Schweizer Landtechnik 12/2019

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Dezember 2019

SATELLITEN UND DROHNEN Schnappschüsse aus dem Orbit Drohneneinsatz im Pflanzenschutz Benzin- und Akku-Sägen im Vergleich Sicherheit im Umgang mit Seilwinden


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Dezember 2019 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 8 12 16 20 24 26

CNH-Chef Hubertus Mühlhäuser im Interview

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Schwerpunkt: Satelliten und Drohnen Welchen Nutzen bringt «die Sicht von oben»? Unterstützung durch Satelliten Rasante Entwicklung der Drohnentechnologie Landi Weinland: Sprühdrohne im Rebberg Komplett auf Precision Farming umgestellt

Impression 28 30 34

Agrar «Bison 552» bei Eric Brunnschweiler Mit Akku-Motorsägen in den Wald Erster «StalkBuster» in der Schweiz

34

Wissen 36 38

Sensor-Kartoffel hilft Schäden zu vermeiden Was können «Head-up-Displays»?

Management 39

Auto-Lernfahrausweis für 17-Jährige

Plattform 40 45 46

Neuheiten auf der Agritechnica Elektrische Kehrmaschine von Aebi Schmidt Reifenproduktion bei Vredestein

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Sicherheit 48

Vorsicht bei der Seilwindenarbeit

Passion 50

Der «Volkswagen des Bauernstandes»

SVLT 53 Fahrkurs «Profis fahren besser» 54 Sektionsversammlungen 56 Sektionsnachrichten 62 Porträt: René Tschümperlin aus Alpthal SZ 63 Kurse und Impressum

Titelbild: Drohnen und Satelliten liefern viele Daten für eine immer präziser funktionierende Landwirtschaft.

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www.facebook.com/­ CHLandtechnik

Roman Engeler

Die Technik beeinflusste die Landwirtschaft in der Vergangenheit und ist auch in der modernen Agrarwirtschaft ein prägendes, wenn nicht das prägende Element. Dank dieser Technik wurde es nämlich erst möglich, dass wenige Landwirte so viele Menschen ernähren können. Pflug, Dreschmaschine oder Traktor gelten retrospektiv betrachtet als wichtige Meilensteine der Landtechnik. Je nach persönlicher Lesart oder Firmeninteresse gibt es natürlich noch Dutzende solcher Meilensteine mehr. Mittlerweile, so macht es jedenfalls den Anschein, haben Begriffe wie «Smart Farming», «Big Data», «Sensoren» oder «Robotik» das Zepter in der Landtechnik übernommen. Drohnen und Satelliten ermöglichen heute nicht nur eine bis anhin verborgene Sicht von oben, sie liefern auch völlig neue Daten – vor allem viele Daten für eine immer präziser funktionierende Landwirtschaft. Ob die Digitalisierung dereinst auch als prägender Meilenstein in die Geschichte der Landtechnik eingehen wird, werden wir erst in einigen Jahren feststellen können. Anzunehmen ist es aus heutiger Sicht jedenfalls. Nicht wenige Landwirte begegnen diesen neuen Trends aber skeptisch und werden sich vielleicht fragen, wie digital sie und ihre Mitarbeitenden auf den Betrieben noch werden müssen, um mit der Entwicklung Schritt halten zu können. Daten sind ja gut. Ob viele Daten aber besser sind, hängt ganz davon ab, wie man sie agronomisch sinnvoll nutzen kann. Das wird die grosse Herausforderung der Digitalisierung sein und letztlich darüber entscheiden, ob man damit auch etwas verdienen oder Kosten einsparen kann. Ausgabe Nr. 1 erscheint am 16.1.2020

Bild: agrarfoto.com

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Aktuelles

In Kürze Motorenbauer FPT hat eine Absichtserklärung zur industriellen und kommerziellen Zusammenarbeit mit Microvast, einem in Entwicklung und Fertigung führenden Hersteller von langlebigen und sicheren Ultra-Schnelllade-Antriebsbatteriesystemen, unterzeichnet. John Deere hat im Geschäftsjahr 2019 (Abschluss per 3. November 2019) bei einem Gesamtumsatz von 39,3 Mrd. US-Dollar einen Gewinn von 3,3 Mrd. US-Dollar erreicht. Die Kantonspolizei Thurgau hat Ende November im Rahmen einer Grosskontrolle Rü­ bentransporte unter die Lupe genommen und dabei sieben Lenker (Bremsen, falsch eingelöste Anhänger) verzeigt. SVLT-Präsident Werner Salzmann hat im zweiten Wahlgang die Wahl in den Stände­ rat geschafft und wird die nächsten vier Jahre seinen Heimatkanton Bern wie den Schweizerischen Verband für Landtechnik im Stöckli vertreten. Chefwechsel bei Fendt: Christoph Gröblinghoff (53) übernimmt den Vorsitz der Geschäftsführung von Peter-Josef Paffen, der in den Ruhestand geht. Trelleborg und Agricolus haben eine Partnerschaft abgeschlossen und wollen innovative, cloudbasierte Lösungen für die Präzisionslandwirtschaft gemeinsam entwickeln. Helmut Korthöber, bisher Direktor für Marketing und strategische Planung bei John Deere, wechselt zu GEA, bekannt als Spezialist für Stalltechnik und Systemanbieter für die Nahrungsmittelindustrie. Vogelsang und John Deere gehen Synergien in der Gülleausbringung ein. Dabei geht es um die Kombination von «Section­ Control» und der Teilbreitenautomatik «Comfort Flow Control» (CFC). Die Smart-Farming-Plattform «Barto powered by 365FarmNet» ist lanciert. Sie wurde spezifisch für die Schweizer Landwirtschaft angepasst. DeLaval bringt das neue automatische Melksystem «VMS V310» auf den Markt. Fendt hat den Elektro-Traktor «e100 Vario» technisch überarbeitet. Neu gibt es eine «Typ 2 Ladesteckdose». Bei Reform übernimmt Reinhard Riepl die Geschäftsführung von Clemens Malina-­ Atzinger, der aber weiterhin Vorsitzender des Vorstandes bleibt.

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Unkrautbekämpfung mit Strom in Plantagen CNH Industrial und Zasso haben bereits vor einiger Zeit eine Vereinbarung über eine exklusive Vermarktung des elek­ trischen Unkrautbekämpfungssystems «XPower» vereinbart (Bild). Der Vertrieb erfolgt unter dem Dach von «AgXTend», einer Plattform, auf der CNH mit inno­ vativen Start-up-Firmen zusammenarbeitet und diesen einen exklusiven Vertrieb und den gesamten CNH-Kanal anbietet. Nun soll diese Koo­ peration weitergeführt werden, indem Zasso das System als «XPS» auch für die spezifischen Ansprüche des Wein- und Obstbaus verfügbar macht. Das «XPS»-Konzept basiert auf computergenerierten Simulationen und wird mit modernen Sensortechnologien der Fachhochschule Aachen validiert. Die mechanische Lösung besteht

aus zwei statischen Elektroden und einer Elektrode, die auf zwei passiven Dreh­ achsen schwingt. Alle Teile sind auf einer isolierenden Grundstruktur aus Glasfaser befestigt. Die Kinetik des Abfangarms sei dabei besonders wichtig gewesen, um den Unkrautbereich unter Berücksichtigung der Integrität des Stiels zu optimieren, heisst es in einer Pressemitteilung. «XPS» soll ab dem vierten Quartal 2020 zur Verfügung stehen.

Mobile PV-Anlage Der Spezialpreis des Schweizerischen Landmaschinen-Verbands im Rahmen der Agropreis-Verleihung geht in diesem Jahr an Bernhard Aeschlimann aus Eriz BE von der Alp Honegg. Er entwickelte zusammen mit Max Ursin, Batteriespeicher-Pionier und Gründer des Start-ups Innovenergy GmbH, eine mobile Solaranlage für eine nachhaltige Stromproduktion auf Alpwirtschaften. Die Anlage, die seit 2016 in Betrieb ist, kann eine Alternative zu Benzin- oder Diesel­generatoren sein. Eine Photovoltaikanlage, die sich zusammenfalten und transportieren lässt, sorgt zusammen mit einer Salzbatterie, die auf einen Anhänger montiert worden ist, für eine saubere Energie-

lösung auf Alpen und liefert beispielsweise Strom für die Melkmaschine, Milchkühlung, Licht und vieles mehr. Wird die Solaranlage im Winter nicht auf der Alp benötigt, wird sie mitsamt dem Batterie-Anhänger zusammengepackt, ins Tal transportiert und dort weiterverwendet, was die Rentabilität erhöht. Dazu kann sie in kürzester Zeit aufund wieder abgebaut werden.

2000 Heukräne Bächtold Landtechnik aus Menznau LU hat im Beisein der Firmeninhaber An­ dreas Wittwer und Philipp Loosli den 2000. Heukran montiert. Die Firma baut nicht nur Eigenentwicklungen, sondern ist auch ein bekannter Landmaschinenhändler, vor allem für Schneckenpumpen, Ballengeräte und Kippschaufeln. Die Eigenentwicklung eines stufenlosen Fahrantriebs für den Heukran «PowerDrive+» wurde 2018 mit dem zweiten

Preis des «Swiss Innovation Award» der Schweizer Landtechnik bedacht.


Aktuelles

250 000 Sämaschinen

Neue Modelle

Amazone kann feiern, denn das Familienunternehmen hat eben die 250 000. Sämaschine verkauft. Die Ursprünge der Sämaschinen-Geschichte führen auf das Jahr 1947 zurück. Damals entwickelte Heinrich Dreyer zusammen mit einem Herrn Kademann die erste Sämaschine «D1» mit 2 m Arbeitsbreite, die mit dem innovativen Elite-Särad für Feinund Normalsaat ausgestattet war. Diese Sämaschine revolutionierte die Ausbringung von Zwischenfrüchten, denn im Vergleich zu den damaligen Sämaschinen mussten bei der «D1» nicht ständig die Säräder getauscht werden. Heute hat Amazone unterschiedlichste Sämaschinen und -verfahren in Arbeitsbreiten von 2,5 m bis 15 m für verschiedenste Betriebsgrössen und Bodenstrukturen im Angebot.

Nach dem endgültigen Auslauf der Modelle «2070LP» und «2070LPT» mit 80 PS aufgrund der aktuellen Abgasnormen stellt Weidemann die beiden Nachfolgermodelle «2080LP» sowie «2080LPT» vor: Diese beiden Modelle hat der Hersteller überarbeitet und sie werden jetzt standardmässig mit einem Deutz-Motor «TD 2.9» (45 kW / 61 PS) ausgestattet. Optional ist ebenfalls ein Deutz «TCD 2.9» (55,4 kW / 75 PS) verfügbar. Beide Motoren sind mit DOC (Diesel­ oxidationskatalysator) und DPF (Dieselpartikelfilter) ausgestattet und entsprechen der aktuellen Abgasnormstufe 5. «LP» steht bei Weidemann für «Low Position». Durch die tiefer gelegte Fahrerstand- und Sitzposition hat die Maschine eine geringere Bauhöhe.

«Evanza» Das «Evanza»-Melkzeug von DeLaval ist das erste Melkzeug weltweit, das ein Kartuschensystem anstelle eines Zitzengummis nutzt. Dank dem weichen Silikonkopf und dem langlebigen Schaft aus TPE passen sich die Kartuschen optimal der Zitze an. Das System soll auch durch seine Lang­lebigkeit überzeugen. Es sollen bis zu 5000 Melkungen pro Kartusche möglich sein. Das Melkzeug beinhaltet ein neu gestaltetes Sammelstück, das problemlos einen hohen Milchfluss erlaubt. Ein einfacher Schnell­ verschluss am Milchschlauch – zwischen Sammelstück und Melk­becher – ermöglicht einen mühelosen Austausch. Der Kartuschenwechsel ist so bis zu dreimal schneller als bei einem konventionellen Zitzengummi und erspart kostbare Arbeitszeit und Ressourcen.

Agrar Landtechnik neu mit Manitou Seit dem 1. November 2019 importiert und vertreibt Agrar Landtechnik die Kompakt- (mit Panzerlenkung) und (teles­ kopierbaren) Knicklader (Radlader) von Manitou in der Schweiz. Rund 100 Händler wurden Anfang Dezember in Balterswil TG über das neue Programm in­ formiert, das bei Agrar Landtechnik die Produk­te von Kramer ersetzt, von denen man sich Anfang dieses Jahres trennen musste. Verkaufsleiter Karl Tanner zeigte sich begeistert über die komplette Produkt­reihe mit einem guten Manitou-­ Image. «Manitou verwendet für diese Modelle ausnahmslos hochwertige Komponenten namhafter Hersteller.» Weiter

erwähnte Tanner die gut geschützte Kinematik und generell die robuste Ausführung mit hochwertigem Stahl als besondere Merkmale dieser Fahrzeuge. Auf dem Bild: Michael Jahn und Domenic Welzel (beide Manitou Deutschland) sowie Ivo Fausch und Karl Tanner (beide Agrar Landtechik, v. l. n. r.).

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Aktuelles

Mulcher-Kombination Mit dem «Pegasus Autark 8000» bringt Sauerburger eine 7,90 m breite Mulcher-Kombination auf den Markt, die ein eigenes Fahrwerk, eine Bordhydraulik und einen Aufbaumotor für das direkte Mulchen hinter dem Maishäcksler hat. Später soll es noch einen «Pegasus Autark 9500» mit 9,40 m Arbeitsbreite geben. Es stehen zwei Aufbaumotoren mit 300 oder 350 PS Leistung zur Verfügung. Die neuen autarken Mulcher-Kombinationen können je nach Zugmaschine mit einer Kugelkopfkupplung oder einer Zug­ öse angehängt werden. Mit einer Bedieneinheit in der Kabine führt der Fahrer alle Funktionen des Grossmulchers aus.

50 Jahre Landini-Import Jean-Pierre Stauffer und sein Sohn Sébastien (im Bild) konnten an der diesjährigen Hausmesse das 50-Jahr-Jubiläum des Landini-Imports feiern. Es war am 1. April 1970, als auf dem Firmengelände der Samuel Stauffer SA in Les Thioleyres die ersten Landini-Traktoren der «5000»er-Baureihe aus Italien per Lkw-Transport eintrafen. Die von Stauffer importierten Landini-Traktoren waren dann 1971 erstmals an der Agrama in Lausanne zu sehen. An der Hausmesse präsentierte der Schweizer Landini- und McCormick-Importeur den vielen Besuchern zudem eine neue Ausstellungshalle mit Büro und Schulungsräumen sowie den seit Kurzem in Betrieb genommen, grosszügigen Promodis-Ersatzteile-Shop. Neben den Traktoren von Landini und McCormick gibt es an der Stauffer-­E xpo noch viel anderes zu sehen. So etwa einen

Klimatakt vorgeben Bis vor Kurzem war die Ökologiebewegung noch ein Nischen­thema. Kaum eine politische Debatte kommt an Schlagworten zu Klima- oder Umweltschutz vorbei. Die Landtechnikindustrie antwortet darauf mit dem For­ schungs­projekt «EkoTech», das die Kraftstoff-Effizienz ins Zentrum stellt. In einem Forschungsprojekt ist es einem Konsortium aus Industrie, Wissenschaft und Verbänden gelungen, herstellerübergreifend nachzuweisen, dass innovative Maschinen, intelligente Prozess-Steuerung und moderne Bedienkonzepte mit einer deutlich geringeren Diesel­ menge auskommen als herkömmliche Verfahren. Die Grös­senordnung bewegt sich zwischen 35 und 40 %.

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neuen Rundballenwagen mit hydraulischer Ladungssicherung von Fruehauf Agro oder den Elektro-Teleskoplader «6.26 Full Electric» von Faresin.

Weidebelüfter für Einachser Köppl GmbH aus Saldenburg (D) hat einen neuen Weidebelüfter ins Programm aufgenommen. Der Weidebelüfter hat eine Arbeitsbreite von 200 cm, ist 126 kg schwer (mit Sämaschine 173 kg), die Zinkenreihen sowie der Planierschaber sind höheneinstellbar. Die Weide­ belüfter-Funktionen können über den elektrischen Anbaugeräte-­ Anschluss vom Holm des Einachsers aus gesteuert werden. Vorne sind zwei Tragräder, die manuell in der Höhe verstellt werden können. Optional kann eine pneumatische Sämaschine aufgebaut werden, mit der Saatgut über einen Luftstrom gestreut wird. Die Saat wird durch die Schläuche auf Prallteller geleitet, die sich vor den flexiblen Zinken befinden.


Aktuelles

Aktive Anbaugerätesteuerung Für Anwendungen, die eine hohe Präzision erfordern, gibt es von John Deere eine integrierte, aktive Anbaugerätesteuerung. Sie sorgt automatisch für einen spurgetreuen Nachlauf des Anbaugeräts und schont so Bestände. Zudem werden durch die aktive Anbaugerätesteuerung zufällige Beschädigungen an Bewässerungsleitungen und Gräben vermieden, die aufwendige Reparaturen erfordern. Das System eignet sich für Geräte in der Dreipunkthydraulik, die über einen Verschiebezylinder seitlich ver­schoben werden, sowie für Anbaugeräte mit ansteuerbaren Deichseln, Achsen oder Scheiben­sechen. Jeweils ein am Traktor und ein am Anbaugerät installierter «StarFire 6000»-Empfänger sorgen für die Kommunikation zwischen den Maschinen und gewährleisten so eine exakt aufeinander abgestimmte Spurführung. Mithilfe von RTKoder SF3-­Signalen meistert das System gerade Strecken und Kurven.

Zwiespältige Aussichten Das Familienunternehmen Jenz besteht in vierter Generation und kann demnächst das 100-Jahr-Jubiläum feiern. Eher zwiespältig blickt man beim Hackerspezialisten aber in die Zukunft. Einerseits sei der Schnitzelpreis am Boden, anderseits sei aber keine Kaufzurückhaltung feststellbar. Es bestehe derzeit ein Überangebot an Maschinen, was mit dem «zu billigen» Geld zu begründen ist. Jenz arbeitet beim Bau der Fahrzeuge mit MAN zusammen. Die Aufbaumotoren werden von MTU und Cat bezogen. Auf dem Markt seien tendenziell mehr Selbstfahrer gefragt, während die Nachfrage nach kleineren, gezogenen Maschinen abnehme, betonte Jenz an der Agritechnica.

Full House bei Serco Die rund 800 eingeladenen Landwirte und Lohnunternehmer konnten am erstmals als «Serco Night» betitelten, traditionellen Kundenanlass Ende November eine Vielzahl von Neuheiten – darunter die neuen «Lexion»-Mähdrescher von Claas, den Claas «Axion 900» mit Raupenlaufwerk, die Rundballenpresse Claas «Rollant 520», Wickler aus dem Hause Tanco, automatische Fütterungstechnik von Trioliet oder kameragesteuerte Hacktechnik von Carré – begut­ achten und mit Vertretern der Hersteller sowie den Serco-Mitarbeitenden dis­ kutieren. Die «Serco Night» ging dann fast nahtlos in den «Serco-Profitiertag» über, an dem es zahlreiche Aktionen und Frühbezugsrabatte aus dem Sortiment von Claas, Fliegl, Carré, Trioliet und weiteren Marken gab.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell John Deere «6219R» von Siku im Massstab 1:32.

SMS – und gewinnen mit

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Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell John Deere «6210R». Die glückliche Gewinnerin des Modells New Holland «T8.390», das in der November-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Mercedes Darbellay und kommt aus 1945 Liddes.

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Markt | Interview

Hubertus Mühlhäuser will in den nächsten fünf Jahren rund 13 Mrd. US-Dollar in CNH Industrial investieren, knapp die Hälfte davon ins Geschäft mit Landtechnik. Bilder: R. Engeler

Steyr soll Premium-Traktor-Marke werden Vor rund einem Jahr übernahm Hubertus Mühlhäuser das Steuer von CNH Industrial. Die «Schweizer Landtechnik» hatte die Gelegenheit, den starken Mann hinter den Marken «Case IH», «New Holland» und «Steyr» über die künftige Ausrichtung des Konzerns zu befragen. Roman Engeler Schweizer Landtechnik: Seit gut einem Jahr sind Sie Chef von CNH Industrial. Was haben Sie bei Ihrem Start in diesem doch sehr grossen Unternehmen vorgefunden? Hubertus Mühlhäuser: Ich habe ein Unternehmen mit einer unglaublichen Breite und Vielfalt von Technologien und starken Marken – insbesondere im Agrarbereich – vorgefunden. Einige Teile von CNH Indus­ trial habe ich zuvor bereits gekannt, andere wie Iveco oder Magirus noch zu wenig, weshalb es in einer ersten Phase vor allem darum ging, dieses, wie Sie sagen, grosse Unternehmen mit seinen rund 65 000 Mitarbeitenden und den fast 30 Mrd. US-Dollar Umsatz besser kennenzulernen. Anschliessend habe ich die Konzernleitung 8

Schweizer Landtechnik 12 2019

umstrukturiert und ein Team gebildet, mit dem ich einen strategischen Businessplan für die künftige Entwicklung von CNH Industrial erarbeitet habe. Waren die bisherigen Strukturen für Ihre Vorstellungen zu kompliziert? Normalerweise entwickelt man ja zuerst die Strategie und etabliert dann eine entsprechende Führungsstruktur. Aber CNH Industrial war führungsmässig doch etwas gar kompliziert organisiert, weshalb ich zunächst eine neue und verschlankte Führungsstruktur, passend zu den vier industriellen Segmenten, etabliert habe. Parallel dazu gibt es nun auch eine funktionale Ebene, auf der wir die übergreifenden Megatrends wie Digitalisierung, Automatisie-

rung und alternative Treibstoffe bearbeiten. Diese Trends ziehen sich wie ein roter Faden durch alle unsere Divisionen. Wie sieht die Strategie nun konkret aus? Die Strategie basiert auf drei Pfeilern: Der erste Pfeiler ist Wachstum und Marktanteilsgewinne durch Innovation. Unser stra-

Der Biogas-Traktor von New Holland ist kein Konzept mehr, diesen Traktor kann man heute kaufen.


Interview | Markt

tegischer Plan sieht vor, dass wir in den nächsten fünf Jahren rund 13 Mrd. US-Dollar in das Unternehmen investieren wollen, knapp die Hälfte davon ins Agrargeschäft und dort mit starkem Fokus auf digitale Technologien, Automatisierung sowie alternative Antriebe wie Biogas oder Hybride. Damit wollen wir ein Wachstum von 5 % pro Jahr erreichen. Einerseits glaube ich, dass die weltweiten Landtechnikmärkte generell wieder ansteigen, anderseits haben wir noch Potenzial bei den Marktanteilen, speziell im deutschsprachigen Raum. Der zweite Pfeiler beruht auf Profitabilitätssteigerungen durch Verschlankung von Prozessen und Strukturen, um agiler am Markt zu agieren. Auch der Service soll verbessert und effizienter werden. Das Arbeiten mit CNH Industrial und unseren Marken soll unbürokratisch sein – die Schweizer würden dies «speditiv» nennen. Vor einigen Wochen sind Pläne betreffend Aufspaltung von CNH Industrial bekannt geworden. Was wollen Sie damit erreichen? Das ist der dritte Pfeiler unserer Strategie: Wir wollen das «On-Road»-Geschäft mit Iveco (Lastwagen und Busse) und FPT-Motoren von CNH Industrial abspalten und separat an die Börse bringen. Es werden am Ende also zwei börsenkotierte Unternehmen sein, die jeweils weltweit führend in ihrem Geschäft sind. Grund für diese Aufspaltung sind gerade die Megatrends, die ich vorhin erwähnt habe. Sie sind zwar für beide Bereiche «On-Road» und «Off-Road» da, aber wir sehen ein ganz unterschiedliches Investmentprofil und eigentlich nur wenig Synergien. Die einzigen Synergien sind die Motoren, weshalb wir langfristige Lieferverträge mit FPT vereinbaren werden, so dass das Know-how von FPT den Land- und Baumaschinen erhalten bleibt. Letztlich wollen wir damit einen stärkeren Managementfokus auf das Kerngeschäft richten, aber auch einen Mehrwert für unsere Aktionäre schaffen.

Positive Folgen: Das verbleibende Unternehmen CNH Industrial wird mit rund 15,6 Mrd. US-Dollar Umsatz hauptsächlich ein Agrartechnik-Konzern sein. Heute macht die Landtechnik nur rund 40 % des Umsatzes aus, morgen werden es dann 75 % sein. Flankiert wird das Agrargeschäft durch Baumaschinen und Spezialfahrzeuge. Fokussieren wir uns auf die Landtechnik. Wie wollen Sie die drei Hauptmarken «Case IH», «New Holland» und «Steyr» künftig positionieren? New Holland ist der breit aufgestellte Fullliner, vom kleinen bis zum grossen Traktor mit einer absoluten Tiefe im Grünfutter- und Erntetechnikbereich. New Holland ist seit vielen Jahren weltweit führend bei Mähdreschern und wird diesen Bereich weiterhin stark im Fokus haben. Darüber hinaus ist diese Marke engagiert in Spezialsegmenten wie im Wein-, Frucht- oder Gemüsebau. Case IH positionieren wir zwar auch als Fullliner mit Traktoren und Erntetechnik, aber eher bei professionellen Grossbetrieben sowie bei Lohnunternehmern. Steyr ist für uns die «High-Tech»-Marke im Traktorensegment. Steyr wird künftig mit neuen Technologien auf den Markt kommen, bevor diese den Schwestermarken zur Verfügung stehen. Für diese Überlegungen steht der Konzepttraktor mit Hybrid-Antrieb, den wir auf der Agritechnica präsentiert haben. Steyr wird ein auf Europa fokussierter Hersteller bleiben, und nur

Steyr ist heute in Europa nicht so repräsentiert, wie es sein könnte und wie wir das in Zukunft wollen.

Wie weit sind diese Pläne mittlerweile fortgeschritten? Die Pläne kommen gut voran, weitere Details werden im Laufe des Jahres 2020 veröffentlicht, beginnend mit den Ankündigungen des Managements im zweiten Quartal. Ziel ist, dass wir diese Abspaltung per 1. Januar 2021 vollzogen haben.

als Traktorhersteller am Markt auftreten und so attraktiv werden für ergänzende Vertriebspartnerschaften mit anderen europäischen Geräteherstellern wie Kuhn, Amazone, Krone, Pöttinger, Lemken oder Horsch. Man stellt ja fest, dass diese sogenannten «Shortliner» zunehmend von den grossen Fulllinern aus den Vertriebskanälen gedrängt werden und nach einem Premium-Traktorenhersteller für den gemeinsamen Vertrieb suchen.

Welche Folgen wird das für das Agrartechnik-Geschäft von CNH Industrial haben?

Die Marke «Steyr» ist aber gerade in Europa nicht auf allen Märkten präsent. Soll sich das ändern?

Hubertus Mühlhäuser war vor seinem CNH-Engagement unter anderem bei Agco tätig, wo er als Senior Vice President für den Motorenbereich und für verschiedene Marktregionen verantwortlich war.

Absolut, Steyr ist heute bei weitem in Europa nicht so repräsentiert, wie es sein könnte und wie wir das in Zukunft wollen. Ich sehe für diese Marke noch einiges Potenzial, speziell im Zuge der sich verändernden Vertriebsnetze. Mit der Übernahme von Kongskilde hat CNH Industrial einen weiteren Schritt in Richtung Fullliner gemacht. Diese Maschinen stehen erst für die Marke «New Holland» zur Verfügung. Soll sich das in Zukunft ändern? Diese Maschinen sind vorerst auf New Holland beschränkt. Daneben werden die Geräte aber weiterhin in den Farben von Kongskilde über unsere Netzwerke und über andere OEM-Händler vertrieben. Das Programm von Kongskilde in den Farben von New Holland ist nicht auf allen Märkten verfügbar. Üben Sie da Druck auf die länderspezifischen Vertriebsorganisationen aus, damit sie diese Maschinen mit ins Verkaufsprogramm aufnehmen? Wir sind derzeit dabei, unseren Handel gerade in Europa weiter zu professionalisieren. Da wird es bestimmt etwelche Änderungen geben, auch in die Richtung, die Sie erwähnt haben. Auch in der Schweiz? Auch in der Schweiz! Wollen Sie die Fullliner-Strategie generell weiter ausbauen? Auf jeden Fall und zwar dort, wo wir die Marken «New Holland» und «Case IH» in ihrem jeweiligen Segment stärken kön12 2019 Schweizer Landtechnik

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Markt | Interview

nen. Wir haben ja kürzlich mit K-Line (Gerätehersteller), ATI Track Systems (Raupenlaufwerke) oder AgDNA (Farmmanagement-Software) einige Akquisitionen getätigt. Weiter wurde die Zusammenarbeit mit DataConnect und dem Agrirouter angekündigt. Wir prüfen kontinuierlich den Markt für weitere strategische Akquisitionen, die unser Portfolio ergänzen und verbessern werden. Steyr präsentierte auf der Agritechnica eine Konzeptstudie eines Hybrid-Traktors, New Holland die Weiterentwicklung des mit Methan (Biogas) betriebenen Traktors und Case IH startete schon vor einigen Jahren in Richtung autonomes Fahren. Wie geht es mit diesen Studien weiter? Eines vorweg, der Biogas-Traktor von New Holland ist kein Konzept mehr, diesen Traktor kann man heute kaufen und er wird aus meiner Sicht ein ganz neues Segment eröffnen. Ich finde es erstaunlich, dass unsere Wettbewerber noch nicht auch auf diesen Zug aufgestiegen sind. Denn mit Biogas kann ein Landwirt selbst kostengünstig und nachhaltig sowie CO2-neutral (bis hin zu CO2-reinigend) seinen eigenen Treibstoff herstellen und damit richtig Kosten sparen und gleichzeitig der Umwelt helfen. Mit der Konzeptstudie von Steyr wollen wir in Richtung Hybrid-Antriebe gehen. Das heisst, grösstmögliche Elektrifizierung mit Diesel- oder auch mit Gas-Antrieb. Wir analysieren nun das Feedback. Rein technisch könnte ein solcher Traktor schon in wenigen Jahren marktreif werden. Es ist sicher, dass die Elektrifizierung auch in der Landtechnik weiter Einzug hält – als Antrieb für den Traktor, aber auch die Anbaugeräte. Wie sieht aus Ihrer Sicht der Traktor der Zukunft aus? Es wird wohl eine Synthese aus diesen genannten Antriebstechnologien sein. Ich sehe auch eine zunehmende Automatisierung unserer Geräte bis hin zum autonomen Fahren, weil doch vielerorts die geschulten Arbeitskräfte in der Landwirtschaft nicht mehr in ausreichender Zahl vorhanden sind. Der auf der Agritechnica vorgestellte neue Case IH «Magnum» ist die logische Fortsetzung der oben erwähnten Studie eines autonomen Traktors; er fährt auf dem Feld komplett autonom, (wie auch unsere Mähdrescher). Übrigens arbeitet auch New Holland an autonom agierenden Maschinen und hier vor allem für den Weinbau. Weiter wird es flexiblere sowie elektrische Antriebe 10

Schweizer Landtechnik 12 2019

«Wir sind derzeit dabei, unseren Handel weiter zu professionalisieren, um das angestrebte Wachstum zu erreichen», betont Hubertus Mühlhäuser im Interview mit der «Schweizer Landtechnik».

geben sowie mannigfaltige Sensoren, und die Traktoren werden zur Optimierung der Nutzungs- und Wartungszyklen komplett vernetzt sein und über sogenannte Control Rooms vom Hersteller mit überwacht werden, um eine optimale Einsatzbereitschaft sicherzustellen.

Wir prüfen kontinuierlich den Markt für weitere strategische Akquisitionen, die unser Portfolio ergänzen werden.

Mit «AgXtend» hat CNH Industrial eine Innovationsplattform geschaffen. Welche Idee steckt dahinter? Es geht mit «AgXtend» um die Frage, wie können wir mit Start-up-Firmen zusammenarbeiten. Und wie können wir unseren qualitätsbewussten Kunden experimentelle Agrartechnologien, wie die umweltfreundliche Unkrautvernichtung mit Strom, näherbringen und anbieten. Wir schauen uns regelmässig Start-ups an. Finden wir dabei etwas Spannendes, laden wir diese Firmen ein, ihre Produkte über unseren weltweiten Handel exklusiv zu vertreiben. Für diese meist kleinen Unternehmen ist es fast wie ein «Sechser im Lotto», sie kommen quasi über Nacht zu tausenden von Verkaufspunkten. Für uns sind diese Partnerschaften inspirierend. Sie führen häufig zu gemeinsamen Projekten und zu technologischen Weiterentwicklungen bei unseren Produkten. Was kann man in diesem Zusammenhang künftig noch erwarten?

Wir stehen da erst am Anfang, das kann sich in jegliche Richtung weiterentwickeln, denn AgXtend ist ein stetig wachsender «Inkubator», also ein Brutkasten für junge Unternehmen. Wir nehmen zurzeit fast jedes Quartal ein weiteres Unternehmen unter AgXtend auf. Das Spannende an der Landtechnik ist, dass es sich um eine extrem innovationsgetriebene Branche handelt. Da werden täglich neue Entwicklungen präsentiert, jeden Monat entstehen zwei, drei neue Firmen, die sich vor allem dem Thema einer fortschrittlichen, digitalen Bewirtschaftungstechnologie annehmen. CNH Industrial soll ein offener Technologie-Konzern sein, mit dem man gerne Geschäfte macht, und der sich neuen Sachen nicht verschliesst. CNH Industrial ist den digitalen Plattformen «DataConnect» und «Agrirouter» beigetreten. Welche Chancen geben Sie diesem Hersteller übergreifenden Datenaustausch? Dieser Beitritt steht im Einklang mit dem Bekenntnis von CNH Industrial zu einem «offenen» digitalen Technologie-Ansatz. Der Landwirt soll wählen können, welches die beste Lösung für ihn ist. «DataConnect» ermöglicht Landwirten und Lohn­unternehmen mit gemischten Flotten, die Analysen ihrer landwirtschaftlichen Geräte effektiv zu verwalten und in das bestehende Flottenmanagement zu integrieren. Beide Plattformen wollen die Schaffung von Austauschstandards für Industriedaten vorantreiben. Das Ganze wird zu einer Steigerung der Produktivität führen, wenn der Landwirt seine Daten austauschen kann, sei es im Bereich der Maschinenwartung, aber auch in der effektiven landwirtschaftlichen Produktion. Geschlossene Systeme werden in Zukunft keine Chance haben, davon bin ich überzeugt.


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Satelliten und Drohnen

Betrachten und Interpretieren von Satellitenbildern von «Sentinel 1/2» über dem Berner Seeland vom 27.10.2019 (links Radar-Sensor, rechts optischer Sensor). Bild: H. Röthlisberger, Cropx

Unterschiedliche Sichtweisen von oben Die Frage, ob die Digitalisierung die Landwirtschaft vorwärtsbringt oder fesselt, lässt sich nicht in digitaler Sprache mit «null» oder «eins» beantworten. Es braucht differenziertere Antworten. Auch bei der Frage nach dem Sinn von Drohnen oder Satelliten: Beide Systeme liefern interessante, wenn auch unterschiedliche, Informationen. Ruedi Hunger

Die Sichtweise von Drohnen und Satelliten ist zwar «von oben herab», aber im Unterschied zu gesellschaftlichen und politischen Sichtweisen nicht auf die eigenen Vorteile ausgerichtet. Fernerkundung ist berechenbar und im Verhalten neutral. Drohnen und Satelliten liefern als Rohdaten Pixelwerte, die verarbeitet und aus denen relevante Infor­ mationen erst herausgelöst werden müssen. Drohnen wie Satelliten bieten in erster Linie Hinweise, zeigen Unterschiede oder Gleichheiten an. Der Landwirt muss 12

Schweizer Landtechnik 12 2019

vorerst ebenso oft aufs Feld gehen wie früher. Erst später, wenn die Messwerte abgeglichen und entsprechende Erfahrungen vorhanden sind, ist auch mit einer Arbeitserleichterung zu rechnen.

Kostenfreie Satelliten Seit die europäische Weltraumorganisation ESA mehrere Satelliten-Duos auf einer Polarumlaufbahn in einer Höhe von ungefähr 700 km platziert hat, wird die Erde regelmässig in verhältnismässig schmalen

Streifen abgetastet. Neben optischen Erdbeobachtungssatelliten stehen auch Radarsatelliten zur Verfügung, was gute Voraus­setzungen für landwirtschaftliche Fernerkundung gibt. Nur, mit den RadarRohdaten kann ein Landwirt kaum etwas anfangen, da die Verarbeitung spezielle Software und spezielle Kenntnisse verlangt. Die notwendige Bildbearbeitung ist in der Regel aufwändig. Beispielsweise benötigt es Spezialprogramme für die Herstellung von Vegetationsindizes als


Satelliten und Drohnen

Mass für die Pflanzenvitalität aus Multispektralbildern. Für qualitativ weniger anspruchsvolle Anwendungen gibt es entsprechende Web-Dienste. Das «Copernicus»-Programm der ESA begann mit dem Start des ersten «Sentinel»-Satelliten 2014. Ende 2020 ist geplant, «Sentinel-6» zu starten. Für die Fernerkundung in der Landwirtschaft sind die «Sentinel-1A/B»- und «Sen­tinel2A/B»-Satelliten von Bedeutung. «Sentinel-1» hat auf der polaren Umlaufbahn eine Wiederkehrrate von sechs Tagen, «Sentinel-2» eine von fünf Tagen. Eine Umlaufdauer beträgt 90 Minuten.

Wozu eignen sich Radardaten? Schaut man die landwirtschaftlichen Anwendungen näher an, kommt man bei der Nutzung von Radardaten – wie könnte es anders sein – vorerst auf Präzisionslandwirtschaft. Das heisst, in den Bereichen Düngung und Pflanzenschutz bestehen Nutzungsmöglichkeiten. Traktoren und andere Maschinen, die bereits ein Positionierungssystem nutzen, können die Satellitendaten zur bedarfsgerechten Bewirtschaftung verwenden. Vor allem in der grossflächigen Landbewirtschaftung eignen sich Satellitendaten auch zur Schadensschätzung. Beispielsweise werden nach Unwetterschäden starke Veränderungen in geschädigten Zonen genauer betrachtet. Auch bereits vorhandene Vorschäden werden sichtbar. Radardaten eignen sich besonders zum Erkennen von Frost, Dürre und Überschwemmungen, aber auch Hagel- und Sturmschäden lassen sich abbilden. Die Auswirkungen von kontinentalen oder weltweiten Dürreperioden (2018) sind für ein grossflächiges Monitoring auf Fernerkundungsdaten angewiesen.

Satellitendaten haben für die Präzisionslandwirtschaft einen immer grösser werdenden Nutzen. Bild: M. Schick

Vernetzung erforderlich Analog zu terrestrischen (irdischen) Systemen besteht auch bei Satellitensystemen ein grundsätzliches Problem: Die Interpretierung von Luftbildern ist nicht eindeutig. Beispielsweise kann eine verminderte Vitalität in einer Getreidekultur unterschiedliche Gründe haben. Der Grund kann sowohl Stickstoffmangel als auch Wassermangel sein. Das bedingt, dass weitere zusätzliche Informationen wie Bodenkarten, Witterungsverlauf, Topographie und Angaben zu bereits durchgeführten Massnahmen zur Verfügung stehen. An sich sind diese Parameter heute über «Landwirtschaft 4.0» alle vernetzbar.

Drohnen – keine Spielzeuge Richtig eingesetzte Drohnen sind in der Lage, den Landwirt mit verschiedenen Informationen zu versorgen und helfen ihm, seinen Betrieb zu optimieren. Drohnen sind also mehr als nur ein Spielzeug.

Definition spezifischer Begriffe • O rthofoto, verzerrungsfreie und massstabgetreue Abbildung der Erdoberfläche, die durch Bearbeitungsverfahren aus Luft- und Satellitenbildern abgeleitet wird. • UAV (Unmanned Aircraft System), Bezeichnung für ein unbemanntes Luftfahrzeug, das durch einen Computer oder vom Boden über eine Fernsteuerung betrieben und navigiert wird. • RPAS (Remotely Piloted Aircraft Systems), dieser Begriff umfasst unbemannte Luftfahrzeuge, die nicht autonom operieren, sondern von einer Bodenstation überwacht und kommandiert werden.

• V TOL (Vertical Take-off and Landing), Fluggeräte, die vertikal starten und landen, die sich in Fluglage aber horizontal bewegen. • Lidar-Sensor (light detection and ranging) ist eine dem Radar verwandte Methode zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung sowie zur Fernmessung atmosphärischer Parameter. Statt der Radiowellen wie beim Radar werden Laserstrahlen verwendet. • Eine interaktive Drohnenkarte des Bundesamtes für Zivilluftfahrt BAZL zeigt, wo Einschränkungen und Verbote existieren. Die Karte kann auch in der App «Swiss Map Mobile» angezeigt werden.

Zweck dieser «Überwachungsflüge» ist einerseits die Früherkennung von pflanzenbaulichen Problemen, um damit frühzeitig und wirkungsvoll die Verluste zu minimieren. Anderseits sind es schlag­ bezogene Informationen über die Kulturpflanzen, beispielsweise deren Vitalität, die Früherkennung von Krankheiten, Schädlings- und Krankheitsdruck, aber auch die nachfolgende Beurteilung von getroffenen Massnahmen oder von durchgeführter Bodenbearbeitung. Der Markt für «UAV»- oder «RPAS»-Flugsysteme steigt kontinuierlich an. Inbegriffen ist ein beachtlicher Anteil an kommerziell in der Landwirtschaft eingesetzten Drohnen. Ein Teil dieser Informationen lässt sich auch aus Satellitenbildern ableiten. Drohnen für den professionellen Einsatz in der Landwirtschaft werden in drei Gruppen eingeteilt: • Multikopter: Die allgemein bekannten Multikopter starten und landen vertikal, benötigen folglich keine Landebahn. Die Beschädigungsgefahr beim Start und bei der Landung ist relativ gering. Entsprechende Multikopter sind auch für hochpreisige Sensoren geeignet. Für die Landwirtschaft geeignete Fluggeräte haben ausgereifte Flugkontroller und verfügen in der Regel über einen Autopiloten. Diese Multikopter können auf Knopfdruck autonom eine vorgegebene Route fliegen. • Starrflügler: Sie verfügen über feste Tragflächen, die rund 90 % des notwendigen Auftriebs erzeugen. Für den horizontalen Vortrieb ist ein Motor mit Propeller verantwortlich (Bauart vergleichbar mit Modellflugzeug). Starrflügler können bedeutend län12 2019 Schweizer Landtechnik

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Satelliten und Drohnen

ger fliegen als Multikopter, das heisst, sie können eine bis vier Stunden in der Luft sein. Diese Fluggeräte sind wenig windanfällig. Mit ausgereiften Autopiloten können sie vorgegebene Flächen automatisch abfliegen und autonom landen. Sie brauchen zum Start eine gewisse Anfangsgeschwindigkeit (werfen), daher besteht ein gewisses Startrisiko. Ein Katapult-Start ist sicherer und mit wenig Risiko behaftet. Starrflügler landen im Vorwärtsflug mit etwa 25 bis 35 km/h und brauchen deshalb eine Landebahn. Es besteht ein gewisses Risiko von Beschädigungen oder Bruchlandungen. • Senkrechtstarter: «VTOL»-Starrflügler können auch als «hybride Bauform» bezeichnet werden. Start und Landung erfolgen vertikal und sind deshalb sicher. Die eigentliche Fluglage ist horizontal und ebenfalls sicher. Dieses Flugkonzept zeichnet sich durch lange Flugzeiten, hohe Arbeitsgeschwindigkeit und damit entsprechend hohe Flächenabdeckung aus. Die Bedienung wird als einfach bezeichnet, vor allem aber besteht gegenüber dem Nur-Starrflügler ein kleine­res Risiko beim Start- und Landevorgang. Fachleute gehen davon aus, dass sich solche Drohnen für viele Anwendungen in der Landwirtschaft durchsetzen werden.

Sensoren sind «Arbeitsgeräte» Drohnen benötigen ein Arbeitsgerät, beispielsweise eine Abwurfvorrichtung oder Sensoren und Kameras. Für die in der Landwirtschaft wichtigen Parameter Bodenbearbeitung, Aussaat, Bodenbedeckung, Wildschaden und anderes mehr werden konventionelle Kameras eingesetzt. Diese Bilder können von Laien interpretiert werden. Multispektralkameras messen die nicht sichtbare elektromagnetische Reflexion von Pflanzen. Beispielsweise reflektiert Chlorophyll gut im nahen Infrarotbereich NIR (auch bekannt vom N-Sensor). Diese Kameras werden auch zur Unkrauterkennung eingesetzt. Solche Drohnenaufnahmen haben eine hohe Übereinstimmung (korrelieren) mit terres­ trischen Sensoren (N-Sensoren). Vermehrt werden für gewisse Anwendungen Hyperspektralkameras getestet. Mit ihnen können Mangelernährung mit unterschiedlichen Pflanzennährstoffen und Spurenelementen bei Kulturpflanzen festgestellt werden. Hyperspektralkameras 14

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Erweiterte Realität kann zur Fahrerentlastung, aber auch zur Systemoptimierung verwendet werden. Bild: M. Schick

sind sehr teuer und für die Bildanalyse ist ein Experte notwendig. Wärmebild-Kameras prägen die Rehkitz-Rettung. Diese Kamera­art misst aber auch die Oberflächentemperatur von Kulturen, zudem können sie zur Bewässerungssteuerung eingesetzt werden. Bei Wasserstress schliessen die Pflanzen die Stomata (Spaltöffnungen für den Gasaustausch), folglich steigt die Oberflächentemperatur im Bestand innert kurzer Zeit an. Eine Thermokamera ist deshalb in der Lage, einen Wassermangel frühzeitig zu erkennen. Neu sind «Lidar»Sensoren. Mit ihnen kann die Wuchshöhe, aber auch die Biomasse relativ präzise gemessen werden.

Fazit Mit dem Erdbeobachtungsprogramm «Copernicus» steht in Europa seit rund zwei Jahren ein Fernerkundungssystem für die effiziente Landbewirtschaftung zur Verfügung. Auch wenn sich der Schweizer Durchschnittsbetrieb noch schwertut mit der Nutzung solcher Systeme, liegt es eines Tages an uns, sie intelligent zu nutzen. Drohnen sind manchem Landwirt bereits besser bekannt, man kann sich mehr unter ihrem Nutzen vorstellen und sie sind sichtbar. Hochinteressant wird es, wenn sie in eine Prozesskette eingebunden werden. Zweifellos werden in Zukunft die Fern­ erkundung aus dem All und die Informati-

onsbeschaffung mit Drohnen in einem gesunden Konkurrenzverhältnis zueinander stehen und sich gleichzeitig ergänzen. Letztendlich steht aber die Frage im Raum: welchen Nutzen bringt «die Sicht von oben» dem Bauern und lohnen sich mutmassliche Mehrkosten von 15 bis 40 %?

Stellungnahme «Schweizer Hagel» «Schweizer Hagel setzt bereits Drohnen zur Schadenabschätzung ein. Die Drohne wird vor allem bei Schäden an Mais oder bei Überschwemmungsschäden eingesetzt, da diese Gebiete und Ackerflächen von den Experten schwierig zu begehen sind. Satellitendaten können, je nach zeitlicher und räumlicher Auflösung, den gleichen Zweck wie Drohnen erfüllen. Die räumliche und zeitliche Auflösung von frei verfügbaren Satellitendaten kommen jedoch noch nicht an die Auflösung von Drohnen heran. Zusätzlich besteht das Problem einer möglichen Wolkenbedeckung bei der Benutzung von optischen Multispektraldaten. Schweizer Hagel kann sich jedoch den Einsatz von Satellitendaten in naher Zukunft als Unterstützung der Experten bei der Schadenabschätzung, bei der Produktentwicklung oder als Kundenservice vorstellen.» Tiziana Speckert

Nutzung von Satellitendaten Auf die Frage, wie ein Schweizer Landwirt die Satellitendaten nutzen kann, hält Dietrich Heintz von der Firma Cropix in Thalwil ZH fest: «Die Nutzung von Rohdaten aus dem europäischen Programm ist für jedermann offen und kostenfrei. Es gibt keine rechtlichen Nutzungseinschränkungen. Bei einer Auf­ lösung von 20 × 20 m sind Flächeneinheiten unter einem Hektar eher ungeeignet, da zu

viele Pixel mit Randbeeinflussung pro Fläche dabei sind. Die Schweiz hat nun mal eine schöne kleinstrukturierte Landschaft.» An die Daten kommt man über das Internet. Alle «Sentinel»-Daten firmieren unter dem «Copernicus»-Programm. Man kann die Daten dort herunterladen, nachdem man sich ein Konto eingerichtet hat (https://cophub. copernicus.eu/).


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Satelliten und Drohnen

«Sentinel-1» sendet Mikrowellen auf die Erdoberfläche und misst die empfangene Reflexion. Damit lassen sich Veränderungen auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, etwa durch Bodenbearbeitung, das Auflaufen von Kulturen oder die Ernte, erkennen. Bild: ESA

Hilfreiche Schnappschüsse aus dem Orbit Mit der hochauflösenden Geofernerkundung durch die «Sentinel»-Satelliten der ESA stehen der Landwirtschaft, aber auch den Kontrollinstanzen kontinuierlich und kostenfrei umfangreiche Agrarinformationen zur Verfügung. Behörden und Forschungsinstituten ermöglichen sie ein lückenloses Monitoring. Unternehmen entwickeln daraus innovative Serviceangebote für Landwirte. Wolfgang Rudolph* Beim Thema «Raumfahrt» denken wohl die wenigsten sofort ans Ackern. Doch spätestens seit dem erfolgreichen Start des Satelliten «Sentinel-2B» im Frühjahr 2017 bestehen diese Zusammenhänge durchaus. Denn die Inbetriebnahme des künstlichen Erdtrabanten machte das erste Quartett an Fernerkundungssatelliten der * Wolfgang Rudolph ist freier Journalist und spezialisiert auf Landwirtschaft, Umwelt sowie erneuerbare Energien und stammt aus Bad Lausick D.

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europäischen Weltraumorganisation (ESA) komplett. Die hier eingesetzte moderne Satellitentechnologie wird die Agrarbranche stark verändern, weil sie Präzisionslandwirtschaft in viel breiterem Umfang ermöglicht als bisher. Die seit 2014 in ihre Erdumlaufbahn gebrachten Raumflugkörper «Sentinel-1» und «Sentinel-2», jeweils in den baugleichen Ausführungen «A» und «B», sind Teil des EU-Programms «Copernicus» zur Erdbeobachtung, das auch eine Reihe landwirtschaftlicher Zielstellungen enthält. Es umfasst mit «Senti-

nel-3A» und «-3B» mittlerweile ein drittes Satellitenduo, mit dem unter anderem Oberflächentemperaturen aufgezeichnet werden können. Bis 2020 sollen insgesamt zwölf dieser Satelliten im All sein. Die Planungen für die nächste Generation ab 2030 laufen bereits.

Alle drei Tage ein neuer Scan Für die Landwirtschaft sind insbesondere die Satellitenpaare «Sentinel-1» und «Sentinel-2» bedeutsam. Ausgestattet mit Hightech-Instrumenten erfassen sie aus dem


Satelliten und Drohnen

Weltall Informationen über landwirtschaftliche Flächen und die darauf angebauten Kulturen in einer noch nie dagewesenen räumlichen Auflösung von 10 x 10 m. Jedes Satellitenpaar hat jeweils eine gemeinsame Umlaufbahn in 700 bis 800 km Höhe. Jedoch bewegen sich die beiden Flugkörper eines Bautyps auf ihrem Orbit um 180° versetzt. Dadurch verdoppelt sich die Anzahl der Überflüge und es besteht eine höhere Chance auf wolkenfreie Sicht. Für eine Umrundung auf der dicht an den Polen vorbeiführenden Flugbahn benötigen die Satelliten etwa anderthalb Stunden. Dabei tasten sie mit den Messinstrumenten den sich darunter hinwegdrehenden Planeten streifenweise ab. Die Schwade, so die Bezeichnung der Aufnahmestreifen in der Fernerkundung, haben je nach eingesetztem Erfassungssystem eine Breite von 290 bis 1270 km. In Ländern, die in höheren geografischen Breiten liegen, überlappen sich die Schwade um bis zu 50%. Dadurch gibt es von vielen Regionen täglich neue «Schnappschüsse». Alle drei Tage werden die Gebiete komplett neu gescannt.

Unabhängig vom Wetter Die Satellitenpaare haben unterschiedliche Ausstattungen und Funktionen. «Sentinel-1A» und «-1B» sind Radarsatelliten. Sie senden Mikrowellen auf die Erdoberfläche und messen die empfangene Reflexion. Der Vorteil eines solchen aktiven Systems ist die Unabhängigkeit vom Wetter und von den Lichtverhältnissen im Schwadbereich, da es kein Sonnenlicht benötigt und Mikrowellen Wolken durchdringen. Dies sichert eine kontinuierliche Beobachtung. Mit Radarmessungen lassen sich Veränderungen auf landwirt-

Auf der Basis laufend aktualisierter Satellitenbilder sind mit Hilfe des Bausteins «Crop View» von Claas und 365FarmNet Vegetationsunterschiede auf Schlägen nahezu in Echtzeit erkennbar. Daraus lassen sich dann Applikationskarten erstellen. Bild: 365FarmNet

schaftlich genutzten Flächen, etwa durch Bodenbearbeitung, das Auflaufen von Kulturen oder die Ernte, gut erkennen. Auch die angebaute Kulturart sowie deren unterschiedliche Reifephasen verursachen spezifische Signale und lassen sich flächengenau zuordnen. Die Multispektralkameras der beiden «Sentinel-2»-Satelliten messen, ähnlich wie ein passiver N-Sensor am Traktor, die Reflexion des Sonnenlichts von der Erdoberfläche, jedoch in einem Spektralbereich vom sichtbaren Blau bis zum mittleren Infrarot in 13 separaten Kanälen. Aus den optischen Fernerkundungsdaten, deren Erhebung allerdings eine wolkenfreie Sicht voraussetzt, lassen sich beispielsweise die Dichte und der aktuelle Zustand von Kulturen auf ganzen Schlägen oder auch Teilbereichen ableiten und daraus wiederum Bestandsanomalien wie Auswinterungsschäden detektieren.

Ertragskarten wie vom Mähdrescher «Der eigentliche Durchbruch bei der Qualität des Agrarmonitorings entsteht jedoch durch die Kombination der hochauflösenden Aufzeichnungen, die von den Radar­ geräten und Multispektralkameras der vier Sentinel-Satelliten jetzt kontinuierlich und bundesweit über viele Jahre bereitgestellt werden», sagt Holger Lilienthal. Der Wissenschaftler am Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde des Julius-Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig koordiniert die Arbeit des kürzlich am JKI gegründeten Forschungszentrums für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF). Das FLF hat die Aufgabe, die Messwerte und Bildfolgen der «Sentinels», die von der ESA zwar für jedermann kostenfrei, aber nur als Rohdaten bereitgestellt werden, so für die Landwirtschaft aufzubereiten, dass sie von Praktikern und Behörden, aber auch von Forschungseinrichtungen verwendet werden können. «Der damit erzielbare Nutzen für die Forschung und viele Anwendungen in der landwirtschaftlichen Praxis ist in seinem ganzen Umfang noch gar nicht abzusehen. Und der Mehrwert wächst ja noch, wenn die Daten mit weiteren Informationen wie Wetteraufzeichnungen, Vegetationsindices und pflanzenbaulichem Wissen ergänzt werden. Wir stehen da noch ziemlich am Anfang», so Lilienthal.

Beispiele von Informationen

Für seine Silomaissorten ermöglicht KWS mit dem vorerst kostenlosen «Tool SAT TS»-Monitoring die satellitengestützte Ermittlung des Trockensubstanzgehalts sowie eine Prognose für die TS-Entwicklung der nächsten 6 Tage. Bild: KWS

Der Fernerkundungsexperte kündigt an, dass vom FLF interpretierte Daten künftig zur freien Nutzung zur Verfügung stehen. Das betreffe in den Untersuchungsregionen beispielsweise Ankündigungen, wann 12 2019 Schweizer Landtechnik

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Satelliten und Drohnen

Bei der Erstellung von Biomasse- und Applikationskarten via Satelliten kombiniert Yara die Web-App mit den in langjährigen Feldversuchen entwickelten N-Sensor-­ Algorithmen. Bild: Yara

Getreide auf welchen Schlägen in Reife geht. Dies lasse sich aufgrund des abnehmenden Wassergehalts der Pflanzen und des dadurch veränderten Radarsignals gut feststellen. Für Lohnunternehmer, die in einem grösseren Umkreis agieren, sei das sicher eine hilfreiche Information bei der Flottenplanung für die Ernte. Ein anderes Beispiel ist die Ertrags­ermittlung. «Durch die räumliche Auflösung von 10 x 10 m sieht das ja aus wie Ertragskarten moderner Mähdrescher, berücksichtigt also auch die Variabilität innerhalb eines Schlages», erläutert Lilienthal. Allein damit könne man zwar noch keine Applikationskarte für die Düngung erstellen. Aber kleinere Betriebe, die nicht über Ertragsmesstechnik verfügen, erhielten so die Möglichkeit, teilflächenspezifische Erträge auf den eignen Schlägen mit denen in der Umgebung zu vergleichen.

Verknüpfung mit Wetterdiensten Durch die geplante Verknüpfung der «Sentinel»-Daten mit Prognosen des Wetterdienstes liessen sich zudem mittels relativ einfacher Modelle temperaturabhängige Entwicklungsstadien vorhersagen. Dies erfolge bei einer der Methoden durch die Aufaddierung der mittleren Tagestemperaturen, beginnend ab dem Aussaattermin, der ja durch die Beobachtung der Satelliten bekannt sei. «Blüht Weizen bei einer Temperatursumme von, sagen wir mal, 1200°, es sind bislang bereits 1150° erreicht und die Tagesdurchschnittstemperatur liegt laut Wettervorhersage in der nächsten Woche bei 10°, blüht der Weizen 18

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Das von John Deere und Airbus entwickelte «NBalance»-System kann die Stickstoffbilanz live überwachen und nach der Ernte auswerten. Bild: John Deere

innerhalb der nächsten fünf Tage. Gegebenenfalls können dann schon mal Pflanzenschutzmassnahmen geplant werden, die sich an diesem Entwicklungsstadium orientieren», macht Lilienthal es an einem Beispiel deutlich.

Frage der Verlässlichkeit Die Verlässlichkeit von Prognosen auf Grundlage der Satellitenbeobachtung werde insbesondere bei der Multispek­ tralkamera im «Sentinel-2» entscheidend durch den Zeitpunkt der Datenerfassung bestimmt. Das hätten Tests am JKI zur Ertragsschätzung gezeigt. «Bekommt man zum Zeitpunkt der Milchreife eine wolkenfreie Aufnahme, dann lässt sich der Ertrag mit plus/minus 10 % genau vorhersagen. Stehen aber nur Aufnahmen von einer deutlich früheren Vegetationsphase zu Verfügung, etwa kurz vor dem Ährenschieben, dann sind die Ungenauigkeiten grösser», berichtet Lilienthal. Kompensieren lasse sich ein ungünstiger Erfassungszeitpunkt, wenn Daten aus mehreren Jahren von der entsprechenden Fläche vorliegen und in die Berechnungen einbezogen werden.

Wächterfunktion ist wichtiger Aspekt Es ist wohl kein Zufall, dass die Satelliten des «Copernicus»-Programms «Sentinel» (Wächter) heissen. Denn deren Funktion bei der europaweit einheitlichen Überwachung der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) auf nationaler und regionaler Ebene ist nach Aussage der EU ein wichtiger As-

pekt. Es geht ums Geld. «Die EU gibt etwa 40 % ihres Haushalts für Agrarsubventionen aus, und ob die Landwirte alles richtig erklären, kann durch Satellitendaten überprüft werden», heisst es in einer Pressemitteilung anlässlich des Inkraft­tretens eines entsprechenden Durchführungsbeschlusses der Generaldirektion Landwirtschaft vom Mai 2018. EU-Agrarkommissar Phil Hogan hebt hervor, dass die Satellitentechnologie «die Zahl der bisherigen Feldbesichtigungen erheblich verringert, die den Landwirten Stress bereitet». Zugleich spare die Verwaltung Kosten für die Durchführung von Kontrollen. Die EU will jedoch ebenso die Nutzung der Satellitentechnologie für die Entwicklung innovativer Anbauverfahren fördern und hat daher zusammen mit der ESA unter code-de.org eine Schnittstelle zu den «Sentinel»-Rohdaten eingerichtet. Sie ist auch für kommerzielle Zwecke kostenlos nutzbar.

Düngen und Säen nach Daten Auf dieser Basis entwickeln Unternehmen betriebsbezogene Serviceangebote. Ziel ist es, das Ertragspotenzial der Schläge durch eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung besser auszuschöpfen, Betriebsmittel einzusparen und Umweltbelastungen zu vermeiden. Die Ausbringmengen von Dünger und Saatgut werden entsprechend der Variabilität der Fläche hinsichtlich der Bodenfruchtbarkeit optimiert. Die Grundlage dafür liefern die aus den Satellitendaten abgeleiteten Applikationskarten.


Satelliten und Drohnen

Anbieter zur Nutzung von Fernerkundung Nachfolgend die Steckbriefe von einigen Serviceanbietern zur Nutzung der Fern­ erkundung im Pflanzenbau: AgriCircle AG Das Schweizer Start-up setzt Satellitenauf­ nahmen in seinem cloudbasierten Feldma­ nagementsystem ein. Für 2019 kündigte Firmengründer Peter Fröhlich die Einführung eines neuartigen Tools zur Erstellung von Applikationskarten an. Es soll hersteller­ unabhängig auf allen gängigen Terminals laufen und basiere auf einem gemeinsamen Forschungsprojekt, auch mit dem deutschen GeoForschungsZentrum Potsdam, dem Dienstleistungslabor LUFA Nord-West und der ETH Zürich. www.agricircle.com Atfarm Satellitengestützte Lösung zur Bestandsbeob­ achtung und für die teilflächenspezifische Stickstoffdüngung von Yara. Bei der Entwick­ lung des digitalen Tools knüpft das Unterneh­ men an die Erfahrungswerte mit dem N-Sen­ sor an. Applikationskarten lassen sich einfach erstellen, in verschiedene Formate wie «ISOXML», «Trimble» oder «Shapefile» exportie­ ren und mit einem USB-Speichergerät oder per Mail zum Terminal übertragen. www.atfarm.de Crop View Mit diesem Baustein von Claas und 365FarmNet werden laufend aktualisierte Satellitenbilder von den Schlägen und der Vegetation ausgewertet, um landwirtschaft­ liche Aktivitäten präzise zu steuern. Derzeit lassen sich Applikationskarten in den For­ maten «ISO-XML» und «Shape» für die gezielte Düngezufuhr erstellen. Eine Erwei­ terung der Anwendung für Aussaat und Pflanzenschutz ist in Vorbereitung. www.365farmnet.com/produkt/bausteine/ pflanze/claas-cropview/ Green Spin Das Start-up Green Spin aus Würzburg wertet Satellitenbilder mit Hilfe künstlicher Intelligenz aus. Dadurch stehen der Vegeta­ tionsverlauf oder Ertragspotenzialkarten der Schläge nach eigener Aussage innerhalb von Sekunden zur Verfügung. Die Auswahl der berücksichtigten Jahre kann vom Nutzer eingestellt werden und die Ergebnisse än­ dern sich in Echtzeit. Das digitale Angebot zur Bestandsüberwachung und Erstellung von Applikationskarten richtet sich jedoch nicht direkt an Landwirte, sondern an Un­ ternehmen, die diesen Service in ihr Port­ folio aufnehmen wollen. www.greenspin.de

My Data Plant My Data Plant ist eine Entwicklung des Marktforschungsunternehmens Kleffmann Group und bietet satellitengestützte Bio­ masse-, Saat- und Düngekarten. Damit lassen sich Bestandsunterschiede innerhalb der Schläge erkennen und Applikationskar­ ten erstellen. Neben der Übertragung auf ein Isobus-Terminal können die Karten auch über eine App auf handelsüblichen Tablets genutzt und beispielsweise Düngemengen mit Hilfe der GPS-Funktion manuell ange­ passt werden. www.mydataplant.com NBalance Das auf der Sima 2019 mit einer Silbermedail­ le ausgezeichnete System von John Deere und Airbus ermöglicht eine Online-Überwa­ chung der Stickstoffbilanz im Ackerbau auf der Basis von Satellitenbildern in Kombinati­ on mit Maschinendaten, beispielsweise vom Stickstoffsensor am Güllefass. So kann der Landwirt permanent feststellen, wie sich die Kultur entwickelt, wie viel Stickstoff den Pflanzen noch zur Verfügung steht und ob die Pflanzen eventuell unterversorgt sind. Bei der Ernte liefert der «HarvestLab 3000»-Sen­ sor den Stickstoffgehalt des Ernteguts. Mit den Daten lässt sich die Stickstoffbilanz für die Saison erstellen. www.deere.de NetFarming Grundlage für alle Services der Agravis-­ Tochter NetFarming, also auch der Ferner­ kundung, sind die Managementzonenkar­ ten (MKZ) für die teilflächenspezifische Aussaat, Düngung und den Pflanzenschutz. Anhand der Satellitenbilder und der daraus errechneten Ertragskarten erfolgt die jährli­ che Überarbeitung dieser Karten. Einen Vorteil sieht der Agrarhandelskonzern in der Verknüpfung der digitalen Dienstleistung mit Expertise im eigenen Haus auf den Gebieten Landtechnik, Agrarhandel und Pflanzenbau. www.netfarming.de SAT TS-Monitoring Für seine Silomaissorten ermöglicht KWS mit diesem vorerst kostenlosen Tool die satellitengestützte Ermittlung des Trocken­ substanzgehalts. Zudem bekommt der Nutzer eine Prognose für die TS-Entwick­ lung der nächsten 6 Tage, aufgrund der Wettervorhersage. Damit können Landwirte den optimalen Erntezeitpunkt planen. Die räumliche Auflösung liegt bei einigen Me­ tern. Damit lassen sich einzelne Felder oder nur Teilbereiche davon auswerten. www.kws.de/drymatter

Solorrow Mit der «Solorrow-App» bietet die Firma Spatial Business Integration ein satellitenge­ stütztes Tool zur teilflächenspezifischen Feldbewirtschaftung für Smartphone und Tablet. Die generierten Applikationskarten lassen sich als Isobus-Datei an die Steuerein­ heit von Landmaschinen übertragen oder im XML- und SHP-Format in Schlagkarteien einlesen. Demnächst gibt es auch eine Ausgabe im PDF-Format. www.solorrow.com Talkingfields Der Entwickler dieses Service, die Firma FarmFacts, ist ebenso eine Tochter von Baywa, wie die Fima Vista, die die Satelliten­ daten dafür nutzbar macht. Der Konzern bietet somit Precision-Farming komplett aus einer Hand an. Die Karten zur Bestands­ überwachung sowie zur teilflächenspezifi­ schen Aussaat und Düngung werden mit der Software «NEXT Farming» live gene­ riert. Bis zu dem Punkt, wo der Nutzer Ergebnisse und Applikationskarten herun­ terladen möchte, ist das Angebot kostenlos. www.talkingfields.de Vantage Agrometius Das niederländische Unternehmen bietet unter der Adresse www.applikationskarte. de einen kostenlosen, webbasierten Service zur Auswertung der Bestandsentwicklung auf der Grundlage von Satellitenbildauswer­ tungen. Die Flächen werden mittels der Internetanwendung «CropSAT» durch Her­ einzoomen in eine Karte ausgewählt und mit einer Linie umrissen. Direkte Schnittstel­ len zu Herstellern von Landtechnik und Lenksystemen sind in Vorbereitung. http://www.vantage-agrometius.nl/de/ applikationskarten/ Xarvio Field Manager Dieses von der BASF Digital Farming GmbH entwickelte Werkzeug ermittelt mit Satelli­ tendaten den aktuellen Vegetationszustand der verschiedenen Kulturen und errechnet daraus die anstehenden Aufgaben. So erhält der Landwirt bei feldspezifischen Schaderre­ gerrisiken Empfehlungen zu entsprechen­ den Pflanzenschutzmassnahmen. Zur Be­ rechnung der optimalen Dosis für die ver­ schiedenen Feldzonen wird die vom Satelliten erfasste Biomasse einbezogen. Die Kooperation mit den US-Firmen Planet und VanderSat erweitert nach Aussage von BASF die Datengrundlage für den Service. Die Satelliten von VanderSat messen mit Mikrowellen Bodenfeuchte und Oberflä­ chentemperatur. www.xarvio.de

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Die «Maja 20» hat einen Durchmesser von etwa vier Metern und ein Gesamtgewicht von fast 50 kg. Bilder: Carmen Rudolph

Wenn Drohne «Maja» Schwefellinsen streut Durch die rasante Entwicklung der Drohnentechnologie rücken fliegende Sägeräte, Düngerstreuer und Pflanzenspritzen in greifbare Nähe. Erste Dienstleister etablieren sich mit Lastendrohnen am Markt. Wolfgang Rudolph* Kürzlich präsentierten amerikanische Forscher an der University of California den kleinsten Flugroboter der Welt. Er ist nur 2  x  2 cm gross, wiegt weniger als ein Gramm und könnte nach den Vorstellungen der Wissenschaftler als künstliche Biene Blüten bestäuben. Auch Udo Lippmann, Betriebsleiter Sachsen der Agroflight GmbH, benennt seine Agrar-Drohnen nach einer populären Biene. Sie heis­ sen «Maja». Wenn die grösste von ihnen, die «Maja 20», mit kräftigem Surren ihrer acht Propeller vom Boden abhebt, erinnert sie jedoch eher an eine überdimensionale Hummel. Mit ihrem Durchmesser von etwa 4 m und einem Gesamtgewicht * Wolfgang Rudolph ist freier Journalist und spezialisiert auf Landwirtschaft, Umwelt sowie erneuerbare Energien und stammt aus Bad Lausick (D).

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von fast 50 kg ist «Maja» quasi der Gegenentwurf zur kalifornischen Mini­ drohne und das UAV (unmanned aerial vehicle), wie es in der Fachsprache heisst, kann daher deutlich gewichtigere Auf­ gaben im Agrarbereich übernehmen, etwa die Ausbringung von Düngemitteln oder Saatgut.

Vorteil bei speziellen Anwendungen Das Unternehmen Agroflight ist in Deutschland einer der ersten landwirtschaftlichen Dienstleister, die drohnen­ gestützte Applikationen in diesem Nutzlastbereich anbieten. Der chemische Pflanzenschutz aus der Luft ist in Deutschland zwar bis auf wenige Ausnahmen − etwa an steilen Weinbauhängen − verboten, doch Lippmann sieht für die Technologie der Lastendrohnen eine Vielzahl von An-

wendungsmöglichkeiten in der Landwirtschaft. «Natürlich erreichen Fluggeräte, auch wenn sie mit relativ hohen Nutzlasten abheben können, nicht die Flächenleistung einer Pflanzenspritze, Sämaschine oder eines Düngerstreuers», räumt der Betriebsleiter ein. Aber es gebe Aufgaben im Pflanzenbau, bei denen luftgestützte Systeme ihre Stärke ausspielen könnten. Dazu zähle die Vermeidung von Bodenverdichtung, gegebenenfalls eine komplette Einsparung von Fahrgassen, vor allem aber, dass anstehende Massnahmen in den Kulturen auch dann durchgeführt werden können, wenn das Befahren der Ackerböden wegen Feuchtigkeit nicht angeraten erscheint oder schlicht unmöglich ist. Das gelte ebenso für Grünland an stark geneigten Hanglagen, die für Technik unzugänglich sind. «In diesem Jahr bringen wir erstmals Phosphat auf einer steilen Weide als


Satelliten und Drohnen

Hier wird der trichterförmige Vorratsbehälter der Agrardrohne mit 20 kg Schwefellinsen befüllt. Darunter befindet sich die Abwurfvorrichtung.

Dienstleistung aus. Geplant sind 100 kg pro Hektar. Das heisst, die ‹Maja 20› mit ihrer Nutzlast von 20 kg muss über der insgesamt vier Hektar umfassenden Ausbringfläche 20 Mal fliegen», erläutert Lippmann. Ein Vorteil der drohnengestützten Applikation sei dabei die gleichmässige Verteilung des Granulats über die gesamte Abwurfbreite von in diesem Fall neun Metern. Bei flüssigen Einsatzstoffen sorge die Luftverwirbelung der Rotoren für eine gute Benetzung aller Pflanzenteile.

Möglichkeit der Nachsaat Als weitere Beispiele für nutzbringende Einsätze von Lastendrohnen in der Landwirtschaft nennt Lippmann die Nachsaat auf Fehlstellen oder auch die Aussaat von Zwischenfrüchten im stehenden Getreide, sodass diese sich nach dem Drusch, geschützt von Stroh, zügig etablieren können. Eine ähnliche Möglichkeit biete sich im Mais. In diesem Fall würde eine Untersaat, beispielsweise Kleegras oder Rotschwingel, eingeflogen, welche durch das langsamere Wachstum den Mais nicht behindert und sich nach der Mais­ernte entfalten kann. Mit der frühzeitigen Entwicklung der Untersaat schaffe man sich einen Vorsprung. Ein breites Betätigungsfeld sieht der auf den Bereich Landtechnik spezialisierte Maschi­ nenbauer im ökologischen Landbau. Hier seien die Schläge häufig kleiner, die Umweltanforderungen hoch und die Zeitfenster eng. Die Palette der in diesem Bereich per Drohne applizierten Mittel reiche von Milchsäure über stickstoffbindende Bakterien, Spurennährstoffmischungen bis zu Pflanzenstärkungsmitteln.

Biolandwirt mit Testeinsätzen zufrieden Einer, der dieses Angebot für seine Kulturen nutzt, ist Biolandwirt Jan Kunze, der im Mittelsächsischen Hügelland 45  ha Acker und 27 ha Grünland bewirtschaftet. Er steht an einem nasskalten Morgen am Rand eines 7 ha grossen Getreideschlages und beobachtet Agroflight-Mitarbeiter Franz Leihkauf, wie er «Maja 20» nach dem Befüllen des Vorratsbehälters mit 20 kg Schwefellinsen abheben lässt und das Fluggerät dann die einprogrammierte Strecke über dem Feld abfliegt. Dabei wird das Granulat über eine in der Mitte des Fluggerätes montierte Vorrichtung verteilt. «Bei der hohen Bodenfeuchte wie heute könnte ich mit einem Streuer gar nicht aufs Feld», bemerkt der Landwirt. Er setze Schwefellinsen vor allem im Weizen für die bedarfsangepasste Schwefelversorgung der Pflanzen ein. Im vergangenen Sommer habe er darüber hinaus erstmals die Ausbringung stickstoffsammelnder Bakterien aus der Luft in einen Triticale-Bestand getestet. «Mit 62 kg war der Ertrag bei dieser Kultur trotz der langanhaltenden Trockenheit höher als im Vorjahr», zeigt sich Kunze mit dem Erfolg der Anwendung zufrieden. Sichtbare Ergebnisse habe auch das Versprühen von Milchsäure durch Drohnen im Kampf gegen Pilzkrankheiten gezeigt.

ware vor dem Einsatz ebenso berechnet wie die optimalen Flugbahnen über der Bearbeitungsfläche. «So schaffen wir bis zu 10 Hektar in der Stunde», sagt der Drohnenpilot. Da müsse dann aber alles Hand in Hand gehen, denn alle 12 bis 15 Minuten müsse der Akku gewechselt werden. «Der Gesetzgeber in Deutschland erlaubt den Flugbetrieb ab einer halben Stunde vor Sonnenaufgang. Dann legen wir auch los, weil es zu diesem Zeitpunkt häufig windstill ist und die Möglichkeit besteht, beim Mischungsverhältnis flüssiger Sub­ strate mit Wasser den Morgentau einzuberechnen. Das heisst, wir können mit höherer Konzentration applizieren und schaffen dadurch bei gleicher Menge mehr Fläche», ergänzt Lippmann. Zu den Ausbringkosten für die Landwirte möchte er sich nicht festlegen. Das hänge stark von den konkreten Anforderungen und örtlichen Bedingungen ab. «Wir kalkulieren pro Hektar. Dazu kommt noch die Vorbereitung und Planung. Die Mittel für die Applikation besorgt in aller Regel der Auftraggeber. Wir machen ein transparentes Angebot zu den benötigten Flugstunden und der Landwirt kann auf dieser Grundlage entscheiden», so der Agroflight-Betriebsleiter.

Dreiwöchige Piloten-Schulung in China Für ihr Dienstleistungsangebot erwarb das Unternehmen bei einem chinesischen Hersteller zwei Lastendrohnen mit einer Nutzlastkapazität von 20 kg («Maja 20») und ein UAV, das mit bis zu 10 kg beladen werden kann, sowie Equipment für die Ausbringung von Substraten als Granulat, Flüssigkeit oder Pulver. Zur Technikausrüstung gehört ausserdem das etwas kleinere Fluggerät «Willi», das vornehmlich für die Ausbringung von Trichogramma-Kugeln zur Maiszünslerbekämpfung eingesetzt wird. Um die grossen Drohnen sicher fliegen zu können, absolvierten Lipp-

Bis 10 ha in der Stunde «Die Ausbringmenge regeln wir über die Fluggeschwindigkeit», erklärt Leihkauf, während er den Behälter des inzwischen zurückgekehrten Fluggeräts erneut befüllt. Das werde mit einer speziellen Soft-

Die Lastendrohne von Agroflight beim Ausbringen von Schwefellinsen. Die Abwurfbreite beträgt 9 m.

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Satelliten und Drohnen

ve Geschäftsmodelle im Zusammenhang mit der Drohnennutzung», konstatiert Maslaton. Besonders ärgert ihn die Regel, UAV nicht ausser Sicht fliegen zu dürfen. Es bestehe zwar grundsätzlich die Möglichkeit, eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen, aber diese würde nach seinen Erfahrungen nur in absoluten Ausnahmefällen positiv entschieden. Daran sei auch ein deutscher Netzbetreiber gescheitert, der seine Leitungstrassen per Drohne überwachen wollte.

«Out of sight»-Verbot ist grösstes Hindernis

Auf dem Display der Steuerungseinheit sind die vorher berechneten Flugbahnen über dem Feld und die aktuellen Lagekoordinaten der Agrardrohne sichtbar.

mann und Leihkauf eine dreiwöchige Schulung beim Hersteller in China.

Steigende Leistung Tatsächlich hat die Drohnentechnologie mittlerweile einen Stand erreicht, der wesentlich weiter reichende Einsätze in der Land- und Forstwirtschaft ermöglichen würde, als es die Gesetzeslage erlaubt. Das zeigt nicht zuletzt die jüngste An­ kündigung vom Flugzeughersteller Airbus zum Bau einer autonom fliegenden Passagierdrohne mit vier elektrischen Doppelrotoren. Chinesische Wissenschaftler informierten vor einigen Monaten über den erfolgreichen Test eines allerdings mit Verbrennungsmotor angetriebenen unbemannten Fluggeräts, das über eine Tonne Nutzlast transportieren kann. Weltweit arbeiten verschiedene Unternehmen an speziellen Konzepten von Lastendrohnen für die Agrar- und Forstwirtschaft (siehe Übersicht).

und dank Hinderniserkennung könnten die Fluggeräte durch einen Wald fliegen, ohne dabei Bäume zu berühren. Dennoch würden in der öffentlichen Diskussion Ängste und Vorbehalte überwiegen. Die Behörden reagierten − auch wegen der teils undurchsichtigen Rechtslage − entsprechend übervorsichtig. «Das ist gegenwärtig der grösste Bremsklotz für innovati-

Für den Einsatz von Fluggeräten im Agrarbereich bedeute dies, dass der Drohnenführer die Maschine immer im Blick haben muss, was beispielsweise den Pflanzenschutz in kupiertem Gelände durch die Notwendigkeit des häufigen Umsetzens der Leitstelle stark erschwere. Dass das sogenannte «Out of sight»-Verbot nicht mehr zeitgemäss ist, begründet Maslaton auch aus seiner Pilotenerfahrung: «Ich besitze eine Instrumentenflugerlaubnis, darf also ein Passagierflugzeug im Blindflug ausschliesslich nach Anzeige der Instrumente wie Höhen­ messer oder künstlicher Horizont fliegen. Dazu muss ich eigentlich nicht in der Maschine sitzen. Das könnte ich auch vom Boden aus. Das darf ich aber nach derzeitiger Gesetzeslage mit einer Drohne auch dann nicht, wenn sie mit einer Kamera ausgestattet ist und gar nicht so blind fliegt wie ich beim Instrumentenflug mit meiner wesentlich grösseren Maschine.»

Nicht ausser Sicht fliegen «Die Sicherheitsvorkehrungen bei professionellen UAV bewegen sich bereits auf einem hohen Level», weiss Maslaton. So verfügten sie über GPS-Steuerungen, mit denen sich Wegpunkte und Aktionen einprogrammieren liessen. Bei schwacher Akkuleistung oder Verbindungsabbruch würden sie automatisch sanft zu Boden sinken 22

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John Deere und Volocopter stellten auf der Agritechnica eine Grossdrohne mit Spritze vor, die rund 200 kg bis zu einer halben Stunde in der Luft transportieren kann. Bild: John Deere


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Entwickler und Anbieter von Lastendrohnen Nachfolgend eine Auswahl an Entwicklern und Anbietern von Lastendrohnen für die Land- und Forstwirtschaft: Aerones Der lettische Hersteller Aerones SIA baut Drohnen für Rettungseinsätze und Arbeiten an schwer zugänglichen, hohen Objekten, beispielsweise Windrädern. Mit ihren 28 Elektro-Rotoren und einer Nutzlast von bis zu 200 kg wären sie auch für Aufgaben im Bereich der Agrar- und Forstwirtschaft geeignet. 2017 demonstrierte Aerones die Leistungskraft seiner Fluggeräte in Österreich durch den Transport einer 50 kg schweren Metallkiste vom Tal zur Pinzgauer Hütte in 1700 m Höhe. www.aerones.com Agronator Die in Geisenheim (Hessen) ansässige Agronator AG wurde durch den mit der Firma Rauch entwickelten flugfähigen Düngerstreuer bekannt. Der auf der Agritechnica 2017 vorgestellte Octocopter mit ElektroEinscheibenstreuwerk hat einen Durchmesser von 4 m und kann 30 kg Streugut aufnehmen. Eine weiterentwickelte Version soll auch mit einem Spritzgestänge oder einem Sägerät ausgestattet werden können. www.agronator.com ARDN Technologies Das Besondere an der als «russischer Hulk» bezeichneten Riesen-Drohne «SKYF» vom Hersteller ARDN Technologies in der Wolgametropole Kasan ist das Antriebssystem, bei dem Haupt- und Steuer-Rotoren mit unterschiedlichen Flügellängen zusammenwirken. Dadurch stemmt das Fluggerät von der Grösse eines SUV bis zu 350 kg in die Höhe. Soll für das Ausbringen von Dünger und flüssigen Pflanzenschutzmitteln dienen. www.skyf.pro Alaady Alaady ist kein Drohnenmodell, sondern ein Projekt des Deutschen Zentrums für Luftund Raumfahrt (DLR) im Bereich des unbemannten Lufttransports. Für die Land- und Forstwirtschaft ist dies insofern von Bedeutung, als hier Sicherheitssysteme entwickelt werden, die ein Fliegen «out of sight» ermöglichen. Dies ist eine Voraussetzung für den Einsatz auf nicht überall einsehbaren Acker- und Waldflächen. Basierend auf dem Tragschrauber «MTOfree» der AutoGyro GmbH in Hildesheim mit Verbrennungsmotor bauten die DLR-Wissenschaftler dafür den Technologiedemonstrator Air Dolly, der 200 kg Last tragen kann. www.dlr.de, www.auto-gyro.com

Drone Delivery Drone Delivery Canada (DDC) ist ein Pionier für Lastendrohnen und besitzt die Erlaubnis des kanadischen Transportministeriums, Frachtdrohnenflüge ferngelenkt ausserhalb der Sichtweite durchzuführen. Das aktuelle Modell «Flyte» mit vier elektrischen Doppelrotoren hebt zwar nur knapp 15 kg, kann diese Fracht, beispielsweise Ersatzteile, aber 60 km weit transportieren und am Zielort, ohne landen zu müssen, über eine Abseilvorrichtung anliefern. www.dronedeliverycanada.com Drone4Agro Drone4Agro ist ein vom niederländischen Erfinder Winfried Rijssenbroek gegründetes Start-up, das in den nächsten Jahren mit Förderung durch die EU leistungsstarke unbemannte Fluggeräte mit Elektroantrieb für die Landwirtschaft auf den Markt bringen möchte. Der «fliegende Traktor» soll in der ersten Variante unterschiedliche Spritzgestänge aufnehmen können. Geplant sind vier Basistypen. Das kleinste Modell mit 8 Rotoren trägt einen 15-Liter-Tank und sprüht auf einer Arbeitsbreite von 3 m. Die grösste Ausführung trägt mit der Kraft von 24 Rotoren eine Nutzlast von 80 kg und appliziert auf einer Breite von 9 m. www.drone4agro.com DroneSeed Die in Seattle (US-Bundesstaat Washington) angesiedelte Firma DroneSeed bietet ein luftgestütztes System zum schnellen Anpflanzen von Bäumen auf brand- oder sturmgeschädigten Arealen in Waldgebieten bzw. für die Neuaufforstung von Flächen. Dabei schweben die Drohnen in kurzer Distanz über der Oberfläche und schiessen spezielle Kapseln mit Setzlingen per Luftdruck in den Boden. Dank intelligenter Steuerungstechnik kann ein Pilot gleichzeitig 15 Drohnen manövrieren. www.droneseed.co EHang und Volocopter Das von vier elektrischen Doppelrotoren angetriebene chinesische Flugtaxi «EHang 184» hat seit der ersten Präsentation 2016 auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas nach eigener Angabe über 1000 Testflüge durchgeführt. Bislang wurden etwa 30 Stück gebaut. Die «EHang 184» kann 125 kg Last heben und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h transportieren. Eine Akku-Ladung reicht für etwa 30 km. Der deutsche Volocopter «VC200» hat 18 in einem Innen- und einen Aussenkreis angeordnete E-Propeller mit einer Leistungsaufnahme von insgesamt 50 kW.

Die Stromversorgung der neuen Akkus reicht für einen Flug des Zweisitzers (max. Nutzlast 160 kg) über 20 bis 25 Minuten bei einer Geschwindigkeit von 80 bis 100 km/h. Solche Hightech-Fluggeräte sind für eine landwirtschaftliche Anwendung zwar noch zu teuer. Sie zeigen aber, was technologisch schon möglich und wohl bald Standard ist. www.ehang.com, www.volocopter.com Griff Aviation Der Octocopter «Griff 300» des norwegischen Unternehmens Griff Aviation ist ein Schwerlaster unter den zivilen unbemannten Fluggeräten. Er kann zusätzlich zu seinen 75 kg Eigengewicht noch 225 kg Nutzlast tragen. Neben Ausstattungen für Transportwesen oder Rettungsdienste gibt es laut Aussage des Unternehmens demnächst auch eine Ausführung für die Landwirtschaft mit Spritzgestänge und 50-Liter-Tank. ProDrone Die japanische Firma ProDrone bietet eine Drohne mit zwei Roboterarmen an. Die Vorrichtung kann Gegenstände bis zu einem Gewicht von 10 kg aufnehmen und ablegen oder Arbeiten, etwa mit einem Schneidwerkzeug, ausführen, ohne dass das UAV dabei aus dem Gleichgewicht gerät. Darüber hinaus gibt es spezielle Modelle für die Landwirtschaft. Etwa den «Octocopter SkymatiX X-F1» mit einem Spritzgerät und 10-Liter-Tank für Kulturen an Hanglagen. www.prodrone.com Chinesische Agrardrohnen Die E-Commerce-Plattform Made-inChina.com listet Tausende Erzeugnisse auf, die in China produziert und direkt bei den Herstellern weltweit erworben werden können. Dort findet man auch verschiedene Modelle von Agrardrohnen, beispielsweise die fliegende Pflanzenspritze «JT sprayer15» mit 15-Liter-Tank für 9000 Dollar. https://de.made-in-china.com John Deere und Volocopter Der Landtechnikkonzern John Deere und der deutsche Pionier für Flugtaxis Volocopter wollen gemeinsam Grossdrohnen für den landwirtschaftlichen Einsatz bauen. Der auf der Agritechnica 2019 vorgestellte funktionsfähige Prototyp der «VoloDrone» ist mit einem Spritzgestänge ausgestattet und kann 200 kg Zuladung aufnehmen. Angetrieben wird die Agrardrohne mit einem Durchmesser von 9,2 m von 18 elek­ trischen Rotoren. Eine Batterieladung reicht für etwa 30 Minuten. Nach Angabe von John Deere ist eine Flächenleistung von bis zu 6 ha pro Stunde möglich.

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Drohnen und Satelliten

Als erstes Land Europas hat die Schweiz einen Prozess für die Bewilligung von Sprühflügen mit Drohnen entwickelt. Bild: Landi Weinland

Fliegend die Reben spritzen Der Pflanzenschutz steht heute im Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Die «gesell­ schaftliche Anteilnahme» ist gross und entsprechend mangelt es nicht an mehr oder weniger brauchbaren Anbauempfehlungen. Das ist im Rebbau nicht wesentlich anders als im Feldbau. Ruedi Hunger

Der «fliegende Pflanzenschutz» mit dem Helikopter ist wegen der Abdriftproblema­ tik und der Lärmemissionen unter Druck geraten. Umgekehrt ist in steilen Anbau­ lagen die Verwendung von Schlauch und Gun eine körperliche Heraus­ forderung. Nicht nur das, auch die grosse Aufwand­ menge und die persönliche Schutzausrüs­ tung sind kritische Punkte.

Sprühdrohne als Alternative Es war definitiv kein Flugwetter, als die Redaktion an einem der letzten Novem­ ber-Tage auf dem Areal der Landi Wein­ land in Marthalen (ZH) parkierte. Dunkle, 24

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tiefhängende Wolken und immer wieder ein Regenschauer prägten das Wetter. Die Schönheiten des Zürcher Weinlands liessen sich nur erahnen. Ende November ist kein Bedarf mehr für eine Pflanzen­ schutzdrohne, aber eine gute Gelegen­ heit, sich mit einem Pionier für Sprüh­ drohnen im Rebbau zu unterhalten. Seit diesem Jahr setzt die Landi Weinland nämlich ein entsprechendes Fluggerät ein und kann eine erste Bilanz ziehen.

Vielversprechende Abklärungen Patrick Meier aus Alten ist Weinbauer und Leiter «Verkauf Agrar» der Landi Wein­

land. Für den Pflanzenschutz in seinem steilen Rebberg suchte er eine Alternative zu Schlauch und Gun. Gefunden hat er sie in Form einer Drohne. «Eigentlich bin ich mehr per Zufall auf Drohnen für den Pflanzenschutz aufmerksam geworden. Doch dann beeindruckten mich die Tech­ nik und die Möglichkeiten, die ein Droh­ neneinsatz bietet», sagt Meier. Auch ande­ re Rebbauern sollten von dieser profi­tieren können. Also galt es, die Ge­ schäftsleitung der Landi zu überzeugen und bei den Rebbauern ein Bedürfnis aus­ zuloten. Es folgten Abklärungen bezüg­ lich der Drohne. Welche Lastendrohne ist


Drohnen und Satelliten

geeignet für diesen Anwendungszweck? Wer kann ein solches Produkt liefern und bietet auch einen entsprechenden Service? Schliesslich musste auch noch abgeklärt werden, wie man als Eigentümer (Landi Weinland) zu einer Bewilligung kommt.

wir nicht mehr und bei Windgeschwindigkeiten über 2 m/s ebenfalls nicht.» Die Abwinde der acht Rotoren sind als Vorteil zu betrachten, drücken sie doch den Sprühnebel in das Blätterwerk der Reben und verhindern damit eine Abdrift.

… und ökonomisch interessant Bewilligung und Schulung Die Abklärungen dauerten bis Anfang 2019. Das Interesse von Seiten der Winzer war gross. Die Landi auferlegte sich als Ziel eine Einsatzfläche von 10 ha. Zum notwendigen Bewilligungsverfahren konnte Ueli Sager aus Herisau als Drohnenverkäufer umfassend Auskunft geben. Die Weinländer bezeichnen das Bewilligungs­ verfahren des Bundesamts für Zivilluftfahrt als unkompliziert und speditiv. Folglich wurde die Sprühdrohne gekauft. Sie ist nun registriert, eingelöst und hat eine Immatrikulierungsnummer erhalten. Die Piloten absolvierten eine dreitägige Ausbildung. Insgesamt haben drei Personen der Landi Weinland diese Ausbildung absolviert.

Das Fluggerät Die «Agras MG-1S»-Drohne ist kein mittelmässiges Produkt, nein, sie weist einen gehobenen Standard auf. Patrick Meier bezeichnet sie sowohl aus Sicht der Flugtechnik als auch was das Sprühbild betrifft als «qualitativ auf sehr hohem Niveau». Das Fluggerät wiegt 25 kg und verfügt über einen 10 l fassenden Sprühmitteltank. Gesprüht wird mittels vier Düsen, jeweils über einem 3 m breiten Streifen, dies mit einem Abstand von einem Meter über der Zielfläche. Die Aufwandmenge liegt bei 100 l/ha. Mit einer Akku-Ladung kann eine Flugdauer von zehn Minuten absolviert werden. Die Landi hat für die Drohne und die gesamte Ausrüstung inklusive eines 1000-l-Frischwassertank einen PKW-Anhänger zur Verfügung. Die Stromversorgung wird mit insgesamt sechs Wechsel-Akkus und einem Notstromaggregat sichergestellt. «Das reicht gerade so für einen ganzen Arbeitstag», sagt Meier.

Die Drohne kostete rund CHF 34 000.–. Meier geht davon aus, dass sie in drei bis fünf Jahren amortisiert sein muss. Dem Kunden wurde nach dem ersten Einsatzjahr pro Hektar CHF 200.–, zuzüglich der Pflanzenschutzmittel, verrechnet. Nach einer zweiten Saison wird man rechnerisch nochmals über die Bücher gehen. Die Landi wolle die Sprühdrohne als Dienstleistung anbieten, aber sie müsse mindestens kostendeckend eingesetzt werden. «Wenn ein Vergleich mit dem Agroscope-Tarif gezogen wird, sind wir mit der Sprühdrohne günstiger», so Meier. Zusätzlich sei der Aufwand für den Winzer natürlich tiefer.

Aussichten Das Interesse hält an und für die kommende Saison rechnet man jetzt Ende Jahr bereits mit 20 bis 23 ha. Das hat zur Folge, dass man sich ernsthaft mit der Anschaffung einer zweiten Sprühdrohne

Patrick Meier, Rebbauer und Leiter «Verkauf Agrar» bei der Landi Weinland in Marthalen ZH: «Das Drohnenprojekt ist erfolgreich gestartet, nun soll es auch erfolgreich weiterfliegen.» Bild: R. Hunger

befasst. Zumal noch das Ausbringen von Schneckenkörnern im Pflanzenbau ein Wachstumsmarkt sein wird. Mit geringem Aufwand könnte die Drohne auch zum Ausbringen von Grassamen umgerüstet werden.

Alle drei Jahre zum Spritzentest Als erstes Land Europas hat die Schweiz einen Prozess für die Bewilligung von Sprühflügen mit Drohnen entwickelt. Ziel ist es, die Möglichkeiten der Drohnentechnologien, insbesondere als abdriftarme Alternative zu den Helikoptersprühflügen, der Praxis zugänglich zu machen. Künftig

müssen alle zugelassenen Drohnen – wie übrigens alle anderen Spritzgeräte auch – alle drei Jahre einen Spritzentest absolvieren, mit dem die Funktionalität langfristig gesichert werden soll. Die exakten Prüf­ kriterien dieser Tests werden derzeit in den Fachgremien erarbeitet.

Ökologisch sinnvoll … Meier zieht eine positive Bilanz über das erste Einsatzjahr. Die Erwartungen sind aus Sicht der Landi erfüllt. 14 Winzer haben die Sprühdrohne auf insgesamt 14,4 ha eingesetzt. «Wir wissen, wann sie eingesetzt werden kann und wann Schluss ist», betont Meier und weiter: «Bei Lufttemperaturen über 25 °C fliegen

Drohne auf dem Prüfstand für die Messung der Querverteilung. Bild: T. Anken, Agroscope

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Satelliten und Drohnen

Torsten Reim, Landwirt und Lohnunternehmer aus der Region Taunus (D), wendet auf seinem Betrieb seit rund zehn Jahren PrecisionFarming-Methoden an. Bilder: R. Engeler

Precision Farming in der Praxis Torsten Reim bewirtschaftet in der Region Taunus (Frankfurt) einen 280 ha grossen Betrieb, und diesen konsequent nach den Methoden von Precision Farming. Im Rahmen einer Exkursion hatte die «Schweizer Landtechnik» Gelegenheit, den Landwirt und Lohnunternehmer zu seinen Erfahrungen mit diesen Methoden zu befragen. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: Sie haben Ihren Betrieb auf den teilflächenspezifischen Ackerbau spezialisiert. Wie kam es dazu, welches waren damals Ihre Beweggründe? Torsten Reim: Etwas abstrakt formuliert besteht das Ziel meiner ackerbaulichen Tätigkeit darin, die verschiedenen Einzel-Bausteine zu einem Gesamt-System zu vernetzen. Einfacher gesagt, möchte ich unsere Wertschöpfungskette ökonomisch und auch ökologisch verbessern. Gestartet bin ich vor etwas mehr als zehn 26

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Jahren mit Bodenproben. Zusammen mit einem Partner wurden in einem Raster von 30 m und bis 1 m Tiefe Proben gezogen. Die daraus erstellten Karten zeigten mir, wie heterogen die Flächen des Betriebes sind. Das war mir in diesem Ausmass gar nicht bewusst. Beste Voraussetzungen also, um mit der teilflächenspezifischen Landwirtschaft zu beginnen. Wie lange dauerte es, bis Sie diese Präzisionslandwirtschaft wirklich umgesetzt hatten?

Wir haben dann begonnen, die teilflächenspezifischen Daten von Bodenwerten, Ernten (Mengen und Qualitäten) konsequent zu sammeln, auszuwerten und nachzubearbeiten. Dabei kamen nach und nach modernste Sensortechnik und Satellitensteuerung zum Einsatz. Diese helfen uns heute, das Saatgut, den Dünger und die Pflanzenschutzmittel präzise auszubringen. Nach einer vierjährigen Einführungsphase war dann der ganze Betrieb auf Precision Farming umgestellt. Alle gesammelten Daten bieten


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grenze aller Gaben, aber letztlich öffnet der Sensor den Schieber am Streuer. Wo die Kultur gemäss Sensor schon gut versorgt ist, gibt es beispielsweise bei der ersten und zweiten Gabe im Weizen weniger, in der abschliessenden dritten Gabe kann es dann eher mehr sein, um dem schönen Bestand noch etwas zu helfen, wogegen es bei den dünnen Beständen kaum noch etwas bringt, diese mit viel Dünger zu versorgen. Worauf müssen Sie noch achten, wenn Sie mit dem Traktor im Feld unterwegs sind? Ich konzentriere mich ganz auf die Überwachung des Anbaugeräts. Der Traktor findet dank der Spurführung selbst den Weg, der Sensor misst den Bestand und regelt die Ausbringmenge. Weiter passt die Funktion «Section Control» selbsttätig die Arbeitsbreite von Streuer und Spritze an. Bei jeder Überfahrt ist der «Isaria»-Sensor dabei, scannt den Bestand und liefert so permanent Informationen für die Optimierung der Bestandeskarten.

nun eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, so dass das Optimierungspotenzial von Jahr zu Jahr steigt. Wir verfügen heute über detaillierte Ertragspotenzial-Karten für alle Parzellen des Betriebs.

der Überfahrt scanne ich den Bestand und optimiere darauf basierend meine Karten, die dann wiederum die Basis bilden für die Düngergaben oder die Applikation von Wachstumsreglern.

Eine ziemlich zeitaufwändige Sache, also? Ja, es war ein weiter Weg, der mich viel Zeit gekostet hat. Als Pionier bekam ich kaum Unterstützung von aussen und konnte mich auch nicht mit Kollegen austauschen.

Wie geht das konkret vor sich? Die absolute Stickstoffmenge beispielsweise berechne ich gemäss der geltenden Düngeverordnung. Sie bildet die Ober-

Wie sieht die Sache finanziell aus? Kurz zusammengefasst kann ich Folgendes sagen: Ich habe höhere Erträge, setze weniger Hilfsstoffe ein und profitiere darüber hinaus noch von einer besseren Erntequalität. Meine Mähdrescherfahrer arbeiten entspannter und die Anforderungen an die Einstellung der Maschinen werden geringer. Können Sie dazu auch Zahlen liefern? Der Mehrerlös pro Hektar macht im Schnitt zwischen 80 bis 100 Euro aus.

Dazu brauchen Sie aber auch einen entsprechend ausgerüsteten Maschinenpark? Genau. Sämaschine, Düngerstreuer oder Feldspritze sind mit Teilbreitenschaltungen ausgestattet und können je nach Bedarf wechselnde Mengen ausbringen. Der Mähdrescher liefert mir die teilflächenspezifischen Erträge. Die Traktoren sind mit Spurführungssystemen ausgestattet. Selbst der Grubber funktioniert mit Isobus, was eine teilflächenspezifische Bodenbearbeitung möglich macht. Sie setzen auch den «Isaria»-Pflanzensensor von Fritzmeier ein – mit welchem Ziel? Dieser Sensor ist in der Lage, Wachstums­ unterschiede im Pflanzenbestand zu erkennen und diese Unterschiede auf elek­ tronischen Karten zu hinterlegen. Bei je-

Dank Spurführung und vielen autonom laufenden Funktionen kann sich der Fahrer ganz auf die Überwachung der Arbeitsgeräte konzentrieren.

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Impression | Einsatzbericht

Hohe Intensität: Mit dem Agrar «Bison 552» wird auf dem silofreien Betrieb von Eric Brunnschweiler Heu und Gras für über 100 Stück Vieh eingeführt. Ausgerüstet ist der Ladewagen mit Tandemachse, Dosiereinrichtung und einem Querförderband. Bilder: zvg

Ein «Bison» seit 10 Jahren Eric Brunnschweiler verlangt seinem «Bison 552» alles ab. Mit dem 55-Kubik-Ladewagen von Agrar fährt der Landwirt aus Villeret BE seit 10 Jahren das Futter für über 100 Kühe und Rinder ein. Heinz Röthlisberger

Die Futtermengen sind enorm. Mit seinem «Bison 552» führt Eric Brunnschweiler Heu und Emd für seinen 5000 Kubikmeter grossen Heustock ein. Zudem steht der Grossraum-Ladewagen während sieben Monaten des Jahres beim täglichen Eingrasen im Einsatz, und zwar für rund 100 Milchkühe und rund 50 Aufzuchtrinder. Auf dem silofreien Milchwirtschaftsbetrieb wird in der Saison jeden Tag eine grosse Menge Gras benötigt. Ein Fuder reicht nicht aus, meist sind es zwei oder gar drei pro Tag. «Die Nutzung des Ladewagens auf unserem Betrieb ist sehr intensiv und die Anforderungen entsprechend hoch», sagt der 49-Jährige. Vor allem im Herbst, wenn das Gras nass und schwer sei. Brunnschweiler, der 1990 aus der Ostschweiz nach Villeret BE gezogen ist, hat den Ladewagen 2008 gekauft. Es war einer der ersten aus der neuen «Bison»Baureihe, den die Agrar Landtechnik AG damals ausgeliefert hat. 28

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Der «Bison 552» von Eric Brunnschweiler ist ein Hochgang-Ladewagen mit 55 Kubik Inhalt mittlerer Pressung, klapp­ barem Scherengitter, 1,80 m breiter Pick­ up, 6 Messern und 6 lenkergesteuerten Förderschwingen. «Die Förderschwingen haben sich für das tägliche Eingrasen auf meinem Betrieb während all der Jahre bewährt», sagt der Landwirt. Das Fördersystem schont das Futter und es ist auch leistungsstark. Das kann Brunnschweiler bestätigen, ist er doch mit recht hoher Geschwindigkeit am Laden. «Im Schnitt fahre ich beim Futterladen mit 13 bis 15 km/h, meist mit Tempomat.» Das sei zwar recht hoch, doch mit den Förderschwingen im «Bison» sei dies problemlos möglich.

Schwingen sind lenkergesteuert Die Förderschwingen von Agrar werden anstelle einer Kurvenbahnsteuerung mit einer Lenkersteuerung verbaut. Die sorgen für einen ruhigen Lauf. Zudem sind

die Schwingen direkt dort gelagert, wo die Antriebskraft der Kette eingeleitet wird, was die Kraft optimal weitergibt und eine hohe Ladeleistung bei sehr geringem Verschleiss erlaubt.

Nächstes Mal mit mehr Messern Bei der Anzahl Messer würde er sich heute für eine Variante mit mehr Messern entscheiden. «6 Messer sind einfach zu wenig, 18 wären schon besser», sagt er. Auch ein herausziehbares Schneidwerk würde er prüfen. Ein solches würde das Auswechseln und das Schleifen der Messer erleichtern. Ausgerüstet ist Brunnschweilers «Bison 552» mit einer 2-Walzen-Dosiereinrichtung und einem Quer­ förderband für Links- und Rechts-Ablad. «So kann ich verhindern, dass das Gras warm wird, auch fällt das Zuschieben zu den Kühen zu einem grossen Teil weg.» Zudem sei das Heu beim Abladen mit einer Dosiereinrichtung viel luftiger und lockerer.


Einsatzbericht | Impression

Die 6 lenkergesteuerten Förderschwingen erlauben eine grosse Ladeleistung bei geringem Verschleiss.

Untergebaut ist ein Nachläufer-TandemFahrwerk mit einer 500/55-20-Bereifung. Zu Beginn war der Ladewagen mit einem starren Tandem-Fahrwerk ausgerüstet. Doch weil zu seinem Betrieb ein Weg mit einer engen Spitzkehre führt, hätten die Reifen jeweils sehr viel «Gummi» liegen lassen. «Heute würde ich mich sogar für ein zwangsgelenktes Fahrwerk entscheiden», sagt Brunnschweiler. Gebremst wird der Ladewagen mit Druckluft und automatisch, lastabhängig, das heisst mit ALB.

Eric Brunnschweiler setzt den Ladewagen auf seinem Milchwirtschaftsbetrieb seit 10 Jahren ein. Bild: H. Röthlisberger

ler. Aber mit dem Frontmähwerk, den hohen Gewichten, dem ständigen Auf und Ab im hügeligen Gelände rund um Villeret sei die Leistung des Traktors und dessen Gewicht einfach die beste Variante. Er fahre auch mit einem 150-PS-Traktor, da käme man aber oft ans Limit. Ausgerüstet ist der Ladewagen übrigens mit einer Load-Sensing-Hydraulik. Diese verlangt immer nur so viel Öl vom Traktor, wie benötigt wird. Für den guten Überblick helfen eine Rückfahrkamera und eine Kamera bei der Dosiereinrichtung.

PS-Leistung gefragt Angehängt wird der Ladewagen meist an einen 220-PS-Fendt-«820 Vario». Viele sagen, dass dies ein zu grosser und zu schwerer Traktor sei, meint Brunnschwei-

Steckbrief Agrar «Bison 552» Ladevolumen (DIN): Grüngut 21,1 m³; Dürrgut: 35,1 m³ Mittlere Pressung: Dürrgut 55 m³ Leergewicht: 4400 kg Gesamtgewicht: 15 000 kg Fördersystem: 6 Förderschwingen (optional 4) Schneidwerk: 6 Messer (optional 18 oder 35 Messer und seitlich ausziehbarer Schneidrahmen) Abmessungen: 9,7 m lang, 2,5 m breit und 2,65 m hoch; aufgeklappt 3,80 m Pickup: gesteuert 1,80 m (opt. 1,60 m) Bereifung: 500/55-20 Zusatzausrüstung am Ladewagen von Brunnschweiler: Tandemachse nachlaufgelenkt, Dosiereinrichtung, Querförderband, Load Sensing, Rückfahrkamera Basispreis: ab CHF 60 000.− inkl. MwSt. (für heutiges Modell «HL54L5») (Herstellerangaben)

Auch Nachbesserungen Eric Brunnschweiler war, weil er einen der ersten «Bison»-Ladewagen im Einsatz hatte und diesen auch stark forderte, immer in regem Austausch mit der Agrar Landtechnik AG in Balterswil (TG). Ein Schwachpunkt am Ladewagen war die Pick­up. Das Laden und die Aufnahme seien sehr gut, zu gross sei aber zu Beginn der Verschleiss gewesen. Jedenfalls in den ersten Jahren. Agrar habe da aber

nachgebessert. Natürlich sei dies auch auf die grossen Mengen Futter und die damit verbundene starke Beanspruchung auf seinem Betrieb zurückzuführen. Das war auch der Grund, wieso nachträglich noch die Anhängedeichsel, übrigens eine Knickdeichsel, habe verstärkt werden müssen.

Immer noch in Ordnung Insgesamt sei der Ladewagen aber auch heute noch in sehr gutem Zustand. Die Förderschwingen sind immer noch tadellos und trotz stark wirkender Kräfte seien die Seitenwände mit den Verstrebungen nicht verzogen und immer noch in Ordnung. Da habe er zu Beginn mehr Bedenken gehabt. Der Erfahrungsaustausch sei auch heute immer noch vorhanden. «Aufgrund der starken Nutzung des Ladewagens war ich wohl für die Firma immer auch ein bisschen ein Testbetrieb», lacht Brunnschweiler, der betont, dass er sich bei einem Neukauf wieder für einen Agrar-Ladewagen entscheiden würde.

Betrieb Brunnschweiler Eric Brunnschweiler (49) bewirtschaftet mit seiner Familie in Villeret BE einen silofreien Milchwirtschaftsbetrieb mit rund 100 Holsteinkühen, rund 50 Aufzuchtrindern und eigener Ausmast. Zusammen mit einem Kollegen im Tal führt er eine Betriebszweiggemeinschaft, zu der 70 ha Land gehören. Der grösste Teil ist Graswirtschaft, hinzu kommen etwas Weizen und Grünmais. 1990 ist Eric Brunnschweiler aus der Ostschweiz nach Villeret gezogen und hat seither die Milchproduktion stetig ausgebaut. Heute produziert er rund 1 Million Kilogramm

Milch, hauptsächlich für die Tête-de-MoineKäserei im Dorf. Ein Teil der Milch geht zudem in die Greyerzer- und in die Industriemilchproduktion. Für die intensive Heusaison habe er jeweils Leute, die ihm aushelfen. Festangestellte zu finden, die auf einem Bauernhof im Tal für längere Zeit arbeiten möchten, das sei hingegen sehr schwierig. Villeret liegt im Berner Jura auf 740 Meter über Meer im Tal Vallon de Saint-Imier, eingebettet zwischen der Chasseral-Kette und dem Mont Soleil. «Bei uns herrscht ein äusserst raues Klima», sagt Brunnschweiler.

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Impression | Testbericht

Die Husqvarna «536 LiXP» (links) und die Stihl «MSA 200 C-B» (2. v. l) sind in einem Praxistest mit Benzinmotorsägen unterschiedlicher Leistungsklassen verglichen worden. Bilder: J. Paar und W. Tritscher

Mit dem Akku in den Wald Eignen sich Akku-Motorsägen für den Forsteinsatz? In einem Test sind die Akku-Modelle Husqvarna «536 LiXP» und Stihl «MSA 200 C-B» mit Benzin-Motorsägen unterschiedlicher Leistungsklassen verglichen worden. Christoph Huber*

Um die Eignung von Akku-Motorsägen für Forsteinsätze beurteilen zu können, hat die forstliche Ausbildungsstätte Traunkirchen (A) die zwei leistungsstarken Akku-Motorsägen Husqvarna «536 LiXP» und Stihl «MSA 200 C-B» (siehe dazu Kasten auf Seite 32) mit herkömmlichen Benzinmotorsägen unterschiedlicher Leistungsklassen verglichen. Die Vergleichstests umfassten zwei Disziplinen: die Durchführung einfacher Trennschnitte und das Entasten von Bäumen. Um vergleichbare Bedingungen zu schaffen, wurden die Tests an speziell präparierten Stämmen – ähnlich wie sie bei forstlichen Wettkämpfen verwendet werden – durchgeführt. Bei den Tests wurde nicht nur die Leistungsfähigkeit der Akku* Christoph Huber ist stellvertretender Leiter des Fachbereiches Forsttechnik an der forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen.

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sägen ermittelt, sondern es wurden auch ergonomische und gesundheitliche Aspekte wie Handhabung, Lärm und Vibrationen der Sägen beurteilt.

Gute Schnittleistung Zur Beurteilung der Schnittleistung sägten die Testpersonen in der Disziplin «Trennschnitte» möglichst rasch mehrere Stammscheiben hintereinander ab. Bereits in dieser Disziplin zeigten beide Akku-Sägen, dass sie durchaus mit kleineren Benzinmotorsägen Schritt halten können. Beide Akku-Motorsägen erreichten eine Schnittleistung von über 25 cm²/s und lagen somit im Leistungsbereich von etwa 2,2 PS starken Benzin-Motorsägen mit einem Hubraum von rund 35–40 cm³. Das Leistungsniveau einer 4-PS-Profi-Motorsäge (52 cm²/s), wie der Husqvarna «550 XP», konnten sie jedoch bei Weitem nicht

erreichen. Die hohe Schnittleistung der Akku-Motorsägen wird vor allem durch die vergleichsweise geringe Kettenbreite der Akku-Sägen unterstützt. Stihl setzte bei der «MSA 200 C» auf eine besonders schmale Kette. Die Schnittfugenbreite betrug nur 3,85 mm. Auch Husqvarna stattet das Modell «536 LiXP» serienmässig mit einer dünnen Kette aus. Deren Schnittfuge ist jedoch etwas breiter als jene der Stihl «MSA 200 C-B».

Gehörschutz auch bei Akku-Säge In einem nächsten Schritt wurde der Schalldruckpegel der Motorsägen bei beiden Disziplinen, «Trennschnitte» und «Asten», ermittelt. Dazu wurde ein Schallpegelmessgerät am Helm des Sägenführers – unmittelbar neben seinem Ohr – positioniert. Hier konnten die Akkumotorsägen wie erwartet gegenüber ihren benzinbetriebenen Kollegen


Testbericht | Impression

zähne sind nur einige Beispiele, die zu einer deutlich höheren Vibrationsbelastung (und keinesfalls zu einer Erhöhung der Schnittleistung) führen können.

Gewicht abhängig von Akku

Die Akku- und Benzin-Sägen wurden von verschiedenen Testpersonen an Wettkampfbäumen getestet, um ähnliche Bedingungen herzustellen.

punkten. Beide Akku-Sägen erreichten einen Schalldruckpegel zwischen 89 (Asten) und 92 dB(A) (Trennschnitte). Die getesteten Benzin-Motorsägen zeigten allesamt deutlich höhere Werte zwischen 101 und 107 dB(A). Trotz der deutlich geringeren Lärmbelastung bei der Verwendung von Akku-Sägen wurde der Expositionsgrenz­ wert von 85 dB in beiden Disziplinen deutlich überschritten. Das Tragen eines Gehörschutzes ist somit auch bei der Verwendung von Akku-Motorsägen verpflichtend.

Geringere Vibrationswerte Neben der Leistung und dem Schalldruck wurde auch die Vibrationsbelastung der Motorsägen unter die Lupe genommen. An beiden Handgriffen der Testsägen waren hochempfindliche 3D-Beschleunigungssensoren positioniert. Die Sensoren geben Auskunft darüber, welche Vibrationen über die Hände des Motorsägen-

führers in dessen Körper weitergeleitet werden. Beide Akku-Sägen konnten im Test überzeugen. Sie wiesen während der Tests zum Teil geringere Vibrationswerte als herkömmliche Benzin-Motorsägen auf. Dies lässt sich sicherlich durch Unterschiede in der Antriebstechnologie (Elektromotor – Benzinmotor) erklären. Das aus­serordentlich gute Ergebnis der AkkuSägen erstaunt jedoch umso mehr, zumal sie – im Gegensatz zu modernen benzinbetriebenen Motorsägen – über keine vibrationsgedämpften Handgriffe verfügen. Diese sind direkt mit dem Motorgehäuse verbunden. Trotz der guten Test­ ergebnisse gilt jedoch, dass – egal ob Akku- oder Benzinmotorsäge – eine korrekt gewartete Motorsäge samt Schneidausrüstung die Grundvoraussetzung für ein vibrationsarmes Arbeiten ist. Falsche Schärfwinkel, zu tief gesetzte Tiefen­ begrenzer oder ungleich lange Schneide-

Zur Beurteilung der Schnittleistung wurden an einem Stamm möglichst rasch mehrere Scheiben hintereinander abgesägt.

Motorsägen zeichnen sich vor allem durch hohe Leerlaufzeiten aus. Je nach ihrer Verwendung laufen Motorsägen bis zu 25 % ihrer Einsatzzeit im Leerlauf. Benzin-Motorsägen weisen in diesem Zustand besonders hohe Vibrationen auf. Diese wirken sich besonders schädigend auf die Bedienperson aus, wenn die Benzin-Motorsäge im Leerlauf in der Hand gehalten wird. Besonders hier können Akku-Sägen punkten, zumal sie – sobald die Kette zum Stillstand gekommen ist – keine Vibrationen mehr von sich geben. Das Gewicht der Akku-Motorsägen hängt wesentlich von der Energiekapazität des verwendeten Akkus ab. Ohne Akku und Schneideausrüstung weisen die getesteten Akkusägen ein Gewicht von rund 3,0 kg auf. Rechnet man das Gewicht eines Akkus mit einer Kapazität von rund 300 Wh sowie das Gewicht der Schneidausrüstung hinzu, ergibt sich ein Gesamtgewicht der Sägen von etwa 5,0 kg. Somit liegen sie in einer ähnlichen Gewichtsklasse von 3-PS-Benzin-Motorsägen wie zum Beispiel der Husqvarna «543 XP» oder der Stihl «MS 241».

Verminderte Laufzeit bei Kälte Beim Einsatz von Akku-Motorsägen im Winter ist jedoch Vorsicht geboten: Die Laufzeit der Akkus hängt wesentlich von der Umgebungstemperatur ab. Vor allem bei Einsätzen bei tiefen Temperaturen sinkt die Akku-Laufzeit merklich. Bei Temperaturen ab etwa −5 °C kann es sogar vorkommen, dass sich die Akku-Motorsägen nicht mehr zuverlässig einschal-

Die Akkumotorsägen werden zunehmend leistungsfähiger und eignen sich immer mehr für den Einsatz im Wald. So etwa für das Entasten.

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Impression | Testbericht

Schnittgeschwindigkeitsvergleich von Akku- und Benzinmotorsägen

Neue Topmodelle

Schnittleistung (cm2/sek)

Wie schnelllebig der Markt für Akkugeräte ist, zeigt die Tatsache, dass die beiden Hersteller seit der Durchführung dieses Tests bereits wieder neue Akku-Motorsägen mit einer noch höheren Leistung auf den Markt gebracht haben. Bei Stihl heisst das neue Topmodell seit August Stihl «MSA 220 C-B». Bei Husqvarna hat die neue «535i XP» die hier vorgestellte «536 LiXP» abgelöst.
 Akkumotorsägen Husqvarna «536 LiXP»

Benzinmotorsägen Husqvarna «435» Husqvarna «550»

Stihl «211»

Stihl «MSA 200 C-B»

ten lassen. Erfahrungen an der forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen haben gezeigt, dass eine Akkukapazität von rund 300 Wh ungefähr für die Fällung und Aufarbeitung von zwei bis drei Fichten mit einem BHD (Brusthöhendurchmesser) von rund 25 cm ausreicht – Temperaturen von über 10 °C vorausgesetzt.

Alternative für Jungwuchspflege Auch wenn heutige Akku-Sägen im professionellen Bereich noch nicht mit der Leistung konventioneller Motorsägen mithalten können, stellen sie doch eine brauchbare Alternative zu kleinen bis mittelgrossen Motorsägen dar. Vor allem die gesundheitlichen Aspekte bei der Verwen-

dung von Akku-Motorsägen überzeugen: Emissionsfreies Arbeiten, Starten per Knopfdruck und die geringere Lärmbelastung stellen die wichtigsten Vorzüge von Akku-Motorsägen dar. Aufgrund ihrer derzeitigen Leistungsfähigkeit liegt der momentane Einsatzschwerpunkt in der Forstarbeit unter anderem in der Jungwuchspflege und in Erstdurchforstungen.

Sägen mit Akku Die Akku-Säge von Stihl punktete im Test vor allem mit ihrer hohen Schnittleistung. Das Modell von Husqvarna überzeugte hingegen mit seinem schmalen Motorsägenkörper und einem anwenderfreundlichen Bedienfeld. Christoph Huber und Alexander Janusko*

Die Husqvarna «536 LiXP» und die Stihl «MSA 200 C-B» wurden von der forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen auch einem Praxistest unterzogen. Schon beim Starten der beiden Motorsägen fallen Unterschiede zwischen den Testkandidaten auf. Husqvarna hat das Modell «536 LiXP» serienmässig mit einem Startknopf, welcher sich direkt über dem rechten Handgriff befindet, ausgestattet. Als zusätzliches Feature ist die Motorsäge mit einem Energiesparmodus – «savE» genannt – ausgestattet. Bei der Stihl «MSA 200 C-B» sucht man einen Einschaltknopf vergeblich. Sobald ein Akku eingeschoben und die Kettenbremse gelöst wurde, muss nur noch die Gashebelsperre deaktiviert werden. Diesen Sperrknopf zu drücken, war für die Testkandidaten anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. 32

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Gerade beim Asten, wo die Lage der Motorsäge ständig verändert wird, empfanden es manche Testpersonen als umständlich. Unterschiede beim Schwert Auch bei der Schneidausrüstung setzen die beiden Hersteller auf unterschiedliche Ausführungen. Stihl stattet die «MSA 200 C-B» serienmässig mit einem schmalen, spitz zulaufenden Schwert aus. In Kombination mit einer schmalen Sägekette (1/4”; Nutbreite 1,1 mm) wird eine hohe Schnittleistung von 32 cm²/s erreicht und das Einstechen des Schwertes in das Holz deutlich erleichtert. Bei Fällarbeiten erwies sich das Schwert jedoch als tückisch, zumal die Ausformung einer geraden Bruchleiste aufgrund der zugespitzten Schwertform etwas Fingerspitzenge-

fühl verlangt. Im Vergleich zu Stihl setzt Husqvarna bei den Akkusägen auf eine breitere Sägeausrüstung (3/8”; Nutbreite 1,1 mm). Das Schwert ist somit stabiler und die Kette kann leichter geschärft werden. Aufgrund der breiteren Schnittfuge weist die Motorsäge jedoch eine etwas geringere Schnittleistung (26 cm²/s) als ihr Testkonkurrent auf. Zwei Strategien beim Akkuschacht Beide Testgeräte können mit Lithium-Ionen- Akkus unterschiedlicher Akku-Kapazität ausgestattet werden. Die leistungsfähigsten Akkus der beiden Hersteller haben eine Kapazität zwischen 7 und 9 Ah. Diese reicht aus, um zwei bis drei Fichten mit einem Brusthöhendurchmesser (BHD) von etwa 25 cm zu fällen und aufzuarbei-


Testbericht | Impression

Vibration und Lärm Im Vergleich zu den meisten benzinbetriebenen Motorsägen verfügt keine der beiden Akku-Sägen über vibrationsgedämpfte Handgriffe. Umso mehr überrascht, dass die gemessenen Vibrationswerte teilweise sogar unter jenen benzinbetriebener Motorsägen liegen. Vor allem die Testsäge von Stihl konnte beim Vergleichstest punkten. Sie erreichte Vibrationswerte von 2,1 m/s² (rechte Hand) und 2,8 m/s² (linke Hand). Auch die Husqvarna «536 LiXP» lag mit 3,0 m/s² (linke Hand) und 3,2 m/s² (rechte Hand) nur geringfügig höher als ihr deutscher Konkurrent. Die Lärmbelastung für den Motorsägenführer ist bei beiden Testkandidaten mit etwa 90 dB(A) – gemessen am Ohr des Bedieners – annähernd gleich. Da beide Sägen jedoch deutlich über dem Expositionsgrenzwert von 85 dB(A) liegen, ist ein Gehörschutz bei der Arbeit dennoch notwendig. * Christoph Huber ist stellvertretender Leiter des Fachbereiches Forsttechnik, Alexander Janusko Trainer an der forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen des BFW am Waldcampus Österreich.

Die technischen Daten im Überblick Husqvarna «536 LiXP»

Stihl «MSA 200 C-B»

36 Volt

36 Volt

20 m/sek

19 m/sek

5,35 kg

5,32 kg

25–35 cm

25–35 cm

Sägekette

3/8”; 1,1 mm

1/4” P; 1,1 mm

Listenpreis*

CHF 1080.−**

CHF 900.−***

Nennspannung Max. Kettengeschwindigkeit Einsatzgewicht Empfohlene Schienenlänge

* Preise mit Akku und mit Ladestation (inkl. MwSt.) ** Preis der neuen «535i XP». Sie ist das Nachfolgemodell der «536 LiXP» (2018er-Modell) *** Seit August ist die «MSA 220 C-B» für CHF 1095.− neu die leistungsstärkste Stihl-Akku-Säge. Schnittleistung beim Trennschnitt

Schnittleistung (cm2/sek)

Mit und ohne Werkzeug Auch bei der Montage der Führungsschiene und der Kette setzen die beiden Hersteller auf unterschiedliche Strategien. Bei Husqvarna ist der Kettenraddeckel mit einer Schienenmutter gesichert, die mit einem Kombischlüssel geöffnet werden muss. Auch für das Spannen der Kette wird ein Kombischlüssel benötigt. Im Gegensatz zu Husqvarna setzt Stihl bei der «MSA 200 C-B» auf eine werkzeuglose Montagemöglichkeit. Der Kettenraddeckel ist mit einer von Hand zu betätigenden Flügelmutter gesichert. Auch die Ketten­spannung kann durch ein Kunststoffrad werkzeuglos verstellt werden.

Im Test standen die Akku-Motorsägen Husqvarna «536 LiXP» und Stihl «MSA 200 C-B».

Husqvarna «5376IiXP»

Stihl «MSA200 C-B» Motorsägentyp

Vibrationswerte beim Trennschnitt Gewichteter Vibrationswert (m/sek)

ten. Ist eine höhere Laufzeit erforderlich, kann mit Akku-Rucksäcken gearbeitet werden. Hier sollte man jedoch nicht das rechtzeitige Nachfüllen des Kettenöls vergessen. Bei beiden Motorsägen ist der Ladezustand des Akkus jederzeit am Akku auf einem Lichtbalken abzulesen. Bei Stihl wird der Akku von oben in die Motorsäge eingeschoben. Verriegelt wird er anschliessend automatisch mit zwei Verriegelungslaschen, die sich am Motorsägengehäuse befinden. Im Gegensatz dazu wird bei Husqvarna der Akku seitlich in die Motorsäge eingeschoben. Dass sich Wasser an den Kontaktflächen ansammelt, ist somit ausgeschlossen.

Husqvarna «536» Stihl «200» linke Hand linke Hand

Motorsäge

Husqvarna «536» Stihl «200» rechte Hand rechte Hand

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Impression | Einsatzbericht

Aufgeklapptes Kemper-8-Reihen-Maisgebiss mit «StalkBuster». Die unmittelbar hinter das Schneidwerk integrierten Schlegelmulcher zerstören die Maisstoppeln, bevor sie von den Rädern plattgedrückt werden. Bilder: H. Röthlisberger

Stoppelzerstörer im Maisvorsatz Stoppeln zerkleinern bereits beim Häckseln. Möglich macht dies der am Maisgebiss integrierte «StalkBuster». Diesen Herbst war der Unterflurmulcher von Kemper erstmals in der Schweiz im Einsatz zu sehen. Heinz Röthlisberger

Im Kampf gegen den Maiszünsler hat Kemper vor zwei Jahren mit dem «StalkBuster» einen Unterflurmulcher vorgestellt, der direkt ins Maisgebiss des Häckslers integriert ist. Für diese Entwicklung hat der deutsche Spezialist für Erntevorsätze auf der Agritechnica 2017 eine Auszeichnung in Gold erhalten. Vorteil des «StalkBusters»: die Maisstoppeln können direkt bei der Maisernte zerkleinert und ausgefasert werden, noch bevor das erste Rad des Häckslers die Stoppeln überfahren hat. Die Praxis hat auf eine solche Entwicklung lange gewartet. Denn um den Lebensraum der Maiszünsler und Fusarienpilze zu zerstören und die Rotte der Maisstoppeln zu fördern, sollten die 34

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Stoppeln als Überlebensraum für Maiszünslerlarven vollständig oder jedenfalls so gut wie möglich gemulcht werden. Werden die Stoppeln vor dem Mulchen aber niedergefahren, ist das meist ein grosses Problem, da diese mit nachfolgenden Arbeitsgängen nur noch sehr schwer erfasst werden können. Der «StalkBuster», der die Stoppeln vor der Überfahrt häckselt, löst dieses Problem.

Am 8-Reihen-Vorsatz Kemper hat den «StalkBuster» in den letzten beiden Jahren seit der Erstpräsentation weiterentwickelt und einzelne Vorserienmaschinen in der Praxis getestet. Neu konzipiert hat Kemper zum Beispiel

die Schlegel, die im Vergleich zur ersten Version nun rund und stabiler sind. Der erste «StalkBuster» in der Schweiz läuft seit dieser Saison bei Roland Sommer in Kirchlindach BE an seinem John DeereFeldhäcksler «8400i». Rund 200 ha Mais hat er in diesem Herbst damit gehäckselt. In einer Praxisvorführung der Robert Aebi Landtechnik AG wurde die Wirkungsweise des «StalkBusters» nun erstmals in der Schweiz einem öffentlichen Publikum vorgeführt. Den «StalkBuster» gibt es vorerst einmal für das 8-reihige KemperMaisgebiss «460 Plus» mit 6 m Arbeitsbreite und mit längerer Bauweise. Die längere Bauweise wird aufgrund des zusätzlich benötigten Platzes für den Mul-


Einsatzbericht | Impression

Bei tief geschnittenem Mais zeigt sich ein sehr gutes Bild. Die Stoppeln werden gut zerkleinert und ausgefranst.

Den «StalkBuster» gibt es vorerst für das 8-Reihen-Maisgebiss Kemper «460 Plus». Die acht Schlegeleinheiten sind pendelnd aufgehängt und werden mit Druckluft am Boden angepasst.

cher benötigt. Ein Transportrad braucht Roland Sommer trotz des längeren Über­ hangs nach vorne bei seinem Häcksler nicht.

Für jede Reihe ein Schlegel

Bei Hochschnittmais wird der obere Teil der Stoppeln zerstört. Im unteren Bereich bleiben die Stoppeln teilweise unversehrt oder nur gering zerfranst.

Preis und Fazit An der Vorführung in Zuchwil SO zeigte sich, dass der «StalkBuster» eine gute Mulcharbeit verrichtet. Die Maisstoppeln werden recht gut zerkleinert und ausge­ franst, und zwar in jeder Stoppel-Reihe. Das beste Ergebnis könne man erzielen, wenn der Mais auf einen Reihenabstand von 75 cm gesät werde, sagt Roland Som­ mer. Ein exaktes Säen sei zudem sehr wich­ tig. Beachtet werden muss, dass bei Hoch­ schnittmais auch mit dem Mulcher-Einsatz höhere Stoppeln stehen bleiben. Zwar sind die Stoppeln oben zerfranst, gegen den Boden hin bleiben sie aber unversehrt. Die Lebensdauer der Schlegel hängt ganz von den Einsatzbedingungen und der Fläche ab. Roland Sommer rechnet, dass er einen Schlegel-Satz rund zwei Saisons einsetzen kann. Wer ein Maisgebiss mit einem «Stalk­ Buster» will, muss mit einem Aufpreis von

30 000 Euro rechnen (Kemper gibt keinen Preis in Franken an). Dieser Mehrpreis, zusammen mit dem höheren Dieselver­ brauch des Häckslers, führt auch zu höhe­ ren Erntekosten. Dafür kann der Landwirt eine nachfolgende Überfahrt mit einem Mulcher einsparen. Laut der Firma Kemper, die eine Tochtergesellschaft von John Deere ist, geht der «StalkBuster» zur Saison 2020 in Serie. Auch andere Häcksler-Her­ steller haben die Entwicklung im Angebot. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Landwirte bereit sind, die höheren Ernte­ kosten zu zahlen, um schliesslich eine Überfahrt mit dem Mulcher einzusparen. Von Kemper war auf der Vorführung zu hören, dass man stetig daran sei, den «StalkBuster» noch zu verbessern. Zudem sei ein weiteres Maisgebiss in 12-reihiger Ausführung in Planung.

Die ins Schneidwerk integrierte Mulch­ einrichtung besteht für jede Maisreihe aus einem Schwenkgetriebe mit integrier­ ter Nockenschaltkupplung zum Schutz des speziell geformten Schlegels. Dieser Schlegel, ein rotierendes Rohr mit 350 U/min, ist mit einer hochbelastbaren Wolframkarbid-Legierung versehen, um den Verschleiss in Grenzen zu halten. Beim 8-Reihen-Gebiss sind acht Schlegel­ einheiten untergebaut. Jede Einheit ist einzeln pendelnd aufgehängt. Ein pneu­ matisches Drucksystem sorgt dafür, dass der Mulcher immer schön dem Boden folgt. Das heisst, dass der Feldhäcksler über eine Druckluftanlage verfügen muss. Zudem müsse der Häcksler über eine automatische Vorsatzführung für die Bodenanpassung verfügen. Bei John Deere ist das beispielsweise das System «AHC». Die Lebensdauer der Schlegel hängt von den Einsatzbedingungen ab, sollte aber laut Kemper länger als eine Saison dauern. Der Wechsel sei ohne Spe­ zialwerkzeuge sehr schnell möglich.

Braucht auch PS Der «StalkBuster» hat sowohl einen ver­ hältnismässig geringen Leistungsbedarf als auch ein relativ geringes Gewicht. Beim 8-reihigen Maisgebiss wurde an der Vorführung in Zuchwil SO eine benötigte Mehrleistung für den Mulcher von rund 50 PS genannt. Das Mehrgewicht des «StalkBuster» beträgt 350 kg. Muss ein­ mal mit dem Häcksler zurückgesetzt wer­ den, dann wird mit dem Betätigen des Fahrhebels zum Rückwärtsfahren der «StalkBuster» automatisch ausgehoben. Schäden sollen so vermieden werden. 12 2019 Schweizer Landtechnik

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Wissen | Praxis

Kartoffeln sollten von der Ernte bis ins Lager zahlreiche Höhenstufen möglichst schadlos überstehen. Bild: Grimme

Die Sensor-Kartoffel Mechanische Belastungen der Kartoffeln führen zu direkten oder indirekten Schäden an und in den Knollen. Mit einer Sensor-Kartoffel soll festgestellt werden, wo und wie stark diese Belastungen auftreten. Ruedi Hunger

Kartoffeln sind von der Ernte bis zur Ein­ lagerung mechanischen Belastungen ausgesetzt. Solche Belastungen treten auf, wenn die Knollen hart gegen Maschinenteile stossen oder beim Fall auf eine nicht gepolsterte Unterlage. Die Kräfte, die dann auf die Knolle einwirken, werden durch das Gewebe abgepuffert. Welche Auswirkungen dies hat, hängt einerseits von der Stärke und der Häufigkeit der Stösse ab, anderseits von der Empfindlichkeit des Knollengewebes (Sorten­ unterschiede). Beispielsweise sind grössere und kältere Knollen deutlich empfind­ licher. Zudem rufen viele kleinere Stösse auf die gleiche Stelle an den Knollen vergleichbare Schäden hervor wie ein starker 36

Schweizer Landtechnik 12 2019

Schlag. Besonders empfindlich ist das Nabel­ ende. Diese Mehrfachbelastungen entstehen insbesondere beim Aufbereiten von Kartoffelposten mit Lagerdruckstellen. Da das Knollengewebe unter Lager­druckstellen bereits stark strapaziert ist, reichen bei kalten Kartoffeln bereits kleine Stösse aus, um Schwarzfleckigkeit oder Nekrosen¹ hervorzurufen.

Deutliche Qualitätsmängel Bei der Ernte sind die Knollen sehr prall und weisen einen hohen Wassergehalt auf. Kritische mechanische Belastungen können ein Zerplatzen der Zellen aus­ lösen. Daraus entstehen unterschiedliche Schadbilder im Knollengewebe. Zum ei-

nen kommt es zu (Schwarz-)Verfärbungen innerhalb der Knolle, zum anderen bilden sich sogenannte Ernte-Nekrosen. Letztere bilden sich bereits wenige Tage nach der kritischen Belastung. Im Bereich der späteren Nekrose trocknet das geschädigte Gewebe aus, die Stärke bleibt als weisse Masse zurück. Nekrosen befinden sich unterhalb der Schale und sind weder mit optoelektronischen Verlese­ automaten noch beim manuellen Verlesen erkennbar. Sie sind für den Verbraucher ein Qualitätsmangel. Die schwarzen Verfärbungen (Schwarzfleckigkeit) werden bei niedrigem Wassergehalt gegen Lagerende ausgelöst. Dabei handelt es sich um eine chemische Reaktion, bei der


Praxis | Wissen

«nPotato» zu erfassen. Mit den gesammelten Rohdaten können Knollenschäden während des Erntevorgangs in Ist-Zeit vorhergesagt werden. Während jedes Durchlaufs wurden vom Sortiertisch der Ernte­ maschine Knollen-Stichproben entnommen. Unter Einhaltung einer 48-stündigen Wartezeit wurden die Knollen auf Schwarzfleckigkeit untersucht. Jede Kartoffel, die einen schwarzen Fleck aufwies, wurde als vollständig beschädigt eingestuft. Die Datenauswertung zeigt, dass sich der effektive Anteil geernteter Kartoffeln mit schwarzen Flecken auf 1–2 % belief (letzte Spalte in der Tabelle). Die experimentellen Auswertungen der «nPotato»-Daten zeigen ähnliche Ergebnisse (sechste Spalte in der Tabelle). Die Ergebnisse bestätigen eine hohe Genauigkeit des Modells und damit dessen Anwendbarkeit zur Optimierung von Ernteprozessen.

Mit Kartoffel-Attrappen, gefüllt mit einem Smartphone, werden die Belastungen in Echtzeit registriert und weitergeleitet. Bilder: Projekt «nPotato Smart Service»

keine Zellen zerstört werden. Schwarzfleckigkeit kann aber auch vor Lagerende beobachtet werden, wenn nach dem Krautentfernen die Knollentemperatur über mehrere Tage höher als 25 °C ist oder wenn die Kombination von hohen Temperaturen und Trockenheit zu Wasser- und damit Turgorverlusten führt. Die Folge ist eine höhere Empfindlichkeit gegen­über Schwarzfleckigkeit.

Damit noch nicht genug Beschädigte Knollen weisen in den ersten Lagerwochen einen höheren Wasserverlust auf, der einerseits das Abtrocknen der Kartoffeln erschwert und anderseits die späteren Lagerverluste deutlich beeinflusst. Beschädigte Knollen weisen zudem eine höhere Atmungsrate und einen intensiveren Stoffwechsel auf. Beides führt zu einem schnelleren Abbau der knollen­ eigenen Keimhemmstoffe und damit zu einem früheren und stärkeren Auskeimen.

Ernteschäden in Echtzeit Für das Forschungsprojekt Smart Farming Welt² wurde unter der Bezeichnung «nPotato» ein Prüfobjekt entwickelt und erprobt. Damit sollen dem Kartoffelproduzenten durch Handlungsempfehlungen

verbesserte Maschineneinstellungen und als Konsequenz eine quantitativ und qualitativ optimierte Ernte ermöglicht werden. «nPotato» ist ein plastisches Objekt mit dem Gewicht und den Massen einer echten Kartoffelknolle. Das Objekt ist mit einem handelsüblichen Smartphone ausgestattet, das physikalische Einflüsse während des Ernteprozesses erfasst. Erste Feldtests wurden im Herbst 2018 durchgeführt. Ziel war es, die Machbarkeit und Wirksamkeit einer Echtzeit-Vorhersagequalität von Ernteschäden zu bewerten. Dazu wurde die «nPotato» in einem Feldeinsatz auf drei Teilflächen zu je 25 Aren mit drei unterschiedlichen Geschwindigkeiten (4 km/h, 5 km/h, 6 km/h) getestet. Vor Beginn jedes Durchgangs wurden der Maschinenführer und der Erntemaschinenhersteller gebeten, den aufgrund der gewählten Einstellungen zu erwartenden Ernteschaden zu schätzen. Dann wurden mehrere «nPotato»-Objekte in der Erde einer jeweils 25 Aren umfassenden Testfläche platziert und zusammen mit den Kartoffeln geerntet.

Datenauswertung Die Sensoren des Smartphones sind in der Lage, Beschleunigung und Stösse auf die

Fazit Die Initianten des Forschungsprojekts «Smart Farming Welt» ziehen eine positive Bilanz. Mit dem «nPotato Smart Service»Projekt lasse sich in Echtzeit eine hohe und zuverlässige Vorhersagequalität von Knollenschäden während der Kartoffelernte erzie­len. Aufgrund dieser in Ist-Zeit übermittelten Daten kann der Fahrer die Maschineneinstellung sofort optimieren. ¹ (Ernte-)Nekrosen bilden sich, wenn Pflanzenzellen lokal absterben. ² Projektpartner: Claas, Deutsche Telekom, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), RWTH Aachen, Grimme, Logic Way GmbH.

Die «nPotato» – vorne geschlossen, dahinter offen. Auf dem Laptop ist das von ihr aufgezeichnete Erschütterungsprofil zu sehen.

Einfluss der Kartoffelernte auf das Erntegut (Quelle: DFKI) Durchlauf (Teilfläche)

Wetter

1.

neblig

2.

sonnig

3.

sonnig

Boden

trocken, kleine Steine

Temperatur (°C)

Geschwindigkeit (km/h)

Vorhersagequalität nPotato (%)

Vorhersagequalität Landwirt (%)

Vorhersagequalität Hersteller (%)

Tatsächlicher Schaden (%)

10

4

2,13

5,0–10,0

3,0

2,0

13

5

0,82

7,0–12,0

3,0

1,0

16

6

0,97

2,0–3,0

3,0–4,0

1,0

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Wissen | Begriffe

Beispiel einer Anzeige auf einem «Head-upDisplay» von BMW.

Valtra hat mit «SmartGlass» seit gut zwei Jahren ein «Head-up-Display» in der Entwicklung. Nächstes Jahr geht das Anzeigesystem in ausführliche Tests. Bilder: zvg

Die «Kopf-obenAnzeige» «Head-up-Displays» projizieren Informationen auf die Frontscheibe. Vorteil: der Fahrer muss seinen Kopf nicht mehr senken. Was in Autos keine Seltenheit ist, könnte auch in der Landtechnik zum Thema werden. Heinz Röthlisberger Kopf hoch und Blick nach vorne. Das versprechen so genannte «Head-up-Displays» (auf Deutsch «Kopf-oben-Anzeige»). Diese Systeme projizieren wichtige Fahrdaten wie Geschwindigkeit, Tourenzahl, Spritverbrauch oder Navi-Anweisungen auf die Frontscheibe und damit ins Sichtfeld des Fahrers. Der Fahrer kann bei der Nutzung eines solchen Fahrassistenten seine Kopfhaltung bzw. Blickrichtung beibehalten, weil die Informationen in sein Sichtfeld, das heisst auf die Frontscheibe, projiziert werden. Das erhöht die Aufmerksamkeit auf die Strasse und kann zur Sicherheit auf der Strasse beitragen.

Im Militär und in Autos «Head-up-Displays» sind nichts Neues. Für Piloten von Kampfflugzeugen existieren solche Systeme schon seit den 1940er Jahren. In neuerer Zeit haben Auto­ hersteller ihre Oberklassewagen damit ausgestattet. Immer mehr setzen sich 38

Schweizer Landtechnik 12 2019

«Head-up-Displays» aber auch im Segment der Kleinwagen durch.

Sichtbarkeit und Auflösung Unterschieden werden «Direktanzeigen», die Informationen direkt auf die Frontscheibe projizieren, und «Indirekte Anzeigen», bei denen die Informationen auf eine durchsichtige Folie projiziert werden. Eine grosse Herausforderung ist eine qualitativ gute und präzise Anzeige (Auflösung) sowie die Sichtbarkeit während heller Bedingungen wie etwa bei Sonneneinstrahlung. Wichtig ist auch die Bedienung. Das heisst: wie der Fahrer die Informationen abrufen und in der Anzahl variieren kann. Zu viele Infos können auch ablenken. Und: wenn das «Head-upDisplay» die Sicht auf die Strasse einschränkt, ist das sowieso nicht erlaubt.

Tests bei Valtra Auch in der Landtechnik könnten «Headup-Displays» dereinst Fuss fassen. Ein Bei-

spiel zeigte Hersteller Valtra mit dem «SmartGlass» auf der Agritechnica 2017. Um Verbesserungen vorzunehmen, hat der Hersteller das Projekt dann aber gestoppt und hat auf der diesjährigen Agritechnica eine überarbeitete Version vorgestellt. So hat Valtra die Segmente im Display neu gestaltet, um einen grösseren Bereich abzudecken und die Sichtbarkeit auch bei hellen Bedingungen zu verbessern. «SmartGlass» basiert auf einer transparenten Display-Technologie, die zwischen zwei Glasflächen laminiert ist. Diese Lösung, so schreibt Valtra, sei sehr robust und geeignet für anspruchsvolle Einsatzbedingungen von Landmaschinen.

Kippwinkel und Ladegewicht Angezeigt werden bei «SmartGlass» grundlegende Traktorinformationen wie Gang, Motordrehzahl oder Fahrgeschwindigkeit. Vorteile sieht Valtra vor allem für Frontladerarbeiten, also bei einer Arbeit, die den Blick des Fahrers oft nach oben richten lässt. Mit einem werkseitig eingebauten Valtra-Frontlader könne «SmartGlass» sogar Informationen wie Kippwinkel oder das Ladegewicht anzeigen. Noch ist es aber nicht so weit. Valtra will das «Head-up-Display» nächstes Jahr vorerst einmal für 20 Pilotbetriebe frei­ geben und weitere Tests vornehmen. Eine allfällige Serienproduktion sei dann voraussichtlich für Ende 2020 geplant.

Ende der Serie Mit diesem Teil beendet die «Schweizer Landtechnik» die Serie «LandtechnikBegriffe». In dieser Reihe erschienen sind die Themen: «AdBlue», «Common Rail», «Drehmomentwandler», «Ejektor», «Feuerverzinkt», «Metalldampflampe», «Load­Sensing», «DOC», «LED-Lampe», «NIR-Sensor», «Wastegate», «Touchscreen», «Telematik», «Droplegs», «ALB-Regler», «Plasmaschneider» «Schutzgas-Schweissen», «MPT-Reifen», «Wärmebildkamera», Erstausrüster «OEM», «Standheizung» und «Planetengetriebe».


Praxisfragen | Management

fahrausweises auf 17 Jahre gesenkt. Das Mindestalter von 17 Jahren für den Erwerb des Lernfahrausweises für Personenwagen tritt am 1. Januar 2021 in Kraft.

Nur noch ein Tag Weiterbildung Die Weiterausbildung wird künftig nur noch einen Tag dauern (bisher zwei Tageskurse) und muss im ersten Jahr nach der Führerprüfung absolviert werden. Ein Thema in diesem Weiterausbildungskurs soll unter anderem das energieeffiziente Fahren sein, das künftig auch in Simulatoren geübt werden kann.

Sonderlösung für Jahrgang 2003 Der Auto-Lernfahrausweis wird ab dem Jahr 2021 bereits im Alter von 17 Jahren erteilt. Die Lernphase mit Begleitung dauert dann neu zwölf Monate. Bilder: H. Röthlisberger

Auto-Lernfahrausweis für 17-Jährige kommt auf 2021 Ab 2021 können bereits 17-Jährige Lernfahrten mit Autos machen. Für Jugendliche mit Jahrgang 2003 gibt es eine Übergangsbestimmung. Änderungen gibt es auch für Roller- und Motorradfahrer. Heinz Röthlisberger Ende 2018 beschloss der Bundesrat im Rahmen der Gesetzesrevision «Opera-3», dass unter 20-Jährige neu eine Lernphase von zwölf Monaten durchlaufen müssen, bevor sie die praktische Autoprüfung (Kat. B) machen dürfen. Damit soll die Verkehrssicherheit erhöht werden: Je mehr begleitete

Lernfahrten vor der praktischen Prüfung stattfinden, desto kleiner ist laut dem Bundesamt für Strassen Astra danach das Unfallrisiko. Damit der Führerausweis trotzdem mit 18 Jahren erworben werden kann – was für etliche Berufe wichtig ist – hat der Bundesrat das Alter für den Erwerb des Lern-

50er-Roller ab 15 Jahren, 125er ab 16 Jahren

Auch zum Fahren von Motorrädern bis 125 cm³ Hubraum und maximal 11 kW Leistung gibt es auf den 1. Januar 2021 Änderun-

gen. Ab dann dürfen diese bereits ab 16 Jahren gefahren werden. Heute liegt das Mindestalter für diese Führerschein-Kategorie «A1» bei 18 Jahren. Der Bundesrat harmonisiert damit die Schweizer Vorschriften mit dem bestehenden EU-Recht. Er hat zudem beschlossen, dass neu bereits ab dem Alter von 15 Jahren Kleinmotorräder bis 50 cm³ und maximal 45 km/h (Kategorie «AM») gefahren werden dürfen (bisher war dies ab 16 Jahren). Hingegen verbietet der Bundesrat die direkte Ausbildung für die leistungsunbeschränkten Motorräder (Kat. A). Bisher konnte, wer 25 Jahre und älter war, direkt einsteigen. Ab 2021 muss nun vorerst für mindestens zwei Jahre ein Motorrad mit maximal 35 kW (48 PS) Leistung gefahren werden.

Für Jugendliche mit Jahrgang 2003 hat der Bundesrat eine Übergangsbestimmung beschlossen. Das heisst: Personen mit Jahrgang 2003 können den Lernfahrausweis ab dem 1. Januar 2021 mit 17 Jahren erwerben. Erhalten sie den Lernfahrausweis noch im Jahr 2021, dürfen sie die Autoprüfung ab dem 18. Geburtstag ablegen, auch wenn sie den Lernfahrausweis noch nicht zwölf Monate besitzen. Ohne diese Ergänzung hätten Personen mit Jahrgang 2003, die früh im Jahr Geburtstag haben, ab 2021 den Führerausweis wegen der einjährigen Lernphase erst mit knapp 19 Jahren erwerben können. Personen mit Jahrgang 2003, die den Lernfahrausweis erst 2022 oder später erwerben, müssen die zwölfmonatige Lernphase durchlaufen.

Weiteres zum Beachten Personen mit Jahrgang 2002 müssen den Lernfahrausweis noch im 2020 erwerben, falls sie keine Lernphase von zwölf Monaten durchlaufen wollen. Für Personen, die den Lernfahrausweis nach dem 20. Altersjahr erwerben, gilt die heutige Regelung weiterhin. Für diese ändert sich mit Ausnahme des nur noch eintägigen Weiterbildungskurses nichts. Wie es heute ist: www.fuehrerausweise.ch

Wo drückt der Schuh? Was beschäftigt die Mitglieder des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik? Welchen Problemen sieht man sich in der Praxis ausgesetzt? In dieser lose erscheinenden Serie behandelt die «Schweizer Landtechnik» Anliegen aus der Praxis, wie sie an den SVLT laufend herangetragen werden. Anfragen an: SVLT, Riniken, Tel. 056 462 32 00. Per E-Mail an zs@agrartechnik.ch

12 2019 Schweizer Landtechnik

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Plattform | Ausstellung

Innovationsmotor Als Innovationsmotor für die Landwirtschaft sehen die Organisatoren der Agritechnica diesen Mega-Anlass, der letzten Monat rund 450 000 Besuchende in den Bann gezogen hat. Digitalisierung, Automatisierung und Robotik gaben dabei neue Impulse. Roman Engeler, Ruedi Burkhalter und Ruedi Hunger

450 000 Personen strömten in diesem Jahr zur Agritechnica. Immer mehr Aussteller und Besucher kommen aus dem Ausland. Automatisierung, Digitalisierung und Robotik sowie die Nachhaltigkeit waren bestimmende Trends. Bilder: R. Engeler, R. Burkhalter, R. Hunger, J. Paar, DLG, zvg

Über 2800 Aussteller (auf 40 ha Fläche) und 450 000 Besuchende zählte die Agri­ technica 2019. Damit hat diese Ausstel­ lung ein Plafond erreicht. Mehr geht fast nicht mehr, denn auch die Aufnahme­ fähigkeit des Publikums ist bekanntlich beschränkt. Die Investitionsbereitschaft scheint weiterhin hoch zu sein. Wie eine Besucherumfrage zeigte, wollen zwei Drittel der befragten Landwirte, Lohn­ unternehmer und Maschinenringe in den nächsten zwei Jahren in Landtechnik in­ vestieren. Zu den Kernthemen der Messe gehörte neben den fast schon zu Dauer­ brennern gewordenen Bereichen Digita­ lisierung, Automatisierung und Robotik auch die Nachhaltigkeit. So sah man Kon­ zepte und bereits serienfertige Lösungen zu alternativen Antrieben und Treibstof­ fen, punktgenauem Pflanzenschutz oder 40

Schweizer Landtechnik 12 2019

zu neuartigen Reifendruckregelanlagen. In der Sonderschau «Protecting Yield and Nature» (Schutz von Ernte und Natur) zeigten Forscher und Unternehmen Lö­ sungen zu aktuellen Themen auf. Die nächste Agritechnica findet vom 14. bis 20. November 2021 (Exklusivtage am 14. und 15. November) wieder auf dem Mes­ segelände in Hannover statt.

Hybrid bei Steyr Steyr wartete mit einer Konzeptstudie ei­ nes dieselelektrischen Hybrid-Traktors auf. Vier Räder, die Zapfwelle und die Hydraulik­pumpe werden via Batterie an­ getrieben. Diese selbst wird von einem Generator geladen, der wiederum von ei­ nem Dieselmotor angetrieben wird. Wei­ ter splittet Steyr seine stufenlosen Trakto­ ren in zwei neue Baureihen auf: «Impuls

CVT» und «Absolut CVT». Diese beiden Traktorserien erscheinen im aktuellen Steyr-Design und unterscheiden sich in Grösse und Technik. Die kürzeren «Im­ puls»-Modelle sollen im ersten Halbjahr 2020 auf den Markt kommen, die grösse­ ren «Absolut» gibt es ab dem zweiten Halbjahr 2020.


Ausstellung | Plattform

Teleskoplader mit Liftkabine

Fendt erweitert sein Produktprogramm weiter, und zwar mit dem Teleskoplader «Cargo T 955». Dieser wird von Sennebogen im niederbayerischen Straubing gebaut. Der Fendt «Cargo T 955» zeichnet sich durch eine Liftkabine mit Schwingungsdämpfung aus. Mit einer Traglast von 5,5 t und einer Hubhöhe von 8,5 m ist er für höchste Ladeleistungen ausgelegt.

Demnächst auch Raupen

Der aufstrebende indische Reifenhersteller BKT komplettiert laufend seine Produkt­ palette. Neben Reifen für Traktoren und Anhängefahrzeuge gibt es von BKT neu auch spezielle Pneus für Agrotrucks und demnächst wohl auch Raupen. So arbeitet BKT derzeit mit einem Mähdrescher-Hersteller zusammen, um für Erntemaschinen Raupenlaufwerke zu entwickeln.

Zinkensaat fürs Grünland

Geräte zügig wechseln

Trotz Schnellwechsel am Hoflader muss der Fahrer beim Geräteanbau absteigen, um die hydraulischen Zusatzfunktionen anzuschliessen. Weidemann zeigte das neue «Easy Coupler»-System. Dabei sind die Hydraulikkupplungen in die Verriegelungsbolzen integriert und werden beim Anbau automatisch verbunden.

Zuwachs in der Sätechnik Gleitkufe statt Tasträder

Mit der neuen, optionalen Kunststoff-Gleitkufe an Stelle eines Tastradfahrwerkes beim Kreiselschwader «Top 842 C» soll der Schmutzeintrag durch vollflächige Abtastung des Bodens nahe am Zinken verringert werden. Ihre volle Stärke soll die Gleitkufe besonders bei nassen und moorigen Böden mit tiefen Fahrspuren ausspielen, heisst es bei Pöttinger.

Güttler bringt mit «HarroFlex 600» ein neues Gerät für die Grünlandpflege und -nachsaat auf den Markt. Dabei münden die Saatleitungen direkt hinter den Striegelzinken. Somit wird das Saatgut direkt auf dem Boden ablegt und nicht nur oben auf der Grasnarbe. Das Gerät soll ab Mai 2020 lieferbar sein.

Neuer Name, neues Design

Regent überraschte mit einer völlig neu entwickelten pneumatischen Aufbau­ sämaschine. Die 3 m breite «Ventra» arbeitet mit 24 parallelogrammgeführten Doppelscheibenscharen. Die elektrische Dosierung bedient sich aus dem 820 oder 1100 l grossen Tank. Die «Ventra» soll ab 2021 am Markt sein.

Verteiler in zweiter Generation

Eingrasen mit Doppelmessern

BB Umwelttechnik ist für seine Doppelmesser-Mähwerke bekannt. Der bayerische Hersteller zeigte erstmals das Frontmähwerk «Seco Duplex 275 F Eco» mit einer optional angeschraubten «Schwadschnecke». Das zwischen den Traktorrädern abgelegte Futter kann so mit einem nachfolgenden Ladewagen aufgenommen werden.

Massey Ferguson stellte neue TraktorBaureihen mit einfacher Ausstattung vor. Sie tragen den Buchstaben «M» in ihrem Modellnamen und lösen die «Global Series» ab. Die fünf Modelle der Serie «MF 5700 M» haben 5 PS mehr als ihre Vorgänger. Das neue Design des Kühlergrills erinnert an frühere Traktorbaureihen. Zudem zeigte MF Konzeptstudien von Traktoren der Zukunft, die kein Lenkrad mehr haben, und Reifen, die ohne IndustrieRuss hergestellt sind.

Fliegl präsentierte in Hannover den neuen Schleppschuh-Verteiler «Skate 2.0». Durch Einklappen der äusseren Segmente kann die Arbeitsbreite optional von 15 auf 12 m verringert werden. Zudem sind dafür auf Wunsch der neue Schneckenverteiler «FlexFlow» für variable Ausbringmengen sowie der Y-förmige Schleppschuh «Twin» mit zweigeteilten Düsen erhältlich. 12 2019 Schweizer Landtechnik

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Plattform | Ausstellung

Pneumatik-Streuer

Rauch lässt die «Aero»-Baureihe seiner pneumatischen Düngerstreuer wieder­ auferstehen. Technisch haben diese Geräte kaum etwas mit ihren Vorgängern gemein. Das optionale, elektrisch angetriebene Multi-Rate-Dosiersystem kann 24 Teilbreiten mit je 1,25 m einzeln regeln oder abschalten. Der neue «Aero 32.1» fasst 3200 l Dünger, den er auf 18 bis 30 m Breite verteilt.

Keine Chance für Unkrautsamen

Digitales bei SDF

schäden in Plantagen. Damit lässt sich der Frostschutz mit geringerem Aufwand realisieren als mit Kerzen. Die Maschine verbrennt Strohballen oder Hackschnitzel im Feuerraum und verteilt Wärme, Rauch und Wasserdunst in der Plantage. Die warme Luft schützt gegen den Frost, während der Rauch eine natürliche Bewölkung imitiert und so die Abstrahlung der Bodenwärme reduziert.

Süsskartoffelroder Im Fokus bei SDF stand die Vierrad-Lenkung «Active Steer», die SDF derzeit bei seinen Schmalspur-Traktoren als Option anbietet (Bild), die allerdings später auch anderen Modellen zur Verfügung stehen soll. Gas geben will SDF in Sachen Digitalisierung mit dem «Connect Farming System», bestehend aus Tools für die Spurführung, das Flottenmanagement und für das Management aller Daten. SDF macht beim «Agrirouter» mit, nicht aber beim «DataConnect».

Schnell-Kupplung «F-Con»

Schmiede.one, ein von Grimme gegründetes Start-up-Unternehmen, zeigte den ersten selbstfahrenden Süsskartoffelroder mit Raupenfahrwerk. Die bis anhin von Hand geerntete Kartoffel erfreut sich auch in Europa zunehmender Beliebtheit und soll hier vermehrt angebaut werden.

Schubboden-Kipper

Zürn Harvesting stellte den «Seed-Terminator» vor. Seine zwei Hammermühlen pulverisieren den Siebabgang des Mähdreschers. Dadurch sollen Verlustkörner und Unkrautsamen nicht mehr keimen. Der «Seed-Terminator» ist für Mähdrescher von John Deere, Claas, Case IH und New Holland erhältlich. Auch Redekop zeigte eine ähnliche Technik am Stand von John Deere.

Der Unschlagbare?

Ein schnelles und vor allem einfacheres Verbinden von Hydraulik- und PneumatikSchläuchen sowie von Elektrokabeln zwischen Traktor und Anhänger bietet Fliegl mit der Multifunktionsverbindung «F-Con». Damit können Daten- und Stromleitungen, Leitungen für Düngeund Reinigungsmittel, Bremsschläuche und bis zu 12 Hydraulikanschlüsse mit einem Handgriff verbunden werden.

Nebeldrache Laut John Deere ist der neue Grossmähdrescher «X9» mit dem neu gestalteten Bandschneidwerk über der «S»-Serie angesiedelt. Möglich wird diese Produktivitäts- und Ernteeffizienz-Steigerung dank der grössten am Markt erhältlichen Kanalbreite, des verbesserten Erntegutflusses, des Dreschens und Abscheidens mit einem Doppelrotor und eines grösseren Siebkastens. 42

Schweizer Landtechnik 12 2019

Im Zweiachs-Sattelauflieger «SKS 20/950» kombiniert Krampe die Vorteile eines Kippers mit dem Schubbodensystem. Der Fahrer kann auf unebenem Gelände die Ladung mit dem Schubboden vorab ein Stück nach hinten bewegen und dann erst den Kippvorgang einleiten. Durch das Losbrechen der Ladung rutscht diese leichter ab, wenn anschliessend gekippt wird. So wird der Schwerpunkt beim Kippvorgang gesenkt und damit eine bessere Stand­ sicherheit bei hoher Entladegeschwindigkeit erzielt.

Zusatz-Ballast

Der Nebeldrache «Fog Dragon» ist eine neue Technik zur Minderung von Frost-


Ausstellung | Plattform

«The Future of Farming»

Traktoren sollten für Strassentransporte und Zapfwellenarbeiten möglichst leicht sein, benötigen jedoch für schwere Zug­ arbeiten zusätzliches Gewicht. Das Mon­ tieren von herkömmlichen Gewichten wie Radgewichten ist mit viel Aufwand ver­ bunden. John Deere und Laforge haben das Konzept «EZ Ballast» entwickelt. Es handelt sich um ein 1700 kg schweres Gewicht, das sich über eine Hydraulik un­ ter dem Traktor anbringen und wieder demontieren lässt.

Überladewagen mit zwei Bunkern

neue Fahrersitz «Maximo Evolution» hat eine noch leistungsfähigere aktive Sitz­ klimatisierung bekommen.

ZF zeigte Konzepte für den Einzelrad­ antrieb bei Anbaugeräten. Das Einsatz­ gebiet dieser Innovationen ist vielfältig. Elektrisch angetriebene Stützräder sind nur ein Beispiel. Sie sollen die Kraftüber­ tragung zwischen Reifen und Boden, die Schlupfgrenze sowie die dynamische und statische Bodenbeanspruchung verbes­ sern. Durch geregelte Traktionsunterstüt­ zung am Anbaugerät und eine höhere Systemleistung wird die Flächenleistung erhöht und das Arbeiten unter erschwer­ ten Bedingungen erleichtert.

«Cursor X» Frontgewicht, Luftspeicher und Kompressor

Bergmann präsentierte eine neue Genera­ tion von Überladewagen, die optional mit einem geteilten Bunker erhältlich sind. Der Bunker ist dabei quer zur Fahrtrichtung in zwei Kammern im Verhältnis 50/50 oder 40/60 geteilt. So kann bei der Saat eine Kammer mit Saatgut, die andere mit Dün­ ger befüllt werden. Um gezielt eine Kam­ mer separat entleeren zu können, wurde auch die Dosiereinrichtung geteilt.

Nachbesserung

Nachgebessert hat Paul Forrer bei seiner Zwei-Leiter-Hydraulik-Bremse. Der von verschiedener Seite festgestellte Druck­ verlust beim Notbremsventil soll durch ei­ nen permanent aktiven Druckverstärker nun der Vergangenheit angehören und das System sicherer machen.

Unter «Cursor X» versteht Motorenherstel­ ler FPT ein Antriebskonzept, das leistungs­ stark, modular, vielseitig einsetzbar und in­ telligent ist. Es passt zu jeder Anwendung, egal ob diese auf Erdgas, BrennstoffzellenTechnologie oder Batterie-Technik setzt. Aufgrund der vielfältigen Auf- und Ein­ bauoptionen kann der «Cursor X» als An­ trieb in allen Arten von Nutzfahrzeugen und Maschinen eingesetzt werden. Zudem ist der neue Antrieb mit selbstlernenden Algorithmen ausgestattet.

Aktive Lärmminderung

Vier Sätanks

Neue Sitzkonzepte Neue Sitzkonzepte für mehr Sicherheit, beispielsweise das «Haptic Warning Sys­ tem», standen bei Grammer im Zentrum. Das fest im Sitz integrierte System sorgt für eine direkte Verbindung von Sitz und Assistenz-Systemen. Zuverlässige und spürbar wahrnehmbare haptische Signale warnen den Fahrer über das Sitzpolster und erhöhen damit die Sicherheit. Der

TerraCare präsentierte den schnell und effi­ zient arbeitenden «Airpower» als überar­ beitetes Konzept seiner bisherigen Reifen­ druckregelanlage. Im neuen System lässt sich ein Unterfahrschutz integrieren, mit auf die Traktorbreite einstellbaren und aus­ klappbaren Seitenflügeln. In Entwicklung ist auch der Einbau von zwei Seitenkame­ ras. Zusätzliche Scheinwerfer in verschiede­ nen Ausführungen sind ebenso möglich.

Sky, der französische Spezialist für Sä­ technik, rüstet seine neusten Direkt- und Mulchsaat-Maschinen nun mit vier Tanks aus, so dass neben dem Saatgut für die Hauptkultur gleichzeitig auch mehrere Untersaaten, Dünger oder weitere Granu­ late ausgebracht werden können.

Recalm möchte durch aktive Schallwellen den Lärm in Fahrerkabinen reduzieren. Gemeinsam mit Lindner präsentierte das Hamburger Start-up-Unternehmen ein aktives Geräuschunterdrückungssystem. Durch gezielten Antischall aus der Kopf­ stütze werden auf Knopfdruck störende und schädliche Geräusche für den Men­ schen um bis zu 75 % im Frequenzbereich bis 500 Hz reduziert. 12 2019 Schweizer Landtechnik

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Plattform | Ausstellung

Nicht übers Futter

Automatischer Hangausgleich

Schmalspurtraktoren

Reiter Innovative Technology hat mit dem Bandschwader «Respiro» in den letzten Jahren in der Landtechnikbranche Auf­ sehen erregt. Jetzt präsentierte Reiter eine Februar 2019 Front-/Heckkombination des «Respiro R3 profi». Die Highlights: Mittel-, Seiten- oder Nachtschwade, bis zu 7 ha/h Flächenleis­ Beeler AG tung, für Traktoren ab 120 PS, kein Über­ Traktoren fahren des Futters. Weiter kommt diese Bandschwader-Technik auch beim Selbst­ fahrer von Plöger zum Einsatz.

Halbvolle Güllefässer verlagern am Hang ihren Schwerpunkt erheblich. Für mehr Sicherheit und Traktion am Hang bietet Zunhammer jetzt einen automatischen Hangausgleich und eine Triebachse für schwieriges Gelände an. Das hydraulisch gefederte Achsaggregat mit besonders langen Achsschwingen versucht, ähnlich einem Hangmähdrescher, das Fahrzeug in einer waagerechten Position zu halten.

Valtra stellte neue Traktoren für Weinber­ ge und Obstplantagen vor. Die Serie «F» Gut zum Druck umfasst vier Modelle mit einer Leistung von 75 bis 105 PS. Das Standardmodell ist etwa 1,5 m breit, das Schmalspurmodell nur 1,3 m. Zur Serienausstattung gehört eine beheizte und klimatisierte Kabine. Diese neue Serie soll ab Anfang 2020 er­ hältlich sein.

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mögliche Betriebsdauer. Wünschenswert ist daher ein Schnell- oder Zwischenladen, das während der Arbeitspausen genutzt werden kann.

Verluste minimieren

Elektrische Kehrfahrzeuge wie hier in Thun verursachen weniger Lärmemissionen. Bild: Aebi Schmidt

Fast ohne Emissionen UN-Schätzungen zur Folge werden bis 2050 fast 70 % der Weltbevölkerung in Städten leben. Dadurch steigt das Interesse an emissionsfreien Arbeitsmaschinen. Ruedi Hunger

Die Elektrifizierung der Fahrzeugantriebe soll in Zukunft die Erfüllung der NOx- und CO2-Grenzwerte ermöglichen. Gleichzeitig können auch die Geräuschemissionen merklich reduziert werden. Letzteres ermöglicht es, dass in der Nacht gewisse Arbeitsaufgaben erfüllt werden können. Insbesondere die Nachfrage nach emissionsfreien Arbeitsmaschinen bei den kommunalen Reinigungsbetrieben ist in Grossstädten gross.

Aber bitte keine Abstriche Noch ist die Entwicklung von elektrischen Arbeitsmaschinen eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Insbesondere tolerieren die Kunden im Betrieb keine Leistungseinbussen gegenüber dieselelektrischen Fahrzeugen. Kommt dazu, dass die Betriebssysteme mit Haupt-, Fahr- und den zahlreichen Nebenantrieben sehr heterogen sind. Am Beispiel einer elektrischen Kehrmaschine lassen sich die Betriebsarten in zwei Hauptgruppen einteilen. Zum einen betrifft dies die Fahrt zum Einsatzort und zum anderen den eigentli-

chen Arbeitseinsatz. Unabhängig vom jeweiligen Anteil muss das Fahrzeug über die ganze Zeit des Arbeitseinsatzes (z. B. 10 Std.) ohne signifikante Unterbrechung einsatzbereit sein.

Nebenantriebe fallen ins Gewicht Für die Fahrt zum Einsatzort wird neben dem Traktionsantrieb auch für die hydraulische Lenk- und Bremsunterstützung und die Klimatisierung der Fahrerkabine elektrische Energie benötigt. Der eigentliche Energiefluss verändert sich beim Arbeitseinsatz aber grundlegend. Während des Kehrens ist die Fahrgeschwindigkeit relativ langsam und der Traktionsbetrieb benötigt entsprechend wenig Energie. Dafür muss der grosse Energiebedarf einiger hydraulischer Antriebe (Kehrbesen, Sauggebläse) gedeckt werden. Weitere Nebenverbraucher wie die Wasserpumpe oder ein Hochdruckreiniger müssen ebenfalls im Energiefluss bzw. der Energieversorgung berücksichtigt werden. All diese Einflussfaktoren bestimmen die

Es geht in erster Linie darum, den Wirkungsgrad elektrischer Antriebe optimal zu nutzen. Bei entsprechenden Fahrzeugen mit Dieselmotorantrieb ist die Energie­ übertragung mehrheitlich über hydraulische Systeme gelöst. Neben dem vergleichsweise schlechten Wirkungsgrad des Dieselmotors (Vergleich zum E-Motor) kommen weitere signifikante Hydro­ stat-Verluste dazu. Durch die effiziente und bedarfsgerechte Auslegung der Elektro­motoren sind gegenüber den hydraulischen Antrieben geringere Nennleistungen notwendig. Zudem können die Ölvorräte im Fahrzeug auf rund einen Viertel reduziert werden und auf eine separate Ölkühlung wird verzichtet.

Erste Fahrzeuge im Einsatz Ein entsprechendes Kehrfahrzeug, wie es von Aebi Schmidt angeboten wird, ist mit Li-Ion-Batterien (LiFePo = Lithium-Eisenphosphat) ausgerüstet. Solche LiFePo-­ Zellen neigen nicht zum «thermal run­ away»*, was einen zusätzlichen Sicherheitsvorteil darstellt. Um die notwendige Batteriekapazität von 73 kWh zur Verfügung zu stellen, sind zwei Batterieräume vorhanden. Das Fahrzeug verfügt über ein integriertes Ladegerät mit einer Ladeleistung von 22 kW. Das bedeutet, dass nach etwa drei Stunden 80 % der elektrischen Kapazität geladen werden können.

Fazit Im Betrieb kann nachgewiesen werden, dass deutlich niedrigere Energie- und Wartungskosten anfallen. Die Elektromotoren sind gegenüber dem Dieselmotor wartungsfrei. Die Leistungsübertragung mit hydraulischen Systemen wurde stark reduziert. Entsprechend ist die zu wechselnde Ölmenge wesentlich geringer und die Wartungsintervalle können aufgrund geringerer Belastung verlängert werden. Damit wird der Nachteil der geringeren Energiedichte von Batteriespeichern gegenüber dem Kraftstofftank mehrheitlich kompensiert. Elektrische Antriebssysteme auf Kehrmaschinen leisten einen wichtigen Betrag zur emissionsfreien Mobilität. *Als «thermal runaway» wird das thermische Durchgehen (Überhitzung) einer elektrischen Speicherzelle bezeichnet.

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Plattform | Report

Noch viel Handarbeit im Vredestein-Werk Enschede: Die einzelnen Reifenlagen werden Schicht für Schicht von Mitarbeitern auf die drehende Trommel aufgezogen. Bilder: Tovornik/Vredestein/Dominik Senn

Traktorreifen – noch echte Handarbeit Die Produktion eines Agrarreifens benötigt im Gegensatz zu Autoreifen teilweise aufwändige Handarbeit, wie sich die «Schweizer Landtechnik» bei einem Besuch beim Reifenhersteller Vredestein überzeugen konnte. Dominik Senn

Der Name Vredestein in Verbindung mit Gummifabrikation taucht im Jahre 1909 im niederländischen Loosduinen auf: N.V. Rubberfabriek Vredestein. 1910 folgt der erste Fahrradreifen, 1912 der erste Autoreifen. Im Jahre 1955 wird die Produktion von Agrarreifen aufgenommen. Die «Schweizer Landtechnik» durfte im Vredestein-Werk im niederländischen Enschede die Geburt grosser Traktorreifen miterleben.

Die Gummimischung In Tanks und auf Paletten präsentiert sich in Enschede das «Mise en place» für die Rei46

Schweizer Landtechnik 12 2019

fen-Produktion: Naturkautschuk, synthetischer Kautschuk, Russ, Silikat, Karbonat, Weichmacher, Mineralöl, Drähte, Textilgewebe usw. Jeder Hersteller hat sein Geheimrezept, das er wie seinen Augapfel hütet. In einem ersten Schritt gelangen bestimmte Anteile Kautschuk und an die zwei Dutzend Zutaten – insgesamt rund 300 kg – in einen Mixer mit Knethaken. Die Charge («Batch» genannt) wird weichgeknetet. In einem zweiten Knetprozess wird sie auf rund 150° Celsius erhitzt und dann dem Extruder zugeführt. Die Rohmasse wird durch eine Form gedrückt. Die austretenden gro-

ben Gummibänder werden abgekühlt und mit Seifenwasser besprüht, damit sie in mehreren Lagen gestapelt werden können, ohne zu verkleben.

Die Konfektionierung Hierauf folgt die Einarbeitung hochfester Textilien und Festigkeitsträger (Schnüre, Stahlseile und Stahldrähte, «Corde» genannt) in Gummi. Die Textilien werden spezifisch für Reifentypen gewebt und in verschiedenen Lagen und Winkeln zueinander in die zukünftigen Laufflächen und Seitenwände eingearbeitet, der Reifen-


Report | Plattform

1. Lauffläche 2. Gürtellage 4 3. Gürtellage 3

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6. Seitenwand 7. Wulstgummi

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4. Gürtellage 2 5. Gürtellage 1

8. Wulstdraht

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9. Kernfahne 9 7

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10. Wulstschutzband 11. Innenseele 1 12. Innenseele 2

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13. Kernreiter 14. Karkasse

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Der grafische Querschnitt durch einen «Traxion+»-Reifen von Vredestein zeigt die Menge der verschiedenen Arbeitsschritte.

wulst mit Stahlseilen verstärkt. Die einzeln hergestellten Schichten und Lagen eines Reifens werden nun von innen nach aussen auf die auf eine drehende Trommel aufgespannte Gummi-Grundschicht aufgetragen. Das ist bei Traktorreifen durchwegs Handarbeit, bei Autoreifen hingegen automatisiert. Gegen aussen dieser Konfektionierung werden die Seitenteile aufgelegt und ganz aussen mit den Kernreifen umwickelt. Der entstehende Wulst kommt beim fertigen Reifen auf die Felge zu sitzen.

Der Reifenrohling Nach vollzogener Konfektionierung wird der noch rohe flache Reifen auf eine Spezialmaschine mit zwei Flanschen gespannt, welche der späteren Felge entsprechen. Bei 0,5 Bar Luftdruck drücken die Pressbacken von aussen das flächige Rund zur Reifenform zusammen, allerdings noch ohne Stollen, welche erst jetzt schichtweise aufgetragen werden; bei Vredesteinreifen ist das viel Stollenmaterial, denn der Premiumreifen-Hersteller verwendet eine einzigartige gebogene Stollenform, welche für grosse mittige Aufstandsfläche und damit für komfortable Laufruhe auf der Strasse sowie hohen Selbstreinigungseffekt und mehr Traktion im Feld sorgt. Mit beendetem Stollenauftrag ist der Reifenrohling fertig.

Die Vulkanisation Der Reifenrohling (auch als «Green Tyre» bzw. «grüner Reifen» bezeichnet) wird anschliessend in eine je nach Typ entsprechende tonnenschwere Passform aus Gusseisen gepresst. Unter Drücken bis über 10 Bar und Erhitzung auf über 160

Grad Celsius backen die Reifen je nach Grösse bis zu 90 Minuten lang (bei Autoreifen etwa 10 Minuten). Bei diesem, Vulkanisation genannten, Vorgang verbinden sich die Moleküle der unterschiedlichen Reifenschichten miteinander. Das Ganze wird vom plastischen in den elastischen Zustand versetzt. Angemerkt sei noch der Umstand, dass sich bei der Vulkanisation Stahl nicht direkt mit der Gummimischung verbindet; deswegen sind die Drähte mit Kupfer beschichtet. Die Gummihärchen bei Neureifen stammen übrigens von den kleinen Löchern in der Gussform. Diese ermöglichen den Luftaustritt, bis das Gummi darin verhärtet und die Form abdichtet. Zum Schluss wird der Reifen getrimmt, Gummireste werden entfernt und der Rundlauf überprüft. Der Traktorpneu ist geboren.

Die Gusseisenform (hier kurz vor dem Backvorgang) gibt Grösse, Bezeichnung und Stollenform des Traktorreifens vor.

Das Backen (Vulkanisation) bringt den Traktorreifen vom plastischen in den elastischen Zustand.

Vredestein aus Enschede Das Reifenwerk im niederländischen Enschede produziert mit rund 1800 Mitarbeitenden an 344 Tagen im Jahr in drei Schichten rund um die Uhr nebst grossen Anhänger- und Traktorreifen vornehmlich Pkw-Reifen. Die Kapazität beträgt gemäss Europa-Bereichsleiter Ruud Nijland rund 40 000 Agrarreifen jährlich. Vredestein entwickelt seit 1955 hoch belastbare Reifen mit hohem Fahrkomfort. Zu erwähnen ist dabei der «Traxion+», der erste Traktorreifen der Serien «65-70», weiter der 1999 eingeführte erste radiale Implement-Radialreifen «Flotation Pro» für Anhänger, der 2013 auf dem Markt eingeführten Reifen für Erntemaschinen mit der Vredestein «F+»-Technologie (IF), dem «Traxion Cereall», die 2015 erschienenen

Reifen «Traxion Harvest» für Erntemaschinen und die Agrar- und Industriereifen «Versa» und «Endurion» sowie der seit 2018 vertriebene Traktorreifen «Traxion Optimall», der durch seine einzigartige gebogene Stollenform (speziell grosser Laufflächenmittenaufstand und Selbstreinigungseffekt) mit souveräner Traktion und Bodenschonung auch in sandigen Tonböden punkten kann und sich durch Langlebigkeit und Komfort im Fahrverhalten auszeichnet. Seit 2009 gehört Vredestein als Tochtergesellschaft zum weltweit tätigen Reifenhersteller Apollo. Apollo Vredestein Schweiz AG ist eine 1993 gegründete Aktiengesellschaft mit Sitz in Baden, die Auto- und Landwirtschaftsreifen sowie Autozubehör vertreibt.

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Sicherheit | Unfallverhütung

Bedienungsfehler bei der Seilwindenarbeit können schnell zu Quetschungen an den Händen führen. Bild: T. Fottner

Vorsicht bei der Seilwindenarbeit Da bei der Arbeit mit Forstseilwinden enorme Kräfte unkontrolliert frei werden können, ist es wichtig, die Gefahren zu kennen. Thomas Fottner* «Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.» Gleiches gilt für die Kraftübertragung von der Seilwindentrommel zum angehängten Stamm. Das System Seil, Seilendverbindung und Anschlagkette muss den maximal auftretenden Zugkräften sicher standhalten. Ist nur ein Teil beschädigt oder zu schwach dimensioniert, kann es zu schwersten Unfällen kommen. Deshalb müssen alle Komponenten mindestens das Doppelte der maximalen Windenzugkraft aushalten.

* Thomas Fottner ist an der Bayerischen Waldbauernschule Kelheim/Goldberg tätig.

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Bruch der Umlenkrolle Insbesondere bei einem Kettenriss kann das beschleunigte Metall problemlos das Schutzgitter der Seilwinde durchschlagen. Dies gilt auch für Stahl- und Kunststoffseile. Da Seile wie Ketten bei der Waldarbeit einem hohen Verschleiss ausgesetzt sind, ist eine ständige Überprüfung auf Materialschäden unabdingbar. Eine physikalische Besonderheit tritt bei der Verwendung einer Umlenkrolle auf. Hier kann, analog zum Flaschenzug, die auftretende Kraft bis zum Doppelten der maximalen Windenzugkraft ansteigen. Demnach ist es nur logisch, dass sich niemand im Innenwinkel einer Seilumlen-

kung aufhalten darf, denn hier wirken immense Kräfte. Kommt es zum Bruch der Umlenkrolle, fliegt diese zusammen mit dem Seil geschossartig durch die Luft. Deshalb ist auf eine ausreichende Dimensionierung und einen sorgfältigen Einbau der Rolle grosses Augenmerk zu legen.

Sicheren Standort wählen Wird nun ein Stammabschnitt beigeseilt und stösst dieser auf ein Hindernis, so baut sich in Sekundenbruchteilen die volle Seilwindenzugkraft auf und das Kurzholz kann seitlich ausschlagen oder sich überschlagen. Insbesondere bei Funkseilwinden besteht die Gefahr, dass der Be-


Unfallverhütung | Sicherheit

diener neben oder vor dem Stamm läuft und vom ausschlagenden Kurzholz ge­ troffen wird. Der sicherste Bereich ist des­ halb immer hinter dem Stammabschnitt. Bei mechanisch gesteuerten Winden ist der sicherste Standort für den Bediener etwa 5 m neben dem Traktor.

Traktor kann kippen Nun hat sich die Last verkeilt, und der Stamm rührt sich nicht vom Fleck. Ist dann der Traktor, bezogen auf die Win­ denzugkraft, zu leicht, oder die Zugkraft wirkt quer zur Traktorachse, so kann sich das Fahrzeug aufbäumen und kippen, was bei seitlichem Zug schnell möglich ist. Als weitere Variante kann ein schlecht fixierter Traktor, zum Beispiel bei nicht heruntergelassenem Rückeschild, auch zur Last gezogen werden und dabei über eine Böschung kippen. Um einen Trak­ torumsturz zu vermeiden, kann bei Funk­ winden eine elektronische Neigungsüber­ wachung installiert werden. Dadurch wird die Windenfunktion gestoppt, so­

bald an der Maschine kritische Neigungs­ winkel auftreten.

Bedienungsfehler vermeiden Zum einen werden Unfälle mit Handver­ letzungen häufig durch Missverständnis­ se oder mangelnde Kommunikation ver­ ursacht. Bei mechanisch gesteuerten Forstwinden bedient eine Person die Seilwinde, und eine zweite hängt das Holz an. Hier sind eindeutige Zeichen des Anhängers oder Funkkommunikati­ on bei fehlender Sichtverbindung erfor­ derlich. Andernfalls sind Quetschungen vorprogrammiert. Zum anderen sind es bei funkgesteuerten Seilwinden Bedie­ nungsfehler, die zu schweren Handquet­ schungen führen können. Eine gewisse Häufung tritt hierbei bei folgender Situa­ tion auf: Das Seilende befindet sich an oder kurz vor der Seileinlaufrolle, der Be­ diener möchte das Seil ausziehen, er nimmt das Windenseil direkt hinter dem Gleithaken, damit er diesen am zu zie­ henden Stamm mit dabei hat. Kommt es

nun zu einer Fehlbedienung der Funk­ steuerung und anstelle «Seil lösen» wird die Funktion «Seil einziehen» betätigt, so ist die Gefahr von Handquetschungen sehr hoch.

Immer konzentriert bleiben Die Unfallgefahr kann durch konzentrier­ tes Arbeiten und trainiertes Verhalten deutlich reduziert werden. Den Funk nicht blind bedienen und nah an der Seil­ einlaufrolle nie das Seil hinter dem Gleit­ haken fassen. Eine weitere sinnvolle Möglichkeit sind technische Massnah­ men. Hier ist beispielsweise der von ei­ nem namhaften Hersteller angebotene Kunststoffgleitgriff zu nennen, der gleichzeitig Verletzungen durch Einzel­ drahtbrüche vermeiden hilft. Optimal im Sinne der Prävention wäre eine Seilend­ abschaltung, die die Funktion «Ziehen» unterbricht, sobald sich das Seilende der Seileinlaufrolle nähert. Ein derartiger Pro­ totyp befindet sich derzeit noch im Ver­ suchsstadium.

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Passion | Report

Vollendete Harmonie: Albert und Margrit Sporrädli mit Begleiterin Tatjana an einem Traditionsturnier in Rothenburg. Bilder: zvg und D. Senn

Der «Volkswagen des Bauernstandes» Albert Sporrädli aus Steinach SG ist Sammler, Fahrer, Pferdebesitzer und Restaurator von Pferdefuhrwerken. Vor allem der Break – der «Volkswagen des Bauernstandes» – hat es ihm angetan. Dominik Senn Albert Sporrädli ist mit Jahrgang 1945 zwar pensioniert, er betätigt sich aber immer noch als Autofahrlehrer. Als gelernter Zimmermann versteht er sich auf Holzarbeiten. Sein Hobby vereinigt diese Berufe auf einzigartige Weise: Er sammelt, restauriert und fährt pferdegezogene Fuhrwerke und hat die Lizenz zum Turnierfahren. Auf dem Hof Sonnenberg lebt er mit seiner Gattin Margrit, eine in Altnau geborene Stäheli. Hier hat er einen grandiosen Überblick über den ganzen See. Hier hütet er seine einzigartige Sammlung von Fuhrwerken, Kutschen, Schlitten und was zum Einspannen der Pferde gehört: Englisch-, Bündner-, Wiener- und Fuhrgeschirr. Im Hausinnern hat nebst anderem noch seine umfangreiche Trophäen- und Pokalsammlung von Siegerplätzen seiner Turnierfahr50

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ten Platz gefunden. Drei liebe Freiberger vervollständigen das idyllische Bild.

durfte ich auch schon in St. Gallen an der Frühlingsmesse Offa am Tag des Pferdes vorstellen», so Albert Sporrädli.

Alte Landmaschinen «Als Kind schon durfte ich miterleben, wie mein Nachbar Hans Germann seine Arbeiten mit den alten Landmaschinen und seinem Eidgenoss Litto erledigte. Wahrscheinlich ging es damals schon durch meinen Kopf: Diese Maschinen dürfen nicht in Vergessenheit geraten», sagt er. So habe er etliche Fahrzeuge wie den Kartoffelgraber, die Sämaschine von Aebi, die Bucher-Mähmaschine mit Aufbaumotor, die Mähmaschine McCormick mit Bodenradantrieb, die «BschüttiTrucke» und auch den eisenbereiften Brückenwagen mit Schmierachsen vor dem Alteisen gerettet. «Einige Fahrzeuge

Kutsche um 1840 Das älteste Stück in der Sammlung von Albert Sporrädli ist ein Cabriolet, von Boisse in Niort um 1840 herum erbaut, als mit den Champs-Elysées die ersten Strassen die Kopfsteinpflaster und Karrengeleise abzulösen begannen. In der Schweiz erlebte der Kutschenbau seine Blütezeit ab Mitte 19. Jahrhundert und hielt bis etwa 1910 an. In den monarchisch regierten Ländern Frankreich, England, Deutschland, Italien usw. war die Tradition viel älter, seit dem Hochmittelalter; sie hält bis heute an, man denke an die sechs- bis achtspännigen vergoldeten Krönungskutschen.


Report | Passion

Albert Sporrädli belegt an Turnieren im In- und Ausland immer wieder vorderste Plätze.

Sonntagswagen in der Ostschweiz Sporrädlis Hauptaugenmerk gilt dem in der Ostschweiz verbreiteten Break, der als Familienwagen zu Sonntagsausfahrten diente, vorne die Eltern, hinten die Kinder. Der einfache Break hatte zwei Längssitze, hinten zum Abmontieren, damit man auch etwas transportieren konnte. Beim Klappbreak versenkte man die Sitze im Kasten, damit das Fahrzeug optisch edler aussah. In der Ostschweiz war der Break sehr verbreitet, da es fast in jedem grösseren Dorf einen Wagner und Hufschmied gab, die solche Wagen herstellten. So hat unter anderen der mit Sporrädlis Frau verwandte David Stäheli aus Amriswil jenen Break hergestellt, mit dem Albert an Traditionsturnieren in Italien Siege einheimste.

Das Restaurieren ist Albert Sporrädli (rechts) und Kollege Cornel Hanimann nicht fremd.

mit flacher Brücke und vier Rädern, hinten und vorne mit elliptischer Federung (später mit doppelelliptischer), einer Fahrerbank für zwei bis drei Personen mit Spritzbrett und hinten mit den typischen sprossenartigen Seitenwänden. Der hintere Teil diente zumeist als Ladefläche. Auf die Seitenwände lassen sich Bretter als Sitzgelegenheit auflegen. Ein Langbaum verbindet die Vordermit der Hinterachse, wodurch die Zugkräfte direkt auf die Hinterachse übertragen werden. Beide Wagentypen, Berner Wagen und Klappbreak, waren für ihre Dienste auf dem Bauernhof vornehmlich naturlackiert. Es waren die «Volkswagen des Bauernstandes der damaligen Zeit», wie Sallmann anmerkt (bevor nach dem Zweiten Weltkrieg fast jeder Bauernbetrieb einen richtigen VW anzuschaffen begann).

Der Berner Wagen Länger als der Break aus der Ostschweiz war in der Schweiz der Berner Wagen bekannt, seit 1824, wie Autor und Kutschensammler Robert Sallmann in seiner 2011 erschienenen Publikation «Der Klappbreak» schreibt. Er rollte vor allem in der Region Bern und der Westschweiz. Es ist ein Wagen

Mit Handwerker-Geschick Für den Bau von Pferdefuhrwerken und Kutschen braucht es das Geschick von hauptsächlich fünf Handwerkern: Schmied, Wagner, Schreiner, Sattler und Maler/ Lackierer. Verwendet werden hauptsächlich zähes und elastisches Eschenholz, Ulme

Von der Kutsche zum Automobil Das älteste Pferdefuhrwerk, das auch heute noch erhalten ist, ist ein zweirädriger Streitwagen und gehörte dem ägyptischen Pharao Tutenchamun (1361 bis 1352 vor Christus). Er kann im Museum in Kairo besichtigt werden. Im ausgehenden 15. Jahrhundert entstanden in Kocs in Westungarn die ersten «Kutschen», abgeleitet vom Ortsnamen «Kocs». Dieser Name fand auch in anderen europäischen Sprachen Eingang: «coach» (englisch), «coche» (französisch), «cocchio»

(italienisch) und «coche» (spanisch). Am 8. März 1886 bestellte ein gewisser Gottlieb Daimler eine Kutsche der Bauart «Americain» bei Wilhelm Wimpff & Söhn in Stuttgart, die im August 1886 ausgeliefert wurde. Ursprünglich als Geschenk für seine Frau Emma gedacht, «endete» sie, nachdem der besagte Automobilpionier Daimler dort einen Motor eingebaut hatte, als das erste vierrädrige Automobil. (Auszug aus dem Kutschenbuch von Andreas Furger)

und Pappel für Füllungen, ebenso Linde und Weide. Im Luxusbereich werden auch Hickory-Hölzer und Nussbaum verwendet.

Originalität ist entscheidend Sporrädli sammelt seine Pferdefuhrwerke nach dem einen entscheidenden Kriterium: Originalität der Bestandteile, es sei vergleichbar mit Auto- und Traktor-Oldtimern: Je origineller, desto wertvoller – möglichst Schweizer Modelle. Blitzblanke Messinglampen und schöne Nabenkappen, die den Namen des Schmiedes tragen, gehören dazu. Stolz ist der Sammler auch auf den Mylord von Kaufmann Basel für die Damen, den Geissberger Derbycar und den Geissberger Klapp-Phaeton aus Zürich (ein europäisches Erfolgsmodell) und den Landauer von Henry V. aus Kopenhagen sowie auf seine Zweispänner-Feuerwehrspritze von 1903 von F. Schenk aus Worblaufen, die er auch selber perfekt restauriert hat.

Das Fahren Das Tüpfelchen auf dem «i» ist natürlich das Fahren, nicht nur Ausfahrten mit Familie oder Gesellschaften, sondern das Fahren an internationalen Traditions-Turnieren in Italien, Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Dabei zählen Kleideretikette, Originalität der Materialien, inklusive Kopfbedeckung und Pferdegeschirr, die Gepflegtheit und Harmonie des Gespanns ebenso wie das Bewältigen diverser Aufgaben und Hindernisse möglichst ohne Strafpunkte. Hier ist Sporrädli ein gern gesehener Gast, wobei er regelmässig Podestplätze belegt. Sein Traum ist die Realisation eines Kutschen-Museums, aber eben ein Traum, denn für die Präsentation der Fuhrwerke, Schlitten, Kutschen und Pferdegeschirre braucht es viel Platz. 12 2019 Schweizer Landtechnik

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«Profis fahren besser» Das Fahrtraining mit Traktor und Anhänger der BUL ist ein ideales Geschenk für unter den Christbaum. Hans Stadelmann *Hans Stadelmann arbeitet bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) in Schöftland.

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Zu Besuch bei Sepp Knüsel

Überbetrieblicher Maschineneinsatz und Anhängerbremsen waren Theman an der Versammlung der Kommission Landtechnik des Verbands Thurgauer Landwirtschaft.

Die Aargauer Sektion tagte heuer in Sins und besuchte am Anschluss an die Generalversammlung das Unternehmen Rigitrac Traktorenbau in Küssnacht a.R.

Roman Engeler

Roman Engeler

Präsident Rolf Kuhn eröffnete die Jahresversammlung mit einigen kritischen Gedanken, bedauerte insbesondere den Gegenwind, dem die Landwirtschaft momentan in der gesellschaftlichen Diskussion ausgesetzt ist. «Gerade mit Blick auf die bevorstehenden Abstimmungen über die Pflanzenschutz-Initiativen müssen wir achtsam sein und dürfen keine Fehler machen», meinte Kuhn. Geschäftsführer Markus Koller blickte auf die wichtigsten Veranstaltungen zurück, erwähnte dabei sowohl die Tests der Obst- und Feldspritzen als auch die Fachtagung, bei der es um die Vermeidung des Punktquelleneintrags von Pflanzenschutzmitteln ging. Vorstandmitglied und Kassier Karl Vetterli stellte die Maschinengemeinde Rheinklingen vor, die einen effizienten und kostengünstigen Einsatz zum Ziel hat. Herausforderungen für eine solche Gemeinschaft seien die steigenden Anforderungen an die Schlagkraft, die zunehmenden Spezialisierungen der Betriebe und das erforderliche technische Knowhow der Anwender. Vetterli zeigte auf, wie sich das Abrechnungs- und Erfassungssystem vom einfachen Bordbuch über ein computerbasiertes Modul bis hin zur Applikation «FarmX» entwickelte, mit dem heute Abrechnungen und Reservationen getätigt werden. Dieses System «FarmX» erklärte Thomas Cadonau vom Maschinenring Ostschweiz, einer der Trägerorganisationen dieser Applikation, die anfangs 2019 gestartet wurde. Rund 1000 Nutzer sind registriert, über 5000 Reservationen wurden getätigt. Nachholbedarf hat man derzeit noch bei den Vermietern, deren Zahl zu klein ist. Im Fokus hat man vor allem Maschinengemeinschaften, die ihre Geräte über ihren bestehen Mitgliederkreis hinaus vermieten oder dieses Abrechnungssystem anwenden wollen. Neben dem Grusswort und einem Einblick in die aktuellen Geschäfte des Zentralverbands orientierte SVLT-Direktor Roman Engeler die Versammlung über den aktuellen Stand in der Frage der Anhängerbremsen. Insbesondere im Zusammenhang mit den hydraulischen Bremsen gäbe es auf rechtlicher Ebene und in Sachen Zulassungen noch einige Probleme. So sei es derzeit in viele Kantonen nicht möglich, ohne Wirkungsprüfung oder Typengenehmigung die Strassenzulassung für Anhänger mit hydraulischen Zweileiter-Bremsen zu bekommen. Zudem sei es weiterhin offen, ob man neue Anhänger mit hydraulischer Zweileiter-Bremse an Traktoren mit einem hydraulischen Einleiter-Anschluss koppeln darf, um damit legal auf Strassen unterwegs sein zu können. Innerhalb der Arbeitsgruppe «landwirtschaftlicher Strassenverkehr» arbeite man zusammen mit dem Bundesamt für Strassen an einer Lösung.

Ein Besuch bei Sepp Knüsel ist immer ein spezielles Erlebnis, das im Anschluss an ihre ordentliche Generalversammlung die über 100 Teilnehmer nicht missen wollten. Sei es in der «Schatzkammer» im Kellergeschoss des Bodenhofs, wo eine interessante Sammlung von landtechnischen Raritäten und Unikaten (Motoren, Generatoren, Traktoren und weiteres mehr) existiert, oder bei der Traktorenfertigung, wo alle 14 Tage ein neuer Rigitrac die Halle verlässt: Überall sind Sepp und seine Frau Marlis mit viel Herzblut an der Arbeit und können beinahe zu jedem noch so kleinen Bauteil eines Rigitracs oder eines restaurierten Oldtimers eine besondere Geschichte erzählen. Dass nun die zweite Generation mit den vier Töchtern schon tüchtig das Ruder übernommen hat, sieht man dem Ehepaar kaum an. Sie sind immer noch voller Ideen und Tatendrang. So wird momentan die Traktorenfertigung auf die neuen Abgasvorschriften (Stufe 5) umgestellt und mit dem voll-elektrischen Rigitrac scheint man in der Erprobung bereits auf die Zielgerade eingebogen zu sein, so dass die Serienfertigung – Sepp Knüsel möchte mit drei unterschiedlich grossen Modellen an den Start gehen – schon bald Tatsache sein wird. Neben dem Handelsgeschäft gibt es mit Mähwerken, Bandrechen oder Bandschwadern weitere Maschinen im Eigenbau, die Knüsel stets mit Blick auf die effektiven Bedürfnisse der Landwirte zu optimieren versucht – und dieses Ziel auch meist erreicht. Die statutarischen Geschäfte der Generalversammlung passierten unter der speditiven Versammlungsleitung von Sektionspräsident Pascal Furer die Abstimmungen diskussionslos und ohne Gegenstimme. Für Gesprächsstoff, respektive Fragen, sorgten einzig die Verordnungsänderungen betreffend Anhängerbremsen und vorderer Überhang. Bei leicht sinkendem Mitgliederbestand und etwas defizitärem Kurswesen schloss die von Geschäftsführer Thomas Vögeli präsentierte Jahresrechnung mit einer roten Null ab. Das Jahresprogramm 2020 orientiert sich mehr oder weniger an jenem des Vorjahres, so wird es wiederum verschiedene Holzerkurse geben, auch der Traktorfahrkurs für Damen steht erneut auf dem Programm. Weiter engagiert sich die Sektion in der Ausbildung junger Traktorfahrer. Der traditionelle Landtechnikabend widmet sich Mitte März dem Thema der Notstromversorgung. Neu organisiert der AVLT neben den Feldspritzentests auch jene für Gebläsespritzen, die im Obst- und Weinbau eingesetzt werden.

Geschäftsführer Markus Koller, Präsident Rolf Kuhn und die beiden Referenten Karl Vetterli und Thomas Cadonau. Bild: R. Engeler

Marlis Knüsel erklärt die spezifischen Eigenheiten des Rigitrac wie das Mitteldrehgelenk und die Allradlenkung. Bild: R. Engeler

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Sektionen | SVLT

BE

LU

Korrekt auf die Strasse

Herausforderungen aktiv anpacken

Peter Hofer von der Kantonspolizei Bern gab an der GV der Sektion Bern Auskunft über Vorschriften im Strassenverkehr. Das Interesse war riesengross.

Eine ausgeglichene Rechnung und ein umfangreiches Tätigkeitsprogramm prägte die erste Jahresversammlung des LVLT nach Integration der Maschinenringe.

Heinz Röthlisberger

Roman Engeler

Adhäsionsgewicht, vorderer Überhang und korrekte Ausrüstung. Dass diese Themen rund um den landwirtschaftlichen Strassenverkehr interessieren, wurde an der GV des Bernischen Verbandes für Landtechnik BVLT in Schönbühl deutlich. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. BVLT-Geschäftsführer Peter Gerber musste sogar Anmeldungen für die GV zurückweisen. In seinem Referat zeigte Peter Hofer vom Technischen Verkehrszug der Kantonspolizei Bern auf, wo es zum Problemen kommen kann und was Bauern im Strassenverkehr mit ihren Fahrzeugen beachten müssen. So machte Hofer etwa auf das Adhäsionsgewicht aufmerksam. «Das Gewicht auf den Antriebsachsen, das sogenannte «Adhäsionsgewicht», muss mindestens 22 Prozent des Betriebsgewichts des Traktor-Anhänger-Zugs betragen», erklärte Hofer. Diese Vorschrift gilt für landwirtschaftliche Fahrzeugkombinationen seit dem 1. Februar 2019 ab 25 km/h. Beim vorderen Überhang, der seit 1. Mai neu bis 5 Meter möglich ist, gibt es mittlerweile drei Anbieter, die geprüfte und für die Schweiz zulässige Kamera-Monitor-Systeme anbieten, sagte Hofer. Bis 4 Meter reicht wie bis anhin der Seitenblickspiegel aus. Diese Spiegel müssen neu aber eine Fläche von mindestens 500 cm² aufweisen. Hofer nahm auch die Landmaschinenhändler in die Pflicht nur Fahrzeuge auszuliefern, die auch wirklich den Vorschriften des Strassenverkehrsgesetz entsprechen. Zum Schluss erklärte Hofer, dass es nur miteinander gehe, und, dass der Beitrag der Bauern für einen sicheren Strassenverkehr enorm wichtig sei. BVLT-Geschäftsführer Peter Gerber griff dies auf und rief im Anschluss dazu auf, dass nur eine korrekte Kommunikation und viel Toleranz zwischen der Polizei und Lenker helfen könne, Missverständnisse auszuräumen. SVLT-Präsident Werner Salzmann, frisch gewählter Berner Ständerat, wies in seinem Referat auf die kommenden Herausforderungen für die Landwirtschaft hin, namentlich auf die anstehende Botschaft des Bundesrates zur AP 2022+, der Trinkwasser- und Pestizid-Initiative sowie dem Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten. BVLT-Präsident Klaus Brenzikofer und Peter Gerber konnten eine ausgeglichene Jahresrechnung mit einem leichten Überschuss präsentieren. Mit 2211 Mitgliedern ging die Anzahl Mitglieder gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent zurück. Vorstandsmitglied Urs Schneeberger wurde von der Versammlung für weitere vier Jahre wiedergewählt.

Am «Chlaustag» findet traditionellerweise die Jahresversammlung des Luzerner Verbands für Landtechnik statt. Präsident Anton Moser und Geschäftsführer Josef Erni konnten über ein spannendes Geschäftsjahr berichten, das von der Integration der regionalen Maschinenringe geprägt war. Dies schlug sich auch in der Jahresrechnung nieder, als dass der Umsatz nahezu verdoppelt wurde. Das Rechnungsergebnis schloss mit einer schwarzen Null ab. Weiterhin aktiv betätigt sich die Sektion im Kurswesen (Fahrschulen für Jugendliche) und vermittelt über die Organisation «agriWork» Betriebshelferdienste, wobei es bei diesem Service allerdings an Arbeitskräften mangelt. Bei verschiedenen Ausschreibungen konnte der Maschinenring interessante Arbeiten an Land ziehen und so dem einen oder anderen Mitglied zu einem Mehrverdienst verhelfen. Zentrale Elemente im Tätigkeitsprogramm sind weiterhin die Kontakte zu Behörden wie dem Strassenverkehrsamt und den Polizeiorganen. Zudem ist die Sektion in der Prüfung von Feld- und Gebläsespritzen aktiv. Dazu hat man eine entsprechende Auswertungsoftware entwickelt, die man gerne auch anderen Sektionen zur Verfügung stellen würde. Das Budget für das neue Rechnungsjahr sieht einen positiven Abschluss vor, so dass keine Änderung beim Jahresbeitrag angezeigt erschien. SVLT-Direktor Roman Engeler referierte im Anschluss an die Versammlung über aktuelle und künftige Herausforderungen des Zentralverbands, die man anzupacken gedenkt. Es streifte dabei Themen wie die Verbandsfinanzierung, die Akquisition neuer Mitglieder, die Organisation des Zentralsekretariats, die Aufgabenteilung zwischen Sektionen und Zentralverband oder die permanente Auseinandersetzung mit neuen Vorschriften. Beim letzten Punkt gelte es, vorausschauend und rechtzeitig zu erkennen, wo allenfalls Probleme auf die Landwirtschaft zukommen. Neu organisiert hat der SVLT man die Beratungs- und Auskunftstätigkeit, in dem nun auch Fragen rund um die Digitalisierung kompetent beantwortet werden können. Dank einer Vereinbarung mit der BUL habe man sich auch in Sachen «G40»-Kurse neu aufstellen können. Wichtig, so Engeler, sei, dass man sich innerhalb der Landwirtschaft einig sei. Nur eine geeinte Branche und dank vielen Mitgliedern starke Organisation könne sich entsprechend Gehör schaffen und wichtige Anliegen durchbringen.

Peter Hofer von der KaPo Bern gab Auskunft über den landwirtschaftlichen Strassenverkehr. Bild: röt

Geschäftsführer Josef Erni und Sektionspräsident Anton Moser gaben Rechenschaft über das vergangene Geschäftsjahr. Bild: R. Engeler

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Generalversammlungen  SG

AI

AR

Samstag, 4. Januar 2020, 9.45 Uhr Berufsschule in Ziegelbrücke

ZH Donnerstag, 9. Januar 2020, 19.30 Uhr Restaurant Neubüel, Wädenswil

SH Donnerstag, 16. Januar 2020, 20 Uhr Restaurant Schützenhaus, Schaffhausen

LOHNUNTERNEHMER Mittwoch, 29. Januar 2020, 9.30 Uhr Forum in Freiburg

ZG Donnerstag, 30. Januar 2020, 19.45 Uhr Schnitz und Gwunder, Steinhausen

VD Freitag, 31. Januar 2020, 10 Uhr Kaserne von Chamblon

GE Dienstag, 4. Februar 2020, 10 Uhr Soral

FR Mittwoch, 12. Februar 2020, 9.30 Uhr Auberge du Lion d’Or in Farvagny

NE Freitag, 6. März 2020 Restaurant de la Tourne, Rochefort

GL

Sektionsnachrichten  AG Feldspritzentest 2020 Für die ÖLN-Kontrolle wird ein gültiger Feldspritzentest verlangt (nicht älter als 4 Jahre). Der Feldspritzentest wird seit 2012 durch den AVLT organisiert und durchgeführt. Geschäftsführer Thomas Voegeli ist somit Ansprechperson für sämtliche Fragen rund um den Spritzentest. Die gewohnten Teststandorte werden nach wie vor bedient. Im Jahr 2020 sind dies: Lengnau, Leuggern, Liebegg, Villigen und Zofingen. Die Tests finden vom 6. bis 17. April 2020 statt. Die im Jahre 2016 geprüf­ten Feldspritzen, respektive deren Halter, erhalten ein Anmeldeblatt. Neu-Anmeldungen bitte bis 25. Februar 2020 an die: AVLT-Geschäftsstelle, Th. Voegeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch

Gebläsespritzentests Obstund Weinbau 2020 Für die ÖLN-Kontrolle wird ein gültiger Spritzentest verlangt (nicht älter als 4 Jahre). Der Gebläsespritzentest wird neu ab 2020 durch den AVLT organisiert und durchgeführt. Geschäftsführer Thomas Voegeli ist somit Ansprechperson für sämtliche Fragen rund um den Spritzentest. Teststandort im Jahr 2020 ist Frick/Autobahnwerkhof. Die Tests finden vom 19. bis 27. März 2020 statt. Die im Jahre 2016 geprüften Gebläsespritzen, respektive deren Halter, erhalten ein Anmeldeblatt. Neu-Anmeldungen bitte bis 25. Februar 2020 an die: AVLT-Geschäftsstelle, Th. Voegeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch

Traktorfahrkurs für Frauen Donnerstag, 2. April 2020, oder Freitag, 3. April 2020, jeweils 9 bis 16.15 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Gränichen Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit und ohne Anhänger manövrieren, Anbaugeräte wie Kreiselheuer, Kreiselschwader kennenlernen und an den Traktor anbauen. Dies ohne Stress und Zeitdruck, damit Sie das nächste Mal, wenn «Not an der Frau» ist, Bescheid wissen über die Bedienung des Traktors, wichtige Kontrolle, sicheres Manövrieren mit Traktor, Anhänger und Anbaugerät sowie Gefahrensituationen auf Hof, Gelände und Strasse erkennen und meistern. Dieser Kurs richtet sich an Frauen, welche ihre praktischen Traktor-Kenntnisse verbessern wollen. PW- oder Traktorfahrausweis wird verlangt. Es sind keine weiteren Vorkenntnisse notwendig. Kursleiter ist Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg. Die Kosten betragen 110 Franken, inkl. Kursunterlagen und Mittagessen, wenn Ehemann, Partner oder Freund Mitglied beim AVLT, Aargauischer Verband für Landtechnik, ist, oder 130 Franken für Nichtmitglieder des AVLT. Anmeldung bis 10. März 2020 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramona Jutzeler, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch

Jahrestagung Aargauer Maschinenringe und Maschinengemeinschaften Donnerstag, 23. Januar 2020, 13.15 bis 16 Uhr Gränichen, Zehnder Group Schweiz AG, Moortalstrasse 3 (Réception) Besichtigt wird zuerst das Stammhaus der weltweit tätigen Zehnder

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Sektionen | SVLT

Group. Ihre Produkte und Systeme zur Heizung und Kühlung, komfortablen Raumlüftung und Luftreinigung von Räumen zeichnen sich durch überdurchschnittliche Energieeffizienz und herausragendes Design aus. Sie entwickelt und fertigt ihre Produkte in 16 eigenen Werken, wovon sich fünf in China und Nordamerika befinden. Der Vertrieb in mehr als 70 Ländern erfolgt über eigene lokale Verkaufsgesellschaften und Vertretungen. Im zweiten Teil des Nachmittags wird über Erfahrungen und Probleme in den Aargauer Maschinenringen und Maschinengemeinschaften diskutiert. Anmeldung: Bis 17. Januar 2020 an Hansjörg Furter, LZ Liebegg, 5722 Gränichen, 062 855 86 27, hansjoerg.furter@ag.ch

BL

KUHN

Spezialist für den Ackerbau

BS

Theoretische Führerprüfung Kat. F/G Der Verband für Landtechnik beider Basel und Umgebung organisiert für Jugendliche, welche im Jahre 2020 14 Jahre alt (Jahrgang 2006) oder älter werden, Vorkurse und Prüfungen für die theoretische Führerprüfung Kat. F/G. Vorkurs: Mittwoch, 15. Jan. 2020 Prüfung: Samstag, 1. Febr. 2020 Vorkurs: Mittwoch, 13. Mai 2020 Prüfung: Samstag, 30. Mai 2020 Vorkurs: Mittwoch, 4. Nov. 2020 Prüfung: Samstag, 21. Nov. 2020 Durchführung der Vorkurse: 13.30 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach, Kurslokal 3 Durchführung der Prüfungen: 9.00 Uhr, Motorfahrzeugprüfstation (MFP), Münchenstein Kurskosten: Mitglieder CHF 40.– plus Lern-CD CHF 40.–, Nichtmitglieder CHF 80.– plus Lern-CD CHF 40.–. Anmeldung bis spätestens 30 Tage vor Kursbeginn an: Marcel Itin, Hof Leim 261, 4466 Ormalingen, 076 416 27 13, oder E-Mail: marcelitin@gmx.ch; bitte unbedingt Kurs und Geburtsdatum angeben.

inationen b m o k ä S t tz Je n zu top Preise

FR Bremsenkontrolle 2020 Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) hält die Bremstest­ kampagne aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km/h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer im Besitz einer genauen Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Fachbetrieben für Anhängerbremsen erstellt wird. Die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.­­agrotecsuisse.ch zu finden. Wichtig: Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet sein. Für seine Mitglieder bietet der FVLT einen Rabatt von CHF 50.– pro Achse. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA/FVLT, Robert Zurkinden, Heitiwil 23, 3186 Düdingen. Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder bei einem später folgenden Aufgebot zur Expertise.

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KUHN Pflüge KUHN Grubber KUHN (Kurz-)Scheibeneggen KUHN Kreiseleggen und Fräsen KUHN Sämaschinen KUHN Einzelkornsämaschinen KUHN Feldspritzen

DIE BESTE INVESTITION IN MEINE ZUKUNFT KUHN Center Schweiz 8166 Niederweningen Telefon +41 44 857 28 00 Fax +41 44 857 28 08 www.kuhncenterschweiz.ch

www.agrartechnik.ch

be strong, be KUHN

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BE BVLT: Gewichtskontrolle fand Zustimmung

Es ist Freitag, 18. Oktober 2019, 9.22 Uhr. Es regnet in Strömen. Der Fahrer des Anhängerzuges, beladen mit Zuckerrüben, biegt gerade auf den Parkplatz der Zuckerfabrik Aarberg ein. Nein, das darf doch nicht wahr sein: Ausgerechnet auf dem Parkplatz die Polizei? Beim genauen Hinschauen stellt dann der Fahrer erleichtert fest, dass es sich bei der Person nicht um die Polizei, sondern um einen Vertreter des BVLT handelt. Der Anhängerzug wird auf eine separate, mit Kegeln markierte Bahn geleitet. Der Fahrer wird dann angefragt, ob er bereit wäre, seinen Traktor zu wägen. So oder ähnlich erging es am 18., 19. und 20. Oktober 2019 total 53 Rübentransporteuren. Aufgrund der gleichzeitigen Messung beider Achsen konnte anhand einer Umrechnungstabelle dem Fahrer sofort bekanntgegeben werden, welches Gesamtgewicht anhand der Adhäsion zulässig ist. Insgesamt 16 von 53 gewogenen Zügen erfüllten aufgrund des Adhäsionsgewichtes die Voraussetzungen für ein Gesamtgewicht von 40 Tonnen. Rund 40 % bewegten sich zwischen 30 und 39 Tonnen. Etwa 20 % wiesen ein zulässiges Gesamtg­ewicht von 20 bis 30 Tonnen auf. Zwei Züge erreichten die Vorderachslast von 20 % nicht. Vier Landwirte waren dankbar, ohne Sanktion den Hinweis bzw. die Chance erhalten zu haben, künftig die Ladung massiv zu senken. Vor allem bei Traktoren ohne Hinterradstützlast sind die zulässigen Gewichte mit der neuen Regelung massiv gesunken. Die gewerbsmässigen Transporte bringen generell gut 40 Tonnen auf die Waage. Dort wäre es womöglich angebracht, die Toleranz nicht zu hoch anzusetzen. Der eine oder andere sollte auch hier die Ladung reduzieren. Nicht überprüft wurde der Fahrzeugausweis mit den eingetragenen zulässigen Gewichten des Zugfahrzeuges. Ebenso wurde auf die Messung der Gesamtlänge verzichtet; Achtung bei zusätzlichen Frontgewichten. Fazit: Die spontan organisierte Wiegeübung wurde von den Beteiligten geschätzt. Mit einer Ausnahme haben alle angefragten Fahrer eine Messung zugelassen. Von massiv überladenen Zügen bis hin zum perfekten Anhängerzug war alles vorhanden. Der Aufwand an diesen drei verregneten Vormittagen hat sich gelohnt. Aufgrund der Reaktion der Betroffenen wurde beschlossen, nächstes Jahr eine ähnliche Aktion an einem anderen wichtigen Transport-Point durchzuführen.

GL Führerprüfungen für landwirtschaftliche Motorfahrzeuge Kat. G Der Führerausweis der Kat. G gilt auch zum Führen von Motorfahrrädern. Der Führerausweis der Kat. G beinhaltet auch die Theorieprüfung der Kat. F. Wir verweisen auf die Verordnung vom 27.Oktober 1976 über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV). Seit 1. Januar 1977 gilt die Ausweispflicht für alle Führer landwirtschaftlicher Motorfahrzeuge. Auf öffentlichen Strassen dürfen landwirtschaftliche Motorfahrzeuge nur von geeigneten und mindestens 14 Jahre alten Personen geführt werden. Die Bewerber um den Führerausweis für landwirtschaftliche Motorfahrzeuge haben eine der Eigenart dieser Fahrzeugkategorie angepasste, vereinfachte theoretische Prüfung abzulegen. Der Verband für Landtechnik veranstaltet im Kanton Glarus im Winter 2020 wieder Ausbildungskurse mit anschliessenden Prüfungen durch das Strassenverkehrsamt. Jugendliche, die im Laufe des Jahres 2020 das 14. Altersjahr vollenden (Jahrgang 2006 oder älter), können die Kurse besuchen, erhalten nach bestandener Prüfung den Führerausweis jedoch erst nach Vollendung des 14. Altersjahres. Jüngere Jahrgänge können nicht zugelassen werden. Bei entsprechenden Anmeldungen werden in Näfels und Schwanden Kurse durchgeführt. Der dritte Kurshalbtag inkl. Prüfung findet für alle in Schwanden beim Strassenverkehrsamt statt. Die Kurskosten, ohne Prüfungs- und Ausweisgebühr, betragen für Angehörige und Angestellte von Verbandsmitgliedern CHF 70.– (auch Neueintretende), für Nichtmitglieder CHF 95.– inklusive Lern-CD und Arbeitsblätter. Die Kursdauer beträgt inkl. Prüfung drei halbe Tage zu je etwa 3 ¾ Stunden. Die Kurskosten inkl. Theorieunterlagen von CHF 95.– (VLT-Mitglieder CHF 70.–) werden am ersten Kurstag vom Kursleiter eingezogen. Die Theorieunterlagen (inkl. Lern-CD) werden am Anfang vom Kurs abgegeben. Die Kosten für Prüfungsabnahme von CHF 30.– und Ausweis von CHF 65.–, sind in den Kurskosten nicht enthalten und werden vom StVA direkt in Rechnung gestellt. Kursanmeldungen zusammen mit weissem, vollständig ausgefülltem Gesuchsformular richten Sie sofort, aber spätestens bis 7. Januar 2020 an das Strassenverkehrsamt des Kantons Glarus, Mühlestr. 17, 8762 Schwanden. Kurs 1: Näfels, Rest. National, 11. Jan. 2020, 08.15 bis 12.00 Uhr Näfels, Rest. National, 15. Febr. 2020, 0 8.15 bis 12.00 Uhr Schwanden, StVA, 14. März 2020, 13.30 bis 17.15 Uhr Kurs 2: Schwanden, StVA, 11. Jan. 2020, 13.30 bis 17.15 Uhr Schwanden, StVA, 15. Febr. 2020, 13.30 bis 17.15 Uhr Schwanden, StVA, 14. März 2020, 0 8.15 bis 12.00 Uhr Kursleiter: Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach, 071 845 12 40, hanspopp@bluewin.ch

TG Kur- und Badeferien Bad Birnbach Samstag, 11., bis Samstag, 18. Januar 2020 Samstag, 18., bis Samstag, 25. Januar 2020 Samstag, 25.1., bis Samstag, 1. Februar 2020 Das ländliche Thermalbad Bad Birnbach bietet 31 verschiedene Kur- und Badebecken mit verschiedenen Wassertemperaturen, geräumige Komfortzimmer, einen beheizten Bademantelgang zur Thermenlandschaft, eine physiotherapeutische Praxis mit Wellness-Oase, Clublounge und ein schön gestaltetes Restaurant.

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Die Leistungen: • Hin- und Rückfahrt in modernem Reisebus inkl. Frühstücksbuffet auf Hinfahrt, Zvieri auf Rückfahrt. • 7 Übernachtungen im Vierstern-Wellnesshotel Chrysantihof mit 4-Gang-Gourmethalbpension, Salatbuffet und Käsebrett • 8 Tageskarten für alle Einrichtungen der Rottal Terme inkl. SaunaErlebnis-Landschaft • Badevergnügen am Anreise- sowie am Abreisetag • Gemütlicher Buffetabend mit Livemusik • Kultureller oder gemütlicher Ausflug • Bademantelgang zur Rottal Terme Preise: 7 Übernachtungen mit Halbpension im Deluxe-Galeriezimmer: 1200 Franken, im Erdgeschoss-Komfortzimmer 1200 Franken, eine Verlängerungswoche 850 Franken; der Einzelzimmer-Zuschlag beträgt 100 Franken. Anmeldung mit Angaben Reisedaten, Zimmerwunsch und gewünschtem Einsteigeort an: VTL\Landtechnik, Weierhofstrasse 9, Münch­ wilen, 071 966 22 43, info@tvlt.ch

Friaul-Slowenien-Reise 6.–14. Juni 2020 Am 1. Tag erfolgt die Fahrt vom Thurgau durchs Klostertal nach Innsbruck, über den Brennerpass bis ins italienische Friaul; Zimmerbezug für drei Nächte. Am 2. Tag geht es durch das Collio-Weingebiet, mit Weinprobe. Am 3. Tag wird mit einem Reiseführer die Stadt Udine besucht, die für ihre zahlreichen Paläste bekannt ist. Weiter geht es nach San Daniele, wo 26 kleine und mittelgrosse Betriebe den luftgetrockneten San-Daniele-Schinken produzieren. Die folgenden Stationen: 4. Tag Friaul – Adelsberg Tropfsteinhöhle – Maribor; 5. Tag Maribor – Jeruzalem – Ljutomer Landmaschinenhersteller (bei Farmtech in Ljutomer werden landwirtschaftliche Anhänger sowie Miststreuer hergestellt); 6. Tag Maribor – Ältester Weinstock der Welt – Ptuj; 7. Tag Maribor – Zalec – Ljubljana – Bled (Besuch der Firma Thenos, die unter anderem Schlegelmulchgeräte herstellt); 8. Tag Jasna-See – Museumsbauernhof; 9. Tag Heimfahrt über Kärnten, Mittersill, Pass Thurn, Innsbruck, Arlberg zurück in den Thurgau. Wir verlassen Slowenien und fahren nach Kärnten, dann weiter nach Mittersill, über den Pass Thurn, an Kitzbühl vorbei nach Innsbruck und via Arlberg zurück in den Thurgau. Preis pro Person im Doppelzimmer 1590 Franken, Einzelzimmerzuschlag 300 Franken. Inbegriffen sind: Fahrt mit Reisecar, alle Strassengebühren, 8 Übernachtungen mit Halbpension, alle Führungen und Betriebsbesuche, Weinproben, Fahrt mit dem Zug in die Tropfsteinhöhle. Anmeldeschluss ist der 24. Februar 2020 (Platzzahl ist beschränkt). Anmeldung an: VTL\Landtechnik, Markus Koller, Weierhofstr. 9, Münch­ wilen, 071 966 22 43

06.50 Uhr Weinfelden, Güttingersreuti 07.15 Uhr Frauenfeld, Hotel Domicil. Kosten: 110.– (inkl. Carfahrt, Besichtigungen, Znüni, Mittagessen). Anmeldeschluss ist der Freitag, 31. Januar 2020. Anmeldung unter Angabe des Einsteigeortes an: Geschäftsstelle VTL/Landtechnik, Markus Koller, Weierhofstrasse 9, Münchwilen, 071 966 22 43, info@tvlt.ch

LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 15. Januar 2020, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 12. Februar 2020, in Hochdorf, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs 601: jeweils Samstag, 21.3./28.3.2020, 12.00–16.00 Uhr Weitere Grundkurse werden online aufgeschaltet. Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: Kurs Nr. 401: 4 Abende: Mittwoch/Donnerstag, 15./16./22./23.1.2020, 19.00–21.00 Uhr, in Sursee Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 und 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lek­ tionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.– Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen, während vier Wochen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg jede Woche möglich. Die nächsten Kursdaten ab Januar 2020 werden online aufgeschaltet. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch Spritzentests: Die Spritzentests finden vom 16. bis 26. März 2020 statt. Infos, Merkblätter und Formulare zum Herunterladen online unter www.lvlt.ch.

Frühjahrs-Exkursion Mittwoch, 12. Februar 2020, Besuch der Gärtnersiedlung Singen und der Hofgemeinschaft Heggelbach Am Vormittag werden die Gewächshäuser der Gärtnersiedlung Bodensee in Singen besucht. Die Gemüsegärtner der Insel Reichenau haben gemeinsam auf einer Fläche von 13 Hektaren Gewächshäuser zur Gemüseproduktion. Nach dem Mittagessen geht es zur Hofgemeinschaft Heggelbach. Auf dem 95 Hektar grossen Betrieb wird Ackerbau und Futterbau nach den Demeter-Bio-Richtlinien betrieben. Zum Betrieb gehören auch eine Käserei und die Energieproduktion. Mögliche Einsteigeorte sind: 06.15 Uhr Amriswil, Sportanlage Tellenfeld Egelmoosstrasse 06.40 Uhr Sulgen, Landgasthof Löwen

ZG Gegengewichtsstapler- und Teleskop­ lader-Grundkurs 6. bis 9. Januar 2020, jeweils 2 Tage Der Verband für Landtechnik Zug bietet einen Grundkurs für Gegengewichtsstapler und Teleskoplader an. An diesem zweitägigen Kurs kann der sichere Umgang mit dem Gegengewichtsstapler und Teleskoplader nach Suva-Richtlinien erlernt werden. Ziel: Schriftlicher Suva-Ausweis auf Gegengewichtsstapler und Teleskoplader. Ein Tag kann der obligato-

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rischen CZV (Chauffeur Zulassungs Verordnung) angerechnet werden. Inhalt: zweitägige Ausbildung Gegengewichtsstapler und Theorie und Praxis Teleskoplader. Voraussetzungen sind das Mindestalter 18 Jahre und praktische Erfahrung auf Maschinen. Datum: 6. bis 9. Januar 2020, jeweils 2 Tage (Montag für alle Theorie, Dienstag oder Mittwoch Praxis). Kosten: 2 Tage ca. CHF 660.– für Mitglieder und CHF 700.– für Nichtmitglieder VLT Zug, inkl. Unterlagen und Essen. Anmeldung/Auskunft: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

ZH Einladung zur 93. Hauptversammlung Nach 20 Jahren der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Bezirksverein Winterthur hat sich die SVLT-Sektion Zürich entschieden, für ihre Hauptversammlung einen neuen Weg einzuschlagen. Sie möchte ihre Versammlung künftig jedes Jahr in einer anderen Region austragen. Damit will sie näher zu den Mitgliedern kommen. Vielleicht hat sie dadurch weniger regelmässige Besucher, dafür jedes Jahr etwas mehr Mitglieder aus der jeweiligen Region. Auch der Wunsch nach einer Abendveranstaltung war insbesondere bei den jüngeren Mitgliedern schon länger geäussert worden. Die erste Hauptversammlung im neuen Format findet statt am Donnerstag, 9. Januar 2020, Restaurant Neubüel in Wädenswil, direkt neben der Autobahnausfahrt Wädenswil. Das Programm: 19.30 Uhr Apéro, ab 20 Uhr 1. Begrüssung, Wahl der Stimmenzähler, Protokoll der 92. Hauptversammlung, Jahresbericht 2019, Jahresrechnung 2019, Jahresbeitrag, Budget 2020, Infos, Tätigkeit 2020 und Verschiedenes. Danach folgt ein Kurzreferat zum Thema «Strom sparen – Kosten senken» von Felix Düring, Landwirt und Elektromonteur, anschliessend der Imbiss, offeriert vom SVLZ.

Mobil dokumentieren, statt noch mehr Zeit im Büro verlieren! Samstag, 18. Januar 2020, 8.30–12 Uhr, Forum Agrovet Strickhof

Risiken» hält Hans Fässler, Absolvent Höhere Fachschule Strickhof. Über Praxiserfahrungen berichten Marc Grüter («Mehrwert durch Digitalisierung») und Marco Landis («Wie starte ich digital?»). Über Möglichkeiten und Stossrichtung mit Barto referiert Jürg Guggisberg, Geschäftsführer Barto AG, über diejenigen mit Ada-Eda der Projektleiter Ada-Eda. Es folgt eine Kurzvorstellung der Software-Anbieter FarmFacts, eFeldkalender, My JohnDeere, Ag DANN und 365 FarmNet. Ab 11.30 gibt es Grill und Getränke. Anmeldung: SVLT Zürich, Stephan Berger, Eschikon 21, 8315 Lindau, 058 105 99 52, stephan.berger@strickhof.ch

SG

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Bremsen und mehr Aktuelle Informationen zu den Themen «Bremsen», «Frontkameras» und «Neuerungen im Strassenverkehr»: Samstag, 8. Februar 2020, Larag AG, 9500 Wil Anmeldung bis 15. Januar 2020 an VLT-SG, Eliane Müller, Riethof 1, 9478 Azmoos, 081 783 11 84, info@vlt-sg.ch. Kosten: CHF 40.-.

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2020 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 14. Dez 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

15. Jan 20

St. Peterzell, Schulhaus Mi, 22. Jan 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 12. Feb 20 Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 05. Feb 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 04. Mär 20 Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 08. Feb 20 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 11. Mär 20 Niederbüren, Schulh. Probelokal Mi, 26. Feb 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 18. Mär 20 Wangs, Parkhotel Sa, 29. Feb 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 25. Mär 20 Trogen Sa, 07. Mär 20 Trogen / Trogen StVA Trogen 01. Apr 20 Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 21. Mär 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 15. Apr 20

Die SVLT-Sektion Zürich lädt Landwirte und Lohnunternehmer aus der ganzen Ostschweiz zu einem Fachmorgen Ackerschlagkarteien und Farmmanagement-Informationssysteme ein. Wie bringen Farmmanagement-Systeme nicht nur dem Kontrolleur einen Mehrwert, sondern auch dem Landwirt? Zwei Praktiker erzählen von ihren Erfahrungen, und Möglichkeiten werden aufgezeigt. Der Unkostenbeitrag beträgt für SVLT-Mitglieder 15 Franken, für Nichtmitglieder 30, Lehrlinge 5. Ab 8.30 Uhr gibt es Kaffee und Gipfeli sowie Begrüssung durch Urs Wegmann, Präsident SVLZ. Das Einstiegsreferat «Farmmanagement-Informationssystem – Bedarf, Nutzen,

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Schweizer Landtechnik 12 2019

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 08. Apr 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 06. Mai 20 Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 25. Apr 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 20. Mai 20 St. Peterzell, Schulhaus Sa, 09. Mai 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 03. Jun 20


Sektionen | SVLT

Wangs, Parkhotel Sa, 16. Mai 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 10. Jun 20 Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 27. Mai 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 17. Jun 20 Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 06. Jun 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 01. Jul 20 Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 20. Jun 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 15. Jul 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 08. Jul 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 12. Aug 20

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

Wangs, Parkhotel Sa, 15. Aug 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 09. Sep 20 Trogen Mi, 19. Aug 20 Trogen / Trogen StVA Trogen 16. Sep 20 AG Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 29. Aug 20 Kursort: Liebegg: 27. Feb. / 5. März 2020, 18.30–20.30 Uhr; Frick: 7./14. Mai 2020, SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 30. Sep 20 18.30–20.30 Uhr Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 02. Sep 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 23. Sep 20 BL, BS Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch St. Peterzell, Schulhaus Sa, 19. Sep 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 21. Okt 20 BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 26. Sep 20 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 28. Okt 20 Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 04. Nov 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 09. Dez 20 Wangs, Parkhotel Sa, 07. Nov 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 02. Dez 20 Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 14. Nov 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 23. Dez 20

FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, Chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 25. Nov 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 16. Dez 20

Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch

SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR

SVLT-Öffnungszeiten über die Festtage Über die Festtage ist der Schweizerische Verband für Landtechnik (SVLT) folgendermassen erreichbar: Am 24. und am 31. Dezember 2019 ist das Zentralsekretariat bis 12 Uhr erreichbar. Telefon: 056 462 32 00. Am 25. und am 26. Dezember 2019 sowie am 1. und 2. Januar 2020 bleibt das Zentralsekretariat in Riniken geschlossen. Am 27. Dezember 2019, 30. Dezember 2019 und am 3. Januar 2020 ist das Zentralsekretariat zu den normalen Bürozeiten erreichbar. Telefon: 056 462 32 00. Das SVLT-Team wünscht Ihnen schon jetzt schöne Festtage und viele geruhsame Stunden über Weihnachten und Neujahr.

Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, Chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursorte: Strickhof, Lindau. Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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SVLT | Porträt

Bauer und Pistenbullyfahrer Gelernter Baumaschinenmechaniker seit 2013 und gelernter Landwirt seit 2018, möchte René Tschümperlin auf dem 1200 Meter über Meer gelegenen Bio-Hof Brunniweid in Alpthal SZ nicht leben ohne die beiden Mythenstöcke an der Bergflanke in seinem Rücken, ohne seine Kühe, ohne die Eltern und auch nicht ohne seine Partnerin und den gemeinsamen Sohn Armand, der am 25. April geboren ist. Zugegeben: Er möchte auch seine Maschinen auf dem Betrieb nicht missen, den er auf Jahresbeginn 2019 in Pacht von einem Onkel übernommen hat. Dieser wiederum ist Landmaschinenmechaniker. Der 60-jährige Vater ist selbstständiger Pistenfahrzeugmechaniker. Zum Betrieb sei er gekommen, weil ausser ihm keines der fast ein Dutzend zählenden Grosskinder Interesse an der Landwirtschaft zeigte, berichtet René Tschümperlin mit Jahrgang 1993. Dass er den Hof in der Bergzone 3 einmal käuflich übernehmen will, belegt die Tatsache, dass er die Maschinen selber angeschafft hat: einen Transporter Aebi «TP 97» mit Ladegerät Lüönd, einen Saco-Mistzetter, einen Aufbaukipper und ein Schweizer-Güllefass mit 75 PS und 4,2 t Nutzlast bei bloss 1,8 t Eigengewicht, dann einen Aebi «Terratrac TT 90» mit Hydro­stat auch mit 75 PS, zwei Aebi-Motormäher («CC 66» und «HC 55» mit je 2,2-m-Balken), ein Gaspardo-Balkenmähwerk mit 3 m Arbeitsbreite, einen 2,5-m-Knüsel-Bandrechen mit Putzrad, einen Kuhn-Kreiselheuer, zwei Steyr «8090», einer mit Front­ lader und Seilwinde, denn er bewirtschaftet ohne Fremdhilfe noch 5,5 Hektaren Eigenwald. Stolz ist er auf seinen eigen­ händig installierten Stepa-Steindl/Palfinger-Heukran, den er günstig erwerben konnte. Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt 21 ha (ohne den Wald eingerechnet), davon 5,5 ha Weideland. Im Hinblick auf die Pachtübernahme des Milchvieh- und Kalbermastbetriebs mit zusätzlicher Geissenhaltung war er nicht nur auf perfekte Mechanisierung bedacht, sondern er stellte auf das Jahr 2019 gleich rigoros um auf Mutterkuhhaltung mit zehn Mutterkühen und etwa ebenso vielen Kälbern. Die Umstellung hatte einen bestimmten Grund: «Ich will effizient arbeiten können und flexibel sein, denn ich bin seit sieben Jahren die Wintersaison durch bei der Hoch-Ybrig AG fest angestellter Pistenbullyfahrer», erklärt René Tschümperlin, der sich riesig auf die anstehende Saison freut. «Ich habe meine Hobbys Landwirtschaft und Pistenraupenfahren zum Beruf gemacht», erklärt er lachend auf die entsprechende Frage, «was will ich mehr?» Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik 12 2019


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Kursorte G40

Die G40-Fahrkurse 2020

1260 Nyon VD* 1302 Vufflens-la-Ville VD* 1315 La Sarraz VD* 1510 Moudon VD* 1562 Corcelles-près-Payerne VD* 1630 Bulle FR** 1786 Sugiez FR** 1860 Aigle VD* 1964 Conthey VS* 2208 Les Hauts-Geneveys NE* 2720 Tramelan BE* 2852 Courtételle JU* 3150 Schwarzenburg BE 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3270 Aarberg BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i. E. BE 3770 Zweisimmen BE 3800 Interlaken BE 3818 Grindelwald BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4415 Lausen BL 4538 Oberbipp BE 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW 6130 Willisau LU

6170 Schüpfheim LU 6210 Sursee LU 6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 Erstfeld UR 6702 Claro TI*** 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR**** 7550 Scuol GR**** 7742 Poschiavo GR*** (Neu) 8180 Bülach ZH 8200 Schaffhausen SH 8315 Lindau ZH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8625 Gossau ZH 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG * Sprache Französisch ** Sprache Deutsch u. Französisch *** Sprache Italienisch **** Sprache Italienisch u. Deutsch

Der Traktorkurs G40 des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Mehr Informationen und Homepage: www.fahrkurse.ch

CZV – Weiterbildungskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdatum ARV1 / Digitaler Fahrtenschreiber, Deutsch

09.01.2020

Moderne Fahrzeugtechnik, Deutsch 10.01.2020 Erste Hilfe im Strassenverkehr, Deutsch

10.02.2020

Hebegerätekurse SUVA-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstaplerkurs; Instruktion Hoflader

Kursort und Sprache

Kurstag 1

Kurstag 2

Ardon VS, Französisch

auf Anfrage

auf Anfrage

Chavornay VD, Französisch

03.03.2020

04.03.2020

Chavornay VD, Französisch

05.03.2020

06.03.2020

Goldach SG, Deutsch

auf Anfrage

auf Anfrage

Oberbipp BE, Deutsch

21.02.2020

22.02.2020

Oberbipp BE. Deutsch

16.10.2020

17.10.2020

Rümlang ZH, Deutsch

auf Anfrage

auf Anfrage

Direkt zu den «G40»-Fahrkursen Über diesen QR-Code gelangen Sie direkt zu den Terminen und Anmeldungen der diesjährigen «G40»-Fahrkurse des SVLT.

Schweisskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdaten Metall-Schutzgasschweissen (MAG/MIG), Deutsch

Informationen und Auskünfte: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

5. und 6.3.2020

Wolfram-Schutzgasschweissen (TIG), Deutsch

16. und 17.3.2020

Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch

23. und 24.3.2020

Impressum 81. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT NR Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50 / 079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2019. Kombinationsrabatt bei gleichzeitiger Erscheinung in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt Technik für Hof und Stall Impression Sieben Weidemulcher im Test Management Ladung verloren – was nun? Sicherheit Objekte besser erkennen

Nr. 01/2020 erscheint am 16. Jan. 2020 Anzeigenschluss: 6. Januar 2020

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