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Schiessen Schweiz

www.swissshooting.ch

Nr. 3 // März 2013

Das offizielle Magazin des Schweizer Schiesssportverbandes

Glarnerland heisst der Sensationsmeister // Glaris crée la sensation // Glarnerland è la squadra sorpresa!


Editorial

Zwischen Fairness und Spektakel Entre équité et spectacle Tra correttezza e spettacolo Von Daniel Good

Mit den neuen Wettkampfvorschriften hat der Internationale Schiesssportverband einen epochalen Coup bewerkstelligt. Noch nie hat ein bedeutender Sportverband sein Regelwerk auf einen Schlag derart drastisch verändert. Die Rekordbücher müssen umgeschrieben werden. Was gestern die Wahrheit war, zählt heute unter Umständen nichts mehr. Die Wertung der Dezimalstellen in der Qualifikation ist, als ob im Fussball plötzlich Latten- oder Pfostenschüsse als halbe Tore zählen würden. Dass der Final bei Null beginnt und die Entscheidungen im K.o.-System fallen, ist mit den Playoffs im Eishockey vergleichbar. Übertragen auf einen Marathonlauf heisst das aber, dass der Leader 100 Meter vor dem Ziel auf seine Verfolger warten müsste, um mit ihnen um den Sieg zu sprinten, auch wenn er zuvor zwei Minuten Vorsprung herausgeholt hat. Wird die sportliche Fairness zu Gunsten des medialen Spektakels geopfert? Ja und Nein! Mit der Berücksichtigung der Zehntelpunkte in der Rangliste der Qualifikation werden nun effektiv jene Sportler nach dem Normalprogramm an der Spitze klassiert sein, die am besten geschossen haben. Eine 9,9 ist keine Katastrophe mehr. Der neue Finalmodus hingegen ist wohl gut für Länder wie die Schweiz, da kaum einer unserer Schützen je einen Wettkampf vor der Entscheidung mit grossem Vorsprung anführen wird. Weniger zufrieden sind verständlicherweise Ausnahmekönner. Aber auf jeden Fall garantiert die direkte Ausscheidung mediale Aufmerksamkeit. Und diese hat der Schiesssport gewiss nötig.

Ausgabe 3 // März 2013 

Par la publication de ses nouvelles directives de compétitions, la fédération internationale de tir sportif a effectué un coup magistral. Jamais auparavant une fédération sportive de cette importance n’a chambardé ses règlements aussi drastiquement. Les livres de records devront être réécris. La vérité d’hier ne vaut peut-être plus rien aujourd’hui. L’évaluation des fractions de décimales en qualification, c’est comme si en football, les tirs sur la latte transversale ou sur les poteaux latéraux, comptaient comme demi buts. Que la finale commence à zéro et que les décisions tombent selon le système K.O, est comparable aux playoffs en hockey sur glace. Transféré à un marathon, cela voudrait dire que le leader devrait attendre ses poursuivants, 100 mètres avant la ligne d’arrivée, pour pouvoir sprinter avec eux pour la victoire, même si auparavant, il les avait devancés de deux minutes. L’équité sportive doit-elle être sacrifiée au profit du spectacle médiatique? Oui et non! En prenant en considération les dixièmes de points du classement de la qualification, les tireurs qui seront en tête après le programme normal, seront effectivement ceux qui auront le mieux tiré. Un 9.9 n’est plus une catastrophe. Le nouveau mode de finale, par contre, est bel et bien un avantage pour les pays comme la Suisse, puisqu’il est à peine possible qu’un de nos tireurs sera en tête d’une compétition et aura creusé un grand avantage avant la décision finale. Il est bien compréhensible que les tireurs de grande classe, par contre, seront moins satisfaits. Toutefois, une chose est garantie : l’élimination directe attirera l’attention des médias. Et notre sport en a vraiment et certainement besoin.

Con le nuove norm per le competizioni, la Federazione internazionale di tiro sportivo aveva realizzato un’opera epocale. Mai prima d’ora un’importante federazione sportiva ha aveva modificato d’un colpo e in maniera tanto radicale il proprio regolamento. I libri dei record vanno riscritti. Le verità di ieri oggi, eventualmente, non valgono più nulla. Contare i punti decimali nella qualifica è come se nel calcio, all’improvviso, i tiri che centrano la traversa o un palo varrebbero come mezza rete segnata. Il fatto che per la finale si ricomincia da zero e che le gare si decidono con il sistema di eliminazione diretta, è paragonabile ai playoff nel disco su ghiaccio. Però, se si mette in relazione ad una maratona, ciò significa che il corridore che si trova in testa a 100 metri dal traguardo deve aspettare i concorrenti che lo seguono, per poi sfidarli nello sprint finale - anche se prima aveva accumulato un vantaggio di due minuti. La correttezza sportiva, in questo modo, viene sacrificata in favore dello spettacolo mediatico? Sì e no! Conteggiando anche i decimi di punto nella graduatoria delle qualifiche, ora nel programma normale si classificano ai primi posti gli atleti che effettivamente hanno sparato sparato meglio. Un 9,9 non è più una catastrofe. Il nuovo modulo per le finali, invece, può rappresentare un vantaggio per i paesi come la Svizzera, dato che molto raramente uno dei nostri tiratori arriverà ad una finale con largo margine. D’altro canto, è comprensibile che i migliori atleti siano meno soddisfatti di questa nuova regola. In ogni caso, l’eliminazione diretta garantisce l’attenzione dei media. E lo sport del tiro ne ha sicuramente bisogno.

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Inhalt 1 Titelbild: Sensationsmeister Glarnerland Glaris crée la sensation Glarnerland è la squadra sorpresa!

20 Reportage: Indoor-Shooting neu in Luzern

3 Editorial: Zwischen Fairness und Spektakel Entre équité et spectacle Tra corretezza e spettacolo 6 Kantonalpräsidenten im Interview Paul Waser gibt das Szepter der Nidwaldner Kantonalschützengesellschaft ab

24 Talentschau: Ehrgeiz im Doppelpack

10 Aktuell: Ein neuer Meister und zwei Aufsteiger Tafers verpasst den 25. Titelgewinn Nidwalden und Thörishaus neu in der NL A

Die sanktgaller Gebrüder Riedener

30 Rückblende: Toni Müller erinnert sich Ein Defekt, Wind und ein Boykott ohne Wirkung Une défectuosité, du vent et un boycott sans effet Un guasto, il vento e un boicotaggio senza effetto

36 Stargast: FCL-Goalie David Zibung «Ich versuche jetzt, diese Schüsse zu halten» «Maintenant je tente d’arrêter vos balles» «Adesso io cerco di parare i vostri tiri»

12 SSV Inside: Diplome für 13 neue B-Trainer Schiesskonferenz und News aus Breitensport Mannschaftsmeisterschaft neu im Thurgau Fritz Soltermann reist zum Weltcup in München Ausgabe 3 // März 2013 

42 Regio-News Freiburger Meisterschaft 10m Finales fribourgeoises de tir à l'air comprimé 50 Ausblick / Agenda 51 Ratgeber / Marktplatz TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer  SchiessenSchweiz  5


Interview

«Anpacken, nicht nur konsumieren!» «Empoigner,   pas seulement consommer» «Rimboccarsi le maniche,   non solo consumare!»

Paul Waser, der abtretende Präsident der Nidwaldner Kantonalschützengesellschaft (NW-KSG).

Paul Waser engagiert sich seit Jahren mit Elan für den Schiesssport. Ob als Wirt und gute Seele des Schützenhauses in Ennetbürgen, in der Verwaltung der Schiessanlage oder im Wehrverein. Nun legt der 70-jährige nach beinahe 15 Jahren als Präsident des Kantonalverbandes Anfang März sein Amt nieder. Grund genug für «SchiessenSchweiz», die neue Interview-Reihe «Kantonalpräsidenten» mit Paul Waser zu beginnen.

sammen mit seiner Frau hungrige und durstige Gäste. Doch heute sind nicht Bratwurst und Bier gefragt, sondern Antworten.

von iris Bossert

Was ist speziell an Ihrem Verband? Eigentlich nichts, wir sind ein ganz normaler Kantonalverband. Es ist uns wichtig, den Nachwuchs ins Gespräch zu bringen und auch an der DV gebührend zu ehren. Das

Wir treffen Paul Waser in der gemütlichen Schützenstube bei der Schiessanlage in Ennetbürgen. Seit 13 Jahren bewirtet er zu-

Wie ist Ihre Nidwaldner Kantonalschützengesellschaft organisiert? Eigentlich wie jeder andere auch, wir waren anfänglich zu siebt im Vorstand, ich habe dann noch zwei Junge hinzugenommen. Man muss schliesslich auf die Leute zugehen.

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funktioniert sehr gut bei uns, denn es stehen fähige Leute dahinter und wir haben ein gutes Verhältnis untereinander. Wie viele Mitglieder zählt die KSGN (aktiv/ passiv)? Wir leben in einem kleinen Kanton. Unser Verband zählt rund 1000 Mitglieder, davon ist ungefähr die Hälfte lizenziert. Wie sieht es mit dem Nachwuchs aus? Grundsätzlich ganz gut. Unsere Junioren sind aktuell Schweizer Gruppenmeister Gewehr 50m. Dann haben wir Roberto May im Nationalkader und natürlich Nina Christen, die Team Europameisterin Gewehr 10m. Total haben wir zwischen 120-130 Jugendliche im Nachwuchs Gewehr 10m. Ausgabe 3 // März 2013


Interview

Wie erklären Sie sich diese erfreuliche Entwicklung? Es sind engagierte und gute Personen am Werk. Die Luftgewehrsektion ist separat organisiert und leistet gute Motivationsarbeit. Dies ist in jedem Sport wichtig, sonst wandern die Jungen ab. Was bietet Ihr Verband seinen Mitgliedern an Wettkämpfen? Einzelwettschiessen Gewehr 300m und Pistole 50m, die Gruppenmeisterschaft Gewehr 300m/Pistole50m und das Feldschiessen. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit anderen KSV/UV? Vor allem innerhalb der Zentralschweiz pflegen wir viele gute Kontakte. In den Sitzungen der Präsidentenkonferenz wird viel diskutiert und entschieden. Das macht uns stark gegenüber grösseren Kantonen. Wie spüren Sie das Wirken des SSV? Der SSV ist meiner Meinung nach heute auf einem viel besseren Niveau angelangt mit Dora Andres als Präsidentin. Denn sie hat nicht nur die erforderlichen Fähigkeiten, sie bringt auch die Zeit auf, die dieses Amt fordert. Ich sehe die Entwicklung sehr positiv. Viele Schützen meinen, es gehe alles zu schnell. Aber ich bin froh, geht es endlich vorwärts. Sind Sie zufrieden mit dem Support des SSV? Innerhalb seiner Möglichkeiten macht der SSV was er kann. Aber die Finanzen sind eben immer ein Problem. Auch mit «SchiessenSchweiz» bin ich zufrieden, es ist einfach schade, dass es zwei Zeitungen zum selben Thema gibt. Was sind Ihre Hauptsorgen? Dass niemand mehr bereit ist, Verantwortung zu tragen, weder im Verein noch im Kantonalverband. In meinen Augen ist dies eine Wohlstandserscheinung. Früher war man in einem Verein, um soziale Kontakte zu pflegen und etwas zu bewirken. Heute scheint dies alles nicht mehr so viel Wert zu sein. Deshalb bin ich auch besonders froh, dass ich meinen Nachfolger in der Person von Max Ziegler aus Buochs gefunden habe und auch die Position des Schützenmeisters neu besetzt werden konnte. Woher nehmen Sie die Motivation, dieses doch oftmals fordernde Amt zu führen? In erster Linie ist es die Zusammenarbeit mit verschiedenen Menschen und natürlich der faszinierende Schiesssport als Ganzes. Ausgabe 3 // März 2013 

Paul Waser mit SSV-Präsidentin Dora Andres am Feldschiessen 2011.  Wichtig ist mir, die Dinge anzupacken und nicht einfach nur zu konsumieren. Denn die, die es immer besser wissen, wollen ja selbst nichts machen. Diese Haltung nervt. Welches ist Ihre grösste Genugtuung als Präsident der Nidwaldner? Dass im gegenseitigen Gespräch wieder Junge dazu kamen und wir so die Last auf mehrere Schultern verteilen konnten. Wo sehen Sie die Aufgaben und Entwicklungsmöglichkeiten? Die Planung einer Gemeinschaftsschiessanlage und eines zentralen Ausbildungszentrums hier in Ennetbürgen in der Kiesgrube. Aber da wird es noch viele Hürden geben. Die Grube wird auch erst 2022 frei, bis dahin wird sie noch ausgebeutet. Die Mannschaftsmeisterschaften G10m und G50m haben sich mit der Ligaformel durch-

Foto: Franz Odermatt

gesetzt. Können Sie sich diese Wettkampfform auch für Gewehr 300m und Pistole vorstellen? Ja, grundsätzlich schon. Alles was sich um den Sport dreht, ist gut. Die jüngere Generation will mehr solcher Wettkämpfe. Man darf allerdings Anlässe wie das Feldschiessen nicht vernachlässigen, denn ohne diese lässt sich der Rest nicht finanzieren. Wie würden Sie einen solchen Wettkampf organisieren? Das ist eine schwierige Frage zu der ich mir noch keine Gedanken gemacht habe. Wohl ähnlich wie bei der Gewehr 50m, die gleiche Wettkampfform ungeachtet der Distanz. Wären Sie bereit, einen oder mehrere Ihrer Verbandswettkämpfe für solche Mannschaftsmeisterschaften G300m, P50m, P25m) zu opfern? Ja, allenfalls schon. Man sollte möglichst viel auf den Heimständen schiessen, die

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Interview

Schiesstage optimieren, Finanzen sparen und dennoch den Wettkampf im Fokus behalten.

nung, und solange ich gesund bin, höre ich nicht auf.  ●

Was halten Sie von der Bildung von vier Wettkampfregionen über die Kantonsgrenzen hinaus? Das kann ich nicht genau sagen, man müsste dies näher betrachten.

Paul Waser s’engage avec élan, depuis des années, pour le tir sportif. Que ce soit comme aubergiste et bonne âme du stand de tir à Ennetbürgen, dans l’administration des installations de tir ou dans la société de tir. Maintenant, le septuagénaire démissionne de son poste de président cantonal, qu’il a occupé pendant presque quinze années.

Wo steht Ihre Organisation in 15 Jahren? Ich bin guten Mutes, dass zumindest nichts schlechter wird. Man darf aber auch eine Fusion mit Obwalden in Betracht ziehen. Denn der Sport soll im Vordergrund stehen und wir dürfen nicht warten bis die Basis verschwunden ist. Die beiden Basel sind ja schon länger zusammen, aber das betrifft nun mal eher kleine Kantone. Kommt der Präsident auch noch zum Schiessen? Natürlich, ich schiesse noch drei Jahresmeisterschaften: Kleinkaliber, Pistole und Gewehr 300m. Sollte ich nicht mehr zum Schiessen kommen, lege ich meine Ämter nieder. Aber es ist alles eine Frage der Pla-

Bien que la fédération cantonale de tir de Nidwald, avec ses 1000 membres, compte parmi les plus petites, la relève y est très prospère. Avec Roberto May (junior) et Nina Christen (championne d’Europe junior par équipe), le petit canton a fait émerger deux talents des plus prometteurs. Le président Waser explique cela par un bon travail de motivation et une excellente promotion. Le septuagénaire est satisfait avec le travail et l’aide de la FST. Il souligne que, sous la direction de Dora Andres, la FST a atteint

un niveau supérieur. Il enchaîne, en expliquant qu’il est content que la fédération progresse enfin. Waser montre que son attitude est très positive, face aux changements. C’est ainsi qu’il n’exclut pas une fusion avec Obwald, et il est favorable aux nouvelles formes de compétition. En réponse à la question, en quoi consistent ses soucis, Waser pense que: «Plus personne n’est prêt à prendre des responsabilités, ni dans la société, ni dans la fédération cantonale. A mes yeux c’est un phénomène de prospérité. Autrefois, on était membre d’une société pour entretenir des contacts sociaux, pour faire avancer les choses. Aujourd’hui, il semble que tout cela n’aie plus tellement de valeur.» En sus de ses fonctions, le tir a encore toujours la priorité pour le sympathique nidwaldien: «Je tire encore trois championnats annuels: petit calibre, pistolet et carabine 300m. Si je ne devais plus venir tirer, je démissionnerais de mes fonctions. Or, c’est une question de planification et aussi longtemps que je serai en bonne santé, je n’arrêterai pas.»  ●

«Wir leben in einem kleinen Kanton. Unser Verband zählt rund 1000 Mitglieder, davon ist ungefähr die Hälfte lizenziert»: Paul Waser zur NW-KSG. 8  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

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Interview

Paul Waser da anni si impegna con grande entusiasmo a favore dello sport del tiro: sia come oste e «anima buona» della sede della società di tiro di Ennetbürgen, sia come amministratore dell’impianto di tiro. Ora il 70enne, dopo quasi quindici anni di presidenza della federazione cantonale, abbandona la sua carica. Quella nidwaldese, con 1000 membri associati, è una delle federazioni cantonali più piccole. Ciononostante, il suo vivaio continua a produrre giovani tiratori di successo: Con Roberto May (juniores) e Nina Christen (campionessa europea a squadre) il piccolo cantone ha sfornato due dei talenti svizzeri più promettenti. Secondo il presidente Waser, il successo è la conseguenza logica del buon lavoro di motivazione e della promozione dei giovani. Il 70enne si dichiara soddisfatto del lavoro e del sostegno da parte della FST. Inoltre, sottolinea che il livello della FST sotto la direzione di Dora Andres è migliorato e dichiara di essere contento che la Federazione nazionale finalmente stia facendo dei passi in avanti. Waser dimostra anche un atteggiamento positivo nei confronti dei cambiamenti. Ad esempio, non esclude una fusione con la federazione di Obwalden ed è favorevole a nuove forme di competizione. Alla domanda sulle sue preoccupazioni Waser risponde: «Nessuno è più disposto ad assumere responsabilità, né nella società, né nella federazione cantonale. Secondo me, si tratta di una caratteristica tipica della nostra società del benessere. Una volta, si faceva parte di una società per curare i contatti sociali e per cercare di muovere qualcosa. Oggi invece, tutto ciò non sembra più avere lo stesso valore.» A parte le sue varie funzioni, il simpatico Nidwaldese dà ancora la priorità al tiro: «Partecipo ancora a tre campionati annuali: piccolo calibro, pistola e fucile 300m. Se un giorno non trovo più il tempo per tirare, lascio le mie cariche. Comunque è soltanto una questione di pianificazione, e finché sono in buona salute, non smetto.» ●

Paul Waser wird bald wieder mehr zum Schiessen kommen. Ausgabe 3 // März 2013 

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Aktuell

Doppelter Aufstieg dank Nachwuchskräften Am Final der Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 10m in Langenthal konnten gleich zwei Teams den Aufstieg in die Nationalliga A feiern: Nidwalden als Sieger der B-Liga Ost und die Nachwuchsequipe aus dem bernischen Thörishaus als Sieger BLiga West relegierten damit Tafers II und Guggisberg. von andreas tschopp Der Schweizer Schützennachwuchs ist gut im Schuss: dies zeigte sich erneut an der Finalrunde der Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 10m in Langenthal. Mit Nidwalden und Thörishaus schafften dort zwei Teams den Aufstieg in die Nationalliga A, die beide stark auf ihre jungen Talente setzen. Es sind dies Nina Christen, Teilnehmerin an der derzeit in Odense (Dä) stattfindenden EM, und Roberto May (siehe Schiessen Schweiz vom Januar 2013) für die Luftgewehrschützen Nidwalden. Diese formierten sich 1977 und schossen viele Jahre in der NL B, ehe sie vor zwei Jahren in die 1. Liga abstiegen.

Aufsteiger Nummer 1: Luftgewehrschützen Nidwalden mit Präsident Jean-Claude Zihlmann (re.)

«Durchmarsch» von Nidwalden Nach dem Wiederaufstieg hat das Team nach nur einer Saison in der NL B nun den «Durchmarsch» in die Spitzenklasse geschafft. «Das ist ein Highlight», betont JeanClaude Zihlmann. Der Hochschul-Weltmeister und Schweizermeister von 2008 präsidiert seit Ende 2012 den Verein mit rund 30 Aktiven und gehört selber der Aufstiegsequipe an. «Das Programm in der NL A wird anspruchsvoller, da weniger flexibel geschossen werden kann», meint Zihlmann, der in Gossau SG zu schiessen begann, nun in Dallenwil wohnt und als Design-Ingenieur bei den Pilatus-Flugeugwerken arbeitet.

Thörishaus jüngster Aufsteiger... Zweiter Aufsteiger in die NL A ist Thörishaus. Mit einem Durchschnittsalter von etwas über 18 Jahren stellt der Berner Verein die jüngste Aufstiegsequipe in der Mannschaftsmeisterschaft. Teamleaderin ist die 21-jährige Fabienne Füglister, JuniorenEuropameisterin mit der Mannschaft 2012. Weitere fünf junge Frauen, als jüngste die

Aufsteiger Nummer 2: die junge Equipe der Sportschützen Thörishaus BE 16-jährige Ramona Steinhauer, welche die erkrankte Jasmin Mischler ersetzte, gehören zum Aufstiegsteam, das von Claude Rouiller betreut wird. Er, der Mitte der Neunzigerjahre mit der Nachwuchsarbeit begann und seit sechs Jahren als Nachwuchschef amtiert, ist stolz über den Erfolg des Vereins.

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...und feiert 100-Jahr-Jubiläum Dieser ist 2012 auch mit dem Mannschaft Gewehr 50m in die höchste Klasse aufgestiegen und kann heuer sein 100-JahrJubiläum feiern. Die Feierlichkeiten werden an den Wochenenden vom 29./30. Juni sowie 5./6./7. Juli über die Bühne gehen. ● Ausgabe 3 // März 2013


Aktuell

Glarnerland ist   der Sensationsmeister Nichts wurde im Final der Schweizer Mannschaftsmeiserschaft mit dem 25. Titelgewinn für Tafers. Glarnerland brachte schockte Freiburger mit einem starken Auftritt und liess sich als Sensationsmeister feiern. Im Spiel um Bronze besiegte AltstättenHeerbrugg Olten hauchdünn. Von Max Flückiger Spannung pur war für die Finalrunde in Langenthal erwartet worden, und Spannung pur wurde von den sechs Teams auch geliefert. Bereits in den Gruppenspielen gab es heisse Duelle, nur Tafers schoss souverän. Region Thunersee blieb nach knappen Niederlagen gegen Olten und Glarnerland auf der Strecke, ebenso Oberburg. Im Halbfinal hatte Olten gegen Tafers erwartungsgemäss keine Chance. Glarnerland, das den Halbfinal nur dank dem hauchdünnen Erfolg über Thunersee erreicht hatte, wies Vizemeister Altstätten-Heerbrugg in die Schranken. Im

kleinen Final setzten sich die Rheinthaler gegen Olten dann hauchdünn durch. Im Final um den Titel geriet Tafers gleich im ersten Schuss in Rücklage. Das schien den Favoriten zu hemmen. Doch in Schuss acht patzerten erstmals die Glarner und der Weg zum 25. Titel schien für Tafers wieder offen. Doch die Glarner konnten das Blatt nochmals wenden und totalisierten am Schluss 1.6 Punkte mehr als der Serienmeister.

Junger Verein mit Tradition Die Sportschützen Glarnerland entstanden aus der Fusion von vier Vereinen zwar erst am Freitag, 13. Oktober 2006. Unter dem Namen Riedern-Glarus, Näfels, Schwanden und Ennenda hatten die Sportschützen aus dem Glarnerland schon vorher aufhorchen lassen. 1983-1985 war RiedernGlarus bereits in der Nationalliga A und auch vor der Fusion gab es zahlreiche Erfolge zu vermelden. Doch seit der Fusion ging es steil nach oben. Kein Wunder, denn Martin

Mächler (Chef Gewehr 10m) kann auf 38 lizenzierte Schützinnen und Schützen zählen. «Wir Schiessen mit drei Mannschaften bei der Elite und einer bei den Junioren. Das Juniorenteam hat in diesem Jahr Bronze gewonnen.» Im Linth-Escher Schulhaus von Niederurnen verfügt der Verein über eine schöne Anlage. «Da haben wir auch die Heimrunden jeweils am Morgen um neun Uhr geschossen, um besser für den Finaltag vorbereitet zu sein.» Aber nicht nur das hat zum sensationellen Titelgewinn geführt. «Wir haben ein intaktes Vereinsleben, sind vom Alter her gut durchmischt und sogar Schützen der ersten Mannschaft sind im Vorstand engagiert, wie Präsident Rolf Lehmann.» Da wundert es nicht, dass die beiden Tschechen Petr Smol und Milan Mach den weiten Weg in die Schweiz auf sich nehmen. Beide sind vor Jahren durch Freundschaftwettkämpfe Gewehr 300m ins Glarnerland gekommen und hängen geblieben. ●

Strahlende Gesichter beim Glarner Team nach dem letzten Finalschuss. Ausgabe 3 // März 2013 

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Inside

Jeder Funktionär nimmt seine Verantwortung wahr Rund 100 Personen aus Militär, Politik und Wirtschaft nahmen an der Eidgenössischen Schiesskonferenz in Bern teil. Das altehrwürdige Berner Rathaus bot eine perfekte Infrastruktur für die Plenartagung. Von René Wicki Divisionär Fritz Lier begrüsste die Teilnehmer der Schiesskonferenz 2013. Danach lobte Oberst i Gst Pius Segmüller das SaD (Schiessen ausser Dienst) als Organ mit einem Korpsgeist, der seinesgleichen suche. Zur bevorstehenden Abstimmung über die Wehrpflicht meinte Segmüller: «Wenn die Abstimmung verloren geht, kann man auch das Schiesswesen verabschieden!» Katrin Stucki informierte über den Versand der Formularpakete und diverse Anliegen betreffend der VVAdmin. Gemäss Schiessverordnung VBS müssen Jungschützenkurse mit weniger als 5 Teilnehmern durch den zuständigen Eidg. Schiessoffizier bewilligt werden. Unterste Grenze sind aber 3 Jugendschützen die mitmachen. Es dränge sich auf, vor allem in ländlichen Gebieten zwecks Effizienzsteigerung solche Kurse zusammenzulegen. Katrin Stucki weist mit Nachdruck darauf hin, dass die Daten in der VVAdmin immer à jour zu halten sind. So bestellten beispielsweise diverse Vereine nach wie vor automatisch Jungschützen-Standblätter, obwohl diese gar keine Kurse mehr durchführten.

«Es gibt noch viel zu tun!» Fritz Schneeberger, Chef Armeewaffen und sensitives Material LBA, erklärt, dass sich die Arbeitsgruppe-Armeewaffen auf Ende 2012 aufgelöst hat. Es gebe aber noch viel zu tun. Auffällig sei, dass die Anzahl der Leihwaffen Ende 2012 auf rund 21000 zurückging. Dabei habe sich die Disziplin in Bezug auf die Rückgabe der Waffen verbessert. Die Totalliquidation des Stgw57 ist eingeleitet, die weitere Planung erfolgt im Laufe dieses Jahres. Weiter werden nur noch bei historischen Schiessen Stgw als Preise abgegeben, bei allen anderen Veranstaltungen sind es Karabiner. Und dies auch nur,

Katrin Stucki (Chefin Schiesswesen ausser Dienst) umrahmt von (von links) KKdt Dominique Andrey, Oberst iGst Pius Segmüller, Divisonär Fritz Lier und Oberst iGst Jean-Paul Buschauer. w solange es der Vorrat noch zulasse. Der eidgenössische Schiessanlagenexperte, Oberst i Gst Jean-Paul Buschauer, berichtete über einige geharnischte Reaktionen, die er sich mit strengeren Regelungen für Schützenmeister sowie bei den Ein- und Ausgangskontrollen in Schiessständen eingehandelt hat. Das Risiko von Unfällen werde mit den neuen Vorschriften aber eingedämmt. Negative Reaktionen löste auch die Weisung aus, dass für Windanzeigen beim Schiessbetrieb keine roten oder rotweissen Fahnen mehr verwendet werden dürfen.

USS stiftet Spezialpreis Die USS wird 125 Jahre alt. Dies wird unter anderem an der DV vom 20. April in Bern gefeiert. Im Rahmen des Feldschiessens plant die USS einen besonderen Auftritt. «Für die besten Vereine pro Kanton gibt es Spezialpreise», erklärt Ueli Blaser.

Plenarsitzung im Berner Rathaus Divisionär Fritz Lier lobte Major Urs Burkhalter und sein Team für die Organisation der Schiesskonferenz und machte in seinen Einführungsworten klar, was die Aufhebung der ausserdienstlichen Schiesspflicht in seinen Augen bedeutet: «Das wäre

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das Ende des Feldschiessens und des Schiessens 300m als Breitensport.» In die gleiche Kerbe stiess Korpskommandant Dominique Andrey: «Das wär faktisch eine Abschaffung des Milizsystems. Und dieses ist nicht bloss Beschäftigungstherapie, sondern leistet wertvolle Dienste für den Bürger.» Danach hielt Hans-Jürg Käser (Regierungsrat Kanton Bern) einen flammenden Appell in Bezug auf die Erhaltung des Schiesswesens: «Wer glaubt, dass durch die Einführung eines zentralen Waffenregisters keine Waffengewalt mehr hersche, der täuscht sich gewaltig! Ich kenne keinen Kriminellen, der seine Waffe erst beim Register anmeldet…».

Verantwortung wahrnehmen Der Eidg. Schiessanlagenexperte, Oberst i Gst Jean-Paul Buschauer gibt die Kontrollpunkte für das Jahr 2013 im Schiesswesen ausser Dienst bekannt. Das Schwergewicht der Kontrollen liegt bei den Kugelfängen, den Vorkugelfängen, den Prellplatten und bei den künstlichen Kugelfangkästen. Insbesondere beim Unterhalt der künstlichen Kugelfangkästen ortet er Handlungsbedarf. In diesem Bereich sind die Vereine noch vermehrt zu sensibilisieren. Seiner Ansicht nach ist der Wissensstand der Präsidenten Ausgabe 3 // März 2013


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und Mitglieder der kantonalen Schiesskommissionen bezogen auf ihre Kontrolltätigkeiten sehr unterschiedlich. Deshalb erklärt er sich bereit, für diesen Personenkreis Ausbildungskurse durchzuführen. Sofern die zuständigen Eidg. Schiessoffiziere dies wünschen. Im weiteren weist er die Eidg. Schiessoffiziere an, im Schiessanlagenverzeichnis der VVAdmin die Koordinaten des Schiessstands vollständig einzugeben und nicht nur das Planquadrat. Nur so wird sichergestellt, dass bei der Schiesstageabfrage der Standort des Schiessstandes automatisch auf google maps dargestellt wird. Zum Schluss gibt er noch das Motto für 2013 bekannt. Es lautet: Jeder Funktionär des Schiesswesens ausser Dienst nimmt seine Verantwortung wahr.

Koordination im SSV Andreas von Känel, Vizepräsident des SSV, erklärt in seinem Referat die neuen Strukturen des SSV, die seit der letzten DV in Kraft sind. «Dank den vier Kompetenzzentren (Leistungssport, Breitensport, Ausbildung, Kommunikation) wurde die Koordination in den Bereichen Finanzen, Sponsoren und Marketing wesentlich vereinfacht.» Weiter seien die enge Zusammenarbeit und ein Schulterschluss des militärischen und sportlichen Schiessens ohnehin von Bedeutung für die anstehenden Herausforderungen. Für das nächste Eidgenössische Schützenfest 2015 im Wallis konnten alle Schlüsselpositionen besetzt werden. Und das OK sei voll auf Kurs, so von Känel. An der nächsten DV vom 19. April werde die Devise zur Wehrpflicht-Abstimmung gefasst: «Ohne Wehrpflicht in der Schweiz kein Schiesswesen in der Schweiz», erklärt von Känel dem Plenum. Die nächste Eidg. Schiesskonferenz findet vom 14. bis 16. Januar 2014 in Oberdorf NW statt.  ●

Der SSV gratuliert Am 19. Februar hat Ehrenmitglied Alois Zahner in Bettingen seinen 70. Geburtstag feiern können. Der SSV-Vorstand und das ganze Team der Geschäftsstelle in Luzern gratulieren dem Jubilar herzlich. Alois Zahner engagiert sich seit vielen Jahren auf Vereins- und Kantonsebene für den Schiesssport. Von 1983 bis 1998 war er Mitglied im Zentralkomitee des Schweizerischen Schützenverein. Finanzen, Medien und Marketing waren seine Spezialgebiete.

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Die Meistergirls von Ebnat-Kappel mit Coach Erhard Hüppi (hinten von links): Linda Riedener, Martina Scherrer, Iris Riedener, (vorne von links) Olivia Hagmann, Mirjam Künzli, Tamara Menzi und Larissa Bösch.

Ebnat-Kappels   Endspurt zum Titel Ebnat-Kappel hat mit seinen Junioren zum zweiten Mal nach 2000 den Titel in der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 10m gewonnen und Titelverteidiger Heitenried und Glarnerland auf die Ehrenplätze verwiesen. Von Max Flückiger Der Erfolg von Ebnat-Kappel kommt nicht von ungefähr, sondern ist auf die Arbeit von Präsident und Trainer Erhard Hüppi zurückzuführen. Seit 26 Jahren wirkt Hüppi im Verein, der 47 lizenzierte Schützinnen und Schützen zählt. Seit 1986 taucht der Name Ebnat-Kappel auch immer wieder zuvorderst in nationalen Ranglisten auf. Auf dem Weg zum Titel mussten sich die Toggenburgerinnen in einer Vorqualifikation gegen 21 Teams den Platz in der Meistergruppe erkämpfen. In den Rundenwettkämpfen setzte sich Ebnat-Kappel zuerst gegen Bulle und Nidwalden durch, besiegte in Runde 3 dann sogar Titelverteidiger Heitenried und übernahm die Spitze. Auch im Spitzenkampf gegen Glarnerland lieferte das Sextett eine starke Leistung, doch die Glarner wuchsen über sich hinaus und sorgten für die einzige Niederlage der Hüppi-Girls. Diese holten in der

Schlussrunde weitere Siegpunkte und weil Glarnerland gegen Heitenried hauchdünn unterlag, hievte sich Ebnat-Kappel zurück auf den Meisterthron. Das Meisterteam setzt sich aus Martina Scherrer, Mirjam Künzli, Iris und Linda Riedener, Larissa Bösch, Olivia Hagmann und Tamara Menzi zusammen. «Es ist nicht erstaunlich, dass nur Mädchen in dieser Mannschaft sind. Die Mädchen sind aufnahmefähiger und daher einfacher auszubilden. Die Knaben brauchen in diesem Alter viel mehr Zeit», erklärt Trainer Erhard Hüppi. Es benötige etwa drei Mal so lange, bis ein Knabe in diesem Alter so stark sei, wie ein Mädchen. Die Mädchen sind während dieser Zeit physisch und psychisch stärker. Im Erwachsenenalter gleiche sich dies wieder aus. Somit könnten die Wettkämpfe gemischt durchgeführt werden. «Es würde keinen Unterschied machen.» Das sieht man auch in der Mannschaftsmeisterschaft der Elite, wo viele Spitzenteams auf Frauenpower zählen können. Hüppi hofft, dass sich seine 12 Juniorinnen und 3 Junioren so entwickeln, dass sein Ebnat-Kappel (Elite) rasch zurück in die NLA kommen kann.  ●

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Informationen aus dem Breitensport Informations du Sport populaire Informazioni sullo sport di massa Wir orientieren Sie in Kurzform über die wichtigsten Änderungen für die Freiluftsaison 2013 orientieren: Sektionsmeisterschaft Viele 300m-Sektionen haben den Wunsch geäussert, das Schiessprogramm der Schweizerischen Sektionsmeisterschaft auf 10 Schuss zu reduzieren. Diesem Wunsch haben wir entsprochen. Es würde uns freuen, wenn Sie ihre Mitglieder motivieren im Jahr 2013 die Sektionsmeisterschaft zu schiessen (vgl. Reglemente, Informationen). Feldschiessen Im Rahmen ihres 125-Jahre Jubiläums unterstützt die USS (Unfallversicherung Schweizer Schützenvereine) Beteiligungszunahmen im Feldschiessen und Feldstich. Pro KSV werden die 3 Vereine mit einer Barprämie belohnt, welche gegenüber dem Vorjahr die höchste Teilnehmer-Steigerung im Feldschiessen und Feldstich ausweisen können. Die Sieger werden für eine feierliche Übergabe an den Feldstichfinal vom 01.09.2013 in Möhlin eingeladen. Obligatorisches Programm Die sicherheitspolitische Kommission (SIK) der eidgenössischen Räte hat anlässlich ihrer Sitzung vom Januar 2013 informiert, dass Kontrollen durchgeführt werden, wie die Vereine des SSV ihre Arbeit an den Obligatorischen Programm und Bundesübungen punkto Einhaltung von Vorschriften und Sicherheit verrichten. Konkret bitten wir Sie darum, der Ein- und Ausgangskontrolle, der Überprüfung der Identität des AdA, der Munitionsausgabe und -rücknahme besondere Beachtung zu schenken. ISSF Regeländerungen Grundsätzlich gilt, dass die ISSF Kleiderregelungen 2013 - 2016 per Schweizer Meisterschaften 2013 (Outdoor in Thun) eingeführt werden. Bis dahin werden die bisherigen Regelungen angewendet. Pistolenwettkämpfe Wir informieren, dass die Resultate aus der Gruppenmeisterschafts-Umfrage frühestens im Jahr 2014 eingeführt werden. Die Reglemente sind in der Vernehmlassung. Weiter informieren wir, dass die Resultate der SP-GM 10 m vom 23.03.2013 in Wil live im Internet nachverfolgt werden können. www.sportschuetzen-wil.ch/index.php/live-resultate

Allgemeine Informationen Aktuell sind mehrere Arbeitsgruppen an der Arbeit. Eine

Kerngruppe kümmert sich um die versuchsweise Einführung des Auflageschiessen im Bereich 10m und eventuell in den anderen Distanzen. Eine weitere Arbeitsgruppe prüft eine mögliche Neuausrichtung der Mannschaftsmeisterschaften Gewehr 10m. Die dritte Arbeitsgruppe überprüft die Zielsetzungen der Sektionsmeisterschaft und das Reglement «Vereinskonkurrenz». Alle 300m-Vereine und betroffene Schützinnen und Schützen werden eingeladen an der Umfrage mitzumachen, welche ab 1. März 2013 auf geschaltet wird unter: www.swisshooting.ch/Breitensport/Umfrage

Es ist geplant mögliche Änderungen per 1.1.2016 umzusetzen, wo auch die neue RSpS in Kraft treten soll. Die entsprechenden Reglemente werden laufend auf www.swissshooting.ch aufgeschaltet. Ein Besuch auf ● der SSV-Website lohnt sich immer. 

Nous avons l’avantage de vous orienter sur les modifications les plus importantes de la saison 2013. Championnat suisse de sections De nombreuses sections 300m ont exprimé le vœu que le programme de tir du championnat suisse de sections, soit réduit à 10 coups. Nous avons accepté ce vœu. Cela nous ferait plaisir que vous puissiez motiver vos membres à tirer le championnat de sections 2013. Dans cet ordre d’idées, nous nous référons aux règlements et feuilles d’information ci-jointes. Tir en campagne Dans le cadre de son 125ème anniversaire, le groupe d’assurances USS (assurance accidents des sociétés de tir) soutien l’augmentation de participation au Tir en campagne et à la Cible campagne. Trois sociétés par SCT, celles qui pourront justifier la plus grande augmentation des participants au Tir en campagne et à la Cible campagne, seront récompensées par une prime en espèces. Les gagnants seront invités à la remise solennelle des prix, le 01.09.2013, à Möhlin, jour de la finale de la Cible campagne. Programme obligatoire La commission de la politique de sécurité (CPS) du Conseil national, a informé, lors de sa session du mois de janvier 2013, que des contrôles seraient effectués auprès des sociétés de la FST, sur le travail de celles-ci lors des tirs obligatoires, en ce qui concerne l’observation des directives et des règles de sécurité. Concrètement, nous vous prions de respecter le contrôle des entrées et des sorties, de vérifier l’identité des Mil, et particulièrement la distribution et le retour de munition.

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Modifications des règlements de l’ISSF Il est fondamentalement valable que le règlement vestimentaire 2013 – 2016 de l’ISSF sera instauré pour les Championnats suisses 2013 (Outdoor à Thoune). Jusqu’à cette date, les règlements actuels seront appliqués. Championnats pistolet Les résultats du dernier sondage du championnat de groupes seront introduits au plus tôt en 2014 (voir le dernier TirSuisse). Les règlements sont en procédure de consultation. En plus, nous informons que les résultats du championnat de groupes pistolet 10m, du 23.03.2013, à Wil, pourront être suivis en direct sur internet. http://www.sportschuetzen-wil.ch/index.php/live-resultate/ Informations générales Actuellement, plusieurs groupes de travail sont à la tâche. Un groupe pilote s’occupe de l’introduction, à titre d’essai, du tir appuyé dans le secteur 10m et éventuellement à d’autres distances. Un autre groupe de travail examine un possible réalignement des championnats par équipes 10m. Le troisième groupe de travail vérifie les objectifs du championnat de sections et le règlement « compétition décentralisée des sociétés ». Toutes les sociétés 300m, les tireuses et tireurs concernés sont invités à participer à ce sondage à partir du 1er mars 2013 sur www.swissshooting.ch/Sport populaire/sondage.

Il est prévu d’appliquer les modifications éventuelles au 01.01.2016, au moment où les nouvelles RTSp doivent aussi entrer en vigueur. Les règlements correspondants sont accessibles en permanence sur notre site web www.swissshooting.ch .Une visite du site de la Fédération Suisse de Tir sportif en vaut toujours la peine.●

Di seguito vi orientiamo brevemente sui cambiamenti più importanti con la nuova stagione 2013. Concorso svizzero di sezione Molte sezioni 300m hanno espresso il desiderio di ridurre il numero dei colpi del concorso svizzero di sezione a 10 colpi, desiderio che abbiamo potuto accogliere. Ci farebbe particolarmente piacere se riusciste a motivare i vostri soci a partecipare nel 2013 a questo concorso. Vi rimandiamo per ulteriori dettagli al regolamento e ai fogli informativi allegati. Tiro in campagna In occasione del suo 125mo giubileo, la USS-AssicuraAusgabe 3 // März 2013


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zioni premia gli aumenti di partecipazione al tiro in campagna e alla serie di campagna. Per ogni federazione cantonale, le 3 società che otterranno il maggiore incremento rispetto all’anno scorso dei partecipanti al tiro in campagna e alla serie di campagna, riceveranno un premio in contanti. I vincitori saranno convocati per la consegna dei premi in occasione della finale della serie di Campagna il 1.9.2013 a Möhlin.

Diplome für 13 neue B-Trainer

Tiro obbligatorio La commissione di politica di sicurezza del nazionale ha informato durante la sua seduta di gennaio 2013 che saranno eseguiti controlli su come le società della FST assolvono il proprio lavoro durante i tiri obbligatori e gli esercizi federali. Questi controlli verteranno sul rispetto delle prescrizioni e sulla sicurezza. Concretamente vi invitiamo a voler prestare ancora maggiore attenzione al controllo all’entrata e all’uscita dallo stand, al controllo dell’identità del milite, alla consegna e riconsegna della munizione. Modifiche dei regolamenti ISSF Di principio le regole ISSF sul vestiario 2013 - 2016 saranno introdotte ai campionati svizzeri 2013 all’aria aperta a Thun. Fino ad allora valgono le regole attualmente in vigore. Concorsi alla pistola I risultati emersi dal sondaggio sui concorsi gruppi (vedi ultimo “Tiro Svizzera”) potranno entrare in vigore al più presto nel 2014. I regolamenti si trovano attualmente in procedura di consultazione. Vi informiamo inoltre che i risultati del concorso gruppi alla pistola 10m del 23.03.2013 a Wil potranno venir seguite live in Internet. www.sportschuetzen-wil.ch/index.php/live-resultate

Informazioni generali Attualmente sono all’opera vari gruppi di lavoro. Un gruppo ristretto si occupa dell’introduzione come pilota del tiro con appoggio al 10m ed eventualmente anche in altre distanze. Un altro gruppo di lavoro analizza ev. modifiche nel concorso a squadre 10m. Il terzo gruppo di lavoro analizza gli obiettivi del «Concorso di sezione» e del regolamento «Concorso di società». Tutte le società a 300m e i tiratori sono invitati a partecipare al sondaggio che sarà disponibile dal 1. marzo su www.swisshooting.ch/Sport di massa/Sondaggi

È previsto di introdurre eventuali modifiche al 1.1.2016, quando entreranno in vigore anche le nuove RTSp (Regole del tiro sportivo). I rispettivi regolamenti saranno pubblicati progressivamente sul sito www.swissshooting.ch. Vale sempre la pena visitare a scadenze regolari la pagina internet della Federazione Sportiva Svizzera di Tiro. Auguriamo a tutti voi una stagione 2013 interessante e soprattutto senza incidenti. ●

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Im Haus der Schützen in Luzern konnte Ruth Siegenthaler (Chefin Kompetenzzentrum Ausbildung) 13 neuen B-Trainern die Diplome übergeben: Stéphane Glardon, Carlo Castelletti, Johan Friedli (Bogensport), Bruno Inauen, Roland Marti (Armbrust), Jürg A. Davatz, Ulrich Binder, Marcel Bürge, Kurt Kaiser, Guido Muff, René Salathé, Erich Sutter und Matthias Zurfluh (Gewehr/Pistole). Die beiden Armbrust absolvieren auch noch den Expertenkus. Marcel Bürge und Matthias Zurfluh (Gewehr und Pistole) sind bereits an der Weiterausbildung zum «Nachwuchstrainer lokal». TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer  SchiessenSchweiz  15


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Dieses Team führt die Finaltage der Mannschaftsmeisterschaft 2015 und 2015 durch.

Vertrag nicht nur per Handschlag gemacht.

Weinfelden löst Langenthal ab Seit über zehn Jahren werden die Finaltage Gewehr 10m jeweils für zwei Jahre einem lokalen Organisator übertragen. Die nächsten zwei Jahre übernimmt das die Schützengesellschaft Weinfelden. Thunersee, Payerne, Ebnat-Kappel, Utzenstorf, Stans und zuletzt Langenthal haben diese Finalwettkämpfe in den letzten Jahren perfekt organisiert. Grosse Sporthallen boten für die NLA-Final- und Auf-/Abstiegs-

runde der Mannschaft smeisterschaft den optimalen Rahmen genauso wie für die Schweizer Kniend- und Wintermeisterschaftfinals. Aber nicht nur die Wettkämpfe fanden bei idealen Bedingungen statt, die Organisatoren sorgten mit ihrer Gastfreundschaft bei Funktionären und den Zuschauern überall für gute Stimmung. Da wundert es kaum, dass die ZUschauerzahlen stetig steigen. All diese positiven Aspekte wird bestimmt auch der Organisator der nächsten Finaltage bie-

Lizenz-Versand 2013 Im vergangenen Jahr haben alle Schützinnen und Schützen eine Lizenz mit unbeschränkter Gültigkeit erhalten, die auch für 2013 gültig ist. Für das Jahr 2013 werden nur noch Lizenzen für Schützinnen und Schützen nachgedruckt, die bestimmte Kriterien erfüllen. Die Kriterien beinhalten Änderungen, die auf der Lizenzkarte ersichtlich sind: • Adresse • Disziplin • Vereinszugehörigkeit • Geburtstag • Nationalität Grundsätzlich gilt, dass eine Änderung auf der bestehenden Lizenzkarte einen automatischen Nachdruck auslöst.

Envoi des licences 2013 L’année dernière, toutes les tireuses et tireurs ont reçu une licence avec validité illimitée, qui est aussi valable pour 2013. Pour l’année 2013, des licences seront réimprimées uniquement pour les tireuses et tireurs qui remplissent des critères définis. Ces critères contiennent des modifications qui seront visibles sur la carte/licence : - adresse - discipline - appartenance à quelle société - date de naissance - nationalité Cela veut dire en principe, que chaque modification sur la carte/licence existante déclenche automatiquement la réimpression de la carte.

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ten, der mit dem Chef Breitensport RogerRené Müller vor kurzem den Vertrag unterschrieben hat. Die Ostschweizer Gastfreundschaft ist weit herum bekannt und wird durch die Besetzung des OKs garantiert. ● Das OK: Hans Eschenmoser, Gemeinderat Weinfelden/Präsident,; Markus Wyss, Präsident SG Weinfelden/Vize; Andreas Gerber Präsident Sportschützen Schönholzerswilen/Vize; Thomas Bundi SG Weinfelden/Finanzen; Hans Bommer, SG Weinfelden/Aktuar; Kurt Brauchli und Roman Mästinger, SG Weinfelden/Bau.

Spedizione delle licenze 2013 Lo scorso anno i tiratori hanno ricevuto una carta licenza senza limitazione della validità, dunque valida anche per il 2013. Per il 2013 saranno stampate unicamente le licenze per quei tiratori che hanno avuto dei cambiamenti dei propri dati importanti. Si tratta dei seguenti cambiamenti: • Indirizzo • Disciplina • Appartenenza societaria • Data di nascita • Nazionalità Vale il principio: una modifica di un’informazione sulla licenza genera automaticamente una sua ristampa.

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Fritz Soltermann reist zum Weltcup München

Sandra Rymann und Marcel Benz ziehen die Gewinner.

Zum Stargast-Wettbewerb der Dezemberausgabe von SchiessenSchweiz haben rund 250 Leserinnen und Leser das richtige Lösungswort «VOLLTREFFER» eingeschickt. Als Gewinner des Hauptpreises gezogen wurde Fritz Soltermann aus Schönenbaumgarten.

Fritz Soltermann (hinten mitte) mit seiner Schützengruppe Langrickenbach.

termann ist aber nicht der einzige Preisgewinner. Neben dem Hauptpreis wurden auch noch 4 Hotelgutscheine im Wert von je 170.Franken verlost.  ●

Elf Stargäste haben sich im vergangenen Jahr für SchiessenSchweiz mit Gewehr und Pistole versucht. Und diese Stargäste galt es auch im Wettbewerb herauszufinden. Das war für scheinbar kein Problem, denn nur

wenige falsche Antworten trafen ein. Unter der Aufsicht von SSV-Geschäftsführer Marcel Benz zog Glücksfee Sandra Rymann aus den 250 richtigen Einsendung die Gewinner. Den Hauptpreis, die 5-tägige Reise zum Weltcup in München (23.-30.Mai) gewann mit Fritz Solermann aus Schönenbaumgarten ein angefressener Schütze. Der 52-Jährige schiesst mit Langrickenbach Standardgewehr 300m und ist Präsident der Sportschützenschönenbaumgarten. «Ich freue mich riesig über den Preis und werde die Münchenreise mit meiner Frau oder einem Schützenkollegen machen.» Fritz Sol-

SSV mit eigener Kranzkarte Der SSV ist letztes Jahr in Kranzkartenverein des ehemaligen SSSV aufgenommen worden. Der Verein heisst seither «Kranzkartenverein des SSV». Auf Grund dieser neuen Situation sollen an sämtlichen Wettkämpfen des SSV nur noch Karten des «Kranzkartenvereins des SSV» abgegeben werden. Die alten, bis und mit dem Jahr 2012 bezogenen und auch bezahlten Kranzkarten (bestehende Bestände) können noch aufgebraucht werden. KK-Bestelladresse: Ulrich Hirsbrunner, Grenzstrasse 23, 2558 Aegerten

La FST a sa propre carte-couronne L’année dernière, la FST a été acceptée au sein du Concordat des cartes-couronne de l’exSSTS. Ce concordat s’appelle désormais «Société des cartes-couronne de la FST». Au vu de cette nouvelle situation, seules les cartes-couronne (CC) de la FST doivent être délivrées lors de toutes les compétitions de la FST. Les anciennes CC délivrées et payées jusqu’en 2012 y compris en main des organisateurs peuvent être encore utilisées. Adresse pour la commande de CC: Ulrich Hirsbrunner, Grenzstrasse 23, 2558 Aegerten

FST con una propria Carta Corona La FST è stata ammessa lo scorso anno nella società delle carte corona della ex SSSV. Da allora la società si chiama „Società carte corona della FST”. A seguito di questa nuova situazione, in tutti i concorsi FST saranno utilizzate da subito solo carte corona della nuova associazione. Le vecchie carte corona ancora in mano agli organizzatori possono ancora venir utilizzate.

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Hauptpreis: Fritz Soltermann, Schönenbaumgarten Trostpreise Damian Schelbert, Rafz Bruno Frey, Wintersingen Adrian Fürst, Lostorf Werner Pfund, Zweisimmen

Indirizzo per l’ordinazione delle CC: Ulrich Hirsbrunner, Grenzstrasse 23, 2558 Aegerten

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Forum

Streukreise der SIG 210 (Ausgabe Januar 2013)

1952 habe ich die Pistole gefasst (SIG 210, No. 105510) und seitdem über 100’000 Schuss geschossen. Ich schiesse mit dieser Pistole immer noch recht ordentliche Resultate mit ausgesuchter Munition. Als Laie kann ich keine Abnützungserscheinung erkennen. Meiner Ansicht nach ist sie die beste Pistole ihrer Art. Allerdings habe ich schon bald den 7,65-mm-Lauf eingesetzt. Was aber den Unterschied in den Schiessresultaten ausmacht ist die Munition. Bis ca. 1983 hatten wir sehr gute Munition zur Verfügung. Jedenfalls konnte ich viele gute Resultate erreichen, besonders im 50-m-BMatchprogramm. Nach 1984 hat man bei der Herstellung der Munition eine neue Maschine eingesetzt. Das Resultat war eine relativ schlechte Munition, trotzdem sie sehr sauber und schön zum Anschauen war. Bei der alten Munition konnte ich kniend aufgelegt 99 bis 100 Punke bei 10 Schuss auf die P-Scheibe 50 m schiessen. Es ging dabei um das Einstellen der Pistole für den Wettkampf. Mit der neuen Munition war das bei weitem nicht mehr möglich. Als Vergleich: Mit der Hämmerli 208 Kleinkaliber-Pistole kann ich jetzt noch kniend aufgelegt eine 100er Passe schiessen. Nach und nach wurde die 7,65-mm-Munition wieder besser. Aber die Präzision von vor 1983 wurde nie mehr erreicht. An was das liegt, ist für mich als Laie ein Rätsel. Auch nach der Besserung der Munition haben wir bei den verschiedenen Losen und Jahrgängen immer wieder grosse Unterschiede festgestellt, wenn wir kniend aufgeAusgabe 3 // März 2013 

legt die Munition ausprobiert haben. An der Armeepistole SIG 210 liegt es kaum. Diese habe ich von ausgewiesenen Büchsenmachern kontrollieren lassen. Die Patronen für die Gewehre sind sehr präzis. Diese schiessen auf 300 m mit dem Standardgewehr regelmässig 96 bis 100 Punkte bei sechs mal grösserer Schussdistanz und gleich grossen Ziel wie bei der Pistole und das noch freihändig. Warum bei der Pistole nicht? So bleiben meine Zweifel an der Qualität der Munition. Es muss doch möglich sein, eine Munition herzustellen, mit der man ab Maschine 10 Schuss im 60-mm-Kreis auf 50 m platzieren kann, auf 25 m darf sie den 30-mm-Kreis nicht überschreiten.  Alois Schelbert, Schwyz

Stellungnahme der armasuisse Bei der Schweizer Armee wurde das Kaliber 7,65 mm (Pist Pat 03) für die Pistolenmodelle 00, das Modell 00/06 und das Modell 06/29, unter dem allgemeinen Namen Parabellum bekannt, beschafft. Der Patronenentwicklung zu Grunde lagen technische Anforderungen für einen militärischen Zweck. In den 50er Jahren wurde die 9-mm-Pistole 49 mit der 9 mm Pist Pat 41 und in den 80er Jahren die 9-mm-Pist 75 mit der gleichen Patrone eingeführt. Das bedeutete den vollständigen Wechsel vom Kaliber 7,65 mm auf 9 mm. Seit Einführung der Pistole 49 in den 50er Jahren wird die 7,65 mm Pist Pat 03 nur noch für das Schiesswesen ausser Dienst beschafft. Im Laufe von rund 100 Jahren Fertigung von 7,65 mm Pist Pat 03 haben diese bei der Abnahme die

technischen Anforderungen erfüllt. Es versteht sich, dass während einer solch langen Zeit die Produktionsmaschinen und -werkzeuge sukzessive erneuert werden. Ferner muss bei jeder Fertigung mit Toleranzen gerechnet werden. Solange diese innerhalb der spezifizierten Werte liegen und die Patronen die festgelegten Kriterien bei der Abnahme erfüllen, entspricht das Produkt und wird abgenommen und geliefert. Bei der Pistole 49 (SIG P210) mit einem 7,65-mm-Lauf handelt es sich nicht um eine Ordonnanzwaffe der Schweizer Armee. Diese Konfiguration wurde von der Schweizer Armee bzw. dessen technischen Instanzen weder technisch erprobt noch überprüft. Sie ist demzufolge auch nicht in der Verordnung über das Schiesswesen ausser Dienst vom 5. Dezember 2003 (Stand am 1. Januar 2012) aufgeführt. Im Jahre 2012 wurden für das ausserdienstliche Schiesswesen 7,65 Pist Pat 03 aus zwei Losen neuester Fertigung abgegeben. Beanstandungen aus Schützenkreisen sind uns bislang nicht bekannt, was darauf schliessen lässt, dass die Patronen von guter bis sehr guter Qualität sind. Für das Jahr 2013 werden ebenfalls Patronen neuester Fertigung (2011) abgegeben. Auf dem Markt werden 7,65-mm-Pistolenpatronen von verschiedenen Herstellern angeboten. Wir sind überzeugt, dass sich die 7,65 mm Pist Pat 03 mit diesen Produkten messen kann und mindestens gleich gute, wenn nicht bessere Ergebnisse erzielt.  François Furer, Stv. Leiter  Kommunikation, armasuisse

Was man bis zum aktuellen Geschehen oft hautnah beobachten kann hat mit Sicherheit zu allen Zeiten gewirkt. Geschichte wird Zeit und vor allem Bedarfsgerecht zurechtgebogen. Grade die unvoreingenommene moderne Geschichtsforschung mit ihren Möglichkeiten Belegt immer wieder das Geschichtliche Ereignisse stattgefunden haben.

darfs und Zeitgerechte Aufarbeitung. Das Weisse Buch mit seiner Erwähnung des Tell ist denn wohl doch dafür der Weitestgehend klare Beleg. Wir können somit guten Gewissens davon ausgehen, dasd die Geschichte der Schweiz im wesentlichen der soliden Geschichtsschreibung entspricht. Den Beweis liefern die wenn auch nur fragmentarisch erhaltenen Dokumente. Das gilt auch für die Ereignisse in Nidwalden 1798.Ein Ereignis das die Geschichte der Schweiz wesentlich mitgestaltet hat. Der Umstand das dieses Ereignis damals weit über die Grenzen der damaligen fast untergegangenen Eidgenossenschaft Beachtung fand ist der kaum widerlegbare Beweis das da mehr war, als eine grosse Schlägerei, resp. ein Randgefecht. Die eher untypischen Entgleisungen der Französischen Interventionsarmee haben ihre Begründung in den extrem hohen Verlusten auf Französischer Seite. Auf Nidwaldner Seite wurde eine leicht modifizierte alte Einsatzdoktrin aus Frankreich gefahren. Darin begründen sich die extremen Verluste auf Seite der Interventionsarmee. Diese Einsatzdoktrin hat die Militärische Einsatzdoktrin der Schweizer Armee bis in die jüngere Zeit wesentlich mitgeprägt. So auch im Finnischen Winterkrieg gegen die UDSSR ihre Tauglichkeit unter eindrücklichen Beweis gestellt. Leider wird Geschichte allzuoft für die Durchsetzung aktueller Ziele Missbraucht Uminterpretiert und oft auch Umgeschrieben. Dafür ist ein Kreis ein doch eher abschreckendes fragwürdiges Beispiel. Das lernen aus der Geschichte wird leider allzuoft vernachlässigt. Zu den Ereignissen 1798 in Nidwalden, ist eine umfangreiche Abhandlung erhältlich, unter klarer Ausfilterung der Kulturkampfuntertöne ein eindrückliches Zeitdokument. Überfall in Nidwalden von Franz Josph Gut Erstauflage 1862. Im Original nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden. Seit 1989 als Originalgetreue

Der Tell war nicht eine Erfindung des Schiller sondern eine Be-

Replika wieder verfügbar.  E. von Wyl, Kägiswil OW

Die Geschichte vom Tell (Ausgabe Januar 2013)

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Reportage

Luzern schreitet   mit Indoor-Shooting   in die Zukunft In Luzern wird seit Herbst 2012 drinnen geschossen. Die neue Anlage «Zihlmatt» umfasst eine 25mHalle, eine 50m-Halle und schon bald auch eine 10m-Halle. Von Iris Bossert Ausgerechnet die neue Überbauung der Allmend hat der Schützengesellschaft der Stadt Luzern auch zu einer neuen Indoor-Anlage verholfen. Der Besuch in der «Zihlmatt», der neuen Luzerner Indoor Schiesshalle (SSH) zeigt auf, dass Luzerns Schützen für die Zukunft gerüstet sind. Nicht zum ersten Mal geriet die Schützengesellschaft der Stadt Luzern in Konflikt mit dem Fussballstadion auf der Allmend. Früher stand die Schiessanlage genau dort, wo heute das Stadion steht. 1933 musste die Schiessanlage den Städtischen Sportanlagen weichen und wurde in das Areal Zihlmatt verlegt. Doch aus dem aktuellen Neubau des Stadions konnte die Schützengesellschaft der Stadt Luzern durchaus ihre Vorteile ziehen. Im Zusammenhang mit dem neuen Fussballstadion des FC Luzerns, der Swissporarena und der damit verbundenen Mantelnutzung, entstand die Idee einer Indoor Schiessanlage. Weil sich die Stadt Luzern und die Investoren des Stadions für die Mantelnutzung Wohnen entschieden, war deren Interesse gross, dass der Lärm der früheren Schiessanlage verschwinden würde. «Glücklicherweise haben wir 2004 unsere Anlage saniert, ansonsten wäre unsere rechtliche Position geschwächt gewesen. Mit der sanierten Anlage war unsere Stellung in den Verhandlungen aber sehr gut», erklärt Dr. Peter Studer, Präsident der Schützengesellschaft der Stadt Luzern.

Start im Jahr 2007 So begann 2007 die Planungsphase. «Anfangs war der Respekt vor den anfallenden Kosten und dem Aufwand sehr gross. Wir wussten nicht, was auf uns zukommt», sagt Josef Gabriel, Betriebsleiter der Luzern

Präsident Peter Studer (rechts) und Betriebsleiter Josef Gabriel vor dem Eingang zur «Zihlmatthalle». Indoor Schiesshalle. Doch die Idee nahm immer mehr Gestalt an und dank dem Interesse der Stadt und der Investoren wurde eine Anschubs-Finanzierung gewährt. Im Februar 2011 wurde mit dem Bau begonnen. «Der Aufwand war enorm. Doch durch die genaue Planung konnten wir viel Einfluss nehmen und kamen so zu einem

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sehr zufriedenstellenden Ergebnis», führt Studer aus. Ende August 2012 war die Bautechnische Abnahme und bald darauf musste die Anlage auch noch von einem Sicherheitsexperten abgenommen werden. Dazu sagt Gabriel: «Mit Ausnahme von einigen Kleinigkeiten verliefen die Abnahmen gut.» Der Unterhalt der Hallen bringt einen beAusgabe 3 // März 2013


Reportage

Perfekt eingerichtet und ausgeleuchtet ist die 50m-Halle.

Imponierend ist die Heizung-/Lüftunganlage. Ausgabe 3 // März 2013 

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Reportage

trächtlichen Aufwand mit sich. «Wir mussten uns explosionssicheres Reinigungsgerät anschaffen. Allein dieses kostete gut 10‘000 Franken», sagt Betriebsleiter Gabriel. Auch die riesige Lüftungs- und Heizungstechnik verlangt den Betreibern einiges ab.

Rekordverdächtige Verhältnisse Bereits beeindruckende 598 Punkte gelten als «Zihlmatt»-Hallenrekord im Liegendmatch Gewehr 50m. «Dies beweist das die Qualität stimmt und die Lichteinstellungen gelungen sind», erklärt Studer. Und ausgerechnet dieser Kleinkaliber-Schütze hätte sich am meisten über die Lichtverhältnisse beklagt, fügt Studer schmunzelnd an. In der Pilotphase wurden schon über 10‘000 Schüsse abgegeben. «Wir erhalten nur Lob und glücklicherweise gab es kaum Störungen», so Josef Gabriel. «Schliesslich sind wir technisch auf dem neusten Stand.» Das Gebäude umfasst zwei Geschosse Im Erdgeschoss befinden sich die Büroräume, Garderoben, die 10m Halle mit 20 elektronischen Scheiben. Daran anschliessend die 25m Halle mit einer elektrischen Seilzuganlage mit 20 Scheiben. Direkt darüber im Obergeschoss befindet sich die 50m Halle mit 12 elektronischen Polytronic-Kombischeiben sowie drei elektronische Seilzugscheiben. Neben der SSH bietet die Schiessanlage Zihlmatt auch eine 300mInfrarot-Anlage mit vier Scheiben.

So präsentiert sich die neue Halle von aussen.

Bald alle Anlagen in Betrieb Die 25m und die 50m Halle sind bereits in Betrieb. Die 10m Anlage wird noch eingerichtet und ist planungsgemäss im Frühjahr 2013 betriebsbereit. Im «Frühjahr 2013 wird alles total fertig sein und auch die 10m Anlage wird bis dann eingerichtet sein», erklärt Gabriel. Die Luzerner Schützenvereinigung Gewehr/Pistole 10m wird diese Anlage als Mieterin betreiben. Eignerin ist die Schützengesellschaft der Stadt Luzern. «Momentan diskutieren wir noch mit dem SSV und dem Kanton, ob die Anlage Zihlmatt allenfalls Labelstandort werden könnte. Wir möchten den Nachwuchs fördern und auch Wettkämpfe austragen. Die gute Zusammenarbeit mit dem SSV könnte dadurch noch unterstrichen werden», erklärt Präsident Studer.

Nationalmannschaft profitiert Bereits wird die Zihlmatt vom Kompetenzzentrum Spitzensport des SSV genutzt. Stützpunkttrainingseinheiten der Nationalmannschaft finden bereits in Luzern statt. Ines Michel (Chefin Spitzensport im SSV)

Präsident Peter Studer zeigt Nationalrätin Yvette Estermann die Trophäensammlung im Vereinslokal derStadtschützen Luzern weiss warum: «Die Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Personen ist unkompliziert und zielführend. Der Stand bietet uns optimale Möglichkeiten.»

Weiter Pläne

Im Raum steht auch noch die Sanierung der Schützenstube die sich im Gebäude des alten Schiesstandes befindet. Dazu meint Studer: «Unser Ziel ist klar: Der Schiesssport muss in Luzern bleiben und das haben wir geschafft.» ●

Für die Zukunft sind noch einige Projekte geplant. «2014 werden wir die Kugelfänge sanieren. Dieses Projekt läuft bereits», erklärt Studer. Weiter sollen auch die vier 300m Infrarot-Scheiben überdeckt werden.

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Mix

Neue Hilfsmittel aus Burgdorf

Die Schaftverlängerung für den Karabiner.

Der Winterabzug für Linksschützen.

Als «Erfinder» von unzähligen Hilfsmitteln hat sich Wyss-Waffen, Burgdorf längst einen Namen geschaffen. Viel Schützinnen und Schützen nutzen diese Hilfsmittel , die zu besseren Resultaten verhelfen. Neu bewilligt und ins Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen wurden jetzt die neuesten Entwicklungen aus dem Hause Wyss.

men Holzgriff entwickelt, der mit einem Adapter so angepasst werden kann, dass auch mit dem Winterabzug bequem geschossen werden kann. Neu bietet Wyss einen Winterabzug für Linksschützen an. Dieser wird auf der linken Gewehrseite montiert, an der ganzen Manipulation des Sturmgewehrs ändert sich dabei nichts.

Für die vielen Karabinerschützen in der Schweiz dürften blaue Flecken an der Schulter künftig zum Fremd-

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wort werden, denn Daniel Wyss bietet eine Schaftverlängerung mit Gummikappe an, die ein völlig neues Anschlag- und Schussverhalten geben. Der Karabinerschaft ist nach heutigen Erkenntnissen des Schaftbaus für kleine Schützen konstruiert. Mit Schaftverlängerungen von 30mm oder 50mm kann der Anschlag auch für grössere Schützen optimiert werden. Die Schaftverlängerung kostet 186.-/195.- Franken und sind einfach zu montieren. Der Karabinerschütze wird damit bestimmt konkurrenzfähiger. Vor einiger Zeit hat Daniel Wyss für Sturmgewehrschützen einen beque-

Daniel Wyss präsentiert den verlängerten Karabiner.

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Talentschau

Ehrgeiz im Doppelpack Die Gebrüder Riedener aus dem sankt gallischen Untereggen jagen von Erfolg zu Erfolg. Ehrgeiz mischt sich dabei mit dem Willen, mindestens so gut wie der Bruder zu sein – perfekte Voraussetzungen für lang anhaltende Karrieren im Schiesssport. von Marco Sansoni Es ist fast eine Bilderbuchkarriere, wenn nicht schon bald eine doppelte: Die Geschichte der Gebrüder Riedener, deren erstes Kapitel im Jahre 2008 geschrieben wird.

Eigentlich war Fussball lange Zeit die dominierende Sportart des heute 18-jährigen Andreas Riedener. Auch sein zwei Jahre jüngerer Bruder Alexander kickte regelmässig auf den Rasenflächen des Wohnortes tief in der Ostschweiz. Doch an einem Tag im 2008 entschied sich Andreas, seinem Kollegen zu folgen, der sich schon längere Zeit dem Schiesssport widmete. Und so kam Andreas ins Martinstobel, ein enges Tal südöstlich von St. Gallen, wo die 10-Meter-Anlage des Vereins St. Fiden-St. Gallen steht.

für das häufige Fehlen in der Berufsschule. «Es wäre ohne Markus Angehrn nie möglich gewesen, schon nach einem Jahr im Schiesssport an den Schweizermeisterschaften teilzunehmen», ist sich Andreas sicher. Und Alexander ergänzt: «Man merkt, dass Markus nie einen Trainer hatte, als Autodidakt kann er Fehler perfekt nachvollziehen und so ein perfektes Grundlagentraining ermöglichen.» Da Angehrn nie international schoss, profitiert auch er von den Riedeners, sodass deren Bilderbuchkarriere wohl noch nicht so schnell zu Ende sein wird. ●

Interessiertes Umfeld Dank Markus Angehrn, dem engagierten Jungschützenleiter des Vereins, gelang es Andreas innert Kürze, erste Wettkampferfolge vorzuweisen. «Mir gefiel die Selbstverantwortung, die man beim Schiessen übernehmen muss», so Andreas rückblickend. Mache er einen Fehler, müsse er diesen und dessen Konsequenzen «auf die eigene Kappe» nehmen und damit leben. Beim Fussball sei man gleichzeitig noch verantwortlich für die anderen. Andreas‘ Freude am Schiesssport motivierte auch Alexander, der fortan mit dem Schiessen begann und seither versucht, mindestens so gut wie sein Bruder an den jeweiligen Wettkämpfen abzuschneiden. «Dass Alexander mir nacheifert, das gehört dazu», meint Andreas, «dafür bin ich umso ehrgeiziger, jeweils das Beste herauszuholen.» Elterlichen Druck verspüren die beiden Brüder dabei keinen. «Sie unterstützen uns sowohl finanziell als auch vor Ort an den Wettkämpfen», so Alexander. Auch das restliche Umfeld interessiert sich spätestens seit der EM-Medaille von Andreas. «Meine Kollegen bedauern einzig, dass wir nur noch selten zusammen im Ausgang sind.»

Perfektes Grundlagentraining

Andreas Riedener...

Und wie bringt man eine Lehre und das Schiessen unter einen Hut? Hier sind die beiden Brüder auf den Goodwill des Lehrmeisters angewiesen. Früher Arbeitsbeginn und eine langfristige Planung sind der Schlüssel dazu, dass Andreas seine Polymechaniker- und Alexander seine Elektroinstallateurslehre trotz zahlreicher Wettkämpfe rechtzeitig beenden können. Dass die beiden bereits erfolgreich im Schiesssport agieren, hilft beim Verständnis

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...und sein jüngerer Bruder Alexander. Ausgabe 3 // März 2013


Talentschau

Die Riedeners im Training.

Die Riedeners mit Förderer Angehrn in der Schützenstube.

Die Gönnerverinigung... ...Im Jahre 1978 als Verein gegründet, sammelt die Gönnervereinigung der SchützenNationalmannschaften (GöV) Gelder zu Gunsten des leistungssportlichen Schiessens. Die gesammelten Mittel werden im Bereich des Spitzensportes eingesetzt. Ein besonderes Anliegen ist der GöV dabei die Nachwuchsförderung der nationalen Spitze. So werden auch die Gebrüder Riedener von der GöV unterstützt. Die gesammelten Gelder werden in enger Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Spitzensport des SSV eingesetzt. Die GöV leistet dort Beiträge an die Kader-und Leistungsentschädigungen. Dazu kommen zusätzliche Unterstützungen einzelner Kaderangehöriger in Härtefällen. Autogrammkarte der Gönnervereinigung. Ausgabe 3 // März 2013 

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Sport

Wo sich kluge Köpfe sportlich messen Die Universiaden sind die zweitgrösste Multisportveranstaltung der Welt neben den olympischen Spielen. Trotzdem ist die Bedeutung des Hochschulsports in der Schweiz als gering einzustufen. Claudia Marti, neue Disziplinenchefin Schiessen, erzählt von ihren Zielen und Visionen. Von Lara Eggimann Im Schweizer Hochschulsport werden über 80 Sportarten für 130 000 studierende Mitglieder des Verbandes angeboten. Spitzensportler werden jedoch nur in etwa 30 Sportarten an Wettkämpfe geschickt, so auch im Schiesssport. Auf internationaler Ebene findet jedes Jahr entweder eine Studentenweltmeisterschaft oder eine Universiade statt. Die Universiaden sind Grossanlässe ähnlich den olympischen Spielen, wo sich Studenten in olympischen und teilweise nicht olympischen Disziplinen messen. Claudia Marti, langjährige Nationaltrainerin der Behindertensportler, ist seit 2012 auch Disziplinenchefin Schiessen im Hochschulsport. Bereits 2011 begleitete sie die Delegation an die Universiade in Shenzhen. «Die schiere Grösse dieses Sportevents war enorm beeindruckend», resümiert die Bielerin. Emotional gingen ihr die Weltmeisterschaften im vergangenen Herbst im russischen Kazan (Bericht Seite 27) allerdings noch näher. Mit dem zweiten Rang im Dreistellungsmatch und dem dritten Rang im Liegendmatch gelangen Martina Landis zwei Traumresultate. «Es waren unglaublich schöne Momente, als Martina strahlend den Wettkampf beendete», erinnert sich Marti gerne zurück. Trotz der nicht einfachen Verhältnisse im neu gebauten Schiessstand in Kazan konnte Landis Bestleistungen abrufen. Dies lässt aufhorchen, findet doch die Universiade 2013 ebenfalls in Kazan statt. Marti ist zuversichtlich: «Wir konnten bereits wichtige Erfahrungen und Eindrücke sammeln, damit wir nächstes Jahr top vorbereitet sind.» Sie wünscht sich für die Wettkämpfe in Kazan, mit einer möglichst grossen Delegation anreisen zu können. «Hoffentlich werden auch einige Pistolenschützen und -schützinnen die Limiten er-

Paul Breitenmoser (SHSV-Disziplinenchef Schiessen national) und Claudia Marti, die neue SHSV-Disziplinenchefin Schiessen international, mit der Schützin Martina Landis. reichen.» Im Hochschulsport gehörten letzthin vor allem Gewehrschützen zur Mannschaft. Es ist in erster Linie der Kontakt mit den Schützen, sei es aus der Schweiz oder aus dem Ausland, der Claudia Marti an ihrem neuen Amt reizt. Der Zusammenhalt im Team sei bisher sehr gut gewesen. Trotzdem wolle sie vor allem im Bereich Teambuilding Verbesserungen anstreben: «Es scheint mir wichtig, dass die Betreuer und die Athleten sich kennen lernen vor dem Wettkampf. Dies war nicht immer so, manche lernten sich erst am Wettkampfort kennen». Weiter wünscht sich die B-Trainerin Swiss Olympic, dass der Hochschulsport in der Schweiz und im Schiesssportverband an Bedeutung gewinnt. Leider entspreche der Stellenwert nicht den Leistungen der Sportler, die Aufmerksamkeit der Medien für die Grossveranstaltungen sei gering. «Die Resultate an Universiaden sind aber durchaus vergleichbar mit Resultaten im Weltcups», erklärt Marti. Sie wolle denn auch ihr Mögliches beisteuern, damit der Hochschulsport den Stellenwert erfährt, der ihm zusteht.  ●

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Martina Landis kehrt mit einer Silber- und Bronzemedaille im Gepäck heim. Ausgabe 3 // März 2013


Sport

Das Schweizer Team der Luftgewehrschützen (oben) belegte hinter den überlegenen Russen den 2. Rang an den Studenten-Weltmeisterschaften im russischen Kazan. Nach der Rückkehr stellte sich das erfolgreiche Schützenteam mit seinen Betreuern zum Gruppenbild auf (rechts).

Erfolgreiche Schützen an der Studenten-Weltmeisterschaft Die kleine Delegation des Schweizerischen Hochschulsportverbands (SHSV) war 2012 an den World University Shooting Championship (WUC) erfolgreich. Mit drei Medaillen im Gepäck haben die Studis ihre Selektion mehr als bestätigt. Nicht weniger als 29 Nationen aus allen Kontinenten haben die Gelegenheit benutzt, im Rahmen der WUC die neu errichteten Schiessanlagen in Kazan kennen zu lernen. Kazan ist Austragungsort der Sommeruniversiade 2013, an der das Schiessen zum dritten Mal optional ausgetragen wird. Nach einem eher harzigen Start mit 390 Punkten im 10m Air Rifle steigerte sich Martina Landis im 50m Rifle Prone. Hinter der Siegerin Kim Mi So aus Korea (594) lieferten sich die vier nächstklassierten ein Kopf-anKopf-Rennen bis zum letzten Schuss. Mit 590 Punkten stand Göttin Fortuna für einmal auf Schweizerseite, entschied doch die grössere Anzahl Innenzehner zum BronceMedaillengewinn. Mit dem nun gewonnen Selbstvertrauen doppelte Martina Landis im 50m Rifle 3 Position zwei Tage später mit persönlicher Bestleistung nach. Nach 584 Punkten in der Qualifikation und einem durchzogenen Finaldurchgang (94.2) bei schwierigen Rahmenbedingungen war zur Ausgabe 3 // März 2013 

grossen Freude der Delegation die zweite Medaille Tatsache. Martina Landis hat es verstanden, mit dem Wettkampfdruck richtig umzugehen, und so nebenbei hat sie noch zwei alte Schweizer Hochschulrekorde geknackt. Nachdem das Männerteam mit Stephan Martz, Lars Färber und Patrick Zihlmann in der Schweizer Paradedisziplin (50m Rifle Prone Individual) überhaupt nicht auf Touren gekommen war und weit hinter den Erwartungen zurückblieb, gelang ihm im 50m Rifle 3 Position in der Teamwertung ein erster ‚Befreiungsschlag. Hinter den hoch überlegenen Russen bedeutete der 4. Rang der Gewinn eines Diploms. Mit je einer leeren Hülse von Martinas Silberwettkampf als Talismann im Gepäck und neu mit Jürg Ebnöther im Team überraschte das Team SUI am letzten Wettkampftag im 10m Air Rifle.Die aufkommende Hoffnung auf eine Teammedaille ging nach hartem, nervenaufreibendem Kampf bis zum letzten Schuss (von Stephan Martz/10) in Erfüllung. Punktgleich mit den Franzosen, jedoch mit der grösseren Anzahl Innenzehner krönte man mit dem Gewinn der Silbermedaille hinter Russland eine erfolgreiche Wettkampfwoche!

Kazan 2012 war die bisher erfolgreichste Delegation seit Bestehen der WUC im 2003 (8. Rang in der Nationenwertung). Der Delegationsleitung mit Claudia Marti (SHSV-Disziplinenchefin Schiessen international; mehr über sie im Bericht auf Seite 26) und Paul Breitenmoser (SHSV-Disziplinenchef Schiessen national) ist es gelungen, den Rahmen für die Studis so zu setzen, dass diese sich voll und ganz auf die Wettkämpfe konzentrieren konnten . Für die beiden langjährigen Teamstützen Stephan Martz und Lars Färber waren diese WUC wegen Erreichen der Altersgrenze (28) die letzten internationalen Studentenwettkämpfe. Wer die Schweiz an der Sommer Universiade im kommenden Juli vertreten wird, hängt wiederum ab von der Erfüllung der entsprechenden Selektionsrichtlinien. Wer Interesse am Hochschulsport hat, findet unter www.shsv.ch weitere Informationen.(pb) ●

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Sport

Der Schütze und   sein Trainer Le tireur et son entraîneur In der Spitzensport-RS 3/12 arbeiten der Gewehrschütze Jan Lochbihler und sein Trainer Roger Chassat eng zusammen. Dies ist schon mal eine gute Ausgangslage für künftige Erfolge. Von László Tolvaj

Schiessen unter Beobachtung...

Treffen auf Scatt registriert...

...und gemeinsame Analyse.

Seit Jan Lochbihler am 29. Oktober 2012 in Lyss sein «grünes Gwändli» fassen durfte, hat sich in seinem Leben einiges verändert. Zunächst natürlich sein Tagesinhalt und Tagesablauf, ist er doch vom zivilen Bürger, der einer Arbeit nachgeht und in seiner Freizeit Spitzensport betreibt, zum Sportrekruten geworden. Damit ist er schon mal gegenüber den «normalen» Rekruten privilegiert, denn nur etwa 0,3% aller Rekruten eines Jahrganges schaffen es zu dieser Stellung. Dieses Privileg schafft aber auch die Voraussetzung für beste Trainingsmöglichkeiten der Sportler. So konnte schon während der fünfwöchigen Grundausbildung in Lyss die tägliche Trainingszeit merklich gesteigert werden. Mit dem Umzug nach Magglingen am 3. Dezember hat sich der Anteil der Ausbildung (Militärsportleiter) zugunsten des Trainings nochmals verkleinert und ab der 10. Woche bildeten zwei sportspezifische Trainings täglich (auch ausserhalb Magglingens) den Kern der RS. Jan Lochbihler hat die Schiessanlage in Schwadernau zu seiner Verfügung, seit Jahresanfang begleitet ihn Roger Chassot als Nationaltrainer Gewehr. Wobei «begleitet» sehr wörtlich zu nehmen ist, hat doch der Trainer in Magglingen wie die Rekruten auch ein Zimmer, um lange Anfahrtswege zu sparen. Bei meinem ersten Gespräch mit Jan im Dezember war er fast ein wenig überwältigt von den neuen Möglichkeiten, die sich ihm in der Spitzensport-RS boten: Keiner Lohnarbeit nachzugehen, sondern seine ganze Zeit dem Training widmen zu können, das sind Verhältnisse eines Profis. Allerdings fehlte ihm damals noch die regelmässige

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Unterstützung eines Trainers, er war ziemlich auf sich gestellt. Dies hat sich nach Neujahr glücklicherweise positiv verändert, als Roger Chassot seine Arbeit als Nationaltrainer aufnahm. Ich habe die beiden Mitte Januar in Schwadernau während eines Trainings beobachtet. Jan schoss hochkonzentriert seine Passen, während sein Trainer ihn aufmerksam beobachtete und Notizen machte. Die Lagebesprechung in einer Pause wurde genutzt, um probehalber Anpassungen an der Abzugszunge vorzunehmen. Solche «Kleinigkeiten» sind für Jan sehr wichtig, denn vor der RS fehlte ihm die Zeit für derartige Versuche. Hier hingegen kann er ohne Druck etwas ausprobieren, was sich bewähren kann oder auch nicht, Erfolge werden erst mittel- bis langfristig eintreten. Für Jan Lochbihler ist die RS auf jeden Fall eine grosse Chance, sich und seine Fähigkeiten intensiv zu entwickeln. Im zivilen Leben wäre ihm dies nicht möglich, deshalb sieht er der Zeit nach der RS mit gemischten Gefühlen entgegen. Aber noch ist es nicht soweit. Beim Schreiben dieser Zeilen sind die Rekruten gerade zu Soldaten befördert worden und es bleiben ihnen noch fünf trainingsintensive Wochen in Magglingen, um ihren persönlich gesteckten Zielen näher zu kommen.

A l’école de recrue pour sportif d’élite 3/12, le tireur à la carabine Jan Lochbihler et Roger Chassat, son entraîneur, coopèrent étroitement. C’est dès maintenant une situation favorable pour les succès à venir. Depuis que Jan a pris possession de son «costume gris-vert», à Lyss, le 29 octobre 2012, bien des choses ont changé dans sa vie. D’abord, bien entendu, le contenu de son programme journalier et son déroulement, puisque, de citoyen civil ayant une occupation professionnelle régulière, et pratiquant un sport de pointe pendant ses loisirs, il est Ausgabe 3 // März 2013


Sport

Bevor Jan Lochbihler sein Gradabzeichen bekommt, gilt es stramm zu stehen. devenu une recrue de sport d’élite. De cette façon, il est déjà privilégié par rapport aux recrues «normales», puisque seul 0.3% de toutes les recrues d’un millésime y arrivent. Ce privilège crée aussi les conditions idéales, pour faire profiter les sportifs des meilleures possibilités d’entraînement. C’est ainsi que déjà pendant les cinq semaines de la formation de base, à Lyss, le volume d’entraînement journalier a pu être sensiblement augmenté. Par le déménagement à Macolin, le 3 décembre, la proportion de la formation (moniteur de sport militaire) a été encore une fois réduite, au profit de l’entraînement normal, et à partir de la 10ème semaine, deux entraînements journaliers, spécifiques (aussi à l’extérieur de Macolin), constituent l’essentiel de l’école de recrue. Les installations de tir de Schwadernau sont à la disposition de Jan Lochbihler. Roger Chassot, entraîneur national carabine, l’escorte depuis le début de l’année. «L’escorte» doit être pris au pied de la lettre, en sachant que l’entraîneur a aussi une chambre à Macolin, comme les recrues, pour éviter de longs trajets. Lors de mon premier entretien avec Jan, en décembre, il était un peu époustouflé par toutes les nouvelles possibilités qui lui sont offertes à l’ER de sport d’élite: ne pas devoir exercer une activité rémunérée, mais pouvoir s’entraîner toute la journée, ce sont des conditions de pro! Cependant, au début il lui manquait l’assistance régulière d’un entraîneur, il était plutôt livré à lui-même. Cela a changé positivement, après le nouvel an, quand Roger Chassot est entré dans sa fonction d’entraîneur national. Je les ai observés, mi-janvier, lors d’un entraînement à Schwardenau. Jan, en pleine concentration, tirait ses passes, pendant que son entraîneur l’épiait attentivement et faiAusgabe 3 // März 2013 

Genug Zeit um wirklich jedes Detail zu pflegen: Die Abzugszunge wird neu eingeschraubt. sait des notes. On profitait d’une pause pour analyser la situation, et pour procéder à différents ajustements à la queue de détente, à titre d’essai. Des détails de ce genre sont très importants pour Jan, en effet, avant l’ER il n’avait pas le temps de faire des telles expériences. Ici, par contre, il peut expérimenter quelque chose, sans pression, que cela fasse ses preuves ou pas. Les résultats apparaîtront seulement de moyen à long terme. Pour Jan, l’ER est en tout cas une grande chance qui lui permet de développer son

talent. Cela n’aurait pas été possible dans la vie privée, c’est pourquoi, il envisage la période qui suivra l’ER avec des sentiments mitigés, mais on n’en est pas encore là. Au moment où ces lignes ont été écrites, les recrues ont été promues soldats, et il leur reste encore cinq semaines d’entraînement intense pour se rapprocher des buts qu’ils se sont personnellement fixés.  ●

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Rückblende

Defekt, Wind und ein Boykott ohne Wirkung Une défectuosité, du vent   et un boycott sans effet Un guasto, il vento   e un boicottaggio senza effetto Toni Müller hat viel erlebt als Gewehrschütze von internationalem Format. An Olympischen Spielen blieb dem Meilemer der Gewinn einer Medaille zwar knapp versagt, aber der 66-Jährige kann trotzdem auf eine sehr ansehnliche Karriere zurückblicken. von daniel good 1976 wurde Toni Müller «Schweizer Schütze des Jahres». Wenn ihm das Glück an den Olympischen Spielen in Montreal etwas besser gesinnt gewesen wäre, hätte er es womöglich sogar zum «Schweizer Sportler des Jahres» gebracht. Im olympischen Liegend-

match über 50m belegte der vielfache Schweizer Meister vor knapp 37 Jahren punktgleich mit dem Drittklassierten den 4. Platz. Die letzte Passe entschied über die dritte Medaille. Gennadi Luschtschikow aus der Sowjetunion wartete im Final mit zehn Zehnern auf, derweil der wegen eines Materialdefekts in Zeitnot geratene Zürcher mit dem drittletzten Schuss eine 9 verbuchte und ebenfalls auf 595 Punkte kam. Müller hatte bei starkem Wind hervorragend begonnen und mit zwei 100er-Passen eröffnet. Zu Beginn der fünften Passe aber nahm der Riemenbügel Schaden. Das Auswechseln des defekten Teils dauerte fast zehn Minuten. Und ohne Probeschüsse

musste Müller den wichtigsten Wettkampf seiner Karriere fortsetzen. «Dieses Malheur hat mich sehr wahrscheinlich die Medaille gekostet. Gegen Ende des Wettkampfs wurde die Zeit knapp, und das wirkte sich bei diesen schwierigen Verhältnissen sehr negativ aus. Irgendwann musste ich ja abdrücken, sonst hätte es Nuller geben können», sagt Müller im Rückblick.

Schussbahn im Wind Natürlich sei er unmittelbar nach dem Wettkampf verärgert gewesen. «Ausgerechnet bei Olympischen Spielen widerfuhren mir solche Widerwärtigkeiten.» Dann musste der zur Dopingkontrolle ausgeloste Meis-

Oft unterwegs: GA-Besitzer Toni Müller auf dem Hauptbahnhof Zürich. 30  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

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Rückblende

terschütze auch noch feststellen, dass die drei vor ihm klassierten Teilnehmer wesentlich günstigere Bedingungen vorgefunden hatten. «Ihre Stände befanden sich etwas windgeschützt neben einem Netz, derweil sich vor mir der Wind frei entfalten konnte.» Neben Müller schoss der Rumäne Nicolae Rotaru, der in jener Saison mit 600 Punkten zu Buche stand. Rotaru befand sich schon nach der ersten Passe auf verlorenem Posten und landete schliesslich mit 580 Punkten im 68. Rang unter 78 klassierten Teilnehmern. «Ich konnte mich immer sehr gut auf den jeweils herrschenden Wind einstellen», sagt Müller. Der Rumäne aber sei eine «Schiessmaschine» gewesen, der das Maximum gewiss bei vortrefflichen Bedingungen erzielt hatte. Besonders in Erinnerung sind Müller aus Montreal die Eröffnungsfeier und die Leichtathletik-Wettkämpfe geblieben. Der Liegendmatch fand schon am zweiten Wettkampftag statt. So hatte der mit Abstand beste der fünf Schweizer Schützen an jenen Spielen reichlich Gelegenheit, sich als Zuschauer auch andere Sportarten zu Gemüte zu führen. Aber natürlich war Müller auch bei allen Entscheidungen im Schiessen vor Ort.

Vier Jahre nach München Rigoros waren in Montreal die Sicherheitskontrollen für die Gewehr-, Pistolenund Flintenschützen. «Es war vier Jahre nach dem schrecklichen Attentat von München. Der Bus, der uns zu den Trainings und Wettkämpfen brachte, wurde bei der Rückfahrt jeweils in eine spezielle Zone eingewiesen, wo wir Waffen und Munition abgeben mussten. Dann durften auch wir ins olympische Dorf», erinnert sich Müller. Für die Bogenschützen galten diese Einschränkungen nicht.

Triumph in Oslo Einen weiteren Grosserfolg verbuchte Toni Müller an den Europameisterschaften 1983 in Oslo, als er im Liegendmatch über 300m mit Weltrekord die Silbermedaille gewann. Mit der Schweizer Mannschaft holte er in Oslo EM-Gold ebenfalls mit einem Weltrekord-Resultat. Speziell gut in Erinnerung hat Toni Müller auch die zwei Wochen im Jahr 1981, als er in vier Liegend-Wettkämpfen von grosser Bedeutung innerhalb von 14 Tagen bloss drei Neuner verbuchte (599, 600, 600, 598). Das war ein Jahr nach den Olympischen Spielen in Moskau, die von den Schweizer Schützen wegen des Einmarschs der Roten Ausgabe 3 // März 2013 

Perfekter Liegendmatch: 600 Punkte an der Zürcher Matchwoche 1981. Armee in Afghanistan boykottiert wurden. «Es ist schwierig zu sagen, was ich in Moskau hätte erreichen können. Ich war vorqualifiziert und hätte noch ein Bestätigungsresultat erbringen müssen. Dazu kam es aber nicht mehr, weil die Absage relativ früh erfolgt war.» Vom Boykott 1980 hält Müller auch heute nicht viel. «Viele Schweizer Sportler nahmen ja in Moskau teil. Nur wenige Verbände zogen sich zurück. Das ist schade für die Sportler. Als Schütze kann man immerhin etwas länger aktiv sein.» So kam es, dass Müller 1984 in Los Angeles doch noch zu seiner zweiten Olympia-Teilnahme kam (Platz 45 mit 583 Punkten).

Beruf vor Spitzensport Müller verfolgt das Geschehen auf den internationalen Schiessplätzen auch heute noch. «Alles ist viel professioneller geworden», stellt er fest. Schon am Ende seiner internationalen Karriere hat er diese Tendenz zur Kenntnis nehmen müssen. Deshalb stand er 1986 am Scheideweg. «Trotz 596 Punkten wurde ich in jenem Jahr an der WM im Liegendmatch nur 28. Da musste ich mich entscheiden, ob ich noch stärker auf den Spitzensport setzen oder mich im Beruf weiter entwickeln will.» Der gelernte Bauzeichner gab dem Beruf den Vorrang und übernahm bald die Verantwortung für die CAD-Systeme in einem Stadtzürcher Ingenieurbüro. Für seine Abwesenheiten im Dienste des Schweizer Schiesssports hatte er jeweils unbezahlten Urlaub erhalten. Ende 1986 trat Toni Müller aus der Nationalmannschaft zurück, 1993

nahm er zum letzten Mal an den Schweizer Meisterschaften teil.

In der Jugendarbeit tätig Seit Jahrzehnten setzt sich Müller bei den Sportschützen Feld-Meilen für den Nachwuchs ein. Viele Generationen profitierten von Müllers Tipps und Engagement. Zurzeit ist der rüstige Rentner als Kleinkaliber-Schützenmeister aktiv. Zudem betreut er die Homepage seines Vereins (www. sportschuetzen-feld-meilen.ch). Zu Müllers Hobbys zählt auch das Reisen. Er ist im Besitz eines General-Abonnements der SBB und ist häufig mit dem Zug unterwegs. ●

Toni Müller a vu beaucoup de choses pendant sa carrière de tireur à la carabine de format international. Une médaille aux Jeux Olympiques lui a été refusée de peu, mais le sexagénaire de 66 ans peut quand même être satisfait de sa considérable carrière. En 1976, Toni Müller a été élu «Tireur Suisse de l’année». Si la chance avait été à ses côtés aux Jeux Olympiques de Montréal, il serait peut-être même devenu «Sportif Suisse de l’année». Il y a 37 ans, au match olympique 50m, position couché, il occupait la 4ème place, à égalité de points avec le 3ème. La dernière passe devait désigner le gagnant de la 3ème médaille. Le Russe Gennadi Luschtschikof était en finale avec une dernière passe de dix fois 10, alors que le Zurichois, en manque de temps à cause d’une

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Rückblende

défectuosité à sa carabine, tira un 9 à son troisième avant dernier coup, et atteint également 595 points. Müller débuta avec deux passes de 100 fantastiques, malgré un fort vent. Au début de la cinquième passe, l’étrier de fixation de la courroie subit une défectuosité. Le remplacement de la pièce dura presque dix minutes et Müller dû poursuivre le match le plus important de sa carrière sans oser tirer de coup d’essai. «Ce malheur m’a très probablement coûté la médaille. Vers la fin du match, le temps a commencé à presser et cela a eu des conséquences négatives, dans ces conditions difficiles. Il fallait bien que le coup parte, sinon j’aurais pu encaisser un zéro», nous dit Müller rétrospectivement.

Trajectoire de tir au gré du vent Bien sûr, il était fâché immédiatement après le match. «Incroyable qu’une chose pareille m’arrive précisément aux Jeux Olympiques.» Müller, tiré au sort pour le contrôle antidoping, dû encore constater que les trois tireurs classés devant lui avaient profité de conditions nettement plus favorables. «La trajectoire de leurs stands se trouvait à côté d’un filet les protégeant des courants, contrairement au mien qui était situé dans une zone absolument pas protégée des rafales de vent.» Le Roumain Nicolae Rotaru qui tirait à côté de Müller comptabilisait un résultat de 600 points cette saisonlà. Après la première passe, il était déjà à la dérive, et il termina finalement au 68ème rang sur 78 participants, avec un résultat de 580 points. «J’ai toujours très bien pu m’adapter aux conditions de vent», dit Müller. Le Roumain était pourtant une «machine de tir» qui avait atteint le maximum de points dans des conditions assurément idéales. Müller garde un souvenir particulier de la cérémonie d’ouverture des Jeux de Montréal et des compétitions d’athlétisme. Le match position couché eu lieu deux jours après l’ouverture, si bien que les cinq tireurs suisses eurent beaucoup d’occasions pour assister, en tant que spectateurs, aux autres épreuves olympiques. Il est clair que Müller a été présent, sur place, à toutes les épreuves de tir.

Quatre ans après Munich A Montréal les contrôles de sécurité, pour les tireurs pistolet, carabine et skeet, étaient rigoureux. «C’était quatre ans après l’horrible attentat de Munich. Le bus qui nous amenait aux entraînements et aux compétitions devait s’arrêter, chaque fois, au retour, dans une zone spécialement aména-

la 45ème place avec un résultat de 583 points.

La profession avant le sport

Müller an den für ihn erfolgreichen Europameisterschaften 1983 in Oslo. gée où nous devions déposer les armes et les munitions. Après seulement nous étions autorisés à nous rendre au village olympique», se rappelle Müller. Ces restrictions n’étaient pas imposées aux tireurs à l’arc.

Triomphe à Oslo Aux Championnats d’Europe à Oslo, en 1983, Toni Müller se tailla un grand succès en remportant la médaille d’argent au match 300m, position couché, avec un record du monde à la clé. Il y remporta encore la médaille d’or par équipe, avec le team suisse, également avec un résultat de record du monde. Toni Müller a un souvenir très particulier des deux semaines de l’année 1981, alors qu’en quatre matchs de grande importance, position couché, il ne comptabilisa que trois 9 (599, 600, 600, 598) dans l’espace de 14 jours. C’était une année après les Jeux Olympiques de Moscou, que les tireurs suisses avaient boycotté, suite à l’invasion de l’Afghanistan par les troupes de l’armée rouge. «C’est difficile d’estimer les résultats que j’aurais pu atteindre à Moscou. J’étais préqualifié et je n’avais plus qu’à obtenir un résultat confirmant ma qualification. On en arriva pas là puisque l’annulation de notre participation fut relativement vite décidée.» Aujourd’hui encore, Müller ne sait pas trop ce qu’il doit penser du boycott de 1980. «Beaucoup de sportifs suisses ont participé aux Jeux de Moscou. Seules de rares fédérations se retirèrent et cela fut dommage pour les sportifs. Il est vrai qu’un tireur peut être actif plus longtemps, mais tout de même.» C’est ainsi que Müller participa encore, à Los Angeles, à ses deuxièmes Olympiades. Il atterri, pour différentes raisons, à

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Müller suit, aujourd’hui encore, les évènements des places de tir internationales. «Tout est devenu plus professionnel», constate-t-il. Il a dû prendre acte de cette tendance avant la fin de sa carrière internationale. C’est pour cette raison, qu’en 1986, il s’est trouvé à la croisée des chemins. «Cette année-là, je suis devenu 28ème aux championnats du monde, position couché, malgré un résultat de 596 points. Alors, il fallait que je décide si devais continuer à tout miser sur le sport d’élite, ou progresser dans ma profession.» Le dessinateur en bâtiment opta pour sa profession et il endossa la responsabilité pour les systèmes CAD, dans un bureau d’ingénieurs de la ville de Zurich. Pour ses absences, au service du tir sportif suisse, il obtenait chaque fois des vacances non rétribuées. Toni Müller quitta l’équipe nationale fin 1986, en 1993 il participa une dernière fois aux Championnats suisses.

Au service des jeunes Müller s’engage depuis des décennies pour la relève des tireurs sportifs de FeldMeilen. De nombreuses générations ont profité de ses conseils et de son engagement. Actuellement, l’alerte retraité est moniteur de tir petit calibre actif. En outre, il s’occupe de la page d’accueil de sa société (www. sportschuetzen-feld-meilen.ch). Les voyages font aussi partie de ses hobbys. Il a un abonnement général des CFF et se déplace souvent en train.  ●

Toni Müller, come tiratore col fucile di livello internazionale, ha fatto un sacco di esperienze. Ai Giochi olimpici, il 66enne di Meilen ha sfiorato la medaglia. Ciononostante, la sua carriera è stata più che rispettabile. Nel 1976 Toni Müller ha conquistato il titolo di «Tiratore svizzero dell’anno». Se la fortuna fosse stata dalla sua parte in occasione dei Giochi olimpici di Montreal, probabilmente sarebbe addirittura diventato «Sportivo svizzero dell‘anno». Nel programma fucile posizione a terra sui 50m il pluricampione svizzero, 37 anni fa, si piazzò al quarto posto, ottenendo gli stessi punti del terzo classificato. L’ultima serie fu decisiva per l’assegnazione della medaglia di bronzo. Il sovietico Gennadi Luschtschikow in finale realizzò due tiri da 10 punti, mentre lo Ausgabe 3 // März 2013


Rückblende

Zurighese, al quale a causa di un guasto al materiale era rimasto poco tempo, col suo terzultimo tiro fece 9 punti, accumulando 595 punti come Luschtschikow. Müller nonostante il forte vento era partito benissimo, realizzando due serie da 100 punti. All’inizio della quinta serie, però, si guastò il fucile, e la sostituzione del pezzo difettoso gli costò quasi dieci minuti. Müller fu costretto a continuare la competizione più importante della sua carriera senza tiri di prova. «Questo contrattempo molto probabilmente mi costò la medaglia. Verso la fine della gara venne a mancare il tempo, con effetti estremamente negativi, specialmente in quelle condizioni difficili. Ma prima o poi dovevo premere il grilletto, altrimenti c’era il rischio di fare zero punti», dichiara Müller ricordandosi di quei momenti.

Vento sulla traiettoria di tiro Ovviamente subito dopo la gara era molto arrabbiato. «Proprio ai Giochi olimpici mi doveva succedere un contrattempo del genere.» Poi l’atleta, che fu anche convocato al controllo antidoping, venne a sapere che i tre partecipanti piazzati davanti a lui avevano trovato condizioni molto più favorevoli. «I loro stand di tiro erano sistemati in una zona più riparata dal vento con una rete di protezione a lato, mentre davanti a me il vento poteva soffiare senza ostacoli.» Accanto a Müller gareggiò il rumeno Nicolae Rotaru, che in quella stagione aveva già raggiunto 600 punti. Rotaru già dopo la prima fase aveva perso molto terreno e alla fine con 580 punti si piazzò al 68. posto su 78 partecipanti classificati. «Riuscivo sempre ad adattarmi benissimo alle condizioni di vento mutevoli», afferma Müller. Il rumeno, invece, era una vera e propria «macchina da tiro» che sicuramente aveva realizzato il risultato massimo in condizioni ottimali. Müller di Montreal ricorda in modo particolare la cerimonia d’apertura e le gare di atletica leggera. Il suo programma di tiro ebbe luogo già nella seconda giornata della manifestazione. Dunque, il di gran lunga migliore dei cinque tiratori svizzeri partecipanti a quei Giochi olimpici ebbe abbastanza tempo per godersi come spettatore le altre discipline sportive. Naturalmente, seguì da vicino anche tutte le decisioni nelle gare di tiro.

Quattro anni dopo Monaco A Montreal i controlli di sicurezza per i tiratori col fucile e la pistola erano severissimi. «Erano passati quattro anni dal terribile attentato durante i Giochi olimpici di Ausgabe 3 // März 2013 

Toni Müller kurz vor den Olympischen Spielen 1976. Monaco di Baviera. Il bus che ci portava agli allenamenti e alle gare sul tragitto di ritorno veniva diretto in una zona speciale, dove dovevamo consegnare le armi e le munizioni. Soltanto dopo anche noi potevamo entrare nel villaggio olimpico», si ricorda Müller. Per i tiratori con l’arco queste disposizioni di sicurezza invece non venivano adottate.

Trionfo ad Oslo Un altro grande successo Toni Müller lo celebrò ai campionati europei del 1983 ad Oslo, vincendo la medaglia d’argento con un record mondiale nel programma posizione a terra sui 300m. Con la squadra svizzera ad Oslo conquistò la medaglia d’oro, di nuovo con un primato mondiale. Toni Müller, inoltre, ricorda in particolare le due settimane nel 1981, quando in quattro gare importanti entro 14 giorni fece soltanto tre tiri da 9 punti (599, 600, 600, 598). Era l’anno dopo i Giochi olimpici di Mosca, boicottati da parte dei tiratori svizzeri a causa dell’invasione dell’armata rossa in Afghanistan. «È difficile dire cosa avrei potuto ottenere a Mosca. Avevo in tasca la prequalificazione e mi serviva soltanto un risultato di conferma. Però non feci in tempo a realizzarlo, perché la disdetta fu decisa prima.» Müller già allora non approvò il boicottaggio, e fino ad’oggi non ha cambiato parere. «Molti atleti svizzeri hanno partecipato ai Giochi di Mosca, soltanto alcune federazioni hanno rinunciato alla partecipazione. È peccato per gli sportivi. Almeno come tiratore la carriera attiva dura un po’ più a lungo.» Infatti, Müller nel 1984 a Los

Angeles partecipò ai suoi secondi Giochi olimpici (45. posto con 583 punti).

Prima la professione, poi lo sport Müller continua a seguire ciò che succede nei poligoni di tiro internazionali. «È diventato tutto più professionale.» Uno sviluppo di cui si era reso conto già alla fine della sua carriera internazionale. Per questo motivo, nel 1986 si trovò ad un bivio. «In quell’anno, nonostante i miei 596 punti ai campionati del mondo mi piazzai soltanto al 28. posto. Dovetti prendere una decisione: Puntare maggiormente sullo sport di punta, oppure svilupparmi ulteriormente nella mia professione.» Il disegnatore edile diplomato diede la priorità alla professione e presto assunse la responsabilità per i sistemi CAD in un ufficio di ingegneria a Zurigo. Per le sue assenze in occasione degli allenamenti e le gare di tiro aveva sempre ottenuto il congedo non pagato. Alla fine del 1986, Toni Müller si ritirò dalla squadra nazionale, nel 1993 partecipò per l’ultima volta ai campionati svizzeri.

Attività in favore dei giovani Da alcuni decenni Müller è impegnato a favore dei giovani tiratori nella società di Feld-Meilen. Molte generazioni hanno approfittato dei suoi consigli e del suo impegno. Attualmente il pensionato, che gode ancora di ottima salute, è attivo come monitore di tiro per le armi di piccolo calibro. Inoltre, cura il sito internet della sua società (www.sportschuetzen-feld-meilen.ch). A Müller, inoltre, piace molto viaggiare. Possiede un abbonamento generale delle FSS e spesso gira in treno. ●

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Training

So trainieren Schweizer Meisterschützen In der Serie «So trainieren Meister» geben die aktuellen Schweizer Meister und mehrfachen Medaillengewinner Robert Studer (Castrisch; Sturmgewehr 90), Fredi Ronner (Linthal; Standardgewehr 300m), Edi Fischer (Willadingen; Karabiner) und Guido Muff (Rothenburg, Pistole) Monat für Monat Einblick in ihre ganze persönlichen Trainingsmethoden.

«Ich arbeite weiter   an Fitness und Kraft» Von Guido Muff Auch der Monat März gehört bei mir noch zur Vorbereitungsphase mit den Trainingsschwerpunkten Fitness und Kraft. So bin ich immer noch zweimal pro Woche im Reha-Fitnesscenter in Emmenbrücke anzutreffen. Auch Champions-League-Fussball in der Turnhalle mit meinen Kollegen steht weiter auf meinem Trainingsplan. Weil wir da praktisch ohne Pause und ohne Regeln spielen, schlägt dabei mein Herz während einer Stunde recht intensiv. Beim Schiesstraining lege ich den Schwerpunkt auf die saubere Stellung, Haltekraft und Bewegungsablauf. Wenn irgend möglich trainiere ich auch be-

reits im Stand. Mit Stans steht auch die nächste Runde Gruppenmeisterschaft auf dem Programm. Einige Zeit investiere ich auch in Mentalübungen. Das Visualisieren, Konzentrationsund Reaktionsübungen helfen später auch im Stand. Mit einem Auge schaue ich natürlich auch, was meine Kolleginnen und Kollegen an den Europa- und Schweizermeisterschaften für Ergebnisse abliefern können. ●

Sportschiessen bei J+S Alle Informationen unter: www.jugendundsport.ch/ sportschiessen Tir sportif chez J+S Tous les Informations sous: www.jugendundsport.ch/ sportschiessen

Guido Muff. 34  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

Robert Studer.

«Mein Gewehr wurde auf Herz und Nieren geprüft» Von Robert Studer Mein Gewehr habe ich im Februar beim Büchsenmacher auf Herz und Nieren untersuchen und wo notwendig auf Vordermann bringen lassen. Jetzt ist es wieder für den Einsatz bereit. So weiss ich auch, dass ich mich voll auf mein Sportgerät verlassen kann. Dies gibt mir schon eine grosse Sicherheit. Neben dem Training mit dem Luftgewehr beginne ich nun auch mit dem Trockentraining liegend. Dieses Training ist nicht nur für die kommenden Schiessanlässe sehr wichtig, sondern für die ganze Saison. Beim Trockentraining kann ich mich voll auf den ganzen Ablauf bis zur Schussabgabe konzentrieren, denn der muss vom Kopf

bis zu den Zehen stimmen. Diese ständigen und oftmals auch monotonen Wiederholungen präzisieren die ganze Motorik. Um im Wettkampf ein gutes Resultat erzielen zu können, ist dies unerlässlich. Alles muss zusammenstimmen, alles muss von selber kommen, nichts darf erzwungen werden. Das Trockentraining ist sicher nicht die schönste Art zu trainieren und bei vielen Schützen verpönt. Es ist aber immer noch eine sehr effektive Trainingsmethode und verursacht keine Kosten. Zur Erholung und zum Ausgleich gehe ich natürlich auch weiterhin auf die Skipiste oder unternehme mal eine Schneeschuhtour. ●

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Training

«Mich zieht es   schon in den   kalten Schiessstand» Von Fredi Ronner Die Zeit des Trockentrainings ist bei mir bald einmal abgelaufen. So langsam zieht es mich nun hinaus auf die 300m Stände. Bei uns in Linthal ist es allerdings noch nicht möglich mit dem 300m Schiessen zu beginnen. Die Saison beginnt da erst Anfang April. Als Alternative besuche ich zusammen mit einigen Vereinskameraden vom SV LinthalAuen diverse auswärtige Gruppenschiessen. Dabei kommt auch die Liegenstellung wieder einmal zum Zug, da ich über den Winter nur die Kniendstellung trainiert habe. Es tut gut, sich nach langer Zeit wieder einmal auf einem 300m Stand zu betätigen. Ende Monat beginnt dann auch die neue Saison im Matchschiessen. Dann werde ich wieder mit der Matchgruppe des Kantons Glarus im Einsatz stehen.

Fredi Ronner. Ausgabe 3 // März 2013 

Der Zweistellungsmatch mit dem Standardgewehr ist meine bevorzugte Disziplin. Dieser erste Match wird bestimmt eine gute Standortbestimmung. Denn der Unterschied zwischen Trockentraining im Warmen und einem Match auf einem kalten 300m-Stand ist vor allem kniend schon sehr gross. Jetzt gilt es sich wieder auf die äusseren Einflüsse, wie das ändernde Zielbild und das Wetter einzustellen. Doch es bleibt mir ja noch genügend Zeit dazu, bis die ersten wichtigen Wettkämpfe anstehen. Als Schweizermeister durfte ich an verschiedensten Anlässen Ehrungen erfahren. Jetzt ist aber die Zeit gekommen, um nicht mehr zurück zu schauen, sondern den Fokus endgültig nach vorne auf die neue Saison zu lenken. ●

Edi Fischer umrahmt von Heinz Tschanz (Li) und Felix Wägli.

«Ich habe etwas  Nachholbedarf bei Kraft und Kondition» Von Edi Fischer Die Schlussbilanz vom Januar ist gemacht. Und es bleibt zum Glück noch genug Zeit, den Rückstand aufzuholen. Meine Vorahnung hat sich bereits bestätigt. Da ich mein Krafttraining im Januar auf einem tieferen Niveau aufgenommen habe als vor drei Jahren, brauche ich mehr Zeit, um das angestrebte Ziel zu erreichen. Ich bin erst bei gut 90%. Darum werde ich mein Kraft- und Konditionstraining fortsetzen. Vor allem im Rumpfbereich muss ich noch zulegen. Das Stellungstraining habe ich wie geplant aufgenommen. Dabei habe ich rasch festgestellt, dass ich nach etwa 10 Minuten nach rechts abfalle. Neu einrichten und weiterüben. Leider wiederholt sich das Abfallen. Meine Rumpfmuskulatur vermute ich als Hauptursache. Es bleibt also noch viel zu tun. Es gibt wieder einmal Änderungen in den Schiesskleidervorschriften. Schuhe und Hosenboden sind angepasst. Beim

Trockentraining habe ich ohne 20x20x1 cm Kissen geübt. Eventuell werde ich, sobald klar ist, aus welchem Material das Kissen sein oder eben nicht sein darf, ein solches noch einschieben. Die rechte Hinterbacke hätte nichts dagegen. Mein Trainingsziel für diesen Monat ist definiert. Ich will meine Kniend- und Liegendstellung so festigen, dass ich über mindestens 30 Minuten den Nullpunkt halten kann. Wir sind mit meinem Verein im März an verschiedenen Anlässen und historischen Schiessen dabei. Hoffentlich kann ich vom bisherigen Training bereits Rückschlüsse bei der Analyse der Resultate ableiten. Es bleibt ja noch Zeit, Korrekturen und Ergänzungen umzusetzen. Ich freue mich auf diese Schiessanlässe. Das Zusammensein mit Schützenkameraden und der Meinungsaustausch untereinander stehen wie jeden Frühling im Vordergrund. ●

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Stargast

«Wie beim Goalie wird da jeder Fehler bestraft» «Chaque faute se paie comptant, pour le gardien de but c’est pareil» «Ogni errore è punito,   proprio come succede al portiere» David Zibung steht bereits seit 2003 für den FC Luzern zwischen den Pfosten. Dass er scharfe Schüsse nicht nur parieren, sondern auch selbst abfeuern kann, beweist der 29-Jährige in der hauseigenen Schiessanlage bei Truttmann. von iris bossert Trotzt Schneegestöber trifft David Zibung gut gelaunt ein. Stefan May von Truttmann Schiessbekleidung übernimmt die Instruktionen und erklärt die Ausrüstung. Zibung zeigt Humor: «So und ich stehe jetzt nach vorne und versuche eure Schüsse zu halten.» Aber auch bei ernsteren Themen zeigt sich der Fussballprofi sehr interessiert. Er informiert sich über die Ausrüstung und das Jungschützenwesen. Doch nicht nur Schiessen ist Thema, es wird auch angeregt über Fussball diskutiert.

Schwitzen beim Probeschuss Langsam gilt es ernst für Zibung. Seine Erfahrungen mit Schiessen beschränken sich auf acht Monate Militär und etwas Armbrustschiessen während der Schulzeit. Deshalb gönnt ihm May auch einige Probeschüsse. «Läck ich habe den Abzug kaum berührt und schon war der Schuss weg», meint er nach dem ersten Schuss. «Ich schwitze schon bei den Probeschüssen.» Der erste aufgelegte Schuss trifft gleich in Schwarze – eine 10. «10 angesagt, 10 gemacht, Differenz keine Scheibe mehr», witzelt der Torhüter. Und wieder löchert er Stefan May mit Fragen. Diesmal geht es um die Wettkampfprogramme. Als er hört, dass ein Wettkampf über 60 Schuss geht, kann er es kaum glauben. «Ist ja Wahnsinn!». Nun ist der Ehrgeiz

David Zibung zeigt Humor: «So und ich stehe jetzt nach vorne und halte eure Schüsse».

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Stargast

Hochkonzentriert nimmt David Zibung mit dem Luftgewehr die Scheibe ins Visier.

David Zibung ... gilt im Schweizer Fussball als vielversprechendes Talent auf der Position des Torhüters. Seine starken Leistungen in der Aufstiegssaison des FC Luzern (2005/06) trugen ihm drei Länderspiele für die U21-Nationalmannschaft ein. Ab der Rückrunde der Saison 2006/07 wurde er neuer Captain des FC Luzern. 2007 nahm er bereits zum zweiten Mal nach 2005 (1:3 Niederlage gegen den FC Zürich) mit dem FC Luzern am Finalspiel des Schweizer Cup teil, sah jedoch in der Nachspielzeit wegen eines Fouls die rote Karte. Daniel Majstorović verwandelte den Elfmeter danach gegen den eingewechselten Ersatz-Torwart Besnik Zukaj zum 1:0-Endstand für den FC Basel. 2008 galt Zibung nach starken Leistungen in der Axpo Super League als ein Kandidat für die Torhüterposition bei Borussia Dortmund, da Roman Weidenfeller in der Saison zuvor eine Schwächephase erlebt hatte. Zibung verblieb aber beim FC Luzern und schaffte in der Barrage gegen den FC Lugano mit einem 5:1-Gesamtscore den Klassenerhalt, wobei er in der 85. Minute des Rückspiels einen Elfmeter entschärfen konnte. Im darauffolgenden Jahr trug Zibung durch starke Leistungen zum 4. Platz des FC Luzern und somit zum Einzug in den Europapokal bei. In der Saison 2010/11 überzeugt Zibung mit starken Leistungen und errang mit dem FC Luzern die Wintermeisterschaft. Dadurch wurde er auch ein Kandidat für die Schweizer Fussballnationalmannschaft.

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geweckt. David Zibung möchte eine Zehnerpasse schiessen und informiert sich postwendend, was denn als akzeptables Resultat gelte. «So zwischen 50 und 60 Punkten wäre nicht schlecht», meint May. Mit diesem Ziel vor Augen geht es los: mit 9, 6, 10, 7, 9 beginnt der Goalie vielversprechend. Langsam macht sich etwas Müdigkeit bemerkbar, er schiesst noch 4, 7, 5, 3, 6, doch mit einem total von 66 Punkten ist das Ziel zur Zufriedenheit aller klar erreicht. Man merkt ihm den Profi an, denn kaum hat er das Gewehr abgelegt, analysiert er sofort seine Leistung: «Ich stand teilweise zu verkrampft und habe dann mit mir gehadert. Es ist sehr beeindruckend, wie grosse Auswirkungen kleinste Veränderungen der Haltung haben.» Noch grösser sind diese dann mit der Pistole, wie unser Stargast gleich erfahren wird.

Haltungskorrektur wirkt Gut durchatmen und los geht es mit den ersten Probeschüssen mit der Pistole. Der erste geht ordentlich daneben. «Jo läck», lautet Zibungs Komentar zum Fehlschuss. Trainer May relativiert sofort die Erwartungshaltung: «Scheibentreffer und wir sind schon zufrieden.» Leider verfehlen auch die nächsten Schüsse ihr Ziel. «Ich glaube, ich muss meine Haltung korrigieren», meint Zibung. Doch es will nicht klappen, und der ehrgeizige Sportler nervt sich über jeden Fehlschuss. «Ich denke, ich bewege mich zu stark, wenn ich abdrücke.» Neue Taktik: Er stellt sich weiter links von der Scheibe und siehe da, die Massnah-

men fruchten und er trifft die Scheibe: eine 6. Weiter geht es mit einer 8. Zibung ist top motiviert: «Sofort wieder nach vorne mit der Scheibe.» Langsam machen sich die Anstrengungen bemerkbar: «Ich spüre tatsächlich meinen Unterarm und ich bin ja wirklich nicht untrainiert. Wahnsinn! Mit der Pistole war es viel anstrengender als mit dem Gewehr. Das ist wie ein Mass heben.» Der sympathische Hergiswiler hat sich viel Zeit genommen und war sehr interessiert. Abschliessend meint er: «Ich hatte ja keine Ahnung vom Schiesssport und bin total überrascht, wie anstrengend und anspruchsvoll dieser Sport körperlich und mental ist. Obwohl ich mir ja mentale Belastung gewöhnt bin allerdings eher auf lange Zeit. Einfach unglaublich! Und die Parallele zu meinem Sport ist ganz klar: Jeder Fehler wird bestraft, genau wie beim Goalie.» ●

David Zibung est gardien de but depuis 2003 au FC Lucerne. Le sportif de 29 ans nous prouve, dans le stand de tir privé chez Truttmann, qu’il n’est pas seulement capable de parer des ballons extrêmement violents, mais également de tirer lui-même. Zibung arrive de bonne humeur, malgré les giboulées de neige. Stefan May von Truttmann, vêtements de tir, se charge des instructions et il lui explique l’équipement. Zibung plein d’humour: «Voilà, maintenant je

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Stargast

me mets devant et je tente d’arrêter vos balles.» Le footballeur professionnel se montre aussi très intéressé par des thèmes plus sérieux. Il s’informe sur l’équipement, sur les activités et la formation des jeunes tireurs. Le tir n’est, bien entendu, pas le seul thème abordé. La discussion sur le football aussi est très animée. Pour Zibung, les choses sérieuses vont commencer. Ses expériences de tir se limitent à huit mois de service militaire, et un peu de tir à l’arbalète pendant sa scolarité. C’est pourquoi May lui accorde quelques coups d’essai. «Put. . . j’ai à peine touché la détente et le coup était déjà loin» pense-t-il après le premier coup. «Je transpire déjà aux coups d’essai.» Le premier coup appuyé est d’emblée un 10. «10 annoncé, 10 tiré, parfait» plaisante le gardien. Et il continue à bombarder May avec ses questions. Cette fois-ci il s’agit des programmes de compétitions. Quand il apprend qu’un match se dispute sur soixante coups, il a du mal à le croire. «C’est de la folie»! Maintenant l’ambition est éveillée, David Zibung aimerait tirer une passe de 10, il s’informe immédiatement pour savoir combien de points représenteraient un résultat acceptable. «Comme ça, entre 50 et 60 points à peu près, ça serait pas mal» pense May. Il débute avec cet objectif dans l’œil: «Le gardien commence avec 9, 6, 10, 7, 9. C’est prometteur. Lentement la fatigue se fait sentir et il fini la série avec un 4, 7, 5, 3, et 6. Cependant, avec un total de 66 points, la satisfaction, but espéré de tous, est clairement atteint. On remarque aussitôt son pro-

fessionnalisme. En effet, à peine a-t-il posé sa carabine qu’il se met à analyser sa prestation: «J’étais partiellement trop crispé et n’étais pas content de moi. C’est très impressionnant de voir que les plus petits changements de position ont des conséquences aussi importantes.» Celles-ci sont encore plus grandes avec le pistolet . . . notre invité va bientôt en faire l’expérience. Bien respirer à fond et c’est parti pour les premiers coups d’essai avec le pistolet. Le premier coup est à côté de la cible. «Mais mer . . . » est le commentaire de Zibung pour sa ‹pendule›. L’entraîneur May relativise immédiatement les espoirs: «Les impacts en cible et nous serons tous contents.» Malheureusement, les coups suivants ratent aussi leur but. «Je pense que je dois corriger ma position» estime Zibung. Néanmoins, ça ne fonctionne pas et le sportif ambitieux s’énerve pour chaque coup hors cible. «Je pense que je bouge trop au départ du coup.» Nouvelle tactique : Il se place plus à gauche de la cible et surprise, le remède porte ses fruits. Il touche la cible, c’est un 6. Il continue avec un 8. Zibung est super motivé: «La cible en avant, tout de suite.» Petit à petit, les efforts ont de l’effet: «Je sens effectivement mon avant-bras, et pourtant je ne manque pas d’entraînement. C’est dingue! Avec le pistolet c’est plus pénible qu’avec la carabine. C’est comme en levant un litron de bière.» Le sympathique citoyen d’Hergiswil nous a consacré beaucoup de temps et a été très intéressé. En conclusion, il est d’avis que: «Je n’avais aucune idée du tir sportif,

et je suis totalement surpris dans quelle mesure ce sport est astreignant, aussi bien du point de vue physique que mental. Bien que je sois habitué à une forte pression mentale, mais à vrai dire, plutôt sur une période prolongée. Tout simplement incroyable! La parallèle à mon sport est claire: Chaque faute se paie comptant, pour le gardien de but, c’est pareil.» ●

David Zibung già dal 2003 è il portiere del FC Lucerna. Il 29enne, nell›impianto di tiro di proprietà della ditta Truttmann, dimostra che i tiri non li sa soltanto parare, ma anche sparare. Nonostante la forte nevicata, David Zibung arriva all'appuntamento di buon umore. Stefan May della produttrice di abbigliamen-

David Zibung …. gardien de but, est reconnu comme talent prometteur du football suisse. Ses excellentes prestations lors de la saison de promotion du FC Lucerne (2005/06), lui valurent trois nominations pour des matchs internationaux avec l’équipe suisse des U21. Il est devenu le nouveau capitaine du FC Lucerne, à partir des matchs retour de la saison 2006/07). En 2007, il pris part pour la deuxième fois, après 2005 (défaite de 1:3 contre le FC Zurich), avec le FC Lucerne, à la finale de la coupe suisse, fut pourtant sorti par un carton rouge dans les prolongations, suite à un foul. Daniel Majstorović transforma le penalty, contre le gardien remplaçant Besnik Zukaj, et le FC Bâle remporta la victoire sur le score final de 1:0. Après ses excellentes performances dans l’Axpo Super League, en 2008, Zibung figura comme candidat possible, au poste de gardien du Borussia Dortmund, alors que Roman Weidenfelder avait eu une baisse de forme la saison précédente. Zibung resta néanmoins au FC Lucerne et parvint à assurer le maintien de la ligue, lors du barrage contre le FC Lugano, avec un score total de 5:1, au cours duquel il désamorça un penalty dans la 85ème minute du match retour. Au cours de l’année qui suivit, Zibung contribua, par ses performances musclées, à la quatrième place du FC Lucerne et à son entrée dans la coupe d’Europe. Pendant la saison 2010/11, Zibung convainc par des prestations exceptionnelles et remporte le championnat d’hiver avec Lucerne. De ce fait, il devient aussi un candidat pour l’équipe nationale de football.

Der Fussballtorhüter lässt sich von Martin Truttmann (links) und Stefan May instruieren. 38  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

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Stargast

Beim Pistolenschiessen hat David Zibung anfänglich die Scheibe verfehlt. to da tiro Truttmann, dà le istruzioni necessarie e spiega l›equipaggiamento. Zibung scherza: «Adesso mi metto là davanti e cerco di parare i vostri tiri.» Comunque, il calciatore professionista è interessato anche ai temi più seri. Chiede informazioni sull'equipaggiamento e sul movimento dei giovani tiratori. Ma non si parla soltanto dello sport del tiro, si discute anche animatamente di calcio. Pian piano per Zibung la cosa si fa più seria. Le sue esperienze con il tiro si limitano a 8 mesi di servizio militare e un paio di esercizi con la balestra ai tempi della scuola. Dunque, May gli concede un paio di tiri di prova. «Perbacco! Ho appena sfiorato il grilletto e il tiro è partito subito», è il suo commento dopo il primo tentativo. «Sto sudando già durante i tiri di prova.» Con il primo tiro appoggiato fa subito centro. «10 punti annunciati, 10 punti fatti», scherza il portiere. E ricomincia a riempire di domande Stefan May. Stavolta chiede informazioni sui programmi delle competizioni. Quando sente che in una gara si sparano 60 tiri, quasi non ci può credere. «È pazzesco!». Adesso, David Zibung tira fuori l›orgoglio e chiede quale sia un risultato accettabile. «Tra i 50 e 60 punti non sarebbe niente male», dichiara May. Puntando questo obiettivo, cominAusgabe 3 // März 2013 

cia a sparare: Con 9, 6, 10, 7, 9 punti il portiere inizia in maniera promettente. Pian piano, si fa sentire un po› di stanchezza, realizza 4, 7, 5, 3, 6 punti, ma il risultato totale di 66 punti riesce a soddisfare tutti. Si riconosce subito il professionista, perché appena ha messo da parte il fucile inizia ad analizzare la sua prestazione: «A tratti ero troppo contratto, e poi me la sono presa con me stesso. È impressionante quali effetti produce anche il più piccolo cambiamento della posizione del corpo.» Gli effetti sono addirittura maggiori nel tiro con la pistola, e il nostro ospite se ne accorgerà fra un momento. Respirare profondamente, e via con i primi tiri di prova con la pistola. Il primo manca abbondantemente il bersaglio. «Accipicchia», è l’unico commento di Zibung. L’allenatore May relativizza subito le aspettative: «Ha colpito la sagoma, e siamo già soddisfatti.» Purtroppo anche i prossimi spari non arrivano a destinazione. «Ho l’impressione che devo modificare la mia posizione del corpo», dice Zibung. Però non vuole funzionare, e l’atleta ambizioso si arrabbia per ogni tiro sbagliato. «Penso che mi muovo troppo quando premo il grilletto.» Cambia la tattica: Si colloca più a sinistra rispetto al bersaglio, ed ecco che riesce

David Zibung …nel calcio svizzero è considerato uno dei portieri più promettenti. Con le sue prestazioni straordinarie durante la stagione che portò alla promozione del FC Lucerna (2005/2006) si guadagnò la convocazione a tre partite della nazionale Under 21. A partire dal girone di ritorno della stagione 2006/2007 diventò capitano del FC Lucerna. Nel 2007 partecipò, già per la seconda volta dopo il 2005 (sconfitta per 1:3 contro il FC Zurigo), alla finale della Coppa Svizzera, facendosi comunque espellere per un fallo nel tempo di recupero. Daniel Majstorović, trasformò il seguente calcio di rigore contro il portiere di riserva subentrato Besnik Zukaj, regalando la vittoria per 1:0 al FC Basilea. Nel 2008 Zibung, dopo grandi prestazioni nell’Axpo Super League, era considerato uno dei candidati per la posizione di portiere nel Borussia Dortmund, dato che Roman Weidenfeller nella stagione precedente aveva avuto un periodo negativo. Però, Zibung rimase nel FC Lucerna e riuscì ad evitare la retrocessione nello spareggio contro il FC Lugano, che nel complesso delle due partite finì 5:1. Il portiere, fra l’altro, nel 85. minuto della gara di ritorno parò un rigore. Nella stagione successiva Zibung grazie alle sue ottime prestazioni contribuì al 4. posto del FC Lucerna e dunque alla qualificazione per le coppe europee. Nella stagione 2010/11 dimostrò di nuovo le sue qualità, e con la sua squadra conquistò il titolo di campione d’inverno, diventando anche un candidato per un posto nella nazionale svizzera.

a colpirlo – 6 punti, poi 8. Zibung ora è motivato al massimo: «Rimettete subito in posizione il bersaglio.» Col tempo la fatica si fa sentire: «L'avambraccio comincia a pesare, e pensare che non sono uno che non si allena mai. Pazzesco! Con la pistola ho fatto molto più fatica che con il fucile. È come alzare un boccale di birra da un litro.» Il simpatico calciatore di Hergiswil si è preso molto tempo e ha dimostrato grande interesse. Alla fine ha detto: «Non avevo nessuna idea dello sport del tiro. Mi ha sorpreso molto il fatto che questo sport sia talmente faticoso e impegnativo sia per il corpo sia per la mente. Io sono abituato piuttosto agli sforzi di lunga durata. È semplicemente incredibile! C’è comunque un punto in comune tra il tiro e il mio sport: Ogni errore è punito, proprio come succede al portiere.» ●

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Spezial

Die besten Kniendschützen Jürg Ebnöther, Hugo Sieber, Jasmin Blatter und Marlis von Allmen sind die besten Kniendschützen Gewehr 10m. Sie holten in Langenthal die Meistertitel in dieser Disziplin. Von Max Flückiger Kniendschiessen Gewehr 10m findet in der Schweiz immer mehr Anhänger, denn es ist das ideale Indoortraining für all jene, die sich während der Freiluftsaison auf das Zweistellungsschiessen konzentrieren. So wundert es nicht, dass an den Finals spannende Wettkämpfe geboten wurden und viele Entscheidungen äusserst knapp ausfielen. Sogar der Ruf nach Dreistellungsschiessen Gewehr 10m wurde mehrfach gehört. Hugo Sieber war bei den Veteranen genauso überlegen wie Jürg Ebnöter bei der Elite. Um die weiteren Podestplätze ging es aber in beiden Kategorien mehr als spannend zu, denn jeweils vier Schützen blieben punkleich. So entschied die bessere Zahl Innenzehner und zwischen Roland Rüegsegger und Thomas Hüsser gar die Passenfolge um die Silber und Bronze. Bei den Frauen lieferten sich Marlis von Allmen und Marina Schnider an der Spitze ein heisses Duell, das von Allmen dank einer Maximalpasse am Schluss für sich entscheiden konnte. Sicher zu Bronze kam Stefanie Baofen. Kopf an Kopf ins Ziel kamen bei den Junioren/Juniorinnen Jasmin Blatter und Raphaël Rosselet. Dank einem Innenzehner mehr ging der Titel an Jasmin Blatter. Auch um Bronze entschieden die Innerzehner zu Gunten von Mirco Steiner. ●

Jasmin Blatter (mitte hinten) ist die glückliche Siegerin bei den Junioren/Juniorinnen.

Resultate unter: www.swissshooting.ch

Jürg Ebnöther (mitte hinten) verwies wie im Vorjahr die Konkurrenten auf die Ehrenplätze. 40  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

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Spezial

mit dem Gewehr 10m

Marlis von Allmen (2. von rechts) lieferte das Meisterergebnis bei den Frauen.

Hugo Sieber (4. von rechts) mit den besten sieben Konkurrenten im Feld der Veteranen. Ausgabe 3 // März 2013 

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Regio-News

Riunione dei presidenti Si è svolta mercoledì sera 30 gennaio al centro di istruzione della PCi di Rivera la riunione dei presidenti delle società affiliate alla FTST. Più di un centinaio i presenti che sono stati informati da vari relatori su importanti temi di attualità. Dopo la presentazione iniziale di CornérCard sul partenariato con i tiratori e sulle opportunità per le società, i presenti sono stati informati sullo stato dei lavori del gruppo «Tiro Ticino» su risanamenti fonici e ambientali dei vari poligoni con un’ampia descrizione da parte del delegato cantonale sig. Moro sulle modalità di calcolo delle giornate di tiro inerente l’impatto fonico. Luca Filippini ha informato sui progetti a livello nazionale (pubblicazione ufficiale

Un folto pubblico alla Riunione di Rivera. nazionale TiroSvizzera e sulle discussioni in atto per definire un nuovo sistema di contributi alla federazione mantello). Doriano Junghi ha presentato la situazione attuale del comitato FTST con le varie funzioni vacanti ed ha accennato ad una

possibile riorganizzazione per riuscire a giungere, nei prossimi anni, ad un comitato più piccolo ma con commissioni rinforzate. Ha invitato le società a segnalare candidati interessati e con le necessarie competenze per garantire il funzionamento della

federazione nell’interesse di tutti. L’ufficiale federale di tiro, col Mirko Tantardini, ha altresì ricordato i corsi di aggiornamento e quelli per i nuovi funzionari previsti ad inizio anno in Ticino. In questi corsi dal 2012 è in atto una proficua collaborazione con la commissione istruzione FTST che permette di istruire i responsabili anche sul mondo delle armi sportive, garantendo alle società personale formato in tutti gli ambiti. Queste riunioni danno la possibilità di ritrovarsi e di affrontare varie tematiche che toccano tutto il mondo del tiro alle nostre latitudini. È auspicabile che questi ritrovi avvengano a scadenza regolare per tenere informati ma anche per poter affrontare i temi aperti.●

5. Trofeo Raiffeisen PAC La Tiratori Aria Compressa Blenio (TACB) è incaricata della Federazione cantonale di tiro dell’organizzazione di questa gara che è sponsorizzata dalla Banca Raiffeisen Valblenio. La partecipazione alla competizione è stata buona, molto buona nelle categorie giovanili. U14: 12 giovani atleti, provenienti da quattro società (Mendrisio, Lugano, Roveredo GR e Torre) hanno eseguito una qualifica di 20 colpi. I migliori otto si sono poi dati battaglia nella finale ISSF. Mentre le prime due posizioni erano acquisite già al termine della qualifica, a Jason Solari di Malvaglia è riuscito il colpaccio di sbalzare dal podio il mesolcinese Neil Nussbaum.Migliore in qualifica (183) e migliore nella finale (92.7), con complessivi 328.7 Saro Antonini, Mendrisio ha avuto la meglio su Marc Tognola, Grono (324.9). Esaltante la lotta per il Ausgabe 3 // März 2013 

3. posto, che ha visto il bleniese Jason Solari, ancora in svantaggio di 3 punti (267.3 a 264.3) al termine della serie di 10 colpi di finale, superare per 0.9 punti Neil Nussbaum dopo il quarto colpo della serie ad eliminazione (303.2 a 302.3). U16–U20: In questa categoria i pronostici andavano tutti ai due tiratori di casa Andrea Villani, Biasca e Davide Ferrari, Ludiano. Effettivamente al termine della qualifica Davide ha preso il comando delle operazioni con 369 punti. Alle sue spalle non troviamo però Villani (4. con 357) ma Andrea Guarise, Osogna con 367. Anche Simone Filisetti, San Vittore ha fatto meglio (359) del Biaschese. Si sono così delineati due duelli al vertice, elettrizzanti fino all’ultimo colpo. Al termine della serie di 10 colpi di finale, Andrea Guarise aveva sorprendentemente superato Ferrari (461.3 a 460.7),

mentre Villani era 3. (448.9), mantenuto anche al termine della serie ad eliminazione (ha terminato con 488.7). Nel frattempo Ferrari si era riportato in testa e prima dell’ultimo colpo precedeva il rivierasco di 0.4 punti. Un infelice ultimo colpo (5.1!), partito anzitempo, doveva infine regalare la vittoria ad un grande Andrea Guarise (506.2 a 503.3). Elite/seniores/veterani: Sono stati 16 (i migliori alle selezioni) i concorrenti convocati ad una qualifica di 60 colpi, che vedeva opposti il primo al sedicesimo, il secondo al quindicesimo e via di seguito. Gli otto vincitori delle sfide dirette accedevano alla finale ISSF, con partenza da zero. La finale su comando e valutata in decimi è stata a dir poco, esaltante. Infatti, al termine della stessa Reto Chiapuzzi, Olivone (95.9) precedeva di 0.1 il favorito Lorenzo Lucchini, Origlio (95.8), Cosmo

Petillo, Faido (95.2) e Marco Parodi, Massagno (94.8). Ormai irrimediabilmente staccati gli altri quattro finalisti. Non ha perso il suo fascino la serie ad eliminazione, anzi… Prima dell’ultimo colpo era di nuovo un solo decimo a fare la differenza (142.1 a 142.0 a favore dell’Olivonese). Il bleniese ha saputo tenere saldi i nervi e con un 9.7 contro l’8.8 ha così saputo creare la seconda grossa sorpresa della giornata e vincere con merito per 151.8 a 150.8, relegando il numero uno ticinese al posto d’onore. I primi due colpi della serie wad eliminazione (2x8) sono stati fatali al leventinese Petillo (132.0), che ha così ceduto il podio a Marco Parodi (141.5). Seguono nell’ordine Andrea Tognola, Grono, Fulvio Muttoni di Faido, Giuseppe Caracoi di Paradiso e Sandro Gianella, Aquila. ●

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Freiburger Meisterschaft 10m Finales fribourgeoises de tir à l'air comprimé Die Mehrzweckhalle in Cugy bei Payerne empfing rund 200 Freiburger Schützinnen und Schützen, welche zum 38. Mal um ihre kantonalen Meistertitel 10 Meter kämpften. von László Tolvaj Der Verein «Tir sportif La Mouche» aus Lully hat in der Vorbereitungsphase ganze Arbeit geleistet, um den antretenden Athleten 26 Schiessbahnen anbieten zu können. Insgesamt standen 23 Wettkämpfe auf dem Programm, welche reibungslos über die Bühne gingen.

Pistole: Laurent Stritt Am Freitag war Pistole angesagt, zunächst die Qualifikationsschiessen, ab 20.50 Uhr dann die Finals. In der Kategorie U16 holte sich Marc Tschanz (Schmitten-Flamatt) mit 191.0 Punkten den Sieg vor Brian Hofer (Bulle), der in der Qualifikation noch 50 Punkte hinter Tschanz lag. Dritte wurde Laura Rumo (Schmitten-Flamatt), die in der Saison-Qualifikation noch an erster Stelle lag. Bei den U20 hiess die Siegerin Laurine Givel (Villeneuve), vor Michael Thossy (Schmitten-Flamatt) mit und leicht abgeschlagen Grégory Emmenegger (Giffers-Tentlingen). Auch hier hatte Grégory in der Qualifikation noch geführt. In der Kategorie Elite ging Laurent Stritt (Schmitten-Flamatt) vor Jean-Luc Bastian (La Glâne) und Axel Curty (Villeneuve) als Sieger hervor. Der Samstag sah von 07.30 bis nach 22.00 Uhr insgesamt 13 Gewehr-Wettkämpfe vor, beginnend mit den Frauen U20 und Frauen über 40 Schuss. Dann folgte die Qualifikation der Män-

Den Final in der Gruppenmeisterschaft der 10m-Gewehrschützen dominierten die Taferser Mannschaften. ner U20 über 60 Schuss. Weiter ging es mit den Finals Einzeln und Gruppen, den Qualifikationsschiessen U16 und Veteranen sowie Finale. Nach 18 Uhr waren dann noch die Gruppenfinale Pistole Junioren und Elite angesagt, Schluss war erst zu später Stunde.

Norbert Sturny besiegt Am Sonntag begann mit einem fünfstündigen Marathon die Freiburger Gruppenmeisterschaft Gewehr Elite, wobei Tafers 1 und Tafers 2 die absoluten Favoriten waren. Avry-sur-Matran lag laut Resultaten aus den Qualifikationsschiessen der Saison rund 30 Zähler zurück, die weiteren Gruppen 50 Zähler und mehr. Deshalb wurde es gegen Finalende ziemlich spannend, denn Vully-Broye hatte sich auf den dritten Platz vorgekämpft! Aurore Verdon behielt bis zum Schluss die Nerven und konnte Avry-sur-Matran auf den vierten

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Aurore Verdon sicherte Vully-Broye den dritten Rang. Rang verweisen. Die letzten beiden Finals des Tages (Gewehr Veteranen und Elite) waren ähnlich spannend. So lieferten sich bei den Veteranen Elisabeth Marschall, Dominic Schweizer und Norbert Sturny ein dichtes Kopf-an-Kopf-Rennen mit wechselnder Führung und flatternden Nerven, wobei es ab und zu

auch mal Achter und Neuner absetzte. Aus dem Kampf ging schliesslich Elisabeth Marschall (Tafers) mit 193.4 Zählern hervor, gefolgt von Dominic Schweizer (Fribourg-Ville) und Norbert Sturny (Tafers). ● Sämtliche Resultate: www.sctf.ch.

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Gérées conjointement par la Société fribourgeoise des tireurs sportifs (SFTS) et par la Société cantonale des tireurs fribourgeois (SCTF) et organisées par la société de Lully, les finales cantonales du championnat fribourgeois de tir au fusil et au pistolet à l’air comprimé (10 m) ont vécu le début d’une ère nouvelle le week-end dernier dans la halle de sports de Cugy. Seize titres ont été distribués (11 au fusil et 5 au pistolet) car touchant toutes les catégories et concernant aussi bien les épreuves individuelles que de groupes. Mais le fait marquant fut l’usage d’un tout nouveau système appelé à raccourcir le temps des finales et également à donner aux épilogues réservés aux huit meilleurs des qualifications du suspense et des émotions. Nul doute que peaufinée, cette formule qui paraît avoir déjà rencontré l’unanimité des tireurs est de nature à capter l’intérêt du public. En effet, après les qualifications ouvrant la finale aux huit meilleurs, les tireurs repartent à zéro. Ils tirent ensemble un programme de deux séries de trois coups en 150 secondes et de deux séries d’un coup en 50 secondes. A l’issue de ceux-ci, le dernier classé quitte la finale. Celle-ci se poursuit et, tous les deux coups, le dernier est éliminé.

Succès pour Irène... Absente l’an passé et sacrée en 2011, l’internationale Annik Marguet livre son avis. « J’étais sceptique sur cette nouvelle formule. Pour l’avoir maintenant expérimentée, même à mes dépens puisque j’ai été la première à sortir de la finale des dames au fusil, j’avoue que je la trouve bien. Outre le suspense qu’elle génère, elle va obliger les tireurs à se remettre au travail, à réapprendre certaines choses dont la notion du temps ». Championne sortante, la jeune Eléonore Moret a été moins heureuse car écartée de la finale pour un point Ausgabe 3 // März 2013 

Elisabeth Marshall a gagné dans la catégorie seniors.

et un rang. Elle a cédé le sceptre à Irène Beyeler qui a devancé au tout dernier coup Aurélie Grangier. «De telles compétitions me font du bien. Je n’ai pas accepté la façon dont la FST s’est comportée avec les entraîneurs et les athlètes l’automne dernier, notamment sur son manque de transparence et la déficience de ses communications. Pour l’instant, je suis sortie des cadres nationaux et me donne du temps pour réfléchir sur mon avenir».

... et Simon Beyeler Chez les hommes, davantage que sa sœur, Simon Beyeler a pesé de tout son poids sur la compétition. Bouclant son programme qualificatif à deux unités du maximum (598) et devançant Pascal Lorétan de deux longueurs, il n’a pas fléchi pour reprendre ce titre cantonal qu’il avait déjà fait sien en 2011. A l’instar de ses collègues du cadre national qui ont déjà pu l’expérimenter, il a bien maîtrisé ce nouveau système et ses rivaux puisqu’allant jusqu’au bout pour présenter une ardoise de 206,9 points. Il a précédé Béat Müller, le tout frais retraité international, et Pascal Lorétan : «Je vis ma passion sans me poser de questions avant d’aller à Odense (Danemark) aux Championnats d’Europe.» Victime lui aussi de la formule, Claude-Alain Delley (7ème) ne s’en formalisait pas trop. «J’appartiens au groupe de la relève suisse et, sans vouloir brûler les étapes, je peux voir venir les choses et travailler avec

patience pour saisir au moment opportun ma chance». Chez les pistoliers, les années passent mais Jean-Luc Bastian reste immuablement sur le podium. Lors de cette joute, en l’absence de certains ténors dont le tenant du trophée Léo Braun en Allemagne pour disputer un tour par équipe du championnat de la Bundesliga, il s’est retrouvé entouré de jeunes aux dents longues. Si le retour d’Axel Curty fait plaisir, c’est malgré tout Laurent Stritt qui a attiré sur lui les feux de la rampe. L’aspirant policier semble être reparti pour se faire remarquer. «Je peux de nouveau pratiquer le tir intensément et nourrir de l’ambition». Nul doute qu’il ne va pas laisser longtemps insensibles les pontes du tir suisse. S’il s’est distingué individuellement, il a aussi largement contribué à ce que son groupe de Schmitten-Flamatt remporte la médaille d’argent derrière Chevrilles-Tinterin chez les pistoliers. Du côté des adeptes du fusil, la question était de savoir qui allait emboîter le pas aux deux équipes intouchables de Tavel. «Notre objectif était d’être le premier des viennent-ensuite et d’arracher la médaille de bronze». Le vœu du président Frédéric Collaud de Vully-Broye s’est concrétisé et cela s’est fait entendre par des cris de joie lorsqu’Aurore Verdon a lâché son ultime plomb. Il est vrai, la bataille a été épique avec Avry-surMatran et Fribourg. (ja) ●

La nouvelle médaille de maîtrise vaudoise Durant ce 55ème Tir cantonal vaudois, les tireurs auront la possibilité d’obtenir la nouvelle médaille de maîtrise vaudoise, qui sera offerte à tous les tireurs qui obtiendront le résultat minimum exigé. Bonne chance à tous ! Meisterschafts-Medaille des waadtländischen Kantonalschützenfests Aus Anlass des 55-igsten waadtländischen Kantonalschützenfests offerieren die Organisatoren allen Schützen, die das erforderliche Meisterschaftsresultat erreicht haben, die neue Meisterschaftsmedaille.

Vorderansicht der Medaille.

Die Rückseite der Medaille.

Resultats: www.swissshooting.ch/fr

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Damensiege am Winterausmarsch Trotz sehr schlechtem Wetter war der Winterausmarsch in Flüelen und Altdorf ein gelungener Anlass. Vieles erinnerte an das legendäre St. Jakobschiessen, das im Jahre 2001 letztmals über die Bühne ging. Von Georg Epp Bei strömendem Regen, aber um diese Jahreszeit angenehmen Temperaturen besammelten sich die Schützinnen, Schützen und Gäste der eingeladenen Sektionen, mit Vereinsfahnen und Standarten bei der Schiessanlage Flüelen. Bei starkem Dauerregen verkürzte man den traditionellen Marsch zum «Fässlihalt» in der alten Kirche und das Mittragen der Vereinsbanner oder Standarten war für einmal fakultativ. In der alten Kirche stärkten sich die rund 200 Schützen und Gäste mit verschiedenen Leckerbissen. Inzwischen standen die beiden Wettkampfplätze bereit, nämlich die topaufgerüstete 300m-Schiessanlage Flüelen

und der Pistolenstand Altdorf, und der sportlichen Wettkampf konnte so bei guten Bedingungen gestartet werden. 169 Schützinnen und Schützen und total 35 Gruppen beteiligten sich in einer oder beiden Distanzen. Dass im Schiesssport auch in hohem Alter noch ausgezeichnete Ergebnisse möglich sind, bewiesen allen voran Edgar Strub; Jg. 1922, Liestal, Emil Gauch, 1925, Luzern, Hans Bühler, 1927 Luzern, Theo Dober, 1927 Aarau und Hans Hodel 1928, Aarau. Sie und die beiden jüngsten Teilnehmer Yasmin Schäfer 1994, Liestal und Manuel Lochmann 1993, FSV Basel, ehrte man vor dem Absenden speziell. Ein grosser Dank und Applaus erntete die SG Flüelen mit OK-Präsident Hansruedi Zgraggen an der Spitze, die nach 18 Jahren Unterbruch Flüelen den Anlass zum zweiten Male zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten organisierte. Den nächsten Winterausmarsch wird die Standschützengesellschaft Neumünster-Zürich am 1. Februar 2014 organisieren.  ●

Podest Pistole: 1. Ruth Planzer, 2. Adolf Lussi, 3. Hanspeter Schuler.

Gruppensieger 300m: PASO/SSG Neumünster-Zürich

Nordwestschweizermatch in Niederbipp In der Sporthalle Lehnfluh in Niederbipp fand als Auftakt zu den kantonalen Titelwettkämpfen des Solothurner Sportschützenverbandes der Nordwestschweizermatch der Verbände Aargau, Basel-Stadt, Baselland und Solothurn statt. Dabei wurde die Qualifikation bereits nach dem neuem ISSFReglement durchgeführt mit anschliessendem Final – dieser jedoch nach dem altem Modus. Gewehr 10m: Bei den Junioren setzte sich Annemarie

Keusch (Aargau) in der Qualifikation mit zwei Punkten Vorsprung an die Spitze. Im Finaldurchgang war sie ebenfalls nicht zu schlagen und erreichte somit souverän mit einem Gesamttotal von 677.0 Pkt. den ersten Platz. Auf Rang 2 folgt Sina Jeger (Solothurn) mit einem Total von 674.6 Pkt. Auch sie zeigte im Finaldurchgang keine Blösse. Rang 3 erreiche Kim Krattiger (Basel). Den Gruppenwettkampf entschied Solothurn 1 für sich.

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In der Kategorie Elite lagen nach der Qualifikation die Schützen Fabio Sciuto, Oliver Brechbühl und Christian Lüthy (alles aus Solothurn) lediglich einen Punkt auseinander. Schlussendlich erreichte Fabio Sciuto mit dem Gesamttotal von 688.1 Pkt. den 1. Rang. Um Rang 2 musste eine «Shot-off» die Entscheidung bringen. Dabei hatte Oliver Brechbühl die besseren Nerven und sicherte sich mit 687.7 Pkt. und mit einer 10.4 im den zweiten Rang. Christian

Lüthy mit einer 9.8 im Shot-off hatte das Nachsehen und belegte den 3. Rang. Der Gruppenwettkampf entschied auch hier Solothurn 1 mit den Schützen Fabio Sciuto, Christian Lüthy und Thomas Meier für sich. Während die Elite mit der Pistole auf gleichem Niveau blieb, konnte bei den Juniorinnen und Junioren eine tolle Steigerung festgestellt werden.  ● Ranglisten: www.svbb.ch oder www.sosv.ch

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Trachslauer Schützen produzieren Solarstrom Photovoltaikanlagen prägen in der Region Einsiedeln immer stärker das Landschaftsbild. Das ist gut so! Einzigartig ist, dass sich eine Solarstromanlage auf dem Dach eines Schützenhauses befindet. Die Trachslauer Schützen leisten Pionierarbeit. Seit November 2012 ist die Anlage in Betrieb und produziert für rund fünf Haushalte Strom. Von Urs Gusset, Einsiedler Anzeiger Der 62-jährige Josef Kälin, seit 1986 Präsident der Schützengesellschaft Trachslau, informierte seine Kameraden anlässlich des Absendens der SG Trachslau im Restaurat Tändli offiziell über das Projekt und verwies darauf, dass ein privater Investor hinter dem Projekt steht und die Photovoltaikanlage nach 15 Jahren in den Besitz der SG Trachslau übergeht. Gelächter, denn alle wussten, dass es sich beim privaten Investor um den Präsidenten selber handelt. Er steckte rund 150'000 Franken in die Anlage. «Ich bin kein Grüner, aber vernünftig», sagt der ehemalige SP-Gemeinderat von Feusisberg. «Ich bin für die Natur, für die Umwelt, für erneuerbare Energien.» Man könne nicht immer nur von der Energiewende sprechen. «Man muss auch mal handeln», betont Kälin, der sich ein Stück weit als Idealisten sieht.

auch wegen des Hagels im Sommer 2010, überholt werden. Anstatt das Eternitdach für ein paar tausend Franken zu erneuern, entschied sich Kälin Anfang 2012, «etwas Nachhaltiges zu machen».

Präsident als Initiant Gesagt, getan. Das Projekt wurde im Vorstand besprochen und genehmigt. Das Baugesuch wurde Ende Juni 2012 eingereicht, die Baubewilligung lag Anfang September vor. Die Photovoltaikanlage der Firma von burg-gmbh, Energie- und Solartechnik, in Einsiedeln, wurde montiert. Seit letztem Herbst fliesst Strom. «Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, die zum guten Gelingen beigetragen haben», sagt Kälin und erwähnt speziell die KHT Kälin Holztechnik und die Spenglerei Pius Kälin. «Einiges haben wir in Fron-

dienst selber gemacht», sagt der Präsident, der bei der Top telcom Service AG in Schindellegi die Geschäftsleitung inne hat. Einer der fleissigsten Fronarbeiter war der Präsident. Das ist nicht weiter erstaunlich. Einerseits ist er gelernter Elektriker, anderseits sitzt er in der Kommission des Elektrizitätswerks Schindellegi (EWS) und verfügt über viel Know-how in diesen Bereichen.

25'000 kWh pro Jahr Die Solarzellen auf der Rückund Vorderseite des Daches des Schützenhauses der SG Trachslau haben eine Bruttofläche von 180 Quadratmetern. Die berechnete Jahresleistung beträgt zwischen 20’000 und 25’000 Kilowattstunden (kWh). Zum Vergleich: Ein Vierpersonenhaushalt im Kanton Schwyz verbraucht jährlich im Schnitt 4400 Kilowattstunden. Mit andern

Worten: Auf dem Dach des Schützenhauses der SG Trachslau wird jährlich Strom für rund fünf Haushaltungen produziert. Dieser Solarstrom dient zum einen dem Eigenverbrauch. Zum andern wird er grossmehrheitlich ins öffentliche Netz der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) eingespiesen. Die Photovoltaikanlage hat eine Betriebsdauer von 20 bis 25 Jahre und wäre dann amortisiert, wenn Kälin möglichst bald auf die finanzielle Unterstützung der Swissgride, die im Auftrag des Bundes die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) für Strom aus erneuerbaren Energien durchführt, zählen könnte. «Das dürfte allerdings noch bis 2015 dauern», gibt sich Josef Kälin keinen grossen Illusionen hin.  ●

Strom statt Eternit Initiant Kälin, der auch die Bauherrschaft hatte, machte aus der Not eine Tugend. Am Dach des Schützenhauses der SG Trachslau nagte der Zahn der Zeit. Das Dach musste, zuletzt Ausgabe 3 // März 2013 

Josef Kälin investierte in die Photovoltaikanlage rund 150'000 Franken. 

Foto: Urs Gusset

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Regio-News

Mehr Besucher im Schützenmuseum Dank verschiedenen Ausstellungen und der Museumsnacht konnte das Schützenmuseum in Bern die Besucherzahl pro Jahr von durchschnittlich 4500 Gästen in den letzten Jahren auf rund 6000 steigern.

sen» war ein spezieller Erfolg und zog hunderte Besucher an. Besonders während der Museumsnacht durfte das zahlreich erschienene (2400 Besucher) mehrheitlich junge Publikum einen Blick in die Schützenwelt werfen.

Ruedi Meyer, Präsident der Stiftung Schweizer Schützenmuseum sowie die Museumsleiterin Cornelia blicken auf das Jahr 2012 zurück. «Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die interaktiven Kinderführungen mit Schiesswettbewerb», erklärten die Museumsleiterin und der Präsiden in einem Schreiben. Stets gut besucht waren auch die Führungen speziell für Jugendliche

Sonderschau bis 24.3. Der «Waffenweg» im Schützenmuseum. aus allen Landesteilen. Auch rund 200 Polizisten aus Neuenburg, Genf, Bern sowie vom Bund liessen sich in die Geheimnisse des Schweizer Schützenmuseums einführen. Auch für Elitesportler steht das Schützenmuseum offen. So fanden bei-

spielsweise die Sportlerehrung des Berner Schiesssportverbandes sowie die Pressekonferenz anlässlich der Präsentation der Olympiateilnehmer des Schweizerischen Schützenverbandes in diesen Räumlichkeiten statt. Die Messe «Fischen Jagen Schies-

Ein weiteres Highlight ist die Sonderschau «Jubiläen» (75/150 Jahre Rütlischiessen, 100 Jahre Schweizerischer Büchsenmacher und Waffenfachhändlerverband, 100 Jahre Morgartenschiessen.) Diese Sonderschau ist noch zu besuchen, dies bis zur Finissage am 23. und 24. März. red.  ●

Renovation der Tellskapelle Bürglen/Uri Die 1582 erbaute Kapelle ist ein historisch und auch kulturell bedeutsames Objekt. Denn sie zeugt von der politische Befindlichkeit der Schweiz im 16., 19. und 20. Jahrhundert. Die Kapelle steht an der Stelle, wo nach der Ortsüberlieferung das Wohnhaus Wilhelm Tells stand. Bei der letzten Renovation 1949 kamen reich ausgeschmückte Freskenbilder von Heinrich Gessner zum Vorschein. An der Aussenwand sind die Heiligen Rochus, Wilhelm und Sebastian sowie Wilhelm Tell und Bruder Klaus zusehen. Im inneren der Kapelle wird die Geschichte Tells im ältesten erhaltenen Bilderzyklus erzählt und an der Rückwand über dem Altar

mahnt eine originelle Uhr die Eidgenossenschaft zur Einheit. Diese Fresken haben durch die Witterung stark gelitten. Nun geht es um die Gesamtrenovation der Tellskapelle. Im kantonalen Schutzverzeichnis ist die Kapelle bereits aufgeführt und der Urner Regierungsrat kommt zum Schluss, dass der Tellskapelle eine regionale Bedeutung zukommt. Obwohl sich der Kanton Uri mit 20 Prozent Der Renovationskosten von 310‘000 Franken beteiligt, ist dies für die Kirchengemeinde Bürglen eine grosse finanzielle Belastung und für die Gemeinde mit rund 4000 Einwohner kaum alleine stemmbar. Über die Hälfte der nötigen Mittel konnte dank Bund, Kanton und Sponsoren bereits gesammelt werden. Nun fehlen

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noch130‘500 Franken um die Renovation der Kapelle zu ermöglichen. Deshalb ist die Gemeinde Bürglen nun auf Hilfe

zur Erhaltung des Andenkens an Wilhelm Tell angewiesen. Mehr Information siehe im Kasten unten. red. ● Bei Fragen: Kath. Pfarramt Klausenstrasse 141 6463 Bürglen (UR) Tel. 041 871 12 61 Fax 041 871 16 34 Pfarramt@buerglen.ch www.buerglen.ch Spendenkonto: Urner Kantonalbank Vermerk «Renovation Tellskapelle Bürglen» PC 60-34-8 Konto-Nr 183 007-0327 IBAN : CH25 0078 5001 8300 7032 7 Kirchengemeinde Bürglen

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Literatur

Vom «Zwölferkrieg» zum Artikel 18 von 1848 Jean-Jacques Rousseau et son «contrat social» de 1762 Rousseau ein Schütze? Noch nie gehört! Aber Artikel 18 der Bundesverfassung von 1848 («Jeder Schweizer ist wehrpflichtig. Die Waffe bleibt in der Hand des Wehrmannes») hat eine innige Beziehung zu diesem Schweizer Denker, der seit 1794 im Pariser Pantheon als einer der «grossen Franzosen» liegt. von Giorgio girardet Vergangenes Jahr feierten wir am 28. Juni seinen 300. Geburtstag, wie sich auch der blutigste Bruderkrieg der Schweizergeschichte, der Zweite Villmergerkrieg oder «Zwölferkrieg» am 25. Juli zum 300 Mal jährte. Der «1712er» Jean-Jacques Rousseaus wurde vom «Zwölferkrieg» geprägt. Als er in der Grand Rue 40 in Genf das Licht der Welt erblickte, war sein Vater mit 300 Genfer Freiwilligen auf jenem Kriegszug, den die mächtigen reformierten Stadtrepubliken Bern und Zürich 1712 gegen die katholischen «fünf Orte» der Innerschweiz führten. Die Berner rückten im «Zwölferkrieg» erstmals in der Schweizer Geschichte mit Milizen aus, die mit einem heimgefassten Steinschlossgewehr als persönlicher Waffe ausgerüstet waren. Und diese bessere Bewaffnung und Übung war am 25. Juli 1712 für das Schlachtenglück Berns entscheidend.

Vaters Erzählung vom Krieg Als Rousseaus‘ Vater wohlbehalten zurückkehrte, war er Witwer. Wenige Tage nach Jean-Jacques Geburt war seine Frau am Kindbettfieber gestorben. Der Uhrmacher übertrug seine Liebe für die verstorbene Gattin auf seinen Sohn, der ihm während seiner Arbeit bald aus den Büchern seiner Bibliothek vorlesen sollte. Er mag ihm auch vom «Zwölferkrieg» und den sauber uniformierten und gedrillten Bernern erzählt haben. Diese Schilderungen vermischten sich Ausgabe 3 // März 2013 

Porträtbild von Jean-Jacques Rousseau (1712–1778). im Kopf des jungen Rousseau mit den Kriegstaten der grossen Römer und Griechen, die er seinem Vater aus dem Plutarch vorlas. Und als der 16-jährige Lehrling Genf den Rücken kehrte, weil der verspätete Heimkehrer die damals üblichen Prügel fürchtete, begann dieses merkwürdigste Leben des 18. Jahrhunderts, das er später in seinen «Bekenntnissen» (1784) mit all seinen Peinlichkeiten schilderte. Er wurde Freund der grossen Philosophen seiner Zeit, verkrachte sich mit vielen und zeugte mit der Wäscherin Therese fünf Kinder, die er alle ins Findelhaus brachte, wo sie jämmerlich starben. Gänzlich unpraktisch, wurde er in seinem Werk «Der Gesellschaftsvertrag» (1762) zu einem wichtigen Theoretiker der bürgerlichen Gesellschaft. Er formulierte den

zvg

Grundsatz: «C’est un devoir pour l’homme, s’il veut être citoyen, d’être un bon soldat» (Es ist eine Pflicht des Mannes, der Bürger sein will, ein guter Soldat zu sein).

Aus Frankreich reimportiert Als im Frühjahr 1798 die Franzosen kamen, setzten ihnen nur Bern und Nidwalden Widerstand entgegen. Die Schweiz aber vergass das Prinzip nicht. 1848 wurde die «Allgemeine Wehrpflicht», die durch Rousseau nach Frankreich kam, – samt der «heimgefassten Waffe nach Bernerart» – in den Artikel 18 der neuen Bundesverfassung des Bundesstaates gegossen und am 13. Februar 2011 vom Volk an der Urne bestätigt. ●

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Ausblick

Waffen-Sammlerbörse 2013 Bourse suisse aux armes 2013 Vom 22. bis 24. März 2013 findet die Schweizer Waffen-Sammlerbörse in Luzern zum 39. Mal statt. Die Messe ist kult, sie hat grossen Liebhaberstatus. Aus gutem Grund suchen Jäger, Sportschützen und RaritätenSammler die Allmend Luzern so gerne auf: Sie werden mit einer beispielhaften Produkteauswahl und Live-Events belohnt. Über 80 Fachgeschäfte und Händler präsentieren ein attraktives Angebot an Sport-, Sammler- und Jagdwaffen, Militaria und Raritäten, massgefertigten Schwertern sowie traditioneller Handwerkskunst. Es stehen drei Indoor-Sportschiessanlagen zum Üben bereit und eine Live-Pfefferspray-Demonstration wird für Aufmerksamkeit sorgen. ●

C’est du 22 au 24 mars 2013 qu’aura lieu, à Lucerne et pour la 39e fois, la Bourse suisse aux armes. Cette foire est désormais devenue mythique et bénéficie

Impression von der letztjährigen Waffen-Sammlerbörse.

d’une aura toute particulière auprès des amateurs du genre. C’est donc pour de bonnes raisons que les chasseurs, les tireurs sportifs et les collectionneurs d’objets rares feront le déplacement de l’Allmend de Lucerne: ils en seront amplement récompensés par un choix exceptionnel de produits et par les nombreux événements orga-

nisés à leur attention. Durant la manifestation, plus de 80 commerçants et revendeurs spécialisés présenteront une offre attrayante d’armes sportives, de collection et de chasse, du matériel militaire et des objets rares, ainsi que des armes blanches fabriquées sur mesure et des objets d’artisanat d’art. Trois stands d’entraînement au tir sportif indoor seront à disposition tandis qu’une démons-

Oberländisches Schützenfest Haslital 2013 In vier Monaten wird das Oberländische Schützenfest Haslital 2013 bereits in vollem Gang sein. Zurzeit laufen die Vorbereitung auf Hochtouren, so dass die Schützen optimale Wettkampfbedingungen vorfinden werden. Bereits sind über 5000 Schützinnen und Schützen definitiv angemeldet. An den beiden Samstagen, 29.06. und 06.07.2013 sind bereits alle Scheiben Gewehr 300m belegt. Wir empfehlen allen Schützen, sich vor der Anmeldung unter www.haslital2013.ch über die Scheibenauslastung zu orientieren. Die Haslitalerschützen werden alles daran setzen, den interessierten Schützinnen und Schützen die nötigen Scheiben zur Verfügung zustellen. Für das grosse Interesse an unserem Anlass bedanken wir uns schon heute und wünschen allen einen wunderschönen Aufenthalt im Haslital, mit vielen guten Resultaten.

tration d’utilisation de spray au poivre suscitera sans aucun doute l’intérêt des visiteurs.  ●

Wichtige Termine 25.-05

Februar/März

3. Hauptrunde Schweizer Pistolen Gruppenmeisterschaft 10 m

1.-30.

März

Feldstich

2.

März

Veteranenrats-Tagung VSS in Einsiedeln

2.

März

Delegiertenversammlung des Schweizerischen Zeiger-und Anlagewarte-Verband in Flawil

1.-31

März

Coupe des Francs-Tireurs à Flawil

10.

März

Final Junioren Einzelmeisschaft Pistole 10m in Schwadernau

11.

März

Meldeschluss Schweizer Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 50m

15.-15

März/Juni

1. Runde Schweizer Sektionsmeisterschaft

23

März

Final Schweizer Pistolen Gruppenmeisterschaft 10m in Wil SG

23.

März

Delegiertenversammlung des Eidgenössischen Armbrustschützen Verbandes in Burgdorf

24.

März

Schweizer Jugendfinal Pistole 10m

29.

März

Meldeschluss Schweizer Gruppenmeisterschaft Gewehr 50m Alle Angaben ohne Gewähr, vergleiche auch www.swissshooting.ch

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Ratgeber/Marktplatz

Wenn der Riemen auf den Bizeps drückt D.R. fragt: «Ich schiesse mit einem Standardgewehr 300m. Dabei ist der Spass aber schon nach ca 15 Schuss vorbei, denn mein Oberarm (Bizepsmuskel) beginnt stark zu schmerzen. Ich kann dann den Riemen (Waffengurt) am Oberarm kaum mehr ertragen. Gibt es ein Rezept dagegen?» MFL antwortet: Das schaut ganz danach aus, als ob sie den Riemen (Waffengurt) nicht kor-

Ratgeber Haben Sie Fragen zu Training oder Wettkampf oder zu irgendwelchen körperliche Beschwerden, die ihre Leistung beim Schiessen beeinträchtigen. Unsere Spezialisten haben bestimmt einen für Sie wirksamen Rat. Fragen senden an: redaktion@swissshooting.ch Conseils Avez-vous des questions sur l’entraînement ou la compétition, ou encore sur n’importe quelle question sur des douleurs corporelles qui auraient des effets sur vos prestations de tir? Nos spécialistes ont sûrement un conseil avisé à vous donner. Adressez vos questions à: redaktion@swissshooting.ch

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rekt angelegt haben und dieser direkt von oben auf den Bizeps drücken kann. Eventuell liegen Sie auch etwas zu flach. Der Gurt wird am besten ganz hoch über dem Muskelansatz des Triceps angelegt (vgl. Abb.) und zwar so, dass der Gurt ca von der Naht des Jackenarmes rechtwinklig nach aussen geht, also vom Körper weg. So wird der Gurt im Anschlag den Bizepsmuskel nicht mehr von oben drücken, sondern seitwärts nach innen. Der Zug des Gurtes kommt also mehr von aussen. So drückt er auch weniger auf die Arterie im Arminnern. Hilft auch das nicht, können Sie probieren, den Riemen unterhalb des Trizepsansatzes, beinahe am Ellbogen zu befestigen (vgl. Abb. gestrichelt).  ●

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Ausgabe 3 // März 2013

Redaktion Schiessen Schweiz: Lidostrasse 6, Luzern, Telefon 041 418 00 30, redaktion@swissshooting.ch Redaktionsteam: Max Flückiger (maf ), Andreas Tschopp (atp), René Wicki (rw), Iris Bossert (ibo), Marco Sansoni (san), László Tolvaj (tl).

Übersetzungen: Jean-Marc Amstutz, Anne Chapuis, Philippe Zeller, Daniel Regamey, Giovanni Leardini, Edy Ramelli, Roberta Filippini. Redaktionsschluss: jeweils 8. des Monats Erscheinung: jeweils Ende Monat Produktion: St. Galler Tagblatt AG, Fürstenlandstrasse 122, 9001 St. Gallen. Druck: Swissprinters AG

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SchiessenSchweiz 03/13  

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