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Schritt f端r Schritt zur Spezifikation einer Gesamt-Betriebsanleitung innerhalb der Anlagendokumentation Leitfaden


Inhalt

Ăœber diesen Leitfaden

03

1

05

Allgemeine Informationen

2 Sicherheit

06

3

07

Aufbau und Funktion

4 Bedienung

08

5

Steuerung und Automation

09

6

Transport und Lagerung

10

7

Montage und Inbetriebnahme

11

8

Instandhaltung und Wartung

12

9 StĂśrungen/Troubleshooting

13

10 Demontage und Entsorgung

14

11 Anhang

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Über diesen Leitfaden

Eine der großen Herausforderungen bei der Dokumentation im Anlagenbau ist es, parallel zum Projekt eine übergreifende Gesamt-Betriebsanleitung zu erstellen: Die Zuliefer-Dokumentation muss eingebunden werden, Themen wie die Sicherheit der Anlage sind übergreifend vom Hersteller zu betrachten und mögliche Änderungen von der Baustelle oder bei der Inbetriebnahme müssen ebenfalls in die Gesamt-Betriebsanleitung einfließen. Aufgrund der komplexen Inhalte einer solchen Betriebsanleitung hat es sich in der Praxis bewährt, mit einem Leitfaden zu arbeiten. Im Folgenden geben wir Ihnen einen kleinen Einblick und mit der strukturierten Auflistung diverser Fragestellungen eine Möglichkeit, Schritt für Schritt eine eigene Spezifikation für Ihren Anwendungsfall zu erstellen.


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Allgemeine Informationen

Beispiel

Informationen zum Hersteller und zur Anlage

Geben Sie hier Informationen zum Hersteller, dem Endkunden und zur Anlage. Identifizieren Sie die Anlage. Geben Sie den Lieferumfang der Anlage an. Führen Sie eine Kontaktadresse für Rückfragen auf. Über dieses Dokument

Erläutern Sie, welchen Zweck dieses Dokument hat. Beschreiben Sie, wie dieses Dokument strukturiert ist. Welche Unterlagen gelten zusätzlich zu diesem Dokument? Gibt es einen Dokumentenschlüssel zur besseren Identifikation der Dokumente. Erläutern Sie diesen. Wenn Sie Symbole in Ihrem Dokument verwenden, erklären Sie diese in tabellarischer Form. Dies gilt insbesondere für Sicherheitsinformationen, die als Warnhinweise dargestellt werden. Erklären Sie Ihre Kategorisierung.

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Tipp Nutzen Sie für die Darstellung und Verwendung Ihrer Warnhinweise die Norm ANSI Z535. Diese ist vor allem im Maschinenund Anlagenbau sehr gut etabliert.

Bestimmungsgemäße Verwendung

Beschreiben Sie den bestimmungsgemäßen Gebrauch der Anlage. Welche Aufgabe hat die Anlage? Was passiert, wenn die Anlage nicht bestimmungsgemäß betrieben wird? Wie steht es in diesem Fall mit Haftungs- und Garantieansprüchen? Beschreiben Sie ausgehend davon auch den vorhersehbaren Fehlgebrauch, z. B. durch das Verwenden anderer als der vorgeschriebenen Betriebsmittel, wie Kühl- oder Schmiermittel.


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2 Sicherheit

Die Informationen in diesem Kapitel dienen der sicherheitsgerechten Handhabung der Anlage. Halten Sie Informationen sowohl für den Betreiber als auch das Personal auf der Anlage bereit. Jede Anlage wird nach dem Stand der Technik entwickelt. Trotzdem können beim Betrieb Gefahren für Leib und Leben des Betreibers, des Personals oder Dritter bzw. Sachschäden auftreten, die sich nicht konstruktiv vermeiden lassen. Dieses Kapitel soll dabei unterstützen, die möglichen Gefahren und Risiken zu erkennen und zu bewerten. Stellen Sie sicherheitstechnische Informationen zu folgenden Themen bereit:

n Pflichten

des Betreibers (z. B. Sicherheits- und Schutzeinrichtungen, Personalanfor- derungen, Instandhaltung) n Pflichten des Personals (z. B. persönliche Schutzausrüstung, Verhalten bei Störungen) n Sicherer Arbeitsplatz n Sicherheitszeichen (z. B. Gebotszeichen, Verbotszeichen, Warnzeichen) n Restgefahren (basierend auf der Gefahren- analyse) n Sicherheits- und Schutzeinrichtungen (z. B. Not-Aus-Schalter) n Sicherheitsbewusstes Verhalten (z. B. beim Transport oder bei Unfällen) n Explosionsschutz n Instandhaltung und Wartung n Feuerschutz


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Aufbau und Funktion

Wenn möglich verwenden Sie an dieser Stelle ein vereinfachtes Schema der Anlage. Auch ein vereinfachtes Piping and Instrumentation Diagram (PID) oder eine Aufstellzeichnung kann helfen. Zählen Sie auf, aus welchen Systemen, Teilsystemen oder Komponenten die Anlage besteht.

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Beschreiben Sie ganz grundlegend die Funktionsweise der Anlage. Gehen Sie dabei auch auf die Hilfssysteme wie z. B. Kraftstoffversorgung oder Kühlung ein. Welche dieser Systeme sind im Lieferumfang enthalten? Wichtig ist an dieser Stelle, wie die einzelnen Systeme miteinander arbeiten? Welche Schnittstellen gibt es? Wie und wann greifen die Systeme ineinander?


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4 Bedienung

Beschreiben Sie den generellen Bedienablauf der Anlage. Detaillierte Informationen befinden sich meist in der Dokumentation zur Steuerung. Auf diese Dokumentation kann hier verwiesen werden. Wichtig ist, dass Sie jedoch an dieser Stelle einen groben Ablauf skizzieren, bei dem alle Hilfssysteme mitbetrachtet werden. Step

Description

Unterschiedliche Betriebsmodi sollten ebenso beschrieben sein (Zweck, grober Ablauf). Beschreibung einer Bediensequenz in Tabellenform in zwei Betriebsmodi (Kaltstart und Warmstart):

Cold start-up

Warm start-up

Beispiel

1

Switch on Generator for Energy

g

2

Switch on Control system

g

3

Switch on all auxiliary systems Lube oil n Cooling water ‌

g

4

Check if all system are running

g

g

5

Switch on the turbine

g

g

6

...

g

g

n


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Steuerung und Automation

Dieses Kapitel beschreibt übergreifend die Steuerung der Gesamtanlage und benennt automatisierte Abläufe oder Prozesse. Die eigentliche Beschreibung der Steuerung erfolgt in der Praxis in einem separaten Steuerungshandbuch.

Wie greift die Steuerung in den Betrieb der Anlage ein? In welcher Anleitung wird die grundsätzliche Funktionsweise der Steuersoftware beschrieben? Ein Link dahin ist völlig ausreichend.

Die Gesamt-Betriebsanleitung hat an dieser Stelle die Aufgabe – basierend auf der Gesamtanlage – einen Überblick zu geben.

Versuchen Sie einen Überblick über die Steuerung und mögliche Automationen zu geben. Welche Kontrolleinrichtungen oder Panels bzw. Anzeigen gibt es? Welche Aufgabe haben diese? Gibt es Bedienpanels? Eine Grafik kann auch hier die Lage verschiedener Kontrolleinrichtungen auf der Anlage verdeutlichen.

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Transport und Lagerung

Wird die Anlage in Teilen geliefert, ist es erforderlich, ausreichend Informationen zum Transport der einzelnen Teile zu geben. Welche vorbereitenden Tätigkeiten sind notwendig? Was ist beim Auspacken zu beachten? Welche Werk- und Hebezeuge sollen verwendet werden? Wer sollte den Transport durchführen?

Bestimmte Komponenten müssen für einen späteren Einsatz zwischengelagert werden. Wie muss dieser Lagerraum aussehen? Welche Temperaturen oder weitere Anforderungen an das Klima müssen gegeben sein?


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Montage und Inbetriebnahme

Geben Sie einen Überblick über die anstehenden Tätigkeiten. In welchen Phasen läuft die Montage ab? Wenn möglich zeigen Sie das anhand eines Aufstell- oder Lageplanes. Welche Anforderungen gibt es an den Boden n Umsetzung durch die Mitarbeiter des und das Fundament? Welche Versorgungsein Auftragnehmers bzw. Anlagenherstellers richtungen sollten vorgehalten sein? n Montage und Inbetriebnahme durch die Wie läuft die Inbetriebnahme ab? Was ist da Mitarbeiter des Auftraggebers bzw. des bei grundsätzlich zu beachten? Es ist an dieser Betreibers unter Anleitung des Herstellers Stelle nicht wichtig, Betriebsdaten oder Pron Umsetzung in Eigenregie des Auftraggebers zesse darzustellen, da Sie dies im Rahmen der bzw. Betreibers Inbetriebnahme-Dokumentation tun müssen. Die Montage der Systeme und Anlagenteile sowie die anschließende Inbetriebnahme werden üblicherweise auf eine der folgenden Arten durchgeführt:

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8

Instandhaltung und Wartung

In diesem Kapitel müssen Sie je nach vertraglicher Vereinbarung alle relevanten Tätigkeiten zur Wartung zusammenfassen. Dies kann bedeuten, die Wartungsinformationen aus der Zulieferdokumentation zu sichten und die relevanten Informationen zusammenzutragen. Beispiel

Level

Interval

Grundsätzlich kann man zwischen einer geplanten Instandhaltung und ungeplanten Tätigkeiten unterscheiden. Geplante Wartungstätigkeiten werden oft in verschiedene Level eingeteilt:

Working time (hours)

Downtime (days)

A

Every 6 months

24

3

B

Every year

48

6

C

Every 30,000 to 35,000 operating hours

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Basierend auf einer solchen Einteilung ist es möglich, alle relevanten Wartungstätigkeiten in Tabellenform darzustellen:

Beispiel

System

Action Visual inspection of the compressor with a borescope, if necessary.

Turbine

Checking the function of the bleed valve. Checking the electrical connections of the turbine speed measuring sensors.

Compressor

Checking the function of the inlet guide vanes.

Generator

Checking the oil level of the bearings (1/2 – 1/3). See operating manual generator DOC_Nr_001.014_1 for more details.


9 Störungen/Troubleshooting

Wie werden Störungen an der Anlage angezeigt? Wo werden evtl. die Fehlercodes erklärt? Ein Link auf das entsprechende Dokument ist ausreichend. Basierend auf einer Standard-Troubleshooting-Tabelle können zu verschiedenen Sachgebieten die entsprechenden Maßnahmen dargestellt werden.

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Dies ist für folgende Themen denkbar: n Elektrik n Transport

von fließenden Medien Geräusche n Vibrationen n Ungewöhnliche

Cause

Action

Cables damaged, heavily kinked or burnt

Lay cables in accordance with regulations. Comply with the bending radii. If cables are burnt, insulate them against heat and lay them elsewhere.

Viscosity insufficient

Check the device for heating the liquid fluids. Ensure heavier heating or replace the device.

...

...

Beispiel


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Demontage und Entsorgung

Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden, bevor die Anlage oder Teile der Anlage demontiert werden? Wo liegen mögliche Gefahren? In welcher Reihenfolge werden Leitungen entlastet und freigeschaltet? Gibt es ein zusätzliches Dokument für das Freischalten der Anlage? Ein Link ist an dieser Stelle auch ausreichend.

Wie muss die Anlage entsorgt werden? Welche Maßnahmen müssen zusätzlich zu den lokalen gesetzlichen Regelungen getroffen werden? Wo liegen mögliche Gefahren für die Umwelt, Leib und Leben bzw. Sachschäden? Welche Flüssigkeiten oder Medien müssen speziell behandelt werden?


11 Anhang

Im Anhang werden üblicherweise übergreifende technische Daten der Gesamtanlage zusammengefasst, zum Beispiel: n Umgebungsbedingungen n Motordaten n Betriebsmittel n Ersatzteile n Verschleißteile

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Zusätzlich wird in der Regel im Anhang eine Liste der mitgeltenden Dokumente erstellt und gepflegt. Sie beinhaltet alle verlinkten Dokumente bzw. alle Dokumente, die zusätzlich zu dieser Betriebsanleitung zur Geltung kommen.


TANNER AG Kemptener StraĂ&#x;e 99 D-88131 Lindau (B) Telefon +49 8382 272-119 Fax +49 8382 272-900 info@tanner.de www.tanner.de

Schritt für Schritt zur Spezifikation einer Anlagendokumentation  

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