Schweizer Landtechnik 12/2018

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Dezember 2018

ELEKTRONIK UND ROBOTIK Roboter erobern das Feld Zukunftstechnik mit Potenzial Mehr Sicherheit im rückwärtigen Raum Holpriger Start im Schweizer Traktorenbau


«Valtra: Wir fangen an, wo andere aufhören.» Christian Walder, 079 440 02 17

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Dezember 2018 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 8 12 14 18 21 22 26

Joskin-Seniorchef Victor Joskin im Interview «Serco24» − neues Center für Gebrauchtmaschinen

Roman Engeler

Schwerpunkt: Elektronik und Robotik Elektro-Antriebe mit Potential Roboter erobern das Feld «Agrirouter» − die Datendrehscheibe Sensoren und ihre Funktionen Hindernisse in der vernetzten Zukunft

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Impression 28

Testbericht «Ibex G2»

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Sicherheit 30

Mehr Sicherheit durch Rückfahrkameras

Wissen 33 34 36 38

Erfolgsgeschichte «Touchscreen» Mehr als nur «schmieren» Motorkonzepte auf Methan-Basis Forschung für den Bio-Dieselbetrieb

Management 39

Fahrzeuge besser auslasten

Plattform 40 44 46 48 50

Sima 2019: Gold, Silber und Bronze vergeben Elektronik im Lohnunternehmen Hofstetter «Farm Progress Show», USA Mit Sensoren Gewichte optimal verteilen GPS: Wenn mehrere Marken sich «verstehen»

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Passion 52 54

Geschichte der Schweizer Traktorenprüfungen Deutz «AgroXtra 4.17» bei Raphael Elmiger

SVLT 56 Sektionsversammlungen 58 Sektionsnachrichten 62 Neue Serie «Junglandwirte» 63 Kurse und Impressum

Titelbild: Die Hoffnungen in die Landwirt­ schaft 4.0 sind gross. Besonders intensiv geforscht wird an Feldrobotern. Die Herausforde­ rungen allerdings sind riesig.

www.youtube.com/­ agrartechnikCH

www.facebook.com/­ CHLandtechnik

Dialoge gehören bekanntlich zu uns Menschen, zu unserem sozialen Verhalten. Dialoge sind gemäss Definition ein Austausch zwischen Menschen in mündlicher oder auch schriftlicher Form. Solche wertvollen, mündlichen Dialoge – und dies zuhauf – konnte das Team des SVLT vor wenigen Tagen während fünf span­ nender Tage am Stand der Agrama führen. Mit Verbreitung der Elektronik und der aufkommenden Digitalisierung spricht man heute auch von Dialogen unter Maschinen. «Die Feldspritze spricht mit dem Traktor» oder «der Traktor versteht die Rundballenpresse» sind zwei Beispiele von Slogans, die heute in der Landtechnikbranche schon fast zum festen Sprachgebrauch gehören und aufzeigen sollen, welche techni­ schen Möglichkeiten es gibt, um den Fahrer zu entlasten, das Leistungspo­ tenzial einer Maschine voll auszu­ schöpfen und die Arbeit im Stall oder auf dem Feld so exakt wie möglich zu erledigen. Selbst wenn die Marketing­ abteilungen verschiedener Firmen in diesem Thema der realen Praxisreife meist einen Schritt voraus sind: In schon naher Zukunft werden Maschi­ nen problemlos Dialoge führen können und dies wird genereller Stand der Technik sein. Fehlt da noch die letzte Stufe, nämlich der Dialog zwischen Mensch und Maschine. Derzeit gibt es zwischen «Mensch versteht Maschine» oder «Maschine versteht Mensch» doch noch da und dort Lücken, auf deren Ursache an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden soll. Vielleicht gelingt es aber mit unserem Heft-Schwerpunkt «Elektronik und Robotik», diese Lücken etwas auszu­ bessern. Ausgabe Nr. 1 erscheint am 17. Jan. 2019

Bild: Bosch

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Aktuelles

In Kürze Der indische Reifenhersteller BKT baut für 100 Mio. US-Dollar in den USA eine sechste Produktionsstätte, die erste ausserhalb Indiens. Die «Farmlift»-Teleskoplader von Case IH erhalten eine Reihe neuer Funktionen und verbessern damit Hubkraft, Komfort und Leistung.

Neue VTS genehmigt Der Bundesrat hat an seiner Sitzung von Ende November die Anforderungen an Strassenfahrzeuge den neusten Sicherheits- und Umweltstandards angepasst. Die neuen Vorschriften für Traktoren und deren Anhänger entsprechen jenen der EU. Sie betreffen insbesondere die

Fendt und Kubota belegen in einer europäischen Händlerbewertung beide den ersten Platz. John Deere erzielte im Geschäftsjahr 2017/2018 einen Gewinn von 2,4 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 2,2 Mrd. US-Dollar). Walter Marolf übernimmt von Grunderco den Import für Futter- und Grüngut-Misch­ wagen der Marke «Seko». Weidemann hat gleich für zwei Maschinen («1160 eHoftrac» und Radlader «9080/9080T») den internationalen Premiumpreis des Rats für Formgebung bekommen. Vom 26. bis 30. Dezember findet bei Mäder in Niederwil AG zum 49. Male die Landmaschinenausstellung statt. Zum dritten Mal treffen sich am Mittwoch, 30. Januar 2019, auf dem Gurnigel in Rüschegg und am Donnerstag, 31. Januar 2019, auf dem Panzerschiessplatz Wicheln in Elm namhafte Unternehmen zu einer Präsentation von Fahrzeugen und Maschinen für Winterdienste.

Bremssysteme. Damit auch in Zukunft bereits in Verkehr stehende Schweizer Fahrzeuge mit EU-Fahrzeugen zusammengekuppelt und sicher betrieben werden können, müssen Bremsanlagen und Anhängerkupplungen aufeinander abgestimmt sein. Neue Traktoren dürfen weiterhin zusätzlich mit der notwendigen Technik ausgerüstet werden, um auch al­ te landwirtschaftliche Anhänger mit hydraulischer Bremse ziehen zu können. In der nächsten Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» erfolgt eine Auslegeordnung über die Neuerungen in den Vorschriften.

Düngen und Säen in einem

Digitalisierung im Rebbau: Im Kanton Schaffhausen werden nun auch die Traubensorten im kantonalen Geo-Informationssystem erfasst. Lemken feierte an der Agrama das 20-jährige Jubiläum seiner Schweizer Niederlassung. Rob Smith, Senior Vice President und General Manager der Agco-Region Europa und Naher Osten, wird neuer Aufsichtsratsvorsitzender von Agco-Fendt. Peter Chappuis verkauft sein Unternehmen Chappuis Land- und Forstmaschinen AG an Alois Marti, das Unternehmen firmiert künftig unter dem Namen Landtech Marti GmbH. Weltrekord: 1620 t Körnermais in zwölf Stunden – diese Menge hat ein US-Farmer mit einem Claas «Lexion 760 Terra Trac» gedroschen. Quicke kommt mit zehn neuen «XL»-Arbeitsgeräten auf den Markt.

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Pöttinger bietet bei den Mulchsaatmaschinen «Terrasem» nun auch eine Unterfussdüngung und ermöglicht zeitgleich zur Aussaat das Ausbringen von Mikro- und Makronährstoffen. «Damit können optimale Wachstumsbedingungen in der Jugendphase des Korns geschaffen und so die generative Korn-Leistung gesteigert werden», schreibt Pöttinger in einer Medienmitteilung. Ein wesentlicher Vorteil dieser Düngung liege darin, dass nur eine

Überfahrt notwendig sei und der Boden dabei geschont werde. Die Einbringung des Düngers erfolgt über die «DualDisc»-Exaktschar. Dabei wird nach der Saatbettbereitung durch die integrierte, vollwertige Kurzscheibenegge der Dünger über das Schar in Reihen zwischen jeweils zwei Saatreihen abgelegt. Die Ablagetiefe ist dabei variabel einstellbar. Danach erfolgen die ganzflächige Rückverfestigung mittels Packer und anschliessend die Aussaat des Korns.


Aktuelles

Kramer mit Neuheiten Kramer zeigte sich an der diesjährigen «EuroTier» in Hannover in direkter Nähe zum strategischen Partner John Deere und unterstrich so die beginnende Vertriebszusammenarbeit – die man auch in der Schweiz umsetzt, wird doch JohnDeere-Importeur Robert Aebi Landtechnik AG ab 2019 alleine für den Vertrieb im Schweizer Markt zuständig sein. Vor einem Jahr hat Kramer neun Teleskoplader im Bereich 6 bis 9 m Stapelhöhe auf den Markt gebracht, mit den beiden Modellen «KT407» (Bild) und «KT429» kommen nun zwei weitere neu dazu. Neu ist auch der Radlader «KL60.8» in der Gewichtsklasse 9 bis 10 t – natürlich mit der Kramer-typischen Allradlenkung. Mit Teleskopladern wird übrigens auch Konzernschwester Weidemann im nächsten Jahr neu auf den Markt kommen und so ihrerseits ihre Angebotspalette ausbauen.

«M-Vario Plus»Getriebe Das «M-Vario Plus»-Getriebe von Manitou ist ein stufenloses Automatikgetriebe, das ruckfrei Geschwindigkeiten von 0 bis 40 km/h ermöglicht, selbst für Anwender mit wenig Erfahrung. Die kontinuierliche Anpassung der Motorleistung sorge stets für das bestmögliche Verhältnis von Drehmoment zu Geschwindigkeit, heisst es in einer Mitteilung. Das Getriebe besteht aus zwei Hydraulikmotoren. Bei niedrigen Geschwindigkeiten stehen beide Motoren im Einsatz, bei hohen Geschwindigkeiten nur einer. Die Zugkraft bleibt hoch – bei optimiertem Kraftstoffverbrauch und geringerer Lärmentwicklung. Ein Inching-System erlaubt, die Bewegung des Auslegers zu beschleunigen, während die Geschwindigkeit des Tele­ skopladers zunehmend sinkt. Das Getriebe wird von Manitou beim «MLT 741-140 V+» (6,9 m Hubhöhe, 4100 kg Hubkraft, 140 PS) verbaut.

Allradgelenkter «Frutteto» An der «Eima» zeigte Same den stufenlosen Spezial­ traktor «Frutteto CVT» in der Version «ActiveSteer» mit Allradlenkung. Diese Option gestattet die Arbeit auf engstem Raum und gewährleistet einen wesentlich kleineren Wendekreis als konventionelle Maschinen, ohne dabei die Spurweite und den Radstand zu verändern. Den «Frutteto», bisher in der Variante «S» vorgestellt, gibt es nun auch in den etwas breiteren Varianten für den Obst- und Plantagenbau. Weiter informierte Same über die neusten Veränderungen im Werk Treviglio, wo die Besitzerfamilie Carroza-Cassani insgesamt 45 Mio. Euro in ein neues Kundenzentrum, in neue Produktionslinien (unter anderem für die Fertigung aller Vorderachsen) und in ein neues IT-System investiert hat.

Ökologisch und ökonomisch sinnvoll? In spätestens zehn Jahren sollen mechanische Methoden der Unkrautregulierung wirksam und auch ökonomisch sinnvoll sein. Diese Aussage geht aus einer Umfrage der Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik, ein Fachbereich des Vereins Deutscher Ingenieure, hervor. Die Mehrheit der Befragten zeigte sich dabei generell davon überzeugt, dass mechanische Methoden der Unkrautregulierung zukünftig an Bedeutung gewinnen werden. Über 60 % der Umfrageteilnehmer glauben, dass in spätestens zehn Jahren durch immer

genauere Sensoren zur Pflanzenerkennung, Echtzeitverarbeitung von Daten durch Algorithmen und zunehmend sichere Aktorik eine wirksame und ökonomisch sinnvolle Bekämpfung von Unkräutern ohne Herbizid-Einsatz möglich sein wird.

Trioliet ergänzt

Trioliet ergänzt seine Baureihe der Fütterungsroboter mit dem Modell «Triomatic WB 2 250». Das mit Batterie-Antrieb ausge-

stattete Zwei-Schnecken-Modell fährt schienenlos im Stall und über den Hof, folgt dabei einer Induktionsschleife oder Transpondern im Boden. Der «Triomatic WB» (Wheeled Battery) braucht somit keine Stromschiene und arbeitet mit einer 600-V-Nickel-Batterie, kann aber in der Futterküche an die Stromschiene andocken und so das energieintensive Mischen mit der Netzspannung erledigen. Gemäss Hersteller verfüge dieser Roboter über mehr Kapazität als vergleichbare Systeme, auch die Lebensdauer der Batterie werde verlängert. 12 2018 Schweizer Landtechnik

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Aktuelles

Komplettlösung zur Bodenschonung Mit «Zen@Terra» führt Reifenhersteller Michelin eine Komplettlösung ein, die den Reifendruck von Traktoren während der Fahrt automatisch an die jeweiligen Erfordernisse anpasst. Das System soll einfach zu bedienen sein: ein niedriger Reifendruck für die bodenschonende und produktivitätssteigernde Arbeit auf dem Feld, ein höherer Reifendruck für den materialschonenden und sicheren Einsatz auf der Strasse. Michelin «Zen@Terra» ist eine Kombination aus vier zusammenarbeitenden Elementen:

zur Speicherung der individuellen Reifenfülldruckwerte für alle Anwendungen und Arbeitsgeräte eines landwirtschaftlichen Betriebs. Mit nur zwei Klicks kann der Fahrer diese individuellen Werte am Schlepperterminal in der Kabine aktivieren und so den Reifenfülldruck während der Fahrt anpassen. • Michelin-Kundenservice: Er stellt für jeden Landwirt ein individuelles Ausstattungsangebot zusammen, steht für die Inbetriebnahme und Fragen im Tagesgeschäft zur Verfügung.

• Reifen «EvoBib»: Dieser 2-in-1-Reifen von Michelin zeichnet sich durch die sogenannte Adaptive Design Technology aus, durch die er je nach Fülldruck seine Bodenaufstandsfläche verändert und den jeweiligen Anforderungen anpasst. • Zentrale Reifendruckregelanlage von PTG, die in der Lage ist, den Druck während der Fahrt nach Bedarf zu erhöhen oder abzusenken. • Intelligente Steuereinheit («Smart Pressure Control Unit»)

Familie komplett Mit dem neuen «TP410» komplettiert Aebi seine Transporter-Familie, Herzstück des neuen Modells ist ein 3,3-l-Kubota-Turbodiesel-Motor, der mit seinem Drehmomentanstieg überzeugt und gemäss Hersteller leiser und sparsamer als der Vorgänger arbeiten soll sowie die Abgasvorschriften der Stufe 5 erfüllt. Neu kann zusätzlich das Handgas einfach elektronisch eingeschaltet und die Drehzahl per Knopfdruck geregelt werden. Weiter wurde die Zweikreis-Arbeitshydraulik mit separatem Öltank verbessert. Das Interieur verfügt neu über eine höhen- und neigungsverstellbare Lenksäule, Handyhalter, 12-V-Steckdose und ein optionales DAB+-Radio.

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Boden erkunden Im Frühjahr hat die CNH-Gruppe mitgeteilt, dass man mit dem österreichischen Technologieanbieter Geoprospectors Gespräche über eine langfristige Zusammenarbeit gestartet habe. Als Erstes übernimmt Case IH den «Topsoil Mapper», den Steyr als «Soil-X-Plorer» im Angebot hat. Es ist ein kontaktloser Sensor zur Kartierung und Variation der Bearbeitungstiefe und nutzt elektromagnetische Signale zur Messung der Leitfähigkeit des Bodens. Auf dieser Grundlage können Bodenzonen, relative Wassergehalte sowie Verdichtungsbereiche bestimmt werden. Mithilfe von vier Spulen werden die vier verschiedenen Schichten von 0 bis 25 cm, 15 bis 60 cm, 55 bis 95 cm und 85 bis 115 cm in einem Durchgang analysiert. Der «Soil-X-Plorer» ist derzeit das einzige System auf dem Markt, das vier parallele Tiefen bietet, ohne Bodenkontakt arbeitet und Daten für einen direkt folgenden Arbeitsgang liefert. Es lässt sich leicht in andere Arbeitsprozesse integrieren.


Aktuelles

Güllelogistik mit «Leichtigkeit»

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

Das neue Transportfass «HFW 29.000 Poly-Line Tridem» von Fliegl hat mit 29 000 Litern ein grosses Fassungsvermögen bei einem relativ niedrigen Leergewicht von rund 5,5 Tonnen. Bei der Konstruktion lag der Fokus auf einer gewichtsoptimierten Bauweise, einem guten Fahrverhalten und selbstverständlich auf der Funktionalität des Transportfasses mit vielen Erweiterungsmöglichkeiten je nach Einsatzbereich. Bei der serienmässigen Untenanhängung mittels Kugelkopf hat das Fass ein zulässiges Gesamtgewicht von 34 Tonnen. Das Eigengewicht wird durch eine speziell konstruierte Rahmenbauweise aus Feinkornstahl mit integriertem Fahrwerksrahmen erreicht. Für angenehmen Fahrkomfort sorgen das Luftfederaggregat, die hydraulische Deichselfederung sowie der speziell geformte GFK-Tank mit einem niedrigen Schwerpunkt sowie eigens geformten Schwallwänden.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell des John Deere Forsttraktors von Siku im Massstab 1:32.

Entlastungssystem für Oberlenker Sepp Knüsel hat für seine Bandrechen ein Oberlenker-Entlastungsfedersystem entwickelt, mit dem rund 80 % des Bandrechengewichts auf das Trägerfahrzeug übertragen werden kann. Mit diesem einfachen, rund CHF 500.– teuren System gleitet der Bandrechen leicht schwebend mit den vorhandenen Tasträdern über die Unebenheiten im Gelände. Dank diesem Bauteil kann sicherer und steiler gefahren werden. Zudem wird eine Pendelung nicht nur horizontal, sondern auch in der Vertikalen erreicht. Dieser Oberlenker kann zu jedem Bandrechen nachgerüstet werden.

SMS – und gewinnen mit

Huber Mechanik AG 3629 Oppligen

Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des John Deere Forsttraktors von Siku. Der glückliche Gewinner des New Holland «T8.390», das in der November-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Manuel Arnet und kommt aus 9630 Wattwil SG.

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Markt | Interview

Immer die Kundenbedürfnisse vor Augen: Gründer und Seniorchef Victor Joskin im Interview mit der «Schweizer Landtechnik». Bilder: D. Senn

«Kunden-Feedback ist wichtig» «Wir sind mit den Bedürfnissen gewachsen und stets darauf bedacht, die Kundschaft bestmöglich zu bedienen», begründet im Interview der Gründer und Seniorchef Victor Joskin im belgischen Soumagne den Firmenerfolg in aller Bescheidenheit. Dominik Senn Schweizer Landtechnik: Sie starteten 1968 mit dem Lohnunternehmen, stiegen in den Import ein und produzieren heute Landmaschinen. Was waren Ihre Beweggründe zur Gründung dieses Unternehmens? Victor Joskin: Ich fühlte mich damals nicht besonders beflügelt, bereits mit 19 Jahren eine Firma zu gründen. Alles hat sich aber auf natürliche Weise ergeben. Wir sind mit den Bedürfnissen gewachsen und stets darauf bedacht, die Kundschaft bestmöglich zu bedienen. Welche Idee stand der Gründung des Lohnunternehmens Pate? Das Lohnunternehmen entstand, weil damals moderne Maschinen zu teuer für Fa8

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milienbetriebe waren. Man musste diese Maschi­nen besser auslasten, indem man sie überbetrieblich einsetzt. Zudem war der Hof meiner Eltern zu klein, um zwei Familien ernähren zu können. So blieb mir nichts anderes übrig, als mit den landwirtschaftlichen Dienstleistungen anzufangen. Und weshalb der Einstieg in den Maschinenimport? Der Grund war, dass viele Landwirte mit dem Handling kleiner Ballen sich nicht mehr zu helfen wussten. Der belgische Markt bot nichts, aber ich fand intelligente Lösungen im Ausland. Zunächst habe ich Kleinballensammelwagen und dann Ladewagen importiert. Und so hat alles angefangen.

Welche Marken vertreten Sie heute? Das Programm von Joskin «DistriTech» umfasst Kreisel- und Sämaschinen von Breviglieri, Feldspritzen von Evrard, Hardi und Matrot, Monosem-Sä- und Hackmaschinen, Frontlader und Geräte von Quicke, Düngerstreuer von Rauch, Misch­ wagen, Ladewagen, Stalldungstreuer und Anhänger von Strautmann sowie Düngerstreuer und Sämaschinen von Sulky. Existiert das Lohnunternehmen immer noch? 1977 habe ich es einem Berufskollegen aus der Region überlassen. Dieses existiert immer noch. Aus welchem Grund haben Sie das Lohnunternehmen überlassen? Der regionale und der nationale Vertrieb nahmen viel Zeit in Anspruch. Sie starteten im Jahre 1984 mit der Produktion von Güllefässern. Was veranlasste Sie, in dieses Nischensegment zu investieren? Die Güllefässer der achtziger Jahre, die ich vertrieb, entsprachen nicht mehr den An-


Interview | Markt

forderungen der modernen Landwirtschaft. Mir wurde klar, dass die Änderung je nach den Marktbedürfnissen teurer als die eigene Herstellung war, insbesondere als mein Lieferant plötzlich seine Preise um 20 % aufstockte, weil ich scheinbar zu viel verkaufte. Welches waren für Sie die wichtigsten Meilensteine in den vergangenen 50 Jahren? Ich erwähne da sechs Etappen: Die erste war der Beginn meiner Aktivitäten, die einer Emanzipation gleichkam und mich ausserhalb ausgetretener Pfade brachte. Die zweite erfolgte mit Beginn der eigenen Produktion 1984, die uns schnell zur Industrialisierung führte. Drittens nenne ich die Geburtsstunde der Injektoren und weiterer Anbaugeräte Ende der achtziger Jahre in den Niederlanden, denn sie bildete die Grundlage für die exponentielle Expansion der Produktpalette. Das veranlasste uns, ein professionelles Management einzuführen. Viertens die Gründung von Joskin Polska im Jahr 1999 und von Joskin Bourges im Jahr 2002. Das machte aus einer nationalen Firma die heute international tätige Gruppe. Fünftens der Bau der Feuerverzinkungseinheit an unserem polnischen Standort in den Jahren 2010 bis 2011. Sechstens schliesslich der heutige Anlass, die Feierlichkeiten zu unserem halben Jahrhundert! Warum haben Sie die Palette mit Anhängern und Weidepflegemaschinen erweitert? Die Weidepflegemaschinen waren Teil des Programms eines meiner Hauptunterlieferanten (Bottin). Nach dessen Konkurs haben wir diese Firma übernommen.

(Polen) sind allgemeine Montagewerke. In Soumagne wird der Rohstoff (Blechbearbeitung und CNC) bearbeitet, der in die anderen Fabrikabteilungen geschickt wird. In das Werk in Trzcianka ist zudem eine Schweisserei integriert, wo man auch für andere Betriebe produziert, einschliesslich für Soumagne und Leboulch. Das ist auch der Fall beim Werk in Andrimont (Spaw Tech). Dort sind die Unter­ einheiten grossvolumiger, da es sich vor allem um Fässer und Transportwagen handelt. Jedes Werk produziert das, was es hinsichtlich Kosten, Verfügbarkeit von Arbeitskräften und notwendigen Kompetenzen am besten kann. Wo erfolgen die Endmontagen? Was die Endprodukte anbelangt, werden bei Joskin Soumagne ein Teil der Güllefässer und der Dungstreuer (eher grossvolumige), die meisten Ausbringbalken und die Anhänger sowie sämtliche Nullserien produziert. Zudem werden die Weidebelüfter montiert. In Polen produzieren wir den anderen Teil der Güllefässer und der Stalldungstreuer, alle Dreiseitenkipper, die Silagewagen, die Ausbringgeräte, die Weidepflegemäher und Mulcher, einen Teil der Weidebelüfter, die Wasserfässer und die Viehtransporter. Joskin Bourges baut die selbsttragenden Muldenkipper und die Ballentransportwagen. Können Sie die wichtigsten Produktions- und Mitarbeiterzahlen der fünfzigjährigen Firmengeschichte nennen?

Bis 1982 lagen wir mit 23 Mitarbeitenden bei 4,4 Mio. Euro Umsatz. Zum 25-Jahr-Jubiläum 1993 verzeichneten wir je eine Verfünffachung. Im Berichtsjahr 2018 beschäftigten wir 780 Mitarbeitende und erreichten einen Umsatz von rund 98,5 Mio. Euro. Welches waren die grössten Herausforderungen der Firmengeschichte? Zuerst einmal die Komplexität des Güllefasses: mehrere Pumpenarten, viele Ansaug- und Ausbringsysteme, die Anzahl möglicher Reifen oder unzählige Optionen von Fasskörpern mit variablem Durchmesser. Dann der Übergang vom Händler zum Hersteller: Es waren stets wichtige Entscheide notwendig: vom Kauf von Baugrundstücken über die Planung von Gebäuden bis hin zur Anstellung neuer Mitarbeiter. Obwohl wir ja seit vielen Jahren im Landtechnikgeschäft tätig waren, erforderte vor allem der Wechsel vom Händler zum Hersteller viel Neues. Vieles mussten wir neu lernen und begrei­fen, speziell im Gebiet der Informatik. Weiter war auch der Gang ins Ausland eine grosse Herausforderung. Als Hofdünger-Spezialist sind Sie bestimmt darauf bedacht, emissionsvermindernde Auflagen und Vorschriften der Hofdüngerausbringung einzuhalten. Was bieten Sie in diesem Bereich an, was Sie von der Masse anderer Anbieter abhebt? Ich denke, dass Joskin weltweit die breiteste Produktpalette bietet, auch wenn es im-

Da wären noch die Transportanhänger … … die genannte Entwicklung erklärt auch die Erweiterung des Programms mit den Transportanhängern und den Dungstreuern. Ziel war, uns noch besser in den Dienst der Händler zu stellen. Diese kommen besser mit weniger Lieferanten aus und können entsprechend mit jedem Lieferanten richtig arbeiten. Wir wollten eine Art Longliner in unserem Fachgebiet der landwirtschaftlichen Anhänger werden. Was wird in den verschiedenen Werken hergestellt? Die Werke in Soumagne und in Trzcianka

Victor Joskin: «Die Güllefässer der achtziger Jahre entsprachen nicht mehr den Anforderungen der modernen Landwirtschaft.»

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Markt | Interview

mer irgendwo einen lokalen oder regionalen Hersteller gibt, der eine Technik hat, die wir vielleicht (noch nicht) haben. Unser Programm besteht aus Injektoren, Düsenbalken und Schleppschlauchverteilern. Mit der Isobus-Technologie sind wir auch im Bereich des Smart Farmings dabei. Darüber hinaus arbeiten wir seit rund zehn Jahren an verschiedenen Reguliersystemen der Dosierung: vom traditionellen System (zur Fahrtgeschwindigkeit proportionaler Durchfluss) bis zum komplexeren (Dosierung per NIR-Sensor), dies in Zusammenarbeit mit einigen Traktorherstellern (z. B. John Deere). Welche Neuentwicklungen stecken in der Joskin-Pipeline? Wir verfolgen die Trends, wie sie bei Feldspritzen oder anderen Ausbringgeräten erkennbar sind, die gleichmässige Substanzen ausbringen. Viele Kunden verlangen heute, dass man auch Gülle so exakt wie Pflanzenschutzmittel ausbringen kann, und dies mit entsprechenden Applikationskarten. Weiter sind es die Anforderungen des Umweltschutzes, die neue Entwicklungen forcieren. Details kann ich aber nicht verraten. Fliessen in Ihre Entwicklungen Kundenrückmeldungen ein, falls ja, wie? Das Feedback der Kunden ist natürlich wichtig: Woher wissen wir sonst, was produziert werden muss? Zu diesem Zweck müssen wir alle Mittel einsetzen: Messen, Vorführungen, Vorstellungen, Garantien, Geschäftsverhandlungen, Gespräche bei technischen Eingriffen. Jede Kleinigkeit hilft, den Kunden zu verstehen. Zudem haben wir die Chance, dass viele unserer Mitarbeiter von einem Bauernhof stammen oder einmal als Fahrer bei einem Lohn­ unternehmer tätig waren. Ihre praktische Erfahrung hilft uns bei der Entwicklung. Wie schafften Sie den internationalen Durchbruch? Als die Produktion gestartet wurde, haben wir schnell den internationalen Markt ins Auge gefasst. Alles, was ausserhalb der Maas-Region und des «Herver Landes» liegt, das an die Niederlande und Deutschland grenzt, war für uns zu dieser Zeit das «Ausland». Es hat sich schnell gezeigt, dass Belgien zu klein war, um eine solche komplexe industrielle Produktion nachhaltig zu bewirtschaften. Weiter war ich immer davon überzeugt, dass man die Sprache der Kunden sprechen muss, um guten Kontakt mit ihnen 10

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Victor Joskin: «Wir messen dem Schweizer Markt die gleiche Bedeutung zu wie jenem in Deutschland oder in Frankreich.»

zu halten und sie richtig verstehen zu können. Da ich nie sprachbegabt war, habe ich schnell mehrsprachige Mitarbeitern eingestellt. Unsere geographische Lage in der Nähe einer dreisprachigen Region und die landwirtschaftliche Denkweise haben uns geholfen. Dies ist ein Teil unseres Erfolges. Der andere Teil sind natürlich unsere Produkte. Welche Vertriebsstrukturen waren dafür nötig? Ausserhalb seines eigenen Dorfes ist man schon fast ein Ausländer! Daher braucht es für einen grösseren Vertrieb örtliche Fachvertreter mit guten Kenntnissen des jeweiligen Marktes. Für uns kam ein kommerzielles Tochterunternehmen nie in Frage. Es wäre auch zu teuer für unseren heutigen Umsatz. Wie sind Sie mit dem dualen Vertrieb (Deutsch- und Westschweiz) in der Schweiz zufrieden? Wir versuchen immer, mehr zu tun. Die Firma Baudet war einer unserer ersten Kunden und ein echtes Beispiel unserer Vertriebswerte: Das Vertrauen und die Treue in einer Win-win-Geschäftsbeziehung, die unseren Geschäftspartnern ausreichenden Freiraum gibt. Damals hat diese Firma zugegeben, dass sie nicht optimal ausgestattet war, um den Vertrieb in der Deutschschweiz zu übernehmen. Von daher kam ein neuer Händler hinzu, dessen Vertriebsgebiet inzwischen von dem heutigen Geschäftspartner Robert Aebi Landtechnik übernommen wurde. Wie in vielen Regionen muss noch der eine und der andere auf gewisse Weise das

Potenzial unserer Produktpalette besser ausschöpfen. Halten Sie an der genannten Vertriebsstruktur fest? Soweit sie zu positiven Ergebnissen führt, gibt es keinen Grund die Vertriebsweise zu ändern. Wie wichtig ist Ihnen der Schweizer Markt im Vergleich zu den benachbarten Ländern? «Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert», sagt das Sprichwort. Meiner Meinung nach ist jeder Markt, ob gross oder klein, wichtig. Tatsächlich messen wir der Schweiz, Frankreich oder Deutschland die gleiche Bedeutung bei. Den Beweis erbringen wir beispielsweise mit dem «Alpina2», ein spezifisches Güllefass für Bergregionen. Als belgische Firma haben wir vielleicht einen zusätzlichen Vorteil, um die Schweiz verstehen zu können. In der Tat ist die Schweiz ein mehrsprachiges Land mit regionalen Mentalitäten wie Belgien. Wie sieht Ihre Nachfolgeplanung aus? Ich glaube, die Reden und Vorstellungen der Jubiläumsveranstaltung zeugen davon. Meine drei Kinder sind in der Firma tief verwurzelt. Ohne sie wäre Joskin nicht, was wir heute sind. Sie haben erklärt, wie sie die Firma in der Zukunft sehen. Heute besteht meine Rolle hauptsächlich darin, meinen Kindern zu helfen und ihnen meine Erfahrung mitzugeben, um Probleme zu erkennen und mit ihnen zu lösen. Die Zukunft von Joskin ist also gesichert.


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Markt | Firmen

«Serco24» und «First Claas Used» sollen den Händler bei der Maschinenrücknahme unterstützen und den neuen Kunden über den Zustand einer Occasionsmaschine exakter informieren. Bild: Serco Landtechnik

Neues Gebrauchtmaschinenkonzept Mit der Inbetriebnahme des Gebrauchtmaschinen-Centers führt Serco Landtechnik auch das zertifizierte System «First Claas Used» in der Schweiz ein. Der Kunde weiss damit genau, in welchem Zustand eine Occasionsmaschine ist. Roman Engeler

Neue Maschinen werden stets komplexer, grösser und in der Regel auch teurer. Diese Entwicklung hat unter anderem zur Folge, dass auch der Umgang mit gebrauchten Maschinen höhere Anforderungen stellt. Die Rücknahme von Maschinen und deren Aufbereitung sowie letztlich auch der Verkauf erfordern heute vertiefte Markt- und Technikkenntnisse, will man letztlich ein für alle Beteiligten faires Geschäfte abschliessen können. Und nur dann wird der neue Kunde mit seiner erstandenen Occasionsmaschine auch zufrieden sein.

Mit «Serco24» hat Serco Landtechnik nun einen für die Schweiz einmaligen Geschäftsbereich aufgebaut, der allen diesen Anforderungen gerecht werden soll. Dieser Aufbau sei in den letzten drei Jahren Schritt für Schritt erfolgt, betonten die Verantwortlichen bei der Präsentation im Rahmen der Agrama. Zuerst sei die notwendige Gebäudeinfrastruktur in Oberbipp BE erstellt worden. Auf einer gross­ zügigen Ausstellungsfläche kann das Sorti­ ment jederzeit besichtigt und auch getestet werden. Die eigens programmier-

Bronze

Silver

Gold

Platinum

Marke

beliebig

beliebig

Claas

Claas

Alter

unbegrenzt max. 5 Jahre

max. 5 Jahre

max. 3 Jahre

Betriebsstunden

Traktor: max. 5000 unbegrenzt Mähdrescher: max. 2500 Feldhäcksler: max. 2500

Traktor: max. 2000 Mähdrescher: max. 500 Feldhäcksler: max. 1000

Check:

Probelauf

Gold/Silver oder NEC*

Platinum oder NEC* ja

Reparatur/Wartung

nein

nein

Garantie

nein

nein

*NEC: Nacherntecheck 12

Schritt für Schritt

Schweizer Landtechnik 12 2018

ja

Maxi Care Used

te Plattform serco24.ch basiert auf neuster Technologie und stellt eine App für die Systeme iOS und Android zur Verfügung.

«First Claas Used» Mit «Serco24» sei auch die internationale Vernetzung sichergestellt – dies dank langjähriger Erfahrung der französischen Niederlassung Dousset Matelin. Zudem kann Serco Landtechnik als erster Importeur weltweit das bisher den eigenen Claas-Niederlassungen vorbehaltene System «First Claas Used» integrieren. «First Claas Used» ist ein Programm zur Zertifizierung von Gebrauchtmaschinen und definiert mittels Zuordnung von Labels (Platinum, Gold, Silver, Bronze) gewisse Mindestvoraussetzungen an die Qualität des Händlers und der Maschinen (siehe Kasten), so dass für die Occasionsmaschinen (Mähdrescher, Feldhäcksler, Traktoren) ein einheitlicher Qualitätsstandard gesichert ist und der Kunde genau weiss, in welchem Zustand die Gebrauchtmaschine sich befindet. Er hat so die Wahl, die Maschine entweder komplett aufbereitet oder im aktuellen Zustand zu kaufen.


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Elektronik und Robotik

Die Zukunft ist elektrisch: Neustes Beispiel bei den Traktoren ist der Elektro-Rigitrac «SKE 50» (50 kW), der an der diesjährigen Agrama in Bern ausgestellt war. Bild: röt

Zukunftstechnik mit Potenzial Das Potenzial elektrischer Antriebe ist heute schon gross und wird in Zukunft weiterwachsen. Hemmend ist, dass bei der Elektrifizierung von Landtechnik unterschiedliche Wege zum Ziel führen. Das macht die Situation nicht einfacher. Ruedi Hunger

In Landmaschinen und selbstfahrenden Erntemaschinen verbergen sich sehr komplexe Antriebsstrukturen. Diese dienen einerseits der Fortbewegung, anderseits den zahlreichen Antriebsfunktionen. Dabei handelt es sich vorwiegend um mechanische und hydraulische Kraftübertragung. Bei hydraulischer Kraftübertragung führt dies in der Praxis oft zu unnötigen Verlusten, insbesondere wenn mehrere Verbraucher gleichzeitig in Betrieb sind. Durch die Integration elektrischer Antriebe lassen sich Verteil- und Komponentenverluste verringern. Was gleichbedeutend ist mit einer Effizienzsteigerung für die gesamte Kraftübertragung. «Mit ein und demselben Aggregat bei jeder beliebigen Drehzahl ein Drehmoment nach Wunsch 14

Schweizer Landtechnik 12 2018

kreieren, das kann kein anderer Antrieb bieten», sagt Thomas Herlitzius von der Technischen Universität, TU-Dresden, zum E-Motor.

Sie kennen sich nicht Traktoren ohne Arbeitsgeräte sind «arbeitslose» Fahrzeuge, aber sie bieten Leistung und Schnittstellen. Zudem kennen sie die Arbeitsgeräte in der Regel (noch) nicht. Anbau- und Arbeitsgeräte machen den landwirtschaftlichen Arbeitsprozess, aber sie kennen den Traktor nicht. Ganz wichtig: sie leben von der Leistungsschnittstelle.

E-Systeme sind genau Hydraulische Systeme neigen zu Schwingungen, welche sich auf die Antriebsprä-

zision und die Arbeitsqualität der betriebenen Maschinen auswirken. Elektrische Antriebssysteme haben eine höhere Präzision und weisen geringere Verluste auf. Die Elektrifizierung bringt nicht nur eine Effizienzsteigerung, sie ermöglicht auch die Erweiterung bereits bestehender Funktionen. Dazu gehören zum Beispiel die Drehzahl- oder die Drehmomentüberwachung. Allerdings ist eine differenzierte Betrachtung notwendig, weil nicht für jeden Antrieb eine Elektrifizierung sinnvoll ist. So sind beispielsweise für lineare Antriebe mit hohem Kraftbedarf hydraulische Antriebe die richtige Wahl. Im Gegensatz dazu sind elektrische Antriebe überall dort vorteilhaft, wo eine hohe Genauig-


Elektronik und Robotik

keit und zusätzliche Funktionen gefordert werden.

AEF koordiniert Um eine einheitliche Lösung für die Elek­ trifizierung in Landmaschinen zu erreichen, wird von der AEF (Agricultural Industry Electronics Foundation) eine neue Hochvolt-Schnittstelle (HV) entwickelt. Über diese Schnittstelle sollten Spannungen bis 700 Volt übertragen werden. Weil die Entwicklung noch dauert, wird man vorerst noch mit der einfacher realisierbaren Niedervolt-Lösung (NV) auskommen müssen. Über diese 48-VoltSchnittstelle können bis etwa 20 kW übertragen werden. Die Herausforderungen rund um diese Schnittstelle sind grösser als erwartet. Es

mag überraschen, dass sich die Diskussionen um Aussehen und Form einer Steckdose drehen. In Tat und Wahrheit geht es bei den unterschiedlichen Ansichten in der AEF aber um grundsätzlichere Unterschiede der Elektrifizierung. Diese technischen Entscheidungen wirken sich nicht nur auf die Gestaltung des Steckeranschlusses aus, von ihnen hängt vielmehr die Konstruktionsarbeit zwischen Traktorund Geräteherstellern ab.

Gleich- oder Wechselstrom? Ein in einem Traktor integrierter oder an der Frontzapfwelle angebauter Generator erzeugt Wechselstrom (AC = alternating current) bis etwa 150 kW. Die Frequenz und die Spannung dieses Wechselstroms schwanken mit der Drehzahl des Verbren-

nungsmotors. Dies hat zur Folge, dass direkt angeschlossene E-Motoren auf diese Schwankungen mit entsprechenden Drehzahländerungen reagieren. Deshalb wird Wechselstrom zunächst in 700-V-Gleichstrom (DC = direct current) und anschlies­ send über IGBT-Chips (Insulated-Gate Bipo­ lar Transistor) wieder in Wechselstrom umgewandelt. Dieser ist dann unabhängig vom Generator regelbar. Primär geht es bei den Diskussionen also um die Schnittstelle und um den Ort, wo sich die Schnittstelle befinden soll, und erst sekundär um die Steckdose. Es gibt zwei grundsätzliche Unterschiede bei der Platzierung der Schnittstelle: • Beim AC-Modus befindet sich die Hochvolt-Schnittstelle auf dem Anbaugerät (z. B. Düngerstreuer/Rauch). Das bedingt, dass neben drei Powerpins für die Wechselstromadern zusätzlich ein «Highspeed-Bus» über die Schnittstelle geführt werden muss. Der Gerätehersteller muss die Konstruktion mit verschiedenen Traktormarken abstimmen, spart damit aber die Entwicklung einer eigenen Leistungselektronik, da diese traktorseitig ist. • Beim DC-Modus sitzt die Steckdose bereits in der 700-V-Gleichstromleitung, zwischen dem Gleichrichter und der Leistungselektronik, die in diesem Fall im Anbaugerät integriert ist. Da bei dieser Variante nur elektrische Leistung übertragen wird, reicht eine Steckerverbindung mit zwei Powerpins und einem Standardkabel.

Einheitliche Schnittstelle

Über eine 48-V-Serienlösung, wie sie Fendt anbietet, können bis zu 10 kW elektrische Leistung für Anbaugeräte zur Verfügung gestellt werden. Bild: Fendt

Beide Varianten finden in der HV-Projektgruppe Befürworter. Beispielsweise bevorzugt der Vertreter der Entwicklungsab­ teilung von John Deere den AC-Modus, während der Projektleiter Traktor-Elektrifizierung von Agco/Fendt zur DC-Variante

Stand des AEF-Entwurfs der Steckdose am Traktor (2016) Varianten AC/DC und ihre Schnittstellen zwischen Traktor und Anbaugerät Modus Stromart Schnittstelle Steckdose

AC

DC

Steuerung

Stecker-Face

Kabel

480 V geregelter Wechselstrom

Zwischen Leistungselektronik auf Traktor und Antrieb auf Gerät (AC-Steckdose)

Jeder Antrieb auf dem Gerät benötigt eine eigene Steck­ dose am Traktor.

Leistungselektronik des Traktors steuert Motoren auf Anbaugeräten.

AC-Stecker mit 4 Pins: 3 x Powerpin für Spezialkabel mit 480-V-Wechselstrom. integriertem High1 x Pin für Highspeed- speed-Bus Bus

700 V Gleichstrom

Zwischen Gleichrichter nach dem Generator auf Traktor und Antrieben auf Geräten (DC-Steckdose)

Eine Steckdose am Traktor genügt. Zahl der Antriebe auf Gerät durch Generator-Leistung beschränkt.

Einheit aus gerätespezifischer Leistungselektronik für die Steuerung und für Motoren.

DC-Stecker mit 2 Pins: 1 x plus und 1 x Standardkabel minus für 700 V Gleichstrom (DC)

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Elektronik und Robotik

triebskonzept. Der Fahrer wird durch sogenannte Umfeldsensorik, also Radarund Kamerasysteme, unterstützt, die den Rückraum des Staplers überwachen und vor Hindernissen und Personen im Gefahrenbereich warnen. Damit nicht genug, das Fahrzeug kann die Umgebung nicht nur «verstehen», sondern hat lernfähige Elektronik an Bord und bietet hochautomatisierte Fahrfunktionen (siehe Schweizer Landtechnik 8/2018).

Hebefahrzeuge

Batterieelektrische Traktoren wie das «Sesam»-Projekt von John Deere sind als Prototypen bereits im Testeinsatz. Bild: JD

tendiert. Noch ist kein Entscheid gefallen und es könnte noch dauern. Sowohl für den AC- als auch den DC-Modus kann technisch und ökonomisch argumentiert werden. An der Lösung des Problems arbeitet die rund fünfzig Mitglieder umfassende Projektgruppe mit zahlreichen Firmen in Europa und den USA zusammen. Ziel sei schlussendlich eine Schnittstelle, die es dem Landwirt ermöglicht, jeden Traktor mit einem elektrisch angetriebenen Anbaugerät – egal, ob mit AC- oder DC-Konzept – zu kombinieren.

Nicht mehr aufzuhalten Die Elektrifizierung ist nicht mehr aufzuhalten und wird in den nächsten Jahren

einen eigentlichen Boom erfahren. Ungeachtet der noch pendenten Fragen zu Schnittstellen beschäftigen sich verschiedene Hersteller bereits mit E-Antriebs-Konzepten. Mindestens bei den Traktoren sind es vorerst Prototypen. Nachfolgend einige Beispiele (ohne Anbaugeräte):

Elektrostapler Elektrisch angetriebene Stapler sind heute bereits Stand der Technik. Dass diese Technik aber noch weiter ausgebaut werden kann, zeigt ZF mit der «Innovation Forklift», einem Elektrostapler, der sehen, denken und handeln kann. Diese Eigenschaften bedingen ein elektrisches An-

Hybrid- oder Elektroantriebe sind bei Hebefahrzeugen schon präsent. Die Abstände der Neupräsentationen werden immer kürzer. Das liegt einerseits daran, dass die Leistungsansprüche der Hebefahrzeuge im erreichbaren Bereich für E-Antriebe sind. Anderseits werden diese Fahrzeuge oft in abgassensiblen Bereichen der Gebäude und Stallungen eingesetzt. Neben einem emissionsfreien Betrieb wird auch das tiefere Geräuschniveau elektrischer Fahrzeuge von tierhaltenden Betrieben geschätzt. Jüngstes Beispiel ist der Bau-Teleskop­ lader mit hybridem oder vollelektrischem Antrieb von Manitou, als Resultat aus einer engen Zusammenarbeit mit der Deutz AG. Auch wenn es sich vorerst um einen Prototyp handelt, ist davon auszugehen, dass dieses Antriebskonzept Schule macht (siehe Schweizer Landtechnik 10/2018). Weitere Elektrolader sind beispielsweise die Avant-E-Serie, die e-Radlader von Kra-

Verschiedene Antriebskonzepte bei Landtechnik Mechanischer Antrieb

Hydraulischer Antrieb

Elektrischer Antrieb

Aufgesatteltes Bodenbearbeitungsgerät (Gelenkwelle)

Zuckerrübenvollernter mit hydraulischem Erntevorsatz

Prototyp eines Schwaders mit elektrischem Integralantrieb

• Hohe Kraftdichte • Günstige Leistungsverzweigung • Gute Drehzahlregulierung von Motoren • Gute Wirkungsgrade (nur) in einzel- nen Arbeitspunkten • Ölverluste beim Koppeln der Anschlüsse

• Gute Regelbarkeit • Gute Wirkungsgrade über weite Arbeitsbereiche • Einfache Leistungsverteilung

• Hohe Leistungsdichte • Hohe Robustheit • Sehr guter Wirkungsgrad

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Schweizer Landtechnik 12 2018


Elektronik und Robotik

mer (Bau- und Landwirtschaft) oder der eHoftrac von Weidemann. Auch «MiniHoflader» sind zum Teil elektrisch angetrieben, so stellvertretend der Mini Loader «Sherpa».

Traktoren Neustes Beispiel ist der elektrische Rigi­ trac «SKE 50» (50 kW), der an der diesjährigen Agrama in Bern ausgestellt war. Dieser Traktor verfügt über ein rein elek­ trisches Antriebskonzept. Zudem hat er ein Wärmemanagement, bei dem die Energierückgewinnung mit Klimaanlage und Heizung abgestimmt ist. Weiter wird der Batterie beim Bremsen Rekuperationsenergie zugeführt. John Deere zeigte als Start ins Elektrifi­ zierungszeitalter an der SIMA 2017 gleich einen 300 kW starken Prototyp. Beim «SESAM» (Sustainable Energy Supply for Agricultural Machinery) ist anstelle des

Motors ein Batterie-Big-Bag, das 130 kWh Energie speichern kann, platziert. Fendt bietet ab diesem Jahr die 900er-Baureihe mit einem 48-V-System an. Die darin erzeugte Leistung bis max. 10 kW ist für Aktoren und kleinere Elek­ tromotoren auf Anbau- und Anhänge­ geräten gedacht. Zur Agritechnica 2017 überraschte Fendt mit dem batterieelek­ trischen «Vario e100». Aufgebaut auf der 200er-Baureihe wurde bei diesem Baukonzept der Verbrennungsmotor durch eine 650-V-Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterie (100 kWh) und einen Elektro­ motor ersetzt. Da die elektrische 12-V-Leistung der Traktoren künftig für elektrische Konzepte auf vielen Anbaugeräten nicht mehr ausreicht, zeigte Kubota an der Agritechnica 2017 eine «e-Power-Plattform». Diese ist in der Kulisse der höhenverstellbaren Zugvorrichtung integriert. Angetrieben

Hebefahrzeuge sind oft in emissionssensiblen Stallungen und Gebäuden unterwegs, daher sind sie prädestiniert für E-Antriebe. Bild: R. Hunger

wird dieser Generator über die Zapfwelle. Er stellt eine elektrische Leistung bis 10,5 kW zur Verfügung. Ein Vorteil dieser e-Power-Plattform ist, dass am Traktor keine Modifikationen vorgenommen werden müssen und dass sie auch an bestehende Maschinen nachrüstbar ist. Zweck dieser Plattform ist einerseits die Versorgung elektrischer Aktoren oder kleinerer Elektromotoren auf Anbaugeräten.

Fazit Die Zukunft ist elektrisch, mindestens zu einem Teil. Aufgrund des wachsenden Interesses ist davon auszugehen, dass die Anzahl Geräte und Maschinen mit elektrischem Antriebskonzept und der elektrifizierten Fahrzeuge laufend zunimmt. Dieser Umstand wird die AEF-Arbeitsgruppe «zwingen», demnächst einen Entscheid oder Kompromiss für die AC/DC-Schnittstelle zu finden.

Stellvertretend für zahlreiche Anbaugeräte bieten sich E-Antriebs-Konzepte auch für Düngerstreuer an. Bild: Kubota

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Elektronik und Robotik

Roboter erobern das Feld Vor zehn Jahren wurden Roboter für die Landwirtschaft noch belächelt. Heute ist dies nicht mehr der Fall. Aktuell steht insbesondere die automatisierte mechanisierte Unkrautregulierung im Mittelpunkt. In Zukunft werden autonome Systeme im Fokus stehen. Ruedi Hunger

Die Feldrobotertechnik in der Pflanzenproduktion ist derzeit im Begriff, sich aus dem Forschungsstadium hin zu ersten Prototypen weiterzuentwickeln. Bild: zvg

Auch mit Feldrobotik kann (noch) nicht di­ rekt mit Pflanzen kommuniziert werden, daher braucht es Sensoren und Algorith­ men. Immer deutlicher zeigt es sich, dass die Kombination von digitaler und mecha­ nischer Technologie eine perfekte Partner­ schaft ist, die laufend grosse Fortschritte macht. Insbesondere im Bereich der auto­ matisierten Unkrautbekämpfung gibt es bemerkenswerte Weiterentwicklungen. Daher überrascht es wenig, dass Fachleute wie Professor Arno Ruckelshausen von der Hochschule Osnabrück (D) davon ausge­ hen, dass Roboter dazu beitragen, die Welt grüner zu machen.

menschliche Arbeit in der Landwirtschaft. Feldroboter pflegen verschiedenste Kul­ turen sorgfältig und haben sehr flexible Arbeitszeiträume. Durch hochpräzise Arbeits­ abläufe werden Ressourcen ge­ spart und gleichzeitig werden Umwelt­ belastungen reduziert. Durch Feldrobo­ ter-Schwärme kann der wirtschaftliche Nutzen erhöht werden. Folglich ist die Feld­ roboter-Technologie ein unterstüt­ zendes Werkzeug für eine nachhaltige Kombination ökologischer und sozialer Aspekte in der Landwirtschaft.

Warum Feldroboter?

Zu den Schlüsselkomponenten gehören Daten von Messgeräten, Eigenschaften des Agrarmaterials (gemeint sind Saatgut, Dünger, Wasser usw.) oder Umgebungs­

Roboter bieten leistungsfähige Unterstüt­ zung menschlicher Arbeit. Daraus erge­ ben sich auch neue Konzepte für die 18

Schweizer Landtechnik 12 2018

Schlüsseltechnologie sucht Schlüsselkomponenten

parameter (Boden, Wetter usw.). Für Ro­ botik ist die Verbindung zum Datenma­ nagement eine weitere wichtige Schlüs­ seltechnologie. Leider sind die heutigen Datenquellen noch sehr heterogen und die grossen Datenmengen, insbesondere die Datenverwaltung, sind ein grosses Problem. Aus Sicht der Landwirtschaft wird ein herstellerunabhängiger Daten­ austausch erforderlich. Nichtfirmeneigene Lösungen und herstel­ lerübergreifende Datenaustausch-Plattfor­ men sind aber im Kommen. Von hohem Nutzen sind innovative Technologien wie beispielsweise Kommunikations- und Sen­ sorsysteme, die mit Bluetooth- oder Sigfox­ verbindungen arbeiten. Beispiele dazu gibt es von Fliegl und Pöttinger. Andere System­ ansätze sind die automatischen Aufzeich­ nungen im Ackerbau mittels Smartphones.


Elektronik und Robotik

Die systemintegrierte Simulation ist eine weitere Schlüsseltechnologie. Dies, weil die Variabilität von Sensoren, Umgebung und Situation nicht alleine durch Feldexperimente abgedeckt werden kann.

Smart Technology Bei der Unkrautregulierung sind zwei Dinge wichtig. Erstens: Um welches Unkraut

handelt es sich? Zweites: Wo befindet sich das Unkraut? Bildgebende Systeme und die richtige Interpretation der entsprechenden Daten können zur Aktorsteuerung verwendet werden. Einen entsprechenden mechanischen Aktor mit hohem ökologischem Nutzen bietet beispielsweise Garford mit dem «Robocrop».

Die Bildgebung für die mechanische Unkrautbekämpfung in der Landwirtschaft öffnet den Weg für einen Paradigmenwechsel in der Unkrautbekämpfung. Dieser ist auch in Sicht, da sich grössere Unternehmen wie Claas mit der «Culti Cam» oder John Deere mit «AutoTrac Implement Guidance» mit einer Kombination aus bildgebenden und mechanischen Un-

Beginn eines Paradigmenwechsels beim Pflanzenschutz Culti Cam (Claas E-Systems)

AutoTrac Implement Guidance (John Deere) Claas E-Systems hat mit der «Culti Cam» eine automatische Steuerung von Hackgeräten in Reihenkulturen entwickelt. Dank einer hochspezialisierten Kamera erkennt das System die Pflanzenreihen nahezu perfekt. Abweichungen und Ungenauigkeiten werden automatisch am Hackgerät ausgeglichen.

Beim AutoTrac berechnet eine auf der Hackmaschine montierte Kamera vorausschauend die Spur entlang der Pflanzenreihe. Die Seitenverschiebung der Hackmaschine erfolgt traktorseitig über die hydraulischen Seitenstabilisatoren am Unterlenker.

Der Weg vom automatisierten zum autonomen Selbstfahrer Selbstfahrende Feldspritze (Amazone)

Autonomer Feldroboter «BoniRob» (Amazone) Dieses Fahrzeug ist echt «selbstfahrend». Es ist ein autonomes Roboter-System, das sich vorwärts, rückwärts und seitwärts bewegt. Bereits ist ein Trend erkennbar, dass die Plattform für verschiedene unterschiedliche Anwendungsmodule (App-Konzept) eingesetzt wird.

Umgangssprachlich wird diese Spritze als «Selbstfahrer» bezeichnet. Genau genommen ist sie aber «lediglich» ein Arbeitsgerät, das manuell gesteuert wird. Sie verfügt aber durchaus über automatisierte Funktionsabläufe, die den Fahrer entlasten.

Forschungsprojekt «MARS»: Resultat «Fendt Xaver»-Feldroboter Mobile Agricultural Robot Swarms Fendt, Hochschule Ulm und EU-Forschungsförderung Ein ganzer Schwarm Feldroboter wird zum Feld geführt und ausgeladen. Das Konzept beinhaltet kleine kooperierende Roboter und eine cloudbasierte Steuerung. Ein Roboter-System besteht aus zwölf Einheiten.

Kleine, im Schwarm arbeitende Robotereinheiten planen, überwachen und dokumentieren die Aussaat von Mais. Die Flächenleistung beträgt rund 1 ha/h. Die Roboter benötigen bei gleicher Arbeit rund 70 % weniger Energie.

Autonome Feldroboter für den Einsatz in Obst- und Weinbaukulturen «elWObot» Hochschule Geisenheim/Osnabrück Das elWObot-Projekt ist ein Plantageroboter, der autonom durch Obst- und Weinbauplantagen fahren kann. Regelmässige und wiederkehrende, monotone Aufgaben können von ihm übernommen werden. Dank einfachen und robusten Komponenten ist das Fahrzeug prädestiniert für den autonomen Einsatz.

«PHENObot» Julius-Kühne-Institut (JKI)

Der Phenobot ist ein autonomer Roboter für die Anwendung im Weinbau. Die bei der Fahrt durch die Reihen von seinem Kamerasystem aufgenommenen Bilder dienen dazu, phänotypische Merkmale zu beurteilen. Der Roboter arbeitet berührungslos und rasch.

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Elektronik und Robotik

Von Automation zu autonomen Systemen

Einzelpflanzen-Landwirtschaft Die Machbarkeit einer EinzelpflanzenLandwirtschaft wird in mehreren Forschungsprojekten aufgezeigt. Das Projekt «Xaver» zeigt, dass sie sich im Stadium der Umsetzung befindet. Ein weiteres Beispiel mit herkömmlichen Maschinengrössen, aber neuster Technik wird von Bayer und Bosch realisiert. Dabei geht es um kleine Module, die einzelne Pflanzen erkennen und gleichzeitig Pflanzenschutz mit unterschiedlich selektiven Herbiziden anwenden.

Dieser Schritt kann am Beispiel der Drohnen aufgezeigt werden: diese Flugobjekte sind nicht mehr nur für die Erkundung gedacht, vielmehr können sie heute schon leichtgewichtige Prozesse wie Pflanzenschutzmassnahmen im Mais oder im Weinberg autonom übernehmen. Ein anderer Schritt in Richtung autonome Feldroboter ist der «BoniRob» (Gemeinschaftsprojekt Amazone-Werke, Bosch, Hochschule Osnabrück). Da gibt es unterschiedliche Anwendungsmodule für die Grundplattform, sog. «App-Konzept». Auf der Grundlage derselben Plattform gibt es unterschiedliche neue Fahrzeuge (sprich: Roboter) für verschiedene Anwendungen.

Fazit Die Feldrobotertechnik in der Pflanzenproduktion ist derzeit im Begriff, sich aus dem Forschungsstadium hin zu ersten Prototypen weiterzuentwickeln. Es gibt Anzeichen, dass sich Agrartechnik vergleichbar mit der stufenweisen Automatisierung der letzten Jahre signifikant verändern wird. Entsprechend gibt es grosse Erwartungen, dass durch Einführung einer intelligenten Feldrobotertechnologie ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte einer nachhaltigen Landwirtschaft erreicht werden.

Roboter im Schwarm Ein recht komplexer Schritt ist der Einsatz autonomer Roboterschwärme. Das Projekt von Agco/Fendt beinhaltet kleine, kooperierende Roboter (Xaver) und eine cloudbasierte Steuerung. Diese Roboter kommen einzeln, vorzugsweise aber im

Kontra-Argumente 2010 «Der Robotikeinsatz wird den Strukturwandel in der Landwirtschaft und den damit verknüpften Abbau von Arbeitsplätzen verstärken. Tiere und Pflanzen werden immer mehr zu reinen Produktionseinheiten, die ökonomisch definierte Leistungen erbringen müssen. Auch wenn dies zu einer weiteren Verringerung der Ausgaben für Lebensmittel und zu einer umweltverträglicheren Landwirtschaft führen wird, können Verbraucher den Einsatz von Robotern in der Landwirtschaft aus sozialen und ethischen Gründen für nicht wünschenswert halten.» KTBL-Tagung (C. Rösch, M. Decker) Pro-Argument 2017 «Wir wissen, dass unsere heutigen Lebensformen nicht mehr in Einklang mit der Umwelt und der Natur stehen. Wenn wir auf eine Zukunft setzen, die uns und zukünftigen Generationen gerecht wird, müssen wir den Kurs ändern. Innovationsbereitschaft, Erfindungsreichtum, Forschungsfreiheit und ein angemessenes Risikomanagement sind wesentliche soziale Voraussetzungen für eine nachhaltige Landwirtschaft.» Agritechnica 2017 (Prof. Dr. Arno Ruckelshausen)

PAKET

GRAT I •

DE

ET • GS

ERKZEU SW

MA

Jahre

Pro und Kontra Roboter

A

Schwarm, für eine grosse Anzahl Saatund Pflegemassnahmen in Frage.

RI

krautaktoren an den «konventionellen» Landbau wenden.

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Der Beste am Berg


Elektronik und Robotik

Die Daten-Drehscheibe Daten zwischen Maschinen austauschen, und das ohne Hürden: Diesen lange gehegten Wunsch soll die Plattform «Agrirouter» erfüllen. Ob sie das kann, zeigte ein Praxistag. Lukas Weninger*

Daten zwischen verschiedenen Maschinen vieler Marken austauschen: Ein Ziel, das mit dem «Agrirouter» ermöglicht werden soll. Bild: DKE-Data.com

Die Vielzahl an Landmaschinen-Herstellern und Software-Anbietern – genauer gesagt, ihre verschiedenen Schnittstellen – machte in der Vergangenheit den Austausch von Daten nicht unbedingt einfach. Aus diesem Grund konzipierte die Firma DKE-Data die internetbasierte Datenaustausch-Plattform «Agrirouter» für Landwirte und Lohn­ unternehmer. Nach nur zwei Jahren Entwicklungszeit soll sie nun praxisreif sein. Bei einer Praxis-Vorführung unter dem Titel «Agrirouter Connect 2018» im vergangenen Herbst trafen sich 300 Teilnehmer aus 14 Ländern nahe Hamburg, um sich von der Praxisreife zu überzeugen. Dass Vielfalt bei Landmaschinen und Software ohne Schnittstellen-Probleme funktioniert, zeigten Traktor-GeräteKombinationen oder Selbstfahrer verschiedener Landtechnikhersteller. Hinzu kamen App-Anbieter, die in ihrer AgrarSoftware die Anbindung an den «Agrirouter» ergänzten. *Lukas Weninger ist Landtechnik-Redaktor beim österreichischen Fachmagazin «Landwirt»

«Agrirouter»-Konsortium

Start im Februar 2019 Nach Vorstellung des «Agrirouter»-Produktkonzepts auf der Agritechnica 2017 ist die Entwicklung einschliesslich ausführlicher Tests seit Mitte September 2018 abgeschlossen. Der «Agrirouter» ist nun mit Bedienoberflächen in Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar. Alle Maschinenhersteller, die als Gesellschafter zum «Agrirouter»-Konsortium zählen, haben die Anbindung ihrer Maschinen an die entsprechende Schnittstelle fertig entwickelt. Erste Agrarsoftwarehersteller und Produzenten von Kommunikationshardware konnten ihre Schnittstellenentwicklung zum «Agrirouter» ebenfalls abschliessen. Derzeit sind elf grosse Landtechnikhersteller mit vielen bekannten Marken am Konsortium beteiligt und die Zahl der App-Anbieter wächst kontinuierlich. Der offizielle Marktstart erfolgt im Februar 2019. Dann legt der Nutzer nach dem

Neben vielen Hard- und Software-Providern sind aktuell folgende Landmaschinenfirmen Partner beim «Agrirouter»: • Agco • Amazone • Exel Industries (Holmer) • Grimme • Horsch • Krone • Kuhn • Lemken • Pöttinger • Rauch • Same Deutz-Fahr Software-Lieferant beim «Agrirouter» ist SAP. Das weltweit operierende Unternehmen soll den sicheren Betrieb und die internationale Nutzung garantieren. Der offene Ansatz ermöglicht weiteren Marktteilnehmern (z. B. Herstellern von Betriebsmitteln, Agrarhandel etc.), ihre digitalen Produkte zur Optimierung der landwirtschaftlichen Produktionsprozesse in einer Art Marktplatz zur Verfügung zu stellen.

Log­in auf der Website my-agrirouter.com fest, wer mit wem welche Daten in welchem Umfang austauscht. Nur der «Agrirouter»-Nutzer selbst bestimmt, was mit seinen Daten geschieht. 12 2018 Schweizer Landtechnik

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Elektronik und Robotik

Sensoren und ihre Funktionen Sensoren sind Signalglieder mit der Aufgabe, in elektronisch geregelten Systemen die physikalische Grösse der Betriebszustände zu erfassen und sie in elektrische Signalgrössen umzuwandeln. Entsprechend gibt es eine Vielzahl verschiedener Sensoren. Ruedi Hunger

Moderne Motoren, lastschaltbare oder stufenlose Getriebe und feinfühlende Hydraulik, sie alle sind nicht mehr denkbar ohne Sensortechnik. In verschiedenen Bauarten überwachen sie Sämaschinen und kontrollieren den Endabstand bei der Einzelkornsaat. Erst Sensoren ermöglichten den hohen technischen Standard bei Pflanzenschutz- und Düngetechnik. Aktuellerweise sind sie immer stärker mitbestimmend bei Geräten zur mechanischen Unkrautregulierung. Und schliesslich werden sämtliche modernen Erntemaschinen mit einer Vielzahl von Sensoren eingestellt, kontrolliert und überwacht. Nachfolgend einige Sensortypen, die in der Landtechnik zum Einsatz kommen.

Anemometrie-Sensor Funktionsprinzip: Bei der thermischen Anemometrie wird eine Sensorelement verwendet, das elektrisch beheizt wird und dessen elektrischer Widerstand von der Temperatur abhängt. Durch die Umströmung findet ein Wärmetransport in das Strömungsmedium statt, der sich mit der Strömungsgeschwindigkeit verändert. Durch Messung der elektrischen Grössen kann so auf die Strömungsgeschwindigkeit geschlossen werden. Anwendungsbeispiel: Das «Flow Performance Monitor»-(FPM-)System von Vogelsang besteht aus Sensoren, die in jeden einzelnen Schlauch eingebaut werden, sowie einer Steuereinheit. Die Sensoren kontrollieren die Fliessgeschwindigkeit des bewegten Mediums (Gülle). Von der Steuereinheit wird das gemessene Signal in die Fahrerkabine übertragen. Verstopft ein Kanal oder die Durchflussgeschwindigkeit ist reduziert, wird dies vom Sensor registriert und der Fahrer erhält eine entsprechende Infor22

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mation. Anemometrie-Sensoren können auch bei Sämaschinen zur Überwachung der Särohre eingesetzt werden.

Beschleunigungssensoren Funktionsprinzip: Die Beschleunigung erzeugt eine Kraft, die von einem Beschleunigungssensor erfasst wird. Die vom Sensor gemessene Grösse ist eigentlich keine Beschleunigung, sondern eine Kraft. Beschleunigungsaufnehmer (Sensoren) messen lineare Beschleunigungen entlang einer oder mehrerer Achsen. Gyroskope dagegen messen Winkelgeschwindigkeiten. Anwendungsbeispiele: Beschleunigungssensoren (und Gyroskope) werden im Transportwesen, in der Raumfahrt, in Robotern, Fahrzeugen und – man höre und staune – in Smartphones eingesetzt. Beim Auswuchten von Reifen erzeugt jede Unwucht des Rades ein entsprechendes Sensorsignal. Damit wird innert Sekunden die

Anemometrie-Sensor. Das FPM überwacht Schläuche von Gülletechnik oder Särohre an Sämaschinen. Bild: Vogelsang

Aktive und passive Sensoren Aktive Sensoren: Unter diesem Begriff versteht man Sensoren, die zur Erfassung einer physikalischen Grösse eine eigene Spannungsversorgung benötigen (z. B. Hall-Geber). Passive Sensoren: Im Gegensatz zu den aktiven Sensoren benötigen sie keine eigene Spannungsversorgung (z. B. Potentiometer, Klopfsensor).

Beschleunigungssensoren sind neben andern Systemen Teil der Robotersteuerung. Bild: Carre


Elektronik und Robotik

Ultraschall-Sensoren sind entscheidende Bauteile bei der Spritzbalkenführung «Contour Control» von Amazone. Bild: Amazone

Drehraten-Sensoren kommen auch bei Fahrerassistenz-Systemen zur Anwendung. Bild: Krone

Unwucht am Reifen erkannt. Aber auch im Bereich der Tierhaltung werden Beschleunigungssensoren eingesetzt. So gibt es Ohrmarken für Zuchtsauen, die mit einem Beschleunigungssensor ausgerüstet sind und über das Nestbauverhalten die nahende Geburt überwachen.

Raddrehzahl gemessen. Drohen die kurveninneren Räder bei Kurvenfahrt abzuheben, wird eine Testbremsung durchgeführt. In diesem Moment stehende Räder lassen auf ein bevorstehendes Kippen schliessen und das Gespann wird abgebremst.

Drehraten-Sensor

Fluoreszenz-Sensor

Funktionsprinzip: Drehraten-Sensoren messen die Rotationsgeschwindigkeit eines Körpers. Gemessen wird um die drei Raum­ achsen Hochachse (Gierrate), Längs­ achse (Roll- oder Wankrate) und Quer­ achse (Nickrate). Anwendungsbeispiel: Drehraten-Sensoren sind Teil von fahrdynamischen Assistenzsystemen, die mit steigender Geschwindigkeit und höheren Fahrzeuggewichten wachsende Bedeutung erhalten. Weil der Fahrer mit zunehmender Dynamik in Fahrsituationen kommen kann, die manuell nicht mehr kontrollierbar sind, bieten solche Assistenzsysteme eine gute Voraussetzung für mehr Sicherheit. Ein entsprechend ausgerüstetes Fahrwerk bietet bei schneller Fahrt und in Kurven ein sichereres Fahrverhalten. Dazu werden die Querbeschleunigung und die

Funktionsprinzip: Fluoreszenz ist die spontane Emission von Licht kurz nach der Anregung eines Materials durch elektronische Übergänge. Das Messprinzip nutzt das Phänomen der Chlorophyll-Fluoreszenz. Um grüne Pflanzen zum Fluoreszieren anzuregen, senden Sensoren blaues Licht mit einer bestimmten Wellenlänge aus. Das energiereiche, kurzwellige Licht wird von der Pflanze nicht vollständig zur Photosynthese genutzt, sondern es regt das Chlorophyll zur Fluoreszenz an. Dabei sendet das Chlorophyll energieärmeres, langwelliges rotes

bis dunkelrotes Licht zurück. Dieses wird von einer Fotozelle im Sensor erfasst. Anwendungsbeispiel: Amazone macht sich beim Sensor-Düsen-System «AmaSpot» das Phänomen der Chlorophyll-Fluoreszenz zu Nutzen. Diese Sensoren erkennen Chlorophyll und sind somit in der Lage, Grünpflanzen von unbewachsenem Boden zu unterscheiden. Das Sensor-Düsen-System schaltet die dazugehörende Düse auch bei Geschwindigkeiten von 20 km/h oder bei Nacht zentimetergenau.

Ultraschall-Sensoren Funktionsprinzip: Als Ultraschall bezeichnet man Schall mit Frequenzen oberhalb des Hörfrequenz-Bereichs des Menschen. Ultraschall-Sensoren senden in kurzen Abständen unhörbare Schallimpulse aus und registrieren deren Echo. Aus dem zeitlichen Abstand wird der millimetergenaue Abstand zum Objekt errechnet. Anwendungsbeispiel: «Contour Control» ist eine aktive Gestängeführung zur Reduktion von vertikalen Gestängebewegungen. Zur Serienausrüstung zählen

Einteilung der Sensoren nach: (Beispiele) Ermittlung von Drehzahlen, Temperaturen, Drücken analog, digital, binär, Signalart pulsweitenmoduliert stetig linear, stetig nicht Kennlinienart linear, nicht stetig Physikalische indukativ, kapazitiv, opWirkungsweise tisch, thermisch Anzahl der Integrationsstufen Aufgabe

aktiv oder passiv

Radar-Sensoren messen bei Rauch und Amazone die ausgeworfene Düngermenge. Bild: Rauch

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Elektronik und Robotik

Gruppierung der Sensoren nach ihrem Wirkprinzip: Wirkprinzip

Anwendungsbeispiel

mechanisch

Manometer, Thermo­ meter, Federwaage, Hebelwaage

thermoelektrisch Thermoelement resistiv

Dehnungsmessstreifen (DMS), Hitzedraht, Halbleiter-DMS

piezoelektrisch

Beschleunigungssensor

kapazitiv induktiv optisch magnetisch

Drucksensor, Regensensor Neigungsmesser, Kraft­ sensor, Wegaufnehmer CCD-Sensor (lichtempfindliche Bauelemente), Fotozelle Hall-Sensor, ReedKontakte

mehrere Ultraschall-Sensoren, die gleichmässig über die ganze Arbeitsbreite des Gestänges verteilt sind. Die beiden äusseren Sensoren steuern auf jeder Seite unabhängig voneinander die Anwinkelung des Gestänges. Die mittleren Sensoren tasten den Bestand links und rechts neben der Maschine ab und regeln das Mittelsegment. Voraussetzung ist ein schnell agierendes Hydrauliksystem mit kurzen Reaktionszeiten.

Radar-Sensor Funktionsprinzip: Radar (Radio Detection and Ranging) ist die Bezeichnung für ein Messgerät auf der Basis von elektromagnetischen Wellen im Radiofrequenzbereich (Primärsignal). Die ausgesendeten Radar-Signale werden je nach Material

Hall-Sensoren überwachen Drehzahlen und Lenkwinkel an verschiedenen Maschinen. Bild: R. Hunger

zurückgeworfen und als reflektiertes Echo wahrgenommen. Das Echo(signal) wird als Sekundärsignal bezeichnet. Anwendungsbeispiel: Eine Anwendung des Radar-Messprinzips ist die Erfassung geworfener Gutströme bei Mineraldüngerstreuern. Das System «Axmat» von Rauch Landmaschinen basiert auf einem ortsfesten Ringsegment mit 27 Radar-Sensoren. Nach dem gleichen Prinzip arbeitet die gemeinsame Entwicklung von MSO und «Argus Twin» der Amazone-Werke. Seit über 30 Jahren kennt man in der Landtechnik die berührungslose Messung der wahren Geschwindigkeit. TGSS (True Ground Speed Sensor) beruht auf der Messung der geschwindigkeitsproportionalen Doppler-Frequenzverschiebung mittels dielektrischer Linsen.

Dank Fluoreszenz-Sensoren kann der Spritzmittelaufwand auf Einzelpflanzen reduziert werden. Bild: Amazone

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Schweizer Landtechnik 12 2018

Hall-Sensor Funktionsprinzip: Wirkt ein Magnetfeld senkrecht auf einen stromdurchflossenen Leiter, entsteht quer zum Stromfluss eine Spannung. Da diese Spannung nur von der Stromstärke und der magnetischen Feldstärke abhängt, ist durch Anbringung eines Positionsmagneten auf einer drehbaren Welle auf einfache Weise eine berührungslose Winkelmessung oder Drehzahlmessung möglich. Anwendungsbeispiel: Beim Mähdrescher (als Beispiel) werden Lamellensiebe mit Hilfe von Linearantrieben auf die jeweilige Korngrösse des Erntegutes eingestellt. Diese von Permanentmagnetmotoren angetriebenen Linearantriebe brauchen vom Steuerungssystem die «Information» für die richtige Endposition. Hall-Sensoren messen den jeweiligen Winkel der Siebstellung präzise und zuverlässig. Diese Positionsdaten fliessen ins Steuerungssystem ein und werden am Monitor bildlich dargestellt. Weitere Anwendungen sind: Motor- und Getriebemanagement, Fahrpedal-Positionserkennung, Lenkwinkelerfassung oder Drehzahlüberwachung. Hall-Sensoren arbeiten weitgehend alterungsunempfindlich und unabhängig von Feldstärkenschwankungen der Gebermagnete, da nur die Richtung des Magnetfeldes entscheidend ist. Optische Sensoren Funktionsprinzip: Bei optischen Sensoren (Isaria) handelt es sich um eine Reflexionsmessung. Das aktive Messsystem verfügt über Hochleistungs-LEDs. Die Systeme sind 24 Stunden einsetzbar, sind unab-


Elektronik und Robotik

hängig vom Umgebungslicht und der Tagesgang hat keinen Einfluss. Das System muss nicht nachkalibriert werden. Gemessen wird der Biomasse-Index (IBI), das heisst der Bodenbedeckungsgrad bis Mitte Schossen. Eine andere Möglichkeit ist die IRMI-Messung (N-Aufnahme-Index), dies zur Bestimmung der Stickstoff-Aufnahme ab Bestandesschluss. Anwendungsbeispiel: Optische Sensoren (z. B. Isaria) werden für die mineralische und die organische Düngung eingesetzt. Dabei werden eine Bestandesbonitur und ein Stickstoff-Aufnahme-Scan durchgeführt. Bei der organischen Düngung werden zusätzlich die Daten eines Nährstoff-Sensors (NIRS) zur mengengesteuerten Ausbringung miteinbezogen. Beim Pflanzenschutz werden optische Sensoren beim Einsatz von Wachstumsregulatoren und Fungiziden (Kartoffelbau) eingesetzt. Weiter werden sie bei der biomassenabhängigen Applikation von Sikkationsmitteln (Krautabtötung) eingesetzt. Jüngstes Einsatzgebiet ist das Grünland, wo bei der Grünlandnachsaat optische Sensoren die Aussaatmenge steuern.

Optische Sensoren werden zur Düngung, beim Pflanzenschutz und bei der Grünlandnachsaat eingesetzt. Bild: Fritzmeier/Isaria

Gruppierung nach ihrem Verwendungszweck: Virtuelle Sensoren

Virtuelle Sensoren (Softsensoren) sind nicht körperlich existent, sondern sind in Software realisiert. Sie berechnen Werte, welche aus den Messwerten realer Sensoren mit Hilfe eines empirisch erlernten oder physikalischen Modells abgeleitet werden.

Digitale Sensoren

Im Bereich der Automatisierung werden analoge Systeme der Regelungstechnik zunehmend von digitalen Systemen verdrängt. Daher steigt der Bedarf an Sensoren, deren Ausgangssignal ebenfalls digital ist.

Molekulare Sensoren

Sensoren, die auf einem einzelnen Molekül beruhen, das nach Bindung eines weiteren Moleküls oder durch Bestrahlung mit Photonen unterschiedliche Eigenschaften aufweist, die dann ausgelesen werden können.

NIR-Sensor Funktionsweise: Nahinfrarotspektroskopie (NIR/NIRS) ist eine physikalische Analysetechnik auf der Basis der Spektroskopie im Bereich des kurzwelligen Infrarotlichtes. NIRS basiert auf der Anregung von Molekülschwingungen durch elektromagnetische Strahlung im (nahen) Infrarotbereich. Einfallendes Licht kann von einem Medium (z. B. Maissilage, Gülle usw.) und seinen einzelnen Inhaltsstoffen absorbiert, reflektiert oder durchgelassen werden. Da verschiedene Inhaltsstoffe

bei unterschiedlichen Wellenlängen in Schwingung versetzt werden und dabei dem Licht Energie entziehen, kann somit die Inhaltsstoffmengen-Konzentration bestimmt werden.

NIR-Systeme können für verschiedenste Messungen eingesetzt werden. Bild: John Deere

Anwendungsbeispiele: NIRS-Analytik bei Getreideernte und -annahme, Gülle- und Gärrest-TS und Inhaltsbestimmung, Feldhäcksler-Ertragsmessung und TS- bzw. Gehaltsbestimmung. Mengenbestimmung bei der organischen Düngung in Verbindung mit einem Pflanzen-Sensor (siehe auch «Schweizer Landtechnik» 10/2018, Seite 44).

Verschiedenste Signale aus physikalischen Grössen werden mittels Sensoren übertragen. Bild: Europa Lehrmittel

12 2018 Schweizer Landtechnik

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Elektronik und Robotik

roboter etabliert. Fachleute bezeichnen den gegenwärtigen Zeitabschnitt als «Landtechnik 3.0».

Gegenwart

Der Büro-PC allein reicht nicht mehr für Landwirtschaft 4.0. In die Vernetzung miteinbezogen werden auch Maschinen und Fahrzeuge. Bild: Next-Wayline

Achtung Schwelle – nicht stolpern Unbestritten stehen wir heute an der Schwelle zu Landwirtschaft 4.0. Damit diese Schwelle in eine neue elektronische und vernetzte Zukunft überschritten werden kann, sind noch viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Ruedi Hunger

Zweifellos sind Landmaschinen und Traktoren in den letzten Jahren intelligenter geworden. Die «Schuldigen» sind Elektrik, Elektronik und der Isobus. Der durch sie ausgelöste technische Fortschritt hat zu grossen Verbesserungen des Arbeitskomforts geführt. Section Control, Pflan-

zen- und Nährstoff-Sensoren – um nur einige Errungenschaften zu nennen – ermöglichen es dem Landwirt heute, seine Flächen mit immer mehr Präzision zu bewirtschaften. Auch im Bereich der Tierhaltung haben sich digitale Techniken, wie beispielsweise Fütterungs- und Melk­

Die laufenden Weiterentwicklungen sind fliessend und lassen den Betroffenen gar keine Zeit, die Errungenschaften der Technik zu bestaunen. Prägend war in den letzten Jahren, dass Steuerungsdaten und Dokumentenaustausch zwischen den digitalen Techniken und einem PC-Programm vom Anwender «von Hand» ausgelöst und mittels USB-Stick, WLAN, Bluetooth oder Datenkarte übermittelt werden. Landtechnik 3.0 ist keinesfalls vorüber, im Gegenteil, grösstenteils steht die Landwirtschaft noch mittendrin. Die Entwicklung geht aber weiter und speziell die Landtechnik steht an der Schwelle zu 4.0. Fragt man in der Praxis nach, was unter dem Begriff «Landwirtschaft 4.0» zu verstehen sei, wird dieser Begriff mit Drohnen, die über Felder schweben, autonomen Feldrobotern und fahrerlosen Traktoren in Verbindung gebracht. Diese «noch Visionen» von 4.0 sind einerseits in der Entwicklungsphase und anderseits gar nicht das Kernthema von 4.0.

Zukunft Das wesentliche Thema ist die intensive, digitale Vernetzung über das Internet. Dies mit dem Zweck, einen fortlaufenden Datenaustausch zwischen den verschiedensten Bereichen aufzubauen und sicherzustellen. Damit wird es erforderlich, dass digital ausgerüstete Maschinen nicht nur mit dem Hof-PC, sondern auch untereinander und mit anderen Bereichen sowie aussenstehenden Dienstleistern, Beratern und Institutionen vernetzt sind. Auch das «Internet of Things» gibt es bereits. Dort können beispielsweise Maschinen und Fahrzeuge, die bisher nicht digital eingebunden sind, über Sensoren und Programmschnittstellen mit dem Internet verbunden werden, um Daten auszutauschen. Sinn macht das beispielsweise für die Erntelogistik, um das optimale Zusam-

«Evolution» der Landwirtschaft von 1.0 bis 4.0

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Landwirtschaft 1.0

Landwirtschaft 2.0

Landwirtschaft 3.0

Landwirtschaft 4.0

Erste landtechnische Revolution ab 1850: Mechanisierung der Landwirtschaft – der Traktor löst das Pferd ab.

Zweite landtechnische Revolution ab 1950: der Traktor mit Dreipunkt, Zapfwelle und Hydraulik wird zur Universalmaschine.

Dritte landtechnische Revolution ab 1980: die Elektronik fasst Fuss und macht Geräte und Maschinen intelligent.

Vierte landtechnische Revolution heute: Maschinen vernetzen sich, integrieren Service und dokumentieren die Arbeit.

Schweizer Landtechnik 12 2018


Elektronik und Robotik

Definitionsansätze aus verschiedenen Quellen (DLG-Positionspapier; Eilbote) Precision Farming

Optimierung von Wachstumsbedingungen mittels Sensorik und genauer Applikations­ technik.

Smart Farming

Weiterentwicklung von Precision Farming, soll vermehrt und besser zur Entscheidungs­ unterstützung beitragen. Insbesondere, weil die Informationsverarbeitung durch Daten­ fusion und Datenanalyse immer komplexer wird und nur noch teil- oder vollautomatisiert zu bewältigen ist.

Digital Farming

Digital Farming ist die konsequente Anwen­ dung von Precision und Smart Farming be­ züglich der internen und externen Vernet­ zung des Betriebes und die Nutzung von internetbasierten Datenplattformen samt Big-Data-Analysen.

In Anlehnung an «Industrie 4.0» versteht man unter «Landwirtschaft 4.0» die digitale Landwirtschaft 4.0 Vernetzung der verschiedenen Anwendun­ gen. Entspricht weitgehend der DLG-Definiti­ on für Digital Farming.

Big Data

Technologien zur Verarbeitung und Auswer­ tung riesiger Datenmengen. Die Datenspei­ cherung und Datenauswertung ermöglicht kurzfristige Vorhersagen und Verhaltenswei­ sen zu Ereignissen. Verschiedene Szenarien und Handlungsweisen können durchgespielt werden. Neue Zusammenhänge und komple­ xe Phänomene sollen mit Big-Data-Analysen erklärbar werden (Quelle KTBL).

Internet der Dinge

Internet der Dinge ist ein Netzwerk von physischen Objekten – Fahrzeugen, Maschi­ nen oder anderen Gegenständen. Traktoren und Landmaschinen, die entsprechend aus­ gerüstet sind, können beispielsweise geogra­ phisch geortet werden und (zukünftig) auch untereinander kommunizieren.

Cloud-Software

Im Gegensatz zur Desktop-Software, die sich direkt auf dem Rechner des Benutzers befin­ det, ist eine Cloud-Software auf einem Ser­ ver des Softwareanbieters gespeichert und wird dem Benutzer über das Internet auf seinem Rechner zur Verfügung gestellt.

menspiel zwischen Erntemaschine und Abfuhrfahrzeug sicherzustellen.

Schwellenangst abbauen Der Übergang von 3.0 zu 4.0 ist fliessend, hat aber dennoch eine (unsichtbare) Schwelle. Diese Schwelle in Form ver­ schiedener Hindernisse kann zum Stolper­

stein werden. Reicht die Bandbreite der festen und mobilen Telekommunikations­ netze, damit die riesigen Datenmengen problemlos bewältigt werden können? Das mag bei uns besser sein, ist aber in weiten ländlichen Gebieten Europas kei­ neswegs gesichert. Die grösste Hemm­ schwelle ist die Sorge vor dem «gläsernen

Betrieb». In diesem Zusammenhang sind insbesondere landwirtschaftliche Organi­ sationen und Verbände gefordert. Griffi­ ge gesetzliche Datenschutzbestimmun­ gen müssen dafür garantieren, dass Behör­den und «Vater Staat» keinen gene­ rellen Zugriff auf Betriebs-, Maschinenund Geschäftsdaten haben. Schliesslich braucht der Landwirt als Hauptbeteiligter die nötige Qualifikation, um die Vorgänge rund um die Digitalisierung zu verstehen. Damit ist nicht zuletzt auch die land­ wirtschaftliche Ausbildung gefordert. Schulen müssen ihre Zurückhaltung über­ winden und digitale Technologien und deren Anwen­dung zu festen Bestandtei­ len der verschiedenen Ausbildungslehr­ pläne machen.

Keine Insellösungen Der Druck steigt schon deshalb, weil bei­ spielsweise die schärferen Düngungs- und Pflanzenschutz-Vorschriften zu planen und zu dokumentieren sind. Handschrift­ lich lässt sich das kaum noch mit vernünf­ tigem Aufwand lösen. PC-Insellösungen lösen das Zeitproblem nicht. Der Landwirt braucht daher wirkungsvolle Unterstüt­ zung, damit die aktuellen und kommen­ den Anforderungen mit passender Tech­ nik und geeigneten Softwareprogrammen erfüllt werden können. Je länger hier an der Schwelle zu 4.0 verharrt wird, desto grösser ist die Vielfalt von neuen digitalen Angeboten, die aus dem Boden spriessen. In Insellösungen sollte aber schon heute nach Möglichkeit nicht mehr investiert werden. Deshalb steht vor dem Kauf im­ mer die Frage im Vordergrund: Über wel­ che Schnittstellen verfügt eine neue (und alte) Software bzw. digitale Technik? Es gibt Bemühungen der Softwareanbieter, die verschiedensten Anwendungen inklu­ sive der Schnittstellen zur eingebundenen Technik auf einer einheitlichen Plattform zu bündeln.

Fazit Die Landwirtschaft – und die Landtechnik im Besonderen – stehen an der Schwelle zu Landwirtschaft 4.0. Diese Schwelle kann im nächsten Jahrzehnt nur erfolg­ reich überschritten werden, wenn die noch zahlreichen Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. Nichts unterneh­ men ist keine Lösung, sonst wird 4.0 ei­ nes Tages zum überraschenden Stolper­ stein. Wer interessiert in die Zukunft blickt und sich nicht überraschen lässt, stolpert auch nicht über die Schwelle von Landwirtschaft 4.0. 12 2018 Schweizer Landtechnik

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Impression | Testbericht

Einiges optimiert: Der «Ibex G2» ist die zweite Generation des Breitspur-Motormähers von TerraTec. Bilder: J. Paar

Der «Ibex» geht in die zweite Generation Vor fünf Jahren hat TerraTec den neuen BreitspurMotormäher «Ibex» auf den Markt gebracht. Jetzt geht die zweite Generation an den Start. Im Herbst stand der «Ibex G2» für eine Probefahrt bereit. Johannes Paar*

Die Firma TerraTec aus Bludenz (A) hat mit dem «Ibex G2» die zweite Generation seines Breitspur-Motormähers vorgestellt. «Mit dem neuen Modell haben wir viele Kundenwünsche und auch die aktuellsten Normen für handgeführte Motormäher umgesetzt», erzählt TerraTec-Chef Lukas Schrottenbaum. Im Bereich der Lenkholme ist der «Ibex» deutlich schlanker geworden. Das war auch ein erklärtes Ziel *Der Autor ist Chefredaktor des österreichischen Fachmagazins «Landwirt».

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Schweizer Landtechnik 12 2018

der Entwicklung. TerraTec hat aber auch an der Technik gefeilt: Mit einem neuen Motor, einem verbesserten Hydrauliksystem, einer optimierten Verstellachse und einer noch intuitiveren Bedienung mit neuen Sicherheitsaspekten will der Hersteller bei den Kunden punkten.

Motor von Briggs & Stratton Beim Motor war TerraTec zum Handeln gezwungen: Der bisherige Lieferant Su­baru Robin hat die letzte Abgasnorm nicht mehr mitgemacht und die Produktion

vom «EX40»- bzw. «EH72FI»-Motor eingestellt. Dieser Umstand zwingt auch einige Mitbewerber, sich nach einem neuen Fabri­kat umzusehen. TerraTec setzt beim «G2» auf einen Zweizylinder-Viertakt-Benziner von Briggs & Stratton: Der «Van­ guard V-Twin» (EFI) hat 627 cm³ Hub­raum und leistet 23 PS bei 3600 U/min. Das sind 5 PS weniger als beim Vorgängermodell mit dem Subaru-Robin-Motor. Anfangs machte das etwas stutzig: «Reicht die Kraft für den Einsatz mit dem Mulcher?» Doch die Zweifel wurden bald aus­ geräumt: Dieser neue Einspritzmotor ist dem bisher verbauten Triebwerk subjektiv durchaus ebenbürtig. Er machte selbst am Steilhang mit dem 1,6 m breiten Mü­thingMulcher eine gute Figur. Beim Mähen mit dem 2,4 m breiten ESM-DoppelmesserPortalbalken konnte unter günstigen Bedin­gungen sogar mit Standgas gefahren werden. Wer mit dem «Ibex» in erster Linie mulchen möchte, sollte sich vielleicht noch etwas gedulden. Der Hersteller arbeitet an einer noch stärkeren Maschine mit 37 PS.

Vollwertige Zusatzhydraulik Das bekannte Hydrauliksystem mit drei Axialkolbenpumpen wurde weiterentwi-


Testbericht | Impression

Der «Vanguard V-Twin»-ZweizylinderViertakt-Motor von Briggs & Stratton leistet 23 PS.

Das Bedienpult ist gewohnt einfach und übersichtlich geblieben, einige Details wurden verbessert.

ckelt. Das neue System arbeitet jetzt mit sechs Pumpen. Alle Funktionen lassen sich unabhängig voneinander stufenlos in beide Richtungen verstellen. Das geschlossene Hydrauliksystem besteht nach wie vor aus drei Kreisläufen: ein Kreis für den linken Radmotor, einer für den rechten und einer für den Geräteantrieb. Die Pumpen liefern immer nur so viel Öl, wie gerade benötigt wird. Neu sind eine Speisepumpe mit einem Öldruck von nur 6 bar und zwei kleine zusätzliche Zahnradpumpen mit einem offenen Kreislauf für diverse Funktionen: Bremsen öffnen, hydraulische Achsverschiebung und eine vollwertige Zusatzhydraulik mit einer Förderleistung von 6 l/min bei 120 bar. Mit diesem neuen System ist es möglich, Hydraulikzylinder sowohl doppelt als auch einfach wirkend anzusteuern. Durch die Verteilung der Funktionen auf verschiedene Pumpen konnte die Effizienz der Hydraulikanlage nach eigenen Angaben nochmals gesteigert werden.

hindern. Auch punkto Sicherheit werden alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt: Lässt man den Totmannschalter los, schwenkt die Pumpe durch Federrückstellung in ihre Neutralstellung zurück und blockiert die Antriebsräder: Sie sind dann hydraulisch «eingespannt». Die Maschine hält sich selber am Hang. Trotzdem gibt es zusätzlich eine Art Federspeicherbremse, die ebenso automatisch wirksam wird. Sofort aufgefallen ist die deutlich schnellere Achsverschiebung. Das ist ein grosser Fortschritt!

Schnellere Achsverschiebung Neu sind auch ein zusätzlicher Druckfilter im Hydrauliksystem und Kühlspiralen zwischen dem Verbrennungsmotor und dem Benzin- und Hydrauliktank. Der Druckfilter soll eventuelle Störungen und Pumpenschäden durch Verschmutzung ver-

35 cm Achsverschiebung Um mit den verschiedenen Anbaugeräten in jedem Gelände den Schwerpunkt optimal einstellen zu können, lässt sich die Achse beim «Ibex» jetzt mit einem Hydraulikzylinder um 35 cm verschieben. Bisher waren es «nur» 32 cm. Die Verstellung kann während der Fahrt über zwei Taster am linken Holmgriff betätigt werden. Die Zeit für die Verstellung beträgt abhängig von der Motordrehzahl nur vier bis acht Sekunden. Viele «Ibex»-Fahrer schätzen das einfache Bedienkonzept mit dem drehbaren Multifunktions-Lenkgriff und dem übersichtlichen Bedienpult. Diese Konzeption hat TerraTec beibehalten: Alle Hauptfunktionen für den Fahr- und Geräteantrieb so-

Der Verschiebebereich der Achse wurde nach vorne verlängert und geht jetzt deutlich schneller.

Steckbrief «Ibex G2» Motor: Briggs & Stratton, Vanguard V-Twin (EFI), Zweizylinder-Viertakt-Motor mit elektronischer Benzineinspritzung Leistung: 17 kW / 23 PS Achse: 350 mm hydraulisch verschiebbar Fahr- und Geräteantrieb: stufenlos hydraulisch Geschwindigkeit: 0 bis 8 km/h vorwärts 0 bis 4,5 km/h rückwärts Hydraulik: 3 Axialkolbenpumpen geschlossenes System, 3 Zahnradpumpen offenes System Eigengewicht (ohne Räder): 264 kg Anbaugeräte: Doppelmesser-Mähbalken (1,96 bis 3,50 m), Müthing-Schlegelmulcher (1,2 bis 1,6 m), Heuschieber, Bandrechen, Schneefräse Listenpreise: Grundgerät «Ibex G2»: 23940 Euro, Alu-Stachelwalzen 5-reihig: 2016 Euro, ESM Portal-Mähwerk: 6180 Euro (Preise in CHF ausstehend). (Herstellerangaben)

wie der Elektrostart, Notaus, die Schalter für die Betriebsarten und die Beleuchtung befinden sich weiterhin zwischen den beiden Lenkgriffen. Die Potentiometer und Schalter sind gewohnt robust ausgeführt. Neu ist die elektronische Motordrehzahlregelung. Statt dem Handgas­ hebel mit Seilzug am rechten Lenkholm gibt es jetzt ein zusätzliches Potentio­ meter. Zudem wird die Drehzahl jetzt digi­ tal angezeigt. Änderungen gibt es auch beim patentierten MultifunktionsDrehgriff. Dieser wurde um einen Rückfahrknopf erweitert.

Im Preis etwas teurer

Der «23-PS-Benzineinspritzer» machte auch mit dem 1,6 m breiten Mulcher am Steilhang eine gute Figur.

Gespannt kann man sein, ob der «Ibex G2» an den Erfolg des «Ibex 14» und «28» anknüpfen kann. Preislich wird er laut Hersteller um etwa 3 % teurer sein als das Vorgängermodell «Ibex 28». Der erste Eindruck ist auf jeden Fall vielversprechend. 12 2018 Schweizer Landtechnik

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Sicherheit | Unfallverhütung

Mehr Sicherheit im rückwärtigen Raum Rückfahrkameras ermöglichen dem Fahrer den Blick hinter sein Fahrzeug. Damit werden tote Winkel einsehbar und Gefahrenbereiche entschärft. Allerdings sind in der Landwirtschaft robuste Kameras gefragt. Diese Forderung spiegelt sich entsprechend im Preis. Ruedi Hunger

Rückfahrkameras ermöglichen den Einblick in den rückwärtigen Raum. Auf dem Bildschirm in der Kabine ist die Person, die sich hinter der Maschine befindet, deutlich erkennbar. Bilder: Ruedi Hunger

Teleskoplader, Futtermischwagen, Erntewagen und Häckselwagen – schlicht alle Anhänger und Fahrzeuge, die einen direkten Ein- und Überblick in den rückwärtigen Raum einschränken oder verunmöglichen, sind prädestiniert für Rückfahr­kameras. Zudem kann nicht auf allen Betrieben nur vorwärts gefahren werden. Oft verlangt es die Situation, dass rückwärts ins Futtertenn, auf den Futtertisch oder eine andere Abladestelle gefahren wird. Gerade bei Erntearbeiten geht es hektisch zu und her, was gleichbedeutend mit erhöhter Unfallgefährdung ist. In diesen Situationen sind Rückfahrkameras wertvolle Hilfsmittel, weil 30

Schweizer Landtechnik 12 2018

sie das Rückwärtsfahren erleichtern und mehr Sicherheit gewährleisten.

kann im Monitor, über den Rückfahrschalter oder einen externen Schalter umgestellt werden.

Wichtige Eigenschaften Um den Bereich unmittelbar hinter dem Fahrzeug einzusehen, ist ein Erfassungswinkel von 120 Grad empfehlenswert. Für weiter entfernte Ansichten sind kleinere Erfassungswinkel möglich oder sinnvoll. Beim Twin-Kamera-System sind zwei Kameras nebeneinander installiert. Die Kamera mit dem grösseren Erfassungswinkel projiziert den rückwärtigen Raum und die mit dem kleineren Er­ fassungswinkel die Anhängevorrichtung zum Ankuppeln. Das angezeigte Bild

Wireless oder Kabel Zur Bildübertragung auf das Display gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder werden Kamera und Display verkabelt oder es gibt die Funkübertragung (Wireless). Für selbstfahrende Maschinen bietet sich die Übertragung mittels Kabel an. Der Installationsaufwand ist zwar etwas höher, dafür ist die Bildübertragung sicherer. Für gezogene Anhänger und Maschinen empfiehlt sich eine schwere Steckerverbindung. Wer keine Steckerverbindung


Unfallverhütung | Sicherheit

will, kauft sich eine Rückfahrkamera, die das Bild mittels Funk auf das Display überträgt. Allerdings kann es dabei zu Übertragungsstörungen kommen, vor al­ lem in der Nähe von Starkstromleitungen. Eventuell sind zusätzliche Antennenver­ längerungen notwendig, je nachdem

welche Aufbauten zwischen Kame­ra und Display sind.

Dunkelheit durchdringen Das ist dank Kameras mit Infrarot-LED möglich. Das Bild ist zwar nur schwarzweiss, wirkt aber bereits bei Kameras im

mittleren Preissegment kontrastreich und damit scharf. Die fahrzeugeigenen Rück­ fahrlichter/Arbeitslichter verursachen oft starkes Bildrauschen, dies mit der Folge, dass auch mit der Kamera Hindernisse leicht übersehen werden. Weiter gibt es Rückfahrkameras, bei denen sich die

«Infrarot-Kameras erzeugen das beste Ergebnis»

Beat Schmid, Geschäftsführer der Firma Ochsner in Illnau (ZH). Grundsätzlich ist das Angebot an Rückfahr­ kameras auf dem Markt sehr gross. Als Laie ist man wohl oder übel auf fachliche Unter­ stützung angewiesen, wenn es darum geht, die «Spreu vom Weizen» zu trennen. Aus diesem Grund haben wir Beat Schmid, Geschäftsführer von Ochsner, Fahrzeug­ zubehör en gros, in Illnau (ZH) einige Fragen zum Thema Rückfahrkamera gestellt: Schweizer Landtechnik: Für welche Fahrzeuge/Maschinen empfehlen Sie das Nachrüsten mit einer Rückfahrkamera? Beat Schmid: Prädestiniert sind selbst­ fahrende Maschinen wie der Mähdrescher, Häcksler, Vollernter. Ein eingedrücktes Heck kostet bei der Reparatur mehr als ein Kamera­s ystem. Weiter kommen Transpor­ ter, Ladewagen und Rundballenpressen infrage, weil da Sicherheit immer ein gros­ ses Thema ist. Ich denke insbesondere an Situationen, wo sich Kinder im Gefahren­ bereich aufhalten, oder an herannahende Fahrzeuge, auch im Strassenverkehr. Auch zur Überwachung der Maschinenfunktionen wie beispielsweise des Knüpfers von Gross­ ballenpressen, zur Überwachung der Sätankfüllung oder für eine andere Sicht auf die Kulturreihen bei Hackgeräten. Schliess­ lich sind Kameras ein zusätzliches Überwa­ chungsmittel zum V-Spiegel an Frontanbau­ geräten. Ist das Bild einer Wireless-Rückfahr­ kamera qualitativ ebenso gut wie das Bild mit Kabelübertragung? Die Bildqualität ist vergleichbar, da sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Geräten grösser. Wir vergleichen immer

wieder die verschiedenen Geräte auf dem Markt und legen auf diesen Punkt viel Wert. Bei Wireless ist zu beachten, dass die Funkübertragung durch externe Signale wie Starkstromleitungen oder auch durch Ge­ genstände behindert werden kann. Bei­ spielsweise hatten wir auf einem Transpor­ ter ein Wireless-System, das bei leerem Ladegerät einwandfrei funktionierte, aber mit zunehmender Füllung gab es Ausfälle in der Bild­übertragung. Mit Antennen-Verlän­ gerungen kann in solchen Fällen Abhilfe geschaffen werden. Auf alle Fälle ist zu bedenken, dass die Kamera viel Strom benötigt. Nur am Stand­ licht anhängen (58L/R 7-polig oder 5/7 13-polig) genügt unter Umständen nicht. Dann muss eben doch eine separate Strom­ versorgung oder gleich ein einsatzsicheres Kabelsystem gezogen werden. Sind Rückfahrkameras mit Infrarot-LED empfehlenswert? Absolut. Bei Dämmerung und Nachtbetrieb kann damit der rückwärtige Raum schwarzweiss überwacht werden. Dabei ist es im­ mer wieder erstaunlich, wie viel man auch in der Nacht sieht. Es gibt auch Geräte mit integrierten Scheinwerfern, wir bevorzugen aber die Infrarot-Variante, weil sie das bes­ sere Ergebnis erzeugt. Viele Geräte haben ein integriertes Mikrofon für die zusätzliche Tonübertragung. Das hilft unheimlich viel. Zudem sind Systeme mit einer Kamera­ heizung empfehlenswert, weil damit ein Beschlagen der Schutzscheiben verhindert wird. Gibt es ausser der Bildqualität auch Unterschiede bei der Gerätequalität? Ja, es gibt viele günstige(re) Sets mit ent­ sprechenden Mängeln bei der Bild- und Tonübertragung. Aus meiner Sicht sind zu prüfen: Wasserdichtheit der Kamera, Leis­ tung der Infrarot-LED, Nachtsichtbarkeit, Kameraheizung, Kamerawinkel (wir emp­ fehlen 120°, das Bild wird entsprechend grösser oder kleiner), Tonübertragung, Mikrofon und Lautsprecher, Bedienungs­ freundlichkeit des Monitors, Menüführung, Tastengrösse und Tastengefühl. Weiter die

Einstellmöglichkeit des Monitors und die Montageanleitung. Schliesslich ist auf die Zweckmässigkeit des Montagehalters ein Blick zu werfen, beispielsweise das univer­ selle Kugelhaltesystem. In Ihrem Angebot finde ich Kameras zum Preis von CHF 180.– bis 760.–, worin bestehen die Unterschiede? Als Ochsner AG vertreiben wir hauptsäch­ lich ganze Sets, bestehend aus Kamera, Kabelsatz und Monitor. Die gibt es als Standard-­Set mit einfachem Bildschirm oder mit Split-Bildschirm, wo mehrere Bilder von verschiedenen Kameras gleichzeitig übertra­ gen werden. Für «Cabrio»-Traktoren haben wir wasserfeste Monitore. In unserem An­ gebot ist auch ein Funk-Kamera-Set. Mit dem vielseitigen und unterschiedlichen Angebot dieses Systems erklärt sich auch die grosse Preisspanne. Wir sind bestrebt, dem Landmaschinenhändler ein fertiges Set mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis anzu­ bieten. Nach unserer Erfahrung ist der Endkunde gerne bereit, für mehr Sicherheit CHF 500.– bis 700.– auszugeben. In aller Leute Munde sind zurzeit V-Kameras für Frontanbaugeräte, sind die lieferbar? Der Bundesrat prüft aktuell, den vorderen Überhang von mehr als 4 m mit einem V-Kamera-Set zuzulassen. Dafür müssen V-Kamera-Systeme geprüft sein. Die erfor­ derlichen Prüfkriterien sind zurzeit noch Gegenstand der Vernehmlassung. Wir haben neu jetzt auch ein vom DTC geprüf­ tes V-Cam-System im Angebot. Dieses System soll nach heutigem Stand der Ver­ nehmlassung auch zukünftig eingesetzt werden dürfen. Nur, da sprechen wir dann von Kosten im Bereich von CHF 4500.– bis 5000.– (ohne Montage). Soll der Landwirt/Lohnunternehmer selber nachrüsten oder soll das über eine Werkstatt erfolgen? Wir empfehlen den Aufbau durch die Fach­ werkstatt, die wir gerne für die Kundenbe­ ratung unterstützen. Damit ist eine optima­ le Funktion und Installation gewährleistet.

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Sicherheit | Unfallverhütung

Spiegel­funktion individuell einstellen lässt. Zudem erhöht ein automatischer Weiss­ abgleich die Bildschärfe wesentlich. Insbesondere wenn das Sonnenlicht oder eine andere starke Lichtquelle in die Kamera blendet, ist eine vollautomatische Gegenlichtkompensation nützlich. Eine weitere Option ist die Spiegelfunktion, da kann auf dem Monitor eingestellt werden, ob das Bild direkt oder spiegelverkehrt wiedergegeben wird. Das kann je nach Einsatz eine grosse Orientierungshilfe sein.

Bei der Strassenrand und Landschaftspflege als wichtigem Standbein für meinen Betrieb sind Zuverlässigkeit und Profitabilität nicht voneinander zu trennen.

KUHN, das ist meine Stärke!

Fazit 1444-PP-EU-CHDE – Foto: D. Rousselot

Eine Rückfahrkamera ermöglicht nicht nur Einblicke in den rückwärtigen Raum, sie erhöht auch die Sicherheit. Bei der Auswahl ist auf landwirtschaftstaugliche Systeme zu achten. Unterstützung bietet in erster Linie der Fachhandel.

«Digitaler Rückspiegel» und «Bildrauschen» Unter der Bezeichnung «digitaler Rückspiegel» versteht man Kameras, die anstelle von Rückspiegeln montiert sind. Dazu wird je ein Bildschirm an der A-Säule der Kabinen-Innenseite montiert. Solche Systeme sind noch in der Zulassungs­phase. Als «Bildrauschen» bezeichnet man die Verschlechterung eines digitalen bzw. elektronisch aufgenommenen Bildes durch Störungen, die keinen direkten Bezug zum Bildinhalt haben.

Beispiele

Wenn Sie wissen möchten, wie die Produkte und Dienstleistungen von KUHN Ihre Profitabilität stärken können, wenden Sie sich bitte an Ihren autorisierten KUHN-Vertriebspartner oder:

Der Raum unmittelbar hinter den meisten Erntemaschinen ist aufgrund ihrer Grösse nicht einsehbar. Rückfahrkameras entschärfen das Gefahrenpotenzial und erlauben mit einer Twin-Kamera auch eine Funktionsüberwachung der Maschine. Für selbstfahrende Maschinen eignen sich verkabelte Systeme. Bei gezogenen Maschinen können auch Wireless-Kamera-Systeme aufgebaut werden.

KUHN Center Schweiz, 8166 Niederweningen Telefon +41 44 857 28 00 Fax +41 44 857 28 08 www.kuhncenterschweiz.ch

Pflanzenbau I Tierhaltung I Landschaftspflege

be strong, be KUHN 32

Schweizer Landtechnik 12 2018

Teleskoplader und Futtermischwagen werden oft in engen Gebäuden eingesetzt. Beide Fahrzeuge haben auf der rechten Fahrzeugseite und hinter dem Fahrzeug einen grossen Bereich, der schlecht oder gar nicht einsehbar ist. Bei beiden Fahrzeugen – gleichbedeutend auch bei gezogenen Futtermischwagen – geht es in erster Linie um Unfallverhütung.


Landtechnik-Begriffe | Wissen

Befehl per Fingertipp Der Touchscreen ist eine eigentliche Erfolgsgeschichte. Auch in Landmaschinen hat der «berührungsempfindliche Bildschirm» längst Einzug gehalten. Heinz Röthlisberger

Multitouch-fähige Screens erlauben das Tippen, Wischen und gleichzeitige Auswählen von mehreren Elementen. Bild: Amazone

Resistiv und Kapazitiv

Der Touchscreen ist ein Ein- und Ausgabegerät, bei dem ein Computer oder eine Maschine per Fingertipp oder -berührung direkt gesteuert werden kann. Bild: röt

Ist es nicht so? In modernen Traktoren oder Erntemaschinen gehören Touchscreens heutzutage einfach irgendwie dazu. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, seit die ersten der berührungsempfindlichen Bildschirme in die Landmaschinen Einzug gehalten haben. Der erste Touchscreen wurde Mitte der 70er-Jahre in den USA entwickelt. Erste Anwendungen fanden in der Industrie, bei Messe-Infobildschirmen oder bei Fahrkartenautomaten statt. Es dauerte eine Weile, bis der Touchscreen den Weg zum Privatanwender gefunden hat. Der endgültige Wegbereiter für den heutigen Erfolg der Touchscreens war dann Apple mit dem iPhone im Jahr 2007 und dem iPad 2010.

«Landtechnik-Begriffe» In der Serie «Landtechnik-Begriffe bereits erschienen: «AdBlue», «Common Rail»; «Drehmomentwandler»; «Ejektor»; «Feuerverzinkt»; «Metalldampflampe»; «LoadSensing», «DOC», «LED-Lampe», «NIR-Sensor» und «Wastegate».

Schnell und einfach Auch in der Landtechnik fassten die Touch­ screens nach und nach Fuss und lösten die vorher schon eingesetzten Bord­computer (noch ohne Touch-Bedienung) ab. Fendt etwa hat sein 10,4-­ Zoll-Touch-Vario-Terminal in seiner ersten Version Ende 2010 mit der «800»er-Baureihe vorgestellt. Ein Touchscreen ist nichts anderes als ein Ein- und Ausgabegerät, bei dem ein Computer oder eine Maschine per Fingertipp oder -berührung direkt gesteuert werden kann. Der Fahrer eines Traktors oder einer Erntemaschine kann so auf dem Touchscreen viele verschiedene Fahrzeugfunktionen schnell und einfach durch Antippen auswählen, ihre Leistungsbereiche und Drehzahlen einstellen und auch die Hydraulik einschliesslich aller Ventile, Hubwerke einstellen und steuern.

Rasante Entwicklung Die Entwicklung der Touchscreens ging in den letzten Jahren rasant vorwärts. So auch bei Landmaschinen. Das höchste aller Gefühle sind heutzutage Multitouch-­ Displays, beispielsweise mit 12,1-Zoll-

Bei der Umsetzung der Berührungsempfindlichkeit von Bildschirmen gibt es resistive und kapazitive Systeme zu unterscheiden: Resistive Touchscreens reagieren auf Druck. Ihre Vorteile sind: Bedienung mit jedem Eingabestift möglich, sie sind mit Handschuhen bedienbar und haben geringere Fertigungskosten. Ein Nachteil ist etwa, dass sie nur eingeschränkt Multitouch-fähig sind (durch Wischen weiterblättern). Kapazitive Touchscreens. Im Gegensatz zu einem resistiven Touchscreen funktioniert ein kapazitiver Touchscreen auch ohne Druck. Er muss lediglich berührt werden und sie sind zudem Multitouch-fähig. Bei diesen kann der Anwender auf die am Bildschirm angezeigten Elemente tippen, sie verschieben oder mehrere gleichzeitig auswählen. Kapazitive Displays sind zudem widerstandsfähiger gegenüber Kratzern und Verschleiss.

Bildschirmdiagonalen, die über eine schar­­fe Auflösung von bis zu 1280 x 800 Bildpunkten verfügen, Multitouch-­fähig sind, enorm viele Befehlsmöglichkeiten bereitstellen, diese farblich anzeigen und gleichzeitig, unterteilt auf mehreren Fens­tern, auch gleich noch die GPS-Anwendung und die Rückfahrkamera am Display anzeigen. Stetig gibt es Touchscreens, die mit neuartiger Bedienung auf den Markt kommen. Beispielsweise hat Valtra in seiner neuen «Smart-­ Touch»-Armlehne im Touchscreen eine interaktive 3D-Darstellung des Traktors, über die alle Steuer- und Bedienfunktionen individuell angepasst werden können. Amazone hat dieses Jahr mit «Amatron 4» die vierte Generation seines Isobus-Terminals vorgestellt. Das 8 Zoll grosse Multitouch-Farbdisplay im Tablet-Style kann intuitiv per Fingerwisch bedient werden. Diese zwei Beispiele sind nur deren zwei. Hochmoderne Terminals gibt es mehr oder weniger von jedem Hersteller. 12 2018 Schweizer Landtechnik

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Wissen | Technisch

Komplexe Schmiersysteme in modernen Landmaschinen erfordern zunehmend Spezialöle.

Bild: MTU

Motorenöle können mehr als nur «schmieren» In den letzten Jahren sind die Ansprüche an Schmiermittel erheblich gestiegen. Die heutigen Motorenöle dürfen sich nicht mehr nur mit dem «Schmieren» begnügen. Emissionsarme Motoren stellen ganz andere Anforde­rungen. Ruedi Hunger Der Anteil Schmierstoffe am gesamten Mineralölverbrauch beträgt weltweit etwa 0,8 %, in hochindustrialisierten Ländern rund 1 %. Durch Reibung werden 30 % der auf der Welt erzeugten Energie verbraucht, zudem entstehen Jahr für Jahr Milliardenverluste durch Verschleiss. Daher ist die Bedeutung der Schmierstoffe weit grösser, als ihr verhältnismässig geringer Anteil am Mineralölmarkt vermuten lässt (Castrol).

Schmierstoffe sind multifunktional Ein Schmierstoff hat vielfältige Funktionen, die je nach Einzelfall allein oder kombiniert zum Tragen kommen. Neben der Primäranforderung an Schmierstoffe, nämlich die maximale Kraftübertragung durch minimale Reibung und dies bei minimalem Verschleiss zu ermöglichen, 34

Schweizer Landtechnik 12 2018

müssen oft zusätzliche Anforderungen abgedeckt werden. In erster Priorität schmieren und trennen Schmiermittel verschiedene Oberflächen, zusätzlich führen sie Wärme ab und übernehmen eine Dichtfunktion. Schliesslich schützen Schmiermittel die Bauteile vor Korrosion und anderen negativen Einflüssen. Öle, beispielsweise, leiten die Wärme gut von der Schmierstelle ab. Gleichzeitig haben sie ein ausgesprochen gutes Kriechund Benetzungsvermögen. Das ist auch ein Grund, warum die Ölschmierung oft bei hohen Temperaturen und/oder hohen Drehzahlen eingesetzt wird. Im Gegensatz dazu bestehen Fette aus einem Grundöl und einem Verdicker (Seife). Fette verbleiben an der Schmierstelle und gewährleisten so einen dauerhaften Schutz gegen Reibung und Verschleiss.

Schmierstoffeigenschaften Zu den wichtigsten Schmierstoffeigenschaften zählen die Viskosität, der Viskositätsindex, der Pourpoint und der Flammpunkt. Die Viskosität umschreibt das Fliessverhalten einer Flüssigkeit. Bei steigender Temperatur nimmt die Viskosität von Schmierölen ab, das heisst, das Öl wird «dünner». Als Mass für diese Veränderung dient der Viskositätsindex. Je höher dieser Index ist, desto stabiler ist die Viskosität bei einer Temperaturveränderung. Mit anderen Worten, haben zwei Schmierstoffe die gleiche Viskosität bei 40 °C, dann gewährleistet der Schmierstoff mit dem höheren Viskositätsindex beispielsweise einen besseren Motorenstart bei niedrigen Temperaturen oder umgekehrt ist der Schmierfilm bei hohen


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Temperaturen stabiler. Im Bereich der Motoren- und Getriebeöle werden die SAE-Klassen zur Viskositätsklassifikation verwendet. Der Pourpoint sagt aus, bei welcher minimalen Temperatur der Schmierstoff weiterhin fliesst. Unter dem Pourpoint verdickt das Öl und ist nur noch eingeschränkt fliessfähig. Schliesslich gibt der Flammpunkt die minimale Temperatur an, bei welcher ein entzündbares Öl-DampfLuft-Gemisch entsteht.

ders Asche, verstopfen die feinen Poren der Dieselpartikelfilter und die kleinen, langen Kanäle der Katalysatoren. Dies mit der Folge, dass die Lebensdauer des Katalysators abnimmt und ein viel zu früher Austausch, verbunden mit hohen Kosten, erforderlich wird.

SAPS-Motorenöle

Motorenöle mit geringeren aschebildenden Additiven zu entwickeln, war nicht ganz einfach. Dabei kam es zu Zielkonflikten, beispielsweise zwischen einem kleineren Additivanteil und den steigenden Anforderungen an neue Öle. Daher mussten völlig neue Additivpakete geschaffen werden, die beispielsweise Schutz vor Korrosion durch Säuren bieten. Zudem sollen Ablagerungen verhindert und der Motor sauber gehalten werden. Eine nachträgliche Zugabe von Additiven ist grundsätzlich untersagt, weil damit automatisch der Ascheanteil wieder vergrös-

SAPS ist die Abkürzung von: «Sulphated Ash, Phosphorus and Sulphur». Die Bedeutung der SAPS-Motorenöle ist parallel zur Motorentwicklung gewachsen. Ins­besondere EU-Stufe-IV-Motoren und die zukünftigen Stufe-V-Motoren sind auf die neuen «Low-SAPS»-Motorenöle angewiesen, da diese sehr tiefe Anteile an Sulfat-Asche (daher auch Low-ash), Phosphor und Schwefel aufweisen. Insbesondere Katalysatoren, Partikelfilter und SCR-Systeme erfordern zur störungsfreien Funktion besonders saubere Motorenöle. Viele Rückstände, beson-

Keine Additive dazumischen

Verantwortlich für die höheren Ansprüche an Motorenöl sind die verschiedenen Komponenten des Abgasreinigungssystems. Bild: Liebherr

sert wird. Mit Ölanalysen kann festgestellt werden, ob es sich um Low-SAPS-Öl handelt oder nicht.

Hoher Entwicklungsaufwand Mit sehr grossem Aufwand wurden die modernen Motoren in den letzten Jahren so weit entwickelt, dass sie die geltenden Abgasvorschriften erfüllen. Die schärferen EU-Abgasnormen beinhalten keine Vorgaben für Motorenöle, dennoch beeinflussen die Abgasnormen entscheidend die richtige Auswahl des Motorenöls. Entsprechend war auch der Entwicklungsaufwand für die Low-SAPS-Öle ebenso gross wie jener auf der Motorenseite. Aus Garantiegründen sind die jeweiligen Vorgaben der Fahrzeughersteller einzuhalten. Fahrzeugübergreifend sind Öle nur dann einzusetzen, wenn von den Herstellern die offiziellen Freigaben vorliegen. Ein sogenanntes «Universalöl» für alle Fahrzeuge und Baugruppen wird es vorerst nicht mehr geben.

Fazit

Anspruchsvolle Motoren verlangen zunehmend nach SAPS-Motorenöl. Bild: FPT

Anspruchsvollere Motor- oder Getriebetechnik erhöht gleichzeitig auch die Anforderungen an die Schmiermittel. Eine Folge dieser Entwicklung sind im Motorenbereich die SAPS-Motorenöle. Diese Spezialöle sind auf EU-Stufe-IV- und -V-Motoren ausgelegt. Entsprechend der höheren Qualität sind sie auch teurer. 12 2018 Schweizer Landtechnik

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Methan-Motorkonzepte – höhere Fahrzeug-Gewichte Wissenschaftler am Karlsruher Institut für Technologie KIT und die Abgasprüfstelle an der Berner Fachhochschule BFH haben verschiedene methangetriebene Maschinenkonzepte auf ihre Umsetzbarkeit geprüft. Ruedi Hunger

Vorerst werden Motorenkonzepte auf Methan-Basis in Grosstraktoren auf ihre Praxistauglichkeit geprüft. Bilder: CNH

Methan ist eine vielversprechende Diesel-Alternative. Wird Methan aus Erdgas, Biogas oder synthetischem Erdgas an­ stelle von Dieseltreibstoff eingesetzt, lassen sich die Treibhausgasemissionen auch bei mobilen Arbeitsmaschinen reduzieren. Für den Einsatz von Methan in Verbrennungsmotoren existieren drei Verfahren: das Otto-Verfahren, das Dieselgas-Verfahren und das Gas-Diesel­ Verfahren. Beim Otto-Verfahren wird Erdgas ohne zusätzliche Kraftstoffe im Motor verbrannt. Das Diesel-Gasverfahren mit einem Gasanteil von 60–80 % (Dual-Fuel-Verfahren) und das Gas-­Die­ selverfahren mit einem Gasanteil bis 90 % (HPDI-Verfahren) benötigen für die Zündung des Methans einen Dieselanteil im Kraftstoff. Je nach Verbrennungs­ver­ fahren und Motorvariante wird ein entsprechendes Einspritzverfahren ausgewählt. Zur Anwendung kommen: die Zen­traleinspritzung (SPI), die Multi-­Point36

Schweizer Landtechnik 12 2018

Injection (MPI) oder die Hochdruck-­ Di­ rekteinspritzung (HPDI).

System zur Verfügung steht oder zusätzliches Gewicht nicht akzeptiert werden kann, muss gegenüber der Dieselvariante ein kleineres Tanksystem, notabene mit einem kleineren Energieinhalt, gewählt werden. Als sinnvolle Grösse wird eine Tankkapazität für eine Arbeitsschicht (Bau) oder einen Arbeitstag (Landwirtschaft) angesehen.

Keine Vorteile ohne Nachteile Die unbestrittenen Vorteile, welche der Einsatz von Methan als Treibstoff bietet, muss mit einem höheren Gewicht für das Tanksystem erkauft werden. Grund ist die geringere Energiedichte von Methan gegenüber Dieseltreibstoff. Die Tankkapazität ist für die zeitliche Arbeitserledigung eine entscheidende Grösse. Falls nicht ausreichender Bauraum für ein grösseres

Bisher unbekannt: Tankkühlsystem Unabhängig von Motorkonzept und Art des Tankes muss festgelegt werden, ob

Mehrgewicht bei methanangetriebenen Arbeitsmaschinen Grabenwalze

Radlader Raupenbagger Traktor Skidder

Dieseltankvolumen (l)

24

370

520

615

159

Motorleistung (kW)

15

250

150

294

100

Mögl. Betriebsdauer (h)

7.7

9.3

21.3

16.4

21.8

Mehrgewicht bei CH4 (kg) 15.5

617

904

1080

279

Mehrgewicht relativ z. Einsatzgew.

2.3 %

3.0–3.6 %

9 %

2.5 %

1 %


Technisch | Wissen

Kurz erklärt Methan (CH4) ist Hauptbestandteil von Erdgas und in gasförmiger Form ein Energieträger mit einer geringen volumetrischen Energiedichte. Für die Lagerung und den Transport muss deshalb die Dichte massiv erhöht werden (LNG). LNG (liquefied natural gas). Flüssig-­ Erdgas ist durch starke Komprimierung oder Abkühlung auf minus 161 bis 164 °C verflüssigtes Erdgas. LNG hat nur noch ein Volumen von einem Sechshundertstel (1/600) von gasförmigem Erdgas. Bei der Energiedichte von LNG ist wichtig, zwischen gewichtsbezogener (gravimetrisch) und volumenbezogener (volumetrisch) Energiedichte zu unterscheiden. Boil-off-Gas. Langsame Erwärmung des durch Tiefkühlung verflüssigten Gases führt zum Verdampfen des Treibstoffes und wird als «Boil-off» bezeichnet. Damit der Druck im Tank keine unzulässigen Werte annimmt, muss das verdampfte Gas entweichen können. DIN 51624. Nach dieser Norm wird beim Kraftstoff Methan bzw. Erdgas unterschieden zwischen: • H-Gas, mit einem Heizwert von mindestens 46 MJ/kg und • L-Gas, mit einem Heizwert zwischen 39 und 46 MJ/kg.

ein Tankkühlsystem vorgesehen bzw. notwendig ist und wie dieses angetrieben wird. Alternativ zu einem Kühlsystem an Bord des Fahrzeuges bietet sich die Möglichkeit an, bei längeren Stillständen die Tankkühlung über ein externes Kühlsystem sicherzustellen. Als letzte Möglichkeit kann die Treibhauswirkung von emittiertem Boil-off-Gas (siehe Kasten) über eine Sicherheitsfackel verbrannt werden. Ein Vorhaben, welches in der Landwirtschaft mit einigen Schwierig­ keiten verbunden wäre. Nachfolgend einige Beispiele, wie mögliche methangetriebene Maschinenkonzepte umgesetzt werden könnten.

eine Arbeitsschicht gewählt werden. Auf ein Tankkühlsystem wird daher verzichtet. Allerdings braucht es noch weitere Abklärungen, weil Vibrationen zu Verwirbelungen des Methans führen und sich der Kraftstoff im Tank erwärmen kann.

Erdbewegungs- und Strassenbaumaschinen Für grössere Motorleistungen und lange Betriebsdauer kommen Gas-Diesel-Motorkonzepte (HPDI) infrage. Der Tank wird so gross wie möglich dimensioniert, um Betriebsunterbrechungen zu vermeiden. Bei langsam fahrenden Maschinen wird das höhere Gewicht als vernach­lässigbar beurteilt. Allerdings kann das höhere Gewicht bei Radladern, die im Betrieb häufig beschleunigen, zu einem erhöhten Energiebedarf führen. Aufgrund von zu erwartenden Stillstand­zeiten bei nicht optimaler Auslastung ist ein Kühlsystem notwendig, um Kraftstoffverluste im Stillstand zu minimieren und Methan-­Emis­ sionen zu vermeiden.

Bei grossen Erntemaschinen Für grosse Traktoren, Mähdrescher und Feldhäcksler, die einen hohen Energie­ umsatz und lange Betriebsdauer auf­ weisen, wird die Gas-Diesel-Motorvariante (HPDI) vorgeschlagen. Damit Fahrten zum Nachtanken aus dem Feld heraus vermieden werden, ist die grösstmögliche Tankkapazität zu wählen. Dabei muss das Maschinengewicht beachtet werden. Bei Erntemaschinen ist ein Kompromiss zu finden zwischen grossem Kraftstofftank und kleinerem Erntegutbunker. Da in

Maschinenhallen eine elektrische Versorgung vorhanden ist, wird ein elektrisches Kühlsystem empfohlen. Für Saison-Maschinen wird das Leeren des Kraftstofftanks am Ende der Saison empfohlen. Aufgrund der hohen Brandgefährdung wird auf eine Sicherheitsfackel verzichtet.

Grosse Forstmaschinen Skidder, Forwarder und Harvester haben sowohl hohe Antriebsleistungen als auch lange Einsatzdauer. Der Energieumsatz ist entsprechend gross, folglich wird ein Gas-Diesel-Motorkonzept (HPDI) vorgeschlagen. Die Maschinen sollen mit dem grösstmöglichen Tank ausgestattet sein. Allerdings muss ein Kompromiss zwischen benötigter Tankkapazität und zulässigem Bodendruck gefunden werden. Für mögliche Stillstandzeiten ist ein Boiloff-Gas betriebenes Kühlsystem vorzu­ sehen. Ein Abfackeln kommt im Wald nicht infrage.

Fazit Methan kann eine CO2-neutrale Alternative zum Dieseltreibstoff sein – Voraussetzung ist, dass es nachhaltig gewonnen wurde. Mit ausgewählten Maschinenbeispielen zeigen die Forscher auf, welche Motorenkonzepte infrage kommen und welche Auswirkungen das grössere Tankvolumen auf das Maschinengewicht haben wird. Mehrgewicht oder Einsatzdauer stehen in direkter Konkurrenz zueinander. Quelle: Mobile Maschinen 5/2018. Autoren: Isabelle Ays; Linus Weberbeck; Danilo Engelmann; Marcus Geimer

Kleine bzw. handgeführte Arbeitsmaschinen Grundsätzlich müssen Maschinen mit Motorleistungen unter 19 kW geringere Emissionsgrenzwerte erfüllen als Maschinen mit grösseren Motorleistungen. Dies ermöglicht den Einsatz eines Diesel-GasMotors. Da in dieser Grösse eine möglichst kompakte Bauweise anzustreben ist, sollten so wenige Komponenten wie möglich hinzugeführt werden. Nach Mög­lichkeit soll aber eine Tankgrösse für

Ein Methan-Antrieb benötigt ein höheres Tankvolumen. Grund ist die geringere Energiedichte von Methan gegenüber Dieseltreibstoff.

12 2018 Schweizer Landtechnik

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Wissen | Technisch

Betriebsverhalten im Bio-Dieselbetrieb Die Verschärfung der Abgasgrenzwerte läst den Einsatz von Bio-Dieseltreibstoffen scheinbar in den Hintergrund rücken. Doch der Schein trügt, im Hintergrund läuft die Forschung weiter. Ruedi Hunger Auch Dieselmotoren der neusten Generation, die mit alternativen Kraftstoffen betrieben werden sollen, müssen vom Hersteller freigegeben sein. Die gleiche Vorgabe gilt auch für die Abgasnachbehandlung. Zwei zentrale Ansprüche, welche entsprechende Motortests voraussetzen. Solche Versuche dienen dem Ziel, den Nachweis einer dauerhaften Eignung für den Betrieb mit Bio-Diesel (B100) zu erbringen. Am Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren der Universität Rostock wurde beispielsweise

Spezifische Emissionen aus dem Test mit Grenz­werten (Quelle: Universität Rostock) Emissionen

Einheit

Dieselkraftstoff

B100

B100 (nach 1000 h)

Grenz­wert

CO

g/kWh

0.007

0.003

0.007

5.00

HC

g/kWh

0.026

0.011

0.030

0.19

NOx

g/kWh

0.114

0.127

0.190

0.40

Partikel

g/kWh

0.013

0.007

0.007

0.025

untersucht, inwieweit sich moderne Dieselmotoren für den Langzeitbetrieb mit Bio-Dieselkraftstoff unter Abgasstufen-­ Bedingungen EU IV / V eignen. Motor und Abgassystem werden gleichbedeutend auf ihre Tauglichkeit untersucht.

Was bedeutet B10, B50, B100?

Tieferer Heizwert von Bio-Diesel

B10: Mischung aus 10 % Biodiesel und 90 % Diesel B50: Mischung aus 50 % Biodiesel und 50 % Diesel B100: 100 % Biodiesel EN 14214 (FAME)

Die Forscher zeigen auf, dass Bio-Diesel, bedingt durch den geringeren Heizwert, einen höheren volumetrischen (Menge) Kraftstoffverbrauch aufweist. Diese Eigenschaft ändert die Einspritzmenge je Arbeitsspiel, was wiederum zur Folge

hat, dass sich der Betriebspunkt im Motorsteuergerät verschiebt. Mit anderen Worten, der Einspritzzeitpunkt für die einzelnen Einspritzungen wird angepasst. Messungen der Bio-Diesel-Rohabgase (vor der Abgasnachbehandlung) ergaben ein positives Resultat. So wurden im Vergleich zum Dieselbetrieb geringere Kohlenstoffmonoxid-, Kohlenwasserstoffroh­ emissionen und Partikelemissionen gemessen. Dieses Wissen ist in Bezug auf den Partikelfilter von grosser Bedeutung.

Test bestanden Beim Abgasnachbehandlungssystem, bestehend aus Dieseloxidationskatalysator (DOC), Dieselpartikelfilter (DPF) und SCR-Katalysator, konnten beim Versuchsmotor sowohl im reinen Diesel- wie auch im Bio-Diesel-Dauerbetrieb nach 1000 Betriebsstunden keine signifikanten Unterschiede festgestellt werden. Detaillierte DPF-Analysen zeigen, dass sich durch die tiefere Rauchzahlen im B100-­ Betrieb auch die Beladung des DPFs verringerte. Bedenken, dass das AGN-­ Sys­ tem durch Kraftstoffspurenelemente (S, P, K, Na, Ca usw.) deaktiviert wird, bestätigten sich im Langzeitbetrieb nicht.

Fazit Die positiven Projektergebnisse unterstützten die Bio-Diesel-Freigabe der aktu­ ellen Deutz-Motorenbaureihe für die Abgasstufe Euro IV. Da vergleichbare AGN-­ Systeme prinzipiell auch für Motoren der Abgasstufe Euro V eingesetzt werden, erscheint auch hier eine B100-­ Freigabe grundsätzlich möglich. In einem 1000 Stunden Dauerlauf konnte nachgewiesen werden, dass der Versuchsmotor im Bio-Diesel-Betrieb langzeitstabil ist. Bild: Deutz

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Schweizer Landtechnik 12 2018

Quellen: UFOP, Universität Rostock, ATZ Off-Highway 3/2018


Praxisfragen | Management

Gewerbliche Einsätze tragen zur besseren Auslastung der Fahrzeuge bei. Bild: röt

Fahrzeuge besser auslasten Zur besseren Auslastung ihrer Fahrzeuge setzen Landwirte diese zusätzlich für Transporte ausserhalb der Landwirtschaft ein. Ist ein Einsatz nicht landwirtschaftlicher Art, wird die Pauschale Schwerverkehrsabgabe PSVA fällig. Urs Rentsch Die Artikel 86 und 87 der VRV (Verkehrsregelnverordnung) präzisieren, was zulässige landwirtschaftliche Fahrten auf öffentlichen Strassen und was Fahrten zur Bewirtschaftung eines Landwirtschaftsbetriebes sind. Entsprechende Fahrzeuge sind mit hellgrünen Kontrollschildern eingelöst und dürfen von Trägern des Führerausweises Kategorie G (bis 30 km/h) und G40 (bis 40 km/h) gefahren werden; Anhänger ab 31 bis 40 km/h benötigen ebenfalls grüne Kontrollschilder. Alle diese Fahrten unterliegen nicht der Pauschalen Schwerverkehrsabgabe (PSVA). Aber alle Fahrten, die nicht unter diesen beiden Artikeln definiert sind, sind gewerblicher Natur; das heisst, sie dürfen nur durch gewerblich eingelöste Fahrzeuge ausgeführt werden (weisse Kontrollschilder) und unterliegen der PSVA. Das hat folgende Konsequenzen:

Kosten gewerblichen Einlösens Die Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge VTS besagt, die PSVA muss für Fahrzeuge mit Gesamtgewicht über 3500 kg sowie Anhängelast über 3500 kg, gewerbliche Motorkarren und gewerbliche Traktoren bis 40 km/h entrichtet werden. Für gewerbliche Motorkarren und gewerbliche Traktoren beträgt die jährliche Abgabe 11 Franken pro 100 kg Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs plus 11 Franken pro 100 kg

Anhängelast. Ein 5000-kg-Traktor mit Anhängelast von 25 000 kg zahlt demnach jährlich Fr. 3300.− PSVA. Mittels Gesuch beim Strassenverkehrsamt kann die Auflagenziffer Code 270 im Fahrausweis beantragt werden, wonach nur der Schwerverkehrsabgabe nicht unterliegende Anhänger gezogen werden dürfen (z.  B. Winterdiensteinsatz von Traktoren oder nicht immatrikulierte Anhänger bei Motorkarren). Damit wird die Anhängelast von der PSVA befreit. Bei abgabepflichtigen Fahrzeugen mit Wechselschildern ist die Abgabe nur für das Fahrzeug mit dem höchsten Abgabensatz zu entrichten. Schliesslich wird für gewerbliche Fahrten der Ausweis F verlangt, der G40-Fahrausweis genügt nicht mehr.

Die Nachteile Die Kosten sind das eine. Doch es gibt auch Einschränkungen durch die gewerbliche Immatrikulation: Der Schwerverkehrsabgabe unterliegende, also gewerbliche Fahrten unterstehen dem Sonntags- und Nachtfahrverbot, hingegen landwirtschaftliche Fahrten nicht. Gewerblich eingelöste Traktoren und Anhänger müssen häufiger amtlich geprüft, «vorgeführt» werden. Ausserdem sind die Traktorendimensionen auf max. 2,55 m Breite und 3 m vorderer Überhang eingeschränkt, bei landwirtschaft­

Wo drückt der Schuh? Was beschäftigt Sektionsmitglieder des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik am meisten? Wo drückt der Schuh? Welchen Hauptproblemen sieht man sich in der Praxis ausgesetzt? In dieser lose erscheinenden Serie behandelt die Schweizer Landtechnik solche Anliegen aus der Praxis, wie sie laufend an den Bereich Weiterbildung und Beratung des SVLT herangetragen werden.

lichen Fahrten (3 m Breite, z. B. Doppelräder, 4 m vorderer Überhang) nicht.

Ausnahmen Die kantonale Behörde kann gemäss Art. 90 VRV die gewerbliche Verwendung landwirtschaftlicher Fahrzeuge (also mit grünem Kontrollschild) bewilligen: zu Fahrten für Staat und Gemeinde, namentlich für Bau und Unterhalt von Strassen und Wegen, für Kehrichtabfuhr und Schneeräumung; zu anderen einem allgemeinen Bedürfnis entsprechenden Fahrten, wie Einsammeln der Milch und Transport von der Sammelstelle zur Bahn, Bahncamionnage für abgelegene Gemeinden. Solche Bewilligungen dürfen nur aus zwingenden Gründen und nur für Orte erteilt werden, wo gewerbliche Fahrzeuge für eine zweckmässige Ausführung der Fahrten nicht zur Verfügung stehen. 12 2018 Schweizer Landtechnik

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Plattform | Ausstellung

Im Rahmen eines Preview-Meetings wurden die 27 Innovationsmedaillen zur Sima 2019 bereits im November den Firmen übergeben. Bilder: Sima

Digitalisierung im Zentrum Gibt es eigentlich noch landtechnische Innovationen ausserhalb des dominierenden Segments «Landwirtschaft 4.0»? Rund die Hälfte aller von der Expertenjury im Vorfeld der Sima prämierten Neuigkeiten drehen sich nämlich rund um das Thema «Digitalisierung». Roman Engeler Ende Februar nächsten Jahres findet in Paris die Sima statt. An der vor allem für die frankophonen Teile Europas und Afri­ kas wichtigen Messe zeigen die rund 1800 Aussteller über 700 Neuheiten, von denen eine Expertenjury 120 genauer un­ ter die Lupe nahm und rund einem Viertel davon eine Medaille verlieh. Es überrascht kaum, dass bei den Innova­ tionen digitale Anwendungen dominie­ ren und fast die Hälfte aller Medaillen­ gewinner ausmachen. Diese Lösungen werden immer ausgereifter und ihre An­ wendungsbereiche weiten sich mehr und mehr aus. Weitere Innovationstrends stellt man bei der Verbesserung der An­ wendersicherheit fest sowie bei der Qua­ lität und Leistung der maschinellen Be­ arbeitung von Feldern oder Erntegütern.

genieure haben dabei einen Nachteil be­ seitigt, nämlich jenen bei engen Kurven­ fahrten im Feld, bei denen ein Scheref­ fekt auftritt. Ein automatisches Anheben der vorderen Antriebsrolle reduziert nun

diesen Schereffekt. Dieses Anheben wird bei einem bestimmten Drehwinkel auto­ matisch ausgelöst. Es verbleiben dann nur noch die Stützrollen und die hintere An­ triebsrolle mit dem Boden in Kontakt. Die

Gold für den Claas «Jaguar 960» mit «Terra Trac»-Raupen Claas macht die bei Mähdreschern bereits eingesetzten, bodenschonenden Raupen­ laufwerke nun auch für die Feldhäcksler des Typs «Jaguar 960» verfügbar. Die In­ 40

Schweizer Landtechnik 12 2018

Eine goldene Auszeichnung erhielt Claas für das Raupenlaufwerk «Terra Trac», das speziell für den Feldhäcksler «Jaguar 960» adaptiert wurde, um bei Kurvenfahrten den Schereffekt zu verringern.


Ausstellung | Plattform

Raupe verlängert die Länge des «Jaguar 960 TT» um etwa 1 m, bietet aber einen Vorteil in Form eines einfacheren Zugangs zum Corn Cracker. Die Aussenbreite be­ trägt 3 m.

Gold für «DynaTrac» von Laforge Laforge hat mit «DynaTrac» ein vielseitig einsetzbares Zwischenstück zwischen Heckhydraulik des Traktors und Anbau­ gerät entwickelt. Mit diesem multifunkti­ onalen Verschieberahmen wird die seit­ liche Ausrichtung von nachlaufenden, GPS- oder kameragesteuerten Geräten korrigiert, sofern diese Ausrichtung durch irgendwelche Faktoren (Kurven­ fahrten, Zentrifugalkräfte usw.) beein­ trächtigt ist oder selbst über keine ent­ sprechende Spurführungstechnik ver­ fügt. «DynaTrac» gibt es in verschiedenen Grössen, das Gewicht bewegt sich zwi­ schen 800 und 1500 kg. Das Interface soll mit allen Traktoren und allen auf dem Markt befindlichen Anbaugeräten kom­ binierbar sein.

Silber für John Deere / Airbus und «Live N-Balance» «Live N-Balance» ermöglicht die perma­ nente Überwachung der Stickstoffbilanz auf einer Ackerbauparzelle. Das gemein­ same Projekt von John Deere und Airbus basiert auf Satellitenbildern und Maschi­ nendaten. Nach der Ernte wird der ausge­ brachte und aufgenommene Stickstoff bi­ lanziert. Zu Beginn der Anbausaison lässt sich der verfügbare Stickstoffgehalt im Boden eingeben. Bei der Ausbringung von organischen Düngemitteln wird der Stickstoff- und Ammoniumgehalt mit dem NIR-Sensor am Güllefass gemessen. Alle weiteren Stickstoffgaben (organisch und mineralisch) werden ebenfalls be­ rücksichtigt. Mit Satellitenbildern wird die Entwicklung der Pflanzen sowie die Stick­ stoffaufnahme während der Saison beob­ achtet. Ungleiche Aufnahmeraten sowie verzögertes Pflanzenwachstum lassen

Das gemeinsame Projekt «Live N-Balance» von John Deere und Airbus ermöglicht die permanente Überwachung der Stickstoffbilanz auf einer Ackerbauparzelle.

Der multifunktionale Verschieberahmen «DynaTrac» von Laforge erhielt eine Goldmedaille.

sich ebenfalls ermitteln. Der Landwirt kann permanent feststellen, wie viel Stickstoff den Pflanzen noch nur Verfü­ gung steht und ob die Pflanzen eventuell unterversorgt sind. Basierend auf den In­ formationen lassen sich die nächsten Stickstoffgaben anpassen.

Silber für den «Field Sensor» von Bosch Der «Field Sensor» besteht aus einem gan­ zen Set von Sensoren, untergebracht in ei­ nem Pfahl, der auf einer Parzelle platziert wird. Eine Multispektralkamera macht täg­ lich Aufnahmen und hält so die Entwick­ lung der Pflanzen fest. Aus dieser und wei­ teren Informationsquellen (Satelliten- oder Drohnenaufnahmen) werden agronomi­ sche Grössen wie Blattfläche, Vegetations­ index, Chlorophyllgehalt, Luftfeuchtigkeit, Temperatur oder Bodenwasserpotenzial berechnet und dem Landwirt in Echtzeit übermittelt, verbunden mit Tipps zur opti­ malen Bewirtschaftung seiner Kulturen. Der «Field Sensor» soll frühzeitig auf Krankheiten oder Mangelerscheinungen hinweisen sowie Aussagen zu Qualität und Quantität der kommenden Ernte vor­ hersagen können.

gen dem Vertriebspartner unmittelbar vor und werden nach Dringlichkeit aufge­ listet. So kann der Vertriebspartner schnell und einfach erkennen, welche Maschinen beispielsweise dringend ge­ wartet werden müssen. Dadurch sinkt das Risiko eines plötzlichen Ausfalls. Ein zusätzliches Tool informiert im Voraus über mögliche Probleme. Die Anwendun­ gen sind ab Werk in allen neuen Trakto­ ren und selbstfahrenden Maschinen ver­ fügbar. Eine Nachrüstung bei allen älte­ ren Modellen ist ebenfalls möglich.

Die Smartphone-App «Redvista» von Kuhn verwendet die Augmented-Reality-Technologie, die bei Wartung und Einstellung von Maschinen den Anwender virtuell unterstützt.

Silber für «Connected Support» von John Deere

Sima 2019

Mit «Connected Support» kann John Deere Landwirten und Lohnunterneh­ mern einen proaktiven Service anbieten. Die Kunden profitieren von der Verlin­ kung der Maschinen und der Datenanaly­ se. Diagnose- sowie Ausfallzeiten werden reduziert und die Einsatzsicherheit er­ höht. Letztlich führt das System zu einer höheren Maschinenleistung und geringe­ ren Betriebskosten. Die erfassten Daten werden – nach Einwilligung der Kunden – automatisch durch einen patentierten Al­ gorithmus analysiert. Die Ergebnisse lie­

Die Sima 2019 (Salon International du Machinisme Agricole) findet vom 24. bis 28. Februar 2019 auf dem Messegelän­ de Villepinte ausserhalb von Paris statt. Für spezielle Reisearrangements kann man sich unverbindlich bei Agrar-Reisen, Zinggentorstrasse 1, 6006 Luzern, Tel.: +41 41 500 25 16, groups@agrar-reisen. ch, erkundigen. Die «Schweizer Landtechnik» ist interna­ tionaler Medienpartner dieser Messe und wird vor Ort über diesen Anlass berichten.

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Plattform | Ausstellung

Bronze-Medaillen

Der «Field Sensor» von Bosch besteht aus einem ganzen Set von Sensoren, untergebracht in einem Pfahl.

Silber für Kuhn und die App «Redvista» Diese Smartphone-App verwendet die Augmented-Reality-Technologie, um den Maschinenbenutzer bei der Wartung und Einstellung von Maschinen virtuell zu unterstützen. Eine erste Anwendung zeigt dem Anwender alle Schmierstellen einer Maschine, was das Delegieren dieser Wartungsaufgabe an Personen ohne genaue Kenntnis der Maschine ermöglicht. Durch Scannen der Maschine mit dem Smartphone sind alle Informationen zum Gerät sofort verfügbar, auch ohne Internetverbindung. Weiter werden alle möglichen Einstellmöglichkeiten der Maschinen angezeigt.

Silber für Sodijantes mit dem «Tank Air Wheel» Beim «Tank Air Wheel» handelt es sich um einen in der Felge verbauten Tank mit Pressluft (6 bar Druck), der die Leistung von Reifendruck-Regelanlagen erheblich

Mit «Connected Support» kann John Deere einen proaktiven Service für Maschinenflotten anbieten.

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• Amazone: «Windcontrol» erfasst und kompensiert Windeinflüsse beim Düngerstreuer. • Arbos: Gezogene Feldspritze «Blaster» mit Einzelradfederung, verstellbarer Spur- weite und innovativem Lenksystem. • Beiser: Galvanisierter Futterwagen «Fourrage lib» für die Versorgung von Weidetieren mit Wiegesensoren, die über den Restbestand an Futter informieren. • Berthoud: «Rent» ist ein Tool für eine langfristige Leasing-Lösung für Spritzgeräte mit integrierter Wartungsüberwachung. • Case IH: «XPower», an der Traktorfront angebaut, eliminiert mittels Strom das Un- kraut und kann anstelle von Totalherbiziden eingesetzt werden. • Claas: Flexibles Schneidwerk «Convio Flex» mit querlaufendem Band. • Claas: Radlader «Torion Sinus» mit kombinierter Allrad- und Knicklenkung. • Climate «Fieldview» ist eine digitale Datenplattform, die den Landwirt beim Handling von Maschinen- und Felddaten unterstützt. • De Sangosse «Limacapt»: Sensor zur quantitativen Erfassung von Schnecken auf ei- nem Feld. • Hydrokit: «Kit 3 main pour 3 point»: Kit zur Vereinfachung beim Anbau von zapfwel- lengetriebenen 3-Punkt-Anbaugeräten. • Isagri: «Fernand l’Assistent» funktioniert als App analog «Siri» und gibt auf agronomi- sche Fragen Antworten. • Jourdain: «Wide gate with Surlock» ist ein innovatives und automatisches Schliess-Sys- tem für Tiergatter, die mehrmals am Tag geöffnet und geschlossen werden müssen. • Karnott: Vielseitig einsetzbares Mess- und Erfassungssystem für zur Einsatzabrech- nung bei der Nutzung verschiedener Maschinen. • Kverneland: Mikrogranulat-Streuer zu Sämaschinen mit einer speziellen Einrichtung, die Verluste beim Austausch des Granulats zu vermeiden. • Manitou: «Eco Stop»-Funktion bei Ladefahrzeugen. Bei längerem Leerlauf oder Fah- rerausstieg aus der Kabine stellt der Motor automatisch nach einer einstellbaren Zeit ab. • Manitou hat einen Ansatz entwickelt, ausgemusterte Ladefahrzeuge auf ihre Wieder- verwendbarkeit (als Ganzes oder auf einzelne Baukomponenten bezogen) hin zu untersuchen, um so das Recycling zu optimieren. • New Holland: Reversiersystem für den «Dynamic Feed Roller» bei Rotordreschen beim Auftreten von Verstopfungen. • Rabaud: Ferngesteuertes Waschgerät für bis zu 4,5 m hohe (Hühner-)Ställe. • Trimble «Asset Tag» mit entsprechender App, um über eine Low-Cost-Bluetooth-Ver- bindung Maschinen, Traktoren oder Fahrer identifizieren zu können. • Trimble «AutoSync»: Tool für den automatischen Datenaustausch auf dem Landwirt- schaftsbetrieb.

steigern soll. Durch den Einbau dieses Tanks in der Felge entsteht ein Pufferlager, mit dem Reifen aller Marken auf den gewünschten Druck aufgepumpt werden können, ohne dabei mit dem Fahrzeug anzuhalten zu müssen.

Und Traktoren? Obwohl am 1. Januar 2019 die Abgasnorm der Stufe 5 gilt, respektive schrittweise, will heissen je nach Leistung etwas gestaffelt eingeführt wird, hörte man bezüglich Neuheiten im Segment der Traktoren kaum etwas. Scheinbar halten sich die Hersteller noch zurück, warten mit ihren Innovationen bis zur Agritechnica zu und profitieren von den zulässigen Übergangsfristen. Viele der Motorenhersteller haben ihre Produkte zwar bereits komplett auf Stufe 5 umgestellt und wären entsprechend lieferfähig.

Beim «Tank Air Wheel» handelt es sich um einen in der Felge verbauten Tank mit Pressluft.


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Plattform | Reportage

Christoph Hofstetter (links) und Matthias Lüscher vor dem Sulky «X40+ Econov». Der Düngerstreuer ist eine der Maschinen, die im Lohnunternehmen Hofstetter eine Vollausrüstung in Sachen Elektronik aufweisen. Bilder: röt/zvg

Qualität, Präzision und Flächenleistung Dank Elektronik und GPS genauer arbeiten und so für mehr Qualität sorgen. Darauf setzt auch Lohnunternehmer Christoph Hofstetter aus Grosswangen LU. Doch auch bei diesen Systemen gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle aber ebenso. Heinz Röthlisberger Elektronik, GPS, RTK-Lenksysteme, Sec­ tion Control. Die Digitalisierung hat längst in der Schweizer Landwirtschaft Einzug gehalten. Das zeigt auch das Beispiel der «Hofstetter Ackerbau Service AG» von Christoph Hofstetter. Vierzehn Traktoren der Marke Fendt sind in seinem Lohnunternehmen im Einsatz. Alle sind Isobus-fähig, haben einen Kamerabildschirm zur Überwachung des Rückraums oder der Sätanks und ein Teil ist mit GPSLenksystem, Section Control und Reifendruckregelanlagen ausgestattet. Natürlich sind die Anbaumaschinen auf dem Betrieb Hofstetter ebenfalls mit der entsprechenden Elektronik ausgerüstet. Fünf sogar mit einer elektronischen Vollausrüstung. Konkret handelt es sich um je eine 8-reihige Maissämaschine von Kuhn und Monosem, eine 6-reihige Rü44

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bensämaschine von Kuhn, eine Feldspritze von Lemken und einen Düngerstreuer von Sulky. «Bei diesen fünf Maschinen werden die Teilbreiten sowie das Einund Ausschalten der Maschinen automatisch via Isobus, GPS und Section Control gemacht», sagt Matthias Lüscher. Er ist seit sechs Jahren Mitarbeiter im Lohn­ unternehmen von Christoph Hofstetter, verantwortlich für den Pflanzenbau und hat die Digitalisierung der Landtechnik hautnah miterlebt.

Überlappungen verhindern Es sei schon erstaunlich, was in Sachen Elektronik in den letzten Jahren im Bereich der Landmaschinen alles gegangen sei, sagt Lüscher. Für ihn sei die Digitalisierung sehr faszinierend und auch eine grosse Heraus­forderung. Denn man lerne

immer wieder Neues hinzu und er möchte das nicht mehr missen. Insgesamt seien solche Anwendungen eine grosse Vereinfachung für die Traktorfahrer. Gerade die Isobus-Normschnittstelle für den Datentransfer zwischen Maschine und Traktor habe vieles vereinfacht. Da müsse man nur den Stecker anschliessen und schon übertrage es die Daten der Maschine auf das vorhandene Traktorterminal. Natürlich setze das voraus, dass sowohl die Maschine als auch der Traktor Isobus-fähig seien. Isobus sei nur das eine, Lenksysteme oder Section Control das andere. Diese entlasten den Traktorfahrer während der Arbeit auf dem Feld. «Während die Lenksystem dafür sorgen, dass der Traktor von selbst geradeaus fährt und ohne Probleme die Anschluss­ spur findet, sorgt die Teilbreitenschaltung Section Control dafür, dass


Reportage | Plattform

es zu keinen unerwünschten Überlappungen beim Düngerstreuen, Säen oder Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln kommt», sagt Matthias Lüscher. «Damit erreichen wir eine hohe Feldqualität, ein auf dem ganzen Feld gleichmässiges Bild. Vor allem können wir verhindern, dass eine Stelle, etwa im Vorgewende oder bei ungeraden Feldabschlüssen, zweimal gedüngt oder gespritzt wird, was zu Lagergetreide führen kann.»

Blind vertrauen geht nicht Die Maschine übernimmt die Präzision und entlastet den Fahrer. Dieser kann sich auf die Überwachung der Systeme konzentrieren, das Geschehen rundum überwachen und eventuell sogar ein Telefon mit dem Chef machen, ohne dass der Traktor die Spur verlässt oder der Dünger nicht korrekt ausgebracht wird. «Wenn man als Lohnunternehmer bei Arbeitsspitzen oft tagelang von früh bis spät auf dem Traktor sitzt, kann es sein, dass die Konzentration gegen Abend nachlässt», sagt Lüscher. Mit diesen Systemen ist der Fahrer sozusagen «entspannter» unterwegs, denn diese übernehmen präzise Anschlussfahren an die vorherige Spur. Aber, warnt er, blind vertrauen dürfe man den Systemen dann aber doch nicht. Der Fahrer müsse trotzdem immer kontrollieren, ob alles so laufe, wie es sollte. Wenn man beispielsweise ein Update mache oder neue Arbeitsbreiten abspeichere, sei es vorteilhaft, wenn dies dann beim ersten Einsatz im Feld kontrolliert werde, ob tatsächlich alles so ist, wie es sein sollte. Insgesamt könne er festhalten, dass, wenn Systeme von nur einem Hersteller eingesetzt werden, dies einfacher für einen Betrieb mit mehreren Angestellten sei, als wenn Systeme von mehreren Herstellern zur Anwendung kämen.

Im Lohnunternehmen Hofstetter kommen auch Lenksysteme zum Einsatz. So etwa bei der Streifenfrässaat. Bild: zvg

Im Isobus-Terminal des Traktors wird einerseits die Teilbreitenschaltung mit den 12 Teilbreiten angezeigt (Bild links) und andererseits auch, wo im vorher abgemessenen Feld schon Dünger gestreut worden ist und wo nicht (Bild rechts).

Auf den Liter genau anrühren Oft werde propagiert, dass mit der präzisen Landwirtschaft Dünger- und Pflanzenschutzmittel eingespart werden könnten, sagt Lüscher. Für die grossen 100-ha-Felder im Ausland könne dieses Argument schon stimmen. «In der Schweiz, mit den eher kleinen Parzellen, merken wir von einer Einsparung kaum etwas.» Da fehle einfach die Menge dazu. Die Argumente, solche Systeme in der Schweizer Landwirtschaft einzusetzen, seien die Genauigkeit und das saubere Arbeiten. «Beim Spritzen geht es dank diesen Systemen auf den Liter genau auf», macht Lüscher ein Beispiel. Da müsse man nicht zur Sicherheit 50 Liter mehr anrühren und mit aufs Feld nehmen, die dann trotzdem nicht mehr gebraucht werden und die man dann fachgerecht «entsorgen» muss. «Vom Finanziellen her würden sich diese Systeme theoretisch nicht rentieren», sagt Lüscher dann noch. Auch sein Chef Christoph Hofstetter bestätigt dies. «Wir machen dies, damit wir

Matthias Lüscher: «Die separate Mengenverstellung macht eine präzisere Düngung bei der Teilschlagbewirtschaftung möglich.»

konkurrenzfähig sind und natürlich, damit wir saubere Arbeit abliefern können», erklärt er. Den Bauern den Mehraufwand für die Anschaffung der modernen Technik in Rechnung zu stellen, das gehe nicht. All das ist zwar eine grosse Hilfe, aber eben auch nicht gerade billig.

Noch vieles möglich Christoph Hofstetter und Matthias Lüscher sind überzeugt: Die Entwicklung in Sachen Digitalisierung wird weitergehen. Stichworte seien Ertrags- und Boden­ probendaten, Infrarotmessung der Grünmasse oder Ertragskartierung per Satellit. Mit dem Ziel, nur noch dort zu düngen oder spritzen, wo es nötig ist. Da sei noch vieles möglich. Vor allem auch für die Schweizer Landwirtschaft. «Und die ist ja bekanntlich sehr offen gegenüber moderner Landtechnik und der Digitalisierung», sagen die beiden.

Lohnunternehmen Hofstetter Christoph Hofstetter ist seit 17 Jahren Lohnunternehmer. Was als Einmann­ betrieb mit einem Traktor und einer Säkombination begonnen hat, ist im Laufe der Zeit zu einem Lohnunternehmen gewachsen. Heute beschäftigt der 45Jährige mit seiner «Hofstetter Ackerbau Service AG» insgesamt acht festangestellte Mitarbeiter und, je nach Arbeitsspitzen, zusätzliche Aushilfen. Im Einsatz stehen auf seinem Betrieb 14 Fendt-Traktoren (vom «313 Vario» bis hin zum «939 Vario») sowie eine grosse Anzahl Geräte und Maschinen, hauptsächlich für den Ackerbau, die Grünlandbewirtschaftung, Pflegearbeiten, den Güter- und Nährstofftransport sowie für den Winterdienst.

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Plattform | Ausstellung

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten In den USA herrschen andere Dimensionen, aber die Probleme oder Herausforderungen sind ähnlich wie bei uns. Denn auch dort sind die Farmer letztlich vom Wetter und den Agrarpreisen abhängig. Ein Bericht von der «Farm Progress Show». Helmut Süss*

Eine Sämaschine von Great Plains, geeignet für den Einsatz im grossen Weizengürtel in den USA. Bilder: H. Süss

In Boone, rund eine Autostunde von der Hauptstadt Iowas (Des Moines) entfernt, fand in den ersten Septembertagen die «Farm Progress Show» statt: Eine Landtechnikmesse auf einem Feld mit über 600 Ausstellern und rund 250 000 Besuchern. Laut Veranstalter treffen sich hier Produzenten aus aller Welt: «Tradition und Busi­ ness seit 65 Jahren». Viele grosse Hersteller nutzen die Gelegenheit für die *Helmut Süss ist Landtechnik-Redaktor beim Bayrischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt.

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Einführung ihrer Neuheiten. Meist sind es für diese US-Region zwischen den Great Plains (Weizengürtel) und dem Corn Belt (Maisanbaugebiet) entsprechend grosse oder fast überdimensionierte Maschinen­ einheiten nach dem Motto «Big Machines for Big Farmers» oder vielleicht auch «Big Toys for Big Boys». Zu den drei grossen Landtechnikherstellern in den USA zählen John Deere, Case IH und Agco. So präsentierten diese US-Unternehmen entsprechend viele Maschinen-Premieren für den amerikanischen Markt. Daneben spielen mittler-

weile auch Bodenschonung und Smart Farming eine zunehmende Rolle, um die durchschnittlich 434 ha grossen Farmen in den USA effizienter und nachhaltiger zu bewirtschaften.

US-Agrarwirtschaft Die in unseren Breitengraden oft vorherrschende Vorstellung, in den USA sei alles einfach mehrere Nummern grösser, kann aber pauschal so nicht bestätigt werden. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium erhebt alle fünf Jahre umfassende Daten über die dortige Landwirtschaft,


Ausstellung | Plattform

Als «Challenger 1000» hat Agco den Fendt «1000 Vario» auch auf dem amerikanischen Markt eingeführt.

Schwimmender Traktor: Die XXL-Reifen von Mitas machen es möglich.

um den Puls der Agrarzeit besser zu verstehen. Insgesamt gibt es zwei Millionen Farmer in den USA, aber die Betriebe sind dennoch vielfältig, wie die verschiedenen klimatischen Zonen in diesem weiten Land. Der Mais- und Weizengürtel erstreckt sich im Mittleren Westen wie ein breites Band. In den US-Staaten Iowa und Illinois zum Beispiel sieht man oft nur ein Maisfeld nach dem anderen und einmal Soja dazwischen. Noch weiter westlich in Nebraska werden grosse Felder ringförmig mit Kreisregen­ anlagen bewässert. Das Wasser wird mit Pumpen aus unterirdischen Seen gefördert. Im Durchschnitt fallen in der Region um Omaha nur 600 mm Niederschläge. Dort erzielen die Farmer 115 dt/ha, auf nicht bewässerten lehmigen Feldern werden noch 80 dt/ha geerntet. Grund für die hohe Maisdichte sind die relativ guten Marktpreise. Daher spielen Mais- und Getreidelager eine wichtige Rolle bei den US-Amerikanern. So hat fast jeder Farmer Lagermöglichkeit für mindestens zwei Ernten, um flexibel bei günstigen Marktprei-

sen verkaufen zu können. Aber viele splitten auch die Ernte auf und verkaufen vorab oder direkt bei der Ernte oder lagern nur einen Teil eben ein. Auffälligstes Kennzeichen einer US-Farm im Mais- oder Weizengürtel sind daher die grossen blechdosenförmigen Getreidesilos. In den letzten Jahren landete sehr viel Mais in den Ethanolfabriken, um daraus Treibstoff und Futtermittel zu gewinnen.

Dieser knickgelenkte Drescher von Tribine mit 35-m3-Korntank war ein Blickfang.

Mit Raupenlaufwerken sind auch Überladewagen ausgestattet.

Einfache Technik mit grosser Schlagkraft In Nordamerika sind grosse, doppelt bereifte Traktoren vorherrschend, die eher einfach ausgestattet sind. Dazu haben die Farmer entweder selber jeweils einen Mähdrescher oder die Druscharbeit übernehmen gut organisierte Lohnunternehmer. Meist säen die Farmer mit 16-reihigen Sämaschinen (auf 94 cm Reihenweite) in Kombination mit Flüssigdüngergaben. So ackern zwar nicht, sondern grubbern meist die rund 190 000 Traktoren in den USA – so gross ist der jährliche Marktumfang für Traktoren.

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Inzwischen ist der Trend zur Bodenschonung und zu Precision Farming auch bei den US-Farmern angekommen. Neben Mulchsaat sind auch bodenschonende Bereifung oder Bandlaufwerke für Überladefahrzeuge oder gezogene Feldspritzen zunehmend im Praxiseinsatz. Potenzial liegt aber im Bereich «Smart Farming» mit der Nutzung von vernetzten Daten von Wetterprognosen, Sortenauswahl, Biomasseaufwuchs ermittelt über Satellitenbilder und standortspezifische Düngung. Erst wenige Farmer setzen diese neue Technologie um. Aber das Angebot der internationalen Firmen steigt, wie es auf der Messe erkennbar war.

Eigene Getreidelager spielen auf den US-Farmen eine wichtige Rolle.

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Plattform | Forschung

Die maximale Belastbarkeit landwirtschaftlicher Böden wäre eigentlich längst erreicht. Bild: Apollo/Vredestein

Weniger Spitzenlasten dank Sensoren Böden sind unter Druck. Dies ist keine neue Erkenntnis und doch – so meint man – wird mehr davon gesprochen als dagegen unternommen. Mithilfe von Sensoren wird indes versucht, das Gewicht eines Traktors kontrollierter auf den Boden zu bringen. Ruedi Hunger Den Faktoren Bodenschonung und Steigerung der Schlagkraft bei reduziertem Kraftstoffverbrauch kommt bei der Entwicklung moderner Traktoren grosse Bedeutung zu. Während Bodenverdichtungen durch geringe Achslasten reduziert werden, sind zur Erzeugung höherer Zugkräfte entsprechende Maschinengewichte notwendig. Erforderlich ist daher ein Kompromiss mit möglichst grossen Kontaktflächen. Erreicht wird diese Forderung durch gezielte Verteilung des Fahrzeuggewichtes auf alle angetriebenen Achsen im Verhältnis zu den verwende48

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ten Reifengrössen und durch eine gezielte Absenkung des Reifeninnendrucks bis auf die Auslastungsgrenze des Reifens. Das nachfolgende Beispiel zeigt, ohne verschiedenste Sensoren sind so hohe Zielformulierungen gar nicht erreichbar.

Bodenschadverdichtungen Übersteigt der Bodendruck die Bodenfestigkeit wird von Bodenschadverdichtung gesprochen. Besonders entscheidend für den Vergleich von Bodendruck und Bodenfestigkeit, sind die Bodenschichten unterhalb der Krumenbasis (ab ca. 30 cm

Tiefe), da verdichtete Bodengefüge in dieser Tiefe nicht mit Standardgeräten wie Grubber oder Pflug rückgängig gemacht werden können. Während Bodendruck in den oberen Bodenschichten vor allem durch die Kontaktfläche, das heisst durch den Reifeninnendruck verursacht wird, bestimmt in den unteren Bodenschichten in erster Linie die vertikale Radlast den Bodendruck.

Manuelle Systeme sind am Anschlag Sämtliche am Traktor angreifenden Kräfte werden über die Kontaktfläche der Reifen


Recherche | Plattform

oder die Laufwerke auf dem Boden abgestützt. Der Reifeninnendruck und auch die vertikale Radlast können zum Teil durch den Traktorfahrer bestimmt werden, allerdings sind beide Werte über die Reifentragfähigkeit miteinander gekoppelt. Das heisst, zwischen Achslastverteilung und Reifeninnendruck besteht eine sensible Abhängigkeit. Kommt dazu, dass sich die im Stand ermittelten Achslasten im Arbeitsprozess durch dynamische Zugund Stützkräfte, welche vom Anbaugerät auf den Traktor übertragen werden, verändern. Auch Einflüsse aus Steigungen in Längs- und Querrichtung des Fahrzeuges ändern die Kraftverteilung auf die Räder. Aufgrund zahlreicher Einflüsse ist die heute bekannte Reifendruck-Regulier­ anlage zwar ein richtiger Ansatz, aber noch kein perfektes System. Von der Forschung wird ein vollautomatisches System angestrebt, das mittels Sensortechnik alle Parameter erfassen und daraus für jede Achse bzw. jedes Rad den optimalen Reifendruck berechnet.

an allen Reifen der gleiche Reifendruck eingestellt wird. Damit die resultierenden Reifenkräfte im Arbeitseinsatz permanent bestimmt werden können, ist ein in die Fahrzeugstruktur integriertes Radlastsystem notwendig. Selbst wenn die notwendige Sensortechnik dazu heute bekannt ist, müssen noch verschiedene Störeinflüsse berücksichtigt werden. Beispielsweise müssen unterschiedliche Kalibrier-

funktionen genutzt werden, wenn der Traktor mit Radballast oder Zwillingsbereifung ausgestattet wird. Weiter müssen die gewählte Spurbreite und die verwendete Reifen-Felgen-Kombination bekannt sein. Es bleibt also noch einiges zu tun. Klar ist vorerst nur so viel: Ein integriertes Radlast-Messsystem für Traktoren ist ohne die Verwendung verschiedenster Sensoren gar nicht zu realisieren.

Achslastverhältnisse sensorisch erfassen Bei gefederten Achsen sind bereits Verfahren bekannt, welche den Belastungszustand des hydraulischen, pneumatischen oder hydropneumatischen Federungssystems erfassen. Bei ungefederten, pendelnden Achsen kann der Pendelbolzen oder die achsseitige PendelbolzenAufnahme zur Anordnung einer Achslastsensorik genutzt werden. Ein neueres Verfahren misst den Abstand zwischen Reifenfelge und Reifenlatsch mittels Ultraschalltechnologie. Ein weiterer Ansatz ist das Messen der Distanz zwischen Achsgehäuse und dem Radflansch mit Abstandssensorik, um daraus schliesslich die Radlast zu ermitteln. Für starre Achsen bietet sich die Erfassungsmethode mit Dehnungsmessstreifen an, welche die Bauteilverformungen aus vertikalen Radbelastungen im Achsgehäuse erfasst. Die Umsturzwarnung bei Tele­skopladern beruht zum Teil schon auf einem kapazitiven Abstandssensor, der die Verformung eines Achsgehäuses durch die wirkende Radlast misst.

Mithilfe von umfassender Sensortechnik könnten Radlasten und Reifendruck optimal verteilt werden. Bild: Continental

Stand der Messtechnik zur integrierten Radlastmessung für Traktoren (Quelle: VDI-Tagung 2017) Mögliche Einbaulage von Sensoren Reifeneinfederung

Abstandsmessung zwischen Reifenfelge und Reifenlatsch, abhängig von der Belastung und der Temperatur.

Spannung/Verformung der Felge

Felge, die zur Erfassung von Kräften und Drehmomenten für alle drei Raumrichtungen direkt am Rad geeignet ist.

Abstand zwischen Achsgehäuse/Radflansch

Messen der Distanz zwischen dem Achsgehäuse und dem Radflansch, um daraus auf Abstandssensorik die Radlast zu schliessen.

Spannung/Verformung des Achsgehäuses

Erfassungsmethode für starre Achsen. Dabei wird die aus vertikaler Radbelastung resultierende Bauteilverformung gemessen.

Dehnungsmesssensorik

Traktionsparameter am Rad

Drehmomentsensor, welcher im oder vor dem Achsgehäuse eingebaut und auf die Antriebswelle zum Rad ausgerichtet wird.

Passive Magneto­ striktion bzw. Dreh­ moment-Sensor

Schlussfolgerung Ein bodenschonender Traktoreinsatz in der Landwirtschaft macht es erforderlich, dass Fahrzeugmasse und Reifen­ innendrücke einerseits möglichst gering und anderseits aufeinander abgestimmt sind. Diese Voraussetzung erlaubt, dass

Sensor-Typ Ultraschalltechnologie Radkraft-Sensoren (Messfelge)

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Plattform | Hintergrund

Der Brückenbauer Landwirtschaft 4.0 steht für Vernetzung. In der Praxis ist aber alles gar nicht so einfach, da oft jeder Hersteller und Anbieter sein eigenes «Süpplein» kocht. Doch mit Ausdauer schafft man es sogar, dass John Deere und Fendt sich verstehen. Ruedi Hunger

Da haben zwei verstanden, was Landtechnik 4.0 bedeuten kann. Bilder: Pukowski/zvg

Es wird noch viele Brückenbauer brauchen, bis alles so vernetzt ist, wie es sich die Fachwelt von «Landwirtschaft 4.0» vorstellt. Nachfolgend ein Beispiel, welches zeigt, dass es nicht immer ein Grosser sein muss, auch ein einfacher Tüftler vom Lande kann die Lösung bieten. Die Rede ist von einem jungen Unter­nehmen in Kanada, namens Agra-­GPS Ltd. Der Firmengründer, Johannes Heupel, hat sich zum Elektroingenieur ausbilden lassen. Vor einiger Zeit übernahm er dann die Farm seines Vaters und wurde damit mit den Unzulänglichkeiten elektrischer Systeme konfrontiert. Er stellte fest, was Andere auch feststellen, nämlich dass Maschinen unterschiedlicher Hersteller oft nicht kompatibel sind.

Die Bridge-Box Der Einsatz von GPS-Elektronik auf seiner 2500 ha grossen Farm in Alberta war eine rein ökonomische Frage. Doch wollte er seinen gesamten Fuhrpark über ein einziges GPS-System führen. Als Grundlage diente ihm John Deere AutoTrac und StarFire. Seine Vorstellungen umzusetzen, die Claas-­Mähdrescher mit denselben Signalen zu steuern, kostete ihn drei 50

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Und sie verstehen sich doch – eine Bridge macht’s möglich, dass Fendt die John-Deere-Sprache versteht.

Jahre Entwicklungsarbeit. Dann war es geschafft. Dank einer «Übersetzungselektronik» war das AutoTrac-Lenksystem und damit StarFire auch für andere Maschinen nutzbar. Diese Übersetzungselektronik ist ein Brückenschlag. Die Can-Bus-Signale der Maschine werden gelesen, in John-Deere-­ Befehle übersetzt und an das System übermittelt. Umgekehrt empfängt die «Bridge» Positionsdaten und Befehle von John Deere StarFire und erstellt daraus Lenkbefehle für die jeweilige Maschine.

Installation Vier Teile werden gebraucht: John Deere Terminal, StarFire-Empfänger, die Bridge-­ Box und die passenden Adapterkabel. Alles wird fix eingebaut, und wenn die Lenksystem-Vorbereitung bereits im Traktor installiert und in der Lage ist, die Befehle weiterzuverarbeiten, dann ist der Einsatz der Bridge kein Problem. Sind auf der jeweiligen Maschine ein StarFire-­ Receiver, das John-Deere-Display und die Bridge installiert, lässt sich das Lenk­ system nutzen. Alle Sicherheitsfunktionen des Traktors und des John-Deere-­ Systems bleiben erhalten.

Online-Service In Europa läuft der Verkauf über Nicolai Pukowski in D-31171 Nordstemmen (Deutschland). Der ausgebildete Landwirt arbeitete auf der Farm des Firmengründers. Zurück in Deutschland machte er sich anschliessend mit Agra-GPS selbstständig. Rund 300 Systeme laufen bereits in ganz Europa, davon fast die Hälfte in Deutschland. Sollte einmal ein Problem auftreten, kann er mit einem Diagnoseprogramm auf seinem Laptop auf das System zugreifen und den Fehler beheben. Was mit der «Konversation» zwischen Claas und John Deere begann, gibt es zwischenzeitlich für Claas, Fendt, Massey Ferguson, Challenger, Valtra, JCB, Horsch, Leeb, Agrifac, Versatile, Krone, Case IH und New Holland.

Fazit Echte Brückenbauer, wie Heupel und Pukowski, braucht Landwirtschaft 4.0 noch viele, wenn die Vernetzung erfolgreich verlaufen soll. Noch einfacher wäre, wenn sich alle Hersteller und Software-Anbieter auf eine Sprache einigen könnten. (Quellen: www.agra-gps.com, «Eilbote»)


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L2055428

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L1564186 Timberjack 1270, 1992, 16272h, Preis: auf Anfrage. KELLER Forstmaschinen AG, 4537 Wiedlisbach, Stefan Keller, Tel.: +41 32 636 04 44, www.keller-forstmaschinen.ch

L1231247 Bayerwald BW-E 710, 2005, 10/8 PS/kW, 50h, Preis: SFR 1.100,- (exkl. Normalsatz (7, 7 %)) KELLER Forstmaschinen AG, 4537 Wiedlisbach, Stefan Keller, Tel.: +41 32 636 04 44, www.keller-forstmaschinen.ch

L2081704 Farmtech Superfex 700, 2018, 7m³, Preis: SFR 20.500,- (Normalsatz (7,7 %)) Schär Landtechnik AG, 3368 Bleienbach, Hansruedi Schär, Tel.: +41 62 922 35 65, www.schaer-landtechnik.ch

L2055416 5125, 2017, 125/92 PS/kW, 100h, Preis: SFR 85.000,- (Normalsatz (7,7 %)) VÖLLMIN LANDTECHNIK AG, 4466 Ormalingen, Tel.: +41 61 9858666, www.voellmin-landtechnik.ch

, Preis: auf Anfrage. VÖLLMIN LANDTECHNIK AG, 4466 Ormalingen, Tel.: +41 61 9858666, www.voellmin-landtec hnik.ch

L2055425


Passion | Report

Holprige Anfänge im Schweizer Traktorenbau Der Schweizer Traktorenverband kämpfte in den Nachkriegsjahren an vorderster Front für Vereinheitlichungen am Traktor. Die Angaben zur Motorleistung sollen vergleichbar und der Austausch von Anbaugeräten am Traktor mittels einheitlichem Geräteanbau und normierter Zapfwelle einfacher sein. Edwin Stadler*

Der im Jahre 1957 neu in Betrieb genommene Traktorenprüfstand am Strickhof Zürich. Rechts der Anschluss für die Messung an der Zapfwelle, links jener für die Messung der Motoren. Bilder: zvg

Die restriktiven Importkontingente von 1931 bis 1946 – es durften damals maximal 100 Traktoren aus dem Ausland importiert werden – führten dazu, dass sich zu viele Schweizer Traktorhersteller den kleinen Markt zu teilen versuchten. Die kleinstrukturierte Landwirtschaft konnte sich die teuren Schweizer Markentraktoren kaum leisten, geschweige denn die für den Traktorzug angepassten Maschinen. Mit einem vereinheitlichten Geräteanbau und normierter Zapfwelle hätte man die Maschinen unter den Bauern austauschen und erheblich Kosten einsparen

*Edwin Stadler war während rund 40 Jahren bis zu seiner Pensionierung 2005 für die Schweizer Traktorprüfungen – zuletzt an der Agroscope in Tänikon – verantwortlich.

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Schweizer Landtechnik 12 2018

können. Der Schweizer Traktorenverband – Vorgänger des heutigen Schweizerischen Verbands für Landtechnik (SVLT) – erhob bereits im Jahre 1939 die Forderung nach einer Vereinheitlichung. Trotz der eindringlichen Appelle an die Traktorhersteller konnten diesbezüglich auch zehn Jahre später noch kaum Fortschritte verzeichnet werden. Als im Jahre 1947, gegen die Proteste der einheimischen Traktorenhersteller, die Importkontingente für ausländische Traktoren auf 1000 pro Jahr erhöht wurden, kamen zunehmend Traktoren aus den USA und England auf den Schweizer Markt. Diese waren bezüglich der Normalisierung von Zapfwelle und Geräteanbau den Schweizer Traktoren, ganz zum Leidwesen der einheimischen Traktorenbauer, weit überlegen. Die Vorteile des normierten Drei-

punkt-Geräteanbaus (System «Harry-Ferguson») am Traktorheck, und damit der einfache Austausch der Arbeitsgeräte, waren unübersehbar.

Sonderschau «Normierung am Traktor» geplatzt Die Vereinheitlichung von Traktorzapfwelle und des heckseitigen Geräteanbaus wurde vom Traktorenverband wiederholt und mit Nachdruck gefordert. Anlässlich der interkantonalen Landmaschinenschau in Brugg vom 1. und 2. April 1949 sollte deshalb auf Wunsche des Traktorenverbandes eine Sonderschau zu diesem Thema stattfinden. Das zwei Jahre zuvor neu gegründete schweizerische Institut für Landmaschinen und Landarbeitstechnik (IMA) mit Sitz in Brugg wurde mit der Durchführung beauftragt.


Report | Passion

Gegen diese Einmischung wehrten sich die einheimischen Traktorhersteller mit allen Mitteln, an vorderster Front Hans Hürlimann. Nach seiner Überzeugung würden die «gschtudierten Herren von Brugg» die internationalen Normierungen nur deshalb verteidigen, damit sie auf Staatskosten in alle Herren Länder herumreisen könnten. Die Vorbereitungen für die Sonderschau, ergänzt mit Vorträgen von Fachleuten des IMA, waren weitestgehend abgeschlossen, als von der Markthallengenossenschaft – sie war zuständig für das Ausstellungsgelände – beim Traktorenverband die Mitteilung eintraf, dass die angekündigte Sonderschau nicht stattfinden könne. Der Initiant der Schau, der schweizerische Landmaschinenverband, habe mit der Markthallengenossenschaft vertraglich vereinbart, dass während der Zeit der Ausstellung in Brugg und Umgebung keine derartigen Vorführungen stattfinden dürfen, ansonsten die Markthallengenossenschaft mit einer Klage und Entschädigungsforderungen wegen Vertragsbruch rechnen müsste. In der Folge wurde die Sonderschau kurzfristig wieder abgesagt und die Normierung und Vereinheitlichung der Traktoren ein weiteres Mal hinausgeschoben.

Traktorenverband bemängelt unterschiedliche Leistungsangaben Viele Reklamationen aus der Praxis zeigten, dass die Motorleistungsangaben der Traktorhersteller nicht immer der Realität entsprechen konnten. Zu oft kam es vor, dass der neu gekaufte Traktor, der laut Herstellerangabe mehr PS aufwies, den Miststreuer des Nachbarn, der einen we-

sentlich schwächeren Traktor besass, nicht anzutreiben vermochte oder eine schwere Last nur langsamer den Berg hinaufziehen konnte. Weil aber die PS-Angaben zu unterschiedlich waren und es in der Schweiz keine unabhängige Prüfstelle gab, welche die Motorleistung messen konnte, blieben die Ungereimtheiten bestehen. Zu oft standen die Aussage des neuen Traktorbesitzers und jene des Verkäufers gegenüber. Einmal mehr war es dann der Traktorenverband, der den Missstand anprangerte und 1956 mit Nachdruck eine unabhängige Traktorenprüfstelle forderte. Bereits ein Jahr später konnte mit finanzieller Unterstützung von Bund, Bauernverband, Landmaschinenverband, Traktorenverband und dem Kanton Zürich an der ehemaligen landwirtschaftlichen Schule «Strick­­­hof» in Zürich ein neuer Traktorenprüfstand unter Führung des IMA in Betrieb genommen werden.

Messergebnisse bestätigen Differenzen An insgesamt 30 Traktoren, davon 15 aus Schweizer Produktion, wurden die Leistung an der Zapfwelle, der Treibstoffverbrauch und das Gewicht gemessen. Die Teilnahme an der Vergleichsprüfung war für die Traktorhersteller und Importeure freiwillig. Aus Schweizer Sicht waren die Marken «Bucher», «Bührer», «Hürlimann», «Meili», «Alpina-Oekonom», «Vevey» und «Vogel» vertreten, bei den Ausländern waren es die Traktormarken «Deutz», «Fendt», «Massey-Ferguson», «Ford», «Hanomag», «IHC», «Lanz» und «Steyr». Nach Treibstoff aufgeteilt, wurden deren 5 mit Benzin und 25 mit Die-

Die Vevey-Traktoren zählten schweizweit zu den fortschrittlichen Traktoren: 3-Punkt-Hydraulik, normierte Zapfwelle, Spur-Verstellräder hinten und vorne waren Serienausrüstung.

seltreibstoff betrieben, letztere mit Vorkammer- oder Direkteinspritzung. Nach Art der Kühlung aufgeteilt, funktionierten 6 mit Luftkühlung, 24 mit Wasserkühlung. Eine Besonderheit war der Motor des Hürlimann «D80 SSK», der mit einem Kompressor vom Typ «Roots-Gebläse» ausgerüstet war. Das über Keilriemen angetriebene Aufladegebläse sorgte bereits damals für eine bessere Luftfüllung der Zylinder und für ein gutes Drehmoment bei unteren Drehzahlen. Der Mehrpreis für den Auflader wurde mit CHF 975.– angegeben. Die gemessene Leistung der geprüften Traktoren lagen je nach Fabrikat und Typ bis zu 30 % unter den Herstellerangaben. Die Verbrauchunterschiede zwischen dem sparsamsten und dem durstigsten Traktor wurde bei den Benzinmotoren mit bis zu 40 und bei den Dieselmotor-Traktoren mit bis zu 50 % gemessen. Die Zapfwellen-Normdrehzahl von 540 U/min wurde von 20 der geprüften Traktoren eingehalten und dürfen der Norm entsprechend beurteilt werden, 10 Traktoren hatten mit bis zu 750 U/min die Normdrehzahl aber massiv überschritten. Das IMA führte am Prüfstand Strickhof 1964, 1966 und 1969 weitere Traktortestserien durch; dabei wurde auch die Normgerechtigkeit und die Hubkraftmessung am heckseitigen Dreipunktanbau mit in die Prüfung einbezogen.

Nach 60 Jahren war Schluss Mit der Überführung des IMA in Brugg und der Gründung der Forschungsanstalt FAT (heute Agroscope) in Tänikon TG im Jahre 1969 verlegte man den Traktorenprüfstand vom Strickhof nach Tänikon. Das Prüfprogramm wurde laufend den internationalen OECD-Prüfregeln für Traktoren angepasst, unter anderem kamen Lärm- und Abgasmessungen dazu. Der Prüfstand erfuhr mehrmals eine Erweiterung, Leistungsmessungen bis 300 PS waren möglich. Die Traktortests erfolgten nun in regelmässigen jährlichen Zeitabständen, gegen 600 Testberichte wurden veröffentlicht. Die FAT-Testberichte fanden bei Praxis und Beratung bis weit über die Landesgrenzen hinaus grosse Beachtung. Im Jahre 2017, genau 60 Jahre nach Inbetriebnahme des ersten Traktorenprüfstandes am Strickhof, wurde der schweizweit einmalige Traktorenprüfstand in Tänikon aus Kostengründen stillgelegt, somit sind in der Schweiz vorerst keine derartigen Traktorprüfungen mehr möglich. 12 2018 Schweizer Landtechnik

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Passion | Youngtimer

Landwirt und Maschinist Raphael Elmiger fährt auf dem Hof Oberbühl in Ermensee LU einen äusserst gepflegten und zuverlässigen «AgroXtra 4.17». Bilder: D. Senn

Der verlässliche Deutz «AgroXtra 4.17» Im Jahre 2016 stellt Landwirt Raphael Elmiger in Ermensee LU auf Mutterkuhhaltung um. Daneben betreibt Mutter Claudia einen florierenden Partyraum. Eine verlässliche Stütze auf dem Hof ist der Deutz «AgroXtra 4.17». Dominik Senn

Der Landwirt, Chauffeur und Maschinist Raphael Elmiger mit Jahrgang 1988 lernt früh auf eigenen Beinen zu stehen. Während der Ausbildung zum Landwirt, 15-jährig, verliert er seinen Vater, drei Jahre nach der Aussiedlung der Familie aus dem Dorf Ermensee auf den Hof Oberbühl. Mit zwanzig Altersjahren übernimmt der Jungbauer den Betrieb, um seine Mutter Claudia zu unterstützen. Sie wiederum hat auf diesen Zeitpunkt hin die Wirteprüfung abgelegt und in der Remise einen Partyraum eröffnet, um ein Nebeneinkommen zu erwirtschaften. 54

Schweizer Landtechnik 12 2018

Werbung für die Landwirtschaft Es folgen arbeitsreiche Jahre. Der Partyraum floriert. Die Nachfrage ist gross. Ermen­ see liegt idyllisch zwischen dem Baldegger- und dem Hallwilersee. Hochzeitsgesellschaften, Geburtstagsgäste, Geschäftsleute und Partyvolk lassen es sich im 60 Plätze fassenden Partyraum und auf dem Grillplatz gut gehen, denn man ist weitab von Wohngebieten in freier Natur unter sich und stört niemanden. Ein bis zwei Anlässe pro Woche das ganze Jahr durch, mit oder ohne Koch/ Catering, beträgt inzwischen die durch-

schnittliche Belegung – und generiert so nebenbei «beste Werbung für die Landwirtschaft», sagt Raphael Elmiger. So könnten sich vor allem Kinder kaum mehr vom Anblick der Kälbchen lösen.

Auf Mutterkühe umgestellt Der 20-ha-Milchwirtschaftsbetrieb – auf 43 Kühe oder rund 30 Mutterkühe mit Kälbern ausgelegt – ist ungleich arbeits­ intensiver. Rund 2,5 ha werden für Maisund 1 ha für Weizenanbau berechnet, der Rest sind Grasland und Ökoflächen. Raphael Elmiger ist gefordert. Vor allem das


Youngtimer | Passion

Melken am 2x2-Tandem-Melkstand sei mühsam gewesen. Ferien und freie Sonntage habe er kaum gekannt. Dazu kommt, dass er auswärts in einem Tiefbauunternehmen in Teilzeit als Maschinist arbeitet. Der Arbeitsbelastung entgegnet er im Jahre 2016 mit Umstellung auf Mutterkuhhaltung: «Derzeit halte ich 16 Mutterkühe, ausgelegt ist der offene Stall auf etwa 30. In Zukunft werde ich die Viehhaltung noch beträchtlich aufstocken.»

«Das Nötige selber machen» «Ich vertrete bei der landwirtschaftlichen Produktion die Auffassung, das Nötige selber zu machen, was meine Maschinen hergeben, und das Übrige Lohnunternehmern zu überlassen», sagt er. Der leidenschaftliche Maschinist sieht es als Glücksfall, dass im benachbarten Hämikon der heutige John-Deere-Händler «Baschi» Sebastian Bucher früher die Deutz-Vertretung besessen hat. Dadurch ist der Betrieb – noch vor der Aussiedlung – im Jahre 1993 zu einem neuen Deutz «AgroXtra 4.17» gekommen, welcher heute mit 5800 Betriebsstunden und 57,4 kW Leistung aus einem «KHD-4»-Zylinder-Motor des Typs «F 4L913» immer noch zuverlässig seine Dienste tut, mit Frontlader für den Maisballentransport und sonst für Einsätze mit dem Doppelschwader und Kreisler. «Die schräg abfallende Motorhaube war damals ein Blickfang. Sie hat den Vorteil, dass man sieht, was vorne passiert», sagt Raphael Elmiger. Der «AgroXtra» erlaube ein für einen 25-jährigen Traktor «erstaunlich angenehmes Fahren». Wichtig sei, die Kupplung beim Schalten gut durchzudrücken. Bei Front­ laderarbeiten müsse immer nahe am Schleifpunkt gefahren werden.

Richtige Grösse für den Betrieb «Der 3405 kg schwere AgroXtra ist vielseitig für tägliche Arbeiten einsetzbar. Er ist sehr zuverlässig und hatte noch keine gravierenden Schäden bzw. Reparaturen, denn je weniger Schnickschnack an einem Traktor dran ist, desto weniger geht kaputt. Er hat überdies die richtige Grös­ se für meinen Betrieb», schwärmt er. Für die schwereren Arbeiten steht ihm überdies ein sechsjähriger 100-PS-Claas zur Verfügung. Was auffällt, beide Traktoren sind äusserst gepflegt und gut gewartet. «Ich habe ein gesundes Augenmass für Sauberkeit», bestätigt der landtechnik­ interessierte Landwirt, «und was ich selber an Reparatur- und Servicearbeiten verrichten kann, das mache ich auch.»

«Man sieht, was vorne passiert», sagt Raphael Elmiger zum Vorteil der schräg abfallenden Motorhaube; der Frontlader ist nachträglich angebaut worden.

Der einmillionste Deutz-Traktor war ein «AgroXtra 4.17» Der «AgroPrima», der «AgroXtra» (auch als Plus Power) und der stärkere «AgroStar» gehören noch zur Deutz-Fahr-«DX»-Serie. Die «DX»-Typenreihe gab es seit 1978, als Nachfolgerin der Sechszylindermodelle der «D-06»er-Reihe. Ab 1980 wurde sie von den Modellen der «D-07»er-Reihe um Zwei-, Drei- und Vierzylindermodelle nach unten ergänzt. Es wurden weitgehend dieselben Komponenten wie bei der «DX»-Serie verwendet und ausschliesslich Getriebe von Deutz verbaut. Der «Agro­ Xtra» erhielt erstmals eine Freisichthaube, eine stark zur Front hin abfallende Motorhaube. Das war möglich, da die verwendeten Deutz-Dieselmotoren luftgekühlt und somit kleiner als wassergekühlte Motoren waren. Der «Agro»-Serie folgte 1995 die «Agrotron»-Serie. Der einmillionste Deutz-Traktor, seit Beginn des Traktorenbaus bei Deutz 1926, war ein 1992 hergestellter «AgroXtra», der in Silbergrau lackiert worden war. Die «DX»-Baureihe war die erste Traktorenbaureihe von Deutz-Fahr, die mit dem Deutz-Fahr-Schriftzug verkauft wurde. Die Vorgängerbaureihe trug, obwohl Deutz das Unternehmen Fahr bereits 1975 übernommen hatte, nur den Schriftzug Deutz. Lackiert war diese Baureihe in Deutzgrün 74, das bereits beim «D-06» ab 1974 verwendet wurde. Das Aussehen war gegenüber der «06»-Baureihe auch we-

sentlich überarbeitet. So besassen die Vertreter eine neue trapezförmige Motorhaube mit einem bei einigen Modellen seitlich geführten Auspuffrohr und eine Kabine vom Typ «Mastercab», die sich an jener des Deutz «Intrac» inspirierte und eine gute Rundumsicht erlaubte. Als Motoren kamen ausschliesslich luftgekühlte Dieselmotoren von Deutz zum Einsatz, die teilweise über einen Turbolader verfügten. 1978 wurden die Modelle «DX 85», «DX 90», «DX 110», «DX 140», «DX 160» und «DX 230» vorgestellt, gefolgt 1980 von den Modellen «DX 80», «DX 86», «DX 92», «DX 120», «DX 145» und «DX 250». Viele Modelle dieser ersten «DX»-Baureihe besassen das neue «TW 90»er-Getriebe. Bei den Modellen ab 200 PS kamen Getriebe von ZF Friedrichshafen zum Einsatz. 1984 wurden dann alle bisherigen «DX»-Modelle durch eine neue überarbeitete «DX»-Reihe abgelöst, deren Nummerierung sich aus einer Ziffer (die meist der Zylinderzahl entsprach) und einer durch einen Punkt abgesetzten zweistelligen Ziffernfolge zusammensetzte. Die Modelle der «DX»-Baureihe wurden, nachdem Deutz den US-amerikanischen Landmaschinenhersteller Allis-Chalmers übernommen hatte, unter dem Markennamen Deutz-Allis auch in den USA verkauft. Quelle: Freie Enzyklopädie Wikipedia

12 2018 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

AG Am Puls der Forschung

Stolpersteine im Strassenverkehr

Im Anschluss an die ruhig verlaufene Generalversammlung in Eiken besuchte die Aargauer SVLT-Sektion das Forschungs- und Entwicklungszentrum der Firma Syngenta in Stein AG.

Ganz im Zeichen des landwirtschaftlichen Strassenverkehrs stand die heurige Jahresversammlung der Kommission Landtechnik des Verbands Thurgauer Landwirtschaft in Weinfelden.

Roman Engeler

Dominik Senn

Traditionell ist das Programm der jährlichen Versammlung der Aargauer Sektion zweigeteilt: morgens der geschäftliche Teil, nachmittags ein Fachbesuch. Heuer fand dieser in Stein AG am globalen Zentrum für Forschung und Entwicklung von Syngenta statt. Syngenta, heute in chinesischem Besitz, sieht sich immer noch als Schweizer Unternehmen und beschäftigt in unserem Land 2800 Mitarbeitende, rund 10 % davon in Stein, wo vor allem an Insektiziden und Fungiziden geforscht wird. Bis ein zugelassenes Verkaufsprodukt vorliegt, brauche es bis zu zehn Jahren Forschung und gegen 25 000 Feldversuche, erfuhren die 100 Teilnehmenden auf dem zweistündigen Rundgang durch die Anlagen. Rund 2500 Forschende seien in der Regel involviert, die Entwicklungskosten für ein einzelnes Produkt beziffert Syngenta mit CHF 200 Mio. Der Umgang mit Pflanzenschutzmitteln verlangt heute grosse Sorgsamkeit und ist eigentlich nur etwas für Profis – von der Forschung über den Vertrieb bis zur Anwendung auf dem Feld. Dessen sind sich eigentlich alle bewusst – und dies nicht erst, seit politisch von verschiedener Seite enorm Druck gemacht wird. Neben der Wahl des Mittels gibt es verschiedene Einflussfaktoren zu berücksichtigen: Zeitpunkt, Witterung, Düsentyp, Tropfgrösse, Wassermenge oder Fahrgeschwindigkeit, um nur einige zu nennen.

Josef Enk, Balterswil, Fachexperte beim Thurgauer Strassenverkehrsamt, und Rechtsanwalt Stephan Stulz, Strassenverkehrs-Spezialist, referierten an der Jahresversammlung der VTL\Landtechnik über die soeben beschlossenen Neuerungen im Strassenverkehrsgesetz und über Stolpersteine im Umgang mit Strafverfolgungsbehörden. Josef Enk kam in seinem Referat insbesondere auf die Thematik Bremsen zu sprechen. Stephan Stulz riet den anwesenden Landwirten, sich im Falle eines Unfalls nicht zu vorschnellen Aussagen verleiten zu lassen und besondere Vorsicht bei unsicheren, unklaren und unlogisch erscheinenden Fragestellungen durch die Polizei walten zu lassen. Das Unfallprotokoll müsse auch nicht zwingend sofort unterschrieben werden, sondern man solle es immer genau kontrollieren bzw. studieren und allenfalls Korrekturen anbringen oder beantragen.

Gute Beteiligung

Den statutarischen Teil brachten Sektionspräsident Pascal Furer, Geschäftsführer Thomas Vögeli und Hansjörg Furter schnell über die Bühne. Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn ab, der Jahresbeitrag bleibt unverändert bei CHF 95.– und das Jahresprogramm, mit der Einladung zur Versammlung allen in einer Broschüre zugestellt, orientiert sich an jenem des Vorjahrs. Wermutstropfen: Wegen mangelnder Teilnahme musste man bereits zwei Kurse absagen, darunter mit dem Maschinenkosten-Kurs eine für die Betriebsfinanzen doch zentrale Frage.

Nicht weniger als 150 Personen durfte der Präsident der Kommission Landtechnik Rolf Kuhn zur Versammlung im Restaurant zum Trauben begrüssen. Er machte weiter auf die neue Website-Adresse www.vtl-landtechnik.ch aufmerksam. Geschäftsführer Markus Koller orientierte über rege Beteiligungen an Verkehrsschulungen. So besuchten 117 Teilnehmende die Traktorenvorbereitungskurse Kat. M/G. Unter Dienstleistungen verzeichnete der VTL\Landtechnik im Berichtjahr immerhin 56 Spritzen­tests bei Obstsprayern und 98 Feldspritzentests sowie diverse Maschinenschätzungen und Elektroinstallationskontrollen. Am Traktorengeschicklichkeitsfahren am Arenenbergertag beteiligten sich 98 Fahrerinnen und Fahrer, «ein grosser Erfolg», sagte Markus Koller. Ausgeschrieben sind pro Januar/Februar wieder Badeferien in Bad Birnbach und eine Russlandreise vom 4. bis 14. Juni sowie eine Exkursion am 13. Februar zum Lohnunternehmen Estermann AG in Eschenbach LU und zu den Kaltbach-Käsehöhlen.

Neue Technik versus lange Erfahrung: Ronald Wohlhauser, Leiter Applikationstechnik bei Syngenta, in Diskussion mit Vorstandmitglied Paul Müri. Bild: R. Engeler

Geschäftsführer Markus Koller, Josef Enk, Stephan Stulz und Präsident Rolf Kuhn an der Jahresversammlung der Kommission Landtechnik des VTL in Weinfelden. Bild: D. Senn

Ruhiges Geschäftsjahr

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TG

Schweizer Landtechnik 12 2018


Sektionen | SVLT

Generalversammlungen  SG

AR

AI

GL

TI Montag, 18. Februar 2019, 19.30 Uhr Cadenazzo

NW

Samstag, 5. Januar 2019, 9.45 Uhr Restaurant Golfplatz, Gonten

Mittwoch, 20. Februar 2019, 20.00 Uhr Rochushostatt 1, 6370 Oberdorf

ZH

GR

Mittwoch, 9. Januar 2019, 9.30 Uhr Strickhof, Wülflingen

Mittwoch, 20. Februar 2019, 20.00 Uhr Plantahof, Landquart

SH Donnerstag, 17. Januar 2019, 20 Uhr Restaurant Altes Schützenhaus, Schaffhausen

VD

NE Freitag, 22. Februar 2019, 13.15 Uhr

SZ

Mittwoch, 23. Januar 2019, 10.15 Uhr Centre de protection civile, Gollion

Donnerstag, 7. März 2019, 20 Uhr Rothenthurm

GE

AG

Mittwoch, 30. Januar 2019, 10.30 Uhr Salle communale de Meinier

Kurs Motorsägenunterhalt

ZG

Samstag, 26. Januar 2019, 8.30–12.00 Uhr Landw. Zentrum Liebegg, 5722 Gränichen, Werkstatt

Donnerstag, 31. Januar 2019, 19.45 Uhr Steinhausen

FR Mittwoch, 13. Februar 2019, 9.30 Uhr Schwarzsee

Eine leistungsfähige und sichere Arbeit im Wald hängt nicht zuletzt von einer gut gewarteten Motorsäge ab. Am Kursmorgen führen Sie einfache Wartungsarbeiten an Ihrer eigenen mitgebrachten Motorsäge durch und erhalten Informationen, wie Sie Ihre Motorsäge pflegen können. Die Kursthemen sind: Kettenunterhalt, Störungssuche und Wartungsarbeiten. Kursleiter ist Urs Wunderlin, Förster, Oberkulm. Die Kosten betragen für Mitglieder des AVLT Fr. 50.–, für Nichtmitglieder Fr. 70.–. Anmeldung bis 16. Januar 2019 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramo­na Jutzeler, 062 855 86 15, E-Mail: kurse@liebegg.ch

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12 2018 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

Jahrestagung 2019 der Aargauer Maschinenringe und Maschinengemeinschaften Donnerstag, 17. Januar 2018, 13.30–16.00 Uhr Stadelmann + Stutz AG, Bruggmattweg 12, Fahrwangen Bei diesem Kurs geht es um Erfahrungsaustausch zwischen den Maschinenringen und Maschinengemeinschaften im Kanton Aargau. Besichtigt wird die Holzbaufirma Stadelmann + Stutz AG, Fahrwangen, welche seit 30 Jahren innovative Bauprojekte mit Holz realisiert. Anschliessend ist Erfahrungs­austausch im Restaurant Bauernhof, 5618 Bettwil. Anmeldung bis 10. Januar 2019 an Hansjörg Furter, LZ Liebegg, 5722 Gränichen, 062 855 86 27, hansjoerg.furter@ag.ch

BL Theoretische Führerprüfung Kat. F/G Der Verband für Landtechnik beider Basel und Umgebung organisiert für Jugendliche, welche im Jahre 2019 14 Jahre alt (Jahrgang 2005) oder älter werden, Vorkurse und Prüfungen für die theoretische Führerprüfung Kat. F/G. Vorkurs: Mittwoch, 30.1.2019, 13.30 Uhr. Prüfung: Samstag, 16. Februar 2019 Vorkurs: Mittwoch, 8.5.2019, 13.30 Uhr. Prüfung: Samstag, 25.5.2019 Vorkurs: Mittwoch, 30.10.2019, 13.30 Uhr. Prüfung: Samstag, 16.11.2019. Durchführung der Vorkurse: 13.30 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach, Kurslokal 1 Durchführung der Prüfungen: 9.00 Uhr Motorfahrzeugprüfstation (MFP), Münchenstein Kurskosten: Mitglieder Fr. 40.–, plus Lern-CD Fr 40.–, Nichtmitglieder Fr. 80.–, plus Lern-CD Fr. 40.–. Anmeldung bis spätestens 30 Tage vor Kursbeginn an: Marcel Itin, Hof Leim 261, 4466 Ormalingen, 076 416 27 13, marcelitin@ gmx.ch; bitte unbedingt Kurs und Geburtsdatum angeben.

LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands Fr. 70.–, für Nichtmitglieder Fr. 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 16. Januar 2019, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder Fr. 300.–, für Nichtmitglieder Fr. 320.–. Nächste Termine: Kurs 601: jeweils Samstag, 16./23. März 2019, 12.00–16.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder Fr. 220.–, für Nichtmitglieder Fr. 240.– Nächste Termine: Kurs Nr. 401: 4 Abende jeweils Montag/Dienstag, 21./22./28./29. Januar 2019, jeweils in Sursee Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 + 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lek­ tionen): für Mitglieder Fr. 539.–, für Nichtmitglieder Fr. 579.– Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen, während vier Wochen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg ist jederzeit möglich. Der nächste Kurs beginnt am 11. Januar 2019; Durch­führung jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

SG

AR

AI

GL

Kreisversammlungen mit Referaten

FR Bremsenkontrolle 2018 Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) erhält die Bremstestkampagne aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km/h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer im Besitz einer genauen Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Fachbetrieben für Anhängerbremsen erstellt wird. Sie findet statt in der Nähe Ihres Wohnortes in dafür ausgerüsteten Ateliers. Die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.­agrotecsuisse.ch zu finden. Wichtig: Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet sein. Für seine Mitglieder bietet der FVLT einen Rabatt von 50 Franken pro Achse. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA/FVLT, Robert Zurkinden, Heitiwil 23, 3186 Düdingen. Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder bei einem später folgenden Aufgebot zur Expertise.

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Schweizer Landtechnik 12 2018

Es können auch Kreisversammlungen anderer Kreise besucht werden. Dienstag, 8. Januar 2019, 20.00 Uhr, Restaurant Sonne, Rufi, Thema: Wissenswertes rund um Haftpflichtversicherungen in der Landwirtschaft (Kreis Schänis, Benken, Kaltbrunn) Donnerstag, 10. Januar 2019, 20.15 Uhr, Restaurant Schäfli, Alt St. Johann: Herdemanagement – Brunst- und Gesundheitsüberwachung bei Kühen (Wattwil, Neu St. Johann, Unterwasser) Montag, 14. Januar 2019, 20.00 Uhr, Hofstadl, Gossau: Herdemanagement – Brunst- und Gesundheitsüberwachung bei Kühen (Oberbüren, Gossau, Flawil) Dienstag, 15. Januar 2019, 20.00 Uhr, KVA Buchs, Besichtigung und Führung durch die Kehrichtverbrennungsanlage Buchs; Achtung: Anmeldung erforderlich! (Buchs, Sarganserland) Donnerstag, 17. Januar 2019, 20.00 Uhr, Restaurant Rössli, Henau: Bodenbeschaffenheit, Pflanzenkohle und Hofdüngermanagement (Schwarzenbach, Zuzwil, Zuckenriet) Freitag, 18. Januar 2019, 20.00 Uhr, Landgasthof Rössli, Tufertschwil: Wissenswertes rund um Haftpflichtversicherungen in der Landwirtschaft (Kirchberg, St. Peterzell, Lütisburg, Dietfurt) Montag, 21. Januar 2019, 20.00 Uhr, Eigenmannshof, Berg SG: Der Landwirt als Drehscheibe von zu viel oder zu wenig Wasser (Rorschach, Häggenschwil)


Sektionen | SVLT

Montag, 21. Januar 2019, 20.15 Uhr, Restaurant Engel, Herisau: Pflanzenkohle und Hofdüngermanagement (AR Vorderland, AR Hinterland, IR Appenzell) Freitag, 1. März 2019, 20.00 Uhr, Restaurant Schützenhof, Näfels: Pflanzenkohle und Hofdüngermanagement (GL Hinterland, GL Unterland)

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2019 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag St. Peterzell, Schulhaus Mi, 16. Jan 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

13. Feb 19

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 23. Jan 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

27. Feb 19

Neu St. Johann, Klostergebäude Mi, 6. Feb 19 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

13. Mrz 19

Niederbüren, Schulh. Probelokal Mi, 20. Feb 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA Salez, Rheinhof Sa, 2. Mrz 19 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

27. Mrz 19

3. Apr 19

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 16. Mrz 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

24. Apr 19

Wangs, Parkhotel Sa, 6. Apr 19 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

8. Mai 19

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 10. Apr 19 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

15. Mai 19

Salez, Rheinhof Sa, 25. Mai 19 Wangs, Parkhotel/StVA Mels Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 29. Mai 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

18. Sep 19

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 4. Sep 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

25. Sep 19

Salez, Rheinhof Sa, 14. Sep 19 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

9. Okt 19

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 21. Sep 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

16. Okt 19

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 28. Sep 19 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

23. Okt 19

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 30. Okt 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

27. Nov 19

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 9. Nov 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

4. Dez 19

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 20. Nov 19 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

11. Dez 19

Wangs, Parkhotel Sa, 23. Nov 19 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

18. Dez 19

20. Mrz 19

Trogen, Rest. Krone Mi, 6. Mrz 19 Trogen, Rest. Krone/StVA Trogen

Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 27. Apr 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA St. Peterzell, Schulhaus Sa, 11. Mai 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 31. Aug 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

TG Russlandreise VTL/Landtechnik Vom 4. bis 13. Juni 2019

22. Mai 19 5. Jun 19

19. Jun 19 Blick auf Moskau 26. Jun 19

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 8. Jun 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

3. Jul 19

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 22. Jun 19 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

17. Jul 19

Wangs, Parkhotel Sa, 6. Jul 19 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

14. Aug 19

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 10. Jul 19 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

28. Aug 19

Trogen, Rest.Krone Mi, 21. Aug 19 Trogen, Rest. Krone /SVA Trogen

11. Sep 19

Die Reiseleitung hat Jakob Bänninger, Teilhaber Betrieb CH Milch. Das Programm: 1. Tag Abflug Zürich über Moskau, nach Woronesch. 2. Tag: Besuch des Betriebs Ekoniva und der GK «Sarajetschnoje». 3. Tag Besuch des Bauernmarktes in Woronesch und eines Familienbetriebs, der auf 800 Hektaren Getreide, Soja und Sonnenblumen anbaut. 4. Tag Besichtigung eines Zuchtbetriebs, dann des Bauernhofs Knjazev und der Brauerei «Baltika». Anschliessend Fahrt mit dem Nachtzug nach Moskau. 5. Tag Besuch des Bauernmarktes in Moskau. Stadtrundfahrt mit Bus und Schiff in Moskau. 6. Tag Besuch der Käserei «Russischer Parmesan» und einer Obstund Beerenplantage. Anschliessend Fahrt nach Kaluga. 6. Tag Besuch des modernen Treibhausbetriebs Agrolnvest, ein Gemüsebaubetrieb mit 25 Gemüsearten. 7. Tag Besuch des Kosmonautik Museum in Kaluga. Anschliessend Fahrt zum Betrieb «Schweizer Milch». 8. Tag Besichtigung bei Ekoniva-Technik (Importeur von JD, JCB, Pöttinger etc.), anschliessend Rückflug nach Zürich.

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SVLT | Sektionen

Preise und Leistungen: Person im Doppelzimmer: 2790 Franken, Einzel­ zimmerzuschlag 250 Franken. Inbegriffen sind Visum (wird durch uns or­ ganisiert), Flug, Eintritte, Besichtigungen, alle Mahlzeiten, Unterkunft in Mittelklassehotels mit Dusche/Bad und WC. Nicht inbegriffen An- und Ab­ reise zum/vom Flughafen Zürich, Trinkgeld. Programmänderungen sind noch möglich. Anmeldeschluss ist der 1. März 2019. Bitte sofort anmel­ den, die Platzzahl ist beschränkt. Anmeldung an: VTL\Landtechnik, Markus Koller, Weierhofstr. 9, 9542 Münchwilen, 071 966 22 43. Wichtig! Für das Visum werden folgende Unterlagen benötigt: Kopie des Passes (Gültigkeit mindestens bis 15. Dezember 2019) Zudem muss zwin­ gend eine Doppelseite leer sein, Kopie einer Rückreiseversicherung (Rega, TCS oder wenn in Krankenkasse enthalten Kopie der Versicherungskarte). Bevorzugt wird die Kopie des Rega-Ausweises.

Frühjahrsexkursion VTL/Landtechnik Am Mittwoch, 13. Februar 2019, besuchen die Mitglieder des VTL/­ Landtechnik das Lohnunternehmen Estermann AG in Eschenbach LU und am Nachmittag die Kaltbach-Käsehöhlen in Kaltbach. Nach der Carfahrt und dem Kaffeehalt wird am Vormittag das Lohn­ unternehmen Thomas Estermann AG in Eschenbach LU besucht. Der grosse Maschinenpark und die fortschrittliche Einstellung in allen Berei­ chen sind beeindruckend, besonders der Umgang beim Pflanzenschutz und Flüssigdünger mit der Befüllung auf dem Hof mit einer externen Einspülung und die Reinigung auf dem Waschplatz mit einer Spül­ wasseraufbereitung. Anschliessend gibt’s Mittagessen. Am Nachmittag steht der Besuch der Kaltbach-Käsehöhlen inmitten des Wauwilermoos auf dem Programm, wo man sich beim anschliessenden Apéro ver­ wöhnen lassen darf. Auf der Heimfahrt ist ein Desserthalt eingeplant. Mögliche Einsteigeorte: • 6.25 Uhr Amriswil Sportanlage Tellenfeld Egelmoosstr. • 6.45 Uhr Sulgen Landgasthof Löwen • 6.55 Uhr Weinfelden Güttingersreuti • 7.15 Uhr Frauenfeld Hotel Domicil Kosten: 125.– (inkl. Carfahrt, Besichtigungen, Znüni, Mittagessen, Apéro und Dessert) Bitte umgehend anmelden, denn die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Anmeldeschluss ist der Freitag, 1. Februar 2019. Anmeldung an: Geschäftsstelle VTL/Landtechnik, Markus Koller, Weier­ hofstrasse 9, 9542 Münchwilen, 071 966 22 43, info@tvlt.ch

Kur- und Badeferien Bad Birnbach Bad Birnbach, die niederbayerische Toskana, ist 45 km von Passau entfernt. Das ländliche Thermalbad bietet 31 verschiedene Kur- und Badebecken, Wassertemperatur 24 –40 °C. Das Hotel ist erstklassig: geräu­mige Komfortzimmer, beheizter Bademantelgang zur Thermen­ landschaft, physiotherapeutische Praxis mit Wellness-Oase, Clublounge usw. Die Leistungen: • Hin- und Rückfahrt in modernem Reisebus inkl. Frühstücksbuffet auf Hinfahrt, Zvieri auf Rückfahrt. • 7 Übernachtungen im 4-Stern-Wellnesshotel Chrysantihof mit 4Gang-Gourmethalbpension, Salatbuffet und Käsebrett • Tageskarte für alle Einrichtungen der Rottal Terme mit Sauna • Badevergnügen am Anreise- sowie am Abreisetag • Gemütlicher Buffetabend mit Live-Musik, Ausflüge Preise: 7 Übernachtungen mit Halbpension: Standardzimmer Erdgeschoss / Galerie Fr. 1150.– Deluxe-Galeriezimmer Fr. 1200.– Erdgeschoss-Komfortzimmer Fr. 1200.– Verlängerungswoche Fr. 850.– Einzelzimmer-Zuschlag Fr. 100.–

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Schweizer Landtechnik 12 2018

Reisedaten: Samstag, 12., bis Samstag, 19. Januar 2019 Samstag, 19., bis Samstag, 26. Januar 2019 Samstag, 26.1., bis Samstag, 2. Februar 2019 Anmeldung: VTL\Landtechnik, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen, 071 966 22 43, info@tvlt.ch

ZG Gegengewichtsstapler- und Teleskoplader-Grundkurs 7. bis 9. Januar 2019, jeweils 2 Tage Zu lernen an diesem zweitägigen Kurs ist der sichere Umgang mit dem Gegengewichtsstapler und Teleskoplader nach SUVA-Richtlinien. Ziel: Schriftlicher SUVA-Ausweis auf Gegengewichtsstapler und Teleskop­ lader. Ein Tag kann der obligatorischen CZV (Chauffeurzulassungs­ verordnung) angerechnet werden. Inhalt: Zweitägige Ausbildung auf Gegengewichtsstapler und Teleskoplader, Theorie und Praxis. Voraus­ setzung: Mindestalter 18 Jahre, praktische Erfahrung auf Maschinen. Da­ tum: 7. bis 9. Januar 2019, jeweils 2 Tage (Montag für alle Theorie, Dienstag oder Mittwoch Praxis). Kosten: 2 Tage ca. Fr. 660.– für Mit­ glieder und Fr. 700.– für Nichtmitglieder VLT Zug, inkl. Unterlagen und Essen. Anmeldung/Auskunft: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

ZH Grosse Verbandsreise nach Belgien Gruppe 1: Sonntag bis Sonntag, 19.–26. Mai 2019 Gruppe 2: Sonntag bis Sonntag, 9.–16. Juni 2019 Klein, aber fein – mit einem faszinierenden, facettenreichen Feuerwerk von traditionellen, kulturellen Schätzen, stimmungsvollen Landschaften, charmanten Dörfern, mondänen Küstenorten, märchenhaften Schlös­ sern und Abteien brilliert Belgien auf kleinstem Raum. Reiseverlauf: 1. Tag: Sonntag, 19. Mai / 9. Juni 2019: Ostschweiz – Luxemburg – Arlon. 2. Tag: Montag, 20. Mai / 10. Juni 2019: Wallonien – Romantisches Maastal. Mit Besuch einer Farm und Übernachtung im Hotel Van der Valk in Nivel­ les-Süd. 3. Tag: Dienstag, 21. Mai / 11. Juni 2019: Provinz Hennegau – Oostkamp. Mit Besichtigung eines Milchwirtschafts- und eines Ackerbaubetriebs. 4. Tag: Mittwoch, 22. Mai / 12. Juni 2019: Westflandern – Nordseeküste. Nahe der französischen Grenze gibt’s einen Mischbetrieb und einen Hopfen-Hof zu besichtigen. 5. Tag: Donnerstag, 23. Mai / 13. Juni 2019: Nirgendwo anders findet sich so viel Geschichte pro Quadratmeter in ei­ ner völlig autofreien Innenstadt wie in Gent. 6. Tag: Freitag, 24. Mai / 14. Juni 2019: Am Vormittag kann Brügge, das Venedig des Nordens mit seinen Grach­ ten, kennengelernt werden. In der Nähe der niederländischen Grenze wird ein Ackerbaubetrieb mit Rinder- und Truthahnzucht besucht.


Sektionen | SVLT

7. Tag: Samstag, 25. Mai / 15. Juni 2019: Nach dem Frühstück geht’s nach Brüssel und am frühen Nachmittag ins nahe gelegene Kampenhout zu einem Betrieb, welcher Chicorée anbaut. Übernachtet wird in Lüttich. 8. Tag: Sonntag, 26. Mai / 16. Juni 2019: Heimreise über Koblenz – Mainz – Worms – Heidelberg – Stuttgart zurück in die Schweiz und an den Einsteigeort. Leistungen: Carfahrt in modernem Rattin-Reisecar, 7 x Übernachtung mit Frühstücksbüffet in den aufgeführten Hotels, 4 x Abendessen in den Hotels, 3 x Abendessen in Restaurants, 3 x Mittagsimbiss, Stadtführung in Luxem­burg, Gent und Brüssel, Grachtenfahrt durch Brügge, Schifffahrt durchs Maastal, alle Besichtigungen inkl. Eintritte, Degustationen und Verkostungen gemäss Programm, deutschsprachige Reiseleitung vom 2. bis 7. Tag sowie durchgehende Rattin-Reiseleitung durch Esther Stamm Preis: Arrangement im Doppelzimmer pro Person Fr. 1960.– Zuschlag Einzelzimmer pro Person Fr. 330.– Annullierungs- und SOS-Schutz pro Person Fr. 80.– Auf Anmeldungen bis 31. Januar 2019 freut sich: Rattin AG, Frau Leila Wanner, Zollstrasse 95, 8212 Neuhausen, Tel. 052 633 00 00, leila.wanner@rattin.ch

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F / G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

AG Kursorte und -daten: Do, 21./28.2.2019 Gränichen Liebegg, jeweils 18.30 Uhr; Do, 2./9.5.2019, Frick FIBL, jeweils 18.30 Uhr Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS Vorkurs Ebenrain, Sissach: Mi., 30.1.2019, 13.30 Uhr; Mi., 8.5.2019, 13.30 Uhr; Mi., 30.10.2019, 13.30 Uhr. Prüfung MFP Münchenstein: Sa., 16.2.2019; Sa., 25.5.2019; Sa., 16.11.2019 Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49

Veranstaltung zu den Neuerungen im Strassenverkehrsgesetz Samstag, 19. Januar 2019, 8.30 bis 12.00 Uhr Forum vom Agrovet Strickhof Nach den Plenumsreferaten zu den Neuerungen folgt die Postenarbeit mit praktischen Posten zu folgenden Themen: Bremsen, vorderer Überhang, Markierung und Beleuchtung, Gewichte, Verbindungseinrichtungen, Tiertransport. Der Anlass wird von folgenden Institutionen organisiert: Berner Fachhochschule, SVLT, BUL, Paul Forrer AG, Wabco, Strickhof. Interessierte können den Anlass als agriTOP-Weiterbildung anerkennen lassen. Weitere Infos auf der Webseite: www.svlt-zh.ch oder www.strickhof.ch

GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL Kursorte und -daten: Kurs 1: Näfels, Rest. National, 12.1.2019, 8.15–12.00 Uhr; Näfels, Rest. National, 9.2.2019, 8.15–12.00 Uhr; Schwanden, StVA, 9.3.2019, 13.30– 17.15 Uhr Kurs 2: Schwanden, StVAm 12.1.2019, 13.30–17.15 Uhr; Schwanden, StVA, 9.2.2019, 13.30–17.15 Uhr; Schwanden, StVA, 9.3.2019, 8.15–12.00 Uhr Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH

Vorbereitungskurse zur Traktorenprüfung

Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Martin Müller, Haldenhof 286, 8213 Neunkirch, 079 656 74 58, www.vlt-sh.ch SO

23. Febr. / 15. Juni / 21. Sept. / 16. Nov., je von 9.30 bis 15.30 Uhr Die Teilnahme ist 4–6 Monate vor dem 14. Geburtstag möglich (Not­ helfer- und Verkehrskundeausweis sind in dieser Kategorie noch nicht vorgeschrieben). Die Kosten betragen Fr. 110.–, für Mitglieder des SVLT Zürich Fr. 80.–. Im Preis inbegriffen sind eine Lern-CD oder Stick sowie eine Mittagsverpflegung mit Getränk. Onlineanmeldung: www.fahrkurse.ch, www.svlt-zh.ch, SVLT Zürich, Auskünfte unter 058 105 99 52

Bremsentests Donnerstag, 31. Januar, und Samstag, 2. Februar 2019 LARAG, Riedgrabenstrasse 26 in Rümlang; Mittwoch, 23. Januar bei MERBAG, Industriestrasse 11, Wetzikon Für unsere Mitglieder ist es wiederum möglich, an zwei Standorten zu Sonderkonditionen die Anhängerbremsen zu prüfen. Nutzt diese Gelegenheit insbesondere für nicht eingelöste Anhänger, Ladewagen, Güllefässer usw. Anmeldung direkt bei Stefan Pünter: 079 694 49 41, stefan. puenter@bluewin.ch

Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kursorte und -daten: Münchwilen: Mi. 9.1. / Sa. 19.1.2019; Uesslingen: Sa. 12.1. / Mi. 23.1.2019; Alterswilen: Sa. 9.2./20.2.2019; Bürglen: Sa. 23.2. / Sa. 9.3.2019; Altnau: Sa. 16.3. / Mi. 27.3.2019; Neukirch-Egnach: Sa. 27.4. / Mi. 8.5.2019; Bürglen: Sa. 24.8. / Sa. 7.9.2019; Bürglen: Sa. 24.8. / Sa. 7.9.2019; Müllheim: Sa. 26.10. / Mi. 6.11.2019; Fritschen: Sa. 7.12. / Mi. 18.12.2019 Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kursdaten: März, Juni und Oktober 2019 Kontakt: ASETA-Section vaudoise, Virginie Bugnon, chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursorte: Strickhof, Lindau. Kontakt: SVLT ZH, Eschikon 21, 058 105 98 22, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

12 2018 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Porträt

Mitbestimmung Stefan Frei, Meisterlandwirt im thurgauischen Hörhausen, ist fasziniert von Maschinen und Landtechnik, Vater Heinz übrigens auch. Beide sind mit Herzblut Landwirte und Lohnunternehmer. Beste Arbeitsqualität ist ihnen wichtig, denn «die wird von unseren Kunden geschätzt», sagen sie. Vaters Landtechnikinteresse schlug früh auf den Nachwuchs durch: «Mit zwölf Jahren fuhr ich schon Mähdrescher», schmunzelt Stefan Frei, «Vater fuhr mich und die Maschine aufs Feld und überliess mir dort die Arbeit. Das war das Highlight meiner Jugend.» Weil diese Porträt-Serie von Schweizer Junglandwirten handelt, sei hier angemerkt, dass die genannten Fahrkünste von Stefan Frei noch nicht sehr lange zurückliegen, denn er hat Jahrgang 1990. Betriebsleiter auf dem 35-ha-Betrieb (Milchwirtschaft mit Melkroboter und rund 22 ha Ackerbau, davon 8 ha Weizen, je 4 ha Zuckerrüben, Raps und Mais sowie 1,5 ha Kartoffeln) ist immer noch Vater Heinz. Doch ist beiden klar: Mittelfristig wird Stefan übernehmen. «Für mich war immer klar, dass ich nach Lehrabschluss auf den eigenen Betrieb zurückkehre», sagt Stefan Frei. Ausschlaggebend war das gute Verhältnis zu den Eltern, welche dem Jungbauern volle Mitbestimmung gewähren. Mit dem Segen der Eltern – aber auf eigene Rechnung – startete Stefan Frei im Jahre 2013 mit Quaderballenpressen. Mit Erfolg, denn inzwischen stehen bereits zwei Claas «Quadrant 2200» auf dem Hof an der Hauptstrasse 11a. Die zweite Maschine fährt ein Kollege. Damit ist für die Familie Frei die Auslastung erreicht, denn nebst der Bewirtschaftung des eigenen Betriebs ergeben die Mähdrescherei mit dem Claas «Lexi­ on 530 Montana», das Silieren, Bodenbearbeitung, Drillsaat und Transporte aller Art ein gerüttelt Mass an Arbeit. Doch findet Stefan Frei immer noch die Zeit, sich an der Kampagne in der Zuckerfabrik Frauenfeld zu beteiligen – als Fahrer eines 40-t-Pneuladers. Und zu guter Letzt baut die Familie seit 2010 auf immerhin anderthalb Hektaren Spargeln an, die Frei unter Zuhilfenahme von Elektrowägelchen mit Hilfskräften erntet. Der pionierhafte Versuch mit Untersaat zwecks Reduktion des Herbizideinsatzes bescherte ihm einen unerwarteten Erfolg. Die Spargeln vermarktet er zum grössten Teil selber, denn die Familie (Mutter Susanne) führt einen Hofladen mit weiteren Produkten. Stefan Frei: «Seit zehn Jahren erfreuen wir uns eines Miteinanders und Mitbestimmens. Eine durch meinen Eintritt im Raum stehende Betriebs- beziehungsweise Produktionsumstellung kam deshalb nie in Frage. Es ist gut so, wie es derzeit läuft.» Aufgezeichnet von Dominik Senn.

Junglandwirte Wie sehen junge Bauern ihre Zukunft, in welche Richtung wollen sie ihren Betrieb positionieren und welchen Stellenwert hat für sie die Landtechnik? Die letzte Seite der «Schweizer Landtechnik» stellt neu die Junglandwirte in den Fokus.

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Schweizer Landtechnik 12 2018


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Kursorte G40

Die G40-Fahrkurse 2018

1260 Nyon VD* 1315 La Sarraz VD* 1510 Moudon VD* 1562 Corcelles-près-Payerne VD* 1630 Bulle FR** 1786 Sugiez FR** 1860 Aigle VD* (neuer Kursort) 1920 Martigny VS* 1964 Conthey VS* 2208 Les Hauts-Geneveys NE* 2720 Tramelan BE* 2852 Courtételle JU* 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3270 Aarberg BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i. E. BE 3792 Saanen BE 3800 Interlaken BE 3818 Grindelwald BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4415 Lausen BL 4538 Oberbipp BE 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW 6130 Willisau LU

6170 Schüpfheim LU (neuer Kursort) 6210 Sursee LU 6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 Erstfeld UR 6702 Claro TI*** 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR**** 7550 Scuol GR**** 8180 Bülach ZH 8200 Schaffhausen SH 8315 Lindau ZH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8625 Gossau ZH 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG * Sprache Französisch ** Sprache Deutsch u. Französisch *** Sprache Italienisch **** Sprache Italienisch u. Deutsch

Mit dem Führerausweis Kat. G und erfolgreich absolviertem Fahrkurs G40 können landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge und Landwirtschaftstraktoren sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorkurs G40 des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Die ersten G40-Kurse der Kurssaison 2019 sind veröffentlicht: Anmeldungen können ab sofort vorgenommen werden! www.fahrkurse.ch

CZV – Weiterbildungskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdatum Erste Hilfe im Strassenverkehr, Deutsch

auf Anfrage

ARV1 / Digitaler Fahrtenschreiber, Deutsch

auf Anfrage

Ladungssicherung, Deutsch

auf Anfrage

Moderne Fahrzeugtechnik, Deutsch

14.01.2019

Hebegerätekurse SUVA-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstaplerkurs; Instruktion Hoflader

Kursort und Sprache

Kurstag 1

Kurstag 2

Goldach SG, Deutsch

auf Anfrage

auf Anfrage

Oberbipp BE, Deutsch

27.02.2019

28.02.2019

Oberbipp BE, Deutsch

01.03.2019

02.03.2019

Direkt zu den «G40»-Fahrkursen

Rümlang ZH, Deutsch

auf Anfrage

auf Anfrage

Über diesen QR-Code gelangen Sie direkt zu den Terminen und Anmeldungen der diesjährigen «G40»-Fahrkurse des SVLT.

Chavornay VD, Französisch

22.02.2019

23.02.2019

Schweisskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdaten

Informationen und Auskünfte: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch

auf Anfrage

Metall-Schutzgasschweissen (MAG/MIG), Deutsch

auf Anfrage

Wolfram-Schutzgasschweissen (TIG), Deutsch

auf Anfrage

Impressum 80. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT NR Werner Salzmann, Präsident Aldo Rui, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler, Postfach, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50 / 079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2018. Kombinationsrabatt bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

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Nächste Ausgabe Schwerpunkt: IT im Büro und Stall Management: Was ändert im Strassenverkehr? Plattform: Im «Mekka» der Lohnunternehmer Impression: Mit dem «Keiler» im Kartoffelacker

Nr. 1/2019 erscheint am 17. Jan. 2019 Anzeigenschluss: 7. Januar 2019

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