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WEISSE MAGIE S PI TZ E NS P ORT UND SKIGEBIET E STARTE N IN D EN WINT ER


Bitte Startnummer ziehen Audi quattro Ski Cup Verbier Davos

18. – 20.01.2019 22. – 24.02.2019

Infos unter www.audi.ch/aqsc


Editorial

Gestern, heute und morgen Vor 51 Jahren wurde in Berchtesgaden das erste Skiweltcuprennen gestartet. Ein Jahr später übernahm ein gewisser Karl Erb, sechs Jahre zuvor beim Schweizer Fernsehen als Reporter eingestiegen, als erster Chefredaktor die Redaktion des im gleichen Jahr lancierten «Ski»-Magazins und führte das damalige SSV-Mitgliederorgan während zwölf Jahren. Am 5. September ist die «Stimme des Skisports» für immer verstummt. Erb verstarb im Alter von 92 Jahren an seinem letzten Wohnsitz im Tessin. Eine ausführliche Würdigung des Skisport-Journalisten schlechthin finden Sie auf Seite 64 von Richard Hegglin. Derweil startet der Skizirkus unbesehen der Endlichkeit von unsereins in seine nächste Saison – verbunden mit der Frage: Wann kommt der erste Schnee, was erwartet uns Neues in den Skigebieten und wann können wir unsere Skiausrüs-

tung zum ersten Mal aus dem Keller holen und in die neue Saison starten? Aller Anfang ist schwer. Auch das Schreiben des ersten Editorials im Swiss-Ski-Magazin, das sich auch schon seit langen 13 Jahren vom «Ski» zum «Snowactive» gewandelt hat. Der Namenswechsel 38 Jahre nach der Gründung des Magazins war eine Folge des sich wandelnden Skisports im mittlerweile erfolgreichsten Sportverband, der elf verschiedene Sportarten vereint. Im Sommer wurde anlässlich der DV von Swiss-Ski die Behindertensportorganisation «PluSport» in die Skifamilie aufgenommen. Der Skisport in seiner hohen Dynamik lebt – unvermindert! Der Inhalt der ersten Ausgabe soll diesem Anspruch so gut als möglich gerecht werden. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!

J O S E P H WE I B E L CH EF R E DA K TO R S NOWACT I VE

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Inhalt // November 2018 F OKU S 8 // Winterstart In Sölden wird dieser Tage zum alpinen Skiweltcup gestartet; in den meisten Wintersportorten geht es in gut einem Monat los.

M IXE D Z ON E 20 // Swiss-Ski-Wall Tim Hug, Nordisch-Kombinierer und gezwungenermassen ein Einzelgänger.

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M E N S C HE N 24 // Interview Swiss-Ski Präsident Urs Lehmann verrät im Interview, was ihn in den letzten Jahren bewegte, wie die Zukunft des Verbands aussehen soll und weiterhin auf sportliche Erfolge hofft. 28 // Quer Franz Julen, designierter VR-Präsident der Zermatt Bergbahnen AG, zieht Bilanz über seine intensive Tätigkeit für und im Wintersport. 34 // Legenden Urs Kälin begleitete die Superstars Ingemar Stenmark, Pirmin Zurbriggen und Alberto Tomba in den sportlichen Ruhestand – und erlebte den Ein- und Aufstieg der neuen Heros.

AK TIV 38 // Backstage Gletschertrainings in Saas-Fee und Zermatt. Trainer und Pistenchefs verraten, wie der «weisse Teppich» für Topskifahrer präpariert wird. 44 // Skiclub Der 70 Jahre alte Skiclub BVB der Verkehrsbetriebe Basel ist heute für jedermann offen. 50 // Nordic Weekend Andermatt Der Sommerevent der Langläufer und Biathleten.

S E RV IC E 54 // Medizin Warum nimmt die Anzahl Sportler mit degenerativen Gelenkserkrankungen immer mehr zu?

Standards 01 // Editorial 04 // Panorama 06 // Blickpunkt

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17 // Medizin-Kolumne 52 // Sci Svizzera italiana 60 // Vierzehnmal aufgeschnappt

63 // Rätsel 64 // PS.

Titelbild Lara Gut hat aufregende Wochen und Monate hinter sich und geht gut vorbereitet in die neue Saison. Gestartet wird auch in den vielen alpinen Wintersportregionen hierzulande und auch bei den Nachbarn. Foto: Keystone

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Panorama

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FOTO: XX X

R U HE VO R D E M A N ST U RM I M HA N GA R Am frühen Morgen ist es noch ruhig im Hangar des Air Force Centers in Dübendorf: Am 6. Oktober findet in Anwesenheit von 21 Ausrüstern und 5 Swiss-Ski-Partnern der traditionelle Swiss-Ski-Abgabetag statt. Rund 350 Athleten, Trainer, Betreuer und Offizielle der Sportarten Ski Alpin, Langlauf, Skispringen, Nordische Kombination und Biathlon werden vom Ski Pool mit neuen Outfits für den Winter ausgerüstet. Der Abgabetag ist neben dem im Frühling stattfindenden Masstag einer der wenigen Anlässe, an denen die alpinen und nordischen Mitglieder der Swiss-Ski-Familie aufeinandertreffen. NOVEMBER 2018

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Blickpunkt

Die Athletinnen und Athleten von Swiss-Ski standen Ende September bei BRACK.CH in Willisau, dem neuen Swiss-Ski-Nachwuchspartner, vor diversen Video- und Fotokameras. Anlass hierfür war die Werbewoche, welche für die Sponsoren und Partner von Swiss-Ski jeweils von besonderer Bedeutung ist. Fotos einzeln und in unterschiedlichen Gruppen mit verschiedenen neuen Outfits, Produktionen

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für TV-Beiträge, Videoaufnahmen für Verbandssponsoren, dazwischen reger Austausch mit Medienschaffenden: Auf die Athletinnen und Athleten von Swiss-Ski wartete in der letzten September-Woche in Willisau abseits von Pisten, Loipen, Schanzen und Pipes ein dicht gedrängtes Programm. Gleichwohl kam der Spass bei der partnerschaftlichen Zusammenarbeit sowohl bei den Sportlerinnen und

Sportlern als auch bei den Sponsoren nicht zu kurz. In den grossen Hallen des Logistikzentrums von BRACK.CH war die Vorfreude auf den bevorstehenden WM-Winter allenthalben spürbar.

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BEWUSST LEBEN Seit ihrem Weltcup-Debüt Ende 2007 als erst 16-Jährige hat Lara Gut als Skifahrerin etliche Erfolge gefeiert, aber auch einige Rückschläge verkraften müssen. Still wurde es nie um die sympathische Tessinerin – auch nicht im vergangenen Sommer, als ihre Hochzeit mit dem Fussballer Valon Behrami bekannt wurde. Im Interview mit Snowactive gibt Lara Gut vor dem Start in die neue Saison Einblicke in ihre Gefühlswelt.

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Fokus // Interview

Lara, wer bist du heute? Und was für eine Sportlerin bist du geworden? Lara Gut: Ich bin eine verheiratete Frau von 27 Jahren, die Ski fährt. Spass beiseite – ich glaube, dass es am wichtigsten ist, den Weg zu gehen, der einen zu sich selbst führt. Mein heutiges Ich ist das Ergebnis davon, was und wie ich bisher gelebt habe; was gefehlt hat und was ich in den vergangenen Monaten und Jahren lernen konnte. Ich hatte in den Anfängen das Glück, sehr früh Wettkämpfe zu gewinnen. Das erweist sich bisweilen auch als zweischneidiges Schwert, weil man unbedingt weiterhin gewinnen will und sich vor allem darauf konzentriert, wie man das erreichen kann oder den Siegeswillen noch zu steigern. Oft will man das, was einem fehlt, anstatt sich am Erreichten zu freuen. Mein letzter Unfall und die Gewissheit, Valon an meiner Seite zu wissen, haben mich stärker und selbstsicherer gemacht. Ich lebe bewusster, bin feinfühliger geworden und habe gelernt, meine Schwächen zu akzeptieren. Beispielsweise, wenn mir mein Zuhause oder die Person fehlt, die mir ganz nahe steht. Ich bin zu einer Sportlerin gewachsen, deren Lebenssinn nicht nur auf weitere Siege reduziert wird. Was für eine Sportlerin möchtest du werden? Ich wünsche mir, dass mir mein neues Bewusstsein dazu verhilft, die Siege so zu geniessen, wie man sie geniessen soll. Rückblickend stelle ich fest, dass die Glückseligkeit nach einem Sieg bisher eher oberflächlich und nicht wirklich tief empfunden worden war von mir. Ich möchte künftig mit dem Herzen gewinnen und dieses Gefühl jene Menschen spüren lassen, die mir auf dem Weg zum Sieg geholfen haben.

Was beschäftigt dich derzeit am meisten? Bei allem, was man tut, kommt es auf die Details an: im Leben, beim Skifahren und auch beim Material. Es ist sehr hilfreich, auch scheinbar unbedeutenden Dingen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Ich habe in den vergangenen Jahren gelernt, dass innere Ruhe und Bescheidenheit ausschlaggebend sind, wenn ein Projekt gelingen soll. Wie bringst du die Frau Lara und die Sportlerin Lara miteinander in Einklang? Es war nicht leicht, die Frau mit der Sportlerin in Einklang zu bringen, bis ich begriffen habe, dass sich die beiden Charakteren letztlich ergänzen. Das Wissen, dass es abgesehen vom Siegen noch etwas anderes gibt, ist zu einem grundlegenden Wert geworden, um zu verstehen, wer und was mir wirklich geholfen hat, Erfolge zu feiern.

Wie hast du dich auf die bevorstehende Saison vorbereitet? Wie war das Training in Südamerika? Die Vorbereitungen verliefen gut, körperlich bin ich fit und fühle mich gut auf den Ski – vor allem beim Super-G und in der Abfahrt. Beim Riesenslalom benötigte ich etwas länger, weil sich noch technische Fehler einschlichen. Gegen Ende der Trainingsphase war ich mit dem erreichten Niveau ziemlich zufrieden. Jetzt gilt es, an den Details zu feilen, das Tempo zu dosieren und unter schwierigeren Bedingungen auf Winterschnee zu fahren. LARA KOMMT INS KINO «Looking for Sunshine» – ein Film von Niccolò Castelli

FOTO: KEYSTONE

Kinostart am 1. November

Die beiden letzten Jahre waren entscheidend auf deinem Weg. Welche Veränderungen waren wichtig für dich? Die wirkliche Veränderung hat mit dem Gesamtweltcupsieg stattgefunden. Als Sportlerin stellt man sich ständig in Frage. Und wenn man den Höhepunkt erreicht hat, schaut man zurück und versucht zu verstehen, warum man es so weit gebracht hat. Jedoch fehlt die Zeit dazu. Denn der nächste Schritt besteht wiederum in den Erwartungen an sich selbst. Man läuft Gefahr, jeden Tag zu einem Wettkampf gegen sich selbst zu machen, ohne dabei einmal mit sich selbst zufrieden zu sein. Mein letzter Unfall hat diesen Teufelskreis zwangsläufig durchbrochen und mir die wahren Prioritäten im Leben aufgezeigt – sei es in sportlicher wie auch in privater Hinsicht. Ich konnte siegen in einem angespannten Zustand. Warum also soll ich – innerlich ruhig und unbeschwerter geworden – nicht weiter zum Siegen finden?

Und wie gelingt es dir, dein Privatleben und dein Leben als Sportlerin unter einen Hut zu bringen? Mein Privatleben ist ein bisschen aufregender geworden (lacht). Es ist auch für mich neu, ständig im Scheinwerferlicht zu stehen, und dass jeder Post in den Social Media oder jedes Detail über unser Leben als Paar instrumentalisiert wird und dabei die wahren Gefühle zwischen uns ausser Acht gelassen werden. Wir sind uns bewusst, dass das auf uns gerichtete Scheinwerferlicht zu unserem Leben gehört, solange wir Sportler sind. Wir wissen aber auch, dass es sich lohnt so zu leben, wie es uns gefällt, und als wären wir allein auf der Welt. Es wird für mich sehr speziell sein, dass Valon von nun an bei den Skirennen zusammen mit meiner Familie im Ziel stehen wird. Und für ihn, wenn ich auf der Tribüne sitze und er mich, bevor das Spiel beginnt, dort suchen wird.

Ein Jahr lang unterwegs mit Lara Gut – vom SkiGesamtweltcupsieg 2016 bis zum Comeback nach einer Verletzung auf dem Höhepunkt der Karriere. Der Dokumentarfilm zeigt eine junge Frau und herausragende Sportlerin auf der Suche nach ihrem eigenen Weg. Dabei gerät sie in ein Spannungsfeld zwischen persönlicher Erfüllung und öffentlicher Erwartung. Lara Gut: «Es war leicht, den Dokumentarfilm mit Niccolò (Castelli) zu drehen, weil er die Feinfühligkeit besass, nicht in mein Leben einzufallen, sondern dieses einfach zu begleiten und zu dokumentieren. So habe ich mich stets wohlgefühlt. Es war nicht einfach, den Film anzusehen, denn ich sah mich mit schwierigen Momenten meines Lebens konfrontiert. Am liebsten wäre ich in die Leinwand geschlüpft und hätte diesem verlassenen und schutzlosen jungen Mädchen geholfen, das versuchte, gegen sich selbst zu kämpfen. Ich habe ihn gemeinsam mit Valon gesehen und ich war beeindruckt, wie er den Kern des Dokumentarfilms erfasst hat. Er sagte mir, dass er vor dem Unfall die wahre Lara in meinen Augen und in meinem Lächeln nicht gesehen hat. Und ich habe gedacht, zum Glück ist es mir gelungen, wieder richtig zu leben.»

Der Weltcupauftakt in Sölden steht vor der Tür. Wie ist dein Gefühl vor diesem ersten Wettkampf? Ich bin froh, dass die Saison anfängt, und auch, dass ich gesund und mit zwei stabilen Knien anreise. Welche schönen Erinnerungen verbinden dich mit dieser Piste? Mein Debüt und die beiden Siege in Sölden gehören zu den schönsten Erinnerungen. Über die Ziellinie zu fahren und das grüne Licht zu sehen ist ein Adrenalinschub, der den ganzen Winter anhält. Welcher Teil ist am schwierigsten in Sölden? Nach monatelangem Training zwischen Südamerika und Gletschern wird man plötzlich in die Betriebsamkeit des Wochenendes in Sölden katapultiert. Am schwierigsten ist es, die erforderliche Konzentration zu finden und sich wieder an die Routine der Wettkämpfe zu gewöhnen. Denn das Einzige, was trotz der vielen Repräsentationsverpflichtungen zählt, ist es, sich um 9.45 Uhr beim Starthäuschen einzufinden. I NT E RV I EW: G I U L I A C A N D I AG O NOVEMBER 2018

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Binnen 25 Jahren ist aus einem Experiment ein Ski-Klassiker geworden, der sich selbst vor den Top-Events in Wengen und Kitzbühel nicht zu verstecken braucht. Das WeltcupOpening auf dem Rettenbach-Gletscher ob Sölden bietet im wahrsten Sinne ein «Riesen»-Spektakel vor atemberaubender Natur- und Publikumskulisse. Über 30 000 Zuschauer pilgern jeweils zum höchsten Hotspot des Skiwinters auf 3000 m über Meer.

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ährend Jahrzehnten beanspruchte Val d'Isère mit dem «Kriterium des ersten Schnees» im Dezember das Privileg, das erste Weltcuprennen der Saison durchzuführen. Die ehrenwerte NZZ kritisierte damals wiederholt den frühen Zeitpunkt der Austragung. Skirennen vor dem Januar standen in ihrem Verständnis im Widerspruch zu einem Naturgesetz. Der Anfang in Argentinien ... Die innovativen Macher des Weltcups um den Gründer Serge Lang wichen später in die südliche Hemisphäre aus und eröffneten die Sai-

son während des europäischen Sommers in Argentinien (Las Lenas), Australien (Thredbo) und Neuseeland (Mount Hutt). Bis jemand auf die Idee kam: Man kann ja ein Skirennen auch im Spätherbst auf einem Gletscher austragen. ... und die erfolgreiche Fortsetzung in Sölden Dieser Jemand ist Jakob «Jack» Falkner, ein kreativer junger Mann aus einer TourismusDynastie, der sich daran machte, das kleine Ötztaler Dörfchen in eine attraktive Wintersport-Destination zu verwandeln. Sein Credo: «Der Gast wünscht Sport und Unterhaltung. Wer nach Sölden kommt, möchte etwas erle-

FOTOS: KEYSTONE / ZVG. / B&S, E R IK VOGE L SANG

VOM EXPERIMENT ZUM SKIKLASSIKER


Fokus // Skiweltcupauftakt in Sölden

ben.» Heute hat Sölden 32 Transportanlagen mit einer Stundenförderleistung von mehr als 65 000 Personen. Den Bau der Strasse mit nummerierten Spitzkehren ins 3000 Meter hohe Gletschergebiet – Sölden liegt auf 1367 m ü. M. – hatte schon Jacks Vater in die Wege geleitet. Zwei Wesensverwandte Mit Serge Lang und Jack Falkner trafen sich zwei Wesensverwandte. Serge Lang hatte schon im Stubaital im Rahmen der World

Series Versuche mit Gletscherskirennen gemacht, Falkner mit dem Pirelli-Cup in Sölden. Aus Naturschutzkreisen waren Bedenken angemeldet worden. Im Jahr 1990 gab der FISKongress indes grünes Licht für Gletscherrennen. So fanden 1993 auf dem Rettenbachferner, wie Gletscher in Österreich genannt werden, die ersten Weltcuprennen statt, die Anita Wachter und Franck Piccard gewannen. Auf dem Programm stand, wie heute, je ein Riesenslalom für Frauen und Männer. Das Echo war bemer-

kenswert positiv, obwohl der Event Ende Oktober mitten in die Fussballsaison fiel. Die Zuschauerzahlen wie auch die TV-Quoten erreichten erstaunliche Werte. Begeistert war vor allem die Wintersport-Industrie, für die das Opening die perfekte PR-Plattform zu einem idealen Zeitpunkt darstellte. Die Trilogie fand nicht statt Geplant war, diesen Prolog alternierend in den drei Gletscherorten Saas-Fee, Tignes und Sölden durchzuführen. Saas-Fee wurde nach

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nur einem missglückten Versuch Mitte der 90er-Jahre, als es im Dorf in Strömen regnete und auf dem Gletscher schneite, aus logistischen Überlegungen wieder gestrichen. Aus diesem Grund musste nach vier Veranstaltungen auch Tignes passen. Ab 2000 ist Sölden alleiniger Organisator des Weltcup-Auftakts. Erstaunlicherweise herrscht fast immer schönes Wetter. Nur einmal fiel die Veranstaltung ganz aus. Während die Frauen sonst immer fahren konnten, musste der Männer-Riesenslalom einmal abgebrochen und einmal abgesagt werden. Ein Vierteljahrhundert Am 27./28. Oktober steht das 25-Jahr-Jubiläum an. Als Gletscher-Spezialisten zeichneten sich in diesem Vierteljahrhundert Hermann Maier und Tina Maze mit je drei und Ted Ligety mit sogar vier Siegen aus. Tina Maze gehörte zu jenem Trio, das in Sölden Skigeschichte schrieb. 2002 stand sie mit der Norwegerin Andrine Flemmen und der Österreicherin Nicole Hosp gemeinsam auf dem obersten Treppchen des Siegespodests – alle drei mit der auf die Hundertstelsekunde identischen Zeit. 2014 gingen Anna Fenninger und Mikaela Shiffrin als zeitgleiche ex-aequo-Siegerinnen

hervor. Für Shiffrin war es der erste Triumph im Riesenslalom. Auch Lindsey Vonn feierte dort drei Jahre vorher ihren ersten «Riesen»Erfolg. Die Amerikaner haben hier, dank Unterstützung von Sölden, ihr europäisches «Base Camp» aufgeschlagen und fühlen sich wie zu Hause. Diese enge Kooperation führte zu einem temporären Eklat zwischen den Ötztalern und ÖSV-Verbandspräsident Peter Schröcksnadel, der Landesverrat reklamierte. Die grosse Herausforderung In der Tat fuhren die Amerikaner in Sölden, wo auch ihr Ex-Skichef Patrick Riml herstammt, immer extrem stark. Sie stellten in den letzten zwölf Rennen sechsmal den Sieger, viermal mit Ligety und zweimal mit Bode Miller. 2012 siegte Ligety mit dem Rekordvorsprung von 2,75 Sekunden vor Manfred Mölgg. Andere taten sich auf dem anforderungsreichen, steilen Hang, der wegen der Gletscherschmelze sogar immer steiler wird, schwer. Zu ihnen gehört die «Riesen»-Legende Benni Raich aus dem benachbarten Pitztal. Er gewann in seiner Karriere 14 Riesenslaloms, aber in Sölden schaffte er es in 14 Anläufen nie aufs Podest!

Locher, Albrecht, Cuche Auch die Schweizer wurden im Ötztal mit Erfolgen nicht verwöhnt. Mike von Grünigen, zweifacher «Riesen»-Weltmeister und 23-facher Weltcupsieger, gewann nie. Im Gegensatz zu Raich schaffte er es immerhin dreimal aufs Podest. Als einzige Schweizer trugen sich Steve Locher (1996 vor von Grünigen), Daniel Albrecht (2008) und Didier Cuche (2009) in die Siegerliste ein. Eigene Gesetze Cuche hätte beinahe seinen Sieg verschlafen. Am Vorabend hatte er ein iPhone geschenkt bekommen, alle technischen Finessen ausprobiert und sich von ihm wecken lassen. Dabei war ihm bei der Umstellung auf die Winterzeit, die meist während des Sölden-Weekends erfolgt, ein Malheur passiert. Seither stand nie mehr ein Schweizer auf dem Podest. Bei den Frauen ist Lara Gut die einzige Siegerin. Sie gewann 2013 sowie 2016, als sie im Frühjahr zuvor auch den Gesamtsieg errungen hatte. Sonja Nef wurde 2001 Zweite. Wie von Grünigen siegte sie bei den alternierenden Rennen in Tignes, bevor Sölden permanenter Weltcuport wurde. Das Opening hat seine eigenen Gesetze. R I CHA RD H E G G L I N

NACHGEFRAGT BEI URS KÄLIN

«Gute Standortbestimmung» Urs Kälin, welchen Stellenwert hatte für dich der GletscherRiesenslalom als WeltcupOpening im Oktober? Der war schon wichtig. Anderseits hatte man nochmals einen Monat Zeit, um ein Brikett draufzulegen und Verfeinerungen am Material vorzunehmen. Richtig losgegangen ist die Saison für uns Athleten erst Ende November in den USA, wenn sich die Rennen Schlag auf Schlag folgten. 12

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Handelt es sich primär um eine Orientierungshilfe? Er ist eine gute Standortbestimmung. Trotzdem muss man bei der Beurteilung vorsichtig sein. Die Schneeverhältnisse auf den Gletschern sind nie komplett gleich wie im Winter. Man darf sich nicht verunsichern lassen, wenn es bei diesem Rennen nicht klappt. Aber tendenziell sind jene, die auf dem Gletscher Spitze sind, auch im restlichen Winter vorne.

Doch wenn es nicht aufgeht ... ... bricht keine Welt zusammen. Dafür ist intensive Arbeit angesagt ... und vor allem Analyse. Lag es am Schnee, der extremen Höhenlage, dem Gletschereis – oder was war der Grund? Viele Faktoren sind bei diesem Rennen anders als nachher im Winter. Mochtest du Gletscherrennen? Ich hatte sie nicht sonderlich gern und fuhr auch nie speziell gut. In

Tignes stand ich einmal auf dem Podest, aber in Sölden kam ich über einen 5. Rang nicht hinaus. Vielleicht lag mir der Hang nicht. Die schönsten Rennen sind für mich die Klassiker im Hochwinter, vor allem Alta Badia und Adelboden.


Fokus // 3S-Bahn Zermatt

HOCH LEISTUNG AUF DER HÖCHSTEN BERGSTATION EUROPAS Wie befördert man 2800 Personen in einer Stunde möglichst rasch auf zwei Seilbahnsektionen? Mit einer leistungsfähigen Bahn. Natürlich. Die gab es aber

FOTOS: B& S, ERIK VOGELSANG / ZVG.

bisher nur auf einer Sektion. Also braucht es eine zweite Sektion, die ebenso effizient ist. Das sagte sich wohl auch Markus Hasler, CEO der Zermatt Bergahnen AG, als er dem Verwaltungsrat ein 60-Millionen-Projekt vorlegte. Pünktlich zu Saisonbeginn fährt eine moderne und auch stilvolle Umlaufbahn – die 3S-Bahn – zusätzlich auf das Kleine Matterhorn. NOVEMBER 2018

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as Markus Hasler anpackt, hat Hand und Fuss. Elf Jahre führte er die Bergbahnen Waltensburg-Andiast; ein David unter den Schweizer Bergbahnen. In diesem guten Jahrzehnt wurde der Umsatz verdoppelt. Seit 2011 hat Markus Hasler einen neuen Arbeitsort: Zermatt. Er war einer von 100 Bewerbern, die sich für die Geschäftsführung des fünftgrössten Bergbahnunternehmens der Schweiz interessierten. Markus Hasler erhielt den Zuschlag. Kontakt zur Basis nicht verlieren Der kurzhaarige ungarische Vorstehhund «Malik» ist sein ständiger Begleiter – sei es im Tal oder wie jetzt auf dem Berg. Der anderthalbjährige Vierbeiner ist als Lawinenhund ausgebildet. Markus Hasler ist kein «Stubenhocker». Will heissen: Er liebt es, an der Basis zu stehen. «Es ist ein täglicher Kampf, den Kontakt zur ‹Front› nicht zu verlieren.» In der Surselva, seiner früheren Wirkungsstätte, war alles kleiner und überschaubarer. In Zermatt sind es rund 300 Jahresangestellte, die noch vor dem CEO einem Abteilungsleiter unterstehen. Hasler, das wird schnell deutlich, geniesst hier Respekt aber und Vertrauen seitens seiner Mitarbeitenden. Das Verhältnis ist kollegial und basiert auf Vertrauenswürdigkeit. Jedenfalls ist die Spannung spürbar. Nur wenige Wochen noch und die neue 3S-Bahn befördert in einer Stunde 2000 Personen auf das Kleine Matterhorn – parallel zur Seilbahn, mit einer Kapazität von 600 Personen. Damit werden künftig in Spitzenzeiten lange Warteschlangen vermieden und die Transporte auf das Kleine Matterhorn müssen auch in Revisionszeiten nicht mehr unterbrochen werden. Zermatt funktioniert 365 Tage Damit hat der Chef von den Bergbahnen, seit acht Jahren nunmehr in Zermatt, die bisher grösste Einzelinvestition gestemmt. 60 Mio. Franken kostet die neue Bahn in der Endabrechnung. Kein Pappenstiel für ein Unternehmen, das letztes Jahr einen Betriebsertrag von knapp 70 Mio. Franken hatte. Die Bergbahnen zerren von guten, ja zum Teil sehr guten Jahren. Die Zermatt Bergbahnen AG ist das Produkt der 2002 erfolgten Fusion mit vier Unternehmen. Das neue Konstrukt erstarkte zu einem stetig prosperierenden Unternehmen, das zu14

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Die 3S-Bahn ist die Antwort auf Skifahrer mit hohen Ansprüchen. Markus Hasler

dem genug Gewinn abwarf, um laufend Investitionen tätigen zu können. Die Uhren im Ort am Fuss des Matterhorns ticken anders. «Zermatt hat eine ausgeprägte Internationalität und lebt einen 365-Tage-Betrieb.» Da gebe es keine «toten Zeiten», wie in vielen anderen grossen Destinationen. Asiaten und Amerikaner lieben Zermatt Zermatt hat während der Wechselkurs-Krise keinen Einbruch beklagen müssen. «Im Gegensatz zu den Bündner Destinationen, die stark abhängig sind von den europäischen Nachbarländern.» Zermatt ist ein überaus beliebtes Reiseziel der Asiaten. Reisende aus dem deutschen Raum, die mit dem schwächelnden Eurokurs die Feriendestination gewechselt haben, hätten mit Reisenden aus Asien, Nordamerika und Australien kompensiert werden können. Da spielt es eine untergeordnete Rolle, ob die Touristen im Sommer oder Winter kommen. Pluszahlen im Sommer werden regelmässiger «Das Wintergeschäft ist für uns wichtig. Wir haben eine hohe Wertschöpfung und verfügen über alle Prädikate, die eine starke Winterregion ausmacht: Hohe Lage, gross und eine starke Basis.» Damit meint er die Hotellerie (130 Hotels) und ebenso starke Parahotellerie und Gastronomie. Das Geschäft der Bergbahnen, sagt Hasler, lebe 75 Prozent vom Winter und 25 Prozent vom Sommer – «wertschöpfungsmässig gesehen», ergänzt er. Gleichzeitig werden die Pluszahlen im Sommer regelmässiger. «2017 war die Zunahme im zweistelligen Bereich. Im auslaufenden Sommergeschäft

dürfte die Steigerung noch einmal um die zehn Prozent sein.» Eine schöne Geschichte Markus Hasler ist im Element. Mit berechtigtem Stolz führt er durch die fast fertigerstellte Talstation. Mit den Gondeln werden Probefahrten gemacht. Am 29. September wurde die Bahn offiziell eingeweiht. In Betrieb geht sie knapp einen Monat später. Vor unserem Gespräch traf er sich mit den Verantwortlichen auf dem Trockenen Steg. Nein, er ist kein Verwalter. Er bewegt und bewirkt. Sein bisheriges Leben erzählt von einem Mann, der sich durchaus in der Politik eine berufliche Karriere hätte vorstellen können, wie er in einem Gespräch 2011 mit dem Walliser Lokalradio Rottu verriet. Aufgewachsen ist er in der Agglomeration von Luzern. Nach der Schulzeit holte er auf der Gemeinde seine Schriften ab und verlegte seinen Wohnund Lebensraum ins Bündnerland. Schon als Kind habe er dort oft in den Ferien bei einem Bauern gearbeitet. Nach der Schule ging er nach Graubünden, um während seines Mathematikstudiums das Skilehrerpatent zu erwerben. Während sechs Jahren arbeitete er bei einem Bauern mit, «damit dieser im Winter Skischule geben konnte». Der studierte Mathematiker arbeitete später bei einer Bäckerei und wurde quasi über Nacht von der regionalen Schule aus der Backstube geholt und als Mathematiklehrer eingestellt. Die örtliche Bergbahn (Waltensburg-Andiast) umwarb ihn für die Leitung eines Auswahlverfahrens für den neuen Geschäftsführer. Heute würde man Assessment sagen. Am Schluss seien drei Bewerber geblieben, sagt Hasler. Die


Fokus // 3S-Bahn Zermatt

DIE 3S -BAHN KURZ ERKLÄRT Technische Daten Höhe Talstation: 2923 m ü. M. Höhe Bergstation: 3821 m ü. M. Zugseillänge: 7930 Meter Höhenunterschied: 900 Meter Förderleistung: 2000 Personen/Stunde Fahrzeit: 9 Minuten Anzahl Kabinen: 25 Personen pro Kabine: 28

Zur Technik «3S» steht für eine Dreiseilumlaufbahn. Im Gegensatz zu einer herkömmlichen Umlaufbahn werden die Trag- und Zugfunktion getrennt. Dadurch wird die Bahn stabiler (zwei Tragseile pro Fahrbahnseite). Das Zugseil ist eine geschlossene Seilschleife. Die Vorteile sind bestechend: Hohe Windstabilität; grosse Bodenabstände und Spannfelder; hohe Förderleistung; höhere Fahrgeschwindigkeit als eine klassische Umlaufbahn. Fürs Auge Die Kabinen sind im Pininfarina Design gefertigt. Sergio Pininfarina (1926–2012) sorgte unter anderem für das Design der Automarken Ferrari, Maserati, Fiat und Lancia. Die 28 Sitze in einer Kabine sind aus Leder und Alcantara gefertigt. Ein Kristall-Motiv, eigens für diese Bahn gefertigt, wird mit Swarovski-Kristallen geschmückt. Den Abschluss dieser schon fast einzigartigen Luxuskabinen macht die sternenähnliche LED-Beleuchtung in den Kabinen.

Geschäftsleitung habe ihm gesagt: «Wir könnten jeden der drei nehmen, aber eigentlich brauchen wir keinen von denen. Am liebsten hätten wir Sie.» Er wurde eingestellt und blieb elf Jahre in der Surselva. Die Fortsetzung dieser schönen Geschichte kennen wir. Weitere Investitionen geplant Rückblende in die Gegenwart. Die Zermatt Bergbahnen hegen natürlich weitere Pläne. «Wir bewegen uns in einem gesättigten Markt auf der einen Seite. Auf der anderen sehen wir Skifahrer mit hohen Ansprüchen.» Die 3SBahn ist eine Antwort darauf und ein Teil des Alpine Crossing, wie es Markus Hasler nennt. Zwischen Testa Grigia und Klein Matterhon wird eine neue Bahn – ebenfalls zur Entlastung – gebaut. Im Frühling 2021 sollte sie betriebsbereit sein. Auf der Rothornseite steht ebenfalls eine neue Sesselbahn an. Im Stockhorngebiet wird die Seilbahn von Hohtäli aufs Stockhorn durch eine neue ersetzt. Markus Hasler bleiben – wenn er sich ans Pensionsalter hält – noch sechs Jahre Zeit, um bekannte und vielleicht noch in der Schublade liegende Projekte zu realisieren oder zumindest spruchreif zu machen. Tarifverbunde sind keine Lösung Nur: Von einem Tarifverbund spricht Markus Hasler nicht. «Wir haben eine Zusammenarbeit mit einem Skigebiet in Colorado, in Neuseeland und neu mit Courchevel, dem grössten Skigebiet Frankreichs (3-Vallées).» Für Zermatt sei klar, dass ein «Modell Saas-Fee» nie in Frage komme. Auch andere Tarifverbunde würden wenig oder kaum Ertrag abwerfen, um in Zukunft nachhaltig in die Infrastruktur investieren

zu können. «Die Bergbahnen in der Schweiz haben in den letzten zwölf Jahren im Wintersport zwischen 25 bis 30 Prozent Umsatz und Skifahrer verloren, und es fragt sich: Wollen wir uns in einem gesättigten Markt um Kuchenstücke streiten?» Grosse Stücke hingegen hält Hasler vom dynamischen Pricing, wie es Zermatt eingeführt hat. Wer früh bucht, bezahlt weniger. Einfach, effizient und laufende Erfolgskontrolle. Zwischendurch entgleiten dem gebürtigen Luzerner (Heimatort Altstätten SG) und Bündner ein paar Silben im Walliser Dialekt. Fühlt er sich als Zermatter? Markus Hasler lacht. «Ich bin Imigrant auf Zeit.» Bis zur Pension werde er hier bleiben und gehe dann zurück ins Bündnerland. Er weiss aber schon jetzt, dass er immer wieder gerne zurückkehren wird an den Fuss vom Matterhorn. Das ist er «seiner» Bahn schliesslich schuldig! JOSEPH WEIBEL

FUSION ALS MOTOR Noch bis Mitte Februar 2002 funktionierten im Winter- und Sommergebiet Zermatt vier verschiedene Bergbahnen: Gornergrat-Monte Rosa-Bahnen, Matterhornbahnen AG, Standseilbahn Sunegga AG und Zermatter Rothorn Bahn AG. Am 15. Februar 2002 formierten sich die vier Bahnen mit einer Fusion zu einem starken Unternehmen: Zermatt Bergbahnen AG. Die Burgergemeinde (23%), die Gornergratbahn (22%), die Einwohnergemeinde (18%) und Privataktionäre (37%) bilden das Aktionariat. Von 2002 bis 2018 wurden total 500 Mio. Franken in die verschiedenen Anlagen investiert. Der Bau der 3S-Bahn auf das Klein Matterhorn ist mit 60 Mio. Franken die grösste jeweils getätigte Einzelinvestition in diesem Gebiet. Die Fusion vor 16 Jahren hat sich zweifellos zu einem Antriebsmotor entwickelt. Die Zermatt Bergbahnen AG erzielten letztes Jahr einen Umsatz von 70 Mio. Franken.

REa dy To ch. L a u nch. The PERFECT curv Schwung auf Schwung ng wird der Speed immer schneller, hneller, eine extreme Dynamik ik entwickelt sich – fesselt selt dich. Die Curv Serie wurde e in enger Zusammenarbeit mit Weltcup Athleten entwickelt, um hochsportlichen Skifahrern ahrern die Ausrüstung zu bieten, n, die sie für präzise Kontrolle und ein faszinierendes Kurvenerlebnis nerlebnis benötigen.

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Fokus // Winterstart // Destinations-Neuheiten

Qualität statt Quantität In den Schweizer Wintersportregionen stehen qualitative Verbesserungen im Zentrum und weniger der quantitative Ausbau von Bahnanlagen.

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ie neue V-Bahn in der Jungfrau Region schafft beispielsweise den direkten Anschluss der Männlichen-Bahn an den Üffentlichen Verkehr. Priorität hat der Bau der neuen Männlichenbahn. Sie soll im Dezember 2019 betriebsbereit sein. Die Bahn hinauf auf die Kleine Scheidegg – der Eiger-Express – soll Ende 2020 in Betrieb genommen werden. In das V-Projekt werden 470 Millionen Franken investiert. Auch am Schilthorn gilt die Maxime der Qualitätssteigerung. Hier wird ebenfalls eine direktere und damit schnellere Verbindung auf die 16

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Piste geschaffen. Die Inbetriebnahme ist auf spätestens 2024 vorgesehen, da dann grosse Unterhaltsarbeiten an der alten Birg-Schilthorn-Sektion ausgefßhrt werden mßssten. Pßnktlich auf den Saisonstart geht die 3S-Bahn vom Trockenen Steg auf das Kleine Matterhorn in Betrieb und sorgt fßr einen 365-Tage-Betrieb und dßrfte Wartezeiten auf dem Trockenen Steg auf ein Minimum reduzieren. Die Zermatt Bergbahnen AG haben 60 Mio. Franken in diese neue Bahn investiert (siehe Seite 13). Ansonsten wurden gemäss Verband Seilbahnen Schweiz auf die Saison 2018/19 ausschliesslich Ersatzinvestitionen getätigt. Damit verbunden sind zwar durchaus Qualitätsfortschritte, aber keine spektakuläre Neuerschliessungen. Der Kampf um die stagnierende Zahl von Schneesportlerinnen und -sportler sorgt auch fßr neue Preismodelle. Fßr die Wintersportlerinnen und -sportler heisst das vor allem, dass sie mit einem Skipass eine weit grÜssere Pistenund Regionenauswahl haben. Es wird zwar nicht unbedingt gßnstiger, aber es gibt mehr fßrs Geld. Gebucht wird immer Üfter online – natßrlich auch via Smartphone. So funktioniert auch die Skicard, die bei Swiss-Ski fßr sechs Franken zu haben ist. Man wählt das Skigebiet und das Datum und schon lässt sich das Ticket auf die Skicard laden. So kann man direkt und ohne an der Kasse anzustehen auf die Piste, um in das Schneevergnßgen zu starten. PETER J. AEBI

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Fokus // Destinations-Neuheiten

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Fokus // Destinations-Neuheiten

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Kolumne // Medizin

Das vordere Kreuzband operieren oder nicht operieren?

Dr. med. Walter O. Frey Chefarzt Swiss-Ski Ärztlicher Leiter Balgrist Move>Med Zürich

Dank des vielen Schnees vom letzten Winter kann Hürlimann noch lange in den Frühling hinein Skitouren machen. Als die Abfahrten im feinen Sulz immer früher in den Schneemorast kippen, geschieht es. Am Schluss eines Schwunges, ohne Sturz, ein trockener Knall im rechten Knie – Hürlimann wird ihn nie vergessen! Belasten kann er sein rechtes Bein kaum mehr. Irgendwie rutscht er den kurzen Rest vorwiegend auf dem linken Ski ins Tal hinunter. In der Hoffnung, dass sein Knie schon bald wieder in Ordnung kommt, humpelt Hürlimann nach Hause und wartet, da der Schmerz am nächsten Morgen etwas nachlässt, erst einmal ab. Zum Hausarzt geht er erst einen Monat später. Immer wieder hat er ein unsicheres Gefühl. Auf die medizinische Untersuchung und das MRI folgt der Tiefschlag: Riss des vorderen Kreuzbandes. Zum Glück keine zusätzlichen Schäden, Meniskus und Seitenbänder blieben unverletzt. Wie geht es nun weiter? Vom Hausarzt erfährt er, dass man diesen isolierten Kreuzbandriss operieren oder konservativ – also ohne Operation, aber mit gleich intensiver Rehabilitation – behandeln könne. Wer ein stabiles Gefühl habe, mässige sportliche Ansprüche, müsse nicht unbedingt operieren. Die konservative Therapie habe zudem den grossen Vorteil, dass kein Operationsrisiko bestehe. Trotzdem will Hürlimann auch die Meinung des operativ tätigen Knieorthopäden hören. Bei einer so wichtigen Entscheidung soll man sich die Zeit nehmen und die Meinung von ganz unterschiedlichen Fachspezialisten kennenlernen. Hürlimann lässt sich eine mögliche Operation genau erklären: «Ein zerrissenes Kreuzband wächst in der Regel nicht einfach wieder zusammen. Es muss ein Ersatz aufgetrieben werden. In der Regel entnimmt man eine Sehne oder einen Sehnenteil gleich beim Patienten selber (bei uns viel seltener auch einmal ein Spenderband), um es als Ersatz anatomisch korrekt im Knie zu rekonstruieren.» Aber das sei es noch lange nicht gewesen. Bei einem operierten Knie folge eine intensive Rehabilitation von rund einem halben Jahr. Dafür sollte

später auch intensivstes Sporttreiben wieder möglich sein. Gedankenvoll geht Hürlimann nach Hause. Er hat begriffen: Eine Kreuzbandruptur ist eine schwere Knieverletzung. Die zentrale innerste Stabilität wird dabei zerstört. Auch wenn ich mir dieses Band ersetzen lasse, muss ich selber einen aktiven Beitrag leisten. Ich muss den äusseren Muskelmantel derart gut aufbauen, dass er das Knie perfekt führen und schützen kann. Der Aufwand ist gleich gross, wie wenn ich nicht operiere. Schaff ich das also vielleicht sogar ohne Operation? Gut, dass seine Frau jeweils bei den Untersuchungen und Gesprächen dabei ist. Wäre das ihr Knie, wüsste sie längst, welche Variante sie wählen würde: «Du wirst deinen Lebensstil ändern, Sitzungen absagen und dafür täglich Physiotherapie oder dein Heimprogramm machen. Dies musst du so oder so – mit und ohne Operation. Überleg dir gut, ob du immer noch deine herausfordernden Skitouren machen und deine Tennismatches spielen willst. Ohne Operation bist du aber schneller wieder fit, denn du verlierst keine Zeit mit Im-Bett-Liegen, sondern kannst gleich heute mit der Therapie beginnen. Und solltest du nach ein paar Monaten merken, dass das Knie zu instabil ist, kannst du dich noch immer unters Messer legen», meint sie, pragmatisch wie sie ist . «Auf Skitouren gehe ich eh nur noch bei besten Bedingungen – Bruchharst hatte ich im Leben schon genug. Und Tennis macht auch von der Grundlinie aus gespielt Spass – vielleicht liegt später irgendwann hie und da ein kurzes Match drin.» So entscheidet sich Hürlimann gegen die Operation. Er will zum sportlichen Geniesser mutieren, damit sein Knie eine faire Chance hat, dank der optimal trainierten Muskulatur wieder stabil im Alltag zu werden. Die Skirennsaison geniesst er in diesem Jahr am Bildschirm, auf dem Trainingsvelo fahrend. Dabei Carlo Janka die Abfahrtspisten hinunter fahren zu sehen, berührt ihn dabei ganz speziell. Als Leidensgenosse lernt er nun dessen Leistung noch besser schätzen.

Inserat Fischer

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Mixed Zone

60 MAL NATURELEBNIS PUR Damit nicht nur während, sondern auch nach der Weltcupsaison einige Highlights neben den Pisten erlebt werden können, bietet die Kommission für Tourenwesen von Swiss-Ski jährlich zusammen mit ihren Regionalverbänden und ihren Tourenchefs das OutdoorProgramm an. Ob Skitouren-/Freeridewochen, Ski-Tagestouren, Aus- und Weiterbildungskurse, Jugendprogramme oder Sommerhochtouren: Das

Nordische Kombination

NEUER WEG VOR KARRIEREENDE Im Hinblick auf seine wohl letzte Weltcupsaison sah sich Tim Hug gezwungen, noch einmal neue Wege zu gehen. Seit einigen Jahren ist der Solothurner der einzige Nordisch-Kombinierer, der für Swiss-Ski auf höchster Stufe Wettkämpfe bestreitet. Einen grossen Teil der Saisonvorbereitung absolviert Hug alleine. Auf die neue Weltcupsaison hin war es aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich, ein eigenes Betreuer-Team zu stellen. «Wir haben uns deshalb bei den Norwegern eingekauft, ich bin mittlerweile bei ihnen ein vollwertiges Teammitglied», erklärt Hug. Chance aus der Notlage Es habe sich eine neue Chance ergeben, aus einer Notlage sei schliesslich eine gute Lösung geworden, so der 31-Jährige. «Ich profitiere von neuen Inputs und neuen Trainingsideen. Um weiterzukommen braucht es von Zeit zu Zeit etwas Neues.» Aus finanziellen Gründen und wegen des Studiums (Erneuerbare Energien und Umwelttechnik) kann Hug allerdings nicht die ganze Zeit in Norwegen dabei sein. Die Kommunikation mit den Norwegern wird aber durch regelmässige Telefonate und mittels Videoaustausch aufrechterhalten. «Es kommt immer besser» Im Langlauf hat Hug den Fokus in der Saisonvorbereitung von Anfang 20

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Angebot umfasst mehr als 60 Outdoor-Aktivitäten. Für die Saison 2018/19 werden von Swiss-Ski als Organisator 14 Touren in der Schweiz sowie auch in anderen europäischen Ländern angeboten – sechs mehr als in der zu Ende gegangenen Saison: Variantenskifahren in Andermatt oder im Lötschental, Genuss-Skitourenwoche im Langtauferertal, Skitouren im Münstertal, Tour Jungfraujoch– Louwitor–Abeniflue, 4-Tages-Tour im Grenzgebiet zwischen Italien und Frankreich (Gran Paradiso/La Tesenta), Highlight im Haslital (mit Sustenhorn und Gwächtenhorn), Hochtouren im Naturparadies zwischen dem Aaretal und Gadmental, Trekking über den Grossen Aletschgletscher (den längsten Gletscher

an auf die Technik gelegt. «Zuletzt konnte mir diesbezüglich nicht weitergeholfen werden, da ich in den letzten fünf, sechs Jahren keinen spezifischen Langlauf-Trainer mehr gehabt habe. Im technischen Bereich gibt es noch viel Potenzial.» Auf der Schanze wiederum gilt es das alte Vertrauen wieder zu finden. «Mit den neuen Coaches gab es neue und interessante Inputs. Ich habe das Gefühl, es kommt jetzt immer besser.» Das Highlight vor dem Karriereende Die Weltcupsaison 2018/19 der Kombinierer beginnt am 23. November im finnischen Kuusamo. Mit den Weltmeisterschaften in Seefeld steht im Februar 2019 das Saison-Highlight auf dem Programm. Für Hug dürften dies die letzten Titelkämpfe seiner Karriere sein. «Grundsätzlich bin ich so eingestellt, dass ich nun meine letzte Saison in Angriff nehme.» ROMA N E BE R L E

Europas), Freeride in Davos, Klettern auf Mallorca, Skitouren-Reise in Norwegen zu den Polarlichtern, Skihochtour zum «König des Glarnerlandes» (Clariden und Tödi), Diamir-Freeridetage Lauchernalp und eine Skitourenwoche im Münstertal. Wer sich als Tourenleiter aus- oder weiterbilden möchte, findet im Swiss-Ski-Outdoor-Programm ein umfassendes Ausbildungsangebot, welches allesamt den Richtlinien für Erwachsenensport (esa) des Bundesamtes für Sport (BASPO) entspricht. Bei allen Kursen und Tourenangeboten sorgen erfahrene Bergführer für ein unvergessliches Erlebnis in RO MA N E B E RL E den Bergen.

Snowboard und Freestyle

ZWEI MAL EDELMETALL Das Schweizer Team sicherte sich dank Sophie Hediger (Snowboardcross) und Kim Gubser (Freeski, Slopestyle) zwei Bronzemedaillen anlässlich der diesjährigen Junioren-Weltmeisterschaften im Snowboard und Freestyle, welche vom 24. August bis 8. September im neuseeländischen Cardrona stattgefunden haben. Sie sei eben eine «Rennsau», gestand Sophie Hediger schmunzelnd, als sie von ihrem Rennen berichtete. Am 4. Tag der Titelkämpfe eroberte die 19-jährige Zürcherin das erste Schweizer Edelmetall. Obwohl das Training nicht optimal verlaufen war, packte Hediger spätestens im Rennen all ihre Künste aus: «Dieser Kurs ist zwar nicht meine Lieblingsstrecke, aber es ging gut zum Fahren. Im Finale erwischte ich einen schnellen Start und konnte meine Position während dem Rennen durchgehend verteidigen.» Perfekter Tag Für Nervenkitzel bis zur letzten Minute sorgten die Freeskier: Der Davoser Kim Gubser holte sich mit dem dritten und letzten Run im Slopestyle-Wettkampf die Bronzemedaille. «Der Tag verlief perfekt! Bereits im ersten von drei Finalruns konnte ich alles sauber landen. Nach einem verpatzten zweiten Run folgte der dritte, in welchem ich mich nochmals steigern konnte», fasste der 18-jährige Athlet der Sportmittelschule Engelberg den Wettkampf zusammen.

One Team: Sina Siegenthaler, Nicola Lubasch und Gabriel Zweifel feiern Sophie Hediger.

3. Rang: Medaillengewinner Kim Gubser freut sich mit Teamkamerad Valentin Morel.

Riesige Show Hohes Level, riesige Show und eine extreme Dynamik – mit diesen Worten beschrieb Delegationsleiter Denis Giger das Finale. Zustimmung erhielt Giger auch von Freeski Coach Alex Hüsler: «Das Niveau war extrem hoch, sodass die ersten sechs Athleten Podestchancen gehabt hätten.» Beim letzten Wettkampf verpasste der Snowboard-Alpin-Athlet Gian Casanova um Haaresbreite eine Medaille – der 18-Jährige klassierte sich im Parallel-Slalom im 4. Rang. Insgesamt 14 Swiss-Ski-Athletinnen und -Athleten nahmen an den Titelkämpfen in Cardrona teil. S A BR I N A A E B I S C H E R

FOTOS: SWI SS -SKI

Kommission für Tourenwesen


RIDE REDSTER X The piste ski powered by athlete-proven technology.

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Advertorial // Knecht Reisen

HELISKIING IN KAMTSCHATKA

POWDERN AM ENDE DER WELT

Unglaubliche Vulkan-Landschaften, anspruchsvolle Abfahrten bis ans Meer und eine Abgeschiedenheit, die man nur an den entlegensten Orten findet. Heliskiing auf der sibirischen Halbinsel ist das ultimative Wintererlebnis und knecht reisen der ideale Reiseveranstalter-Partner für Kamtschatka.

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FOTOS: ZVG.

Der Hubschrauber verlässt den Helipad und macht sich mitsamt einer Gruppe aufgeregter Tiefschnee-Begeisterter auf den Weg in eine der ungewöhnlichsten Wintersport-Regionen der Welt. Kamtschatka ist Teil des pazifischen Feuerrings. Gesäumt von Vulkanen und Geysiren liegt es näher an der Westküste des amerikanischen Kontinents als an der eigenen Hauptstadt Moskau. «Wenn es das Ende der Welt tatsächlich gibt, ist man auf der 1200 Kilometer langen Landzunge sicherlich ganz nah dran», schwärmt Chris Bärlocher, Chef von Powder Dreams, dem Wintersportprogramm von knecht reisen. Auch wenn es

schwerfällt, in einer von seismischen Aktivitäten und in der Luft liegendem Schwefelgeruch geprägten Gegend an Skifahren zu denken, ist Kamtschatka eine grandiose Heliski-Destination. Nach einem atemberaubenden Flug über den Sredinny-Höhenrücken landet der russische Militär-Helikopter des Typs MI8 sicher auf dem Gipfel des Vilyuchinsk. Sanft, aber entschieden, setzt Pilot Sascha den Vogel im Schnee ab. Das Mass an Sicherheit ist enorm hoch, nichts wird dem Zufall überlassen, egal ob bei der Auswahl der Berge, bei der Wetterbeobachtung oder beim Personal. Wer hier draussen arbeitet, muss absoluter Profi

auf seinem Gebiet sein. Sobald der Heli wieder abgedreht hat, kehrt Stille ein. Nur der Wind bläst leicht. Ein Blick hinab, wo die Wellen des Pazifik auf das verschneite Ufer rollen, dann geht es endlich los. Die erste Kurve im vom Wind bearbeiteten Hang ist noch etwas holprig, doch die zweite sitzt wie eh und je. Die Kegelform der ostsibirischen Vulkane sorgen für eine gleichmässig steile Abfahrt mit wechselnden Verhältnissen. Von Packeis über Powder bis hin zu zartem Firn – nichts, was es nicht gibt in Kamtschatka. Der Ausblick auf die urwüchsige Natur und vielfältige Flora und Fauna Kamtschatkas ist gigantisch.

Mal ist die tosende See zu sehen, mal schiesst der Dampf aufsteigender Geysire in den Himmel und manchmal sieht man sogar Braunbären-Familien durch die Tundra wandern. Selten gibt es auf HeliskiingTrips so viele überwältigende Eindrücke und Überraschungen. Skifahren in Sibirien ist zweifellos ein Abenteuer – organisiert von den erfahrenen SkireiseSpezialisten von knecht reisen ist es aber sicher und für alle guten Skifahrer und Snowboarder eine zu bewältigende und unvergessliche Herausforderung. BEN MILES

knecht reisen hat seit vielen Jahren mit grossem Erfolg Heliskiing-Reisen nach Kamtschatka im Angebot. Eine Reise nach Kamtschatka ist bei dem führenden Schweizer Skireisen-Spezialisten ab CHF 7860.– buchbar.

Neben Kamtschatka hat knecht reisen zahlreiche weitere Heliskiing-Destinationen rund um den Globus im Angebot. In Kanada, dem Mutterland des Heliskiings, arbeitet der Aargauer Reiseveranstalter seit vielen Jahren mit Canadian

Mountain Holidays (CMH), Selkirk Tangiers und Last Frontier Heliskiing zusammen. Ausserdem sind Alaska, Island, Schweden und Indien im Heliskiing-Programm. Darüber hinaus bietet knecht reisen Trips in sämtliche

nordamerikanische Ski Resorts sowie Skitouren in Norwegen und begleitetet Reisen nach Kanada, Norwegen und Japan zu Top-Konditionen an.

Knecht Sportreisen I Schaffhauserstrasse 130 I CH-8302 Kloten T +41 (0)44 800 77 68 I snow@knecht-reisen.ch I www.powderdreams.ch

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Menschen // Interview

M MENSCHEN

Alle ziehen am gleichen Strick Obwohl er am 1. April 2019 erst 50 wird, ist Urs Lehmann schon der dienstälteste Swiss-Ski-Präsident – und kein bisschen müde. Oder nicht mehr. Die Doppelbelastung als CEO von Similasan, eines Unternehmens mit 130 Mitarbeitern und 60 Millionen Umsatz, das homöopathische Produkte herstellt, und Verbandspräsident mit Wochen-Einsätzen im Winter von «eher 90 als 80 Stunden» (Lehmann) begann doch an den Kräften zu zehren: «Ich spürte eine gewisse Müdigkeit, die ich nicht aus den Knochen brachte. Zehn Jahre hatte ich extrem viel Gas gegeben.» 24 24

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FOTOS: B&S, ERIK VOGELSAN G

Menschen // Interview

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Menschen // Interview

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r leistete sich im Sommer eine sechswöchige Auszeit und reiste mit der Familie durch Europa: «Es war eine Wahnsinnserfahrung. Für die Familie, die für einmal ihren Vater während 24 Stunden für sich hatte. Und auch für mich: Wie der Geist nach so einer Zeit wieder frisch sein kann.» Nun stürzt er sich mit vollem Elan ins elfte Jahr als Präsident. Und sagt: «Wenn man Freude an der Arbeit hat, zählt man die Stunden nicht.» Bei Swiss-Ski ist es fast verdächtig ruhig: keine Entlassungen, keine Skandale – alles im Lot? (Lacht) Das tönt so, als ob es direkt langweilig wäre ... Im Verband haben wir immer Bewegung, ständig spannende Themen und Herausforderungen, wie das in jedem Unternehmen mit rund 200 Angestellten normal ist – plus ungefähr 300 Athletinnen und Athleten. Aber es ist so, dass wir in Ruhe konstruktiv arbeiten können. Wenn mal eine Herausforderung ansteht, wird sie nicht sofort medial ausgeschlachtet. Nach meinem Eindruck halten unsere Leute auch besser zusammen als früher, alle ziehen am gleichen Strick. Auch sportlich läuft es gut. Die Bilanzen an Grossanlässen dürfen sich sehen lassen. Das ist so. Nicht nur in einer Sportart wie Ski alpin läuft es gut, auch in den übrigen Disziplinen – wir haben ja elf Sportarten – dürfen wir mit einer gewissen Genugtuung feststellen, dass wir eine Breite auf gutem Niveau hingekriegt haben. Und dort, wo wir Probleme hatten, ich denke an das alpine Krisenjahr 2013, haben wir die Lehren gezogen.

Wenn es gut läuft, sollen die Leute eine lange Leine haben. Aber wenn es nicht läuft und man etwas ändern muss, ist es die Aufgabe des Verwaltungsrates, näher heranzugehen und mehr Einfluss zu nehmen. 26 26

SNOWACTIVE SNO O WACTII V E

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Weltspitze heranzuführen, dürfen wir uns auf schöne Jahre freuen.

Im Verband haben wir immer Bewegung, ständig spannende Themen und Herausforderungen.

Mit Nachhaltigkeit? Wir hatten wiederholt angekündigt, an der WM 2017 in St. Moritz parat zu sein. Dieses Wort konnten wir halten. Auch da haben alle mitgezogen. Auf der Welle, die wir, die die Athleten entfacht haben, konnten wir bisher weiterreiten. Besondere Freude bereitet mir, dass es mit dem Nachwuchs vorwärts geht und die Massnahmen, die wir in der Krisenzeit ergriffen haben, Früchte tragen. Wenn wir in die Zukunft schauen, auf die Jungen, das Slalom-Team, das Damen-Team, das unglaublich stark und trotzdem noch jung ist, darf man Freude haben und zuversichtlich sein. Aber ... Ja...? ... das muss ich wohl nicht speziell erwähnen: Eine Garantie haben wir nicht. Eine oder zwei Verletzungen von Leistungsträgern können die Situation verändern. Doch grundsätzlich sind wir gut aufgestellt. Ein Fernziel ist der Gewinn der Teamwertung im alpinen Weltcup – eine Illusion oder ein realistisches Ziel? Man muss realistisch anerkennen, dass die Österreicher immer noch ein rechtes Stück voraus sind. Vor kurzer Zeit hätten wir noch gesagt: die sind ausser Reichweite. Jetzt können wir, wenn alles optimal läuft und es keine gravierenden Verletzungen und Ausfälle von Leistungsträgern gibt, in den nächsten zwei, drei Jahren vielleicht sogar dieses Ziel ins Auge fassen. Die Damen waren schon im vergangenen Winter auf Augenhöhe mit den Österreicherinnen, und das mit einer rekonvaleszenten Lara Gut. Und bei den Herren? Da sind wir noch nicht ganz so weit, aber die Perspektiven sind gut. Wir haben ein tolles Team und Athleten an der Weltspitze – allen voran Beat Feuz. Aber wir sind noch zu wenig breit aufgestellt im Weltcup. Wir haben Junge wie den fünffachen Junioren-Weltmeister Marco Odermatt und andere mit grossem Potenzial. Wenn es den Trainern gelingt, diese an die

Bei den Frauen vollzogen Cheftrainer Hans Flatscher und Nachwuchschef Beat Tschuor eine Rochade – im Prinzip ein idealer Personalwechsel von unten nach oben und oben nach unten. Ich betrachte das als Zeichen für die Stärke der Struktur, die Stärke der Mannschaft, die wir in den letzten Jahren miteinander erarbeitet haben. Wenn man jemand aus dem Weltcup zurücknehmen kann mit all den Erfahrungen, die Hans Flatscher besitzt, um das dem Nachwuchs zu vermitteln, ist es das Beste, was passieren kann. Bei den Nordischen droht dagegen mit den absehbaren Rücktritten der Superstars Simon Ammann und Dario Cologna ein Aderlass, der den Verband hart treffen könnte. Das wird uns hart treffen. Es gibt nicht viele Athleten mit vier olympischen Goldmedaillen. Das ist aussergewöhnlich, auch international. Beide haben ihre Sportarten dominiert und sind jetzt noch Persönlichkeiten mit weltweiter Ausstrahlung. Die werden uns einst fehlen, und es wird schwierig, diese Lücken zu schliessen. Ich hätte mir, vor allem im Skispringen, einen schnelleren Generationenwechsel gewünscht. Wir kämpfen darum, an der Basis eine «kritische Masse» zusammenzubringen, um überhaupt die Chance zu erhalten, an die Weltspitze heranzukommen. Im Langlauf hätten wir die Breite und auch gute Resultate. Aber für Medaillen und Podestplätze braucht es noch einen Schritt. Im Verband gibt es elf Sportarten, aber in der Öffentlichkeit besitzt Ski alpin den grössten Stellenwert. Erzeugt das nicht manchmal Neid? Wir, und auch ich, leben und verbreiten das Credo, dass jeder Sportler hochgeschätzt ist. Auch eine Weltmeisterin im Telemark bringt Wahnsinnsleistungen. Aber in der öffentlichen Wahrnehmung, auch als Vermarktungspotenzial, sind die Alpinen am attraktivsten. Das ist nicht nur in der Schweiz so. Deshalb machten wir – schon vor meiner Zeit – eine Priorisierung, in der festgelegt wurde: Alle sind wichtig, aber es gibt solche, mit denen mehr Mittel generiert werden kann – und das sind halt die Alpinen. Dank dieser Priorisierung haben sich alle mit dieser Thematik befasst, Trainer wie Athleten, und sie wird auch respektiert. Droht in einem professionalisierten Verband den Klubs, die mit ihren ehrenamtlich tätigen Leuten immer noch die Zelle von Swiss-Ski bilden, nicht eine Art Marginalisierung? Ich würde sogar sagen, die Ehrenamtlichkeit ist das höchste Gut in unserem System. Diese


Menschen // Interview

Strategisch haben wir uns auf die Fahne geschrieben, wieder attraktiver zu werden für die Mitglieder.

ist von zwei Seiten her gefährdet. Die eine ist der berufliche und soziale Druck von der Gesellschaft, der es immer schwieriger macht, die nötige Zeit aufzubringen. Das spürt man an der Basis. Die andere Seite sind «wir». Ich nenne uns die Spitze des Eisbergs. Aber eigentlich sind es die Klubs und Regionalverbände, die den Skiverband ausmachen und tragen. Dazu müssen wir, die in Swiss-Ski-Kleidern herumlaufen, Sorge tragen und jenen Leuten, die sich ehrenamtlich engagieren, Respekt und Wertschätzung entgegenbringen. Die Mitgliederzahl geht ständig zurück – auf unter 100 000. Gibt es ein Mittel dagegen? Wenn wir als Verband uns stärker darauf fokussieren, und das wollen wir, können wir dem entgegentreten. Davon bin ich überzeugt. Wir hatten schon einmal im Präsidium das strategische Ziel von 120 000 Mitgliedern definiert – und sind zu unseren besten Zeiten auf knapp 120 000 gekommen. Ich muss aber selbstkritisch bekennen, dass zuletzt andere Themen in den Vordergrund rückten und wir den Fokus nicht mehr so ausgeprägt auf die Mitgliederwerbung richteten. Das ist für mich ein Zeichen, wie schnell man die Auswirkungen spürt, wenn man etwas nachlässt. Strategisch haben wir uns auf die Fahne geschrieben, wieder attraktiver zu werden für die Mitglieder. Und

Familien und Junge wieder an die Klubstrukturen heranzuführen. Am Anfang deiner Amtszeit ist dir vorgeworfen worden, dass du dich operativ zu stark einmischst. Mittlerweile hat man das Gefühl, du führst den Verband straff, aber an etwas längerer Leine? Ich habe immer das Credo, auch in der eigenen Firma Similasan: Wenn es gut läuft, sollen die Leute eine lange Leine haben. Aber wenn es nicht läuft und man etwas ändern muss, ist es die Aufgabe des Verwaltungsrates, näher heranzugehen und mehr Einfluss zu nehmen. Ich möchte erinnern an die spezielle Situation, während der man mich geholt hat. Der Verband war damals finanziell ziemlich am Boden, wir hatten gerade Bormio 2005 hinter uns (die WM ohne Medaillen, die Red.). Die Erwartungshaltung war, im Verband etwas zu verändern. Wer das Gefühl hat, man könne in einem solchen Konstrukt etwas verändern, ohne nahe heran und dorthin zu gehen, wo es weh tut, ist nicht realistisch. Es waren zum Teil schwierige Entscheide und für die Betroffenen schmerzvolle. Vielleicht haben wir auch nicht alles richtig entschieden. Das kann passieren, wenn man etwas bewegen will. Du bist jetzt zwölf Jahre im Präsidium, zehn Jahre Präsident, einer mit der längsten Amtszeit – aber noch nicht einmal 50. Immer noch voller Energie? Ja, unbedingt. Mir ist gesagt worden, ich sei der erste Präsident mit einer dritten Amtszeit. Unüblicherweise bin ich mit 37, also sehr jung, ins Präsidium gekommen. Schliesslich hängt ein solches Amt nicht von der Dauer oder vom Alter, sondern vom Engagement, Commitment und Herzblut ab. Und noch wichtiger ist: wie viel kann und will man noch bewegen. Amtsmüdigkeit spüre ich keine. Ich habe nach wie vor viel Spass und Freude und ein lässiges Team. Am Schluss ein internationaler Ausblick. FISPräsident Gian Franco Kasper kündigte seine letzte Amtszeit an. Es ist bekannt, dass du ein allfälliger Kandidat für die Nachfolge bist. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Schweiz, die ja auch Sitz der FIS ist und traditionell bei den internationalen Sportverbänden eine tragende Rolle spielt, Anspruch auf dieses Amt stellen möchte, wenn Gian Franco einmal zurücktritt. Es ist eine mögliche Option und vom Präsidium strategisch so entschieden worden. Wir glauben, über die entsprechenden Kompetenzen zu verfügen. Aber das ist hochpolitisch, es wird verschiedene kompetente Kandidaten geben. Aber nur schon der Prozess ist hochspannend, das einmal mitzuerleben. Das passiert ja höchstens alle 20 Jahre einmal. I NT E RV I EW: R I CHA RD H E G G L I N NOVE M NOVEMBER 2018

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MENSCHEN////Quer Menschen Quer // Franz Julen

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Menschen // Quer

FR ANZ JULEN: EHRLICH, DIREKT, RESPEKT VOLL, ABER KEIN BISSCHEN

QUER «Franz Julen ist ein Schweizer Manager», verrät Wikipedia. Richtig. Er coachte aber auch als Servicemann seinen Bruder Max zum Olympiasieger und arbeitete als Journalist. In die Rolle des Managers stiess er Mitte der Achzigerjahre als Sportvermarkter. Er führte erfolgreich die Skifirma Völkl und zuletzt die internationale Sportfachhandelsgruppe Intersport. Jetzt, mit 60, zieht es ihn zurück in seine Heimat – nach Zermatt. Nicht ganz, aber immer öfter. Franz Julen: gradlinig, aufrecht, erfolgreich. Und trotzdem kein bisschen quer.

FOTOS: B&S, ERIK VOGELSAN G

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usserlich scheint bei Franz Julen die Zeit stehen geblieben zu sein. – Es war Anfang der Neunzigerjahre, als ich ihn besucht habe im zugerischen Baar, wo die Firma Völkl ihren weltweiten Hauptsitz hat. Ich treffe einen schlanken und ranken Franz Julen an. Leicht faltiges Gesicht, schwarzes und gepflegtes Haar. Gefühlte zehn Jahre später sehen wir uns am Hauptsitz von Intersport im bernischen Ostermundigen. Die Figur passt, der Anzug sitzt. Faltiges Gesicht und schwarzes, gepflegtes Haar. Am 6. September 2018 ist er 60 Jahre alt geworden. Rund eine Woche später habe ich ihn besucht. In einem Bürogebäude in Zug. Franz Julen ist und bleibt immer der Gleiche – sowohl von seiner Erscheinung als auch seinen Prinzipen her. Typisch Jungfrau Unpünktlichkeit mag er nicht. Er lässt seine Gäste nicht warten, um den Anschein zu er-

wecken, er sei so beschäftigt, dass er dem nächsten Besucher noch ein paar Minuten Wartezeit auferlegen muss, um eben diesen Eindruck zu vermitteln. Er deutet symbolhaft in der Luft ein Tierkreiszeichen an. «Ich bin eine typische Jungfrau», sagt er. Menschen, die in der Dekade der Jungfrau geboren sind, lieben Ordnung, sind top organisiert – und trennen gerne den Spreu vom Weizen. Bei einem Gespräch kommt er rasch zur Sache. Ein paar Minuten lässt er sich und seinem Gegenüber aber trotzdem Zeit, sich auszutauschen über das Befinden und die privaten Dinge ganz allgemein. Ins Klischee des klassischen CEO der Gegenwart passt er nicht. Seine Mails schreibt er selber. Texte gegenlesen kann er auch, ohne dafür einen Stab mit Kommunikationsleuten zu beschäftigen. Und man findet ihn, den nach wie vor dynamischen und überaus aktiven Geschäftsmann, weder im Facebook, noch auf Instagram oder Linkedin. Er muss sich auch

nicht auf Twitter vernehmen lassen. Wenn er was zu sagen hat, so sagt er es jenen, die es angeht. Dafür sei er ständig am Handy und halte seine Mailbox à jour. Franz Julen runzelt die wenigen Stirnfalten und sagt sogleich: «Ich finde, man muss Richtlinien schaffen für die Online-Präsenz im Mailverkehr.» Wenn ein Vorgesetzter davon ausgehe, dass seine Mitarbeiter praktisch 24 Stunden online sein müssen, so ist das für ihn eine überaus gefährliche Entwicklung. Der Blick in die Augen Das wahre Business, das Geschäftsleben schlechthin, findet für ihn im direkten Kontakt statt. Dann, wenn man sich in die Augen schaue. Seine Prognose ist gewagt, wird aber mit Bestimmtheit untermalt: «Das wird in 50 Jahren nicht anders sein, business is people!» Er reiste um die ganze Welt. 17 Jahre lang als CEO der Intersport-Gruppe – genau genomNOVEMBER 2018

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Es braucht Respekt, Demut, Ehrlichkeit, Bodenhaftung und eine harte Linie in richtigen Moment.

men heisst die Firma: IIC Intersport International Corporation GmbH. In dieser Zeit verdoppelte sich der Umsatz von 5 auf 11,5 Mia. Franken. Die Länderpräsenz erhöhte sich von 16 auf 65. Für ihn war die grösste Herausforderung, mit allen Kulturen auf fünf Kontinenten klarzukommen. Diese Menschen zu verstehen und den Weg zu finden, ihnen Strategien schmackhaft zu machen. «Wie schafft man das?» Er antwortet: «Egal, welche Kultur. Es braucht Respekt, Demut, Ehrlichkeit, Bodenhaftung und eine harte Linie im richtigen Moment.» Er tippt mit dem Zeigefinger auf seine Herzgegend. «Ich habe immer auf mein Herz und meine Intuition gehorcht.» Andere Kulturen kennenlernen Die Vielreiserei hat ihm und seinem Arbeitgeber neue Geschäftsfelder eröffnet. «Ich bin 30

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heute eine andere Person. Meine Persönlichkeit wurde dank diesen unzähligen und wertvollen Kontakten weiter entwickelt.» Weltoffener sei er geworden. Seinen Mitarbeitenden habe er immer gesagt: Wir haben das Privileg, unseren Job mit Reisen in alle Welt zu bereichern und andere Kulturen kennenzulernen. Wie würden ihn seine ehemaligen IntersportMitarbeitenden umschreiben? Er macht eine kurze Pause. Wie so oft in diesem Gespräch, überlegt er sich seine Worte. Jeden Satz. «Ehrlich, direkt, respektvoll. Einer, der es geschafft hat, uns (die Mitarbeiter) zu motivieren und einen guten Teamspirit zu vermitteln. – Das würde ich mir zumindest erhoffen», schmunzelt er. Und was sagt die Realität? Gemäss einer internen Umfrage bei Intersport hätten 95 Prozent der Mitarbeitenden gesagt, dass sie stolz seien für diese Firma zu arbeiten und auch

bereit seien, ausserordentliche Leistungen zu vollbringen. Dieses Resultat habe ihn stolz gemacht. (K)Ein Senkrechtstarter Meine Frage kommt unbedarft: Franz Julen ist ein Senkrechtstarter – ohne Master- und Bachelorabschluss. Ich will ihm damit einen Querpass und die Gelegenheit geben, sich zu erklären, dass es auch ohne Hochschulabschluss geht. Die Antwort ist eine andere. Er habe eine gute Basisausbildung genossen. Nach der Wirtschaftsmatura studierte er an der Hotelfachschule. Nicht das Karrierestreben habe ihn getrieben. «Entscheidend ist bei mir immer die Leidenschaft. Alles, was ich bisher gelernt und erlernt habe, tat ich mit Konsequenz, Freude und Neugier!» Sein ursprünglicher Weg war, Max Julen, seinem Bruder, den


Menschen // Quer

Weg zum Sieger zu ebnen. 1984 wurde der Jüngere Olympiasieger. Nach der Matura, habe er gedacht, finde er seine berufliche Zukunft in seiner Heimatgemeinde Zermatt. Er hätte das Sportgeschäft seiner Eltern übernehmen oder sein Glück als Hotelier versuchen können. Nach dem Olympiasieg kam es anders. Von 1985 bis 1987 arbeitete er als Sportjournalist beim damaligen «Sport» und für das Schweizer Radio DRS. Da habe er sich das Rüstzeug geholt, sich schriftlich und mündlich gut auszudrücken. Seine nächste Station war die Sportvermarktungsagentur von Marc Biver. Julen wurde Sportmanager, unter anderem von Vreni Schneider und der Österreicherin Petra Kronberger – zwei ausgesprochenen Siegertypen. Deutsche Disziplin – Walliser Wärme Gregor Furrer wurde auf den umtriebigen Walliser aufmerksam und holte ihn als CEO zu Völkl International. In einer Zeit, in der die Skiindustrie vom neuen Boom Snowbaord abgedriftet wurde. Fünf Jahre lang war er beim deutschen Skihersteller und profitierte viel. Während dieser Zeit lernte er auch Mitinhaber und MetroFinanzchef Hans-Dieter Cleven kennen, den er als gradlinig empfand. «Er hat mich gelehrt, wie man die wichtigen Dinge anpackt. Ich profitierte von seiner deutschen Disziplin und lernte speditives und effizientes Arbeiten.» Auf der anderen Seite stand Gregor Furrer. Ein Mensch mit Herz und Verstand. Einer, der zudem die ethischen Werte hochhalte. Die Zeit ist abgelaufen Sein Vertrag mit Intersport war bis 2018 befristet. Im April 2015 habe er gespürt, dass die Firma frisches Blut brauche. Übers Wochenende habe er dann entschieden, sein Amt zwei Jahre vorher zu beendigen. Heute ist er VRPräsident bei der Valora Holding AG, einem Convenience- und Food-Service-Anbieter mit 15 000 Mitarbeitenden und 2800 Verkaufsstellen. Später holte ihn die deutsche Detailhandelskette Aldi Süd in den Beirat. Und vor drei Wochen kehrte Franz Julen wieder ganz in seine Heimat zurück – beruflich gesehen: als VR-Präsident der Zermatt Bergbahnen AG. Dieses Mandat sei für ihn ganz besonders: eine Herzenssache. Rückzugsort nicht verlieren Franz Julen wohnt seit vielen Jahren mit seiner Familie (ein Sohn, eine Tochter) im Kanton Zug. Das wird auch künftig so bleiben. Als VRPräsident der Bergbahnen sei er sicher öfter in Zermatt. Die Mitarbeitenden sollen sehen und spüren, dass ich meinen Job ernst nehme. Seine Frau habe allerdings Bedenken, dass er durch seine Tätigkeit den Rückzugsort Zermatt verliere. Er faltet seine Hände und sinniert: «Es liegt an mir den Riegel frühzeitig zu schieben.»

Rose an seine Frau In einem Interview in der «Bilanz» verrät Franz Julen seine ausserberuflichen Leidenschaften. Er gebe viel Geld aus für Ferien mit der Familie. Im Winter fährt er – klaro – am liebsten Ski und im Sommer ist er ein gefürchteter Gegner auf dem Tenniscourt. Fussball zu schauen ist seine Leidenschaft. Am liebsten schaut er Bayern München zu. Und was er uns direkt und ohne Plattitüden sagt: «Die Familie ist mein Rückzugsgebiet. Bei ihr kann ich meine Batterien aufladen.» Auch wenn er von Montag bis Freitag kaum daheim gewesen sei, so habe er die wichtigen Momente seiner Kinder nie verpasst. Auch kürzlich nicht, als er seine Tochter bei der ersten Besteigung des Matterhorns unterstützte. Er habe eine Frau, die seine grösste Kritikerin sei. «Wenn mein gesundes Selbstvertrauen ausufert, holt sie mich zurück auf den Boden.» Er habe von ihr viel Unterstützung und Verständnis erfahren. Und dann sagt er einen abschliessenden Satz, der einer blühenden Rose gleichkommt, die er vergibt: «Solche Frauen gibt es heute fast nicht mehr!»

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KURZE FRAGE – KURZE ANTWORT Detailhandel Der Handel ist im steten Wandel. Der Detailhandel hat eine grosse Zukunft. Digitalisierung Der erste Schritt zum Einkauf führt immer mehr über digitale Geräte. Dabei muss es dem Händler gelingen, den Kunden zu «packen» und ins Geschäft zu locken. Dort kann er Beratung, Service, Atmosphäre, Preis, usw. ausspielen. Die Vernetzung von Online und Offline sehe ich als grosse Chance. Skiindustrie Die Skiindustrie ist, verglichen mit anderen Produkten, kein Wachstumsmarkt. Sie reagiert wie ein Seismograph auf die Witterungsverhältnisse. Zudem ist die Skiproduktion immer noch von viel Handarbeit beherrscht. Die Herstellung ist aufwändig und personalintensiv. Klimaveränderung Der Wintersport stagniert auf der einen Seite, der Sommersport wird stärker und auch von den Bergbahnen stärker ausgebaut. Der Sommertourismus wird weiter wachsen. Zermatt Ist ein Brand. In der grossen weiten Welt kennt man das Wallis nicht, dafür kennen alle Zermatt. Sport Ist ein treuer Begleiter von mir. Dafür habe ich mir immer genügend Zeit genommen. Time out Bevor ich bei Völkl als CEO begann, nahm ich mir eine zweimonatige Auszeit. Ich habe meinen Mitarbeitenden stets Auszeiten empfohlen, aber unter einer Bedingung während dieser Zeit: Kein Handy und kein Laptop.

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Advertorial // Audi

Audi Chic Nic ERSTBEFAHRUNG DES COL DES GENTIANES

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Da hat sich Audi Schweiz etwas einfallen lassen. Ein Chic Nic auf 3000 Metern Höhe. Auf dem Col des Gentianes um genau zu sein, eine Passhöhe zwischen dem Val de Nendaz und dem Val de Bagnes, Teil des Skigebietes Les 4 Vallées, der für gewöhnlich mit der Seilbahn, im Sommer zu Fuss erreicht wird. «Und so staunten Murmeltiere, Steinböcke und Wanderer nicht schlecht, als unsere Karawane, bestehend aus zwölf neuen Audi Q8, den Berg bezwang», lacht Sarah Köpfli, Projekt quattro Managerin bei der Division Audi der AMAG Import AG. Quasi eine

Erstbefahrung des Col de Gentianes – weil zuvor noch nie Gäste mit dem Auto dort oben waren. Auch das mit den Vierbeinern ist kein Witz. «Wir haben erstaunlich viele Murmeltiere gesehen und als wir um eine Kurve bogen, standen drei Steinböcke mitten auf der Strasse», so Sarah Köpfli, «diese ad-hoc-Pausen waren Highlights, die den Event noch einmaliger machten.» Besonders war der Anlass ohnehin schon. Auch weil einfach alles gepasst hat: das Wetter, die Gäste, die Bergfahrt im Audi Q8, das Essen und die weltallerschönste Arena, die man

sich vorstellen kann – Verbier und seine Bergwelt. Grossartige Zusammenarbeit mit Verbier «Als Wegbereiter hat uns Philippe May, Direktor der Skischulen, im Vorfeld so ziemlich alle Türen geöffnet», schwärmt Sarah Köpfli, «es war eine Riesen-Herausforderung, die Bewilligung für das Befahren der Bergstrasse zu erhalten.» Und so habe sich die Zusammenarbeit mit Verbier und den Bergbahnen Téléverbier einfach grandios gestaltet. Auch Pierre-André Gremaud, Tourismusdirektor von Verbier, hat die Gäste

FOTOS: ZVG.

Ein Picknick auf 3000 Metern Höhe ist nichts Ungewöhnliches, die Anreise mit einem Audi Q8 indessen schon. Da passt Chic Nic schon besser, auch angesichts der reich gedeckten Picknick-Tafel. Von der schönen Aussicht auf die Walliser Alpen ganz zu schweigen.


Mehr Infos auf www.audi.ch/q8 und www.homeofquattro.ch

begrüsst und ihnen die Vorzüge von Verbier und seiner Bergwelt präsentiert. Spannend in Szene gesetzt wurde der Audi Q8 von den Audi-Instruktoren, etwa in dem einer – am Steuer sitzend – bei der steilen Talfahrt

die Füsse aus dem Fenster baumeln liess. Der Audi Q8 ist nämlich nicht nur ein cooler Offroader, sondern vor allem auch ein cleverer mit eingebautem Bremsassistenten – und vielem mehr natürlich.

Anspruchsvolle Bergfahrt Insgesamt ein intelligentes Auto also, das von den Testfahrerinnen und -fahrern so einiges abverlangte. Jedem Auto waren zwei Gäste zugeteilt. Einer bezwang die erste, etwas einfachere Strecke, während sich die Geübteren auf der zweiten, anspruchsvolleren Teilstrecke ans Steuer setzten. Oben angelangt genossen die Teilnehmer dann das prächtige Pic Nic mit Walliser Spezialitäten, verpackt in schicken Picknick-Körben. Auf gemütlichen Sitzgelegenheiten aus alten Pneus richteten sich die Gäste genüsslich ein. Später wurde noch ein Fondue angerichtet. Alles bis ins Detail gut vorbereitet, gespickt mit spontanen Einlagen, etwa der Showeinlage von zwei Audi-Partnern, die auf dem Berg zu ihren Akkordeons griffen.

Die Gäste – Audi-Kunden und Fans – waren restlos begeistert, ja selbst die Audi-Instruktoren aus Deutschland, die seit 25 Jahren im Business sind, reihten den VerbierEvent weltweit unter die Top Drei ein. Das ist eine Auszeichnung! Angereist sind die Gäste übrigens bereits am Vorabend – zur Einstimmung auf die Bergfahrt am Tag danach trafen sie sich zu einem gemütlichen Welcome-Apéro mit anschliessendem Nachtessen inklusive Übernachtung im 5-Sterne-Hotel W Verbier. Beide Zwei-Tages-Events waren mit je 24 Gästen ausgebucht, und auch der dritte Event – ein Tagesausflug – war bis auf den letzten Platz besetzt. Von daher dürfen Audi-Fans gespannt sein. Eine Fortsetzung folgt bestimmt. SABINE BORN

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Urs Kälin Der Wawrinka des Skisports

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Menschen // Legenden

Wenn du wegen zwei Hundertstel die Goldmedaille verpasst, ist es logisch, dass dich das ärgert.

Er begleitete die Superstars Ingemar Stenmark, Pirmin Zurbriggen und Alberto Tomba in den sportlichen Ruhestand. Und erlebte den Ein- und Aufstieg der neuen Heros Mike von Grünigen oder Hermann Maier. Urs Kälin war mittendrin und voll dabei und spielte im Konzert dieser Ski-Legenden selber eine tragende Rolle – vergleichbar mit einem Stan Wawrinka im Tennis.

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FOTOS: B& S, ERIK VOGESAN G / KEYSTONE

ie Wawrinka Spielern wie Federer, Nadal, Djokovic und Co. mit seinem Kampfgeist und Willen immer wieder Paroli bietet, begegnete Urs Kälin diesen Giganten auf Augenhöhe und hinterliess selber markante Spuren. Der Schwyzer mit dem grossen Kämpferherzen war in den Neunzigerjahren Teil der legendären «vier Musketiere». In 20 Rennen in Serie stand immer mindestens einer des Quartetts Kälin, von Grünigen, Steve Locher und Paul Accola auf dem Podest, oft sogar zwei. Die Vier sind heute noch der Stolz von Kulttrainer Fritz Züger. Spuren in Lillehammer Auch individuell setzte Kälin Akzente: Dreimal errang er an Grossanlässen die Silbermedaille, 1991 an der WM in Saalbach-Hinterglemm (hinter dem unvergesslichen Rudi Nierlich, der kurz darauf bei einem Autounfall tödlich verunglückte), 1994 an den Olympischen Spielen in Lillehammer (0,02 Sekunden hinter Markus Wasmeier) und 1996 an der WM in der Sierra Nevada hinter – Alberto Tomba. «Das war eine interessante Zeit», blickt Kälin zurück. «Leute wie Tomba waren genial für den Skisport. Er faszinierte die Massen. Wo er auftrat, war immer Spektakel mit riesigen Zuschauermengen.» In Alta Badia herrschte Stim-

mung wie an einem Fussball-Länderspiel. «Und als Tombas Karriere allmählich zu Ende ging, tauchte mit ‹Vorfahrer› Hermann Maier wieder ein spezieller Typ auf.» «Herminator» fuhr so schnell wie Kälin ... Das Attribut «Vorfahrer» hat eine spezielle Bewandtnis. Ausgerechnet bei Urs Kälins grösstem Triumph am 6. Januar 1996 in Flachau ging der Stern von Hermann Maier auf, der damals völlig unbekannt war und – als Vorfahrer – nur deshalb an den Start gehen durfte, weil das Rennen in seinem Heimatort stattfand. Am andern Tag waren Österreichs Zeitungen voll von Hermann Maier. Er soll als Vorfahrer so schnell gefahren sein wie der Sieger Urs Kälin. ... fast! Es war dann bei genauerer Kontrolle «nur» die siebentbeste Zeit. Alleweil: Maier bekam dafür einen Startplatz im Europacup und siegte auf Anhieb. Ein Jahr später nahm er als «Herminator» im Weltcup seine unwiderstehliche Siegesserie auf. Eine andere Geschichte von historischer Dimension nahm in Flachau seinen Anfang. Urs Kälin feierte als erster Schweizer einen Weltcupsieg auf einem Schweizer Produkt. Die kleine Skifirma Stöckli aus Wolhusen gab auf eindrückliche Weise als internationaler Mitbewerber ihre Visitenkarte ab. Ein Traumpaar Stöckli und Kälin bildeten ein Traumpaar. Eine Firma und ein Athlet hatten sich gefunden und eroberten auf ihre Art die Skiwelt. Kälin war in Bennau SZ unmittelbar neben einem kleinen Bügelskilift auf knapp 800 m ü. M. aufgewachsen und ein halber Flachländer. Sein Onkel Sepp Zehnder zählte als Skispringer zur internationalen Klasse (Top Ten an der WM 1970 in Vysoke Tatry). Kälin versuchte es ebenfalls auf der Schanze, liess es dann aber sein wie auch das Ringen, wo er ebenfalls über bemerkenswertes Talent verfügte.

Er konzentrierte sich auf das alpine Skifahren, gewann überraschend 1989 in jungen Jahren den Weltcup-Riesenslalom von Waterville Valley und liess sich über ein Jahrzehnt lang nicht mehr von der Weltspitze verdrängen. Aber Göttin Fortuna hatte für ihn eine besondere Rolle vorgesehen. «Acht- oder neunmal wurde ich Zweiter», erinnert sich Kälin. «Ein paar Mal war ich selber schuld.» Genau weist die Statistik zehn zweite Plätze aus. Viermal musste er Tomba den Vortritt lassen, zweimal Teamkollege von Grünigen. Kein Gold wegen zwei Hundertstel Der zweite Platz, der ihn am meisten beschäftigte, war zweifellos jener in Lillehammer, als Wasmeier um mickrige zwei Hundertstel schneller war. Kälin gab sich im Ziel zwar cool: «Ich konnte ja mit einer Silbermedaille nicht den ‹Grind› machen.» Aber innerlich brodelte es: «Wenn du wegen zwei Hundertstel die Goldmedaille verpasst, ist es logisch, dass dich das ärgert, zumal mir am Start ein Fehlerchen unterlaufen ist.» Das «Fehlerchen» bestand aus einem unglücklichen Missgeschick: «Ich öffnete das Starttor zu früh. Ich bin ‹drangeschossen›, das macht sofort zwei, drei Zehntel aus. Dafür habe ich nachher im Lauf enormes Risiko genommen. So kann man nie genau sagen, was wäre gewesen wenn ...» Für die Öffentlichkeit hatte er nicht als Favorit gegolten, weil er im Weltcup vorher in der Saison über einen 7. Rang nicht hinausgekommen war: «Ich hatte Abstimmungsprobleme und fing an zu pröbeln. Plötzlich fand ich einen Ski, der optimal funktionierte. Im Europacup setzte ich ihn fünfmal ein – und gewann fünfmal. Im Weltcup benutzte ich ihn aber nur sporadisch und hob ihn für Lillehammer auf.» Erfolg dank Ehrgeiz und Wille Ein Wimpernschlag fehlte zum olympischen Gold. «Ein zweiter Platz ist an Olympischen NOVEMBER 2018

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Menschen // Legenden

Spielen medial weniger als die Hälfte wert», stapelt Kälin tief. An seiner Popularität tat das wenig Abbruch. Der Fan liebt Fighter, harte Arbeiter, die sich nicht unterkriegen lassen und immer wieder hochkämpfen. Das Buch, das Beat Christen über ihn geschrieben hat, trägt den sinnigen Namen: «Erfolg dank Ehrgeiz und Wille.» «Jaja», lächelt Kälin, «solche Eigenschaften hat man mir nachgesagt. Aber die andern waren genauso ehrgeizige Kämpfer. Keiner hat sich gerne vom andern schlagen lassen.» Auch im eigenen Team nicht. Zu jener Zeit herrschte eine unglaubliche Gruppendynamik. «Einer», so Kälin, «war immer schnell, schon im Sommer im Training. Da mussten die andern reagieren, so hoben wir gegenseitig das Niveau an. Willst du im Rennen top sein, musst du im Training 100 bis 110 Prozent fahren.» Plötzlich Werkfahrer Nummer 1 Mit einer solchen Einstellung war Kälin die ideale Person für das Pionierprojekt der Schweizer Skifirma, die über den Weltcup in die grosse weite Welt aufbrach. Kälin, bei Rossignol im Schatten eines Tomba, war jetzt Werksfahrer Nummer 1 – mit allem Risiko.

«Das Risiko war für die Firma grösser als für mich», relativiert Kälin. «Ich war überzeugt, das bringen wir hin. Mit 29 verfügte ich über einige Erfahrung und wusste, wie ein Ski zu funktionieren hat, um schnell zu sein. Mit Ruedi Arnet und Walter Schaller standen mir zwei routinierte Spezialisten mit grossem Fachwissen zur Seite.» Und mit Firmenchef Beni Stöckli war ein leidenschaftlicher Patron an Bord. Nach seinem Rücktritt mit 35 Jahren übernahm Urs Kälin die Rennleitung bei seinem letzten Ausrüster. Später wechselte er zu Blizzard, wo er zusammen mit Peter Müller wäh-

rend sieben Jahren für den Vertrieb zuständig war. Inzwischen ist der gelernte Werkzeugmacher seit fast einem Jahrzehnt für die Firma Wintersteiger im Verkauf tätig, einem österreichischen Unternehmen, das Maschinen für die Bearbeitung von Wintersportgeräten herstellt und Skidepots und Skiräume bei Bergbahnen, Liftstationen und in Hotels einrichtet und ausstattet. Ehrliche Arbeit, Einsatz, Ehrgeiz, die Eigenschaften, die Kälin als Aktiven auszeichneten, verleihen ihm auch im zivilen Beruf höchste Glaubwürdigkeit. RICHARD HEGGLIN

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A AKTIV

DI E PIST E N PR Ã&#x201E; PA R AT ION I M SK IC RO S S IST

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Aktiv // Backstage

Top-Bedingungen für die Skicrosser: Seit August trainiert das Team von Swiss-Ski unter seinem Cheftrainer Ralph Pfäffli auf dem Gletscher in Saas-Fee.

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FOTOS: ZVG. / SWISS -SKI

ange Tage, hohe Temperaturen. Für viele war der Gedanke an Schnee während den Sommermonaten undenkbar. Trotzdem sind vorab die Athleten von Swiss-Ski voll im Training, um den Grundstein für eine erfolgreiche Wintersaison 2018/19 zu legen. Dies ist auch im Skicross-Team von Cheftrainer Ralph Pfäffli nicht anders. Trainierte man im Hochsommer vorab die Kraft, koordinative Fähigkeiten und Ausdauer, geht es seit August jeweils auf den Schnee. «In Saas Fee finden wir die besten Trainingsverhältnisse und einen idealen Kurs vor.» Die Piste dazu präpariere er gleich selbst, sagt der Trainer von Swiss-Ski. Weil Saas Fee zudem eigentlich immer zu 100 Prozent schneesicher sei, habe es bisher noch nie Ausfälle im Trainingsplan gegeben. Die Helden der Nacht Natürlich seien die Schneeverhältnisse dieses Jahr nicht ideal gewesen, sagt Pfäffli. «Wegen der aussergewöhnlichen Wärme war der Schnee zwar gut, aber extrem weich. Die Bedingungen sind für mein Team trotzdem immer top gewesen.» Skicross sei die neue Sportart schlechthin, eine schwindelerregende Mischung aus Steilkurven, Sprüngen und Bodenwellen macht die Faszination aus. Dafür braucht es auch eine anspruchsvolle Piste.

In Saas Fee finden wir die besten Trainingsverhältnisse und einen idealen Kurs vor. Ralph Pfäffli

Und wer könnte diese besser konstruieren als der Cheftrainer selbst. «Gesagt, getan, schliesslich habe ich in dieser Hinsicht 15-jährige Erfahrung aufzuweisen. Allein geht es trotzdem nicht, darum habe ich ein Helferteam, das mir mit viel Herzblut für unseren Sport zur Verfügung steht.» Zu Beginn der Trainingsphasen seien gleich mehrere Spezialisten gleichzeitig unterwegs. «Die Arbeit ist nicht zu unterschätzen», sagt Pfäffli. Da werden oft auch Sonderschichten eingebaut und wir sind noch vor Sonnenaufgang auf dem Gletscher. Schliesslich müsse den Sportlern ein sicherer und optimaler Pistenaufbau gewährt werden. «Ich kann von meiner grossen Erfahrung profitieren, bin ich doch bis vor sechs Jahren selbst aktiv gefahren.» Den Pistenbau habe er sich mit «learning by doing» angeeignet. Rund zwei Wochen Arbeit und 50 000 Kubikmeter Schnee

stecken in einer Skicross-Piste, wenn dann die besten Crosser in Saas Fee starten. «Steht dann die Grundpiste erstmal, dauert eine erneute Präparation, zum Beispiel nach einem Wetterumschwung, erneut ein bis zwei Stunden.» 50 Sekunden Fahrt Der Herr über die Wellen und Jumps ist mit Ralph Pfäffli also der Cheftrainer persönlich. «So kann ich mit meinen Fahrern am besten trainieren und die richtigen Tipps geben.» Nur rund 50 Sekunden dauert ein Lauf auf dem Gletscher in Saas Fee. Da werden die einzelnen Elemente geübt. In den Rennen werden dann die gefühlten 1000 Wellen und Sprünge und natürlich der Start entscheidend sein. «Es ist äusserst wichtig, gut aus dem Start zu kommen, sofort Position zu beziehen und die ersten 100 Meter sauber zu fahren. Das ist in unserer Sportart die Grundlage, um ganz an die Spitze zu gelangen.» Pfäffli war den ganzen Sommer über in Saas Fee und hat seinen Fahrern beste Voraussetzungen zum Erfolg geschaffen. Schliesslich sollen die Grosserfolge, die zuletzt von Fanny Smith und Marc Bischofberger an den Olympischen Spielen erreicht wurden, ihre Fortsetzung finden. «Wir sind bereit, es läuft alles nach Plan», sagt der Cheftrainer abschliessend. D A N I E L MA RT I N Y NOVEMBER 2018

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Aktiv // Backstage

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Aktiv // Backstage

Zermatt, das sind 365 Tage im Jahr Schneesport. Ab Herbst und im Winter kĂśnnen bis zu drei Viertel der Pistenkilometer beschneit werden. Ab Oktober wird das Gebiet nicht nur von Alpin-Fahrern von Swiss-Ski fĂźr Trainingseinheiten in Beschlag genommen. NOVEMBER 2018

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Aktiv // Backstage

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ie Skigebiete von Zermatt «wachsen» jeweils im Herbst. Stand der Dinge jeweils Anfang Oktober: Das Skigebiet auf dem Theodulgletscher rund um das «Matterhorn glacier paradise» beträgt über 21 Kilometer und bis gegen Mitte Dezember kommen immer mehr präparierte Kilometer hinzu. Beste Bedingungen also für die Alpinen. «Wir sind seit August im Training und auch auf Schnee», sagt Tom Stauffer, Cheftrainer Männer bei Swiss-Ski. «Im August und September profitieren wir vorerst von den guten Bedingungen in Saas Fee, können dort auch an ersten Europacuprennen teilnehmen, bevor wir dann nach Zermatt kommen.» Hier schätze er die hervorragende Pistenpräparation besonders. «Es sind Profis am Werk, die ihr Handwerk verstehen und uns die Pisten bestens präparieren», sagt der Cheftrainer. «Wann genau wie viele Kilometer Pisten bereitstehen, hängt vom Wetter und vor allem vom Schneefall ab», sagt Raoul Briner. Der 47-Jährige arbeitet seit mehr als zwanzig Jahren bei den Zermatt Bergbahnen AG. Seit 1996 ist er in diesem Bereich sogenannter «Schneemeister». Wichtig ist die Unterlage Damit die Pisten allen Belastungen standhält, ist laut dem Fachmann eine vorpräparierte 42

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Es sind Profis am Werk, die ihr Handwerk verstehen und uns die Pisten bestens präparieren. Thomas Stauffer

Unterlage das A und O. Da Zermatt eigentlich in einem niederschlagsarmen Gebiet liegt, ist es wichtig, dass die Schneeunterlage robust ist, damit sie lange hält. «Danach geht es je nach Fleiss von Frau Holle weiter», schmunzelt Tom Stauffer, und Raoul Briner fügt hinzu: «Sobald Naturschnee fällt, fahren wir mit den Pistenbullys auf und planieren den Neuschnee auf den mit Kunstschnee vorbereiteten Pisten. Das ist meistens spätestens im November der Fall. Sind die Bedingungen ideal, können wir mit den Schneeanlagen an den Pistenseiten eine gute Unterlage schaffen», weiss der Fachmann. Eine gut präparierte Schneeunterlage schont den Boden und hält der Belastung durch Tausende von Schneesportlern stand. Auf 3883 Metern Höhe zwischen Zermatt und Breuil-Cervinia liegt das höchstgelegene Ski-

gebiet der Schweiz, das «Matterhorn ski paradise». Die schliesslich rund 360 präparierten Pistenkilometer in allen Schwierigkeitsgraden lassen kaum Wünsche offen. «Das kann ich nur bestätigen» sagt Tom Stauffer. In Zermatt werde wirklich alles getan, damit die Schweizer Nationalmannschaft bestens vorbereitet in die Saison starten kann. Zermatt als Privileg? Gemäss der Zermatter Bergbahnen AG sind es inzwischen über 50 Mannschaften täglich, welche die idealen Pistenverhältnisse zu schätzen wissen. Swiss-Ski wird natürlich bevorzugt behandelt. «Für uns ist es ein Privileg, in unserer Heimat solche Bedingungen vorfinden zu dürfen. Wir können quasi nach Belieben zwischen Zermatt und Saas Fee wechseln. Damit erübrigt sich sogar ein Trainingslager in Nordamerika», weiss Cheftrainer Tom Stauffer. Weil die Zermatter Bergbahnen AG über ausgewiesenes Fachwissen verfügt, gelangen auch Herstellerfirmen von Schneemaschinen aus dem In- und Ausland immer öfters an die Fachleute. Einerseits ist das Wissen des Zermatters Raoul Briner legendär. Andererseits macht es sich überall gut, wenn Werbebroschüren die Produkte im Anblick des Matterhorns darstellen. D A N I E L MA RT I N Y


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Aktiv // Skiclub

DER CLUB Vor knapp 70 Jahren von Strassenbahnern gegründet, ist der Skiclub Basler Verkehrsbetriebe inzwischen offen für alle. Der Verein aus dem Flachland und fernab der Berge hat sich den Breitensport auf die Fahne geschrieben. Hoch im Kurs steht auch die Geselligkeit.

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ie arbeiteten arb rbei eite ei ite tete t n für te fü ür den den gleichen glei gl e ch ei chen en ArbeitArb rbei bei eitgeber und trafen sich in der Freizeit immer wieder. Nicht aber für ein Feierabendbier oder einen Jass, sondern für gemeinsame Skitouren. Wegen der unregelmässigen Arbeitszeiten war dies jedoch nicht ganz einfach. Die sportbegeisterten Angestellten der Basler Verkehrsbetriebe wussten sich aber zu helfen und stellten an den Arbeitgeber den Antrag, dass sie allesamt in dieselbe Ordnungs-Nummer 4 eingeteilt werden, um an den freien Tagen gemeinsam ihrem Hobby nachgehen zu können. Prompt wurde dieser gutgeheissen.

V Vo n 29 a u 1 uf 10 0 Mitglieder Mit i gl glie ie ede d r Von auf 110 Die Gruppe vergrösserte sich schnell. Speziell die Jungen zeigten Freude am Wintersport. Ein festes Gefüge gaben ihr dessen Mitglieder mit der Gründung des Skiclub Basler Verkehrsbetriebe (BVB) am 13. Oktober 1949. Dies mitten in der Stadt, im Restaurant Volkshaus. Anwesend waren 29 Strassenbahner. Inzwischen wuchs die Mitgliederzahl auf 110 an und umfasst seit Langem selbstverständlich auch Mädchen und Frauen. Ihr Anteil ist indes nach wie vor geringer als jener des männlichen Geschlechts. Eine gewichtige Änderung ergab sich in all den Jahren auch hinsichtlich der


Aktiv // Skiclub

FOTOS: B& S, STOCKIMAGE / ZVG.

N b d Neben der Förderung Fö d des d Breitensports werden beim Skiclub BVB der Zusammenhalt und die Geselligkeit gross geschrieben.

ausgeübten Sportarten. Skitouren werden kaum mehr unternommen, das Langlaufen verlor sich mit den Jahren. Zuoberst in der Gunst der Mitglieder im Alter von neun bis 90 Jahren steht das Skifahren, eine Minderheit übt das Snowboarden aus. Dies vor allem in der Jugendorganisation, wo sich ein fünfköpfiges, junges Leiterteam um die zirka 20 Kinder und Jugendlichen kümmert. Aufgeteilt sind diese in je zwei Ski- und Snowboard-Gruppen.

kümmert sich aber noch anderweitig um die Geschicke des Skiclub BVB; er ist auch Vizepräsident. Dies seit 2009. Ein Jahr weniger lang steht der Skiclub BVB schon ohne einen Präsidenten da. Nicht zum ersten Mal; das Amt war schon 2001 und 2002 vakant. «In unserem Verein, wie auch in vielen anderen Clubs, ist es in der heutigen Zeit nicht mehr einfach, Leute zu finden, die sich ehrenamtlich engagieren», erklärt Boris Weibel.

Nicht einfach Leute zu finden Die Obhut im Nachwuchsbereich liegt bei Boris Weibel. Der Chef Jugendorganisation

Mehrfach Sieger an nationalem Rennen Nichtsdestotrotz: Der Skiclub BVB funktioniert einwandfrei. Nächstes Jahr feiert er bereits das

70-jährige Bestehen. Grosse Festivitäten sind indes nicht geplant. «Ein kleines, historisch angehauchtes Programm in zwei Akten ist in Abklärung», sagt Boris Weibel. Fix sind hingegen die Aktivitäten des kommenden Winters, wobei die JO- sowie Club- und BVBMeisterschaften in Sörenberg, dem WinterHeimdomizil der früheren Strassenbahner, den Höhepunkt bilden. Dieser Anlass fand notabene schon im ersten Winter nach der Gründung und gleichenorts statt. Des Weiteren auf dem Programm stehen ein Ski- und Snowboardlager für den Nachwuchs, die Teilnahme am Schweizerischen Verkehrs-

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Aktiv // Skiclub

VON N DE DER R «FAH « FAH F R T INS NS S BL BLAUE AU UE » B IS HIN ZUM ZU U M G RÜM PEL P EL TUR PE URNIE N R NIE Neben der Förderung des Breitensp Neben ports, des Spasses p am Schneesport S h p und d dessen Zuganges in der Nicht-Schneeregion werden beim Skiclub BVB der Zusammenhalt und die Geselligkeit gross geschrieben. So organisiert er alljährlich auch eine Vielzahl Anlässe abseits des Schnees Schnees. Heuer zum Beispiel ist eine «Fahrt ins Blaue» – welche früher ins Freilichtmuseum Ballenberg führte –, Outdoor-Go-Kart, ein Besuch im Europa Park, Kletterspass in einem Seilpark inklusive Fahrt mit Riesentrottinett, ein Rodel- und Grillplausch sowie ein Beach-Soccer-Grümpelturnier. Das Angebot veränderte sich in den bald 70 Jahren also stark und entspricht vollends den heutigen Bedürfnissen.

betriebe-Skirennen für die Erwachsenen und ein Vereinsweekend Ende Saison für sämtliche Mitglieder und Freunde. «Im Skiclub BVB hat es Platz für alle», betont Boris Weibel. Speziell betrifft dies Kinder und Jugendliche. Sie bestreiten keine Animations-, Punkte- oder Lizenzrennen, messen sich jedoch an der vereinsinternen JO-Meisterschaft und im alljährlichen Ski- und Snowboardlager. Keine Prominenz, aber ... Da er sich nicht auf den Leistungssport ausrichtet, hat der Skiclub BVB keine prominenten Mitglieder in seinen Reihen. Immerhin qualifizierten sich schon fünf Talente (vier in der Alpinsparte, eines im Skisprungbereich) fürs Nachwuchskader des Nordwestschweizer Skiverbandes (heute Schneesport Mittelland).

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Zwei BVB-Fahrer schafften es sogar ins SwissSki-Nachwuchskader, ein Auftritt auf der grossen Bühne blieb ihnen indes verwehrt. ... Rennen am Lauberhorn Dafür stellten Angehörige des Skiclub BVB am Schweizerischen Verkehrsbetriebe-Skirennen schon mehrfach Kategoriensieger und entschieden auch schon mehrmals die Mannschaftswertung für sich. Die Gründung dieses Anlasses initiierte der Basler Stadtclub übrigens mit und organisiert ihn auch regelmässig. Letztmals 2016. Aber nicht in Sören-, sondern Hasliberg. Ebenfalls unvergesslich in Erinnerung bleibt den «BVB»-lern das Clubrennen anlässlich des 100-Jahre-Jubiläums der Basler Verkehrsbetriebe 1995 auf der legendären Lauberhorn-Strecke. A N I TA F U C H S


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Advertorial // Travelhouse Snow

REISEJOURNAL MIT

DIDIER Was reizt Sie an der Zusammenarbeit mit Hotelplan Suisse? Ich konnte immer wieder erfahren, dass Hotelplan Suisse top ist, sehr professionell arbeitet, gute Tipps hat und eine grosse Auswahl an Sportarten, Ausflügen und Hotels anbietet. Das Unternehmen ist einer der führenden Reiseveranstalter in der Schweiz und ich bin besonders stolz darauf, mit einer solchen Firma arbeiten zu dürfen.

Welche Bedeutung hat Reisen für Sie? Während meiner aktiven Karriere bedeutete Reisen vor allem, rund um den Globus Ski zu fahren. Die Destinationen waren immer vorgegeben. Heute ist Reisen für mich mehr ein Gefühl der Freiheit. Bei der Ferienplanung kann ich entscheiden, wohin es geht, welche Kultur ich kennenlernen möchte, welches Land ich sehen will. Reisen ist grundsätzlich ein Privileg, welches ich sehr schätze, vor allem natürlich zusammen mit meiner Familie.

Freuen Sie sich schon auf den Winter? Wo fahren Sie am liebsten Ski? In der Schweiz und im Ausland? Ich finde es schön, dass wir in der Schweiz vier Jahreszeiten haben, denn ich geniesse auch den Sommer sehr. Aber sobald der Herbst da ist, kann ich es kaum erwarten, bis der Schnee kommt. Am liebsten so viel, dass man auch im Jura, in meinem Heimgebiet BugnettesSavagnières, Ski fahren kann. Da kommen Jugenderinnerungen auf. Im Winter bin ich überall, in der Schweiz sowie im Ausland, im Einsatz. Ich bin regelmässig in Kitzbühel, Wengen und Adelboden. Neben den Weltcup-Destinationen sind wir gerne und viel im Engadin und ab und zu im Wallis oder der Zentralschweiz. Auch Kanada ist immer wieder ein Highlight. Ich bin schon immer gerne dorthin gereist, auch während meiner aktiven Zeit als Sportler. Jetzt sind diese Reisen mit

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Tiefschnee verbunden, und am Ende der Saison noch eine Woche in Kanada Ski zu fahren, ist schon etwas sehr Besonderes. Grundsätzlich freue ich mich einfach, wenn viel und guter Schnee liegt. Wo ist nicht so wichtig. Auch müssen die Berge nicht sehr steil sein. Die Hauptsache ist, Spass zu haben mit Skiern an den Füssen.

Welche Destinationen möchten Sie gerne noch besuchen? Viele! Thailand würde ich gerne kennenlernen, da habe ich schon viel Gutes gehört. In Südafrika war ich auch noch nie, ich würde gerne einmal eine Safari machen. Aber bis es soweit ist, müssen wir noch ein paar Jahre warten, damit unsere Kinder Noé und Amélie etwas älter sind und es auch geniessen können. Das sind erst zwei Länder auf meiner sehr langen Liste und ich hoffe, dass sie jedes Jahr etwas kürzer wird. Welches ist Ihr liebstes Souvenir? Die Erinnerungen an die Erlebnisse in einem Land. Wenn ich nach einer Reise gerne an den Ort zurückkehren möchte, dann ist das das schönste Souvenir. FOTO: B&S, ERIK VOGELSA NG

Herr Didier Cuche, Sie sind seit Kurzem Markenbotschafter von Hotelplan Suisse. Fahren Sie jetzt lieber im Tiefschnee, statt die Pisten als Rennfahrer herunterzubrausen? Während meiner Karriere bin ich fast nur auf der Piste gefahren, vor allem auf eisig präparierten Rennpisten. Ich habe härteren Untergrund eigentlich immer gern gemocht. In den Genuss des Tiefschnee-Skifahrens bin ich nur sehr selten gekommen. Um so mehr freue ich mich jetzt darauf. Es macht Spass, denn abseits der Piste ist nichts vorgegeben. Die Freiheit im Tiefschnee mit dem Gelände zu spielen, ist ein sehr schönes Gefühl.


CUCHE

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Aktiv // Nordic Weekend Andermatt

Elite und Jugend

Bereits im neunten Jahr in Folge traf sich die Langlauf- und Biathlon-Familie von Swiss-Ski rund zwei Monate vor dem Weltcupstart zum Nordic Weekend in Andermatt.

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FOTOS: BARBARA GÖTSCHMANN

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ei teils herrlichem Sonnenschein und spätsommerlichen Temperaturen massen sich die Langläufer und Biathleten der verschiedenen Swiss-Ski-Kader im September in Wettkämpfen auf Rollski und zu Fuss. Im Langlauf gingen bei der Elite Dario Cologna und Nathalie von Siebenthal als Gewinner der Overall-Wertung hervor, siegreich auf Junioren-Stufe (U20) waren derweil Avelino Näpflin und Giuliana Werro. Im Biathlon hiessen die Sieger nach drei Tagen Benjamin Weger und Aita Gasparin auf Stufe Elite sowie Sebastian Stalder und Amy Besarga in der Junioren-Kategorie. Neben abwechslungsreichen Wettkämpfen an allen drei Tagen bot das Nordic Weekend den wichtigsten Partnern des nationalen Elitesports wiederum eine interessante Plattform. Verschiedenste Lieferanten des Swiss Ski Pools standen für Fragen und Antworten zur Verfügung und präsentierten ihre neuen Produkte. Traditionsgemäss fand an zwei Tagen ein Coach Point mit Praxisworkshops, Vorträgen und Diskussionen statt. Dabei wurde auch in anderen Sportarten nach hilfreichen Inputs gesucht. Trainern, Athleten und Funktionären bot sich die Gelegenheit, sich zu vernetzen und weiterzubilden. Anlässlich des Nordic-Weekend-Jugendevents wurden interessierte Jugendliche der Stufen U12 bis U16 zu einem Trainingstag unter Anleitung der Top-Athleten von Swiss-Ski begrüsst. RO M A N E BE R L E www.swiss-ski.ch/nordic-weekend

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GESUCHT Die Federazione Sci Svizzera Italiana (FSSI) arbeitet seit längerer Zeit, um die Moguls-Disziplin auf regionaler und nationaler Ebene zu fördern: durch Veranstaltungen, Wettkämpfe und zukünftige Projekte.

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as Wachstum der Moguls-Disziplin (oder auf Deutsch «Buckelpiste») in der italienischen Schweiz wird vor allem durch die hervorragenden Ergebnisse der beiden Swiss-SkiAthleten Marco Tadè und Nicole Gasparini über die Jahre gestärkt. Tadè, der bereits zwei Mal auf dem Weltcup-Podest stand und eine Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft (WM) in Sierra Nevada von 2017 gewann, hatte letztes Jahr eine Knieverletzung, die ihn an der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Pyeongchang hinderte. Rasche Heilung Die Heilung geht zum Glück schnell voran: «Die im Sommer durchgeführten physischen Tests haben die vollständige Heilung des Knies bestätigt. Mitte Oktober werde ich wieder mit dem Skifahren in Zermatt beginnen. Sprünge trainiere ich im November im französischen Tignes», kommentiert der Freestyler aus Tenero. Und sein Saisonziel? «Bis zu den Weltmeisterschaften am 8. und 9. Februar in Deer Valley will ich mich in Höchstform befinden», sagt er ambitioniert. «Ich habe bereits eine Bronzemedaille bei der WM gewonnen, und auf der Piste in Deer Valley holte ich mein erstes Weltcup-Podium.» 52

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Debüt im Weltcup Nicole Gasparini hingegen wird nach dem Gewinn des Europacups 2016 ihr Debüt im Weltcup haben: «In den letzten Jahren hatte ich mehrere Unfälle und physische Probleme. Das hat mich daran gehindert, mich für die Wettkämpfe gut vorzubereiten. Diesen Sommer habe ich das ganze Trainingsprogramm absolvieren können. Das gibt mir Mut!», antwortet die Freestylerin aus dem A-Kader von Swiss-Ski, die dann zum Schluss kommt: «Ich möchte natürlich an jedem Rennen teilnehmen, unter den ersten 25 klassiert sein und mich für die Weltmeisterschaft qualifizieren.» Wer in Tadès und Gasparinis Fussstapfen treten könnte, kann sicher Martino Conedera sein. Er hat Jahrgang 2002 und startet für die FSSI. Er freut sich auf seine Teilnahme im Europacup (EC) und hebt die hohe Qualität seines Trainings hervor, die er im Sommer gemacht hat: «Mit dem Akrobatik-Trainer habe ich die Grundlagen meiner Sprünge für diese Saison gelegt und auch für die Zukunft gearbeitet. Ich fühle mich sowohl körperlich als auch akrobatisch in guter Form.» Auf die Frage nach den Saisonzielen antwortete er: «Ich will unbedingt ein paar Finalrennen im Europacup bestreiten.» Seine Worte werden von Cheftrainer Loris Battalora und Akrobatik-Trainer Juan Domeniconi bestätigt: «Was den akrobatischen Aspekt betrifft, hat er erhebliche Fortschritte gemacht. Denn er hat auch an komplexeren Formen gearbeitet, die in den nächsten Jahren hinzugefügt werden sollen. Möglich ist für ihn die Qualifikation für die Junioren-Weltmeisterschaften. Dafür muss er im Europacup zwei Mal unter den besten 24 Fahrern sein.»

Entdecken von künftigen Talenten Die European Youth Freestyle Academy (EYFA) ist eine spezialisierte Skischule, die junge Skifahrer und Skifahrerinnen in den Freestyle einführt, insbesondere in der Disziplin Buckelpiste. Seit mehr als zehn Jahren organisiert EYFA im Sommer und Winter Erlebniswochen für Freestyler, die möglicherweise dadurch ihr Talent wecken. EYFA hat seit diesem Jahr das vom FSSI und interessierten Skiclubs unterstützte «EYFA-Programm» ins Leben gerufen, das darin besteht, eine Gruppe von Kindern zwischen acht und 14 Jahren zu bilden, die mit Freestyle beginnen wollen. Im Herbst umfasst das Programm nicht nur wöchentliche MaxiTramp-Trainings, sondern auch Koordinationsaktivitäten. Um diese ehrgeizige Initiative zu fördern und eine gewisse Kontinuität anzubieten, nutzt EYFA die Erfahrung und das Können von Deborah Scanzio, Olympiateilnehmerin auf der Buckelpiste (von Turin 2006 bis Pyeongchang 2018). Sie gewann in ihrer Karriere ein Weltcuprennen sowie eine WM-Bronzemedaille. «Promozione Moguls via Scuole di Sci» Um sicherzustellen, dass diese Disziplin junge Menschen anziehen und in der ganzen Schweiz Unterstützung finden kann, haben FSSI und EYFA in Zusammenarbeit mit Swiss-Ski ab der Saison 2018/19 ein neues Projekt lanciert: «Promozione Moguls via Scuole di Sci.» Gedacht ist eine Zusammenarbeit mit den an dem Projekt interessierten Schweizer Skischulen, um das Thema «Moguls» in ihrem Lehrangebot zu präsentieren. FSSI würde somit den von der Disziplin angeregten Schweizer


Aktiv // Federazione Sci Svizzera Italiana

Schneesportlehrern und Monitoren das Knowhow zur Verfügung stellen: Bau einer Buckelpiste, Verwaltung und Unterhalt der Buckelpiste, grundlegende Skitechnik, Lehrmethodik und Organisation eines Moguls-Wettkampfs. Die Schweizer Skischulen hätten damit ein attraktives neues Angebot für ihre Kunden und die technischen Fähigkeiten, die Disziplin zu unterrichten. Sie würde somit auch in den grossen Skigebieten der Schweiz, die die FSSI nicht immer erreichen kann, eine ständige Förderung geniessen. Eine Initiative zur Förderung des Freestyles, die alle einbezieht: Skigebiete, Skischulen, Lehrer, Monitoren, Kunden, Sportler und Trainer. Eine erfolgreiche Partnerschaft!

FOTOS: ZVG.

Das Nationale Trainingszentrum Seit vielen Jahren finden im Skigebiet AiroloPesciüm verschiedene Freestyle-Veranstaltun-

gen statt: Regionale oder nationale Wettkämpfe, FIS-Wettkämpfe, Europa- oder Weltcuprennen und sogar die Weltmeisterschaft. Seit mehreren Saisons dient es auch als Trainingsbasis für das Swiss-Ski-Moguls- und -Aerials-Team. Das Projekt umfasst die Errichtung eines nationalen Trainingszentrums für Mogul und Aerials, mit Beschneiungsanlage und speziellen Einrichtungen für internationale Wettkämpfe. Eine «Arena», die den beiden Disziplinen gewidmet ist, mit Skipisten gemäss den FIS-Parametern. Mit der Verwirklichung dieses aufstrebenden Ziels wollen wir die Qualität des Trainings unserer Nationalmannschaft verbessern, indem wir bereits Ende November den Schnee für die Trainings haben und damit das Gelingen der geplanten Wettkämpfe ohnehin gewährleisten können.

FSSI: www.fssi.ch Facebook: FSSI-Federazione Sci Svizzera Italiana EYFA: www.freestyleacademy.eu Facebook: European Youth Freestyle Academy

NI CO L Ô M A NNA

Die Moguls-Disziplin in der italienischen Schweiz wird vor allem durch die hervorragenden Ergebnisse der beiden Swiss-SkiAthleten Marco Tadè und Nicole Gasparini gestärkt.

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Service // Medizin

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Arthrose Wenn die Gelenke schmerzen

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Service // Medizin

Dr. Andreas Gösele-Koppenburg Leiter Swiss Olympic Medical Center, crossklinik Basel

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Die Anzahl der Sportler mit degenerativen Gelenkserkrankungen (Arthrosen) hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Zeit verdicken sich die Gelenke und die Beweglichkeit nimmt ab. Dadurch verkürzen sich Bänder und Muskulatur, was wiederum zu Beschwerden führen kann. Eine Spirale von negativen Effekten, die sich, wenn man nicht handelt, stetig verschlimmert.

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Arthrose ist nicht gleich Arthrose ... ... Sport nicht gleich Sport. Die überwiegende Zahl der degenerativen Gelenkserkrankungen betrifft die unteren Extremitäten. Im Vordergrund stehen die Hüft- und Kniegelenke. Männer leiden häufiger an Arthrosen der Hüftgelenke (Coxarthrose) und Frauen an degenerativen Erkrankungen der Kniegelenke (Gonarthrose). Die Ursachen an einer Arthrose zu erkranken sind vielfältig und oft auch nicht eindeutig identifizierbar. Wenn beispielsweise jemand bereits in jungen Jahren eine schwere Knieverletzung erlitten hat und nur noch Reste eines Meniskus aufweist oder gar einen Kreuzbandschaden erlitten hat, so wächst das Risiko für eine degenerative Gelenkserkrankung. Das Gleiche gilt für Fehlstellung der Gelenke nach Brüchen oder Wachstumsstörungen. Häufig jedoch gibt es keine unmittelbare Ursache, und wir gehen heutzutage davon aus, dass es auch eine genetische Komponente gibt, die eine gewisse Veranlagung zur Arthrose mit sich bringt.

FOTOS: B& S, STOCKIMAGE / ZVG.

ie Zunahme dieser Erkrankung erklärt sich nicht, weil wir heutzutage weniger belastungsfähig sind, sondern weil die Bevölkerungszahl stetig steigt und das Sterbealter in den letzten Jahrzehnten angestiegen ist. Gleichzeitig haben sich mit wachsender Technologisierung die körperlichen Belastungen vom Arbeitsplatz in den Freizeitbereich und hier vor allem in den Sport verlagert. Wir haben demzufolge eine Situation einer älter werdenden Gesellschaft, mit zunehmenden Erkrankungen des Bewegungsapparates, die gern Sport treiben möchte und dies aus medizinischer Sicht auch soll. Was ist Arthrose? Arthrose ist die weltweit häufigste Gelenkserkrankung. Wir gehen davon aus, dass rund 60 Prozent der älteren Bevölkerung davon betroffen ist. Aber es ist nicht nur eine Erkrankung der älteren Generation, es können auch schon junge Menschen Beschwerden haben. In diesem Fall vor allem nach Unfällen. Die Arthrose betrifft das ganze Gelenk. Das bedeutet, dass nicht nur der Knorpel betroffen ist, sondern auch der Knochen, die Gelenkkapsel und die Bänder. Es kommt zu einer Veränderung der Knorpelqualität und zu einer Verminderung der Knorpeldicke. Das Ganze ist begleitet von einer Entzündung, weshalb es auch praktisch immer zu einer Gelenksschwellung durch einen Gelenkserguss kommt. Mitunter empfindet man ein Hitzegefühl, wobei im Vordergrund der Beschwerden der Schmerz steht. Meist besteht ein Anlaufschmerz nach Sitzen und Liegen, aber auch ein Schmerz unter körperlicher Belastung und beim Sport. Mit der

Viele Ursachen Sekundäre Faktoren wie Übergewicht und Diabetes beeinflussen die Entstehung von Arthrosen in deutlichem Masse. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Übergewicht nicht nur zu einer rein mechanischen Mehrbelastung der Gelenke der unteren Extremitäten führt, wie das zunächst anzunehmen wäre, sondern auch zu Arthrosen von Gelenken, die nicht primär durch das Gewicht beeinflusst werden (Hand und Finger). Die weit verbreitete Annahme, dass Sport und vor allem «zu viel Sport» den Gelenken schade, stimmt so nicht.

Es gibt sehr gute, neuere Studien an Marathonläufern, die über Jahrzehnte ihren Sport ausüben und eine deutlich grössere Knorpeldicke aufweisen als die «unsportliche» Vergleichsgruppe. Wenn allerdings beim Sport eine Gelenks- oder Knochenverletzung auftritt, dann kann das Risiko für eine spätere Arthrose steigen. Fehlbelastungen, falsches Material (zum Beispiel falsche oder abgetragene Laufschuhe), aber auch Trainingsfehler können Arthrosen zwar nicht auslösen, das Entstehen einer degenerativen Gelenkserkrankung jedoch beschleunigen. Ungünstige anatomische Verhältnisse wie extreme O- oder X-Beine tragen ihr Übriges dazu bei. Viele Multiplikatoren Häufig findet man auch Kombinationen von Übergewicht, Achsenfehlstellungen sowie genetischen Faktoren, die sich dann nicht nur zu einem Problem addieren, sondern gar multiplizieren. Ungeachtet all der genannten Faktoren ist und bleibt Sport gesund und wird von uns Sportmedizinern sehr befürwortet. Letztlich ist es das Mass oder wie man in der Medizin so schön sagt die Dosis, die darüber entscheidet, ob sportliche Aktivitäten gut sind oder aber zu Verletzungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates führen können. Wir Ärzte sind somit in der Pflicht, unsere Patienten hinsichtlich ihrer sportlichen Aktivität zu beraten und fungieren in gewisser Hinsicht immer mehr auch als «Gesundheitscoach». Auf jeden Fall sollten Sie sich aufgrund der Tatsache, an einer Arthrose eventuell zu erkranken, nicht vom Sport abhalten lassen. Sie sollten sich weiterhin ihrer Lieblingsbeschäftigung hingeben. Wie man nun Sport betreibt, wenn man bereits eine Arthrose oder eine Gelenksprothese hat, das erfahren Sie in den nächsten Ausgaben. D R . A ND R E A S G Ö S E L E - KO P PE N BU RG

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Die Sponsoren und Partner

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Service // Mitgliederangebote

UnterstĂźtzen und proďŹ tieren Die rund 100 000 Mitglieder von Swiss-Ski unterstĂźtzen den Schneesport in der Schweiz nachhaltig. Ihr jährlicher Beitrag von 50 Franken fĂźr eine Einzelmitgliedschaft bei Swiss-Ski kommt jeweils direkt den rund 300 Athletinnen und Athleten der elf Swiss-Ski-Sportarten Ski Alpin, Langlauf, Snowboard, Skisprung, Nordische Kombination, Biathlon, Skicross, Freeski, Aerials, Moguls und Telemark zugute.

M

it dieser Unterstßtzung leistet jedes einzelne Mitglied von Swiss-Ski einen Beitrag dazu, dass fßr die Schweizer Schneesportler auf allen Stufen bestmÜgliche Voraussetzungen geschaffen werden kÜnnen. Nur so kÜnnen diese an internationalen Wettkämpfen auch kßnftig so erfolgreich in den Kampf um die Podestplätze ein-

greifen, wie dies im vergangenen Februar an den Olympischen Winterspielen in PyeongChang DER&ALLWAR$ORTGINGEN Schweizer Medaillen auf das Konto von Athletinnen und Athleten von Swiss-Ski. Wer Mitglied von Swiss-Ski ist, leistet jedoch nicht nur wertvolle UnterstĂźtzung, sondern proďŹ tiert auch selbst. Vor jeder Saison stellt Swiss-Ski ein attraktives -EMBER"OOKLETMITEXKLUSIVEN Angeboten seiner Sponsoren und Partner zusammen. Mitglieder

kommen diese Saison in den Genuss vieler attraktiver Angebote. Zum Beispiel: s "AGS%XKLUSIVE4EAM +OLLEKtion fĂźr Swiss-Ski-Mitglieder. FĂźr jeden Geschmack die geeignete Tasche s 0RECORAUF3PINNING Bikes s 3TÂ&#x161;CKLI+OSTENLOSER3KI 4EST im Wert von CHF 59.â&#x20AC;&#x201C; und Ski-Service-Special fĂźr #(&nSTATT#(&n s $ESCENTE"IS%NDE*ANUAR 2ABATTBEIM+AUF EINER$ESCENTE *ACKEBEI einem von schweizweit 0ODIUM 0ARTNERN

Swiss-Ski-Familie! Als Willkommensgeschenk erhältst du ein T-Shirt von ODLO aus der aktuellen Kollektion.

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Frage beantworten und zu einem Sieger werden: Mach mit beim Online-Wettbewerb von Swiss-Ski!

%SGIBTVIELE'RĂ&#x201C;NDE -ITGLIED bei Swiss-Ski zu werden. Werde deshalb noch heute Teil der

Anmeldung fĂźr eine Mitgliedschaft bei Swiss-Ski zur UnterstĂźtzung des Schweizer Schneesports unter: swiss-ski.ch/mitglied-werden

W ET T BEWE R B

FRAGE: Wie viele Medaillen holten die Swiss-Ski-Athletinnen und -Athleten an den Olympischen Spielen in PyeongChang 2018? í˘ą Acht í˘˛ Dreizehn í˘ł FĂźnfzehn Teilnahme bis 31.12.2018 unter: swiss-ski.ch/wettbewerb Auf die Sieger warten attraktive Preise von Swisscom, Raiffeisen, Helvetia Versicherungen, OCHSNER SPORT, ODLO, StĂśckli, MSC Kreuzfahrten, BiXS, Famigros Ski Day, BRACK.CH und langlauf.ch im Wert von rund 14 000 Franken.

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Der exklusive Ski-Event mit Stargästen 27. November bis 2. Dezember 2018

Ihre Stars in Zermatt Maria Anesini-Walliser

Auf der Piste begleiten Sie je nach Ihrer Lust und Laune Stargäste: Olympiasieger, Weltmeister – alles Topshots der jüngeren Vergangenheit: Maria Anesini-Walliser,

Chantal Bournissen

Chantal Bournissen, Erika Reymond-Hess, Karin Seewer-Roten, Roland Collombin, Mike von Grünigen, Bruno Kernen und Urs Räber.

Franco Marvulli Bleib auf en S de ie Die m Laufe Sofo neue SF nden! rt he Z-Ap runt p erla . den.

Erika Reymond-Hess

Mit dabei zum zweiten Mal unser Ski-«Quereinsteiger» Franco Marvulli, ehemaliger Radrennbahn-Profi, 4-facher Weltmeister und 5-facher Europameister.


Arrangements

ab CHF 890.– Weitere Informationen auf www.ski-festival-zermatt.ch

Karin Seewer-Roten

Roland Collombin

Testen Sie testen die aktuellsten Skimodelle der zwölf grössten Skifirmen im Gletscherskigebiet von Zermatt oder in der ganzen Skiwelt des Matterhorndorfes. Das SkiFestival findet erstmals nach Saisonstart statt.

Mike von Grünigen

Bruno Kernen

Chillen

Urs Räber

Geniessen

Sie haben die Wahl zwischen vier und fünf Arrangementtagen und eine ganze Reihe von Sideevents: Workshops über Ernährung, Medizin, Boot-Fitting, Dorfrundgang, geführte Après-Ski-Tour, Promi Meet & Greet. Oder Sie lassen einfach die Seele baumeln, machen ein Workout (oder heisst es besser: Skiout?) mit Yoga, Fitness oder Wellness. Wir bieten Ihnen auch neben der Piste ein grosses Angebot unter dem Motto: Sie können alles, aber müssen nichts!

Wir bieten Ihnen fünf top Vier- oder FünfSterne-Hotels als Unterkunft für vier/fünf Tage bzw. drei/vier Nächte. Geniessen Sie modern und gemütlich eingerichtete Zimmer, eine hervorragende Küche und Wellness. Wir verwöhnen Sie während Ihres Aufenthaltes mit einem Wohlfühlangebot, dass Sie bei keinem anderen Skitest erhalten.

• Testskis à discretion im speziellen Testcenter auf Trockener Steg. • Begleitung durch Stargäste auf den Pisten. • VIP-Corner mit gratis Kaffee und Cüpli auf Trockener Steg. • 10% Einkaufsvergünstigung bei den Intersport-Geschäften in Zermatt. • Raclette-Bon (Restaurant Furri, Zermatt). • Betreuung in den Hotels. • Skischuhberatung auf Trockener Steg und in den Hotels.

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Verwöhnen • 3 oder 4 Übernachtungen mit Frühstücksbüffet und 4- bis 5-Gang-Dinner am Abend. • Möglichkeit Spa statt Skifahren (Wert CHF 230.–/180.– bei 4/3 Nächten). • Stark vergünstigte Parkiermöglichkeit (Einstellhallenplatz) und Taxitransfer von Täsch nach Zermatt und Zermatt nach Täsch zu einem Sonderpreis. • Gepäcktransport zum Hotel und zurück. • 2-/3-Tages-Skipass.

Täglicher Newsletter. Exklusive SFZ-App. Wireless LAN. Sportmedizinische Beratung durch unseren Partner Crossklinik Basel. • Gratis Yoga-Lektionen für Anfänger und Fortgeschrittene. • Willkommensgeschenk.


Vierzehnmal aufgeschnappt 1

Wendy Holdener als Kampagnenbotschafterin für «Spirit of Sport» Die Online-Kampagne «Spirit of Sport» von Swiss Olympic, dem Bundesamt für Sport BASPO und der Sporthilfe soll die Gesellschaft auf die Kernwerte des Sports – Höchstleistung, Respekt, Freundschaft – sensibilisieren. Auf www.spiritofsport.ch äussern sich Sportstars als Kampagnenbotschafter zu Ethik im Sport. Die Kampagne startete mit Wendy Holdener. Die Ski-Olympiasiegerin spricht über Freundschaft. Als Skirennfahrerin ist die Schwyzerin auf der ganzen Welt unterwegs und selten daheim. Sie weiss deshalb, wer ihre wirklich guten Freunde sind. Gefragt nach ihren engen Freundinnen sagt sie: «Es sind die Freundinnen, bei denen ich weiss, dass ich mich nicht täglich melden muss, bei denen ich mich aber trotzdem immer dann melden kann, wenn etwas ist. Und wenn wir uns sehen, dann ist es nicht so, als hätten wir uns einen Monat lang nicht gesehen.»

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Simon Ammann sorgt für strahlende Kinderaugen

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«Gold für die Schweiz»

Der Skisport erfreut sich in der Schweiz grosser Beliebtheit. Dies liegt nicht zuletzt an den Goldmedaillengewinnern an Olympischen Winterspielen und Weltmeisterschaften, welche die Schweiz über die letzten Jahrzehnte zu Ruhm gebracht haben. Das vom ehemaligen Swiss-Ski-Präsidiumsmitglied Heinz Egli initiierte, von Lars Wyss verfasste und von Swiss-Ski herausgegebene Buch «Gold für die Schweiz» porträtiert diese 47 Sieger in den alpinen Skiwettbewerben. Während das Buch die geschichtsträchtigen Siege der grossen Schweizer Skirennfahrerinnen und Skirennfahrer schildert, erzählen die Athleten auch von persönlichen Geschichten, Schicksalsschlägen und Erlebnissen, welche sie in ihren Karrieren durchlebt haben. «Gold für die Schweiz» ist eine einmalige Zusammenstellung von Porträts legendärer Schweizer Skirennfahrerinnen und Skirennfahrer, welche die Schweizer Skigeschichte aufarbeitet. Bibliographische Angaben: «Gold für die Schweiz» Lars Wyss, Heinz Egli Werd & Weber Verlag 1. Auflage 2018 ISBN 978-3-85932-942-3 224 Seiten, Format 22,4 × 28,5 cm, gebunden, Hardcover CHF 49.– / EUR 40.–

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Skischuh nach Mass

Da machten die Jugendlichen in Wildhaus grosse Augen, als sie Mitte September auf den viermaligen Olympiasieger Simon Ammann trafen. Der Toggenburger

stattete dem Skisprungund Kombinationsnachwuchs anlässlich des Helvetia Nordic Trophy Events einen Besuch ab und eröffnete zeitgleich die neue Aufstiegshilfe – den Zauberteppich – der Schanzenanlage Wildhaus.

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Die zehn Swisscom Snow Talents Die Swiss-Ski-Hauptsponsorin Swisscom unterstützt mit dem neu initiierten Projekt «Swisscom Snow Talents» Nachwuchsathleten auf dem Weg an die Spitze. Zum ersten Mal vergibt Swisscom in diesem Rahmen offiziell zehn Kopfsponsoring-Verträge. Sie bietet aber nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch ein Kickstarter-Package, das es so noch nie gegeben hat. Die Swisscom Snow Talents können sich auf viele weitere Vorteile freuen. So hilft beispielsweise Swisscom den Athleten beim Bau einer Website, sie gibt Social Media Coachings, übernimmt die Telekommunikationskosten oder lädt die Nachwuchstalente zu ausgewählten Events als VIP ein.

Der «mass-skischuh» vereint Fahrspass mit höchstem Komfort. Im modern eingerichteten orthopädischen Atelier wird der Fuss genau vermessen und der Fusstyp bestimmt. Die Fussdruckmessung liefert Informationen über die Druckverteilung der Füsse unter Belastung. Anschliessend folgt ein dreidimensionales Mess- und Analyseverfahren. Der 3-D-Scanner vermisst die Füsse bis zum Unterschenkel millimetergenau. Anhand der statischen Fussanalyse und des 3-D-Fussabdruckes werden orthopädische Skischuheinlagen angefertigt sowie die Skischuhschale – mit Hilfe eines Holzleisten – auf die Anatomie der Füsse angepasst. Im letzten Schritt wird mit dem Schäumen des Skischuhs die perfekte Verbindung von Fuss und Schale vollendet.

Diese zehn Athletinnen und Athleten haben aus 65 Bewerbungen den Sprung ins SwisscomSnow-Talents-Team 2018/19 geschafft: s !LEXANDRA"ØR!ERIALS # +ADER s !LINA-EIER,ANGLAUF " +ADER s !RNAUD"OISSET3KI!LPIN # +ADER s #£DRIC.OGER3KI!LPIN " +ADER s &REDERICK)LIANO&REESKI " +ADER s -ARTIN,ØSSER3NOWBOARD&REESTYLE " +ADER s 3ANDRO(AUSWIRTH3KISPRINGEN " +ADER s 3INA3IEGENTHALER3NOWBOARD " +ADER s 3TEPHANIE*ENAL3KI!LPIN " +ADER s 6IVIANNE(AERRI3KI!LPIN # +ADER

www.mass-skischuh.ch

www.swiss-ski.ch/swisscom-snow-talents

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Guter Mix Vorfreude auf die kalte Jahreszeit weckt Schöffel mit der neuen Produktlinie Wintertime. Ein modischer Materialmix aus bedrucktem Microfleece und gestepptem Glattfleece kommt beim Fleece Hoody Millau zum Einsatz. Die Attribute eines gelungenen Skiurlaubs «Dynamik und Atmosphäre» finden auch im urbanen Umfeld ihren Platz und wecken bei leidenschaftlichen Winterfans die Freude auf mehr. Empfohlener Verkaufspreis: CHF 169.–. Erhältlich im Sportfachhandel.

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Afrikanischer Winter Das Bergkönigreich Lesotho liegt mitten im südlichen Afrika. Vieles würde man hier vermuten – nur nicht das: einen Skifahrer. «Ich habe schon etwas Angst, dass ich fallen könnte», sagt der neunjährige Thabang Mabari. «Aber ich liebe das Gefühl des kalten Winds in meinem Gesicht.» Es ist nur ein kleiner Streifen Schnee mitten in der Steppe. Und es ist Kunstschnee – gerade einmal 1000 Meter Abfahrt. Es gibt nur zwei Skigebiete südlich der Sahara. «Afriski» ist eines davon. Wer hierher kommt, muss sich warm anziehen – denn kalt genug für Schnee ist es hier auf 3200 Metern schon. Nur mit dem Niederschlag hapert es oft im afrikanischen Winter. Regenzeit ist hier im Sommer. Ansonsten erinnert vieles an ein Skigebiet in Europa. Der Schnee bedeutet hier Hoffnung auf Wohlstand. Doch ohne Kunstschnee liefe nicht viel. Am Abend pumpen Thabangs Vater und seine Kollegen Wasser aus einem nahegelegenen Regenspeicher in die Schneekanonen. Die Temperatur liegt nachts oft bei unter minus 10 Grad. In der Hochsaison arbeiten hier 240 Angestellte – die meisten sind Einheimische. «Wenn wir guten Schnee machen, dann kommen auch viele Leute aus Südafrika oder sogar Deutschland. Sobald sie die Grenze überschreiten, bedeutet das für uns und Lesotho, dass sie Geld dalassen», erklärt Ernest Mabari. Während die einen noch arbeiten, sind die anderen schon beim Feiern – Après-Ski auf die afrikanische Art. Die Skilehrer bitten die Wettergötter um Schnee und opfern dafür einen Ski dem Feuer – eher Touristenspektakel als echte Lesotho-Tradition. Das Outfit aber ist original. Basthut und Wolldecke – mehr braucht man nicht auf der Piste, sagt auch Thabangs Vater. Thabang will später natürlich als Skilehrer arbeiten – oder als Pilot, so sagt er, denn auch da wehe einem der Wind um die Nase. www.afriski.net Quelle: ARD Studio Johannesburg

Storefinder unter www.schoeffel.com

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Golf Charity zugunsten des Schneesportnachwuchses Im Golf & Country Club Blumisberg fand Mitte September die vierte Ausgabe der Golf Charity der Stiftung Passion Schneesport statt. Zugunsten des Schweizer Schneesportnachwuchses konnten dabei 50 000 Franken generiert werden. Neben den fünf aktiven Swiss-Ski-Athleten Alex Fiva, Marc Gisin, Patrick Küng, Armin Niederer und Ramon Zenhäusern und der Nachwuchsathletin Jessica Keiser nahmen mit Dominique Gisin und Mike von Grünigen auch zwei frühere Schweizer Skistars an der Golf Charity teil. Das nächste Turnier findet am 5. September 2019 in Engelberg statt. Mehr zur Stiftung Passion Schneesport unter: www.passionschneesport.ch

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Jetzt anmelden fürs JUSKILA 2019 Noch bis am 28. Oktober können sich 13und 14-Jährige (Jahrgänge 2004 und 2005) für das JUSKILA anmelden. Eine Woche Schneesport und Lagerleben für nur 120 Franken warten vom 2. bis 8. Januar 2019 auf 600 Jugendliche an der Lenk im Simmental. Infos und Anmeldung unter www.juskila.ch

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BWT neuer Partner von Swiss-Ski Wie zu Beginn der Werbewoche in Willisau bekannt wurde, ist BWT – Best Water Technology – neu offizieller Wasserpartner von Swiss-Ski. Neben umfangreicher werblicher Präsenz tritt Europas führendes Wassertechnologie-Unternehmen im Rahmen der vereinbarten Partnerschaft an verschiedenen Events als Wasserlieferant von Swiss-Ski auf, so beispielsweise im «House of Switzerland» an den alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2019 in Åre und 2021 in Cortina

d'Ampezzo. BWT wird überdies offizieller Co-Sponsor des «Famigros Ski Day» und tritt neu als offizieller Partner des «Grand Prix Migros», des weltweit grössten Kinderskirennens, auf. Weiter sicherte sich BWT die Rechte als Flaschensponsor von zehn Swiss-Ski- Athleten aus dem Weltcupteam Ski Alpin.

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LOWA feiert «Schuhgrösse 40» Lange vier Jahrzehnte sind es her, seit die deutsche Schuhmanufaktur LOWA einen Vertrieb in der Schweiz gestartet hat. Lange 36 Jahre mit dabei ist René Urfer, seit 2000 Geschäftsführer von LOWA Schweiz. Er war denn auch einer der Hauptakteure am grossen Jubiläumsfest in Interlaken. Sein langjähriger Weggefährte Werner Riethmann, Chef von LOWA International, war mit dabei und vor 26 Jahren ein Rettungsanker für die serbelnde Manufaktur. Der italienische Tecnica-Konzern übernahm Lowa und den damaligen Raichle-Mann Riethmann mit aufs Boot. Ein Glücksfall

wie die Zahlen heute eindrücklich beweisen. Lowa Schweiz verkauft jährlich rund 300 000 Paar Schuhe, Lowa total letztes Jahr 2,7 Millionen. Am Schweizer Sitz in Matten bei Interlaken werden auch noch die Produkte Leki, Gloryfy (Brillen) und X-Socks vertrieben.

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Bereits zum 23. Mal findet das Breitensportprojekt Swiss-Jugend-Langlauflager statt!

40 Jahre LOWA Schweiz: Eine Erfolgsgeschichte mit erfolgreichen Akteuren (von links): Alberto Zanatta (CEO Tecnica Group), René Urfer (CEO LOWA Schweiz) und Werner Riethmann (CEO LOWA International).

Zwischen dem 27. und 31. Dezember 2018 werden auf dem Glaubenberg (OW) rund 170 Kinder und Jugendliche den Volkssport Langlauf spielerisch erlernen. Teilnehmer mit Jahrgang 2002 bis 2009 aus der ganzen Schweiz können sich für das «JULALA» anmelden. Die ausgebildete Leitercrew wird ihnen Spiel, Sport und Spass bieten. Auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen sind willkommen! Wir bieten wenn möglich eine entsprechende Begleitung auf und neben den Langlaufski. Interessierte wenden sich bitte an lagerleitung@swiss-julala.ch. Während dem 5-tägigen Lager bieten wir neben dem Langlaufunterricht auch die Möglichkeit, Biathlon-Luft zu schnuppern und Ski-OL auszuprobieren. Neben der Loipe wird ein attraktives Rahmenprogramm mit abwechslungsreichen Aktivitäten geboten. Es lohnt sich, dabei zu sein! Das Anmeldeportal öffnet am Samstag, 20. Oktober, um 9 Uhr. Anmelden kann man sich nur online unter www.swiss-julala.ch. Wir freuen uns über zahlreiche Anmeldungen!

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«Snow-Deal»

Die Oberengadiner Bergbahnen und Engadin St. Moritz Tourismus haben Anfang September ein neues Preismodell eingeführt. In den ersten zwei Wochen wurden über die Website www.snow-deal.ch bereits rund 3000 Skitage zu einem vorteilhaften Preis gebucht. Von dem sogenannten «Snow-Deal» profitiert, wer den Skipass früh bucht. Dass heisst der Gast kann die Preise mit dem Zeitpunkt seiner Buchung be-

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einflussen: Frühbucher, die ihre Tickets bis zu 15 Tage vor der Einlösung erwerben, erhalten neu auf ihre Skipässe Rabatte von bis zu 30 Prozent.

www.snow-deal.ch youtu.be/hA2aS-SI5xw

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Königsklasse Die G-Titan Jacke von Goldwin gehört in die Königsklasse der Skibekleidung. Den perfekten Wärmeausgleich garantiert die mit Daunen durchmischte Infrarotfaser Kodenshi, die die Körperwärme aufnimmt und in grösserer Menge wieder zurückreflektiert. So bleibt das Klima im Innern der Jacke immer angenehm warm. Die Daunenisolierung wurde ausserdem bewusst

auf der Innenseite der Jacke, also möglichst nah am Körper konstruiert. Um die Bewegungsfreiheit und den Komfort zu steigern, wurde die Jacke mit Stretcheinsätzen strukturiert. Optisch erinnern die Vertikallinien auf der Frontseite an den Speed auf den Pisten, die Schwünge im frischen Puderschnee finden sich an Zipper und Taschenklappen wieder. Eine Jacke für alle Bedingungen und Skifahrer mit höchsten Ansprüchen. Empfohlener Verkaufspreis CHF 799.–. www.goldwin-sports.com


Rätsel Gewinne einen Helm: Diversion von K2 Schwer

Dieser K2-Klassiker wurde Ăźberarbeitet und mit einem neuen kompressionsgeformten, austauschbaren Helmfutter sowie Earpads ausgestattet, die man bei wärmeren Temperaturen herausnehmen kann. Der Diversion ist unser Hybrid-Helm Nummer eins â&#x20AC;&#x201C; er vereint die besten Features von In-Mold-Konstruktion und Hartschale. Das Ergebnis ist ein leichter Skihelm mit passiver wie aktiver BelĂźftung.

Teilnahme: ĹĄ 6HQGHGLHGUHL=LÄłHUQLQGHQ JHIĂ&#x2039;UEWHQ)HOGHUQSHU(0DLO PLW%HWUHÄłĹ?5Ă&#x2039;WVHO6QRZDFWLYHĹ&#x17E; DQLQIR#VQRZDFWLYHFK ĹĄ 2QOLQHXQWHU ZZZVQRZDFWLYHFKZHWWEHZHUE ĹĄ 3HU3RVWDQ 3URVHOO$* 6QRZDFWLYH *Ä&#x2026;VJHUVWUDVVH 3RVWIDFK 6FKÄ&#x2026;QHQZHUG Einsendeschluss ist der 5. November 2018

Mittel

ALLGEMEINE TEILNAHMEBEDINGUNGEN AN WETTBEWERBEN

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Leicht

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PS. Die Stimme des Skisports ist für immer verstummt

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nde des letzten Winters deutete Karl Erb nach dem Weltcup-Finale an: «Das war wohl meine letzte Skisaison.» Wie immer hat er jedes Rennen aufmerksam am Fernsehen verfolgt. Und als wir diesen Sommer miteinander telefonierten und ich mich mit einem «auf bald» verabschiedete, meinte er: «Richy, es wird vermutlich kein ‹auf bald› mehr geben.» Gesundheitlich ging es ihm nicht gut. Er litt an einer Augenkrankheit (Makula-Degeneration) und sah fast nichts mehr. Auch Herzbeschwerden machten ihm zu schaffen. Sein Aktionsradius wurde immer kleiner, am Schluss reichte er kaum mehr über die Schwelle seiner kleinen Wohnung in Muralto hinaus, die er als schmucke Arvenstube eingerichtet hatte. Geistig bewegte er sich auf einem Niveau wie zu seinen besten Reporter-Zeiten, mit Humor, Schalk und ungeheurem Erinnerungsvermögen. Dieses «trainierte» er täglich. Das Gedächnisspiel auf SRF3 morgens vor acht, bei dem aufgrund eines ausgewählten Buchstabens in 45 Sekunden Begriffe erraten werden müssen, war für ihn ein Fixtermin. Wenn er in dieser Zeit nicht reaktionsschnell mindestens zwölf Begriffe schaffte, war er mit sich unzufrieden. Sein Schicksal trug er mit ironischem Gleichmut. «Ich habe jetzt die Startnummer 92», pflegte er in Anspielung auf sein Alter zu sagen, «und mit dieser Nummer ist die Piste halt schon stark ramponiert.» Am 5. September ist er im Beisein seiner Angehörigen friedlich eingeschlafen. Mit ihm hat der Skisport eine der profiliertesten Persönlichkeiten verloren. Über

Richard Hegglin war als Agenturjournalist während vier Jahrzehnten für den Skisport unterwegs und sass 20 Jahre im FIS-Weltcup-Komitee. Heute schreibt er für Snowactive und diverse Tageszeitungen.

Jahrzehnte hat er ihn geprägt, in verschiedensten Funktionen, als TV-Kommentator, Journalist, Funktionär und Organisator – engagiert, leidenschaftlich, mit überquellendem Herzblut. Sein Kommentar von der Ski-WM 1970 in Val Gardena, wo er mit überschlagender Stimme Bernhard Russis Triumph schilderte, ist zu einem Kult-Dokument geworden. Als Sohn des langjährigen «Sport»-Chefredaktors Fritz Erb war Karls Karriere praktisch vorgegeben. Den entscheidenden Impuls löste indes ein Aufsatz aus, den er in der Schule als Zwölfjähriger nach dem denkwürdigen 4:2Sieg der Schweiz an der Fussball-WM 1938 gegen Grossdeutschland schreiben musste. Worauf ihm der Lehrer empfahl: «Du musst dereinst Sportjournalist werden.» Als er es dann wurde, mahnte ihn sein Vater: «Schreib ja nie über Fussball, solche Leute gibts genug.» Vater Erb, Oberst im Militär, empfahl ihm Wehrsport, Waffenlauf, Reiten – und natürlich Skisport. In diesem hatte er im «Sport» die ersten Berichte geschrieben, über ein Jugendrennen am Albis und den ÜetlibergLanglauf. Als Initiant und OK-Präsident der

Zürcher Mittelschul-Skirennen in Fischenthal stellte er schon schon mit 20 seine organisatorischen Qualitäten unter Beweis. Später war er zusammen mit Fred Rubi massgeblich an der Gründung des Adelbodner Skitags beteiligt. Auch am Aufbau der Ski-Weltcups half er an der Seite von Serge Lang tatkräftig mit, obwohl er ursprünglich gegen dieses Projekt war. Er befürchtete einen Bedeutungsverlust der damals klassischen Skirennen wie Gornergrat- oder Parsenn-Derby – was auch eintrat. Eine kleine Anekdote, die Erb als Journalist jeglichen Klatsches abhold, gerne schmunzelnd erzählte: Seine erste Skireportage führte ihn 1947 als 19-Jährigen mit dem Zug via das noch zerbomte Mailand zu den «Tre-Funivie»Rennen in Sestriere, wo er sich Hals über Kopf in eine Zuschauerin aus der Westschweiz verliebte. Er telefonierte fast täglich und besuchte seine Angebetene in Genf, wo sie ihm jedoch eröffnete: «Ich bin schon mit Fernand zusammen». Fernand Grosjean wurde WM-Zweiter im Riesenslalom – und ist Grossvater von Formel-1-Star Romain Grosjean. Erb fand später doch noch sein Glück in der Skiszene. Er heiratete, in zweiter Ehe, die ehemalige Skirennfahrerin Sylvia Zimmermann. Auch diese Verbindung war nicht von Dauer. Die gemeinsame Tochter Andrea begleitete ihren Vater in einer harmonischen Atmosphäre in seinen letzten Tagen. Bis die Stimme des Skisports für immer verstummte. R I CHA RD H E G G L I N

IMPRESSUM Snowactive November 2018, 52. Jahrgang; erscheint 4-mal jährlich ISSN 1661-7185 Herausgeber und Verlag Strike Media Schweiz AG, Gösgerstrasse 15, 5012 Schönenwerd, Telefon 062 858 28 20, Fax 062 858 28 29 in Kooperation mit Swiss-Ski, Postfach, 3074 Muri, Telefon 031 950 61 11, Fax 031 950 61 12 Redaktion Snowactive Gutenbergstrasse 1, 4552 Derendingen, Telefon 058 200 48 28 Verlagsleitung Wolfgang Burkhardt Redaktionsausschuss Joseph Weibel (Leitung; j.weibel@snowactive.ch), Röbi Brandl, Wolfgang Burkhardt, Christian Stahl (Leitung; christian.stahl@swiss-ski.ch), Roman Eberle (roman.eberle@swiss-ski.ch), Annalisa Gerber (Sponsoring; annalisa.gerber@swiss-ski.ch)

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NOVEMBER 2018

Fotoredaktion Erik Vogelsang Inserate Prosell AG, Schönenwerd, Rebekka Theiler (r.theiler@prosell.ch), Wolfgang Burkhardt (w.burkhardt@prosell.ch) Übersetzungen Syntax Übersetzungen AG, Thalwil Konzept, Design und Produktionsverantwortung Brandl & Schärer AG, Olten, Röbi Brandl, Kurt Schärer Aboservice Prosell AG, Schönenwerd, info@prosell.ch, Telefon 062 858 28 28 Jahresabonnement CHF 49.– für ein Jahr, CHF 89.– für zwei Jahre (inkl. MwSt.) Copyright Strike Media Schweiz AG, Gösgerstrasse 15, 5012 Schönenwerd Nachdruck Nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet www.snowactive.ch, feedback@snowactive.ch, info@snowactive.ch

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Snowactive November 2018  

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