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d ialog

Bild: GreatSmurf_flickr.com

M o n a t s z e i t s c h r i f t f ü r S a l u t i s t e n u n d F re u n d e d e r H e i l s a r m e e

01/ 2014

Speisepläne Essen mit Genuss und Verantwortung 4000 Liter Suppe für einen guten Zweck Aus dem Leben der Heilsarmee

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Bild: Butaris_flickr

Dialog

Speisepläne Lieblingsrezepte der Redaktion Was steht auf dem Speiseplan der Redaktion? Wir bieten Ihnen eine Auswahl:

Hirse-Quiche, nicht nur für Vegetarier! (Sara Stöcklin)

Bilder: Redaktion

Barschfilet zur Vorspeise (Jacques Tschanz)

16 Barschfilets Salz und Pfeffer Baumnussöl 75 g Butter 1 TL 5-Gewürze-Pulver (erhältlich im asiatischen Lebensmittelgeschäft) Saft einer Limone

Barschfilets leicht würzen. Im Baumnussöl auf der Hautseite braten. Sobald die Filets weiss werden, aus der Pfanne nehmen und warm stellen. Butter in der Pfanne zerlassen und Gewürzmischung zugeben. Braun werden lassen und Limonensaft zugeben. Filets auf Tellern anrichten und mit heisser Butter übergiessen. Tipp: Mit Roquefort und Apfelstückchen auf Chicorée-Blättern dekorieren! Kastaniensuppe für den Winterabend (Sébastien Goetschmann)

200 g frische Kastanien 3 EL Olivenöl 2 Schalotten 1 Knoblauchzehe 1 Kartoffel 1 Karotte 0.5 l Milch Sternanis oder Zimt Salz und Pfeffer, Rahm

Fein geschnittenen Lauch in Butter andämpfen, würzen, Hirse zugeben und kurz mitdünsten. Gemüsebouillon zugeben und zugedeckt bei schwacher Hitze ca. 20 Minuten unter gelegentlichem Rühren köcheln. Masse leicht auskühlen lassen. Verklopftes Ei, 2/3 vom Parmesan und Salz unter die Masse mischen, in die Form geben und glattstreichen. Restlichen Parmesan darüberstreuen. 15 Minuten in der Mitte des auf 200° C vorgeheizten Ofens backen.

Schoggimousse zum Geniessen (Elsbeth Cachelin)

2 Eigelb 50 g Zucker 100 g dunkle Schokolade 2 Eiweiss, steif geschlagen 2 dl Halbrahm, steif geschlagen

Eigelb mit Zucker schaumig rühren. Schokolade im Wasserbad schmelzen und darunterrühren. Eiweiss und Rahm unter die Masse ziehen. Geniessen und am nächsten Tag wieder gesund essen!

Kastanienschalen einschneiden und 20 Minuten im Dampf kochen. Noch heiss schälen und hacken. Gemüse klein schneiden. Knoblauch und Schalotten im Olivenöl dünsten, Karotte und Kartoffel zugeben und mit Milch ablöschen. 1 bis 2 Sternanis oder eine Zimtstange zugeben. Aufkochen und 30 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, Rahm beigeben und pürieren.

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1 EL Butter 250 g Lauch 1 EL Curry 200 g Hirse 6 dl Gemüsebouillon 1 Ei 75 g Parmesan

dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · Januar 2014

En Guete! Haben Sie auch einen Vorsatz für das neue Jahr gefasst? Gerne beschworen, aber noch öfter fallen gelassenen wird das Ziel, sich in Zukunft ausgewogener zu ernähren. Wir haben Expertinnen aus den Reihen der Heilsarmee gefragt, warum sie sich mit gesundem Essen beschäftigen – und wie ihrer Ansicht nach der optimale Speiseplan aussieht (Seite 4). Eine besondere Herausforderung stellen Speisepläne für diejenigen dar, die um das leibliche Wohl von Kindern und anderen Gemüsemuffeln bemüht sind. Welche Familie kennt kein Gezänk um das letzte Rüebli auf dem Teller? Auch soziale Institutionen sind gefordert. Das Kinderheim Holee in Basel gewährt uns einen spannenden Einblick in seine Küche, Tricks und Tischregeln (Seite 6). Wer sich indes weniger für die Nährwerte als für die Herkunft eines Nahrungsmittels interessiert, dem seien die Produkte vom Buchseegut und Le Devens empfohlen (Seite 5). Wie unser Redaktor Sébastien Goetschmann herausgefunden hat, sind sie sowohl für den Magen als auch für das Gewissen bestens verträglich – und noch dazu schmackhaft. En Guete! Sara Stöcklin

Leitbild der Heilsarmee Die Heilsarmee ist eine internationale Bewegung und Teil der weltweiten christlichen Kirche. Ihre Botschaft gründet auf der Bibel. Ihr Dienst ist motiviert von der Liebe Gottes. Ihr Auftrag ist es, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschliche Not ohne Ansehen der Person zu lindern.


HA-Info

Genuss und Verantwortung Betrachten wir die gesellschaftlichen Entwicklungen im Bereich des Konsums und dem Umgang mit Nahrung, stellen wir fest, dass rund ums Essen Erlebniswelten kreiert werden. Mit verschiedenen Angeboten nimmt die Heilsarmee deshalb eine aktive Rolle im Lebensmittelbereich ein – mit Gassenküchen für Randständige, mit dem Projekt „Essen daheim” für betagte Menschen oder einer Zusammenarbeit mit „Tischlein deck dich” (siehe Seite 7). Dort werden

überschüssige Lebensmittel an Menschen verteilt, die am oder unter dem Existenzminimum leben. Martin Künzi Abteilungsleiter Marketing martin_kuenzi@heilsarmee.ch Bild: Martin Heimann

Lebensmittel werden im Supermarkt so natürlich und ansprechend präsentiert, dass der mitgebrachte Einkaufszettel in der Tasche bleibt. Im Einkaufswagen landen die exklusivsten und hochwertigsten Produkte, im Idealfall aus der Region und ausgezeichnet von einem Biolabel. Der Wunsch nach gesunder Ernährung aus nachhaltiger Produktion wird zur Selbstverständlichkeit. Essen ist für viele Menschen in der westlichen Welt kein Grundbedürfnis mehr, sondern ein Sinnbild für Genuss. Was die Heilsarmee tut Entsprechend den ersten beiden Schlagworten ihres Slogans – Suppe, Seife, Seelenheil – kann die Heilsarmee solchen Entwicklungen nicht gleichgültig gegenüberstehen. Was können wir tun? Wir können in zweifacher Hinsicht Verantwortung übernehmen. Einerseits, indem wir beim persönlichen Einkauf und Konsum von Nahrungsmitteln Vorbilder sind. Andererseits, indem wir uns um die Ärmsten der Armen kümmern. Wir zeigen damit auf, dass es nicht allen vergönnt ist, den lauteren Genuss zu zelebrieren.

Projekt „Essen daheim” in Basel.

Offen gesagt

Bilder: Werner Tschan

Eine rundum gesunde Ernährung Des Menschen innigster Wunsch ist Gesundheit und damit ein langes Leben. Viele hoffen insgeheim, dass dieser Wunsch ohne persönliche Anstrengung in Erfüllung geht. Andere sind bereit, alles dafür zu tun. Es überrascht deshalb nicht, dass auf dem Markt allerlei Wundermittel und Ernährungsprodukte zu finden sind. Eine gesunde Ernährung berücksichtigt die Menge, Qualität und Häufigkeit des Essens und ist in erster Linie ein Verhaltensmuster. Wir haben alle schon erlebt, wie schwierig es ist, Gewohnheiten zu ändern. Nicht im-

mer erlaubt es der Alltag, mehr Früchte und Gemüse zu essen. Zu kurze Essenspausen führen zu einem ungesunden FastfoodVerhalten. Um den Ausgleich zu finden, werden uns verschiedene Programme und Hilfen angeboten. Ernährung für die Seele So wichtig gesunde Ernährung für den Körper ist, so wichtig ist aber auch eine gesunde geistliche Ernährung für die Seele. Jesus sagt: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nie mehr hungrig sein” (Johannes 6,35), und: „Wer glaubt, hat das ewige Leben” (Vers 47). Wir stellen fest: „Geistlich gesund sind wir, wenn wir eine Beziehung zu Jesus haben!”

uns mit „Fastfood” zufriedenzugeben. Aber ebenso wie bei der körperlichen Ernährung werden Programme und Lesehilfen angeboten, welche uns nützlich sein können. Ein Beispiel dafür sind die täglichen Losungen der Herrnhuter. Wir empfehlen Ihnen, sich beim Essen und Beten Zeit zu nehmen. Beides ist wichtig für Ihre Gesundheit! Kommissäre Franz und Hanny Boschung Territorialleiter franz_boschung@heilsarmee.ch hanny_boschung@heilsarmee.ch

Auch in diesem Bereich sind wir in Gefahr, dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · Januar 2014

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Dossier: Speisepläne

Treibstoff für den Körper Johanie Bürki studiert an der Hochschule für Gesundheit in Freiburg. Sie weiss: Nur eine ausgeglichene Ernährung lässt unseren Körper richtig funktionieren. Nahrung bildet nicht nur den Treibstoff des Organismus, sondern sorgt auch für Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Jedes dieser Moleküle übernimmt eine bestimmte Aufgabe in der Organisation des Körpers. Um ihre Menge zu regulieren, ist unser Organismus mit präzisen Messinstrumenten ausgerüstet. Sie sondern den Überschuss an Nährstoffen aus und schlagen Alarm, wenn Mangel herrscht.

Vom Altersleiden zur Volkskrankheit Vor hundert Jahren wurden Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit dem hohen Alter in Verbindung gebracht, verursacht durch die Ablagerung von Zucker und Fettstoffen in den Gefässen. Heute suchen bereits Kinder unter 10 Jahren mit der gleichen gesundheitlichen Problematik Ernährungsberaterinnen auf. Grund dafür ist der akute Mangel an Bewegung und die ständige Verfügbarkeit von Lebensmitteln minderer Qualität. Nur von Obst und Gemüse ernähren müssen wir uns trotzdem nicht. Im Gegenteil – der Körper braucht Zucker als Energiezufluss für den Körper und Treibstoff des Gehirns! Er braucht auch Proteine

zur Wiederherstellung beschädigter Zellen und die Fette, welche die Erhaltung der Körpertemperatur gewährleisten. Um uns einer guten Gesundheit zu erfreuen, müssen wir in erster Linie lernen, auf unseren Körper zu hören. Das heisst: Seine Signale ernst nehmen und dann essen, wenn wir Hunger haben. Johanie Bürki

Schon gewusst? Orangensaft ist mit Vorsicht zu geniessen. Ein Glas (200 ml) enthält je nach Konzentrat mehr als 6 Stück Zucker! Achten Sie beim Kauf auf die Nährwertangaben. (JT)

Auf die Balance kommt es an! Zu einem gesunden Lebensstil gehört ausgewogenes und genussvolles Essen. Es ist nicht nur dem Körper zuträglich, sondern bringt Lebensfreude – denn Mahlzeiten sind auch Zeiten der Erholung und Begegnung.

Getreideprodukte, Kartoffeln und Hülsenfrüchte Verzichten Sie nicht auf Kohlenhydrate, wenn Sie abnehmen möchten – sie werden als Treibstoff für Gehirn und Blutzellen benötigt. Wählen Sie stattdessen Vollkornprodukte! Sie sättigen besser und länger, enthalten mehr Vitamine und Mineralstoffe und unterstützen die Verdauung.

Was eine ausgewogene Ernährung beinhaltet, veranschaulicht die Schweizer Lebensmittelpyramide. Lebensmittel der unteren Stufen werden in grösseren, solche der oberen Stufen in kleineren Mengen benötigt. Kein Lebensmittel ist verboten!

Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Eier und Tofu Lieber ein Nature-Joghurt mit frischen Beeren als der fertige Becher, der 5 Würfelzucker enthält! Und was das Fleisch angeht: Originell gewürzt bietet es mehr Abwechslung als paniert.

Im Folgenden finden Sie einen Tipp zu jeder Stufe – angefangen zuunterst bei den Getränken. Getränke Trinken vor, während und zwischen den Mahlzeiten fördert das Sättigungsgefühl und beugt der Versuchung vor, aus Lust oder Frust zu essen. Gemüse und Früchte Äpfeln in der Obstschale fehlt es an Attraktivität. Verführen Sie sich selbst mit einem exotischen Früchtesmoothie! Pürieren Sie dazu 1 Banane, 1 Orange, ½ Mango, ¼ Ananas mit 3 EL Joghurt oder Milch.

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Öle, Fette und Nüsse Verwenden Sie Raps- und Olivenöl! Die richtige Wahl der Fette ist wichtig, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schlechten Blutfettwerten vorzubeugen.

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Süsses und Salziges Zelebrieren Sie den langsamen Genuss, anstatt grosse Portionen zu verschlingen. Süsses schmeckt am besten, wenn Sie es sich auf der Zunge zergehen lassen. Die Menge ist Gewohnheitssache – wenn Sie schrittweise weniger stark süssen, schätzen Sie mit der Zeit eine geringere Süsse. Wichtig: Als Partner braucht die Ernährung regelmässige Bewegung. Machen Sie dreimal pro Woche Sport – möglichst an der frischen Luft. Und nutzen Sie Spielräume im Alltag, indem Sie Treppen steigen statt Lift fahren und den Einkauf mit dem Velo erledigen. Viel Erfolg!

Jasmine Hari Ernährungsberaterin


Landwirtschaft mit Respekt

Im Buchseegut hat Gartenarbeit Tradition – bereits 1903 haben die ersten Pensionäre Gemüse angebaut. Sie legten den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte.

Anbau und Verkauf von Gemüse sind seit jeher wesentlicher Bestandteil der sozialen Institution in Köniz. Das erklärt den Erfolg und die Qualität der Produkte, etwa der Tomaten: „Wir nähern uns einer Integrierten Produktion an”, erklärt Marcel Mäder, der für den Garten verantwortlich zeichnet. Integrierte Produktion bedeutet möglichst naturnahe und tierfreundliche Landwirtschaft, aber kein Bio-Label. „Wir verwenden Mineraldünger und Pflanzenschutzmittel in kleinsten Mengen. Andernfalls könnten unsere Produkte auf dem regionalen Markt nicht konkurrieren.” – „Unsere Philosophie in Bezug auf Dünger und Chemie lautet: Brauche so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig”, ergänzt Hans Lanz, stellvertretender Leiter des Buchseeguts.

Auch für den Gelegenheitsbesucher lohnt sich ein Einkauf im Laden des Buchseeguts. Nebst Blumen und handwerklichen Produkten des Ateliers präsentiert sich ihm die Vielfalt der hauseigenen Köstlichkeiten: frische und getrocknete Früchte, Gemüse, Sirup, Konfitüre – und samstags frischgebackene Butterzöpfe!

„Le Devens” oberhalb von Saint-Aubin ist nicht nur eine Heimstätte für Menschen, die unter Abhängigkeiten leiden, sondern auch ein Landwirtschaftsbetrieb. Auf 27 Hektaren werden Rinder, Schweine, Pferde, Schafe und Kaninchen gezüchtet, Getreide und Gemüse angebaut. Apfelbäume spenden dem Heim einen hervorragenden Saft.

Sébastien Goetschmann

Die Heilsarmee Buchseegut bietet erwachsenen Menschen mit psychischer, physischer und geistiger Beeinträchtigung eine Tagesstruktur. Das Buchseegut ist – je nach Bedürfnis – ein Zuhause und/oder ein Arbeitsplatz. Weitere Informationen: buchseegut.ch

Bilder: Sébastien Goetschmann

Vielfalt in der Produktion Drei Tonnen Tomaten, zwei Tonnen Gurken, je eine Tonne Bohnen und Sellerie, 560 kg rote Rüben und eine Vielfalt weiterer Obst- und

Gemüsesorten werden jedes Jahr auf einer Fläche von 3  500 m2 angebaut. Die Lebensmittel werden vom Buchseegut selbst verwendet und ein grosser Teil weiterverkauft – an Institutionen der Heilsarmee in der Stadt, an diverse örtliche Restaurants und an Privatkunden. Da sich die Kundschaft das ganze Jahr hindurch ein breites Angebot wünscht, führt das Buchseegut nebst eigenen Produkten auch spanische Orangen oder südamerikanische Bananen im Sortiment. Vorrang haben aber stets Erzeugnisse aus der Region.

Ein preisgekrönter Apfelsaft lässt sich in der Heilsarmee-Institution „Le Devens” kosten. Symbolbild: suedtirol.prodotti_flickr.com

Gefragtes Gemüse

Gemäss Marc-Henry Mayor, Leiter der Institution, richtet sich „Le Devens” nach ökologischen Vorgaben. „Damit stellen wir sicher, dass wir in Übereinstimmung mit der gängigen Praxis Landwirtschaft betreiben. Eine gegenüber Tieren und Ökosystem respektvolle Produktion bürgt für Qualität. Für die Aufzucht der Schweine etwa beachten wir die Anforderungen des Labels ‚IP-Suisse’.” Während die Produkte aus Tierzucht und Gemüseanbau für den Eigenbedarf verwendet oder an Grossisten abgegeben werden, kann der Besucher den naturtrüben Apfelsaft von „Le Devens” kosten. „Normalerweise produzieren wir 1  200 Liter im Jahr”, erklärt Mayor. „Den Grossteil verwenden wir selbst, der Rest wird im Laden verkauft. Aufgrund der besonderen Sorten und Verarbeitung – der Saft wird nicht gefiltert und enthält weniger Zucker als gewohnt – hat er einen ganz eigenen Geschmack.” Dies tut der Qualität des Apfelsafts keinen Abbruch. Im Gegenteil – er wurde bereits in renommierten Wettbewerben prämiert.

Lohnender Einkauf: Frisches Gemüse aus der Produktion des Buchseeguts.

Sébastien Goetschmann Weitere Informationen: ledevens.ch dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · Januar 2014

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Dossier: Speisepläne

Gesunder Genuss auf der Speisekarte Da mir ein solcher Speiseplan ohnehin am Herzen liegt, hat das Label für mich keinen Mehraufwand zur Folge. Wir werden zweimal im Jahr kontrolliert, doch die Normen für Alters- und Pflegeheime sind weniger streng als diejenigen für Kindertagesstätten.

Mehr als 1 200 Gaststätten in der ganzen Schweiz zeichnen sich mit dem Label aus. Je nach ihrer Klientel – Kinder, Erwachsene oder Betagte – haben ihre Speisepläne unterschiedliche Kriterien zu erfüllen. Ein Gespräch mit Jeanine Petrus, Küchenchefin im Alters- und Pflegeheim der Heilsarmee „Le Phare” in La Tour-de-Peilz.

Welche Kosten verursacht eine ausgewogene Küche? Sie kostet nicht mehr. Wir beachten die verschiedenen Auflagen des Labels und servieren beispielsweise nur kleine Portionen aufs Mal. So verschlägt es denen, die wenig essen, nicht gleich den Appetit. Während der Mahlzeit kommen wir dann für eine zweite Runde an den Tischen vorbei.

Was bedeutet die „Grüne Gabel” für Ihren Alltag? Das Zertifikat bezeugt, dass wir uns um ausgewogene Menüs bemühen, die den Geschmack unserer Pensionäre treffen.

Die „Grüne Gabel” legt Wert auf Hygiene und auf Abfalltrennung. Was halten Sie davon? Die Hygienevorschriften in Alters- und Pflegeheimen sind ohnehin sehr streng, dieser

Grundsatz wird mit dem Label unterstrichen. Wir müssen uns diesbezüglich auf dem höchsten Niveau bewegen. Was das Sortieren der Abfälle angeht, sind wir froh, dass die Speisereste zur Gewinnung von Biogas gesammelt werden. Fragen: Jacques Tschanz Bild: Jacques Tschanz

Mit dem 1993 eingeführten Label „Grüne Gabel” wird die Speisekarte gefördert, die Genuss und Gesundheit in der Gastronomie vereinigt.

Jeanine Petrus, Küchenchefin im „Phare Elim”.

Bilder: Sara Stöcklin

Cannelloni und Ratatouille Die Kinder im Haus Holee in Basel schöpfen sich ihr Essen am liebsten selbst. Gemüse landet trotzdem auf ihrem Teller. „Ich koche nichts Grusiges!”, erklärt Karin Stotz den Kindern, wenn sie die Nase rümpfen. Alles mögen muss keiner. Die Kinder sollen aber lernen, dass Lebensmittel gleichwertig sind – auch wenn nicht alle in gleicher Menge verzehrt werden. Karin Stotz, seit mehreren Jahren Leiterin der Hauswirtschaft im „Holee”, kennt die halbwüchsigen Bewohner und ihre Präferenzen gut. Obwohl die zwei Dutzend bis zu zwölfjährigen Kinder im familiären Rahmen ihrer Wohngruppe essen, werfen sie nach der Schule zuerst einen Blick in die Küche: „Was gibt es heute?” Hoch im Kurs stehen Klassiker wie Pommes frites, Pizza und Spaghetti. Aber auch Gemüse ist beliebt, wenn es wie Ratatouille schön farbig daherkommt oder in CannelloniRollen, cremiger Suppe, Gratins und Linseneintöpfen versteckt ist. Sorten mit Bitterstoffen wie Fenchel oder Chicorée stossen auf weniger Begeisterung. Die Tischregeln werden in den Gruppen vereinbart. Während früher jedes Kind drei Nahrungsmittel aufführen durfte, die es

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nicht essen musste – für jedes zusätzliche musste ein bisheriges von der Liste weichen –, ist heute freies Schöpfen angesagt. Interessanterweise bleibt dabei nicht mehr Gemüse im Topf als vorher. Ein Grund dafür ist die Gruppendynamik, wie Karin Stotz weiss. Für sie sollen Mahlzeiten nicht dazu dienen, Machtkämpfe auszutragen: „Wir wollen keine negative Atmosphäre schaffen, indem wir Zwang ausüben, sondern Vorbilder sein.” Dass dies gelingt, zeigt der Ansturm auf die zwei freien Plätze am Tisch des Hauswirtschaftsteams. Die Kinder freuen sich, wenn sie zur Ausnahme mit der Köchin essen dürfen!

Zeichnung eines Holee-Bewohners.

Wenn das (un)gesunde Essen dennoch zum Problem wird, werden individuelle Lösungen gefunden. So darf sich ein Kind mit starkem Übergewicht beliebig viel Salat schöpfen, aber nur einen Teller voll Nudeln. Und die süssen Verführungen? Sie haben einen Deckel. Jedes Kind hat eine eigene Dessertschachtel, die beliebig gefüllt, nicht aber jederzeit geleert werden darf.

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Sara Stöcklin

Karin Stotz: „Essen soll Freude bereiten.”


Ein gedeckter Tisch Mit einem Stand am Strassenfest von Amriswil sammelten die beiden Lion Clubs Luxburg-Bodensee und Oberthurgau sowie die Junge Wirtschaftskammer Geld für die „Tischlein deck dich”Abgabestelle Amriswil. 3 665 Franken erwirtschafteten die drei Serviceclubs. Sie liessen den ganzen Gewinn dem Projekt „Tischlein deck dich” zugutekommen – eine Spende, auf die das Projekt dringend angewiesen ist. Während die abgegebenen Lebensmittel von den

Bild: Thurgauerzeitung, Rita Kohn

Panorama

beteiligten Grossverteilern zur Verfügung gestellt werden, werden sämtliche Kosten für die Logistik mit Spenden- und Sponsorengeldern bestritten. Die Logistik wird benötigt, um die Lebensmittel an die Abgabestellen zu verteilen. „Tischlein deck dich” profitierte jedoch nicht nur finanziell von der Aktion am Strassenfest. Dass sich Leute aus der Region für das Projekt einsetzten, führte dazu, dass es einmal mehr in die Wahrnehmung der Menschen rückte. Rund 170 Personen in und um Amriswil profitieren jede Woche von den abgegebenen Lebensmitteln. Die Abgabestelle konnte im Mai dieses Jahres das 10-Jahre-Jubiläum feiern. Kapitän Stephan Knecht Korps Amriswil

Unterstützung für „Tischlein deck dich”.

„Tischlein deck dich” gibt Lebensmittel an Bedürftige ab. Anspruch auf das Angebot hat, wer unter oder am Existenzminimum lebt. Weitere Informationen: www.tischlein.ch www.heilsarmee-amriswil.ch

Bild: Schweizer Tafel

4000 Liter Suppe Schweizer und Schweizerinnen haben anlässlich des 10. Suppentags der Schweizer Tafel Ende November grosse Solidarität mit armutsbetroffenen Menschen in der Schweiz bekundet. Die von Schauspielerin Heidi-Maria Glössner und anderen prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur geschöpfte Suppe, insgesamt 4 021 Liter, fand überall grossen Anklang. Die Spendentöpfe der beteiligten 20 Standorte füllten sich unaufhörlich mit Münz und Nötli, was einen erfreulichen Spendenertrag von 109 216 Franken ergab. Das Geld wird für die Logistik und Verteilung der Lebensmittelspenden an Bedürftige verwendet, unter anderem durch Institutionen der Heilsarmee. „Je älter ich werde, desto wichtiger finde ich es, etwas Gescheites mit meinem Namen anzufangen nebst der Musik – deshalb schöpfe ich für die Schweizer Tafel Suppe aus”, lacht die 48-jährige Berner Mundartrock-Sängerin Natacha trotz kalten Füssen. „Das Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich wird immer grösser, auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen – die Schweizer Tafel hilft dabei, dieses Ungleichgewicht zu lindern.”

Schauspielerin Heidi-Maria Glössner ist auch dieses Jahr wieder dabei.

Daniella Rondelli Geschäftsleiterin der Schweizer Tafel dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · Januar 2014

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Panorama

Heilsarmee hilft Wirbelsturmopfern auf den Philippinen

Bild: Salvation Army IHQ

Am 7. November zog Taifun Haiyan über die Philippinen und kostete über 5600 Menschen das Leben – mehr als vier Millionen verloren ihr Zuhause. Die Heilsarmee war vom ersten Tag an präsent.

paket beinhaltet 10 kg Reis, Sardinenbüchsen, trockenes Rindfleisch und Päckchen mit Nudelsuppe. In der Nähe von Manila, wo für die Geflüchteten ein provisorisches Zeltlager errichtet wurde, bieten Mitglieder der Heilsarmee praktische Unterstützung und Seelsorge an. Viele Betroffene stehen unter Schock. Obwohl die Philippinen von durchschnittlich 19 Taifunen pro Jahr betroffen sind, ist die aktuelle Katastrophe von beispiellosem Ausmass. Die Nachwehen des Unglücks werden noch viele Jahre lang zu spüren sein.

Offiziere und Mitglieder der Heilsarmee auf den betroffenen Inseln hatten direkten Zugang zu den Notleidenden und leisteten Hilfe vor Ort. In der Stadt Baybay etwa kümmerte sich im Auftrag der Regierung die Salutistin Dr. Mirriam Cepe um die medizinische Betreuung von Wirbelsturmopfern. Ihr Team arbeitete mit dem lokalen Spital zusammen.

Beitrag der Schweiz Die Heilsarmee Schweiz leistete einen Beitrag, indem sie 20  000 Franken für die dringende Nahrungsmittelverteilung zur Verfügung stellte. Gemeinsam mit den anderen Territorien wird sie sich auch langfristig für das Menschen unter Schock Land einsetzen. Bald endet die Eine Woche nach dem Taifun Dankbar für die Hilfe: Ein Jugendlicher aus Tagpuro-Tacloban. Phase der Soforthilfe, und es hatte die Heilsarmee 54 Tonnen beginnt der langwierige WieNahrungsmittel bereitgestellt, deren Trans- Gebiete dar, da dort die Infrastruktur zerstört deraufbau. Unterstützung bleibt auch dann port vom Sozialwerk organisiert wurde. Vor ist. Auch die fehlende Elektrizität und der erforderlich, wenn die Bilder des Elends aus Ort kümmerten sich Damaris Frick vom Ka- schlechte Mobiltelefonempfang forderten den Medien verschwunden sind. tastrophenteam des IHQ und lokale Offiziere die Helfer heraus. Anaël Jambers um die Verteilung – in Koordination mit der Projektverantwortliche Asien Regierung und anderen Hilfsorganisationen. Nach wie vor verteilt die Heilsarmee an Das grösste Problem für die Soforthilfe stellte Hunderte Familien im Katastrophengebiet der Transport der Waren in die betroffenen sauberes Wasser und Essen. Ein Nahrungs-

Beten rund um die Uhr Schon zum siebten Mal führte das Korps Adelboden Mitte November eine „24-7 Gebetswoche” durch – für Hildi Hari-Wäfler ein Grund zum Danken. Noch vor wenigen Jahren hatte die Initiative einen schweren Stand. Als das Korps im Jahr 2007 die Idee einer „24-7 Gebetswoche” ablehnte, hatte ich Mühe mit dem Entscheid. Die Argumente gegen eine Durchführung schienen mir nicht stichhaltig: „Das ist etwas ganz Neues, das es so noch nie gegeben hat. Zum Beten braucht es keinen speziell hergerichteten Raum. Jesus empfiehlt das Gebet im stillen Kämmerlein. Woher sollten wir die Leute für ein solch aufwändiges Projekt hernehmen?” Dank der Unterstützung der Korpsoffizierin kam die Idee schliesslich doch zur Umsetzung. Mutig trug sie – vorerst provisorisch – ein für das Korps passendes Datum in die Agenda ein. Mittlerweile ist die Gebetswoche zur Tradition geworden. Und der Blick auf den

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Gebetsplan verrät: Alt und Jung fühlen sich angesprochen und machen freudig mit. Nicht nur viele Einzelpersonen, sondern auch Ehepaare und Gruppen zu zwei, drei oder mehr Teilnehmern trugen sich dieses Jahr ein. Ich freue mich über die verschiedenen Hauskreise, den Gitarrenchor, die Blasmusikgruppe, besonders aber über den Seniorenhauskreis im Altersheim und den Hauskreis der Sekundarschüler. Thema der Woche war die Jahreslosung 2014: „Gott nahe zu sein ist mein Glück” (EÜ), oder, wie Luther übersetzt: „Das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte” (Psalm 73,28). Glück und Freude in Gott schliesst auch meinen Nächsten, meinen

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Bruder, meine Schwester mit ein. Erst wenn ich imstande bin, alle um mich herum in seinem Namen zu segnen und ihnen Gutes zu wünschen, sind Glück und Freude vollkommen. In unserer mit Terminen überlasteten Zeit wünsche ich mir gerade auch für die Heilsarmee Zeit zur Stille im Gebet, allein oder gemeinsam. Denn „alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten” (Matthäus 18,19 EÜ). Oberstleutnantin Hildi Hari-Wäfler

„24-7 Gebet” ist eine weltweite Bewegung mit dem Anliegen, dass sich rund um die Uhr Menschen zum Gebet versammeln – Zuhause oder am Arbeitsplatz, aber auch in besonders dafür eingerichteten Gebetsräumen. Weitere Infos: gebet24-7.ch


„Orange leben” Was hat es mit der Farbe Orange auf sich? Das wollten die 55 Teilnehmer der Schulung „Orange leben” herausfinden, die Ende November in Bern stattfand. „Wie wäre es, wenn Sie jedes Mal beim Anblick der Farbe Orange darüber nachdenken würden, welche Veränderungen es braucht, um die nächste Generation zu erreichen?” „Wie wäre es, wenn die Mischung von rot und gelb Sie immer an die Bedeutung der Partnerschaft zwischen Kirche und Familie erinnerte?” „Wie wäre es, wenn Ihnen das nächste Mal, wenn Ihnen etwas Orangefarbenes begegnet, Ihr Korps in den Sinn käme, das Kinder und Jugendliche für Gott begeistert?” Die Aktion „Orange leben” nahm ihren Anfang in der Beobachtung, dass sich viele Jugendliche bis zum Alter von 25 Jahren

von der Gemeinde und nicht selten vom Glauben abwenden. Darüber haben in den vergangenen Jahren viele Verantwortliche aus der Kinder- und Jugendarbeit nachgedacht. Dabei herausgekommen ist ein neuer Leitgedanke: Familien und Gemeinde wollen sich miteinander verbünden, um die nächste Generation zu gewinnen. Dieser neue Ansatz hat im vergangenen Jahr einen Namen bekommen: „Orange leben”. Das Licht der Gemeinde (gelb) verbindet sich mit der Liebe der Familie (rot) – gemeinsam (orange) entfalten sie grössere Wirkung. Hans Forrer leitet die Aktion „Orange leben” in den Chrischonagemeinden Schweiz. An

125 Jahre Heilsarmee Winterthur Am 3. Juli 1888 luden Kapitän Alexis Dessaules und Leutnant Karl Märki zur ersten Versammlung der Heilarmee in Winterthur ein. Trotz anfänglichen Verboten, Bussen und beissendem Spott etablierte sich die Heilsarmee und ist heute in der Stadt verankert. im Juli 2013 mit unterhaltsamer Musik und einfachem Essen beim Musikpavillon mitten in der Stadt und bei einem festlichen Gottesdienst unter dem Motto „Gott sei Dank”. Die Jahreskonzerte im November standen ebenfalls unter dem Zeichen des Jubiläums und boten einen weiteren Anlass zum

Majore Barbara und Thomas Bösch Weitere Informationen: www.denktorange.ch

Das Korps Winterthur zählt rund 130 Mitglieder. Zu den Aktivitäten zählen ein Kids- und Teenie-Treff, biblischer Unterricht, Jungschar, Babysong, Musikkorps, Frauentreff, Chor, 55 Plus, Gebets- und Hauskreise, Impulsseminare und Elternfrühstücke. Weitere Infos: heilsarmee-winterthur.ch Danken und Feiern. An der Topfkollekte im Dezember wurde nicht nur für die Arbeit der Heilsarmee gesammelt, sondern zum Anlass des Jubiläums jeden Mittag in der Innenstadt eine Gratis-Suppe verteilt. Kapitän Daniel Imboden Bild: Daniel Imboden

Mit vier Niederlassungen ist die Heilsarmee in Winterthur präsent: Nebst dem Korps bieten die soziale Beratungsstelle C.A.S.A., das Wohnheim und das vor drei Jahren gegründete Durchgangsheim Hilfe und Obdach für notleidende Menschen. Sein 125-Jahr-Jubiläum feierte das Korps

der Schulung erklärte er die Grundprinzipien der Vision und die Werte, auf denen sie aufbaut. Gemeinsam versuchten wir nun herauszufinden, wie wir als Heilsarmee, jeder an seinem Platz, „Orange leben” umsetzen können. Damit machten wir erste kleine Schritte, denen hoffentlich noch viele folgen werden – Schritte, die Auswirkungen auf unsere Korps, auf unsere Jugendlichen und alle Generationen haben werden.

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Notabene

Termine

Medien „Schweizer Illustrierte” unterwegs mit dem General stellt wurde auch die enge Beziehung zur Schweiz, die sich nicht auf Herkunft und Tätigkeit beschränkt, sondern auch in kulinarischen Vorlieben äussert. Der Journalist konnte dem General entlocken, welche Spezialitäten bei Familie Cox auf den Teller kommen: „Ich liebe Greyerzer Käse, meine Frau Saucisson.” (SSt)

Bilder: Schweizer Illustrierte, Kurt Reichenbach

Die „Schweizer Illustrierte” hat in ihrer ersten Dezemberausgabe nicht nur Glanz und Glamour-Prominenz zu Wort kommen lassen, sondern dem General der Heilsarmee ein Porträt gewidmet. Das People-Magazin begleitete André Cox und Ehefrau Silvia auf einem Spaziergang mit ihren Enkelkindern und würdigte das Paar als engagiert und bescheiden. Herausge-

Kommissäre Franz und Hanny Boschung, Territorialleiter 16.01. Besuch Ruhestandsoffiziere OstDivision 24.01. Offiziersversammlungen Division Romande, St. Légier 03.-05.02. Territoriales Audit mit International Secretary vom IHQ 09.02. Gottesdienst Korps Amriswil 11.02. Direktionssitzung, Le Devens Oberstleutnante Massimo und AnneFlorence Tursi, Chefsekretär und Sekretärin für G+F 22.-23.01. Steering Committee for „One Army Impact Project”, London 26.01. Gottesdienst Korps Tramelan 02.02. Gottesdienst Korps Yverdon 03.-05.02. Territoriales Audit mit International Secretary vom IHQ 11.02. Direktionssitzung, Le Devens

Gratulationen 85 Jahre 5. Februar: Majorin Anna Rieder, Appenzellerstrasse 37, 9424 Rheineck 80 Jahre 16. Januar: Majorin Alice Zuber, Schützenstrasse 18, 3627 Heimberg 75 Jahre 1. Februar: Kapitänin Margrit Kramer, Kreuzackerstrasse 7, 8623 Wetzikon

Internationale Versetzungen Per 1. April 2014 Oberstleutnante Andrew und Yvonne Westrupp werden zu Leitern des Territoriums Papua-Neuguinea ernannt. Sie werden zu Obersten befördert. Oberst Neil Webb, zusammen mit Oberst Christine Webb bisheriger Leiter in PapuaNeuguinea, wird zum Untersekretär für Europa ernannt. Er löst Oberstleutnant Jonathan Roberts ab, der nach dem EYE (European Youth Event) im August eine neue Aufgabe im UKI Territorium übernehmen wird. Mehr Infos im dialog Februar

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Territorialer Kongress 2014

Lesetipp

Es ist so weit: Am 10. und 11. Mai 2014 lädt die Heilsarmee zum Territorialen Kongress in Bulle ein. Der Anlass, der nur alle fünf Jahre stattfindet, ist eine einzigartige Gelegenheit für Mitglieder der HeilsarmeeFamilie, einander und Gott zu begegnen. Jeder Teilnehmer soll erbaut, gesegnet, ermutigt und zugerüstet werden – neu motiviert, die Vision und den Auftrag der Heilsarmee mit Begeisterung zu leben.

Korps und jedes Mitglied ist eingeladen, mitzumachen. Leitfaden und Inspiration ist das Buch „Berufen, Gottes Volk zu sein” von Kommissär Robert Street, das die Aufrufe der Internationalen Kommission für geistliches Leben vermittelt. Das Thema des Kongresses – „Ein Volk, berufen und begeistert” – schliesst daran an. Es richtet den Blick auf eine Armee, die geeinigt auf ihr Ziel zugeht.

Der Kongress 2014 ist Teil einer Kampagne, die bereits am 2. März beginnt. Jedes

Informationen zum Kongress werden stetig aktualisiert auf: kongress.heilsarmee.ch

Stimmen gegen die Korruption Christen rund um die Welt haben im Jahr 2013 mit einer Kampagne gemeinsam ihre Stimme gegen Korruption erhoben. „Die Schweiz, Gott und das Geld” nimmt das Thema auf und geht auf die Besonderheiten in der Schweiz ein: Bankgeheimnis, Steueroptimierung, Korruption im Sport, Rohstoffhandel und Lebensmittelspekulation. Aufgeworfen wird die Frage, welches Verhältnis die Schweiz zum Geld hat: Gehen wir so weit, dafür alles zu opfern, oder setzen wir es als Mittel ein, um Beziehungen, Barmherzigkeit und eine gerechte Welt zu fördern?

Anzeigen Jetzt lieferbar: Die Songwriter's Night in Aarau auf DVD!

120 Jahre Heilsarmee Burgdorf

2012 führte die Heilsarmee Schweiz einen Wettbewerb für Songwriter durch. 11 Autoren setzten sich gegen die Konkurrenz durch. Unterstützt von hochkarätigen Musikern stellten sie im Mai 2013 in einem einzigartigen LiveKonzert in Aarau die 14 Siegersongs einem begeisterten Publikum vor. Erleben Sie das Konzert auf DVD noch einmal!

Das Thema ist aktuell und für die Schweiz von besonderer Bedeutung. Initiativen und Volksentscheide können sich auf Millionen von Menschen auswirken, die keine Möglichkeit haben, sich Gehör zu verschaffen.

Bestellung unter: shop.heilsarmee.ch

Mit einem Musikabend feiert das Korps Burgdorf am 1. Februar 2014 sein 120-jähriges Bestehen. Weitere Jubiläumsaktivitäten folgen im Sommer. Freuen Sie sich mit!

Information vom Gästehaus Das Gästehaus Ringgenberg ist noch bis Ende 2014 geöffnet und freut sich weiterhin über Gäste. Herzlich willkommen!

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Das Buch enthält aufrüttelnde Beiträge von Irène Cherpillod (Ökonomin, Spezialistin im Bereich Good Governance und Salutistin), Samuel Ninck-Lehmann und Markus Meury (Forum Christnet) und weiteren Vertretern von NPOs, die sich im Kampf um mehr Gerechtigkeit in unserer Welt engagieren. Es ist für Fr. 15.– in allen Heilsarmee-Korps der Schweiz sowie im Heilsarmee-Shop in Bern erhältlich (shop.heilsarmee.ch). Lukas Amstutz, Irène Cherpillod et al., „Die Schweiz, Gott & das Geld”, Saint-Prex, Je sème 2013.

dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · Januar 2014

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Ruhe im Sturm Nein, so spektakulär wie Saulus (siehe Apostelgeschichte 9) habe ich meine Bekehrung nicht erlebt. Ich war nie drogensüchtig, und mein Leumund würde wohl kaum jemanden dazu veranlassen, auch nur eine Augenbraue zu heben. Meine Kindheit war behütet, ich wurde geliebt.

Gott konnte nicht nur mit meinen Anklagen umgehen, sondern verschaffte meiner aufgewühlten Seele mitten im Sturm Ruhe und Frieden. Ich durfte ihn damals so persönlich erleben, dass ich mich dazu entschied, zu glauben, dass er es trotz und in allem wirklich gut meint. Nicht nur mit einigen Auserwählten, sondern auch mit mir. Als Folge der Hinwendung zu ihm statt einer Abkehr habe ich Jesus vertrauen gelernt – als verlässlichem Freund, persönlichem Erlöser und guten Hirten. Nicht nur im Sinn von „Gott kommt selten zu früh, aber nie zu spät”, sondern im Wissen um einen, der ganz praktisch zu mir steht. Kpt. David Künzi, Heilsarmee Grischa, Davos

Gebete der Hoffnung

Sehen und gesehen werden

Monatszeitschrift für Salutisten und Freunde der Heilsarmee Verlag und Redaktion Hauptquartier der Heilsarmee für die Schweiz-Österreich-Ungarn Laupenstrasse 5 · Postfach 6575 · CH-3001 Bern Telefon 031 388 05 02 redaktion@heilsarmee.ch Adressänderungen bitte an diese Adresse! Redaktionsteam Sergeant Martin Künzi (mk), Leiter Marketing; Major Jacques Tschanz (JT), Leiter Kommunikation; Sara Stöcklin (SSt); redaktionelle Mitarbeiter: Elsbeth Cachelin-Rufener, Claire-Lise Bitter, Reinhard Lässig. Layout Rolf Messerli Druck Rub Media AG, Wabern/Bern Gründer der Heilsarmee William Booth General André Cox Territorialleiter Kommissär Franz Boschung Abonnement dialog Fr. 46.– (Inland), Fr. 65.– (Ausland) Trialog Fr. 24.– (Inland), Fr. 44.– (Ausland) Klecks Kinderzeitschrift Fr. 24.–

Wünschen Sie sich eine Heilsarmee zurück, die – im wahrsten Sinne des Wortes – mit Pauken und Trompeten den öffentlichen Raum erobert? Wir wollen im nächsten dialog wissen, was die Heilsarmee von heute unübersehbar macht – und warum die Uniform noch längst nicht ausgedient hat.

Pierre-Yves Zwahlen Aus: Prières d’espérance, Ed LLB

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Impressum

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Vater, Du liebst Gärten! Du hast immer gewollt, dass wir darin leben. Du liebst überschwängliche Schönheit, die Fülle der Arten, die Vielfalt der Düfte. Du liebst die scheinbare Anarchie des wilden Lebens, diese Verschwendung von Farben, welche aller Gesetze und Regeln der Kunst spottet. Du liebst es, wenn die Spontanität des Lebens Projekte zurückstellt, festgelegte Pläne, die uns in einer festgeschriebenen Zukunft gefangen halten. Du liebst die wilden Gärten, welche Mauern überwuchern, Zäune umwerfen, Gatter in kunstvolle Gemälde von Farben und Düfte verwandeln. Vater, gestalte mein Leben zu einem prunkvollen Garten, zu einem Ort der Schöpfung, zu einem Raum der Freiheit.

Im nächsten „dialog”

Bild: minnepixel

Ein Garten

AZB

Ich erinnere mich an die Fragen, die diese Erfahrung in mir aufwarf. Wie war so etwas möglich, wenn Er der liebende Vater ist, von dem mir in der Sonntagsschule berichtet wurde? Auf eine kindliche Art kämpfte ich

damals mit Gott. Ich wollte eine Antwort, die mich überzeugen würde, dass er wirklich gut und verlässlich sei, so, wie ihn die Bibel beschrieb.

3001 Bern

Und doch gab es grosse Einschnitte in meinem Leben. Mein Grossvater starb an Tuberkulose, als ich neun Jahre alt war. Zwei Jahre später folgte der Tod meines Vaters an Multipler Sklerose. Beide waren gläubig, beide meinten es ernst mit Gott und beteten um Heilung. Trotzdem hatte Gott einen anderen Weg.

Bild: zVg

Im Dialog bleiben

dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · Januar 2014

Die Redaktion

„Ich bin das Brot des Lebens.” Johannes 6,35

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Dialog 01/2014 - Speisepläne  

Haben Sie auch einen Vorsatz für das neue Jahr gefasst? Gerne beschworen, aber noch öfter fallen gelassenen wird das Ziel, sich in Zukunft a...

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