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November 2019

FIT IN DEN WINTER Einrichten einer Hofwerkstatt Maschinen waschen und schmieren Mobilität mit Wasserstoff Knackpunkt «Sicherheitsgurt»


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6403 Küssnacht, Sepp Knüsel AG, 7304 Maienfeld, Bernhardsgrütter AG, 8225 Siblingen, Müller Siblingen GmbH, 8460 Marthalen, Meier Maschinen AG, 8536 Hüttwilen, Heller Landtechnik GmbH, 8714 Feldbach, Elmer Landmaschinen GmbH, 8754 Netstal, Flöri GmbH, 8881 Tscherlach, Heer Landmaschinen AG, 9043 Trogen, Hersche Landtechnik GmbH, 9205 Waldkirch, Keller Landtechnik GmbH, 9217 Neukirch a.d. Thur, Köchli Technik AG, 9230 Flawil, Lenggenhager AG, 9533 Dietschwil, Zahner Landmaschinen, 9621 Oberhelfenschwil, Bollhalder GmbH, 9651 Ennetbühl, Naef Technik,

041 850 15 33 081 302 23 73 052 682 18 70 052 305 42 42 052 556 00 20 055 244 24 15 055 612 34 24 081 735 22 48 071 343 70 00 071 385 12 64 071 642 21 28 071 393 22 65 071 931 53 13 071 374 33 03 071 994 17 67


November 2019 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 10 14 16 18 20 24 26 28 30

«Wir wollen ein Komplettanbieter werden» Claas: Mehr Effizienz mit «Cemos» Stufenlostraktor «Lintrac 130» «Alp-Innovation-Trophy»: Neuer Wettbewerb für innovative Bergtechnik

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Schwerpunkt: Fit in den Winter Fitnesskur für Landmaschinen «Wo gehobelt wird, da fliegen Späne» Eine Werkstatt einrichten Schweisskurs beim SVLT in Riniken Neues Modul für die Ersatzteilsuche

Impression 32 34 36 38 42

Universalschredder Komptech «Axtor 4510» Kommunalmaschine Multihog «MX 120» Pflügen und gleichzeitig säen Fahrbericht: Fendt «314 Vario» Mit der Kuhn «Venta 3030» in Einsatz

Wissen 45

Das Planetengetriebe

Management 46

So berechnen Sie das Adhäsionsgewicht

46

Plattform 47 48 51 52

Vorschau zur «LUTaCH 2020» Ist Wasserstoffmobilität realistisch? Climmar-Kongress in Thun Zwei «Big X 580» bei Hirter & Tschanz

Sicherheit 54

Sicherheitsgurten nachrüsten

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Passion 56

Roman Engeler

McCormick «MTX 200» in Riedbach BE

SVLT 58 Neue Mitarbeitende, neue Zusammenarbeit 59 Sektionsnachrichten 62 Porträt: Thomas Wagner, Kerns OW 63 Kurse und Impressum

Titelbild: Mit korrekter Wartung und einer sorgfältigen Einwinterung können unliebsame Überraschungen in der nächsten Saison vorgebeugt werden.

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Maschinen sind auf einem Landwirtschaftsbetrieb in der Regel die teuersten Anschaffungen. Fällt ein Gerät während der Saison aus, bringt dies nicht nur Ärger, sondern kostet Nerven und darüber hinaus weiteres Geld für Ersatzmaschinen und Reparaturen. Korrekte, vor allem aber regelmässige Wartung und Pflege der Gerätschaften können dieses Ausfallrisiko verringern. Und damit es nach einer harten Saison im kommenden Frühling kein böses Erwachen gibt, ist dabei insbesondere das Einwintern von Maschinen von zentraler Bedeutung. Im Schwerpunkt dieser Ausgabe mit dem Titel «Fit in den Winter» wird dieses Thema aufgegriffen. «Was kann ein Landwirt rund um die Wartung seines Maschinenparks eigentlich alles selbst machen?», «Wie richtet man eine Hofwerkstatt ein?», «Soll man eher Wasser oder besser Luft zur Reinigung verwenden» oder «Wo bekomme ich die gewünschten Ersatzteile?» sind nur einige jener Fragen, auf die in diesem Schwerpunkt eingegangen wird und auf welche die Autoren hoffentlich auch die richtigen Antworten für Sie als Leserin und Leser parat haben. Für jene, die sich in diesem Bereich noch weiterbilden möchten, wird zudem ein Einblick in einen Schweisskurs gegeben, wie ihn der SVLT weiterhin in seinem Kursangebot hat. Das Reinigen und die Wartung von Maschinen sind harte und oft auch unangenehme Arbeiten. Sie zahlen sich aber bestimmt aus. Sie verlängern nämlich das Maschinenleben. Und die Maschinisten werden umso erleichterter sein, wenn sie im kommenden Frühling mit funktionierender Landtechnik zur neuen Saison starten können. Ausgabe Nr. 12 erscheint am 12.12.2019

Bild: H. Röthlisberger

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Aktuelles

In Kürze Manitou hat im französischen Ancenis ein neues Trainings- und Schulungszentrum eröffnet und in Betrieb genommen. Nach dem zunächst teilweisen Einstieg von Kärcher bei Holder hat der deutsche Reinigungsspezialist den Hersteller von multifunktionalen Kommunalfahrzeugen und Anbaugeräten nun vollständig übernommen Seit dem 1. November 2019 ist Agrar Landtechnik AG in Balterswil TG offizieller Importeur des Kompakt- und Radlader-Programmes von Manitou. Der Vertrieb der Teleskoplader von Manitou bleibt bei den drei Importeuren Leiser, Aggeler und Frei. Bucher Landtechnik hat die Import- und Vertriebsaktivitäten für die Marke «Pronar» per 1. November 2019 von Mathod VD nach Niederweningen ZH verlegt. Sepp Knüsel ist Träger des Energiepreises der Stadt Küssnacht SZ. Er bekommt diese Ehrung in Verdankung seiner Verdienste um die Entwicklung des elektrischen Rigitracs und der Nutzung von Sonnenenergie für seinen Betrieb.

Bewährtes und Neues Die Schweizer Nutztierbranche trifft sich heuer an der «Suisse Tier» vom 22. bis 24. November 2019 in Luzern. Im Fokus der Ausstellung steht die «Tiergesundheit», ein Thema, das bereits an der Eröffnungsfeier mit einer Podiumsdiskussion lanciert wird. Unter den 200 Ausstellern sind alle wichtigen Marktteilnehmenden vertreten – von Produzenten- und Branchenorganisationen bis hin zu Ausstellern von Produkten und Dienstleistungen. Sie zeigen an den Ständen ihre Neuheiten, Praxisbeispiele oder Kundenprojekte in Aktion. Am Samstag, 23. November 2019, findet der erste «Young Farmers Day» statt. Dieser Netzwerkanlass gibt jungen Betriebsleiterinnen und Betriebsleitern die Gelegenheit, sich mit agrarpo-

litischen Themen und mit Aktualitäten aus dem Bereich der Nutztierhaltung auseinanderzusetzen. Ein weiteres Highlight ist die Lancierung von «Farming.plus». Damit die Vernetzung der Landwirtschaftsbranche künftig während 365 Tagen im Jahr möglich ist, wird im Rahmen der Eröffnung der neue, digitale Treffpunkt für die Landwirtschaft lanciert. Bereits zum neunten Mal findet der Neuheiten- und Innovationswettbewerb statt. Landwirte, die eine innovative Erfindung gemacht haben sowie Aussteller, die an der Suisse Tier ein aussergewöhnliches, neues Produkt präsentieren, können prämiert werden. Die Sieger werden an der Eröffnung der Messe ausgezeichnet.

Continental entwickelt einen Linksabbiegeassistenten für Landmaschinen. Radarsensoren warnen den Fahrer vor herankommenden Fahrzeugen bis zu 250 Metern Distanz. Wie ein 33-kWh-«BatteryBoost»-Hybridtraktor mit Stromlieferung vom Hof kombiniert werden kann, daran forscht John Deere in einem Projekt. Cat Phones bringt mit dem «S52» ein 9,7 mm schlankes Robust-Smartphone auf den Markt, das auch im Design neue Akzente setzt. Der «BR 800 C-E» ist bei Stihl neu der stärkste Rückenbläser. Das Gerät produziert eine Blaskraft von 41 Newton. Bei Holmer lief der 4000. Rübenroder vom Band. Der Jubiläumsroder ist ein «Terra Dos T4-40» in weisser Lackierung. Fahrzeugbauer Reisch hat mit der Tiroler Investmentgesellschaft Konstant einen neuen Eigentümer. Vredestein stellt neue Grössen für Radialreifen der Serie «Flotation Trac» vor, darunter mit dem «900/65R38» und seinem Durchmesser von 2,15 m den grössten seiner Klasse. Der Schweizer Christophe Geissler aus Aigle brillierte mit der hochgetunten Motorsäge «Hot Saw» und wurde an der Stihl Timbersports Series im Prag Fünfter.

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Untersuchung mit Kunststoff-Pick-up Die Rapid Technik AG hat in Kooperation mit dem Institut für Agrartechnik der Universität Hohenheim im Sommer 2016 die Charakteristiken und Eigenschaften einer konventionell gesteuerten Pick-up mit der

patentierten ungesteuerten KunststoffPick-up von Rapid verglichen. In verschiedenen Testszenarien und Versuchsaufbauten seien vor allem Aufnahmeverhalten, Bröckelverluste, Futterverschmutzung und Narbenschonung in den Fokus gestellt und untersucht worden, schreibt die Rapid Technik AG nun in einem Abschlussbericht. Mit den Tests habe bei der ungesteuerten Kunststoff-Pick-up sowohl das rückstandslose und schonende Aufnehmen mit geringen Bröckelverlusten, als auch der geringe Schmutzeintrag ins Futter sowie die schonenden Eigenschaften hinsichtlich der Grasnarbe aufgezeigt werden können, heisst es in der Mitteilung von Rapid.


Aktuelles

Herbstmesse

Reifen für Lader

Jeweils Mitte Oktober führt die Schweizer Niederlassung von Pöttinger im aargauischen Birmenstorf eine Herbstmesse durch, an der nicht nur ein Querschnitt durch das breite Produktangebot im Segment der Futterernte und Bodenbearbeitung ausgestellt ist sowie in einer «Trockenvorführung» auch detailliert erklärt wird, sondern auch attraktive Frühbezugsrabatte gewährt werden. Diese Rabatte, sie gelten gestaffelt noch bis Mitte November, werden heuer ergänzt durch Aktionen für Ladewagen (3 % zusätzlich) sowie für Trommel- und Scheibenmähwerke (2 %). Wie gewohnt gibt es im Frühbezug das Multitastrad bei Schwadern und Zettern umsonst dazu. Weiter gab Pöttinger bekannt, dass man schon bald in Birmenstorf mit einem Ausbau des Standorts starten wolle.

Mit «Lugker» präsentiert Klebèr einen Reifen, der speziell für Ladefahrzeuge entwickelt wurde. Der Reifen soll über eine hervorragende Stabilität, hohe Widerstandsfähigkeit gegen Verletzungen und eine ausgezeichnete Traktion verfügen und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen. Kernmerkmal ist die Konstruktion mit zwei Stahlgürtellagen, die dem Reifen die geforderte Widerstandsfähigkeit verleihen. Die steifen Seitenwände sollen zusätzlich die Stabilität steigern und gewährleisten, dass die hohen erforderlichen Traglasten bei Verladearbeiten auch eingehalten werden können. Der Reifen ist seit September in den Dimensionen «400/70R20», «460/70R24» und «500/70R24» erhältlich.

Abenteuer Landtechnik im Video Die beiden Filmemacher Jörn und Tammo Gläser haben sich mit ihren Kameras für eine dreiteilige Filmreihe die Landwirtschaft und Landtechnik in Deutschland, Österreich und der Schweiz vorgenommen. Dutzende von Landwirten und Lohnunternehmern an über 70 Drehorten wurden durch das landwirtschaftliche Arbeitsjahr begleitet. Auf diesen Filmen sind PS-starke Ackergiganten und Youngtimer-Traktoren sämtlicher etablierter Hersteller zusehen. Hinzu kommen einige seltene Spezialmaschinen und Eigenbauten für den Sonderkulturenanbau, die Forstwirtschaft und die Berglandwirtschaft. Begonnen beim Winterdienst, über die Aussaat und schliesslich die Erntearbeiten verschiedenster Feldfrüchte, bekommt man in dieser mehr als fünfstündigen Dokumentation einen Einblick in die moderne Agrarwirtschaft. Mehr dazu auf landtechnikvideos.de.

Verlustfreies Handling Vor fünf Jahren brachte Bayer Cropscience das in Zusammenarbeit mit Agrotop entwickelte Entnahme- und Reinigungssystem «EasyFlow» auf den Markt, mit dem flüssige Pflanzenschutzmittel sicher und exakt dosiert aus Kleinbehältern und Kanistern entnommen werden können. Nun ziehen die Firmen Asama, BASF, Corteva Agriscience, Nufarm und Syngenta nach. Diese Unternehmen haben das System «EasyConnect» entwickelt und getestet. Man sieht bei den erwähnten Firmen im Verbund eine grössere Chance der Markteindringung. «EasyConnect» besteht einerseits aus einem speziellen, auf den Behältern vormontierten Schraubverschluss mit einer Dich-

tungseinheit. Der Behälter wird dann kopfüber auf die Verbindungseinheit geschraubt, über die das Pflanzenschutzmittel in die Feldspritze gelangt. Es kann dosiert und der Kanister für eine spätere Verwendung des Restes wieder abgenommen werden. Dank einer Spüleinrichtung können ganz geleerte Kanister auch gleich mit Wasser gespült werden. Der Kanister bleibt auch nach der Leerung solange verschlossen, bis er auf eine in einer Wanne angebrachten Stapelvorrichtung mit Kunststoffspitzen aufgesteckt wird, wo das Restwasser ablaufen und der Kanister austrocken kann. Zusammengedrückt wandert der Kanister dann in die Wiederverwertung.

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Aktuelles

Hürlimann mit «ActiveSteer» Im letzten Jahr stellte Hürlimann mit dem «XS V-Drive» seinen ersten Schmalspurtraktor mit stufenlosem Getriebe vor. Im Frühjahr ergänzte die Schweizer Traditionsmarke das Programm um die zwei neuen Modellreihen «XV» und »XF V-Drive». Die Spezialtraktoren verfügen über eine Vielzahl technologischer Innovationen. Zu den Highlights gehören die neu entwickelte Kabine mit ebenem Kabinenboden und innovativem Bedienkonzept, eine leistungsstarke Hydraulikanlage sowie die optional erhältliche gefederte Vorderachse mit Einzelradaufhängung. Nun kommt die neue Allrad-Lenktechnologie «ActiveSteer» hinzu. Diese 4-Rad Lenkung ermöglicht die Arbeit auf engstem Raum und einen enorm geringeren Wenderadius als konventionelle Maschinen, wobei gleichzeitig die Spurweite und der Radstand mit konventioneller Hinterachse beibehalten werden. Dank der neuen Hinterachse erreichen die Hinterräder einen Lenkeinschlagswinkel von bis zu 20°. Ihre Position wird von einer elektronischen Steuereinheit geregelt.

100 Jahre Sahli Das Handelsunternehmen Sahli AG in Knonau ZH ist mit über 42 000 Artikeln führender Anbieter von Landmaschinen-Ersatzteilen und landwirtschaftlichen Geräten für den Fachhandel in der Schweiz und soeben 100 Jahre alt geworden. Dazu gehört die Produktion der bekannten Fingermähbalken und Mähmesser für alle gängigen Motormäher. Das nächste Jahrhundert packe Sahli gemäss CEO Claudio Buvoli mit der Fokussierung auf die Bergmechanisierung an: Weiterentwicklung der oszillierenden Mähtechnik und Ausweitung der Angebotspalette in den Bereichen Tierzucht/Tierhaltung, hydraulische und mechanische Antriebstechnik sowie Fahrzeugelektrik. Zu den über 400 Marken-

Innovationen bei Knüsel Jeweils im Agrama-Zwischenjahr lädt Sepp Knüsel zu einer Hausausstellung ein. Diesmal standen zwei Innovationen im Zentrum. Die eine ist ein Bandschwader von 2,5 m Arbeitsbreite für grössere Mähtraktoren und Kleintraktoren. Auffallend ist der kurze Anbau. Er wird dadurch ermöglicht, dass der Schwader mit Elementen von Sip und Reiter eine komplett eigene Ölversorgung besitzt. Die Pumpe ist direkt auf die Zapfwelle gesteckt und mit dem restlichen Antriebsaggregat am Schwader mittels zwei Schläuchen verbunden, was die volle Aushebung trotz enger Verbindung erlaubt. Die zweite Innovation ist der Eigenbau des vollelektrischen Rigitrac «SKE 50 Electric» mit 80 kW Leistung, Bremsenergie-Rückgewinnung und Wärme-Management, allerdings noch nicht in Serienreife. Herzstück ist die laut Knüsel erste in der Schweiz hergestellte Hochvoltbatterie für diesen Zweck. Sie entstand in Zusammenarbeit mit der Firma ecovolta in Brunnen und wiegt 500 kg.

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herstellern bzw. -lieferanten gehört Sahli selbst mit den Eigenmarken Sahli Quality Tools (funktionales Handwerkszeug), Sahli Superieur (hochwertige Sensen und Gabeln) und Sahli Quality Parts (Landmaschinen-Ersatzteile in Erstausrüster-Qualität). Sahli ist seit 2015 Generalimporteur von Pöttinger-Ersatzteilen.

Bekenntnis zur Ostschweiz Mit einer Eröffnungsausstellung weihte Robert Aebi Landtechnik Ende Oktober das neue Regionalzentrum in Henau (SG) ein. Zwölf Kilometer vom bisherigen Standort in Gossau entfernt hat man bereits im Frühjahr das neue Regionalzentrum bezogen, wo Reparaturen, Unterhalt, Service und Ersatzteillieferungen für alle Produktebereiche angeboten werden. «Wir wollen weiterhin nahe bei unseren Kunden sein und führende Qualitätsmarken in Kombination mit einem Spitzenservice anbieten», betonte Armin Segmüller, Leiter von Robert Aebi Landtechnik. Diese Aussage ist gleichzeitig ein klares Bekenntnis zur Ostschweiz. Der neue Standort ist bestens erreichbar, bieten innen und aussen mehr Platz und hat attraktiv gestaltete Arbeitsplätze. Gleichzeitig kann in Henau eine grössere Auswahl an Produkten und Dienstleistungen angeboten werden.


Aktuelles

25 Jahre Mehli Landtechnik Mehli Landtechnik in Chur ist seit 25 Jahren ein wichtiger Partner für Landwirte in Graubünden und über die Kantonsgrenzen hinaus. Firmeninhaber und Gründer Andreas Mehli betont, dass er seine Firma für die Zukunft gerüstet und umstrukturiert habe. Neben «Mehli Landmaschinen» (Handel mit Land- und Kommunalmaschinen) gehören Werkstätten in Chur und Ilanz zur Unternehmensstruktur. Ebenso die Einzelfirma «Andreas Mehli Agro Service» mit Dienstleistungen im Bereich Grünfutterernte, Gülleseparation und Futterhandel. Weiter zählt «GRegio Energie AG» zum Unternehmen. Letztere beinhaltet unter anderem eine HTC-Karbonisierungsanlage und die Produktion von Strom aus Holz. Klima, Energie und Landwirtschaft gehörten nach den Worten von Andreas Mehli schon immer zusammen. Am Hauptstandort in Chur setzt der Unternehmer verschiedene Technologien ein, um die kommenden Herausforderungen für Natur, Tier und Mensch zu meistern. Seine Vision, dass die nächste Generation Landwirte die Traktoren dereinst «mit Gülle» bezahlen könne, überrascht daher wenig. Mit anderen Worten, die Wirtschaftsdünger müssten nach seinen Vorstellungen wieder einen Wert bekommen.

66 Jahre «WD-40» 1953 entwickelten drei Mitarbeiter von Rocket Chemical Company in Kalifornien ein Entfettungs- und Rostschutzmittel für den Einsatz in der Luft- und Raumfahrt. Im 40. Versuch wurde die optimale Formel für das heute weltbekannte Multifunktionsprodukt «WD-40» gefunden. Zum Jubiläum gibt es nun eine Aktion: Werden 24 «WD-40»-Dosen aus dem Sortiment gekauft, gibt es einen Retro-Blechkalender gratis dazu. Diese Verkaufsaktion ist gültig ab Dezember und solange der Vorrat reicht.

Fendt räumt bei «Tractor of the Year» ab Die 26 Juroren von ebenso vielen Fachmagazinen Europas – darunter die «Schweizer Landtechnik» − haben entschieden und den Fendt «942 Vario» zum «Tractor of the Year 2020» gekürt. Das von der Baureihe «1000 Vario» übernommene Getriebe mit der intelligenten, dynamischen Aufteilung des Drehmoments zwischen Vorder- und Hinterachse waren die einen Überlegungen, die neuen digitalen Möglichkeiten des Datenaustausches die anderen Gedanken, die in der Summe zu dieser Auszeichnung für das neue Topmodell der Baureihe «900 Vario» von Fendt geführt haben.

den der «Methan-Traktor» von New Holland gewann. Nach vielen Prototypen hat dieser Traktor auf Basis der Serie «T6», der mit Biogas betrieben werden kann, nun die Serienreife erlangt.

In der Kategorie «Best Utility», den vielseitig einsetzbaren 4-Zylinder-Traktoren, siegte mit dem «314 Vario» ebenfalls ein Vertreter von Fendt. Auch beim neuen Topmodell der Baureihe «300» des Allgäuer Traktorenbauers findet die Digitalisierung und die Datenvernetzung ein völlig neues Anwendungsfeld. Ausschlag für die Auszeichnung gab weiter das innovative Mehrleistungskonzept «Dynamic Performance», mit dem der klassische «Boost» eine ungeahnte Erweiterung erfährt. Bei den Spezialtraktoren schwang der New Holland «T4.110 N» mit dem neuartigen Federungskonzept «Terraglide» oben aus. In Kombination mit dem «PneuTrac» von Trelleborg vermittelt diese Vorderachsfederung ein neues, komfortableres Fahrgefühl bei diesem Schmalspurtraktor. Erstmals wurde im Rahmen dieses Wettbewerbs mit dem «Sustainable Tractor of the Year» ein Nachhaltigkeitspreis vergeben, 11 2019 Schweizer Landtechnik

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Aktuelles

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell New Holland «T8.390» von Siku im Massstab 1:32.

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Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors New Holland «T8.390». Der glückliche Gewinner des Modells «Kleine Werkbank Junior» von Bosch, die in der Oktober-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Silvia Näf und kommt aus 9105 Schönengrund AR.

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John Deere erneuert John Deere bringt eine neue Generation der Traktorenserie «7R» auf den Markt, die aus fünf Modellen besteht und mit neuer Kabine und einer Vielzahl von komfortablen Funktionen ausgestattet ist. Mit dem «7R 330» wird die Baureihe nach oben mit einem neuen Topmodell und 330 PS Nennleistung (bis 373 PS mit IPM) abgerundet. Die Traktoren können mit dem stufenlosen «AutoPowr»- oder dem «e23»-Getriebe ausgestattet werden. Dank «EZ Ballast» lässt sich die Maschine von der Kabine aus innerhalb von Sekunden perfekt für die anspruchsvolle Bodenbearbeitung austarieren. Optional zum stufenlosen Getriebe gibt es den neuen «CommandPro»-Fahrhebel. Ebenfalls fünf Grundmodelle umfasst die Baureihe «8R». Als erster Hersteller bietet John Deere in dieser Klasse (bei vier Modellen) drei Antriebskonzepte zur Wahl, so dass der Hersteller von insgesamt 13 Modellen spricht. Man kann nämlich zwischen konventionellen Radtraktoren, Traktoren mit zwei Raupenbändern oder Traktoren mit vier Raupenlaufwerken wählen. Weiter wurde auch bei dieser Baureihe an der Kabine und an der Bedienung gearbeitet und Verbesserungen verbaut. So ist beispielsweise der DAB+-Radioempfänger kompatibel mit dem «CarPlay»-System von Apple.

«Triomatisch» Seit Frühling dieses Jahres läuft bei der Familie Thomas und Martina Märki in Hittnau (ZH) der erste «Triomatic» Fütterungsroboter des holländischen Herstellers Trioliet in der Schweiz. Importeur Serco Landtechnik und der Landmaschinenhandel Elmer aus Feldbach ZH konnten diese Anlage zusammen mit Spezialisten aus Holland installieren und luden Ende Oktober zu einem Besichtigungstag ein. Die Anlage besteht aus einem stationären Mischer (12 m3), der mit Gras- und Maissilage sowie später dann auch mit Heu von oben mit einem Kran oder einem Lader einmal täglich befüllt wird. Dieser Mischer befüllt dann rund zehnmal pro Tag die Robotereinheit. Sie wird über eine Stromschiene geführt, fährt aber auf dem Boden. Die mit Zugabe von Wasser, Kraftfutter und Mineralstoffen ergänzte Mischration wird dann vollautomatisch beidseitig auf die Futtertische für die rund 100 zu fütternden Tiere ausgeworfen. Eine regelmässigere Fütterung und Zeitersparnis waren die Gründe für die Anschaffung dieser knapp CHF 200 000.– teuren Anlage, deren Strombedarf massgeblich durch eine eigene Photovoltaik-Anlage gedeckt wird. Auf dem Bild: Daniel Müller (Elmer GmbH), Thomas und Martina Märki sowie Tom Minder (Serco Landtechnik, v. l. n. r.)

Selbstfahrer «Nova» Die 2017 eingegangene strategische Partnerschaft mit Fahrwerkshersteller Bräutigam war für Lemken der Startschuss für die Entwicklung einer selbstfahrenden Feldspritze. Jetzt ist das fertige Produkt mit der Bezeichnung «Nova» fertig. Mit der geräumigen Kabine mit Luftfiltersystem nach Kategorie 4, einem vielseitig verstellbaren Fahrwerk und der neuen automatischen Gestängeführung genügt der Selbstfahrer mit Tankvolumen von 4800 und 7200 l und Arbeitsbreiten von 24 bis 39 m höchsten Ansprüchen an Komfort und Effizienz. Im Fahrwerk sorgen teleskopierbare Achsen für flexible Spurweiten von 1,8 bis 2,3 m. Eine hydraulische Spurweitenverstellung ist auf Wunsch erhältlich. Es können Reifen von 300 bis 650 mm Breite eingesetzt werden. Dank Allradlenkung folgt die Hinterachse spurgetreu der Vorderachse.


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Markt | Interview

Die öffentliche Diskussion rund um das Thema «Pflanzenschutz» werde von Kverneland Group aufmerksam beobachtet und würde auch Einfluss auf das Forschungs- und Entwicklungsprogramm nehmen, betonen Kazunari Shimokawa (l) und Arild Gjerde (r). Bilder: R. Engeler

«Wir wollen ein Komplettanbieter von Landtechnik werden» Kverneland wurde vor 140 Jahren gegründet, startete einst mit der maschinellen Produktion von Sensen, spezialisierte sich aber schon bald auf Pflüge und entwickelte sich später zu einem Komplettanbieter von Anbaugeräten. Seit 2012 gehört Kverneland zu Kubota. Über diese Entwicklung und die Zukunftsaussichten sprach die «Schweizer Landtechnik» mit Kazunari Shimokawa, Chef der Kverneland Group und Kubota Holding Europa, und mit Arild Gjerde, Leiter Vertrieb und Marketing. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: Wir führen dieses Gespräch im holländischen Nieuw-Vennep, wo die Pflanzenschutzund Düngetechnik aber auch das Technologiecenter für elektronische Kontrollsysteme und Isobus von Kverneland beheimatet ist. Welche Bedeutung hat dieser Standort für die Kverneland Group? Kazunari Shimokawa: Dieser Standort ist für die Kverneland Group überaus wichtig. Sie haben es erwähnt, hier befindet sich die Basis unserer Pflanzenschutz- und Düngetechnik, seit geraumer Zeit ist Ni10

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euw-Vennep auch Zentrum unserer Mechatronik-Abteilung. Dieses Werk weist eine lange landtechnische Tradition auf und ist heute Sitz zudem von Kubota Holding Europe, inklusive der Geschäftseinheiten Traktoren, Baumaschinen, Motoren und Ersatzteile. Dank guter Lage mit naher Anbindung zur Verkehrsinfrastruktur ist Nieuw-Vennep auch jener Ort, der von Kverneland und Kubota immer wieder für Meetings genutzt wird. Dieser Standort geht auf Mitte der 1950er Jahre zurück und ist oder war

das Stammwerk der Marke «Vicon». Kverneland hat in den letzten Jahren die Marken gestrafft und auf «Kverneland» und «Vicon» reduziert. Wie sieht Ihre Strategie bezüglich dieser beiden Marken aus? Welche Maschinen werden heute in welcher Markenfarbe angeboten? Kazunari Shimokawa: Kverneland will mit seinen historisch gewachsenen Marken und der entsprechenden Vertriebsstrategie weiterfahren. Die Geräte für den Ackerbau gibt es grundsätzlich in der Marke «Kverneland». Maschinen für den


Interview | Markt

Futterbau und Pflanzenschutz sind in der Regel in beiden Marken «Kverneland» und «Vicon» verfügbar. Arild Gjerde: Wo eher die eine oder andere Marke in Vordergrund steht, entscheidet sich aufgrund der regionalen Marktsituation, unserer Vertriebskanäle und nicht zuletzt auch aufgrund der geschichtlichen Entwicklung. Nun kommen aber auch Maschinen in Kubota-Farbe auf den Markt. Gibt es jedes Gerät im Portfolio der Gruppe auch in oranger Farbe? Kazunari Shimokawa: Ja, es gibt das Komplett-Angebot mit über 350 Maschinen der Kverneland Gruppe auch in den Markenfarben von Kubota. Dieses Angebot ist schon in vielen europäischen Märkten verfügbar – und neue Märkte kommen laufend dazu. Arild Gjerde: Für uns besteht die strategische Priorität darin, den Händlern und Landwirten in den verschiedenen Ländern ein breites und attraktives Produkt­ sortiment zur Verfügung zu stellen. Auf dieser Grundlage ist es jeweils immer ein wirtschaftlicher Entscheid, ob wir in einem bestimmten Markt neben den bestehenden Marken «Kverneland» und «Vicon» auch auf die neue Marke «Kubota» bei Maschinen und Geräten setzen. In vielen Märkten, beispielsweise auch in der Schweiz, läuft die Vermarktung von Traktoren und Anbaugeräten aus der Kubota Gruppe getrennt. Soll sich das ändern?

Kazunari Shimokawa ist seit 1982 in verschiedenen Managementpositionen für Kubota tätig. Seit anfangs 2019 ist er Präsident und CEO von Kverneland Group und der Kubota Holding Europa.

Kazunari Shimokawa: Die Anbaugeräte aus unserem Hause in den Marken «Kverneland» und «Vicon» werden derzeit in der Schweiz von unserem Importeur Ott Landmaschinen vertrieben. Den Vertrieb der Traktoren besorgt die Firma Ad. Bachmann. Momentan gibt es keine Überlegungen, daran etwas zu ändern. Ebenfalls bestehen derzeit keine Absichten, Maschinen und Geräte mit der Markenbezeichnung «Kubota» in der Schweiz zu vertreiben. Lokale Händler werden von vielen Fulllinern heute dazu gedrängt, nur noch Maschinen aus ihrem Angebot zu vertreiben. Wollen Sie allenfalls ihre Händler auch zur Exklusivität trimmen? Kazunari Shimokawa: Für uns ist es wichtig, engagierte und starke Partnerschaften zu unterhalten. Entwicklungen oder Veränderungen im Vertriebsnetz werden immer mit den Vertriebspartnern diskutiert. Lokale Gegebenheiten spielen eine wichtige Rolle, weshalb ein bestimmtes Modell an einem Ort erfolgreich sein kann, an einem anderen Ort dagegen nicht. Das gilt speziell für Ihre Frage betreffend der Händler-Exklusivität. Zentral für Kverneland und Kubota ist, zusammen mit unseren Vertriebspartnern ein starkes, gemeinsames und letztlich erfolgreiches Team zu haben. Kubota hat vor drei Jahren den US-Hersteller Great Plains Manufacturing übernommen. Wie wurde dieses Unternehmen integriert? Arild Gjerde: Great Plains und Kverneland haben zusammen ein umfangreiches Sortiment an Maschinen und Geräten, das sich gegenseitig gut ergänzt. Great Plains fokussiert sich vorwiegend auf die amerikanische Technologie, wogegen Kverneland auf die europäische Technik und Landwirtschaft zielt. In Russland und der Ukraine haben wir unseren Vertrieb unter eine gemeinsame Führung gestellt, werden aber die Kverneland und Great Plains Händler vor Ort weiterhin mit markenspezifischen Vertriebsmitarbeitern unterstützen. An anderen Orten nutzen wir die bestehenden Vertriebskanäle der einen Marke, um auch Produkte der jeweils anderen Marke besser platzieren zu können. Unser Fokus bleibt aber stets auf der Förderung aller Marken. Sind die erhofften Synergie-Potenziale eingetroffen oder gibt es diesbezüglich noch Optimierungsbedarf?

Kazunari Shimokawa: Selbstverständlich gibt es zwischen diesen beiden Herstellern jede Menge von Synergien – und künftig wohl noch mehr. Das ist ein laufender Prozess, der wohl nie zu Ende sein wird. In erster Linie denke ich da vor allem an die Forschung und Entwicklung. Weiter können in Bodenbearbeitungs- oder Sämaschinen gleiche Komponenten verbaut werden, selbst wenn die fertige Maschine dann unterschiedlichen Ansprüchen gerecht werden muss. Grosse Potenziale sehe ich insbesondere im Bereich der Digitalisierung, beim sogenannten «Smart Farming» oder der Präzisionslandwirtschaft mit elektronischen Systemen, Sensoren, Terminals oder Kommunikationssystemen. Wird die Marke «Great Plains» erhalten bleiben? Kazunari Shimokawa: Ja, natürlich, denn Great Plains ist nicht nur in vielen Märkten eine anerkannte und bewährte Marke, auch für den Vertrieb von Kubota ein wichtiger Partner in Nordamerika. Ich denke, dass wir generell für alle unsere Marken noch über genügend Raum zur Entwicklung verfügen. Kverneland erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von etwas über 500 Mio. Euro, zusammen mit Great Plains waren es rund 840 Mio. Euro. Sind Sie damit zufrieden? Kazunari Shimokawa: Es gibt ja die Sichtweise des reinen Umsatzes, oder auch jene der Marktanteile. Wenn Sie nun den Umsatz ansprechen, so ist es ein gutes Resultat, aber nicht gut genug, denn unsere Erwartungen und Ziele liegen höher. Wie wollen schliesslich zur Nummer eins bei den Anbaugeräten aufsteigen (schmunzelt). Gibt es dazu schon einen Zeitplan? Kazunari Shimokawa: Nein, einen diesbezüglichen Zeitplan haben wir nicht. Wie aber bereits erwähnt, wollen wir das vorhandene Synergie-Potenzial von Kverneland und Great Plains noch mehr ausnützen, was letztlich der ganzen Kette bis hin zu unseren Kunden Vorteile und Mehr­umsätze bringen soll. Welche Märkte laufen gut, welche weniger? Arild Gjerde: Grundsätzlich ist es so, dass das Geschäft mit Landmaschinen stets von einem zyklischen Charakter geprägt ist und die Verkaufszahlen orientieren sich an diesem Zyklus. Momentan schwächelt Europa insgesamt ein wenig, Ausnahmen sind 11 2019 Schweizer Landtechnik

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was zu unseren Zielen passt, dann werden wir sicher zur Stelle sein.

Arild Gjerde verantwortet bei Kverneland Group als Direktor den Geschäftsbereich «Vertrieb und Marketing».

Frankreich und Skandinavien. Durch die Zusammenarbeit mit Great Plains und den Synergien mit Kverneland sehen wir aber zum Beispiel auch weiteres Wachstumspotenzial in Russland. Wie sieht es in der Schweiz aus? Arild Gjerde: Da sind wir überaus zufrieden. Unser Vertriebspartner Ott Landmaschinen macht da einen guten Job. Wie sieht es bei den einzelnen Produktgruppen aus? Arild Gjerde: Wir sehen positive Fortschritte in den meisten Produktgruppen. Ich möchte aber nicht verheimlichen, dass es da und dort nicht auch noch besser gehen könnte. Sehr gut unterwegs sind wir beispielsweise bei unserer traditionellen Produktgruppe, nämlich bei den Pflügen. Gibt es ein konkretes Umsatzziel für die nächsten Jahre? Arild Gjerde: Unser erklärtes Ziel ist, dass wir in den nächsten Jahren um die 2 % jährlich an Marktanteilen zulegen können. Wir sind überzeugt, dass wir die Produkte und die Vertriebsorganisation für dieses Wachstum haben. Wie wollen Sie dieses Ziel, dieses Wachstum erreichen? Arild Gjerde: Wir sehen uns gut aufgestellt, dieses Wachstum intern, also ohne Zukäufe von Firmen zu erreichen. Beispielsweise haben wir dank Kubota gerade in den USA auch einen guten Zugang in die Graslandwirtschaft bekommen. Kazunari Shimokawa: Selbstverständlich betrachten wir den Markt permanent und prüfen mögliche Akquisitionen. Und sollte sich in diese Richtung etwas ergeben, 12

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Man hört immer wieder, Kubota wolle zu einem Komplettanbieter in der Landtechnik werden. Da fehlen aber noch die Grossernte-Technik und Traktoren im oberen Leistungssegment. Was kann man diesbezüglich in den nächsten Jahren erwarten? Kazunari Shimokawa: Kubota hat eine klare Strategie, zu einem Komplettanbieter von Landtechnik zu werden, speziell in Europa. Ein wichtiger Teil dieser Strategie wird auch der Einstieg in die von Ihnen erwähnte Technik sein. Ich weiss, da sind stets viele Spekulationen im Raum, auch was mögliche Übernahmen betrifft. Kubota ist mit dem kanadischen Unternehmen Buhler (Marke «Versatile») eine Kooperation eingegangen und soll dadurch zur Technologie leistungsstärkerer Traktoren kommen. Wann wird es die ersten Modelle (in Europa) geben? Kazunari Shimokawa: Wie vorhin bereits erwähnt: Wir wollen unsere Produktpalette auch in Richtung leistungsstarke Traktoren ausdehnen. Diese Kooperation mit Buhler und seinen «Versatile»-Traktoren ist für uns ein spezieller Lernprozess, wie wir mit solchen Traktoren umgehen. Momentan ist dies aber auf den nordamerikanischen Markt beschränkt. Wir werden diesen Prozess sicher in Richtung Europa ausdehnen – aber alles zu gegebener Zeit. Die Marktanforderungen gerade in diesem Traktorensegment zwischen Nordamerika und Europa sind doch unterschiedlich. Buhler gehört mehrheitlich dem russischen Hersteller Rostelmash. Sind diesbezüglich weitere Kooperatio-

nen, ich denke da an Mähdrescher oder Feldhäcksler, denkbar? Kazunari Shimokawa: Das könnte durchaus einmal ein Thema werden ... Schliessen wir den Kreis und kommen zurück zur Pflanzenschutztechnik, die Kverneland in Nieuw-Vennep produziert. Der chemische Pflanzenschutz ist in der öffentlichen Diskussion unter Druck gekommen. Einige Ihrer Mitbewerber haben Hackspezialisten übernommen. Gibt es auch seitens Kverneland Aktivitäten in diese Richtung? Kazunari Shimokawa: Kverneland beobachtet diese Entwicklung natürlich sehr aufmerksam, um die richtigen Prioritäten bei den künftigen Forschungs- und Entwicklungsprojekten festlegen zu können. Die mechanische Unkrautbekämpfung wird nicht nur für Bio-Betriebe wichtiger werden, auch in einer ökologischen und von Nachhaltigkeit geprägten konventionellen Landwirtschaft wird sie eine höhere Bedeutung bekommen. Darüber hinaus passt die mechanische Unkrautbekämpfung gut zu unseren ausgebauten Aktivitäten in Sachen Präzisionslandwirtschaft. Arild Gjerde: Wir werden speziell beim Thema «Pflanzenschutz» künftig mit schärferen Regulierungen umgehen müssen. Wie Kazunari Shimokawa bereits erklärt hat, beobachten wir diese Entwicklungen aufmerksam. Eine vermehrte mechanische Unkrautkontrolle kann dazu etwas beitragen. Kverneland wird, wenn die Zeit dann reif ist, dazu sicher Lösungen anbieten können. Wann darf man mit den ersten Maschinen rechnen? Kazunari Shimokawa: Das kann ich Ihnen momentan noch nicht sagen.

Kazunari Shimokawa und Arild Gjerde sehen Kverneland Group derzeit gut aufgestellt, um künftig ein Wachstum an Umsatz und Marktanteilen erzielen zu können.


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Fahrer bekommt Assistenten Bei seiner neuen Traktorengeneration hilft Claas dem Fahrer mit verschiedenen Assistenz­ systemen. Ausserdem gibt es Motoren-Updates für die Stufe 5 und einige Neuerungen rund um die Kabine. Johannes Paar*

Viele der elektronischen Features, die Claas in den letzten Jahren vorgestellt hat, erlangen jetzt die Serienreife, wie beispielsweise das Traktor-Assistenzsystem «Cemos». Die meisten davon sind zur Saison 2020 ab der Baureihe «Arion» 500 aufwärts verfügbar. Vor einigen Wochen gab Claas der Fachpresse die Möglichkeit, die Vorteile von «Cemos» erstmals auf dem Acker im praktischen Einsatz selbst zu «erfahren». Kurzfazit nach diesem Ersteinsatz: Dieses System wird die Effizienz selbst bei geübten Fahrern deutlich steigern. Ändert man einen Einstellparameter, wie beispielsweise den Reifeninnendruck oder die Ballastierung, auf Vorschlag von «Cemos», wird die leistungssteigernde oder kraftstoff­ sparende Wirkung schon nach wenigen Fahr­ metern am Terminal angezeigt. Die

«Cemos»-­ Vorschläge kann der Fahrer im Dialog abhandeln und am Ende annehmen oder ablehnen. «Cemos» macht dies nicht nur für den Traktor, sondern kann das auch für das Anbaugerät tun, wenn der Gerätehersteller das System unterstützt. Laut Hersteller ist «Cemos» für alle stufenlosen Claas-Traktoren mit «Cebis-Touch» bereits ab Dezember 2019 verfügbar. Auch das Bedienkonzept «Cebis» wurde weiterentwickelt. Die wesentlichste Neuerung betrifft die Isobus-Darstellung am Terminal in einem geänderten und individuell einstellbaren Anzeigenbereich. Weiter wurden die Motoren auf die aktuelle Abgasstufe 5 getrimmt. Es gibt aber auch einige Detailverbesserungen in der Kabine, die dem Fahrer die Arbeit erleichtern und angenehmer machen.

Das Messe-Highlight *Johannes Paar ist Chefredaktor bei der österreichischen Fachzeitschrift «Landwirt».

Die neuen Traktoren-Flaggschiffe von Claas fahren jetzt auch auf Raupen. Bilder: J. Paar

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Das sichtbare Highlight auf dem Agritechnica-Stand von Claas in diesen Tagen

ist aber zweifelsohne der neue «Xerion Trac TS» mit vier Raupen-Laufwerken. Diese stammen nicht wie bisher aus eigener Produktion, sondern von Zuidberg und haben eine Bandbreite von 760 mm und eine Gesamtaufstandsfläche von 4,72 m². Um den erhöhten Lenkkräften entgegenzuwirken, hat der Hersteller die Achsen bei diesem Fahrzeugtyp entsprechend verstärkt. Mit dem erweiterten «Xerion»-Angebot will Claas nicht nur einen Beitrag zur Reduktion von Schlupf und Bodenverdichtungen leisten (25  % mehr Aufstandsfläche), sondern auch neue Marktsegmente erschliessen. Die Baureihe besteht wie bisher aus drei Typen, wobei das neue Einstiegsmodell «Xerion 4200» 20 kW oder 27 PS mehr leistet. Mit längeren Wartungsintervallen und einem Niedrigdrehzahlkonzept will Claas die Betriebskosten dieses Grosstraktors weiter optimieren. Neu beim «Xerion» sind auch die voll in das Fahrzeugkon-


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zept integrierte Abgasnachbehandlung (Stufe 5), die Kotflügel mit neuen Rück­ leuchten und Tasten für die Aussenbetäti­ gung sowie das Bedienkonzept. Die zen­ tralen Kabinenelemente wie zum Beispiel die Armlehnenbedienung, das «Cebis»-­ Terminal mit Touch-Funktion und neuen Features sowie die neuen Komfortsitze mit Leder und Klimatisierung als Option wur­ den von den Baureihen «Axion» übernom­ men. Damit bietet der «Xerion» jetzt für den Fahrer die gewohnte Claas-Umge­ bung.

«Axion Terra Trac» in Serie Den «Axion 900 Terra Trac» hat das Harsewinkeler Unternehmen erstmals 2017 vorgestellt. Jetzt beginnt im franzö­ sischen Traktorenwerk Le Mans die Seri­ enproduktion. Im Gegensatz zu den «Xe­ rion»-Raupen ist das «Terra Trac»-Lauf­ werk beim «Axion» vollgefedert und eine Eigenentwicklung wie bei den selbstfah­ renden Erntemaschinen von Claas. Den­ noch gibt es Unterschiede: ein grösseres Antriebsrad für höhere Traktionskapazi­ tät, ein verstärktes Getriebe im Laufwerk und neu designte Speichenfelgen für eine bessere Selbstreinigung. Die Laufwerke können um +8° beziehungsweise –15° pendeln. Das sorgt für eine gute Bo­ denanpassung und eine hohe Laufruhe. Dies spürt man ganz besonders, wenn man quer zur Bearbeitungsrichtung fährt. Diese Raupenlaufwerke gibt es in drei

Breiten und zwei verschiedenen Längen: 635/1865 mm, 735/2250 mm und 890/­ 2250 mm. Vollraupen-Fahrzeuge haben ein «pan­ zerähnliches» Lenkverhalten, das bei en­ ger Kurvenfahrt zu starken Erdbewegun­ gen und Traktionsverlusten führen kann. Beim «Axion Terra Trac» wird der Fahrer dahingehend durch ein dosiertes Ab­ bremsen der Laufwerke unterstützt. Wie stark dieses ist, kann der Fahrer über das «Cebis»-Terminal in drei Stufen wählen. Ein weiterer Vorteil ist die Höhenverstel­ lung um die exzentrische Pendelaufhän­ gung. Damit lässt sich die Anhängehöhe für die Geräte um einige Zentimeter ver­ stellen und der Zugpunkt optimieren. Laut den Ingenieuren von Claas hat der «Axion» mit dem Raupenlaufwerk an der Hinterachse 15 % mehr Traktion, eine um 35 % vergrösserte Aufstandsfläche und reduziert den Bodendruck um die Hälfte.

sparende 650 U/min reduziert. Detailver­ besserungen und neue Optionen gibt es auch in der Kabine: einen neuen Grammer-­«Dual Motion Aktiv»-Sitz mit Stoff- oder Lederüberzug, neue Radio-­ Varianten mit und ohne externes Mikro, eine nach hinten öffnende Dachluke, eine getönte Heckscheibe für weniger direkte Sonneneinstrahlung auf den Rü­ cken sowie ein neues Standard- oder Leder- Lenkrad. Ein Luftanschluss beim Aufstieg für War­ tungsarbeiten, neue Fahr-Ersatzschein­ werfer und Rundumleuchten sowie ein Isobus-Anschluss an der Fronthydraulik runden das Paket ab. Diese sind grössten­ teils auch bei der Grosstraktoren-Baurei­ he «Axion» verfügbar.

Neues bei den «Arion» Bei den sieben Mittelklassemodellen der Baureihen «Arion 500/600» von 125 bis 205 PS gibt es nur wenige Neuerungen. Beide Motoren, der 4,5-Liter-Vierzylinder im «Arion 500» und der 6,8-Liter-Sechs­ zylinder im «Arion 600», wurden für die Stufe 5 angepasst. An der Technik der Abgasnachbehandlung hat sich gegen­ über der Stufe 4 nichts verändert. Neu beim Sechszylinder ist, dass dieser im Leerlauf die Drehzahl jetzt auf kraftstoff­

Das «Terra Trac»-Laufwerk beim «Axion» ist vollgefedert und wie bei den selbstfahrenden Erntemaschinen eine Eigenentwicklung von Claas.

Das «Cebis»-Terminal mit Touch-Funktion kann jetzt auch Isobus-Maschinen, Kameras und weiteres mehr anzeigen.

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Mehr Leistung und Komfort zeichnen den «Lintrac 130» aus, der künftig den «Geotrac 124» ersetzen soll. Bilder: zvg

«Lintrac» Nummer drei Mit dem «Lintrac 130» bringt Lindner das dritte Modell seiner stufenlosen Traktoren auf den Markt. Es hat einen neu entwickelten Motor, bietet mehr Platz und Übersicht. Johannes Paar*

Ende Oktober feierte Lindner die Premiere seines «Lintrac 130». Das Konzept dieses Traktors ist seit der ersten Vorstellung im Jahr 2013 bis heute gleich geblieben: stufenloses ZF-Getriebe mit einfacher «LDrive»-Bedienung und optionaler Allrad-Lenkung. Laut Hersteller werden über 80 % aller «Lintrac» mit Allradlenkung ausgeliefert. Sie reduziert den Wendekreisdurchmesser um etwa 2 m gegenüber der Hinterradlenkung und bietet vier verschiedene Lenkmodi: Gegenlenken, Hundegang, Mählenken und Manuell.

Nachfolger für grössere «Geotrac»? Mit seinen 136 PS ist der «Lintrac» prädestiniert für Mähkombinationen und Press-Wickel-Kombinationen in der Profi-­ Grünlandwirtschaft, für Transporte sowie im Kommunaleinsatz für breitere Schnee-

pflüge und grössere Splittstreuer. Laut Hersteller ist er nicht nur stärker, sondern auch schneller und noch einfacher in der Bedienung geworden. Letzteres soll durch die neue aktive Stillstandsregelung, das grössere Touch-Terminal «IBC-Monitor Pro» oder durch «TracLink-Smart» gelingen. Aus der Sicht der Tiroler Traktorenbauer könnte er auch ein logischer Nachfolger für die grösseren «Geotrac 124» sein, weshalb auf die Geräte-Kompatibilität zum «Geotrac» geachtet wurde. Hubwerk und Zapfwellendrehzahlen sind darauf abgestimmt. Auch der Frontlader vom «Geotrac 124» passt auf den «Lintrac 130», der mit rund 1780 U/min 40 km/h und optional mit 1970 U/min sogar 50 km/h schnell fährt.

Für grössere Aufgaben *Johannes Paar ist Chefredaktor der österreichischen Fachzeitschrift «Landwirt».

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Der «Lintrac 130» ist gegenüber dem «Lintrac 110» gewachsen. Er hat einen um 8 cm längeren Radstand und ist um

4 cm höher. Er kann aber auch um 500 kg mehr Last tragen: Das zulässige Gesamtgewicht hat Lindner auf bis zu 8500 kg erhöht, die Vorderachslast auf bis zu 3500 kg. Das Eigengewicht in Serienausstattung beziffern die Tiroler mit 4520 kg. Unter der Haube arbeitet der völlig neu entwickelte Perkins-Synchro-Motor. Motorblock und die Ölwanne sind verstärkt. Sie haben eine neue schwingungs- und geräuschoptimierte Struktur. Das Triebwerk mit 3,6 l Hubraum leistet 136 PS und erfüllt mit Dieseloxidationskatalysator, Dieselpartikelfilter und SCR-Technologie die Abgasstufe 5. Das maximale Drehmoment von 530 Nm wird bei 1500 U/min erreicht. Der Auspuff ist von der linken Seite hinter die rechte A-Säule der Kabine gewandert und dort für den Fahrer kaum sichtbar. Auch die gesamte Abgasnachbehandlung haben die Ingenieure unter der Haube verstaut, so dass es keine Sichteinschränkungen für den Fahrer gibt.


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Aktive Stillstandsregelung Um den «Lintrac» anzuhalten, musste der Fahrer bisher mit dem Fuss auf die Bremse treten. Sonst hat er sich wie ein Auto mit Automatikgetriebe langsam in Bewegung gesetzt. Das neue Modell weist einen aktiven Stillstand auf, es bleibt jetzt in jedem Gelände stehen, ohne das Bremspedal zu betätigen. Zwar ist weiterhin das stufenlose ZF-Getriebe «TMT11» verbaut, es ist aber in einigen Punkten verstärkt und bietet (neben dem aktiven Stillstand) neue Funktionen. Daher nennen es die Tiroler nun «TMT11.2». Anstelle der mechanischen Sicherheitssperre der beiden kleineren «Lintrac» hat Lindner beim grossen Bruder eine elektrohydraulische Sicherheitssperre verbaut. Diese automatische Federspeicherbremse soll zusätzliche Sicherheit für unvorhersehbare Situationen in Hanglagen geben. Die neue Getriebesoftware ermöglicht jetzt auch die von Kunden immer wieder gewünschte Streckbremsung. Bei einem erhöhten Zugkraftbedarf im Steilhang gibt es wie beim «Lintrac 110» den «High-Traction»-Modus. Zudem ist im Zwischenachsbereich auf beiden Seiten ausreichend Platz für Frontladerkonsolen oder Spezialaufbauten im Sonderkultureinsatz.

ne Luftfederung und eine gefederte VorSteckbrief derachse. «Lintrac 130» Im Inneren der Kabine stechen das neue Armaturenbrett, der neue Sitz mit noch Motor: 136 PS (nach ISO14396) von mehr Einstellmöglichkeiten und die neuPerkins Synchro, 3,6 l, 4 Zylinder, Abgasen Materialien ins Auge. Das neue, wie stufe 5. ein Smartphone bedienbare Touch-­ Getriebe: stufenloses ZF «TMT11.2», Display namens «IBC-Monitor Pro» ist 40 km/h (50 km/h optional), «High Tracgrös­ ser und übersichtlicher geworden. tion» für Zugkrafterhöhung auf 78 kN Wichtige Informationen werden zentral Lenkung: bis 20° mitlenkende Hinter­ im Display angezeigt, alle anderen Anzeiachse mit 4 Lenkmodi (optional) Hydraulik: EHR mit Load-Sensing, gen sind nach aussen gewandert. 200 bar, 88 oder 100 l/min Das Bedienkonzept mit dem «LDrive»-­ Eigengewicht: 4520 kg Regler in der Armlehne ist gleich geblieben. Gesamtgewicht: 8500 kg Die vergrösserte und neu geformte ArmaufPreis: CHF 115 320.– (exkl. MwSt.) lage fühlt sich angenehmer an. Sie ist wie (Herstellerangaben) der Beifahrersitz mit einer Antirutsch-Steppung versehen. Trotz dieser vielen Auf­­ wertungen soll die Preissteigerung für den «Lintrac 130» laut Lindner moderat ausfalben. Pünktlich zu Beginn der nächsten len. So wird es den Traktor in einer BasisausGrünlandsaison sollen die ersten «Lintrac stattung schon ab rund CHF 115 000.– ge130» ausgeliefert werden.

Mehr Komfort Auch an der Kabine haben die Entwickler vieles verändert. Sie bietet eine verbesserte Rundumsicht, ein grösseres Platz­ angebot, eine veränderte Sitzposition und soll zudem leiser sein. Von aussen fallen die grösseren Spiegel und die neuen Blink- und Begrenzungsleuchten auf – alles in LED-Technologie. In der Standard­ ausführung ist die Kabine mechanisch gefedert. In Kombination mit einer Druckluftanlage gibt es optional auch ei-

Der «Lintrac 130» hat ein grösseres und übersichtlicheres Display mit Touch-Bedienung bekommen.

Ihre Gebietsverkaufsleiter: Andreas Rutsch, Mob. 079 6 06 00 05, Email: a.rutsch@lemken.com Karl Bühler, Mob. 079 8 24 32 80, Email: k.buehler@lemken.com

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«Alp-Innovation-Trophy» Mit der «Alp-Innovation-Trophy» suchen die beiden Fachzeitschriften «Landwirt» und «Schweizer Landtechnik» herausragende, neue technische Entwicklungen für die Berglandwirtschaft. Teilnehmen an diesem Wettbewerb können sowohl Firmen als auch «private Tüftler». Roman Engeler und Johannes Paar*

2020 Alp-Innovation-Trophy

Ziele Mit diesem Wettbewerb sollen die folgenden Ziele erreicht werden: •  Optimierung und Vereinfachung von Arbeitsprozessen im Berggebiet. • Verbesserung bei Effizienz und Ergonomie. • Reduktion im Verbrauch von nicht erneuerbaren Ressourcen. • Verbesserte Nachhaltigkeit im Maschineneinsatz. •  Steigerung der Sicherheit für Mensch und Maschine. Die genannten Ziele gelten auch gleich als Bewertungskriterien für die eingereichten Entwicklungen. Diese Innovationen müssen als Prototyp oder Serienmaschine vorhanden sein, so dass allenfalls eine Besichtigung oder Test- und Fahr­ einsätze seitens der Jury-Mitglieder möglich sind. In die Bewertung fliessen Entwicklungen ein, die in einem Zeitraum von zwei Jahren im Vorfeld der jeweiligen Tagung «Landtechnik im Alpenraum» entstanden sind. Für die Ausgabe 2020 gilt also ein Zeitfenster von April 2018 bis Dezember 2019.

Anmeldeverfahren Die Anmeldung zur «Alp-Innovation-Trophy» erfolgt mit der Einsendung einer Dokumentation – entweder per E-Mail oder per Briefpost an die Adressen der beiden Zeitschriften (siehe Impressum). Diese Dokumentation soll eine kurze Beschreibung mit einem deutlichen Hinweis auf das Neue und das Vorteilhafte der Innovation sowie maximal drei Bilder und/ oder eine Video-Sequenz umfassen. Mit der Einsendung erhalten die beiden Zeitschriften auch das Recht, über diese Innovation berichten zu dürfen. Letzter Einreiche-Termin ist der 15. Januar 2020.

Jury

Die Zeitschriften «Landwirt» (Österreich) und «Schweizer Landtechnik» lancieren die «Alp-Innovation-Trophy 2020». Ein Wettbewerb, mit dem Innovationen für die fortschrittliche Mechanisierung der Berglandwirtschaft gesucht und letztlich gefördert werden sollen. Eingeladen sind einerseits Firmen, die für diesen Bereich der Landwirtschaft neue Entwicklungen *Johannes Paar ist Chefredaktor der österreichischen Fachzeitschrift «Landwirt».

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auf den Markt bringen. Mitmachen können aber auch Einzelpersonen, die als «Tüftler» für ihren Betrieb eine interessante, technische Lösung entwickelt und gebaut haben. Der Wettbewerb soll künftig alle zwei Jahre ausgeschrieben werden. Die Preisübergabe der «Alp-Innovation-Trophy» an die Gewinner erfolgt dann jeweils anlässlich der Tagung «Landtechnik im Alpenraum» in Feldkirch (A) – erstmals im April 2020.

Alle eingereichten Vorschläge werden von einer Jury gesichtet und beurteilt. Diese Jury, sie setzt sich aus Redaktoren der genannten Zeitschriften, aus Vertretern von Forschungsinstituten, der landwirtschaftlichen Praxis und aus Beratungsstellen für Unfallverhütung zusammen, nimmt eine Vorauswahl vor. In der Folge sind dann die Leserinnen und Leser der beiden Zeitschriften eingeladen, ihren oder ihre Favoriten zu wählen. Die Bekanntgabe, welche Innovation letztlich mit der «Alp-Innovation-Trophy» ausgezeichnet wird, erfolgt an der Tagung «Landtechnik im Alpenraum» am 1. April 2020 in Feldkirch (A).


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Fit in den Winter

Der Hochdruckreiniger kommt bei Traktoren und Anbaumaschinen zum Einsatz. Bild: R. Hunger

Fitnesskur für die Maschinen Maschinen müssen laufen. Tun sie das nicht, kosten sie nur. Bedingt durch den saisonalen Einsatz, gibt es dennoch im Winter eine mehr oder weniger lange Pause für die meisten Maschinen. Wer diese Pause für die Maschinenpflege nutzt, hat gute Chancen, pannenfrei in die nächste Einsatzsaison zu starten. Ruedi Hunger

Fit in den Winter ist die Voraussetzung für einen störungsfreien Einsatz nach dem Winter. Auch wenn das Schwarz-WeissBild von Winterruhe und Sommereinsatz längst nicht mehr für alle Maschinen Gültigkeit hat, beginnt im Herbst, insbesondere für Grünland- und Ackerbaumaschinen, die grösste Einsatzpause im Jahr. Unter schwierigen Einsatzbedingungen sind Maschinen oft grossen Belastungen ausgesetzt und unterliegen entsprechendem Verschleiss. Regelmässige Wartungs­ arbeiten sichern die Einsatzbereitschaft und ermöglichen ein frühzeitiges Erkennen von Schäden. Neben der Maschinenreinigung zum «Einwintern» sind die anschliessende Instandstellung von Geräten 20

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und Maschinen ein erklärtes Ziel des Maschinenunterhalts.

Vorbeugen ist besser Im Herbst oder Vorwinter gilt es den Schwung mitzunehmen und Maschinen, solange es die Witterungsbedingungen erlauben, einer Reinigungskur zu unterziehen. Stehen sie einmal an ihrem angestammten Platz in der Remise oder Maschinenhalle, fällt es mit jeder Woche schwerer, sie zur Reinigung wieder nach draussen zu nehmen. Die angesagte Maschinenreinigung ist in der Regel keine angenehme Arbeit und das anschliessende Einwintern beansprucht Zeit und kostet Geld. Auf der an-

deren Seite können Maschinenausfälle und Standzeiten während der Ernte die Landwirte wesentlich teurer zu stehen kommen. Nicht selten sind solche Zwangspausen mit Qualitätseinbussen bei Ernteprodukten verbunden. Schliesslich führen schlechte Wartung und notdürftig ausgeführte Reparaturen im Endeffekt zu einer grösseren und früheren Wertminderung der teuren Maschinen.

Mit Luft oder Wasser reinigen? Schmutz ist «Gift für den Lack» (hoher Wasserdruck unter Umständen auch). Ist der Lack spröde oder gar weg, bildet sich an seiner Stelle Rost. Darüber, ob zur Reinigung der Hochdruckreiniger oder ein Kom-


Fit in den Winter

Schutz gegen Korrosion darstellt. Es ist daher empfehlenswert, den Schutzgrad in der Kühlflüssigkeit zu überprüfen bzw. in einer Fachwerkstätte messen zu lassen (oder das entsprechende Gerät kurz auszuleihen). Nur Frostschutz nachfüllen reicht nicht, danach soll der Motor nochmals warm laufen, damit sich das Schutzmittel auch verteilt. Forstschutz benötigt aber auch die Scheibenwischanlage. Ganz speziell sei an dieser Stelle – ohne allerdings auf Details einzugehen – auf

Grundsätzlich soll eine Maschine sauber ins Winterlager. Maschinenreinigung heisst auch Maschinenpflege. Bild: Hodt Perma

pressor eingesetzt werden soll, gehen die Meinungen auseinander. Entscheidend ist sicher, um was für eine Maschine es sich handelt. Grundsätzlich hängt es davon ab, wie empfindlich eine Maschine oder einzelne Bauteile auf Wasser reagieren. Noch einmal etwas anderes ist es, wenn Wasser mit hohem Druck eingesetzt wird. Für Traktor und Lade­wagen ist eine gehörige Dusche für die «Aussenreinigung» sicher nicht verkehrt. Unter der Motor- oder Abdeckhaube macht es immer weniger Sinn, die empfindlichen Bauteile mit Druckwasser zu reinigen. Was wiederum bedeutet, dass man zur Reinigung empfindlicher Bauteile nicht um Druckluft herumkommt.

Pflege macht sich bezahlt Ein Mistzetter mit Walzenstreuwerk und 8 m3 Inhalt kostet CHF 30 000.−. Die Nutzungsdauer beträgt 10 Jahre oder 3500 Fuder. Der Reparatur- und Unterhaltsfaktor (RUF) liegt bei 0.55 (Faktor). Das heisst, während der 10-jährigen Nutzungsdauer fallen rechnerische Kosten in der Höhe von CHF 16 500.− an. Bei guter Wartung und sorgfältigem Einsatz kann der Betrag tiefer sein. Umgekehrt können die Kosten für einen ungepflegten Mistzetter im Verlauf der 10-jährigen Einsatzdauer den berechneten RUF-Betrag wesentlich übersteigen. Gleichzeitig lässt sich mit einem ungepflegten Mistzetter kaum ein Restwert von rund CHF 7500.− (Restwertfaktor 0.25) realisieren. Beispiel aus Agroscope Transfer, Nr. 291, Code 6026

Umgekehrt kann ein Mistzetter kaum effektiv mit einem Kompressor gereinigt werden. Und bei Mähdrescher und Pressen muss man sich fragen, wie weit diese mit einem Hochdruckreiniger abgespritzt werden sollen. Vielleicht ist auch die gezielte Verwendung von beiden Hilfsmitteln die richtige Wahl. Oft ist es Wunschdenken, aber am besten werden Maschinen bei gutem Wetter und an einem milden (föhnigen) Tag gewaschen. Das fördert ein rasches Abtrocknen der noch nassen Maschine.

Ein Blick über die Reifen Bevor die Maschine an ihrem endgültigen Überwinterungsplatz steht, lohnt sich ein «Rundum-Blick» über die Reifen. Ist beispielsweise das Profil nahe am Minimum oder gar das Nylon- oder Stahlgewebe sichtbar und sind die Reifenflanken rissig bzw. sind Schnitte sichtbar? Dann ist jetzt der Moment da, sich über eine Ersatz­ beschaffung Gedanken zu machen. Eine Reifenpanne beim ersten Einsatz im Frühjahr ist sicher mit einer mehr oder weniger langen Standzeit der Maschine verbunden. Wird die Maschine nicht aufgebockt, muss der Luftdruck in den Reifen wesentlich erhöht werden, damit sich keine «Standplatte» bildet (im Frühjahr nicht vergessen, den Reifendruck wieder zu reduzieren).

die wichtigen Frostschutzmassnahmen bei Pflanzenschutzspritzen hingewiesen. Jährlich kommt es vor, dass Pumpen und/ oder Armaturen durch Frostrisse zerstört werden.

Kontrollen von Öl und Treibstoff Nach der Reinigung sind alle Schmiernippel abzuschmieren. Damit soll sichergestellt werden, dass evtl. eingedrungenes Wasser wieder aus der Lagerstelle gepresst wird. Ist die Maschine am Winterstandort, sollen die verschiedenen Öl-Niveaus überprüft werden. Voraussetzung ist, dass die Maschine auf einer einigermassen waagrechten Fläche steht. Das Öl-Niveau von Anbaumaschinen muss in der richtigen Position (Betriebsanleitung,

Kälteschutz überprüfen Frostschutz ist auch «Frustschutz». Bei wassergekühlten Motoren schützt Frostschutz vor dem Einfrieren. Oft wird vergessen, dass er auch einen gewissen

Fit für die neue Saison. Gelenkwellen in den Unterhalt miteinbeziehen.

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Fit in den Winter

Schöne Bilder täuschen über die Wirklichkeit hinweg, Maschinenreinigung ist eine schmutzige Arbeit. Bild: Kärcher

an- oder abgebaut) überprüft werden. Schliesslich verhindert ein voller Kraftstofftank bei Temperaturschwankungen die Kondenswasserbildung.

Entspannung für Batterie und Keilriemen Bei Keilriemenantrieben wie sie am Mulcher, Mähdrescher oder anderen Maschinen anzutreffen sind, ist vor der Winterpause eine Qualitätskontrolle empfehlenswert. Bei dieser Gelegenheit sind sie zu entspannen. Werden Risse entdeckt, ist dies als Vorwarnung aufzufassen. Bei

Als Faustregel gilt: Ein Reifen, der nicht bewegt wird, verliert pro Monat rund 0,1 bar.

Maschinen, die nicht ausfallen dürfen, ist ein Wechsel in Betracht zu ziehen. Soll dies erst geschehen, wenn der Riemen wirklich reisst, gehört vorgängig ein neuer, passender Riemen ins Lager. Wenn es die elektronischen Bauteile einer Maschi22

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ne erlauben, ist die Batterie abzuhängen und an einem frostsicheren Ort aufzubewahren. Über Winter mindestens einmal den Ladezustand überprüfen. Li-Ion-Batterien schätzen Temperaturen unter null Grad gar nicht.

Standzeiten nutzen – Mängelliste erstellen Das Erstellen einer Mängelliste nach der Reinigung ist ebenso wichtig wie das Reinigen selber. Diese Gelegenheit soll unbedingt genutzt werden, denn im Sommer müssen Maschinen laufen und jede Minute Standzeit kostet bares Geld. Wer sich Zeit nimmt und die gereinigte Maschine gründlich auf Schäden überprüft, geht mit einem guten Gefühl in die nächste Saison. Mängel sind aufzulisten und Ersatzteile sind anschliessend (sofort) zu bestellen. Braucht es für eine Reparatur einen Fachmann, dann ist jetzt der Moment da, um mit dem Händler einen Termin zu vereinbaren.

Wichtige Pflege Die Kosten für Reparaturen und Unterhalt an Maschinen setzen sich aus dem Aufwand für Wartung und den eigentlichen Reparaturen zusammen. In den

«Agroscope Maschinenkosten» werden sie mit dem Reparatur- und Unterhaltsfaktor (RUF) ausgedrückt. Mit dem RUF-Faktor werden die Reparatur- und Unterhaltskosten im Verlauf eines Maschinenlebens im Verhältnis zum Anschaffungspreis ausgedrückt. Angesichts des technischen Fortschritts untersteht der RUF einem dynamischen Prozess und wird, wenn nötig, jährlich aktualisiert. Die Berechnung des RUF geht von Reparatur- und Unterhaltskosten einer durchschnittlich gut gepflegten Maschine aus (siehe Beispiel, Kasten).

Zusammenfassung Die Maschinenreinigung und das Einwintern sind kein «Zuckerschlecken», es ist harte und oft unangenehme Arbeit. Zudem entstehen Kosten durch Reinigungsmaschinen und andere Hilfsmittel. Dennoch lohnt sich dieser jährlich wieder­ kehrende Aufwand, weil gepflegte Maschinen weniger Ärger verursachen, das Maschinenleben verlängert wird, die Reparaturkosten tiefer sind und der Restwert einer gepflegten Maschine höher angesetzt wird. Generell ist die Betriebsanleitung eine wichtige Gedankenstütze bei der Maschinenreinigung. 


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Das Lohnunternehmen Giger wird durch den Geschäftsführer Christian Giger (links) und seinen Bruder und Werkstattchef Hans Adam Giger geführt. Bilder: R. Hunger

«Wo gehobelt wird, da fliegen Späne» In einem Lohnunternehmen braucht es immer mal wieder ein Ersatzteil. Die Redaktion «Schweizer Landtechnik» hat sich mit den Brüdern Christian und Hans Adam Giger vom Lohnunternehmen Giger aus Sevelen (SG) über das Thema Ersatzteile unterhalten. Ruedi Hunger

«Schweizer Landtechnik»: Wie verschafft man sich bei einem so umfangreichen Maschinenpark einen Überblick über die Ersatzteile? Christian Giger: Die Ersatzteilhaltung hat heute eine ganz andere Bedeutung als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Wir haben zwar in der Maschinenhalle noch ein «Ersatzteillager», doch darf man sich da keine falschen Vorstellungen machen. Dort lagern nicht neue Teile wie beispiels­ weise Sensoren und Ähnliches. Was dort lagert, ist auf Paletten sorgfältig geord­ net und angeschrieben. Es existiert eine Liste, wo der Lagerort und wenn nötig die Dimensionen vermerkt sind. Ersatz­ teile können wir heute bis 16 Uhr bzw. 24

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18 Uhr bestellen, dann werden sie über Nacht bzw. bis am Mittag des folgenden Tages geliefert. Ich bin der Meinung, dass bei diesen Voraussetzungen eine Lager­ haltung gar keinen Sinn macht. Werden gewisse Ersatzteile dennoch an Lager genommen? Hans Adam Giger: Die Ersatzteilbeschaf­ fung hat sich so verändert, dass ein eigent­ liches Lager und damit auch eine Lager­ bewirtschaftung keine grosse Bedeutung mehr hat. Aufgrund unserer Erfahrungen kennen wir beispielsweise den Bedarf an verschiedensten Filtern für alle Maschinen ziemlich genau. Die kaufen wir einmal im Jahr ein und können damit auch gute Kon­

ditionen aushandeln. Aber eine eigentliche Winter-Bestellung für Ersatzteile machen wir nicht (mehr), weil die oft erst im März ausgeliefert werden, und dann ist es für uns zu spät. Beispiel Gelenkwellen: Profilrohre sind eigentlich kein Problem. Einiges haben wir selber am Lager oder unsere HändlerWerkstatt im Dorf kann aushelfen, wenn Not an Profilrohren besteht. Anders sieht es aus bei Gelenkgabeln oder ganzen Kreuz­ gelenken, aber in der Regel gibt’s auch dort kurzfristig immer eine Lösung. Reifen sind unentbehrlich bei einem so grossen Fuhrpark. Werden gewisse Reifen an Lager genommen? Nein, eigentlich nicht. Wir haben zwar ein


Fit in den Winter

Christian Giger ist froh, dass Ersatzteile heute quasi «just in time» über Nacht geliefert werden.

Reifenlager, aber dort sind nicht neue Reifen gelagert. Dafür lagern dort gebrauchte, die zur Überbrückung nochmals verwendet werden können. Dank gutem Einvernehmen mit dem Händler im Dorf hilft man sich gegenseitig auch aus, wenn ein spezieller Reifen gebraucht wird. Ersatzteil-Bewirtschaftung: Wie sorgt man dafür, dass es möglichst keine «Ladenhüter» gibt? Christian Giger: Das ist ganz einfach, wenn man keine Lagerhaltung hat, braucht es keine Lagerbewirtschaftung und es gibt keine Ladehüter. Vielleicht hat es in unserem «Hochregallager» noch auf einer Palette ein unbedeutendes Teil, das dort schon einige Zeit liegt, aber das ist vernachlässigbar. Die Ersatzteilversorgung funktioniert heute ja praktisch «just in time», das heisst, bei rechtzeitiger Bestellung sind die Teile am andern Morgen, im Moment des Bedarfs bei uns. Die früheren Zeiten, als man noch in der Nacht wegen eines Ersatzteils durch die halbe Schweiz oder nach Deutschland gefahren ist, sind vorbei. Das ist auch gut so. Apropos Ladenhüter, was passiert mit Ersatzteilen, wenn ein Fahrzeug oder eine Maschine eingetauscht wird? Dann werden die restlichen Teile verkauft. Wir geben nicht gekaufte Teile einfach gratis mit der Maschine weg. Und schon gar nicht lagern wir die hier nach dem Motto «man könnte sie vielleicht einmal brauchen». Dann passen sie nämlich sicher nicht. Zudem versperren sie nur Platz.

Erfolgt die Ersatzteilbestellung klassisch per Telefon, E-Mail oder mit dem Handy? Hans Adam Giger: Alles im Web-Shop. Da finde ich das Ersatzteil in den Listen und sehe das Teil auch. Ich bestelle im WebShop des Händlers oder beim Importeur, alles andere läuft im Hintergrund ab. Geliefert wird immer vom zentralen Ersatzteillager und die Verrechnung erfolgt über den Händler. Es kann ausnahmsweise einmal vorkommen, dass ich, wenn ich auf dem Feld bin, mit dem Handy ein Teil beim Händler bestellen muss, aber das ist wirklich eine Ausnahme. Welche Rolle spielt der lokale Händler bei der Ersatzteilbeschaffung? Christian Giger: Ich möchte das mal so sagen, der Händler hat für uns grosse Bedeutung. Nicht direkt, was die Ersatzteilbeschaffung betrifft, aber ganz allgemein ist

Hans Adam Giger bestellt die Ersatzteile im Web-Shop. Mit dem Handy bestellt er nur ausnahmsweise, wenn er auf dem Feld ist.

es ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Wir arbeiten mit zwei grösseren und zwei kleineren Händlern zusammen. Die sind wichtig für uns und ich glaube, dass ich sagen darf, wir sind auch wichtig für sie. Noch eine letzte Frage. Ist die Ersatzteilbeschaffung jenseits der Grenze ein Thema? Nein, für uns nicht. Wir sind hier im Rheintal ja nahe an der Grenze zu Deutschland oder Österreich, da hört man immer wieder, dass Maschinen oder eben Ersatzteile über der Grenze gekauft werden. Was man nicht hört, das ist von den Problemen, die im Anschluss auftauchen, wenn einmal diese Maschine kaputt ist und man hier in der Schweiz einen Händler oder eine Werkstätte aufsuchen muss. Wir sind an einem guten Einvernehmen mit den Händlern interessiert und dann können wir auch gute Konditionen aushandeln.

Lohnunternehmen Giger 1995 hat Christian Giger das damals noch kleine Lohnunternehmen von seinem Vater übernommen und seither kontinuierlich ausgebaut. Heute hat das Lohnunternehmen Giger in Sevelen (St. Galler Rheintal) einen modernen und schlagkräftigen Maschinenpark. Neben zwölf John-DeereTraktoren stehen während der Erntesaison zwei Selbstfahrhäcksler und zwei Mähdrescher, ebenfalls John Deere, im Einsatz. Zusätzlich verrichten zwei Krone «Big M» die Mäharbeit. Weiter sind zahlreiche Futter­

erntemaschinen, Krone-Rund- und -Quaderballenpressen, Lemken-Bodenbearbeitungsgeräte und -Sämaschinen sowie verschiedene Dosierwagen auf der Maschinenliste. Ein zusätzliches Standbein des Lohnunternehmens ist die Gülleausbringtechnik. Christian Giger ist zudem Vorstandsmitglied des Verbandes für Landtechnik Appenzell, Glarus und St. Gallen (VLT-SG) sowie Präsident der Geschäftsprüfungskommission GPK des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik (SVLT).

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Fit in den Winter

Eine Werkstatt in «Betrieb», ausgerüstet mit einer massiven Eisenplatte für Schweissarbeiten und montiertem Schraubstock. Bilder: M. Abderhalden

Wie richte ich eine Werkstatt ein? Was gehört eigentlich in eine Hofwerkstatt und wie sollte sie eingerichtet sein? Diese Frage stellt sich gerade mit steigender Mechanisierung mehr denn je. Martin Abderhalden* Hat ein Landwirt entsprechende Fähigkeiten und Interessen, so lohnt sich eine zweckmässig eingerichtete Hofwerkstatt auf dem Betrieb. Kleinere Reparaturen oder Konstruktionen können mit dem nötigen Fachwissen ordentliche Kosteneinsparungen bringen und amortisieren das investierte Kapital schnell. Nebst baulichen Massnahmen ist die richtige Auswahl von Werkzeugen und Maschinen für den Erfolg massgebend. Orientiert man sich an ein paar Punkten, so lässt sich das Ganze einfacher bewerkstelligen.

Was will ich (selber) machen? Die wichtigste Frage stellt sich am Anfang: «Was will und kann ich alles selbst machen.» Danach sollte sich das Inventar ausrichten. Es muss nicht von Beginn an die *Martin Abderhalden ist Landwirt und schreibt regelmässig über landtechnische Themen.

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volle Ausrüstung vorhanden sein, ein solider Grundstock ist später erweiterbar. Wer viel selbst machen will, dem steht ein gutes Kursangebot zur Verfügung. Vom Schweisskurs über Hydraulik bis zur Konstruktion sind die Angebote heute vielfältig.

Brandschutz wichtig Eine der wichtigsten Massnahmen in der Werkstatt ist der Brandschutz. Kleinste Sprühfunken einer Trennscheibe oder Schweissspritzer können schnell einen Feuer- oder einen Mott-Brand auslösen. Bei der Raumauskleidung von Wänden und Decke ist es wichtig, dass diese den örtlichen Bauvorschriften entsprechen. Spezifische Auskünfte dazu erhält man beim Brandschutzverantwortlichen in der Wohngemeinde. Für die Auskleidung eignen sich Sandwichpaneele mit einer feuerfesten Steinwolldämmung. Nebst der guten Isolation und dem Brandschutz bieten sie gleichzeitig ei-

ne lackierte Metalloberfläche, die beständig ist und sich gut reinigen lässt. Zusätzlich verhindert eine gute Wärmedämmung die Bildung von Kondenswasser, falls der Raum in der kälteren Jahreszeit beheizt wird. Wichtig ist auch eine gute Beleuchtung mit hellem, aber nicht zu aggressivem Licht. Gut bewährt haben sich die LED-Röhren­ beleuchtungen, die nassraumtauglich und energiesparend sind. Es sollte so viel Tageslicht wie möglich den Raum durchfluten, je heller der Raum, umso angenehmer das Arbeiten. Beispielsweise mit Lichtplatten im Tor oder einem grossen Fenster lässt sich dies einfach bewerkstelligen. Nicht wegzudenken ist natürlich eine leistungsfähige und sichere Stromversorgung mit FI-Schalter und möglichst separater Absicherung, die auch «J16»- und «J32»-Steckdosen umfasst. So ist ein zuverlässiger Betrieb von grösseren Geräten wie Schweissanlage und Hochdruckreini-


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tomatik-Aufroller für Druckluft und Elektro­ kabel, damit ist man schnell mobil und hat auch schnell wieder aufgeräumt. Auch hier keinesfalls auf die billigsten Modelle setzen, die Mittelklasse tut es hier auch. Wichtig ist eine gute Fettpresse, damit das Schmieren gut von der Hand geht. Ob Hand-, Druckluft- oder Akkupresse: Je be­ quemer diese zum Schmieren sind, umso eher wird das auch gemacht. Ein guter Bohrersatz, Kleinmaterial wie Kabelbinder, ein Sortiment an Schrauben, Muttern (M6 bis M12), Schmierstoffe und Zink-/Lack­ spray sind immer nützlich.

Mit Bauschaltkasten lässt sich eine einfache Stromverteilung samt FI-Schalter und Absicherung montieren.

Massiver Tisch und Schränke Automatische Aufroller für Druckluft und Strom sind praktisch.

ger gewährleistet. Mit einem fix montier­ ten Baustromverteiler hat man alles kom­ pakt und günstig am Ort.

Schweissen braucht Übung Wer Schweissen möchte, ist mit einer Schutzgasanlage und rund 260 Ampere Leistung gut bedient. Immer zu empfeh­ len ist ein Schweisskurs für die Grund­ lagenvermittlung und auch für die Mate­ rialkenntnis, danach macht auch die «Übung und Erfahrung den Meister». Der Schweizerische Verband für Landtechnik führt regelmässig Schweisskurse durch (siehe auch Betrag auf Seite xy).

Nur Qualitätswerkzeuge Generell vorsichtig sollte man hinsichtlich Maschinen und Werkzeugen bei Hausie­ rern sowie bei Angeboten im Internet sein. Oft werden kopierte Markenteile von viel schlechterer Qualität unter ähnlichem Na­ men angeboten. Dadurch kann es passie­ ren, dass man mit schlechtem Werkzeug mehr kaputt macht, als dies schon der Fall ist. Gute Markenwerkzeuge kosten zwar Geld, halten dafür aber über viele Jahre hinweg und lassen einem weniger im Stich. Eine komplette, ordentliche Werkstattaus­ rüstung zu beziffern, ist nicht einfach. Für rund Fr. 4500.– hat man einen ordentlichen Grundstock zum Ausbauen zusammen.

Druckluftkompressor Ein Druckluftkompressor mit 50-l-Tank und einer Leistung von mindestens 150 l/min gehört zur Grundausstattung. Ideal sind Zwei-Kolben-Aggregate, die bringen auch für Druckluftgeräte genug Nachschub. Empfehlenswert ist je ein 15- bis 20-m-Au­

Eine massive Werkbank ist das Herzstück der Werkstatt, ideal mit einer Arbeitshö­ he von etwa 80 cm und einer Metallplat­ te, an die ein guter Schraubstock an­ gebracht werden kann und die auch Schweissarbeiten aushält. Ansonsten soll­ te es eine mindestens 4 cm dicke, verleim­ te Werkbankholzplatte sein. Oft be­ kommt man an Räumungen, Liquidatio­ nen oder im Internet günstige, bereits gebrauchte Komplettgarnituren inklusive Schubladenstöcken. Schränke und Schub­ laden schützen vor Staub und Schmutz, je mehr man davon hat, umso besser. Eine Werkzeugwand bringt zusätzlich viel Platz und ist gut erreichbar.

Werkzeugwagen Beim Handwerkzeug ist man sicher gut ausgerüstet, wenn man sich mit einem be­ stückten, robusten Werkzeugwagen mit 6 bis 8 Schubladen ausstattet. Eine ordentli­ che Befüllung mit gutem Markenwerk­ zeug kostet um die Fr. 1500.–, wobei dann meist einige Schubladen noch leer sind. Diese können dann nach und nach mit nö­ tigem Werkzeug ergänzt werden.

Flexible Akku-Maschinen Gerade für den Einsatz auf dem Landwirt­ schaftsbetrieb, auf dem nicht immer eine Steckdose in der Nähe ist, bieten sich die mittlerweile leistungsfähigen und gut entwi­ ckelten Akkumaschinen an. Als Grundausrüstung kauft man am besten ein Profi-Set mit Bohrmaschine, Schlagschrau­ ber, Trennscheibe, Schlagbohrmaschine, Schnellladegerät und einigen Akkus mit mindestens 4,0 Ah und 18 Volt. Ein solches Set kostet um CHF 1000.–, ist aber viel günstiger als im Einzelkauf. Man sollte auf gute Marken setzen, diese bieten gute Qualität und Garantieleistungen. Zudem kann man innerhalb einer Marke mit den für alle Geräte kompatiblen Akkus auch

Sandwich-Paneele mit Steinwoll-Isolation für die Auskleidung einer Werkstatt sind feuerhemmend und pflegeleicht.

wieder neue Einzelgeräte dazukaufen. Für den fixen Werkstatteinsatz sollte mindes­ tens je ein Winkelschleifer mit 125 und 230 mm grossen Scheiben vorhanden sein.

Sichere Unterstellböcke und Feuerlö­scher Zur persönlichen Schutzausrüstung gehö­ ren ein paar Schutzbrillen und Handschu­ he sowie ein Gehörschutz. Arbeitsschuhe haben Stahlkappen und sind durchtritt­ sicher. Allgemein gehört ein Pulver-Feuer­ löscher in die Werkstatt, der frostsicher ist und periodisch gewartet wird. Ebenfalls ist eine Notfallapotheke notwendig, die gut sichtbar im Raum untergebracht ist. Massi­ ve, ausziehbare Unterstellböcke und ein guter Wagenheber sind ebenfalls sinnvoll. Öle und Schmiermittel in Gefässen gehö­ ren in einen separaten Raum und müssen vorschriftsmässig gelagert werden.

Bezugsquellen Anbei eine (nicht abschliessende) Liste von Online-Shops für Maschinen und Werkzeugen: • profi.rhyner.ch • shop.winkler.de • eshop.wuerth-ag.ch • hebutec-shop.ch • stama.ch • granit-parts.ch

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Schweissen wie ein Profi: Kursleiter Florian Schneller am Kursort Riniken beim MAG-Schweissen. Bilder: D. Senn

Für die richtige Schweisstechnik Zweitägige Kurse in Schutzgasschweissen und in anderen Schweisstechniken erteilt der SVLT auf Nachfrage am Standort des Zentralsekretariats in Riniken AG. Hier ein paar Eindrücke vom letzten Kurs anfangs Oktober. Dominik Senn

Kursleiter war Florian Schneller, Schweiss­ fachmann mit eidgenössischem Fachaus­ weis und Inhaber der Aarweld Schweiss­ technik AG aus Mägenwil (AG); er wird auch zukünftige Schweisskurse in Riniken erteilen. Die Teilnehmer wissen nach been­ detem Kurs, welche Schweissmethoden und -apparate für welche Zwecke geeignet sind. Für Reparaturen an Landmaschinen und für Stahlkonstruktionen eignen sich besonders Schutzgasschweissen (MAG-­ Schweissen) und Elektroden-Handschweis­ sen (E-Schweissen). Ein gutes E-Schweiss­ gerät kostet um die 1200 Franken, was et­ wa der Hälfte einer MAG-Schweissanlage entspricht. Als geeignete MAG-Schweiss­ anlagen rund um Landmaschinen kommen eigentlich nur Profigeräte in Frage, die rund 200 bis 250 Ampère Schweissstrom liefern; sie sind derzeit etwa für 2500 Franken im 28

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Fachhandel erhältlich. Eine der Faustregeln beim MAG-Schweissen lautet: pro Millime­ ter Wandstärke sind 30 Ampère notwen­ dig. Im Nu vergingen die zwei Kurstage in ei­ ner kleinen Gruppe, danach waren auch Anfänger in der Lage kleinere Konstruktio­ nen anzufertigen. Landwirt Andreas Hänni aus Uetendorf BE mit Jahrgang 1958 ist Landwirt und kennt sich bereits mit E-Schweissen aus, um kleinere Reparatur­ arbeiten auszuführen. Jetzt hat er sich eine MAG-Schweissanlage angeschafft, um konstruktive Aufgaben, Neuanfertigungen usw. einfacher bewältigen zu können. Landwirt Pius Wey aus Sarmenstorf AG mit Jahrgang 1959 hat sich unlängst auf Spezialanfertigungen von Stalleinrichtun­ gen, hauptsächlich im Bereich Geflügel­ ställe, selbstständig gemacht und hat be­

reits Schweisskenntnisse. Ihm hätten aber gewisse Grundkenntnisse gefehlt, die er sich jetzt erwerben konnte. Philipp Schranz aus Obfelden im Kanton Zürich mit Jahrgang 1989 ist zum stellvertreten­ den Werkhofleiter seiner Wohngemeinde ernannt worden. In diesen neuen Arbeits­ bereich fallen beispielsweise Reparaturen von Pflügen und Fahrzeugen. Sein Vorge­ setzter, der den Kurs ebenfalls in Riniken absolviert hatte, ermöglichte ihm jetzt die­ sen nützlichen Kurs. Michaela Schmid aus Geltwil AG mit Jahr­ gang 1995 bestreitet derzeit die Landwirt­ schaftsschule. Ihr Lehrbetriebschef stellt im Nebenerwerb massangefertigte Au­ to-Hundeboxen her und möchte seine wissbegierige Lehrtochter in diese Arbeit einbeziehen, was ihr mit dem absolvierten Schweisskurs ermöglicht worden ist.


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Ein Schweisserlehrling demonstriert Standfestigkeit. Es darf auch einmal gelacht werden: Kursinstruktionen mit Florian Schneller.

Kursleiter Florian Schneller prüft und bewertet im Kursplenum eine Arbeit. Eine rechtwinklige Verbindung muss geübt sein.

Alle Werkzeuge für das MAG-Schweissen auf einen Blick.

Die Biegeprobe (unten) bei einem Werkstück zeigt: Die Naht hat gehalten.

«Nützliche Zwischentitel_gross_Kasten Grundkenntnisse vermittelt» Die Kurseinschätzung übernahm stellvertretend für die Gruppe Teilnehmer Pius Wey: «Die Grundkenntnisse über die verschiedenen Schweissarten, über die Geräteeinstellungen und über die eigentlichen Schweisstechniken werden von Kursleiter Florian Schneller auf interessante Art und Weise vermittelt. Gut gefiel uns, dass einem immer wieder Gelegenheit zum Üben geboten wird. So konnte ich das Schweis­s en in verschiedenen Einstellungen ausprobieren und die unterschiedlichen Resultate sehen. Kurz: Ich durfte im Kreise Gleichgesinnter zwei kurzweilige Kurstage erleben.»

Der Vierrollen-Antrieb des MAG-Schweissgerätes sichert den zuverlässigen Vorschub des Drahtes.

Kurse im nächsten Jahr

«Wir hatten immer wieder Gelegenheit zum Üben», sagt Kursteilnehmer Pius Wey.

Die neu ausgeschriebenen zweitägigen Kurse für das Jahr 2020 in Riniken sind jeweils in der «Schweizer Landtechnik» auf der zweitletzten Seite ausgeschrieben. Sie starten im März und kosten für SVLT-Mitglieder 580 Franken (Nichtmitglieder 630 Franken). • Do/Fr 5./6. März: MAG-Schweissen • Mo/Di 16./17. März: TIG-Schweissen • Mo/Di 23./24. März: MAG-Schweissen (Siehe auch Seite 63)

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Je vielfältiger der Maschinenpark, desto wichtiger ist eine «einfache» Ersatzteilbeschaffung. Bilder: Agroparts

Neues Modul bei Ersatzteilsuche Landwirtschaftsbetriebe und Lohnunternehmer haben in der Regel einen gemischten Maschinenpark. Die Ersatzteilbeschaffung ist deshalb für Händler und Landwirte mit einem aufwendigen Durchforsten von verschiedenen markenspezifischen Portalen verbunden. Ruedi Hunger

Um den «Such-Aufwand» nach Ersatzteilen zu reduzieren, bietet die Multi-Marken-Plattform «www.agroparts.com» einiges an Erleichterung. Für den land­ wirtschaftlichen Bereich präsentieren verschiedene Hersteller in der eigenen Markenwelt ihr Originalersatzteil-Angebot. Händler und Endkunden (Landwirte) können mit einem Login alle Teile der teilnehmenden Hersteller recherchieren. Während die Online-Teilebestellung bisher den Händlern vorbehalten war, wird nun auch für die Anbindung der Endkunden an die Online-Bestellkette gesorgt. 30

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Die neuen Module, der «Dealer Shop» und die App, wurden erstmals auf der diesjährigen Agritechnica in Hannover vorgestellt.

Weltweit grösste Multi-Marken-Plattform IT-Experten der LexCom GmbH in München haben «Agroparts» ins Leben gerufen und erleichtern damit dem Händler, Lohnunternehmer oder Landwirt die Suche nach Ersatzteilen. Die gemeinsame Plattform für das Ersatzteilmanagement ermöglicht, dass sich Händler und End-

kunden bei der Ersatzteilbeschaffung nicht mit verschiedenen markenspezifischen Portalen auseinandersetzen müssen, sondern alle Anbieter und Interessenten wie auf einem grossen digitalen Marktplatz treffen können. Der hohe Standardisierungsgrad von «Agroparts» erleichtert die Ersatzteilsuche wesentlich, da sowohl Kataloge als auch Such- und Bestellablauf für alle Hersteller einheitlich gestaltet sind. Die Informationen und Preisangaben zu den Originalersatzteilen stammen direkt von den Herstellern und sind immer aktuell.


Fit in den Winter

Online-Bestellung …? Wenn bisher die Online-Bestellung direkt über «Agroparts» ausschliesslich den Händlern vorbehalten war, dann hat das handfeste Gründe. Schliesslich ist das Ersatzteilgeschäft für den Händler Teil einer «Überlebensstrategie». Allerdings nutzen Endkunden die Recherchemöglichkeiten, wenn sie vorhanden sind, so oder so und das sich ändernde Kaufverhalten kann nicht aufgehalten werden. Damit verbunden ist der Wunsch, die benötigten Ersatzteile für den Maschinenpark online bestellen zu können. Mit dem «Agroparts»-Dealer-Shop existiert nun eine Plattform, die den Händler vom enormen technischen Aufwand für eine eigene elektronische Ersatzteil-Plattform entbindet.

Hersteller

Händler

Hersteller-Shop (Einzelmarken)

Shop in Shop Lösung

Endkunde

Händler-Shop (Multimarken)

- Landwirt - Lohnunternehmer - Freie Werkstatt

Omni-Channel-Shop

Weltneuheit

Optimale Datenqualität durch Integration des HerstellerKatalogs in eine Multimarken-Shop-Welt beim Händler

Händler und Endkunde müssen sich bei der Ersatzteilsuche nicht mit markenspezifischen Portalen auseinandersetzen, sondern haben auf dem digitalen Marktplatz alles im Blick.

Händler Online-Bestellung Ein Händler stellt mit wenigen Klicks seinen persönlichen Shop zusammen. Zur Auswahl stehen ihm alle Marken, für die er in «Agroparts» als Händler autorisiert ist. Die Bezahlung erfolgt über gängige Lastschriftverfahren oder Kreditkarten. Anschliessend bekommt der Händler einen Link zu seinem Dealer Shop, den er auf seiner Website integrieren kann. Eine schlüsselfertige Lösung für den Händler, denn um die Einbindung der Kreditkartenbezahlung oder die Aktualisierung der Ersatzteilkataloge muss er sich nicht kümmern.

Endkunden Online-Bestellung Für den Endkunden wird die Ersatzteil-Bestellung letztlich immer im «Agroparts» Dealer Shop eines Händlers ausgeführt, unabhängig davon, ob der Endkunde über die Webseite eines in «Agroparts» teilnehmenden Herstellers das Originalersatzteil sucht oder, ob er dazu eine Such-

maschine wie Google verwendet. Natürlich gilt das auch, wenn der Kunde über die Händler-Website in den Shop gelangt. Die einzelnen Herstellerkataloge erscheinen im Shop weiterhin im Erscheinungsbild des Herstellers. Da der Endkunde Zugang zu den Originalersatzteildaten und technischen Dokumenten hat, kann er anhand von Teilenummern oder Zeichnungen die Ersatzteile ermitteln und in den Warenkorb legen.

braucht werden. Beispielsweise beim Servicefall im Feld, wenn vielleicht kein Netz verfügbar ist. Der Nutzer kann bei einem Defekt an einer Maschine gleichwohl die Problemstelle identifizieren, das passende Ersatzteil suchen und in den Warenkorb übernehmen. Sobald wieder eine Internetverbindung zustande kommt, lässt sich der erstellte Warenkorb in den Shop des Händlers übertragen und die Bestellung wird ausgelöst.

Mit App direkt auf Feld

Server schlafen nie!

Die neue «Agroparts Mobile App» ergänzt den Dealer Shop. Diese ist in erster Linie für Endkunden gedacht, bietet aber auch Vorteile für Service-Mitarbeiter eines Herstellers oder Händlers. Die Informationen aus ausgewählten Maschinenkatalogen für seinen Maschinenpark kann der Endkunde definieren und herunterladen bzw. offline jederzeit dort einsetzen, wo sie am dringendsten ge-

Das sich ändernde Kaufverhalten der Endkunden, die benötigten Ersatzteile für den Maschinenpark online zu bestellen kann kaum mehr aufgehalten werden. Neu kann der Endkunde selber bestellen. Geliefert und abgerechnet wird über den Händler. Zwei getrennte Grossrechenzentren, in denen Netzwerk- und Serverkomponenten mehrfach vorhanden sind, gewährleisten eine grosse Ausfallsicherheit.

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Impression | Einsatzbericht

Der «Axtor 4510» mit 462-PS-Motor und 19 Tonnen Gesamtgewicht kann sowohl für das Hacken von Holz wie auch für das Schreddern von Grünmasse eingesetzt werden. Bilder: H. Röthlisberger

Der kleine «Zwei-in-Eins-Axtor» Der «Axtor 4510» ist das neue Einstiegsmodell der «Axtor»-Baureihe des Herstellers Komptech. Mit 462-PS-Motor und 19 Tonnen Gesamtgewicht ist der Universalschredder auch interessant für die Schweizer Biomasse- und Kompostierbetriebe. Heinz Röthlisberger Mit dem «Axtor» hat der österreichische Hersteller Komptech sei gut 6 Jahren eine Universalschredder-Baureihe im Angebot. Der «Axtor» kann sowohl für das Schreddern von Grünschnitt wie auch für das Hacken von Holz eingesetzt werden. Allerdings sind diese ersten Maschinen aufgrund ihrer Grösse und Leistung wenig geeignet für Schweizer Biomasse-Aufbereitungsanlagen, die im Vergleich zum Ausland eher klein sind. Nun hat Komptech mit dem «Axtor 4510» eine Einstiegsmaschine vorgestellt, die sich auch für kleinere und mittlere Anlagegrössen sowie für Lohnunternehmer eignet. «Mit den grossen Maschinen waren wir auf dem Schweizer Markt chancenlos», sagt Yvan Grepper. Das habe sich nun mit dem «kleinen», kompakt gebauten 19-Tonnen-«Axtor» mit 462-PS-Motor geändert, so der Geschäftsführer der Getag Entsorgungs-Technik AG aus Fulenbach 32

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(SO). Die Firma ist seit mehr als 20 Jahren Importeur von Komptech. Mitte Oktober war Getag mit der Neuentwicklung auf einer Demotour durch die Schweiz.

busten Schredderklingen getauscht werden. Schneller verläuft der Umbau, wenn nur die Klingen der feststehenden Werkzeuge gewechselt werden müssen: Hier werden die Schredder- gegen die Hack-

Schredder- und Hackmodus Wie sein grosser Bruder «Axtor 6210» kann der «Axtor 4510» sowohl als Schredder wie auch als Hacker für die Holz- und Grünschnittaufbereitung genutzt werden. Die Hacktrommel ist dafür mit 32 frei schwingenden oder 32 feststehenden Werkzeugen ausgestattet. Der Umbau vom Schredder zum Hacker ist dank guter Zugänglichkeit und Konstruktion unkompliziert. Laut Hersteller Komptech dauert es rund sechs Stunden, den Schredder auf Hackbetrieb umzubauen, wenn sich zwei Leute dabei unterstützen. Die frei schwingenden Werkzeuge können dabei je nach Einsatz gegen feststehende Halter mit exakt schneidenden Hackklingen oder ro-

Spezialisiert auf Biomasse-Aufbereitung Die Firma Komptech mit Sitz in Frohnleiten (Österreich) ist unter anderem spezialisiert auf die Herstellung von Systemen für die Aufbereitung von Biomasse zu erneuerbaren Energieträgern. Die Produkte umfassen Zerkleinerungs- und Kompostierungstechnik sowie Sieb- und Separationstechnik. Die Firma, die 1992 gegründet worden ist, beschäftigt über 550 Mitarbeiter. Schweizer Importeur von Komptech ist die Firma Getag Entsorgungs-Technik AG aus Fulenbach SO.


Einsatzbericht | Impression

Vorfahreinrichtung umpositioniert werden. Die Bedienung der gesamten Maschine erfolgt am integrierten «Terminal» und bequem über die Fernsteuerung. So hat man immer beste Übersicht über das Geschehen. Gut gelöst die Zugänglichkeit für Servicearbeiten. Beispiele dafür sind das hydraulisch klappbare Rotorgehäuse und die geräumige Serviceplattform für Arbeiten an der Hacktrommel und beim Siebkorb. Möglich ist das Öffnen des Rotorgehäuses, des Siebkorbes sowie der Einzugswalze auch elektro-hydraulisch, ohne dass der Motor gestartet werden muss. Erhältlich ist der «Axtor 4510» ebenfalls mit Raupenfahrwerk.

Fazit Die Bedienung der Maschine erfolgt mittels Fernsteuerung. Elektro-hydraulisch kann das Rotorgehäuse, der Siebkorb sowie die Einzugswalze geöffnet werden

klingen in gut zwei Stunden getauscht. Die Hacktrommel hat einen Durchmesser von 1100 mm Durchmesser bei einer Breite von 1510 mm. Möglich sind die zwei Drehzahlen 460 U/min für den Hackmodus oder 912 U/min für den Schredderbetrieb durch den Einsatz der entsprechenden Riemenscheibe.

Material. Bei holzigem Grünschnitt für die Kompostierung seien bis zu 150 m³ pro Stunde möglich. Für die nötige Leistung sorgt ein 6-Zylinder-Motor von Cat, der die neueste Abgasstufe 5 erfüllt und der wie schon erwähnt eine Leistung von 340 kW, respektive 462 PS hat.

Auch mit Raupen 6-Zylinder-Motor von Cat Eine breite Palette von Siebkörben dienen für die gewünschte Korngrösse und Qualität des Schredder- oder Hackgutes. Sowohl der Siebkorb, wie auch der Reibboden und die feststehenden Werkzeughalter sind mit Überlastsicherungen (mittels Scherschrauben) ausgestattet. Bei der Durchsatzleistung gibt Komptech bis zu 240 m³ pro Stunde an. Natürlich je nach

Der Aufgabetisch ist mehr als 4 m lang, rund 1,5 m breit, hat eine Aufgabehöhe von 2,2 m und eine maximale Einzugshöhe von 850 mm. Vorne kann der Trichter für lange Holzstämme geöffnet werden. Das Abwurfband hat eine Abwurfhöhe von 4,5 m. Damit können auch LKW-Trailer oder Anhänger befüllt werden. Der «Axtor 4510» mit Tandemachse kann auch ohne Zugfahrzeug dank integrierter

Das hydraulisch klappbare Rotorgehäuse bietet eine sehr gute Zugänglichkeit zu Hacktrommel und Siebkorb.

Die Hacktrommel kann mit 32 freischwingenden oder mit 32 feststehenden Werkzeugen ausgerüstet werden.

Mit 19 Tonnen Gesamtgewicht, 462-PS-Motor, Tandemachse und kompakter Bauweise eignet sich der «Axtor 4510» für kleine bis mittelgrosse Biomasse-Aufbereitungsanlagen aber auch für Lohnunternehmer, die sich auf das Schreddern oder Hacken von Biomasse spezialisiert haben und schnell von einem Ort zum anderen kommen müssen. Mit einem Verkauspreis von rund CHF 350 000.- bewegt sich der «Axtor 4510» im Preissegment vergleichbarer Maschinen der Mitbewerber. Das Interesse ist jedenfalls vorhanden. Laut Geschäftsführer Yvan Grepper konnte die Getag in der Schweiz schon zwei «Axtor 4510» verkaufen. 

Steckbrief Komptech «Axtor 4510» Motor: Cat «C9.3B» Dieselmotor, 6 Zylinder, Abgasstufe 5 Leistung: 340 kW, 462 PS Fahrwerk: Tandemachse oder Raupen Aufgabetisch: (L x B) 4155 x 1430 mm; Höhe 2250 mm Einzugsöffnung: 850 x 1430 mm (H x B) Hacktrommel: 1100 mm Durchmesser, 1510 mm Breite Drehzahl: 460 oder 912 U/min Werkzeuge: 32 frei schwingende oder 32 feststehende Werkzeuge Abwurfhöhe: 4,5 m (5 m Optional) Masse: (L x B x H) 2 Tandemachse 13,4 x 2,5 x 4,5 m; mit Raupen 8,4 x 2,5 x 3,6 m Gewicht: je nach Ausstattung 19 t (mit Tandemachse); 21 t (Raupen) Durchsatzleistung: je nach Material bis 240 m³ pro Stunde Preis: CHF 350 000.– bis 380 000.– (inkl. MwSt., je nach Ausrüstung) (Herstellerangaben)

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Der Werkhof Flims setzt den Multihog «MX 120» für die die Pflege und Bereitstellung der Winter-Wanderwege ein. Bilder: R. Hunger

Bereit für die Schneepracht Wanderwege werden heute so präpariert, dass die Gäste jederzeit ideale Bedingungen vorfinden. Zunehmend kommen dazu Spezialmaschinen zum Einsatz. So wie in der FerienDestination Flims. Sie setzt seit vergangenem Winter auf einen Multihog «MX 120». Ruedi Hunger

Flims-Laax ist eine bekannte Winter- und Sommerferien-Destination mit vielen Kilometern von Wanderwegen. Der nächste Winter kommt bestimmt und damit auch die Aufgabe, dem anspruchsvollen Feriengast optimale Wegverhältnisse zu bieten. Der Einsatz einer zwei bis drei Meter breiten Pistenmaschine ist für diesen Zweck nicht optimal. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren hat der Werkhof in Flims daher nach einer Alternative Ausschau gehalten und ist dann auf den Multihog gestossen. Erste Kontakte zu Robert Aebi Landtechnik in Regensdorf, dem Importeur der Allzweck-Kommunalmaschine, wurden 2014 aufgenommen. Im Winter 2016 erfolgte eine Vorführung des Multihog «MX» mit Schneefräse in Flims und 2018 wurde er bestellt.

Winter auf Raupen und im Sommer mit Rädern unterwegs ist. Die Fahrzeugbreite sollte nach Möglichkeit 1,80 m nicht überschreiten.

Hohe Förderleistung der Hydraulik Die gewünschten Anbaugeräte stellten hohe Anforderungen an die Hydraulikleistung des Allzweckfahrzeuges. Insbesondere die Fräswalze mit Planierschild und der gleichzeitige Einsatz eines Frontschildes erfordern hohe Literleistung. Die Erwartungen erfüllt nun das Mehrzweckfahrzeug Multihog mit einem lastabhängigen «PTO»-Hydraulik-System und proportionaler Hydraulik-Steuerung mit einer Förderleistung, die bei maximal 120 l/min liegt.

Mit Teamwork zur Vollendung Evaluation Für die Flimser stand fest, dass ein Allzweckfahrzeug ganzjährig eingesetzt werden muss. Arbeit ist Sommer und Winter genügend vorhanden. Im Verlauf der langen Vorgespräche fokussierte man sich auf ein künftiges Fahrzeug, das im 34

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Auch der Treibstofftank wurde entsprechend angepasst. Schliesslich brauchte es noch Konstruktionsanpassungen an der Kabine, damit die Raupenfahrwerke genügend Freiraum haben.

Multihog hatte bis 2018 noch nie ein Fahrzeug mit Raupen-Fahrwerk ausgeliefert. Entsprechend mussten Anpassungsarbeiten vorgenommen werden. Bereits im Werk wurde Platz für die Raupen geschaffen, indem die Seitentanks für das Hydrauliköl unten abgeschrägt wurden.

Aufklappare Kotflügel Im Regionalzentrum von Robert Aebi Landtechnik in Landquart (GR) wurden zusätzlich aufklappbare Kotflügel montiert. In Eigenregie wurde im Werkhof Flims ein Tragrahmen für die Heckanbaugeräte konstruiert. Mit wenigen Handgriffen (Schnellverschlüsse) wird nun die Heckfräse samt Planierschild am Tragrahmen an- und abgebaut. Der Tragrahmen selber kann ebenfalls ohne grossen Aufwand entfernt werden. Ebenfalls in der eigenen Werkstätte wurde das Kässbohrer-Frontschild eingekürzt. Die hydraulisch bewegten Seitenflügel können jetzt entsprechend der Arbeitsbreite bis 2,40 m variiert werden. Der Multihog ist mit vier Raupenfahrwerken des kanadischen Herstellers Soucy Track ausgerüstet. Soucy Track baut seit über 40 Jahren Raupenfahrwerke für


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Steckbrief Multihog «MX 120» Motor: Deutz 90 kW, 122 PS, Stufe 3b Antrieb: Hydrostatisch Hydraulik: lastabhängige PTO-Hydraulik; 0 bis 120 l/min, bis 350 bar; Front- und Heckanbauraum Gewichte: Zul. Gesamtgewicht 7000 kg; zul. Achslast vorne 3500 kg: zul. Achslast hinten 4500 kg; Leergewicht 3460 kg Anhängelast: 3500 kg Raupenfahrwerk: Soucy Track (Kanada) Zusatzausrüstung: (Werkhof Flims) Frontschild und Heckfräse sowie Planierschild von Kässbohrer (Herstellerangaben)

Pirmin Good, Leiter Regionalzentrum Robert Aebi in Landquart: «Die Kotflügel lassen sich seitlich hochklappen.»

Traktoren, Erntemaschinen, Anhänger und verschiedene andere Fahrzeuge.

Frontschild oder die Schnee-Frässchleuder verwendet. Das Frontschild hat verschiedene hydraulische Funktionen. So kann unter anderem mit der Querneigung ein Wanderweg auch bei Hangneigung nahezu waagrecht gestaltet werden. Dafür wird Schnee auf der Oberseite entfernt und bei der Unterseite aufgefüllt. Mit den beweglichen Seitenflügeln wird das Profil des Wanderweges gestaltet. Schliesslich kann das

Ideal mit Knicklenkung In Verbindung mit der Knicklenkung sind die Raupenfahrwerke die ideale Lösung zur Wanderwegpflege. Für die kommunalen Gemeindearbeiten im Sommer werden die Raupen gegen Räder getauscht. Das Fronthubwerk ist robust gebaut und wird für das

Frontschild bei Bedarf nach links und nach rechts geschwenkt werden.

Fazit In Flims ist man für den nächsten Winter gerüstet. Mit dem Multihog «MX 1202» steht dem Werkhof ein modernes Kommunalfahrzeug für den Ganzjahreseinsatz zur Verfügung. Das Fahrzeug überzeugt durch gute Ausrüstung, Übersicht und hohe Leistung.

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Die selbst gebaute Säeinheit am Pflug mit Frontsätank kombiniert das Pflügen und das gleichzeitige Säen von Zwischenfrüchten. Bilder: H. Süss

Pflügen und gleichzeitig Zwischenfrüchte säen Mit seiner pfiffigen Eigenbaulösung am Pflug kann Mathias Maier aus Sinzing in Bayern Feinsaaten und Leguminosen separat in unterschiedliche Saattiefen einsäen. Helmut Süss*

Nach der Getreideernte wird auf vielen Feldern eine Zwischenfrucht gesät. In Deutschland empfehlen die Pflanzenbauberater aus ackerbaulichen Gründen und vor allem in erosionsgefährdeten Gebieten oftmals differenzierte Mischungen mit einem hohen Anteil an Leguminosen. Schon seit vielen Jahren verwendet Ma­ thias Maier (38 Jahre) aus Sinzing (Bayern) Leguminosen in seiner Zwischenfruchtsaatmischung. Doch die grosskörnigen und kleinkörnigen Komponenten der Saatmischung brauchen unterschiedliche Saattiefen. Wie erreicht man technisch diese unterschiedlichen Saathorizonte? «Früher bin ich daher im Herbst mehrfach *Der Autor ist Landtechnik-Redaktor beim Bayerischen Landwirtschaftlichen Wochenblatt.

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Schweizer Landtechnik 11 2019

Beim Pflügen werden über zwei Verteilerköpfe die Feinsaaten in obere und die Leguminosen in tiefe Saathorizonte separat und direkt in den Erdstrom eingeblasen.

über den Acker gefahren. Heute erledige ich das in einer einzigen Überfahrt mit meiner selbstgebauten Säeinheit am Pflug. Mein Pflug kann gleichzeitig säen», erzählt Maier schmunzelnd.

Maisbetonte Region «Zwischenfrüchte sind für unsere maisbetonten Region wichtig. Sie sorgen in erster Linie für Erosionsschutz. Insbesondere die Bohnen bleiben auch nach dem Win-


Einsatzbericht | Impression

Maier hat auch einen eigenen Transportwagen gebaut. Das Verteilersystem kann man leicht am Pflug an- und abbauen.

Durch den zweigeteilten, selbst gebauten Fronttank können Feinsämereien und auch Leguminosenkörner getrennt ausgesät werden.

ter stehen. Über die verschiedenen Zwischenfrüchte bekommen auch die Bodenlebewesen so die ganze Zeit Futter. Die vielschichtigen Wurzeln der verschiedenen Komponenten und die vielen Regenwürmer lockern zudem den Boden.» Mathias Maier ist hierbei in engem Kontakt mit dem Landwirtschaftsamt in Pfaffenhofen. Dieses empfiehlt für die grosskörnigen Komponenten 50 bis 60 kg Ackerbohnen plus 5 kg Wicken beziehungsweise 40 kg Ackerbohne plus 20 kg Erbsen und 5 kg Wicken. Die Feinsaatmischung (insgesamt rund 10 kg/ha) besteht aus Phacelia, Senf, Ölrettich, Kresse, Ramtillkraut, Öllein, Alexandrinerklee sowie Perserklee und Sorghum.

Idee kam beim Pflügen Vor ein paar Jahren kam Maier beim Pflügen auf die Idee, das Verfahren mit der Zwischenfruchtsaat zu kombinieren. Heute hat seine Pflugsaat die Bewährungsprobe in der Praxis bestanden. «Es funktioniert einwandfrei, wobei prinzipiell die Säeinheit auch auf Grubber aufbaubar ist», ergänzt Maier, der sein System ganz aktuell patentieren liess: Die Säeinheit besteht aus dem Fronttank mit zwei getrennten Kammern, für die feinen und grossen Saatkörner. Über den Luftstrom respektive die grossen Pneumatikleitungen gelangt das Saatgut getrennt in die zwei Verteilerköpfe am Pflugturm sowie dann an die Verteilorgane am Pflugrahmen. Dort wird das jeweilige Saatgut in die unterschiedlichen Saathorizonte gezielt und dosiert eingeblasen. Schattenkeimer wie die Bohnen oder Erbsen gelangen in einen tieferen Saathorizont. Lichtkeimer wie Senf Phacelia oben drauf. Gesteuert und bedient wird die jeweilige Saatmenge über das Terminal. «Die Firma Horsch hat mich

gut unterstützt, indem Mitarbeiter am Fronttank, bei Dosierung und Sensoren sowie an den Gebläseeinheiten mitgearbeitet haben. Auch das Terminal stammt von der Firma Horsch», berichtet Maier und betont, dass doch viel Arbeit, Zeit und Hirnschmalz in seiner Pflugsaat verbaut ist. Aber es habe sich gelohnt.

Weniger Überfahrten Maier verweist auf die vielen Vorteile seines Systems: «In zehn Minuten ist die ganze Einheit abgebaut. Ich habe einen speziellen Transportwagen dafür gebaut. Das Verfahren ist eine wirtschaftliche Technik, da in einem Arbeitsgang mehrere Arbeitsschritte bewältigt werden. Auch Getreide säen mit gleichzeitiger Grunddüngung oder auch Raps säen mit Ausbringung von Schneckenkorn ist denkbar und möglich.» Durch diese Kombination sind weniger Überfahrten nötig, das verringert den Bodendruck, reduziert den Kraftstoffbedarf sowie den Zeit- und den Maschinenaufwand. Auch die Wasserersparnis wird immer wichtiger, denn

jeder Arbeitsgang führt zur Wasserverdunstung. Mit dem Verfahren wird auch das Wetterrisiko zwischen Ackern und Aussaat verringert und es besteht keine bzw. geringe Windanfälligkeit beim Aussäen. «Je schneller der Boden mit Zwischenfrüchten bedeckt ist, desto weniger Unkraut oder Ungräser können keimen», fügt Mathias Maier hinzu: «Die raue Scholle bleibt erhalten, dadurch erfolgt ein niedriges Abschwemmen beziehungsweise kein Verschlämmen des Bodens. Über den Winter ist bei der Pflugfurche eine bessere Frostgare und ein schnelleres Abtrocknen des Bodens im Frühjahr festzustellen.»

Grosses Interesse von Fachleuten «Das System ist nicht nur für meinen Betrieb geeignet. Soweit ich weiss, hat derzeit kein Landtechnikhersteller eine Entwicklung, mit der man gleichzeitig Pflügen und Säen kann. Früher wurde die Pflugsaat schon einmal von verschiedenen Herstellern angeboten und ist wieder in der Versenkung verschwunden», berichtet Maier. Er ist gespannt, was die wissenschaftlichen Untersuchungen und Analysen bringen. Denn mittlerweile hat seine Entwicklung auch das Interesse von Fachleuten geweckt.

Mathias Maier hat seine Eigenentwicklung patentieren lassen.

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Rein äusserlich – bis auf den wegen des integrierten Partikelfilters dickeren Auspuffstrang – unterscheidet sich der Fendt «314 Vario» kaum von den bekannten Modellen dieser Baureihe. Komplett neu ist hingegen das Bedien- und Mehrleistungskonzept im Innern. Bilder: R. Engeler

Dynamisch unterwegs Fendt erweitert seine Baureihe «300» mit dem «314 Vario» nach oben. Weniger die spendierte Motorleistung als vielmehr ein innovatives Mehrleistungssystem und das neue Bedienkonzept sind die herausragenden Merkmale des neuen Topmodells. Die «Schweizer Landtechnik» hat den Traktor ausprobiert. Roman Engeler

Die Erweiterung einer Traktorbaureihe mit einem leistungsstärkeren Modell und die Umstellung auf die aktuell gültigen Abgasnormen sind für die Ingenieure zwar weiterhin echte Herausforderungen, doch in der Praxis gehören solche Meldungen mittlerweile zum «courant normal». So wäre es eigentlich auch beim neuen Fendt «314 Vario» mit seiner maximalen Leistung von 142 PS (Nennleistung 132 PS) der Fall, wenn da nicht zwei Innovationen wären, die Fendt in dieses Modell «314 Vario» gepackt hat: Nämlich das Mehrleistungskonzept «Dynamic Performance» und das neuartige Bedienungssystem «FendtOne». Beide Neuerungen hat Fendt im Rahmen seiner Neuheitenvorstellung Anfang Juli dieses Jahres bereits präsen38

Schweizer Landtechnik 11 2019

tiert – damals aber nur virtuell und nicht in «Stahl und Eisen». Die «Schweizer Landtechnik» konnte im Oktober ein Vorserienmodell des «314 Vario» genauer unter die Lupe nehmen und richtete dabei das Augenmerk besonders auf die erwähnten Innovationen.

Bewährtes bleibt Angetrieben wird der «314 Vario» von einem 4-Zylinder-Motor mit 4,4 l Hubraum von Agco-Power. Das stufenlose Getriebe «ML75» ist in dieser Baureihe ebenso bekannt wie die technischen Spezifikationen bei Zapfwelle (540/540E/1000 oder 540/1000/Wegzapfwelle) und Hydraulik (110-l/min-LS-Pumpe mit 200 bar oder 2 bis 4 Steuerventilen). Neu sind die serien-

mässige Vorderachsfederung und ein Steuerventil im Frontbereich. In Sachen Ausstattung gibt es die Varianten «Profi» (Standard) oder «Profi Plus» (u. a. mit Spurführung und Isobus-Gerätesteuerung).

«Dynamic Performance» Bisher kennt man in der Branche Mehrleistungen als «Boost» beim Transport ab einer bestimmten Geschwindigkeit oder bei Zapfwellen-Arbeiten. Dieser «Boost» wird dann stufenweise zur Verfügung gestellt. Das Mehrleistungskonzept «DynamicPerformance» von Fendt orientiert sich aber weder an Fahrgeschwindigkeiten noch an speziellen Einsatzaufgaben, sondern funktioniert rein dynamisch. Gegen 10 PS sind es, die über eine bedarfs-


Fahrbericht | Impression

«Dynamic Power» stellt bis zu 10 PS mehr zur Verfügung, wann und wo immer diese Leistung benötigt wird.

abhängige Steuerung genau dann und dort frei gegeben werden, wann und wo diese Leistung auch benötigt wird. Die Motorleistung eines Traktors wird üblicherweise auf zahlreiche Leistungsabnehmer wie Zapfwelle, Hydraulik, Motorlüfter oder Klimaanlage verteilt. Beim Fendt «Dynamic Power» erkennt das System, wenn eine bestimmte Komponente mehr Leistung benötigt und stellt diese dann über eine intelligente Steuerung zur Verfügung. «Dynamic Performance» greift so auch bei Zapfwellenarbeiten im Stillstand, wie beispielsweise am Futtermischwagen oder am Güllerührwerk. Auch bei Transportund Zapfwellen-losen Feldarbeiten wird das System in Abhängigkeit von Leistungsabnehmern aktiviert. Bei Fendt sieht man

diese Mehrleistung von 10 PS dort interessant, wo ein kompakter, leichter und wendiger Traktor (5 t Leergewicht beim «314 Vario») benötigt wird, der im Bedarfsfall auch mal einen höheren Leistungsbedarf abdecken kann.

«FendtOne» Begibt man sich nun in die Kabine, fallen die zahlreichen Terminals auf. Es würden immer mehr Aufgaben und Funktionen über Displays gesteuert, heisst es bei den Ingenieuren, weshalb man einen höheren Bedarf an Anzeigeflächen ortet. Verbaut sind ein 9 Zoll grosses Dashboard am Lenkturm, ein 12-Zoll-Terminal am Ende der Armlehne und (optional) ein seitlich platziertes, in den Dachhimmel verschieb-

Multifunktionshebel, «3L»-Joystick und Drehdrückknopf sowie viele Tasten: Insgesamt 45 Funktionen lassen sich über die neu konzipierte Armlehne steuern.

bares 12-Zoll-Display. Auf jedem dieser Terminals können bis zu sechs frei konfigurierbare Fenster dargestellt werden. Weiter führt Fendt mit diesem Modell die Bedienphilosophie «FendtOne» ein. Sie soll die Datenwelt im Traktor mit jener im Büro oder sonst wo verbinden. Die vertraute Bedienung des Traktors über das Terminal kann mit Planungs- oder Kontrollaufgaben verbunden werden, die klassisch im Büro stattfinden. Die Ansicht auf dem Terminal wie auch die Online-Darstellung haben die gleiche Optik, so dass sich ein Anwender leicht zurechtfindet. Es können beispielsweise Aufträge, Felddaten oder Spurführungsfunktionen orts­ unabhängig auf einem Computer geplant werden, um sie dann über Mobilfunk auf den Traktor zu übertragen. Verfügbar sind in einer ersten Phase Anwendungen wie die Spurführungsfunktion, das Felddatenmanagement und die Dokumentation des Traktoreinsatzes. Später sollen weitere Funktionen hinzukommen. Eingebunden in «FendtOne» ist auch die Datenaustauschplattform «Agrirouter». Damit ist man als Anwender in der Wahl seiner Maschinen frei, da offene Schnittstellen zum Datenaustausch zwischen den verschiedenen Systemen bestehen. Landwirte können Lohnunternehmern Felddaten senden, unabhängig vom Maschinenhersteller. Der Betrieb besitzt stets die volle Hoheit über seine Daten, da «Agrirouter» keine Daten speichert und ein Landwirt selbst auswählen kann, welche Daten mit anderen Systemen geteilt werden dürfen.

Überarbeitete Bedienung Ziel der Entwickler von «FendtOne» war es, eine ergonomische und selbsterklär­ ende Bedienung zu schaffen. So wurde der neue Multifunktionsjoystick mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet und der Kreuzschalthebel dahingehend optimiert, dass weniger Umgreifen bei der Bedienung unterschiedlicher Anbaugeräte notwendig ist. Über die fünf komplett frei belegbaren Tasten kann die Bedienung weiter personalisiert werden. Des Weiteren können auch 19 ab Werk belegte Tasten nach eignen Wünschen umprogrammiert werden. Alle Funktionen sind – mit LED-Leuchten farblich gekennzeichnet – in unterschiedliche Funktionsgruppen gegliedert. Dank diesem Farbkonzept sieht der Fahrer auch sofort, ob Tasten neu belegt wurden und ob sie aktiv sind. Optional ist neben dem bekannten Kreuzschalthebel auch der neue 3L-Joystick mit drei Bedien­ ebenen (rückseitig über eine Wippe) und bis zu 27 11 2019 Schweizer Landtechnik

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Impression | Fahrbericht

Funktionen erhältlich. Mit diesem Joystick können beispielsweise ein Frontlader inklusive Wiegefunktion oder auch angebaute,

Steckbrief Fendt «314 Vario»

Infotainment Fendt bietet optional ein Infotainment-­ Paket und zusätzlich ein Soundsystem an. Das Paket umfasst eine Freisprecheinrichtung mit acht im Dachhimmel installierten Mikrofonen. Durch die spezielle Anordnung der Mikrofone ist die Klangqualität aus allen Arbeitspositionen optimal. Für eine komfortable Bedienung erfolgt die Steuerung über das Terminal. Neben AM/FM-Sendern können auch digitale Sender empfangen und externe Audioquellen abgespielt werden.

Fazit Für einmal präsentiert Fendt innovative Entwicklungen zuerst in seiner Mittelklas-

Bis zu drei Terminals sind möglich, deren Anzeigen man nach eigenen Wünschen konfigurieren kann.

se. «Dynamic Performance» und «FendtOne» haben aber wohl noch mehr Potenzial bei leistungsstärkeren Modellen. Die insgesamt möglichen 152 PS bei einem 5 t schweren Traktor können sich sehen lassen. Die Bedienung ist zwar komplex, lässt aber keine Wünsche offen. Das Modell kann ab Mitte November bestellt werden, die Auslieferung dürfte jedoch kaum vor Sommer 2020 stattfinden. 

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Motor: 4 Zylinder, 4,4 l, Agco-Power, wassergekühlt. 132 PS Nennleistung, 142 PS Maximalleistung, 152 PS mit «Dynamic Performance». Maximales Drehmoment: 595 Nm. Tankinhalt: 210 l Treibstoff, 23 l AdBlue. Getriebe: Stufenloses «ML 75». Zapfwelle: Heck: 540/540E/1000 oder 540/1000/Wegzapfwelle. Front: 1000. Hydraulik: 100 l/min, Load-sensing, 200 bar. 2 Steuerventile (optional 4). Hubkraft: 5960 kg (hinten), 3130 kg (Front). Masse: Leergewicht: 5020 kg. Zulässiges Gesamtgewicht: 8500 kg. Länge: 4336 mm, Breite: 2320 mm, Höhe: 2860 mm. Radstand: 2420 mm. Bereifung: 480/65R24 (vorne), 540/65R38 (hinten). Preis: Zur Drucklegung dieses Artikels noch nicht bekannt. (Herstellerangaben).

Isobus-kompatible Geräte bedient werden. Der Multifunktionshebel umfasst wie bisher primär die Motor- und Getriebe­ funktionen. Neu ist ein Drehrad für die Modifikation des Tempomaten. Weiter können auch zwei Steuerventile bedient werden. Insgesamt sind es 45 Funktionen, die rund um die Armlehne bedient und via Terminal teilweise frei belegt werden können.

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L2034475 Gassner Kiebler Dosiergerät, Preis: auf Anfrage. TECHNICA Agro+Kran, 9445 Rebstein, Tel.: +41 71 3441010, www.technica-kran.ch

L2266986 Rottne H21 D, 2019, 305/225 PS/kW, 305cm, Preis: auf Anfrage. KELLER Forstmaschinen AG, 4537 Wiedlisbach, Stefan Keller, Tel.: +41 32 636 04 44, www.keller-forstmaschinen.ch

L1113281 Hemek Steber BGS, 1997, 120/89 PS/kW, 6500h, Preis: SFR 75.000,- (exkl. Normalsatz (7,7 %)) KELLER Forstmaschinen AG, 4537 Wiedlisbach, Stefan Keller, Tel.: +41 32 636 04 44, www.keller-forstmaschinen.ch

Dücker Astschere AWS, 1992, Preis: SFR 4.200,(Normalsatz (7,7 %)) Schär Landtechnik AG, 3368 Bleienbach, Tel.: +41 62 9223565, www.schaer-landtech nik.ch L2260947 John Deere 6130R, 2019, 130/96 PS/kW, 180h, A, DLB, EHR, FH, FL, FZW, gVA, K, KL, PSH, Preis: auf Anfrage. Schär Landtechnik AG, 3368 Bleienbach, Tel.: +41 62 9223565, www.schaer-landtechnik.ch

L2260943 Farmtech Superfex 700, 2019, 7m³, Preis: SFR 20.500,- (Normalsatz (7,7 %)) Schär Landtechnik AG, 3368 Bleienbach, Hansruedi Schär, Tel.: +41 62 922 35 65, www.schaer-landtechnik.ch

L2251008 Plantar starr, Preis: auf Anfrage. VÖLLMIN LANDTECHNIK AG, 4466 Ormalingen, Tel.: +41 61 9858666, www.voellmin-landtechnik.ch

L2155000 Pöttinger Trend 1, 1990, 28m³, Preis: SFR 5.000,- (Normalsatz (7,7 %)) Erni Landmaschinen AG, 6122 Menznau, Patrik Erni, Tel.: +41 41 493 10 33, www.erni-landmaschinen.ch

L2256016

L2268095 Farmtech Minifex 500, 2019, 5m³, Preis: SFR 17.500,- (Normalsatz (7,7 %)) Erni Landmaschinen AG, 6122 Menznau, Tel.: +41 41 4931033, www.erni-landmaschinen.ch

L2251002 KMF 300, Preis: auf Anfrage. VÖLLMIN LANDTECHNIK AG, 4466 Ormalingen, Tel.: +41 61 9858666, www.voellmin-landtechnik.ch

L2144710 Same Dorado 100.4, 2019, 100/74 PS/kW, 25h, A, FH, FZW, K, KRG, LS, PSH, Preis: SFR 59.900,- (Normalsatz (7,7 %)) Erni Landmaschinen AG, 6122 Menznau, Patrik Erni, Tel.: +41 41 493 10 33, www.erni-landmaschinen.ch


Impression | Einsatzbericht

Einfache Einstellungen und präzise Saat Vor zwei Jahren präsentierte Kuhn die pneumatische Sämaschine «Venta 3030» mit dem Fahrgassensystem «Vistaflow» und den «Seedflex»-Säelementen. Seit diesem Frühling ist diese Sämaschine beim Lohnunternehmen Mülli-Kofel in Niederweningen ZH im Einsatz. Ruedi Hunger

Das Design der Säkombination, bestehend aus Kreiselegge und pneumatischer Sämaschine, fällt auf. Den Konstrukteuren von Kuhn ist es zweifellos gelungen, nicht nur eine zweckmässige, sondern auch eine «schöne» Maschine zu entwickeln. Beispiele dafür sind die sorgfältig integrierten Schläuche und Leitungen. Der Saattank und die Dosiereinheit sitzen auf einem Rahmen. Seine «M»-Form gibt den Fahrer, mit Ausnahme des Mittelteils, freien Blick auf die Säelemente.

Kreisel- oder Scheibenegge Die Vorarbeit für die anschliessende Saat übernimmt bei dieser Kombination eine Kreiselegge der «HR»-Serie mit einer Arbeitsbreite von 3 m. Die langen (315 mm) und speziell geformten Zinken sowie die Möglichkeit, die Kreiseldrehzahl den jeweiligen Bodenbedingungen anzupassen, schaffen gute Voraussetzungen für die nachfolgende Saat. Die Kreiselzinken gibt es übrigens in zwei Ausführungen, als Standardzinken oder in der verschleissfesten Form als «Dura»-Kuhn mit Wolframkarbid-Beschichtung. Die Hydraulikfunktionen von Arbeitstiefe und Schleppplanke (Staubalken) werden bequem in der Kabine über das «KLS14»-Terminal vorgewählt. Über das gleiche Terminal wird auch die Scharschienenaushebung bedient. Alternativ ist dies in Verbindung mit der «Venta» auch über das Isobus-Terminal möglich. Die Säkombination kann mit einem patentierten Kupplungssystem rasch von der Kreiselegge auf eine Scheibenegge (und umgekehrt) gewechselt werden. Ein Novum, das aber bei gemeinschaftlichem Einsatz oder einem Lohnunternehmen durchaus Sinn macht.

Elektrische Dosierung Saatgut verteilen, kann jede Sämaschine, doch das reicht heute nicht mehr. Die Anforderungen an eine Sämaschine sind gewachsen und beschränken sich nicht mehr nur auf die Saatgutverteilung. Komfort wird auch bei Sämaschinen zunehmend geschätzt. Der elektrische Säwellen- oder Dosierantrieb erleichtert die Einstellung und das anschliessende Abdrehen.

Einfache Abdrehprobe

Die Säkombination «Venta 3030» mit Kreiselegge «HR 3030» von Kuhn, wie sie beim Lohnunternehmen Mülli-Kofel zum Einsatz kommt. Bilder: H. Hunger

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Schweizer Landtechnik 11 2019

Das Abdrehen ist ein Kinderspiel. Zuerst wird die Grundeinstellung (Saatgut und Saatmenge/ha) am Terminal vorgewählt. Anschliessend hängt der Fahrer auf der Maschine einen Auffang- oder Wiegesack


Einsatzbericht | Impression

Der Verteilkopf beinhaltet die intelligenten «Vistaflow»-Ventile, die auch den Saatguttransport überwachen.

«Seedflex»-Säelemente

Das «Seedflex»-Säelement verfügt über versetzte Doppelscheiben mit einem Abstand von 35 cm zwischen vorderer und hinterer Reihe.

unter die Dosiereinheit. Durch ein kurzes Antippen einer Taste, die sich in unmittelbarer Nähe befindet, wird die Säwelle in Betrieb gesetzt. Vorerst garantieren drei Umdrehungen, dass alle Zellen gleichmässig voll sind. Die eigentliche Abdrehprobe startet nach einem weiteren Tastendruck automatisch. Der Fahrer muss die Maschine nicht verlassen, denn mit einer Zugwaage kann er die abgedrehte Saatmenge gleich an Ort bestimmen.

Verteilkopf mit «Vistaflow» Unter dem Begriff «Vistaflow» versteht Kuhn ein intelligentes Fahrgassenventil, mit dem der Saatguttransport überwacht

wird. Bei der hier beschriebenen Maschine sind alle Säleitungen am Verteilerkopf mit einem «Vistaflow»-Fahrgassenventil vollbestückt. Damit können alle erdenklichen Fahrgassenrhythmen geschaltet werden. Gleichzeitig werden Arbeitsbreite sowie Spur- und Reifenbreite des Traktors als Fahrgasseninformationen gespeichert und können im Wiederholungsfall rasch wieder abgerufen werden. Gleichzeitig bietet diese Ausrüstung für jede Reihe eine Verstopfungserkennung. Das Ein- und Ausschalten am Feldrand mittels GPS/RTK-Signal erfolgt über die zentrale Dosiereinheit und verhindert die unnötige Doppelaussaat.

Die Bezeichnung «Seedflex» bezieht sich auf das parallelogramgeführte Säelement (mit Tiefenführungsrolle) in jeder Reihe. Die Sämaschine von Mülli-Kofel ist mit 24 «Seedflex»-Säelementen ausgestattet. Daraus errechnet sich ein Saatreihenabstand von 12,5 cm. Jedes Säelement hat eine Doppelscheibenschar in versetzter Anordnung. Die Säscheiben sind in zwei Reihen angeordnet, diese haben einen Scharschritt (Abstand) von 35 cm. Ein so grosszügig gewählter Scharschritt wirkt sich einerseits auf die Maschinenlänge aus, anderseits arbeiten die Säelemente auch mit Ernterückständen auf der Oberfläche und nassen Bedingungen verstopfungsfrei. Dass die Saatgutablage auch unter schwierigen Bedingungen gut funktioniert, bewiesen die «Seedflex»-Säelemente beim Einsatz unter noch recht feuchten Bedingungen, auf dem Acker in Niederweningen. Während die Scheiben auf der Innenseite mit Abstreifer ausge-

Steckbrief Kuhn «Venta 3030» und «HR 3030»

Bedient wird die Maschine über das traktoreigene Terminal oder ein «CCl 1200».

Sämaschine «Venta 3030» Arbeitsbreite: 3 Meter Reihenanzahl: 20 oder 24 Reihenabstand: 15 oder 12,5 cm Sätank: 1500 kg Dosiereinheit: für Normal- und Feinsaatgut (Einstellbereich von 1 bis 430 kg/ha) Gewicht mit Striegel: 1290 kg Kreiselegge «HR 3030» Arbeitsbreite: 3 Meter Anzahl Kreisel: 10 Gewicht: 1679 bis 1795 kg je nach Walze Basispreis für Kombination (Aktionspreis 2019): CHF 52 930.− Preis mit Isobus, «Seedflex» und «Vistaflow» (Aktionspreis Kundenausrüstung): CHF 60 520.− (Herstellerangaben)

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Impression | Einsatzbericht

Die Saattiefe wird beidseitig über Spindeln eingestellt. Eine gut lesbare Skala hilft auf jeder Seite, die richtige Einstellung zu finden. Zudem hat das «Seedflex»-Säelement eine spezielle Einstellkinematik, bei der die beiden Scharreihen gleichzeitig und parallel eingestellt werden. Wenn die Bodenbedingungen schwierig oder viel Ernterückstände aufliegend sind, kann der Schardruck bis auf 35 kg erhöht werden. Dem Saatstriegel fällt die abschliessende Feinarbeit zu. Je nach Bodenart und Bodenfeuchtigkeit wird der Saatstriegel (mit abgewinkelten Universalzinken) anders eingestellt. Dazu nutzt der Fahrer die beidseitigen Einstellmöglichkeiten. Eine einfache und robuste Lösung, die Kuhn hier gewählt hat.

Adrian Bleuler und Ernst Mülli vom Lohnunternehmen Mülli-Kofel aus Niederweningen ZH.

rüstet sind (optional auch aussen), hatten die Andruckrollen keine Abstreifer (optional). Das ist auch gut so, denn klebende Erde an den Andruckrollen warnt den Fahrer bei (zu)feuchten Bodenbedingungen vor der Einsatzgrenze. Nebenbei sei erwähnt, dass mässig klebende Erde gar vorteilhaft ist, denn Erde auf Erde gibt weniger Schmierschicht.

Erfahrungen Das Lohnunternehmen Mülli-Kofel aus Niederweningen hat die hier vorgestellte Säkombination im Frühjahr 2019 angeschafft und mit ihr seither rund 280 Hektar gesät. Abstimmungsprobleme habe es zuerst mit der Maschinenbreite gegeben, sagen Adrian Bleuler und Ernst Mülli. «In den Strassengesetzgebung anderer Länder beziehen sich 3 m auf die gesamte Maschinenbreite und nicht auf die Arbeitsbreite. Es ist also eine Frage der effektiven Arbeitsbreite (GPS/RTK).» Zwischenzeitlich hat Ernst Mülli die Differenz behoben.

Fazit Von der eingangs erwähnten Schönheit der Maschine hat das Lohnunternehmen nicht gelebt. Doch so schön die Säkombination ist, so überzeugend hat sie beim praktischen Einsatz gewirkt. Funktionell arbeitet sie tadellos. Adrian Bleuler und Ernst Mülli bestätigen auch den problemlosen Einsatz und die einfache Bedienung.

Präzise Platzierung Neben der präzisen Dosierung ist die genaue Platzierung des Saatkorns im Sähorizont eine weitere Herausforderung. Schliesslich soll nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Erde über dem Saatkorn liegen.

Nach dem Abdrehen kann die Saatmenge bequem und direkt auf der Maschine gewogen werden.

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Begriffe | Wissen

Sonnenrad 1

Hohlrad

Sonnenrad 2 Stufenplanet erste Zahnstufe

zweite Zahnstufe

Ins Langsame übersetzendes Umlaufrädergetriebe in der Radnabe eines John-Deere-­ Traktors. Bild: Wikipedia

Ein Planetengetriebe besteht in der Regel aus einem zentral gelagerten Sonnenrad, einem Hohlrad und mehreren Planetenrädern, die zwischen Sonnenrad und Hohlrad kreisen. Bild: Rohloff

Für hohe Schubkräfte Die Konstruktion des Planetengetriebes bietet den Vorteil, dass durch die Lastverteilung auf mehrere Planetenräder hohe Drehmomente übertragen werden können. Heinz Röthlisberger

Wenn sich Satelliten um die Sonne drehen, dann denken Antriebstechniker unweigerlich an Planetengetriebe, denn hier rollen mehrere Planetenräder zwischen einem Hohlrad und einem zentral gelagerten Sonnenrad ab. Planetengetriebe, die auch Umlaufgetriebe genannt werden, bieten den Vorteil, dass durch die Lastverteilung auf mehrere Planetenräder selbst bei kompakter Bauweise hohe Drehmomente übertragen werden können.

Verhältnis. Je mehr Zahnräder ineinandergreifen desto höher das Drehmoment. Meistens enthält ein Planetengetriebe drei bis vier Planetenräder. In der Regel besitzt ein Planetengetriebe drei Wellen (Sonnenrad, Planetenträger, Hohlrad). Es gibt aber auch Planetengetriebe im Zweiwellenbetrieb. Eine Verwandtschaft zum Planetengetriebe hat das Differentialgetriebe, das mit seinem Antrieb und zwei Abtrieben ein so genanntes Verteil-Umlaufrädergetriebe ist.

Funktion

Vielseitig einsetzbar

Kurz umschrieben funktioniert ein Planetengetriebe folgendermassen: Das Sonnenrad wird durch einen Motor angetrieben und überträgt seine Bewegung an die umlaufenden Planetenräder, die am äusseren Zahnkranz abrollen und die dadurch gleichmässig um das Sonnenrad kreisen. Die Planetenräder sind auf einem gemeinsamen Träger montiert, der mit der Abtriebswelle verbunden ist. Die Drehzahl des Abtriebs ist geringer als die des Antriebs und das Drehmoment des Abtriebs erhöht sich im umgekehrten

Der Mechanismus des Umlaufrädergetriebes ist seit der Antike bekannt. Die Erfindung eines Zahnrad-Planetengetriebes wird dem Schotten William Murdoch 1781 zugesprochen. Er war Mitarbeiter des berühmten Erfinders James Watt und hat damit die Kolbenbewegung einer Dampfmaschine in eine Rotationsbewegung übersetzt. Im Laufe der Geschichte kamen stetig neue Mechanismen und Bauarten hinzu. Heute werden Planetengetriebe zur Steigerung des Drehmoments insbesondere in der Automobil-

Vor- und Nachteile Die Vorteile von Planetengetrieben sind: hoher Wirkungsgrad, kompakte Bauform, hohe Leistungsdichte. Nachteile: aufwendige Bauweise, höhere Verlustleistung im Vergleich zum Stirnradgetriebe, aufwendige Lagerung.

branche, beispielsweise bei Verteilergetrieben beim Allradantrieb, eingesetzt. In den Naben der getriebenen Räder von Lkw, Bussen sowie Bau- und Landmaschinen werden Planetengetriebe für die Übersetzung ins Langsame eingebaut. Bereits sehr alt ist die Anwendung von Planetengetrieben in der Nabenschaltung von Fahrrädern. Aufgrund ihrer kompakten Bauweise sind sie gut dafür geeignet, um in der relativ kleinen Radnabe das Drehmoment zu erhöhen. 

«Landtechnik-Begriffe» In der Serie «Landtechnik-Begriffe» bereits erschienen: «AdBlue», «Common Rail», «Drehmomentwandler», «Ejektor», «Feuerverzinkt», «Metalldampflampe», «LoadSensing», «DOC», «LED-Lampe», «NIR-Sensor», «Wastegate», «Touchscreen», «Telematik», «Droplegs», «ALB-Regler», «Plasmaschneider» «Schutzgas-Schweissen», «MPT-Reifen», «Wärmebildkamera», Erstausrüster «OEM» und «Standheizung».

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Management | Praxisfragen

Frontgewicht

Kombination 29 545 kg wiegen, denn es verbleiben nach Abzug der 5000 kg Trak­ torgewicht 24 545 kg Anhängelast.

Stützlast

Leergewicht

Achslast Anhänger

Betriebsgewicht Traktor = Adhäsionsgewicht

Betriebsgewicht Anhänger = Anhängerlast

Gesamtzuggewicht Beispiel Berechnung Adhäsionsgewicht: Leergewicht auf Antriebsachsen Traktor 6120 kg + Frontgewicht 510 kg + Anhänger-Stützlast 2870 kg = 9500 kg Adhäsionsgewicht. Bild: Liebegg

So berechnen Sie das Adhäsionsgewicht Seit Februar muss das Gewicht auf den Antriebsachsen («Adhäsionsgewicht») mindestens 22 Prozent des Betriebsgewichts betragen. Das Berechnungsprogramm dazu finden Sie auf der SVLT-Homepage. «Wie ist das jetzt ganz genau mit dem Adhäsionsgewicht und was muss ich be­ achten?» Solche und ähnliche Fragen zu diesem Thema erreichen den «Schweize­ rischen Verband für Landtechnik» in letz­ ter Zeit immer wieder. Deshalb veröffent­ licht die «Schweizer Landtechnik» an die­ ser Stelle noch einmal den Artikel, der im vergangenen Februar erschienen war.

Mindestens 22 Prozent des Betriebsgewichtes Das Gewicht auf den Antriebsachsen («Adhäsionsgewicht») muss gemäss Ver­ kehrsregelnverordnung VRV 67 Abs. 4 mindestens 22 Prozent des Betriebsge­ wichts (aktuelles Gewicht von Traktor und Anhänger) betragen. Diese Vorschrift gilt für landwirtschaftliche Fahrzeugkombina­ tionen seit dem 1. Februar 2019 mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit über 25 km/h bis 40 km/h. Bei Allradtrak­ toren darf das Gewicht der Vorderachse als Antriebsachse dazugezählt werden, auch wenn der Allrad nicht permanent 46

Schweizer Landtechnik 11 2019

eingeschaltet ist. Bisher war bei Landwirt­ schaftstraktoren einzig das Anfahrvermö­ gen bei 15 Prozent Steigung vorgeschrie­ ben (alternativ drei Mal in fünf Minuten bei 12 Prozent Steigung). Jedoch war das in der Praxis kaum kontrollierbar. Nachfol­ gend drei Rechenbeispiele: Rechenbeispiel 1: Hat der Traktor mit Vierradantrieb ein Leergewicht (gleich Ad­ häsionsgewicht) von 5000 kg, darf die Kombination aus Traktor und Anhängern maximal 22 727 kg wiegen, denn abzüg­ lich des Traktorgewichts bleiben 17 727 kg Anhängelast übrig. Das gilt auch, wenn im Fahrzeugausweis eine höhere Anhän­ gelast ausgewiesen ist. Rechenbeispiel 2: Das Adhäsionsgewicht kann mit zusätzlicher Stützlast von Ein­ achs-, Tandem- oder Tridemanhängern er­ höht werden. Hat der Traktor 5000 kg Leer­ gewicht plus eine Stützlast vom Anhänger von 1500 kg, ergibt das ein Adhäsionsge­ wicht von 6500 kg. Nun darf die gesamte

Rechenbeispiel 3: Ein Traktor mit einem Eigengewicht von 6120 kg zieht einen Anhänger­zug. Der Starrdeichselanhänger überträgt eine Stützlast von 2870 kg, zu­ sätzlich ist der Traktor mit einem Front­ gewicht von 510 kg an der Fronthydraulik ausgestattet. Mithilfe des Berechnungs­ programms für Achslasten der Agroscope wurde in dieser theoretischen Berech­ nung, unter Berücksichtigung der Vorder­ achslast, die maximale Stützlast errechnet unter Einhaltung des Gesamtgewichts, der Hinterachslast und der Reifentragkraft. Theoretisch dürften mit diesem so ballas­ tierten Traktor Anhänger mit einem Be­ triebsgewicht von 36 552 kg gezogen wer­ den. Unter Einhaltung des gesetzlichen Gesamtzuggewichts von 40 t verbleibt so­ mit eine Anhängelast von 33 370 kg.

Fahrzeugausweis zu Rate ziehen Der Traktorführer sollte sich also vor einer Fahrt im Klaren sein, wie gross die Zula­ dung bei seinem Traktor ist. Zu diesem Zweck muss der Fahrzeugausweis zu Rate gezogen werden. Es schadet auch nicht, mit dem Traktor auf eine Waage zu fah­ ren, um die effektiven Gewichte (Gesamt­ gewicht, Vorderachslast, Hinterachslast etc.) in Erfahrung zu bringen. Jede Zusatz­ ausrüstung und nachträgliche Aufrüstung mit Ausrüstung (Fronthydraulik, Front­ zapfwelle, Frontladerkonsole etc.) erhöht das Leergewicht und reduziert somit die Zuladung. Somit kann es sein, dass der Traktor schnell einmal mehrere 100 kg schwerer ist als im Prospekt, und nicht je­ des Strassenverkehrsamt verlangt bei der Erstimmatrikulation einen Waagschein. Ebenso wichtig ist es, seinen Reifen zu ken­ nen. Auf jedem Reifen steht neben der Grösse auch die entsprechende Reifentrag­ kraft. Die Tragkraft eines Reifens ist jedoch abhängig vom Luftdruck. In den techni­ schen Ratgebern der Reifenhersteller findet jeder das notwendige Wissen. red

Achslasten selber berechnen Das Berechnungsprogramm für Achslas­ ten finden Sie auf der SVLT-Homepage www.agrartechnik.ch unter dem Regis­ ter: «Technik» «Flyer und Merkblätter». Wo drückt der Schuh: Auskünfte zum landw. Strassenverkehr sind beim SVLT in Riniken erhältlich. Telefon 056 462 32 00


Tagung | Plattform

Lohnunternehmer treffen sich in Freiburg Mit der ersten «LUTaCH» wagten sich die Schweizer Lohnunternehmer im Januar 2017 auf ein neues Terrain. Der Erfolg der damaligen Veranstaltung ermunterte die Verantwortlichen, im kommenden Januar erneut eine Lohnunternehmer-Tagung zu organisieren. Roman Engeler

Die über 500 Teilnehmer, die sich im «Forum» zu Freiburg im Januar 2017 zur ersten Lohnunternehmer-Tagung Schweiz «LUTaCH» getroffen haben, waren für die Verantwortlichen von Lohnunternehmer Schweiz Anlass und Motivation genug, sich an eine Zweitauflage dieser Veranstaltung zu wagen. Auch die «LUTaCH 2020» soll eine Plattform sein, die zur Förderung des fachlichen Austausches der Lohnunternehmer mit der Industrie und unter Berufskollegen beiträgt.

Vortragsprogramm gestrafft Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an die Lohnunternehmer, deren Familienangehörige und Mitarbeitenden, aber auch an die Sponsoren, denen die zweitätige Veranstaltung eine Präsentationsplattform für ihre Produkte und Dienstleistungen bieten soll. Das Vortragsprogramm wurde im Vergleich zur ersten Austragung etwas gestrafft, so dass den Teilnehmenden mehr Platz und Zeit für den Besuch der Ausstellung der beteiligten Firmen eingeräumt wird.

Podiumsgespräch zum Schluss Den Abschluss der «LUTaCH 2020» wird ein Podiumsgespräch zum Thema «Produktionsstandort Schweiz» bilden. Gerade in der heutigen Zeit, in der die Landwirtschaft medial unter Dauerbeschuss steht, stellen sich Fragen wie «was kann die Landwirtschaft dagegen unternehmen?», «was kann in 20 Jahren noch produziert werden?» oder «braucht es künftig nur noch Bio?». 

Mit spezifischen Fachreferaten wird die «LUTaCH» auch bei der kommenden Austragung wiederum eine fundierte Informations- und Weiterbildungsplattform bieten. Bild: R. Engeler

«LUTaCH 2020» im Detail Mittwoch, 29. Januar 2020 • 09.30 h: Generalversammlung Lohn­ unternehmer Schweiz. Parallel dazu findet ein Workshop für Mitarbeitende und Begleitpersonen statt. • 12.00 h: Mittagessen • 13.00 h: Offizielle Eröffnung der 2. LUTaCH • Nachmittags: Ausstellung und Präsentationen der Sponsoring-Partner • 15.00 h: Auswertung des morgendlichen Workshops • 15.30 h: Generalversammlung der ARETA (Westschweizer Lohnunternehmer) • 17.00 h: Vortrag von Wisi Zgraggen: «Geht nicht, gibt‘s nicht» • 19.00 h: Nachtessen • 21.00 h: LUTaCH-Party mit Live-Musik und Barbetrieb Donnerstag, 30. Januar 2020 • Ganzer Tag: Ausstellung und Präsentationen der Sponsoring-Partner • Ab 09.00 h: Referate zu den folgenden Themen: • Zukunft der Gülleausbringung aus technischer und rechtlicher Sicht • Aktuelle Entwicklungen im Stras­ senverkehr mit Podiumsdiskussion • Zukunft des Rübenanbaus • Klimawandel und Ökologisierung der Landwirtschaft: Chancen und Herausforderung für Lohnunternehmer • Gütesiegel Pflanzenschutz • Auch Pflanzen brauchen einen Schutz • Umgang mit sozialen Medien

• Arbeitsfreude und Burnout • Präsentation der Datenplattformen Barto, ADA und Farm-X • Betriebsübergabe in einem Lohn­ unternehmen • Zusammen leben und arbeiten im Lohnbetrieb • Preiskalkulationen • 14.00 h: Podiumsdiskussion zum Thema «Produktionsstandort Schweiz: Landwirtschaft unter öffentlichem Dauerbeschuss» Kosten • Mitglieder von Lohnunternehmen Schweiz, Mitarbeitende und Partner: CHF 90.– • Inbegriffen sind Hauptmahlzeiten, Zwischenverpflegung, Kaffee und Mineral Anmeldung Anmeldung bis 31. Dezember 2019 an: Lohnunternehmen Schweiz Ausserdorfstrasse 31 5223 Riniken Tel. 056 450 99 90 office@agro-lohnunternehmer.ch Möchten Sie aktives oder passives Mitglied bei Lohnunternehmer Schweiz werden? Informieren Sie sich unter www.agrolohnunternehmer.ch. Auf dieser Website sind auch alle Informationen zur «LUTaCH» online verfügbar.

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Plattform | Forschung

Ist Wasserstoffmobilität realistisch? Vor rund 30 Jahren begann sich die Wissenschaft intensiv mit Abgasemissionen zu befassen. In 30 Jahren, so verlangt es die Politik, soll die Energiebilanz in der Schweiz CO2-neutral sein. Es besteht daher ein grosser Ersatzbedarf. Wird die Wasserstoffmobilität Teil dieses Ersatzbedarfs sein? Ruedi Hunger

Der von Deutz AG präsentierte Verbrennungsmotor mit den speziellen (blauen) H2-Bauteilen. Bild: R. Hunger

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Schweizer Landtechnik 11 2019


Forschung | Plattform

Schaffen wir das und wie schaffen wir das? Diese Fragen und die Überzeugung, dass Wasserstoff Teil des Systems sein wird, standen im Mittelpunkt der Vor­ tragstagung des «Studienforum Schweiz für mobile Antriebstechnik» (SSM) am Campus Sursee (LU). Das SSM wurde 1929 gegründet und organisiert regel­ mässig Fachtagungen zu aktuellen The­ men aus dem Bereich der Antriebstech­ nologien für Strassen- und Offroad­ fahrzeuge. Mitte September wurde die einhundertste Vortragstagung durchge­ führt. Mehr als 150 Teilnehmer waren an­ wesend. Der SVLT ist Mitglied beim SSM.

Energiesystem Schweiz Die Energiestatistik der Schweiz für das Jahr 2018 weist einen Endverbrauch von 830 880 Terajoule (TJ) aus. Eine zuneh­ mende Elektrifizierung von Wärme und Mobilität führt zu Mehrverbrauch von Strom, der zusätzlich aus erneuerbaren Quellen bereitgestellt werden muss. Be­ reits heute fehlt uns im Winter immer mehr Strom, der importiert werden muss. Wenn die zukünftig vermehrte E-Mobili­ tät dazukommt, fehlen uns grossen Men­ gen Strom. Stromüberschuss und Strom­ mangellagen fallen in der ganzen EU mehr oder weniger zur gleichen Zeit an. Es ist daher gut möglich, dass unsere Nachbarländer ihren Energieverbrauch zuerst selber decken wollen, bevor sie der Schweiz mit erneuerbarem Strom aus­ helfen. Es ist daher ein flexibles CH-Ener­ giesystem notwendig. Teil davon, kann die Wasserstoff-Produktion (H2) aus er­ neuerbaren Quellen mit saisonalem Spei­ cher sein. Urs Elber, Empa, geht davon aus, dass die (CH-)eigenen Ressourcen für die gesamte Elektrifizierung von Wärme

Abgasverhalten H2 Da Wasserstoff keinen Kohlenstoff enthält, können im Abgas theoretisch keine kohlenstoffhaltigen Schadstoffe wie Kohlenstoffmonoxid, Kohlenstoff­ dioxid und Kohlenwasserstoffe enthal­ ten sein. Für Spuren dieser drei Schad­ gase ist das kohlenstoffhaltige Öl für die Motorschmierung verantwortlich. Die einzigen Schadstoffe, die in grösseren Konzentrationen im Abgas enthalten sind, sind Stickstoffoxide. Mit steigender Luftzahl sinken die Verbrennungstempe­ ratur und damit die Neigung zur Stick­ stoffbildung. Bei einem hohen Luftver­ hältnis (> 2,2) werden fast keine Stick­ oxide mehr gebildet.

Wissenschaftler sehen in der Brennstoffzelle den effizienteren Weg für den Wasserstoff als über den Verbrennungsmotor. Bild: zVg

und Mobilität nicht ausreichen, auch mit sehr viel Solarenergie nicht. Und weiter werden nach seinen Worten die zukünfti­ gen Importmöglichkeiten von erneuerba­ rer Energie aus dem Ausland mitentschei­ dend sein. Zudem machten synthetische Treibstoffe und Wasserstoff nur dann Sinn, wenn sie aus erneuerbaren Energien hergestellt werden.

ner von Benzin oder Dieselkraftstoff, dafür hat Wasserstoff eine hohe Klopffestigkeit. Wasserstoff für den Wasserstoffmotor kann entweder verflüssigt (−253  °C), höchstkomprimiert (300 bis 700 bar) oder in einer chemischen oder physikalischen Verbindung gespeichert werden. Eine di­ rekte Verwendung von H2 als Treibstoff für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ist

Wunschtraum vor- oder nachleben? Gesucht sind also Antriebskonzepte, mit denen die spezifischen Mobilitätsbedürf­ nisse mit möglichst geringen CO2-Emissi­ onen verbunden sind. Nach Prof. Bernd Schips, Nationalökonom und Leiter der Konjunkturforschungsstelle an der Eidge­ nössischen Technischen Hochschule ETH in Zürich, bleibt eine vollständig CO2-freie Mobilität mit Sicherheit noch für viele Jahrzehnte ein Wunschtraum. Allein schon die Produktion der Fahrzeuge und der dazu notwendigen Vorleistungen ver­ ursachen CO2-Emissionen. Auch Bau und Unterhalt von Anlagen zur CO2-freien Stromerzeugung und zur Umwandlung von CO2-frei erzeugtem Strom für den Antrieb von Strassenfahrzeugen führen zu CO2-Emissionen.

H2 – Wasserstoff Wasserstoff hat im Verhältnis zu seiner Masse einen hohen Energiegehalt, da je­ doch seine Dichte mit 0,089882 kg/m3 nicht sehr gross ist, ist der Energiegehalt im Verhältnis zum Volumen sehr gering. Die Selbstentzündungstemperatur des Wasserstoffs liegt mit 585 °C weit über je­

Batterieelektrisch betriebene Langstrecken-LKW sind derzeit eine Illusion, nur schon weil die tonnenschweren Batterien die Nutzlast massiv reduzieren.

technisch machbar. Der Wirkungsgrad ei­ nes mit H2 betriebenen Verbrennungs­ motors ist aber geringer als jener einer H2-betriebenen Brennstoffzelle.

Brennstoffzelle als «Wandler» Eine Brennstoffzelle wandelt einen che­ mischen Energieträger (Brennstoff) in elektrische Energie um. Der chemische Energieträger ist aber nicht wie bei einer Batterie fest eingebaut, sondern wird im Betrieb kontinuierlich von aussen zuge­ führt. Eine Brennstoffzelle besteht aus Elektroden, die durch einen Elektrolyten (Ionenleiter) voneinander getrennt sind. 11 2019 Schweizer Landtechnik

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Plattform | Forschung

0,8 kg. Prof. Schips geht davon aus, dass konventionell erzeugtes H2 bis 2030 billiger wird und dann noch etwa 8 Fr./kg kosten wird.

Vergleich mit anderen Techniken

Heute und morgen kann die Landwirtschaft für den schweren Zug noch nicht auf Wasserstoff setzen. Bild: Apollo-Vredestein

Die Energie liefert eine Reaktion von Sauerstoff mit dem Brennstoff (z. B. H2). Der Wirkungsgrad einer H2-betriebenen Brennstoffzelle liegt bei gut 80 %. Jener eines Fahrzeuges mit einer H2-Brennstoffzelle etwa bei 50 % und wird die H2-Herstellung in den Gesamtwirkungsgrad miteinbezogen, liegt dieser bei knapp 30 %. Wasserstoff lässt sich innert wenigen Minuten für grössere Reichweiten nach­tanken, ohne die vergleichsweise langen Ladezeiten bei Batterien in Kauf zu nehmen zu müssen. Eine Brennstoffzelle liefert nur gleichförmig Strom. Damit Lastspitzen überwunden werden können, wird daher zusätzlich eine Batterie benötigt. Eine mit H2 betriebene Brennstoffzelle verursacht keine CO2Emissionen, aber der Strombedarf für die Elektrolyseure ist hoch. Der Bau einer H2-Tankstelle kostet zurzeit rund eine Million Franken.

Fahrzeuge mit H2-Brennstoffzellen Eine noch unzureichende Infrastruktur spricht zum heutigen Zeitpunkt gegen eine rasche Verbreitung dieses Antriebskonzeptes. Auch der im Vergleich zu 50

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Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren hohe Anschaffungspreis ist nicht för­ derlich. Bei steigenden Stückzahlen dürften Fahrzeuge mit H2-Brennstoffzellen zu vergleich­baren Kosten hergestellt werden wie batterieelektrische Fahrzeuge (Schips). Die Kosten für den durch Elek­ trolyse gewonnenen Wasserstoff hängen davon ab, inwieweit der zur Herstellung

Grundsätzlich kann Energie «nur» umgewandelt, nicht aber «neu» erzeugt werden. Jede Form der Energieumwandlung verursacht gleichzeitig Energieverluste.

von H2 eingesetzte CO2-frei erzeugte Strom mit Abgaben und Netzentgelten belastet wird. Konventionell hergestelltes H2 für einen bereits am Markt erhältlichen PKW liegt derzeit bei ca. 11 Fr./kg, der Verbrauch auf 100 km beträgt rund

Wissenschaftler betonen, dass batterieelektrische Fahrzeuge mit gleicher Reichweite über den ganzen Lebenszyklus betrachtet keine Vorteile in Bezug auf die CO2-Emissionen gegenüber H2-Brennstoffzellen-Fahrzeugen aufweisen. Nur die für den Agglomerationsverkehr prädestinierten batterieelektrischen Fahrzeuge mit Batteriekapazität kleiner als 50 kW haben beim gegenwärtigen europäischen Strom-Mix leichte Vorteile bezüglich CO2Emissionen. Nicht nur der Aufbau einer Infrastruktur für eine ausreichende H2-Versorgung verursacht hohe Kosten, sondern auch die Errichtung einer privaten und öffentlich zugänglichen Ladeinfrastruktur für batterieelektrische Fahrzeuge. Zudem setzen flächendeckende Schnellladestationen einen Netzausbau voraus. Für lange Strecken und schwere Lasten sind batterieelektrische Fahrzeuge nach heutigem Wissensstand keine optimale Lösung. Mit synthetisch hergestellten Treibstoffen können Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren CO2-neutral betrieben werden. Weil aber die für die Herstellung dieser Treibstoffe notwendigen Umwandlungsschritte den Gesamtwirkungsgrad der angetriebenen Fahrzeuge stark be­ einflussen, bleiben letztendlich nur rund 13  % der eingesetzten Energie für den Fahrzeug­antrieb.

Fazit Die Elektrifizierung der Mobilität, und dazu zählt auch die Herstellung von Wasserstoff und synthetischen Treibstoffen, führt zu einem höheren Stromverbrauch. Wasserstoffmobilität wird künftig im Wettbewerb stehen mit batterieelektrischen Fahrzeugen, aber auch mit von synthetischen Kraftstoffen betriebenen Fahrzeugen. Über die Wettbewerbsfähigkeit werden der jeweilige Gesamtwirkungsgrad des Antriebskonzepts, vor allem aber die Kosten der benötigten Infrastruktur, die Belastung mit Steuern und Abgaben und insbesondere die ökologische Gesamtbilanz entscheiden. Auf Subventionen, steuerliche Vorteile und/ oder Privilegien für ein bestimmtes Antriebskonzept ist nach Meinung der involvierten Wissenschaftler unbedingt zu verzichten. 


Veranstaltung | Plattform

vor 20 Jahren, als zwischen Händlern und Herstellern viel auf der freundschaftlichen Ebene abgelaufen sei. Natürlich habe das auch damit zu tun, dass die Hersteller immer grösser geworden sind und sich die Strukturen demensprechend verändert haben. «In Gesprächen mit dem Herstellerverband Cema sowie mit grossen Herstellern probieren wir Lösungen zu finden, die die Situation wieder verbessern sollen», so Hogervorst. In einem Positionspapier vom letzten Jahr fordert Climmar zudem, dass die Interessen der Händler besser berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise Exklusivität, Kündigungsbedingungen, Entschädigung und Kulanz.

Zugang zu den Daten

Werner Berger (links) und Climmar-Präsident Erik Hogervorst: «Die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Landmaschinenhändlern muss besser werden.» Bild: H. Röthlisberger

Strapazierte Beziehungen Die Verträge der Landtechnik-Hersteller machen den Landmaschinenhändlern immer mehr zu schaffen. Das war unter anderem Thema am 66. Climmar-Kongress in Thun. Heinz Röthlisberger «Die Verträge der Landtechnik-Hersteller bereiten uns immer mehr Sorgen.» Das sagte Erik Hogervorst Ende Oktober am 66. Climmar-Kongress in Thun. Grund für die Aussage des Climmar-Präsidenten ist, dass es die Landmaschinenhändler immer mehr mit einheitlichen Verträgen von Herstellern und Lieferanten zu tun haben. Ver-

16 Mitgliedsländer Climmar ist der europäische Dachverband der Landmaschinenhändler mit 16 Mitgliedsländern. Er vertritt die Interessen von über 19 000 Händlern mit ihren rund 160 000 Mitarbeitern. Gegründet wurde Climmar 1953. Präsident ist Erik Hogervorst aus Holland. Schweizer Mitglied bei Climmar ist Agrotec Suisse, der Fachverband der Schweizer Landmaschinenhändler, der 637 Mitglieder zählt.

träge, die auf die weltweiten Märkte ausgerichtet sind, die regionalen Händler mit den lokalen Begebenheiten aber nicht berücksichtigen. Die Verträge seien leider oft sehr einseitig zu Gunsten der Hersteller ausgelegt und sehr Rechtlastig, was zu immer mehr Auseinandersetzungen führe, so Hogervorst. Das bestätigt Werner Berger, Geschäftsführer der Serco Landtechnik AG sowie Leiter Ressort «Information und Wirtschaft» bei Agrotec Suisse. «Die Verträge sind sehr komplex, nur wenige sind diesen gewachsen.» Da müsse man schon aufpassen, was man unterschreibe. Berger vertritt im Climmar über Agrotec Suisse die Schweizer Handelsorganisationen, das heisst, sowohl die Importeure wie auch die Landmaschinenhändler.

Gespräche werden geführt Oft gehe es ohne rechtliche Unterstützung gar nicht mehr. Dies im Gegensatz zu noch

Smart Farming, die zunehmende Digitalisierung und die Frage «Wem gehören die Daten» beschäftigen auch Climmar. «Sofern der Landwirt zustimmt, ist es wichtig für den Händler, Zugang zu den Daten über landwirtschaftliche Maschinen zu erhalten», so die Meinung von Climmar in einem Positionspapier. Der Händler sollte hier nach Möglichkeit unabhängig agieren können, um Daten (z. B. Telematik) mit Herstellern auszutauschen, um Landwirte und Auftragnehmer entsprechend bestens beraten zu können.

Thema Ausbildung Zu schaffen macht dem Climmar auch die Ausbildung von Landmaschinenmechanikern, die in vielen Ländern ungenügend ist. «Andere Länder sind nicht auf dem Niveau wie in der Schweiz», erklärte Berger. Da könne man sehr stolz sein. Aber auch in der Schweiz sei leider die Abwanderung von ausgelernten und gut ausgebildeten Landmaschinenmechanikern leider immer noch zu gross. 

Index zur Wirtschaftslage Seit einem Jahr gibt Climmar einen Branchen-Kennwert heraus, der exklusiv in Europa die Branchenlage in der Landtechnik bezogen auf Handel und Service mit den aktuellen und erwarteten Umsätzen beschreibt. Der Climmar-Index bewegt sich in einem Korridor von 3, bei plus 3 ist «alles bestens», bei minus 3 ist «in allen Ländern die Marktlage negativ». Im ersten Halbjahr 2019 lag der Index mit 0,97 leicht im Plus. Für das zweite Halbjahr rechnet Climmar mit einem leicht schwächeren Index von 0,77, aber noch immer mit einem Plus.

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Plattform | Report

Viel Häckselkraft: Die beiden 580-PS-Häcksler von Hirter & Tschanz im Einsatz im Mais.

Jetzt geht es in den Winterschlaf Die Saison der Feldhäcksler ist vorbei. Zeit, diese zu revidieren und einzuwintern. So auch bei Hirter & Tschanz. Die «Schweizer Landtechnik» nahm beim Lohnunternehmen aus Safenwil AG einen Augenschein. Heinz Röthlisberger

In der Werkstatt von Hirter & Tschanz herrscht Hochbetrieb. Da wird geschraubt, werden Teile abmontiert und Verschleissteile präzise unter die Lupe genommen. Das Objekt: Einer ihrer beiden Feldhäcksler des Typs «Big X 580» von Krone. «Die Häcksler-Saison ist vorbei, jetzt ist Zeit für die Revision», sagt Fredy Hirter. Er ist zusammen mit René Tschanz verantwortlich für die Geschäftsführung des Lohnunternehmens Hirter & Tschanz (siehe Kasten). Die beiden Jung­ unternehmer legen grossen Wert auf gut gepflegte und revidierte Maschinen. Einerseits sollen die Häcksler im nächsten Frühling wieder voll einsatzfähig sein, und andererseits geht es auch um die Wert-Erhaltung. «Ein Häckslerkauf ist eine Investition für die nächsten 20 Jahre, da wollen wir Sorge tragen», sagt René Tschanz. Alle Werkstattarbeiten führt das Lohnunternehmen selber aus. Dafür sorgen zwei fest angestellte Mechaniker, zusätzlich helfen auch die Fahrer der Maschinen jeweils mit. 52

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Viel Reinigungsarbeit

Mais, Gras und GPS

Wichtig sei, dass die Häcksler gleich nach ihren letzten Einsätzen gereinigt werden, betonen die beiden Geschäftsführer. Zuerst werden sie komplett auseinandergenommen. Mit Druckluft wird Staub und loses Grünmaterial weggeblasen. Es folgt das Waschen mit dem Hochdruckreiniger. Da steckt viel Arbeit dahinter. «Bis ein Häcksler richtig sauber ist, dauert es rund eine Woche», sagt Fredy Hirter. Alleine schon nur die Reinigung des Maisgebisses dauert seine Zeit. Nach der Reinigung folgt die Kontrolle. Welche Teile müssen ersetzt werden? Sind die Messer der Hacktrommel noch in Ordnung, oder gibt es sogar grös­ sere Reparaturen? Da Hirter & Tschanz gleich zwei Häcksler des gleichen Typs im Einsatz haben, sei es insgesamt einfacher mit der Ersatzteilbeschaffung. «Das erleichtert uns die Arbeit sehr.» Nicht nur für die Mechaniker sei dies einfacher, sondern auch für die Fahrer. Da brauche es kein Umgewöhnen auf einen anderen Häcksler mit einer anderen Bedienung.

Krone hat den «Big X 580» erstmals 2013 vorgestellt. Fredy Hirter und René Tschanz haben 2015 ihren ersten «580er» gekauft und seither sehr gute Erfahrungen mit der Schnittqualität dieses Häcksler-Typs gemacht. Immer mehr von ihren Kunden wollten in der Folge nur noch mit dem «Big X 580» häckseln lassen. «Weil das zu Engpässen in der Dispo­sition führte, haben wir einen zweiten Häcksler des gleichen Typs angeschafft», erklären sie. Der zweite «Big X 580» ist nun seit Herbst 2018 bei ihnen im Einsatz. Im Angebot von Hirter & Tschanz steht das Komplettpaket. Das heisst: sowohl das Grassilieren mit Pickup, das Häckseln von Ganzpflanzensilage (GPS) mit einem «XDisc»-Vorsatz, die Maisernte mit einem 8- und einem 10-reihigen «EasyCollect»-Erntevorsatz als auch die Ernte von Kolbenschrot mit einem 8-reihigen Maispflücker von Ziegler. Pro Jahr würden sie rund 200 ha Mais und 350 ha Gras häckseln. Hinzu komme


Report | Plattform

noch etwas Ganzpflanzensilage. Das sei aber noch nicht der grosse Renner. Aber das könne ja noch kommen.

Langschnitt ja, aber … Die beiden 580-PS-Häcksler sind hinsichtlich Technik mehr oder weniger identisch. Eine Ausnahme ist, dass der neue über das Langschnittgetriebe «OptiMaze» und einen leistungsfähigen Scheibencracker verfügt. «Mit dem ‹OptiMaze› kann der Mais bis zu 24 mm gehäckselt werden.» Der Langschnitt sei in den letzten Jahren in der Schweiz sehr stark diskutiert worden, von ihren Kunden werde dies aber kaum nachgefragt. «Am meisten gehäckselt wird bei uns mit einer Häcksellänge zwischen 8 bis 10 mm.» Trotzdem sei es für sie wichtig, auch die Möglichkeit des Langschnitts anbieten zu können, denn es sei auch eine Investition für die nächsten 20 Jahre. Eine weitere Besonderheit des Häckslers ist, dass er trotz der grossen Bereifung von 900/60 R42 nicht breiter ist als 3,30 Meter. Für die Fahrt auf der Strasse sei das natürlich ideal. Hinzu kommt die gefederte Einzelradaufhängung hinten. «Damit ist der Häcksler sehr wendig, was Vorteile am Vorgewende hat», erklärt Hirter.

Trommel und Einzug Eingebaut im «Big X 580» ist eine Häckseltrommel von 630 mm Breite. Der

Gewaschen und bereit für die Revision: Einer der beiden «Big X 580» wird in der Werkstatt «generalüberholt» und für den nächsten Frühling fit gemacht. Bilder: H. Röthlisberger

Durchmesser der Trommel, die mit 20, 28, 36 oder 40 Messern bestückt werden kann, beträgt 660 mm. Hirter & Tschanz haben sich für eine 36er-Trommel entschieden, weil diese das beste Ergebnis in trockenem und reifem Mais erziele. Vorne arbeiten 6 Einzugswalzen. «Hinsichtlich Schnittqualität passt das für uns bestens», sagt Tschanz. Das sei auch einer der Gründe, wieso sie nicht ein grösseres «Big X»-Modell angeschafft hätten. Der «Big X 580» sei auch der einzige Häcksler, mit dem man mit einem 10-Reihen-

Maisgebiss fahren könne, ohne dass man Stützräder haben müsse.

Zusammenbau hat Zeit Doch zurück zum Einwintern. Sind die Maschinen gereinigt, alle Reparaturen erledigt und die nötigen Teile ersetzt, können die Häcksler eigentlich wieder zusammengebaut werden. Das geschehe aber nicht sofort. Diese Arbeiten würden dann während des Winters gemacht. Zwischendurch, wenn gerade keine anderen Arbeiten für das Holzhäckseln oder im Winterdienst anstehen. «Unser Ziel ist es jeweils, dass die Feldhäcksler spätestens im Februar wieder zusammengebaut und einsatzbereit sind», sagen Fredy Hirter und René Tschanz. Denn der nächste Frühling kommt bestimmt, und da müsse man parat sein. 

Hirter & Tschanz Das Auswurfrohr ist voller Ablagerungen mit Häckselgut.

So sieht ein Körnerprozessor nach einer langen Häckselsaison aus.

Fredy Hirter (links) und René Tschanz führen das Lohnunternehmen aus Safenwil seit 10 Jahren.

Das Lohnunternehmen Hirter & Tschanz wird seit 10 Jahren von Fredy Hirter und René Tschanz geführt. Die beiden haben das Lohnunternehmen von ihren Vätern Fritz Hirter und Hans Tschanz übernommen. Fritz Hirter hat das Lohnunternehmen 1961 gegründet, 1985 beteiligte sich Hans Tschanz. Drei Viertel ihres Umsatzes erzielen Hirter & Tschanz heute mit dem Hacken von Holz und dem Transportieren und Lagern von Holzschnitzeln. Rund 200 000 Kubik Holz werden jährlich gehäckselt und umgeschlagen. Das mit vier Holzhackern und vier Lkws. Weitere Standbeine sind das Silieren von Gras und Mais, Säen und der Winterdienst. Beschäftigt werden 16 Mitarbeiter, davon 10 in Vollzeit.

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Sicherheit | Unfallverhütung

Der Gurt zum Start Die Häufung der tödlichen Unfälle in der Landwirtschaft hat den Sicherheitsgurt auf landwirtschaftlichen Fahrzeugen wieder in den Fokus gerückt. Obligatorisch mit Sicherheitsgurten ausgerüstet sein müssen diese Fahrzeuge jedoch erst seit 2018, ältere können aber nachgerüstet werden. Roman Engeler 2018 haben sich in der Landwirtschaft 46 tödliche Unfälle ereignet. Ein viel zu ho­ her Wert, nachdem in den Jahren zuvor sich diese Zahl laufend reduziert hat. 24 dieser Unfälle passierten im vergangenen Jahr direkt in Zusammenhang mit Motor­ fahrzeugen, 16 davon waren auf Fahr­ zeugstürze zurückzuführen. Aufgrund dieser tragischen Anhäufung von Unfäl­ len hat der Schweizer Bauernverband ei­ ne Arbeitsgruppe mit Vertretern aus be­ troffenen Fachorganisationen eingesetzt. Diese Arbeitsgruppe, zu der auch der SVLT gehört, hat das Ziel, Massnahmen­ vorschläge auszuarbeiten, die in eine Re­ duktion solcher Unfälle münden sollten.

Gefahr lauert überall Landwirtschaftliche Fahrzeuge, darunter insbesondere Traktoren, können beinahe überall kippen. Mit angelegtem Sicher­ heitsgurt hat ein Fahrer aber Gewähr, dass er bei einem Sturz auf dem Fahrer­ sitz im Schutzbereich verbleibt und so gu­ te Überlebenschancen hat. Sicherheits­ gurten sind auf landwirtschaftlichen Fahrzeugen aber erst seit dem 1. Januar 2018 obligatorisch – bei älteren Fahrzeu­ gen fehlen sie daher oft. Sind aber Sicherheitsgurten vorhanden, so müssen sie gemäss Strassenverkehrsgesetz auf öffentlicher Verkehrsfläche auch ge­ tragen werden. Ausnahmen gibt es ge­ mäss Artikel 3a der Verordnung über die Strassenverkehrsregeln (VRV) nur bei Fahr­ ten auf Feld- und Waldwegen, bei einer Fahrgeschwindigkeit von unter 25 km/h oder beim Rangieren. Weiter müssen auf Betrieben mit familienfremden Beschäftig­ ten alle Traktoren und Transporter auf­ grund des Unfallversicherungsgesetzes mit Fahrerschutz und Sicherheitsgurten aus­ gerüstet sein. Abseits öffentlicher Strasse können die Arbeitgeber für ihre Angestell­ ten die Gurttragpflicht regeln.

Nachrüsten möglich Gurten mit ALR-Retraktoren sichern die Person in einer fixen Position. Bilder: BUL

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Wer mit einem landwirtschaftlichen Fahr­ zeug auf der Strasse und im Gelände si­


Unfallverhütung | Sicherheit

cher unterwegs sein will, rüstet in eigenem Interesse seinen Traktor, Transporter oder Zweiachsmäher mit Fahrerschutz und Sicherheitsgurt aus. Auch für ältere Fahrzeuge ist eine Nachrüstung von Sicherheitsgurten möglich. Dabei ist aber der Zustand des vorhandenen Fahrersitzes kritisch zu beurteilen. Neue Fahrersitze sehen nicht nur besser aus, sondern sind durch ihre schlag- und schwingungsdämpfenden Eigenschaften auch echte Gesundheitssitze und schonen die Bandscheiben, beugen damit Rückenschmerzen vor und sind mit entsprechenden Sicherheitsgurten oder den Montagepunkte für diese ausgestattet. Wird ein Fahrzeug mit einem Sicherheitsgurt nachgerüstet, muss das für den Betrieb passende Gurtsystem gefunden werden. Auf dem Markt sind gemäss BUL drei verschiedene Systeme erhältlich.

Dieses Traktorfahrtraining wird vom Schweizerischen Verkehrssicherheitsrat VSR empfohlen und vom Fonds für Verkehrssicherheit FVS unterstützt.

ALR-Retraktoren-Sicherheitsgurt ALR-Retraktoren sind Aufrollautomaten, die sofort nach dem Anlegen des Gurtes blockieren und winkelunabhängig eingebaut werden können. Beim Fixiervorgang wird der Gurt einmal komplett ausgezogen und anschliessend bei der gewünschten Länge fixiert. Diese Position bietet optimalen Schutz und kann erst wieder gelöst werden, wenn das Gurtband komplett eingerollt wird. Dadurch kann es folgendes Problem geben: Dreht sich der Fahrer zum Beispiel beim Rückwärts-Manövrieren auf dem Sitz nach hinten, kann es vorkommen, dass die Gurtlänge nicht ausreicht und ein Abdrehen verhindert wird. Diese Variante bildet die optimale Lösung, wenn es um eine flexible und zuverlässige Sicherung von Personen abseits des Strassenverkehrs geht.

ELR-Retraktoren-Sicherheitsgurt ELR-Retraktoren bieten eine erprobte, hoch technologische Symbiose aus Sicherheit und Komfort. Es handelt sich dabei um Aufrollautomaten, die zwei unterschiedliche, im Gefahrenfall voneinander unabhängige blockierende Mechanismen enthalten. Sie blockieren im Falle einer Fahrzeugverzögerung, die eine Gurtauszugsbeschleunigung zur Folge hat und/oder dank eines Winkelsensors beim Kippen des Fahrzeuges. Aufgrund des Winkelsensors muss der Aufroller im vorgeschriebenen Winkel eingebaut werden. Die ELR-Retraktoren bieten so einen sicheren Überrollschutz. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass durch den Winkelsensor das Angurten im Gelände verhindert werden könnte.

Statischer Sicherheitsgurt Der statische Sicherheitsgurt ist das einfachste Rückhaltesystem. Die nötige Gurtlänge wird beim Anschnallen manuell auf den Träger eingestellt. Wird ein Fahrzeug von verschiedenen Personen bedient, muss die Länge immer wieder neu eingestellt werden. Dies kann ein paar Sekunden in Anspruch nehmen. Dadurch wird dieses Gurtsystem in der Landwirtschaft nicht als praxisnah angesehen.

Anschlagpunkt Der beste Sicherheitsgurt nützt nichts, wenn das Gurtsystem nicht richtig befestigt wurde. Der Sitz muss die nötigen Bohrungen aufweisen und auf einer Unterlage montiert sein, die die entstehenden Kräfte bei einem Unfall aufnehmen kann. Bei neueren Sitzen sind die Bohrungen für das Anbringen der Gurten bereits vorhanden. Wenn der Sitz auf einer geeigneten Unterlage montiert ist, kann der Sicherheitsgurt an diesen Sitzen auch vom Landwirt selbst montiert werden. Bei Transportern oder Staplern kann es sein, dass die Unterlage die nötige Festigkeit nicht aufweist und durch eine Fachperson montiert werden muss.  11 2019 Schweizer Landtechnik

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PROFIS fahren besser Theorie ist das eine, Praxis das andere. Fahrerinnen und Fahrer landwirtschaftlicher Fahrzeuge befassen sich in diesem 1-tägigen Kurs mit beidem. Und sie loten Grenzen aus – eigene genauso wie jene von Strassenverhältnissen und Gefährt … Kursorte: Sennwald SG | 20. – 27. November 2019 Roggwil BE | 11. – 25. Januar 2020 Kosten: ohne CZV CHF 195.– mit CZV CHF 350.–

CZV- und agriTOP-anerkannte Weiterbildung Weitere Infos und Platz sichern: Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) Picardiestrasse 3 | 5040 Schöftland +41 62 739 50 40 | bul@bul.ch www.bul.ch


Passion | Youngtimer

Hauptsache mechanisch: Hanspeter Thomet schätzt die hohe Nutz- und Sattellast seines McCormick «MTX 200». Bilder: zvg / D. Senn

Der McCormick «MTX 200» ist die Stütze im Sägeschäft Ein McCormick «MTX 200» ist die Stütze im Sägeschäft von Hanspeter Thomet in Riedbach bei Bern. Es war der erste McCormick, der nach Abspaltung der Marke von Case IH im Jahre 2003 in der Schweiz verkauft worden war. Dominik Senn

Im westlichen Stadtgebiet von Bern steht in Riedbach der Landwirtschaftsbetrieb von Hanspeter Thomet mit Jahrgang 1968. Auf den etwas über 20 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche dominierten Milchwirtschaft, Schweinemast (derzeit rund 120 Tiere, mit Auslauf), Acker- und Futterbau. Im Jahre 1999 war Ende mit der Milchproduktion, um Luft zu schaffen für ein neues Betätigungsfeld: ein Lohnunternehmen, das Hanspeter – mit Einwilligung und Unterstützung von Vater Hans – im Alleingang aufzog. Thomets sind nicht wenig maschinenverrückt. So schaffte sich Hans bereits in den sechziger Jahren den ersten Mähdrescher 56

Schweizer Landtechnik 11 2019

in der weiten Umgebung an. An Traktoren standen ein International «624», ein McCormick «439» und ab 1984 ein International «745 XL» auf dem Betrieb.

Unter einem guten Stern Der Start des Lohnunternehmens von Hanspeter Thomet stand unter einem guten Stern. «Ich begann mit einem gemieteten Rüebli-Vollernter, mit Maishäckseln und mit Säarbeiten.» 1993 tauschte er den «745 XL» gegen einen «Maxxum 5150» für Sä- und Häckselarbeiten ein. «Allein der ‹Case IH Maxxum 5150› hatte nach einem Jahr 560 Stunden auf dem Zähler», erzählt er. 1997 kam der zweite Case «Maxxum 5150» auf

den Hof, den er für Lohnarbeiten und für eigenes Feldgemüse einsetzte. Beim Sä­ geschäft habe er immer ein Problem mit der relativ geringen Nutz- und Sattellast gehabt. So entschloss er sich zum Kauf eines neuen McCormick «MTX 200», der 2003 auf den Betrieb kam. «Es war der erste, der nach der Abspaltung der Marke McCormick von Case IH in der Schweiz von Importeur Samuel Stauffer aus Les Thioleyres über den Händler Fritz Howald in Bümpliz an mich verkauft worden ist. Er weist 5300 kg Nutzlast auf», so Thomet, der im Jahre 2004 den elterlichen Betrieb übernahm. Der rund 7 Tonnen schwere Traktor hat inzwischen etwa 4000 Betriebsstunden auf dem Zähler.


Youngtimer | Passion

Klar fürs Sägeschäft Mit Schaad-Zwillingsrädern ausgestattet, ist der Traktor klar im Sägeschäft unterwegs, inklusive Gründüngung und Grassaat. Wie die Traktoren, sind auch die Sägeräte mechanisch betrieben: Kuhn-Kreiselegge, Amazone-Kreiselegge, Amazone-Sämaschine, Kleine «Maxicorn S» und Krummenacher-Sägerät mit Säwalze; allein mit Letzteres hat er seit 2004 rund 1700 ha gesät. «Das Interessante dabei: Ich musste nie um Arbeit nachfragen. Die Landwirte in der Umgebung sind auf mich zugekommen», sagt Thomet, «die Kunden schätzen offensichtlich meine saubere, termingerechte Arbeit.» Mit der Aufgabe der Milchwirtschaft erfuhr das Lohnunternehmen eine Angebotserweiterung: Ballenpressen, mit einer Welger «RP 220 Profi». «Sie hängt am ‹Maxxum 5150›, ein ideales Gespann», sagt er. Auch das Ballenpressen wurde zum Glücksfall: Im Jahre 2005 erblickte Thomet an der Sima in Paris den neuen McCormick «XTX 215» mit acht Lastschaltstufen, den er zuerst für Ballentransporte und nach Entfernen des Frontladers zum Mähtraktor umrüstete. Im Jahre 2009 erforderte die grosse Nachfrage die Anschaffung einer Quaderballenpresse. Zum Vorspannen erwarb er einen Vorführtraktor, einen elektrisch geschalteten «XTX 200» mit Jahrgang 2006 und 200 PS. Die vorläufig letzte Anschaffung war 2017 ein gebrauchter «XTX 185», der seither eine Wickelkombination, die Lely «Tornado», zieht.

Hauptsache mechanisch Unschwer ist erkennbar: Hanspeter Thomet steht auf mechanische Traktoren und Maschinen. Und er kauft nur, was er wirklich braucht. Jeder Traktor auf seinem Betrieb hat einen definierten Job. «Ich finde, jede Maschine hat eine Art Seele. Sie wächst einem ans Herz. Und wenn sie einmal ersetzt werden muss, gebe ich sie nicht einfach her. Es wäre herzlos, sie einfach abzuschieben.» So haben sich auf dem Hof Thomet nach und nach Traktoren angesammelt; zur «Sammlung» gehören – nebenbei erwähnt – noch mehrere Old­ timer und Exoten aus Übersee, Prospekte, Werkstatthandbücher und Schnittzeichnungen von Modellen. Natürlich stünde auf seinem Wunschzettel zuoberst ein «Stufenloser», jedoch nur aus Gründen des Fahrkomforts. «Bei mechanisch betriebenen Traktoren und Maschinen begreife ich, falls etwas nicht tut, wie es sollte. Ich finde den Fehler und kann ihn oft gleich selber beheben. Bei elektrisch und elektronisch betriebenen Maschinen lässt sich

Jeder Traktor auf Hanspeter Thomets Betrieb hat einen definierten Job.

Mit dem Krummenacher-Sägerät mit Säwalze am Heck hat er seit 2004 rund 1700 ha gesät.

fast nichts mehr selber überprüfen», sinnierte Hanspeter Thomet. Der McCormick «MTX 200» beispielsweise habe dank des einfach aufgebauten Getriebes einen hohen Wirkungsgrad. Auch der Komfort lasse dank den vier Lastschaltstufen, der lastschaltbaren Wendeschaltung (vom «Maxxum» übernommen) und der geräumigen, leisen Kabine nicht viel zu wünschen üb-

rig. Einzige Schwachpunkte seien die Abdichtung der Hubzylinder und die relativ schwach konzipierte Vorderachse mit den vielen Schmiernippeln; sie musste teilrevidiert werden. Hanspeter Thomet ist übrigens kein Freund des Hochdruckreinigers, obwohl er Wert auf gepflegte Traktoren legt, was man bei einem Besuch des Betriebs unschwer erkennt.

Die Marke McCormick Die Marke McCormick entstand aus dem 1856 gegründeten Unternehmen McCormick Harvesting Machine Company, das 1902 in dem Nachfolgeunternehmen International Harvesting aufging, welches die Marke ebenfalls weiterführte. Nachdem es die Landwirtschaftssparte 1985 an die Case-Sparte von Tenneco verkauft hatte, wurde die Marke McCormick eingestellt. Zu den Auflagen der EU-Regulierungsbehörde bei der 1999 eingeleiteten Fusion von Case mit New Holland zu CNH Global gehörte die Veräusserung des Werks in Doncaster. 2000 übernahm die italienische Ar-

go-Gruppe das Werk sowie die Markenrechte an McCormick, inklusive der dort produzierten Traktorenbaureihen «C», «CX» und «MXC» sowie der Baureihe «MX Maxxum». Im Januar 2001 nahm McCormick Tractors International Limited das Geschäft auf. 2007 wurden die Traktorenhersteller Landini, McCormick und Valpadana in die im Vorjahr neu gegründete Argo Tractors S.p.A. integriert. Das Werk in Doncaster wurde Ende 2007 geschlossen. Die Traktoren der drei Marken werden seither in Italien produziert. Quelle: Wikipedia

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SVLT | Vorstand

auf den Onlineshop der BUL gewährt, wo sie diese Produkte aus dem BUL-Shop zu Vorzugskonditionen beziehen können. Die beiden Präsidenten, Peter Hegglin (BUL) und Werner Salzmann (SVLT) sind über diese Entwicklung erfreut: «Wir sind überzeugt, dass diese vertiefte Zusammenarbeit zu einer positiven Entwicklung sowohl von BUL wie auch des SVLT beitragen wird.»

Neue Mitarbeitende Nach erfolgreich absolvierter Probezeit hat Bernadette Wipfli beim SVLT in diesem Sommer die Tätigkeit als Kursadministratorin aufgenommen. Die Bauerntochter ist verantwortlich für Organisation und Abwicklung aller Weiterbildungsangebote des SVLT, erstellt die Kursplanung und koordiniert die Einsätze von internen sowie externen Kursleitern. BUL und SVLT wollen intensiver zusammenarbeiten – insbesondere im Kurswesen. Bild: SVLT

BUL und SVLT arbeiten intensiver zusammen Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) und der Schweizerische Verband für Landtechnik (SVLT) haben vereinbart, in Zukunft in gemeinsamen Themengebieten vertiefter zusammenarbeiten zu wollen. Roman Engeler

Der Schweizerische Verband für Landtechnik (SVLT) und die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BUL) haben eine vertiefte Zusammenarbeit vereinbart. Durch einen offenen und konstruktiven Dialog wollen sich die beiden Organisationen gemeinsam in der Erfüllung ihres Verbands- und Stiftungszwecks unterstützen und so Synergien gewinnen. Dazu gehört insbesondere der grosse Bereich der Ausund Weiterbildung, aber auch das Erarbeiten von Informationsmitteln, Fach­ artikeln und Merkblättern zu den Themen «Strassenverkehr» und «Unfallverhütung» sowie die Tätigkeit in verschiedenen Fachgremien. Die gemeinsame Vermarktung von Dienstleistungen soll die Effizienz beider Organisationen verbessern und Kosten reduzieren. 58

Schweizer Landtechnik 11 2019

Kurswesen So wird der SVLT die Verantwortung und Durchführung für die theoretische und praktische Ausbildung der Traktorfahrer übernehmen. Die «G»- und «G40»-Kurse werden ab nächstem Jahr vom SVLT durchgeführt. An Messen, auf Online- und auf anderen Kommunikationskanälen unterstützt die BUL den SVLT in der Vermarktung dieses Angebots. Der SVLT informiert in seinen Medien die Verbandsmitglieder über die Weiterbildungsangebote der BUL und bewirbt diese auch in der Zeitschrift «Schweizer Landtechnik». Im Fokus stehen dabei insbesondere die Kurse für Hebefahrzeuge «agriLIFT», die Weiterbildung für Traktorfahrer «Profis fahren besser» und die CZV-Kurse. Über die Homepage agrartechnik.ch wird den Mitgliedern des SVLT Zugriff

Bernadette Wipfli

Bernhard Streit, promovierter Agronom und Dozent für Verfahrenstechnik im Pflanzenbau an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) in Zollikofen BE, steht dem SVLT neu als Berater für alle Fragen der Digitalisierung in der Landwirtschaft zur Verfügung. Er wird diese Aufgabe im Mandatsverhältnis ausüben.

Bernhard Streit

Vorstand und Direktion heissen die beiden Mitarbeitenden im Team des SVLT herzlich willkommen und freuen sich auf eine prosperierende Zusammenarbeit.


SVLT | Sektionen

Generalversammlungen  TG Mittwoch, 20. November 2019, 20 Uhr Restaurant zum Trauben, Weinfelden Mit Referaten zur Organisation und den Vorteilen einer Maschinengemeinschaft

 AG Mittwoch, 27. November 2019, 9.30 Uhr Landgasthof Löwen, Sins Mit Besichtigung der Firma Sepp Knüsel AG und Rigitrac in Küssnacht am Rigi

Sektionen | SVLT

• Kennen und Anwenden der Regeln der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes • W ichtigste Grundregeln der Holzerei in einfachen Verhältnissen praxisbezogen anwenden • Fachgerechtes Handhaben und Unterhalten von Motorsäge, Motorsägekette und Werkzeugen • Kennenlernen von neuen Werkzeugen Weiterführungskurs Holzernte; fünftägiger, praktischer Ausbildungskurs: • Erlangen eines verbesserten Sicherheitsdenkens • Einfache bis erschwerte Holzereiarbeiten sicher und rationell planen, organisieren und ausführen • Kennen und Anwenden angepasster Arbeitstechniken Der Basiskurs richtet sich an Landwirte und andere Berufe, welche in der Regel nur einfachere Holzerntearbeiten durchführen. Der Weiterführungskurs richtet sich an Teilnehmer mit abgeschlossenem Holzhauerkurs 1 oder Motorsägekurs. Kursleitung: Instruktoren von Wald Schweiz WS Kosten: CHF 1850.–, nach dem Kurs können Kantons- und/oder Bundesbeiträge zurückgefordert werden. Die Verpflegung wird separat verrechnet; Ort noch offen. Anmeldung bis 15. November 2019 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramona Jutzeler, Telefon 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch

 BE Freitag, 6. Dezember 2019, 9.30 Uhr Gasthof Schönbühl, Schönbühl

 LU Freitag, 6. Dezember 2019, 9.30 Uhr Restaurant Brauerei, Sursee Mit Vortrag von Roman Engeler, Direktor SVLT

 VD

Jahrestagung Aargauer Maschinenringe und Maschinengemeinschaften Donnerstag, 23. Januar 2020, 13.15 bis 16 Uhr Gränichen, Zehnder Group Schweiz AG, Moortalstrasse 3 (Réception) Besichtigt wird zuerst das Stammhaus der weltweit tätigen Zehnder Group. Ihre Produkte und Systeme zur Heizung und Kühlung, komfortablen Raumlüftung und Luftreinigung von Räumen zeichnen sich durch überdurchschnittliche Energieeffizienz und herausragendes Design aus. Sie entwickelt und fertigt ihre Produkte in 16 eigenen Werken, wovon sich fünf in China und Nordamerika befinden. Der Vertrieb in mehr als 70 Ländern erfolgt über eigene lokale Verkaufsgesellschaften und Vertretungen. Im zweiten Teil des Nachmittags wird über Erfahrungen und Probleme in den Aargauer Maschinenringen und Maschinengemeinschaften diskutiert. Anmeldung: Bis 17. Januar 2020 an Hansjörg Furter, LZ Liebegg, 5722 Gränichen, 062 855 86 27, hansjoerg.furter@ag.ch

Freitag, 31. Januar 2020, 10 Uhr Kaserne von Chamblon

 FR Mittwoch, 12. Februar 2020, 9.30 Uhr Auberge du Lion d‘Or in Farvagny

 AG Holzerntekurse Montag bis Freitag, 27. bis 31. Januar 2020, jeweils von 8 bis 17 Uhr Basiskurs für Holzernte (Motorsägekurs); fünftägiger praktischer Ausbildungskurs:

 BL

BS

Theoretische Führerprüfung Kat. F/G Der Verband für Landtechnik beider Basel und Umgebung organisiert für Jugendliche, welche im Jahre 2019 14 Jahre alt (Jahrgang 2005) oder älter werden, Vorkurse und Prüfungen für die theoretische Führerprüfung Kat. F/G. Durchführung der Vorkurse: 13.30 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach, Kurslokal 1 Durchführung der Prüfungen: 9.00 Uhr, Motorfahrzeugprüfstation (MFP), Münchenstein Kurskosten: Mitglieder CHF 40.– plus Lern-CD CHF 40.–, Nichtmitglieder CHF 80.– plus Lern-CD CHF 40.–. Anmeldung bis spätestens 30 Tage vor Kursbeginn an: Marcel Itin, Hof Leim 261, 4466 Ormalingen, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch; bitte unbedingt Kurs und Geburtsdatum angeben.

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SVLT | Sektionen

 FR Bremsenkontrolle 2019 Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) erhält die Bremstestkampagne aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km/h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer im Besitz einer genauen Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Fachbetrieben für Anhängerbremsen erstellt wird. Sie findet in der Nähe Ihres Wohnortes in dafür ausgerüsteten Ateliers statt. Die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.­­agrotecsuisse.ch zu finden. Wichtig: Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet sein. Für seine Mitglieder bietet der FVLT einen Rabatt von CHF 50.– pro Achse. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA/FVLT, Robert Zurkinden, Heitiwil 23, 3186 Düdingen. Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder bei einem später folgenden Aufgebot zur Expertise.

 GL Führerprüfungen für landwirtschaftliche Motorfahrzeuge Kat. G Der Führerausweis der Kat. G gilt auch zum Führen von Motorfahrrädern. Der Führerausweis der Kat. G beinhaltet auch die Theorieprüfung der Kat. F Wir verweisen auf die Verordnung vom 27.Oktober 1976 über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV). Seit 1. Januar 1977 gilt die Ausweispflicht für alle Führer landwirtschaftlicher Motorfahrzeuge. Auf öffentlichen Strassen dürfen landwirtschaftliche Motorfahrzeuge nur von geeigneten und mindestens 14 Jahre alten Personen geführt werden. Die Bewerber um den Führerausweis für landwirtschaftliche Motorfahrzeuge haben eine der Eigenart dieser Fahrzeugkategorie angepasste, vereinfachte theoretische Prüfung abzulegen. Der Verband für Landtechnik veranstaltet im Kanton Glarus im Winter 2020 wieder Ausbildungskurse mit anschliessenden Prüfungen durch das Strassenverkehrsamt. Jugendliche, die im Laufe des Jahres 2020 das 14. Altersjahr vollenden (Jahrgang 2006 oder älter) können die Kurse besuchen, erhalten nach bestandener Prüfung den Führerausweis, jedoch erst nach Vollendung des 14. Altersjahres. Jüngere Jahrgänge können nicht zugelassen werden. Bei entsprechenden Anmeldungen werden in Näfels und Schwanden Kurse durchgeführt. Der dritte Kurshalbtag inkl. Prüfung findet für alle in Schwanden beim Strassenverkehrsamt statt. Die Kurskosten, ohne Prüfungs- und Ausweisgebühr, betragen für Angehörige und Angestellte von Verbandsmitgliedern CHF 70.– (auch Neueintretende), für Nichtmitglieder CHF 95.– inklusive Lern-CD und Arbeitsblätter. Die Kursdauer beträgt inkl. Prüfung drei halbe Tage zu je etwa 3 ¾ Stunden. Die Kurskosten inkl. Theorieunterlagen von CHF 95.– (VLT-Mitglieder CHF 70.–) werden am ersten Kurstag vom Kursleiter eingezogen. Die Theorieunterlagen (inkl. Lern-CD) werden am Anfang vom Kurs abgegeben. Die Kosten für Prüfungsabnahme von CHF 30.– und Ausweis von CHF 65.–, sind in den Kurskosten nicht enthalten und werden vom StVA direkt in Rechnung gestellt. Kursanmeldungen zusammen mit weissem, vollständig ausgefülltem Gesuchsformular richten Sie sofort, aber spätestens bis 7. Januar 2020 an das Strassenverkehrsamt des Kantons Glarus, Mühlestr. 17, 8762 Schwanden. Kurs 1: Näfels, Rest. National, 11. Jan. 2020, 08.15 bis 12.00 Uhr Näfels, Rest. National, 15. Febr. 2020, 08.15 bis 12.00 Uhr Schwanden, StVA, 14. März 2020, 13.30 bis 17.15 Uhr

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Schweizer Landtechnik 11 2019

Kurs 2: Schwanden, StVA, Schwanden, StVA, Schwanden, StVA, Kursleiter: Hans Popp, Karrersholz hanspopp@bluewin.ch

11. Jan. 2020, 13.30 bis 17.15 Uhr 15. Febr. 2020, 13.30 bis 17.15 Uhr 14. März 2020, 08.15 bis 12.00 Uhr 963, 9323 Steinach, 071 845 12 40,

 LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 27. November 2019, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 15. Januar 2020, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs 612: jeweils Samstag, 16.11./23.11.2019, 12.00–16.00 Uhr Kurs 601: jeweils Samstag, 21.03./28.03.2020, 12.00–16.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: Kurs Nr. 407: 4 Abende: Montag/Dienstag, 18./19./25./26.11.2019, 19.00–21.00 Uhr, in Sursee Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 und 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lek­ tionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.– Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen, während vier Wochen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg jederzeit möglich. Der nächste Kurs beginnt am 14.11.2019 in Luzern; weitere Kurse auf Anfrage. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B.  Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse  35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

 SG 

 AR 

 AI 

 GL

Kreisversammlungen mit Referaten Es können auch Kreisversammlungen anderer Kreise besucht werden.

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2019 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag  + Prüfung NachmittagMittwochnachmittag Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 20. Nov. 19 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

11. Dez. 19

Wangs, Parkhotel Sa, 23. Nov. 19 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

18. Dez. 19


Sektionen | SVLT

Theoriekurse Kategorie F/G

 ZG Gegengewichtsstapler- und Teleskop­ lader-Grundkurs 6. bis 9. Januar 2020, jeweils 2 Tage Der Verband für Landtechnik Zug bietet einen Grundkurs für Gegengewichtsstapler und Teleskoplader an. An diesem zweitägigen Kurs kann der sichere Umgang mit dem Gegengewichtsstapler und Teleskoplader nach Suva Richtlinien erlernt werden. Ziel: Schriftlicher Suva Ausweis auf Gegengewichtsstapler und Teleskoplader. Ein Tag kann der obligatorischen CZV (Chauffeur Zulassungs Verordnung) angerechnet werden. Inhalt: zweitägige Ausbildung Gegengewichtsstapler und Theorie und Praxis Teleskoplader. Voraussetzungen sind das Mindestalter 18 Jahre und praktische Erfahrung auf Maschinen. Datum: 6. bis 9. Januar 2020, jeweils 2 Tage (Montag für alle Theorie, Dienstag oder Mittwoch Praxis). Kosten: 2 Tage ca. CHF 660.– für Mitglieder und CHF 700.– für Nichtmitglieder VLT Zug, inkl. Unterlagen und Essen. Anmeldung/Auskunft: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

 ZH

Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

AG Kursort: Riniken: 21./28. Nov. 2019, 18.30–20.30 Uhr; Liebegg: 27. Feb. / 5. März 2020, 18.30–20.30 Uhr; Frick: 7./14. Mai 2020, 18.30–20.30 Uhr Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS Prüfung: MFP Münchenstein: Sa, 16.11.2019 Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch

Öffentlicher Vortrag über die neuen Vorschriften im Strassenverkehr

BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch FR

30. November 2019, 10.30 bis 12 Uhr Ueli Kleiner Landmaschinen AG in Wädenswil Die Sektion Zürich des SVLT organisiert einen öffentlichen Vortrag über die neuen Vorschriften im Strassenverkehr. Er findet statt bei der Ueli Kleiner Landmaschinen AG in Burstel 6, 8820 Wädenswil. Die Teilnahme ist kostenlos. Verpflegung ist vor Ort möglich.

Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, Chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch

Megabürste Actisweep

SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR

9402 Mörschwil T 071 388 14 40 www.amagosa.ch

Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kursorte und -daten: Friltschen: Sa, 7.12. / Mi, 18.12.2019 Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, Chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch

www.agrartechnik.ch

ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursorte: Strickhof, Lindau. Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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SVLT | Porträt

«Chrampfer» Junglandwirt Thomas Wagner, Kerns OW, mit Jahrgang 1986 weiss, was er will. Und er ist ein «Chrampfer». Auf das Jahr 2020 hin wird er den elterlichen 21-ha-Milchwirtschaftsbetrieb, davon 17 ha Eigenland, mit derzeit 31 Kühen und einigen Aufzuchtrindern übernehmen; diese stehen in einem Anbindestall. Sömmern tut er sie nicht, obwohl er vom Grossvater eine Alp geerbt hat, die er mit seiner fünfköpfigen Familie zur Erholung nutzt, soweit es dies die Arbeit zulässt. Die Silomilch geht an einen besonderen Abnehmer: die Seiler Käserei AG in Giswil, deren unvergleichlicher Raclette­käse schon mehrfach mit dem Swiss Cheese Award ausgezeichnet worden ist und die soeben eine neue Käserei erstellt hat. «Wir Lieferanten aus Ob- und Nidwalden sind unabhängig von der Genossenschaft Zentralschweizer Milchproduzenten, wofür wir gekämpft haben, und haben uns in einem Verein zusammengeschlossen», so Thomas Wagner. Entsprechend sei der Milchpreis hoch, weshalb er als nächste grosse Investition den Bau eines Laufstalls in Angriff nimmt. «Das gibt mir die nötige Flexibilität für mein zweites Standbein – mein Lohnunternehmen.» Es nennt sich Thomas Wagner GmbH und erledigt in der weiten Umgebung Press-Arbeiten mit seiner Krone «Comprima 125» und Gülle-Arbeiten mit 10 500-l-Fass von Bauer mit Kohli-Schleppschlauch an seinen John-Deere-Traktoren «6620» und «6430» von Händler Hans Rohrer in Alpnach, dazu Viehtransport mit einem Zwölfplätzer ab den Betrieben im Kernser Boden und in den Voralpen auf die Hoch­ alpen Melchsee-Frutt und zurück. Festzuhalten ist, dass er die Lohnarbeiten fast ausnahmslos selber bewältigt, das seien drei- bis viertausend Siloballen und an die 2000 Fass Gülle pro Jahr; der «6620» hat bereits 10 000 Stunden auf dem Zähler. Damit nicht genug, ist er in einem Arbeitspensum von 60 Prozent und mehr als Maschinist bei der Bucher Tiefbau GmbH beschäftigt; mit Teilhaber Bruno Bucher ist er seit Kindheit eng befreundet und hat mit ihm zusammen das Lohnunternehmen aufgebaut. Dieser hat es ihm im Jahre 2017 überlassen, um sich ganz auf sein ebenfalls florierendes Unternehmen fokussieren zu können. «Landwirtschaft, Lohnunternehmen und Maschinist: Das geht natürlich nur, weil Vater Arnold, Jahrgang 1955, mir den Rücken freihält. Es ermöglicht mir, den Stallneubau zu realisieren. Wird Vater einmal kürzertreten wollen, werde ich den Maschinistenjob aufgeben müssen», so Thomas Wagner. Seit rund zehn Jahren ist er zudem Geschäftsführer der SVLT-Sektion Obwalden; als ihn Präsident Sepp Frunz am Tag der Generalversammlung anfragte, war er nicht einmal Mitglied – was die Versammlung nicht hinderte, ihn freudig willkommen zu heissen.

Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik 11 2019


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Kursorte G40

Die G40-Fahrkurse 2019

1260 Nyon VD* 1302 Vufflens-la-Ville VD* 1315 La Sarraz VD* 1510 Moudon VD* 1562 Corcelles-près-Payerne VD* 1630 Bulle FR** 1786 Sugiez FR** 1860 Aigle VD* 1964 Conthey VS* 2208 Les Hauts-Geneveys NE* 2720 Tramelan BE* 2852 Courtételle JU* 3150 Schwarzenburg BE 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3270 Aarberg BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i. E. BE 3770 Zweisimmen BE 3800 Interlaken BE 3818 Grindelwald BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4415 Lausen BL 4538 Oberbipp BE 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW 6130 Willisau LU

6170 Schüpfheim LU 6210 Sursee LU 6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 Erstfeld UR 6702 Claro TI*** 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR**** 7550 Scuol GR**** 7742 Poschiavo GR*** (Neu) 8180 Bülach ZH 8200 Schaffhausen SH 8315 Lindau ZH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8625 Gossau ZH 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG * Sprache Französisch ** Sprache Deutsch u. Französisch *** Sprache Italienisch **** Sprache Italienisch u. Deutsch

Der Traktorkurs G40 des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Mehr Informationen und Homepage: www.fahrkurse.ch

CZV – Weiterbildungskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdatum Ladungssicherung, Deutsch

29.11.2019

ARV1 / Digitaler Fahrtenschreiber, Deutsch

09.01.2020

Moderne Fahrzeugtechnik, Deutsch 10.01.2020 Erste Hilfe im Strassenverkehr, Deutsch

10.02.2020

Hebegerätekurse SUVA-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstaplerkurs; Instruktion Hoflader

Kursort und Sprache

Kurstag 1

Kurstag 2

Ardon VS, Französisch

auf Anfrage

auf Anfrage

Chavornay VD, Französisch

03.03.2020

04.03.2020

Chavornay VD, Französisch

05.03.2020

06.03.2020

Goldach SG, Deutsch

auf Anfrage

auf Anfrage

Oberbipp BE, Deutsch

21.02.2020

22.02.2020

Oberbipp BE. Deutsch

16.10.2020

17.10.2020

Rümlang ZH, Deutsch

auf Anfrage

auf Anfrage

Schweisskurse

Direkt zu den «G40»-Fahrkursen Über diesen QR-Code gelangen Sie direkt zu den Terminen und Anmeldungen der diesjährigen «G40»-Fahrkurse des SVLT.

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdaten Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch Wolfram-Schutzgasschweissen (TIG), Deutsch

auf Anfrage 20. und 21.11.2019

Metall-Schutzgasschweissen (MAG/MIG), Deutsch

Informationen und Auskünfte: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

5. und 6.3.2020

Wolfram-Schutzgasschweissen (TIG), Deutsch

16. und 17.3.2020

Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch

23. und 24.3.2020

 Impressum 81. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT NR Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50 / 079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2019. Kombinationsrabatt bei gleichzeitiger Erscheinung in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt Satelliten und Drohnen Plattform «Handarbeit» Reifenproduktion Impression Benzin- und Akku-Sägen im Vergleich Management Zulassungskriterien bei der MFK

Nr. 12/2019 erscheint am 12. Dez. 2019. Anzeigenschluss: 2. Dezember 2019

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Profile for Schweizerischer Verband für Landtechnik

Schweizer Landtechnik 11/2019  

Fit in den Winter; Einrichten einer Hofwerkstatt, Maschinen waschen und schmieren

Schweizer Landtechnik 11/2019  

Fit in den Winter; Einrichten einer Hofwerkstatt, Maschinen waschen und schmieren