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September 2019

SCHÖN UND EFFEKTIV PFLÜGEN Pflügen ist Einstellungssache Relevante Kosten von Maschinen Was passiert nach einem Unfall? Impulse für die Elektromobilität


DIE NEUE RUNDBALLENPRESSE V451M HÖCHSTE LEISTUNG IN ALLEN ERNTEBEDINGUNGEN

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HÖCHSTE VIELSEITIGKEIT

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HÖCHSTE BALLENDICHTE

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H E AV Y D U T Y K O M P O N E N T E N (R O T O R Z I N K E N AU S H A R D OX / M A S S I V E K E T T E N U N D L AG E R )

ANMELDUNG

FÜR VORFÜHRUNG Simon Krähenbühl 044 842 50 30


September 2019 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 10 14 16 18 20 22 24 26 30 34 36 38 40

«Für Hoffahrzeuge ist E-Mobilität erste Wahl» Riemenpresse «VariPack» von Krone Niederdruckreifen für den Forsteinsatz Kverneland stellt Neuheiten vor Dynamisches Wiegesystem von BPW Case IH frischt «Magnum»-Baureihe auf

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Schwerpunkt: Pflügen Pflügen ist Einstellungssache Was kann der Schälpflug? Welche Kosten verursacht ein Pflug? Der Pflug gewinnt wieder an Fahrt Das Einmaleins des Pflügens «Ich will nicht auf den Pflug verzichten» Fruchtfolgekrankheiten: Was kann der Pflug?

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Impression 44 46

Duoschwader «TS 671» von Fella im Einsatz Erfahrungen mit dem «XPower Electroherb»

Wissen 48

Was ist ein OEM?

Management 50 54 56

Rechte und Pflichten bei einem Unfall Maschinenkosten: Die neuen Tarife sind da Umfrage: «Gemeinsame Nutzung von Maschinen»

50

Sicherheit 57

Mit dem Pflug sicher auf der Strasse unterwegs

Plattform 58 60

Unfallverhütungstagung der BUL Schweizermeisterschaft der Wettpflüger

Passion 62

Ameisenbär «IH 6388 2+2» in Düdingen FR

SVLT 64 Schweizermeisterschaft im Traktorgeschicklichkeitsfahren 66 Leserreise nach Namibia 68 Leserreise Israel zum Zweiten 69 Wahlempfehlungen von SVLT-Sektionen 71 Sektionsnachrichten 74 Im Porträt: Marcel Itin, Ormalingen BL 75 Kurse und Impressum

Titelbild: Der Pflug gewinnt wieder an Fahrt. Angestossen durch die Glyphosat-Diskussion zeichnet sich seit wenigen Jahren eine Wiederbelebung ab.

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Roman Engeler

Landwirt ist der wichtigste Beruf der Welt und der Bauer eine angesehene Person, denn die Ernährung ist das grundlegendste aller Grundbedürfnisse des Menschen. Das war einmal so. Verfolgt man die Medienberichte der letzten Wochen und Monate, scheint heute das Gegenteil der Fall zu sein. Die Landwirtschaft vergiftet das Trinkwasser, ist für die Reduktion des Insektenbestands verantwortlich oder produziert fast mehr CO2 als Nahrungsmittel – kurz zusammengefasst: Die Landwirte werden für fast alles verantwortlich gemacht, was in der (Um-)Welt schlecht läuft. Kaum ein Wort wird darüber verloren, dass die Landwirtschaft ungeheure Anstrengungen unternommen hat, damit heute fast alle der acht Milliarden Menschen weltweit genügend zu essen haben, und sie dies auch künftig tun will. Dass für diese Leistung ökologische Kompromisse einzugehen sind, ist mehr als nur logisch, denn letztlich darf auch der Mensch Teil des Ökosystems sein. Aber mit vollem Bauch vor stets aufgefüllten Regalen stehend, denkt man anders als im umgekehrten Fall. Die medialen Schaumschläger scheint dies nicht zu interessieren. Machen sie die Landwirtschaft auch dafür verantwortlich, wenn es dereinst einmal zu wenig Nahrungsmittel hat? Nun, ein Auf und Ab hat auch der Pflug erlebt. Einst Sinnbild des Ackerbaus, wurde er vor einem Vierteljahrhundert beinahe totgesagt. Heute ist er immer noch da, wird eingesetzt und manchmal auch nicht. Mehr dazu in unserem Schwerpunkt (ab Seite 24). Der SVLT, seine Mitglieder und darunter jene, die als Kandidaten bei den nationalen Wahlen ins Rennen steigen (Seite 69), setzen sich für eine produzierende Schweizer Landwirtschaft ein. Unterstützen wir sie, damit unsere Anliegen Gehör finden! Ausgabe Nr. 10 erscheint am 17.10.2019.

Bild: R. Engeler

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Aktuelles

In Kürze Aebi-Schmidt will im Verlaufe dieses Jahres den Standort Hochdorf LU schliessen und so den Standort Burgdorf BE stärken. Fritzmeier Umwelttechnik intensiviert die Vertriebsaktivitäten für Pflanzensensoren und kooperiert mit CNH und seinen Marken «Steyr», «New Holland» und «Case IH». Case IH, New Holland und Steyr werden auf der diesjährigen Agritechnica erstmals auf einem gemeinsamen Stand präsent sein. Sprühtechnik-Spezialist Birchmeier hat seine Akku-Geräte auf das Cordless Alliance System und damit die Akku-Technologie des Elektrowerkzeug-Herstellers Metabo umgestellt. Bei den Pflügerweltmeisterschaften in den USA wurde Marco Angst aus Wil ZH Gesamt-Weltmeister. Fenaco wird Mitglied bei Digital-Switzer­ land und möchte in Sachen «Smart Farming» eine Vorreiterrolle einnehmen. Reifenhersteller BKT hat seine eigene Produktionsanlage für carbon black (Industrie-­Russ, für die Reifenherstellung benötigt) in Betrieb genommen und fährt diese nun sukzessive bis zu einer Jahres­ produktion von 130 000 Tonnen hoch. Alexander van der Lely wechselt per 1. Januar 2020 als Vorsitzender in den neu gegründeten Aufsichtsrat von Lely und wird in seiner Funktion als CEO durch André van Troost ersetzt. Pöttinger erzielte im Geschäftsjahr 2018/2019 einen neuen Rekordumsatz von 382 Mio. Euro, +8 % gegenüber dem Vorjahr. CNH hat eine Vereinbarung mit AgDNA unterzeichnet und vertreibt künftig die Produkte dieses führenden Anbieters von Farm-Management-Software. Agrola baute in Zofingen ihre erste Wasserstoff-Tankstelle. Weitere sollen folgen. Sulky und Lemken haben eine Handels­ partnerschaft abgeschlossen. Sulky wird Lemken künftig mit Düngerstreuern beliefern. CNH steht vor einer weiteren Aufspaltung, sollen doch die Sparten «Motoren» und «Nutzfahrzeuge» vom «Off-Highway»-­ Bereich (Bau- und Landwirtschaft) getrennt werden. Ropa erweitert sein Segment der zwei­ reihigen Kartoffelvollernter um das Modell «Keiler II Classic».

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New Holland mit «Stalkbuster» New Holland lanciert für seine Feldhäcksler ein achtreihiges Maisgebiss, auf dem der Kemper «Stalkbuster» montiert ist. Dieser war bisher nur für Maschinen von John Deere verfügbar, bei anderen Häcksler-Fabrikaten war die Montage technisch gar nicht möglich. Der «Stalkbuster» zerkleinert (zur Bekämpfung des Maiszünslers) die Maisstoppeln direkt hinter dem Mais­gebiss, noch bevor sie von den Rädern des Häckslers niedergedrückt werden. Dann trimmt New Holland seine Rotor­ drescher «CR 7» und «CR 8» sowie die 5-Schüttler «CX 7» und die 6-Schüttler «CX 8» mit neuen FPT-­Motoren auf die Abgasnorm der Stufe 5. Neu bei den Schüttler-Modellen ist die Dreschtrommel mit versetzt angeordneten Schlagleisten. Sie verlaufen nicht durchgehend über die gesamte Trommelbreite, sondern abwechselnd in einzelnen Segmenten, was einen um 16 % geringeren Leistungsbedarf zur Folge haben soll. Bei den Schüttlern gibt es zudem neu eine elektrische Verstellung des Korbes

unter dem Zentrifugalabscheider. Dem Trend zu Bandschneidwerken folgend bietet New Holland seine in Übersee bekannten Vorsätze jetzt auch in Europa in Breiten von 9,15 bis 13,70 m an. Die Baureihe der «T5»-Traktoren stellte New Holland im letzten November an der Eima in Bologna vor, damals mit dem stufenlosen Getriebe. Während nun auch die Schwestermarken Case IH («Vestrum») und Steyr («Expert») mit diesen Modellen im Markt sind, bietet sie New Holland jetzt mit dem achtstufigen Doppelkupplungsgetriebe «Dynamic Command»-Getriebe und neuen Kabinen-Varianten an.

Innovative Feldspritze Agrifac (NL) hat auf Europa-Tournee mit seiner neusten selbstfahrenden Feld­ spritze «Condor Endurance II» bei Serco Landtechnik AG in Oberbipp BE Halt gemacht und gleichzeitig sein neustes Managementkonzept des «Need Farming» mitgebracht. «Mit dieser neuen Technik betrachten wir die Pflanze selbst und nicht mehr nur den durchschnittlichen Bedarfszustand eines ganzen Feldes. Jede Pflanze erhält genau die individuell erfor­ derliche Menge an Spritzbrühe», erklär­te Thomas Minder, Produktmanager bei Serco. «Need Farming» besteht aus drei Komponenten: Kenntnisse des

Landwirts, aus «StrictSprayPlus» (der Technik, dass jeder Tropfen an die richtige Stelle gelangt) und aus «Dynamic­ DosePlus» (damit die Dosierung auf die spezifischen Bedürfnisse jeder einzelnen Pflanze abgestimmt ist). Zum Einsatz auf der «Condor Endurance II» kommt ein Kamerasystem von Agrifac mit integrierter künstlicher Intelligenz, das Bilder der erfassten Nutzpflanzen oder Unkräuter analysiert, worauf die erforderlichen Ausbringmengen sofort angepasst werden, ohne dass vom Fahrer eine Einstellung vorgenommen werden muss.


Aktuelles

Erweiterte Einsatzmöglichkeiten Düvelsdorf erweitert mit einer hydraulisch verstellbaren Planierschiene die Einsatzmöglichkeiten der im vergangenen Jahr vorgestellten Profiwalze «Terra Roller expert» im Ackerbau. Mit der Kombination aus Walze und Planierschiene soll eine bessere Rückverfestigung und Krümelung des Bodens erreicht werden. Dadurch soll eine optimale Saatbettvorbereitung gewährleistet werden. Die hydraulisch verstellbare Planierschiene kann als Vorwerkzeug an neue Walzen und auch an Bestandsmaschinen montiert werden. Arbeitstiefe und -winkel der Planierschiene lassen sich individuell einstellen. Die gekoppelten Hydraulikzylinder garantieren über die gesamte Arbeitsbreite eine exakt gleiche Arbeitstiefe. Die in einer Flucht angeordneten Federzinken verhindern eine unerwünschte Dammbildung.

Benzinbetriebene Stromgeneratoren Kärcher erweitert seine Produktpalette um drei Synchrongeneratoren, die den Betrieb von elektrischen Reinigungsmaschinen und anderen elektrisch betriebenen Ge­ räten auch dort ermöglichen, wo keine Stromversorgung zur Verfügung steht. Einsatzmöglichkeiten finden sich auf Baustellen, in landwirtschaftlichen Betrieben oder im kommunalen Bereich. Die benzinbetriebenen Stromerzeuger «PGG 3/1», «PGG 6/1», und «PGG 8/3» liefern laut Kärcher Dauerleistungen von 2,8, 5 und 7 kW. Pluspunkte sind grosse Kraftstofftanks für lange Betriebszeiten, eine sehr robuste Konstruktion sowie die einfache und sichere Bedienung. Die Energie für die Stromerzeugung produzieren 4-Takt-­ Benzinmotoren (Abgasnorm Stufe 5), die elektrisch gestartet werden. Für den Anschluss von Abnehmern gibt es jeweils zwei 230  Volt-Steckdosen und einen 12-Volt-­Gleichstromausgang.

Indoor-Show An drei Standorten präsentierte Agrar Landtechnik im Rahmen einer Indoor-Show aktuelle Erntetechnik von Krone – für einmal nicht im Feldeinsatz, sondern betrachtet aus nächster Nähe, in allen Details und vor allem wetterunabhängig. Vom kleinen Scheibenmähwerk bis zum Pellet-Voll­ ernter «Premos» war jede Produktgattung des Herstellers präsent, wurde von Spezialisten multimedial vorgestellt. Einen Sinnesreiz der ganz anderen Art bot die Artistengruppe «Herkules» mit ihrem humoristischen und hochakrobatischen Programm.

Pöttinger im Acker Mitte August war Pöttinger mit der neusten Bodenbearbeitungstechnik in Büttikon (AG) in einer Praxis-Vorführung. Zu sehen waren auf dem Stoppelfeld von Kurt Sax elf verschiedene Geräte des öster­reichischen Herstellers. Vorgestellt hat das Pöttinger-Schweiz-Team um Hans­ peter Hitz unter anderem einen 3-Schar-«On-Land»-Pflug, den 4-Schar «Servo 35 Plus Nova» und den etwas schwereren «Servo 45 Plus Nova». Neben verschiedenen Grubber-Versionen des «Synkro»-­Programms und Schei­ben­ eggen («Terradisc») gab es auch die Sä-

maschine «3002 ADD» mit Doppelscheibenscharen und «PCS», ein System, mit dem sowohl die Einzelkorn- als auch die Breitsaat möglich ist. Die Sämaschine kann damit nicht nur Getreide breit, sondern auch Mais einzeln ablegen.

«Everest» auf dem Randen Nicht gerade am höchsten Berg der Erde, aber immerhin in der hügeligen und für den Mähdrusch absolut herausfordernden Gegend des Randen bei Beggingen SH präsentierte das Team des New Holland Centers den Schüttler-Mähdrescher «CX 7.90» in der Ausführung «Everest» mit integrierten Hangausgleich im Feldeinsatz. Das in Zusammenarbeit mit der französischen Firma I2J Solutions entwickelte System gleicht seitliche Neigungen von bis zu 20 % und ein Längsgefälle von bis zu 36 % aus, so dass auch in solchen Lagen das volle Leis-

tungspotenzial des Dreschers ausgenutzt werden kann. Bei diesem Modell handelt es sich um eine Vorführmaschine, die aber schon bald in den Besitz eines Schweizer Lohnunternehmers übergehen wird.

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Aktuelles

«Tucano» auf Demo-Tour Ob Hanglage oder rasch aufziehender Regen – die Natur stellt die Landwirte immer wieder vor neue Herausforderungen. Letztes Jahr präsentierte Claas den Mähdrescher «Tucano» in der Ausführung «Montana», heuer war die Serco Landtechnik AG mit dieses Maschine

auf einer Demo-Tour in der Schweiz unterwegs und konnte sich den eingangs genannten Herausforderungen stellen. Den zahlreichen Interessierten stachen insbesondere das Motor­manage­ment «Dynamic Power» und das ausgereifte Bedienkonzept ins Auge.

Investitionen für Agrarindustrie Continental ist in der Landwirtschaft in erster Linie als Reifen-­ Hersteller bekannt. Erst bei genauerem Hinsehen trifft man den «Continental»-Schriftzug auch auf Keilriemen. Ende August hat das Technologieunternehmen Continental die Presse über der Absicht informiert, die Produktion von Antriebs­ riemen für die Agrarbranche auszubauen und dafür am Standort Hannover 2,5 Millionen Euro zu investieren. Mit einer neuen Fertigungsanlage für Landwirtschaftsriemen soll die Produktionskapazität gesteigert und die Wettbewerbs­ fähigkeit gestärkt werden. Auf der neuen Anlage, die bereits in Betrieb ist, fertigt Continental unter anderem Breitkeil­ riemen in einer Breite von bis zu 40 Zoll. Das bedeutet ein Plus von 10 Zoll gegenüber der bisherigen Maximalbreite. Die Hochleistungsriemen sorgen in Landmaschinen wie Mäh­

«Vicon-Kverneland-Abend» Der «Vicon-Kverneland-Feldabend» von Tscharner-Farm­service aus Cazis GR wurde für einmal auf dem Betrieb von Mario Canetg in Domat/Ems durchgeführt. Viele interessierte Besucher verfolgten gespannt die Maschinenvorführungen im Feld. Peter Aregger und Andreas Roos, beide von Importeur Ott Landmaschinen, stellten das Acker-Programm dieser beiden Marken vor und kommentierten den praktischen Feld­einsatz. Gespannt warteten die Besucher auf die anschliessende Referentin, Franziska Herren. Herren ist Initiantin der «Trink­ wasser-­Initiative». Die Initiantin hatte einen schweren Stand, stammen doch lediglich 954 (!) Unterschriften für die Initiative aus dem Kanton Graubünden. Die Position der Gegenseite übernahm, anstelle eines Vertreters der «IG Bauern-Unternehmen», Peter Küchler vom Plantahof in Landquart.

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dreschern für zuverlässige Kraftübertragung, dies selbst unter extremen Bedingungen wie Schmutz, Staub, Feuchtigkeit, aber auch bei Hitze und Kälte.

Kuhn und John Deere im Einsatz Traktoren von John Deere, Ackerbau- und Futtererntemaschinen von Kuhn: Das gab es am Mittwoch im solothurnischen Oekin­gen zu sehen. Während die Robert Aebi Landtechnik AG aktuelle Traktoren-Modelle von John Deere aus der «Serie 5» und «Serie 6» mit dem neuen «CommandPRO-Joystick» zeigte, präsentierte das Kuhn Center Schweiz unter anderem den neuen «Vari-­Master L Onland»-Pflug in der 4-Schar-Ausführung oder die Mähkombination mit dem Front-Scheibenmähwerk «FC 3125 DF» und zwei Heck-Scheibenmähwerken des Typs «FC 8830 D». Zum Schluss der Futterernte-Vorführung standen der John-Deere-Feldhäcksler «8400i» sowie der Abschiebe­ wagen «PowerPush Plus» von Brantner im Einsatz.


Aktuelles

Rolland-Mistzetter in der Schweiz Seit diesem Sommer ist die ABM Maschinen AG in Hasle b. Burgdorf BE offizieller Impor­teur der Landmaschinen des französischen Herstellers Rolland. Erstmals sind an der Feldtagung bei Langel Agrarservice auf dem Feldhof in Augst BL drei Rolland-­ Miststreuer vorgeführt worden. Im Feldeinsatz gezeigt wurden unter anderem der Miststreuer «Rollforce C-5012», das grösste Modell der Kompaktklasse mit Maximal­ volumen von 12 m3, «Rollforce 5514», das kleinste Modell der schweren Gruppe mit drei Streuwerk-Typen und 14 m3, und «Rollforce 5517» (Bild) mit Kompost­streutisch, 25 m Streubreite und 17 m3 Volumen. Sie alle haben nebst feinem Streubild eine Untenanhängung. Bei Rolland sind sogar Miststreuer ab 6 m3 ab Werk erhältlich. Gefallen fand bei der Feldvorführung weiter auch das Po­ lyester-Tandem-Pumpfass von Eckart mit Druckluftanlage und auto­ matischer lastabhängiger Bremsregu­ lierung sowie angehängtem Gülle­ grubber.

«Redpower evening» mit Aebi Suisse Aebi Suisse veranstaltete im August zusammen mit Zahnd Landtechnik GmbH und Loretan Landtechnik AG in Mamishaus zwei «Redpower evenings». Im Einsatz vor­ geführt wurden verschiedene Bodenbearbeitungsgeräte, vom Pflug über den neuen «Attila»-Tieflockerer bis zu einer «Veloce»-Scheibenegge und einer «Dama»-­ Säkombination mit Kreisel­egge. Aus­ gestellt wurde zudem das weitere, breite Programm des italienischen Her­ stellers Maschio Gaspardo mit Einzel­ kornsämaschinen, Mulchern, Biofrä­ sen, Pflanzenschutzspritzen, Rundbal­ lenpressen und seit Kurzem neu auch Düngerstreuern.

BalleMax mit Akku

Rückblick und Ausblick Im Zentrum des ersten Betriebsjahrs der «Swiss Future Farm» in Tänikon stand die Einarbeitung in die neue Landtechnik, wurde doch der gesamte Maschinenpark in Tänikon neu aufgebaut: Traktoren mit Lenksystemen, kameragesteuerte Hack­ geräte, Düngerstreuer mit «Section Cont­ rol» sowie der Aufbau einer modernen Grünland- und Grossernteflotte. Im Seg­ ment der Saattechnik wurde ein Prototyp einer Einzelkornsämaschine «Preci­ sion Planting» mit reihenindividueller, hydrau­ lischer Schardruckregelung, «SpeedTube»-­ Korn­ablage und Bodensensoren zur Erfas­ sung von Feuchte und Temperatur des Bodens sowie seines Gehalts an organi­ scher Substanz eingesetzt und damit erste Versu­che, insbesondere bei Zuckerrüben, gestar­ tet mit dem Ziel, optimale Werte für Schardruck, Saatstärke und Ablage­ tiefe zu bekommen. Ein Trend zu tieferer Saat scheint sich dabei ab­ zuzeichnen. Ziel der «Swiss Future Farm» ist und bleibt auch in den kommenden Jahren, moder­ ne Precision-Farming-Technologien für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Landwirtschaft sichtbar, greifbar und ver­ ständ­lich zu machen. Potenzial sehen die Verantwortlichen in der Optimierung der Datenflüsse zwischen Traktor und Ma­ schine einerseits sowie zwischen den Gerä­ten, dem Stall und dem Büro ander­ seits. Denn letztlich soll die Digitalisie­ rung einen Nutzen und nicht nur Kon­ fusion, Doppelspurigkeiten oder tech­ nisch bedingten Ärger bringen.

BalleMax bringt einen selbstfahrenden Ballenauflöser mit Akku-Betrieb auf den Markt und vertreibt so Abgase und Lärm aus dem Stall. Der erste selbstfahrende Rundballen­ auflöser weltweit ist mit einem umweltbewussten und kosteneffizienten Elektroantrieb mit AGM-Batterien ausgestattet. Angetrieben wird die Hydraulik des Auflösers von einem 8,5-kW-Schei­ benläufermotor. Die Motordrehzahl ist stufenlos bei vollem Dreh­ moment regelbar. Für die Stromver­ sorgung stehen vier AGM-Batterien mit 165 Ah zur Verfügung. Zum La­ den wird das integrierte Ladegerät einfach an eine 230-V-Steckdose angeschlossen. Die Maschine selbst besitzt noch immer das Bedienfeld, für das die Selbstfahrer von Balle­ Max bekannt sind. 9 2019 Schweizer Landtechnik

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Aktuelles

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die «Schweizer Landtechnik» in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

Bühler revolutioniert die Getreidemühle An den Networking Days 2019 in Uzwil SG stellte Mühlenspezialist Bühler einen radikal neuen Ansatz für den Bau, die Prozesse und den Maschinenpark der Müllerei-­ Industrie vor. Die Müllerei-Industrie hat über Jahrzehnte laufend die Komponenten und Prozesse optimiert. Was immer blieb, war das Grunddesign, das von einem mindestens fünf- oder sechsstöckigen Gebäude ausging. Mit der «Mill E3» optimiert Bühler jetzt den gesamten Aufbau und das Bauprinzip. Die drei «E» der «Mill E3» stehen für die drei Effizienzstufen: Raum, Zeit und Energie. Im optimalen Fall ist eine «Mill E3» volumenmässig 30 % kleiner als die herkömmliche Mühle. Der Bau des Gebäudes kostet weniger und ist schneller fertig. Dank vormontierten Modulen ist eine «Mill E3» bis zu 30 % schneller installiert als konventionelle Getreidemühlen. Bei gleicher Leistung liegt der Energieverbrauch um bis zu 10 % tiefer. Der pneumatische Mahlguttransport wird teilweise durch Schubelementförderer ersetzt.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell eines Case IH «Quadrac 600» von Siku im Massstab 1 : 32.

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Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell eines Case IH «Quadrac 600». Der glückliche Gewinner des Modells eines John-Deere-Forsttraktors, das in der August-­Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Clément Genoud und kommt aus 1628 Vuadens FR.

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Fendt «Greenline»-Abende Die Full-Liner-Strategie von Fendt hat in der Schweiz Fuss gefasst: An drei «Greenline»-Abenden sind die neusten Futterernte-Innovationen aus dem Allgäu vorgestellt worden, konkret bei den Händlern Berchtold Steiner AG in Kaltbrunn SG, Peter Roos AG in Kirchleerau AG, beziehungsweise auf einem Feld bei der Landi Aarau West in Kölliken und bei CVT Mécanique im freiburgischen Ménières. Gezeigt wurden unter anderem das neue Frontmähwerk «Slicer 310 FQ KC» mit hydrau­lischer Seitenverschiebung, die neue Kreiselheuer-Baureihe «Lotus», der neue Zettwender «Twister 11 010 DN», neue Ladewagen der «Tigo»-Baureihen, die neue Kombipresse «Rotuna 130 F» und – gemäss Fendt-Verkaufsleiter, Michael Kern, das «Highlight» der Abende – der neue Fendt «942 Vario».


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Markt | Interview

Pirmin Reichmuth (28) ist Geschäftsführer der Firma Ecocoach und ihrer E-Mobility-Division Ecovolta. Bilder: H. Röthlisberger

«Für Hoffahrzeuge ist E-Mobilität erste Wahl» Der Schweizer Batteriesystem-Hersteller Ecovolta aus Brunnen (SZ) beliefert Rigitrac mit Batteriepacks und elektrifiziert Aebi- und Bobcat-Fahrzeuge. Geschäftsführer Pirmin Reichmuth erklärt im Interview die Hintergründe seiner Firma und wo der Elektroantrieb in der Landwirtschaft Sinn macht. Heinz Röthlisberger und Roman Engeler Schweizer Landtechnik: Ihr Unternehmen hat den Ursprung auf einem Bauernhof. Wie kam es dazu? Pirmin Reichmuth: Mein Vater, Baptist Reichmuth, hatte in den 70er-Jahren auf seinem Bauernhof in Schwyz einen ersten Anlauf mit einer Biogasanlage unternommen. Damals war man aber für diese Art der Energieerzeugung noch nicht bereit. Er blieb aber hartnäckig. Schliesslich, nach einem weiteren Anlauf mit einer Biogasanlage in den 1990er-Jahren, startete er 2006 das Projekt «Agro Energie Schwyz». Diese Firma, die mit Biogas­ anlage und Holzschnitzelfeuerung nachhaltige Wärme und Strom für die ganze Re­ gion produziert und bei der mein 10

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Vater Geschäftsführer ist, hat sich sehr gut entwickelt und unterhält heute ein Leitungsnetz von 120 km. Wie ging es weiter? Wir wollten im Bereich erneuerbare Energien noch mehr auf die Beine stellen sowie überregional und national tätig werden und gründeten vor rund zwei Jahren die Firma Ecocoach. Mit dieser haben wir die Vision, eine komplett elektrisch-autarke Lösung im Bereich der Gebäudetechnik anzubieten. Das heisst, dass sich beispiels­ weise eine Überbauung über eine Photo­ voltaik- und Brennstoffzellenanlage selber mit Strom versorgen kann und keinen Anschluss ans Stromnetz mehr benötigt. Eco-

coach liefert dazu den Batteriespeicher und die intelligente Steuerung für maxi­ male Energieeffizienz mit Einbezug von Lade­ säulen für E-Mobilität. Wir schauen sozusagen für das Energie­ management des Hauses, für das intelligente Abstimmen und Steuern von Produktion und Verbrauch des Stroms. Ergänzt wird das System durch Haus­ automation und eine digitale Plattform zur Messung und Abrechnung der Verbräuche. Da nicht jeder Bauherr eine vollständige Autarkie oder eine komplette Gebäudeautomation mit Abrechnung wünscht, kann unser System modular eingesetzt werden und liefert somit Unabhängigkeit, Komfort und digi­ tale Abrechnung nach Mass.


Interview | Markt

Sie wollten aber noch mehr? Wir wollen mit unserer Gesamtvision die ganze Kette mit erneuerbarer Energie abde­cken, dazu gehört neben der Ge­ bäude­technik auch die Mobilität. Mit der schon vorhandenen Batterieentwicklung und Inverter­technologie gibt es sehr gute Schnitt­stellen, die wir auch im Fahrzeug­ bereich gut einsetzen können. Somit ha­ ben wir vor rund eineinhalb Jahren unse­ re Divison Ecovolta für Batterielösungen in Fahrzeugen gegründet. Auch in der Landwirtschaft ist die Elektromobilität ein zusehends diskutiertes Thema. Mit ihren Batterielösungen haben sie auch schon die eine oder andere Landmaschine bestückt. Welche? Wir konnten für Rigitrac, Bobcat und Aebi entsprechende Batteriepakete für ihre Projekte liefern. Da sind uns unsere guten und langjährigen Kontakte in der Landwirtschaftsbranche zugutegekom­ men. Mit vielen pflegen wir schon lange eine gute Partnerschaft. Das passt bes­ tens. Denn aus unserer Sicht gibt es in der Landwirtschaft ein grosses Potenzial im Bereich Elektroantrieb. Wieso? Der Elektroantrieb stösst kein Abgas aus und hat geringe Geräuschemissionen. Das sind grosse Vorteile für die Arbeit auf dem Hof und im Stall. Zudem hat der Elektromotor gegenüber dem Verbren­ nungsmotor eine um 45 % bessere Ener­ gieeffizienz. Halb so hohe Kosten im Unter­ halt und im Service sind weitere Vorteile. Ein Landwirt, der seinen Strom selber produziert, kann diesen zudem di­ rekt auf dem Hof verwenden und seine Unabhängigkeit erhöhen.

Ecovolta elektrifiziert unter anderem Fahrzeuge von Aebi. Im Bild der Umbau des Konzept-­ Transporters Aebi «eVT 450». Bild: zvg

Gibt es auch Nachteile? Es ist klar, dass ein Mähdrescher noch nicht mit Batterien betrieben werden kann. Bei der Ernte muss dieser im Dauer­ betrieb laufen und kann nicht zwischen­ durch mal aufgeladen werden. Da ist man mit der Batterietechnik noch nicht so weit. In Bereichen, in denen es über lange Zeit hohe Leistungen braucht oder ext­ rem lang am Stück gearbeitet werden muss, ist die Batterie derzeit keine Lö­ sung. Das sind sicher die grössten Heraus­ forderungen der Elektromobilität für die Zukunft. Welchen Anteil machen landwirtschaftliche Anwendungen an Ihren Systemlösungen aus? Wir sind mit unserer Firma noch ganz am Anfang und können das so noch nicht

Ecocoach und Ecovolta Die Firma Ecovolta ist eine Division der auf Energietechnik, Batteriespeicher und Gebäude­steuerungen spezialisierten Firma Ecocoach mit Sitz in Brunnen (SZ). Ecovolta seinerseits ist spezialisiert auf individuell konfektionierte Hochleistungs-Lithium-­ Ionen-Batteriesysteme und Elektro-Mobility-­ Lösungen. Im September 2018 hat die Firma in Brunnen eine vollautomatisierte Lithium-­ Ionen-Batteriekonfektionierung in Betrieb genommen. Diese gehört mit einer geplan­ ten Jahreskapazität von 200 MWh laut Geschäfts­führer Pirmin Reichmuth zu den

europa­weit grössten Produktionsanlagen ihrer Art. Produziert und entwickelt werden dort in Serie Lithium-­Ionen-Batteriepacks unterschiedlicher Leistungsklassen von 2,5 bis 15 Kilowattstunden (kWh). Geschäftsführer von Ecocoach und Eco­ volta ist Pirmin Reichmuth. Insgesamt beschäftigt die Firma rund 50 Mitarbeiter. Neben dem Produktionsstandort in Brunnen hat die Firma auch noch einen Standort in Winterthur (ZH) für die Software-­Entwicklung und eine VerkaufsAussen­s telle in Berlin (D).

genau sagen. Neben der Landwirtschaft ist für uns auch der Kommunalbereich sehr interessant für Batterielösungen. Da ist politisch sehr viel Schwung drin. Hinzu kommt der Transportbereich, wo wir eine exklusive Partnerschaft mit dem Schwei­

«Ich hoffe, der Verbrennungsmotor verschwindet möglichst schnell aus Anwendungen, bei denen ein Batterieantrieb viel mehr Sinn macht.»

zer E-LKW-Bauer E-Force haben, sowie der Freizeitbereich wie etwa in Schnee­ mobilen und Booten. Auch Bagger haben wir schon mit Batterien ausgerüstet. Kein Thema ist für uns die Automobilbranche. Dieser Markt bewegt sich ausserhalb unse­res Fokus. Die Hersteller entwickeln dort eigene Lösungen und produzieren für den Massenmarkt, da können und wollen wir nicht aktiv werden. Welche Batterie- oder Akku-Lösungen bieten Sie an? Wir haben zertifizierte Lithium-Ionen-Batte­ rien von 2,5 bis 15 Kilowattstunden (kWh) Kapazität entwickelt. Diese können beliebig zusammengeschaltet werden. Aebi hat bei­ spielsweise für seinen Elektro­ transporter zwölf 10-kWh-Batterien mit insgesamt 9 2019 Schweizer Landtechnik

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Markt | Interview

120 kWh verbaut. Zertifiziert heisst: unsere Batterien sind konforme Standardlösungen und können in jedes Fahrzeug eingebaut werden. Eine separate Zertifizierung der Batterie für jedes einzelne Fahrzeug wird nicht mehr benötigt. Das ist ein grosser Vorteil. Zudem nutzen wir für unsere Lithium-­Ionen-Batterien ein neues Sicherheitskonzept, das die Wahrscheinlichkeit von Batteriebränden und Zellexplosionen in Elektro-Fahrzeugen minimiert. Damit können Hersteller auch bestehende oder kleinere Fahrzeugserien zügig auf Elektro­ mobilität umstellen und innerhalb weniger Wochen Prototypen realisieren. Helfen sie den Herstellern beim Einbau in die Fahrzeuge? Wir betreuen aus Brunnen Elektrifizierung von A bis Z im Engineering und können auch Dieselfahrzeuge komplett auf Elek­ tro­antrieb umbauen. Dazu haben wir das nötige Know-how selber im Haus. Unser Ziel ist es, eine möglichst einfache Bat­terie-­ Lösung zur produzieren, die der Kunde selber in seine Fahrzeuge integrieren kann. Beim ersten Einbau bieten wir die komplette Beratung, sodass der Kunde den Einbau danach selber vornehmen kann. Wo produzieren sie die Batterien? Die Batteriezellen kommen aus Südkorea. Konfektioniert werden die Batterien dann bei uns in Brunnen. Ist der Schweizer Standort nicht zu teuer? Nein. Wir haben für die Fertigung der Batterien einen relativ hohen Automatisierungsgrad. Das funktioniert sehr gut. Ein grosser Vorteil ist, dass wir damit die Überwachung und Entwicklung vor Ort haben und wir somit besser auf Kundenwünsche eingehen können. Zu schwer, zu lange Ladezeiten oder zu wenig Ausdauer – viele begegnen der Elektromobilität mit Skepsis. Da gibt es aus Ihrer Sicht bestimmt Gegenargumente? Aus meiner Sicht ist die wichtigste Überlegung das Einsatzgebiet. Welche Maschine passt zu den Anforderungen des Betriebs beziehungsweise meines Einsatzgebietes? Es wäre problemlos möglich, ein Fahrzeug mit so vielen Batterien auszurüsten, dass es auch acht Stunden laufen kann. Das macht aber rein wirtschaftlich und auch vom Gewicht her keinen Sinn. Entsprechend wird das Fahrzeug mit der passenden Kapazität ausgerüstet, so12

Schweizer Landtechnik 9 2019

Mit modernen Energiemanagementsystemen für Gebäude ist die Firma Ecocoach vor zwei Jahren gestartet.

dass ohne Eingriff in den Tagesablauf auf Elektromobilität gesetzt werden kann. Beispielsweise kann während der Mittagszeit geladen werden. Für Hoffahr­ zeuge wie Lader oder Mischwagen ist E-Mobilität somit erste Wahl. Was sagen Sie zu Aussagen wie «der Verbrennungsmotor hat noch lange nicht ausgedient»? Ich hoffe, der Verbrennungsmotor verschwindet möglichst schnell aus Anwendungen, bei denen ein Batterieantrieb viel mehr Sinn macht. Natürlich ist das immer ein längerer Prozess. Wenn man vor einem Jahr ein neues Fahrzeug mit Verbrennungsmotor angeschafft hat, kauft man sicher kein neues Modell nur weil es einen Elektromotor hat. Ein Erneuerungszyklus findet nicht von heute auf morgen statt. Von welcher Lebensdauer gehen Sie für ihre Batterien aus? Das kommt auf die Ladezyklen und den Einsatz drauf an. Wir sprechen bei unseren Batterien von 3000 Ladezyklen. Bei hochbeanspruchten Fahrzeugen wie E-LKW ergibt sich eine Lebensdauer als Traktions­ batterie von sechs bis acht Jahren. Bei Hof- und Gemeindefahrzeugen beträgt die Batterielebensdauer 10 bis 15 Jahre. Man hört auch immer von der noch nicht gelösten Entsorgung der Batterien. Wie sehen Sie das? Beim Recycling muss und wird in Zukunft sicher noch einiges gehen, da das Ende des Lebenszyklus der derzeitigen Batte­

rien in einem Jahrzehnt erreicht ist. Wir bieten bei uns eine sogenannte ‹Second-­ Life-Lösung› an. Das heisst, eine Fahrzeug-Batterie mit nur noch 70 bis 80 % Leistung hat zwar für das Fahrzeug

«Es ist klar, dass ein Mähdrescher noch nicht mit Batterien betrieben werden kann.»

keinen Nutzen mehr, kann aber ohne Probleme weiterhin in der Gebäudetechnik als Speicher eingesetzt werden. Die Batterien haben somit nochmals für 10 bis 15 Jahre ein zweites Leben im stationären Bereich, zum Beispiel in Verbindung mit Photovoltaik als Energiespeicher, zum Laden von E-Fahrzeugen und Abfangen von Stromspitzen. Wie sehen sie die Zukunft für den Elektroantrieb in der Landwirtschaft? Ich stelle fest, dass Landwirte sehr fortschrittlich sind, wenn es ums Thema nachhal­tige Energienutzung geht. Mit Bio­ gas- und Photovoltaikanlagen machen die Bauern schon sehr viel bei erneuerbaren Energien. Und ich bin überzeugt, dass sich viele bei Neuanschaffungen intensiv mit dem Thema Elektrofahrzeuge beschäftigen. Hoflader oder Mischwagen mit Elektro­ motoren sind ja sehr gute Beispiele und die tiefen Betriebskosten, die Möglichkeit selbst produzierte Energie zu nutzen und die direkte Emissionsfreiheit sprechen für sich. 


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Markt | Neuheiten

Die «VariPack» mit bis zu 1,65 und 1,90 m grossen Ballen hat Krone besonders für trockene Erntegüter entwickelt. Bilder: L. Weninger

Gu(r)t für Heu und Stroh Mit der «VariPack» stellt Krone erstmals eine Rundballenpresse vor, deren Presskammer aus Riemen statt Stabketten besteht. Sie soll speziell in Heu und Stroh hohe Durchsätze schaffen. Das Binden und Auswerfen der Ballen erledigt die Presse vollautomatisch. Lukas Weninger* und Roman Engeler An den Stabkettenförderern seiner Rund­ ballenpressen hält Krone seit jeher und bis heute fest. Nun gesellt sich aber eine neue Technik dazu: eine Presskammer, die aus vier Riemen besteht. Die neue Baureihe «VariPack» ist speziell für hohe Durchsätze in trockenen Erntegütern wie Stroh, Heu und Heulage konzipiert. Krone argumentiert den Einstieg in diese Tech­ nik damit, dass die Riemen heute deutlich belastbarer seien als noch vor einigen Jahren. Zudem werde der Verzahnungs­ effekt der Stabkettenförderer aus den ande­ ren Baureihen in trockenen Ernte­ gütern nicht benötigt. *Lukas Weninger ist Redaktor bei der öster­ reichischen Fachzeitschrift «Landwirt».

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Automatisch binden und auswerfen Die neue Presse ist als «VariPack V 165 XC Plus» mit Ballengrössen bis 1,65 m und als «VariPack V 190 XC Plus» bis 1,90 m Ballendurchmesser erhältlich. Die Presskammer besteht aus vier je 275 mm breiten und endlosgewickelten Flach­ riemen. Dichte und Durchmesser des Weichkerns lassen sich je nach Ernte­ material in drei verschiedenen Zonen über das Terminal anpassen. Der Press­ druck wird hydraulisch über je einen Spannzylinder auf beiden Seiten erzeugt. Hat der Ballen die eingestellte Grösse er­ reicht, werden Binde- und Auswurfvor­ gang ohne Zutun des Fahrers abgewickelt. Die Netzbindung wird automatisch gestar­ tet. Auch das Öffnen und Schlies­sen der

Heckklappe steuert die Presse selbststän­ dig. Zudem soll die «VariPack» ihre Klappe in weniger als fünf Sekunden wieder ge­ schlossen haben. Für ein sanf­teres Schlies­ sen trotz der schnellen Geschwindigkeit sind die Heckklappenzylinder endlagen­ gedämpft. Der Ballenauswurf wird durch die ständig gespannten Riemen unter­ stützt. Optional ist ein Ballenauswerfer er­ hältlich. Beim Pressen von Heulage sollen zwei Reinigungswalzen für eine störungs­ freie Arbeit sorgen.

Neuer Integralrotor Die Presse kommt mit dem bekannten, 2,15 m breiten «EasyFlow»-Pickup ohne Kurvenbahn auf den Markt. Neu ist da­ gegen der serienmässige Integralrotor


Neuheiten | Markt

samt 26-Messer-Schneidwerk. Integralrotor bedeutet, dass die aussenliegenden Schneckenwindungen jetzt am Rotor integriert sind. Eigene Zuführschnecken sind damit nicht mehr nötig, das bedeutet weniger bewegliche Teile. Der Durchmesser des Rotors beträgt 530 mm, der Abstand der Messer 42 mm oder 84 mm. Die Anzahl der Messer kann hydraulisch geändert werden (26/13/13/0). Die Messer sind einzeln gegen Überlast geschützt und lassen sich von hinten aus der Maschine entnehmen. Der Antrieb des Einzuges kann mittels einer Klauenkupplung entkoppelt werden. Bei einer Blockade kann der Ballen in der Kammer ohne Drehen von Pickup und Rotor fertiggestellt werden. Auch der Messer­wechsel wird laut Krone dadurch erleichtert, weil der Rotor frei drehen kann. Die Hauptgelenkwelle ist bei der 1000er-­ Zapfwelle mit 1500 Nm abgesichert, was einer Antriebsleistung von 214 PS (157 kW) entspricht. Rotor und Pickup werden über eine gross dimensionierte Kette (1,25 Zoll) angetrieben.

Einfaches Netzeinlegen Serienmässig wird die «VariPack» mit Netzbindung ausgeliefert, eine Garnbindung gibt es optional. Ebenso Standard ist die nach vorne zu beiden Seiten schwenkbare Netzrutsche, über die das Netz laut Krone ohne grossen Kraft­aufwand eingelegt werden kann. Dank fest verbautem Netzschieber soll das Einfädeln einfach möglich sein. Mittels hydraulischer Netzschwinge läuft

die Zufuhr zur Presskammer ohne vorgelagerte Walze ab. Neben der eingelegten Netzrolle finden auf der Presse noch zwei weitere Rollen ihren Platz. Der Garnvorrat ist für Wartungsarbeiten wegschwenkbar. Stichwort Wartung: Sämtliche Lager und Antriebsketten werden vollautomatisch über die gesamte Arbeitszeit geschmiert. Die Ölmenge kann für jede Kette individuell über Schrauben an der Kolbenpumpe reguliert werden. Der Vorratsbehälter des Öls soll für einen ganzen Tag ausreichen. Alle Antriebsketten werden zudem über automatische Kettenspanner gespannt. Das Design der Presse ist mit schrägen Oberflächen so gestaltet, dass sich Ansammlungen von Futter oder Staub minimal halten. Serienmässig ist die «VariPack» mit der Bereifung 500/22-20 ausgestattet. Optional sind auch die Dimensionen 500/60-22,5 und 600/50-22,5 erhältlich. An weiteren Optionen sind ein LED-­Schein­ werfer-Paket, ein integrierter Feuchte­mes­ ser, ein Kamerasystem sowie das Tele­ metrie-­System «Smart Connect» zu haben, mit dem sich Anzahl, Position, Gewicht, Feuchte, Herstellungsdatum und -uhrzeit der gepressten Ballen sowie weitere Leis­ tungs­daten und die Position der Maschine automatisch dokumentieren und als PDF-­ Report exportieren lassen.

Rundum neue Terminals Die «VariPack» ist serienmässig Isobus-­ fähig und kann somit über das Traktor­ terminal oder über eine Reihe neuer Terminals gesteuert werden, die Krone ebenfalls neu vorstellt. So löst das neue «DS 100» die

Erstmals neu in der «VariPack» ist auch der Integralrotor mit den aussenliegenden Schneckenwindungen.

bislang bekannte Bedieneinheit «Alpha» ab. Das «DS 500» ersetzt das Terminal «Beta-II» und das neue «CCI 800» kommt als Ersatz für das «Delta»-Terminal. Zusätzlich bietet Krone mit dem «CCI A3» einen weiteren AUX-Joystick an. Das bereits bekannte «CCI 1200» ist weiterhin das Topmodell der Terminal-Palette. Die neuen Terminals sind auch für andere Maschinen von Krone verfügbar.

Weitere Neuheiten Krone bringt drei neue Frontmähwerke ohne Aufbereiter, jeweils in geschobener als auch in gezogener Variante, auf den Markt. Gemeinsame Kennzeichen der Baureihen «EasyCut F 320 M», «F 320» und «F360 M» sind das einheitliche, neue, runde Design mit gespannten Schutztüchern als auch die weit öffnenden Frontschutze, wodurch die Mäh­holme beim Klingenwechsel gut erreichbar sind. Zudem wurden diese Mähwerke deutlich leichter. Weiter gibt es sechs neue gezogene Mähwerke der Baureihen «EasyCut TC» (trailed center, Mittendeichsel mit wahlweiser Rechts- oder Linksauslage) und «TS» (trailed side, Seitendeichsel). Die Mähwerke können mit dem neuen Rollenaufbereiter mit speziellem «M»-Profil (Bild) bestückt werden, von dem sich Krone Vorteile (weniger Verluste) bei blattreichen Erntegütern verspricht. Mit dem «Swadro TC 1370» ergänzt Krone die Schwader-Palette zudem um einen 4-Kreisel-Mittelschwader. Die Maschine verfügt über eine einstellbare hydraulische Kreiselentlastung, eine elektrische Kreiselhöheneinstellung und über einstellbare Vorgewende-Aushubhöhen. Mit der «Comprima Plus» erweitert Krone das Pressenprogramm. Serien­ mässig gibt es eine automatische Öl- und Fettschmierung. Das Schneidwerk bietet Krone mit 17 oder 26 Messern an, die sich jeweils in Gruppen schalten lassen. Beim Pressorgan setzt man auf das bewährte «Novogrip»-System. Die Pressen gibt es in vier Varianten, als semivariable «Comprima F 155 XC Plus» und als variable «Comprima V 150 XC Plus» sowie auch als Presswickelkombination.

Die vier Flachriemen sind 275 mm breit. Sie können durch Betätigung einer Klinke bei geöffneter Ballenkammer entspannt werden.

Die Netzrollen können bequem über eine Rutsche von beiden Seiten eingelegt werden.

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Markt | Neuheiten

Der Reifen «344 Elit» hinterlässt dank der Niederdrucktechnik weniger tiefe Spuren auf dem Waldboden. Bilder: R. Burkhalter

ATG in der Forstoffensive Die Alliance Tire Group hat als weltweit erster Reifenhersteller einen Niederdruckreifen für den Forsteinsatz im Programm. Damit soll nicht nur der Waldboden weniger verdichtet, sondern auch die Waldarbeit insgesamt wirtschaftlicher werden. Ruedi Burkhalter

«Mit diesen Reifen realisieren wir eine um bis zu 20 % höhere Leistung.» So eindrücklich lautet das Fazit von Huse Hadzipasic nach 3600 Forwarder-Einsatzstunden mit dem «344 Elit» von Alliance, dem weltweit ersten Niederdruckreifen für die Forstwirtschaft. Mit insgesamt 26 schweren Forstmaschinen im Einsatz weiss der Forst­ unternehmer aus der Region Niederaula D, was einen guten Reifen auszeichnet.

Zwei Reifen-Welten Im Forstbereich herrschen für Reifenhersteller andere Gesetze als auf dem Acker. Zwar gehören auch im Forst Boden­ schonung und Traktion zu den wichtigsten Entwicklungskriterien. Allerdings sind die Anfor­ derungen an Stabilität und Widerstandsfähigkeit hier um ein Mehr­ faches höher. Ein Forstreifen muss nicht einfach nur seinen Anteil am Fahrzeug­gewicht tragen können. Durch die Hebelkräfte des 16

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Krans und durch Hanglagen kann es vorkommen, dass das ganze Gewicht eines Forwarders für kurze Zeit auf zwei Reifen lastet und zudem noch starke seitliche Kräfte auftreten. Das muss auch dann möglich sein, wenn der Untergrund die Aufgabe zusätzlich mit scharfen Steinen, Ästen oder Wurzelstöcken erschwert. Der Reifen muss in solchen Situationen also auch unvorstellbare Scherkräfte wegstecken können. Dazu werden die Reifen nicht nur mit widerstandsfähigeren Gummi­ mischungen, vielen Gewebeeinlagen, sondern zusätzlich mit Stahleinlagen ausgestattet. Laufflächen und Flanken werden so viel steifer als bei Agrarreifen. Folglich war es für die Entwickler eine Herkules­ aufgabe, einen Reifen zu entwickeln, der diese Bauweise mit der erhöhten Verformbarkeit eines Niederdruck­ reifens kombiniert und somit Boden­schonung und Treibstoffeinsparung realisiert.

Knackpunkt Wulst Herkömmlich aufgebaute Forstreifen werden mit einem Innendruck von 5 bar gefahren. Sie verformen sich im Betrieb kaum, was in einer kleinen Kontaktfläche und hoher Bodenverdichtung resultiert. Versucht man, bei solchen Reifen den Druck zu reduzieren, kommt es bei Spitzen­belastungen schnell zu einer Ab­ lösung des Wulsts von der Felge. Der Knackpunkt bestand also auch darin, die relativ kleine Kontaktfläche zwischen Wulst und Felge so zu gestalten, dass auch bei starker Verformung und hohen Drehmomenten keine Ablösung auftritt. Hier setzten die Entwickler einen Schwerpunkt. «Elit» steht für «engineered low inflation tire». Herzstück der Konstruk­ tion ist ein verstärkter Doppelwulst mit zwei Kernen, der trotz erhöhter Reifen­ flexibilität eine höhere Festigkeit des Felgen-­Wulst-Kontakts bietet, womit das


Neuheiten | Markt

Durchrutschen des Reifens auf der Felge auch bei niedrigeren Reifeninnendrücken verhindert wird. Eine Kombination aus speziellen Komponenten für die Lauf­ fläche und Verstärkungen aus Stahl soll zudem dafür sorgen, dass trotz einer er­ höhten Flexibilität und einer um 26 % grösseren Aufstandsfläche auch unter ex­ tremen Arbeitsbedingungen eine lange Lebensdauer erreicht wird.

Halber Nennfülldruck ATG gibt an, dass der «F344 Elit» in der Lage ist, bei einem Innendruck von 2,5 bar das gleiche Gewicht zu tragen wie ein Standard-Forstreifen, der einen Druck von 4,5 bis 5 bar benötigt. Forstprofi Huse Hadzipasic hat die Reifen zu Testzwecken mit unterschiedlichen Druckwerten einge­ setzt. «Unsere Erfahrungen zeigen, dass es sich bei vorsichtiger Arbeitsweise in fla­ chem Gelände auch bereits ab 1 bar arbei­ ten lässt, in Hanglagen jedoch empfehlen wir die Einhaltung des Mindestwerts von 2,5 bar. Für kurze Zeit haben wir an einem einzelnen Reifen sogar ganz ohne Luft­ druck gearbeitet, auch so ist es zu keinem Abrutschen des Wulsts von der Felge ge­ kommen. Das zeigt mir doch eindrücklich, wie hoch das Potenzial des Reifens ist.» Das Phänomen der anfangs erwähnten Leistungssteigerung ist bereits aus dem Ackerbereich bekannt und einfach zu be­ gründen: Während der Fahrt braucht es deutlich weniger Energie, wenn der Bo­ den einen flexiblen Reifen verformt, als wenn ein harter Reifen den Boden ver­ formen muss und so das Fahrzeug quasi auch in der Ebene ständig eine Steigung überwinden muss. ATG gibt an, dass der Treibstoffverbrauch mit Niederdruck­ reifen im Forst um bis zu 7% geringer ausfällt als mit Standard-Forstreifen.

Mehr Aufstandsfläche Darüber hinaus ermöglicht die grössere Aufstandsfläche neben der reduzierten Bodenverdichtung auch eine hohe Trakti­ on. Eine spezielle Kombination aus neuen Lauf­flächenkomponenten soll für Lang­ lebig­keit, Schnitt- und Ausbrechfestigkeit sorgen. «Aufgrund der Abnutzung nach bisher geleisteten Einsatzstunden ist für mich eine Standzeit von 13  000 bis 15 000 Einsatzstunden realistisch», be­ richtet Hadzipasic und sieht einen weite­ ren Vorteil der Niederdrucktechnik: «Die Verformbarkeit der Reifen führt dazu, dass unsere Fahrer trotz höhe­rer Fahrge­ schwindigkeiten spürbar weniger Schlä­ ge einstecken müssen als mit Standard­

reifen.» Langzeittests haben laut ATG zudem gezeigt, dass die Verform­barkeit der Reifen auch zu einer deutlichen Abnahme von Laufflächenverletzungen durch spitze Gegenstände führte.

Mehr als 12 000 Stunden Der «F344 Elit» wurde bereits seit 2012 in einer umfangreichen Pilotphase vom Forst­ unternehmen Kohler in Deutschland auf einem Rückezug getestet. Mittlerweile hat das Unternehmen mit dem ersten Reifen­ satz in rund 12  000 Einsatzstunden in verschie­ denen Regionen Erfahrung ge­ sammelt, wobei die Standzeit noch nicht erreicht wurde. «Durch den Einsatz des

Reifens mussten wir seltener Boogiebän­ der einsetzen, was uns Zeit und Geld spar­ te sowie logistische Vorteile einbrachte. Ausserdem haben wir positive Rückmel­ dungen der Waldbesitzer erhalten, da wir im Vergleich zu Fahrzeugen mit Stan­ dardreifen oder Bändern weniger Schäden in den Rückegassen und auf den Wald­ wegen verursacht haben. Das Wichtigste ist, dass wir an allen Einsatzorten unter verschiedensten Bodenverhältnissen zu ei­ nem wettbewerbsfähigen Preis arbeiten können», berichtet Alexander Kohler. Auf­ grund der grossen Nachfrage hat Alliance angekündigt, in naher Zukunft weitere Grössen auf den Markt zu bringen.

Forstunternehmer Huse Hadzipasic (links) plant, weitere Fahrzeuge mit Niederdruckreifen auszurüsten.

Spezialist für Agro-Forst Die Alliance Tire Group (ATG) gehört zur Yokohama-Gruppe und führt mit über 3200 Artikeln ein enorm breites Programm. Auf der Basis von annähernd 60 Jahren Erfahrung ist ATG auf Design, Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Reifen für die Land-, Forst- und Bauwirtschaft sowie für Industrie und Erdbewegung unter den Markennamen Alliance, Galaxy und Primex spezialisiert. ATG bietet nach eigenen Anga­ ben das zurzeit breiteste und vielfältigste Angebot an Reifen für den Forstbereich und konnte sich damit in den letzten fünf Jahren auch als Erstausrüster bei namhaften Her­ stellern von Forstmaschinen eine führende Position erarbeiten. Eine weitere Besonder­

heit des Unternehmens ist die Palette von Reifen, die für den kombinierten Einsatz im land- und forstwirtschaftlichen Bereich gebaut werden. Dabei sind im Bereich «Agro-Forst» Baureihen zusammengefasst, die auf einer weichen Karkasse eines AS-Rei­ fens aufgebaut sind, somit einen hohen Fahrkomfort bieten und zugleich dank zusätzlicher Stahleinlagen trotzdem eine erhöhte Widerstandsfähigkeit für den Forst­ einsatz aufweisen. Im Bereich «Forst-Agro» sind Baureihen zusammengefasst, die auf einer steiferen Forst-Karkasse aufgebaut sind, jedoch dank spezieller Eigenschaften auch für landwirtschaftliche Arbeiten gut eingesetzt werden können.

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Mit dem «Extra 324 F Alpin» hat Vicon ein leichtes und kompaktes Frontscheibenmähwerk für den Einsatz in Bergregionen im Programm. Bilder: R. Engeler

Neues für Grünland und Acker Mit seinen Neuheiten für die kommende Saison kann Kverneland nicht nur durchgängig Isobus-Maschinen für alle Arbeitsschritte im Ackerbau anbieten, man zeigt mit einem Alpin-Mähwerk auch ein Herz für Bergregionen. Roman Engeler

Kverneland kann heuer das 140-Jahr-­ Jubiläum feiern. Grund genug, die Vorstellung der Neuheiten quasi am Geburtsort des Unternehmens im Süd­ westen Norwegens durchzuführen. Seit sieben Jahren zu Kubota gehörend, scheint nun etwas Ruhe eingekehrt zu sein, wurde Kverneland doch zuvor wie eine heisse Kartoffel von einem Investor zum anderen herumgereicht. Ruhig bleiben die Japaner aber nicht. Sie haben viel in die Modernisierung der Werke investiert und wollen diese weiter fit trimmen. So wurden beispielsweise im Pressen-Werk im italienischen Ravenna dank Umstrukturierungen die Produktivität um 40 % erhöht und gleichzeitig die Kosten um 30 % reduziert. Weiter sieht man bei Kubota noch ungenutzte Vertriebssynergien zwischen Anbaugeräten und Traktoren. Auch die Integration des 18

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kürzlich übernommenen amerikanischen Geräteherstellers Great Plains ist noch nicht vollständig abgeschlossen.

«iM Farming» Kverneland bietet für alle Arbeitsschritte im Ackerbau Isobus-gesteuerte Maschinen an – von der Grundbodenbear­ beitung über die Aussaat bis hin zur Dünger- und Pflanzenschutzapplikation. Kverneland propagiert dies mit maximaler Rentabilität für den Landwirt. Alle Konzepte sind unter dem Begriff «iM Farming» zusammengefasst und sollen zu messbaren Einsparungen von Dünger und Saatgut durch präzises Ausbringen ohne Überlappungen führen. Nach der Einführung des i-Ploughs im Jahr 2015 stellt Kverneland in diesem Jahr mit dem «Turbo T i-Tiller» den ersten Isobus-­ Kultivator für die Stoppel- und

Grund­ bodenbearbeitung sowie für die Saatbettbereitung vor. Bei diesem Gerät erfolgt die Tiefeneinstellung direkt von der Traktorkabine aus, zudem ist diese mit einer dynamischen Zugkraftverstärkung verbunden.

Bodenbearbeitung Neu ist auch der dreibalkige Grubber «Enduro» in Arbeitsbreiten von 3 bis 5 m, bei dem die Hohlzinken «Triflex» seitlich ausschwenken und in der Tiefe gleich zwei Bodenschichten bearbeiten können. Die untere Zone bricht den Boden ähnlich einem Tiefenlockerer auf. Die obere Zone sorgt gleichzeitig für eine gute Vermischung von Boden und Pflanzenresten. Die Tiefeneinstellung erfolgt über Abstandhalter, in der Variante «Pro» über ein zweites Parallelogramm hydraulisch von der Kabine aus steuerbar.


Neuheiten | Markt

Die Festkammer-Rundballenpresse «FixBale 500» ergänzt bei Vicon das Programm im Profi-Segment der Rundballenpressen.

Dann gibt es mit der «S-»Serie eine neue Reihe schwerer Kreiseleggen. Das Schwerlast-Wannenkonzept ist auf die Nutzung mit Traktoren im Leistungsbereich bis 250 PS ausgelegt. Die Maschinen sind mit den «QuickFit»-Zinken in aktiver oder passiver Ausführung ausgestattet, die werkzeuglos gewechselt werden können. Die Kreiselegge kann man auch in Sä-­ Kombinationen verwenden, beispielsweise mit der neuen «e-drill maxi plus», mit der zwei Saatgutarten oder Saatgut und Dünger verabreicht werden können. Der 2100 l fassende Tank kann in zwei Kammern mit verschiedener Aufteilung und mit zwei unabhängig arbeitenden Dosiervorrichtungen genutzt werden.

Pflugbaureihen ausgebaut Mit den Baureihen «2300 S», «3300 S» und «3400 S» gibt es neue Generationen angebauter Drehpflüge. Dank RTK-Signalen für die Spurführung werden dem Onland-­ Pflügen wieder grössere Chancen eingeräumt. Kverneland hat mit dem «Aero­ Profil» der Grindel und einer Rahmenhöhe von 80 cm das Aussehen der Pflüge etwas verändert, so dass man mit Ernterückständen, organischen Düngern oder mit Bewuchs besser zurechtkommt. Die Blatt­ federn der steingesicherten Grindel wurden speziell für härteste Bedingungen ent­ wickelt. Die rechte und linke Arbeitstiefe der Vorwerkzeuge sind zentral verstellbar. Für die gleichzeitige Rückverfestigung kann ein Packerarm nachgerüstet werden. Mit der Bezeichnung «6300 S» lanciert Kverneland zudem neue Aufsatteldreh-

pflüge – ebenfalls mit der optimierten Grindel-Form «Aero-Profil», einer Rahmen­ höhe von 80 cm und mit einer Stein­ sicherung ausgestattet. Bei diesen 5- bis 8-schari­gen Pflügen ist das Aufsattelrad in der Dimension 400/80 × 24 am hinteren Ende des Hauptrahmens angebracht, was eine maximale Gewichtsübertragung vom Pflug auf die Hinterachse des Traktors während des Pflügens gewährleisten soll.

Pflanzenschutz Die neue Modellreihe der Anhänge­ spritzen «iXtrack T6» mit Tankvolumen von 5200 bis 7600 l ist mit einem gefederten Parallelogramm ausgestattet, das für eine optimale Stabilität des bis zu 40 m breiten Gestänges sorgt. Wahlweise gibt es pneumatisch oder elektrisch gesteuerte Düsen. Mit dem optionalen, vollautomatischen Ventil-Managementsystem «iXclean Pro» können alle Funktionen wie Befüllen, Rühren, Sprühen, Verdünnen, Ansaugen, Spülen und die Tankreinigung direkt von der Traktorkabine aus vorgenommen werden, sofern ein Isobus-kompatibles Terminal vorhanden ist.

Hebel­wirkung so gering wie möglich zu halten. Der Mähbalken ist mit sechs gegenläufigen Mähscheiben mit drei Klingen pro Scheibe bestückt. Demnächst soll es von dieser Baureihe auch eine 2,80 m breite Variante geben. Mit der neuen Festkammer-Rundballen­ presse «FixBale 500» wird das Programm im Profi-Segment der Rundballenpressen erwei­tert. Die Maschine presst Ballen von 1,25 × 1,23 m. Neu ist die Ballenkammer mit 18 verstärkten und extra robusten Presswalzen. Die hydraulische Dichtesteuerung wurde auf hohe Durchsatzleistung und Pressdichten abgestimmt. Das Pickup mit 2,30 m Aufnahmebreite und innen­liegendem Antrieb nimmt auch breiteste Schwaden gut auf. Die fünf gesteuerten Zinkenträgerrohre des Pick­ups laufen in einer doppelten Kurvenbahn und sind 4-fach gela­ gert. Der 520-mm-­Schneidrotor sorgt für Durchsatz auf Hochleistungsniveau. Das 15-Messer-­ Schneid­werk – später sollen noch mehr dazu kommen – bietet eine theo­ retische Schnittlänge von 70 mm. Der neue Zweikreisel-Seitenschwader «Andex 705 Evo/Vario» mit Transportfahrwerk ist mit «TerraLink Plus» aus­ gestattet, was dem Schwader bessere Boden­anpassung und dadurch eine hö­ here Futterqualität ermöglichen soll. Die kardanische Kreiselaufhängung bietet einen Touch-down-Effekt, mit dem die Kreisel beim Ausheben zuerst vorne und dann hinten anheben. Beim Ablassen senkt sich der Kreisel zuerst hinten ab. Damit wird ein Einstechen der Zinken in den Boden verhindert.

Auch beim Pflug können weitere Details verbessert werden, hier die neue Form der Grindel mit «Aero-Profil».

Alpine Technik Mit dem «Extra 324 F Alpin» gibt es ein leichtes Scheibenmähwerk für den Frontanbau und den Einsatz in Bergregionen. 2,40 m Arbeitsbreite und ein Gewicht von 450 kg sind die Eckdaten dieses wendi­gen Mähwerks mit geringem Leis­ tungsbedarf. Der Schwerpunkt ist nah am Zugfahr­zeug positioniert, um die Last auf Traktor oder Zweiachsmäher durch

«Turbo T i-Tiller» – ein über Isobus gesteuerter, «intelligenter» Grubber schliesst die «i»-Lücke in der Bodenbearbeitung.

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Volle Ladungskontrolle BPW hat sich vom reinen Achsenhersteller zum Fahrwerksspezialisten entwickelt und will sich künftig noch mehr als Systempartner der Landmaschinenindustrie positionieren. Der Fahrwerks-Computer «Agro Hub» wird um ein dynamisches Wiegesystem erweitert. Roman Engeler

Mögliche Anwendungen Für BPW ist ein Wiegesystem bei den meisten landwirtschaftlichen Fahrzeugtypen der Schlüssel für effiziente Produktionsprozesse. So sieht man Anwendungen beim Streuer für eine gewichtsabhängige Streumengenregulierung, damit Dünge­ mittel kosten- und umweltschonend präzise ausgebracht werden können. Beim Lade­wagen soll das System vor Überladung schützen, indem es den Kratzboden automatisch abschaltet. Viehhalter wollen wissen, wie viel Futter der Futtermisch­ wagen geladen und ausdosiert hat. Weiter erspart man sich, zwecks Gewichtsmessung über eine Brückenwaage fahren zu müssen. Möglich, aber noch nicht umgesetzt, ist auch eine Kombination zur lastabhängigen Bremskraftregelung. 

Hammerfest

Auf diesem Fahrwerk ist ein digitales Wiegesystem von BPW verbaut. Bilder: R. Engeler

Mit Hightech-Achsen und digitalen Innovationen ist auch BPW beim Trend zur «Landwirtschaft 4.0» aktiv dabei. Das Unternehmen, bekannt als Achsenhersteller, erforscht, entwickelt und produziert heute beinahe alles, was mit Transporten zu tun hat. Vor zwei Jahren hat BPW mit dem «Agro Hub» beispielsweise einen Fahrwerks-Computer auf den Markt gebracht, mit dem verschiedene Daten eines Anhängers wie Tages- und Gesamtfahrleistung, Betriebsstunden, Wartungsintervalle und weitere mehr erfasst werden können. Nun wurde dieser «Agro Hub» um ein digitales und dynamisches Wiegesystem erweitert, sodass man stets die volle Kontrolle über die Ladung im Anhänger hat.

Dehnungs-Messstreifen Ermittelt werden die entsprechenden Messwerte von speziellen Dehnungsmessstreifen am Fahrwerk. Sie erfassen dehnende sowie stauchende Verformungen über eine elektrische Widerstandsmes20

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sung und werden mit Spezialkleber auf den Achskörpern befestigt, was BPW zum Patent angemeldet hat. Die Veränderung des Widerstands wird dann in Gewichtseinheiten umgerechnet. Weiter kommt eine spezielle Messzugöse zum Einsatz, sodass auch die Stützlast in die Berechnungen einfliessen kann. Die erfass­ten Daten werden anschliessend via Isobus aufs Traktor-Terminal oder per Bluetooth auf ein Smartphone übertragen. Die Funktionsfähigkeit soll bei Aussen-­ Temperaturen von –40 bis +70 Grad Cel­ sius gegeben sein. Die Genauigkeit liegt gemäss Hersteller im Bereich von 2 %. Ein spezieller Algorithmus sorgt dafür, dass die Messungen auch bei Schlaglöchern oder Kurvenfahrten nicht beeinträchtigt werden. In solchen Fällen – ein rotes Dreieck auf dem Display weist darauf hin – wird jeweils so lange ein berechneter «Übergangswert» angezeigt, bis man wieder in den dynamischen Messzyklus zurückkehren kann.

BPW ist über die Marke «Ermax» auch im Geschäft mit Leuchtkörpern präsent und machte im September letzten Jahres mit einer neuen Heckleuchte Furore, die selbst gezielten Hammerschlägen standhält. Jetzt stellt das Unternehmen bereits die nächste Generation dieser Leuchten mit dynamischem LED-Lauflicht vor. «Ermax TM11» vereint sieben Funktionen in einem nur 47 mm schlanken Gehäuse. Dazu gehören unter anderem die Ausfallkontrolle von Blinker und Bremslicht sowie die Steuerung der Blinker-Funktion der Seitenmarkierungsleuchten. Alle Funktionen sind sowohl in 12 Volt als auch in 24 Volt für die Anwendung in Agrar- und Nutzfahrzeugen in einer Leuchte integriert. Die extreme Haltbarkeit spart Kosten, Nerven und nutzt der Umwelt: Herkömmliche Heckleuchten haben sich in der Regel bereits binnen eines Jahres zu Mikroplastik zerkrümelt – sei es durch Vibrationen, Steinschlag, Schlaglöcher oder Parkrempler. Die Leuchte «TM11» ist nun auf Haltbarkeit für ein ganzes Fahrzeugleben ausgelegt. BPW lässt auf Wunsch auch das Hersteller-Logo in LED-Licht erstrahlen und macht die Heckleuchte so zum unverwechselbaren Marken-Statement.


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Markt | Neuheiten

Die neuen Grosstraktoren der Baureihe «Magnum» fahren mit neuer Kabine, ergonomischer Bedienung und neuer Datenaustauschtechnologie vor. Bilder: R. Engeler

«Magnum» ist digital vernetzt Case IH hat seine Baureihe «Magnum» aufgefrischt, um ein 435 PS starkes Topmodell ergänzt und führt mit dem Label «AFS Connect» bei diesen Grosstraktoren neue digitale Elemente ein, die vielleicht schon bald auch im mittleren Leistungssegment anzutreffen sind. Roman Engeler

Daten werden in der Landwirtschaft immer wichtiger. Diese Erkenntnis haben die Ingenieure von Case IH in Racine (USA) bei der Entwick­lung der neuen «Magnum»-Baureihe in ihre Überlegungen einfliessen lassen und quasi einen digital vernetzten Traktor geschaffen. Rein äusserlich fällt das neue, seinerzeit mit der Baureihe «Optum» eingeführte Design mit Beschriftung und Kühlerhaube auf. Rund um die Kabine lässt sich die Türe weiter öffnen und das Beleuchtungskonzept wurde optimiert: Auf Wunsch gibt es LED-Lampen am Kühler­grill oder eine 360°-Rundumbeleuchtung mit Arbeitsscheinwerfern. Ein weiteres Merk22

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mal ist die Funkfernbedienung mit automatischer Türverriegelung – analog den Schliesssystemen moderner PKW. Eine Lenkbremse unterstützt das enge Wenden am Vorgewende durch die automatische Verzögerung des kurveninneren Raupenlaufwerks oder Hinterrads bei der Lenkbewegung des Fahrers. Eine weitere Hilfe ist die adaptive Lenkung, mit der die Lenkübersetzung in drei Stufen verstellt werden kann.

Neues Topmodell Die neue Serie umfasst fünf «Magnum»-­ Modelle mit maximalen Leistungen von

350 bis 435 PS. Das Topmodell schafft diese Leistung ohne Boost. Alle Traktoren sind mit einem 8,7-l-Sechszylindermotor mit Turbolader und Ladeluftkühler ausgerüstet. Das Aggregat erfüllt mit dem bekannten «Hi-eSCT2»-System von FPT die Abgasnorm der Stufe 5. Die Drossel­ klappe im Abgasstrang lässt sich als Motor­staubremse nutzen. Bei der Wahl des Getriebes kann man, in Abhängigkeit des Modells, zwischen einem Volllastgetriebe «Powerdrive» mit 18 oder 19 Vor- und 4 Rückwärtsgängen wählen. Für den «Magnum 400» gibt es exklusiv das neue 21×5-«Powerdrive»-Getriebe. Alter­


Neuheiten | Markt

nativ stehen auch stufenlose Getriebe­varianten zur Auswahl. Die drei stärksten Modelle sind auch als «Rowtrac», also mit Raupenlaufwerken im Heck, ver­ fügbar. Weiterhin bieten die Traktoren eine Hubkraft im Heck von bis zu 11,7 t, beim optiona­ len Fronthubwerk sind es rund 4 t. Sechs elektrische Zusatz­ steuergeräte können im Heck und zusätzlich drei im Mitten­ bereich installiert werden. Die Hydraulikpumpe ist wahlweise mit Förderleistungen von 160, 221 oder 282 l/min erhältlich.

Modellübersicht Case IH «Magnum AFS Connect» Magnum 280 Motor

Magnum 310

Magnum 340

Magnum 380

Magnum 400

8,7 l, 6 Zylinder, FTP (Cursor 9), Abgasstufe 5

Nennleistung (PS)

280

310

340

380

400

Max. Leistung (PS)

316

347

374

418

435

Mit Boost (PS)

351

382

409

435

Drehmoment (Nm)

1558

1708

1800

1850

• •

• •

• •

Getriebe 18 × 4 Getriebe 19 × 4 Getriebe 21 × 5 Getriebe stufenlos

Raupenlaufwerk

Viel Neues im Innern Rundum erneuert wurde die Kabine mit weizenfarbigem Interieur. Die Arm­ lehne lässt sich in vier Richtungen ver­ schieben, ebenso kann die Position des «AFS 1200»-­M onitors mit seinen Touch­ screen-Funktionen individuell angepasst werden. Den Fahrersitz kann man beid­ seitig um 40° drehen, um so eine bessere Sicht nach hinten auf die Anbaugeräte zu bekommen. Am neu gestalteten «Multicontroller» gibt es vier konfigurierbare Tasten, weitere vier sind auf der Armlehne positioniert, wo es zudem einen Drucktaster/Drehregler zur Auswahl der Funktionen und Menüs gibt, die auf dem Monitor angezeigt werden. Einen Drehregler gibt es auch für die Justie­ rung des Heckhubwerks, deren zwei, wenn auch ein Fronthubwerk vorhanden ist. Ist ein Frontlader ab Werk verbaut, findet sich am vorderen Ende der Armlehne ein entsprechender Joystick mit frei program­ mierbaren Knöpfen. Die einzelnen Schal­ ter für die elektrischen Steuergeräte kann der Fahrer ebenfalls auf seine Arbeits­ weise abstimmen. Die entsprechende Far­ be wird je nach der Festlegung angezeigt. Die wichtigsten Betriebsdaten des Trak­ tors wie Tankanzeige und Kühlmittel­

Mit zwei Displays soll die Bedienung noch einfacher und angenehmer werden. Der «Multicontroller» (links) hat jetzt vier frei belegbare Tasten.

1850

temperatur können vom Display am rechten vorderen Kabinenholm abgele­ sen werden, was die bisherigen Einzel-­ Displays im A-Holm ersetzt.

«AFS Connect» Die neuen Traktoren tragen die Zusatz­ bezeichnung «AFS Connect», was für «Advanced Farming Systems» steht und die Case-IH-Elemente der Präzisionsland­ wirtschaft umfasst. Traktor- und Bewirt­ schaftungsdaten werden nun vernetzt (connect) nutzbar, indem sämtliche Infor­ mationen mit einem Telemetrie-System in Echtzeit übertragen werden können – bei­ spielsweise auf ein Smartphone oder auf einen Computer im Büro. Selbst bidirek­ tionale Funktionen für die Fernwartung durch den Maschinenhändler werden möglich. Dazu gibt es die elektronische Plattform mycaseih.­ com mit Gateway-­ Funktion, worüber die jeweiligen Daten unter Einhaltung der Datenhoheit trans­ portiert werden.

Fazit Rund drei Jahrzehnte nach der Einführung und nach inzwischen mehr als 150 000 pro­ duzierten Einheiten macht Case IH die Baurei­he «Magnum AFS Connect» jetzt fit für eine zusehends digitalisierte Landwirt­ schaft. Ob diese Entwicklung demnächst im mittleren Leistungssegment der Traktoren ihre Fortsetzung findet, bleibt abzuwarten, ist aber sicher nicht ausgeschlossen.

Neues bei der Erntetechnik Bei seinen «Axial-Flow»-Mähdreschern ersetzt Case IH die bisherige Baureihe «140» durch die Serie «150», deren Motoren nun die Abgasstufe 5 erfüllen und breitere Vorderreifen als Option bieten. Weiter wird die Baureihe «250» dahingehend verbessert, als dass der Schrägförderer eine höhere Hubkraft bekommen hat. Weiter gibt es für beide Baureihen ein 8,5 m breites Schneid­ werk, das die bestehende Lücke zwi­ schen dem 7,6-m- und 9,1-m-Vorsatz schliesst. Bei den Quaderballenpressen wird die CNH-Gruppe noch in diesem Jahr ein neues Topmodell vorstellen. Dieses und auch alle bisherigen Quaderballenpres­ sen bekommen das Sechsfach-Knoter­ system «TwinePro» mit einer völlig neuarti­gen Nadelbügel-Rückführung. Elektrische Lüfter schützten vor Verun­ reinigungen und gewährleisten eine hohe Einsatzsicherheit. Die «TwinePro»-­ Knoter nutzen ein einfaches System zum Binden von hochfesten Schlaufen­knoten (Bild), so dass der Bediener die maximal mögliche Ballendichte mit verschiedenen Garnen erreichen kann, ohne dass die Gefahr des Aufplatzens besteht. Bei den Schlaufen­knoten sollen im Gegensatz zu anderen Verfahren keine losen Reste mehr entstehen, die dann auf dem Ballen oder auf dem Feld verbleiben. Das trage zur Verbesserung der Futterquali­ tät und zur Reduzierung der Umwelt­ belastung bei, heisst es bei Case IH.

Die drei stärksten Modelle gibt es auf Wunsch auch in «Rowtrac»-Ausführungen.

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Pflügen

Pflügen ist Einstellungssache Einst das Schlüsselgerät auf dem Acker, hat der Pflug seit den neunziger Jahren an Attraktivität eingebüsst. Angestossen durch die Glyphosat-Diskussion zeichnet sich seit wenigen Jahren eine Wiederbelebung ab. Obwohl es ebenbürtige Alternativen gibt, wird der Pflug tendenziell wieder mehr eingesetzt. Ruedi Hunger krautdruck wird präventiv auf den Pflug gesetzt und die reduzierte Bodenbearbeitung nur zögerlich angewendet.

Anspruchsvolle Management­aufgabe

Der Entscheid für oder gegen den Pflug ist eine Managementfrage. Bild: R. Hunger

Der Pflug war seit Jahrhunderten das wichtigste Gerät im Ackerbau. «War» deshalb, weil im Wissen um die Nachteile, die mit dem Pflugeinsatz verbunden sind, seit einigen Jahrzehnten der Einsatz hinterfragt wird. Immer, wenn die Wirkungsweise einer Maschine hinterfragt und analysiert wird, gibt es zwei Möglichkeiten als Konsequenz daraus: entweder das Gerät verschwindet allmählich oder es kommt gestärkt aus diesem Prozess. Vor diesem Hintergrund hat der Pflug profitiert von

Bodenfruchtbarkeit Die Bodenfruchtbarkeit stützt sich auf drei wichtige Pfeiler: • Der physikalische Stützpfeiler ruht auf dem Wasser-, Luft- und Wärmehaushalt und auf der Durchwurzelbarkeit. • Der chemische Pfeiler besteht aus den verschiedenen Nährstoffquellen. • Der biologische Stützpfeiler umfasst den Lebensraum für Organismen und deren Aktivitäten.

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Schweizer Landtechnik 9 2019

den Diskussionen, indem ihm heute ein klar abgestecktes Feld zugestanden wird. «Schützenhilfe» bekam die wendende Bodenbearbeitung ganz klar durch die nun auch schon seit Jahren geführten Diskussionen rund um die chemische Unkrautregulierung. Quasi im Kielwasser der Diskussionen rund um einen Paradigmenwechsel beim Pflanzenschutz schwimmt der Pflug auf seine nächste Erfolgswelle zu.

Pflügen ist eine Einstellungssache, das können alle Pflug-Profis und Wettpflüger bestätigen. Für einmal geht es hier aber nicht um die mechanische Pflugeinstellung, sondern vielmehr um die mentale Einstellung zum Pflug. Darum also, wie der Pflug sinnvoll eingesetzt werden kann, um seine Stärken zu nutzen und wann darauf verzichtet werden soll, weil mit Nachteilen für den Boden zu rechnen ist. Die richtige Entscheidung zu treffen, ist nicht immer einfach, weshalb das fachmännische Handling des Pfluges eine anspruchsvolle Managementaufgabe ist. Die Beantwortung der Frage: «Pflug, ja oder nein?», wird durch verschiedene Faktoren bestimmt. Ein wesentlicher Punkt sind die Auswirkungen auf die Boden­ struktur und die Bodenlebewesen. Immer mehr in den Mittelpunkt rückt seine Unkrautwirkung und seine positive, phytosanitäre Wirkung in Bezug auf das Verschleppen von Pilz- und anderen Pflanzenkrankheiten. Schliesslich sollten die durch die Grundbodenbearbeitung und die nachfolgenden Geräte verursachten Kosten mit in eine Entscheidung einfliessen.

Positive Unkrautwirkung Dem Pflug wurde schon immer eine starke Wirkung auf Unkräuter zugestanden. Seine wendende Arbeitsweise vergräbt Unkrautbewuchs und verschafft dem Ackerbauern eine Atempause. Die ist allerdings oft nur von kurzer Dauer, weil er gleichzeitig wieder Unkrautsamen von tieferen Schichten an die Oberfläche bringt, wo sie schon nach wenigen Tagen oder Wochen in Keimstimmung gebracht werden. Die positive Wirkung des Pfluges für die Unkrautregulierung zeigt sich auch im Bio-Ackerbau. Aus Angst vor hohem Un-

Bodenstruktur erhalten Ohne fruchtbaren Boden keine Landwirtschaft. Eine Binsenwahrheit, über die man sich aber oft hinwegsetzt. Neben dem Befahren des Bodens hat insbesondere die Art und Weise, wie ein Ackerboden bewirtschaftet wird, Einfluss auf die Struktur des Bodens und damit auch auf die verschiedenen Bodenfunktionen. Es überrascht daher wenig, dass das Hinterfragen der Grundbodenbearbeitung mit dem Pflug ausgerechnet bei seinen Auswirkungen auf den Boden und nicht bei den Kosten begonnen hat.


Pflügen

Nährstoffe für die Pflanzen bereit. Mehr mikrobielle Biomasse ist nicht automatisch gleichbedeutend mit besserer Bodenqualität. Neuere Untersuchungen zeigen, dass etwa zehn Prozent der Unterschiede durch das Anbausystem erklärbar sind.

Einflüsse auf die Bodenorganismen Temperatur

Düngung

Feuchtig­ keit

Fruchtfolge

Boden­ struktur

pH-Wert

Bodenbearbeitung

Boden­ organismen

Die Bodenstruktur ist dynamisch und verändert sich aufgrund natürlicher Prozesse und unter dem Einfluss der Bewirtschaftung. Das Pflügen ist durch die mechanische Lockerung Teil des Strukturbildungsprozesses, indem die Porosität und die Stabilität beeinflusst werden. Konkret beziehen sich die Auswirkungen auf Bodenerosion und Bodenverdichtung. Gepflügter Boden ist ungeschützt der Witterung ausgesetzt. Insbesondere Erosion kann ungehindert wirken. Bodenverdichtung führt vermehrt zu sauerstoffarmen Bedingungen im Boden, was bei mikrobiellem Nitratabbau zu erhöhten Lachgasemissionen führen kann.

Pestizide

immer wichtigere Funktion. Laut Agroscope (RUIZ, 2017) brauchen Regenwürmer rund dreimal mehr Energie als Wurzeln, um neue Porenräume zu schaffen. Dafür sind sie rund eintausend Mal schneller. Wenn es aber um wirkliche «Schwerarbeit» geht, braucht es Wurzeln, denn diese können einen fast zehnmal höheren Druck ausüben als Regenwürmer. Bekanntlich ist das Wurzelsystem die unsichtbare Hälfte der Pflanze. Die Gefahr besteht, dass das, was nicht sichtbar ist, auch nicht beachtet wird. Insbesondere Bodenverdichtungen behindern oder verhindern das Wurzelwachstum. Für ein dichtes und effizientes Wurzelsystem ist daher jede Bodenverdichtung hinderlich.

Hohe Kosten Die vergleichsweise hohen Kosten für die Grundbodenbearbeitung mit dem Pflug lassen sich in erster Linie mit der erzielbaren Flächenleistung erklären. Werden alternative Geräte wie der Grubber eingesetzt, relativieren sich die Kosten, sobald ein zweiter Arbeitsdurchgang nötig ist. Es lohnt sich daher, die Kosten für Grundbodenbearbeitung und Saatbeetbereitung zu berechnen. Was nicht in Franken und Rappen berechnet werden kann, sind die positive Wirkung des Pfluges bezüglich Unkrautregulierung und die negativen Auswirkungen auf das Bodenlebewesen und die Bodenstruktur.

Fazit Der Pflug per se ist ein gutes Bodenbearbeitungsgerät. Das Problem liegt, wenn schon, beim richtigen Einsatz (Management). Oft verursachen die nachfolgenden Bodenbearbeitungsgeräte durch unsachgemässen Einsatz die eigentlichen Schäden. Ob und wie der Pflug eingesetzt wird, ist daher tatsächlich eine Einstellungssache.

Regenwurm und Wurzelwirkung Die wertvolle Arbeit der Regenwürmer ist hinlänglich bekannt. Durch regelmässiges Pflügen werden sie dezimiert und fehlen ausgerechnet dann, wenn sie dringend gebraucht würden. Regenwurmgänge garantieren die rasche Wasserabführung in tiefere Schichten. Eine angesichts der auftretenden Starkniederschlagsereignisse

Der Boden ist eine lebende Materie Bodenorganismen nehmen zahlreiche Funktionen wahr. Einerseits bauen sie organische Substanz ab und bilden Humus. Damit leisten sie einen namhaften Beitrag zur Schaffung einer guten Bodenstruktur. Anderseits recyceln sie aber auch Nährstoffe, fixieren Stickstoff und stellen die

Der Pflug vergräbt nicht nur, er bringt auch Vergrabenes an die Oberfläche.

Bodenstruktur Die wissenschaftliche Definition der Bodenstruktur umfasst die räumliche Anordnung von Bodenbestandteilen, das heisst die mineralischen Partikel, das organische Material nd die Hohlräume (auch Poren genannt). Folglich bestimmt die Bodenstruktur den physischen Lebensraum von Bodenlebewesen und die wichtigsten Bodenfunktionen. Letztere umfassen den Transport von Wasser und Gasen (Luft) sowie das Speicherungsvermögen von Wasser und das Wurzelwachstum. Die Bodenstruktur ist dynamisch und verändert sich aufgrund natürlicher Prozesse und unter dem Einfluss der Bewirtschaftung. Die Bewirtschaftung beeinflusst die Bodenstruktur sowohl positiv als auch negativ. Einflüsse, die die Bodenstruktur fördern, sind im Allgemeinen langsamere Prozesse, die über Jahre und Jahrzehnte ablaufen. Strukturzerstörende Prozesse geschehen unmittelbar (Bodenverdichtung, Bearbeitung bei nassen Verhältnissen).

9 2019 Schweizer Landtechnik

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Pflügen

Eine exakte, flache Arbeitsweise erfordert vielfach ein 2-Rad-Fahrwerk wie bei diesem Ovlac Mini. Bilder: R. Hunger

Muss tief gepflügt werden? Im Bestreben, die Pflanzenreste in die oberste und aktivste Bodenschicht einzumischen, wo die besten Rottebedingungen herrschen, ist der Schäl- oder Eco-Pflug eine Antwort auf diese Frage. Ruedi Hunger Der Schälpflug ist keine Erfindung der letzten Jahre, bestenfalls eine Neuaufla­ ge. Bereits in der Vergangenheit hat man nach der Getreideernte vom «schälen», anstelle der Stoppelbearbeitung, gespro­ chen. Es waren dann der Grubber und die Scheibenegge, welche den Schälpflug ab­ lösten.

Gut geschält ist halb gejätet Schälpflüge vereinen die Vorteile des tra­ ditionellen Pflügens mit einer minimalen Bodenbearbeitung. Ihre Arbeitsweise be­ steht aus Wenden, Mischen und Verschüt­ ten. Dies wird mit kurzen Riestern und stei­ lem Anstellwinkel erreicht. Schälpflüge ha­ ben keine herkömmlichen Vorschäler. Neben ihrer guten Vorleistung zur Un­ krautkontrolle sorgen Schälpflüge mit ih­ 26

Schweizer Landtechnik 9 2019

rer flachen Arbeitsweise für einen raschen Rotteverlauf. Damit reduzieren sich auch die Probleme mit Pilzbefall und anderen Krankheiten.

Schälen statt tief «z’Acherfahre» Das flache Unterpflügen der Ernterück­ stände und des Unkrautbewuchses för­ dert die rasche Zersetzung durch besse­ ren Zutritt von Luft und Wasser. Mit den speziellen Schälpflügen wird ausserhalb

Grundsätzlich entwickelt sich der Zugkraftbedarf beim Pflügen proportional zur Arbeitstiefe.

der Furche gefahren, womit keine Pflug­ sohlenverdichtung entsteht. Auch diese Pflüge sollen nicht bei nassem Boden ein­ gesetzt werden. Ist der Boden zu trocken, haben flach arbeitende Pflüge ein Prob­ lem mit dem Einzug. Das Resultat ist eine unregelmässige Arbeitstiefe und/oder das Herausspringen des Pfluges aus der Furche. Die geringere Arbeitstiefe reduziert den Leistungsaufwand massiv. Je nach Quelle, wird von einer Halbierung gesprochen (Aebi Suisse: 11 bis 12,5 kW (15 bis 17 PS) pro Körper). Umgekehrt kann mit glei­ chem Leistungsaufwand (wie herkömmli­ ches Pflügen) die Arbeitsbreite um bis zu 40 Prozent vergrössert werden. Werden konventionelle Pflüge für Ar­ beitstiefen um zehn Zentimeter einge­


Pflügen

setzt, ist ein (evtl. zwei) Stützrad ein entscheidendes Kriterium. Von Vorteil sind lange und stark gewundene Pflugkörper (Riestern), damit der breite, aber wenig hohe Erdbalken ohne brechen sauber gewendet wird. Bei Arbeitstiefen von 10 bis max. 15 cm machen Vorschäler keinen Sinn. Sie können bestenfalls den Boden ritzen. Nachfolgend einige mehr oder weniger bekannte Hersteller und ihr Angebot:

Vario. Die Arbeitstiefe wird vom Hersteller mit 10 bis 30 cm angegeben. Internet: gassner-technik.de

Bugnot 52

Escudero

Das französische Familienunternehmen Bugnot 52 aus Roches-Bettaincourt baut neben anderen Landmaschinen auch Schäl-Drehpflüge mit der Bezeichnung «Rapidlab». Diese verfügen über sechs bis zehn Pflugkörper und arbeiten bis 2,85 m breit. Die Basisausführung besteht aus sieben Scharen (6 + 1). Der Körperabstand misst 62 cm und die Schnittbreite einer Schar 29 cm. Zudem verfügen sie über 45°-Pflugkörper und 11-Zoll-Pflugschare. Die Streichbleche gibt es in zwei Ausführungen. Die Pflüge sind mit einer hydraulischen Non-Stop-Überlastsicherung ausgerüstet. Internet: bugnot.com

Escudero ist ein Hersteller von landwirtschaftlichen Maschinen in Dueñas (Spanien). Neu im Programm ist der «Ecologic CHFH», ein achtschariger Schälpflug in der Bauweise eines Beetpfluges. Er verfügt über Streifenriester mit steilem Anstellwinkel. Die einzelnen Pflugkörper sind mit einer hydropneumatischen oder Blattfeder-­ Non-Stop-Sicherung ausgerüstet. Fünf weitere Modelle mit bis zu elf Scharen runden das Fabrikationsprogramm des spanischen Herstellers ab. (Verkauf Schweiz: Thomas Rindisbacher, Gümligen BE). Internet: hermanosescudero.com

Goizin Goizin Jean de Bru Suire ist ein französischer Hersteller in Saint-Aubin-du-Plain. Das Unternehmen baut verschiedene Pflüge. Darunter ist auch ein Wende-Schälpflug mit sechs bis zehn Scharen. Internet: eurotechnicsagri.eu

Kverneland Gassner Gassner ist ein deutscher Pflughersteller im Landkreis München/Bayern. Überwiegend werden normale Anbau-Drehpflüge hergestellt. Dank einem ausgeklügelten Baukastensystem ist es möglich, mit Grundkomponenten einen «Bio-Zweischichtenpflug» herzustellen. Dieser ist kein Schälpflug im herkömmlichen Sinn! Es ist möglich, in einem Arbeitsgang flach zu wenden und gleichzeitig die Mittelkrume unterhalb des Wendekörpers zu lockern. Die notwendige Zusatzausrüstung gibt es für die Baureihen Basic, Olymp und

Der norwegische Pflugspezialist Kverneland hat mit dem «Ecomat» einen leichten Pflug im Angebot, der zum Schälen eingesetzt wird. Nach Herstellerangaben kann mit ihm flach, im Bereich von 10 bis 18 cm gepflügt werden. Es sind kurze Ganzkörper-Pflugkörper aus Stahl oder Kunststoff verfügbar. Die Körper haben eine «mehrzylindrische» Form und fördern das effektive und schnelle Wenden. Ein spezieller Stroheinleger unterstützt das saubere Einarbeiten von Pflanzenresten. Kverneland ist einen Schritt weiter gegangen als andere (Schäl-)Pflugher-

Für Schälpflüge gibt es auch eine Variante mit steil ansteigenden Streifenkörpern. Bild: R. Hunger

steller und rüstet den «Ecomat» mit einem seitlich arbeitenden Packer aus. Dieser Packomat deckt die ganze Arbeitsbreite des Pfluges ab (6-, 7- oder 8-scharig). Ziel ist eine Saatbeetbereitung in einem Arbeitsgang. Als einziger Anbieter in diesem Pflugsegment stellt Kverneland den Käufer vor die Wahl: Stahl- oder Kunststoffkörper? Die Polyethylen-Kunststoffkörper werden wie bei den herkömmlichen Pflügen vor allem für klebrige und leichte Böden empfohlen. (Verkauf CH: Ott Landmaschinen AG, Zollikofen). Internet: kverneland­group.com

Ovlac Mini Dieser Pflug wird von Poligono Industrial in Spanien hergestellt. Den «Ovlac Mini» gibt es als 5- bis 11-scharigen Beetpflug, 5- bis 11-scharigen Anbaudrehpflug oder 12- und 13-scharigen Aufsatteldrehpflug. Es werden drei unterschiedliche Sicherungssysteme angeboten: neben einer Scherbolzensicherung je eine Non-Stop-­ Sicherung mit Blattfedern oder in hydropneumatischer Bauform (in CH nur Scherbolzen oder hydr. Non-Stop). Je nach Pfluggrösse hat der Anbauturm des Wende­pfluges eine 110 mm oder 140 mm starke Welle. Die steilen Pflugkörper können sowohl mit Ganzblech- als auch Streifenriester geliefert werden, ein zusätzliches Einlegeblech verbessert das Unterpflügen von Oberflächenbewuchs. Aufgrund der geringen Arbeitstiefe gibt es zur genauen Tiefenführung ein Frontstützrad und ein hinteres Stützrad. (Ovlac-Mini-Schälpflüge werden in der Schweiz von Aebi Suisse in Gampelen und Andelfingen verkauft.)

Rumptstad & Steketee Der holländische Pflughersteller wurde zwar im vergangenen Jahr zusammen mit

Der Kverneland «Ecomat» hat eine auffallende Kombination aus «Sech» und Stroheinleger. Bild: Kverneland

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Pflügen

Der Stoppelhobel unterscheidet sich durch sein «Hobelwerkzeug» von den übrigen Schälpflügen. Bild: Zobel

Steketee von Lemken übernommen. Lemken war besonders an der «Smart-Camera-­ Technologie» interessiert. Rumptstad wird vorerst als eigene Marke mit Sitz in den Niederlanden bestehen bleiben. Die Holländer haben einen speziellen Schälpflug im Angebot. Dazu rüsten sie die Eco-Baureihe (3- bis 5-scharig) mit speziellen Bauteilen aus. Darunter mit einem klassischen Schäl-Pflugkörper. Nach Angaben des Herstellers ist es damit möglich die Ackerfläche lediglich 7 bis 14 cm tief zu bearbeiten. Anstelle eines Vorschälers übernimmt ein zusätzliches Stroheinlegeblech die Vorarbeit für ein sauberes Einarbeiten der Pflanzenrückstände bzw. eines Pflanzenbewuchses. Internet: rumptstad.nl

Zobel Stoppelhobel Der Stoppelhobel ist eine Weiterentwicklung des Schälpfluges und wird von einem Schlosserei- und Stahlbau-Betrieb in

Die Pflüge für flache Bodenbearbeitung sind verhältnismässig kurz und kompakt gebaut. Bild: Bugnot

Rot am See (Deutschland) hergestellt. Seine Bauart erinnert am ehesten an den Beetpflug (es gibt auch eine Wendepflug-­ Variante). Der Stoppelhobel ist kompakt gebaut und hat zwischen drei und acht Scharen, die flächendeckend mit Überlappung den Boden bearbeiten. Bereits 2006/07 wurde der Stoppelhobel unter dem Patronat des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Frick auf verschiedenen Landwirtschaftsbetrieben getestet und seine Arbeit beurteilt. Mit einer Fahrgeschwindigkeit zwischen 5 und 10 km/h und einer Arbeitstiefe zwischen 5 und 15 cm wurden vorwiegend Stoppelfelder bearbeitet. Die Arbeitsqualität wurde mit «mittelmässig» bis «zufriedenstellend» beurteilt. Das Gerät zeichnet sich durch einfache Bauart und grosse Flächenleistung aus. Die Versuchsreihe des FiBL zeigte gewisse Schwierigkeiten beim Einsatz am Hang auf. Der

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Schweizer Landtechnik 9 2019

Stoppelhobel darf nur bei trockenem B oden eingesetzt werden. ­ ­ I nternet: ­zobel-stahlbau.de

Zusammenfassung Rund eine Handvoll Hersteller bauen Schälpflüge im herkömmlichen Sinn. Oft sind es Bio-Betriebe, die diesen Pflug verwenden, weil sie nicht ganz auf die Vorteile der wendenden Bodenbearbeitung verzichten wollen. Die 10 cm Arbeitstiefe werden in der Praxis zwar wohl gegen 12 oder 15 cm ausgeweitet, reichen aber aus, um einen Oberflächenbewuchs sauber einzuarbeiten. Das Einmischen in die oberste Bodenschicht ermöglicht einen weitgehend noch ungehinderten Zutritt von Luft. Damit sind die Grundbedingungen für eine rasche Rotte mindestens zum Teil erfüllt. Wenn der Schälpflug bei Herbizidverzicht in die Bresche springen soll, ist ein gutes Bodenmanagement erforderlich. 


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Pflügen

Traktor, Pflug und Fahrer verursachen bei einer Leistung von 0,78 ha/h Kosten von 235 CHF/ha oder 183 CHF/Stunde. Bilder: R. Hunger

Relevante Kosten des Pfluges Der Pflug hat, neben seinen Vorteilen, zum Teil gewichtige Nachteile. In erster Linie betrifft dies die negativen Auswirkungen auf Bodenstruktur und Bodenlebewesen. Weniger wird darüber gesprochen, dass der Pflug auch Kosten verursacht, und diese sind, wenn die Kaufschwelle nicht erreicht wird, entsprechend hoch. Ruedi Hunger

Jeder Maschineneinsatz verursacht Kosten. Einerseits fixe Kosten, die nach dem Kauf der Maschine anfallen. Anderseits variable Kosten, die abhängig sind von der Verwendung bzw. Auslastung der Maschine. Das ist beim Pflug nicht anders als beim Traktor oder irgendeinem Anbaugerät.

grössere Flexibilität und die Unabhängigkeit oder bessere Rücksichtnahme auf den Bodenzustand bei Eigenmechanisierung kann nicht in diese Berechnung miteinbezogen werden. Ebenso finden die Arbeitsentlastung und die freie Verwendung des

Kauf oder Miete?

Ein Zentimeter zusätzliche Arbeitstiefe beansprucht in der Arbeitstiefe zwischen 20 und 30 cm einen Zugkraft­ zuwachs von 6.4  Prozent. (Weiss, KTBL)

Grafik 1 zeigt die Jahreskosten, die mit einem 100-kW-Traktor und einem Fünfscharpflug, abhängig von deren Auslastung, anfallen. Die Kaufschwelle liegt bei diesem Beispiel bei etwas unter 50 Hek­taren. Das heisst, unter dieser Schwelle ist die Miete (oder der Lohnunternehmer) günstiger, darüber ist es die Eigenmechanisierung. Die 30

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Traktors bei Verpflichtung eines Lohnunternehmers keine Berück­sichtigung. Grafik 2 zeigt die Kosten von Traktor (100 kW) und Pflug (fünfscharig) je Arbeitseinheit (AE), das heisst je Hektar. Bezogen auf die Kaufschwelle von rund 50 Hektaren fallen Kosten von 185 Franken an (ohne Zuschläge, Anfahrtspauschale usw.). Dieser Betrag ist als «externer Tarif» in die Berechnung eingeflossen. Folglich ist der Lohnunternehmer-Tarif (oder die Mietkosten) mitentscheidend für die Antwort auf die Frage «Kauf oder Miete?».

Verschleissteilkosten Unter normalen Einsatzbedingungen fallen bei einem Pflug, abgesehen von


Pflügen

Grafik 1: Jahreskosten Fixe Kosten

Variable Kosten

Externer Tarif

20 000

Anfallende Jahreskosten CHF

18 000 16 000 14 000 12 000 10 000 8000 6000 4000 2000

0 20

30

den Wartungs­arbeiten (Schmieren, Reinigung), fast ausschliesslich Kosten für Verschleiss­ teile an. Die Kosten für Verschleissteile werden bei den Maschinenkosten (Agro­scope) mit dem Reparaturund Unterhaltsfaktor (RUF) berechnet. Mit dem RUF werden die Reparatur- und

40

50

60

Unterhalts­kosten im Verlauf eines Maschinenlebens im Verhält­ nis zum Anschaffungspreis aus­ gedrückt. Dividiert durch die technische Nutzungs­dauer (in AE) ergeben sich die Repara­tur- und Unterhaltskosten pro Arbeits­ einheit (siehe auch «Beschrei­bung der Kostenelemente und

70

100

Berechnungs­ methodik» in Maschinen­ kosten 2018 bzw. 2019). Ein Fünfscharpflug hat einen RUF-Faktor von 1.65. Das heisst: Im Verlauf der technischen Nutzungsdauer fallen Reparaturund Unterhaltskosten in der Höhe des 1,65-fachen Anschaffungspreises an. Und

Grafik 2: Kosten je Arbeitseinheit Fixkosten/AE

Variable Kosten/AE

Externer Tarif

300.00

Kosten je AE (CHF)

250.00 200.00 150.00 100.00 50.00 0.00 20

30

40

50

60

70

100

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Pflügen

weil neben den Kosten für Verschleisstei­ le nur wenig andere Kosten anfallen, ist der errechnete Betrag von rund 45 Fran­ ken je AE (Fünfschar) beeindruckend. Der Verschleiss wird massgeblich durch die Bo­ denart bestimmt!

Falsch verstandene «Selbsthilfe» Die beachtlichen Kosten verleiten zum Aufschweissen von Verschleissteilen. Da­ bei kann im Endeffekt der Zugkraftbedarf negativ beeinflusst werden. An der agrar­ wissenschaftlichen Fakultät der Universi­ tät Kiel wurde 2003 eine Bachelorarbeit (Weiss) zum Thema «Kraftbedarf bei ver­ schiedenen Pflugscharen und gängigen Abwandlungen an Verschleissteilen» vor­ gelegt. Darin wird abschliessend festge­ halten, dass alle Abwandlungen von Ver­ schleissteilen mit stumpfen Übergängen zwischen aufgetragenen Metallen und dem Unterbau tunlichst vermieden wer­ den müssen. Stufige Übergänge fördern das Auflaufen von Erdkeilen. Dabei kommt es zu Reibung zwischen den anhaftenden und den fliessenden Erdmassen, welche in hohem Mass zur Zugwiderstandssteige­ rung beiträgt. Längere (im Vergleich zu Standardersatz­ teilen) oder verlängerte Scharspitzen ha­ ben ebenfalls einen signifikanten Einfluss auf den Zugkraftbedarf. Bei Steigerung der Scharspitzenlänge von 180 mm auf 280 mm bedeutet dies für jeden zusätzli­ chen Zentimeter einen Zugkraftzuwachs um 0,77 kW. Bezogen auf den gesamten Pflug (Vierscharpflug) ist dies ein Zuwachs von 7,72 kW.

Verbesserte Stahlqualitäten können den Verschleiss um bis zu 60 % reduzieren und die Standzeiten um das 2,5-Fache verlängern. Bild: R. Hunger

Wachsende Materialdicken erhöhen ins­ besondere bei geringer Bodenfeuchte die Zugkraft. Die Scharblattstärke beeinflusst damit in trockenen Böden den Zugkraft­ widerstand. In der Praxis durch schlechtes Einziehen der Pflugkörper bekannt, signa­ lisiert diese Erscheinung den Zeitpunkt zum Wechsel der Verschleissteile und da­ mit zu schärferen Scharen und Spitzen.

Fazit Die wendende Bodenbearbeitung mit dem Pflug wird insbesondere wegen ihrer Auswirkungen auf den Boden hinterfragt.

Weniger hinterfragt werden die nicht unerhebli­chen Kosten, welche ein Pflug verursacht. Wie bei jeder Maschine ent­ stehen ab dem Kauf fixe Kosten, und dies, ob er gebraucht wird oder nicht. Zusätz­ lich fallen je Arbeitseinheit variable Kos­ ten an. Teil dieser variablen Kosten sind die Verschleissteilkosten. In der Praxis steht man immer wieder vor dem Dilem­ ma, Verschleissteile durch Aufschweissen «aufzuwerten» oder zu wechseln. Wer bei Verschleissteilen spart, bezahlt dies mit höherem Zugkraftbedarf und grösserem Treibstoffverbrauch. 

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Pflügen

Das Onland-Pflügen ist dank GPS-Lenksystem mit RTK-Korrektursignal einfacher geworden. Das kurbelt die Nachfrage nach diesem Pflugverfahren wieder an. Bild: R. Engeler

«Der Pflug gewinnt wieder an Fahrt» Lange Zeit hatte es der Pflug schwer. Doch nun rückt er wieder verstärkt in den Fokus. Was bedeutet das konkret und wohin könnte der Trend in der Pflugtechnik führen? Die «Schweizer Landtechnik» hat bei vier Importeuren nachgefragt. Heinz Röthlisberger

«Natürlich werden heute nicht mehr so viele Pflüge verkauft wie noch vor rund 30 oder 40 Jahren, als der Pflug mehr oder weniger das Standard-Ackergerät auf jedem Schweizer Bauernhof war», sagt Jürg Schmid, Geschäftsführer der Ott Landmaschinen AG, deren Geschäftsbereiche Ott und Agriott die Pflüge von Amazone und Kverneland importieren. Leider gebe es keine ge­ nauen Zahlen zu den Verkäufen der Pflüge in der Schweiz und so sei auch kein Vergleich zu heute möglich, erklärt 34

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Schmid, der im Schweizerischen Landmaschinen-Verband SLV zusammen mit Joël Petermann von der Alphatec SA die Fachgruppe Anbaumaschinen leitet. Vor gut 15 Jahren gab es eine Wende im Ackerbau. Die reduzierte Bodenbearbeitung, auch Minimalbodenbearbeitung oder konservierende Bodenbearbeitung genannt, kam auf und setzte den Pflug arg unter Druck. Die Verkäufe gingen in der Folge zurück. Der OttGeschäfts­führer erinnert daran, dass der Pflug damals beinahe so umstritten war,

wie Glyphosat es heute ist. Man habe aber festgestellt, dass im konventionellen Ackerbau, und auch im Biolandbau, viele Bauern aus Angst vor hohem Unkrautdruck auch damals nach wie vor lieber präventiv auf den Pflug gesetzt haben. «Der Pflug hat in vielen Betrieben nach wie vor seine Berechtigung», ist Schmid überzeugt. Auch weil die Zukunft des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat in Europa und in der Schweiz weiter offen ist. Das habe dem Pflug wieder Auftrieb gegeben.


Pflügen

Stetig weiterentwickelt Ein weiterer Faktor sei, dass der Pflug stetig weiterentwickelt werde. «Moderne Pflüge sind heute universell einsetzbar und können so den Trend zur flachgründigen Bodenbearbeitung mitgehen», so Schmid. Darüber hinaus würden heute auto­matische und GPS-gesteuerte Pflüge angeboten, die den Fahrer unterstützen und entlasten. Ein Beispiel sei der Isobus-­ Anbauvolldrehpflug «2500 i-Plough» von Kverneland, bei dem der Fahrer alle Einstellungen von der Transportstellung bis zur Einstellung der Arbeitstiefe von der Kabine aus durchführen kann.

Unschlagbar bei der Feldhygiene «Die Diskussion rund um den Wirkstoff Glyphosat hat die Nachfrage nach Pflügen wieder angekurbelt», bestätigt auch Ulrich Strauss, Verkaufsleiter des Kuhn Centers Schweiz. Dies im Gegensatz zu noch vor ein paar Jahren, als der Pflug eher nicht mehr so erwünscht war und die Verfahren Strip-Till und Oberflächenbehandlung stark thematisiert wurden. Für die Feldhygiene, also das saubere Unterpflügen von Ernterückständen, habe der Pflug eben doch seine Berechtigung, erklärt Strauss. Für mehr Feldhygiene sorge auch das von Kuhn entwickelte System «Smart Ploughing». Dieses GPS-­ gestützte System ermöglicht das präzise, automatische Ausheben und Einsetzen jedes einzelnen Pflugkörpers exakt an der gleichen Stelle am Vorgewende. «Damit können die Ernterückstände auch am Ende des Feldes sauber eingearbeitet werden, egal wie viele Scharen der Pflug hat.» Das System biete zudem viel Komfort für den Fahrer, weil er den Pflug nicht mehr selber einsetzen und aus­ heben müsse.

Hin zum 4-Schar-Pflug Bei der Anzahl Scharen ging der Trend in den letzten Jahren hin zu grösseren Pflügen und damit hin zu mehr Leistung. Während vor Jahren die meisten Pflüge mit 3 Scharen verkauft worden sind, sind es heute Pflüge mit 4 Scharen. Das sei auf die Nachfrage nach mehr Flächenleistung und auf die Zunahme der PS-­ Leistung bei den Traktoren zurückzu­ führen, erklärt der Kuhn-Verkaufsleiter. Natürlich würden nach wie vor auch 2-Schar- und 3-Schar-Pflüge verkauft, aber deutlich weniger als 4-Schar-Pflüge. Auch 5-Schar-­P flüge würden bei ihnen im Kuhn Center nachgefragt, das seien aber einige wenige pro Jahr. «Rund zwei Drit-

tel der neu verkauften Pflüge liefern wir mit Nonstop-Steinsicherung aus», sagt Strauss.

Aufwind für Onland-Pflüge Auch Andreas Rutsch von Lemken Schweiz beurteilt die derzeitige Nachfrage nach Pflügen als gut. «Tendenziell hat die Nachfrage in den letzten zwei Jahren wieder zugenommen», erklärt der Verkaufsleiter. Grund dafür sieht Rutsch im zunehmenden Unkrautdruck, der in verschiedenen Regionen doch zu einem Problem geworden sei. In den letzten zwei bis drei Jahren hätten sie bei Lemken in der Schweiz zwischen 22 und 25 Prozent mehr Pflüge verkauft als in den vorherigen Jahren. Auch für den kommenden Herbst seien positive Signale zu erkennen. Klar zugenommen habe in den letzten drei Jahren auch die Nachfrage nach Onland-Pflügen. Dies weil heutzutage viele Traktoren mit GPS ausgerüstet sind. «Beim Onland-Pflügen ist es ja für den Traktorfahrer eher schwierig, die genaue Spur zu fahren. Mit GPS, das den Lenker beim Fahren unterstützt, geht das einfacher», sagt Rutsch. Bei der Grösse sei ganz klar der 4-Schar-Pflug am meisten nachgefragt, gefolgt vom 3-Schar- und dann vom 5- und 6-ScharPflug, der bei Lemken mittlerweile einen Anteil von 18 Prozent an den Verkäufen ausmache.

Scherbolzen oder Nonstop Rutsch sieht die Zukunft des Pfluges po­ sitiv. Auch weil die Pflüge immer mehr Komfort bieten würden, wie beispielsweise die halbautomatische Steinsicherung, die Lemken seit 25 Jahren anbietet. Rund 20 Prozent würden mit halbautomatischer Steinsicherung, je rund 40 Prozent mit Scherbolzen und mit Nonstop-Steinsicherung, entweder hydraulisch oder mechanisch, ausgeliefert. Die neuen Pflug-Generationen, wie etwa der Lemken «Juwel 8 TCP-V» oder «TurnControl Pro Guide» mit Isobus-Steuerung, böten aufgrund der vielen technischen Einstell-Möglichkeiten viel Komfort für den Fahrer, aber auch Genauig­keit, so Rutsch. Und es gebe noch ein weiteres Argument: Viele Traktoren seien heute bereits mit Isobus ausgerüstet, da koste ein Isobus-Pflug eigentlich nicht mehr viel mehr als ein vollhydraulischer Pflug, sagt Rutsch.

Kaum mehr 2-Schar-Pflüge «Wir sind gut zufrieden mit den derzei­ tigen Pflug-Verkäufen», sagt Hanspeter

Keine konkreten Zahlen Zu den Pflug-Verkäufen gibt es in der Schweiz keine offiziell zugänglichen Absatzzahlen. Damit sind auch keine detaillierten Vergleiche über die Jahre möglich. Die hier befragten Pflug-Importeure sprechen alle von einer Zunahme bei den Verkäufen im Zeitraum der letzten zwei bis drei Jahre, dies nachdem die Pflugverkäufe in den Jahren zuvor tendenziell rückläufig waren. Nach Schätzungen der «Schweizer Landtechnik» werden in der Schweiz derzeit rund 200 Pflüge pro Jahr verkauft.

Hitz, Verkaufsleiter bei Pöttinger AG Schweiz. Im Vergleich der letzten drei, vier Jahre seien diese auf stabilem Niveau geblieben. Ein Vergleich zu noch früher sei für ihn nicht möglich, da die Pöttinger AG Schweiz den Vertrieb der Bodenbearbeitungsgeräte von Pöttinger erst 2015 von der Firma Althaus übernommen hat. Aber auch Hitz ist der Meinung, dass der Pflug mit der Glyphosat-Diskussion wieder Auftrieb erhalten hat und noch erhalten wird. «Der 3-Schar-Pflug wird bei uns am meisten nachgefragt», sagt Hitz. Der Anteil an diesem liege bei rund 60 Prozent, 40 Prozent seien 4-Schar-Pflüge. 2-Schar-Pflüge hingegen würden kaum mehr nachgefragt. Etwa alle zwei Jahre verkaufe er noch einen solchen.

Digitale Hilfsmittel helfen «Die Pflüge in der schweren Ausführung und ab 4 Scharen verkaufen wir in der Regel mit Nonstop-Steinsicherung und mit Schnittbreitenverstellung. Die einfachere Ausführung, also die leichteren Pflüge, ist dann eher mit dem einfachen Scherbolzen ausgerüstet.» Auch Hitz ist überzeugt, dass der Onland-Pflug in Zukunft wieder vermehrt in den Fokus gelangen wird. Einerseits, weil die Bodenverdichtung die Landwirtschaft weiter beschäftigt und anderer­seits, weil der Onland-Pflug mit den heute bereits oft auf den Traktoren vorhandenen GPS- und RTK-Spurführ­ systemen leichter zu fahren ist. «Ohne diese digitalen Hilfsmittel sind Onland-­ Pflüge nur mit hoher Konzentration zu fahren, was viele davon abgehalten hat, in einen solchen Pflug zu investieren», sagt der Vertriebsleiter, der im Onland-Pflugbereich die Pflüge «Servo 25» und «Servo 35» im Angebot hat.  9 2019 Schweizer Landtechnik

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Pflügen

Nur ein ideal eingestellter Pflug macht gute Arbeit. Bilder: Stephan Schmidlin

Das Einmaleins des Pflügens Richtig pflügen ist einfach. Hier sind zwölf Schritte, die zu beachten sind, damit es auch in der Praxis klappt. Stephan Schmidlin*

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Schade, denn der Pflug hat die Aufgabe, ei­ nerseits den Boden zu lockern und ander­ seits die Ernterückstände und Unkräuter zu «begraben». Er schafft also ideale Saatbe­ dingungen. Darum zeigt der erfahrene Land­ maschinen­ händler Kurt Freitag aus Kleinandelfingen ZH in zwölf Schritten, was beim Pflügen zu beachten ist. Beim Pflug handelt es sich um einen gängigen Vier­ scharpflug von Kverneland. Er wurde von der Firma Agriott zur Verfügung gestellt. Da die Vorgehensweise immer gleich ist, können diese Schritte auch für andere Fab­ rikate angewendet werden. 

Es ist bei jeder Maschine das Gleiche, sie kann nur so gut arbeiten, wie sie vom Be­ nutzer eingestellt wurde. Dies gilt insbeson­ dere auch für den Pflug. Grundsätzlich hat jedermann in der Ausbildung zum Landwirt gelernt, wie man einen Pflug richtig ein­

stellt. Doch liegen die Lehrjahre oft schon weit zurück, und man hat meistens auch keine Zeit, sich mit dem Pflügen auseinan­ derzusetzen. Darum wird der Pflug oft nur angehängt und mit der einstigen Grund­ einstellung durch den Boden ge­ zogen.

*Stephan Schmidlin ist Landwirt und schreibt als freiberuflicher Journalist für die «Schweizer Landtechnik». Artikel aus «Schweizer Bauer» Nr.70/2014

Schritt 1: Zu den Vorbereitungsarbei­ ten gehört in erster Linie die Kontrol­ le des Luftdrucks. Da es sich beim Pflügen um eine Zugarbeit handelt, sollte er möglichst tief sein. Wichtig ist auch der gleiche Druck in den bei­ den Hinterreifen.

Schritt 2: Ebenfalls wichtig ist die gleiche Höhe der Unterlenker. Sie kann aber nicht an den Schnellfang­ haken kontrolliert werden. Darum misst man die Höhen bei den Bolzen der Hubstreben oder aber gleich die Längen der beiden Hubstreben.

Schritt 3: Mit dem Winkel des Oberlen­ kers kann nicht nur die Zugkraft, son­ dern auch die Aushubhöhe bzw. die Hubkraft beeinflusst werden. Im Schlitz­ loch soll der Bolzen nicht wie auf dem Bild in der Mitte, sondern vorne an­ schlagen.

Schweizer Landtechnik 9 2019


Pflügen

Schritt 4: Der Pflug liebt die Freiheit. Aus diesem Grund werden die Sei­ tenstreben am Traktor freigestellt. Wer den Zugpunkt mit ihnen kor­ rigieren will, bezahlt dies mit höhe­ rem Kraftaufwand und Kraftstoff­ verbrauch.

Schritt 5: Auf dem Feld wird als Ers­ tes die Schnittbreite des ersten Kör­ pers eingestellt. Dafür werden zwei Meter vom Furchenrand abgesteckt. Nachdem wir vorbeigepflügt haben, können wir mit Zurückmessen die Schnittbreite bestimmen.

Schritt 6: Da die Schnittbreite ab dem zweiten Körper fix ist, wird bei einer Abweichung nur der erste korrigiert. Beispiel: Dreischarpflug mit einer Schnittbreite von 120 cm, gemessen 110 cm. Der erste Körper muss 10 cm mehr abschneiden.

Schritt 7: Ist die Schnittbreite kor­ rekt, kontrolliert man den Zugpunkt. In der Praxis einfach über den Ober­ lenker. Würde man durch die Mitte der Motor­haube eine Gerade ziehen, so würde der Oberlenker genau auf dieser Geraden liegen.

Schritt 8: Nun wird der Sturz des Pflugs bestimmt. Grundsätzlich sollte der Pflug senkrecht in der Furche ste­ hen. Ein paar Grad gegen das Ge­ pflügte helfen am Hang, und ein paar Grad gegen das Ungepflügte sparen Kraftstoff.

Schritt 9: Der Sturz des Pflugs wird über die sogenannten Ohren korri­ giert. Sie befinden sich vorne am Pflugturm bei der Wendeeinrichtung des Pflugs und begrenzen mechanisch den Wendevorgang des gesamten Pflugs.

Schritt 10: Jetzt ist es an der Zeit, die Arbeitstiefe einzustellen. Dies pas­ siert einerseits über das Stützrad und anderseits über die Regelhydraulik. Beachten Sie, dass eine Korrektur der Arbeitstiefe auch eine Korrektur am Oberlenker zur Folge hat.

Schritt 11: Nachdem die Arbeitstiefe festgelegt ist, werden noch die Vor­ schäler angepasst. Grundsätzlich sol­ len sie den oberen Furchenteil von Ernterückständen und Unkraut befrei­ en, damit das neue Saatbeet ideale Bedingungen erhält.

Schritt 12: Idealerweise arbeitet ein Vorschäler zwei, drei Zentimeter tief. Wenn er aber zu tief eingestellt ist, füllt er die Furche zu stark und es gibt keinen geschlossenen Furchenschluss. So kann es zu Durchwuchs von alten Unkräutern kommen.

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Pflügen

«Die Pflugtiefe braucht mehr Beachtung» Für Mario Canetg aus Domat/Ems ist es kein Thema, auf den Pflug zu verzichten. Aus welchen Gründen und wieso er mit Streifenriestern pflügt, erklärt er im Interview mit der «Schweizer Landtechnik». Ruedi Hunger

Schweizer Landtechnik: Welchen Stellenwert hat der Pflug auf Ihrem Betrieb? Mario Canetg: Nun, für die Grundbodenbearbeitung setze ich grösstenteils den Pflug ein. Ich schätze ein «sauberes»

«Die Möglichkeiten der Pflugeinstellung werden in der Praxis oft zu wenig genutzt.»

Saatbeet und das erreiche ich in dieser Form einfach nur mit dem Pflug. Einzig wenn ich Gründüngung oder Zwischenfutter säe, verzichte ich vorgängig auf den Pflug. Für die Bewirtschaftung meines Betriebes hat der Pflug daher einen hohen Stellenwert. In den letzten Jahrzehnten wurde die wendende Bodenbearbeitung immer wieder hinterfragt. Warum diese Kritik? Die Kritik richtet sich ja besonders auf seine Auswirkungen im Boden und auf die Bodenbearbeitung als Ganzes. Das verstehe ich grundsätzlich auch. Ich habe mich zu wenig mit Direktsaat oder Mulchsaat befasst, um da jetzt einen direkten Vergleich ziehen zu können. Für mich ist die Auslastung der eigenen und bereits vorhandenen Mechanisierung ein zentraler Punkt. Bevor wir weiter über den Pflugeinsatz sprechen noch die Frage, welche Bodenarten auf ihrem Betrieb vorherrschend sind? 38

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Mario Canetg: «Die Bekämpfung des Unkrautdrucks beginnt mit einer konsequenten Stoppelbearbeitung nach Getreide und eben auch mit dem Pflugeinsatz bei der Grundbodenbearbeitung.»


Pflügen

Vorwiegend sind es sandig/lehmige Böden, die entsprechend leicht bearbeitbar sind. Auf vereinzelten Teilflächen stösst man auf einen höheren Kies- oder Steinanteil. Also eigentlich problemlos zu bearbeitende Böden. Können Sie sich vorstellen, auf den Pflug zu verzichten und stattdessen Mulchsaat zu praktizieren? Für die jeweilige Hauptfrucht kann ich mir das nicht vorstellen. Meine Meinung ist, dass die Investitionen in die Mechanisierung für Mulchsaat grösser sind und vor allem muss ich mehr spritzen, insbesondere mehr Herbizide einsetzen. Eine Umstellung kommt für mich aus ökonomischer Sicht nicht in Frage und eine Teil-Umstellung mit Parallelmechanisierung erst recht nicht. Der Gemüseanbau hat «den Ruf», dass er speziell wegen der intensiven Bodenbearbeitung den Boden stark belastet. Was sagen Sie zu diesem Argument? Der Boden ist verhältnismässig lange «offen», also ungeschützt und Starkniederschläge führen zu Verschlämmung. Zudem ist der Gemüsebau oft von festen Ernte­terminen abhängig. Insgesamt verstehe ich diese Bedenken und ich nehme sie entsprechend ernst. Auf vielen Betrieben ist aus meiner Sicht der Gemüseanteil in der Fruchtfolge zu hoch. Es ist speziell die Fruchtfolge, die noch grössere Bedeutung erhält, sobald Gemüse angebaut wird. Ich finde, Getreide gehört in eine Fruchtfolge und eine Winterbegrünung ist eminent wichtig. Klar, die Bodenbearbeitung ist oder wird intensiver, sobald Gemüse in der Fruchtfolge ist. Wir sind aber frei, den Einsatz zapfwellengetriebener Geräte auf das Notwendige zu reduzieren, das heisst, entsprechend tief zu halten. Welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen wendender Bodenbearbeitung und Unkrautdruck? Und noch eine zweite Frage: Können Sie dank dem Pflug den Herbizideinsatz reduzieren? Ich bin der Meinung, dass die Bodenbearbeitung grossen Einfluss auf den Unkrautdruck hat. Das beginnt mit einer konsequenten Stoppelbearbeitung nach Getreide und eben auch mit dem Pflugeinsatz bei der Grundbodenbearbeitung. Zudem will ich dem Boden mehr Zeit lassen, und dann kann man mit wenig Aufwand, bei-

spielsweise mit der Federzinkenegge, viel erreichen. Das ist auch der Grund, dass ich vor Mais kein Zwischenfutter silieren will. Das ermöglicht mir, ohne Zeitdruck vor der Maissaat bereits eine erste und eine zweite Unkrautwelle mechanisch abzufangen. Mit dem Gemüseanbau fördert man einige wenige Problemunkräuter, das muss man sich bewusst sein. Wenn davon gesprochen wird, den Herbizideinsatz zu reduzieren, und das ist meine Absicht, dann kommt man meiner Meinung nach nicht um den Pflug herum. Bei welchen Kulturen? Beispielsweise beim Mais. Auf unserem Betrieb konnte ich den Unkrautdruck so weit reduzieren, dass ich die empfohlenen Herbizidmengen bei Mais um 20 Prozent unterschreiten kann. Es ist mir be-

«Es ist mir wichtig, den Bedürfnissen entsprechend, aber nicht immer gleich tief zu pflügen.»

wusst, dass dies eine Gratwanderung ist, aber ich finde, dass ich auf dieser Gratwanderung gut unterwegs bin. Wenn es mir gelingt, den Unkrautdruck durch konsequente Massnahmen in allen Kulturen tief zu halten, dann ist dies eine gute Grundvoraussetzung für die Regulierung der Restverunkrautung. Und dazu leistet

der Pflug eben einen wertvollen Beitrag. Bei Gemüse habe ich bezüglich Herbizid­ einsatz noch nicht den Mut die Herbizidstrategie zur reduzieren. Sie verwenden einen 5-Scharpflug mit Streifen-Pflugkörper. Wieso kein normales Streichblech? Damals, als es um den Kauf eines Pfluges ging, wurden mir die Streifenkörper empfohlen. Heute muss ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Erstens gefällt mir die Arbeit, das heisst das «Pflugbild», das dieser Pflug hinterlässt. Zweitens ist er «ringzügig», ich fahre fünfscharig mit einem rund 100-kW-Traktor (135 PS). Noch eine letzte Frage: Werden Sie auch in zehn Jahren noch den Pflug einsetzen und warum? Ja! Ich bin ein überzeugter Pflüger. Meine Argumente habe ich genannt. Aber lassen Sie mich nochmals zusammenfassen: Die Pflugnachteile sind mir bewusst, aber ich schätze die Vorteile. Ich denke, wenn wir die Bodenfeuchtigkeit berücksichtigen, alle Möglichkeiten zur Pflugeinstellung nutzen und wenn nicht immer gleich tief gepflügt wird, dann relativieren sich die Nachteile. Umgekehrt gehe ich davon aus, dass der Pflug gestärkt aus den Diskussionen um den Herbizideinsatz hervorgehen wird. Es ist ja nicht nur das Unkraut, auch verschiedene Pilzkrankheiten können wir mit der wendenden Bodenbearbeitung besser kontrollieren. Alles Gründe, die mich zur Überzeugung bringen, dass ich den Pflug in zehn Jahren noch einsetzen werde.

Der Landwirt aus Domat/Ems setzt auf seinem Betrieb einen 5-Scharpflug mit Streifenriestern ein.

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Pflügen

Die phytosanitären Erwartungen an die wendende Bodenbearbeitung sind hoch. Bilder: R. Hunger

Phytosanitäre Erwartungen an den Pflug Bei ausschliesslich ökonomischer Bewertung kann es in engen Fruchtfolgen zur Ausbreitung von Fruchtfolgekrankheiten kommen. Können solche Managementfehler in Zukunft nur mit dem Pflug kontrolliert werden? Ruedi Hunger Wenn Schadpilze grossflächig auftreten, stellt sich in der Regel die Frage nach der Herkunft der Schadorganismen. Für den Ackerbau gibt es zwei Möglichkeiten als Quellen, entweder die Verbreitung durch den Wind oder die Anreicherung von «Dauerformen» im Boden. Vom Wind werden der Echte Mehltau und die Rostkrankheiten in Getreidebestände eingetragen. Einmal ansässig, vermehren sie sich epidemisch. Mit Fungiziden sind beide Schadpilze kontrollierbar. Richtig problematisch wird es, wenn sich Schadorganismen im Boden anreichern und von dort aus die Kulturpflanze befallen. Bei solchen standorttreuen Schad­ organismen vermehrt sich das infektionsfähige Material 40

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(Inokulum) im Boden. Bei günstigen Witterungsbedingungen entwickeln sich aus diesem Material Schadpilze und es kommt zur Infektion der Kulturpflanzen.

Standorttreue Raps-Schadpilze Zu den standorttreuen Schadpilzen im Raps zählen die «Kohlhernie» und die «Verticillium-Welke». Die altbekannte Kohlhernie wird von einem primitiven Einzeller verursacht und verbreitet sich durch Dauersporen im vergallten Wurzelgewebe. Bei feuchter Witterung und ausreichender Wassersättigung der Bodenporen führen Wurzelausscheidungen zum Ausschwärmen mikroskopisch kleiner Zoosporen.

Die Verticillium-Welke ist seit den 80er-­ Jahren bekannt (Südschweden). Diese Pilzkrankheit wird von einem Gefäss­parasiten ausgelöst, der die Pflanze über den Boden besiedelt. Zum Zeitpunkt der Ernte/ Nachernte sind die befallenen Rapsstoppeln oft zusätzlich mit «Phoma lingam» befallen.

Standorttreue Getreide-Schadpilze Beim Getreide werden die Wurzeln und die Halmbasis bevorzugt von Schadpilzen angegriffen. Nach erfolgreicher Infektion bleiben langlebige Dauerformen im Boden, die in der Lage sind, auch noch nach Jahren geeignete Wirtspflanzen zu befallen.


Pflügen

Die «Schwarzbeinigkeit» ist das Resultat enger Weizen-Fruchtfolgen (oder Monokulturen). Gefährdet ist auch Weizen nach Raps. Schwarzbeinigkeit überdauert in Myzelform und auf schlecht verrotteten Stoppelresten. Der Schadpilz von «Rhizoctonia cerealis» ist dann zu erwarten, wenn nach der Saat hohe Temperaturen herrschen und die Bodenfeuchte immer weiter abnimmt. Die Folge ist ein Wassermangel-Stress der jungen Getreidepflanzen und der Schadpilz findet optimale Bedingungen. Im Frühjahr braucht der Pilz eine warme Phase und wüchsige Witterung, um sich an Blattscheiden und im Halmgewebe auszubreiten. Sklerotien, die über Stroh- und Stoppelresten in den Boden gelangen, können diesen langfristig und zunehmend verseuchen. Halmbasisbefall von «Fusarium» kann auf infiziertes Saatgut zurückzuführen sein. Das heisst, dass insbesondere nicht gebeiztes Saatgut gefährdet ist. Die grössere Gefahr geht aber von Fusarium-Infektionen aus dem Boden aus. Fusarien-Erreger gelangen aus belastetem Boden über die Wurzel in die Pflanze und wachsen aufwärts. Für den Halmbasisbefall geschieht dies bereits bei warmer und trockener Herbstwitterung.

Verminderung des Befallsdruckes Aus phytosanitärer Sicht sind Kohlhernie und Verticillium wichtige Raps-Schad­ organismen. Beide produzieren Dauersporen, die über zehn Jahre infektionsfähig bleiben. Eine gezielte Bekämpfung dieser Pilzkrankheiten wäre durch resistente Sorten vorstellbar. Die Erreger von Halmbasiserkrankungen bei Getreide haben die Gemeinsamkeit, dass sie vorwiegend auf Pflanzenresten auf oder im Boden überdauern. Es ist daher naheliegend, dass dem Stroh- und Stoppelmanagement hohe Bedeutung zukommt. Es ist alles daran zu setzen, die mikro­bielle Zersetzung durch Bodenorganismen zu unterstützen.

Einfluss der Bodenbearbeitung Um den direkten Kontakt infizierter Pflanzenreste mit der frisch aufgelaufenen Saat zu vermeiden, greift man in der Praxis oft auf den Pflug zurück. Seine wendende Arbeitsweise wird als effektivste Massnahme gegen Pilzinfektionen angesehen. Allerdings werden die hohen Erwartungen an den Pflug nicht immer hinreichend erfüllt (SCHLÜTER, 2006). Am Beispiel von Halmbasiskrankheiten nachfolgend drei unterschiedliche Vorgehensweisen:

• Konsequentes Pflügen Wissenschaftler der Fachhochschule in Kiel gehen davon aus, dass eine dauernde und wirkungsvolle Minderung des Befalldruckes nur durch den Einsatz des Pfluges nicht zu erwarten ist. Der Grund ist, dass infizierte Pflanzenreste nach dem Getreide in tiefere Bodenschichten gelangen. Damit können viele standorttreue Schadpilze dort überleben und werden beim nächsten Pflügen grösstenteils wieder an die Krume zurück verlagert. Abhängig von der «richtigen» Wirtspflanze, den Temperaturund Feuchtigkeitsansprüchen sowie des weiteren Witterungsverlaufs kann ein Teil des infizierten Materials zu neuen Infektionen im Getreide führen. Damit lässt sich laut den Fachleuten die oft stärkere Schädigung von Weizen nach Raps erklären. Dies trifft insbesondere für Schwarzbeinigkeit, Parasitären Halmbruch, Rhizoctonia cerealis und die Fusarium-Arten zu. • Pflug- und Mulchsaat im Wechsel Wird die Bodenbearbeitung verändert und nach Raps auf den Pflug verzichtet, gelangen zwar die infizierten Pflanzenteile der Vorfrucht Getreide durch das Pflügen ebenfalls in den Bereich der Pflug­ sohle. Der Raps dient aber nicht als Wirts-

Der Wechsel zwischen Mulchsaat und Pflug kann in engen Raps/Getreide-Fruchtfolgen Vorteile bringen.

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Pflügen

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Noch besser, als sein Vorgänger!

Oft wird verkannt, dass der Pflug nicht vollständig verrottetes Material an die Oberfläche bringt.

pflanze für typische Getreidekrankheiten. Durch Mulchsaat nach Raps verbleibt das belastete Pflanzenmaterial weiterhin im Boden und es ist nur ein geringer Befallsdruck zu erwarten. Erst mit dem nächsten Pflügen gelangt überlebendes Infektionsmaterial nach oben. Durch die längere Verweilzeit im Boden ist der Infektionsdruck aber deutlich abgeschwächt und es kommt nur selten zu stärkerer Schädigung des Getreides. • Ausschliesslich Mulchsaat Der komplette Verzicht auf den Pflug setzt voraus, das Strohund Stoppelresten perfekt zerkleinert, verteilt und eingearbeitet werden. Nur so können Bodenorganismen das Pflanzenmaterial rasch zersetzen. Geschieht dies, verlieren einige überdauernde Schadpilze ihr Nährsubstrat und gehen zugrunde. Andere (einzelne Fusarium-Arten, Rhizoctonia cerealis, Kohlhernie, Verticillium) sind in der Lage, Dauerformen zu bilden. Diese können auch ohne Pflanzenreste längere Zeit im Boden überleben. In Forschungsprojekten wurde nachgewiesen, dass bei hoher biologischer Aktivität, optimaler Wasserversorgung, perfektem Pflanzenrestmanagement und einer Portion Glück der Anteil des überdauernden Infektionsmaterials auch bei ausschliesslicher Mulchsaat tief gehalten werden kann.

Die neue Herold-Generation gegen Ackerfuchsschwanz, Windhalm und viele Unkräuter

Fazit

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Die Kontrolle von Pilzkrankheiten in Fruchtfolgen mit Raps und Getreide ist eine anspruchsvolle Managementfrage. Mit dem Pflug allein sind diese Probleme nicht zu lösen, sondern sie wiederholen sich immer wieder. Insbesondere eine rasche Pflugfolge in engen Fruchtfolgen ist problematisch. An erster Stelle steht, neben einer weit gefassten Fruchtfolge, eine ­tadellose Bodenstruktur mit einem funktionierenden Bodenlebewesen. Beides wird eigentlich mit dem Pflug nicht explizit gefördert. In die Fruchtfolge gehören Zwischenfrüchte ohne Wirtspflanzen für die Pilzkrankheiten. Ein Wechsel von Pflugund Mulchsaat kann sinnvoll sein. Die ausschliessliche Mulchsaat ist sehr anspruchsvoll, kann aber funktionieren.  1) Vortrag Prof. Klaus Schlüter, Fachhochschule Kiel, an der RKL-Tagung 2008

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Impression | Einsatzbericht

Auch mit dem 4. Schnitt, Ende August, leistet der Schwader saubere Rechenarbeit. Bilder: R. Hunger

Bewährt sich im hügeligen Toggenburg Die Fella-Werbung verspricht für alle Herausforderungen eine Lösung. Versprechen, welche durch den jahrelangen Einsatz eines Duoschwaders im Toggenburg bestätigt werden. Die «Schweizer Landtechnik» hat den Besitzer am letzten Sommertag in Neu St. Johann SG besucht. Ruedi Hunger

Das Grünlandprogramm von Fella umfasst neben Mähwerken und Aufbereitern auch Heuwender und ein breites Angebot an Schwadern. Neben Einkreiselschwader und Seitenschwader baut Fella auch Schwader mit Mittelschwadablage. Für den Kauf eines solchen Mittelschwaders hat sich Hansueli Tschumper von «Tschumper-Agroservice» in Neu ­St. Johann vor Jahren entschieden. Heute, sechs Jahre nach dem Kauf, weiss Tschumper sehr genau, was dieser «Duoschwader TS 671» von Fella kann und wo allenfalls die Schwächen liegen. Tschumper hat es in einem Satz zusammengefasst: «Ich bin rundum zufrieden mit dieser Maschine».

Ein Einstiegsmodell Fella bezeichnet den «TS 671» (heute «Juras 671») als Einstiegsmodell der Zweikreisel-Mittelschwader. Die Arbeitsbreite 44

Schweizer Landtechnik 9 2019

ist zwischen 5,80 m bis 6,60 m wählbar. Meistens wählt Tschumper die minimale Arbeitsbreite, weil die Schwaden grösstenteils von Transporter-Ladewagen geladen werden. «Da diese über ein weniger breites Pickup verfügen, darf die Ladeschwade nicht zu breit sein, sonst muss mehr nachgerecht werden», sagt Tschumper. Die grössere Arbeitsbreite kommt dann zur Anwendung, wenn das Futter von breiteren Pickups wie beispielsweise Rundballenpressen aufgenommen wird. Die im Modell «TS 671» verbaute Technik hat viele Elemente, die sich auch im grossen Vierkreiselschwader bewähren.

Hanglagen verhindern, dass der Duoschwader überall eingesetzt werden kann. Dann kommt der Bandschwader am «Terratrac» zum Einsatz. Das Schwaden in steilen Hanglagen ist mit dem «TS 671» nicht das eigentliche Problem, schwierig wird das Wenden, insbesondere abwärts. Die physikalischen Grundsätze spielen am Hang eben eine besondere Rolle und die 1350 kg Eigengewicht (Typenschild) machen sich durch Aufstossen bemerkbar. «Zwar fahren wir immer mit Doppelbereifung an unserem Steyr «970» (51 kW / 70 PS) doch unter extremen Bedingungen wäre dann doch eine Bremse wünschenswert», meint Tschumper.

Kreiselschwader kontra Bandheuer Das Lohnunternehmen Tschumper-Agroservice setzt den Duoschwader je etwa zur Hälfte auf dem eigenen Betrieb und bei Kunden in der Umgebung von Neu St. Johann ein. Die zum Teil extremen

Patentiertes Lenksystem Tschumper und seine Mitarbeiter schätzen die gute Wendigkeit des Schwaders. Das ist einerseits der Verdienst des kurzen Fahrgestells und anderseits des patentier-


Einsatzbericht | Impression

Tschumper-Agroservice Hansueli Tschumper ist Geschäftsführer des Landwirtschaftsbetriebes mit angegliedertem Lohnunternehmen. Der Betrieb steht in der Bergzone 2, als Haupterwerb wird Mutterkuhhaltung und Schweinezucht betrieben. Im Lohnunternehmen werden zwei grosse Pumpfässer für den Gülle-Transport vom Hof zum Feldrand eingesetzt. Verteilt wird mit Gülleverschlauchung und Schleppschlauchverteiler am «Terra­ trac». Tschumper-Agroservice führt auch Viehtransporte durch, handelt mit Stroh und Heu in Klein- oder Grossballen. Im Bereich der Grünlandtechnik wird gemäht, gezettet und geschwadet, zudem steht eine «i-Bio»-Presse im Einsatz. 2013 hat er zusätzlich in einen Holzhacker und in ein Hakengerät und Mulden investiert.

Der Stützfuss wird um 180 Grad gedreht und ist geschützt «versorgt».

chen, dann müssen zum Auswechseln nicht alle anderen auch entfernt werden. «Holz anfassen», sagt Hansueli Tschumper, «aber in all den Jahren habe ich noch nie einen gebrochenen Zinken ersetzt».

Zusammenfassung

Die Arbeitstiefe wird mit einer Handkurbel eingestellt.

ten Lenksystems «steerGUARD». Die Lenkstange ist im Tragholm von aussen nicht sichtbar und geschützt untergebracht. Anders als bei aussenliegenden Lenkstangen hat das Lenksystem von ­Fella nur zwei Umlenkpunkte. Die direkte Lenkübertragung garantiert einen exakten Nachlauf. Gerade am Hang kann eine optimale Fahrwerkbereifung die natürlich Abtrift entscheidend reduzieren. Die breit abgestützten Räder haben die Reifengrösse «10.0/75-15.3». Mit dem neuen «Juras 671» kann länderspezifisch bei Transportfahrten bis 40 km/h schnell gefahren werden. Die niedrige Bauart verleiht dem Schwader einen tiefen Schwerpunkt. Angesprochen auf die Maschinenbreite, betont Tschumper, dass der Schwader in Transportstellung nicht so breit ist wie der Traktor mit Doppelbereifung.

Perfekte Bodenanpassung Der Schwader verfügt über eine vollkardanische Kreiselaufhängung. Diese sorgt

Die kardanische Kreiselaufhängung in Transportstellung.

auch unter schwierigsten Einsatzbedingungen für eine perfekte Bodenanpassung. Ein weiterer Punkt, den Tschumper besonders schätzt. Und auf Nachfrage bestätigt er, dass das Erntegut auch aus Bodenvertiefungen verlustfrei aufgenommen wird. «Gross ist der Anteil des jeweiligen Kreiselfahrwerks an der perfekten Bodenanpassung», betont Tschumper, der das 5-Rad-Fahrwerk sehr schätzt. Unmittelbar hinter dem Flugkreis der Schwader­ arme läuft (vorne) ein einzelnes Rad. Zwei zusätzliche in versetzter Tandemanordnung montierte Tasträder laufen links und rechts, nahe den Zinken, und garantieren eine perfekte Bodenanpassung.

Servicefreundlich Die Zinkenträger sind aus einem Stück gefertigt. Über eine Verbindungsstelle zum Kreiselarm lassen sie sich entfernen oder ersetzen, sollte einmal ein Baum oder ein Zaun touchiert werden. Die Zinkenpaare sind einzeln mit dem Zinkenträger verschraubt. Sollte einmal der hinterste bre-

Tschumper hat diesen Schwader damals wegen dem gelenkten Transportfahrwerk und der guten Bodenanpassung des Kreiselfahrwerks gekauft. Einen grösseren Mittelschwader wollte er, bedingt durch die zum Teil schwierigen Hanglagen, nicht kaufen und doch wollte er weg vom Einkreiselschwader. Er hat vor sechs Jahren rund CHF 15 000.– bezahlt. Für ihn stimmt das Preis-/Leistungs-Verhältnis, die Bodenanpassung und die Qualität. Darum kann er diese Maschine auch bedenkenlos weiterempfehlen. 

Fella Die Firma Fella ist eine Traditionsmarke unter den Landmaschinenhersteller. Im vergangenen Jahr wurden «100 Jahre Landtechnik aus Feucht» (D) gefeiert. 2015 konnte die Übernahme durch Agco Feucht abgeschlossen werden. Fella bleibt aber eine eigenständige Marke. Per 1.1.2017 wurde Fella bei GVS-Agrar AG Schaffhausen integriert. Seit 1.7.2018 ist Fella bei Agrar Landtechnik AG in Balterswil beheimatet. Agrar Landtechnik ist Traktoren-neutral und spezialisiert für die Lieferung von Anbau- und Anhängegeräte und dies sowohl front- wie heckseitig für sämtliche Traktoren.

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Impression | Einsatzbericht

Erfahrungen mit dem «XPower Electroherb» Swiss-No-Till-Präsident Reto Minder hat in diesem Jahr weitere Erfahrungen mit dem elektrischen Unkrautbekämpfungsgerät «XPower Electroherb» gemacht. An einem Anlass in Jeuss (FR) erläuterte er seine Erkenntnisse. Heinz Röthlisberger

Bodenlebewesen Welche Auswirkungen der Einsatz von Strom auf die Bodenlebewesen hat, wurde am Anlass ebenfalls diskutiert. Karsten Vialon von CNH sagte, dass der Strom dort durchfliesse, wo der geringste Widerstand sei. Der geringste Widerstand sei bei der Pflanze, auch infolge ihres Wasserhaushaltes. Man sei aber daran, dieser Frage weiter nachzugehen. Wolfgang Sturny von der Berner Fachstelle für Bodenschutz hat dazu vor zwei Jahren in einem Versuch erste Erkenntnisse bei trockenen Bedingungen ausgewertet. «Die trockenen Bedingungen für Pflanzen und Boden im Herbst 2017 waren für den Einsatz des ‹Electroherbs› geradezu perfekt», sagte Sturny in seinen Schlussfolgerungen zum Versuch. «Diese Bedingungen waren für die Regen­würmer ungefährlich, da sie sich aufgrund der Trockenheit in viel tieferen Bodenschichten als üblich befanden.»

«Mit dem ‹Electroherb› wird keine mechanische Bodenbewegung gemacht, das verhindert die Gefahr der Erosion massiv», sagt Minder. «Zudem gibt es keine Bodenwirkung wie beim Chemieeinsatz und man kann direkt nach dem Einsatz eine neue Kultur platzieren, ganz ohne Nebenwirkungen.» Der «XPower Electroherb» im Einsatz. Über die Applikatoren unter dem Gerät fliesst der Strom in die Pflanzen. Bilder: H. Röthlisberger

Unkraut mit Strom bekämpfen. Möglich macht dies der «Electroherb» der deutschen Firma Zasso. Das Gerät wurde von Swiss No-Till 2017 erstmals in der Schweiz präsentiert. Seither ist einiges passiert. Zasso hat den «Electroherb» weiterentwickelt und ist vor einem Jahr mit Case New Holland CNH eine Vertriebspartnerschaft eingegangen (siehe Kasten). Auch die Direktsaat-Vereinigung Swiss No-Till ist nach wie vor an dem Thema dran. So hat Präsident Reto Minder, der seit über 20 Jahren konsequent auf die Direktsaat setzt, das Stromgerät in diesem Jahr erneut in der Praxis eingesetzt. Seine Erfahrungen aus diesen Einsätzen hat er im August an einem Anlass auf seinem Bauernhof in Jeuss (FR) präsentiert. Eingesetzt hat Minder das Gerät, das seit dem Einstieg von CNH neu «XPower» heisst, auf einem Stoppelfeld mit viel Ausfall-Dinkel. Auch zeigte er die Wirkung in einem im Voraus vorbereiteten Streifen im Grasland. 46

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Sehr schnelle Wirkung «Unmittelbar nach der Überfahrt mit dem Gerät sieht man sehr schnell die Wirkung», sagt Minder. Das Stoppelfeld war innert Kürze sauber, grüne Pflanzen sah man fast keine mehr.» Die behandelten Pflanzen waren bei der Behandlung jung, hatten also noch fast keine Wurzelmasse und fast nur Grünanteil. Gefahren war er mit rund 6 bis 7 km/h. Bei der Besichtigung, rund 10 Tage später, sah man, dass bereits wieder Unkraut hervorschoss.

Wurzeln bleiben im Boden Der Swiss-No-Till-Präsident sieht die Vorteile des Gerätes darin, dass es chemiefrei arbeitet und eine sofortige Wirkung hat. Es sei auch möglich, zuerst zu säen und kurz vor dem Auflaufen der Kultur eine Behandlung mit dem Gerät durchzuführen. Ein weiterer Vorteil sei, dass es einen breiten Wirkungsgrad habe und dass das Unkraut im Boden verwurzelt bleibe.

Viel Energie nötig Bei den Nachteilen erwähnt Minder den relativ hohen Energiebedarf des Gerätes. «Wenn man mit voller Leistung fährt, braucht der Traktor rund 35 bis 40 Liter Diesel pro Hektar, das ist aus meiner Sicht zu viel», sagt er. Darum müsse die Behandlung auf möglichst kleines Unkraut erfolgen, damit mit weniger Leistung gefahren werden könne. Ein Nachteil sei zudem das Gewicht des Geräts. Auf der Vorderachse des Traktors würden infolge des weiten Überhangs nach vorne rund 1400 kg lasten, was relativ viel sei. Mit einer Arbeitsbreite von 3 Meter sei auch die Anzahl Überfahrten recht hoch. Im Stoppelfeld müsse man zudem die Brandgefahr sehr gut im Auge be­ halten. Beim Einsatz des Gerätes gibt es einen Lichtbogen, was Streu und Stroh entzünden könne. Offen bleibe auch die Frage der systemischen Wirkung. Das heisst, ob der Strom wirklich bis ganz zuun­ terst in die Wurzeln dringe. Auch wisse man noch nicht genau, ob ausdauernde Unkräuter wie Löwenzahn oder


Einsatzbericht | Impression

Spitzwegerich wirklich restlos vernichtet werden, oder ob diese später wieder austrei­ben. «Auf ausdauernde Unkräuter wie Ackerkratzdistel oder Schachtelhalm ist eine Wirkung da, das heisst, die oberirdischen grünen Pflanzenteile sterben ab.» Man müsse aber sehen, dass auch bei Pflanzenschutzmitteln die Wirkung, je nach Anwendung und Produkt, unterschiedlich sei. «Sicher ist, dass mit dem ‹Electroherb› keine nachhaltigen Umweltschäden entstehen.»

Eine Alternative

Der Generator am Heck produziert mit Zapfwellen-Antrieb den Strom. Während und bis einige Zeit nach dem Einsatz ist ein Sicherheitsabstand einzuhalten.

Man müsse den «XPower Electroherb» als Alternative und möglichen Baustein für die zukünftige chemiefreie Unkrautbekämpfung betrachten, sagt Minder. Potenzial sehe er etwa in Reihenkulturen wie etwa im Gemüsebau. Da müsse man dann beispielsweise mit Abdeckhauben in den Reihen arbeiten. Festgestellt hat er, dass die Wirkung mit Strom am besten sei, wenn die Pflanze im Wachstum sei. «Wenn die Oberfläche der Pflanze weich ist, geht der Stromfluss sicher besser durch die Pflanze hindurch, als wenn es trocken ist.» Minder jedenfalls bleibt am Thema dran und will weitere Erfahrungen sammeln. Wichtig sei, so sagt er, dass die Entwicklerfirma das Gerät weiter optimiere.

Funktion

Swiss-No-Till-Präsident Reto Minder zeigt an der Präsentation die Wirkung des «Electroherbs» in einem im Voraus bearbeiteten Streifen Grasland.

«Ein möglicher Baustein» «Wir sehen den ‹XPower Electroherb› nicht als die Lösung, die alle Probleme in der Landwirtschaft löst und die die Chemie und oder die mechanischen Geräte ablöst», sagte Karsten Vialon von Case New Holland CNH an der Vorführung. Auch er betont, dass man das Gerät als Baustein für die Kombination von verschiedenen Pflanzenstrategien betrachten müsse. Das Prinzip der elektrischen Unkrautbekämpfung sei ja nicht neu und bereits über 100 Jahre alt. Vor etwa 6 Jahren gab es in Brasilien

einen neuen Anfang für diese Technik und vor 3 Jahren hat die Firma Zasso in Aachen (D) begonnen, die Maschine für den europäischen Markt anzupassen und stetig weiterzuentwickeln. «CNH ist Vertriebspartner, die Entwicklung und die Produk­ tion des ‹XPower Electroherbs› bleiben aber komplett bei der Firma Zasso.» Europa­weit seien bereits mehrere Geräte im Einsatz. In der Schweiz wird das Gerät über das «Precision Center» der Bucher Landtechnik AG vertrieben.

Der «XPower Electroherb» funktioniert kurz umschrieben folgendermassen: Ein Generator am Heck des Traktors, der über die Zapfwelle angetrieben wird, produziert Wechselstrom, der mit einem Kabel nach vorne auf den «XPower» geleitet wird. Der Strom wird in Hochspannung von 4000 bis 7000 Volt transformiert. In der Folge fliesst dieser Strom mit den positiven Applikatoren gleichmässig in die Pflanzen, dass heisst in die Grünmasse sowie in die Wurzeln, wobei die Zellstruktur der Pflanze zerstört wird. Der Strom fliesst dann wieder zurück zu den Minus-Applikatoren. Damit entsteht ein geschlossener Stromkreislauf. Für den Einsatz des «XPower Electroherb» werde ein Traktor ab rund 130 PS Leistung benötigt. Die Arbeitsgeschwindigkeit betrage je nach Blattmasse zwischen 2 bis 7 km/h, wobei im Grasland mit rund 2 km/h gefahren werde. Der genaue Preis für das Gerät steht noch nicht fest, soll aber nach der Versuchsund Zulassungsphase bekannt gegeben werden.

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Wissen | Landtechnik-Begriffe

lern, Zulieferern und Teileproduzenten benutzt. Unterschieden werden können dabei die drei folgenden Be­deutungen.

Erstausrüster als «OEM» Ein Erstausrüster «OEM» liefert beispielsweise elektronische Bauteile, Reifen oder Bremskomponenten direkt in das Werk des Fahrzeugherstellers. Hierzu gehören beispielsweise Lieferanten wie Bosch. Die von diesen «OEM» zugelieferten Komponenten werden in die vom Hersteller produzierten Neufahrzeuge oder Produkte verbaut. Der Erstausrüster bringt diese Teile nicht selber in den Einzelhandel, verkauft diese also nicht selber an den Endkunden.

Hersteller als «OEM»

«OEM» bedeutet so viel wie «Originalausrüstungshersteller». Das heisst, er produziert Produkte und Komponenten ausschliesslich für einen Hersteller. Der Begriff hat in unterschiedlichen Branchen aber unterschiedliche Bedeutungen. Bild: Claas

Oft bezeichnen sich die Hersteller gleich selbst als «OEM». Das ist vor allem in der Automobilbranche und zum Teil auch bei den grossen Landtechnik-Herstellern so. Dabei steht der Fahrzeughersteller an der Spitze einer Zulieferpyramide, darunter sind die Zulieferer in verschiedenen Ebenen angeordnet, die jeweils ihre Relevanz in der Lieferkette dokumentieren.

Teilehersteller als «OEM»

Was ist eigentlich ein «OEM»? Der englische Begriff «OEM» hat zuweilen Hochkonjunktur und wird dementsprechend in vielen Firmenmeldungen verwendet. Was aber genau ist darunter zu verstehen? Heinz Röthlisberger

«Liebherr und Claas vereinbaren eine ‹OEM›-Partnerschaft», «Wacker Neuson schliesst ‹OEM›-Kooperation mit John Deere», «VW sucht Allianz mit ‹OEMs› zum autonomen Fahren». Solche und ähnliche Meldungen mit dem englischen Begriff «OEM» gibt es immer wieder. Verwendet wird er in vielen Branchen. Zum Beispiel in der Automobilindustrie, im Maschinenbau, in der Informatik-­ Branche oder auch von Landtechnik-­ Herstellern. «OEM» heisst auf Englisch «Original Equipment Manufacturer» und 48

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bedeutet so viel wie «Originalausrüstungshersteller» respektive Erstausrüster. Gemeint ist damit ein Hersteller von Komponenten oder von Produkten, der diese nicht selber in den Einzelhandel bringt, sondern ausschliesslich an einen Hersteller liefert. So steht es jedenfalls im Online-Nachschlagewerk «Wikipedia». Leider ist der Begriff nicht eindeutig definiert und hat in unterschiedlichen Branchen unterschiedliche Bedeutungen, was zu Verwirrungen führen kann. Oftmals wird «OEM» sowohl von Fahrzeugherstel-

Hier wird der Begriff von Herstellern verwendet, die mit ihren Komponenten den Aftermarkt bedienen. Diese Hersteller beliefern beispielsweise also nicht den Fahrzeughersteller, sondern sie vertreiben ihre Verschleiss- und Ersatzteile über den freien Markt. Der Verkauf geschieht dabei unter eigenem Namen oder über ein eigenes Label. Hierbei wird auch häufig mit der Aussage «OE-Qualität» geworben. De facto bedeutet dies jedoch meist lediglich, dass es sich bei den Ersatzteilen um solche handelt, die den original verbauten Teilen in Form und Grösse in nichts nachstehen. Der Begriff «OEM» im Aftermarkt ist aber kein Garant für eine hö­ here Qualität eines Bauteils.

«Landtechnik-Begriffe» In der Serie «Landtechnik-Begriffe» bereits erschienen: «AdBlue», «Common Rail», «Drehmomentwandler», «Ejektor», «Feuerverzinkt», «Metalldampflampe», «LoadSensing», «DOC», «LED-Lampe», «NIR-Sensor», «Wastegate», «Touchscreen», «Telematik», «Droplegs», «ALB-Regler», «Plasmaschneider», «Schutzgas-Schweissen», «MPT-Reifen» und «Wärmebildkamera»


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Management | Rechtsecke

Manchmal sind es nur Sekunden Man ist irgendwo unterwegs und dann passiert es: Im besseren Fall wird man Zeuge eines Unfalls, im schlechteren Fall ist man selbst verwickelt. Stephan Stulz*

Einen Unfallplatz darf man nicht einfach verlassen. Man muss bei der Feststellung des Tatbestandes mitwirken und der Polizei schildern, weshalb man zum Unfallplatz kam, was man genau gesehen, gehört, festgestellt und gemacht hat. Bild: Kapo Thurgau

Gemäss Art. 51 SVG müssen bei einem Unfall mit einem Motorfahrzeug oder Fahrrad alle Beteiligten sofort anhalten. Sie haben nach Möglichkeit für die Sicherung des Verkehrs zu sorgen. So lernt man es auch bei der Fahrprüfung. Sind Personen verletzt, so haben gemäss Art. 51 Abs. 2 SVG alle Beteiligten für Hilfe zu sorgen; Unbeteiligte, soweit es ihnen zumutbar ist. Die Beteiligten, in erster Linie die Fahrzeugführer, haben die Polizei zu benachrichtigen. Diese Vorschriften entsprechen dem natürlichen Rechtsempfinden. *Stephan Stulz ist Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei. Nach der Lehre als Landmaschinen­ mechaniker absolvierte er ein Maschineningenieurstudium, später studierte er an der HSG (lic. iur.) und ist heute spezialisiert auf sämtliche Verwaltungs- oder Strafverfahren mit technischem Hintergrund. Anwaltskanzlei Stulz, Hahnrainweg 4, Postfach, 5400 Baden (056 203 10 00; office@stulz-recht.ch, www.stulz-recht.ch)

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Schweizer Landtechnik 9 2019

Gemäss Gesetzeswortlaut von Art. 51 SVG haben alle Beteiligten, namentlich auch Mitfahrende, bei der Feststellung des Tatbestandes mitzuwirken. Ohne Zustimmung der Polizei dürfen sie die Unfallstelle nur verlassen, soweit sie selbst Hilfe benötigen oder um Hilfe oder die Polizei herbeizurufen. Dritte, also Unbeteiligte, haben die Pflicht, für Hilfe zu sorgen, soweit es ihnen zumutbar ist. Was einer unbeteiligte Person zumutbar ist und was nicht, hängt vom Einzelfall ab. Massgebliches Kriterium ist sicherlich einerseits die Schwere des Unfalls und anderseits die Fähigkeiten der unbeteiligten Person. Vielen ist es nicht bewusst, dass man einen Unfallplatz nicht verlassen darf. Man muss bei der Feststellung des Tatbestandes mitwirken und der Polizei schildern, weshalb man zum Unfallplatz kam, was man genau gesehen, gehört, festgestellt und gemacht hat. Je nach Schwere des

Unfalls kann diese Mitwirkungspflicht umfassend sein. Es ist nicht ausgeschlossen, dass man zu einem späteren Zeitpunkt auch vor der Staatsanwaltschaft oder einem Gericht auszusagen hat.

Fehlverhalten ist strafbar Gemäss Art. 92 Abs. 1 SVG wird mit Busse bestraft, wer bei einem Unfall die Pflichten verletzt, die ihm das Gesetz auferlegt. Mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe wird bestraft, wer als Fahrzeugführer bei einem Verkehrsunfall einen Menschen getötet oder verletzt hat und die Flucht ergreift. Während die allgemeine Pflichtverletzung bei einem Unfall mit Busse geahndet wird, ist Flucht als Vergehens-Tatbestand mit einer Höchststrafe bis zu 3 Jahren sanktioniert. Als Beispiel soll ein mittelschwerer Unfall dienen, bei dem grösserer Sachschaden entstanden ist und der Unfallhergang von den Beteiligten unterschiedlich geschil-


Rechtsecke | Management

dert wird. Ein Traktor mit einem geladenen Anhänger durchfährt eine Kreuzung. Von einer Querstrasse herkommend will ein Autolenker die Kreuzung ebenfalls überqueren, er sieht den Lastenzug zu spät, kann nicht mehr genügend abbremsen und prallt zwischen Anhänger und Traktor. Der Traktorfahrer erleidet einen komplizierten Armbruch und einen Rippenbruch, der Autofahrer wird beim Unfall schwer verletzt. Sämtliche Beifahrer bleiben unverletzt.

Vorgehen der Polizei Bei einem Unfall nimmt die Polizei die ersten Ermittlungen auf, bei schweren Fällen in Absprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft, die auch gleich die Verfahrensleitung übernimmt. In diesem Stadium werden die Rollen der verschiedenen Beteiligten ein erstes Mal bestimmt. Diese Rollenzuteilung ist für den weiteren Verfahrensablauf von ausschlaggebender Bedeutung. Beim geschilderten Beispielunfall kommt unmittelbar und automatisch ein Strafverfahren in Gang, da elementare Rechtsgüter (Leben, Sachen, Vermögen) verletzt worden sind. Geregelt ist das Strafverfahren in der Strafprozessordnung (StPO). In der StPO sind die Verfahrensschritte und das Zusammenspiel der verschiedenen Amtsstellen geregelt. Im Strassenverkehrsgesetz sowie zahlreichen anderen Gesetzen wie dem Strafgesetzbuch sind die detaillierten Normen und Tatbestände enthalten, die eine Strafe zur Folge haben.

Strafverfahrens- und Zivilprozessrecht Das Strafverfahren- und Zivilprozessrecht wurde in der Schweiz vor rund zehn Jahren vereinheitlicht. Zuvor hatte jeder Kanton sein eigenes Straf- und Zivilprozessrecht. Zur Erinnerung: Das Strafprozessrecht (StPO) bestimmt das Verfahren, wenn eine Person eine Straftat begangen hat und diese zu ahnden ist. Ein Zivilprozess regelt sämtliche Rechtsbeziehungen und Streitigkeiten zwischen Zivilpersonen. Meist geht es dabei um Forderungen, Sachen und Eigentum. Überschneidungen sind möglich. Das Strafverfahren bildet regelmässig die Basis für alle anderen Verfahren, also Zivil- und auch Verwaltungsverfahren (insbesondere Administrativverfahren). Ist einmal ein Strafverfahren abgeschlossen (z. B. mittels Strafbefehl) und die Rechtsmittelfrist unbenutzt abgelaufen d. h. nicht mehr anfechtbar, so ist die darin festgestellte Schuld auch im Zivil- und Administrativverfahren (Führerausweisentzug) fixiert und nur noch unter erschwerten Bedingungen rückgängig zu machen. In der Praxis bedeutet dies, dass sämtliche Verteidigungsmittel bereits im Strafverfahren vorzubringen und geltend zu machen sind, weil diese später nur noch beschränkt vorgebracht werden können. Faustregeln: • Jedes Verfahren ist spezifisch und hat seine Eigenheiten, die genau zu beachten sind. • Besondere Vorsicht ist geboten, wenn man als beschuldigte Person in einem Verfahren involviert ist. • Der im Strafverfahren geschilderte Sachverhalt und eine Verurteilung sind regelmässig Basis für alle nachfolgenden Verfahren und mögliche Schadenersatzzahlungen. Sobald ein grösserer Schaden entstanden ist oder Personen verletzt worden sind, ist im Strafverfahren besonders gut auf allfällige Verurteilungen zu achten. Die Höhe der Busse oder der Strafe ist dabei nicht massgebend, sondern die zur Last gelegte Handlung. • Verlassen Sie sich nicht auf mündliche Versprechungen in einem Verfahren. • Stehen technische Defekte im Vordergrund, so ist der Hersteller oder Verkäufer der Maschine rechtzeitig schriftlich abzumahnen.

ge oder Spuren des Beschuldigtenfahrzeuges einer detaillierten Prüfung oder allenfalls einer Beschlagnahmung unterzogen. Diese Handlungen können in einem späteren Zeitpunkt nicht mehr nachgeholt werden.

Weitere Verfahrensbeteiligte Die Beschuldigten Die beschuldigte Person ist die zentrale Figur in einem Strafverfahren. Sie bildet zusammen mit der Staatsanwaltschaft sowie der sogenannten Privatklägerschaft die Partei in einem Strafverfahren. Neben diesen gibt es noch weitere Verfahrensbeteiligte. Im vorliegenden Beispiel ist es wichtig, ob gegen beide Fahrer als Beschuldigte ein Strafverfahren eröffnet wird oder nur gegen einen, weil beim anderen von einer Straflosigkeit ausgegangen wird. Regelmässig werden nämlich nur die Fahrzeu-

Serie «Rechtsecke» In der Serie «Rechtsecke» werden tatsächlich passierte Rechtsfälle mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen geschildert und die daraus entstandenen «rechtlichen Folgen» von Rechtsanwalt Stephan Stulz analysiert. Die Serie erscheint in loser Folge.

Weitere wichtige Beteiligte in einem Strafverfahren sind Zeugen, Auskunftspersonen sowie Sachverständige. Ein Zeuge ist eine an der Begehung einer Straftat nicht beteiligte Person, die der Aufklärung der Straftat dienende Aussagen machen kann. Im klassischen Fall ist der Zeuge eine Person, die den Unfallhergang mit eigenen Augen wahrgenommen hat. Bei der Auskunftsperson handelt es sich um eine relativ neue, subsidiär zu betrachtende Verfahrensfigur. Jemand wird dann zur Auskunftsperson, wenn einerseits die Voraussetzung als Zeuge nicht gegeben ist und anderseits auch, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass diese Person in einem anderen oder einem damit zusammenhängenden Strafverfahren beteiligt ist. Die Auskunftsperson steht also gewissermassen zwischen Zeuge und beschuldigte Person. Im Beispiel werden allfällig Mitfahrende als Auskunftspersonen behandelt und befragt. Die Zuordnung in einem Strafver-

fahren als Beschuldigte, Auskunftsperson oder Zeuge kann sich im Verlaufe des Verfahrens problemlos ändern. Dies geschieht dann, wenn sich im Verlaufe des Verfahrens herausstellt, dass diese Personen am Unfall anders beteiligt sind, als ursprünglich angenommen worden ist. Beim Sachverständigen handelt es sich um Personen mit besonderen Fähigkeiten und Fachkenntnissen, die zur Feststellung oder Beurteilung eines Unfalles erforderlich sind. Ob man in einem Strafverfahren als beschuldigte Person, als Zeuge oder als Auskunftsperson befragt wird, ist von grosser Bedeutung. Einerseits wird dadurch bestimmt, in welcher Nähe man gemäss Erkenntnissen der Strafverfolgungsbehörden zum Unfall steht und anderseits unterscheiden sich die Rechte und Pflichten sowie die möglichen Sanktionen, wenn die gesetzlichen Verpflichtungen als Zeuge oder Auskunftsperson verletzt werden (siehe Tabelle).

Parteien und Verfahrensbeteiligte Ein Unfall kann verschiedene Strafverfahren zur Folge haben. Es ist daher möglich, dass man in einem Verfahren als beschuldigte Person fungiert und in einem anderen Verfahren als Auskunftsperson. Die Festlegung der Funktion im Strafverfah9 2019 Schweizer Landtechnik

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Management | Rechtsecke

ren geschieht meist zu Beginn. Sie ist für das gesamte weitere Verfahren relevant. Wenn also im erwähnten Fall der Traktorfahrer bereits anlässlich der polizeilichen Einvernahme vor Ort erklärt, er sei schuldig und der Autofahrer nicht, so führt das in der Regel dazu, dass kein Verfahren gegen den anderen Unfallbeteiligten geführt wird oder sein Auto auf die Funktionsfähigkeit geprüft wird. In der Regel geniessen Zeugenaussagen grosse Glaubwürdigkeit, wobei auch hier die Stringenz der Ausführungen überzeu-

gend wirken muss. Zeugenaussagen beschränken sich von Gesetzes wegen einzig auf eigene Wahrnehmungen. In der Praxis geschieht es oft, dass Zeugen die eigenen Wahrnehmungen mit jenen anderer Personen (unbewusst) abgleichen, um so zu einem stimmigen Gesamtbild zu kommen. In solchen Fällen ist die Zuverlässigkeit solcher Aussagen immer in Frage zu stellen. Sämtliche Aussagen werden als Beweismittel verwendet. Die Staatsanwaltschaft hat die Aufgabe, jemandem ein strafbares Verhalten nachzu-

weisen. Sie ist regelmässig auf belastende Momente und Aussagen angewiesen. Entlastenden Aussagen werden in der Praxis weniger Augenmerk geschenkt. Bei der Interpretation von Aussagen ist eine Tendenz in Richtung belastende Aussagen regelmässig erkennbar. Die Pflicht zur Aussage kann regelmässig damit umgangen werden, indem man eine Erinnerungslücke geltend macht, was für die Strafverfolgung aber je nach Umständen als nicht glaubwürdig erscheinen kann.

Rechte und Pflichten Benennung

Funktion im Strafverfahren

Beschuldigte/r (oder Partei Angeklagter, wenn es zur Anklage beim Gericht kommt)

Rechte und Pflichten, Aufgabe • • •

• • • •

Staatsanwaltschaft (STA)

Partei

Privatklägerschaft

Partei

• •

Zeuge/Zeugin

Verfahrensbeteiligte

• •

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Grenzen Strafandrohung

Recht, Aussagen und Mitwirkung zu verweigern • (Schweigerecht). Grundsätzlich Recht, nicht die Wahrheit zu erzählen. Recht auf Beizug eines Rechtsanwaltes; falls die finanziellen Mittel dazu nicht vorhanden sind und es • sich nicht um einen Bagatellfall handelt, Recht auf Rechtsanwalt, der vom Staat bezahlt wird. • Recht im Detail zu wissen, welcher Vorhalt/Vorwurf einem gemacht wird. Recht auf Teilnahme bei allen Befragungen von Auskunftspersonen, Zeugen etc. Recht zum Stellen von Anträgen und Weiterziehen an obere Instanzen Recht auf Entschädigung, falls ein Strafverfahren eingestellt wird bzw. Pflicht zur Übernahme von Verfahrenskosten, falls es zu einer Verurteilung kommt.

Es darf keine Drittperson wider besseren Wissens einer Straftat beschuldigt werden (Verbot falscher Anschuldigung). Verbot der falschen Anzeige (Irreführung der Rechtspflege) Verbot der Begünstigung, also eine andere Person von der Strafverfolgung zu entziehen.

STA muss den Sachverhalt, d. h. was sich genau und wieso abgespielt hat, von Amtes wegen ermitteln (sog. Untersuchungsmaxime). STA muss – abgesehen von Antragsdelikten – von Amtes wegen ein Strafverfahren durchführen und zur Anklage bringen, wenn sie Kenntnisse von strafbaren Handlungen hat (sog. Offizialmaxime).

Insbesondere Begünstigungsverbot, indem z. B. keine oder nur beschränkte Untersuchungshandlungen getätigt werden bzw. das Strafverfahren nicht durchgeführt oder Anklage erhoben wird.

Ist die geschädigte Person. Diese kann sich als Straf- und/oder Zivilklägerin am Strafverfahren beteiligen. Die geschädigte Person ist grundsätzlich zur Aussage verpflichtet. Die Privatklägerschaft kann insbesondere Schadensersatzforderungen im Grundsatz oder auf eine exakt zu belegende Summe bereits im Strafverfahren geltend machen.

Die Strafverfolgungsbehörden beschränken sich regelmässig auf die Beurteilung einer Straftat. Ausser in klaren und eindeutigen Fällen werden Zivilforderungen schlussendlich auf den Zivilweg verwiesen. D. h. der oder die Geschädigte hat die Ansprüche beim zuständigen Gericht selber in einem Zivilverfahren geltend zu machen.

Zeugnis- und Wahrheitspflicht; Aussageverpflichtung Aussageverweigerungsrecht nur, wenn Gefahr eines Verfahrens gegen sich selbst oder nahe Verwandte oder andere schwere Nachteile bestehen. Minimale Entschädigung / Zeugengeld (i. d. R. Reisekosten)

Verbot der falschen Zeugenaussage; ansonsten gleich wie Beschuldigter Ordnungsbusse bei ungerechtfertigter Aussageverweigerung Ungehorsam gegen amtliche Verfügungen

Auskunftsperson

Verfahrensbeteiligte

Kann jemand nicht definitiv als mitbeschuldigte Person ausgeschlossen werden, so ist diese als Auskunftsperson zu befragen.

Sachverständige

Verfahrensbeteiligte

Erstellung eines Gutachtens zu strafrelevanten Fragestellun- Verbot des falschen Gutachtens gen, wenn der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht das notwendige Fachwissen fehlt (z. B. Unfallgutachten etc.).

Schweizer Landtechnik 9 2019

Aussageverweigerungsrecht, analog beschuldigter Person


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Management | Maschinenkosten

Neue Maschinen im Bericht Die Liste soll möglichst aktuell und straff gehalten werden. Entsprechend wurden auch neue Maschinen eingeführt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Ma­ schinen für die mechanische Unkraut­ regulierung. Hierfür wurden die Kapitel «Hackstriegel» und «Pflegegeräte für Mais und Zuckerrüben» komplett über­ arbeitet. Ebenfalls neu aufgeführt ist ein 9,5 m breiter Pick-up-Bandschwader, der bei Lohnunternehmern künftig etwas vermehrt im Einsatz stehen könnte. Die Kapitel «Hackstriegel» und «Pflegegeräte für Mais und Zuckerrüben» wurden im neuen Maschinenkostenbericht komplett überarbeitet. Bild: H. Röthlisberger

Leicht steigende Richtwerte bei Motorfahrzeugen Höhere Treibstoffpreise führen zu leicht höheren Richtwerten bei den Traktoren. Dies zeigen die neuen Berechnungen für den Maschinenkostenbericht von Agroscope, der jeweils im September veröffentlicht wird. Christian Gazzarin*

Vollständigen Bericht gratis herunterladen Der Maschinenkostenbericht von Agro­ scope enthält Grundlagen und Richtwerte für die überbetriebliche Entschädigung von über 600 Landmaschinen und dient der Praxis als Orientierungshilfe bei der Preis­ festsetzung für den Maschinenaustausch. Die Datensammlung wird zwar in diversen Publikationsorganen in stark gekürzter Form publiziert. Nur der AgroscopeTransfer-­Maschinenkostenbericht führt sämtliche Annahmen und Detailresultate auf, wobei die Richtwerte auch für abwei­ chende Auslastungen (+/–25 %) angege­ ben werden. Darüber hinaus sichert die Original-Printversion auch eine gute Über­ sichtlichkeit. Der neue Maschinenkosten­ bericht kann gratis als PDF-Dokument von der Website www.maschinenkosten.ch heruntergeladen werden. Wer schnell bestellt, erhält eine der 30 Hardcopys, die der SVLT kostenlos verschickt (E-Mail: re@svlt.ch). Die Tabelle auf der nächsten Seite zeigt einen Auszug der Richtwerte von relevanten Landmaschinen.

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Schweizer Landtechnik 9 2019

Die Richtwerte für Maschinen haben sich gegenüber dem Vorjahr nur wenig ver­ ändert oder sind gar stabil geblieben. Bei den Motorfahrzeugen führten die höhe­ ren Treibstoffpreise zu leicht höheren Ansä­t zen. So hat sich der Dieselpreis ge­ genüber dem Vorjahr um 14 Rappen auf CHF 1.78 je Liter erhöht. Die Preise für Netze sind minim gestiegen, während die Folienpreise um gut 3 % gesunken sind.

Tarife für die Schneeräumung Neben den berechneten Richtwerten für landwirtschaftlich genutzte Maschinen gibt es speziell für die Schneeräumung eine angepasste Berechnung, die im Rahmen einer separaten Publikation er­ scheint (die Verrechnungsansätze für Schneeräumarbeiten finden Sie unter www.­maschinenkosten.ch).

Online-Tool «Tractoscope» Für häufige Anwender empfiehlt sich das Online-Tool «Tractoscope». Damit kön­ nen die Berechnungen an die individuelle Situation angepasst werden. Zudem las­ sen sich auch ganze Arbeitsverfahren be­ rechnen, indem eine Maschinenkombina­ tion mit Bedienung einbezogen werden kann. Es ist naheliegend, dass dieses Pro­ gramm auch von Lohnunternehmern an­ gewandt wird oder allgemein von Land­ wirten, die Arbeiten für ihre Nachbarn ausführen. Im Laufe der letzten Jahre sind in diesem Programm diverse weitere Funktionen eingebaut worden. «Trac-Sharing» ist eine Hilfestellung beim gemeinschaftlichen Maschinenkauf, die bei bis zu sechs Teil­ habern am Ende des Jahres die Ausgleichs­ zahlungen in Abhängigkeit von Auslas­ tung und Investitionsbeitrag berechnet.

Kaufschwellenrechner Ohne «Weinbereitung» Verschiedene Maschinentypen, die schon längere Zeit nicht mehr verkauft werden, sind in der Maschinenliste nicht mehr auf­ geführt. Auch das Kapitel «Weinberei­ tung» wurde mangels Nachfrage aus der Liste entfernt. Für Abfragen von älteren Maschinen oder aus dem Bereich der Wein­ bereitung stehen die alten Maschinenkos­ tenberichte weiter zur Verfügung oder können auf Nachfrage zugestellt werden. *Der Autor arbeitet bei Agroscope, Tänikon, in der Forschungsgruppe Betriebswirtschaft.

Ein Kaufschwellenrechner zeigt auf, ab wann sich der Kauf einer Maschine lohnt oder ob die Miete sinnvoller wäre. Auch eine Zeitwertberechnung von Maschinen ist eingerichtet. Aufgrund des ehemali­ gen Anschaffungspreises, der bisherigen Nutzungsdauer und der noch zu erwar­ tenden Nutzungsdauer kann mit einer nicht linearen Zeitwert-Formel der Wert einer Maschine bestimmt werden. Die Berechnung eignet sich z. B. für Hofüber­ gaben oder für Maschinenzusammenle­ gungen im Rahmen von Kooperations­ gemeinschaften. 


Maschinenkosten | Management

Bezeichnung und nähere Umschreibung der Maschine

Motorenoder Arbeits­ leistung

Mittlerer Anschaffungspreis

Richtwert Fr./h

Fr. 1001 1002 1003 1004 1005 1006 1010 1011 1012 1013 1014 1101 1102 1104 1130

1. Motorfahrzeuge Traktor 30–36 kW (41–49 PS) Traktor 37–44 kW (50–60 PS) Traktor 45–54 kW (61–73 PS) Traktor 55–64 kW (74–87 PS) Traktor 65–74 kW (88–101 PS) Traktor 75–89 kW (102–121 PS) Traktor 90–104 kW (122–142 PS) Traktor 105–124 kW (143–169 PS) Traktor 125–149 kW (171–203 PS) Traktor 150–199 kW (204–271 PS) Traktor 200–250 kW (272–340 PS) Hof-, Kompaktlader, mit Mistgabel, Diesel, 20 kW (27 PS) Hof-, Kompaktlader, mit Mistgabel, Diesel, 44 kW (60 PS) Teleskoplader, 75 kW (102 PS), 2,5–3,4 t, ohne Anbau Motormäher, 2,3 m Balken, Benzin, 12 kW (16 PS) mit Hangausrüstung, Doppelmessermähwerk

Entschädigungsansatz für die betreffende Maschine

Richtwert Fr./AE

Zugrunde Fixkosten gelegte Auslas- total tung pro Jahr für Richtwert

Variable Kosten total

AE

Fr./AE

Fr./Jahr

33 kW 41 kW 50 kW 60 kW 70 kW 82 kW 97 kW 115 kW 137 kW 175 kW 225 kW 20 kW

41 000 51 000 61 000 74 000 90 000 111 000 145 000 172 000 201 000 253 000 313 000 44 000

25.00* 31.00* 33.00* 38.00* 42.00* 46.00* 57.00* 64.00* 76.00* 94.00* 118.00* 29.00*

300 h 300 h 350 h 400 h 450 h 500 h 500 h 550 h 550 h 600 h 600 h 250 h

3 780 4 505 5 256 6 830 8 092 9 819 12 401 14 447 16 720 22 224 27 064 3 740

10.53/h 12.84/h 14.95/h 17.26/h 19.90/h 22.51/h 27.24/h 32.30/h 38.31/h 48.77/h 62.15/h 11.81/h

44 kW

68 000

47.00*

250 h

5 754

20.08/h

75 kW 80 kW

96 000 32 000

50.00* 80.00*

400 h 55 ha

8 398 2 772

24.18/h 40.57/h

13 500

14.00

120 h

1 035

4.05/h

1 Fu/h 1 Fu/h 1 Fu/h 1 Fu/h

6 000 17 500 29 000 36 000 65 000 68 000 17 500 26 000

7.60 39.00 56.00 48.00 66.00 58.00 25.50 36.00

5.50/t 5.60/t 3.20/t 3.30/t 3.80/t 25.50/Fu 36.00/Fu

120 h 350 t 550 t 1 200 t 2 000 t 2 500 t 100 h 100 h

543 1 333 2 122 2 538 4 396 5 066 1 741 2 503

2.34/h 1.23/t 1.27/t 0.78/t 0.78/t 1.47/t 5.60/Fu 7.80/Fu

100.–/ha

2037 3002 3008 3011 3023 3025 3042 3043

2. Zusatzgeräte und Anhänger Frontlader, mittel, ohne Anbaugerät, 49–66 kW (66–90 PS) Hubstapler, Heckanbau, 3 m Hubhöhe Anh. 1-achsig, 7 t, hydraulisch kippbar Anh. 2-achsig, 10 t, hydraulisch kippbar Anh. Tandem, 2-achsig, 15 t, hydraulisch kippbar Anh. 3-achsig (Tridem), 20 t, hydraulisch kippbar Hakengerät um 15 t, mit Container, 25 m³ Viehtransportwagen bis 7 Grossviehpl. Viehtransportwagen bis 11 Grossviehpl.

4004 4023 4035 4039 4057 4059 4076

3. Bodenbearbeitung Grubber mit Nachläufer, 2,5 m Pflug 4-scharig Kurzscheibenegge mit Nachwalze, 4 m Federzinkenegge mit Krümler, aufklappbar, 4 m Kreiselegge mit Packerwalze, 4 m Zinkenrotor mit Packerwalze, 3 m Rauwalze, 6 m, dreiteilig, gezogen

119 a/h 62 a/h 192 a/h 212 a/h 140 a/h 109 a/h 365 a/h

9 400 29 000 41 000 12 000 31 000 18 500 14 500

39.00 70.00 170.00 86.00 152.00 98.00 97.00

33.00/ha 115.00/ha 89.00/ha 40.00/ha 110.00/ha 90.00/ha 27.00/ha

40 ha 40 ha 45 ha 35 ha 40 ha 30 ha 50 ha

912 2 517 2 934 960 3 025 1 864 1 058

7.34/ha 39.55/ha 15.38/ha 9.38/ha 23.25/ha 19.82/ha 3.02/ha

5002 5044 5082 5121 5135 5143 5153

4. Saat, Pflege und Pflanzenschutz Sämaschine mit Fahrgassenschaltung, 3 m Kartoffellegemaschine, automatisch, 4-reihig Hackstriegel, hydraulisch, 9 m Scharhackgerät, 6-reihig, klappbar Striegel + pneumatische Sämaschine, 3 m Schlegelmulcher Front-/Heckanbau, 3 m Anbaufeldspritze, 12-m-Balken, 600-l-Fass

164 a/h 60 a/h 556 a/h 190 a/h 130 a/h 102 a/h 253 a/h

15 000 28 000 14 000 13 500 10 800 13 000 21 000

76.00 113.00 121.00 69.00 31.00 35.00 116.00

46.00/ha 190.00/ha 22.00/ha 36.00/ha 24.00/ha 34.00/ha 46.00/ha

35 ha 16 ha 75 ha 60 ha 60 ha 70 ha 50 ha

1 128 1 986 1 164 1 190 869 1 177 1 476

9.75/ha 47.60/ha 4.20/ha 13.05/ha 7.02/ha 14.18/ha 12.25/ha

6024 6028 6074 6077 6092

5. Düngung Miststreuer m. Seitenstreuwerk, um 5 m³ Mulden-Miststreuer, um 12 m³ Pumpfass, 5000 l Pumpfass, 10 000 l 12-m-Schleppschlauchverteiler + 6000-l-Fass

2,1 Fu/h 1,3 Fu/h 20 m³/h 29 m³/h 22 m³/h

28 000 44 000 32 000 55 000 64 000

69.00 32.00 51.00 55.00 52.00

33.00/Fu 25.00/Fu 2.60/m³ 1.90/m³ 2.40/m3

120 Fu 300 Fu 1 700 m³ 4 000 m³ 4 000 m³

2 890 5 403 2 896 4 888 6 227

5.60/Fu 4.40/Fu 0.62/m³ 0.52/m³ 0.59/m3

2,0 Fu/h 1,2 Fu/h 1,8 Fu/h 1,0 Fu/h

55 000 110 000 52 000 24 000

62.00 66.00 54.00 0.00

31.00/Fu 55.00/Fu 30.00/Fu 37.00/Fu

220 Fu 220 Fu 250 Fu 80 Fu

5 062 9 577 5 312 2 196

4.95/Fu 6.60/Fu 6.24/Fu 6.00/Fu

10 m³/h

18 000 11 700 42 000

29.00

2.90/m³ 5.90/Tier

1 000 m³ 250 Tiere 250 h

1 706 1 014 4 240

0.90/m³ 1.34/Tier 16.36/h

2012

6. Futterernte 9085 9087 9102 9139

Ladewagen mit Schneidvorrichtung, 25 m³ DIN Rotor-Ladewagen, 35 m³ DIN Häckselwagen mit Dosiereinrichtung, 35 m³ DIN Grossballen-Transportwagen, 10 t

10 045 11 030 12 074

7. Innenwirtschaft und Diverses Blockschneider für Fahrsiloentnahme, 1,5–1,9 m³ Klauenpflegestand, kippbar, mobil (3-Punkt) Kompaktbagger, 1,7 t, 12 kW (16 PS)

12 kW

37.00*

*Betriebsstunden

9 2019 Schweizer Landtechnik

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Management | Maschinenkosten

Die gemeinsame Nutzung von Maschinen ist in der Schweiz noch auf tiefem Niveau. Eine Studie will dies ergründen. Bild: Archiv

Gewinn durch Zusammenarbeit? Eine Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften will die Meinungen bei Schweizer Bauern zur gemeinsamen Maschinennutzung in Erfahrung bringen und ruft die Landwirte mittels Fragebogen auf, ihre Einstellung zu diesem Thema einzubringen. Roman Engeler

Der Wettbewerbs- und Kostendruck auf die Schweizer Bauernbetriebe nimmt laufend zu. Der technische Fortschritt würde zwar grössere Strukturen ermöglichen, doch sind die Landressourcen bekanntlich beschränkt. Zudem ist die moderne Landtechnik kostenintensiv, erfordert entsprechend Kapitalbedarf sowie Fachwissen und kann auf kleinen Flächen kaum rentabel eingesetzt werden. Eine gemeinsame Nutzung von Maschinen (Maschinen-Sharing) könnte für die Schwei­ zer Landwirtschaft mit der grossen Zahl kleiner und mittelgrosser Familien­betriebe eine Strategie sein, die Produk­tionskosten deutlich zu senken und dadurch wett­ bewerbsfähiger zu werden. Durch solche Sharing-­Aktivitäten könnten die Landwirte ihr vorhandenes Wissen auch besser unter sich teilen, soziale Netzwerke etablieren und vermehrt ihren Beruf mit dem Privat­ leben in Einklang bringen. 56

Schweizer Landtechnik 9 2019

Derzeit auf geringem Niveau Jedoch bleibt trotz erheblicher ökonomischer Anreize die Akzeptanz der gemeinschaftlichen Maschinennutzung in der Schweiz auf einem tiefen Niveau (siehe auch Agrarbericht 2015 des Bundesamts für Landwirtschaft). Schweizer Landwirte zeigen sich bisher noch zurückhaltend, bei alternativen Formen der Maschinennutzung wie Maschinenringen, Maschinengenossenschaften oder Maschinengemeinschaften mitzuwirken.

Studie will Klarheit In einer Studie untersuchen Raushan Boku­ sheva und Linda Miesler von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, welche Faktoren die Entscheidung von Landwirten, gemeinsam Maschinen zu nutzen, beeinflussen und welche Bedingungen sich positiv auf eine mögliche Zusammenarbeit auswirken

könnten. Die Forscher haben dazu einen Fragebogen ausgearbeitet (siehe Kasten) und rufen die Schweizer Landwirte zur Teilnahme an dieser Umfrage auf.

Befragung Dieser Link führt direkt zur Umfrage: http://bit.ly/zhaw-bauern Die Befragung dauert knapp 30 Minuten, wobei die meisten Fragen bereits eine vordefinierte Antwortauswahl haben. Mit der Teilnahme hat man die Chance, einen von insgesamt fünf Digitec-­Gutscheinen im Wert von CHF 200.– zu gewinnen. Darüber hinaus wird den Teilnehmenden auf Wunsch eine Zusammenfassung der Befragungsergebnisse zugeschickt.


Strassenverkehr | Sicherheit

Fahrbahnseite gefährdet (inkl. Gehsteig). Kein anderes Gerät schwenkt so stark aus wie ein Mehrscharpflug. Beim Abbiegen ist daher grösste Vorsicht geboten.

Vorderachsentlastung Jedes Heckanbaugerät entlastet die Vor­ derachse. Neben dem reinen Geräte­ gewicht spielt auch die Hebelwirkung eine Rolle. Eine Kreiselegge hat den Schwerpunkt vergleichsweise nahe am Traktor. Der Schwerpunkt beim Pflug «wandert» mit jeder zusätzlichen Schar weiter nach hinten. Damit die gesetzlich erforderliche Vorderachslast von 20  % des Betriebsgewichts eingehalten wird, ist das Anbringen von zusätzlichem Frontballast praktisch bei jedem Pflug notwendig (sofern Traktor und Pflug grös­sen­mässig zusammenpassen). Dieser Pflug ist ein «Arbeitsanhänger». Unabhängig davon, ob er liegend oder stehend transportiert wird, sind Markierungstafeln, Beleuchtungskörper und Dreieck-Rückstrahler erforderlich. Bild: Lemken

Achtung – schwenkt aus! «Meldung vom 28.8.2019: . . . der Motorradfahrer kollidierte mit dem Anbaugerät des Traktors.» Solche oder ähnliche Unfallnachrichten der Polizei kann man leider immer wieder lesen. Der Pflug ist eines jener Anbaugeräte, die schwierig korrekt zu signalisieren sind.

Fazit Der Pflug ist ein Ackerbaugerät. Richtig eingesetzt hat er im Arbeitseinsatz kein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Anders auf der Strasse, wo er zu den gefährlichen Geräten zählt. Durch richtige Signalisa­ tion und Beleuchtung können diese Ge­ fahren stark reduziert werden. Grösste Vorsicht ist beim Abbiegen geboten, da er aufgrund seiner Baulänge speziell weit ausschwenkt.

Ruedi Hunger

Der Pflug hat zwei wesentliche Momen­ te, welche die übrigen Verkehrsteilneh­ mer, insbesondere auch Zweiradfahrer, gefährden können. Es sind dies die schlecht einsehbaren Konturen und das unerwartete Ausschwenken beim Ab­ biegen. Dies insbesondere, wenn er am Dreipunkt-Gestänge des Traktors ange­ baut ist, und das ist unter Schweizer Be­ dingungen praktisch immer der Fall.

reits ein Zweischarpflug die Beleuchtungs­ vorrichtungen am Traktor teilweise oder ganz verdeckt, reicht ein Signalkörper al­ lein nicht mehr aus. Folglich sind immer Markierungstafeln und eine vollwertige Beleuchtungsanlage mit Rückstrahler an­ zubringen. Bild eins zeigt ein zusätzliches Gefahren­moment: Weil ein seitlicher Un­ terfahrschutz fehlt (nicht Vorschrift!), wäre je eine Markierungstafel links und rechts von Vorteil (Bild drei).

Als Anbaupflug verdeckt dieser Pflug die Beleuchtungskörper des Traktors und muss folglich Markierungstafeln, Beleuchtungskörper und runde Rückstrahler aufweisen. Bild: R. Hunger

Beleuchtung und Signalisation Nicht nur weil es im Gesetzt steht, son­ dern in erster Linie zur eigenen und zur Sicher­heit der übrigen Verkehrsteilnehmer müssen Anbaugeräte signalisiert und be­ leuchtet werden. Werden Beleuchtungs­ vorrichtungen und/oder Rück­ strahler am Zug­fahrzeug verdeckt, sind gleichwertige Ersatzvorrichtungen anzubringen. Da be­

Schwenkt aus Alle Dreipunkt-Anbaugeräte schwenken beim Abbiegen aus. Biegt der Traktor nach rechts ab, schwenkt das Gerät nach links auf beziehungsweise über die Gegenfahr­ bahn aus. Umgekehrt sind beim Links­ abbiegen insbesondere Zweiradfahrer und Fussgänger auf oder neben der rechten

Zur Erhöhung der Sicherheit ist dieser Pflug zusätzlich mit seitlichen Markierungstafeln ausgerüstet. Bild: Kuhn

9 2019 Schweizer Landtechnik

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Plattform | Veranstaltung

Mit Hilfe eines Spielzeugtraktors wurde die Einschränkung des Sichtfelds mit angebauter Last sichtbar gemacht.

Bilder: R. Burkhalter

Gewohnheiten bestimmen die Sicherheit Stürze mit Traktoren und Hebefahrzeugen sind die bedeutendsten schweren Unfälle in der Landwirtschaft. Mit dieser Thematik befasste sich eine Tagung der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL). Ruedi Burkhalter «Was wollen die denn einen ganzen Tag lang nur über das Tragen von Sicherheits­ gurten erzählen?», fragte sich so mancher Teilnehmer der diesjährigen BUL-Unfallver­ hütungstagung, als er das erste Mal das Programm vor Augen hatte. Die gut be­ suchte Veranstaltung fand Anfang Septem­ ber am Inforama Rütti in Zollikofen statt. Thomas Frey, seit rund eineinhalb Jahren Geschäftsführer der BUL, wagte einen mutigen Schritt und wählte für die Ta­ gung ein neues Konzept. Statt wie bisher eine breite Anzahl an Themen vorwie­ gend mit Fachreferaten abzudecken, wur­ den bei der Ausgabe 2019 nur deren zwei behandelt. Dies ermöglichte es nicht nur, mehr ins Detail zu gehen: Die vorwiegend auf praktischer Postenarbeit aufgebauten Tage sollten die Tagung für die Teilneh­ mer zu einem emotionalen Erlebnis ma­ chen, welches das Sicherheitsbewusst­ sein nachhaltig prägt. 58

Schweizer Landtechnik 9 2019

Volle Wirkung nur mit Gurt Tag eins der Veranstaltung befasste sich mit der Thematik «Sicherheitsgurt – ein Band fürs Leben». ROPS/FOPS-Fahrerschutzsys­ teme sind heute in der Landwirtschaft weit verbreitet und akzeptiert. Wie viele Unfall­ beispiele aufzeigten, gibt es aber insbeson­ dere bei einem Punkt gros­ sen Nachhol­ bedarf: Man ist sich in der Praxis noch zu wenig bewusst, dass Fahrerschutzsysteme nur dann ihre volle Wirkung bringen, wenn der Fahrer bei einem Sturz oder Crash auch tatsächlich im geschützten Bereich bleibt. Der Sicherheitsgurt hat hier in der Praxis eine ebenso wichtige Funktion wie der schützende Käfig.

UVG verpflichtet Zwar ist die rechtliche Lage vereinfacht zusammengefasst so, dass das Tragen der Gurten heute nur auf der Strasse mit Fahrgeschwindigkeiten ab 25 km/h obli­

gatorisch ist. Die Unfallstatistiken jedoch zeigen, dass Sicherheitsgurten abseits der Strasse ein mindestens so grosses Poten­ zial zur Vermeidung von Todesfällen und schweren Verletzungen bieten wie auf der Strasse. Hier kommen die menschli­ che Psychologie und insbesondere die täglichen Gewohnheiten ins Spiel. Wer­ den die Sicherheitsgurten immer ge­ schlossen, entwickelt sich dies zu einer Gewohnheit, die unbewusst und zuver­ lässig ausgeführt wird und welche die Fahrer auch nicht mehr störend wahrneh­ men. Aus dem PKW-Bereich weiss man, dass nur so die grösstmögliche Anzahl an Unfällen verhindert werden kann. Beson­ ders in starken Hanglagen werden Gur­ ten sogar zunehmend auch aus Komfort­ gründen getragen. Die BUL appelliert hier an die Erfüllung der Bestimmungen des Unfallverhütungs­ gesetzes (UVG): Da heisst es in Artikel 82


Veranstaltung | Plattform

Absatz 1: «Die Arbeitgeber sind verpflich­ tet, zur Verhütung von Berufsunfällen alle Massnahmen zu treffen, die nach der Er­ fahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den gegebenen Verhältnissen angemessen sind.» Dazu die BUL: «Wir sind ganz klar der Mei­ nung, dass das Nachrüsten und Tragen von Sicherheitsgurten aufgrund der vie­ len tragischen Unfallerfahrungen absolut notwendig, auf allen Fahrzeugen mit sit­ zendem Fahrer anwendbar und zudem auch mit verhältnismässig geringen Kos­ ten verbunden ist.»

Schwerpunkt und Sichtfeld im Fokus Teleskopstapler, in der Landwirtschaft meist Teleskoplader genannt, erlangen bei schweren Unfällen aufgrund zuneh­ mender Verbreitung eine steigende Be­ deutung. Dies trotz modernster Systeme zur Erfassung des Lastzustands und Auto­ matikfunktionen, welche die Be­tätigung gewisser Funktionen bei heiklen Zustän­ den unterbrechen. Durch die Tele­ skop­ funktion, die im Verhältnis zu den Fahr­ zeugabmessungen eine enorme Hub­höhe und Ausladung möglich macht, wird es für den Fahrer schwierig, die Stand­ sicherheit in jeder Situation richtig zu beurtei­len. So wurde an praktischen Beispielen die Schwerpunktverlagerung bei verschiede­ nen Bewegungen am schwer beladenen Fahrzeug mit der Hilfe von Radlastwaa­ gen fassbar gemacht. Bereits beim Über­ schreiten einer kaum wahrnehmbaren seitlichen Neigung von 2° ist die Sicher­ heit nicht mehr in allen Konstellationen gewährleistet und bereits eine minimale Unebenheit kann das Fahrzeug zu Fall bringen. Aufgrund der Bauweise mit seitlich neben der Kabine angeordnetem Hubarm und Motor ist die Einschränkung des Sicht­ felds bei Teleskopladern ein grosses The­ ma. Eine Rundfahrt um den Teleskoplader mit einem Spielzeugtraktor zeigte ein­ drücklich, wie grossflächig das Sichtfeld des Fahrers durch Fahrzeugteile und ins­ besondere eine angebaute Last einge­ schränkt wird. Bereits einfache Regeln, die in einem Kurs vermittelt werden, können grossen Sicherheitsgewinn bringen, jedoch nur dann, wenn sie während der ganzen Ein­ satzdauer konsequent angewendet wer­ den. Beispiele hierfür sind «Blickrichtung entspricht immer der Fahrtrichtung» oder «Personen konsequent aus der Gefah­ renzone wegweisen».

Mit dieser Hightech-Brille konnten die Tagungsbesucher einen virtuellen Traktorsturz zum Vergleich mit und ohne Sicherheitsgurt erleben.

Ausbildungsmodell in Planung Die 2017 in Kraft getretene EKAS-Richtlinie gilt nun auch für die Landwirtschaft und schreibt vor, dass Hebefahrzeuge der beiden Kategorien «R1» (Gegengewichtstapler) und «R4» (Teleskopstapler) von familienfremden Mitarbeitenden nur noch geführt werden dürfen, wenn diese eine Ausbildung nach EKAS 6518 nachweisen können. Betroffen sind insbesondere auch Auszubildende. Grundsätzlich kann dieser Nachweis durch den Besuch eines herkömmlichen Staplerkurses erbracht werden. Etienne Junod von der BUL relativiert jedoch: «Ein Standard-Staplerkurs ist aus unserer Sicht nicht eine optimale Lösung für die Landwirtschaft. In solchen Kursen wird mit topfebenem Untergrund und sauber angeleg­ ten Hochregalen geschult, was die Teilnehmer nicht bestmöglich auf die völlig anderen Bedingungen in der Landwirtschaft vorbereitet.» Deshalb arbeitet die BUL intensiv an Lösungen, die an die Landwirtschaft angepasst sind. In einem ersten Schritt wurde dazu die auf die Branche ausgerichtete Staplerschule «AgriLift» ins Leben gerufen, die eine von der Suva auditierte Ausbildung nach EKAS 6518 bietet. Die zweitägige Ausbildung richtet sich an Personen mit Erfahrung in der Bedienung von grösseren Maschinen, ist CZV-aner­ kannt und wird künftig schweizweit sowohl in regionalen Zentren als auch betriebsindivi­ duell angeboten. Erste Kursdaten sollen in diesem Herbst ausgeschrieben werden. Als zweites Ziel strebt die BUL eine Integration dieser Ausbildung in die reguläre Berufs­ ausbildung EFZ und EBA an. Das zurzeit in Planung befindliche Modell für Kandidaten ohne Erfahrung im Umgang mit schweren Maschinen sieht ein Viertages-Programm vor, wobei drei dieser Tage bereits heute abgedeckt werden. Als erster Tag würde demnach der be­ reits etablierte «G40»-Fahrkurs anerkannt, als zweiter Tag der «ÜK Hebefahrzeuge». Noch nicht bekannt ist, ob die ÜK-Ausbildner über eine Ausbildung als Stapler-Instruktor ver­ fügen müssen. Der dritte Tag würde in Form von Lernfahrten auf dem Betrieb abgehalten. Klar ist, dass diese Lernfahrten nur unter Anleitung einer Fachperson (Lehrmeister) mit ebenfalls vorhandener EKAS-Ausbildung erfolgen dürfen. Der vierte Tag schliesslich würde dann extern abgehalten und besteht aus einem Kurstag mit Theorie- und Praxisprüfung. Zur ergänzenden Vorbereitung dieses intensiven Tages wird zurzeit an einem E-Learning-­ Modul gearbeitet. Offen ist zurzeit auch noch, ob für die beschriebene Ausbildung ein SUVA-Audit abgeschlossen werden kann, was den Auszubil­ denden zusätzliche Einsatzmög­ lichkeiten in Industrie und Ge­ werbe eröffnen würde.

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Plattform | Report

Rangliste 40. Schweizermeisterschaft im Wettpflügen, Bonau/Wigoltingen: 1. Beat Sprenger, Wintersingen BL, 182,0 Punkte; 2. Toni Stadelmann, Roggenburg (Laufental), 169,0; 3. Ueli Hagen, Hüttwilen TG, 166,5; 4. Walter Angst, Wil ZH, 164,0; 5. Marco Angst, Wil ZH, 163,0; 6. Stefan Spring, Wigoltingen TG, 151,5; 7. Christian Rubin, Rafz ZH, 145,5; 8. Michael Stamm, Gächlingen SH, 144,5; 9. Lars Rubin, Rafz ZH, 125,0; 10. Werner Michael, Merishausen SH, 125,0; 11. Ueli Spöhl, Engwang TG, 117,5; 12. Patrick Bucher, Truttikon ZH, 116,5; 13. Luca Storrer, Wil ZH, 111,0; 14. Urs Winteler, Truttikon ZH, 104,0. spv www.wettpfluegen.ch Die Expertengruppe Ueli Hug, Simon Plattner und Hansueli Spöhl beobachtet aufmerksam das Geschehen an den Pflüger-Schweizermeisterschaften 2019. D. Senn

«Das ist keine Gerade, das ist eine Banane!» Eine Spaltfurche sollte zumindest an WettpflügerMeisterschaften gerade gezogen sein, nicht wie eine Banane. An den Schweizermeisterschaften 2019 am 11. August in Bonau TG hat die «Schweizer Landtechnik» einer Expertengruppe über die Schulter geschaut.

die Anschlussfurche an den Keil (ein solcher wird am Plauschpflügen nicht gepflügt) vollkommen und gerade sein, ergibt wieder je maximal 10 Punkte.

Nicht immer gleicher Meinung Beim Gesamteindruck und der Schlussfurche hingegen scheiden sich öfters die Geister: «Ech gib be de paarwiise Furchedämm zwar es höchs Siebni, aber defür muen i de Fahrer be de Löcher strofe; ech chönnt’s au umgekehrt mache», sagt Hug. «Ech find das met de Löcher ned so dramatisch», kontert Plattner, «und wer do paarwiisi Furchedämm gseht, jommeret uf höchem Niveau.» Spöhl seinerseits – sagt gar nichts! Nun ja, der Fahrer

Dominik Senn

«Was sagst du zu dieser Spaltfurche?» «Das ist keine Gerade, das ist eine Banane, Note fünf», lautet der Befund von Ueli Hug. Wir stehen am Anfang der Pflüger-Schweizermeisterschaften 2019 am 11. August in Bonau bei Wigoltingen TG. Es ist ein Viertel nach elf Uhr. Selber ehemaliger WM-Teilnehmer, bildet Hug aus Wil ZH zusammen mit zwei anderen ehemaligen Wettpflügern, Simon Plattner aus Herznach AG und Hansueli Spöhl aus Engwang TG, ein Expertenteam. Die Pflügerfelder werden stets von zwei Expertenteams bewertet, denn gewisse Einschätzungen werden jeweils nur bis zur Feldmitte vorgenommen, und je nach Sonneneinstrahlung ergibt sich von der Gegenseite her gesehen ein ganz anderes Bild. «Sauber durchgeschnitten und ausgeräumt ist diese Spaltfurche, trotz 60

Schweizer Landtechnik 9 2019

der ungeraden Linie», so Plattner, «ich gebe auch eine Fünf. Was meinst du?» «Einverstanden, ich auch», doppelt Spöhl nach, und Hug notiert die Zahl auf dem Bewertungsbogen.

Bis maximal 10 Punkte Bei jedem Bewertungsmerkmal muss sich das Team auf eine gemeinsame Punktzahl zwischen dem Maximum von 10 und dem Minimum von 1 einigen. Oft muss sich die Expertengruppe auch zusammenraufen, um eine gemeinsame Punktzahl zu finden. Der Rückschlag nach der bewerteten Spaltfurche sollte ebenso gerade und vollkommen durchgeschnitten sein, das ergäbe je 10 Punkte. Auch das Weiterpflügen erfordert gerade und gleichmässige Furchendämme sowie einen festen Furchenanschluss. Wiederum muss

Das Experten-Team begutachtet die Anschlussfurche sehr genau, obwohl diese selbst nicht gewertet wird.


Report | Plattform

ist einer seiner drei Söhne, alle Landwirte, die alle entweder an der SM oder am Plauschpflügen mitmachen, und so hält er sich diesmal zurück, während sich Hug und Plattner auf Punktzahlen einigen.

8. Schweizermeister-Titel für Beat Sprenger

Ihnen entgeht nichts Die Expertengruppe eilt – je nach Fortschreiten des Wettbewerbs – von Pflügerfeld zu Pflügerfeld. Nichts entgeht ihnen. So muss beim Auspflügen des Keils alles Land durchgepflügt sein, der Teilnehmer muss nach jeder Fahrt wenden und neu einsetzen, und das Fahren mit angehobenem Pflug in der Anschlussfurche ist nur eine Traktorlänge erlaubt. Zwischen der Schlussfurche und dem Furchenbalken der ersten Fahrt darf kein ungepflügtes Land übrigbleiben. Auch darf der erste Furchenbalken des Anpflügens nicht erneut umgepflügt werden. Neu nicht mehr gewertet wird die Arbeitstiefe, so Hug, eine solche wird vor dem Start von der Jury bzw. vom Landbesitzer als Empfehlung mitgeteilt.

Gibt es noch Strafpunkte? Nach und nach füllt sich der Bewertungsbogen mit Zahlen. Schliesslich werden noch Strafpunkte verteilt, eventuell wegen Zeitüberschreitung, wegen unerlaubter Leerfahrten, wegen Korrekturen am Bewuchs, der ja sauber untergepflügt sein sollte oder wegen anderer unerlaubter Korrekturen der Pflugarbeit mit Händen, Füssen oder Traktorrädern. Gegen 15 Uhr ist Wettkampfschluss, und noch vor 17 Uhr startet das Rangverlesen und das Verteilen der Pflügerteller, Pokale und Preise, währenddem die Festwirtschaft erneut auf Touren kommt. Eine in allen Teilen gelungene Schweizermeisterschaft 2019 neigt sich dem Ende zu. 

Auf dem Bild flankieren Ueli Hagen (r.) und Toni Stadelmann (l.) Schweizer­ meister Beat Sprenger.

Am 11. August hat der Baselbieter Wettpflüger Beat Sprenger aus Wintersingen seinen 8. Schweizermeister-Titel herausgepflügt. Bei tipptoppen Wetter- und Platzverhältnissen bei Familie Hansjörg Uhlmann in Bonau bei Wigoltingen TG verwies er mit 182 Punkten Toni Stadelmann, Roggenburg BL, mit 169 Punkten, und Ueli Hagen, Hüttwilen TG, mit 166,5 Punkten, auf die Plätze. «Der Platz war tipptopp hergerichtet, die Wettkampfbedingungen für alle gleich. Etwas trockener Boden wäre besser gewesen», machte der glückliche Sieger ein Kompliment in Richtung OK um Präsident Spring und an den technischen Leiter Christoph Rupp. Etwas Glück spiele immer mit, meinte Beat Sprenger weiter. Da es tags zuvor rund 20 Millimeter geregnet habe, sei allen Wettkampfteilnehmern nichts anderes übriggeblieben, als auszuprobieren, ob’s läuft oder nicht. Man sehe beim Wettkampf auch nicht, wie es den anderen ergehe. Rang 5 mit Ersatzpflug Heimliche Favoriten waren die Zürcher Marco Angst und Peter Ulrich. Marco Angst konnte die Serie der sieben Schweizer­

In der Kategorie Plausch bewegen Krischan und Janik Grob aus Langrickenbach TG ihren Selbsthalterpflug Ott an einem Bucher.

meister-­Titel von Beat Sprenger von 2009 bis 2015 dreimal hintereinander unterbrechen, 2016, 2017 und 2018, aber aufgrund seiner Qualifikation für die 66. WM in Minnesota USA nicht mit seinem bereits eingeschifften Pflug starten, sondern musste mit einem Ersatzpflug vorlieb nehmen; immerhin holte er sich noch Rang 5. Der zweite WM-Teilnehmer Peter Ulrich war in Bonau aus Zeitgründen gar nicht erst angetreten. Gleichzeitig durfte sich Ueli Hagen als Thurgauermeister feiern lassen, weil das 52. Thurgauer Wettpflügen vom Vortag einem heftigen Regen zum Opfer fiel, weshalb die Rangierung an der SM gilt. Mit 15 jüngster Teilnehmer Mit 15 Altersjahren jüngster SM-Teilnehmer war Luca Storrer aus Wil ZH: «Es war meine allererste Teilnahme an einem Wettkampf, und ich bin ganz zufrieden», sagte er der «Schweizer Landtechnik». Einzig bei der zweitletzten Fahrt habe er falsch korrigiert und es habe ihm den Pflug herausgehoben. Mit ihm wird in Zukunft aber zu rechnen sein. So hält er bereits Ausschau nach einem eigenen echten Wettkampfpflug. ­

Die ersten drei der Kategorie Plausch­ pflügen: Christian Spöhl, Stefan Spöhl und Christof Nater/Raffael Gachnang (Selbsthalter).

OK-Präsident Stefan Spring aus Wigoltingen nimmt Mass: Er ist Schweizermeisterschafts-Teilnehmer.

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Passion | Youngtimer

Fast sechs Meter lang ist der Knicklenker International «6388», aber Besitzer Toni Andrey lenkt ihn elegant durch enge Kurven. Bild: zvg

Big is beautiful: Fast sechs Meter lang ist der exotische Knicklenker, aber er kratzt dennoch erstaunlich gut die Kurve ... Bild: zvg

Eine unfassbare Nasenlänge voraus In den USA heisst er «Ameisenbär» («Anteater»), in Grossbritannien und Australien «Snoopy», in Kanada «deux plus deux» und in der Schweiz – gibt es ihn vermutlich nur einmal, den legendären «International Harvester 6388 2+2». Er steht bei der Andrey Landmaschinen AG im freiburgischen Düdingen. Dominik Senn

Mit einem überzeugenden Knicklenker-­ Konzept und der wohl innovativsten Nase der Traktorengeschichte überraschte die US-amerikanische «International Harvester Company, IHC» ihre Kunden und nicht wenig auch die Konkurrenz, als sie im Jahre 1978 mit der grossen «2+2»-Baureihe von IHC auf den Markt trat. Die «2+2» gab es in den drei Bau­ reihen der Serie «3088», produziert von 1978 bis 1981, der Serie «6088», von 1981 bis 1984, und der Serie «7088», 1985. Die Anzahl aller hergestellten «2+2» betrug 11 581 Stück, die Anzahl fabrizierter «6388» 272 Stück. Zur Kostenoptimierung wurden Bauteile der konventionellen «86»er-Reihe von IHC, namentlich Heck, Getriebe, Hinterachse und Hydraulik, verwendet bzw. durch 62

Schweizer Landtechnik 9 2019

Knickgelenke mit konventionellen Vorderwagen (Rahmen und Antriebsachse) verbunden. Der Fahrer sitzt unmittelbar hinter dem Knick und damit in der Umgebung eines Standardtraktors, während das Ungewohnte für ihn einzig darin besteht, dass sich vorne eine unfassbar lange Nase ausdehnt. Die Lenkung ist jedoch dank doppelter Lenkzylinder verblüffend leicht zu handhaben. Eine Besonderheit: Die schweren Achs­ körper der Vorderachsen stammen vom japa­ nischen Baumaschinenhersteller Komatsu. Weil US-Farmer ihre Knicklenker gerne auch vorne mit Doppelbereifung ausrüsteten, kam es bei der ersten und zweiten Generation bei vollem Lenk­ einschlag innen zu getriebeschädigendem Kontakt des vorderen mit dem hinteren

Zwillingsrad, was durch grösseren Radstand und eine Änderung der Lenk­kine­ma­ tik korrigiert wurde. Nach der Übernahme der IHC durch Tenneco im Januar 1985 wurde das Werk in Rock Island im Bundesstaat Illinois geschlossen und damit die Produktion der «2+2» eingestellt.

Achswellen eingekürzt «Der ‹2+2› ist damit einer der letzten echten IHC», sagt Toni Andrey, der zusammen mit Bruder Bruno und dessen Sohn Stefan in Düdingen die Case-Vertretung betreibt. Seit 1980 hange in der Werkstatt ein Poster eines solchen «Nasen­ bären». Und genauso lange seien die beiden Brüder auf «Bärenjagd» gewesen. Die Gelegenheit ergab sich im Jahre 2011: In der damaligen Finanzkrise fiel der


Youngtimer | Passion

Wechselkurs des Dollars in den Keller, und Andreys intensivierten die Internetsuche, als sie auf einen optisch gut erhaltenen «6388» in Michigan, USA, stiessen und diesen erwarben. Der einzige Schönheitsfehler: Der lastschaltbare Halbgang war defekt. Zuerst gelangte der Traktor nach Kanada auf die Farm der befreundeten Bauernfamilie Heinz Kaech. Für den Transport nach Euro­pa mussten die Kabine abgebaut und Achswellen eingekürzt werden, damit der Schlepper in einen Schiffscontainer passte. Sechs Monate dauerte die anschlies­sende Überholung, darunter der elektrischen Anlage. Weil der hydraulische Halbgang defekt war, musste das ganze Schaltgetriebe zerlegt, repariert und wieder eingebaut werden. Zum Schluss gab’s einen Tausend-Stunden-Service und einen neuen Farbanstrich. «Am ganzen Projekt waren alle Mitarbeiter und sogar die Lernenden beteiligt», so Toni Andrey.

«Wendig – trotz sechs Meter» Der mächtige 7240-kg-Traktor war mit vier gleich grossen 38-Zoll-Rädern eine echte Allradneuheit und mit der drei Meter langen Nase und dem neuartigen Knick vor der Kabine wie prädestiniert für die amerikanischen Reihenkulturen mit ihren kurzen Vorgewenden, denn der Knickwinkel reicht bis knapp 31 Grad, was einen Wendekreis von gerade einmal fünf Meter bedeutet, erläutert Toni Andrey. «Der Traktor ist wendig, trotz seiner sechs Meter Länge», sagt er. Der Knick vor der Kabine sei übrigens in den Neunziger-Jahren von Case IH in einem Prototyp der «Magnum-Baureihe» nochmal aufgegriffen worden, aber nie in Serie

Eindrücklicher Grössenvergleich: Toni Andrey und seine Kinder Chantal und Roger vor dem mächtigen Traktor. Bilder: D. Senn

gegangen; neben der normalen Lenkung konnte dieser Magnum mit einem zusätzlichen Knickgelenk gesteuert werden.

Roll-back-Haube Die Nase hat es in sich: Vor dem Fahrer bzw. der Knickstelle ist zuerst der 337 Liter fassende Kraftstofftank eingebaut. Davor sitzt der 6-Zylinder-7,1-l-Turbomotor «IH DT 4368» mit 157 PS (130 PS an der Zapf­ welle). Insgesamt resultiert aus der Bau­ anordnung eine leicht frontlastige Gewichtsverteilung von gegen 55 Prozent, womit der «6388» seinen zweiten Trumpf als traktionsstarkes Zugtier für schweres Gerät ausspielt. Dank hochentwickelter Hydrauli­kanlage (Load-Sensing-Pumpe mit 68 l Förderleistung, maximal vier Zusatz-

steuergeräte mit Mengenregulierung) und 540-/1000-er-Zapfwelle ist er aber auch für alle übrigen Arbeiten prächtig ausgestattet, eine vollklimatisierte Kabine eingeschlossen. Im Heckbereich ist weiter ein Zusatztank mit 189 l Inhalt angebracht. Das 16/8-Getriebe ist – typisch amerikanisch – unsynchronisiert mit Lastschalt­ stufe und permanentem Allradantrieb. Raffiniert auch die Zugangsmöglichkeit zum Triebwerk: Mittels einfachen Handgriffs wird die komplette Motorhaube, die «Roll-back-Haube», nach vorne gerollt.

International Harvester Die Firma International Harvester entstand am 12. August 1902 durch den Zusammenschluss der Firmen McCormick Harvesting Machine Company, Deering Harvester Company, Plano Harvester Co., Milwaukee Harvester Co. und Warder, Bushnell & Glessner Co., mit Sitz in Chicago. Die IHC Neuss (D) wurde 1908 als Tochtergesellschaft gegründet. Man vertrieb zunächst noch in den Vereinigten Staaten hergestellte Geräte. Im Jahre 1937 wurde zusätzlich mit der Fertigung von Traktoren begonnen. Mit der Übernahme des Mutterkonzerns 1985 durch Tenneco gehörte das deutsche Werk in Neuss zu Case/Tenneco. 1997 wurde das Werk in Neuss geschlossen und anschlies­ send abgerissen. Seit 2013 steht dort ein

Werk des Automobilzulieferers Pierburg. Case IH entstand 1984 nach der Übernahme der Landmaschinensparte von Interna­tional Harvester durch Case Corporation. Seither werden die Landmaschinen der Case Corporation unter dem Markennamen Case IH vermarktet, während Case bzw. Case CE (= Construction Equipment) für Baumaschinen steht. 1995 übernahm Case IH von Steyr Daimler Puch (mit der Marke Steyr) die Traktorenproduktion. Für den europäischen Markt werden Case-IH-­Traktoren gemeinsam mit Steyr vor allem im bisherigen SteyrWerk in St. Valentin (Österreich) gefertigt. 1999 wurde die Case Corporation mit New Holland zu CNH Global verschmolzen. Heute heisst der Konzern CNH Industrial.

Vor dem Knick (von der Kabine aus gesehen) sind nochmals drei Meter Nase.

Die «Roll-back-Haube» kann einfach und bequem nach vorne gerollt werden.

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Intern | Geschicklichkeitsfahren

Die qualifizierten Teilnehmer an den Schweizermeisterschaften im Traktorgeschicklichkeitsfahren waren gefordert. An sechs Praxisposten mussten sie ihr fahrerisches Können unter Beweis stellen, an einem siebten Posten war das theoretische Wissen gefragt. Das OK mit OK-Präsident Simon Eschler und Sektionspräsident Werner Seiler hatte ebenso wie das Büro mit Thomas Vögeli und Urs Rentsch jederzeit alles unter Kontrolle. Bilder: R. Engeler, J.-A. Choffet

Siegenthaler löst Zeller ab Môtiers im Neuenburger Jura war Mitte August Schauplatz der Schweizermeisterschaften der geschicktesten Traktorfahrer, die die Besten ihrer Gilde auserkoren. Roman Engeler

Schauen, überlegen, vorsichtig ans Werk gehen und trotzdem innerhalb der vor­ gegebenen Zeit bleiben: So in etwa lässt sich die Herausforderung umschreiben, die auf die Teilnehmenden der 13. Schweizermeisterschaft im Traktorgeschicklichkeitsfahren wartete. Die Organisatoren der Neuenburger SVLT-Sektion um OK-­ Präsident Simon Eschler hatten in Môtiers einen tollen Anlass auf die Beine gestellt, mit einem in unmittelbarer Nachbarschaft durchgeführten Schwinganlass insofern koordiniert, als dass man gemeinsam die Verpflegungsinfrastruktur nutzen konnte, und wurden mit schönstem Wetter – zumindest bis zur Siegerehrung – und einer guten Stimmung bei Teilnehmern wie Besu­chern belohnt.

Sieben Posten 35 Junioren und 36 Aktive hatten sich teils in kantonalen Vorausscheidungen für diesen nationalen Wettbewerb qualifiziert und waren dann auf einem übersichtlichen Wettkampfplatz bei insgesamt 64

Schweizer Landtechnik 9 2019

sieben Posten gefordert, ihr praktisches Können, aber auch ihr theoretisches Wissen im Umgang mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen unter Beweis zu stellen. So mussten beim Theorieposten innerhalb von 12 Minuten 40 Fragen zum Strassenverkehr (Verkehrsregeln, Sicherheitsmassnahmen usw.) beantwortet werden. Bei sechs weiteren Posten war dann das praktische Fahr- oder Bedienkönnen gefragt. So musste mittels Fernsteuerung ein Mähroboter durch einen Parcours geführt, über eine am Traktor befestigte Vorrichtung ein Band in einem definierten Abstand aufgewickelt oder mit einem Traktor auf einer Eisenbahnschiene vorund rückwärts gefahren werden, ohne von dieser Schiene abzurutschen. Weiter galt es, mit einem Bagger und seinem Greifarm einen Reifen und eine mit Wasser gefüllte PET-Flasche nach Vorgabe zu stapeln, mit einem Teleskoplader einen Schriftzug in den Sand zu schreiben und letztlich einen Kartoffelvollernter mit Rückfahrkamera durch einen Slalom-

weg zu steuern. Maximal gab es pro Posten 250 Punkte zu gewinnen, für Fehler oder Zeitüberschreitungen gab es entsprechende Punkteabzüge.

Mannschaftswettbewerb 18 Sektionen nahmen zudem am Mannschaftswettbewerb teil. Die Aufgabe lautete, möglichst viele Tennisbälle schnell mit drei verschiedenen Fahrzeugen ins Ziel bringen zu können. Zu Beginn mussten die Bälle von Hand in einen Schlauch gelegt und anschliessend mit der Schaufel eines Hofladers aufgefangen werden. Die Bälle wurden danach an einen Frontlader-Traktor (Schaufel) weitergegeben und nach einer weiteren Übergabe zu einem Frontlader-Traktor (Palettengabel) ins Ziel gebracht.

Die Sieger Gewinner waren sie eigentlich alle, die Organisatoren, die Helfer und Schiedsrichter der teilnehmenden Sektionen sowie die Teilnehmer. Letztlich aber gab es


Geschicklichkeitsfahren | Intern

dann halt doch jene, die als Sieger geehrt wurden. In der Kategorie «Aktive» siegte Andy Siegenthaler (Boudevilliers NE) vor dem letztmaligen Gewinner Guido Zeller (Goldach SG) und Robin Heinings (Tägerwilen TG). Bei den «Junioren» landete Marco Engelhard (Bachs ZH) auf dem ersten Platz, gefolgt von Mario Niederer (Oberaach TG) und Maurin Hunziker (Moosleerau AG). Den Mannschaftswettbewerb absolvierten die Zürcher als Beste, gefolgt von den Sektionen Jura-Berner Jura und Schwyz/Uri. Vorstand und Zentralsekretariat des SVLT danken der Neuenburger Sektion für die Organisation dieser Schweizermeisterschaft und freuen sich schon jetzt auf die nächste Austragung in drei Jahren.

Mannschaftsrangliste

Einzelrangliste Aktive Rang Nachname

Vorname

Wohnort

Sektion Punkte

1

Siegenthaler

Andy

Boudevilliers

NE

1416

2

Zeller

Guido

Goldach

SG

1410

3

Heinings

Robin

Tägerwilen

TG

1404

4

Bucher

Thomas

Beromünster

LU

1384

5

Hürlimann

Marcel

Dürnten

ZH

1377

6

Beerli

Reto

Opfershofen

TG

1353

7

Odermatt

Franz

Obbürgen

NW

1286

8

Fleury

Benjamin

Fregiécourt

JU

1281

9

Häfeli

Michael

Hagendorn

ZG

1264

10

Buchwalder

Louis

Pleigne

JU

1258

Junioren Rang Nachname

Vorname

Wohnort

Sektion Punkte

1

Engelhard

Marco

Bachs

ZH

1416

2

Niederer

Mario

Oberaach

TG

1410

3

Hunziker

Maurin

Moosleerau

AG

1404

Rang Sektion

Bälle

Zeit

1

Zürich

9

1.56

2

Jura-Berner Jura

9

2.08

3

Schwyz/Uri

8

1.26

4

Kälin

Pirmin

Trachslau

SZ

1384

4

Zug

8

2.40

5

Bär

Marc

Stadel

ZH

1377

5

St. Gallen

8

2.48

6

Kälin

Adrian

Willerzell

SZ

1353

6

Luzern

7

3.15

7

Schaffhausen

6

1.41

7

Achermann

Luca

Buochs

NW

1286

8

Aargau

6

2.56

8

Blattmann

Roman

Sihlbrugg

ZG

1281

9

Obwalden

6

3.20

9

Lang

Cedric

Stetten

SH

1264

10

Thurgau

5

2.46

10

Grüter

Andrin

Hohenrain

LU

1258

9 2019 Schweizer Landtechnik

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66 SVLT-Fachreise

Ernährung im Wüstenland Die trockene Namib hat diesem Land mit den höchsten Dünen der Welt, der ältesten aller Wüsten, den Felszeichnungen aus einer Zeit, in der die Ureinwohner noch mit Pfeil und Bogen zur Jagd gingen, und natürlich den Tieren im Etosha-Nationalpark den Namen gegeben. Roman Engeler

14.–29. Januar 2020 11.–26. Februar 2020 Kaum eine andere Region des afrikanischen Kontinents erfreut sich so zahlreicher Landschaftsformen, auch wenn die Wüste Namib fast überall das Leben der Menschen und den Lauf der Tiere bestimmt. Die natürlichen Bedingungen sind dabei äusserst widrig, da rund zwei Drittel des Landes durch die Wüsten Kalahari und Namib geprägt sind. Das Land wird immer wieder von Trockenheit und Dürreperioden heimgesucht. Von der Landesfläche sind weniger als 10 % für die landwirtschaftliche Nutzung geeig-

Reisedaten Reise 1: 14.–29. Januar 2020 Reise 2: 11.–26. Februar 2020 Preis pro Person (bei 30 Personen) Im Doppelzimmer: CHF 5030.– Im Einzelzimmer: CHF 5555.– Versicherung Eine Annullationsversicherung (von Elvia für CHF 124.– pro Person) wird empfohlen. Inbegriffene Leistungen Linienflüge mit Flughafen-Taxen, alle aufgeführten Besichtigungen gemäss Programm. Übernachtungen in guten Hotels mit Frühstück. Alle Mittag- und Abendessen (mit 1 Flasche Wein pro Tag) sowie Trinkgelder. Reiseleitung durch Twerenbold und/oder SVLT. Nicht inbegriffen Persönliche Auslagen, weitere Getränke, Trinkgelder in Hotels und Restaurants Durchführung Twerenbold Reisen AG, Abteilung Spezialgruppen, Kathy Malka, Im Steiacher 1, 5406 Baden-Rütihof Tel. +41 56 484 84 70 Fax +41 56 484 84 75 k.malka@twerenbold.ch www.twerenbold.ch

net. Es werden vor allem Hirse, Weizen sowie Gemüse und Obst angebaut. Das Rückgrat der namibischen Landwirtschaft jedoch bildet die Viehzucht mit hauptsächlich Rindern, aber auch mit Schafen und Ziegen. Direkt und indirekt sind rund 70 % der Bevölkerung zum Lebensunterhalt von der Landwirtschaft abhängig.

Reiseprogramm 1./2. Tag: Zürich–Frankfurt–Windhoek Abflug mit Lufthansa nach Frankfurt um 15.45 Uhr. Weiterflug um 20.00 Uhr mit Lufthansa nach Windhoek mit Ankunft um 07.20 Uhr (+1). Stadtrundfahrt. Am Nachmittag Empfang beim Ministerium für Landwirtschaft. Anschliessend Transfer zum «Tractor Centre», dem wichtigsten Handelsbetrieb für Landmaschinen. Abendessen und Übernachtung.

3. Tag: Windhoek–Kalahari Frühstück und Check-out. Fahrt in die Kala­ hari-Wüste. Unterwegs Besuch der Farm Krumhuk (8000 ha mit biologischdynamischem Anbau). Mittagessen. Weiter­fahrt zur Kalahari Anib Lodge, einer grünen Oase in der feuerroten Kalahari-Wüste. Zimmerbezug. Anschliessend Fahrt im offenen Geländewagen dem Sonnenuntergang entgegen. Abendessen und Übernachtung. 4. Tag: Kalahari–Sossusvlei Frühstück und Check-out. Fahrt nach Marien­tal und Besichtigung der AimabSuperfarm von Namibia Dairies mit 700 Mitarbeitenden (grösste namibische Molkerei). Anschliessend Besuch des Kunsthandwerkszentrums Oa Hera. Nach dem Mittagessen Konzert mit Show der Ama-


SVLT-Fachreise 67

Buruxa-Cultural-Gruppe. Weiterfahrt zur Sossusvlei Lodge mit Abendessen und Übernachtung. 5. Tag: Sossusvlei In den Morgenstunden Ausflug mit speziellen 4x4-Geländefahrzeugen zu den spektakulären, bis 300 m hohen Dünen von Sossusvlei. Im Anschluss Besichtigung des Sesriem-Canyons. Abendessen und Übernachtung in der Lodge. 6. Tag: Sossusvlei–Swakopmund Frühstück und Check-out. Fahrt nach Swakopmund mit Durchquerung der bekannten «Mondlandschaft» und der Welwitschia-Flächen. Weiterfahrt nach Swakopmund. Zimmerbezug und anschlies­ send Stadtrundfahrt. Abendessen und Übernachtung. 7. Tag: Swakopmund Nach dem Frühstück Fahrt nach Walvis Bay. Auf 3500 Hektar grossen Feldern werden jährlich 400 000 t hochwertiges Salz gewonnen. Besondere Attraktion ist die riesige natürliche Lagune mit immensem Seevögel-Reichtum. Exklusive Bootsfahrt. Nach dem Mittagessen Besuch einer Firma für die Herstellung von Papierund Kunststoffverpackungen sowie für das entsprechende Recycling. Abendessen und Übernachtung. 8. Tag: Swakopmund–Damaraland Frühstück und Check-out. Tagesausflug in Region von Twyfelfontein (UNESCO-Weltkulturerbe) mit den besten Buschmannzeichnungen und Felsgravuren im südlichen Afrika. Wüstenelefant, Nashorn, Giraffe, Springbock, Oryx, Zebra und Strauss sind Tiere, die man hier findet. Fahrt zur Twyfelfontein Lodge mit Abendessen und Übernachtung. 9. Tag: Palmwag Lodge Frühstück und Check-out. Besichtigung von fossilen Baumstämmen mit einem Alter zwischen 240 und 300 Millionen Jahren. Weiterfahrt zur Palmwag Lodge. Nachmittag in der Anlage mit grosszügigem Pool. Abendessen und Übernachtung.

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  Unterschrift:

Anmeldung senden an: Anmeldung senden an: Twerenbold Reisen AG, Abteilung Spezialgruppen, Kathy Malka, Im Steiacher 1, 5406 Baden-Rütihof, Tel. +41 56 484 84 70, Fax. +41 56 484 84 75, k.malka@twerenbold.ch. Anmeldeschluss: 15. Oktober 2019

10. Tag: Kunene-Region Frühstück und Check-out. Fahrt zur Opuwo Country Lodge. Besuch des von westlicher Zivilisation noch völlig unberührten Himba-Dorfs. Einblick in Leben und Sitten dieser Menschen. Abendessen und Übernachtung. 11. Tag: Kaokoland Nach dem Frühstück Fahrt nach Ruacana zur Nakayale Private Academy (Schule für verwaiste Kinder mit Landwirtschaft). Fahrt zu den Ruacana-Wasserfällen, wo sich der Fluss Kunene auf spektakuläre Art und Weise in die Tiefe stürzt. Abendessen und Übernachtung. 12. Tag: Kaokoland–Etosha Frühstück und Check-out. Fahrt Richtung Etosha National Park. Zwischenhalt in Osha­ kati. Besuch der Firma Kuku Agri Equipment CC (Montage und Vertrieb von Traktoren und Maschinen). Weiterfahrt zur Mokuti Lodge, 2 km vor den Toren des berühmten Etosha-National-

parks entfernt. Abendessen und Übernachtung. 13. Tag: Etosha-Nationalpark Frühstück im Hotel. Ganztägiger Ausflug in den Etosha-Nationalpark zu den Elefanten, Nashörnern, Giraffen, Zebras und vielleicht auch Löwen, Leoparden oder anderen Raubtieren. Abendessen und Übernachtung. 14. Tag: Etosha-Nationalpark– Okahandja Frühstück und Check-out. Fahrt nach Okahandja. Unterwegs Halt bei Aqualand Irrigation, Namibias führendem Anbieter von Bewässerungssystemen. Übernachtung und Abendessen. 15. Tag: Okahandja–Windhoek Frühstück und Check-out im Hotel. Anschliessend Besichtigung von Golz Maschinenbau (Herstellung von landwirtschaftlichen Geräten). Nach Möglichkeit Besuch des Schweizer Ehepaars Trudi und Marco Simoni auf ihrer Bio-Farm. Gang durch einen traditionellen Markt mit Kunsthandwerk und Holzschnitzereien. Abendessen und Übernachtung. 16. Tag: Windhoek–Frankfurt–Zürich Transfer zum Flughafen. 09.30 Uhr Abflug mit Lufthansa nach Frankfurt. Weiterflug nach Zürich um 20.50 Uhr. Ankunft in Zürich-Kloten um 21.50 Uhr.


68 SVLT-Fachreise

Israel zum Zweiten Aufgrund des grossen Interesses an den diesjährigen Fachreisen nach Israel bietet der SVLT diese Destination, nur vier Flugstunden von der Schweiz entfernt, im kommenden Jahr nochmals an.

17.–26. Januar 2020 Freitag, 17. Januar: Zürich – Tel Aviv – See Genezareth Flug mit Swiss von Zürich um 9.45 Uhr. Ankunft in Tel Aviv um 14.35 Uhr. Fahrt an den See Genezareth. Zimmerbezug, Abendessen, Übernachtung im Gästehaus Maagan Eden.

mane und in die Jerusalemer Altstadt bis zur Klagemauer. Abendessen und Übernachtung im Gästehaus Ramat Rachel.

Samstag, 18. Januar: See Genezareth – Hermon Besuch im Kibbuz Malkia. Ein Schweizer Kibbuz-Mitglied und Landwirt weiss Interessantes über die Lage an der Grenze zu berichten. Auf dem Weingut «Ramot Naftaly» Verkostung von israelischen Weinen. Fahrt auf die GolanHöhen zum Aussichtspunkt Har Bental mit Rundumblick über das Hermon-Gebirge und ins fruchtbare Hula-Tal. Abendessen und Übernachtung im Gästehaus Maagan.

Mittwoch, 22. Januar: Totes Meer Frühstück und Check-out. Fahrt in die Wüste Negev mit Besuch des landwirtschaftlichen Forschungszentrums Volcani. Weiterfahrt ins Ella-Tal zum Weingut Mettler (Schweizer Auswanderer). Besichtigung von Netafim, dem Weltmarktführer für Tropf- und Mikrobewässerung. Fahrt an den tiefsten Punkt der Erde zum Toten Meer und zur Oase Ein Gedi. Abendessen und Übernachtung im Gästehaus Ein Gedi.

Sonntag, 19. Januar: Galiläa Bei «Smart Farming» ist Israel Weltklasse. Das Start-up-Unternehmen «Fieldintech» gewährt einen Einblick in diesen Bereich. Weiterfahrt zum Kibbuz Gazit (Landwirtschaftsbetrieb mit Roboter-Melktechnik). Besuch der Carmel Crops Farm mit Rundgang durch den Maschinenpark und die hydroponischen Gewächshäuser. Übernachtung im Gästehaus Maagan.

Donnerstag, 23. Januar: Jeep-Tour durch Wüste Nach einem Bad im Toten Meer geht es mit dem Jeep durch die Wüste Negev. Informationen über Geologie, Flora und Fauna. Abendessen und Übernachtung im Gästehause Ein Gedi.

Montag, 20. Januar: Galiläa – Jerusalem Frühstück und Check-out. Fahrt zum Moshav Ramat Magshimim, wo der Schweizer Auswanderer Emmanuel über seine Arbeit mit der Milchviehherde der Kooperative berichtet. Anschlies­send Fahrt ins «Tal der Quellen» zum Kibbuz Sde Eliyahu mit seiner nachhaltigen Landwirtschaft (Zucht von Bio-Bienen gegen Schadinsekten). Nachmittags Fahrt nach Jerusalem. Abendessen und Übernachtung im Gästehaus Ramat Rachel. Dienstag, 21. Januar: Jerusalem Rundgang durch den Kibbuz Ramat Rachel mit 50 ha Anbaufläche (Obst- und Beerenanbau) mitten in Jerusalem. Anschliessend Fahrt auf den Ölberg. Spaziergang zum Garten Gethse-

Freitag, 24. Januar: Arava – Eilat Frühstück und Check-out. Im Vidor-Besucherzentrum interaktive Einführung in die Methoden der Wüsten-Landwirtschaft mit Besichtigung der umliegenden Felder, Gewächshäuser und Obstanlagen. Fahrt nach Eilat zum südlichsten Zipfel des Landes am Roten Meer. Abendessen und Übernachtung im Hotel King Solomon. Samstag, 25. Januar: Eilat und Umgebung Tagesausflug mit Alfonso Nussbaumer, ehemaliger Honorarkonsul der Schweiz in Israel. Fahrt zum Kibbuz Yotvata mit Dattelplantage und voll klimatisierter Milchkuh-Farm. Fahrt ins Timna-Tal mit den berühmten SalomonSäulen. Kurze Wüstenwanderung. Besuch Unter­wasser-Observatorium. Fragerunde mit Alfredo Nussbaumer. Abendessen und Übernachtung im Hotel King Solomon.

Sonntag, 26. Januar: Rückflug Transfer zum Flughafen. Rückflug ab Eilat via Tel Aviv nach Zürich. Ankunft in Zürich um 19.20 Uhr.

Anmeldungen an: Twerenbold Reisen AG, Abteilung Spezialgruppen, Kathy Malka, Im Steiacher 1, 5406 Baden-Rütihof, Tel. +41 56 484 84 70 k.malka@twerenbold.ch

Reisedaten 17. bis 26. Januar 2020 Preis pro Person (bei 30 Personen) Im Doppelzimmer: CHF 3240.– Im Einzelzimmer: CHF 3960.– Versicherung Eine Annullations- und Extrarückreise-Versicherung (von Elvia für CHF 124.– pro Person) wird empfohlen. Inbegriffene Leistungen Linienflüge mit Flughafen-Taxen, alle aufgeführten Besichtigungen gemäss Programm. Übernachtungen in guten Hotels mit Frühstück. Alle Mittag- und Abendessen. Reiseleitung durch Twerenbold und/oder SVLT. Nicht inbegriffen Persönliche Auslagen, Getränke, Trinkgelder. Durchführung Twerenbold Reisen AG, Abteilung Spezialgruppen, Kathy Malka, Im Steiacher 1, 5406 Baden-Rütihof Tel. +41 56 484 84 70, Fax +41 56 484 84 75 k.malka@twerenbold.ch www.twerenbold.ch


Vorstand | SVLT

Wahlempfehlung Einen Monat vor den eidgenössischen Wahlen ist die entscheidende Phase des Wahlkampfs angebrochen. Angesichts der vielen und bedeutenden landwirtschaftlichen Themen, die im Parlament zur Behandlung anstehen, ist es äusserst wichtig, auch in der nächsten Legislaturperiode über eine starke bäuerliche Vertretung zu verfügen. Unter den zahlreichen Kandidatinnen und Kandidaten hat

St. Gallen

Aargau Ralf Bucher Michael Wetzel Franz Hagenbuch Jakob Sidler Ruedi Donat Dominik Donat Kurt Heimberg Andreas Meier Salome Schreiber Alois Huber Christian Glur Christoph Hagenbuch

CVP CVP CVP CVP CVP CVP CVP CVP CVP SVP SVP SVP

Bern Werner Salzmann Hans Jörg Rüegsegger Markus Gerber Beat Bösiger Heinz Siegenthaler Ulrich Stähli

SVP SVP SVP SVP BDP BDP

Freiburg Pierre-André Page Emmanuel Kilchenmann

SVP SVP

Markus Ritter Barbara Dürr Sepp Sennhauser Walter Freund Ursula Egli Esther Friedli Heinz Herzog Wieland Bärlocher Stefan Britschgi

CVP CVP CVP SVP SVP SVP EDU EVP FDP

Schaffhausen Hansueli Graf Josef Würms Andreas Schnetzler

SVP SVP EDU

Thurgau Andreas Guhl Kolumban Helfenberger Martin Huber Josef Gemperle Sandra Stadler Manuel Strupler Daniel Vetterli

BDP BDP BDP CVP CVP SVP SVP

Willy Cretegny Parteilos

Graubünden Accola Favre Accola

SVP SVP

Luzern Hanspeter Bucheli CVP Kilian Bucher CVP Thomas Grüter CVP Markus Odermatt CVP Priska Wismer-Felder CVP Josefine Anderhub SVP Markus Müller-Birrer EVP

Martin Haab Martin Hübscher Konrad Langhart Martin Farner Hans Egli Michael Welz

SVP SVP SVP FDP EDU EDU

Ständeratskandidaten Werner

Salzmann

Pierre-André Page Peter

Hegglin

9 2019 Schweizer Landtechnik

SVP SVP CVP 69

Gerstenähre Gerstenähre Gerstenähre | ©|Agrisano © |Agrisano © Agrisano

Zürich

Genf

Paul Valérie

es auch Mitglieder des Schweizerischen Verbands für Landtechnik (SVLT) und solche, deren Familie Mitglied ist, oder solche, die dem Verband oder einer Sektion sehr nahestehen. In Zusammenarbeit mit den kantonalen Sektionen des SVLT ist nachfolgende Liste mit den Kandidierenden entstanden, die der Vorstand des SVLT zur Wahl empfehlen kann. Roman Engeler

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L2081704 Farmtech Superfex 700, 2018, 7m³, Preis: SFR 20.500,- (Normalsatz (7,7 %)) Schär Landtechnik AG, 3368 Bleienbach, Hansruedi Schär, Tel.: +41 62 922 35 65, www.schaer-landtechnik.ch

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L2144710 Same Dorado 100.4, 2019, 100/74 PS/kW, 25h, A, FH, FZW, K, KRG, LS, PSH, Preis: SFR 59.900,- (Normalsatz (7,7 %)) Erni Landmaschinen AG, 6122 Menznau, Patrik Erni, Tel.: +41 41 493 10 33, www.erni-landmaschinen.ch

L2219347

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Sektionen | SVLT

 BL

BS

Theoretische Führerprüfung Kat. F/G

spritzen. Die BUL ihrerseits zeigte auf, wie sich Anwender beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln am besten schützen können. Der kantonale Pflanzenschutzdienst schliesslich informierte über die aktuell geltenden Normen und Anwendungsvorschriften beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Der Anlass wurde vom FVLT zusammen mit der Landwirtschaftsschule Grangeneuve organisiert.

Der Verband für Landtechnik beider Basel und Umgebung organisiert für Jugendliche, welche im Jahre 2019 14 Jahre alt (Jahrgang 2005) oder älter werden, Vorkurse und Prüfungen für die theoretische Führerprüfung Kat. F/G. Vorkurs: Mittwoch, 30.10.2019, 13.30 Uhr. Prüfung: Samstag, 16.11.2019. Durchführung der Vorkurse: 13.30 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach, Kurslokal 1 Durchführung der Prüfungen: 9.00 Uhr, Motorfahrzeugprüfstation (MFP), Münchenstein Kurskosten: Mitglieder CHF 40.– plus Lern-CD CHF 40.–, Nichtmitglieder CHF 80.– plus Lern-CD CHF 40.–. Anmeldung bis spätestens 30 Tage vor Kursbeginn an: Marcel Itin, Hof Leim 261, 4466 Ormalingen, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch; bitte unbedingt Kurs und Geburtsdatum angeben.

 FR Bremsenkontrolle 2019 Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) erhält die Bremstestkampagne aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km/h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer im Besitz einer genauen Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Fachbetrieben für Anhängerbremsen erstellt wird. Sie findet in der Nähe Ihres Wohnortes in dafür ausgerüsteten Ateliers statt. Die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.­­agrotecsuisse.ch zu finden. Wichtig: Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet sein. Für seine Mitglieder bietet der FVLT einen Rabatt von CHF 50.– pro Achse. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA/FVLT, Robert Zurkinden, Heitiwil 23, 3186 Düdingen. Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder bei einem später folgenden Aufgebot zur Expertise.

Viele Infos am Pflanzenschutz-Tag Viel Fachwissen rund um den korrekten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gab es Ende August in Grangeneuve (FR) am Pflanzenschutz-Tag des Freiburgischen Verbandes für Landtechnik FVLT (Bild). Interessant war beispielsweise zu hören, wie das Amt für Umwelt Kanton Freiburg (AfU) die Fliessgewässer kontrolliert. Das Amt unterhält im Gewässer-Monitoring ein feinmaschiges Netz von 200 Messstationen für Probe­entnahmen in Fliessgewässern im ganzen Kanton. Aufgezeigt wurde etwa, welche Gewässer in welchen Regionen bezüglich PLM-­ Grenzwerten problematisch sind und welche unterhalb der Grenzwerte liegen. Das wurde dann am Anlass auch stark diskutiert und darauf hingewiesen, dass die Landwirtschaft längst nicht alleiniger «Schuldiger» ist, wenn es zu Grenzwert-Überschreitungen kommt. Trotzdem waren alle der Meinung, dass die Anwender im aktuellen Kontext, in welchem die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln zunehmend kritisiert wird, im Umgang und beim Spritzen dieser Mittel ein vorbildliches Verhalten an den Tag legen. Die Firma Alphatec informierte über Düsentechnik, Tröpfchengrösse und ihre Auswirkung auf Abdrift sowie über die Innenreinigung von Feld-

 LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 16. Oktober 2019, in Hochdorf, 13.15 – 17.30 Uhr Mittwoch, 27. November 2019, in Sursee, 13.15 – 17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs 610: jeweils Samstag, 21.9./28.9.2019, 7.30–11.30 Uhr Kurs 611: jeweils Samstag, 12.10./19.10.2019, 12.00 – 16.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: Kurs Nr. 407: 4 Abende: Montag/Dienstag, 18./19./25./26.11.2019, 19.00–21.00 Uhr, in Sursee Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 und 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lek­ tionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.– Der Lastwagentheoriekurs dauert 32  Lektionen, während vier Wochen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg ist jederzeit möglich. Die nächsten Kurse beginnen am 20.9.2019 bzw. 11.10.2019, jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B.  Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse  35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

9 2019 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

 SG 

 AR 

 AI 

 GL

Bernischer Verband für Landtechnik

Kreisversammlungen mit Referaten

Landwirte wählen Werner Salzmann

Es können auch Kreisversammlungen anderer Kreise besucht werden.

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2019

Wir empfehlen Werner Salzmann, Nationalrat und Präsident des Schweizerischen Verbands für Landtechnik (SVLT) in den Ständerat und 2 x auf Ihre Nationalratsliste

Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag  + Prüfung NachmittagMittwochnachmittag

weil er sich einsetzt • für eine produzierende Schweizer Landwirtschaft

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 21. Sept. 19 SG-Winkeln, kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

16. Okt. 19

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 28. Sept. 19 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

• für einen sinnvollen Einsatz von Landtechnik bei praxistauglichen Vorschriften

23. Okt. 19

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 30. Okt. 19 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

• für die Interessen der Schweizer Landwirte in allen Fragen der Agrartechnik

27. Nov. 19 Und 2x auf Ihre Nationalratsliste

Niederbüren, Schulh., Probelokal Sa, 9. Nov. 19 SG-Winkeln, kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

4. Dez. 19

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 20. Nov. 19 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

11. Dez. 19

Klaus Brenzikofer Präsident Bernischer Verband für Landtechnik (BVLT)

Wangs, Parkhotel Sa, 23. Nov. 19 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

Peter Gerber Geschäftsführer Bernischer Verband für Landtechnik (BVLT)

18. Dez. 19

 SZ 18. Oldtimer-Treffen am Sihlsee Am 29. September ist es wieder so weit: Die Oldtimer-Szene trifft sich zum alle zwei Jahre stattfindenden Treffen in Gross am Sihlsee SZ. Das Traktoren-Oldtimer-Team und die Sektion Schwyz-Uri des Verbands für Landtechnik freuen sich schon jetzt auf diesen Grossanlass – im wahrsten Sinne des Wortes. Eine der Attraktionen wird die Spezialausstellung von Rapid-Maschinen sein. Das Organisationskomitee hofft, dass viele Teilnehmer mit möglichst alten Geräten und Fahrzeugen dieses Schweizer Herstellers aufkreuzen werden.

Aigle. Anderthalb Dutzend Teleskoplader und andere Hebegeräte reckten ihre Arme in den stahlblauen Himmel und zeigten den Hunderten von Besuchern ihre Behändigkeit und Vorzüge gegenüber Mitbewerbern. Als Kommentator amtete Louis-Claude Pittet, Lehrer an der kantonalen Landwirtschaftsschule Grange-Verney, Marcelin. Weitere Elemente waren eine Ausstellung grosser landwirtschaftlicher Maschinen, die Präsentation eines Versuchs mit 18 Maissorten von UFA und der Besuch des Betriebs der Familie Angst in Illarsaz; als Shuttle wurde ein Saurer-­ Postauto verwendet. Zum Abschluss gab’s Swiss Beef Barbecue und zum Dessert Apfelkuchen, hergestellt von Mitgliedern der Sektion Waadt und im Holz­ofen gebacken von SVLT-Vorstandsmitglied Bernard Nicod. Auf dem Bild unten eine Reihe Teleskoplader, im Vordergrund der Gemeindepräsident von Aigle, Frédéric Borloz.

Programm 09.00 Uhr: Anmeldung der «Oldies», Beginn Festwirtschaft 10.00 Uhr: Musikalische Unterhaltung mit «Echo vom Steihüttli» 11.00 Uhr: Helikopter-Rundflüge 11.30 Uhr: Traktoren-Roulette, erste Runde 14.30 Uhr: Musikalische Unterhaltung mit «Echo vom Eierschwand»

 VD Hebemaschinen-Parade der Sektion Waadt Eine Hebemaschinen-Parade organisierte die Sektion Waadt des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik SVLT am 29. August in

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Schweizer Landtechnik 9 2019

 ZH Vorbereitungskurse zur Traktorenprüfung 21. September / 16. November, je von 9.30 bis 15.30 Uhr Die Teilnahme ist vier bis sechs Monate vor dem 14. Geburtstag möglich (Nothelfer- und Verkehrskundeausweis sind in dieser Kategorie noch nicht vorgeschrieben). Die Kosten betragen CHF 110.–, für Mitglieder des


Sektionen | SVLT

SVLT Zürich CHF 80.–. Im Preis inbegriffen sind eine Lern-CD oder ein Lern-Stick sowie eine Mittagsverpflegung mit Getränk. Onlineanmeldung: www.fahrkurse.ch, www.svlt-zh.ch, SVLT Zürich, Aus­ künfte unter 058 105 99 52

Alle drei kommen aus Hagendorn. Die Kategorie Damen gewann Andrea Bremgartner aus Schenkon mit bloss 1372 Strafpunkten vor Andrea Schelbert aus Baar mit 1455 und Céline Bütler aus Auw mit 1606. Die Kategorie Junioren (14 bis 17 Jahre) entschied Roman Blattmann aus Sihlbrugg mit 1027 Strafpunkten für sich, vor Tobias Bircher aus Hagendorn mit 1159 und Marc Baer aus Obfelden mit 1168.

 ZG Gut besuchtes Zuger TraktorenGeschicklichkeitsfahren Temperaturen von 30 Grad Celsius, zwölf verschiedene Posten, 83 Teilnehmende in drei Kategorien, 50 freiwillige Helferinnen und Helfer sowie unerwartet viele Zaungäste prägten das Zuger Traktoren-Geschicklichkeitsfahren am 18. August auf dem Areal des Strassenverkehrsamtes in Steinhausen.

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch AG Kursort: Riniken: 21./28. Nov. 2019, 18.30–20.30 Uhr; Liebegg: 27. Febr. / 5. März 2020, 18.30–20.30 Uhr; Frick: 7./14. Mai 2020, 18.30–20.30 Uhr Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS Vorkurs: Ebenrain, Sissach: Mi, 30.10.2019, 13.30 Uhr Prüfung: MFP Münchenstein: Sa, 16.11.2019 Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch

Mit dem Mähdrescher gilt es eine Kugel durchs Labyrinth zu lotsen. Wie vor zwei Jahren zeichnete auch diesmal ein separates OK der Zuger Landjugend für die Organisation und die Durchführung verantwortlich, das sich inzwischen sogar zu einem Verein zusammengeschlossen hat. Gemäss OK-Präsident Marco Matter seien im Jahr 2017 zwar mehr Fahrer gestartet, dafür sei die Festwirtschaft um einiges besser frequentiert worden. Unter den zwölf Posten waren sogar zwei neue. Elf davon verlangten den Fahrerinnen und Fahrern einiges an Können, Geschicklichkeit und Geduld im Umgang mit landwirtschaftlichen Maschinen ab. Ein Beispiel war das Torwandschiessen mit einem Terratrac. Am zwölften Posten mussten theoretische Fragen beantwortet werden. Sieger der Kategorie Herren wurde Roman Bircher vor Michael Häfeli und Vital Bircher.

NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch

INTELLIGENT LADEN Q-SERIE

TG Kursorte und -daten: Müllheim: Sa, 26.10. / Mi, 6.11.2019; Friltschen: Sa, 7.12. / Mi, 18.12.2019 Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen

Verlängerte Lebensdauer Herausragende Sicht Effiziente Reaktion Q-Companion - die digitale Gesamtlösung für effektive und sichere Frontladerarbeiten

VD Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kursdaten: Oktober 2019 Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

Speriwa AG Stockackerweg 22 CH-4704 Niederbipp

Tel +41 32 633 61 61 info@speriwa.ch www.speriwa.ch

ZH Kursorte: Strickhof, Lindau. Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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SVLT | Porträt

Zwerg-Zebus, Hochstammbäume und ein Hühnermobil Grossvater Werner Itin, 91-jährig und ehemaliger Kranzschwinger, sortiert mit Sohn Andreas und zwei Aushilfen Äpfel, Andreas’ Frau Helen bewältigt den Kundenansturm im Direktverkaufsladen und deren Sohn Marcel schleppt Harasse. Die Bauernfamilie Itin in Ormalingen BL hat zwar im Jahre 1999 auf den Hof Leim ausgesiedelt, jedoch ist rund um das ursprüngliche Bauernhaus an der Haupt­stras­ se mehr los. Allein der Verkaufsladen bindet im Jahresschnitt anderthalb Stellen. Bestückt wird er mit Back­waren, Konfitüren und Dörrfrüchten Helens, mit den Erträgen ihres riesigen Bauerngartens sowie mit Fleisch, Beeren, Gemüse und anderen Früchten sowie Schnäpsen des eigenen Betriebs und Produkten von Betrieben umliegender Bauern­ familien. Die Eier stammen von den rund 200 Leg­hennen des hauseigenen Hühnermobils, dem ersten des Kantons, das wöchentlich den Standort wechselt. Zwei Kühlanlagen stehen zur Verfügung. Der Hof Leim hat auf Jahresbeginn 2017 auf biologischen Landbau umgestellt. Was die Kundschaft freut: Itins Bio-­ Produkte werden besonders gekennzeichnet und neben den konventionell produzierten Produkten aus der Region angepriesen. Das ganze grosse Arbeitspensum des Siedlungsbetriebs mit 35 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche ruht auf den Schultern von Andreas und seinen Söhnen Marcel mit Jahrgang 1986 und Roman, die im Hof Leim mit ihren Familien wohnen. Für das rund 50-köpfige Milchvieh im Laufstall wird Futter produziert, Gras- und Ganzpflanzensilage. Die Hälfte des Jungviehs wird auswärtig aufgezogen. Der Ackerbau ist marginal. Auch Exotisches hat noch Platz: Auf drei Hektaren und in Stallboxen lebt eine kleine Herde von Zwerg-Zebus. Äusserst arbeitsintensiv sind jedoch die dreieinhalb Hektaren Intensiv-Obstanlagen für Äpfel, Birnen, Zwetschgen und Kirschen, Letztere sind ab Blüte unter einem Regendach. Marcel beteiligt sich übrigens am FiBL-Projekt Blühstreifen in Kirschenanlagen. «Wir bieten über 40 verschiedene Apfelsorten an; die 300 Hochstammbäume eingerechnet, sind es gegen 60», sagt Marcel Itin. Diese schneidet immer noch Grossvater Werner. Schliesslich sind Itins noch Mitbetreiber der Biogasanlage der Firma Biopower in Ormalingen. Seit zwei Jahren ist Marcel Geschäftsführer der Sektion beider Basel des SVLT und damit Nachfolger von Susi Banga. Auf ihrem und Walters Betrieb absolvierte Marcel sein zweites Lehrjahr. Weil er unlängst noch die Betriebsleiterausbildung und die Meisterprüfung absolviert hat, haben Itins im Familienrat einvernehmlich beschlossen, dass der Betrieb an ihn übergeht und Bruder Roman angestellt bleibt. Die Hofübergabe soll auf das Jahr 2021 erfolgen.

Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik 9 2019


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Kursorte G40

Die G40-Fahrkurse 2019

1260 Nyon VD* 1302 Vufflens-la-Ville VD* (Neu) 1315 La Sarraz VD* 1510 Moudon VD* 1562 Corcelles-près-Payerne VD* 1630 Bulle FR** 1786 Sugiez FR** 1860 Aigle VD* (Neu) 1964 Conthey VS* 2208 Les Hauts-Geneveys NE* 2720 Tramelan BE* 2852 Courtételle JU* 3150 Schwarzenburg BE 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3270 Aarberg BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i. E. BE 3770 Zweisimmen BE 3800 Interlaken BE 3818 Grindelwald BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4415 Lausen BL 4538 Oberbipp BE 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW 6130 Willisau LU

6170 Schüpfheim LU (Neu) 6210 Sursee LU 6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 Erstfeld UR 6702 Claro TI*** 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR**** 7550 Scuol GR**** 7742 Poschiavo GR*** (Neu) 8180 Bülach ZH 8200 Schaffhausen SH 8315 Lindau ZH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8625 Gossau ZH 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG * Sprache Französisch ** Sprache Deutsch u. Französisch *** Sprache Italienisch **** Sprache Italienisch u. Deutsch

Der Traktorkurs G40 des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Mehr Informationen und Homepage: www.fahrkurse.ch

CZV – Weiterbildungskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdatum Ladungssicherung, Deutsch

29.11.2019

ARV1 / Digitaler Fahrtenschreiber, Deutsch

09.01.2020

Moderne Fahrzeugtechnik, Deutsch 10.01.2020 Erste Hilfe im Strassenverkehr, Deutsch

10.02.2020

Hebegerätekurse SUVA-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstaplerkurs; Instruktion Hoflader

Kursort und Sprache

Kurstag 1

Kurstag 2

Ardon VS, Französisch

auf Anfrage

auf Anfrage

Chavornay VD, Französisch

auf Anfrage

auf Anfrage

Goldach SG, Deutsch

29.10.2019

30.10.2019

Oberbipp BE, Deutsch

16.10.2019

17.10.2019

Rümlang ZH, Deutsch

auf Anfrage

auf Anfrage

Schweisskurse

Direkt zu den «G40»-Fahrkursen Über diesen QR-Code gelangen Sie direkt zu den Terminen und Anmeldungen der diesjährigen «G40»-Fahrkurse des SVLT.

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdaten Metall-Schutzgasschweissen (MAG/MIG), Deutsch

04. und 05.11.2019

Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch

11. und 12.11.2019

Wolfram-Schutzgasschweissen (TIG), Deutsch

20. und 21.11.2019

Informationen und Auskünfte: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

 Impressum 81. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT NR Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50 / 079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2019. Kombinationsrabatt bei gleichzeitiger Erscheinung in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt Laden und Heben auf dem Hof Wissen Nutz-/Verlustleistungen beim Traktor Management Bremsen: aktueller Stand der Dinge Plattform Neuheiten zur Agritechnica

Nr. 10/2019 erscheint am 17. Okt. 2019. Anzeigenschluss: 7. Oktober 2019

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Schweizer Landtechnik 09/2019  

Schön und effektiv pflügen; Pflügen ist Einstellungssache, Relevante Kosten von Maschinen

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