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von Mensch zuLeben Mensch Gott zu Mensch | 2013 Magazin für ein voll zu Hoffnung1/2 2006 ¥ 121.2Jahrgang

w w w. h e i l s a r m e e . c h

Mal anders 3 Die Heilsarmee macht Sie schön!

Wenn Einsamkeit hässlich macht

Mittendrin 6 – 7  Jesus: Mit uns auf dem Weg

Die Heilsarmee hilft Menschen, Einsamkeit zu überwinden; und zwar mit praktischer und seelischer Unterstützung. Der Glaube an Gott kann dazu einiges beitragen.

Gesellschaft 9 Optimistisch – dank Heilsarmee

Vorher-Nachher-Bilder kennt man anders rum: Aus dem hässlichen Entchen wird der schöne Schwan. Doch obiges Bild zeigt, wie Einsamkeit Leib, Seele und damit das ganze Leben zerstören kann. Die Heilsarmee begegnet in ihrer Arbeit vielen einsamen Menschen. Sie sind wegen Arbeitsverlust, Gefängnisstrafe oder psychosozialen Behinderungen durch die Maschen der sozialen Netze gefallen und stehen ohne menschliche Kontakte da. Die Heilsarmee hilft ihnen, im Leben wieder Fuss zu fassen. So entstehen neue Beziehungen. Auch die innere Einsamkeit kann ein Ende finden, dann nämlich, wenn Menschen Jesus Christus als ihren

persönlichen Retter und Freund erleben. Das bewirkt ein anderes Vorher-Nachher-Bild: aus kaputt wird wieder schön! Dass Gott kein Lückenbüsser ist betont auch Linda Bond, die internationale Leiterin der Heilsarmee. Bei ihren Besuchen der Heilsarmeestandorte weltweit sieht sie eines immer wieder: Nämlich wie Menschen durch den Glauben an Jesus Christus einen Begleiter finden, der ihren Lebensweg teilt, Lasten mitträgt und neue Hoffnung und Perspektive schenkt (Seite 6). Kein Lückenbüsser eben, sondern die Quelle von Leben und Frieden. So verliert die Einsamkeit an Schmerz (siehe auch Interview Seite 5). 



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DIALOG

Sonne soll nicht über dem Zorn untergehen In der Alltagssprache gibt es Ausdrücke und Redewendungen, die aus der Bibel stammen. Wir stellen sie Ihnen vor.

Das ist gar nicht so einfach, gerade wenn ich mich im Recht fühle. Doch lasse ich den Streit offen, schlafe ich schlecht. Der Vers ermutigt, die „Sache” gleich anzupacken. Aber manchmal hilft es, darüber zu schlafen, die Emotionen zu beruhigen und mit klarem Kopf die Lage neu zu beurteilen. Gott hilft mir dabei.

Es gibt viele Situationen, in denen mich das Gegenüber verärgert. Doch es ist wichtig, dass ich die Beziehung nicht durch meinen Zorn zerstöre, sondern die Situation bereinige. Besonders wichtig ist es für mich, in Teams nicht den Zorn regieren zu lassen, sondern sachlich über Streitpunkte zu reden.

Ja, ich darf zornig werden. Denn dies zeigt, wie wichtig die Sache und die Leute für mich sind. Doch es gilt weise mit dem Zorn umzugehen. Ich kann vielleicht nicht alles vor Sonnenuntergang in Ordnung bringen, aber ich kann mich entscheiden, eine Lösung zu suchen und nicht im Zorn zu reagieren.

Jeanine Kappeler

Michel Bohni

Barbara Dummermuth

„Lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen”, Epheser 4, 26. – Die Aufforderung weist mich darauf hin, dass es eine hilfreiche Übung ist, den Tag bewusst abzuschliessen und über das Erlebte zu reflektieren. Dabei wird mir klar, was für Gefühle mich bewegt haben und wie ich mit ihnen umgegangen bin. Zu diesen Gefühlen gehört auch der Zorn. Lege ich den Tag in Gottes Hand zurück mit allem, wofür ich dankbar bin, aber auch dem, was mich beunruhigt, finde ich Frieden. Das verspricht gesunden Schlaf und die nötige Zuversicht, um den neuen Tag gut zu beginnen und den Menschen mit Wohlwollen zu begegnen. Martin Gossauer

Editorial:

Impressum

Elsbeth Cachelin, Redaktorin

Gründer: William Booth Generalin: Linda Bond Leiter für die Schweiz, Österreich, Ungarn: Kommissär Franz Boschung

Der Hässlichkeit den Garaus machen Liebe Leserinnen und Leser Regina Wittwer, siehe rechts, fügt mit ihren Vorträgen dem Heilsarmee-Motto Suppe – Seife – Seelenheil ein viertes S an, die Schönheit. Und die Frauen gehen oft anders von den Anlässen weg, als sie gekommen sind: Sie sehen sich mit neuen Augen und entdecken ihre persönliche Schönheit. Ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstsicherheit und Lebensbewältigung! Sie aufnehmen wie einen ungebetenen Gast und wissen, dass sie wieder geht. Dazu rät Corinne Gossauer-Peroz und meint damit Einsamkeit. Sie kennt deren Schmerz, weiss aber auch um das Gute, das das Alleinsein birgt. Mehr dazu lesen Sie im Interview auf Seite  5. Wenn die Heilsarmee sich in der Flüchtlingsarbeit einsetzt, dann darum, weil sie um die Isolation vieler Asyl suchender Menschen weiss. Sie will ihnen deshalb nicht bloss ein Dach über dem Kopf bieten, sondern ein neues Daheim, wo Körper und Seele Schutz und Obdach erfahren (Seite 9). Und damit schliesst sich der Kreis zum Titelbild: Die Plakatkampagne der Heilsarmee greift auf, wie Einsamkeit das Leben auf hässliche Art verändern kann. Sowohl die soziale wie auch die evangelistische Tätigkeit der Heilsarmeeleute zielen darauf ab, den Menschen Nähe, Freundschaft und Hilfe zu bieten. Damit die Einsamkeit ihr hässliches Gesicht verliert. 



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Leiter Marketing und Kommunikation: Martin Künzi Redaktionsleiterin: Gabrielle Keller Heilsarmee Hauptquartier, Postfach 6575, Laupenstrasse 5, 3001 Bern Telefon: 031 388 05 91, Fax 031 382 05 91, redaktion@heilsarmee.ch heilsarmee.ch Redaktionsteam TRIALOG: Elsbeth Cachelin, Redaktorin, (elsbeth_cachelin@heilsarmee.ch), Martin Gossauer, Lukas Schenk Layout: Rolf Messerli, HQ, Bern Druck: Ast & Fischer AG, Wabern Auflage: 12'000 Jahresabonnement TRIALOG (erscheint siebenmal jährlich) Preis: Franken 24.– / 44.–* / 49.–** *Ausland / **Luftpost Bildnachweis: S. 1, 8, 11: Heilsarmee; S. 2, 4: ZVG; S. 3: Cachelin; S.  5: Alexander Egger, Flickr.com Herr Krueger; S.  6: Alexander Egger, Heilsarmee; S.  7: Flickr.com vauvau; S. 9: R. Lässig, ZVG; S. 10: Sarah Fuhrer, Heilsarmee; S. 12: Flickr.com Pierre Metivier. Umfrage Seite 2: Martin Gossauer


Heilsar mee mal anders

Das Lächeln Gottes über sich sehen

schlecht kennen. „Zudem gibt Gott sein Ja zu jedem von uns. Diese biblische Verheissung hilft, das Lächeln Gottes über meinem Leben zu spüren, mir selber treu zu sein und mich in meiner Haut wohlzufühlen.”

Elsbeth Cachelin

„Kleider machen Leute”

Die Heilsarmeeoffizierin Regina Wittwer ermutigt in Vorträgen zur Schönheit. Wie steht dieses vierte S zum Motto Suppe, Seife, Seelenheil?

Dieses Sprichwort habe immer etwas Wahres, denn es beantworte die Fragen wer bin ich, wie sehe ich mich, wie zeige ich mich? Allein das Beispiel der Berufskleidung von Polizei, Pfarrern und Heilsarmeeoffizieren bestätigt dies. Dabei betont Regina Wittwer, wie wichtig es ist, die Menschen nicht nur nach ihrem Äusseren zu beurteilen: „Wir müssen immer auch die Fähigkeit haben, ins Herz der Menschen zu blicken und nicht nur auf ihre äussere Erscheinung.” Aber manchmal reiche ein einfacher Tipp zu Farbe, Stil, Frisur oder Make-up dazu, dass „die Frauen anders gehen, als sie gekommen sind.” Viele seien froh, eine Bestätigung zu erhalten oder auch einen Richtungswechsel zu wagen.

Was ist Schönheit?

Majorin Regina Wittwer redet über Farben, Frisuren und Modetrends. Aber auch darüber, wie innere Schönheit zum Strahlen kommt. Was Regina Wittwer den Frauen in ihren Vorträgen vermittelt, hat sie selbst auf einem harten Weg lernen müssen: Sich selber annehmen, sich schön finden und wertschätzen. In ihrer Arbeit als Heilsarmeeoffizierin hat Regina Wittwer oft mit Menschen zu tun, auch häufig mit solchen, die nicht viel von sich selber halten. „Die Heilsarmee hilft, wenn immer möglich, ganzheitlich mit Seife, Suppe und Seelenheil. Da passt die Schönheit bestens rein: Wer sich schön findet, hat Selbstvertrauen und geht anders durchs Leben.” Es ist ihr wichtig, dass die Menschen, sich an

Regina Wittwer sieht auch diese Frage ganzheitlich: „Es gibt verschiedenste Arten und Formen von Schönheit. Eines aber trifft immer zu: Schönheit ist, wenn Leib, Seele und Geist in Harmonie sind”. Diese Einheit mache einen Menschen schön, unterstreiche seine Persönlichkeit. „Da geht es eben nicht mehr um Modefragen, vielmehr kommt so die innere Schönheit zur Geltung.” 

ihrem Aussehen freuen können und das auch zeigen lernen.

Nicht nur Mode Diese ganzheitliche Hilfe liegt Regina Wittwer besonders am Herzen. Hilfe für Leib, Seele und Geist ist die Motivation für ihre Vortragstätigkeit rund um das Thema Schönheit. Dabei geht es längst nicht nur um Farb- und Stil- und Modefragen. Vielmehr ermutigt die Heilsarmeeoffizierin und gelernte Farb- und Stilberaterin ihre Zuhörerinnen, sich selber kennenzulernen und sich anzunehmen. Denn es gebe keine hässlichen Frauen, sondern nur solche, die sich

Seife – Suppe – Seelenheil Das Motto der Heilsarmee bringt zum Ausdruck, dass der Mensch aus Leib, Seele und Geist besteht. Die Hilfe der Heilsarmee richtet sich immer an dieser Einheit aus. Die Organisation verbindet die christliche Verkündigung mit der sozialen Tätigkeit: glauben und handeln.

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PEOPLE

Herausgepickt. TRIALOG stellt Ihnen vor: In Afrika geboren, war es während des Studiums immer mein Traum, wieder dorthin zurückzukehren. Nach meiner Ausbildung in Sozialarbeit in Paris arbeitete ich sechs Jahre im damaligen Zaire für die Heilsarmee in einem Landwirtschafts- und Bienenzuchtprojekt. Es folgten zwölf Jahre bei der britischen Nichtregierungsorganisation „Christian Aid” in der Demokratischen Republik Kongo. Heute bin ich glücklich, bei der Heilsarmee die Abteilung Mission & Entwicklung zu leiten. Das Team von acht Personen konzipiert und begleitet jährlich um die 40 Entwicklungsprojekte in Asien, Afrika und Südamerika – hauptsächlich in den Bereichen Gesundheit, Sozialarbeit und Bildung. Wir bereiten auch Mitarbeitende auf ihre Arbeit im Ausland vor und betreuen sie. Bei einer Organisation mitanzupacken, die weltweit Verästelungen hat, ist eine

Susanne Ryser kam über die Topfkollekte zur Heilsarmee

Mary-José Bourquin – unterwegs mit Menschen

wunderbare Möglichkeit der Entwicklungsarbeit. Unser Ziel ist es aber nicht bloss, unsere Partner in ihren Projekten im Kampf gegen die Armut zu unterstützen: Wir möchten ganzheitliche und nachhaltige Veränderung bewirken im Hinblick auf eine gerechtere Welt. Dies schliesst neben der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung auch eine geistliche Dimension mit ein. 

Ein von weiten Umzügen geprägtes Leben, Begegnungen mit verschiedenen sozialen Schichten, die Arbeit mit Kindern und Erwachsenen jeden Alters – das ein paar Rosinen der letzten dreissig Jahre als Heilsarmeeoffizierin. Was mich bewegt: Männer und Frauen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens fanden und finden in Jesus Christus ihren persönlichen Retter, der sich um sie kümmert. Als 15-Jährige machte ich selbst diese Erfahrungen und will sie noch mit möglichst vielen Menschen teilen. 

Luana Bonavoglia geht mit Ausdauer und Ruhe vor

Seit August 2012 arbeite ich im Divisionshauptquartier Ost in Zürich. Als gelernte kaufmännische Angestellte war ich zwischenzeitlich im sozialen Bereich in Behindertenbetreuung und Pflege tätig. Durch meine grosse Leidenschaft, die Brass Band Musik, bin ich quasi via Topfkollekte ins Musikkorps und mittlerweile auch sonst ins Korps Zürich Zentral gekommen. Die Arbeit bei der Heilsarmee macht mir viel Freude und die Atmosphäre begeistert mich! Gott hat mich auf wundersamen Wegen hierhin geführt. 



Jacques Miaglia: wirtschaftliche und geistliche Dimension

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Das Wichtigste in meinem Leben ist sicherlich meine Familie. Sie ist immer für mich da, bei allem, was ich anpacke. Und dann begleitet mich die Musik durchs Leben. Ganz egal, ob ich Musik höre oder selber mache – sie entspannt und holt mich aus dem Alltagstrott heraus. An meinem Ausbildungsplatz im Heilsarmeehauptquartier gefällt mir die Vielseitigkeit. Dabei lerne ich, in allem mit Ausdauer und Ruhe vorzugehen. Denn so bin ich überzeugt, dass ich den Lehrabschluss im Sommer bestehen werde! 

Thomas Grob: Bei Gott gibt es keine hoffnungslosen Fälle Dieser Grundsatz ist meine Triebfeder, mich mit allen mir zur Verfügung stehenden Gaben und Talenten im „Leuchtturm” der Heilsarmee Huttwil einzusetzen. Mir ist es wichtig, den Menschen bei uns so zu begegnen, dass sie sich in ihrem ganzen Menschsein verändern und vorwärts kommen können. Immer wieder erleben wir, dass Menschen, die schon lange aus dem Arbeitsmarkt ausgeschieden sind, wieder in diesen zurückfinden. Ich kann den Grundsatz „glauben und handeln” im Arbeitsalltag jederzeit ausleben. 


MITTENDRIN

Sie aufnehmen wie einen ungebetenen Gast Interview Elsbeth Cachelin Vor der Einsamkeit flüchten, die Einsamkeit suchen. Corinne GossauerPeroz kennt beides. Wie geht sie damit um?

vernetzten Gesellschaft sind Stille und Alleinsein ein Luxus.

Wie erklären Sie den Unterschied zwischen dem Alleinsein und sich einsam fühlen? Für mich gibt es eine gute und schlechte Einsamkeit, eine erfüllte und eine leere. Die schlechte Einsamkeit lässt mich einsam fühlen. Sie ist schwarz, schwer und man fühlt sich verlassen, von den andern abgeschnitten. Sie ist häufig nicht objektiv und lässt die Leute sagen: „Ich habe zwar alles, aber fühle mich einsam.” Diese Einsamkeit gilt es im Auge zu behalten. Zudem haben viele Angst, mit sich selbst konfrontiert zu sein.

Corinne Gossauer-Peroz kennt die Einsamkeit als Schmerz, aber auch als Quelle von Kreativität und Inspiration.

Sie sind geschieden, kinderlos und leben allein – hat Ihr Zivilzustand etwas mit Ihrer Einsamkeit zu tun? Nicht unbedingt. Man kann verheiratet und dabei sehr einsam sein. Man kann Kinder haben und sich einsam fühlen. Die Einsamkeit ist überall: in den Strassen, Häusern, Familien. Die Städte sind voller einsamer Menschen, „einsamen Mengen”. Gleichzeitig muss ich sagen, dass die Kinderlosigkeit mich immer einsam gemacht hat, macht und machen wird: Ich hinterlasse niemanden. Dennoch weiss ist, dass „Leben hinterlassen” weit über Nachkommen hinausgeht. In den Alltagsbeziehungen, privat und beruflich, gibt es tausend Arten, Leben zu pflegen, zu geben und zu nähren. Sie ziehen sich manchmal in die Stille zurück. Sind Sie also auch gerne allein? Ich liebe den Kontakt und das Kommunizieren mit Menschen. Gleichzeitig habe

ich ein grosses Bedürfnis allein zu sein. Ich kann gut mehrere Tage verbringen, ohne jemanden zu sehen. Ja, ich liebe es allein zu sein. Denn in unserer lauten und

Und die „gute” Einsamkeit? Bei der guten Einsamkeit fühle ich mich wohl in meiner eigenen Gesellschaft. Ich weiss mich verbunden mit andern, auch wenn ich allein bin. Ich bin in mir selbst und in Gott verankert. Diese Einsamkeit gibt mir die Möglichkeit, aufzutanken, aufzuschnaufen, ist Quelle von Kreativi

„Manchmal fällt die Einsamkeit wie ein Sturm über uns her.”



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MITTENDRIN

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tät und Inspiration. Aber auch hier gibt es schmerzhafte Momente, in denen mir etwas fehlt.

Gibt es Umstände, bei der die gute zur schlechten Einsamkeit wird? Ja sicher; gewisse Daten sind für mich schmerzhaft. An Weihnachten, zum Beispiel, empfinden viele Menschen – vielleicht aus nostalgischen Gründen – tiefe Einsamkeit. Mir hilft es, diese Momente

Jesus sagt: Ich bin bei euch, jeden Tag, bis ans Ende der Welt.” Die Bibel, Matthäus 28, 19 vorauszusehen. Ich organisiere eine Aktivität oder einen Besuch, der mir guttut. Daneben gibt es das Bedürfnis von uns allen, zu lieben und geliebt zu sein. Es fällt manchmal unangemeldet wie ein Sturm über uns her. Wir müssen es aushalten lernen. Wenn ich merke, dass die schlechte Einsamkeit über mich kommt,

versuche ich sie anzunehmen: Ich nehme sie auf wie einen ungebetenen Gast und warte (und weiss), dass sie wieder geht.

„Ich bin bei euch alle Tage” – hilft Ihnen dieses Jesuswort? Auf jeden Fall! Die Gegenwart von Jesus ist eine Realität in meinem Leben. Denn ich glaube an Gott – den Vater, Sohn und Heiligen Geist. Diese Dreieinigkeit sagt mir auf verschiedene Weise, dass ich nicht verlassen bin. Weshalb? – Ich bin von Gott geliebt, bin sein Kind. Und mein Leben hat einen Sinn, weil Gott mit mir ist – an guten und an schlechten Tagen. Diesem Gott vertraue ich. Gott kann also die Leere der Einsamkeit ausfüllen? Davon bin ich fest überzeugt! Wenn wir ihn wirken lassen, erfüllt Gott unser Leben! Er ist nicht ein ferner Gott und teilt alles, was unsern Alltag ausmacht: Schmerz, Traurigkeit, Einsamkeit, aber auch unsere Erfolge und Freude. Er ist kein Lückenbüsser, sondern die Quelle

Majorin Corinne Gossauer- Peroz leitet in Bern das Museum & Archiv der Heilsarmee. von Leben und Frieden. So verliert die Einsamkeit an Schmerz.

Kennen Sie auch banale Alltagsmittel gegen die Einsamkeit? Mir hilft es, zwei, drei Menschen zu haben, mit denen ich aufrichtig reden, denen ich mein Gefühl von Einsamkeit mitteilen kann. Das Mitteilen ist für mich ein Teilen. Und manchmal hilft ganz einfach, in der Stadt einen Kaffee zu trinken: Ich sehe die Menschen um mich herum und konstatiere, dass andere auch allein sind. Das relativiert meine Einsamkeit. 

Ihr Leben wird nie mehr das gleiche sein Die Zeile eines Osterliedes, die nicht aus dem Kopf will: „Allein auf dem Weg, bedrückt von der Last, da kam Jesus zu mir, ging mit mir den Weg” (frei aus dem Englischen übersetzt). Die Worte halten ein Ereignis aus Lukas 24 fest. Sie sprechen heute noch kraftvoll zu uns. Linda Bond sagt, weshalb.

Die Erzählung handelt von zwei Jüngern Jesu, welche mit zerschlagener Hoffnung heimkehrten. Das Grauen der Kreuzigung hätte genügt, um irgendeinen zu erschüttern. Aber wenn sie an jemandem vollstreckt wird, den Sie lieben und der nicht nur unschuldig, sondern in Ihren Augen vollkommen war – wie soll man denn das verstehen? Die Trauer der beiden Jünger wurde dadurch vertieft, dass sie Jesus für ihren Messias, die Hoffnung für ihre Welt, hielten. Das



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Licht, auf das sie so lange gewartet hatten, war ausgelöscht. Es gab nur noch Finsternis und Verzweiflung. Sie waren von dieser schrecklichen und unerwarteten Wende überwältigt, erdrückt; ihre Sicht war verdunkelt.

Fakten statt Fiktion Vielleicht macht für viele, die diesen Artikel lesen, diese christliche Geschichte keinen Sinn: Gott liebt uns so sehr, dass er seinen Sohn auf die Erde schickt. Jesus

Linda Bond, Generalin, leitet die in 126 Ländern tätige Heilsarmee. kommt in Menschengestalt, als „Kind in der Krippe”, lebt ein beispielhaftes Leben, heilt, predigt, wirkt Wunder. Dann stirbt er den Tod eines Verbrechers, lädt unsere Sünde auf sich und bricht durch 


MITTENDRIN

Jesus geht mit den Menschen den Weg, hilft Sorgen und Lasten tragen.

„Unterwegs unterhielten sie sich über

alles, was geschehen war. Als sie so miteinander sprachen und alles hin und her überlegten, kam Jesus dazu und ging mit ihnen.” Die Bibel Lukas 24, 14

„Wir empfanden eine Einsamkeit, die alle Menschen der Welt nicht hätten füllen können.” 

sein Opfer deren Macht. Durch ihn ist die Beziehung zu Gott wieder hergestellt, und durch ihn können wir Vergebung, Freiheit und Leben in Fülle erfahren. Und die wahrscheinlich grösste Herausforderung ist der Glaube, dass er wieder zum Leben auferstand und leiblich seinen Nachfolgern erschien. Kein Geist, keine Erscheinung, sondern ein wahrhaft lebendiger Jesus! Tun Sie diese Tatsachen bitte nicht einfach als abstrus oder unbedeutend ab. Halten Sie sie wenigstens für einen Augenblick für wahr. Keine Fiktionen, sondern Fakten.

Grund zu neuer Hoffnung Hier, in Lukas’ Geschichte, nimmt sich der Herr, der Retter der Welt, der auferstandene Jesus Zeit, mit zwei zerbrochenen Menschen einen einsamen Weg zu gehen: Er will ihnen ihre Augen öffnen und ihnen Grund zu neuer Hoffnung geben. Dieser gleiche lebendige Jesus überspannt die Zeit. Er geht heute mit

Ihnen den Weg, hofft, dass Sie Ihre Augen öffnen, um ihn zu sehen, Ihre Ohren, um ihn zu hören und Ihr Herz, um ihn aufzunehmen.

Ihre Situation? Der Liedervers „Allein auf dem Weg, bedrückt von der Last” beschreibt vielleicht Ihre heutige Verfassung. „Allein” ist nicht zahlenmässig gemeint. Sie wie ich kennen Zeiten, in denen wir von Menschen umgeben waren und uns allein fühlten. Wir empfanden eine Einsamkeit, welche alle Menschen dieser Welt nicht hätten füllen können. Das Gewicht auf unseren Schultern, die Lasten, die wir trugen, schienen uns von dem Lachen und der leichtherzigen Gemeinschaft zu trennen, welche die anderen erfuhren. Vielleicht trugen Krankheit, finanzielle Sorgen, Familienangelegenheiten, Abhängigkeiten, Versagen oder uns auferlegte Grenzen zu unerfüllten Träumen bei. Möglicherweise fühlten wir uns vom Leben und von den Menschen getäuscht.

Liebe Leserin, lieber Leser, Ostern handelt vom Leben, Leben mit seinen Tragödien und Triumphen. Nie muss Verzweiflung die Wahl sein. Sie müssen nicht Theologe sein, um Jesus zu verstehen. Lassen Sie die Geschichte Jesu Ihre Geschichte sein. Jesus selbst ist mit Ihnen. Er naht sich Ihnen, wie das Lied es sagt. Er hält sich nicht auf Distanz, um Sie wegen Ihrer Depression oder begrenzten Erwartungen zu beschämen. Überhaupt nicht! Er starb für Sie und glaubt an Sie. Er wünscht, dass Sie an ihn glauben, ihn als ständigen Begleiter, als Ihren Erlöser sehen. Bauen Sie dafür nicht auf mein Wort. Bauen Sie auf seines – und Ihr Leben wird nie mehr das gleiche sein. Linda Bond, Generalin Diese und andere Botschaften der Generalin finden Sie auf heilsarmee.ch/blog 



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FAMILIE • FREIZEIT • SER VICE

Mit einem Testament Klarheit schaffen Viele Menschen vermeiden es, sich mit dem Tod zu beschäftigen. Einige fühlen sich zu jung, andere unterlassen es, weil sie unklare Vorstellungen über die Erbschaftsregelung haben und ihnen das Thema zu komplex scheint. Ein Testament ist jedoch die einzige Möglichkeit, selber zu bestimmen, was einmal mit dem Erbe geschieht. Mit ihm können Klarheit geschaffen, Streitigkeiten vermieden und viel Gutes getan werden. Wenn ein Testament fehlt, wird Hab und Gut an die gesetzlichen Erben verteilt. Möchten Sie wissen, wer das in Ihrer persönlichen Situation wäre? Auf der Website von MyHappyEnd können Sie in wenigen Minuten einen kostenlosen Sofortcheck über Ihre Nachlasssituation machen. www.myhappyend.org/sofortcheck

MyHappyEnd ist ein Zusammenschluss von gemeinnützigen Organisationen, unter anderem der Heilsarmee, der über das

Ihr Kontakt: Ursula Hänni Stiftung Heilsarmee Schweiz Postfach 6575 3001 Bern Tel. 031 388 06 39 Ursula_Haenni@heilsarmee.ch

Eurovision Malmö

Abonnement

Die Heilsarmee rechnet mit einer Lösung der noch offenen Fragen zum Auftritt in Malmö.

Tee trinken, Hoffnung schenken Mit dem Kauf des Tees Rooibos Orange tun Sie sich und anderen etwas Gutes. Preis: Fr. 6.90 pro Box Mindestbestellmenge 4 Boxen à 20 Teebeutel zzgl. Fr. 8.- Porto Gesamtpreis: Fr. 35.60 Bestellen Sie Ihren Rooibos Orange per E-Mail: shop@heilsarmee.ch per Telefon: 031 388 05 05 per Internet: heilsarmee.ch/shop



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Thema Erbschaft informiert. Die Heilsarmee bietet mit Erbschaftsberatung, Seelsorge und Wohnungsräumung umfassende Hilfeleistungen zu diesem Thema an. Möchten Sie sich ausführlicher mit einer geregelten Erbschaftsplanung auseinandersetzen? Wir schicken Ihnen gerne unseren kostenlosen Erbschaftsratgeber zu, vermitteln Ihnen ein Gespräch mit unserem unabhängigen Fachmann in Erbschaftsangelegenheiten oder informieren Sie über Informationsveranstaltungen.

Wir würden uns freuen, Sie zu den Abonnentinnen und Abonnenten von TRIALOG zählen zu dürfen. Sie profitieren von der Lektüre und unterstützen gleichzeitig die Arbeit der Heils­armee!

Das Jahres­abonne­ment mit sieben Nummern kostet Fr. 24.– (Ausland Fr. 44.–)   Ja, ich abonniere TRIALOG Name Vorname Strasse PLZ/Ort Datum Unterschrift Bitte schicken Sie diesen Talon an: Redaktion der Heilsarmee Postfach 6575, 3001 Bern Tel. 031 388 05 02, Fax 031 382 05 91 redaktion@heilsarmee.ch heilsarmee.ch


GESELLSCHAFT

Er verteilt Bussen, predigt und respektiert jeden Reinhard Lässig Das Recht des Einen muss dort aufhören, wo es das Recht des Anderen beschneidet. Darüber wacht der Jurist Claude Schmidt. Seine christliche Grundeinstellung hilft ihm dabei.

Er bleibt am Ball: beruflich, in der Heilsarmee, beim Volleyspiel.

Das Streben nach Gerechtigkeit hat bei Claude Schmidt christliche Wurzeln. Claude Schmidt hat eine seltene berufliche Aufgabe, und das in zweifacher Hinsicht: einerseits ist er als Statthalter, anderseits als Präsident des Bezirksrates des Bezirkes Affoltern (Knonauer Amt) tätig. In jedem der 12 Bezirke des Kantons Zürich braucht es diese Leitungsfunktion, damit die Verwaltung funktioniert. Schmidt ist Jurist. Viele Menschen meinen, dies sei ein trockener Beruf, in dem man vor allem mit Paragraphen, Unrecht und Gerichten zu tun hat. „Meine Arbeit ist alles andere als langweilig”, sagt Schmidt, „mal stelle ich Bussen aus, mal entscheide ich mit, ob jemand eingebürgert wird, dann prüfe ich die Jahresrechnung einer politischen Gemeinde. Auch Fürsorgeentscheide oder Streitigkeiten im Rahmen des Besuchsrechts getrennt lebender Eltern gehören zu meinem Alltag.”

2000 ausgestellte Bussen Als Statthalter vertritt Schmidt im Kno-

nauer Amt den Regierungsrat und ist Bindeglied zu den Gemeinden. Das hat viel mit Aufsicht zu tun, aber auch mit Arbeitsteilung. Der Bezirksrat überwacht im Auftrag der Kantonsregierung das Handeln der Gemeinden. Gibt es Probleme, muss er eingreifen. Schmidt ist auch für leichte Gesetzesverstösse zuständig, die mit Bussen geahndet werden, wie Geschwindigkeitsüberschreitungen, Missachtung von Tierhaltungen oder Verkehrsunfälle. Bei der Bearbeitung der jährlich 1600-2000 ausgestellten Bussen unterstützen ihn zwei Mitarbeitende. Als oberster Bezirksvertreter entscheidet Schmidt beispielsweise bei Rekursen gegen Entscheide von Gemeinden, beaufsichtigt die Feuerwehr und die Feuerpolizei.

Die Menschen ernst nehmen Claude Schmidt ist ein Rechtsmensch, durch und durch: „Es ist mir sehr wichtig, dass ich fair nach dem Gesetz Entscheide

fälle, ungeachtet der Person, Geschlecht, Glaubensrichtung und Herkunft. Ich hoffe, dass die Menschen merken, dass ich sie ernst nehme und ihnen mit Respekt begegne.” Das Streben nach Gerechtigkeit und Fairness hat bei Schmidt christliche Wurzeln. Wie seine zwei Geschwister wuchs er als Sohn gläubiger Eltern auf, welche die Liebe zu den Mitmenschen nicht nur predigten, sondern tagtäglich vorlebten. „Meine Eltern sind Heilsarmeeoffiziere und arbeiteten in verschiedenen Diensten. Überall erlebten wir familiäre Geborgenheit. Das gefiel mir. Die Heilsarmee ist auch heute noch meine geistliche Heimat, wo ich mich als Christ zuhause fühle, auftanke und einen grossen Freundeskreis habe”, sagt er.

Volleyball und predigen Schmidt arbeitet in seiner Freizeit in der Heilsarmee mit. Er ist Mitglied im Leitungsrat des Korps Affoltern, predigt gelegentlich und führt zusammen mit seiner Frau Ehekurse durch, die rege besucht werden. Und was macht er privat? „Meine Familie ist mir sehr wichtig, ich nehme mit genügend Zeit für meine Frau und meine beiden Töchter”, sagt er, „und ich bin in einem Volleyballteam aktiv und geniesse es, Gitarre zu spielen.” 



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AM   WERK

Optimistisch in eine ungewisse Zukunft Sarah Fuhrer Moygan Chawari (35) ist Afghanin. Sie und ihr Mann lebten im Iran, ehe sie vor drei Jahren flohen. Die Heilsarmee hat die beiden seit ihrer Ankunft in der Schweiz unterstützt.

Die Zeit nutzen Den Flüchtlingen etwas weitergeben – das sei ein Wunsch der Flüchtlingshilfe, erklärt Daniel Röthlisberger, Leiter des Heilsarmee Sozialwerks: „Wir wollen ihre Zeit hier nicht ungenutzt verstreichen lassen. Deshalb machen wir sie mit der Sprache und Kultur der Schweiz vertraut. So sind die Flüchtlinge vorbereitet, falls sie bleiben können; und falls sie wieder zurückkehren müssen, haben sie ihren Aufenthalt genutzt und etwas gelernt. Das eröffnet ihnen in ihrer Heimat möglicherweise mehr Perspektiven.” Der LernPunkt, das Deutschkursangebot der Heilsarmee, bietet Programme auf verschiedenen Stufen an. Dazu kommen Integrationshilfen: Von Alphabetisierung, Lesetraining, Konversation bis hin zum Niveau A2 – die Flüchtlinge können das lernen, was sie brauchen.

„Die Würde des Menschen ist unantastbar”

Hassan Ali Husseini und Moygan Chawari fühlen sich in Sicherheit – dafür sind sie dankbar. Im Fernsehen läuft Tennis, die WTAMasters. Moygan Chawari und Hassan Ali Husseini sitzen auf dem Sofa. Die kleine Maria kritzelt mit dem Bleistift auf einem Blatt herum. Auf dem Tisch stehen Kaffee und Tee. „Tee aus Afghanistan”, erklärt mir der Mann. Zusammen mit ihren drei Kindern (zwei, neun und elf Jahre alt) wohnen sie in einer Wohnung in Hinterkappelen im Kanton Bern. Sie sind Asylsuchende.

Monate in der Türkei und Griechenland verbracht. Im Juni 2010 kamen sie nach Basel, dann in die Kollektivunterkunft der Heilsarmee im bernischen Konolfingen. „Es war eine Zeit mit viel Neuem. Aber wir waren in Sicherheit, konnten einen Deutschkurs besuchen und haben viel gelernt”, erzählt Moygan Chawari.

Vor 18 Monaten zog die Familie nach Hinterkappelen. „Die Heilsarmee hat diese Wohnung für uns gefunden”, erklärt Moygan Chawari. Die Regionalstelle Bolligen betreut die Familie jetzt – vereinbart Termine, unterstützt sie und hilft, Probleme zu lösen. Moygan Chawari und ihr Mann können sogar einige Stunden pro Woche dort arbeiten. Dafür sind sie sehr dankbar. Daniel Röthlisberger: „Wir wollen den Flüchtlingen nicht nur ein Obdach bieten, sondern ihnen mit Respekt begegnen. Die Würde des Men

Leitbild Die Heilsarmee ist eine inter­

„Wir sind froh, in der Schweiz zu sein. Es ist so ruhig, so sicher hier”, schwärmt Moygan Chawari. Sie lächelt etwas angespannt, fragt immer wieder nach, um alles richtig zu verstehen; sie spricht mit Bedacht, um sich verständlich zu machen. Nach ihrer Flucht aus dem Iran hat sie mit ihrer Familie sieben

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Die Heilsarmee bietet mit „LernPunkt” Deutschkurse an.

nationale Bewegung und Teil der weltweiten christlichen Kirche. Ihre Botschaft gründet auf der Bibel. Ihr Dienst ist motiviert durch die Liebe Gottes. Ihr Auftrag ist es, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschliche Not ohne Ansehen der Person zu lindern.


AM WERK

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schen ist unantastbar – ihre Zeit hier soll menschenwürdig und perspektivisch sein und die Qualität der Betreuung hoch.”

Fünfzig-fünfzig Die Familie wartet jetzt auf den Entscheid des Bundesamts für Migration über ihre Zukunft. Wann sie diesen erhält und wie gross ihre Chancen sind, in der Schweiz zu bleiben, kann das Ehepaar nicht abschätzen – „fünfzig-fünfzig vielleicht”, meinen die beiden. „Wir hoffen aber zu hundert Prozent, dass wir bleiben können”, so Moygan Chawari. „Die Kinder können zur Schule gehen und eine Ausbildung machen. Das ist gut – alles ist sehr gut.” Trotz der Flucht und der Ungewissheit fühlt sich Moygan Chawari heute sicher und wirkt optimistisch. Sie hat ein Zuhause gefunden – und kann wieder lachen. 

Alltagsbeschäftigung in der Kollektivunterkunft der Heilsarmee in Konolfingen.

Heilsarmee Flüchtlingshilfe Die Heilsarmee Flüchtlingshilfe gehört zum Sozialwerk der Stiftung der Heilsarmee Schweiz-Österreich-Ungarn. Im Auftrag des Kantons Bern ist sie für Unterbringung, Beratung, Begleitung, finanzielle Unterstützung und Integration von Personen des Asylbereichs im Kanton Bern zuständig. Sie betreibt Kollektivunterkünfte für Personen des Asylbereichs, führt Regionalstellen für die Betreuung der in Wohnungen lebenden Personen und bietet Sprachunterricht und Beschäftigung an. Zahlen: Es leben zurzeit rund 1300 Personen aus über 50 Nationen in den Heilsarmeezentren. Die Auslastung beträgt 99% Prozent. Im LernPunkt lernen 450 Personen in 34 Klassen Deutsch. Es arbeiten rund 170 Mitarbeitende in der Heilsarmee Flüchtlingshilfe.

Spendenkonto der Heilsarmee

PC 30-444222-5 Onlinespenden: www.heilsarmee.ch

Du bist wertvoll! Thomas Martin* Die Heilsarmee unterstützt in Haiti Kinder und Eltern beim Verarbeiten des Erdbebentraumas.

Viele Kinder Haitis leiden unter traumatischen Erdbebenfolgen. Ein Vater erzählt: „Mein Sohn Billy verbrachte zwei Tage unter dem Schutt unseres Hauses. Er ist seither behindert und meidet jeglichen Kontakt mit anderen Kindern.” Für Kinder wie Billy hat die Heilsarmee Haiti nach dem Erdbeben ein psychosoziales Unterstützungsprogramm lanciert. Dieses hilft Kindern und Jugendlichen beim Umgang mit Mitmenschen, um Probleme und Stresssituationen im alltäglichen Leben zu meistern.

Die Heilsarmee stärkt die Eltern-KindBeziehungen.

Aktiv und kreativ Solche Fähigkeiten sind wichtig für die Stärkung der psychosozialen Kompetenz. Die Betroffenen sollen wieder Selbstwertgefühl und Lebensmut entwickeln können, um so ihr Leben aktiv

und kreativ zu gestalten und schwierige Lebensphasen zu bewältigen. Bei Billy hat es genützt und sein Vater ist glücklich: „Jetzt ist Billy nicht mehr traurig. Durch die gemeinsamen Aktivitäten mit anderen Kindern im Programm und den Kontakt mit den Mitarbeitenden der Heilsarmee hat er erfahren, dass er wertvoll ist. Er spielt wieder mit Freunden und ist stolz auf sich.” Damit die Eltern die Veränderungen ihrer Kinder verstehen und sich mit ihnen besser austauschen können, hat die Heilsarmee in diesem Jahr das Programm mit einer Elternschule ergänzt. Im Mittelpunkt steht dabei die Stärkung der Eltern-Kind-Beziehung und der elterlichen Erziehungskompetenzen. *Mitarbeiter Mission & Entwicklung mission.heilsarmee.ch 

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Auf W iedersehen

Rätseln Sie mal …

Was sind die 2 Unterschiede zum Bild auf Seite 9? Anderes Buch als der Duden (Links im Regal ).  Umgekehrte Farbe der Grafik (Auf dem Tisch).

Lösung:

Sudoku-Spass Lösungen: Sudoku und Rätsel

So gehts: Füllen Sie das Rätselgitter mit Zahlen von 1 bis 9. Jede Zahl darf in jeder Zeile, jeder Spalte und in jedem der neun 3x3 Blöcke nur ein Mal vorkommen! Viel Spass!

Liebe mit nachhaltiger Wirkung Kopfschmerzen – ein Phänomen, das viele Menschen täglich begleitet. Auch mich ab und zu. Gott sei Dank haben wir Medikamente, die dem Übel in kurzer Zeit den Garaus machen. Es gibt aber auch Beschwerden, die nicht mit einer schnell wirkenden Substanz beseitigt werden können. Hier braucht es so genannte retard- oder slow-release-Medikamente. Sie entfalten ihre Wirkung langsam und nachhaltig im Körper. Gottes Liebe vereint beides: Sie kann unser Leben in einem einzigen Augenblick verändern. Dann hilft sie aber weiter – wie ein Medikament mit Langzeitwirkung. Sie verändert unser Leben heilend zum Guten. Jesus Christus hat Millionen Menschen mit seiner Liebe erreicht: „Die rettende Liebe Gottes ist offenbar geworden. Sie gilt allen Menschen” (die Bibel, Titus 2, 11). Öffnen Sie sich dieser rettenden Liebe und erleben Sie ihre nachhaltige Wirkung! Regula Trummer, Heilsarmeeoffizierin in Bern

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Wor t auf den Weg

„Überlass deine Sorgen Gott, dem Herrn! Er wird dich aufrichten; niemals lässt er den scheitern, der treu zu ihm steht.” Die Bibel, Psalm 55, 23

Wir freuen uns auf eine Kontaktnahme. Überreicht wurde Ihnen TRIALOG durch:

Trialog 2/2013 - Wenn Einsamkeit hässlich macht  

Seite 3 Die Heilsarmee macht Sie schön! / Seite 6-7 Jesus: Mit uns auf dem Weg / Seite 9 Optimistisch – dank Heilsarmee

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