, Ka.Sail und uns selbst! Besonders erfreulich war die zahlreiche Teilnahme von Gastfahrern bei den Herren. Fürs nächste Jahr wünschen wir uns dann auch noch im Jugend- und Damenbereich etwas mehr Zulauf. Die Speedwindsurf-Tourplanungen 2011 sind bereits im vollen Gange. Den Auftakt macht im Frühjahr 2011 ein Wochenevent in Gruissan/ Südfrankreich. Geplant ist darüber hinaus ein drei bis vier Tage langer Event in Holland, ein Stand-by-Event am Steinhuder Meer und natürlich die Abschlussveranstaltung im September in Orth, Fehmarn. Vielleicht sehen wir uns ja 2011 auf einem der Events! Sponsoren, die Interesse haben, bei der Tour 2011 mitzuwirken, können sich direkt beim VDS unter vds@speedsurfen.de melden!

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event

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Gunnar Asmussen war der einzige Deutsche, der in der Weltspitze mithalten konnte, und landete auf einem guten 17. Platz. Ohne seine Fehlstartkrankheit wäre eine Top-10-Platzierung drin gewesen. Hier ist er im Zweikampf mit Ex-Weltmeister Kevin Pritchard.

INSIDE COLGATE WORLD CUP SYLT 2010

TEXT ALEXANDER LEHMANN

24. SEPTEMBER - 03. OKTOBER 2010

© FOTO HOCH ZWEI

ALLE JAHRE WIEDER TREFFEN SICH DIE BESTEN WINDSURFER DER WELT ZU IHREM SAISONHÖHEPUNKT BEIM COLGATE WORLD CUP AUF SYLT. DAS WINDSURFING JOURNAL WAR ALS ORGANISATOR DER BOXENGASSE NATÜRLICH WIEDER MITTEN IM GESCHEHEN DABEI. EIN INSIDERBERICHT ÜBER DEN COLGATE WORLD CUP SYLT. VIEL SPASS …

Das Gelände vom Colgate Windsurf World Cup: Links oberhalb ist die Windsurfing Journal Boxengasse mit den Zelten der Partner Severne, Starboard, Patrik, Fanatic und North Sails. Zu Füßen der Boxengasse das Fahrerlager. Auf der Südpromenade sorgen Gosch, Jever und weitere Aussteller für das leibliche Wohl. Außerdem findet man dort auch die Stände der anderen Eventpartner wie die von Colgate, Panasonic, Möbel Kraft, etc.

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© FOTO PWA JOHN CARTER

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© FOTO PWA JOHN CARTER

event

O

stwindlage – so ziemlich die schlechteste Windalternative wurde zum diesjährigen World Cup wahr. Doch immerhin war keine Flaute, sondern an über 50 Prozent der Veranstaltungstage

Druck und obendrein auch noch recht annehmbares Wetter, vom Sonntag und Montag mal abgesehen. Heiter bis wolkig war es die meiste Zeit am Himmel und die Beschreibung passte auch ganz gut zur Stimmung mancher Fahrer. Dazu später mehr. Nachdem am ersten Veranstaltungstag Druckwellen und nur leichte Winde für sensationelle Wellenreit- und SUP-Bedingungen sorgten, zeigte insbesondere Altmeister Robby Naish, warum er als Universal-Ausnahmewassersportler gilt. Ich habe persönlich noch keinen SUPler auf diesem Planeten gesehen, der so hart und sensationell Wellen rippt. Mal ganz abgesehen davon, dass wohl auch die Sylter Wellen bislang noch kein SUP auf so geschmeidige Art und Weise kennengelernt haben

Steven van Broeckhoven sprang die höchsten und sensationellsten Konos des Events.

dürften. Auch Robbys junger Protegé Kai Lenny zeigte dem begeisterten Publikum, warum er gerade der Führende der SUP World Tour ist.

Robby Naish ist auf dem SUP-Board genauso sensationell unterwegs wie auf dem Windsurfboard.

Am Sonntag gab es von den beiden einen Nachschlag. Der Wind wehte immer noch schrägablandig aus Nordost und die Wellen liefen weiterhin sauberer an den Brandenburger Strand. Allein diese Action zu sehen, war eine Anreise am Wochenende wert. Doch auch die Windsurffans kamen am Sonntagnachmittag noch auf ihre Kosten. Der Headjudge der PWA setzte die Disziplin Freestyle an, über diese Entscheidung wunderte nicht nur ich mich. Denn durch die Windrichtung waren die Bedingungen dicht unter Land mehr als grenzwertig. Sie „böig“ zu nennen, wäre eine Untertreibung. Und so sahen die Freestyleheats eher nach Stehsegeln mit gelegentlichem Gleiten aus und die ersten Zuschauer feixten:

© FOTO PWA JOHN CARTER

„Gewinnt derjenige, der es schaffst am häufigsten im Gleiten zu sein?“

ALLEIN DIESE ACTION ZU SEHEN, WAR EINE ANREISE AM WOCHENENDE WERT.

Die bessere Alternative wäre meiner Meinung nach die Disziplin Slalom gewesen. Nicht, weil ich dann selbst endlich mal aufs Wasser gekommen wäre, sondern weil man den Kurs deutlich weiter draußen liegend bei

Gollito zeigte auch in den Supersessions zu Tag und zu Nacht, dass er der beste Freestyler der Welt ist.

einigermaßen konstanten Winden hätte abfahren können. Das hätte nicht nur für die Zuschauer spektakulärer ausgesehen, sondern auch am Strand für mehr Action gesorgt, da so viel mehr Fahrer auf einmal in Bewegung gewesen wären, um ihr Material einzustellen, umzuriggen oder was auch immer. Zugegegen: Beim Slalom ging es nicht mehr um die Weltmeisterkrone. Antoine Albeau war schon vor dem Event uneinholbar auf Platz eins und stand als neuer und alter Weltmeister fest. Doch auch beim Freestyle war Gollito Estredo der Weltmeistertitel nicht mehr zu nehmen … Im Fahrerlager munkelte man dann, dass einige Slalomfahrer gar nicht so traurig über die Entscheidung waren, erst einmal Freestyle anzusetzen. Einige fanden es zu kalt, andere mochten die Bedingungen nicht allzu

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© FOTO HOCH ZWEI

sehr. Eine etwas merkwürdige Einstellung, aber sei es drum. Die Freestyler waren jedenfalls nicht zu beneiden. Die Heatlänge wurde von acht über zehn auf zwölf Minuten angehoben, damit sich die Fahrer überhaupt mal für fünf oder sechs Moves ins Gleiten pumpen


event

event

konnten. Die Leistung der Aktiven in allen Ehren, doch das, was man

wettkampftauglich. Doch mit einer Heatlänge von zwölf Minuten und

auf dem Wasser geboten bekam, war mit Sicherheit das Langweiligste,

sechs zu springenden Moves, von denen drei in die Wertung eingehen

was ich jemals bei einem Windsurf World Cup Sylt zu sehen bekom-

sollten, waren die Bedingungen für alle gleich bescheiden. Und so wie

men habe. Umso höher sind der Willen und die Technik der Fahrer zu

bei jeder Veranstaltung wurde das Jammern der Fahrer lauter, je weiter

bewerten, die dann auf dem Wasser bei sehr, sehr bescheidenen Bedin-

hinten sie in der Rangliste aufzufinden waren. Von den Top-Ridern der

gungen ihr Bestes gaben.

Tour hörte man jedenfalls kein Klagen, können sie doch überall und zu jederzeit ihre Tricks abfeuern und brauchen keine Laborbedingungen

Viele Fahrer schauten doch einigermaßen verdutzt aus der Wäsche, als

wie so manch andere. Aber deshalb stehen sie ja nun mal auch ganz

plötzlich zum ersten Heat Ricardo Campello auf dem Zettel stand! Auf

oben und andere eher nicht.

ein Comeback des dreifachen Freestyleweltmeisters braucht man nun aber nicht zu hoffen. Vielmehr aus einer Laune heraus und aufgrund der eher

Allen voran Gollito Estredo. Der junge Mann ist einfach unglaublich. Man

bescheidenen Aussichten für die Wavedisziplin schrieb sich Ricardo kurzer-

hat das Gefühl, er müsse nicht einmal im Gleiten sein, um trotzdem alle

hand für Freestyle ein. Und er zeigte einmal mehr, warum er als absolu-

Freestylemoves zu machen, die es so gibt. Und dann eben immer noch

tes Ausnahmetalent des Windsurfsports gilt. Nach Angaben seiner Freun-

höher und radikaler als alle anderen. Der Einzige, der ihm seinen Sieg

de hat er seit drei Jahren so

fast streitig gemacht hat,

gut wie keinen Freestyletrick

AUS EINER LAUNE HERAUS UND AUFGRUND DER EHER

war der Belgier Steven van

geübt. Auf dem Wasser sah

BESCHEIDENEN AUSSICHTEN FÜR DIE WAVEDISZIPLIN

Broeckhoven. Der Europa-

SCHRIEB SICH RICARDO KURZERHAND FÜR FREESTYLE EIN.

oder sogar zusammen mit

es dann so aus, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Er gewann spielerisch seinen

01 © FOTOS PWA JOHN CARTER

meister ist definitiv nach Gollito der absolute Hin-

ersten Heat gegen Eric Sanllehy – okay, Eric war erst gar nicht aufs Was-

gucker auf dem Wasser. Wie er es schafft, zwei Meter hohe Konos ohne

ser gegangen und Ricardo windsurfte allein für sich, doch hätte Eric wohl

Wind und Wellen zu springen, bleibt sein Geheimnis. Die beiden Cham-

der Performance auch nichts entgegenzusetzen gehabt und verzichtetet

pions trafen im Halbfinale aufeinander und nahmen auch hinsichtlich der

mit diesem Wissen womöglich bewusst auf einen direkten Vergleich.

gebotenen Show das Finale vorweg. Im zweiten Halbfinale setzte sich der Sylt-Sieger 2009, Taty Frans, gegen seinen Kollegen Kiri Thode recht deut-

03

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04 © FOTO BEATE UHSE

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Aus deutscher Sicht gab es am ersten Veranstaltungstag auch noch

lich durch. Apropos Kiri Thode: Dass er überhaupt bis ins Halbfinale hat

zwei erfreuliche Nachrichten: 1. Das Kieler Freestyletalent Max Droege

vorfahren können, verdankte er einem Einspruch gegen die Wertung des

setzte sich in seinem allerersten PWA-Freestyleheat deutlich gegen das

Vorlaufheats in der zweiten Runde. Da wurde ihm nämlich recht deutlich

Bonair-Kid Endro Finies durch und landete so in der Top 32 der bes-

von Ricardo Campello der Allerwerteste versohlt und er hätte eigentlich

ten Freestyler der Welt. 2. Ihm gleich zog Dominik Schonthal, der den

schon die Segel streichen müssen. Doch dann erkannte er am Strand,

Franzosen Maxime Gaubert nach Hause schickte und somit ebenfalls in

dass Ricardos Board gar kein Serienboard war, und legte gegen die Heat-

Runde zwei stand.

wertung Einspruch ein. Laut Regelwerk zu Recht, und so kam er eine

01 Nicolas Akgazciyan bei der Nachtsession.

Runde weiter. Ricardos Board war kein Serienboard, sondern ein zwei Nur einen Heat später kam es dann zu einer weiteren Überraschung. Der

Jahre alter, um ein Kilo schwererer Prototyp mit aktuellem Design. Es war

Journal Boxengasse sein gesamtes Boardprogramm 2011 und MB-Fins.

ehemalige Weltmeister in der Welle und im Freestyle, Kauli Seadi, war

das einzige, was er dabei hatte, wollte er doch eigentlich im Freestyle

auf einmal auch auf dem Wasser zu sehen. Er suchte aus ähnlichen Be-

gar nicht antreten. Das Board war also eher von Nachteil. Ricardo nahm

03 Porsche-Fan Robby Naish kam zum World Cup

weggründen wie Ricardo sein Glück im Freestyle, doch ihm sah man ein

diesen Vorfall jedoch erstaunlich gelassen. Vor dem Judge-Tower stehend

standesgemäß mit dem neuen Cayenne-Modell.

wenig an, dass er in den letzten Jahren den Fokus aufs Waveriding ge-

musste sich Kiri dann von ihm so einige Male „Looooooossseeeerr“ anhö-

04 Max Droege, Leon Jamaer und Peter Volwater

legt hat, und so endete sein „Debüt“ genauso schnell, wie es begonnen

ren. In meinen Augen zu Recht. Zumal im Fahrerlager in diesem Zusam-

machten auf dem Fahrerparkplatz eine bemerkenswerte Entdeckung. Einen deutschen Fahrer mit diesem Namen kannten wir noch gar nicht ...

hatte. Er schied gegen den 23-jährigen Nicola Spadea aus Italien aus.

menhang ein recht interessantes Gerücht kursierte. Angeblich hätte Kiri

02 Patrik Diethelm präsentierte in der Windsurfing

beim PWA-Stopp auf Lanzarote in diesem Jahr ebenfalls kein Serienboard Gun-Sails-Teamrider Nicholas Akgazciyan eröffnete mit seinem Heat ge-

benutzt und so müsste ihm nach Meinung mehrerer Fahrer eigentlich

gen Paul Zeper die zweite Runde des Events, 32 Fahrer kämpften nun

sein zweiter Platz bei diesem Stopp aberkannt werden. Aufgrund dieses

ums Weiterkommen. Nicholas legte in immer schlechter werdenden Be-

vermeidlichen Umstands waren dann mehrere Fahrer nicht mehr allzu gut

dingungen die Latte eine Stufe höher. Zeitgleich setzte sich der Franzose

auf Kiri zu sprechen und er galt fortan bei einigen als Nestbeschmutzer,

06 Björn Dunkerbeck beim Autogrammeschrei-

Thomas Traversa hauchdünn gegen den Kanadier Antxon Otaegui durch.

der sich nicht korrekt verhalten hatte.

ben am Severne-Stand in der Windsurfing Journal Boxengasse.

Nachdem dann im nächsten Heat nicht einmal mehr der 65-Kilo-Mann Kiri Thode ins Gleiten kam, hatte der Headjudge endlich ein Einsehen

Für die deutschen Freestyletalente gab es in der zweiten Runde kei-

07 Anthony Ruenes mit einem Aerial (ohne Wind!)

und schoss den Event ab.

nen Blumentopf zu gewinnen. Max hatte es mit Steven van Broeck-

05 Erstmals wurden alle Slalompiloten mit GPSSendern ausgestattet, sodass der Besucher vor Ort und auch live im Internet jedes Rennen mitverfolgen konnte.

bei der Nightsession.

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hoven zu tun, Dominik mit Gollito. Mehr muss man dazu nicht saDer dritte Eventtag begann so, wie der zweite endete. Böiger, schräg

gen. Der dritte Deutsche im Bunde, Denis Müller, konnte sich leider

ablandiger Wind, Slalom wäre die richtige Disziplin gewesen, Head-

nicht gegen den starken Russen Yegor Popretinskiy durchsetzen. Am

judge Duncan Coombs entschied sich erneut für Freestyle. Irgendwas ist

Ende gewann Gollito sein Finale gegen Taty und belegte noch ein

ja immer. Nicht jeder Trickser war mit dieser Entscheidung einverstan-

weiteres Mal eindrucksvoll, warum er nicht nur auf dem Papier als

den, waren doch schon die Bedingungen am Vortag alles andere als

bester Freestyler der Welt zählt. | WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

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event

Da guckt Bernd Flessner nicht schlecht, als sich Ludovic Jossin noch zwischen ihn und die Halsentonne quetscht. Seit es die „No-rules“-Regel im Slalom gibt, geht es gerade bei den Halsenmanövern teilweise radikal zur Sache.

aus. Deutschlands derzeit bester Slalompilot Gunnar Asmussen riskierte (einmal mehr) zu viel und legte in der Vorrunde einen Fehlstart hin. Am kommenden Tag dropte der Wind leider vollständig. Doch dank der Freestyler konnte den zahlreichen Zuschauern trotzdem eine sensationelle Show geboten werden. In einer Supersession ließen sich die Jungs von einem Jetski parallel zum Ufer auf Gleitgeschwindigkeit ziehen und zeigten dann auf spiegelglattem Wasser die gleichen Tricks wie im normalen Wettkampf, nur vollkommen ohne Wind. Diese absolut verrückte Supersession-Show gewann Steven van Broeckhoven vor Gollito und Taty Frans. Nach einem Tag ohne Action am Brandenburger Strand drehte der Wind am Freitag auf südöstliche Richtungen und bescherte den Slalompiloten zwei Eliminations. Beide wurden bei wirklich schwierigen Bedingungen von Björn Dunkerbeck dominiert. Die Wettkampfleitung hatte den Kurs weiter südlich und gut einen Kilometer auf die offene See hinaus gelegt. Harter, hoher und sehr kurzer Chop und stark wechselnde Winde machten es den Piloten nicht gerade leicht, umso höher ist die Leistung

© FOTO PWA JOHN CARTER

Am vierten Veranstaltungstag wurde dann endlich die erste SlalomElimination angeschossen. Typisch, schließlich war ich gerade heute nicht auf der Insel. Neben meinem Hobby „Chefredaktion Windsurfing

von Björn Dunkerbeck zu honorieren. Die deutschen Fahrer gewannen

Startszene eines Slalomheats. Nichts ist bei den Rennen so wichtig wie ein guter Start. Hier hat Gunnar Asmussen (G-88) sehr gutes Timing bewiesen und führt mit Cyril Moussilmani (F71) das Feld sogar vor Björn Dunkerbeck an (SUI-11).

Journal“ habe ich ja auch noch einen richtigen Beruf und so musste ich heute leider passen. Wie schon bei der Speed-DM kamen mir wichtige Termine dazwischen, sodass ich mich für Beruf und nicht fürs Hobby entscheiden musste. So viel zu dem Thema, ich hätte mein Hobby zum Beruf gemacht … Die erste Slalom-Elimination endete so, wie viele es erwartet haben. Björn Dunkerbeck konnte sie für sich entscheiden und machte damit deutlich, dass auf Sylt an ihm nur sehr schwer vorbeizukommen ist. Aus deutscher Sicht war die erste Elimination etwas ernüchternd. Bernd Flessner und Oliver-Tom Schliemann schafften es immerhin eine Runde weiter, schieden dann aber

© FOTO HOCH ZWEI

leider wieder nur die goldene Himbeere. Gunnar Asmussen konnte seiDie meisten Fahrer sahen Björn Dunkerbeck bei den sieben Slalom-Eliminations nur von hinten.

nen ersten Vorlauf zwar gewinnen, schied dann aber ebenso wie Bernd Flessner und meine Wenigkeit im Viertelfinale aus. Im dritten Lauf ein ähnliches Bild, nur dass Gunnar dieses Mal einen – du kannst es dir denken – Frühstart im Viertelfinale hinlegte … Leider war mein Wettkampf damit beendet. Als ich am Samstagmorgen aufwachte, war mein Unterschenkel auf doppelte Größe angeschwollen. Nach einer starken Prellung am Mittwoch in Kiel und einer offenen Wunde, die ich blöderweise selbst zu tapen versucht hatte, hatte sich in den vergangenen Tagen anscheinend irgend ein Erreger in meinem Bein breitgemacht und dafür gesorgt, dass ich nun gar nicht mehr auftreten konnte. Schon am Vortag hatte ich bei den Slalom-Eliminations kein gutes Gefühl. Doch trug ich deshalb extra einen Shorty und spürte so dank des kalten Nordseewassers keine Schmerzen. Anscheinend heilt Salzwasser aber dann doch nicht so gut und so fuhr ich auf direktem Weg ins Krankenhaus und kam da auch nicht mehr so schnell wieder raus. Als hätte meine Abwesenheit Gunnar dazu inspiriert, sich endlich mal richtig zu konzentrieren, zeigte er endlich, welch großes Potenzial in ihm

© FOTO PWA JOHN CARTER

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steckt. Er wurde in der vierten Slalomwettfahrt sensationell Dritter hinter


event

Finian Maynard und Antoine Albeau! Und auch seine Leistung im zwei-

Leider gingen die Waverider in diesem Jahr auf Sylt leer aus. Und

ten Rennen des Tages konnte sich sehen lassen. Im Losers-Finale fuhr er

so wird die Windsurfwelt umso gespannter auf den letzten Wave-

auf den zweiten Platz und landete so auf einem ebenfalls super guten

event des Jahres schauen. Vom 14. bis 23. November treffen sich die

zehnten Platz in der Wertung. Gewinnen konnte die fünfte Wettfahrt

Herren für ihren Saisonabschluss auf den Kapverdischen Inseln, um

Weltmeister Antoine Albeau vor Björn Dunkerbeck und Patrik Diethelm.

an einem der härtesten Spots der Welt die Wellen zu rippen. Der bislang Führende der Gesamtwertung, Victor Fernandez, dürfte mitt-

Am Abend wurde dann den Zuschauern ein weiteres Highlight geboten:

lerweile über die recht kurzfristige Ansetzung des Events mehr als un-

die Nightshow! Nachdem sie im vergangenen Jahr mangels Wind aus-

glücklich sein, wäre er doch sonst jetzt schon Weltmeister. Und Punta

fallen musste, wurde dieses Mal einfach wieder der Jetski zu Hilfe ge-

Preta liegt dem sympathischen Spanier nicht. Das ist nicht nur aus

nommen! Und so zeigten die besten Freestyler der Welt unter Flutlicht

seinen Platzierungen der vergangenen drei Jahre herauszulesen. Mit

mehr als 7.500 Begeisterten erneut eine Show vom Allerfeinsten und

Platz 17, elf und 13 schaffte Victor von 2009 bis 2007 nicht ein Mal

unter schwierigen Bedingungen. Nicht nur, dass die Fahrer im Grunde

eine Platzierung in den Top 10. Und so sind die Karten für den Titel

kaum was sehen konnten. Es rollte ein kleiner Swell in Richtung Ufer,

World Champion Wave wieder vollkommen neu gemischt. Erfahrungs-

den sie nun erst einmal von hinten überfahren mussten, um direkt vor

gemäß ist Kauli, der bisher auf Platz vier in der Gesamtwertung liegt,

den Augen des Publikums ihre spektakulären Sprünge zu zeigen. Mit

einer, der den Event gewinnen kann, und so würden Buchmacher ihn

dieser Nightshow, die nun windunabhängig präsentiert werden kann, ist

wohl auch beim Kampf um den Gesamtsieg 2010 wieder ganz vorn

der Colgate World Cup Sylt definitiv um eine Attraktion reicher.

sehen. Zumal der bisher overall zweitplatzierte Ricardo Campello sich mit den Plätzen 15, 25 und 25 in den vergangenen drei Jahren auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Philip Köster, momentan noch auf Platz drei, hat wohl ebenfalls nur Außenseiterchancen. Er ist sicherlich einer der talentiertesten Sprungakrobaten auf der Tour, nur

ALS HÄTTE MEINE ABWESENHEIT GUNNAR DAZU INSPIRIERT, SICH ENDLICH MAL RICHTIG ZU KONZENTRIEREN, ZEIGTE ER ENDLICH, WELCH GROSSES POTENZIAL IN IHM STECKT. das pure Waveriding, wie es auf den Kapverdischen Inseln gefordert ist, zählt noch nicht zu seinen Stärken. Bei seinem Heimatspot Pozo natürlich wenig verwunderlich. Doch vielleicht überrascht er uns ja auch alle wieder, schließlich ist er noch nie in Punta Preta an den Auch am letzten Veranstaltungstag konnten noch zwei Slalom-Elimina-

Start gegangen! Bei den Damen steht nach der Wave-Flaute auf Sylt

tions gefahren werden. Ich erhielt am Vormittag im Krankenhaus einen

die Weltmeisterin nun fest. Und jetzt atmet einmal tief durch für die

ganz witzigen Anruf: „Du bist eine Runde weiter!“ Nicht schlecht in

größte Überraschung in der Windsurfbranche! Es ist … Daida More-

der Horizontalen!!! In meinem Heat hatten drei Jungs einen Fehlstart

no! Hammer! Und auch Platz zwei ist eine echte Überraschung. Es

gemacht und so blieben nur noch vier Fahrer übrig, die ohne Wettfahrt

ist ihre Zwillingsschwester Iballa! Platz drei: die sympathische Schwei-

eine Runde weiter kamen, darunter auch ich! Gunnar Asmussen konn-

zerin und Slalom-Weltmeisterin Karin Jaggi.

te an die starken Vortagesleistungen anknüpfen. Er fuhr im vorletzten Durchgang des Events auf einen tollen sechsten Platz (es gewann Cy-

Zum Abschluss bleibt festzuhalten, dass Sylt als Austragungsort für ei-

ril Moussilmani vor Jimmy Diaz und Björn Dunkerbeck), ehe er in der

nen World Cup einen Facettenreichtum zu bieten hat, wie kein anderer

letzten Wettfahrt im Viertelfinale leider wieder einen Frühstart hinlegte

Spot auf der gesamten World Tour. Und das nicht nur auf dem Wasser,

… Dafür konnte aber endlich Bernd Flessner bis ins Winners-Finale vor-

sondern auch an Land. Die Windsurfing Journal Boxengasse lockte mit

fahren und schloss die Veranstaltung mit einem versöhnlichen sechsten

den Partnerbrands Fanatic, North Sails, Patrik, Severne und Starboard

Platz in der siebten Slalom-Elimination ab.

wieder viele Interessierte an. Sei es, um sich Autogramme ihrer Stars zu sichern oder um sich neues Material anzuschauen. Partytechnisch sind

Overall war Björn der Gesamtsieg aber schon lange nicht mehr zu nehmen,

wohl auch die Fahrer wieder voll auf ihre Kosten gekommen. Es dürf-

und so hatten nicht wenige Zuschauer das Gefühl, er fuhr eher auf Platz

ten nicht wenige gewesen sein, die sich am letzten Veranstaltungstag

denn auf Sieg. Zweiter wurde Antoine Albeau vor Cyril Moussilmani. Gun-

auf dem Slalomkurs das eine oder andere Mal gewünscht haben, dass

nar wurde als bester Deutscher Siebzehnter. Mit zwei Fehlstarts weniger

sie den Vorabend im Bett geblieben wären. Aber das gehört nun mal

wäre ein Top-10-Platz locker dringewesen. Bernd Flessner wurde Zweiund-

zum World Cup und zum Windsurfsport dazu! Und deshalb freuen wir

zwanzigster, die anderen deutschen Fahrer landeten ab Platz 40 abwärts.

uns umso mehr auf einen World Cup 2011 auf Sylt!

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event

event

stark

TEXT DIRK HERPEL © ALLE FOTOS PWA/JOHN CARTER

PWA WAVE WORLD CUP

KLITMØLLER 13. – 19. SEPTEMBER 2010 KLITMØLLER EMPFÄNGT DEN ERSTEN WOLD CUP VOR ORT AUSGESPROCHEN STÜRMISCH. SO KANN SICH DIE KOMPLETTE PWA-WAVE-GANG SECHS TAGE LANG VOLL AUSTOBEN. DAS ERGEBNIS IST NICHT WENIGER ALS EINER DER BESTE WAVE-EVENTS IN EUROPA IN DER GESCHICHTE DER PWA.

„ZEIG MAL, IST DAS KLITTI, IST DAS LIVE? ALDER! DA WÄRE ICH JETZT AUCH GERN AUF DEM WASSER!“ LIVE-COVERAGE VIA INTERNET, WAS IN DER WORLD TOUR DER WELLENREITER SCHON LANGE STANDARD IST, HAT NUN AUCH ENDLICH EINZUG IM WINDSURFEN GEHALTEN. VERWUNDERLICH, DASS EIN KLEINER EVENT MIT EHER BESCHEIDENEM

DAS HAT MIT DEM VERSCHLAFENEN

BUDGET DEN VORREITER SPIELEN MUSS. EINE KAMERA AM STRAND

FISCHERÖRTCHEN, DAS MAN KENNT,

UND NACH DEN HEATS SOFORT EINE CHATRUNDE MIT DEN BESTEN FAHRERN, SO MACHT EIN WORLD CUP AUCH VOR DEM BILDSCHIRM WEIT WEG VOM STRAND RICHTIG SPASS. WAS SO EINFACH KLINGT,

NICHT VIEL ZU TUN. EINMAL MEHR HAT KLITMØLLER AUFGRUND DES WINDSURFENS EIN NEUES, FRISCHES GESICHT BEKOMMEN.

HAT NATÜRLICH EINE LANGE VORGESCHICHTE.

S

chon bei den ersten Planungen des Events vor fünf Jahren ist klar, dass Klitti nicht mit Besucherandrang à la Sylt aufwarten könnte. Dank Internet arbeitet das Team um Orga-Chef Robert

Sand schon lange an dem Live-Konzept. Und das klappt ausgezeichnet. Schon zum Frühstück rauschen die Nordseewellen über meinen und viele andere Bildschirme rund um den Globus, energisch kommentiert von Roberto Hoffmann. Hut ab, Roberto, so viel quatschen ist auch eine Kunst! Trotz oder vielleicht auch gerade wegen der Tag für Tag beeindruckenden Bilder, die über die Bildschirme flimmern, ist es am zweiten Wochenende am Strand vor Orhage so voll wie noch nie. Das will man sich nicht entgehen lassen. Während auf dem Wasser Pushloops into Forward in schwindelerregenden Höhen gezeigt werden, schaue ich mich kurz um. Es ist brechend voll, Materialzelte, selbst die Fischer verkaufen Kuchen und Kaffee an die zahlreichen World-Cup-Touristen. Das hat mit dem verschlafenen Fischerörtchen, das man kennt, nicht viel zu tun. Einmal mehr hat Klitmøller aufgrund des Windsurfens ein neues, frisches Gesicht bekommen. Klasse, dass die Arbeit der Surfgemeinde hier vor Ort so belohnt wird. Darauf ein Bier heute Abend im Partyzelt am Strand. Und gleich noch mal selbst aufs Wasser. Aber vorher noch

Party on!

ein kleiner Rückblick auf eine stürmische Woche.

Victor Fernandez startet eine fulminante Aufholjagd, nachdem er im ersten Durchgang patzte.

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event

Klaas Voget und Victor Fernandez

SCHOCK FÜR VICTOR FERNANDEZ Orga-Chef Robert Sand scheint nicht nur technisch auf der Höhe zu sein, sondern auch einen direkten Draht zum Wettergott

zu haben.

Egal ob Windfinder oder Windguru, die Prognosen für die Contestwoche waren absolut traumhaft: Wind, Wind und noch mehr Wind zuerst aus Südwest und später dann aus Nordwest! Da der Event nur am Riff vor Klitti und nicht auch am West-, Nordwestspot Middels ausgetragen wurde, beeilte sich Headjudge Duncan Coombs die Meute aufs Wasser zu bekommen, um ihnen endlich mal wieder Sideshore-Wind und masthohe Wellen zum Fraß vorzuwerfen. Ausgehungert bedankten sich die Jungs mit radikaler Aktion vom Start weg. Größte Überraschung in der ersten Runde: Nach zwölf Minuten ging Victor Fernandez, der Führende in der Gesamtwertung, nach seinem ersten Heat geschlagen vom Wasser. Der Spanier hatte sichtlich Mühe, seinen Rhythmus gegen den jungen Franzosen Camile Juban zu finden. ExWorldchamp Kauli Seadi dagegen rockte von Anfang an. Der Brasilianer fand endlich seine Form wieder und carvte und slidete sich bis ins Finale der Single Elimination. Auf der anderen Seite der Startliste schaffte es Madman Ricardo Campello, sich mit durchgedrehter Luftakrobatik und soliden Wavemoves bis ins Finale zu punkten. Hier fehlten ihm aber die nötigen Rampen für seine perfekte Flugshow und so stand nach langer Zeit der dreimalige Weltmeister Kauli Seadie wieder ganz oben.

Auch vor Klitmöller springt keiner höher als Ricardo Campello.

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event

Sieger Kauli Seadi beim Tweaked-Pushloop vor seinem Teamkollegen Robby Swift.

event

DREIERPACK Klaas Voget, Dany Bruch und Youngster Philip Köster sind zurzeit die bes-

mer größer werdenden Wellen über dem Muschelriff. Am Ende musste er

ten deutschen Waver auf der Tour. Im ersten Durchgang kam es zum in-

nur noch diesen einen Heat gewinnen, um seinen zweiten World-Cup-Sieg

ternen Duell: Klaas zog gegen Philip den Kürzeren, Philip muss sich trotz

in dieser Saison zu schaffen. Toilettengänge wurden verschoben, Telefone

der besten Doppelloops im gesamten Feld gegen Dany geschlagen geben.

stummgeschaltet und der eine oder andere Rechner dezent in die Büro-

Nach der ersten Runde hieß es Dany auf Platz drei, Philip auf sieben und

ecke gerückt. Keiner wollte diesen Heat verpassen. Es wurde ein sehr, sehr

Klaas nur auf Rang 17. Gerade für den „Fast“-Local Klaas bis dato alles

enger. Der Wind war recht auflandig und wurde immer böiger. Victor

andere als ein Traumergebnis. Doch bei der Vorhersage ging es natürlich

zeigte auch hier „seinen“ Doppelloop, aber er landete leicht im Wasser-

in die Double Eliminiation. Und da wurden die Karten neu gemischt.

start. Seine Wellen waren okay, aber nicht so gut wie die Ritte von Kauli.

COMEBACK FÜR VICTOR Die ersten beiden Heats der Double

NACH ZWÖLF MINUTEN GING VICTOR

Doch der Brasilianer hatte bis kurz vor dem Ende noch keinen Sprung

gewann Victor schon am nächsten

FERNANDEZ, DER FÜHRENDE IN DER

Tag. Den Rest des Feldes, inklusive

GESAMTWERTUNG, NACH SEINEM ERSTEN

ritte gehen aber in die Wertung ein.

des bis dato Führenden Kauli Seadi,

HEAT GESCHLAGEN VOM WASSER.

Kauli wechselte seinen Stuff, nahm ein

gezeigt. Ein Sprung und zwei Wellen-

holte er sich dann am dritten Tag

größeres Board und Segel und schaff-

des Events. Victor: „Ich war am An-

te es so kurz vor Schluss dann doch

fang einfach zu verbissen. Nach meiner Niederlage bin ich rausgegangen

noch, einen eher mäßigen Pushloop hinzulegen. Reichte das? Ja, knapp,

und hab mir gesagt, hab einfach Spaß auf dem Wasser!“ Tja und mit

Sieg für Kauli. Victor ist trotzdem zufrieden. Er bleibt overall in der Ge-

diesem Rezept holte er sich einen Heat nach dem anderen in den im-

samtrangliste mit ganz oben, vor Ricardo Campello und Philip Köster.

Dany Bruch

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Ricardo Campello

Kauli Seadi

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event

Kevin Pritchard landete auf dem undankbaren vierten Platz.

LET`S PUSH IT!

ERGEBNIS

Damit war die offizielle Wertung am Ende, der Wind im hohen Nor-

1. Kauli Seadi (JP, Neil Pryde)

den allerdings noch lange nicht. Eine Supersession jagte die andere und bei guten acht Windstärken kurbelten die Jungs sich in perfekte Doppelloops, ultrahohe Backloops und als Krönung saubere Pushloops into Forward. Tja, damit hat der Event den Level nicht nur bezüglich der Live-Technik, sondern auch bezüglich der Performance auf und über

2. Victor Fernandez (Fanatic, North Sails) 3. Ricardo Campello (JP, Neil Pryde) 4. Dany Bruch (Patrik, Severne)

dem Wasser nach vorn gebracht. Wer jetzt ganz vorn dabei sein will,

5. Kevin Pritchard (Starboard, Gaastra, Dakine)

muss trockene Doppelloops oder funktionierende Pushloops into For-

6. Philip Köster (Starboard, Neil Pryde, Dakine)

ward beherrschen. Kauli Seadi: „Dieser Event hat gezeigt, wie viel neue Energie in unserem Sport steckt!“ Wir wussten es ja eh schon lange. Der Trip in den Norden lohnt sich. Also, wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei. Entweder live vor Ort oder vor den Bildschirmen wie die rund 170.000 Zuschauer aus 99 Nationen in diesem Jahr.

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gabeltest

GABELSTAPLER

TECNO LIMITS CONTACT BOOM

Die Gabel ist in den ersten Minuten gewöhnungsbe-

auf dem Mast aus und geben so unmittelbar Befehle

An so ein Konzept wie das des Contact Boom kann man

dürftig. Sie federt so deutlich die rauen Schläge des

des vorderen Arms an das gesamte Rigg weiter.

mit zwei unterschiedlichen Grundeinstellungen herange-

Wassers ab und bewegt sich so spürbar, dass man

hen: 1. Braucht kein Mensch. 2. Das sieht doch nach ei-

doch sehr überrascht ist. Je länger man mit der Gabel

Wenn man einige Stunden mit dem Contact Boom auf

ner guten Idee aus! Zugegeben: Nach dem vielen kalten

auf dem Wasser ist, umso selbstverständlicher wird das

dem Wasser war und die Dämpfung der Holme bereits

Kaffee, der einem Windsurfredakteur im Laufe der Jahre

Gefühl, und schon nach einer halben Stunde nimmt

als normal verbucht hat, ist der Schritt zurück auf eine

TEN 24 MONATEN SO VIEL GETAN WIE BEI DEN WINDSURFGABELN.

als bahnbrechende Innovation verkauft wird, fällt es ei-

man den Effekt gar nicht mehr so wahr wie anfangs.

normale Gabel tatsächlich einer zurück. Der krasseste Ef-

UND DAS IST AUCH GUT SO. WIR HABEN DAS GEFÜHL, DASS DAS

nem nicht immer leicht, die zweite Variante zu wählen.

Man nimmt die Federung schnell als „normal“ an und

fekt, den ich spürte, war, dass ich nach gut zehn Minu-

In der Regel schaffen wir das aber ganz gut und so

wundert sich eher ab und zu über das sanfte Fahrge-

ten mit meiner ungedämpften alten Gabel Krämpfe in

sind wir auch dem Contact Boom mit einem freundli-

fühl über raue Pisten.

den Unterarmen bekam. Der Komfort durch geringere

TEXT ALEXANDER LEHMANN

IN KAUM EINER ANDEREN PRODUKTGRUPPE HAT SICH IN DEN LETZ-

THEMA BISHER MEHR ALS STIEFMÜTTERLICH BEHANDELT WURDE. WIR STELLEN DIR HIER DREI NEUE PRODUKTE ETWAS GENAUER VOR.

Beanspruchung der Muskeln lässt sich erst richtig fest-

chen „Hallöchen mein Herzblatt!“ entgegengetreten. Die nächste Überraschung erwartet einen, wenn man eine

stellen, wenn man wieder eine Gabel ohne Dämpfung

Tecno Limits ist im Accessoire-Bereich seit Jahren eine fes-

Halse mit Boom-to-Boom-Technik fährt. Da die Holme ja

fährt. Der Unterschied ist tatsächlich ungeahnt. Je rauer

te Größe und hat den Gabelmarkt bereits in der Vergan-

genau auf dem Mast und nicht vor dem Mast wie bei

die Bedingungen, umso krasser die Auswirkungen. Sport-

genheit mit Innovationen wie der Revolution Curve (neu-

normalen Kopfstücken zusammenlaufen, muss man weiter

mediziner können die geringere Beanspruchung, insbe-

deutsch: Newschool-Holm-Shape) oder der Konstruktion

nach hinten greifen, um den Seitenwechsel zu vollziehen.

sondere der Unterarme, bei Nutzung eines gedämpften Gabelbaums leicht erklären. Die

dünnerer Holme entscheidend mitgeprägt. Das Ergal-Aluminium gleichnamiger Gabel zählt zu dem steifsten und haltbarsten Material zu einem darüber hinaus angemessenen Preis.

MAN NIMMT DIE FEDERUNG SCHNELL ALS „NORMAL“

ter und gleichmäßiger ein und

DAS SANFTE FAHRGEFÜHL ÜBER RAUE PISTEN.

Ermüdungserscheinungen. Oder

Windsurfgabeln sind ein sehr entscheidendes Werkzeug zur spaßvollen

diese Marke mit guten Produkten zu attraktiven Preisen in nur wenigen

Ausübung unseres Sports. Schließlich haben wir das Teil fortlaufend in

Jahren einen nicht unerheblichen Marktanteil erobert. Naja, nicht ganz

der Hand und sind auf diese Weise entscheidend mit unserem Sport-

aus dem Nichts. In Wahrheit ist es einfach die Eigenmarke eines der

gerät verbunden. Umso erstaunlicher ist es eigentlich, dass sich in den

führenden Gabelhersteller der Welt mit Sitz in China. Eine weitere abso-

letzten Jahren nicht allzu viel in diesem Segment getan hat. Insbeson-

lut aufstrebende Marke ist AL360. Die Italiener bauen zwar wirklich gute

dere die großen Hersteller haben jahrelang die Hände in den Schoß

führen so zu deutlich geringeren anders: Man kann einfach länger

Boom einen weiteren Schritt gewagt, sich deutlich

Wenn man über Jahre die gleiche Gabel gefahren ist, ist

windsurfen, was mir nach der katastrophalen Saison mit

von den Mitbewerbern abzuheben. Die Gabel ver-

diese Umstellung im Grunde bedeutender als die Akzep-

wenigen Gleitwindtagen mehr als entgegenkommt.

eint gleich zwei Innovationen auf einmal. Zum einen

tanz der dämpfenden Wirkung der Holmaufhängung.

kommt der Contact Boom ohne Kopfstück aus. Die

© FOTO LARS WEHRMANN

abrupt und plötzlich, treten sanf-

AN UND WUNDERT SICH EHER AB UND ZU ÜBER

Und nun hat man mit dem Contact

Alexander demonstriert, wie ein Holm des Tecno Limits Contact Boom unter Belastung einfedert, während der andere Holm seine Ursprungsposition hält.

Muskelkontraktionen sind weniger

Kommen wir hinsichtlich der Positivliste abschließend

beiden Holme enden in einer Halbschale, sodass sie

Nach zwei Stunden intensiver Fahrt in anspruchsvollen

zur Haltbarkeit: Ich war mit der Gabel drei Mal je-

direkt am Mast anliegen. Die beiden Halbschalen wer-

Bedingungen fällt ein weiterer Vorteil der Gabel auf:

weils vier bis sechs Stunden in sehr unterschiedlichen

den mit einem Klapphebel und einem Tampen ganz

Nach Sprüngen federt der Contact Boom die Landung

Bedingungen auf dem Wasser. Sie hat gehalten. Einen

einfach

Schließmechanismus

superdeutlich ab. Gerade bei nicht ganz so perfekter

vergleichbaren Einsatz hat bislang nur meine Chinook-

ist also dem herkömmlicher Kopfstücke sehr ähnlich.

Technik ist doch so mancher Front- oder Backloop mit

Carbongabel heil überstanden.

Zwischen Holm und Halbschale befindet sich darüber

normalen Gabeln in den Armen spürbar. Nicht selten

hinaus eine Federung, die es den Holmen ermöglicht,

hat man dann das Gefühl, dass die Arme noch an der

Da wir nun noch weiter über den Contact Boom schrei-

nach oben und unten zu schwingen. So sollen schwe-

Gabel kleben, während der Köper schon im Wasser

ben, kann das nur bedeuten, dass wir auch leichte Kritik

re Schläge von unruhigem Wasser und unsanften

schwimmt. Und so greift der Contact Boom hier dem

zu äußern haben. Der etwas fummelige Kopfstückmecha-

Landungen abgemildert werden und den Fahrkomfort

Windsurfer sensationell unter beziehungsweise in die

nismus sei nur am Rande erwähnt, ist doch die richtige

deutlich erhöhen.

Arme. Harten Landungen wird deutlich die Kraft ent-

Anwendung bereits nach dem ersten Mal Anlegen prob-

zogen und sie sind zweifelsohne materialschonender.

lemlos verinnerlicht. Schon eher nervt die mäßige Klem-

Die zweite Idee erinnerte uns natürlich sofort an das

Teamfahrer wie Leon Jamaer schwören, dass sie mit

me zur Einstellung der richtigen Tampenlänge am Kopf-

iFront von North Sails. Doch auf dem Wasser stellte

dem Contact Boom deutlich mehr Sprünge sauber lan-

stückhebel. Fährt man immer mit dem gleichen Mast, ist

sich schnell heraus, dass die beiden Systeme nicht di-

den und weniger reinfallen.

das natürlich kein Problem. Wechselt man häufiger von

zusammengeführt,

der

Produkte (wenn Björn Dunkerbeck damit mehr als 500 Meter unfallfrei

gelegt. North Sails hat mit der Entwicklung seines iFront-Kopfstücks ein

am Stück fahren kann, ohne dass er zusätzlich die Holme am Kopfstück

wenig die schlafenden Hunde geweckt. Das wurde allerdings auch gera-

mit Carbonlagen verstärken muss, ist das eigentlich Qualitätskontrolle ge-

de bei diesen Kollegen allerhöchste Zeit, begnügte man sich doch mehr

nug), doch diese sind nur schwer zu bekommen. Anscheinend sind sich

als ein halbes Jahrzehnt mit der Verwendung eines alten Arrows-Kopf-

die Kollegen nicht so ganz darüber im Klaren, mit wem sie nun eigent-

tact Boom sind einzeln gelagert und so federt immer

Das könnte man auch auf das merklich andere Hand-

stücks in Kombination mit einer 08-15-Biegekurve der Holme und stink-

lich hierzulande zusammenarbeiten wollen und mit wem nicht. Wenn sie

nur eine Seite der Gabel mit. Die Federung der iFront

ling des Riggs zurückführen. Dadurch, dass die Holme

langweiligen Design aus den Achtzigern. Es scheint so, als wäre North

denn mal arbeiten. Man munkelt, das Werk schließt im Sommer einfach

ist im Vergleich zum Contact Boom sogar eher hart.

direkt auf dem Mast enden, kommen Kommandos der

Entscheidend zu erwähnen ist beim Contact Boom, dass

Bei der Tecno-Limits-Gabel hat man das Gefühl, dass

Arme direkter am Rigg an und das Fahrgefühl ist spür-

man die Gabel IMMER mit einem Mastprotektor fahren

ein Powerjoint vorn am Holmende sitzen würde. In

bar verändert zu dem mit einer konventionellen Gabel.

sollte, da man sie fester anlegen muss als herkömmli-

Wahrheit ist es eine dicke Feder, die wirklich erstaun-

Wir hatten das Gefühl, dass sich das Rigg automatisch

che Gabeln. Der eigentliche Haken an der Contact-Ge-

lich funktioniert. Sie ist über eine große Mutter noch

etwas leichter anfühlt. Der Hersteller vergleicht die Ge-

schichte ist jedoch der Preis. Mit 749,- Euro für die hier

RDM auf SDM, ist die neue Einstellung etwas umständ-

rekt miteinander vergleichbar sind. Die Holme des Con-

lich herbeizuführen. Doch daran wird schon gearbeitet.

Sails dann, mit großem Marketingeinsatz zur Einführung, so etwas wie

mal für acht Wochen die Pforten und die Mitarbeiter gehen in die Ferien

der Stein des Anstoßes für Neil Pryde gewesen, auch endlich mal was

(um dir die Suche zu vereinfachen: Jan Falko Kiepe von sports4fun.eu

gegen seine Gabelprobleme zu unternehmen. Und so kam kürzlich ein

oder Frank Bauer von theyareback.de helfen dir bestimmt gern!). Weiter

komplettes Re-Design der Neil-Pryde-Gabellinie auf den Markt. Das lag

gibt es noch die Gabeln von Chinook, doch zu denen kann ich mich

hinsichtlich des Wirkungsgrads einstellbar. Ab Werk ist

samtsituation des Rigghandlings beim Contact Boom im

getestete Carbonversion ist man in einer preisregion, in

aber bestimmt nur zum Teil am ewigen Dauerrivalen um die Weltherr-

nicht unparteiisch äußern, fahre ich die Carbonversion doch selbst seit

sie so weich eingestellt, dass man das Gefühl hat, die

Gegensatz zu anderen Gabeln mit Manövern, wo man

der sich andere Leute ein Auto kaufen, das dann sogar

schaft: Womöglich hatte es der Fahrradexperte aus Asien selbst satt,

gut acht Jahren. Sie hat, wie die alte North-Sails-Gabel, den Charme ei-

Gabel würde nicht fest am Mast anliegen. Es emp-

eine Hand am Mast hat, um perfekte Kontrolle über

mit Glück noch zwei Jahre fährt … Ein Schnäppchen

ständig den großen Marktführerteppich über das Reklamationsproblem

nes Vorkriegsmodells, doch erfüllt sie eine für mich wesentliche Grund-

fiehlt sich, auch als 75-Kilo-Mann sofort die Mutter

das Rigg zu haben. Diese erhöhte Kontrolle soll man

ist die Gabel also mit Sicherheit nicht. Deshalb kommen

gebrochener Holme und Endstücke der alten X-Serien auszubreiten. Zu

voraussetzung einer guten Gabel: Sie hält! Und das seit Jahren! Für die

eine oder zwei Umdrehungen anzuziehen, schwerere

mit dem Contact Boom nun während des gesamten

auch im nächsten Frühjahr eine Ergal-Aluminium- (um

Fahrer ruhig noch mehr.

Fahrens haben, schließlich laufen die Holme ja direkt

die 369,- Euro) und eine Hybrid-Version (um die 519,-

lesen war darüber natürlich in keinem offiziellen Windsurfmedium der

Saison 2011 sollen die leicht entwicklungsunfreudigen Amis nun auch

Welt. Marktführer(anzeigenbudget)schaft sei Dank. Aber auch die an-

tatsächlich ein Re-Design samt neuer Biegekurve am Start haben.

Euro) des Contact Boom auf den Markt. Folgende Größen gibt es vom Contact Boom: CONTACT

deren Global Player haben sich in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Und so ist es nur konsequent, dass Gaastra, Severne

Kommen wir nun aber zu den Neuigkeiten auf den Gabelmarkt: Drei

und andere mittlerweile auf das Know-how von Aeron zurückgreifen. Es

unterschiedliche Produkte haben wir für dich unter die Lupe genom-

ist also kein Zufall, wenn sich heute die Gabeln vieler Hersteller sehr

men. Auf dem Wasser und an Land. Vielleicht ist ja die richtige Gabel

ähneln. Aeron ist ohnehin ein Phänomen. Scheinbar aus dem Nichts hat

für dich dabei!

Wave (140-195 Zentimeter (Carbon: 749 ,- Euro, Hybrid: 509,- Euro, Ergal-Alu: 339,- Euro)), CONTACT Freestyle (160-215 Zentimeter (Carbon: 799 ,- Euro, Hybrid: 519,Euro, Ergal-Alu: 369,- Euro)), CONTACT Slalom (180-235 Zentimeter (Carbon: 899 ,- Euro, Hybrid: 529,- Euro, ErgalAlu: 389,- Euro)). Noch mehr Infos zur neuen Gabel bekommst du beim deutschen Importeur: surfdistribution.de, 0431 155001, info@surfdistribution.de

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gabeltest

gabeltest

AERON V-GRIP

fung des gesamten Torsos. Tatsächlich haben wir noch

trollieren, weil es nicht zu dem Effekt kommt, dass

NORTH SAILS GOLD

Die Shops, die die Läden Mitte 2009 voll mit Hybridgabeln

kollegen und ich deutschlandweit alle Messen abklap-

Wie beim Tecno Limits Contact Boom geht es auch

keine Alugabel in der Hand gehabt, die so bombensteif

eine bauchiger werdende Gabel sich verkürzt und das

Es ist über ein Jahr her (Ausgabe 02-2009), dass wir dir

hatten, waren von dem Artikel im Windsurfing Journal

perten, um Restbestände dieser Gabel einzukaufen, als

der Aeron V-Grip in erster Linie um die Reduzierung

ist. Das hat den Vorteil, dass sich nun die Gabel kaum

Segel dann ausgerechnet im ungünstigsten Moment

das neue iFront-System von North Sails vorgestellt ha-

03-2009 natürlich ebenso wenig begeistert wie die Her-

bekannt wurde, dass sie nicht weiter produziert werden

der Ermüdungserscheinungen in den Armen. Aeron

verkürzt, wenn sie sich im Einsatz bei starken Böen

noch mehr Profil bekommt.

ben. Wer möchte, kann sich diesen Artikel noch einmal

steller. Für Erstere tut uns das ja auch leid, die Hersteller

würde. Bis heute bin ich stolzer Besitzer dieser Gabel,

versucht dieses Problem jedoch nicht mit einer Dämp-

auseinanderzieht. Selbst den Vergleich mit Carbonga-

online auf www.terraoceanisverlag.de durchlesen. Dort

wollten wir mit diesem Artikel zum Umdenken anregen.

mit der ich mindestens 20 Masten in einen Zwei-, spä-

fung, sondern mit einer besonderen Holmenform in

beln braucht die V-Grip nicht scheuen, lässt sie doch

Die V-Grip ist unserer Meinung nach eine wirklich

findest du alle Windsurfing Journal Ausgaben als Down-

den Griff zu bekommen. Wenn man die V-Grip-Gabel

auch die meisten High-End-Vertreter beim Steifigkeitstest

sensationelle Alu-Gabel. Mir persönlich hat gerade der

load-PDF. Wir möchten bei der Vorstellung der neuen

In der Regel dauern solche Umdenkprozesse, gerade in

von Aeron das erste Mal in die Hand nimmt, fällt

hinter sich. Dazu trägt auch das Aeron eigene „forget

Holmshape sehr gut gefallen. Er liegt wirklich gut in

GOLD weniger auf das wirklich gute und mittlerwei-

der geliebten und von Monster-Experten durchsetzten

Die GOLD will nun nahtlos an die Erfolgsgeschichte

einem sofort die ungewöhnliche Holmenform auf.

tail“ bei. Das Endstück der Gabel beinhaltet ebenfalls

der Hand und ich hatte auch das Gefühl, dass dies

le bewährte Kopfstück eingehen. Vielmehr geht es uns

Funsportbranche, Jahrzehnte. Es lassen sich gerade in

dieser einmaligen Gabel anknüpfen. Zukünftig wird sie

Diese sind nicht mehr rund, sondern überspitzt aus-

eine besondere Konstruktion. In das eigentliche Rohr

dazu führt, dass man kräfteschonender unterwegs ist.

um die verwendeten Materialien bei diesem Gabeltyp.

diesem Fall mit Hybridgabeln aber auch zu einfach sehr

nicht mehr als Hybridgabel mit Aluholmen und Carbon-

gedrückt dreieckig, wobei die Ecken abgerundet sind.

wird ein zusätzliches in U-Form geschoben, um die

Die Unterarme werden nicht so stark beansprucht, da

Das North-Sails-Sortiment war seit fast einem Jahrzehnt

schöne Margen durch deutlich teurere Verkaufspreise

Endstück produziert, sondern als reine Alugabel, aller-

Durch diese Form sollen sich die Holme optimal in die

Verwindungen des Materials zu verhindern. Dies soll

man die Gabel bei Manövern viel besser greifen kann.

klassisch aufgebaut. Es gab eine günstige Einsteigergabel

bei nur geringem Mehraufwand in der Produktion er-

dings aus zwei unterschiedlichen Sorten.

Hände legen und ermöglichen, dass man vollkommen

dazu führen, dass das Endstück um 30 Prozent steifer

mit abgespeckten Features (RED), eine hochwertige Alu-

wirtschaften. North Sails hat nun als erste Marke sei-

harmonisch eine geschlossene Faust bilden kann. Die

gegenüber herkömmlichen Varianten ist.

Wir wollen nicht verschweigen, dass die Gabel kon-

gabel mit moderner Biegeform (SILVER), eine Hybridgabel

ne Hybridgabel in klassischer Bauweise über Bord ge-

North Sails nennt das neue Herstellungsverfahren „BON-

struktionsbedingt etwas schwerer ist als gleichlange

(Aluminiumrohre mit Carbonendstück – GOLD) und eine

worfen. Dazu North Sails Product Manager Raoul Joa:

DED.TECHNOLOGY“. Das muss man sich so vorstellen:

Soweit die Theorie. In der Praxis stellte sich heraus,

Mitbewerber. Die kleinste Größe (140-190 Zentime-

teure Full-Carbonversion (PLATINUM). Doch nun hat sich

„Es stimmt, wir haben, wie alle anderen Marken auch,

Unterschiedliche Materialien werden für die entsprechen-

dass der Holm tatsächlich besser in der Hand liegt

ter) bringt inklusive RDM-Adapter (80 Gramm) 2.985

für die Saison 2011 eine Veränderung ergeben. In der

jahrelang unseren Kunden vorgetäuscht, mit einer Hy-

den Gabelbereiche optimal hergestellt. Da wo die Holme

und so der Grip am Holm optimaler ist. Man hat das

Gramm auf die Waage. Zum Vergleich: Die North Sails

Ausgabe 03-2009 haben wir bereits deutlich geschrie-

bridgabel ein hochwertigeres Produkt im Vergleich zu

eine starke Rundung aufweisen, wird elastisches T8-Alu

Schon vor zwei Jahren haben die ersten

Silver HD wiegt 2.646 Gramm, die GOLD-

ben, was wir von den Hybridversionen halten: Es ist in

einer Alugabel zu bekommen. Das stimmt jedoch nicht.

verarbeitet. In den geraden Segmenten kommt ein „ALU.

Hersteller damit herumexperimentiert, ei-

Version 2.696 Gramm (ebenfalls beide in-

unseren Augen reine Kundenverarschung. Die wichtigs-

Hybridgabeln schauen optisch durch das Carbonend-

TITAN Rohr“ zum Einsatz, das sich im Vergleich zum her-

klusive RDM-Adapter). Wir reden hier also

ten Argumente von damals noch einmal kurz zusam-

stück zwar wie eine Vollcarbongabel aus. Seitens der

kömmlichen Aluminium um 30 Prozent weniger verwindet

über rund 300 Gramm Gewichtsunterschied

mengefasst (lies den kompletten Artikel einfach bei den

Funktion bieten sie im Vergleich zur günstigeren Alu-

und schon bei der legendären HARDCORE zum Einsatz

zu anderen hochwertigen Alugabeln. Auf

Magazin-Downloads nach!): Mit Hybrid-Booms bekommt

version aber eigentlich nur Nachteile.“

kam. Die einzelnen Segmente werden dann mittels Spezi-

dem Wasser selbst ist keinem unserer Tester

man im Vergleich zur reinen Alu-Variante für das dop-

dieses zusätzliche Gewicht von 300 Gramm

pelte Geld eine Gabel mit einem 100 bis

negativ aufgefallen.

200 Gramm schwereren, „wackligen” End-

Unterarme sollen weniger schnell ermüden und so soll die Gabel einen längeren Surfspaß ermöglichen. Diese Holmenform ist zugegebenermaßen nicht neu.

nige wie z.B. AL360 oder Amex sogar in Serie auf den Markt gebracht. Doch es

DIE V-GRIP IST UNSERER MEINUNG NACH EINE WIRKLICH SENSATIONELLE ALU-GABEL.

gibt einen wesentlichen Unterschied von diesen Gabeln zur V-Grip: Bislang waren

MIR PERSÖNLICH HAT GERADE DER

alle Gabeln mit „dreieckigen“ Holmen aus

HOLMSHAPE SEHR GUT GEFALLEN.

Carbon und damit recht teuer. Aeron ist

stück (da Fertigungstoleranzen die genaue

der erste Hersteller, der es geschafft hat,

ter in einen Dreiteiler verwandelt habe.

altechnologie aus der Raumfahrt unwiderruflich miteinander verschweißt. Und so nennt North Sails das

UNTERSCHIEDLICHE MATERIALIEN WERDEN

Ergebnis: „ALU.TITAN.HYBRID.CONSTRUCTION“. Durch diese Konstruktion soll die Alugabel fast

eine Gabel aus Aluminium mit diesem besonderen

Gefühl, dass die Verbindung zum Rigg direkter ist und

Mit den billigsten Alu-Modellen sollte man die V-Grip

Passform Holm in Holm niemals zulassen)

Profil zu entwickeln, und das zu einem sensationellen

man leichter Veränderungen an der Position von ihm

nicht vergleichen. Hinsichtlich der Haltbarkeit dürfte

in Carbon-Optik (nicht selten bestehen die

Preis (siehe unten).

durchführen kann. Ist man jahrelang normale, runde

die V-Grip im Aluminiumsegment neue Maßstäbe set-

Endstücke aus reinem Glasgewebe), die

Holme gefahren, muss sich nun erst einmal Hornhaut

zen. Die Gabel ist ja nun auch schon fast vier Monate

dann sogar noch weicher ist (wegen ei-

Wenn man sich den Querschnitt der Holme der V-Grip

an Stellen bilden, die vorher noch gar nicht so stark

auf dem Markt, wir und auch der Hersteller haben

nes gewissen Spielraums des Endstückes in den Holmen)

Die neue GOLD-Gabel von North Sails geht nun, um

anschaut, erkennt man, dass er im Grunde zweiwan-

beansprucht wurden (rund um die zweiten Fingerglie-

noch von keiner zerstörten V-Grip-Gabel etwas gehört.

und häufiger bricht (scharfe Alukante trifft auf „Carbon“

es mit den Worten von Take That zu sagen, „back for

dig ist. Sehr einfach ausgedrückt ist es so, dass der

der). Und womöglich ist der Holmshape auch ein we-

Peter Garzke ist beispielsweise komplett auf die V-Grip

= Sollbruchstelle; Alu verbiegt nur).

good“. Wer kann sich nicht an die legendäre Mast-

Folgende Größen gibt es vom neuen GOLD Boom:

runde Holm nach wie vor vorhanden ist, nur wurde

nig Geschmacksache. Fünf unterschiedliche Teamfahrer

umgestiegen und fährt keine Carbongabeln mehr.

killergabel „HARDCORE“ von North Sails erinnern?

GOLD Wave/Freestyle (140-190 Zentimeter (370,- Euro)

an diesen nun noch ein V-förmiges Stück herange-

von uns hatten die Gabel in der Hand. Das Verhältnis

Das hört sich hart an und die Hersteller mögen schon

Schwarzer Grip mit weißer Aufschrift und rot gefärb-

und 150-200 Zentimeter (380,- Euro) mit New-School-

klebt. Aeron nennt dieses Aluminiumprofil „double

von Mögen zu Nicht-Mögen lag bei vier zu eins.

Folgende Größen gibt es von der neuen V-Grip: Wave/

gar nicht, wenn man das offen kommuniziert. Halb-

ten Endstückrohren! Ein Quickrelease, was nach drei

Biegekurve), GOLD Freeride (170-220 Zentimeter (390,-

Freestyle (140-190 Zentimeter (219,- Euro) und 160-

wahrheiten sollen aber mal lieber andere publizieren,

Mal auf dem Wasser so korrodierte, dass man einen

Euro)), GOLD Slalom (190-250 Zentimeter (460,- Euro))

void“ – doppelte Luftkammer. In Wahrheit ist die äu-

FÜR DIE ENTSPRECHENDEN GABELBEREICHE OPTIMAL HERGESTELLT.

an die Steifigkeitswerte von Carbongabeln herankommen. Und um auf Nummer sicher zu gehen, kommen alle Rohstoffe der Gabel aus Europa, die Gabel selbst ist zu 100 Prozent

„Made in Germany“ – auch das ist mittlerweile einzigartig.

ßere Wandstärke gut doppelt so dick wie die des in-

Zweifelsohne ist die Gabel auf dem Wasser so steif

210 Zentimeter (229,- Euro)), Freeride (180-230 Zen-

wir lassen uns keine Inhalte diktieren und so schreiben

Hammer brauchte, um die Gabel wieder zu verstellen.

und GOLD Race (220-280 Zentimeter (480,- Euro)).

neren, halbrunden Zusatzrohrs.

wie keine andere Alugabel, die wir jemals zuvor ge-

timeter (239,- Euro)), Slalom (200-250 Zentimeter

wir einfach weiter munter drauf los. Es gibt also nur

ABER: Diese Gabel war unzerstörbar. Sie bestand aus

Noch mehr Infos zur neuen Gabel bekommst du

fahren sind. Sie gibt so unmittelbar und direkt jedes

(249,- Euro)). Noch mehr Infos zur neuen V-Grip-Ga-

zwei Gabeltypen, die unserer Meinung nach Sinn ma-

scheinbar unkaputtbarem Titan-Aluminum. Ich kann

beim deutschen Importeur: Boards and more GmbH,

Dieses Profil verbessert nicht nur den Grip, sondern

Feedback des Riggs an den Piloten weiter. Auch in

bel bekommst du hier: Fox Sports, +31 50 3110845,

chen: Alu und Vollcarbon.

mich noch gut daran erinnern, dass meine Windsurf-

089 66655222, andreas.ernst@north-sails.org

sorgt gleichzeitig auch noch für eine deutliche Verstei-

schweren Böen bleibt das Segel einfacher zu kon-

info@fox-sports.nl

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| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

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freestyletest

freestyletest

FREESTYLE TEST 2011

Fanatic Skate TE 100

JP-Australia Freestyle 98 PRO

TEXT MANUEL GRAFENAUER

ALLGEMEINE HINWEISE DAS SEGEL Je kleiner das Segel, desto besser das Handling, deshalb greifen viele Freestyler

drücken kann?! 20 Zentimeter empfinden die meisten Newschool-Freestyler

auf Segel mit viel Power zurück, die sich im Manöver trotzdem super auf „OFF“

mit 70 bis 80 Kilogramm als ideal, viele fahren auch 18 Zentimeter lange

stellen lassen. Die meisten Newschool-Freestyler mit einem Gewicht von 70 bis

Finnen, die zwar noch besser sliden, aber bei Powermoves oder Manövern

80 Kilogramm kommen, einer aktiven Fahrweise sei Dank, an nahezu allen Spots

im Chop relativ wenig Halt bieten. Ist es spiegelglatt, können Finnen bis 16

mit Segeln unter sechs Quadratmeter aus. Eine beliebte Größe für das Leicht-

Zentimeter problemlos verwendet werden. Die oft mitgelieferten 22-Zentime-

windsegel ist 5.9 – manche bevorzugen hier auch 5.7 oder sogar 5.3. Vorbei sind

ter-Finnen sind eine gute Mischung aus Newschool-Eignung und verbesserter

allerdings die „Riesenboard und Minisegel“-Zeiten, braucht man doch bei den

Gleitperformance des Boards.

ganzen Powermoves gut Druck im Segel, um sich in die Lüfte zu katapultieren.

DER SPOT DAS BOARD

Dieses Jahr haben wir das Material sechs Wochen lang, sowohl im Chop des

Waren noch vor wenigen Jahren viele Freestyler mit 70 bis 80 Kilogramm auf

Neusiedler Sees als auch im totalen Flachwasser unter der berühmten „THE

großen 110-Liter-Boards unterwegs, reicht heute ein schnelles, früh gleitendes

BRIDGE“ in Wien getestet. Gerade unter der Brücke werden Vor- und Nachteile

Brett aus der 100-Liter-Klasse zumeist aus. Auf diesen Boards lassen sich Segel

der Shapes besonders gut sichtbar. Auf 80 mal 50 Metern findet man schnell

mit vier bis sechs Quadratmeter problemlos fahren, somit reicht ein Freestyler

heraus, welches Board eng dreht, kontrollierbar ist oder schnell angleitet.

von Schwachwind bis Hack. Viele Firmen bieten für leichte Fahrer auch Bretter mit 90 Liter oder sogar 80 Liter an. Durch das geringere Volumen und die ver-

BALKENDIAGRAMME

ringerte Breite lassen sich diese Shapes von Windsurfern mit wenig Gewicht

Für unsere Balkendiagramme haben wir uns die wichtigsten sechs Kategorien

oder auch Frauen noch leichter aus dem Wasser hebeln und bei viel Wind besser

ausgesucht. Bei der Benotung des Angleitverhaltens haben wir insbesondere

kontrollieren als die voluminöseren, breiteren Boards. Hingegen sollten schwere

das passive Angleitverhalten bewertet. Gute Fahrer und solche, die beispiels-

Fahrer (ab 80 Kilo) und solche, die oft bei wenig Wind aufs Wasser gehen und

weise immer ein wenig abfallen und durch Pumpen Druck aufbauen, werden

große Segel benutzen, über ein Brett aus der Gruppe der 110-Liter-Freestyler

die einzelnen Werte deutlich verbessern können. Beim Speed haben wir eine

nachdenken. Durch mehr Breite gleiten diese Shapes noch früher und sliden

Kombination aus End- und Grundgeschwindigkeit bewertet. Der Wert für Kon-

noch kontrollierter als die kleinen Geschwister. Bei viel Wind und mit kleinen

trolle beschreibt, wie anspruchsvoll das Board im Grenzbereich zu fahren ist.

Segeln (4.7 und kleiner) sollte das Wasser sehr flach sein oder das Fahrergewicht

Die Note zur Drehfreudigkeit drückt aus, wie einfach das Board von Rail zu

hoch (mindestens 90 Kilogramm), um das Brett unter Kontrolle zu halten.

Rail zu bewegen ist und wie variabel die Kurvenradien sind. Der Take-off ist der Moment, wo man das Board von der Wasseroberfläche löst, um in einen

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AM STRAND Der Skate TE präsentiert sich optisch mit neuem auffälligen Design. Poppige Farben am Deck, glossy Rails mit Aufdruck der Boardmaße, neues Schlaufendesign in Schwarz/Weiß und Ledertopping. Der Skate TE wird aus Gründen der Gewichtsersparnis als einziges TE-Board von Fanatic ohne glossy Unterwasserschiff geliefert. Trotzdem ist der Shape gleich geblieben: runde Nose, relativ flaches Deck, voluminöses, aber schmales Tail, zusätzlich ein leichtes V im Unterwasserschiff. Die Schlaufen bieten in alter Fanatic-Manier eine ideale Mischung aus Komfort und Härte. Eine Veränderung fällt im Vergleich zum Vorjahr bei den Footpads auf, die statt einer glatten Oberfläche nun verbesserten Grip erahnen lassen. Serienmäßig wird eine 22er-Finne mitgeliefert. AUF DEM WASSER Bei Wind unter der Gleitgrenze wirkt das Board relativ klein, aber nicht kippelig. Wer jedoch beim kleinsten Windhauch ein wenig aktiv nachhilft, wird keines der getesteten Boards schneller ins Gleiten bringen. Eine klare Verbesserung ist bei den Footpads zu verzeichnen – waren sie beim Skate vom Vorjahr noch ziemlich glatt und vergleichsweise rutschig, fühlt man sich durch die neuen Pads „eins“ mit dem Board, egal ob beim Cruisen oder in den Manövern: beide Daumen hoch! Das Brett fühlt sich am Bein sehr agil an,

wird super frei und schnell, wobei die Kontrollierbarkeit auch bei viel Wind erhalten bleibt. Das ist vor allem für Sprünge und Loops ideal. Gefahrene Manöver funktionieren gut und das schmale Heck lässt sich leicht umlegen. Das Board lässt sich mit wenig Kraftaufwand aus dem Wasser poppen und slidet, sofern bei der Landung keine groben Fehler gemacht wurden, extrem schnell, aber kontrolliert weiter. Während so Newschool-Einsteiger ihre ersten Rotationsmoves durchsliden, können gute Freestyler ihren Moves mit dem Skate mehr Radikalität und Style verpassen.

FAZIT Der Skate präsentiert sich als extrem gleitstarkes und agiles Board, das auf der Geraden genauso viel Spaß macht wie bei Loops, Slide- und Powermoves, bei denen es sehr schnell dreht, aber immer super kontrollierbar bleibt.

Boardvertrieb Boards and more GmbH | Tel.: +49 (0)89 666 550 | info@fanatic.de | www.fanatic.com

AM STRAND Auf den ersten Blick vermutet man hier eine Kooperation der Designabteilung von Fanatic und JP-Australia. Genauso wie der Skate TE besticht auch der JP durch farbenfrohes auffälliges Design. Mit minimalen Shapeveränderungen zum Vorjahr liefert JP ein Freestyleboard mit relativ flachem und breitem Deck, das außerdem mit einem „Domedeck“ versehen ist. Dies soll vor allem für einen angenehmen Stand am Board sorgen und ein Überstrecken der Fußgelenke verhindern. Die mit „Bumpern“ ausgestatteten Footpads und die harten, jedoch bequemen Schlaufen gewährleisten einen komfortablen, aber sicheren Halt am Brett. Das Board ist serienmäßig mit einer 22 Zentimeter großen Finne ausgestattet. AUF DEM WASSER Der Freestyle 98 PRO liegt beim Dümpeln sehr satt und kippstabil im Wasser. Durch ein bisschen Pumpen kann man den JP schon bei wenig Wind ins Rutschen bringen. Das Board gleitet früh an, wird sehr schnell und bleibt das auch beim Umsteigen für Switchmanöver. Trotz des Trends zu immer radikaleren Shapes, um den neuesten Moves gerecht zu werden, bleibt der JP gut kontrollierbar und einfach zu fahren. Durch diese Fahreigenschaften und in Kombination mit dem schmalen Heck machen Freeridesessions mit Power- oder Backwindjibes genauso viel Spaß wie

Rotationsmove zu springen. Wir haben hier den Kraftaufwand bewertet, den

Auch bei den Finnen hat sich einiges getan. Wurden bis zuletzt oft 25 Zenti-

man beim Herausdrücken des Bretts aus dem Wasser benötigt. Je höher die

meter lange Stachel mit den 100-Liter-Brettern ausgeliefert, messen die Finnen

Noten bei dem Punkt Sliden sind, desto einfacher und leichter lässt sich das

jetzt 20 bis 24 Zentimeter (Ausnahme Tabou Twinser mit zweimal 16 Zenti-

Board bei solchen Manövern kontrollieren. Diese Noten sagen jedoch nichts

meter). Immer noch finden wir die 24-Zentimeter-Finnen zu lang, denn was

über die Radikalität aus! Über dieses Merkmal kannst du in den einzelnen

Drehfreudigkeit

bringt die bessere Gleitperformance, wenn ich das Board nicht um die Kurve

Textpassagen mehr lesen.

Takeoff Freestyle

Takeoff Freestyle

Sliden

Sliden

Takeoff Jump

Takeoff Jump

| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

Board-Ergebnisse Geschwindigkeit Top End Control

Länge: Breite: Volumen: Gewicht: Finne:

235 cm 63,5 cm 100 l 6,2 kg 22 cm

FAZIT Der Shape des JP Freestyle punktet durch seine Gleitleistung, Kontrollierbarkeit und Allroundeigenschaften, bringt aber vorrangig immer noch genügend Radikalität und Agilität für die neusten Freestylemanöver mit. So werden mit diesem Brett sowohl Freestylenewcomer als auch geübte Rider richtig glücklich.

Boardvertrieb Pryde Group GmbH | Tel.: +49 (0)89 6650490 | info@pryde-group.de | www.jp-australia.com

DIE FINNE

Angleiten

das Tricksen mit Newschool-Manövern. Hier kommen sowohl Freestyleanfänger als auch Cracks voll auf ihre Kosten. Während Beginner die Kontrollierbarkeit in den Slidemoves lieben werden, können erfahrene Trickser das schmale Heck mit gewünschtem Speed um die Kurve drücken oder gleich nochmals herauspoppen. Dank der „Bumper“ bei den Footpads und den guten Schlaufen findet man einen grandiosen Halt am Board, was für Powermoves wie Ponch, Shaka oder Toad super ist. Beim neuen JP wird diesmal eine besser passende 22er- statt einer 24er-Finne (wie 2010) mitgeliefert, was den Weg in radikale Doppelmoves erleichtert und das Board auch bei viel Wind und für leichtere Fahrer zu einem echten Highlight macht.

Board-Ergebnisse Angleiten Geschwindigkeit Top End Control Drehfreudigkeit

Länge: Breite: Volumen: Gewicht: Finne:

237 cm 64,5 cm 98 l 6,2 kg 22 cm

| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

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freestyletest

Naish Freestyle 100

AM STRAND Wie schon im Vorjahr mit positiver Überraschung festgestellt, wird der Freestyler von Naish auch diesmal wieder mit dem „ECO Bag“ geliefert. Statt mit Tonnen von Verpackungsmaterial wird das Board in einem dünnen Boardbag geliefert, das unnötigen Müll verhindert und auch weiterhin als Schutz für dein Brett dient. Der Shape vom Vorjahr wurde belassen: Dicke Rails unter den Footpads, relativ spitzes Tail und ein extrem flaches Deck, das dieses Jahr jedoch mit „Cutouts“ im gesamten mittleren Bereich des Boards versehen ist. Diese neue 3D-Deckgeometrie soll für mehr Stabilität und Ergonomie sorgen. Die Footpads sind weich und erscheinen griffig. Die Fußschlaufen sind hochwertig, wer diese jedoch gern schmal, aber hoch adjustiert, wird hier enttäuscht: Das äußere Neopren der Schlaufen ist relativ klein gewählt und lässt sich schwer einstellen. Mitgeliefert wird eine 22er-Finne. AUF DEM WASSER Wenn es auf dem Wasser ist, verhält sich das Naish-Board wie gewohnt: Das Angleiten erfolgt mühelos, das Brett wird extrem schnell frei und hängt loose am Fuß. Das Board lässt sich ohne viel Anstrengung aus dem Wasser hebeln und eignet sich ideal für gerade und hohe Sprünge. Im Chop wirkt das Board sehr hart und direkt, eine Folge der Steifheit des Shapes und des extrem

flachen Decks. Genial im unteren und mittleren Windbereich, wird das Board bei Überpower in der Anfahrt zum Powermove etwas schwerer zu kontrollieren. Ist man aber erst einmal im Sliden, bietet das Board einem Zeit und Kontrollierbarkeit und man kann sich auf das Durchgleiten oder das erneute Abspringen zum Doublemove konzentrieren. Wer jedoch auch Oldschool-Manöver wie beispielsweise Backwindjibes machen will, sollte auf jeden Fall schon die Skills dafür mitbringen – stellt man das Board einmal auf die dicken Rails, greifen diese gnadenlos, was wenig Platz für Fehler lässt. Freestyleanfänger und erfahrene Freestyler werden aber das spritzige Fahrgefühl in Kombination mit guter Kontrollierbarkeit in geslideten Manövern lieben.

FAZIT Ein radikales, direktes, hartes Freestyleboard, das vor allem durch gute Kontrollierbarkeit in Slidemoves und die Möglichkeit zu hoch gesprungenen Powermoves besticht. Vor allem für Rider geeignet, die eher kleinere Segel wählen, um nicht überpowert zu sein.

Boardvertrieb Powertrading GmbH | Tel.: +49 (0)431 319770 | info@powertrading.de | www.naishsails.com

Board-Ergebnisse Angleiten Geschwindigkeit Top End Control Drehfreudigkeit

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Länge: Breite: Volumen: Gewicht: Finne:

232 cm 63 cm 100 l 6,1 kg 22 cm

Tabou Twister Team Edition 100

AM STRAND Tabou macht es seit Jahren vor und für 2011 haben sich auch Marken wie Fanatic und JP endlich zu gewagteren Designs und Farbkombos durchringen können. Trotzdem sticht der Twister von Tabou wieder durch seine auffälligen bunten Grafiken auf Deck und Unterwasserschiff aus der Gruppe der Testboards heraus und beschert einem nach längerem Betrachten einen LSD-Rausch-ähnlichen Farbflash. Auffallend ist bei dem kurzen, runden und gestaucht wirkenden Board das Domedeck, das in Kombination mit dicken komfortablen Footpads und den guten Schlaufen zu einem supersicheren Stand verhelfen soll. Das Board ist wie schon im Vorjahr mit zwei 16er-Finnen ausgestattet, die aber diesmal in den neuen Slotboxen montiert werden. Durch dieses neue Finnensystem kommt es vor allem zu einer Gewichtsreduktion (verglichen mit US-Boxen) und einem verbesserten Sitz der Finnen in der Box. Diese Innovation verdanken wir dem Shaper von Tabou, Fabien Vollenweider, der dieses System auch allen anderen Firmen löblicherweise kostenlos zur Verfügung stellt, um einen Standard für die Zukunft zu schaffen, damit Firmen, Surfshops und Kunden sich nicht mich unzähligen verschiedenen Finnensystemen als nötig herumplagen müssen. AUF DEM WASSER Der Twister ist anders und das merkt man – nach einer Eingewöhnungsphase präsentiert sich der Ta-

FAZIT Das radikale Boardkonzept von Tabou ist vor allem erfahrenen Newschooltricksern und Ridern unter 80 Kilogramm zu empfehlen, die nicht auf die besten Gleiteigenschaften angewiesen sind. Wer ein radikales, leicht zu springendes und endlos slidendes Freestyleboard sucht, wird mit dem Twister fündig.

Boardvertrieb New Sports GmbH | Tel.: +49 (0)2234 93 34 00 | info@newsportsgmbh.com | www.tabou-boards.com

Board-Ergebnisse Angleiten Geschwindigkeit Top End Control Drehfreudigkeit

Takeoff Freestyle

Takeoff Freestyle

Sliden

Sliden

Takeoff Jump

Takeoff Jump

| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

bou jedoch als radikales und ausnahmslos auf Newschoolfreestyle ausgelegtes Board, bei dem sich Rider tendenziell für ein größeres Segel entscheiden sollte. Im Dümpeln fühlt sich das Brett eher kippelig an. Mit genügend Segeldruck gleitet das Board allerdings gut los und wird extrem frei, ohne sonderlich schnell zu werden. Als schwererer Faherer muss man so mehr Kraft und Energie aufwenden, um auch bei böigem Wind und Windlöchern immer im Gleiten zu bleiben. Der Tabou hängt sehr loose am Fuß und lässt sich mühelos aus dem Wasser poppen. Ist das Board erst einmal im Sliden, werden dem Rider erst die Stärken dieses Brettes bewusst. Vor allem bei flach abgesprungenen Slidemanövern und radikalen Newschool-Freestyletricks ist der Tabou Twister top. Abstriche gibt es für alle Oldschool-Freestyletrickser – in gefahrenen Manövern wirkt der Twister kippelig und langsam.

Länge: Breite: Volumen: Gewicht: Finne:

233 cm 62 cm 100 l 6,4 kg 2x 16 cm


freestyletest

Starboard Flare 98 Wood Carbon

AM STRAND Auch Starboard hat 2011 ein bisschen tiefer in den Farbtopf gegriffen und das Design im Gegensatz zum Vorjahr etwas auffälliger gestaltet. Wie schon in den letzen Jahren kommt der Flare mit einem ausgeprägten Domedeck daher. Der Shape wirkt relativ lang, die Nose hat mehr Scoop als die meisten anderen Shapes. Apropos Brettspitze, der Starboard ist das letzte Brett seiner Art, welches noch über keinen runden Noseshape verfügt. Das dicke, aber schmale Pummelheck lässt eine gute Portion Sicherheit in Slidemoves vermuten. Die auffällig schräg zur Fahrtrichtung montierten Schlaufen sind komplett neu überarbeitet, lassen sich sehr leicht verstellen und bieten den wohl besten Komfort aller Schlaufen der Testboards. Benutzerfreundlich auch die Angaben am Brett: So ist die empfohlene Mastfußposition genauso markiert wie „more slide“- bzw. „more grip“-Angaben an der US-Box-Schiene. Die Finne misst relativ lange 24 Zentimeter. AUF DEM WASSER Trotz der minimalen Änderungen (am Papier) des Shapes sind die Eigenschaften des Boards gleich geblieben. Der langgezogene Shape wirkt in Dümpelfahrt etwas kippelig und klein, sobald aber die erste Böe aufs Segel trifft, gleitet der Starboard schon los – ob man will oder nicht, das Board ist mit der beste passive Angleiter der Gruppe. Auch in den Schlaufen wirkt das Brett klein und erreicht einen sehr hohen

Topspeed und ist dabei direkt und hart. Kein Wunder, wurden doch seit einigen Jahren immer wieder Elemente aus den Slalomboards mit ins Board gepackt. Durch das Domedeck hat man einen komfortablen Stand auf dem Brett. Für den Take-off erfordert das Board ein wenig mehr Krafteinsatz, hier kann man sich aber mit einer kürzeren Finne als der für Newschool zu langen 24-Zentimeter-Serienfinne helfen, Sorgen über dann fehlende Speed- und Gleitperformance braucht man sich keinesfalls zu machen. So direkt sich das Brett fährt, so slidet es auch – superschnell und hart. Gleitet man so im totalen Flachwasser beinahe jeden Move durch, sollte man in choppy Bedingungen gut landen, grobe Fehler verzeiht das Board nicht. Wer hin und wieder auch seine Oldschooltricks auspacken will, ist auf dem Flare bestens beraten, egal ob Carving 360 oder One-handed-Duckjibe, das Board dreht eng und lässt sich super auf die Kante stellen. FAZIT Das klein wirkende, sehr schnelle Board vermittelt ein hartes, direktes Fahrgefühl, was speziell gute bis sehr gute Newschooler, die meterhoch und radikal durch Powermoves springen wollen, ansprechen sollte.

Boardvertrieb APM Marketing GmbH | Tel.: +49 (0)89 89511179 | team@apm-marketing.de | www.star-board.de

Board-Ergebnisse Angleiten Geschwindigkeit Top End Control Drehfreudigkeit

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Länge: Breite: Volumen: Gewicht: Finne:

237 cm 62,5 cm 98 l 6,45 kg 24 cm

F2 Rodeo 98

AM STRAND „Wie kurz ist dieses Board denn?“, wundert man sich, wenn man den F2 Rodeo das erste Mal vor sich liegen hat. Der Shape ist mit 225 Zentimetern extrem kurz und man kann sich vorstellen, wie radikal das Brett zu fahren ist. Das eher langweilige Design des letzten Jahres wurde durch ein Allover-Schachbrettmuster ersetzt und ein altes F2-Logo aus den besten Zeiten der Firma ersetzt. Die Pads und Schlaufen wirken hochwertig. Das Heck ist relativ dick und rund, die Nose rund und ziemlich dünn. AUF DEM WASSER Am Strand täuscht nicht. Kein zweites Board im Test ist derart auf radikalen Newschool-Freestyle ausgerichtet. Einmal im Sliden, hört der Shape nicht auf sich zu drehen, sodass einige Tester Probleme damit hatten, nach einem Flaka gerade weiterzugleiten und nicht einen doppelten zu drehen. Der Shape dreht so radikal und eng wie die wenigsten der Gruppe. Der Take-off ist mit dem F2 neben dem Tabou am leichtesten. Das Brett generiert für den Shape unerwartet hohen Speed, bleibt gut zu kontrollieren, einzig bei hohem Chop muss man achtgeben, mit dem flachen Shape nicht im Kabelwasser hängen zu bleiben. Um in´s Gleiten zu kommen, empfiehlt es sich, aktiv zu fahren und schon im Dümpeln den vorderen Fuß in die Schlaufe zu stellen.

FAZIT Gibt es für Oldschool-Freestyler bessere Boards, können Top-Freestyler und all jene, die es werden wollen, mit dem radikalsten Board im Test nichts falsch machen. Hat man sich einmal an das sehr kurze, flache Board gewöhnt, wird man nach kurzer Zeit die Moves sicherer, höher und schneller als zuvor aufs Wasser knallen können. Eine absolute Newschool-Empfehlung!

Boardvertrieb F2 International GmbH | Tel.: +49 (0)3663 42457 00 | info@f2.com | www.f2-surf.com

Board-Ergebnisse Angleiten Geschwindigkeit Top End Control Drehfreudigkeit

Takeoff Freestyle

Takeoff Freestyle

Sliden

Sliden

Takeoff Jump

Takeoff Jump

| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

Einzig Windsurfer, die auch gern mal einen Langschlag fahren und eine Oldschoolsession einlegen, werden enttäuscht sein. Dafür ist der Rodeo nicht gemacht.

Länge: Breite: Volumen: Gewicht: Finne:

225 cm 63 cm 98 l 6,3 kg 20 cm


freestyletest

freestyletest

North Duke 5.4

AM STRAND „Typisch North!“, denkt man sich, wenn man das Segel im Sack zum ersten Mal in der Hand hält. Alle Längenangaben, Farbcode und alle weiteren Infos zum Segel befinden sich sehr übersichtlich schon auf den Segelsack gedruckt. Einmal ausgepackt, sieht man, dass das Segel wie immer top verarbeitet, daher aber auch merklich schwerer als die anderen Testsegel ist. Dicker Monofilm und dickes X-Ply, doppelte Nähte, ein verbesserter Gurt beim Masttop, Maststleeve Opener und nicht zuletzt aufgedruckte Trimmpunkte auf dem Segel machen den Eindruck, ein Segel vor sich liegen zu haben, das einige Jahre harte Action auf dem Wasser überdauern wird. AUF DEM WASSER Kaum steht man auf dem Brett und hält das Segel in Händen, geht es auch schon los. Kein anderes Segel im Test bringt dich so schnell ins Gleiten wie das Duke. Relativ direkt geht es los, der Druckpunkt denkt auch bei bauchigem Trimm nicht daran, bei starken Böen zu wandern. Die Windrange des Segels ist schlicht und einfach unglaublich. Lässt der Wind nach, trimmt man zwei Zentimeter weniger Gabel und kaum Loose

Severne S-1 5.3

Leech und gleitet immer noch. Frischt der Wind auf, kann man das Segel so flach trimmen, dass andere schon auf´s 4.7er wechseln und man selbst noch gähnend auf dem Brett steht. Gerade Sprünge oder durchglittene Loops gelingen durch den starken Vortrieb des Segels super, bei komplizierten, geduckten Freestylemoves lässt sich das Segel allerdings nicht so gut OFF stellen. In Manövern braucht man einfach ein bisschen mehr Kraft, um das Segel herumzuwirbeln, es rotiert einfach nicht ganz so neutral und schnell wie seine Konkurrenten. FAZIT Das Duke ist als Crossoversegel konzipiert und genau das ist es auch. Super Windrange, extrem kontrollierbar und schnell, kombiniert mit gutem, aber nicht ganz so federleichtem Handling in Manövern. Schwere (circa 80 Kilogramm), radikale Freestyler werden es lieben, als größtes Manöversegel 5.4 wählen zu können, leichtere Newschool-Fahrer brauchen nicht ganz so viel Druck und wählen besser das North Ice oder einen Manöverspezialisten der Konkurrenz. Alle Windsurfer, die auch mal einen Langschlag fahren wollen oder eine Duckjibe durchgleiten, sind bei dem Segel goldrichtig.

Segelvertrieb Boards and more GmbH | Tel.: +49 (0)89 66655272 | info@north-windsurf.com | www.north-windsurf.com

Segel-Ergebnisse Angleiten Manöverhandling ON/OFF Windrange Kontrollierbarkeit

70

| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

Vorliek: Gabel: Latten: empf. Mast: verw. Mast: Preis:

4,40 m 1,78 m 5 430 Platinum SDM oder 430 Platinum RDM 640 Euro (normaler Farbcode), 740 Euro (CODE Mad)

AM STRAND „Das wiegt ja gar nichts!“, war der fast entsetzte Aufschrei eines Testers, als er das Serverne zum ersten Mal in den Händen hielt. Tatsächlich wiegt das Severne S1 MIT passendem RDM genauso viel wie die schwersten Segel im Test und ist somit um locker einen Kilogramm leichter als selbige. Obwohl das Segel nicht so robust ist (gerade das Zusammenrollen des Segels nach der Session muss man wegen des extrem dünnen, weichen Materials im Top neu lernen) wie manche (schwerere) Mitbewerber, sieht es gut verarbeitet aus. Sverne verspricht ja, das federleichte Segel aufgrund neuester Hightech-Materialien produzieren zu können und nicht durch null Verstärkungen und damit Kostenersparnis. AUF DEM WASSER Schon nach wenigen Minuten auf dem Wasser wunderten wir uns über den guten Vortrieb, den das Segel trotz des flachen Profils entwickelt. Somit scheint es Severne tatsächlich gelungen zu sein, ein Segel mit superleichtem Handling mit einer guten Menge Dampf zu versehen. Das Segel OFF und

Gaastra IQ 5.3

ON zu stellen, funktioniert durch Anziehen oder Fieren der hinteren Hand. Das eher gedämpft wirkende Segel kann vor allem im unteren und mittleren Windbereich seine Stärken ausspielen. Bei starkem Druck im Rigg wird das S1 zunehmend schwerer zu kontrollieren, man sollte also früh genug auf eine Nummer kleiner wechseln. Bei Freestylemanövern ist das Tuch einfach ein Traum, weil so gut wie nicht vorhanden. Das steil nach oben geschnittene Unterliek macht außerdem geduckte Moves zum Kinderspiel. FAZIT Windsurfer, die perfekte Top-End-Kontrolle oder eine riesige Windrange von ihrem Freestylesegel erwarten, finden wahrscheinlich bessere Segel im Test. Für alle anderen besticht das leichteste Segel im Test durch neutralstes Manöverhändling gepaart mit unerwartet guten Gleiteigenschaften und gehört somit zu den absoluten Favoriten unserer Tester.

Segelvertrieb APM Marketing GmbH | Tel.: +49 (0)89 89511170 | team@apm-marketing.de | www.severnesails.com

Segel-Ergebnisse Angleiten Manöverhandling ON/OFF Windrange Kontrollierbarkeit

Vorliek: Gabel: Latten: empf. u. verw. Mast: Preis:

4,24 m 1,72 m 5 Severne Red 400 680 Euro

AM STRAND Das IQ ist das neue Newschool-Wave- und -Manöversegel von Gaastra. Einmal ausgerollt sticht sofort die kompakte Outline des Segels ins Auge. Das 5.3er hat fünf Latten, bei kleineren Größen wird das Tuch von nur vier Latten gestärkt. Das Segel sieht ordentlich verarbeitet und verstärkt aus, das X-Ply erscheint dick genug, der Monofilm ist bedruckt. AUF DEM WASSER Gaastra hat mit dem IQ nicht zu viel versprochen. Federleicht liegt das Segel schon im Dümpeln in den Händen. Das Profil ist relativ flach und generiert nicht ganz so schnell Vortrieb wie die gleitstärksten Segel der Gruppe. Dies wird leichten Fahrern egal sein, schwere Freestyler können diese Eigenschaft mit einer aktiven Fahrweise wettmachen. Sobald man gleitet und durch den ersten Eslider spinnt, ist man schlichtweg begeistert von dem extrem neutralen Handling des IQ. Die Lattenrotation ist relativ soft und geschieht selbst in schwierigsten Moves weitestgehend unbemerkt. Eigentlich hat man über das eher direkte Segel

Naish Boxer 5.4

immer die Kontrolle, sodass man vor allem bei modernen geduckten Moves nie aus dem Gleichgewicht gebracht wird.

FAZIT Kaum ein Segel im Test lässt sich in Manövern so perfekt „OFF“ stellen wie das IQ. Außerdem fühlt es sich trotz guten Verstärkungen äußerst leicht in den Händen an. Für alle, die einen sehr aktiven Fahrstil bevorzugen, oder leichte bis mittelschwere Surfer sind ein Topsegel.

AUF DEM WASSER Mit einem relativ weit vorn liegenden Druckpunkt geht das Segel dank etwas tieferem Profil schnell los und fühlt sich in der Hand sehr kontrollierbar und leicht an. Im unteren Windbereich verhält sich das Segel sehr ausgewogen, je stärker der Wind aller-

Segelvertrieb New Sports GmbH | Tel.: +49 (0)2234 933400 | info@gaastra.de | www.gaastra.de

Segel-Ergebnisse Angleiten Manöverhandling ON/OFF Windrange Kontrollierbarkeit

AM STRAND Zieht man das Segel aus seinem Sack, fällt gleich mal das geringe Gewicht auf. Schon letztes Jahr hatte Naish das Gewicht um mehrere 100 Gramm reduziert, nun setzt man 2011 noch eins drauf und macht das Tuch noch ein paar 100 Gramm leichter. Das Segel wirkt wenig verstärkt, aber robust genug, um den einen oder anderen Wipeout unbeschadet zu überstehen. Im Topbereich ist ein großer Naish-Scull geprintet. Die Outline des Segels ist wie für Boxer typisch gestaucht und ist sowohl über der Gabel als auch bei der dritten Latte ausgestellt. Das Boxer ist außerdem das einzige Segel im Test mit nur vier Latten. Der Trimm ist relativ einfach, auch weil es nicht allzu viele Trimmmöglichkeiten gibt. Uns hat das Segel mit nur wenig Falten im Top und geringer bis mittlerer Gabelspannung am besten gefallen.

Vorliek: Gabel: Latten: empf. u. verw. Mast: Preis:

dings wird, desto mehr Zug entwickelt sich auf der hinteren Hand. Erhöht man die Spannung an der Gabel und dem Vorliek, nimmt der Zug wieder ab, dennoch ist eine große Windrange nicht die Stärke des Boxers. In Manövern jedoch ist das Vier-Latten-Konzept ein Traum. Federleicht und quasi nicht vorhanden verhält es sich selbst in schwierigen Freestylemoves. Der etwas höhere Druckpunkt generiert guten Speed, der für aktuelle Powermoves essenziell ist.

FAZIT Das Boxer überzeugt mit guter Power und Kontrollierbarkeit, ist ausgesprochen leicht und in Manövern leicht und neutral. Die Windrange ist nicht die Stärke des Segels (zumindest in 5.4), dies stört leichte bis mittelgewichtige Freestyler oder Windsurfer, deren Homespots relativ konstanten Wind aufweisen, aber wenig.

Segelvertrieb Powertrading GmbH | Tel.: +49 (0)431 319770 | info@powertrading.de | www.naishsails.com

4,17 m 1,78 m 5 Gaastra 100 RDM 615 Euro

Segel-Ergebnisse Angleiten Manöverhandling ON/OFF Windrange

Vorliek: Gabel: Latten: empf. und verw. Mast: Preis:

4,18 m 1,75 m 4 Naish RDM 90 400 690 Euro

Kontrollierbarkeit

| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

71


freestyletest

Neilpryde Firefly 5.3

Vandal Riot 5.2

AM STRAND Das Firefly hat nochmals ein paar Zentimeter Vorliekslänge im Gegensatz zum Vorjahr eingebüßt. Die Outline wirkt daher relativ gedrungen, vielleicht auch wegen der außgestellten Latte über der Gabel. Das neue Design ist auf jeden Fall auffälliger als früher und das geringe Eigengewicht lässt gute Manövereigenschaften erahnen. AUF DEM WASSER Wie erwartet liegt das Segel gut and ausgewogen in der Hand. Das Profil ist aber etwas tiefer als bei den extremen Manöverspezialisten und der Druckpunkt ein bisschen weiter vorn. Somit ist es eines der gleitstärksten Tücher im Test. Gepaart mit guter Kontrollierbarkeit spielt das Firefly sowohl bei Leicht- als auch bei Mittelwind seine Stärken aus. Je stärker der Wind wird, desto mehr verliert das Firefly sein neutrales Verhalten und entwickelt wegen des tiefen Profils eine Menge Vortrieb. Fährt man das Tuch aber in dem passenden Windbereich, dreht es dank das geringen Gewichts in Manövern sehr schnell und leicht, selbst bei schwierigen Freestylemoves.

AM STRAND Das Riot bleibt seiner Linie treu und ist auch dieses Jahr kein Ausbruch an dezentem Design. In alter Vandal-Manier ist der Monofilm mit einem peppigen aufgedruckten Graffitiprint versehen. Das Unterliek ist zum niedrig geschnitten Schothorn hin sehr gerade geschnitten. Das Schothorn und die Schothornöse weisen genauso wie der Rest des Segels nur wenige Verstärkungen auf, dafür ist das Segel sehr leicht.

FAZIT Sehr gut für schwerere Freestyler, denen Vortrieb wichtiger ist als ein extrem flaches Profil, oder für leichte Fahrer (bis 80 Kilo), die das Segel im unteren Windbereich als größtes Manöversegel benutzen wollen. Dank des leichten Gewichts und guter Kontrollierbarkeit für jedes Freestylelevel geeignet.

Segelvertrieb Pryde Group GmbH | Tel.: +49 (0)89 6650490 | info@pryde-group.de | www.neilpryde.com

Segel-Ergebnisse Angleiten Manöverhandling ON/OFF Windrange Kontrollierbarkeit

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| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

Vorliek: Gabel: Latten: empf. u. verw. Mast: Preis:

AUF DEM WASSER Am Wasser besticht das Segel zuallererst durch das geringe Gewicht. Aufgrund des eher flachen Profils erzeugt das Segel nicht so viel Vortrieb und benötigt etwas mehr Wind, um anzugleiten. Bei einer aktiven Fahrweise wirkt das Riot beim Pumpen sehr federnd und eher gedämpft, zählt also nicht zu den direkten Segeln der Testgruppe. Wechselt der Wind, muss man zwar immer wieder mal nachtrimmen, tut man das aber, ersteht man mit dem Riot ein Tuch mit wirklich großer Windrange. In den Manövern verhält sich das Vandal angefangen bei einfachen Wenden bis

hin zu radikalen Freestylemanövern extrem neutral. In Slidemoves rotiert es mit ausreichender Geschwindigkeit und bleibt immer gut kontrollier- und leicht steuerbar.

FAZIT Absolut empfehlenswertes Newschool-Freestylesegel mit großem Einsatzbereich für eher leichtere oder sehr aktiv fahrende Surfer, das sowohl für den Freestyleeinstieg als auch für die neuen Powermoves bestens geeignet ist.

Segelvertrieb New Sports GmbH | Tel.: +49 (0)2234 933400 | info@vandalsails.com | www.vandalsails.com

4,18 m 1,71 m 5 400 X9 Wave RDM 660 Euro

Segel-Ergebnisse Angleiten Manöverhandling ON/OFF Windrange Kontrollierbarkeit

Vorliek: Gabel: Latten: empf. Mast: verw. Mast: Preis:

412 cm 173 cm 5 Flux Pro RDM 400 (100 % Carbon) Flux Pro RDM 400 (100 % Carbon) 549 Euro


eevent ev vent e

local hero

LOOPIT! T E X T F LO S Ö H N C H E N

DER FRONTLOOP! SAGENUMWOBEN, DAS ZIEL VIELER WINDSURFER. UM VIELEN GLEICHGESINNTEN DIE ANGST VORM DURCHDREHEN ZU NEHMEN, ORGANISIERT DIE ONLINEPLATTFORM WINDSURFING-KIEL.DE JÄHRLICH EIN FAHRTECHNIKSEMINAR. OB AM ENDE AUCH WIRKLICH ALLE KANDIDATEN IHREN INNEREN SCHWEINEHUNDE ÜBERWINDEN KONNTEN, KANNST DU IM FOLGENDEN BERICHT NACHLESEN.

FAHRER FLO SÖHNCHEN © FOTO CHRISTOPH LORENZ

A

m 16. September 2010 war es so weit, endlich … Nach ei-

herrschenden sensationellen Bedingungen in Klitmøller sausen, um mor-

reichten, haben wir natürlich jedem erzählt, dass später noch 4.7er-

eine grandiose Show mit vielen Stürzen, aber nach kürzester Zeit auch

nem halben Jahr des Wartens war die Windvorhersage für die

gens in Heidkate bei geschätzten 2,4 Windstärken am Strand zu stehen.

Wind kommen soll – aber so richtig überzeugt waren wir davon nicht.

schon mit einigen richtig guten Rotationen, bei denen man leicht erken-

westliche Ostsee seit Monaten zum ersten Mal über einige

Tatsächlich, als sich das Orga-Team morgens um neun Uhr am Strand

Tage stabil. Für den folgenden Samstag, den 18. September 2010, wur-

traf, schien es, als hätten wir den berühmten Griff ins Klo gelandet. Es

Immerhin war das Wetter für die Trockenübungen perfekt. Alle Teilneh-

sich um jeden Einzelnen zu kümmern, besonders natürlich um diejenigen,

de Westwind mit mehr als 20 Knoten angekündigt. Nachdem wir schon

sah fast noch schlimmer aus, als befürchtet …

mer durften sich schon einmal auf der leicht matschigen Wiese um die

die noch etwas zögerlich waren. Jeder fuhr immer wieder an den Strand,

Segel herumwerfen, um das Loop-Gefühl etwas zu spüren. Für den ei-

nahm einen der Loopschüler mit, sprang ihm einen Loop vor den Bug,

In der Nacht auf Samstag wurde ich von regelrechten Alpträumen heim-

nen oder anderen waren diese Versuche schmerzhafter als später auf

ließ den Schüler überholen und feuerte ihn so lange an, bis er sich über

gesucht. Irgendwie hatte ich schon am Freitag ein schlechtes Gefühl

dem Wasser, aber so konnten alle die richtigen Bewegungen lernen und

die erste Rampe in die Rotation warf. Anschließend wurde geschaut, ob

Seien wir doch mal ehrlich – Wenden und Halsen kann (fast) jeder.

und in meinem Kopf tauchten immer wieder Bilder von zwei Windstär-

sich die kleinen Kniffe einprägen, die für eine horizontale Rotation so

Schüler samt Material noch heil war, dann wurden ein paar Tipps zu-

Moves wie Pushloop into Frontloop, Double Forward, Ponch und Double-

ken aus Ost und strömendem Regen auf. Wenn man einen Stand-by-

wichtig sind – hintere Hand

Freestylemoves dagegen werden für die meisten Windsurfer immer ein un-

Frontloop-Lern-Event durchführen will, ist das so ziemlich das Schlimms-

weit hinten greifen, Kopf

erreichbares Ziel bleiben. Vom normalen Frontloop allerdings träumt wahr-

te, was einem passieren kann. Irgendwann muss man sich entscheiden,

über die hintere Schulter

scheinlich jeder, der seinen ersten Sprung mit einem Windsurfboard hinter

den Startschuss zu geben. Und wenn sich die gute Vorhersage dann

drehen, Blick Richtung Him-

sich hat. Und vermutlich kann ihn auch fast jeder lernen, der erst bis

nicht hält, steht man da wie ein Vollidiot. Als der Wecker am Samstag

mel,

dahin gekommen ist. Denn der Frontloop ist – rein theoretisch – extrem

um sieben Uhr klingelte, richtete sich der erste Blick zum Fenster und

kreisförmig nach Luv bzw. vorn bewegen, Beine anziehen, klein machen

gemacht hat, wurden die ersten Loops festgehalten und können die Teil-

einfach. Viel einfacher jedenfalls als eine Halse. Man muss sich nur über-

auf die Bäume. Zwar regnet es nicht, aber es wehte auch nicht der

und auf den Einschlag warten. Abgesehen davon, dass man bei diesen

nehmer nun immer wieder motivieren, dranzubleiben und weiterzuüben.

winden und sich trauen, es einfach zu versuchen. Und da das mit dem

leiseste Windhauch. Murphy's Law?

Übungen an Land ein paar Fehler sehr schnell erkennen und korrigieren

befürchtet hatten, in diesem Jahr leer auszugehen, fiel somit der Startschuss für die dritte „Windsurfing-Kiel.de Loop Challenge“.

Überwinden mit ein bisschen Gruppenzwang deutlich einfacher geht, vor

74

nen konnte, was sie einmal werden sollten. Die beiden Trainer versuchten,

vorderen

Arm

gerufen, bevor am Strand der

DER FRONTLOOP IST – REIN THEORETISCH – EXTREM EINFACH. VIEL EINFACHER JEDENFALLS ALS EINE HALSE.

halb-

kann, entstanden so auch schon die ersten lustigen Fotos.

nächste

Teilnehmer

aufgesam-

melt wurde. Dank unserer Fotografen, von denen einer sogar aus dem Wasser heraus Bilder

Die Bilanz des Tages war beeindruckend: Endlos viele sensationelle Stürze

allem wenn noch ein Drill-Sergeant hinter einem herfährt und einen anfeu-

Als wir am Strand ankamen, schien zumindest die Sonne. Von Wind

ert, findet die „Windsurfing-Kiel.de Loop Challenge“ immer mehr Zuspruch.

war aber weiterhin keine Spur. Während die Teilnehmer langsam ein-

Nach circa eineinhalb Stunden Theorie zeigte sich langsam, dass wir doch

und Abgänge, keine ernsthaft Verletzten (eine Rippenprellung, aber ein bisschen Schwund ist immer), ein gebrochener Mast, eine gebrochene

trudelten, überlegten wir uns schon, wie wir die Loop-Schüler mit Flau-

den richtigen Tag für die Loop Challenge ausgewählt hatten. Von jetzt

Gabel und ein zerschrotetes Board, einige tolle Erfolgserlebnisse und am

Am 18. September traf sich dann endlich eine Gruppe von mehr als

tenspielchen und Trockenübungen bei Laune halten könnten. Eine The-

auf gleich nahm der Wind plötzlich zu, sodass selbst die schweren Jungs

Ende des Tages nur hoch zufriedene Gesichter. Besonders beeindruckend

20 hoch motivierten Windsurfern plus Trainer und Organisator am Kie-

orie-Einheit war sowieso eingeplant und unsere erste Maßnahme war,

problemlos mit 5.3er-Segeln und kleinen Boards gleiten konnten. Die

war Diana, die einzige Dame im Teilnehmerfeld. Sie legte von Beginn

ler Stadt-Spot Heidkate, um dem großen Traum eines jeden Windsurfers

diese ein wenig zu verlängern. Zumindest die letzte Vorhersage des

meisten Teilnehmer haben vermutlich noch nie so schnell aufgeriggt wie

an mit nahezu perfekten Kreiseln los und setzte damit die Messlatte für

ein kleines Stück näher zu kommen – dem Frontloop. Von überall aus

Dänen (www.dmi.dk) ließ hoffen, dass doch noch Gleitwind kommen

an diesem Tag. Die Aufregung und Nervosität war allen anzumerken, aber

die Männer ziemlich hoch. Am Ende hat sie den Jungs ganz schön ge-

Deutschland waren die Teilnehmer angereist, sogar aus Gießen, Frank-

könnte – und schließlich weiß jeder, Dänen lügen nicht! Als wir die

niemand machte einen Rückzieher und gegen 12.30 Uhr sprangen die

zeigt, wo der Frosch die Locken hat – bei der abschließenden gemeinsa-

furt und Stuttgart. Zwei Teilnehmer ließen sogar die in dieser Woche

Teilnehmer gegen 10.30 Uhr begrüßten und die Rider Packages über-

ersten Teilnehmer ins kühle Nass, um sich einzufahren. Was folgte, war

men Session am Sonntag hat sie sich einen riesengroßen Traum erfüllt,

| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

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event

ihren ersten Loop gestanden und ist jubelnd weitergefahren. Chapeau, Madame! Aber auch Hut ab vor all den anderen, die ihren inneren Schweinehund überwunden haben – ihr habt den ersten Schritt getan, um euer Windsurfkönnen auf ein neues Niveau zu heben ... Und es hat kein Einziger gekniffen! Respekt! Aus unserer Sicht war die diesjährige dritte Loop Challenge die bisher beste – die Stimmung war super, das Niveau der Teilnehmer ziemlich hoch und die Organisation passt auch immer besser. So gut wie die Ergebnisse war auch das bisherige Feedback – im Forum von Windsurfing-Kiel.de und per EMail hagelte es positive Kommentare. Ein Teilnehmer war so begeistert, dass er für das nächste Jahr direkt zwei seiner Söhne angemeldet hat. Das nennen wir echtes Vertrauen in die Trainer ... Auf jeden Fall motiviert dieses Feedback uns natürlich weiterzumachen. FAHRER FRIEDEL BLAASCH © FOTO TORSTEN FASCHER © FOTO CHRISTOPH LORENZ

EIN TEILNEHMER WAR SO BEGEISTERT, DASS ER FÜR DAS NÄCHSTE JAHR DIREKT ZWEI SEINER SÖHNE ANGEMELDET HAT. DAS NENNEN WIR ECHTES VERTRAUEN IN DIE TRAINER ... Auch wenn es sich bei der Loop Challenge nur um einen kleinen Event handelt, kostet er doch recht viel Mühe und Zeit. Am heftigsten trifft es immer Christoph, der stets schon Tage vor dem Startschuss unzählige ungeduldige Mails erhält, dann die Teilnehmerauswahl machen muss und anschließend all denen nette Mails schreiben muss, die keinen Platz bekommen konnten und deshalb rumquengeln. Aber auch im Vorfeld läuft so einiges ab – Ankündigungen im Internet und in den Printmedien, Sammeln der Anmeldungen, Abstimmen der möglichen Termine mit den Trainern, Absprachen mit den Sponsoren … Die eine oder andere Stunde vergeht dabei sehr schnell und auch der eine oder andere Euro muss in die Hand genommen werden. Da die Teilnehmer keine hohen Startgebühren zahlen sollen, geht so etwas nur mit der Hilfe unserer Sponsoren, bei denen wir uns noch einmal ganz herzlich bedanken möchten: Elkline Hamburg, ProLimit, surfline.kiel sowie RedBull, Tabou, Gaastra, Vandal, GUN Sails und Surfline Munich. Vielen Dank! Wir hoffen, dass wir auch im nächsten Jahr wieder so eine tolle Unterstützung erhalten können!

76

| WINDSURFING JOURNAL | AUSGABE 4 / 2010 |

© FOTO VALERIE LUTHER


WINDSURFING JOURNAL 15

AUSBLICK

ausblick

01 TEST Die kommende Ausgabe des Windsurfing Journals steht ganz im Zeichen umfangreicher Testberichte. Wir werden für dich folgende Produkte unter die Lupe nehmen:

WINDSURFING JOURNAL – IMPRESSUM BOSS

• Waveboards 85 Liter

Alexander Lehmann

• Crossoverboards 95 Liter

REDAKTIONSANSCHRIFT

• Freerideboards 120 Liter

Windsurfing Journal | Klausdorfer Weg 167 | 24148 Kiel Fon +49 (0)431 996 99 77 | Fax +49 (0)431 996 99 86 info@windsurfing-journal.de

• Wavesegel 4.7 und 5.3 Quadratmeter • Crossoversegel 5.9 Quadratmeter

GESTALTUNG & KONZEPTION

• Freeridesegel No-Cam 7.0 Quadratmeter

OUTLINE-GRAPHIX.DE Jan Weisner (Inh.), Matthias Falk, Jonas Bronnert, Sven Krumbeck

02 FAHRBERICHT WAVEBOARDS Eine Finne, zwei, drei oder vier? Welches Waveboard passt wirklich zu dir? Wir werden die Stärken und Schwächen der unterschiedlichen Set-ups aufzeigen und Empfehlungen aussprechen!

03 WINDSURFING HINTER DER MAUER Die Geschichte des Windsurfens in der DDR – eine Schilderung vom Erfindergeist und Enthusiasmus der Windsurfpioniere der DDR, von den Anfängen mit den Eigenbauboards bis zu den

MITARBEITER DIESER AUSGABE Dirk Herpel, Manuel Grafenauer, Tim Jacobsen, Kirsa Stoltenburg, Michi Trapp, Jonas Wagner, Jonathan Klinck, Christian Sewening, Meiko Möller.

CHEF VOM DIENST Tim Jacobsen

FOTOGRAFEN

VEB-Brettern. Eine erlebnisreiche Geschichte mit vielen Anekdoten.

04 INTERVIEW: WINDSURFER DES JAHRES Er hat nach jahrzehntelanger Dominanz nicht nur Bernd Flessner besiegt und somit verdient den Deutschen Meistertitel im Slalom gewonnen, sondern hat auch noch obendrein bei der Deutschen

Lars Wehrmann, Thorsten Indra, John Carte, Darrell Wong, Claus Döpelheuer, Jerome Houyvet, Manuel Grafenauer, Richard Strom, Brian Bojsen, Erik Aeder, GF-Pictures, Christoph Lorenz, Valerie Luther, Torsten Fascher.

Meisterschaft im Speedwindsurfen bewiesen, dass er tatsächlich der zurzeit schnellste Windsurfer

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Deutschlands ist. Mit zwei Meistertiteln im Gepäck und der aus deutscher Sicht besten Platzierung

Tim Jacobsen, t.jacobsen@terraoceanisverlag.de

im internationalen PWA-Slalomranking kann Gunnar Asmussen auf eine überaus erfolgreiche Saison 2010 zurückblicken. Damit ist er für uns der WINDSURFER DES JAHRES und verdient es, in

PRAKTIKANT Sebastian Rheinländer

einem ausführlichen und wie immer sehr persönlichen Interview präsentiert zu werden.

ERSCHEINUNGSWEISE 5 x im Jahr

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GESCHÄFTSFÜHRER Alexander Lehmann

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Eliane Lehmann e.lehmann@terraoceanisverlag.de Fon +49 (0)431 9969977

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INFOS UNTER: www.terraoceanisverlag.de

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Windsurfing Journal Ausgabe 14  

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