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d ialog M o n a t s z e i t s c h r i f t f ü r S a l u t i s t e n u n d F re u n d e d e r H e i l s a r m e e

3/ 2013

Einsam – was fehlt? Bild: flickr.com/Enthuan

Menschen begegnen, die sonst keiner trifft Die Osterbotschaft der Generalin Aus dem Leben der Heilsarmee

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Bild: flickr.com/mrlins

Dialog

Besuch der Generalin 22.3.2013: Tagsüber Nationale Offiziersversammlungen Bern 17–18.30 Uhr: Treffen mit Vertretern aller christlichen Denominationen 19–21 Uhr: Öffentlicher Gottesdienst im Münster in Bern 21.30 Uhr: Vortrag an der Museumsnacht, Heilsarmee Museum Bern 23.3.2013: Regionaler Kongress, Halle des Fêtes in Payerne, öffentlicher Gottesdienst 24.3.2013: Gottesdienst Korps Zürich Zentral

Bild: Salvation Army

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Ein Gott, der uns nachgeht Gott eilt Ihnen nach. Jemand, der, bildlich gesprochen, 99 Schafe stehen lässt und einem einzigen, verlorenen, nachjagt, der macht keine halben Sachen. Er ruht nicht, wenn Sie nicht bei ihm sind. In diesem dialog geht es ebenso um Gemeinschaft wie um Einsamkeit. Und vor allem um Hoffnung: Viele Salutisten besuchen Menschen, die allein sind (Seite 4), sprechen und beten mit ihnen. Dabei kann man aber auch viel falsch machen oder sich übernehmen (Seite 6). Ohne Gottes Weisheit geht es eben nicht. Und die teilt er grosszügig mit uns, wenn wir uns ihm nähern. Oder uns von ihm einholen lassen. In ihrer Osterbotschaft (Seite 4) spricht die Generalin über die Emmausjünger, die traurig ihres Weges ziehen. Doch Jesus naht sich ihnen und gesellt sich zu ihnen. Zeit schenken ist wertvoll. Sie ist für viele von uns kostbarer als Geld. Wer also ein Stück Weg gemeinsam mit einem einsamen Menschen geht, der beschenkt ihn. So wie Jesus, der den Emmausjüngern seine Zeit schenkte und ihnen eine frohe Botschaft brachte: Der Retter ist nah! Vielleicht fühlen Sie sich in manchen Situationen allein. Verlassen. Oder vergessen. Sehen Sie sich um: Gott jagt Ihnen nach. Florina German

Leitbild der Heilsarmee Die Heilsarmee ist eine internationale Bewegung und Teil der weltweiten christlichen Kirche. Ihre Botschaft gründet auf der Bibel. Ihr Dienst ist motiviert von der Liebe Gottes. Ihr Auftrag ist es, das Evangelium von Jesus Christus zu predigen und menschliche Not ohne Ansehen der Person zu lindern.

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dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · März 2013


HA-Info

Drei in einem Heilsarmee-Shop, Museum und Empfang arbeiten in Zukunft intensiver zusammen. Neulich im Heilsarmee-Shop: Eine Frau möchte gerne Tee kaufen. Sie sagt, in der Stadt habe Sie einen Teebeutel in die Hände gedrückt bekommen. Auf ihre Frage, wo sie mehr kaufen könnte, hatte der Topfwächter sie an die Berner Laupenstrasse geschickt. Deshalb sei sie nun hier. Der Heilsarmee begegnen Es ist immer wieder beeindruckend, wie vielseitig Menschen Zugang zur Heilsarmee suchen. Mit weit über hundert Standorten in der Schweiz ist die Heilsarmee gut verzweigt. Jeder dieser Standorte – sei Wichtige Termine Umbau: April bis Ende August 2013 Museum geschlossen: Ende April bis Ende August. Der Shop ist per Mail (shop@heilsarmee.ch), Telefon (031 388 05 05) und online (shop.heilsarmee.ch, museum.heilsarmee.ch) erreichbar. Rampenverkauf: 2.3.2013, 13–17 Uhr Museumsnacht: 22.3.2013, 18–2 Uhr

es ein Korps, eine Institution, eine Brocki, ein Durchgangszentrum für Asylsuchende – ermöglicht eine Begegnung mit der Heilsarmee. Willkommen bei uns Mit einem erweiterten Shopsortiment sollen Besucher des Museums Andenken angeboten und Laufkundschaft erreicht werden. Ein attraktives Sortiment an Heilsarmeeartikeln wird online und vor Ort Mitglieder begeistern. Die Generalin im Museum Mit der Teilnahme an der Berner Museumsnacht im März hat das Museum einen wichtigen Anlass geschaffen, Geschichte und Gegenwart der Heilsarmee zugänglich zu machen. Der Besuch der Generalin am Wochenende der Museumsnacht verbindet Vergangenheit und Gegenwart der Heilsarmee: Generalin Linda Bond wird am 22. März um 21.30 Uhr im Museum einen Vortrag für die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung „Eine Generalin – wozu?” halten. Doch auch wenn nicht gerade die Leiterin der internationalen Heilsarmee vorbeischaut: Von Studierenden und Interessierten werden das Archiv und das Museum immer wieder gerne aufgesucht. Alles beginnt am Eingang Am Empfang des Hauptquartiers gehen zahlreiche Menschen ein und aus. Einige von ihnen warten dort, um abgeholt zu werden. Andere möchten mehr über die Heilsarmee wissen. Für die Mitarbei-

terinnen und Mitarbeiter ist der Ein- und Ausgang am Hauptquartier Routine. Künftig soll der Empfangsbereich aber besser genutzt werden. Wir planen, Angebote aus dem Shop auszustellen und auch Heilsarmeegeschichte zu zeigen. So arbeiten Shop, Museum und Empfang enger zusammen. Künftig wird es im Hinterhof zum Beispiel nur einen Kundeneingang für Shop und Museum geben. Und dank der Renovierung im Untergeschoss des Hauptquartiers werden sich Kunden sogar ungeniert im Lager umsehen dürfen. Martin Künzi Abteilungsleiter Marketing martin_kuenzi@heilsarmee.ch

Der Shop wird an folgenden Anlässen mit einem Verkaufsstand präsent sein: Kongress in Payerne Samstag, 23. März Divisionstag Mitte in Burgdorf Donnerstag, 9. Mai 2013 Aussendungs- und Willkommsfeier der Kadetten und Kandidaten auf der Chrischona Samstag, 8. Juni 2013 Energietag der Division Ost Samstag, 26. Oktober 2013

Offen gesagt

Bilder: Werner Tschan

Einsamkeit: Last oder Rast? Kennen Sie das? In der belebten Innenstadt, umgeben von hastenden Menschen, überfällt mich plötzlich das Gefühl der Einsamkeit. Oder in einem Raum, der bis auf den letzten Platz besetzt ist. Auch der Verlust einer geliebten Person oder das Gefühl, nicht verstanden zu werden, kann uns in die Einsamkeit führen. Wie schwerer Druck lastet sie auf uns. Selbst jüngere Menschen vereinsamen oft. Trotz vieler Kommunikation. Während der Wintermonate ziehen wir uns oft in die eigenen vier Wände zurück.

Doch der Frühling naht: Ich sehe wieder Menschen in den Gärten, die ich lange nicht gesehen habe. Wie haben sie die letzten Monate verbracht? Waren sie etwa einsam? Ich erinnere mich an eine Frau, die sich aus dem Leben in die Einsamkeit zurückzog. Gedanken wie „Was hat mein Leben für einen Sinn? Interessiert sich jemand für mich?” machten ihr zu schaffen. Einsamkeit ist belastend. Wir sind dafür nicht geschaffen. Das steht ganz am Anfang in der Bibel: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein lebt” (1. Mose 2,18).

unsere Einsamkeit zu kommen, dürfen wir wissen, dass er uns versteht. „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?” schrie er am Kreuz. Jesus hat am eigenen Leib erlebt, was es bedeutet, verlassen zu sein. Er hat uns den Weg aus der Dunkelheit ins Leben geöffnet, die Einsamkeit durch Auferstehung überwunden. Der Frühling erinnert uns an die Kraft des neuen Lebens. Wir dürfen mit unserer Einsamkeit zu Jesus kommen und mit ihm Gemeinschaft erleben.

Gott in der Stille Andererseits gibt es auch eine Einsamkeit, die wir bewusst suchen, um Ruhe zu finden. Wenn wir Jesus Christus bitten, in

Kommissäre Franz und Hanny Boschung Territorialleiter franz_boschung@heilsarmee.ch hanny_boschung@heilsarmee.ch dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · März 2013

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Osterbotschaft der Generalin

Ihr Leben wird nie mehr das gleiche sein

Die Erzählung handelt von zwei Jüngern Jesu, welche mit zerschlagener Hoffnung heimkehrten. Das Grauen der Kreuzigung hätte genügt, um irgendeinen zu erschüttern. Aber wenn sie an jemandem vollstreckt wird, den Sie lieben und der nicht nur unschuldig, sondern in Ihren Augen vollkommen war – wie soll man denn das verstehen? Die Trauer der beiden Jünger wurde dadurch vertieft, dass sie Jesus für ihren Messias, die Hoffnung für ihre Welt, hielten. Das Licht, auf das sie so lange gewartet hatten, war ausgelöscht. Es gab nur noch Finsternis und Verzweiflung. Sie waren von dieser schrecklichen und unerwarteten Wende überwältigt, erdrückt; ihre Sicht war verdunkelt.

abstrus oder unbedeutend ab. Halten Sie sie wenigstens für einen Augenblick für wahr. Keine Fiktionen, sondern Fakten. Grund zu neuer Hoffnung Hier, in Lukas’ Geschichte, nimmt sich der Herr, der Retter der Welt, der auferstandene Jesus Zeit, mit zwei zerbrochenen Menschen einen einsamen Weg zu gehen: Er will ihnen ihre Augen öffnen und ihnen Grund zu neuer Hoffnung geben. Dieser gleiche lebendige Jesus überspannt die Zeit. Er geht heute mit Ihnen den Weg, hofft, dass Sie Ihre Augen öffnen, um ihn zu sehen, Ihre Ohren, um ihn zu hören und Ihr Herz, um ihn aufzunehmen. Ihre Situation? Der Liedervers „Allein auf dem Weg” bedrückt von der Last beschreibt vielleicht Ihre heutige Verfassung. „Allein” ist nicht zahlenmässig gemeint. Wie ich kennen Sie Zeiten, in denen wir von Menschen umgeben waren und uns allein fühlten. Wir empfanden eine Einsamkeit, welche alle Menschen dieser Welt nicht hätten füllen können. Das Gewicht auf unseren Schultern, die Lasten, die wir trugen, schienen uns vom Lachen und der leichtherzigen Gemeinschaft zu trennen, die die anderen erfuhren. Vielleicht trugen Krankheit, finan-

zielle Sorgen, Familienangelegenheiten, Abhängigkeiten, Versagen oder uns auferlegte Grenzen zu unerfüllten Träumen bei. Möglicherweise fühlten wir uns vom Leben und von den Menschen getäuscht. Liebe Leserin, lieber Leser, Ostern handelt vom Leben, Leben mit seinen Tragödien und Triumphen. Nie muss Verzweiflung die Wahl sein. Sie müssen nicht Theologe sein, um Jesus zu verstehen. Lassen Sie die Geschichte Jesu Ihre Geschichte sein. Jesus selbst ist mit Ihnen. Er naht sich Ihnen, wie das Lied es sagt. Er hält sich nicht auf Distanz, um Sie wegen Ihrer Depression oder begrenzten Erwartungen zu beschämen. Überhaupt nicht! Er starb für Sie und glaubt an Sie. Er wünscht, dass Sie an ihn glauben, ihn als ständigen Begleiter, als Ihren Erlöser, sehen. Bauen Sie dafür nicht auf mein Wort. Bauen Sie auf seines – und Ihr Leben wird nie mehr das gleiche sein.

Fakten statt Fiktion Vielleicht macht für viele, die diesen Artikel Linda Bond, Generalin lesen, diese christliche Geschichte keinen Sinn: Gott liebt uns so sehr, dass er seinen Die vollständige Osterbotschaft der GeneSohn auf die Erde schickt. Jesus kommt in ralin finden Sie auf heilsarmee.ch/blog Menschengestalt, als „Kind in der Krippe”, lebt ein beispielhaftes Leben, heilt, predigt, Redaktion wirkt Wunder. Dann stirbt er den Tod eines Verbrechers, lädt unsere Sünde auf sich und bricht durch sein Opfer deren Macht. Durch ihn ist die Beziehung zu Gott wieder hergestellt, und durch ihn können wir Vergebung, Freiheit und Leben in Fülle erfahren. Und die wahrscheinlich grösste Herausforderung ist der Glaube, dass er wieder zum Leben auferstand und leiblich seinen Nachfolgern erschien. Kein Geist, keine Erscheinung, sondern ein wahrhaft lebendiger Jesus! Tun Sie diese Tatsachen bitte nicht einfach als Der Weg durchs Leben ist nicht immer leicht. Doch Sie sind nicht alleine. Gott ist bei Ihnen.

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dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · März 2013

Bild: flickr.com/Gilderic Photography

Bild: Salvation Army

Die Zeile eines Osterliedes geht mir ständig durch den Kopf: „Allein auf dem Weg, bedrückt von der Last: doch Jesus kam zu mir, ging mit mir den Weg” (frei aus dem Englischen übersetzt). Die Worte halten ein Ereignis aus Lukas 24 fest. Sie sprechen heute noch kraftvoll zu uns.


Dossier: Einsam – was fehlt?

Die Heilsarmee klopft an

Bilder: Florina German

„Es ist mein Privileg, Zeit für Besuche zu haben”, sagt Majorin Elsbeth Oberli über ihren Dienst. Sechs bis acht Personen sieht sie jede Woche.

Majorin Elsbeth Oberli hatte bei ihrer Bestallung um Zeit für Besuche gebeten. Sie geht gern in Spitäler, Altersheime und zu Alleinstehenden. Sie besucht auch Spender, die dies wünschen. „Wenn mich jemand bittet, zu einer Person zu gehen, bin ich immer neugierig. Dann planen wir einen Erstbesuch.” Ob es ihr nicht zu viel wird? „Nein. Ich sage möglichst vorher, wie viel Zeit ich mir nehmen kann.” Sie bereitet sich wenig auf die Besuche vor, damit sie auf das eingehen kann, was die Person bewegt. Die Erfahrung und das Anvertrauen an Gott helfen ihr, sich nicht schlecht zu fühlen, wenn sie bald wieder aufbricht. „Ich habe einen schönen Brief erhalten”, sagt Ruth Eggert noch. Die Kirchgemeinde bietet ihr darin Begleitung an. „Das ist wunderbar”, freut sich die Majorin und auch darüber, dass die Dame alleine einen Spaziergang gewagt hat. „Ich bin gerne bei Ihnen”, sagt sie zum Abschied. Und verspricht, wiederzukommen. Das ist wichtig, sagt sie. Obwohl ihre Besuchsagenda um die fünfzig Namen aufweist.

heim”, dem Essenslieferdienst der Heilsarmee Basel. Doch Zeit für Gespräche ist da kaum. Als Majorin Elsbeth Oberli für Besuche gefragt wurde, sagte sie sofort zu.

* Name von der Redaktion geändert

An den Wänden hängen Fotos der Eggerts. Längst sind die Söhne ausgezogen. Ihren Mann hat Ruth Eggert verloren. Mit den Menschen gingen die Geschichten. Ruth Eggert ist oft allein. Sie kann kaum noch mit Bekannten telefonieren, wegen des schlechten Gehörs. Die Spitex kommt zu ihr und die Lieferanten von „Essen Da-

Oft die einzige Gebetspartnerin „Ich habe so viel Zeit und bete doch so wenig”, sagt Ruth Eggert heute traurig. Die Majorin beruhigt sie: „Gott ist trotzdem stets bei Ihnen.” Sie hat einen Liedtext ausgedruckt. Darin geht es um den himmlischen Vater, der auch im Alter bei den Menschen ist. Sie liest ihn vor. Dann danken und beten die Frauen zusammen: für Schutz, Vertrauen und Freude.

Liedtexte als Mitbringsel: Sie helfen einsamen Personen, Gott im Alltag zu spüren.

Ich bringe für „Essen Daheim” Mahlzeiten zu betagten und rekonvaleszenten Menschen. Es ist gut möglich, dass ich an diesem Tag die einzige Person bin, die bei ihnen vorbeikommt. Von vielen wird es geschätzt, wenn man kurz zuhört, Anteil nimmt oder tröstet. Viel Zeit bleibt nicht, aber die Freude, die sie haben, kehrt auch in mein Herz zurück.

Inhaftierte fühlen sich einsam und von Menschen (und – wer weiss – von Gott?) verlassen. Vergessen gegangene Personen. Durch Gefängnisbesuche zeige ich, dass ich da bin. Zugewandt, zuverlässig, vertrauenswürdig. Darum geht es „drinnen”. Die Menschen „draussen” bitte ich: Vergesst die Gefangenen nicht, zeigt eure Solidarität.

Ich besuche einsame oder kranke Menschen im Altersheim oder im Krankenhaus. Ich gehe gerne zu alten Menschen, denn der Herr sagt, wir sollen Witwen und Waisen besuchen (Jakobus 1,27). Es macht mir viel Freude, und oft komme ich selbst ermutigt von einem Besuch zurück: es bringt so viel Fröhlichkeit, wenn man Gesichter zum Leuchten bringt.

Majorin Hedy Brenner Gefängnisdienst

Jocelyne Jaccard Korps Yverdon

Ursula Erzberger Freiwillige, „Essen Daheim”

Bild: Florina German

Bild: zVg

„Kommen Sie herein, es ist kalt!”, begrüsst Ruth Eggert* die Majorin. Sie setzen sich ins Wohnzimmer. Ganz nah zusammen. Majorin Elsbeth Oberli lässt die 94-Jährige mit dem Blick nicht los. Sie lächelt viel und erkundigt sich nach dem Befinden.

Florina German

dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · März 2013

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Bild: zVg

Majorin Elsbeth Oberli (l.) hört einsamen Menschen zu, fragt nach und betet gern mit ihnen.


Dossier: Einsam – was fehlt?

Ich bin nicht Superman Unsere Besuche haben ein Ziel: einsamen Menschen helfen, die Gegenwart Jesu Christi zu erleben. Nachstehend einige Fehler, die wir vermeiden sollten. Halten wir uns selbst nicht für Erlöser. Es ist völlig kontra-produktiv, mit fertigen Antworten und gutgemeinten Ratschlägen aufzukreuzen wie: „Sie sollten rausgehen, um Menschen zu begegnen” oder „Gehen Sie doch in einen Sportverein, Sie können dort nette Kontakte pflegen.”

Geben wir auch Acht, Mangel nicht selbst ausfüllen zu wollen. Wenn am Ende eines Besuches die Person ungeduldig fragt: „Wann kommen Sie wieder?”, war der Besuch um-

Und schliesslich gilt: Wer eine einsame Person besucht, muss zuhören können. Wer mit den eigenen Problemen daherkommt, ist versucht, sich der eigenen Bedürfnisse annehmen zu wollen, anstatt uneingeschränkt auf die besuchte Person einzugehen. Gewiss, wir sind nicht vollkommen. Wir haben alle unsere Probleme und Erwartungen. Aber um die Qualität unseres Zuhörens während eines Besuches nicht zu beeinträchtigen, müssen wir diese beiseitelegen. Die Mehrzahl der einsamen Menschen erwartet nicht, dass man sie rettet, sondern dass man ihnen einfach nur zuhört.

Major Timothée Houmard Sozialzentrum Le Locle Bild: flickr.com/emmanslayer

Wir sollen nicht glauben, alle Probleme unseres Gegenübers lösen zu müssen, denn wir kennen dessen Situation nicht. Alle Lasten von Hilfesuchenden auf uns selbst zu laden, hilft ihnen nicht, vorwärtszugehen und sich selbst wieder aufzurichten.

sonst. Wenn der Besucher selbst die Leere ausfüllt, hält er den Platz besetzt. Gott, der einzige, der unseren Mangel wirklich auszufüllen vermag, kann ihn nicht mehr einnehmen.

Bild: Florina German

Die bequeme Lösung für alle, deren Agenda überquillt: einladen statt besuchen! Nicht jeder einsame Mensch möchte, dass man nur vorbeikommt. Manchen tun wir einen grossen Gefallen, wenn wir sie mitnehmen: Sie an unseren Familientisch setzen, sie mit auf den Korpsausflug nehmen oder sie ins Lager einladen. Auch das vielfältige Korpsangebot macht es möglich! Zeit ist, gerade für Berufstätige, ein wertvolles Gut. Umso grösser ist das Geschenk, unsere Zeit zu teilen – das Mass jedoch bestimmen Sie. Redaktion

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dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · März 2013

Kinderleicht: Ins Camp oder zum Spielnachmittag einladen (Symbolbild).

Wer Menschen viel Zeit schenkt, darf seine Kräfte nicht überschätzen. Risiken im Besuchsdienst. Es brauchte einige Jahre, bis sie sich die Freiheit nahm, nicht jedes Problem hier und jetzt im Gespräch lösen zu wollen: Majorin Brigitta Heiniger war stets gerne bereit, mit Menschen zu reden und sie zu besuchen. Für viele einsame Menschen war sie „einfach da”. Eines Tages spürte sie, dass es nicht für alle reichte, wenn sie endlose Besuche machte. Nach und nach verstand sie, dass man Besuche auch zeitlich einschränken darf. Es gelang nicht immer. Doch die Erkenntnis half schon viel. Die Symptome Majorin Brigitta Heiniger merkt heute, wenn ein Besuch ihr zu viel wird: Im Gespräch findet sie dann manchmal keine Antworten mehr. „Ich ertappe mich dabei, dass ich Ratschläge gebe, anstatt der Person die Freiheit zu lassen, selbst eine Lösung zu finden.” Gefahr bestehe auch, sich aufgrund anvertrauter Probleme zu viele Fragen zu stellen. Zum Beispiel: „Könnte mir das auch passieren?” Wer sich nicht abgrenzt, riskiert, sogar mehr für andere Menschen als für die eigenen Kinder da zu sein. Das bessere sich, sagt Majorin Brigitta Heiniger. Trotzdem: Je nach Charakter fällt es einigen Menschen sehr schwer, ohne schlechtes Gewissen nein zu sagen. Dabei gibt es Alternativen.

Eine entspannende Botschaft: Besucher müssen keine Erlöser sein.

Komm einfach mit!

Heute komme ich nicht!

Begrenzen oder verschieben Wer Angst hat, abrupt einen Besuch zu unterbrechen, kann zum Beispiel im Vorfeld sagen: „Ich komme gerne, für eine Stunde!” Oder ein nächstes Gespräch für einen Zeitpunkt planen, an dem weniger los ist, um die nötige Kraft zu schöpfen. Manchmal ist ein Gespräch bei einem Spaziergang oder ein Treffen im Offiziersbüro hilfreich. So muss man sich beim Aufbruch nicht fühlen, als ob man jemanden verlasse. Wer seine Grenzen steckt, handelt nicht egoistisch. Vielmehr zeigt er damit, dass er Ressourcen wie Zeit und Kraft mit Weisheit einteilt – um vielen Menschen ein Segen zu sein. Redaktion


Panorama

Jubiläum: 50. Zmorge im Korps Bern Der Anlass fand am 26. Januar im Korps Bern statt. Bei der Gelegenheit haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Anfänge der Heilsarmee näher kennengelernt.

Das Organisationsteam hatte für die passende Dekoration zum Thema „Suppe, Seife, Seelenheil” gesorgt: Die Suppe hatten sie mit Suppenkellen, geschmückt mit Blumenarrangements, symbolisiert. Schön eingepackte Seife sowie lange, weisse Kerzen als Zeichen für das Seelenheil, schmückten die Tische. Die „Brassix”, eine Formation von sechs Musikanten, mehrheitlich mit Heilsarmeewurzeln, umrahmten die Veranstaltung mit klassischen und Heilsarmee-Musikstücken. Wie alles begann Die Korpsoffiziere von Bern, Irene und Markus Walzer, gestalteten das Programm mit Zitaten des Heilsarmee-Gründers William Booth. Da-

mit gaben sie den Frauen einen historischen Einblick in die Anfänge der Heilsarmee. William Booth ermahnte seine Mitglieder zum Beispiel: „Welche Talente Sie auch haben, das Wichtigste ist, dass Sie ein empfindsames Herz haben, ein Herz für Menschen in ihren Freuden und Leiden.” In allen Unternehmungen des Gründers

In allen Dingen war es William Booth ein Anliegen, dass den Menschen ganzheitlich geholfen wird, das heisst an Körper, Seele und Geist. Denn praktisch erlebte Liebe führt oft dazu, dass Menschen Gott begegnen. Das gilt noch heute. Elisabeth Frei Bild: Fränzi Liechti

Das „Zmorge für alle” im Januar war gleichzeitig das 50. Frauenzmorge: ein Grund zum Feiern! Das merkten die zahlreich erschienenen Gäste schon an der Überraschung, dass es ihnen geschenkt wurde.

waren ihm die Menschen und ihr Seelenheil wichtig. Er gründete beispielsweise eine Zündholzfabrik, in der die Menschen vor den Gesundheitsschäden durch giftigen Phosphor besser geschützt waren. Und er kämpfte, zusammen mit anderen, für die Heraufsetzung des Schutzalters von Mädchen von damals 13 Jahre auf 16 Jahre.

Ein Zmorge bei Kerzenschein: So haben die Gäste das Jubiläum gefeiert.

Bild: Salvation Army

Erste Schritte zum Kongress 2015 Der Beirat zur Kongressplanung und -beratung (englisch: CPAC), der die fünf internationalen Zonen der Heilsarmee repräsentiert, hat sich kürzlich im internationalen Hauptquartier getroffen. Während zweier Tage hat das Gremium Ideen und Strategien für den Internationalen Kongress 2015 ausgetauscht, der vom 1. bis 5. Juli 2015 in der O2-Arena in London stattfindet. Der Beirat hat Themen wie Anreise, Unterkunft, Programm und Zielgruppen besprochen sowie weitere Fragen zu den Bausteinen des 150. Geburtstags der Heilsarmee.

Vorne v.l.n.r.: Kommissär Jim Knaggs, Kommissärin Deise Eliasen, Kommissär Bill Cochrane, Oberstleutnant Eddie Hobgood. Hinten v.l.n.r.: Major Drew McCombe, Oberstleutnant Keith Conrad, Oberstleutnantin Kathy Hobgood, Kapitän Mark Hall, Nick Simmons-Smith, Oberstleutnant Alan Read, Oberstleutnant Ralph Bukiewicz (Nicht im Bild: Kommissärin Aylene Finger, Oberst Benjamin Mnyampi, Oberst David Hinton und Oberstleutnant Edwin Masih)

Die Empfehlungen des Gremiums werden nun der Generalin zur Entscheidung vorgelegt und vom Kongressbüro aufgenommen. Den Vorsitz des Rats hatte der ausführende Kommissär Bill Cochrane, Congress Executive Officer und Internationaler Sekretär des Stabschefs. Internationales Hauptquartier dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · März 2013

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Panorama

Erneuerung für Leib, Seele und Geist

Bild: zVg

Melden Sie sich jetzt für die Fasten- und Gebetswochen der Heilsarmee an. 2013 haben Sie drei Mal die Gelegenheit dazu.

und mehr da hinein zurück und katapultierte mich dadurch aus dem realen Leben heraus. Nach einem Vortrag zum Thema: ‚Die Kraft des Blutes Jesu’ war mir bewusst, dass ich nun diesen Schritt zurück in mein ‚reales Leben’ tun musste. Ich bekannte vor Gott und vor einem Zeugen meine Schuld und durfte echte Vergebung empfangen. Es stimmt, das Blut Christi reinigt uns von allen Unreinheiten. Ich fühlte mich danach um Kilos erleichtert und spürte, dass ich wieder ganz nahe zu Gott gekommen war. Nach der schönen Woche hatte ich etwas Angst, wieder nach Hause zu kommen, in meine leere Wohnung. Doch ich kann sagen: Gott hat mich wirklich geheilt.” Redaktion

In diesem Jahr finden drei Fasten- und Gebetswochen statt. Hunger nach Gott: Die Teilnehmer einer Fasten- und Gebetswoche in Rickenbach.

Das Ferienzentrum der Heilsarmee Waldegg, in Rickenbach, ist ein geeigneter Ort dafür. Es ist Platz für 30 bis 40 Personen, die fröhliche Gemeinschaft und tiefgreifende Bibelstunden erleben, viel singen und beten. Das Ganze mit schöner Aussicht, herrlichen Spaziergängen, Ruhe und Erholung. Die fröhliche Atmosphäre soll den Teilnehmern helfen, die Umstellung ins Fasten mühelos zu schaffen. Ein Erfahrungsbericht Wichtig sind auch die persönlichen Erfahrungen während einer Fastenwoche.

Anni Vetsch, eine Teilnehmerin aus Grabs, schrieb uns letztes Jahr: „Wieder durfte ich an der diesjährigen Fasten- und Gebetswoche teilnehmen. Ich spürte, dass mein Glaube ziemlich abgestumpft war, und ich fühlte mich zum Teil weit weg von meinem Gott. Während der Fastenwoche spürte ich immer mehr, dass ich einen entscheidenden Schritt tun müsste. Es konkretisierte sich mehr und mehr, dass ich durch eine gewisse Verletzung in meinem Leben Ablenkung und Vergessen suchte. Besonders durch romantische Filme, die mich in eine ‚Traumwelt’ versetzten. Ich zog mich mehr

20.4. bis 26.4.2013 (Samstag bis Freitag) 27.4. bis 4.5.2013 (Samstag bis Samstag) 1.12. bis 7.12.2013 (Sonntag bis Samstag) Melden Sie sich bald an! Die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Anmeldungsunterlagen erhalten Sie in Ihrem Heilsarmeekorps oder per Mail: august_martin@heilsarmee.ch Redaktion

Der Obstgarten bietet Menschen in schwierigen Lebenssituationen Betreuung, Arbeit und Beschäftigung. Neueröffnung:

Das neue Arbeits- und Ladenlokal von Werkatelier und Gärtnerei. 5. April 2013 15–20 Uhr Bibersteinerstrasse 4 5022 Rombach

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dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · März 2013


Panorama

Fitness für die Ehe „Für alles gibt es Kurse. Nur Ehe führen, das sollen die Menschen einfach können?” fragt sich Majorin Barbara Bösch, Territoriale Koordinatorin von FamilyWork. Sie will Ehen stärken. Seit letztem Jahr beteiligen sich einige Korps an der MarriageWeek. Die Woche für Ehepaare findet weltweit jährlich vor dem Valentinstag statt. Dieses Jahr haben zum Beispiel das Korps Thun und das Korps Aarau mitgemacht. Major Lukas Wittwer, Korpsoffizier in Aarau, hat den Anlass in seinem Korps sogar auf der Homepage der Marriage Week erfasst. So meldete sich auch ein Paar an, das nicht im Korps ist. Die Heilsarmee-Eheangebote gibt es aber das ganze Jahr über. Sie sind vielfältig und reichen vom Ehebrunch mit Vortrag über Filmabende mit Dinner bis hin zu Workshops, in denen Paare gemeinsam arbeiten – in Burgdorf zum Beispiel Tennis spielen. Nicht gegen-, sondern miteinander.

Das Ziel: Glückliche Ehepaare

Die Themen bestimmen Sie „Die Heilsarmee veranstaltet keine Therapieabende”, beruhigt MajorinBarbara Bösch. Jeder Teilnehmer tauscht sich nur mit seinem Partner aus. Probleme werden nicht in der Gruppe gewälzt. Und wenn zum Beispiel die Paare eine Stunde spazieren gehen sollen, nehmen sie Fragen mit, über die sie diskutieren können. Welche sie davon aber für sich besprechen, bleibt ihnen überlassen. Alle Angebote richten sich an Verheiratete ab dem ersten Ehejahr. Majorin Barbara Bösch: „Viele junge Menschen nehmen die Hilfe gerne in Anspruch, aber wir ermutigen auch länger Verheiratete, zu kommen. An der Kommunikation untereinander kann man immer arbeiten.” Interessierte Korps können sich bei Gesellschaft und Familie über die Vorträge und Eheprogramme informieren. Das Material für Ehekurse ist auf Deutsch und Französisch ausgearbeitet. familywork.heilsarmee.ch marriageweek.ch Redaktion

Jean-Ulrich und Ursula Bühler Korps Tramelan

Veranstaltungstipp Das Forum Ehe+Familie, in dem auch die Heilsarmee aktiv ist, lädt Sie am 7. September 2013 nach Bern zur Konferenz „Ehen stärken” ein. Den Anlass organisiert das Forum gemeinsam mit „MarriageWeek Schweiz”. Hauptredner ist Richard Kane, der britische Initiant der weltweiten MarriageWeek-Bewegung. Mehr Informationen: forumehefamilie.ch Redaktion Bild: flickr.com/rebecca_anne

Priscilla (22) und David Buchmüller (27) haben letztes Jahr geheiratet. Sie haben im Februar in Aarau am Filmabend für Ehepaare teilgenommen und die Gemeinschaft mit den anderen Ehepaaren genossen. Ihr Fazit: „Es war ein gemütlicher Abend, der zum Geniessen und „einfach Sein” einlud. Der Film „Zurück ins Glück” sprach auf eine humorvolle Art typische Ehekonflikte an. Wir mussten lachen, wenn uns eine Szene bekannt vorkam. Uns ist wichtig, dass wir über alles gemeinsam reden können.”

Seit 2012 organisieren wir einmal im Jahr ein Seminar für Ehepaare. Wir glauben, dass es wichtig für Ehepaare ist, Zeit für sich zu reservieren. Ein Wochenende lang arbeiten wir in Workshops. Wer Workshop sagt, meint Rüstzeug. Was wir anbieten, ist ein interaktiver Kurs, der den Ehepaaren erlaubt, Bilanz ihrer Beziehung zu ziehen und sich neues Kommunikationswerkzeug anzueignen. Sie lernen, mit Konflikten umzugehen, einen Plan für zukünftiges Wachstum zu erstellen und, mit Gottes Hilfe, neue Dynamik zu gewinnen. Denn Gott wünscht sich glückliche Ehepaare und nicht nur Partner, die sich gegenseitig tolerieren.

Das Team von „Gesellschaft und Familie” der Heilsarmee hat zum Ziel, Ehen zu stärken, damit es weniger zu Streit kommt. (Symbolbild) dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · März 2013

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Notabene

Heimgang

Major Samuel Widmer-Brechbühl Bild: zVg

Am 21. September 1927 kam Samuel Widmer als vierter Sohn seiner Eltern in Gränichen auf die Welt. Nach der Schule absolvierte er das Lehrerseminar Wettingen. Früh schon kam er durch Sonntagschule, Konfirmandenunterricht und Pfadfinderbewegung mit der Evangelischen Gemeinschaft und der Heilsarmee in Berührung. So fand er eine lebendige Beziehung zu Gott. Mit 19 Jahren wurde ihm klar, dass sein Weg in den vollzeitlichen Dienst der Heilsarmee führte. 1950 wurde er zum Heilsarmeeoffizier bestallt. 1952 heiratete er Margareta Brechbühl. Vier Kinder wurden ihnen anvertraut. Sie haben ihnen viel Freude gemacht – wie auch die neun Grosskinder. Samuel Widmer war in verschiedenen Korps tätig, in der Divisionsarbeit sowie einige Jahre am Nationalen Hauptquartier. Er hat sich stets mit den Aufgaben identifizieren und für deren Lösungen einsetzen können. Major Samuel Widmer vertrat die Heilsarmee in verschiedenen Gremien. Die wichtigsten waren die Arbeitsgruppe „Allianz und Ökumene”, die „Schweizerische Evangelische Synode” und das „Schweizerische Ökumenische Komitee für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung”. In den letzten Jahren seines Dienstes hat er in seinem Heimkanton in der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Aargau” mitgewirkt. Das kam auch seiner Arbeit in der Heilsarmee zugute. 1992 wurde Major Samuel Widmer pensioniert. 1994 zog er nach Basel, wo der Grossteil seiner Familie zuhause ist. Die Heilsarmee war seine irdische geistliche Heimat. Am 28. Januar 2013 ist Major Samuel Widmer von seinem Vater und Erlöser heimgerufen worden. Redaktion

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dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · März 2013

Termine

Brigadier Ernst Rohr Ernst Rohr wurde am 16. Oktober 1917 auf einem Bauernhof oberhalb Frauenfeld geboren. Trotz ärmlicher Verhältnisse erlebte er eine ungetrübte Kinder- und Jugendzeit. Der gelernte Schriftsetzer trat mit seinen Eltern der Heilsarmee bei. Bild: zVg

Heimgang

Ein neuer Lebensabschnitt begann für ihn, als er dem Ruf zum vollamtlichen Dienst in der Heilsarmee folgte. Dieser Schritt wurde durch die Mobilmachung mehrfach unterbrochen, sodass er immer wieder zwischen dem Dienst in der Schweizer Armee und in der Heilsarmee wechselte. 1948 heiratete Ernst Rohr in Brienz Marta Burger. Den beiden wurden vier Kinder geschenkt, wobei der Jüngste mit der schweren Krankheit Autismus zur Welt kam. Diese Behinderung bedingte immer wieder Flexibilität in der Arbeit und stellte Weichen in der Offizierslaufbahn. Gemeinsam leiteten Ernst und Marta Rohr zuerst das Korps Brienz. Zahlreiche Bestallungen in verschiedene Korps folgten. Später wurde Ernst Rohr ans Nationale Hauptquartier berufen, zuletzt arbeitete er in der Finanzabteilung. Nach 42 Dienstjahren trat Ernst Rohr in den Ruhestand. Noch manche Arbeit erledigte er freiwillig. Doch Altersbeschwerden machten sich bemerkbar, sodass sich der Eintritt in ein Altersheim aufdrängte. 1997 zog das Ehepaar ins Domizil Baumgarten ein. Er gab den Bewohnern noch Kurse im „Brandmalen”, seinem Hobby. Er war auch im Seniorenrat tätig und gründete ein Zither-Ensemble. Er durfte zudem erleben, Ur-Grossvater zu werden. 2009 wurde seine liebe Frau zur Herrlichkeit befördert.

Kommissäre Franz und Hanny Boschung, Territorialleiter 15.3. Strategieratssitzung im HQ Bern 21.–25.3. Besuch der Generalin in der Schweiz 2.–7.4. Zonal Conference in Portugal

Oberstleutnante Massimo und AnneFlorence Tursi, Chefsekretär und Sekretärin für G+F 15.3. Strategieratssitzung im HQ Bern 21.–25.3. Besuch der Generalin in der Schweiz 2.–7.4. Zonal Conference in Portugal 11.4. Impulstagung zum Thema Offiziersschaft in Bern

Gratulationen 95 Jahre 23.3.2013 Brigadierin Regina ThévozChevalley, Le Phare Elim, 1814 La Tourde-Peilz 90 Jahre 4.4.2013 Majorin Georgette Dudan, Grand-Rue 38, 2316 Les Ponts-de-Martel 85 Jahre 1.4.2013 Aux.Kapitänin Erika Ott, lumbanstrasse 41, 9008 St. Gallen

Ko-

80 Jahre 9.4.2013 Majorin Gertrud Lehmann, Habsburgerstrasse 47, 8400 Winterthur 75 Jahre 30.3.2013 Majorin Hanna Iselin-Egger, Steinrieselnstrasse 6,9100 Herisau 70 Jahre 31.3.2013 Majorin Yvonne Geiser-Jan du Chêne, Avenue de Tramenaz 17, 1814 La Tour-de-Peilz

Anteilnahme

Am 27. Januar 2013 wurde Brigadier Ernst Rohr von seinem himmlischen Vater heimgerufen.

Am 25.1.2013 ist Liliane Pellaton, die Mutter von Majorin Nathalie Flückiger vom Bildungszentrum Basel, von Gott heimgerufen worden. Wir entbieten der Trauerfamilie unser aufrichtiges Beileid.

Redaktion

Redaktion


Notabene

Internationaler Wechsel

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Per 1. Juni 2013 Kommissäre Alistair und Astrid Herring, Offiziere des Territoriums Neuseeland, Fiji und Tonga, derzeit als Internationaler Sekretär sowie Zonensekretärin für G+F für Südpazifik und Ostasien tätig, werden als Leiter des Territoriums Pakistan eingesetzt. Kommissär Alistair Herring wird als Territorialleiter und Kommissärin Astrid Herring als Territoriale Präsidentin für G+F eingesetzt. Sie treten die Stellen der Oberste Robert und Marguerite Ward an, die in den Ruhestand gehen.

Herzliche Einladung zum Konzert der Heilsarmee Zürich Nord

Für Sie gelesen

Brass Band und Jodlerklub Schlieren Samstag, 23. März 2013, 19.30 Uhr Reformierte Kirche Schlieren Freiestrasse 14, 8952 Schlieren Sonntag, 24. März 2013, 16.00 Uhr Saal der Heilsarmee Zürich Nord Saatlenstrasse 256, 8050 Zürich Eintritt frei, Kollekte

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Momentum

Autoren: Eric und Bill Johnson Herausgeber: GrainPress Verlag ISBN–13: 9783940538130 Erbe ist Macht. Schauen Sie mal Ihr Leben an: Womit Sie alles ausgestattet wurden. Talente, Beziehungen und vieles mehr. Sie haben von Gott einen riesigen Nachlass erhalten. Das ist Gottes Startkapital für Ihre Berufung. Doch jetzt sind Sie dran. Sie müssen Ihr geistliches Erbe verwalten. Eric und Bill Johnson haben mit „Momentum” einen klaren Wegweiser, fast schon eine Kampfschrift, zu geistlichem Erbe verfasst. Es geht darum, den von Gott zugedachten Platz einzunehmen und zu regieren. Das klingt hochtrabend: Könige, die ihren Jüngern die Füsse waschen, kennen wir kaum. Biblisch regieren, sagt Bill Johnson, heisst aber, unter die Leute zu treten, ihnen zu dienen und sie zu befähigen, ihren Platz im Leben zu finden.

Rätsel - Spass Lösungen: Rätsel

Und jetzt das Wichtigste: Die Errungenschaften im Reich Gottes müssen weitergegeben werden. Das Land, das schon eingenommen wurde, soll nicht verkommen. Zu viele Generationen vor Ihnen haben es versäumt, ihren Segen weiterzuvererben. Und jüngere Generationen haben das Erbe nicht erkannt und Erweckungsarbeit wieder bei null angefangen. Doch Gott will, so Johnson, jede Generation noch weiter bringen als die vorherige. Konkret heisst das für Johnson: Erkennen Sie das Erbe, das Ihr himmlischer Vater für Sie hat. Wenden Sie Ihre Talente heute an. Und sorgen Sie dafür, dass diejenigen, die in Ihre Fussstapfen treten, auf einen fahrenden Zug des Segens aufspringen können. Denn, was Gott beginnt, lesen wir in Momentum, steht nie still. Florina German dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · März 2013

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Im Dialog bleiben

Bild: zVg

Bei der Königin

Bedeutung von Vornamen geredet. Meiner ist italienisch, la regina ist die Königin. Dann lache ich und sage: „Ja, ich bin eine Königin”, und berühre eine imaginäre Krone über dem Kopf, „aber Sie sind doch auch eine Königin”. Da antwortet sie mit ihrem unvergleichlich bezaubernden Lächeln: „Eine halbe Königin ...”

Später bietet sie mir ein angebrochenes Päckchen Reiswaffeln an. Ich nehme es freudig dankend an. Kann ich das geteilte Essen einer halben Königin ablehnen?

Erstaunt schaue ich auf. Wir hatten vor ein paar Wochen im Aufenthaltsraum über die

Regina Meyer-Albrecht Nachtwache Wohnen für Frauen, Basel

Aufbau des Gebets in Apostelgeschichte 4, 24–31: Nachdem die Gläubigen den Bericht von den Aposteln gehört haben, beten sie einmütig Gott als Herrscher und Schöpfer des Himmels und der Erde an (Vers 24). Dann zitieren sie Gottes Wort im Gebet und verknüpfen das Bibelwort mit ihrer Situation (Verse 25–27). Sie preisen Gott dafür, dass er die ganze Geschichtsschreibung nach seinem Plan ausführt. Dann bitten die Gläubigen Gott, die Drohungen wahrzunehmen, sie mit Freimut zur Evangeliumsverkündigung auszurüsten und ihren Dienst durch Zeichen und Wunder zu bestätigen (Verse 29–30). Nach dem Gebet zeigt ein Erbeben die Gegenwart des Heiligen Geistes, mit dem die Beter erfüllt werden. Das Gebet wird sofort erhört. Sie reden das Wort Gottes trotz allen Einschüchterungen mit Freimut (Vers 31).

Impressum

Vorwärts, Christi Streiter! han

Das Gebet der Gemeinde

Im nächsten „dialog”

Bild: Werner Tsc

Im Dialog mit Gott

Verlag und Redaktion Hauptquartier der Heilsarmee für die Schweiz-Österreich-Ungarn Laupenstrasse 5 · Postfach 6575 · CH-3001 Bern Telefon 031 388 05 02 redaktion@heilsarmee.ch Adressänderungen bitte an diese Adresse!

Layout Rolf Messerli Druck Rub Media AG, Wabern/Bern Gründer der Heilsarmee William Booth Generalin Linda Bond Territorialleiter Kommissär Franz Boschung Abonnement dialog Fr. 46.– (Inland), Fr. 65.– (Ausland) Trialog Fr. 24.– (Inland), Fr. 44.– (Ausland) Klecks Kinderzeitschrift Fr. 24.–

Stehen Sie jeden Morgen auf und ziehen als Erstes Ihre geistliche Waffenrüstung an? Sind Sie sich bewusst, dass Sie Kämpfe und Anfechtungen nicht alleine durchstehen müssen? Sie sind von Gott mit einem soliden Schutzpanzer, starken Waffen und einer Armee von Mitstreitern ausgestattet worden. Mehr zu Ihrem geistlichen Outfit – im nächsten dialog.

Majorin Heidi Knecht  

dialog · Monatszeitschrift der Heilsarmee · März 2013

Monatszeitschrift für Salutisten und Freunde der Heilsarmee

Redaktionsteam Sergeant Martin Künzi (mk), Leiter Marketing; Gabrielle Keller (gk), Leiterin Kommunikation; Florina German (FG), Redaktorin; redaktionelle Mitarbeiter: Elsbeth Cachelin-Rufener, Claire-Lise Bitter, Reinhard Lässig.

Die Redaktion

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AZB

Frau A. steht, wie so oft, still am Büromöbel und schaut mir zu, während ich etwas im Computer eintippe. Plötzlich sagt sie: „Sie sind eine Königin.”

3001 Bern

Jesus sagte, wer „arm im Geist” ist, wird das Reich der Himmel besitzen. (Symbolbild)

Schau – da leben in der Stadt viele Leute: Reiche, Gebildete, Angesehene und Normalsterbliche, aber kaum einer hätte den Mut, von sich zu sagen: „Ich bin eine halbe Königin.” Oder ein halber König. Mir scheint, in dieser kleinen Begegnung liegt ein Geheimnis. Den Einfachen und Armen gehört das Königreich.

„Singt alle dem Herrn ein neues Lied!” Jesaja 42,10

dialog 3/2013 - Einsam - Was fehlt?  

Menschen begegnen, die sonst keiner trifft - Die Osterbotschaft der Generalin - Aus dem Leben der Heilsarmee

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