Schweizer Landtechnik 08/2021

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August 2021

FORSTTECHNIK Mobile Sägewerke Technik für die Wertastung Wettbewerb Front-Heck-Kombinationen Streckbremsung mit stufenlosen Getrieben


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August 2021 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 8 12 14 16 18 20 28 30 36 38 42

«Wir wollen die Unabhängigkeit bewahren» Vorwärtsstrategie bei Bucher «Precision Center» Lenksystem-Erweiterung bei Topcon Pöttinger mit Striegeln und Hackgeräten Neuheiten von Fendt

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Schwerpunkt: Forsttechnik Der Wald prägt unsere Landschaft WaldSchweiz feiert 100-Jahr-Jubiläum Holzschnitzel: Qualität bestimmt die Emissionen Unabhängigkeit mit mobilen Sägewerken Der Baum-Sprinter Frauen in Waldberufen

Impression 46 48 50 52 54 56

Zweiachsmäher «SKH 60» von Rigitrac Fahrprobe mit Hürlimann «XB 125» Claas: Mehr Leistung für «Arion 400» Neuer Bergladewagen von Lüönd «Flex-Load»-Pickup für Strautmann «Ambion» Massey Ferguson «8S» im Berner Jura

Wissen 58 62

Stufenlos fahren – gestreckt bremsen Spot-Farming – nachhaltige Intensivierung

58

Management 64

Wettbewerb Heck-Front-Kombinationen

Sicherheit 66

Schnittschutz für Bein und Fuss

Plattform 68 70

Hanfanbau ist kein Zuckerschlecken Sprayer-Tester erfolgreich im Einsatz

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Passion 72

Roman Engeler

Stihl-Timbersports − die ExtremsportWettkampfserie

SVLT 74 Neuer Redaktor Matthieu Schubnel 75 Sektionsnachrichten 78 Madrick Bonny aus Vallon FR 79 Kurse und Impressum

Titelbild: Holz rücken mit einem Forwarder des Typs «1250F» von Gremo: Dank gestiegener Holzpreise wird die Arbeit im Wald wieder wirtschaftlicher.

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Mit dem Schwerpunkt «Forsttechnik» hatte die Redaktion bei der inhaltlichen Jahresplanung für die «Schweizer Landtechnik» seinerzeit die Forstmesse im Fokus, die dieser Tage in Luzern hätte stattfinden sollen, aber aus bekannten Gründen nicht durchgeführt werden konnte. Doch auch ohne diesen Branchentreffpunkt ist das Thema derzeit hochaktuell. So kann einerseits der Verband «Wald Schweiz» heuer sein 100-Jahr-Jubiläum feiern. Zu diesem Jubiläum gratulieren SVLT und «Schweizer Landtechnik» ganz herzlich. In einem Beitrag auf Seite 28 wird das Wirken dieses Verbands beleuchtet. Anderseits sorgt der Holzmarkt derzeit für Schlagzeilen. In den letzten Jahren kannten die Preise für das Waldholz bekanntlich nur die eine Richtung, nämlich jene nach unten. Schnittwaren-­ Konkurrenz aus dem Ausland und einheimisches Käferholz im Überfluss drückten die Erzeugerpreise ins Bodenlose. Seit Anfang dieses Jahres ist der klimafreundliche, erneuerbare und beständige Rohstoff aber wieder so gefragt, dass dafür auch bessere Preise bezahlt werden. Als Grund wird der mit dem Immobilienboom verbundene Holzhunger Chinas und der USA genannt, wenngleich Spekulationen nie ganz ausgeschlossen werden können. Die gestiegenen Preise machen sich, wenn auch nur langsam, mittlerweile beim Waldbesitzer bemerkbar. Das gibt zu Hoffnungen Anlass, mit der Waldwirtschaft dereinst wieder einen positiven Deckungsbeitrag erzielen zu können – unterstützt vielleicht mit der einen oder anderen Investition in die Forsttechnik. Ausgabe Nr. 9 erscheint am 16.9.2021

Bild: R. Engeler

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Aktuelles

In Kürze

Neue Teleskoplader

Weidemann konzentriert seine Aktivitäten auf den Standort Korbach, wo das Unternehmen neue Gebäude erstellt hat. Lemken bringt die Sämaschine «Solitair» mit geteiltem Saatgutbehälter von 1850 l auf den Markt. Die Radialbaureihe «HC» (High Capacity) von Mitas wird um den neuen «HC 3000 R» erweitert. GEA bringt eine neue Generation der automatischen Melksysteme «DairyRobot R9500» und «DairyProQ» auf den Markt. Horsch investiert rund 17 Mio. Euro am Standort Ronneburg in Thüringen (D) in eine neue Montagehalle und für ein neues Bürogebäude. Kramer bringt mit «Smart Attach» ein neues vollhydraulisches Schnellwechselsystem für Anbaugeräte auf den Markt, mit dem man zum Ankuppeln nicht mehr aus dem Ladefahrzeug aussteigen muss. Burel-Sulky hat Anfang Juli eine Mehrheitsbeteiligung an der italienischen Frandent Group übernommen. Mit dem Zusammenschluss von Walterscheid und Comer entsteht ein neuer globaler Marktführer für Antriebslösungen. Auf Basis des hydraulisch verschiebbaren Doppelrads von Becklönne hat der Schweizer Vertriebspartner Trachsel Technik nun eine etwas leichtere Schweizer Lösung entwickelt. McCormick lanciert drei neue Traktoren der Baureihe «X5» mit Leistungen von 95, 102 und 114 PS, die mit Motoren von FPT nun die Abgasnorm der Stufe 5 erfüllen. Der traditionsreiche polnische Traktorenund Nutzfahrzeughersteller Ursus ist Konkurs gegangen. Rehkitzrettung Schweiz hat in dieser Saison mehr als 2500 Rehkitze vor dem Mähtod gerettet. Korrigenda In der letzten Ausgabe wurde im Artikel «40-km/h-Traktor – mit welchem Führerausweis?» geschrieben, dass neu bereits 15-Jährige 125-ccm-Motorräder und -Roller fahren dürfen. Das ist falsch. Richtig ist: Seit diesem Jahr dürfen Jugendliche bereits ab 16 Jahren Motorräder und Roller bis 125 ccm mit maximal 11 kW (15 PS) fahren (Kategorie A1). Ab 15 Jahren darf man Kleinmotorräder und Fahrzeuge bis 50 ccm und 4 kW (5,5 PS) sowie maximal 45 km/h fahren (Kat. AM).

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Massey Ferguson bringt eine neue Serie von Teleskopladern mit aufgefrischter Kabine und Verbesserungen im Bedienkomfort auf den Markt. Die Baureihe umfasst sechs Modelle, beginnt mit dem kompakten «MF TH 6030» und reicht bis zum «MF TH 8043», der eine maximale Hubkraft von 4300 kg und eine Hubhöhe von 7,5 m bietet und mit einer 3500-l-Schaufel ausgestattet werden kann. Wesentliche Verbesserungen sollen am hydrostatischen Getriebe vorgenom-

men worden sein, zu dem nun auch ein neuer Dynamik-Fahrmodus gehört. Weiter spiegelt die Baureihe das neue, mit den Traktoren der Baureihe «MF 8S» eingeführte Design wider. Der von den Traktoren her bekannte «PowerControl»-Hebel ist nun serienmässig verfügbar und ermöglicht so eine Bedienung mit der linken Hand. Zusätzlich zum neuen Sitz gibt es auch einen neuen Joystick für die Steuerung von Hydraulik und Getriebe. Ein neues Farb­display liefert zudem umfangreiche Informationen. Die ergänzende Automatisierung von Teleskoparmfederung, Feststellbremse, Hubhöhenbegrenzung des Auslegers und die Automatisierung der dritten Hydraulikfunktion erleichtern die Bedienung zusätzlich.

90-cm³-Motorsägen Mit den beiden Modellen «592 XP» und «585» präsentiert Husqvarna in der 90-cm³-Klasse eine neue Motor­ sägen-Generation. Die «592 XP» sei die stärkste und dennoch die leichteste Motorsäge ihrer Klasse, schreibt der Hersteller. Eingesetzt werden könne die Säge mit einer maximalen Schwertlänge von 90 cm und mit den neuen, leichten «X-Tough»-Light-Schwertern in Kombination mit den Husqvarna-­­«XCut»-Ketten «C85» und «C83». Die neue Software-Version «AutoTune 3.0» sorge für ein zuverlässiges Anspringen des Motors, unabhängig von äusseren Bedingungen. Optional gebe es Blue-

tooth-Konnektivität. Die «585» ihrerseits richte sich an Profis, die für ihre Aufgaben eine langlebige und einfach zu bedienende, aber dennoch kraftvolle Motorsäge benötigen. Auch sie könne mit einer Schwertlänge von 90 cm und mit «X-Tough-Light»-Schwertern genutzt werden. Wie die «592 XP» sei auch die «585» mit «X-Torq»-Motor ausgestattet.

Silieren wie Champions Hohe Futterqualität, reduzierter Arbeitsaufwand und geringer Platzbedarf sind Gründe, die für das Konzept «Silospeed» sprechen. Bei diesem Konzept wird die Silage sofort und automatisch luftdicht verpackt. Durch die geringe Zeitspanne zwi-

schen Ernte und Verpressung bildet sich mehr Milchsäure. Dies soll zu einer schmackhafteren Futterqualität und zu einer höheren Grundfutteraufnahme führen. Da das Material vor dem Folieren erst durch einen Rotor vorgepresst und dann in einem Metalltunnel weiter komprimiert wird, wird eine hohe Verdichtung erreicht, aber auch die Folie entlastet. «Silospeed» ist derzeit die einzige Folienpresse, die sowohl für Gras von Häcksler oder Kurzschnittladewagen als auch für Maissilage, Rübenpressschnitzel oder Industrieabfälle geeignet ist.


Aktuelles

Neu mit Kohler-Motoren McCormick setzt bei den neuen Modellen «X2.055» und «X2.060» auf 3-Zylinder-Motoren von Kohler mit 1,9 l Hub­ raum, Turbo-Ladeluftkühlung und maximalen Leistungen von 49 und 57 PS. Das Abgasnachbehandlungssystem ist seitlich an der Motorhaube platziert. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die Taste des «Engine Memo Switch» auf der rechten Bedienkonsole. Mit dieser kann die Motordrehzahl schnell gespeichert und wieder abgerufen werden. Die Baureihe «X2» ist in zwei Konfigurationen erhältlich: «Standard» als Plattform- oder Kabinenversion und «GE» (Ground Effect) als Plattformversion. Dank der abgesenkten Fahrwerkseinstellung der Plattform-Version, die durch spezielle Endantriebe hinten und die Vorderachse erzielt wird, kann die Gesamthöhe von Motorhaube und Kotflügeln vom Boden zusätzlich verringert werden.

Neue Überlastsicherung Lemken offeriert für die Pflüge der Baureihen «Juwel», «Diamant» und «Titan» die neue automatische Überlastsicherung «OptiStone». Herzstück ist ein geschlossenes System mit hochstabilen Halmplatten, das vor Schmutz und Fremdkörpern geschützt ist. Eine neu konstruierte Schwenktasche sorgt für seitliche Auslösekräfte und einen optimal geführten Pflug unter steinigen Bedingungen. Beim Auftreffen auf ein Hindernis weicht das Überlastelement gleichzeitig bis zu 37 cm nach oben und 20 cm zur Seite aus. Selbst bei tiefer Pflugarbeit ist damit genügend Ausweichspielraum gegeben, um eine störungsfreie Arbeit zu gewährleisten. Die Auslösekräfte lassen sich vom Traktorsitz aus an wechselnde Bodenverhältnisse anpassen. Für den Fall, dass sich das System unter Felsplatten oder Wurzeln festhakt, ist es mit einer zusätzlichen doppelschnittigen Abscherschraube gesichert, um den Pflug vor Schaden zu bewahren.

Zollinger übergibt an Spring Der Pflüger-Weltmeister von 1995 in Kenia und mehrfacher Vizewelt- und Schweizermeister Willi Zollinger aus Watt ZH (rechts auf dem Bild) hat das Präsidium der schweizerischen Pflüger-Vereinigung abgegeben. An der GV der Vereinigung hat der 65-Jährige das Ruder des Vereinsschiffs an Stefan Spring aus Wigoltingen TG übergeben, bleibt aber weiterhin als Vertreter der

Schweiz Mitglied der Welt-Pflüger-Organisation. Für seine Verdienste um das Pflügerleben wurde er einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Ebenso einstimmig stimmte die Versammlung allen Geschäften zu, darunter einem Antrag von Beat Sprenger, der mit einer Reglementsänderung das Wettpflügen für den Pflügernachwuchs und die Zuschauer steigern möchte.

Kreiselegge für hohe Leistungen Die neue 3-m-Kreiselegge «KE 3002-240» von Amazone mit System «Rotamix» ist für hohe Traktorleistungen bis zu 240 PS ausgelegt. Laut Hersteller zeige sie ihre Stärken in der intensiven Bodenkrümelung, insbesondere auf schweren Standorten. Das System «Rotamix» umschreibt die Eigenschaften: «Kurz, kompakt und zwei Werkzeugträger mehr.» Das heisst, die Kreiselegge besitzt zwölf Werkzeugträger mit auf Schlepp stehenden 290-mm-Zinken. Die zwölf Zinkenträger ermöglichen einen geringen Durchmesser der Stirnräder. Dadurch konnte die stabile Kreiseleggenwanne kompakt und damit leicht konstruiert werden. Die kurze Bauform erlaubt eine nahe Positionierung an den Traktor. Kernstück der neuen «KE 3002-240 Rotamix» ist das «DirectDrive»-Getriebe, über das der höhere Kraftfluss direkt auf die Stirnräder der Werkzeugträger übertragen wird. Die Maschine ist mit dem «QuickLink»-Schnellkuppelsystem erhältlich. Damit kann die Kreiselegge mit nur wenigen Handgriffen mit verschiedenen Sämaschinen verbunden werden. Die Kreiselegge kann mit Zapfwellendrehzahlen 540/750/1000 eingesetzt werden.

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Aktuelles

Silofolien-Recycling nimmt Fahrt auf

Das Recycling von Silofolien in der Schweiz wird ab Januar 2022 massiv erweitert. Dazu wurde unter der Ägide des Dachverbands Kunststoff.swiss am 14. Juli 2021 ein Verein gegründet, der ein bereits in der EU bewährtes System einführen

136-PS-Transporter von Aebi Aebi wagt im Bereich der Transporter den Schritt in einen höheren Leistungsbereich und stösst mit dem 136 PS starken «TP 470 Vario» in eine neue Leistungsklasse vor. Der neue Transporter basiert auf dem «VT 450 Vario», ist aber neu aufgebaut und wird von einem 3-l-Motor von VM angetrieben. Weiter kommt beim neuen Transporter ein stufenloses leistungsverzweigtes Getriebe zum Einsatz. Das Gesamtgewicht wird mit 10 t angegeben. Ebenfalls gibt es die bekannte Doppelquerlenker-Aufhängung, die für guten Fahrkomfort und sicheres Fahren im Gelände sorgen soll. Mit vier Schnellverschlüssen ist ein rascher Gerätewechsel möglich. Bei der Kabine gibt es neben einem neuen Design an der Front mehr Glasfläche für die gute Sicht, neue Aussenspiegel und ein modernes LED-Beleuchtungs-Paket.

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wird. Das System «Erntekunststoffe-Recycling Deutschland» («ERDE») ist in unserem Nachbarland seit Jahren sehr erfolgreich. In der Schweiz kam das Recycling von Silofolien bisher nie richtig in die Gänge. Unter dem Namen «ERDE Schweiz» sollen nun auch in der Schweiz die Folien gesammelt und dort, wo die Recylingkapazitäten bereits ausgeschöpft sind, in die EU zu spezialisierten Recyclingbetrieben exportiert werden. Finanziert wird das System durch Beiträge der Hersteller, heisst es in einer Pressemitteilung von Kunststoff.swiss. Diese Beiträge, im Prinzip handelt es sich um vorgezogene Recyclinggebühren, sollen schlussendlich an die Sammelstellen gelangen, um die gesamten Aufwände in der Logistik und das Weiterverarbeiten möglichst tief zu halten. Der unabhängige Verein «ERDE Schweiz» werde unter der Führung von Kurt Röschli und von Kunststoff.swiss im Austausch mit den Behörden sicherstellen, dass das System per 1.1.2022 operativ wird. Zusammengesetzt ist der neue Verein aus Herstellern, Händlern, Entsorgern und Lohnunternehmer Schweiz. Er wird präsidiert von Kurt Röschli.

Zwei neue Modelle

Die Serie «7 TTV» von Deutz-Fahr umfasst nun die Modelle «7250 TTV» und «7250 TTV HD». Beide bieten mehr Komfort und eine höhere Zugkraft. Das Ölwechselintervall des Motors wurde auf 1000, jenes des Getriebes auf 2000 Stunden erhöht. Der 6,1-l-Motor von Deutz leistet bis zu 247 PS bei einem maximalen Drehmoment von 1072 Nm. Das neue stufenlose Getriebe basiert auf der Kombination von zwei hydrostatischen Einheiten, die mit optimierten mechanischen Komponenten gepaart sind. Die noch stärker geneigte Motorhaube ermöglicht zusammen mit der hochgesetzten Kabine eine bessere Sicht. An der Front gibt es eine «Dual Speed»-Zapfwelle mit den Drehzahlen 1000 und 1000E. Die Load-Sensing-Pumpe ist mit drei verschiedenen Fördermengen mit bis zu 210 l/min erhältlich. Das Heckhubwerk vermag bis 10 t (11,1 t bei der «HD»-Version) zu heben. Erstmals in dieser Leistungsklasse gibt es bei Deutz-Fahr ein Light- und Ready-Kit für den Frontlader.


Aktuelles

Neue Führung Bei Lohnunternehmen Schweiz ist es per 1. Juli 2021 zu einem Wechsel im Präsidium und in der Geschäftsführung gekommen. Neuer Präsident von Lohnunternehmer Schweiz ist Christian Kuhn, Lohnunternehmer aus Zürich. Christian Kuhn löst Oskar Schenk aus Schwarzenburg BE ab, der das Präsidenten-Amt im Frühling 2019 übernommen hat. Neue Geschäftsführerin von Lohnunternehmer Schweiz ist Karin Essig. Sie war bisher im Sekretariat tätig und hat auf 1. Juli die Geschäftsführung von Nicolas Eschmann übernommen. Vize-Präsidenten der Vereinigung sind neu Fernand Andrey aus Bonnefontaine FR und Daniel Haffa aus Andwil TG.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die «Schweizer Landtechnik» in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

Spatenstich Um mit modernster Infrastruktur der rasanten Entwicklung der Landtechnik Schritt halten zu können, baut Jürg Müller AG in Effingen AG am alten

Standort am Fusse des Bözberges eine neue Werkstatt samt Lager. Am 23. Juli ist der Spatenstich für das Fr. 1,5-Mio. teure Projekt mit Behörden, Planern und Bauausführenden erfolgt, die Inbetriebnahme ist Mitte 2022 vorgesehen. Seit 33 Jahren in der Branche tätig, verkauft und repariert Jürg Müller (vorne Mitte) mit einem siebenköpfigen Team Traktoren und Landmaschinen sowie Kleingeräte und importiert Allzweckanhänger, Mulchgeräte, Doppelmesser-­ Schneidgeräte und Schneidspalter für die Holzbearbeitung.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell Claas «Xerion 5000» von Siku im Massstab 1:32.

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Klimafreundliche Treibstoffe Synhelion und die Empa führen ein gemeinsames Forschungsprojekt für die weitere Entwicklung eines Hochtemperatur-Energiespeichers durch, der ein zentraler Bestandteil bei der Herstellung von klimafreundlichen solaren Treibstoffen ist. Für die Herstellung dieser synthetischen Treibstoffe hat das Spin-off der ETH Zürich ein solar-thermochemisches Verfahren entwickelt, das auf Prozesswärme aus konzentriertem Sonnenlicht basiert. Damit die chemischen Reaktoren für die Herstellung von synthetischen Treibstoffen rund um die Uhr betrieben werden können, wird ein kosteneffizienter Hochtemperatur-Wärmespeicher benötigt. Dieser speichert einen Teil der Solarenergie für die Nacht oder für bewölkte Perioden und ermöglicht somit einen kontinuierlichen Betrieb der Reaktoren.

Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors Claas «Xerion 5000». Die glückliche Gewinnerin des Modells Deutz-Fahr «Agrotron X720», das in der Juni/Juli-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben war, heisst Evelyne Brunner. Sie kommt aus 2333 La Ferrière BE.

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Markt | Interview

Gregor Dietachmayr (links) verantwortet als Sprecher der Geschäftsführung das Ressort Vertrieb und Marketing, Markus Baldinger (rechts) jenes für Forschung, Entwicklung und Digitalisierung innerhalb der fünfköpfigen Geschäftsführung von Pöttinger. Bilder: R. Engeler

Das beste Arbeitsergebnis zählt Seit drei Jahren wird das Familien-Unternehmen Pöttinger von «externen» Personen geleitet. Die «Schweizer Landtechnik» sprach mit Gregor Dietachmayr (Sprecher der Geschäftsführung) und mit Markus Baldiger (Forschung, Entwicklung und Digitalisierung) über zurückliegende und bevorstehende Herausforderungen. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: Wie ist das eben abgelaufene Geschäftsjahr 2020/​ 2021 für Pöttinger verlaufen? Gregor Dietachmayr: Die Zahlen liegen noch nicht final vor. Ich kann es aber schon vorwegschicken: Es wird eines der besten, wenn nicht das beste Geschäftsjahr werden – vielleicht ein bisschen paradox in Zeiten von Corona. Wir sehen uns aber nicht als Profiteure der Lage. Die Landtechnik wie die Landwirtschaft selbst gehören zu systemrelevanten Branchen. Wie sind Sie durch diese Pandemie gekommen? Dietachmayr: Es war herausfordernd und spannend zugleich. Als an einem Sonntag 8

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Mitte März 2020 der Lockdown über Öster­reich verkündet wurde, hat sich die Geschäftsleitung noch am selben Nachmittag getroffen und erste Massnahmen ergriffen. In der Folgewoche wurde Betriebsurlaub verordnet und die Produktion heruntergefahren. Später wurde mit entsprechenden Schutzkonzepten das Ganze wieder hochgefahren, zumindest so weit, wie es die Umstände zuliessen. Gab es Engpässe bei der Zulieferung? Dietachmayr: In Norditalien, von wo die europäische Landtechnik-Industrie viele Teile bezieht, war die Situation kritisch. Unsere Beschaffungsexperten waren jedoch aktiv und haben neue Möglichkei-

ten geprüft, teilweise mit Unterstützung der Wirtschaftskammer Österreichs und ihrem Stützpunkt in Mailand. Die Systemrelevanz hat uns dabei geholfen. So hat es in Italien Betriebe gegeben, die für die Landtechnik Teile produzieren durften, aber für die Automobil-Industrie nicht. Es wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit die Lieferkette weiterhin funktionieren konnte. Aber ja, ein paar Wochen lang mussten wir schon leiden. Leiten Sie daraus Veränderungen in der Zuliefererlogistik oder in Ihrer eigenen Fertigungstiefe ab? Dietachmayr: Pöttinger hat im Vergleich zu ähnlichen Betrieben eine hohe Ferti-


Interview | Markt

gungstiefe. Zudem sind viele unserer Lie­ feranten in überschaubarer Entfernung angesiedelt. Und was die elektronischen Bauteile betrifft, sind wir nicht aus­ schliesslich auf Fernost, sondern gröss­ tenteils auf den europäischen Raum fo­ kussiert. So gesehen drängen sich nicht grosse Änderungen auf. Zurück zum Geschäftsergebnis: Können Sie das erwartete Ergebnis etwas konkretisieren? Dietachmayr: Pöttinger gibt seit Jahren seinen Umsatz bekannt, mehr nicht, und das hat sich auch bewährt. Für 2020/2021 wird dieser Umsatz um die 400 Mio. Euro betragen, nach gut 360 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. Ich gehe davon aus,

Gregor Dietachmayr: «Ein übergeordnetes Ziel des 150-jährigen Familienunternehmens Pöttinger ist das Bewahren der Unabhängigkeit.»

dass auch die Rentabilität gestiegen ist. Aber Achtung: Diese wird sich in den kommenden Monaten gleich wieder ver­ schlechtern. Die enorm gestiegenen Roh­ stoffpreise werden in den nächsten Mona­ten auf die Rentabilität drücken.

Wie teilt sich der Umsatz auf die Segmente Bodenbearbeitung, Saattechnik und Grünland auf? Dietachmayr: Pöttinger ist traditionell in der Grünlandbewirtschaftung gut veran­ kert und will diese starke Position weiter festigen. Das Wachstumspotenzial liegt aber im Ackerbau, und dort wollen wir die Produktion von bestehenden sowie neuen Maschinen ausbauen. Die Umsat­ zaufteilung zwischen Grünland und Ackerbau, noch vor wenigen Jahren bei 65 : 35, hat sich mittlerweile auf 55 : 45 entwickelt und wird sich in Richtung 50 : 50 bewegen. Das ist ein bisschen an­ ders als in der Schweiz, wo der Umsatz­ anteil mit Grünlandmaschinen doch rund 90 % ausmacht. Zum Schweizer Markt, wie sind Sie generell zufrieden? Dietachmayr: Mit dem Schweizer Markt sind wir sehr zufrieden, auch was die Ent­ wicklung betrifft. Die Schweiz ist für uns traditionsgemäss ein etablierter Schwer­ punkt-Markt, wozu auch die Heimmärkte Österreich und Deutschland sowie Frank­ reich zählen. Wo sehen Sie noch Potenzial? Dietachmayr: Neben den Schwerpunkt-​ Märkten unterscheiden wir die mittel­ starken und Märkte mit Potenzial: Zur ersten Gruppe gehören Tschechien und Polen, grosses Potenzial sehen wir im Norden Europas, in Grossbritannien und Nordamerika, aber auch im Norden und Osten Deutschlands.

Welchen Anteil des Umsatzes erwirtschaften Sie im Ausland? Dietachmayr: Aktuell sind es um die 90 %. Wie lebt es sich eigentlich als Gerätehersteller in einem Markt, auf dem sich die Full-Liner ausdehnen wollen und beim Handel auf Exklusivität pochen? Dietachmayr: Es wird Sie nicht verwun­ dern, dass diese Frage uns in den strategi­ schen Überlegungen stets beschäftigt. Ich kann Ihnen aber versichern: Ein überge­ ordnetes Ziel des Familienunternehmens Pöttinger ist das Bewahren der Unabhän­ gigkeit. Es gab und gibt zwar immer wie­ der Übernahmegerüchte, und es hat wohl schon jeder der «Grossen» bei uns an­ geklopft. Es gab auch solche, die auf eine entsprechende Absage mit einer Trotzre­ aktion reagiert haben, so im Sinne: «Dann machen wir euch das Leben schwer». Und, wie haben Sie reagiert? Dietachmayr: Es wäre gelogen, wenn uns das nicht beschäftigt hätte. Wir sehen aber, dass – vielleicht nicht in Europa, aber in den USA – sich die Lage schon wieder etwas entschärft. Ich möchte nun nicht überheblich sein, aber letztlich macht die Arbeit die Maschine hinter dem Traktor. Und diese Qualität oder das beste Arbeits­ ergebnis ist letztlich das, was zählt. Wir bei Pöttinger sehen unsere Position als Ge­ rätespezialist für das Grünland und den Ackerbau. Da wollen wir dafür sorgen, dass unsere Maschinen das beste Arbeits­ ergebnis liefern können. Stellen Sie auch solche Überlegungen an, dass Sie Ihre Handelstätigkeit, Ihre Vertriebspartnerschaften anders aufbauen? Dietachmayr: Sagen wir es so, wir sind höchst sensibilisiert und haben unsere Konzepte in der Schublade, sollte in der klassischen Distribution etwas passieren. Aktuell ist es so, dass ein Händler den Traktor als Leitmaschine im Angebot hat, daneben aber auch verschiedene Anbau­ geräte verkauft. Es gibt aber auch erfolg­ reiche Händler, die nur Anbaugeräte im Sortiment führen.

Gregor Dietachmayr sieht für Pöttinger weiteres Wachstumspotenzial im Ackerbau sowie auf Märkten im Norden Europas und in Nordamerika.

Ist es möglich, dass Sie im Handel Allia­nzen mit anderen Geräteherstellern eingehen? Dietachmayr: Das ist durchaus möglich, dass man Distributionsstellen mit Part­ nern einrichtet, mit denen man nicht in direkter Konkurrenz steht. 8

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Markt | Interview

Nach dem Rückzug von Klaus Pöttinger 2016 hat sich vor drei Jahren auch Heinz Pöttinger aus der operativen Geschäftsführung zurückgezogen. Wie funktioniert heute das Nebeneinander von «familienfremder» Geschäftsleitung mit den Eigentümern? Dietachmayr: Die Zusammenarbeit der Geschäftsführung mit den Eigentümern hat sich sehr gut entwickelt. Die Auftei­ lung auf fünf Ressorts mit jeweils einem Geschäftsführer hat sich bewährt. An­ fänglich war es sicher ein Lernprozess, al­ le mussten erst ihre Rolle finden, haben diese aber rasch auch gefunden. Heinz und Klaus Pöttinger sind jetzt im Aufsichtsrat und haben ungebrochen hohes Interesse an der Entwicklung der Unternehmung. Sie sind operativ nicht aktiv und ziehen eine klare Trennlinie zwischen operativer Geschäftsführung und ihrem Verantwortungsbereich. Ir­ gendwann kommt jedoch der Zeitpunkt und die fünfte Generation – derzeit noch in Ausbildung – wird ins Geschäft ein­ steigen. Vielleicht wird es dann in Sa­ chen Geschäftsführung eine Mischform mit familieneigenen und externen Füh­ rungskräften geben. Mit dem System «Sensosafe» zur Rehkitzrettung machte Pöttinger vor einiger Zeit Furore. Wie steht es um die Markteinführung dieses Produkts? Markus Baldinger: «Sensosafe» wurde im letzten Jahr an der «Innovation Farm» aus­ giebig getestet. Wir haben diese Ergebnis­ se genutzt, um das System weiter zu opti­ mieren, konnten heuer eine mittelgrosse zweistellige Zahl an Maschinen aus einer Vorserie verkaufen und diese auf Flächen in Österreich, Deutschland und Tschechien im Praxiseinsatz näher überprüfen. Auf 1100 Hektar gemähten Flächen konnte man 135 Tiere retten. Die Zahl der nicht geretteten Tiere betrug 14. Neben Reh­ kitzen wurden auch Hasen und Fasane entdeckt, was das Einsatzspektrum von «Sensosafe» weiter ausdehnt. Wo sehen Sie die Vorteile von «Sensosafe»? Baldinger: Das System arbeitet unabhän­ gig von der Sonne und deren Lichtein­ strahlung sowie von der Temperatur. Das ist der grosse Unterschied zu den Droh­ nen, die eigentlich nur morgens so wirk­ lich richtig funktionieren. «Sensosafe» wird ab dem nächsten Jahr in Vollserie verfügbar sein und ist dann für weitere Märkte offen. 10

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Im Zusammenhang mit den rotierenden Mähwerken ist meist das Insektensterben ein Thema. Sehen Sie Ansätze, wie man mit technischen Entwicklungen diesem Problem entgegenwirken kann? Baldinger: In dieser Sache haben wir uns an einem Forschungsprojekt beteiligt. Dort wurde festgestellt, dass speziell mit unse­ rem Scheiben-Mähbalken die Insekten kaum geschädigt werden. Kritisch wird es mit dem Aufbereiter. Diesbezüglich suchen wir nach besseren Lösungen. Ich kann sa­ gen, dass Pöttinger nicht nur ein klassischer Maschinenbauer ist, sondern mittlerweile das gesamte Ökosystem in die Entwicklung neuer Geräte einbezieht. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, gerade bei «Senso­ safe», dass man Stückzahlen generieren kann und solche Systeme dadurch preislich attraktiv werden. Wie ist die Resonanz des Markts auf den «Gleitkufen»-Schwader? Baldinger: Das ist ein Gerät, das frisch auf dem Markt ist. Anfänglich ist es bei Kun­ den vielleicht wie ein «Ufo» angekom­ men. Bei neuen Innovationen ist das ja oft so. Dieser «Gleitkufen»-Schwader entspricht aber voll unserer Philosophie: Wir wollen das beste Arbeitsergebnis er­

Markus Baldinger: «Wir als Firma Pöttinger präferieren bei den Anhängerbremsen klar die pneumatische Lösung, haben aber auch eine hydraulische Variante so weit entwickelt, dass wir sie anbieten können, vor allem im kleinen Ladewagen-Segment.»

zielen, was im Grünland bedeutet, das beste Futter ohne Verschmutzung – auch im schwierigen Gelände. Obwohl unser Fünfrad-Fahrwerk mit Tastrad bei Schwa­ dern in der Regel sehr gute Arbeitsergeb­ nisse liefert, gibt es immer wieder Gege­ benheiten, speziell auf Weideflächen mit tiefen Abdrücken, wo man mit konven­ tioneller Technik an die Grenzen stösst. Für diese Anforderungen wurde diese Gleitkufe entwickelt. Der Schwader schwebt quasi über den Boden und sorgt für saube­res Futter mit hoher Qualität.

Markus Baldinger: «Bei der Entwicklung neuer Geräte steht für Pöttinger das Erzielen des besten Arbeitsergebnisses im Zentrum.»

Stellen Sie Megatrends fest, wohin sich die Grünlandtechnik entwickeln wird? Baldinger: Wir behandeln solche oder ähnliche Fragen regelmässig im Rahmen unserer Trendanalysen. Beispielsweise, welche Folgen hat der Klimawandel, der CO2 -Ausstoss auf das Grünland, wird es andere Pflanzen geben, die nach anderen Ernteverfahren rufen, und so weiter. Ge­ nerell sind es Aspekte der Nachhaltigkeit, die mehr und mehr in unsere Überlegun­ gen einfliessen. Weitere Themen betref­ fen die Automatisierung, Digitalisierung oder vermehrte Aufzeichnungspflichten, was zu Fragen von Telemetrie und Kon­ nektivität oder Datenaustausch zwischen Maschinen führt. Wie schon erwähnt, es wird nicht das einzelne Gerät im Fokus sein, sondern vermehrt das ganze Um­ feld, hier die Erntekette vom Mähen bis hin zur Ernte. Und Trends im Ackerbau? Baldinger: Im Ackerbau sind es strengere Düngeverordnungen, Reduktion des Ein­ satzes von Pflanzenschutzmitteln oder das Precision Farming. Wir sehen einen Trend in Richtung hybride Landwirt­ schaft. Das heisst, die Kombination des klassischen Ackerbaus mit Elementen des Bio-Landbaus. Weiter stehen die minima­ le und ultra­flache Bodenbearbeitung so­ wie die Ressource «Wasser» im Fokus. Geben diese Gedanken auch Anlass, das bestehende Produktsortiment auszuweiten? Baldinger: Ja, wir haben in diesem Jahr Geräte für die Kulturpflege wie Hack- oder Striegelgeräte in unser Programm aufge­ nommen. Diese Technik wird weiter opti­ miert, beispielsweise um damit gleichzeitig auch Dünger ausbringen zu können.


Interview | Markt

In anderen Bereichen versuchen wir, unsere Angebotspalette weiter zu optimieren. Im Grünland ist Pöttinger ein FullLiner, im Ackerbau, bei der Bodenbearbeitung gibt es doch noch die eine oder andere Lücke, die wir zu schliessen versuchen, beispielsweise bei Scheibeneggen oder Grubbern. Geht es auch in Richtung Düngen und Pflanzenschutz? Baldinger: Wenn Sie den Düngerstreuer oder die Pflanzenschutzspritze meinen, nein. Aber Düngung in Kombination mit Sä- oder Hacktechnik, das werden wir künftig vermehrt anbieten können. Ein Megatrend in der Landtechnik ist die Digitalisierung. Wie ist Pöttinger in diesem Segment unterwegs? Baldinger: Ich unterscheide zwischen Digitalisierung in der Gesamtheit und der Produkt-Digitalisierung. Wir können unseren Kunden derzeit in beiden Bereichen entsprechende Dienstleistungen anbieten. Wir waren bei der Entwicklung von «Next Farming» involviert, ermöglichen den Zugang zur offenen Plattform «Agrirouter». Auch in Sachen Produkt-Digitalisierung steht unser Motto «das beste Arbeits­ergebnis» im Zentrum oder anders ausgedrückt die Sensorik zur Erfassung des besten Arbeitsergebnisses. Wir wollen im Grünland und im Ackerbau dieses Arbeitsergebnis noch besser steuern oder beurteilen können. So haben wir beispielsweise «Smart Seeding» entwickelt, um mit der Kreiselegge die Krümelstärke beeinflussen zu können, sind aber auch mit Kameras und anderen Sensor-Systemen auf unseren Maschinen unterwegs. Neue Technologien, Landwirtschaft 4.0 oder Smart Farming sind für alle eine Herausforderung. Wenn ich mit Landwirten spreche, bekomme ich oft die Antwort «ich fühle mich etwas alleingelassen». Teilen Sie diese Einschätzung und was unternehmen Sie dagegen? Baldinger: Ja, diese Einschätzung teile ich durchaus. Konnte man früher viele Maschinen noch selbst reparieren, steht man heute oft vor einer Blackbox. Wir Hersteller sind deshalb in der Pflicht, den Kunden noch bessere Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, damit diese die Maschinen, die Systeme besser verstehen. Wir müssen auch in die Ausbildung investieren, um speziell digitale Technologien in der Beratung gezielter vermitteln zu können.

In Österreich gibt es eine «Innovation Farm». Wie arbeiten Sie mit dieser Insti­tution zusammen? Baldinger: Pöttinger gehörte zu den Ini­ tianten dieser Farm. In der Cema, dem europäischen Fachverband der Land­ technik-Hersteller, hat man sich intensiv Gedan­ ken darüber gemacht, wie man speziell diese digitalen Technologien einfacher vermitteln und verbreiten kann. So ist diese Idee in Österreich dann zur «Inno­vation Farm» gereift. Dort können wir fertige Lösungen auf Herz und Nieren von einer externen Institution testen lassen. Verfügen Sie dort über ungehinderten Zugang, wenn Sie mit einem neuen Produkt, einer neuen Entwicklung zum Test antreten wollen? Baldinger: Grundsätzlich ist es eine österreichische Initiative, die aber dem gesamten Landtechnik-Markt in Europa offensteht. Ungehindert oder unendlich ist der Zugang nicht, da die Kapazitäten letztlich endlich sind. Wir haben beispielsweise unser «Sensosafe»-System dort intensiv getestet und dabei wertvolle Ergebnisse mitnehmen können. Kommen wir auf die Anhängerbremsen zu sprechen. Wie begegnen Sie dem «Glaubenskrieg» hydraulische versus pneumatische Bremsen? Baldinger: Dieses Thema beschäftigt mich als Vorsitzender und Mitglied verschiedener technischer Gremien in Europa und Deutschland sehr intensiv. Das pneumati-

sche System ist seit Jahren bewährt und ich sehe durchaus die Vorteile dieser Technik – auch in Sachen Sicherheit. Anderseits gibt es die Problematik, dass es einen grossen Bestand an älteren Traktoren und Maschinen gibt, die mit hydraulischen Bremssystemen funktionieren. Wir haben uns dazu entschlossen, Übergangsszenarien zu entwickeln und solche den Kunden auch anzubieten. Wir als Firma Pöttinger präferieren jedoch klar die pneumatische Lösung, haben aber auch eine hydraulische Variante so weit entwickelt, dass wir sie anbieten können, vor allem im kleinen Ladewagen-Segment. Bei den grösseren Ladewagen gibt es nur die pneumatische Bremse. Wann wird man Pöttinger-Maschinen wieder an einer Ausstellung sehen – oder anders gefragt, hatte die Corona-Pandemie einen Einfluss, dass Sie Änderungen in der Messebeschickung vornehmen werden? Baldinger: Die Zahl der Messen hat in den vergangenen Jahren zugenommen, was für uns Hersteller nicht ganz einfach ist. Wir wünschen einen besser abgestimmten internationalen Messekalender und werden uns künftig auf bestimmte, wohl weniger Ausstellungen konzentrieren. Der direkte Kontakt zu den Kunden ist uns sehr wichtig. Die Pandemie hat dazu geführt, dass man sich Gedanken über neue Modelle wie digitale Messeauftritte machen musste. Pöttinger hat mit einem Start-up-Unternehmen diesbezüglich einen digitalen Auftritt entwickelt.

Die Zusammenarbeit der aktuellen Geschäftsführung mit den Eigentümern habe sich sehr gut entwickelt, betonen Gregor Dietachmayr und Markus Baldinger im Interview mit der «Schweizer Landtechnik».

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Markt | Firmen

Fritz Hofer, Michael Graf und Bernhard Läubli vom Precision Center posieren zusammen mit Jürg Minger (Geschäftsführer Bucher Landtechnik, v. l. n. r.) vor einer kommunalen Anwendung des «Xpower» zur Bekämpfung von Unkräutern auf Wegen und Strassen mit Strom. Bild: R. Engeler

Vertiefte Präzision Vor etwas mehr als zwei Jahren hat Bucher Landtechnik das «Precision Center» gegründet und dieses Kompetenzzentrum seither kontinuierlich auf- und ausgebaut. Seit Anfang August wird das «Precision Center» von Bernhard Läubli geleitet. Roman Engeler

Die Bedeutung digitaler Technologien nimmt laufend zu – auch in der Landwirtschaft. Man verspricht sich eine effizientere und gleichzeitig auch eine generell nachhaltigere Bewirtschaftung. Die Palette solch digitaler Technologien beginnt bei der GPS-basierten Lenkhilfe für Landmaschinen, geht über die gezieltere Applikation von Düngemitteln sowie Pflanzenschutzpräparaten und endet bei vollständig autonom agierenden Maschinen, die man in wohl nicht allzu ferner Zukunft auf den Feldern antreffen wird. Diesen Trend will man bei Bucher Landtechnik nicht verpassen. Ganz im Gegenteil, man möchte diese Entwicklung aktiv mitgestalten. So wurde dafür bereits vor rund zwei Jahren mit dem «Precision Center» ein eigenes Kompetenzzentrum geschaffen. Damit wollte man das vor12

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handene Know-how in den bestehenden Abteilungen wie den Traktorencentern Case-Steyr und New Holland oder dem Kuhn Center bündeln und den Kunden hersteller- oder markenübergreifend digitale Lösungen anbieten und dazu auch den notwendigen Support liefern.

Treibende Kräfte Für Jürg Minger, Chef von Bucher Landtechnik, steht es ausser Zweifel, dass sich der Markt für smarte Technik in der Landwirtschaft rasant entwickeln wird. Einerseits seien dafür die fortschreitenden Entwicklungen selbst verantwortlich, anderseits trage aber auch der gesellschaftliche Druck verbunden mit politischen Rahmenbedingungen dazu bei, dass dieser Markt regelrecht befeuert werde. «Nach der Übernahme gewisser Handels- und

Vertriebsaktivitäten von Grunderco hat Bucher Landtechnik den Bereich des Precision Farmings sukzessive ausgebaut», führt Minger weiter aus. Mitgeholfen hat dabei, dass CNH Industrial, mit den Traktorenmarken New Holland, Case IH und Steyr einer der Hauptlieferanten von Bucher Landtechnik, selbst viel in diesen Bereich investiert hat und vor einiger Zeit mit «AgXtend» eine eigene Marke für Lösun­ gen rund um die Präzisionslandtechnik geschaffen hat.

Plattform «AgXtend» «AgXtend» versteht sich als Plattform für Start-ups, aber auch für bereits etablierte Firmen, die so mit ihren innovativen Produkten die Vertriebskanäle von CNH Industrial nutzen können. Mit diesem offenen Ansatz schlug CNH Industrial seiner-


Firmen | Markt

dass ein Kunde je nach individuellen Bedürfnissen die für ihn passende Lösung auswählen kann.

Offener Ansatz Diesen von «AgXtend» vorgelebten offenen Ansatz pflegt man auch beim Precision Center von Bucher Landtechnik. «Etwa die Hälfte unseres Umsatzes Ein Gerät vom Typ «XPower XPU» (kommunale Ausführung) generieren wir mit Kunden im praktischen Einsatz. Bild: R. Engeler unserer Marken, die andere Hälfte mit Kunden, die Maschinen anderer Hersteller zeit einen neuen Weg ein. Man wollte die nutzen», berichtet Fritz Hofer, der sich bereits seit 15 Jahren mit der PräzisionslandPartner nicht einfach einverleiben und wirtschaft, insbesondere mit den Lenksysquasi in eine geschlossene CNH-Forschungsabteilung integrieren, sondern temen, beschäftigt. So betreibt Bucher belässt diese Firmen mit einem hohen Landtechnik mit dem «Precision Net» ein RTK-Korrektursignal mit festen Stationen Grad an Eigenständigkeit. Ziel ist es, neue Technologien auf einfachem und schnelin der Schweiz, die ihrerseits europaweit in lem Weg in die Praxis zu bringen. einem Netzwerk von über 1200 Stationen eingebunden sind. Produkte von «AgXtend» – sie reichen heute von der Applikation für die Bodenbearbeitung und Saat über die Düngung Vereinbarung mit Ecorobotix und Unkrautbekämpfung bis hin zur Ernte Eine Partnerschaft ist Bucher Landtechnik mit Ertragserfassung – können dabei probvor kurzem mit Ecorobotix eingegangen. lemlos in die bestehenden Precision-FarEcorobotix hat sich der Entwicklung und ming-Plattformen von Case IH (AFS), Steyr dem Bau innovativer Landtechnik verschrie(S-Tech) oder New Holland (PLM) integriert ben und kann diese nun über die Vertriebskanäle von Bucher Landtechnik im Markt werden. Darüber hinaus sind viele Lösunplatzieren. Das junge Unternehmen Ecorogen herstellerübergreifend nutzbar, sofern botix hat mit dem System «ARA» ein Pflandie technischen Voraussetzungen dazu erzenschutzgerät zur Marktreife entwickelt, füllt sind. CNH bietet dadurch seine Precidas mit künstlicher Intelligenz, hochauflösion-Farming-Lösungen für alle Anwender senden Kameras und punktuell agierenden hersteller- und markenübergreifend an, so

Düsen Unkräuter erkennen und mit Kleinstmengen von Herbiziden besprühen kann. Das Gerät kann aber auch zur Applikation von Insektiziden, Fungiziden oder Düngemitteln eingesetzt werden, und zwar in Reihenkulturen, im Gemüsebau oder auf Wiesen und Weiden.

«XPower» Beim Unternehmen Zasso, Entwickler im Bereich der elektrischen Unkrautbekämpfung, hat CNH Industrial eine Minderheitsbeteiligung erworben, vertreibt vor allem aber diese Technik über die entsprechenden Kanäle. So auch in der Schweiz, wo das Precision Center von Bucher Landtechnik eine erste Ausführung für die kommunale Anwendung im Markt platzieren konnte. Damit könne man den spezifischen Unkrautbekämpfungsbedürfnissen in Industriegebieten und Strassen gerecht werden, erklärt Michael Graf, der bei Bucher Landtechnik diese Sparte betreut. Unkräuter an Randsteinen oder auf Kieswegen, die heute mit ökologisch fragwürdigen Methoden wie Heisswasser, Wasserdampf oder durch Abflammen behandelt werden, können mit dem «Xpower XPU» effizient und einfach behandelt werden, so Graf weiter. Hersteller Zasso hat den Elektro-Unkrautvertilger auch für den flächigen Einsatz auf Feldern sowie für den Obst- und Weinbau adaptiert. In naher Zukunft soll eine weitere Lösung speziell für Reihenkulturen im Ackerbau auf den Markt kommen.

Personeller Ausbau

Die Bedeutung digitaler Technologien steigt – auch in der Landwirtschaft, wo heute Spurführungssysteme bereits etablierter Standard sind. Bild: Case IH

Das noch überschaubare Team des Precision Centers will Bucher Landtechnik konti­nuierlich aufstocken – auch in der Westschweiz. «Unser Ziel ist, dass wir schweizweit die Nummer eins im Geschäft mit digitaler Landtechnik werden», umreisst Jürg Minger die Strategie. Wie bereits erwähnt, will man bei Bucher Landtechnik die Entwicklung auf diesem Gebiet aktiv begleiten und auch für kommende Herausforderungen wie Einsätze von Robotern und anderen autonom agierenden Maschinen gerüstet sein, damit man möglichen Kunden auch den notwendigen Support bieten kann. Mit Bernhard Läubli wurde das Precision Center auf Anfang August verstärkt. Bernhard Läubli war bisher zuständig für den Schweizer Vertrieb der Marke New Holland. Er leitet nun das Precision Center und wird dort vermehrt seine agronomischen Kenntnisse einbringen können. 8

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Markt | Neuheiten

Korrekturreferenz über die Nutzung der Signale von WAAS, Egnos und MSAS.

Kompatibel für die meisten Marken Die «AGS-2»-Box wird serienmässig mit der differentiellen Korrekturbereinigung von WAAS und Egnos verkauft. Dieses weiterentwickelte Equipment ist so vor­ disponiert, dass es das NTRIP-Protokoll und optional das RTK-Signal nutzen kann. Mit integrierter Steuerungstechnologie eignet es sich bestens für die Applikation der automatischen Lenkung, namentlich über ein elektrisch angesteuertes Lenkrad. «Die Geräte von Topcon sind praktisch mit allen Marken kompatibel», betont Brian Sorbe, Vizepräsident für globale Produktlösungen bei Topcon. Die beiden Aggregate profitieren von der IP69K-Schutz­ klasse. Sie sind ausgerüstet mit einem DT-12-Anschluss und so gebaut, dass sie auf jeder Topcon-Konsole der «X multi-​ touch»-Familie funktionieren.

Korrektur à la carte

Unter den neuen von Topcon vorgestellten Produkten integriert der weiterentwickelte Empfänger «AGS-2» einen Lenkpiloten und empfiehlt sich deshalb für Anwendungen mit autonomem Lenksystem. Bild: Topcon

Neue Lenksysteme und Korrekturdienste Topcon Agriculture bringt zwei neue Steuerungs­ empfänger auf den Markt sowie auch einen neuen GNSSKorrekturdienst mit dem Ziel der Kostenoptimierung in Echtzeit. Matthieu Schubnel Topcon Agriculture bringt zwei kompakte Empfänger «AGM-1» und «AGS-2» für die manuelle und die automatische Steuerung auf den Markt. Der Konstrukteur versteht darunter, eine zuverlässige Technologie für jene Arbeitsprozesse anzubieten, bei denen die Einhaltung der Positionsdaten ent14

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scheidend ist, um von der Saat bis zur Ernte eine optimale Entwicklung der Kulturen zu garantieren. Die «AGM-1»-Box bietet eine manuelle Lenkbeeinflussung für vielerlei Anwendungen. Ihre angesagte Genauigkeit von einem Durchgang zum nächsten beträgt 35 cm, oder 20 cm mit

Im Übrigen stellt der Lieferant seinen neuen «Topnet-Live-Korrektur-Service» GNSS in Echtzeit vor; er kombiniert RTK und PPP (präzise Punkt-Positionierung), um konstant eine Flächenabdeckung zu garantieren. Dieses System nutzt insbesondere die von Topcon und Partnern installierten RTK-Stationen, das Mobilfunknetz und auch die Satellitenortung. Der Wechsel von einer Technologie zur andern erfolgt automatisch und ist für den Landwirt doch transparent. Für Profi-Anwender kann das System die genaue Lenkung trotz Unterbrechung des RTK-Signals in schlecht abgedeckten Zonen aufrecht­ erhalten (Skybridge).

Vier Pakete wählbar Für die Kostenoptimierung wählt der Landwirt für jeden Arbeitsprozess das Genauigkeitsniveau je nach Netzabdeckung und je nach seinen Bedürfnissen (z. B. 4 cm für die Saat oder 15 cm für den Mähdrescher) zwischen vier Paketen: «Starpoint», «Starpoint Pro», «Realpoint» und «Realpoint + Sky­ bridge». Topcon bietet also bei entsprechender Kostenanpassung automatisch den gewünschten Service. «Kalibriert auf eine Genauigkeit unter 2 cm, bieten die neuen Korrekturdienste eine zuverlässige Präzision von einer Passage zur nächsten. Dank ständig sich verbessernder Netz­ anbindung und der Variabilität rentabler Abonnementsgestaltung bietet der Dienst eine zuverlässige Verbindungsstabilität – weltweit», ergänzt Brian Sorbe.


MANITOU PASST PERFEKT

Adrian Bertschy und Alban Egger bewirtschaften ihren gut 75 ha umfassenden Landwirtschaftsbetrieb als Betriebsgemeinschaft im Seebezirk des Kantons Freiburg. Hauptsächlich betreiben sie Ackerbau und Milchviehhaltung ergänzt durch Schweine- und Pouletmast, Maschinenvermietung, Dienstleistungen rund um den Kartoffelanbau und einen Wärmeverbund.

Wer ein so weitreichendes Dienstleistungsspektrum anbietet und den Ehrgeiz hat, möglichst alle Leistungen in Eigenregie zu erbringen, braucht zuverlässige Maschinen, die kräftig zupacken können. Als Ersatz für eine ältere Maschine und ergänzend zum bestehenden Maschinenpark suchten Adrian Bertschy und Alban Egger nach einem kompakten Teleskoplader, der auf dem weitläufigen Gelände, auf schwierigem Untergrund und in beengten Situationen gleichermassen gut zurechtkäme. An verschiedenen Ausstellungen informierten sich die Landwirte intensiv über die aktuellen TeleskopladerModelle und stiessen so auf den Manitou MLT 625-75 H. Anschliessend ging alles ganz schnell. Die beiden nahmen Kontakt zum Manitou-Partner in ihrer Region auf und prüften die vielversprechende Maschine anlässlich eines umfassenden, bedarfsorientierten Beratungsgespräches

« Der MLT 625-75 H kommt dank seiner kompakten Aussenmasse überall dorthin, wo andere Maschinen kapitulieren. Das gesamte Team ist begeistert von dieser perfekten Ergänzung unseres Maschinenparks. » Adrian Bertschy und Alban Egger Landwirte · Guschelmuth

auf Herz und Nieren. «Wesentlich für den Kaufentscheid waren die kompakten Masse und die komfortable Ausstattung mit dem Premium-Paket, welche ein ermüdungsarmes Arbeiten ermöglicht», sind sich die Landwirte einig. Kraftvolles Multitalent Dank der breiten Auswahl an Anbaugeräten ist der Manitou ein wahres Multitalent. Ausgerüstet mit Rundballenzange, Schaufel, Siloblockschneider, Palettengabel, Ballenspiess und Adapter für die Euro-8-Aufnahme ist er für vielfältige Aufgaben sofort einsatzbereit. «Die Maschine ermöglicht ein genaues und ruhiges Arbeiten, zudem bietet sie deutlich mehr Sicherheit beim Heben und Transportieren schwerer Lasten», betonen Bertschy und Egger, «das gibt uns ein gutes Gefühl, wenn unsere Lehrlinge solche Arbeiten ausführen.» Wertvolle Unterstützung Für die vielfältigen Arbeiten auf dem Betrieb sollte die neue Maschine als Unterstützung für einen Kompaktlader, einen Frontlader und einen Stapler dienen. Mittlerweile ist der MLT 625-75 H perfekt ins Team integriert und übernimmt das Futtermischen, Umschlagarbeiten, das Ballenhandling und das Mistladen. Dank seiner superkompakten Abmessungen 1.81 x 2 m [B x H], der Allradlenkung und der beachtlichen Bodenfreiheit kommt der Manitou praktisch überall hin. Rutschigen oder unebenen Untergrund sowie enge Durchfahrten meistert er spielend

und sein 75-PS-Kubota-Motor bringt ihn auch auf weitläufigem Gelände schnell an seinen Bestimmungsort. «Wir sind sehr zufrieden mit der Maschine, sie arbeitet schnell und zuverlässig», stellen die Besitzer fest und ergänzen schmunzelnd: «Einzig die Schutzbleche vorne könnten optimiert werden, damit der Manitou nicht immer aussieht, als ob er grade im Dreck gewühlt hätte.»

MANITOU-VERTRETUNGEN

Zürich / Ostschweiz / FL / Tessin Aggeler AG · 9314 Steinebrunn TG Tel. 071 477 28 28 · www.aggeler.ch

Zentral- / Nordwestschweiz / Bern A. Leiser AG · 6260 Reiden LU Tel. 062 749 50 40 · www.leiserag.ch


Markt | Neuheiten

struktion ist diese Rollhacke ein effizientes Werkzeug in Ergänzung zu Striegelund Hackgeräten und kann vom Vorauflauf bis zu einer Pflanzenwuchshöhe von 30 cm eingesetzt werden.

Striegel Weiter hat Pöttinger mit «Tinecare» einen Striegel im Angebot, der mit einem patentierten Federsystem für einen konstanten Druck über die gesamte Arbeitsbreite sorgt, so dass Druckschwankungen vermieden werden. Der Druck der 8 mm starken Striegel-Zinken mit 3 cm Strichabstand wird zentral und hydraulisch angepasst – zwischen 500 und 5000 g. Die Zinken sind am starren Rahmen zwangsgeführt. Ein seitliches Ausweichen der Zinken ist so nicht möglich. «Tinecare» gibt es in Arbeitsbreiten von 6,2 bis 12,2 m. Über ein Schnellwechselsystem können die Zinken bei Bedarf einfach ausgewechselt werden.

Hackgerät Fokus auf die Sterne der Rollhacke «Rotocare». Bild: R. Engeler

Einstieg in die mechanische Kulturpflege Pöttinger erweitert sein Programm mit Hack- sowie Striegel-Geräten und hat künftig drei Maschinentypen in verschiedenen Arbeitsbreiten im Angebot. Roman Engeler

Mit der Teilintegration des 2015 gegründeten Unternehmens Cross Farm Solution kann Pöttinger das bestehende Maschinenprogramm mit Hack- sowie Striegel-­ Geräten ergänzen. Anfang August wurde der entsprechende Vertrieb offiziell gestartet.

Rollhacke Die im Dreipunkt angebaute Rollhacke «Rotocare» kann neben der Unkrautbekämpfung auch zum Aufbrechen von Krusten eingesetzt werden. Weiter ist die Verschüttung von Ausfallgetreide und Unkrautsamen nach der Ernte ein Anwendungsgebiet. «Rotocare» gibt es in Arbeitsbreiten von 3 bis 12,4 m. In der 16

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breitesten Version wiegt die Maschine 3 t. Die höhenverstellbaren Spurführungsräder können mechanisch oder hydraulisch verstellt werden. Die Aggressivität der Bearbeitung wird zusätzlich über den Oberlenker bestimmt. Die einzelnen Rollsterne sind über 8,5 mm starken Federn aufgehängt, was auch bei tiefen Fahrspuren zu einer guten Bodenanpassung führt. Der Strichabstand beträgt 8,5 cm. Jeder Rollstern ist mit 16 verschleissfesten Löffelspitzen bestückt. Gefahren wird mit Tempi von 10 bis 25 km/h. Die Arbeitstiefe beträgt bis zu 4 cm. Ein Gitter schützt den Traktor vor aufgeschleuderten Steinen. Dank grosser Flächenleistung und wartungsarmer Kon-

Mit «Flexcare» hat Pöttinger nun auch ein klappbares Hackgerät im Angebot, das es in drei Arbeitsbreiten von 4,7 bis 9,2 m gibt und so alle gängigen Sämaschinen-­ Breiten abdeckt. Der Verschieberahmen ist in den Haupt­ rahmen integriert und bietet einen Verschiebeweg von plus/minus 25 cm. Die Verschiebung über ein doppelwirkendes Steuerventil kann manuell oder kameragesteuert erfolgen. Das Besondere an dieser Maschine sind die flexiblen, einfachen und besonders schnell auszuführenden Einstellmöglichkeiten. Mit Exzenter-Spannschrauben kann der Reihenabstand in 2,5-cm-Schritten entsprechend der zu bearbeitenden Kultur eingestellt werden. Es lassen sich Abstände von 25 bis 160 cm bearbeiten. Dann kann man die Arbeitsbreite der Hackwerkzeuge mit einem Handgriff entlang einer Lochschiene verstellen. Die Heck­elemente können mit einem Schraubenschlüssel gelöst und in verschiedenen Höhen eingerastet werden. Weiter lässt sich der Druck des parallelogrammgeführten Trägers durch Umstecken der Federn verändern. Die Tiefenführung der Tasträder kann man über Spindeln verstellen. Flexibel gestaltet sich die dreidimensionale Positionierung der Fingerhacke. Diese lässt sich auch wegklappen. Damit Pflanzen nicht verschüttet werden, können sogenannte Pflanzenschutzscheiben zugeschaltet werden.


Vielseitigkeit kombiniert in einer Maschine

Martin Ammann betreibt in dritter Generation auf dem Tempelhof in Rümlang einen Landwirtschaftsbetrieb und zusätzlich ein Lohnunternehmen für landwirtschaftliche und kommunale Arbeiten. Schon früh erkannten die Ammanns den Vorteil der Mobilität und kauften für die Waldrandpflege, die Drainagearbeiten und die Friedhofsgärtnerei einen Traktorbagger. Später folgten zwei Mobilbagger. Die neueste Anschaffung ist der Mecalac 11MWR. Martin Ammann suchte einen leistungsfähigen und vor allem vielseitig einsetzbaren Mobilbagger, der sowohl auf dem Hof als Logistikmaschine wie auch auf dem Lohnbetrieb als Geräteträger eingesetzt werden kann. Seit Jahrzehnten befassen sich die Ammanns zudem mit der Grünlandpflege rund um den Flughafen Zürich, bei dem die Bodenverhältnisse nicht immer einfach sind. Standfestigkeit als wichtiger Faktor Auf den sozialen Medien wurde Martin auf Mecalac und die Firma Aggeler AG aufmerksam: «Bei unserer Lohnarbeit im Grünpflege-Bereich arbeiten wir zu 80% auf der Seite. Der tiefe Schwerpunkt und die seitliche Standsicherheit von den Mecalac Mobilbaggern haben mich fasziniert. Mit der neuen MWR Bagger-Reihe hat es Mecalac geschafft, eine Maschine

«Es macht grosse Freude, all meine vielfältigen Arbeiten mit nur einer einzigen Maschine erledigen zu können.» Martin Ammann, Tempelhof Rümlang

zu bauen, die von Grund auf ausbalanciert ist und über 360 Grad dieselbe Standfestigkeit hat.» Martin war schnell überzeugt, die richtige Maschine gefunden zu haben. Sein 11MWR wurde mit einer 600er Singelbereifung (600/40 R22.5) ausgestattet, welche eine gute Traktion im Gelände hat und Grünland einfach befahren lässt. Zudem hat die Aggeler AG eine Bremsanlage aufgebaut, welche 11 Tonnen Anhängelast und Sattelnutzlast hat. «Für die Gartenholzerei und die Baurodungen ist dies das ideale Gespann», meint Martin Ammann. «Ich bin mit einer einzigen Maschine auf Platz und kann das Schnittgut mit derselben Maschine abführen. Damit spare ich Zeit und Kosten.» Sonderaufbauten bieten viel Flexibilität «Der Mecalac-Händler konnte auch meine weiteren Sonderwünsche erfüllen. So wurden für den Betrieb des Forstmulchers Lexanscheiben eingebaut und die Maschine bekam eine Astschere mit doppeltem Drehkopf. Der Biojack Fällgreifer sowie die Funkbedienung des Sammlers wurden sauber in die Joysticks integriert. Das alles waren bekannte Optionen bei der Aggeler AG und wurden zu meiner vollen Zufriedenheit ausgeführt.» «Die MWR-Baureihe verfügt serienmässig über eine Geschwindigkeitskontrolle. Das ist eine willkommene Hilfe beim

Arbeiten mit dem Forstmulcher und der Astschere, da ich mich mit der eingestellten Geschwindigkeit vollständig auf das Werkzeug und die eigentliche Arbeit konzentrieren kann,» fügt Martin weiter an. «Ich freue mich jetzt noch auf die Lieferung der Forstzangen-Verlängerung mit dem Baumstoss-Vorsatz, damit ich dann vollständig für alle Eventualitäten ausgerüstet bin.» Martin Ammann ist überzeugt, mit dem Mecalac 11MWR die richtige Maschine gekauft zu haben und ist mit dem dazu gebotenen Service sehr zufrieden.

Scannen und den Mecalac 11MWR im Einsatz sehen!

Mecalac Generalimporteur Deutschschweiz und Tessin: Aggeler AG • 9314 Steinebrunn Tel. 071 477 28 28 • www.aggeler.ch


Markt | Innovation

Die Traktoren «500 Vario», «900 Vario» und «1000 Vario» können mit dem Bedienportal «FendtOne» ausgestattet werden. Bilder: Fendt

Fendt will global wachsen Der neue Agco-Chef Eric Hansotia will die Marke «Fendt» globaler machen – unter anderem mit dem weiteren Ausbau der Produktpalette und einem forcierten Engagement in der Präzisionslandwirtschaft. Weiter soll die magische Marke von jährlich 20 000 gebauten Fendt-Traktoren heuer übertroffen werden. Matthieu Schubnel Im Rahmen der Jahres-Medienkonferenz in Marktoberdorf (D) unterstrich die Fendt-Führung mit dem neuen Agco-­ Chef Eric Hansotia an der Spitze den festen Willen, die Marke «Fendt» globaler und noch vielseitiger zu machen. Neben dem kontinuierlichen Ausbau der Produktpalette soll in den nächsten Jahren ein besonderer Fokus auf Fragen der Digitalisierung gerichtet werden und dazu sollen auch entsprechende Produkte und das entsprechende Dienstleistungsangebot auf den Markt kommen. Nicht weniger als 93 Mio. Euro habe man allein im abgelaufenen Geschäftsjahr für die Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet investiert. 18

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Vernetzte Traktoren

Selbstreinigung beim Luftfilter

In den letzten zwei Jahren hat Fendt seine Traktoren der Baureihen «200 Vario», «300 Vario» und «700 Vario» mit dem digitalen Bedienkonzept «FendtOne» ausgestattet. Nun bieten die Allgäuer dieses Konzept, das via Schnittstelle eine nahezu 1:1-Bedienung der Maschinen auch über einen Home-PC oder ein Tablet ermöglicht, auch für die Baureihen «500 Vario», «900 Vario» und «1000 Vario» an. (Noch) keine Informationen gab es zu den (eigentlich erwarteten) neuen Fendt-­ Traktoren der Baureihe «800 Vario». Darauf wird man sich wohl noch bis zur Agritechnica im kommenden Februar gedulden müssen.

Optimierungen präsentierte Fendt hingegen bei den Traktoren der Serien «900 Vario» und «1000 Vario». Diese Traktoren der stärksten Leistungsklassen bei Fendt sind häufig bei staubigen Verhältnissen im Einsatz. Deshalb bietet Fendt bei diesen Maschinen einen selbstreinigenden Luftfilter an. Das Filtersystem kombiniert eine kontinuierliche Staubabsaugung mit einer aktiven Reinigung des Filters in einem 30-Sekunden-Reinigungszyklus. Das Ausblasen erfolgt während der Fahrt, so dass Standzeiten für die manuelle Filterreinigung entfallen. Während des Reinigungszyklus wird der Filter zweimal ausgeblasen, jeweils mit zehn Sekunden Vor- und


Innovation | Markt

Netzbindung bei den variablen Pressen überarbeitet. Die Netz-Schachtbindung soll für einen gleichmässigen und zuverlässigen Abnetzvorgang auch unter schwierigen Erntebedingungen sorgen. Die Modelle Fendt «Rotana 130 F», «160 V» und «180 V» verfügen optional über einen zweiten Messersatz samt Halter. Damit kann man die Messer bei Bedarf direkt am Feld wechseln. Um den Kraftbedarf zu reduzieren und den Boden zu schonen, wurde laut Fendt die neue Generation der Mähwerke «Slicer F» und Doppelheck-Mähwerk «Slicer 860/960» rund 60 beziehungsweise 360 kg leichter.

Nachlauf. Der Staubfilter verfügt über einen eigenen Drucklufttank mit 12 bar. Weiter hat Fendt mit Trelleborg einen Pflegereifen mit Durchmesser von 2,35 m speziell für den Einsatz in Reihenkulturen in der Dimension «480/95R54» entwickelt, der ab Werk als Zwillingsbereifung mit integrierter Reifendruckregelanlage «VarioGrip» kombiniert werden kann.

Leichtere Mähwerke Bei den Neuerungen in der Futtererntetechnik stechen die leichteren Scheibenmähwerke des Typs «Slicer» hervor. Das Frontmähwerk «Slicer 310 F» ist in den Varianten ohne Aufbereiter oder mit verstellbarem Zinken- (KC) oder Walzenaufbereiter (RC) erhältlich. Die Maschine schneidet das Gras auf einer Breite von 3,10 m und verfügt über eine Querpendelung von bis zu 7,5°. Optional gibt es eine hydraulische Klappung der Seitenverkleidung, einen Seitenspiegel oder eine Vorinstallation für eine Kamera. Bei den Modellen mit Aufbereiter ist eine hydraulische Entlastung verfügbar. Das Mähwerk kann mit den Heckmähwerken «Slicer 860» oder «960» mit 8,60 oder 9,60 m Arbeitsbreite kombiniert werden. Der Versatz ist mit zwei Bolzen einstellbar, um die gewünschte Überlappung zu erzielen.

Tiefer gelegt Die neue Generation des Vierkreiselschwaders «Former 12545» und des Isobus-fähigen Bruders «Former 12545 PRO» verfügt jetzt über ein hydraulisch absenkbares Fahrwerk. Damit kommt der 10 bis 12,5 m breit arbeitende Schwader in Transportstellung unter eine Höhe von 4 m zu liegen und erfüllt die Vorschriften der Strassengesetzgebung, ohne dass man Zinken oder Arme demontieren muss.

Die beiden Ladewagen der neuen Baureihe «Tigo VR» vereinen das bewährte Ladeaggregat des «Tigo PR» und den Aufbau des «Tigo XR».

Wie alle Erntemaschinen sind auch die Schwader mit einer neuen Lackierung versehen, die dem Lack mehr Widerstandsfähigkeit gegen die UV-Strahlen der Sonne verleihen und für einen längeren Glanz sorgen soll.

«Ideal» wird genauer Dank Spurführung mit dem Korrektursignal RTK können die Flächen über die gesamte Maschinenflotte hinweg kontinuierlich auf den festgelegten Spuren be­ arbeitet werden. Fendt macht dieses «Vario­ guide» nun auch beim Mähdrescher «Ideal» ab Werk verfügbar und packt zudem eine «Controlled Traffic Farming»-Lösung mit ins Paket ein. Weiter wurde die Kornreinigung verbessert und für schwierige Erntebedingungen der «ActiveSpread SwingFlow» zur gleichmässigeren Strohverteilung entwickelt.

Vielseitige Einsätze Mit dem «Tigo VR» erweitert Fendt sein Produktprogramm der Kombiladewagen. Mit «TIM» (Tractor Implement Management) und der Niveauregulierung «Stability Control» sind zahlreiche smarte Lösungen in diesen Maschinen integriert. Das Programm umfasst die beiden Modelle «Tigo 65 VR» und «Tigo 75 VR» mit 38 und 44 m³ DIN-Volumen bei einer Transportbreite von 2,75 m. Das Pickup mit 7 Zinkenreihen wird hydraulisch angetrieben, das Schneidwerk liefert eine theoretische Schnittlänge von 37 mm. Auf Wunsch gibt es eine Einrichtung zum Schleifen der Messer sowie bis zu drei Dosierwalzen.

Mantelfolie Ab sofort können auch Fendt-Kunden bei der «Rotana 130 F Combi» zwischen Folien- und Netzbindung auswählen. Ordert man die Mantelfolienbindung, bleibt die Option zur Netzbindung weiterhin bestehen. Die Positionierung der Rollen ermöglicht laut Hersteller einen schnellen Wechsel zwischen Folien- und Netzbindung. Weiter gibt es neu einen Frischwasserbehälter samt Seifenspender zum Säubern der Hände, zum Beispiel nach Wartungsarbeiten oder einem Rollenwechsel. Der optionale hydraulische Stützfuss erleichtert das An- und Abkoppeln der Fendt «Rotana 130 F Combi» sowie der «Rotana 160 V Combi». Für ein verbessertes Abnetzen wurde die Positionierung der

Spritzen und Streuen mit «Rogator 900» Den «Rogator» baut Agco bereits seit über 20 Jahren. Nun bringt Fendt die Serie «Rogator 900» mit fünf Modellen auf den Markt, die erstmals auch in einem «richtigen» Fendt-Look erscheinen. Der Selbstfahrer mit 8,4-l-Motor und Leistungen von 290 bis 370 PS (Abgasstufen 4 oder 3) ist für die Applikation von Spritzmitteln und mineralischen Düngern (Scheiben- und Pneumatik-Streuer) konzipiert und wird wegen seiner Aussenmasse von 3,91 bis 4,49 m vorerst für ausgewählte Märkte in Übersee verfügbar sein. Der Fendt «Rogator 900» verfügt über eine pneumatische Einzelradfederung. Vier Luftbälge federn das Fahrzeug ab und steigern so die Stabilität und den Fahrkomfort dieses Fahrzeugs.

In Europa (noch) nicht erhältlich: Der Selbstfahrer «Rogator 900» kann mit entsprechenden Aufbauten sowohl als Feldspritze als auch als Düngerstreuer genutzt werden.

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FORSTTECHNIK

Der Wald prägt unsere Landschaft In der Schweiz haben die Waldflächen in den letzten 150 Jahren im Schnitt über 20 Prozent zugenommen. Heute sind 31 Prozent unseres Landes bewaldet. Damit prägt der Wald die Landschaft, aber auch die Lebensqualität der Menschen.

Bild: Heinz Röthlisberger

Ruedi Hunger

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FORSTTECHNIK

Eine Schweiz ohne Wald ist eine undenkbare Vorstellung. Derzeit ist rund ein Drittel der Schweiz bewaldet. Die kleinste Einheit im Wald ist der Baum. Er ist Teil einer Waldgesellschaft, die geprägt ist von einer bestimmten Zusammensetzung aus verschiedenen Baum- und Straucharten. Oft dominieren je nach Höhenstufe eine bis zu mehreren unterschiedlichen Baum­ arten das äussere Erscheinungsbild. Eine solche Waldgemeinschaft ist nicht einfach vorbestimmt, sondern ist das Resultat verschie­denster Umwelteinflüsse, die sich über Jahrzehnte bis Jahrhunderte verändern. Auch wenn für den Laien fast nicht feststellbar, ein Wald bzw. eine Waldgesellschaft ist dauernden Anpassungen unterworfen. Heute wird rasch nach dem Wert einer Ware, einer Tätigkeit oder eines Produkts gefragt. Mit Ausnahme der Holznutzung können die Waldwerte nicht einfach mit Franken und Rappen bewertet werden.

etwa 894 000 Hektaren Wald (71 %) im Besitz von 3500 öffentlichen Waldeigentümern. Für die ÖWE soll der Wald in erster Linie gesund und stabil sein. Eine Umfrage von WaldSchweiz zeigt, dass politische Gemeinden und Bürgergemeinden die der Allgemeinheit zugutekommenden Ziele, wie Trinkwasser, Biodiversität und Erholungsraum, höher gewichten als Korporationen. Für die Gruppe «Übrige» (AGs, GmbHs, Vereine, Schul-/Kirchgemeinden oder Stiftungen) ist die Holzproduktion von geringer Relevanz. Mehr als die Hälfte der ÖWE bewirtschaften den Wald in Eigenregie oder durch eige­ ne Forstbetriebe. Im Gegensatz zu den PWE hat die Zusammenarbeit mit ander­en Waldeigentümern/-innen bei den ÖWE einen höheren Stellenwert (60 %). Der Wald ist für 24 % der Bürgergemeinden und 37 % der Korporationen eine bedeutende Einkommensquelle.

Waldflächenveränderungen Wem gehört der Schweizer Wald? Rund 31 % der Schweiz sind bewaldete Fläche. Davon sind gut 898 000 ha Wald im Eigentum der öffentlichen Hand. Private Eigentümer besitzen rund 372 000 ha oder 29 % der Waldfläche. Regional gibt es grosse Unterschiede zwischen öffent­ lichem und privatem Eigentum. In den Gebirgs­ kantonen Glarus, Graubünden, Obwalden, Uri und Wallis liegt der Anteil von öffentlichem1) Waldbesitz bei 90 %. In den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Luzern dominiert der Privatbesitz mit über 70 %. Laut «WaldSchweiz», dem Verband der Waldeigentümer, gibt es rund 245 000 Privat­ waldeigentümer/-innen (PWE). Die durchschnittliche Waldfläche einer/eines PWE beträgt nur 1,5 Hektaren. Tabelle 2 zeigt, welche Ziele durch die PWE verfolgt werden. Aufgrund der kleinen Fläche überrascht es, dass laut einer Umfrage (2018) 72 % der PWE nie oder nur selten mit anderen Waldeigentümern/-innen zusammenarbeiten. Weniger überraschend ist, dass PWE die ideellen Aspekte höher gewichten als den materiellen Nutzen. Ein ideeller Wert kann beispielsweise sein, dass aufgrund einer Familientradition die Ressource Wald für kommende Generationen weiterhin erhalten wird. Unter öffentlichen Waldeigentümern (ÖWE) werden juristische Personen verstanden, die über Waldeigentum verfügen. Mit rund 255 Hektaren ist die durchschnittliche Waldfläche der ÖWE deutlich grösser als bei den PWE. Insgesamt sind

Durch Pflege und Nutzung greift der Mensch in die natürlichen Abläufe der Wälder ein. Dabei wird eine der jeweiligen Waldgemeinschaft angepasste Bewirtschaftung angestrebt. Die Vergangenheit zeigt: Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden die Wälder übernutzt. Mit einer unkontrollierten Waldnutzung wurde der grosse Holzbedarf einerseits für Bauten, anderseits als Nutzenergie gedeckt. Die Folgen liessen nicht lange auf sich warten, grosse Naturereignisse wie Lawinen, Erdrutsche und Steinschlag blie-

Der gesetzliche Auftrag In der Bundesverfassung, Artikel 77, steht: «Der Bund sorgt dafür, dass der Wald seine Schutz-, Nutz- und Wohlfahrtsfunktionen erfüllen kann. Der Bund legt Grundsätze über den Schutz des Waldes fest, und er fördert Massnahmen zur Erhaltung des Waldes.»

ben nicht aus. Dank einer strengen Waldgesetzgebung erholten sich die Wälder bis Mitte des 20. Jahrhunderts zusehends. Die Waldflächenentwicklung der letzten 120 Jahre (WSL) zeigt, dass die Waldfläche zwischen 1880 und 2000 um über 21 % zugenommen hat. Pro Jahr sind das rund +0,19 %. Die Veränderungen der Wald­ flächen sind regional sehr unterschiedlich. Ab den 1950er Jahren wurde viele Wälder zu wenig genutzt und überalterten. Es wuchs jährlich mehr Holz nach, als genutzt wurde. Die Bäume wurden immer älter und die Schutzwälder wurden instabil. Es fehlte, zum Teil bis zur Jahrhundertwende, an Verjüngung. Sind diese Veränderungen nun gut oder schlecht? Wie oft gibt es dazu unterschiedliche Meinungen. Während für die einen das Verschwinden der Landwirtschaft aus dem Berggebiet die grösste ökologische Katastrophe wäre, sehen andere im Rückzug der Menschen und damit in der natürlichen Wiederbewaldung eine Chance für die Natur. Eine allgemeine Be-

Eine natürliche Verjüngung unserer Schutzwälder muss im Hinblick auf die Folgen des Klimawandels künftig garantiert sein. Bild: fva

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2021 Schweizer Landtechnik

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FORSTTECHNIK

me gepflanzt. 2017 waren es noch 0,9 Millionen, davon 42 % Laubbäume. Diese stark nach unten zeigende Tendenz zeigt ein starkes Bekenntnis der Forstdienste zum naturnahen Waldbau und damit zu mehr Naturverjüngung. Dieses Bestreben, auch «biologische Rationalisierung» genannt, soll helfen, über natürliche Abläufe und ohne teure Massnahmen zur Wildschadenverhütung die Produktionskosten zu senken.

Biodiversität und Erholungsraum

Schutzwälder schützen Siedlungen, Dörfer und Verkehrsverbindungen vor Naturgefahren wie Lawinen, Hochwasser und Hangrutschungen. Bild: R. Hunger

wertung der Waldausdehnung mit «gut» oder «schlecht» greift zu kurz. Die Auswirkungen in den Bereichen Naturgefahren, Naturschutz und Kulturlandschaft sind angemessen zu berücksichtigen. Eine Bewertung kann und soll deshalb nur kleinräumig vorgenommen werden.

Holzvorrat und Waldverjüngung Gemäss den vom Schweizerischen Landesforstinventar (LFI4 / 2009–2017) erhobenen Zahlen beträgt der Holzvorrat aller lebenden Bäume 421 Millionen Kubikme-

ter oder, besser vorstellbar, 350 m³ je Hektar. Seit der Erhebung 2004–2006 hat der Vorrat, unter Berücksichtigung der Waldflächenzunahme, um 3,4  % zugenommen. Der Vorrat, so ist dem Jahrbuch Wald und Holz 2020 zu entnehmen, ist das Resultat aus natürlichen Einflüssen sowie aus Handlungen der Menschen. Der Holzvorrat ist auch ein wichtiger Anhaltspunkt für Überlegungen zum gebundenen Kohlenstoff. Noch in den 1970er Jahren wurden in der Schweiz jährlich (!) über 20 Millionen Bäu-

Das weitgehend intakte Ökosystem Wald ist von sehr grossem Wert als Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten. Zudem dient der Wald auch als Puffer und Rückzugsort der durch permanenten Siedlungsund Erholungsdruck bedrängten Natur. Daher ist ein nachhaltig bewirtschafteter Wald für die Natur und die Biodiversität von unbezahlbarem Wert. Kantone können gemäss Waldgesetz so­ genannte «Waldreservate» einrichten. Solche Reservate schützen den Wald als natürliches Ökosystem und dienen zur Erhaltung der Biodiversität. Es wurden zwei Reservatstypen definiert: In Naturwaldreservaten wird ganz auf forstliche Eingriffe verzichtet, damit sich der Wald wieder natürlich entwickeln kann. In Sonderwaldreservaten wird gezielt eingegriffen, um bedrohte Arten zu fördern. Solche Waldreservate sind ange-

Tabelle 1: Wohnbevölkerung 2000 und Waldfläche(n) 2019 Bevölkerung 2000

Waldfläche Pro Kopf (WF) total (Aren) ha (2019)

Produktive Waldfläche in %

Öffentlicher Wald total ha

Öffentlicher Wald in % Total WF

Privatwald total ha

Privatwald in % von Total WF

Schweiz

7 204 055

1 271 125

17,6

1 117 669

88

898 320

71

372 805

29

Jura

1 023 043

229 890

22,5

195 272

85

178 478

78

51 412

22

Mittelland

4 301 116

227 222

5,3

221 112

97

125 120

55

102 102

45

Voralpen

891 821

238 229

26,7

216 611

91

115 682

49

122 547

51

Alpen

666 613

399 223

59,9

329 612

83

334 077

84

65 146

16

Alpen­ südseite

321 462

176 561

54,9

155 062

88

144 963

82

31 598

18

(Quelle: Jahrbuch Wald und Holz 2020)

22

Produktive Waldfläche ha

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2021


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Tabelle 2: Private Waldeigentümer/-innen (PWE) und ihre wichtigsten Ziele Fokus auf Holzernte

Ganzheitlich Interessierte

Naturschützer/ - innen

Gemeinwohl Orientierte

Indifferente

Anteil aller PWE

21 %

17 %

11 %

16 %

35 %

Wichtigste Ziele

Gesunder, stabiler Wald, Holzproduktion

Tätigkeit im Wald

Schäden beheben, Pflege, Holzen für Eigen­ gebrauch und Verkauf

Schäden beheben, Pflege, Holzen für Eigengebrauch und Verkauf

Ernte von Energieholz für Eigenbedarf, Schäden beheben

Ernte von Energieholz, Jungwaldpflege, Schäden beheben

Ernte von Energieholz für Eigenbedarf, Schäden beheben

Wohnort auf dem Land

70 %

70 %

46 %

54 %

59 %

28 % forstfachliche Ausbildung 6 % Hochschulabschluss

33 % forstfachliche Ausbildung 3 % Hochschulabschluss

7 % forstfachliche Ausbildung 17 % Hochschulabschluss

12 % forstfachliche Ausbildung 10 % Hochschulabschluss

6 % forstfachliche Ausbildung 9 % Hochschul­abschluss

Anteil Frauen

5 %

5 %

20 %

20 %

25 %

In Land- oder Forstwirtschaft

60 %

50 %

15 %

25 %

20 %

Bildung

Gesunder, stabiler Wald, Gesunder, stabiler Wald, Gesunder stabiler Wald, Sicherstellen aller Wald­ Holzproduktion und Biodiversität erhalten funktionen ausser Sicherstellung der übri­ und fördern Holzproduktion gen Waldfunktionen

Indifferente haben sich noch nie Gedanken zu ihren Zielen gemacht

(Quelle: WaldSchweiz und Bundesamt für Umwelt, Eigentümerinnen und Eigentümer des Schweizer Waldes)

legte Schutzflächen, die jeweils für eine be­ grenzte Zeit, in der Regel 50 Jahre, zwi­ schen Kanton und Waldeigentümern ver­ traglich gesichert werden. Die Zielvorgabe, zehn Prozent der Waldfläche als Waldreser­ vate zu definieren, ist mit sechseinhalb Pro­ zent per Ende 2018 schon weit fortgeschrit­ ten (Zielerreichung bis 2030).

Für die Schweizer Bevölkerung ist der Wald ein sehr wichtiger Erholungsraum. Dabei ist der Erholungsnutzen eng mit der Biodiver­ sität verbunden. In Franken aus­ gedrückt soll der Erholungsnutzen pro Hektar bei rund Fr. 2300.– liegen. Diesen Nutzen er­ bringen der Wald und dessen Besitzer oft sogar unentgeltlich.

Wenn ein Schutzwald seine Funktion nicht mehr wahrnehmen kann, sind auch grössere Ballungszentren in Gefahr. Bild: R. Hunger

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Kohlenstoffsenke und Kohlenstoffspeicher CO2 ist ein Schlagwort unserer Zeit, ent­ sprechend ist es absolut «in», über CO2 zu sprechen und zu schreiben. Tatsächlich sind das Thema CO2 und damit die Begriffe «Kohlenstoffspeicher» und «Kohlenstoff­ senke» zu ernst, als dass man sie einfach mit einem Achselzucken abhandeln könn­ te. Es ist die Photosynthese, welche dafür verantwortlich ist, dass Bäume Kohlen­ stoff­dioxid speichern und Sauerstoff frei­ setzen. Die CO2 -Bilanz des Waldes setzt sich zu­ sammen aus der CO2 -Aufnahme beim Baumwachstum, aus Veränderungen des gespeicherten Kohlenstoffs in der Streu, im Boden und im Totholz abzüglich der Ver­ luste in Form von Waldnutzung und natür­ lichen Abgängen (siehe auch Tabelle 3). In 1 m³ Holz wird Kohlenstoff aus einer Ton­ ne CO2 gespeichert. Ausgehend von einem Mittelwert von 500 kg/m³ bedeutet das, dass 1 m³ Holz 250 kg C enthält. Bei der Umwandlung von C in CO2 entstehen aus 0,9 kg Kohlenstoff 3,67 kg Kohlenstoff­ dioxid. Die 250 kg C/m³ Holz multipliziert mit 3,67 kg CO2 ergeben folglich 917 kg, also rund eine Tonne CO2 je m³ Holz. Da stellt sich rasch einmal die Frage, wie viel CO2 in den Bäumen der Schweizer Wälder gespeichert ist. Es dürften rund ei­ ne Milliarde Tonnen sein. Bei Holzproduk­ ten spricht man übrigens nicht von Koh­


FORSTTECHNIK

lenstoffsenken, sondern von Kohlenstoffspeicherb. Holzprodukte tragen über die ganze Lebensdauer den bereits im Baum gespeicherten Kohlenstoff in sich.

Der Wald als Rohstoffquelle Jährlich werden in der Schweiz rund 4,5 Millionen m³ Holz mit einem Wert von schätzungsweise 380 Millionen Fr. geerntet. Die Nutzung der Ressource Holz wird einerseits durch die Wald-, Energie- und Klimapolitik beeinflusst, anderseits durch die Biodiversitätsstrategie(n), durch Raumplanung und nicht zuletzt durch die Regional- und Wirtschaftspolitik. Wie immer, wenn so viele Ansichten «unter einen Hut» gebracht werden müssen, wird das eigentliche Ziel – in diesem Fall die Holznutzung – zwischen den unterschiedlichen Interessen zum Spielball. Nicht neu, aber immer ausgeprägter will die Bevölkerung auch bei der Waldwirtschaft mitreden und noch lieber mitbestimmen. So ergeben sich zusätzliche Spannungsfelder. Beispielsweise schätzt die Bevölkerung einerseits gepflegte, vielseitige und «aufgeräumte» Wälder, anderseits gibt es Ängste vor Waldzerstörung. Letztere führen punktuell sogar zu Widerstand gegenüber einer erhöhten Nutzung im Schweizer Wald.

2019 lag der gesamte Holzverbrauch bei 10,3 Millionen m³. 43,9 % davon wurden «stofflich» verwertet. Der Anteil der energetischen Verwertung ist relativ konstant bei 53,4 %. Die restlichen 2,8 % sind in die Landwirtschaft und den Gartenbau geflossen oder sind auf Ernte- und Verarbeitungsverluste zurückzuführen.

Schutz vor Naturgefahren Die Schweiz hat viele Schutzwälder. Sie bieten Dörfern, Siedlungen und Verkehrsverbindungen Schutz vor Naturgefahren wie Lawinen, Hochwassern, Hang­ rutschungen und mindestens teilweise auch Steinschlag. Das Erstellen von Schutzbauten ist um einiges teurer als der Erhalt und die Pflege von Schutzwäldern. Ein Wermutstropfen ist die Tatsache, dass die Schutzwirkung nur auf rund drei Viertel der Schutzwaldfläche sichergestellt ist, bei einem Viertel ist sie wegen mangelhafter Bestandesstabilität und ungenügender Verjüngung langfristig gefährdet. Dass diese Feststellungen keine leeren Floskeln sind, beweist der neuste «WaldWild-Bericht», verfasst vom Amt für Wald und Naturgefahren des Kantons Graubünden. Darin wird dargestellt, wie negativ sich in der Region Herrschaft/Prättigau die

hohe Wildbelastung auf die natürliche Waldverjüngung auswirkt. Unter anderem führt dies dazu, dass sich die Zusammensetzung der Wälder verändert. Bei einzelnen Arten führt dies sogar zu einem Totalausfall. Die Biodiversität ist gestört und eine derart geschädigte und überalterte Waldgemeinschaft kann sich nicht auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten. Mehr als die Hälfte (59 %) der regionalen Schutzwaldfläche (20 800 ha) sind Problem- oder Handlungsflächen und erfordern ein rasches und konsequentes Handeln. Einmal mehr stehen sich die Schutzwaldansprüche der Gesellschaft und die Akzeptanz der gleichen Bevölkerung für massiv höhere Wildabschusszahlen in der Region diametral gegenüber.

Der Wald als Wasserspeicher Der Wald ist als Wasserfilter von grosser Bedeutung, da einerseits der Fremdstoff­ eintrag im Wald besonders gering ist und anderseits der Waldboden eine aktive Filter­wirkung aufweist. Eine Faustzahl besagt, dass ein Hektar Wald jährlich rund 60 Fr. «Aufbereitungsarbeit» übernimmt. Diese Leistung hängt natürlicherweise mit der hohen Humusschicht der Waldböden und der guten Durchwurzelung der fast

Der Wald ist eine wertvolle Rohstoffquelle. Etwas mehr als die Hälfte wird energetisch genutzt. Bild: WSL

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Tabelle 3: Jährliche CO2 -Senkeffekte im Schweizer Wald-/Holzsektor (in 1000 t) Jährliche BiomasseProduktion (Zuwachs)

Jährlicher Verlust an Biomasse (Nutzung)

Jährliche Veränderung im Totholz

Jährliche Veränderung in der Streu

Jährliche Ver­ änderung im Bodenkohlenstoff

Jährliche Ver­ änderung in einheimischen Holzprodukten

Emissionen durch Waldbrand

Netto-Bilanz Wald- und Holzsektor

1990

–12 509

11 554

–252

22

–2

–1169

29

–2328

2000

–12 493

17 888

–371

–88

–6

–723

6

4212

2005

–12 541

10 931

–387

–699

–8

–728

4

–3429

2010

–13 118

11 826

–543

–901

–8

–457

3

–3198

2015

–13 186

10 628

–280

–30

–9

–100

3

–2974

2018

–13 246

12 083

–197

167

–10

–78

4

–1278

(Quelle: Jahrbuch Wald und Holz 2020)

flächigen Bodenbedeckung zusammen. Die gute Filterwirkung der Waldböden wird unterstützt durch eine grosse Vielfalt an Bodenorganismen. Insgesamt sind es komplexe Mechanismen, die dazu bei­ tragen, das Wasser von möglichen Ver­ schmutzungen chemischer Natur, Nitrat und Keimen zu reinigen. Da der Waldbo­ den kaum Verdichtungszonen aufweist, ist eine Wasserversickerung garantiert. Das intakte Poren- bzw. Hohlraumsystem wird durch Wasser gefüllt zu einem grossen Wasserspeicher. Dennoch leiden grosse Teile unserer Wälder unter Trockenstress und dessen Folgeschäden. Regional und an exponierten Lagen ist dies bereits seit 2015 dauernd der Fall.

Gefahren für den Wald Die Zahl der Schadinsekten, insbesondere der «Buchdrucker»2), hat seit 2018 stark zugenommen. Dieser Käfer, besser be­ kannt unter dem Begriff Borkenkäfer, be­ schäftigt nun schon seit Jahrzehnten die Wald- und Holz-Branche, nachdem er mit Rundholz nach Europa eingeschleppt wur­ de. Er befällt vor allem die Fichte. Die Men­ ge an befalle­nem Fichtenholz betrug 2019 geschätzte 2 140 000 m³. Begünstigt wird der Befall durch ausgeprägte Sommer­ trockenheit (2003, 2018, 2019). In tiefen Lagen konnte sich 2018 gar eine dritte 26

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Käfer­generation entwickeln, diese trug zu­ sätzlich zur starken Ausbreitung bei. Seit sechs Jahren gibt auch das Eschen­ triebsterben zu reden. Davon betroffen sind sowohl junge als auch ältere Bäume in der ganzen Schweiz. Die Stickstoffbelastung der Wälder durch Einträge über die Luft ist ein weiteres Pro­ blem für unsere Wälder. Schätzungen sa­ gen, dass jährlich je nach Standort zwi­ schen 2 und über 50 kg Stickstoff je Hek­ tar über Regen, Aerosole oder gasförmig über die Luft in den Wald gelangen. Es gibt auch natürliche Stickstoffeinträge, die sind aber auf einem tiefen Niveau von ein bis drei Kilogramm pro Hektar. Eine direk­ te Folge der Einträge von leicht verfüg­ barem Stickstoff ist die (Wald-)Bodenver­ sauerung.

Waldenergieholz Schwachholz, das aufgrund zu geringer Durchmesser und/oder qualitativer Män­ gel nicht stofflich verwertet werden kann, wird als Waldenergieholz bezeichnet. Da­ zu zählt ebenfalls Waldrestholz, also Kronen­holz und nicht anders verwertbares Stamm- und Astholz. Der Holzanteil bei den Brennstoffen betrug 2019 12 % (rund 17 % stammen von «anderen» Energie­ trägern und 71 % von fossilen Energieträ­ gern). Am Gesamt-Endverbrauch liegt der

Holz-Energieanteil bei tiefen 4,7 %. Neben den Einzelraumheizungen ist auch die Ge­ samtzahl der Gebäudeheizungen rückläu­ fig. Dagegen hat der Bestand an automati­ schen Feuerungen > 50 kW zugenommen. 2019 waren siebzehn Wärmekraftkopp­ lungsanlagen (WKK) mit einer totalen Leis­ tung von 264 MW Leistung in Betrieb. Die bei der Holzverbrennung übrigbleibende Asche und die Feinstaubemissionen haben

Online-Umfrage − Schlagen Sie nun mehr Holz? Die weltweit stark gestiegene Nachfrage nach Bauholz verunsichert die Waldbesit­ zer. Einerseits herrscht Holzmangel, anderseits hat die grosse Nachfrage nur zu rudimentär höheren Preisen geführt. Die «Schweizer Landtechnik» möchte mit einer Umfrage in Erfahrung bringen, wie Sie Ihren Holzschlag für den nächsten Winter planen und ob Sie nun mehr Holz schlagen? An der Umfrage können Sie mit dem Smartphone über diesen QR-Code mit Direktlink oder über folgenden Link teilnehmen: www.umfrageonline.com/s/afbcd27


FORSTTECHNIK

oft die harte Arbeit im Wald nicht zu. Ebenso hart ist es, die traditionelle Wald-Männerbastion zu durchbrechen. Mehr zum Frauenanteil in der Wald- und Forstwirtschaft im Beitrag «Wunschvorstellung und Realität» in diesem Helft.

… aber nicht ungefährlich

In allen Jahreszeiten ist der Wald ein begehrter Erholungsraum. Bild: WSL

in den letzten Jahren vermehrt Anlass zu Diskussionen gegeben. Asche muss deponiert werden, da sie in der Schweiz anders als in den Nachbarländern nicht als Düngemittel genutzt werden darf. Allerdings ist das Deponieren nicht «das Gelbe vom Ei», weshalb Bestrebungen im Gang sind, künftig andere Verwertungslösungen zu suchen. Feinstaubemissionen sind in erster Linie davon abhängig, wie vollständig die Verbrennung verläuft. Insbesondere den alten und kleinen Feuerungen ist diesbezüglich hohe Beachtung zu schenken.

Ein wertvoller Arbeitsplatz … Die Schweizer Wald- und Forstwirtschaft bietet rund 2900 Personen einen Arbeitsplatz. Insgesamt sind dies rund 2500 Vollzeitstellen. Davon sind weniger als acht Prozent Frauen. Unternehmer (meistens Forstunternehmungen), die als Erbringer

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von Dienstleistungen für die Forstwirtschaft und den Holzeinschlag tätig sind, beschäftigen rund 3200 Menschen. Ganze 91 000 Personen sind im forst- bzw. holznahen Bereich der Holz-, Zellstoffund Papierindustrie tätig. Über den ganzen Holzbereich beträgt der Frauenanteil etwas über 15 %. 2019 haben 5 Forstpraktiker/-innen ihre Ausbildung mit dem Eidgenössischen Berufsattest (EBA) abgeschlossen. 270 haben das Eidgenössische Fähigkeitszeugnis (EFZ) als Forstwart/-in erworben. Fast 60 Förster oder Försterinnen haben ihre Berufsausbildung und 12 Frauen bzw. 31 Männer haben ihre Hochschulausbildung an der HAFL (Zollikofen) oder ETH (Zürich) abgeschlossen. Forstberufe sind derzeit noch keine Frauenberufe. Das mag verschiedene Gründe haben, unter anderem trauen sich Frauen

JUWEL 8

Im Jahr 2019 wurden pro 1000 Vollzeitbeschäftigte in Forstbetrieben und Forstunternehmen 290 Berufsunfälle registriert. Das ist zwar der tiefste Wert der letzten zehn Jahre, aber im Vergleich zu anderen Branchen ist er immer noch sehr hoch. 43 % dieser Unfälle hatten einen Arbeitsausfall von mehr als drei Tagen zur Folge. Nicht erfasst sind die forstwirtschaftlich ungelernten Personen mit gelegentlichen Einsätzen bei Holz­erntearbeiten. Mit verschiedenen Massnahmen, wie den 2- bis 10-tägigen Motorsägen- und Holzerntekursen, soll gezielt die Arbeitssicherheit verbessert werden. Wer Holzerntearbeiten im Auftragsverhältnis gegen Entgelt verrichtet, muss gemäss nationalem Waldgesetz obligatorisch einen 10-tägigen Holzerntekurs besuchen.

Fazit Wälder übernehmen Schutzfunktionen, speichern Kohlenstoff und sind ein guter Wasserspeicher. Zudem sind die Wälder als Rohstoffquelle ein wertvoller Arbeitsplatz. Dem Wald drohen aber auch verschiedene Gefahren. Vorab ist eine natürliche Verjüngung nicht mehr überall gesichert. Damit ist die Nachhaltigkeit in Frage gestellt. Schadinsekten und die regelmässigen Trockenperioden der letzten Jahre sind Stressfaktoren für den Wald. 1) Bürgergemeinden, politische Gemeinden, Staatswälder 2) Systematik: Käfer–Rüsselkäfer–Borkenkäfer ­(Buchdrucker)

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FORSTTECHNIK

100 Jahre und kein bisschen müde «WaldSchweiz» vertritt seit 100 Jahren die Interessen von rund einer Viertelmillion öffentlicher und privater Waldeigentümer und Forstprofis. Aus diesem Anlass stellt der Verband die Leistungen, welche die Waldeigentümer für die Allgemeinheit erbringen, in den Fokus. Ruedi Hunger

Holz verkaufen, allerdings sind auch sämtliche anfallenden Kosten zu tragen.

Rote Zahlen und hohe Anfälligkeit Waldbesitz war lange Zeit finanziell attraktiv, denn das Holz erzielte über die Erntekosten und den Unterhalt hinaus gute Preise. In den letzten Jahrzehnten ist das nicht mehr der Fall. Tiefe Holzpreise und kontinuierlich steigende Erntekosten haben die Attraktivität von Waldbesitz sinken lassen. Derzeit schreibt die Mehrheit der Forstbetriebe mit der Waldbewirtschaftung und der Waldpflege rote Zahlen. Gerade weil ein Wald regelmässig gepflegt werden muss, damit er fit und stabil bleibt und alle von der Gesellschaft gewünschten Schutz- und Nutzfunktionen erfüllen kann, ist diese Entwicklung bedenklich. Die häufigeren Klimaextreme mit zum Teil langanhaltender Trockenheit bedeuten Stress und schwächen die Bäume. Die Folgen sind höhere Anfälligkeit für Borkenkäfer und Krankheiten. Immer öfter kommt es deshalb kurzfristig zu nicht kostendeckenden Zwangsnutzungen.

100 Mio. Franken für den Wald

Wie das Bild aus dem Jahr 1933 zeigt, hat sich die Arbeit im Wald seither grundlegend verändert. Bild: WaldSchweiz

Die Schweiz ist zu einem Drittel mit Wald bedeckt, das heisst, rund 1,32 Millionen (Mio.) Hektaren oder 1600 m² je Einwohnerin/Einwohner. Schätzungsweise stehen auf dieser Fläche 497 Mio. lebende und 60 Mio. tote Bäume. Waldbäume sind durchschnittlich 100 Jahre alt. Viele dieser Bäume waren folglich noch kleine Jungbäume, als «WaldSchweiz» 1921 gegründet wurde. Auf dem Arbeitsplatz «Wald» arbeiten rund 600 Forstbetriebe und 900 Forstunternehmen. Zudem nutzen und pflegen Tausende Privatperso-

Verband der Waldeigentümer WaldSchweiz ist der Verband der Schweizer Waldeigentümer. Er vertritt die Interessen der rund 250 000 privaten und öffentlichen Waldeigentümer. WaldSchweiz setzt sich für die Rahmenbedingungen ein, welche es den Waldeigentümern und Forstbetrieben erlauben, den Schweizer Wald ökonomisch und ökologisch nachhaltig zu bewirtschaften, so dass er jederzeit fit und vielfältig bleibt. Weitere Informationen auf www.waldschweiz.ch

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nen, darunter viele Landwirte, ihren Wald eigenhändig. Die Waldwirtschaft zusammen mit der gesamten Holzwirtschaft bietet fast 100 000 Arbeitsstellen. Jährlich werden rund 160 Mio. Bundesgelder an die Waldwirtschaft bezahlt. 110 Mio. werden für Schutzfunktionen verwendet. Weitere Gelder werden für Waldbiodiversität, Jungwaldpflege und Forschung eingesetzt.

Als Folge des Klimawandels muss sich der Wald schneller an die sich ändernden Bedingungen anpassen. Er braucht Unterstützung bei der Verjüngung und einer natürlichen Artenförderung. Um die Waldeigentümer bei der Bewältigung der Klimafolgen zu unterstützen, hat der Präsident von WaldSchweiz, Ständerat Daniel Fässler, im vergangenen Jahr eine Motion eingereicht, welche vom Bundesrat ein vierjähriges Hilfs­paket im Umfang von total 100 Millionen Franken forderte. Diese Soforthilfe zugunsten verschiedener Massnahmen im Wald wurde in diesem Jahr sowohl vom Nationalrat als auch vom Ständerat angenommen.

Tausende kleine Parzellen Der Wald geniesst bei der Bevölkerung einen hohen Stellenwert, ist er doch per Gesetz frei zugänglich. Für die Waldpflege tragen rund eine Viertelmillion Waldeigentümer und Forst-Fachleute die Verantwortung. Rund ein Drittel der Waldfläche, verteilt auf Tausende kleine Parzellen, gehört Privaten. Ein weiteres Drittel ist im Besitz von Bürgergemeinden und Korporationen und das letzte Drittel ist öffentliches Eigentum von Gemeinden, Bund und Kantonen. Damit steht auch schon fest, dass es in der Schweiz kein «herrenloses» Waldstück gibt. Jede Eigentümerin oder Eigentümer darf seinen Wald im Rahmen der geltenden Gesetzgebung nutzen und

100 Jahre Engagement Gestärkt durch dieses politische Bekenntnis feiert der Waldeigentümerverband in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Er wurde 1921 mit dem Ziel gegründet, die Bedeutung der Schweizer Wälder und ihre Bewirtschaftung bekannt zu machen. Dieses Ziel wird auch im Jubiläumsjahr verfolgt. Mit Porträts, Kurzfilmen und vielen anderen Informationen wird auf einer eigens eingerichteten Webseite (www.wald.ch) auf die Geschichte der Waldbewirtschaftung eingegangen. Auch wenn jeder Wald eine Eigentümerin oder einen Eigentümer hat, sind alle herzlich im Wald willkommen.


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Schredder erzeugen uneinheitliche, faserige, gebrochene Holzschnitzel. Bild: Jenz

Qualität bestimmt die Emissionen Die Qualität von Holzschnitzeln ist für einen emissionsarmen Betrieb einer Holzfeuerung von entscheidender Bedeutung. Gleichbedeutend ist die Qualität auch für einen störungsfreien Betrieb bei automatischen Anlagen. Ruedi Hunger

Qualitativ gute Hackschnitzel enthalten keine Blätter und Nadeln und sollten nur wenig Rinde enthalten. Insbesondere in kleineren Anlagen (bis 200 kW Leistung) beeinträchtigen Feingutanteile die Ver­ brennungsqualität, ebenso das Fliessver­ halten der Schnitzel und damit den Aus­ trag. Diese Anforderungen sind auch der Grund, warum eine Unterteilung in Energie­rundholz für gute Schnitzelqualitä­ ten und Waldrestholz für schlechtere Qua­ litäten vorgenommen wird.

Bezeichnung und Qualität Holzschnitzel werden aus Waldholz, Rest­ holz oder Altholz hergestellt. Entsprechend 30

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haben sie sehr unterschiedliche Qualitäts­ eigenschaften. Mitentscheidend ist, ob Hart- oder Weichholz verarbeitet wird, ob das Ausgangsmaterial vorgetrocknet oder frisch aus dem Wald kommt und ob Hack­ schnitzel aus Restholz oder aus Altholz stammen. Damit die Holzschnitzel definiert werden können, kommt die Norm «EN ISO 17 224-4» zur Anwendung. Diese Quali­ tätsdefinition ist beispielsweise Teil eines Schnitzelliefervertrags. Weitere Qualitäts­ definitionen für Hackschnitzel sind in der Publikation «Klassifizierung von Energie­ holz» von Holzenergie Schweiz zu finden. Holzschnitzel werden nach folgenden Fak­ toren klassifiziert:

• Wassergehalt Der Wassergehalt hat den grössten Ein­ fluss auf den Energiegehalt der Holz­ schnitzel. Ein zu hoher Wassergehalt ver­ stärkt den Substanzverlust und fördert das Schimmel-Wachstum und die Fäule. Was wiederum in Austragungs- und Transport­ anlagen zu Brückenbildung und Verstop­ fungen führt. Eine Wiederbefeuchtung nach erfolgter Trocknung ist zu verhin­ dern. • Feingutanteil Als Feingutanteil gelten alle Partikel unter 3,15 mm. Ein hoher Feingutanteil entsteht beim Hacken von bereits zersetztem Holz.


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Bei hohem Rinden-, Laub- und Nadelanteil steigt der Feingutanteil ebenfalls. Weitere Gründe sind unscharfe Messer, ein ungeeigneter Hackertyp oder ein nicht geeigneter Siebeinsatz.

Schnitzel aus Schlagabraum, Landschafts­ holz und mit einem hohen Laubholzanteil höhere Stickstoffwerte aufweisen. Dies führt zu höheren Stickstoffemissionen im Betrieb der Holzschnitzelfeuerung.

• Grobanteile/Überlängen Darunter versteht man zu lange und zu dicke «Holzschnitzel» im Vergleich zur definierten Grösse/Qualität. Dies trifft vermehrt bei geschredderten Holzschnitzeln zu. Diese Anteile reduzieren die Fliess­ fähigkeit und führen zu Brückenbildung. Hacken mit ungeschärften Messern kann ähnliche Auswirkungen haben.

• Fremdstoffe Unter Fremdstoffen werden Materialteile und Partikel verstanden, die nicht aus Holz sind. Dazu gehören Steine, Erde, Sand, Plastik- und Metallteile. Je nach Grösse können Fremdstoffe den Betrieb einer Schnitzelheizung massiv stören.

• Nadel- und Laubanteil Darunter versteht man das Gewicht der Nadeln und Blätter im Vergleich zum Gewicht der feuchten Schnitzelprobe. In der Regel steigt parallel zum Nadel- und Laub­ anteil auch der Feingutanteil. Der höhere Nährstoffgehalt im Vergleich zu Holz führt bei der Lagerung zu verstärkter Zersetzung und zu erhöhten Lagerverlusten. Zudem steigt der Aschegehalt.

Mit dem Vortrocknen des Energieholzes in ungehacktem Zustand wird die Qualität der Holzschnitzel erhöht. Diese einfache und kostengünstige Massnahme kann je nach Holzart den Wassergehalt unter 35 % absinken lassen. Besonders effizient ist die Vortrocknung von Holz in ungehacktem Zustand bei heisser Witterung und optimaler Durchlüftung am Polter. Bei solchen Bedingungen wurden schon tiefe Feuchtigkeitswerte im Bereich um 25 % gemessen. Parallel dazu sind auch die Substanzverluste bei Vortrocknung in ungehacktem Zustand mit rund 6 % in sechs Monaten deutlich unter den Werten, die bei der Schnitzellagerung erreicht werden. Das

• Stickstoffgehalt Stickstoff ist in erster Linie in Blättern, Nadeln und Rinden enthalten. Aufgrund des differenzierten Zellaufbaus vermehrt in Laubholz. Es ist daher nachvollziehbar, dass

Kann Energieholz vorgetrocknet werden?

Aus Stammholz ohne Feinanteile entstehen beim Hacken gleichmässige, saubere Holzschnitzel. Bild: zVg

funktioniert aber nur mit der richtigen Polter-Standortwahl. Voraussetzung ist ein trockener Standort und ausreichende Boden­freiheit durch Unterlagen aus Quer­ hölzern. Ideal sind windexponierte, sonnige Lagerstandorte.

Gründe für die Schnitzellagerung Schnitzel werden aus verschiedenen Gründen (zwischen)gelagert. Es gibt logis­tische Gründe, wie beispielsweise eine eingeschränkte Winterzugänglichkeit zum Holzlagerplatz, die es notwendig machen, dass Energieholz früher gehackt wird, als die Schnitzel in den Heizungen benötigt werden. Ein weiterer Grund können Schädlinge oder Krankheiten sein, die ein rasches Handeln bzw. Hacken von Energieholz erforderlich machen. Und schliesslich können Marktvorteile durch tiefe Energieholzpreise bei einem Über­ angebot durch vorzeitige Schnitzelaufbereitung ausgenützt werden. Mit der Lagerung von Holzschnitzeln werden oft auch eine Trocknung und damit eine bessere Qualität angestrebt.

Natürliche Schnitzeltrocknung Durch Trocknung reduziert sich der Wassergehalt in den Holzschnitzeln und der Heizwert nimmt zu. Es gibt die Möglichkeit der «natürlichen» und der «technischen» Trocknung. Die natürliche Trocknung erfolgt durch Sonne, Wind und Energie aus der Selbsterwärmung der Holzschnitzel. Und zwar nach folgendem Prinzip: Die Luft im Holzschnitzelhaufen wird erwärmt, nimmt Feuchtigkeit auf, steigt durch den Haufen nach oben und gibt die mitgenommene Feuchtigkeit an die umgebende Luft ab. Weil dadurch im Lagerhaufen ein Unterdruck entsteht, fliesst unten frische und kühle Luft nach. Diese natürliche Luftzirkulation führt innerhalb weniger Monate zur Trocknung der Holzschnitzel. Für die Aussenlagerung (im Freien) eignen sich grobe Schnitzel. Niederschlagswasser dringt bei ungedeckten Lagern in der Regel nicht weiter als einen halben Meter in den Schnitzelhaufen ein. Bei einem Wassergehalt über 30 % findet bei der natürlichen Trocknung ein beträchtlicher Substanzverlust statt. Zusätzlich entsteht bei regelmässigen Niederschlägen und Bildung einer feuchten Aussenschicht eine unerwünschte Verpilzung. Damit verbunden sind weitere Substanzverluste, vor allem in der Schüttungskrone. Es empfiehlt sich daher eine Abdeckung mit einem neuartigen und diffusionsoffenen Vlies. 8

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derseits die Möglichkeit, die Holzschnitzel nach dem Trocknen unter Dach zu lagern oder direkt in die Heizung abzuführen.

Substanzverluste bei der Trocknung

Bei der Container-Trocknung wird das Trocknungsgut von unten mit heisser Luft durchströmt. Bild: R. Hunger

Technische Schnitzeltrocknung Um lange Trocknungszeiten, verbunden mit grossem Platzbedarf, zu reduzieren, werden technische Schnitzeltrocknungs­ anlagen unter Verwendung von Fremd­ energie eingesetzt. Bei der Trocknung geht es grundsätzlich darum, Wärme in das Holz und Wasser aus dem Holz zu bringen. Unter anderem werden dazu Band-, Con­tainer- oder Trommeltrockner eingesetzt. • Bandtrockner Beim Bandtrockner wird das zu trocknen­ de feuchte Material dem Trockner konti­ nuierlich über ein Trocknungsband mit ge­ ringer Schütthöhe zugeführt. Im Trockner­ tunnel durchströmt erzeugte Warmluft die Schnitzelschüttung. • Containertrockner Beim Containerverfahren ruht das Trock­ nungsgut in einem Container, der von un­ ten mit heisser Luft durchströmt wird. Die Temperatur in den Containertrocknern ist über die Trocknungsdauer variabel wähl­ bar. • Trommeltrockner Trommeltrockner sind für Güter geeignet, die aufgrund ihrer Feuchte und Struktur ei­ ne längere Verweildauer benötigen. Ein Trommeltrockner besteht aus einer rotie­ renden Trommel, die von heisser Luft durchströmt wird (analog einer Grastrock­ nungsanlage). Trommeltrockner haben ei­ nen grossen Regelbereich für eine Trock­ nungstemperatur von etwa 150  °C bis 32

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1000 °C. Nachteilig ist die hohe Staub­ entwicklung während des Durchlaufs. Entscheidend für eine wirtschaftliche tech­ nische Schnitzeltrocknung ist einerseits eine kostengünstige Energie-/Wärmequelle, an­

Bei der Schnitzeltrocknung sinkt nicht nur der Wassergehalt im Holz, es geht auch Holzsubstanz und damit Energie verloren. Ursache dieser Verluste sind physikalische, chemische und vor allem mikrobiologische Abbauprozesse, die jeweils innerhalb einer bestimmten Bandbreite des Wassergehal­ tes stattfinden. Holzzersetzende Pilze und Bakterien besiedeln in erster Linie feuchte Holzschnitzel. Zusätzlich begünstigt wer­ den deren Aktivitäten durch hohe Fein-, Rinden- und Grünanteile. Die Trockensub­ stanzverluste für waldfrisch eingelagerte Hackschnitzel können 2 bis 4 % pro Monat betragen. Gelingt eine Trocknung auf we­ niger als 30 %, können die Verluste im Rah­ men gehalten werden. Pilze und Bakterien entwickeln bei einer Schnitzelfeuchte zwi­ schen 30 und 50 % und einer Temperatur von 20 bis 35 °C die grösste Aktivität. Bei gehacktem Holz ist der Substanzabbau bei der Lagerung grösser als bei Holz in un­ gehacktem Zustand. Grund ist die höhere

Maschinenbedingte Einflussfaktoren auf die Schnitzelqualität Parameter

Einfluss auf die Qualität der Holzschnitzel

Maschinentyp

Einflussfaktoren der Hacktechnik: Hacker erzeugen scharfkantige Schnitzel, Schredder faseriges, gebrochenes Schredderholz.

Schneidaggregat

Unterschiedliche Schneidtechnik: Trommel-, Scheibenrad- und Schneckenhacker.

Messerschärfe

Scharfe Messer erzeugen scharfkantige Schnitzel, stumpfe Messer Schnitzel mit hohem Feinanteil und unscharfen Kanten.

Drehzahl

Wird die Drehzahl (Schneidaggregat) erhöht, erhöht sich entspre­ chend die Schnitt-Anzahl je Meter eingezogenes Holz.

Einzugsgeschwindigkeit

Wenn die Einzugsgeschwindigkeit erhöht wird, verringert sich die Anzahl Schnitte je Meter eingezogenes Holz.

Siebkorböffnung

Trommelbauweise

Prallsiebe dienen der Nachzerkleinerung und beeinflussen die durchschnittliche Schnitzelgrösse sowie den Feingut- und Grob­ gutanteil. Die Hacktrommel im Schneidaggregat kann offen (durchlässig) sein. In einer offenen Trommel kommt es zum Teil zu einer weiteren Zerkleinerung der Schnitzel (Parallelzerkleinerung) im Innenraum der Trommel.

Messeranordnung

Durchgehende Messer erzeugen gleichmässigere Holzschnitzel mit weniger Ausbrüchen als versetzt angeordnete Messer.

Schneidspalt

Vergrössert sich der Schneidspalt zwischen Messer und Gegen­ schneide, erhöht sich die Partikelgrösse (und der Kraftaufwand).

Auswurfsystem

Fördergebläse mit Wurfschaufeln für hohe Fördergeschwindigkeit erhöhen den Feingutanteil durch zusätzliche Parallelzerkleinerung der Holzschnitzel.

(Quelle: Holzenergie Schweiz)


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e-clean: Filtersystem perfekt im Heizkessel integriert Der ökologische Aspekt wird immer wichtiger – auch bei der Wärmeerzeugung. Schmid AG energy solutions hat für die Hackgut- und Pelletfeuerungen UTSD neu einen elektrostatischen Partikelabscheider entwickelt, der optional direkt im Kessel integriert werden kann. Stylisch, platzsparend und wirkungsvoll = e-clean.

Abscheidesystem bei Holzheizungen Die Emissionsgrenzwerte bei Heizungen sind in der Luftreinhalteverordnung geregelt. Der CO2 -neutrale Brennstoff Holz bietet eine ausgezeichnete Basis für das umweltfreundliche Heizen. Mit der optimalen Verbrennung durch die Hackgut- und Pelletfeuerung UTSD von Schmid AG werden beste Emissionswerte erreicht. Um den Feinstaub weiter zu reduzieren, werden die Abgase zusätzlich über ein Abscheidesystem gereinigt. Bisher wurden diese Partikelabscheider/Filtersysteme separat vom Heizkessel montiert. Neu hat Schmid AG zusammen mit einem Hersteller einen elektrostatischen Partikelabscheider entwickelt, der direkt im Heizkessel eingebaut werden kann; den e-clean.

Partikelabscheider e-clean e-clean ist direkt über dem Kesselwärmetauscher integriert. So werden die Abgase im Heissbereich gereinigt. Gegenüber den üblich verbauten Abscheidern hat dies den Vorteil, dass eine Kondensatentwicklung ausgeschlossen werden kann und somit keine Hochspannungsverluste oder Korrosionsschäden entstehen. Die Partikel werden über die Hochspannungselektroden statisch aufgeladen und lagern sich im zweiten Wärmetauscherzug ab. Dort gelangen sie mittels automatischer Kesselreinigung in das Aschefördersystem. e-clean kann bei Auftragserteilung mitbestellt, aber auch später nachgerüstet werden.

Pneumatische Reinigung Einzigartig ist die periodische, automatische Abreinigung des Isolators und der Elektrode durch Druckluft. Der Abscheider bleibt sauber und der Reinigungssaufwand vom Kaminfeger reduziert sich auf ein Minimum. Für die obligatorische Kesselreinigung kann der e-clean auf dem integrierten Fahrgestell einfach weggeschoben werden. Das spart dem Kaminfeger Zeit und dem Anlagebetreiber Geld.

Platzsparend Der elektrostatische Abscheideaufsatz e-clean wurde speziell für die Hackgut- und Pelletkessel UTSD 25-260 kW entwickelt. Der Aufsatz wird direkt bei der Revisionsöffnung des Kessels aufge-

baut. So kann ein kompaktes Gesamtsystem geliefert werden. Die Anlage erhöht sich lediglich um rund 25 cm und ist im Kesseldesign perfekt integriert. Der Platz für einen externen Filter entfällt und die Anschaffungskosten fallen wesentlich tiefer aus.

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Platz- und Kostenersparnis gegenüber einem externen Filter Aufbau direkt über der Kesselrevisionsöffnung Perfekt im Kesseldesign integriert Keine Hochspannungsverluste oder Korrosionsschäden Pneumatische Abreinigung des Isolators und der Elektroden Keramischer Isolator mit einer Einsatztemperatur bis 400° C Praktischer Zugang und einfache Reinigung für Kaminfeger Reduziert den Feinstaub auf ein Minimum Optional, jederzeit vor Ort nachrüstbar Automatische Reinigung und Transport in die Ascheboxen

Hackgut- und Pelletfeuerung UTSD Die Holzfeuerungen des Typs UTSD (25 – 260 kW) sind für den Einsatz im Ein- und Mehrfamilienhaus, landwirtschaftlichen oder gewerblichen Betrieb sowie für öffentliche Gebäude geeignet. Die Feuerungssysteme sind nach den neusten Vorschriften geprüft und haben die höchste Kesselklasse 5 erreicht. Schmid AG, energy solutions Hörnlistrasse 12 | 8360 Eschlikon | 071 973 73 73 info@schmid-energy.ch | www.schmid-energy.ch Niederlassungen: Oey, Roggwil, Moudon, Matzendorf

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FORSTTECHNIK

Lagerrisiken von Holzschnitzeln Risiko

Problem

Massnahmen

Verlustrisiko

2 bis 4 % pro Monat Substanzverlust bei waldfrisch gelagerten Holzschnitzeln

Gesundheitsrisiko

Gesundheitsgefährdung durch Schimmelpilze

Qualitätsrisiko

Wiederbefeuchtung der Schnitzel durch Nieder­ schläge oder Kondenswasser

Auf geringen Feingutanteil achten Holzschnitzel luftig und trocken lagern Unter Dach lagern Aussenlager mit Vlies abdecken

Technisches Risiko

Holzschnitzel gefrieren bei Frost. Ursachen: gefrierendes Kondenswasser, verunreinig­ tes Hackholz

Auf geringe Verunreinigungen des Hackholzes achten

Brandrisiko

Selbstentzündung durch Erwärmung. Grund: Aktivität von Mikroorganismen und durch chemisch-physikalische Prozesse

Auf geringe Feingutanteile achten Möglichst trockene Holzschnitzel lagern Holzschnitzellager nicht befahren (Verdichtung!) Maximale Schütthöhe 4 m

Umweltrisiko

Geruchsbelästigungen und austretendes Sickerwasser

Trockene und luftige Lagerung Bei Standortwahl Windrichtung beachten Holzschnitzel nicht unmittelbar an Gewässern lagern

Vorgetrocknetes Hackholz verwenden Schnelle Trocknung auf < W30 Geringer Feingut- und Grünanteil

(Quelle: Holzenergie Schweiz)

Querschnittsfläche, an der sich holzzerset­ zende Pilze und Mikroorganismen anset­ zen können. Werden Schnitzel unter Dach gelagert, sind die Substanzverluste deut­ lich kleiner. Statt 20 bis 30 % wie bei un­ gedeckter Lagerung verlieren abgedeckte Holzschnitzel lediglich 3 bis 5 %. Vor dem Einlagern sollten allerdings die Feinanteile entfernt werden.

Sieben von Feinanteilen Im Hinblick auf einen emissionsarmen und gleichzeitig wartungsarmen Betrieb einer Heizanlage ist die Reduktion des Fein­ gutanteils eine wichtige Massnahme. Die Trennung der Feingutanteile (und Überlän­ gen) erfolgt durch Aussieben der Holz­ schnitzel. Dazu eignen sich folgende Tech­ nologien:

• Sternsieb Eine Möglichkeit ist das Sternsieb. Gummioder Kunststoffsterne, die auf einer sich schnell drehenden Welle montiert sind, er­ zielen eine gute Siebwirkung. • Trommelsieb Eine weitere Technik ist das Trommelsieb. In diesem bewegt sich das zu siebende Material durch einen sich drehenden Sieb­ zylinder. Material, das feiner als die Ma­ schenweite des Siebes ist, fällt durch, wäh­ rend gröberes Material am Ende des Sie­ bes wieder herausfällt. • Rüttelsieb Ebenso ist der Einsatz eines Rüttelsieb-Sys­ tems geeignet. Die im Siebkasten montier­ ten Siebgitter können unterschiedliche Wei­ ten aufweisen. Entsprechend wird gröberes oder feineres Material ausgesiebt. Mit dem Rüttelsiebsystem können auch mehrere Sie­ be eingebaut werden. Damit können in ei­ nem Durchgang verschiedene Fraktionen ausgesiebt werden, weil das Material immer vom gröberen zum feineren Sieb fällt.

Fazit

Schnitzel aus Schlagabraum enthalten Blätter, Nadeln und Rinden. Entsprechend hoch ist der Stickstoffgehalt. Bild: Osterwalder

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Voraussetzung für einen emissionsarmen Betrieb einer Holzfeuerung ist eine gute Schnitzelqualität. Unter guter Qualität werden Schnitzel verstanden, die wenig oder keine Blätter, Nadeln und Rinden ent­ halten. Der beste Hacker oder Schredder kann die Holzschnitzel nicht besser ma­ chen, als es das Ausgangsmaterial ist. Da­ mit ist klar, dass das Ausgangsmaterial die Qualität bestimmt.


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Für über ein Drittel steht ein gesunder, stabiler Wald mit angemessener Holzproduktion im Vordergrund. Viele dieser Eigentümer stammen aus der Landwirtschaft oder sind in der Landwirtschaft hauptberuflich tätig. Es ist daher naheliegend, dass der Wunsch besteht, aus dem eigenen Nutzholz auch verarbeitete Produkte wie Bretter oder Balken auf dem eigenen Betrieb oder bei einem Umbau zu verwenden. Im Berggebiet sind in vielen Talschaften noch kleinere Sägereien in Betrieb oder wurden in den letzten Jahren wieder in Betrieb genommen. Zum Teil sind es bereits in die Jahre gekommene Gattersägen. Also, gute Voraussetzungen für den Einsatz von mobilen Sägewerken?

Regionales Holz

Voraussetzung für hohe Schnittleistung und Schnittqualität ist eine feste Fixierung des Blocks auf dem Sägebett. Bild: R. Hunger

Verwirkliche deine Träume … Der Wunsch nach Unabhängigkeit macht auch vor der Waldnutzung nicht Halt. Ein mobiles Sägewerk kann solche Wünsche erfüllen. Allerdings nicht zum Nulltarif. Produkte wie eigenes Mondholz rechtfertigen für viele Waldbesitzer den höheren Verarbeitungspreis. Ruedi Hunger In der Schweiz gibt es rund 24 500 private Waldbesitzer, die etwa 372 000 ha oder 29  % der Waldfläche besitzen. Durchschnittlich haben sie nur etwa 1,5 ha 36

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Waldfläche. Eine Umfrage zeigte, dass fast 75 % dieser Privatwaldbesitzer wenig oder nie mit anderen Waldeigentümern zusammenarbeiten.

«Aus der Region – für die Region» gilt nicht nur für Nahrungsmittel, auch die regionale Holznutzung liegt im Trend. Dies umso mehr als eine Diskrepanz besteht zwischen dem Verkaufserlös für eigenes Holz und dem Kaufpreis für Holzprodukte. Kommt dazu, dass nicht jeder Waldbesitzer in der Lage ist, die gewünschte Minimalmenge, die eine Sägerei wünscht, zu liefern. Mobile Sägen bieten auch die Chance, sich ein zusätzliches Standbein in Form von Lohnarbeit aufzubauen. Damit kann nicht nur das eigene, sondern auch das Holz von anderen Waldbesitzern in der Region geschnitten werden. Dies erfolgt dann ganz nach Kundenwunsch direkt im Wald oder auf dem Betrieb. Wer erfolgreich sein eigenes Holz sägt und zu Holzprodukten veredeln will, muss aber auch wissen, dass es nicht mit einem eigenen Kleinsägewerk allein getan ist. Vorerst braucht es das Wissen, welches Holz für welchen Zweck genutzt werden kann und wie das geschnittene Holz richtig und wie lang gelagert werden soll.

Grosse Auswahl – unterschiedliche Technik Wer ein mobiles «Sägewerk» kaufen will, wird überrascht sein, was unter diesem Begriff alles angeboten wird und wie hoch (oder tief) die Preise sind. Von einfachsten Gerätschaften zur Verwendung der eigenen Motorsäge, die in einem Paket nach Hause geliefert werden, bis zu gewerblichen Sägen gibt es die ganze Bandbreite. Entsprechend liegen die Preise zwischen einigen hundert und gleich mehreren hunderttausend Franken. Gerade im Hochpreissegment ist eine jährliche Nutzungszeit ab eintausend Stunden erforderlich. Folglich sind dies dann eigentliche Profi-­


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Parallel zum höheren technischen Ausrüstungsstandard steigt auch der Bedienungskomfort. Bild: Serra

Sägewerke. Auch Wünsche für Profi-Sägen für einen Stammdurchlass bis 110 oder 150 cm und Schnittlängen bis 13 m, auf einem Tandemfahrwerk, sind erfüllbar.

Alle vergleichbaren Sägewerke können auf ein Fahrwerk aufgebaut und mit Pick-up oder Traktor transportiert werden. Bild: R. Hunger

Liste einiger Anbieter www.woodmizer.ch

Grosse Auswahl von preisgünstigen bis zu Hochleistungssägewerken

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Unterschiede Installationsaufwand

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Unterschiedliche Sägewerke (Blockbandsägen)

Unterschiedlich sind auch die Vorbereitungs- und Rüstzeiten auf dem Installationsplatz. Insbesondere, wenn nur kleinere Mengen an Sägeholz verarbeitet werden, spielt der Anteil an Rüstzeiten für den Auf- und Abbau eine nicht zu unterschätzende Rolle. Diese Zeiten können, je nach Sägewerk, eine Viertelstunde oder aber über eine Stunde in Anspruch nehmen. Bei grossen Anlagen auch mehr. Die Leistungsfähigkeit und damit verbunden auch der Bedienungskomfort bestimmen im Wesentlichen den Preis der Anlage.

www.resch-3.com

Stationäre und mobile Blockbandsägen

www.rolandschmid.ch

Norwood-Sägewerk und Anbausägewerk für Motorsäge.

www.logosol.com

Kettensägewerke, Bandsägewerke, Minisägewerke

www.holzprofi.ch

CTR-Kleinsägewerk, Blockbandsägen, Starkholzsägen

Was will man? Wie so oft stellt sich nach dem «Wunsch» gleich die Frage nach dem richtigen oder passenden Modell. Wer von einem mobi-

www.frontiersawmills.com Verschiedene Sägewerke in unterschiedlichen Grössen

len Sägewerk fasziniert ist und ein solches kaufen möchte, muss vorerst wissen, welches die eigenen Bedürfnisse sind. Welche Durchmesser sollen verarbeitet und wie lange Stämme müssen bearbeitet werden? Auch stellt sich die Frage, ob das Holz direkt im Wald oder doch erst auf dem Betrieb verarbeitet wird. Dann stellt sich automatisch auch die Frage nach dem richtigen Antrieb. Im Wald wird es schwierig, ein Sägewerk elektrisch anzutreiben,

auf dem Hof sollte dies heute hingegen die Regel sein. Alternativ zu einem aufgebauten Verbrennungsmotor bietet sich für einige wenige Waldeinsätze auch ein Zapfwellenantrieb an. Wer Lohnarbeiten einplant, wird sich auch mit der Frage beschäftigen, wie oft muss auf- und abgebaut werden oder wie einfach oder eben zeitaufwändig ist die Installation. Eine weitere Fragestellung richtet sich nach der Anzahl Personen: Will ich allein arbeiten oder doch eher in einem Zweierteam? Ein eigentlicher Preisvergleich soll erst erfolgen, wenn diese Fragen geklärt sind und wenn Gleiches mit Gleichem verglichen werden kann. Eine gute Möglichkeit, Vergleiche zu ziehen, bieten jeweils Forstmessen wie jene in Luzern, die leider in diesem Jahr nicht durchgeführt werden kann.

Fazit

Zur Anwendung kommen grossmehrheitlich Bandsägen mit Elektroantrieb.

Bild: zvg

Mobile Sägewerke gibt es in unterschiedlichen Grössen und Ausführungen. Dabei soll nicht gleich zu Beginn nur der Preis verglichen werden. Es gibt viele Fragen, die vorgängig zu beantworten sind. Schliesslich soll eine solche Anlage, bei allem Enthusiasmus, auch wirtschaftlich betrieben werden, sonst ist es nur ein teures Hobby. 8

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Der Baum-Sprinter Über Schönheit lässt sich bekanntlich streiten. Allerdings sind Äste in geschnittenem und verarbeitetem Holz nicht in jedem Fall schön und können sogar wertvermindernd sein. Grund genug, mit einer «Wertästung» das Holz aufzuwerten. Ruedi Hunger

Mit der Distelleiter (oben links) ist ein händisches Wertentasten durchaus machbar. Das mechanische Wertentasten (restliche Bilder) ist aber wesentlich leistungsfähiger, bringt das bedienende Zwei-Mann-Team aber bis an die Leistungsgrenze. Bilder: zVg

Jeder Ast hinterlässt im Stammholz seine Spuren. Für die einen ist es speziell schön, wenn ein Ast das Täfer ziert. Andere betrachten Holz ohne Äste als besonders hochwertig und wertvoll. Daher stammt wohl auch der Begriff «Wertästung». Bei der Wertästung werden Äste in einem bestimmten Bereich am Stamm von Hand entfernt. Diese Arbeit verursacht zwar Kosten, kann sich aber durchaus lohnen. In der Schweiz ist die Wertästung derzeit weniger verbreitet als in Deutschland. Es ist denn auch im nördlichsten Teil der 38

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Schweiz, im Forstrevier Bargen, angrenzend zum nahen Süddeutschland, wo man bereits seit rund 20 Jahren mit einer speziellen Leitertechnik eine ergonomisch vertretbare Wertästung vornimmt.

Totasthalter und Totastverlierer Wertastung macht aber nicht in jedem Wald und bei jedem Baum Sinn. Zudem sind die meisten Laubbaumarten sogenannte «Totastverlierer». Mit anderen Worten, bei diesen Bäumen sterben die Äste am Stamm durch die Konkurrenz zwischen

Nachbarbäumen von unten her laufend ab und fallen auch ab. Im Gegensatz dazu gehören die einheimischen Nadelbäume (und die Kirschen) zu den «Totasthaltern». Die Äste sterben zwar auch von unten her ab, bleiben aber noch lange am Baum. Wenn mit diesen Bäumen astfreies Qualitätsholz erzeugt werden soll, ist eine zeitgerechte Astentfernung unerlässlich. Je nach Technik erfolgt dies in zwei Etappen. Zuerst werden bis auf etwa fünf Meter, später bis in eine Höhe von etwa zehn Metern die Äste entfernt. Massgebend ist das Baumhöhen-


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wachstum, denn die verbleibende Krone darf nicht «gestört» werden und muss weiter­hin eine gute Vitalität aufweisen.

Distelleiter als Standardverfahren Benannt nach dem Erfinder, Ulrich Distel, der vor bald dreissig Jahren eine spezielle Leitertechnik für die Samenernte entwi­ ckelte, ist dieses Verfahren heute unter dem Begriff «Distelleiter» allgemein be­ kannt. Für die erste Etappe werden mit der Distelleiter durchschnittlich 15 Minu­ ten benötigt. Die zweite Etappe bis rund 10 m beansprucht 20 Minuten. Geschieht die Wertentastung in einem Durchgang bis 10 Meter, sind 25 Minuten erforder­ lich. Das Verfahren ist für den Stamm sehr schonend, Rindenschäden treten kaum auf. Pro Stunde werden zwei bis maximal vier Bäume auf diese Weise entastet.

Mechanisierte Wertästung Im Rahmen einer Pilotstudie hat die Abtei­ lung Arbeitswissenschaft und Verfahrens­ technologie der Universität Göttingen (D) ein mechanisiertes Ästungssystem unter­ sucht. Anlass dazu gab die Firma Advaligno aus Wunstorf (D) mit ihrem Prototyp «Pa­ tas». Der Patas wurde speziell entwickelt für die Hochastung von Lärchen, Kiefern, Fichten, aber auch Pappeln und Dougla­ sien. Das System besteht aus einer An­ triebseinheit, angebaut am Drei-Punkt-Ge­ stänge eines mind. 37 kW starken Traktors, einem 25 m langen Versorgungsschlauch und einem Astungskopf. Die eigentliche Arbeit leisten die fünf stammumfassenden Entastungsmesser am Astungskopf, diese werden pneumatisch gegen den Stamm gepresst. Dazu ist ein Druck zwischen 3 und 8 bar wählbar. Am Baumstamm be­ wegt sich der Astungskopf mithilfe von zwei hydraulisch angetriebenen Gummi­ laufbändern. Diese sollen nach Angaben des Herstellers eine Beschädigung der Rin­ de verhindern. Das Aggregat bewegt sich mit einer Arbeitsgeschwindigkeit von 4 m/s den Stamm hinauf. Dabei scheren die Entastungsmesser die Äste einfach ab. Der «Patas» ist einsetzbar bis zu einem Brust­ höhendurchmesser von 25 cm.

Zwei-Mann-Verfahren Die mechanische Wertholzastung mit dem «Patas» ist ein Zwei-Mann-Verfahren. Bei den Vorbereitungen wird der Traktor mit Antriebseinheit mindestens zehn Meter vom Baum entfernt positioniert. Der Ver­ sorgungsschlauch wird so ausgelegt, dass er sich beim Hochfahren des Aggregats nicht im Gestrüpp verheddern kann. Der 40

Schweizer Landtechnik 8

2021

Patas wird durch die beiden Personen auf Brusthöhe am Stamm durch Schliessen der Entastungsmesser fixiert. Aus sicherer Dis­ tanz (10 m) wird das Aggregat per Funk bis in die gewünschte Höhe gesteuert. Nach dem Stopp fährt das Gerät wieder den Stamm herunter und wird zum nächsten Baum getragen, wo sich das Prozedere wiederholt. Bei der Pilotstudie wurde eine Zeitmes­ sung integriert. Diese startete, nachdem der Traktor mit dem Arbeitssystem am Ästungs­ bestand (das sind üblicherweise nicht Einzelbäume) angekommen war und endete am Feierabend mit abgeschlosse­ nen Rüstzeiten. Der Arbeitsschritt «Baum­ suche» nahm mit 27 % am meisten Zeit in Anspruch. Der eigentliche Ästungs­ vorgang dauert pro Baum zwischen 8 und 12 Sekunden und beanspruchte insgesamt rund 15 % der erfassten Zeit. Pro Arbeits­ stunde wurden 28,5 Bäume entastet. Die Tagesleistung lag bei 188 Bäumen. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-West­ falen (D) hat Systemkosten von Euro 5,80 je Baum errechnet.

Ergonomie und Leistungsgrenze Mit 50 kg ist das Ästungsgerät relativ schwer. Deshalb wurde in der Pilotstudie ein Arbeiter mit einem EKG-Messgerät ausgerüstet. Die tiefste Herzfrequenz wur­ de am Morgen, vor Arbeitsbeginn, gemes­ sen. In einigen Situationen arbeitete der Proband mit 186 Herzschlägen pro Minute nur knapp unter der Leistungsgrenze. Die Dauerleistungsgrenze von 130 Schlägen pro Minute überschritt er dauernd. So rasch und so elegant eine Wertästung mit dem Patas vor sich geht, so streng ist die Arbeit dennoch. Wenn die Leistungsfähig­ keit dieses mechanischen Ästungsgeräts ausgereizt wird, ist die Arbeit gar als stren­ ge körperliche Tätigkeit einzustufen. Das mag überraschen, doch das laufende Um­ setzen innerhalb einer räumlichen Ver­ teilung der Bäume, in einem durchschnitt­ lichen Arbeitsradius von elf Metern, lässt kaum Erholungszeiten zu.

Gefahr für das Team? Bei 15 von 188 Stämmen wurden kleinere Rindenverletzungen festgestellt. Insge­ samt wurde bei 22,7 % der Stämme ein Ästungsschaden diagnostiziert (zurück­ gebliebene Feinäste, Aststummel), die aber mehrheitlich in einer Höhe über 9 m auftraten und in einem zweiten Durch­ gang entfernt wurden. Astausrisse wur­ den keine festgestellt. Bei 40 Bäumen wurde die Gefährdung durch herunterfal­

lende Äste überprüft. Über 1000 Äste la­ gen in einem Umkreis von einem Meter um den Stamm herum. Fast 900 Äste bis zwei, etwas über 500 Äste bis drei Meter vom Stamm weg. Lediglich 17 % der ab­ geschnittenen Äste lagen weiter als drei Meter vom Stamm fort, keiner mehr als sieben Meter.

Fazit Die Wertästung mit dem «Patas» weist gegenüber der Distelleiter eine hohe bzw. wesentlich höhere Produktivität auf. Mit fast 30 Bäumen pro Stunde ist die körper­ liche Belastung für das Bedienerteam aller­ dings relativ hoch. Nach Aussage des ver­ antwortlichen Studienleiters bewegt sich die Belastung aber im Rahmen der allge­ meinen Waldarbeit.

Technische Daten Advaligno «Patas» Astungskopf am Baum • Hydraulischer Antrieb • Gewicht: Rund 50 kg • Für Stammdurchmesser 25 cm bis 12 cm, Aststärke bis 3,5 cm • Astungshöhe 12 bis 15 Meter • Geschwindigkeit ca. 4 m/s • Astungsdauer bei 12 m Astungshöhe ca. 8 Sekunden • Mögliche Leistung 30 bis 50 Bäume pro Stunde • Sauberer Schnitt dank spezieller Mes­ sertechnik • Druck des Andrückrads pneumatisch einstellbar • Zwei-Personen-Bedienung • Funkfernsteuerung • Manuelle Steuerung möglich Antriebseinheit am Traktor • Antriebseinheit inkl. Ölkühler • Anbau an Drei-Punkt-Hydraulik • 96-Liter-Tank mit biologisch abbauba­ rem Hydrauliköl • Benötigte Motorleistung 37 kW (50 PS) • Erforderliche Zapfwellendrehzahl 540 bis 600 U/min • Benötigte Stromenergie 12 V • Schlauchtrommel Masse und Gewichte • Antriebseinheit: 119 × 80 × 190  cm (Breite × Tiefe × Höhe) • Antriebseinheit mit Astungskopf: 133 × 87 × 198  cm • Gesamtgewicht 570 kg (Antriebsein­ heit, Hydrauliköl und Astungskopf) • Länge Energieschlauch max. 25 m (Herstellerangaben)


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FORSTTECHNIK

anteil oft als Massstab für die Offenheit ei­ ner Berufsgruppe gegenüber dem ande­ ren Geschlecht herangezogen wird. Natürlich geht es (auch) um Technik, um viel Technik, um damit auf die am Anfang gestellte Frage zurückzukommen. Aber erstens geht es nicht um «Girls», Frauen in Forstberufen stehen mit beiden Beinen fest auf dem (Wald-)Boden, und zweitens ist die Technik heute kaum noch ein Hin­ derungsgrund für eine interessierte Frau. Frauen als Arbeitskräfte verfügen über ein grosses Potential für Kommunikation, Teamarbeit und Konflikthandling. Zudem überzeugen sie immer wieder mit unkon­ ventionellen Problemlösungen.

Försterin HF ist in keiner Statistik Eine schweizerische Untersuchung aus dem Jahr 2017 zu geschlechtsuntypischen Verläufen der beruflichen Erstausbildung hat ergeben, dass Frauen häufiger ge­ schlechtsuntypische Ausbildungen anstre­ ben als Männer, es ihnen aber seltener ge­ lingt, sich dort zu etablieren. Unter eta­ blieren wird verstanden, eine untypische Ausbildung zu absolvieren und auch sie­ ben Jahre später noch im entsprechenden Berufsfeld tätig zu sein.¹ Während die Ab­ solventinnen einer höheren Ausbildung dem allgemeinen «Umweltbereich» zuge­ ordnet und relativ gut dokumentiert sind, ist dies auf der Stufe Forstpraktikerinnen und Forstwartin weniger der Fall. Ebenso erscheint der Beruf der Försterin HF in kei­ ner allgemeinen Statistik. Selbstsicheres Auftreten und Berufsstolz zeichnen die Frauen im forstwirtschaftlichen Arbeitsbereich aus. Bild: FVU

Wunschvorstellung und Realität Frauen sind in der Forstwirtschaft noch zu oft eine kleine Minderheit. Einerseits stehen sich Frauen mit der Angst vor harter Arbeit selber im Weg, anderseits braucht es einiges an Beharrlichkeit, um die Männerdominanz zu durchbrechen. Je höher die Ausbildung, desto grösser der Frauenanteil. Ruedi Hunger Sind Frauen in Forstberufen reine «Techno Girls» oder steckt mehr dahinter? In der Forstwirtschaft geht es nicht nur um Bäu­ me und Maschinen, sondern auch um 42

Schweizer Landtechnik 8

2021

Menschen und ums Zusammenleben. Heute geht es aber auch ums Image einer Branche. Sind Frauen also ein Modernisie­ rungssymbol? Logisch, dass der Frauen­

Was vor 70 Jahren begann … Die erste Forstingenieurin der Schweiz wurde 1954 diplomiert. Die erste Forst­ wartin hat 1977 ihre Lehre begonnen und die ersten Försterinnen schlossen ihre Aus­ bildung gar erst in den 1990er Jahren ab. Im Forstberuf arbeiteten 2001 in der Schweiz insgesamt nur 2,4 % Frauen. Kein anderes Land hatte damals einen so tiefen Frauenanteil in den Forstberufen.² Die neusten verfügbaren Zahlen zur Aus­ bildung in Waldberufen stammen aus dem «Jahrbuch Wald und Holz 2020» und be­ ziehen sich auf das Jahr 2019. Unter den insgesamt 885 Auszubildenden in der Forstbranche befanden sich 19 Frauen. Damit ist der Frauenanteil auf dem tiefen Niveau von 2 %. Bei der Hochschulbildung in Forstwirtschaft an der HAFL in Zolliko­ fen und den Abschlüssen in Umweltnatur­ wissenschaften mit Vertiefung Wald- und Landschaftsmanagement an der ETH Zü­ rich betrug der Frauenanteil 11 bezie­ hungsweise 52 Prozent.


FORSTTECHNIK

Dass man die Geschlechtertrennung noch nicht überall begriffen hat, zeigt sich auch daran, dass diverse Statistiken gemischt erstellt werden und der Frauenanteil daher nicht klar ersichtlich ist. Es gibt aber eine feststellbare Tendenz: je höher die Ausbildung, desto grösser der Frauenanteil. Nach Auskunft von Esther Thuerig (WSL) wird gezielt versucht, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen. Bei den Uni-Studierenden sei der Frauenanteil bei fast 50 %. Als eine der wenigen Frauen mit bereits 25 Jahren Berufserfahrung im Waldbereich verweist Evelyn Coleman Brantschen, Dozentin an der HAFL, betreffend Waldeigentümerinnen auf Studien aus den Jahren 2001 und 2018 und die Bemühungen, den Frauen auch im Wald die Türen zu öffnen.

Volkswirtschaftliche Bedeutung Eine Erhebung aus dem Jahr 2006 zeigt, dass auf vier Privatwaldeigentümer eine Privatwaldeigentümerin kommt. Im Jahr 2018 arbeiteten in der gesamten Wald-/ Forstwirtschaft 2892 Personen in 2440 Vollzeitstellen. Die meisten Beschäftigten sind in den Alpen (30,3 %), gefolgt vom Mittelland (30 %), den Voralpen (20 %), dem Jura (17 %) und der Alpensüdseite (2,6 %) angesiedelt. 7,3 % aller Beschäftigten der gesamten Wald-/Forstwirtschaft sind Frauen. Im ganzen Holzsektor beträgt der Frauenanteil 15,2 % (siehe Ta-

bellen). Nicht erfasst sind Personen, die ihren Privatwald selber bewirtschaften.

Berufliche Ausbildung in der Waldwirtschaft Frauen wollen keinen Schutzstatus, der sie zu Exoten macht, sie wollen auch in der Waldwirtschaft Partner auf Augenhöhe sein. Die Zeiten, in denen Frauen mehr leisten mussten, um von ihren männlichen Kollegen gehört und anerkannt zu werden, sollten vorbei sein. Deshalb stehen ihnen heute die nachfolgend aufgeführten Berufsausbildungen auch offen. • Forstpraktikerin EBA Die 2-jährige Lehre zur Forstpraktikerin eignet sich für Frauen, die gerne draussen arbeiten. Eine gute Gesundheit, körperliche Belastbarkeit und praktische Begabung sind wichtige Voraussetzungen für diesen Beruf. • Forstwartin EFZ Für Frauen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, und gerne im Freien arbeiten, ist Forstwartin ein geeigneter Beruf. Die Forstwartin arbeitet in einem kleineren oder grösseren Team. Neben guter körperlicher Verfassung und Wetterfestigkeit benötigt die Forstwartin auch technisches Verständnis und ein gutes Urteils­vermögen, um Risiken richtig einzuschätzen.

Beschäftigte nach Arbeitsstätten und Vollzeitäquivalente in der Forstwirtschaft Schweiz

Beschäftigte Total

Frauenanteil

Total

Veränderung

Total

Anteil

Veränderung

2018

2892

–7,8 %

212

7,3 %

1,5 %

2017

3136

–7,5 %

181

5,8 %

0,0 %

2016

3390

–0,7 %

198

5,8 %

–0,6 %

2015

3413

3,0 %

219

6,4 %

0,0 %

2014

3314

212

6,4 %

Frauenförderung und Frauenintegration beginnt bei der Ausbildung. Bild: zvg

• Försterin HF Die Försterin ist eine gut ausgebildete, vielseitige Führungskraft. Sie kennt sich als Praktikerin im Wald hervorragend aus. Der Beruf einer Försterin wandelt und erweitert sich im Umfeld von gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Veränderungen laufend. Die Försterin ist als Betriebsleiterin, Unternehmerin oder als Spezialistin für waldspezifische und waldnahe Bereiche tätig. • Forstunternehmerin Die Forstunternehmerin ist eine selbständige Unternehmerperson, die selber keinen eigenen Wald besitzt. Mit ihrem unternehmerischen Denken und ihrer modernen Ausrüstung wird sie überall in der Waldarbeit eingesetzt. Die Forstunternehmerin arbeitet im Auftrag der Waldbesitzer in der Holzernte und teilweise auch im forstlichen Bauwesen. Sie führt den Holzschlag, das Rücken an die Waldstrasse und oft auch den Holztransport mit dem LKW selber aus.

(Quelle: Jahrbuch Wald und Holz 2020)

Beschäftigte und Vollzeitäquivalente im Erbringen von Dienstleistungen für Forstwirtschaft und Holzeinschlag Schweiz

Beschäftigte Total

Frauenanteil

Total

Veränderung

Total

Anteil

Veränderung

2018

3198

3,6 %

349

10,9 %

0,5 %

2017

3086

6,9 %

322

10,4 %

–0,4 %

2016

2887

0,8 %

313

10,8 %

–0,5 %

2015

2865

–1,3 %

323

11,3 %

0,4 %

2014

2904

316

10,9 %

• Rangerin (BZW Lyss) Die Rangerin ist eine Fachperson mit umweltbezogener Grundausbildung. Sie hat eine hohe Fachkompetenz im Umgang mit dem breiten Publikum. Ihre besondere Fähig­keit liegt in der Kommunikation, der Besucherlenkung und im Aufzeigen des Wertes von Natur und Landschaft. • Bachelor of Science BFH in Waldwissenschaften. Absolventinnen des Bachelorstudiums in Waldwissenschaften an der Hochschule 8

2021 Schweizer Landtechnik

43


FORSTTECHNIK

für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen sind gut ausgebildete Spezialistinnen im Umgang mit dem Ökosystem Wald. Sie leiten Unternehmer und Projekte oder beraten Institutionen. • Spezialisierung und Weiterbildung Mit dem Eidgenössischen Fachausweis auf der Basis der Forstwartin kann sich die Fachfrau zur Forstwart-Vorarbeiterin, Forstmaschinenführerin, Seilkraneinsatzleiterin oder Forstwart-Gruppenleiterin spezialisieren. Aufbauend auf dem Bachelor-Studium bietet die BFH-HAFL mit dem Masterstu­ diengang ein erweitertes Ausbildungs­an­ gebot an. Der Studiengang bereitet die Studierende auf eine wissenschaftliche Tätig­ keit oder eine anspruchsvolle Führungsaufgabe vor. Schliesslich steht inte­ ressierten Frauen ein ETH-Studium in Umweltnaturwissenschaften Wald und Landschaft offen.

In Deutschland ist der Wald in Frauenhänden? Während sich vor rund zwanzig Jahren der Anteil der in Forstberufen tätigen Frauen in Niedersächsischen Landesforsten (D) um rund 15 Prozent bewegte, ist der Anteil der Mitarbeitenden 2019 auf einen Drittel angestiegen. Abgeschlagen mit rund 18 % liegt der Frauenanteil in den Bayerischen Staatsforsten am Schluss. Frauen besitzen in Bayern als Alleineigentümerinnen, zusammen mit ihren Männern oder als Mitglieder von Eigentümergemeinschaften fast 500 000 ha Wald. Der Anteil von Frauen in der forstwirtschaftlichen Ausbildung hat in den vergangenen Jahrzehnten stetig zugenommen, dennoch nehmen sie kaum Führungspositionen ein. Mit dem Projekt «FEM4Forest» soll in zehn europäischen Ländern (ohne CH) ei-

Beschäftigte und Vollzeitäquivalente in der Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie 2018 Bereich Total Holzwirtschaft1) Total Zellstoff-, Papier- und Kartonindustrie Total Holz-, Zellstoff- und Papierindustrie

Schweizer Landtechnik 8

2021

Frauenanteil

Vollzeitäquivalente Total

83 614

14,0 %

75 047

7352

29,0 %

6838

90 966

15,2 %

81 884

Sägereien, Hobelwerke, Stammholzbearbeitung, Bauschreinerei, Holzwerkstoff, Schreinerarbeit, Holzverpackung, Holzwaren, Holzbau und Zimmereien, Grosshandel mit Holz und andere.

1)

ne stärkere Einbindung von Frauen in der Forstwirtschaft und der Forst-Holz-Lieferkette angestrebt werden.

Frauen aber auch selber im Weg, weil sie sich – völlig unbegründet – manche Arbeiten einfach nicht zutrauen.

Österreich: FEM4Forest

Fazit

Der Frauenanteil an der österreichischen Waldfläche liegt bei etwa 23 %. Zwischen den einzelnen Bundesländern bestehen aber Unterschiede. Mit einem Anteil von 26  % ist der Waldbesitz der Frauen in Oberösterreich am grössten und mit 13 % in Vorarlberg am tiefsten. Bezogen auf die Besitzgrösse besitzen Frauen tendenziell klei­nere Waldflächen als Männer. Frauen nehmen in der Entscheidungsfindung für Wälder im Familienbesitz dennoch eine Schlüsselrolle ein. Trotzdem sind Frauen nach Ausführungen von Frau Mag. Hermine Hackl, Leiterin der Forstlichen Ausbildungsstätte Traunkirchen (A), im Ausbildungsbereich und in forstlichen Berufen sowohl in Österreich als auch in den meisten europäischen Staaten noch zu wenig «sichtbar». Nach Hackl sind die bestehenden, männlich dominierten Strukturen der Grund für die geringe Einbindung der Frauen in diese Berufs­gattung. Manchmal stehen sich die

Die Zeiten, in denen Männer mit Ausgrenzung auf weibliche Eindringlinge in die bis anhin weitgehend ungestörte Männerdomäne reagieren, sind (teilweise) vorbei. Zudem überwinden Frauen immer erfolgreicher die oft in die Diskussion gebrachte Technikdistanz. Die hochmechanisierte Holz­ernte und Holzweiterverarbeitung erfordern mit wenigen Ausnahmen nicht mehr den hohen körperlichen Einsatz früherer Zeiten. Es bestehen daher berechtigte Hoffnungen, dass der bescheidene Frauenanteil in Forstberufen in Zukunft steigt. Dazu braucht es beidseitig Mut. Frauen sollen sich die Arbeit zutrauen und Männer sollen Arbeitskolleginnen nicht als Eindringlinge anschauen.

Natürlich ist die Holzernte hochmechanisiert, das soll aber kein Hinderungsgrund für Frauen sein. Bild: Osterwalder

44

Beschäftigte Total

¹ Schlussbericht Situation der Berufsfrauen im Umweltbereich, 2017. ² Schriftenreihe 324: Frauen in der Forstwirtschaft Quellen: Evelyn Coleman Brantschen, Dozentin, HAFL; Nadai & Seith, «Frauen in der Forstwirtschaft»; Esther Thuerig, WSL

Je höher die Ausbildung bei den forstwirtschaftlichen Berufen ist, desto grösser der Frauenanteil. Bild: zVg


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Impression | Fahrbericht

Der Rigitrac-Zweiachsmäher «SKH 60». Die Kabine mit Hangausgleich kann Neigungen bis zu 30 % ausgleichen. Bilder: R. Engeler und H. Röthlisberger

Zweiachsmäher mit Nivellierkabine Sepp Knüsel steigt mit dem 75 PS starken «SKH 60» in die Produktion von Zweiachsmähern ein. Ein Novum in dieser Fahrzeugkategorie ist die Kabine mit Hangausgleich. Zudem hat auch der «SKH 60» ein Chassis mit Drehgelenk. Heinz Röthlisberger und Roman Engeler

Sepp Knüsel überrascht einmal mehr. Der innovative und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannte Schweizer Traktorenbauer aus Küssnacht am Rigi SZ bringt mit dem Rigitrac «SKH 60» seinen neusten Wurf auf den Markt und steigt damit in die Produktion von Zweiachsmähern ein. Ausgestattet ist der «SKH 60» mit einem 75 PS starken 4-Zylinder-Motor von Deutz mit 2,9 l Hubraum, der die Abgasstufe 5 ohne SCR erfüllt. Das maximale Dreh­ moment beträgt 240 Nm bei 1600 U/min. Der Zweiachsmäher erreicht die 40 km/h mit einer Drehzahl von spritsparenden 1400 U/min. 46

Schweizer Landtechnik 8

2021

Neues Hydrostat-Getriebe Beim «SKH 60» verwendet Sepp Knüsel ein komplett neu entwickeltes, stufen­loses Hydrostat-Getriebe mit Weitwinkeltechnik bis 32°. Das kompakt gebaute Getriebe, von ihm entworfen und in Deutschland hergestellt, ist speziell auf die Anforderungen des neuen Fahrzeugs abgestimmt. Weitwinkel-Hydrostaten haben den Vorteil, dass sie einfach zu bauen sind und die Geschwindigkeit sowie Schubkraft permanent aufeinander abstimmen. Damit wird ein hoher Wirkungsgrad erzielt. Möglich sind mit dem Getriebe zwei stufenlose Fahrbereiche, von 0 bis 18 km/h sowie von

0 bis 40 km/h. Auf Wunsch ist auch ein Fahrbereich bis 30 km/h erhältlich. Für eine lange Lebensdauer des Antriebs wird das Getriebe mit einem separaten Ölhaushalt versorgt.

Load-Sensing-Ölpumpe Eine verstellbare Load-Sensing-Ölpumpe fördert 0 bis 60 l/min Öl mit 200 bar Druck. Die Load-Sensing-Technik fördert immer nur so viel Öl, wie benötigt wird. Zudem gibt es eine 4-Rad-Zweikreis-Servo-Bremsanlage mit im Ölbad laufenden Scheibenbremsen und eine Federspeicher-Bremse, die auf alle vier Räder wirkt. Alle Steuer-


Fahrbericht | Impression

ventile sind proportional über Canbus ansteuerbar. Die Umschaltung der Front- und Heck-Steuerventile erfolgt manuell oder auf Wunsch elektrisch. Die Zapfwelle an der Front (links-) wie auch jene im Heck (rechtsdrehend) sind lastschaltbar und bieten 540 und 1000 U/min.

Seitenschub und Drehgelenk Die Hubkraft beträgt sowohl an der Front aks auch im Heck 2000 kg. Dies bei Achslasten von je 2700 kg. Bei der Front- und Heckhydraulik sind die Kategorien 1 und 2 möglich. Die Fronthydraulik hat zudem einen hydraulischen Seitenschub links und rechts von je 19 cm. Sowohl hinten wie vorne sind die Anbaugeräte achsgeführt. Wie bei seinen Traktoren baut Sepp Knüsel auch beim neuen «SKH 60» einen Fahrzeugrahmen mit Drehgelenk ein. Das Chassis ist bei diesem Fahrzeug bis 15° verdrehbar. Gefahren werden kann der Zweiachsmäher mit den Lenkungsarten Vorder- und Hinterrad, Allrad und Hundegang. Weiter ist auch eine patentierte verzögerte Lenkung möglich. Ab einem Lenkeinschlag der Vorderachse von 10° startet automatisch die Lenkfunktion der Hinterachse, bis beide Einschläge identisch sind.

Steckbrief Rigitrac «SKH 60» Motor: Deutz, 2,9 l, 4-Zylinder, 55,4 kW / 75 PS, Abgasstufe 5 (ohne SCR) Getriebe: stufenlos (hydrostatisch) mit Weitwinkeltechnik bis 32°. Fahrbereiche: 0 bis 18 km/h und 0 bis 40 km/h (optional bis 30 km/h) Hydraulik: LS-Axialkolbenpumpe 60 l/min, Lenkung mit Zahnradpumpe 25 l/min. Hubkraft: 2000 kg vorne und hinten Lenkungsarten: Vorder-, Hinter- und Allrad, Hundegang und Lenkungsver­ zögerung Zapfwelle: lastschaltbar 540 oder 1000 U/min (Heck und Front) Kabine: Hangausgleich bis 30 % Neigung Gewichte: zul. gesamt: 5000 kg, leer: 3290 kg. Achslasten: 2700 kg (vorne und hinten) Masse: Länge: 4060 mm, Höhe: 2200 mm; Breite: 2014 mm; Radstand: 2320 mm; kleinster Wendekreis (innen mit Vierradlenkung): 3200 mm Standardbereifung: AS 425/55 R17 Preis: ab CHF 160 000.– (inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

Ein grosser Luftfilter mit Vorabscheider ist Bestandteil der Motorkühlung. Für die Reinigung ist serienmässig ein Umkehrlüfter eingebaut.

Kabinen-Hangausgleich Ein absolutes Novum im Bereich der Zweiachsmäher ist die Kabine mit Hangausgleich. Die Kabine ist vollständig vom Fahrwerk entkoppelt und auf Hydrolagern montiert. Sensoren messen die aktuelle Hangneigung, das zu- und abschaltbare System gleicht über Hydraulikzylinder die Lage der Kabine automatisch bis zu einer Neigung von 30  % aus. Vorteil dieses Nivellier­systems ist, dass der Fahrer auch im unebenen Gelände stets mit geradem Rücken in der Kabine sitzt – die Wirbel­ säule wird dafür dankbar sein. Fahrhebel und Terminal sowie deren Funktionen kennt man von den Rigitrac-Trak­ toren. Weiter gibt es eine Klimaanlage, LED-Scheinwerfer und Kurvenlichter, die vorne auf den Kotflügeln respektive der Vorderachse montiert sind und somit bei Kurven automatisch «mitlenken». Der «SKH 60» weist ein zulässiges Gesamtgewicht von 5000 kg auf. Mit der Standardbereifung «AS 425/55 R17» wiegt das

Die Fronthydraulik verfügt über einen hydraulischen Seitenschub von je 19 cm nach links und rechts.

Fahrzeug 3290 kg. Die Anhängelast beträgt 3500 kg. Den inneren Wendekreis gibt Knüsel mit 3200 mm an. Für eine gute Zugänglichkeit lassen sich die Motor- und Heckhaube einfach öffnen.

Fazit Beim Einsatz für die «Schweizer Landtechnik» hat sich der «SKH 60» mit dem Mähwerk «Tornado» bewährt. Die aufrechte Körperhaltung machte das Schichtlinien-Fahren angenehm. Das vielleicht fehlende Gefühl der tatsächlichen Hangneigung lässt sich mit Blick auf das Frontgerät korrigieren. Zudem liegt der Schwerpunkt tief, was bei starker Neigung zuerst zu einem Abrutschen führen dürfte. Der «SKH 60», der mit einem Preis um die CHF 160 000.– an den Start geht, wird in dieser Saison noch ausführlich getestet. Weiter wird die Software optimiert, bevor dann im nächsten Jahr die Serienfertigung beginnen wird.

Touch-Terminal, Joystick und Drehrad-Controller sorgen für eine schnelle und komfortable Bedienung des Fahrzeugs.

8

2021 Schweizer Landtechnik

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Impression | Fahrbericht

Modulare Vielfalt Same Deutz-Fahr rüstet nun auch die kompakte Mittelklasse mit Stufe-5-Motoren aus. Die Schweizer Landtechnik konnte das Topmodell «XB 125» in den Markenfarben von Hürlimann einer Fahrprobe unterziehen. Roman Engeler

Nun gibt es auch die Baureihe Hürlimann «XB» mit Motoren, welche die Norm der Abgasstufe 5 erfüllen. Bilder: R. Engeler

Same Deutz-Fahr bringt seine Traktoren im mittleren Segment neu in Stellung und präsentiert fünf Modelle mit Nennleistungen von 95 bis 126 PS, die nun die Abgasnorm der Stufe 5 erfüllen. Die Baureihen heissen Serie «5» bei Deutz-Fahr, «Explorer» für Same und «XB» bei Hürlimann, jeweils mit der Zusatzbezeichnung Stufe 5.

Aufgefrischtes Design Das Design der neuen Serie Hürlimann «XB» wurde leicht aufgefrischt. So präsentiert sich das Kabinendach nun zweifarbig – unten schwarz und oben grau, was Verfärbungen durch Sonneneinstrahlung reduzieren soll. Weiter gibt es optional bis zu zwölf LED-Scheinwerfer, wovon sechs nach vorne und etwas abgewinkelt zur Seite sowie ebenso viele nach hinten ge48

Schweizer Landtechnik 8

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richtet sind. So können nahezu 360° ausgeleuchtet werden. Seitlich sind sogenannte Top-Lights mit Abblendlichtern, Arbeits- und Wiederholscheinwerfern angebracht. Die «TopVision»-Kabine mit vier Pfosten ist auf Hydro-Silent-Blöcken gelagert. Optional gibt es ein Dachfenster mit Sonnenrollo. Ein luftgefederter Fahrersitz, ein verstellund ausziehbares Lenkrad mit Armaturenbrett sowie ein Beifahrersitz, ein DAB-Radio und Halterungen für Bildschirme und Smartphones samt USB-Anschlüssen gehören weiter zum Lieferumfang. Ein praktisches Detail verbirgt sich unter dem rechtsseitigen Kabinenaufstieg. Dort ist nämlich die Batterie untergebracht, die neu mit einem Plus-Pol zur direkten Überbrückung (Starthilfe) ausgestattet ist.

Stufe-5-Aggregat Motorseitig ist bei der Serie Hürlimann «XB 125» ein 4-Zylinder-«Farmotion»-Aggregat mit 3,8 l Hubraum, Turbolader und Ladeluftkühlung verbaut. Der Motor erfüllt die Abgasnorm der Stufe 5 mit Abgasrückführung, Partikelfilter und Oxidationskatalysator samt SCR. Muss der Partikelfilter aktiv regeneriert werden, wird das dem Fahrer auf dem Armaturenbrett angezeigt und kann durch einen Knopfdruck entsprechend ausgelöst werden. Dies dauert rund eine Stunde. Die Drehmomentkurve des Motors wurde angepasst, was zu einem schnelleren Ansprechen auf Laständerungen und mehr Leistung bei tiefer Drehzahl führen soll. Die maximale Leistung beträgt 126 PS bei 2000 U/min, das maximale Drehmoment


Fahrbericht | Impression

Blick auf die Seitenkonsole mit den Bedienhebeln für die drei mechanischen Steuerventile und das eine elektrische Steuerventil.

von 517 Nm wird bei 1400 U/min erreicht. Die Filter- und Kühlereinheiten sind gut zugänglich, lassen sich aber nicht aufklappen. Dafür gibt es vertikale und herausziehbare Gitter, die den Grobstaub abfiltern.

Qual der Getriebewahl Viel Auswahl gibt es beim Getriebe, vom einfachen mechanischen Wendegetriebe über ein zweistufiges Lastschaltgetriebe bis hin zum dreistufigen Lastschaltgetriebe. Bei jeder Variante sind es jeweils 5 Gänge in zwei oder vier Gruppen (inklusive Kriechgang-Option. Beim gefahrenen Modell war ein 60 × 60-Getriebe (5 Gänge, 4 Gruppen und 3 Lastschaltstufen) verbaut, ausgestattet mit hydraulischem Power­shuttle. Die Aggressivität des Fahrrichtungswechsels kann in fünf Stufen eingestellt werden. Die Schaltung der Gänge erfolgt nun mit Bowden-Zügen, jene der Gruppen weiter-

Steckbrief Hürlimann «XB 125» Motor: Farmotion, 4 Zylinder, 3,8 l, Stufe 5. Tankinhalt: 145 l Diesel, 10 l AdBlue Leistung: 126 PS Maximalleistung, 120 PS bei 2000 U/min. Drehmoment: 517 Nm Getriebe: T5350, 60 × 60 (5 Gänge à 4 Gruppen und 3 LS-Stufen) Zapfwelle: 540, 540E, 1000, 1000E Hubwerk: 5,4 t Heck, 2,1 t Front Hydraulik: 55 + 35 l/min, 4 Steuerventile (3 mech., 1 elektr.) Masse: Länge: 4436 mm; Breite: 2209 mm; Höhe: 2717 mm Gewicht: 4359 kg (leer), 7500 kg (zulässiges Gesamtgewicht) Preis: Fr. 105 000.– (Vollausstattung, inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

Der Traktor kann bereits ab Werk mit einer Fronthydraulik von Sauter ausgestattet werden.

hin über ein Gestänge. Am Ganghebel lässt sich die Lastschaltstufe manuell wählen. Weiter gibt es dort auch einen Kupplungsknopf. Über einen Druckknopf rechts vom Armaturenbrett kann man «Stop&Go» aktivieren, eine Funktion, mit der man durch Druck aufs Bremspedal gleichzeitig auskuppeln kann. Wer es bequem haben will, kann mit der zuschaltbaren «APS»-Funktion (Automatic Powershift, verfügbar beim 3-stufigen Lastschaltgetriebe) die Wahl der besten Lastschaltstufe der Getriebesteuerung überlassen. Über einen Drehregler kann der Fahrer gar die Aggressivität dieser Funktion anpassen. Für einen sicheren Stillstand sorgt die optional verfügbare hydraulische Parkbremse. Die Zapfwelle bietet vier Drehzahlen: 540 und 1000, je mit wählbarem Normal- oder Eco-Betrieb. Eine Automatik-Funktion schaltet die Zapfwelle nun in Abhängigkeit der Position des Heckhubwerks ein und aus.

Satte Hydraulik Den Hürlimann «XB 125» gibt es mit Einzel- oder Doppelpumpen-Hydrauliksystem. Die Standard-Pumpe mit 55 l/min kann durch einen Kippschalter mit einer zusätzlichen Pumpe kombiniert werden,

Unter dem rechtsseitigen Kabinenaufstieg ist die Batterie untergebracht, die neu über einen Plus-Pol zur direkten Überbrückung verfügt.

so dass im Endeffekt dann 90 l/min zur Verfügung stehen. Maximal gibt es im Heck drei mechanische Steuerventile (doppelt wirkend und mit Mengenregulierung) und ein elektronisches Steuerventil. Das Heckhubwerk mit hydraulischer Entlastung und Unterlenkern der Kategorie 2 vermag dank zusätzlichen Hubzylindern 5,4 t zu heben. Das optionale, ab Werk verfügbare Fronthubwerk von Sauter hebt 2,1 t. Es kann nach Umlegen eines Kugelhahns mit einem der vier Steuergeräte bedient werden.

Weitere Details Gemäss Angaben des Herstellers werden die Vorderachsen von Same Deutz-Fahr selbst gebaut. Sie sind speziell für Traktoren mit Leistungen von 90 bis 130 PS konzipiert und beim «XB 125» auf eine Last von 3 t ausgelegt. Allradantrieb und die Differenzialsperren werden elektrohydraulisch geschaltet. Die Vorderachse gibt es aber nicht in gefederter Ausführung. In Sachen Anhängerbremse kann man den Traktor mit einem pneumatischen oder hydrau­lischen Zweileiter-System ausrüsten lassen, Letzteres in «intelligenter» Ausführung, so dass der Bremsdruck je nach Anhänger-Typ (Ein- oder Zweileiter) entsprechend angepasst wird. Auch die Kombination von pneumatischer mit hydraulischer Bremse ist möglich. Der Radstand beträgt 2,4 m. Bei der Höhe (auch in maximaler Bereifung) misst man 2,7 m. Das Leergewicht gibt der Hersteller mit 4,35 t an. Das zulässige Gesamtgewicht liegt für den Hürlimann «XB 125» bei 7,5 t. In dieser doch recht üppigen Vollausstattung gibt es den Hürlimann «XB 125» bereits für Fr. 105 000.–, der Grundpreis für dieses Modell ist bei Fr. 82 000.– angesetzt. 8

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Impression | Fahrbericht

Ausgestattet mit einem Frontlader ist dieser Claas «Arion 470» prädestiniert für vielseitige Einsätze. Bilder: R. Engeler

Mit (Abgas-)Updates Claas befördert seine Traktoren der Baureihe «Arion 400» in die Abgasstufe 5 und gibt den jetzt sieben Modellen mehr Leistung mit auf den Weg. Die «Schweizer Landtechnik» hat sich das neue Topmodell «Arion 470» in «Cis»- und «Cis+»-Ausstattung etwas genauer angesehen. Roman Engeler Vor sieben Jahren führte Claas die damals spritzige Traktorbaureihe «Arion 400» mit Leistungen von 90 bis 140 PS im Markt ein. Seither haben sich diese Fahrzeuge mit Motoren von FPT und vier- oder sechsstufigem Lastschaltgetriebe als Allrounder auf vielen Betrieben bewähren können.

Bis zu 155 PS Wie bei allen Modellen der Serie, so kommt auch beim neuen Flaggschiff «Arion 470» ein 4,5-l-Motor von Fiat Power­train zum Einsatz, dessen Turbolader mit einem Wastegate-Ventil, mit dem der Ladedruck optimiert werden kann, ausgestattet ist. Die Nennleistungen wurden um 5 PS erhöht, beim «Arion 470» gibt es mit Boost maximal 155 PS (ECE R120), und zwar im Zapfwellenbetrieb sowie ab den Gängen B4/C1 bei Tempi über 7 km/h. Die Abgastechnik zur Erfüllung 50

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der Stufe 5 basiert auf der Kombination von SCR- und Dieseloxidations-Katalysator. Der Treibstofftank vermag 190 l, jener für AdBlue 22 l zu fassen. Das Intervall für den Ölwechsel beträgt weiterhin 600 Stunden. Die Kühlerpakete lassen sich zur Wartung und Reinigung nach vorne aufklappen, wobei man dann gleich auch den Schmierplan für die Vorderachse und Fronthydraulik zu Gesicht bekommt.

Bewährtes und bekanntes Getriebe Nichts Neues gibt es beim Getriebe. Man kann zwischen einer vier- (16×16, «Quadrishift») und einer sechsstufigen Variante (24×24, «Hexashift») wählen. Ein stufenloses Getriebe gibt es für diese Baureihe (noch) nicht. Die Getriebe stammen weiterhin aus der gemeinsam von Claas und Agco betriebe-

nen Firma Gima und werden auch bei Traktoren des Partners verbaut. Wahlweise gibt es eine Kriechganggruppe. Optional lässt sich das Getriebe zudem per Vorwahl automatisch schalten, entweder nur die Lastschaltstufen (Ackermodus) oder aber auch die Stufen und die vier Gänge (Strassenmodus). Beim Gruppenwechsel wird jeweils automatisch die passende Lastschaltstufe gewählt. Zudem, wenn das Informationssystem «Cis» vorhanden ist, gibt es die drei Getriebemodi Vollautomatik, Zapfwelle und manueller Modus. Über das «Cis» lassen sich auch der Startgang sowie die passenden Gänge für die Wendeschaltung programmieren. Der aktuelle Gang wird jeweils im Armaturenbrett angezeigt – bei den Ausstattungen «Cis+» und «Cis» zusätzlich auf einem Display am A-Holm. Neu hat nun auch Claas ein System verbaut, mit dem beim Betätigen der Fuss-


Fahrbericht | Impression

wende über Telematik-Funktionen zur Fern­überwachung des Traktors bis hin zu Isobus-Integration von Anbaugeräten mit entsprechendem Datenaustausch über Cloud-basierte Speicher («DataConnect») steht eine breite Palette zur Verfügung.

Fazit

Aufgeräumte Seitenkonsole in «Cis+»-Ausstattung mit Multifunktionsgriff und elektrischen Steuerventilen.

bremse bis zum Stillstand automatisch ausgekuppelt wird. «Smart Stop» heisst diese Funktion, die beim Loslassen der Bremse dann wieder in den programmierten Anfahrgang schaltet.

Kompakte Masse Der Radstand beim «Arion 470» beträgt 2,53 m, was relativ lang ist. Da die Überhänge vorne und hinten jedoch gering sind, wirkt der Traktor bei 4,44 m Länge doch kompakt. Die Carraro-Vorderachse mit Einzelradaufhängung ist auf Wunsch in gefederter Ausführung zu haben. Die 6-Pfosten-Kabine, es gibt sie in Standard-, «Panoramic»- (mit ins Dachfenster durchgehender Frontscheibe) oder in Niedrigdach-Variante (2,58 m), ist hinten an zwei Auflagepunkten gefedert, vorne auf Silent-Blöcken gelagert. Neu gibt es einen Druckluft-Anschluss am rechtsseitigen Kabinen­aufstieg. Ein mit Leder eingefasstes Lenkrad, der ergonomische «Dual­ Motion»-Fahrersitz von Grammer oder die Klimaautomatik sind Wunschausrüstung.

Mehr Power im Heck Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 9 t, leer bringt der «Arion 470» um die

5,3 t auf die Waage. Dank grösseren Hubzylindern stemmt das Heckhubwerk 6,25 t (mit LS-Pumpe). Neu sind die stark geschwungenen Unterlenker, die zur besseren Führung von Anbaugeräten bei­ tragen sollen. Die Zapfwelle kann mit den Drehzahlen 540, 540E und 1000 betrieben werden, auf Wunsch gibt es auch eine Wegzapfwelle. Optional wird eine kräftige LS-Pumpe mit 150 l/min verbaut. Alternativ stehen auch eine LS-Pumpe mit 110 l/min oder Pumpen mit offenen Kreisläufen (60 oder 100 l/min) zur Wahl. Hinsichtlich der Steuerventile im Heck gibt es je nach Ausstattungsvariante im Heck maximal 3 mechanische oder maximal 4 elektrische. Für Anbaugeräte mit eigenen Steuereinheiten gibt es für den LS-Kreislauf vormontierte Power-Beyond-Anschlüsse im Heck.

Voll integrierter Frontlader Neben dem optionalen Fronthubwerk gibt es ab Werk auch einen Frontlader – beide mit Schwingungstilgung. Die Frontlader-​ Bedienung erfolgt über den in die Armlehne integrierten Multifunktionsgriff – entweder hydraulisch («Flexpilot») oder elek­ trisch mit dem «Electropilot». Der Multifunktionsgriff kombiniert die Bedienung des Frontladers inklusive des dritten und vierten Steuerkreises mit jener von Getriebe, Motor und Heckhubwerk. Der An- und Abbau erfolgt über einen Schnellkuppler, mit dem automatisch alle hydraulischen und elektrischen Anschlüsse verbunden oder auch verriegelt respektive deaktiviert werden.

Fit für digitale Aufgaben Die externe Bedienung von Heckhubwerk, eines elektronischen Steuergeräts und der Zapfwelle ist auf beiden Kotflügeln möglich.

Neu bietet Claas für diese Klasse seiner Traktoren diverse Digitalisierungspakete an. Angefangen bei Lenksystemen mit automatisiertem Wendevorgang am Vorge-

Mit der Transformation der Baureihe «Arion 400» in die Abgasstufe 5 hat Claas diesen Traktoren einige Updates verpasst. Die höhere Motorleistung dank Boost, aber auch Mehrleistungen bei Hydraulik und Hubwerk sowie das höhere Gesamtgewicht machen die Traktoren für ein breiteres Feld von Betrieben interessant. Das neue Topmodell «Arion 470» gibt es ab Fr. 121 426.–.

Das farbige 7-Zoll-Display am A-Holm bietet dem Fahrer vollständige Informationen zum Getriebe, zu den elektronischen Steuergeräten und den belegten Funktionstasten.

Steckbrief Claas «Arion 470» Motor: 4,5 l, 4 Zyl. von FPT mit Ladeluftkühlung, Stufe 5. Tankinhalt: 190 l Diesel, 22 l AdBlue Leistung: 140 PS Nennleistung, 155 PS Maximalleistung, 631 Nm Getriebe: 6-stufiges Lastschaltgetriebe mit 4 Gängen mit optionaler Automatikschaltung und Kriechganggruppe Zapfwelle: 540, 540E, 1000, Wegzapfwelle auf Wunsch Hubkraft: vorne 2800 kg, hinten 6250 kg Hydraulik: LS-Pumpe mit 150 l/min, 4 elektrische Steuerventile Masse: Länge: 4444 mm, Höhe (Hochdach): 2715 mm Gewicht: Leergewicht: 5,3 t; zulässiges Gesamtgewicht: 9 t (bei Auflastung: 10 t) Preis: Fr. 121 426.– (Standard-Ausführung, inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

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Impression | Einsatzbericht

Der Ladewagen «Swiss Master» basiert auf dem Hecklader-Prinzip, das Hersteller Lüönd bei den für Transporter konzipierten Aufbau-Ladewagen verwendet. Bilder: R. Engeler

Breitspurig und sicher in Hanglagen Lüönd kommt nicht nur erstmals mit einem Ladewagen auf den Markt, das Unternehmen aus Unteriberg hat den «Swiss Master» auch mit einigen patentierten Besonderheiten bestückt – beispielsweise mit einer Verstellachse. Roman Engeler Die Futterernte in den Bergzonen ist immer eine Herausforderung. Effizienz, Sauber­ keit und Sicherheit werden ge­fordert, ste­ hen sich aber gerade im steilen Gelände oftmals diametral gegenüber. Findige Ent­ wickler suchen nach neuen Lösungen, um diesen Gegensatz zu minimieren – bei­ spielsweise das Unternehmen Lüönd aus Unteriberg im Kanton Schwyz, das seit 50 Jahren spezialisiert ist auf Aufbau-Lade­ wagen nach dem Hecklader-Prinzip, die auf verschiedenste Transporter passen.

Erstmals ein Ladewagen Firmenchef Ruedi Lüönd hat sich nun an die Produktion eines berggängigen, gezo­ genen Ladewagens gewagt und mit dem «Swiss Master» und dem etwas grösseren 52

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«Swiss Master Plus» zwei Modelle entwi­ ckelt. Die «Schweizer Landtechnik» konnte den «Swiss Master» mit einem Fassungs­ vermögen nach DIN von 16,3 m³ bei einem eintägigen Praxiseinsatz in der Region von Einsiedeln SZ unter die Lupe nehmen.

Verstellachse Einzigartig und auch entsprechend paten­ tiert ist die Verstellachse «Expander». Für die Fahrt auf der Strasse wird diese Achse eingefahren. Die Breite beträgt 2350 mm beziehungsweise 2550 mm beim etwas grösseren Modell. Bevor dann im Gelände geladen wird, kann die Achse während der Fahrt um 800 mm auf eine Breite von 3150 mm oder 3350 mm ausgefahren wer­ den. Gleichzeitig wandert der Schwerpunkt

um 180 mm nach unten. Das garantiert maximale Sicherheit auch im alpinen Gelän­ de, und zwar in zweifacher Hinsicht: tiefer Schwerpunkt und vergrösserte Standfläche. Das Ausdehnen der Achse erfolgt hydrau­ lisch. Im Vierkantrohr der Achse ist ein Hydrau­lik-Zylinder verbaut, der die beiden Räder nach aussen drückt oder sie zusam­ menzieht. Eine Lenkergeometrie sorgt da­ für, dass beide Achshälften sich beim Schub stets synchron bewegen.

Gezogenes Pickup Das gezogene Pickup beim «Swiss Mas­ ter» ist 1,90 oder 2,12 m breit. Es weist fünf gesteuerte Zinkenreihen auf und kann in einem Bereich von 37 cm vertikal pendeln. In Kombination mit dem 4-Rol­


Einsatzbericht | Impression

Verstellachse zusammengezogen (links) und ausgefahren (rechts): Im gelben Vierkant-Rohr ist ein Hydraulik-Zylinder verbaut. Die Lenker­ geometrie sorgt dafür, dass beide Achshälften sich beim Schub stets synchron bewegen.

Kratzboden und Heckklappe

Bedienung Optional kann der «Swiss Master» mit einem speziellen Bedienpanel gesteuert werden. Integrierte Kontrollleuchten zeigen auf dem Panel zusätzlich an, ob die automatische Knickdeichsel aktiv ist und in welcher Position sich die «Expander»-​Verstellachse befindet. Heckklappe und Kratzboden können auch extern über eine am Heck des Ladewagens angebrachte Konsole bedient werden.

Speziell in kupiertem Gelände kann der Ladewagen die Vorteile seiner automatisch gesteuerten Knickdeichsel ausspielen und so fast permanent eine optimale Bodenanpassung des Pickups gewährleisten. Die Höhe der Knickdeichsel kann bei Bedarf jedoch manuell übersteuert werden. Auf Strassenfahrten verhindert die hydraulische Deichselfederung unerwünschte Schwingungen.

Der einteilige Kratzboden ist beim kleineren Modell 1980 mm, beim grösseren 2200 mm breit. Die Aufbauwände sind senkrecht montiert. Das maximale Ladevolumen beträgt 31 m³, in der grösseren «Plus»-Ausführung sind es dann 35 m³. Durch den breiten Kratzboden und die geraden Seitenwände liegt der Schwerpunkt des geladenen Futters vergleichsweise tief. Für das lückenlose Laden und schnelle Abladen kann man den Kratzboden vor- und rückwärts laufen lassen. Zum Abladen öffnet sich die mechanisch verriegelte und hydraulisch bewegbare Heckklappe 30 cm über den Aufbau. Die maximale Öffnungshöhe passt sich aber automatisch der Höhe des Dürrfutteraufbaus an, der ebenfalls hydraulisch bewegt werden kann. Beim stufenweisen Öffnen der Heckklappe schwenkt diese zuerst nach hinten und anschliessend horizontal nach oben. In Sachen Bremssysteme bietet Lüönd die Varianten pneumatisch oder hydraulisch, beide in geforderter Zweileiter-Lösung. Zudem steht eine manuelle BremskraftRege­lung in drei Stufen zur Verfügung.

Die (hydraulischen) Steuerungskomponenten sind im Kasten oberhalb von Pickup und Förderkanal untergebracht.

Mit diesem optionalen Panel können alle Funktionen gesteuert werden. Kontrollleuchten zeigen an, ob die automatische Knickdeichsel aktiv ist und in welcher Position die Verstellachse sich befindet.

len-Tandem-System und bodenanpassenden Zuführlappen wird eine saubere Futteraufnahme erzielt. Die Positionierung der Tastrollen kann werkzeuglos über eine Lochplatte vorgenommen werden. Weiter ist ein wartungsfreies Förderaggregat mit vier geteilten Schwingen verbaut, das über eine automatische Kettenschmierung verfügt. Einen Laderotor gibt es auf Wunsch. Die Antriebsketten werden automatisch geschmiert und gespannt. Vier Messer gehören beim «Swiss Master» von Lüönd zur Standardausrüstung. Verfügbar sind insgesamt aber bis zu 16 Messerschnittstellen. Die Messer können werkzeuglos gewechselt werden.

Automatische Knickdeichsel

Fazit Der «Swiss Master» hat bei seinem Einsatz eine sauber aufgeräumte Wiese hinterlassen. Im kupierten Gelände passte sich das Pickup dank der automatischen Knickdeichsel gut dem Boden an. Das Futter liess sich im Laderaum überaus gut verdichten, so dass ansehnliche Mengen Heu oder Silage pro Fuhre geladen werden konnten. Den 6,6 m langen und rund 2,5 t schweren Ladewagen «Swiss Master» gibt es ab Fr. 59 900.–.

Steckbrief Lüönd «Swiss Master» Ladevolumen: 31 m³ Pickup: 1,90 m, gesteuert, 5 Reihen, mit 4-Rollen-Tandem-System und bodenanpassenden Zuführlappen. Pendelweg: 37 cm Förderaggregat: 4 Messer (Serie), total 16 Messerschnittstellen Knickdeichsel: Automatisch-hydraulische Steuerung mit Federung auf Wunsch Bereifung: 425/55 R17 AS Masse: Länge: 6600 mm; Breite: 2330– 3130 mm; Höhe: 2330–2930 mm Gewicht: Leergewicht: 2200–2475 kg; zulässiges Gesamtgewicht: 6100 kg Preis: Fr. 59 900.– (Vollausstattung, inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

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Impression | Testbericht

Der Ladewagen «Ambion 360» von Strautmann verfügt über einen grossvolumigen Heuaufbau, der oben mit massiven Profilen aus Stahl abgeschlossen ist. Bilder: R. Engeler

Der Ladewagen «Ambion 360» von Strautmann verfügt über einen grossvolumigen Heuaufbau, der oben mit massiven Profilen aus Stahl abgeschlossen ist. Bilder: R. Engeler

Weltpremiere mit Ambitionen Strautmann rüstet seine bekannten Heu-Ladewagen vom Typ «Ambion» nun mit dem «Flex-Load»-Pickup aus. Die «Schweizer Landtechnik» konnte dieses System am ersten damit ausgestatteten Modell «Ambion 360» testen. Martin Abderhalden* Mit vier Modellen und Ladevolumen von 28 bis 49 m³ (nach DIN) ist innerhalb der Heu-Ladewagen-Baureihe «Ambion» von Strautmann für jede Anforderung etwas Passendes dabei. Neu können die Modelle auch mit dem «Flex-Load»-Pickup ausgerüstet werden. Importeur Agrotechnik Zulliger stellte als Weltpremiere einen «Ambion 360» für die Ernte des ersten Heuschnitts zur Verfügung.

Geschlossener Aufbau Der «Ambion 360» ist von beeindruckender Erscheinung. Knappe 4 m Bauhöhe und 11 m Länge bieten und brauchen auch dementsprechend Platz. Das Testfahrzeug war umfangreich ausgestattet. *Martin Abderhalden ist Landwirt und testet für die «Schweizer Landtechnik» regelmässig Maschinen und Geräte.

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Der grossvolumige Heuaufbau verfügte anstelle von Schnüren über massive Dachprofile aus Stahl. Dadurch wird die Ladekapazität durch eine höhere Pressdichte wesentlich vergrössert. Ein sauberer Abschluss sorgt dafür, dass keine Heubüschel herausfallen und auf die Strasse gelangen können, was auch die Transportsicherheit erhöht. Die hydraulische Heckklappe ermöglicht eine rationelle Entladung. Die Klappe öffnet höher als der Aufbau und trägt so zu einem satten Entladeschub bei. Bei Einfahrten unter 4,20 m ist Sorgfalt angesagt, man kann schnell anecken. Die Steuerung erfolgte beim Testmodell über die elektrohydraulische Komfortbedienung, optional stehen auch das Isobus-­ kompatible Display «Smart 570» von Strautmann oder eine direkte Isobus-Verbindung auf ein entsprechendes Traktor-­Terminal zur Wahl.

Tandem-Fahrwerk mit Nachlauf-Lenkachse Getragen wird der Ladewagen von einem gefederten Tandem-Boogie-Fahrwerk mit sperrbarer Nachlauf-Lenkachse. Reifen der Dimension «620/40R22.5» schonen den Boden, bieten aber auch auf der Strasse einen tollen Fahrkomfort. Optional ist es gar möglich, Reifen mit Grössen bis zu

Kurzbewertung + Schonende Aufnahme bei geringer Verschmutzung + Geschlossener Aufbau für höchste Pressdichte + Fein einstellbare Ladeautomatik – Abschalt-Buzzer schaltet zu spät – Pickup-Breite bei grossen Schwaden zu klein – Manuelle Sperrung der Nachlauflenk­ achse (wenn ohne Isobus)


Testbericht | Impression

«710/40R22» aufzuziehen. Dank der Federung passt sich das Fahrwerk auch bei Unebenheiten sehr gut dem Gelände an. Je nach Bedarf, vor allem beim Rückwärtsfahren, lässt sich die hydraulische Nachlauflenkung sperren, allerdings nur manuell, woran man sich gewöhnen muss. Nur in Kombination mit der Isobus-­ Bedienung gibt es die Fahrtrichtungs­ erkennung, welche die Achse dann automatisch sperrt und öffnet. Dann ändert sich auch das Fahrverhalten und das Ausschwenken des recht langen Hecks in den Kurven. Der Wagen wurde mittels Untenanhängung über eine «K80»-Kugel und die hydraulische Knickdeichsel mit dem Traktor verbunden.

5-Schwingen-Aggregat Für eine satte Ladung sorgt das 5-Schwingen-Aggregat, das nicht mit einer Kette, sondern über massive Zahnräder angetrieben wird. Eine beidseitige Kurvenbahnsteuerung sorgt für hohe Lebensdauer – auch bei hohen Belastungen. Die Schwingen sind mit Gelenklagern ausgerüstet, können sich so Belastungen und Spannungen anpassen, was sich ebenfalls positiv auf die Lebensdauer auswirkt. Beim Testeinsatz wurde mit 6 Messern bei einer theoretischen Schnittlänge von 240 mm gefahren. Optional sind bis zu 37 Messer und 40 mm Schnittlänge möglich. Der Wagen kann also auch für die Silage-­ Bergung eingesetzt werden. Der Antrieb erfolgte über die 1000-U/min-Zapfwelle, was auch gut für das Eingrasen mit dem Frontmähwerk passen würde. Eine zentrale Schmierleiste auf einer Rotorposition deckt alle Schmiernippel im Ladeaggregat ab. Für eine «knallharte» Befüllung sorgen Ladeautomatik, Metall-­ Dachprofile und der geteilte Kratzboden mit einer Kettenbruchlast von je 13 t. Beim Testeinsatz konnte man den «Ambion 360» mit Unmengen von Heu füllen

und dieses fest zu einem «Ballen» zusammenpressen. Umso eindrücklicher war dann auch der Haufen, der sich beim Entleeren entfaltete. Allerdings dürfte der Abschalt-Buzzer in der Heckklappe mehr in den Laderaum reichen, da dieser bei klobigem Futter sonst zu wenig sensibel anspricht.

«Flex-Load»-Pickup Der Strautmann «Ambion 360» war mit einem ungesteuerten «Flex-Load»-Pickup ausgerüstet. Auf 6 spiralförmig angeordneten Segmentreihen sind flexible Zinken aus speziellem PUR-Kunststoff montiert. Diese können horizontal Hindernissen oder Bodenunebenheiten ausweichen, bleiben aber in vertikaler Richtung steif. Das System konnte beim Test überzeugen. So wurde das Pickup absichtlich sehr tief eingestellt, um den Effekt sichtbar zu machen. Das Ergebnis war nach dem Arbeitstag sehr eindrücklich, hatte man doch weder Krümel noch ausgerissene Grasnarbenbüschel auf dem Traktorheck. Zeugnis dafür, dass die Grasnarbe nicht verletzt wurde. Auch beim Zusammenräumen in der Scheune stellte man fest, dass keinerlei Schmutzreste im Feld aufgenommen wurden. Für eine gute Durchsatzleistung muss mit rund 800 U/min an der Zapfwelle gefahren werden, damit das Pickup den vollen Futterfluss aufnehmen konnte. Die Laufruhe des ungesteuerten Pickups trägt zum guten Fahrkomfort bei. Für grosse Schwaden wäre eine grössere Arbeitsbreite als 180 cm ideal. Sollte ein Zinkenwechsel trotzdem einmal nötig sein, lassen sich diese, ohne das Streifblech entfernen zu müssen, lediglich mit einer Schraube in einer Minute ersetzen.

Fazit Der Strautmann «Ambion 360» konnte bei der Heuernte seine Vorteile voll aus-

Das ungesteuerte «Flex-Load»-Pickup ist mit flexiblen Zinken aus speziellem PUR-Kunststoff ausgestattet. Die Zinken sind auf sechs spiralförmig angeordneten Segmentreihen montiert.

Technische Daten Strautmann «Ambion 360» Ladevolumen: Bei mittlerer Pressung: 59,5 m³ (nach DIN 35 m³) Leistungsbedarf: ab 80 PS (besser 120 PS) Masse: Länge: 10,35 m; Breite 2,72 m; Höhe: 3,66 m Pickup: «Flex-Load» mit 6 Reihen Kunststoffzinken, 180 cm breit, ungesteuert Kratzboden: Zweifach, Kette mit Holz­ boden Schwingen: 5 durchgehende Schwingen, Zahnradantrieb Messer: 6 (optional 19 oder 37) Gewicht: Leer: 6600 kg; Gesamtgewicht: 15 000 kg Fahrwerk: Tandem-Boogie-Fahrwerk mit Nachlauflenkung (hydraulische Verriegelung); Bereifung: 620/40R22.5 Preis: Fr. 70 000.– (Testfahrzeug, inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

spielen. Für das Rangieren bei dieser Dimension von Ladewagen benötigt man genügend Platz, denn das ausschwenkende Heck beansprucht doch etwas Freiraum. Mit der Ladeautomatik liess sich der robuste und rundum dichte Heuaufbau gehörig vollpressen. Dank gut öffnender Heckklappe konnte man den Wagen auch wieder gut entleeren. Super gefallen hat das neue «Flex Load»-Pickup mit seinen Kunststoffzinken. Bei einer Drehzahl von 800 U/min konnte man effizient aufnehmen. Die Maschine ist für den Einsatz im Heu stabil gebaut. Die Nachlauflenkung mit der gewählten Bereifung schont die Grasnarbe. Die elektrohydraulische Steuerung ist in der Handhabung einfach und praktisch. Um den in der Testausführung rund Fr. 70 000.– teuren «Ambion 360» auszureizen, sollte man doch 120 PS vorspannen. Dann ist aber eine tolle Schlagkraft mit schonender Aufnahme gesichert.

Das gefederte Tandem-Boogie-Fahrwerk mit sperrbarer NachlaufLenkachse trägt den Wagen. Montiert sind hier Reifen der Dimension «620/40R22.5».

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Impression | Einsatzbericht

mit einer Durchsämaschine von Vredo zur Wiesenübersaat einsetzen.

Ganz neuartiges Getriebe

Mit dem Massey Ferguson «8S» verfügt Lohnunternehmer und Landwirt Beat Gerber aus Mont Tramelan BE über einen modernen Traktor, der mit den neuesten Technologien ausgestattet ist. Bild: M. Schubnel

Ein Sprung nach vorne Mit seinen Hochleistungstraktoren «8S» macht Massey Ferguson einen Sprung nach vorne. Vieles wurde optimiert, so etwa der Bedienkomfort oder die Ergonomie. Ein «8S.245» kommt seit zwei Monaten bei Beat Gerber in Mont-Tramelan im Berner Jura zum Einsatz. Matthieu Schubnel

Der Berner Jura ist nicht unbedingt das geographische Gebiet, in dem Hochleis­ tungstraktoren am weitesten verbreitet sind. Dennoch hat Landwirt und Lohn­ unternehmer Beat Gerber genau diese Wahl getroffen. Seit zwei Monaten setzt er einen Massey Ferguson «8S.245» ein. Auf seinem 70 ha grossen Landwirt­ schaftsbetrieb in Mont-Tramelan im Berner Jura, den er mit seiner Frau Nadine bewirt­ schaftet, produziert er auf einer Höhen­ lage von 1050 m ü. M. Greyerzer-Milch. Zudem bietet der Landwirt, unterstützt von einem halbtags beschäftigten Fahrer und Mechaniker, Dienstleistungen für an­ dere Landwirte an. «Mir fehlte noch ein Traktor, deshalb habe ich meinen Selbst­ fahrer Krone ‹Big M› durch diesen vielsei­ 56

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tig verwendbaren MF ‹8S.245› ersetzt», er­ klärt Gerber. Gewählt hat er diesen Trak­ tor vor allem wegen seiner Grösse. Denn der Mähaufbereiter mit TripleMähkombina­tion von Krone wiegt 3,9 t am Heck und mit dem Frontanbau kommt noch eine Tonne hinzu. «Mit dem ‹8S›, der fast 9 t Leergewicht aufweist, ist das Fah­ ren viel sicherer», sagt er. «Der Traktor wird bei uns aktuell auf Höhenlagen zwi­ schen 800 und 1200 m ü. M. eingesetzt. Ackerbauflächen sind selten. Die Arbeiten beginnen im Frühjahr und enden mit dem ersten Schneefall Anfang November.» Beat Gerber mäht in der Regel 400 bis 500 ha Grasland im Jahr in reduzierten Zeitfenstern. Den MF «8S» will er auch für die Mistausbringung, zum Pflügen oder

«Ich brauchte unbedingt eine Maschine für die Mähsaison 2021», erklärt Gerber, der eigentlich einen MF «8S.265» gekauft hat. Dieser wird aber erst Ende August ge­ liefert. Deshalb wurde ihm von Importeur GVS Agrar für die Überbrückung ein Vor­ führtraktor des Typs MF «8S.245» zur Ver­ fügung gestellt. Dieses Modell ist mit dem neuen «Dyna-7»-Getriebe mit 4 Gruppen und 7 Lastschaltstufen ausgestattet. «Ver­ glichen mit dem ‹Dyna 4›, das ich gut ken­ ne, gibt es beim neuen sehr viele Ge­ schwindigkeitsbereiche innerhalb einer Gruppe. Zum Beispiel 4 bis 24 km/h in der Gruppe 3 oder 9 bis 50 km/h in der Grup­ pe 4», erklärt Beat Gerber. «Mit dem ‹Dy­ na 7› kann man immer arbeiten, ohne die Gruppe wechseln zu müssen.» Dem Land­ wirt zufolge soll das stufenlose Getriebe «Dyna-VT» erst Ende 2021 zur Verfügung stehen. Der bestellte Traktor ist mit einem «Dyna E-Power»-Getriebe mit Doppel­ kupplungsbetrieb ausgestattet, wodurch bei einem Gangwechsel bei Vollbeladung während einer Steigung jede Unterbre­ chung des Antriebs vermieden wird.

Besondere Motorhaube Nach zweimonatiger Nutzung scheint Beat Gerber von seiner Wahl überzeugt zu sein. «Die besondere Form der Motor­ haube hat zur Folge, dass die Sicht nach vorne sehr gut ist. Manchmal frage ich mich, wo der Motor eingebaut wurde», scherzt der Landwirt. Dank dem einzig­ artigen Abstand zwischen dem Motor­ raum und der Kabine von rund 20 cm konnte der Lohnunternehmer einen gros­ sen Unterschied hinsichtlich Lärm in der Kabine und Vibrationen feststellen. In dieser Ausführung wischt der grosse vertikale Scheibenwischer die einteilige Frontscheibe fast vollständig von einer A-Säule der Kabine zur anderen. Der Lohn­unternehmer bedauert, «dass die Be­ reifung 650/85R38, die auf das Vorführ­ modell montiert wurde, nicht breit genug ist und dazu tendiert, Spuren auf den Par­ zellen zu hinterlassen». Dabei präzisiert er, dass sein gekaufter «8S.265» mit Rei­ fen von 750 mm Breite bereift wird. Vom Wende­radius bei diesem Leistungsniveau ist er angenehm überrascht.

Fahrkomfort Die Kabine mit Beifahrersitz ist geräumig. So kann Beat Gerber seinen Kunden, die


Einsatzbericht | Impression

Technische Daten MF «8S.245» Motor: AgcoPower, 6 Zylinder 7,4 Liter, Abgasstufe 5, SCR mit Partikelfilter Maximalleistung: 195 kW/265 PS mit EPM-Motor-Management-System Max. Drehmoment: 1178 Nm mit EPM bei 1500 U/min Getriebe: Dyna-7-Semi-Powershift-Ge­ triebe, 4 Gruppen und 7 Lastschaltstufen Heck-Zapfwelle U/min: 500/540Eco/ 1000/1000 Eco; Front: 1000 U/min Hydraulik: 150 l/min (Option 205 l/min), 200 bar, Load-Sensing-Pumpe Closed­ Centre Steuerventile: 2 vorne und 5 hinten Maximale Hubkräfte: 10 000 kg am Heck und 4800 kg an der Front Masse: Höhe 3390 mm; Länge 5375 mm Achsabstand: 3,05 m Gesamtgewicht: 16 000 kg; 8700 kg leer Preis: CHF 198 000.− (inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

Mit der neuen Armlehne hat der Fahrer leichten Zugang zu allen Steuerungen. Auch zum Hauptterminal, das jetzt über einen Touchscreen verfügt. Der Fahrersitz ist um 45° drehbar.

gewohnt sind, bei ihm in der Fahrerkabine zu sitzen, einen bequemen Platz anbieten. Die Kabine mit ihren vier Säulen bietet ei­ ne gute seitliche Sicht, allerdings erfordert die grosse verglaste Tür einen gewissen Kraftaufwand bei der Handhabung. Das Vorhandensein von nur einer Kabinentür erschwert auch die Situation, wenn zum Beispiel durch einen Mast der linke Seiten­ spiegel umgeklappt wird. Der Fahrer hat dann keine andere Möglichkeit, als die Ka­ bine über die Heckklappe zu verlassen. Der Fahrersitz ist um 45° nach rechts dreh­ bar, eine von Beat Gerber sehr geschätzte

Funktion, da er so seinen Bandscheiben­ vorfall schonen kann. Bei diesen Modellen hat der Hersteller auch das Ventilations­ system sorgfältig durchdacht und die Öff­ nungen in der ganzen Kabine und auch im unteren Bereich verteilt. «Das am Ende der Armlehne angebrachte Hauptterminal verfügt endlich über einen Touch­screen, der seit Langem bei Massey Ferguson fehl­ te», fährt der Lohnunternehmer fort. Aus­ serdem kann man bis zu drei Terminals anbrin­gen, um zum Beispiel gleichzeitig Zugang zu Informationen vom Traktor, vom Isobus-Gerät, vom automatischen Lenksystem oder von der im Einfülltrichter

Einzigartig ist der Abstand zwischen Kabine und Haube. Damit soll die Vibration minimert und Verschmutzung und die Überhitzung begrenzt werden.

Das serienmässig eingebaute digitale Armaturenbrett mit den Motor- und Getriebeinformationen befindet sich vorne an der rechten Kabinensäule.

der Vredo-Durchsämaschine angebrach­ ten Kamera zu erhalten.

Digitales Armaturenbrett Die Heckkamera, die eigentlich die Anhän­ gung von Geräten vereinfachen sollte, ist nur begrenzt nützlich, da der dritte An­ baupunkt die Sicht auf die Bolzenkupp­ lung versperrt. Die automatische Lenkung mit GPS, mit der der Ende August geliefer­ te «8S.265» ausgestattet ist, wird er bei der Direktsaat, der Ausbringung von Hüh­ nermist oder zum Mähen verwenden. Dank Isobus kann der Fahrer die von ihm gewünschten Funktionen den Bedien­ knöpfen des Haupt-Joysticks zuweisen. «Der zweite Joystick enthält leider keine Isobus-Funktion und ist demnach nicht einstellbar», bedauert Gerber. Das Arma­ turenbrett befindet sich nun vorn an der rechten Kabinensäule in Form eines verti­ kalen Bildschirms. Ein weiterer nicht zu unter­schätzender Vorteil ist die Bluetooth-­ Freisprecheinrichtung. «Ich telefoniere oft mit meinen Kunden und dies ist eine hochwer­tige Anlage.» Zum Preis des MF «8S.245» macht der Landwirt nur eine Angabe: «Weniger als CHF 1000 pro PS», vertraut er uns an. Beat Gerber ist der Marke «Massey Ferguson» treu. Der nur einige Kilometer entfernte Landmaschi­ nenhändler GBT Tramelan hat zu dieser Wahl entscheidend beigetragen. «Ich bin mit dieser Marke aufgewachsen, das Um­ feld ist mir vertraut», erklärt Gerber, der auf seinem Betrieb bereits einen MF «7480 Dyna-VT» und einen MF «5445 Dyna-4» einsetzt. 8

2021 Schweizer Landtechnik

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Wissen | Technik

Automatische Streckbremsen in Traktoren mit Stufenlos-Getriebe können Gefahrensituationen entschärfen bis verhindern. Bild: J. Paar

Stufenlos fahren – gestreckt bremsen Das Abbremsen von Stufenlos-Traktor und Anhänger nur mittels Fahrhebel kann gefährlich werden. Eine Lösung können Streckbremsen sein. BLT Wieselburg hat das Bremsverhalten stufenloser Traktoren mit Anhänger-Streckbremse untersucht. Manfred Nadlinger*

Wird die Fahrgeschwindigkeit eines Gespannes aus Traktor mit stufenlosem Getriebe und Anhänger mit dem Fahrhebel oder dem Fahrpedal verringert, so schiebt der Anhänger (Kipper, Ladewagen, Güllefass, Miststreuer, Ballenpresse usw.) ungebremst auf den Traktor auf. Dabei besteht die Gefahr des Einknickens des Gespanns – Unfälle können die Folge sein. Wie stark der Anhänger aufschiebt, richtet sich nach der Getriebeverzögerung des Traktors. Die Verzögerung kann bei den meisten stufenlosen Traktoren vorgewählt werden. Bei einer starken Getriebeverzögerung des Traktors kann es je nach Anhängerlast, Fahrbahnuntergrund und Fahrmanöver zum Blockieren der Räder des

* HBLFA Francisco Josephinum / BLT Wieselburg

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Traktors und zum Einknicken des Gespanns kommen. Um dieses Problem zu vermeiden, werden von den Traktorherstellern verschiedene Lösungen von Streckbremsen angeboten.

Drei Arten von Streckbremsen Ein Lösungsansatz, um das Traktor-Anhängergespann zu strecken, ist die automatische Reduktion der Getriebeverzögerung des Traktors, wenn der Anhänger auf den Traktor aufschiebt. Die Rückhaltewirkung des Traktors verringert sich und der Fahrer wird angehalten, bei schneller werdender Fahrgeschwindigkeit auf die Bremse zu steigen, um die Geschwindigkeit zu drosseln. Eine weitere Möglichkeit, um eine Streckung des Gespanns zu bewirken, ist die Doppelbedienung von Bremspedal und Fahrpedal. Dabei muss der Fahrer die Ge-

schwindigkeit mit dem Fahrpedal konstant halten oder leicht beschleunigen und gleichzeitig mit dem linken Fuss auf die Bremse steigen. Dabei versucht der Traktor – gegen die Bremsen des Anhängers – eine konstante Geschwindigkeit zu halten, wodurch das Gespann gestreckt wird. Das funktioniert nur dann, wenn der Fahrer entsprechend auf diese Funktion eingeschult wurde. Für unerfahrene oder nicht eingeschulte Fahrer ist dieses Bremsmanöver nicht oder nur schwer durchführbar. Die Reaktionszeit ist dabei lang und das Dosieren der Bremskraft mit dem linken Fuss erfordert viel Übung. Eine weitere Möglichkeit, um das Traktor-​ Anhänger-Gespann zu strecken, ist die automatische Streckbremse. Sie funktioniert unabhängig von der Betriebsbremse des Traktors und wirkt nur auf die Bremsanlage des Anhängers. Eine eigene Steu-


Technik | Wissen

ereinheit überwacht Motor- und Getriebesignale und erkennt, ob der Traktor vom Anhänger geschoben wird. Ist dies der Fall, schickt sie ein Signal an das Anhängerbremsventil des Traktors und der Anhänger wird eingebremst. Auf diese Weise wird das Gespann gestreckt, ein ungebremstes Auflaufen des Anhängers auf den Traktor wird vermieden und ein Einknicken von Traktor und Anhänger verhindert. Die automatische Streckbremse kann auch auf Traktoren mit verschiedenen Getriebevarianten verbaut werden, also auch bei Schaltgetrieben.

Streckbremse nur automatisch Die EU-Verordnung 167/2013 («Tractor Mother Regulation», TMR) schreibt vor, dass eine Ansteuerung der Anhängerbremse unabhängig vom Traktor nur auto­matisch erfolgen darf. Mechanische Streckbremsen, die bisher üblich waren, sind in Zukunft verboten. Eine automatische Streckbremse ist in folgenden Fahrsituationen sinnvoll: Bergabfahrten, Abbiegen an Kreuzungen, Einfahren in den Kreisverkehr, Fahren im Gelän­de von der Schichtenlinie in die Falllinie. Wird der Anhänger bei längeren Fahrten bergab durch die automatische Streckbremse ständig gebremst, kann es zum Überhitzen der Bremsen kommen und die Bremswirkung lässt nach. Dieses Problem wird von den Traktorherstellern entweder mit einem geringeren Bremsdruck oder mittels Intervallbremsung der Streckbremse entschärft. Das bedeutet, dass die Anhängerbremse in Intervallen von fünf Sekunden «Ein-Aus» angesteuert wird. Man erreicht dadurch eine Verzögerung, aber keine Verhinderung des Überhitzens der Bremsen.

Wie sich stufenlose Traktoren im Einsatz mit Streckbremsen verhalten, hat die BLT Wieselburg untersucht. Bild: J. Paar

Kreisverkehr, vor der beabsichtigten Kurvenfahrt oder vor dem Einbiegen von der Schichtenlinie in die Falllinie die Streckbremse betätigen kann, um das Gespann präventiv zu strecken. Die Richtungsänderung des Gespanns kann dabei kontrolliert und ohne Gefahr des Aufschiebens des Anhängers beziehungsweise des Einknickens des Gespanns gefahren werden. Diese automatische Streckbremse mit zusätzlicher Handbetätigung ist derzeit nicht zugelassen, sie hat aber in den Versuchsfahrten gegenüber der rein automatischen Streckbremse wesentliche sicherheitstechnische Vorteile gezeigt. In Grafik 1 wurde die Streckbremse mit manueller Betätigung auf ebener Fahrbahn mittels Kippschalter permanent eingeschaltet. Nach zwölf Intervallbremsun-

gen für jeweils fünf Sekunden wurde der Bremsvorgang automatisch abgebrochen. Danach muss der Fahrer auf das Brems­ pedal steigen, um die Geschwindigkeit zu drosseln. Anschliessend kann die Streckbremsung wieder erneut für zwölf Bremsungen aktiviert werden. Durch die Intervallbremsungen und das Abbrechen des Bremsvorganges nach einer bestimmten Anzahl von Bremsungen verringert sich die Gefahr des Überhitzens der Anhängerbremsen. In Grafik 1 ist erkennbar, dass sich mit zunehmender Bremsdauer die Bremsen erhitzen, was sich durch eine sinkende Rückhaltekraft des Anhängers und eine zunehmende Fahrgeschwindigkeit bemerkbar macht. Würde der Anhänger permanent bremsen und nicht in Intervallen angesteuert werden, wären die Brem-

Manuelle Streckbremse sinnvoll? Im Rahmen einer Untersuchung an der HBLFA Francisco Josephinum / BLT Wieselburg wurden zwei verschiedene Streckbremsen getestet. Eine automatische Streckbremse und der Prototyp einer automatischen Streckbremse, kombiniert mit zusätzlicher manueller Handbetätigung. Die manuelle Betätigung der Streckbremse ist zwar laut EU-Verordnung 167/2013 nicht erlaubt, dieser Hersteller hat aber für Versuchszwecke die manuelle mit der automatischen Betätigung der Streckbremse kombiniert. Der Vorteil der manuellen Betätigung liegt darin, dass der Fahrer intuitiv auf das jeweilige Fahrgeschehen reagieren kann und bereits vor dem Einfahren in den

Lösung von Claas Claas bietet neu eine automatische Streckbremse an, die es für Traktoren der Baureihen «Arion 500» und «Arion 600» mit stufenlosem Getriebe und pneumatischer Zweileiter-Bremse gibt. Ein Sensor am Eingang des «C-Matic»-Getriebes erfasst das sich bei auftretendem Schub ändernde Drehmoment und aktiviert entsprechend die pneumatische Anhänger-Bremse. Die Anhängerstreckbremse ist ab Sommer 2021 verfügbar, kann auf Traktoren ab Baujahr 2021 nachgerüstet werden. Diese automatische Streckbremse greift bei folgenden vier Situationen ein:

• Wenn der Traktor durch das Zurückziehen des «C-Motion»-Fahrhebels abgebremst wird. • Bei aktiviertem Tempomat wird ein Überschreiten der Soll-Geschwindigkeit bei Bergabfahrt verhindert. • Bei niedrigen Fahrgeschwindigkeiten wird der Schub bei Hangabwärtsfahrt erkannt und das Gespann in der vom Fahrpedal definierten Geschwindigkeit gehalten. • Die Streckbremse greift beim Reversieren ein, sobald der Fahrer die Fahrtrichtungsänderung per Reversierhebel oder Knopfdruck eingeleitet hat.

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Wissen | Technik

Aufschubkraft des Anhängers bei Kurvenfahrt

Die Auflaufkräfte des Anhängers bei Traktor A und B ohne und mit Streckbremse, bei der Verzögerung mittels Fahrhebel während der Kurvenfahrt.

Aufschubkraft des Anhängers bei Intervallschaltung der Streckbremse

In diesem Test-Szenario ist die Streckbremse auf ebener Fahrbahn mittels Kippschalter manuell permanent eingeschaltet (Intervallbremsung). Grafiken: M. Nadlinger

sen in kürzester Zeit überhitzt und die Bremswirkung würde stark nachlassen. Die Stärke der Bremskraft des Anhängers richtet sich nach dem Bremsdruck in der Bremsanlage und nach der Art der Bremskraftregelung (ALB-Regelung oder ma­ nuell einstellbarer Bremskraftregler). Die eingestellte Getriebeverzögerungsstufe des Traktors wird bei einem Fahrerwechsel vom nächsten Fahrer in den meisten Fällen nicht wahrgenommen. Die hohen Verzögerungsstufen haben bei manchen Traktoren den Effekt, dass sie bei Geschwindigkeiten unter rund 10 km/h eine besonders progressive Getriebeverzögerung und damit eine starke Bremswirkung aufweisen. Dies kann bei Geländefahrten am Hang, beim Fahren im Übergang von der Schichtenlinie in die Falllinie zum Blockieren der Räder führen.

Unterschiede bei den Traktoren Die Bremswirkung der automatischen Streckbremse ist vom Ansteuerungsdruck des Traktors zum Anhänger abhängig. Bei den Versuchstraktoren hatte der Traktor A einen Ansteuerungsdruck von 2,4 bar und der Traktor B 1,2 bar, beide mit eingestellter Getriebeverzögerungsstufe 3. Trotz gleicher Getriebeverzögerungsstufe muss die Verzögerungswirkung der Traktoren nicht identisch sein. Dies konnte in der Aufschubkraft des Anhängers auf den Traktor festgestellt werden (siehe Grafik 2). Traktor A (ohne Streckbremse) hatte von Beginn an eine konstant hohe und gleichmässige Verzögerungswirkung. Traktor B (ohne Streckbremse) zeigte am Anfang eine schwache und gegen Ende des Bremsvorganges eine zunehmend stark pro­ gressive Verzögerung. Die automatische Streckbremse mit einem Ansteuerungsdruck von 2,4 bar (Traktor A) brachte eine wesentlich bessere Bremswirkung als jene mit 1,2 bar (Traktor B).

Fazit

Bei Stufenlos-Traktoren gibt es drei Möglichkeiten für Streckbremsen – die Hersteller setzen hier auf unterschiedliche Lösungen. Bild: M. Nadlinger

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Automatische Streckbremsen sind eine gute Möglichkeit, um die ungewollten Aufschubkräfte des Anhängers bei stufenlosen Traktoren zu minimieren bzw. das Einknicken des Gespanns zu verhindern. Laut den Ergebnissen der Versuche wäre eine manuelle Betätigung der Streckbremse eine sinnvolle Ergänzung, um die Sicherheit zu erhöhen, sie ist aber laut EU-Verordnung 167/2013 nicht erlaubt. Die Effizienz einer automatischen Streckbremse ist vom Bremsdruck des Anhängers und von der Getriebeverzögerung des Traktors abhängig.


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Spot-Farming – nachhaltige Intensivierung Bei Spot-Farming wird die einzelne Kulturpflanze gezielt in den Mittelpunkt gestellt. Alle technischen Vorgaben und Restriktionen werden ausgeblendet, um ausschliesslich aus Sicht der Pflanze zu denken. Ein anspruchsvolles Vorhaben. Ruedi Hunger

und eine angemessene Wasser- und Nährstoffversorgung. Gleichzeitig soll die Nutzung von Chemikalien generell auf das absolute Minimum reduziert werden. Die Verbreitung chemischer Wirkstoffe über die Feldgrenzen hinaus muss vermieden werden. Auf Mehrfachüberfahrten mit hohen Radlasten soll nach Möglichkeit zum Schutz des Bodens verzichtet werden. Schliesslich werden mikroklimatische Bedingungen bei pflanzenbaulichen Massnahmen stärker einbezogen.

Spot-Pflanzenschutztechnik

Das Forschungsteam der TU Köln hat zusammen mit der Kverneland Group eine Dünger-Portionisierungseinheit für Einzelkornsämaschinen entwickelt. Bild: TU Köln

Spot-Düngung, Spot-Pflanzenschutz, Spot-­ Farming. «Spot» heisst nichts anderes als «punktgenau». Spot-Farming als Oberbegriff soll eine nachhaltige Intensivierung des Pflanzenbaus ermöglichen. Dazu wird berücksichtigt, dass ein oder mehrere Produktionsstandorte (Parzelle, Schlag) in ihren Eigenschaften eigentlich nie homogen sind. Folglich ergeben sich Teilflächen, die nicht einheitlich bewirtschaftet werden können (sollen). Daraus zeigt sich die Notwendigkeit, dass Aussaatstärken, Düngerund Pflanzenschutzmanagement gezielt gewählt werden. Spot-Farming soll gegenüber dem Status quo die negativen Umwelteffekte weiter reduzieren. Ein wichtiges Teilziel ist ebenfalls die Reduktion der 62

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Bodenbelastung, indem statt Traktoren und herkömmlichen Landmaschinen kleine und leichte Roboter den Acker bearbeiten. Spot-Farming ist ein weiterer Ansatz zur Ressourcenschonung und ist wissenschaftlich im Aufbau.

Basis von Spot-Farming Vor diesem Hintergrund wird ein neues Anforderungsprofil für die zukünftige Pflanzenproduktion erforderlich. Dabei werden die Grundansprüche der Pflanze in den Vordergrund gestellt. Die Einzelpflanze braucht für ein optimales Wachstum viel Licht, ober- und unterirdisch viel Platz und wenig Konkurrenzdruck. Sie ist angewiesen auf qualitativ guten Boden

Im Bereich Pflanzenschutz hat die Spot-Farming-Technik bei modernen Pflanzenschutzgeräten bereits erste Erfolge zu verbuchen. Mit entsprechender Düsenschaltung ist eine teilflächenspezifische Unkrautbehandlung auf Basis hochgenauer Drohnenbilder möglich. Das heisst, in einem ersten Schritt wird die zu behandelnde Fläche von einer Drohne mit einer RGB-Kamera*, die für das Mapping geeignet ist, überflogen. Nach der Landung werden die Fotos mit einem «Geotag» (Kalibrierung der Position) versehen und zu einer Gesamtkarte zusammengeführt. Der nächste Schritt ist eine Kartenanalyse, bei der mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) die Differenzierung von Kulturpflanze und einzelnen Unkräutern vorgenommen wird. In einheitlichen Pflanzenbeständen können auch ganze Unkrautnester lokalisiert werden.

Spot-Düngung Wissenschaftler des Instituts für Bau- und Landmaschinentechnik der Technischen Hochschule Köln haben in Kooperation mit der Kverneland Group 2019 ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem sich bei gleichem Ertrag über 25 % des Mineraldüngers bei der Unterfussdüngung von Mais einsparen lassen. Beim Projekt «Punktgenaue Düngerapplikation bei der Maisaussaat» (PUDAMA) erhält dabei jedes Saatkorn statt eines kontinuierlichen Düngerbandes synchron zur Kornablage eine kleine Düngergabe. Die notwendige Portioniereinheit für den Einsatz an einer herkömmlichen Einzelkornsämaschine wurde vom Forscher-


Begriffe | Wissen

team entwickelt und zum Patent ange­ meldet. Das Verfahren wird künftig auch auf andere Ackerkulturen übertragbar sein.

Portionierflügel

Spot-Saat

Eintritt

Um für die Kulturpflanze optimale Bedin­ gungen zu schaffen, bietet sich im Be­ reich Aussaat ein Dreiecksverband an. Dieser bietet für die Einzelpflanze sowohl oberirdisch als auch unterirdisch (Wurzel­ raum) den grösstmöglichen Standraum. Parallel dazu verringert sich die Aussaat­ stärke bzw. die Saatmenge. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, werden Sä­ geräte benötigt, die in der Lage sind, das Saatgut bezüglich Saatmuster und Abla­ getiefe hochpräzise zu platzieren. Weite­ re verfahrenstechnische Vorteile für die anschliessende Kulturführung (Unkraut­ bekämpfung) ergeben sich aus der geo­ referenzierten Saat.

Technische Voraussetzungen Das kleinteilige und unregelmässige Spot-Design ist mit der heute üblichen Verfahrenstechnik nicht zu bewirtschaf­ ten, da diese auf hohe Schlagkraft und grosse Flächeneffizienz ausgelegt ist. Der Grund ist, dass schwere Maschinen in den für sie geringen Bearbeitungsfenstern mit möglichst hoher Produktivität eingesetzt werden müssen. Daher braucht es für Spot-Farming völlig neue technische An­ sätze. Erste Ansätze finden sich in kleinen Maschinen, die sich selbständig organisie­ ren. Die mangelnde Schlagkraft kann durch Anzahl und nahezu permanente Einsatzbereitschaft kompensiert werden.

FertiSpot – Rückseite Dosiereinheit

FertiSpot – Detail

1) Dünger tritt kontinuierlich von der Stirnseite her in den Portionierer ein. Der Schlauch ist mit einer klassischen Dosierung verbunden. 2) Der Portionierflügel dreht schneller, als die eintretenden Körner fliegen, und wird passend zur Drehfrequenz der Vereinzelung von einem E-Motor angetrieben. 3) Die Körner werden in einer Umdrehung aufgesammelt, zusammengeschoben, so dass eine kompakte Portion entsteht. 4) Die Körner verlassen den Portionierer tangential in Richtung Schar.

Noch sind viele Forschungsfragen zu klä­ ren, bis neue Pflanzenbausysteme und da­ zu passende Verfahren marktfähig wer­ den.

Fazit Vor dem Hintergrund öffentlicher Kritik, die von allen Seiten auf die Landwirt­ schaft einhagelt, kann «weiter so» keine Option für die zukünftige Pflanzenpro­ duktion sein. Spot-Farming ist ein mögli­ cher Ausweg aus dem Dilemma. Mit Spot-Farming wird der Weg einer nach­ haltigen Intensivierung beschritten. Auf den Drohnenbildern wird mit Hilfe von künstlicher Intelligenz eine Differenzierung von Kulturpflanzen und Unkräutern vorgenommen. Bild: Drone Werkers

* Die Aufnahme einer RGB-Kamera liefert eine rechteckige Bildmatrix. Jedem Punkt wird ein Farbwert zugeordnet.

Stufen der Automatisation in der Landtechnik Durch Menschen überwachtes Arbeiten

Bediener muss alle Aufgaben über­ nehmen

Bediener muss Fahraufgaben oder Prozesssteuerung ständig übernehmen

Nicht überwachtes Arbeiten Bediener muss das Fahrzeug und die Umwelt ständig über­ wachen

Bediener muss das System in bestimmten Anwendungsfällen nicht überwachen, muss aber bei Störun­ gen eingreifen

Bediener während bestimmter Anwen­ dungsfälle überflüssig

Wie Level 2: Fahrzeug übernimmt Fahr- und Prozesssteu­ erung in einem be­ stimmten Anwen­ dungsfall

Fahrzeug erkennt kritische Situationen frühzeitig und wech­ selt in einen sicheren Betriebszustand, ohne Eingriff des Fahrers

Fahrzeug ist in der Lage, alle Situationen innerhalb eines defi­ nierten Anwendungs­ falles intelligent zu lösen

Fahrzeug übernimmt alle notwendigen Situationsfunktionen in allen Situationen

Level 0

Level 1

Level 2

Level 3

Level 4

Level 5

Keine Automation

Fahrer-Unterstützung

Teilautomatisiert

Überwachte Automatisierung

Bedingte Vollautomatisierung

Vollautomatisierung

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Management | Wettbewerb

Spannende Heck-FrontKombinationen gesucht

So können Sie beim Wettbewerb mitmachen

Die «Schweizer Landtechnik» sucht in einem Wettbewerb innovative Heck-Front-Kombinationen, die nicht alltäglich sind, aber in der Effizienz überzeugen. Für den Sieger gibt es ein Preisgeld von 1000 Franken.

• Senden Sie mindestens ein Bild von der ganzen Kombination mit Fahrzeug und je ein separates Bild vom Frontgerät und vom Heckgerät

Heinz Röthlisberger Front-Heck-Kombinationen, wie etwa ein Front- zusammen mit einem Heckmähwerk oder eine Kombination eines Frontgrubbers mit einer Sämaschine im Heck, sind heute weit verbreitet und oft zu sehen. Gibt es aber auch noch andere Front-Heck-Kombinationen, die weniger bekannt und nicht alltäglich sind, die aber mit ihrer Aussergewöhnlichkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit überzeugen? Diese Frage stellt sich die Redaktion «Schweizer Landtechnik» und schreibt dazu einen Wettbewerb aus. Dabei geht es nicht nur um die Preise, sondern ebenso um wichtige Themen wie Bodenschutz durch weniger Überfahrten sowie Zeit- und Treibstoff­ersparnis.

Konform für die Strasse Bewertet werden handelsübliche Anbaugeräte, Umbauten, Weiterentwicklungen oder selbst gebaute Kombinationen. Wich-

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• Senden Sie Bilder (maximal 4) Ihrer Front-Heck-Anbaukombination mit dem Betreff «Wettbewerb Heck-Front-Kombination» per Mail an red@agrartechnik.ch. Die Kombination muss für die Bilder an das Fahrzeug angebaut sein.

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Schweizer Landtechnik 8

tig ist, dass die für den Wettbewerb angemeldeten Kombinationen die rechtlichen Rahmenbedingungen wie Achslasten, zulässiges Gesamtgewicht, Gewichtsverteilung auf die Vorder- und Hinterachse sowie Beleuchtung erfüllen müssen.

Alle Bereiche der Landwirtschaft Eingereicht werden können Kombinationen aus allen Bereichen der Landwirtschaft wie Futterbau, Ackerbau, Obst- und Weinbau, Berglandwirtschaft oder auch für den Einsatz im Wald. Der Anbau der Kombination kann an den Traktor, Zweiachsmäher oder Transporter sein.

Jury entscheidet über die Sieger Eine Jury, bestehend aus Fachleuten mit unterschiedlichem Bezug zur Landtechnik, wird die eingereichten Projekte be­urteilen und die Sieger ermitteln. Einsendeschluss ist der 30. September 2021.

• Umschreiben Sie die Funktion und die Vorteile Ihrer Kombination in wenigen und kurzen Sätzen. • Seit wann ist die Kombination im Einsatz? Erfüllt die Kombination die rechtlichen Rahmenbedingungen wie Achslasten, zulässiges Gesamtgewicht, Beleuchtung usw.? Handelt es sich um handelsübliche Maschinen oder haben Sie Umbauten vorgenommen oder diese selber entwickelt und gebaut? • Preise: 1. Rang: CHF 1000.− 2. Rang: CHF 500.− 3. Rang: CHF 250.− • Senden an: red@agrartechnik.ch mit dem Betreff «Wettbewerb Heck-Front-Kombination» • Vergessen Sie nicht, im Mail Ihre Adresse und Ihre Telefon-Nummer anzugeben. • Einsendeschluss: 30. September 2021

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Die «Schweizer Landtechnik» sucht in einem Wettbewerb spannende Heck-FrontKombinationen. Einsendeschluss für die Anmeldung ist der 30. September 2021. Symbolbild: R. Engeler


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Sicherheit | Unfallverhütung

Forstbekleidung über kurz oder lang verschmutzt. Entsprechend dem «Aufnäher» können Schutzbekleidungen gewaschen und gepflegt werden. Kleider von guter Qualität dürfen bis zwanzig Mal gewaschen werden, bevor die Schutzwirkung nachlässt. Gerade in der Landwirtschaft werden Schnittschutzhosen oft über viele Jahre hinweg immer wieder benutzt. Nachlassende Schutzwirkung durch Alterung wird früher erreicht als durch mehrmaliges Waschen. Deshalb sind ältere Schnittschutzhosen zu ersetzen.

Füsse nicht vergessen … Heute ist das Tragen von Schnittschutzhosen und Sicherheitsschuhen für alle Motorsägen­ führer ein Muss. Bild: zvg

Schnittschutz für Bein und Fuss Die Beine sind der meistbetroffene Körperteil bei Unfällen im Wald. Speziell beim Holzrücken sind auch die Füsse gefährdet. Ruedi Hunger

Motorsägen verursachen schwere Risswunden, die schlecht verheilen. Besonders gefährdet sind die Beine. Zum Schutz vor Verletzungen werden deshalb bei allen Arbeiten mit der Motorsäge sogenannte Sicherheitshosen getragen. Diese Sicherheitshosen sind mit einer Schnittschutzeinlage versehen. Im Fall einer Berüh­ rung mit der umlaufenden Kette blockiert der langfaserige Schnittschutz die Kette in Sekundenbruchteilen.

Arbeits- und Schutzbekleidung muss in erster Linie eine zuverlässige Schutzfunktion erfüllen. Allerdings sind auch andere Anforderungen gefragt. Beispielsweise ein guter Tragkomfort, damit sich der Träger, die Trägerin «wohl fühlt». Schutzkleider sind keine Sportkleider, dennoch sollten sie bei unterschiedlichen Temperaturen angenehm zu tragen sein. Von Vorteil ist zudem, wenn die Kleidung in gut sichtbaren Signalfarben gefertigt ist. Damit der Tragkomfort auch für Frauen stimmt, gibt es Schnittschutz-Bundhosen ebenfalls in Damen-Schnitt-Ausführung. Schweizer Landtechnik 8

Eine Schutzbekleidung für Forstarbeiten ist hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Zudem können sie mit Treibstoffen und Schmiermitteln in Berührung kommen und sollten deshalb auch eine gute biologische/chemische Festigkeit aufweisen. Es liegt auf der Hand, dass

Ab 2022 wird der Kursnachweis Pflicht

Tragkomfort

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Kleidung braucht minimale Pflege

Noch schnell ein Ast, ein Ausrutschen und schon wird der Schuh durch die Ketten­ säge aufgeschnitten. Es geht immer schneller als erwartet. Forstsicherheitsschuhe sind in der Regel hochverschnürte Schuhe mit einer geprüften Schnitt­ schutzeinlage. Im Bereich der Knöchel verbessert ein Polster den Tragkomfort. Beim Holzen wird nicht selten auf Rundhölzer oder Äste gestanden. Gerade wenn diese feucht oder nass sind, besteht grosse Rutschgefahr. Deshalb hat die Laufsohle eines Forstschuhes im Gelenkbereich ebenfalls ein Profil. Gerade beim kombinierten land-/forstwirtschaftlichen Einsatz muss die Sohle nicht nur rutschfest, sondern auch widerstandsfähig gegenüber Säuren, Laugen und anderen aggressiven Stoffen sein. Normale Gummi­stiefel und Turnschuhe sind für Waldarbeiten absolut ungeeignet. Sie sind nicht nur für den Motor­sägenführer untauglich, auch beim Holzrücken und bei der Holzaufbereitung bieten sie keinen Schutz. Es lohnt sich, grosse Forstsicherheitsschuhe im Fachgeschäft zu kaufen.

2021

Ende Jahr läuft die Übergangsfrist für die Ausbildung bei Waldarbeiten aus. Das heisst, dass ab Januar 2022 gemäss Waldgesetz alle Personen über einen entsprechenden Kursnachweis verfügen müssen, die im Auftragsverhältnis Waldarbeiten ausführen. Auch Landwirte und Lernende in der Landwirtschaft müssen ab nächstem Jahr über diesen Kursnachweis verfügen (Waldgesetz Artikel 21a und EKAS-Richtlinie 2134 «Forstarbeiten»). Das ist nicht unwesentlich. Denn ein grosser Teil der rund 245 000 Privatwald­ eigentümer sind hauptsächlich in der Landwirtschaft tätig und der Wald ist für viele Landwirtschaftsbetriebe ein zusätzliches

Standbein und ein wichtiger Betriebszweig. Als Forstarbeiten im Sinne der Richtlinie gelten alle Tätigkeiten, die zur Begrünung, Pflege und Nutzung sowie zum Schutz von Wald und Waldflächen erforderlich sind. Arbeiten mit besonderen Gefahren dürfen nur von Mitarbeitenden ausgeführt werden, welche eine entsprechende Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben oder die entsprechenden Kompetenzen nachweisen können. Der Nachweis der Ausbildung für Holzerntearbeiten im Wald kann durch den Besuch von insgesamt mindestens zehn Kurstagen erbracht werden. Siehe: www.holzerkurse.ch


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Plattform | Reportage

Der Anbau von Medizinalcannabis wird für die Landwirtschaft und für den Export in Zukunft vereinfacht. Bilder: Cannabinno/D. Senn

Hanfanbau ist kein Zucker­schlecken Cannabinno, ein Start-up aus Arbon TG, bietet Maschinen zur Ernte, Verarbeitung und zum Trocknen von CBD-Hanf für die Nutzung als Nahrungsergänzungsmittel und für medizinische Zwecke an. Der Anbau ist kein Zuckerschlecken, zeigt ein Hofbesuch. Dominik Senn Der Weltmarkt für Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel auf Cannabis-Basis wird auf hunderte Milliarden US-Dollar geschätzt. Kanada, Uruguay, Holland haben den Export legalisiert. Australien, Deutschland und Israel forcieren den Anbau. In der Schweiz ist seit 2011 der Anbau mit einem THC-Gehalt bis zu 1 % zulässig. Seither nimmt der industrielle Hanf­anbau für medizinische Zwecke zu, und inzwischen haben sich hunderte Betriebsleiter für den Anbau von CBD-Hanf (siehe Kasten) interessiert, weiss Markus Lüdi, Inhaber der Cannapharm AG in Burgdorf BE. Wie Daniel Bont von der Schweizer Aussenwirtschaftsförderin Switzerland Global Enterprise (ehemals Osec) formuliert, «ist in der Schweiz zwar die Entkriminalisie-

CBD und THC CBD ist eine der chemischen Verbindungen, die «Cannabinoide» genannt werden und in der Hanfpflanze Cannabis sativa vorkommen. CBD ist, im Gegensatz zu THC (Tetrahydrocannabinol), nicht psychoaktiv, also nicht berauschend, und untersteht deswegen nicht dem Betäubungsmittelgesetz.

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Schweizer Landtechnik 8

2021

rung des Cannabis erfolgt, aber nicht die grundsätzliche Legalisierung.» Das Parlament hat jedoch eine Gesetzesänderung verabschiedet: Der kommerzielle Export von Cannabis zu medizinischen Zwecken soll neu erlaubt werden. Dies schafft Perspektiven für inländische Anbauer der Rohstoffe und spezialisierte Hersteller von pflanzlichen Arzneimitteln. Parallel soll das Saat- und Pflanzgutrecht geändert werden, so dass der Anbau von Medizinalcannabis auch in der Landwirtschaft vereinfacht wird.

anbau an Zugfahrzeugen in einem Arbeitsgang die Blüten der Pflanze sanft abstreift und die Hanfstängel abschneidet. Die Blüten werden in einem Bigbag oder Con­ tainer gesammelt. Die Hanfstängel bleiben zum Verrotten auf dem Feld. Je nach Reifegrad der Pflanze zum Zeitpunkt der Ernte ist es auch möglich, die Samen herauszurütteln, um eine weitere Nutzung der Pflanze zu erzielen.

Henry’s Hemp Harvester Daniel Bont unterstützt unter anderem das Schweizer Start-up Cannabinno, einer Marke der Firma Adec Solutions GmbH in Arbon TG, die von Daniel Aerne gegründet worden ist. Adec Solutions vertreibt auch die Reinigungsprodukte «AdecClean», spezialisierte Mittel für die Harzentfernung in der Hanfproduktion. Zudem ist die Firma Landesvertreterin der «MayTec Aluminium Systemtechnik GmbH» (modulare Profilund Rohrsysteme). Cannabinno entwickelt und baut Anlagen für die Cannabis-Produktion. An erster Stelle steht der Erntehelfer Henry’s Hemp Harvester, der im Front-

Hanf ist nicht widerstandsfähig gegen Frost, Mehltau (Bild) und Graufäule.


Reportage | Plattform

«Hanfanbau ist ein Ganzjahresprojekt»

Der Frontanbau-Blütenernter für Industriehanf und buschige Cannabissorten Henry’s Hemp Harvester 700.

Trimmer und Feeder in allen Grössen Für die Verarbeitung, ob nass oder trocken, hat Cannabinno das Veredelungssystem mit Feeder und Trimmer geschaffen. Die von der Pflanze gelösten Blüten werden in den Feeder gegeben, der diese dann über eine Förderschnecke in gleichmässigem Tempo dem Trimmer zuführt. Beim Trimmer erzeugen die grossen Propeller einen starken Unterdruck, wodurch die Wasserblätter der frisch geschnittenen Pflanzen durch den Chromstahlrost gesaugt und sauber abgetrennt werden; die Stundenleistung kann bis 100 kg (nass) betragen. Cannabino offeriert Maschinen und Kombinationen (bis drei Arbeitsgänge aufs Mal) für verschiedene Betriebsgrössen sowie Trocken- und Nassverfahren. Alle produktberührenden Teile sind aus Chromstahl. Alles wird in der Schweiz produziert, was eine optimale Serviceleistung garantiert. Rotor und Standmesser können auf Wunsch nachgeschliffen werden, obwohl die Abnutzung gering ist. Neu sind die Maschinen bei Cannabinno auch zu mieten.

Wie Hanfbauer Peter Gasser, Belp BE, Mitglied der Interessengemeinschaft Hanf Schweiz, erläutert, ähnelt der Freilandanbau von Cannabis der Aufzucht von Nutzhanf oder anderen vom Nitratgehalt des Bodens abhängigen Feldkulturen. Für eine gewerbsmässige Nutzung in der Landwirtschaft dürfe nur amtlich anerkanntes (zertifiziertes) Saatgut mit einer offiziellen Etikette in Verkehr gebracht werden. Der Energiebedarf für diesen Anbau sei im Vergleich zur Produktion im Gewächshaus oder Indoor (in Innenräumen unter Kunstlicht) gering, die Hanfpflanze könne von Felderwirtschaft profitieren. Cannabis gedeihe am besten auf humosen und gut durchlässigen Böden, die reich an organischen Stoffen sind. Der pH-Wert des Bodens sollte neutral oder leicht darunter sein, idealerweise zwischen 5,8 und 6,2. Das Arbeitsjahr beginnt Januar/Februar mit Vervielfältigen. Dazu werden Seitentriebe der Mutterpflanzen geschnitten, die gewonnenen Stecklinge eingetopft, bei rund 18 Stunden Kunstlicht überwintert und noch einmal auf eine bestimmte Topfgrösse umgetopft, welche die Pflanzung im Freien mit einer Einreiher-Bechersetzmaschine in den Monaten Mai/Juni erlaubt. «Immer erst nach den Eisheiligen, denn Hanf ist intolerant gegen Frost», fügt er hinzu. Die Pflanze ist auch anfällig gegen Botrytis (Graufäule) und Mehltau. Die Grunddüngung ist eine Spezialmischung, die ihm Landor nach seinen Angaben mischt. Gepflanzt werden so rund 1,5 ha pro Tag oder etwa 1000 Stück pro Stunde. Die Unkrautbekämpfung erfolgt manuell und mittels Hackgerät, denn «Hanf ist eh rufgeschädigt – zu Unrecht, und wir wollen nicht mit Chemie noch zusätzlich Öl ins Feuer giessen», sagt er. Erntezeit ist Ende September bis Mitte

Oliver Butz, Produktspezialist, und Daniel Aerne, Inhaber und Geschäftsführer von Cannabinno, mit einem Trimmer und einem Conditioner für die Hanfblütenveredelung.

November. Und kurz vorher sei auch die Kantonspolizei auf dem Feld und kontrolliere regelmässig, ob der THC-Gehalt unter 1 % liegt. Anschliessend folgen das Trocknen und Veredeln des Ernteguts auf dem Betrieb. Bei alledem behilft sich Peter Gasser der Maschinen von Cannabinno aus Arbon. Eine Herausforderung sei vor allem das Trocknen der Blütenstände, um die Geschmacksnote nicht zu zerstören. Die Bandbreite der eingesetzten Temperaturen sei schmal, der Energiebedarf hoch und es brauche viel Platz, um das Trocknungsgut locker aufschütten zu können. Der getrocknete CBD-Hanf wird vakuumverpackt und gelangt in Absatzkanäle für Raucherwaren, Kosmetika und Medizinalprodukte, die sich Gasser in jahrelangen Bemühungen selbst geschaffen hat. Und wie er betont, sei der Anbau von CBD-Hanf zwar finanziell interessant, aber äusserst arbeitsintensiv, da man für nötige Produktionsschritte das ganze Jahr laufend gefordert sei: «Als Nebenerwerb geht der Hanfanbau nicht. Hanfanbau ist ein Ganzjahresprojekt.» Ab Herbst 2021 wartet Peter Gasser mit einem eigenen Online-Shop auf (siehe Instagram/www.aarehanf.ch).

Hanfbauer Peter Gasser in Belp BE schneidet Stecklinge von einer Hanf-Mutterpflanze zum Eintopfen.

Die getrockneten Hanfblüten werden einer Qualitätsprüfung unterzogen, bevor sie für Medizinalbedarf weiterverarbeitet werden.

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2021 Schweizer Landtechnik

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Plattform | Report

Der neue vertikale Querverteilungsprüfstand für Raumkulturen mit Auffangschalen testet gerade einen Obstsprayer, links Christian Meyer. Bilder: Dominik Senn

Sprayer-Tester erfolgreich getestet Die vier SVLT-Sektionen St. Gallen/Appenzell/Glarus, Schaffhausen, Thurgau und Zürich erfreuen sich neuerdings einer neuen, genaueren und handlichen Testanlage für die Raumkulturen-Sprayer: Ein vertikaler Verteilungsprüfstand mit Auffangbecken der Marke «aams-salvarani». Dominik Senn Der Schweizerische Verband für Landtechnik (SVLT) koordiniert im Auftrag des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) die Durchführung von Sprühgerätetests und betreut dazu die Prüfstellen in den SVLT-Sektionen in der ganzen Schweiz, während die Forschungsanstalt Agros­cope Reckenholz-Tänikon (ART) für die Qualitätssicherung und die internationale Normkonformität besorgt ist. Die Hauptgründe für den Test der Sprühgeräte sind der optimale Pflanzenschutz bei geringstmöglichem Pflanzenschutzmitteleinsatz und die Minimierung des Risikos einer Umweltbeeinträchtigung durch Pflanzenschutzmittel nebst der Früherkennung von Verschleiss und der Verbesserung der Applikationstechnik. Aus diesen ökologischen Bestrebungen heraus haben nun die vier 70

Schweizer Landtechnik 8

2021

SVLT-Sektionen St. Gallen/Appenzell/Glarus, Schaffhausen, Thurgau und Zürich ein neues Testgerät der Marke «aams-salvarani» aus dem belgischen Maldegem für die Reben- und Obstsprayer angeschafft, um die bisherige unhandliche Testanlage mit Wabenwand zu ersetzen; der Kauf wurde über die Sektion Thurgau abgewickelt.

An drei Standorten Tester getestet Um es vorwegzunehmen: Der vertikale Querverteilungsprüfstand (siehe separaten Kasten) hat seine Tauglichkeit bewiesen. An den Standorten Hallau, Rüdlingen und Schaffhausen sind 33 bzw. 17 und 9, also insgesamt 59 Reben- und Obstsprayer zur Zufriedenheit getestet worden, bestätigte Christian Meyer, Schleitheim, Landwirt/ Lohnunternehmer, seit rund zwanzig Jah-

ren Vorstandsmitglied der Sektion Schaffhausen, seit drei Jahren Vizepräsident und Verantwortlicher für die Feld- und Rebenspritztests im Kanton. Beim Sprayertest auf dem Betrieb von Cyrill Tappolet in Schaffhausen waren zudem Landwirt und Berater Pflanzenschutz der Firma Stähler Suisse AG, Zofingen AG, Hansueli Graf aus Schaffhausen, Daniel Item, Berater Düngen/Saatgut/Kartoffelbau der GVS Agrar AG Schaffhausen, und Helfer Landwirt Hanspeter Neukomm aus Hallau, der über zwanzig Jahre lang als Vorstandsmitglied der SVLT-Sektion Schaffhausen für die Rebenspritzentests verantwortlich war. Wie Graf und Item ausführten, seien solche Testanlässe eine willkommene Gelegenheit, Kunden zu treffen und sich mit ihnen fachlich auszutauschen. «Wir sorgen auch


Report | Plattform

Vertikaler Querverteilungsprüfstand Der vertikale Querverteilungsprüfstand «aams-salvarani» mit Auffangschale für Raumkulturen besteht aus einem Alumi­ niummast, auf dem Flüssigkeitsauffangwannen mit Rippen in gleichmässigem Abstand voneinander montiert sind. Die Auffangwannen fangen die gespritzte Flüssigkeit auf und leiten diese über Schläuche zu den Messbechern. Um das Spritzprofil einfacher bewerten zu können, kann der Behälter mit Messgläsern vom Prüfstand abgenommen und in Augenhöhe gestellt werden. Der vertikale Querverteilungsprüfstand bewegt sich auf Schienen und hat ein Gesamthöhe von 4 Metern (Standardhöhe). Die Höhe des Prüfstandes kann der Höhe der Obstanlage oder des Spritzgerätes angepasst werden, beispielsweise bis zu 2 m für Weinanbau und bis zu maximal 5 m für Obstanbau oder beispielsweise auch genau im Bereich der Trauben. Ebenso wird der Abstand der Masten auf Querschienen der Testmaschine bzw. der Reihenweite der Kultur angepasst, das sind bei den Reben in der Regel zwi-

immer für eine kleine Imbissmöglichkeit. Beim gemütlichen Hock können immer auch allfällige Bedenken der Landwirte bezüglich des Tests zerstreut werden», sagte Graf.

Sprühgerät steht still Der anfänglichen visuellen Prüfung des zu testenden Sprayers folgt eine erste Inbetriebnahme, erläuterte Meyer. Sie dient dazu, allfällige Verstopfungen von Düsen und

schen 1,8 und 2,2 m, beim Obst zwischen 3,0 und 4,5 m. Dank seinem modularen Bau in verschiedenen Segmenten und seinem geringen Gewicht ist der Querverteilungsprüfstand zu zweit einfach aufzubauen und in einem kleinen Autoanhänger zu transportieren. Zur Transporterleichterung kann die Wand in drei Teile zerlegt werden. Das Gesamtgewicht der Standardversion beträgt nur 80 kg. Den Vertikalquerverteilungsprüfstand gibt es überdies mit zwei Lamellenversionen. Die Flüssigkeit wird zwischen den Lamellen gesammelt, in Höhenabschnitten von 10 cm, und über Schläuche zu den Messzylindern geführt. Auf Wunsch kann der Vertikalquerverteilungsprüfstand mit elektronischen Sensoren ausgestattet werden, sodass der Füllstand der Messzylinder automatisch erfasst wird. Mit der Software kann ein vollständiger Prüfbericht erstellt und ausgedruckt werden, in dem die Verteilungsergebnisse vor und nach einer Änderung der Einstellung des Spritzgerätes stehen.

andere kleinere Mängel zu erkennen und an Ort und Stelle zu beheben. Sodann wird an jeder einzelnen Düse der Wasserausstoss pro Minute gemessen und das Zuviel oder Zuwenig im Prüfprotokoll vermerkt, damit die ÖLN-Kontrolleure später kontrollieren können, ob die Mängel behoben worden sind. Erst dann folgt die eigentliche Prüfung an der neuen Testanlage. Der in Betrieb gesetzte Sprayer steht an Ort, während die beiden Masten mit Auffang-

Rechts

Links 3.5

3.0

2.5

2.0

1.0

10

0

0.5

0

Die Behälter mit Messgläsern …

… werden zur Auswertung auf das elek­ tronische Auslesegerät gesteckt.

schalen einmal vor- und einmal rückwärtsfahren. Zwecks noch höherer Genauigkeit kann der Vorgang wiederholt werden. Anschliessend wird der Behälter mit den Messbechern vom Prüfstand abgenommen und auf das elektronische Auslesegerät gesteckt, welches das vollständige Prüfprotokoll ausdruckt. Dieses enthält nebst Marke, Typ und sogar Seriennummer des Sprayers eine Grafik, die den Minutenliter-Ausstoss jeder Düse zu einem gut interpretierbaren Diagramm zusammenfügt.

Ein Test dauert rund 25 Minuten

1.5

40 30 20

Zwei Helfer erfassen den Durchsatz jeder Düse.

10 20 30 40

Hanspeter Neukomm erstellt das Prüfprotokoll. Das Diagramm-Beispiel zeigt den Minutenliter-Ausstoss jeder Düse nach links und nach rechts.

Ziel und Zweck sind die gleichmässige vertikale Verteilung der Flüssigkeit durch das Sprühgerät, um den eingangs erwähnten ökologischen Anforderungen zu entsprechen. «Unsere Testserie hat die grössere Genauigkeit und die Handlichkeit des neuen Geräts bewiesen. Im Durchschnitt dauerte ein vollständiger Testvorgang etwa 25 Minuten. Wir sind mit der Anschaffung überaus zufrieden», so Meyer. 8

2021 Schweizer Landtechnik

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Passion | Veranstaltung

Rhythmus und Technik entscheiden: Severin Bühler während der Disziplin Single Buck.

Bilder: Stihl Timbersports Mediapool.

Kultsport mit Stihl «Stihl Timbersports» ist eine internationale ExtremsportWettkampfserie im Sportholzfällen, 1985 vom weltgrössten Hersteller von Motorsägen Stihl initiiert. In Aigle VD wird – mit starker Schweizer Beteiligung – am 12. September 2021 die europäische Qualifikation für die World Trophy 2022 ausgetragen. Karin Kryenbühl*

Das Sportholzfällen besitzt eine über hundertjährige Tradition. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts begannen Forstarbeiter damit, sich in ihrer Freizeit an Axt und Säge miteinander zu messen. Die Wurzeln des Sports liegen in Australien und Neuseeland, von dort breitete er sich auch nach Kanada und in die USA aus. Aus den improvisierten Anfängen entwickelten sich rund ein Dutzend sportliche Disziplinen, darunter einige, die konkret das Fällen und Zerteilen eines Baumes simulieren. Alle Disziplinen erfordern von *Karin Kryenbühl ist Projektmanagerin im Bereich Marketing und Kommunikation von Stihl Vertriebs AG in Mönchaltorf ZH.

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Schweizer Landtechnik 8

2021

den Sportlern Geschicklichkeit im Umgang mit dem Werkzeug und dem Material Holz, Kraft und Ausdauer sowie eine präzise Technik. Einer der ersten überlieferten öffentlichen Wettkämpfe fand nach Angaben der Australian Axemen’s Association 1891 in Tasmanien statt. Stihl Timbersports ist eine internationale Extremsport-Wettkampfserie im Sportholzfällen. Nicht ohne Grund gilt sie als die Königsklasse des Sports: Hier messen sich die besten Sportler, sie hat die meisten Zuschauer und geniesst das grösste Medieninteresse. 1985 rief Stihl in den USA gemeinsam mit dem Sportkanal ESPN die «Stihl Timbersports»-Series ins Leben. Es folgten weitere nationale Seri-

en in Europa ab 2001, in Ozeanien ab 2015 und in Asien seit 2018. Die Wettbewerbe finden heute auf diesen vier Kontinenten statt und es nehmen weit mehr als 1000 Athleten aus über 25 Ländern daran teil. Stihl als titelgebender Sponsor der Serie wird inzwischen von einer Reihe weiterer nationaler und internationaler Partner unterstützt.

Oliver Reinhard gewinnt Bronze Nach der von Pandemiebestimmungen geprägten Saison 2020 standen in diesem Jahr für die Timbersport-Fans wieder Sportholzfäller-Events der Extraklasse auf dem Programm: So etwa die European Trophy 2021, die am 31. Juli in München über die Bühne ging. Dieser Anlass, der ohne Schweizer Beteiligung stattfand, bedeutete gleichzeitig die Rückkehr zum nervenaufreibenden K.o.-Format. In spannenden Duellen Mann-gegen-Mann setzte sich an der European Trophy 2021 Michał Dubicki aus Polen gegen die Konkurrenz durch. In München fand zudem am 31. Juli zum ersten Mal die Rookie-­ Europameisterschaft statt. Dabei trumpfte der Schweizer Nachwuchssportler Oliver Reinhard aus Waltalingen (ZH) mit dem Gewinn der Bronzemedaille gross auf. Der 21-jährige Bauernsohn und Forstwart holte sich mit einer Zeit von 48,52 Sekunden zudem den Rookie-Weltrekord in der Dis-


Veranstaltung | Passion

Sechs Disziplinen − Von der Axt bis zur 80-PS-Motorsäge Bei Stihl Timbersports treten die Athleten in maximal sechs Disziplinen an – je nach Wett­ kampfformat. Drei Disziplinen werden mit einer Axt ausgeführt, drei mit einer Säge. Zu den Axt-Disziplinen gehören der Underhand Chop, der Standing Block Chop und Springboard. Die drei Säge-Disziplinen sind Stock Saw, Single Buck und Hot Saw.

Die Herausforderung besteht darin, die geballte Kraft der bis zu 80 PS starken Motorsäge zu beherrschen. Mit einer Kettengeschwin­ digkeit von rund 240 km/h und einem Gewicht von rund 30 kg fordert diese Maschine den Sportlern körperliche und mentale Höchstleistungen ab. Die Bestzeiten für die Hot Saw liegen bei unter sechs Sekunden.

Underhand Chop Diese Disziplin zeigt die Technik des Zerteilens eines bereits gefällten Baumes. Auf einem horizontal verankerten Block (mit Durchmessern 32 cm im Format Pro, 30 cm Intermediate/ Rookie, 27 cm Frauen und 28 cm Trophy/ Teamwettkampf) stehend, durchschlagen die Athleten diesen mit der Axt. Der Block muss von beiden Seiten bearbeitet werden. Ein einseitiges Zerteilen führt zur Disqualifikation in dieser Disziplin. Die Bestzeiten für den Underhand Chop liegen bei unter 15 Sekunden.

Springboard Bei dieser Disziplin werden zwei Trittbretter, sogenannte Springboards, in einem senkrecht verankerten Holzstamm platziert. Ziel ist es, den auf der Spitze montierten Holzblock von 27 cm Durchmesser in rund 2,80 m Höhe zu durchschlagen. Bei den Rookies wird nur mit einem Springboard und damit in geringerer Höhe gearbeitet. Das Springboard wird auch als Königsdisziplin bezeichnet, denn hier kommt es nicht nur auf die präzise Technik und Kraft des Sportlers an, sondern auch auf Balance und Geschicklichkeit. Die Bestzeiten beim Springboard liegen unter 40 Sekunden.

Hot Saw Hot Saws sind leistungsstarke, individuell getunte Motorsägen. Ziel dieser Disziplin ist es, mit diesen Rennmotorsägen möglichst schnell drei Holzscheiben in einem Bereich von 15 cm von einem waagerecht verankerten Holzblock mit 46 cm Durchmesser zu sägen.

ziplin Springboard. Rooki-Europameister wurde Matyáš Klíma aus Tschechien. Ein weiteres Highlight in dieser Saison ist für den 12. September geplant; dann wird auf Schweizerboden in Aigle VD die europäische Qualifikation für die World Trophy 2022 ausgetragen, welche im nächsten Jahr endlich zurückkehren soll.

Schweizer Serie ist eröffnet In der Schweiz wurde die Saison be­reits am 18. Juli mit der Qualifikation zur

Single Buck Mit einer etwa 2 m langen Handzugsäge schneiden die Sportler und Sportlerinnen eine Holzscheibe von einem horizontal befestigten Block (Pro: 46 cm, übrige 40 cm) ab. Für eine

Schwei­ zermeisterschaft eröffnet. Dabei triumphierte einmal mehr der bereits zehnfache Schweizermeister und Doppel-­ Vize-Weltmeister Christophe Geissler. Ob er seinen 11. Titel schon bald nach Hause trägt, entscheidet sich am 11. September in seiner Heimat in Aigle VD, wo die Schweizermeisterschaften stattfinden werden. Dabei treten die besten zwölf Athleten der Qualifikation gegeneinander an. Auch der Nachwuchs sorgte am 18. Juli im beschaulichen Luthern LU für

Volle Konzentration: Mehrfach-Schweizermeister Christophe Geissler in Aktion beim Standing Block Chop.

gute Zeit sind Rhythmus und Technik entscheidend. Spitzensportler können diese Disziplin in unter 12 Sekunden absolvieren. Standing Block Chop Diese Disziplin simuliert das Fällen eines Baumes mit der Axt. Ein senkrecht verankerter Holzblock muss so schnell wie möglich von beiden Seiten durchschlagen werden. Präzise Axtschläge sowie ein kraftvoller Schwung sind entscheidend für den Erfolg in dieser Disziplin. Top-Athleten brauchen dafür unter 13 Sekunden. Der Blockdurchmesser beträgt für Pro 30 cm, Intermediate/Rookie 27 cm, Frauen: 25 cm, Trophy-Format 27 cm und Teamwettkampf 30 cm. Stock Saw Bei dieser Disziplin arbeiten alle Athleten mit der «MS 661 C-M», einer handelsüblichen Stihl-Motorsäge der 90+-Kubikzentimeter-Klasse. Von einem Holzblock mit 40 cm Durchmesser müssen mit einem Abwärts- und einem Aufwärtsschnitt zwei Holzscheiben innerhalb eines 10 cm breiten Bereichs abgesägt werden. Es gilt dabei, Druck und Drehzahl dem Holz angepasst exakt zu dosieren. Spitzensportler können diese Disziplin in etwa zehn Sekunden absolvieren.

Kleinholz. Mehrere nationale Rekorde lassen aufhorchen und gespannt in die Zukunft blicken. Die bevorstehenden nationalen und internationalen Anlässe werden weiterhin ohne Publikum stattfinden. Ganz verzichten müssen die Fans jedoch nicht, denn alle Wettkämpfe werden live übertragen und können über YouTube und Social-Media-Kanäle wie Instagram, Face­book oder Database live mitverfolgt werden.

Oliver Reinhard gewann an der Nachwuchs-EM die Bronzemedaille und stellte in der Disziplin Springboard einen neuen Rekord auf.

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2021 Schweizer Landtechnik

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Intern

Neuer Redaktor

Für einen starken Feldaufgang

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2021

Mit Matthieu Schubnel konnte die «Schweizer Landtechnik» einen neuen Redaktor verpflichten, der insbesondere die Kontakte zu den Westschweizer SVLT-Sektionen pflegen, das landtechnische Geschehen in der Romandie ver­ folgen und die französischsprachigen Aktivi­täten auf den Online-Plattformen ausbauen wird. Der 41-jährige Matthieu Schubnel arbeitete zehn Jahre für das französische Magazin «Matériel Agricole» und zweieinhalb Jahre als Chefredakteur der Zeitschrift «Terre-net Le Magazine». Matthieu Schubnel absolvierte zuvor ein wissenschaftliches Gymnasium, bildete sich im Gebiet der Tierproduktion weiter, war auf einem gemischten Landwirtschaftsbetrieb im Elsass und in der Beratung tätig, bevor er sich einem Landtechnik-Studium an der Ingenieurschule Agrosup Dijon zuwandte. «Ich habe mich schon in jungen Jahren für die Landtechnik begeistert und meine vielfältigen Erfahrungen, sowohl in

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der Praxis als auch im journalistischen Bereich, haben meine Erfahrungen in diesem weiten Feld gestärkt», betont Matthieu Schubnel, der im Elsass aufgewachsen ist und heute mit seiner Familie in der Nähe von Neuenburg wohnt. Radfahren, Laufen und Snowboarden gehören zu seinen liebsten Hobbys. Redaktion und Verlag der «Schweizer Landtechnik» sowie die weiteren Gremien des SVLT heissen Matthieu Schubnel im Team willkommen und freuen sich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit. Roman Engeler, Direktor SVLT

Sicherheit und Rücksicht auf der Strasse Vor der Strassenfahrt wird die Ladung gesichert. Bei Schüttgütern wie Getreide, Hackschnitzeln, Zuckerrüben oder gehäckseltem Mais und bei Mist ist darauf zu achten, dass die Anhänger nicht überfüllt werden.

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Sektionen | SVLT

AG G/M/F-Theorie-Vorbereitungskurse 2021 Die G/M/F-Theoriekurse sind die ideale Vorbereitung für die Traktor- und Töffliprüfung. Im letzten Halbjahr vor dem 14. Geburtstag bietet dieser zweiteilige Theoriekurs alle nötigen Elemente für ein erfolgreiches Absolvieren dieser Führerprüfungen. Die Abstandsregeln des Bundesamts für Gesundheit können eingehalten werden, Änderungen werden kurzfristig bekannt gegeben. Kurse Herbst 2021: Jeweils 18.30 bis 21 Uhr am Donnerstag, 23. September und 30. September 2021, am BVA in Muri sowie 4. November und 11. November 2021 beim SVLT in Riniken. Die Anmeldung hat unter www.fahrkurse.ch zu erfolgen. Informationen sind bei Hansjörg Furter und Yvonne Vögeli, 062 893 20 41, sektion.ag@ agrartechnik.ch, erhältlich.

Fr. 100.–/130.–, für 21 m Fr. 110.–/140.–, für 24 m Fr. 120.–/150.–, für 27 m Fr. 130.–/160.–, für 30 m Fr. 140.–/170.–. Ab 2023 ist ein System zur Innenreinigung der Spritze für alle für den Pflanzenschutz eingesetzten Geräte mit einem Behälter ab 400 Litern Inhalt obligatorisch. Das Starten und Durchführen des Spülens muss ohne Absteigen vom Traktor möglich sein. Welches Innenreinigungssystem (kontinuierlich oder abgesetzt) aufgebaut ist, spielt keine Rolle. Die neu in den Verkauf gelangten Spritzen mit einem CE-Zertifikat oder einem EU-anerkannten Test gelten auch in der Schweiz als geprüft und müssen wie im Gebrauch stehende Spritzen, wie oben erwähnt, nach drei Kalenderjahren an die nächste Spritzenprüfung. Anmeldung: Geschäftsstelle BVLT, Peter Gerber, 031 879 17 45, 079 411 02 33, bvlt@bluewin.ch, www.bvlt.ch

GR

94. und 95. GV am 1. Sept. in Möriken

Theoriekurs Kat. F/G für Jugendliche

Am Mittwoch, 1. September, 19.30 Uhr, findet anlässlich des 10. Traktorentreffens in Möriken im Festzelt die 94. und 95. Generalversammlung des Aargauer Verbandes für Landtechnik statt. Das Protokoll der letzten GV liegt auf. Befunden wird über die Jahresberichte, Jahresrechnungen 2019 /2020 und 2020/2021, den Jahresbeitrag 2022 und das Jahresprogramm 2021/2022. Weiter finden Wahlen statt. Anschliessend wird ein Imbiss serviert, offeriert vom AVLT. Die Anmeldung muss bis spätestens Dienstag, 24. August, erfolgen.

In den Kursen der SVLT-Sektion Graubünden erhalten Jugendliche ab dem 13. Geburtstag eine solide Grundschulung in der Verkehrstheorie. Am Schluss des zweiten Kurshalbtages wird die Prüfung der Kategorie G abgenommen, die ab dem 14. Geburtstag zum Führen von Mofas, und landwirtschaftlichen Fahrzeugen bis 30 km/h berechtigt. Der Kurs kostet Fr. 70.– für Mitglieder (Nicht-Mitglieder Fr. 90.–). Die Gebühren für Führerausweis und Prüfung werden separat vom Strassenverkehrsamt verrechnet.

BE Vorbereitungskurse 2021 für die Führerprüfung Kat. G/M Was muss ich tun, um einen Vorbereitungskurs besuchen zu können bzw. die Führerprüfung zu absolvieren? 1. Alle wichtigen Infos befinden sich unter www.bvlt.ch, Rubrik Führerprüfung. 2. Anmelden für einen Instruktionskurs. 3. Besuch Kurs nicht obligatorisch. 4. Prüfungsvorbereitung. 5. Gesuch für die Führerprüfung, Sehtest beim Optiker (frühestens 60 Tage vor dem 14. Geburtstag). 6. Anmeldebestätigung durch das Strassenverkehrsamt Bern. 7. Reservation Termin für Führerprüfung (frühestens 14 Tage vor dem 14. Geburtstag). 8. Führerprüfung … Bravo: Prüfung bestanden. Anmeldung zu einem Instruktionskurs: Die Verkehrsinstruktion dauert rund drei Stunden. An verschiedenen Standorten im Kanton Bern, je nach Anmeldung, werden diese Kurse durchgeführt. Hauptthema dieser Schulung ist das Vortrittsrecht. Rund 50 % aller Prüfungsfragen handeln vom Vortritt. Das korrekte Anmeldeprozedere zur Prüfung und der genaue Prüfungsablauf sind ebenfalls wichtige Kursinhalte.

Kontrolle Pflanzenschutzspritzen 2021 Alle letztmals 2017 geprüften Spritzen werden dieses Jahr fällig. Warum die Spritze beim BVLT prüfen lassen? Es gibt eine neutrale Überprüfung aller Marken mit dem modernsten Prüfverfahren. Sie sind an der Prüfung dabei und sehen selbst, was Ihr Gerät hergibt. Als Kunde von uns erhalten Sie alle vier Jahre automatisch das Aufgebot zur periodischen Kontrolle. Vor dem Aufgebot erhalten Sie eine Anmeldebestätigung für das laufende Jahr. Dies ist bei einer vorgezogenen ÖLN-Kontrolle von Bedeutung. Folgende Tarife gelten für das Jahr 2021: Grundtarif bis 15 m Balken­ breite: Fr. 90.– für Mitglieder, Fr. 120.– für Nichtmitglieder. Für 18 m

Nr.

Ort

Datum/Zeit Teil 2 + Prüfung

Teil 1

1

Ilanz

Mi, 25.08.21 13.30–17.00 Mi, 08.09.21 13.45–16.45

2

Landquart Sa, 02.10.21 13.30–17.00 Mi, 20.10.21 14.00–17.00

3

Thusis

Mi, 06.10.21 13.30–17.00 Mi, 27.10.21 13.30–16.30

Online-Anmeldung: www.svlt-gr.ch; Anmeldung und Info: Gianni Largiadèr, Chapella 231, 7526 Cinuos-chel, 079 560 83 30, svlt.kurse@gmail.com

LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands Fr. 70.–, für Nichtmitglieder Fr. 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 25. August 2021, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr. Mittwoch, 20. Oktober 2021, in Hochdorf, 13.15–17.30 Uhr. Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Preise für 3-teilige Kurse: Fr. 460.–/Fr. 480.–. Nächste Termine: Kurs 605 für Roller/Motorrad: Teil 1: Samstag, 28. August 2021, 08.00–1.00 Uhr Teil 2: Samstag, 04. September 2021, 08.00–12.00 Uhr Teil 3: Samstag, 11. September 2021, 08.00–12.00 Uhr Kurs 605 für Roller/Motorrad: Teil 1: Samstag, 16. Oktober 2021, 12.00–16.00 Uhr Teil 2: Samstag, 23.Oktober 2021, 12.00–16.00 Uhr Teil 3: Samstag, 30. Oktober 2021, 12.00–16.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder Fr. 220.–, für Nichtmitglieder Fr. 240.–.

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SVLT | Sektionen

Nächste Termine: Kurs 406: Teil 1: Dienstag, 24. August 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 2: Donnerstag, 26. August 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 3: Dienstag, 31. August 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 4: Donnerstag, 2. September 2021, 19.00–21.00 Uhr Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Sollte das BAG neue Corona-Weisungen erlassen, müssten die Kurse evtl. kurzfristig wieder abgesagt bzw. verschoben werden. Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen. Der nächste Kurs beginnt am 10. September 2021. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

TG Emissionsarm Gülle ausbringen Der Zeitpunkt hätte treffender nicht gewählt werden können: In jener Woche von Mitte Juni, als der Nationalrat über die Motion zur Aufhebung des «Schleppschlauch-Obligatoriums» entschied, organisierte die Kommission Landtechnik des Verbands Thurgauer Landwirtschaft an zwei Orten überaus gut besuchte Informationsanlässe zum Thema der emissionsarmen Ausbringung von Gülle. Der Kanton Thurgau hat bereits seit geraumer Zeit verordnet, dass im Rahmen des Massnahmenplans Ammoniak ab 2022 Gülle nur noch mit emissionsarmer Technik ausgebracht werden darf (von einigen Ausnahmen abgesehen), was der Kanton aber weiterhin mit Förderbeiträgen (CHF 30/ha, zusätzlich CHF 15/ha für Schleppschuh und Schlitztechnik) unterstützt. An den Tagungen wurde über die Hintergründe und die exakten Vorgaben des erwähnten Massnahmenplans informiert. Weiter zeigte man die Machbarkeit, Kosten und allfällige Probleme mit den Vorgaben der Gesetzgebung (Strassenverkehr) bei Nachrüstungen von Verteilern an bestehenden Fässern auf. Pflanzenbauliche Herausforderungen beim Einsatz von Gülle mit verschiedenen Ausbringtechniken sowie die Erfahrungen im überbetrieblichen Einsatz von Gülletechnik rundeten den Vortragsteil der Veranstaltung ab, bevor es zur Vorführung von vier Verteilsystemen (Schleppschlauch, Schleppschuh, «Mai-Verteiler» und «Schlepp-Fix») ging. Alle namhaften Schweizer Anbieter von Gülletechnik waren zudem mit Exponaten vor Ort und informierten ihrerseits über «bäuerliche» Gülletechnik, die zu den auf den Betrieben vorhandenen Zugfahrzeugen passt. Roman Engeler

Vorstandsmitglied tödlich verunfallt Bei einem Unfall im Wald wurde Karl Vetterli, Kassier und Vorstandsmitglied der Kommission Landtechnik des Verbands Thurgauer Landwirtschaft (Sektion TG des SVLT), mitten aus seinem aktiven Leben gerissen. Neben seiner Tätigkeit in der Kommission Landtechnik wirkte Karl Vetterli auch als Vizepräsident des Maschinenrings Ostschweiz und als Verwaltungsrat von MBRsolar AG. Mit seiner kollegialen, jedoch bestimmten Art hat der Verstorbene aktiv sowie mit grossem Engagement in den erwähnten Organisationen mit­ gewirkt und seine Spuren hinterlassen. VTL Landtechnik Thurgau, MR Ostschweiz AG, MBRsolar und der SVLT entbieten den Hinterbliebenen die herzliche Anteilnahme und wünschen der Familie viel Kraft bei der Bewältigung des Abschieds.

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch AG Kurstermine/-ort: 23.09. + 30.09.: BVA, im Roos, Muri; 04.11. + 11.11.: SVLT, Ausserdorfstrasse 31, Riniken Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 G Kontakt: Gianni Largiadèr, Chapella 231, 7526 Cinuos-chel, 079 560 83 30, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, Chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, Chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursort: Strickhof, Lindau. Kursdaten: 25. Sept., 27. Nov. 2021 Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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Sektionen | SVLT

ZH

Für Bäuerin und Bauer ackern wir tagtäglich.

Vorbereitungskurs auf die Traktorenprüfung 25. Sept., 27. Nov., von 8 bis 14 Uhr Die SVLT-Sektion Zürich hilft den zukünftigen Fahrerinnen und Fahrern durch einen Kurs zur Vorbereitung auf die Theorieprüfung der Kat. G (Traktoren bis 30 km/h) mit allerlei Wissenswertem über Traktoren im Allgemeinen sowie Hilfreichem zur Unfallverhütung. Teilgenommen werden kann vier bis sechs Monate vor dem 14. Geburtstag; der Not­ helfer- und der Verkehrskundeausweis sind in dieser Kategorie noch nicht vorgeschrieben. Der Beitrag beträgt 110 Franken, für Mitglieder des SVLT Zürich 80 Franken, inbegriffen das Lernprogramm und die Mittagsverpflegung. Kursort ist der Strickhof, Eschikon 21, Lindau. Onlineanmeldung: www.fahrkurse.ch (Infos und Anmeldung für die Prüfung beim Strassenverkehrsamt). Elektrokontrollen und Spritzentests: Auf www.svlt-zh.ch finden Sie ein finanziell sehr interessantes Angebot für Elektrokontrollen. Die Spritzentests finden Sie auf www.strickhof.ch.

SG

AR

AI

Und SVLT-Mitgliedern machen wir monatlich ein Angebot.

AKTION Ballensicherung 2er-Set

GL

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2021 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag Mi, 18. Aug. 21 Trogen Trogen/Trogen StVA Trogen 15. Sept. 21

Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 28. Aug. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 29. Sept. 21

CHF 150.00 statt CHF 194.00 (Preis inkl. 7.7 % MWST) Angebot gültig bis Ende Oktober 2021

Artikelnummer 16.0581 1.2 × 1.2 Meter mit 50 mm Band Zur Sicherung von Heu- oder Siloballen.

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 01. Sept. 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 22. Sept. 21 St. Peterzell, Schulhaus Sa, 18. Sept. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

20. Okt. 21

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 25. Sept. 21 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

27. Okt. 21

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 03. Nov. 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

08. Dez. 21

Wangs, Parkhotel Sa, 06. Nov. 21 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

01. Dez. 21

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 13. Nov. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

15. Dez. 21

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 24. Nov. 21 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

22. Dez. 21

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JETZT PROFITIEREN UND BESTELLEN: per Telefon, E-Mail oder im Online-Shop auf unserer Website! Bitte geben Sie Ihre SVLT-Mitgliedernummer an. Direkt zum Angebot:

Wir sind das Kompetenzzentrum für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Landwirtschaft und verwandten Gebieten. Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) Picardiestrasse 3 | 5040 Schöftland +41 62 739 50 40 | bul@bul.ch | www.bul.ch

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SVLT | Porträt

Zielgerichtet Erstaunlich, welchen prall gefüllten Rucksack von Interessen, Bildung und Talenten Junglandwirte für ihre zukünftige Aufgabe der Betriebsführung immer wieder mitbringen. Wie Madrick Bonny mit Jahrgang 1994 aus Vallon in der freiburgischen Broye. Er weiss schon früh, was er will. Nach abgeschlossener Berufslehre 2013 übernimmt er ein Jahr später – 20-jährig – den elterlichen Ackerbaubetrieb mit 45 ha, davon rund 15 ha Kartoffeln, 10 ha Getreide, 9 ha Colza, 6 ha Zuckerrüben und je 2 ha Triticale und Roggen. Auch er darf, wie knapp fünf Dutzend weitere Landwirte, auf ein gut ausgebautes Bewässerungsnetz mit Speisung aus dem Neuenburgersee zählen. Das Landtechnik-Gen hat er von Grossvater René Bal­ laman geerbt, heute 77-jährig, ein grosser Tüftler und Konstrukteur. Gemeinsam bauen sie Landmaschinen um, bringen Verbesserungen an, mit dem Ziel der Ökologie, der gleichzeitigen Berücksichtigung der Umweltaspekte und der ökonomischen Ziele. Ein Beispiel dafür ist der Umbau einer alten Walzenegge, die er um eine zweite Walze, um Federzinken und einen Reihen-​ Düngerstreuer im Frontanbau für Unterfussdüngung erweitert hat. In Kombination mit einer ursprünglich zweireihigen angehängten Kartoffel-Pflanzmaschine, die er auf vier Reihen erweitert hat, setzt und häufelt er in einem Durchgang Speisekartoffeln der Sorten Agria, Marquise und Innovator und platziert den Dünger genau im künftigen Wurzelbereich. Kostenpunkt für die dafür nötigen Anschaffungen: ein paar hundert Franken. Der Landwirtschaftsbetrieb ist gut mechanisiert. Aus­ ser einem Scheibenstreuer, den er nach Bedarf zumietet, hat er alles von der Bodenbearbeitung über Saat­ ausbringung und Düngung bis zur Ernte sowie Traktoren älteren Semesters, die allesamt 9000 und mehr Arbeitsstunden auf dem Tacho ausweisen. «Ich vermeide es möglichst, in neue Maschinen zu investieren. Ich suche lieber Lösungen für Maschinenkombina­ tionen, welche in einem Durchgang zwei oder mehr Arbeitsschritte ausführen», sagt Madrick Bonny. Das spare Zeit, senke Kosten und schone die Böden. Entsprechend komfortabel ist seine Werkstatt eingerichtet, in der es für die Metallbearbeitung an nichts fehlt. Eine Vergrösserung der Betriebsfläche ist praktisch unmög­lich, sodass sich der Junglandwirt entschlossen hat, in die Pouletmast für den Abnehmer Bell einzusteigen. Geht alles gut, soll diesen Herbst Baubeginn sein. Bis es so weit ist, schippert er öfters in der raren Freizeit mit Freundin, Familie oder Kollegen mit seinem schnittigen 250-PS-Motorboot auf dem Neuenburgersee herum, ein ehemals rostiges Wrack, das er eigenhändig renoviert und neu motorisiert hat. Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Neu: Drohnenkurse

«G40»-Fahrkurse Mit dem Führerausweis der Kategorie «G» und erfolgreich absolviertem Fahrkurs «G40» können Landwirtschaftstraktoren und landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorfahrkurs «G40» des SVLT ist vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder auf www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

CZV-Weiterbildungskurse Kursort: Riniken AG

Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Schweisskurse Kursort: Riniken AG Das Kursangebot richtet sich an Anfänger, die das Basiswissen in Schweisstechnik erwerben möchten, sowie an Fortgeschrittene, die ihr Know-how auffrischen und vertiefen möchten, aber auch an handwerklich interessierte Personen und Fachleute. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Obligatorische Weiterbildung für Lkw-Fahrer. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Neu: Ecodrive-Fahrkurse Spritsparendes Fahren mit Landwirtschaftsfahrzeugen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch.

«agriLIFT»-Staplerkurse In zwei Tagen werden die Module «Basis», «R1» (Gegen­ gewichtsstapler) und «R4» (Teleskoplader) gemäss EKAS 6518 in theoretischen und praktischen Sequenzen behandelt. Diese Ausbildung ist Suva-auditiert und CZV-anerkannt. Anmeldung: www.bul.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Informationen und Auskünfte zu den Kursen www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch, Tel. 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch  Impressum 83. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT Ständerat Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50/079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2021. Kombinationsrabatt bei gleichzeitiger Erscheinung in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.), für SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Mit Schwerpunkt «Futtermischwagen» Futtermischwagen sind auf Milchviehbetrieben beliebt. Entscheidend für eine Anschaffung sind neben den Kosten auch die betrieblichen Bedingungen. Nr. 9/2021 erscheint am 16.9.2021 Redaktionsschluss: 31.8.2021 Anzeigenschluss: 6.9.2021

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