Schweizer Landtechnik 09/2020

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September 2020

BERGMECHANISIERUNG Breitreifen statt Doppelbereifung? Einsatzgrenzen in der Hangbewirtschaftung Lenkhilfen nachrĂźsten Neuer Trend: Dammkulturen


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September 2020 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 10 14 16 18 20 22 28 30 36

Interview mit Sean Lennon von New Holland Die Landtechnik wird smarter Krone erstmals mit Solo-Wickler Valtra präsentiert die «G»-Serie Deutz-Fahr: Grosstraktor «8280 TTV»

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Roman Engeler

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Bei den Vorarbeiten zu dieser Ausgabe habe ich im Radio zufälligerweise das Keiser Chörli mit Lied «dä Housi» gehört. Die lustige Truppe singt dabei vom Bauer «Housi» aus dem Emmental, der dort Felder bearbeitet, die steiler als senkrecht sind, ja gar so steil, dass man die ausgebrachte Gülle von Hand einreiben müsse, ansonsten sie nicht haften bleibe. Nun, das ist natürlich alles ein bisschen mehr als übertrieben und nicht ganz ernst gemeint. Aber nichtsdestotrotz: die Bearbeitung von Hanglagen ist und bleibt eine Herausforderung, für die Menschen wie für die eingesetzte Technik. Einerseits sicherheitstechnisch, anderseits arbeitswirtschaftlich, sind doch schwere Geräte mit grossen Arbeitsbreiten in den alpinen Regionen fehl am Platz. Diese besonderen Umstände geben dafür stets Anlass für neue Entwicklungen. Ja, es gibt sie noch, die praxisorientierten, innovativen und genialen Tüftler, die mit neuen Ideen schon Gutes noch perfekter machen wollen. Drei Beispiele werden in dieser Ausgabe in Bild und Text vorgestellt: Das nachrüstbare Notbremssystem aus Österreich (Seite 46), der Elektro-Mäher aus dem Bündnerland (Seite 50) und der Bandschwader mit Saugeffekt aus dem Appenzellerland (Seite 52). Ohne geeignete Mechanisierung wäre heute die Bewirtschaftung grosser Teile unseres Landes kaum möglich. Diese Mechanisierung sei aber kein Spaziergang, stellt Ruedi Hunger in seinem einleitenden Artikel zum Schwerpunkt (Seite 22) fest. Man müsse von einem Kraftakt sprechen – auch was letztlich die finanzielle Belastung dieser Mechanisierung betreffe.

Schwerpunkt: Bergmechanisierung Wenn der Berg ruft Breitreifen statt Doppelräder? Die Frage der Einsatzgrenze Bergtechnik bei Familie Pfulg in Romoos LU

Impression 38 42 44 46 48 50 52

Reform «Metrac H75» der neuen Generation Agrar «TL32K» mit «SafeDamp» Antonio Carraro «Tony 10 900 TTR» Notbremssystem für Bergmaschinen Kuhn «PZ 3221F» im Praxiseinsatz Elektro-Motormäher von Gian Caduff Mettler-Bandschwader mit Saugeffekt

Wissen 54

Offen für digitale Funktionen

Management 56 58 62

Die neuen ART-Tarife sind da Dammkulturen als Alternative Automatische Lenksysteme nachrüsten

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Plattform 68

Firmenporträt: Bächtold aus Menznau LU

Sicherheit 70

G2-Netzabschaltung: Anlagen checken

Passion 72

Kubota «9540» von Patrick Hess, Wuppenau TG

SVLT 74 SVLT-Drohnenkurse und neue Regeln 76 Sektionsnachrichten 78 Porträt: Christian Kaiser aus Stans NW 79 Kurse und Impressum

Titelbild: Der Bandschwader «BS 300» aus dem Appenzellerland: Ein Beispiel für eine praxisorientierte landtechnische Entwicklung, die harmonisch in die Gegend passt.

www.youtube.com/­ agrartechnikCH

www.facebook.com/­ CHLandtechnik

Ausgabe Nr. 10 erscheint am 15.10.2020

Bild: R. Engeler

9 2020 Schweizer Landtechnik

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Aktuelles

In Kürze Bei John Deere übernimmt Alejandro Sayago als Vizepräsident für Landtechnik, Rasen- und Grundstückspflege (Ag&Turf) die Verantwortung in der Region Europa, GUS-Staaten und Nordafrika. Syngenta eröffnete Anfang September in Münchwilen AG eine neue Produktions­ anlage und unterstreicht so die Absicht, auch nach der Übernahme durch eine chinesische Gruppe weiter in der Schweiz zu investieren. Über 300 Alpbetriebe und Berghütten haben nun auch IP-Telefonie. Bisher waren diese nicht oder nur ungenügend angeschlossen. John Deere verzichtet bis zum 31. Oktober 2021 auf eine Teilnahme an internationalen Landwirtschafts- sowie Rasen- und Grundstückspflege-Messen in Europa und den GUS-Staaten. Pöttinger erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019/2020 mit 366 Mio. Euro (–4 % gegenüber Vorjahr) den zweitgrössten Umsatz seit Bestehen des Unternehmens. Firestone präsentiert mit dem «Performer Extra» einen neuen Traktorreifen, der im Vergleich zu Vorgängermodellen eine um 20 % längere Lebensdauer bieten soll. Die nächste «PotatoEurope» findet erst 2021 in Lelystad (NL) statt. Mit dem «VarioFlex+» stellt Vakutec einen neuen Schleppschuhverteiler mit integriertem Hangausgleich vor. McConnel bringt eine völlig neue Baureihe des All-Terrain-Geräteträgers «Robocut» auf den Markt. Der Bundesrat setzt das revidierte Enteignungsgesetz am 1. Januar 2021 in Kraft. Die Entschädigungen bei der Enteignung von Kulturland werden erhöht. Die vom April auf Ende Oktober verschobene Tagung «Landtechnik im Alpenraum» findet jetzt nicht physisch im österreichischen Feldkirch, sondern nur virtuell statt. FieldBee, ein Spurführungssystem, kooperiert mit CNH-Industrial, so dass dieses System auf gewissen Traktoren der Marken «New Holland» und «Case IH» verfügbar wird. Für die direkte Einarbeitung von Gülle am Güllefass ergänzt Kotte das Produktportfolio um eine leichte Kurzscheibenegge. 38 Land- und Baumaschinenmechaniker haben ihr Meisterdiplom bekommen.

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«Battery-Universe» In vielen Bereichen sind Akkus aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und halten auch in der Reinigungswelt in immer mehr Anwendungsgebieten Einzug. So bringt Kärcher als erster Hersteller überhaupt ein «Battery Uni­ verse» auf den Markt, mit dessen Gerä­ ten sowohl Reinigungsaufgaben als auch Anforderungen in der Grünpflege erfüllt werden können. Besonders Garten- und Landschaftsbauern sowie Landwirte profitieren von flexiblen Einsatzmöglichkeiten, da komplett unabhängig von der Stromversorgung gearbeitet werden kann. Dank der verwendeten Akkutechnologie entfällt die Umweltbelastung durch Abgase und auch die Lärmemissionen können gegenüber benzinbetriebenen Geräten erheblich gesenkt werden. Der wichtigste Aspekt für den professionellen Einsatz wurde berücksichtigt: Laufzeit und Leistung wurden auf die ausdau-

ernden Einsatzanforderungen abgestimmt. Sowohl die kompakten Akkus der 18-Volt-Plattform als auch die leistungsfähigen Akkus der 36-Volt-Plattform sind in unterschiedlichen Kapazitäten verfügbar und decken ein breites Anwendungsfeld ab. Zu diesen Akku-Geräten gehören Hochdruckreiniger, Trockensauger, Laub­ bläser, Kettensägen, Rasenmäher und -trimmer, Heckenscheren, Freischneider oder Mehrzwecksauger in allen Preisund Leistungsklassen.

Köppl bei Paul Forrer AG Seit vier Generationen entwickeln und fertigen die Spezialisten von Köppl Einachser und Anbaugeräte für den professionellen Einsatz in Land- und Forstwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau sowie für die kommunale Bewirtschaftung. In der Schweiz ist neu die renommierte Firma Paul Forrer AG in Bergdietikon AG für den Vertrieb verantwortlich. «Mit dem aktuellen Geräteprogramm von Köppl haben wir abgestimmte Maschinen und Anbaugeräte im Programm, die in technischer Perfektion und mit viel Liebe zum Detail entwickelt wurden. Diese bieten, was man von einem Spezialisten erwarten kann: Leistungsstarke, unverwüstliche Helfer, die maximalen Komfort und höchste Sicherheit bieten», heisst es bei Paul Forrer. Köppl gilt als Hersteller mit dem umfangreichsten Programm an Anbaugeräten und Einachsern. Bis auf die Motoren komme jedes Teil aus der eigenen Entwicklung und Fertigung. Köppl kenne die harten Anforderungen und richte

seine Produkte danach aus. «Deshalb findet man im aktuellen Sortiment vom kompakten Allrounder bis zum robusten Kraftpaket und für jeden Einsatzzweck die perfekte Ausrüstung.»


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Aktuelles

«Keiler» mit Doppelbunker Beim Kartoffelroder «Keiler 2 Classic» von Ropa mit dem neuen Doppelbunker ist das Trennen und Absortieren von Kartoffeln in Untergrössen direkt auf dem Kartoffelroder möglich. Durch Sortierwalzen am Verleseband können Untergrössen ins abgeteilte Bunkersegment sortiert, separat auf Anhänger oder Kisten abgebunkert und noch während der Erntezeit vermarktet werden. Dies spart Lagerkapazität und zugleich ergeben sich Vorteile in Bezug auf die Belüftung und die Lagerfähigkeit der Normalsortierung. Über vier stufenlos von 25 bis 40 mm verstellbare Sortierwalzen erfolgt die Abtrennung direkt im Anschluss an das Verleseband. Bis zu acht Personen können so auf dem Verlesestand arbeiten. Der 8,5 t fassende Bunker ist im Verhältnis 3 zu 1 geteilt, verfügt über separate Befüllschlitten und eine Befüllautomatik für den Hauptbunker.

«Impress» mit Mantelfolie

Da mit der neuen, optional verfügbaren Bindeeinheit bei den Rundballenpressen «Impress» von Pöttinger sowohl mit einem herkömmlichen Netz als auch mit einer Mantelfolie gewickelt werden kann, ist maximale Flexibilität unter allen Einsatzbedingungen gegeben. Für den Wechsel werde nur eine kurze Zeit beansprucht, heisst es beim Hersteller. «Die Netz- oder Mantelfolienrolle wird hydraulisch über eine Bremsrolle gebremst. Eine zusätzliche Zopfbindeeinheit lässt die Mantelfolie zuverlässig in die Ballenkammer einlaufen.» Zum Schutz der Folie und um den Wechsel von Netz auf Folie oder umgekehrt zu erleichtern, steht eine zusätzliche Gleitrolle vor der Rollenaufnahme zur Verfügung. Die Rollenaufnahme ist für Bindemittel bis 1420 mm Kernbreite und einen Durchmesser bis 310 mm ausgelegt. Die Einsatzsicherheit wird zusätzlich durch eine serienmässig installierte Kamera gewährleistet. So kann der Binde- und Wickelvorgang bei den Festkammerpressen und den variablen Pressen «Impress Pro» immer überwacht werden. 6

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Neuer Chef bei Agco Martin Richenhagen, seit 2004 CEO von Agco und seit 2006 in Personalunion auch Vorsitzender des Aufsichtsrats, kündigt seinen altersbedingten Rückzug aus dem Unternehmen an und wird ab Januar 2021 durch Eric Hansotia (Bild) ersetzt. Hansotia ist derzeit als Senior Vice President bei Agco tätig und wird neben der operativen Führung des Unternehmens auch in dessen Aufsichtsrat eintreten. Der Amerikaner Hansotia ist seit 2013 für Agco tätig, vorher bekleidete er verschiedene Funktionen bei John Deere, wo er unter anderem auch für drei Jahre in Deutschland tätig war.

Mit Amazone, HE-VA und Phenix auf Tour Die Firma Ott war Anfang September auf einer Feldabend-Tour an den vier Standorten Birrhard AG, Regensdorf ZH, Worben BE und Boussens VD. Gezeigt wurde den zahlreichen Besuchern, die sich aufgrund von Corona und Contact Tracing bei einer Eingangskontrolle registrieren mussten, Ackerbautechnik von Amazone, HE-VA und Phenix. Im Mittelpunkt standen unter anderem Pflüge, Grubber, Sämaschinen und Feldspritzen von Amazone. Darunter etwa die pneumatische Aufbausämaschine «Centaya 300 Super», die komplett

neue Einzelkornsämaschine «Precea 4500 2CC Super», die ab nächster Saison erhältlich ist, oder die neue Anbaufeldspritze «UF 1302». Vom französischen Hersteller Phenix stand das neuartige Hackgerät «Onyx» mit Verschieberahmen und hochmoderner Farberkennungskamera «Lynx» im Fokus und vom dänischen Hersteller HE-VA zeigte Ott Frontpacker, unter anderem das Frontanbaugerät «Twin 300» mit Schneidwalze für die vorgängige Bearbeitung von Ernterückständen und Stoppeln.


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Aktuelles

Stapler-Reifen mit spezieller Mischung Beim «PS1000» von Trelleborg handelt sich um einen «Press-on-Solid»-Vollgummi-Gabelstaplerreifen. Dieser wird mit der inno­ vativen «Pit Stop»-Line und einer speziellen Gummimischung sowie in einem neuen Reifendesign hergestellt, was eine hohe Le­ bensdauer, Leistungsfähigkeit und Sicherheit für die Betreiber gewährleisten sowie die Gesamtbetriebskosten und die Einwir­ kungen auf die Umwelt senken soll. Gemäss Tests soll der «PS1000» bis zu 30 % länger als andere Reifen auf dem Markt halten. Wenn auf dem Reifen die deutlich sichtbare, orangefarbene «Pit Stop»-Line erscheint, bedeutet dies, dass der Reifen noch etwa 100 Stunden Lebensdauer hat, sodass Betreiber und Flottenmanager exakt wissen, wann ihre Reifen getauscht werden müssen.

BASF sucht die Balance Der chemische Pflanzenschutz steht mit seiner Applikations­ technik und den eingesetzten Mitteln seit geraumer Zeit im kri­ tischen Fokus der Öffentlichkeit. BASF, ein massgebender Play­ er in diesem Geschäft, versucht mit verschiedenen Projekten die richtige Balance zwischen einer produktiven Landwirtschaft und der Erhaltung der Biodiversität zu finden. Zu diesem Thema organisierte das Unternehmen an seinem Hauptsitz in Ludwigs­ hafen D eine Veranstaltung mit politischen Repräsentanten, ak­ tiven Landwirten und Wissenschaftlern. Dabei lancierte BASF das Projekt «Lerchenbrot», über das Landwirte finanziell unter­ stützt werden, wenn sie in ihren Weizenfeldern ein Fenster als «Landeplatz» für Feldlerchen anlegen, so dass dieser Vogel im Feld landen, ein Nest bauen und letztlich das Gelege ausbrüten kann. Im Projekt integriert sind neben den Landwirten auch ei­

ne Mühle und ein Bäcker, der dieses Lerchenbrot mit einem Zu­ schlag von 10 Cent verkauft. Der Businessplan geht davon aus, dass beim derzeitigen Anbau von 40 ha Weizen ein Absatz von 600 000 solcher Brote zustande kommt, was letztlich ein Be­ trag von 60 000 Euro ergibt, der unter den Beteiligten verteilt werden kann. BASF möchte diese Anbau­ fläche auf über 10 000 ha ausbauen und hat zudem weite­ re ähnliche Projekte mit anderen Kulturen und Lebensmitteln in der Pipeline.

Im Kleinformat Weder Corona noch das Wetter konnten Ende August die Stihl «Timbersports» Schweizermeisterschaft der Holzfäller verhindern. Diese fand allerdings ohne Zu­ schauer statt. Dennoch lieferten die Sportler sich einen kollegialen, aber spannen­ den Wettkampf in diesem Ausnahmejahr. Dabei brillierte erneut der Waadtländer Christophe Geissler aus Aigle, der den 10. Meistertitel mit nach Hause nahm und sich einen neuen Rekord sicherte. Cyril Pabst aus Chailly VD wurde Zweiter und Pirmin Gnädigner aus Ramsen SH Dritter. Nebst den Profis duellierten sich auch die Nachwuchssportler sowie Damen mit Axt und Säge.

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50 Jahre Vor 50 Jahren gründeten 17 innovative Landwirte aus der Region Emmenmatt, Lauperswil, Zollbrück und Ranflüh die Maschinen­genossenschaft Lauperswil und Umgebung. Ziel – damals wie heute – ist es, durch das gemeinsame Anschaffen von teureren und schlagkräftigen Geräten die Maschinenkosten erschwinglicher zu ma­ chen. Heute umfasst die Genossenschaft 59 Mitglieder, die Maschinen – vom Mäuse­ vergaser bis zum Mähdrescher – sind an insgesamt 14 Standorten eingestellt. An­ fang September wurde dieses Jubiläum in Emmenmatt BE feierlich begangen.


Aktuelles

Mehr Effektivität beim Düngerstreuen Die Elektronikentwickler von Rauch und der App-Entwickler Neusta Mobile Solutions haben ein neues Unterstützungstool für die Landwirtschaft entwickelt. «WindMeter»-Feature bietet dem Landwirt vor Ort eine eigens anwendbare und aussagekräftige Messmöglichkeit, was für eine effiziente Ausbringung von Düngern unumgänglich ist. Die Bedienung des «WindMeter» funktioniert einfach. Es muss lediglich die «Fertilizer Chart»-App von Rauch, die optimale Einstellungen für die Maschine mit dem jeweiligen Saatgut oder Dünger vorgibt, via Bluetooth mit dem Flügelrad-Anemometer verbunden werden. Ein Ampelsystem auf dem Display verdeut­licht die vom Anemometer ermittelten und an die App übertragenen Parame­ter für die Strömungsgeschwindigkeit. Somit wird dem Landwirt aufgezeigt, ob das Streugut bei der vor Ort gemessenen Windgeschwindigkeit ausgebracht werden sollte. Dabei entscheidend ist die Windgeschwindigkeit quer zur Fahrtrichtung, da der Seitenwind die grösste Gefahr für die potenzielle Verwehung des Düngers darstellt.

9. Titel für Sprenger

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell Deutz-Fahr «Agrotron X720» von Bruder im Massstab 1:16

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Beat Sprenger konnte in Andelfingen ZH seinen insgesamt 9. SchweizermeisterTitel im Wettpflügen feiern. Der Landwirt aus Wintersingen BL erreichte mit seinem Same-Kverneland-Gespann ein Total von 181 Punkten. Die Entscheidung allerdings fiel knapp aus. Der zweitplatzierte Marco Angst aus Wil ZH (Bild rechts) mit Deutz-Kverneland lag mit 180,5 Punkten gerade Mal 0,5 Punkte hinter Sprenger. Dritter wurde Altmeister Peter Ulrich aus Neerach ZH mit seinem Massey-Ferguson-Kverneland-Gespann und 176,5 Punkten. Insgesamt waren an der Schweizermeisterschaft 15 Wettpflüger am Start. Das OK unter der Leitung von Stefan Spring leistete in Andelfingen eine top Vorarbeit, so dass dieser Anlass auf dem Gelände der Familie Hirt trotz Corona im Hintergrund reibungslos über die Bühne gehen konnte. Der Ansturm der Besucher war zwischenzeitlich so gross, dass wegen der 1000er Regel einige Personen nicht mehr aufs Fest- und Wettkampfgelände gelassen werden konnten.

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Markt | Interview

Sean Lennon stammt aus England, ist seit knapp 20 Jahren bei New Holland tätig und war die letzten fünf Jahre verantwortlich für die Traktorensparte. Nun verantwortet er das europäische Landtechnik-Geschäft von New Holland. Bilder: zvg, H. Röthlisberger

Nuancierte Marken-Differenzierung Sean Lennon wurde auf Anfang dieses Jahres von New Holland zum Vizepräsidenten «Commercial Operations» in Europa ernannt. Die «Schweizer Landtechnik» sprach mit ihm über den aktuellen Geschäftsgang und seine Ziele. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: Sie wurden Anfang 2020 von New Holland zum Vizepräsidenten «Commercial Operations» in Europa ernannt und verantworten in dieser Funktion das europäische Agrartechnik-Geschäft von New Holland. Was genau umfasst Ihre Funktion? Sean Lennon: Konkret umfasst meine Funktion die Verkaufs- und Marketingleitung für den europäischen Markt – für einen Markt, der von Irland bis zur Ukraine und vom Norden Skandinaviens bis in den Süden des Kontinents reicht. In gewissen Märkten arbeite ich mit selbstständigen Importeuren zusammen, in anderen wiederum haben wir eigene Vertriebsgesellschaften. 10

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Sie arbeiten mittlerweile seit 18 Jahren für New Holland. In welchen Abteilungen dieses Unternehmens waren Sie zuvor tätig? Ich startete meine Karriere bei New Holland nach meinem Hochschulabschluss 2002 als eine Art «fliegender Doktor» oder Servicetechniker. Die ersten knapp zehn Jahre war ich so im Raum Asien, Pazifik, Nahost und Afrika unterwegs. Diese Zeit war für mich eine wertvolle Erfahrung. Dann lebte ich für fünf Jahre in der Schweiz, in Lugano, wo New Holland ein Verkaufsbüro für die vorhin erwähnten Märkte unterhielt. Aber selbst in dieser Zeit war ich mehr unterwegs als im Büro. 2015 wechselte ich dann nach England (Basildon) und übernahm dort die globale

Verantwortung für die Traktorensparte von New Holland. Und eben zu Beginn dieses Jahres sagte mir New-Holland-Boss Carlo Lambro, ich solle nun die Landtechnik-Sparte in Europa übernehmen. Und darauf haben Sie geantwortet: «Super, das mache ich sofort!»? Diese Ernennung stellt für mich einen gros­sen Schritt, aber auch eine grosse Herausforderung dar. Es ist ein Job in Europa, den sicher viele Personen in unserer Unternehmung gerne innehaben möchten. Sie haben diese neue Aufgabe zu Beginn der Corona-Krise anpacken müssen. Welchen Einfluss hat diese Krise auf das Geschäft von New Holland?


Interview | Markt

Ich möchte einmal sagen, es war ein interessanter Zeitpunkt für den Start. Wir spüren das ja auch bei diesem Interview: Ich sitze in meinem Haus in England, unsere Kommunikationsverantwortliche in Turin und Sie in der Schweiz und wir sprechen per Video-Schaltung. Zunächst war es für mich wichtig, dass wir schnell alle notwendigen Sicherheitsmassnahmen in unseren Betrieben umsetzen konnten. Dann mussten wir nach Möglichkeiten suchen, wie wir unsere Vertriebspartner und Endkunden unterstützen können. Insgesamt führte dies zu einem Schub in Sachen Digitalisierung, von dem wir auch später weiter profitieren können. Wo hat diese Pandemie für New Hol­ land einen grossen und wo eher ei­ nen geringen Einfluss? In erster Linie war der Süden von Europa, speziell Italien und Spanien, in den Monaten April und Mai stark davon betroffen, weniger der Norden von Europa. Produktionsseitig war man gefordert, dass man die benötigten Bauteile für unsere Maschinen zur gewünschten Zeit bekommen konnte. Das war nicht ganz einfach und verlangte tägliche Anpassungen und Veränderungen in unseren Werken. Bei CNH Industrial, der Muttergesell­ schaft von New Holland, gab es kürz­ lich einen Wechsel. Für viele überra­ schend hat CEO Hubertus Mühlhäu­ ser relativ kurz nach seinem Eintritt in die Firma diese wieder verlassen. Was bedeutet dieser Abgang für Sie und die Geschäfte von New Holland? Dank der sofort eingesetzten Nachfolge in der Person unserer Verwaltungsratspräsidentin Suzanne Haywood – sie wird diese Funktion ausüben, bis ein neuer CEO ernannt wird – hat diese Personalrochade an der Spitze von CNH Industrial keinen dramatischen Einfluss für die Geschäfte von New Holland. Die unter Führung von Hubertus Mühlhäuser eingeleiteten strategischen Massnahmen für die gesamte Gruppe verbleiben weiterhin auf unserer Agenda und werden umgesetzt, aufgrund der herrschenden Rahmenbedingungen nicht in jenem Tempo, das einmal vorgesehen war. Sie haben die strategischen Massnah­ men erwähnt. Können Sie diese et­ was näher umschreiben? Diese Strategie mit der Bezeichnung «Transfer2Win» umfasst eine ganze Liste von einzelnen Massnahmen für CNH In-

dustrial. Schlüsselelemente für Europa und die Landtechnik sind dabei die Förderung von Digitalisierung und alternativen Treibstoffen, weiter die Markendifferenzierung mit entsprechend klarer Positionierung im Handel.

schinensegmente geben, bei denen diese Marken-Differenzierung weniger ausgeprägt sein wird und auch sein muss, weil es aus Kostengründen Sinn macht, solche Maschinen nur einmal zu entwickeln und in grösseren Stückzahlen zu produzieren.

In den letzten Jahren konnte man feststellen, dass innerhalb der Mar­ ken von CNH Industrial «Case IH», «New Holland» und «Steyr» die Dif­ ferenzierung mal sehr ausgeprägt, dann wieder etwas weniger ausge­ prägt war. Wo steht man heute und wo möchte man in der Zukunft sein? Ich denke, dass es heute wieder in Richtung stärkere Differenzierung geht. Je

An der Agritechnica 2019 konnte man erfahren, dass «Steyr» zur Premium­ marke der Traktoren von CNH Indus­ trial werden soll. Was heisst das für New Holland? Die Stossrichtung von New Holland geht klar in Richtung Fullliner. Wir haben jetzt schon eine breite Palette an Maschinen und werden diese in Zukunft noch ausbauen. New Holland wird auch bei den Traktoren, ich habe es vorhin angetönt, immer gewisse exklusive Modelle im Angebot haben.

Bei den Mähdreschern ist es unser Ziel, in Europa die Nummer 1 zu sein. Wir sind ja mit dem «CR 10.90» im­ mer noch Weltrekordhalter.

nach Produktgruppe wird dies aber unterschiedlich sein. Bei den Mähdreschern beispielsweise haben wir schon seit jeher eine klare Differenzierung. Mit der Lancierung des «T5 Dynamic Command» gibt es nun auch bei den Traktoren ein für die Marke «New Holland» exklusives Modell. Das ist ein Signal, dass es auch bei den Traktoren in Richtung stärkere Differenzierung gehen wird. Es wird aber immer wieder Ma-

Kommen wir zu den einzelnen Ma­ schinensegmenten. Bei den Trakto­ ren spricht man heute viel über die alternativen Antriebe. New Holland hat dazu seit Jahren immer wieder gewisse Innovationen und Prototy­ pen präsentiert. Wo steht man bei New Holland heute mit diesen Ent­ wicklungen? Diese Projekte sind weiterhin am Laufen, unsere Ingenieure arbeiten daran. Ich gebe aber zu, dass wir etwas hinter unserem Fahrplan zurückliegen. Priorität hat derzeit der Methan-Traktor, der bald in die Serienproduktion gehen kann. Sie werden darüber wohl schon bald etwas vernehmen! Daneben arbeiten wir an elektrischen Antrieben und an solchen mit Wasserstoff. In

New Holland wolle als Fullliner erfolgreich sein, der Weg dazu sei aber nicht einfach, meint Sean Lennon (hier auf dem Bildschirm mit Kommunikationsfachfrau Caterina Cattaneo).

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Markt | Interview

hang haben wir schon vor drei Jahren ein System beim Mähdrescher vorgestellt, das alle Druscheinstellungen selber optimieren kann.

Der Methan-Traktor stehe in den Start­ löchern, es brauche aber noch weitere Maschinen, damit sich diese Technologie in der Praxis richtig etablieren könne, so Sean Lennon.

diesen Bereichen können wir innerhalb CNH Industrial (FPT und Iveco) von vielen Synergien profitieren. Diese Technologien werden in der Landtechnik aber erst mittelfristig Eingang finden. Handelt es sich beim Methan-Traktor immer noch um das Modell «T6.180» und auf welchen Betrieben sehen Sie eine Verwendung? Ja, wir werden mit dem «T6.180» beim Methan-Traktor starten. Es ist uns aber klar, dass es ein breiteres Maschinensegment braucht, das mit dieser Antriebstechnik ausgestattet ist, damit diese Technologie den Marktdurchbruch erzielt. Die Einsatzgebiete liegen auf Viehbetrieben mit eigener Biogas-Produktion. Ein anderes Gebiet sind die autonom agierenden Fahrzeuge. Auch da hat man bereits vor einiger Zeit Konzeptstudien aus Ihrem Hause sehen können. Arbeiten Sie weiter daran? Ja, auch daran arbeiten wir. Das Projekt des autonom fahrenden Traktors befindet sich aber immer noch im Stadium der Innovation. Wir arbeiten wie die Autobauer an der Kaskade der fünf Automatisierungsstufen. Stufe 5, also die volle Autonomie, bleibt das erklärte Ziel. Wir sind aber doch noch ein ziemliches Stück davon entfernt. Schneller wird es mit der automatisierten Bedienung von Land­ maschinen gehen. In diesem Zusammen12

Schweizer Landtechnik 9 2020

Was sind Ihre strategischen Ziele bei der Grossernte-Technik, bei Quaderballenpressen, Feldhäckslern und Mähdreschern? Bei den Mähdreschern ist es unser erklärtes Ziel, in Europa die Nummer 1 zu sein, letztlich sind wir immer noch Weltrekordhalter mit unserem «CR 10.90». Mit dem jüngst lancierten «Crossover»-Abscheidekonzept konnten wir nicht nur eine Angebotslücke schliessen, es ist für uns auch ein wichtiger Schritt nach vorne. Die ersten Rückmeldungen der Praxis stimmen uns jedenfalls zuversichtlich. Die Innovationen rund um die automatischen Einstellungen bei diesen Maschinen habe ich bereits erwähnt. Auch die werden uns helfen, das anvisierte Ziel zu erreichen. Bei den Quaderballenpressen haben wir mit dem im letzten Jahr vorgestellten neuen Antriebskonzept für HD-Quaderballenpressen ebenfalls einen Schritt nach vorne machen können, nachdem dieses Segment in den letzten Jahren doch etwas vernachlässigt wurde und wir an Wettbewerbsfähigkeit verloren haben. Bei den Feldhäckslern verfügen wir derzeit über eine solide Baureihe. In der Vergangenheit war der Feldhäcksler stets ein Aushängeschild bei New Holland. In den letzten Jahren haben wir etwas an Terrain eingebüsst. Dieses wollen wir aber wieder zurückgewinnen und werden diesbezüglich auch verschiedene Marketing-Aktivitäten starten. Vor rund vier Jahren hat CNH Indus­ trial den Gerätehersteller Kongskilde übernommen. Mittlerweile gibt es von diesem Hersteller auch Maschinen in den Farben von New Holland. Wie hat sich dieses Geschäft entwickelt? Ich bin ehrlich und sage: Es ist eine Herausforderung! Wir verzeichnen bereits einige Erfolge, vor allem im Norden Europas. Also dort, wo Kongskilde vorher schon gut bei Händlern und Kunden etabliert war. Wir müssen aber unsere Händler noch mehr von diesem Maschinensegment überzeugen. Da werden uns die Neuheiten, die wir Ende dieses, Anfang des nächsten Jahres präsentieren werden, sicher helfen. Wir haben uns auf die Fahne geschrieben, den Weg zum Fullliner einzuschlagen, werden diesen Weg im

Rahmen unserer Strategie auch gehen, sind uns aber bewusst, dass es dafür mehr Zeit braucht. Kann man in diesem Maschinensegment exklusive New-Holland-Maschinen erwarten? Ja, das ist unser Ziel und wir werden, ich habe es angetönt, schon bald mit solchen Maschinen auf den Markt kommen. Vor nicht langer Zeit hat CNH Indus­ trial «AgXtend» lanciert und bietet unter dieser Dachmarke verschiedene Lösungen im weiten Feld der Digitalisierung an. Wird «AgXtend» weiterhin allen Marken zur Verfügung stehen? «AgXtend» ist eine Art Inkubator für neue Technologien in der Landwirtschaft und Landtechnik. Diese Technologien werden mehr und mehr unser bestehendes Maschinensegment ergänzen. Die entsprechenden Anwendungen werden allen Marken unserer Gruppe und auch allen Vertriebspartnern zur Verfügung stehen. Was bietet New Holland darüber hinaus im Bereich der Digitalisierung? Ich möchte in diesem Zusammenhang an unseren Traktor «T8» erinnern, den wir an der Agritechnica 2019 vorgestellt haben und bei dem fast alles digital vernetzt ist: Landwirt, Maschine und Händler. Mit «IntelliView Connect» kann man aus der Ferne auf die Leistungsdaten des Traktors zugreifen. Über «Remote Assistance» hat die Werkstatt eine Maschinenflotte ihres Kunden im Blick und kann den Wartungsbedarf bestimmen, ohne selbst vor Ort sein zu müssen. Wir haben gerade bei der Corona-Pandemie gesehen, dass dies sehr wichtig ist und dass man dadurch die Standzeiten wesentlich verringern kann. In welcher Produkt-Sparte orten Sie für New Holland noch grosses Entwicklungspotenzial? So isoliert auf einzelne Produkte fokussiert, ist diese Frage nicht einfach zu beantworten. Grundsätzlich wollen wir mit New Holland als Fullliner erfolgreich sein. Wie erwähnt haben wir gewissen Nachholbedarf und auch hochgesteckte Ziele in der Grosserntetechnik, ebenso bei den Traktoren, wo wir die Marktanteile wieder steigern wollen. Ich bin sicher, dass uns dies mit unserem aktuellen Produktportfolio auch gelingen wird. Bei den Anbaugeräten wollen wir unsere Position massgeblich ausbauen. Wir sprechen da aber von einem mittel- bis langfristigen Prozess.


WENDIG, STARK UND FLEISSIG – WIE EINE AMEISE fel und Mistgreifer entschieden, für deren unkomplizierte Aufnahme das hydraulische Giant-Standard-Schnellwechselsystem sorgt.

« Wendigkeit, kompakte Masse, Hubkraft und Reichweite sind die überzeugenden Eigenschaften, welche den Giant GT5048 zum unverzichtbaren Mitglied unseres Teams machen. » Johann-Ulrich

und Matthias von Blumenthal · Landwirte · Rodels

Seit kurzem ist ein Giant GT5048 Teleskoplader in der malerischen Graubündner Region Viamala beheimatet. Genauer gesagt, auf dem Hof der Familie von Blumenthal. Vater Johann-Ulrich und Sohn Matthias, beide von Beruf Bauingenieure, bewirtschaften mit seiner Hilfe ihren Hof und ihre Pferdepension. Im Dorf Rodels bewohnt die Familie seit mehreren Generationen ein über 400-jähriges Patrizierhaus und hat den dazugehörenden Milchvieh- und Aufzuchtbetrieb vor bald zwei Jahrzehnten in eine Pferdepension umgewandelt. Auf dem 20 ha grossen Betrieb können 25 Pferde aufgenommen und betreut werden. Da dies mit grossem Aufwand und dem Einsatz von viel Herzblut verbunden ist, hat Matthias von Blumenthal entschieden, sein Hobby zum Beruf zu machen. Um den Hof übernehmen zu können, will er in Kürze die landwirtschaftliche Schule Plantahof in Landquart absolvieren. Die vielfältigen Arbeiten auf dem Hof und in den Stallungen wurden bis zur Anschaffung des GT5048 mit einem Frontlader sowie einem Mistkran erledigt. Bei einem Nachbarn haben JohannUlrich und Matthias von Blumenthal den Giant GT5048 erstmals gesehen und waren begeistert von der mühelosen Gerätemontage sowie der beeindruckenden Wendigkeit des Teleskopladers. An der landwirtschaftlichen Ausstellung Tier & Technik in St. Gallen informierten sie sich deshalb direkt beim Giant-Vertriebspartner, dessen lösungsorientierte Beratung ebenso überzeugend war wie die perfekten Eigenschaften der Maschine.

Starke Ausstattung Angetrieben wird der Giant von einem 50PS-Kubota-Motor und erreicht damit eine maximale Fahrgeschwindigkeit von 28 km/h. Er verfügt über einen Dieselpartikelfilter sowie ein Abgasnachbehandlungssystem und entspricht somit den neuesten EU-Standards Stufe V für saubere Motoren. Dank seiner vier Lenkungsarten, der kompakten Masse von 1.91 m x 1.60 m [H x B) und einer Hubhöhe von 4.80 m ist der GT 5048 perfekt für das Manövrieren und Heben in engen Bereichen geeignet. Anbaugeräte passend zu den Aufgaben machen die Maschine zu einem vielseitigen Helfer. Johann-Ulrich und Matthias von Blumenthal haben sich für Palettengabel, Rundballengreifer, Strohballenspitz, Erdschau-

Überall ein Gewinn «Der Giant GT5048 ist ein Multitalent, mit dem wir die vielseitigen Aufgaben auf unserem Hof sehr effizient erledigen. Dadurch haben wir noch mehr Zeit für die Betreuung unserer Pensionspferde», erklärt Matthias von Blumenthal und ergänzt: «Selbst auf unserem Maiensäss in 1600 m Höhe leistet die Maschine wertvolle Dienste, wenn es darum geht aufzuräumen, Äste zusammenzuführen und zu verladen.» Die beiden Landwirte sind überzeugt, mit der Investition in den Giant GT5048 eine sinn- und wertvolle Anschaffung für die erfolgreiche Zukunft ihres Betriebs getätigt zu haben.

GIANT-VERTRETUNGEN

Zürich/Ostschweiz/FL/Tessin: Aggeler AG, 9314 Steinebrunn TG Tel. 071 477 28 28, www.aggeler.ch

Zentral-/Nordwestschweiz/Bern: A. Leiser AG, 6260 Reiden LU Tel. 062 749 50 40, www.leiserag.ch


Markt | Trends

John Deere hat in Europa bereits über 50 000 Fahrzeuge mit dem Telemetrie-System «JDLink» ausgerüstet und kann so unter anderem eine Fernwartung anbieten. Bild: John Deere

Alles wird smarter Die Corona-Pandemie verleihe der Digitalisierung in der Landwirtschaft einen unglaublichen Schub, heisst es bei vielen Landtechnik-Herstellern. Viele von ihnen haben in letzter Zeit ihre bereits bestehenden Angebote und Dienstleistungen in diesem Segment stark ausgebaut. Roman Engeler

John Deere gab kürzlich bekannt, in Europa bereits mehr als 50 000 Maschinen mit dem Telemetrie-System «JDLink» ausgerüstet zu haben. Claas ermöglicht über die Plattform «Telematics» nicht nur einen schnellen Überblick in Echtzeit über Maschinenstatus und -einstellungen, darüber hinaus wird auch eine einfache und automatische Dokumentation aller Feld- und Erntearbeiten ermöglicht. Fendt pusht «Fendt Connect» und offeriert damit das ortsunabhängige Abrufen von Maschinendaten auf fast jedem erdenklichen Gerät. Bei Case IH heisst das entsprechende Telemetrie-Tool «AFS Connect». Nur einige von vielen Beispielen, wie die Landtechnikhersteller derzeit die Digitalisierung in der Landwirtschaft forcieren. Angefangen hat das Ganze jedoch zu einer Zeit, zu der noch niemand wusste, was ein CoronaVirus überhaupt ist. Die aktuelle Pandemie scheint den Trend zur Digitalisierung jedoch richtig befeuert zu haben.

wir in den letzten Jahren unseren ‹Connected Support› nicht konsequent weiterentwickelt», betonte Markwart von Pentz, Präsident der John-Deere-Landtechniksparte, anlässlich eines Live­ streams mit Agrartechnik-Journalisten. Die Bereitschaft, Maschinen vom Hersteller oder Händler online per Fernüberwachung kontrollieren zu lassen, sei zwar

anfänglich nicht auf grosse Begeisterung gestossen, heisst es bei John Deere weiter. Zu gross waren wohl die Bedenken, dass man als Fahrer von Landmaschinen unter Druck gerät, man ihnen Fehlmanipulierungen nachweisen könnte, so dass sich der Hersteller bei einem Schaden aus der Garantie-Verantwortung schleichen kann. Mittlerweile habe sich diese Skepsis gelegt, die Vorzüge solcher Systeme würden in der Praxis nunmehr anerkannt, so der US-Hersteller weiter. Und eben die Corona-Krise mit den eingeschränkten Kontakt- und Reisemöglichkeiten, auf dass Servicetechniker nicht mehr so einfach zu einer Problemmaschine fahren können, habe für zusätzlichen Schwung gesorgt. Denn diese Servicetechniker können sich aus der Ferne in die Maschinen einwählen, Fehler erkennen, Störungen beheben und den Fahrer bei der Einstellung einer Maschine unterstützen. So werden Maschinenausfälle vermieden und die Distanz zum Kunden bleibt gewahrt.

Unsichtbarer Experte warnt Die Technik entwickelt sich laufend weiter. Als Königsdisziplin der Fernunterstützung werden heute die sogenannten «Expertenwarnungen» betrachtet. John Deere hat mit dem Tool «Expert Alerts» die Experimentierphase bereits beendet und bietet es für die Praxis an. Damit lassen sich mögliche Reparaturen sowie technische und leistungsbezogene Probleme an der Maschine voraussagen, bevor diese Probleme tatsächlich auftreten. Basierend auf historischen und anonymisierten Maschinendaten sowie Algorithmen zur Fehlererkennung und Maschinenoptimierung analysieren solche Sys-

Fern – und doch so nah «Bei vielen unserer Kunden wären die Maschinen heuer stillgestanden, hätten 14

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Claas ermöglicht über «Telematics» die Einbindung von Anbaugeräten inklusive Datenerfassung und dank «DataConnect» ein herstellerübergreifendes Flottenmanagement. Bild: Claas


Trends | Markt

Markenübergreifender Datentransfer

Blick in die Praxis Lohnunternehmer Christian Giger aus Sevelen SG hat rund 300 Betriebe mit über 1700 Parzellen in seinem Kundenstamm. Schon seit geraumer Zeit nutzt er – wenn auch nicht alle – Telemetrie- und Smart-Farming-Tools, die ihm sein Traktor-Lieferant (in seinem Fall John Deere) bietet. So kann er im Büro auf seinem Computer sehen, wo seine Maschinen gerade im Einsatz sind und welche Arbeiten ausgeführt werden. Unterstützt durch RTK-mobile-Signale wurden alle Felder, Feldgrenzen und allfällige Hindernisse in den Parzellen erfasst und sind entsprechend abrufbar. Die Fahrer finden dadurch Flächen einfacher, deren Bearbeitung erfolgt sicherer. Notfalls kann sich Giger direkt in die Terminals seiner Fahrzeuge einloggen (Bild) und gewisse Einstellun-

teme automatisch die Daten und leiten sie als Warnung an den zuständigen Vertriebspartner weiter. Künftig wird es wohl so weit kommen, dass auch die

gen korrigieren. Die Auftragsverwaltung und die Erfassung von agronomischen Daten, wie beispielsweise Menge und Qualität von Ernteerträgen, erfolgen ebenfalls elektronisch, werden aber noch nicht direkt und automatisch in weiterführende Verarbeitungsprogramme weitergeleitet.

notwendige Ersatzteillieferung bereits vorzeitig ausgelöst wird, so dass sie beim wirklichen Auftreten eines Schadens dann schon vor Ort eingetroffen ist.

Der ortsunabhängige Austausch von Maschinen­daten in Echtzeit ist das eine, vermehrt soll die Telemetrie künftig auch Möglichkeiten zur automatischen Dokumentation der Feldarbeiten, vor allem zu deren Weiterleitung, bieten. Solche Daten werden heute bereits da und dort im gros­sen Stil erfasst, doch bei der weiteren Verarbeitung ist oft noch «Handarbeit» nötig – meist, weil der herstellerübergreifende Datenaustausch mit Hürden verbunden ist. Claas hat nun einen Schritt unternommen und seine Plattform «Telematics» entsprechend ausgebaut. So können dem System Parzellengrenzen hinterlegt werden, und weil das System ja weiss, wo sich die jeweilige Maschine befindet, und auch Fahrspuren aufzeichnet, kann quasi für jede Tätigkeit eine schlagbezogene Dokumentation erstellt werden. Über die Schnittstelle «Claas API» lassen sich die Daten jetzt direkt mit vielen Farm-ManagementSystemen austauschen, so dass der manuelle Import und Export wegfallen. Darüber hinaus bietet Claas über die Plattform «DataConnect» seit diesem Sommer die Möglichkeit, gemischte Fahrzeugflotten mit vernetzten Maschinen anderer Marken wie John Deere, Case IH, Steyr oder New Holland in «Telematics» anzeigen zu lassen und deren erfasste Daten zu verarbeiten.

Fazit

Das Portal «AFS Connect» von Case IH bietet ein präzises Betriebs-, Flotten- und Datenmanagement von einem Desktop-Computer oder Tablet aus – an jedem beliebigen Ort. Bild: Case IH

«FendtOne» verbindet die Welt am Arbeitsplatz (Traktor) mit jener ausserhalb (offboard): Die Anzeigen weisen überall gleiche Symbolik und Oberfläche auf. Bild: Fendt

Wie fast überall, so hat auch in der Landwirtschaft die Corona-Pandemie den Trend zur Digitalisierung gefördert. Man darf davon ausgehen, dass Telemetrieund andere Smart-Farming-Lösungen auch nach einem Ende der Pandemie zu einem festen Bestandteil im Service rund um Landmaschinen werden. Je schneller herstellerübergreifende Systeme geschaffen werden, desto rasanter wird die Eta­ blierung in der Praxis erfolgen, selbst wenn immer eine gewisse Skepsis bleiben wird, was mit all diesen gesammelten Daten letztlich gemacht wird. Der Trend zur Digitalisierung fordert zunehmend auch den Vertrieb und Handel, denn manch ein Anwender solcher Systeme wird sich fragen, ob sein Lieferant für diese neuen Technologien auch die notwendige Unterstützung und Beratung liefern kann. Trotz aller Fernwartungs- und Schulungsmöglichkeiten, über eine Erstberatung vor Ort beim Kunden wird man so schnell nicht herumkommen. 9 2020 Schweizer Landtechnik

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Markt | Neuheiten

Aus «KWT» wird «Vendro» Das schon im Juni vorgestellte Kreiselheuer-Konzept «Vendro» im Alpinsegment «Highland» wird nun auch bei den übrigen Kreiselheuern eingesetzt. «Vendro» ersetzt die bisherigen «KWT»-Modelle. Insgesamt sind es neun Maschinen mit Arbeitsbreiten von 4,70 bis 11,20 m. Der Abtastpunkt rückt dank neuer Positionierung der Räder um 20 cm näher an die Zinken und diese selbst weisen eine 3D-Krümmung auf, wovon man sich eine bessere Gutaufnahme verspricht. Eine aufgefrischte Farbgebung und ein frei­ tragendes Abstellkonzept sowie hydrau­ lische Dämpferstreben sind weitere neue Elemente bei den Kreiselheuern.

«VariPack» auch ohne «Plus»

Neu im Programm von Krone ist der Solo-Wickler «EasyWrap 150» für Rundballen. Bild Krone

Ein Wickler und weitere Neuheiten Der deutsche Erntetechnik-Spezialist Krone bringt einen Solo-Wickler auf den Markt und präsentiert weitere Verbesserungen beim bestehenden Produktsegment. Roman Engeler

Extrem schnell, supereinfach und enorm stark soll er sein. So jedenfalls wird der Solo-Wickler «EasyWrap 150» angekündigt, mit dem Krone neu in dieses Produktsegment einsteigt. Der einarmige, am Dreipunkt angebaute Wickler dreht mit bis zu 36 U/min und vermag Ballen mit Durchmessern von 1,00 bis 1,50 m und Gewichten bis zu 1600 kg zu wickeln. Je eine Glatt- und Riffelwalze sorgen für ein sicheres Drehen des Ballens. Die Ballengrösse kann durch Abstecken von Bolzen an den Ladearmen verändert werden. Beim «Easy­ Wrap» überwacht ein Drehwinkelsensor die Position des Wickelarms. Gewickelt wird mit 750 mm breiter Folie, die mit 55 oder 70 % vorgestreckt werden kann. Einen Ballenaufsteller gibt es optional. Wei16

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tere Features sind eine Folienriss-Erkennung und ein Schnellwechselsystem für den Rollenwechsel. Bedienseitig gibt es die Möglichkeiten des Handmodus, eines Teiloder Vollautomatikmodus.

Neue Mähkombinationen Krone baut die Palette der Mähkombinationen «EasyCut Butterfly» um zwei Modelle ohne Aufbereiter, dafür mit skalierbarer hydraulischer Entlastung, aus. Diese Maschinen arbeiten in Arbeitsbreiten von 8,31 bis 8,62 m («EasyCut B 870») und von 9,28 bis 10 m («EasyCut B 1000»). Integriert ist unter anderem auch ein hydraulisch verstellbarer Überschnitt. Die Neuheiten werden mittelfristig die bestehenden Modelle «B750», «890» und «B970» ablösen.

Mit der «VariPack Plus» hat Krone im vergangenen Jahr eine neue leistungsstarke, variable Rundballenpresse für den professionellen Einsatz entwickelt. Jetzt wird diese Serie um vier Einstiegsmodelle erweitert, «VariPack V 165» und «VariPack V 190», die es mit Förderrotor oder mit Schneidrotor («XC» mit 17 Messern) gibt. Alle «VariPack»-Pressen sind mit vier Endlosriemen bestückt.

Fünfte Generation Weiter bringt Krone die mittlerweile fünfte Generation der «BigPack»-Quaderballenpressen auf den Markt. Die Kanalmasse 1270 und 1290 bleiben dabei unverändert, allerdings wurde der Presskanal um 20 % auf 3,60 m verlängert. Die Achsen sind stärker konstruiert und das neue Reinigungskonzept reinigt nun neben den Knotern auch weitere Teile der Maschine. Zudem wurde das Schneidwerk optimiert: 51 oder 26 Messer sind in fünf Gruppen wählbar. Die Vorkammer ist nun elektronisch gesteuert, was zu einem höheren Durchsatz führen soll.

Häcksler auf Stufe 5 Im Rahmen der Umstellung auf Motoren der Abgasstufe 5 hat Krone bei den Feldhäcksler-Modellen «BigX 480», «530», «580» und «630» Neues einfliessen lassen. Der 6-zylindrige Reihenmotor von MTU mit 12,8 oder 15,6 l Hubraum kann dank «XtraPower» nun bis zu 50 PS Zusatzleistung freigeben. Verbesserungen gibt es weiter bei den Corncrackern. Sie weisen einen Durchmesser von 250 mm auf, sind in der Breite um 25 % gewachsen und mit der innovativen Beschichtungstechnik «BusaClad» von Busatis versehen, so dass die Zähne länger scharf bleiben.


Frühbezug-Sonderfinanzierung* 4 Jahre / 0.4% * gültig auf Heuerntegeräte, Pressen und Ladewagen bei Bestellungseingang bis 31.10.2020 mit 30% Anzahlung und monatlichen Raten.

It’s Fendt.

Weil wir Landwirtschaft verstehen.

Im Majorenacker 11 CH-8207 Schaffhausen info@gvs-agrar.ch www.gvs-agrar.ch Zentral- & Ostschweiz: Marco Hutter 079 405 10 18 Mittelland: Martin Lieberherr 079 239 73 78

3148 LANZENHÄUSERN, Gurtner Technik GmbH 3179 KRIECHENWIL, Hämmerli AgroTech AG 3232 INS, GVS Agrar Ins AG 3315 BÄTTERKINDEN, Stephan Wyss Landtechnik GmbH 3324 HINDELBANK/KOPPIGEN, Käser Agrotechnik AG 3365 GRASSWIL, LMG Landmaschinen AG Grasswil 3647 REUTIGEN, Burger Reutigen AG 3664 BURGISTEIN, Sterchi Landtechnik AG 3951 AGARN, Fentra GmbH 4147 ANGENSTEIN/AESCH, Brunner Daniel 4415 LAUSEN, Hugo Furrer AG 4624 HÄRKINGEN, Studer & Krähenbühl AG 5054 KIRCHLEERAU, Roos Peter AG 5322 KOBLENZ, GVS Fried AG 5324 FULL-REUENTHAL, Heinz Kämpf Landmaschinen AG 5502 HUNZENSCHWIL, Odermatt Landmaschinen AG 6016 HELLBÜHL, Amrhyn Gustav AG 6130 WILLISAU, Kronenberg Hans 6170 SCHÜPFHEIM, Zihlmann Maschinen & Geräte AG 7205 ZIZERS, Kohler Landmaschinen AG

8193 EGLISAU, Landmaschinenstation Eglisau AG 8207 SCHAFFHAUSEN, GVS Agrar AG 8214 GÄCHLINGEN, GVS Agrar AG 8308 MESIKON-ILLNAU, Gujer Landmaschinen AG 8374 OBERWANGEN, Technikcenter Grueb AG 8476 UNTERSTAMMHEIM, Brack Landtechnik AG 8566 NEUWILEN, Mühlethaler Technik AG 8587 OBERAACH, Jakob Hofer AG 8722 KALTBRUNN, Steiner Berchtold AG 8832 WOLLERAU, Schuler Maschinen und Fahrzeuge AG 8934 KNONAU, Hausheer & Sidler 9249 ALGETSHAUSEN, Traber Landmaschinenbetrieb AG 9303 WITTENBACH, Maschinencenter Wittenbach AG 9445 REBSTEIN, Maschinencenter Rebstein AG 9470 BUCHS, A. Stricker Landmaschinen 9475 SEVELEN, Maschinencenter Sevelen AG 9494 SCHAAN, Wohlwend Damian Anstalt 9548 MATZINGEN, Schneider Landmaschinen AG 9615 DIETFURT, Franz Bachmann AG


Markt | Neuheiten

Pro». Der Traktor wieg leer 5140 kg, das Gesamtgewicht beträgt 9500 kg. Die mögliche Nutzlast wäre somit bei etwas mehr als 4300 kg. Der Radstand der Traktoren misst 2,55 Meter.

24+24-Getriebe

Die Valtra «G»-Serie mit abfallender Haube reiht sich zwischen die «A»- und «N»-Serie ein. Bilder: Valtra

Neue «G»-Serie von Valtra Mit der «G»-Serie hat Valtra eine komplett neue TraktorenBaureihe mit 4-Zylinder-Motor vorgestellt. Die Serie der 5. Generation umfasst vier Typen von 105 bis 135 PS. Das Modell «G125» gibt es auch als Eco-Variante. Heinz Röthlisberger

Verschiedene Varianten

Der Livestream hat in Zeiten von Corona Hochkonjunktur. Auch Valtra nutzte diese Kommunikationsmöglichkeit und hat Ende August seine neue Traktoren-Baureihe der Serie «G» im Internet präsentiert. Die Serie «G», die der finnische Hersteller komplett neu entwickelt hat und als erste Baureihe der 5. Generation umschreibt, dürfte mit dem 4-Zylinder-4,4-Liter-Agco-Motor im Leistungsbereich von 105 bis 135 PS für den Schweizer Markt sehr interessant werden. Die Baureihe hat eine stark abfallende Motorhaube, positioniert sich zwischen der «A»-Serie und der «N»-Serie und umfasst vier Modelle. Das Modell «G125» mit 125 PS gibt es zusätzlich als Eco-Variante.

Jedes Modell kann mit einem Leistungsboost zusätzliche PS zur Verfügung stellen. Der bekannte «SigmaPower»-Zapfwellenboost von Valtra ist ebenfalls erhältlich. Der Motor erfüllt die Emission der Stufe V ohne Abgasrückführung. Ein elektronisches Wastegate und eine 1600-bar-​ Common-Rail-Einspritzung sorgen laut Valtra für viel Drehmoment über einen breiten Motordrehzahlbereich. Wie bei Valtra üblich, stehen auch bei der «G»Serie die Modellvarianten «HiTech», «Active» und «Versu» zur Verfügung. Zudem gibt es die Optionspakete «Basis», «Komfort», «Technologie» und «Technologie

Valtra hat die «G»-Serie mit einem 24+24R-​ Getriebe (optional 48+48R mit Kriechgang) mit vier Fahrbereichen und sechs Lastschaltstufen ausgestattet. Die Feststellbremse ist in den Wendeschalthebel integriert. Die langsamste Arbeitsgeschwindigkeit beträgt mit dem Kriechgang laut dem Hersteller gerade mal 120 m/h. Die «Versu»-Modelle können auch nur mit dem Fahrhebel bedient werden. Und dank «AutoTraction» sei die Verwendung des Kupplungspedals so gut wie nicht erforderlich. Die Hubkraft hinten beträgt 50 kN über den gesamten Hubbereich und 30 kN vorn. Bis 110 l/min beim «Versu» Die «HiTech»-Modelle verfügen über ein offenes Hydrauliksystem mit bis zu 100  l/min Hydraulikleistung, während «Ac­tive»- und «Versu»-Modelle über eine «Load  Sensing»-Hydraulik mit bis zu 110 l/min erhalten haben. Sowohl vorne als auch hinten stehen bis zu vier Hydraulikventile zur Verfügung. «Versu»-Modelle sind mit bis zu fünf Steuerventilen hinten und bis zu vier Ventilen vorn erhältlich.

Mit «SmartTouch»-Bedienung Die «G»-Serie ist der erste Traktor im Bereich von 105 bis 135 PS, der eine «SmartTouch»-Bedienung (nur Modell «Versu») sowie «Smart Farming»-Funktionen bietet. Damit ist die «SmartTouch»-Armlehne jetzt für alle Valtra-Traktoren im Bereich von 105 bis 400 PS verfügbar. Die Kabine mit viel Glasfläche und Panoramadach hat Klimaanlage, Fussraumheizung und USB-Ladestecker. Erhältlich ist auch eine Forstausrüstung. Laut Valtra hat die Serienproduktion der neuen «G»-Baureihe begonnen.

Leistungsübersicht Valtra Serie «G» Modell

Leistung

Drehmoment Nm

PS/kW

PS/kW

(in Klammern mit Boost)

G105

105/78

110/82

440 (470)

G115

115/85

120/90

460 (510)

G125 Eco

115/85

125/93

518 (555)

G125 STD

125/93

130/97

520 (540)

G135

135/100

145/107

550 (560)

Quelle: Valtra

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mit Boost

Schweizer Landtechnik 9 2020

Für die «Versu»-Modelle der «G»-Serie ist die «SmartTouch»-Armlehne erhältlich.


WERTVOLL – WIE DIE SCHWEIZER LANDWIRTSCHAFT

«Unseren «Höfi» setzen wir für vielfältige Arbeiten im Poulet-Mastbetrieb sowie auf dem Hof ein und können uns jederzeit auf ihn verlassen, genauso wie auf unseren Lieferanten.» Richard und Matthias Rimle Landwirte 9313 Muolen

In Muolen führen Marlis und Richard Rimle bereits in fünfter Generation einen Landwirtschaftsbetrieb mit Milchproduktion und Mostobstanbau sowie das Restaurant Hirschen. Ihr Sohn Matthias hat das Familienunternehmen im laufenden Jahr durch den Bau eines grösseren Poulet-Mastbetriebs um einen Geschäftszweig erweitert. Das malerisch gelegene Muolen ist die nördlichste Gemeinde im Kanton St. Gallen und grenzt zu etwa vier Fünfteln an den Kanton Thurgau. Die Gegend ist geprägt von Hochstammbäumen, Wiesen und Wäldern. Als Teil einer Tierhaltergemeinschaft liefert die Familie Rimle Milch an die ortsansässige Käserei. Diese produziert hauptsächlich Appenzellerkäse, weshalb die Milchkühe kein Silofutter erhalten dürfen. Es muss schnell gehen Die Arbeiten auf dem Hof und im PouletMastbetrieb haben die Landwirte bis vor kurzem mit einer Heckschaufel am Traktor und einem normalen Industriestapler erledigt. Zur optimalen Auslastung der Anlage muss das Misten vor dem Einstal-

gungen. «Der Wendelüfter ist eine geniale Erfindung», stellt Richard Rimle fest. Er sorge für optimale Kühlung und trage zur Verlängerung der Maschinen-Lebensdauer in staubiger Umgebung bei.

len von Junghühnern schnell gehen, weshalb sie sich nach einem Teleskoplader umgesehen und für den Manitou MLT 420-60 H Classic entschieden haben. «Für die Beratung haben wir uns an den uns bestens bekannten Manitou-Vertriebspartner in der Nähe gewandt und von seiner Empfehlung überzeugen lassen», erinnert sich Matthias Rimle. Er hebt und bewegt alles Seit der leistungsfähige Teleskoplader zusammen mit diversen Anbaugeräten auf dem Hof eingezogen ist hat sich sein Aufgabengebiet kontinuierlich erweitert. Mittlerweile wird er überall dort eingesetzt, wo es etwas zu heben und bewegen gibt. Dank seiner kompakten Masse [H x B: 1.97 x 1.49 m], der Tragkraft von 2 t und einer Hubhöhe von 4.35 m kommt er in engen Platzverhältnissen ebenso wie in grossen Lagerhallen sehr gut klar. Serienmässig ist der MLT 420 mit Allradantrieb und Wendelüfter ausgestattet. Sein 57-PS-Kubota-Motor erfüllt die Abgasstufe 5 und sorgt zusammen mit dem Allradantrieb für beste Manövrierfähigkeit auch unter widrigen Wetterbedin-

Kompakt, kraft- und wertvoll Die Anschaffung von «Höfi», wie das neue Team-Mitglied scherzhaft genannt wird, ist aus Sicht von Richard und Matthias Rimle ein bedeutender Gewinn. «Das Misten geht viel rationeller vonstatten, wir sind nicht auf fremde Maschinen angewiesen und für die Gesundheit bringt der komfortable, übersichtliche MLT enorme Vorteile», sind die Landwirte überzeugt. Ausserdem freue sich Marlis Rimle, da die beiden jetzt mehr Zeit haben, um im Restaurant Hirschen mitzuhelfen. MANITOU-VERTRETUNGEN

Zürich/Ostschweiz/FL/Tessin: Aggeler AG, 9314 Steinebrunn TG Tel. 071 477 28 28, www.aggeler.ch

Zentral-/Nordwestschweiz/Bern: A. Leiser AG, 6260 Reiden LU Tel. 062 749 50 40, www.leiserag.ch


Markt | Neuheiten

Deutz-Fahr «8280 TTV» 11 000 kg, an der Front 5450 kg. Bis zu fünf Hydraulikventile gibt es hinten, vorne sind es zwei Ventile. Alle sind proportional gesteuert. Die Ölpumpe fördert 160 l/min (optional 210 Liter). Das Bedienelement des 8. Steuerventils befindet sich auf dem kleinen Joystick und könne präzise für kombinierte Manöver mit dem Kreuzhebel verwendet werden. Gebaut ist der Traktor für Reifengrössen mit einem Durchmesser von bis zu 2,05 Meter. Damit seien auch Reifen der Dimension 710/70R42 erhältlich. Vorne ist eine «Dualspeed»-Frontzapfwelle (zwei Geschwindigkeiten) erhältlich. Der «8280 TTV» ist zudem mit leistungsstarken Trockenscheibenbremsen an der Vorderachse ausgestattet. Mit dem zusätzlichen «Booster Brake»-System sei eine hohe Bremsleistung bei niedrigstem Pedaldruck möglich. Deutz-Fahr vervollständigt mit dem 287 PS starken «8280 TTV» der Serie «8» das Produkt­ programm der Hochleistungstraktoren. Bilder: Deutz-Fahr

Deutz-Fahr: 287-PS-Traktor der neuen Serie «8» Deutz-Fahr platziert am Markt mit dem «8280 TTV» einen neuen, 287 PS starken Grosstraktor. Der Traktor mit Doppelturbolader und neuem Stufenlosgetriebe schliesst die Lücke zwischen der Serie «7» und der Serie «9». Heinz Röthlisberger

Serie «7», Serie «9». Da fehlt dazwischen doch etwas. Bisher. Denn Deutz-Fahr hat Anfang September in einer Online-Offensive mit dem «8280 TTV» den ersten Traktor der Serie «8» präsentiert und damit die Lücke zwischen der «7»er-Serie (bis max. 246 PS) und der «9»er-Serie (ab max. 295 PS) geschlossen. Der neue «8280 TTV», der im Deutz-Fahr-Werk in Lau­ ingen (D) vom Band läuft, hat einen neuen Euro-5-Deutz-6-Zylindermotor mit 6,1 Liter Hub­ raum mit 268 PS Nennleistung und 287 PS Maximalleistung. Anders als bei der Serie «7», die ebenfalls über einen 6,1-Liter-Motor verfügt, kommt nun beim ersten Modell der Serie «8» ein doppelt aufgeladener Turbolader zum Einsatz. Dieser soll laut dem Hersteller zusammen mit dem Common-Rail-System mit 2000 bar Einspritzdruck für ein sattes Drehmoment von 1226 Newtonmeter (Nm) sorgen. 20

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Neuer Antriebsstrang Die SDF Group, zu der Deutz-Fahr gehört, hat mit dem «SDF T7780» ein neues Stufenlosgetriebe entwickelt und dieses dem «8280 TTV» spendiert. Bei diesem Getriebe haben die Entwickler ein mehrstufiges Planetengetriebe mit einer Kupplungseinheit und zwei hydrostatischen Einheiten kombiniert, um so ein neuartiges Verbundgetriebe zu schaffen. SDF nennt dies «Compound»-Konzept. Der Hersteller spricht von einer Leistungsflusssteuerung, die sehr effizient sei und einen optimalen Kraftfluss garantieren soll.

Komfortabel und digital Für den Komfort sorgen die moderne «MaxiVision2»-Kabine, die von der Motorhaube getrennt ist, die intelligente Vorderachsfederung mit den drei Stufen (Auto, Normal und Soft), die pneumatische Ka­ binenfederung, eine automatische Klima­ anlage sowie die LED-Arbeitsscheinwerfer. Auch für die digitale Vernetzung bietet der Traktor etliche Optionen. Dazu gehören etwa das SDF-«Fleet»-Management, Isobus, ein neuer «SR20»-Empfänger für das SDF-«Guidance» und der 12-Zoll-«iMonitor3», das laut Deutz-Fahr grösste Traktorterminal am Markt, welches es auch in der «kleineren» 8-Zoll-Ausführung gibt. Was sehr praktisch und einfach ist: Die Ölstände können über Schaugläser auf einen Blick kontrolliert werden. Der «8280 TTV», der für Lohnunternehmer und Grossbetriebe in Frage kommt, ist ab sofort bestellbar.

16-Tonnen-Traktor Der Radstand des neuen Deutz-Fahr-Traktors beträgt 2918 mm, das Leergewicht 10 200 kg (max.) und das zulässige Gesamtgewicht 16 000 kg. Am Heck hebt der

Die Kabine bietet eine prächtige Aussicht. Oben am Kabinendach gibt es eine Halteschiene für externe Bedienmonitore.


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BERGMECHANISIERUNG

Wenn der Berg ruft … Ohne Mechanisierung der Berglandwirtschaft wäre eine Bewirtschaftung weiter Teile unseres Alpenlandes nicht möglich. Neben den körperlichen Erleichterungen, welche die Maschinen bringen, sind damit auch hohe finanzielle Belastungen verbunden. Die technische Ausstattung ist vom Motormäher bis zum Transporter auf einem sehr hohen Niveau. Ruedi Hunger

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BERGMECHANISIERUNG

Ansätze, wie es ohne Bewirtschaftung aussehen könnte, gibt es bereits in unserem Alpengebiet. Zahlreicher sind die verbuschten und eingewachsenen Flächen im übrigen Alpenbogen zwischen Frankreich und Slowenien. Wer heute gesetzteren Alters und im Berggebiet aufgewachsen ist, hat praktisch die ganze Mechanisierung der Berglandwirtschaft «hautnah» miterlebt. Doch was war zuvor? Da war nicht einfach nichts. In erster Linie war da viel Handarbeit mit Sense, Gabel, Rechen und evtl. mit Seilwinde oder Pferden. Da waren aber auch noch viel mehr «helfende Hände» vorhanden, die auf den zum Teil wesentlich kleineren Betrieben anpacken konnten. Hat die Mechanisierung die Abwan­derung ersetzt oder gefördert? Sicher war es Ersteres, denn viele junge Menschen verabschiedeten sich aus der Berglandwirtschaft, weil sie keine Verdienstmöglichkeiten fanden oder ihnen die Nebenerwerbslandwirtschaft, damals noch praktisch ohne mechanische Unterstützung, ganz einfach zu streng war.

Sense oder Fernsteuerung Bald sind es 100 Jahre her, seit Rapid 1926 den ersten Motormäher serienmässig herstellte. Es folgten Aebi, Bucher, Bure König und wie sie alle hiessen. Doch Hand aufs Herz, so wirklich hangtauglich im heutigen

Der Zweiachsmäher ist auf vielen Bergbetrieben ein fester Bestandteil der Mechanisierung. Bilder: R. Hunger

Sinn waren die klobigen Motormäher der damaligen Zeit noch nicht. Einen echten Quantensprung erlebte die Motormäher-Entwicklung in den letzten zwanzig Jahren. Es tauchten Namen wie Aebli, Brielmaier oder Ibex auf. Mit eigenwilligen Konzepten revolutionierten sie den Motormäherbau und zwangen alt-

eingesessene Motormäher-Hersteller wie Aebi, Bucher, Rapid zu Reformen oder zur Aufgabe der Produktion. Die Weiterentwicklung steht auch im Bereich der Motormäher nicht still. Aktuell spricht man vom ferngesteuerten Geräteträger. Damit verschiebt sich auch das Einsatzgebiet weg von der Landwirtschaft vermehrt in den Bereich Landschaftspflege und Kommunal. Nicht, dass die Funksteuerung nicht akzeptiert wäre in der Landwirtschaft, aber der moderne, handgeführte Motormäher ist im verbreitet kupierten Gelände derzeit (noch) die richtige Entscheidung. Der Maschinenführer hat direkten Kontakt zur Maschine und kann sofort eingreifen und schwierige Situationen meistern.

Vom Motormäher zum Geräteträger

Das Gespann Traktor/Ladewagen wird erst mit der Triebachse richtig berggängig.

Im Verlauf ihrer Entwicklung wurden Motor­ mäher zunehmend mit den verschiedensten Anbaugeräten ausgestattet. Sie wurden damit zur Vielzweckmaschine für leichtere Arbeiten auf dem Landwirtschaftsbetrieb oder, mit anderen Worten: zum Geräteträger. In der Landwirtschaft ist der Mähbalken das «Hauptanbau­ gerät». In den letzten Jahren haben verschiedene Bauarten von Heuschiebern (z. B. «Twister») als Anbaugerät grosse Bedeutung erhalten. Durchschnittlich werden von den Herstellern zehn und mehr Anbaugeräte angeboten. Die kW-starken Modelle werden zunehmend auch zur Pflege von Grünlandflä9 2020 Schweizer Landtechnik

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BERGMECHANISIERUNG

chen, Bahn- und Strassenböschungen eingesetzt. Für diesen Zweck werden sie mit Mulchgeräten ausgerüstet. Dabei entscheidet das Gewicht der (Anbau-)Maschine über das Handling. Die Gewichtsverteilung und damit die Schwerpunktlage bestimmen, bis zu welcher Neigung mit dem Geräteträger sicher gearbeitet werden kann. Die Kippgrenze (in Falllinie) und die Schwerpunktlage können bei einigen Modellen durch Achsverschiebung optimiert werden. Die Kraftübertragung an der Schlüsselstelle «Rad-Boden» wird beim Motormäher zusätzlich durch das Schnittgut (Gras) beeinflusst. Während in der Anfangsphase ausschliesslich Reifen und «Stollen­ räder» unterschiedlicher Machart für die formschlüssige Kraftübertragung verantwortlich waren, kommen heute verschiedene Stachelräder als Einzelrad oder Reifen/Rad-Ergänzung zum Einsatz. Ihre Wirksamkeit wurde in den letzten Jahren verschiedentlich mit aufwändigen Versuchen überprüft. Ein neues Produkt sind Gummistachelräder in unterschiedlicher Breite mit Gummistacheln, die wahlweise mit einer Metallspitze ausgerüstet werden können.

Der Transporter als Allrounder Knapp 60 Jahre alt ist der Begriff «Transporter». Da waren noch Namen wie «Tiger» oder «Eiger», aber auch schon «Aebi» und «Schilter» bekannte Herstellerbezeichnungen. Auch «Merk-Pullax», als Traktor verkauft und als Transporter ge-

Der moderne Motormäher ist nicht nur hangtauglich, er ist auch leistungsfähig.

nutzt, war mit von der Partie. Er war als erster mit einer 3-Punkt-Heckhydraulik und einer Spillseilwinde ausgerüstet. Im Laufe der Jahre haben sich die Transporter stark verändert und weiterentwickelt. Das Design hat heute über den funktionellen Standard hinaus einen hohen Stellenwert erhalten. Der Fahrer bekam einen modernen Arbeitsplatz, der nach ergonomischen Grundsätzen kon­ struiert ist. Die Fensterfläche ist gross und ermöglicht dem Fahrer eine gute Rundumsicht. Bei einigen Modellen sind nach vorne oder seitlich kippbare Kabinen erhältlich.

Stärken der unterschiedlichen Systeme Transporter Aufbauladewagen

• • • • • •

Kompakte Bauweise Niedriges Eigengewicht Hohe Ladegeschwindigkeit Gute Wendigkeit Einfache Bedienung Sicheres Gefühl am Hang

Quelle: BLT Wieselburg

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Traktor Lenktriebachs-Sattelanhänger

• Standardtraktor (Flexibilität, Auslastungsmöglichkeiten) • Automatische Knickdeichsellenkung (gute Geländeanpassung, verbesserte Pickup-Führung, problemloses Überfahren von Geländekanten) • Hohe Achs- und Nutzlast • Grössere Steigleistung (grosse Räder und weniger Grasnarbenschäden beim Traktor)

Die Erfahrungen mit dem stufenlosen, hydrostatischen Antrieb beim Zweiachsmäher waren dienlich für die Planung und Verwirklichung eines stufenlosen Antriebs beim Transporter. Der Nutzen des stufenlosen Getriebes liegt im sanften Fahren ohne Zugkraftunterbrechung. Speziell am Steilhang bringt ein Kraftfluss ohne Unterbrechung hohe Arbeitssicherheit. Gleichzeitig mit dem sanften Anfahren wird auch die Grasnarbe geschont. Zudem kann sich der Fahrer auf die Arbeit und das Gelände konzen­ trieren, weil alles andere die Maschine übernimmt. Mit dem stufenlosen Getriebe im Transporter wurde auch die Bedienung vereinfacht und aus drei Hebeln noch einer. Die derzeitigen technischen Highlights bei den Transportern sind: ein vollelektrisches Modell im Testeinsatz (Aebi «eVT Vario»), der stufenlose Aebi «VT 450 Vario» mit einem mechanisch-hydrostatischen Fahrantrieb, das «HybridShift»-Getriebe von Reform, das «CVT»-Stufenlosgetriebe von ZF im Lindner «Unitrac», das «PowerShuttle-Shift»-Getriebe oder das stufenlose «CVT»-Getriebe im Schiltrac «Eurotrans» und das 36-Gang-Automatikgetriebe im neuen «CTM» von Caron.

Blieb der Traktor unberücksichtigt? Keineswegs. Traktoren haben die Bergmechanisierung mitgeprägt und haben zwischenzeitlich dem Transporter seinen Platz teilweise streitig gemacht. Der Transporter ist ein Spezialfahrzeug, welches über Jahre für die Anforderungen der Berglandwirtschaft weiterentwickelt


BERGMECHANISIERUNG

Auch beim Motormäher spricht man heute oft von einem Geräteträger für den vielfältigen Einsatz.

wurde. Er gehört zur Grundausstattung vieler Bergbetriebe, genauso wie der Zweiachsmäher. Für viele Betriebe ist aber ein wirtschaftlicher Nutzen aufgrund un­ genügender Auslastung schwierig zu er­ reichen. Insgesamt betrachtet bleibt der Transporter ein Nischenprodukt. Anders der Traktor, er ist ein ausgespro­ chen vielseitiges Fahrzeug. Er wird in gros­ sen Stückzahlen hergestellt und ist des­ halb bei der Anschaffung billiger als sein Kontrahent. Auch wenn er, insbesondere mit Ladewagen, Mistzetter oder Güllefass, letztlich nicht so «berggängig» ist, kann er sehr flexibel eingesetzt werden. Ausgerüs­ tet mit Front- und Heckhydraulik bzw. Zapfwelle stehen ihm alle Möglichkeiten zur Nutzung von Anbaugeräten offen. Wenn der Traktor zum Transporter eine echte Alternative sein will, braucht er aber einen Lenktriebachs-Sattelanhänger. Un­ tersuchungen des BLT Wieselburg (A) zum

Zweiachsmäher sind eigentliche Geräteträger, entsprechend gross ist die Palette der Anbaugeräte.

Steigvermögen der beiden Varianten zei­ gen, dass der Traktor dank grossen Reifen ebenso weit kommt wie der Transporter, und dies mit weniger Grasnarbenschäden. Schliesslich kann sich der Vergleich aber nicht nur am Steigvermögen entscheiden. Parameter wie Gewicht, Treibstoffver­ brauch und Ladegeschwindigkeit sind ebenso mitentscheidend. Welches Fahrzeug letztendlich passender ist, muss von Betrieb zu Betrieb entschie­ den werden. Bei einer Neuanschaffung sind die gesamten Investitionen in ver­ gleichbarer Höhe.

Belächelt, bestaunt, bewundert Die ersten Zweiachsmäher mussten ge­ gen das Vorurteil kämpfen, nur für «geh­ faule» Bauern zu sein, die es überdrüssig sind, hinter dem Motormäher herzuge­ hen. In der Zwischenzeit bestaunte man ihre Geländetauglichkeit und ihren An­

schaffungspreis. Heute bewundert man die technischen Finessen, mit denen Zweiachsmäher aufwarten können. In den letzten Jahrzehnten sind Zweiachs­ mäher zum Hang-Geräteträger mutiert. Mit ihnen werden alle Futterbau-Erntege­ räte, wenn auch in unterschiedlicher Grös­ se, in mehr oder weniger ausgeprägten Steillagen eingesetzt. Sie zeichnen sich durch leichte und breite Bauart mit tiefem Schwerpunkt und guter Wendigkeit aus. Entsprechend sind sie abgestimmt auf mittlere bis (sehr) steile Hanglagen. Das verhältnismässig tiefe Eigengewicht der kleineren Modelle (bis 2000 kg Eigenge­ wicht) erfordert ebenfalls leichte Anbau­ geräte. Für Anbaugeräte wird hauptsäch­ lich das Fronthubwerk benötigt. Um eine gute Bodenanpassung sicherzustellen, ist das 3-Punkt-Gestänge an der Vorderachse angebaut.

Maximal ist immer teuer

Inverkehrsetzung landw. Motorkarren 1990 bis 2019 1800 1600 1400 1200 1000 800 600 400 200 0

1990

1995

2000

2005

2010

2015

Im vergangenen Jahr wurden zehnmal weniger landwirtschaftliche Motorkarren immatrikuliert als noch 1990. In der Kategorie «Motorkarren» werden Spezialfahrzeuge wie Transporter und Zweiachsmäher erfasst. (Quellen: BFS, ASTRA)

Über alles kann man sprechen, nur nicht über den Preis. Auf vielen Bergbetrieben stehen Zweiachsmäher, Transporter und Traktor im Einsatz. Diese Maximalvariante der Mechanisierung löst entsprechende hohe Investitionskosten aus. Demzufolge sind auch die Maschinenkosten hoch. Ei­ ne Analyse der Strukturkosten auf rund 300 Betrieben im Kanton Graubünden hat bereits vor rund zehn Jahren an den Tag gebracht, dass die Maschinenkosten noch vor den Gebäude- und Personalkos­ ten ein wesentlicher Faktor sind. Es gibt zum Teil berechtigte Argumente, die für die Maximalvariante sprechen, so die feh­ lende Anzahl verfügbarer Feldarbeitstage im Berggebiet oder dass alle Betriebe gleichzeitig auf der gleichen Höhenstufe mit der Futterernte beschäftigt sind. Aus Sicht der Betriebswirtschafter sollte ver­ mehrt ein gemeinschaftlicher Maschine­ neinsatz genutzt werden. Die Umsetzung 9 2020 Schweizer Landtechnik

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BERGMECHANISIERUNG

dieser berechtigten Forderung ist aber nicht ganz einfach.

Der Boden unter Druck Mit dem Einzug der Mechanisierung am Hang und insbesondere in der Bergland­ wirtschaft wurde die sowieso schon emp­ findlichere Grasnarbe der höheren Hang­ lagen zunehmend strapaziert. Je nach Be­ triebsexposition und Witterung sind heute nach der Heuernte zum Teil massive Gras­ narbenschäden zu beobachten. Schäden, die aufgrund der Höhenlage und der ver­ kürzten Vegetation mehr Zeit zur Erholung benötigen, als ihnen zugestanden wird. Zu­ sammen mit einer geänderten Bewirtschaf­ tungsweise tragen solche Grasnarbenschä­ den langfristig zu Bestandesveränderungen bei. Was im Flachland gilt, hat in Berg- und Hanglagen eine noch grössere Bedeutung, nämlich dass die entstandenen Lücken zu­ erst von (Un-)Kräutern geschlossen werden.

Der «Transporter» ist auch ein beliebtes Fahrzeug für den Winterdienst.

Fazit

Nicht zu vergessen, auch Rundballenpressen sind dank Triebachse bergtauglich geworden.

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Bergtalent

Die Mechanisierung der Berglandwirt­ schaft war und ist kein Spaziergang. Man kann schon eher von einem Kraftakt spre­ chen, was sich in der Dauer eines Men­ schenlebens auf den Bergbetrieben punk­ to Mechanisierung abgespielt hat. Insbe­ sondere in finanzieller Hinsicht ist die Zukunft nicht sorgenfrei, da die Maschi­ nen eines Tages wieder ersetzt werden müssen und sich der eine oder andere die berechtigte Frage stellt: «Habe ich ein Le­ ben lang nur für die Maschinen gearbei­ tet?» Doch wo sind die Alternativen?

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BERGMECHANISIERUNG

Der Fendt «724 Vario» mit Breitreifen ist ein richtiger Hingucker in den Hanglagen des Simmentals. Bilder: R. Burkhalter

Breitreifen statt Doppelräder? Je grösser ein Traktor ist, desto schwieriger wird es, ihn mit einer Doppelbereifung hangtauglich zu machen. Arbeiten in Hanglagen geht auch mit Breitreifen, wie ein Beispiel aus dem Simmental zeigt. Ruedi Burkhalter

«Mit diesem Fahrzeug stehen wir bei allen Einsätzen auf einer perfekten Spur», sagt Daniel Rufener. Das in Boltigen im Simmental beheimatete Lohn- und Transportunternehmen Ruedi Rufener hat seit dieser Saison für schwere Arbeiten ein neues Flaggschiff in der Flotte, das beim Einsatz in Hanglagen mancherorts für Erstaunen sorgen dürfte. Einerseits ist der Fendt «724 Vario» ein Grosstraktor aus einer Leistungsklasse, wie sie bisher kaum in Hang­ lagen zum Einsatz kam. Anderseits wurde das Fahrzeug nicht wie üblich mit einer Doppelbereifung hangtauglich gemacht, sondern mit einem Satz Breitreifen.

maximalen Aussenbreite von 3 m eine vernünftige Lösung mit Doppelrädern zu realisieren. Rufener arbeitete vorher mit einem etwas leichteren Traktor, dessen Hauptbereifung zur kombinierten Nutzung mit Doppelrädern nur maximal 540 mm breit sein durfte. «Bei Transportarbeiten ohne Doppelräder bot diese Bereifung zu wenig Stabilität. Auf der Stras­se führte dies zu einem schwimmenden Fahrverhalten und beim Manövrieren auf geneigten Flächen musste

man aufgrund des Kipprisikos des schmal aufstehenden Fahrzeugs extrem vorsichtig sein», berichtet Rufener. Auch das starke Radieren der Doppelbereifung und der entsprechend hohe Verschleiss waren ihm ein Dorn im Auge. So entstand die Idee, einen Versuch mit Breitreifen zu wagen.

Immer ein Kompromiss Doch welche Breitbereifung eignet sich am besten für diese kombinierten Einsätze? Mit

Herausforderung Einsatzvielfalt Rufener setzt seinen grössten Traktor nicht nur für die Ballenherstellung mit einer Press-Wickel-Kombination «Fusion 3» von McHale ein. Das Fahrzeug wird auch für schwere Transportarbeiten mit einem Hakengerät verwendet. Innerhalb eines Tages muss oft in kurzer Zeit zwischen verschiedenen Einsatzgebieten gewechselt werden, so dass das Montieren und Wieder-Demontieren einer Doppelbereifung am Vorgänger des Fendt-Traktors zu aufwändigen Störfaktoren wurden. Je grösser der Traktor ist, desto schwieriger wird es, innerhalb der 28

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Auch bei voll eingeschlagener Lenkung gibt es nur wenig Landschaden.


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dieser Frage gelangte Rufener an den Fendt-Händler LMG Grasswil. In einer Zusammenarbeit mit Agro Räder AG (Ruswil LU) wurde nach Lösungen gesucht, jedoch konnte man dabei nicht auf Langzeiterfahrungen zurückgreifen. «Zuerst hatten wir die Idee, hinten 900er-Reifen zu verwenden, um eine maximale Aufstandsfläche zu realisieren», so Rufener. «Wir fahren hier aber in so engen Passagen, dass die damit verbundene Aussenbreite von 3 m zu aufwändigen Manövern oder unpassierbaren Engpässen geführt hätte.» Schliesslich entschied man sich für eine 800er-Bereifung mit 286 cm Aussenbreite. Für die Realisierung musste man eine Sonderanfertigung mit Spezialfelge und Distanzring herstellen, um den ausserhalb der vorstehenden Kabinenfederung zur Verfügung stehenden Platz möglichst gut auszunutzen. Sind nun Breitreifen in jedem Fall als Alternative zu prüfen? «Einen kompakten Traktor, der vorwiegend für Feld- und Grünlandarbeiten auf dem eigenen Hof eingesetzt wird, würde ich nach wie vor mit Doppelrädern ausrüsten», sagt Praktiker Rufener. «Breitreifen spielen vor allem bei grösseren Zugfahrzeugen mit breitem Einsatzspektrum und einem hohen Anteil an Strassenfahrten ihre Vorteile aus.»

Anspruchsvolle Reifenwahl Die Entscheidungsfindung ist relativ komplex, da viele Faktoren zu berücksichtigen sind. In jedem Fall ist deshalb zu empfehlen, sich von einem erfahrenen Reifen-Spezialisten beraten zu lassen. «Damit wir für jeden Kunden die zum Einsatzprofil bestmögliche Lösung anbieten können, setzen wir bei den Reifen nicht auf eine Hausmarke, sondern können in einer sehr grossen Datenbank mehrerer Hersteller nach dem passenden Produkt suchen», sagt Martin Gärtner, Geschäftsführer bei Agro Räder (siehe Kasten).

Fazit Nach der ersten Saison mit Breitreifen zieht Daniel Rufener eine durchwegs positive Bilanz. Nicht nur die wegfallende Montage­ arbeit von Doppelrädern erleichtert ihm den Alltag. Der Fahrkomfort ist mit Breitreifen vor allem auf der Strasse, aber auch im Gelände spürbar höher als mit der Doppelbereifung des früheren Zugfahrzeugs. «Mit der Press-Wickel-Kombination rutsche ich in Hanglagen sogar weniger als früher und habe eine bessere Steigfähigkeit», berichtet Rufener. Dies führt er auf die Kombination aus dem höheren Gewicht des Traktors und grösserer Aufstandsfläche zurück. Beson-

Mit einem Distanzring wurde die Achse so verbreitert, dass die Felge direkt nach der Kabinenfederung folgt.

Das meint der Spezialist «Betreffend Arbeitssicherheit sind Breitreifen in starken Hanglagen doch mit gewissen Gefahren verbunden. Da bei einer Doppelbereifung doppelt so viele Kanten in den Boden eingreifen, ist die Verzahnung bei Fahrten in Schichtenlinie besser und die Gefahr des Abrutschens geringer. Die doppelte Anzahl Reifenflanken resultiert auch in einer stabileren Standfestigkeit. Hier möchte ich betonen, dass die Wahl des Reifendrucks und dessen regelmässige Kontrolle bei beiden Systemen von zentraler Bedeutung sind. An Doppelrädern wird dies in der Praxis leider noch oft vergessen. Die meisten Breitreifen können grundsätzlich in flachem Gelände mit geringem Luftdruck eingesetzt werden, um eine grosse Aufstandsfläche mit entsprechender Bodenschonung zu erzielen. In Hanglagen hingegen rate ich dringend davon ab, mit einem Luftdruck unter 1,2 bar zu arbeiten. Sonst besteht die Gefahr, dass sich bei einem unglücklichen Rutscher ein Reifen von der Felge lösen könnte, was unweigerlich ein Kippen des Zugfahrzeugs zur Folge hat. Der grösste Vorteil einer Breitbereifung besteht sicher darin, dass bei gleicher Aussenbreite eine massiv grössere Aufstandsfläche realisiert werden kann als mit einer Doppelbereifung. Dabei spielen vor allem drei Faktoren eine Rolle: • Bei der Doppelbereifung verschenken wir mindestens 50 bis 60 mm Aufstandsbreite, die wir als Abstand zwischen den Reifen einhalten müssen.

ders aufgefallen ist beim Einsatz der geringe Landschaden bei engen Wendemanövern. Durch das wegfallende Radieren der Doppelbereifung werden auch bei voll eingeschlagener Lenkung kaum Erdschollen abgerissen. Durch die Breitreifen konnte Rufener eine weitere Sorge loswerden. «Mit Doppelbereifung kam es mit der Zeit

• Dann kommen allgemein zwei Reifen mit geringerer Flankenhöhe zum Einsatz, die entsprechend weniger ein­ federn können. Es resultiert dadurch eine kürzere Aufstandsfläche. • Drittens weisen die Reifen der Doppelräder meist geringe Querschnitte auf, müssen jedoch in Mulden und an Wegrändern trotzdem in der Lage sein, vorübergehend das gesamte Gewicht zu tragen. Dadurch muss wiederum mit sehr hohem Luftdruck gearbeitet werden. Bezüglich Traktion und Tragfähigkeit sind deshalb Breitreifen eigentlich immer im Vorteil. Bei der Wahl eines Breitreifens gibt es weitere Punkte zu beachten: Grundsätzlich lässt sich mit einem kleineren Raddurchmesser der Schwerpunkt des Zug­ fahrzeugs senken. Dies ist aber aufgrund der Vorgaben des Herstellers nur begrenzt möglich und führt zu einer reduzierten Traktion oder Bremswirkung. Nicht zuletzt muss bei der Reifenwahl auch der Vorlauf der Vorderreifen gezielt gewählt werden. Je nach Einsatzprofil bewegt sich dieser zwischen 0,6 % bei vorwiegendem Strassen­einsatz bis 4 % für maximale Zugkraft. Eine für Breitreifen in Hanglagen interessante Entwicklung könnte dereinst darin bestehen, dass über eine automatisch gesteuerte Reifendruckregelanlage jeweils der talseitige Reifen mit einem höheren Druck gefahren wird als der berg­s eitige. Diese Technologie befindet sich jedoch noch in einem frühen Test­ stadium.» Martin Gärtner, Geschäftsführer Agro Räder AG, Ruswil

immer wieder zu Problemen mit ungleicher Abnutzung. Doppelräder bieten nur bei identischer Stollenhöhe eine bessere Verzahnung. Bei ungleicher Abnutzung steigen die Rutschgefahr und der Landschaden. Mit Breitreifen wird das Gewicht unabhängig vom Abnutzungsgrad immer optimal auf der Breite verteilt.» 9 2020 Schweizer Landtechnik

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BERGMECHANISIERUNG

Das Interesse am passenden Motormäher für die Hangbewirtschaftung ist ungebrochen gross. Bild: R. Hunger

Grenzerfahrungen mit der Hangmechanisierung Die Frage, wo die Einsatzgrenzen für Landtechnik in der Hangbewirtschaftung liegen, beschäftigt Fachleute und Praxis seit Beginn der Bergmechanisierung gleichermassen. Die wirtschaftlichen Grenzen sind zwar eine theoretische Grösse, aber mit hoher Brisanz. Ruedi Hunger

Während die Praxis oft nach Gefühl ent­ scheidet und damit nicht selten Grenzen überschreitet, versuchen Fachleute mit handfesten physikalischen Argumenten die Möglichkeiten und Grenzen aufzuzei­ gen. Letztlich ist es die Mischung aus Er­ fahrung und Theorie, welche zum Erfolg führt. Beispielsweise versuchte man in der Vergangenheit, die Kippgrenze für einen bestimmten Traktor auf der Kippbühne darzustellen, und erreichte unter stati­ schen Bedingungen einen Wert von 100 % theoretische Hangneigung. Unter dynamischen Einsatzbedingungen in der 30

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Praxis erreicht der gleiche Traktor seine Einsatzgrenze bereits in einer Bandbreite zwischen 35 % bis 50 %. Also ist es doch die Praxis, welche die entscheidenden Grenzwerte liefert? Nicht ganz, denn ers­ tens ist die Hangneigung in Prozent wäh­ rend des Einsatzes schwer einschätzbar und zweitens ist das Risiko viel zu hoch, wenn man die Einsatzgrenzen auf diese Art «erfahren» will.

Hangbewirtschaftungsgrenzen Untersuchungen von Agroscope in Täni­ kon (vormals FAT/ART) im Jahr 2008 erga­

ben für das Mähen, Zetten, Schwaden und letztlich das Laden unterschiedliche Grenz­ bereiche. Dies ist sowohl für den Traktor als auch den Zweiachsmäher der Fall. Die Einsatzgrenzen variieren insbesondere beim Mähen in einem grossen Streu­ bereich (Traktor Ø 44 %, Zweiachsmäher Ø 48 %). Entscheidend ist die Spurbreite. Zu den Einflussfaktoren zählen neben der Hangneigung die Bodenbeschaffenheit, die Hangausrichtung, die Fahrrichtung, die Kupierung, die botanische Zusammenset­ zung des Grasbestandes und nicht zuletzt der Fahrer (siehe Grafik 1).


BERGMECHANISIERUNG

kupierten Gelände eine bessere Hangtauglichkeit. Aber auch beim Transporter bestimmen die vorhandenen Ausweich- und Wendemöglichkeiten die Einsatzgrenze. Die Einflussfaktoren im Detail: • Neigung allein ist nicht entscheidend Kupierung oder mit anderen Worten die Gleichmässigkeit der Fläche ist ein wichtiges Kriterium. In welligem Gelände hat der Traktor die grösseren Schwierigkeiten als ein Zweiachsmäher. Zudem ist das Vorhandensein von geeigneten Aus-

Garantierte Grenzerfahrung, das Befahren von Hanglagen in Schichtenlinie. Bild: zVg

Sowohl beim Zetten als auch beim Schwaden liegen die Einsatzgrenzen leicht höher (Traktor Ø 47/49  %, Zweiachsmäher Ø 52 %). Das ist damit erklärbar, dass Futter und Boden bereits mehr oder weniger abgetrocknet sind und der Bodenkontakt nicht durch feuchtes Gras und eine ebenso feuchte Grasnarbe (wie unmittelbar nach dem Schnitt) negativ beeinflusst wird. Mit dem Ladewagen kann durchschnittlich (45 %) etwa so steil gefahren werden wie mit dem Mähwerk. Kritisch sind das Fahren mit dem Ladewagen in Schichtenlinie und das Wenden bezüglich eines seitlichen Abrutschens. Der Transporter hat im Vergleich zu Traktor und Ladewagen im steilen und

Die Einsatzgrenze in Hang­ lagen befindet sich dort, wo zum einen noch eine aus­ reichende Arbeitssicherheit gewährleistet ist und zum anderen ein befriedigendes Arbeitsergebnis erzielt wird, ohne die Grasnarbe zu schä­ digen. (Ott 1996)

weich- und Wendemöglichkeiten an kritischen Stellen ein wichtiges Kriterium. Dabei ist zu beachten, dass der Traktor zum Wenden eine grössere Fläche benötigt. • Faktor Mensch Es ist keine neue Erkenntnis, dass einige Fahrerinnen und Fahrer ein höheres Risiko beim Befahren von sehr steilen Flächen

eingehen als andere. Dabei spielt neben der höheren Risikobereitschaft auch die Erfahrung eine Rolle. Aufgrund langjähriger Bewirtschaftung verfügen sie über gute Geländekenntnisse. Das kann sich aber insbesondere bei extremen Boden- und Witterungsbedingungen ändern (Nässe, Trockenheit). Dieser Umstand ist auch schon manchem erfahrenen Fahrer zum Verhängnis geworden. • Bereifung mitbestimmend Die Bereifung ist sehr entscheidend bei der Hangbewirtschaftung. In der Regel sind Zweiachsmäher mit Terra-Reifen ausgestattet und Traktoren mit AS-Reifen (Stollenprofil). Terra-Reifen sind anpassungsfähiger und verletzen die Grasnarbe unter feuchten Bedingungen weniger. Die seitliche Hangstabilität ist nach österreichischen Versuchen (Wippl) deutlich geringer als beim AS-Reifen. Doppelbereifung vergrössert die Aufstandsfläche um bis zu 20 %. Folglich wird das Gewicht auf eine grössere Fläche verteilt. • Grasnarbe und Nutzungsintensität Eine dichte, geschlossene Grasnarbe mit gut ausgebildetem Wurzelwerk ist für das Befahren besser als eine offene und verunkrautete Grasnarbe. Sekundär hat auch die Düngung einen Einfluss, indem eine hohe Stickstoff- und/oder Gülledüngung zu Auflockerungen in der Grasnarbe führt und sie damit empfindlicher für das Befahren macht. • Bodenart und Bodenzustand Grundsätzlich sind schwere, lehmige Bö-

Einflussfaktoren auf die Einsatzgrenze der Hangmechanisierung

Exposition

Hangneigung

Witterung

Bewirtschaftungsrichtung

Bodenart Bodenzustand

Mensch

Kupierung

Botanische Zusammensetzung

Nutzungsintensität

Einsatzgrenze

Mechanisierung

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BERGMECHANISIERUNG

zeuggewicht auf die unteren Räder verla­ gert. Der Bodendruck unter diesen Rä­ dern nimmt zu und sie können leicht bis mässig einsinken, was den Kippwinkel negativ beeinflusst.

Das Wenden am Hang ist kritischer als das eigentliche Mähen.

Der Allrad-Traktor mit Wendesitz kann eine Alternative zum Zweiachsmäher sein. Bild: Knüsel

den schwieriger zu befahren. Einerseits trocknen sie langsamer ab, anderseits wer­ den sie in trockenem Zustand sehr hart, so dass die Reifen ihre Haftung verlieren. Die Hangausrichtung (Nord, Süd usw.) beein­ flusst die Hangbefahrbarkeit oft mehr als erwartet. Das kann selbst kleinräumig auf der gleichen Parzelle der Fall sein. Nord­ expositionen – in der Tendenz noch schat­ tig – trocknen wesentlich langsamer ab. Südhänge trocknen dagegen rascher aus.

Neue Antriebskonzepte (hydrostatischer Fahrantrieb, stufenlose leistungsverzweig­ te Getriebe) erlauben eine optimale An­ passung der Geschwindigkeit an die örtli­ chen Gegebenheiten. Die Beschleuni­ gungs- und Bremsvorgänge werden (auch) für den Boden erträglicher. • Bewirtschaftungsrichtung Mit zunehmender Hangneigung wird beim Fahren in Schichtenlinie das Fahr­

In der Falllinie können steilere Hanglagen befahren werden. Die Gefahr von Grasnar­ benschäden, insbesondere bei Bergauf­ fahrt, vergrössert sich durch zunehmen­ den Schlupf und unter feuchten Bedingun­ gen. Die Gefahr des Abrutschens ist beim Bergabfahren nicht zu unterschätzen.

Mechanisierungsvarianten Mit nur einer Maschine ist die Hangbe­ wirtschaftung in der Eigenmechanisie­ rung nicht zu bewerkstelligen. Als Bei­ spiel sind in Tabelle 1 fünf Varianten von «Radikal ++» bis «Variante Luxus» aufge­ führt. In Hanglagen kann in den wenigsten Fäl­ len auf den Motormäher verzichtet wer­

Tabelle 1: Mechanisierungsvarianten für Bergmechanisierung Variante Luxus

Variante Normal

Variante Reduziert

Variante Radikal + • Motormäher mit Hangausrüstung

• Motormäher mit Hangausrüstung

Variante Radikal ++ • Motormäher mit Hangausrüstung Hill-Rake oder Twister

• Zweiachsmäher 65 kW mit Kreiselmäher, Kreiselheuer, Bandrechen • Transporter 60 kW, Ladegerät über 15 m³

• Transporter mit Ladegerät • Traktor 60 kW mit Front-MW, Kreiselheuer, Bandrechen

• Allradtraktor 60 kW

• Triebachs-Anhänger mit Ladegerät

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Sehr hohe Schlagkraft. Es können vier Personen gleichzeitig arbeiten. We­ nig Arbeitszeit für Geräte­ wechsel.

Relativ hohe Schlagkraft. Es können drei Personen gleichzeitig arbeiten. Rela­ tiv wenig Arbeitszeit für Gerätewechsel.

Mittlere Schlagkraft. Es können zwei Personen gleichzeitig auf der Strasse fahren. Nur zwei Motoren zur Wartung.

Nur ein Fahrzeug mit Stras­ senzulassung, weniger Kosten. Traktor ist verhält­ nismässig günstig. Traktor für viele Arbeiten = hohe Auslastung.

Nur ein Fahrzeug mit Stras­ senzulassung, weniger Kosten. Tiefster Investiti­ onsbedarf und tiefe Be­ triebskosten. Transporter für viele Arbeiten = hohe Auslastung.

Sehr hohe Kosten. Grosser Raumbedarf. Hoher War­ tungsaufwand. Hohe Versicherungskosten.

Relativ hohe Kosten. Grosser Raumbedarf. Grosser Wartungsaufwand. Hohe Versicherungskosten.

Immer noch relativ hohe Kosten. Es können nur zwei Personen gleichzeitig arbei­ ten. Für befahrbare Flächen.

Gefahr von grösseren Grasnarbenschäden. Es kann nur eine Person auf der Strasse fahren.

Wenig Möglichkeiten für Transportarbeiten Geringe Flexibilität. Es kann nur eine Person auf der Strasse fahren.

Schweizer Landtechnik 9 2020


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09.09.2020 12:21:03


BERGMECHANISIERUNG

Tabelle 2: Traktor im Vergleich zum Zweiachsmäher Traktor, 4-Rad-Antrieb, 80 kW

Zweiachsmäher, 65 kW

Anschaffung Fixkosten Variable Anschaffung Fixkosten Variable (Fr.) (Fr./Jahr) Kosten (Fr./h) (Fr.) (Fr./Jahr) Kosten (Fr./h) Grundfahrzeug

111 000.–

9819.–

22.51

136 000.–

9855.–

26.12

Doppelbereifung vorne

3700.–

293.–

0.93

2300.–

190.–

0.78

Doppelbereifung hinten

4900.–

389.–

1.04

2300.–

190.–

0.78

Fronthydraulik

8700.–

570.–

0.70

Fahrzeug Total

128 300.–

11 071.–

25.18

140 600.–

10 235.–

27.68

Frontmähwerk

15 500.–

1 518.–

7.04

11 500.–

1283.–

8.05

Kombination Total

143 800.–

12 589.–

32.22

152 100.–

11 518.–

35.73

Quelle: Agroscope Maschinenkosten 2019

Tabelle 3: Motormäher im Vergleich zum Zweiachsmäher Motormäher, 20 kW, Doppelmesser Zweiachsmäher, 35 kW, Doppelmesser Anschaffung Fixkosten Variable Anschaffung Fixkosten (Fr.) (Fr./Jahr) Kosten (Fr./h) (Fr.) (Fr./Jahr) Grundfahrzeug

38 000.–

3308.–

40.39

Doppelbereifung vorne Doppelbereifung hinten

(inkl. Hangausrüstung)

Variable Kosten (Fr./h)

92 000.–

6899.–

16.10

2300.–

190.–

0.78

2300.–

190.–

0.78

96 600.–

7279.–

17.66

6600.–

685.–

20.21

102 600.–

7964.–

37.87

Fronthydraulik Fahrzeug Total

38 000.–

Doppelmessermähwerk Kombination Total

3308.–

40.39

(Inklusiv)

38 000.–

3308.–

40.39

Quelle: Agroscope Maschinenkosten 2019

den. Bei modernen Motormähern haben sich, gegenüber den früheren Modellen, die körperliche Belastung und die Unfallgefährdung reduziert. Je nach Ausprägung der Hanglage ist der Motormäher eine ideale Ergänzung zum Traktor. Mit ihm werden die über den Einsatzgrenzen eines Traktors liegenden Flächen gemäht. Mit einem Futterschieber wird das Futter auf befahrbare Flächen gebracht. 34

Schweizer Landtechnik 9 2020

Auch für den Zweiachsmäher kann der Motor­mäher in sehr steilen Hanglagen eine wertvolle Ergänzung sein. Er wird dort eingesetzt, wo die Hangneigung einen sinnvollen Einsatz des Zweiachsmähers übersteigt. Der tiefe Schwerpunkt eines Zweiachsmähers lässt ihn am Hang höher klettern als der Traktor. Im Vergleich zum Traktor ist er leichter. Ein wichtiges Argument, denn am Hang wirkt sich jedes zusätzliche Kilo-

Ein Zweiachsmäher mit Frontmähwerk ist am Hang ein schlagkräftiges Fahrzeug. Bild: R. Hunger

gramm (über dem notwendigen Minimalgewicht) nachteilig aus. Mit zunehmendem Eigengewicht ist auch eine grössere Motorleistung notwendig. Standardmaschine auf vielen Bergbetrieben ist der Transporter. Er steht in leichten bis mittleren Hanglagen in Konkurrenz zur Traktor/Ladewagen-Kombination. Der Gewichtgewichtsunterschied zwischen einem Traktor-Triebachsgespann und einem Transporter kann schnell einmal 2000 kg betragen. Zudem ist der Transporter dem Traktor am Hang in Sachen Ladegeschwindigkeit und Treibstoffverbrauch überlegen (Messungen BLT Wieselburg A). Beim Bedienungskomfort werden sowohl beim Zweiachsmäher als auch beim Transporter gegenüber dem Traktor keine Abstriche gemacht.

Betriebswirtschaftliche Grenzen Die Mechanisierung mit Zweiachsmäher, Transporter und Traktor verursacht sehr hohe Anschaffungskosten und ist damit eine starke finanzielle Belastung für den Betrieb. Das ist nachvollziehbar, denn mehrere Fahrzeuge reduzieren die Auslastung pro Fahrzeug und bringen hohe Fixkosten. Wenn genügend Arbeitskräfte (Fahrerinnen oder Fahrer) vorhanden sind, ist diese Variante aber sehr leistungsfähig. Die «abgespeckten» Varianten sind entsprechend günstiger, aber parallel dazu sinkt unter Umständen auch die Schlagkraft (siehe auch Tab. 1). Bei mässiger Hanglage und schwacher Kupierung kann auf eine spezielle Hangmechanisierung verzichtet werden. Wenn noch zusätzlicher Ackerbau vorhanden ist, soll der Traktor bevorzugt werden.

Fazit Für die Bergmechanisierung gibt es verschiedene Grenzen, die nicht überschritten werden sollten. Die Hangarbeitsgrenzen sind sicherheitsrelevant, sie zu überschreiten ist lebensgefährlich. Die betriebswirtschaftlichen Grenzen sind zwar ein theoretischer Wert, sie zu überschreiten kann aber existenzbedrohlich werden.


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BERGMECHANISIERUNG

Kilian Pfulg von der Goldsite in Romoos LU ist Landmaschinenmechaniker, Jungzüchter und hat im August die Nachholbildung zum Landwirt in Schüpfheim begonnen. Mit dem Kubota «M9540» werden auf dem Bergbetrieb alle schweren Arbeiten erledigt. Bild: H. Röthlisberger

«Zum Heuen braucht es eigene Maschinen» Die Familie Pfulg bewirtschaftet auf der Goldsite bei Romoos LU einen Bergbauernhof in den Bergzonen 3 und 2. Der 22-jährige Sohn Kilian erzählt, wieso es ohne einen gewissen Grad an Eigenmechanisierung nicht geht. Heinz Röthlisberger

Mit der Mechanisierung im Berggebiet ist es so eine Sache. Einerseits ist sie aufgrund der Spezialmaschinen wie Transporter und Zweiachsmäher kostenintensiv, anderer­ seits kommt ein Bergbetrieb nicht darum herum, einen gewissen Grad an Eigen­ mechanisierung auf dem Hof zu haben. Das ist auch auf dem auf 1100 Meter über Meer gelegenen Betrieb der Familie Pfulg auf der Goldsite in Romoos LU in der Berg­ zone 3 und 2 nicht anders. «Ein Bergbe­ trieb muss dann heuen können, wenn es sonnig ist», umschreibt Kilian Pfulg einen der Gründe für die Eigenmechanisierung auf einem Bergbauernhof. «Wenn beim Heuen ein Gewitter im Anzug ist, da muss man jede Minute nützen, und das geht 36

Schweizer Landtechnik 9 2020

nur, wenn auch die Maschinen vor Ort auf dem Betrieb und jederzeit einsetzbar sind.» Kilian Pfulg ist 22 und gelernter Landmaschinenmechaniker. Im August hat er die Nachholbildung zum Landwirt EFZ am LBBZ Schüpfheim begonnen.

Eigene Maschinen kennt man besser Ein weiterer Faktor sei die Sicherheit. Trotz oft enger Zeitfenster dürfe man bei den Arbeiten im Hang nicht pressieren und oh­ ne Konzentration gehe es nicht. Da müsse man die Maschinen und ihre Eigenschaf­ ten wie Geländegängigkeit, Abdrift und Kurvenfahrten am Hang sehr gut kennen. Zugemietete Maschinen würde man erst nach einigen Einsätzen kennen.

Ausleihen und mieten, wo möglich Aber natürlich. «Die Maschinenkosten für einen Bergbetrieb sind schon ein grosser Posten», sagt Kilian. «Deshalb probieren wir, die Kosten möglichst im Griff zu ha­ ben», erklärt er. Einerseits wolle man die Maschinen möglichst lange nutzen und andererseits auch, da, wo es geht, den Service und Reparaturen selber durchfüh­ ren. Als Landmaschinenmechaniker hat er dafür die besten Voraussetzungen. Eine weitere Möglichkeit für das Senken von Kosten sei der Maschinenaustausch unter Nachbarn. Mistzetter, Kipper oder etwa ei­ nen Kranwagen für den Siloballentrans­ port würden sie von Nachbarn ausleihen. Zudem hätten sie die Möglichkeit, über


BERGMECHANISIERUNG

situationen werden auch beim Ladewagen Doppelräder montiert. «Dank Tiefgang des Ladewagens und der Triebachse können wir mit diesem Gespann sehr gut ins steile Gelände reinfahren», sagt Kilian. Für die Heuernte stehen auf der Goldsite zudem ein Reform «Metrac G6X» und ein 2,6-m-Alpin-Mähwerk von Pöttinger und ein Ibex-Motormäher mit 3-Meter-​ Doppelmessermähbalken, ein SiloMax-​ Heuschieber und ein Bandrechen im Einsatz.

Es helfen alle mit

Im steilen Gelände auf der Goldsite beim Heuladen: Der Kubota «M9540» und der Tiefgänger «TL23K» von Agrar mit Lenktriebachse. Bilder: zvg

den Maschinenring diverse Maschinen zu mieten. So etwa die Wiesenegge oder auch das Übersaatgerät. Das seien alles Geräte, bei denen man bei der Nutzung flexibler in der Planung sei als beim Heuen.

Traktor und Triebachs-Ladewagen Aber eben, ohne Eigenmechanisierung geht es nicht, insbesondere bei der Futter­ernte. Für das Heuen setzen sie seit Jahren auf Traktor und Ladewagen. Zum Einsatz kommen ein elfjähriger 95-PS-Kubota «M9540» sowie ein 23-Kubik-Tiefgang-​L adewagen «TL23K» von Agrar mit Lenk­triebachse. Die Gründe, wieso Pfulgs auf ihrem Bergbauernhof nicht einen Transporter einsetzen, sind vorwiegend der doch recht hohe Anschaffungspreis und die oft zu tiefe Auslastung. Ein Traktor könne auch für andere schwere Arbeiten wie Frontladerarbeiten, Siloballentransport, Waldarbeiten, den Winterdienst und vieles andere eingesetzt werden, was beim Transporter nicht oder jedenfalls nicht mit einer ähnlichen Leistung wie beim Traktor zu realisieren ist. Aber auch die Distanzen sind ein Grund für den Kauf eines Traktors. «Wir haben im weiter unten gelegenen Romoos noch Land. Eine Fahrt von dort bis zu unserem Hof ist 5 km lang und dauert rund 45 Minuten», erklärt Kilian. Mit Traktor und Ladewagen habe er für diese Distanzen insgesamt die höhere Leistung als mit einem Transporter.

Für guten Halt sorgen Der Traktor mit Triebachsanhänger eigne sich auch gut in den nassen Stellen im sehr steilen Gelände auf dem Betrieb, von denen sie auf ihrem Land viele hätten.

Das heisst, wenn der Traktor sich im Nassen befindet, habe der Triebachsanhänger noch sehr guten Halt im festen Boden und könne den Traktor antreiben. Hat der Traktor wieder festen Boden, so ziehe er den Ladewagen, der sich mittlerweile im Nassen befindet und selber kaum Antrieb hat. An den Hinterrädern des Traktors montieren Pfulgs Doppelräder, vorne werden die Räder mit Wasser befüllt, was zusätzliche 250 kg Gewicht und Halt im stotzigen Gelände ergibt. Bei Ausnahme-

Die Eigenmechanisierung für die Futter­ ernte ist das eine, die Familie mit seinen Eltern und seinen drei Brüdern das andere. «Beim Heuen in Spitzenzeiten hilft jeweils die ganze Familie mit, oft auch noch Kollegen.» So könne man die Maschinen gleichzeitig und optimal einsetzen. Auch deswegen, weil alle einander helfen und unterstützen, sieht der angehende Junglandwirt positiv in die Zukunft. Das motiviere sehr, sagt er. Und die Technik? «Wer weiss, vielleicht sieht die Mechanisierung in Zukunft auch im Berggebiet einmal anders aus», sagt er. «Irgendeinmal werden wir die Hänge mit ferngesteuerten Maschinen mähen. Vielleicht nicht gerade in nächster Zeit, aber irgendeinmal kommt das», ist Kilian überzeugt.

Eingesetzt werden auf dem Betrieb Pfulg auch ein Reform-Zweiachsmäher und ein IbexMotormäher mit SiloMax-Heuschieber.

Begeisterte Viehzüchter-Familie Der Hof der Familie Pfulg liegt auf 1100 Meter über Meer an der Goldsite rund 5 km oberhalb von Romoos LU unweit des Napfgipfels. Zum Betrieb, der in einer Generationengemeinschaft geführt wird und in der Bergzone 3 und 2 liegt, gehören 36 ha landwirtschaftliche Nutzfläche. Das Land ist sehr steil. Etwas mehr als 28 Prozent der Fläche haben eine Hangneigung zwischen 35 bis 50 Prozent und 33 Prozent der Fläche neigen sich über 50 Prozent (Anteile ohne Weidefläche). Zum Betrieb gehören zudem rund 60 ha Wald. In der Nähe konnten

Pfulgs vor kurzem zudem einen Betrieb mit rund 12,5 ha zukaufen. Je nachdem stehen zwischen 15 und 20 Kühe im Stall, hauptsächlich Braunvieh und noch Jersey. Dazu gehört auch die Aufzucht mit jeweils rund 30 Tieren und eine Hirschzucht. Zusammen mit seinen Eltern Claudia und Willi sowie seinen Brüdern Florian, Koni und Stefan steckt Kilian sehr viel Herzblut in die Viehzucht und hat damit schon manch einen Erfolg erzielt, auch international. 2016 wurde Kilian in Belgien Braunvieh-Europameister bei den Jungzüchtern.

9 2020 Schweizer Landtechnik

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Impression | Fahrbericht

Reform präsentiert mit dem «Metrac H75» eine neue Generation seiner Zweiachsmäher.

Bilder: J. Paar

Neue Generation Reform startet mit dem «Metrac» in eine neue Generation. Diese besticht in erster Linie durch eine vom Fahrwerk entkoppelte Kabine mit einem neuen Bedienkonzept. Die «Schweizer Landtechnik» fuhr den «Metrac H75» wenige Tage vor der Markteinführung zur Probe. Johannes Paar*

Mit dem Zweiachsgeräteträger «Metrac H75» leitet Reform den Generations­ wechsel ein. Obwohl es sich um eine neu entwickelte Kabine handelt, sieht die Maschi­ne von aussen ihren Vorgängern ähnlich. Auffallend sind der schwarze Kabinen­rahmen und die neue Dachhaut, die jetzt auch den Schriftzug der geän­ derten Typenbezeichnung trägt, weiter die Voll­glastüre und der nach oben ge­ führte Auspuff. Der echte Generations­

wechsel wird beim Öffnen der Kabinen­ türe sichtbar. Statt mechanischer Hebel und zahlreicher Kippschalter stechen im neuen Cockpit eine Bedienarmlehne und gleich mehrere Displays ins Auge. Auch unter der Motorhaube wird der Genera­ tionswechsel durch einen neuen Herstel­ ler sichtbar. Den «Metrac H75» gibt es in zwei Ausstattungsvarianten: «Standard» und «Pro».

Entkoppelte Kabine * Johannes Paar ist Chefredaktor der österreichi­ schen Fachzeitschrift «Landwirt».

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Schweizer Landtechnik 9 2020

Die Kabine sitzt auf vier Hydrolagern, die sich im Maschinenbau zur Schwingungsund Körperschallisolierung bewährt ha­

ben. Es gibt nur mehr wenige mechani­ sche Verbindungen zwischen Fahrgestell und Kabine: zwei Seilzughebel für die Vorwahl der Zapfwellendrehzahl und des Untersetzungsgetriebes links vom Fahrer­ sitz. Laut Hersteller wurde ein Schallpegel von nur 78 dB(A) gemessen. Bei den Vor­ gängern wurden bei diversen Praxistests meist Werte über 80 dB(A) gemessen. Die Front- und Seitenscheibe sind bei der neuen Kabine verklebt. Im Heck gibt es erstmals optional neben dem bisherigen Schiebefenster auch eine ausstellbare Scheibe. Die weit öffnende Kabinentüre ist vollflächig aus Glas. Auf Wunsch kann


Fahrbericht | Impression

Ein moderner, übersichtlicher Arbeitsplatz mit komfortabler Armlehnenbedienung.

man sie auch mit einem Schiebefenster ordern. Neu ist auch das Lüftungs- und Klimakonzept: Bisher strömte je nach Bedarf kalte Luft von oben und warme Luft von unten in die Kabine. Nun strömt aus allen Düsen «Mischluft». Die «Standard»-​ Variante verfügt über eine mechanische Klimaanlage, bei den «Pro»-Modellen ist sie automatisiert.

Perkins statt VM Reform wechselt für die neue Generation sogar den Motorenhersteller. Statt des bisherigen VM-Motors dieselt nun ein 4-Zylinder von Perkins mit einem Hub­ raum von 2,8 l unter der Haube. Er leistet 75 PS bei 2200 U/min. Die um 400 U/min reduzierte Nenndrehzahl gegenüber dem

Der Multifunktions-Joystick vereint alle Funktionen, die für die Steuerung der Anbaugeräte sowie für den Fahrantrieb nötig sind.

VM-Motor trägt ebenso zur Geräusch­ reduktion bei und lässt einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch erwarten. Weiter sollten sich auch der Eco-Modus – wenn weniger Leistung benötigt wird – und die Grenzlastregelung im Zusammenwirken mit dem elektronisch geregelten Hydro­ staten auf die Wirtschaftlichkeit positiv auswirken. Die Abgasstufe 5 wird mittels Dieselpartikelfilter, Dieseloxidationskatalysator und einer gekühlten integrierten Abgasrückführung erreicht. Der Kraftstofftank im Heck fasst 90 l. Öffnet man die nach hinten klappende Motor­haube und die Seitenverkleidung des Kühlers, sind Motor und Kühler gut zugänglich. Klappt man zudem den hydrau-

lisch angetriebenen Kühler zur Seite, ist auch das Getriebe mit dem Hydrostaten frei zugänglich. Die Umkehrfunktion des Lüfters ist serienmässig. Bei der «Standard»-​ Version erfolgt das in einem fix vorgegebenen Intervall, bei der «Pro»-​Ausführung ist das Intervall individuell programmierbar.

Elektronisch gesteuerter Hydrostat Der hydrostatische Fahrantrieb hat zwei Geschwindigkeitsstufen und zwei Ge­ ländeuntersetzungen. Der Geschwindigkeitsbereich für das Gelände erstreckt sich von 0 bis 15 km/h und für die Strasse von 0 bis 40 km/h. Der mechanisch geregelte Hydrostat ist im neuen «Metrac» Geschichte. Dieser wird jetzt elektronisch geregelt und bietet dadurch viele neue Möglichkeiten: Inch-Einrichtung, Fuss- oder Handfahrmodus, elektronische Wendeschaltung, Grenzlastregelung und Tempomat-Funktionen. Dieses System wird durch eine elektrohydraulische Federspeicherbremse mit einer Auto-Hold-Funktion ergänzt. In Summe betrachtet eine deutliche Komfortsteigerung. Die Lamellenkupplung für den Zapfwellenantrieb wird elektrohydraulisch betätigt und läuft langsam an. Wie bei Reform üblich, dreht die Zapfwelle mit Blick auf den Stummel vorne nach links und hinten nach rechts.

Hydraulik und Lenkung

Alles im Blickfeld: Die Anzahl der Displays ist vom Ausstattungsumfang abhängig.

Beim Fahrwerk und den Lenkungsarten setzt Reform auf Bewährtes und hat Kleinigkeiten verändert. Bei der Hydraulik leistet die serienmässige Konstantpumpe mit einer Förderleistung von 29,2 l/min geringfügig mehr als der Vorgänger. Neu als Option ist eine leistungsfähige Verstellpumpe mit 52 l/min. Die Hubkräfte vorne 9 2020 Schweizer Landtechnik

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Impression | Fahrbericht

Reform startet mit einem neuen Motorhersteller in die neue «Metrac»-Ära: Der Perkins-4-Zylinder leistet 75 PS bei 2200 U/min.

und hinten gibt der Hersteller wie bisher mit 1500 kg an. Der vordere und hintere Anbauraum mit dem integrierten Seitenverschub von 400 mm ist von den bisherigen Modellen bekannt. Verbessert wurden die serienmässige Geräteentlastung und die Schwingungsdämpfung an Frontund Heckhubwerk. Neu ist auch, dass sich nicht nur die Hubwerke von aussen betätigen lassen, sondern auch jeweils ein Hydrauliksteuergerät. Das serienmässige Allrad-Lenksystem bietet Front-, Heck-, Allrad- und Hundeganglenkung sowie die versetzte Allradlenkung. Die Lenkungsarten lassen sich per Knopfdruck auch während der Fahrt umschalten.

Die seitlich angebrachten Kühler lassen sich wegklappen und ermöglichen so einen guten Zugang zu allen Antriebskomponenten.

durch die Menüs des Zentral- und Zusatzdisplays navigieren kann. Die Standard-​ Version hat serienmässig nur das zentrale Display mit analogen und digitalen Anzeigen sowie zahlreichen Kontrollleuchten. Rechts im Armaturenbrett wurde Platz geschaffen für vier optional wählbare Entertainment-Systeme mit verschiedenen Radio- und anderen Audiofunktionen. Über dem Armaturenbrett befand sich in der gefahrenen «Pro»-Variante ein Zusatzdisplay. Darin lassen sich für den Fahrer diverse Fahrzeugfunktionen personalisieren und es zeigt Hydraulikfunktionen, Fahrzeug- und Klimaeinstellungen sowie Warnmeldungen an.

Die ersten Fahreindrücke Neues Bedienkonzept Das Herzstück dieser neuen Generation ist das neue Bedienkonzept. Es besteht aus einer ergonomisch geformten Armlehne mit einem Multifunktions-Joystick, einem zentralen Controller, den Reform «R-Com» nennt, und je nach Ausstattungsumfang mehreren Displays. Die fix mit dem Fahrersitz verbundene Bedienarmlehne ist längs- und neigungsverstellbar. Neben dem Multifunktions-Joystick trägt sie Schalter und Knöpfe für die Parkbremse, Differenzialsperren, Hubwerk- und Hydraulikfunktionen. Über den «R-Com»-Controller wird die Fahrzeugsteuerung, wie Schwingungsdämpfung, Geräteentlastung, Handgasverstellung sowie die Umschaltung zwischen Hand- und Fussfahrmodus, bedient. Der Multifunktions-Joystick vereint alle Funktionen für die Steuerung der Anbaugeräte sowie für den Fahrantrieb. Der «R-Com»-Controller besteht aus einem Dreh-Drückregler, Speichertasten und weiteren Tasten, mit denen man sich 40

Schweizer Landtechnik 9 2020

Der «Metrac H75» wurde mit Zwillings­ rädern, einem Mulcher sowie mit einem 2,4 m breiten Frontmähwerk und einem im Heck angebauten Aufbereiter eingesetzt. Die Maschine eignet sich vorrangig für die schlagkräftige Eigenmechanisierung. Da die Vorführmaschine aus einer Vorserie stammte, könnten sich bis zum Serienstart im Januar 2021 noch Kleinigkeiten verändern. Der «Metrac» H75 ist eine kompakte und leichte Maschine, die alle Anforderungen eines Zweiachsgeräteträgers für das Gelände erfüllt. Der kurz gebaute Vorderwagen hat Vor- und Nachteile: Das Gewicht des Anbaugerätes ist nahe an der Achse und verbessert die Geländegängigkeit. Für kleine Fahrer sind aber beim Geräteanbau die Unterlenkerfanghaken schwer einsehbar. Ähnlich ist es beim Heckanbau. Die hohen Vorderradkotflügel behindern die Sicht auf die Räder – diese sind aber der bis zu 15° pendelbaren Vorderachse geschuldet, die für eine gute Bodenanpassung sorgt. Das über dem Armaturenträger angebrachte

Zusatzterminal bei der «Pro»-Version kann die Sicht auf die rechte Aussenkante des Anbaugerätes einschränken. Durch die flexible Displayhalterung lässt sich aber eine Position finden, die passt. Beeindruckt hat der deutliche Komfortgewinn. Das gilt nicht nur für das Fahren und die Bedienung, sondern auch für die Zugänglichkeit aller Antriebskomponenten für Wartungs- und Servicearbeiten an der linken Maschinenseite. Ob auf der Armlehne alle Knöpfe an der richtigen Stelle sitzen, wird die Praxis zeigen. Auch die Gewichtsverteilung mit verschiedenen Anbaugeräten ist ein wichtiges Thema. Zum Preis: Der «Metrac H75» kostet in der Basisausführung inkl. 3-Punkt-Heckhubwerk CHF 129 520.− (inkl. MwSt.). Für die Ausstattung «Pro» muss man CHF 12 760.− drauflegen.

Steckbrief Reform «Metrac H75» Motor: Perkins, 4-Zylinder, 2800 cm³, Abgasstufe 5 Leistung: 55,2 kW / 75 PS bei 2200 U/min Drehmoment: 300 Nm bei 1600 U/min Antrieb / Fahrwerk: Elektronisch geregelter Hydrostat, 2 mechanische Untersetzungen, 5 Lenkungsarten, elektrohydraulischer Federspeicher mit Auto-​ Hold-Funktion Arbeitshydraulik: 29,2 l/min Konstantpumpe (52 l/min Verstellpumpe Option) Hubkraft: 1500 kg vorne und hinten Zapfwellen: 540 (vorne und hinten). Optionen: 1000 U/min oder 540 und 1000 U/min Leergewicht: 2500 kg («Pro»: 2650 kg) Gesamtgewicht: 4200 kg Preis: Ab CHF 129 520.− (inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)


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Impressionen | Einsatzbericht

Der «TL32K» passt vorzüglich ins hügelige Appenzellerland. Bilder: R. Hunger

Unterwegs auf sanften «Pfoten» Die Zeiten, in denen laufend neue Ladewagen konstruiert und vorgestellt wurden, sind längst vorbei. Zu gross ist in den letzten Jahren die Konkurrenz durch Ballenpressen geworden. Doch wer attraktiv bleiben will, muss seine Produkte weiterhin optimieren. Ruedi Hunger

Der noch einzige Schweizer TraktorLadewagen-Hersteller, Agrar Landtechnik in Balterswil TG, bietet mit dem «TL-K» ein echtes «Swiss made»-Produkt an. Denn es gibt wieder eine Tendenz, die vermehrt für den Ladewagen spricht, nämlich Milch ohne Silage zu produzieren. Folglich gibt es keinen zwingenden Grund für eine Ballenpresse und der Ladewagen rückt wieder ins Blickfeld.

Ein Tieflader für Hanglagen Die «Schweizer Landtechnik» hat die Gelegen­heit genutzt und auf dem Betrieb der Familie Keller auf dem Rechbühl im appenzellischen Hundwil (AR) einen neuen Agrar-Tiefgangladewagen im prakti42

Schweizer Landtechnik 9 2020

schen Einsatz begleitet. Gleich beim Anhängen an den Traktor ist die Unten­ anhängung aufgefallen. Diese Option war der Wunsch von Bruno Keller, dem zukünftigen Bauern auf dem Betrieb. Weiter fällt auf, dass die schon schlanke Knick-Deichsel über eine Deichselverlängerung verfügt. Das ist leicht erklärbar, denn im hügeligen Appenzellerland ist die Doppelbereifung am Traktor eine Selbstverständlichkeit. Damit sich das Aussenrad bei Kurvenfahrt nicht am Lade­ wagen verkeilt, braucht es etwas mehr Distanz. Gefallen hat uns die Schlauchgarderobe, welche Ordnung schafft und verhindert, dass Hydraulikschläuche vom Traktorhinterrad erfasst

werden. Der Wagen ist mit einer Einzel­ achse ausgerüstet. Aus dem grossen Angebot an Bereifungsvarianten, die Agrar anbietet, nutzte man bei der Ausstattung dieses Wagens einen «Radial Flotation Trac»-Reifen in der Grösse 520/50R17 von Vredestein. Ein, wie uns scheint, für den gemischten Einsatz auf Strasse und Grünland gut geeigneter Reifen.

Keine Futterverluste Wer mit offenen Augen durchs Appenzellerland fährt, dem fallen die gepflegten und sauberen Wiesen auf. Hier legt man Wert auf saubere Arbeit, sowohl beim Menschen als auch bei der Maschine. Die saubere Futteraufnahme ist eigentlich das


Einsatzbericht | Impressionen

Ziel jedes Ladewagen-Herstellers. Das gelingt nicht allen gleich gut. Agrar hat dieses Ziel im Griff, indem das an drei Punkten aufgehängte Pickup mit einem Pendelweg von 20 cm um den mittleren Aufhängepunkt pendeln kann und sich damit optimal den Bodenunebenheiten anpasst. Agrar liefert eine 170 cm breite Pickup. Die Futteraufnahme erfolgt durch fünf gesteuerte und versetzte Zinkenreihen. Am Prallblech mit Rollenniederhalter sorgen seitliche Gummiabdeckungen (Zusatzausrüstung) dafür, dass kurzes Futter am Hang nicht wegrutschen kann.

K wie Kurvenbahn Auf dem Typenschild des Wagens steht «TL 32 K». Das «TL-K» bezieht sich auf «Tieflader» und das Förderorgan mit «Kurven­bahn». Was bedeutet, dass dieser Wagen mit fünf kurvenbahngesteuerten Lade­schwingen ausgerüstet ist. Bei Agrar gilt dieses Ladeaggregat als Allzweckladeaggregat für Gras, Heu und Silage. Auf dem Rechbühl hat man sich für den «32er» Ladewagen entschieden, weil er gegenüber dem nächstkleineren Wagen lediglich 200 kg mehr auf die Waage bringt, aber bei mittlerer Pressung doch ein rund 3 m³ (bzw. 2,7 m³ nach DIN) grös­seres Volumen bietet. Auch wenn das bewirtschaftete Land relativ nahe um den Betrieb verteilt ist, erhöht das grössere Lade­ volumen die Schlagkraft. Nicht unwichtig, denn der Anfang August 2020 bezogene neue Stall ist mit einer leistungsfähigen Krananlage ausgerüstet. Die «TL-K»-Serie wird ab Fabrik mit einem Basisschneidwerk mit maximal sieben Messern ausgerüstet. Als Zusatzausrüstung gibt es einen Schneidrahmen mit 15 Messern. Was es nicht gibt, das ist der aus-

Auf Wunsch gibt es Untenanhängung und Deichselverlängerung.

ziehbare Schneidrahmen, wie er in den Hochleistungsladewagen verbaut wird.

Neues Federsystem «SafeDamp» Vieles bisher Erwähnte ist nicht wirklich neu, bestenfalls optimiert. Nun hat Agrar aber doch noch eine Neuheit im Angebot, welche erstmals an ebendiesem «TL32K» anlässlich der letzten Fachmesse «Tier & Technik» in St. Gallen gezeigt wurde. Dabei handelt es sich um die «SafeDamp»-Dämpfung für Tiefgangladewagen. Ein herkömmliches Federsystem bei einem tiefgebauten Wagen einzubauen, ist ohne Schwerpunkterhöhung kaum möglich. Daher scheiden Blattfeder- und Parabelfedersysteme zum Vornherein aus. Beide Systeme würden zudem die Hangtauglichkeit negativ beeinflussen, da sie bei Schichtenlinienfahrt am Hang auf der Hangabwärts-Seite einfedern (oder einknicken) und damit die Standfestigkeit reduzieren. Agrar hat mit dem Einbau ei-

nes «Längslenkerfedersystems» die wesentlichen Nachteile der Blattfedersysteme für Tieflader umgangen. Die Plattformhöhe von 71 cm (ohne) wird durch den Einbau von «SafeDamp» nur unwesentlich beeinflusst. Dafür wird das Fahrverhalten auf der Strasse verbessert. Der Ladewagen läuft ruhig, weil Schläge und Unebenheiten gedämpft werden.

Fazit Wie man sich das bei Agrar-Ladewagen gewohnt ist, macht der Wagen einen robusten Eindruck. Das Futter wurde sauber aufgenommen und die Ladeleistung überzeugte. Mindestens visuell hat das Dämpfersystem am Hang die Erwartungen erfüllt. Die Anfahrtswege auf der Strasse waren zu kurz, um abschliessend über «SafeDamp» zu urteilen, aber für einen guten Eindruck ohne das sonst bei Ladewagen übliche «Geschäpper» reicht es dennoch.

Steckbrief Agrar «TL32K»

Wichtiges Detail: die seitliche Gummiabdeckung verhindert das Wegrutschen von kurzem Futter am Hang.

Fassungsvermögen: 33,3 m³ (mittlere Pressung); 21,8 m³ (nach DIN 11741) Förderschwingen: 5 Messer: 1, 3, 5, 7 (max. 15) Masse (L × B): 7,80 m; 2,50 m Spur: 2,05 m Höhe: 2,04 m, 3,08 m mit Scherengitter Plattformhöhe: 0,71 m Leergewicht: 2650 kg (Grundausrüstung) Gesamtgewicht: bis 8000 kg (je nach Achse und Bereifung) Richtpreis: CHF 36 900.− ohne MwSt. (mit Grundausrüstung) (Herstellerangaben)

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Impression | Fahrbericht

Der tiefe Schwerpunkt und die zentrale Fahrerposition machen zusammen mit angebrachten Doppelbereifungen den rund 2,9 t schweren «Tony 10 900 TTR» in vielen Einsatzgebieten zu einem echten Mitbewerber des Zweiachsmähers. Bilder: R. Engeler

Auch fürs Gelände aufgestellt Antonio Carraro hat seinen «Tony 10 900» im letzten Jahr in der Variante «TR» vorgestellt. Nun gibt es dieses Modell auch in einer breiteren und mit längerem Radstand aus­gestatteten Version «TTR». Roman Engeler

Die Traktorenfamilie «Tony» steht bei Antonio Carraro für Fahrzeuge mit vier gleich grossen Rädern, hydrostatisch-mechanischem Getriebe und ist ausgerüstet mit einer Wendesitz-Vorrichtung. Diese gibt es als Radlenker oder als Knicklenker («SR»). Einst für den Obst- und Weinbau entwickelt, hat der italienische Hersteller mit seinen Fahrzeugen zunehmend auch das Berggebiet im Fokus. Mit der Zusatzbezeichnung «TTR» baut Antonio Carraro denn auch etwas breitere und längere Maschi­ nen, die sich dann in Hanglagen besser behaupten können. So auch das 44

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neue Wende-­ Sitz-Modell «Tony 10 900», das auf diese Saison in ebendieser breiteren Version «TTR» auf den Markt kommt. Die «Schweizer Landtechnik» hat diesen Allrad-­ getriebenen Traktor in Kombination mit dem Mähwerk «Tornado 266» von Sepp Knüsel in einem allerdings eher ebenen Gelände unter die Lupe nehmen können.

3b. Der Tankinhalt beträgt stolze 80 l. Die Motorhaube lässt sich leicht öffnen. Dank der geringen Bauhöhe sind die Wartungszugänge wie zum Kühlaggregat oder Luftfilter einfach zu erreichen. Auf Wunsch gibt es einen Umkehrlüfter für die Reinigung von Kühler und Kühlergitter. Die Frontpartie kann optional durch Stahl­rohre zusätzlich geschützt werden.

Bekannter Motor Angetrieben wird der «Tony 10 900 TTR» von einem 4-zylindrigen 3,8-l-Motor von Kubota mit einer Leistung von 98 PS. Das Aggregat erfüllt die Abgasnorm der Stufe

Hydrostatisch-mechanisch Beim Getriebe setzt Antonio Carraro auf eine Kombination von hydrostatischem mit mechanischem Antrieb, allerdings


Fahrbericht | Impression

Über den Joystick werden die meisten Hydraulik-, Hubwerks- und Zapfwellenfunktionen gesteuert.

Optional leistet die Hydraulikpumpe 52 l/min (serienmässig 44 l/min). Es stehen total vier Steuerventile zur Verfügung.

Für die Sitzdrehung braucht es 20 Sekunden: Fusspedale hochklappen, Sicherung lösen, Sitz anheben und drehen – fertig.

ohne Leistungsverzweigung. Es gibt vier Gruppen oder Fahrbereiche (eigentlich sind es auch Geschwindigkeitsbereiche), die ohne Kupplung per Knopfdruck gewechselt werden können. Durch einen Druckabfall im Hydrostat wird dieser so verlangsamt, dass es im mechanischen Teil zu einer Synchronisierung mit der nächsten Gruppe kommt und diese dann eingelegt werden kann. Der Ablauf erfolgt elektronisch gesteuert und nimmt aber doch eine gewisse und durchaus gewöhnungsbedürftige Zeit in Anspruch. Der Kraftschluss bleibt jedoch stets gewährt. Das Getriebe ermöglicht verschiedene Fahrmodi: konstantes Tempo, konstante Drehzahl oder konstantes Drehmoment: alles gesteuert durch das Tractor-Management-Control-System «TMC». Die elektro-­ hydraulische Wendeschaltung wird mit einem Hebel am Lenkrad oder am Joystick betätigt. Eine aktive Stillstandsregelung hält den Traktor stabil, wenn das Fahrpedal entlastet wird. Die Feststellbremse wird zudem drei Sekunden nach Verlassen des Fahrersitzes aktiviert.

Geräumige Kabine

tern, gleich beim Anbau des jeweiligen Geräts. Die Einschaltung erfolgt mit automatischer Lastanpassung.

Integraler Schwingrahmen Auch bei diesem Fahrzeug ist ein integraler Schwingrahmen verbaut. Antonio Carraro nennt ihn «Actio». Er besteht aus einem mit den Achsen verbundenen Träger und einem verwindungsfähigen Gelenk, alles gut mit Fett gefüllt. Der Rahmen lässt eine Verwindung bis 15° zu, so dass auch im kupierten Gelände stets alle vier Räder auf dem Boden bleiben. Der Radstand beträgt 1800 mm, 270 mm mehr als beim «TR», was zusätzlich zur breiteren Spur mehr Stabilität im Hang bei Schichtenlinien-Fahrt und besseren Fahrkomfort auf der Strasse gibt. Dafür ist die Wendigkeit etwas geringer. Der über die Vorderachse ragende Motor wurde bei den kürzeren Fahrzeugen oft bemängelt, stellt beim längeren «TTR» aber kaum ein Problem bei der Fahrt in der Falllinie dar.

Der längere und breitere Radstand hat auch Auswirkungen auf die klimatisierte Kabine, die im Vergleich zum «TR» ebenfalls gewachsen ist. Die Türen öffnen weit, die Kabine zeigt sich geräumig – weist aber einen Mitteltunnel auf – und bietet einen vollwertigen Beifahrersitz, auf dem man bei Schubfahrt dem Fahrer schön vis-à-vis sitzt. Die bereits erwähnte Sitzdrehung erfolgt in gerade mal 20 Sekunden. Fusspedale hochklappen, Sicherung lösen, Sitz mit aufgeklappter Armlehne anheben, drehen und dann alles wieder herunterklappen: Schon schauen Armaturenbrett und Lenkrad in die andere Richtung. Das Lenkrad lässt sich übrigens in Neigung und Höhe verstellen. Die Übersicht in der Kabine ist perfekt, man sieht auf alle vier Räder, vermisst werden jedoch bei Schubfahrt mit gedrehtem Sitz die Rückspiegel. Da diese Schubfahrt nur auf dem Feld, nicht aber auf öffentlichen Strassen erlaubt ist, ist ein zweites Rückspiegelpaar nicht im Serienumfang enthalten, als Option jedoch verfübar. Die Beleuchtung ist serienmässig ausreichend, kann optional durch LED-Scheinwerfer vorne und an der Seite ergänzt werden. Auf Wunsch wird die Kabine nach Schutz-Kategorie 4 zertifiziert.

Hydraulik und Zapfwelle Die Hydraulikpumpe bietet beim «Tony 10 900 TTR» serienmässig eine Förderleistung von 44 l/min, auf Wunsch bis 52 l/min. Insgesamt stehen vier propor­ tional ansteuerbare und doppelt wir­ kende Steuer­ ventile, wovon zwei mit Schwimmstellung, zur Verfügung. Das Kategorie-2-Hubwerk vermag 2,4 t zu heben und bietet eine Entlastung, optional mit grösseren Zylindern, was bei Geräten über 700 kg empfohlen wird. Bei den Zapfwellen gibt es die Drehzahlen 540 und 540 Eco. Die Umschaltung erfolgt entweder in der Kabine oder ex-

Sensitiver Joystick Die Steuerung vieler Funktionen erfolgt über den Joystick: Ein- und Ausschalten der Zapfwelle, Bedienung von Hubwerk, Tempomat, Steuergeräte oder Wendeschaltung. Sensoren spüren, ob der Joy­ stick auch richtig umfasst wird, so dass er auf unbeabsichtigte Berührungen nicht reagiert. Über Knöpfe und Regler, die übersichtlich auf der Konsole angeordnet sind, werden Öl-Fluss der Steuerventile, Geräteentlastung, Schwimmstellung und Fahrbereichswechsel gesteuert.

Fazit Der tiefe Schwerpunkt und die zentrale Fahrerposition machen zusammen mit angebrachten Doppelbereifungen das rund 2,9 t schwere Fahrzeug in vielen Einsatzgebieten zu einem echten Mitbewerber des Zweiachsmähers. Den «Tony 10 900 TTR» von Antonio Carraro gibt es ab CHF 105 000.– beim Schweizer Importeur Sepp Knüsel und seinen Vertriebspartnern.

Steckbrief Antonio Carraro «Tony 10 900 TTR» Motor: V3800 von Kubota, 3,8 l, 4 Zylinder, 98 PS bei 2400 U/min. Abgasstufe 3b. 80 l Tankinhalt Getriebe: hydrostatisch-mechanisch mit vier Fahrbereichen Zapfwelle: 540/540Eco Hydraulik: 44 l/min (52 l/min optional). 4 doppelt wirkende Steuerventile mit proportionaler Ansteuerung, wovon 2 mit Schwimmstellung Hubwerk: 2,4 t, Kategorie 2 Preis: ab CHF 105 000.– (ohne MwSt.) (Herstellerangaben)

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Impression | Einsatzbericht

Erich Tesch hat das Notbremssystem «SlipGuard» entwickelt, das Leben retten kann. Bilder: J. Paar

Lebensretter im Steilhang Der Österreicher Erich Tesch weiss aus eigener Erfahrung, wie gefährlich die Arbeit im Steilhang sein kann, und hat deshalb ein Notbremssystem für Bergmaschinen entwickelt. Johannes Paar*

Landwirt-Sohn und Mechaniker-Meister Erich Tesch ist auf einem Bergbauernhof aufgewachsen. Er kennt die Gefahr des Abrutschens und hat es schon selbst wiederholt erlebt. «Gott sei Dank ist es immer gut ausgegangen», sagt er. Doch er kennt auch andere Vorfälle in seinem Verwandten- und Bekanntenkreis, was ihn vor rund vier Jahren dazu veranlasste, über ein Notbremssystem nachzudenken. «Gerät man ins Rutschen, ist bremsen meist die erste Reaktion, aber nicht immer richtig. Blockieren die Räder, füllt sich das Pro-

* Johannes Paar ist Chefredaktor der österreichischen Fachzeitschrift «Landwirt».

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fil schnell mit Dreck, die Reinigungswirkung geht verloren und die Reifen haben keinen Griff mehr. Das Fahrzeug wird immer schneller. In so einer Situation hilft nur mehr ein unabhängiges Notbremssystem», ist Erich Tesch überzeugt.

Der Rutschschutz Die Notbremseinrichtung «SlipGuard» (Rutschschutz) lässt sich auf Traktoren, Transportern und Zweiachsmähern sowie auf Gespannen mit Ballenpressen, Ladewagen oder Miststreuern montieren. Die Notbremse besteht aus einem massiven Stahlrahmen, zwei federbelasteten Bremsklappen mit Krallen, zwei Abspannseilen und einem robusten Schloss. Die Bremse wird

bei Gefahr vom Fahrer mit einem Not-AusTaster ausgelöst. Dabei schnellen die beiden mit Federn vorgespannten Krallen blitzartig nach unten. Die in Fahrtrichtung stehende Kralle bohrt sich in die Erde und bremst das Fahrzeug bis zum Stillstand ab. «Je steiler das Gelände, desto flacher ist der Einstechwinkel der Bremsklappe. Damit die Bremskrallen sich rasch und sicher in den Boden ziehen, habe ich sie mit Federn vorgespannt», erläutert Erich Tesch. Rutscht das Fahrzeug bei Hangschrägfahrt seitlich ab, kann es das Fahrzeug beim Bremsen verdrehen, es bleibt aber trotzdem stehen. Die «Bremsspur» ist je nach Bodenbeschaffenheit unterschiedlich lang. Auf extremen Schotterböden mit wenig


Einsatzbericht | Impression

«SlipGuard» (im Bild ein Prototyp) ist in Österreich patentiert (für Europa noch im Gange) und wird 2021 in die Serienfertigung gehen.

Gegenhalt zieht man eine deutlich längere Spur als auf einem festen Boden.

Montage am Fahrzeug «SlipGuard» sollte möglichst zentral unter dem Fahrzeug zwischen den beiden Achsen montiert werden. «Anschraubpunkte findet man eigentlich bei jedem Fahrzeug. Diese muss es ja auch für diverse Unterzüge und Abstützungen wie Frontlader-Konsolen und Anhängevorrichtungen geben», weiss der erfahrene Mechaniker-Meister. Die gesamte Konstruktion ist flach gehalten, damit die Bodenfreiheit weitgehend erhalten bleibt. Sie reduziert sich in der Regel um wenige Zentimeter, bei manchen Fahrzeugen bleibt sie sogar gleich. Die Bremse ist von unten her weitgehend «ge-

Die Bergung eines mit «SlipGuard» abgebremsten Fahrzeuges kann etwas aufwändig sein, da sich das System mit Erdmaterial füllt.

schlossen», so dass beim Überfahren von Schwaden kein Futter hängen bleibt. Die Notstopp-Einrichtung kann elektrisch (Not-Aus) mit einem starken Magneten oder auch mechanisch per Seilzug ausgelöst werden. Für die elektrische Betätigung ist eine sichere Stromversorgung Voraussetzung. «Auf eine hydraulische Betätigung habe ich bewusst verzichtet», erläutert der Konstrukteur. «Sie wäre zu träge, zu kostenintensiv und fehleranfällig. Die Bremse muss schnell und sicher wirken. Denn bei akuter Gefahr hat man keine Zeit, ein Hydrauliksteuergerät zu betätigen.»

Für verschiedene Fahrzeuge Künftig soll es von «SlipGuard» je nach Fahrzeugtyp verschiedene Baugrössen geben. «SlipGuard» kann man auch auf

Je nach Fahrtrichtung bohrt sich eine der beiden massiv konstruierten Bremsklappen wie ein Rettungsanker in den Boden und stoppt das Fahrzeug.

einem Anhänger, Ladewagen, Güllefass oder Miststreuer montieren. Mit zwei unabhängigen Systemen auf Zugfahrzeug und Anhänger verhindert man die Gefahr des «Überschiebens» oder des seitlichen Abrutschens des Anhängers. Rund zwei Jahre hat Erich Tesch an seinem Prototyp gebastelt und ist nach zahlreichen Versuchen zu folgender Erkenntnis gekommen: «SlipGuard» sei keine totale Sicherheit, um einen Absturz zu vermeiden, aber zumindest eine wertvolle Option. «SlipGuard» ist in Österreich patentiert, die Serienfertigung soll 2021 starten. Die Kosten schätzt Tesch je nach Baugrösse zwischen 2500 und 6000 Euro. Egal, was diese Not-Stopp-Einrichtung kostet, sie ist vermutlich eine «clevere Lebensversicherung».

Die Notstopp-Einrichtung kann elektrisch (Not-Aus) mit einem starken Magneten oder auch mechanisch per Seilzug ausgelöst werden.

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Der Slogan «Designed by Kuhn, made by Kuhn» verkörpert die Philosophie der neuen «PZ»-Generation. Bilder: R. Hunger

Kuhn «PZ 3221F» im Praxiseinsatz Kuhn hat das «PZ»-Trommelmähwerk überarbeitet und einige wenige Modelle auch in der Schweiz in die Praxisprüfung geschickt. Die «Schweizer Landtechnik» konnte ein solches Mähwerk im Praxiseinsatz verfolgen und erste Eindrücke sammeln. Ruedi Hunger Designed by Kuhn, made by Kuhn, dieser Slogan zeigt klar auf, woher das Mähwerk kommt. Der Name «PZ» kam 2008 mit dem Kauf des niederländischen Werks PZ Zweegers in Geldrop ins Portfolio von Kuhn. Kuhn konnte auf diese Weise sein Mähwerkprogramm durch Trommelmäh­ werke ergänzen.

«Für das tägliche Eingrasen»

Neue Lösungen … Wenn ein Hersteller eine Maschine über­ arbeitet und neu vorstellt, dann ist wohl immer die erste Frage, was ist neu und was ist anders. Im Rahmen einer Optimie­ rung der Kuhn-«PZ»-Mähwerke wurde insbesondere die Grundkonstruktion über­ arbeitet. Die zwei auffallendsten neuen Merkmale am Kuhn-«PZ 3221F»-Trommel­ mäher sind die massive Grundkonstruktion aus einem Vierkantprofilrohr und der Keilriemen­antrieb. Dem allgemeinen Trend 48

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Felix Ackermann bewirtschaftet in der vierten Generation seinen Betrieb auf der «Storchegg» in Niederbüren (SG). Der Betrieb kennt noch das tägliche Eingrasen, zudem steht der Betrieb in der Siloverbots­ zone. Für das Eingrasen nutzt Ackermann bereits seit einiger Zeit das gleichartige

Vorgänger-Modell von Kuhn. Angespro­ chen auf seine Erfahrungen mit dem neuen «PZ 3221F» sagt Ackermann: «Das tägliche Eingrasen hat mir den Entscheid für ein Front-Trommelmähwerk erleichtert. Die Erfahrungen, welche ich jetzt doch seit drei Monaten sammle, sind durchs Band positiv. Insbesondere überzeugt mich die Boden­ anpassung, dies obwohl das neue Modell breiter mäht als das Vorgängermodell. Für das tägliche Eingrasen fahre ich gerne mit reduzierter Drehzahl, damit ich den Lade­ wagen etwas schonen kann, aber auch unter diesen Bedingungen mäht das Mähwerk sauber. Bei der Startleistung und dem Kraftbedarf allgemein verspüre ich keinen nennenswerten Unterschied zum bisherigen Mähwerk.»


Einsatzbericht | Impression

von grösseren Traktoren folgend, hat Kuhn den Antrieb insgesamt verstärkt. Die Neuerungen haben das Eigengewicht des Mähwerks, gegenüber dem Vorgängermodell, um rund 120 kg erhöht. Darin enthalten ist auch die grössere Schnittbreite von 3,19 m statt 3,10 m.

Details zum Kuhn-Mähwerk «PZ 3221F» Mähwerkeinstellung, alles auf einen Blick: 1 Arretierung für den «FlexProtect»Seitenschutz 2 Einstellung Schwadscheiben zur Wahl der Mäh-Schwadbreite 3 Stufenlose Schnitthöhenverstellung (über einen von Bereich 45 mm) 4 Arretierung des Pendelbocks (Pendelbereich quer + /– 8,5°)

… für künftige Herausforderungen Die Grundkonstruktion trägt vier Trommeln. Aussen zwei Mähtrommeln mit grossem Mähteller und innen zwei mit kleineren. Das eigentliche Mähkörper-Design wird bestimmt durch frei drehbare Gleit­teller, welche über Unebenheiten hinwegdrehen, ohne zu rutschen. Die Kuhn-Philosophie ist einleuchtend, ein Teller, der über Unebenheiten hinwegdreht, der schiebt keine Erde vor sich hin. Die Bodenanpassung wird durch den Pendelbereich des Mähwerks quer und längs zur Fahrrichtung bestimmt. Voraussetzung ist natürlich, dass das Mähwerk über einen Pendel-Anbaubock verfügt. Für den Strassentransport werden die Pendelbereiche des Mähwerks gesperrt. Es ist übrigens auch mit einem festen Anbaubock lieferbar. Vom sauberen Schnitt beim täglichen Eingrasen konnten wir uns vor Ort überzeugen und dass das Mähwerk auch unter schwierigen Boden- bzw. Erntebedingungen ein Futterschwad ohne Schmutzeintrag hinterlässt. Sicher das Verdienst der frei drehbaren Gleitteller, bestätigte uns auch der Betriebsleiter, der das Mähwerk im praktischen Einsatz zeigte.

Grosse und kleine Teller Ein weiteres Merkmal am «3221F» sind die abgeflachten Trommeln, die für den tadel­ losen Mähguttransport verantwortlich sind, ob es nun viel oder wenig Futter hat. Die «PZ»-​typische Kombination aus grossen und kleinen Messertellern garantiert zusammen mit den serienmässigen Schwadscheiben ein schmales Schwad. Das Schnittgut wird also

Das Trommelmähwerk zeichnet sich aus durch: • Insgesamt vier Trommeln • Aussen zwei grosse abgeflachte Trommeln mit je 4 Mähklingen • In der Mitte zwei Trommeln mit kleinem Durchmesser und je 2 Klingen • Die frei drehbaren Gleitteller drehen über Unebenheiten hinweg, ohne zu rutschen. Sauberer Schnitt des Trommelsystems durch: • Ein einfacher und rascher Messerwechsel garantiert, dass Messer auch gewechselt werden. • Beidseitig abgeflachte Trommeln fördern das Mähgut zuverlässig nach hinten. • Dank zusätzlichen, geschraubten Transportleisten verstopfungsfrei

nicht am Rand des Schwads von den Traktorreifen in den Boden gedrückt. Die beiden Aussentrommeln sind stufen- und werkzeuglos höhenverstellbar, so dass je nach Futterbestand und Bodenbedingungen eine optimale Schnitthöhe gewählt werden kann. Damit die Teller des Mähwerks nicht endlos auslaufen, werden sie beim Ausheben in einem Konus abgebremst.

tem ersetzt. An den grossen Trommeln sind jeweils vier Klingen und an den kleinen Trommeln zwei Klingen befestigt. Mit einem Spezialwerkzeug (auf der Maschine) ist ein Mähklingenwechsel in kurzer Zeit erledigt. Das alles geschieht bei ausgehobenem Mähwerk in einer angenehmen Arbeitsposition. Der schützende Vorderteil wird zu diesem Zweck hochgeklappt und gibt die Mähscheiben frei.

Klingen-Schnellwechselsystem Die Mähklingen müssen, abhängig von den Futter- und vor allem Bodenbedingungen, nach einer bestimmten Anzahl Schnitt­ hektaren gewechselt werden. Am PZMähwerk sind sie nicht geschraubt, sondern werden über ein Schnellwechselsys-

Wenn es einmal rumpelt Apropos Seitenschutz, es soll ja vorkommen, dass beim Mähen ein Zaunpfahl oder ein Baumstamm touchiert wird. Kuhn verwendet flexible «FlexProtect»-Seitenhauben. Wird einmal eine aus der Form gedrückt, erholt sie sich wieder und nimmt innert kurzer Zeit die Grundform ein. Eine gute Lösung (den Versuch aufs Exempel haben wir begreiflicherweise nicht gemacht).

Fazit

Das Mähwerk kann auch mit einem heckseitigen Aufbereiter eingesetzt werden.

Das Kuhn «PZ 3221F» hat einen guten Eindruck hinterlassen. Es eignet sich für Traktoren zwischen 70 und 110 kW (100–150 PS). Der steigenden Tendenz der Motorleistung folgend hat Kuhn die richtigen Schlüsse gezogen und das Mähwerk überarbeitet und modernisiert. Dies mit der Folge, dass das Gerät etwas schwerer wurde. Das Mähwerk wird ab September 2020 zum Preis von CHF 18 380.− exkl. MwSt. angeboten. 9 2020 Schweizer Landtechnik

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Impressionen | Einsatzbericht

Ein ungewöhnlicher Anblick. Anstelle des Vanguard-Motors ist bei diesem Motormäher ein E-Kit montiert.

Bilder: R. Hunger

Mähen mit Spannung Wer in Hanglagen schon stundenlang mit dem Motormäher gemäht hat, weiss, wie anstrengend diese Arbeit ist. Die «Schweizer Landtechnik» hat eine innovative elektrische Umbaulösung bei einem der ersten Einsätze in der Praxis begleitet. Ruedi Hunger und Ruedi Burkhalter

«Wir sind ein motiviertes Team und haben das Ziel, den Motormäher attraktiver zu machen», sagt Gian Caduff von OC En­ gineers GmbH in Morissen GR. Er weiss, wovon er spricht, ist er doch auf einem Landwirtschaftsbetrieb aufgewachsen, den heute sein Bruder führt. Die Praxis ist für ihn daher nah und das alte Stallgebäude im Dorf dient dem Maschineningenieur als Konstruktionswerkstätte. Am Anfang war die elektrische Nachrüstlösung für Ein­ achser und Motormäher einfach eine Idee. Nach umfassenden Recherchearbeiten wurde sie ab November 2019 konkreter. Die Jungunternehmer begannen mit den Planungsarbeiten und läuteten damit die Umsetzungsphase ein.

Die Motivation Wenn der Verbrennungsmotor durch ei­ nen Elektroantrieb ersetzt wird, steigt die 50

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Attraktivität des Motormähers. Das merkt jeder, der schon einmal längere Zeit mit einem solchen Mäher gearbeitet hat. Der Lärmpegel ist viel tiefer, ein wesentliches Element. Denn ein Maschinenführer weiss, wie belastend der dauernde Lärm des Motors ist. Die vom Verbrennungs­ motor ausgehenden Vibrationen fallen weg und damit reduzieren sich die Ermü­ dungserscheinungen an Händen und Ar­ men. Schliesslich sind keine Abgase da, die oft für Müdigkeit, Kopfschmerzen und Augenbrennen verantwortlich sind. Den Motormäher attraktiver machen heisst aber auch, das angenehmere Mä­ hen mit einer entsprechend grossen Mäh­ balkenbreite zu verbinden, um damit die Leistungsfähigkeit des Motormähers zu er­ höhen. Damit wird er zur attraktiven und finanziell interessanten Konkurrenz für den Zweiachsmäher.

«Start simple, then grow» Ein Slogan, der die OC Engineers bei ihren Projekten begleitet. Man versteht sich als Dienstleister. Das Ziel, den Motormäher at­ traktiver zu machen, kann durchaus eine Dienstleistung für den Bergbauern sein. Dank einem grossen Netzwerk konnte im Verlauf des vergangenen Winters ein erstes Funktionsmuster realisiert werden. Die In­ betriebnahme erfolgte Mitte April dieses Jahres. Ein Spaziergang ist die Realisation des Projekts aber nicht. Hauptknackpunkt ist derzeit das Gewicht der Batterie. Diese von «Ecovolta» in Brunnen bezogene Bat­ terie wiegt 50 kg. Damit entspricht ihr Ge­ wicht ungefähr dem ausgetauschten Van­ guard-Motor. Ihre Kapazität reicht für zirka zwei Stunden Mäharbeit. Damit kann aber noch kein Bauer begeistert werden. Umso mehr, als nachher eine bis zu dreistündige Ladezeit folgt. Für Gian Caduff ist deshalb


Einsatzbericht | Impressionen

«Normalerweise» bewegt sich der Maschinenführer im Bereich der Abgase, nicht so mit diesem E-Antrieb.

Knackpunkt ist derzeit noch das Gewicht der hier noch abgedeckten Batterie.

klar: erst mit einer Wechselbatterie wird der E-Motormäher attraktiv. Eine Wechselbatterie darf aber höchstens noch das halbe Gewicht des aktuellen Akkus auf die Waage bringen, denn eine 50 kg schwere Batterie bei den vorhandenen Platzverhältnissen zu wechseln, ist nicht realistisch. «Auch muss die Ladezeit der Batterie noch verkürzt werden», sagt Caduff. Das scheint aber schon kurzfristig realisierbar zu sein.

Aebi, Rapid oder Reform etwa das Zweibis Dreifache des aufgebauten Vanguard-​ Motors. Die hohen Kosten erklären sich damit, dass für das Funktionsmuster sämtliche Teile als Einzelkomponenten bei den Herstellern gekauft werden mussten. Das muss und wird sich ändern, davon ist Gian Caduff überzeugt, und zwar ab dem Zeitpunkt, zu dem die Komponenten in grös­ serer Anzahl eingekauft werden können.

Batterie mit zwei Leben

Das wurde festgestellt

man Anfang 2020 entschieden, mit einem Forschungspartner aus dem Ökozentrum Langenbruck zusammenzuspannen. Ein sogenanntes E-Mobilitäts-​Team forscht dort seit Jahren an landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen zur Elektrifizierung – beispielsweise Radnabenmotoren oder Wechsel-Akkus. Die Grundidee, den Motormäher mit einer so innovativen Idee attraktiver zu machen, hat beim Praxiseinsatz vor Ort schon jetzt überzeugt. Es wird spannend beim Mähen.

Die derzeitige 96-V-Batterie (Li-Ion-Akku) hat eine Leistung von 10 kW. Aus sicherheitstechnischen Überlegungen sind aber für den späteren Einsatz 48-V-Batterien vorgesehen. Das sei auch ausreichend, sagt Caduff, denn während des Betriebs «bezieht» der Elektromotor ziemlich kon­ stant etwa 3 kW. Beim Wechsel vom Verbrennungsmotor auf den Elektroantrieb bleibt der übrige Antriebsstrang unangetastet. Der hydraulische Anrieb ist ideal, weil auftretende Lastspitzen geglättet werden, bevor sie die Batterie belasten. Die Lebensdauer einer Batterie wird durch die Anzahl Ladezyklen bestimmt. Ein einmaliges Aufladen entspricht einem Zyklus. Ausgehend von etwa 1500 Ladezyklen kann ein solcher Li-Ion-Akku etwa 8 bis 10 Jahre genutzt werden. Anschliessend wird er nicht einfach entsorgt, sondern in ein zweites Leben geschickt. Das heisst, wenn er nur noch etwa 80% seiner angedachten Kapazität aufnehmen kann, beginnt die stationäre Zweitverwendung. Dies kann beispielsweise für die Stromspeicherung bei Solaranlagen der Fall sein, wo er noch viele Jahre seinen Dienst versieht.

Das Team von OC Engineers ist überzeugt vom Projekt. Von der Idee über die Planungsphase bis zum Funktionsmuster stand ein Ziel im Vordergrund, nämlich den Motormäher attraktiver zu machen. Dabei hat man nie den Boden der Realität verlassen. Der nahe Praxisbezug zeigt sich auch darin, dass es für die Entwickler klar ist, dass eine 50 kg schwere Batterie nicht realistisch ist. Auch die Ladezeiten für eine Ersatzbatterie müssen noch optimiert werden und schliesslich weiss Bauernsohn Gian Caduff, dass das Umrüst-Kit nur eine Chance in der Praxis hat, wenn der heutige Preis noch sinkt. Noch hat das Projekt Optimierungspotenzial. Darum hat

«Schweizer Landtechnik»-Redaktor Ruedi Burkhalter und Gian Caduff von OC Engineers im Gespräch.

Immer die erste Frage … Was kostet das Ganze? Derzeit kostet ein Umbau-Kit für einen Motormäher von

OC Engineers GmbH Inhaber Gian Caduff ist Maschineningenieur und auf einem Landwirtschaftsbetrieb in Morissen im Bündner Oberland aufgewachsen. Er ist gelernter Landmaschinenmechaniker. Während seines Maschinentechnik-Studiums an der Hochschule in Rapperswil lernte er Simon Ott und Ma­ thias Dürr kennen. Zusammen entwickeln sie Systeme und Produkte im Bereich Fahrzeug- und Maschinenbau. Genauer gesagt,

meint Caduff: «Wir beschäftigen uns mit Mechanik, Fluidik und Fahrzeugelektrik. Dabei können wir bei Neumaschinen, Umbauten oder Eigenkonstruktionen weiterhelfen.» Dieses motivierte Trio weiss: «Ein erfolgreiches Produkt von A bis Z zu entwickeln, ist nicht das Verdienst einer einzelnen Person. Es ist Teamarbeit, die interdisziplinäre Lösungsansätze verlangt.»

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Impression | Einsatzbericht

Nach einer Entwicklungszeit von 8 Jahren konnte die erste Serie Bandschwader den Landwirten ausgeliefert werden.

Bilder: R. Hunger

Fördert auch hangaufwärts Die «Schweizer Landtechnik» hat einen neuen Bandschwader mit Vakuumsystem beim Praxiseinsatz begleitet und sich im Anschluss in der Werkstatt von Mettler Maschinen in Schwellbrunn über die Konstruktionsdetails informieren lassen. Ruedi Hunger und Roman Engeler

Schmutz ist im Grünfutter, in der Silage und im Dürrfutter grundsätzlich unerwünscht. Speziell bei der Grassilage-Herstellung besteht ein erhöhtes Risiko, dass es aufgrund von Futterverschmutzung zu Fehlgärungen kommt. Das wusste auch Ueli Mettler aus Urnäsch AR, als er sich vor Jahren Gedanken machte, wie Futterverschmutzungen beim Schwaden verhindert werden könnten. Mettler, der selbst einen Landwirtschaftsbetrieb bewirtschaftete, hat sich bereits 2013 ernsthaft mit dem Problem befasst und war gewillt, das Übel bei der Quelle anzupacken.

Der erste Prototyp wurde im Rahmen einer Projektarbeit durch seinen Neffen René Mettler im Studium zum Maschinenbauingenieur konstruiert und anschliessend hergestellt. Die Nähe zur Praxis erlaubte es dem Unternehmen, die Schwachstellen laufend zu verbessern und diese Verbesserungen in neue Modelle einfliessen zu lassen. Mit überzeugenden Alleinstellungsmerkmalen

wurde 2019 eine Vorserie von wenigen Maschinen produziert. Nach der Futterbausaison 2019 kam einer dieser «Mettler-​ Bandschwader» wieder zurück in die Werkstatt, wurde komplett demontiert und auf Abnützung sowie Schwachstellen überprüft. Mit diesen Erfahrungen und einigen Optimierungen hat man im laufenden Jahr eine erste Serie von zehn Maschinen hergestellt. Der Mettler-Bandschwa-

Überzeugende Eigenentwicklung Über Jahre hinweg, mit zahlreichen Modellen und verschiedenen Varianten hat er immer wieder nach einer brauchbaren Lösung gesucht. In den letzten Jahren kristallisierte sich das Prinzip des Bandschwaders heraus. 52

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Alleinstellungsmerkmale sind ein Netzband (rechts) und das darunterliegende Vakuumsystem.


Einsatzbericht | Impression

der ist eine komplette Eigenentwicklung, die im Teamwork entstanden ist.

Spezielles Pickup Wer das Appenzellerland oder generell die Landwirtschaft in Berg- und Hanglagen kennt, der weiss, dass eine drei Meter breite Maschine etwelche Probleme haben kann, wenn sie das Futter sauber aufnehmen soll. Das wusste man natürlich auch bei Mettlers. Für Ueli Mettler war von Anfang an klar, dass diese Maschinen eine optimale Bodenanpassung aufweisen muss. Das Pickup besteht streng genommen aus drei 1 m breiten Segmenten, die sich nach oben und unten gleichwertig dem Boden anpassen können. Der Antrieb erfolgt mittels Ölmotor, der auf der linken Seite angebaut ist. Der Antrieb der einzelnen Segmente erfolgt über Gleichlaufgelenke, wie sie beispielsweise im Antriebsstrang von Autos zu Tausenden verbaut werden. Auf dem Boden gleitet die Aufnahmevorrichtung auf vier Gleitkufen. Das Abtastgewicht bei jeder dieser Kufen liegt bei etwa 10 kg. Das restliche Gewicht übernimmt ein einstellbares Entlastungssystem. Die Aufnahmezinken sind nicht gesteuert (weniger Verschleiss) und sind «schleppend» oder nachlaufend montiert. Damit beschädigen sie die Grasnarbe nicht aktiv.

Patentiertes Vakuumsystem Das Arbeitsprinzip eines Bandschwaders beruht auf der Futteraufnahme über ein Pickup und die Weiterförderung mittels «Transportband» mit seitlicher Ablage. Das funktioniert üblicherweise gut. Das Futter kann auf ebenem Grund links oder rechts abgelegt werden. Bekanntlich sind

weite Teile der Schweiz nicht eben, sondern bestehen aus mehr oder weniger ausgeprägten Hang- und Berglagen. Und da beginnen nun eben die Schwierigkeiten. Futter abwärts fördern ist für einen Bandschwader ein Leichtes. Man spürt den Praktiker, wenn Ueli Mettler sagt: «Diese Maschine muss das Futter auch nach oben fördern können.» In der Tat, irgendwann macht die Futterförderung abwärts keinen Sinn (mehr) und wenn man schon die Möglichkeit hat, das Futter stufenlos links und rechts abzulegen, dann soll dies aufwärts ebenso gut möglich sein, wie es abwärts funktioniert. Diese Aufgabe zu lösen, war eine echte Herausforderung, denn wenig oder leichtes Futter lässt sich schon bei geringer oder mässiger Hangneigung auf einem umlaufenden Band nicht befriedigend aufwärts fördern. Beim Mettler-Bandschwader hat man sich aus diesem Grund für ein Netzband und ein patentiertes Vakuumsystem entschieden. Um diesem System die Praxistauglichkeit zu verschaffen, wurden Strömungs- und Wassersäulemessungen durchgeführt. Und es funktioniert! Unter dem umlaufenden, gelochten Band sind sechs Lüfter platziert. Sie erzeugen einen Unterdruck und «saugen» damit das zu fördernde Futter mit Vakuum auf das Band. Oder anders formuliert, dank dem Vakuum haftet das Fördergut auf dem Band und kann problemlos nach oben gefördert werden. Übrigens, die Luft zirkuliert in einem Kreislauf und unterstützt von der Druckseite herkommend die Futterübergabe vom Pickup aufs Band. Eine clevere Idee. Ob es auch für dieses System eine Obergrenze der Hangneigung gibt, konnten wir nicht abklären.

Trägerfahrzeug Dieser Bandschwader ist für Hanggeräteträger, sprich Zweiachsmäher, konstruiert. Zurückhaltend äussert sich Ueli Mettler zum Anbau an Traktoren. «Die Maschine ist explizit für Zweiachsmäher konstruiert. Für die hydraulische Antriebseinheit gibt es zwei Möglichkeiten: an Hanggeräteträgern bis 2000 kg Eigengewicht ist der Heckanbau vorgesehen. Für solche über 2000 kg besteht die Möglichkeit, dass die Antriebseinheit vorne am Bandschwader integriert wird. In jedem Fall ist eine hydraulische Geräteentlastung auf dem Trägerfahrzeug zwingend erforderlich.

Wie weiter? «Bisher haben wir nur von der Mund-zu-​ Mund-Propaganda profitiert und die Maschi­nen wurden so in der näheren Umgebung verkauft. Wir forcieren vorläufig nichts, das unsere Möglichkeiten in der Produktion übersteigt», sagt Andreas Mettler. Sicher ist, dass wieder eine Serie produziert wird, denn davon sind schon einige Maschinen «verkauft». Mettler Maschinen AG wird sich also im kommenden Winter nicht über mangelnde Arbeit beklagen müssen. Wie gross die Serie definitiv ist, dazu wollte man sich noch nicht mit genauen Zahlen äussern.

Fazit Es gibt sie also doch noch, die Neuerfindungen in der Landtechnik. Eines steht fest, der Mettler-Bandschwader ist das Resultat eines Teamworks. Auch wenn das Grundprinzip des Bandschwaders bekannt ist, hat der Mettler-Bandschwader so viele Alleinstellungsmerkmale, dass von einer «Neu­ erfindung» gesprochen werden kann. Zugegeben, das alles für einen stolzen Preis, doch Andreas Mettler kommuniziert diesen offen. Er will kein «Billigprodukt» anbieten und der Erfolg gibt ihm recht.

Steckbrief Bandschwader «BS 300»

Für Zweiachsmäher bis 2000 kg Eigengewicht gibt es die Antriebseinheit als Heckgewicht für den 3-Punkt-Anbau.

Arbeitsbreite: 300 cm Pickup: 5 Zinkenreihen, ungesteuert Futterförderung: Netzband Vakuumsystem: 6 Lüfter über umlaufendem Zahnriemen angetrieben Gewicht: 640 kg (mit Hydraulik-Aggregat), 560 kg (+120 kg Hydraulik-Aggregat im Heck) Richtpreis: CHF 29 000.– (inkl. MwSt.) www.mettler-maschinen.ch (Herstellerangaben)

9 2020 Schweizer Landtechnik

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Wissen | Praktisch

Das digitale Ökosystem «Nevonex» für die smarte Landwirtschaft. Bild: Nevonex

Offen für digitale Funktionen Mehr und mehr setzt sich die Digitalisierung in der Landwirtschaft durch. Während es bisher mehrheitlich Insellösungen mit beschränktem Nutzen von verschiedenen Herstellern waren, gibt es nun vermehrt offene und herstellerunabhängige Digitalsysteme. Ruedi Hunger Die Landwirtschaft ist rasant unterwegs zu einer digitalen Branche. Für viele mag das überraschend sein, doch die Herausforderungen von Landwirtschaft 4.0 lassen ihr keine Wahl. Obwohl noch zögerlich genutzt, gibt es moderne IT-Lösungen und das Internet der Dinge, die dank Automatisierung und Vernetzung von Geräten Arbeitszeit sparen, Erträge steigern und Kosten reduzieren. Leere Versprechen oder Zukunftsmusik?

Digitalisierte Landwirtschaft Wie eine repräsentative Umfrage des Deutschen Bauernverbandes im Jahr 2016 zeigte, nutzt jeder zweite Landwirt digitale Lösungen bei der Feld- und Stall­ arbeit. Entsprechende Zahlen für die Schweiz sind nicht bekannt. Doch auch bei uns werden digital unterstützte Landmaschinen zur Bodenbearbeitung, Aussaat, für den Pflanzenschutz und die Ernte auf breiter Basis eingesetzt. Auch werden computergesteuerte tierindividuelle Fütterungssysteme eingesetzt. Entspre54

Schweizer Landtechnik 9 2020

chend ist die Digitalisierung eine grosse Herausforderung für viele Betriebe. Vielen digitalen Systemen wird aber noch mangelnde Praxisreife unterstellt.

Wo sind Mängel offensichtlich Derzeit schränken (immer noch) folgende drei Hauptprobleme den Zusatznutzen digitaler Systeme ein: • Interoperabilität (Fähigkeit unterschiedlicher Systeme, nahtlos zusammenzuarbeiten): Es gibt eine grosse Anzahl digitaler Konzepte auf dem Markt (Gerätehersteller). Trotz grosser Fortschritte in der Standardisierung (z. B. Isobus) gibt es immer noch erhebliche Probleme bei der Vernetzung von Geräten und Anwendungen der unterschiedlichen Hersteller und bei der Aufrüstung älterer Maschinen. • Zugriff und Steuerung: Oft sind die heutigen «Smart-Agricul­ ture»-Systeme nicht benutzerfreundlich. Zu oft werden für Softwareinstallationen oder Updates noch USB-Sticks oder gar

der Servicetechniker benötigt. Zudem fehlt es oft an Kompatibilität zwischen dem Daten­management der digitalen Funktionalitäten und dem Betriebsmanagementsystem. Solche «Geduldsspiele» sind nicht zielführend und verursachen Kosten für die Landwirte. • Wissensvernetzung: Eine zusätzliche Hürde ist der Mangel an Wissen-Transfer zwischen Hersteller, Händler und Dienstleister, weil sich die Kompetenz und die Erfahrung auf ihren jeweiligen Fachbereich konzentriert. Das schränkt den Mehrwert der Anwendungen beim Endverbraucher (Landwirt) ein. An dieser Stelle soll, laut Bosch, die herstellerunabhängige «Nevonex»-Lösung anset­ zen. Als offene Infrastrukturlösung bietet das System einen interessanten Mehrwert gegenüber bisherigen Digita­ lisierungs­ ansätzen. Anbieter von Agrartechnik, Betriebsmitteln oder Dienstleistungen können entlang der gesamten landwirtschaftlichen Prozesskette ihre Funktionen und Tools zur Vernetzung und


Praktisch | Wissen

Übersicht 1: Herausforderungen auf dem Weg zur smarten und digitalen Landwirtschaft Interoperabilität:

Zugriff und Steuerung:

Wissensvernetzung

Traktoren und Anbaugeräte sollten miteinan­ der kommunizieren und zusammenarbeiten, unabhängig von ihrer Marke.

Der Landwirt sollte sämtliche Gerätefunktio­ nen nutzen können und alle Daten zur Verfü­ gung haben.

Bessere Zusammenarbeit der Hersteller von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln und Maschinen bei der gesamtheitlichen Aufga­ benlösung des Landwirts!

Automatisierung von Geräten und Ar­ beitsabläufen verfügbar machen. Dazu stellt Nevonex die technische Infrastruktur für die Partnerunternehmen bereit. Damit wird Kompatibilität unter allen Partnern si­ chergestellt.

Aufbau Zum Systemaufbau von «Nevonex» ge­ hört die Applikationssoftware. Jeder Partner kann auf die technische Infra­ struktur und die Werkzeuge von «Nevo­ nex» zugreifen und solche Features ent­ wickeln. In der Landmaschine lässt sich damit eine neue Maschinenfunktion im­ plementieren. Damit werden aktive Ein­ griffe in die Funktionen und damit die Automatisierung von Arbeitsabläufen er­ möglicht. Beispielsweise lassen sich durch Live-Sensordaten die aktuellen Be­

dingungen im Feld berücksichtigen. Wei­ ter ist eine zeitsparende, direkte Daten­ übertragung in das Farmmanagement­ system des Landwirts realisierbar. Die Features funktionieren sowohl online als auch offline auf dem Feld. Bei einem Off­ line-Einsatz werden die Daten dann auf dem Hof schnell und einfach per Wi-Fi aktualisiert.

Breites Spektrum Mit diesem herstellerunabhängigen Sys­ tem können praktisch alle Anbieter aus dem Agrarbereich Features entwickeln und anbieten. Für den Landwirt bringt die Spanne der Möglichkeiten Optimierung bei der Anwendung von Saatgut, Dün­ ger- und Pflanzenschutzmitteln, dem Ser­ vice der Landmaschine und weiterführen­ den Dienstleistungen, insbesondere aus

dem betriebswirtschaftlichen Bereich. Per Ende 2019 waren acht Partner – Amazo­ ne, Lemken, Pessl Instruments, Rauch, Syngenta, Topcon, Xarvio und ZG Raiffei­ sen – auf der «Nevonex»-Plattform aktiv. Per Mitte Juli 2020 gab Bosch die Ver­ dopplung seiner Nevonex-Partner be­ kannt. Neu im Partnerwerk sind Conteva Agriscience, DHI, MyEasyFarm, Yara und als Servicepartner geo-konzept. Weiter sind auch Berufsverbände, Bildungszent­ ren und Forschungsorganisationen mit an Bord. «Nevonex» wird seit Frühjahr 2020 mit einzelnen Partnern in einzelnen Regionen Europas angeboten. Es sollen Nord- und Lateinamerika folgen. Der allgemeine Marktstart in weiteren europäischen Re­ gionen sowie in Nord- und Lateinamerika ist für 2021 geplant.

Übersicht 2: Spektrum der Feature-Möglichkeiten von «Nevonex» Service für Agrarerzeugnisse

Service für Landmaschinen

Erweiterter Service

• Erhöhte Ertragseffizienz – z. B. gesteigerter Ernteertrag durch zielgerichtete Düngung. • Erhöhte Ertragseffizienz – z. B. reduzierter Verbrauch durch gezielten Pflanzenschutz oder gezielte Saat.

• Zusätzliche Maschinenfunktionen – z. B. integriertes Drift-Management • Verbesserte Maschinenutzung – z. B. nach­ rüstbare Section Control des Düngerstreuers • Verbesserte Maschinenwartung – z. B. durch Ferndiagnose.

• Dokumentation – z. B. mit Niederschlags­ kartierung • Prozessverbesserung – z. B. mit Positionsund Gewichtbestimmung von Heuballen. • Interaktion/Kommunikation – z. B. E-Call und Hotline-Service. • Datenservice mit Mehrwert – z. B. Ertrags­ prognosen für Finanzierung.

9 2020 Schweizer Landtechnik

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Management | Betriebswirtschaft

Mittelwerte der Neupreise, die über die letzten zehn Jahre erhoben oder geschätzt wurden. Bei den meisten Maschinentypen sind die Richtwerte folglich etwas gesunken, was in erster Linie auf die tieferen Zinskosten zurückzuführen ist. Die Motorfahrzeuge sind aufgrund der zusätzlich tieferen Treibstoffpreise noch stärker von der Reduktion der Richtwerte betroffen wie auch die Ballenproduktionsmaschinen aufgrund der tieferen Hilfsstoffkosten. Wenige neue Maschinen wurden dieses Jahr aus dem Obstbau-Bereich aufgenommen.

Rund 650 Maschinen

Die Preise für die Maschinenmiete sind im Vergleich zum letzten Jahr leicht gesunken. Dies ist vor allem auf tiefere Zinskosten zurückzuführen.

Die Maschinen auf den Schweizer Landwirtschaftsbetrieben werden im Vergleich zu ausländischen Betrieben aufgrund der kleineren Betriebsstruktur oft schlecht ausgelastet. Eine überbetriebliche Nutzung der Maschinen kann die Fixkosten pro Einsatzstunde markant senken. Für das Mieten und Vermieten von Maschinen oder das Einkaufen und Anbieten von Lohnarbeiten braucht es verlässliche Berechnungs­grundlagen, die alle Parteien zufrie­denstellen. Darum errechnet Agroscope jährlich aktuelle Richtansätze, die eine kostendeckende Nutzung der Maschinen erlauben. Rund 650 Landmaschinentypen umfasst der Maschinenkostenbericht, der jeweils im September neu erscheint. Neben den Anschaffungspreisen werden auch Reparaturen, Treibstoffpreise, Zinssätze und weitere Preise von Hilfsstoffen regelmässig aktualisiert.

Christian Gazzarin*

Eigene Berechnungen

Die Entschädigungsansätze sind als Richtwerte zu verstehen. Sie erlauben unter den getroffenen Annahmen eine kostendeckende Benutzung der Maschine. Bild: R. Engeler

Entschädigungsansätze sinken

Maschinen sind zu einem grossen Teil für die hohen Produktionskosten der Schweizer Landwirtschaft verantwortlich. Lohnt es sich, eine Maschine zu kaufen, oder ist eine Miete oder eine Auslagerung an ein Lohnunternehmen vielleicht sinnvoller? Der Maschinenkosten-Bericht von Agro­ scope schafft hierfür die Berechnungsgrundlagen.

Tiefe Zinsen mit Auswirkungen Aufgrund der weiter anhaltenden Tiefzins-Situation musste der Zins für die Berechnung der Kapitalkosten erneut reduziert werden, und zwar von 2 auf 1,5 %. Bei den Motorfahrzeugen sanken zudem

* Der Autor arbeitet bei Agroscope (Tänikon) in der Forschungsgruppe Betriebswirtschaft.

56

Schweizer Landtechnik 9 2020

die Treibstoffpreise (Diesel) gegenüber dem Vorjahr um 13 Rappen von durchschnittlich CHF 1.78 auf neu CHF 1.65 je Liter. Auch die Preise für Netze und Folien sind um knapp 4 % beziehungsweise 9 % gesunken. In einer Kurzumfrage gaben die meisten grossen Landmaschinenimporteure gegenüber dem Jahr 2018 (letzte Vollerhebung) leicht höhere Preise an. Aufgrund der erneut schwächelnden Eurowährung (8 % Nachlass gegenüber 2018) resultiert aber in den meisten Fällen eine Preisreduktion. Entsprechend wurden die Neu­ preise von 2018 für Maschinentypen, die primär aus dem Euroraum importiert werden, um 4 % nach unten korrigiert, während die übrigen Neupreise konstant gelassen wurden. Die im Bericht publizierten Anschaffungspreise sind wie üblich

Für individuelle Anpassungen bietet Agroscope mit «Tractoscope» ein Online-Tool an, mit dem Maschinen und Annahmen individuell konfiguriert werden können. Hiermit lassen sich auch auf einfache Weise ganze Serviceleistungen (Maschinenkombination mit Bedienung) berechnen. Dieses Programm findet sich auf www.maschinenkosten.ch sowie auf der SVLT-Homepage www.agrartechnik.ch.

Vollständigen Bericht gratis herunterladen Der neue Maschinenkostenbericht 2020, der bis September 2021 gültig ist, kann gratis als PDF-Dokument von der Web­ site www.maschinenkosten.ch heruntergeladen werden. Wer schnell bestellt, erhält eine der 30 Hardcopys, die der SVLT kostenlos verschickt. E-Mail: red@agrartechnik.ch


Bezeichnung und nähere Umschreibung der Maschine

Motoren- Mittlerer Entschädigungs- Zugrunde Fixkosten Variable ansatz für die oder Anschafgelegte Kosten betreffende ArbeitsfungsAuslastung Maschine leistung preis pro Jahr RichtRichtfür Total Total wert wert Richtwert Fr./h Fr./AE Fr. AE Fr./Jahr Fr./AE

1. Motorfahrzeuge Traktor 30–36 kW (41–49 PS)

33 kW

41 000

24.00*

300 h

3637

10.02/h

Traktor 37–44 kW (50–60 PS)

41 kW

51 000

29.00*

300 h

4327

12.20/h

Traktor 45–54 kW (61–73 PS)

50 kW

60 000

31.00*

350 h

4980

14.10/h

Traktor 55–64 kW (74–87 PS) Traktor 65–74 kW (88–101 PS) Traktor 75–89 kW (102–121 PS) Traktor 90–104 kW (122–142 PS) Traktor 105–124 kW (143–169 PS) Traktor 125–149 kW (171–203 PS) Traktor 150–199 kW (204–271 PS) Traktor 200–250 kW (272–340 PS) Hof-, Kompaktlader, mit Mistgabel, Diesel, 20 kW (27 PS) Hof-, Kompaktlader, mit Mistgabel, Diesel, 44 kW (60 PS) Teleskoplader, 75 kW (102 PS), 2,5–3,4 t, ohne Anbau

60 kW 70 kW 82 kW 97 kW 115 kW 137 kW 175 kW 225 kW 20 kW 44 kW 75 kW

74 000 89 000 111 000 147 000 175 000 204 000 255 000 314 000 44 000 69 000 96 000

36.00* 40.00* 44.00* 55.00* 62.00* 73.00* 90.00* 113.00* 28.00* 46.00* 48.00*

400 h 450 h 500 h 500 h 550 h 550 h 600 h 600 h 250 h 250 h 400 h

6593 7732 9464 12 080 14 111 16 291 21 620 26 202 3586 5591 8091

16.32/h 18.76/h 21.23/h 25.82/h 30.65/h 36.31/h 46.13/h 58.68/h 11.50/h 19.55/h 23.01/h

Motormäher, 2,3 m Balken, Benzin, 12 kW (16 PS) mit Hangausrüstung, Doppelmessermähwerk

80 kW

31 500

77.00*

96.–/ha

55 ha

2623

39.60/h

Frontlader, mittel, ohne Anbaugerät, 49–66 kW (66–90 PS)

13 000

13.00

120 h

957

3.90/h

Hubstapler, Heckanbau, 3 m Hubhöhe Anh. 1-achsig, 7 t, hydraulisch kippbar Anh. 2-achsig, 10 t, hydraulisch kippbar

5900 17 500 29 000

7.20 37.00 54.00

5.30/t 5.40/t

120 h 350 t 550 t

515 1 272 2 021

2.30/h 1.23/t 1.27/t

2. Zusatzgeräte und Anhänger

Anh. tandem, 2-achsig, 15 t, hydraulisch kippbar

35 000

45.00

3.00/t

1200 t

2 358

0.76/t

Anh. 3-achsig (Tridem), 20 t, hydraulisch kippbar Hakengerät um 15 t, mit Container, 25 m3 Viehtransportwagen bis 7 Grossviehpl. Viehtransportwagen bis 11 Grossviehpl. 3. Bodenbearbeitung Grubber mit Nachläufer, 2,5 m Pflug 4-scharig Kurzscheibenegge mit Nachwalze, 4 m

1 Fu/h 1 Fu/h 1 Fu/h 1 Fu/h

62 000 67 000 17 000 26 000

61.00 56.00 24.00 35.00

3.10/t 3.70/t 24.00/Fu 35.00/Fu

2000 t 2500 t 100 h 100 h

4 006 4 787 1 649 2 420

0.78/t 1.45/t 5.44/Fu 7.80/Fu

119 a/h 62 a/h 192 a/h

9400 28 000 41 000

38.00 66.00 163.00

32.–/ha 105.–/ha 85.–/ha

40 ha 40 ha 45 ha

879 2340 2791

7.34/ha 38.18/ha 15.38/ha

Federzinkenegge mit Krümler, aufklappbar, 4 m

212 a/h

12 000

83.00

39.–/ha

35 ha

918

9.38/ha

Kreiselegge mit Packerwalze, 4 m Zinkenrotor mit Packerwalze, 3 m Rauwalze, 6 m, dreiteilig, gezogen 4. Saat, Pflege und Pflanzenschutz Sämaschine mit Fahrgassenschaltung, 3 m

140 a/h 109 a/h 365 a/h

30 000 18 000 14 000

144.00 93.00 91.00

105.–/ha 86.–/ha 25.–/ha

40 ha 30 ha 50 ha

2829 1755 982

22.50/ha 19.29/ha 2.92/ha

164 a/h

15 500

75.00

46.–/ha

35 ha

1107

10.08/ha

Kartoffellegemaschine, automatisch, 4-reihig

60 a/h

28 000

109.00

180.–/ha

16 ha

1888

47.60/ha

Hackstriegel, hydraulisch, 9 m Scharhackgerät, 6-reihig, klappbar Striegel + pneumatische Sämaschine, 3 m Schlegelmulcher Front-/Heckanbau, 3 m

556 a/h 190 a/h 130 a/h 102 a/h

13 500 13 500 10 500 12 500

113.00 67.00 29.00 33.00

20.–/ha 35.–/ha 22.–/ha 32.–/ha

75 ha 60 ha 60 ha 70 ha

1084 1147 812 1094

4.05/ha 13.05/ha 6.83/ha 13.64/ha

Anbaufeldspritze, 12 m Balken, 600 l Fass

253 a/h

21 000

112.00

44.–/ha

50 ha

1403

12.25/ha

2.1 Fu/h 1.3 Fu/h

28 000 43 000

67.00 31.00

32.00/Fu 24.00/Fu

120 Fu 300 Fu

2792 5161

5.60/Fu 4.30/Fu

5. Düngung Miststreuer m. Seitenstreuwerk, um 5 m3 Mulden-Miststreuer, um 12 m3 Pumpfass, 5000 l

20 m3/h

31 000

48.00

2.40/m3

1700 m3

2709

0.60/m3

Pumpfass, 10 000 l

29 m3/h

54 000

52.00

1.80/m3

4000 m3

4620

0.51/m3

12 m Schleppschlauchverteiler + 6000 l Fass

22 m /h

64 000

51.00

2.30/m3

4000 m

6022

0.59/m3

3

3

6. Futterernte Ladewagen mit Schneidvorrichtung, 25 m3 DIN

2.0 Fu/h

56 000

60.00

30.00/Fu

220 Fu

4944

5.04/Fu

Rotor-Ladewagen, 35 m3 DIN

1.2 Fu/h

110 000

64.00

53.00/Fu

220 Fu

9192

6.60/Fu

Häckselwagen mit Dosiereinrichtung, 35 m3 DIN Grossballen-Transportwagen, 10 t 7. Innenwirtschaft und Diverses Blockschneider für Fahrsiloentnahme, 1,5-1,9 m3 Klauenpflegestand, kippbar, mobil (3-Punkt) Kompaktbagger, 1,7 t, 12 kW (16 PS)

1.8 Fu/h 1.0 Fu/h

51 000 23 000

52.00 0.00

29.00/Fu 35.00/Fu

250 Fu 80 Fu

5059 2050

6.12/Fu 5.98/Fu

10 m3/h

18 000 12 000 43 000

28.00

2.80/m3 5.90/Tier

1000 m3 250 Tiere 250 h

1649 996 4192

0.90/m3 1.37/Tier 16.28/h

12 kW

36.00*


Management | Praxisfragen

Julian Turiel (links) zusammen mit Rolf Kuhn, SVLT-Thurgau, vor dem Gerät zum Dammaufbau. Bilder: R. Hunger

Auf der Suche nach Perspektiven Dammkulturen sind in der Schweiz noch wenig verbreitet. Zentral ist die Entwicklung des richtigen Gefühls für den Boden und das Bewusstsein, dass der Boden eine lebende Materie ist, die nicht beliebig bearbeitet und unter Druck gesetzt werden kann. Ruedi Hunger

Ein Sprichwort sagt, dass nichts bestän­ diger ist als der Wandel. Bei näherer Be­ trachtung der ackerbaulichen Boden­ nutzung bekommt man allerdings den Eindruck, dass sich wenig verändert. Ein Grund mag sein, dass viele Betriebsleiter gar nicht wissen, was (noch) geändert werden sollte, und schliesslich tut man sich schwer, ein mindestens halbwegs funktionierendes Anbausystem über den Haufen zu werfen. Etwelches Un­ behagen ist aber weitverbreitet und Rolf Kuhn, Präsident der SVLT-Sektion Thurgau, bringt es auf den Punkt: «Ich 58

Schweizer Landtechnik 9 2020

suche eine langfristige Perspektive für den Ackerbau.»

Dammkultur als mögliche Perspektive In einer Vortragsserie mit praktischem Maschineneinsatz auf dem Betrieb von Carmen und Theo Kreuzer in Eschikofen TG stand die «Dammkultur» im Mittel­ punkt. Die Dammkultur ist eine viele Jahr­ hunderte alte Anbauform, die sich insbe­ sondere in den trockenen Regionen Süd­ europas halten konnte. Laut Julian Turiel, dem Referenten aus Deutschland und

(Boden-)Pilze Landläufig versteht man unter Pilzen das, was man beim Pilzsammeln pflückt und in den Korb legt. Das ist nicht ganz kor­ rekt, da dies nur der Fruchtkörper des Pilzes ist. Der wichtigere Teil des Pilzes ist das sogenannte «Pilzmycel», ein watte­ artiges, fädiges Geflecht, das den Boden durchwächst und für unsere Augen verborgen im Boden wächst. Pilze gehö­ ren zu den grössten und ältesten Lebe­ wesen. (WSL Birmensdorf)


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Management | Praxisfragen

Ton-Humus-Komplex

Was ist Mykorrhiza?

Humus hat die Fähigkeit, Bodenteilchen miteinander zu verbinden und ein stabiles Aggregatsgefüge zu erzeugen. Dabei übernimmt beispielsweise Calcium eine Brückenfunktion zwischen Tonteilchen und Huminstoffen. Die Verbindung wird als «Ton-Humus-Komplex» bezeichnet und ist für ebendiese stabile Bodenstruk­ tur (Krümelstruktur) verantwortlich. Damit verbessert sich auch der Luft- und Wasser­ haushalt des Bodens und die Aktivität des Bodens erhöht sich. Eine stabile Boden­ struktur wirkt sich positiv auf verschie­ denste Bodeneigenschaften aus.

Als «Mykorrhiza» wird eine Form des Zu­ sammenlebens von Pilzen und Pflanzen bezeichnet. Bei dieser Symbiose ist ein Pilz mit dem Feinwurzelsystem einer Pflanze in Kontakt (verpilzte Wurzeln). Beide Seiten, der Pilz und die Pflanzenwurzeln, profitieren gegenseitig durch den Stoffaustausch. Fast 90% aller Pflanzen leben am natürlichen Standort in Symbiose mit Bodenpilzen, also

180 cm. Für Spurbreiten von 150 cm gibt es die Möglichkeit eines 50er- oder 75erDammsystems.

Spezielle Sätechnik überzeugten Förderer der Dammkultur, bedeutet ein Damm mehr Raum für Le­ bensvielfalt.

So funktioniert Dammkultur Das ist nachvollziehbar, denn im Damm und zwischen den Dämmen entsteht ein spezielles Mikroklima. Gefördert von un­ terschiedlicher Sonneneinstrahlung und den dadurch entstehenden Temperatur­ unterschieden an den Flanken des Dam­ mes wird eine Luftzirkulation ausgelöst. Der Dammaufbau erfolgt mit Multifunkti­ onswerkzeugen, die am Grundrahmen ei­ nes Gerätes angebaut sind. Die verschie­ denen Bodenschichten werden gelockert und belüftet, aber kaum umgedreht. Da­ bei entstehen lockere Dämme. Die locke­ re Bearbeitung hat den Vorteil, dass der Boden nicht gepresst wird und krümelig bleibt. Dank den Dämmen vergrössert sich die Oberfläche um ein Vielfaches. Das wiederum hat zur Folge, dass Nähr­ stoffe, Sonnenlicht und Wasser besser aufgenommen werden. Die Dämme wer­ den im Abstand von 45, 60 oder 90 cm gezogen, dies für Traktor-Spurbreiten von

Die Dammkultur verbessert die Boden­ atmung, die Wasserspeicherung und bietet einen wirkungsvollen Erosionsschutz.

60

Schweizer Landtechnik 9 2020

Gesät wird in die Dämme, dies mit einer speziellen Sätechnik. Die Sätiefe ist we­ sentlich tiefer als bei herkömmlicher Anbau­weise. Dies mit dem Vorteil, dass beispielsweise das Getreide vor Aus­ winterung besser geschützt ist. Auch werden durch die tiefe Saat das Blind­ striegeln des Dammsystems und damit die Kontrolle einer ersten Unkrautwelle problemlos möglich. Später werden zur Unkrautregulierung spezielle «Hackdräh­ te» eingesetzt. Diese brechen allfällige Verkrustungen auf und entfernen Un­ kräuter.

Ton-Humus-Komplex Mit der Wahl einer Dammkultur, so Turiel, wird der Aufbau des Ton-Humus-Komple­ xes gefördert. Dies wiederum ist Voraus­ setzung dafür, dass sich eine Kulturpflan­ ze im Boden gut verwurzelt und neben Nährstoffen auch von einem geregelten Luft- und Wasserhaushalt profitiert. An ei­ nem intakten Ton-Humus-Komplex führt keine langfristige und erfolgreiche Acker­ nutzung vorbei (siehe Kasten). Fehlt er oder wird er durch die Bewirtschaftung

Die Werkzeuge des Häufelpfluges sind durch eine Bruchsicherung abgesichert. Bild: Turiel

den sogenannten Mykorrhiza. Das ist auch der Grund, weshalb Mykorrhiza insbesonde­ re bei Bäumen, d. h. im Wald, eine sehr grosse Bedeutung hat. Bei der ackerbauli­ chen Bodennutzung ist dies weit weniger der Fall, weil durch die regelmässige Boden­ bearbeitung und die rasche Kulturfolge eine Symbiose zwischen Bodenpilz und Kultur­ pflanzenwurzeln kaum eine Chance hat.

bzw. Bodenbearbeitung zerstört, entste­ hen Erosionsprobleme und Nährstoffaus­ waschungen. Ein in seiner Struktur ge­ schädigter Boden verschlämmt. Keine neue, aber eine oft verdrängte Feststel­ lung. Entsprechende Auswirkungen zei­ gen sich beispielsweise durch fehlende Infil­ tration von Regenwasser und man­ gelnde Wasserspeicherung.

Mykorrhiza fördern Der Boden ist eine lebende Materie. Durch die oft intensive Bodenbearbeitung wird das mikrobielle Leben im Boden nicht nur gestört, sondern oft auch zer­ stört. Die Dammkultur, so Julian Turiel, fördert durch den Lebensraum im Damm die Mykorrhizabildung (siehe Kasten). Ne­ ben der angepassten technischen Boden­ bearbeitung spielt die Wahl der Kultur­ pflanze eine grosse Rolle. Die Zwischen­ früchte haben bei Dammkulturen grosse Bedeutung. Sie dienen dem Bodenaufbau und es sollen deshalb Zwischenkulturen bevorzugt werden, die sich möglichst lan­ ge in der Phase der Wurzelbildung befin­ den. Turiel plädiert dafür, dass auch bei den Zwischenfrüchten eine eigentliche Fruchtfolge eingehalten wird. Fazit Dammkulturen im Sinn von Julian Turiel und die damit sehr reduzierte Boden­ bearbeitung sind noch wenig bekannt. Im Gemüsebau werden Dämme gezogen und damit die Vorteile von grösserer Oberfläche, unterschiedlichen Tempera­ turen und einem Mikroklima genutzt. Die Bodenbearbeitung ist aber viel intensiver. Daher sind diese Dammsysteme nur im Entferntesten mit den Dammkulturen von Turiel vergleichbar. Dammkultur ist ein Anbausystem und eine mögliche Perspek­ tive für Betriebe, die ihrem Empfin­den nach bei der Bearbeitung ih­ rer Ackerflächen «anstehen» und nach Alternativen suchen.


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Traktoren oder Erntemaschinen, die nicht vorgerüstet sind, können mit Lenkassistenten-Lenkautomaten nachgerüstet werden. Bild: R. Engeler

Automatische Lenksysteme nachrüsten Zur Nachrüstung eines Lenksystems gibt es mittlerweile eine grosse Anzahl an verschiedenen Lösungen am Markt. Wer eine Anschaffung in Betracht zieht, muss einiges beachten. Nicht ganz einfach ist ein Vergleich der einzelnen Geräte. Bernhard Streit * Satellitenbasierte automatische Lenksys­ teme gehören mittlerweile zu den häu­ figsten Anwendungen von Precision Far­ ming in der Schweiz. Dank diesem neuen Hilfsmittel verlaufen die Fahrspuren op­ tisch gerade oder exakt parallel und Überlappungen sowie Lücken können vermieden werden. Ebenso ist es nicht mehr nötig, Spur neben Spur zu fahren. Stattdessen können die Spuren über­ sprungen und so dank grösserem verfüg­ barem Wenderadius die Anzahl Rich­ tungswechsel am Vorgewende reduziert werden. Schliesslich bieten solche Syste­ me für die Bedienpersonen die Möglich­ * Der Autor ist Dozent für Verfahrenstechnik im Pflanzenbau an der HAFL Zollikofen und beim SVLT Berater für Fragen zur «Digitalisierung».

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Schweizer Landtechnik 9 2020

keit, die Arbeitsqualität der Anbaugeräte besser zu überwachen, da für das exakte Fahren an sich nicht mehr die volle Aufmerk­ s amkeit benötigt wird. Aller­ dings steigt dabei das Risiko für Schäden durch übersehene Hindernisse. Die Vor­ teile scheinen jedoch die relativ hohen Anschaffungskosten solcher Systeme zu kompensieren.

Verschiedene Lenksysteme Unterschieden wird bei aktiven Lenksys­ temen zwischen Lenkautomaten, bei de­ nen die Systeme über elektrische Hydrau­ likventile direkt in die Lenkhydraulik ein­ greifen, und Lenkassistenten, bei denen die Lenkung des Traktors über Elektro­ motoren an den Lenkrädern erfolgt. Die Hauptunterschiede zwischen den beiden

Systemtypen bestehen darin, dass bei voll integrierten Lenkautomaten beim Feld­ anfang die Spuren rascher und zuverlässi­ ger gefunden werden, da die Systeme dank Lenkwinkelsensoren bereits vor der Abfahrt die Fahrtrichtung kennen und während der Fahrt durch den direkten Zu­ griff in die Lenkung rascher und feiner korrigieren können. Beim Fahren auf ge­ raden Linien fällt der Unterschied kaum auf, auf Kurvenlinien und/oder in Hang­ lagen hingegen schon. In letzter Zeit werden vermehrt auch Mähdrescher mit automatischen Lenksys­ temen ausgerüstet. Im Vergleich zur Ar­ beit ohne Lenksystem können so eben­ falls die Wendemanöver am Vorgewende reduziert und zuverlässiger die vollen Ar­ beitsbreiten der Balken genutzt werden.


Betriebswirtschaft | Management

der Nachrüstungssysteme und deren Kos­ ten. Es ist nicht unüblich, die Hauptkom­ ponenten eines Systems (Empfänger, Be­ dienung, Rechner, evtl. Lenkradmotoren) abwechselnd auf mehreren Fahrzeugen zu nutzen.

Komponenten von automatischen Lenksystemen Empfänger Lagesensor Funkmodem

Mehrere Frequenzen

Entweder Lenkradmotor ...

Bedienmonitor/ Rechner

... oder Elektrohydraulisches Lenkventil

Lenkwinkelsensoren

Beim Kauf eines Neutraktors Am einfachsten und kostengünstigsten ist es, beim Neukauf von Fahrzeugen die Ausrüstung für Lenksysteme mitzube­ stellen. Diese Grundausrüstung umfasst mini­ mal die Verkabelung inkl. Stecker, Schalter, elektrische Ventile in der Lenk­ hydraulik und allenfalls Winkelsensoren an der Lenkachse. Mittlerweile bieten die Hersteller auf den meisten Modellen der Mittel- und Oberklasse entsprechende Optionen an. In den meisten Fällen kön­

nen auch Lenksysteme von Fremdanbie­ tern mit den traktorinternen Systemen verbunden werden, wobei in solchen Fäl­ len gewisse herstellerspezifische Funktio­ nen nicht genutzt werden können.

Oder eine Nachrüstung Traktoren oder Erntemaschinen, die nicht vorgerüstet sind, können mit Lenk­ assistenten-Lenkautomaten nachgerüstet werden. Die gewünschte Präzision der Lenkung bestimmt dabei die Komplexität

Navigationssatelliten liefern Daten auf min­ destens zwei Frequenzen, wobei von den kostengünstigen Alltagsempfängern (z. B. Smartphone, Autonavigation) normaler­ weise nur die Hauptfrequenz genutzt wird. Entsprechend können bei den Billiggeräten die errechneten Basiskoordinaten eine Ab­ weichung von mehreren Metern aufwei­ sen, die den Ansprüchen der Landwirt­ schaft nicht genügen. Auch aufwändige Nachbearbeitung der Daten (z.  B. RTK) oder Zusatzausrüstungen (Neigungswin­ kelsensoren) können unpräzise Grundmes­ sungen nicht mehr verbessern. Deshalb werden Empfänger verwendet, die auf mehreren Frequenzen gleichzeitig messen und dadurch genauere Grundkoordinaten liefern. Zudem müssen Empfänger auf Landmaschinen sehr viel robuster gebaut sein als solche in der Heimelektronik. All diese Faktoren führen dazu, dass verbaute Geräte vergleichsweise teuer sind.

Korrektursignale Die Rohdaten aus den Empfängern müs­ sen beim Einsatz in der Landwirtschaft in jedem Fall korrigiert werden. Das heisst,

Minimalanforderungen und Korrektur Arbeit

Präzision +/− cm

Kostenloses Kostenpflichtiges RTK (EchtzeitKorrektursignal Korrektursignal korrektur) EGNOS ab Satelliten

Geländewinkelsensor

Lenkwinkelsensor

Lenkradmotor

Hydraulikventil in Lenkung

×

(×)

×

(×)

Mechanische Un­ krautbekämpfung in Reihenkulturen

1−2

×

×

Saat

(2−)5

×

×

×

Mähdrescher Spritzen mit Einzel­ düsenschaltung Bodenbearbeitung Gras mähen

5−10

(×)

×

×

×

Spritzen mit Sektor­ schaltung

15

×

(×)

(×)

Dünger streuen

25

×

(×)

Gülle oder Mist ausbringen

25

×

(×)

Die Tabelle zeigt die Minimalanforderungen und Korrektur an die Ausrüstung und die Korrektur der Standortkoordinaten für die erfolgreiche Erledigung verschiedener Arbeiten (eigene Evaluation).

9 2020 Schweizer Landtechnik

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Management | Betriebswirtschaft

es braucht ein Zusatzsystem, mit dem die Abweichung der aktuell gemessenen Koor­ dinaten von den effektiven Koordinaten be­ rechnet und an die Empfängersysteme übermittelt werden. Die Korrekturen aus grossflächigen Messnetzen werden über geostationäre Satelliten übertragen und können von den Satellitenempfängern auf den Maschinen direkt und ohne Zusatz­ geräte empfangen werden. Dazu gehört das kostenlose Signal EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service), dessen Empfang in den gängigen Systemen immer installiert ist. Präzisere Systeme im Bereich unter +/– 25 cm Genauigkeit sind kostenpflichtig. Allerdings können Abschat­ tungen durch Gelände (Hügel), Gebäude und Bäume (z. B. Waldränder) zu einem Ausfall des Korrekturdaten-Empfangs füh­ ren. Werden Genauigkeiten von weniger als +/– 10 cm benötigt, müssen die Korrek­ turwerte in lokalen Messnetzen (über die Schweiz verteilt oder einzelne Stationen in der Nähe) errechnet und in Echtzeit (Real Time Kinematic, RTK) über den vergleichs­ weise sicheren Mobilfunk übertragen wer­ den. Zudem bleibt die Präzision über die Zeit erhalten. Das heisst, die Messungen von Spuren und Navigationspunkten sind über die Zeit stabil, wogegen bei satelliten­ basierten Korrektursignalen die Koordina­ ten von Wegpunkten driften und sich so nicht immer am gleichen Ort befinden.

Position des Empfängers Die Positionierung des Empfängers hat ei­ nen Einfluss auf die Messqualität. Die Ko­ ordinatenmessungen für die Spurführung

In letzter Zeit werden vermehrt auch Mähdrescher mit automatischen Lenksystemen ausgerüstet. Bild: Hanspeter Lauper

beziehen sich immer auf die Bodenober­ fläche. Fährt ein Fahrzeug auf unebenem Untergrund, führen Roll- und Nickbewe­ gungen zu einer Verschiebung der Messkoordinaten relativ zum Fahrzeug. Besonders ausgeprägt sind diese Effekte beim Fahren am Hang. Je höher vom Bo­ den entfernt der Empfänger montiert wird, umso grösser sind die Abweichun­ gen. Deshalb wäre eine Montage nahe am Boden sinnvoll. Auf der anderen Seite hilft die Montage am obersten Punkt eines Fahrzeuges, Abschattungen durch Fahr­ zeugteile und Reflexionen (d. h. das glei­ che Mess-Signal wird vom Hintergrund des Empfängers reflektiert und so ein zweites Mal vom Empfänger gemessen) zu ver­ meiden. In der Praxis werden die Empfän­ ger daher möglichst oben montiert. Bei ei­

Tipps für Einsatz von Lenksystemen Sobald Fahrzeuge mit automatischen Lenksystemen ausgerüstet sind, können folgende praktische Hinweise zum erfolg­ reichen Einsatz beitragen: • Sich ausserhalb der Saison mit dem Sys­ tem vertraut machen: Bedienungsanleitung lesen, Dateneingabe, Funktionen, Fein­ einstellung und Kalibrierung üben. • Bei der Montage auf saubere Installation der Kabel, Stecker, Schalter und Halterun­ gen achten. Bei Kabelsalaten und Proviso­ rien sind Verbindungsprobleme und Fehl­ funktionen vorprogrammiert. Diese Proble­ me treten immer dann auf, wenn sie benutzt werden. • Spuren eindeutig und nach immer glei­ chen Schemen bezeichnen und insbe­ sondere auf Gross- und Kleinschreibung sowie Umlaute und Abkürzungen achten.

64

Schweizer Landtechnik 9 2020

Niemals Spuren mit 1, 2, 3 oder x, y, z anschreiben. • Die Sensoren regelmässig kalibrieren, spätestens nach dem Wechsel von Anbau­ geräten. • Regelmässig Daten sichern. • Bei Koppelpunkten der Anbaugeräte (Unterlenker) und Pneudrücken auf gleiche Verhältnisse links und rechts achten. • Die Feineinstellungen an die jeweiligen Einsätze anpassen: Aggressivität, Empfind­ lichkeit, Geschwindigkeitsanpassung. • Bei RTK-Systemen mit Datenübertragung über das Mobilfunknetz dafür sorgen, dass die Mobilfunkabos und Serverzugänge funktionieren (Rechnungen bezahlen, genügend Datenvolumen bereitstellen), allfälligen Abowechsel ausserhalb der Saison vornehmen.

nem Präzisionsanspruch von weniger als +/− 15 cm müssen die Roll- und Nickbewe­ gungen mit Hilfe von Neigungswinkelsen­ soren korrigiert werden.

Ein Vergleich ist nicht einfach Die Bedienung der Systeme erfolgt über zu­ sätzliche oder integrierte Monitore. Einzel­ ne Hersteller bieten Lösungen an, die in ein bestehendes Isobus-System integriert und über einen bestehenden Isobus-Monitor bedient werden können. Oder die Bedien­ monitore der nachgerüsteten Lenksysteme können zusätzlich als Terminals (UT) für Iso­ bus-Systeme genutzt werden. Mittlerweile ist die Marken- und Modellvielfalt für auto­ matische Lenksysteme erfreulich umfang­ reich. Die Angebote der verschiedenen Hersteller für Nachrüstlösungen miteinan­ der zu vergleichen, bleibt aber eine Heraus­ forderung, weil die Funktionsumfänge und Detaillösungen der einzelnen Geräte nicht einheitlich sind (siehe Tabelle auf Seite 66).

Fazit Es ist anzunehmen, dass durch die zuneh­ mende Anzahl eingesetzter Einheiten und die Vertrautheit des Einsatzes auf Landwirt­ schaftsbetrieben auch die Anschaffungsund Betriebskosten sinken. Zudem ist da­ von auszugehen, dass die Einsatzgebiete bereits installierter Systeme erweitert wer­ den und so automatische Lenksysteme in Zukunft auch im Futterbau oder in Spezial­ kulturen eingesetzt werden. Zudem bieten mehr und mehr branchenfremde und junge Firmen aktive Lenksysteme für die Land­ wirtschaft an, die allerdings bis jetzt in der Schweiz noch nicht verfügbar sind. Eine Übersicht von Nachrüstlösungen finden Sie auf Seite 66


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Der Bächtold-Heukran für alle Fälle Die Bächtold Landtechnik AG in Menznau LU ist Spezialist für robuste Heukran-Anlagen, Schneckenpumpen, Kippschaufeln sowie Ballengeräte und ein bekannter regionaler Landmaschinenhändler. Dominik Senn

Andreas Wittwer (l.) und Philipp Loosli leiten die Bächtold Landtechnik AG in Menznau LU. Bilder: zVg/Dominik Senn

Bächtold-Heukran-Anlagen, -Schneckenpumpen, -Ballengeräte und -Kippschaufeln sind schweizweit und im europäischen Raum bekannt für ihre Robustheit und lange Lebensdauer. Obschon eine junge Firma – die Gründung durch Ernst Bächtold erfolgte im Jahre 1980 –, hat sie sich innert kurzer Zeit auf dem Markt etabliert. «Unser Erfolgsgeheimnis ist unsere Innovationskraft», sagen die Firmeninhaber Andreas Wittwer, Landmaschinenmechaniker und Elektrotechniker HF, und Philipp Loosli, Landmaschinenmechaniker-Meister, «wir treiben laufend Eigenentwicklungen voran, die auf Kundenbedürfnissen basieren. Damit sind wir Mitbewerbern einen Schritt voraus. Und unser grösstes Plus ist die Herstellung robuster und langlebiger Produkte.» Die Folge ist eine gesteigerte Nachfrage: 68

Schweizer Landtechnik 9 2020

Wurde im November die 2000. Heukran-​ Anlage montiert, wird es im November dieses Jahres die 2100. Anlage sein. «Wir haben auch jetzt Hochbetrieb», so Wittwer.

freies, feinfühliges und zügiges Fahren und Arbeiten. «Die Nachfrage nach der Load-Sensing-Hydraulik boomt», bestätigt denn auch Loosli.

«Load-Sensing boomt»

«PowerDrive+»

Im Sinne der stetigen Weiterentwicklung bzw. Effizienzsteigerung der Heukran-Anlagen verbaut die Bächtold Landtechnik AG nebst «normalen» Steuerventilen auf Wunsch eine Hochleistungs-Hydraulik­ anlage mit einer gross dimensionierten Load-Sensing-Hydraulikpumpe mit und ohne Elektronik. Das erlaubt, ohne Verlangsamung mehrere Funktionen und Bewegungen aufs Mal zu betätigen, denn die Pumpe passt die Durchflussmenge und Drücke immer genau den jeweiligen Bedürfnissen an. Das Ergebnis ist ein ruck-

Das Bächtold-Engineering wartete auf die Agrama 2018 hin mit einer prämierten Eigen­ entwicklung auf, dem stufenlosen elektrischen Heukran-Fahrantrieb «Power­ Drive+». Er wird über einen Frequenz­ umrichter realisiert, angesteuert durch ein Potentiometer am Joystick. Bei diesem System werde elektrische Energie direkt in die Fahrbewegung umgesetzt, was für einen um dreissig bis vierzig Prozent gesteigerten Wirkungsgrad zu vergleichbaren hydraulischen Fahrantrieben sorgt, so Wittwer. Anders gesagt, die elektrische Ener-


Firmenporträt | Plattform

Bächtold baut auch Spezialanfertigungen. Hier ein Heukran mit Obenläufer-Kurvenfahrwerk.

gie werde direkt genutzt, anstatt damit eine Hydraulikpumpe zu betreiben, welche ihrerseits wiederum den Hydraulik-Fahrmotor antreibt. Die kinetische Energie, die durch das Abbremsen frei werde, müsse folglich beim hydraulischen System komplett in Wärme umgewandelt werden. Beim «PowerDrive+» werde diese Energie jedoch ins Netz zurückgespeist. «Der Einsatz eines Elektro-Fahrantriebs mit Energie-Rückgewinnung an einem Heukran ist neu. Und das Gute daran: Die Technik ist nicht nur bei neuen Anlagen erhältlich, es können auch bestehende Bächtold-Heukräne damit nachgerüstet werden», so Wittwer.

24-Stunden-Pikettdienst Das Führungsduo hat die Firma im Jahre 2014 übernommen. Unzählige Heukrananlagen sind in diesem Zeitraum gebaut und an den Mann gebracht worden. Deren Alleinstellungsmerkmal sind die spezielle Anordnung der Teleskop-Drehpunkte, die das Arbeiten links und rechts ohne Seilzug oder Fahrwerk erlauben, und die modulare Bauweise, je nach Kundenbedürfnis. Die Öltanks gibt es in zwei Ausführungen für vier verschiedene Modelle. Die Kabinen können offen oder geschlossen geordert werden. Die Teleskopausleger sind zwei- oder dreifach ausfahrbar. Die Gesamtreichweite reicht von 7 bis 13,8 m. Die Krananlagen sind ausnahmslos pulverbeschichtet, um Dämpfen und Feuchtigkeit trotzen zu können. «Zudem sind dank dieser Bauweise einerseits Preise und Ersatzteile günstig und andererseits nötige Reparaturen vor Ort einfach zu erledigen; dafür stehen drei gut ausgebildete Montage- und Serviceteams zur Verfügung. Wir bieten zudem ganzjährig einen 24-Stunden-Pikettdienst an», so

Die Bächtold-Schneckenpumpen werden in Menznau komplett mit Chassis, Steuerung und Antrieb auf Kundenwunsch ausgestattet.

Wittwer. Die derzeit grösste Heukran­ anlage «BA 8» besitzt zwei Hubzylinder und besitzt einen Hubmoment von 8,5 Metertonnen und ein Haltemoment von 9,5 Metertonnen.

Kran und Belüftung aus einer Hand Das hauseigene Engineering der Bächtold AG ermöglicht auch Spezialanfertigungen von Krananlagen wie Seiten-, Kurvenund Obenläuferfahrwerke. Schienen auf verschiedenen Höhen unter Dach, 90-​ Grad-Kurven und selbst nachfolgende Steigungen bis acht Grad sind kein Problem. Damit vergrössert sich die Einsatzvielfalt: Es wird nicht nur Heu ein- und ausgelagert, sondern der Umschlag von Ballen, Holzschnitzeln oder Big-Bags, die Futterverteilung entlang der Futterachse, das Einstreuen, das Ein- und Auslagern von Silage oder sogar Mist wird ermöglicht, die ganze Palette der Hoflogistik, so Loosli. Wichtig sei, den Kranbauer frühzeitig zur Planung beizuziehen. So könnten die Kundenbedürfnisse evaluiert und praktische Lösungen erarbeitet werden. Die Bächtold AG ist zugleich Heubelüftungsplaner und führt Heulüfter im Sortiment. Die Firma kann deshalb Gesamt­ lösungen aus einer Hand anbieten, die Jahrzehnte Freude machen. Die Kosten für eine Neuanlage bewegen sich ab etwa 30  000 Franken beim Einsteiger­ modell, natürlich ohne Ausstattungen wie Funk, Klimakabine und technisch aufwändige Ausrüstungen. Weil ein Kranausfall nicht mit einer Ersatzlösung überbrückt werden kann, legt die Bächtold AG grossen Wert auf Service und Unterhalt der Anlagen; derzeit gibt es zwei Dutzend Partnerhändler in der ganzen Schweiz, die sofort ausrücken und auch Reparaturen vornehmen.

Tausende Schneckenpumpen Ein bedeutendes Standbein von Bächtold ist die Schneckenpumpe, die in vieltausendfacher Ausführung im Markt besteht. Die Pumpenkörper stammen von der deutschen Firma Wangen. Sie werden in Menznau komplett mit Chassis, Steuerung und Antrieb auf Kundenwunsch ausgestattet und geliefert. Sie sind in vier verschiedenen Antriebsvarianten (Elektromotor, traktorgetrieben, Zapfwellenkupplung, Magnetkupplung) mit Zweiradwagen erhältlich, arbeiten mit bis zu 24 bar Betriebsdruck und bewältigen Ausbringmengen von 50 bis 250 m³ Gülle je Stunde. Komplette Eigenentwicklungen sind schliesslich Kippschaufeln und Ballengeräte, die in fünfstelliger Zahl auf Landwirtschaftsbetrieben im Inund Ausland im Einsatz sind; die Bächtold AG bietet speziell kleine Kippschaufeln für Kleinmäher und für den Kommunaleinsatz an. Und als regionale Landmaschinenhändlerin vertreibt sie hauptsächlich die Produkte von New Holland, Pöttinger, Kuhn, Rapid, Antonio Carraro, Schmid Lenktriebachsen, Stihl und Kränzle. Die Firma ist in diesem Jahr 40 Jahre alt geworden. Corona-bedingt ist die dafür vorgesehene Hausausstellung auf Mitte April 2021 verschoben worden.

Serie «Schweizer Firmen» In dieser Serie porträtiert die «Schweizer Landtechnik» in loser Folge Schweizer Hersteller und Lieferanten von Maschinen und Geräten für die Landwirtschaft. Bisher erschienen: Hans Meier AG, Altishofen LU; Walter Marolf AG, Finsterhennen; Jenni Lüftungen AG, Ruswil LU.

9 2020 Schweizer Landtechnik

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Sicherheit | Hof und Feld

Funktioniert der Alarm der Stallbelüftung noch? Steuerungssysteme, die auf dem 2G-Mobilfunknetz basieren, sollten noch vor der Netzabschaltung von 2G durch ein neues Gerät ersetzt werden. Bilder: H. Röthlisberger

Kunden davon betroffen», sagt Fabian Fischer vom Lely Center Schweiz. Meist handle es sich um ältere Systeme, die noch über keinen Festnetzanschluss verfügen würden. Insgesamt sei eine Umrüstung auf ein neues System kein Problem, so Fischer. Neue Lely-Melkroboter seien zudem seit rund 4 Jahren standardmässig mit einem digitalen Festnetzanschluss + GSM-Anschluss ausgestattet. Damit sei die Verbindung gewährleistet. Auch bei DeLaval sieht man der Abschaltung gelassen entgegen: «Melkroboter, die schon 20 Jahre laufen, sind von uns aufdatiert worden», sagt Urs Schmid, Produktechef Melken bei DeLaval. Heute brauche der Landwirt, damit er seinen Melkroboter auch aus der Ferne überwachen könne, einen Internetzugang. Über diesen würden auch die Benachrichtigungen herausgehen.

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2G-Netzabschaltung: Steuerungen überprüfen Das 2G-Mobilfunknetz steht vor dem Aus. Gerade bei Stallbelüftungen sind noch immer Notrufsysteme in Betrieb, die mit einer 2G-Verbindung ausgerüstet sind. Diese sollten ersetzt werden. Heinz Röthlisberger

Die Tage des 2G-Mobilfunknetzes in der Schweiz sind gezählt. Ende 2020 stellt die Swisscom nach mehr als 25 Jahren Betrieb den 2G-Standard ab. Salt hat bis Ende Sommer 2020 über 90 Prozent des 2G-Netzes ausser Betrieb genommen. Etwas länger dauert es bei Sunrise. Dieser Anbieter will sein 2G-Netz immerhin noch bis Ende 2022 zur Verfügung stellen. Weil aber mit der Swisscom der grösste Schweizer Telekom-Anbieter dem 2G-Netz bereits Ende Jahr definitiv den Stecker ziehen will, werden viele Geräte mit diesem Standard nur noch gut drei Monate funktionieren. Von der Abschaltung sind nicht nur Handybesitzer betroffen, sondern auch Liftnotrufe, Alarmanlagen, Heizungssteuerungen und ferngeschaltete Anlagen.

Auch Pumpen kontrollieren wa Steuerungen von Stalllüftungen. Das bestätigt Thomas Jenni, Geschäftsführer der Jenni Lüftungen AG in Ruswil LU. «Ich schätze, dass rund 70 bis 90 Prozent der bestehenden Lüftungsanlagen in Ställen noch über 2G kommunizieren», sagt Jenni. Betroffen seien hauptsächlich ältere Lüftungssysteme in Hühner- und Schweineställen. Damit die Alarmierung bei einem allfälligen Ausfall der Lüftung auch in Zukunft funktioniere, müsse man überprüfen, mit welchem Mobilfunknetz und über welchen Anbieter das Notrufsystem laufe. Ist noch eine Steuerung mit 2G in Betrieb, sollte diese durch eine neue Steuerung mit einem moderneren Mobilfunknetz wie 3G oder 4G ersetzt werden.

Melkroboter aufdatieren Lüftungen in Ställen Auch in der Landwirtschaft laufen noch immer Anlagen über das 2G-Netz. So et70

Schweizer Landtechnik 9 2020

Betroffen von der 2G-Abschaltung sind in der Landwirtschaft Anlagen wie Notrufsysteme bei Stalllüftungen oder Steuerungen von Bewässerungsanlagen. Damit diese reibungslos funktionieren und ihre Alarme auch in Zukunft übermitteln können, sollten diese überprüft und bei Bedarf ersetzt oder auf den neusten Stand gesetzt werden. Am besten nimmt man dabei mit dem Hersteller respektive der Verkaufsfirma Kontakt auf.

Auch einzelne Melkroboter kommunizieren ihre Alarme und Benachrichtigungen noch über 2G. «Bei uns sind ein paar

Betroffen von der 2G-Abschaltung können auch Bewässerungsanlagen sein. So werden viele Pumpstationen nach wie vor über dieses Netzwerk gesteuert, schreibt die auf Bewässerungstechnik spezialisierte Aebi Suisse aus Gampelen BE. Die Firma macht darauf aufmerksam, dass durch die Abschaltung des 2G-Netzes diese Steuerungen nicht mehr funktionieren werden. Wenn man unsicher sei, ob die Abschaltung auch die eigene Pumpe betreffe, solle man die Anlage überprüfen lassen und wenn nötig auf die neue Funktechnik umrüsten.


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Passion | Youngtimer

«Der Kubota fährt sich wie ein Gokart» Landwirt Patrick Hess in Wuppenau TG hat den ersten offiziell von Ad. Bachmann importierten Kubota-Traktor der Serie «M», einen «9540», angeschafft und schwärmt von den Fahreigenschaften dieses mechanischen Traktors. Dominik Senn

Landwirt Patrick Hess fährt mit dem ersten Kubota «M 9540» problemlos unter seinen vielen Hochstamm-Obstbäumen durch. Bilder: zVg/Dominik Senn

Mit der Betriebsübernahme vom elterlichen Bio-Hof Mörenau in Wuppenau TG auf Jahresbeginn 2009 schaffte sich Patrick Hess, Jahrgang 1987, einen nagelneuen Kubota «M 9540» an, der am 16. Januar eintraf. «Es war ein Katalogkauf», schmunzelt er, «und der erste offiziell in die Schweiz importierte Kubota-Traktor der Firma Ad. Bachmann im nahen Tägerschen.» Die Anschaffung war schon länger geplant, denn die beiden IHC «640» und «770» gerieten vor allem bei Acker72

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bau- und Mäharbeiten mit einem Frontmähwerk oft an ihre Belastungsgrenzen.

«Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis» Zum 30-ha-Milchwirtschaftsbetrieb mit vier Hektaren Ackerbau – Mais für den Eigen­bedarf und Dinkel für den Verkauf – gehören nebst den 26 Milchkühen und dem Jungvieh rund 250 HochstammMost­obstbäume. Hess: «Somit benötigte ich einen zugkräftigen Traktor mit geringer Höhe, um unter den Bäumen durchfahren

zu können, mit einem tiefen Schwerpunkt wegen der vielen Hanglagen und mit wenig Gewicht zur Schonung des Grünlands. Überdies sollte er möglichst wenig oder keine Elektronikteile verbaut haben.» Im Zuge der Evaluation einer geeigneten Marke trat die Firma Bachmann an ihn heran. «Der ‹M 9540› erfüllte nicht nur die genannten Kriterien, sondern überzeugte auch durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis», so Hess. Auch ein Grund war die dreijährige Garantie auf den Kubota.


Youngtimer | Passion

Wenderadius von 5 m «Der Kubota ist ein echter Allrounder. Er hat alles, was es braucht, ist spritzig und weist ein enormes Drehmoment auf», sagt er. Der Schutzbügel anstelle einer Kabine ist sogar mechanisch mit einem hydraulischen Dämpfer versenkbar bzw. teleskopierbar. Die 95 PS des 3,769-l-Kubotamotors bringt der Traktor über 3210 kg Leergewicht auf den Boden, die Nutzlast beträgt 3,59 t, die Anhängelast 25,8 t. Das Schalten des Sechsgang-Getriebes in drei Stufen mit Wendeschaltung (36 Gänge vorwärts und rückwärts) sei spielend leicht, bestätigt auch Gattin Anna. Und bei Geschwindigkeiten bis 10 km/h kann der Retourgang dank elektro-hydraulischer Steuerung kupplungsfrei eingelegt werden. Der Kubota fällt durch seine eigenwillige kompakte Bauform auf.

Enges Wenden möglich Komfortabel findet Hess die Parksperre bzw. Getriebe-Bremse, aber auch die optional eingebaute Bi-Speed-Automatik, ein Kubota-Patent: Ab einem Lenkeinschlag von 35° wird bei zugeschalteter Automatik die Drehzahl an der Vorderachse automatisch um rund 60 Prozent erhöht. Die Vorderräder werden somit bei starkem Lenk­ einschlag weniger geschoben und lenken besser ein. Mit dem doppelten Kegelradantrieb ist ein hoher Lenkeinschlag und extrem enger Wenderadius möglich.

Kubota ist äusserst wendig, drehmomentstark und flexibel. Er fährt sich wie ein Gokart», fasst Hess zusammen. Das erstaunt, denn immerhin sind hinten 540/65 30er und vorne 405/70 20er-Reifen aufgezogen. Die Felgen sind geschweisst. Negativpunkte findet er fast keine: Das Traktor-Gewicht sei etwas knapp, er müsse öfters ballastieren. Weil die Regelhydraulik am Oberlenker angebracht ist, muss er beispielsweise beim Pflügen mit Stützrad die Tiefeneinstellung selber regeln.

Etwas knapp im Gewicht Zu alledem erlaube das Fehlen einer Kabine eine fast perfekte Rundumsicht. Weil der 90-Liter-Tank unter dem Fahrersitz eingepasst ist, fällt die Motorhaube des Traktors nicht allzu wuchtig aus und erlaubt präzises Anfahren an die Anbaugeräte. Kurz: «Der

Zweiten Kubota angeschafft Ein Jahr später schaffte sich Hess einen zweiten Kubota an, einen zweiten «9540», aber mit Kabine, den er mit einem Frontlader ausstatten liess. Bis heute hat Hess dem ersten Kubota 2500 Arbeitsstunden aufge-

brummt, im ersten Jahr etwa 400 und seit der Anschaffung des zweiten jährlich rund 300 Stunden. Reparaturen waren noch nie nötig, obwohl der Traktor ausser im Winter praktisch täglich für die Futterbeschaffung im Einsatz steht. «Es ist der Lieblingstraktor von mir und meiner Frau, schaltfreudig, spritzig, handlich und leicht zu erklimmen, ein ringes und starkes Traktörli», fasst Hess zusammen. Patrick Hess ist seit 2015 verheiratet, die Töchter sind dreieinhalb Jahre bzw. acht Monate alt. In seiner Freizeit ist er oft und gerne mit seinem Motorrad Triumph «Tiger 800» unterwegs.

Die Geschichte von Kubota Das japanische Unternehmen mit Sitz in Osaka produziert Baumaschinen, wie beispielsweise Minibagger und Radlader, sowie Traktoren, Rasenmäher und Verbrennungsmotoren. Gegründet wurde das Unternehmen im Februar 1890. Mitte der 1940er Jahre hat Kubota die Produktpalette um landwirtschaftliche Maschinen und Geräte erweitert. Ende 2011 wurde Kubota einer der grössten Aktionäre des norwegischen Landmaschinenherstellers Kverneland. 2012 sicherte sich die Kubota Corporation ein weiteres Aktienpaket und ist seither Mehrheitsaktionär von Kverneland. 2015 eröffneten die Japaner ein neues Werk für Traktoren im französischen Bierne. Im März 2019

gaben Kubota und Buhler Industries bekannt, dass das kanadische (und vom russischen Landmaschinenhersteller Rostselmasch beherrschte) Unternehmen Buhler Traktoren im Leistungsbereich von 170 bis 200 PS für Kubota fertigen wird. Die Schweizer Generalimporteurin ist die Ad. Bachmann AG in Tägerschen TG. Sie hat bis heute ein schweizweites Netz mit rund 50 Händlern aufgebaut und behauptet sich auf der Rangliste beim Neutraktorenverkauf regelmässig unter den ersten zehn Marken. Die erfolgreiche «M»-Serie von 60 bis 140 PS gibt es seit 1984, in Europa ab 2008, vor allem in Frankreich, Deutschland und in der Schweiz.

Die patentierte «Bi-Speed»-Automatik und der doppelte Kegelradantrieb ermöglichen einen extrem engen Lenkeinschlag bzw. Wenderadius.

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Intern | Weiterbildung

der offenen Kategorie zusammengefasst wird. Gerade in dieser offenen Kategorie ändert sich einiges. Die wichtigsten Neu­ erungen, die ab 1. Januar 2021 gelten, sehen laut Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL folgendermassen aus:

Ab nächstem Jahr gilt eine Registrierungspflicht für Drohnenpiloten. Zudem muss man eine Onlineprüfung absolvieren. Bild: H: Röthlisberger

Neue Regeln für Drohnenpiloten ab 2021 Ab 1. Januar 2021 führt die Schweiz die neuen und strengeren Regeln der EU für Drohnen ein. Ab diesem Zeitpunkt gilt eine Ausbildungs- und Registrierungspflicht. Heinz Röthlisberger Die Übernahme der europäischen Droh­ nenregulierung war in der Schweiz ei­ gentlich bereits per 1. Juli 2020 vorgese­ hen. Aufgrund der Coronakrise ist diese

nun um ein halbes Jahr verschoben wor­ den. Betroffen von den Änderungen sind vor allem Hobbypiloten, das heisst der stark wachsende Freizeitbereich, der in

• In der offenen Kategorie gilt neu eine maximale Flughöhe von 120 Metern über Grund. Wie bis anhin muss die Drohne im direkten Sichtkontakt betrieben werden. • Die neue Regulierung sieht für die meis­ ten Anwendungsfälle in der offenen Ka­ tegorie eine Registrierung des Piloten so­ wie eine Onlineschulung und einen On­ linetest vor. Registrierungspflichtig sind auch Besitzer von Drohnen unter 250 g, sofern diese mit einer Kamera ausgerüs­ tet sind oder andere Personendaten bear­ beiten können. • Das Mindestalter für den selbstständi­ gen Betrieb einer Drohne beträgt in der offenen Kategorie 12 Jahre. • Neu gilt eine untere Gewichtslimite von 250 g statt 500 g. Das bedeutet, dass Drohnen unter 250 g bis auf weiteres ein­ zig die Naturschutzgebiete und die Ge­ biete in unmittelbarer Nähe zu Flughäfen zu meiden haben. • Menschenansammlungen dürfen in der offenen Kategorie nicht mehr überflogen werden, das gilt auch für Drohnen unter 250 g Fluggewicht. Mehr Informationen: www.bazl.admin.ch «Neue Drohnenregulierung»

Drohnenkurse beim SVLT

Der SVLT bietet neu auch Drohnenkurse an, die spezifisch auf Bedürfnisse der Landwirt­ schaft fokussiert und modular aufgebaut sind. Die Kurse finden an den Standorten Payerne und Liebegg statt. Der Tageskurs «Discovery» ist der eigent­ liche Grundkurs und macht aus den Teil­ nehmern Dohnenpiloten: Sie üben Starten, Landen und Grundbewegungen. Die Teil­ nehmerzahl ist auf 8 beschränkt. Die Kurs­ kosten betragen für SVLT-Mitglieder CHF 232.−, für Übrige CH 248.−.

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Schweizer Landtechnik 9 2020

Der Zweitageskurs «Drohnenpilot» bereitet die Teilnehmenden darauf vor, professionelle Drohnenpiloten zu werden. Jeder Flugmodus wird vertieft erarbeitet und in praktischen Flugübungen geschult. Dazu gehören unter anderem das umfassen­ de Erarbeiten der Anwendung der Drohne «DJI Go», die Kalibrierung der Kompasse und die manuelle Steuerung mit invertierten Befehlen. Der Kurs ist auf 8 Teilnehmende beschränkt und kostet für SVLT-Mitglieder CHF 893.−, für Übrige CHF 992.−. Der Zweitageskurs «Photogrammetrie» vermittelt die notwendigen Grundkenntnis­ se in der Photogrammetrie und der Steue­ rung der Programme zur Erfassung und Verarbeitung von Bildern. Das gewonnene georeferenzierte Kartenmaterial ist die Basis für eine schlagspezifische Düngung, Pflan­ zenschutz bzw. eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung. Die Teilnehmerzahl und

Kurskosten entsprechen dem Kurs «Droh­ nenpilot». Im Zweitageskurs «Sulfatage» können die Teilnehmenden mittels Streudrohne festes und flüssiges Material im manuellen und automatischen Modus verteilen, bei­ spielsweise Trichogramme gegen den Mais­ zünsler (gleiche Kursbedingungen wie die übrigen Zweitageskurse). Reihenfolge der Module Bei den Kursen «Drohnenpilot» und «Photo­ grammetrie» ist empfohlen, zuerst den Kurs «Discovery» zu besuchen. Es ist allerdings nicht möglich, den Kurs «Sulfatage» zu besuchen, ohne die Kurse «Discovery» und «Drohnenpilot» abgeschlossen zu haben. Auf Anfrage ist es möglich, Gruppenkurse für Firmen (mit einem Gruppentarif) zu organisieren. Anmeldung: www.agrartechnik.ch/Kurse


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SVLT | Sektionen

BL

BS

Theoretische Führerprüfung Kat. F/G

Aktuelles Kursangebot

Der Verband für Landtechnik beider Basel und Umgebung organisiert für Jugendliche, welche im Jahre 2020 14 Jahre alt (Jahrgang 2006) oder älter werden, Vorkurse und Prüfungen für die theoretische Führerprüfung Kat. F/G. Vorkurs: Mittwoch, 4. Nov. 2020; Prüfung: Samstag, 21. Nov. 2020 Durchführung der Vorkurse: 13.30 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach, Kurslokal 3 Durchführung der Prüfungen: 9.00 Uhr, Motorfahrzeugprüfstation (MFP), Münchenstein Kurskosten: Mitglieder CHF 40.– plus Lern-CD CHF 40.–, Nichtmitglieder CHF 80.– plus Lern-CD CHF 40.–. Anmeldung bis spätestens 30 Tage vor Kursbeginn an: Marcel Itin, Hof Leim 261, 4466 Ormalingen, 076 416 27 13, E-Mail: marcelitin@gmx.ch; unbedingt Kurs und Geburtsdatum angeben.

Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 14. Oktober 2020, in Hochdorf, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 25. November 2020, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs 607: jeweils Samstag, 10./17. Oktober 2020, 12.00–16.00 Uhr Kurs 608: jeweils Samstag, 14./21. November 2020, 12.00–16.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: im Frühjahr 2021, Daten noch in Planung, werden auf www.lvlt.ch publiziert. Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Ab 1.1.2021 gibt es wichtige Änderungen in der Verkehrsausbildung. Einmal absolvierte Prüfungen und Kurse sind unbeschränkt gültig, z. B. VKU. Bei der Motorradausbildung werden die Altersgrenzen denjenigen der EU angepasst. Somit können bereits 15-Jährige Kleinmotorräder (max. 50 ccm / 45 km/h) fahren. Ab 16 Jahren dürfen 125-ccmTöffs gefahren werden. Eine Übersicht erhalten Sie auf unserer Homepage www.lvlt.ch. Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen. Der nächste Intensivkurs beginnt voraussichtlich am 25. September 2020 in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

FR Kampagne Verkehrssicherheit 2020 Bremssystemprüfungen an Anhängern jeder Art, 30 oder 40 km/h, werden mit einem Betrag von CHF 50.– pro Achse unterstützt. Am Ende des Tests erhalten Sie eine genaue Diagnose Ihrer Fahrzeuge, die von einem zugelassenen Fachmann von Agrotec Switzerland erstellt wird. Die Liste der Fachbetriebe für Anhängerbremsen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.agrotecsuisse.ch. Nur Fahrzeuge, die mit hydraulischen oder pneumatischen Betriebsbremsen ausgerüstet sind, können geprüft werden. Neuregistrierungen 40 km/h: Um die Landwirte zu ermutigen, ihre Anhänger für 40 km/h zuzulassen, unterstützen wir alle Neuzulassungen mit einem Betrag von CHF 50.– pro Achse. Dies gilt für alle Erstregistrierungen, unabhängig davon, ob es neue Anhänger sind oder nicht. Installation von Frontkamera- und Monitorsystemen – neu im Jahr 2020: Nach der Einführung der neuen Vorschriften für den vorderen Überhang im Mai 2019 schenken wir CHF 100.– für jede Anschaffung eines zugelassenen Frontkamera- und Monitorsystems. Für weitere Informationen zu diesen Systemen steht Ihnen die Geschäftsstelle des AFETA/FVLT zur Verfügung. Für all diese Anträge müssen Sie lediglich eine Kopie der Rechnung für die Tests und den Kauf einer Kamera sowie bei Neuanmeldungen eine Kopie des Fahrzeugausweises an folgende Adresse schicken: AFETA/FVLT, Samuel Reinhard, Rte de Grangeneuve 31, 1725 Posieux

JU Spritzentests 2020 Infolge Covid-19 beschloss der Vorstand der Sektion JU/BJ, die für den 14. bis 18. September 2020 in Saignelégier geplanten Tests beizubehalten. Die für April 2020 geplanten, aber abgesagten Tests in Ajoie und im Vallée werden auf Anfang November 2020 verschoben. Die betroffenen Landwirte werden per Post über die genauen Daten und Orte informiert.

GV auf März 2021 verschoben Nach der Covid-19-Pandemie und der daraus resultierenden Ausnahme­ situation beschloss der Ausschuss der Sektion JU/JB, die Generalversammlung 2020 auf Anfang März 2021 zu verschieben.

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LU

Schweizer Landtechnik 9 2020

TG Theoriekurse Kategorie M/G im Jahr 2020 Die Prüfungen müssen auf dem Strassenverkehrsamt in Frauenfeld und Amriswil oder Kreuzlingen abgelegt werden. Mofa Kat. M frühestens 1 Monat vor dem 14. Geburtstag, Traktor Kat. G bis 30 km/h frühestens 1 Jahr vor dem 14. Geburtstag. Durchgeführt werden die Kurse am Samstagvormittag und Mittwochnachmittag. In den Kurskosten ist eine Lern-CD mit Original-Prüfungsfragen der asa enthalten. Gesuchsformulare können bei jedem Polizeiposten oder beim Strassenverkehrsamt in Frauenfeld und Amriswil bezogen werden. Nr.

Kursort

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Amriswil Friltschen

Kurs M/G Kurs M/G Samstag Mittwoch 8.30–11.30 Uhr 13.30–16.30 Uhr (Mi-Nachmittag (Sa-Vormittag 13.30–16.30 Uhr) 8.30–11.30 Uhr) Samstag, 24.10.2020 Samstag, 7.11.2020 Samstag, 5.12.2020 Mittwoch, 16.12.2020

Kosten: Fr. 70.– für Jugendliche von Mitgliedern des VTL/Landtechnik, inkl. Lern-CD mit Original-Prüfungsfragen, Fr. 90.– für Nichtmitglieder, inkl. Lern-CD mit Original-Prüfungsfragen. Die Aufwendungen des Stras­senverkehrsamtes werden separat in Rechnung gestellt. Ausgefüllten Talon einsenden an: VTL\Landtechnik, Markus Koller, Weierhofstras­ se 9, 9542 Münchwilen.


Sektionen | SVLT

ZG

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 14. Nov 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 23. Dez 20

Gegengewichts-/TeleskopstaplerGrundkurs Zu lernen ist an diesem zweitägigen Kurs in Theorie und Praxis der sichere Umgang mit dem Gegengewichtsstapler und Teleskoplader nach SUVA-Richtlinien mit dem Ziel, den schriftlichen SUVA-Ausweis auf Gegen­gewichts- und Teleskopstapler (R1, R4) zu erlangen. Ein Tag kann der obligatorischen CZV (Chauffeur-Zulassung-Verordnung) angerechnet werden. Voraussetzungen sind: Mindestalter 18 Jahre und praktische Erfahrung auf Maschinen. Daten 1. Kurs: 11. und 12. Januar 2021, Daten 2. Kurs 13. und 14. Januar 2021. Kosten: 2 Tage ca. Fr. 660.– für Mitglieder und Fr. 700.– für Nichtmitglieder des VLT Zug, inkl. Unterlagen und Essen. Anmeldung/Auskunft: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch, www.natuerlich-zug.ch

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 25. Nov 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 16. Dez 20

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch AG Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch

Vorbereitungskurs Kat. G

BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch

Am 6. und 8. Oktober 2020 findet die Ausbildung für die Prüfung der Kat. G statt. Die erfolgreich bestandene Prüfung berechtigt: • Zum Fahren mit dem Traktor 30 km/h und dem Mofa • Zur Teilnahme am Traktorfahrkurs G40, www.fahrkurse.ch Für den Vorbereitungskurs bekommen die Teilnehmer: • ein topaktuelles Theoriebuch speziell für die Kat G • eine VIP-Karte, um online auf dem PC, Phone oder Tablet zu lernen Anmeldung bei Beat Betschart / www.natuerlich-zug.ch

FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, Chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL

SG

AR

AI

GL

Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2020 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach

Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch

Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag St. Peterzell, Schulhaus Sa, 19. Sep 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 21. Okt 20

SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 26. Sep 20 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 28. Okt 20

Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, Chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 04. Nov 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 09. Dez 20

Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

Wangs, Parkhotel Sa, 07. Nov 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 02. Dez 20

Kursorte: Strickhof, Lindau. Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

ZG

ZH

www.arnold-partner.ch 041 499 60 00

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SVLT | Porträt

Stanser Fladä Christian Kaiser mit Jahrgang 1998 auf dem Betrieb Ober Wirzboden 1 in Stans NW wusste immer, was er wollte. «Für mich kam nie etwas anderes in Frage als Landwirt. Ich liebe den Umgang mit Tieren und melke gerne», sagt er. Da sein Bruder Zimmermann ist und die Schwester Pharmaassistentin, war auch klar, er würde dereinst den elterlichen Hof übernehmen. Nach 2018 beendeter Landwirtschaftsschule arbeitete er bereits auf dem vierten Betrieb auswärts mit und betätigte sich noch als Monteur in einer Metallbaufirma, während Vater den 12-haBetrieb mit 16 Milchkühen im Anbindestall und eige­ner Aufzucht sowie die Schweinemast mit gegen hundert Tieren bewirtschaftete und Mutter im Berg­restaurant Stanserhorn tätig war. Die Molkerei Barmettler produziert mit der Silomilch den bekannten Stanser Fladä, einen Weichkäse. Dann überschlugen sich die Ereignisse: Ein Nachbarbetrieb veräusserte 10 ha Pachtland. Kaisers erhielten (aus 33 Bewerbern) den Zuschlag. Damit war für den Junglandwirt klar, durch die Betriebserweiterung würde das Auskommen nicht nur für die Eltern, sondern auch für seine eigene zukünftige Fami­lie reichen. Kurzum: Ein Laufstall musste her. Dank seinen Erfahrungen von auswärtigen Betrieben und der Montagetätigkeit war er in der Lage, den Laufstall nach eigenen Vorstellungen zu planen. Ein Onkel zeichnete die Baupläne und sein Bruder erstellte mit Baubeginn März 2020 die Holzkonstruktion mit sage und schreibe 200 m3 Holz; die Grundplatte und die Mauern verschlangen ihrerseits 900 m3 Beton. Christian montierte schliesslich die Stalleinrichtungen. So viele Eigenleistungen machten es möglich, dass die Belastungsgrenze nicht überschritten wurde. Krönung des Laufstalls für 44 Kuhplätze und 20 Jungviehplätze ist ein Heukran mit Kurvenfahrwerk der Firma Bächtold aus Menznau LU, der den kompletten Bereich vom getrennten Futterlagerraum (früherer Stall) über den Laufstall bis zu den Liegeboxen abdeckt. Die Schweinemast ist neu auf dem Zupachtbetrieb untergebracht. Mechanisiert ist der Betrieb eher bescheiden. Es wird nicht geackert. Der Mais wird in Würfelform zugekauft. Auf Jahresbeginn 2020 hat Christian Kaiser den Betrieb übernommen und Vater angestellt. Beigetreten ist er auch der Sektion Nidwalden des SVLT. Inzwischen ist der Bestand an Milchkühen auf 26 gestie­gen und wird mit eigener Aufzucht (Red Holstein, Holstein und Brown Swiss) weiter aufgestockt; das Milchkontingent konnte auf 420 000 l erweitert werden. Der gesellige Jungbauer ist daneben mit seiner Freundin gerne zum Wandern und Skifahren unterwegs, aber, wie er gerne sagt, sein wahres Hobby ist sein Beruf. Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik 9 2020


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Neu: Drohnenkurse

«G40»-Fahrkurse Mit dem Führerausweis der Kategorie «G» und erfolgreich absolviertem Fahrkurs «G40» können Landwirtschaftstraktoren und landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorfahrkurs «G40» des SVLT ist vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder auf www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

CZV-Weiterbildungskurse Kursort: Riniken AG

Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Schweisskurse Kursort: Riniken AG Das Kursangebot richtet sich an: Anfänger, die das Basiswissen in Schweisstechnik erwerben möchten, sowie an Fortgeschrittene, die ihr Know-how auffrischen und vertiefen möchten, aber auch an handwerklich interessierte Personen und Fachleute. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Obligatorische Weiterbildung für LKW-Fahrer. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Neu: Ecodrive-Fahrkurse Spritsparendes Fahren mit Landwirtschaftsfahrzeugen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch

«agriLIFT»-Staplerkurse In zwei Tagen werden die Module «Basis», «R1» (Gegengewichtsstapler) und «R4» (Teleskoplader) gemäss EKAS 6518 in theoretischen und praktischen Sequenzen behandelt. Diese Ausbildung ist Suva-auditiert und CZV-anerkannt. Anmeldung: www.bul.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Informationen und Auskünfte zu den Kursen www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch, Tel. 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch  Impressum 82. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT Ständerat Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50 / 079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2020. Kombinationsrabatt bei gleichzeitiger Erscheinung in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.), für SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt «Spezialkulturen – Technik für den Weinbau» Bevor die Trauben im Keller gepresst und vergärt sowie deren Saft als Wein getrunken werden können, steht die Arbeit im Rebberg an. Einige dieser Arbeiten erfolgen heute maschinell. Nr. 10/2020 erscheint am 15.10.2020 Redaktionsschluss: 28.9.2020 Anzeigenschluss: 5.10.2020

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