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DAS MAGAZI N VO N SWIS S - S K I / / FE B RUAR 2 0 1 8

FORSCHUNG WISSENSCHAFTLICHE BASISARBEIT UND SPITZENSPORT


den eigenen. Der Audi SQ5 mit der neuesten quattro Technologie. Willkommen im Home of quattro.

audi.ch Audi SQ5 3.0 TFSI quattro tiptronic, 354 PS, 8,5 l/100 km, 195 g CO₂/km (134 g/km Ø Neuwagen), 43 g CO₂/km E.-Bereitstellung, Kat. G.


Editorial Wie planbar sind Erfolge? Kann man sportliche Erfolge planen? Adolf Ogi, Direktor beim damaligen Skiverband, flog 1971 mit Aktiven und Funktionären nach Sapporo. Er liess die Olympiastrecken vermessen, Wachsversuche machen und kehrte mit einem Container Sapporo-Schnee für weitere Tests in die Schweiz zurück. Das Resultat, ein Jahr später an den Olympischen Winterspielen kennen wir. Es hätte auch anders kommen können. 21 Jahre später plant Bindungs- und Schuhhersteller Salomon wieder einen Erfolg. 1990 lanciert der gallische Wintersportproduzent mit dem S9000 den ersten Alpinski. Salomon tüftelte im japanischen Morioka unter anderem die Schneebeschaffenheit aus. Das Resultat dieser seinerzeitigen Bemühungen waren zwei Goldmedaillen an der Ski-WM 1993. Geforscht wird auch heute, wie das Fokus-Thema in dieser Ausgabe dokumentiert. Zentral ist und bleibt aber die Nachwuchsförderung. Beat Feuz (30) war 2002 als 15-Jähriger auf dem Podest des Grand-Prix-Migros-Finale in St. Moritz. 15 Jahre später wird er an gleicher Stätte Weltmeister. Der Schangnauer durchlief eine ganz «normale» Nachwuchsförderung – wie viele andere aus dieser Zeit auch, die heute für Erfolge sorgen. Nicht alle der vielen Nachwuchskonzepte des Verbands waren erfolgsversprechend. Etwas hat sich aber nie verändert: Der Grundstein wird

nach wie vor an der Basis gelegt. Ganz unten. Der Weg nach oben ist vielfach steinig und endet längst nicht für alle in einer erfolgversprechenden Karriere. Die Olympischen Winterspiele in Südkorea stehen kurz bevor. «Geplant» sind einige Medaillen für die Schweiz. Die Grundlagen sind geschaffen. Wie (geplante) Erfolge durchaus eintreffen können, zeigen die eingangs erwähnten «Japan»-Beispiele exemplarisch auf. Dass es auch anders kommen kann, dokumentieren Grossveranstaltungen in jüngerer Zeit ebenso. Auch in unserer hochtechnisierten Welt, wo Planung das A und O ist, trifft längst nicht immer die erhoffte Wirkung ein. Umso mehr bleibt uns die Freude an einer Grossveranstaltung. Und die soll, ja lehrt uns zumindest die Geschichte, immer noch vorherrschen. In diesem Sinne wünsche ich und hoffe mit Ihnen auf tolle, faire und letztlich auch erfolgreiche Olympische Winterspiele. PS. Mit Silvio Pool, dem wahrscheinlich ersten Nachwuchschef von Swiss-Ski, und Hans Küng, TD FIS und Mitbegründer der Weltcuprennen in der Lenzerheide, sind Ende Jahr zwei weitere Urgesteine aus dem Bündnerland verstorben, die während vielen Jahren den Skisport massgeblich mitgeprägt haben. Den Hinterbliebenen entbieten wir unser herzliches Beileid.

J O S E P H WE I B E L CH EF R E DA K TO R S NOWACT I VE

HAUPTSPONSOR SWISS-SKI

SPONSOREN SWISS-SKI

FAHRZEUG PARTNER

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Inhalt // Februar 2018 Das Magazin von Swiss-Ski F OKU S 8 // Forschung Wissenschaftliche Basisarbeit und Spitzensport lassen sich heute kaum mehr trennen.

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18 // Backstage Wir haben Skisprung-Nationaltrainer Martin Künzle über die Schultern geguckt. 20 // Nostalski Man nannte ihn den «Vogelmenschen», weil er mit Leichtigkeit durch die Lüfte schwebte: Skispringer Walter Steiner.

AK TIV 24 // Tourenski Autorin Christine Kopp beschreibt ihren Einstieg in die faszinierende Sportart und gibt Tipps für Einsteiger. 32 // Nevin Galmarini Es riecht nach Schnee, als wir Nevin Galmarini, Olympionike aus Arzed, im Schneesportgebiet Scuol begleiten. 36 // Olympia Zum zweiten Mal nach Rio de Janeiro reist Ralph Stöckli als Chef de Mission an Olympische Spiele. 42 // 5 Top-Volkslangläufe im Fokus Patricia Beck aus Bad Säckingen machte den Auftakt zu unserer Volkslanglaufserie am Planoiras-Lauf.

S E RV IC E 44 // Tourismus Lebendige Wintersportgeschichte auf dem Säntis: Ein Bilderbogen.

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48 // Skiclub Selzach Der Solothurner Skiclub Selzach feierte sein 75-Jahr-Jubiläum. 52 // Urs Kessler Urs Kessler, CEO der Jungfraubahnen, ist ein Mann mit Wurzeln, Wert und Weitblick. Ein Porträt. 58 // AMAG Vor 50 Jahren begann das Engagement von AMAG bei Swiss-Ski.

Standards 01 // Editorial 04 // Panorama 15 // Mixed-Zone

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57 // La Voix romande 60 // Achtmal aufgeschnappt 62 // Sci svizzera italiana

63 // Rätsel 64 // PS.

Titelbild Das Testen der Aerodynamik im Windkanal ist Bestandteil der Swiss-Ski-Forschung. Getüftelt wird hinter verschlossenen Türen. Exklusiv stellt Snowactive nun drei Forschungsprojekte vor. Foto: Ritchie Herbert/B&S

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Panorama D IE NUM M E R EIN S In Wengen herrscht Kaiserwetter als sich Beat Feuz mit der Startnummer 1 den Berg hinunterstürzt. Der Schangnauer lässt seinen Konkurrenten keine Chance und feiert vor Heimpublikum einen grandiosen Sieg. Nach 2012 gewinnt der Kugelblitz die legendäre Lauberhorn-Abfahrt bereits zum zweiten Mal und ist damit erst der sechste Fahrer überhaupt, dem dies gelingt. Was für ein Tag, was für ein Rennen, was für ein Sieg!

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FOTO: KEYSTONE

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Panorama

KÖNIG D ER T O U R DE S KI Dario Cologna is back: Sechs Jahre nach seinem letzten Gesamtsieg an der Tour de Ski überquert er die Ziellinie auf der Alpe Cermis wieder als Erster. Nach 2009, 2011 und 2012 ist es sein vierter Triumph in Valle di Fiemme. Die Erleichterung und Freude ist dem Rekordsieger anzusehen. «Ich bin zurück und habe gezeigt, dass ich alle schlagen kann», so der Münstertaler. 6

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FOTO: NORDICFOCUS

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Fokus // Wissenschaftliche Basisarbeit und Spitzensport

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Wissenschaftliche Basisarbeit und Spitzensport lassen sich heute kaum mehr trennen. Trainerlegende Karl Frehsner sagt: «Ohne Forschung geht im Skisport nichts.» Der Österreicher kennt die Entwicklung quasi seit der ersten Stunde – als in den 1970-er Jahren im Material-

FORSC bereich mit Kugelstöcken, Lochski und verschiedenen Helmmodellen experimentiert wurde.

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aterialfragen und die Thematik der Aerodynamik standen damals im Vordergrund. Die Fäden liefen im Windkanal der ETH Zürich zusammen. Doch auch Querdenker und Branchenfremde lieferten revolutionäre Ideen. Die heute üblichen Ganzkörperanzüge gehen auf eine Innovation des Zürcher Tiefseeforschers und Computer-Experten Hannes Keller zurück. Keller suchte damals den optimalen Schnitt und Stoff für enganliegende, wasserabstossende Taucheranzüge – und fand in Zusammenarbeit mit Hans Hess nebenbei die Lösung für die meisten aerodynamischen Probleme in den Speeddisziplinen (Ski, Eisschnelllauf, Radrennen). Frehsner erinnert sich auch amüsiert an Momente, in denen die Sportforscher an ihre Grenzen stiessen: «1976 war man auf der Suche nach dem perfekten anatomischen Modell des Skirennfahrers – und war der Überzeugung, dass es sich dabei um einen Sportler der stattlichen Statur von Gustav Thöni oder Ingemar Stenmark handeln muss.» Doch die Realität

Im Skicross konnte ein Projekt (in Kooperation mit der ETH Zürich) beendet werden, welches die Leistung der Athleten am Start mit instrumentierten Griffen genau beschreibt (u.a. Abstosskraft und Startgeschwindigkeit). Im Herbst 2017 wurden diese Griffe beim Startgate in Saas-Fee montiert, um den Trainern und Athleten objektive Feedbacks zur Wahl der optimalen Startstrategie geben zu können.

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sah anders aus. In Innsbruck wurde der kleine und schmalbrüstige Bündner Heini Hemmi Olympiasieger – obwohl er mit vermeintlich viel zu langen Ski den Hang hinunterkurvte. Frehsner sagt dazu: «Es gibt kaum einen Sport, bei dem die Anatomie der Sieger so unterschiedlich sein kann wie im Ski.» Das Material müsse sich immer dem Athleten anpassen – und nicht umgekehrt. Das gleiche gilt für die Forschung. Wissenschaftliche Studien und Forschungsprojekte sind meistens dann erfolgreich, wenn sie von den Athleten angestossen werden. Auch vor diesem Hintergrund setzt Swiss-Ski auf einen Forschungskoordinator, Björn Bruhin, der als ehemaliger Rennfahrer und ausgebildeter Trainer die sportliche Basis (und die Bedürfnisse der Athleten) genau kennt. Er unterhält den Kontakt mit den Chefs Sportarten und bildet das Bindeglied zwischen «Labor» und Wettkampfterrain. Die Aufgabe der Forschungsabteilung von Swiss-Ski besteht darin, die neusten Entwicklungen zu beobachten, gezielt eigene Forschung zu betreiben und die Resultate in die

Teams einzubringen. Mit dem Forschungsbeirat werden Projektideen kritisch hinterfragt und diskutiert. Der Forschungsausschuss als oberstes Gremium ist verantwortlich für die strategischen Entscheide in diesem Bereich. Die Themenschwerpunkte der Projekte variieren von Leistungsoptimierung, Technikanalyse, Materialoptimierung, Verletzungsprophylaxe bis zur Trainer- und Athletenentwicklung. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit der Ausbildungsabteilung sind entscheidend. Hier entstehen mit den Trainern neue Ideen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in die «Sportlersprache» übersetzt und mittels Ausund Fortbildung den Trainern zur Verfügung gestellt. Als Beispiel, wie dieser Prozess optimal ausgeführt wird, nennt Karl Frehsner die Arbeit mit der Weltklasse-Abfahrerin Michaela Dorfmeister aus seiner Zeit als Trainer im österreichischen Ski-Verband: «In Gleitpassagen lief Michaela oft der rechte Ski aus der Spur. Wir wussten anfänglich nicht, weshalb – und hatten so keinen Lösungsansatz.» Nach intensiven Untersuchungen, Messungen und


Fokus // Wissenschaftliche Basisarbeit und Spitzensport

RĂśntgenaufnahmen von Dorfmeisters Beinen stellte sich heraus, dass das rechte Schienbein um ein Grad anders stand als das linke. Mit einer Korrektur im Bereich der Schuhe konnte das Gleichgewicht wieder hergestellt werden. In diesem Fall hatte die Forschung goldenen Boden. Dorfmeister gewann an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen je zwei Goldmedaillen in den Speed-Disziplinen. Forschung im Sport bedeutet auch oft stundenlange Geduldsarbeit: Immer wieder den gleichen Schwung ausfĂźhren, immer wieder die gleiche Gleitpassage bewältigen, um verlässliche Vergleichswerte zu erhalten und die optimale Position oder die bestmĂśgliche Kräftedossierung zu deďŹ nieren. Gemäss allen befragten Trainern und Wissenschaftlern ist der richtige Informationsuss von und zu den Athleten entscheidend. Und ähnlich wie bei James Bond gilt die absolute Geheimhaltepicht. Denn der Gegner hĂśrt mit. Karl Frehsner sagt: ÂŤWenn ein Forschungsergebnis erst einmal niedergeschrieben ist, hat es seinen Nutzen schon fast verloren.Âť T HO MA S RE N G G L I

Reihenbild aus der Versuchsreihe mit den neuen Riesenslalomski im FrĂźhling 2017. Gelb dargestellt ist eine Approximation der KĂśrperschwerpunktslinie mit dem ÂŤneuenÂť (30 m Radius) Material und violett diejenige der ÂŤaltenÂť (35 m Radius) Ski.

FORSCHUNGS-PROJEKTE SWISS-SKI SKI NORDISCH: PACING-STRATEGIEN IM SKILANGLAUF

SKI ALPIN: SKIREGLEMENTS -ÄNDERUNGEN MÄNNER RIESENSLALOM 2017/18 Die FIS hat eine Anpassung des Reglements der Riesenslalomski fßr den Winter 2017/18 vorgenommen. Um die mÜglichen Änderungen der Skitechnik abschätzen zu kÜnnen, wurden im Winter 2017 ausgewählte Trainer sowie Athleten zu ihrer Einschätzung ßber mÜgliche Änderungen befragt. Im April 2017 wurden Feldmessungen mit vier Athleten in Davos durchgefßhrt. Dabei wurden die Skimodelle 16/17 sowie die neuen Modelle 17/18 gefahren. Es konnten verschiedene Erkenntnisse bezßglich Geschwindigkeit, Laufzeit, Anteil des Schwunges vor und nach dem Tor etc. gewonnen werden. Am Swiss-Ski-Trainerforum 2017 wurden in Kleingruppen die Umsetzungen dieser Erkenntnisse in das Techniktraining diskutiert. Diese Befragung der Trainer am Swiss-Ski-Trainerforum wurde an der EidgenÜssischen Hochschule fßr Sport in Magglingen systematisch ausgewertet. Exemplarisch werden hier die wichtigsten Aussagen aus dieser Befragung zusammengestellt.

FOTOS: ZVG.

Welche Anpassungen mĂźssen wir machen, um den 30-m-Radius-Ski mĂśglichst schnell und effektiv zu fahren? ĹĄ 6NLVSÄžUHQ 'UXFNXQG'UXFNDXIEDX bewusst wahrnehmen) ĹĄ 7LPLQJ PXWLJHUXQGRÄłHQVLYHU)DKUVWLO

ĹĄ .ÄžU]HUHKÄ…FKVWH.UDIW

$XVVDJHYRQ%MąUQ%UXKLQ]XGHQ0HVVXQJHQ Fßr einen schnellen Schwung auf dem 30-mRiesenslalom-Ski braucht es einen engen Radius und einen dementsprechend mÜglichst kurzen Druck auf dem Aussenski. Welche Konsequenz hat dies: Physisches Training? ť 0D[LPDO6FKQHOONUDIWąIWHUWUDLQLHUHQ ť 3K\VLVXQG5XPSIVWDELOLWËWQRFKZLFKWLJHU als zuvor Skitechnisches Training? ť $WKOHWLVWIUĞKHULQGHU*OHLWSKDVH die Gleitphase im Schwungwechsel wird länger Die Schwungradien werden kßrzer ť 7LPLQJWUDLQLHUHQGK/ËXIHPLWYLHOHQ unterschiedlichen Fahrgeschwindigkeiten machen Taktisches Training? ť /LQLHQYRUJDEHQPDFKHQ Linienwahl gezielt trainieren ť +LQWHUV7RUIDKUHQĞEHQ *HGXOG  Wie trainiere ich eine mÜglichst kurze Druckphase? ť 6FKQHOO5HDNWLYNUDIWLPSK\VLVFKHQ7UDLQLQJ ť 9DULDEOH.XUVVHW]XQJ ť /LQLHQKLOIHQVHW]HQLP6NLWUDLQLQJ %ËVHOL0LQLNLSS)DUEHHWF

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Seit dem 27. Januar bis zum 3. Februar 2018 ďŹ nden in Kandersteg/Goms die FIS Nordische Junioren- und U23-WM statt. Im Vergleich zu anderen Sportarten ist im nordischen Langlaufsport wenig bekannt Ăźber das Pacing-Verhalten von Athletinnen und Athleten in Sprintwettkämpfen. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, dass kleinere Ă„nderungen der Laufgeschwindigkeit während eines Rennens, fĂźr Langlauf erfolgsversprechender sind. Am Swiss-Cup-Rennen am 2. Dezember 2017 in Goms wurden 14 Athletinnen und 14 Athleten, die allenfalls an den Junioren-WM teilnehmen kĂśnnten, mit Sensoren ausgestattet. Die Athletinnen und Athleten bestritten den Swiss-Cup auf der gleichen Strecke, die fĂźr die Junioren-WM EHQXW]WZLUG'HUP 0Ă‹QQHU E]ZP )UDXHQ ODQJH.XUVZXUGHLQYHUVFKLHGH$EVFKQLWWH unterteilt. Deskriptiv wurden alle GeschwindigkeitsproďŹ le der Athleten im QualiďŹ kationslauf erstellt. Das Projekt verfolgte zwei Zielsetzungen ĹĄ 'DVLQGLYLGXHOOH3DFLQJ3URÄąOMHGHV$WKOHWHQ konnte bestimmt werden. ĹĄ $QVFKOLHVVHQGZXUGHGLHLQGLYLGXHOOH6WUDWHJLH PLWGHUMHZHLOV%HVWHQGHU.DWHJRULHYHUJOLFKHQ So konnten die Trainer/Athleten RĂźckschlĂźsse erhalten Ăźber die Taktikwahl. Zudem konnten allenfalls Inputs gegeben werden fĂźr die Wahl der richtigen Taktik an der Junioren-WM an gleicher Stätte.

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WIR SCHAFFEN DIE BESTMÖGLICHEN RAHMENBEDINGUNGEN

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lympiamedaillen werden auf den Pisten und in den Loipen gewonnen. Doch der Weg aufs Podest beginnt im Labor von Swiss-Ski. Forschungskoordinator Björn Bruhin lässt hinter die Kulissen blicken, aber nur soweit, dass die Gegner nichts Entscheidendes mitbekommen. Herr Bruhin, was macht der Forschungskoordinator von Swiss-Ski? Sind sie sozusagen der Daniel Düsentrieb des Wintersports? (lacht) Vielleicht – ein bisschen. Die Idee hinter meiner Anstellung war die Koordination und Überwachung der verschiedenen Forschungsprojekte in den einzelnen Sportarten. Angestellt bin ich vom Bundesamt für Sport, aber in diesem Rahmen bin ich zu hundert Prozent für Swiss-Ski tätig. Ich führe die her-

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vorragende Arbeit von Michael Vogt weiter. Mein Büro befindet sich in Magglingen. Aber dort bin ich eher selten anzutreffen. Feldmessungen und praktische Umsetzungen sind zentrale Punkte meines Aufgabenprofils. Neben der Verantwortung und Aufsicht über die Projekte engagiere ich mich teilweise auch selber in der Forschungsarbeit. Ausserdem bin ich für die Ausrichtung der Leistungsdiagnostik in den Schneesportarten mitverantwortlich. Wo sind die Schlüsselstellen ihrer Arbeit? In allen Bereichen ist der Wissenstransfer von der Forschungsabteilung zu den Chefs Sportarten und Trainern ein entscheidender Faktor. Es ist wichtig, dass keine Informationen verlorengehen – und dass die Erkenntnisse an den

Schnittstellen korrekt weitergeleitet und umgesetzt werden. Ich habe selber ebenfalls eine Trainerausbildung absolviert, war unter anderem Cheftrainer der paralympischen AlpinSkifahrer in Sotschi 2014. Damit stehe ich sozusagen zwischen Praxis und Theorie – und kann die Anwendungsmöglichkeiten von Forschungsergebnissen im Wettkampf gut beurteilen. Wie wichtig ist Forschung grundsätzlich für den Spitzensport? Da muss man differenzieren. Bei den Langläufern ist das Feld der Leistungsdiagnostik wichtig. Deshalb ist der Zugang in diesem Bereich nachvollziehbar. Bei den Alpinen dagegen liegt der Nutzen der wissenschaftlichen Arbeit nicht immer auf der Hand. Doch auch hier besitzt die Forschung grossen Wert.


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BJÖRN BRUHINN Der 32-jährige Schwyzer ist seit Mai 2016 als Forschungskoordinator für Swiss-Ski tätig. Seine aktivsportliche Karriere als Skirennfahrer musste er mit 21 Jahren wegen einer schweren Knieverletzung beenden. Als Trainer hat er bei Swiss-Ski die Regionaltrainerausbildung abgeschlossen und bei Swiss Olympic die Berufstrainerausbildung. Bei den Paralympics in Sotschi 2014 war er Cheftrainer der Schweizer Alpinen. Für dieses Engagement wurde er zum Trainer des Jahres in der Kategorie Behindertensport gewählt. Bruhin erlangte an der ETH Zürich 2012 den «Bachelor of Science» in Bewegungswissenschaften – und 2013 den «Master of Science» in Bewegungswissenschaften mit Vertiefung in Biomechanik. Die Masterarbeit schrieb er am Institut für Biomechanik bei Silvio Lorenzetti. Björn Bruhin wohnt in Zürich, ist verheiratet und Vater von zwei Töchtern (2015, 2017).

Wie steht die Schweiz in der Forschung im Vergleich zu anderen Nationen da? Es gibt sicher Länder, die beschäftigen in diesem Bereich mehr Personal. Gerade wegen der Bedeutung im Langlauf sind skandinavische Nationen stärker für die Forschung sensibilisiert. Ich kann aber sagen, dass wir in der Schweiz mit unserer Arbeit nahe am Athleten und damit an der Praxis sind. Ich habe mich im vergangenen Jahr an einem Forschungskongress in Åre mit vielen internationalen Kollegen ausgetauscht – und dabei wurde mir immer wieder gesagt, dass der Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis oft die grösste Schwachstelle ist. In diesem Bereich sind wir in der Schweiz besser aufgestellt. Wir haben bei uns nicht den primären Anspruch zu forschen, um den Eingang in wissenschaftliche Publikatio-

nen zu finden oder theoretische Modelle zu erstellen. Wir verstehen uns als Dienstleister für den Leistungssport und für die Athleten. Woher kommen die Impulse und Anregungen für Ihre Arbeit? Im Idealfall von den Athleten, Trainern und Sporarten-Chefs. Die involvierten Personen an der Basis wissen am besten, wo Wissenschaft und Forschung helfen können. Im regelmässigen Austausch wollen wir die SportartenChefs für unsere Arbeit sensibilisieren. Gelegentlich kommt es vor, dass wir im Verlaufe eines Projektes Instrumente oder Messmethoden erhalten, die noch weitere Fragen beantworten und Lösungsansätze liefern, die über die ursprüngliche Problemstellung hinausgehen.

In welchen Bereichen arbeiten sie konkret? Gesamthaft führen wir momentan 20 bis 25 Projekte in allen Schnee-Sportarten durch. Bei den Alpinen sind es ungefähr zehn, im Langlauf vier bis fünf. Relativ grosse öffentliche Beachtung fand das Skicross-Start-Projekt in Biel mit dem Ziel, die Startbewegung zu optimieren. Die entsprechende Messtechnik stellten wir den Athleten beim Start des Skicross-Parcours in Saas-Fee zur Verfügung. Dort wurde exakt die Rampe nachgebaut, die an den Winterspielen in Südkorea im kommenden Februar verwendet wird. So erhielten die Athleten harte Fakten – beispielsweise, welche Strategie und Technik beim Start die grösste Geschwindigkeit ermöglicht. Ein wichtiges Projekt befasste sich auch mit den geänderten Reglementen im Bereich der Riesenslalom-Ski, ein anderes mit der Pa> cing-Strategie im Langlauf. FEBRUAR 2018

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Dürfen Sie überhaupt darüber sprechen? Oder unterstehen Sie der Geheimhalteverordnung? Schliesslich wollen wir ja nicht den Gegnern alles verraten ... Tatsächlich bewegen wir uns auf einem schmalen Grat. Es stellen sich immer die Fragen: Was gibt man preis? Was behält man für sich? Da das Projekt, das sich mit den Riesenslalom-Ski befasst bereits abgeschlossen ist und die Athleten schon einige Rennen auf den neuen Ski gefahren sind, kann ich an diesem Beispiel einen solchen Projektablauf kurz erläutern: Im vergangenen Winter befragten wir Athleten und Trainer zur absehbaren Veränderung der Technik sowie zu allgemeinen Tendenzen im alpinen Skirennsport. Im April 2017 führten wir in Davos Feldmessungen mit vier Athleten durch. Dabei wurden sowohl die alten Ski als auch die neuen verwendet. Im Mai schliesslich präsentierten wir die Ergebnisse am Trainer-Forum, um die Trainer der einzelnen Gruppen bestmöglich auf das sommerliche Schneetraining einzustellen. Wie sehen diese Ergebnisse aus? Das tönt nun vielleicht etwas theoretisch: Schnelle Läufe haben einen grösseren Anteil des Schwungs vor dem Tor – wobei man tendenziell etwas direkter aufs Tor fährt, jedoch durch den kürzeren Radius der Ski auch höher aus dem Schwung herauskommt. Die Gleitphase im Schwungwechsel wird länger. Bei gleichbleibender Kurssetzung werden die Laufzeiten mit den neuen Ski schneller. Die Geschwindigkeit ist tendenziell höher. Interessant ist, dass unsere Ergebnisse mit den Erwartungen der Trainer weitestgehend übereinstimmten. Dann war Ihre Arbeit ja quasi überflüssig ... ... im Gegenteil. Die Trainer legen grossen Wert auf eine wissenschaftliche Bestätigung ihrer Einschätzung. So erhalten sie ein weiteres Instrument, um den Athleten verlässliche Rückmeldungen zu geben und gezielt weiterarbeiten zu können. Sind Spitzensportler zugänglich für dieses doch eher komplizierte Thema? Das ist sehr unterschiedlich. Es gibt Athleten, die sind sehr empfänglich und offen für unsere Arbeit. Andere wiederum sind anfänglich eher skeptisch. Sie wollen sich auf ihr Training konzentrieren. Ich mache aber auch bei diesen Sportlern die Erfahrung, dass sie mit zunehmender Dauer der Zusammenarbeit ihr Interesse steigern und sich je länger je mehr proaktiv nach den neuen Erkenntnissen und Resultaten unserer Arbeit erkundigen. Grundsätzlich muss ich aber sagen, dass ich selber nicht direkt mit den Athleten zusammenarbeite. 14

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Können Sie uns trotzdem ein paar konkrete Beispiele von Fahrern und deren Umgang mit der Forschungsarbeit nennen? Namen möchte ich keine nennen. Aber wie gesagt, gibt es die ganze Bandbreite von Athleten – solche, die sich immer wieder nach dem Stand der Dinge und nach neuen Erkenntnissen erkundigen und solche, die lieber nur die Ski anziehen und losfahren. Aber es gibt kein Patentrezept für den Erfolg. Letztlich muss jeder Athlet mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln so umgehen, wie es für ihn am besten passt. Weshalb arbeiten Sie nicht direkt mit den Athleten? Als ausgebildeter Trainer hätten sie das Fachwissen auch im technischen Bereich. Liesse sich damit der Prozess nicht beschleunigen? Der Informationsfluss läuft immer über die Trainer und Chefs Sportarten. Das ist wichtig. So lassen sich Hierarchie-Probleme und Kompetenzgerangel verhindern. Es gibt an der Basis schon genügend Fachkräfte, die sich einbringen – Serviceleute, Physiotherapeuten. Und meine Hauptaufgabe kann allein aus zeitlichen Gründen nicht aus Athletengesprächen bestehen. Wenn es aber dem Wunsch des Trainers entspricht, können wir die Forschungsergebnisse im Dreieck besprechen. Lassen sich die Resultate ihrer Arbeit in Hundertstelsekunden ablesen? Kaum. Der Einfluss der Forschung auf das Ergebnis ist schwer zu quantifizieren – zu viele Faktoren spielen mit. Ich spreche von Material, von Abstimmungen, von Witterungseinflüssen. Aber wir können die besten Voraussetzungen schaffen und die umfassendsten Informationen liefern, damit der Athlet im Wettkampf das Optimum bringen kann. Wie schnell können Sie Ihre Arbeit umsetzen? Das ist vom Auftrag abhängig. Zum Teil gibt es mehrjährige Projekte. Im Fall der Studie mit den Riesenslalomski dauerte es von den Messresultaten aus den Feldstudien bis zu den Analysen nur einen Monat. Sind die sportlichen Resultate der einzige Erfolgsindikator? Das ist schwer zu sagen. Denn wir unterliegen quasi dem Sachzwang, dass wir unsere Arbeit kaum Aussenstehenden zugänglich machen. Gelegentlich lässt sich aus nicht so sensiblen Daten ein Papier oder eine Präsentation erstellen, die man an einer öffentlichen Veranstaltung zeigen kann. Profitiert die Ski-Industrie von Ihrer Arbeit? Eher nicht. Wir sind zu sehr auf den Leistungssport konzentriert.

Wie langfristig ist Ihre Arbeit ausgerichtet? Ich habe meine Stelle als Forschungskoordinator am 1. Mai 2016 angetreten. Seither konnte ich in alle Bereiche hineinsehen und mir einen guten Überblick über den Stand der Dinge verschaffen. In Zusammenarbeit mit den Sportarten-Chefs sind wir nun dabei, Prioritätenlisten zu erstellen, die wir in den kommenden fünf Jahren kontinuierlich abarbeiten werden. Global betrachtet, wird uns vor allem das Thema der Vernetzung zwischen den einzelnen Bereichen beschäftigen. Wie können wir beispielsweise zwischen den Messsystemen und den Studien bessere Zusammenhänge herstellen und so die Informationen den Athleten noch effizienter zugänglich machen? Big-Data ist auch bei uns das grosse Thema. Welche Rolle spielte die Forschung in der Vorbereitung der Olympischen Winterspiele in PyeongChang? In verschiedenen Sportarten haben wir unterschiedliche Rollen – auch da will und kann ich nicht zu sehr in die Details gehen. Wie erwähnt, haben wir im Skicross zwei, drei Projekte durchgeführt – aber auch bei den Alpinen und im Langlauf waren wir aktiv. Eine sichtbare Innovation wie beispielsweise die neue Bindung auf dem Ski von Simon Ammann vor den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver werden wir aber nicht bieten können. (lacht) Letztlich zählt im Alpinen für die breite Öffentlichkeit vor allem der Vergleich mit Österreich. Wie schneidet Swiss-Ski forschungstechnisch im Vergleich mit unserem Lieblings-Gegner ab? (lacht) So weit ich informiert bin, kann der Österreichische Ski-Verband in der Forschung auf mehr Manpower zählen. Möglicherweise sind bei uns aber die Informationsflüsse zu den Athleten direkter. Zudem können wir in der Schweiz mit allen Hochschulen zusammenarbeiten. Das steigert die Effizienz unserer Arbeit. Wie steht es um den südkoreanischen Schnee? Besitzen Sie den Wunderwachs? (lacht) Da kann ich nur so viel sagen: Mit den lokalen Wetterbedingungen und Schneeverhältnissen haben wir uns intensiv befasst. Das war aber bereits in Vancouver und Sotschi so. Diese Studien gehören heute bei allen führenden Verbänden zur Vorbereitung. Wie gross ist der Einfluss der Forschung auf die Schweizer Resultate in PyeongChang? Auch das lässt sich nicht quantifizieren. Wir schaffen die bestmöglichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen. Die Leistung aber müssen die Athleten bringen. Ich bin froh, wenn wir unseren Teil zu einer erfolgreichen Olympia-Mission beisteuern können. I NT E RV I EW: T H O MA S RE N G G L I


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Die Wissenschaft garantiert keine Olympiasiege oder Weltmeistertitel

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ft werde ich gefragt, was die Wissenschaft dem Sport nutzen kann? Die Antwort ist simpel, jedoch in der Ausführung komplex: Die Aufgabe der Sportwissenschaft für den Bereich Spitzensport ist es, Fragen wissenschaftlich zu untersuchen und Antworten zu liefern, die den Trainern und Coaches – und damit letztlich den Athleten – in ihrem Alltag nützlich sind. Der Impuls zu einer wissenschaftlichen Arbeit im Spannungsfeld Verband, Trainer, Athlet und Wissenschaft kommt im Idealfall von der Basis. Denn dort wissen die Involvierten, welche Bedürfnisse bestehen. So wurden die erfolgreichsten Projekte im Bereich Spitzensport in meiner Zeit als Leiter der Gruppe Sportbiomechanik an der ETH Zürich von Athleten oder Trainern angestossen. Dazu zählen auch zwei Arbeiten, die ich für Swiss-Ski ausführen durfte: das Skicross-Projekt zur Instrumentierung des Startgates der Indoor-Rampe in Biel mit dem Ziel, die Startbewegung zu optimieren sowie der Bau eines instrumentierten Wägelchens für Skispringer, um die Kräfte beim Absprung zu messen. Beide Projekte stiessen bei Athleten und Trainern auf positive Resonanz. Die Frage nach dem Wert der wissenschaftlichen Arbeit, wird von den verschiedenen Mitspielern anders beurteilt: Für den Athleten ist die Sportwissenschaft dann erfolgsbringend, wenn seine Performance gesteigert wird. Der Trainer ist zufrieden, wenn er dem Athleten Fragen fundiert beantworten kann, und der Wissenschaftler wiederum ist dann glücklich, wenn der Trainer und der Athlet zufrieden sind und er die Arbeit publizieren kann. Als Sportwissenschaftler arbeite ich nur in Ausnahmefällen direkt mit den Athleten. Der Informationsfluss verläuft normalerweise über die Trainer und Betreuer. Die korrekte Kommunikation an diesen Schnittstellen ist von grösster Wichtigkeit. Es dürfen keine Informationen verlorengehen. Anfang Februar 2018 trete ich meine neue Stelle als Leiter des Ressorts Leistungssport an der Eidgenössischen Hochschule für Sport in Magglingen an, nach dem ich vorher als Leiter der Gruppe Sportbiomechanik an der ETH Zürich tätig gewesen bin. Am Baspo bin ich für verschiedene Bereiche der Sportwissenschaft verant-

Dr. Silvio Lorenzetti Leiter Ressort Leistungssport, BASPO

DER IMPULS ZU EINER WISSENSCHAFTLICHEN ARBEIT IM SPANNUNGSFELD VERBAND, TRAINER, ATHLET UND WISSENSCHAFT KOMMT IM IDEALFALL VON DER BASIS.

wortlich: Sportmedizin, Sportphysiotherapie, Sportpsychologie, sportphysiologische Ausdauer, Kraft- und Spielsport und Trainingswissenschaft. Die Bandbreite dieser Fachbereiche macht deutlich, wie komplex das ganze Feld ist. Die Koordination dieser Disziplinen allein ist eine grosse Herausforderung. Grosse Sportnationen wie die USA, China, Australien, Japan oder Kanada investieren viel Zeit und Geld in sportwissenschaftliche Studien. Es gibt auch einen direkten Zusammenhang zwischen Geld und Medaillen. In der Schweiz dagegen ist der wissenschaftliche Einfluss auf den Sport eher punktuell. Ich hoffe, dass sich dies in Zukunft ändert. Denn nicht zuletzt im Gesundheits- und Breitensport ist die wissenschaftliche Arbeit auch von grosser Bedeutung. Es geht darum, dass Verletzungen verhindert werden und die Menschen gesund Sport treiben. Dies war auch für mich persönlich ein wichtiger Antrieb, mich mit der Biomechanik intensiv zu beschäftigen. Als aktiver Sportler übte ich American Football und Powerlifting – ein Dreikampf der Schwerathletik – aus. Und dort sind die sauberen Bewegungsabläufe und die Funktionen des Bewegungsapparates von zentraler Bedeutung. Die Grundlage jedes Krafttrainings ist die korrekte Durchführung der Übungen – egal, ob man für die Olympischen Spiele oder ein lokales Turnfest trainiert. Ein aktuelles Projekt bezieht sich beispielsweise auf den Langlaufsport – und die Bedeutung der Kraft im Stock. Mit anderen Worten: Wie genau kann die Kraft im Stock gemessen werden? Wie sieht der optimale Stockeinsatz aus? Mit welchen Kräften? Liegt ein Ergebnis vor, können wir den Trainern ein neues Mittel liefern, um mit den Athleten zu arbeiten – um glaubwürdiges Feedback zu geben und die Leistung zu optimieren. Dass daraus Olympiasiege oder Weltmeistertitel resultieren, können wir allerdings nicht garantieren. Denn auch die beste und exakteste wissenschaftliche Studie kann den Erfolg nicht alleine gewährleisten. Die Umsetzung unserer Arbeit durch den Athleten ist massgebend. Oder mit anderen Worten: Die Rennen werden noch immer in der Loipe oder auf der Piste entschieden.

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Advertorial // Hotelplan

HOCHGEFÜHLE AM BERG Im Pistenbully den Kindertraum leben und danach die erste Skispur in den frisch gewalzten Schnee zeichnen – wer in Davos Klosters Winterferien bucht, kann sich auf einmalige Insidererlebnisse freuen. Paul Accola, Daniela Meuli, Dario Cologna und Iouri Podladtchikov – die Liste der Weltcupsieger und OlympiaMedaillengewinner, die auf den Pisten und Loipen von Davos Klosters gross geworden sind oder hier trainieren, liesse sich noch um viele illustre Namen verlängern. Kein Wunder, denn schliesslich gehört Davos zu den Pionieren des Wintersports und kann auf über 150 Jahre 16

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Schneesportgeschichte zurückblicken. Sechs Zauberberge locken Wintersportler heute in die höchstgelegene Stadt Europas. Egal ob Carver oder Freerider, Geniesser oder Flitzer – in Davos Klosters findet sich der passende Berg für jeden Fahrstil. Legendär ist die Parsenn, die Davos und Klosters verbindet, familiär sind Madrisa und Rinerhorn, ein Paradies zum Freeriden die Pischa und gemütlich die

Schatzalp. Trendsetter ist und bleibt aber das Jakobshorn. Hier übten Skischüler schon anfangs der zwanziger Jahre die ersten Schwünge im Schnee. Allerdings verbrachten Skigäste bis anno 1934 pro Unterrichtsstunde nur gerade sechs Minuten mit Skifahren! Die restliche Zeit verloren sie mit mühseligen Aufstiegen, was sich erst änderte, als der findige Zürcher Ingenieur Ernst Gustav Constam auf

Bolgen am Fusse des Jakobshorns den ersten Bügellift der Welt baute. Unter Palmen auf der Sonnenterrasse Wie anstrengend die Anfänge des Skisports waren, wissen heute die meisten wohl nur noch aus den Erzählungen des Grossvaters. Aber manch einer erinnert sich wahrscheinlich an die Trauben von mehr oder weniger geduldig


wartenden Menschen an den Talstationen der Bergbahnen und Skilifte in den Achtzigerjahren. Hatte man neue Ski, dann war man wie elektrisiert, wenn einem der Hintermann im neongelben Elho-Skianzug oder die Dame nebenan im blumigen Jetset-Dress zu nahe kam. Keine Kratzer bitte! Und Vordrängeln erst recht nicht. Dank «Detachable»Sechsersesselliften von Doppelmayr und Co. sind das aber zum Glück tempi passati. Sie befördern die Gäste so schnell, dass sich keine Warteschlangen mehr bilden. Davos-Kenner, die um eine Pause froh sind, erholen sich jetzt unter Palmen auf der Sonnenterrasse der Jatzhütte. Die einen entspannt im Liege-

stuhl, die anderen tanzend zu Sounds von internationalen DJ und die ganz Verrückten vergnügt im Whirlpool mit Blick aufs Sertigtal und die verschneiten Berggipfel. Pioniere: Das Jakobshorn hatte den ersten Bügellift der Welt! Weisses Glück für Insider Anstatt zum Sonnenbaden und Relaxen können Schneesportbegeisterte die gewonnene Zeit aber natürlich auch aktiv nutzen. 320 schneesichere Pistenkilometer garantieren in Davos Klosters einen abwechslungsreichen Fahrspass. Für Glücksgefühle und einmalige Wintererlebnisse sorgt ausserdem ein Team von lokalen Insidern, das mit dem

kostenlosen Gästeprogramm «Davos Klosters Inside» täglich mehrere Geheimtipps bereithält – von der Pistensafari über einen OffpisteSchnupperkurs bis hin zur GPS-Schatzsuche. Und wer anstelle von Alpin-Abfahrten über der Waldgrenze lieber im Flüelawald auf Langlaufski den Cologna-Stutz hochsprintet, dem steht in Davos ein neues und modernes Langlaufzentrum offen, das sich auch bei Profis sehen lassen kann. Denn als nationaler Langlauf-Trainingsstützpunkt von Swiss Ski und einzigem Ort in der Schweiz mit alljährlichem WeltcupRennen weiss man in Davos auch, was das Langläuferherz begehrt. CIS

SUNSTAR ALPINE HOTEL DAVOS ****

CLUB-HOTEL DAVOS ***

Das Sunstar Alpine Hotel zeichnet seine ruhige und dennoch zentrale Parklage aus. Die öffentlichen Bereiche des 4-SterneHauses wurden erst kürzlich mit viel Liebe zum Detail neu gestaltet und in der Lounge lässt sich der Skitag zu Livemusik entspannt beenden. Erholung bietet auch die Wellness-Oase mit Hallenbad und Blockhaussauna.

Das Club-Hotel Davos wird vor allem für seine familiäre Atmosphäre und ein eingespieltes Mitarbeiter-Team gelobt. Das 3-Sterne-Haus verfügt ebenfalls über ein schönes Hallenbad und eine finnische Sauna. Das Davoser Zentrum und die Jakobshornbahn sind in Gehdistanz und auch der Ortsbus hält direkt vor der Haustür.

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DAVOS ALS INSIDER ERLEBEN Eine Vielzahl an täglichen Inside-Erlebnissen steht allen Gästen mit einer gültigen Gästekarte (die Davos Klosters Card erhält jeder Besucher nach Bezahlung der Kurtaxe) kostenlos gegen Anmeldung zur Verfügung. Skivergnügen inklusive Wer bei Hotelplan eine Skipauschale bucht, erhält den Skipass zum Hotelaufenthalt dazu. In Davos sind unter anderem für das Sunstar Alpine Hotel und das Club-Hotel Davos Skipauschalen buchbar.

Buchung und Beratung unter Tel. 0848 82 11 11, internettravelshop@hotelplan.ch oder in Ihrem Reisebüro.

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Menschen // Backstage

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Künzle

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«Olympia-Gold-Trainer» gibt Wissen an Nachwuchs weiter Ende Februar 2010, nach dem zweiten Doppel-Olympiasieg von Simon Ammann in Vancouver (Ka), wurde der Skisprung-Nationaltrainer Martin Künzle beim Empfang im Toggenburg zusammen mit Simon Ammann in einer Sänfte durch das Publikum getragen. Fünf Jahre später kehrte Künzle als Nachwuchstrainer an die Basis zurück und sorgt seither dafür, dass die jungen Springer vorwärtskommen.

«N

obody Künzle übernimmt Schweizer Skispringer», so lautete im Frühjahr 2008 eine Schlagzeile, als Martin Künzle die Nachfolge des viel bekannteren Nationaltrainers Werner Schuster antrat. Der Österreicher folgte nach nur einem Jahr in der Schweiz unerwartet dem Lockruf des Deutschen Skiverbandes. Einen Winter lang hatte Martin Künzle bei Werner Schuster als Assistent im Weltcup geschnuppert und auch viel gelernt. «Ich habe gesehen, wie es läuft im Weltcup. Die ganze Organisation ist professioneller, man schaut bei den Sprüngen und vor allem beim Material auf viel mehr Details», so der gelernte Maurer, der selber einmal den Sprung ins C-Kader von Swiss-Ski geschafft hatte. «Ich habe aber bald einmal gesehen, dass es für mich nicht ganz nach vorne reicht», so der bald 38-Jährige, der bis 1997 aktiv gewesen war.

FOTO: SWISS -SKI

Menschen // Backstage

Bei der Schanze runtergerutscht Zum Skispringen kam Martin Künzle, «weil mich ein Trainer gefragt hatte, ob ich es nicht probieren wolle, als wir in Wildhaus neben der Schanze immer im Schnee runtergerutscht sind». Nach dem Abschluss der Maurerlehre (1999) absolvierte der Toggenburger erste J+SLeiterkurse und half beim SC Wildhaus als Trainer. So begann sein Weg bis hinauf in den Weltcup. Von 2003 bis 2005 war er Trainer der Fördergruppe von Swiss-Ski und liess sich parallel bei der Trainerausbildung in Magglingen zum Swiss-Olympia-Trainer mit eidgenössi-

schem Fachausweis ausbilden. Danach ging alles ziemlich rasch: 2005/2006 wirkte er beim Stützpunkt Ost von Swiss-Ski in seiner Heimat, 2006/2007 hatte er die Funktion als Continental-Cup-Trainer und beim Nationalen Stützpunkt in Einsiedeln. Und in der Saison 2007/2008 erfolgte der Aufstieg als Assistent in den Weltcup und wie bereits bekannt im Frühjahr die Ernennung zum Nationaltrainer. «Es ist für mich zum Glück dann aufgegangen, weil ich eben die ganze Weltcup-Organisation und auch die Springer schon kannte», blickt Künzle auf den Beginn seiner Karriere als WeltcupTrainer zurück. Diese verlief während sieben Jahren überaus erfolgreich: schon in der ersten Saison unter Künzle gewann Simon Ammann drei Springen des Sommer-Grand-Prix, Andreas Küttel wurde im Winter in Liberec (Tsch) auf der Grossschanze Weltmeister. Unter Martin Künzle holte Simon Ammann 20 seiner bislang 23 Weltcup-Siege, wurde am Holmenkollen WM-Dritter und als Krönung in Vancouver Doppel-Olympiasieger und in derselben Saison noch Skiflug-Weltmeister. «Es ist immer schön, wenn so etwas passiert», beschreibt Künzle heute diese Zeit. Angebot das NLZ zu übernehmen «Nach sieben Weltcup-Saisons hatte ich das Gefühl, es müsse etwas Neues kommen», blickt Künzle auf das Frühjahr 2015 zurück, als er das Amt als Nationaltrainer wieder abgeben wollte. Da kam dem jungen Familienvater mit drei kleinen Kindern ein Angebot von SkisprungChef Berni Schödler gerade gelegen: «Er fragte mich, ob ich das Nationale Leistungszentrum in Einsiedeln als Trainer übernehmen wolle», so Künzle. «So bekam ich mehr Freiraum für die Familie und war weniger weg von zuhause.» Und da ist auch noch sein neunjähriger Sohn Lars, der Spass am Skispringen hat. «Am Dienstag helfe ich jeweils beim SC Wildhaus, wenn ich zuhause bin», so Künzle, der als Nachwuchstrainer wieder oft selber zur Schaufel greifen muss, um die Schanze parat zu machen. Die Arbeit mit den Jungen gefällt dem dreifachen Familienvater: «Sie sind sehr wissbegierig und machen das, was du als Trainer willst. Sie

haben nicht das Gefühl, dass sie schon alles wissen und sind sehr motiviert», so Künzle, der auch seine Reputation als «Olympia-GoldTrainer» in die Waagschale werfen kann: «Das kommt bei den Jungen schon gut an, dass ich mit Simon diesen Erfolg habe erzielen dürfen.» Sieben Springer hat Künzle in seiner Gruppe. «Und die wollen alle. Wenn wir auf der Schanze sind, ist nicht nach vier bis fünf Sprüngen Schluss, es machen alle acht bis neun Sprünge.» Und das Schöne sei, dass man extrem schnell Fortschritte sehe, auf der Schanze und bei der Athletik. Kandersteg das grosse Saisonziel Die Besten sind im Moment der Gstaader Sandro Hauswirth (Sohn des früheren WeltcupSpringers Benz Hauswirth), der im Alpencup schon gewonnen hat, und der Zürcher Oberländer Dominik Peter. «Wenn wir an den Nordischen Junioren-WM in Kandersteg (27.1. bis 4.2.2018) einen Top-6-Platz erreichen könnten, wäre das schön», sagt Künzle. «Einen Podestplatz würden wir natürlich auch nehmen.» Als Nachwuchstrainer macht sich Martin Künzle auch Gedanken über die Zukunft des Skispringens in der Schweiz: «Das erste Problem sind die fehlenden kleinen Schanzen für die Jungen und das zweite die fehlenden Leute, die sie als Trainer betreuen», so der Toggenburger. In der Tat wird in der Schweiz nur noch an wenigen Orten mit dem Nachwuchs gearbeitet. «In St. Moritz beispielsweise sind die Schanzen weg, sie bauen nur noch kleine Schneeschanzen», so Künzle, der auch nichts dagegen hätte, wenn es in Engelberg eine Schanze für den Nachwuchs geben würde. «Dort finden jedes Jahr zwei Weltcup- und zwei Continental-Cup-Springen statt. Die Jungen hätten also ihre Vorbilder vor Ort.» «Wir wollen wie beispielsweise in Deutschland, Österreich oder Slowenien mehr professionelle Trainer an den bestehenden Schanzenanlagen wissen, welche die Jungen dann betreuen, wenn sie auch Zeit haben«, so Martin Künzle. Und weiter: «Wir haben ein paar Talentierte, und bei denen müssen wir versuchen, das Beste herauszuholen. Wir haben es ja immer wieder geschafft, einen herauszubringen.» K U RT H E N AU E R FEBRUAR 2018

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Menschen // Nostalski

DAS INNERE FEUER BRENNT NOCH IMMER

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ie Zeit scheint spurlos an ihm vorbeigegangen zu sein. Er schaut aus wie in seinen besten Zeiten, markante Gesichtszüge, volles Haar, schlaksig und durchtrainiert bis zur letzten Faser. Dabei ist er 67. «Sechsundsechzig», korrigiert er. 67 wird er erst in zwei, drei Wochen, am 15. Februar – während den Olympischen Winterspielen in PyeongChang. Noch immer ganz Springer Die TV-Übertragungen der Skispringen wird er sich natürlich nicht entgehen lassen. «Ich muss ja wohl», meint er scherzend. «Wenn ich schon ständig darauf angesprochen werde, muss ich informiert sein. Aber selbstverständlich interessiert mich das Springen immer noch sehr.» Das einzige Problem: Er hat zuhause keinen Fernseh-Apparat und wird die Sendungen, die ja teilweise schon um zwei Uhr in der Nacht beginnen, irgendwo anschauen gehen.

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Steiner gehörte zu jenen Sapporo-Helden, die bei den ersten Olympischen Winterspielen in Asien 1972 das Sprichwort «Morgenstund hat Gold im Mund» ernst nahm. Wobei es für ihn persönlich «nur» zu Silber reichte. Ein Pole mit dem sinnigen Namen (Wojciech) Fortuna war glücklicher und gewann einen Zehntelpunkt vor Steiner. Hinterher bekam der Schweizer mit, dass seine Weite auf Druck der DDR um einen halben Meter abgewertet worden war. «Aber», so Steiner, «ich musste trotzdem zufrieden sein, da vier Springer innerhalb von sieben Zehnteln klassiert waren und ich ebenso Vierter hätte werden können.» «Du darfst gewinnen» Die Ostdeutschen hatten generell ihre liebe Mühe mit dem «Vogelmenschen», der ihre Vormachtstellung zu gefährden drohte. Und sie liessen ihn das auch spüren. Als er sie einmal

FOTO: Z VG.

Man nannte ihn den «Vogelmenschen», weil er mit einer Leichtigkeit durch die Lüfte schwebte, als gelte für ihn das Gesetz der Gravitation nicht. Walter Steiner war d e r Skiflieger schlechthin – und der erste Schweizer OlympiaMedaillengewinner im Skispringen.


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STEINER FEBRUAR 2018

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Menschen // Nostalski

darauf ansprach, machten sie ihren Herzen keine Mördergrube und meinten: «Du hast es besser, wir müssen gewinnen, du darfst.» Der Staat fordete, um die Überlegenheit des sozialistischen Systems zu demonstrieren, zwingend Medaillen – und Steiner war ein Störfaktor. Im Skifliegen hatte er indes kaum Gegner – oder höchstens sich selbst. Mit seinem ausgeprägten Fluggefühl sprengte er praktisch jede Schanze. Sein Problem: Immer wieder flog er zu weit in den Auslaufradius, stürzte und verletzte sich. Er legte sich deswegen mit Organisatoren und FIS an, und sagt heute noch: «Sie hörten nicht auf mich. Jetzt sind die Flugschanzen so gebaut, wie ich es seinerzeit vorgeschlagen habe.» Und ermöglichen Weiten von über 240 Meter, ohne den Springer zu gefährden. «Schallgrenze» bei 170 Meter Für Steiner lag die Schallgrenze damals bei 170 Metern. 169 Meter betrug sein damaliger Weltrekord. Er flog zwar auch schon 179 Meter, konnte aber aus physikalischen Gründen sol-

che Sprünge nicht stehen. TV-Legende Karl Erb, damals Reporter an den Skifliegen, erinnert sich: «Steiner startete zwei Luken tiefer als alle andern, flog aber trotzdem am weitesten und in die Fläche hinein und konnte die Landung nicht stehen.» Mit dem heutigen Bewertungssystem hätte es nur so Bonuspunkte gehagelt. Aber auch so feierte Steiner grosse Siege. Zweimal wurde er Skiflug-Weltmeister und zweimal Gesamtzweiter an der Vierschanzen-Tournee. Gleichwohl findet er: «Im Vergleich zu Simon Ammann bin ich ein Schatten. Wenn nicht Werner Herzog einen Film über mich gedreht hätte, wäre ich wohl längst vergessen.» Typisch Steiner’sche Bescheidenheit. Denn insgesamt gewann er auch 27 FIS-Springen, vergleichbar mit den heutigen Weltcupspringen. Ammann steht erst auf 26. Ein Ausserirdischer Das erwähnte Porträt von Kultregisseur Werner Herzog verlieh Walter Steiner den Status eines Ausserirdischen, der im Fliegen in neue Sphären vorstiess. Und deshalb oft schutzlos stürzte. Im Film prägte er den legendären, martiali-

schen Satz prägte: «Ich komme mir manchmal vor wie in einer Arena – Fünfzigtausend warten darauf, dass ich zerschelle.» Wenn er Simon Ammann wieder mal an einem Skispringen begegnet, vermeidet er Fachgespräche und beschränkt sich auf Smalltalk: «Simon weiss selber am besten, was er zu tun hat.» Dabei besteht zwischen den beiden Toggenburgern durchaus eine Seelenverwandschaft, nicht nur von der geografischen Herkunft her. Steiner war wie Ammann ein extremer Tüftler, und das zu einer Zeit, als der Materialbereich noch in den Kinderschuhen steckte. «Ich war», so Steiner, «voll in diese Sache involviert. Bei Kneissl habe ich die Sprungski entwickelt, vorher bei Elan und nachher zusammen mit Hans Hess die Anzüge von Descente. Und als Erster habe ich auch bei zwei Firmen Helme entwickelt.» Der Holzbildhauer Das Testen sei anspruchsvoll gewesen und der Trainer Ewald Roscher habe das nicht so gerne gesehen, weil das viel Energie absorbierte: «Er

Die Sponsoren und Partner HAUPTSPONSOR

VERBANDSSPONSOREN

FAHRZEUGPARTNER

PARTNER

OFFICIAL BROADCASTER

EVENT PARTNER

MEDIEN PARTNER

SWISS-SKI POOL

LIEFERANTEN

Burgerstein / Ruag / Hilti / Ferienverein / TechnoAlpin / Kameha Grand Zürich / Human Tecar / Trilux AG / Funke Lettershop GÖNNER

Crystal Club / Dr. Heinz Grütter-Jundt-Stiftung zur Förderung des alpinen Skisportes 22

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und schiebe mehr als ich laufe oder skate. So verbrauche ich weniger Sauerstoff.» Der Grund: «Ich habe schlechte Lungenwerte. Das war schon früher so: Fast nach jedem Fussballmatch oder Riesenslalom bin ich krank geworden. Bei grossen Anstrengungen hatte ich immer Hustenanfälle.» Walter Steiner bei seinem Sapporo-Ski von 1972.

meinte ironisch, er schenke mir mal einen Anzug mit einer goldenen Feile und einem Hammer drauf.» Das Flair fürs Material ist dem kreativen und handwerklich sehr begabten Naturmenschen, der den Beruf eines Holzbildhauers erlernt hatte, geblieben. Im Moment steht er wieder im Clinch mit der FIS, und zwar wegen den Stöcken im Langlauf, seiner neuen Hauptsportart. Steiner ist mehrfacher WM-Medaillengewinner bei den Senioren. Einmal wurde er sogar Weltmeister, obwohl er einen eigenartigen Stil anwendet: «Ich mache fast alles mit den Armen

«Wenn du nicht der Chef bist ...» Jetzt limitierte die FIS die Länge der Stöcke. «Das ist widernatürlich», ereifert sich Steiner. «Ich suche jetzt jemanden, der mich bei einer Studie unterstützt, um die FIS zu überzeugen, dass sie sich auf dem falschen Weg befindet.» Wenn er von einer Sache überzeugt ist, kann er sich in ein Feuer reden wie zu alten Zeiten, als es um Schanzenbau und Auslaufradien ging. Eigentlich schade, dass er sein immenses Know-how nicht an die Jungen weitergeben konnte. Nach seinem Rücktritt war er eine Zeitlang Assistenztrainer, dann im Skiservice und ein paar Jahre Klubtrainer in Steamboat Springs in Colorado. Eine Anstellung als Nachwuchstrainer bei Swiss-Ski war nur von kurzer Dauer: «Das hat nicht funktioniert. Wenn du

starke Ideen hast und nicht selber Chef bist, musst du zurückstehen und die andern machen lassen. Das kam nicht gut. Sie haben mich geholt – und dann bin ich wieder gegangen.» Inzwischen lebt er seit fast 30 Jahren im mittelschwedischen Falun, wo er sich rundum wohl fühlt: «Das ist meine neue Heimat geworden.» Und ist dort geblieben, auch als seine langjährige Beziehung in Brüche ging. Seiner Partnerin, die er einst bei einem Skispringen kennenlernte, hat er grossherzig das Haus überlassen. Seitdem er pensioniert ist, kommt er wieder vermehrt in die Schweiz auf Besuch. Er arbeitete ein Jahr über das Pensionsalter hinaus, «weil mir die Arbeit gefiel und ich das Geld für den Kauf einer neuen Wohnung gebrauchen konnte». Angestellt war er bei der schwedischen Landeskirche, wo er, der Handwerker aus Leidenschaft, überall dort Hand anlegte, wo Not am Mann war. Jetzt hat er mehr Zeit, seinen Hobbys zu frönen: Wandern, Biken, Langlaufen, Fischen. Der Sport hat in seinem Leben immer noch einen hohen Stellenwert. R I CHA RD H E G G L I N

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Aktiv // Tourenski

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SNOWACTIVE-AUTORIN CHRISTINE KOPP, EINE BEGEISTERTE SKITOURENFAHRERIN, BESCHREIBT IHREN EINSTIEG IN DIE FASZINIERENDE SPORTART UND GIBT TIPPS FÃœR EINSTEIGER. 24

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FOTOS: CHRI STI NE KOPP

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Aktiv // Tourenski

INFO Hier ist kein Platz, um ausführlich auf Kurse, Bücher, Geschäfte oder gar einzelne Ausrüstungsteile einzugehen. Machen Sie sich selbst im Internet kundig und lesen Sie sich ein. Hier ein paar Adressen:

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er Anfang war gegeben: Bei mir waren es vor 35 Jahren sozusagen genetische Gründe, die mich auf Skitour brachten. Der Vater war ein begeisterter Tourengeher. Die Mutter begleitete ihn oft. Mein acht Jahre älterer Bruder begann früh und der fünf Jahre ältere folgte bald. Mit Fünfzehn zog also auch ich die ersten Schritte den Berg hoch. Und es war gleich ein mächtiger Gipfel: die vergletscherte Äbeni Flue im Jungfraugebiet. Obwohl ich mir damals eine Augenentzündung holte, obwohl ich manchmal über die zu schnellen Brüder und den Vater schimpfte, obwohl ich später mein Knie verletzte und liebe Menschen im Lawinenschnee verloren habe: Den Skitouren gehört bis heute meine grosse Liebe in den Bergen. Abseits der Piste habe ich einige der unbeschwertesten Momente überhaupt erlebt. Und jedes Mal jauchze ich innerlich, wenn mir ein paar Schwünge gut gelingen und jenes einzigartige Gefühl von Leichtigkeit und Freiheit vermitteln. Das ist für mich Glück! Wie gehen Sie nun aber vor, wenn Sie Skitouren-Neuling sind? Wenn Sie nicht, wie ich, auf eine «familiäre» Prägung zählen können? Hier ein paar Tipps für einen sicheren Einstieg. Gut ausrüsten Die Ausrüstung hat sich in den erwähnten dreieinhalb Jahrzehnten von Grund auf verändert: Nach der Einführung der ersten taillierten Ski vor rund 20 Jahren wurde alles anders, ja schlicht besser. Heute steht dem Skitourengeher ein fast unüberschaubares Angebot zur Verfügung – vom eher klassischen «All Mountain»-Ski zum breiten «Freerider». Mein Rat: Lesen Sie sich ein und lassen Sie sich dann in einem Fachgeschäft ausführlich beraten, um herauszufinden, was Sie wollen. Vor allem aber: Probieren Sie vor dem Kauf, Mietmaterial sei Dank, verschiedenes aus: Nur so verstehen Sie, ob eher ein schwerer, breiter und abfahrtsorientierter oder ein leichterer Ski für längere Aufstiege das Richtige ist. Und finden entsprechend unter den vielen Modellen auch die richtige Bindung und den passenden Schuh – einen härteren und festeren mit mehr Halt für die Abfahrt oder einen leichten, weichen. Auch wer zum ersten Mal ins Gelände geht, muss sich mit dem Thema

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Material Ausgezeichnete allgemeine Einführung: www.bergzeit.de/magazin/skitourengehen-fuer-anfaenger. Sehr gute Erklärung der diversen Ski: www.sportscheck.com/skitouren/themen/tourenski-beratung. In der Schweiz publiziert der Outdoor-Guide (www. outdoor-guide.ch) jeweils im Winterheft kompetente Testberichte zu Ski und anderem. Lawinenkunde Institut für Schnee- und Lawinenforschung Davos, www.slf.ch – die Adresse schlechthin (mit Interpretationshilfen). Auf www.sac-cas.ch/unterwegs/tourenplanung/lawinen.html kann das aktuelle Merkblatt des SLF/SAC heruntergeladen werden. Auch hervorragend: www.whiterisk.ch/de/ (mit App). Kurse Alpinschulen der Schweizer Alpen: www.alpinschulen.com/alpinschulen-im-profil/schweiz; darunter auf Ausbildung spezialisiert: www.bergpunkt.com. Privatbergführer: www.4000plus.ch. Bächli Bergsport (www.baechli-bergsport.ch, das grösste und best sortierte Berggeschäft der Schweiz) bietet einfache Skitouren an. Dies gilt auch für die Schweizer Firma Mammut: http://alpineschool.mammut.ch.

Lawinensicherheit auseinandersetzen und die entsprechende Notfallausrüstung dabeihaben. Sie besteht aus Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), Schaufel und Sonde und gehört bei jeder noch so kleinen Tour in den Rucksack, neben Proviant, Flüssigkeit und Kleider zum Wechseln. Allerdings müssen Sie die Notfallausrüstung auch kennen und immer wieder damit üben. Der SAC, Bergführer und Bergschulen sowie Ausrüstungsfirmen bieten dazu den ganzen Winter über Kurse an. Gut planen Die ersten Schritte sollten Sie mit bereits kundigen Bergsteigern oder im Rahmen einer geführten Tour unternehmen. Beginnen Sie zudem von Anfang an, bei der Planung mitzu-

denken, und die richtige Vorbereitung zum Ritual werden lassen: Vor dem Aufbruch wird die Ausrüstung (LVS eingeschlossen) überprüft und sorgfältig gepackt. Für den Anfang reicht übrigens ein normaler, nicht allzu grosser Rucksack. Sind Sonnenbrille, Erste-Hilfe-Set und Ersatzhandschuhe dabei? Dann kommt das eigentliche Kernstück der Planung: Wohin führt die Tour? Karten und Führer, Berichte im Internet? Wo liegen die Schlüsselstellen, seien diese lawinen- oder alpintechnischer Art? Wetterlage und -entwicklung, Schneebericht und Lawinensituation – alles überprüft? Die Interpretation des Lawinenbulletins verlangt Erfahrung und Kenntnisse: Je nach Hang, Entwicklung und Aufbaus innerhalb eines Winters kann z. B. ein «erheblich» (Warnstufe 3, also eine Stufe, bei der man oft unterwegs ist) mehr oder weniger Gefahr bedeuten. Gut unterwegs Mit erfahrenen Bergsteigern lernen Sie, eine Spur richtig anzulegen – also möglichst sicher, Gefahrenstellen vermeidend und nicht zu steil. Immer häufiger gibt es übrigens am Rande der Pisten Skitourenparks oder -lehrpfade. Wichtig für den Einsteiger: Die Kraft muss nicht nur für den Aufstieg, sondern auch für die Abfahrt reichen. Entsprechend ist die richtige Einschätzung der eigenen Kondition wichtig. Die Abfahrt kann sehr unterschiedlich sein: Eine feine, samtene Schicht Firn im Frühling ist so leicht zu fahren wie die Piste; und auch für dreissig Zentimeter federleichten Pulverschnee braucht es nicht viel Technik und Kraft. Wenn aber, wie oft im Gelände, der Schnee wechselhaft und z. B. durchnässt, harschig oder eisig ist, sind Muskeln und Können gefragt. Lernen Sie das Skifahren im Gelände – nur so werden die Skitouren wirklich zum Genuss! Ausrüstung testen und Schritt für Schritt anschaffen. Ausbildungen in Lawinenkunde und, wenn nötig, für das Fahren im Gelände belegen. Bei der Planung von Anfang an mitmachen und beobachten, wie Erfahrene während der Tour entscheiden. Beachten Sie alle diese Punkte und steigen Sie Stufe für Stufe in diese königliche Disziplin ein, so wird es Ihnen bald wie mir gehen: Das Skitourengehen wird sich zu Ihrer grossen Liebe entwickeln. CH RI S T I N E KO P P


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K I E N TA L S K I TO U R EN IM B E R N ER O B ERLA N D

Skitourenspezialistin und SnowactiveAutorin Christine Kopp beschreibt eine ganz besondere Tour im Kiental, im Berner Oberland.

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or einer Stunde kannten wir uns noch nicht. Jetzt aber tollt Idefix vor mir durch den Schnee und gibt mir bellend zu verstehen, dass ihm mein Tempo zu langsam ist. Erfolglos versuche ich, ihn zur Ruhe zu bringen. Der Albino-Boxer, weiss wie die weisse Pracht um uns, lässt sich durch meine Stimme nicht beeindrucken. Recht hat er: Die frisch verschneite Landschaft oberhalb der Griesalp im Kiental ist märchenhaft. Eigentlich habe ich keine Zeit, doch einem kurzen Ausflug vom Hotel Griesalp zum Bundsteg kann ich nicht widerstehen. Und Idefix, der Hund des Besitzers, hat dies kapiert und ist mir im Verstohlenen gefolgt ... Ort der magischen Kräfte Als ich heute Morgen vom Parkplatz Tschingel aufbrach – im Sommer bildet das Strässchen von hier zur Griesalp die steilste Postautostrecke Europas –, empfand ich das hintere Kiental einmal mehr als Ort der magischen Kräfte: Hier, hinter dem Tschingel, gibt es den Hexenkessel. Es ist ein düsterer Platz in einer engen Klamm, dem ich jedes Mal schnell entweichen

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will. Die ungestümen Bäche, denen im Sommer ein schöner Weg folgt, führen im Winter wenig Wasser und bilden bizarre Eisgebilde. Am Ausgang der Schlucht denke ich an einen anderen Kraftort hier oben, den ich dagegen liebe: den über 300 Jahre alten Ahorn bei Gorneren. Unmittelbar darüber sind die weiten Kurven eines einzelnen Skitourengängers zu sehen, der zum Aabeberg aufgestiegen ist. Ich gehe nicht links nach Gorneren, sondern zweige rechts zur Griesalp ab. Hier, auf 1400 Metern Höhe, bilden mehrere Häuser mit einfachen bis schicken Zimmern die Griesalp Hotels. Die Umgebung und die nette Bewirtung laden zu einer Auszeit abseits von Zivilisation und Hektik ein. Und es ist nicht die einzige Unterkunft mit Charakter hier oben, die auch im Winter offen ist: Rustikal und gemütlich ist das älteste Naturfreundehaus der Schweiz auf Gorneren. Und unweit davon empfängt das hübsche Berggasthaus Golderli Gäste. Ein anspruchsvoller Dreitausender Ich trinke zuerst einmal einen Kaffee und schaue mich um. Dann, bei meinem Rund-

gang, der mehr einem meditativen Spaziergang durch die Winterlandschaft gleicht – wäre da nicht Idefix, der mich immer wieder lauthals aus meinen Gedanken reisst –, denke ich an frühere Touren im Kiental. Zweifellos die beeindruckendste war jene auf die Bütlasse: Der Dreitausender ist mit Ski recht anspruchsvoll und setzt vor allem im oberen Bereich sichere Verhältnisse und Erfahrung voraus. Das grösste Skivergnügen bot der Bundstock, der Klassiker des Tals: Er glänzt mit grossartigen Hängen und dem schönsten Blick auf die Blüemlisalp. Dieses formschöne Massiv prägt das Kiental. Wie beim Hexenkessel gibt es auch für sein Entstehen eine finstere Sage. Am Hohtürli, dem Übergang an seinem Fuss, sind heute keine Tourengänger unterwegs – zu stark hat der Wind in den letzten Tagen in der Höhe gewütet: Sein Hang ist bis über 35 Grad steil, schattig und lang, bietet bei guten Verhältnissen aber eine wundervolle Abfahrt. Einen unscheinbareren, aber nach Neuschneefällen wie jetzt sehr lohnenden Berg hat eine Handvoll Begeisterte hingegen schon tüchtig verfahren:


Aktiv // Tourenski

Das obligate Gipfelbild auf dem Bundstock, dahinter von links nach rechts Eiger, Mönch und Jungfrau.

EINFACH ROBUST

INFOS

WHITE ROCK 40 PACK von Jack Wolfskin ist der neue Skitourenrucksack für ambitionierte Skitourenfahrer.

Allgemein: www.kiental-reichenbach.ch Anreise mit öV: Regionalzug nach Reichenbach im Kandertal. Dann Postauto nach Kiental. Von hier mit Alpentaxi bis Tschingel (oder direkt von Reichenbach mit Alpentaxi bis Tschingel). Anreise mit PKW: Über Reichenbach, Kiental nach Tschingel. Hier gebührenpflichtiger Parkplatz. Unterkünfte: Griesalp Hotels, www.griesalphotels.ch (interessante Arrangements, unterschiedliche Zimmer, dazu Wellness und Spa in wunderschönem Ambiente); Naturfreundehaus Gorneren, www.naturfreundehaeuser.ch/gorneren (rustikal-gepflegt, ideal für Gruppen); Golderli, www.golderli.ch (traditionsreiches Berggasthaus, schöne Sonnenterrasse im Frühling). Griesalp: 240 Höhenmeter Aufstieg (ca. 40 Minuten) von Tschingel. Touren ab Griesalp: Aabeberg (1954 m), 550 Hm; Chistihubel (2216 m), 820 Hm; Dündenegg (2249 m), 850 Hm; Bundstock (2756 m), 1350 Hm; Hohtürli (P. 2703 westlich davon), 1300 Hm; Sefinafurgga (2612 m), 1200 Hm; Vorderi Bütlasse (3063 m), 1650 Hm. Schön ist auch das Gerihorn von Ramslauenen (Sessellift im Kiental, von hier 720 Hm) oder, bei Schnee bis in tiefe Lagen, von Kien bei Frutigen aus (1450 Hm). Schneeschuhtrails: Auf der Griesalp (und auch im Kiental selbst) sind mehrere lohnende Schneeschuh-Wanderungen ausgeschildert. Karten und Führer: 254 S Wildstrubel, 264 S Jungfrau. SAC-Skitourenführer Berner Alpen Ost. Man beachte die Wildruhezonen (www.wildruhezonen.ch)! Geführte Skitouren: Im Internet findet man Bergführer und Bergsteigerschulen, die mehrtägige Skitouren im Kiental anbieten.

Und das alles bietet der White rock 40 Pack: Vollkontakttragesystem für beste Lastenkontrolle und Bewegungsfreiheit; Brustgurt mit Signalpfeife; von aussen zusätzlicher RV-Zugriff auf Packsackhauptfach; Ski- und Snowboardfixierung; Flaschenholster am Beckengurt; Befestigungsmöglichkeiten für Helm und Skistöcke; Hauptfach mit Innentasche, 2 Seitentaschen, Deckelfach, Vortasche für Schaufel und Lawinensonde; Vorbereitung für Trinksystem inkl. Frostschutz HONEYCOMB 400D: robustes, 2-fach PUbeschichtetes Gewebe mit Verstärkungsfäden.

den Chistihubel. Vom Tschingel ist er in gut 1000 Höhenmetern Aufstieg zu erreichen, und mit einer geschickten Spuranlage können die steilsten Hänge umgangen werden. Mit einem Lächeln nach Hause Gerne hätte ich etwas mehr Zeit, wäre selbst schnell zum Chistihubel aufgestiegen und hätte meine Schwünge durch den leichten, luftigen Pulverschnee gezogen. Doch ich ermahne mich einmal mehr, mich am Kleinen zu freuen und nicht Blick und Gefühle mit dem Drang nach mehr abzustumpfen. Und so streichle ich Idefix, werfe ihm einen Ast, bestaune die schneeschweren Bäume und mache mich zurück zur Griesalp, um hier zu einem gepflegten Imbiss einzukehren. Idefix verkriecht sich auf seine Decke, als ob er nie weggewesen wäre. Aber als gerade niemand schaut, kommt er rasch zu mir, wedelt kurz mit dem Schwanz und verzieht sich dann wieder. Mit einem Lächeln und ein paar schönen Bildern mehr lasse ich das Tal hinter mir und freue mich auf weitere Wintertage hier oben, irgendwann später einmal. CH R I S T I NE KO P P

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ie Verhaltensregeln von «Natur & Freizeit» sind einfach und auf vier beschränkt: Wildruhezonen und Wildschutzgebiete beachten; im Wald auf den bezeichneten Routen und Wegen bleiben; Waldränder und schneefreie Flächen meiden; Hunde an der Leine führen – insbesondere im Wald. Starke Zunahme Die Zahl der Schneesportler, die sich zunehmend in der unberührten Winterlandschaft bewegen nimmt stetig zu. Das weiss auch Reto Solèr, seit 2010 Kampagnenleiter von «Respek30

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tiere deine Grenzen – Schneesport mit Rücksicht». Alleine von 2008 bis 2014 habe sich die Zahl der Schneeschuhläufer verdoppelt, sagt Solèr. Fasst man alle Ski-, Snowboard- und Schneeschuh-Tourengänger zusammen, die seit 2000 abseits der Pisten fahren, so hat die Zahl um fast 240 Prozent zugenommen. «In absoluten Zahlen sind das von rund 70 000 auf 250 000 Sportler», bringt es Geschäftsführer Reto Solèr auf den Punkt. Kurz vor Weihnachten startete der im September 2016 gegründete Verein «Natur & Freizeit» zu einer neuerlichen Offensive. Hinter der vor acht Jahren lancierten Kampagne steht heute eine breite Koalition aus Sport- und Naturschutzverbänden. Lanciert wurde die Kampagne im Winter 2009/10 vom Schweizer AlpenClub (SAC) und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU). Regulierung und Verbote verhindern Die Arbeit des Vereins ist weder sektiererisch noch soll sie Lehrmeisterei widerspiegeln. «Wir wollen die Schneesportler soweit auf die Tatsache sensibilisieren, dass sich in dem von ihnen benutzten Raum auch Wildtiere aufhalten.» Diese würden sich zwar den ändernden Bedingungen immer wieder anpassen und neue Korridore suchen. «Diese finden sie vor allem in Wäldern, an Waldrändern und auf schneefreien Flächen», sagt Reto Solèr. Nimmt die Tendenz von Off-Pist-Gängern weiter zu,

würden diese Korridore enger, sodass es zwangsläufig zu Regulierungsmassnahmen und Verboten komme. «Und genau das möchten wir mit unserer Kampagne verhindern.» Gute Vorbereitung Auf Rosen gebettet ist der Verein nicht, die finanziellen Mittel sind beschränkt. Es reicht aber, um die Botschaften zielgruppenorientiert verbreiten zu können. Wer beispielsweise Schneeschuhe kauft, findet einen entsprechenden Prospekt mit den Verhaltensregeln in der freien Natur und weiteren Informationskanälen. Auf der Website www.respektiere-deine-grenzen.ch findet man eine interaktive Karte mit Wildruhezonen und einem Tourenplaner. «Wer sich vor dem Off-Pist-Vergnügen gut informiert, erreicht dadurch eine hohe Planungssicherheit bei der Rücksicht auf Wildtiere und bei der Sicherheit», nennt Solèr einen positiven Aspekt. Outdoorbranche und Tourismus machen mit Mit Leporellos, Plakaten oder Screen-Werbung in öffentlichen Verkehrsmitteln und in gezielten Wintersportdestinationen soll der Endverbraucher sensibilisiert werden. «Verein & Natur» hat in den letzten Jahren über 260 Unternehmen aus der Tourismus- und Outdoorbranche gewinnen können, die ein Commitment unterschrieben und sich zur Umsetzung von Sensibilisierungsmassnah-

FOTOS: Z VG.

Es gibt sie noch in der freien Natur: Birkund Schneehühner, Gämse oder Steinböcke. Der zunehmende Trend, dem Schnee- und Wintersport abseits der Pisten zu frönen, bringt diese Wildtiere in Bedrängnis. 2010 haben das Bundesamt für Umwelt und der SAC zu einer ersten Offensive gestartet, Schneesportler für eine wildtierverträgliche Verhaltensweise zu sensibilisieren. Seit 2016 steht der Verein «Natur & Freizeit» hinter dem Projekt.


Aktiv // Tourenski

Die andere Hälfte bringt der Verein auf, mit Mitgliederbeiträgen und Sponsoring sowie über Stiftungen. Die Arbeit des Vereins zeige Früchte, versichert der Bündner mit Heimatort Vrin in der Surselva. «Noch Potenzial besteht bei den Freeridern.» Die seien schwerer zu erreichen. «Mit Sicherheit müssen wir für diese Zielgruppe zukünftig eine andere Kampagne fahren als für Tourenskifahrer oder Schneeschuhläufer.» Eine Chance sieht Solèr mit aktiven und attraktiven Werbespots in den klassischen Freeride-Destinationen wie Laax oder Verbier.

Reto Solèr, Kampagnenleiter von «Respektiere deine Grenzen – Schneesport mit Rücksicht».

men verpflichten. So werden etwa für das Verkaufspersonal im Outdoorhandel oder Tourenanbieter Schulungen angeboten, damit sie ihren Kunden über einen rücksichtsvollen Schneesport informieren können. Diese Unternehmen können zukünftig den Verein mit einer Gönnerschaft zwischen 500 bis 2000 Franken unterstützen. Freerider noch zu wenig erreicht Die eine Hälfte der für die Kampagnen erforderlichen Gelder resultiert aus Geldern der öffentlichen Hand (BAFU, Swisslos, Kantone).

Trend nimmt weiter zu Reto Solèr ist kein Prophet der Wasser predigt und Wein trinkt. Vor seiner heutigen Tätigkeit arbeitete er fast zehn Jahre bei CIPRA Schweiz, beim Dachverband von diversen Alpin- und Alpenschutzorganisationen. Als Bündner ist er ein ebenfalls begeisterter Schneesportler, der gerne auf Schneeschuhen und Tourenski steht. Er ist sich durchaus bewusst, dass die Zahl der Schneesportler, die sich abseits der Pisten bewegen, weiter zunehmen wird. «Unsere Arbeit ist also längst nicht abgeschlossen.» J O S E PH WE I BE L

INFO Gut verlinkt www.respektiere-deine-grenzen.ch www.respect-wildlife.ch www.facebook.com/respectwildlifech Internet-Kartenportal Als Werkzeug für die sorgfältige Tourenplanung zu Hause mit Rücksicht auf die Wildtiere hat sich die jährliche, aktualisierte Karte auf www.respektiere-deine-grenzen.ch/ karte-schneesport/ etabliert. Mitgliederorganisationen Getragen wird der Verein «Natur & Freizeit» aktuell von 15 Sport- und Umweltverbänden sowie weiter unterstützt durch 260 Unternehmen aus der Tourismus- und Outdoorbranche. Unter anderem Pro Natura, Seilbahnen Schweiz, Schneeschuh-Verband Schweiz, Schweizer Alpen-Club, Schweizer Bergführerverband, Schweizer Wanderwege, Swiss-Ski, Swiss Snowsports Association. Verhaltensregeln auf einen Blick 1. Wildruhezonen und Wildschutzgebiete beachten 2. Im Wald auf den bezeichneten Routen und Wegen bleiben 3. Waldränder und schneefreie Flächen meiden 4. Hunde an der Leine führen – insbesondere im Wald

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Aktiv // Nevin Galmarini

Engadin Scuol

HOME OF HARDBOOTERS EIN BESUCH BEIM PROFISNOWBOARDER NEVIN GALMARINI AM AUSTRAGUNGSORT DES FI S SNOWBOARD WELTCUP VOM 10. MÄRZ 2018

ES RIECHT NACH SCHNEE ALS WIR NEVIN GALMARINI, OLYMPIONIKE AUS ARDEZ, HOCH INS SCHNEESPORTGEBIET SCUOL BEGLEITEN. DIE SONNE SCHIEBT SICH ZWISCHEN DER WOLKENSCHICHT HINDURCH UND PRÄSENTIERT DIE WELTCUP-STRECKE VON IHRER MYSTISCHSTEN SEITE. DIE REISE DURCH DEN AUSTRAGUNGSORT DES DIESJÄHRIGEN SNOWBOARD-WELTCUP IM UNTERENGADIN KANN BEG INNEN. 32

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FOTO: CLAUDI O DAGUATI , SCUOL

Aktiv // Nevin Galmarini

Messerscharf gezogene Linie: Nevin Galmarini auf der Weltcup-Finale-Piste im Skigebiet Scuol.

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Aktiv // Nevin Galmarini

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ir treffen Nevin Galmarini an einem bewölkten aber kalten Morgen vor Weihnachten an der Talstation in Scuol. Der Winter liegt in der Luft, es riecht nach Neuschnee und auch die Wolken sehen danach aus. Wir wollen heute mit Nevin die Piste kennenlernen, auf welcher am 10. März 2018 der Weltcup im Snowboard Alpin mit einem Parallel-Riesenslalom stattfindet. Die Fahrt in das Skigebiet ist nicht nur insofern speziell, als dass wir mit dem Silber-Olympiamedaillen-Gewinner in einer Gondel hoch-

Nähe zu meinem Wohnort Ardez aus. Mein Bruder fing an zu snowboarden und ich tat es ihm ein Jahr später mit zehn Jahren gleich. Wir waren jede freie Minute auf dem Berg anzutreffen. Als ich das Gymnasium am Hochalpinen Institut Ftan besuchte, wurden die Pisten quasi zu meinem täglichen Fitnessstudio.» Nevin erinnert sich daran, wie sehr er sich in jeder Unterrichtsstunde auf die Piste freute, «insbesondere, wenn Latein angesagt war», lacht er. Das Hochalpine Institut Ftan bot ihm die idealen Voraussetzungen, Gymnasium und Sport optimal zu kombinieren.

fahren dürfen, sondern auch deshalb, weil er dazu seine in Silber gehüllte Bergbahn-Gondel ausgewählt hat.

FOTO: CLAUDIO DAGUATI, SCUOL

FOTO: CLAUDIO DAGUATI, SCUOL

Vom Schulzimmer auf die Weltcup-Piste Nevin kommt gerade von einem erfolgreichen Weltcup-Wochenende in Cortina d’Ampezzo zurück und geniesst seine Heimat in vollen Zügen. Er ist Botschafter von Engadin Scuol und somit auch Botschafter des Weltcups vom 10. März 2018 im Unterengadin. Was macht das Skigebiet für dich so besonders, wollen wir wissen: «Zu Beginn machte es die

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FOTO: DOMI NIK TÄUBER, SCUOL

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FOTO: CLAUDIO DAGUAT I, S CUOL

FOTO: CLAUDI O DAGUATI , SCUOL

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RUND UM DEN FIS SNOWBOARD WELTCUP SCUOL

DAS PROGRAMM AM RENNTAG DES FIS SNOWBOARD WELTCUP IM ĂœBERBLICK:

FACTS: GESCHICHTLICHES ZUM SNOWBOARD ALPIN IN SCUOL

Ort: Piste Prui im Skigebiet Scuol im Unterengadin Zugang zur Rennpiste: Zubringerlifte ab Ftan und Scuol. Ab Bergstation Motta Naluns Scuol in 50-minĂźtigem Spaziergang erreichbar. Side-Events am Freitag: Startnummern-Ausgabe, Auftritt von Snook, dem schweizweit bekannten Rapper aus Tarasp. Side-Events am Samstag: Hochkarätige Spannung im Zielgelände, Konzert zwischen der QualiďŹ kation und dem Finale mit Snook. Weltcup-Party in der Marmotta und im Cult. Event-Homepage mit Publikation diverser Infos: www.scuol-snowboardworldcup.ch

Parallel-Riesenslalom-QualiďŹ kation und Finale Samstag, 10.3.18

Scuol war von Anfang an im Zentrum der Snowboard-Alpin-Szene: ĹĄ ZXUGHLQ6FXROGLHHUVWH6QRZERDUGVFKXOH Europas gegrĂźndet ĹĄ ZXUGHGHU6FXROHU&OD0RVFDGHUHUVWH Weltmeister in der Sportart Snowboard Alpin ĹĄ 6HLWIÄžKUWGDV+RFKDOSLQH,QVWLWXW)WDQ eine Sportschule fĂźr Nachwuchssnowboarder ĹĄ ZXUGHGHU6FXROHU)DGUL0RVFD &ODV Bruder) ebenfalls Weltmeister in Snowboard Alpin ĹĄ JHZDQQ1HYLQ*DOPDULQLDXV$UGH]EHLGHQ Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi die Silbermedaille

uns keine Sorgen machen. Es liegt genug Schnee und im Fall der Fälle stehen die neu gebauten Beschneiungsanlagen bereit. Ich persÜnlich hoffe, dass die Piste knackig und eisig wird. Ich mag es, wenn ich kraftvoll und dynamisch meine Kurven in den Schnee ziehen kann. Nach der Weltcup-Strecke fßhrt uns Nevin zu seiner Piste. Und zwar zur schwarzen Piste, die ihm das Skigebiet Scuol widmet und darum seinen Namen trägt. Wir fahren mit dem Lift Prui hoch nach Clßnas, nehmen die rechte, blaue Piste und stehen nach ein paar Schwßngen vor einem steilen, schrägen Hang – der Nevin-Galmarini-Piste. Die Piste ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht offen, jedoch offenbart sich uns von hier ein wahnsinniges Panorama ßber die Weltcup-Piste, bis nach Ftan und sogar bis zu Nevins Lieblingsort, dem Lai Nair, ßber dem Ort Tarasp auf der anderen Talseite. Wir sind ßberwältigt und staunen.

uns die Sonne ein Versteckspiel hinter dem Pisoc-Massiv. Kein Wunder ist dieser Ort, Nevins Lieblingsplatz. Ob er auch vor dem Weltcup-Finale hier hochkomme, wollten wir wissen: ÂŤDas ist schon mĂśglichÂť, meint Nevin. ÂŤAber dann gewiss mit einer riesen Vorfreude auf den Event in meiner Heimat vor HeimpublikumÂť, fĂźhrt er fort. ÂŤIch bin stolz darauf, meinen Mitstreitern meine Heimat auf diese Art und Weise näherzubringenÂť. Verständlich, ďŹ nden wir. Und irgendwie auch beneidenswert. ÂŤInavantÂť, Hopp Nevin! Wir freuen uns mit dir auf den 10. März 2018. Und als Nevin seinen Nachhauseweg antritt, fallen doch noch die angekĂźndigten Flocken vom Himmel. M A D E L E I NE PA P S T, T E S S V M AG

FOTO: CLAUDI O DAGUAT I, SCUOL

Von Carving-SchwĂźngen im Weltcup-Hang ... Nach einer Fahrt in der Sesselbahn Naluns und ein paar Kurven stehen wir nun am Start des Weltcup-Hanges. Die Weltcup-Piste liegt sonnenverwĂśhnt mit wunderschĂśner Aussicht Ăźber die Fraktion Ftan und Tarasp. Wir haben GlĂźck und treffen den ehemaligen Trainer von Nevin, RenĂŠ HĂźrlimann, mit seinen SchĂźtzlingen der Sportklasse vom Hochalpinen Institut Ftan am Hang. Da lässt es sich auch der ProďŹ snowboarder nicht nehmen, den ausgesteckten Slalom gleich selbst zu testen und carvt eine Messerscharfe Linie in die Strecke. ÂŤBeim Carving habe ich das GefĂźhl, fast Ăźber die Piste zu iegenÂť, das ist es, was Nevin so an dieser Sportart fasziniert. Und wie fĂźhlt es sich an, auf der zukĂźnftigen Weltcup-Piste zu fahren? Wie wĂźrdest du die Strecke beschreiben? ÂŤDer mittelsteile Weltcuphang in Scuol ist optimal fĂźr ein Snowboardrennen. Es wird ein Rennen geben, wo alle Athleten von oben bis unten Vollgas durchziehen kĂśnnen. Die SchlĂźsselstelle wird der GeländeĂźbergang ungefähr in der Mitte der Piste sein. Wer es dort gut erwischt, hat einen entscheidenden Vorteil. BezĂźglich der Schneesituation mĂźssen wir

1 Ehre, wem Ehre gebĂźhrt. 2 Nevin Galmarini und RenĂŠ HĂźrlimann, Trainer Kondition und Snowboard Alpin am Hochalpinen Institut Ftan, sprechen Ăźber die Strecke des Weltcup-Finals. 3 Vorfreude, Konzentration, Fokus: Nevin Galmarini am Start auf der Weltcup-Piste. 4 Blick auf die Nevin-Galmarini-Piste, die Weltcup-Piste und die andere Talseite des Unterengadins. 5 Der Weltcup-Hang bei Ftan. 6 Nevins Lieblingsplatz. 7 Nevin Galmarini erinnert sich gerne an die Schulzeit im Hochalpinen Institut Ftan zurĂźck.

Von der schwarzen Piste zum schwarzen See Nach der Piste mĂśchte Nevin uns seinen Ruheund Ankerpunkt zeigen. GegenĂźber des Skigebiets, auf der rechten Talseite liegt Tarasp mit seinem berĂźhmten Schloss. Da wollen wir aber nicht hin, der Weg fĂźhrt uns am Schloss vorbei in einen schneebedeckten Märchenwald. Das letzte StĂźck stapfen wir durch tiefen Schnee und ďŹ nden uns bald auf einem Plateau wieder. Die plĂśtzliche Ruhe und die Unversehrtheit dieses Ortes wirken wie aus einer anderen Welt. Wir sind an Nevins Lieblingsplatz angekommen: am ÂŤLai NairÂť, der schwarzer See auf Romanisch heisst. ÂŤHier ďŹ nde ich Energie und Ruhe, im Winter sowie auch im Sommer. Im Sommer gibt es hier eine der schĂśnsten Grillstellen, verbunden mit einem Bad nach einer Biketour – einfach traumhaft.Âť Den See sehen wir nicht, aber ein tiefverschneites Wintermärchen. Wir sollen die Augen schliessen und genau hinhĂśren, sagt uns Nevin. Wir hĂśren schlicht ... nichts. Als wir die Augen wieder Ăśffnen, liefert

NEVIN GALMARINI – STECKBRIEF

FOTO: DOMINI K TĂ„UBER, SCUOL

Aktiv // Nevin Galmarini

09.45–ca.11.45 Uhr

Finale Start

13.30–14.45 Uhr

Preisverleihung

Direkt nach dem Rennen im Zielgelände

$UGH]HU *5 3URÄąVQRZERDUGHU%LNHU2XWGRRUsportler, Botschafter fĂźr Engadin Scuol, Student Geboren:  Disziplin: Snowboard Alpin Club: Club da Snowboard Umblanas Scuol GrĂśsste Erfolge: Olympia-Silbermedaillen-Gewinner 62&+,:0%URQ]HPHGDLOOHQ*HZLQQHU6LHUUD 1HYDGD(63:HOWFXSVLHJHU5RJODXQG /DFNHQKRI6FKZHL]HUPHLVWHU XQG

FOTO: STEFAN HUNZ IKER

QualiďŹ kation Start

Nevin Galmarini mit seinem Heimatdorf Ardez GR im Hintergrund.

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EMOTIONALER COCKTAIL Zum zweiten Mal nach Rio de Janeiro 2016 reist Ralph Stöckli als Chef de Mission an die Olympischen Spiele. In PyeongChang erwartet der Leiter Abteilung Olympische Missionen bei Swiss Olympic und frühere Spitzencurler «einen tollen Auftritt des Schweizer Teams und ein paar Medaillen, die entsprechend glänzen».

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Der Grundsatz bei Swiss Olympic hinsichtlich der Winterspiele in PyeongChang lautet «Höchstleistungen ermöglichen, Bestleistungen erreichen». Was ist darunter zu verstehen? Wenn wir von Höchstleistungen sprechen, geht es um Sportlerinnen und Sportler, die eine Medaille gewinnen können. Sie verfügen über eine nationale Ausstrahlung und sind die ganz grossen Aushängeschilder. Reden wir von persönlichen Bestleistungen, so handelt es sich um Athletinnen und Athleten, die nicht in den Kampf um Edelmetall eingreifen, in ihrer Sportart aber sehr wichtige Botschafter sind. Für uns sind beide Sportler-Typen bedeutend.

Die Schweizer Delegation mit Ralph Stöckli (4.v.l.) auf der Rekognoszierung in PyeongChang.

Nach Südkorea reisen voraussichtlich 180 bis 190 Athletinnen und Athleten, was der grössten Schweizer Delegation aller Zeiten entspricht. Ist auch in Bezug auf die Medaillenausbeute mit einem Superlativ zu rechnen? Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich diese Frage nicht konkret beantworten. Wer sich intensiv mit dem Spitzensport befasst, weiss, dass wenige Sportlerinnen und Sportler für den Gewinn einer Medaille in Frage kommen. Befindet sich beispielsweise Dario Cologna in PyeongChang in Höchstform, kann er zwei bis drei Medaillen für die Schweiz holen. Ist das Gegenteil der Fall, geht er leer aus, was wiede-


Aktiv // Olympia

rum einen grossen Einfluss auf den Medaillenspiegel und das Nationenranking hat. Eine Schätzung sollte doch aber möglich sein. Das Ziel definieren wir kurzfristig, und zwar nach den finalen Selektionen und wenn wir die Leistungskurve der einzelnen Top-Sportlerinnen und -Sportler abschliessend beurteilen können. Sagen kann ich jetzt allerdings schon, dass ich überzeugt bin, wonach wir ein starkes Team am Start haben werden. Eine zusätzliche Medaillenchance bietet sich dem Schweizer Team im Big Air der Snowboarder und im Teamevent der Alpinskifahrer, welche erstmals im Olympia-Programm figurieren. Sind Sie glücklich über die Aufnahme dieser beiden Wettkämpfe? Auf jeden Fall. In diesen zwei Bereichen verfügt die Schweiz über eine Vielzahl sehr guter Athletinnen und Athleten. Ganz vorne dabei sein dürften wir aber auch im ebenfalls neu aufgenommenen Mixed-Doppel im Curling, wo wir amtierende Weltmeister sind. Diese drei Wettkämpfe versprechen zweifelsfrei jede Menge Spannung. Der Gewinn von Edelmetall, speziell wenn es Gold ist, versetzt eine ganze Nation in Ekstase. Lassen sich vom 9. bis 25. Februar auch die in Bezug auf die Olympia-Stimmung bis anhin zurückhaltenden Südkoreaner in Begeisterungsstürme versetzen? Wenn es ein gutes Fest gibt, können die Südkoreaner aus sich herauskommen. Von dem

FOTOS: SWI SS -SKI / SWI SS OLYM PIC

Ralph Stöckli, Chef de Mission an den Olympischen Spielen.

her bin ich guter Hoffnung, dass die Stimmung in PyeongChang hervorragend sein wird. Man muss aber bedenken, dass sie nicht allein von den Gastgebern abhängt. Die Leute reisen aus der ganzen Welt an und treiben ihre Athletinnen und Athleten zu Höchst- oder zumindest Bestleistungen an. Der Ticketverkauf soll aber schleppend laufen. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Zahlen herumgereicht, und es ist schwierig zu beurteilen, welches die richtigen sind. Am Schluss werden die Stadien zweifelsfrei gut besetzt sein. Bei den Indoor-Sportarten haben Olympische Spiele per se ein Problem: Diese Wettkämpfe sind zwar oftmals ausverkauft, trotzdem gibt es eine Vielzahl freie Plätze. Dies, weil grosse Partner Tickets kaufen, diese bei einer Nicht-Inanspruchnahme aber nicht freigeben. Werden die Asiaten in irgendeiner Hinsicht einen neuen Massstab setzen? Das Konzept in PyeongChang erachte ich als überaus spannend, und es passt zu unserem Verständnis betreffend Olympischer Spiele. Primär wurde die bestehende Infrastruktur ergänzt und die Südkoreaner können sie sicherlich nachhaltig nutzen. Sie verzichten beispielsweise auf die Errichtung unendlich vieler Betten in den Bergen, die ja nur drei Wochen genutzt würden. Auf Grund der grossen Wege, die sie in Kauf nehmen müssen, hat dies zwar einen Nachteil für Zuschauer und Medienschaffende, gleichwohl ist das Konzept zukunftsweisend – womit die Ostasiaten ein Ausrufezeichen setzen. Was erwarten Sie ganz allgemein von den Winterspielen? Einen tollen Auftritt des Schweizer Teams und ein paar Medaillen, die entsprechend glänzen. Es gibt sicherlich schöne und sichere Spiele, welche den Athletinnen und Athleten sowie den anderen Involvierten und sämtlichen Sportinteressierten in bester Erinnerung bleiben. Südkorea freut sich, die Sportwelt zum zweiten Mal nach den Sommerspielen 1988 in Seoul begrüssen zu dürfen. Einen faden Beigeschmack bildet im Moment nur die Sicherheitsthematik. Sie sprechen die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA an. Bereitet Ihnen die Reise nach Südkorea deswegen Sorgen? Mir selber nicht. Gedanken mache ich mir, wie wir mit diesem Thema umgehen. Wichtig ist, dass wir sämtliche Angehörige der Schweizer Delegation, die ja total zirka 400 Personen umfasst, gut und ausreichend informieren und keine Angst schüren. Die Schwierigkeit besteht darin, dass jeder und jede anders reagiert. Die einen haben das Gefühl, dass wir die ganze

Angelegenheit aufbauschen, die andern sind der Ansicht, dass wir zu wenig mitteilen. Ist der Olympia-Verzicht bei einer allfälligen Zuspitzung der Krise ein Thema? Oberste Priorität hat die Sicherheit der Delegation. Sofern diese nicht gewährleistet ist, würden wir diesen extremen Entscheid fällen. Darauf wären wir vorbereitet und sind in diesem Zusammenhang mittels Austausch mit dem Internationalen Olympischen Komitee und dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten recht aktiv. Eine unserer Hauptaufgaben besteht schliesslich darin, die Schweizer Delegation sicher nach Südkorea und wieder nach Hause zu bringen. Aktuell wäre dies zweifelsfrei möglich. 2006 und 2010 weilten Sie als Athlet und nun als Delegationsleiter an den Olympischen Spielen. Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Rollen? Sicherlich der Druck. Jetzt stehe ich einfach wegen anderen Gründen unter Spannung. Ich fühle stark mit Sportlerinnen und Sportlern mit, die nicht optimal in die Saison starteten oder sich im anderen Fall bereits sämtlichem Selektionsdruck entledigten und sich nun gezielt auf den Grossanlass vorbereiten können. Dieser emotionale Cocktail macht die ganze Sache überaus spannend. A N I TA F U C H S

SCHWEIZER AUCH AN PARALYMPICS MIT MEDAILLENCHANCEN Zwei Wochen nach der Schlussfeier der Olympischen Spiele treffen sich in den Olympia-Wettkampfstätten erneut Weltklasse-Athletinnen und -Athleten zum sportlichen Wettstreit. Anlass sind die Paralympics, an denen sich vom 9. bis 18. März ungefähr 670 Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung messen. Dies in sechs Sportarten (Biathlon, Curling, Eishockey, Langlauf, Ski alpin und Snowboard) mit insgesamt 80 Bewerben. Die Schweiz ist mit bestenfalls 15 Athletinnen und Athleten zugegen, die gesamte Delegation umfasst bis zu 30 Personen. Zum jetzigen Zeitpunkt nominierte Swiss Paralympic erst das Team (fünf Personen) der Sparte Rollstuhl-Curling. Die Selektionen bei den Alpinen und Langläufern erfolgen am 7. Februar und somit zwei Tage vor Beginn der Olympischen Spiele. Die Selektionen vorausgesetzt, ruhen die grössten Medaillenhoffnungen auf den Alpinen und dabei insbesondere auf Christoph Kunz, dem Riesenslalomgewinner der Paralympics 2014 in Sotschi. Der in der Kategorie sitzend startende Berner Oberländer befindet sich auch in diesem Winter in einer überzeugenden Verfassung und dürfte das globale Interesse in Südkorea ebenfalls auf sich lenken. Berechtigte Chancen auf Edelmetall ausrechnen dürften sich überdies Thomas Pfyl, Théo Gmür und Robin Cuche in der Kategorie stehend. Übrigens: Das Wort «Paralympics» wird seit 1988 in Seoul verwendet. Es setzt sich aus den griechischen Wörtern «Para» (neben) und «Olympics» zusammen und bezeichnet die Spiele neben Olympia. Informationen: www.swissparalympic.ch

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Aktiv // Olympia

UND PLÖTZLICH WAR OLYMPIA 2018 EIN THEMA Bereits als Kind träumte Carla Somaini von den Olympischen Spielen – damals aber noch als Fuss- oder Handballerin. Bei ihrem ersten Vortrag über die antiken Olympischen Spiele in der Primarschule hatte das Snowboarden noch nicht oberste Priorität. Dann hat ihre ein Jahr ältere Schwester die heute 26-jährige Zürcherin zum Snowboarden und später zum Freestyle gebracht. Rund 15 Jahre später dankt ihr Somaini diesen Wandel mit dem allerersten Weltcup-Sieg im Big Air in Mönchengladbach – und hofft dank diesem Überraschungserfolg plötzlich auf einen Top-Platz an dem in PyeongChang erstmals olympisch ausgetragenen BigAir-Contest.

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enn man mit Carla Somaini spricht, hat man zuerst nicht das Gefühl, dass hier eine Weltcupsiegerin im Snowboard Freestyle Big Air und somit eine Olympia-Hoffnung für PyeongChang mit einem redet. Völlig sympathisch, offen und selbstkritisch spricht sie über ihre mentalen Probleme in ihrer SnowboardKarriere, ihre Erfahrungen im Gastro-Bereich und wieso sie sich trotz ihres Kunstgymnasiums eher als Hobby-Künstlerin bezeichnen würde. Und sie gibt ehrlich zu: «Ich hätte nicht gedacht, dass ich in meiner Karriere je noch einen Weltcup-Sieg feiern werde.» Generell spürt man den Unterschied einer Freestylerin gegenüber anderen Sportlern heraus. Denn der Erfolg stand in der Karriere von Somaini nicht im Vordergrund. In ihrem Sport gehe es um viel mehr: «Beim Snowboarden hat man die Möglichkeit, sich selber auszudrücken. Man kann es ein wenig mit Tanzen vergleichen. Jeder hat seinen ganz eigenen Stil. Diesen eigenen Stil zu erarbeiten, ist das, was mir am Snowboarden so gefällt», schwärmt Somaini von ihrem Hobby. Wobei «Hobby» die falsche Bezeichnung sei. Mit dem Mental-Trainer zum Erfolg Denn etwas mehr als ein Hobby ist das, was die Zürcherin tut, definitiv. Genau darum hat sie das Snowboarden zum Beruf gemacht. Als «Snowboarderin der alten Schule», wie sie sich selber bezeichnet, ist Somaini zwar erst vor fünf Jahren dem Verband beigetreten. Doch seitdem haben sich die Erwartungen und die Zeit auf dem Brett stark erhöht. 38

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Die frühere Schlagzeugerin fand jedoch schnell den Takt im Profi-Zirkus und somit den Weg in einige Weltcup-Finals. «Aber dann kamen die mentalen Probleme.» Zu euphorisch über die Final-Teilnahmen, konnte sich Somaini nicht mehr rechtzeitig sammeln und ihre Emotionen bündeln, weshalb der Erfolg vorerst ausblieb. Die Folge: Somaini begann, mit einem Mental-Trainer zu arbeiten. Und wurde dafür – in ihrem 14. Weltcup – mit dem überraschenden Sieg in Mönchengladbach belohnt. Und plötzlich war Olympia 2018 ein Thema. Dass es sich dabei um eine Winter- und nicht eine Sommerolympiade handelt, verdankt Somaini ihrer älteren Schwester. Während die kleine Somaini ihre Freizeit als Kind dem Fussund Handball widmete, verbrachte die grosse Somaini bereits viel Zeit am Berg. Auf dem Brett standen zwar schon beide, doch nach einigen alpinen Rennen begeisterte sich die grosse Schwester für den Freestyle-Sport – und steckte ihre kleinere Schwester bald mit dieser Begeisterung an. «Sie war mein Vorbild und hat bis heute meinen Stil wohl am meisten geprägt.» Sportstudium, Kreuzbandriss, B-Kader Ein weiterer Grund, dass sich die Schweiz in PyeongChang auf Somaini freuen kann, ist die

Ferienwohnung Somainis' in Laax. So konnte die junge Carla Winter für Winter in den Bergen verbringen. Denn aufgewachsen ist die Familie in der Grossstadt Zürich. Dort besuchte Carla Somaini das Kunstgymnasium am Stadelhofen und spielte Schlagzeug. Doch würde sich Somaini heute höchstens als «Hobby-Künstlerin» bezeichnen. So beschloss sie, im Zwischenjahr nach dem Gymi nach Laax zu ziehen und dort in der Gastronomie zu arbeiten. «Ich dachte natürlich, ich kann jeden Tag snowboarden – dem war nicht so.» Trotzdem sammelte die da noch Hobby-Freestylerin viele wertvolle Erfahrungen. Der nächste Halt hiess Basel. Dort begann sie 2011 mit dem Sportstudium. Ein Jahr später der erste Rückschlag: Somaini erlitt einen Kreuzbandriss und dies just in dem Moment, als sie ins B-Kader von Swiss-Ski aufgenommen wurde. «Ein Jahr musste ich mich zurückkämpfen, doch es lohnte sich.» Von Gian Simmen gecoacht, setzte sie sich 2013 im Kader fest und konnte nebenbei das Studium Teilzeit weiterabsolvieren. «Was jetzt kommt? Mal schauen.» Es dauerte bis im Sommer letzten Jahres, dass Somaini – zurück in Zürich – den Bachelor abschloss. Doch weiss die Lebenskünstlerin gar nicht so recht, was damit anfangen. Sportlehrerin? «Da habe ich als Aushilfelehrerin schlechte Erfahrungen gesammelt.» So könnte es gut sein, dass Somaini in ein paar Jahren als Physiotherapeutin anzutreffen ist. Oder doch als Mitarbeiterin in einem Heim für Menschen mit Behinderung? «Alles möglich. Aber ich mag noch nicht so weit nach vorne schauen. Jetzt bereite ich mich erst einmal auf Olympia vor.» Stimmt. Was man im Gespräch mit der sympathischen Frau mit blonden Haaren gern und gut mal vergisst, ist, dass Somaini momentan Profi-Snowboarderin ist. Und zudem noch eine Schweizer Olympia-Hoffnung. Doch ist auch der Big-Air-Spezialistin klar: Was nach Olympia kommt, ist noch völlig offen. Als Olympiasiegerin noch ein paar Jahre anhängen? Im September ein neues Studium beginnen? Oder doch vorerst mal wieder ein wenig im Gastro-Bereich arbeiten? Niemand weiss, was mit der Zürcherin passiert – Ideen für ein Leben nach dem Snowboarden sind aber auf jeden Fall schon vorhanden. QUE N T I N A E B E RL I


Kolumne // Medizin

Vor Olympia Der Natur etwas nachhelfen

„Wer isch schneller duna?“ Elias Ambühl: Ab sofort für und mit uns unterwegs! ’‘™†‡”ِ†‡”Ę…Š

Weltcup-Riesenslalom in Beaver Creek (Colorado) auf der berühmtberüchtigten Piste «Birds of Prey» im Dezember 2017: «... donnerte der Bündner den Hang hinunter, als wäre nie etwas gewesen», kommentierte der Blick die Fahrt von Gino Caviezel. 18 Tage zuvor nämlich lag er, mit im Training frisch gebrochenem Schlüsselbein, in der Schweiz noch auf dem Operationstisch. Ein gebrochenes Schlüsselbein braucht mindestens 42 Tage bis zur ersten Festigungsstufe, für die Endstabilität sind rund drei Monate notwendig. «An welchem Zaubertrank hat Gino da wohl genippt?», fragten sich viele. Gerade vor Olympia werden fixe medizinische Heilungsgrundsätze für einige frisch verletzte Athleten ausser Kraft gesetzt. Nur drei Monate nach der Kreuzband-Operation gelingen Iouri Podlatchikov bereits wieder verrückte Sprünge. «Normalsterbliche» müssen sechs Monate bis zum ersten Schneekontakt warten. Ganz ohne Operation versucht es Carlo Janka. Sechs Wochen (nicht sechs Monate!) nach seinem Kreuzbandriss ist er wieder auf den Skiern und nach rund elf Wochen stürzte er sich im Abfahrtstraining in Wengen in die Tiefe. Gleiche Verletzung und ähnlich ehrgeizige Pläne hat Marco Tadè, der Tessiner Buckelpisten-WMPodestfahrer.

Was läuft da anders? Wir vergessen oft, dass unsere Nationalmannschaft aus einer Gruppe handverlesener Athleten besteht, deren robuste Gesundheit, Kraft und Koordination, aber auch mentale Stärke sich auf einem derart hohen Niveau bewegen, das für uns «Normalverbraucher» schlichtweg unerreichbar ist. Statt 3 × 1 Stunde pro Woche sind sie 24 Stunden pro Tag auf ihre Rehabilitation fokussiert, neben dem physischen Aufbau werden auch die Ernährung und andere Rahmenbedingungen optimiert. Aber auch wenn all dies gegeben ist, eine Schlüsselbeinfraktur bleibt eine Fraktur und ist erst nach sechs Wochen stabil und nach drei Monaten so durchgeheilt wie vor dem Unfall. Gino Caviezel und all die anderen Athleten sind darüber bestens informiert. Sie gehen als Profi ein persönlich kalkuliertes Restrisiko ein – gerade in einer Olympia-Saison. Als Mediziner kann ich in solchen Fällen informierend an ihrer Seite stehen und sie unterstützen, damit ihre Rechnung aufgeht. All den Jankas, Caviezels, Tadès und Podlatchikovs wünsche ich, dass sie für ihr immenses Engagement belohnt werden, in PyeongChang am Start und hoffentlich sogar schmerzfrei auf dem Podest stehen. FEBRUAR 2018

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Elias Gmünder

Dr. med. Walter O. Frey Chefarzt Swiss-Ski Leitender Arzt Balgrist Move>Med Zürich


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Zwei urchige Lodges, Pulverschnee in rauen Mengen, kleine Gruppen und eines der grössten Heliskiing-Areale der Welt mit gigantischen Gletschern, atemberaubenden Steilhängen und unvergesslichen Waldabfahrten – das Heliskiing-Paradies liegt im hohen Norden British Columbias.

FOTOS: LAST FRONTIER, DAVE SILVER ¦ GRANT BALDWIN ¦ CATON GA RVIE

Gibt es etwas Besseres als Heliskiing? Ja, Small-GroupHeliskiing! In kleinen Gruppen macht die exklusivste Form des Skifahrens und Snowboardens noch mehr Spass. Mit wendigen, kleinen Hubschraubern und nur drei Gruppen mit je vier Gästen pro Heli sind dem Tiefschneevergnügen keine Grenzen gesetzt. «Kleine Gruppen sind homogener, kleine Helis flexibler», erklärt Chris Bärlocher vom Schweizer Heliskiing-Spezialisten knecht reisen (www.knechtreisen.ch). Die Konsequenz: Es wird etwas schneller und meist mehr gefahren. Und das verspricht: Noch mehr Powder-Spass! Trendsetter Last Frontier Heliskiing Last Frontier Heliskiing hat als einer der ersten konsequent auf kleine Helis und kleine Gruppen gesetzt. «Wenn ich so traumhafte Ski- und Snowboard-Bedingungen habe wie in Britsh Columbia, will ich nicht auf den Heli warten», hat Last-Frontier-Mitgründer George Rosset einmal erklärt. Und damit hat der nach Kanada ausgewanderte Schweizer völlig recht. Jede Sekunde im Tiefschnee will ausgekostet werden. Und das ist bei Last Frontier Heliskiing garantiert. Viel Platz und noch mehr Schnee Helis und Gruppen sind bei Last Frontier klein, das Gebiet

aber riesig. Ein durchschnittliches Heliskiing-Areal in Kanada misst rund 2200 Quadratkilometer – das exklusive Last Frontier-Terrain erstreckt sich über sagenhafte 10100 Quadratkilometer. «Mehr Terrain bietet mehr Möglichkeiten, gerade bei wechselnden Wetter- und Schneeverhältnissen», erklärt Andreas Hottenrott vom Skireisemagazin SKI KANADA (www.ski-kanada.ch). Das Gebiet ist riesig und die Schneemengen enorm: 25 Meter Schnee fallen durchschnittlich auf 1600 Metern. Und der Schnee im hohen Norden von British Columbia an der Grenze zu Alaska rieselt meist als pulvrig trockener Powder vom Himmel. «Für Skifahrer und Boarder ist das ein Traum», schwärmt Chris Bärlocher, der das Powder Dreams-Programm von knecht reisen leitet (www.powderdreams.ch). Von Big Mountain Skiing bis Genuss-Wedeln Heliskiing bei Last Frontier bietet den perfekten Mix. Genuss-Skifahrer und -Boarder lieben die gigantischen, sanft geneigten Gletscher-Abfahrten, Experten finden auf Steilhängen von Alaska-Format den ultimativen Kick. Der höchste Landepunkt liegt auf stolzen 2600 Metern, die längste Abfahrt überwindet 2000 Höhenmeter. Mitten in diesem abwechslungsreichen

Terrain liegen die beiden Lodges von Last Frontier Heliskiing, Bell 2 und Ripley Creek. Bell 2 Bell 2 ist eigentlich keine Lodge, sondern vielmehr ein idyllisch am Waldrand gelegenes Chalet-Dorf mit Spa-Hütte und Aussen-Whirpool. Die Gäste wohnen in urchigen Blockhütten. Das hervorragende Restaurant, Bar, Shop und Skiraum befinden sich im Haupthaus, das am legendären Highway nach Alaska liegt. Oft versteckt sich das ChaletDorf förmlich unter einer dicken Schneeschicht. Die Helis starten direkt neben der Hauptlodge. Ripley Creek Ripley Creek liegt im Örtchen Stewart an der Grenze zu Alaska an einem Pazifik-Fjord. Als Unterkunft dient ein charmantes kleines Hotel am Fjord, gegessen wird im gemütlichen Bitter Creek Café an der Main Street. Stewart war einst ein Goldgräber-Nest, inzwischen ist es berühmt für sein weisses Gold. Das kürzlich nochmals erweiterte Terrain ist etwas anspruchsvoller als das rund um Bell 2, aber dennoch für jede Könnensstufe geeignet. Das Panorama ist überwältigend: «Von vielen Gipfeln aus sieht man mächtige Dreitausender am Horizont und Pazifik-Fjorde im Tal», schwärmt Powder DreamsManager Chris Bärlocher.

Flexible Programme Last Frontier bietet Programme mit vier, fünf oder sieben Tagen Heliskiing an. Die Pakete lassen sich auch flexibel kombinieren. Einzigartig im Heliskiing Business ist die «Lodge 2 Safari». Die Gäste wechseln dann zur Halbzeit ihres Aufenthalts von einer Lodge in die andere. Während das Gepäck per Bus transportiert wird, zügeln die Gäste per Heli und auf Skiern oder Boards. Ungefähr auf halber Strecke treffen sich beide Gruppen in der weissen Wildnis Kanadas, um dort in den jeweils anderen Heli umzusteigen und zur neuen Lodge zu fliegen.

Last Frontier Heliskiing ist seit vielen Jahren Partner von knecht reisen. Im Powder Dreams-Programm von knecht reisen sind alle Angebote von Last Frontier Heliskiing sowie weiterer Heliskiing-Anbieter und sämtlicher Ski Resorts zu Top-Konditionen buchbar.

Informationen und Reservationen: Powder Dreams Knecht Sportreisen T 044 800 44 68 www.powderdreams.ch

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Aktiv // 5 Top-Volksläufe im Fokus

SPRACH LOS TAGE MIT V IELEN ÜBERR ASCHUNGEN Die Kampagne von Graubünden Tourismus und Snowactive konnte Ende Jahr mit der Verlosung von fünf Teilnehmern für fünf Volkslangläufe erfolgreich abgeschlossen werden. 1300 Leserinnen und Leser haben sich am Wettbewerb beteiligt. Den Auftakt am Planoiras-Volkslanglauf hat Patricia Beck aus dem deutschen Bad Säckingen gemacht und ihre Eindrücke beschrieben.

FOTO: A LPHAFOTO

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urz vor Weihnachten habe ich die gewonnene Ausrüstung freudig in Empfang genommen, um sie im Engadin ausgiebig zu testen. Der Gewinn machte mich sprachlos: Ein Paar Salomon-Ski mit Stöcken, eine Suunto-Uhr sowie eine Übernachtung mit SechsGang-Menü im Hotel Schweizerhof. Das ist doch eine Ansage! Langlaufurlaub geplant Da mein Schwerpunkt auf dem Triathlontraining liegt, hatte ich zur Vorbereitung lediglich

einen zehntägigen Langlaufurlaub im Engadin in den Weihnachtsferien geplant. Fast schon Grössenwahn für diese harte Strecke mit 470 hm auf 25 km, wie sich zeigen sollte. Mein Mann entschied sich spontan für die Teilnahme und sollte mich begleiten. Einige Überraschungen Unsere Ankunft am 13. Januar 2018 in der Lenzerheide im Hotel Schweizerhof übertraf alle Erwartungen. Wir wurden mit einem tollen und grossen Zimmer überrascht, mit leckerem Essen und die Möglichkeit, nach dem Rennen den SPA-Bereich zu besuchen. So macht Urlaub im Bündnerland doppelt Spass. Vor allem der warmherzige Empfang durch das Personal und die persönlichen Glückwünsche von Mike Frei von Graubünden-Ferien haben uns sehr gefreut. Grosse Aufregung am Renntag Am Renntag natürlich grosse Aufregung, sollte es doch mein erstes Langlaufrennen werden. Wo ist der Fotograf? Das Handy habe ich im Eifer des Gefechts schon im Effektensack abgegeben, also besteht keine Chance zur Kon-

taktaufnahme mehr, deshalb laufe ich schnell zum Aufwärmen vor dem Start. Ich stelle mich vorsichtshalber schon ins hintere Feld – eine weise Entscheidung. Es geht los! Das schnelle Anfangstempo lässt eine hohe Leistungsdichte vermuten. Ich verabschiede mich von einer guten Platzierung und beschliesse, das Rennen einfach zu geniessen. Mit herrlichem Sonnenschein und einer perfekt präparierten Loipe zeigt sich die Lenzerheide von ihrer besten Seite. Mit Ausdauer Die giftigen Anstiege bereiten keine Probleme, hier kann ich mich auf meine Ausdauer verlassen, in den Abfahrten fahre ich verhalten und werde wieder eingeholt. Mein Motto: nur nicht stürzen! Mit 1:51:59 erreiche ich mein persönliches Ziel, weniger als zwei Stunden zu brauchen. Mit den Spezialisten kann ich noch nicht mithalten und bin im hinteren Feld gelandet. Trotzdem habe ich das Rennen genossen und es wird nicht mein letzter Volkslanglauf gewesen sein. Schon gar nicht der letzte Besuch in der Lenzerheide. PAT RI C I A B E C K

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Service // Tourismus

Lebendige Wintersportgeschichte auf dem

Säntis Normalerweise geniesst man von diesem Standort auf 2502 Metern über Meer atemberaubende Aussicht in sechs verschiedene Länder: Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Italien und Frankreich. iesen Winter fasziniert der Säntis auch mit seinem Innenleben. Gust Broger, Eventmanager der Säntisbahnen, und seine künstlerische Beraterin Rosavita Düring zauberten im Foyer der Gipfelanlage eine Austellung hin, die ein Jahrhundert Wintersportgeschichte im wahrsten Sinne wieder lebendig werden lässt. Es ist ein gutes Zeichen, wenn die Besucher einer Vernissage ins Dilemma geraten. Tauschen sie Aha-Erlebnisse bei der spannenden Besichtigung der aussergewöhnlichen Exponate aus? Oder führen sie Smalltalk mit den 44

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zahlreichen Ehrengästen, von denen viele selber imposante Kapitel Wintersportgeschichte schrieben. > «Who is Who» auf dem Teppich So durfte Moderator Hansruedi Laich, Verwaltungsratspräsident der Säntis-Bahnen und ehemaliger Swiss-Ski-Direktor, den 300 Gästen quasi ein «Who is who» von ehemaligen Sportgrössen vorstellen: von der Skiflug-Legende Walter Steiner über die Bob-Koryphäen Erich Schärer und Beat Hefti bis zu Fredl Kälin, einem Sapporo-Helden mit der Langlauf-Staf-

FOTOS: ZVG.

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Service // Tourismus

Auf solchen Schlittschuhen errang der spätere HollywoodStar Sonja Henie vor dem Krieg drei olympische Goldmedaillen.

Eine Leihgabe des ehemaligen Anaheim-Ducks-Torhüters Jonas Hiller, der aus Urnäsch stammt. Allein der Kopfschutz ist ein kleines Vermögen wert.

Der erste Hi-Tech-Abfahrtsski mit Düsenantrieb. Gustav Thöni (kleines Bild) gewann indes viermal den Gesamtweltcup auf konventionellen Brettern.

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Service // Tourismus

1 Zwei Ladies mit «goldenen» Händen im Retro-Look: Liselotte Schlumpf (Ex-Physio von Maria Walliser und Co.) und Rosavita Düring (Gestalterin der Ausstellung) 2 Der «eiserne» Karl (mit Karl-Alpiger«Geschenk» in der Hand) zeigt sich für einmal von der milden Seite. 3 Legenden, wohin das Auge reicht (von links); Karl Alpiger (fünfacher WC-Abfahrtssieger), Erich Schärer (Bob-Olympiasieger 1980), «Vogelmensch» Walter Steiner, Fredel Kälin (Staffel-Held 1972 Sapporo), Christoph Eigenmann (dreifacher Olympionike und erster Träger eines Tour-de-Ski-Leadertrikots), Barbara Flury-Mettler (zweifache Olympionikin und Chefin von Ski Nordic Davos), Gust Broger (Eventchef Säntisbahnen). 4 Hansruedi Laich ist Verwaltungsratspräsident der Säntisbahnen und Gastgeber an der Vernissage. Trainerlegende Karl Frehsner bezeichnet ihn zusammen mit Adolf Ogi als die besten Swiss-Ski-Direktoren.

fel, und Karl Alpiger, dem fünffachen alpinen Weltcupsieger und zweifachen WM-Medaillengewinner. Laich und Ogi waren die Besten Sogar der zuweilen bärbeissige Trainer-Übervater Karl Frehsner, den in der Regel kaum in-

teressierte, wer unter ihm Chef spielte, war für einmal aussergewöhnlich milde gestimmt und rühmte Hansruedi Laich als «zusammen mit Adolf Ogi besten Swiss-Ski-Direktor». Als gebürtiger Österreicher, der nie Schweizer werden wollte, hat er den Schmäh nicht verlernt. Karl Alpiger überreichte – symbolisch für den Event – dem exzessiven Mützenträger Frehsner ein persönliches Museumsstück, eine Kultmütze von Conte of Florence aus den Achtzigerjahren. Sie war noch ungebraucht und verschnürt in der gleichen Packung wie damals. Athleten war sie damals nach einem erfolgreichen Rennen zugesteckt worden – zusammen mit einem nicht unerheblichen Obolus. Trouvaillen um Trouvaillen Andere Trouvaillen finden sich in der Ausstellung, zum Beispiel die legendären ParablackAufsätze, die das Kreuzen der Ski verhindern sollten. Die Athleten bekamen damals für diese Aufsätze mehr Geld als ein durchschnittlicher Skirennfahrer heute für seinen Skivertrag, wie Peter Hug zu erzählen weiss. Als ehemaliger Pool-Chef kennt er die Zahlen. Der wertvollste Gegenstand ist wohl der goldene Helm auf der Eishockeytorhüter-Puppe, die den ge-

borenen Urnäscher Jonas Hiller darstellt. Insider schätzen ihn auf 30 000 Franken. Von Russis Helm bis Zurbriggens Lochski Eine besondere Rarität – neben vielen persönlichen Gegenständen wie Siegerhelm und -Ski von Bernhard Russi in Sapporo, der berühmte Loch-Ski von Pirmin Zurbriggen, die Skisprung-Ausrüstungen von Walter Steiner und Simon Ammann – ist der Düsenski von Kästle. Auf diesem waren Pressluftflaschen montiert, die eine erhöhte Beschleunigung erzeugen sollten – bis die FIS ihn verbot. «Rosavita und ich haben manchmal richtiggehend gefightet, bis wir eine ideale Lösung fanden», verriet Gust Broger, ehemaliger Gewinner des Engadin-Marathons. Er und Rosavita Düring sind auch privat ein Paar. Falls der Haussegen deshalb in Schieflage geraten sein sollte, dürfen sie zumindest zur Kenntnis nehmen: Die Kämpfe haben sich gelohnt. Die Ausstellung ist eine Reise wert, auch für Skiclubs, die wieder mal in die Vergangenheit eintauchen und sich etwas Spezielles leisten wollen. «Faszination Wintersport» ist ein Bijou und eine wahre Fundgrube nicht nur für Nostalgiker. R I CHA RD H E G G L I N

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Aktiv // Skiclub Selzach

75 JAHRE SKICLUB SELZACH

DIE JUGEND IST DIE

ZUKUNFT

Die Jugendorganisation ist das Prunkstück des Skiclubs Selzach.

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Aktiv // Skiclub Selzach

Der Skiclub Selzach gilt als einer der aktivsten im Mittelland. Er zählt 180 Mitglieder, wovon sich gut die Hälfte regelmässig aktiv im Schneesport beteiligt. Nebst dem Ski-Rennsport besteht zudem die Möglichkeit, sich in den Disziplinen, Snowboard, Telemark oder Freeriden zu versuchen. Der Skiclub Selzach feierte 2017 sein 75-Jahr-Jubiläum.

«W

ir sind in der glücklichen Lage, dass wir in jedem Bereich über ausgebildete Leiter verfügen», erklärt Präsident Aldo Mann. Entsprechend intensiv fällt denn auch die Nachwuchsarbeit aus, welche durchaus mit Erfolgen gekrönt sind. So belegte die erst 7-jährige Nina Hunziker am letztjährigen Grand Prix Migros den 3. Platz. Aldo Mann schwärmt über diesen Anlass: «Man wähnt sich an einem Weltcuprennen. Top-Organisation mit allem Drumherum, wie bei den Grossen.» Und auch bei den Junioren (über

15 Jahre) hat es mit Céline Schär eine Vertreterin des Skiclubs Selzach bis ins interregionale Kader geschafft. Grenchenberg: der Hausberg Als Hausberg hat sich der Grenchenberg etabliert. Während der Saison wird dort zwei Mal pro Woche trainiert. Auf 1300 Metern gelegen, bietet die dortige Piste gute Voraussetzungen. Der Hang ist anspruchsvoll und zudem ziemlich schneesicher. «Wir finden hier Trainingsmöglichkeiten vor, die den Bedingungen des Berner Oberlands entsprechen», konstatiert Aldo Mann. Kein Wunder also, dass der Skiclub Selzach gleich verschiedene Anlässe an dieser Stätte veranstaltet. Jährlich wird auf dem Hausberg ein Nachtslalom sowie die Clubmeisterschaft durchgeführt. Zudem findet alle zwei Jahre die Grenchenberg-Trophy – welche zur finalen Wertung des SSM (Schneesport Mittelland-Nordwestschweiz) zählt – statt. Im Sommer säen Was im Winter soll gedeihen, muss im Sommer gesät werden. Entsprechend wird die Aufmerksamkeit auch auf ein ausgewogenes, polysportives Trainingsprogramm in dieser Zeit gelegt. Aber natürlich reist man im Winter mit den jungen Skihungrigen auch an weitergelegene Destinationen. Einen ersten Schliff auf den Skiern holt man sich zudem beim Training in der Skihalle im niederländischen Landgraaf. Zum Saisonauftakt im November ist jeweils die Station Glacier 3000 (Diablerets/Gstaad) angesagt und etliche JO-Anlässe finden im Berner Oberland statt. Dazu führt man gegen Jahresende jeweils das Trainingslager im Hotel Passhöhe auf der Ibergeregg durch. Des Weiteren sind die langen Anfahrten sowie der Transport durch einen eigenen Transportbus merklich vereinfacht.

Rampe hinunter, versuchten dann auf ihren Latten ein 13 Meter langes Becken zu durchfahren, um unbeschadet ans andere Ufer zu gelangen. Spektakuläre Stürze waren dabei ganz zum Gaudi des zahlreichen Publikums vorprogrammiert. Übrigens versuchten auch einige «Funmobils» ihr Glück und am Ende diente die Rampe als riesige Rutschbahn. Vier Wochen hatte der Aufbau der Anlage gedauert, über ein Jahr die Vorbereitungen zu diesem Anlass. «Am Schluss ist es für uns kostendeckend ausgegangen», bilanziert Aldo Mann. Der Skiclub Selzach ist im Dorf bestens verankert. Man hilft sich gegenseitig bei diversen Anlässen. Die finanzielle Lage ist gesund. «Allerdings horten wir das Geld nicht. Wir geben es lieber vor allem für die Jugendorganisation aus», bemerkt der 31-jährige Agro-Treuhänder abschliessend. Weitere Infos, Videos sowie die ausführliche Jubiläumsschrift: www.skiclub-selzach.ch A ND R É W EY E RMA N N

Riesenrutschbahn zum Jubiläum Für den eigentlichen Jubiläumsanlass hatte sich der Skiclub etwas Besonderes einfallen lassen: einen Water Slide Contest. Wagemutige stürzten sich Anfang August auf dem «Chapf» in Selzach eine 14 Meter lange, temporäre

Glänzen jeweils auch beim Grand Prix Migros. Adrian Berger (oben) und Yves Berger.

Dank unzähligen Um- und Ausbauten verfügt der Skiclub noch heute über ein gut eingerichtetes eigenes Heim. Die 50-er und 60-er Jahre standen im Zeichen des kontinuierlichen Ausbaus. So wurde im «Brüggli» das erste Jugendskilager durchgeführt, eine Renngruppe initiiert und auch die Gründung der Jugendorganisation (JO) reicht in diese Zeit zurück. Zu Beginn der 70-er Jahre kam der Grasski-Sport mächtig auf. Mit Hansruedi Mann und Heidi Rüesch hatte man zwei der Besten ihres Faches in den eigenen Reihen. Zum 50-Jahr-Jubiläum des Skiclubs 1992 fanden im «oberen Brüggli» die Schweizer-

meisterschaften im Grasski statt. Dieser Boom verflachte jedoch zu Beginn der Jahrhundertwende. Einige Selzacher machten aber weiterhin Furore. Thomas Hunziker, Aldo Mann und Rainer Gisiger erfuhren 2003 Ehrungen für ihre Spitzenleistungen an der Allalinabfahrt. Urs Schär feierte gar einen Weltcupsieg in der Masters-Kategorie. In den letzten Jahren hat sich der Skiclub vor allem in der Jugendarbeit und in der Organisation von Skirennen hervorgetan. In diesem Zusammenhang ist auch der Kleinbus zu erwähnen, der sich im Besitze von Urs Brotschi befindet. Die Werbeflächen jedoch können durch den Verein vermarktet werden.

FOTOS: ZVG.

DIE CLUBGESCHICHTE Der Skiclub Selzach ist ursprünglich aus dem Turnverein entstanden. Am 5. März 1942 trafen sich neun Männer zur Gründungsversammlung des damals noch Ski-Riege genannten Vereins. Schon bald stieg die Mitgliederzahl rasant an und nur knapp ein Jahr nach der Gründung konnte mit Rosa Gilomen die erste Frau als Vereinsmitglied gewonnen werden. Bereits am 17. Januar 1943 wurde das erste Schülerskirennen durchgeführt. 1944 trat man dem Schweizerischen Skiverband bei. 1947 erstand der Verein eine alte Militärbaracke im Berner Jura, welche ins «Obere Brüggli» transportiert und dort zur Clubhütte neu aufgebaut wurde.

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Nein! Zur No-Billag Initiative – für eine Vielfalt im Schweizer Sport

SWISS-SKI-GESCHÄFTSFÜHRER MARKUS WOLF SPRICHT ÜBER ...

... die Haltung von Swiss-Ski zur Initiative: Swiss-Ski, als einer der wichtigsten Sportverbände der Schweiz und als langjähriger Partner der SRG nimmt eine klare Haltung für ein Nein zur Initiative ein.

…die Leistungen der SRG für den Schweizer Sport: Die SRG stellt nicht nur die aufwändigen und teuren TV-Produktionen sicher, was bei unseren Schneesport-Events sehr relevant ist. Sie garantiert auch die Ausstrahlung unserer Heimweltcups in der Schweiz – mit ZuschauerMarktanteil von bis zu 80% (Internationale Lauberhornrennen). Zusätzlich erhalten unsere Sportarten dank Beiträgen in den Struktursendungen der SRG eine weitere, wichtige Präsenz. In ihrem ganzen Programm deckt die SRG regelmässig über 100 Sportarten ab und widmet dem Sport auf ihren Sendern rund 10% der Sendezeit.

BARBARA FLURY, OK-PRÄSIDENTIN DAVOS NORDIC, LANGLAUF Wir erwarten ein «Nein» aller Sportfans – und das Bewusstsein, dass diese Initiative für den Schweizer Sport ein grosses Risiko darstellt.

PASCAL JENNY, OK- PRÄSIDENT WC AROSA , SKICROSS Bei einer Annahme der No-Billag-Initiative müssten wir als Veranstalter ausschliesslich mit privaten Anbietern kooperieren. Auch wenn diese motiviert mitgestalten, ist wohl die Finanzierung von aufwändigen, teuren und komplexen Sportproduktionen wie beim Skicross nur beschränkt möglich.

Am 4. März stimmt das Schweizer Stimmvolk – darunter zahlreiche Schneesportfans und SkiclubMitglieder – über die No-BillagInitiative ab. Diese will die Gebühren für Radio und Fernsehen in der Schweiz abschaffen und die Sendekonzessionen an den Meistbietenden versteigern. Eine Annahme wäre das Ende der SRG, wie wir sie heute kennen. Die Auswirkungen der Initiative wären auch für die Vielfalt bei Sport, Kultur und Tourismus verheerend.

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Swiss-Ski Geschäftsführer Markus Wolf und zahlreiche OK-Präsidentinnen und Präsidenten von Schweizer Weltcup-Veranstaltungen beziehen klar Stellung zur No-Billag-Initiative.

HANNES PARPAN, OK-PRÄSIDENT TOUR DE SKI LENZERHEIDE, LANGLAUF Dank der qualitativ hochstehenden TV-Produktion werden die packenden Wettkämpfe und die grossen Emotionen vor Ort mit grossartigen Bildern in die Welt hinausgetragen. Das ist beste Werbung für den Langlaufsport, die Destination Lenzerheide und den Schneesport im Allgemeinen.


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Service // No-Billag

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... die Notwendigkeit eines gebührenfinanzierten Modells: Die SRG zeigt den Sport in seiner ganzen Vielfalt, in allen Landesteilen und in vier Sprachen. Diese Vielfalt spielt zudem auch für den Tourismus eine entscheidende Rolle. Unsere Veranstaltungen gelten als Aushängeschilder vieler Regionen. Der Schweizer Schneesport, die Skiclubs, die Athletinnen und Athleten, der Spitzensport, der Breitensport und alle Sportarten mit wenig Medienpräsenz brauchen eine Plattform, wie sie die SRG dank der Gebührenfinanzierung bieten kann.

… die Bedeutung, Schweizer Sportstars in der Berichterstattung in den Fokus zu rücken: Bei der Übertragung von Events legt die SRG den Schwerpunkt auf die Schweizer Sportlerinnen und Sportler, bei nationalen wie internationalen Sportereignissen. Das ist wichtig für die Schweiz, denn unsere «Sportheldinnen» und «Sporthelden» sind Vorbilder für die nächste Generation. Und: Grosse Sportereignisse wecken Emotionen, stiften Identität und verbinden über einzelne Landesteile hinaus. Ohne diese Emotionen und prägenden Vorbilder würde es immer schwieriger werden, die Jungen in den Sport zu bringen.

... die Folgen einer allfälligen Annahme der Initiative: Eine Annahme der No-Billag-Initiative würde die Schweizer Sportlandschaft in ihren Grundfesten erschüttern. Die Abschaffung der SRG würde die Existenz der Schweizer Schneesportevents bedrohen sowie das Vermarktungspotenzial von Verband und Athleten derart drastisch einschränken, dass die Finanzierung des Nachwuchs- und Spitzensports in Frage gestellt werden würde.

MARIUS ROBYR, OK-PRÄSIDENT WC CRANS -MONTANA , SKI ALPIN URS NÄPFLIN, OK-PRÄSI DENT WC WENGEN, SKI ALPIN Der grosse Marketingwert und der Erfolg der Lauberhornrennen sind eng mit der Zusammenarbeit zwischen der SRG und dem OK Lauberhorn verbunden. Die SRG berichtet während zweier Wochen fast täglich über die WC-Rennen in Adelboden und in Wengen. Diese Berichterstattung ist entscheidend, damit Swiss-Ski und die Veranstalter die notwendige Plattform bekommen, um deren Sponsoren und Partnern einen entsprechenden Gegenwert für ihr Engagement zu bieten.

RETO POLT ERA, OK-PRÄSIDENT WC LAAX OPEN, SNOW BOARD Dass die LAAX OPEN live im Fernsehen ausgestrahlt werden, hilft den Snowboard-Sport unter die Menschen zu bringen. Wir können die Jungen erreichen, sie begeistern und ihnen etwas bieten. Frei zugängliche Live-Streams sind gerade für das junge Publikum wertvoll und werden in Zukunft noch viel wichtiger.

Die No-Billag-Initiative würde eine völlige Verunsicherung betreffend der unabdingbaren TV-Liveübertragung aber auch bezüglich des umfassenden Angebots durch die regionalen Radio- und Fernsehstationen auslösen. Der Worstcase: No Billag – no Ski-Weltcuprennen, no Ski-WM-Kandidatur 2025 Crans-Montana/Wallis!

FOTOS: KEYSTONE, ZVG.

FRÉDÉRIC FÜSSENICH, O K-VIZE-PRÄSIDENT WC ENGELBERG, SKISPRUNG Regionale Unterschiede und eine Vielzahl von unterschiedlichen Veranstaltungen prägen unsere Schweiz. Eine verlässliche und ausgeglichene Berichterstattung verschafft den Veranstaltern die Möglichkeiten, diese Events auch zu positionieren und zu vermarkten. Ein «Ja» zu No-Billag wäre verheerend. Wir setzten damit einen Teil unserer nationalen Identität als Wintersportnation aufs Spiel – mit unabsehbaren Folgen.

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Service // Tourismus

Ein Mann mit Wurzeln, Wert und Weitblick. Letztes Jahr wurde er für den Swiss Award der Wirtschaft nominiert. Seit zehn Jahren ist er CEO der Jungfraubahnen und hält sich nicht zurück, Wirtschaft, Politik und besonders den Tourismus hierzulande kritisch zu hinterfragen: Urs Kessler, Berner Oberländer, 56-jährig und kein bisschen müde, die erfolgreichste Bahn der Schweiz auch für die Zukunft weiter fit zu machen.

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FOTOS: ZVG.

enn Wirtschaft und Politik lamentieren und mit grosser Sorge in die Zukunft blicken, so erhalten sie vom Berner Oberländer Wirtschaftskapitän Urs Kessler ein müdes Lächeln. Er halte sich an die drei «W», verriet er Anfang 2016 Kurt Aeschbacher in der gleichnamigen Talkshow, und die da heissen: «Wurzeln, Wert, Weitblick.» Klagen erträgt er sowenig wie Arbeitsgruppen, zum Beispiel. Er sagt: «Wer eine Arbeitsgruppe bildet ist meist orientierungslos.» Die drei «W» Entschlüsseln wir kurz die drei «W», an die sich Urs Kessler hält. Seine Wurzeln hat er im Berner Oberländer Dorf Gsteigwiler. Bauer habe er einst werden wollen. Seine Eltern hatten weder Land noch Hof und sahen in diesem Ansinnen keine Zukunft für ihren Sohn. Gelandet ist er bei der Bahn. 1987, oder vor genau 30 Jahren, stiess der ausgebildete Betriebsdisponent von

der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn (BLS) zu den Jungfraubahnen, wo er bereits sieben Jahre später das Marketing leitete und kontinuierlich den Asienmarkt auf- und ausbaute. Das tut er noch heute, reist im Schnitt vier Mal nach Asien und betreut seine Kunden – von Morgens bis abends, wie er versichert. «Wert»: Eine erfolgreiche Bahn zu führen ist für ihn nicht einfach Job. Er repräsentierte eine Marke, die Qualität biete, bieten müsse. «Wenn das Gesamtangebot stimmt, so ist ein höherer Preis gerechtfertigt.» Er mag es nicht, wenn sich die Schweiz, der Tourismus insbesondere, immer unter den Scheffel stellt. Auf seinen Auslandreisen sage er immer: «Mountains have a home, and it’s definitely Switzerland.» Wenn Berge eine Heimat haben, ist es die Schweiz. «Weitblick»? «Er ist eine Ideenmaschine», wird Thomas Bieger, Direktor am Institut für öffentliche Dienstleistungen und Tourismus der Uni

St. Gallen 2008 in der Schweizerischen Handelszeitung zitiert. Wer vis-à-vis von Urs Kessler sitzt, mit ihm über Gott und die Welt spricht, hat nie das Gefühl, zeitlich gedrängt zu sein. Er hört zu, gibt Antworten und seine Ideen preis. Er stellt nicht nur Thesen und Pläne auf. Er ist ein Macher – seit drei Jahrzehnten für ein Unternehmen, das er liebt und von ihm massgeblich geprägt wurde. Ziele verfolgt er beharrlich – über Jahre, wenn es sein muss. Seine Gegner nennen ihn stur oder eigensinnig. Er nennt es Weitblick und vielleicht Offenbarung einer seiner Schwächen: Er verliert nicht gerne. Wintertourismus stärken Die letzten vier Jahre beschäftigte ihn ein Lebenswerk, die V-Bahn. 2016, war der Plan, hätte mit dem Bau begonnen werden sollen. Die V-Bahn soll dereinst von einem gemeinsamen Terminal in Grindelwald-Grund sowohl den Männlichen als auch den Eigergletscher erFEBRUAR 2018

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Service // Tourismus

schliessen. Das über 470 Millionen Franken teure Projekt schafft viele neue Arbeitsplätze und soll den Sommer- und Wintertourismus in der Jungfrauregion nachhaltig stärken. Dem Vorhaben blies von verschiedener Seite, namentlich Umweltorganisationen, heftiger Widerstand entgegen und sorgten für eine vier Jahre dauernde Verzögerung. Diesen Frühsommer wird Urs Kessler höchstwahrscheinlich durchatmen, denn bis dahin dürfte die Baubewilligung vorliegen. 2020 soll der EigerExpress eingeweiht werden. Das V-Bahn-Projekt wurde aber vor allem ein Wettlauf mit der Zeit wegen der auslaufenden Konzession der Männlichenbahn. «Der Baustart im Frühsommer ist deshalb nicht nur zwingend, sondern überlebenswichtig für die Männlichenbahn», betont Kessler. Wichtiges Ziel erreicht Bis 2022, so setzte Urs Kessler eine weitere Zielsetzung, sollen in einer zehn Monate dauernden Hochsaison eine Million Besucher aufs Jungfraujoch reisen. Dieses Bestreben wurde bereits viel früher erreicht und vor drei Wochen konnte der CEO der Jungfraubahnen stolz verkünden, dass 2017 mit 1,041 Millionen Besuchern zum zweiten Mal in der Geschichte über eine Million Gäste auf das «Joch» pilgerten. Mit der V-Bahn visiert er nun langfristig eine zwölf Monate dauernde Hochsaison an, von der gleichermassen die Hotellerie und das Gewerbe profitieren sollen. Damit bekennt sich Kessler zum Wintersport, obwohl der an Bedeutung verloren hat. «Vor 20 Jahren», sagt er, «stammte jeder dritte Umsatzfranken aus dem Wintersport. Vor zehn Jahren war es noch jeder vierte und heute gerade noch jeder siebte Franken.» Dank dem extrem gewachsenen Besucherstrom im Sommer konnte der Wintertourismus aufrecht gehalten werden. Wintersport – ein Luxusgut? Urs Kessler schlägt den «International Report on Snow & Mountain Tourismus» auf und tippt auf ein Diagramm. 2006 verzeichneten die Schweizer Wintersportdestinationen 28,3 sogenannte Skifahrer-Besucher (Skier Visitor). 2015/16 waren es noch 21,6 Millionen. Er macht daraus keinen Hehl! Auch in unserem Land stagniert der Wintersport. «Viele Familien können sich den Wintersport nicht mehr leisten. Er hat sich zu einem Luxusgut entwickelt.» Kessler wäre nicht Kessler, wenn er das einfach bedauernd zur Kenntnis nimmt. Er sieht es als neue Herausforderung, Ideen zu entwickeln, die den veränderten demographischen Bedingungen hierzulande Rechnung trägt. «Denn», sagt er, «man spricht viel über den Rückgang und über die Problematik. Es kommt dabei aber nicht viel Gescheites heraus.» 2004 bewies er mit der Einführung des Gratis-Skifahrens am Wochenende für Kinder 54

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Es braucht eine Gesundschrumpfung in unserer Branche. Nicht alle Angebote haben mehr die gleiche Daseinsberechtigung. Urs Kessler

Weitblick. Im Schnitt profitieren 12 000 Kinder von diesem Angebot. Für ihn sei das beste Nachwuchsförderung, sagt Urs Kessler. Top-4-Skipass weit über den Erwartungen Und während die Zahlen sinken, kommt Saas-Fee und sorgte vor gut einem Jahr mit dem 222-Franken-Saison-Skiabonnement für einen Schock in der Branche. Mit dem unerwartet grossen Erfolg sei ein Marktdruck entstanden und weil für Urs Kessler «Warten-aufbessere-Zeiten» keine Strategie ist, setzte er sich mit den Verantwortlichen der drei Berner Oberländer Skistationen (Adelboden-Lenk, Gstaad-Saanenland und Meiringen-Hasliberg) zusammen und heckte mit ihnen den «Top4-Skipass» aus. 666 Pistenkilometer für 666 Franken. Weitere Skiregionen in der Schweiz haben ebenfalls nachgezogen und diese Saison attraktive Angebote lanciert. Der «Top4-Skipass» wurde bis Mitte Dezember über 36 000 Mal verkauft. «Damit liegen wir klar über den Erwartungen. Mit 20 000 verkauften Tickets hätten wir den Break-Even-Point bereits erreicht.» Ende Saison soll ausgewertet und wenn nötig das Produkt justiert werden. «Es ist nie verboten sich zu verbessern.» Urs Kessler nimmt erfreut zur Kenntnis, dass es zu Spontankäufen gekommen sei von Touristen, die seit Jahren keine Saisonkarte mehr gekauft hätten. Die Verkaufszahlen hätten zudem zutage gebracht, dass der Grossraum Zürich dank deutlich schnelleren Verbindungen auf der Strasse und mit dem ÖV die Jungfrauregion entdeckt habe und nicht nur mehr hauptsächlich ins Bündnerland reise. Gesagt und schon wird getan. Seit dem 23. Dezember 2017 werden wintersportfreudige Zürcher immer samstags mit dem Skibus abgeholt, ins Skigebiet, und abends wieder nach Hause gebracht. Ein gutes Beispiel wie und vor allem wie schnell die «Ideenmaschine» Kessler funktioniert. Die Betriebstage im Winter werden kürzer Ein Preiskampf bis zur Schmerzgrenze und darüber wird Urs Kessler aber nie führen. «Wenn man ein Produkt nur noch über den

Preis verkauft, so rührt das von einer gewissen Fantasielosigkeit her.» Vielmehr fokussiert er sich auf neue Kooperationen. Ihm schwebt ein Sommerverbund vor mit Luzern-EngelbergTitlis und Zermatt. «Die Besten müssen näher aneinanderrücken. Der internationale Tourist will eine Marke kaufen und die schönsten Attraktionen sehen. Die Marke wird in Zukunft immer mehr entscheidend sein – ebenso im Tourismus», sagt Urs Kessler. Eiger, Mönch, Jungfrau, die Titlis-Region und das Matterhorn. Das kann niemand anders auf dieser Welt bieten.» In einer Region, wo im Winter zeitweise der «Guggi»-Föhn wütet und Schneedecken in Kürze schmelzen lässt, nimmt man die generell unsichere Wetterentwicklung wahr. «Fakt ist», sagt der CEO der Jungfraubahnen, «dass die Betriebstage im Winter kürzer geworden sind – auch wenn kleinere Voralpengebiete vom Schneemangel besonders betroffen waren und die Zahlen stärker beeinflussen.» Und was heisst das für ihn konkret? «Es braucht eine Gesundschrumpfung in unserer Branche. Nicht alle Angebote haben mehr die gleiche Daseinsberechtigung.» Es ärgert ihn deshalb, wenn von Kantonen und Gemeinden Skigebiete mit öffentlichen Geldern quersubventioniert werden um ihnen so die Existenz zu sichern. Es wäre für ihn verheerend, wenn der Wintersport zum öffentlichen Verkehrsgut verkommen würde. Er kann auch verlieren Der Skisport, vornehmlich der alpine, ist für Urs Kessler treibende Kraft für den Wintersport. Nach wie vor. Er gesteht ein, dass sinkendes Interesse eine Übersättigung anzeigt. Erfolgreiche Weltmeisterschaften oder Olympische Spiele belebten noch immer den heimischen Wintersportmarkt. Das sei vor 45 Jahren nach Sapporo oder vor 30 Jahren nach CransMontana nicht anders gewesen. Die Jungfraubahnen sind exklusiver touristischer Partner an den bevorstehenden Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Er wird selber vor Ort sein für eine Woche. Zum Beispiel an der Herrenabfahrt wird er mit asiatischen Partnern mitfiebern «und die erste Goldmedaille von Beat Feuz feiern», sagt er ganz kühn und lacht verschmitzt: «Hoffen wir doch zumindest.» Anfang April kommt es am Fuss von Eiger, Mönch und Jungfrau zum 21. SaisonschlussEvent, dem Snowpenair. Eine Erfolgsgeschichte schlechthin, erfunden hats natürlich Urs Kessler. Eines seiner «Lieblingskinder» wird 2020 zum letzten Mal über die Bühne auf der Kleinen Scheidegg gehen. Es war eine Interessensabwägung, weil ein Einsprecher des V-Bahn-Projekts eine Einstellung des Snowpenairs zur Bedingung machte. Wenn es der Zukunft dient, so kann Urs Kessler auch mal verlieren. J O S E PH W E I B E L


Service // Tourismus

WO FÄHRT MAN NOCH SKI IM WINTERAUSKLANG? Wo gibt es gut und günstige Angebote für kürzere oder längere Aufenthalte in Skiregionen? Wir haben nachgefragt und von interessierten Skistationen Antwort erhalten.

VAL D’HÉRENS

ENGADIN ST. MORITZ

BELALP

Gut und günstig Ab drei Tage Aufenthalt im Val d’Hérens-Hérémence gibt es für 85 Franken pro Person und Tag folgende Leistungen: Übernachtung in einem Chalet oder Appartement inkl. Skipass. Gültig vom 6. Januar bis 10. Februar 2018 sowie vom 10. bis 31. März 2018. www.valdherens.ch/ski-detente

Buchen und profitieren Wer mehr als eine Nacht bucht, erhält den Hotelskipass für CHF 38.–. Gültig bis 6. Mai 2018. Dieses und weitere Angebote unter: www.engadin.stmoritz.ch/winter/de/ pauschalenliste/ Ferienwohnung mit Skipass, 3 bis 14 Übernachtungen; freie Nutzung des öV, Endreinigung, Bett- und Frottéwäsche. Gültig bis 6. Mai. Info und Reservation: 081 830 08 18, Mail: allegra@estm.ch

Familienauszeit Belalp 1 Woche Familienauszeit in einem Familienzimmer mit Frühstück im Hotel Belalp und 6-Tages Skipässen für die ganze Familie. Sausen Sie die atemberaubenden Pisten hinunter und geniessen den Blick auf den Aletschgletscher direkt vom Hotel aus. Seien Sie dem Himmel ein Stück näher. Ab 2200 Franken pro Package. Ab 21. Januar 2018.

Das Wandern ist ... ... ob mit Ski oder Schneeschuhen. In der Region von Val d’Hérens gibt es paradiesische Gebiete zum Skioder Schneeschuhwandern. Die Wanderungen sind geführt und die Teilnehmer werden mit Lawinensonden ausgerüstet. Das Angebot: Geführte Wanderung (1/2 Tag ) und Ausrüstung, 150 Franken pro Person (ab zwei Personen). Das Angebot gilt bis zum 20. April 2018. www.valdherens.ch/initiation-rando Gutes Angebot Wer in der Region von Nax mindestens einmal übernachtet, erhält die Tageskarte von Télé Mont-Noble um 50 Prozent reduziert. Ab 75 Franken (pro Person) beinhaltet das Angebot eine Hotelübernachtung und Skipass. Das Angebot gilt vom 20. März bis 7. April 2018. www.valdherens.ch/moitieprix-nax

Nordic Special Bis zu 230 Loipenkilometer nutzen. Möglich macht es das Nordic Specials für Hotels (mind. eine Übernachtung). Mit dabei: Loipenpass Engadin St. Moritz, freie Nutzung des öV; Spezialpreise auf LanglaufMietmaterial in teilnehmenden Sportgeschäften und auf Privatunterricht bei teilnehmenden Langlaufschulen. Gültig bis 2. April 2018. Das Nordic Specials gibt es auch für Ferienwohnungsnutzer. Frühlingsfest auf Corvatsch 21. April 2018, 11.30 bis 22 Uhr, Openair Bühne bei der Hossa Bar. Echte Schweizer Musik. Für Skifahrer ist der Eintritt im Skiticket inbegriffen.

GROSSER ST. BERNHARD Einfach ein Pass Wer mindestens eine Nacht im Gebiet vom Grossen St. Bernhard verbringt, kann sich den Jahrespass für 119 Franken kaufen. Gültig für verschiedenste Aktivitäten (unbegrenzt). Dazu gehören auch drei Skigebiete und die Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel. www.pass-saint-bernard.ch

The Totally Rad Day Freestyle Sport: Friends, Fun und Party stehen für The Totally Rad Day auf der Belalp. Zeitpunkt: 31. März 2018. www.belalp.ch

GRÄCHEN Unschlagbar Winterpauschalen für 2, 3 und 7 Übernachtungen zu einem unschlagbaren Preis. https://www.graechen.ch/Pauschalangebote/ Ski-Plausch All-Inklusive Familiy-Package 7 Nächte https://www.graechen.ch/Media/Pauschalen/ All-Inklusive-Package-7-Naechte Der Grächen-Euro Er ist schon legendär und immer auf 1.30 Franken fixiert. Der Grächen-Euro. Gültig für Übernachtungen in den teilnehmenden Hotels und Ferienwohnungen, Skipässe und Fahrten mit der Märchen-Gondelbahn und verschiedene Geschäfte. Gültig vom 3. März bis 8. April 2018. www.graechen.ch

Weitere Packages auf dem St. Bernhard: https://www.saint-bernard.ch/fr/sejourner/ nos-offres-packages

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SNOWACTIVE

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Service // Tourismus

ENGELBERG

VERBIER

LĂ–TSCHENTAL

Oder Geld zurĂźck Im Skigebiet Engelberg-Titlis wird Schnee garantiert. Sollte das Ăźberraschenderweise mal nicht so sein, werden die Kosten fĂźr die Ăœbernachtung und den Skipass zurĂźckerstattet. Die Aktion gilt bis 27. Mai 2018. Link zu weiteren Infos: http://www.engelberg.ch/lockerbleiben/

Der Hoteltipp Hôtel La VallÊe à Lourtier – Vier Mal ßbernachten, drei Mal bezahlen, http://www.vallee.ch/fr/offres

Sonnen-Ski-Wochen Lauchernalp Das Frßhjahr ist die schÜnste Zeit zum Skifahren mit Sonne, Firnschnee und Hßttenzauber. Diese Winterpauschale ist mit beliebiger Aufenthaltsdauer (ab zwei Nächten), Anzahl Skipass-Tage (ab 3-Tages-Skipass) und optional mit HP buchbar.

Sicheres SchneevergnĂźgen Sicheres SchneevergnĂźgen im Pulverschnee! An den Snow & Safety Days fĂźhren BergfĂźhrer Freerider in die Geheimnisse des Fahrens abseits der Piste ein und zeigen auf verschiedene Arten die wichtigsten Regeln auf. LVS-Training mit Schaufel und Sonde, Powdern und Skitouren in Begleitung von BergfĂźhrern und ein Postenlauf im Skigebiet sind nur einige Perlen aus dem abwechslungsreichen 3-TagesProgramm. Das Beste zum Schluss: FĂźr Ăœbernachtungsgäste in Engelberg ist der Kurs kostenlos (Gästekarte). Montag bis Mittwoch: 22.–24. Januar, 29.–31. Januar, 12.–14. Februar und 26.–28. Februar Link zu weiteren Infos: http://www.engelberg.ch/packages-deals/ snow-safety-days/ FrĂźhlingsskifahren Mit dem FrĂźhlingsabonnement gemĂźtlich in den FrĂźhling fahren – bis 27. Mai 2018. Weitere Infos: https://www.titlis.ch/de/info/ allgemeines/Preise Waterslide Contest, 21. April 2018 Warme FrĂźhlingssonne, herrliches Bergpanorama, Schnee unter den Sohlen und ein Sprung ins eiskalte Nass! Auch fĂźr die Zuschauer ist der Waterslide Contestauf dem Jochpass ein Spektakel. www.titlis.ch/waterslide

LEUKERBAD

Das interessiert die Kinder ĹĄ)HEUXDU Ĺ&#x;K

ĹĄ.LQGHUVNLUHQQHQ ĹĄ$QPHOGXQJHQELV)HEUXDULQIR#YHUELHUsportplus.ch (AnmeldegebĂźhr 10 Franken) Wer zuerst ist ‌ ĹĄ$WWUDNWLYHV3DFNDJHPLWHLQHUÂśEHUQDFKWXQJLP Standardzimmer und 30 Minuten vorher auf der Piste, bevor die Bahnen Ăśffnen. Das Angebot gilt im Monat April 2018. http://www.verbier.ch/fr/ be-the-ďŹ rst-on-the-slopes-conditions.htm Auf zum Fest 17./18. März 2018 : Skitickets zum Sonderpreis (37 statt 47 Franken). Dazu gibt es Kaffee, Gipfeli, Tagesmenu in den Restaurants auf der Piste und GlĂźhwein. http://www.verbier.ch/fr/liste-events-2/ 2018_3/event-176/ Ausserdem ‌ ĹĄ;WUHPHGH9HUELHU 31. März bis 8. April 2018 http://www.freerideworldtour.com/ ĹĄ9HUELHU+LJK)LYHE\&DUOVEHUJ 7. April 2018 https://www.verbierhighďŹ ve.com/ ĹĄ+DXWH&XLVLQHE\:9HUELHU 4. bis 7. April 2018 http://www.wverbier.com/haute-cuisine ĹĄ9HUELHU3XOVH)HVWLYDO 13. bis 15. April 2018 http://www.verbier.ch/ ĹĄ3DWURXLOOHGHV*ODFLHUV 17. bis 21. April 2018 http://www.pdg.ch/bienvenue/

T H YON

Schnee- und Badespass 6 fĂźr 3: Aktion, Ski- oder Schnee- und Badepass fĂźr 6 Tage zum Preis von 3. Bedingung: Gästekarte LBC+ (Ăœbernachtung in der Destination), Preise etc. siehe www.leukerbad.ch/winter Schnee- und Badepass während des ganzen Winters. Infos siehe hier: http://www.leukerbad.ch/aufenthalt/pauschalen/all-inklusive-paesse/schnee-badepass-mit-lbc/

Snow Thyon zum Sonderpreis Wenn das kein guter Preis ist: Sieben Ăœbernachtungen, 6-Tages-Skipass fĂźr 517 Franken pro Person (Basis: Doppelzimmer). GĂźltig vom 10. März bis 14. April 2018. www.thyon-deal.com

Ladies-Day Im Winter 2017/2018 fahren an jedem Donnerstag alle Damen auf der Lauchernalp zum Spezialtarif von 40 Franken (nur vor Ort einlĂśsbar) inklusive einem CĂźpli. www.loetschental.ch

VERCORIN Skifahren, Hotel und Schokolade FĂźnf Ăœbernachtungen, 4-Tages-Skipass und eine Tafel Schokolade ab 455 Franken pro Person. www.sierre-anniviers-booking.com/tourise/ hotel-chocolat GĂźltig vom 11. bis 24. März 2018.

RUND UM VISP Guter Preis Skiticket und Ăœbernachtung im Hotel zu Sonderkonditionen. Zum Beispiel: Drei Ăœbernachtungen, 4-Tages-Skipass fĂźr 389 Franken pro Person. GĂźltig vom 5. März bis 4. April 2018. www.moosalpregion.ch

SAAS -FEE Mehrwert mit Wintercard Wer die WinterCARD besitzt kann ein Upgrade fĂźr nur 111 Franken kaufen und erhält im Gegenzug einen Mehrwert von Ăźber 1000 Franken. Enthalten sind VergĂźnstigungen fĂźr Ăœbernachtungen, Attraktionen (wie beispielsweise Fonduegondel), gratis Gepäcktransport von zu Hause bis zu ausgewählten Hotels/Ferienwohnungen und weitere VergĂźnstigungen. www.saas-fee.ch/wintercardgold Zum Saisonschluss Après-Ski-Parade in Saas-Fee am 14. April 2018. http://www.saas-fee.ch/de/winterevents/ apres-ski-parade/

4-VALLÉES PORTES -DU-SOLEIL Gutes Angebot Im Skigebiet von Portes-du-Soleil (650 km Pisten). 1160 Franken fĂźr zwei Personen, inklusive drei Ăœbernachtungen mit Halbpension, 4-Tages-Skipässe, ein Eintritt im Bad von Val d’Illiez. GĂźltig vom 11. März bis Saisonende. Das Angebot ist auch mĂśglich fĂźr sieben Ăœbernachtungen und 6-Tages-Skipass (2240 Franken fĂźr zwei Personen). Oder FamilienPacket (sieben Nächte, 6-Tages-Skipass. Basis: Zwei Erwachsene, zwei Kinder bis 15 Jahre. Ăœbernachtung im Familienzimmer, zum Preis von 3440 Franken). Weitere Infos und Angebote: www.ski-and-bike.ch, www.telechampery.ch

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SNOWACTIVE

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Fßr Ski-Debßtanten In Nendaz und Veysonnaz werden Ski-Anfänger sorgsam in die Fahrtechnik eingefßhrt. Skimterial, Skiticket, zwei Stunden Unterricht und Eintritt im Spa des Bisses fßr 111 Franken. Gßltig an Wochenenden in März (siehe Website): https://www.nendaz.ch/tourisme/osez-5389.html Weitere Angebote: www. nendanz.ch/tourisme

Saas-Grund: Am Ostersonntag, 1. April 2018, auf Kreuzboden gemĂźtlicher Saisonausklang mit Nostalgieskirennen: http://www.hohsaas.info/ index.php/events-winter

VISPERTERMINEN Kulinarisch Skiwandern https://www.heidadorf.ch/de/aktivitaeten/kulinarische-events/kulinarisches-schneeschuhlaufen Der Event ďŹ ndet am ersten März-Samstag statt.

Alle Angaben ohne Gewähr. Massgebend sind die Angaben auf den jeweiligen Webseiten.


La Voix Romande. Westschweizer Skimeisterschaften Weiterhin «Piste gut!»

A

ndré Bula, Waadtländer Pionier des SC Montreux-Glion-Caux und Schneesportfan, liebt es seit jeher, seine Leidenschaften zu teilen. Mit ihm war immer etwas los! Auch schaffte er es, zwischen den Sportdisziplinen Brücken zu schlagen. Als Mann mit verschiedenen Funktionen – Präsidentenämter und andere – hat er zum Beispiel die Westschweizer Skimeisterschaften aus der Taufe gehoben. Und das vor vierzig Jahren! Von Slalom über Riesenslalom bis zur Abfahrt: Die Ausstrahlung dieses Grossanlasses, der den Skiwettbewerb populär gemacht hat, ist heute stärker denn je. So wurden zum Beispiel auch die Snowboarder an die Meisterschaft zugelassen, wenn auch ohne grosse Begeisterung, wie Pierre Kaufmann präzisiert. Als unermüdlicher Verantwortlicher Breitensport bei «Ski romand» weist er dabei auf die anfängliche Zurückhaltung bei den unterschiedlichen Disziplinen hin. Vom Thema Snowboard geht der Allrounder gerne zum 11. Welschschweizer Volkscup und zu den 9. Clubmeisterschaften über. Diese attraktiven Anlässe verbinden die Menschen, erleichtern vielen den Einstieg und erfreuen sich einer ungebrochenen Beliebtheit bei jungen Teilnehmenden. Anders gesagt: Die mittlerweile hochgeschätzten Westschweizer Volksmeisterschaften sind im Lauf der Jahre unverzichtbar geworden und reiten unbeirrt auf der Erfolgswelle. Dies natürlich nur, solange Petrus mitspielt. Leider war dies in den letzten Jahren bekannterweise nicht der Fall. Trotz dem noch so leidenschaftlichen Einsatz vieler Freiwilliger und grosser Vorbereitungsarbeiten mussten sie letztes Jahr einmal mehr abgesagt werden. Für Pierre Kaufmann wird es wohl ein letzter Test sein darauf zu achten, dass dies nicht so bleibe. Er hat nämlich unter vorgehaltener Hand eingestanden, zum letzten Mal für diese Grossanlässe tätig zu sein. Für einen Event ohne Misstöne. Und hoffentlich erfolgreich, ohne launenhaftes Wetter, dafür mit umso reichlicherem Schnee, um die Löcher der vorangegange-

hochmotivierte Freiwillige geben alles, damit die Meisterschaft stattfindet. (Unter www.skiromand.ch gehts zur Anmeldung.)

Aldo H. Rustichelli ist ein ausgewiesener Kenner der Skisportszene, namentlich auch in der welschen Schweiz. Er hat viele Jahre die französischsprachige Ausgabe von Snowactive (und früher «Ski») mit seinen Texten über die Romandie, das französischsprachige Wallis und den Neuenburger und Berner Jura bereichert. Die welsche Schweiz wird mit der «Stimme der Romandie» in jeder Ausgabe eine Plattform erhalten.

nen Jahre zu füllen. Und um den Winter aus vergangenen Tagen wiederzufinden. Hoffen wir, dass dieser Enthusiast des geschichtsträchtigen SC Onex, der die Unterstützung von erfahrenen Organisatoren immer gut einzuschätzen wusste, noch nicht sein letztes Wort gesprochen hat. Seit vierzig Jahren also organisieren eine Handvoll Skistationen und im Dienst der Sache agierende Clubs die Westschweizer Meisterschaften – ein fast biblisches Alter. Um das Modell nachhaltig zu sichern, werden den Schneesportlern mehr und mehr auch weniger bekannte Orte erfolgreich bekanntgemacht. Mit Fahrgarantie weit weg der masslosen gigantischen Gebiete. Diesbezüglich ist Rathvel zu erwähnen, oberhalb Châtel-St-Denis, die Dent de Vaulion oder Mauborget, preiswerte Orte für das Austoben zwischen Slalompfosten. Nach den ersten vielversprechenden Schneefällen hoffte man gelassen auf Andrang an den Skiliften. Jedenfalls wurden Zweifel aus dem Weg geräumt und

Remake des «Grand bleu» in Zinal! Wechseln wir übergangslos von den Ski zu den Schneeschuhen, um uns dem Val d’Anniviers zu widmen. Erkunden wir den Gletscher von Zinal, zusammen mit Stéphane Albasini («Alba»). Der bekannte Bergführer, der seltene Augenblicke einfangen kann und als Skifahrer hungrig ist auf schöne Hänge, befindet sich auf einem schönen Lebensweg. Dabei hat in seiner Winteragenda auch ein Anlass zwischen Mitte Dezember und Mitte März einen festen Platz: die geführte Tour zum Gletscher ganz hinten im Tal. Seit 22 Jahren nimmt dieser Abenteurer interessierte Wanderfreunde ins Schlepptau, um ihnen die Kristalle einer sich stetig wandelnden Höhle zu zeigen. Das Licht darin verzaubert den Ort immer wieder neu, es sind immer wieder andere magische Momente, von denen man nicht genug bekommt. Nichts sei voraussehbar, sagt das ehemalige Mitglied des Schweizer Langlaufteams aus der Zeit von 1974 bis 1976. Der anerkannte Himalayabesteiger ist mit dieser Höhle mehr und mehr magisch verbunden. «Alba» weist zudem besonnen und realistisch darauf hin, dass infolge der Klimaerwärmung der Gletscher rund 300 Meter zurückgegangen ist. Im Schatten der majestätischen Krone mit ihren Viertausendern (Zinal-Rothorn, Obergabelhorn, Dent Blanche, Mont Durand und Grand Cormier) hat die Natur die Landschaft stetig verändert. Deshalb wird man fortan das im Rucksack mitgebrachte Picknick ein bisschen weiter hinten einnehmen müssen! Mit seiner von Leidenschaft geprägten, unverkennbaren Stimme, die Worte artikulierend wie ein Erzähler, lässt Stéphane Albasini die unbekannte Dimension des Bergs aufleben. Die Dimension, die im Bauch des Gletschers tief unter vielen Kubikmetern Eis den Zugang zum von Stalaktiten umgebenen «Grand Bleu» ermöglicht. (info@montagne-evasion.ch)

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Service // 50-Jahr-Jubiläum Audi

AMAG & Swiss-Ski

Goldenes Jubiläum Vor 50 Jahren – in der Wintersaison 1967/68 haben Swiss-Ski und die AMAG entschieden, einen gemeinsamen Weg zu gehen. Seither stellte die AMAG den Sportlern, Betreuern und Funktionären von Swiss-Ski als Sponsoringleistung zirka 8500 Fahrzeuge der Marken Volkswagen und Audi zur Verfügung. Die Athletinnen und Athleten wissen diese Unterstützung sehr zu schätzen und haben sich zum 50-Jahr-Jubiläum einige Gedanken gemacht:

NEVIN GALMARINI, SNOWBOARDER

BEAT FEUZ, SKIRENNFAHRER

Mein geilstes Erlebnis mit Audi war, als ich zur «Racing Experience» in Berlin eingeladen wurde. Dort durfte ich mit dem sogenannten Audi R8 LMS, einem richtigen Rennauto der GT3 Serie, einige Runden drehen. Damit ging für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung. Es war absolut krass, wie diese Maschine abgegangen ist. Spannend war auch das professionelle Coaching, bei welchem ich vieles über Fahrtechnik gelernt habe und das ich auch heute beim Fahren auf der Strasse anwenden kann. Kurz nach diesem Rennerlebnis bekam ich von der AMAG einen Audi S4 für ein Jahr zur Verfügung gestellt. Ein Auto zu fahren, dass ich mir niemals hätte leisten können, war unglaublich.

Es ist wirklich cool, dass wir ein solch tolles Auto erhalten. Es ist jedes Jahr das Ziel, so eines zu bekommen – dazu müssen wir natürlich auch gute Leistungen auf den Ski erbringen. Toll ist, dass das Fahrzeug bei den vielen Reisen auch wirklich gebraucht wird. So ein sicheres und gutes Auto unterstützt auch, dass ich an den Wettkampf-Locations erholt aussteigen kann.

MICHELLE GISIN, SKIRENNFAHRERIN

DARIO COLOGNA, LANGLÄUFER Mit Audi haben wir einen perfekten Autopartner im Wintersport. Ich wohne in Davos und bin im Winter bei schneebedeckten Strassen immer wieder froh, ein so gutes Fahrzeug zu fahren. Mein Lieblingsaudi war der RS6, welchen ich nach meinen Olympiasiegen in Sotschi bekommen habe – ein sensationelles Fahrgefühl.

Mein SQ5 ist perfekt. Als ich erfahren habe, dass ich so ein grosses Fahrzeug bekommen werde, war ich ein wenig besorgt. Ich befürchtete, dass ich innerhalb kürzester Zeit einige Kratzer haben würde. Mit den vielen Einparkhilfen ist dies aber praktisch unmöglich. Ich habe mich in meinen Wagen richtiggehend verliebt, denn er hat viel Power und bietet trotzdem ausreichend Platz für mein ganzes Gepäck. Mein Audi ist dank der erhöhten Sitzposition sehr angenehm zu fahren und ich möchte ihn nicht mehr hergeben.

AUF G E ZE I CH NE T : R E G UL A L A Z Z A RE T T I

SIMON AMMANN, SKISPRINGER

LARA GUT, SKIRENNFAHRERIN Ich bin stolz, Audi als Partner zu haben. Sie unterstützen mich schon seit dem Anfang meiner Karriere. Bereits mein erstes Auto war ein Audi – da kann ich mich sehr glücklich schätzen. Mit Audi fühle ich mich auf der Strasse sicher, was nicht zu unterschätzen ist, so viele Stunden wie ich im Auto sitze. Im Winter bin ich besonders für das geheizte Lenkrad dankbar, zudem ist das AudioSystem einfach unglaublich. Es fehlt nur noch eine Tasse Espresso und ich könnte im Audi leben. 58

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AUDI STARKER PARTNER IM WINTERSPORT Audi ist bereits seit mehreren Jahrzehnten Partner des internationalen Wintersports. Neben der Rolle als Hauptsponsor und Namensgeber des Audi FIS Ski Weltcup sind die vier Ringe beim Audi FIS Ski Cross Weltcup seit 2011 als Titelsponsor präsent. Audi war ebenfalls Presenting Sponsor der FIS Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2015 in Vail/Beaver Creek (USA) und 2017 in St. Moritz (Schweiz). Audi ist Sponsor des Weltcups der Nordischen Kombination und seit der Saison 2014/15 auch Partner des FIS Skilanglauf- und Skisprung-Weltcups. Eine junge Zielgruppe spricht Audi durch die Partnerschaft mit der Freeride World Tour an, die seit Beginn der Saison 2013/14 besteht. Ebenfalls unterstützt Audi (AMAG) seit vielen Jahrzehnten national die Skiverbände Swiss-Ski und LSV und engagiert sich für die Nachwuchstouren Audi Snowboard Series und die Audi Skicross Tour.

FOTOS: AM AG

An meinem Audi schätze ich, dass ich ruhig und bequem von A nach B komme und mich auf der Fahrt entspannen kann. Im Auto habe ich Zeit, Ideen weiterzuentwickeln und zu sortieren, was mir sehr wichtig ist. Nach der WM 2007 durfte ich einen neuen Q7 fahren und dann nach Olympia 2010 einen RS5. Das hat einfach unglaublich grossen Spass gemacht. Sehr eindrücklich und unvergesslich war jeweils die erste Fahrt mit unseren Kindern vom Spital nach Hause. Mit der Familie bekommt Autofahren grundsätzlich eine andere Dimension. Nun schätze ich den grossen Kofferraum in meinem A6 sehr.


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Achtmal aufgeschnappt 1

3 können die Zermatter Gäste nun auch zwei gratis Skitage im neuseeländischen VulkanSkigebiet Mt. Ruapehu geniessen. Mt. Ruapehu ist seit jeher mit der Schweiz verbunden, denn es war der Schweizer Walter Haensli, der Mitte der Fünfzigerjahre im Auftrag der neuseeländischen Regierung im Ruapehu-Gebiet die erste Skiarena Neuseelands errichtete. Heute bilden die zwei Skigebiete am Mt. Ruapehu zusammen Neuseelands grösstes Skigebiet mit insgesamt 27 Anlagen, welche zwischen Juni und Oktober geöffnet sind.

FOTO: ZVG.

Eine Saisonkarte fürs Skifahren in Zermatt ist keine günstige Angelegenheit – 1655 Franken kostet der Pass im Winter 17/18 für Erwachsene. Dafür bekommt man aber auch allerhand geboten: 360 Pistenkilometer zwischen Zermatt und Cervinia und 52 Anlagen bis auf 3883 Meter Höhe. Damit nicht genug – mit einer Zermatter Saison- bzw. Jahreskarte kann man kostenlos zwei Tage im kalifornischen Squaw Valley Skifahren und von einer 20-ProzentErmässigung auf Skipässe in der Jungfrau Region profitieren. Dank der neuen Partnerschaft

Schweiz gegen Österreich – Das alpine Legendenquartett

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Skinnies ist eine effiziente Sonnencreme Weil Skinnies-Sonnenschutz nicht mit Wasser verdünnt wird, braucht man nur eine kleine Menge für den ganzen Tag. Ausserdem trocknet er in Nullkommanichts und ist weder weiss noch fettig. Und weil Skinnies umweltbewusst ist und mit Al Gore darin übereinstimmt, dass der Planet ein bisschen Hilfe braucht, ist Skinnies zur Umwelt genauso freundlich wie zur Haut. Alle Verpackungsmaterialien sind recycelbar und Skinnies versucht, den CO2-Fussabdruck der Produktion (welche in Down Under unter der brennendsten aller Sonnen stattfindet) eher in der Grösse eines einzelnen Zehs zu halten.

Die Rivalität zwischen der Schweiz und Österreich im Skirennsport ist selbst bereits legendär. Was liegt also näher als je zwanzig der grössten Heldinnen und Helden der Weltcupgeschichte aus beiden Ländern in ein illustriertes Kartenspiel zusammenzuschmelzen – und so schönste Erinnerungen an Zeiten wachzurufen als sich die Familie in corpore beim Mittagessen noch vor den Televisionsgeräten versammelte, mit Bernhard, Maite, Pirmin, Vreni und Erika mitfieberte oder vice versa mit Karl, Franz, Annemarie, Anita und Hermann. Das Quartett kann unter www.legendenquartett.ch bestellt werden.

FOTO: ZVG.

Zermatt Bergbahnen AG spannen mit neuseeländischem Skigebiet Mt. Ruapehu zusammen

www.skinnies.ch Sandra Stockinger, Leiterin Marketing und Verkauf, Zermatt Bergbahnen AG, und Ross Copland, CEO, Mount Ruapehu.

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«Roxy x Biotherm» – Snow-Kollektion mit Hautpflege Frostige Temperaturen, trockene Luft und Reibung von Kleidung dehydrieren und reizen die Haut, vor allem auf Gesicht, Hals und Händen. In Partnerschaft mit der Elite-Hautpflege-Marke Biotherm, hat Roxy die erste Reihe von Winter-Produkten kreiert, die die Haut pflegt. Die «Roxy x Biotherm»Kollektion beinhaltet Halswärmer, Jackenkragen, Handschuhe, Fäustlinge und Innenhandschuhe. Pflegende Mikrokapseln, die in den Stoff eingebettet sind, beru60

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higen und pflegen die Haut. Wenn sie der Reibung mit der Haut ausgesetzt sind, platzen die Mikrokapseln und entfalten ihre beruhigende Wirkung direkt auf der Haut. Das Ergebnis? Ausgeglichene, weiche und geschmeidige Haut, die den ganzen Tag mit Feuchtigkeit versorgt wird. Das Gewebe kann 15 Mal bei 40 Grad gewaschen werden, bevor die Wirkung nachlässt. www.roxy.ch

Die Locals kennen ihn, den Signature Trail. Den Pfad, der ihrem Bike-Revier den Stempel aufdrückt. Der Charakter der Strecken reicht von genussvoll bis actionreich, von flowig bis anspruchsvoll, von angelegt bis naturbelassen und wild. Bisher sind in 15 Mitgliedsregionen von «Mountain Bike Holidays» Signature-Trail-Videos produziert worden, die den Charakter dieser einzigartigen Pfade widerspiegeln. Mit 360°-Aufnahmen, Drohnenflug und Super-Slow-Motion kommt somit das Abenteuer direkt ins Wohnzimmer. Und beim nächsten Urlaub mit «Mountain Bike Holidays» wird der Signature Trail garantiert zum unvergesslichen Highlight. www.signature-trails.com www.bike-holidays.com

F OTO: MOUNTA IN BIKE HOLIDAYS

Signature Trails – die Videos


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Schriftstellerin und Übersetzerin Antje Rávic Strubel ist begeisterte Skifahrerin. In ihrem neuen Buch «Gebrauchsanweisung fürs Skifahren» erkundet sie die Geheimnisse rund um das älteste Fortbewegungsmittel der Menschheit. Ob Arlberg, Feldberg oder Holmenkollen: Viele Orte rühmen sich, die Wiege des Skisports zu sein – und alle haben irgendwie recht. Antje Rávic Strubel spannt den Bogen von den Anfängen bis zu heutigen Materialien, von Fahrtechniken bis zum richtigen Wachs.

Carola und Michael Hartweg, die Investoren der Biathlon-Arena Lenzerheide AG, haben eine Stiftung gegründet. Die Stiftung BiathlonArena Lenzerheide hat in erster Linie zum Ziel, den Nachwuchs im Biathlonsport zu fördern. Ebenfalls soll in die Infrastruktur und den Betrieb der Biathlon-Arena Lenzerheide investiert werden, damit Athleten, Teams und Besucher optimale Bedingungen vorfinden. «Einerseits möchten wir den Athleten den Weg ebnen, um an die Weltspitze zu gelangen, andererseits soll die Sportart in der Schweiz mehr Popularität erhalten», so Carola Hartweg. Der Stiftungsrat wird komplettiert durch Benno Burtscher, Rechtsanwalt in Chur. Als Botschafter der Stiftung fungieren u.a. Selina Gasparin, Serafin Wiestner und Mauro Caviezel.

Literarische Liebeserklärung ganz in Weiss

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Ein online Museum bietet spannende Einblicke in die Schweizer Skigeschichte Eine spannende und umfassende Reise in die Vergangenheit des Skisports haben der Ski-Historiker Luzi Hitz und Pierre Schneider, ehemaliger Profi-Freestyler und Restaurator von Ski-Ausrüstungen, auf der Webseite www.swissskimuseum.com zusammengetragen. Interessante Artikel und Einträge zu Schweizer Firmen, die Ski, Schuhe, Stöcke oder Bindungen hergestellt oder sich im Bereich Beläge, Kanten und Wachs verdient gemacht haben, findet man auf der Webseite ebenso

wie Kurzfilme aus den Dreissigerund Vierzigerjahren, Pioniere aus alten Zeiten oder Kontaktadressen von Ski-, Bahn- und Schneesportmuseen aus der ganzen Welt. Die Webseite wird laufend vervollständigt – demnächst mit Infos zu Wintersportorten, Plakaten, Rennfahrern, Rennen, Freestyle, Literatur, Links und News. Das online Museum bietet einen informativen, breit gefächerten und vielversprechenden Einblick in die Schweizer Skigeschichte. Derzeit ist die Seite nur auf Englisch verfügbar. Deutsche und französische Versionen sind geplant.

ISBN 978-3-492-27671-9 224 Seiten

Biathlon-Sport soll durch Stiftung mehr Popularität erhalten

Infos unter: www.biathlonarena.ch/stiftung

www.swissskimuseum.com

Advertorial // Rivella

Limited Edition für die Olympischen Spiele

Die Olympischen Winterspiele in PyeongChang stehen vor der Tür! Als Premium Partner von Swiss Olympic geniesst Rivella das Recht, exklusiv die Olympischen Spiele kommunikativ nutzen zu dürfen. Dazu hat Rivella eine eigene Limited Edition kreiert. Zum ersten Mal in der Geschichte der Firma wurde dabei der klassische Rivella-Schriftzug auf der Etikette ersetzt. Via Deckelcode können die Konsumenten tolle Preise von Rivella und dem Promotionspartner Ochsner Sport gewinnen. Auf Social Media setzt Rivella von Januar bis Februar den Fokus voll und ganz auf die Olympischen Winterspiele.

Unter anderem lernen die Fans koreanische Weisheiten kennen, erhalten Einblick in das Leben der Schweizer Athletinnen und Athleten und erfahren spannende Fakten rund um das Thema Olympische Winterspiele.

Auch bei den Events nimmt Rivella Bezug auf die Olympischen Winterspiele. So sind in den Rivella-Partnerskigebieten Adelboden, Arosa, Engelberg und Nendaz verschiedene Samplings sowie in den Filialen des Promotionspartners

Ochsner Sport diverse Aktivierungstage geplant. Für den Famigros Ski Day, bei dem Rivella bereits seit Beginn stolzer Partner ist, wurde extra eine spezielle Aktivierung konzipiert. Bei dem unter dem Namen #Allin4TeamSUI lautenden Spiel, erhält jeder Teilnehmer zu Beginn ein Rubbellos. Die aufgerubbelten Symbole können anschliessend mit den Gewinnsymbolen am RivellaStand vor Ort verglichen werden. Den Gewinnern winken tolle Sofortpreise oder, wenn sie «All-In» gehen, die Chance auf weitere grossartige Preise am «Rivella #Allin 4TeamSUI Flaschendrehen». FEBRUAR 2018

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Sci Svizzera italiana

Il team dello Sci & Snowboard Club Bellinzona.

Nell'ambito dei festeggiamenti del suo novantesimo anniversario, lo Sci & Snowboard Club Bellinzona ha organizzato, congiuntamente alla Federazione Sci Svizzera Italiana (FSSI), una serata di festa in piazza a Bellinzona. A fine stagione un evento-incontro con Bernard Russi.

L

o Sci & Snowboard Club Bellinzona, SSCB, è per tradizione l'organizzatore della tappa ticinese dello Swiss ski summer trophy, evento promosso dalla federazione svizzera che ogni estate permette a squadre composte da cinque bambini o giovani in età tra i 7 e i 16 anni di sfidarsi in una competizione polisportiva stile giochi senza frontiere. L’evento si svolge presso le strutture dell’Ufficio cantonale dello Sport e permette ad ogni squadra di mostrare le proprie capacità nelle varie postazioni di forza, resistenza, coordinazione e destrezza. Lo Swiss ski summer trophy non è di certo l’unica attività proposta dal sodalizio bellinzonese che, nato nel 1928, festeggia in questo 2018 il suo 90° anniversario. Ed è proprio per sottolineare l’importante traguardo che lo SSCB ha accresciuto il proprio calendario eventi, dove spicca il Big Air, una serata di festa organizzata lo scorso sabato 6 gennaio in piazza del Sole a Bellinzona. Lo spettacolo, allestito in collaborazione con la Federazione Sci Svizzera Italiana, prevedeva uno show di salto acrobatico, disputato su una rampa mobile fra le più grandi al mondo, montata nel cuore della città. L’infrastruttura ha permesso l’ese-

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DICEMBRE 2018 FEBBRAIO 2017

cuzione di salti in un contesto cittadino, con atterraggio su un particolare telone e senza dover produrre o trasportare neve. La serata in tema après-ski è stata animata da musica e da un bar con raclette non stop, ma già nel pomeriggio la capitale si era accesa con attività e giochi per i più piccoli assieme ai monitori dello Sci & Snowboard Club Bellinzona. Come ha ricordato il presidente del club Marzio Medaglia ai microfoni RSI del Quotidiano del 6 gennaio, lo Sci Club Bellinzona fu tra i primi a livello cantonale, anche se il primato del più longevo club della Svizzera italiana spetta allo Sci club Airolo, fondato nel 1904. In un tempo in cui lo sci non era ancora così in voga, i dirigenti del club cittadino, tra cui il primo presidente Arturino Salvioni, colsero subito l’importanza di divulgare questo magnifico sport anche in «pianura». Da 90 anni si susseguono dirigenti, monitori, aiutanti e amici, tutti uniti dall’attaccamento al club e che dedicano il loro tempo a puro titolo di volontariato. Assieme si divertono e

Immagini dell’evento Big Air organizzato in Piazza del Sole a Bellinzona.

rendono gli sport di scivolamento sulla neve una realtà accessibile a molti bambini e bambine, ragazzi e ragazze. Nel 1995 il club ha cambiato il nome in Sci & Snowboard Club Bellinzona, permettendo anche alla disciplina con la tavola, in quegli anni in forte espansione, di ritagliarsi il suo spazio. In novant’anni di storia lo SSCB ha svolto uscite e campeggi in molte località delle nostre montagne, da Bosco Gurin ad Airolo, da Sörenberg a Engelberg, da Andermatt a Sedrun, da Stoos a Davos, da Celerina a Zuoz. Andermatt è stata la località dove i ragazzi e i monitori di Bellinzona hanno passato moltissimi inverni ed è rimasta nel cuore a molti monitori, i «diavoli rossi», come il mitico Bernhard Russi, campione di casa, li aveva soprannominati. E sarà proprio Russi l’ospite di un altro evento che lo Sci & Snowboard Club Bellinzona organizza per fine stagione 2018. Oggi dirigente sportivo e progettista di piste, l’urano è ricordato per il suo ricco palmarès: 1 oro e 1 argento ai Giochi olimpici (Sapporo 1972 e Innsbruck 1976), 1 oro ai Mondiali (Val Gardena 1970) e 9 vittorie in Coppa del mondo, sempre in discesa libera. Il programma dei festeggiamenti prevede pure altre attività, sia interne al club sia aperte a tutti gli amici dello sci, tra cui una cena di gala e l’assemblea ordinaria della FSSI che lo Sci & Snowboard Club Bellinzona ospiterà a fine stagione. E L I A S TA MPA N O N I

INFORMAZIONI E CONTAT TI www.fssi.ch / info@fssi.ch

FOTO: SACHA DI POI, SSCB

90 anni per lo Sci & Snowboard Club Bellinzona


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ALLGEMEINE TEILNAHMEBEDINGUNGEN AN WETTBEWERBEN

Zur Teilnahme an den Verlosungen im Magazin ÂŤSnowactiveÂť ist jede in der Schweiz und Liechtenstein wohnhafte Person berechtigt, unter Ausschluss der Mitarbeitenden von ÂŤSnowactiveÂť, Swiss-Ski sowie Prosell AG, deren PartnerďŹ rmen und der beauftragten Agenturen. Die Teilnahmefrist wird fĂźr jeden Wettbewerb separat deďŹ niert.

Leicht

Sofortgewinner werden mit Hilfe eines Zufallsalgorithmus ausgelost und umgehend benachrichtigt. Die Ziehung des Hauptpreises erfolgt nach Ablauf der Teilnahmefrist. Nur korrekte und vollständige Angaben von Zustellungsdaten (Name, Adresse, Ort) berechtigen zur Preiszustellung. Die Preise werden den Gewinnern per Post an die angegebene Adresse zugestellt. TeilnahmemÜglichkeiten: Post, Email oder Online.

Es ist weder eine Barauszahlung noch ein Umtausch der gewonnenen Preise mÜglich. Die Teilnehmer willigen ein, dass die ßbermittelten Daten durch Snowactive und deren Partner fßr Marketingaktivitäten weiterverwendet werden kÜnnen.

Ăœber den Wettbewerb wird keine Korrespondenz gefĂźhrt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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PS.

Graubündens «statistische Skikrise»

F

ritz Züger gehörte bei uns Journalisten zu den beliebtesten Trainern. Primär, weil er ein netter Kerl ist. Aber auch, weil er das Herz gerne auf der Zunge trägt und selten ein Blatt vor den Mund nimmt. Was ihm nicht immer gut bekam. Fritz hatte eine angeborene Eigenschaft: Er dachte journalistisch. Ohne Umschweife sprach er die relevanten Fakten an. Selbst als er in den regionalen Bereich zum weiblichen Nachwuchs im Bündner Skiverband herabstieg, fiel ihm eines sofort auf: Noch nie hat eine Bündnerin ein Weltcuprennen gewonnen – ein unglaubliches Faktum. Am 9. Dezember 2017 ist es endlich soweit: Jasmine Flury aus Monstein bei Davos tilgt im 51. Weltcupjahr diesen unrühmlichen Fleck und gewinnt in St. Moritz den Super-G. Die NZZ betreibt aufwändige Ahnenforschung, wie eine solche Durststrecke möglich war, und kapituliert schliesslich vor einem Rätsel. Der Blick listet in schweisstreibender Fleissarbeit alle Weltcuperfolge auf und ordnet sie aufgrund der Geburtsorte der Sieger und Siegerinnen den entsprechenden Kantonen zu. Und stösst ebenfalls an Grenzen: Die einstige Ski-Königin Erika Hess (31 Siege) ist natürlich, auch wenn im Internet etwas anderes steht, eine waschechte Nidwaldnerin und dort zur Welt gekommen, im Weiler Aeschi ob Wolfenschiessen. Weils am Geburtstag stark schneite und das schmale, steile Strässchen nicht geräumt war, sei die Hebamme fast zu spät gekommen, erzählte einst Erikas Mutter. Weltweit erfolgreichstes Skizentrum ist der schwedische Flecken Tärnaby am Polarkreis. Ingemar Stenmark (86 Siege), Anja Pärson (42), Stig Strand und Jens Byggmark (je 2) stammen

Richard Hegglin war als Agenturjournalist während vier Jahrzehnten für den Skisport unterwegs und sass 20 Jahre im FIS-Weltcup-Komitee. Heute schreibt er für Snowactive und diverse Tageszeitungen.

von dort. Das Dörfchen hat 492 Einwohner. Statistisch holte also jeder vierte einen Weltcupsieg. Da kann höchstens Erikas Hess’ Geburtsort Aeschi NW mithalten, zumal auch Cousine Monika vom Nachbarhaus zweifache Weltcupsiegerin ist. Zusammen haben die beiden 33 Mal gewonnen und damit mehr Siege errungen als der Weiler Einwohner hat. Wobei der Vergleich hinkt, weil Aeschi keine eigene Gemeinde oder Körperschaft ist. Unbestrittene Skihochburg ist das Wallis, das rund für einen Fünftel aller 568 Schweizer Weltcupsiege sorgte. Sehen lassen darf sich auch die Bilanz der vermeintlichen Ski-Diaspora Zürich. 34 Siege gehen auf das Konto dieses Kantons. Im letzten Jahr war Niels Hintermann aus Bülach sogar einziger Schweizer Weltcupsieger. Verbandstechnisch gehört auch die Region Hoch Ybrig mit Wendy

Holdener zum Zürcher Skiverband, womit der Kanton im Skisport fast erfolgreicher ist als im Fussball ... Bemerkenswert sieht auch der Leistungsausweis der Innerschweiz aus, obwohl dort erst ein einziges Mal ein Weltcuprennen – 1987 ein Frauen-Slalom in Flühli – stattfand. Uri, Schwyz und Unterwalden holten zusammen 86 Siege. Der Kanton Schwyz galt einst, als Lara Gut ihre Schriften noch in Arth deponiert hatte, als Epizentrum des Frauen-Skisports. Und stolz sei vermerkt, dass auch das kleine Zug schon einen Weltcupsieger stellte. Der Italiener Ivano Edalini gewann Mitte der Achtzigerjahre zwei Rennen. Er ist in Zug geboren und verbrachte da die ersten sieben Lebensjahre. Um auf Hobby-Statistiker Fritz Züger zurückzukommen, der sich nicht mit fremden Federn schmücken will: Jasmine Flury war keine seiner Nachwuchsfahrerinnen. Dafür Vanessa Kasper, die Ende Jahr in Lienz den 27. Platz belegte. Und sich Züger eine abstrus scheinende Frage stellte: sind das nicht die ersten Weltcuppunkte einer Bündnerin im Riesenslalom überhaupt? Das Verrückte an Zügers Gedanke: Er hatte (fast) recht. Nur Jessica Pünchera und Erika Dicht waren in der alpinen Basisdisziplin mit einem 26. und 22. Platz einst minim besser. Und Marianne Jäger gelang als einziger mit einem 7. Platz jemals ein Spitzenresultat. Das war 1974 in Grindelwald. In einem halben Jahrhundert nur ein einziges Top-20-Resultat, das ist ein noch erstaunlicheres Phänomen als 51 Jahre ohne Sieg. Höchste Zeit, dass Jasmine Flury dieser «statistischen Krise» ein Ende setzte.

IMPRESSUM Snowactive Februar 2018, 51. Jahrgang; erscheint 6-mal jährlich ISSN 1661-7185 Herausgeber und Verlag Strike Media Schweiz AG, Gösgerstrasse 15, 5012 Schönenwerd, Telefon 062 858 28 20, Fax 062 858 28 29 in Kooperation mit Swiss-Ski, Postfach, 3074 Muri, Telefon 031 950 61 11, Fax 031 950 61 12 Redaktion Snowactive Gutenbergstrasse 1, 4552 Derendingen, Telefon 058 200 48 28 Verlagsleitung Wolfgang Burkhardt Redaktionsausschuss Joseph Weibel (Leitung; j.weibel@snowactive.ch), Röbi Brandl, Wolfgang Burkhardt, Erika Herzig (Leitung; erika.herzig@swiss-ski.ch), Regula Lazzaretti (regula.lazzaretti@swiss-ski.ch), Annalisa Gerber (Sponsoring; annalisa.gerber@swiss-ski.ch)

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FEBRUAR 2018

Fotoredaktion Erik Vogelsang Inserate Prosell AG, Schönenwerd, Rebekka Theiler (r.theiler@prosell.ch), Wolfgang Burkhardt (w.burkhardt@prosell.ch) Übersetzungen Sprachdienste Vogt-Schild Druck AG, Derendingen/SO Konzept, Design und Produktionsverantwortung Brandl & Schärer AG, Olten, Röbi Brandl, Kurt Schärer Aboservice Prosell AG, Schönenwerd, info@prosell.ch, Telefon 062 858 28 28 Jahresabonnement CHF 49.– für ein Jahr, CHF 89.– für zwei Jahre (inkl. MwSt.) Copyright Strike Media Schweiz AG, Gösgerstrasse 15, 5012 Schönenwerd Nachdruck Nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion gestattet www.snowactive.ch, feedback@snowactive.ch, info@snowactive.ch

Adressänderungen Alte und neue Adresse an Swiss-Ski, Postfach, 3074 Muri, Telefon 031 950 61 11, Fax 031 950 61 12

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