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DAS MAGAZIN AGAZ VON N SWIS S - S K I / / M ÄRZ 2 0 1 8

Schweizer

FESTSPIELE in PyeongChang


Audi ist Titelsponsor des Audi FIS Ski Weltcup. Skirennfahrerin: Lara Gut

geladen Der Audi Q7 e-tron quattro bringt Sie zu den spannendsten Pisten. Willkommen im Home of quattro.

audi.ch Audi Q7 e-tron quattro 3.0 TDI tiptronic, 258 PS, 1,9 l/100 km, Benzinäquivalent: 4,4 l/100 km, 50 g CO₂/km (133 g/km Ø Neuwagen), 24 g CO₂/km E.-Bereitstellung, Kat. E.


Editorial Der Medaillenregen von PyeongChang «Elf plus» lautete das Ziel von Swiss Olympic für Olympia 2018. Mit 15 Medaillen wurde dieses mehr als erfüllt – ja sogar der Rekord von Calgary 1988 ist damit egalisiert. 13 der 15 Medaillen gehen auf das Konto von Swiss-Ski. Mehrheitlich haben diejenigen Trümpfe gestochen, die bereits im Vorfeld gute Ergebnisse erzielten. Diese Leistungen an einem Grossanlass bestätigen zu können ist stark und keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. Mit den verletzungsbedingten Ausfällen von Mélanie Meillard, Iouri Podladtchikov und Dave Hablützel erlitten wir gleich zu Beginn schwere Rückschläge, dann wirbelte der starke Wind die Wettkampfplanung durcheinander und schliesslich grassierte auch noch der Norovirus im Team. Mit der Abfahrtsmedaille von Beat Feuz wendete sich das Blatt. Das erste Edelmetall war insofern wichtig, da dadurch etwas Druck von den Athleten abfiel. Ab da lief es aus Schweizer Sicht hervorragend. Dario Cologna sicherte sich im 15-km-Freistil seine vierte Olympia-Goldmedaille – die dritte in Folge in der gleichen Disziplin. Er ist damit

neben Doppel-Doppel-Olympiasieger Simon Ammann der erfolgreichste Schweizer Wintersportler an Olympischen Spielen. Bei den Alpinen überzeugte allen voran Wendy Holdener: Sie holte gleich dreimal Edelmetall. Die Medaillen von Michelle Gisin, Beat Feuz, Ramon Zenhäusern und der Titel im Team-Bewerb rundeten die herausragende Bilanz des Alpin-Teams ab. PyeongChang war für Swiss-Ski auch hinsichtlich des Medaillen-Mix ein Erfolg. Gerne erinnere ich mich an den überraschenden Doppelsieg der Slopestylerinnen Sarah Höfflin und Mathilde Gremaud, den souveränen Sieg von Nevin Galmarini im Snowboard-Parallelriesenslalom und an die Skicross-Medaillen von Marc Bischofberger und Fanny Smith zurück. Die erfolgreiche Mission mit einem starken Alpin-Team und dem tollen Medaillen-Mix in der Breite der Sportarten wird uns hoffentlich für die künftige Akquisition von Sponsoren und in sportpolitischen Diskussionen frischen Wind verleihen, damit wir im 2022 in Peking wiederum mit einer starken Mannschaft an den Start gehen können.

M A R KU S WO L F G ES CH Ä F T S F Ü H R E R SW I S S -S K I

HAUPTSPONSOR SWISS-SKI

SPONSOREN SWISS-SKI

FAHRZEUG PARTNER

OFFICIAL BROADCASTER

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Inhalt // März 2018 Das Magazin von Swiss-Ski

F OKU S 6 /// Olympische Winterspiele PyeongChang 2018 Insgesamt hat die Schweizer Olympia-Delegation 15 Medaillen eingeheimst, Ins ns 13 davon im Skisport.

46 22

M E N S C HE N 22 // Backstage Ruedi Weber ist seit fünf Jahren Cheftrainer Telemark bei Swiss-Ski. Im Sommer arbeitet er als Bademeister. 26 // Nostalski Der ehemalige Skirennfahrer Ralf Kreuzer ist «Delegierter für Sion 2026».

AK TIV 30 // Junioren-Weltmeisterschaften in der Schweiz Alleine an den alpinen Junioren-Weltmeisterschaften in Davos gewannen die Schweizer elf Medaillen. 40 // 5 Top-Volkslangläufe im Fokus Flavio Godenzi und Fabiana Manzoni beschreiben Freud und Leid ihrer ersten Volkslanglaufteilnahme. 44 //Unser Skiclub Der Skiclub Arpettaz-Nendaz feiert 90 Jahre Clubgeschichte und seine 50 Jahre alte Skihütte. 46 // Grand Prix Migros Backstage in Adelboden am grössten Kinderskirennen der Welt.

S E RV IC E 48 // ISPO München Der schneereiche Winter sorgte an der grössten internationalen Sportmesse für gute Stimmung. 54// Nordica Der italienische Ski- und Skischuhhersteller stellte im Land der Elche die neuste Kollektion vor. 56 // LEKI Speedfahrer Beat Feuz erklärt, warum ein Skistock für ein erfolgreiches Rennen von entscheidender Bedeutung ist.

Standards 01 // Editorial 04 // Panorama 19 // Mixed-Zone

DA S MAGA AGA Z IN VON N SWISS -SK I / / MÄ R Z 2018 2

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FESTSPIELE in PyeongChang

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58 // La Voix romande 60 // Dreimal aufgeschnappt 62 // Sci Svizzera italiana

63 // Rätsel 64 // PS.

Titelbild Aufmarsch der 170 Schweizer Athletinnen und Athleten im Olympiastadion von PyeongChang. Das war vor knapp sechs Wochen. Heimgekehrt sind sie mit 15 Medaillengewinnern, 13 davon hat der Skisport eingeheimst. Foto: Keystone

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Panorama L A-LA- LA, LA- LA- LA ! «Lalala – lalela – lalala – lalela.» Man hört auch nach x-fachen Hörversuchen nicht ganz genau heraus, was die ganz in Rot gekleideten Damen aus Nordkorea klatschend und hin- und herschaukelnd singen. Die einsilbig einstudierte Choreographie wurde dann zeitweilig auch den geduldig zuhörenden und -sehenden Zuschauern zu viel. Die Cheerleaders waren ein «Geschenk» des nördlichen Bruders von Südkorea, der diese 200-köpfige Jubelgruppe an die Spiele schickte. Immerhin: In den manchmal dünn besetzten Zuschauerrängen sorgten die Damen wenigstens für etwas Stimmung ...

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FOTO: KEYSTONE

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Fokus // Olympische Winterspiele PyeongChang 2018

Pyeong In PyeongChang haben sich rund 3000 Athleten an 17 Wettkampftagen in 15 Sportarten gemessen und 102 Medaillenentscheidungen erwirkt. Dazu kommen 3000 Journalisten und fast 10 000 Mitarbeitende der TV-Sender. Die emsigen Koreaner waren stets freundlich und bemüht, diesen kolossalen Anlass möglichst reibungslos zu bewältigen. Ein Event, der glückliche Gewinnerinnen und Gewinner, zuweilen auch Überraschungen produziert hat. Zum Beispiel Ramon Zenhäusern, der im Weltcup bis dahin noch nie auf einem Slalom-

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Fokus // Olympische Winterspiele PyeongChang 2018

F FOKUS

gChang Podest gestanden hat und sich die Olympia-Silbermedaille sicherte. Wir Schweizer sind begeistert, dass die «Medaillen-Maschinerie» für uns so gut aufgegangen ist. Swiss-Ski-Athleten haben 13 Medaillen gewonnen – so viele wie seit 30 Jahren nicht mehr an Olympischen Winterspielen. Wir zeigen einen Monat nach dem Anlass noch einmal die schönsten Bilder und gewähren exklusive Backstage-Einblicke aus

FOTO: KEYSTONE

dem olympischen Dorf.

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FOTO: KEYSTONE

Fokus // Olympische Winterspiele PyeongChang 2018

DOPPELSIEG DER FREESKI-FRAUEN Nach der Verletzung von Giulia Tanno ruhten die Hoffnungen bei den Freeski-Frauen auf Sarah Höfflin und Mathilde Gremaud. Und die beiden Trümpfe stachen. Höfflin und Gremaud verwiesen die Konkurrenz auf die hinteren Plätze und feierten mit Gold und Silber gleich einen Doppelsieg.

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«Und? Wie steht mir der Schal?»: Hervorragend, meint Mélanie Meillard und stellt das Foto von Michelle Gisin gleich auf Social Media. Wie man das heute halt ƐŽŵĂĐŚƚര͘͘͘

FOTOS: Z VG.

Pausenunterhaltung mit Pat: Nein, dies ist kein Strassenmusiker, sondern Snowboarder Pat Burgener, der seine Gitarre immer und überall dabeihat.


Fokus // Olympische Winterspiele PyeongChang 2018

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HAT TRICK Nach den beiden Goldmedaillen 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi über 15 Kilometer Skating startete Dario Cologna auch 2018 in PyeongChang als Favorit ins Rennen. Und was dann folgte, ging in die Geschichtsbücher ein. Der Schweizer gewann zum dritten Mal in Folge in der selben Disziplin Gold und etablierte sich damit endgültig als einer der erfolgreichsten Langläufer der Geschichte.

FOTO: N ORDICFOCUS

Verwirrung beim Team-Dinner: Die ƚŚůĞƟŶŶĞŶƵŶĚƚŚůĞƚĞŶŵƵƐƐƚĞŶŝŚƌĞ ^ĐŚƵŚĞďĞƐĐŚƌŝŌĞŶ͕ƵŵĚŝĞƐĞũĞǁĞŝůƐ ǁŝĞĚĞƌnjƵĮŶĚĞŶ͘ƵƐƐĞƌZĂŵŽŶ ĞŶŚćƵƐĞƌŶŶĂƚƺƌůŝĐŚ͘

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Fokus // Olympische Winterspiele PyeongChang 2018

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FOTO: KEYSTONE

ZWEI MEDAILLEN FÜR FEUZ Als Weltcup-Leader in der Abfahrt war die Devise vor den Speed-Rennen für Beat Feuz klar: Eine Medaille soll her. Und so kam es auch. Nur geschlagen vom norwegischen Duo Aksel Lund Svindal und Kjetil Jansrud holte Feuz Bronze in der Abfahrt. Doch dies war noch nicht das Ende der Geschichte. Mit der Startnummer 16 fuhr der Emmentaler im Super-G nur 13 Hundertstel an Gold vorbei und feierte damit nach Bronze auch noch eine Silber-Medaille.


Fokus // Olympische Winterspiele PyeongChang 2018

FOTO: KEYSTONE

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FREUNDINNEN AUF DEM PODEST Vier Jahr nach ihrer grossen Schwester Dominique darf sich auch Michelle Gisin als Olympiasiegerin betiteln. Dank ihres wohl besten Slalom-Laufs der Saison setzte sich Gisin in der Kombination an die Spitze und liess sich von dort nicht mehr verdrängen. Und weil auch Wendy Holdener als Dritte aufs Podest fuhr, konnten die Freundinnen gemeinsam feiern.

So viel wie noch nie: 170 Schweizer ƚŚůĞƟŶŶĞŶƵŶĚƚŚůĞƚĞŶƌĞŝƐƚĞŶŶĂĐŚ WLJĞŽŶŐŚĂŶŐ͘

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Fokus // Olympische Winterspiele PyeongChang 2018

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Happy Birthday Roman Furger! Nebst dem Langläufer feierten neun weitere Schweizer ƚŚůĞƟŶŶĞŶƵŶĚƚŚůĞƚĞŶŝŚƌtŝĞŐĞŶĨĞƐƚŝŶ Südkorea. Ob die Feier gut war? Zauberküche der Langläufer: Um die Ski schnell zu machen, wurde «Jenny 2» extra ĞŝŶŐĞŇŽŐĞŶ͘

BISCHI NATIONAL Im Weltcup angedeutet und dann an den Olympischen Spielen eiskalt zugeschlagen: Marc Bischofberger liess im Skicross nichts anbrennen und holte sich ohne Wenn und Aber die Silbermedaille. Der verdiente Lohn einer bisher grandiosen Saison.

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FOTO: GEPA

>ŝĞďůŝŶŐĚĞƌsŽůƵŶƚĞĞƌƐ͗,ćƩĞĚĞƌtŝŶĚ unseren Simon Ammann doch genauso unterstützt wie die südkoreanischen Volunteers.


FOTO: KEYSTONE

Fokus // Olympische Winterspiele PyeongChang 2018

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FÜNF HERZEN FÜR DIE SCHWEIZ Sie strahlten um die Wette, die fünf Schweizerinnen und Schweizer ganz oben auf dem Podest. Ramon Zenhäusern, Daniel Yule, Luca Aerni, Wendy Holdener und Denise Feierabend liessen der Konkurrenz im Team-Event keine Chance und gewannen damit die vierte Goldmedaille für die Schweiz – für Wendy Holdener war es zudem die dritte Medaille, womit sie den persönlichen Medaillensatz komplett machte.

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Die Qual der Wahl: Ob der Ski rechts von &ĞƵnjnjƵ'ŽůĚŐĞƌĞŝĐŚƚŚćƩĞ͍EĂƚƺƌůŝĐŚ nicht! Servicemann Sepp Kuppelwieser weiss, was er tut. &ƺdžĞ͕ĚŝĞƐĞ^ŶŽǁďŽĂƌĚĞƌŝŶŶĞŶ͗ƂƐĞƵŶŐĞŶ ďĞŚĂƵƉƚĞŶ͕ƵŶƐĞƌĞ^ůŽƉĞƐƚLJůĞͲ&ƌĂƵĞŶŚćƩĞŶ ĂŵsŽƌĂďĞŶĚĞdžƚƌĂŶŝĐŚƚĂƵĨŐĞŐĞƐƐĞŶ͕ĚĂŵŝƚ ĚŝĞYƵĂůŝǁĞƩĞƌďĞĚŝŶŐƚĂďŐĞƐĂŐƚǁĞƌĚĞŶ ŵƵƐƐƚĞ͘tŝĞƐŽ͍tĞŝůƐŝĐŚƐŽĂůůĞǀŝĞƌŽŚŶĞŵŝƚ ĚĞƌtŝŵƉĞƌnjƵnjƵĐŬĞŶĨƺƌĚĞŶ&ŝŶĂůƋƵĂůŝĮnjŝĞren konnten. Clever!

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Fokus // Olympische Winterspiele PyeongChang 2018

GUTEN APPETIT

Wie wohl die Medaille schmeckt? Ramon Zenhäusern holte im Slalom sensationell Silber. Der Zwei-Meter-Mann errang die erst dritte Schweizer Medaille im Slalom und die erste nach 38 Jahren. Er konnte seinen Erfolg kaum fassen: «Es ist noch nicht angekommen!» Der Walliser hat vorher noch nie auf dem Podium eines Weltcup-Slaloms gestanden.

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«Go Dario!»: Die Alpinen Männer drücken Dario Cologna an der Loipe die Daumen.


FOTO: GEPA

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Die olympischen Ringe einmal anders: Da die Rennen der Skicrosser erst spät angesetzt waren, bereiteten sich die Athleten auf der japanischen Inselgruppe KŬŝŶĂǁĂǀŽƌʹƵŶĚƋƵĂůŝĮnjŝĞƌƚĞŶƐŝĐŚ dabei gleich noch für Tokyo2020 – im Synchronschwimmen.

DAS WARTEN HAT EIN ENDE Bei ihrer dritten Olympia-Teilnahme gewann Skicrosserin Fanny Smith die langersehnte Medaille. Die Erleichterung über den dritten Rang war bei der 25-Jährigen riesig, hatte sie im Final doch die Top-Favoritin Sandra Näslund aus Schweden geschlagen. Mit vier Jahren Verspätung schloss Smith gewissermassen Frieden mit den Olympischen Spielen.

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Startnummer vergessen: Wendy Holdener ging im Slalom-Training mit der Nummer 101 an den ^ƚĂƌƚ͘/ŵŵĞƌŚŝŶŚĂƩĞƐŝĞĚŽƌƚĚŝĞƐĐŚŶĞůůĞŶ^Ŭŝ noch dabei. MÄRZ MÄRZ 2018 2018 SNOWACTIVE WHATSAPP

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Fokus // Olympische Winterspiele PyeongChang 2018

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YEAAAAAAAH Nevin Galmarini schreit nach dem Gold-Run im Parallel-Riesenslalom die Freude heraus. Nach Silber in Sotschi darf sich der Alpin-Snowboarder aus dem Engadin in PyeongChang als Olympiasieger feiern lassen. Der Weltcup-Leader liess seinen Konkurrenten keine Chance, obwohl der Südkoreaner Lee Sangho das Publikum definitiv auf seiner Seite hatte.

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FOTO: KEYSTONE

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Fokus // Olympische Winterspiele PyeongChang 2018

13 Mal Edelmetall Wie vor 30 Jahren Zwischen den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano und denjenigen 2018 in PyeongChang liegen genau 20 Jahre. In diesen zwei Jahrzehnten hat nicht nur die Medaillenausbeute der Schweizer Skisportler kontinuierlich zugenommen, sondern auch die Anzahl Sportarten. Den absolut grössten Zuwachs hat der Skisport, vor allem durch die neuen Sportarten der New School Generation. 5 der 13 in Südkorea gewonnenen Medaillen gehen auf das Konto von Freestyle und Snowboard. Die Medaillenausbeute war dieses Jahr so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr (1988 Calgary). Damals gab es ebenfalls 13 Medaillen für den Schweizer Skisport (3 Mal Gold, je 5 Mal Silber und Bronze) – allerdings noch ohne Freestyle und Snowboarddisziplinen. JOSEPH WEIBEL

1998 Nagano (JAP)

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2006 Turin (ITA)

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2018 PyeongChang (KOR)

Gold

Ski alpin

Gold

Boardercross

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Gold

Snowboard

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Snowboard

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Freestyle

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Silber

Ski alpin

1

Freestyle

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Langlauf

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Bronze

Ski alpin

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Ski alpin

1

Freestyle

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Snowboard

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Snowboard

1

Ski alpin

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Silber Bronze

2002 Salt Lake City (USA)

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2010 Vancouver (CAN)

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Gold

Skisprung

2

Gold

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Ski alpin

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1

Skisprung

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Silber

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Ski alpin

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Langlauf

1

Langlauf

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Bronze

Ski alpin

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2014 Sotschi (RUS) Gold

Silber Bronze

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Snowboard

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Silber

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Freestyle

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Ski alpin

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Freestyle

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Snowboard

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Ski alpin

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Langlauf

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Snowboard

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Biathlon

1

Ski alpin

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( TEXT U N D STATISTIK )

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Ski alpin

Die Statistik berücksichtigt die Disziplinen Ski alpin, Ski nordisch, Freestyle, Snowboard, Biathlon.

DER VOLLSTÄNDIGE MEDAILLENSPIEGEL Gold

Silber

Bronze

Gesamt

Gold

Silber

Bronze

Gesamt

1

Rang Land Norwegen

14

14

11

39

16

Rang Land Volksrepublik China

1

6

2

9

2

Deutschland

14

10

7

31

17

Slowakei

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0

3

3

Kanada

11

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10

29

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Finnland

1

1

4

6

4

Vereinigte Staaten

9

8

6

23

19

Grossbritannien

1

0

4

5

5

Niederlande

8

6

6

20

20

Polen

1

0

1

2

6

Schweden

7

6

1

14

21

Ungarn

1

0

0

1

7

Südkorea

5

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4

17

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Ukraine

1

0

0

1

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Schweiz

5

6

4

15

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Australien

0

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1

3

9

Frankreich

5

4

6

15

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Slowenien

0

1

1

2

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Österreich

5

3

6

14

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Belgien

0

1

0

1

11

Japan

4

5

4

13

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Spanien

0

0

2

2

12

Italien

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5

10

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Neuseeland

0

0

2

2

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Olympische Athleten aus Russland 2

6

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17

28

Lettland

0

0

1

1

14

Tschechien

2

2

3

7

29

Kasachstan

0

0

1

1

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Weissrussland

2

1

0

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Liechtenstein

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Grosse Emotionen, einmalige Momente.

ze & B r on , Silber ld o G , ki Alpin ze ener, S ld o H & B r on y Silber Wend , in ki, Gold lp , Gold A in , Frees i Alp f, Gold z , Sk i in k u u fl S f e , la F ö g le t H n Yu Bea na, La Sarah Daniel Colog er Gold in, Gold b , lp il in Dario old S A i lp & k A ,S old Sk i lpin, G e Gisin lpin, G bend , o ar d A A a b i r k w ie S o e , n Michell F i, S usern e Denise lmarin Ze n h ä , B r on z vin Ga Gold e , N Ra m o n in kicross lp S A , i r h k e S it b Sil Sm erni, reeski, Fanny Luca A aud , F er b m il e S r , G s os de r, Skicr Mathil f be r ge o h c is Marc B

Bilder: Keystone

lden e H d n nen u n i d l e H 18 – Unsere ngChang 20 uch! eo e y f P u a n o z v t stol s i i k S Swiss R LI N G I S SCU

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SW s. ion an g Team atulat r G e Curlin h r c e li iz z r e He Schw beiden und die


Mixed-Zone

Südkoreaner sagen nie Nein

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ach einem Vortrag für die Führungsverantwortlichen von Swiss Olympic und der Wintersportverbände wurde ich angefragt, auch die Athleten über kulturelle Unterschiede oder einfach ausgedrückt über «Land und Leute in Korea» zu informieren. Während meiner Zeit in Korea durfte ich mit Verantwortungsträger aus Politik, Diplomatie, Militär, Verwaltung und Sport zusammenarbeiten und die Stärken und die zum Teil unterschiedlichen Ansichten kennenlernen. Aufgrund der westlichen Medienberichte über die politischen Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben im letzten Herbst verschiedene Nationen und namhafte Sportlerverbände sowie Grossgrössen die Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in PyeongChang infrage gestellt. Die martialischen Aussagen und Bedrohungen des nördlichen Nachbarn sind für uns ungewohnt und deshalb beunruhigend. In Südkorea hat man sich schon beinahe an die Rhetorik des Nordens gewöhnt. Der Flughafen Incheon wurde in den letzten Jahren mehrmals für seine Serviceleistungen als weltbester Flughafen ausgezeichnet. Zudem hat man im Januar 2018, also unmittelbar vor Beginn der Olympischen Spiele, den neuen Hightech-Terminal 2 eröffnet. Die Passkontrollen (Immigration) sind professionell organisiert und die Ausgaben der persönlichen wie auch der überdimensionierten Gepäckstücke sind sehr rasch. Die Grössenverhältnisse im neuen Terminal bieten eine ausgezeichnete Übersicht und grosszügige Platzverhältnisse. Sämtliche Mitglieder der Schweizer Delegation wurden von Seil Yang, einem ehemaligen koreanischen General, und mir persönlich begrüsst und auf dem schnellsten Weg zum «Connection Office» geführt. Dort standen die reservierten Busse für die Fahrt zu den einzelnen Standorten bereit. Dadurch wurde die Wartezeit am Flughafen auf ein absolutes Minimum reduziert. Die meisten Athletinnen und Athleten kannten mich entweder bereits persönlich oder vom Vortrag anlässlich des Informationstages von Swiss Olympic. Einige haben mir schon vor den Spielen gemailt und Fragen über die politische Lage, Sicherheit während den Spielen, Besu-

Jean-Jacques Joss Divisionär aD, ehem. Berufsoffizier, 2007 bis 2012 Chef der Schweizer Delegation in der unabhängigen Waffenstillstandkommission in Korea, Mitglied des erweiterten Führungsteams von Swiss Olympic an den Olympischen Winterspielen 2018 in PyeongChang.

DIE MARTIALISCHEN AUSSAGEN UND BEDROHUNGEN DES NÖRDLICHEN NACHBARN SIND FÜR UNS UNGEWOHNT UND DESHALB BEUNRUHIGEND.

chen in Seoul und Verträglichkeit der koreanischen Küche gestellt. Bei der Ankunft konzentrierten sich die Bedürfnisse eher auf Tipps für Lokale, Auswirkungen des «Lunar New Year» (koreanischen Neujahrsfestes) oder ganz persönliche Angelegenheiten. Zwischen der Schweiz und Korea gibt es aber auch Parallelen: Wir haben eine ähnliche Topografie und ebenso vier Jahreszeiten, wenn auch die Sommer in Korea viel wärmer und schwüler und die Winter wegen des sibirischen Winds kälter und trockener sind. Ebenfalls die Mentalität ist ähnlich: Wir sind beide bekannt als fleissig, freundlich und hilfsbereit. Grosse Unterschiede gibt es bezüglich Umgangsformen; Koreaner sind meist offener, direkter und stellen Fragen, welche uns zu persönlich erscheinen. Fragen wie «Wieviel verdienen Sie?», «Warum haben Sie keine Kinder?», «Wie oft gehen Sie in die Kirche?» bereits bei einem ersten Kennenlernen überraschen. Wichtig zu wissen ist auch: Südkoreaner sagen nie «Nein». Dieses Wort existiert bei ihnen nicht. Und dieser Umstand macht es für uns manchmal nicht einfach, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Ich hatte Gelegenheit, ein paar sportliche Höhepunkt persönlich mitzuerleben. Das erste Spiel unserer Eishockeydamen gegen das vereinigte Korea war einer der Höhepunkte und hat mich als «Heimweh-Koreaner» persönlich sehr angesprochen. Als ehemaliger Biathlet «musste» ich mir natürlich auch einen Wettkampf dieser Sportart ansehen und gewisse Rennen konnte ich zeitweilig im Terminal 2 auf Monitoren mitverfolgen. «Zeitweilig» deshalb, weil das koreanische Fernsehen sich eher auf die in Korea bekannten Eissportarten konzentrierte und sogar Liveübertragungen von Skirennen mit Wiederholungen von Shorttrack oder Eisschnelllauf unterbrach. In Erinnerung bleiben wird mir auch mein spontanes Einspringen als Co-Kommentator für die Eröffnungsfeier, weil Pascal Nufer, SRF-Ostasien-Korrespondent, krankheitshalber ausgefallen war. Nach genau einem Monat in Korea habe ich mich auf meine Familie gefreut und bin zusammen mit dem Gros der Athleten am 26. Februar in Zürich gelandet.

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Advertorial // knecht reisen

ISLAND UND SCHWEDEN

HELISKIING VOR DER HAUSTÜRE Heliskiing wie in Kanada ganz ohne lange Anreise und Jetlag? Im hohen Norden Europas wird dieser Traum wahr. Arctic Heliskiing und Arctic Elements bieten in Island und Schweden Ski-, Board- und Naturerlebnisse wie im Mutterland der exklusivsten Form des Heliskiings. Und das Beste: Wenn in Kanada die Heliskiing-Saison zu Ende geht, fängt sie am Polarkreis erst so richtig an.

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die führenden Unternehmen in Kanada. Ablauf und Sicherheitsstandards sind wie jenseits des Atlantiks. Beide Anbieter fliegen ausschliesslich mit kleinen Helikoptern und kleinen Gruppen. SmallGroup-Heliskiing ermöglicht in der Regel mehr Höhenmeter und homogenere Gruppen, sodass der Ski- und Snowboardspass noch grösser ist. Arctic Heliskiing Iceland Arctic Heliskiing ist der führende Heliskiing-Anbieter der Insel und der einzige mit einem gigantisch grossen Exklusiv-Terrain in der Nähe von Akureyri. Der Gründer des Unternehmens ist Jökull «JB» Bergmann. JB ist Islands Heliskiing-Pionier. In Kanada ausgebildet, kehrte er als erster voll lizensierter HeliskiingGuide Islands in seine Heimat zurück und verwandelte die idyllische Schafsfarm seiner Familie in eine traumhafte Heliskiing-Lodge mit nordisch eingerichteten Gäste-Chalets mit Sauna- und WhirlpoolHütte. Die Helis starten direkt vor den beiden Lodges – der Klængshóll-Lodge im Skíðadalur (Skital) und der zweiten Lodge direkt am Meer. Abgesetzt werden die Skifahrer und Boarder mit den

erfahrenen Guides auf bis zu 1800 Meter hohen Vulkankegeln. Durch mystische Berglandschaften, in denen nach Überzeugung vieler Isländer Feen und Trolle hausen, gehen die Abfahrten zum Teil bis hinunter ans Meer. Heliskiing in Island ist ein ganz neues und unvergessliches Naturerlebnis, das man wunderbar mit einem Zwischenstopp in der von Vulkanen, Geysiren und Thermen eingerahmten Hauptstadt Reykjavik verbinden kann. Arctic Elements Schweden Sanfter, aber nicht weniger beeindruckender ist die Landschaft in Schwedisch Lappland. «Dieses Gebiet ist perfekt zum Freeriden», dachte sich Mattias Cöster, als er Ende der 1990er Jahre als Ski Patroler im Abisko-Resort arbeitete. Die baumfreien, weit geschwungenen Hänge in Lappland schienen wie gemacht fürs Heliskiing. 2004 machte Cöster zusammen mit Hannibal Thorsen seinen Traum wahr. Ihr HeliskiingUnternehmen ist mittlerweile das führende in Schweden und eines der grössten Europas. Im Schnitt kommt man dort auf den baumfreien Hängen auf 7000 bis 8000 Höhen-

FOTO: MARTIN SÖDERQVIST

FOTO: MARTIN SÖDERQVIST

FOTO : YVE S GAR NE AU

FOTO : YVE S GAR NE AU FOTO: YVES GARNEAU

Werden Sie auch immer ein bisschen wehmütig, wenn das Tauwetter einsetzt? Wenn sie Ski und Boards für den langen Sommerschlaf verstauen? Was, wenn sich die Saison jetzt verlängern liesse? Und dies nicht nur mit ein paar Schwüngen auf flachen, vollen Gletscherpisten, sondern mit einem absoluten Highlight zum Saisonfinale: Heliskiing! Im hohen Norden Europas lassen sie die Kanten erst so richtig glühen, wenn die Saison in den Alpen und in den übrigen Heliskiing-Hotspots zu Ende geht. Arctic Heliskiing im Norden Islands fliegt sogar bis in den Juni hinein. Die faszinierende Mitternachtssonne am Polarkreis macht Heliskiing fast rund um die Uhr möglich! Der hohe Norden Europas ist wie geschaffen für einen grandiosen Ausklang der Skisaison. Island und Schweden bieten nicht nur urwüchsige Landschaften, sondern auch perfekte Hänge. Von sanft abfallenden Genuss-Abfahrten bis hin zu steilen Herausforderungen ist alles dabei. Und das alles auf baumfreien Bergen. Wer kein Fan des Tree Skiings ist, wird Island und Schweden paradiesisch finden. Arctic Heliskiing und Arctic Elements operieren in ihren beeindruckenden Arealen wie

meter pro Tag, die Saison geht von März bis Ende Mai. Die beiden Lodges von Artic Elements liegen in Björklinden und Riksgränsen. Beide verfügen über Ski-Resorts, so- dass man auch an Downdays raus in den Schnee kann. Zudem gibt es viele unvergessliche Alternativen für Schlechtwettertage von Eisfischen, über Hundeschlitten-Fahrten bis hin zu Snowmobil-Touren durch die unendlich weiten Schneelandschaften Skandinaviens.

Im Powder-Dreams-Programm von knecht reisen sind die Progamme von Arctic Elements und Arctic Heliskiing Iceland sowie weiterer weltweiten Heliskiing-Anbieter zu Top-Konditionen buchbar.

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Menschen // Backstage

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Menschen // Backstage

MENSCHEN

Ruedi Weber

DER ALLROUNDER

FOTOS: ST EPHAN BOEGLI

Ruedi Weber ist seit fünf Jahren Cheftrainer Telemark bei Swiss-Ski. Diesen Job übt er jedoch nur während der Wintermonate aus – im Sommer arbeitet er als Bademeister.

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Menschen // Backstage

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in eisiger Wind weht auf dem Gletscher in Saas-Fee, die Sonne steht noch nicht hoch am blauen Himmel. Es verspricht ein strahlender Tag zu werden an diesem Novembermorgen. Ruedi Weber und sein Team sind dabei einen Trainingskurs auszustecken: Mit Unterstützung des Skigebiets und dem Einsatz eines Pistenfahrzeuges wurde eine Schanze gebaut, nun steckt der Cheftrainer mit Bohrmaschine und Messband bewaffnet einen Lauf aus. Später wird Ruedi Weber Videoaufnahmen machen, anschliessend die Läufe analysieren und wenn nötig Korrekturen am Kurs vornehmen.

MIR GEFÄLLT DAS ETWAS ANDERE ALPIN-SKIFAHREN, DA ICH DABEI WEDER AUF BUCKEL, TIEFSCHNEE NOCH AUF STEILE HÄNGE VERZICHTEN MUSS.

400 Gramm Cheddar-Käse für Podestplatz Der ehemalige Grenzwächter ist seit 2013 Cheftrainer bei Swiss-Ski. Zuvor amtete er drei Jahre als Assistenztrainer von Michel Bonny. Die Faszination fürs Telemark erfasste Weber vor rund 30 Jahren. «Mir gefällt das etwas andere Alpin-Skifahren, da ich dabei weder auf Buckel, Tiefschnee noch auf steile Hänge verzichten muss», schwärmt der 53-Jährige. Dass es sich bei seiner Sportart aber um eine Randsportart handelt, bekommt Ruedi Weber immer wieder zu spüren. Primär durch seine nur halbjährige Anstellung bei Swiss-Ski. «Als Trainer wäre es von Vorteil, sich das ganze Jahr

über dem Job widmen zu können, aber dann müsste das auch für die Athletinnen und Athleten gelten.» Diese gehen nämlich alle noch einem Beruf oder einem Studium nach. Telemark hat in den letzten Jahren einen Wandel durchgemacht: Es ist professioneller geworden, die Medienpräsenz hat zugenommen und mittlerweile gibt es von jedem Rennen einen Livestream im Internet. Für einen nicht olympischen Sport sei es jedoch schwierig genügend Sponsoren zu finden. Ob und wie viel ein Veranstalter Preisgeld zahlt, ist von der FIS nicht festgeschrieben. «In den USA gab es für einen Podestplatz gerade einmal 400 Gramm Cheddar-Käse», erzählt Ruedi Weber. Das Telemark-Team verfügt auch nicht über eigene Serviceleute oder eine ständig mitreisende Physiotherapeutin, die war letzte Saison nur an den Weltmeisterschaften und am Weltcup-Final dabei. «Auf Reisen bin ich Ansprechperson für alle und alles: sei es für Arbeiten auf dem Schnee, medizinische Hilfe oder auch für persönliche Anliegen.» Für seinen Job benötigt der Cheftrainer also nicht nur technisches Know-how, sondern auch gute Menschenkenntnis, Durchsetzungsvermögen, Geduld und ein offenes Ohr. Auf Reisen und an Wettkämpfen erhält er meistens Unterstützung von seinem Vorvorgänger und heutigen

Ruedi Weber steckt auf dem Gletscher in Saas-Fee für seine Fahrerinnen und Fahrer einen Trainingskurs aus.

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Menschen // Backstage

Cheftrainer Ruedi Weber ist seit fünf Jahren der starke Mann hinter dem Swiss-Ski Telemark-Team.

Sportarten-Chef Hans-Peter Birchler. Er versucht ihm generell den Rücken freizuhalten, so dass sich Ruedi Weber jeweils auch etwas zurückziehen kann. Cheftrainer greift gern zum Kochlöffel Aus Mangel an Personal sind am Start und direkt im Ziel keine Swiss-Ski Betreuer postiert. «Wir müssen im Voraus schauen, wo wir die warmen Mäntel, Funk usw. deponieren können», beschreibt Ruedi Weber. Am Wachstisch arbeitet auch kein Servicemann, die Ski werden immer von Athleten selber präpariert. Während des Rennens steht der Cheftrainer beim Kreisel, analysiert den Sprung und gibt den Athleten nebst Reservestöcken auch sein Feedback ab. Ein Grossteil von Ruedi Webers Arbeit spielt sich nicht auf dem Schnee ab, sondern besteht aus dem Organisieren und Koordinieren von Trainings, Unterkünften und Reisen. Zur Vorbereitung trainiert das Team jedes Jahr in SaasFee, wo sich die Athletinnen und Athleten Wohnungen teilen. Abwechslungsweise wird gekocht, Cheftrainer inklusive. «Da kommt mir meine Lehre als Koch zugute», meint Weber augenzwinkernd. Seine Spezialitäten sind aufwändigere Fleischgerichte wie Schweinshaxe mit Gemüse – als Abwechslung zu Pizza und

Pasta. Alle Teammitglieder helfen den grossen Haushalt zu führen. Ruedi Weber macht dabei einen Generationenwechsel aus: Während die Älteren die Arbeit selber sehen, müssen die Jüngeren häufiger darauf hingewiesen werden. «Aber dann klappt es eigentlich gut.» Das Telemark-Team hockt im Winter oft eng aufeinander, die Wohnungen und Zimmer sind nicht selten überbelegt. «In Slowenien teilten sich acht Personen ein Viererzimmer», erzählt Weber. Da ist es umso wichtiger, dass sich die Mannschaft gut versteht. Damit sich die Fahrerinnen und Fahrer auch im Sommer sehen, werden ein bis zwei Trainings organisiert wie beispielsweise eine Biketour. Bademeister im «schönsten Strandbad der Schweiz» 100 Tage ist Ruedi Weber zwischen Oktober und März für Swiss-Ski unterwegs. Auf Reisen legt der Cheftrainer Wert auf einheitliche Kleidung, schliesslich will man als Team auftreten. «Ich werde dann auch gern mal als Feldweibel betitelt», sagt der Thuner schmunzelnd. Um sich zwischen den Rennen noch etwas dazuzuverdienen, arbeitet er bei Grindelwaldsports als Schneesportlehrer und unterrichtet Gäste auf Telemark- sowie Alpinski. Und wie eingangs erwähnt ist der Telemark-Cheftrainer im

Sommer als Bademeister tätig. «Im schönsten Standbad der Schweiz», wie er selber schwärmt. Gemeint ist das Thuner Strandbad, «Strämu» genannt. Weber geniesst es jeweils sehr zuhause zu sein, Zeit mit seiner Frau verbringen zu können und Steinpilze zu suchen. Ihm gefallen seine zwei Jobs und die Abwechslung, die sie mit sich bringen. Es gibt natürlich auch Parallelen: beides verlangt körperliche Fitness und an beiden Orten hat Ruedi Weber mit Menschen zu tun. Auf die Frage, in welcher Jahreszeit er sich den wohler fühlt, fällt ihm die Antwort nicht schwer: «Der Sommer ist okay, aber ich bin lieber auf dem Schnee.» R E G UL A L A Z Z A RE T T I

JUNIOREN-WELTMEISTERSCHAFTEN IM TELEMARK Vom 21. bis 25. März 2018 finden in Mürren – nebst dem Weltcupfinale – die Junioren-Weltmeisterschaften im Telemark statt. Es werden rund 60 Athletinnen und Athleten aus 15 Nationen erwartet. Sie kämpfen um fünf Titel: Classic, Sprint, Parallel Sprint, Team Event und Overall Sondre Norheim Trophy.

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Menschen // Nostalski

Olympischer

Vorspurer «Projekt 2026»: Ralf Kreuzer als Botschafter für die geplanten Olympischen Winterspiele in Sion.

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Menschen // Nostalski

Früher nannte man sie «Sternchenfahrer». Es waren jene mit hohen Startnummern, die bei prekären Pistenverhältnissen für die andern eine vernünftige Spur legen sollten. Der ehemalige Rennfahrer Ralf Kreuzer ist quasi der olympische Spurfahrer. Als «Delegierter für Sion 2026» fährt er mit einem virtuellen Kompass.

V

om Staatsrat, also der Walliser Regierung, ist Kreuzer mit diesem Job betraut worden. «Zu den Hauptaufgaben als Delegierter des Kantons Wallis für die Olympischen Winterspiele 2026 gehören das Präsidium und die Führung der internen Arbeitsgruppe», ist sein Pflichtenheft im trockenen Amtsdeutsch umschrieben. «Ich bin die Schnittstelle zwischen Kanton und Kandidaturkomitee», erläutert Kreuzer, der in dieser Funktion auch zehn Tage an den Olympischen Spielen in PyeongChang weilte.

FOTO: KEYSTONE

Zwiespältige Gefühle Bei einem Ex-Rennfahrer weckt ein solcher Aufenthalt zwangsläufig zwiespältige Gefühle. «Selbstverständlich», sagt Kreuzer, «geht einem manchmal durch den Kopf: Es wäre cool, als Aktiver dabei zu sein. Aber ich weiss auch, was es braucht und wie viel dahinter steckt, um so weit zu kommen. Das Kapitel Rennfahrer ist abgeschlossen. Es stimmt für mich, was ich jetzt mache. Ich habe andere Sachen im Fokus.» Dabei wäre er im besten Rennfahreralter, 34-jährig. In PyeongChang sind Aksel Lund Svindal und Andre Myhrer Olympiasieger geworden. Beide sind ein Jahr älter. Aber Kreuzer hat im Frühjahr 2012 «dieses Kapitel abgeschlossen», wie er sich ausdrückt. Nach der vierten schweren Knieverletzung in fünf Jahren beendete er seine Karriere, die einst vielversprechend begonnen hatte. Vom Verletzungspech verfolgt Im Winter 2005/06 war Kreuzer im Super-G in seinem Jahrgang 1983 hinter dem Österreicher Mario Scheiber die Nummer 2 der Welt. An der Schweizermeisterschaft auf der Lauchernalp wurde er Zweiter, vor Didier Défago, Daniel Albrecht, Carlo Janka, Patrick Küng oder Silvan Zurbriggen. Aber dann gings los mit den Ver-

letzungen, einmal ein schwerer Meniskusschaden, dreimal das Kreuzband. Eigentlich müsste man es in Kreuzerband umbenennen. So schaffte er in fünf Jahren ganze 15 Weltcuprennen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm jenes im November 2008 in Lake Louise. Gegen Olivier Brand und Beat Feuz fuhr er im Training eine Qualifikation um den letzten Startplatz, die er dank der drittbesten Zeit vor Cracks wie Svindal, Guay, Walchhofer oder Innerhofer gewann. Beat Feuz war in jener Quali gestürzt und hatte sich das Kreuzband gerissen, auch er. Des Einen Glück ... Kreuzer wollte im Rennen seine Chance packen, attackierte und stürzte ebenfalls – Knieverletzung Nr. 3, Saisonende schon im November. Kreuzer findet mit Galgenhumor trotzdem einen positiven Bezug zu jenem Crash: «Ich lancierte damit die Karriere von Carlo Janka ...» Wie bitte? Kreuzer: «Bis ich nach meiner Verletzung abtransportiert worden war, verging viel Zeit. Während dieses Unterbruchs wechselten die Witterungsverhältnisse. Für jene mit höheren Nummern wurde die Piste schneller. Carlo nutzte die Chance und wurde mit der Startnummer 65 Zweiter.» Es war sein erster Podestplatz. Da mit Feuz und Kreuzer gleich beide Salomon-Piloten ausfielen, wurde deren Servicemann Bruno Inniger arbeitslos. Salomon delegierte ihn in den Europacup ab, wo Patrick Küng zu einer Siegesserie ansetzte. Ein Jahr später nahm Kreuzer an der Seite von Küng, mit dem er den Servicemann Franz Nadig teilte, einen neuen Anlauf im Weltcup. Glücklos Janka, Feuz und Küng stiegen im Umfeld von Kreuzer in höchste Sphären. Napoléon hatte sich früher jeweils erkundigt, bevor er einen Offizier beförderte: «Hat der Mann Glück?» Bei Kreuzer wäre die Antwort einfach: Nein, er nicht, aber die um ihn herum. Wenn das für «Sion 2026» kein gutes Omen ist ... Für den glücklosen Ralf Kreuzer war, wie erwähnt, nach seiner vierten Knieverletzung, die er sich im Sommertraining im argentinischen Las Leñas zuzog, definitiv Schluss. Kreuzer ergab sich nicht dem Schicksal und nutzte seine Verletzungspausen. Parallel zur Reha trieb er sein Studium voran: «Ich machte in dieser Zeit den Bachelor in Wirtschaft und Marketing und den Anfang des Masters, den ich kurz nach meinem Rücktritt abschloss. So konnte ich nach meiner Rennfahrer-Karriere direkt ins Berufsleben einsteigen.» Auf der Managerseite Dreieinhalb Jahre arbeitete er bei der Agentur GFC von Giusep Fry und managte u. a. das Marketing des Weltcup-Finales 2013/14 in der

Lenzerheide. Danach wechselte er zum Sportrechtevermarkter Infront, «um nach dem nationalen auch das internationale Business kennenzulernen». Als die Stelle des Olympia-Delegierten ausgeschrieben wurde, bewarb er sich dafür: «Es ist ein spannendes Projekt, in meiner Heimat. Ich kann voll dahinterstehen, mit dem neuen Ansatz des IOC, zurück in die Berge, wo der Wintersport zu Hause ist, auf der Basis bestehender Wettkampfanlagen und Strukturen. Ich bin überzeugt, dass das für das Wallis und die ganze Schweiz ein Top-Projekt ist, das im Sport und in der Wirtschaft grosse Dynamik auslösen wird – zum Nutzen von allen.» Harscher Gegenwind Doch ihm ist bewusst: «Es wird nicht einfach.» Von verschiedenen Seiten weht harscher Gegenwind. Er hat dafür gewisses Verständnis: «Im Zusammenhang mit dem IOC und den Spielen lief in der Vergangenheit einiges nicht optimal.» Information und Emotion sind seine Schlüsselworte: «Wir möchten die Bevölkerung aufklären und Begeisterung wecken, wie das beispielsweise Ramon Zenhäusern getan hat, der ja theoretisch auch 2026 noch starten könnte.» Kreuzer – auch ein Walliser Die Silbermedaille von Ramon Zenhäusern ist für die Abstimmung vom 10. Juni, wenn die Walliser Bevölkerung über einen Kredit von 62 Millionen zu entscheiden hat, fast ein Geschenk des Himmels. Aus dieser Optik stand der «richtige» Athlet auf dem Podest. Wobei Kreuzer maliziös relativiert: «Auch die andern Slalomfahrer wären ja Walliser gewesen ...» Kreuzer kann seine Herkunft – er stammt aus Visperterminen – nicht verleugnen. Nach Abstechern ins Bündnerland, den Aargau und den Kanton Zug wohnt die Familie mit zwei kleinen Kindern wieder im Wallis, im Grimisuat ob Sion. Der «Plan 2026» Je nach Ausgang der Kandidatur-Geschichte könnte der Aufenthalt längere Zeit dauern: «Mein Plan ist bis im 2026 für dieses Projekt zu arbeiten.» Natürlich im Wissen, dass bis dahin noch einige Hürden zu nehmen sind. Selber die Werbetrommel rühren wird er nicht: Als Vertreter des Kantons ist gewisse Zurückhaltung angebracht, an der Abstimmungskampagne darf es sich aus formalen Gründen nicht beteiligen: «Aber in den Kontakten mit den Akteuren des Komitees und den privaten Befürwortern ist meine positive Grundhaltung natürlich erkennbar.» Als Ex-Rennfahrer braucht er das auch nicht zu verstecken. Seine Glaubwürdigkeit ist das grösste Kapital. Das zeichnete ihn schon immer aus. Viel Glück! R I CHA RD H E G G L I N

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Advertorial // Mountain Bike Holidays

REGION SERFAUS-FISS-LADIS

ABENTEUER UND BIKE-ACTION FÜR DIE GANZE FAMILIE

FOTOS: MOUN TA IN BIKE HOLIDAYS

Auf einer Sonnenterrasse etwa 500 Höhenmeter oberhalb des Inntales liegt die Mountainbike Region Serfaus-Fiss-Ladis. In dem dörflichen Dreigestirn ist aus dem einstigen Widerspruch «Bike & Family» ein echtes Erfolgskonzept geworden. Mit viel Geschick und dem richtigen Händchen ist auf dem sonnenverwöhnten Hochplateau eine Erlebniswelt für Gross und Klein entstanden.

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Aktuell hat die Region von «Mountain Bike Holidays» die Auszeichnung «Approved Bike Area» im Bereich «Easy & Family» erhalten. Gemeinsam mit zwei Freunden sind meine Frau und ich hier her gekommen, um die Touren durch die einzigartige Berglandschaft Tirols zu erkunden. Ausserdem möchten wir die Familien-Angebote unter die Lupe nehmen, um eventuell in den Ferien einen Bikeurlaub mit den Kindern hier im Oberinntal zu verbringen. In Serfaus erreichen wir das «Mountain Bike Holidays»Lifehotel für aktive Geniesser, in dem wir für die nächsten drei Tage gebucht haben. Die Verbindung von Sport, Genuss und unbeschwerter Lebensfreude liegt den Inhabern Barbara und Florian Geiger sehr am Herzen. Dieses Konzept spürt man auch im ganzen Haus, welches mit viel Gespür für das Besondere eingerichtet und ausgestattet worden

INFO Tourismusverband Serfaus-Fiss-Ladis www.serfaus-fiss-ladis.at Lifehotel für aktive Geniesser www.bikeserfaus.com Mountain Bike Holidays www.bike-holidays.com

ist. Hotelchef Florian, den ich bereits seit einigen Jahren kenne, erwischt uns beim Durchblättern der umfangreichen Tourenmappe und empfiehlt uns zum Kennenlernen die Möseralm Tour, eine mittelschwere Runde mit 20 Kilometern und knapp 500 Höhenmetern. Etwas verspannt von der Anreise möchten wir aber zunächst das grosszügige Wellness-Angebot im Lifehotel nutzen. Während wir Männer in der Badelandschaft «Aqua Vitalis» planschen, schwitzen unsere Frauen lieber in der «Sauna Vitalis». Nach der Entspannung folgt der Genuss. Ganz nach dem Motto «leicht, gesund, vital» serviert das Küchenteam ein fantastisches Abendmenü, das keine Wünsche offen lässt und die perfekte Vorbereitung für unsere erste Biketour darstellt. Wir sind also bereit für einen ereignisreichen Tag in den Tiroler Bergen. Vom Hotel in Serfaus geht es am Radweg gemütlich nach Fiss, wo der Anstieg zur Mittelstation der Schönjochbahn beginnt. Hoch über dem Inn führt der Weg über wunderbar grüne Almwiesen zum nahen Falterjöchl und bietet bereits erste Ausblicke auf die Bergwelt des Ötztales. Es scheint, als wäre die Sauna die bessere Vorbereitung gewesen, denn die Ladies sind bereits weit voraus, als wir heftig keuchend die Frommersalp passieren. In einer Abfahrt können wir dann aber etwas Boden gutmachen und mit

Hilfe dieses Motivationsschubes gelingt es uns, kurz darauf gemeinsam den höchsten Punkt der Tour zu erreichen. Ein flüssiger Singletrail bringt uns nach kurzer Fahrt zur Möseralm, wo wir erstmal den Flüssigkeitsverlust mit einem erfrischenden Getränk ausgleichen. Das Wetter könnte besser nicht sein, also bleiben wir noch eine ganze Weile in der Sonne sitzen und geniessen die traumhafte Aussicht. Über einen weiteren Singletrail, der uns ein breites Lächeln in die Gesichter zaubert, geht es dann zügig zurück nach Serfaus, wo wir uns gleich an die Planung der nächsten Tour machen. Morgen möchten wir gerne höher hinauf, um einerseits den sommerlichen Temperaturen ein wenig zu entgehen und andererseits noch mehr Abfahrtsspass zu sammeln. Insgesamt gibt es in der MTB-Region Serfaus-Fiss-Ladis neun Bergbahnen, die Biker und Bikes in die Gipfel-Regionen transportieren und damit für ein deutliches Plus an Tiefenmeter sorgen. Nach einer Extrarunde durch das reichhaltige Frühstücksbuffet starten wir satt und bestens gelaunt zu einer alpinen Biketour über das Schönjöchl. Ganz bequem erreichen wir mit Hilfe der Schönjochbahnen die Bergstation auf einer Höhe von über 2400 Metern. Frisch ist es hier oben – wir sind froh, dass wir noch einen kurzen Anstieg vor uns haben und treten kräftig in die

Pedale, um warm zu werden. Die Sonne, die wie gestern vom strahlend blauen Himmel scheint, trägt ebenfalls ihren Teil zu unserer Erwärmung bei und schon nach kurzer Zeit zeigen sich die ersten Schweissperlen auf der Stirn. Am höchsten Punkt angekommen, erwartet uns ein absolut beeindruckendes Panorama, das uns in pures Staunen versetzt. Die Gletscher der unzähligen Dreitausender-Gipfel vom Ötztal bis zur Silvretta leuchten in der Vormittagssonne und beantworten wieder einmal die Frage, warum es uns in den Alpen so gut gefällt. Ein weiterer Grund dafür, dass wir in die Tiroler Berge gekommen sind, liegt nun vor uns – der Frommestrail. Vom Schönjöchl über den Matekopf bis zu seinem Ende in Ladis bietet dieser komplett sanierte Klassiker 1200 Höhenmeter Flow und reines Fahrvergnügen. In Kombination mit dieser atemberaubenden Bergkulisse und den schönsten Panoramen ist der Frommestrail ein wahres Juwel für Mountainbiker. Nach den Erlebnissen dieses Wochenendes steht fest – wir kommen wieder, beim nächsten Mal mit den Kindern, die ihre Freude auf den Strecken des Bikeparks haben werden, während wir weitere Tourenhighlights unter die Stollen nehmen. In Serfaus-Fiss-Ladis kommt jeder voll auf seine Kosten. In der malerischen Landschaft Tirols warten unvergessliche Momente. MÄRZ 2018

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Aktiv // Junioren-Weltmeisterschaften Davos/Kandersteg + Goms

In diesem Winter werden gleich drei Junioren-Weltmeisterschaften in der Schweiz ausgetragen. Zwei davon – die der Alpinen und die der Nordischen – sind bereits passé. Zeit für einen Rückblick.

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Aktiv // Junioren-Weltmeisterschaften Davos/Kandersteg + Goms

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«Der Riesenslalom der Männer kostete mich einige Nerven»

Die Schweizer Athletinnen und Athleten kamen an der Junioren-WM in Davos nicht aus dem Feiern heraus. Mit elf Medaillen und dem Gewinn der Marc Hodler Trophy egalisierten sie den Rekord aus dem Jahr 2011 in Crans-Montana. Der Nachwuchschef Ski Alpin Beat Tschuor blickt auf die zehn Tage zurück.

Beat Tschuor, ich nehme an, die Ziele an der Junioren-WM wurden klar übertroffen? Ja, es ist klar über unseren Erwartungen. Natürlich sticht die Leistung von Marco Odermatt mit fünf Goldmedaillen heraus, aber wichtig ist, dass die Mannschaftsleistung sehr gut war. Das zeigt der Gewinn der Marc Hodler Trophy. In diesem Ranking zählen nicht nur die Medaillen, sondern die Top-10-Plätze der zwei besten Athleten pro Nation. Welches war das Erfolgsrezept des Schweizer Teams? Der Kern des Erfolgs war, dass die Chemie im Staff sehr gut war und sich dadurch die Athleten sofort wohlgefühlt haben. Zudem bin ich überzeugt, dass wir dank dem Materialverantwortlichen Daniel Züger, der Skitests am Bolgen durchgeführt hat, die Hundertstelrennen für uns entscheiden konnten. Seine Zusam-

menarbeit mit den Serviceleuten funktionierte hervorragend. Ein wichtiger Faktor war ausserdem das Vertrauen und Interesse des Verbandes. Und schlussendlich ist es so, dass die Athleten in den Clubs, Regionalverbänden und Leistungszentren gut ausgebildet werden und Swiss-Ski so über eine gute Breite verfügt. Wie gross war der Vorteil, dass ihr zuhause antreten konntet? Wir haben uns in den letzten drei Jahren gezielt auf den Anlass vorbereitet und intensiv Rennen sowie Schweizermeisterschaften in Davos veranstaltet. Der Hang ist quasi unser Wohnzimmer. Der längerfristige Plan ist am Tag X aufgegangen. Beat Tschuor, Nachwuchschef Ski Alpin.

Welche Momente bleiben dir besonders in Erinnerung? Ein Highlight war die Goldmedaille von Aline Danioth in der Alpinen-Kombination. Einen Tag vorher ist sie im Super-G gestürzt und sie brauchte grosse Überwindung, um wieder an den Start zu gehen. Ihre Coaches machten hervorragende Arbeit. Viele Nerven kostete mich der Riesenslalom der Männer. Auf der Besichtigung am Morgen sah man Marco Odermatt an, dass er nach den vier Goldmedaillen müde und nicht ganz bereit wirkte. Es war wirklich hohe Schule, wie abgeklärt er nach dem 1. Lauf geblieben ist und dann einen fantastischen 2. Lauf runtergebracht hat. Besonders überraschend kam der Triumph im Team-Event, den wir zum ersten Mal gewinnen konnten.

Bleiben wir bei Marco Odermatt. Wie erklärst du dir seinen Erfolg? Was ihn ausmacht, ist, dass er ein bescheidener, geerdeter und gelassener Typ ist. Für seine 20 Jahre ist er extrem weit. Er weiss, was er macht, wie er reagieren sowie agieren muss, und er kann die richtigen Entscheidungen treffen. Für einen Trainer ist er ein Traumathlet. Wie siehst du seine Chancen im Weltcup den Durchbruch zu schaffen? Ich denke, dass dies schnell geht. Wichtig ist, dass er den Riesenslalom sowie Super-G pflegt MÄRZ 2018

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Aktiv // Junioren-Weltmeisterschaften Davos/Kandersteg + Goms

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1 5 Goldmedaillen an einer Junioren-WM, das schaffte vor Marco Odermatt noch niemand. 2 Teamevent: Zum ersten Mal konnte die Schweiz den Team-Event gewinnen. Ein ganz spezielles Erlebnis für die Einzelathleten Camille Rast, Semyel Bissig, Aline Danioth und Marco Odermatt.

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3 In seiner Parade-Disziplin behielt Marco Odermatt die Nerven und gewann die 5. Goldmedaille in Davos. 4 Beat Tschuor, der Nachwuchschef Ski Alpin, kann die Marc Hodler Trophy in die Höhe stemmen. 5 Aline Danioth fuhr zum Sieg in der Alpinen Kombination. Es ist ihre 2. Medaille in Davos, nachdem sie im Slalom Dritte wurde. 5

mich einen Moment lang nachdenklich gestimmt hat. Zudem sind wir im Slalom der Männer nicht so stark aufgetreten. Da ist mehr Potenzial vorhanden.

Ohne die fünf Goldmedaillen von Marco Odermatt sähe die Schweizer Bilanz weniger gut aus. Das ist so, aber alle im Team haben irgendwo einmal ihre Leistung abrufen können. Zudem hatten wir auch zwei Ausfälle mit Marco Kohler (Knieverletzung) und Nicole Good (Hirnerschütterung) im Slalom zu verkraften. Und nicht zu vergessen: Die nominell stärkste Juniorin der Schweiz, Mélanie Meillard, war nicht am Start. Es wäre also sogar einiges mehr möglich gewesen!

Es fiel allgemein auf, dass es sehr viele Ausfälle gab ... Das stimmt. Diese sind einerseits auf das Wetter und die Sicht zurückzuführen. Anderseits liegt es auch an den taktischen Überlegungen der Kurssetzer, die zum Teil fragwürdig waren. Im Slalom der Männer klassierten sich 30 der 124 Startenden. Und im Super-G schafften es nur zwölf der besten 30 ins Ziel. Die Sicherheit war an einer Stelle durch die Kurssetzung nicht gewährleistet. Dies ist für den Sport nicht fördernd. Es darf nicht vergessen werden, dass es eine WM für Junioren ist. Die Jungen sollen Spass haben. In der Alpinen-Kombination der Frauen wurde aufgrund des Lichtes entschieden, den Slalom zuerst zu fahren, was taktisch nicht optimal war. Viele Speed-Spezialistinnen schieden bereits im Slalom aus. Da müssen sich die Trainer, die Nationen, die FIS und die

Trotz dem hervorragenden Abschneiden gab es sicherlich auch Sachen, die dir nicht gefallen haben? Ernüchternd war für mich der Riesenslalom der Frauen. Nicht nur Camille Rast, auch andere Athletinnen sind ausgeschieden, was 32

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Jury an der Nase nehmen. Insgesamt haben wir aber hochstehende Wettkämpfe in Davos gesehen. Da kann ich nur ein Kompliment an das Organisationskomitee und an die Bergbahnen machen, die es ermöglichten, einen solchen Anlass durchzuführen. Sie haben gezeigt, dass sie fähig sind, einen Grossanlass zu stemmen. M A R I O N K AU F MA N N

DIE 11 MEDAILLENGEWINNER Marco Odermatt: Gold in der Abfahrt, Gold im Super-G, Gold in der Alpinen-Kombination, Gold im Riesenslalom Team-Event: Gold (Camille Rast, Aline Danioth, Semyel Bissig, Marco Odermatt) Aline Danioth: Gold in der Alpinen-Kombination, Bronze im Slalom Juliana Suter: Silber in der Abfahrt Lars Rösti: Bronze in der Abfahrt Semyel Bissig: Silber in der Alpinen-Kombination Stephanie Jenal: Bronze im Super-G

FOTOS: MAN UEL LOPEZ/ JWSC DAVOS 2018

und nicht das Gefühl hat, er muss jetzt zu stark auf die Abfahrt setzen. Er muss sich Zeit nehmen um Erfahrungen zu sammeln und so zu einem kompletten Athleten werden.


Aktiv // Junioren-Weltmeisterschaften Davos/Kandersteg + Goms

FOTOS: PATRIC M ANI / JWSC 2018

Top organisierte Wettkämpfe machen Spitzen-Teamresultat möglich

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Kandersteg und Goms waren in diesem Jahr die Austragungsorte der Junioren- und U23-WM der Sportarten Langlauf, Skispringen und Nordische Kombination. Die Organisatoren dürfen zufrieden sein und auf perfekt organisierte Wettkämpfe zurückblicken, welche viel Spannung und Emotionen ins Oberwallis und Berner Oberland brachten.

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1 Valerio Grond im Klassisch Rennen über 10 km der Junioren. Im Sprint gewann er Bronze. 2 Giuliana Werro im Skiathlon Junioren Ladies. 3 Die Frauen der Junioren-Staffel: Giuliana Werro, Lea Fischer, Anja Weber und Desiree Steiner. 4 Alina Meier trägt die Flagge auf der Wange. 5 Freut sich über die Silbermedaille im Sprint: Nadine Fähndrich.

ie Highlights aus Schweizer Sicht waren an dieser Junioren- und U23-WM, welche nach exakt 20 Jahren erneut in der Heimat durchgeführt wurden, sicherlich die drei Medaillen im Langlauf. So viele Medaillen gab es für die Langläufer seit elf Jahren nicht mehr; damals holten die Schweizer in Tarvisio mit Silvana Bucher, Curdin Perl und Dario Cologna gleich vier Medaillen. Damit kann sich das diesjährige Resultat durchaus sehen lassen. Favoritin erfüllt Erwartungen Den Auftakt zu diesem starken Teamresultat machte Valerio Grond, welcher im Sprint der Junioren überraschend die Bronzemedaille gewann. Gleich am nächsten Tag durfte sich die Schweiz über die nächste Medaille im Sprint freuen: Nadine Fähndrich konnte den hohen Erwartungen standhalten und lief in der Kategorie U23 auf Rang zwei. Zwei Tage danach doppelte sie nach und lief im Distanzrennen über zehn Kilometer in der klassischen Technik auf den dritten Rang. Sie sei froh, dass sie auch in einem Distanzrennen zeigen konnte, dass

sie in ihrem Alter zu den Besten der Welt gehört, strahlte eine überglückliche Nadine Fähndrich im Ziel. Im Sprint Erwartungen erreicht Charles Pralong, Trainer der Junioren bei Swiss-Ski, zeigt sich mit den Leistungen seiner Schützlinge zufrieden: «Im Sprint haben wir die Erwartungen mehr als erreicht. Bronze für MÄRZ 2018

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Aktiv // Junioren-Weltmeisterschaften Davos/Kandersteg + Goms

1 Nadine Fähndrich beim Zieleinlauf im Sprint der U23 Ladies. 2 Die Schweizer Medaillengewinner (Nadine Fähndrich und Valerio Grond) mit dem Viertplatzierten im U23-Sprint Beda Klee (l.).

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Valerio Grond, zwei starke elfte Ränge für Janik Riebli und Lea Fischer und der 25. Rang von Carine Heuberger sind Resultate, die sich sehen lassen. Im Distanzbereich sind wir leider noch nicht auf dem Niveau der anderen Nationen. Da haben wir noch einige Defizite, obwohl Desirée Steiner vorne mitkämpfen kann, und auch Giuliana Werro und Janik Riebli gute Leistungen gezeigt haben.»

Steile Aufstiege als Zuschauermagnet Ein weiterer Höhepunkt nebst den drei Medaillen war die perfekte Organisation der Wettkämpfe. Die Streckenführung war laut Edi Zihlmann, Chef Nachwuchs Langlauf bei Swiss-Ski, durch die Nachhomologation auf einem hohen, internationalen Niveau. Besonders attraktiv für die Zuschauer waren die zwei steilen Aufstiege im Start- und Zielgelände, in welchen

in jedem Wettkampf die Entscheidung fiel. Auch auf die täglich grosse Zuschauermenge darf man im Obergoms stolz sein. Diese war im Vergleich zu anderen Austragungsorten in den Vorjahren deutlich höher. Alles in allem darf man in der Schweiz auf eine gelungene nordische Junioren- und U23-WM zurückblicken. J U L I A PH I L I P O N A

Die Sponsoren und Partner HAUPTSPONSOR

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Burgerstein / Ruag / Hilti / Ferienverein / TechnoAlpin / Kameha Grand Zürich / Wintercare / Trilux AG / Funke Lettershop GÖNNER

Crystal Club / Dr. Heinz Grütter-Jundt-Stiftung zur Förderung des alpinen Skisportes 34

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Kolumne // Medizin

The point of no return Die Olympischen Spiele in PyeongChang sind passé – Rückblende: Wenn unser Flugzeug in Richtung Seoul abhebt, gibt es kein Zurück mehr. Was ich jetzt nicht dabeihabe, wird mir die ganzen Spiele lang fehlen, was ich jetzt nicht vorbereitet habe, kann ich nicht mehr nachholen. Monatelang habe ich geplant und ganze 24 Stunden lang gepackt. Jetzt kommt die Lackmusprobe. Bereits am Gate beim Einstieg bemerken zwei Trainer, dass sie ihre Schlaftabletten nicht dabeihaben. Diese habe ich griffbereit in der Jackentasche verstaut und zücke sie! Freudige Gesichter und dann ein langer gesunder Schlaf auf der Reise nach Asien. Kaum sind wir gelandet, erreicht uns die Hiobsbotschaft, dass im Staff der Olympischen Spiele das Norovirus ausgebrochen sei. Brechdurchfall bedeutet für die Athleten oftmals einen Totalausfall. Alle Teammitglieder haben bei der Kleiderabgabe vorsorglich ein Hände-

Dr. med. Walter O. Frey Chefarzt Swiss-Ski Leitender Arzt Balgrist Move>Med Zürich

desinfektionsmittel bekommen. Bereits einen Monat vor den Spielen haben wir begonnen, uns zur Begrüssung nicht mehr die Hand zu geben, sondern den Gruss «Faust auf Faust» zu erwidern. So wird die Infektkette unterbrochen und das Virus wird die meisten unserer Athleten gar nie erreichen.

In den ersten Trainingsläufen im Riesenslalom alpin verletzt sich Mélanie Meillard schwer am linken Knie. Ich fahre mit ihr ins koreanische Spital zum MRI. Die Verletzte muss zurück in die Schweiz. Dort ist es jetzt halb 4 Uhr morgens. «Ob ich den Chefarzt der Rega am Telefon erreiche?» Bange Sekunden und dann läuft die Repatriierung an. Der Rega-Tower beginnt den sofortigen Rückflug in einer Linienmaschine mit Upgrade zu planen. «Siehst du den steilen Aufstieg der Loipe da drüben?», fragt mich Selina Gasparin während der Busfahrt am nächsten Abend zum 7,5 km langen Biathlon-Sprint. «Da werden wir im Wettkampf heute Nacht sterben.» «Was, sterben?», denke ich. «Habe ich den portablen Defibrillator auch sicher verstaut?», schiesst es mir durch den Kopf. Die erfahrene Athletin lacht schelmisch und sagt: «Sterben wohl nicht gerade, aber extrem leiden.» Und mir wird gleich wieder etwas leichter ums Herz.

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Unser Engagement

helvetia.ch/swiss-ski

Eisige Piste. Schwieriger Kurs. Sicher im Ziel.

FOTO: Z VG.

Mit Helvetia, offizieller Partner von Swiss-Ski, sicher ins Ziel kommen.

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Aktiv // Famigros

Die perfekte

Silvio, Manuela, Lynn und Yannik besuchten zum ersten Mal einen Famigros Ski Day. Snowactive durfte die junge Familie dabei begleiten.

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s ist acht Uhr morgens. In Zürich geht gerade die Sonne auf. Und auch die Äuglein von Yannik (6) und Lynn (9) haben den neuen Tag erst zögerlich in Empfang genommen. Zusammen mit ihren Eltern Manuela und Silvio machen sie sich gerade bereit für den Famigros Ski Day auf dem Hoch-Ybrig. Dass die beiden Kinder noch etwas verschlafen wirken, hängt wohl damit zusammen, dass 36

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sich die junge Familie am Sonntag um diese Uhrzeit normalerweise bereits in ihrer Ferienwohnung in Savognin befindet. Und dort beginnt der Tag erst einmal mit einem ausgewogenen Frühstück. «Da wir jedes Wochenende im Bündnerland verbringen, lassen wir uns am Morgen gerne Zeit.» Doch heute ist alles anders. Denn an diesem 4. Februar verlassen die vier Skifanatiker ihre Komfortzone Savognin und besuchen den Famigros Ski Day am Zürcher Hausberg HochYbrig. «Eigentlich gehen wir ja fremd! Aber wir dachten, es wäre doch eine schöne Abwechslung zur restlichen Saison», erklärt Manuela den Ausflug in ein anderes Skigebiet. «Die Kids und auch wir freuen uns schon die ganze Woche auf diesen etwas anderen Skitag.»

Los gehts Bei der Talstation angekommen, fasst die Familie erst einmal ihre Rennüberzieher. Mit der hohen Startnummer 379 geht es für sie dann gemeinsam mit den rund 380 anderen Familien nach oben. Es ist ein friedlicher Morgen. Nur wenige Wolken stören die Sonnenstrahlen auf ihrem Weg auf die verschneite Schneelandschaft. Und inmitten der weiss gefärbten Bäume geht die Entdeckungsreise während des «Seitensprungs» der Familie weiter. Denn der heutige Tag beginnt nicht wie normalerweise mit der ersten Abfahrt, sondern mit einem Besuch im Village. Oder besser gesagt mit eineinhalb Minuten Hocke-Übungen. Denn beim Schneesport-Check Stand erfahren sie gleich zu Be-

FOTO: A LPHAFOTO

ABWECHSLUNG


Aktiv // Famigros

ginn, wie es sich als Lara Gut während der Abfahrt in St. Moritz anfühlt. Obwohl, für Lynn scheint die Probe kein Problem darzustellen: «Ich kann noch lange so bleiben», sagt sie gemütlich nach einer Minute in Hocke-Position. Liebe Schweiz, die nächste Lara Gut ist unterwegs!

Silvio, Yannik, Lynn und Manuela posieren mit Medaille und Maskottchen «Tobi».

Rennen verloren, Erinnerung gewonnen Nachdem die Pfeile beim Swiss-Ski Stand geflogen, die Schneebälle bei Famigros geworfen, das Erinnerungsfoto beim Rivella-Fotokasten geschossen und das Gipfeli bei der Verpflegung verdrückt sind, geht es schliesslich den Sessellift hinauf. Denn nach ein paar Aufwärm-Abfahrten folgt ja bereits das nächste Highlight: Wie an jedem Famigros Ski Day bestreiten die Familien das berüchtigte Familienskirennen. Die vier Neulinge bewältigen den eisigen Hang fehlerfrei. Und nach einigen Augenblicken der Enttäuschung sind sie mit dem 52. von 380 Plätzen auch einigermassen zufrieden. «Die sind ja viel älter als wir!», bilanziert der sechsjährige Yannik den Ausgang des Rennens korrekt. Doch wie dem auch sei: Bis zum Ende des Tages werden die Kinder den verpassten Sieg sowieso ganz vergessen haben – das Erlebnis an sich wird alle negativen Gedanken vertrieben haben.

daille, die gar nicht aus echtem Gold besteht, findet Yannik nicht so lässig. Zum Glück ist Famigros-Maskottchen «Tobi» zur Stelle, welcher dem Jungen und der ganzen Familie das Lächeln zurück ins Gesicht zaubert. Und so freute sich Yannik schlussendlich genauso über die Medaille wie die vielen anderen Kinder auch. Nach der Siegerehrung geniessen die angefressenen Skifahrer die letzten Bemühungen der Sonne und kehren über die steile Talabfahrt «Weglosen» zum Auto zurück. Mit dem Familiengeschenk von Famigros – ein vollbepackter Skischuh-Sack mit Snacks und Getränken – im Gepäck fahren sie glückselig dem Zürichsee entlang nach Hause zurück. Und sie sind sich einig: «Wir sollten definitiv öfter fremdgehen!» QUE N T I N A E B E RL I

Link zu Video: http://bit.ly/fsd_hoch-ybrig

Mit der falschen Goldmedaille nach Hause Nur eine Enttäuschung muss der Kleinste der Familie noch schlucken. Denn eine Goldme-

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Beat Feuz Weltmeister

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Aktiv // Oerlikon Swiss Cup

WELTSPIT

Der Weg zur

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Aktiv // Oerlikon Swiss Cup

TZE FOTOS: SWI SS -SKI

Der Gesamtsieg am Oerlikon Swiss Cup ist für jeden jungen Schweizer Skirennfahrer das Ziel, denn dieser ebnet den Weg für weitere Erfolge. Dies beweist der fünffache Junioren-Weltmeister von Davos, Marco Odermatt, der unter anderem dieser Rennserie seinen Aufstieg zu verdanken hat.

In der Saison 2013/14 holte Wendy Holdener nicht nur im Oerlikon Swiss Cup Riesenslalom in Splügen den Sieg, sondern auch in der U21-Gesamtwertung. Marco Odermatt gewann Anfang Jahr in Savognin den Riesenslalom des Oerlikon Swiss Cup vor Maurus Sparr und Livio Simonet und sicherte sich somit den U21-Schweizermeistertitel.

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ie Talente von heute sind die Stars von morgen. Deshalb legt Swiss-Ski grossen Wert auf die Förderung der Nachwuchs-Athleten. Ohne fremde Unterstützung wäre dies allerdings nicht machbar, das ist sich auch der Präsident von Swiss-Ski, Urs Lehmann, bewusst: «Wir sind äusserst stolz und auch dankbar, dass sich Weltfirmen wie Oerlikon bei uns im Schneesport engagieren. Und dies nicht bei den Stars, sondern im Nachwuchs.» Oerlikon ist unter anderem Hauptsponsor des Oerlikon Swiss Cup: In zwölf FIS-Rennen werden für die U18- und U21-Athletinnen und -Athleten separate Ranglisten erstellt. Diese Rennserie hat schon viele Stars hervorgebracht, dies zeigt ein Blick auf die Siegerliste der letzten Jahre: Wendy Holdener, Gino Caviezel und Corinne Suter stehen da zuoberst, und nun das jüngste Beispiel: der fünffache Junioren-Weltmeister von Davos, Marco Odermatt. Zwei Mal gewann er in der Kategorie U18 (2014, 2015) und wurde Zweiter in der U21-Wertung (2015). «Bei allen Athleten ist der Oerlikon Swiss Cup extrem beliebt und hat einen hohen Stellenwert. Mein Ziel war es, dort die Gesamtwertung zu gewinnen oder zumindest auf dem Podest zu stehen», sagt Marco Odermatt. Schafft ein Athlet diese Hürde, erfüllt er die Selektionskriterien für ein Swiss-SkiKader. So führte der Weg von Marco Odermatt vom Oerlikon Swiss Cup Gesamtsieg ins C- und kurze Zeit später ins B-Kader von Swiss-Ski. Motivation für U18-Athleten Auch der Nachwuchschef Beat Tschuor betont: «Der Cup ist ein extrem wichtiger Zwischenschritt von der U16 bis zum Europacup. Die Athleten können sich schweizweit messen – und das in allen Disziplinen.» Besonders in den ersten harten FIS-Jahren als U18-Athlet sei der Oerlikon Swiss Cup motivierend, erinnert sich

Marco Odermatt: «Bei den ersten FIS-Rennen kommt jeder junge Athlet auf den Boden der Tatsachen zurück. Man hat keine Chance mit der Spitze mitzuhalten. Dank der Rennserie kann man sich mit den Gleichaltrigen messen und sich an den Resultaten orientieren. Das «kleine Taschengeld», welches die ersten drei Platzierten erhalten, könne jeder junge Athlet gut gebrauchen. Besonders in Erinnerung bleiben ihm die Duelle mit Loic Meillard. Der ein Jahr ältere Romand war damals klar der beste Junior und umso schöner war es, wenn Marco Odermatt ihn bezwingen konnte. Aber nicht nur für die Athleten sei die Rennserie bedeutend, sagt Beat Tschuor. «Dank der Unterstützung von Oerlikon können wir einen Veranstalter finden und diesem eine Gegenleistung bieten. Ausserdem sind die Rennen für die Trainer in Sachen Selektionen und Saisonplanung äusserst hilfreich. Letztere unterstützt die Athleten wiederum dabei, ihr Können zum richtigen Zeitpunkt abzurufen.» Hochstehende Wettkämpfe In der Planung von Marco Odermatt können nicht mehr alle U21-Rennen berücksichtigt werden, da der Europacup Priorität hat. So erhalten andere Athleten die Möglichkeit, sich einen Platz im Swiss-Ski Kader zu sichern. Auch ohne den Junioren-Weltmeister liefern sie sich hochstehende Wettkämpfe auf den von den Veranstaltern trotz viel Schnee und Wind mit viel Aufwand perfekt präparierten Pisten. Praktisch alle Schweizer Teilnehmer der Junioren-WM mischen da in der Gesamtwertung vorne mit. Welcher Athlet momentan die Rangliste anführt und weitere Informationen zum Oerlikon Swiss Cup sind auf www.swiss-ski.ch/ events/oerlikon-swiss-cup/ zu finden. Wer weiss, vielleicht gewinnt ein zukünftiger SkiStar? M A R I O N K AU F MA N N MÄRZ 2018

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Aktiv // 5 Top-Volksläufe im Fokus

SCHLAUFE UM SCHLAUFE DEM ZIEL ENTGEGEN Die Aktion von Graubünden und Snowactive geht weiter. Nach dem Erlebnisbericht von Patricia Beck Anfang des Jahres folgen nun zwei weitere Geschichten aus der Volkslauf-Aktion von Graubünden und Snowactive. Forfait geben musste Katrin Hofmann am Surselva-Marathon. Sie lag zum Zeitpunkt des Laufs mit einer Grippe im Bett. An ihrer Stelle gestartet ist Flavio Godenzi.

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ast du am Wochenende schon was vor?» Nein, habe ich nicht. So lautete meine Antwort auf die spontane Anfrage, welche ich am Freitag vor dem Surselva-Lauf erhielt. Und die Folgefrage: Ob ich bei der Volkslanglauf-Aktion von Graubünden mitmachen wolle – konkret beim Surselva-Marathon. Denn Katrin Hofmann – die Gewinnerin dieses exklusiven Startplatzes – musste leider krankheitsbedingt kurzfristig absagen. Und so mache ich mich mit meiner Frau am Samstagmorgen auf den Weg nach Sedrun, wo


FOTO: Z VG.

Aktiv // 5 Top-Volksläufe im Fokus

wir die Pisten in der Skiarena Andermatt-Sedrun geniessen. Nach dem feinen Nachtessen im Hotel Postigliun und einem Dorfspaziergang in Sedrun heisst es nur noch: gut und viel schlafen. Nächster Tag. Prächtiges Winterwetter, ganz viel Schnee und eine perfekte Loipe erwarten mich und die anderen rund 250 Teilnehmer am nächsten Tag. Also, ab ans Startgelände und einlaufen – bei bereits eher warmen Temperaturen. Punkt elf Uhr folgt der Startschuss und zu Beginn gleich eine enge Abfahrt. Zum Glück kam ich ohne Stockbruch

durch. Der erste Aufstieg mit mehreren Schlaufen selektionierte das Startfeld dann ein bisschen. Schon eindrücklich, wie die Spitze einfach so locker hoch- und davonläuft. Ich merke rasch, dass die Strecke einiges anspruchsvoller ist als erwartet. Immer wieder stehen kurze, knackige Anstiege an – ein Sägeblatt an Streckenprofil. So brennen meine Beine nach der 6-Kilometer-Tafel schon ein bisschen. Puh, erst sechs von insgesamt 25 Kilometern. Nun verläuft die Loipe dem Rhein entlang durch den Wald, und nach einem weiteren Aufstieg

erreiche ich das Startgelände. Am Verpflegungsposten vorbei, ab auf die zweite und somit letzte Runde. Diese war um einiges angenehmer, so nach dem Motto «Weniger Läufer, mehr Streckenkenntnisse». Schon bald trennte mich nur noch die letzte, steile Steigung vor der Ziellinie. Da musste ich nochmals richtig beissen. Im Ziel leuchteten lauter Einser und Zweier auf der Tafel: 1:12:21. Geschafft. Bei aller Anstrengung war mein erster Surselva-Marathon eine tolle Erfahrung, welche mir grossen Spass gemacht hat. F L AV I O G O D E N Z I MÄRZ 2018

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Aktiv // 5 Top-Volksläufe im Fokus

FABIANA MAN

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Aktiv // 5 Top-Volksläufe im Fokus

ZONI

BEGEISTERT vom Langlauf

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rotzdem habe ich in der Nacht vor dem Lauf sehr gut im schönen Arvenzimmer im Hotel Engiadina in Scuol geschlafen. Vom Frühstück gestärkt ging es dann nach Martina. Es war eisig kalt, aber sämtliche Teilnehmer waren motiviert und gut drauf. Die ganze Organisation war unkompliziert und am Ende sind doch über 120 Läuferinnen und Läufer gestartet. Vom Tempo der anderen Läufer wurde ich ziemlich überrascht. Bald sah ich nur noch ihre Skienden ... Aber meine Zielsetzung war ja nicht ein Spitzenresultat. Ich wollte einfach den Lauf erfolgreich abschliessen. Und weil Mitmachen eben schön ist, habe ich jeden der 20 Kilometer genossen. Dazu beigetragen hat die idyllische Landschaft entlang des Inn. Und das Wetter war schlicht kaiserlich. Die letzten paar Kilometer wurden zum Kampf, es musste eine Zusatzschlaufe gelaufen wer-

den. Das Ziel liegt auf der anderen Seite. Da braucht es noch einmal eine innerliche Motivationsspritze, zumal die Meter vor dem Ziel, bespickt mit einigen Höhenmetern, immer länger werden. Am Ende war ich aber sehr stolz darauf, meinen ersten Volkslauf erfolgreich abgeschlossen zu haben. Umsomehr, weil ich erst im Dezember mit den ersten Langlaufschritten begonnen habe. Ein halber Marathon mit 20 Kilometern ist schon happig für eine Novizin. Im Ziel gab es sogar noch einen Trostpreis – eine kostenlose Teilnahme am nächsten Passlung. Mach ich doch! Mein Fazit: Ich werde sicherlich auch in der nächsten Saison wieder auf verschiedenen Loipen stehen. Durch den Wettbewerbsgewinn bin ich zu einer begeisterten Langläuferin geworden. FA B I A N A MA N ZO N I

FOTO: Z VG.

Fleissig wurde ich von meinen Kollegen an meine Teilnahme am Passlung erinnert, sodass ich am Sonntag eine Woche vor dem Lauf nochmals die Details im Internet angeschaut habe. Als ich die Anmeldungen ansah, war ich etwas schockiert, da sich bis dahin nur etwas mehr als 30 Personen angemeldet hatten. Das wird ja peinlich für eine Anfängerin wie mich, dachte ich mir.

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Aktiv // Unser Skiclub

ARPET TAZTAZ-NENDAZ: NENDAZ: 90 JAHRE GESCHICHTE, GESCHIC 50 JA JAHRE HÜT TE

TRADITION Im April 1927 1 befand sich eine Gruppe Jugendlicher aus Nendaz auf dem Rückweg von einer Exkursion zum Rosablanche. Dabei machte ihnen das schlechte Wetter beinahe einen Strich durch die Rechnung.

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Aktiv // Unser Skiclub

FOTOS: ZVG.

ei dieser Gelegenheit fassten sie den Entschluss, den Skiclub Arpettaz-Nendaz zu gründen. Die Gründungsversammlung fand dann am 22. Januar 1928 mit 13 Mitgliedern statt. Seither ist der Club stetig gewachsen. 44 Mitglieder waren es 1943, heute zählt der Club über 1200 Aktiv- und Passivmitglieder. Vor allem seit ab 1960 immer mehr Bergbahnen und Lifte erstellt wurden, gewann der Club an Grösse. 1965 organisierte er den KurikkalaCup, baute 1968 seine eigene Hütte zuhinterst im kleinen Cleuson-Tal und beteiligte sich ab den Siebzigerjahren an der Organisation von zahlreichen regionalen und nationalen Skirennen. Dazu gehört auch der Grand Prix Ovo/ Migros, der seit 1974 jährlich stattfindet. Der Skiclub Arpettaz hat während seines 90-jährigen Bestehens immer wieder Konkurrenz, Wetteifer und auch Zusammenarbeit mit anderen lokalen Skiclubs erlebt. Heute ist er der einzige Skiclub in Nendaz. Ein Club – zahlreiche Aktivitäten Von Anfang an schloss sich der Skiclub dem Westschweizer Skiverband an und unterstützt seither den Skiwettkampf. Dabei hat er sich immer um die Förderung von Austausch, gegenseitiger Unterstützung und um die Vielfalt der Aktivitäten rund um Skisport und Berge gekümmert. Noch heute stehen die Ausbildung und die Förderung von rund 60 jungen Skirennfahrern/-innen aller Alterskategorien im Zentrum der Clubaktivitäten. Wie dynamisch das Wettkampfgeschehen im Club ist, zeigt sich auch daran, dass sich jährlich rund 15 Anwärter/ -innen für den Final des Grand Prix Migros qualifizieren. Aber die Angebote beschränken sich nicht nur darauf. Der Club organisiert auch Skikurse, an denen rund 100 Jugendliche teilnehmen, sowie drei Fun-Gruppen, die sich anderen Disziplinen im Schneesport widmen. So kommen zum Beispiel auch Sportarten wie Telemark, Freeride, Skitouren, Skicross, Snowboard und andere zum Zug. Im Sommer gibt es diverse Camps in der auf 2500 Metern gelegenen Club-

hütte, wo jeweils rund 50 Jugendliche die Gelegenheit haben, unter kundiger Leitung die Berge und den Alpinismus zu entdecken. Neben den in Skiclubs üblichen Aktivitäten, Ausflügen und Wettkämpfen organisiert der Skiclub Arpettaz für seine Mitglieder weitere Highlights. Jährlich stehen Skitourentage und -weekends auf dem Programm. Und eine einwöchige Hochgebirgstour führt die Teilnehmenden über die Alpen und in gewissen Jahren auch weiter. Doppeltes Jubiläumsjahr Dieses Jahr feiert der Club sein 90-jähriges Bestehen und den Bau seiner Hütte vor 50 Jahren. Deshalb werden verschiedene Jubiläumsanlässe stattfinden. Die Feierlichkeiten werden am 18. März mit einem aussergewöhnlichen Rennen eröffnet. Am Derby «Drey bâ» (was im Dialekt von Nendaz so viel heisst wie «direkt hinunter») können sich Unerschrockene auf die Strecke vom Gipfel des Mont-Fort, dem Höhepunkt des Skigebiets der 4 Vallées auf 3300 Metern, bis nach Siviez auf 1750 Metern Höhe wagen. Dort soll dann in einem Zelt das Fest für die Rennteilnehmenden wie für die Clubmitglieder bei Speis und Trank sowie Musik weitergehen. Ebenso vorgesehen ist ein Mannschaftsrennen oder eine Rallye vom Tal zur Clubhütte am 1. September. Am selben Tag wird auch der Weg «au fil du glacier» (dem Gletscher entlang) eingeweiht, der auf einem rund dreistündigen Rundgang den Rückgang des Gletschers Grand-Désert am Fusse des Rosablanche in den letzten 150 Jahren aufzeigen wird. Schliesslich wird im Oktober an einer Ausstellung ein Buch erscheinen, das die umfangreiche Clubgeschichte aufzeichnet. Eine dazugehörige Ausstellung wird dieses Jubiläumsjahr abrunden. FA NNY D É L È ZE

Die Visitenkarte für Heliskiing weltweit. ’‘™†‡”ِ†‡”Ę…Š

INFO

+41 43 211 71 81

Informationen über den Skiclub Arpettaz-Nendaz findet man unter www.arpettaz.ch.

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Elias Gmünder

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Aktiv // Grand Prix Migros

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Viele helfende Hände Der Grand Prix Migros ist das grösste Kinderskirennen der Welt. An 13 Orten messen sich die 6- bis 16-Jährigen und erleben einen unvergesslichen Tag. Dies ist nur möglich dank der Unterstützung der Skiclubs und deren zahlreichen Helfern. In Adelboden schauten wir ihnen über die Schulter.

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usschlafen? Fehlanzeige! An diesem Sonntag ist Adelboden schon früh auf den Beinen. Der Grand Prix Migros steht bevor, da sind viele aus dem Ort beteiligt. Um die 500 Kinder und Jugendliche starten an einem Grand Prix Migros-Rennen. Damit alles reibungslos abläuft, sind rund 100 Helfer gefragt. Denn es braucht überall helfende Hände: am Start, auf der Piste, im Ziel, in der Festwirtschaft, bei der Startnummernausgabe, im Sponsoren-Village. Es ist nicht einfach für den Veranstalter, so viele Freiwillige zusammenzukriegen. In Adelboden übernimmt diese Aufgabe der HelferChef Andi Bircher. Den ganzen Winter hielt er Augen und Ohren offen und sprach die Leute an, egal ob auf der Strasse, auf der Skipiste oder im Restaurant. «Da am Grand Prix auf zwei 46

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Pisten gefahren wird, braucht es mehr Helfer als bei anderen Rennen. Es ist schon eine Herausforderung, diese zu finden, aber irgendwie klappt es immer», sagt Andi Bircher. Dies vor allem dank den Eltern der Teilnehmenden, die den Grossteil der Aufgaben übernehmen. Auch dieses Mal konnte Andi Bircher alle 85 Helfer für den Renntag ausfindig machen und einteilen. So viel wie möglich am Vortag erledigen Bereits am Vortag standen 30 Helfer des Skiclubs im Einsatz. Auch rund zehn von SwissSki und den Sponsoren packten an. So viele Arbeiten wie möglich werden im Vorfeld erledigt: die Starthäuser, die Ziele und das Sponsoren-Village werden aufgebaut, die Piste präpariert, der Kurs gesetzt und ein Teil der Startnummernausgabe durchgeführt. Und nicht zu vergessen: Die Verpflegung für alle Helfer. Fleissig wurde gebacken und Sandwiches gestrichen, sodass die Helfer sich während ihres Einsatzes stärken können. Diese Lunchpäckli werden am Sonntag als erstes von der Talstation Chuenisbärgli auf den Berg gebracht. Auch die Funkgeräte und Helferwesten machen die OK-Mitglieder in der frühen Morgenstunde, um sieben Uhr, bereit. Eine Stunde

später treffen die ersten Helfer bei der Bergstation ein. Alle sind warm eingepackt. Es weht ein starker Wind und der Nebel umhüllt das Chuenisbärgli. Deshalb geben die Chefs der einzelnen Bereiche rasch Anleitungen. Die meisten helfen nicht zum ersten Mal und wissen, was zu tun ist. Wer kann, geht noch kurz in die Wärme, aber nicht allen ist dies vergönnt. Am Start und im Ziel muss die Zeitmessung eingerichtet werden, auf der Piste wird der letzte Schliff gemacht. Dann ist alles bereit, um 10.30 Uhr fahren die ersten Kinder los. Ordnung am Start Am Start herrscht mittlerweile viel Betrieb. Alle bereiten sich auf den Lauf vor, die Anspannung ist spürbar. Drei Helfer sorgen dafür, dass alles wie geplant läuft: Jemand misst die Zeit von Hand, falls der Start nicht automatisch ausgelöst wird, jemand reiht die Kinder in der richtigen Reihenfolge ein und jemand sagt ihnen, wann sie losfahren müssen. Für Letzteres ist Peter Josi verantwortlich, der schon vieles erlebt hat: «Es kommt vor, dass die Kinder vor Nervosität vergessen, die Brille runterzumachen oder die Skischuhe zuzumachen. Da helfe ich ihnen rasch.» Josi ist ausserdem per Funk mit den Leuten im Ziel verbunden und


Aktiv // Grand Prix Migros

1 Am Vortag wird die Verpflegung für die Helfer vorbereitet. 2 Auch die Startnummern können die Teilnehmer in Adelboden bereits einen Tag vorher abholen. 3 Am Morgen des Renntages erhalten die Helfer Anleitungen, was ihre Aufgaben sind. 4 Am Start werden die Kinder pünktlich auf die Piste geschickt. 5 Dieser Helfer ist gut vorbereitet auf einen langen Skirenntag. 6 Die Zeitmesser im Ziel sind per Funk mit dem Starterchef in Kontakt. 7 Grillieren geht auch im Schnee. 8 Der Helfer-Chef Andi Bircher (rote Jacke) und die Helfer beginne beginnen nach dem Rennen mit dem Wegräumen.

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FOTOS: TONI STOLLER / SWISS -SKI

gibt durch, welche Startnummer gerade auf der Piste ist. Drei von der Zeitmessung «SportTiming» sitzen unten im Container und behalten den Überblick über die Zeiten. Heute erschwert ihnen der Nebel die Arbeit, da sie nicht einmal sehen, wer über die Ziellinie fährt. Kontrolle auf der Piste Immerhin können sie in der Wärme sitzen – im Gegensatz zu den Helfern auf den beiden Rennpisten, die überall in ihren gelben Helferwesten anzutreffen sind: Je zehn Torwarte sind auf der Piste verteilt und notieren, falls ein Kind einen Torfehler macht. Auch je drei Abschnittsleiter sind am Pistenrand, um eine kaputte Stange zu ersetzen oder einem Kind zu helfen, wenn es stürzt. Andi Bircher verteilt ihnen warmen Tee, damit sie sich einigermassen warmhalten können. Die Helfer sind abgehärtet und nehmen es mit Humor: «Heute haben wir nur einmal kalt.» Damit auch die Kinder mit einer hohen Startnummer eine gute Piste antreffen, fahren regelmässig Rutscher den Hang hinunter. Gratis Hot-Dog für alle Wenn die Kinder ihr Rennen absolviert haben, amüsieren sie sich im Sponsoren-Village und

t. Zehn verpflegen sich in der Festwirtschaft. sorge Leute und der Chef Ruedi Trummer sorgen dafür, dass alle ihren Hunger stillen können. «Hier auf der Piste, in der Hütte, sind unsere Möglichkeiten eingeschränkt. Gross kochen können wir nicht.» Deshalb wurden zwei Grills aufgestellt, auf denen Steaks und Bratwürste gebraten werden. Auf Hochtouren läuft die Hot-Dog-Maschine, denn für jeden Athleten gibt es einen gratis. So können die Kinder gestärkt die Spiele der Sponsoren machen. Alles Material wegräumen Während um 15 Uhr an der Rangverkündigung vor dem Schulhaus Boden die Medaillen übergeben werden, laufen auf der Piste und im Village bereits die Abräumarbeiten. Schliesslich wollen am nächsten Tag wieder die Touristen die Piste hinunterfahren. Der OK-Präsident Oliver Künzi zieht ein positives Fazit des Tages: «Die vielen glücklichen Kinderaugen sagen alles. Sie motivieren uns, in dieses Rennen zu investieren.» Auch fände er es immer wieder aufs Neue faszinierend, dass sie so viele Helfer unterstützen. Gerade bei solchem Wetter seien sie nicht zu beneiden, wenn sie stundenlang bei Kälte und Wind ausharren müssten.

Umso bemerkenswerter, dass die Veranstalter für jedes Rennen die nötige Anzahl Helfer zusammenkriegen. Sie alle tragen dazu bei, den Nachwuchs im Skirennsport zu fördern. Dank ihrem Einsatz können bereits Kinder Rennluft schnuppern. M A R I O N K AU F MA N N

1972 ins Leben gerufen, ist der Grand Prix Migros heute der grösste alpine Breitensport-Event von Swiss-Ski. Schon unzählige Stars haben daran teilgenommen, so standen Wendy Holdener und Michelle Gisin bereits 2003 gemeinsam auf dem Podest des Kinder- und Jugendskirennens. An 13 Skirennen kämpfen die 8- bis 16-Jährigen vom Januar bis März um ein Finalticket. Die ersten drei Mädchen und Knaben pro Kategorie können vom 6. bis 8. April 2018 in Grächen um den Gesamtsieg mitfahren. Die 6- und 7-Jährigen bestreiten am Minirace erstmals ein Rennen. Seit 17 Jahren unterstützt die Migros als Hauptsponsor die Rennserie. Aber auch ohne die Co-Sponsoren Thomy und Stöckli sowie die Suppliers Toko, Leki, Rivella und Descente wäre das Skirennen nicht durchführbar. Mehr Informationen unter www.gp-migros.ch

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Service // ISPO München 2018

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FOTOS: ZVG. / JOSEPH WEIB EL

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Service // ISPO München 2018

Gut in

Stimmung Ein schneereicher Winter sorgt beim Handel für eine hohe Nachfrage und beim Endkonsumenten für eine gute Stimmung. Man weiss aber auch, dass ein solcher Winter wie wir ihn in den drei Monaten hatten, wohl eher die Ausnahme ist. Der Trend geht in Richtung kürzeren und späteren Wintern. Joseph Weibel von Snowactive hat sich an der Messe umgeschaut. MÄRZ 2018

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Service // ISPO München 2018

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er Wintersport in all seinen Facetten ist das zentrale Thema der grössten europäischen Sportmesse ISPO in München. Gegen 3000 Unternehmen haben ihre Produkte ausgestellt. Die Stimmung bei der Skiindustrie war sehr gut. Ein Winter mit viel Schnee führt rasch zu einer hohen Nachfrage. Stark schwankende Winter, was Länge und Intensität anbelangt, gab es schon immer. Wichtig scheint, dass sich die Branche darauf einstellt.

Mietmarkt nimmt weiter zu Der Rückgang hat verschiedene Gründe. Nicht zu unterschätzen ist die Skimiete. In unseren Nachbarländern ist die Skivermietung noch ausgeprägter als bei uns. Laut der «Sport 2000»-Kette betrugen die Wachstumsraten in der Vermietung jährlich 10 bis 15 Prozent. Der österreichische Sportartikelhändlerverband schreibt sogar, dass 60 Prozent von den neu

produzierten Skiern direkt in die Mietstationen gehen würden. Laut einer Umfrage in Deutschland können sich 52 Prozent der Endkonsumenten vorstellen, Sportausrüstung dauerhaft zu mieten. In der Schweiz gewinnt die Vermietung ebenfalls immer mehr an Bedeutung (siehe Umfrage bei der Industrie). Höchster Standard Innovationen im Hardwarebereich, konkret bei Skiern und Schuhen werden rarer. Ganz einfach darum, weil der Qualitätsstandard auf einem enorm hohen Level ist. Vielmehr wird an den berühmten Details gearbeitet. So werden Skiern und Schuhe noch einmal und ohne qualitative Einschränkungen leichter und besonders im Schuhbereich wurde an der Funktionalität weiter gefeilt. Mit Erfolg. Einzug der Digitalisierung Die Digitalisierung macht auch vor dem Wintersport nicht Halt. Die digitale Transformation habe die Struktur der Sportindustrie entlang ihrer Wertschöpfungskette verändert, sagt etwa Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München. Und meint damit: Neue Produktionstechniken, zunehmende Verschmelzung von Technologie und Funktion bei Sportartikeln. Vor allem aber haben sich bereits heute die Marketing- und Vertriebsaktivitäten verändert. J O S E PH W E I B E L

Weltmarkt auf drei Millionen Im deutschen Sporthandelmagazin SAZsport3 wird Dr. Michael Schineis, Präsident Wintersports Equipment von Amer Sports, zitiert: Wenn man mal drei Wochen Schnee hat im Dezember, so habe man Glück gehabt. Man arbeite aber heute bei der Produktion auf einer wesentlich niedrigeren Basis und nicht mit einer Hoffnung, dass es schneie. Der gesamte Weltskimarkt wird heute auf rund drei Millionen Paar Skier geschätzt. Vor 25 Jahren war diese Zahl fast doppelt so hoch.

TRENDS 2018/19 HEA D Yves Isler, Marketing Manager Head Schweiz Zum Winter 2017/18 Wir blicken auf einen guten Saisonstart und eine sich fortgesetzte erfolgreiche Saison zurück. Zum Mietgeschäft Das Mietgeschäft macht weiterhin einen wichtigen Anteil aus. Bei uns und im Markt generell. Zu den Trends im kommenden Winter Die Gewichtsreduzierung ist ein grosses Thema. Bei Head nennen wir das «Light done right». Es geht darum, die gewichtsreduzierten 50

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Produkte mit der nötigen Performance zu kombinieren. Bei den Skischuhen sind einfache und individuelle Fitting-Systeme gefragt. Unsere Antwort darauf heisst: Liquid Fit. Zum Entwicklungspotenzial im Hardwarebereich Sehr viele Produkte verharren auf einem hohen Niveau. Neuentwicklungen und Innovationen sind aber für uns sehr wichtig und beleben den Markt. Deshalb lanciert HEAD für die kommende Saison die LYT Tech Technologie sowohl im Ski als auch bei den Skischuhen.

Yves Isler mit dem Key-Produkt NEXO LYT 130 G.


Service // ISPO München 2018

ATOMI C

DYNA STA R/ROSSIGN OL

N ORDIC A

Silvan Nideröst, Territory Commercial Executive Atomic Central Europe, Amer Sports SA Schweiz

Stefan Müller, Marketing Dach, Rossignol GmbH Schweiz

Ueli Schaub, CEO Tecnica Group Schweiz AG

Zum Winter 2017/18 Der frühe Wintereinbruch war ein Segen. Nach einigen schneearmen Wintern war das wichtig. Zum Mietgeschäft Wird jedes Jahr wichtiger. In den Stationen ist es zum Kerngeschäft geworden. Vielfach wählen Wintersportler die Saisonmiete. Atomic legt einen grossen Fokus auf das Mietgeschäft und bietet spezielle Dienstleistungen. Zu den Trends in kommenden Winter Lighter, Better, Stronger. Das sind zumindest die Aufhänger bei Atomic. Generell setzt sich der Trend zu leichteren Produkten fort. Zum Entwicklungspotenzial im Hardwarebereich Gewicht und Convenience sind zwei wichtige Stichwörter. Im Bereich Backcountry gibt es noch Potenzial für Innovationen. Atomic lanciert im kommenden Winter die erste Bindung, welche als PIN-Bindung einen einfachen Aufstieg gewährleistet und bei der Abfahrt als FreerideBindung maximale Performance bietet.

Zum Winter 2017/18 Der frühe Wintereinbruch hat zu einer positiven Grundstimmung geführt. Der Wintersport wurde wieder vermehrt zum Thema. Der Feedback vom Handel fällt durchwegs positiv aus. Zum Mietgeschäft Wir schätzen den Anteil am Mietgeschäft bei uns bei ca. 50 Prozent. In Ländern wie Frankreich oder Österreich liegen die Schätzungen mit 65 Prozent deutlich höher. Zu den Trends im kommenden Winter Auf unsere neue Hero-Linie, die zusammen mit Spitzenathleten entwickelt wurde, setzen wir starke Akzente. Sie besticht mit unvergleichlicher Kraft, Griffigkeit und Manövrierbarkeit. Zum Entwicklungspotenzial im Hardwarebereich Bei den Materialien gibt es noch Potenzial. Einige unserer Skier statten wir zum Beispiel mit einem Air-Core-Kern aus, der ein optimales Verhältnis von Gewicht und Performance gewährleistet. Im Skischuhbereich werden Kunststoffe verwendet, die dank 3-D-Technologie das Gewicht weiter reduzieren.

Silvan Nideröst mit den neuen Key-Modellen (Redster X9 und Hawx Prime 120).

Stefan Müller mit den neuen Key-Modellen (Ski: Hero Elite Short Turn Ti, Schuh: Hero World Cup).

K2

Zu den Trends im kommenden Winter Wir bleiben unseren Werten treu und setzen die Spezialisierung unserer Modellreihen fort. Im Tourenbereich machen wir das seit 20 Jahren erfolgreich. Unsere Produkte Neuheiten 18/19 konzentrieren sich auf die Bereiche Damen- und Tourenski sowie High Performance Skischuhe. Zum Entwicklungspotenzial im Hardwarebereich Unseren Fokus legen wir auch künftig auf Innovation und Spezialisierung in unserem Gesamten Angebot. Innovation heisst für uns auch glaubwürdig sein und bleiben.

Felix Bösch, Sales & Country Manager K2 Switzerland GmbH Zum Winter 2017/18 Es kommt statistisch bekanntlich eher selten vor: Aber weisse Weihnachten sind für unser Geschäft optimal, das haben wir klar gespürt. Zum Mietgeschäft Das Mietgeschäft liegt weiter im Trend, und nimmt auch im Unterland weiter zu. Diese Entwicklung stellt Hersteller und Händler vor neue Herausforderungen. Der Mietanteil beeinflusst sicherlich auch die Verkaufszahlen im Handel.

Zum Winter 2017/18 Die Sporthändler haben von sehr guten Abverkäufen berichtet, was bei uns viele Nachbestellungen von Ski und -schuhen auslöste (plus 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Zum Mietgeschäft Das Mietgeschäft nimmt laufend zu, vorallem in den Stationen. Nehmen die Skitouristen zu, so wirkt sich das natürlich ebenso positiv auf den Mietmarkt aus. Wir haben aber in der laufenden Saison spürbar mehr Skier verkauft. Zu den Trends im kommenden Winter Revolutionäre Innovationen fehlen. Jedoch wurden sehr viele Detailverbesserungen im Hardwarebereich vorgenommen. So ist Grip-Walk-Sohle bei den Skischuhen stark im Vormarsch. Zum Entwicklungspotenzial im Hardwarebereich Alle Wintersportmarken investieren sehr viel Geld in die Forschung und Entwicklung. Das wird auch in Zukunft so bleiben.

Ueli Schaub mit dem Key-Produkt Promachine 130 und dem Dobermann Spitfire RB.

Felix Bösch mit den Key-Modellen Recon & Luv.

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Country Manager Walter Dietiker und Jessica Wiederhold mit den Key-Produkten RC4 The Curv und dem Ski Boot Ranger Free.

Johannes Schumann mit den Key-Produkten S/Race Rush Ski und dem S/Max Race Skischuh.

SALOMON

FISCHER Walter Dietiker, Country Manager Fischer Sports Schweiz Zum Winter 2017/18 Die guten Bedingungen zum Saisonstart sorgten für einen tollen Saisonauftakt. Der Geschäftsverlauf war speziell im November und Dezember sehr erfreulich. Zum Mietgeschäft In den umliegenden Ländern wie z.B. Frankreich und Österreich setzte der Trend zur Skimiete etwas früher ein als bei uns. In den vergangenen Saisons hat das Mietgeschäft auch im Schweizer Markt stark an Bedeutung gewonnen und wir erlebten eine deutliche Verlagerung vom Kauf zur Miete. Sehr beliebt ist die Saisonmiete.

Zu den Trends im kommenden Winter Im Skibereich gehört der Fokus dem Pistenski, Touring und Freeride sind interessante und teilweise wachsende Segmente. Dieselbe «Marktordnung» stellen wir auch bei den Skiboots fest. Neu und für alle Zielgruppen ein Gewinn ist die Entwicklung im Sohlenbereich. Die neuen Gripwalk-Sohlen erweisen sich als spürbare Verbesserung beim Gehen und Stehen mit Skischuhen. Zum Entwicklungspotenzial im Hardwarebereich Wir arbeiten weiter an glaubwürdigen, sichtund spürbaren Technologien um unseren Kunden noch mehr Freude am Wintersport zu vermitteln. Wir streben aber auch einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und der Umwelt an.

VÖL KL Beat Schuoler, CEO Völkl Schweiz AG Zum Winter 2017/18 Nach einem guten Start eine schwierigere Wettersituation im Januar. Die Folgemonate erweisen sich aber normalerweise auch noch als entscheidende Periode für den Verkauf. Zum Mietgeschäft Das Mietgeschäft nimmt zu, auch bei uns. Allerdings fehlen uns dazu verlässliche Zahlen. Zu den Trends im kommenden Winter Marker, Dalbello und Völkl setzen auf Leichtgewicht, Performance, Handling und Komfort. Zum Entwicklungspotenzial im Hardwarebereich In der Gewichtsreduzierung dank neuen Materialien und Technologien bergen nach wie vor Potenzial in sich. Dasselbe gilt für die Komfortverbesserung, vor allem im Skischuhbereich. Ich denke, wir müssen uns weiterhin vor allem den Bedürfnissen des Endkonsumenten anpassen. 52

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Verkaufsleiter Bruno Risi mit den Key-Modellen Deacon 74 black und dem Racetiger SL.

Johannes Schumann, Territory Commercial Manager Salomon WSE Central Europe Zum Winter 2017/18 Im Grossen und Ganzen war das Feedback des Handels definitiv besser als im Vorjahr. Das Marktforschungsinstitut GFK bestätigt den Trend mit einem leicht zweistelligen prozentualen Wachstum, vor allem im Skischuhbereich. Die Euphorie wurde dann aber wieder mit unbeständigem Wetter im Januar gebremst. Zum Mietgeschäft Die Nachfrage nach Mietprodukten wächst. Dominant ist die Rolle der Vermietung in Österreich. Der Mietbereich hat sich schon länger über alle Bereich im Leben ausgedehnt, sodass der Skisport keine Ausnahme macht. Der Handel hat sich auch in der Schweiz auf die veränderte Nachfrage eingestellt und kann diese Zielgruppe bestens bedienen. Zu den Trends im kommenden Winter Im Alpinbereich stellen wir zwei Segmente fest, die im kommenden Winter dominieren: Race/On-Piste und Backcountry. Zum einen präsentieren wir mit dem S/Max Race einen revolutionären Skischuh präsentiert mit spezieller «Carbon Core»-Technologie. Dabei handelt es sich um einen Rennschuh, der mit 1,6 Kilogramm deutlich unter der Norm liegt. Zum andern gibt es mit dem S/Race einen neuen Rennski mit innovativer «Edge Amplyfier» Technologie , der auch weniger ambitionierten Skifahrern sportliches Skifahren ermöglichen soll. Zum Entwicklungspotenzial im Hardwarebereich Wenn Winter und Schnee auch künftig früher Einzug halten, werden die Abverkäufe deutlich ansteigen. Die Weiterentwicklung des Mietmarkts dürfte auch eintreten. Er wird aber den Verkauf nie ganz ablösen. Der Skischuh wird auch in den nächsten Jahren dominierendes Thema bleiben.


Service // ISPO München 2018

AUCH GESEHEN

PE RF E K T F Ü R K LE IN E PISTE N STÜ RM E R Mit der Snowsport Jacket Kids von Jack Wolfskin sind kleine Schneefans bestens gerüstet für grosse Abenteuer im Schnee. Das robuste Texapore-Ottoman-Aussenmaterial macht jede Bewegung mit. Das Polyfiber-Fill-Innenfutter hält warm. Die Reissverschlüsse in Kontrastfarben sind einfach zu handhaben und unterstreichen den frischen Look.

F ITN E SS Ü B E R ALLE S Fitness zum Ersten Der Bereich Fitness an der Winter-Ispo nimmt einen immer grösseren Raum ein. Voll trendy ist die Black Roll, die mittlerweile auch andere Farben hat als nur black. Mit der Rolle lassen sich muskuläre Verspannungen am ganzen Körper lösen. Bedingung ist regelmässiges Training. Und daran happert es ja meistens bei den Fitness-«Wütigen». ÄRGER ÜBER ABSAGE Uvex zelebrierte an ihrem Stand auch die erfolgreiche ehemalige Österreicher Skisportlerin Nicole Hosp. Sie gewann drei Weltmeistertitel und war Gesamtweltcupsiegerin. Die Tirolerin hatte ebenfalls allen Grund sich über das negative Abstimmungsurteil über die Olympia-Bewerbung von Innsbruck zu ärgern und brachte ihren Unmut wie Markus Wasmeier zum Ausdruck.

... UND W IE ! Der deutsche Doppel-Olympiasieger Markus Wasmeier wurde bei einem Interview am ISPOStand von Sponsoringpartner Uvex deutlich, als er gefragt wurde, warum die Bevölkerung eine ablehnende Haltung zu Olympischen Spielen hat. Er sagte: «Dass Olympische Spiele von den Bürgern nicht mehr akzeptiert werden, liegt nicht an der Veranstaltung, sondern an der Organisation dahinter. Dem IOC würden Demut und Bescheidenheit gut tun. Mein Wunsch ist es, dass das IOC sich den Sportlern, den Bürgern wieder annähert, die Kluft zwischen Menschen und Verband sich verringert.»

Fitness zum Zweiten Ein starkes Stück Holz und man hat was in der Hand. Dieser Fitnesstrainer ist fast durchwegs gefertigt mit dem erneuerbaren Rohstoff. Nohrd, so der Hersteller, hat auch TriaTrainer, Sprossenwand und vieles andere im hölzigen Programm. Unser Bild zeigt den Oberkörpertrainer WaterGrinder.

SO NAC HHALTIG Das Handlungsprinzip zur RessourcenNutzung, bei der die Bewahrung der wesentlichen Eigenschaften, der Stabilität und der natürlichen Regenerationsfähigkeit im Vordergrund steht, nennt man heute kurz: Nachhaltigkeit. Alles was produziert wird, soll nachhaltig wieder in den Kreislauf kommen. Das ist bei Kleidern nicht anders, wie die Trends von Prana verdeutlichen.

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Service // Nordica

WEHE,

WENN ER LOSEGLASSEN 54

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Service // Nordica

Muss es denn gleich die finnische Skistation Levi sein, um den «Dobermann» so richtig loszulassen und zu verkünden: Die Weiterentwicklung der Dobermann-Serie bringt die Sieger aufs Podest?Warum nicht, sagte sich Nordica und lancierte die Weiterentwicklung zu den Weltcuprennen im Lappland.

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a stehen wir also auf diesem idyllischen Fleck Erde im finnischen Lappland, nur 170 Kilometer entfernt vom Polarkreis. Hier ist Winter mit Schnee und Kälte – und ewiger Nacht, hat man das Gefühl. Am Start oben stehen die besten Slalomfahrer der Welt. Darunter der Deutsche Felix Neureuther, der zwei Läufe später zuoberst auf dem Podest im beschaulichen Weltcup-Ziel von Levi steht. Ein paar Stunden später – es ist immer noch gleich dunkel wie am Mittag – steht Felix auf der Bühne, zusammen mit dem Italiener Dominik Paris, der vor einem Jahr auf der Streiff gewann. Die beiden Topathleten fahren auf der Marke Nordica. Sie sind Botschafter für die Dobermann-Serie, an der in Montebelluna erfolgreich weiterentwickelt wurde.

Prominente Paten Ein anderer, der zu den erfolgreichsten Skirennfahrer der Zeit gehört, stand ebenfalls Pate bei der Präsentation: der Norweger Kjetil Andre Aamodt, ein treuer Nordica-Pilot. Mit dabei auch der amerikanische Skirennfahrer David Chodunsky und der Slowene Zan Groselj. Sie alle hätten zur Weiterentwicklung beigetragen, wurde an der eindrücklichen Präsentation in Finnland verlautet. Und das sind die Erkenntnisse von Skisportlern, die die neusten Modelle getestet haben. Der GSR RB FDT ist ein perfekter Mix aus bewährten und modernsten Technologien. Der Shape wurde komplett überarbeitet; der neue Radius der Schaufel hält die Balance, Power, Steuerung und Kontrolle spürbar besser. Die schmalere Mittelbreite sorgt für agilen Kantenwechsel und dynamischere Schwungeinleitung. Eine verlängerte enKontaktfläche sorgt für verbesserte Gleiteigenschaften und eine höhere Geschwindigkeit. t.

*Die Schale und der Cork-Fit-Innenschuh können für eine perfekte Knöchel- und Fersenanpassung erwärmt werden.

Schuh wie ein «Massanzug» uch Mit der Weiterentwicklung des Skis ging auch chider passende Schuh einher. Name: Promachich, ne. Die Tri-Fit-Technologie macht es möglich, assdass auch ein Rennschuh praktisch zum Massrotanzug wird. Und wie das geht! Mit der Infraroteht Technologie* wird die Schale angepasst, geht über den Custom-Cork-Innenschuhe bis hin nalzum dem Grossteil der Komponenten (Schnalhuh len, Manschetten etc.). Und dass der Schuh auch noch ein Viertel weniger Gewicht hat, spricht noch einmal für mehr Komfort. Der em Schuh ist überdies mit dem Isotherm-System ausgerüstet und sorgt für Wasserdichte, hält den Fuss trocken und warm. Promachine ist ner der erste 98-Millimeter-Schuh, der mit einer Michelin-Gripwalk-Sohle ausgestattet ist. J O S E PH WE I B BE EL

WER FÄHRT AUF NORDICA (AB)? Gegenwärtig bestreiten an der Spitze des alpinen Skiweltcups vier Rennfahrer ihre Rennen auf Nordica-Skis und -Schuhen: Dominik Paris (ITA), seit 2008 im Weltcup. Er gewann auf der Streiff (zwei Mal Abfahrt, ein Mal Super G). Abfahrtsvizeweltmeister 2013 in Schladming. Erfolge bis Ende der Saison 2016/17: Acht Weltcupsiege, 20 Podiumsplätze. Felix Neureuther (DEU), seit 2003 im Weltcup. Gewann bisher fünf Weltmeisterschaftsmedaillen. Erfolge bis Ende der Saison 2016/17: Zwölf Weltcupsiege, 46 Podiumsplätze.

FOTOS: ZVG.

Marcus Sandell (FIN), seit 2006 im Weltcup. Grösste Erfolge: Junioren-Weltmeister und Olympiasieger. Fritz Dopfer (DEU), seit 2007 im Weltcup. Gewann 2013 und 2015 an den Weltmeisterschaften Silber bzw. Bronze (Teamwettkampf). Erfolge bis Ende der Saison 2016/17: Neun Podiumsplätze.

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Felix Hemund, Servicemann von Leki Schweiz, schaut auf die gebogenen Stöcke von Beat Feuz und feixt: «Damit wird man Sieger am Lauberhorn und gewinnt auch das Hahnenkammrennen.» Der Leki-Mann hätte um ein Haar eine Mouche gelandet.

DER STOCK, AUS DEM DIE TRÄUME SIND 992 fuhr Corinne Rey-Bellet (†) mit nur einem Stock im zweiten Lauf des Riesenslaloms in Crans-Montana auf den dritten Platz. Sie blieb nicht die einzige, ohne diese entscheidende Fahrhilfe trotzdem gut ins Ziel kam. Das ist aber nicht die Regel. «Wer nur mit einem oder noch schlimmer ohne Stöcke Richtung Ziel fährt, verdient sich in einem Rennen kaum Meriten», sagt Leki-Servicemann Felix Hemund. Ein wichtiges Teil Vier Tage vor seinem Lauberhorn-Triumph statten wir Servicemann Felix Hemund im Serviceraum im Hotel Belvedere in Wengen einen Besuch ab. Auf der Werkbank liegen Griffe, Straps (Bändel), Schlaufen, Teller und Tüten und Stockspitzen. Das sind die Teile, die den Skistock zu einem wichtigen Teil für den Skifahrer machen, für den Rennfahrer sowieso. Und wer mit weit über 100 Sachen die Piste hinunterflitzt, dem sind die Stöcke sozusagen ergodynamisch an den Körper gewachsen. Die gebogenen Stöcke gibt es aber nicht im Handel. Jeder einzelne Stock wird von Felix 56

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Hemund individuell auf Mann oder auch Frau angepasst. Das geht nicht mit jedem Werkstoff. Die im Fachhandel erhältlichen Stöcke sind aus Aluminium und biegbar. Rennstöcke wie im Falle von Beat Feuz sind vorgebogen, weil Karbon, aus dem die Stöcke sind, nachträglich nicht biegbar ist. Hingegen arbeitet Felix Hemund an der Länge und am Griff. Ein Stock von Beat Feuz beispielsweise besteht aus fünf Teilen. Derjenige eines Technikers aus sieben. Die Stöcke vom Abfahrtsspezialisten tragen an der Spitze ein sogenanntes Tütchen; bei den Technikern (Slalom) ist es ein Teller.

die Balance. Aber auch der Hobbyskifahrer sollte seiner Meinung nach beim Stöcke kaufen nicht sparen. «Wichtig ist eine gute Materialbeschaffenheit, die richtige Länge und ein Sicherheitsverschluss.» Beat Feuz zeigt auf das Trigger-System von Leki, das übrigens auch im Skirennsport verwendet wird. J O S E PH W E I B E L

SUPER-G/DOWNHILL

«Schaut die Biegung auf Sieg?» Beat Feuz lacht seinem Leki-Servicemann Felix Hemund zu: «Ich hoffe, die Biegung schaut auf Sieg?» Die beiden feixen über das wichtige Rennen von Samstag und ahnen nicht, dass aus dem Spass ein erster Platz wird. «Die Länge und Biegung sind entscheidend», sagt Feuz und weiss auch, dass die Fahrt ohne Stock zum Desaster wird. «Du verlierst mehrere Sekunden auf eine Fahrt.» Ohne Stöcke fehle ganz einfach

Den Original-Stock wie Beat Feuz ihn an den grossen Rennen verwendet, gibt es im Handel natürlich nicht. Aber das Modell «Super-G/Downhill» bringt auch den ambitionierten Skifahrer schnell in die Spur. Er hat einen Trigger-S-Downhill-Griff mit optimierter Kopfform, hochfestes Aluminium, aerodynamisches Airfoil Design, 3-D-Biegung und Downhill Teller. Leki nennt Super-G/Downhill schlicht den «Speed-König».

FOTOS: B& S

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La voix romande. Les Bugnenets-Savagnières Eine Region in winterlicher Verzückung

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ie aktuelle Saison ist von Göttern gesegnet, die dem Winter gutgesinnt sind. Der im Überfluss vorhandene Schnee hat in Bugnenets-Savagnières endlich wieder Einzug gehalten. Mit seinen Nordhängen im Schatten des Chasserals bietet das Skigebiet vielfältige technische Möglichkeiten. Und dies in einer überraschenden Umgebung voller diskretem Charme. Und übrigens: Wer bisher noch nie einen Fuss in diese Ecke der Schweiz gesetzt hat, fragt sich, woher der Ort sein Ansehen hernimmt. Bekannt ist sicher, dass Didier Cuche hier seine ersten Schwünge vor dem Restaurant seiner Eltern gemacht hat. Aber nicht nur das! Zahlreiche Insider haben schon vor Jahr und Tag die authentische Region für sich eingenommen, die so gar nichts mit dem heutigen Gigantismus zu tun hat. Und die vielfältigen Nervenkitzel verspricht. Grossen Nervenkitzel sogar auch für diejenigen, die sich nicht zwangsläufig für gros-

se Höhenunterschiede begeistern können. Ungefähr gleich weit entfernt von La Chaux-deFonds, Neuenburg und Saint-Imier präsentiert sich das Gebiet Bugnenets-Savagnières in seiner ganzen Vielfalt und nimmt die Besucher unmittelbar für sich ein. Ein Teil der 30 km schwarzen, roten oder blauen Pisten – erreichbar über sieben Skilifte – führt durch Tannenwald und überrascht mit unerwarteten Rhythmuswechseln. Eine gute Gelegenheit, beim Kurven in mittlerer Berghöhe seine Schneesportfähigkeiten zu verbessern. Bei gut dosiertem Kanteneinsatz lässt sich so nach einer Kurve ein nahtloses Intermezzo im Pulverschnee geniessen. Die Herausforderung besteht darin, den Markierungen die kalte Schulter zu zeigen. Und dies ohne Lawinengefahr. Da ist man zweifellos nicht auf der gleichen Wellenlänge wie die grossen alpinen Prunkgebiete. Eines haben sie dennoch gemeinsam:

Wenn es um die Pistenbearbeitung geht, beherrschen die Pistenraupenfahrer von Bugnenets-Savagnières ihren Job am Steuerknüppel ihrer Maschinen aus dem Effeff. Es braucht keine besondere Vorstellungskraft, um zu erkennen, dass diese Mannigfaltigkeit in Weiss auf beispiellosen Strecken Emotionen der besonderen Art bescheren kann. Solange die Schneeverhältnisse optimal sind. Dies insbesondere bei Saisonbeginn und bevor nach frischer Luft dürstende Menschenmassen das Gebiet in Beschlag nehmen. Torstangen und Förderung Kanteneinsatz auf Wettkampfebene, davon ist in Bugnenets-Savagnières auch die Rede. Seit Anfang Saison kämpfen talentierte Skifahrerinnen und Skifahrer um Hundertstelsekunden, um aufs Podest zu gelangen. Sei es im Rahmen der Coupe Didier Cuche, am Ragusa Ski Cup

Advertorial // Raiffeisen

50 Jahre im Einsatz für Wertschätzung, Akzeptanz und Gleichstellung. Was als Sommercamp für Kinder im Garten der Kennedys begann, hat sich zur weltweit grössten Sportbewegung für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung entwickelt. 2018 feiert Special Olympics ihr 50-jähriges Bestehen und nutzt die Gelegenheit, um auf die strategischen Ziele aufmerksam zu machen.

Eines der wichtigsten Ziele von Special Olympics ist der Aufbau von angepassten Trainingsangeboten innerhalb bestehender Sportclubs und -veranstaltungen, damit für Menschen mit Beeinträchtigung ein einfacher Zugang zu Sport gewährleistet ist. Möchte ein Kind beispielsweise Skifahren, so gehört es zu Swiss-Ski, ob es eine Beeinträchtigung hat oder nicht. Es soll im loka-

MISSION «SPECIAL OLYMPICS»: Raiffeisen, Verbandssponsor von Swiss-Ski, unterstützt mit Stolz die Mission der Bewegung «Special Olympics», die wie folgt lautet: «Wir unterstützen Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung darin, sich über den Sport leistungsmässig zu entwickeln. Damit fördern wir das Selbstwertgefühl,

die körperliche Fitness, die Selbstständigkeit und den Mut, Neues zu wagen. Unsere Anlässe ermöglichen gemeinsame Erlebnisse mit anderen Athleten, Familienangehörigen und der Gesellschaft.»

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Weitere Infos unter www.specialolympics.ch

len Club trainieren können, an Events des Vereins teilnehmen und einfach dazugehören. Dank der Konvention, die Swiss-Ski als einer der ersten Dachverbände mit Special Olympics unterzeichnet hat, und dank der Unterstützung von Raiffeisen als Partnerin für die Schneesportarten sind in diesem Bereich die Weichen gestellt. Skirennen für Kinder mit Beeinträchtigung offen Die Zusammenarbeit mit SwissSki, dem Grand Prix Migros und dem Famigros Ski Day startete 2017. Dieses Jahr sind bereits

sechs Rennen für die SpecialOlympics-Skifans offen. Lukas Hämmerli startete am ersten Grand Prix Migros der Saison auf dem Hoch-Ybrig. Bei leichtem Schneefall war er zusammen mit vier weiteren Kindern mit Beeinträchtigung am Start. Ein einmaliges Erlebnis für die jungen Rennfahrer. «Vor Publikum zu zeigen, was in mir steckt. Gefeiert und angefeuert zu werden. Das war super cool!», freut sich der 16-jährige Zürcher nach dem Rennen.

Am Grand Prix Migros im Hoch-Ybrig fuhren auch Special-OlympicsSkifans mit.

FOTO: ZVG.

Special Olympics Dazugehören und die Freude am Sport teilen


oder anderen Rennen: Diese Mädchen und Jungen vom Westschweizer oder gar Walliser Skiverband nehmen nun auch die Neuenburger Pisten in Beschlag und wollen kämpfen und sich in den Ranglisten emporarbeiten. Auf der anerkannten FIS-Rennstrecke von Rumont war dem einen oder anderen das Glück denn auch mehr oder weniger hold. Dabei ist bemerkenswert, welche Dynamik sich mit der Schaffung des Leistungszentrums des regionalen Verbunds «Giron jurassien» entwickelt hat: Die zukünftigen Cracks des Standorts «Arc jurassien» haben sich schon hier und auch anderswo behauptet. Dabei sticht zum Beispiel Amélie Klopfenstein vom Skiclub Biel hervor, die Anfang Februar von Swiss-Ski für die Teilnahme am 7-NationenTurnier in Malbun selektioniert wurde. An diesem internationalen Anlass nehmen die 125 weltbesten Skirennfahrerinnen und -rennfahrer unter 16 Jahren teil! Seit die Lokalmatadoren die Rolle der Anwärter auf Ehrenplätze im nationalen Bereich eingenommen haben, entwickelt sich im Gebiet «Arc jurassien» eine aussergewöhnliche Gruppendynamik. Ganz zur Freude der Clubverantwort-

Aldo H. Rustichelli ist ein ausgewiesener Kenner der Skisportszene, namentlich auch in der welschen Schweiz. Er hat viele Jahre die französischsprachige Ausgabe von Snowactive (und früher «Ski») mit seinen Texten über die Romandie, das französischsprachige Wallis und den Neuenburger und Berner Jura bereichert. Die welsche Schweiz wird mit der «Stimme der Romandie» in jeder Ausgabe eine Plattform erhalten.

lichen und des Regionalverbands «Giron jurassien». So freut sich Jérôme Ducommun, Direktor des regionalen Leistungszentrums (CRP) Ski alpin und Nordisch ebenso wie deren Präsident Dimitri Gianoli, der sich bekanntlich unermüdlich für die Sache engagiert. Auch familiäre Anlässe Im Bereich der eher populären Skirennen hat sich der Famigros Ski Day von Swiss-Ski Ende Januar als veritabler Volltreffer erwiesen. Der Anlass war restlos ausverkauft. Es wird gemunkelt, dass einige Teilnehmende nächsten Winter

das Podest besteigen wollen! Ebenfalls Erfolg erzielte die Schneesportschule von NeuenburgLes Bugnenets. Sie sorgt für die Verbesserung von Carvingkurven und Parallelschwüngen, was zu vielen fröhlichen Gesichtern führt. Auch wenn der Skisport offenbar an Bedeutung verliert, scheint sich der Horizont hinter dem Chasseral erstaunlicherweise zu lichten. Der begehrte Berg verdient Beachtung. Als Spielwiese für Wanderer erstarrt er in der Kälte und lädt zum Innehalten ein. Glücklich, wer die Nordseite auf gangbarem Gelände bewältigen kann! Währenddessen überwinden die Anwärter für die «Patrouille des Glaciers» eifrig Höhenmeter, um ihr hoch gelegenes Gipfeltreffen nicht zu verpassen! Zum Beispiel am Nachtrennen «La Chasseralienne», eine Herausforderung unter dem Sternenhimmel mit Start in Nods. Ferner gibts Anfang Februar das «Tälerhüpfen» zu den Freibergen. Und nicht zu vergessen der 10. Interjurassische SnowUp zwischen Les Reussilles und Saignelégier. Er bietet einen Tag an der Sonne für Schneesportler/-innen mit Hang zum Langsamverkehr. Man kann definitiv nicht sagen, dass der «Arc jurassien» in Lethargie verfällt!

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Dreimal aufgeschnappt 2

FOTO S : ZVG.

Cool and clean auch als App

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Mexikanischer Lifestyle zum Saisonfinale Wendy Holdener und Tina Weirather als Kaffee-Expertinnen? Als eine der Ersten wurden die beiden Skistars in das Geheimnis der Neulancierung des Jahres eingeweiht: Emmi Caffè Latte Mexico Edition. Der Kaffee schmeckt besonders intensiv, da die Bohnen dunkler als die anderen Caffè-Latte-Sorten geröstet werden. Und das riecht

man! Aushängeschild für Emmi Caffè Latte zu sein, macht Wendy und Tina Spass. Bereits seit zwei Jahren sind sie gemeinsam mit Emmi unterwegs. «Wir passen zusammen», sagt Tina und Wendy nickt. Gemeinsam geniessen sie auch ihren Auftritt vor der Kamera. Für Werbeaufnahmen in verschiedene Kleider zu schlüpfen ist aufregend – auch wenn sich beide auf ihren Ski wohler

fühlen. Doch auch im Rennanzug sind die Fahrerinnen modisch unterwegs: In Crans Montana und beim Saisonfinale tragen sie bunte Startnummern und haben Trinkflaschen bei sich, die sich am Design des mexikanischen Caffè Latte orientieren.

Das Präventionsprogramm «cool and clean» von Swiss Olympic steht für erfolgreichen, fairen und sauberen Sport. Es unterstützt leitende Personen darin, die Lebenskompetenzen der Jugendlichen zu fördern, gefährliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und richtig zu reagieren. Zur Erinnerung: Die umfassenden Informationen, Spielformen und Übungshilfen zur Förderung der Lebenskompetenz für den Einsatz im Sportalltag gibt es nicht nur auf coolandclean.ch, sondern auch als App für den Einsatz ohne Internetverbindung.

Verfolge Wendy und Tina auf Instagram: @emmicaffelatte @wendyholdener @tinaweirather

Swiss-Ski Athleten zählen auf Burgerstein 60

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Seit 40 Jahren entwickelt Burgerstein Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel mit Mikronährstoffen. Als official Supplier in diesem Bereich kommen die Burgerstein Produkte auch in den Swiss-Ski Kader zum Einsatz. In enger Zusammenarbeit mit den Verbandsärzten betreut Burgerstein die Athleten individuell

und kann auf ihre spezifischen Bedürfnisse eingehen. Um eine noch massgeschneiderte Supplementierung zu ermöglichen, wurde das innovative Konzept Burgerstein microcare entwickelt. «Mit diesem Granulat kann situativ die Versorgung optimiert, die Erholung gefördert, das Immunsystem und der Leistungsabruf unterstützt werden», so Dr. Walter O. Frey, Chefarzt von Swiss-Ski. Ein Langläufer oder ein Biathlet weist einen ganz anderen Bedarf an Mikronährstoffen auf als zum Beispiel ein Snowboarder oder ein Abfahrts-Crack. Auch der jeweiligen Trainingssituation wird Rechnung getragen. Burgerstein freut sich als Lieferant von Swiss-Ski mit den Athleten Erfolgserlebnisse zu teilen, unterstützt sie jedoch auch während Verletzungspausen. Denn die Supplementierung kann ebenfalls einen geschätzten Beitrag zur Heilung leisten. «Das Vertrauen der über 300 Schweizer Athletinnen und Athleten in unsere Produkte ist der beste Beweis für deren Qualität und Wirksamkeit», sagt CEO Tanja Zimmermann-Burgerstein.

FOTO: SWISS -SKI

Advertorial // Burgerstein


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Spektakulärer Snowboardcross-Heimweltcup in Veysonnaz Vom 16. bis 18. März steht das Walliser Bergdorf ganz im Zeichen der Snowboardcross-Elite: die weltbesten Snowboarder messen sich in Veysonnaz beim FIS-Weltcup-Finale zum letzten Mal in der Saison 2017/18. Das spektakuläre Weltcuprennen mit den Schweizer Athleten Kalle Koblet, Simona Meiler, Alexandra Hasler & Co. findet bereits zum achten Mal in Veysonnaz statt. Die bei der Bergstation gelegene Rennstrecke ist für Zuschauer, Schneesportler und Fussgänger leicht zugänglich. Programm 16. März: Weltcup-Qualifikation 17. März: Weltcup-Finale 18. März: Weltcup-Team Event

FOTO: FISSNOWBOARD

Mehr Infos unter: www.veysonnaz.ch

Advertorial // BKW

Skistar Beat Feuz Comeback auf der Baustelle

FOTO: ZVG.

Vor elf Jahren schloss Abfahrts-Weltmeister Beat Feuz eine Maurer-Lehre ab. Dank seiner Sponsorin BKW kommt er wieder einmal auf eine Baustelle. Könnte Beat Feuz (31) nicht so verdammt gut Ski fahren, wäre er heute vielleicht auf der Baustelle statt auf der Piste zu Hause. Denn neben den Skirennen und Trainings absolvierte der Emmentaler in seiner Jugend eine Maurer-Lehre. «Ich wollte etwas im Freien machen, da bot sich eine Lehre auf dem Bau an», sagt Feuz. Die Arbeit habe ihm gefallen. Doch gleich-

zeitig wurde das Skifahren immer wichtiger. Elf Jahre nach seinem Lehrabschluss kehrt Feuz nun wieder auf die Baustelle zurück. Die BKW, Sponsorin von Swiss-Ski, zeigt ihm den Bau der «Allegra Lodge» beim Flughafen in Kloten. Dort entstehen bis zum nächsten Winter 76 Hotelzimmer, 14 Appartements und 109 Mietwohnungen. «Sehr beeindruckend. So grosse Baustellen hatten wir damals nie», sagt Feuz mit einem Schmunzeln. Virtuelle Realität Den wahren ÜberraschungsMoment erlebt er allerdings, als

er die Hololens-Brille aufsetzt. Sie projiziert virtuelle Objekte in die Realität. Mixed-Reality heisst das darum im Fachjargon. Feuz sieht dank der Brille plötzlich in die Tragkonstruktion hinein und erblickt die verlegten Rohre und den Stahl. Das Gebäude bekommt plötzlich eine Fassade und eine gemütliche Hotel-Lobby. «Ich freue mich schon, mal etwas hier zu trinken, wenn es fertig ist», sagt Feuz. Dass es soweit kommt, dafür sorgt unter anderem die Ingenieur-Firma Frey und Gnehm aus Olten SO, die die gesamte Konstruktion geplant und umgesetzt hat.

«Als Teil der BKW können wir neue, grössere Projekte durchführen, da wir mit Partnerfirmen zusammenspannen. So können wir weiterwachsen», sagt Projektleiter Schibli. Damit könnte er den gelernten Maurer Feuz bald wieder ins Staunen bringen.

Die BKW Gruppe wandelt sich von einem klassischen Stromproduzenten zu einem vielfältigen und internationalen Energieund Infrastruktur-Unternehmen mit über 6000 Mitarbeitenden. Die Kernkompetenzen bleiben: Energie- und Ingenieurwesen. MÄRZ 2018

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Sci Svizzera italiana

Debby Scanzio oltre 20 anni di freestyle

Nata a Faido il 25 dicembre 1986, Deborah Scanzio ha sempre abitato a Piotta, frazione di Quinto in Alta Leventina. Da lì ha iniziato presto a sciare sulle nevi di Airolo e già a due anni aveva gli sci ai piedi. Poco tempo dopo s’è appassionata alle gobbe, come racconta sul suo sito www.deborahscanzio.com: «A 10 anni ho scoperto il freestyle grazie allo Sci Club Airolo e in poco tempo la mia passione è diventata anche il mio lavoro». Debby ha partecipato ai Giochi Olimpici di Torino nel 2006, a Vancouver nel 2010 e a Sochi 2014, classificandosi nona, decima e undicesima. Per i suoi quarti giochi, quelli appena conclusi in Corea, avrebbe voluto fare meglio, ma le cose sono andate diversamente, come ha riferito a poche ora dall’amara prova delle gobbe dell’11 febbraio: «Ci ho provato in tutti i modi, ma alla fine la discesa ‹wow› non sono riuscita a farla e così la mia quarta Olimpiade s’è conclusa prematuramente dopo le qualificazioni. In passato mi era già capitato di riuscire a ‹rinascere› negli eventi più importanti, ma questa volta purtroppo sono rimasta ‹mediocre›: un tempo troppo alto, una sciata tra le gobbe contratta e due salti poco paganti». 62

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Il rammarico è tanto? «La delusione è grande, è vero. Innanzitutto perché la finale a 20 era decisamente alla mia portata e da lì avrei lottato per entrare in quella a 12. Avevo le capacità per fare meglio del 21° rango e, nonostante non sia riuscita a dimostrarlo, penso ancora che sia vero». Solo demerito tuo? «Io non sono riuscita ad esprimermi ai miei livelli, ma è anche vero che le altre ragazze presenti ai Giochi hanno un ottimo valore e hanno commesso pochissimi errori, alzando ulteriormente il livello della gara». Come hai vissuto i tuoi quarti Giochi olimpici? «Dal 2014 sono tornata a vestire i colori rossocrociati dopo aver gareggiato 12 anni per la federazione italiana e quindi ci tenevo ancor maggiormente a ben figurare in Corea. In uno sport tanto tecnico e dove ci si gioca tutto in pochi secondi è normale che in partenza ci sia del nervosismo. In molti mi hanno chiesto se il fatto di essere alla mia quarta partecipazione fosse un vantaggio, ma non saprei cosa rispondere. Penso che la cosa che ti calma di più in partenza è sapere che sai fare le cose». E tu come ti sentivi? «Nonostante i molti giorni di allenamento non ho fatto abbastanza discese complete: facevo dei pezzi buoni, ma ero sempre in difficoltà dopo il primo salto. Quando ho visto la pista ero preoccupata, ma piano piano ho preso confidenza. Nella seconda discesa mi sembra-

va di essere tranquilla, durante il giorno ho riso e scherzato con il mio team, nel riscaldamento le gambe andavano bene, ma come ho iniziato a sciare tra le gobbe mi sono sentita pesante». Quanto ci vuole per smaltire la delusione? «Ci tenevo a fare bene alle Olimpiadi per me ma anche per il mio team che è fantastico e che in questi giorni ha fatto di tutto e di più per mettermi nelle condizioni migliori. E poi per Swiss ski e Swiss olympic che mi hanno fatta sentire importante con il loro sostegno e la loro fiducia e per tutte le persone che tifavano per me. Purtroppo è andata così, non sono riuscita a cogliere l’attimo! Cercherò di rifarmi in Coppa del mondo, appuntamento il 10 marzo ad Airolo». Nel curriculum sportivo di Debby rimangono comunque questi risultati olimpici, una medaglia d’argento ai Mondiali junior conquistata nel 2006 e soprattutto quella di bronzo a livello assoluto ottenuta l’anno successivo a Madonna di Campiglio. In Coppa del Mondo la leventinese ho ottenuto quattro podi: tre secondi posti tra il 2007 e 2008 e una vittoria nel 2016. E L I A S TA MPA N O N I

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FOTO: GET TY IM AGES

Deborah Scanzio racconta la sua esperienza dopo il mancato obiettivo della finale ai Giochi coreani: «Ci ho provato in tutti i modi, ma alla fine la discesa ‹wow› non sono riuscita a farla e così la mia quarta Olimpiade s’é conclusa prematuramente».


Rätsel Gewinne eine Skischuhtasche von SwissBull Schwer

Snowactive verlost eine Skischuhtasche von SwissBull (ohne Skischuhe und Helm) $IE4ASCHEVERFĂ&#x201C;GTĂ&#x201C;BEREINENSEPARATEN3CHUH UND(ELMTEIL "EIDE&Ă&#x2DC;CHERSINDĂ&#x201C;BEREINEN 7EGE 2EISSVERSCHLUSSSEPARAT ZUGĂ&#x2DC;NGLICH3IEBIETENEINERSEITSAUSREICHEND0LATZFĂ&#x201C;RDIE 3KISCHUHEUNDANDERERSEITSFĂ&#x201C;R(ELM (ANDSCHUHE 3KIBRILLE ODERANDERE$INGE Teilnahme: s 3ENDEDIEDREI:IFFERNINDENGEFĂ&#x2DC;RBTEN&ELDERN PER% -AILMIT"ETREFF i2Ă&#x2DC;TSEL3NOWACTIVEwANINFO SNOWACTIVECH s /NLINEUNTERWWWSNOWACTIVECHWETTBEWERB s 0ER0OSTAN 0ROSELL!' 3NOWACTIVE $AS-AGAZINVON3WISS 3KI 'Â&#x161;SGERSTRASSE 0OSTFACH 3CHÂ&#x161;NENWERD Einsendeschluss ist der 3. April 2018 Mittel

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Leicht

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PS. Olympische Gedanken und Zahlenspiele

«W

as sagt Ihnen das Akronym OPA?» Das Kürzel ist vom Französischen abgeleitet, von «Organisation des pays alpins», den Skiverbänden der Alpenländer. Irgendwann in den Siebzigerjahren ist die OPA eingeschlafen und nun vor zwei Jahren reaktiviert worden. Die Alpenländer verstärken die Zusammenarbeit und engagieren sich bei der Organisation von Wettkämpfen beim nordischen Nachwuchs, aber auch im alpinen Bereich. Alternierend werden in jedem Jahr gemeinsame Trainingscamps durchgeführt mit dem Ziel, die Speed-Disziplinen zu fördern. So weit, so gut. Inzwischen gehören die Olympischen Spiele in PyeongChang der Vergangenheit an. Das Publikumsinteresse in den Schnee- und vor allem den Skisportarten hielt sich in Grenzen. Der «Blick» zählte bei der Männer-Abfahrt «200 Nasen» und bezeichnete die Kulisse als «ultimatives Trauerspiel». Olympiasieger Aksel Lund Svindal zeigte Verständnis und meinte, zu den Shorttrack-Events wären in Norwegen wohl auch nicht viel mehr Leute gekommen. Und selbst bei Skirennen kann man in Kvitjell die einzelnen Zuschauer manchmal fast mit Handschlag begrüssen. Skirennfahren ist in erster Linie TV-Sport und ein Wanderzirkus auf Promotiontour, Olympia eingeschlossen. Ich erlebte das erste Weltcup-Skirennen in PyeongChang beziehungsweise Yongpyong, unmittelbar nach Nagano 1998. Es siegte übrigens Mike von Grünigen. Doktor Lee, wie ihn alle nannten, war die treibende Kraft. Er träumte von Olympischen Spielen in Süd-

Richard Hegglin war als Agenturjournalist während vier Jahrzehnten für den Skisport unterwegs und sass 20 Jahre im FIS-Weltcup-Komitee. Heute schreibt er für Snowactive und diverse Tageszeitungen.

korea. Ich dachte, träume nur. Er träumte besser als ich. Für die Abfahrt hatte er sogar einen Berg «ennet» der Demarkationslinie im Auge, auf nordkoreanischem Boden, weil dieser besser geeignet schien. Man sondierte den Bau eines kilometerlangen Tunnels. Wir fragten uns: Was soll das? Im «Walliser Bote» schrieb Roman Arnold, TD im Snowboard und Freestyle, eine Kolumne und rechnete vor: In Südkorea betreiben etwa sechs Prozent der Bevölkerung Wintersport. In der Schweiz sind es 37 Prozent. Sechs Prozent der Gesamtbevölkerung Südkoreas von 51,3 Millionen entsprechend drei Millionen. Das sind ziemlich genau gleich viele wie in der Schweiz. Zurück zur OPA: In 52 Jahren Weltcup holten Abfahrer aus eben diesen Alpenländern 47 Mal die Kristallkugel, wenn man den VorarlbergLuxemburger Marc Girardelli dazu zählt. Viermal gewann ein Norweger, einmal ein Kana-

dier, NIE ein Amerikaner. Bei den Frauen siegten Amerikanerinnen zehnmal, aber sonst ausschliesslich Vertreterinnen der OPA-Länder. Ich wehre mich gegen den Ausdruck Inzucht, aber mir fällt gerade kein Synonym ein. Österreich und die Schweiz haben zusammen mehr als die Hälfte der Kugeln gewonnen. Österreich hat 8,7 Millionen Einwohner, die Schweiz 8,3, Südkorea wie erwähnt 51,3 Millionen. Und die ganze Welt 7323 Millionen, oder 7,3 Milliarden. Olympische Spiele sind ein globales Ereignis. Deshalb sind Austragungsorte wie PyeongChang (2018) oder Peking (2022) nicht nur legitim, sondern wünschenswert und wichtig. Nur die Reihenfolge stimmt nicht. Aber Graubünden hat sich für 2022 selber aus dem Rennen genommen. Hoffentlich begeht das Wallis diesen Fehler nicht. Sonst stimmt die Balance nicht mehr – mit verheerenden Konsequenzen. Der Winter- und der Skisport müssen auch wieder mal zu ihrem Ursprung zurückkehren. Tradition UND Aufbruch: Der Mix muss stimmen. Wir brauchen die Asiaten, die Asiaten uns. Wer keine Beziehung hat zum Sport, kann ihn auch nicht lieben. Spektakel allein genügt nicht. Selbst Abfahrten wie in Wengen oder Kitzbühel sind keine Selbstläufer für alle Ewigkeit. Mit dem Ski- und Schneesport hängt eine ganze Industrie zusammen, Wirtschaft, Tourismus. Es geht nicht nur um Medaillen. Aber sie helfen jenen Traum zu verwirklichen, den Doktor Lee einst hatte und wider alle Erwartungen in die Realität umsetzte. See you in Sion 2026!

IMPRESSUM Snowactive März 2018, 51. Jahrgang; erscheint 6-mal jährlich ISSN 1661-7185

Herausgeber und Verlag Strike Media Schweiz AG, Gösgerstrasse 15, 5012 Schönenwerd, Telefon 062 858 28 20, Fax 062 858 28 29 in Kooperation mit Swiss-Ski, Postfach, 3074 Muri, Telefon 031 950 61 11, Fax 031 950 61 12 Redaktion Snowactive Gutenbergstrasse 1, 4552 Derendingen, Telefon 058 200 48 28 Verlagsleitung Wolfgang Burkhardt Redaktionsausschuss Joseph Weibel (Leitung; j.weibel@snowactive.ch), Röbi Brandl, Wolfgang Burkhardt, Erika Herzig (Leitung; erika.herzig@swiss-ski.ch), Regula Lazzaretti (regula.lazzaretti@swiss-ski.ch), Annalisa Gerber (Sponsoring; annalisa.gerber@swiss-ski.ch)

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Fotoredaktion Erik Vogelsang Inserate Prosell AG, Schönenwerd, Rebekka Theiler (r.theiler@prosell.ch), Wolfgang Burkhardt (w.burkhardt@prosell.ch) Übersetzungen Valérie Maynard und François Wehrli (Sprachdienste Vogt-Schild Druck AG, Derendingen/SO) Konzept, Design und Produktionsverantwortung Brandl & Schärer AG, Olten, Röbi Brandl, Kurt Schärer Aboservice Prosell AG, Schönenwerd, info@prosell.ch, Telefon 062 858 28 28 Jahresabonnement CHF 49.– für ein Jahr, CHF 89.– für zwei Jahre (inkl. MwSt.) Copyright Strike Media Schweiz AG, Gösgerstrasse 15, 5012 Schönenwerd Nachdruck Nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet www.snowactive.ch, feedback@snowactive.ch, info@snowactive.ch

Adressänderungen Alte und neue Adresse an Swiss-Ski, Postfach, 3074 Muri, Telefon 031 950 61 11, Fax 031 950 61 12

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Snowactive März 2018 Deutsch  

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