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von Mensch zuLeben Mensch Gott zu1/2 Mensch | 2011 Magazin für ein voll zu Hoffnung 2006 ¥ 121.7Jahrgang

w w w. h e i l s a r m e e . c h S. 3 Dem Glück auf den Sprung helfen

S. 4 – 5  Im Mittelpunkt steht das Kind

Kinder bewegen Herzen und Welten S. 7 Nik Hartmann hat das Wort

Kinder bewegen! – Ihr Lachen steckt an, ihre Tränen berühren, ihre Fragen überraschen, ihre Offenheit hinterfragt. Kinder lassen niemanden kalt und – sie stellen alles auf den Kopf! Auf der Spur von Weihnachten – vom Kommerz übers Familienfest zum Glaubensinhalt – begegnen wir dem Kind in der Krippe: Gott kam nicht als mächtiger Herrscher, sondern als verletzliches Kind zur Erde. Weshalb? – Um sich den Menschen gleichzustellen, um ihre Verwundbarkeit und ihre Lebensgeschichte zu teilen. So kann Jesus unser Herz und unser Leben verändern: Er kann aus der Dunkelheit ins Helle, aus der Verlorenheit in die Geborgenheit führen; er kann Verzweif-

lung zu Hoffnung wandeln, aus Sackgassen neue Wege schaffen. Jesus steht für Neuanfang und Hoffnung; er kann den Menschen eine Zukunft schenken – auch dort, wo alles dagegen spricht. Lassen Sie deshalb ihr Herz und Leben von dem Kind in der Krippe berühren! So erinnert Weihnachten daran, dass Gott die Menschen liebt und ihr Leben gelingen lassen will. Diese Botschaft verkündet die Heilsarmee jahraus jahrein. Mit ihrer Arbeit setzt sie die Botschaft in die Tat um und schafft vielen Menschen, die das Glück verlassen oder vergessen hat, neue Perspektiven. Danke, dass Sie uns dabei helfen! EC


DIALOG

Von Gott überrascht?

Gott ist anders. Er überrascht mich mit seinen Lösungen: Ich bat ihn um Kraft, als mir Arbeit und Aufgaben über den Kopf wuchsen. Seine Antwort war der totale Kraftentzug, ich wurde krank. Alles schien noch schlimmer. Aber ich durfte sehen, wie Gott Menschen schickte, die bereit waren, für mich einzuspringen. Engel? Esther Knecht (35)

Jeden Morgen sage ich zu mir selbst: „Wow – ein neuer Tag, den Gott mir schenkt! ” Und mit dem neuen Tag kann ich Fähigkeiten oder Begabungen entdecken, mit denen ich Gott, meinen Mitmenschen oder mir selbst dienen könnte. Setze ich sie um, kommen garantiert neue Überraschungen auf mich zu … Kenneth Hofer (48)

Leitbild

Die Heilsarmee ist eine inter­nationale Bewegung und Teil der weltweiten christlichen Kirche. Ihre Botschaft gründet auf der Bibel. Ihr Dienst ist motiviert durch die Liebe Gottes. Ihr Auftrag ist es, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschliche Not ohne Ansehen der Person zu lindern.

Ich lasse mich gerne überraschen. Und Gott tut es oft durch sein Wirken in meinem Alltag, manchmal im ganz Kleinen: Durch Menschen, Natur, einen Gedanken, durch sein Wort (Bibel) spricht er zu mir und durchkreuzt oft meine Vorstellungen: Er wendet schwierige Situationen zum Positiven und schenkt Lösungen. Daniela Zurbrügg (46)

Editorial: Elsbeth Cachelin, Redaktorin

Dem Glück nachhelfen

7|2011

3888 Mitglieder 424 Offiziere (188 aktiv) 1613 Angestellte 57 Korps (Gemeinden) 36 soziale Einrichtungen (Wohn- , Passanten-, Wiedereingliede- rungs-, Alters- und Kinderheime) 8 Sozialberatungsstellen 7 Durchgangszentren und Anlauf- stellen für Asylsuchende 23 Brockis − zum Teil mit Wieder- eingliederungsprogramm 2 Gästehäuser 1 Gefängnisdienst    1 Suchdienst für vermisste Personen Die Heilsarmee wirkt in 124 Ländern und hat 1,69 Mio Mitglieder

Impressum

Manchmal gilt es, das Glück ein wenig zu unterstützen. Das ist es, was die Heilsarmee – nicht nur an Weihnachten – tut: Sie betreut und begleitet Menschen, die das Glück vergessen oder verlassen hat. Es sind Menschen, die ohne Obdach sind, in Schulden stecken, keine Arbeit haben oder mit psychischen Problemen kämpfen. Ihnen hilft die Heilsarmee wieder auf die Füsse, gibt ihnen neue Perspektive und Zuversicht. Dabei erlebt sie immer wieder, wie Lebensgeschichten sich zum Guten wenden. Die Arbeit der Heilsarmee, und damit auch Ihre Spende, lohnen sich! Siehe Seite 3. Vom Glück redet auch der Moderator Nik Hartmann, weil er Menschen zur Seite hat, die ihn unterstützen. So bringt er Fernsehwelt und Familie unter einen Hut. Und manchmal geht es ihm dabei wie dem Bäcker … Dieser Weihnachtstrialog weist auch auf die Hilfe hin, die Gott den Menschen oft auf überraschende Art entgegenbrachte und -bringt: In der Gestalt von Jesus ist Gott Mensch geworden und bietet seine Liebe, Freude, Hilfe und Kraft an. Wer das Glück des Glaubens kennt – und dies liegt nur ein Gebet weit entfernt – muss auch auf leidvollen und schwierigen Wegen nicht verzweifeln: Das Herz ist mit dem Licht und der Hoffnung Gottes erfüllt. Ich wünsche Ihnen helle und frohe Weihnachten und Gottes Begleitung im neuen Jahr.



Die Heilsarmee in Zahlen Schweiz – Österreich – Ungarn

Gründer: William Booth General: Linda Bond Leiter für die Schweiz, Österreich und Ungarn: Franz Boschung Redaktion: Heilsarmee Hauptquartier, Postfach 6575, Laupenstrasse 5, 3001 Bern Telefon: 031 388 05 91, Fax 031 388 05 95, redaktion@swi.salvationarmy.org www.heilsarmee.ch Redaktionsteam: Elsbeth Cachelin, Redaktorin, (elsbeth_cachelin@swi.salvationarmy.org), Yves Landis, Timon Stettler, Daniela Zurbrügg Layout: Rolf Messerli, HQ, Bern Druck: Ast + Fischer, Wabern Jahresabonnement TRIALOG (erscheint sechsmal jährlich) Preis: Fr. 24.– / 44.–* / 49.–** *Ausland / **Luftpost Bildnachweis: S. 1: ZVG, Patrick Lüthi, Kugler, SFR/Marcus G; S. 2: Iseli, ZVG; S. 3: M. Heimann; S. 4: poslfit (flickr.com); S. 5: rs-foto, sanfamedia.com (flickr. com); S. 6: kuddlyteddybear2004 (flickr.com) S.7: SRF/Severin Nowacki; S.8: Iseli, Cachelin Umfrage Seite 2: Elsbeth Cachelin


AM WERK

Vom Glück verlassen: Heilsarmee hilft Alleinerziehend, krank oder strafentlassen – Menschen, die vom Glück verlassen wurden, erhalten dank Ihrer Spende praktische Hilfe bei der Heilsarmee. Und auch ihr Herz können sie ausschütten. August Martin*

„Ich will Ihnen auch was spensen Weihnachstfeste, zu denen den, denn Sie tun viel Gutes!”, Menschen eingeladen sind, die sagt die ältere Frau und zieht einicht auf der Sonnseite des Lenen kleinen Sack voller Münzen bens stehen. Ein abwechslungshervor. „Ich habe mein Kleinreiches Programm, festliches geld immer beiseite gelegt, Essen und ein Paket mit Leum es bei der Topfkollekte zu bensmittelgutscheinen verhelspenden!” Der Topfwächter ist fen auch ihnen zu Weihnachtsberührt und bedankt sich. Ja, so freude. vielseitig die Spenden, so vielAuch dieses Jahr stehen die fältig auch die Hilfe! Mitglieder der Heilsarmee Der Erlös der Topfkollekte, wieder vielerorts bei der TopfIhre Spende also, fliesst als Sokollekte auf der Strasse. Nicht fort- und Überlebenshilfe vollnur das Sammeln von Spenden, umfänglich den Menschen zu, sondern auch die Botschaft von die Hilfe brauchen und bei der der Geburt Jesu Christi liegt ihHeilsarmee anklopfen. Am häunen am Herzen: Sie singen vom figsten geschieht das über die Liebesangebot Gottes an uns Heilsarmee-SozialberatungsMenschen. Das ist die wertstellen oder an den Türen der vollste Hilfe, die wir Menschen Heilsarmeegemeinden. empfangen dürfen – gerade Da ist ein älterer Mann, der auch an Weihnachten. schwer krank ist und dringend Hilfe benötigt, damit er seine *Leiter der Heilsarmee Rechnungen fristgerecht bezahDer Erlös aus der Topfkollekte kommt Menschen in Not zugute Region Nordwestschweiz len kann. Die Heilsarmee hilft – sowohl an Weihnachten wie auch das ganze Jahr hindurch. Ertrag 2010: CHF 1  553  000. und erreicht damit, dass ihm der  Strom nicht abgestellt wird. Da ist die alleinerziehende Mutter, die von der Schule ihres Sohnes Und da ist der junge Mann, der aus mit immer neuen Forderungen konfrondem Gefängnis entlassen, aber von seiKönnen Sie Spenden sammeln? tiert wird. Der Sohn möchte das Gymnanen Angehörigen „verstossen” wurde. Er Mit der Online-Topfkollekte können sium abschliessen, braucht immer wiewill neu anfangen und sucht deshalb eine Sie bei sich zuhause über Internet für der Bücher und Geld für Exkursionen, temporäre Arbeit und später eine Festandie Ärmsten einstehen: Registrieren das die Mutter aber nicht hat. Sie wendet stellung. In dieser Übergangszeit hilft die Sie sich auf www.topfkollekte.ch und sich mit ihren Sorgen an die Heilsarmee. Heilsarmee mit Topfkollektengeld und leiten Sie einen „Sammeltopf” an Ihre Diese hilft mit Lebensmittelabgaben und Lebensmittelgutscheinen. E-Mail- und Facebook-Kontakte weibezahlt eine dringende Rechnung. ter. So können Sie 10 verschiedene Da ist die Studentin, die in der Not die Wichtige Anlaufstellen Heilsarmeeprojekte direkt unterstütHeilsarmee aufsucht: Ihr Vater ist erkrankt So sind die Sozialberatungsstellen und zen. Herzlichen Dank! und kann sie nicht mehr unterstützen. Sie die Heilsarmeekorps das ganze Jahr möchte die Ausbildung schnell abschlieshindurch wichtige Anlaufstellen, wo sen, um dann dem Vater Entlastung und Menschen mit ihren Sorgen und Nöten Stütze zu sein. Lebensmittelgutscheine anklopfen können. Sie finden neben und das Bezahlen von Rechnungen helfen praktischer Hilfe auch Zuwendung, Trost auch hier aus der Patsche. Die Frau will die und ein offenes Ohr. Aufwendungen in Raten zurückzahlen. Nicht zu vergessen sind die vielen gros-



7|2011


MITTENDRIN

Das Kind, das alles Die Geburt von Jesus Christus verändert: Das Dunkel wird hell, das Schwache stark; aus Verzweiflung entsteht Hoffnung. Jesus überrascht auch heute mit seinem Wirken.

Das Kind der Nachbarsleute Ein Auto hält an. Türen öffnen sich. Der junge Nachbar nimmt seiner Frau ein Kleiderbündel und einen Blumenstrauss ab und stellt alles auf die stotzige Gasse. Und schon mühen sich beide angespannt um eine Tragtasche im Wageninnern. Etwas Besonderes liegt über dem Geschehen. Das strahlende Lächeln auf dem Gesicht der jungen Frau bewegt mich zu fragen: „Kommen Sie aus dem Spital?” Die Gesichter der beiden leuchten auf in einer Tiefe und Schönheit, wie es fast nur nach einer Geburt geschenkt wird. O ja, ein Kind ist geboren! Freude breitet sich aus, greift auch nach mir. Hoffnung liegt in der Luft. Der uralte Jesajatext spricht von solcher Freude: Ein Kind ist uns, Ihnen und mir, geboren. Jesus will bei uns wohnen wie das neugeborene Kindlein meiner Nachbarsleute. Seltsam widersprüchlich heisst es dann: „… und die Herrschaft ruht auf seinen Schultern.” … solche Macht auf den Schultern eines Bébés? Wie fremd sich das liest! Zugegeben, ein Neugeborenes kann alles

Dem Feinde anvertrauen Laut schrie die Frau des Sawi-Häuptlings auf, als dieser ihr sechs Monate altes Kind aus ihren Armen nahm, es zum Häuptling des feindlichen Stammes trug und seinem Feind gab. Der Säugling sollte dort einen neuen Namen erhalten und als einer der Ihren aufgezogen werden. Die verfeindeten Stämme kamen überein, keine Kriege mehr zu führen, solange dieses Kind – das Friedenskind – am Leben war. Wie der Sawi-Häuptling in Neuguinea seinen Sohn dem verfeindeten Stamm



7|2011

Kinder verändern ihr Umfeld. Jesus Christus, das Kind in der Krippe, möchte Mittelpunkt im Leben der Menschen sein.

auf den Kopf stellen. Seine Hilflosigkeit rührt alle an. Doch zugleich schenkt es tiefen Lebenssinn und Verantwortung. – So ist Ihnen und mir jetzt Jesus, das göttliche Kind, geboren. Es begehrt Zuneigung, ja, will unser Innerstes erreichen.

Wundersam wirkt es heilend und helfend in unser Leben hinein, weckt Hoffnung in schwieriger Lage. Jesus, der Sohn, ist uns gegeben. Freude breitet sich aus. Käthiruth Burkhardt

„Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht … Denn uns ist ein Kind geboren … und die Herrschaft ruht auf seinen Schultern; man nennt ihn: wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewiger Vater, Friedefürst.” Jesaja 9,1+5 anvertraute, so hat Gott seinen eigenen Sohn Jesus zu den Menschen gesandt. Durch Jesus können die Menschen mit Gott Frieden schliessen, auch jene, die Gott ablehnen, anfeinden oder ihm gleichgültig gegenüberstehen. Dieser göttliche Friede macht es möglich, uns

mit den Mitmenschen, mit uns selber und mit unserer Lebenssituation zu versöhnen. Und der innere Friede hilft, trotz Schwierigkeiten und Sorgen getrost und zuversichtlich weiterzugehen: Gott ist mit uns. Daniel Imboden


MITTENDRIN

auf den Kopf stellt Der Tag beginnt in der Mitte der Nacht

das die Welt je erfuhr. Mitten in der Nacht wurde Gott in Jesus Christus als Mensch Die Tage werden kürzer, die Nächte geboren. Mitten in der Dunlänger. Nicht immer ist es einfach, kelheit leuchtete die Hoffdie Dunkelheit auszuhalten, das nung auf, dass alles anders Dunkle in mir, das Dunkle in der werden kann. Über uns will Welt. Die Weihnachtszeit vermag sich heute der Himmel öffnicht alles hell zu machen, da glänzt nen. Das Licht will uns beund glitzert nicht alles. Viele leben im Dunkeln, im Schatten der Angst. rühren mitten in unsern dunDa streiten Familien. Da verzweiklen Erfahrungen. Die frohe feln einsame Menschen. Da nimmt Botschaft von Weihnachten der Krieg kein Ende. Da sind keine will unsere Herzen erreiEngel mit süssem Gesang, kein holchen: „Fürchtet euch nicht. Ich bringe euch die grösste der Knabe in lockigem Haar – son- Licht, das nicht nur Räume, sondern Herzen hell macht: Jesus Freude für alle Menschen. dern Brutalität, Entsetzen, Trauer Christus. und Resignation. Heute ist für euch der lang Sie ist zwar alt, die Botschaft aus Jesaja uns, heute, in der Weihnachtszeit des ersehnte Retter zur Welt gekommen.” 9: Das Volk, das im Finstern lebt, sieht Jahres 2011. Es war Nacht, als der HimDie Bibel, Lukas 2, 11 ein grosses Licht, hell strahlt es auf über mel sich öffnete. Aber die Hirten erlebten Ursula Dollé denen, die ohne Hoffnung sind. Sie gilt in der Dunkelheit das grösste Geheimnis,

Was klein ist, wird gross Jeder von uns hat wohl schon mal die Möglichkeit gehabt, auf einen hohen Turm zu steigen und die Welt aus der Höhe zu betrachten. Häuser, Kräne und Bäume, welche uns sonst gross vorkommen, sind auf einmal winzig. Was im Alltag ein Hindernis sein könnte, erkennen wir nicht mal mehr. Vieles ist halt eine Frage der Perspektive. Die Berner Mundartband Züri West meint in einem Lied, in dem sie die Perspektive aus dem Weltall beschreibt: *Vo hie us gseh gseht d’Wäut gäng schön u blau us, si schint jitz chuum meh grösser aus e Gufechnopf … du bisch vo hie us winzig chlii, du bisch no nid emau es Pünktli. Wie Gott im Himmel mich wohl sieht? Die Weihnachtsgeschichte gibt mir einen Anhaltspunkt. Gott, Schöpfer von Himmel und Erde, wird Mensch in der Gestalt von Jesus Christus und kommt zur Erde. Seine Geburtsstätte? Ein einfacher, muffiger Stall. Kein schöner Ort, unwürdig und herablassend für den Gottessohn. Doch verfolge ich sein Leben

Gott blieb nicht oben im Himmel: Er kam zur Erde, stellte sich den Menschen zur Seite. weiter, begreife ich mehr und mehr, dass Gott einfach so ist. Er, der Schöpfer, ist nahe bei seinen Kreaturen. Und zwar nicht nur bei den Grossen und Starken, den Gewinnern und Angesehenen. Nein, seine Augen liegen auch auf den Kleinen und Verlorenen. Und er begegnet mir in meiner Schwäche, richtet mich auf, wenn ich falle, und liebt mich bedingungslos. Jesus ist vom Himmel zur Erde gekom-

men, um an meiner und an Ihrer Seite durchs Leben zu gehen. Langsam merke ich, dass ich für ihn viel wertvoller bin als ein Punkt. *(Von hier aus sieht die Welt stets schön und blau aus, sie scheint kaum grösser als ein Stecknadelkopf … du bist von hier aus winzig klein, nicht mal so gross wie ein Punkt). Manuel Fuhrer



7|2011


Weihnachtslieder O du fröhliche, o du selige

Stille Nacht, heilige Nacht

O du fröhliche, o du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ist geboren. Freue, freue dich, o Christenheit!

Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das traute, heilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar, schlaf in himmlischer Ruh.

O du fröhliche, o du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen! Freue, freue dich, o Christenheit! O du fröhliche, o du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere jauchzen dir Ehre! Freue, freue dich, o Christenheit!

Stille Nacht, heilige Nacht, Hirten erst kundgemacht, durch der Engel Halleluja tönt es laut von fern und nah: Christ, der Retter, ist da. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund, Christ, in deiner Geburt.

Was isch das für e Nacht Was isch das für e Nacht! Hät eus de Heiland bracht und us de arme Mänsche riichi gmacht.

Händ ihr das au vernoh? Lobed de Herrgott froh! Eusen Erlöser isch uf d’Ärde cho.

Im Fäld und uf der Au d‘Tierli verwached au, gschpüüred das übergrossi Wunder gnau.

Weihnachtsgeschichte der Bibel In der Gegend dort hielten sich Hirten auf. Sie waren in der Nacht auf dem Feld und bewachten ihre Herde. Da kam ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, aber der Engel sagte: „Habt keine Angst! Ich bringe euch eine gute Nachricht, über die sich alles Volk freuen wird. Heute wurde in der Stadt Davids euer Retter geboren – Christus, der Herr! Geht und seht selbst: Er liegt in Windeln gewickelt in einer Futterkrippe – daran könnt ihr ihn erkennen!”

Plötzlich stand neben dem Engel eine grosses Schar anderer Engel, die priesen Gott und riefen: „Alle Ehre gehört Gott im Himmel! Sein Friede kommt auf die Erde zu den Menschen, weil er sie liebt!” Als die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: „Kommt, wir gehen nach Bethlehem und sehen uns an, was da geschehen ist und was Gott uns bekannt gemacht hat!” Sie brachen sofort auf, gingen

Das isch di heilig Nacht. Hät eus de Heiland bracht und us de arme Mänsche riichi gmacht.

(Lukas 2, 8-20)

hin und fanden Maria und Josef und das Kind in der Krippe. Als sie es sahen, berichteten sie, was ihnen der Engel von dem Kind gesagt hatte. Alle, die dabei waren, staunten über das, was ihnen die Hirten erzählten. Maria aber bewahrte all das in ihrem Herzen und dachte immer wieder darüber nach. Die Hirten gingen zu ihren Herden zurück, priesen Gott und dankten ihm für das, was sie gehört und gesehen hatten. Es war alles so gewesen, wie der Engel es ihnen gesagt hatte.


Gesellschaft

„Es geht mir wie dem Bäcker” Interview: Elsbeth Cachelin Nik Hartmann bewegt sich in den Welten „Fernsehen” und „Familie”. Der beliebte SF bi de Lüt-Moderator ist auch innerlich nahe bei den Menschen. Und er erzählt vom „Produkt” Solidarität.

nicht allein ist. Es gibt viele andere behinderte Kinder und betroffene Eltern.

Was bewirkt Wohltätigkeitsarbeit wie Jeder Rappen zählt bei Ihnen? Ich sehe mich nicht als Wohltäter, das ist wichtig. Aber ich unterstütze Institutionen, die Menschen das Überleben ermöglichen, mit dem, was ich kann: Ich erzähle Geschichten, weise auf Missstände hin. Ich will nicht das Elend schauen und mich dann besser fühlen. Aber ich gehe gerne nach Afrika, um zu sehen, wie die Arbeit funktioniert. Dann kann ich mit gutem Gewissen zu Spenden aufrufen. Hilfswerke haben ja kein Produkt zum Verkaufen. Aber sie können – wie die Heilsarmee – Gutes tun und Spenden sammeln. Ihr „Produkt” ist Solidarität. Wir haben es geschafft, eine Generation von Leuten zu begeistern, die mit dem Solidaritätsgedanken aufwachsen. Nik Hartmann: „Ich unterstütze Hilfswerke, die Menschen das Überleben ermöglichen, mit dem, was ich kann.”

Was sehen Sie als grösste Gegensätze in Ihrem Leben? Nik Hartmann: Ja, wahrscheinlich schon die Glitterwelt manchmal beim Fernsehen und das normale Familienleben mit allen Turbulenzen.

mal etwas weniger strahle, macht das auch nichts.

Wie kriegen Sie alles unter einen Hut? Nun, das ist die tägliche Herausforderung! Wahrscheinlich geht es mir wie andern Vätern, die versuchen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Bei mir spielt sich allerdings beides zuhause ab, was es schwieriger macht. Zum Glück bin ich nicht allein. Da sind meine Frau und Arbeitskollegen.

Sie decken Schicksale auf. Was ist anders, seit Ihr Schicksal als Vater eines behinderten Kindes vermehrt medial verfolgt wird? Die Wahrnehmung des Publikums hat sich, denke ich, kaum verändert. Ich mache ja auch nicht Werbung mit der Behinderung meines Söhnchens. Es ist eher so, dass ich einen näheren Zugang habe zu Menschen, die von Behinderung betroffen sind. Ich weiss, wovon sie reden. Es hat mich auf eine Art erwachsener gemacht.

Strahlend vor der Kamera stehen, wenn Sie sich verkriechen möchten. Was hilft? Diesen Spagat gibt es eigentlich nicht: Wie der Bäcker seine Gipfeli macht, auch wenn er schlecht drauf ist, so muss ich vor der Kamera stehen. Es ist mein Beruf. Je authentischer das Professionelle rüberkommt, desto besser. Man darf nichts vorspielen. Und wenn ich

Was gibt Ihnen Halt im Umgang mit der Situation? Ich bin kein Kirchgänger, aber mein Halt hat grundsätzlich mit christlichen Werten zu tun, nämlich mit Freunden, Familie, Umfeld. Wir suchten auch nie einen Schuldigen – so gab es keine Wut. Wohl sind da Momente von Unverständnis. Aber dann merkt man, dass man

Kommerz, Familienfest, Glauben – was ist Weihnachten für Sie? Es ist für mich im guten Sinn eine Zeit zum Aufholen und Abschliessen. Tannenbaum und Geschenke gehören als wichtiger Bestandteil dazu, und zwar nicht nur wegen der Kinder. Was ist Ihr Bezug zur Heilsarmee? Die Heilsarmee war und ist immer da – ich nehme sie stets als positiv wahr. Es ist eine originelle Organisation und – das möchte ich betonen – ihre Leute singen selten falsch! 

Nik Hartmann (39) Er arbeitet für das Schweizer Fernsehen und für DRS 1 und DRS 3. Seit 2007 moderiert er „SF bi de Lüt”. Daneben ist er Botschafter von SolidarMed. Für die Benefizaktion „Jeder Rappen zählt” sendete er 2009 und 2010 aus dem Glasstudio auf dem Berner Bundesplatz. Dieses Jahr findet JRZ in Luzern statt. Nik Hartmann ist verheiratet mit Carla und ist Vater dreier Söhne.



7|2011


Auf W iedersehen

Rätseln Sie mal …

Lösung: Rätsel

Wor t auf den Weg

„Ich, der Herr, werde euch Frieden schenken und euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Wenn ihr zu mir kommt und zu mir betet, will ich euch erhören.”

Die Bibel, Jeremia 29, 11-12

Abonnement

Licht verscheucht Hoffnungslosigkeit Peter Zurbrügg

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Das Jahres­abonne­ment mit sieben Nummern kostet Fr. 24.– (Ausland Fr. 44.–)   Ja, ich abonniere TRIALOG Name Vorname Strasse PLZ/Ort Datum Unterschrift Bitte schicken Sie diesen Talon an: Redaktion der Heilsarmee, Postfach 6575, 3001 Bern, Tel. 031 388 05 91, Fax 031 388 05 95 redaktion@swi.salvationarmy.org www.heilsarmee.ch



7|2011

Dunkelheit prägt die jetzige Jahreszeit. Für viele Menschen ist sie ein Bild für die Zeit, in der wir leben. Die Not ist gross, die Krise schlimm, die Herausforderung enorm – die Hoffnung auf eine bessere Welt klein. Was tun wir, wenn es dunkel ist? Wir machen Licht, zünden eine Kerze an. Wir bringen Helligkeit in den Raum, in die Stunden und in diese Zeit. Licht, so klein es auch ist, besiegt jede Dunkelheit. Das Licht ist stärker. Daraus schöpfen wir Hoffnung. Die Advents- und Weihnachtzeit ist das Fest der Lichter. Sie weist auf Jesus hin. Er wurde als Licht in unsere Welt hineingeboren. Wer an ihn glaubt und ihm nachfolgt, wird nicht mehr hoffnungslos im Dunkeln herumtappen. Jesus schenkt

Hoffnung in Verzweiflung und Ratlosigkeit. Der Psalmbeter David formuliert in einem Gebet (die Bibel, Psalm 62): „Wende dich Gott zu, dann findest du Ruhe; denn er allein ist Hoffnung.” Dazu lädt Gott Sie ein. Wenn Sie an dunklen Tagen ein Licht anzünden, denken Sie daran, Jesus, das Licht der Welt, sagt zu Ihnen: „Vertrau mir, ich bin die Hoffnung, die auch dein Leben heller macht.” 

Wir freuen uns auf eine Kontaktnahme. Überreicht wurde Ihnen TRIALOG durch:


Trialog 07/2011 - Kinder bewegen Herzen und Welten