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Schiessen Schweiz Das offizielle Magazin des Schweizer Schiesssportverbandes

Medaillensegen an der Armbrust-WM // Pluie de médailles aux CM à l'arbalète // Medaglie importanti ai mondiali alla balestra

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Nr. 10 // Oktober 2012


Editorial

Keine Touristenreise im Jahr 2016 Pas de voyage touristique en 2016 Nessun viaggio turistico nel 2016 Von René Wicki

Die Zeit ist definitiv reif für einen Neuanfang im Spitzensportbereich. Wann, wenn nicht jetzt? Sagen sich auch die Verantwortlichen um Chefin Ines Michel und wagen den Schnitt. Dieser hat sich nach den Resultaten bei Olympia abgezeichnet und kam für viele nicht sehr überraschend. Den Mut zu diesem Neuanfang haben sie bewiesen. Nun aber müssen Taten folgen. Die Verkleinerung der Nationalkader, die Suche nach neuen Trainern und die Bildung der individuellen Trainingsgruppen. Das tönt gut. Auch das Ziel einer Medaille in vier Jahren bei den nächsten Olympischen Spielen in Rio de Janeiro scheint nicht übertrieben. Die Elite in der Schweiz muss nun also den Beweis antreten, dass sie den Anschluss an die Weltspitze wieder herstellen kann. Allzu viel fehlte ja schliesslich nicht, um den einen Finalplatz in London zu erreichen, der als Vorgabe galt. Da zeigte sich einmal mehr, wie schmal die Gratwanderung zwischen Erfolg und Misserfolg an Olympia sein kann. Ein einziger Punkt… Aber mit hätte und würde kommt man im Spitzensport nicht weiter: Nur mit harter Arbeit und einem klaren Fokus. Der Wille zur Umsetzung der Reformen ist vorhanden. Dass dies nur mit Veränderungen möglich sein wird, versteht sich von selber. Ebenso, dass es Entscheide braucht, die auch wehtun werden. Nun gilt das Hauptaugenmerk also dem Neuanfang. Auf dass nach Rio die bundesrätliche, und in dieser Form nicht angebrachte Schelte ausbleibt. Wie heisst es so schön: Der Weg ist das Ziel. Und das Ziel heisst nun Rio de Janeiro. Und wird keine Schützentouristenreise. Garantiert!

Ausgabe 10 // Oktober 2012 

Le moment est certainement venu pour un nouveau départ pour le sport d’élite. Quand, sinon maintenant? C’est ce que se sont aussi dit les responsables entourant la patronne Ines Michel et ils ont osé procéder aux coupes s’imposant. Il fallait s’y attendre au vu des résultats des Jeux Olympiques et ceci n’a pas surpris grand monde. Les dirigeants ont fait preuve de courage. Maintenant il faut que les actions suivent. La réduction des effectifs du cadre national, la recherche de nouveaux entraîneurs et la composition de groupes individuels d’entraînement, tout cela se présente bien. Egalement l’objectif fixé, de gagner dans quatre ans une médaille lors des prochains Jeux Olympiques à Rio de Janeiro ne semble pas exagéré. L’Elite suisse doit donc maintenant nous prouver qu’elle est de nouveau à même de se hisser au niveau des meilleurs du monde. Somme toute, à Londres, il ne manqua que très peu pour atteindre la place en finale, qui était le but fixé. Là-bas, on a une fois de plus pu voir à quel point l’écart séparant le succès de l’échec est infime lors de Jeux Olympiques. Un seul point … Mais en sport d’élite, avec des «si on avait», on ne progresse pas. Seul un travail acharné et une orientation claire mènent au but. La volonté de mettre en œuvre des réformes est présente. Il va de soi que cela ne sera possible qu’au prix de modifications et que les décisions prises vont faire mal. L’accent principal est donc mis sur le nouveau départ. Aussi dans le but de nous éviter une nouvelle réprimande déplacée de la part de notre Ministre fédéral du sport. Ne dit-on pas que le voyage est la destination? L’objectif est maintenant Rio de Janeiro. Et ce ne sera pas un voyage touristique. Garanti!

I tempi sono più che maturi per avviare la svolta nel settore dello sport d’élite. Se non ora, quando? Se lo chiedono anche i responsabili intorno al capo Ines Michel che hanno deciso di intraprendere questo passo. Dopo i risultati ai Giochi olimpici c’era da aspettarselo e per molti non rappresenta una sorpresa. Dunque, hanno dimostrato di avere il coraggio di ripartire da zero. Ora, però, alle parole devono seguire i fatti. Il ridimensionamento dei quadri nazionali, la ricerca di nuovi allenatori e la creazione di gruppi di allenamento individuali: Proposte che suonano bene, e anche l’obiettivo di quattro medaglie in occasione dei prossimi Giochi olimpici a Rio de Janeiro non sembra esagerato. Pertanto, lo sport di punta in Svizzera ora deve provare che è in grado di riagganciare l’élite mondiale. Infatti, a Londra è mancato poco al raggiungimento del posto in finale richiesto – palesando ancora una volta che in queste manifestazioni ci vuole un nulla a fare la differenza tra il successo e la sconfitta. Un singolo punto… In ogni caso, con i se e con i ma nello sport d’élite non si vince nulla: Servono il lavoro duro e un obiettivo chiaro. Sicuramente, c’è la volontà di mettere in atto le riforme. Si capisce da se che ciò sarà possibile soltanto attraverso dei cambiamenti e delle decisioni che possono anche essere dolorose. Ora dunque l’obiettivo principale deve essere la svolta. Anche per evitare, dopo i Giochi di Rio, che si ripeti la sgridata – in questa forma fuori luogo – da parte di un nostro Consigliere federale. Il detto dice: La via è il traguardo. E il traguardo, adesso, si chiama Rio de Janeiro. Non si tratterà di un viaggio per tiratori-turisti. Garantito!

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Inhalt 1 Titelbild Irene Beyeler: Erfolgreiche Armbrust-WM in Wil

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Schweizer Armbrustschütze

Tireur à l’arbalète Suisse

31 Ausbildung und Nachwuchs PISTE: Anspruchsvolle und vielseitige Tests EPSIE: Tests exigeants et diversifiés

32 BASPO und Swiss Olympic Neues Sportförderungsgesetz im Fokus Loi sur l’encouragement dans le collimateur

34 Talentschau Sofie Lehmann: Erfolgreich trotz Austritt Die Siegerin des Zürcher Knabenschiessens

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Editorial

6 Werner de Schepper im Interview

«Mehr Platz für andere Sportarten» «Plus de place pour d’autres sports»

18 Schweizer Meisterschaften in Thun Alle Medaillengewinner mit ihren Resultaten Der älteste Teilnehmer im Porträt

21 Stargast Martina Kocher Der Kampf gegen die eigene Ungeduld Lutte contre sa propre impatience

36 Reportage Schützenmuseum

Die Kids waren begeistert

42 Field-Bogenschiessen 44 Schweizer Unteroffizierstage 45 24-Stunden-Schiessen Brünig Indoor 47 Training im Verein 49 Regio-News 25 Rückblende Georges Rollier

«En tant que Romand souvent défavorisé»

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54 Ausblick / Agenda 55 Ratgeber / Impressum

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Interview

«Mehr Platz für andere Sportarten» «Plus de place pour d’autres sports» Werner de Schepper, der ehemalige «Blick»-Chefredaktor (20032007) erklärt, warum viele Printmedien Sportarten wie Schiessen vernachlässigen. Seit drei Jahren ist der studierte Theologe stellvertretender Chefredaktor der «Aargauer Zeitung» und Moderator von «Duell aktuell» auf Tele M1. Von Max Flückiger Fernsehen und Radio berichten ausführlich, regelmässig und live von Fussball, Eishockey, Formel 1, Skiweltcup und Tennis. Was ist der Grund, dass sich viele Sportredaktionen der Tageszeitungen wie Wiederkäuer verhalten und nur von diesen Sportarten berichten? Das hat ganz klar zuerst einmal mit der Attraktivität dieser Sportarten zu tun. Sie sprechen viele Menschen an, weil es auch für den Zuschauer spannende Sportarten sind. Das beste Beispiel ist die Formel 1. Kaum einer fährt selbst Autorennen, trotzdem fahren viele drauf ab. Ich persönlich bin der totale Velofan – und verfolge jede Frühjahrsclassique und die Tour de France am TV sowie in den Zeitungen. Ein Indikator für Relevanz sind auch immer die Zuschauerzahlen bei einem Event. Ich habe noch selten von einem Grossaufmarsch bei einem Wettkampf der wackeren Schützen gehört. Fehlt so nicht der Platz für Meldungen von anderen erfolgreichen Schweizer Sportlern oder für regionale Sportmeldungen? Man darf die Sportarten nicht gegeneinander ausspielen. Zuschauer-Messungen bei den Lesern zeigen einfach, dass die oben erwähnten Top Five wirklich meilenweit vor allen anderen Sportarten liegen. Weil sie eben auch Nicht-Aktive und TV-Sportler ansprechen. Ein Beispiel: Am ersten Tag der EM in Finnland haben die Schweizer Gewehr-Juniorinnen und die Pistole-Junioren in olympischen Diszipli-

nen sensationell Teamgold geholt. In den AZBlättern war davon kein Wort zu finden. Ist das nicht ignorantes Verhalten? Ich gratuliere den JuniorInnen von Herzen. Ignoranz ist sicher das falsche Wort. Ich weiss auch nicht, was sonst alles an diesem Wochenende gelaufen ist. Zum Verständnis: bei uns als grosse Zeitung sind die Seiten für alle Ressorts streng kontingentiert. Ein Redaktor kann da nicht viel ausrichten. Vielleicht hätte ein Telefon an den verantwortlichen Tageschef trotzdem sensibilisieren können für eine Meldung. Dazu kommt bei uns immer die Frage: Sind die Sportler aus unserer Region? Aber wir arbeiten daran und wollen vor allem online mehr Platz für Juniorensport und generell andere Sportarten schaffen. Studien haben gezeigt, dass Zeitungsleser nicht nochmals mit den Sportanlässen berieselt werden wollen, die Sie schon live verfolgt oder im TV gesehen haben. Sie vermissen Regionalsport, wie das in früheren Jahren geboten wurde. Diese Studien interessieren mich. Wir stellen anderes fest. Sie wollen noch mehr erfahren von den Big Events, aber zusätzliche, neue Storys und nicht nochmals den Bericht vom Match, den jeder schon gesehen hat. Da haben Sie hingegen völlig recht. Spüren Sie das bei den Abozahlen? Nein. Wie gesagt. Regionalsport-Fans suchen Ihre Informationen heute im Internet. Da müssen wir besser werden. Die Zeitung mit ihren beschränkten Platzverhältnissen ist da grundsätzlich der falsche Ort, ausser der Anlass spricht mehr Leute an, weil es Kult ist oder ein Event, der mehr Leute anzieht, als die, die es betreiben. Kann es sein, dass sich Sportredaktoren nur für diese Publikumssportarten interessieren, weil sie sich in anderen Sportarten gar nicht auskennen? Nein. Das ist ausgeschlossen. Sportfans sind grundsätzlich breit interessiert.

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Werden gewisse Sportarten ev. aus ideologischen Gründen gemieden? Sicher nicht bei uns. Früher waren Zeitungsredaktoren Dienstleister für Ihre Leserinnen und Leser, heute wirken Sie eher wie Selbstdarsteller. Woher kommt diese Veränderung? Ich denke, das ist mehr ein Thema für Zürcher Zeitungen und Boulevardblätter Kennen Sie eventuell andere Gründe für diese Veränderung? Die Personalisierung nimmt überall zu. Sie haben ein Mandat als Lehrbeauftragter der Universität Neuenburg (Master en journalisme). Lernen die Studenten bei der Ausbildung diese Form der Selbstdarstellung? Nein. So natürlich nicht. Aber Studenten müssen heute schon früh lernen, ihre Arbeit zu verkaufen, sonst finden Sie keine Stelle mehr. Das ist aber nicht nur im Journalismus so.  ●

Werner de Schepper, ancien rédacteur en chef de Blick (2003 – 2007) explique pourquoi les médias de la presse écrite négligent les sports tels que le tir. Le théologien diplômé est rédacteur en chef adjoint de « Aargauer Zeitung » depuis trois ans et modérateur de « Duell aktuell » de Télé M1. La télévision et la radio informent abondamment, régulièrement et en direct sur le football, la formule 1, la coupe du monde de skis et le tennis. Quelle est la raison pour laquelle beaucoup de rédactions sportives se comportent comme des ruminants et ne commentent que ces sports? Cela dépend en premier lieu et clairement de l’attractivité de ces sports. Ils touchent beaucoup de monde par ce que se sont des sports passionnants qui intéressent le public. Le meilleur exemple est la formule 1. Très peu d’entre eux font des courses de Ausgabe 10 // Oktober 2012


Interview

Werner de Schepper. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

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Interview

voitures mais chacun se sent concerné. Prenez mon exemple, je suis un mordu du cyclisme et je suis chaque course classique du début de saison ainsi que le tour de France à la télévision et dans la presse écrite. Le nombre de spectateurs est également toujours un indicateur de l’importance d’un évènement. J’ai rarement entendu parler d’un rassemblement de masse de vaillants tireurs. Ne manque-t-il ainsi pas la place pour des messages concernant d’autres sportifs suisses connus ou pour des informations sportives régionales? On ne doit pas mettre les disciplines sportives en concurrence. Les sondages effectués auprès des spectateurs ont clairement démontré que le top cinq a vraiment des lieues d’avance sur tous les autres sports. Justement parce qu’ils attirent également les sportifs passifs de la télévision. Un exemple: Au premier jour des championnats d’Europe en Finlande les tireurs carabine juniors suisses (filles) et les tireurs pistolet juniors (garçons) ont remporté l’or par équipe dans des disciplines olympiques, ceci de manière sensationnelle. Aucune ligne ni commentaire n’ont été publiés dans la presse écrite du soir, n’est-ce pas un comportement ignare? Je félicite ces juniors du fond du cœur. Ignare n’est certainement pas le mot correct. Je ne sais pas ce qui s’est encore passé lors de cette fin de semaine. Pour la compréhension: dans les grands journaux, dont nous faisons partie, tous les secteurs sont rigoureusement contingentés. Un rédacteur ne peut pas vraiment intervenir. Il est possible qu’un téléphone avec le responsable de ce jour l’aurait malgré tout sensibilisé et convaincu de publier l’information. En prime, chez nous, une question revient toujours: Est-ce que les sportifs sont de notre région? Nous nous occupons de ce problème et voulons surtout créer plus de place on-line pour le sport junior et les autres disciplines sportives, en général. Des recherches ont démontré que les lecteurs de la presse écrite ne veulent pas être intoxiqués encore une fois par des manifestations sportives qu’ils ont vues en direct ou à la télévision. Ils regrettent que le sport régional soit délaissé, au contraire des années passées. Ces études m’intéressent. Nous constatons d’autres choses. Ils veulent être encore plus et mieux informés sur les grands évènements, par contre par d’autres nouvelles et pas une nouvelle fois par celles que chacun

De Schepper an der Oltner Bastianfeier. a déjà vu. Là en revanche, vous avez entièrement raison. Ressentez-vous cela au nombre des abonnements? Non, comme je vous l’ai dit. Aujourd’hui les fans du sport régional cherchent leurs informations sur internet. C’est là que nous devons nous améliorer. Ici, le journal avec ses capacités restreintes n’est pas le bon endroit, à moins que la circonstance s’adresse à un plus grand nombre de personnes parce que c’est un évènement culte qui en attire plus que celles qui le pratiquent. Est-ce possible que les rédacteurs de sport s’intéressent uniquement à ces disciplines, préférées du public, parce qu’ils n’en connaissent pas d’autres? Non, c’est exclu. Les vrais fans s’intéressent fondamentalement à tous les sports. Est-ce que certains sports sont évités, éventuellement pour des raisons idéologiques? Certainement pas chez nous.

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Autrefois les rédacteurs de la presse écrite étaient des prestataires de services pour leurs lectrices et lecteurs, aujourd’hui ils ont l’air d’interprètes autonomes. D’où vient ce changement? Je pense que c’est plutôt un sujet pour les journaux zurichois et la presse à sensation. Connaissez-vous éventuellement d’autres raisons pour ce changement? La personnalisation augmente partout. Vous avez un mandat d’enseignement de l’université de Neuchâtel (master en journalisme). Les étudiants apprennent-ils cette forme d’interprétation autonome pendant leur formation? Bien sûr que non, pas de cette manière, mais les étudiants doivent aujourd’hui apprendre très tôt à vendre leur travail, leurs idées, sinon ils ne trouvent plus d’emploi. Ce n’est pas seulement une particularité du journalisme.  ●

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Mix

Mit Hilfe aus der Schweiz zu Olympia-Gold Was tut ein Sportler, wenn es nicht mehr so läuft, wie er sich das vorstellt? Er betreibt Ursachenforschung. Irgendwann taucht die Frage auf, ob das Material noch passt – im Schiesssport gewiss früher als beim Schwimmen.

zu Höchstleistungen. Sie coachen sie bei Wettkämpfen. Sie lassen nichts ausser Acht, tun alles, um gemeinsam mit ihren Schützlingen optimale Voraussetzungen für Spitzenleistungen zu schaffen. Und dazu gehört die Materialbeschaffung.

Von Martin Nauer

Genau aus diesem Grund meldete sich Gaby Bühlmann, die in Italien als Trainerin italienische Schützinnen und Schützen betreut, im letzten Herbst bei Sportgewehrhersteller Heiri Bleiker. «Hast du für Niccolo Campriani ein Kleinkalibergewehr?», lautete die Frage. Bleiker hatte. Ab November trainierte der 1987 in Florenz geborene Campriani, dessen Lieblingsdisziplin das Luftgewehrschiessen ist, mit einem Bleiker Challenger. Als Jugendlicher hatte er 2000 den Schiesssport entdeckt. Rasch machte er Fortschritte. An den olympischen Sommerspielen 2004 in Peking belegte er mit 594

Jede Schützin und jeder Schütze will mit einer guten Ausrüstung gute Resultate erzielen. Wie gut diese sein muss, entscheidet jede und jeder selber je nach Zielsetzung, Selbsteinschätzung seines Potenzials und seines Budgets. Für Spitzenschützinnen und -schützen sieht das anders aus. Gut allein genügt nicht. Sie müssen nach dem Besten streben. Alles will perfektioniert sein. Die Voraussetzungen sollen so sein, dass Athleten am Tag X ihr Leistungspotenzial abrufen können. Trainer begleiten und Sportler auf dem Weg

Hast du ein Gewehr?

Punkten über 10m schon Platz 12. Mit dem Kleinkalibergewehr harzte es noch. Liegend und im Dreistellungsmatch fand er sich damals auf den Rängen 38 und 39 wieder. Dann aber ging es nur noch aufwärts: Europameister 2009 und Weltmeister 2010 mit dem Luftgewehr. Mit dem Kleinkalibergewehr holte er bis anfangs 2012 an internationalen Wettkämpfen zwar keine Titel, aber haufenweise Podestplätze. Gaby Bühlmann, die in den Achtziger und Neunziger Jahren als Spitzenschützin Schweizermeistertitel en masse gesammelt hatte, und in Peking den Inder Bindra zu Gold mit dem Luftgewehr geführt hatte, handelte. Sie rief im Toggenburg bei der Firma Bleiker an.

Stehend – Grundlage zum Sieg Campriani, der bis anhin mit einem deutschen Fabrikat geschossen hatte, kam mit dem im Hause Bleiker entwickelten Challenger, der auf einem Alu-Schaft mon-

Niccolo Campriani lässt sich als Olympiasieger feiern. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

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Mix/Forum

tiert ist, auf Anhieb zurecht. Vor den Olympischen Spielen in London gewann er mit Resultaten von 1280,6 und 1278,2 Punkten im Dreistellungswettkampf die Weltcups von London und München. In Mailand belegte er Rang 2, siegte dafür aber mit dem Luftgewehr. Jedes Mal hatte er die Grundlage zum Sieg stehend gelegt. Es ist noch nicht lange her, hatte Weltmeister Marcel Bürge, der in London zweimal um einen Punkt, um Millimeter, an der Finalteilnahme vorbei schrammte, nüchtern festgestellt: «Für Spitzenplätze sind stehend vier Mal mehr als 96 gefordert.» Vor den Sommerspielen in London erhielt Bleiker überraschend Besuch eines Trios aus Italien. Campriani, dessen Freundin Petra Zublasing und Trainerin Bühlmann kamen nach Bütschwil. Der Dominator der vorolympischen Wettkämpfe wollte ein Problem behoben haben. Ihm war nämlich die eingeschossene Munition ausgegangen, und die Herstellerfirma konnte keine genügende Auswahl mehr anbieten. Bleiker hatte noch. So wurde das Gewehr einem gründlichen Service unterzogen und anschliessend neue Munition eingeschossen.

Dank Schweizer Unterstützung In London gelang Niccolo Campriani wenig später bekanntlich der grösste Erfolg seiner noch jungen und steilen Karriere. Er eroberte mit dem Luftgewehr Silber und im Kleinkaliber-Dreistellungswettkampf 50m überlegen Gold, vor dem Koreaner Kim Jonghyun und dem Amerikaner Matthew Emmons. Den Olympiasieg holte er mit 1278,5 Punkten (Qualifikation 1180; 396 liegend, 390 stehend 394 kniend; Final 94,5), was einen neuen olympischen Rekord ergab. Gecoacht von einer Schweizerin, Gaby Bühlmann, und mit einem neuen, im November erworbenen Kleinkalibergewehr von Bleiker, gewann er die Königsdisziplin souverän. Bleiker begründete den Erfolg des Ausnahmekönners, den er in London miterlebt hatte, so: «Campriani war und ist stehend allen überlegen – er hat die 390 ‚im Griff’. Bewiesen hat er das schon im Weltcup. Im Weiteren wurde er von Bühlmann hervorragend betreut.» Und das Material habe offensichtlich gepasst, fügte er schmunzelnd bei. Fachleute aus der Schweiz haben Italien bei der Eroberung der Schiesssportmedaillen tatkräftig und mit Erfolg unterstützt.  ●

Traditionen bewahren – Zukunft hinterfragen Das Kompetenzzentrum Breitensport lanciert einen Wettbewerb für ein neues Plakat «Feldschiessen / Feldstich». Dazu darf man getrost gratulieren, denn das bestehende Plakat kann die Botschaft «Feldschiessen» nicht transportieren. Im Bereich der plakativen Kommunikation gibt es wahrscheinlich kaum ein Produkt, das auf dem Plakat schwieriger zu bewerben ist, als das Eidgenössische Feldschiessen. Wenn neues gestaltet wird, müssen auch Fragen erlaubt sein, muss erlaubt sein zu hinterfragen. Und diese Frage darf lauten: ist die Bezeichnung Eidgenössisches Feldschiessen noch zeitgemäss? Können wir mit dieser Bezeichnung auch in Zukunft das erreichen, was wir mit dem einzigartigen, grössten Schützenfest der Welt für unseren Schiesssport erreichen wollen? Das Eidgenössische Feldschiessen ist aus historischen Empfindungen entstanden, es steht nicht einfach nur für Tradition. Es steht als Mahnmal für das Vertrauen des Staates zu seinen Bürgern, zu seinen aktuellen und ehemaligen Angehörigen der Armee. Es steht aber auch als Freudentag für das Schiesswesen und damit für den Schiesssport in unserem wunderbaren Land.

Dies alles kann und darf nicht einfach unbedacht und im Eilschritt heute oder morgen verändert werden. Aber, es wäre für die Zukunft des Eidgenössischen Feldschiessens fatal, sich heute diese Gedanken nicht zu machen.  Othmar Casutt  Ehrenmitglied SSV

Karabinerschiessen Lotzwil Danke Lotzwilschützen, Alljährlich am letzten Wochenende im August organisiert ihr ein attraktives Karabinerschiessen. Für die Schützen steht ein schöner Gabentempel bereit. Doch leider ist das Interesse bei den Schützen nicht so gross (kann doch jeder aufgelegt schiessen ). Da in der Rangliste jeder 5. Schütze einen Preis erhält, wird auch ein schlechteres Resultat gabenberechtigt. Darum Schützen nehmt euch Zeit und unterstützt solche Schiessevents, die Lotzwiler hätten es verdient.  Paul Scheidegger  SG Oberdiessbach

Tag des Schiessens – oder? Wenn wir die Zukunft des Eidgenössischen Feldschiessens gestalten wollen, braucht es wahrscheinlich einen mutigen Schritt nach vorne. Es darf überlegt werden, diesem Tag eine neue Dimension und einen neuen Namen zu geben. Dieser Tag muss wieder zum Erlebnistag des Schiessens werden. In die Schiesssportanlagen muss landesweit, nicht nur in einigen Gegenden, der Gedanke Volksfest getragen werden.

Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 10m Für rund 300 Vereine ist die Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 10m der ideale Wettkampf, in dem man sich profilieren kann und mit dem Junge intergriert werden. Die 1. Runde wird vom 27.10. bis 5.11.2012 geschossen. Wollen auch Sie sich mit Ihrem Team an der SMM G10m beteiligen, melden Sie sich sofort an bei: Heinz Waldmann, Solothurnstrasse 26, 4922 Bützberg, T: 062 963 10 67; E-mail : waldmann@sunrise.ch

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Championnat carabine 10m Pour 300 sociétés le championnat suisse carabine 10m est la compétition idéale pour se démarquer et intégrér les jeunes tireurs. Le premier tour sera tiré du 27.10. au 05.11.2012. Voulez-vous aussi participer au CSE C 10m? Annoncez-vous tout de suite chez: Heinz Waldmann, Solothurnstrasse 26, 4922 Bützberg, No de tél : 062 963 10 67; E-mail : waldmann@sunrise.ch

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SSV-News

Lorbeerkranz für die 4 Feldstichsieger Les gagnants de la cible campagne viennent de la Suisse Allemande

Festsieger (vl.) Fredy Gerber, Dominik Lamprecht, Florian Stiffler und Adrian Eglauf.

Die ideale Schiessanlage «Röti» in Möhlin, das hervorragende Wetter sowie die mustergültige Organisation waren das richtige Umfeld, um am Feldstichfinal Höchstresultate zu erreichen. Von René Birri

Roger Müller krönt Junior Florian Stiffler. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

Doch auch bei besten Bedingungen muss der Schütze gute mentale Vorbereitung, eine ruhige Hand und ein scharfes Auge haben, um Höchstresultate zu erreichen. Bei den Gewehrschützen schoss kein Finalteilnehmer das Maximumresultat von 72 Punkten. Anders bei den Pistolenschützen, hier schafften drei Teilnehmer das Höchstresultat von 180 Ringen. Insgesamt 298 Schützinnen und Schützen nahmen den Weg ins untere Fricktal unter die Räder. Ab 8 Uhr wurde auf den 30

Scheiben 300m und 10 Scheiben 25m um möglichst hohe Punktzahlen und den Einzug in den Finalausstich gekämpft.

66 Jahre Altersunterschied Als Zwangzigster schaffte Adrian Eglauf von Jona gerade noch den Einzug bei der Elite 300 m in den Ausstich. Mit dem Resultat von 71 Punkten wurde er mit dem Gesamtresultat von 141 Ringen Sieger. Drei Schützen mit dem gleichen Resultat von 70 Punkten schafften gemäss Reglement den Einzug in den Finalausstich nicht. Der Davoser Florian Stiffler gab bei den Junioren 300m den ersten Platz des Finalstichs nicht mehr ab und gewann mit insgesamt 136 Punkten. Nach dem ersten Durchgang lag Fredy Gerber bei den Elite-Pistolenschützen mit 179 Punkten auf dem fünften Rang, zwei Schützen erreichten das Höchstresultat. Als einziger schoss er im Ausstich das Maxi-

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SSV-News

mumresultat und konnte sich als Sieger feiern lassen. Bei den Junioren Pistole war der Sieger Dominik Lamprecht nach dem Finaldurchgang auf dem zweiten Rang. Das Ausstichresultat von wieder 177 Ringen reichte ihm zum den Sieg. Dass der Feldstich ein Anlass für jedes Alter ist, beweist die Altersspanne des Teilnehmerfeldes. Der älteste Teilnehmer des Finals war der 79jährige Heinrich Zimmermann (Schwändi). Als Jüngste waren die 13-jährigen Patrick Gütiger (Holderbank AG) und Daniela Schenk (Eggiwil) im Finalfeld. Die Gewinner der 12 Medaillen verteilen sich auf zehn Kantone. Obwohl die Westschweiz und der Kanton Tessin vertreten waren, ging kein Edelmetall in die Romandie und die Südschweiz. In seiner zweisprachigen Rede erwähnte Roger Müller, Chef Breitensport des SSV, dass der Feldstich wichtig ist, da er die Bundesübungen miteinander verbinde und dadurch der wichtigste breitensportliche Wettkampf auf lizenzfreier Basis sei.

Malgré un temps de tir sensationnel et une excellente organisation aucun participant des tireurs à la carabine a obtenu le maximu de 72 points. Autrement chez les tireurs au pistolet, ici trois participants ont tiré le maximum de 180 points. Comme 20e Adrian Eglauf de Jona a encore juste atteint la finale chez l›élite 300m. Avec le résultat de 71 points il a gagné. Florian Stiffler de Davis n›a pas rendu la première place chez les juniors 300m lors de la finale et il a gagné avec un total de 136 points. Après le premier tour Fredi Gerber de Binningen se trouvait au 5e rang chez l’élite des tireurs au pistolet avec 179 points. Il est le seul a avoir obtenu le maximum lors de la finale et il a pu fêter la victoire. Chez les juniors au pistolet le gagnant Dominik Lamprecht de Dällikon a fini à la deuxième place au tour finale. Le résultat de 177 à la finale ont suffit pour la victoire. ●

Immer vor Ort: Das Verbandsbanner.

Breitensport legt zu Da Synergien der drei Abteilungen möglich sind, gewinnt durch die Neuorganisation des SSV der Breitensport an Gewicht. «Wir wollen einen Wandel von der Dienstleistungsgesinnung zur Dienstleistungsorientierung vollziehen, was heisst, dass wir alle Anspruchsgruppen unseres Verbandes in die Entscheidungsfindung einbeziehen wollen und unsere Verbandsleistungen an den Bedürfnissen der Basis ausrichten werden» versicherte Roger Müller. Er dankte der Organisation des Anlasses und insbesondere der Nationale Suisse Versicherungen, welche das Preisgeld spendete. Ohne diese Unterstützung könnten solche Anlässe nicht durchgeführt werden. ●

Dominik Lamprecht schiesst zweihändig zum Sieg.

1000 kamen zurück Die Grossauflage von SchiessenSchweiz ist bei rund 1000 Schützinnen und Schützen nicht im Briefkasten gelandet. Grund: Die Adressen waren nicht vollständig oder nicht aktuell (VVA). Damit beim nächsten Versand alle Lizenzierten zur Lektüre von SchiessenSchweiz kommen, bitten wir die Verantwortlichen in den Vereinen, in der VVA alle Adressen nachzuführen.

1000 exemplaires retournés La grand édition de TirSuisse n’est pas arrivée à destination dans la boîte aux lettres des tireurs concernés. Raison: leurs adresses n’étaient pas complètes ou n’étaient pas actuelles. Afin que lors du prochain envoi du TirSuisse tous les titulaires de licences puissent le lire, nous prions les responsables des sociétés de bien vouloir mettre à jour les adresses de leurs membres, resp. de les compléter.

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1000 esemplari sono ritornati La grande tiratura di TiroSvizzera non è finita nelle cassette per le lettere di circa mille tiratrici e tiratori. Motivo: gli indirizzi non erano completi o aggiornati. Affinché in occasione della prossima spedizione tutti licenziato possano approfitare della lettura di TiroSwizzera, pregiami i responsabili delle società, die voler aggiornare gli indirizzi nell’ASF .

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SSV-News

GöV hat gut investiert

Die Führungscrew der Gönnervereinigung bei Rück- und Ausschau an der Generalversammlung in Thun.

Der Vorstand der Gönnervereinigung der Schützennationalmannschaften hat die Mitgliederbeiträge sinnvoll investiert. Darin waren sich die Anwesenden an der Generalversammlung in der Guntelsey Thun einig, genehmigte die Rechnungen 2010 und 2011 ebenso einstimmig wie sie den Vorstand wiederwählten. Dank Gönnerbeiträgen, 100er-Club, LZ-Cup und stark engagierten Helferinnen und Hel-

fern hat die GöV in den letzten beiden Jahren jeweils über 100‘000 Franken an Beiträgen und Unterstützungen an Schützinnen und Schützen ausrichten können. Investiert wurde auch in Brünig Indoor und die Sportschule Teufen (Labelstandort). Dorthin soll auch der Erlös des LZ-Cups 2013 fliessen. Mehr Gönner, mehr Mitglieder im 100erClub und mehr Starter beim LZ-Cup sind Voraussetzung, um noch mehr Leistungen erbringen zu können. Und wer mitmacht, kann sogar noch ein Auto oder eine Elekt-

ronische Scheibe für das Heimtraining gewinnen. Das war so auf die Schnelle vom Vorstand unter Leitung von Martin Hug zu erfahren. Logisch, dass der Vorstand bei so viel positiven Nachrichten einstimmig wiedergewählt wurde. Mit dem Förderpreis für besonders stark im Nachwuchsbereich engagierte Personen ausgezeichnet wurden Bruno Siegrist (Zofingen/Pistole) und Heinz Gut (Glattfelden/Gewehr). MFL ●

Gewinnen Sie ein Auto Der LZ-Cup ist für alle Schützinnen und Schützen ein idealer Trainingswettkampf. Mit der Teilnahme (Startgeld CHF 5.-) am LZ-Cup besteht sogar die Chance, ein Auto zu gewinnen (SUBARU im Wert CHF 26'000.00). Der Erlös aus dem LZ-Cup fliesst im Jahr 2013 vollumfänglich in den Labelstandort Teufen. Werden Sie Gönner Die Gönnervereinigung hilft, wo sie auf Grund ihrer Einnahmen helfen kann. Je mehr Einnahmen je mehr Hilfe. Werden Sie deshalb Gönner. Mit der Einzahlung von min. CHF 20.- kommen Sie sogar in die Verlosung um den Gönnerpreis. In diesem Jahr ist das eine Elektronische Trefferanzeige, ideal geeignet für Ihr Heimtraining. Anmeldungen an info@schuetzen-goenner.ch. Auch im 100er-Klub können Sie natürlich Mitglied werden. Anmeldung: 100er-club@ schuetzen-goenner.ch Für ihre Nachwuchsarbeit ausgezeichnet: Heinz Hug (links) und Bruno Siegrist. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

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Sport

Delley et Muff   raflent les médailles Medaillenhamsterer Delley und Muff Pendant la semaine du championnat suisse à Thoune les participants des JO se sont réhabilités en obtenant des résultats de top niveau. Les collectionneurs de médailles, par contre, furent Claude-Alain Delley (5 médailles/carabine) et Guido Muff (7 médailles/pistolet).

Beyeler (Schwarzenburg) 697,9 (598/99,9). 3. Claude-Alain Delley (Saint-Aubin) 694,6 (591/103,6). 3x40: 1. Claude-Alain Delley (Saint-Aubin) 1267,5 (1170/97,5). 2. Pascal Loretan (Düdingen) 1266,4 (1170/96,4). 3. Simon Beyeler (Schwarzenburg) 1264,7 (1172/92,7). Frauen. Liegendmatch: 1. Annik Marguet (Cormerod) 597. 2. Bettina Bucher (Hitzkirch) 596. 3. Silvia Guignard (Zürich) 593. 3x20: 1. Annik Marguet (Cormerod) 690,5 (592 SR/ 98,5 FSR). 2. Elodie Seewer (Vevey) 677,0 (579/ 98). 3. Andrea Bürge (Lütisburg) 676,6 (578/ 98,6

De Max Flückiger Une semaine comptant plus de 40 décisions (carabine et pistolet) n’a pas été astreignante uniquement pour le team des collaborateurs de l’organisation mais également inhabituelle pour les athlètes. Néanmoins des résultats de top niveau ont été tirés. Le record de Suisse au match trois positions d’Annik Marguet mérite des éloges, de même que celui de Heidi Diethelm au pistolet de sport petit calibre. Marcel Bürge et Simon Beyeler, carabine 50m position couché, se sont livrés un combat au plus haut niveau pour le gain de la médaille d’or. Chez les juniors, carabine 50m, Jan Lochbihler, champion d’Europe, s’est imposé. La révélation, par contre, fut Christoph Dürr, âgé de 16 ans, qui remporta la médaille d’argent. Au match trois positions carabine 50m, très réputé, Claude-Alain Delley a repoussé les participants des JO aux places d’honneur. Les collectionneurs de médailles les plus décorés à Thoune furent Guido Muff (1médaille d’or, 5 d’argent et 2 de bronze) et Claude-Alain Delley (3 médailles d’or et 2 de bronze).  ●

Während der SM-Woche in Thun rehabilitierten sich Olympiateilnehmer mit Topleistungen. Medaillenhamsterer waren aber Claude-Alain Delley (5/Gewehr) und Guido Muff (7/ Pistole). Eine Woche mit über 40 Entscheidungen Gewehr/Pistole ist nicht nur für das das Helferteam anstrengend, sondern auch für vie-

Die besten im CISM-Schnellfeuer (v.l.): Rafael Bereuter, Claude-Alain Delley und Olivier Schaffter. le Athleten ungewohnt. Trotzdem wurden viele Topergebnisse geschossen. Annik Marguets Schweizer Rekord im Dreistellungsmatch ist da ebenso hervorzuheben wie der Rekord von Heidi Diethelm mit der Sportpistole. Auf höchstem Niveau war der Kampf um Gold im Liegendmatch Gewehr 50m zwischen Marcel Bürge und Simon Beyeler. Bei den Junioren Gewehr 50m dominierte Europameister Jan Lochbihler, die Entdeckung war aber der erst 16-jährige Christoph Dürr auf dem Silberplatz. Im hochstehenden Dreistellungsmatch Gewehr 50m verwies Claude-Alain Delley gleich drei Olympiateilnehmer auf die Ehrenplätze. Die erfolgreichsten Medaillensammler waren in Thun Guido Muff (1xGold, 5xSilber, 1xBronze) und Claude-Alain Delley (3xGold, 2x Bronze).  ●

Alle SM-Medaillengewinner Gewehr 50m Männer, Liegendmatch: 1. Marcel Bürge (Lütisburg) 701,3 (598/103,3). 2. Simon

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Senioren. Liegendmatch: 1. Ruffin Gasser (Belp) 694,8 (592/102,8). 2. Peter Haltiner (Teufenthal) 694,4 (592/102,4). 3. Kurt Schnüriger (Ebikon) 693,1 (593/100,1). 3x20: 1. Toni Küchler (Sachseln) 658,3 (570/88,3). 2. Christoph Frei (Unterstammheim) 657,3 (563/ 94,3).3. Martin Liebi (Zweisimmen) 653,9 (567/86,9). Veteranen. Liegendmatch: 1. Gilbert Boulaz (Morges) 689,8 (587/ 102,8). 2. Dominique Wohnlich (Coinsins) 688,5 (588/100,5). 3. Andre Devaud (Villars sur Glane) 687,9 (588/99,9). Juniorinnen. Liegendmatch: 1. Fabienne Füglister (Bern) 593. 2. Céline Spichtig (Wildhaus) 592. 3. Marina Bösiger (Derendingen) 591. 3x20: 1. Jasmin Simath (Herrliberg) 670,9 (572/ 98,9). 2. Barbara Schläpfer (Gais) 669,4 (574/95,4). 3. Vanessa Hofstetter (Gümmenen) 669,4 (575/94,4). Junioren. Liegendmatch: 1. Jan Lochbihler (Holderbank SO) 698,0 (594/ 104,0). 2. Roberto May (Beckenried) 693,7 (592/101,7). 3. Martin Imhof (Glis) 692,5 (589/103,5). 3x40: 1. Jan Lochbihler (Holderbank SO) 1262,7 (1164/ 98,7). 2. Christoph Dürr (Gams) 1248,8 (1158/90,8). 3. Sandro Greuter (Heiligkreuz) 1243,1 (1146/97,1). IPC. Liegendmatch: 1. Olivier Gradel (Saxon) 569. 2. Samuel Balli (Grenchen) 565. Ausgabe 10 // Oktober 2012


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Gewehr 300m Frauen. Liegendmatch: 1. Bettina Bucher (Hitzkirch) 595. 2. Marina Schnider (Wangs) 593. 3. Marlis von Allmen (Egliswil) 592. 3x20: 1. Myriam Brühwiler (St. Gallen) 580. 2. Andrea Bürge (Lütisburg) 574. 3. Marina Schnider (Wangs) 573. Männer. Liegendmatch: 1. Stefan Brühlmann (Arbon) 599. 2. Marco Müller (Klingnau) 597. 3. Rafael Bereuter (Villmergen) 595. 3x40: 1. Marcel Bürge (Lütisburg) 1168. 2. Rafael Bereuter (Villmergen) 1165. 3. Marco Müller (Klingnau) 1164. Standardgewehr 3x20: 1. Marcel Bürge (Lütisburg) 587. 2. René Homberger (Grafstal) 586. 3. Claude-Alain Delley (SaintAubin) 585. CISM-Schnellfeuer: 1. Claude-Alain Delley (Saint-Aubin) 565. 2. Rafael Bereuter (Villmergen) 563. 3. Olivier Schaffter (Bassecourt) 562. CISM Kombination: 1. Claude-Alain Delley (Saint-Aubin) 1150. 2. Marcel Bürge (Lütisburg) 1149. 3. Olivier Schaffter (Bassecourt) 1140. Standardgewehr, 2x30: 1. Fredi Ronner (Linthal) 584-23. 2. Michael Burch (Sarnen) 584-22. 3. Rolf Hodel (Malters) 582. Sturmgewehr 57. 2x30: 1. Bruno Kellenberger (Rorschacherberg) 554 SR. 2. Walter Schumacher (Veltheim) 544. 3. Bruno Baumgartner (Pfäffikon) 536. Sturmgewehr 90. 2x30: 1. Robert Studer (Castrisch) 554. 2. Gerhard Kesseli (Dallenwil) 553. 3. Hansbeat Vogler (Sachseln) 549. Karabiner. 2x 30: 1. Edi Fischer (Willadingen) 547. 2. Heinz Tschanz (Twann) 545. 3. Felix Wägli (Belp) 544. Senioren, Liegendmatch: 1. Peter Haltiner (Teufenthal) 593. 2. Urs Brazerol (Schmitten) 592. 3. Pierre-Alain Dufaux (Granges-Paccots) 589. Senioren. Standardgewehr 2x30: 1. Pierre-Alain Dufaux (Granges-Paccots) 586. 2. Kurt Maag (Höri) 585. 3. Erwin Stalder (Willisau) 583. Nachwuchs. 3x20: 1. Christoph Dürr (Gams) 572. 2. Roberto May (Beckenried) 568. 3. Pascal Bachmann (Wila) 560. Pistole 25m Männer. Standardpistole: 1. Christian Klauenbösch (Bottenwil) 561. 2. Guido Muff (Rothenburg LU) 557. 3. Markus Abt (Aeschi SO) 555. Sportpistole: 1. Marc Wirth (Wermatswil) 581. 2. Guido Muff (Rothenburg) 575. 3. Renato Kissling (Niederhasli) 574. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

Guido Muff hat gleich 7 SM-Medaillen erkämpft.  Zentralfeuerpistole: 1. Guido Muff (Rothenburg) 576. 2. Christof Gerber (Schwarzhäusern) 575. 3. Toni Suter (Oberglatt) 570. CISM Schnellfeuer: 1. Toni Suter (Oberglatt) 584. 2. Guido Muff (Rothenburg) 575. 3. Hansruedi Götti (Marbach) 571. CISM Kombination: 1. Toni Suter (Oberglatt) 1154. 2. Guido Muff (Rothenburg) 1151. 3. Hansruedi Götti (Marbach) 1140. Schnellfeuerpistole: 1. David Schafroth (Hindelbank) 30 FSR (571). 2. Toni Suter (Oberglatt ZH) 28 (577). 3. Guido Muff (Rothenburg) 19 (571). Frauen. Sportpistole: 1. Heidi Diethelm Gerber (Märstetten) 796,2 (588 SR/208,2 FSR). 2. Doris Burkhardt (Schöftland) 772,6 (575/ 197,6). 3. Maria Schafroth (Hindelbank BE) 759,2 (561/ 198,2). Juniorinnen. Sportpistole: 1. Sofie Lehmann (Chur) 766,8 (563/203,8). 2. Madeleine Martin (Frenkendorf) 748,6 (549/ 199,6). 3. Martina Neuenschwander (Uttigen) 746,8 (556/190,8).

Bild: Alessandro Masucci Junioren: 1. Andreas Riedener (Untereggen) 574. 2. Christoph Lüthi (Aeschau) 572. 3. Christian Klauenbösch (Bottenwil) 570. IPC: 1. Patrik Plattner (Hermetschwil) 545. 2. Robert Casanova (Ilanz) 529. 3. Paul Studer (Wangen) 526. Pistole 50m Junioren. Freipistole: 1. Andreas Riedener (Untereggen) 635,3 (538/ 97,3). 2. Simon Liesch (Zürich) 616,8 (524/Final 92.8). 3. Philipp Wetzel (Bütschwil) 616,4 (530/ 86,4). Männer. Freipistole: 1. Dieter Grossen (Klingnau) 637,8 (547/ 90,8). 2. Theo Dietschi (St. Gallen) 635,2 (549/86,2). 3. Steve Demierre (Peney-le-Jorat) 632,5 (541/91,5). Sportpistole B: 1. Andreas Kissling (Neuendorf) 575. 2. Guido Muff (Rothenburg) 573. 3. Patrik Hunn (Waltenschwil) 571. IPC: 1. Patrik Plattner (Hermetschwil) 505. 2. Paul Studer (Wangen) 464. 3. Peter Käch (Rüti b.B.) 440.

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«Ufe, häre und päng!» Seit 1959 hat er keine Schweizer Meisterschaft verpasst: Manfred Spörri, Jahrgang 1936, der älteste Teilnehmer in Thun. Aber grossen Spass am Schiessen hat er immer noch. Und das soll auch weiter so bleiben. Von René Wicki Manfred Spörri hat sein Motto: «Das Loch im Karton ist die Quittung für deine Vorbereitung, das sage ich stets allen Jungschützen!» Und trifft damit den Nagel auf den Kopf. A propos treffen: Natürlich trifft der Spörri Manfred von heute nicht mehr so sicher wie anno dazumal. Zum Beispiel beim Eidgenössischen in Luzern 1979: Zwei Mal das Maximum im Stich. Bis in die letzte Serie ohne Punktverlust, Schliesslich 1 Punkt unter dem Höchstresultat. «Die Leute haben gejubelt wie beim Fussball, als hätte ich ein

Tor geschossen!» schwärmt Spörri noch immer von diesem Anlass. Aber von nichts kommt nichts. Schliesslich trainiert der Zürcher auch 2012 noch zweimal wöchentlich. Seine Zielsetzung für die SM? «Dass ich mich nicht schämen muss am Schluss», sagt er schmunzelnd. Zum Schiesssport kam Manfred Spörri, natürlich, ist man versucht zu sagen, durch seinen Vater. Er brachte ihn zum Schiessen, er löste diesen Enthusiasmus in ihm aus, der bis heute erhalten blieb. 1959 war das. Damals noch mit dem Gewehr. Sein Leben bestand aus Studium am Abendtechnikum und Schiesssport. Dann kam der Wechsel. Spörri stellte um auf Pistole. «Irgendwann wurde mir der Aufwand mit dem Gewehr zu gross. Mit der Pistole geht das alles etwas einfacher.» Sagts, nimmt das Arbeitsgerät aus dem Koffer und postiert professionell für das Fotoshooting. Etwas neidisch schau-

en die Schützenkollegen im Schiessstand zu. Spörri nimmts zur Kenntnis und lächelt. Der älteste Teilnehmer der Schweizer Meisterschaften 2012 ist in seinem Element. Ach ja, schämen muss er sich natürlich nicht. Rang 26 in der gemischten Rangliste mit Senioren und Veteranen. Eigentlich wollte er sich einen Platz im Ranglistenmittelfeld sichern. Aber der gesellige Nachmittag mit den Schützenkameraden entschädigte für den einen oder anderen nicht ganz geglückten Schuss. Und den Jüngeren wird er weiter seine Tipps weitergeben: «Ufe, häre und päng, das funktioniert auch heute noch prima!» Und schämen muss sich einer wie Spörri sowieso nicht. 2013 wird er wieder mit von der Partie sein. Wetten…, dass? ●

Manfred Spörri ist seit Jahren regelmässiger SM-Teilnehmer. 16  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

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Succès grâce d’expérience, de travail et de plaisir Erfolg dank Erfahrung   Teamwork und Lockerheit Les pistoliers de l’Arquebuse de Genève. Ce sont 10 à 12 personnes encadrées par deux moniteurs de tir, qui voyagent ensemble pour prendre régulièrement part à des compétitions. Au préalable, Serge Favre, moniteur responsable, forme les équipes, souvent dans des constellations différentes, en fonction de l’objectif fixé. La recette semble fonctionner. L’Arquebuse s’est arrogée à Thoune pour la première fois le titre de Groupe champion suisse au pistolet 25m. De Simon Binz En ce qui concerne l’âge des participants, le groupe victorieux de l’Arquebuse est bien modulé. Autant les membres de ce groupe se distinguent les uns des autres, autant leurs voies d’accès au tir sportif ont été différentes. C’est son père qui, il y a environ 25 ans, a initié Françoise Deresse au tir et Steve Demierre, membre de l’équipe nationale, a passé du pentathlon au tir voici 10 ans, alors que Julien Hisler a découvert sa passion pour le tir il y a plus de 20 ans, lors d’une visite dans un stand. Tout autre fut le cheminement du doyen du groupe, Liborio Gattuso, qui avait d’abord opté pour le karaté. « Après m’être blessé, j’ai eu du temps pour m’adonner à d’autres choses et c’est ainsi qu’un ami, il y a de cela un peu plus de 30 ans, m’a fait une démonstration de tir ». J’ai très vite remarqué qu’au tir aussi il fallait faire preuve de calme et de concentration, tout comme au karaté «et en outre j’en avais assez d’encaisser et de distribuer des coups» explique-t-il, déclenchant ainsi le rire de ses coéquipiers. Ils ont tous très vite pris goût au tir sportif. «Un coup peut décider entre victoire et défaite et c’est cette certitude qui rend ce sport si fascinant», explique la française Françoise Deresse, qui a fait partie de l’Equipe nationale française de 1992 à 1997 et a défendu les couleurs françaises lors des Jeux Olympiques de 1992 à Barcelone. Le Ausgabe 10 // Oktober 2012 

Les pistoliers de l'Arquebuse de Genève. vétéran Liborio Gattuso, membre de l’Arquebuse depuis 27 ans déjà, considère comme point le plus important le fait qu’en tant que sportif d’élite il faut constamment se remettre en question. Cette mentalité lui a permis d’accéder en 1989 au Cadre national suisse, où il est resté pendant quatre ans. Depuis l’an 2000, il met aujourd’hui ses connaissances et les fruits de sa longue expérience au profit de la FST, en tant qu’entraîneur de la promotion de la relève. Un bon mélange d’expérience, de travail d’équipe et de plaisir semble être la clé du succès de l’Arquebuse de Genève - où est-ce qu’il y a encore autre chose? Marc De Montet, un autre tireur de l’Arquebuse qui assiste à notre entretien dit en riant: «oui, il y a les gri-gri» et sur ces propos, tous les membres du team, entraîneur inclus, sortent de leur poche une coquille de noix peinte d’un visage souriant. Selon le moniteur Favre, cette coquille doit les protéger des mauvais coups. Pour Liborio Gattuso c’est bien entendu une blague. «Non, non, ce n’est pas une blague» contre Favre et les rires emplissent à nouveau le local. Blague ou non, la compétence et l’expérience des membres de l’équipe ont fait la différence à Thoune. Ainsi le moni-

teur responsable Favre se montrait très satisfait de la performance de son groupe et il va certainement aussi en vue de la prochaine compétition fabriquer quelques «gri-gri» qui, preuve à l’appui, ont été très efficaces.  ●

Die Pistoleschützen von L‘Arquebuse Genève. Das sind zehn bis 12 Personen die von zwei Schützenmeistern unterstützt werden und jeweils alle zusammen an die Wettkämpfe reisen. Im Vorfeld bildet Schützenmeister Serge Favre jeweils die Teams. So entstehen immer unterschiedliche Konstellationen. Das Rezept scheint aufzugehen. L‘Arquebuse Genève sicherte sich in Thun zum ersten Mal den Titel des Schweizer Gruppenmeistermeisters Pistole 25m. Punkto Alter ist das Gewinnerteam von L‘Arquebuse Genève bunt durchmischt. Genauso unterschiedlich sind die Teammitglieder zum Schiesssport gekommen sind. Der Vater hat Françoise Deresse vor rund 25 Jahren das Schiessen näher gebracht, Nationalmannschaftsschütze Steve Demierre

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hat vor rund zehn Jahren vom 5-Kampf zum Sportschiessen gewechselt, einen Tag der offenen Tür hat der Franzose Julien Hisler vor 20 Jahren besucht und so seine Leidenschaft zum Schiessen entdeckt. Noch anders verlief es beim ältesten der Gruppe Liborio Gattuso, der seine sportliche Laufbahn mit Karate begonnen hatte. «Als ich mich verletzte, hatte ich Zeit für andere Dinge und so hat mir ein Freund damals vor gut 30 Jahren das Sportschiessen gezeigt.» Schnell habe er bemerkt, dass er für das Schiessen dieselbe innere Ruhe und Konzentration wie für das Karate benötige, «und ausserdem hatte ich genug davon, Schläge zu verteilen und einzustecken», erklärt er und löst zugleich Gelächter bei seinen Teamkameraden aus. Schnell seien sie alle dem Schiesssport verfallen. «Ein Schuss kann über Sieg und Niederlage entscheiden, und diese Gewissheit macht den Schiesssport so spannend», sagt die Französin Françoise Deresse, die von 1992 bis 1997 für das französische Nationalkader schoss und ihr Land an den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona vertrat. Urgestein Liborio Gattuso, der bereits 27 Jahre Mitglied bei l‘Arquebuse ist, bezeichnet als wichtigsten Punkt, dass man sich als Elitesportler immer wieder in Frage stellen muss. Diese Mentalität hat ihn im Jahr 1989 bis 1993 auch vier Jahre in das Nationalkader gehievt. Heute gibt er seine lange Erfahrung und sein Wissen seit dem Jahr 2000 im Dienst des SSV als Trainer Promotion weiter. Eine Mischung von Erfahrung, Teamwork und der Spass am Schiessen scheinen den Erfolg von L‘Arquebuse Genève auszumachen – oder spielt noch etwas anderes eine Rolle? Marc De Montet, ein weiterer Schütze von Arquebuse, der dem Gespräch beiwohnt, lacht: «Ja der ‹Gri-Gri›», und bei diesem Stichwort greifen alle Teammitglieder, inklusive Trainer in die Hosentasche und zeigen eine, mit einem lachenden Gesicht bemalte, Nussschale. Diese soll sie laut Schützenmeister Serge Favre vor schlechten Schüssen bewahren. Liborio Gattuso erklärt sachlich, das Ganze sei natürlich als Witz zu verstehen. «Non, non das ist kein Witz», kontert Schützenmeister Favre und wieder füllt Gelächter den Raum. Ob Witz oder nicht, das Können, die Lockerheit und Erfahrung der Teammitglieder machten in Thun den Unterschied. So zeigt sich auch Schützenmeister Favre mehr als zufrieden mit seinem Team und wird wohl auch beim nächsten Wettkampf wieder «Gri-Gri‘s» herstellen, denn diese haben sich bewährt. ●

Gruppenmeister heissen   Aarau und Wil Aarau im Feld A (Sportgewehr) und Wil im Feld D (Armeegewehr) holten sich im Zürcher Albisgüetli die Titel der Schweizer Gruppenmeisterschaft Gewehr 300m. Von Iris Bossert Die Schweizer Gruppenmeisterschaft ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil in jedem Vereinsprogramm, die Finalteilnahme oder zumindest ein achtbares Resultat beim Ausscheiden in einer der harten Hauptrunden das Ziel. So wundert es nicht, dass sich trotz garstigem Wetter im Albisgüetli sehr viele Zuschauer einfanden, um aus erster Hand zu erfahren, wer Schweizer Gruppenmeister wird. Dies führte zu einer tollen Stimmung und einem gelungenen Anlass. Mit Aarau und Wil setzten sich in diesem Jahr nach drei Finalrunden Gruppen aus traditionsreichen Stadtvereinen durch. Aaraus Quintett Jörg Fankhauser, Stefan Bereuter, Jürg Luginbühl, Rafael Bereuter und Thomas Köchli war im Feld A (Sportgewehr) vom ersten Durchgang an immer in der Spitzengruppe dabei, brauchte aber am Schluss auch das Glück des Tüchtigen, um Willisau und Höri auf die Ehrenplätze zu zwingen. Noch klarer war die Entscheidung zu Gunsten Wils im Feld D (Armeegewehr). Zweitbestes Resultat zu Beginn, dann zweimal klare Bestleistung brachten den Titel für Urs Gebert, Christian Hälg, Guido Hälg, Robert Weilenmann und Hans-Rufolf Hildebrand. FELD A (Sportgewehr): Bereits nachder ersten Runde mussten einige Favoriten die Koffer packen, die in früheren Jahren auf dem Podest gestanden hatten. So schied denkbar knapp der Vorjahresdritte Gams aus. Das punktgleiche Ibach-Schönenbuch holte dank des besseren Einzelresultats den letzten Halbfinalplatz. Auch Gonten verfehlte die Qualifikation für die nächste Runde. Im Halbfinal waren für den Finaleinzug 962 Punkte gefordert. So blieben nicht nur Tafers und Ried-Brig-Glis hängen. In den Final schafften es Höri, Aarau, Willisau-

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Land und Ibach-Schönenbuch. Damit waren alle Zutaten für einen spannenden Final beisammen. Knapp fiel dann auch die Entscheidung aus. Die ersten Drei klassierten sich innerhalb von drei Punkten. Verdienter Sieger wurde Aarau, das mit Jörg Fankhauser, Stefan Bereuter, Jürg Luginbühl, Rafael Bereuter und Thomas Köchli am meisten Leistungskonstanz aufwies. Alle fünf Schützen erreichten mehr als 190 Punkte. WillisauLand 1 verdrängte Höri auf den Bronzeplatz mit nur einem Punkt Differenz. Feld B (Ordonnanzgewehr): Im doppelt so grossen Teilnehmerfeld gestaltete es sich schwieriger, Favoriten auszumachen. Auffällig war jedoch, dass von 32 Mannschaften ganze 17 aus dem Kanton Bern stammten. Drei erreichten dann auch den Final der besten Acht. Vom letztjährigen Podest überstand keine Mannschaft die erste Runde: Tomils und Limpach scheiterten und Eggersriet-Grub qualifizierte sich nicht für die Finalrunden. Nach der ersten Runde erreichte nur Sent ein Total von über 700 Punkten. Im Halbfinal fiel es dann zurück und verfehlte den Final deutlich. Ähnlich erging es im Halbfinal FlühliSörenberg 1. Mit 704 Punkten schossen sie das höchste Resultat des Tages, konnten dies im Final aber nicht bestätigen und klassierten sich auf dem 7. Rang. Im Finale lieferten sich Lauffohr, Romont und Guggisberg ein enges Rennen. Mit jeweils nur einem Punkt Unterschied sicherten sie sich in dieser Reihenfolge die Plätze 2 bis 4. Eine eindrückliche Leistung zeigten die Wiler Stadtschützen mit Urs Gerber, Christian Hälg, Guido Hälg, Robert Weilenmann und Hans-Rudolf Hildebrand. Sie sicherten sich den Schweizer Meistertitel mit zehn Punkten Vorsprung.  ● Resultate: www.swissshooting.ch

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Auch wenn's hinter Wil «nur» zu Ehrenplätzen reichte, jubeln auch die Schützen von Laufohr und Romont.

Die Meistergruppe von Aarau . Ausgabe 10 // Oktober 2012 

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Riedener, Stritt,   Abt et Jeker ont triomphé La finale pistolet 50m, discipline reine, a connu un nouveau point culminant après les championnats suisses, au stand de tir du Vernand à Lausanne. Les vainqueurs des championnats individuels y ont été désignés dans quatre classes d’âge différentes. De Othmar Casutt Cette formule de compétition a démontré une fois de plus qu’elle était attractive. C’est précisément pour cela qu’à l’avenir on ne se posera pas la question de savoir si oui ou comment, mais au contraire quand cette finale devra être disputée. Même si le nombre des participants a légèrement diminué lors des poules de qualification d’avril à juillet, les dix tireurs qualifiés pour la finale, à Lausanne, ont été présents sans exception, contrairement aux années passées. Le fait que le nombre minimal de tireurs ne fut justement pas atteint dans les classes U16 à U20 devrait faire réfléchir les responsables des départements de la relève des sociétés. L’importance de ce championnat a été soulignée une nouvelle fois par la participation de plusieurs tireurs de pointe ainsi que par la présence d’importants représentants de la fédération : RogerRené Müller (chef du Centre de compétences Sport populaire), Dölf Fuchs (chef du département pistolet) et Krzysztof Kucharczyk (chef entraîneur pistolet). Michel Ansermet, ancien entraîneur national et médaillé d’argent aux J.O. de Sydney a été aperçu parmi les spectateurs à l’occasion d’une compétition de tir, après une longue absence. La chance de se qualifier pour une finale et d’éprouver cette sensation forte est offerte à chaque participant, de manière beaucoup plus intense que lors d’autres matchs. Ce sont finalement des athlètes connus qui se sont imposés dans les quatre catégories, d’autres, comme par exemple l’ex-tireur de l’équipe nationale Oliver Moraz, ont dû reconnaître que les finales ont encore, et toujours, leurs propres lois. Le championnat individuel 50m de la relève, organisé magistralement par Roland Stebler, s’est avéré très attractif. C’est en effet un prix d’honneur de Morini Competi-

Vier Spezialisten mit der Freipistole. tion Arms SA, un trophée de valeur exceptionnelle, qui sourit au vainqueur et qui ne peut être gagné qu’une seule fois. Le gagnant 2012 est Christian Klauenbösch (Bottenwil) qui était encore à égalité de points en demifinale avec le vainqueur ultérieur Andreas Riedener (Untereggen), qui s’inclina cependant de peu en finale. ● Résultats: www.swissshooting.ch

Die Königsdisziplin Pistole 50 m erlebte in Lausanne einen weiteren Höhepunkt. In vier verschiedenen Alterskategorien wurden die Sieger der Einzelmeisterschaft ermittelt. Einmal mehr zeigte sich, wie attraktiv die Formel dieses Wettkampfes ist. Gerade deshalb stellt sich für die Zukunft nicht die Frage ob und wie, sondern höchstes wann dieser Final ausgetragen werden soll. Auch wenn die Zahl der Teilnehmer am Qualifikationswettkampf von April bis Juli leicht rückgängig war, die zehn Qualifizierten für den Final in Lausanne nahmen im Gegensatz zu früheren Austragungen praktisch lückenlos teil. Dass diese Quorum ausgerechnet bei den U16 – U20 nicht voll ausgeschöpft werden konnte, sollte die Verantwortlichen in den Nachwuchsabteilungen der Vereine zum Nachdenken anregen. Die Bedeutung des Wettkampfes wurde

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einmal durch die Teilnahme einiger Spitzenschützen unterstrichen, dann aber auch durch die Präsenz prominenter Verbandsvertreter: Roger-René Müller (Leiter Kompetenzzentrum Breitensport), Dölf Fuchs (Abteilungsleiter Pistole) und Krzysztof Kucharczyk (Cheftrainer Pistole). Erstmals seit Jahren war auch der ehemalige Chef Leistungssport und Silbermedaillengewinner von Sydney, Michel Ansermet, als Besucher an einem Schiesssportanlass zu sehen. Wie in keinem anderen nationalen Wettkampf bietet sich den Teilnehmern die Chance, sich für einen Final zu qualifizieren und dessen Nervenkitzel zu erleben. In allen vier Kategorien setzen sich schliesslich bekannte Athleten durch, andere wie zum Beispiel ex-Nationsmannschaftsschütze Oliver Moraz mussten erkennen, dass Finals immer noch ihre eigenen Gesetze haben. Besonders attraktiv ist die von Roland Stebler hervorragend organisierte Einzelmeisterschaft Pistole 50 m für den Nachwuchs, winkt doch dem Sieger mit einem Ehrenpreis der Morini Competition Arm S.A. eine aussergewöhnlich wertvolle Siegestrophäe, die nur einmal gewonnen werden kann. Gewinner 2012 ist Christian Klauenbösch (Bottenwil), der im Halbfinal noch punktgleich mit dem späteren Sieger Andreas Riedener (Untereggen) rangiert war, im Final jedoch knapp unterlag. ● Resultate: www.swissshooting.ch

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Stargast

Martina Kochers Kampf gegen die Ungeduld Martina Kocher lutte contre sa propre impatience

Martina Kocher in ihrem Element, im Eiskanal. 

Geduld sei dann gar nicht ihre Stärke, sagte die Schweizer Rennrodlerin Martina Kocher zu Beginn des Schiessens in der 10m-Anlage in Schwadernau BE. Die Siebente der Olympischen Spiele 2010 verstand es schliesslich aber ganz gut, ihre Ungeduld während über dreier Stunden im Zaum zu halten. VON DANIEL GOOD Das Schiessen mit dem Sturmgewehr gehört nicht zu ihren Lieblingsbeschäftigungen, trotzdem erscheint die Sportsoldatin beim Zeitmilitär interessiert und gespannt zum Ausgabe 10 // Oktober 2012 

Bild: Keystone

Training mit dem Luftgewehr und der Luftpistole. Sie stellt immer wieder Fragen, die ihr Ausbildner Paul Gertsch jederzeit kompetent beantwortet.

Onkel als Coach Das Interesse kommt nicht von ungefähr. Martina Kocher hat reichlich «Schiess-Gene» in sich. In Ihrer Familie väterlicherseits sind sie begeisterte Schützen. Sogar die Cousinen schiessen. Das Elternhaus ihres Vaters Heinz steht beim Schiessstand Thörishaus. «Wenn wir auf Besuch waren, kriegten wir natürlich einiges mit», sagt Martina Kocher. Beim Obligatorischen schafft sie mit dem Sturmgewehr zwischen 60 und 70 Punkte.

Martina Kocher… … ist die erste Schweizer Rennrodlerin von Weltklasse-Format. Die am 14. März 1985 geborene Bernerin beendete das olympische Rennen 2010 in Vancouver im siebten Rang und ergatterte damit ein Diplom, wozu es ihr vier Jahre zuvor in Turin knapp nicht gereicht hatte. Zum Palmares der Sportlehrerin zählen viele Top-10-Klassierungen im Weltcup und zahlreiche Schweizer Meistertitel. Auch als Diskuswerferin kam sie schon zu Ehren an den Landesmeisterschaften: 2007 gewann sie in der Kategorie U23 Bronze. Weitere Infos: www.martinakocher.ch

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Walter Oesch zeigts vor...  Als Coach steht ihr jeweils der Onkel zur Seite. Das Erlernen des Pistolenschiessens scheint ihr reichlich Spass zu bereiten, auch wenn sie nicht schon beim zweiten Schuss eine 9 oder 10 trifft. «Das ist ganz gut so. Schiessen ist eine sehr anspruchsvolle Sportart. Da kann man nicht einfach hin stehen und auf Anhieb reüssieren», sagt Trainer Gertsch. «Es <gwagglet> ständig», sagt Martina. «Ganz ruhig ist es bei niemandem. Du musst nur zum richtigen Zeitpunkt abdrücken», entgegnet Gertsch. Er berichtet von den Olympischen Spielen, von den beiden 91er-Serien, mit denen 25m-Europameisterin Heidi Diethelm ihren Wettkampf begann und sagt: «Bei ihr hat es sicher auch <gwagglet>!» Martina bekommt allmählich das Gewicht der (fünfschüssigen) Pistole zu spüren. Sie erkundigt sich nach dem olympischen Wettkampf-Programm. 40 Schüsse, so die Antwort. Martina fragt etwas bange: «Und darf man die Pistole dabei nie absetzen?» Doch, doch! Man muss ja auch laden. Als sie hört, dass stundenlange Halteübun-

Bild: René Wicki gen zum regelmässigen Training gehören, ist Martina Kocher wohl froh, als Spitzensportlerin im Eiskanal gelandet zu sein. Trotzdem steigert sie ihre Ausbeute mit der Pistole fortlaufend. Sogar ein «Perfekt!» vermag sie Paul Gertsch zu entlocken. Aber logisch: Nach 45 Minuten Üben kann Martina nicht nur 9er und 10er schiessen. Niemand kann das! Am meisten Spass hat Martina sichtlich an den Fünfer-Serien. Da muss sie ihre Ungeduld nicht mehr bändigen. Und die Trefferquote ist anständig. Aber Schiessen ist nicht so einfach, wie es aussieht.

Ans Gewehr! Es ist schon lange ziemlich warm in der Schiessanlage Zelgli am Nidau-Büren-Kanal (Aare). Trotzdem zwängt sich Martina in die Schiessjacke. Jetzt steht Gewehrschiessen auf dem Programm. Ausbildner Walter Oesch erklärt die Ausrüstung, berichtet von den Tricks, mit denen ihn, das internationale Jury-Mitglied, Athleten übers Ohr hauen wollten. Und wie er sie entlarvte. Dann sagt Walter: «Der Zehner ist einen halben Millimeter gross.». «Oh je», sagt Martina und

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befürchtet schon das Schlimmste. Aber sie kommt ziemlich gut zu Recht mit dem neuen Sportgerät, obschon sie das Gewehr (5kg) ziemlich schwer findet. Auch die Schiessjacke setzt Martina Kocher zu: «Bequem ist anders.» Sie scheint Krämpfe zu bekommen,

Martina Kocher… … est la première lugeuse suisse de classe mondiale. Cette bernoise, née le 14 mars 1985, termina la course olympique en 2010 à Vancouver au septième rang et obtint ainsi un diplôme, ce qu’elle avait manqué de peu quatre ans plus tôt à Turin. Au palmarès de cette femme professeur d’éducation physique, on trouve de nombreux classements dans les 10 premières de la Coupe du monde ainsi que plusieurs titres de championne suisse. Elle a occupé également en tant que lanceuse de disque des places honorables lors de championnats nationaux : ainsi, en 2007 elle gagna la médaille de bronze de la catégorie U23. Pour de plus amples informations: www.martinakocher.ch

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...und Martina Kocher setzt um.  aber Walter Oesch beugt vor. Streng sei es, immer zu stehen. Und in ihrer Sportart, dem Rennrodeln gelte es, so wenig wie möglich zu schauen, im Schiessen aber seien die Augen von zentraler Bedeutung.

Millimeter als Scharfrichter Parallelen zwischen ihrer Sportart und dem Schiessen erkennt Martina freilich auch: «Es geht um Präzision, aber in einer anderen Form, und um Konzentration und Abgeklärtheit.» Im Rennrodeln wie im Schiessen sind Millimeter meistens matchentscheidend. Eine bittere Erfahrung machte Kocher diesbezüglich an den Olympischen Spielen 2006, als sie den achten Platz um bloss 18 Tausendstelsekunden verpasst hatte. Sie trainiert im Sommer wie die Spitzenschützen zwischen 26 und 30 Stunden. Walter Oesch bedauerte im Nachgang des Schiesstrainings, dass Martina nicht Schützin geworden ist: «Sie hat es heute sehr gut gemacht. Mit dem Aufwand, den sie fürs Rodeln betreibt, wäre Martina sicher eine Spitzenschützin geworden.» Auf jeden Fall wird Martina Kocher ihAusgabe 10 // Oktober 2012 

Bild: René Wicki ren deutschen Kolleginnen, mit denen sie als einzige Schweizer Weltcup-Rennrodlerin im Winter unterwegs ist, von ihrem Erlebnis im Schiessstand erzählen. «Wir sprechen häufig über das Schiessen. Es gibt mega Unterschiede zwischen den beiden Ländern. Die Deutschen können es nicht glauben, dass fast jeder Schweizer eine Waffe zu Hause im Schrank hat», sagt Martina Kocher, die während Jahren das Zimmer mit Tatjana Hüfner, der weltbesten Rodlerin, teilte.  ●

La patience n’est pas son point fort, s’exprime la lugeuse suisse Martina Kocher au début de notre rencontre dans le stand 10m de Schwadernau BE. La septième du palmarès des Jeux Olympiques 2010 a toutefois bien réussi à maîtriser son impatience pendant plus de trois heures. Bien que le tir avec le fusil d’assaut ne fasse pas partie de ses passe-temps favoris, la sportive actuellement militaire contractuelle se montre intéressée et curieuse de

voir ce qui l’attend, lorsqu’elle se présente à l’entraînement à la carabine et au pistolet à air comprimé. Elle pose de temps à autre des questions auxquelles le moniteur présent, Paul Gertsch, répond de manière très compétente.

Un oncle en tant que coach Ce n’est pas par hasard qu’elle est intéressée. Martina Kocher a passablement de gènes de tireurs en soi. Dans la famille de son père se trouvent plusieurs tireurs passionnés. Et même ses cousines pratiquent le tir. La maison où a grandi son père se trouve près du stand de tir de Thörishaus. «Lorsque nous y étions en visite, nous ne pouvions bien sûr pas nous soustraire à cette ambiance particulière», dit Martina Kocher. Au programme obligatoire avec le fusil d’assaut elle totalise 60 à 70 points et c’est alors que son oncle fait office de coach. L’apprentissage du tir au pistolet paraît lui procurer beaucoup de plaisir, même si elle ne fait pas un 9 ou un 10 déjà au second coup. «C’est très bien comme ça. Le tir est un sport très exigent. Il n’est pas possible de

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tout simplement prendre place et de réussir au premier essai», dixit l’entraîneur Gertsch. «Ça tremblote tout le temps!» rouspète Martina. «Personne n’est à même de tenir son pistolet sans bouger. Il te faut tout simplement déclencher le coup au bon moment», lui répond Gertsch. Il évoque alors les Jeux Olympiques, notamment la passe de 91 avec laquelle Heidi Diethelm, actuelle championne européenne à 25m, a débuté son programme. «Chez elle aussi, ça tremblait très certainement!» Martina commence tranquillement à ressentir le poids du pistolet (à cinq coups). Elle questionne au sujet du programme olympique de 40 coups et demande quelque peu anxieuse «on ne peut jamais poser son pistolet pendant le programme?» Si, si! Il faut aussi charger après chaque coup. Lorsqu’elle apprend qu’il est indispensable de s’entraîner régulièrement pendant des heures à tenir son pistolet en position de tir, Martina Kocher est heureuse d’avoir, en tant qu’athlète de haut niveau, «atterri» dans un couloir de glace. Elle est néanmoins capable d’augmenter continuellement sa performance avec le pistolet. Elle arrive même à décrocher un «parfait» des lèvres de Paul Gertsch. Mais bien logiquement: après 45 minutes d’exercice, Martina ne peut pas seulement faire des 9 et des 10. Personne ne le peut! Il est évident que les passes de 5 coups procurent le plus

de plaisir à Martina. Là elle ne doit plus contenir son impatience. Et le taux de succès est correct. Mais le tir n’est pas si simple qu’il paraît.

A la carabine! Il fait depuis un bon moment passablement chaud dans le stand du Zelgli, au bord du canal de Nidau à Büren (Aare). Néanmoins, Martina s’enfile dans une veste de tir. Maintenant il s’agit de s’appliquer à la carabine. Le moniteur Walter Oesch explique les particularités de l’équipement, évoque les trucs des athlètes essayant de tricher et comment il les a découvert lors de ses engagements en tant que juge international. Puis Walter précise «le dix a un diamètre d’un demi millimètre.» «Oh!», fait Martina, qui craint déjà le pire. Mais elle s’en tire bien avec cette nouvelle arme de sport, bien qu’elle la trouve passablement lourde (5 kg). La veste de tir entrave aussi les mouvements de Martina Kocher: «C’est tout qu’agréable.» Elle semble avoir des crampes, mais Walter Oesch intervient. C’est toujours pénible de rester continuellement debout. Et dans son sport, la luge, il y a lieu d’observer le moins possible, alors qu’au tir, les yeux sont d’une importance capitale.

précision, mais sous une autre forme, ainsi que de concentration et de calme.» En luge comme au tir, ce sont les millimètres qui font la différence. Kocher fit une expérience amère à ce sujet lors des Jeux Olympiques de 2006, lorsqu’elle rata la huitième place pour quelques 18 millièmes de seconde. Elle s’entraîne en été comme nos tireurs de l’élite, entre 26 et 30 heures par semaine. Walter Oesch déplore en fin de l’entraînement que Martina ne soit pas devenue tireuse. «Elle s’est très bien débrouillée aujourd’hui. Avec le même effort qu’elle fournit pour la luge, Martina serait très certainement devenue une tireuse de haut niveau.» L’hiver prochain, Martina Kocher va très certainement rapporter à ses collègues allemandes avec qui elle voyage en tant que la seule lugeuse suisse participant à la Coupe du monde, les expériences vécues au stand de tir. «Nous parlons souvent de tir. Il existe des différences méga entre les deux pays. Les allemands ne peuvent pas croire que presque tous les suisses ont une arme dans un placard à la maison», dit Martina Kocher, qui a partagé sa chambre pendant des années avec Tatjana Hüfner, la meilleure lugeuse au monde. ●

Les millimètres font la différence Martina découvre aussi des parallèles entre son sport et le tir. «Il s’agit toujours de

Wenn einer weiss wies geht, dann er: Paul Gertsch erklärt Martina Kocher die Pistole. 24  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

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«En tant que Romand souvent défavorisé!» Georges Rollier: «Als Romand oft benachteiligt» C’est un véritable passionné qui nous fait le plaisir de nous accorder un moment en sa compagnie afin d’évoquer sa belle et longue carrière. Dès notre arrivée au sein de son appartement du centre de Lausanne, nous sommes directement plongés dans l’univers du tir. par RaphaËl Cand En effet, les trophées sont omniprésents dans toutes les pièces de son habitat. Pendules, meubles, coupes ou encore tournedisque sont les objets qui témoignent des années de pratique de Georges Rollier. Les souvenirs sont également bel et bien là. Ce policier retraité pourrait d’ailleurs nous en parler pendant des heures. C’est en 1955, à l’âge de 32 ans, que Georges commence à aller régulièrement au sein des stands afin de s’entraîner. Il nous confie «qu’il a tout de suite eu beaucoup de facilité et de plaisir.» 3 ans plus tard, il participe pour la première fois aux éliminatoires de la sélection nationale. Les tirs se font dans des conditions climatiques exécrables et cela ne se passe pas très bien. Mais ce n’est que partie remise! 2 années s’écoulent et il réussit à se hisser dans l’équipe nationale suisse. Il y restera pendant 10 ans. Georges a eu la chance de sillonner les routes européennes afin de participer à de nombreux concours. Malheureusement, il pense avoir été victime d’injustice de la part du staff. D’après lui, le fait qu’il soit romand l’a souvent désavantagé. Il nous fait part d’une anecdote: «En 1965 ont eu lieu les championnats d’Europe à Bucarest et à cette occasion nous tirions avec une nouvelle carabine. 15 jours avant notre départ, le coach nous envoie le matériel et nous dit de nous entraîner avec jusqu’au concours. Deux semaines plus tard, nous faisons un entraînement tous ensemble et je finis 2ème. Malgré ce résultat, je ne suis que remplaçant alors que j’étais dans les 4 meilleurs. Le tireur qui Ausgabe 10 // Oktober 2012 

a concouru à ma place était zurichois et a finit dans les dernières places. Très fâché, j’ai voulu des explications de la part de l’entraîneur et ce dernier m’a dit que mon remplaçant avait besoin de s’entraîner en vue des championnats du monde de Wiesbaden en 1969. Championnats auxquels j’ai également participé!» Il estime avoir trop souvent été mis à l’écart alors que ses résultats étaient meilleurs que ceux de certains coéquipiers. Avec plus de succès, Georges a aussi fait partie de la sélection suisse de police durant 15 années et a remporté les championnats d’Europe en 1960. «Ce fut un de mes plus beaux souvenirs car je ne m’attendais vraiment pas à cela pour une première partici-

pation!» Cette réussite fut suivie par 15 titres de champion suisse de police et par de nombreuses médailles au niveau européen. A l’échelle nationale, Georges a eu de nombreux succès dont 5 titres de champion suisse. Mais ce sont ses performances sur la prairie du Grütli qui restent ses meilleurs souvenirs. Il fut roi en 1978 avec un score de 87 points sur 90. Deux ans plus tard, il revint et fut à nouveau 1er avec un record de 89 points sur 90. Malheureusement, il est impossible de gagner deux fois le concours, Georges ne fut donc pas couronné cette année-là. Ce grand champion a également décidé de transmettre son savoir au sein de l’équipe nationale de triathlon d’hiver. Il fut pendant 13 ans l’entraîneur de tir des ath-

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Rückblende

Oberstkorpskommandat Georg Reichlin gratuliert dem Gewinner der Rütli-Bundesgabe Georges Rollier.

lètes et voyagea en leur compagnie à travers le monde. Nous pouvons tirer un grand coup de chapeau à Georges Rollier qui a dédié une grande partie de sa vie à ce sport. Il nous confie «avoir même refusé une place d’inspecteur pour pouvoir continuer à vivre pleinement sa passion». Merci à ce tireur qui n’hésitait à partir sillonner les routes suisses tout seul à la recherche de concours afin de prendre du plaisir et de partager de belles expériences. ●

Begeistert und mit grosser Freude erzählt er uns von seiner schönen und spannenden Karriere. In seiner Wohnung sind die Trophäen allgegenwärtig. Wanduhren, Möbel, Schalen und sogar ein Plattenspieler zeugen von seinen aktiven Schützenjahren. Die Erinnerungen sind noch sehr lebendig. Der pensionierte Polizist könnte uns stundenlang davon erzählen. Im Jahr 1955, im Alter von 32 Jahren, war Georges Rollier regelmässig im Schützenstand beim Training. Er sagt, dass es ihm von Beginn weg leicht gefallen sei und viel Freude bereitet habe. Drei Jahre später bestritt er die verbandsinternen Ausscheidungen. Das Schiessen fand bei scheusslichem Wetter statt und lief entsprechend schlecht. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Nach zwei Jahre gelang es ihm in die schwei-

zerische Nationalequipe aufzusteigen. Während zehn Jahren Nationalmannschaft hatte er das Vergnügen, quer durch Europa zu reisen. Doch es gab auch negative Aspekte. Georges Rollier ist der Meinung, dass er seitens der Teamleitung ungerecht behandelt wurde. Nach seiner Auffassung wurde er als Romand oft benachteiligt. Zur Veranschaulichung erzählt er folgende Anekdote: «1965 fanden in Bukarest die Europameisterschaften statt. Bei dieser Gelegenheit schossen wir erstmals mit einem neuen Karabiner. 14 Tage vor der Abreise schickte uns der Coach das Material mit der Anweisung bis zum Beginn des Wettkampfes zu trainieren. Zwei Wochen später belegte ich bei einem gemeinsamen Training den zweiten Platz. Trotz diesem Resultat war ich nur Ersatzmann, obschon ich unter den besten vier figurierte. Der Schütze, der an meiner Stelle nominiert wurde, war ein Zürcher und beendete den Wettkampf auf den letzten Rängen. Ich war sehr verärgert und verlangte eine Erklärung des Trainers. Dieser sagte mir, dass mein Ersatzmann noch Trainingseinheiten im Hinblick auf die Weltmeisterschaft in Wiesbaden 1969 benötige. An dieser Meisterschaft nahm ich ebenfalls teil!» Rollier vermutet, dass er oft übergangen wurde, obschon seine Resultate besser waren als diejenigen einiger Mannschaftsmitglieder. Deutlich mehr Erfolg war ihm während 15 Jahren in der Schweizerauswahl der Polizei vergönnt. 1960 wurde Georges Rollier

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Europameister. «Dieser Titel ist eine meiner schönsten Erinnerungen, denn als Debütant erwartete ich kein solches Resultat!» Diesem Erfolg folgten noch 15 weitere Schweizermeistertitel als Polizeischütze und zahlreiche Medaillen auf europäischem Niveau. Auch auf nationaler Ebene konnte Rollier zahlreiche Erfolge verbuchen. Darunter fünf Schweizer Meistertitel. Einen besonderen Stellenwert nehmen jedoch die Leistungen auf der Rütliwiese ein. Mit einem Resultat von 87 von 90 Punkten wurde er 1978 zum Schützenkönig gekürt. Zwei Jahre später konnte er diese Leistung sogar noch übertreffen, mit einem Rekordresultat von 89 Punkten. Allerdings kann man das Rütlischiessen nur einmal gewinnen. So wurde ihm ein weiterer Königstitel verwehrt. Der grosse Meister entschied sich, sein Wissen der Nationalmannschaft Wintertriathlon weiterzugeben. Er war während 13 Jahren Schützentrainer und begleitete die Equipe durch die ganze Welt. Wir können nur den Hut vor Georges Rollier ziehen, der einen grossen Teil seines Lebens dem Schiesssport gewidmet hat. Er erzählt uns, dass er sogar eine Stelle als Inspektor ausgeschlagen habe, um sich ausschliesslich seiner Leidenschaft zu widmen. Ein grossen Dankeschön diesem Schützen, der es sich nicht nehmen liess, zu seiner Freude und zur Pflege der Kameradschaft, an Schiesswettbewerben in der ganzen Schweiz teilzunehmen.  ●

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Schweizer Armbrustschütze EASV Schweizer Armbrustschütze // Zentralpräsident // Andreas Burkhalter, Oberwilerstrasse 78, 8309 Nürensdorf // aburkhalter@hispeed.ch // www.easv.ch

Einzug der «Gladiatoren» in der schmucken Altstadt von Wil.

«Wir haben die Ziele sogar übertroffen» Nach drei Wettkampftagen beendeten die Schweizer Armbrustschützen die Weltmeisterschaften in Wil SG als zweitstärkste Nation. Claude-Alain Delley und Jonas Hansen wurden Einzelweltmeister, Sonja Haller, Irene Beyeler und Monika Zahnd holten den Titel als Team. Das Ziel von 10 Medaillen wurde übertroffen. Text: Sonja Müller Der erste Wettkampftag stand ganz im Zeichen der 10 m-Distanz. Bei den U23 Frauen gewann die Französin Marie Roy nach einem starken Final Gold, die Deutschen Bianca Glinke und Britta Weil komplettierten das

Podest. Den Teamwettkampf entschieden die Französinnen für sich, die Schweizerinnen verpassten die Medaillenränge klar.

Delleys Nerven hielten Bei den Männern unter 23 Jahren lag der Schweizer Stefan Ebnöther nach 40 Schuss mit Mickael D’Halluin (FRA) an der Spitze, gefolgt von drei Schützen mit einem Punkt Rückstand, darunter der Westschweizer Claude-Alain Delley. Nach dem 10schüssigen Final lagen Delley und D’Halluin punktegleich auf Goldkurs. Im Stechen schoss Delley eine Zehn und sicherte sich den Weltmeistertitel vor dem Franzosen, während Ebnöther auf Rang fünf abrutschte. Der Deutsche Stefan Reichhuber erreichte den dritten Platz. Die

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«Grande Nation» gewann TeamGold vor Deutschland und den Schweizern, welche mit Joel Brüschweiler, Delley und Hansen antraten. Bei den Elite-Schützinnen hatte das Österreichische Team das Zepter in der Hand. In der Einzelwertung führte Franziska Peer bereits mit drei Zählern Vorsprung und gab diesen im Final nicht mehr ab. Ihre TeamKollegin Sonja Strillinger freute sich über Silber, während sich die Schweizerin Sonja Haller mit einem starken Final die Broncemedaille erkämpfte. Mit einer guten Teamleistung kamen die Schweizerinnen Irene Beyeler, Haller und Andrea Bürge auf den zweiten Rang hinter Österreich und vor Deutschland.

Sidi kam und siegte mit Weltrekord Dass bei den Männern der Sieg über den Ungarn Peter Sidi führen würde, war bereits vor dem Wettkampf klar. Sidi wurde seiner Favoritenrolle gerecht und stellte sowohl den Europaals auch den Weltrekord mit 594/98/692 ein. Die deutschen Norbert Ettner und Andre Weigel belegten die weiteren Podestplätze. Die deutsche Mannschaft setzte sich klar gegen Frankreich und Österreich durch und wurde Team-Weltmeister.

Dreifachsieg bei den U23 Schützen Am zweiten Wettkampftag traten die Schützinnen und Schützen über die Langdistanz Ausgabe 10 // Oktober 2012


Schweizer Armbrustschütze

an. Die Bedingungen waren gut, ohne die nötige Konzentration wurde jedoch schnell ein Schuss vom Wind aus dem Zentrum getragen. Der Junior Karsten Strobelt (GER) kam mit dem Wiler Stand sehr gut zurecht und gewann in der Stehend-Wertung Gold vor dem Österreicher Manuel Moser und dem Hefenhofer Joel Brüschweiler. Kniend feierte die Schweizer Delegation einen Dreifachsieg. Der Ettiswiler Jonas Hansen gewann vor der Nürensdorferin Marcelina Häringer und dem Ried-Gibswiler Stefan Ebnöther. In der Gesamtabrechnung konnte sich Strobelt sein zweites Gold umhängen lassen, während Ebnöther auf den zweiten und Moser auf den dritten Platz kamen. Auch in der Teamwertung führte der Weg über die Deutschen. Sie reüssier-

Erstmals in der Schweizer Armbrustgeschichte gewinnt ein reines Frauenteam (Sonja Haller, Irene Beyeler, Monika Zahnd) den Teamwettkampf über 30 m. Bild: Gerold Pfister

Der frisch gebackene Weltmeister Claude-Alain Delley nimmt Gratulationen entgegen. Bild: Gerold Pfister 28  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

ten mit drei Punkten Vorsprung auf die beiden Schweizer Teams (Brüschweiler, Ebnöther, Hansen und Häringer, Petra Kneubühl und Roman Gohl). Die Österreicherin Franziska Peer feierte über 30 m ihren zweiten Einzelsieg. Kniend gewann sie vor den Einheimischen Irene Beyeler und Monika Zahnd. Stehend musste sich Beyeler ebenfalls knapp schlagen lassen. Punktgleich, aber mit der besseren letzten Passe schob sich Norbert Ettner (GER) vor die Schweizerin, Peer gewann Bronce. Beyeler und Peer gingen auf Augenhöhe in den Gesamt-Final. Ettner seinerseits absolvierte einen tadellosen Final und überholte die beiden Frauen. Beyeler sicherte sich mit einem Punkt vor Peer die Silbermedaille. In der Teamwertung hatten die Eidgenossinnen die Nase vorn: das reine Frauenteam der Schweizer mit Haller, Beyeler und Zahnd freute sich riesig über den Weltmeistertitel. Sie liessen die Österreicher und Deutschen klar hinter sich. Mit drei Gold-, sieben Silberund sechs Broncemedaillen beendete die Schweizer Nationalmannschaft die Weltmeister-

schaften auf dem zweiten Platz, geschlagen von Deutschland, welche sechs Weltmeistertitel mit nach Hause nahmen. Der Verantwortliche des Schweizer Teams, Gerold Pfister zog nach den Titelwettkämpfen Bilanz: Schiessen Schweiz: Haben die Schweizer Armbrustschützen die gesteckten Ziele erreicht? Gerold Pfister: Wir haben uns 10 Medaillen zum Ziel gesetzt und haben insgesamt 16 Medaillen erzielt, wovon 11 Einzel- und 5 Teammedaillen. Daher gesehen haben wir die Ziele sogar übertroffen. Wir sind mit eher etwas gedämpften Erwartungen an die WM gefahren, da wir auf einige Leistungsträger vergangener Jahre verzichten mussten. Erfreulicherweise haben sich diese Abwesenheiten nicht auf die Anzahl gewonnener Medaillen ausgewirkt. Wie schwer wogen die Verzichte von Simon Beyeler und Jürg Ebnöther? Einen Simon Beyeler kann man nicht einfach ersetzen. Er hätte sicher über beide Distanzen ein gewichtiges Wort mitreden können. Dann hat uns aber Ausgabe 10 // Oktober 2012


Schweizer Armbrustschütze

Schlagzeilen Die Zürcher Kantonale Gruppenmeisterschaft, welche Ende August auf der Schiessanlage in Turbenthal zur Austragung kam, wurde von Höngg deutlich dominiert. Bei den Junioren konnte sich RiedGibswil durchsetzen und den Wettkampf mit neun Punkten Vorsprung auf Embrach für sich entscheiden. (mehr Infos unter www.zkav.ch)

Jonas Hansen (Mitte), Marcelina Häringer und Stefan Ebnöther hatten die U23-Konkurrenz über 30 m kniend im Griff. Bild: OK WM auch der kurzfristige Verzicht von Jürg Ebnöther geschmerzt. Diese Abwesenheiten haben sich vor allem bei den Herren über 10m ausgewirkt, wo wir leider leer ausgegangen sind. Welche Leistung hat Dich überrascht? Für die Teamverantwortlichen sind alle Medaillen sehr erfreulich. Es gab mehrere Leistungen, welche mich überrascht haben: Eines der Highlights war sicher der Weltmeistertitel unseres 30m-Teams, welches sich mit Irene Beyeler, Sonja Haller und Monika Zahnd erstmals ausschliesslich aus Frauen zusammensetzte. Selbstverständlich habe ich diesem Trio den Sieg über 30m zugetraut, aber man muss die Resultate immer zuerst schiessen und kann nicht einfach auf einen Knopf drücken. Die Konkurrenz aus Österreich war in diesem Jahr sehr stark. Dann sind die drei Silbermedaillen von Irene Beyeler sehr hoch einzuschätzen. Sie ist stehend und in der Gesamtwertung um nur einen Punkt, kniend um nur zwei Punkte geschlagen worden und damit dreimal sehr Ausgabe 10 // Oktober 2012 

knapp am Einzelweltmeistertitel vorbei geschrammt. Damit hat sie ihren Bruder Simon hervorragend vertreten. Mit etwas mehr Wettkampfglück hätte sie neben dem Team- auch mindestens einen Einzelweltmeistertitel erzielen können und dies auch verdient. Eine weitere positive Überraschung war der 10m-Weltmeistertitel von Claude-Alain Delley, welcher bei den Qualifikationen nicht ganz auf sein Leistungsniveau kam, bei den Weltmeisterschaften aber seine ganze Klasse ausspielen konnte. Im Nachhinein war es sicher richtig, Claude-Alain bei den U23 und nicht bei den Herren einzusetzen. Überrascht haben mich die Leistungen von unseren Newcomern Jonas Hansen und Marcelina Häringer, welche auf Anhieb bei den U23-30m Welt- und Vizeweltmeister wurden. Und «last but not least» hat mich auch die Bronzemedaille von Sonja Haller, welche ihr Comeback nach ihrer Mutterschaft und einer ernsthaften Erkrankung im letzten Jahr gegeben hat, sehr gefreut. Diese Leistung hat gezeigt, dass sie

nicht nur national, sondern auch international noch zu den Besten gehört. Das OK hat die Weltmeisterschaften im Frühling übernommen, nachdem Deutschland die WM zurückgab. Wie waren die Wettkämpfe organisiert? Die WM war ausgezeichnet organisiert. Angefangen von der Eröffnungsfeier über die Materialkontrolle über die Wettkämpfe bis zur Schlussfeier hat alles bestens geklappt. So wie ich informiert bin, gab es keinen einzigen Protest. Auch das spricht für die sehr gute Organisation. Die Schweiz hat mittlerweile ziemlich Routine in Sachen Austragung von Armbrust Welt- und Europameisterschaften. Wie wurde die WM von den Wiler Einwohnern aufgenommen, war viel Publikum vor Ort? An einer Weltmeisterschaft im Schiessen kann man keinen grossen Publikumsaufmarsch erwarten. Es hatte aber an allen Wettkampftagen interessierte Besucher vor Ort, in dem Sinn bestimmt ein Publikum mit fachlichen Kenntnissen. Die Wiler, vor allem die Behörden, ha-

Brestenegg-Ettiswil entschied den Zentralschweizer Gruppenmeisterschaftsfinal überraschend zu seinen Gunsten. Zug und Baar komplettierten das Podest. Bei den Nachwuchsschützen konnten die Wohler ihren Titel verteidigen. Sie verwiesen Steinhausen und Reinach-Birseck auf die weiteren Podestplätze. (Infos unter www.zsav.ch) Leo Hüsser gewann das Schützenfest in Frauenfeld. Sulgen im Sektions- und Burgdorf im Gruppenwettkampf gehörten ebenfalls zu den Besten. 517 Teilnehmer, 53 mehr als im Vorjahr besuchten das traditionelle Fest in der Ostschweiz. (Infos unter www.asvf.ch)

ben die WM sehr gut aufgenommen. Der Umzug vor Eröffnungsfeier durch die Altstadt von Wil war für die Sportler ein schönes Ereignis. Welches sind die nächsten Ziele der Schweizer Nationalmannschaft? Die Saison ist mit der Weltmeisterschaft im Wesentlichen abgeschlossen. Die Nati-Schützen nehmen noch am einen oder anderen nationalen Anlass teil. Nach der WM ist hoffentlich vor der EM! Alle Ranglisten sowie Bilder sind auf www.easv.ch/wm-2012 abrubar. ●

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Schweizer Armbrustschütze

Frutigen gewinnt in Sulgen Nach dem zweiten Platz im Vorjahr gewannen die Frutiger den Schweizer Armbrust-Gruppenmeistertitel über 30 m vor Burgdorf und Rümlang. Die Favoriten aus Embrach kamen in Sulgen nie richtig in den Wettkampf und konnten den Titel nicht verteidigen. Text: Sonja Müller Bei windigen und für die Jahreszeit ungewöhnlich kühlen Temperaturen starteten die Berner Oberländer gut in den Final. Bereits nach der zweiten Ablösung lagen die Frutiger an der Spitze, die Verfolger wechselten sich auf den Podestplätzen immer wieder ab. Nach fünf Runden stand Frutigen mit 955 Punkten als Sieger fest, sie gewannen den sechsten Schweizermeister-Titel in der Gruppenwertung. Mit einer starken Schlusspasse überholten die Burgdorfer Höngg und freuten sich über Silber, während auch Rümlang gut ausschoss und sich den dritten Rang sicherte. Dem Schlussschützen der Höngger lief es nicht nach Wunsch, so

Die Frutiger feierten den sechsten Gruppenmeistertitel. mussten sich die Zürcher, nachdem sie lange auf einem Podestplatz lagen, mit dem vierten Platz zufrieden geben. Rangliste: 1. Frutigen 955 (Erich Marti 190,Patrick Wick 196, Markus Stoller 185, Monika Zahnd 192, Andreas Inniger 192)2. Burgdorf 948 (Andreas Berger 187,Stefan Blaser 192, Beat Wittwer 192, Samuel Steiner 183, Renato Schulthess 194). 3. Rümlang 944 (Stephan Gujer 187, Sarah Steinemann

Einladung zur Schiesskonferenz 2012 Die Schiesskonferenz des Zentralschweizer Armbrustschützenverbandes findet am Donnerstag, 25. Oktober 2012, 20.00 Uhr im Hotel Feld, Oberkirch statt. Der Vorstand des ZSAV lädt alle Sektionspräsidenten und Schützenmeister oder deren Stellvertreter zur Schiesskonferenz ein.

Traktanden 1. Anwesenheitskontrolle und Wahl der Stimmenzähler 2. Genehmigung des Protokolls der Schiesskonferenz 2011

3. Berichte über Schiessanlässe 2012 4. Schiessanlässe und Verbandswettkämpfe 2013 5. Anträge an die Schiesskonferenz 2012 6. Anträge zuhanden der Schützenratstagung EASV – Turnus EASF 7. Absenden Nachwuchstreffen 2012 8. Bestimmung des nächsten Tagungsortes 9. Verschiedenes. Für den Vorstand Kari Marbach ●

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187, Roland Steinemann 186, Daniel Hinnen 193, Renato Harlacher 191). 4. Höngg 934. 5. Zug 934. 6. Brestenegg-Ettiswil 934. 7. Nürensdorf 929. 8. Herisau-

Foto: Sonja Müller Waldstatt 929. 9. Embrach 925. 10. Aegerten 924. 11. Rheineck 921. 12. Horgen 919. 13. Beringen 918. 14. Helvetia-Neuhausen 916. 15. Sulgen 906. ●

Einladung zur 46. ZKAVSchiesskonferenz Freitag, 12. Oktober 2012 / 19:00 h, Restaurant Kaserne, Kasernenstrasse 129, 8180 Bülach. Der Vorstand hat die Freude und Ehre, Sie zur diesjährigen Schiesskonferenz einladen zu dürfen. Wir rufen Ihnen die einschlägigen Bestimmungen der Verbandsstatuten in Erinnerung, wonach die Teilnahme für ZKAV-Sektionen, ZKAMV und ZKAVV obligatorisch ist.

Traktandenliste: 1. Begrüssung 2. Anwesenheitskontrolle 3. Wahl der Stimmenzähler 4. Genehmigung Traktandenliste 5. Protokollabnahme 45. SK 6. Rückblick 2012 7. Schiesspläne 2013 8. Kurse 2013 9. Subventionsgesuche 2013

10. Anträge an die Schiesskonferenz 11. Anträge an den SR-EASV 12. Neues von der STK-EASV 13. Festsetzung der nächsten SK 14. Verschiedenes

Beschickungsrecht: – Sektionen mit bis 30 Aktivmitglieder: 1 Delegierter – Sektionen mit über 30 Aktivmitgliedern: 2 Delegierte – ZKAMV und ZKAVV: je 1 Delegierter – Schützenrat des ZKAV – Kantonalvorstand

Sitzungsunterlagen: Diese werden Ihnen per Post zugestellt und sind online abrufbar unter www.zkav.ch. Der ZKAV-Vorstand freut sich auf einen lückenlosen Besuch und einen reibungslosen Verhandlungsverlauf. ● Ausgabe 10 // Oktober 2012


Nachwuchs

PISTE: Anspruchsvolle und vielseitige Tests EPSIE: Tests exigeants et diversifiés Schützinnen und Schützen müssen fit sein! Zur zweiten Leistungsdiagnostik 2012 nach PISTE fanden sich deshalb 65 der talentiertesten Nachwuchsathletinnen und –athleten im Alter zwischen 12 und 20 Jahren in Teufen ein. PISTE heisst «Prognostische integrative systematische Trainer-Einschätzung» und ist ein Selektionsinstrument. PISTE entspricht den Anforderungen des Dachverbande Swiss Olympic. Aufgeboten wurden das JuniorenNationalkader, das Nachwuchskader und Aspiranten. Auf den Anlagen der Sportschule Appenzellerland und im Schiesssportzentrum Teufen, das am 18. Februar seinen Betrieb aufgenommen hat und am 4. Mai als erster Label-Standort der Schweiz ausgezeichnet wurde, fanden die Teilnehmer beste Bedingungen vor. PISTE fand dieses Jahr zum ersten Mal in Teufen statt. Für manche Teilnehmer, namentlich für jene aus der Romandie, war der Anfahrtsweg ziemlich lang. Sie kamen deshalb erst am Nachmittag an die Reihe. In Teufen musste sich der Nachwuchs im August nicht mit dem vertrauten Sportgerät bewähren, sondern in Sachen Ausdauer (12-Minuten-Lauf). In der Turnhalle kamen auch die Feinmotorik, die Athletik, das Koordinationsvermögen, die Kraft im Rumpf und vieles mehr auf den Prüfstand. Die schiesssportlichen Leistungen mussten im Vorfeld geleistet werden (Shooting Masters, SCATT-Test). «Ich kann ein positives Fazit ziehen», sagte Urs Werthmüller, der Chef PISTE im SSV. «Alle machten hervorragend mit.» Werthmüller standen 12 Helferinnen und Helfer zur Seite. Während den letzten Wochen hat der Berner fast nichts anderes getan, als den Anlass in Teufen vorzubereiten. «Logistisch ist dies schon aufwendig. Aber alles ist lösbar. Wir haben in Teufen ideale Bedingungen. Zudem ist es hier kostengünstig.» Auch die beiden PISTEAnlässe im nächsten Jahr finden in Teufen Ausgabe 10 // Oktober 2012 

Auch Pausen gehören dazu.

(Fotos Urs Werthmüller)

Perfekte Betreuung. statt, nämlich am 6./7. April und 24./25. August.  ●

Les tireurs doivent être en bonne forme! Soixante cinq des athlètes les plus talentueux de la relève (filles

et garçons de 12 à 20 ans) se sont retrouvés à Teufen pour effectuer le 2ème diagnostique de performance selon ESPIE. ESPIE signifie «Estimation Systématique du Pronostique Intégratif par l’Entraîneur» et

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Nachwuchs

Einmal geht noch! c’est un instrument de sélection. ESPIE répond aux exigences de la fédération faîtière de Swiss Olympic. Les jeunes du cadre national juniors, le cadre de la relève et les aspirants ont été convoqués. Les participants qui se sont rencontrés dans les installations de l’école de sports d’Appenzell et au centre de tir sportif de Teufen ont trouvé des conditions idéales. Le centre a été mis en service le 18 février et il a reçu, pour la première fois en Suisse, la certification de site label suisse, le 4 mai de cette année. ESPIE a eu lieu à Teufen, au mois de mai, pour la première fois cette année. Pour de

nombreux participants, notamment ceux venant de Romandie, le trajet fut relativement long. C’est à cause de cela que leur tour fut remis à l’après-midi. La relève n’a pas eu à faire preuve de ses qualités aux agrès familiers mais, par contre, en démontrant son endurance lors d’un parcours de 12 minutes au pas de course. La motricité fine, l’athlétisme, la capacité de coordination, la force du torse et beaucoup d’autres facteurs furent mis au banc d’essai. Les performances de tir requises durent être atteintes d’entrée (Shooting Masters, SCATTTest).

«Je peux en tirer un bilan positif», nous dit Urs Werthmüller, le chef ESPIE à la FST. «Ils ont tous parfaitement jouer le jeu.» Douze assistantes et assistants ont épaulé Werthmüller. Durant ces dernières semaines le Bernois n’a pratiquement rien fait d’autre que de préparer les tests de Teufen. «Au point de vue logistique c’est relativement complexe, mais maîtrisable. Les conditions sont idéales à Teufen et ici, en plus, c’est bon marché.» Les deux tests ESPIE, ayant lieu l’année prochaine, seront organisés à Teufen également, à savoir les 6 et 7 avril et les 24 et 25 août 2013.  ●

Neues Sportförderungsgesetz im Fokus Nouvelle loi sur l’encouragement du sport dans le collimateur Alles Neue bedingt zusätzliche Anstrengungen. So verhält es sich auch mit der Einführung des Sportförderungsgesetzes, das ab dem 1. Oktober 2012 gültig ist. Die Ausbildungsstruktur ist neu (vgl. «SchiessenSchweiz» Nummer 6, Seiten 36 bis 38), im Zentrum der Bemühungen im Ausbildungs- und Nachwuchsbereich des

Schweizer Schiesssportverbandes (SSV) steht aber weiterhin der Athlet. An den Informationsveranstaltungen in Aarau und Lausanne erhielten die kantonalen Ausbildungschefs einen detaillierten Einblick in das neue Sportförderungsgesetz. SSV-Ausbildungschefin Ruth Siegenthaler erläuterte in Aarau die Änderungen, die

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teilweise markant, aber im Endergebnis sicher vorteilhaft für den Schweizer Sport sind. Es gilt für die Schweizer Schützen nun, die Vorgaben des Bundesamtes für Sport (BASPO) und von Swiss Olympic möglichst rasch umzusetzen. Es gibt im SSV die stattliche Anzahl von über 1200 Leitern, Experten und Nachwuchstrainern. Es gibt also einiges zu tun! Ausgabe 10 // Oktober 2012


Nachwuchs

Das Interesse an den Ausführungen war rege. Alleine in der ersten Viertelstunde wurden in Aarau vier Fragen gestellt. Insgesamt gab es fast 20 Fragen zum komplexen Thema, häufig im Zusammenhang mit Fallbeispielen. Das neue Förderkonzept Nachwuchs ist auch einsehbar auf der Website des Schweizer Schiesssportverbandes (www.swissshooting.ch). In gedruckter Form liegen sportartspezifisch der J+S-Leitfaden für die Kaderbildung (Ausbildungsstruktur Sportschiessen), das Förderkonzept Nachwuchs SSV und der Leitfaden zur Durchführung von J+S-Angeboten Gewehr mit Kindern und Jugendlichen vor. Im Weiteren legte das BASPO den allgemeinen Leitfahren für den J+S-Coach (Nutzergruppen 1, 2, 3, 4 und 5) auf. Paul Salathe, der sich seit 2003 um die Abrechnungen der Jugendkurse Gewehr und Pistole kümmerte, erwähnte, dass seither der «stolze Betrag» von 1’162’150 Franken durch den SSV an Jugendkurse ausbezahlt werden konnte. Salathe, neu J+S-Verbandscoach in der Jugendausbildung, ermunterte die Ausbildungschefs, sich weiterhin auf der Website www.jugendundsport.ch (Link Sportschiessen) zu informieren. Salathe kümmert sich neu auch um die Lagerabrechnungen. «Es ändert viel und schnell. Und man muss relativ viel lesen», gab Salathe den Teilnehmern mit auf den Weg. «Auf Euch kommt viel zu», sagte SSVPräsidentin Dora Andres. «Es ist mir bewusst, dass es nicht einfach wird. Ihr seid alle <Milizler>. Deshalb mein doppelter Dank an Euch.» Susanne Kläy vom Kompetenzzentrum Ausbildung/Nachwuchsförderung orientierte über News aus ihrem Ressort. Schützinnen und Schützen mit einer Talent Card regional oder national dürfen ab 2013 nicht

Finalisten beginnen bei Null Im November dieses Jahres erfolgt die Genehmigung der neuen ISSF-Regeln. Wichtigste Änderung im Regelwerk ist die Streichung der Punkte aus der Qualifikation für die Wertung der Finals. Die Finalisten beginnen im Kampf um den Sieg und die Podestplätze also wieder bei Null. Die Publikation der englischen Version ist im Januar 2013 vorgesehen, jene in deutsch zirka im April/Mai des nächsten Jahres. Die 10m-Schweizer-Meisterschaften und die Indoor-Regio-Finals sowie der Jugendtag werden noch nach dem alten Modus ausgetragen, die Outdoor-SM und Regio-Finals 2013 gemäss den neuen Richtlinien.

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mehr an Regio-Finals und am Jugendfinal teilnehmen. Im Weiteren wird zur Aktivierung des Pistolenbereichs eine neue Disziplin mit dem Schwerpunkt auf Schnellfeuer eingeführt. Am Jugendfinal wird ab 2013 mit der fünfschüssigen Luftpistole, das Standardprogramm, ein dynamisches Schiessen angeboten mit einer Probeserie und sechs Wettkampfserien à 5 Schuss in 10 Sekunden. Für Fragen: susanne.klaey@swissshooting. ch (E-Mail). (DG) ●

Toute nouveauté exige des efforts supplémentaires. Il en va de même avec l’introduction de la nouvelle Loi sur l’encouragement du sport, qui entre en vigueur le 1er octobre 2012. La structure de formation est renouvelée (cf. «TirSuisse», numéro 6, pages 36 à 38), toutefois l’athlète reste au centre des efforts faits dans le cadre de la formation et au niveau de la relève de la Fédération sportive suisse de tir (FST). Lors des séances d’information, à Aarau et à Lausanne, les responsables cantonaux de la formation ont obtenu un aperçu détaillé de la Loi sur l’encouragement du sport. Ruth Siegenthaler, Cheffe de la formation de la FST a expliqué les changements, dont certains sont particulièrement prononcés. Le résultat final attendu va toutefois certainement s’avérer avantageux pour le sport suisse. Pour les tireurs, cela signifie qu’ils doivent mettre en œuvre le plus rapidement possible les exigences formulées par l’Office fédéral du sport (OFSPO) ainsi que par Swiss Olympic. La FST ayant dans ses rangs plus de 1200 moniteurs, experts et entraîneurs de la relève, il y a donc du pain sur la planche. L’intérêt pour les explications était très soutenu. Dans le premier quart d’heure déjà, quatre questions ont été posées. Dans l’ensemble ce ne sont pas moins de 20 questions qui ont surgit au cours de la présentation de ce sujet complexe au moyen d’exemples concrets. Le nouveau concept de la promotion de la relève peut être consulté sur le site internet de la Fédération sportive suisse de tir (www.swissshooting.ch). Le Guide pour la formation des cadres (Structures de la formation, Tir sportif), le Concept de la promotion de la relève de la FST ainsi que le Guide pour la réalisation d’offres J+S Tir à la carabine aves des enfants et des jeunes sont aujourd’hui disponibles sous forme imprimée. D’autre part, l’OFSPO va sortir un nouveau Guide pour le Coach (groupes d’uti-

lisateurs 1, 2, 3, 4 et 5). Paul Salathe, qui depuis 2003 s’occupe des décomptes des cours des jeunes à la carabine et au pistolet, a indiqué que depuis lors, ce ne sont pas moins de 1’162’150 francs que la FST a versé aux organisateurs de cours. Salathe, qui fonctionnera dorénavant comme coach de la Fédération, a encouragé les responsables cantonaux à tirer un maximum de profit de la source d’information www.jugendsport. ch (lien Tir sportif). Salathéeva à l’avenir s’occuper aussi du décompte des camps. «Beaucoup de choses changent très vite. Et il y a passablement de documents à lire», rendit-il finalement les participants attentifs. «Vous allez avoir beaucoup à faire», déclara Dora Andres, Présidente de la FST. «Je suis consciente du fait que ce ne sera pas facile, car vous êtes tous des miliciens. C’est la raison pour laquelle je vous adresse un double merci.» Susanne Kläy, du Centre de compétence Formation/Promotion de la relève, informa sur les nouveautés survenant dans son domaine. Les tireurs et tireuses titulaires d’une Talent Card régionale ou locale ne pourront, à partir de 2013, plus participer aux finales régionales ainsi qu’à la Journée de la jeunesse. En outre, afin d’augmenter l’attractivité du tir au pistolet, une nouvelle épreuve de tir vitesse sera introduite à partir de 2013; le programme standard avec le pistolet air à 5 coups sera offert lors de la Journée de la jeunesse. Il s’agit d’un tir dynamique comprenant une série d’essai ainsi que six séries de 5 coups en 10 secondes chacune. Vous pouvez adresser vos questions par courriel à susanne.klaey@swissshooting.ch. ●

A zéro pour les finalistes Les nouvelles Règles ISSF doivent être approuvées en novembre de cette année. Le changement le plus important consiste en l’abandon du résultat de qualification pour le classement final. Le compteur des tireurs ayant accédé à la compétition finale en vue de conquérir une place sur le podium est donc remis à zéro. La publication de la version anglaise est prévue pour janvier 2013 et le texte allemand paraîtra en avril/mai de l’année prochaine. Les Championnats suisses à 10m ainsi que les finales régionales indoor et la finale de la journée de la jeunesse auront encore lieu sous le mode actuel. Les CS ainsi que les finales régionales outdoor et la finale d’été de la journée de la jeunesse seront eux exécutés selon les nouvelles règles.

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Talentschau

Der perfekte Moment, um abzuschalten Die Churer Stadtschützin Sofie Lehmann hat den Schweizer Meistertitel Sportpistole 25m Juniorinnen mit Erfolg verteidigt. Weil derzeit die Ausbildung zur Kauffrau für sie erste Priorität hat, ist die 18-Jährige aus dem Schweizer Nachwuchskader ausgetreten. Durch ihre weitere, regelmässige Teilnahme an den Shooting Masters hält sich Sofie Lehmann die Option für internationale Wettkämpfe für die Zukunft jedoch bewusst offen. Von Verena Zimmermann Die Teilnahme an einer EM ist noch immer ein sportliches Fernziel von Pistolenschützin Sofie Lehmann. Trotzdem ist sie im vergangenen Herbst nach zwei Jahren aus dem Schweizer Nachwuchskader ausgestiegen, um sich ganz auf ihre berufliche Ausbildung zur Kauffrau in einem Bankinstitut zu konzentrieren. «In den zwei NachwuchskaderJahren habe ich meine ganze Freizeit und alle Ferien in den Schiesssport investiert. Jetzt kann ich die Shooting Masters zusammen mit meinen ehemaligen Kameraden vor allem als Wettkampftrainings, aber ohne grossen Druck bestreiten. Durch diese regelmässigen Vergleichswettkämpfe halte ich mir die Qualifikationsmöglichkeit für höhere internationale Wettkämpfe weiterhin offen», ist Sofie Lehmann von der Richtigkeit ihres Rücktrittsentscheides aus dem Kader überzeugt.

Schöne Erfolge Gelungen ist Sofie Lehmann der Sieg in der U20-Kategorie Pistole 25m am kantonalen Tag der Jugend, welcher während des 24. Kantonalen Schützenfestes Graubünden 2012 in Thusis ausgetragen wurde. Weitere Erfolge wie der 1. Rang am Alpencup Schwadernau 25m Gruppe (2011), der 1. Rang am ARGE Alp Wettkampf 25m (2010) sowie der 1. Rang am ISC Hannover 10m (2010), welcher Sofie Lehmanns erster internationaler Wettkampf war, zeugen vom gesunden Ehrgeiz der Pistolenschützin. Zum Schiesssport hat Sofie Lehmann über ihre zwei Jahre ältere Schwester Tina gefunden, welche als erste im Hause Leh-

Pistolenschützin Sofie Lehmann konzentriert sich nach zwei Jahren im Schweizer Nachwuchskader nun voll und ganz auf ihre berufliche Ausbildung. mann einen Luftpistolenkurs bei der Schützengesellschaft der Stadt Chur absolviert hat. Beeindruckt von den Leistungen seiner Töchter Sofie und Tina, die er ab der Saison 2007/08 regelmässig in die LuftpistolenNachwuchskurse in den Schiessstand auf den Churer Rossboden begleitete, hat schliesslich auch Vater Stephan Lehmann die Faszination des Schiesssportes gepackt. Mittlerweile ist der Softwareingenieur amtierender Schützenmeister und leitet bei den Churer Stadtschützen die J+S-Nachwuchskurse Pistole 25 und 10m. Einzig Mutter Coryne Lehmann, die als Kaufmännische Angestellte arbeitet, ist den Schiessständen bislang zumindest als aktive Schützin fern geblieben.

Wenn Vater und Tochter…

meinen Eltern, aber auch von meiner Trainerin Anna Marugg. Sie haben mich sehr oft begleitet und wissen, wie ich ticke», sagt Sofie Lehmann. Natürlich bestehe zwischen ihr und ihrem Vater auch ein gewisser Konkurrenzkampf. Es sei aber toll, dass er sich über ein gutes Resultat von ihr genauso freuen könne, wie sie sich über seine Erfolge. An den Pistolendisziplinen schätzt Sofie Lehmann vor allem die grosse Dynamik. «Ich finde im Schiesssport einfach den perfekten Moment, um abzuschalten. Im Stand bin ich unter Freunden, während ich im Wettkampf oder im Training ganz auf mich alleine gestellt bin. Dann liegt alles an mir. Niemand kann dazwischen reden. Die ganze Leistung, die ich erbringe, ist nur für mich.» ●

«Während der Zeit im Nachwuchskader hatte ich sehr grosse Unterstützung von

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Ausgabe 10 // Oktober 2012


Talentschau

Die Treffsicherheit in die Wiege gelegt Das Zürcher Knabenschiessen wurde zum zweiten Mal in Folge und zum insgesamt vierten Mal zur Beute eines Mädchens. Schützenkönigin 2012 wurde die 17-jährige Leila Rykart von der SG Erlenbach, die sich im Ausstich gegen den Stadtzürcher Stephan Beller souverän durchsetzte. VON DANIEL GOOD Dass Leila Rykart gut schiesst, ist kein Zufall. «Das Talent wurde ihr quasi in die Wiege gelegt», sagt ihre Mutter Isabel, die bis zum sechsten Monat der Schwangerschaft selber schoss. Und die KV-Stiftin Leila hat auch noch einen sehr prominenten Verwandten: Michel Ansermet, der letzte Schweizer Medaillengewinner an Olympischen Spielen (2000 in Sydney), ist der Schwager ihrer Mutter. Tipps von Ansermet für das Knabenschiessen hat sie freilich nicht erhalten. Vielmehr gehört ein Teil des Triumphs Sepp Bless, dem Jungschützenleiter der SG Erlenbach, die seit 2006 von Leilas Stiefvater Urs Fehr präsidiert wird.

1267 Mädchen am Start Im Ausstich der beiden einzigen Teilnehmer mit 35 Punkten fand Leila Rykart sofort

den gewünschten Rhythmus und erreichte 32 Zähler, derweil Beller schon nach drei Schüssen mit dem Sturmgewehr 90 nicht mehr gewinnen konnte (26 Punkte im Ausstich). «Damit habe ich mir einen Traum erfüllt», sagte Leila Rykart. Sie beteiligte sich bereits zum fünften Mal am Knabenschiessen, zwei Mal verbuchte sie jeweils gute 32 Punkte. Mädchen sind seit 1991 zugelassen. Insgesamt nahmen dieses Jahr 4232 junge Schützen (geboren zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 31. Dezember 1999) teil, wovon 1267 Mädchen.

Erfolgsgemeinde Herrliberg Mega nervös sei sie gewesen, aber mit dem ersten Schuss legte sich die Unruhe, sagte Rykart nach dem Ausstich. Abgelenkt hat sie sich auch mit einem Besuch an der «Chilbi». «Konzentrieren und gut durchatmen», lautet ihr Erfolgsrezept im Stand. Dann musste Leila Rykart am Sonntag auch noch ihrem Lehrbetrieb, der Gemeindeverwaltung Herrliberg, per Mail mitteilen, dass sie am Montag nicht zur Arbeit kommen könne, weil sie es in den Schützenkönigsausstrich geschafft habe. Man nahm es in Herrliberg gewiss mit Genugtuung zur Kenntnis, wohnt doch auch Jasmin Simath,

Die neue Schützenkönigin strahlt nach dem Sieg im Ausstich. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

die Schweizer Junioren-Meisterin im Dreistellungsmatch, in der Zürcher Gemeinde.

Ungewohnter Medienrummel Leila Rykart schiesst, seit sie 10 ist. Das Schiessen mit dem Sturmgewehr gefällt ihr, einen Wechsel des Sportgeräts zieht sie einstweilen nicht in Betracht. Einer ihrer Vorgänger ist der mehrfache Olympia-Teilnehmer Otto Horber, der 1924 und 1926 gewann. Zu schaffen machte Leila Rykart nach dem Wettkampf der ungewohnte Medienrummel. «Das ist nicht so mein Ding», gab die sympathische Schützin zu. Schiessen ist ihr lieber, ein bis zwei Mal trainiert sie pro Woche. Andere Hobbys hat sie nicht. Der 16-jährige Stephan Beller zeigte sich nicht enttäuscht ob der Niederlage, sondern freute sich, dass er sich für den Ausstich qualifizierte. Vor einigen Jahren erreichte er 32 Punkte und erhielt hernach eine Anfrage der Stadtschützen Zürich, ob er sich am Jungschützenkurs beteiligen wolle. Seither ist er dabei und hat mächtig Freude an seinem Sport. Die 16-jährige Leonie Schärer aus Uster, die Schützenkönigin von 2011, erreichte dieses Jahr 27 Punkte. ●

(Foto René Wicki) TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer  SchiessenSchweiz  35


Reportage

«Die Idee des Schiesssportes vermitteln» An einem verregneten Freitagnachmittag kann man vier Jungs wohl nicht viel besser beschäftigen als mit einem Besuch im Schützenmuseum. Museumsleiterin Cornelia Weber bietet extra für Kinder interaktive Führungen an. Ganz zur Begeisterung der zehn- und elfjährigen Knaben beinhaltet diese auch Laser- und Luftgewehrschiessen. von iris Bossert «Nebst dem Archiv und den Recherchen sind die Führungen, im Speziellen für Kinder, das Herzstück des Museums», erklärt Cornelia Weber, die sich sichtlich auf die anstehende Führung freut. Genau wie die Vier, die diese geniessen dürfen. Levin (11), Nils (11), Cedric (10) und Benjamin (10) warten gespannt, bis es endlich losgeht. Als sie erfahren, dass sie tatsächlich schiessen werden, gibt kein Halten mehr. Bevor die Führung richtig beginnt, möchte Cornelia Weber wissen, welche Gedanken sich die Kinder zum Schützenmuse-

um machen. Wie aus der Pistole geschossen fallen Begriffe wie «Krieg», «Soldaten» und «Bazookas». Doch sehr bald merken sie, dass es in diesem Museum um etwas anderes geht. «Mit diesen Führungen möchten wir den Kindern die Idee des Schiesssportes vermitteln», erklärt Cornelia Weber. Sie sollen verstehen, um was es im Schiesssport geht. Nämlich um Konzentration, Disziplin und den richtigen Umgang mit der Waffe. «Wir möchten die Kinder an das sportliche Schiessen heranführen», führt Cornelia Weber weiter aus.

Museum zum Anfassen Die Führung beginnt ganz am Anfang des Waffenwegs (Bild), bei den alten Pfeilbogen, Armbrüsten und Gewehren. Die Jungs versuchen sich im Spannen einer Armbrust. Nicht ganz so einfach. Je näher wir jedoch den neuen Waffen kommen, umso mehr beginnen die Augen der Knaben zu glänzen. Alle Vier zeigen reges Interesse und hören aufmerksam zu. Irgendwie untypisch für vier Jungs in diesem Alter. In diesem Museum ist nicht alles hinter Glas verbor-

gen. Manches darf man sogar anfassen, wie die Wachsfigur von Andrea Bürge. «Sind die aus der Urzeit?», fragt Levin, als er die Sportpistolen mit den hölzernen Griffen sieht, die nicht älter als 20 Jahre sind. Etwas später fragt Cornelia Weber, ob die Jungs sich lieber noch etwas umschauen möchten oder nach oben zur Schiessanlage. Einstimmig wird erwidert: «Nach oben». Auf dem Weg zur Schiessanlage kommen wir am «Gewehr das um die Ecke schiesst» vorbei dieses löst genau wie das «Mini-Sturmgewehr» helle Begeisterung aus.

Höhepunkt Schiessen Endlich steht das Highlight der Führung an: Laserschiessen mit einer Armbrust, einem Karabiner und einer Pistole. Der Konkurrenzdruck steigt mit jedem Schuss. Wer gewinnt, scheint nicht so wichtig, aber keiner will am Ende der Rangliste stehen. Mit Karabiner und Armbrust läuft es nicht schlecht, mit fünf Schuss erreichen die Knaben rund 30 Punkte. «Es ist ganz schön schwierig, mit der Armbrust zu zielen, aber

Schützenmuseum… …Das Schweizer Schützenmuseum in Bern wurde 1885 anlässlich des 31. Eidgenössischen Schützenfestes in Bern gegründet. Zweck des Schweizer Schützenmuseums ist es, die Geschichte des Schweizerischen Schiesswesens zu veranschaulichen und alles, was hierzu Bezug hat zu sammeln. Der stete Aufwärtstrend bei den Führungen und dem Schiesswettbewerb ist die Zukunft des Museums. Weitere Angebote finden sie auf der Website. Der Eintritt ins Museum ist gratis. Mehr Informationen und Download dieses Artikels unter: www.schuetzenmuseum.ch Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag: 14-17 Uhr Sonntag: 10-12 und 14-17 Uhr Montag: geschlossen. Cornelia Weber erklärt den «Waffenweg». 36  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

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Reportage

auch sehr interessant», meint Levin. Die grösste Herausforderung scheint jedoch, die anderen Drei ruhig zu halten, während einer schiesst. Obwohl sich alle sehr auf das Pistolenschiessen gefreut haben, zeigt es sich viel schwieriger als angenommen und es resultieren viele Nuller.

Nachwuchsschützen? Als letztes können sich die Jungs noch mit dem Luftgewehr versuchen. Da läuft es deutlich besser und jeder schiesst mindestens eine Zehn. «Das hat mir am besten gefallen, schliesslich hat man immer ins Schwarze getroffen», sagt Nils nach dem Schiessen. Benjamin der nach allen vier Disizplinen die meisten Punkte auf seinem Konto hatte, fand alles super und sagt: «Eventuell könnte ich mir vorstellen, weiterhin zu schiessen.» Auch Cedric hat der Besuch im Museum gefallen. «Am besten fand ich das Luftgewehrschiessen und ich würde gerne wiederkommen», erklärt der 10-Jährige. Dieser Museumsbesuch war alles andere als langweilig und trocken. Das bestätigen die Kinder unisono. Levin könnte sich sogar gut vorstellen, später einem Schützenverein beizutreten. «Die Führung war spannend und auch aufregend. Am besten fand ich das Luftgewehrschiessen», findet Levin. Leider sieht er sich nicht als Nachwuchsschütze. Nach gut zwei Stunden werden die Jungs von ihren Müttern wieder abgeholt. Stolz präsentieren sie die Auszeichnungen, die sie erhalten haben, und natürlich die Scheiben. ●

Levin beim Luftgewehrschiessen.

Höchste Konzentration beim Zielen.

Stolz präsentieren die Vier ihre Kränze und Scheiben. V.l: Benjamin, Nils, Cedric und Levin. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

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Verein

5. Tiro Storico   del San Gottardo 5. Historisches Gotthard-Schiessen Il Ticino, fino al 2006, ha organizzato per ben 57 volte il tiro Storico di Giornico in commemorazione della «Battaglia dei Sassi Grossi» avvenuta nel 1478. Di Roberta Filippini Nel 2007 è stato soppresso il locale poligono. Non potendo più organizzare nella bassa Leventina questa importante manifestazione storica, la FTST ha delegato ad una specifica commissione, diretta dal Consigliere di Stato Norman Gobbi, l’organizzazione di un tiro commemorativo del San Gottardo. Questo per garantire pure alla Svizzera italiana un tiro storico anche nel futuro. Nel

2008 si è tenuto per la prima volta il Tiro del Gottardo. Dal 2011 è stato riconosciuto ufficialmente dalla federazione nazionale come tiro storico, l’unico al sud delle Alpi, che si svolge di regola il secondo sabato di ottobre ad Airolo.

15 colpi, senza prova Per l’organizzazione del tiro, sul poligono Isola ad Airolo (poligono della piazza d’armi), i membri della locale Unione Tiratori del Gottardo sono responsabili per il 300m e il Pistolenclub Andermatt per il 25m. I tiratori al fucile hanno a disposizione 18 linee di tiro elettroniche. Con i fucili d’ordinanza il programma prevede 15 colpi su bersaglio A5. Una sezione è formata da al-

meno 8 tiratori. Nel concorso per sezioni, le società ticinesi gareggiano in una categoria separata e le altre società confederate gareggiano nell’apposita categoria «ospiti». I tiratori alla pistola sparano su 10 bersagli speciali «Gottardo», 15 i colpi in programma, da scaricare su un bersaglio B10, di dimensioni «in scala», posto a 25m, che ha già dato del filo da torcere a vari tiratori.

Medaglie di assiduità La manifestazione non prevede né distinzioni (se non ai migliori tiratori e sezioni), né carte corona. Per contro sono previste medaglie che premiano l’assiduità dei tiratori dopo 5 (bronzo), 10 (argento) e 15 anni di partecipazione (oro).

Der 25m-Stand ist ein echtes Bijou. 38  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

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Verein

Prächtige Wappenscheibe. 300m die Mitglieder der lokalen Unione Tiratori del Gottardo verantwortlich, über 25m der Pistolenclub Andermatt. Den Gewehrschützen stehen 18 elektronische Schiessbahnen zur Verfügung. Das Programm mit dem Ordonnanzgewehr sieht 15 Schuss auf die A5-Scheibe vor. Eine Sektion besteht aus mindestens acht Schützen. Im Sektionswettkampf starten die Tessiner Vereine in einer separaten Kategorie, die anderen Vereine in der Kategorie «Gäste». Die Pistolenschützen schiessen auf 10 «Gotthard-Spezialscheiben»: 15 Schuss auf eine Scheibe B10, die «im Massstab» dimensioniert ist und in einer Entfernung von 25m steht - und schon so manchen Schützen zur Verzweiflung gebracht hat.

Schiessleiter Ennio im Einsatz. Pur trattandosi di una gara all’interno di uno stand e non all’aperto, mantiene un non so ché di particolare: sicuramente le bizze del tempo che nella regione del San Gottardo la fanno sempre da padrone… L’appuntamento per la 5. edizione è per sabato 13 ottobre 2012. Equipaggiarsi correttamente è d’obbligo!  ●

Das Tessin hat bis 2006 bereits 57 Mal das historische Schiessen in Giornico organisiert, um der dortigen Schlacht «Battaglia dei Sassi Grossi» aus dem Jahr 1498 zu gedenken. 2007 wurde der lokale Schiessstand geschlossen, weshalb dieser bedeutende historische Anlass nicht mehr in der Bassa Ausgabe 10 // Oktober 2012 

Leventina durchgeführt werden konnte. Der Tessiner Schiesssportverband FTST hat deshalb eine Spezialkommission unter der Leitung von Staatsrat Norman Gobbi mit der Organisation eines Gotthard-Gedenkschiessens beauftragt. Dies, um auch für die italienische Schweiz in Zukunft ein Historisches Schiessen sicherzustellen. 2008 hat das erste Gotthard-Schiessen stattgefunden, das seit 2011 vom nationalen Verband offiziell als Historisches Schiessen anerkannt ist - das einzige südlich der Alpen. Das Schiessen wird in der Regel am zweiten Samstag im Oktober in Airolo durchgeführt.

15 Schuss auf Spezialscheiben Für die Organisation der Veranstaltung in der Schiessanlage «Isola ad Airolo» (Schiessstand des Waffenplatzes) sind über

Medaillen für treue Gäste An der Veranstaltung werden keine Auszeichnungen vergeben (ausser für die besten Schützen und Sektionen), auch keine Kranzkarten. Stattdessen werden Medaillen verteilt, welche die regelmässige Teilnahme der Schützen belohnen: Bronze nach 5, Silber nach 10 und Gold nach 15 Teilnahmen. Obwohl es sich um einen Wettkampf in einer Indoor-Schiessanlage handelt, hat er doch so seine Tücken – sicherlich auch bedingt durch die für die Gotthardregion so typischen Wetterkapriolen… Die 5. Ausgabe des historischen Gotthard-Schiessens findet am Samstag, 13. Oktober 2012, statt. Die korrekte Ausrüstung ist wie immer obligatorisch! ●

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Publireportage

Schützenhilfe aus Grenchen Ein Grossteil der Weltelite im Schiesssport erzielt Spitzenresultate mit Schiessbrillen, die in Grenchen gefertigt werden. Vor rund 20 Jahren hat die Erfolgsgeschichte angefangen. Die Geräte gehören zu Hightech-Produkten von höchster Qualität und Präzision. Ein Besuch bei der Firma Madec AG an der Grenchner Däderizstrasse. Von Daniel Trummer Der Prospekt kommt wie ein «Who‘s Who» des internationalen Schiesssports daher: Matthew Emmons, Weltmeister und Olympiasieger aus den USA, der Norweger Harald Steenvaag, Marija Grosdewa und Tanju Kirjakow aus Bulgarien, der Franzose Frank Dumoulin und der Schweizer Weltmeister Marcel Bürge, alle tragen Brillen aus dem Hause Madec. Auch Tomoyuki Matsuda, Doppelweltmeister in München 2010, ist mit Iris- und Farbfiltern, Zieleinheiten und anderem Zubehör, das in der Madec AG hergestellt wird, ausgerüstet. Der Japaner ist von Schiesssportjournalisten des Internationalen Sportpresseverbandes zudem im gleichen Jahr zum «Schützen des Jahres» gewählt worden. «Die Firma Champion, Herstel-

lerin von Schiessbrillen in Baar, hatte einen Hersteller für ihr neustes Hightech-Modell gesucht», erinnert sich Manfred Rüefli, der Geschäftsleiter der Familien AG. Der Grenchner Unternehmer hat das Engineering, die Produktion und die Montage dieser Schiessbrillen übernommen. Der Bedarf ist stetig gewachsen und neue Entwicklungen haben die Schiessbrille verfeinert. Das Modell «Superolympic» beispielsweise ist ein technisches Wunderwerk. Ohne Werkzeuge können alle Einstellungen vorgenommen werden. Die Brille für Gewehr- und Pistolenschützen besteht aus 96 Einzelteilen. Die Firma Champion ist weltweit Nummer eins in diesem Fachbereich. 1945 gründete Alfred Rüefli eine Einzelfirma. Der Décolletagebetrieb wurde 1964 in der zweiten Generation von Manfred Rüefli Senior übernommen. Der Junior trat 1990 in das gewachsene Unternehmen ein und sieben Jahre später hiess die Firma neu Madec AG und ist an die Däderizstrasse umgezogen. Im 2005 erstellten Neubau arbeiten rund ein Duzend Mitarbeiter in der klassischen Décolletage, also in der Automatendreherei, in der Baugruppenherstellung sowie in der Montage für die Bereiche Medizin, Elektrotechnik, Maschinenbau und in kleinerem Rahmen auch für die

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Uhrenindustrie. «Es sind flotte, bescheidene Menschen», weiss Manfred Rüefli über die Schützen zu berichten. Er hatte Gelegenheit an der Weltmeisterschaft in München Topathleten kennen zu lernen. Zwar ist das grosse Geld im Schiesssport nicht zu holen und auch im Fernsehen sind die Wettkämpe schwach vertreten. «Vielleicht ist dies der Grund, dass die Schützen so umgänglich sind», sagt der Vater einer fünfjährigen Tochter und schmunzelt. Auch seine Frau Carmen arbeitet übrigens teilzeitlich im Betrieb mit. Manfred Rüefli ist Maschinenund Wirtschaftsingenieur und betreibt als Ausgleich in der Freizeit viel

Sport. Er ist stolz, dass seine Mitarbeiter Wesentliches zur kundenorientierten Unternehmensphilosophie beitragen. «Sie sind Basis dafür, dass unsere Präzisionsteile fehlerfrei und termingerecht ausgeliefert werden können», spricht er vom Qualitätsdenken der Angestellten. Das Unternehmen stellt als weitere Produkte auch gefragte Werbeträger her. Rüefli und seine Mitarbeiter werden stolz sein, wenn auch künftige Weltmeister und Olympiasieger die Brillen aus der Grenchner Produktion auf der Nase tragen und damit ins Zentrum treffen. Lisez l’article sous  www.swissshooting.ch Ausgabe 10 // Oktober 2012


Seitenblick

Ein«Druck» aus der Firma Kromer

Jeder Schütze in der Schweiz kennt die Firma Kromer AG als Herstellerin von Zielscheiben. Was aber sonst noch alles hinter dem Unternehmen steckt, haben wir bei einem Besuch in Lenzburg erfahren. Von László Tolvaj Die Kromer AG in der Schützenwelt vorzustellen heisst nun wirklich, die berühmten Eulen nach Athen tragen, denn wer kennt nicht den prägnanten orange-roten Schriftzug der Firma oder Eliane Müller, die das Unternehmen an jedem bedeutenderen Wettkampf repräsentiert (oder gar selber mitschiesst). Und trotzdem sind die Scheiben nur ein ganz kleiner Teil dessen, was bei Kromer in Lenzburg alles an Dienstleistungen und Produkten angeboten und hergestellt wird. Als mittelständischer Familienbetrieb ist die Firma zudem eine typische Vertreterin schweizerischen Unternehmertums. Alles begann, als 1898 der erst 24 Jahre alte Franz Xaver Kromer in Lenzburg eine kleine Buchdruckerei mit Verlag erwarb. Schon 1901 gab er den «Lenzburger BezirksAnzeiger» heraus. 1920 wurde die Liegenschaft am Kronenplatz 12 erworben, was dem expandierenden Unternehmen neue Perspektiven erlaubte. Nach dem Tode des Gründers im Jahre 1933 übernahmen seine Kinder Alice, Franz, Theodor und Siegfried das Geschäft. Kurz nach dem Tod von Theodor Kromer-Bertschinger wurde 1965 mit der Herstellung von Präzisions-Schiessscheiben Ausgabe 10 // Oktober 2012 

begonnen. In den Folgejahren wurde die Palette immer weiter ausgebaut. Heute ist die Kromer Print AG bei den Scheiben die Nummer 1 in der Schweiz und im Export weltweit tätig. Sie ist offizielle Lieferantin der International Shooting Sport Federation (ISSF) sowie des Schweizerischen Schiesssportverbandes (SSV). Die Scheiben sind zertifiziert durch den ISSF mit einer ReZertifizierung im Januar 2009. 1974 trat mit Theo Kromer (Sohn des Theodor) die dritte Generation ins Geschäft ein, später folgten die Söhne Roland und Martin von Franz Kromer, welcher als Vertreter der zweiten Generation 1989 aus der aktiven Geschäftsführung austrat. 1993 war ein weiterer Meilenstein in der Kromer-Geschichte, denn die Liegenschaft am Kronenplatz wurde vermietet und dafür das umgebaute Fabrikgebäude am Unteren Haldenweg 12 bezogen, wo die Firma noch heute tätig ist. Im Zuge der Zeit wurden die Geschäftsfelder den sich wandelnden Bedürfnissen der Kundschaft angepasst, was sich in der Gründung von eigenständigen Gesellschaften nach aussen zeigte. Heute ist die Kromer Print AG als Generalunternehmerin mit Druckvorstufe, Druck und Weiterverarbeitung überregional tätig. Die Kromer Printlogistik ist spezialisiert auf Spedition und Versand sowie Lettershop (adressieren und mailen). Bei der Kromer Schiess-Sport werden die im Schiesssport bekannten Scheiben, aber auch solche für Polizeikorps und Sicherheitsfirmen hergestellt. Die Kromer Media verlegt diverse Objekte, unter anderen auch den Schweizerischen Schützenka-

lender. Das Proficopy Lenzburg schliesslich bietet seine Dienste im ein- und mehrfarbigem Digitaldruck an. So gesehen, ist Kromer ein kompetentes Druckereiunternehmen, das mehr als «nur» Scheiben für uns Schützen herstellt. Und die Arbeit wird den Lenzburgern trotz der Verbreitung elektronischer Scheiben in naher (und ferner) Zukunft nicht ausgehen, denn Papier ist erstens billiger als Elektronik und braucht zweitens auch keine Wartung... ●

Eliane Müller und Theo Kromer im Lager.

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Seitenblick

Field-Bogenschützen in Jussy

Künstliche Erhöhung: Die Strohburg.

Die ersten Augusttage waren für manche Bogenschützen ein richtiges Fest, konnten sie doch am westlichsten Zipfel der Schweiz gleich drei Wettkämpfe bestreiten. Wir haben uns das Field-Schiessen angeschaut. Von László Tolvaj Sommerwetter, freie Tage und eine wunderschöne Gartenanlage, was will der Mensch noch mehr? Und als Bogenschütze erst recht, hat doch der Bogenverein von Jussy das «Centre Horticole de Lullier», wo sonst über Obstsorten, Gartenpflege und Umwelt gelehrt wird, kurzfristig zu einem Zentrum für Bogenschützen umfunktioniert. An drei Tagen konnten Bogenschützen aus der ganzen Schweiz und dem grenznahen Ausland (fast) nach Herzenslust mit Pfeil und Bogen hantieren, denn es standen drei verschiedene Disziplinen zur Wahl. Am Nationalfeiertag war «3D» angesagt, also die Jagd auf dreidimensionale Tierbilder, welche möglichst geschickt auf dem Gelände verteilt wurden. 28 an der Zahl, vom Feldhasen bis zu Hirsch und Bison, die geduldig auf ihren Abschuss warteten. 80 Schützinnen und Schützen hatten sich in

fast ebenso vielen Kategorien (Bogenart, Geschlecht, Alter) zum Bewerb eingeschrieben, der ohne Unterbruch von morgens um 8 Uhr bis in die Nachmittagsstunden dauerte. «TopArcher 2012», wie der Wettkampf offiziell hiess, wurde am Samstag, 4. August, wieder aufgenommen, diesmal angesagt als FITA-Turnier. Hier drängten bereits 97 Bogenschützen auf die Schiesslinie, um vor der anstehenden Schweizer Meisterschaft noch die Qualifikation zu holen.

Field mit 98 Teilnehmern Am Sonntag folgte als krönender Abschluss ein Field-Schiessen über 24 Scheiben, welches sogar 98 Schützen an den Start lockte. Die Field-Disziplin ist eigentlich eine Mischung aus FITA, wo von wenigen, fixen Distanzen eine Zehnerscheibe beschossen wird, und dem 3D, wo die Scheiben eben aus Kunststofftieren bestehen, Distanzen je nach Tiergrösse, zudem teilweise bekannt, andere unbekannt. Beim Field sind es wiederum Ringscheiben, allerdings mit Fünferwertung, Distanzen und Platzierung im Gelände wie bei 3D. Eine Art «Jagdparcours für Intellektuelle». Dieser Anspruch ist nicht ganz an den Haaren herbeigezogen, weil

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neben dem möglichst exakten Schätzen der Schussdistanz noch das Gelände dazukommt. Schüsse nach oben oder unten haben es in sich, auch die entsprechenden Diskussionen, ob man nun höher oder tiefer halten muss (immer tiefer, Anm. des Redaktors). Leider war für ein Field-Schiessen das Gelände um das Schulungszentrum zu wenige coupiert, um echte Herausforderungen zu stellen. Zwischen dem Genfersee und den Ausläufern des Salève ist es mehr oder weniger flach, sodass sich die Organisatoren gezwungen sahen, wenigstens eine Erhöhung in Form einer Strohburg zu bauen, damit die Schützen von «dort oben» ihre Pfeile Richtung Ebene abgeben konnten. Aber man kann ja nicht alles haben... Geschossen wurde wie üblich mit Blankbogen (Barebow), Bowhunter (Jagdbogen) und Langbogen (Longbow), alle drei ohne Visierung. Dazu Compound und Recurve. Die Resultate der drei Einzelschiessen sowie die Rangliste des TopArcher 2012 können von der Homepage des Schweizer Bogenschützenverbandes (www.asta-sbv.ch) heruntergeladen werden. Mehr Information zum Bogenverein von Jussy: www.arc-club-jussy.ch ● Ausgabe 10 // Oktober 2012


Seitenblick

Auch die Kleinsten waren am Field-Schiessen vertreten. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

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Seitenblick

Schweizerische Unteroffizierstage Nur mit viel gutem Willen und Engagement der Mitglieder des UOV Amt Erlach konnten die SUT 2012 auf die Beine gestellt werden. Belohnung für die Mühe war ein einmaliges Defilée von historischen Armeefahrzeugen. Von László Tolvaj Eigentlich war geplant, die SUT 2010 im Raum Kloten–Bülach abzuhalten, aus diversen Gründen konnte die Veranstaltung nicht durchgeführt werden. Um ein vorzeitiges Ende des Anlasses zu vermeiden, hat sich zunächst eine kleine Gruppe des UOV (Unteroffiziers-Verein) Amt Erlach der Sache angenommen, unter ihnen Oberst Mathis Jenni und Wachtmeister Ueli Haslebacher. Ein Anlass dieser Grössenordnung braucht nicht nur genug Vorlaufzeit, sondern auch Personal. Dieses rekrutierte sich einerseits aus den Mitgliedern des UOV Amt Erlach (die meisten machten mit!), andererseits aus Ehepartnern, Freunden und anderen zugewandten Orten. Und dies alles auf freiwilliger Basis! Zuletzt standen den 300 angemeldeten Wettkämpfern zwischen 400 und 500 Helfer zur Seite, in der Administration, in der Küche und im Service, im Verkehrsdienst oder an den Wettkampforten. Gekämpft wurde am Samstag in der Formation «Dreierpatrouille» in vier Alterskategorien und einer Gästekategorie. Als Grup-

penwettkampf aufgezogen, mussten die Patrouillen militärisches Wissen beweisen, Geschicklichkeit im HG-Werfen sowie Schiessen im Gelände zeigen, einen Orientierungslauf sowie einen Radparcours absolvieren. Für die Selektionswertung kamen noch Resultate aus dem Gewehrschiessen 300 m sowie Pistolenschiessen 25 m hinzu. Bundesrat Ueli Maurer besuchte die Veranstaltung am frühen Samstagmorgen. Am liebsten wäre er wahrscheinlich selber aufs Stahlross gestiegen, die SVP hatte jedoch in Basel weit wichtigere Geschäfte, sodass er sich bald abmelden musste. Die Wettkämpfe konnten mit viel Spass an der Sache, Schweiss (und teilweise Muskelkater) über die Bühne beziehungsweise Schaltenrain und Jolimont gebracht werden, am Abend wurde in der Sporthalle im AnkerDorf gebührend gefeiert. Schliesslich galt es auch, das 75-Jahre-Jubiläum des UOV Amt Erlach anzugehen. Der Sonntag stand ganz unter dem Motto «Vom Ross über das Stahlross zum Stahlkoloss», einer einmaligen Präsentation von historischen Armeefahrzeugen, wie sie so schnell nicht wieder stattfinden wird. Hunderte von Zuschauern säumten die Strassen, als der Vorbeimarsch von Gampelen her über das Dorfzentrum sich in Richtung Biel verschob, wo die Fahrzeuge abgestellt und ganz aus der Nähe angeschaut werden konnten. In seiner Rede hielt der CdA André Blattmann fest, wie wichtig eine eigene Armee

mit Milizsoldaten sei. Nach der feierlichen Rangverkündigung ging es wieder zurück in die Festhalle zum verdienten Mittagessen. Die Ranglisten und weitere Informationen sind von www.suov.ch abrufbar. ●

Bei der Selektionswertung zählte auch Gewehr 300m.

Die Radfahrer mit Armee-Chef André Blattmann. 44  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

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Aktuell

24-Stunden-Schiessen im Brünig Indoor Was Autorennfahrer seit Jahrzehnten treiben, kann dem Schiesssport auch nicht schaden. Für die Teilnehmer jedenfalls ist der Wettkampf eine besondere Herausforderung. Von László Tolvaj Eigentlich geht es ja um nichts beim 24-Stunden-Schiessen im Brünig Indoor. Weder ist es eine Qualifikation, noch eine Meisterschaft. Eher ein Freundschaftsschiessen und ganz sicher ein Wettkampf gegen sich selbst. Denn es ist eine Ausnahmeerfahrung, welche die Schützen am hinteren Ende des Lungernsees machen. Tief im Berg, 24 Stunden am Stück, das ist schon eine Herausforderung an sich, welche bei vielen Zeitgenossen Angstgefühle, Schweissausbrüche oder gar Zusammenbrüche hervorrufen kann. Nicht so bei mental gefestigten Schützen, denen die Umgebung bei voller Konzentration auf das Ziel eigentlich egal sein kann, ja sogar muss. Und trotzdem ist es anders als sonst. Nach 60 Schuss ist nämlich nicht das Ende erreicht, sondern lediglich ein Viertel oder Fünftel, je nach Disziplin. Dann heisst es: Ausruhen, sich sammeln, vielleicht etwas schlafen, bevor es in wenigen Stunden zur nächsten Runde geht. Und dies über 24

Stunden am Stück! Vier- oder fünfmal hintereinander. Wer es noch nie gemacht hat, fragt sich unweigerlich, ob er dazu überhaupt im Stande sei. Die meisten können es, aber dazu noch eine gewisse Leistung abrufen? Um eine definitive Antwort auf diese Frage zu erhalten, muss man es halt einfach selbst versuchen. Mitmachen ist hier wichtiger als siegen, dabei sein ist alles. Fast ein olympischer Gedanke, allerdings vor der Neuzeit. Insgesamt hatten sich 84 Schützen für den Anlass eingeschrieben, leider zu wenig Pistolenschützen, sodass diese Disziplin nicht durchgeführt wurde. Dafür wurde der Pistolenstand zum 10-m-Stand umfunktioniert und die gewohnte Halle für die Druckluft-Disziplinen den Schläfern überlassen. Flexibilität ist alles. Der Wettkampfbeginn war für 16 Uhr angesetzt, also eine christliche Zeit, wobei die Wettkämpfer in je drei Gruppen hintereinander schossen, bevor es wieder von vorn losging. Für manche lief der Anfang trotzdem harzig, «auf regelmässig tiefem Niveau», wie es ein Schütze ausdrückte, weil man ja im Hinblick auf das Gruppenresultat nicht zu viele Punkte abgeben wollte. Und wenn man etwas unbedingt will, ist die Verspannung meist nicht mehr weit. Glücklich, wer sich danach noch auffangen kann.

Der einzige Schütze, der sich voll im Griff hatte, war wohl Jan Lochbihler. Nach der ersten 598er-Runde folgte eine 599er, dann wieder 598, gefolgt von zweimal 599. Der Jüngling gab auf 300 Schuss nur sieben Punkte ab! Olympischer Rekord, wenn es nur an Olympischen Spielen gewesen wäre, aber eben, beim Schiessen ging es eigentlich um nichts. Was die Leistung Jans in keiner Weise schmälern soll. In der Halle gegenüber lief es Heidi Diethelm fast ebenso gut, jedenfalls konnte sie ihre nächste Konkurrenz (Hansjörg Hüppi) mit 17 Punkten Differenz auf Distanz halten. Bei den Luftgewehrschützen (eigentlich waren es in der Mehrzahl Schützinnen) zeigte Andrea Merkofer ihren Meister mit 2313 Zählern auf ein Gesamttotal von 2400 möglichen Punkten. Bei der Disziplin Armeegewehr schwang Karin Britschgi mit 2138 Punkten oben aus, wobei schon das Verdauen von 240 Gewehrpatronen eine Leistung darstellt, von den Treffern gar nicht zu sprechen. Die Standardschützen wurden von Marina Schnider angeführt mit 2316 Punkten.  ● Alle Resultate unter www.bruenigindoor.ch

In der Disziplin Luftgewehr waren mehrheitlich Frauen am Start. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

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Der Schweizer Schiesssportverband (SSV) ist der viertgrösste Sportverband mit Sitz und Geschäftsstelle in Luzern. Im Zusammenhang mit einer Neubesetzung suchen wir zum nächstmöglichen Termin

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Training im Verein

Erste Früchte nach Intensivtraining geerntet Die intensiven Trainingseinheiten nach den langen Sommerferien haben bereits die ersten Früchte getragen. Unseren Jugendlichen gelang es, die Trainingsresultate zum grössten Teil auch im Wettkampf an den Tag zu legen. Am Juniorentreffen G50m vom SVBB glänzten wir mit insgesamt 5 Podest-Plätzen. In der Kategorie 3 (U12/U14 liegend frei) erreichte unser Junior, Tobias Beck, sogar den Kategoriensieg. Von Steven Bleuler Was Schiess-Sport Helvetia leider nicht gelang, ist die Wanderpreise im Gruppenwettkampf am Juniorentreffen G50m SVBB erfolgreich zu verteidigen. Die Wanderpreise mussten wir den besseren Mannschaften überlassen, welche in beiden Kategorien aus Oberdorf und Umgebung kamen. Unseren Schützen war dies eine Lehre, denn Sieg und Niederlage gehören zum Sport. Unser Ziel für das Jahr 2013 ist klar:

Wir holen uns die Wanderpreise zurück! Genau eine Woche später, nämlich Anfangs September, waren die Titelwettkämpfe G50m SVBB. Im Liegendmatch nahmen insgesamt 4 Junioren aus unserem Nachwuchsbestand teil. Leider reichte es für keine Medaille, doch jeder Schütze hat wertvolle Erfahrungen sammeln können, mit denen er mit der richtigen Umsetzung und Anwendung seine Leistungen steigern kann. Die Outdoor-Saison Gewehr 50m neigt sich langsam dem Ende zu. Die Nachwuchskurse gehen noch bis Ende September, bis zu den Herbstferien. Doch bis dahin dürfen sicher 7 Schützen am Regio-Final SSV in Schwadernau ihr Können zeigen. Ebenfalls kurz vor den Ferien ist noch der Final der Basler Einzelmeisterschaft SVBB.

Ausblick Oktober Die Vorbereitungen für die Indoor-Saison laufen bereits. Bis anhin hatten wir zwei Kurse im Bereich Gewehr mit Einsteigern und Fortgeschrittenen. Neu, ab diesem Herbst, bieten wir zusätzlich noch einen

Trainingseinheiten im Oktober Einsteiger-Kurs: • Informationen zur Sicherheit, Kursablauf und -regeln, Materialkunde • Kernelemente werden aufgezeigt und erklärt • Erste Übungen am Gewehr/Pistole Fortgeschrittener-Kurs: • Gewehr-Kontrolle evtl. mit Reinigung • Stellungsfindung • Standortbestimmung mit Planung der Ziel setzung Saison 2012/2013

Nachwuchskurs im Bereich Pistole 10m an. Dieses neue Angebot bereichert unsere Palette und macht unseren Verein um eine Disziplin attraktiver. Wir sind gespannt, wie das Echo ausfallen wird. Die Kurse werden gegen Ende Oktober (KW 43) beginnen. ●

Noch schätzen die Einsteiger die Hilfe der Betreuerin. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

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Training im Verein

Ein Highlight jagt das Nächste Anfang September haben die Nachwuchsathleten aus Uetendorf an den Schweizer Meisterschaften um Medaillen gekämpft. Am Besten gelang dies Martina Neuenschwander, sie durfte die Bronzemedaille entgegen nehmen. Von Cornelia Blaser-Kunz Auch Manuel Siegrist kämpfte in der Thuner Guntelsey um jeden Punkt, musste aber Lehrgeld bezahlen und klassierte sich im hinteren Drittel. Wir sind überzeugt, dass er mit all den wichtigen SM-Erfahrungen ein grosses Stück vorwärts gekommen ist und nächstes Jahr seine Chance packen wird. Zum Kantonalen Nachwuchstag Bern haben sich wiederum Martina Neuenschwander und Manuel Siegrist qualifiziert. In der Kategorie U 16 hatte Manuel Siegrist einen durchzogenen Wettkampf, auf eine sehr gute Passe folgte leider ein Tiefgang. Wir hatten aber riesig Freude, konnte er seine guten Leistungen vom Training abrufen und beweisen, dass er es kann. Jetzt müssen wir noch an der Konstanz arbeiten. Manuel klassierte sich im Mittelfeld der Berner Nachwuchsschützen. Martina Neuenschwander hat in der Kategorie U20 souverän die Goldmedaille erkämpft. Zu Beginn sah es nach einem sehr engen Kampf um den Spitzenplatz aus. Martina zeigte Nerven und konnte sich, dank einer Steigerung in der letzten Passe mit vier Punkten Vorsprung den Titel sichern. Am Nachmittag half sie dann kurzentschlossen am Kantonalen Gruppenmeisterschaftsfinal für Ihren Vater aus. Martina hat den Wechsel von 25m auf 50m problemlos gemeistert und durfte mit der Gruppe den zweiten Rang feiern.

Martina Neuenschwander ist derzeit die Erfolgreichste im Uetendorfer Nachwuchs. Für die Athleten, wie auch für uns Trainer ist es nicht einfach, die Trainings mit den beiden doch sehr unterschiedlichen Sportgeräten zu gestalten. Aus diesem Grund arbeiten wir mit der Sportpistole individuell und bereiten unsere Nachwuchsathleten auf die jeweiligen Finals vor. Mit der Luftpistole machen wir eine Angewöhnung und erarbeiten Zusammen die Grundlagen. Da wir voraussichtlich keine Anfänger im Kurs haben, können wir die bereits gelernten Technikelemente vertiefen und festigen, so dass unsere Athleten variieren können. Von diesen Übungen können unsere Athleten vor allem in Stresssituationen profitieren. Sicherlich werden wir darauf im November noch detaillierter eingehen. ●

Kursziel im Oktober Der Oktober wird für uns alle nicht ein einfacher Monat. Einerseits starten wir am Mittwoch mit der Luftpistolensaison, auf der anderen Seite wird am Donnerstag immer noch eifrig mit der Sportpistole trainiert, steht doch der Final der Shooting Masters und der JU-VE-Final noch bevor. 48  SchiessenSchweiz  TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer

Kursprogramm im Oktober Do 4. Okt: Halbprogramm/individuelles Thementraining/Mentale Stärke/Wettkampfspiel (auf Balancekissen) Mi 10. Okt: 100 Schuss - Angewöhnung, Koordination auf Balancekissen Do, 11. Okt: Halbprogramm (Rhythmus/Bewegungspräzision)/individuelles Thementraining, Vorbereitung Jugendtag/ Gedankenkontrolle/-stopp Sa 13. Okt: Schweizerischer Jugendtage U16 Final Mi 17. Okt: Kursorientierung/Trainingshandbuch führen/eigenes Trainings- und Wettkampfbuch/Cool & Clean mit Commitments Do 18. Okt: Halbprogramm (Rhythmus/Bewegungspräzision)/individuelles Thementraining, Vorbereitung Final Shooting Masters Sa 20. Okt: Final Shooting Masters Mi, 24. Okt: Stellung/Griffdruck/Druckverlauf Do 25. Okt: Präzision (Rhythmus/Bewegungspräzision)/individuelles Thementraining, Vorbereitung JU-VE-Final/Waffenpflege Fr 26. Okt: Ausschiessetabend Sa 27. Okt: JU-VE - Final

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Regio-News

Eidg. Schützenfest der Veteranen 2014 In der prächtig ausgestatteten Schützenstube im Rathaus Frauenfeld fand im Beisein von Stadtammann Carlo Parolari die Vertragsunterzeichnung zwischen dem lokalen Organisationskomitee und dem Verband Schweizer Schützenveteranen (VSSV) statt. von daniel good Das Eidgenössische Schützenfest der Veteranen (ESFV) 2014 gelangt vom 18. bis 30. August im Wesentlichen im Frauenfelder Schiesssportzentrum Schollenholz zur Austragung. Obwohl es sich beim ESFV nicht um das grösste «Eidgenössische» handelt, kommt diesem

wesentliche Bedeutung zu: 1991 eröffnete nämlich das Veteranenschützenfest den Reigen der Eidgenössischen Feste, welche Frauenfeld fortan für diese Anlässe berühmt machte. Es folgten unter anderem das Eidg. Jodlerfest, das Eidg. Schützenfest, das Eidg. Turnfest und das Eidg. Schwing- und Älplerfest. «Man nennt uns die Festhütte der Schweiz», sagte Stadtammann Parolari mit einem Augenzwinkern. Insgesamt fanden und finden in Frauenfeld zwischen 1986 und 2014 13 Grossanlässe mit Eidgenössischem Charakter statt. Das allererste «Eidgenössische» in Frauenfeld dürfte das Eidg. Schützenfest von 1890 gewesen sein.

Nun schliesst sich also der Kreis und die Schützenveteranen, also die mindestens 60-jährigen Schützinnen und Schützen, feiern in zwei Jahren ihr Eidgenössisches wiederum im Thurgau. OK-Präsident Roland Eberle freut sich, die Traditionen im Schweizer Schiesswesen weiter festigen zu können und den Schützen Gelegenheit zu bieten, sich im sportlichen Wettstreit zu messen. Erstmals wird 2014 an einem Eidg. Schützenfest der Veteranen alles elektronisch angezeigt, wie OK-Vizepräsident Alois Bach sagte. Bereits im April hatten die Delegierten der Bewerbung Frauenfelds einstimmig zugestimmt, das OK ist mit den Vorarbeiten schon weit fortgeschrit-

ten. Roland Eberle bedankte sich namentlich bei der Stadt Frauenfeld für die Unterstützung, ohne die ein solcher Grossanlass nicht mehr durchgeführt werden könnte. «Wir wollen ein wunderschönes Schützenfest für alle Veteranen», sagte Eberle weiter. Für das Fest werden rund 7000 Schützinnen und Schützen erwartet. Der Offizielle Tag im Festakt ist für den 21. August eingeplant. Festzentrum ist das Schollenholz, auch weitere Schiessanlagen können einbezogen werden. Die letzten «Eidgenössischen» der Veteranen fanden 2007 in Bern und 2009 in Lausanne statt. ●

Vorne v.l: Bernhard Lampert, Roland Eberle, Carlo Parolari. Hinten v.l: Heinz Gränicher, Peter Anderegg, Alois Bach, Karl Eisenring. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

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Regio-News

«Schutz» kommt vom Wort «schützen» Im ehrwürdigen Rahmen ist die Jubiläumsfeier «100 Jahre Morgartenschiessen» begangen worden. Festredner Beat Fischer erinnerte an seiner Ansprache daran, dass das Wort «Schutz» vom Begriff «Schützen» abgeleitet ist. Das anspruchsvolle Programm beinhaltete zunächst eine Andacht mit dem gemeinsamen Singen der Schweizer Landeshymne (Schweizerpsalm). OKPräsident John R. Hüssy führte gekonnt durch den Anlass. Auf die Andacht in der neu renovierten Morgartenhütte am Aegerisee folgte die Begrüssungsrede des Zuger Regierungsrates Urs Hürlimann, dem Präsidenten der Morgartenkommission. Hürlimann sagte: «Wir wollen ein grossartiges Fest feiern.» Das OK hatte drei Hauptthemen vorbereitet: die Tradition, die Kultur und das Schiessen. Der gediegene Jubiläumsband «100 Jahre Morgartenschiessen» des Zuger Stadtarchivars Christian Raschle wurde begeistert aufgenommen, erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde überdies die Serigrafie des international bekannten Kunstmalers Rudolf Mirer mit dem Titel «Die Schlacht am Morgarten», die an die Auseinandersetzung der Eidgenossen mit den Habsburgern vor 697 Jahren erinnert. «Das ist ein wichtiger historischer Ort», sagte der ehemalige Korpskommandant Beat Fischer in der Festansprache: «1315 stand die noch junge Eidgenossenschaft vor ihrer ersten Bewährungsprobe.» Der damalige Bund der Waldstätte hatte die Herausforderung mit Bravour gemeistert. «Hütet euch am Morgarten», ist deshalb auch

Die Ordonanzschützen in den verschiedenen Uniformen. heute noch ein geflügelter Ausdruck. Fischer stellte seine Rede unter das Motto «Hend Sorg am Morgarte!». Was bedeutet dieser Ruf, diese Warnung für die Schützen? «Schützen ist eine Aufgabe, die uns alle angeht. Im schlimmsten Fall muss dieser Schutz mit einer Waffe geleistet werden. In der Schlacht am Morgarten mit Hellebarden und Morgenstern, heute mit Schusswaffen. Darum ist es auch richtig, dass der Soldat und Schütze seine persönliche Waffe daheim aufbewahren darf», führte Fischer aus. «Unser Schützenwesen hat eine grosse Tradition. Traditionen sind für mich ein Geschenk. Sie sind ein Geschenk der Vergangenheit an die Gegenwart.

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Gerade in unserer schnelllebigen Zeit mit ihrem hektischen Wandel haben wir allen Grund, für dieses Geschenk dankbar zu sein», fuhr Fischer fort. «Unsere historischen Schiessen und die damit verbundenen Schützengesellschaften leben diese Tradition seit vielen Jahren. Wir alle tragen die grosse Verantwortung, sie auch in die Zukunft zu tragen.» Fischer zog schliesslich das Fazit: «Wir Schützen hegen und pflegen eine gute Schützentradition: heute, morgen und auch übermorgen. Wir tragen die Verantwortung für einen sicheren Umgang mit unserer Waffe. Wir werden uns auch in Zukunft voll und ganz für die Beibehaltung der allgemeinen Wehrpflicht einsetzen!»

Auf die Feierlichkeiten in der Morgartenhütte folgte das Outdoor-Pensum mit einer Schiessdemonstration mit Ordonanzwaffen der vergangenen 100 Jahre beim MorgartenDenkmal. Die Ordonanzschützen trugen dabei die Uniformen vier verschiedener Epochen. Auch die Vorderlader-und Vetterli-Gewehrschützen kamen zum Zug. Anschliessend stand ein Volksapéro mit vielen Gästen auf dem Programm. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Harmoniemusik Oberägeri, die auch einen schon fast verschollenen Marsch zum Besten gab. Eine Uraufführung intonierte auch der Shantychor Aegeri. (DG) ●

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Regio-News

Mit Speck fängt man Schützen Mit dem Verteilen der begehrten Speckseiten wird im Kanton Aargau zurückgeschaut auf das Feldschiessen 2012. Doch der umsichtige Feldchef Werner Stauffer gab auch die Ziele für 2013 bekannt. Im Beisein von allen Vertretern der elf Bezirke des Kantons Aargau und diversen Gästen des Aargauer Schiesssportverbandes fand die Abgabe der legendären Speckseiten bezirksweise für fleissige Feldschützenvereine statt. «Wir haben in diesem Jahr das hochgesteckte Ziel, die Zürcher zu schlagen und eine Beteiligung von über 14›000 Schüt-

zinnen und Schützen am Feldschiessen zu haben, voll erreicht», verkündete mit geschwellter Brust Feldchef Werner Stauffer. Was in diesem Jahr vollbracht wurde, ist grossartig, doch nun liegt es an den Vereinen, das Erreichte mindestens zu halten. Die Statistik zeigt auf, dass bei den Gewehrschützen 366 Personen weniger das Feldschiessen besuchten. Das tolle Resultat beeinflusste die Zunahme von 708 Pistolenschützen. Nicht zu vergessen ist der Anlass der Bezirks Kulm, wo das Feldschiessen auf einer Anlage geschossen wurde. Damit die Geweh rsc hützen zum Pistolenschiessen animiert wurden, stellten die Organisatoren einen Pistolenfeldstand. Die Pis-

toleure der SG Reinach brachten das Kunststück fertige, sage und schreibe 520 Schützen für das Feldschiessen mit dem kurzen Lauf zu animieren. Bei den Gewehrschützen hatte Boswil mit 421 Schützen die grösste Beteiligung. Jeder der anwesenden Bezirksvertreter durfte mindestens eine Speckseite für seine Vereine in Empfang nehmen. Dank den Pistolenschützen bekam der Bezirk Kulm mit elf Speckseiten den grössten Anteil gefolgt vom Bezirk Muri mit deren acht. «Beim Feldschiessen reden wir von Breitensport, und dieser muss gefördert werden, denn wenn der Breitensport nicht funktioniert, spürt das der Spitzensport» erwähnte Werner

Stauffer zu recht. Den Vertretern der Bezirke legte er ans Herz, dafür zu sorgen, dass jeder Verein, auch noch so klein, es fertig bringt, im kommenden Jahr mindestesten 30 Schützen an Feldschiessen zu bringen. Der Anlass findet übrigens vom 31. Mai bis 2. Juni 2013 statt. Victor Hüsser, seines Zeichens Vizepräsident des Aargauer Schiesssportverbandes, dankte dem unermüdlichen Aargauer Feldchef Werner Stauffer für seinen grossen Enthusiasmus, den er seit nun über zehn Jahren an den Tag legt. In den Dank schliesst er auch die Feldchef-Gemahlin Marianne Stauffer ein, die im administrativen Bereich für das Gelingen beiträgt. (REBI) ●

Die Vertreter der Bezirke sind dafür verantwortlich, dass die Speckseiten den Vereinen abgegeben werden. Ausgabe 10 // Oktober 2012 

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I ticinesi ai campionati svizzeri Nella settimana di gare a Thun, hanno partecipato anche 15 tiratori ticinesi di ambo i sessi. Il bottino di questa settimana, è stato ottimo. Lorenzo Lucchini, Origlio alla pistola libera 50m (60 colpi di precisione in 2 ore di gara), si è classificato all’8. rango con 621.0 (532/89.0) ottenendo il diploma della federazione nazionale (FST). Brenno Regazzoni, Grancia alla pistola totalizza 553 punti al programma B ed è 25. Lunedì erano in gara al fucile 50m Sara Rossi, Torricella e

Daniela Pandiscia, Mezzovico dapprima nel match olimpionico (60 colpi in 75’) e poi nel 3x20 in un tempo massimo di 2 ore e 15’). Sara Rossi ha terminato 8. nelle 3 posizioni ottenendo il diploma FST: per lei anche due nuovi record ticinesi. Infatti con 573 punti in qualifica e totali 667.8 va a migliorare i record già suoi. Nel pomeriggio erano in gara i tiratori a 300m nel 3x40 (tempo complessivo di gara circa 4 ore): hanno confermato i risultati ottenuti il sabato precedente ai campionati ticinesi. Migliore di tutti stavolta è stato Angelo

Beltraminelli, Bellinzona con 1087. Andrea Rossi, Bellinzona è stato un po’ sfortunato, perché in entrambe le eliminatorie al fucile 50m (olimpionico e 3x40) aveva ottenuto ottimi risultati (590 e 1160 punti), ma nelle qualifiche non è riuscito ad accedere nella finalissima: nel 3x40 per un punto é terminato nono. Anche per lui due nuovi record ticinesi, nel 3x40 porta il risultato da battere a 1160 punti e nei 40 colpi in piedi il nuovo record è di 384. Anche nel suo caso, va a migliorare due record

già suoi. Non da ultimo citiamo Eros DeBerti, Brusata che alla pistola standard a 25m ha ottenuto 553 punti e, dopo l’oro dello scorso anno, è 4. a soli due punti dal bronzo. Ottiene anche lui il meritato diploma federale. Nel fine settimana erano in gara gli juniores: quest’anno purtroppo solo Sara Bassetti, Giubiasco è riuscita a qualificarsi. Bassetti ha ottenuto un buon 578 nel match olimpionico in una gara molto regolare e 538 nelle 3 posizioni (3x20). Complimenti a tutti! ●

Campionati TI al fucile A fine agosto si sono tenuti ad Airolo i campionati cantonali al fucile 300m. Con un buon numero di partecipanti le gare si sono svolte correttamente sotto la direzione di Enzo Jurietti ed Emil Sciaroni. La fredda (stiamo parlando di meteo) giornata ha visto vari pari-meriti risolti sul numero di «mouches» (discipline ISSF) oppure sulla migliore ultima serie. La giornata è iniziata con il «olimpionico sport» vinto da Claudio Minelli, Camignolo (587), davanti a Mauro Nesa, Sala Capriasca e Augusto Devittori, Arosio entrambi a 582. Si è proseguito con il moschetto 2x30 che ha visto imporsi Alfredo Taragnoli, Quinto (533) davanti ad Enzo Jurietti, Airolo (532) e a Luigi Canepa, Mezzovico (519). Al pomeriggio, gara tiratissima nel match due posizioni al fucile standard: nuovo pari merito… deciso dalla migliore ultima serie in ginocchio. Devittori

Podio2 posizioni ordinanza. Da sin: Enzo Jurietti (2.), Alfredo Taragnoli (campione TI), Luigi Canepa. fa suo l’oro su Taragnoli (569), mentre 3. è Canepa (565). Sempre nelle 2 posizioni, ma con l’ordinanza, si impone un giovane: Simone Vedova, Peccia (532) supera il tiratore di casa Damiano Beffa (528) ed Augusto Devittori (511) che in una disciplina «nuova» per lui batte per gli appoggi Danilo Bonacina di

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Mendrisio. La giornata termina con il match olimpionico all’ordinanza, dove ai primi tre ranghi troviamo 3 diversi tipi di fucile. Angelo Brenna, Corteglia con il suo Fass57 ottiene il nuovo record cantonale: 558 punti scalzando Marzio Demartini. Al 2. rango troviamo un altro momò, ma con il Fass90: Robert Meier

di Vacallo (552) e medaglia di bronzo va ad Ennio Soldati, S. Antonino con il moschetto (543). L’ultimo titolo del 2012 a 300m, il 3x40, è stato assegnato a sud… per fortuna perché anche il 1. settembre la meteo ha fatto un po’ le bizze. La gara si è tenuta nel magnifico borgo con una buona cornice di pubblico. Bernardo Bernaschina, Riva San Vitale dopo aver conquistato l’oro nel 3x20 fucile standard, si conferma «Mister 3 posizioni» e fa suo anche il 3x40 con un risultato complessivamente modesto di 1090 punti. Supera nell’ordine Augusto Devittori (1084) e Mauro Nesa (1082). Assegnato anche il titolo nelle 2 posizioni al fucile 50m. La gara, denominata «maestria serie» si è svolta a Locarno ed ha visto imporsi per la ennesima volta in stagione Andrea Rossi, Bellinzona (581) che supera nell’ordine Mauro Nesa (578) e Luca Filippini, Savosa (568). ● Ausgabe 10 // Oktober 2012


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Campionato gruppi JJ/GT

PodioU16 da sin: Giorgio Mobiglia, Contone (2.) (2.), Lavizzara e Balerna Alla finale del concorso ticinese gruppi di Mendrisio erano al via 5 gruppi di adolescenti (3 tiratori per gruppo) e 8 di giovani tiratori (4 tiratori), qualificatisi nella selezione di primavera. La gara, diretta dal responsabile della federazione cantonale Giorgio Mobiglia, si è svolta su due turni per ogni categoria. Il risultato finale era dato dalla somma dei due risultati dei singoli tiratori del grup-

po: unico neo la canicola che ha complicato un po’ la vita ai tiratori… Nella categoria U16 si riconfermano i tiratori della Lavizzara (Alessandro Trombini, Alessio e Pamela Moretti) con 11 punti di vantaggio su ContoneQuartino seguiti da Balerna. Nella categoria maggiore la gara è stata più tirata ed è stata premiata la regolarità del gruppo di Lugano (Albert Walser, Matteo Chiappa, Barbara Bombelli e

PodioU20 da sin: Giorgio Mobiglia, Lavizzara (2.), Lugano e Airolo (3.) Francesco Santaguida) che supera di 5 punti il gruppo della Lavizzara mentre al terzo rango troviamo Airolo. A livello individuale su tutti troviamo Albert Walser della società di Lugano con 184 punti (91/93 i parziali) seguito da Alan Maggini di Airolo (180) ed Alessandro Trombini, U16 della Lavizzara con 179. I risultati ottenuti a Mendrisio sono serviti anche per defi-

nire i partecipanti alla finale nazionale che si terrà a Zurigo il 22 settembre. I campioni ticinesi della categoria U20 sono qualificati d’ufficio: inoltre parteciperanno anche Lavizzara ed Airolo. Tra gli U16 solo la Lavizzara potrà difendere i colori Rossoblu: Contone non ce la fa per gli appoggi. A Zurigo partecipano complessivamente 90 gruppi U20 e 30 U16 di tutta la Svizzera.  ●

Test TI Tiro Match Il «Test Tiro Match» è un tiro comparativo al fucile 50m. Ogni anno il tiratore può misurare in occasione di tale gara i suoi miglioramenti o i suoi deficit: la gara è pensata soprattutto per coloro che si sono avvicinati da poco al tiro nelle tre posizioni e rappresenta un’ottima possibilità di allenamento «in gara». In base ad una tabella con punteggi minimi, ogni anno a dipendenza del punteggio ottenuto si ottiene un distintivo. Il principio del test è ottenere un risultato per conquistare dapprima il distintivo verde, poi quello Ausgabe 10 // Oktober 2012 

blu seguito da bronzo, argento e oro. Il distintivo si può ottenere una sola volta: in futuro il tiratore potrà conquistare unicamente una carta corona. La gara si è tenuta come d’abitudine sul poligono di Locarno ed è stata organizzata da Daniela Pandiscia. Discreta la partecipazione con 10 tiratori, di cui 6 «giovani». Miglior risultato della giornata è stato ottenuto da Andrea Rossi (568) che ha fatto suo il distintivo d’oro. 2. rango per Daniela Pandiscia (550) e 3. rango per Michele Verdi (549). ● I giovani partecipanti al Test Tiro Match di Locarno. TirSuisse // TiroSvizzera // TirSvizzer  SchiessenSchweiz  53


Ausblick

Schafft Tafers den 25. Mannschaftstitel? Für rund 300 Mannschaften mit 3000 Aktiven beginnt am 27. Oktober die Mannschaftsmeisterschaft Gewehr 10m. Dabei richtet sich das Interesse natürlich auf die NLA, wo Tafers neu gleich mit zwei Teams vertreten ist und seinen 25. Titelgewinn anstrebt. Die Konkurrenz ist aber stärker geworden. Das hat NLA-Neuling AltstättenHeerbrugg letzte Saison bewiesen, als es im Final nahe an einer Sensation war. Spannung versprechen auch die Begegunungen in der NLB und den unteren Ligen. ●

Letzte Saison brachte NLA-Neuling Altstätten-Heerbrugg Tafers im Titelkampf in Bedrängnis.

Verbandsmatch Gewehr 50m in Zürich Einer der Höhepunkte in der nationalen Herbstsaison ist für die 50m-Gewehrschützen der Verbandsmatch, der dieses Jahr am 6. und 7. Oktober einmal mehr in der Stadtzürcher Schiessanlage Albisgüetli stattfindet. Am Samstag, 6. Oktober, misst sich die Elite aus den Kantonalschützen-/Unterverbänden, am Sonntag ist der Nachwuchs an der Reihe. Geschossen wird jeweils in zwei

Ablösungen ab 9.00 und 9.45 Uhr. Auf dem Programm steht ein 60-schüssiger Match in den Stellungen liegend, stehend und kniend. Bei Punktgleichheit entscheidet der höhere Durchschnitt der Mannschaft der letzten Kniendpasse. Jeder Kantonalschützen- (KSV) und Unterverband (UV) ist mit je einer Mannschaft in den Kategorien «Elite» und «Junioren»

startberechtigt Die Mannschaftsbestände pro KSV/UV sowie die Scheibenzuteilung werden auf der Website des SSV unter «www.swissshooting.ch» publiziert. Im Vorjahr gewann in der Elite Fribourg mit 580 Punkten souverän vor der Ostschweiz und der Zentralschweiz. Das höchste Einzelresultat verbuchte Marcel Bürge für die Ostschweiz mit 590 (liegend 200, stehend 192,

kniend 198). Vor zwei Jahren siegte überraschend Linth mit 568,750 Punkten. Bei den Junioren setzte sich 2011 Bern vor Solothurn und die Zentralschweiz durch. Das beste Junioren-Resultat erzielte vor einem Jahr Europameister Jan Lochbihler für Solothurn mit ebenfalls beachtlichen 589 Zählern. Platz 4 bei den Junioren belegte im vorigen Jahr Fribourg. ●

Wichtige Termine 06.

Oktober

SPGM 50m, Final in Buchs AG

06./07.

Oktober

Verbandsmatch Elite/Nachwuchs (7.) Gewehr 50m in Zürich (Albisgüetli)

08.-12.

Oktober

Trainingscamp in Filzbach

13.

Oktober

Jugendfinals Gewehr/Pistole in Buochs/Stans

20.

Oktober

Final Shooting Mastern Brünig Indoor

21.

Oktober

Rütlischiessen Pistole 50m

21.-28.

Oktober

Weltcup-Final in Bangkok

27.

Oktober

Junioren- und Veteranen-Einzelfinal (JU+VE) in Thun

27.-05.

Okt./Nov.

1. Runde SMM Gewehr 10m

28.

Oktober

SSM Gewehr/Pistole, in Thun

7.

November

Rütlischiessen Gewehr 300m

10./11.

November

1. Shooting Masters Gewehr/Pistole 10m in Burgdorf/Schwadernau

15.

November

99. Morgartenschiessen Alle Angaben ohne Gewähr, vgl. auch www.swissshooting.ch

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Ratgeber

Wer Betablocker benötigt, braucht eine Bewilligung A.J. fragt: Auf ärztliche. Verordnung hin muss ich schon seit Jahren «concor» nehmen. Seit der Herzablation vor ein paar Monaten allerdings nur noch 5 mg. Mein Hausarzt erklärte mir, dass die Halbwertzeit dieses Betablockers sehr kurz sei. Bewirkt ein Unterbruch von ein paar Tagen, dass bei einem allfälligen Dopingtest dieser negativ verläuft, das Medikament nicht mehr nachgewiesen werden kann? Wie viel Tage wären das? Didi Schmidle (SSV-Verbandsarzt) anwortet: «Condor» zählt zu den b-Blockern. Generell zählt diese Gruppe der Medikamente zu den sogenannt «verbotenen Substanzen» im Rahmen der Dopingverordnung. Der Athlet darf diese Substanzen also weder in der wettkampffreien Zeit noch zu Wettkämpfen einsetzen. In Ausnahmefällen ist der Gebrauch erlaubt, vorausgesetzt einerseits die verbindlich notwendige Verordnung des Hausarztes, dann die Genehmigung durch den Sportverband mit medizinischer

Kommission liegt vor und andererseits wird die Genehmigung so erteilt, dass nationale Wettkämpfe – ohne internationale Qualifikationsanerkennung – besucht werden können. Übersetzt: National darf im Ausnahmefall (ATZ) das Medi-

kament weiter verwendet werden, für internationale Wettbeerbe sicher nicht. Um eine Ausnahmebewilligung für therapeutische Zwecke zu bekommen (ATZ) zu bekommen, muss ein Gesuch bei Antidoping Schweiz, PF 606, 3000 Bern 22

eingereicht werden. Sie können also nicht einfach zwei oder drei Tage vor dem Wettkampf das Medikament absetzen und auf keine oder eine negative Kontrolle hoffen. ●

Ratgeber Haben Sie Fragen zu Training oder Wettkampf oder zu irgendwelchen körperliche Beschwerden, die ihre Leistung beim Schiessen beeinträchtigen. Unsere Spezialisten haben bestimmt einen für Sie wirksamen Rat. Fragen senden an: redaktion@swissshooting.ch Conseils Avez-vous des questions sur l’entraînement ou la compétition, ou encore sur n’importe quelle question sur des douleurs corporelles qui auraient des effets sur vos prestations de tir? Nos spécialistes ont sûrement un conseil avisé à vous donner. Adressez vos questions à: redaktion@swissshooting.ch Verbandsarzt Didi Schmidle weiss Rat.

Schiessen Schweiz Schiessen Schweiz Schweizerisches Schützenmagazin Sportschütze Schweizer Schützen-Journal

Verlag/Edition: Schweizer Schiesssportverband, Lidostrasse 6, 6006 Luzern, Telefon 041 370 82 06

Offizielle Verbandspublikation des Schweizer Schiesssportverbandes

Anzeigenmarketing/Marketing des annonces: Fabian Egger, Fürstenlandstrasse 122, 9001 St. Gallen, Telefon 071 272 72 95, Fax 071 272 74 70, fabian.egger@tagblattmedien.ch

Publication officiel del al fédération sportive suisse de tir Publicazione ufficiale della federazione sportiva svizzera di tiro

Ausgabe 10 // Oktober 2012

Erscheinungsweise/Mode de parution: monatlich/mensuel

Abo-Service: Lidostrasse 6, 6006 Luzern, Telefon 041 370 82 06

Abonnement: Fr. 38.–/Jahr (12 Ausgaben) Redaktion Schiessen Schweiz: Lidostrasse 6, Luzern, Telefon 041 418 00 30, redaktion@swissshooting.ch Redaktionsteam: Max Flückiger (maf ), Daniel Good (DG), René Wicki (rw), Iris Bossert (ibo), Marco Sansoni (san), László Tolvaj (tl). Übersetzungen: Jean-Marc Amstutz, Anne Chapuis, Philippe Zeller, Daniel Regamey, Giovanni Leardini, Edy Ramelli, Roberta Filippini.

Redaktion Armbrustschütze: Sonja Müller, Riedstrasse 12, 8224 Löhningen, Telefon/Fax 052 685 01 40, Mobile 079 944 12 21, sonja.mueller@easv.ch, sonja.mueller@swissshooting.ch, www.easv.ch Redaktionsschluss: jeweils 8. des Monats Erscheinung: jeweils Ende Monat Produktion: St. Galler Tagblatt AG, Fürstenlandstrasse 122, 9001 St. Gallen. Druck: Swissprinters AG

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SchiessenSchweiz 10/12  

Oktober-Ausgabe von «SchiessenSchweiz», dem offiziellen Magazin des Schweizer Schiesssportverbandes SSV

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