Page 1

Newsletter Mission & Entwicklung Nr. 1 – Sept. 2008

Glaube in Aktion

Überleben in Simbabwe


Editorial Simbabwe steht am Rande eines Kollapses. In dieser schwierigen Situation versucht die Heilsarmee Schweiz, unterstützt von Privatpersonen, den Menschen in Simbabwe beizustehen und ihnen Mut zu machen: Christoph Lässig, Salutist und Informatiker, hat für einen Monat im Kinderferiendorf Masiye ausgeholfen. In Zürich gründeten Heilsarmeemitglieder die Unterstützungsgruppe SwiZimAid. Im April haben wir einen Container mit Spitalmaterial an das Landspital Tshelanyemba geschickt und im Juli war ein Team vor Ort, um Abklärungen für ein Solarprojekt zu treffen. Trotz der fast grenzenlosen Not erzählen uns Heilsarmeemitglieder in Simbabwe, wie Menschen durch den Glauben in eine lebendige Beziehung mit Gott hineingenommen werden und sich mit Mut und Vertrauen für eine Zukunft in Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen. Auch die Kirche ist gefordert, sich auf politischer Ebene für eine gerechte Gesellschaftsordnung einzusetzen. Die Menschen in Simbabwe erleben – auch durch unsere Arbeit, dass Gott ihnen ganz praktisch hilft. Damit wird ihr Vertrauen in Gott gestärkt und wir hoffen, dass sie entschlossen für ein gerechtes Simbabwe kämpfen. Markus Muntwiler, Leiter Mission & Entwicklung


Simbabwe Endlose Savannen, reichhaltige Tierwelten, bizarre Gesteinsformen, grandiose Wasserfälle, uralte Affenbrotbäume – Simbabwe ist ein Land voller Schönheit und Vielfalt. Doch Touristen begegnet man dort selten. Simbabwe, ein Binnenland im südlichen Afrika, galt einst als Kornkammer Afrikas und war ein Vorzeigestaat im postkolonialen Afrika. Während der 28-jährigen Regierungszeit von Robert Mugabe ist das Land jedoch zu einem Armenhaus des Kontinents geworden. Die Bevölkerung leidet nicht nur an Armut, Nahrungsmangel, hoher Arbeitslosigkeit und grosser HIVAusbreitung, sondern auch an politischer Unterdrückung und einer Inflation, die unvorstellbare Höhen angenommen hat. Viele sehen nur noch in der Flucht in ein Nachbarland die Chance, der Not, Gewalt und Hoffnungslosigkeit im eigenen Land zu entkommen. Seit dem Jahr 2000 sind bereits etwa drei Millionen Menschen in die Nachbarländer geflohen. Für die Zurückbleibenden ist das Leben ein Überlebenskampf, der täglich neu ausgetragen werden muss.

Vergleich Simbabwe – Schweiz Fläche Einwohner Bruttoinlandprodukt pro Einwohner Arbeitslosigkeit HIV-Rate Lebenserwartung (F/M) Inflation

Simbabwe 390'757 km² 12 Mio. 55 US-Dollar 80 % 25 % 34/37 Jahre +1'000'000 %

Schweiz 41'285 km² 7,6 Mio. 52'879 US-Dollar 2,4 % 0,4 % 79/84 Jahre 1-2 %


Wie können Sie helfen? Der Versand eines Containers nach Simbabwe kostet rund 15'000 Franken. Spenden dafür können mit dem Vermerk „Containerversand Simbabwe“ aufs Konto 30-6709-1 getätigt werden.


Containerlieferungen nach Simbabwe In Simbabwe fehlt es an vielem. Sei es Nahrung, Wasser, Kleider, medizinisches Material oder auch Alltagsdinge wie Schreibpapier; was bei uns im Überfluss vorhanden ist, ist in Simbabwe Mangelware. Dank der Initiative einiger Mitglieder der Heilsarmee in Zürich konnte im letzten Jahr sowie auch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit Mission & Entwicklung jeweils ein Container mit Kleidern sowie medizinischem Material nach Simbabwe versandt werden. Das medizinische Material wurde vom Schweizerischen Zivilschutz zur Verfügung gestellt, die Kleider von Heilsarmeemitgliedern gesammelt. Vor Ort wird das Material in Spitälern der Heilsarmee zum Einsatz kommen oder durch die Heilsarmee an Bedürftige weitergegeben. Die Hilfe kommt somit ganz direkt den Menschen vor Ort zugute. Hier einige Impressionen vom Verlad hier in der Schweiz sowie vom Entladen in Simbabwe.


Masiye Camp Die HIV/Aids-Pandemie lässt keine Person in Afrika unberührt. Denn die erschreckend hohen Ansteckungsraten – in Simbabwe rund 25 Prozent der Bevölkerung – erinnern uns oft nur ungenügend an all diejenigen, welche vom Tod eines Familienmitgliedes betroffen sind. Bereits ist jedes fünfte Kind in Simbabwe ein Waisenkind.

Teilnehmer eines Lebensvorbereitungslagers (life skills camp)

Das Masiye Camp der Heilsarmee wurde 1998 gegründet, um HIV/Aids betroffenen Kindern zu helfen. Das Programm fokussiert auf psychosoziale Unterstützung sowie auf die Entwicklung von Fähigkeiten, welche für das Leben wichtig sind (life skills).

Busch-Kindergarten vom „Under Five’s programme“

Jedes Jahr nehmen um die 1'400 Kinder während sieben bis zehn Tagen an diesen Lebensvorbereitungslagern teil. Den Kindern wird dabei die Möglichkeit geboten, über ihre persönlichen Erlebnisse zu sprechen, voneinander zu profitieren, geistlich zu wachsen und an therapeutischen Aktivitäten teilzunehmen, die ihnen helfen sollen, den schweren Alltag zu meistern. Die Betreuer des Masiye Camp führen zudem in den Gebieten rund um Bulawayo verschiedene weitere Programme für Waisen und andere Kinder durch, wie z.B. das „Under Five’s programme“ mit verschiedenen Busch-Kindergärten.

Wie können Sie helfen? Übernehmen Sie eine Patenschaft „HIV betroffene Kinder“ in Simbabwe. Damit unterstützen Sie die Arbeit unter Aidswaisen. Insbesondere ermöglichen Sie dadurch Kindern die Teilnahme an den Lebensvorbereitungslagern im Masiye Camp. Weitere Informationen bei Thomas Martin (031 388 06 04) oder via Mail an mission@swi.salvationarmy.org. Engagieren Sie sich mit einer Spende für die Hilfe in Simbabwe. Es laufen verschiedene Hilfsprojekte; andere sind in Planung (Nahrungsmittelhilfe, Solaranlage für das Tshelanyemba Spital, Containerversand, Brunnenprojekt, Altersheim Bumhudzo). Einzahlungen mit dem Vermerk „Simbabwe“ auf das Konto 30-6709-1. Beten Sie für das Land Simbabwe, für die Leute, die dort leben und auch die Mitglieder der Heilsarmee, welche vor Ort mit ihrem Dienst den Bedürftigen helfen.

Christoph Lässig ist 21 Jahre alt und Mitglied der Heilsarmee. Aufgewachsen ist er im Kanton Zürich. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Lehre als Informatiker und einer Anstellung in der Informatikabteilung der Heilsarmee in Bern lebt er nun in Sierre, wo er in einem Altersheim ein halbes Jahr Zivildienst leistet. Vom 30. März bis 30. April 2008 war Christoph Lässig in Simbabwe und hat im Masiye Camp der Heilsarmee mitgearbeitet.

3. Wie sieht das Leben eines von Aids betroffenen Kindes aus? Den Kindern, die ich kennengelernt habe, wurde das HI-Virus von den Eltern übertragen. Sie haben jedoch lange gelebt, ohne von ihrer Krankheit zu wissen. Irgendwann haben sie dann einen Test gemacht mit dem Ergebnis „positiv“. Ein solches Ergebnis bedeutet das Ende des bisherigen Lebens: Sie müssen sich damit abfinden und ihr Umfeld ändert sich. Sie versuchen, so zu leben wie die anderen Kinder. Doch von alten Freunden werden sie verlassen und in der Schule werden sie von den Kameraden ausgeschlossen.

Im folgenden Interview erzählt er von seinen Erlebnissen und Eindrücken.

4. Beschreibe uns den Tagesablauf im Masiye Camp! Während eines Camps sind die Kinder die meiste Zeit in Zehner-Gruppen zusammen. Der Tag wird nach dem Frühstück mit einer Zeit gestartet, in der in den Kleingruppen über und mit Gott gesprochen wird. Dann werden Gruppenaktivitäten durchgeführt, die den Teamgeist und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden stärken. Zum Beispiel: Zip-Line, Kanu fahren, Abseilen, sich in die Arme der anderen fallen lassen, gemeinsam einen Auftrag ausführen. Als Gegenpol zu den Aktivitäten gibt es verschiedene „Theorieblöcke“ wie AIDS-Aufklärung, Informationen über Menschenrechte, Tree of Life (Lebensbaum: die Kinder müssen ihren Lebensbaum aufzeichnen: Von wo komme ich, wer sind meine Vorbilder, was hat mich geprägt …). Am Abend wird dann gefeiert. Es wird viel gesungen, getanzt und gelacht. Der Tag wird mit einer Andacht abgeschlossen.

1. Christoph, was hat dich motiviert, dich auf dieses Abenteuer einzulassen? Meine Mutter und einige Bekannte waren im letzten Jahr mit der Heilsarmee in Simbabwe und haben von ihren Eindrücken geschwärmt. Ihre verschiedenen Bilder und Berichte über Simbabwe hatten mich „gluschtig“ gemacht. 2. Erzähle uns von den Kindern, welche im Masiye Camp aufgenommen werden. Wer sind sie? Von wo kommen sie? Die meisten Kinder im Masiye-Camp kommen aus Bulawayo, der zweitgrössten Stadt in Simbabwe und deren Umgebung. Sie kommen alle aus verschiedenen Verhältnissen, jedoch alle haben Schwierigkeiten und Probleme, meist verursacht durch HIV/Aids und deren Folgen.

5. Was waren deine Aufgaben im Camp? Während des Camps hatte ich die Möglichkeit, als Leiter in einer Gruppe mitzuhelfen. Ich war den ganzen Tag mit den Kindern unterwegs und wurde auch am Abend bei der Leitersitzung ins Team integriert. 6. Kannst du uns eine lustige Begebenheit erzählen, die du im Camp erlebt hast? Am Anfang hatten die Kinder Angst vor mir, während des Camps wurden sie dann aber neugierig. Sie kamen zu mir und fingen an, meine (weisse) Hand zu untersuchen. 7. Wie hast du sonst das Leben und die Leute in Simbabwe erlebt? Die Menschen, die ich kennen gelernt habe, waren alle dankbare, friedliche Leute, obwohl sie fast nichts besitzen. Sie waren mir als Fremden gegenüber sehr gastfreundlich. Beeindruckt hat mich auch die Freude und Zufriedenheit der Salutisten, obwohl sie nur ganz wenig zu essen haben und ihr Alltag sehr mühsam ist. Während der Gottesdienste wird viel gesungen und getanzt. 8. Hat dieser Aufenthalt deine Auffassung vom Leben verändert? Ja, mir wurde von Neuem klar, dass Dankbarkeit und Zufriedenheit nicht eine Frage des Geldes ist. Es war für mich auch interessant zu erleben, wie problemlos ich als Weisser akzeptiert und integriert wurde.


Masiye Camp Die HIV/Aids-Pandemie lässt keine Person in Afrika unberührt. Denn die erschreckend hohen Ansteckungsraten – in Simbabwe rund 25 Prozent der Bevölkerung – erinnern uns oft nur ungenügend an all diejenigen, welche vom Tod eines Familienmitgliedes betroffen sind. Bereits ist jedes fünfte Kind in Simbabwe ein Waisenkind.

Teilnehmer eines Lebensvorbereitungslagers (life skills camp)

Das Masiye Camp der Heilsarmee wurde 1998 gegründet, um HIV/Aids betroffenen Kindern zu helfen. Das Programm fokussiert auf psychosoziale Unterstützung sowie auf die Entwicklung von Fähigkeiten, welche für das Leben wichtig sind (life skills).

Busch-Kindergarten vom „Under Five’s programme“

Jedes Jahr nehmen um die 1'400 Kinder während sieben bis zehn Tagen an diesen Lebensvorbereitungslagern teil. Den Kindern wird dabei die Möglichkeit geboten, über ihre persönlichen Erlebnisse zu sprechen, voneinander zu profitieren, geistlich zu wachsen und an therapeutischen Aktivitäten teilzunehmen, die ihnen helfen sollen, den schweren Alltag zu meistern. Die Betreuer des Masiye Camp führen zudem in den Gebieten rund um Bulawayo verschiedene weitere Programme für Waisen und andere Kinder durch, wie z.B. das „Under Five’s programme“ mit verschiedenen Busch-Kindergärten.

Wie können Sie helfen? Übernehmen Sie eine Patenschaft „HIV betroffene Kinder“ in Simbabwe. Damit unterstützen Sie die Arbeit unter Aidswaisen. Insbesondere ermöglichen Sie dadurch Kindern die Teilnahme an den Lebensvorbereitungslagern im Masiye Camp. Weitere Informationen bei Thomas Martin (031 388 06 04) oder via Mail an mission@swi.salvationarmy.org. Engagieren Sie sich mit einer Spende für die Hilfe in Simbabwe. Es laufen verschiedene Hilfsprojekte; andere sind in Planung (Nahrungsmittelhilfe, Solaranlage für das Tshelanyemba Spital, Containerversand, Brunnenprojekt, Altersheim Bumhudzo). Einzahlungen mit dem Vermerk „Simbabwe“ auf das Konto 30-6709-1. Beten Sie für das Land Simbabwe, für die Leute, die dort leben und auch die Mitglieder der Heilsarmee, welche vor Ort mit ihrem Dienst den Bedürftigen helfen.

Christoph Lässig ist 21 Jahre alt und Mitglied der Heilsarmee. Aufgewachsen ist er im Kanton Zürich. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Lehre als Informatiker und einer Anstellung in der Informatikabteilung der Heilsarmee in Bern lebt er nun in Sierre, wo er in einem Altersheim ein halbes Jahr Zivildienst leistet. Vom 30. März bis 30. April 2008 war Christoph Lässig in Simbabwe und hat im Masiye Camp der Heilsarmee mitgearbeitet.

3. Wie sieht das Leben eines von Aids betroffenen Kindes aus? Den Kindern, die ich kennengelernt habe, wurde das HI-Virus von den Eltern übertragen. Sie haben jedoch lange gelebt, ohne von ihrer Krankheit zu wissen. Irgendwann haben sie dann einen Test gemacht mit dem Ergebnis „positiv“. Ein solches Ergebnis bedeutet das Ende des bisherigen Lebens: Sie müssen sich damit abfinden und ihr Umfeld ändert sich. Sie versuchen, so zu leben wie die anderen Kinder. Doch von alten Freunden werden sie verlassen und in der Schule werden sie von den Kameraden ausgeschlossen.

Im folgenden Interview erzählt er von seinen Erlebnissen und Eindrücken.

4. Beschreibe uns den Tagesablauf im Masiye Camp! Während eines Camps sind die Kinder die meiste Zeit in Zehner-Gruppen zusammen. Der Tag wird nach dem Frühstück mit einer Zeit gestartet, in der in den Kleingruppen über und mit Gott gesprochen wird. Dann werden Gruppenaktivitäten durchgeführt, die den Teamgeist und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden stärken. Zum Beispiel: Zip-Line, Kanu fahren, Abseilen, sich in die Arme der anderen fallen lassen, gemeinsam einen Auftrag ausführen. Als Gegenpol zu den Aktivitäten gibt es verschiedene „Theorieblöcke“ wie AIDS-Aufklärung, Informationen über Menschenrechte, Tree of Life (Lebensbaum: die Kinder müssen ihren Lebensbaum aufzeichnen: Von wo komme ich, wer sind meine Vorbilder, was hat mich geprägt …). Am Abend wird dann gefeiert. Es wird viel gesungen, getanzt und gelacht. Der Tag wird mit einer Andacht abgeschlossen.

1. Christoph, was hat dich motiviert, dich auf dieses Abenteuer einzulassen? Meine Mutter und einige Bekannte waren im letzten Jahr mit der Heilsarmee in Simbabwe und haben von ihren Eindrücken geschwärmt. Ihre verschiedenen Bilder und Berichte über Simbabwe hatten mich „gluschtig“ gemacht. 2. Erzähle uns von den Kindern, welche im Masiye Camp aufgenommen werden. Wer sind sie? Von wo kommen sie? Die meisten Kinder im Masiye-Camp kommen aus Bulawayo, der zweitgrössten Stadt in Simbabwe und deren Umgebung. Sie kommen alle aus verschiedenen Verhältnissen, jedoch alle haben Schwierigkeiten und Probleme, meist verursacht durch HIV/Aids und deren Folgen.

5. Was waren deine Aufgaben im Camp? Während des Camps hatte ich die Möglichkeit, als Leiter in einer Gruppe mitzuhelfen. Ich war den ganzen Tag mit den Kindern unterwegs und wurde auch am Abend bei der Leitersitzung ins Team integriert. 6. Kannst du uns eine lustige Begebenheit erzählen, die du im Camp erlebt hast? Am Anfang hatten die Kinder Angst vor mir, während des Camps wurden sie dann aber neugierig. Sie kamen zu mir und fingen an, meine (weisse) Hand zu untersuchen. 7. Wie hast du sonst das Leben und die Leute in Simbabwe erlebt? Die Menschen, die ich kennen gelernt habe, waren alle dankbare, friedliche Leute, obwohl sie fast nichts besitzen. Sie waren mir als Fremden gegenüber sehr gastfreundlich. Beeindruckt hat mich auch die Freude und Zufriedenheit der Salutisten, obwohl sie nur ganz wenig zu essen haben und ihr Alltag sehr mühsam ist. Während der Gottesdienste wird viel gesungen und getanzt. 8. Hat dieser Aufenthalt deine Auffassung vom Leben verändert? Ja, mir wurde von Neuem klar, dass Dankbarkeit und Zufriedenheit nicht eine Frage des Geldes ist. Es war für mich auch interessant zu erleben, wie problemlos ich als Weisser akzeptiert und integriert wurde.


Masiye Camp Die HIV/Aids-Pandemie lässt keine Person in Afrika unberührt. Denn die erschreckend hohen Ansteckungsraten – in Simbabwe rund 25 Prozent der Bevölkerung – erinnern uns oft nur ungenügend an all diejenigen, welche vom Tod eines Familienmitgliedes betroffen sind. Bereits ist jedes fünfte Kind in Simbabwe ein Waisenkind.

Teilnehmer eines Lebensvorbereitungslagers (life skills camp)

Das Masiye Camp der Heilsarmee wurde 1998 gegründet, um HIV/Aids betroffenen Kindern zu helfen. Das Programm fokussiert auf psychosoziale Unterstützung sowie auf die Entwicklung von Fähigkeiten, welche für das Leben wichtig sind (life skills).

Busch-Kindergarten vom „Under Five’s programme“

Jedes Jahr nehmen um die 1'400 Kinder während sieben bis zehn Tagen an diesen Lebensvorbereitungslagern teil. Den Kindern wird dabei die Möglichkeit geboten, über ihre persönlichen Erlebnisse zu sprechen, voneinander zu profitieren, geistlich zu wachsen und an therapeutischen Aktivitäten teilzunehmen, die ihnen helfen sollen, den schweren Alltag zu meistern. Die Betreuer des Masiye Camp führen zudem in den Gebieten rund um Bulawayo verschiedene weitere Programme für Waisen und andere Kinder durch, wie z.B. das „Under Five’s programme“ mit verschiedenen Busch-Kindergärten.

Wie können Sie helfen? Übernehmen Sie eine Patenschaft „HIV betroffene Kinder“ in Simbabwe. Damit unterstützen Sie die Arbeit unter Aidswaisen. Insbesondere ermöglichen Sie dadurch Kindern die Teilnahme an den Lebensvorbereitungslagern im Masiye Camp. Weitere Informationen bei Thomas Martin (031 388 06 04) oder via Mail an mission@swi.salvationarmy.org. Engagieren Sie sich mit einer Spende für die Hilfe in Simbabwe. Es laufen verschiedene Hilfsprojekte; andere sind in Planung (Nahrungsmittelhilfe, Solaranlage für das Tshelanyemba Spital, Containerversand, Brunnenprojekt, Altersheim Bumhudzo). Einzahlungen mit dem Vermerk „Simbabwe“ auf das Konto 30-6709-1. Beten Sie für das Land Simbabwe, für die Leute, die dort leben und auch die Mitglieder der Heilsarmee, welche vor Ort mit ihrem Dienst den Bedürftigen helfen.

Christoph Lässig ist 21 Jahre alt und Mitglied der Heilsarmee. Aufgewachsen ist er im Kanton Zürich. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Lehre als Informatiker und einer Anstellung in der Informatikabteilung der Heilsarmee in Bern lebt er nun in Sierre, wo er in einem Altersheim ein halbes Jahr Zivildienst leistet. Vom 30. März bis 30. April 2008 war Christoph Lässig in Simbabwe und hat im Masiye Camp der Heilsarmee mitgearbeitet.

3. Wie sieht das Leben eines von Aids betroffenen Kindes aus? Den Kindern, die ich kennengelernt habe, wurde das HI-Virus von den Eltern übertragen. Sie haben jedoch lange gelebt, ohne von ihrer Krankheit zu wissen. Irgendwann haben sie dann einen Test gemacht mit dem Ergebnis „positiv“. Ein solches Ergebnis bedeutet das Ende des bisherigen Lebens: Sie müssen sich damit abfinden und ihr Umfeld ändert sich. Sie versuchen, so zu leben wie die anderen Kinder. Doch von alten Freunden werden sie verlassen und in der Schule werden sie von den Kameraden ausgeschlossen.

Im folgenden Interview erzählt er von seinen Erlebnissen und Eindrücken.

4. Beschreibe uns den Tagesablauf im Masiye Camp! Während eines Camps sind die Kinder die meiste Zeit in Zehner-Gruppen zusammen. Der Tag wird nach dem Frühstück mit einer Zeit gestartet, in der in den Kleingruppen über und mit Gott gesprochen wird. Dann werden Gruppenaktivitäten durchgeführt, die den Teamgeist und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden stärken. Zum Beispiel: Zip-Line, Kanu fahren, Abseilen, sich in die Arme der anderen fallen lassen, gemeinsam einen Auftrag ausführen. Als Gegenpol zu den Aktivitäten gibt es verschiedene „Theorieblöcke“ wie AIDS-Aufklärung, Informationen über Menschenrechte, Tree of Life (Lebensbaum: die Kinder müssen ihren Lebensbaum aufzeichnen: Von wo komme ich, wer sind meine Vorbilder, was hat mich geprägt …). Am Abend wird dann gefeiert. Es wird viel gesungen, getanzt und gelacht. Der Tag wird mit einer Andacht abgeschlossen.

1. Christoph, was hat dich motiviert, dich auf dieses Abenteuer einzulassen? Meine Mutter und einige Bekannte waren im letzten Jahr mit der Heilsarmee in Simbabwe und haben von ihren Eindrücken geschwärmt. Ihre verschiedenen Bilder und Berichte über Simbabwe hatten mich „gluschtig“ gemacht. 2. Erzähle uns von den Kindern, welche im Masiye Camp aufgenommen werden. Wer sind sie? Von wo kommen sie? Die meisten Kinder im Masiye-Camp kommen aus Bulawayo, der zweitgrössten Stadt in Simbabwe und deren Umgebung. Sie kommen alle aus verschiedenen Verhältnissen, jedoch alle haben Schwierigkeiten und Probleme, meist verursacht durch HIV/Aids und deren Folgen.

5. Was waren deine Aufgaben im Camp? Während des Camps hatte ich die Möglichkeit, als Leiter in einer Gruppe mitzuhelfen. Ich war den ganzen Tag mit den Kindern unterwegs und wurde auch am Abend bei der Leitersitzung ins Team integriert. 6. Kannst du uns eine lustige Begebenheit erzählen, die du im Camp erlebt hast? Am Anfang hatten die Kinder Angst vor mir, während des Camps wurden sie dann aber neugierig. Sie kamen zu mir und fingen an, meine (weisse) Hand zu untersuchen. 7. Wie hast du sonst das Leben und die Leute in Simbabwe erlebt? Die Menschen, die ich kennen gelernt habe, waren alle dankbare, friedliche Leute, obwohl sie fast nichts besitzen. Sie waren mir als Fremden gegenüber sehr gastfreundlich. Beeindruckt hat mich auch die Freude und Zufriedenheit der Salutisten, obwohl sie nur ganz wenig zu essen haben und ihr Alltag sehr mühsam ist. Während der Gottesdienste wird viel gesungen und getanzt. 8. Hat dieser Aufenthalt deine Auffassung vom Leben verändert? Ja, mir wurde von Neuem klar, dass Dankbarkeit und Zufriedenheit nicht eine Frage des Geldes ist. Es war für mich auch interessant zu erleben, wie problemlos ich als Weisser akzeptiert und integriert wurde.


Masiye Camp Die HIV/Aids-Pandemie lässt keine Person in Afrika unberührt. Denn die erschreckend hohen Ansteckungsraten – in Simbabwe rund 25 Prozent der Bevölkerung – erinnern uns oft nur ungenügend an all diejenigen, welche vom Tod eines Familienmitgliedes betroffen sind. Bereits ist jedes fünfte Kind in Simbabwe ein Waisenkind.

Teilnehmer eines Lebensvorbereitungslagers (life skills camp)

Das Masiye Camp der Heilsarmee wurde 1998 gegründet, um HIV/Aids betroffenen Kindern zu helfen. Das Programm fokussiert auf psychosoziale Unterstützung sowie auf die Entwicklung von Fähigkeiten, welche für das Leben wichtig sind (life skills).

Busch-Kindergarten vom „Under Five’s programme“

Jedes Jahr nehmen um die 1'400 Kinder während sieben bis zehn Tagen an diesen Lebensvorbereitungslagern teil. Den Kindern wird dabei die Möglichkeit geboten, über ihre persönlichen Erlebnisse zu sprechen, voneinander zu profitieren, geistlich zu wachsen und an therapeutischen Aktivitäten teilzunehmen, die ihnen helfen sollen, den schweren Alltag zu meistern. Die Betreuer des Masiye Camp führen zudem in den Gebieten rund um Bulawayo verschiedene weitere Programme für Waisen und andere Kinder durch, wie z.B. das „Under Five’s programme“ mit verschiedenen Busch-Kindergärten.

Wie können Sie helfen? Übernehmen Sie eine Patenschaft „HIV betroffene Kinder“ in Simbabwe. Damit unterstützen Sie die Arbeit unter Aidswaisen. Insbesondere ermöglichen Sie dadurch Kindern die Teilnahme an den Lebensvorbereitungslagern im Masiye Camp. Weitere Informationen bei Thomas Martin (031 388 06 04) oder via Mail an mission@swi.salvationarmy.org. Engagieren Sie sich mit einer Spende für die Hilfe in Simbabwe. Es laufen verschiedene Hilfsprojekte; andere sind in Planung (Nahrungsmittelhilfe, Solaranlage für das Tshelanyemba Spital, Containerversand, Brunnenprojekt, Altersheim Bumhudzo). Einzahlungen mit dem Vermerk „Simbabwe“ auf das Konto 30-6709-1. Beten Sie für das Land Simbabwe, für die Leute, die dort leben und auch die Mitglieder der Heilsarmee, welche vor Ort mit ihrem Dienst den Bedürftigen helfen.

Christoph Lässig ist 21 Jahre alt und Mitglied der Heilsarmee. Aufgewachsen ist er im Kanton Zürich. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Lehre als Informatiker und einer Anstellung in der Informatikabteilung der Heilsarmee in Bern lebt er nun in Sierre, wo er in einem Altersheim ein halbes Jahr Zivildienst leistet. Vom 30. März bis 30. April 2008 war Christoph Lässig in Simbabwe und hat im Masiye Camp der Heilsarmee mitgearbeitet.

3. Wie sieht das Leben eines von Aids betroffenen Kindes aus? Den Kindern, die ich kennengelernt habe, wurde das HI-Virus von den Eltern übertragen. Sie haben jedoch lange gelebt, ohne von ihrer Krankheit zu wissen. Irgendwann haben sie dann einen Test gemacht mit dem Ergebnis „positiv“. Ein solches Ergebnis bedeutet das Ende des bisherigen Lebens: Sie müssen sich damit abfinden und ihr Umfeld ändert sich. Sie versuchen, so zu leben wie die anderen Kinder. Doch von alten Freunden werden sie verlassen und in der Schule werden sie von den Kameraden ausgeschlossen.

Im folgenden Interview erzählt er von seinen Erlebnissen und Eindrücken.

4. Beschreibe uns den Tagesablauf im Masiye Camp! Während eines Camps sind die Kinder die meiste Zeit in Zehner-Gruppen zusammen. Der Tag wird nach dem Frühstück mit einer Zeit gestartet, in der in den Kleingruppen über und mit Gott gesprochen wird. Dann werden Gruppenaktivitäten durchgeführt, die den Teamgeist und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden stärken. Zum Beispiel: Zip-Line, Kanu fahren, Abseilen, sich in die Arme der anderen fallen lassen, gemeinsam einen Auftrag ausführen. Als Gegenpol zu den Aktivitäten gibt es verschiedene „Theorieblöcke“ wie AIDS-Aufklärung, Informationen über Menschenrechte, Tree of Life (Lebensbaum: die Kinder müssen ihren Lebensbaum aufzeichnen: Von wo komme ich, wer sind meine Vorbilder, was hat mich geprägt …). Am Abend wird dann gefeiert. Es wird viel gesungen, getanzt und gelacht. Der Tag wird mit einer Andacht abgeschlossen.

1. Christoph, was hat dich motiviert, dich auf dieses Abenteuer einzulassen? Meine Mutter und einige Bekannte waren im letzten Jahr mit der Heilsarmee in Simbabwe und haben von ihren Eindrücken geschwärmt. Ihre verschiedenen Bilder und Berichte über Simbabwe hatten mich „gluschtig“ gemacht. 2. Erzähle uns von den Kindern, welche im Masiye Camp aufgenommen werden. Wer sind sie? Von wo kommen sie? Die meisten Kinder im Masiye-Camp kommen aus Bulawayo, der zweitgrössten Stadt in Simbabwe und deren Umgebung. Sie kommen alle aus verschiedenen Verhältnissen, jedoch alle haben Schwierigkeiten und Probleme, meist verursacht durch HIV/Aids und deren Folgen.

5. Was waren deine Aufgaben im Camp? Während des Camps hatte ich die Möglichkeit, als Leiter in einer Gruppe mitzuhelfen. Ich war den ganzen Tag mit den Kindern unterwegs und wurde auch am Abend bei der Leitersitzung ins Team integriert. 6. Kannst du uns eine lustige Begebenheit erzählen, die du im Camp erlebt hast? Am Anfang hatten die Kinder Angst vor mir, während des Camps wurden sie dann aber neugierig. Sie kamen zu mir und fingen an, meine (weisse) Hand zu untersuchen. 7. Wie hast du sonst das Leben und die Leute in Simbabwe erlebt? Die Menschen, die ich kennen gelernt habe, waren alle dankbare, friedliche Leute, obwohl sie fast nichts besitzen. Sie waren mir als Fremden gegenüber sehr gastfreundlich. Beeindruckt hat mich auch die Freude und Zufriedenheit der Salutisten, obwohl sie nur ganz wenig zu essen haben und ihr Alltag sehr mühsam ist. Während der Gottesdienste wird viel gesungen und getanzt. 8. Hat dieser Aufenthalt deine Auffassung vom Leben verändert? Ja, mir wurde von Neuem klar, dass Dankbarkeit und Zufriedenheit nicht eine Frage des Geldes ist. Es war für mich auch interessant zu erleben, wie problemlos ich als Weisser akzeptiert und integriert wurde.


Masiye Camp Die HIV/Aids-Pandemie lässt keine Person in Afrika unberührt. Denn die erschreckend hohen Ansteckungsraten – in Simbabwe rund 25 Prozent der Bevölkerung – erinnern uns oft nur ungenügend an all diejenigen, welche vom Tod eines Familienmitgliedes betroffen sind. Bereits ist jedes fünfte Kind in Simbabwe ein Waisenkind.

Teilnehmer eines Lebensvorbereitungslagers (life skills camp)

Das Masiye Camp der Heilsarmee wurde 1998 gegründet, um HIV/Aids betroffenen Kindern zu helfen. Das Programm fokussiert auf psychosoziale Unterstützung sowie auf die Entwicklung von Fähigkeiten, welche für das Leben wichtig sind (life skills).

Busch-Kindergarten vom „Under Five’s programme“

Jedes Jahr nehmen um die 1'400 Kinder während sieben bis zehn Tagen an diesen Lebensvorbereitungslagern teil. Den Kindern wird dabei die Möglichkeit geboten, über ihre persönlichen Erlebnisse zu sprechen, voneinander zu profitieren, geistlich zu wachsen und an therapeutischen Aktivitäten teilzunehmen, die ihnen helfen sollen, den schweren Alltag zu meistern. Die Betreuer des Masiye Camp führen zudem in den Gebieten rund um Bulawayo verschiedene weitere Programme für Waisen und andere Kinder durch, wie z.B. das „Under Five’s programme“ mit verschiedenen Busch-Kindergärten.

Wie können Sie helfen? Übernehmen Sie eine Patenschaft „HIV betroffene Kinder“ in Simbabwe. Damit unterstützen Sie die Arbeit unter Aidswaisen. Insbesondere ermöglichen Sie dadurch Kindern die Teilnahme an den Lebensvorbereitungslagern im Masiye Camp. Weitere Informationen bei Thomas Martin (031 388 06 04) oder via Mail an mission@swi.salvationarmy.org. Engagieren Sie sich mit einer Spende für die Hilfe in Simbabwe. Es laufen verschiedene Hilfsprojekte; andere sind in Planung (Nahrungsmittelhilfe, Solaranlage für das Tshelanyemba Spital, Containerversand, Brunnenprojekt, Altersheim Bumhudzo). Einzahlungen mit dem Vermerk „Simbabwe“ auf das Konto 30-6709-1. Beten Sie für das Land Simbabwe, für die Leute, die dort leben und auch die Mitglieder der Heilsarmee, welche vor Ort mit ihrem Dienst den Bedürftigen helfen.

Christoph Lässig ist 21 Jahre alt und Mitglied der Heilsarmee. Aufgewachsen ist er im Kanton Zürich. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Lehre als Informatiker und einer Anstellung in der Informatikabteilung der Heilsarmee in Bern lebt er nun in Sierre, wo er in einem Altersheim ein halbes Jahr Zivildienst leistet. Vom 30. März bis 30. April 2008 war Christoph Lässig in Simbabwe und hat im Masiye Camp der Heilsarmee mitgearbeitet.

3. Wie sieht das Leben eines von Aids betroffenen Kindes aus? Den Kindern, die ich kennengelernt habe, wurde das HI-Virus von den Eltern übertragen. Sie haben jedoch lange gelebt, ohne von ihrer Krankheit zu wissen. Irgendwann haben sie dann einen Test gemacht mit dem Ergebnis „positiv“. Ein solches Ergebnis bedeutet das Ende des bisherigen Lebens: Sie müssen sich damit abfinden und ihr Umfeld ändert sich. Sie versuchen, so zu leben wie die anderen Kinder. Doch von alten Freunden werden sie verlassen und in der Schule werden sie von den Kameraden ausgeschlossen.

Im folgenden Interview erzählt er von seinen Erlebnissen und Eindrücken.

4. Beschreibe uns den Tagesablauf im Masiye Camp! Während eines Camps sind die Kinder die meiste Zeit in Zehner-Gruppen zusammen. Der Tag wird nach dem Frühstück mit einer Zeit gestartet, in der in den Kleingruppen über und mit Gott gesprochen wird. Dann werden Gruppenaktivitäten durchgeführt, die den Teamgeist und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden stärken. Zum Beispiel: Zip-Line, Kanu fahren, Abseilen, sich in die Arme der anderen fallen lassen, gemeinsam einen Auftrag ausführen. Als Gegenpol zu den Aktivitäten gibt es verschiedene „Theorieblöcke“ wie AIDS-Aufklärung, Informationen über Menschenrechte, Tree of Life (Lebensbaum: die Kinder müssen ihren Lebensbaum aufzeichnen: Von wo komme ich, wer sind meine Vorbilder, was hat mich geprägt …). Am Abend wird dann gefeiert. Es wird viel gesungen, getanzt und gelacht. Der Tag wird mit einer Andacht abgeschlossen.

1. Christoph, was hat dich motiviert, dich auf dieses Abenteuer einzulassen? Meine Mutter und einige Bekannte waren im letzten Jahr mit der Heilsarmee in Simbabwe und haben von ihren Eindrücken geschwärmt. Ihre verschiedenen Bilder und Berichte über Simbabwe hatten mich „gluschtig“ gemacht. 2. Erzähle uns von den Kindern, welche im Masiye Camp aufgenommen werden. Wer sind sie? Von wo kommen sie? Die meisten Kinder im Masiye-Camp kommen aus Bulawayo, der zweitgrössten Stadt in Simbabwe und deren Umgebung. Sie kommen alle aus verschiedenen Verhältnissen, jedoch alle haben Schwierigkeiten und Probleme, meist verursacht durch HIV/Aids und deren Folgen.

5. Was waren deine Aufgaben im Camp? Während des Camps hatte ich die Möglichkeit, als Leiter in einer Gruppe mitzuhelfen. Ich war den ganzen Tag mit den Kindern unterwegs und wurde auch am Abend bei der Leitersitzung ins Team integriert. 6. Kannst du uns eine lustige Begebenheit erzählen, die du im Camp erlebt hast? Am Anfang hatten die Kinder Angst vor mir, während des Camps wurden sie dann aber neugierig. Sie kamen zu mir und fingen an, meine (weisse) Hand zu untersuchen. 7. Wie hast du sonst das Leben und die Leute in Simbabwe erlebt? Die Menschen, die ich kennen gelernt habe, waren alle dankbare, friedliche Leute, obwohl sie fast nichts besitzen. Sie waren mir als Fremden gegenüber sehr gastfreundlich. Beeindruckt hat mich auch die Freude und Zufriedenheit der Salutisten, obwohl sie nur ganz wenig zu essen haben und ihr Alltag sehr mühsam ist. Während der Gottesdienste wird viel gesungen und getanzt. 8. Hat dieser Aufenthalt deine Auffassung vom Leben verändert? Ja, mir wurde von Neuem klar, dass Dankbarkeit und Zufriedenheit nicht eine Frage des Geldes ist. Es war für mich auch interessant zu erleben, wie problemlos ich als Weisser akzeptiert und integriert wurde.


Masiye Camp Die HIV/Aids-Pandemie lässt keine Person in Afrika unberührt. Denn die erschreckend hohen Ansteckungsraten – in Simbabwe rund 25 Prozent der Bevölkerung – erinnern uns oft nur ungenügend an all diejenigen, welche vom Tod eines Familienmitgliedes betroffen sind. Bereits ist jedes fünfte Kind in Simbabwe ein Waisenkind.

Teilnehmer eines Lebensvorbereitungslagers (life skills camp)

Das Masiye Camp der Heilsarmee wurde 1998 gegründet, um HIV/Aids betroffenen Kindern zu helfen. Das Programm fokussiert auf psychosoziale Unterstützung sowie auf die Entwicklung von Fähigkeiten, welche für das Leben wichtig sind (life skills).

Busch-Kindergarten vom „Under Five’s programme“

Jedes Jahr nehmen um die 1'400 Kinder während sieben bis zehn Tagen an diesen Lebensvorbereitungslagern teil. Den Kindern wird dabei die Möglichkeit geboten, über ihre persönlichen Erlebnisse zu sprechen, voneinander zu profitieren, geistlich zu wachsen und an therapeutischen Aktivitäten teilzunehmen, die ihnen helfen sollen, den schweren Alltag zu meistern. Die Betreuer des Masiye Camp führen zudem in den Gebieten rund um Bulawayo verschiedene weitere Programme für Waisen und andere Kinder durch, wie z.B. das „Under Five’s programme“ mit verschiedenen Busch-Kindergärten.

Wie können Sie helfen? Übernehmen Sie eine Patenschaft „HIV betroffene Kinder“ in Simbabwe. Damit unterstützen Sie die Arbeit unter Aidswaisen. Insbesondere ermöglichen Sie dadurch Kindern die Teilnahme an den Lebensvorbereitungslagern im Masiye Camp. Weitere Informationen bei Thomas Martin (031 388 06 04) oder via Mail an mission@swi.salvationarmy.org. Engagieren Sie sich mit einer Spende für die Hilfe in Simbabwe. Es laufen verschiedene Hilfsprojekte; andere sind in Planung (Nahrungsmittelhilfe, Solaranlage für das Tshelanyemba Spital, Containerversand, Brunnenprojekt, Altersheim Bumhudzo). Einzahlungen mit dem Vermerk „Simbabwe“ auf das Konto 30-6709-1. Beten Sie für das Land Simbabwe, für die Leute, die dort leben und auch die Mitglieder der Heilsarmee, welche vor Ort mit ihrem Dienst den Bedürftigen helfen.

Christoph Lässig ist 21 Jahre alt und Mitglied der Heilsarmee. Aufgewachsen ist er im Kanton Zürich. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Lehre als Informatiker und einer Anstellung in der Informatikabteilung der Heilsarmee in Bern lebt er nun in Sierre, wo er in einem Altersheim ein halbes Jahr Zivildienst leistet. Vom 30. März bis 30. April 2008 war Christoph Lässig in Simbabwe und hat im Masiye Camp der Heilsarmee mitgearbeitet.

3. Wie sieht das Leben eines von Aids betroffenen Kindes aus? Den Kindern, die ich kennengelernt habe, wurde das HI-Virus von den Eltern übertragen. Sie haben jedoch lange gelebt, ohne von ihrer Krankheit zu wissen. Irgendwann haben sie dann einen Test gemacht mit dem Ergebnis „positiv“. Ein solches Ergebnis bedeutet das Ende des bisherigen Lebens: Sie müssen sich damit abfinden und ihr Umfeld ändert sich. Sie versuchen, so zu leben wie die anderen Kinder. Doch von alten Freunden werden sie verlassen und in der Schule werden sie von den Kameraden ausgeschlossen.

Im folgenden Interview erzählt er von seinen Erlebnissen und Eindrücken.

4. Beschreibe uns den Tagesablauf im Masiye Camp! Während eines Camps sind die Kinder die meiste Zeit in Zehner-Gruppen zusammen. Der Tag wird nach dem Frühstück mit einer Zeit gestartet, in der in den Kleingruppen über und mit Gott gesprochen wird. Dann werden Gruppenaktivitäten durchgeführt, die den Teamgeist und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden stärken. Zum Beispiel: Zip-Line, Kanu fahren, Abseilen, sich in die Arme der anderen fallen lassen, gemeinsam einen Auftrag ausführen. Als Gegenpol zu den Aktivitäten gibt es verschiedene „Theorieblöcke“ wie AIDS-Aufklärung, Informationen über Menschenrechte, Tree of Life (Lebensbaum: die Kinder müssen ihren Lebensbaum aufzeichnen: Von wo komme ich, wer sind meine Vorbilder, was hat mich geprägt …). Am Abend wird dann gefeiert. Es wird viel gesungen, getanzt und gelacht. Der Tag wird mit einer Andacht abgeschlossen.

1. Christoph, was hat dich motiviert, dich auf dieses Abenteuer einzulassen? Meine Mutter und einige Bekannte waren im letzten Jahr mit der Heilsarmee in Simbabwe und haben von ihren Eindrücken geschwärmt. Ihre verschiedenen Bilder und Berichte über Simbabwe hatten mich „gluschtig“ gemacht. 2. Erzähle uns von den Kindern, welche im Masiye Camp aufgenommen werden. Wer sind sie? Von wo kommen sie? Die meisten Kinder im Masiye-Camp kommen aus Bulawayo, der zweitgrössten Stadt in Simbabwe und deren Umgebung. Sie kommen alle aus verschiedenen Verhältnissen, jedoch alle haben Schwierigkeiten und Probleme, meist verursacht durch HIV/Aids und deren Folgen.

5. Was waren deine Aufgaben im Camp? Während des Camps hatte ich die Möglichkeit, als Leiter in einer Gruppe mitzuhelfen. Ich war den ganzen Tag mit den Kindern unterwegs und wurde auch am Abend bei der Leitersitzung ins Team integriert. 6. Kannst du uns eine lustige Begebenheit erzählen, die du im Camp erlebt hast? Am Anfang hatten die Kinder Angst vor mir, während des Camps wurden sie dann aber neugierig. Sie kamen zu mir und fingen an, meine (weisse) Hand zu untersuchen. 7. Wie hast du sonst das Leben und die Leute in Simbabwe erlebt? Die Menschen, die ich kennen gelernt habe, waren alle dankbare, friedliche Leute, obwohl sie fast nichts besitzen. Sie waren mir als Fremden gegenüber sehr gastfreundlich. Beeindruckt hat mich auch die Freude und Zufriedenheit der Salutisten, obwohl sie nur ganz wenig zu essen haben und ihr Alltag sehr mühsam ist. Während der Gottesdienste wird viel gesungen und getanzt. 8. Hat dieser Aufenthalt deine Auffassung vom Leben verändert? Ja, mir wurde von Neuem klar, dass Dankbarkeit und Zufriedenheit nicht eine Frage des Geldes ist. Es war für mich auch interessant zu erleben, wie problemlos ich als Weisser akzeptiert und integriert wurde.


Kurzmeldungen Heilsarmee in Simbabwe Die Heilsarmee ist in Simbabwe bereits seit 1891 tätig. Die 120'000 Soldaten und über 500 Offiziere treffen sich in mehr als 400 Korps. Die Heilsarmee unterhält mehrere Schulen, Spitäler und Sozialinstitutionen sowie Programme für Aidswaisen wie zum Beispiel das Masiye Camp. Webseite der Heilsarmee Simbabwe: www.salvationarmyzim.org (nur auf Englisch).

Wiederaufbauhilfe in Burma und China In Burma und China sind Heilsarmee-Angehörige in der Not- und Wiederaufbauhilfe engagiert. In China werden mit Regierungsvertretern und anderen christlichen Organisationen Abklärungen für ein Programm zugunsten von Trauma-Patienten getroffen. Mehr Informationen zur Hilfe der Heilsarmee in diesen beiden Ländern finden Sie auf der Website der Heilsarmee: www.heilsarmee.ch/mission. Wir danken für Spenden auf das Postkonto 30-6709-1 (Vermerk "Myanmar" oder "China").

Heilsarmee neu in 115 Ländern Die Heilsarmee hat in Namibia und Mali die Arbeit aufgenommen. Damit ist sie nun offiziell in 115 Ländern vertreten. Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Website: www.heilsarmee.ch.

Nahrungsmittelhilfe für Haiti und Simbabwe Die Heilsarmee hat als Antwort auf die Nahrungsmittelkrise 400'000 Franken für sofortige Hilfe in Haiti und Simbabwe bereitgestellt. Die Abgabe wird in Haiti über Schulküchen der Heilsarmee im ländlichen Gebiet rund um Fond-desNègres erfolgen. Dort besuchen 3'500 Kinder Primarschulen der Heilsarmee. In Simbabwe wird die Verteilung der zusätzlichen Nahrungsmittel durch das Spital der Heilsarmee in Tshelanyemba, nahe an der Grenze zu Botswana, koordiniert. Mit dem Betrag können rund 400'000 Mahlzeiten finanziert werden. Wir danken für Spenden auf das Postkonto 30-6709-1 (Vermerk „Nahrungsmittelhilfe“).

Impressum Herausgeber Redaktion Fotos Layout Druck

Stiftung Heilsarmee Schweiz, Mission & Entwicklung Laupenstrasse 5, 3001 Bern, Schweiz Telefon 031 388 05 91, mission@swi.salvationarmy.org Markus Muntwiler, Doris Droz, Thomas Martin Archiv Mission & Entwicklung Martin Stucki Grafik, Heimenschwand, msgrafik.ch Jordi AG, Belp

Dieser Newsletter erscheint dreimal jährlich. Postkonto: 30-6709-1 (mit entsprechendem Verwendungszweck)

www.heilsarmee.ch/mission

Newsletter Nr. 1  

Überleben in Simbabwe Newsletter Mission & Entwicklung Nr. 1 – Sept. 2008 Editorial Simbabwe Schweiz Fläche 390'757 km² 41'285 km² Einwo...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you