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Schiessen Schweiz Das offizielle Magazin des Schweizer Schiesssportverbandes

Schwinger Stucki als DreistellungsschĂźtze // Le lutteur Stucki comme tireur Ă trois positions // Il lottatore Stucki come tiratore a tre posizioni

www.swissshooting.ch

Nr. 6 // Juni 2013


Editorial

Weltspitze in Sachen Schiessen Les tireurs suisses sont de classe mondiale Tra i migliori al mondo nel tiro Von Max Flückiger

Schweizer sind in Sachen Schiessen einfach Spitze. Woche für Woche erreichen uns Meldungen von Spitzenklassierungen bei Weltcups und anderen internationalen Wettkämpfen. Dabei machen die Erfolge von Nachwuchstalenten am meisten Freude, beweisen diese doch, dass das SSVNachwuchskonzept funktioniert. Auch dieses Konzept ist ganz bestimmt Weltspitze. Dass neben dem Spitzensport aber auch der Breitensport funktioniert, ist im SSV selbstverständlich. So laufen in hunderten von Vereinen dauernd Junioren- und Jungschützenkurse. Dieses Reservoir liefert nicht nur ein paar künftige Spitzenleute, sondern noch viel mehr unzählige Vereinsschützinnen und -schützen, sowie Funktionäre und freiwillige Helferinnen und Helfer. Und genau diese sind auch in Zukunft dringend gefragt, soll die Schweiz auch in Sachen Schützentradition Weltspitze bleiben. Wer sonst soll die unzähligen kleinen, mittleren und grossen Schützenfeste und Historischen Schiessen organisieren, wer die rund 3000 Schützenvereine führen oder als Trainer Jugendlichen und Erwachsenen das Schützen-ABC beibringen? In den letzten Monaten haben wieder unzählige Freiwillige dafür gesorgt, dass am ersten Juni-Wochenende das grösste Schützenfest der Welt, reibungslos über die Bühne gehen konnte. Mit dem «Eidgenössischen Feldschiessen» wurde einmal mehr in der ganzen Schweiz Werbung für den Schiesssport gemacht. Die Zahl von rund 130‘000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist ganz bestimmt auch Weltspitze.

Ausgabe 6 // Juni 2013 

Les suisses sont tout simplement géniaux en matière de tir. Chaque semaine, nous recevons des nouvelles relatant les fantastiques classements obtenus lors de Coupes du monde et d’autres compétitions internationales. Les succès de nos jeunes talents sont la source d’un plaisir tout particulier et ils démontrent que le concept de la relève de la FST porte ses fruits. Ce concept est vraiment de classe mondiale. Pour la FST, il va de soi que non seulement le sport d’élite doit bien fonctionner, mais aussi le sport populaire. Ainsi une multitude de cours pour juniors et pour jeunes tireurs sont régulièrement organisés par des centaines de sociétés. Ce réservoir fournit non seulement les futurs athlètes de l’élite, mais aussi un grand nombre de sportifs actifs au niveau de leurs sociétés, ainsi que des fonctionnaires et aides bénévoles. Et à l’avenir, ces derniers ne devraient en aucun cas venir à manquer, si la Suisse entend conserver sa place de leader mondial en ce qui concerne la pérennité de la tradition du tir. Qui d’autre serait à même d’organiser la myriade de petites, moyennes et grandes fêtes de tir ainsi que les nombreux tirs historiques? Qui dirigerait les 3000 sociétés de tir ou qui enseignerait aux jeunes et adultes les bases élémentaires du tir? Ces derniers mois, de nombreux bénévoles ont fait en sorte que le premier week-end de juin, la plus grande fête de tir au monde puisse se dérouler sans accroc. Avec le Tir fédéral en campagne, on a une fois de plus fait dans toute la Suisse de la publicité pour le tir sportif. Le nombre d’environ 130’000 participants et participantes est certainement aussi de classe mondiale.

Gli svizzeri nell’ambito del tiro fanno parte dei migliori. Settimana dopo settimana riceviamo notizie su piazzamenti di punta alla coppa del mondo o in concorsi internazionali. Soprattutto i successi delle nostre speranze fanno particolarmente piacere e dimostrano che il concetto promovimento delle speranze della FST funziona. Anche questo concetto è sicuramente top. È chiaro che nella FST che oltre lo sport d’elite anche le speranze funzionano. In centinaia di società sono organizzati corsi per juniores e per giovani tiratori. Questo bacino non fornisce magari solo alcuni tiratori di punta per il futuro, ma è soprattutto la base per innumerevoli tiratori di società, funzionari e collaboratori a titolo volontario. Soprattutto questi ultimi servono anche in futuro per permettere alla Svizzera di restare al passo con i tempi in ambito di tradizione di tiro. Chi organizzerà altrimenti le innumerevoli piccole, medie e grandi feste e concorsi di tiro e tiri storici, chi dirigerà le quasi 3’000 società o chi si occuperà di fornire le basi del nostro sport ai neofiti giovani e adulti? Negli ultimi mesi innumerevoli volontari hanno fatto sì che durante il primo fine settimana di giugno la più grande festa di tiro al mondo potrà venir organizzata senza particolari problemi. Con il «Tiro Federale in Campagna» si farà una volta di più pubblicità in tutta la svizzera per lo sport del tiro. 130’000 partecipanti è anche una cifra che fa parte del top a livello mondiale.

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Inhalt 1  Titel: Schwinger Stucki als Dreistellungsschütze Le lutteur Stucki comme tireuer à trois positions Il lottatore Stucki come tiratore a tre posizione

3  Editorial: Weltspitze in Sachen Schiessen

20 Reportage über die Thuner Guntelsey Bei Grossanlässen stösst die Anlage ans Limit Le stand de Guntelsey touche à ses limites Il Guntelsey a Thun raggiunge i suoi limiti

Les tireurs Suisse sont de classe mondiale Tra i migliori al mondo nel tiro

6  Baselbieter Kantonalpräsident im Interview «Unsere Hauptsorge ist klar personeller Natur» «Le Personel est notre plus grand souci» «La nostra preoccupazione è di natura personale»

26 Rückblende mit Hans Sinniger Früher zählte Leistung, heute die Kameradschaft Autrefois des performances, aujour'hui la cameraderie 29 Zwei Seitenblicke Oberentfelden empfängt Vorderladerschützen Waffenauktion mit schwerem US-MG

10 Gedankenaustausch zu Unsicherheits-Initiative Echange d'idées à l'initiative contre la sécurité Scambio di idee sulla «iniziativa dell'insicurezza» 12 Inside: Mitteilungen aus dem Vorstand Infoabend zur Lokalen Förderstufe SSV-Übersetzerinnen bauen sprachliche Brücken Les jeteuses de pont bilingues

32 Talentschau: Tarik Inniger Jungschützenkönig ist auch flink auf der Matte Le roi des jeunes tireurs aussi habile sur le tapis 37 Stargast Christian Stucki Der Schwingerkönig im «Schützen-Korsett» Le lutteur se fait entrer de force dans le «corset»

16 Gönnervereinigung der Nationalmannschaften

Martin Hug ist die treibende Kraft der GöV

42 Technik: Luntenschlossgewehr aus Neuchâtel 18 Zwei Portraits aus der Schützenwelt Das «Duo Paul» sorgt für Nachwuchs in Sargans Vaud: Présidence d'honneur pour la reine du tir Ausgabe 6 // Juni 2013 

44 Tessin: Carlo Schirrmeister im Interview Die Geschite weist uns den Weg... La storia ci mostra la via... TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer  SchiessenSchweiz  5


Interview

«Unsere Hauptsorge ist klar personeller Natur» «Notre plus grand souci est clairement un problème de personnel «La nostra preoccupazione principale è chiaramente di natura personale» Die Kantonalschützengesellschaft Baselland (KSG BL) hat nebst dem Nachwuchsproblem personelle Engpässe zu bewältigen. Immer weniger Schützinnen und Schützen zeigen sich bereit, sich in ihrer Freizeit für ein Nebenamt zu engagieren. Präsident Walter Harisberger nimmt zu dieser und weiteren Fragen Stellung. von Béatrice Dürrenberger Wie ist Ihr Verband organisiert? Unserem Verband sind die fünf Bezirksverbände Arlesheim, Laufental, Liestal, Sissach und Waldenburg mit total 92 Sektionen und rund 5000 Mitgliedern, davon 2608 lizenzierten Schützen, angeschlossen. Vor kurzem hat sich nun allerdings der Bezirksschützenverband Liestal infolge von Problemen in der Nachfolgeregelung des Vorstandes aufgelöst. Wir arbeiten nun daran, wie die Sektionen des Bezirks Liestal in die KSG BL integriert werden können. Was ist speziell an Ihrem Verband? Im Baselbiet gab es zwar im Jahr 2002 bei der Gründung des SSV einen Zusammenschluss der KSG BL mit dem UV des SASB (Schweizerischer Arbeiterschützenbund). Aber es gibt im Baselbiet immer noch eine selbstständige Matchschützen-Vereinigung und den SVBB, der die Sportschützen 10/50m Gewehr der beiden Basel vereinigt, sowie auch noch im Grenzgebiet des Kantons Solothurn, im Schwarzbubenland, tätig ist. Dies ist eine spezielle Situation für unseren Verband, der den Bereich der Förderung des Nachwuchses und des sportlichen Schiessens nicht gerade vereinfacht.

Walter Harisberger pflegt das sportliche Schiessen «in bescheidenem Rahmen», wie er sagt. Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Wir haben in diversen Vereinen eine gute Förderung des Nachwuchses mit den Jungschützenkursen oder der Ausbildung von Jugendlichen durch Trainer mit Status C oder B. Leider gibt es auch viele Vereine, die wenig, bis gar nichts für die Förderung des Nachwuchses tun. Hier gilt es den Hebel anzusetzen und diese Vereine dazu zu animieren, mehr für den Nachwuchs zu tun.

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Von der Seite der KSG BL unterstützen wir den Nachwuchs durch finanzielle Beiträge aus dem Nachwuchsfonds, Weiterbildungstrainings für Jungschützenleiter, Schiesskurse (Vorstufenkurse zur Erlangung eines Trainerstatus), Luftgewehrkurse für den Nachwuchs im Winter und sportliche Wettkämpfe wie der Kantonale Final für Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren im Bereich 300m Gewehr und Pistole. Ausgabe 6 // Juni 2013


Interview

Delegiertenversammlung der Kantonalschützengesellschaft Baselland, die im elften Jahr von Walter Harisberger geführt wird. Was bietet Ihr Verband an Wettkämpfen an? Die KSB BL bietet diverse Wettkämpfe an. Besonders stolz sind wir auf die vor sechs Jahren eingeführte Baselbieter Mannschaftsmeisterschaft, bei der sich Teams von je acht Schützen bei der Elite und fünf beim Nachwuchs den Mannschaftsmeisterschaftstitel des Kantons Basel-Landschaft untereinander ausmachen. Der Final ist immer ein hochstehender Wettkampf. Daneben bieten wir einen Kantonalstich an, den Kantonalfinal GMS für alle Kategorien (Elite/Nachwuchs und Gewehr/Pistole), den Kantonalmatch sowie diverse andere Matchwettkämpfe wie zum Beispiel den Nordwestschweiz Ständematch in Zusammenarbeit mit diesen Verbänden. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit anderen KSV/UV? Eine engere Zusammenarbeit gibt es mit dem KSV BS. Dieser profitiert von unseren Schiesskursen und den Weiterbildungstrainings der KSG BL, zu der die Schützen von Basel auch eingeladen sind. Eine Zusammenarbeit besteht ebenso im Matchwesen. Der Kantonalmatch wird gemeinsam durchgeführt. Tradition hat das im Turnus von fünf Jahren durchgeführte Kantonalschützenfest beider Basel, das im Spätsommer 2014 wieder stattfindet in Aesch, Muttenz und Münchenstein. Ein sehr guter und enger Gedankenaustausch findet weiter mit meiAusgabe 6 // Juni 2013 

nen Kollegen aus dem Aargau, Bernbiet und Solothurnischen statt.

ich zu bezweifeln. Das Feedback, das ich erhalte, sagt mir etwas anders.

Können Sie sich eine Fusion mit dem Kantonal-Schützenverband Basel-Stadt und Sportschützenverband beider Basel vorstellen? Ja, vorstellen kann ich mir das und ich bin auch der Überzeugung, dass es lieber früher als später dazu kommen muss. Wir können uns infolge der knappen personellen Ressourcen, finanziellen, aber auch sportlichen Aspekten nicht mehr lange drei Verbände in dieser Region leisten. Ich bin der Meinung, dass alle drei Verbände und alle Schützinnen und Schützen von einer engen Zusammenarbeit – lassen wir das Reizwort Fusion mal noch beiseite – nur profitieren könnten. Es gab übrigens in den letzten zehn Jahren zwei Anläufe zu einer Fusion mit dem SVBB. Doch die emotionalen Widerstände waren zu gross.

Sind Sie zufrieden mit dem Support des SSV? Der Support des SSV ist zufriedenstellend. In Anbetracht der personellen Veränderungen und den aufgebauten professionellen Strukturen ist aber die Erwartungshaltung steigend. Unschön finde ich aber, wenn nicht einmal mehr ein Vertreter des Dachverbandes an unsere DV der KSG BL kommt. Die letzten zwei Jahre habe ich mich persönlich darum bemüht und auf informellem Weg mein Ziel erreicht, dass jemand kam. Dieses Jahr habe ich darauf verzichtet. Wenn wir dies dem SSV nicht Wert sind, nehme ich das so zur Kenntnis.

Wie spüren Sie das Wirken des SSV? Ich spüre das Wirken des SSV und bin natürlich als Präsident näher beim Dachverband als meine Mitglieder. Zusätzlich bin ich noch in zwei Begleitgruppen tätig für Finanzen und das Leitbild. Des Weiteren spüre ich seit der Umorganisation in den letzten zwei Jahren, dass die Bereitschaft, die Basis in wichtige Entscheidungsprozesse einzubeziehen, besser geworden ist. Ob die Basis aber dies auch schon so sieht, wage

Was sind Ihre Hauptsorgen? Unsere Hauptsorge ist klar personeller Natur. Es ist schwierig, geeignete Personen zu finden, die bereit sind, in einem Kantonalverband mitzuarbeiten. Wir stellen gewisse Anforderungen und der Aufwand ist zum Teil nicht unerheblich. Wir stellen aber in diesem Zusammenhang eine Veränderung im gesellschaftlichen Umfeld fest. Man will sich nicht mehr für ein zeitintensives Nebenamt binden. Eine weitere Sorge ist der Erhalt der Zahl der lizenzierten Schützinnen und Schützen und die Nachwuchsförderung. Das bisher Gemachte genügt nicht. Wir müssen noch mehr in Bezug auf die Kommuni-

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Interview

kation und der Ausbildung tun, um den Stellenwert unserer Sportart zu halten. Woher nehmen Sie die Motivation, dieses doch oftmals fordernde Amt zu führen? Ich bin aktiv bei den Schützen seit meinem Jungschützenkurs. Es ist mein Hobby, das ich über die Jahre gepflegt habe. Ich wollte aber nicht nur mitmachen, sondern auch Verantwortung übernehmen. Mit 20 Jahren war ich im Vereinsvorstand, später im Bezirksvorstand und heute in meinem elften Jahr als KSG-Präsident tätig. Meine Motivation ist, etwas meinem Sportverband und der Gesellschaft zurückzugeben und nicht nur zu fordern. Ich bewege gerne etwas und führe gerne. Das macht mir meistens Spass. Motivation hole ich mir auch über die guten Kontakte unter den Kantonalverbänden der Nordwestschweiz und über die Möglichkeit, durch dieses Amt vielerlei interessante Leute aus Politik, Militär und dem Schiesswesen kennenzulernen. Dies ist für mich eine wichtige Bereicherung neben meinem beruflichen Alltag als Geschäftsführer eines Elektrizitätswerkes. Wo sehen Sie die Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten? Wir müssen unser Augenmerk vermehrt auf die Distanzen 10 und 50 Meter Gewehr legen. Dort liegt meiner Meinung nach die Zukunft. Ein weiterer Schwerpunkt ist klar die Nachwuchsförderung. Da müssen wir schon viel mehr machen und uns als Verband sicher noch mehr engagieren. Das heisst, wir müssen mehr Kurse anbieten, vor allem auch Schnupperkurse während der Sommerferien. Ausserdem haben wir Schützen im Alter von 20 bis 45 Jahren und die ganz älteren Schützinnen und Schützen. Dazwischen klafft aber ein grosses Loch. Diese Leute im mittleren Segment müssen wir ansprechen und anwerben können. Wir müssen den Schiesssport wieder attraktiv machen. Nach dem Amoklauf in Menznau wird der Ruf nach einem verschärften Waffengesetz lauter. Befürchten Sie da Nachteile für den Schweizer Schiessspor Dieser Vorfall ist äusserst tragisch und traurig. Er ist aber nicht mit dem Fall Höngg vergleichbar, da es sich dabei nicht um eine Armeewaffe, sondern um eine legal mit einem Waffenschein gekaufte Waffe handelt. Schlecht ist in diesem Fall, dass der Besitzer seine Waffe nicht eingeschlossen hatte und diese entwendet werden konnte. Dies darf nicht passieren. Waffen müssen an einem

Schiesserfolg: Walter Harisberger als Dritter auf dem Podest und beim Besuch eines Demonstrationsschiessens in Ziefen (Bild unten links).

sicheren Ort verschlossen aufbewahrt werden. Hier muss der einzelne Waffenbesitzer noch mehr tun, um solche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern. Da nützt kein Waffenregister. Persönlich glaube ich nicht, dass der Fall Menznau allzu grosse negative Auswirkungen auf den Schiesssport haben wird. Was halten Sie von der Bildung von vier Wettkampfregionen über die Kantonsgrenzen hinaus? Die Ersterfassung des Nachwuchses und das breitensportliche Schiessen muss auch in Zukunft dezentral gefördert werden. Vor allem aber im Bereich des Matchwesens und der Nachwuchsförderung auf höherer Stufe würde ich eine solche Bildung von Wettkampfregionen sehr begrüssen. Hier ist die KSG BL zu klein und hat zum Teil auch nicht

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die nötigen finanziellen Mittel und personellen Ressourcen, um die Förderung der Nachwuchsschützen für höhere Kader und Wettkämpfe abzudecken. Kommt der Präsident auch noch zum Schiessen? Ja, der Präsident nimmt sich diesen Freiraum. Ich bemühe mich in einem bescheidenen Rahmen, das sportliche Schiessen zu pflegen. So schiesse ich regelmässig sechs bis zehn Liegendmatchs – dazu reicht mein Trainingsaufwand noch – und in meinem Verein die GMS und die Mannschaftsmeisterschaft des Kantons Basel-Landschaft. Ausserdem ist es mein Ziel, im Baselbiet alle Freien Schiessen zu besuchen. Das schaffe ich normalerweise mit ein bis zwei Ausnahmen. ● Ausgabe 6 // Juni 2013


Interview

Walter Harisberger est président de la Société cantonale des tireurs de Bâle-Campagne depuis plus de dix ans. Celle-ci compte 92 sections au total, avec quelque 5000 membres, dont 2608 licenciés. Suite à des problèmes de succession au niveau du comité, Liestal, qui faisait partie des cinq Fédérations de districts comprenant Arlesheim, Laufon, Liestal, Sissach et Waldenburg, a été dissoute récemment. Selon Harisberger, la Fédération cantonale s’applique désormais à trouver une solution, pour pouvoir intégrer le district de Liestal dans la Société cantonale.

Deux autres associations de tir Outre la Société cantonale de tir, il y a encore une société indépendante, l’association des matcheurs et le SVBB, qui réunit les tireurs sportifs carabine 10/50m des deux cantons de Bâle et qui est également active dans la zone frontalière avec le canton de Soleure, dans la région du Schwarzbubenland. C’est une situation particulière pour la Fédération, qui ne simplifie pas la promotion de la relève et le tir sportif, explique Harisberger. C’est pourquoi nous devons faire encore plus d’efforts dans ce secteur, pour maintenir l’importance de cette discipline sportive qu’est le tir.

Collaboration avec Bâle Ville... La collaboration avec la Fédération de Bâle Ville est très étroite, au niveau des cours, de la formation et des matcheurs. C’est ainsi que le match cantonal et la Fête cantonale de tir, qui a lieu tous les cinq ans, sont organisés en commun par les deux Bâle. La prochaine aura lieu à Aesch, Muttenz et Münchenstein à la fin de l’été 2014. Le président de la région de Bâle entretient des contacts et des échanges d’idées étroits avec ses collègues des cantons limitrophes d’Aarau, de Berne et de Soleure.

...mais pas (encore) une fusion A la question de savoir si une fusion avec la Fédération cantonale de tir de Bâle Ville et des tireurs sportifs des deux Bâle est envisageable, Harisberger répond : «Oui, je peux me représenter cette option et j’ai la conviction que cela devrait se réaliser le plus vite possible. Les ressources financières et le personnel devenant de plus en plus restreints, y compris les aspects sportifs, nous n’avons pas les moyens d’avoir trois fédérations dans cette région.» Harisberger souligne qu’au cours de ces dix dernières années, il y a déjà eu deux tentatives de fusion avec le SVBB. «Cependant, les oppositions Ausgabe 6 // Juni 2013 

Berufliches Umfeld: Walter Harisberger (3. vl) ist Mitglied der Geschäftsleitung der IBAarau. émotionnelles furent trop grandes.» Notre plus grand souci est clairement un problème de personnel. « Il est très difficile de trouver des personnes qualifiées et disposées à coopérer au sein d’une Fédération cantonale. Nous imposons certaines exigences et le temps investi n’est souvent pas négligeable. Dans ce contexte, nous constatons un changement de l’environnement social. On ne veut plus investir ses loisirs dans un emploi secondaire astreignant.» constate Harisberger, qui est directeur dans une centrale électrique à Aarau.  ●

Walter Harisberger da oltre dieci anni è il Presidente della Federazione cantonale di tiro di Basilea Campagna, alla quale sono affiliate complessivamente 92 sezioni con 5000 soci circa, di cui 2608 tiratori con licenza. Però, delle cinque federazioni distrettuali di Arlesheim, Laufental, Liestal, Sissach e Waldenburg, di recente quella di Liestal si è sciolta a causa di problemi nella regolazione della successione del comitato direttivo. Secondo Harisberger ora il Comitato cantonale sta procedendo affinché le sezioni del distretto di Liestal possano essere integrate nella società cantonale. A parte la Federazione cantonale, a Basilea Campagna esiste una società indipendente di tiratori di match e la federazione SVBB, che unisce i tiratori sportivi al fucile 10/50m dei due semicantoni basilesi ed è attivo anche nella zona di confine con il cantone di Soletta, lo Schwarzbubenland. Per la Federazione, si tratterebbe di una situazione speciale che sicuramente non faciliterebbe la promozione dei giovani tiratori e del tiro sportivo, come spiega Harisberger. Per questo motivo, bisognerebbe aumentare ulteriormente gli sforzi per difendere il valore dello sport del tiro.

Esiste una stretta cooperazione con la federazione di Basile Città nell’ambito della formazione e delle competizioni. Ad esempio, le due federazioni svolgono in comune il match cantonale e, ogni cinque anni, la Festa di tiro cantonale dei due semicantoni di Basilea. La prossima avrà luogo nella tarda estate del 2014 ad Aesch, Muttenz e Münchenstein. Inoltre, il Presidente di Basilea Campagna è in ottimi rapporti con i suoi colleghi dei cantoni di Argovia, Berna e Soletta. Alla domanda se sia pensabile una fusione con la federazione cantonale di Basilea Città e con i Tiratori sportivi basilesi, Harisberger risponde: «Sì, lo ritengo possibile, anzi sono convinto che si debba realizzare la fusione al più presto. A causa delle scarse risorse umane ed economiche, ma anche per alcuni aspetti sportivi non ci possiamo più permettere a lungo il lusso di tre federazioni nella nostra regione». Harisberger fa notare che negli ultimi dieci anni sono già stati fatti due tentativi di fusione con la federazione SVBB. «Però, la resistenza emozionale si è rivelata troppo forte.» La preoccupazione principale per il presidente della federazione di Basilea Campagna è chiaramente di natura personale. «È difficile trovare delle persone adatte che siano disposte a impegnarsi in una federazione cantonale. Abbiamo certe esigenze, e il dispendio in parte è notevole. A questo merito, però, constatiamo un cambiamento nella società. La gente non è più disposta a legarsi per un incarico accessorio nel tempo libero così intenso per quanto riguarda il dispendio di tempo», dichiara Harisberger, che lavora come amministratore di una centrale elettrica ad Aarau. ●

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Aktuell

Gedankenaustausch zur Unsicherheits-Initiative Echange d’idées au sujet   de l’initiative contre la sécurité Scambio di idee sulla   «Iniziativa dell’insicurezza» In Bern informierte Kampagnenleiter Hans-Peter Wüthrich die verbündeten Medien über den Stand der Vorbereitungen zum Abstimmungskampf. Ziel wird es sein, dass die Initiative Aufhebung der Wehrpflicht mit einem deutlichen Volksmehr abgelehnt wird. Von László Tolvaj Rund ein Dutzend Medienschaffende liessen sich in der Kaserne Bern von Kampagnenleiter Hans-Peter Wüthrich und Michel Grunder (Farner Consulting) über die Inhalte und Ziele der Abstimmungskampagne zur «Unsicherheits-Initiative» ausführlich orientieren. Dass nur Redaktoren und Chefredaktoren von «verbündeten Medien» anwesend waren, zeigt bereits, mit welchen Schwierigkeiten die Kampagne gegen die Aufhebung der Wehrpflicht kämpfen muss. Denn während der Grossteil der Schweizer Presse den Initianten (GSoA) allen Platz für ihre Darstellungen einräumt, kommen die Vertreter der Milizarmee kaum zu Wort. Das war schon bei der Waffeninitiative so und hat sich seither nicht geändert. Federführend bei dieser Abstimmung ist der «Verein für eine sichere Schweiz», dessen Vorgängerorganisation sich erfolgreich gegen die Waffeninitiative eingesetzt und die Abstimmung im Februar 2011 auch gewonnen hat. In diesem Verein sind verschiedene Organisationen zusammengeschlossen (u.a. auch SOG, SSV, IGS, SUOV) und vertreten so jetzt schon 350000 Mitglieder. Bis im Sommer soll die halbe Million erreicht sein. Diesen Mitgliedern fällt die wichtige Aufgabe zu, im persönlichen Umkreis für die Sache zu werben. Eine weitere Stütze sind die kantonalen Komitees, welche über

regionale Vereine wirken und mit Podiumsdiskussionen sowie weiteren Aktivitäten dafür sorgen, dass die Inhalte der Kampagne alle Stimmbürger erreichen. «Denn», so Hans-Peter Wüthrich, «wenn wir verlieren, können wir die Schützenhäuser schliessen». Dies an die Adresse der Schützen. Dass die Aufhebung der Wehrpflicht auch für den Wirtschaftsstandort Schweiz und für die Sicherheit von Land und Bevölkerung grosse Nachteile mit sich bringen würde, wird von den Initianten mit keinem Wort erwähnt. Umso wichtiger also, dass wir als verbündete Medien diese Aufklärung betreiben. Mehr Informationen zur Kampagne gegen die Aufhebung der Wehrpflicht finden Sie auf www.unsicherheits-initiativenein.ch. Spenden für den Abstimmungskampf werden dort ebenfalls sehr gerne entgegengenommen. ●

À Berne, le coordinateur HansPeter Wüthrich a informé les médias alliés sur l›état des préparatifs de la campagne référendaire, dont le but sera que l›initiative visant à supprimer le service militaire obligatoire soit rejetée à une majorité populaire très nette. Une douzaine de représentants des médias réunis en la caserne de Berne ont reçu de la part du coordinateur Hans-Peter Wüthrich et de Michel Grunder (Farner Consulting) des informations détaillées relatives aux contenus et objectifs de la campagne en vue de la consultation populaire au sujet de «l’initiative contre la sécurité». Le fait que seuls les rédacteurs et rédacteurs en chef de «médias alliés» étaient présents démontre très bien à quelles difficultés la campagne

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menée contre la suppression du service militaire obligatoire doit faire face. Alors que la majorité de la presse suisse concède aux initiateurs (GSsA) tout l’espace dont ils ont besoin pour présenter leurs vues, les représentants de l’armée de milice n’ont pratiquement pas la possibilité de s’exprimer. C›était déjà comme cela au sujet de l’initiative sur les armes et ça n’a pas changé depuis lors. «L’Association pour une Suisse en sécurité », issue de l’organisation ayant lutté avec succès contre l’Initiative sur les armes et finalement gagné la votation de février 2011, est responsable de la coordination de la nouvelle campagne. Diverses organisations ont uni leurs forces dans cette société (entre autres la SSO, la FST, la CIT et l’ASSO) représentant aujourd’hui déjà quelques 350000 membres. Le demi-million devrait être atteint d’ici l›été. Ces membres vont assumer un rôle clé en soutenant la bonne cause au sein de leur environnement personnel. Les comités cantonaux forment un autre pilier, agissant par le biais de sociétés régionales et intervenant dans le cadre de tables rondes et d’autres activités, dans le but de s’assurer que le contenu de la campagne atteigne tous les électeurs. Car, comme le dit Hans-Peter Wüthrich, «si nous perdons, nous pourrons fermer tous les stands de tir». Propos tenus à l’adresse des tireurs. Les initiateurs ont sciemment renoncé à mentionner dans leurs propos que la suppression du service militaire obligatoire pourrait entraîner de grands inconvénients pour le site économique suisse et pour la sécurité du pays et de sa population. Il est donc d’autant plus important que nous médias alliés diffusions ces informations. Pour plus de détails sur la campagne contre la suppression du service militaire obligatoire, Ausgabe 6 // Juni 2013


Aktuell

veuillez consulter le site initiative-contresecurite-non.ch/. Les dons destinés à la campagne référendaire sont les bienvenus. ●

A metà maggio, Hans-Peter Wüthrich, responsabile della campagna contro l’iniziativa ha informato i media sullo stato dei lavori del comitato contro l’iniziativa. L’obiettivo è di bocciare l’iniziativa per l’abolizione dell’obbligo di servire con una chiara maggioranza della popolazione. Circa una dozzina di rappresentanti dei media sono stati orientati nella caserma di Berna in modo chiaro e approfondito dal responsabile della campagna Hans-Peter Wüthrich e da Michel Grunder (Farner Consulting) sui contenuti della campagna contro la «Iniziativa dell’insicurezza». Erano presenti solo redattori e capiredattori di «media amica» e questo mostra con che difficoltà deve confrontarsi la campagna contro l’obbligo di prestare servizio militare. Infatti, se la maggior parte della stampa svizzera da tutto lo spazio necessario agli iniziativisti (GSsE), i rappresentanti dell’esercito di milizia non ne trovano quasi. Era già così con l’iniziativa contro le armi e non è cambiato nulla. Responsabile di questa campagna è la «Associazione per una Svizzera sicura», che con il suo nome precedente aveva lottato con successo contro l’iniziativa abolizionista delle armi votata nel febbraio 2011. In questa associazione sono riunite varie organizzazioni tra cui la SSU, FST, IGS, ASSU che

Kampagnenleiter Hans-Peter Wüthrich und Michel Grunder, Farner Consulting (links). rappresentano già ora ca. 35‘000 membri. Entro l’estate si dovrebbe raggiungere il mezzo milione: questi membri avranno poi l’importante compito di spiegare ai propri conoscenti le motivazioni contro l’iniziativa. Un ulteriore tassello è rappresentato dai comitati cantonali che collaborano con società regionali e che con discussioni, presentazioni, dibattiti fanno sì che gli argomenti della campagna raggiungano tutti gli elettori. Questo perché, secondo Hans-Peter Wüthrich, «Se perdiamo, possiamo chiudere gli stand di tiro» indirizzato ai tiratori. La rinuncia all’obbligo di prestare servizio porta con sé importanti conseguenze negative anche per la Svizzera come piatta-

forma economica e per la sicurezza del nostro Paese e della nostra popolazione: questo però non è citato in alcun modo dai fautori. È dunque ancora più importante che noi, come media vicini al tema, ci occupiamo del tema. Ulteriori informazioni sulla campagna contro l’abolizione dell’obbligo di servire sono disponibili su www.no-iniziativa-insicurezza.ch. Contributi finanziari per combattere questa iniziativa sono sempre i benvenuti. ●

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denn trotz Aluschaft sind selbst internationale Cracks überzeugt, dass mit Holzschaft die Präzision noch besser ist. Das «pimp my rifle»-System von

Rieder&Lenz passt für folgende Systeme: alle Anschütz 18er/19er/20er; Bleiker, Grünig & Elmiger; Tanner; Feinwerkbau und Walther.

Aus alt wird neu. TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer  SchiessenSchweiz  11


Inside

Mitteilungen aus dem Vorstand Communications du Comité Comunicazioni dal comitato An seiner vierten Sitzung vom 18. und 19. April 2013 in Bern hat der Vorstand folgende Themen behandelt und entsprechende Beschlüsse gefasst: • Das weitere Vorgehen bezüglich des in der Sitzung verabschiedeten finalen Wortlautes des neuen SSV-Leitbildes wurde ebenfalls besprochen. Es ist das Ziel des Vorstands gestützt auf das neue Leitbild bis im Herbst 2013 die Strategie und die langfristigen Zielsetzungen unseres Verbandes zu finalisieren. • Die Durchführung des 1. Ehrenamtlichen-Anlasses, der am 14. Juni 2013 bei einem unserer SSV-Partner, Heineken Schweiz AG, stattfindet. Dieser lädt alles SSV- Ehrenamtlichen in die Brauerei Eichhof in Luzern ein, wo neben Informationen unseres Partners, einer Betriebsbesichtigung auch Neuigkeiten aus dem SSV mitgeteilt werden. Zudem soll dabei der direkte Meinungsaustausch zwischen Ehrenamtlichen, Vorstand und Geschäftsstelle dort weiter gefördert werden. • Die Regelung zur Zeichnungsberech-

tigung im SSV wurde verabschiedet. • Ein neues SSV-Bekleidungsreglement und die Bestimmungen zur Corporate Identity und Corporate Design des SSV (CICD) wurden genehmigt. • Bezüglich SSV-Labelstandorten wurde entschieden, dass der SSV eine aktive Rolle bei der Koordination von solchen regionalen Nachwuchszentren übernimmt und der Vorstand setzt sich zum Ziel, insgesamt fünf bis sechs solcher Labelstandorte aufzubauen. Neben den zwei bestehenden in der Ostschweiz (Teufen und Filzbach) sind Trägerschaften für solche regionale Nachwuchszentren in der französischen Schweiz, der Zentralschweiz, der Nordwestschweiz und wenn möglich auch in der italienisch sprechenden Schweiz zu suchen und mit den jeweiligen KSV/UV/MV zu koordinieren. • Ebenfalls wurden Weisungen zur Benutzung der neuen SSV-Geschäftsfahrzeuge (neu Subaru Legacy) für den Privatgebrauch erlassen, welche eine finanzielle Beteiligung der Mitarbeitenden vorsieht und so hilft die Fahrzeugkosten weiter zu optimieren.  ●

Der SSV trauert um sein Ehremitglied

Adolf Egger-Metzger, Russikon (1926-2013) Ein Leben lang hat sich Adolf Egger für die Sportschützen in verschiedensten Funktionen engagiert. Adolf war von 1950 bis 1988 in leitenden Funktionen auf Vereins-, Unterverbands- und eidgenössischer Ebene als Funktionär tätig. Über 50 Jahre war er bei den Sportschützen Schalchen aktiv und präsidierte während acht Jahren die Zürcher Sportschützen. 1961 wurde er zum Ehrenmitglied der Feldschützen Schwamendingen, 1969 zum Ehrenpräsidenten des Zürcher Kantonalen Sportschützenverbandes und 1975 zum Ehrenmitglied der Sportschützen Schalchen ernannt. Zehn Jahre lang war Adolf Egger Mitglied des Zentralkomitees des SSV, davon sieben Jahre als Vizepräsident. 1976 wurde er zum Ehrenmitglied des SSV ernannt. Betroffen müssen wir jetzt von Adolf Egger für immer Abschied nehmen. Wir verlieren mit ihm einen kompetenten und stets hilfsbereiten Kameraden. Der Vorstand des Schweizer Schiesssportverbandes und die ganze Schützengemeinde entbieten der Trauerfamilie ihre grosse Anteilnahme. Wir werden dem Verstorbenen ein ehrendes Andenken bewahren. SCHWEIZER SCHIESSSPORTVERBAND Der Vorstand

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Lors de sa quatrième séance, tenue les 18 et 19 avril 2013 à Berne, le Comité a pris les décisions suivantes au sujet des thèmes à l’ordre du jour: • La suite à donner à la décision prise en cours de cette séance, relative à l’énoncé final des Lignes directrices de la FST, a également fait l’objet de discussions. Le Comité a l’intention, sur la base de ces nouvelles Lignes directrices, de finaliser jusqu›à l›automne 2013 la stratégie et les objectifs à long terme de notre Fédération. • La 1ère réunion des bénévoles aura lieu le 14 juin 2013 chez l›un de nos partenaires FST, Heineken Switzerland SA. Ce dernier invite tous les bénévoles de la FST à la brasserie Eichhof à Lucerne, où - en plus des informations que nous fournira notre partenaire et une visite de l›usine - des nouvelles de la FST seront communiquées. Cette réunion permettra en outre un échange de vues direct entre les bénévoles, le Comité et le Secrétariat général. • La règlementation au sujet du droit de signature au sein de la FST a été adoptée. • De nouvelles règles vestimentaires ainsi que des dispositions relatives à l’image de marque (Corporate Identity) et au style (Corporate Design) de la FST ont été approuvées. • En ce qui concerne les Sites label, il a été décidé que la FST jouera dorénavant un rôle actif dans la coordination de ces centres régionaux de la relève et le Comité s’est fixé pour objectif de réaliser au total cinq à six de ces sites. En plus des deux sites existants en Suisse orientale (Teufen et Filzbach) des commanditaires sont recherchés pour des centres régionaux de la relève en Suisse romande, en Suisse centrale, dans le Nord-Ouest et si possible également dans la partie italophone de la Suisse. La FST entend coordonner ses efforts en la matière avec les SCT/SF/AM de des régions. • Des instructions relatives à l’utilisation à des buts privés des nouveaux

véhicules de la FST (nouvelles Subaru Legacy) ont également été adoptées. Elles prévoient une contribution des collaborateurs, devant permettre d’optimiser les coûts des véhicules. ● Durante la sua quarta riunione del 18-19 aprile a Berna, il comitato ha preso le decisioni seguenti: • Sono state ratificate le linee guida federative. Su questa base il comitato desidera elaborare entro l’autunno la strategia e gli obiettivi a lungo termine della federazione. • Organizzazione del 1. incontro dei volontari che si terrà il 14 giugno 2013 presso uno dei partner FST: la Heineken Schweiz AG. Sono invitati tutti i collaboratori volontari della FST nella birreria Eichhof a Lucerna: oltre ad informazioni del nostro partner e una visita della birreria vi saranno anche comunicazioni di novità da parte della FST. È riservato anche del tempo per uno scambio informale d’informazioni tra i volontari, comitato e membri del segretariato di Lucerna. • Sono state definite le competenze di firma a livello FST. • Sono stati ratificati un nuovo regolamento sul vestiario/abbigliamento e le direttive sulla Corporate Identity e Corporate Design della FST (CICD). • La FST assume un ruolo attivo nella coordinazione dei centri regionali riconosciuti. Il comitato ha come obiettivo la realizzazione di 5-6 tali centri per le speranze, Oltre ai due già in essere (Teufen e Filzbach) sono da coordinare con le rispettive FCT/SF attività nella Svizzera Romanda, nella Svizzera centrale, nel Nord-ovest e nel limite del possibile anche nelle Svizzera italiana. • Sono state altresì emanate direttive sull’uso a scopo privato delle nuove auto aziendali FST (Subaru Legacy), che prevedono la partecipazione finanziaria del collaboratore permettendo così di ottimizzare ulteriormente i costi. ●

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«Wir sind auf   einem guten Weg» Am Infoabend über die lokale Förderstufe im Armee Ausbildungszentrum Luzern AAL wurden 45 Ausbildungs-, Nachwuchschefs und J+S Coaches aus den Kantonal- und Unterverbänden über das Förderkonzept Nachwuchs SSV orientiert. VON RENE WICKI Ruth Siegenthaler, Chefin Kompetenzzentrum Nachwuchs und Ausbildung, um was geht es eigentlich bei diesen Treffen? «Wir wollen die Informationen vom BASPO und Swiss Olympic betreffend Umsetzung Förderkonzept direkt weitergeben. Es geht auch darum, die Bedürfnisse der Verbände zu erkennen und entsprechende Massnahmen in die Wege zu leiten. Networking und die Förderung der Zusammenarbeit ist dabei auch sehr wichtig.» Wie sind denn die ersten Erfahrungen mit der lokalen Förderstufe? «Wir haben am 1. Oktober 2012 damit begonnen. Drei Kantone (BE, ZH, AG) konnten die Bedingungen erfüllen. Heute sind insgesamt 69 Jugendliche im Alter ab 12 Jahren in lokalen Förderzellen. Ziel ist es, dass die Kantone 250 junge Talente selektionieren können. Und da sind wir auf einem guten Weg. Das haben auch die Ausführungen an diesem Abend von René Koller vom Zürcher Schiesssportverband gezeigt. Eindrücklich hat er über seine Erfahrungen mit der lokalen Förderstufe berichtet.» Die Rückmeldungen sind also durchwegs positiv? «Ja, erfreulich war, die hohe Flexibilität, welche die 3 Kantone in einer Umsetzungszeit von nur 2 Wochen gezeigt haben Ab dem 1. Oktober 2013 ziehen weitere Kantone mit und es macht Freude, die Fortschritte zu sehen. Die MögAusgabe 6 // Juni 2013 

lichkeit für Sportler von Kantonalkader eine Talentcards lokal zu erhalten gab einen richtigen Schub und die Anerkennung wird von den Trainern und den Jugendlichen sehr positiv wahrgenommen.» Wer hat denn eine Chance in diese lokale Förderstufe zu kommen? «Nun, dank dem neuen Konzept können die kantonalen Ausbildungschefs ihre Talente via SSV, direkt in die lokale Förderzelle anmelden, sofern sie die Kriterien des Förderkonzeptes erfüllen. Jeder Kanton kann ein eigenes Selektionskonzept definieren, welches ähnlich wie bei der PISTE ist.» Wie gross ist der Zeitaufwand für diese jungen Athleten? «Eine Aufnahme in die lokale Förderstufe ist ab 12 Jahren möglich. Dort beträgt der wöchentliche Aufwand 10 Stunden für alle Arten von Trainings (siehe auch Athletenweg Seite 11 Förderkonzept Nachwuchs SSV). Wir sind uns bewusst, dass dies viel ist. Allerdings sind wir der Auffassung, dass Talente gefördert und alters- und stufengerecht gefordert werden müssen. Auf die Regeneration ist jedoch in dieser sensiblen

Phase ein spezielles Augenmerk zu richten. Ich bin überzeugt wir sind auf dem richtigen Weg.» Aber auch erwachsene Schützen kriegen nun Trainerunterstützung… «Genau. Neu wird der sogenannte Erwachsenensportleiter (ESA) Kurs angeboten. Dies garantiert dann auch geführte Trainings in den Vereinen für Schützen die älter sind als 20 Jahre. Die ESA-Leiterausbildung startet ab 2014 und dauert 6 Tage.»●

Ruth Siegenthaler.

Informative Sitzungsrunde im Armee Ausbildungszentrum Luzern AAL. TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer  SchiessenSchweiz  13


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Die zweisprachigen   Brückenbauerinnen Les jeteuses de pont bilingues Wenn die Delegierten des SSV tagen, braucht es zur Verständigung Leute, die Brücken bauen zwischen der deutschsprachigen und lateinischen Schweiz. Dafür sorgen die beiden Übersetzerinnen Nina von Heydebrand und Rita Grobberio. von andreas tschopp «Ich habe ein gutes Sprachgefühl und kann sonst nichts anderes», gibt Nina von Heydebrand lakonisch zur Antwort auf die Frage, warum sie Übersetzerin geworden ist. Als solche arbeitet von Heydebrand seit 20 Jahren für den Schweizer Schiesssportverband SSV. Sie übersetzt nicht nur alljährlich an der Delegiertenversammlung wie unlängst in Bern das gesprochene Wort von Deutsch auf Französisch oder umgekehrt, sondern ebenso an der DV der USS Versicherungen, an den zweimal jährlich stattfindenden Präsidentenkonferenzen oder auch bei Anlässen der Abteilung Ausbildung/Nachwuchs im SSV.

Vorbereitung ist die halbe Arbeit «Die Hälfte der Arbeit ist gute Vorbereitung», betont von Heydebrand mit Verweis darauf, dass jede Organisation ihren eigenen Ausdrucksjargon habe, den man als Übersetzerin kennen müsse. So ist von Heydebrand öfters auch für Ärzte und medizinisches Personal tätig. Fachtagungen in diesem Bereich seien «sehr anspruchsvoll», erklärt die gebürtige Bernerin, die nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit die Handelsschule in Neuenburg besucht hat. Als Studienort habe sie danach Genf ausgewählt, wo von Heydebrand an der Universität zuerst Sprachen und Literatur studierte und dann das Diplom machte an der Übersetzerschule. Diese Institution ist in der Stadt, wo viele internationalen Organisationen und Firmen ihren Sitz haben, sehr gefragt und «gilt als eine der besten der Welt», erklärt Rita Grobberio, die mit Nina von Heydebrand zusammen an der SSV-DV übersetzt hat. Grobberio tat dies zum ersten

Nina von Heydebrand (vorne) und Rita Grobberio in der Übersetzungskabine der Kaserne in Bern. Mal in der Nachfolge von Christine Breuss, die in den Ruhestand getreten ist.

Für Fenaco und in Cannes tätig «Ich wusste schon mit 11 Jahren, dass ich Übersetzerin werden will», erzählt Rita Grobberio, die in Genf mit Französisch als Muttersprache aufgewachsen ist und in der Schule Deutsch gelernt hat. Dann hat sie ein Jahr in Berlin verbracht und ist «mit einem Berliner» zurückgekehrt nach Genf, um die Übersetzerschule zu absolvieren. Danach hat sie 10 Jahre lang in der Familie Deutsch gesprochen. Grobberio arbeitet als Übersetzerin sonst noch für die landwirtschaftliche Organisation Fenaco, internationale Organisationen in Genf, die Europäische Union und den Europäischen Gerichtshof sowie für die Polizei. Es gebe viele Kunden, die nur einmal pro Jahr ihre Dienste in Anspruch nähmen, sagt Rita Grobberio und verweist auf Filmfestivals, allen voran das berühmte in Cannes. «Ich liebe diese Arbeit», schwärmt sie im Gespräch am Rande der SSV-DV. «Bei mir geht es weniger glamourös zu und her», merkt ihre Kollegin dazu an und ergänzt: «Ich habe es nie bis nach Paris ge-

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schafft», so Nina von Heydebrand, die seit über 30 Jahren in Genf lebt hat. Genf sei «eine kleine Grossstadt, ganz im Gegensatz zu Zürich», meint von Heydebrand aus Erfahrung. «Es ist ganz gut gelaufen und war nicht zu anstrengend», ziehen die beiden Übersetzerinnen Bilanz nach getaner Arbeit an der Delegiertenversammlung des SSV. Gemeinsam halten sie noch fest, dass ihnen das Glossar auf der Homepage mit Fachausdrücken auch auf Französisch sehr dienlich gewesen sei.  ●

Quand les délégués de la FST délibèrent, ils ont besoin de personnes qui sont en mesure de jeter des ponts entre la Suisse alémanique et la Suisse latine, pour qu’une compréhension réciproque soit possible. Les deux traductrices Nina von Heydebrand et Rita Grobberio veillent à cela. «J’ai un bon sens de la langue et à part cela, je ne peux rien faire d’autre» avoue Nina von Heydebrand, laconique, en réponse à la question pourquoi elle est devenue traducAusgabe 6 // Juni 2013


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trice. Nina von Heydebrand travaille depuis vingt ans, à ce titre, pour la Fédération sportive Suisse de Tir (FST). Elle ne traduit pas seulement, annuellement, les propos parlés, de l’allemand en français ou vice versa, à l’Assemblée des Délégués, comme dernièrement à Berne. Elle en fait de même l’AD des assurances USS, aux Conférences des présidents ayant lieu deux fois par année, ou aussi lors d’évènements du département formation/relève au sein de la FST. «La moitié du travail réside dans une bonne préparation» souligne Nina von Heydebrand, en se référant au fait que chaque organisation a son propre jargon, qu’une traductrice devrait connaître. C’est pourquoi elle travaille assez souvent pour des médecins et du personnel médical. Les journées professionnelles de ce genre sont «très astreignantes», nous explique la Bernoise qui, après la scolarité obligatoire, a fréquenté l’école de commerce à Neuchâtel. Par la suite, elle choisit Genève comme ville d’études, où elle y étudia d’abord les langues et la littérature, pour passer ensuite son diplôme à l’école de traduction. A Genève, où il y a de nombreuses organisations internationales et où plusieurs entreprises ont leur siège social, cette institution est très convoitée et «compte parmi les meilleures du monde» déclare Rita Grobberio, qui a traduit, en commun avec Nina von Heydebrand, à l’AD de la FST. Cette dernière fit ceci pour la première fois, en succédant à Christine Breuss, qui a pris sa retraite.

«Agée de 11 ans, je savais déjà que je deviendrais traductrice », raconte Rita Grobberio, qui a grandi à Genève. Sa langue maternelle est le français et elle a appris l’allemand à l’école. Elle a ensuite passé une année à Berlin et elle est revenue à Genève «avec un Berlinois» pour y effectuer ses études à l’école de traduction. Suite à cela, elle a parlé l’allemand dans sa famille, pendant 10 ans. Par ailleurs, elle exerce aussi sa profession de traductrice auprès de la société agricole Fenaco, pour des organisations internationales à Genève, pour l’Union Européenne et la Cour de Justice des Communautés européennes ainsi que pour la police. Il y a de nombreux clients qui revendiquent ses services une seule fois par année, dit-elle, et fait référence aux festivals du film, en particulier celui de Cannes, très célèbre. «J’adore ce boulot là-bas» s’exulte-t-elle dans une discussion en marge de l’AD de la FST. «Chez moi, c’est un va-et-vient moins prestigieux» retient sa collègue et ajoute : «Je ne suis jamais arrivée jusqu’à Paris» remarque Nina von Heydebrand, qui vit à Genève depuis plus de 30 ans. Genève est «une petite grande ville, tout à fait à l’inverse de Zurich», juge Nina von Heydebrand, par expérience. «Tout a bien marché, ce n’était pas trop pénible», disent-elles les deux, après l’accomplissement de leur travail, en faisant le bilan de l’Assemblée des Délégués de la FST. Elles retiennent, en commun, que le glossaire du site Web de la FST leur a été très utile. ●

Der Weg zur EM

Il cammino verso   gli CE

En Route pour les CE

Wie bereits für die Europameisterschaft 10m in Dänemark wird das Schweizer Team auch für die Freiluft-EM in Osijek (Kroatien) über die Trials bestimmt. Zu diesen Trials sind die besten der Shooting Masters zugelassen, Kadermitglieder und Rookies sind direkt qualifiziert. Voraussetzung ist das Erreichen der vorgegebenen Mindestergebnisse. Trials: 8./9. Juni: Olympische Disziplinen Elite (25/ 50m) in Buochs (Gewehr) und Riedbach (Pistole). 14./15. Juni: Gewehr 300m in Winterthur 22./23. Juni: Alle Disziplinen Junioren, Nicht-

Come per i campionati europei (CE) a 10m tenutisi in Danimarca, il team svizzero che parteciperà ai campionati europei di Osijek (Croazia) verrà scelto tramite i trials. A questi trials partecipano automaticamente i migliori dei Shooting Masters, i membri dei quadri e i Rookies a condizione che raggiungano i risultati minimi richiesti. Trials: 8-9 giugno: Discipline olimpiche elite (25/50m) a Buochs (fucile) e Riedbach/Berna (pistola) 14-15 giugno: Fucile 300m a Winterthur 22-23 giugno: Tutte le discipline per gli juniores, discipline non olimpiche alla pistola elite a Schwadernau e Liestal.

Comme déjà pour le Championnat d’Europe 10m

olympisch Pistole Elite in Schwadernau und Liestal. Für die EM qualifizieren sich je die zwei Besten der Trials (300m nur der 1.) direkt, alle weiteren Sportler werden durch das Selektionsgremium gesetzt. Je Disziplin können maximal drei Sportler an der EM starten.  ● Ausgabe 6 // Juni 2013 

Per i CE si qualificano direttamente i migliori due dei trials (300m solo il primo); gli altri atleti verranno scelti dalla commissione di selezione. Agli Europei possono gareggiare al massimo tre atleti per disciplina. ●

Rückruf SSV-Kranzkarten Der Vorstand des Schweizer Schiesssportverbandes hat am 3. März 2008 beschlossen, das Kranzkartengeschäft des ehemaligen Schweizerischen Revolver- und Pistolenschützenvereins, des ehemaligen Schweizerischen Schützenverbandes und des ehemaligen Schweizerischen Arbeiterschützenbundes spätestens am 31.12.2013 zu liquidieren, diese Kranzkarten auf den 30. Juni 2013 zu befristen bzw. sie auf dieses Datum als ungültig zu erklären. Die sich noch im Umlauf befindenden Kranzkarten können bis zum 30. Juni 2013 bei einem der Mitglieder des Kranzkarten-Konkordates der Schweizerischen Schützenverbände eingelöst werden. Danach verlieren sie ihren Wert.

Rappel des cartes-couronnes Le Comité de la Fédération sportive suisse de tir a décidé le 3 mars 2008 de supprimer au plus tard jusqu’au 31.12.2013: la remise des cartes-couronnes de l’ancienne Fédération suisse des tireurs au revolver et au pistolet, de l’ancienne Société suisse des carabiniers et de l’ancienne Fédération ouvrière suisse des tireurs. Les cartes-couronnes seront limitées au 30 juin 2013. Les cartes-couronnes se trouvant encore en circulation peuvent être encaissées normalement jusqu’au 30 juin 2013 auprès d’un des membres du Concordat des cartes-couronnes des fédérations suisses de tir. Après le délai de rappel, les cartes-couronnes encore en circulation perdent leur valeur et ne seront plus reconnues par le Concordat, ni par les entreprises, qui ont jusqu’ici payé les cartes-couronnes.

au Danemark, l’équipe suisse qui participera au CE plein air, à Osijek (Croatie), sera aussi constituée au travers des trials. Les meilleurs des Shooting Masters sont autorisés à prendre part aux trials, les membres cadres et les rookies sont directement qualifiés. L’obtention des résultats minimaux fixés, en est la condition. Trials: 8/9 juin: Disciplines olympiques élite (25/50m) à Buochs (fusil) et Rie dbach/Berne (pistolet) 14/15 juin : Carabine 300m à Winterthur 22/23 juin : Toutes les disciplines juniors, pistolet élite non olympique, à Schwadernau et Liestal. Les deux meilleurs des trials sont qualifiés pour le CE (à 300m seulement le 1er), tous les autres tireurs sont nommés par la commission de sélection. Au maximum trois tireurs, par discipline, prennent part au CE. ●

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Martin Hug, guter Geist der Gönnervereinigung Die Gönnervereinigung (GöV) unterstützt die Schweizer Schützen-Nationalmannschaften. Vorsitzender der GöV ist der Berner Martin Hug – ein erfahrener Schützenfunktionär. von andreas tschopp «Ich war zuerst etwas überrascht und wusste nicht genau, was mich erwartet», meint Martin Hug rückblickend zu seiner Berufung als Präsident der Gönnervereinigung der Schützen-Nationalmannschaften (GöV, im Internet www.schuetzen-goenner.ch). Das war Ende 2009, als ein Nachfolger für den abtretenden ehemaligen Spitzenschützen Toni Küchler fürs Präsidium der GöV gesucht wurde. Hug war damals schon Mitglied im 100er-Club, der Vereinigung jener Personen, die jährlich mindestens 500 Franken Gönnerbeitrag zahlen, und kurz zuvor nach acht Amtsjahren als Präsident des Berner Schiesssportverbandes zurückgetreten. Somit hatte der erfahrene Schützenfunktionär (alle Ämter aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen) und gewiefte Organisator den Rücken frei, um sich einer neuen, weiteren Aufgabe zu widmen.

Hug: «Sehr viel Positives erlebt» Martin Hug aus Wynigen, der dort im Gemeinderat sass und Gemeindepräsident war, übernahm folglich im Juli 2010 in Thun die Führung der GöV. «Ich habe den Schritt nicht bereut, in den letzten zwei Jahren sehr viel Positives erlebt und interessante neue Freundschaften schliessen können», hielt der neue Präsident im Bericht über seine ersten beiden Amtsjahre zuhanden der GV fest. Diese findet nur alle zwei Jahre statt, letztmals im Herbst 2012. Folgende Ziele für die kommende Amtszeit hat sich der Präsident der GöV damals gesetzt: Engagement im Nachwuchsbereich durch Unterstützung von Familien und Talentcamps, Härtefälle bei finanziellen Problemen der Schützinnen und Schützen zu lindern und Ausrichtung von Beiträgen an diese nach neuen Kriterien.

Neues Beitragskonzept ab 2013 Das neue Konzept, nach dem der GöVVorstand auf Antrag von Ines Michel, Chefin

Martin Hug posiert vor der Flaggenwand an seinem Arbeitsort, der Berner Militärverwaltung. Spitzensport SSV, unabhängig über die Beiträge entscheidet, kommt dieses Jahr erstmals zur Anwendung. Gemäss Hug werden so rund 35 Athletinnen und Athleten (Kadermitglieder und Nachwuchsleute) direkt finanziell unterstützt. Dafür wendet die GöV etwa 70 000 Franken auf. Insgesamt gibt die GöV mehr als 100 000 Franken pro Jahr aus. Beiträge fliessen auch an Einrichtungen und Organisationen, die sich der Nachwuchsförderung im Schiesswesen verschrieben haben. So ist die GöV Genossenschafterin beim

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Schiesssportzentrum Teufen und gedenkt, auch neue Label-Standorten «im Bereich der Möglichkeiten finanziell zu unterstützen», sagt Präsident Hug.

MzM-Propaganda am besten Beschafft werden die Mittel primär über die Gönnerbeiträge (mit 20 Franken ist man dabei; der 100er-Club zählt mittlerweile schon 140 zahlende Mitglieder) und über die eigene Schiessveranstaltung. Es ist dies der LZ-Cup. Dort winken für die Schützen Ausgabe 6 // Juni 2013


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attraktive Preise bis hin zu einem Auto, die gesponsert werden. Der Reinerlös des LZCups wird primär für Infrastrukturbeiträge eingesetzt von der GöV. Martin Hug, der seit bald 40 Jahren in der Militärverwaltung des Kantons Bern tätig ist, und seine Vorstandskameraden setzen auf das gute Netzwerk in Schützenkreisen und Mund-zu-Mund-Propaganda, um Gönner zur Unterstützung der Schweizer Schützen zu gewinnen. Das sei am effektivsten, betont Hug, der ebenfalls im Stiftungsrat des Schützenmuseums sitzt. Nebst dem Verkauf von Fanartikeln des Suisse Teams (siehe Box rechts) wird unter den Gönnern dieses Jahr ein Standardgewehr der Firma Bleiker im Wert von 5700 Franken verlost. Der GöV-Präsident bezeichnet sich selber als «aktiver, doch mittelmässiger Schütze», so Martin Hug. Im 61. Altersjahr gehört er mittlerweile zu den Veteranen, bei denen er in seiner Heimatregion als Kassier nun ein weiteres Amt inne hat.  ●

Eine Geschenkidee der GöV Liebe Leserinnen und Leser Der Vorstand der Gönnervereinigung der Nationalmannschaften möchte zunächst herzlich danken für den Kauf von verschiedenen Artikeln, die wir in letzter Zeit angeboten haben. Der Erlös geht vollumfänglich zu Gunsten des Nachwuchses. So konnten wir ein zweites Talentcamp im Sportzentrum Kerenzerberg in Filzbach GL ermöglichen. Ebenfalls unterstützen wir Familien, die zwei Kinder in den Nachwuchskadern haben. Wie sie sehen, werden die Verkaufsgewinne nachhaltig eingesetzt. Als neuer Hit wird nun ein nummeriertes Offiziersmesser mit dem Logo: Suisse–Team zum Kauf angeboten. Dieses ist für Schützen und Sammler sehr geeignet, denn die Auflage beträgt 200 Exemplare. Für Vereine: auf dem Gabentisch werden die Messer zum Blickfang.

Die Kosten pro Messer betragen: Fr.30.00 inkl. Porto (A-Post) und Verpackung .

Wenn immer möglich, bitten wir um die elektronische Überweisung an: Clientis Bank, 5024 Küttigen CH90 0657 5016 5070 0010 4 Postcheck: 30-38151-2 Gönnervereinigung der Schützen – Nationalmannschaften, Parkstrasse 8, 6440 Brunnen Besten Dank für Ihre wertvolle Unterstützung! Obmann 100er-Club Ruedi Fiechter

Die besten Fotos vom Feldschiessen gesucht Les meilleures photos du Tir fédéral en campagne Le migliori foto   del tiro federale in campagna Das grösste Schützenfest der Welt steht unmittelbar bevor. Am traditionellenFeldschiessen wird aber nicht nur mit Gewehr und Pistole auf Scheiben geschossen, bestimmt werden viele Helferinnen und Helfer, Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch Fotos schiessen. Die besten dieser Fotos wünscht sich die Redaktion «Schiessen Schweiz» für die Berichterstattung vom Feldschiessen. Das von der Hausjury als «bestes Foto» ausgewählte Bild schafft es auf die Titelseite, und der Fotograf wird mit CHF 300 belohnt. Senden Sie uns Ihr bestes Bild (Mit Absenderadresse + Telefon) bis spätestens 10. Juni 2013 an:

La plus grande fête de tir au monde est à nos portes. Lors du traditionnel Tir fédéral en campagne (TFC), on ne tirera pas seulement au fusil et au pistolet, mais des bénévoles et des participant(e)s se tireront vraisemblablement le portrait, c’est à dire prendront des photos. La rédaction de «TirSuisse» souhaite publier ces photos pour illustrer le reportage consacré au TFC. La meilleure photo choisie par le «Jury maison» figurera sur la page de couverture de la prochaine édition. Le ou la photographe recevra 300 CHF. Envoyez votre meilleure photo (avec votre adresse complète et votre numéro de téléphone) jusqu’au 10 juin 2013 au plus tard à:

redaktion@swissshooting.ch

redaktion@swissshooting.ch

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E` imminente la Festa di tiro più importante del mondo. In occasione del tradizionale tiro in campagna non si spara soltanto con il fucile e con la pistola su dei bersagli, ma sicuramente molte ausiliarie e molti aiutanti, molte partecipanti e molti partecipanti spareranno (leggi «scatteranno») anche delle foto. La redazione di «TiroSvizzera» si augura di riceverne molte e le migliori le serviranno per la cronaca sul tiro federale in campagna. La «foto migliore» a giudizio della giuria della casa finirà sulla copertina ed il fotografo sarà ricompensato con CHF 300.-. Inviateci la vostra migliore foto (con l’indirizzo del mittente + numero telefonico) al più tardi entro il 10 giugno 2013 a: redaktion@swissshooting.ch

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Portrait

«Duo Paul» sorgt für den Nachwuchs in Sargans Paul Schnider gehört zu den international erfolgreichen Schweizer Pistoleschützen. Zusammen mit Paul Stefani sorgt er in Sargans für starke Nachwuchsleute. Von Max Flückiger «Ich war ein leidenschaftlicher 300m-Schütze und habe auch nach meinem schweren Arbeitsunfall 1989 und der Reha in Basel noch mit dem Karabiner geschossen. Doch das war als Rollstuhlfahrer einfach sehr aufwändig», erinnert sich Paul Schnider. «Dann kamen der Umzug nach Sargans, der Kontakt zu Guschti Wyss und Rollstuhl Sport Schweiz und der Wechsel zur Luftpistole.» Auf die 10m-Distanz verhalf Schnider dem Schweizer Team bereits 1993 zu EMBronze. Es folgten die Paralympics von Atlanta und Sydney. «Da habe ich wohl einfach zuviel gemacht. Von der vielen Reiserei habe ich mich nicht erholt und traf nach Sydney rechts schiessend überhaupt nichts mehr.» Das hatte auch etwas Gutes, denn Paul Schnider liess sich zum J+S-Leiter ausbilden und begann 2005 mit der Juniorenarbeit in seinem Verein Sargans. «Das macht echt Spass. Es kommen regelmässig sechs bis zehn Jugendliche ins Training. Mit Rebecca Villiger und Michi Kyburz können wir auch schon schöne Erfolge feiern.» Das «Duo Paul», Paul Schnider wird von Paul Stefani

«Duo Paul» (Paul Stefani links) bei der Arbeit mit Talenten in Sargans. perfekt ergänzt, ist stolz auf seine Jungs und Girls. «Die kennen keine Berührungsängste wegen meinem Rollstuhl. Wir sind einfach ein tolles Team.» Motiviert durch die Nachwuchsarbeit, wollte es auch Paul Schnider nochmals wissen. «2008 habe ich auf Linksanschlag gewechselt und alle meine Pistolen umgerüstet.» Das brachte dem Swisscom-Finanzkontroller schnell die alte Sicherheit und den Erfolg zurück. In der Folge war ihm der Meistertitel Pistole 10m praktisch sicher. Und auch für die Paralympics in London brachte sich der 52-Jährige wieder ins Gespräch. «London war ein Riesenerlebnis. Alles war perfekt organisiert, alle Helferinnen und Helfer sehr motiviert. Mit der Luft-

Paul Schnider auf dem Weg zu Gold und... 18  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

pistole schoss ich 555, mit der Sportpistole wurde ich 14. und mit der Matchpistole 11.» Dass er in seiner Paradedisziplin Matchpistole etwas mehr erwartet hat, verschweigt er nicht. «Ich war gut drauf, doch während dem Schiessen kamen Staffs, die von Schiessreglementen scheinbar nur wenig bis keine Ahnung hatten, und kritisierten irgend etwas an meinem Haltungswinkel. Das hat mich sehr irritiert. Aber London war trotzdem ein super Erlebnis.» Aus diesem Grund wird Paul Schnider auch weiter selbst aktiv schiessen und sich um den Nachwuchs in Sargans kümmern.  ●

...bei der Siegerehrung in Bern. Ausgabe 6 // Juni 2013


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Présidence d'honneur pour la reine du tir Vaudoise Fraîchement élue Présidente d’honneur des Carabiniers de Lausanne, Marie-Hélène Miauton nous accueille pour un moment de partage autour du tir. Cette cheffe d’entreprise conserve toujours autant de plaisir à s’investir dans ce sport, même après de nombreuses années. Elle nous raconte la relation qu’elle entretient avec cette passion. de raphaËl cand Au début des années 80, Marie-Hélène se fit proposer un fusil par un membre de la famille, lors d’une journée d’Abbayes à laquelle participait son mari. Elle eut immédiatement de la réussite et on lui découvrit un talent inné. Anciennement acrobate aérienne, elle perçut des sensations similaires entre ces deux pratiques. C’est en particulier la forte concentration nécessaire pendant les tirs qu’elle apprécia d’emblée.

Deux fois reine au tir vaudois Le 10 juin 1983, Marie-Hélène devient l’une des premières femmes membres de la société des Carabiniers de Lausanne. Elle commença par se rendre aux journées de tir organisées localement, puis aspira très vite à concourir plus intensément. Dès lors, elle se rendit aux tirs cantonaux et à des manifestations nationales. Quels sont ses meilleurs souvenirs? Pas facile de répondre à cette question! Evidemment, les deux titres de reine au tir cantonal vaudois restent ancrés dans sa mémoire, ou la 2ème place de son équipe aux finales de groupes à Olten, ou l’organisation de la Maîtrise nationale à Vernand pour les Matcheurs vaudois, ou le diplôme obtenu aux championnats suisses à Thun.

Capable d'«éteindre» le cerveau Marie-Hélène considère que le tir l’a beaucoup aidée dans la vie de tous les jours. Elle nous confie que «le tir m'a appris à cesser de penser». Elle le compare à un art martial où tout cesse d’exister pendant quelques instants: toute la concentration est focalisée sur un seul objectif. Ayant une vie très active, le tir lui a offert une occasion de pouvoir Ausgabe 6 // Juni 2013 

«Le tir m'a appris à cesser de penser» confie Marie-Hélène Miauton. s’évader complètement et d’oublier les soucis du quotidien. A l’image d’un moine Shaolin, elle nous dit être capable d’ «éteindre» son cerveau et de ne plus réfléchir, bon moyen pour s’endormir, ce qui lui évita de nombreuses nuits blanches! Marie-Hélène continue à se rendre au stand de Vernand, munie de son fusil standard rose (!) pour entretenir sa passion. Elle nous avoue tout de même qu’elle tire avec moins d’assiduité. Ses copains disent : «Elle ne s’entraîne pas, mais ça rentre quand même». D’après elle, moins pratiquer a pour principale conséquence un manque de régularité. Elle est toujours capable d’atteindre les meilleurs scores mais les passes moyennes sont devenues plus fréquentes.

Son nouveau statut de Présidente d’honneur de la société des Carabiniers de Lausanne la ravit. Elle considère ce titre audelà du symbole honorifique. Marie-Hélène y voit un rôle de conseillère et de gardienne des valeurs. Tireuse, secrétaire de tir, cheffe de discipline, Présidente et aujourd’hui Présidente d’honneur, Marie-Hélène Miauton a porté de nombreuses casquettes et s’est beaucoup engagée pour notre sport. Elle conclut en affirmant que cet investissement de soi se fit toujours avec beaucoup de plaisir … et que le tir le lui rendit bien!  ●

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Reportage

Guntelsey Thun stösst bei Grossanlässen ans Limit Le stand de la Guntelsey touche à ses limites lors de grandes manifestations Il Guntelsey a Thun nelle grandi   manifestazioni raggiunge i suoi limiti

Blick aus dem Stand auf die 50m-Scheiben (im Vordergrund) und jene in 300 Meter Entfernung.

Die im Glütschbachtal am Stadtrand von Thun gelegene Schiessanlage Guntelsey ist mit ihren über 100 Scheiben eine der grössten Einrichtungen für Schützen weltweit. Viele schiesssportliche Grossanlässe fanden dort schon statt, doch für zusätzliche Grossveranstaltungen fehlt heute zeitlich und personell die Kapazität. von andreas tschopp (text + Bilder) Der Weg zur Schiessanlage Guntelsey führt am Stadtrand von Thun durch das Glütschbachtal. Durch dieses schlängelt sich idyllisch der gleichnamige Bach auf seinem Weg

zur Mündung in die Aare und bildet so ein Naherholungsgebiet für die Bevölkerung der Stadt und ihrer Umgebung. Gut versteckt im Wald finden sich nicht nur Höhlen im Nagelfluhfelsen und eine Waldhütte, sondern auch diverse Anlagen der Militärbetriebe auf dem Thuner Waffenplatz – und eben die Schiessanlage Guntelsey. Diese liegt auf einer grossen Lichtung unmittelbar neben der Autobahn, die Richtung Spiez führt.

Tagsüber schiesst die Armee,... Auf dem grossen Parkplatz beim Schiessstand haben Rekruten ihr Marschgepäck abgelegt und Aufstellung genommen vor dem Kommandanten, der erste Instruktio-

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nen erteilt. Danach ziehen sie in Einerkolonne ins Gebäude ein zum Theoriesaal, wo sie weitere Instruktionen erhalten für ihre erste Schiessübung. Ein anderer Zug hat sich bereits im 1. Stock des Gebäudes versammelt und erhält letzte Anweisungen, um die Scheiben in 300 Meter Entfernung ins Visier zu nehmen. Im Untergeschoss ist eine kleine Gruppe im Pistolenstand schon weiter fortgeschritten und erhält von ihrem Instruktor gerade die auf den Zugscheiben in 25 Meter Distanz erzielten Resultate mitgeteilt.

...die auch die Wartung besorgt Der militärische Ausbildungsbetrieb im Schiessen ist dominierend in der Guntelsey. Ausgabe 6 // Juni 2013


Reportage

Blick von oberhalb des Scheibenstands auf die Schiessanlage Guntelsey bei Thun mit dem noch schneebedeckten Niesen im Hintergrund. Er findet unter der Woche zwischen 8 und 16.30 Uhr praktisch das ganze Jahr statt, erklärt Thomas Bühler, Chef Ausbildungsinfrastruktur auf dem Waffenplatz Thun. «Hauptkunden» sind die Angehörigen der Armee in Ausbildung, also die Rekruten, mit drei Mal 1200 Personen sowie Soldaten und Offiziere im Wiederholungskurs. Laut Bühler benützen somit geschätzte 4500 Armeeangehörige für ihre Schiessübungen jährlich die Guntelsey. Die Armee ist auch hauptverantwortlich für die Wartung der Anlage. Zwei Festangestellte und weitere Teilzeitangestellte sind dafür im Einsatz. Hinzu kommen zivile Stand- und Scheibenwarte. Einer von diesen ist Beat Sägesser, der primär für die 50-Meter-Anlage zuständig ist, aber auch bei den 300-Meter-Scheiben und der Resultatermittlung mithilft.

Dachsanierung steht heuer an Der Unterhalt der Ende der 60er-Jahre erstellten Schiessanlage wird laufend geAusgabe 6 // Juni 2013 

macht. Die zweiwöchigen Betriebsferien im Juli werden genutzt, um grössere Arbeiten auszuführen. In diesem Jahr stehe eine Dachsanierung an für über eine halbe Million Franken, mittelfristig sei auch noch der Zielhang zu sanieren, erläutert Keshab Zwahlen. Er ist Leiter der Fachstelle Sport im Amt für Bildung und Sport der Stadt Thun und neu Präsident der Betriebskommission Guntelsey. Im elfköpfigen Gremium vertreten sind die Landbesitzer (Kanton Bern und Burgergemeinde Thun), die Eigentümer der Anlage (Stadt Thun und Armasuisse, vormals EMD) und die Vereinigten Schützengesellschaften der Gemeinde Thun (VSGT).

Weitere Vereine willkommen Elf Schützengesellschaften, neun aus Thun und zwei aus der Umgebung, gehören der Vereinigung an, die für den zivilen Betrieb in der Guntelsey verantwortlich zeichnet. Nach Aussage von Heinz Hostettler, der

30 Jahre lang die Betriebskommission präsidiert hat, besteht bei total fast 10 000 zivilen Nutzern noch Kapazität für die Übungen weiterer Gesellschaften auf der Grossanlage, die seit 2010 vollständig elektronisch funktioniert. Dafür wurden ab 1992 – zuvor wurde noch alles von Hand gezeigt – insgesamt 4 Millionen Franken investiert.

1969 mit Schützenfest eröffnet Die betrieblichen Grundkosten betragen rund eine Viertelmillion jährlich. Sie werden von der Stadt Thun und dem Bund getragen. Auch die VSGT beteiligen sich daran mit 40 000 Franken. Zur Deckung werden Benützungsgebühren erhoben, die für die angeschlossenen Vereine tiefer sind als für die Anlässe auswärtiger Veranstalter. Davon gibt es viele in der Guntelsey. Eröffnet wurde die Anlage 1969 mit dem Eidgenössischen Schützenfest, das auch 1995 in Thun stattfand. Internationaler Höhepunkt war

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Reportage

Rekruten bei der Schiessausbildung in der Grossanlage Guntelsey (Bild rechts, Blick aus dem Obergeschoss): Diese wird unter der Woche tagsüber fast das ganze Jahr von Angehörigen der Schweizer Armee benutzt.

1974 die Durchführung der Weltmeisterschaften (siehe Seite 24) zusammen mit Bern. 1115 Schützen aus 62 Nationen nahmen an der Grossveranstaltung mit Gesamtkosten von über 3 Millionen teil, an der 2100 Funktionäre eine «Mammutarbeit» leisteten, wie im Schlussbericht vermerkt wurde.

Auch die Briten schiessen hier Auch die CISM-WM, Europameisterschaften, kantonale Schützenfeste und solche der Veteranen fanden schon in der Thuner Guntelsey statt. Dort übt regelmässig auch der British Alpine Rifle Club und werden seit 10 Jahren zudem die Schweizer Meisterschaften Outdoor Gewehr und Pistole anfangs September ausgetragen sowie Ende Oktober der Schweizer Ju+Ve-Final und seit 2011 auch der Final der Sektionsmeisterschaften. Angefragt wurden die VSGT, ebenfalls den Final der Gruppenmeisterschaft 300m zu übernehmen. Terminkol-

lisionen mit der gleichzeitig erforderlichen Vorbereitung der Schweizer Meisterschaften und fehlende Helfer verhindern jedoch die Übernahme weiterer Grossanlässe in der Schiessanlage mit eigenem Restaurant, das nicht nur bei den Schützen, sondern auch bei Ausflüglern sehr beliebt ist. ●

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Ausgabe 6 // Juni 2013


Reportage

Zahlen und Fakten zur Guntelsey Investitionen: Erbaut 1968/69 für 6,9 Millionen; fast 6 Mio. bezahlten die Eigentümer (Stadt Thun und Bund), gut 900 000 Franken steuerten die Vereinigten Schützengesellschaften der Gemeinde Thun (VSGT) bei. 1992 Einbau elektronische Trefferanzeige (TA) 300m für rund 1,9 Millionen; 2000 elektronische TAAnlage 50m für 558 000 Franken; 2010 Erneuerungen beider TA für 1,5 Millionen. VSGT sowie Sportfonds und Verbände zahlten Beiträge daran. Grossanlässe: 1969 Eidgenössisches Schützenfest mit fast 84 000 Teilnehmern; 1971 CISM-WM (durchgeführt auch 1976 und 2005 mit Bern); 1974 WM 300m mit 1115 Schützen aus 62 Nationen (die Hälfte aus Europa, 14 aus Amerika, 11 aus Asien und je 3 aus Afrika und Ozeanien); restliche Disziplinen in Bern; 1978 Berner Kantonalschützenfest mit 24 000 Teilnehmern (ebenfalls 2002, nur Distanzen 50 + 25m); 1984 Eidg. Veteranenschiessen (ebenfalls 1996); 1993 Europameisterschaften 300m;

Situé dans la banlieue de Thoune, le stand de la Guntelsey est, avec plus de 100 cibles, l’une des plus grandes installations de tir au niveau mondial. L’instruction militaire au tir est prépondérante dans ce stand, qui fonctionne entièrement électroniquement depuis 2010. Les gris-verts sont pratiquement présent chaque semaine et tout au long de l’année, entre 8 et 16h30. Ces «clients principaux» sont en période de formation, donc des recrues ainsi que des soldats, sous-officiers et officiers en cours de répétition. En tout, ce sont approximativement 4500 militaires qui s’exercent annuellement au stand de la Guntelsey. L’armée est aussi le principal responsable de l’entretien de l’installation. Deux employés permanents et quelques autres employés à temps partiel y sont engagés, de même que quelques responsables «civils» assumant le bon fonctionnement du stand pendant les exercices des sociétés de tir. Sur le plan «civil», ce sont 11 sociétés de tir – neuf de Thoune et deux de la banlieue – qui s’entraînent régulièrement au stand de la Guntelsey. D’autres pourraient aussi y être accueillies. Au total ce sont presque 10’000 utilisateurs civils qui s’y retrouvent, si on tient compte des grandes manifestations de tir qui y sont organisées. Et il y en a beaucoup Ausgabe 6 // Juni 2013 

1995 Eidg. Schützenfest mit rund 72 000 Teilnehmern; Austragungsort der Schweizer Meisterschaften outdoor (seit 2003), von Europacup-Wettkämpfen 300m und P25m sowie der Finals der Gruppenmeisterschaften G50m Elite/Junioren, P25m und seit 2011 der Sektionsmeisterschaften 300m. Betriebszahlen 2012: Schiesstätigkeit zivil: 344 942 Patronen verschossen auf 300m (Vorjahr 415 498); 6012 Scheibenstunden 50m (5846) und 693 Wagenstunden 25m (685) an 105 Schiesshalbtagen (107) und 75 Abendübungen (79); total fast 10 000 Nutzer. Militärischer Schiessbetrieb: 435 117 Patronen auf 300m (589 858) und 28 951 Patronen auf 25m (79 760) verbraucht an 195 Schiesstagen (178) durch 4500 Armeeangehörige. (atp)

à la Guntelsey. Cette installation a été inaugurée en 1969 avec un Tir fédéral, qui y a aussi eu lieu en 1995. Le point culminant sur le plan international fut le Championnat du monde organisé en commun avec Berne. 1115 tireurs envoyés par 62 nations ont alors pris part à cette grande manifestation, qui coûta plus de 3 millions. Les Championnats du monde CISM ainsi que de nombreuses fêtes cantonales de tir et fêtes de tir des vétérans ont aussi eu lieu à la Guntelsey. Le British Alpine Rifle Club s’y entraîne régulièrement et depuis 10 ans, les Championnats suisses outdoor fusil, carabine et pistolet y sont organisés. Depuis 2011 la Finale du Championnat suisse de section à 300 s’y déroule aussi. L’Union des sociétés de tir de Thoune (VSGT) a également été contactée en vue de reprendre l’organisation des Championnats suisses de groupes à 300m. Elle a toutefois dû y renoncer, car aux dates prévues on est en pleine préparation des Championnats suisses, ce qui fait qu’il y a pénurie de fonctionnaires et qu’il est donc impossible d’accueillir à cette époque d’autres manifestions de grande envergure dans ces installations de tir avec un restaurant qui n’est pas seulement fréquenté par les tireurs, mais est aussi très prisé par les excursionnistes. ●

Faits et chiffres relatifs au stand de tir de la Guntelsey Investitions: Construit en 1968/69 pour 6,9 millions francs, dont près de 6 millions à la charge de la Ville de Thoune et de la Confédération Suisse, ainsi que plus de 900 000 francs à celle de l’Union des sociétés de tir de la Région de Thoune (VSGT). En 1992, installation des cibles électroniques à 300m pour environ 1,9 millions francs; en 2000 ont été installées également des cibles électroniques à 50m pour 558 000 francs; le renouvellement de toutes les cibles en 2010 a coûté 1,5 million. La VSGT et les autres associations sportives ainsi que divers fonds y ont aussi contribué. Chiffres d’exploitation 2012: Activités de tir civiles: 344 942 cartouches tirées à 300m (année précédente 415 498), 6012 heures de cibles à 50m (5846) et 693 heures d’utilisation des portiques à 25m (685), pendant 105 demijournées de tir (107) et 75 exercices en soirée (79); ça fait un total de près de 10’000 utilisateurs. Activités de l’armée: 435 117 cartouches à 300m (589 858) et 28 951 cartouches à 25m (79 760), consommées en 195 jours de tir (178), par environ 4500 militaires.

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Reportage

Ein Blick zurück auf die WM im Jahre 1974

Die Mitglieder des Organisationskomitees der Weltmeisterschaften im Schiessen (Bilder rechts: Impressionen von den Wettkämpfen) posieren in der Guntelsey vor den Flaggen der teilnehmenden Nationen. Diese marschierten an der Eröffnungsfeier ins Stadion Lachen ein (unten).  (Bilder: zvg/Stadtarchiv Thun)

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Reportage

Sie kümmern sich alle um die Schiessanlage Guntelsey: (vl) Sepp Steffen, ehemaliger Kassier; Scheibenwart Beat Sägesser; Keshab Zwahlen, Präsident der Betriebskommission; sein Vorgänger im Amt Heinz Hostettler und Thomas Bühler, Chef Ausbildungsinfrastruktur auf dem Waffenplatz Thun. Il poligono Guntelsey situato nella regione del «Glütschbachtal» alla periferia di Thun, con i suoi oltre 100 bersagli, è uno dei più grandi impianti di tiro al mondo. L‘addestramento al tiro militare è l’attività principale nell’impianto che dal 2010 funziona elettronicamente. Durante la settimana, viene praticato quasi tutto l’anno tra le 8 e le 16.30. I «clienti principali» dunque sono le reclute dell’esercito svizzero, ma anche i soldati e gli ufficiali nei corsi di ripetizione. In questo modo, circa 4500 membri dell’esercito ogni anno usano il poligono Guntelsey. L’esercito è anche il responsabile principale per la manutenzione dell’impianto, che viene eseguita da due impiegati fissi e altri impiegati part-time. Ad essi si aggiungono i responsabili civili dello stand e dei bersagli. Nel settore civile, sono undici le società di tiro che svolgono abitualmente i loro allenamenti nel poligono Guntelsey, nove di Thun e due dei dintorni. Si potrebbero accogliere anche altre società. Pertanto sono quasi 10 000 gli utenti civili all’anno, se si contano anche le numerose grandi manifestazioni di tiro. L’impianto fu inaugurato nel 1969 con la Festa federale di tiro, che anche Ausgabe 6 // Juni 2013 

nel 1995 ebbe luogo a Thun. Il momento culminante a livello internazionale fu lo svolgimento dei campionati del mondo insieme a Berna nel 1974. 1115 tiratori provenienti da 62 nazioni parteciparono alla grande manifestazione, con costi complessivi di oltre 3 milioni di franchi. Nel poligono Guntelsey di Thun si sono già svolti i Campionato del mondo CISM, i Campionati europei e varie feste cantonali di tiro. Qui si esercita con regolarità il British Alpine Rifle Club, e inoltre da 10 anni vi hanno luogo i Campionati svizzeri outdoor per fucile e pistola nonché dal 2011 la finale del Campionato delle sezioni. Alla federazione delle società di tiro di Thun VSGT si è chiesto di organizzare anche la finale del Campionato per gruppi 300m. Però, problemi di calendario a causa della preparazione ai Campionati svizzeri e la mancanza di aiutanti impediscono lo svolgimento di ulteriori grandi manifestazioni nell’impianto di tiro, che ospita anche un ristorante molto popolare non solo presso i tiratori, ma anche presso gli escursionisti. ●

Dati e cifre sul Guntelsey Investimenti: Costruito nel 1968/69 per 6,9 milioni; quasi 6 mio. pagati dai proprietari (città di Thun e Confederazione), circa 900 000 franchi dalla Federazione delle società di tiro del comune di Thun (VSGT). Nel 1992 installazione del tabellone segnapunti elettronico 300m per circa 1,9 milioni; nel 2000 tabellone elettronico 50m per 558 000 franchi; nel 2010 rinnovamento dei due tabelloni per 1,5 milioni, con contributi di VSGT, federazioni e Fondo per lo sport.

Cifre d’esercizio 2012: Attività di tiro civile: 344 942 cartucce sparate su 300m (anno precedente 415 498); 6012 ore di tiro 50m (5846) e 693 ore 25m (685) in 105 mezze giornate di tiro (107) e 75 esercitazioni serali (79); in totale quasi 10 000 utenti. Attività di tiro militare: 435 117 cartucce su 300m (589 858) e 28 951 cartucce su 25m (79 760), sparate in 195 giorni di tiro (178) da 4500 membri dell’esercito.

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Rückblende

Früher zählte Leistung, heute die Kameradschaft Autrefois des performances, aujourd’hui la camaraderie In einem schmucken Haus im aargauischen Erlinsbach ist die Schützenlegende Hans Sinniger mit seiner Frau zu Hause. Das Schiessen ist für ihn ein grosser Teil seines Lebens. Als weitere grosse Leidenschaft widmet er sich dem Langlaufsport und ausgedehnten Wanderungen im Engadin. von rené birri Der am 9. Juli 1929 geborene Hans Sinniger ist in Bezug auf den Schiesssport erblich vorbelastet. Schon sein Vater war ein guter Schütze, der nichts dem Zufall überliess und in der Freizeit im Baumgarten Zielübungen absolvierte. Die ersten Schiessübungen absolvierte der Schüler Sinniger mit dem Kleinkaliber-Langgewehr in der Bezirksschule Niedergösgen. Bei seinem ersten Wettkampf im Kleinkaliberstand wurden die erzielten 93 Punkte nur von einem routinierten Matchschützen mit einem Stutzer überboten. Dieses Glanzresultat war das Produkt einer ausgezeichneten Grundschule, die Sinniger in einem Kleinkaliber-Jungschützenkurs vermittelt erhielt. «Das war noch was, als man als junger Schütze mit den Besten mithalten konnte», sagt Sinniger zu diesen ersten Erfolgen. Später absolvierte er den militärischen Jungschützenkurs auf die Distanz von 300m.

66 mal Feldschiessen besucht Seit dem 18. Lebensjahr besuchte er regelmässig das Eidgenössische Feldschiessen. «Ich kam von 66 Feldschiessen nie ohne Kranz nach Hause, und hoffe, dass dies noch so bleibt», berichtete er nicht ohne Stolz. Mit 26 Jahren begann der Speuzer (das ist der Spottname von Erlinsbach) mit dem Dreistellungsschiessen mit dem Karabiner. Nach etlichen Silber- und Bronzemedaillen gelang 1964 der langersehnte Durchbruch. Er wurde an der Lausanner Expo zum ersten Male Schweizermeister. «Das war mein grösstes

Hans Sinniger in Aktion an der Gruppenmeisterschaft im Jahre 1964. Erlebnis, an das ich mich noch gerne zurückerinnere», schwärmt Sinniger und zeigt mit Stolz den Erinnerungspreis. 1965 folgt ein weiterer Titel mit der Kleinkaliberwaffe in der Liedendstellung, ein Schweizer Rekord im Olympischen Liegendmatch und die Selektion für die Europameisterschaften in Bukarest. 1966 erhielt er die Fahrkarte nach Wiesbaden zu den Weltmeisterschaften. 1967 wurde Sinniger Schützenkönig am Eidg. Kleinkaliberschützenfest in Neuhausen. Die Sportschützen von Gretzenbach – bei denen ist er immer noch Aktivmitglied – konnten auch noch den Gruppen- und Sektionssieg feiern. Nach diesem Anlass wurden Sinniger und seine Kollegen gefeiert und Autogramme mussten gegeben werden.

Zuviel für die Anderen gemacht Früher gab es noch nicht viele Möglichkeiten, um sich international messen zu können. So war es eine grosse Ehre, wenn man zum Beispiel am Weltfernmatch teilnehmen konnte. Für die Teilnahme an den Wettkämpfen mussten Ferien und Überzeit geopfert werden. Die Trainingsmunition wurde zur Verfügung gestellt, und die Reisekosten übernahm der Verband. «Ohne

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eine geduldige Frau hätte ich nicht alle Wettkämpfe und Trainings besuchen können», sagt er dankend zu seiner Gemahlin. Auch das B-Nationalkader hat Sinniger ins Leben gerufen. Pierre-Alain Dufaux. Max Hürzeler, Emile Kohler, René Ditzler und Heinz Bolliger sind nur einige der guten Schützen, die aus Sinnigers Kaderschmiede kamen. «Du bist ein verdammt harter Trainer, aber es geht nur so»: Das waren Worte von Dufaux zu Sinniger, die alles sagen. Unter der Leitung des Erlinsbachers wurde auch Sport betrieben, so etwa Langlauf. Vermutlich kam er dadurch zu seiner zweiten Sportart. Als dann die B-Mannschaft besser schoss als das A-Kader, wurde ihm der Trainerposten der A-Mannschaft angeboten. Infolge beruflicher Belastung lehnte er jedoch ab.

Fürs Standardgewehr gekämpft «Bei den heutigen Jungen sind die altmodischen Waffen wie Karabiner und Sturmgewehr nicht mehr beliebt für die Wettkämpfe, lasst doch die Standardgewehre zu», argumentierte er vor 24 Jahren bei der Technischen Kommission. Doch deren Mitglieder hatten dafür taube Ohren. Dass Ausgabe 6 // Juni 2013


Rückblende

La légende du tir Hans Sinniger et sa femme habitent le village argovien d’Erlinsbach, dans leur jolie maison. Le tir est une grande partie de sa vie. Il se consacre au ski de fond, son autre passion, et entreprend de longues randonnées en Engadine. Hans Sinniger, est né le 9 juillet 1929. En ce qui concerne le tir sportif, il est marqué héréditairement. Son père était déjà un bon tireur qui ne laissait rien au hasard. Pendant ses loisirs, il s’entraînait à viser dans le verger. L’écolier Sinniger tira pour la première fois avec le fusil long, petit calibre, à l’école primaire de Niedergösgen. Il totalisa 93 points lors de son premier concours, performance qui ne fut surpassée que par un tireur de match tirant avec une carabine. Ce formidable résultat était dû à l’excellente formation qui lui avait été inculquée au cours de jeune tireur petit calibre. «Pour un jeune tireur, c’était quelque chose de pouvoir rivaliser avec les meilleurs», lance-t-il à propos de ces premiers succès. Plus tard, il suivi le cours de jeune tireur militaire à la distance de 300m.

66 fois au Tir en campagne

Stolz zeigt Hans Sinniger den Erinnerungspreis an seinen ersten Schweizermeistertitel. der Nachwuchs mit modernen Waffen schiessen wollte, bemerkten auch Paul Gantenbein und Heinz Bolliger. Zusammen mit Hans Sinniger beackerten sie die Kantonalverbände, und an der Delegiertenversammlung in Lenzburg wurde mit 87:7 Stimmen die Zulassung der Standardgewehre beschlossen. «Diejenigen Vereine, welche gute Schützen und Gruppen haben, dürfen auf keinen Fall den Breitensport und den Nachwuchs vernachlässigen, und bei einigen Sektionen wird wegen des Erfolges der guten Schützen das Vereinsleben vernachlässigt», stellte Sinniger zur heutigen Lage der Schützenvereine in der Schweiz fest.

Langlauftrainer Albert Giger Als Hans Sinniger altersmässig das intensive Training des Matchschiessens aufAusgabe 6 // Juni 2013 

gegeben hatte, fand er mit dem Langlaufsport eine Alternative. Schon im Militär machte er bei den Langlauf-Armeemeisterschaften mit. Bereits drei Mal bestritt er den legendären Wasa-Lauf. Am Engadiner SkiMarathon nahm er insgesamt 28 Mal teil. Für die Vorbereitung hatte er jeweils in St. Moritz mit Albert Giger einen hervorragenden Trainer.  ●

Il participe régulièrement au Tir en campagne depuis sa 18ème année. «Je ne suis jamais rentré à la maison sans la médaille, et j’espère que ça continuera» raconte-t-il non sans fierté. A 26 ans, le «Speuzer» (c’est le surnom du village d’Erlinsbach) se mit à tirer le match trois positions avec le mousqueton. Après un bon nombre de médailles d’argent et de bronze, le tournant décisif, désiré depuis longtemps, réussit. Il devint Champion suisse pour la première fois, à l’Expo de Lausanne, en 1964. «Ce fut mon expérience la plus forte, à laquelle je pense encore très volontiers», s’exalte Sinniger, en nous montrant le prix du vainqueur. Un nouveau titre suivit en 1965, avec la carabine petit calibre en position couché, un record suisse au match olympique, position couché, et la sélection pour les Championnats d’Europe, à Bucarest. En 1966, il se qualifia pour les Championnats du monde de Wiesbaden. En 1967, Sinniger décrocha le titre de roi du tir, à la Fête Fédérale petit calibre, à Neuhausen. Les tireurs sportifs de Gretzenbach – chez lesquels il est encore toujours membre actif – réussirent aussi à remporter la victoire par groupe et par section. Après cet évènement, Sinniger et ses collègues furent fêtés dignement et durent signer des autographes. Autrefois, il n’existait pas beaucoup de possi-

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Rückblende

Kurt Müller (li), Weltmeister 1966, mit Sinniger. bilités pour se mesurer au niveau international. Alors, c’était un grand honneur, par exemple, de pouvoir participer au match mondial décentralisé. Nous devions sacrifier des vacances et des heures supplémentaires pour y participer. Pour l’entraînement, la munition était mise à disposition, les frais de voyages étaient pris en charge par la Fédération. «Si ma femme n’avait pas été aussi compréhensive, je n’aurais pas pu participer à tous les matches et aux entraînements relatifs», dit-il comme remerciement à son épouse. C’est aussi lui qui a donné naissance à l’équipe nationale B. Pierre-Alain Dufaux, Max Hürzeler, Emile Kohler, René Ditzler et Heinz Bolliger, sont seulement quelques-uns des bons tireurs qui sont sortis de la forge à talents de Sinniger. «Tu es un entraîneur très dur, mais ça fonctionne seulement comme cela», ces paroles, de Dufaux à l’attention de Sinniger, voulaient tout dire. D’autres sports étaient également pratiqués sous la direction du citoyen d’Erlinsbach, entre autres, le ski de fond. C’est vraisemblablement comme cela qu’il prît goût à sa deuxième discipline sportive. Lorsque l’équipe B se mit à mieux tirer que l’équipe A, on lui offrit le poste d’entraîneur de la première équipe. Il refusa cependant, à la suite de surcharges professionnelles.

Lutte pour la carabine standard «Pour les compétitions, les mousquetons et les fusils d’assauts démodés ne sont plus appréciés par les jeunes d’aujourd’hui, autorisez donc les carabines standard!» argumentait-t-il auprès de la commission technique, il y a 24 ans. Cependant, leurs membres restèrent de marbre. Paul Ganten-

Das Erinnerungsfoto an die Teilnahme am 29. Engadin Skimarathon im Jahre 1997. bein et Heinz Bolliger, quant à eux, s’étaient aperçus que la relève voulait tirer avec des armes modernes. Avec Sinniger, ils se mirent à remuer les Fédérations cantonales, et à l’Assemblée des Délégués à Lenzburg, l’autorisation des carabines standard fut décidée à 87:7 voix. «Les sociétés qui ont des bons tireurs et groupes ne doivent en aucun cas négliger ni le sport populaire, ni la relève. A cause du succès des bons tireurs, la vie de société est délaissée dans plusieurs sections», relève Sinniger, au sujet de la situation actuelle des sociétés de tir en Suisse.

du tir de match, il trouva une alternative dans le ski de fond. Lors de son service militaire, il participait déjà aux championnats de ski de fond de l’armée. Il a pris part trois fois à la course de Wasa. Il compte 28 participations au marathon de ski de fond en Engadine. Pour sa préparation, il a toujours pu compter sur Albert Giger, excellent entraîneur.  ●

Ski de fond avec Albert Giger Lorsque, pour des raisons d’âge, Hans Sinniger renonça à l’entraînement intensif

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Ausgabe 6 // Juni 2013


Seitenblick

Oberentfelden empfängt die Vorderladerschützen Am 22. Juni werden auf der Anlage Römergut in Oberentfelden die Schweizer Meisterschaften im Vorderladerschiessen ausgetragen. Im Vorfeld fand Ende April bereits das Internationale Vorderladerschiessen in Oberentfelden statt. Ungewohnt war dabei das kalte und nasse Wetter. Dem harten Kern der Vorderladerschützen machte das aber nichts aus. von roland brägger Trotz der widrigen Umstände konnten doch in fast allen Disziplinen sehr gute Resultate erzielt werden. Wolfgang Wehle aus Grünmettstetten Deutschland entschied klar alle 100 Meter Disziplinen für sich. Bei den 25 Meter Disziplinen tauchte ein neuer Name auf. Adrian Weber aus Arth zeigte, dass er der Perkussionspistole und dem Perk. Revolver umgehen kann, und er gewann die Disziplinen Kuchenreuter und Mariette. In der nicht einfachen Disziplin Malson (Perk. Revolver 50 Meter) rangierte er sich auf dem 2. Platz hinter Marco Moser aus Bern. Der einzige holländische Gast, Jan De Vries aus Maasbree, gewann die Gewehr Disziplinen Vetterli (Perk. Freigewehr 50m stehend) und Lamarmora (Perk. Militärgewehr 50m stehend). Die übrigen Disziplinen am vom Schwarzpulver Schützenclub Musketier in Oberentfelden organisierten Anlass wurden von altbekannten Schützen der Schweizer Vorderlader Szene gewonnen. Leider konnten beim Absenden nicht alle Gewinner anwesend sein da noch andere Einsätze anstanden. Kurzranglisten: Kurzwaffen Kuchenreuter (Perk. Pistole 25m): 1. Weber Adrian, Arth 95 Pt.; 2. Feller Heinz, Uerkheim 95 Pt.; 3. Reber Bruno, Bern 94 Pt. Mariette (Perk. Revolver 25m): 1. Weber Adrian, Arth 95 Pt.; 2. Niggli Urs, Weiningen 95 Pkt. 3. Feller Heinz, Uerkheim 94 Pt. Cominazzo (Steinschlosspistole 25m): 1. Reber Bruno, Bern 92 Pt.; 2. Niederhäuser Jürg, Moosseedorf 88 Pt.; 3. Moser Ulrich, Brenzikofen 87 Pt. Ausgabe 6 // Juni 2013 

Einige der Sieger vom Internationalen Vorderladerschiessen in Oberentfelden: v.l. hinten: Jan de Vries (NL), Marco Moser (BE); v.l. vorne: Katharina Stierli und Hans-Peter Rüfenacht (AG). Kurzwaffen 50 m: Malson (Perk. Revolver 50m): 1. Moser Marco, Bern 79 Pkt. 2. Weber Adrian, Arth 79 Pkt. 3. Niggli Urs, Weiningen 75 Pt. Langwaffen 50m stehend: Vetterli (Perk Freigewehr 50m stehend): 1. De Vries Jan (NL) 98 Pt.; 2. Rüfenacht HansPeter, Bottenwil 96 Pt.; 3. Stierli Katharina Reinach AG 96 Pt. Miquelet (Steinschlossmuskete 50m stehend): 1. Stierli Katharina, Reinach AG 91 Pt.; 2. Rüfenacht Hans-Peter, Bottenwil 85 Pt. 3. Eggenschwiler Ester, Matzendorf 75 Pt. Tanegashima (Luntenmuskete 50m stehend): 1. Rüfenacht Hans-Peter, Bottenwil 100 Pt.; 2. Van Greunen Louise, Chavannes-des-Bois 94 Pt.; 3. Zahler Roland, Neuenegg 94 Pt. Lamarmora (Perk. Militärgewehr Cal. 54, 50m stehend): 1. De Vries Jan (NL) 97 Pt.;

2. Rüfenacht Hans-Peter, Bottenwil 94 Pt.; 3. Stierli Katharina, Reinach AG 91 Pt. Langwaffen 100m liegend: Whitworth (Perk Gewehr 100m liegend): 1. Wehle Wolfgang (D) 98 Pt.; 2. Eggenschwiler Esther, Matzendorf 97 Pt.; 3. Rüfenacht Hans-Peter, Bottenwil 96 Pt. Minie (Perk. Militärgewehr Cal. 54, 100m liegend): 1. Wehle Wolfgang (D) 96 Pt.; 2. Stierli Katharina, Reinach AG 87 Pt. 3. Reber Bruno, Bern 87 Pt. Maximilian (Steinschlossgewehr 100m liegend): 1. Wehle Wolfgang (D) 86 Pt.; 2. Grad Herbert, Petit-Lancy 85 Pt. 3. Reber Bruno, Bern 85 Pt.

Weitere Informationen und komplette Ranglisten unter www.ssc-musketier.ch; Infos zu Vorderladerschützen unter www.vsv-schuetzen.ch

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Seitenblick

Von der Radschlossflinte bis zum schweren US-MG Feuerwaffen, Blankwaffen, Bücher und Zubehör wechselten in Minutenabständen den Besitzer, als in Kreuzlingen bei der Kessler Auktionen AG wieder einmal Rares und Gängiges unter den Hammer kamen. Von László Tolvaj Für gestandene Sammler sind die KesslerAuktionen in Kreuzlingen eine feste Grösse im Terminkalender. Regelmässig im April und November (und manchmal auch dazwischen) wird an der Löwenstrasse 20 das Ladenlokal zu einem Auktionshaus umgebaut, wo von Dienstag bis Donnerstag vor der Auktion Interessenten die Ware schon einmal in Ruhe begutachten können. Am Samstag geht es dann etwas hektischer zu und her, schliesslich müssen an diesem Tag mehrere hundert Lose ausgerufen und zugeschlagen werden. An der jüngsten Auktion waren im Katalog insgesamt 640 Lose aufgeführt, von der antiken Radschlossflinte bis zum schweren US-MG aus dem zweiten Weltkrieg, welche für 9500 bzw. 5000 Franken neue Besitzer fanden. Natürlich gab es auch genug Angebote für das kleinere Portemonnaie, zum Beispiel Dolche, Bücher oder Bajonette, aber auch günstige Alltagswaffen ohne besonderen Sammlerwert. Unser Augenmerk in diesem Artikel richtet sich jedoch vornehmlich auf Schweizer Ordonnanzwaffen sowie einigen ausländischen Waffen, welche auch noch sammlerwürdig wären. Wobei das «sammelwürdig» nicht ausschliesslich verstanden sein will, weil diese Waffen meist in einem funktionsfähigen Zustand sind. Und welchen Sammler gelüstet es nicht hin und wieder, eine seiner Preziosen auf den Schiesstand zu entführen. Viele Waffen werden zudem nur zum Zweck erstanden, mit ihnen das Sportschiessen oder die Jagd zu betreiben.

Neue Ware belebt den Markt Waffenauktionen erfreuen sich in der Schweiz zunehmender Beliebtheit (neben Kessler Auktionen in Kreuzlingen auch Galerie Fischer in Luzern), weil durch die Aufgabe von Sammlungen immer wieder neue Ware den Markt belebt. Wer den Karabiner

Jubiläumspistole 226 als Schnäppchen: Im Handel werden für ungeschossene Exemplare zwischen 1400 und 2500 Franken verlangt, an der Auktion brachte sie gerade mal 650 Franken.

Die SIG S.P. 47/8 (links) erzielte einen Preis von 1500 Franken. Die SIG P 210-4 (Mitte) wurde anfangs der 1950er Jahre an den Deutschen Bundesgrenzschutz geliefert (Zuschlag bei Fr. 1200.–). Die Armeepistole rechts brachte es je nach Zustand auf 600 Franken aufwärts. 31 seiner Vorfahren in Ehren hielt oder sogar noch selber damit geschossen hat, darf bei einem gut erhaltenen Stück immer noch mit einem Verkaufserlös von 200 und mehr Franken rechnen. Besondere Ausführungen bringen natürlich mehr ein, so zum Beispiel der «Bär-

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likarabiner» der Berner Kantonspolizei, der für 550 Franken zugeschlagen wurde. Zielfernrohrkarabiner, insbesondere das Modell 55, gingen vor 30 Jahren noch für 4500 Franken und mehr über den Ladentisch, heute noch für gut die Hälfte (und viele von ihnen ins Ausland). Ein Vorgängermodell Ausgabe 6 // Juni 2013


Seitenblick

Thompson-MPs (hier eine Version aus dem Zweiten Weltkrieg) sind begehrte Sammlerwaffen, wenn sie von Colt gefertigt wurden (7500 Franken). Ein Modell 1928 A1 erzielte noch 1300 Franken. Gesuchte Stücke sind Original-Trommelmagazine. Ein 100schüssiges ging für Fr. 1600.– weg, das «L-Type» für 50 Patronen (wie abgebildet) für Fr. 460.–. (ZFK 31/42) ging bei Kessler zum Ausrufpreis von 1500 Franken weg. Bei den Sturmgewehren sind die PE-Ausführungen (Privat, Einzelfeuer) sowohl beim 57er wie beim 90er etwas höher im Kurs, weil sie keinen Militäreinsatz absolviert haben. Über die Schussbelastung allein sagt dies natürlich noch nichts aus. Zwischen 700 und 900 Franken sind sie jedoch allemal wert.

Guter Preis für deutsche Pistole Dass zumindest die alten ParabellumPistolen bei den Sammlern noch recht beliebt sind, bewies das Los 34453. Noch aus der deutschen DWM-Fertigung, aber mit Schweizerkreuz im Strahlenkranz, ging die Pistole für 2500 Franken weg. Das Modell 06/24 von der Waffenfabrik Bern im selben Zustand (1=gut) brachte es lediglich auf 750 Franken, eine ältere Version aus der ersten Fertigungsserie ging gar nicht weg. Die neueren SIG P 49 brachten um die 600 bis 700 Franken ein, während ein praktisch baugleiches, aber früher gefertigtes Modell SIG S.P. 47/8 1500 Franken erzielte. Preislich zu den High Lights gehörten sicher das schwere Maschinengewehr USOrd. Browning M3 im Kaliber 12,7x99, welches in den 1950er Jahren in einem Flugzeug Verwendung fand und deshalb ohne Ausgabe 6 // Juni 2013 

Lafette und Zielvorrichtung angeboten wurde. Geschätzt auf 1000 Franken, ausgerufen für die Hälfte, erhielt ein Bieter bei 5000 Franken den Zuschlag. Zum Erwerb genügte hier lediglich ein Identitätsnachweis mit Leumundszeugnis, weil das Kaliber ausserhalb des Schweizer Waffengesetzes liegt.

MG nur mit Sonderbewilligung

fen werden. Dort sind auch weitere Details zum Ablauf und den rechtlichen Vorschriften aufgeführt. An dieser Stelle sei lediglich erwähnt, dass auf sämtlichen oben erwähnten Preisen noch ein Aufgeld in der Höhe von 20% der Zuschlagsumme fällig wird. Die nächste Auktion findet übrigens am 24. August 2013 statt und ist Schweizer Ordonnanz und Militaria gewidmet. ●

Eine Sonderbewilligung hingegen musste der Käufer einer Thompson-MP Modell 1921 vorlegen, denn die Seriefeuerwaffe im Kaliber .45 ACP wird im Gegensatz zum schweren MG vom Waffengesetz erfasst. 7500 Franken war dem Bieter die Waffe wert (Schätzpreis 2400 Franken), welche man von den US-Gangsterfilmen der 30er Jahre bestens kennt. Der hohe Preis ist jedoch dem Umstand zuzuschreiben, dass «Manufactured by Colt» auf dem Verschluss steht. Colt stellte lediglich 15000 dieser Waffen her, die hier besprochene MP ging 1922 nach Athol, Massachusetts, an das dortige Police Department. Ein 100-schüssiges Trommelmagazin für Thompson-MPs ging übrigens für 1600 Franken weg (Schätzpreis 600 Franken).

Nächste Gant am 24. August Auktions-Katalog und Ergebnisliste können auf www.kesslerauktionen.ch abgeruTirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer  SchiessenSchweiz  31


Talentschau

Jungschützenkönig ist auch flink auf der Matte Le roi des jeunes tireurs   est aussi très habile sur le tapis Tarik Inniger aus Lütschental im Berner Oberland wurde an der DV des SSV als bester Jungschütze des Jahres 2012 ausgezeichnet. Der 19-jährige Elektroinstallateurlehrling zielt nicht nur im Schiessstand genau, sondern ist daneben auch auf der Matte als Judoka sehr aktiv. von andreas tschopp Lütschental, die kleine Berner Oberländer Gemeinde mit 240 Einwohnern, erstreckt sich im Tal der Schwarzen Lütschine auf 2,5 Kilometern der Strasse nach Grindelwald entlang. Unterwegs dorthin nehmen Passanten zumeist nur ein paar verstreute Häuser wahr. In einem wohnt der beste Schweizer Jungschütze des Jahres 2012. Er heisst Tarik Inniger, ist 19-jährig, macht die Lehre als Elektroinstallateur bei einer Firma in Grindelwald und ist Mitglied bei der Feldschützengesellschaft Gündlischwand, dem Nachbardorf von Lütschental. Dieses hat Tarik Inniger nun etwas bekannter gemacht dank seiner Leistung als Jungschütze.

Eine Auszeichnung, die anspornt 95, 142, 67 und 83 lauteten seine Resultate in den vier Wettkämpfen des Jungschützenprogramms im vergangenen Jahr. Mit lediglich 20 Verlustpunkten holte sich Tarik Inniger damit die Krone als bester Jungschütze 2012. Diese Auszeichnung in Form eines Wimpels und einer Armbanduhr durfte der junge Schütze an der Delegiertenversammlung des SSV in Bern von Walter Meer, dem Ressortleiter Jungschützen im SSV, in Empfang nehmen. Der 19-jährige Berner Oberländer zeigte sich nach Empfang sehr erfreut über das «schöne Geschenk, das mich motiviert und anspornt», so Inniger.

Schon dritter Jungschützenkurs Vater Christian Inniger nahm als passionierter Schütze seinen Sohn Tarik – der Vorname ist arabischen Ursprungs und wur-

Walter Meer, Ressortleiter Jungschützen beim SSV, hat Tarik Inniger zur Auszeichnung als bester Jungschütze des Jahres 2012 eine Armbanduhr als Geschenk überreicht. de von den Eltern bewusst ausgewählt, weil er wenig geläufig ist – im Alter von 10 Jahren zum ersten Mal mit zum Schiessen. Damit wurde das Interesse des Jungen geweckt, der fortan zuhause mit dem Luftgewehr zu üben begann. Mit 17 Jahren hat Tarik seinen ersten Jungschützenkurs besucht bei Leiter Thomas Rieder. Nach dem erfolgreichen 2012 macht er dieses Jahr nun bereits zum dritten Mal beim Kurs mit. Denn Tarik ist ein ambitionierter Schütze, der auf die Unterstützung der Kameraden im Verein und seines Vaters zählen kann. So ist es für den Jungschützen, der einmal pro Woche im Stand trainiert, durchaus denkbar, weiter den Weg zum Sportschützen einzuschlagen.

Judo als ideale Ergänzung Das Schiessen ist aber nicht die einzige sportliche Leidenschaft, der Tarik Inniger frönt. Der 19-jährige Lütschentaler ist daneben auch beim Judoclub Yama Hari in Interlaken aktiv. Dies schon seit dem sechs-

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ten Lebensjahr. Er ist mehrfacher Titel- und Medaillengewinner an den Oberländer Meisterschaften und war auch schon an den Schweizer Titelkämpfen dabei. Er habe früher mehr Zeit investiert, nun jedoch etwas reduziert beim Judo, sagt Tarik Inniger, der die japanische Kampfsportart schätzt als ideale Ergänzung zum Schiesssport.

Tarik Inniger de Lutschental dans l’Oberland bernois, meilleur jeune-tireur de 2012, a été récompensé lors de l’AD de la FST. Cet apprenti électricien âgé de 19 ans n’est pas seulement très précis lorsqu’il s’aligne au stand de tir, mais il est également très habile sur le tapis en tant que judoka. Lutschental, petit village de l’Oberland bernois avec 240 habitants, s’étend sur 2,5 kilomètres le long de la route de Grindelwald, dans la vallée de la Lutschine noire. Ausgabe 6 // Juni 2013


Talentschau

Tarik Inniger ist ein begeisterter Schütze und Judoka. Lorsqu’on s’y rend, on n’aperçoit que quelques maisons éparpillées. Dans l’une de celles-ci vit le meilleur jeune-tireur suisse de 2012. Il s’appelle Tarik Inniger, a 19 ans, fait un apprentissage d’électricien dans une entreprise de Grindelwald et il est membre de la Feldschützengesellschaft Guendlischwand, le village voisin de Lutschental. Tarik Inniger est maintenant quelque peu connu grâce à sa performance en tant que jeune tireur.

Une distinction qui encourage 95, 142, 67 et 83 sont les résultats obtenus dans le cadre des quatre compétitions au programme du cours des jeunes-tireurs de l’année précédente. Avec seulement 20 points perdus, Tarik Inniger s’est arrogé la couronne en tant que meilleur jeune-tireur 2012. Un fanion et une montre-bracelet lui ont été remis en guise de récompense lors de l’Assemblée des délégués de la FST à Berne, par Walter Meer, préposé aux jeunesAusgabe 6 // Juni 2013 

tireurs au sein de la FST. Le bernois de l’Oberland, âgé de 19 ans, s’est montré enchanté de ce «beau cadeau, qui me motive en m’encourage», nous a-t-il dit.

Son troisième cours du tir Son père Christian, lui-même un tireur passionné, a pris Tarik – ses parents ont sciemment choisi ce prénom de source arabe pour leur fils parce qu’il n’était pas courant – à l’âge de 10 ans pour la première fois au stand de tir. C’est ainsi qu’a été éveillé l’intérêt de ce jeune qui, par la suite, commença à s’entraîner à la maison avec une carabine à air comprimé. A 17 ans, Tarik a suivi son premier cours de jeune-tireur sous la direction du moniteur Thomas Rieder. Après sa belle réussite de 2012, il va cette année prendre part à son troisième cours. Tarik est un tireur ambitionné, qui peut compter avec le soutien de ces camarades et de son père au sein de sa société. Ainsi, il est fort bien envisageable que ce jeune tireur qui s’en-

traîne une fois par semaine continue son chemin en tant que tireur sportif.

Judo en tant que complément idéal Le tir n’est toutefois pas la seule passion sportive à laquelle s’adonne Tarik. Le Lutschentaler de 19 ans est aussi actif au sein du club de judo Yama Hari à Interlaken. Ceci depuis l’âge de six ans. Il a déjà gagné plusieurs titres et médailles lors des championnats de l’Oberland bernois et a aussi participé aux championnats suisses. Autrefois, il consacrait plus de temps au judo, dit Tarik Inniger, qui a entre-temps quelque peu réduit son engagement pour cet art martial japonais qu’il considère comme un complément idéal au tir sportif. ●

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Training

So trainieren Schweizer Meisterschützen In der Serie «So trainieren Meister» geben die aktuellen Schweizer Meister und mehrfachen Medaillengewinner Robert Studer (Castrisch; Sturmgewehr 90), Fredi Ronner (Linthal; Standardgewehr 300m), Edi Fischer (Willadingen; Karabiner) und Guido Muff (Rothenburg, Pistole) Monat für Monat Einblick in ihre ganze persönlichen Trainingsmethoden.

Erste Wettkämpfe gingen in die Hosen Von Guido Muff Meine ersten richtigen Wettkämpfe liefen nicht wunschgemäss. Beim Wettkampf in Hannover ging das rangmässig zwar noch einigermassen. Doch die Shooting Masters gingen voll in die Hosen. Der Abzug an meiner Pistole war defekt, sodass ich einige Serien wiederholen musste. Da war besser, den Wettkampf gleich abzubrechen und die Reparatur zu organisieren. Aber nicht nur am Material ist es gelegen. Noch vor Hannover habe ich mir einen Zeh gebrochen und das hat mich nicht nur beim Gehen gestört. Ich kann deshalb auch mein Fitnesstraining nicht wie geplant durchziehen. Vor allem Hallenfussball fehlt mir echt. Trotz diesen Schwierigkeiten bin ich weiter voll motiviert. Das Material ist wieder in gutem Zustand. Die

ersten Runden der Gruppenmeister 50 und 25m mit meinem Verein Malters sind absolviert. Mein Ziel sind die nächsten Shooting Masters. Da will ich beweisen, was ich wirklich drauf habe. Deshalb trainiere ich jetzt vermehrt im Stand. Eine Woche liegt der Schwerpunkt auf der Präzision, in der nächsten auf Duell (Schnellfeuer). Das gibt dann etwas Abwechslung. Daneben will ich im Juni auch dafür sorgen, dass mein Körper mehr Erholungszeit bekommt. Nach der harten körperlichen Arbeit bin ich nämlich am Abend oft einfach „kaputt“. Aber ein echter Zentralfeuerschütze lässt sich nicht unterkriegen. Vielleicht bekomme ich noch die Chance zum Start beim Europacup in Thun. ●

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Guido Muff. 34  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

Robert Studer.

Zeit bleibt sogar   zum Fachsimpeln Von Robert Studer Nun endlich ist es soweit. Die 300m-Saison ist mit dem Eröffnungsschiessen der Matchgruppen gestartet. Mein Wintertraining hat sich auch bereits ausbezahlt und kann so falsch nicht gewesen sein. Das Eröffnungsschiessen war für mich erfolgreich. Die Erkenntnis daraus ist aber auch, dass ich weiterhin hart trainieren und arbeiten muss. Das Freundschaftsschiessen mit unseren Linthalern Kollegen fand heuer bereits zum elften Mal statt. Für das Treffen zum Zusammensitzen hat es dann auch noch für mich gereicht und ich konnte mit meinem Schiesskollegen Fredi Ronner fachsimpeln. Das Training hat sich nun in den Schiesstand verlagert. Ich trainiere im Stand zweimal pro

Woche. Im Moment legen wir grossen Wert auf die Gruppenmeisterschaft. Das Erreichen des Finals ist unser grosses Ziel. Parallel dazu nehme ich mir auch Zeit für das Matchwesen. Die Treffen der Matchgruppen stehen nun vor der Türe und ich möchte mit der Gruppe des BSV dort immer gut abschliessen. Auch im physischen Bereich bleibe ich weiterhin am Ball. Wenn es das Wetter zulässt, gehe ich Biken ansonsten trainiere ich als Alternative auf dem Hometrainer. Da ein starker Rumpf für jede Sportart das A und O ist, mache ich auch weiterhin meine Kraftübungen. Leider fehlt es mir manchmal an der Zeit, alles unter einen Hut zu bringen. ●

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Training

Mitten in einer   Wettkampfphase Von Fredi Ronner Im Moment stecke ich mitten in einer Wettkampfphase, sei das im Matchschiessen oder mit dem SV Linthal-Auen. Nach der Gruppenmeisterschaft auf kantonaler Ebene und den Dezentralisierten Matchmeisterschaften folgen mit den Glarner Matchmeisterschaften schon die nächsten wichtigen Ziele. Das ist eine intensive Zeit, aber Wettkämpfe sind sowieso das beste Training das es gibt. Da sieht man am Besten wo noch Handlungsbedarf besteht. Wenn immer möglich trainiere ich Kniend, um die Automatismen nicht zu verlieren. Auch wenn es im Moment gut läuft, so versuche ich mich doch immer in jedem Training oder Wettkampf zu verbessern. Denn im Kniendschiessen geht es sehr schnell und man hat die entscheidenden Punkte verloren.

Fredi Ronner. Ausgabe 6 // Juni 2013 

Eine gewisse Stabilität ist aber nun durch das viele Training vorhanden. Im Wettkampf kann ich darauf zurückgreifen und mich auch vermehrt auf die äusseren Bedingungen konzentrieren. Denn auch das ist ein wichtiger Faktor den man nicht ausser Acht lassen darf. Betreffend der optischen Einstellung kann ich auf eine jahrelange Erfahrung zählen, die mir dabei hilft die richtigen Schlüsse zu ziehen. Bei schwierigen Wetterbedingungen, Wind und Lichtwechsel, versuche ich mich jeweils den Gegebenheiten anzupassen. Und schiesse so auch mal einen anderen Rhythmus als den gewohnten.  ●

Edi Fischer greift auch mal zum Standardgewehr.

«Zwischen den Ohren muss es noch besser klappen» Von Edi Fischer Meine bisherige Zwischenbilanz ist noch ziemlich durchzogen. Körperlich fühle ich mich sehr gut, abgesehen von Niessanfällen und durch Pollenflug geröteten Augen. Das Aprilwetter im Mai war für mich vorteilhaft. Phasenweise stimmen auch die Resultate. Ausreisser machen mir aber immer noch zu schaffen. Es ist also dringend nötig, dass es zwischen den Ohren besser klappt. Ich will mich in den persönlichen Analysen hauptsächlich mit den guten Treffern auseinandersetzen. Dadurch kann ich das richtige Verhalten stärken. Im Training habe ich festgestellt, dass ich zuverlässig Schusswert und Schusslage melde. Dass ich Fehlschüsse melden muss, hat leider einen mir bekannten Grund. Ich bin immer noch zu ungeduldig! Wenn der Ablauf nicht stimmt, muss ich ohne Ausnahme absetzen und wieder neu beginnen. Mit dem Einsatzlaufsystem kann ich das aber einmal mehr

besser verinnerlichen und dadurch korrigieren. Nach dem Jahresprogramm der Matchschützen im OASSV bleibt dazu aber nicht mehr viel Zeit. Bis zum Dez.-Match muss ich, will ich, ein weiteres Zwischenziel erreicht haben. Als Wettkampftraining besuchen wir mit einer jeweils zusammengewürfelten Gruppe verschiedene B Anlässe. Im Heimstand, während unserem Donnerstagtraining, wollen wir uns für den LZ Cup-Final qualifizieren. Zuversichtlich hoffe ich, dass weitere Vereinsmitglieder mitmachen. Mit fünf Sandblättern nacheinander steht auch in 10er Wertung fest, wie sauber ich gearbeitet habe. In der Kniendstellung kann ich nach sechs Serien à 5 GP auch Bilanz ziehen. Ich bin überzeugt, dass ich meinen harzigen Saisonstart überwinden kann und freue mich auf die kommenden Anlässe.  ●

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Stargast

Schwinger Stucki zwängt sich ins «Schützen-Korsett» Le lutteur Stucki se fait entrer de force dans le «corset du tireur» Il lottatore Stucki indossa il «corsetto del tiratore» Kranz-Schwinger Christian Stucki zählt für das «Eidgenössische» vom August in Burgdorf zum engsten Kreis der Sieganwärter. Auch wenn sein Fokus ganz auf dieses Fest gerichtet ist, findet der Seeländer Zeit für einen Abstecher zu dem Sportschützen. Von Max Flückiger und andreas tschopp (fotos) Schnuppern im Dreistellungsmatch Gewehr 50m war für Christian Stucki geplant. Ganz so einfach wird der Versuch dann doch nicht. In die extra von Martin Truttmann gefertigte Schiessjacke der Grösse XXXL lässt sich Stucki nämlich nicht ganz zwängen. «Ich habe dank intensivem Training noch Muskeln zugelegt», erklärt der Lysser, der direkt vom Training in Magglingen angereist ist. So müssen die Schiesslehrer Walter Oesch und Arnold Winkelmann etwas improvisieren, um dem Zweimetermann die Stellungen beizubringen.

«Gewehr nicht mit Kraft halten» Auch wenn für den 28-Jährigen die Liegendpritsche zu kurz ist, die Kugeln landen doch nahe dem Zentrum. «Das ist echt eine Kunst und viel anstrengender, als ich mir vorgestellt habe. Wenn ich eine Zehn schiesse, höre ich auf. Das ist auch im Schwingen die Bestnote», stellt der bereits schwitzende Stucki bald fest. Zehner gibt es aber erst, als Stuckis Anschlag noch optimiert wird. «Du darfst das Gewehr nicht mit Kraft halten, sondern musst versuchen, entspannt in den Riemen zu liegen». Dieser Oesch-Ratschlag bringt eine 10,5. Nach einer kurzen Pause geht es in den Stehendanschlag. Mit offener Ausgabe 6 // Juni 2013 

Die XXXL-Schiessjacke ist für Christian Stucki zu klein, stellt Redaktor Max Flückiger amüsiert fest. Jacke kein leichtes Unterfangen. «Das bewegt viel mehr, fährt richtig auf der Scheibe rum. Liegend ist ‹gäbiger› gegangen», stellt Stucki fest. Dank seiner Muskelkraft schafft er aber doch ein paar Treffer auf der Scheibe. «Das gibt nicht einmal mehr, wenn ich auf dem Stativ aufstütze», analysiert er seinen «Betrugsversuch» für eine 10. Selbst Routinier Arnold Winkelmann weiss kein Rezept, führt in der Pause den Schwinger

aber zur Resultattafel, wo Walter Oesch die Schwadernauer Standrekorde präsentiert. Da staunt Stucki ob den Superresultaten von Bürge, Beyeler und Co.

Kniend kommt das Schlottern Kniend will er den Besten nacheifern. Doch auch hier wird ihm seine Kraft zum Verhängnis. «Ich muss richtig etwas herbeizirkeln und schlottere dabei. Auch habe

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Stargast

Instruiert von Walter Oesch, nimmt Christian Stucki liegend das Ziel ins Visier. Seine festen Waden ragen dabei über den Rand der Pritsche hinaus.

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Stargast

Schwinger Christian Stucki in Siegerpose, nachdem er seinen Gegner im Sägemehlring auf den Rücken gelegt hat. ich mich immer noch nicht an den feinen Abzug gewöhnt», stellt er fest. Dass er mit Schlottern eine Neun trifft, ist nur ein schwacher Trost für den starken Mann. «Da muss man wirklich viel trainieren und ein gutes Stellungsgefühl bekommen, um zu treffen», ist Stuckis Erkenntnis. «Mit dem Sturmgewehr geht das dann doch viel einfacher», sagt der Kranz-Schwinger, der mit Kollegen ans Bärzelistagschiessen und wenn Ausgabe 6 // Juni 2013 

möglich auch ans Feldschiessen geht. Denn: «Ich hab es gerne, wenn es auch noch richtig chlöpft».

Vaterpflichten warten auf ihn

(Bild: zvg)

teilen uns die Betreuung. Heute bin ich an der Reihe um Windeln zu wechseln und den Schoppen zu geben», sagt Stucki zum Abschied.  ●

Im Anschluss an das zweistündige Training findet Christian Stucki sogar noch Zeit zum Fachsimpeln. Doch dann rufen Vaterpflichten: «Am 9. März ist Xavier auf die Welt gekommen. Meine Partnerin Cécile und ich TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer  SchiessenSchweiz  39


Stargast

présente les records du stand de Schwadernau. Stucki est surpris par les super résultats de Bürge, Beyeler et Cie. A genou il veut prendre les meilleurs comme modèles. Mais là également, sa force lui est fatale. «Je dois tellement essayer de m’approcher du centre et je tremble. Et je me suis pas encore habitué à la détente légère», constate-t-il. Qu’il tire un neuf malgré les tremblements est seulement une piètre consolation pour l’homme fort. «Il faut vraiment s’entraîner beaucoup pour obtenir une bonne sensation de la position, afin de bien tirer», est la conclusion de Stucki. «C’est quand-même plus facile avec le fusil d’assaut», dit le lutteur qui va au tir du 2 janvier (Bärzelistagschiessen) et si possible au tir en campagne avec des collègues. Parce que: «J’aime quand ça fait beaucoup de bruit».

«J'aime quand ça fait du bruit» A la suite de l‘entraînement de deux heures, Christian Stucki trouve même le temps pour parler métier. Mais après le devoir appelle : «Le 9 mars Xavier est venu au monde. Ma partenaire Cécile et moi, on se partage la prise en charge. Aujourd’hui c’est à mon tour de changer les couches et de donner le biberon», dit Stucki à l’occasion du départ.  ●

A genou Christian Stucki tire un neuf malgré les tremblements.

Le lutteur à couronne Christian Stucki compte pour «le fédéral» d‘août à Berthoud au plus petit cercle de candidats à la victoire. Même s’il se focalise complètement sur cette fête, trouve le Seelandais du temps de faire un crochet vers les tireurs sportifs. Il était planifié d’humer le match trois positions carabine 50m pour Christian Stucki. Mais cet essai ne s’avère pas si facile. Stucki ne se laisse pas entrer de force dans la veste de tir grandeur XXXL spécialement fabriquée par Martin Truttmann. «Grâce à un entraînement intensif j’ai encore ajouté des muscles», explique-t-il après être arrivé directement de l’entraînement de Macolin. Ainsi les professeurs de tir Walter Oesch et Arnold Winkelmann ont dû improviser un peu afin d’apprendre les positions à l’homme de deux mètres. Même si la stalle couché est trop courte pour l’homme de 30 ans, les balles atterrissent quand-même près du centre. «C’est

vraiment de l’art et beaucoup plus fatiguant que je le pensais. Si je tire un dix j’arrête. C’est aussi la meilleure note à la lutte», constate Stucki très vite déjà en sueur. Mais il y a eu seulement des dix après avoir optimisé l’épaulement de Stucki. «Tu n’as pas le droit de tenir la carabine avec de la force, tu dois essayer de poser le bras détendu dans la courroie». Ce conseil d’Oesch apporte un 10,5.

Un petit «essai de tricherie» Après une courte pause il attaque la position debout. Pas une entreprise facile avec la veste ouverte. «Ca bouge beaucoup plus, toute la cible y passe. Couché c’était plus facile», constate Stucki. Mais grâce à sa force musculaire il arrive tout de même à mettre quelques coups sur la cible. «Je n’arrive même pas mieux si je m’appuie sur le statif», analyse-t-il son «essai de tricherie» pour un 10. Même le routinier Arnold Winkelmann ne connait pas de remède, amène le lutteur au tableau des résultats, où Walter Oesch

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Il lottatore svizzero coronato Christian Stucki è uno dei principali favoriti nella «Federale» che si svolgerà in agosto a Burgdorf. Pur essendo già concentratissimo su questa festa, l’atleta del Seeland bernese trova il tempo di fare una visita ai tiratori sportivi. Per Christian Stucki era prevista una prova nel match a tre posizioni fucile 50m – un’impresa che si è rivelata più difficile del previsto. Infatti, Stucki non riesce a costringersi del tutto nella giacca da tiro misura XXXL appositamente confezionata da Martin Truttmann. «Mi sono allenato intensamente e ho messo su ancora più muscoli», spiega il lottatore di Lyss, che è arrivato direttamente dall’allenamento a Magglingen. Dunque, i monitori di tiro Walter Oesch e Arnold Winkelmann sono costretti ad improvvisare per insegnare le posizioni all’atleta alto due metri. Nonostante il bancone per il tiro a terra sia troppo corto per il 28-enne, le pallottole mancano il centro solo di poco. «È veramente un’arte e molto più faticoso di quanto pensassi. Se riesco a centrare un dieci, smetto. Anche nella lotta svizzera Ausgabe 6 // Juni 2013


Stargast

Christian Stucki tira in piedi: «C’è più movimento, era più facile nella posizione sdraiata», dice il lottatore svizzero coronato. è il punteggio massimo», dichiara Stucki che sta già sudando. Il dieci però arriva soltanto dopo aver migliorato la posizione di Stucki. «Non devi tenere il fucile con forza, ma devi cercare di rilassare il braccio nella cinghia». Questo suggerimento di Oesch vale un 10,5.

Un «tentativo di frode» Dopo una breve pausa, si passa al tiro in piedi – un’impresa ardua con la giacca aperta. «C’è più movimento, era più facile nella posizione sdraiata.» Grazie alla sua forza fisica, alla fine riesce comunque a colpire un paio di volte il bersaglio. «Non va meglio nemmeno se mi appoggio sul cavalletto», come analizza un suo «tentativo di frode» per raggiungere un 10. Nemmeno l’esperto Arnold Winkelmann conosce una ricetta, ma nella pausa accompagna il lottatore al pannello dei risultati, dove Walter Oesch presenta i record dello stand di Schwadernau. Stucki resta a bocca aperta vedendo i risultati eccezionali di Bürge, Beyeler e co. Nella posizione in gionocchio vuole emulare i migliori. Ma anche qui la sua forza fisica gli è fatale. «Faccio veramente fatica e sto tremando. Poi ancora non mi sono abituato al grilletto sensibile», come dichiara. Il fatto che nonostante la tremarella rieAusgabe 6 // Juni 2013 

«Ende Feuer»: Arnold Winkelmann hilft Stucki aus der «Zwangsjacke». sca a fare nove punti non basta a consolare l’omone. «Per centrare il bersaglio, bisogna veramente allenarsi duramente e ottenere un buon senso della posizione. Con il fucile d’assalto è sicuramente più facile», dice il lottatore svizzero coronato, che con i suoi amici partecipa al tiro «Bärzelistagschiessen» e possibilmente anche al Tiro federale in campagna. Il motivo: «Mi piace quando fa anche un po‘ di fracasso».

«Mi piace quando fa di fracasso» Dopo due ore di allenamento, Christian Stucki trova perfino il tempo di discutere di questioni tecniche. Poi, però, deve assumersi la sua responsabilità di padre: «Il 9 marzo è nato Xavier. La mia compagna di vita Cécile ed io ci dividiamo la cura. Oggi tocca a me cambiare i pannolini e dare il biberon», dice Stucki congedandosi.  ●

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Technik

Das Luntenschlossgewehr 1707 starb Marie de Nemour aus dem Hause Orléans, die Regentin von Neuchâtel, ohne Nachkommen. Das kleine Fürstentum kam über die Erbfolge an das Haus Hohenzollern (Preussen). Kurios wie die Geschichte des Kantons war auch die Bewaffnung, eine Melange zwischen Frankreich und Preussen mit unübersehbarem Schweizer Einfluss, wie ein kürzlich versteigertes Luntenschlossgewehr beweist. Von Bertram Kropač (Text) und Hans Mosimann (Fotos) Das Luntenschloss kam in Europa etwa Mitte des 15. Jahrhunderts auf. Davor gab es die Stangenbüchse, ein kurzes Rohr aus Stahl oder Bronze mit einem an der Oberseite gelegenen Zündloch. Bei diesen Waffen musste die Zündlunte noch mit der Hand gehalten und ans Zündloch geführt werden. Die so genannte Tannenbergbüchse ist als eine der wenigen Stangenbüchsen aus dieser Zeit recht gut datierbar. Die Burg Tannenberg, ein Raubrittersitz, wurde 1399 zerstört. Jahrhunderte später wurden bei archäologischen Ausgrabungen um die Mitte des 19. Jahrhunderts zwei fast baugleiche Stangenbüchsen in einem verschütteten Brunnenschacht gefunden. Das Schiessen mit einer Stangenbüchse war ziemlich problematisch, weil der Schütze seine Waffe auf das Ziel richten musste und zugleich die Pfanne und die glimmende Luntenspitze im Auge haben sollte. Erst das Luntenschloss mit einem sinnreichen Hebelsystem und einer in einem Hahn eingespannten Lunte brachte Abhilfe. Nun konnte der Schütze richtig zielen und sich auf das Ziel konzentrieren.

Muskete beim Fussvolk beliebt Während Jäger das Luntenschloss nur während eines kurzen Zeitraumes nutzten, blieb das System annähernd 200 Jahre wegen seiner wunderbaren Einfachheit und der wenig aufwändigen Logistik beim Militär im Gebrauch. Besonders beim Fussvolk hielt sich die Luntenschlossmuskete noch lange nach ihrer Gebrauchszeit als Reservewaffe in den Arsenalen. Die Eroberung Amerikas und der Dreissigjährige Krieg (1618 bis 1648) waren die grossen Ereignisse, bei welchen das System zur Hauptbewaffnung

Das oben abgebildete Luntenschlossgewehr aus Neuenburg wurde für 4400 Franken versteigert. zählte. Auch in der Schweiz schätzte man das Luntenschloss wegen seiner Einfachheit und der anspruchslosen Wartung, zu der es nur wenig Fachleute bedurfte. Jeder Dorfschmied war in der Lage, ein Luntenschloss zu reparieren und Ersatzteile herzustellen. In einer Auktion des Hauses Fischer in Luzern fanden wir ein ganz besonderes schweizerisches Exemplar, dessen Geschichte und Umfeld es in sich hat.

Teile sind zusammengesetzt... Das Gewehr stammt aus dem Kanton Neuchâtel, diese Gravierung trägt es zumindest auf dem Lauf. Die genauere Untersuchung der Waffe vor der Auktion brachte einige Besonderheiten hervor. Der Lauf hat neben der Eigentumsgravierung noch eine alte deutsche Beschaumarke aus Suhl. Das Schloss hat im Pfannenbereich eine Stempelung aus dem französischen Waffenzentrum St. Etienne. Die Montage erfolgte höchstwahrscheinlich vor Ort, das heisst in Neuenburg. Der Schaft folgt ganz dem damals in Frankreich üblichen Stil. Das Gewehr wurde vom Auktionshaus Fischer mit etwa 1690 datiert. Diese Datierung fällt mit einer für den Kanton Neuenburg alten Schreibweise «Nevfchastel» bedeutsamen Ereignis zusammen. 1707 starb die letzte Regentin aus dem Hause Orléans, in der Folge kam das Gebiet bis 1856 unter preus-

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sische Herrschaft. Das aus verschiedenen Teilen zusammengesetzte Gewehr ist also ein Spiegelbild der seinerzeitigen politischen Verhältnisse. Man kann fast sicher sein, dass es noch längere Zeit nach der eigentlichen Luntenschlossära seinen Dienst tat, denn in Neuenburg war es damals ruhig, die preussischen Herren mischten sich kaum ins Tagesgeschäft ein und die Bevölkerung konnte sich, ohne Beeinflussung durch die neuen politischen Verhältnisse, ihrem Tagewerk widmen, und der Kanton entwickelte sich gut.

...und liessen sich demontieren Doch zurück zum Gewehr. Selbst das damals moderne Aussehen täuscht nicht darüber hinweg, dass die Technik des Luntenschlosses bereits veraltet war. Die meisten Waffen mit einer ähnlichen Schäftung hatten schon ein moderneres Steinschloss. Viele alte Gewehre wurden auch umgerüstet, das heisst, sie erhielten ein neues Steinschloss, einen moderneren Abzug und einen Abzugbügel. Dies macht original belassene Gewehre aus dieser Zeit heute selten. Die gewölbte Schlossplatte und die am Schlossblech befestigte Pulverpfanne mit einem Feuerschirm entsprechen dem letzten Entwicklungsschritt des Luntenschlosses. Man konnte das Schloss mit Pfanne und Abzug zur Reinigung und Reparatur aus dem Ausgabe 6 // Juni 2013


Technik

– Waffenrarität aus Neuenburg

Nicht zu übersehen ist die Eigentumsgravierung des Kantons Neuenburg (Nevfchatel). Das Schloss im französischen Stil ist sehr sauber verarbeitet. Schaft nehmen. Bei älteren Modellen war die Pfanne noch direkt am Lauf befestigt. Lediglich der offen liegende grosse Abzughebel des Neuenburger Gewehres entspricht der älteren Technik. Die meisten im süddeutschen Raum hergestellten Gewehre hatten damals bereits einen modernen Abzug und einen Abzugbügel.

Papierpatronen mit Kaliber 18 Das Kaliber von 18 mm ist ebenfalls französisch und deutet auf die Verwendung von Papierpatronen hin. Während des Dreissigjährigen Krieges waren meist noch die sogenannten «zwölf Apostel», kleine gedrechselte Holzbüchsen, welche die Ladungen enthielten, üblich. Sie gehörten zum charakteristischen Bild der Landsknechte und wurden von diesen an einem schräg über der Schulter getragenen Gurt befestigt. Papierpatronen waren praktischer und der Soldat konnte mehr Munition mit sich führen. Vergleicht man das Steinschloss mit dem Luntenschlosssystem, so zeigten sich die Vorteile des neueren Waffensystems vor allem in der offenen Feldschlacht. Das Luntenschloss war eine absolute SchönwetterAusgabe 6 // Juni 2013 

waffe. In überdachten Wehrgängen oder Festungsbauten waren beide Waffentypen aber nahezu gleichwertig. Bei Bürgerwehren, wo oft wenig ausgebildete Krieger ihren Dienst taten, war die überschaubare, kaum zu Störungen neigende Technik des Luntenschlosses eher von Vorteil. Das vorgestellte

Luntenschlossgewehr ist in einem ausgezeichneten Zustand. Solche Gewehre im Originalzustand sind heute sehr selten und entsprechend hoch liegen die Preise. Dieses Schweizer Luntenschlossgewehr brachte es immerhin auf 4400 Franken. ●

Zur Geschichte Neuenburgs Erstmals erwähnt wird novum castellum 1011 als Teil Burgunds. Das Haus Neuenburg regiert zwischen 1033 und 1395 das Gebiet, anschliessend kam es unter die Herrschaft der Zähringer, der Markgrafen von Hochberg und 1504 durch Heirat an das Haus Orléans-Longueville, welches bis 1707 regierte. Mit Marie de Nemours starb die letzte Regentin aus dem Hause Orléans ohne Nachkommen. Durch Erbschaft fiel das kleine Fürstentum an die Hohenzollern und damit an das preussische Königshaus. Allerdings war das Fürstentum nie Bestandteil Preussens sondern nur über die Personalunion des Hauses Hohenzollern mit Preussen verbunden. Den Neuenburgern war es in einem geschickten Vertrag gelungen, sich weitgehende Selbständigkeit zu sichern

und vor allem aus den preussischen Kriegen herauszuhalten. Etwa 150 Jahre lang regierten die Preussen, ohne sich viel in die Tagespolitik einzumischen. Das kleine, zwischen Frankreich und dem deutschen Sprachraum gelegene Fürstentum entwickelte sich wirtschaftlich prächtig, die Hohenzollern gründeten eine Akademie, die später in eine Universität umgewandelt wurde. Eingewanderte Hugenotten bauten eine Uhrenindustrie auf, Philippe Suchard gründete 1826 seine berühmte Schokoladenmanufaktur und andere mixten den Absinth. 1848 kam es zu operettenreifen Aufständen und damit zum Bruch mit dem Regenten im fernen Berlin. 1856, nach einer Vermittlung durch Napoleon III, gelangt der Kanton dann offiziell zur Schweiz.

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Verein

Die Geschichte weist uns den Weg... L’histoire nous montre le chemin . . . La storia ci mostra la via… Carlo Schirrmeister (1927) aus Chiasso ist Ehrenmitglied des SSV und der Federtiro Sportiva Ticinese, die er auch präsidiert. Zudem war er einige jahre Mitglied der Nationalen Nachwuchskommission. Für Schirrmeister weist die Geschichte den Weg in die Zukunft des Schiesswesens. von roberta filippini Was hat Sie ans Schiessen herangeführt? Das geschah schon sehr früh, dank meinem Vater, der selber Schütze war. Er steckte mich mit der «Krankheit» an, indem ich ihn zusammen mit meiner Mutter an verschiedene Schiessanlässe begleitete. 1929, als ich erst zwei Jahre alt war, ging ich mit meinem Spielzeuggewehr mit Korkzapfen ans Eidgenössische Schützenfest nach Bellinzona … als Begleiter! Im Jahr 1944 besuchte ich unter der Leitung meines Vaters meinen ersten Kurs für SG 300m. Er leitete den Verein Liberi Tiratori di Chiasso, dem ich von Anfang an Treue schwor. Dort war ich sechs Jahre lang Präsident der Sektion Gewehr 50m und übernahm fünf Jahre lang die Leitung der Nachwuchskurse 50m. Sie sind immer noch aktiver Schütze... Ja, aber nur auf Sektionsebene: Die Altersbeschwerden haben mich gezwungen, auf die Programme mit dem Gewehr in der Dreistellung zu verzichten. Ab und zu schiesse ich mit dem Gewehr 10m, und ich bin schon froh, wenn ich mit allen Schüssen ins Schwarze treffe. Mit der Pistole Parabellum 29, aber auch mit der SIG 210 erreiche ich heute noch gute Resultate, auch weil man sie mit beiden Händen halten kann. Was hat Sie dazu bewogen, Funktionär zu werden? Im Jahr 1966 wurde ich angefragt, ob ich als Match-Verantwortlicher dem Vorstand

des Tessiner Kleinkaliber-Schiessverbandes beitreten wolle. Ich habe dieses Amt mit Leidenschaft ausgeübt, bis ich 1978 den Kurs als B-Trainer an der Schweizer Schiessschule absolvierte. Zwanzig Jahre lang leitete ich das Match-Schiessen der Federtiro Sportiva Ticinese. Im 1971 übernahm ich das Verbandspräsidium, führte neue Statuten ein, verbesserte die Organisation und das Reglement und versuchte, die Nachwuchsförderung voranzutreiben. 1993 wurde mir im Technik-Rat des SSV angeboten, die Leitung der Kommission für Ausbildung und Nachwuchsförderung (AUNAKO) zu übernehmen. So wurde ich 1994 Vorstandsmitglied des nationalen Verbandes. Welches sind Ihrer Ansicht nach die grössten Unterschiede zwischen der Ausbildung von damals und der heutigen? Früher war die Ausbildung empirischer. Jeder Schütze lernte das Handwerk, versuchte eigene Kniffe und machte seine ganz persönlichen Erfahrungen. Eine wirklich gute Ausbildung bekam man nur in der Schweizer Schiessschule, unter der Bedingung, dass man die Mindestanforderungen erfüllte, um angenommen zu werden. Die dort erworbenen Grundkenntnisse notierte ich auf einigen Blättern und ergänzte sie mit Illustrationen. Diese nutzte ich dann in meinen Rapporten für die Ausbildung der Verantwortlichen für die Jungschützenkurse in den Tessiner Vereinen. Heute ist die Ausbildung in ihren verschiedenen Phasen organisiert, die Ausbildner erwerben genau definierte Kenntnisse, die auf echten technischen Konzepten aufgebaut sind und auch psychologische Aspekte umfassen. Hat der Schiesssport bei den Jungen und in der Bevölkerung an Interesse eingebüsst? In den letzten Jahrzehnten hat sich die Lebensweise radikal verändert. Früher suchte man Kontakt mit anderen Menschen ausser-

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Carlo Schirrmeister: Sein Vater hat ihn mit der «Krankheit» Schiessen angesteckt. halb des Berufs, und man stellte sich auch in den Dienst von Sport- und anderen Vereinen. Heute kommt man mit einem randvollen Kopf nach Hause und hat auf gar nichts mehr Lust. Ganz allgemein hat der Stellenwert vieler Sportarten abgenommen, insbesondere derjenigen, bei denen man nicht geistig abschalten kann. Meiner Ansicht nach könnten folgende Punkte dazu beitragen, die Situation zu verbessern: 1. Die Anzahl Schiessprogramme verringern und sie rationalisieren, da sie zu zahlreich und die Administration zu kompliziert ist.2. Die Werbung für unseren Sport intensivieren, indem man bei den Schulen beginnt und die Ablehnung der Lehrpersonen überwindet, aber auch gegenüber den Erwachsenen. 3. Gewisse Schiessprogramme mit anderen Sportveranstaltungen kombinieren. 4. Eventuell Vereine gründen, in denen das Schiessen nur eine von verschiedenen Aktivitäten ist. Und wenn Sie einen Zauberstab hätten…? … dann würde ich vieles tun, auch ausserhalb des Schiesssports. In unserem Bereich würde ich regionale Ausbildungszentren für junge und weniger junge Schützen aufbauen, in denen vor allem der Nachwuchs neben Ausgabe 6 // Juni 2013


Verein

der spezifischen Sportausbildung in den Genuss einer medizinischen Betreuung, die in anderen Nationen bereits obligatorisch ist, und von körperlicher Tätigkeit kommt, wenn möglich in verschiedenen Spielformen, schliesslich besteht ja die Zusammenarbeit mit J+S. Die Jugendlichen würden so besser betreut, nicht nur im Schiesssport, und man könnte die Ausbildner in Gruppen zusammenfassen, die von den Vereinen her kommen. Ausserdem würde ich eine grosse Schiessanlage für das Tessin bauen, in der man im grossen Massstab, unter perfekten Sicherheitsbedingungen und ohne jemanden zu stören alle Schiessaktivitäten mit allen Waffen ausüben könnte.  ●

Carlo Schirrmeister (né en 1927) de Chiasso est membre d’honneur de la FST et de la Fédération du tir sportif Tessinoise dont qu’il est aussi le président. Après un certain nombre d’années dans la Commission nationale de la relève il est convaincu, que l’histoire nous montre le chemin de future pour le sport du tir. Qu’est-ce qui vous a dirigé vers le sport du tir? C’est arrivé très tôt, grâce à mon père qui était lui-même tireur. C’est lui qui m’a transmis cette «maladie» en l’accompagnant à différentes fêtes de tir avec ma mère. En 1929, alors âgé de deux ans, je suis allé à la Fête fédérale de tir à Bellinzone avec mon fusil à bouchon . . . comme accompagnant! En 1944, j’ai suivi mon premier cours pour la société 300m, sous la direction de mon père. Il dirigeait la société Liberi Tiratori di Chiasso à laquelle j’ai voué ma fidélité, dès le début. Là, j’ai été président de la section 50m carabine pendant 6 ans et j’ai pris en charge la direction des cours pour la relève 50m, pendant 5 ans. Etes-vous encore tireur actif? Oui, mais seulement au niveau de la section. Des troubles de vieillesse m’ont contraint à abandonner les programmes carabine trois positions. De temps à autre je tire avec la carabine 10m, et je suis bien content, si tous mes coups sont dans le noir. Aujourd’hui encore, j’atteins de bons résultats avec le pistolet Parabellum 29 et le SIG 210, aussi parce qu’on a le droit de tirer à deux mains. Qu’est-ce qui vous a décidé à devenir fonctionnaire? On m’a demandé, en 1966, si je ne voulais pas adhérer au comité de la Fédération tesAusgabe 6 // Juni 2013 

connaissances d’une manière exactement définie. Celles-ci sont basées sur des vrais concepts techniques qui englobent également les aspects psychologiques.

Carlo Schirrmeister veut diminuer et rationaliser le nombre des programmes de tir. sinoise de tir petit calibre, comme responsable de match. J’ai rempli cette fonction avec passion, jusqu’en 1978, durant laquelle j’ai suivi le cours d’entraîneur B à l’Ecole suisse de tir. J’ai dirigé le tir de match, à la Fédération du tir sportif Tessinoise (FTST), pendant vingt ans. J’ai repris la présidence de la fédération en 1971, j’ai instauré des nouveaux statuts, j’ai amélioré l’organisation et le règlement, et essayé d’activer la formation de la relève. En 1993, on m’offrit la possibilité de reprendre la direction de la commission pour la formation et la promotion de la relève (AUNAKO), au sein du conseil technique de la FST. C’est ainsi, qu’en 1994, je suis devenu membre du comité de la Fédération nationale. A votre avis, quelles sont les plus grandes différences au niveau de la formation actuelle, comparée à celle d’autrefois? A l’époque c’était plus empirique. Chaque tireur chipait les bons tuyaux, essayait ses propres trucs et faisait ses expériences personnelles. L’Ecole Suisse de tir était la seule à pouvoir offrir une bonne formation, à condition de remplir les exigences minimales requises, pour y être admis. Je notais les connaissances de base acquises sur quelques feuilles et les complétait par des illustrations. Je les utilisais plus tard, dans mes rapports pour la formation des responsables des cours de jeunes tireurs, dans les sociétés tessinoises. Aujourd’hui, la formation est organisée dans ses différentes phases. Les instructeurs acquièrent leurs

Est-ce que le tir sportif a perdu de son intérêt auprès des jeunes et de la population? Notre mode de vie a changé radicalement au cours des dernières années. Autrefois, on cherchait le contact hors professionnel avec d’autres personnes, on était aussi prêt à se mettre au service des associations sportives, ou autres. Aujourd’hui, on rentre du travail avec une tête pleine à ras bord, sans envie de faire quoi que ce soit en plus. D’une manière générale, l’importance de nombreuses disciplines sportives a diminué, en particulier pour celles dans lesquelles on ne peut pas se déconnecter mentalement. A mon avis, les points suivants peuvent contribuer à une amélioration de la situation: a) Diminuer et rationaliser le nombre des programmes de tir, parce qu’ils sont trop nombreux et l’administration trop compliquée. b) Intensifier la publicité pour notre sport, en commençant par les écoles et en essayant de vaincre la réprobation du personnel enseignant, et ceci aussi vis-à-vis des adultes. c) Combiner certains programmes de tir avec d’autres manifestations sportives. d) Fonder éventuellement des sociétés, au sein desquelles le tir est une des disciplines sportives, parmi d’autres activités. Et si vous aviez une baguette magique . . .? . . . dans ce cas, je ferais beaucoup de choses, également au-delà du tir sportif. Dans notre domaine, je mettrais en place des centres de formation régionaux, pour jeunes et moins jeunes tireurs, desquels la relève profiterait surtout. Et en plus d’une formation sportive spécifique, également d’un suivi médical qui est déjà obligatoire dans d’autres nations, venant si possible d’une activité sportive sous différentes formes de jeux (après tout, la collaboration avec J+S existe). Les adolescents seraient ainsi mieux encadrés (pas seulement dans le tir sportif) et on pourrait grouper les instructeurs venant des sociétés. Par ailleurs, je construirais une grande installation de tir pour le Tessin, dans laquelle on pourrait promouvoir, à grande échelle, toutes les disciplines de tir, toutes armes confondues, sans déranger qui que ce soit, dans des conditions de sécurité parfaites. ●

La versione italiana dell’intervista con Carlo Schirrmeister si trova sul sito internet della FST www.swissshooting.ch●

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Regio-News

15. Trofeo Raiffsen con record I vincitori del 15. Trofeo Raiffeisen sono risultati Simone Rizzi di Bellinzona (gara nelle 2 posizioni, 2x30) e Mauro Nesa di Sala Capriasca nel match olimpionico. Come consuetudine, la stagione agonistica FTST all’aria aperta al fucile 50m è inaugurata sul poligono di Taverne. Il Trofeo Raiffeisen, manifestazione sponsorizzata dalla locale Banca Raiffeisen del Vedeggio, ha raggiunto la quindicesima edizione e prevede da alcuni anni ben due gare: olimpionico e 2x30. La competizione è strutturata in una fase eliminatoria a cui segue una fase di semifinale/ finale. Durante la settimana si esegue la qualifica con un programma 2x30 (30 colpi a terra e 30 colpi in ginocchio in un tem-

i premi offerti dalla Banca Raiffeisen su un programma «breve» di 30 colpi in ginocchio. La gara ha permesso ai tiratori, tra cui vari juniores e varie

rappresentanti del gentil sesso, di iniziare la stagione con una gara impegnativa e interessante. Ma veniamo ai risultati: per la quarta volta s’impone Simone Rizzi di Bellinzona con ottimi 289 punti (nuovo record della gara) davanti allo juniores Michele Verdi di Gordola con 287, terzo è Andrea Rossi di Bellinzona con 286. La seconda gara (match olimpionico) da la possibilità di partecipare anche ai tiratori che sparano solo «a terra»: la competizione prevedeva 60 colpi in un tempo massimo di 75 minuti. Dopo le qualifiche, domenica 21 aprile nel primo pomeriggio si è svolta la finale. Si impone sul filo di lana Mauro Nesa di Sala Capriasca con 584 punti, secondo è Marco Rossi di Rancate (583) e 3. è Andrea Rossi di Bellinzona (581). ●

Corsi UFT 17 Sforzo importante anche nel 2013 per la formazione di personale che lavora nelle singole società. Grazie alla collaborazione con la commissione istruzione FTST anche ad inizio di questa stagione sono stati offerti tre corsi di formazione: due corsi di rinnovo (per capi GT e per monitori già formati sia fucile che pistola) e un nuovo corso per monitori del tiro fuori servizio. In queste giornate abbiamo cercato di fornire al partecipante le nozioni necessarie per svolgere in assoluta tranquillità il proprio lavoro nel suo poligono a favore della sicurezza e dell’attività dei suoi colleghi tiratori. Oltre alle nozioni tradizionali (direzione

del tiro, controlli, ecc.) si è fatto uno sforzo per allargare gli orizzonti: si sono presentate ad esempio tutte le armi (fucili e pistole) che possono venir impiegate nei nostri poligoni. Questo permetterà al monitore di agire con maggiore conoscenza di causa. Stiamo già facendo riflessioni sui corsi dei prossimi anni, su come migliorare ancora la nostra offerta. Senza svelare alcun segreto, uno dei temi da approfondire e da migliorare è come istruire/ aggiornare quei funzionari che dispongono di più brevetti di monitore (ad esempio fucile e pistola): come possiamo sfruttare al meglio le giornate obbligatorie di istruzione? Ritorneremo in argomento. Col Mirko Tantardini, UFT 17

I due vincitori (da sinistra) Mauro Nesa e Simone Rizzi. po massimo di 90 minuti), la domenica ha luogo la semifinale a scontro diretto con lo stesso programma della qualifica. I 10 finalisti si contendono in seguito

Gli Veterani Ticinesi sono molto sportivi Il 1. maggio, Bodio ha ospitato tiro e assemblea annuale dei Tiratori Veterani Sportivi (TVS) ticinesi. Cesare Malpangotti era stato chiamato nel 2012 a presiedere «ad interim» la Federazione Cantonale; ha rivestito inoltre per tutto il 2012 la funzione di direttore di tiro. Oggi nella sua Bodio è stato acclamato presidente. Il comitato è così composto: presidente Cesare Malpangotti; vice e segretario/cassiere Rino Demin; direttore di tiro Bernardo Sciolli; membri Silvietto Cauzza e Igeo Canonica. Particolarmente apprezzato è stato il saluto del municipale di Bodio, Alberto Passoni: la sua è stata una documentata lezione di storia del tiro sportivo, complimenti! Il premio di assiduità che spetta ai soci ancora attivi che hanno raggiunto il 75° anno di età è toccato a

Germano Giraldi e Fernando Jam. La prima vetrata è andata a Edy Ramelli, la seconda a Franca Lombardi, la terza a Bernardo Sciolli e Igeo Canonica e la quarta (piccola coppa in peltro) a Renzo Lombardi. L’assemblea è stata preceduta dal tiro (15 colpi sul bersaglio A10 e 5 di appoggio sul A100), seguito dalla finale ISSF, diretta dal giudice ISSF Edy Ramelli e riservata ai migliori otto della qualifica. Hanno sparato in 25 e fra gli otto finalisti figura per la prima volta una donna, Carolina Pirro (139). Gli altri finalisti sono stati Mauro Nesa (146), Bernardo Sciolli, Igeo Canonica e Germano Giraldi (tutti 144), Luca Mattei e Rinaldo Rinaldi (143) e Leo Morelli (140). Al termine si è imposto Mauro Nesa con 749, 2. Bernardo Sciolli (744) e 3. Luca Mattei (735). ●

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Regio-News

Heimweh-Bündner sagt adieu In Schützenkreisen kennt gesamtschweizerisch wohl jeder Othmar Casutt. Nach über zehn Jahren im Seeland kehrt Casutt nun nach Hause Richtung Bündnerland zurück. von rosmarie siegenthaler Seine Schützenkollegen Paul Gertsch und Peter Feuz organisierten im Schützenmuseum Bern mit Museumsleiterin Cornelia Weber aus diesem Anlass eine kleine Abschiedsfeier. Etliche Präsidenten der Vereine und Verbände im Kanton Bern, unter anderem Werner Salzmann, Präsident Berner Schiesssportverband, liessen in einem Auszug die Vereins- und Verbandstätigkeiten von Othmar Casutt noch einmal Revue passieren.

Gewiefter Organisator Seit über zehn Jahren ist er Mitglied beim Schützenverein der Stadt Biel, Mitglied im Seeländischen Matchschützenverband, hat als Kassier und Präsident und als Pressechef bei den Seeländer Schützenveteranen amtiert. Für seine Vereinskollegen hat er zahlreiche Anlässe wie die Ausflüge zum Rütlischiessen, zum Morgartenschiessen, zu Eidgenössischen

Othmar Casutt mit seinen Gästen bei der Verabschiedung im Schützenmuseum in Bern. und Kantonalen Schützenfesten bravourös organisiert. Das Meisterstück gelang ihm mit der Organisation der diesjährigen 75. Hauptversammlung und Jubiläumsfeier der Seeländer Schützenveteranen. Von der Festschrift über die Hauptversammlung, das Sponsoring bis zum Bankett mit musikalischer Unterhaltung – den gesamten Anlass organisierte er im Alleingang. Dass dieser Anlass würdig

und ein voller Erfolg war, dies erstaunt wohl niemanden mehr.

Auch am ESF 2015 tätig Trotz seiner vielen Tätigkeiten blieb er immer ein sehr guter Pistolenschütze. Auf nationalem Parkett bleibt der Bündner dem Schiesssport als Leiter des Ressorts Pistolenschiessen 50/25 m am nächsten Eidgenössischen Schützenfest im Wallis erhalten. Die Seeländer Schützinnen und

Schützen ziehen den Hut und vermissen ihn schon jetzt. Sie nehmen Abschied von Othmar und bedanken sich für alles, was er im Seeland geleistet hast. «Dass wir dich kennen lernen durften, ist und bleibt für uns alle eine Bereicherung. Wir wünschen dir für die Zukunft alles Gute und freuen uns, dich im schönen Seeland wieder einmal begrüssen zu dürfen», halten sie zum Abschied fest. ●

Nationaltrainer bei Nachwuchsschützen

Nationaltrainer Uwe Knapp beobachtet den jungen Pistolenschützen Christophe Wolfgang bei der Schussabgabe. Ausgabe 6 // Juni 2013 

Jedes Jahr führt die Abteilung Leistungssport des Aargauer Schiesssportverbandes in Kreuzlingen ein Trainingslager für Nachwuchs-Gewehr- und -Pistolenschützen durch. Insgesamt 17 junge Damen und Herren im Alter von 12 bis 20 Jahre opferten eine Ferienwoche, um sich von erfahrenen Trainern in die Geheimnisse der sicheren Treffens einweihen zu lassen. Am Donnerstag in dieser Lagerwoche war ein ganz besonderer Tag, schaute doch der Nationaltrainer des Schweizer Schiesssportverbandes SSV, Uwe Knapp, den jungen Schützinnen und Schützen sowie ihren Ausbildnern über die Schultern. (rebi) ● TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer  SchiessenSchweiz  47


Regio-News

In Mollis fand zum 64. Mal das Historische Fahrtschiessen statt Bei ordentlichem Wetter führte der Fahrtschützenverband auf den Schiessplätzen Feldbach und Wydeli das 64. Historische Fahrtschiessen durch. Auf 300m schossen 495 Schützen, 384 erreichten die Auszeichnung, was eine Kranzquote von über 77% ergibt. Der Älteste war Fritz Britt mit Jahrgang 1931, die Jüngsten waren Mario Fenaroli und Marcel Duft, beide Jahrgang 1999. Die Bundesgabe bei 300m gewann Werner Staub von der SG der Stadt Luzern. Die Spezialauszeichnung ging an Beat Kühne (Rufi-Maseltrangen). Gruppensieger bei den Stammsektionen ist die Muotathal Schützengesellschaft, bei den Gastsektionen siegte Uster SG Ustertag. Die besten Glarner Peter Gmür, Hans Wäckerli, Franz Hunold, Ruedi Kummer, Robert Eberle und Silvio Freitag schossen alle 49 Punkte. Bei den Pistolenschützen schossen 393 Teilnehmer, 109 erreichten die Auszeichnung, was eine Kranzquote von 27,7% ergibt. Gruppensieger wurde Malters PC Pro + Clo, die Bundesgabe durfte Ueli Krauer ent-

gegennehmen, die Spezialauszeichnung gewann Fritz Burkhalter. Der Älteste war Alois Schelbert, Jahrgang 1930, und der Jüngste Stefan Kamm mit Jahrgang 1997. Die höchsten Resultate erzielten Mirjam Räss, Gaby Spälti, Manfred Bertini, Stefan Büsser, Rico Röthlisberger und Willy Elmer. Zum Absenden traf man sich am Sonntagnachmittag in der Schützenstube Feldbach. Dazu konnte OK-Präsident Hans Heierle eine stattliche Anzahl Schützen begrüssen. Einen be-

sonderen Willkommensgruss entbot er Martin Lauper, Gemeindepräsident Glarus-Nord, und Kantonalschützenpräsident Fredy Lienhard, der die Bundesgaben und Spezialauszeichnungen sowie die Fahrtsfähnli übergab. Abschliessend dankte der OK-Präsident allen Helfern und Funktionären für die gute Zusammenarbeit und dass das 64. Fahrtschiessen unfallfrei durchgführt werden konnte. Die 65. Auflage des Historischen Schiessens wird am 12./13. April 2014 wieder in Mollis durchgeführt.●

Die Gruppe Ustertag der SG Uster obsiegte bei den Gastsektionen.

Vereinspräsident mit der Trophäe.

Indianer im Wallis Seit Jahren nimmt der Verein Sierre «Le Stand» Pistolet am Internationalen Vancouver Fernschiessen teil. Ein Schiessen, das im eigenen Stand auf 25 bis 50m oder 300m absolviert werden kann. Das Ziel ist, nicht nur eine der sehr schönen Kranzauszeichnungen, sondern auch die Trophäe für die beste Gruppe der jeweiligen Kategorie zu erhalten. Mit grosser Spannung wird jeweils die Rangliste aus Kanada erwartet. So staunten die Pistolenschützen aus Sierre nicht schlecht, dass dort ihr Verein als Gewinner der Trophäe aufgeführt war und sie den «Indianer» im Wallis empfangen durften.●

Jubiläumsschiessen der Schützenveteranen Zum Jubiläum «75 Jahre Schützenveteranen» organisieren die vier Berner Landesteilverbände Emmental, Oberaargau, Oberland und Seeland ein Jubiläumsschiessen in der Schiessanlage Guntelsey. Teilnehmen kann man auf den Distanzen G-300m, Kategorien A und D, P-50m, Kategorien A, B und C, sowie P-25m, Kategorien D und E. Auf allen Distanzen können je 5 Stiche, ein Gruppenwettkampf und die Festsiegerkonkurrenz geschossen werden, die Auszahlungen und Gaben

sind nach Kategorien getrennt. Alle Schützen können an der Festsieger-Konkurrenz teilnehmen, sofern sie die zur Konkurrenz zählenden Stiche mit der gleichen Sportgeräteart geschossen haben. Zum Schützenfest vom Montag, 30. September bis Samstag 5. Oktober 2013 sind Veteranen aus der ganzen Schweiz willkommen. Teilnahmeberechtigt sind Veteranen, die Mitglied eines Kantonalen Veteranenverbandes des VSSV sind, eine Lizenzpflicht besteht nicht.

48  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

Unter der Leitung von Peter Trauffer hat das Organisationskomitee umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Anreisende mit Auto werden auf einen Parkplatz verwiesen und mit einem Shuttlebus zur Schiessanlage transportiert. Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel fahren ab dem Hauptbahnhof Thun mit dem Linienbus Nr. 6 Westquartier zur Haltestelle Allmendhof. Dort fährt ab dem Parkplatz P9 der Shuttlebus gratis zur Schiessanlage. Fahrzeuge mit sechs und mehr Personen

können direkt auf den Schiessplatz fahren. Für das leibliche Wohl ist das Festzentrum bei der Schiessanlage besorgt. Mit intensiven Anstrengungen sind die Organisatoren bestrebt, dass für die Schützen attraktive Auszahlungen und Naturalgaben bereit stehen – weitere Spender sind jederzeit herzlich willkommen. Anmeldeunterlagen sind erhältlich über info@jssv2013.ch, die Homepage www.jssv2013. ch oder über die Natel-Nr. 079 481 52 53. ● Ausgabe 6 // Juni 2013


Regio-News

Oberländisches Schützenfest 2013 auf Erfolgskurs Mit Freude verkünden die Organisatoren, dass die gesetzte Marke von 8000 Teilnehmern am Oberländischen Schützenfest im Haslital 2013 erreicht ist und man sich der Marke 8500 Teilnehmer nähere. Damit könnte an den Erfolg von 1993 angeknüpft werden. Weitere Anmeldungen könne man noch entgegenehmen. Am 29./30.06., 6. und 13.07. sind alle 300m Scheiben belegt, ebenso bei den Pistolenschützen am 28./29. und 30.06. Vom 5. bis 8.07. sind noch vereinzelt Scheiben frei, vom 12. bis am 14.07. stehen noch genügend Scheiben zu Verfügung. Anfragen sind ans Rangeuerbüro 062 3869006 (Dienstag 13.30–16.00 oder Donnerstag 08.00–12.00) zu richten. In den nächsten Wochen wird eine Auswahl von Ehrengaben in Schaufenster in Meiringen, Innertkirchen und am Hasliberg ausgestellt. Kloten: Jubiläum 40 Jahre 1.August-Schiessen Auf der 300-m-Schiessanlage Bettensee in Kloten findet dieses Jahr zum 40. Mal das traditionelle 1. August-Schiessen statt. Durchgeführt wird der Gruppenwettkampf an fünf Schiesstagen (Fr 26.7., 16-20 h; Sa 27.7., 8-12/1417 h; Do 1.8., 8-12 h; Fr. 9.7., 16-20 h). Es werden gegen 120 Gruppen oder rund 1000 Schützinnen und Schützen aus der ganzen Schweiz erwartet. Das Schiessprogramm besteht aus einem Gruppenstich mit zehn Schuss auf die Scheibe A-10, einem fakultativen Auszahlungsstich mit vier Schuss auf die Scheibe A-100. Zusätzlich wird noch ein Jubiläumsstich (Vereinswettkampf) mit zwei Probeschüssen und 10 Schuss auf die Scheibe A10 angeboten. Die Schützen, die alle drei Stiche schiessen, nehmen automatisch an der Festsiegerkonkurrenz teil. Anmeldungen/Auskünfte: Daniel Zbinden, Mobile 079 720 35 48, E-mail danielzb@bluewin.ch oder unter www.svkloten.ch.

Die Gewinner der Sektionsbecher Gewehr mit ihren Fähnchen....

Habsburgschiessen: Die Sektionsbechergewinner Zum 106. Mal trafen sich im 430 Seelen zählenden, schmucken Aargauer Dorf Habsburg an die 600 Schützinnen und Schützen zum traditionellen Habsburgschiessen. Seit 1907 heisst es, zu diesem traditionellen Anlass im noch einzigen Feldstand zum friedlichen Wettkampf auf

die Distanzen 300m und 50m anzutreten. Der beste Schütze jeder Sektion erhält einen Becher. Heuer wurden deren 16 an Gewehr- und 13 an Pistolenschützen verteilt. Mehr zum Anlass auf www.swissshooting.ch und der Seite der Organisatoren www.pcaarburg.ch/z_habs/. ●

...und die Bechergewinner mit der Pistole vor dem Flaggenwald.  Ausgabe 6 // Juni 2013 

(Fotos: René Birri)

TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer  SchiessenSchweiz  49


Ausblick

Kantonalfeste starten Ende Juni erfolgt in den Kantonen Thurgau und Jura der Auftakt zu den Kantonalschützenfesten 2013. Im August und September folgen dann noch die Waadt und Luzern. Vier Kantonalschützenfeste buhlen 2013 um die Gunst der Schützinnen und Schützen in der Schweiz. Eröffnet wird der Reigen am 21. Juni in den Kantonen Thurgau und Jura. Das Thurgauer Kantonalschützenfest wird dezentral zwischen Thur und Rhein durchgeführt, mit einer erweiterten Schiessanlage in Oberneunforn und Festzentrum in Diessenhofen. Erwartet werden rund 7000 Teilnehmer. Offizieller Tag mit Festumzug und Flugshow des PC-7 Team ist am Samstag, 29. Juni in Diessenhofen. Abgeschlossen wird das Fest am Sonntag, 7. Juli mit den Ausstichen und Siegerehrungen.

Logos und Abzeichen der vier diesjährigen Kantonalschützenfeste. Im Zeitraum zwischen 21. Juni und 7. Juli wird auch im Jura geschossen am vierten Tir Cantonal im noch jungen Kanton. Der Schiessbetrieb läuft auf insgesamt acht Schiessplätzen, die Festhalle steht in Glovelier, Offizieller Tag ist am Sonntag, 23. Juni. Dann ruht der Wettkampf der Schützen, von denen 5000 im Jura erwartet werden. In der Westschweiz gibt es dieses Jahr noch ein zweites

Kantonalschützenfest in der Waadt. Dieses findet ab 16. August bis und mit 1. September in der Nordregion des Kantons zwischen Yverdon und Vallorbe statt auf 12 Schiessplätzen. Den Schlusspunkt der unter die diesjährigen Kantonalschützenfeste setzt Luzern. Abgehalten wird das 26. Kantonalfest in der zweiten Septemberhälfte in der Region Rottal, Pfaffnerntal und Wiggertal. (atp) ●

Könige, Kaiser und Göttinnen im Schützenmuseum zu Gast Am 6. Juni wird im Schützenmuseum in Bern die neue Sonderausstellung eröffnet. Diese dauert bis zum 30. März 2014 und ist den Themen Nationalspiele, Alphirtenfeste sowie der Schiesskultur bei Jäger und Scharfschützen gewidmet. Dies zum Anlass des Schwing- und Älplerfestes 2013 in Burgdorf und des Jubiläums 100 Jahre historisches Neueneggschiessen (1913 - 2013). Organisiert wurde die Ausstellung in Kooperation mit dem Schweizer Museum für Wild und Jagd Schloss Landshut mit der wertvollen jagdhistorischen Sammlung La Roche, dem Mittelländischen Schwingerverband, dem Schwingklub Münchenbuchsee und der Neuenegg Kommission. Ziel ist es, ausgehend von den Festivitäten der Alphirtenfeste, die Brücke zur Landesverteidigung und damit zur Schiesskultur der Scharfschützen und Jäger sowie zur Kultur der Nationalspiele wie Schwingen, Steinstossen und Schiessen zu schlagen.

Wichtige Termine 31.5-2.

Juni

Eidgenössisches Feldschiessen G300m P50m P25m in der ganzen Schweiz

31.5.-2.

Juni

Europacup Pistole 25m in Aarhus (Dänemark)

3.-9.

Juni

Internationaler Juniorenwettkampf (IJWK) in Suhl (De)

4.

Juni

Meldeschluss für die Schweizer Gruppenmeisterschaft P50m und P25m

7.-16.

Juni

4. Runde Schweizer Mannschaftsmeisterschaft G50m (ganze Schweiz)

8./9.

Juni

EM-Trial 25/50m in Buochs (Gewehr) und Riedbach/Bern (Pistole)

11.

Juni

Meldeschluss für die Schweizer Gruppenmeisterschaft G300m

12.-16.

Juni

Shooting Hopes in Pilsen CZ

13.-23.

Juni

1. Hauptrunde Schweizer Gruppenmeisterschaft P25m (ganze Schweiz)

14.

Juni

Trial 300m in Winterthur

15./16.

Juni

3./4. Shooting Masters Gewehr 300m in Winterthur

16.

Juni

Stehendmatch G50m in Schwadernau

18.-23.

Juni

Europacup Gewehr 300m (18.-21.6.) und Pistole 25m (21.-23.6.) in Thun

19.-22.

Juni

1. Hauptrunde Schweizer Gruppenmeisterschaft G300m (ganze Schweiz)

20.-30.

Juni

1. Hauptrunde Schweizer Gruppenmeisterschaft P50m (ganze Schweiz)

21.-30.

Juni

5. Runde Schweizer Mannschaftsmeisterschaft G50m (ganze Schweiz)

22./23.

Juni

7. Shooting Masters G10/50m und P 10/25/50m in Schwadernau und Burgdorf/Liestal

26.-29.

Juni

2. Hauptrunde Schweizer Gruppenmeisterschaft G300m (ganze Schweiz)

29./30.

Juni

Finals der Schweizer Gruppenmeisterschaft G50m Elite und Junioren in Thun

50  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

Ausgabe 6 // Juni 2013


Ratgeber/Marktplatz

Wo schiessen mit Scharfschützengewehr AB fragt: «Wo in der Schweiz kann und darf man mit einem Scharfschützengewehr schiessen? LT antwortet: «Wie ich Sie verstanden habe, verfügen Sie weder über ein entsprechendes Gewehr noch über die passende Örtlichkeit. Da wird es relativ schwierig, auf längere Distanzen als 300m zu schiessen. Auch weiss ich nicht genau, was Sie sich unter einem ‹Scharfschützengewehr› genau vorstellen. Es gibt Disziplinen (Bench-

Ratgeber Haben Sie Fragen zu Training oder Wettkampf oder zu irgendwelchen körperliche Beschwerden, die ihre Leistung beim Schiessen beeinträchtigen. Unsere Spezialisten haben bestimmt einen für Sie wirksamen Rat. Fragen senden an: redaktion@swissshooting.ch Conseils Avez-vous des questions sur l’entraînement ou la compétition, ou encore sur n’importe quelle question sur des douleurs corporelles qui auraient des effets sur vos prestations de tir? Nos spécialistes ont sûrement un conseil avisé à vous donner. Adressez vos questions à: redaktion@swissshooting.ch

rest), da wird auf 100 und 200 Meter geschossen, sitzend aufgelegt, mit stark vergrössernden Zielfern-rohren. Man kann aber auch auf ein Stgw 90 ein ZF montieren und auf 600 Meter schiessen. Ist zwar nicht genau dasselbe, geht aber unter Umständen auch in jene Richtung. Zudem ist jedes Standardgewehr von der Treffergenauigkeit her mit einem Präzisionsgewehr vergleichbar; ein ZF drauf, ein anderer Schaft, und Sie haben ein ‹Scharfschützengewehr›. Im Prinzip können Sie mit einem solchen Gewehr in jedem 300mStand schiessen, sofern mit GP 11 oder GP 90, da dies ja Ordonnanzpatronen sind. Bei anderen Kalibern wie 6 mm BR oder .308 Winchester rümpfen die Standbetreiber oft die Nase, weil sie die Patronen nicht kennen. Andere Betreiber haben genaue Grenzen nach oben, weil die Kugelfangkasten stärkere (und grössere) Kaliber nicht verdauen. Das Schiessen mit einem ZFGewehr braucht zudem eine minimale Einweisung, sonst wird das Treffen auf grössere Entfernungen eher eine Zufallssache. Fragen Sie einmal nach im Brünig Indoor.»

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Verlag/Edition: Schweizer Schiesssportverband, Lidostrasse 6, 6006 Luzern, Telefon 041 418 00 33

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Ausgabe 6 // Juni 2013

Redaktion Schiessen Schweiz: Lidostrasse 6, Luzern, Telefon 041 418 00 30, redaktion@swissshooting.ch Redaktionsteam: Max Flückiger (mfl), Andreas Tschopp (atp), René Wicki (rw), Marco Sansoni (san), László Tolvaj (tl).

Übersetzungen: Jean-Marc Amstutz, Anne Chapuis, Philippe Zeller, Daniel Regamey, Giovanni Leardini, Edy Ramelli, Roberta Filippini. Redaktionsschluss: jeweils 8. des Monats Erscheinung: jeweils Ende Monat Produktion: St. Galler Tagblatt AG, Fürstenlandstrasse 122, 9001 St. Gallen. Druck: Swissprinters AG

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SchiessenSchweiz 06/2013  

SchiessenSchweiz 06/2013  

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