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Juni/Juli 2018

SPEZIALKULTUREN Risikofaktor «Wasser» Grosse Leistung mit Spassfaktor Kompromissdruck oder Druckregelanlage? Gut einrichten und Adrenalinspiegel tief halten


«Sie werden beeindruckt sein» Michael Heiniger, 079 197 37 77

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1734 TENTLINGEN, Jungo Landmaschinen AG 2575 HAGNECK, Dubler Agrar Service 3088 RÜEGGISBERG, Ramseyer Landtechnik AG 3147 MITTELHÄUSERN, Fiechter Landmaschinen GmbH 3179 KRIECHENWIL, Hämmerli AgroTech AG 3225 MÜNTSCHEMIER, Jampen Landmaschinen AG 3425 KOPPIGEN/HINDELBANK, Käser Agrotechnik AG 3433 SCHWANDEN I. E., Toni Siegenthaler AG 3617 FAHRNI B. THUN, Walter Streit AG 3860 MEIRINGEN, Streich Landmaschinen GmbH 4451 WINTERSINGEN, Flückiger Agritech AG 4624 HÄRKINGEN, Studer & Krähenbühl AG 4944 AUSWIL, S. Flückiger AG 5062 OBERHOF, Kuoni Landtechnik AG 5316 LEUGGERN, Märki Landmaschinen 5502 HUNZENSCHWIL, Odermatt Landmaschinen AG 6026 RAIN, Burkart Landmaschinen GmbH 6064 KERNS, Flück Landmaschinen + Fahrzeuge AG 6130 WILLISAU, Kronenberg Hans 6166 HASLE, Urs Unternährer AG

6260 REIDEN, A. Leiser AG 6314 UNTERÄGERI, Merz Karl 6418 ROTHENTHURM, Moser Martin 7205 ZIZERS, Kohler Landmaschinen AG 8193 EGLISAU, Landmaschinenstation Eglisau AG 8214 GÄCHLINGEN, GVS Agrar AG 8308 MESIKON-ILLNAU, Gujer Landmaschinen AG 8442 HETTLINGEN, Vögeli & Berger AG 8476 UNTERSTAMMHEIM, Brack Landtechnik AG 8566 LIPPOLDSWILEN, Mühlethaler Technik AG 8580 HAGENWIL BEI AMRISWIL, Schönenberger Landtechnik 8867 NIEDERURNEN, Landmaschinen Pfeiffer AG 9050 APPENZELL, Fritsche Martin 9125 BRUNNADERN, Kunz Landmaschinen 9204 ANDWIL, Sutter Landmaschinen GmbH 9424 RHEINECK, Lantech AG 9445 REBSTEIN, Maschinencenter Rebstein AG 9494 SCHAAN, Wohlwend Damian Anstalt 9556 AFFELTRANGEN, Märla AG


Juni/Juli 2018 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 8 12 14 15 16 18 22 25 26 29 30 33

Intensivere Bodenbearbeitung im Trend Abgasstufe 5 bewegt die Gemüter Umstellung findet gestaffelt statt Welcher wird «Traktor des Jahres»? Steyr: Orange als Erfolgsstrategie

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Schwerpunkt: Spezialkulturen Schmalspurtraktoren haben es in sich Reportage über einen Gemüsebau-Betrieb Risikofaktor Wasser Von Wasserknappheit bis Produktionsausfall Wasser sichert Qualität Akku versus Benzintank Geräte mit grosser Leistung und Spassfaktor

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Impression 36 38 40 42 44

Fahrbericht zum Same «Frutteto CVT S» Treffelnd striegeln Agrifac «Milan» im Anflug Spurtreu auch am Hang «Grapeliner» hat nichts als Beeren im Tank

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Wissen 48 50

«Too important to fail» beim Hydraulikschlauch Hydrauliksystem mit Gefühl

Management 51 52 55 56

Den richtigen Führerausweis dabei? Reifendruckregelanlage unter der Lupe «DAB+»-Radio in Traktoren: Was muss beachtet werden? Kreisel- oder Bandschwader?

Plattform 58

10 Mio. Franken für die Ausbildung

Sicherheit 60

Gut einrichten und Adrenalinspiegel tief halten

Passion 62

Mit dem Carraro-Traktor 55% rauf und runter

SVLT 64 66 70 71

Jugendliche erzählen von ihren Fahrkursen Sektionsnachrichten und Occasionsmarkt Zahlenmensch Stephan Plattner im Porträt SVLT-Kurse und Impressum

Titelbild: Hacken und Striegeln gewinnen an Bedeutung, nicht nur auf Bio-Betrieben. Die Gerätevielfalt ist gross und wird mit der Digitalisierung weiter ansteigen.

www.youtube.com/­ agrartechnikCH

www.facebook.com/­ CHLandtechnik

Roman Engeler

Am 27. Juni 2018 öffnet mit der Ausstellung «Öga» in Koppigen BE eine dreitägige Fachmesse der sogenannten «Grünen Branche», auf der sich die Profis aus dem Garten, Gemüse- und dem Beerenanbau treffen – heuer übrigens zum 30. Mal. Weit über 400 Aussteller werden ihre Maschinen, Geräte, Pflanzen und Bedarfsartikel präsentieren. Grund genug, dass sich auch die aktuelle Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» im Schwerpunkt auf 18 Seiten den landtechnischen Aspekten der Spezial- und Sonder­ kulturen widmet. Bereits bei der Planung dieses Schwerpunkts war es für die Redaktion klar, dass man nur einen kleinen Ausschnitt zum Thema «Spezialmaschinen für spezielle Kulturen» wird behandeln können – in der Hoffnung natürlich, dabei die wichtigen und interessanten Dinge herausgepickt zu haben. So kommen beispielsweise die Spezialtraktoren zum Zuge. Eine Kategorie von Maschinen, die sich in Sachen Technik immer mehr den grossen und leistungsstarken Ackerbau-Typen angleichen, wenngleich sie bezüglich der zu erfüllenden Abgasnorm noch etwas hinterherhinken dürften. Die Umsetzung dieser Abgasnormen hat die Entwicklungs­ abteilungen der Traktorenbauer in den letzten Jahren ja überaus beschäftigt und andere Innovationsfelder ziemlich beschnitten, wenn nicht gar verunmöglicht. Mittlerweile steht bereits die Stufe 5 vor der Türe. Über Sinn und Unsinn, heute auf Traktoren zu warten, welche diese Norm erfüllen, oder sich jetzt vielleicht noch mit kostengünstigen Modellen einzudecken, wird unter anderem ab Seite 12 diskutiert. Ausgabe Nr. 8 erscheint am 16. Aug. 2018

Bild: R. Engeler

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Aktuelles

In Kürze Die Agrisano Stiftung mit Krankenkasse und Versicherungen hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem positiven Ergebnis von CHF 39,5 Mio. abgeschlossen. Fenaco hat 2017 einen Umsatz von CHF 6,26 Mrd. (+5,3 %) und einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von CHF 129 Mio. (+4 %) erreicht. GVS konnte den Umsatz 2017 von CHF 208,1 Mio. auf CHF 227,5 Mio. steigern. Das Ergebnis verbesserte sich dabei auf CHF 4,5 Mio. Rolls-Royce und der indische Hersteller Force Motors planen ein neues Werk in Indien und wollen dort gemeinsam Motoren der Marke «MTU» bauen.

Neue Radlader mit Knicklenkung Giant bringt mit den Modellen «G3500», «G3500 Tele» und «G3500 X-TRA» neue Radlader der 3,5-Tonnen-­ Klasse auf den Markt. Die neuen Ma­ schinen lassen sich auf das jeweilige Einsatzgebiet massschneidern. Dank der Z-Kinematik beträgt die Kipplast bis zu 2200 kg, mit dem niedrigen Front­ rahmen der «X-Tra»-Version so­ gar bis zu 3800 kg. Die maximale Fahr­ geschwindigkeit liegt bei 28  km/h. Der hydrostatische Allradantrieb mit

100%-­Sperren an den 14-Tonnen-Ach­ sen bietet zwei Fahrstufen und ver­ schiedene Hydraulikfunktionen für den Betrieb leistungsfähiger Anbaugeräte. Eine proportional einstellbare Zu­ satzhydraulik liefert bis 70 l/min. Un­ ebenheiten werden vom optionalen Stabilo-System oder der Hubarmfede­ rung ausgeglichen. Zur Auswahl ste­ hen Motoren mit 50, 66 oder 74  PS Leistung. Die 66-PS-Version ist durch den Partikelfilter für die Stufe V bereit.

Der österreichische Hersteller Mammut spezialisiert sich künftig auf die Fütterungs­ technik. Die Frontlader-Technik wird eingestellt. Appenzell Ausserrhoden will die Rehkitz-­ Rettung mit der Drohne etablieren. Dazu hat der Kanton ein Pilotprojekt gestartet. Der «OnTrack»-Forwarder ist ein Projekt-­ Forwarder von Prinoth und Ponsse mit Raupenfahrwerk und Bändern. Mit dieser Entwicklung sollen der Bodendruck und die Scherkräfte in der Spurrille stark vermin­ dert werden. Die Chefs der kantonalen Landwirtschafts­ ämter aus der ganzen Schweiz reisten Ende Mai nach Tänikon, um mehr über den Ver­ suchsbetrieb, Agroscope und die «Swiss Future Farm» zu erfahren.

Sauber und effizient

Der deutsche Hersteller Agria erweitert sein Programm an ferngesteuerten Hochgras-­Sichelmulchern mit dem Typ «9500». Briri, der deutsche Hersteller von Fahr­ zeugen für die Gülle- und Mistausbring-­ Technik, kann heuer sein 40-Jahr-Jubiläum im Fahrzeugbau feiern. Zetor ist weiter aktiv in der Bearbeitung neuer Märkte. So war der tschechische Her­ steller kürzlich mit einer Roadshow in Kenia unterwegs. Bayer hat von den US-Kartellbehörden grünes Licht für die Monsanto-Übernahme bekommen – allerdings mit Auflagen. Michelin will bis zum Jahr 2048 seine Rei­ fen zu 80 % aus nachhaltigen Materialien fertigen. 500 Händler von Steyr haben kürzlich in Bratislava ein Trainingscamp absolviert.

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Fendt bietet mit dem Programm «ISU» (Industrie, Strasse und Umwelt) auch im ausserlandwirtschaftlichen Bereich Lö­ sungen an, damit Städte, Gemeinden und Unternehmen der Umweltbranche mit Traktoren ihre Arbeit effizient erledi­ gen können. So präsentierte der Allgäuer Traktorenhersteller auf der «IFAT 2018», einer Messe für Wasser-, Abwasser-, Ab­ fall- und Rohstoffwirtschaft, in München

Traktoren der Baureihen «200 Vario», «300 Vario», «500 Vario» und «700 Va­ rio» in spezieller Kommu­ nalausrüstung und mit ent­ sprechenden Anbaugerä­ ten. Gezeigt wurde auch ein Kamerasystem der Fir­ ma Satconsystem, das bis­ her als Einziges die gesetz­ lichen Anforderungen (Deutschland) für Anbau­ geräte erfüllt. Mit von der Partie war der batterieelektrische Kom­ pakttraktor Fendt «e100 Vario», den Fendt als ideale Maschine für den inner­ städtischen Betrieb propagiert. Von die­ sem Traktor, im Herbst 2017 erstmals vorgestellt, soll heuer eine erste Kleinse­ rie hergestellt werden, um diese dann auf ausgesuchten Betrieben hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten ausgiebig tes­ ten zu können.


Aktuelles

Occasionsmaschinen auf www.agrartechnik.ch Der Schweizerische Verband für Landtechnik und die Zeitschrift «Schweizer Landtechnik» bieten auf ihrer Website ab sofort ein Portal für die Vermarktung von Occasionsmaschinen an. Auf dem neuen Portal werden jene Schweizer Maschinen angezeigt, die bereits jetzt auf dem österreichischen Portal landwirt.com aufgeschaltet sind. Der Vorteil, der sich für die Schweizer Inserenten (Landmaschinenhändler) nun bietet, ist einerseits die Anbindung an eine gutbesuchte Schweizer Plattform (mit tagesaktuellem und gut besuchtem Newsticker) und anderseits die Möglichkeit, Occasionsinserate auch im Printmedium «Schweizer Landtechnik» zu publizieren und so die Reichweite markant zu erhöhen. Künftig wird es dann auch den Abonnenten der «Schweizer Landtechnik» und den Mitgliedern des SVLT ermöglicht, eine gewisse Anzahl von Inseraten kostenfrei publizieren zu können. Zuvor müssen dazu aber erst die notwendigen Implementierungen programmiert werden.

Vertriebspartnerschaft John Deere und Pessl Instruments GmbH haben eine Vertriebspartnerschaft bekannt gegeben. Pessl ist führender Hersteller von landwirtschaftlichen Wetterstationen, Telemetrie-Systemen sowie weiterem Zubehör für die Präzisionslandwirtschaft. Mit der Kooperation erhalten die John-Deere-Vertriebspartner Zugang zum kompletten PesslProduktportfolio. Bei Beratung und Verkauf werden sie vom Pessl-Vertriebs- und Serviceteam unterstützt. Gleichzeitig können sie die Integration der Komponenten in das John Deere Operations Center weiter ausbauen und damit ihre Position im Bereich der Präzisionslandwirtschaft stärken. Pessl Instruments fertigt im österreichischen Weiz und wird die Produkte weiterhin unter eigenem Namen anbieten.

Roboter-Projekt

Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten VSGP hat ein Projekt mit einem Pflanzenschutzroboter gestartet, der die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln um 40 bis 70 % ermöglichen soll. Beim Roboter handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Hackroboters «Steketee IC» zu einem multifunktionalen Pflanzenschutzroboter. Der von einem Traktor gezogene Roboter, er wurde in Holland entwickelt, verfügt über eine integrierte Bilderfassung und -verarbeitung. Dadurch richten sich die Spritzdüsen so aus, dass die Kulturpflanzen erkannt und zielgerichtet und abhängig von ihrer Grösse behandelt werden. Das präzise Besprühen der Kulturpflanzenreihen macht es möglich, dass die noch kleinen Kulturpflanzen im frühen Entwicklungsstadium mit weniger Spritzbrühe behandelt werden als später dann die grösseren Pflanzen.

Kombinierte Aussaat

Für die Kombination mit der mechanischen Aufbausämaschine «Cataya» und der pneumatischen Aufbausämaschine «Centaya» bietet Amazone jetzt die neue Anbau-Kompakt­ scheibenegge «CombiDisc» mit 3 m Arbeitsbreite an. Ausgestattet mit 24  gezahnten Scheiben mit jeweils 410  mm Durchmesser, eignet sich die «CombiDisc» laut Amazone ideal für die Saatbettbereitung von 3 bis 8 cm Arbeitstiefe. In der Grundausstattung wird die «CombiDisc» mit einer mechanischen Tiefeneinstellung ausgeliefert. Als Nachlauf stehen verschiedene Walzen zur Verfügung. Genau wie bei den Kreiseleggen und Kreiselgrubbern der neuen «01 Generation» kann die «CombiDisc» einfach, schnell und werkzeuglos über das Schnellkuppelsystem «QuickLink» mit der jeweiligen Aufbausämaschine verbunden werden.

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Aktuelles

Optimierter Schnitt Beim Schneid- und Förderrotor für seine Ladewagenbaureihen «RX» und «ZX» hat Krone verschiedene Anpassungen vorgenommen, um so den wachsenden Anforderungen in Sachen Schnittqualität gerecht zu werden. So sind die Förderauflagen der Zinken nun aus besonders verschleissfestem, gehärtetem Stahl gefertigt und die Zinkenspitze asymmetrisch angeordnet. Weiter wurde die Auflagenbreite von 17 auf 22 mm erhöht. Dank patentierten Modifikationen wird der Raum zwischen Messerspitze und Messerfuss reduziert, wodurch sich die Schnittqualität gerade in variierenden Erntebedingungen nochmals verbessern soll, schreibt das Unternehmen und sieht sich in dieser Aussage durch zahlreiche Praxiseinsätze bestätigt.

Syngenta mit John Deere live im Feld An einem Feldtag auf der neuen Demonstrationsfläche in Othmarsingen AG zeigte Pflanzenschutz- und Saatgutspezialist Syngenta seine Lösungen für den modernen Ackerbau, insbesondere an den Kulturen Weizen, Gerste, Raps und Mais. Weiter war Hanspeter Lauper (Landag) vor Ort und führte die teilnehmenden Lohnunternehmer und Landwirte in das weite Feld der digital vernetzten Landwirtschaft ein. Dabei präsentierte Lauper seine umgebaute Lösung der Einzelkornsämaschine «Exactemerge» (Bild), mit der er gegen 20 km/h schnell und mit einer «doppelten» GPS-­Steuerung arbeiten kann. Robert Aebi Landtechnik nutzte die Gelegenheit und gab mit dem Selbstfahrer «R404i» sowie den gezogenen «M740i» und «R962i» einen Einblick in die umfangreiche Produktpalette der Spritztechnik, mit der Lieferant John Deere gegenwärtig auf einer Europa-Tournee unterwegs ist.

Intensivere Zusammenarbeit Claas und Apollo Vredestein arbeiten seit mehreren Jahrzehnten eng zusammen. So haben bereits Zehntausende von Vredestein-Reifen ihren Weg in die Werke von Claas in Bad Saulgau (Deutschland) und Woippy (Frankreich) gefunden. Nun wird diese Zusammenarbeit intensiviert, indem auch das Traktorenwerk in Le Mans (F) mit Reifen der Baureihe «TraxionXXL» und «Traxion+» für Claas-Traktoren der Serien «Arion 500/600» und «Axion 800/900» beliefert wird.

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Aktuelles

Ferngesteuertes Mähen Mit dem «Crawler» lanciert Köppl ein ferngesteuertes Gerät mit 23 PS Leistung und hydraulischem Antrieb für das Mähen oder Mulchen von schwer zugänglichen Flächen. «Mit ihm lassen sich auch starke Hangneigungen bis zu einem Böschungswinkel von 120 % meistern», schreibt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Durch die Fernsteuerung mit hoher Reichweite lässt sich das Gerät bequem von einem Begleitfahrzeug aus bedienen oder auch stehend in der Nähe des Arbeitsbereichs. Der feintarierbare, leistungsstarke Hydraulikantrieb mit elektronisch überwachtem automatischem Geradeaus-

30. Öga

Vom 27. bis 29. Juni 2018 treffen sich die Profis aus dem Gartenbau, dem öffentlichen Grün und des Gemüseund Beerenbaus an der Öga in Koppigen BE. Während drei Messetagen stellen 436  Aussteller neue Maschinen, Geräte, Pflanzen und Bedarfsartikel für die Grüne Branche vor. Eine Fachjury beurteilt 30  angemeldete technische Innovationen (Maschinen, Geräte und Bedarfsartikel) sowie 24  neue Pflanzen und verteilt dabei die begehrten Aussteller-Awards. Verschiedene Sonderschauen, darunter eine Maschinendemonstration für die Rasen- und Grünflächenpflege, sind weitere Bestandteile der Messe, die täglich von 8.30 bis 17.30 Uhr (am Freitag bis 16 Uhr) geöffnet ist und problemlos mit Auto oder ÖV erreicht werden kann.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

lauf sorgt dafür, dass die Maschine am Hang exakt in einer Linie läuft. Sensoren messen die Raddrehzahl kontinuierlich und geben sie an die Steuerung weiter. Die Fahrgeschwindigkeit lässt sich per Tempomat an der Fernbedienung bis maximal 6 km/h einstellen und – zum Beispiel nach einem Wendemanöver – per Tastendruck wieder aufrufen.

Tag der offenen Türe bei Lely Am Wochenende des 18./19. August 2018 zeigt das Lely Center allen Interessierten den vor einem Jahr bezogenen Neubau in Härkingen SO. Neben freien und geführten Besichtigungen wird Lely im Rahmen dieser Veranstaltung auch einen Einblick in die neuen Produkte geben und das gerade für Einsteiger in die Melkrobotik-Technik interessante Gebrauchtmaschinen-Konzept Lely «Taurus» vorstellen.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell einer John Deere Feldspritze von Siku im Massstab 1:32.

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Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell der Feldspritze von John Deere. Der glückliche Gewinner des Modells Claas «Axion 950», das in der Mai-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Jacques Perroud und kommt aus Châtel-St-Denis.

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Markt | Interview

Intensive Bodenbearbeitung gewinnt an Bedeutung Lemken ist in der Schweiz seit 20 Jahren mit einem eigenen Vertrieb im Markt präsent. Die «Schweizer Landtechnik» sprach mit Lemken-Geschäftsführer Anthony van der Ley über die aktuelle Lage und die künftige Entwicklung des deutschen Landtechnikherstellers. Roman Engeler Schweizer Landtechnik: Das Geschäft mit der Landtechnik soll aktuell wieder stark brummen – wie sieht die Situation bei Lemken aus? Anthony van der Ley: Bereits im vergangenen Jahr hat Lemken ein Umsatzwachstum von 11 % erzielt. Viel besser, als ursprünglich geplant. Dazu gibt es verschiedene Gründe, einer ist beispielsweise der im Vergleich zum Dollar schwächere Euro. Eigentlich dachte man in der Branche, dass dieser Aufschwung irgendwann ein Ende haben müsse. Wir stellen aber fest, dass sich die Auftragseingänge auch in diesem Jahr bis zum heutigen Tag auf hohem Niveau halten. Wenn es so weiterläuft, wird Lemken 2018 einen Umsatz in Richtung 400 Mio. Euro erreichen. Was heisst dies konkret, müssen die Kunden länger auf ihre georderten Maschinen warten? Jede Medaille hat bekanntlich auch eine Kehrseite. In diesem Zusammenhang sind es die längeren Lieferfristen für unsere Produkte. Wie gesagt, die Auftragseingänge sind weiterhin auf hohem Niveau. Bei einigen Geräten gibt es deshalb Lieferfristen bis in den Spätherbst. Ein Händler, der nicht gut geplant hat, wird nun Mühe haben, für dieses Jahr noch die passenden Maschinen zu bekommen. Können Sie dazu ein Beispiel nennen? Wir bekamen kürzlich eine Bestellung aus Usbekistan im Umfang von 600 Pflügen. Ein toller Auftrag, wir mussten ihn aber teilweise ablehnen, weil wir ihn in der gewünschten Frist schlichtweg nicht ausführen können – und, weil wir auch die Händler in Westeuropa genügend unterstützen wollen. Planen Sie deswegen Veränderungen in der Fertigung, allenfalls einen Ausbau Ihrer Werke? 8

Schweizer Landtechnik 6/7 2018

Der gebürtige Niederländer Anthony van der Ley (54) stieg 2012 als Geschäftsführer (CEO) bei Lemken ein. Der studierte Maschinenbauer und Betriebswirtschaftler war zuvor bei verschiedenen Landtechnikherstellern tätig gewesen, zuletzt bei Kverneland und Kuhn. Bilder: Lemken

Lemken hat in den vergangenen, schwierigen Jahren von 2014 bis 2016 immer antizyklisch investiert. Das heisst, wir haben unsere Kapazitäten dann verbessert oder ausgebaut, als das Geschäft nicht auf Hochtouren lief. So gesehen, sind wir bezüglich unserer Fertigung «up to ­date». Probleme bereiten uns heute eher die kleinen und mittelgrossen Zulieferer. Sie bedienen viele Hersteller in der wachsenden Branche «Landtechnik» und sind gar nicht in der Lage, mehr liefern zu können. Sie machen dann vielleicht Preis­erhöhungen in der Hoffnung, dass keine Bestellung eintrifft.

Sind auch neue Werke in Planung? Ja, wir planen neue Werke, konkret in den USA und in Russland. Welche Märkte sind für Lemken momentan interessant? Westeuropa zeigt sich in der Gesamtheit mehr oder weniger stabil. In Grossbritannien wirkt sich der bevorstehende «Brexit» für die Landwirte bis jetzt eher positiv aus. Wie es dann aber nach 2019 weitergeht, kann niemand sagen. In Russland und auch in der Ukraine sind wir trotz des langen Winters, der dort herrschte, eigentlich gut unterwegs. Weiter läuft es gut in Kanada und auch in den USA. Al-


Interview | Markt

lerdings herrscht gerade in den USA eine gewisse Unsicherheit, welche Politik die Administration Trump einschlägt und welche Auswirkungen diese dann konkret haben wird. Wo ist eher das Gegenteil der Fall? Sorge bereitet mir Frankreich, der grösste Markt für Landtechnik in Westeuropa. Zwar verlief der Frühbezug besser als erwartet, aber nachher wurde es wieder sehr, sehr ruhig. In China ist Lemken der grösste ausländische Hersteller von Anbaugeräten. Momentan schwächelt der chinesische Markt aber doch markant. Wie sieht es für Lemken in der Schweiz aus? Lemken ist bereits seit vielen Jahrzehnten in der Schweiz aktiv. Anfänglich arbeiteten wir mit einem Generalimporteur zusammen, bevor wir uns im Jahre 1998 auf «eigene Füsse» gestellt haben. Am 1. Januar 1998 startete Lemken mit einer eigenen Niederlassung und mit Hans von Aesch als Gebietsverkaufsleiter. Er forcierte die direkte Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von regionalen Händlern. Seither konnte Lemken die Markt­ position deutlich ausbauen. Nun sind mittlerweile 20 Jahre vergangen und dieses Jubiläum wollen wir heuer mit speziellen Aktionen feiern. Das Dreier-­ Team (Andreas Rutsch, zuständig für die deutschsprachige Schweiz, Karl Bühler, verantwortlich für die französischsprachige Schweiz, und Stefan Müller als Servicetechniker) arbeitet heute mit rund 30 aktiven Kooperationshändlern zusammen. Hauptumsatzträger sind Pflüge,

Grubber, Kurzscheibeneggen und Kreisel­ eggen/Drillkombinationen. Aber auch mit Feldspritzen sind wir gut unterwegs. Ich möchte sagen, die Schweiz passt zu uns, weil die Schweizer die Qualität schätzen. Lemken steht ja nicht gerade für billige Produkte, sondern eher für das Gegenteil. Am aktuellen Vertriebskonzept, also ohne eigentlichen Importeur, wollen Sie weiterhin festhalten? Normalerweise beginnen wir in einem neuen Markt die Geschäftstätigkeit in Zusammenarbeit mit einem Importeur. Erreicht man dann eine gewisse Grösse, ist es besser, mit einer eigenen Vertretung weiterzuarbeiten. Wir werden in der Schweiz den eingeschlagenen Weg weitergehen. Wir wollen Mitarbeitende haben, die morgens aufstehen und den ganzen Tag an Lemken denken und für Lemken unterwegs sind. Welche Produktgruppen sind vom aktuellen Boom besonders betroffen, welche weniger? Sehr gut läuft es in der Bodenbearbeitung, und in diesem Segment insbesondere bei den Pflügen. Da stellen wir seit einigen Jahren eine stetige Steigerung der Nachfrage fest. Generell gewinnt ja die intensivere Bodenbearbeitung wieder an Bedeutung, dazu gehören auch die Grubber. Die Sätechnik bewegt sich auf stabilem Niveau. Die Pflanzenschutztechnik ist leicht rückläufig. Ob dies bereits erste Auswirkungen gewisser politischer Strömungen sind, lässt sich noch nicht exakt abschätzen.

Anthony van der Ley mit der intelligenten Wetterstation, die Lemken aufgrund einer strategischen Partnerschaft mit dem holländischen Start-up-Unternehmen «AppsforAgri» den Kunden anbieten kann.

Welches Umsatzziel schwebt Ihnen mittelfristig vor? Ich habe mir vor einiger Zeit einmal die Frage gestellt: Was müssen wir tun, um zu meinem 60. Geburtstag einen Umsatz von 600 Mio. Euro zu erzielen. Denn das ist mein Ziel! Dieses Ziel wollen Sie mit internem oder externem Wachstum erreichen? Sowohl als auch. Intern gibt es sicher noch da und dort Potenzial für Optimierungen im Vertrieb. Aber auch die Aufnahme neuer Produkte und Geräte, beispielsweise die Einzelkornsaat oder der Bereich von mit Kameras ausgestatteter Bodenbearbeitung, kann dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Und Firmenübernahmen? Ich schliesse nicht aus, dass wir in Zukunft die eine oder andere Firma akquirieren werden. Eine solche Firma müsste zwar ein komplementäres Produktportfolio zu jenem von Lemken aufweisen, aber sich doch im Segment der Bodenbearbeitung, Sä- und Pflanzenschutztechnik bewegen. Im Ackerbau sind ja neue Tendenzen spürbar, diesbezüglich sind wir offen für neue Partnerschaften. Gibt es dazu bereits konkrete Vorstellungen? Wir beschäftigen uns intensiv mit neuen Technologien. Ich glaube, dass die Landwirtschaft in zehn Jahren komplett anders aussehen wird. Intelligente und vernetzte Landmaschinen eröffnen in Zukunft zahlreiche Möglichkeiten für neue Dienstleistungen und Produkte, welche die landwirtschaftlichen Prozesse vereinfachen und effizienter machen. Ich finde diese Entwicklung faszinierend. Deshalb ist Lemken im letzten Jahr auch eine strategische Partnerschaft mit dem holländischen Start-up-Unternehmen «AppsforAgri» eingegangen. Dank dieser Kooperation können wir heute unseren Kunden eine einfache, aber robuste Wetterstation anbieten, die Temperatur und Feuchtigkeit in drei Ebenen, in der Luft, im Pflanzenbestand sowie im Boden registriert und über ein Niedrigfrequenznetz aufs Handy oder Tablet überträgt. Über eine App werden dann Empfehlungen für bestimmte Pflegearbeiten im jeweiligen Acker abgegeben. Dieser «Wetterstab» kann mit einem Regen- oder Windmesser ausgebaut werden. Das ist jetzt nur ein Beispiel. Ich bin überzeugt, dass in naher Zukunft noch viel mehr solcher Technik verfügbar sein wird. 6/7 2018 Schweizer Landtechnik

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Markt | Interview

Welchen Einfluss hat die aktuelle Glyphosat-Diskussion auf Ihr Produktprogramm? Ich habe es bereits angesprochen, der Pflug wird wieder stärker eingesetzt, auch wegen gewisser Herbizid-Resistenzen. Ganz ohne Chemie wird es im modernen Ackerbau nicht gehen, selbst wenn Glyphosat dereinst verboten werden sollte. Wir selbst werden unsere Feldspritzen weiterentwickeln, um die Mittel noch präziser und sparsamer auszubringen, beispielsweise als Spot Spraying nur auf die betroffenen Pflanzen- oder Unkrautstellen. Sie wollen das Pflanzenschutz­ seg­ ment also weiter voranbringen? Auf jeden Fall. Lemken ist vor zwölf Jahren nach der Übernahme von zwei Firmen in die Pflanzenschutztechnik eingestiegen. Dieser Einstieg wurde damals vielleicht ein bisschen unterschätzt. Pflanzenschutz ist etwas anderes als Boden­ bearbeitung oder Sätechnik. Wir sind nun daran, eine neue gezogene Spritze zu entwickeln, die wir nächstes Jahr an der Agritechnica vorstellen werden. Weiter entwickeln wir mit hoher Priorität eine selbstfahrende Feldspritze. Wir sind mit der Firma Bräutigam, ein Spezialist im Bau von Trägerfahrzeugen, eine strategische Partnerschaft eingegangen. Lemken hat die Produktrechte am Fahrzeug erworben und wird darauf die Spritztechnik montieren. Diesen Selbstfahrer werden wir ebenfalls 2019 an der Agritechnica zeigen. In der Landtechnik-Branche spricht man heute davon, dass in Zukunft nicht mehr einzelne Maschinen, sondern viel mehr «Systeme» gefragt sein werden. Da sind Sie mit solchen Geräten wie dem «Wetterstab» genau auf Kurs. Aber haben Sie keine Angst, als «Nur-Geräte-Hersteller» von den Fulllinern verdrängt zu werden, welche solche «Systeme» in einem weit grösseren Ausmass anbieten können? Es ist klar, die Fullliner pochen auf Exklusivität und sind dann nicht erfreut, wenn sie beim Landmaschinenhändler auf Mitbewerberprodukte stossen. Das spüren wir schon in gewissen Märkten. Ich bin aber überzeugt, dass es neben den Fulllinern auch künftig die Shortliner geben wird, denn ein Generalist wird nie das bieten können, was ein Spezialist kann. Ein Landwirt oder Lohnunternehmer 10

Schweizer Landtechnik 6/7 2018

«Ich schliesse nicht aus, dass wir in Zukunft die eine oder andere Firma akquirieren werden», sagt Anthony van der Ley im Interview mit der «Schweizer Landtechnik».

kauft immer das, was für ihn das Beste ist. Ich kann mir auch vorstellen, dass es künftig viele Handelsbetriebe geben wird, die gar keine Traktoren, sondern nur noch Anbaugeräte im Sortiment haben werden und für diese Geräte einen exzellenten Service bieten. Würde ich das nicht so sehen, hätte man die Firma Lemken wohl schon längst verkauft. Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf das Geschäft von Lemken? Ich denke, die Digitalisierung wird vieles komplett verändern. Die Art und Weise, wie wir Maschinen konzipieren, ist eigentlich jahrhundertealt. Künftig wird man in der Entwicklung und Fertigung mit noch raffinierteren Sensoren arbeiten und so Maschinen schneller und besser bauen können. Die Digitalisierung wird aber auch den Ackerbau selbst komplett verändern. Inwiefern? «Farming 4.0» hat die ganze Wertschöpfungskette im Visier. «Farming 4.0» bedeutet, dass sehr viele verschiedene Partner zusammenarbeiten werden. Auch die einzelne Landmaschine, als Teil der Produktionskette, wird da gefragt sein. Die Anforderung an die Zuverlässigkeit der Maschinen wird weiter steigen. Neue elektronische Servicetools werden eingeführt, damit man die Maschinen dank neuer Eigenschaften und Funktionen besser und wirtschaftlicher einsetzen kann. Es wird neue Produkte mit selbstregulierenden Möglichkeiten geben bis hin zu autonomen Selbstfahrern. Die Digitalisie-

rung schafft das Umfeld, dass man mit Kameras und Sensoren beinahe individuell auf jede einzelne Pflanze eingehen kann, sei es beim Pflanzenschutz oder bei der Düngung. Da geht die Reise hin und wir von Lemken wollen dabei sein! Sie haben die operative Geschäftsführung in einem Unternehmen mit langer Tradition inne, in dem bereits die 7. Generation am Werk ist. Wie frei sind Sie eigentlich in Ihren Entscheidungen? Bei meinem Einstieg habe ich ganz klar gesagt: Ich mache diesen Job nur, wenn es einen Kapitän gibt – und das bin ich. Die Unternehmensfamilie Lemken hat in der Vergangenheit stets clever agiert. Sie haben aussenstehende Führungskräfte mit ins Boot geholt, wenn sie dies für notwendig und letztlich für die bessere Lösung gehalten haben. Viktor Lemken, er wird heuer übrigens 80  Jahre alt, hat mir einmal gesagt: «Mich interessiert das Detail, aber die Firma führen möchte ich nicht.» Jede Woche, jeweils am Montagmorgen, findet eine Sitzung der Geschäftsleitung statt, bei der die Familie Lemken mit Vater Viktor und Tochter Nicola dabei ist. Regelmässig finden darüber hinaus Strategie-­ Meetings statt, an denen die Familie ebenfalls partizipiert. Ich bin das Bindeglied zwischen der Firma und ihren Besitzern. Die Zusammenarbeit basiert auf dem Prinzip «Transparenz und Vertrauen». Dieses Prinzip funktioniert und ich wurde darin bisher noch nie enttäuscht.


DIE ARBEITSERLEICHTERUNG IST SCHWER IN ORDNUNG Die Gebäude von Marcel Schweizer in Schönholzerswilen haben eine lange Geschichte. Das zeigt sich unter anderem in den niedrigen Raumhöhen. Das Befahren erlauben einzig kompakte Maschinen wie der Giant 4548 TENDO HD. Die Höhe beträgt keine zwei Meter und in der Breite misst er schmale 1.6 m. Hinzu kommt ein Wendekreis von lediglich 1.2 m. Marcel Schweizer, Landwirt in Schönholzerswilen

Transportfahrten mit Big Packs im Gelände und ihr Handling in niedrigen und hohen Räumen sind mit dem Giant einfach und sicher möglich

lich am Teleskop war der Einbau einer Stromleitung zum Betätigen eines Hydraulikventils notwendig. Der TENDO verfügt ausserdem über einen proportionalen Joystick. Dieser ermöglicht sanfte und präzise Befehle und vereinfacht die Handhabung jeglicher Lasten in den unterschiedlichsten Umgebungen durch besonders feine Bewegungen.

Trotz der kompakten Dimensionen hebt der Giant TENDO 1.4 t und seine Hubhöhe beeindruckt mit 4.8 m. Die Hydraulikleistung kommt selbst mit anspruchsvolleren Geräten klar. Sein Betriebsgewicht bleibt unter drei Tonnen. Die genannten Abmessungen und Leistungswerte überzeugten Marcel Schweizer, worauf er in eine gepflegte Occasion aus der Mietflotte seines Lieferanten investierte. Vielseitig ausgerüstet Marcel Schweizer’s TENDO verfügt über eine Euro-8-Geräteaufnahme. Damit lassen sich die vorhandenen Anbaugeräte wie Ballenspiess, Pelikanschaufel oder Astschere weiterverwenden und der Geräteaustausch mit Nachbarn gestaltet sich einfach. Ebenfalls einfach lässt sich die Astschere betreiben. Vier Hydraulikanschlüsse an der Geräteaufnahme und den Dauerumlauf bietet der Giant ab Werk. Ledig-

Handarbeit oder mit dem Traktor und Heckstapler erledigt. Das bedeutete diverse Einschränkungen. Der TENDO lässt sich im Vergleich spielend leicht und sicher auf kleinstem Raum und in unebenem Gelände manövrieren. Verständlich, dass Marcel Schweizer den Giant nicht mehr hergibt. GIANT-VERTRETUNGEN

Die kompakten Abmessungen des Giant TENDO ermöglichen Manöver auf engstem Raum

Zürich/Ostschweiz/FL/Tessin:

Massive Arbeitserleichterung Der Hof von Marcel Schweizer liegt auf zwei Ebenen. Das erfordert Transportfahrten mit Big Packs im Gelände. Hinzu kommt das Handling von Futterballen vom und zum hochliegenden Heuboden. Zahlreiche Arbeiten wurden früher in

Aggeler AG, 9314 Steinebrunn TG Tel. 071 477 28 28, www.aggeler.ch

Zentral-/Nordwestschweiz/Bern: A. Leiser AG, 6260 Reiden LU Tel. 062 749 50 40, www.leiserag.ch


Markt | Emissionsvorschriften

Abgasstufe 5 bewegt die Gemüter Der Informationsflyer «Heute beim Kauf an morgen denken» der Zentralschweizer Landwirtschafts- und Umweltämter zum Thema «Abgasstufe 5» verärgert die Landmaschinen-Branche. Heinz Röthlisberger «Neue Technologie senkt Abgase in der Landwirtschaft». So heisst ein Informationsflyer, der seit diesem Januar hauptsächlich in der Zentralschweiz den Bauern verteilt wird, an Anlässen aufliegt und von verschiedenen Internet­ seiten heruntergeladen werden kann. Herausgeber des Flyers sind die Zentralschweizer Umweltämter, der Zentralschweizer Bauernbund sowie die Konferenz der Landwirtschaftsämter der Zentralschweiz. Mit dem Flyer machen sie die Bauern darauf aufmerksam, dass mit der kommenden EU-Abgasstufe 5, die am 1. Januar 2019 in Kraft tritt, die Dieselmotoren noch «sauberer» werden, das heisst, noch weniger Partikel und noch weniger Stickoxide ausstossen als bei der jetzt gültigen Abgasnorm der Stufe 4 (siehe Kasten). Ihre Empfehlung im Flyer lautet: «Weil solche Abgasstufe-5-Motoren deutlich weniger Schadstoffe ausstossen, ist es für die Gesundheit von Personen, die tagtäglich mit Dieselmotoren arbeiten, wichtig, dass man heute beim Kauf eines landwirtschaftlichen Fahrzeugs bereits an morgen denkt und sich die Bauern bei der Anschaffung eines Traktors, Transporters, Zweiachsmähers oder Mähdreschers an der Abgasstufe 5 orientieren sollen. Oder kurz gesagt: Die Bauern sollen nicht mehr in Landwirtschaftsfahrzeuge investieren, die mit der «alten» Abgastechnik ausgerüstet sind.

«Irreführende Empfehlungen» Diese Empfehlung ist beim Schweizerischen Landmaschinen-Verband (SLV) nicht gut angekommen. «Mit diesem Flyer werden die Bauern aufgefordert, mit der Investition in einen neuen Traktor, Mähdrescher, Transporter oder Zweiachsmäher zuzuwarten, bis die Abgasstufe 5 eingeführt ist und nur noch solche Fahrzeuge mit dieser Motorentechnologie erhältlich sind», sagt SLV-Geschäftsführer 12

Schweizer Landtechnik 6/7 2018

Dieser Flyer zum Thema «Abgasstufe 5» der Zentralschweizer Ämter empfiehlt den Bauern, beim Kauf eines Landwirtschaftsfahrzeuges auf die kommende Abgasstufe 5 zu achten. Bild: H. Röthlisberger

Pierre-Alain Rom. Das kann seine Zeit dauern. Denn, obwohl die Abgasstufe 5 auf den 1. Januar 2019 eingeführt wird, heisst das noch lange nicht, dass es ab dann nur noch Fahrzeuge mit dieser Norm zu kaufen gibt. «Grund dafür ist, dass die EU Übergangsfristen festgelegt hat und die Umsetzung bis ins Jahr 2020 oder gar bis 2022 dauern kann», so Rom. «Der SLV wehrt sich gegen diesen voraus­ eilenden Gehorsam. Gemäss der gesetzlichen Bestimmungen in der Schweiz dürfen alle Maschinen und Geräte der Abgasstufe 4, die vor dem 1. Januar 2019 importiert worden sind, für eine unbeschränkte Zeit in der Schweiz weiter verkauft werden. Ausserdem sieht das Astra vor, dass unter gewissen Bedingungen Geräte und Maschinen, welche noch nicht der Abgasstufe 5 entsprechen, ab dem 1. Januar 2019 noch während weiteren zwei Jahren importiert werden dürfen. Es kann deshalb nicht sein, dass ein gesetzeskonformer Kaufentscheid des

Kunden für eine Maschine mit der Abgasstufe 4 als unmoralisch oder illegal taxiert wird. Wenn kantonale Ämter eine solche Kaufempfehlung abgeben, führt das zu Marktverzerrungen, mit denen wir uns nicht einverstanden erklären können, da wohl noch nicht alle Hersteller ab dem 1. Januar 2019 entsprechende Produkte anbieten können», kritisiert Rom. Betroffen davon seien vor allem die Zentralschweizer Landmaschinenhändler, die damit rechnen müssen, auf ihren Traktoren mit der jetzt gültigen Abgasnorm der Stufe 4 sitzen zu bleiben.

Schon viel reduziert Rom argumentiert weiter, dass dank innovativer Technik die Schadstoffemissionen bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen seit 1999 bis zur Einführung der Abgasstufe 4 im Jahr 2016 um rund 96 % gesenkt werden konnten. Die Reduktion der Abgase durch den Übergang von Abgasstufe 4 auf Stufe 5 sei demgegenüber


Emissionsvorschriften | Markt

beitsgruppe für diesen Flyer. Murer, der Landwirt in Baar ZG ist, steht voll und ganz hinter diesem Flyer. «Wir in der Landwirtschaft haben einen enormen Druck hinsichtlich Umweltschutz und stehen von allen Seiten unter stetiger Beobachtung», sagt er. Wenn nun Traktoren auf den Markt kommen, die mit der neusten Abgastechnologie noch «sauberer» sind, ist es doch eine gute Sache, wenn nicht gar Pflicht, wenn man die Bauern darauf aufmerksam mache. Denn es gehe auch ums Image der Landwirtschaft. Zudem komme hinzu, dass Bauern oft von den Gemeinden oder von öffentlichen Firmen nur noch Aufträge erhalten, wenn sie Fahrzeuge besitzen, die die neueste Abgasstufe erfüllen würden. Schliesslich gehe es auch ums Image der Landwirtschaft.

vergleichsweise minim. Die Aussagen des Flyers betreffend der tatsächlichen Schad­ stoffreduktion seien deshalb irreführend.

Grösseres Problem «Alttraktoren» Ein grösseres Problem hinsichtlich Abgas­ emissionen als der Übergang von der jetzt gültigen Abgasstufe 4 auf die kommende Stufe 5 ortet Pierre-Alain Rom bei den alten Traktoren. Denn in der Schweiz sind laut Bundesamt für Statistik etwas über 140 000 Traktoren mit grünem Kontrollschild immatrikuliert. Rund die Hälfte davon hat mehr als 27 Jahre auf dem Buckel. «Aus abgastechnischer Sicht würde es mehr Sinn machen, wenn alle diese alten Traktoren aus dem Verkehr gezogen und mit neuen ersetzt würden.» Damit könnte der Partikel- und Stickoxid-Ausstoss um ein Vielfaches mehr reduziert werden als mit der Abgas-Einspardifferenz vom Stufe-4- zum Stufe-5-Traktor», ist der SLV-Geschäftsführer überzeugt. Rom ist sich bewusst, dass solches aber wohl kaum möglich ist. Niemand gibt seinen alten Traktor, der längst abgeschrieben ist und damit betriebswirtschaftlich eingesetzt werden kann, einfach so her. Eine Möglichkeit wäre eine sogenannte Abwrackprämie. Das sei aber politisch kaum realisierbar.

Im Flyer heisst es denn auch: «Landwirtschaftliche Fahrzeuge haben eine tiefe Erneuerungsrate und stehen vielfach mehr als 20 Jahre im Einsatz. Deshalb lohnt sich eine Investition in eine abgasarme Maschine langfristig.» Damit empfehlen sie den Bauern, dass sie auch mal daran denken sollten, ihren alten Traktor mit einem neuen zu ersetzen. «Vielleicht einfach nicht gerade jetzt, sondern eben erst, wenn die Abgasstufe 5 greift», sagt Josef Murer. Er betont, dass jeder Bauer schlussendlich selber entscheiden müsse, was er kauft und wie es für seinen Betrieb aufgeht. Am Schluss ist es für jeden Landwirt auch eine betriebswirtschaftliche Frage. Denn Traktoren mit der neusten Abgastechnik werden in der Regel immer auch wieder etwas teurer.

«Jeder muss selber entscheiden»

Abgasstufe 5

Zur von Pierre-Alain Rom angesprochenen Marktverzerrung meint Murer, dass die Landmaschinenhändler die Traktoren mit der «alten» Abgasstufe schon verkaufen könnten. «Da habe ich keine Angst, die Traktoren müssen nur etwas günstiger angeschrieben werden. Das war ja auch schon so, als es vor ein paar Jahren auf die nun gültige Stufe 4 gewechselt hat.» Murer ist aber auch klar, dass das aber ja eigentlich nicht das Ziel des Flyers sei, sondern man wolle eben auf die Stufe 5 aufmerksam machen. Dass mit dem Ersatz der Alttraktoren der Partikel- und Stickoxid-Ausstoss am meisten gesenkt werden könnte, das haben auch die Zentralschweizer Ämter erkannt.

«Für das Image der Landwirtschaft» «Uns ist natürlich bewusst, dass die Landmaschinenimporteure und -händler keine Freude an diesem Flyer haben», sagt Josef Murer. Er ist Präsident des Zentralschweizer Bauernbundes und war mit in der Ar-

Derzeit gilt für die meisten Landwirtschaftsfahrzeuge die Abgasstufe 4. Ab 1. Januar 2019 tritt europaweit die neue Abgasstufe 5 in Kraft. Sie legt für alle motorisierten Fahrzeuge, Maschinen und Geräte, die nicht als Strassenfahrzeuge gelten, strengere Grenzwerte für den Ausstoss von Luftschadstoffen fest. Das heisst: Ab 2019 kommen schrittweise nur noch land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen auf den Markt, die mit Partikelfilter und SCR-­ Katalysator ausgerüstet sind. Fahrzeuge, die die Abgasstufe 5 erfüllen, stossen über 90 % weniger Russpartikel und weniger Stickoxide aus.

Roadmap der Emissions-Normvorschriften

56 bis 130 kW (76 bis 177 PS) 37 bis 56 kW (50 bis 76 PS) 19 bis 37 kW (26 bis 50 PS)

Stufe 3A

Stufe 3B

Stufe 3A

20 20

19 20

18 20

17 20

16 20

15 20

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keine Vorschriften

ab 560 kW (ab 761 PS) 130 bis 560 kW (177 bis 761 PS)

20

13 20

12 20

20

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Emissions-Normvorschriften für Offroad-Fahrzeuge, land- und forstwirtschaftliche Sattelzugmaschinen (Europa)

Stufe 5 Stufe 4

Stufe 3B

Stufe 5 Stufe 4

Stufe 5

Stufe 3A

Stufe 3B

Stufe 5

Stufe 3A

Stufe 3A

Stufe 5

Diese Grafik zeigt die Einführungszeitpunkte der Emissions-Vorschriften in Europa. Ab 1. Januar 2019 tritt die neue Abgasstufe 5 in Kraft. Fahrzeuge, die die Stufe 5 erfüllen, stossen über 90 % weniger Russpartikel und weniger Stickoxide aus. Grafik: Schweizer Landtechnik; Quelle CNH

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Markt | Emissionsvorschriften

«Die Umstellung nach Leistungsklasse findet gestaffelt statt» Es wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, bis die vollständige Einführung der Abgasstufe 5 stattgefunden hat, sagt SLV-Präsident Jürg Minger. Man kann davon ausgehen, dass es Hersteller gibt, die bereits solche Motoren ausstellen werden. Sicherlich wird die Fachpresse frühzeitig darüber informieren. Wie lange noch wird es Traktoren mit der jetzt gültigen Abgasstufe 4 zu kaufen geben? Respektive wie lange wird das den Landmaschinen-­Händ­ lern noch erlaubt sein, Stichwort Lagertraktoren? Es ist davon auszugehen, dass jeweils einige Monate nach Ablauf der Einführungsfrist noch einige wenige Lagermodelle verkauft werden, die Lagerbestände werden aber nicht allzu gross gehalten sein.

Jürg Minger, Präsident des schweizerischen Landmaschinen-Verbandes SLV. Bild: R. Engeler

«Schweizer Landtechnik»: Die EU-Abgasstufe 5 tritt ab 1. Januar 2019 in Kraft, also in rund einem halben Jahr. Kann man schon jetzt in der Schweiz Traktoren kaufen, die diese Abgasstufe 5 erfüllen? Jürg Minger: Ja, es sollten laufend einzelne Modelle von verschiedenen Herstellern auf den Markt kommen, die Produktionsumstellung findet fliessend statt. Die grosse Masse der neuen Motoren ist aber erst im Jahr 2019 auf dem Markt zu erwarten, nach Inkrafttreten der neuen Vorschrift. Sind solche Traktoren bereits in jeder PS-Klasse erhältlich? Hierzu kann keine generelle Aussage gemacht werden, dies hängt von der individuellen Produktionsplanung der Hersteller ab. Tendenziell werden die höheren PS-Modell-Klassen eher früher mit Motoren der Abgasstufe 5 ausgerüstet sein. Für die Einführung der Abgasstufe 5 gibt es Übergangsfristen. Was heisst das konkret? 14

Schweizer Landtechnik 6/7 2018

Grundsätzlich gilt: Fahrzeuge mit der Abgasstufe 4, welche vor dem 1. Januar 2019 in die Schweiz importiert wurden, können zu jedem späteren Zeitpunkt immatrikuliert werden, das Datum des Zollstempels ist massgebend. Zu den Übergangsfristen kann keine Aussage gemacht werden, diese werden allenfalls von den politischen Instanzen (Astra) gewährt. Heisst das, dass die vollständige Einführung der Abgasstufe  5 erst in rund drei bis vier Jahren abgeschlossen ist, also erst dann wirklich jede PS-Klasse damit ausgerüstet ist? Die Umstellung nach Leistungsklasse findet gestaffelt statt. Es wird eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, bis die vollständige Einführung der Abgasstufe  5 stattgefunden hat. Ist damit zu rechnen, dass an der Agrama vom kommenden November Traktoren mit Stufe-5-Motoren ausgestellt werden?

Wie sieht es bei Grosserntemaschinen wie etwa den Mähdreschern aus? Wie bei Bergtransportern und Zweiachsmähern? Verhält es sich da gleich wie bei den Traktoren? Ja, auch bei diesen Maschinentypen gelten die gleichen Staffelungen wie bei den Traktoren. Werden die Fahrzeuge mit der neuen Abgasnorm teurer? Wenn ja, um wie viele Prozent? Es ist davon auszugehen, dass sich eine neue Motorengeneration auf den Preis auswirken wird. Individuell nach Hersteller wird der Preisaufschlag wohl zwischen 3 bis 5 % betragen. Ist die Abgasreduktion bei Landwirtschaftsfahrzeugen mit der Einführung der Abgasnorm 5 abgeschlossen? Oder ist da noch eine weitere Verschärfung geplant? Die Industrie ist an die gesetzlichen Rahmenbedingungen gebunden. Es entzieht sich unserer Kenntnis, ob bereits weitere Verschärfungen geplant sind. Da sich die Technik laufend weiterentwickelt, kann man davon ausgehen, dass es auch in den nächsten Jahren Veränderungen geben wird. Auch im Bereich der alternativen Antriebsformen ist laufend mit neuen Innovationen zu rechnen. Interview: Heinz Röthlisberger


Wettbewerb | Markt

Die Wahl kann starten Jedes Jahr wählt eine Jury, zu der auch die «Schweizer Landtechnik» gehört, in drei Kategorien den «Traktor des Jahres» (Tractor of the Year) und vergibt zudem unter den Nominierten eine Auszeichnung für das beste Design. Die Kandidaten für 2019 sind nun bekannt. Roman Engeler und Stephan Schmidlin*

Die Herausforderung, für die Kandidaten gleichermassen wie für die Mitglieder der Jury, kann beginnen. Die Rede ist vom Wettbewerb rund um die Auszeichnung «Tractor of the Year», zu der Ende Mai eine zweitägige Kick-off-Veranstaltung stattgefunden hat, bei der die Traktorenhersteller ihre Modelle in Worten und Bildern den Vertretern von 24 Fachzeitungen aus ebenso vielen europäischen Ländern präsentieren durften. Die Beteiligung ist heuer geringer ausgefallen, scheinbar hat die Innovationseuphorie unter den Traktorenherstellern etwas an Intensität eingebüsst. Zudem ist in einem «Nicht Agritechnica»-Jahr die Zahl von Neuheiten eh immer etwas kleiner.

Spezial-Traktoren In der Kategorie der Spezialtraktoren («Best of Spezialized») stehen mit dem stufenlosen Same «Frutteto CVT 115 S» und dem lastschaltbaren Landini «Rex 4-120  GT» zwei Vertreter von Schmal​spurtraktoren dem ebenfalls mit einem stufenlosen Getriebe ausgestatteten Hanggeräteträger Antonio Carraro «TTR 7600 Infinty» gegenüber. Der «Rex  4» von Landini erscheint im schmucken Design mit neuer Kabine und Motor aus dem Hause Deutz. Der Same «Frutteto CVT  S» wurde erst vor wenigen Wochen erstmals präsentiert (siehe dazu Fahrbericht auf Seite 36). Der Traktor bietet viel Hydraulik und natürlich das neue stufenlose Getriebe. Spannend am Antonio Carraro «TTR 7600 Infinity» ist das Getriebe mit dem mechanisch-hydrostatischen Ansatz. Motorseitig kommt ein leistungsfähiges Aggregat von Kohler zum Einsatz.

«Best of Utility» In der Kategorie «Best of Utility» (4 Zylinder, maximal 9 t Gesamtgewicht) sind es *Stephan Schmidlin ist Landtechnik-Journalist und vertritt die «Schweizer Landtechnik» in der Jury von «Tractor of the Year».

vier Modelle, je zwei aus der CNHund Agco-Gruppe, die um den Titel kämpfen. Von Steyr ist es der «4115 Kompakt HD», den man der Jury unter dem Motto «Back to the Roots» empfahl. Ausgestattet mit Multifunktionshebel, sonst aber eher einfach gehalten, punktet dieser Traktor sicher mit seinem Motor. Case IH meldete den «Farmall 75A» für den Wettbewerb an. Auch bei diesem Modell kommt einfache, aber bewährte Technik zum Einsatz. Seine Eignung als Vielzwecktraktor scheint gegeben zu sein. Fendt versucht heuer, mit dem Modell «313 Vario» die Auszeichnung zu ergattern. Mit stufenlosem Getriebe, umfangreicher Ausstattung und den in dieser Leistungsklasse neuen elektronischen Möglichkeiten beim Frontlader deckt der Traktor eher höhere Ansprüche ab. Für Massey Ferguson soll der «6713» die Kohlen aus dem Feuer holen. Die kompakte Abgasnachbehandlung ist ein Pluspunkt, beim Getriebe hätte man sich für diesen Wettbewerb vielleicht eher das «Dyna-4» als das mechanische 12×12 vorgestellt.

Hauptkategorie Für die Hauptkategorie, der eigentlichen Auszeichnung «Tractor of the Year», wurden heuer nur drei Modelle gemeldet. Der tschechische Hersteller Zetor unternimmt dabei mit der Baureihe «Forterra», die 2018 das 20-Jahr-Jubiläum feiern kann, und dem Modell «HSX 140» einen neuen Versuch, in diesem Wettbewerb eine Auszeichnung zu ergattern. Erwähnenswert beim einfach gehaltenen Trak-

tor ist der Motor aus eigenem Hause, der sich in ersten Tests gut geschlagen hat. Case IH schickt den «Maxxum 145 Multicontroller» mit dem 8-stufigen Lastschaltgetriebe ins Rennen, der trotz seines Radstands von 2,68 m eine kompakte Erscheinung bietet. McCormick beteiligt sich mit dem «X7.690 P6-Drive». Mit seinen 205 PS ist der mit FPT-Motor und ZF-Automatik-­ Getriebe ausgestattete Traktor der leistungsstärkste im Wettbewerb.

Ausblick In den kommenden Monaten werden die Jury-Mitglieder die einzelnen Kandidaten in Feldtests noch genauer unter die Lupe nehmen, damit bis Ende Oktober eine fachgerechte Beurteilung erfolgen kann. Die Preisverleihung findet dann im November an der internationalen Landtechnikmesse «Eima» in Bologna statt. Für die nächste Austragung dieses Wettbewerbs ist die Jury gegenwärtig in Abklärung, ob und wie man allenfalls einen neuen Award mit dem Titel «Nachhaltiger Traktor des Jahres» lancieren könnte. Ideen sind vorhanden, sie müssen in den kommenden Monaten weiter konkretisiert werden, damit man die Traktorenbauer dann rechtzeitig über die ent­ sprechenden Teilnahme-Bedingungen informieren kann.  6/7 2018 Schweizer Landtechnik

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Markt | Firmen

Die vereinigte Steyr-Familie in orangem Kleid auf der Grossglockner Hochalpenstrasse. Bilder: R. Hunger

Orange als Erfolgsstrategie

einsetzbar sein. Die Beschaffung nach EU-Standard war bis anhin nicht einfach und mit viel Aufwand verbunden. Nun Seit vielen Jahren ist «Kommunalorange» Teil der Steyr-DNA. konnte Steyr eine neue – EU-konforme – Rahmenvereinbarung mit der «BundesbeEntsprechend sind viele Gemeinden, nicht nur in Österreich, schaffung GmbH» (BBG) abschliessen, die von der Qualität und von den gebotenen Systemlösungen den Gemeinden die Beschaffung von Trakrund um die Steyr-Kommunaltraktoren überzeugt. toren und Geräten wesentlich erleichtert. Die strenge Angebotsprüfung der BBG gaRuedi Hunger rantiere dem Kunden die beste Leistung zum besten Preis, heisst es in einer Presseohne Bolzen zu verstehen. Die drei Länmeldung. Erreicht würden diese Vorgaben Die Grossglockner Hochalpenstrasse mit durch Bündelung des Bedarfs hunderter gen, 210 mm, 330 mm und 450 mm, erihrem Scheitelpunkt auf 2500 m ü. M. beAuftraggeber sowie durch die Standardieindruckt Mal für Mal. Sie führt über das füllen die Geräteanforderungen der gängisierung auf die notwendige Produktevielhöchste Bergmassiv Österreichs und gibt gen Anbaugeräte. Torsionsmomente werdabei immer wieder den Blick auf den mit den durch eine verstärkte Bauweise auf­falt, verlautet aus dem Steyr-Management. 3798 m höchsten Berg des Landes frei. Es gefangen. Diese einheitliche Schnittstelle Verkaufsdirektor Rudolf Hinterberger ist überrascht daher wenig, dass auf dieser reduziert die Rüstzeiten. Die Euro-III-­ überzeugt, dass diese RahmenvereinbaHöhe Winter für Winter rekordhohe System-Adapter-Platte mit einem Schraubrung bestmögliche Konditionen und absoSchneemengen liegen. Seit 1954 fräsen verband oder einer Einhängelösung kann lute Rechtssicherheit garantiert. Für die auch auf ein Fronthydrauliksystem umgeSchweiz hat diese Rahmenvereinbarung sich eigens konstruierte Rotationspflüge rüstet werden. Alle (Traktor-)Modelle, die im Frühjahr durch meterhohen Schnee, aber keine Gültigkeit. ab Werk mit Frontlader geliefert werden, um die Strasse im Mai freizugeben. Dabei verfügen über die erforderlichen Anbauwerden sie unterstützt von Steyr-Traktoren Fazit räume und Hydraulikleitungen sind bereits mit Schneefräsen. Im Kommunalbereich ist alles etwas anvorhanden. ders. Dank jahrelanger Erfahrung weiss Vor beeindruckender Kulisse das Steyr und hat sich mit seiner «orangen» Produktereihe auf die speziellen AnNaheliegend, dass Steyr für den KommuLast but not least nal-Event in der dritten Maiwoche diesen Traktoren der «orangen Flotte» müssen forderungen ausgerichtet – mit Erfolg, wie «top of Mountain» gewählt hat. So unterdas ganze Jahr als vielseitige Geräteträger es scheint.  schiedlich die Bedingungen im alpinen Gelände der Hochalpenstrasse sind, so unterschiedlich sind die Anforderungen, die Gemeinden an Kommunaltechnik stellen. Ab Werk sind Steyr-Kommunaltraktoren mit einer einheitlichen Schnittstelle für Geräteanbau, Spezialbereifung, verbesserter Beleuchtung und der dazu typischen oranger Signallackierung ausgestattet. Neu im Programm sind der Steyr «Profi» mit «S-­ Control-8»-Getriebe, die «Kompakt-­ HD»Baureihe und der Neueinsteiger der Topklasse, der Steyr «6250 Terrus CVT».

Einheitliche Schnittstelle Steyr rüstet seine Kommunaltraktoren mit einem Euro-III-System-Adapter mit verbessertem Konstruktionsprinzip und hoher Stabilität aus. Darunter ist eine Rahmenkonstruktion mit fixem Schraubenverband 16

Schweizer Landtechnik 6/7 2018

Kommunalarbeiten gibt es über das ganze Jahr, entsprechend ist hohe Vielseitigkeit gefordert.


Bewährtes mit Schweizer Innovation kombiniert

Weizensaat in Reihe

Gesucht hat Marcel Schlup, Landwirt mit eigenem Hof in Brügglen SO, ein flach arbeitendes Gerät zur Grundbodenbearbeitung und mechanischen Unkrautbekämpfung. Nach einer fundierten Beratung durch die Leiser AG arbeitet er heute mit einer Güttler SuperMaxx 50 Grossfederzahnegge mit aufgebautem Sägerät. Dank einer genialen Erweiterung ermöglicht sie neben der Breitsaat auch jene in Reihe. Eine Schweizer Innovation! Damit verfügt Marcel Schlup über eine einzige Maschine für das gesamte Bodenbearbeitungsspektrum – und einen reduzierten Maschinenpark. Die SuperMaxx 50 dient der Grundbodenbearbeitung, der mechanischen Unkrautbekämpfung, der Saatbeetbereitung und der Breitsaat von Zwischenfrüchten. Durch die innovative Erweiterung der Leiser AG ist jetzt auch die Reihensaat von Saatgütern wie Gerste, Weizen, Soja oder Erbsen möglich. Die Innovation Die 38 Scharen der SuperMaxx von Marcel Schlup verfügen über Chromstahlrohre mit abgeschrägtem Ende und Säklappen. Die bestehenden acht Saatabgänge sind mit 5er und 4er Verteilköpfen sowie entsprechenden Schlauchleitungen zu den Rohren an den Scharen ergänzt. Dazu gibt es eine Fahrgassenschaltung und ein zweites, hydraulisch angetriebenes, Gebläse für die ausreichende Luftzufuhr bei der Reihensaat. Ein Bajonettverschluss erlaubt, schnell zwischen den Schlauchleitungen für

Aussaat von Gründüngung über Breitsäanlage

Reihen- oder Breitsaat zu wechseln. Zwei Hähne reduzieren bei Bedarf den Luftstrom bei der Breitsaat. Nicht zuletzt zeigte eine detaillierte Einführung auf dem Feld die optimale Anwendung sämtlicher Einrichtungen. Eine für alles Mit der 5 m-SuperMaxx mit Schmalscharen und Nachstriegel bearbeitet Marcel Schlup Stoppeln, bringt Ausfallgetreide zum Keimen und bekämpft mechanisch Unkraut sowie Durchwuchs. Für die Saatbeetbereitung und die Saat kommen der Güttler Prismenwalzennachläufer Rollfix und das originale 410 lt Sägerät dazu. Sie ersetzen eine 3 m-SuperMaxx mit Striegel, eine Kreiselegge, eine Sämaschine sowie jeglichen Zapfenwellenantrieb.

Mechanische Unkrautbekämpfung mit hochgestelltem Rollfix

GÜTTLER VERTRETUNG

schöne Gerste

dichter Rapsbestand

schöner Weizen gesät mit Zinkensäanlage in Reihe

Weitere Vorteile Für Marcel Schlup rechnet sich seine Investition durch die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten dieser einen Maschine. Die hohe Auslastung, die Flächenleistung von bis zu 3 ha/h und der tiefere Spritverbrauch sorgen für Effizienz. Das reduziert die Flächenkosten und spart Zeit. Hinzu kommen eine schonendere Bodenbehandlung mit geringerer Bodenverdichtung, sehr gute Saataufgänge und Erträge, sinkender bis eliminierter Herbizideinsatz sowie weniger Erosion und Verschlämmung durch die optimal krümelige Bodenstruktur. Marcel Schlup meint denn auch: «Ich arbeite äusserst flexibel und kann die Maschine zügig und exakt auf die jeweiligen Bedingungen einstellen. Zudem schone ich meinen Boden und das macht Freude.»

A. Leiser AG Bruggmatte 4 • 6260 Reiden LU Tel. 062 749 50 40 • www.leiserag.ch


Spezialkulturen

Case IH

Obst- und Weinbauern dürfen auch hohe Ansprüche an Schmalspurtraktoren stellen. Bild: Fendt

Schmalspurtraktoren haben es in sich Aufgrund verschiedener Faktoren wie Klimaveränderung, Anbaumethoden und Bekämpfungsverfahren verändert sich auch die Technik für Sonderkulturen laufend. Davon betroffen ist auch die Schlüsselmaschine – der Schmalspur­ traktor. Ruedi Hunger

Von den Ackerprofis werden sie oft belächelt – ganz zu Unrecht – wie mir scheint, sie unterscheiden sich zwar durch ihre Grösse und Breite von den grossen Traktoren, doch oft steckt unter der Haube und im Getriebe ebenso moderne Technik wie bei den grossen Brüdern. Was die Motoren betrifft, muss korrekterweise angefügt werden, dass dies (noch) nicht ganz zutrifft. Üblich ist, dass in Schmalspurtraktoren – per Definition mit einer Mindestspurbreite von 1150  mm, Leergewicht 2000 bis 3000  kg und bis 600 mm Bodenfreiheit – Stufe-3b-Motoren eingebaut sind. Ab 1. Januar 2019 gelten allgemein die Abgasvorschriften und Grenzwerte der Stufe 5 – allerdings mit Ausnahmen.

Keine Regel ohne Ausnahme Die Platzverhältnisse unter der Motorhaube bei Standardtraktoren sind eng. So richtig prekär wird die Platzsituation für Abgasnachbehandlungssysteme aber bei 18

Schweizer Landtechnik 6/7 2018

Schmalspurtraktoren. Das – und die relativ kleinen Produktionsstückzahlen – haben schon bisher dazu geführt, dass für Motoren dieser Traktoren-Kategorie Sonderregelungen zur Anwendung kamen. Ohne an dieser Stelle auf Details einzugehen, kann festgehalten werden, dass grundsätzlich für alle NRMM (non road mobile maschinery) eine Übergangsfrist von 24 Monaten gilt. Die Sonderregelung für Schmalspurtraktoren von 56 bis 130 kW besteht unter anderem darin, dass auch Stufe-3b-Aggregate als Übergangsmotoren für die Stufe 5 gelten. Bei Standardtraktoren hingegen können nur Traktoren mit Stufe-4-Motoren von der 24-monatigen Übergangsfrist «profitieren». Anschliessend gelten auch für Schmal­spurtraktoren die Vorschriften der Abgasstufe 5*. * Quelle: Stirnimann, R.: «Nur noch Saubermänner unterwegs», Eilbote 20/2018

Die Obst- und Weinbautraktoren von Case sind bekannt unter dem Namen «Quantum». Die total 12 (CH) Modelle teilen sich auf die Varianten V/N/F. Die technischen Hauptunterscheidungsmerkmale sind die Fahrzeugbreite und die Spurweiten. Die zusätzliche Variante «CL» ist in der Schweiz nicht erhältlich, sie unterscheidet sich einzig durch einen grösseren Treibstofftank. Die Serie «Quantum» wird in den Stärkeklassen 55, 63, 73 und 79 kW geliefert. Die 4-Zylinder-Motoren kommen von FPT. Durch die Kombination von AGR, DOC und Wastegate-Turbolader schaffen die Traktoren die Vorschriften der Abgasstufe 3b ohne AdBlue. Die Getriebevarianten sind identisch, das heisst, es gibt serienmässig (optional) ein Synchro-Shuttle 16x16 (32x16), ein Powershuttle serienmässig (optional) 16x16 (32x16 mit 2 Lastschaltstufen) und ein Kriechganggetriebe-Synchro (Powershuttle). Die Versionen «V» und «N» gibt es wahlweise mit oder ohne Allradantrieb, den «N» nur mit All­ rad­ antrieb. Neben der Standard-Heckzapfwelle (540/540E) gibt es optional 540, 540E, 1000 mit Wegzapfwelle. Schliesslich werden die Traktoren serienmässig mit einer Hydraulikpumpe aus­ gerüstet, die 64 l/min fördert. Alternativ gibt es die «MegaFlow»-Pumpe mit 80 l/min. Laut Case können damit die Anforderungen hydraulisch angetriebener Anbaugeräte im Weinbau und in Obstanlagen abgedeckt werden. In der Kabine herrscht ein kleiner Überdruck, der das Eindringen von Partikeln wirkungsvoll verhindert.

Holder Das deutsche Unternehmen Holder baut knickgelenkte Systemfahrzeuge für Obstund Weinbaubetriebe. Die Fahrzeuge zeichnen sich durch gute Wendigkeit, Bodenschonung und permanenten Allradantrieb aus. Das Fahrzeug verfügt über vier gleich grosse Räder und einen Radlastausgleich. Gebaut werden die Baureihen «C» und «S» – insgesamt vier verschiedene Typen. Die Fahrzeuge der «S»-Baureihe sind mit 4-Zylinder-Motoren von Deutz ausgerüstet, die bereits jetzt die Anforderungen der Abgasstufe 5 erfüllen. Sie verfügen über einen hydrostatischen Fahrantrieb mit digital-elektronisch gesteuerter, stufenloser Fahrgeschwindigkeitsregulierung. Die Hydraulikanlage verfügt über eine 42-l/min-Pumpe oder eine Tandempumpe mit 40 l/min + 25 l/min. Optional


Spezialkulturen

ist eine zusätzliche Geräteverstellpumpe mit 120 l/min erhältlich. Ein Alleinstellungsmerkmal der Holder-Systemfahrzeuge (unter den Schmalspurtraktoren) ist der zusätzliche Aufbauraum auf der Hinterachse.

Antonio Carraro Antonio Carraro zählt zu den bekanntesten Anbietern von Obst- und Weinbautraktoren. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren die Technik wesentlich verbessert und rüstet die High-­EndProdukte auch mit stufenlosem Getriebe aus. Diese Traktoren sind insbesondere für die anspruchsvollen Märkte im Südtirol, in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in dem Elsass gedacht. Während die Premium-Modelle tendenziell in Osteuropa abgesetzt werden. Antonio Carraro baut Normal- und Knicklenker. Der Knicklenker «SRH 9800 Infinity» mit 64-kW-Motor hat ein stufenloses Hydro-Getriebe mit drei unter Last elektrisch schaltbaren Geschwindigkeiten und stufenloser Geschwindigkeitsregelung von 0 bis 40 km/h in beide Fahrtrichtungen. Die «Starlight»-Kabine ist ein Originalprodukt. Sie ist zertifiziert und hat eine Zweijahresgarantie. Der «TGF R» ist ein Frontlenker mit integralem Schwingrahmen und Allradantrieb mit unterschiedlich grossen Reifen. Der Traktor mit einem 72-kW-Motor hat ein 16/16-Schaltgetriebe und 540/540E-Zapfwelle. Ein ähnliches Ausrüstungsniveau hat der «TTR R», ebenfalls ein Frontlenker, aber mit vier gleich grossen Rädern.

Claas Mit der Baureihe «Nexos» baut Claas Traktoren für Obst- und Weinbaubetriebe. Die «Nexos»-Traktoren gibt es in den drei Baureihen VE, VL und F und den Varianten 210, 229, 230, 240 und 250 – insgesamt 14 unterschiedliche Typen. Die Fahrzeugbreite variiert zwischen 107 cm und 148 cm. Die eingebauten FPT-Motoren leisten zwischen 53 kW und 74 kW. Claas baut 30oder 40-km/h-Getriebe ein, die eine mechanische oder hydraulische Wendeschaltung mit zweistufiger Lastschaltung haben. Die Traktoren haben einen 2-Pumpen-Hyd­ raulikkreislauf und optional gibt es einen 3-Pumpen-Hydraulikkreislauf.

Den «Quantum» bietet Case in 3 Baureihen und vier Stärkeklassen an. Bild: Case IH

Landini und McCormick Landini baut die Schmalspurtraktoren «Rex 4» in den Versionen «V», «GT» und «F». Sie sind mit 2,9-l-Vierzylindermotoren der Emissionsstufe Tier 4 Interim (TCD L4) von Deutz ausgerüstet. Die Traktoren verfügen über ein mechanisches oder hydraulisches Wendegetriebe von Argo Tractors mit vier Gängen in drei Gruppen. Für das Getriebe stehen zwei Lastschaltoptionen zur Verfügung: Hi-Lo und High-Medium-Low sowie ein Kriechganggetriebe. Der Landini «REX 4», der mit Hinterrad- oder Allradantrieb erhältlich ist, bietet eine breite Auswahl an Zapfwellen-Optionen in mechanischer und hydraulischer Version mit zwei oder vier Geschwindigkeiten (540, 540 Eco, 1000 und 1000 Eco). Die Schmalspurtraktoren «X4» von McCormick gibt es mit Motorleistungen von

Holder-Schmalspurtraktoren können auch hohe Ansprüche erfüllen. Bild: Holder

Der italienische Hersteller Antonio Carraro verfügt über eine grosse Modellpalette von Schmalspurtraktoren. Bild: Carraro

Tabelle: Aktueller Stand von Emissions- und Abgastechnologie der Motorausrüster für Schmalspurtraktoren Hersteller

Baureihe

Motorenlieferant

Abgas-Technik AGR, DOC

Argo-Landini

Rex V/GT/F

Deutz

Argo-Valpadana

7000, 9000

FPT

BCS

Volcan

Kubota, Kohler

EGR, DOC, DPF

Case

Quantum V/N/F

FPT

AGR, DOC

Antonio Carraro

SRH 9800 Infinity

Yanmar

Claas

Nexos F/FB/VL/VE

FPT

AGR

Deutz-Fahr

5DS/DV/DF/DFEc

Farmotion (SDF)

DOC

Fendt

200 Vario V/F/P

Agco Power

AGR, DOC

Goldoni

Star 100

Lamborghini/Perkins

Holder

C- und S-Reihe

Deutz

Dvert

John Deere

5 - GV/GN/GF/GL/

FPT

EGR, DOC, DPF

Kubota

M40 DTN/DTNQ

Kubota

Lovol Arbos

Specialized

VM/FCA

Massey-Ferguson

MF 3700 V/S/F/G/WF

FPT

All in One, DOC

McCormick

X4 F/XL

Deut

EGR, DOC

New Holland

T4 F/N/V

FPT

AGR, DOC

Same

Frutteto

Farmotion (SDF)

AGR, DOC

Den Claas-«Nexos» gibt es in 5 Stärkeklassen und 3 Ausrüstungsvarianten. Bild: Claas

Landini hat mit den «Rex 4», der Serie 2 und Serie 4D gleich drei Schmalspurtraktoren im Angebot. Bild: Landini

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Spezialkulturen

und 540/540E/1000/1000E. Ebenfalls zur Wunschausrüstung gehört das automatische Zapfwellenmanagement in Verbindung mit der elektronischen Hubwerkregelung.

Fendt

Die neue Haubenform steht im Einklang mit dem typischen «Familiendesign» bei Massey Ferguson. Bild: Massey Ferguson

Deutz-Fahr hat unter anderem in die Hydraulikanlage der Schmalspurtraktoren investiert. Bild: Deutz-Fahr

Auch John Deere baut eine grosse Anzahl Spezialtraktoren für Obst- und Weinbaubetriebe. Bild: John Deere

Fendt hält an seiner Strategie fest, Highlights aus den grossen Traktoren auch in den kleineren Baureihen zu integrieren, und bietet jetzt auch die kompakten Fendt-­«200 V/F/P Vario» mit einer Vorrüstung für Spurführung an. Obst-, Hopfenoder Weinanbau-Betriebe haben damit auch die Möglichkeit, von den ökonomischen und ökologischen Vorteilen der Spurführung zu profitieren. Es stehen zwei Systeme im Angebot: ein reihengesteuertes Ultraschall-Spurführungssystem oder ein positionsgeführtes GPS-System. Reichhardt ist Systempartner von Fendt und kann sowohl die Spurführung über Ultraschall als auch über GPS anbieten. Beide Spurführungssysteme können problemlos nachgerüstet werden. Ausgerüstet mit einem 3-Zylinder-Agco-Power-Motor mit 3,3 l Hubraum, erfüllen die Fendt-«200 V/F/P Vario» mit der Abgasstufe 3b durch externe Abgasrückführung und Dieseloxidationskatalysator wartungsfrei die Norm. Neu ist die Frontzapfwelle 540 E, die bei reduzierter Motordrehzahl 540 U/min erreicht und dadurch Kraftstoff spart. Entsprechend den Praxisanforderungen gibt es die Traktoren mit neuem Hydraulik-Konzept, das eine Load-Sensing-Pumpe mit einer Pumpenleistung von 104 l/min beinhaltet.

Massey Ferguson

New Holland baut in jeweils drei Baureihen und vier Stärkeklassen insgesamt 12 Schmalspurtraktoren. Bild: New Holland

52 kW bis 82 kW. Die Motoren bezieht das Unternehmen für die «X4» bei Deutz. In Serie wird die «X4»-Serie mit einem 12/12-Synchro-Shuttle-Getriebe ausgerüstet. Auf Wunsch gibt es bis zu sieben alternative Getriebe, unter anderem ein 48/16-Kriechganggetriebe. Die Zapfwellenausrüstung in der Grundausrüstung bietet mit 540 und 540E zwei Drehzahlen. Optional gibt es auch 540/1000 U/min 20

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Massey Ferguson hat zur letzten Agritechnica die Schmalspurtraktoren der Baureihe «3700» vorgestellt. Diese Modelle sind in den fünf Grundausführungen V/S/F/G/WF und in zahlreichen Varianten erhältlich. Die Traktoren sind mit 4-Zylinder-Motoren der Abgasstufe 3b ausgestattet. Diese leisten zwischen 55 kW und 77 kW (75/105 PS). Massey Ferguson offeriert vier unterschiedliche Getriebe zur Auswahl: ein mechanisches 12/12-Gang-Getriebe mit mechanischer Wendeschaltung, ein mechanisches 24/24-Gang-Getriebe ebenfalls mit mechanischer Wendeschaltung und Hi/Low, weiter ein mechanisches 24/24Gang-Getriebe mit Hi/Low und schliesslich ein 24/12-PowerShuttle mit Hi/LowLastschaltung. Gegenüber den Vorgängermodellen besticht die neue Baureihe durch ihre deut-

lich kraftvollere Hydraulik. Der Kunde kann wählen zwischen einem System mit zwei Pumpen (95 l/min und 65 l/min) und der Variante mit drei Pumpen (120 l/min, 95 l/min, 73 l/min). Die Heckhubwerke erreichen Hubkräfte von 2,5 oder 3,0 t. Das werkseitig montierte Fronthubwerk gibt es mit oder ohne Zapfwelle. Es erzielt je nach Traktorausführung eine Hubkraft von 1250 oder 1680 kg. Die Versionen WF, F und S gibt es optional mit einem ab Werk montierten Frontlader-Anbaurahmen. Die Heck-Zapfwelle gibt es in den Varianten 540, 540 Eco und 1000 U/min, die optionale Zapfwelle mit 540 oder 1000 U/ min. Geschaltet wird sie elektrohydraulisch. Der Vorderradantrieb wird standardmässig über eine Klauenkupplung geschaltet. Optional gibt es eine hydraulische Mehrscheibenkupplung. Lenkwinkelsensoren aktivieren oder deaktivieren beim Bewegen des Lenkrades den Allradantrieb. Neu gibt es bestimmte Modelle mit Vorderachsfederung.

Deutz-Fahr Die Schmalspurtraktoren von Deutz-Fahr haben 3- und 4-Zylinder-«Farmotion»-­ Motoren und erfüllen die Abgasvorschriften der Stufe 3b. Die Traktoren haben entweder ein mechanisches, synchronisiertes Wendegetriebe oder ein elektrohydraulisches Wendegetriebe Power Suttle mit Stop&Go-System oder neu ein stufenloses Getriebe (siehe dazu den Fahrbericht zum neuen Same-«Frutteto CVT S» auf Seite 36). Als weitere Möglichkeit gibt es ein mechanisches 5-Gang-Getriebe oder ein Lastschaltgetriebe «Powershift» mit drei Lastschaltstufen. Die Zapfwelle kann als 540/540E, 540/540E/1000 oder 540/540E und Wegzapfwelle geordert werden. Beim Anbau von Sonderkulturen steigen die Anforderungen an die Hydraulikanlage der Spezialtraktoren. Deutz-Fahr rüstet deshalb seine Traktoren der Serie «5» mit einer neuen Hydraulikanlage aus und passt die Arbeitshydraulik dem betriebsindividuellen Arbeitsprofil an. Die unterschiedlichen Anforderungen, beispielsweise viele Hydraulikanschlüsse und geringe Ölmenge oder wenig Anschlüsse, dafür hohe Durchflussmengen, könnten damit abgedeckt werden. Für die Spezialtraktoren bietet Deutz-Fahr eine modulare Hydraulikanlage an. Der Kunde kann also die Hydraulikanlage entsprechend seinem Einsatzprofil und seinen Anbaugeräten auswählen. Mit den Varianten «Setting Flow», «Power Flow»


Spezialkulturen

und «High-Flow» kann die Hydraulikleistung effizient so abgerufen werden, wie sie gebraucht wird. Durch eine schlankere Geometrie des Vorderachsblockes erzielen die Traktoren einen engeren Wenderadius. Einzelradaufhängung und separate Bremsen an den Vorderrädern verbessern die Sicherheit und den Fahrkomfort. Die 4-Pfosten-Kabine ermöglicht gute Sicht auf alle arbeits- und sicherheitsrelevanten Bereiche rund um den Traktor.

John Deere John Deere baut mit der Serie «5G» Spezialtraktoren mit Motoren der Stufe 3b. Die Traktoren werden in den Baureihen GF/GN und GV mit normaler Kabine gebaut. Zusätzlich gibt es die GLF/N-Variante mit Niedrig-Kabine. Ohne Fahrerkabine baut John Deere die Typen GLF und GLN. Die Traktoren haben Motoren mit Leistungen von 54 kW bis 77 kW. Neben einem «Wastegate»-Turbolader mit Ladeluftkühlung verfügen die Traktoren über eine externe Abgasrückführung EGR. Je nach Kundenwunsch kann zwischen fünf Getriebevarianten gewählt werden. Das Hydrauliksystem «Open Center» ist ein offenes System. Die serienmässige Hydraulik-

pumpe leistet 29,8 l/min. Optional gibt es eine 2. Pumpe und eine 3. Pumpe, mit 66,8 l/min bzw. 29,8 l/min. Die Heckzapfwelle gibt es mit 540/540E oder 540/1000 U/min. Die Frontzapfwelle wird elektrohydraulisch zugeschaltet.

New Holland Die Spezialtraktoren «T4» von New Holland wurden überarbeitet und mit mehr Leistung, besserem Kabinenfilter, stärkerer Hydraulik, einem neuen Fronthubwerk und einem Zapfwelle-Paket ausgestattet. Die FPT-Motoren entsprechen den Vorschriften der Stufe 3b und leisten 55, 63, 73 und 79 kW. New Holland baut in jeder der vier Stärkeklassen eine V/N/F-Variante. Sie unterscheiden sich durch ihren Ausrüstungsstandard und die minimale Gesamtbreite. Insgesamt verbaut New Holland sechs verschiedene Getriebe – fünf optionale Varianten und das Standardgetriebe 16x16 Shuttle Command (30 km/h oder 40 km/h). Alle «T4 V»-Traktoren haben eine Allrad-Vorderachse. Alle «T4 N»- und «F»-Modelle sind auch mit einer «SuperSteer»-Vorderachse lieferbar. Dieses Alleinstellungsmerkmal von NH ermöglicht einen Einschlagwinkel von 76 °, was einem

Wenderadius von 2,9 m entspricht. Neu ist die automatische Allradschaltung von New Holland auch für «T4»-N/F-Modelle lieferbar. Der Allradantrieb schaltet bei mehr als 5 % Schlupf automatisch ein. Das Hydrauliksystem gibt es mit einer 64 l/ min-Standardpumpe oder mit der 82 l/ min-«MegaFlow»-Pumpe. Zudem gibt es eine separate Pumpe für die Lenkung. Die Standard-Zapfwellenausrüstung umfasst die Drehzahlen 540/540E. Optional gibt es die Wegzapfwelle und das Paket 540/540E/1000 U/min. Die «Blue Cab»-­ 4-Fahrerkabine gehört zwar zur Wunsch­ ausrüstung, bietet dafür Schutz der Kategorie 4. Diese beinhaltet ein zusätzliches Filtersystem und eine Überdruckbelüftung zum Schutz vor Staub, Aerosolen und Dämpfen.

Fazit Sie sind schmaler und kleiner, doch entsprechend ihrem Einsatzzweck müssen kaum und wenn, dann nur wenige technische Abstriche gemacht werden. Eine detailliertere Marktübersicht über Schmal­ spurtraktoren finden Sie unter www. agrartechnik.ch unter dem Link «Downloads». 

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Spezialkulturen

Vom Fendt GT über die «Zuza 3» bis zum ersehnten Jätroboter Die beiden Biobauern Stephan Müller und Martin Müller aus Steinmaur ZH setzen auf ihren Gemüsebaubetrieben einen vielfältigen Mix von Spezialmaschinen ein. Dabei kommen altbewährte Hackgeräte, aber auch moderne Maschinen zum Einsatz. Heinz Röthlisberger seit mehr als 20 Jahren, Martin Müller (36), nach der Übernahme des elterlichen Hofes, seit 2004. Die Familien sind mitei­ nander verwandt, beide Betriebe werden aber selbstständig geführt. Eine Zusam­ menarbeit gibt es etwa beim gemeinsa­ men Vermarkten von Gemüse und beim Einkauf und Austausch der Maschinen.

«Zuza 3» aus Polen

Fendt «GT 250» mit speziell hochgebautem Längsholm. Der Traktor ist einer von drei Fendt-Geräteträgern, die auf den Biobetrieben von Stephan und Martin Müller zum Einsatz kommen. Bilder: H. Röthlisberger

«Wer Biogemüse produziert, muss eine gewisse Auswahl an Hackgeräten, Strie­ geln und anderen Spezialmaschinen ha­ ben», sagt Stephan Müller. Denn wer nicht zum richtigen Zeitpunkt das richtige Gerät für die entsprechende Kultur zur Verfügung habe, der gewinne den Kampf

gegen das Unkraut nicht. Stephan Müller ist Betriebsleiter der BioLand Agrarpro­ dukte AG und weiss, wovon er spricht. Genauso wie Martin Müller vom Gemü­ sebaubetrieb Salenhof. Beide sind Bio­ gemüse-Produzenten im zürcherischen Steinmaur, der 60-jährige Stephan Müller

Stephan Müller (links) von der BioLand Agrarprodukte AG und Martin Müller vom Salenhof Gemüsebau. Die Bioproduzenten aus Steinmaur ZH setzen auf eine gemeinsame Mechanisierung.

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Zum Einsatz kommen auf den Betrieben von Stephan und Martin Müller altbe­ währte Maschinen, die es schon seit Ewigkeiten gibt, aber natürlich auch neue Maschinen. Oft handelt es sich dabei um Spezialentwicklungen, die man nicht ge­ rade um die Ecke findet. Zum Beispiel die «Zuza 3». «Wir haben diese Jätmaschine in diesem Frühling aus Polen importiert und sind nach den ersten Einsätzen durchwegs begeistert von deren Wir­ kung», erklärt Martin. Die «Zuza  3» ist zum Jäten von 1-reihigen Kulturen mit ei­ nem Abstand von 40 bis 50 cm geeignet. Angehängt wird das Gerät an die 3-Punkt-Hydraulik des Traktors. Ein Mann, der hinten auf einem Sessel sitzt, bedient zwei Jätarme, an denen unten je ein Drehelement mit Zinken angebracht

Dadurch, dass der Längsholm am Fendt-Geräteträger hoch angesetzt ist, können die verschiedensten Striegel und Hackgeräte unten angebaut werden.


Spezialkulturen

BioLand Agrarprodukte AG Biologischer Gemüsebaubetrieb in Stein­ maur mit verschiedenen Standbeinen. • Zum Betrieb gehören eine eigene Verarbeitung für Hofprodukte, eine Rüsterei / Packerei, zwei Hofläden und ein Eventbereich. Angegliedert ist zudem eine Gärtnerei mit sozialer Arbeit sowie ein Orchideen­ haus. • Betriebsleiter: Stephan und Agnes Müller • Insgesamt 45 Angestellte (davon 12 permanent) • Rund 65 ha landw. Nutzfläche, davon 2,5 ha geschützter Anbau

ist. Der Bediener schwenkt diese Jätarme in der Reihe zwischen den Stauden hin und her, lockert die Erde auf und besei­ tigt das Unkraut. Die Geschwindigkeit kann dabei hydraulisch verstellt werden. Ein Vorteil der Maschine ist, dass man mit diesen rotierenden Elementen sehr nahe an die Stauden herankommt. «Das Bedie­ nen der Jätarme braucht zwar ganz schön Konzentration und auch sehr viel Kraft in den Oberarmen, aber wenn sich der Trak­ torfahrer und der Bediener untereinander abwechseln, geht das schon», erklären die beiden. Die «Zuza 3», die Martin Mül­ ler im Internet entdeckt und selber impor­ tiert hat, ist in diesem Frühling bereits auf rund 60 Aren eingesetzt worden. Haupt­ sächlich in gestockten, 20 cm hohen Rha­ barbern. Infrage käme aber auch ein Ein­ satz in Kürbisfeldern oder auch in Baum­ schulen. Müllers sind so begeistert, dass sie beim Hersteller in Polen bereits eine 3-reihige «Zuza» mit mehr Flächenleis­ tung bestellt haben.

alles, was gesät werde, sei konkurrenz­ schwach. Deshalb ist es ihre Strategie, vor dem Säen zuerst das Unkraut auflaufen zu lassen und dieses dann vor dem Säen abzuflammen. Je nach dem auch erst nach dem Säen, wenn die Kultur noch nicht aufgelaufen ist. Um die Flächenleistung zu erhöhen, ha­ ben Müllers in diesem Frühling ihr altes Abflammgerät mit einem modernen 4,5-Meter-­ Abflammgerät vom holländi­ schen Hersteller Hoaf mit zwei unter­ schiedlich gewinkelten Gasreihen ersetzt. Mit diesem «Twin»-System gelangt man sehr gut in die Dämme von Karotten und Kartoffeln rein. Zudem hat das Gerät Luftunterstützung, damit die Hitze auch bei starkem Wind gut unter dem Gerät bleibt. «Mit der neuen Maschine verfü­ gen wir insgesamt über mehr Effizienz und haben zudem wahrscheinlich 15 bis 20 Prozent weniger Gasverbrauch als mit dem bisherigen Gerät», sagt Martin. Der Nachteil sei, dass das Gerät etwas schwer sei. Wenn der 200-Liter-Gastank vorne am 90-PS-Traktor leer sei, käme der Trak­ tor ins Kippen. Da müsse er sich noch et­ was überlegen. Das Abflammen lohne sich, da könne man am meisten Unkraut eliminieren. Es sei zwar schon eine Kostenfrage. Denn ei­ ne Hektare abzuflammen, koste rund 800  Franken. Wenn man diese Fläche aber auf Arbeitskosten fürs Jäten von Hand umrechnen würde, sei das Ab­ flammgerät insgesamt die günstigere Wahl.

Salenhof Gemüsebau Biologischer Gemüsebaubetrieb in Steinmaur. • Familienbetrieb mit 9 Angestellten • Betriebsleiter: Martin Müller • Rund 42 ha landw. Nutzfläche, davon 20 ha Gemüse, vorwiegend Lager­ gemüse wie Karotten, Zwiebeln, Ran­ den, Buschbohnen und Kartoffeln sowie diverse Lagersalate • Gewächshäuser (rund 20 Aren) mit Tomaten, Gurken • Anbau von Weizen mit anschliessen­ der Gründüngung. «Damit gönnen wir dem Boden eine Verschnaufpause vom Gemüsebau», sagt Martin Müller.

«Ein ganz wichtiges Gerät im Bioacker­ bau ist das Abflammgerät», sagt Martin Müller. Ob Rüebli, Randen oder Zwiebeln,

Ein paar Schritte weiter neben dem neu­ en Abflammgerät steht der Maschinen­ schopf. Und dort drinnen stehen drei Ra­ ritäten. Ein Geräteträger Fendt «250» so­ wie zwei Geräteträger Fendt «255». «Die haben wir seit 2001», sagt Stephan Mül­ ler. Damals sind bei einem Grossbrand al­ le unsere 13 Traktoren verbrannt, darun­

ter alle Hacktraktoren. «Geholfen hat uns Landwirt Ruedi Wepfer aus Oberstamm­ heim mit diesen drei Fendt-Geräte­ trägern.» Wepfer, der ein genialer Me­ chaniker sei, hat die drei Fendt-GT umge­ baut und mit neuen Längsholmen versehen. Diese Holmen hat er erhöht, sodass alle möglichen Hackgeräte und Striegel unten angebaut werden und die Geräte im Feld am Vorgewende problem­ los ausgehoben werden können. So, dass der Traktor schnell und einfach wenden kann. Einer der Geräteträger hat sogar ei­ ne Knicklenkung mit selbst aufgebautem Joystick und hydraulischem 8-Fach-Steu­ ergerät für alle möglichen Anwendun­ gen. «Alle drei Fendt-Geräteträger sind 30-jährig, haben zwischen 6000 und 9000 Stunden auf dem Tacho und sind dank der robusten Bauweise immer noch top», sagt Stephan Müller. Für den Ge­ müsebau gäbe es sicher auch neue Alter­ nativen, aber für seinen Betrieb passe das so. Es sei schon sehr schade, dass Fendt diese Traktoren nicht mehr herstelle. Die Geräteträger verfügen an der Front, Mitte und Heck über drei Anbauräume. «Nie geht einer der Traktoren aufs Feld mit nur einem Anbaugerät, da sind immer

Die «Zuza 3» vom polnischen Hersteller Jagoda. Das Gerät kann in 1-reihigen Kulturen wie Rhabarbern eingesetzt werden.

Mit diesen rotierenden Zinken-Tellern wird zwischen den Kulturen der Boden «aufgerissen» und das Unkraut entfernt.

Die Jätarme müssen von Hand hin- und hergeschwenkt werden. Das braucht viel Kraft in den Oberarmen. Bild: Screenshot Hersteller

Neues Abflammgerät

Drei Fendt-Geräteträger

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Spezialkulturen

Neues leistungsstarkes 4,5-m-Abflammgerät von Hersteller Hoaf. «Mit diesem haben wir mehr Leistung und einen geringeren Gasverbrauch als mit dem bisherigen», sagt Martin Müller.

mindestens zwei Geräte am Traktor angebaut, damit man zwei Arbeitsgänge in einem erledigen kann.»

Unverwüstliche Haruwy-Geräte Eindrücklich im Maschinenschopf von Müllers ist das Repertoire an Haruwy-Hackgeräten. Von verschiedensten Rahmen, Parallelogrammen, Scharen, Sternhacken, Zinken, Scheiben, Bürsten, Fingerhackkörpern – bei Müllers findet man mehr oder weniger alles, was der ehemalige Schweizer Hersteller aus Romanel-sur-Lausanne hergestellt hat. Vieles davon ist auf Lager. «Ich habe mal eine Serie von Hackkörpern und Rahmen als Reserve gekauft, sodass es in den nächsten zehn Jahren sicher ausreicht», sagt Stephan Müller, der von den Haruwy-Geräten schwärmt und vieles damit ausprobiert hat. Ein Vorteil der Haruwy-Elemente sei, dass sie sehr einfach und praktisch gebaut seien. «Zudem sind sie sehr schlank und hoch, damit hat man je-

derzeit vom Traktor aus eine gute Übersicht auf die Arbeit des Gerätes und kommt damit auch in hohes Gemüse wie Zwiebeln und Lauch rein.» Was sie viel benötigten, seien Zinken. «Denn in der Region Steinmaur ist das Land steinig. Im Gegensatz zum Seeland, wo sie alle 20 Jahre einen Satz Zinken auswechseln, benötigen wir pro Jahr deren zwei», sagt Müller mit einem Lachen. Vieles bauen sie ohnehin selber zusammen oder optimieren selbst neu gekaufte Maschinen. «Ich habe noch selten eine Maschine gesehen, die schon fertig ist», sagt der Gemüseproduzent. Apropos Tüfteln. Vor gut zwei Jahren hat er zusammen mit Matthias Linder aus dem Emmental eine Insekten-Absauggebläsemaschine entwickelt und gebaut, mit der man zum Beispiel Weisse Fliegen grossflächig aus dem

Zum Einsatz kommt auf den beiden Betrieben eine grosse Anzahl an Hackgeräten von Haruwy. Weil diese nicht mehr produziert werden, hat sich Stephan Müller einen grossen Vorrat an verschiedensten Hackkörpern gesichert.

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Extrem wendig: knickgelenkter Fendt-Geräteträger mit selbst aufgebautem Joystick für die Steuerung von 8 hydraulischen Funktionen.

Kohl absaugen kann. Diese Maschine ist derzeit bei der Landi in Kerzers in einem Versuch im Einsatz.

Das Warten auf den Roboter Auch wenn die altbewährte Technik «fast unschlagbar» ist und die derzeitige bereits viel Hightech aufweist: «Wir warten ganz klar auf den Jätroboter», sagt Müller. «Roboter werden uns helfen, Kosten einzusparen.» Auch wenn ein Jätroboter CHF 60 000.– bis 80 000.– kosten würde und die Flächenleistung nur begrenzt sei, «ich bin überzeugt, dass solche Roboter gekauft werden, sobald sie erhältlich sind. Dies aus dem einfachen Grund, weil Arbeitskräfte eingespart werden können.» Stephan Müller ist überzeugt: «Jätroboter werden kommen, die Frage ist nur wann.»

Stephan Müller schätzt an den Haruwy-Hackgeräten die sehr schlanken und hochgebauten Hackkörper. «Mit diesen hat der Fahrer jederzeit beste Übersicht und man kann sie auch in hohen Gemüsen einsetzen.»


Spezialkulturen

Risikofaktor Wasser Bewässerungswasser und Wasser zur Reinigung verarbeiteter Produkte, wie beispielsweise gewaschene und verpackte Schnittsalate, sollen aus mikrobiologischer Sicht von guter Qualität sein, damit der Salatkonsum kein Risiko darstellt. Ruedi Hunger Es gibt zwei Quellen mikrobieller Verunreinigungen von Salat. Einerseits durch Bewässerungswasser während des Anbaus, anderseits durch Waschwasser während der Verarbeitung. Krankheitsfälle beim Menschen, ausgelöst durch den Verzehr von mit Krankheitserregern belasteten Frischprodukten, rechtfertigen wissen­ schaftliche Richtwerte, erarbeitet durch Agroscope. Damit in Verbindung stehen Risikoanalysen für die Praxis. Es ist also nicht aus der Luft gegriffen, wenn im Zusammenhang mit Bewässerungswasser von einem gewissen Risikofaktor oder anders formuliert einem Restrisiko gesprochen wird. Zu den bakteriellen Krankheitserregern gehören verschiedene Stämme von Salmonellen und Listerien, die aus Umweltquellen auf Salatpflanzen gelangen und diese verunreinigen können.

Tabelle 1: Allgemeine Beurteilung der Quellen von Bewässerungswasser Herkunft des Wassers Allgemeine Beurteilung der Wasserherkunft Trinkwasser Grundwasser Wasserspeicher Fliessende und stehende Gewässer

• • • • • • •

Vielseitig genutzt und geeignet für alle Anwendungen Inklusiv Endreinigung Allgemein gute bis sehr gute mikrobiologische Qualität Risiko: Kontamination des Schachts Allgemein genügende Qualität Risiko: lokale Verunreinigungen sind möglich Grosse Unterschiede der biologischen Parameter während der verschiedenen Jahreszeiten und zwischen den verschiedenen Wasserläufen • Erhöhtes Kontaminationsrisiko

(Quelle: Agroscope, Merkblatt Nr. 61 / 2017)

Tabelle 2: Empfohlene Beprobungshäufigkeit in Abhängigkeit der Wasserherkunft. Gewässer

Parameter

Häufigkeit Zeitpunkt

Grundwasserbrunnen

E. coli Enterokokken

Alle 3 Jahre Juli

Regen- und Drainagenwasserspeicher, Teiche E. coli Enterokokken Fliessgewässer, Kanäle E. coli Enterokokken

1 × / Jahr

Juli

2 × / Jahr

Mai, Juli

Risikominimierung Mit präventiven Massnahmen kann der Gemüseproduzent das Risiko von pathogenen Bakterien auf ein Minimum reduzieren. Dabei sind zwei Punkte zu beachten: • Keine Anhäufung, Lagerung und Verteilung von Mist, Gülle und Gärsubstraten im gemüsebaulichen Umfeld. Der Einsatz organischer Dünger vor dem Pflanzen und nach der Ernte ist möglich. Dabei sind aber die Eigenschaften und die gemüsebauliche Eignung des Düngers, dessen Ausbringzeitpunkt und der Abstand zur Folgekultur sowie dessen Ausbringform zu beachten.

Wasser aus einer sauberen Bezugsquelle ist normalerweise kein Risiko für den Gemüseanbau. Bild: zVg

• Die sorgfältige Verwendung von geeignetem Wasser für die Bewässerung und das Waschen des geernteten Salates mit Trinkwasser.

Die Niederschlagsmengen können regional und von Jahr zu Jahr stark abweichend sein. Eine Produktion von qualitativ hochwertigem Gemüse ohne Bewässerung ist im heutigen Gemüsebau nicht mehr vorstellbar. Tabelle 1 zeigt die gängigen Bezugsquellen von Bewässerungswasser und deren allgemeine Eignung.

Salat innerhalb von vier Wochen wiederholt werden. Bei deutlich höheren Werten ist eine Karenzzeit für diese Wasserquelle von zwei Wochen bis zur Ernte einzuhalten. Zu den allgemeinen Hygienemassnahmen zählen, dass der geerntete Salat mit Trinkwasser auf dem Betrieb gewaschen wird und die Kühlkette strikte eingehalten wird. Das Personal soll hinsichtlich Hygiene bei Feldarbeiten, Transport und Lagerung sensibilisiert werden. Wasserleitungsrohre sollten während der Lagerung keinen Kontakt zum Boden haben. Vor Inbetriebnahme ist das Rohrmaterial gründlich zu spülen.

Vorerntezeitabschnitt

Fazit

Bewässerungswasser soll gemäss Tabelle 2 analysiert werden. Die Probeentnahme und der Transport zum Labor sind fachgerecht durchzuführen. Das Wasser ist an verschiedenen Stellen eines Gewässers zu entnehmen. Im Interesse eines vorbeugenden Gesundheitsschutzes für den Verbraucher ist eine mikrobiologische Analyse des Ernteprodukts von ebenso grosser Bedeutung wie jene des Bewässerungswassers. Falls die Richtwerte beim Bewässerungswasser überschritten werden (gemäss DIN 19650), soll die Analyse für Wasser und

Bewässerungswasser führt nicht automatisch zu erhöhten Werten von Bakterien im Ernteprodukt. Dem Waschen mit Wasser in Trinkwasserqualität nach der Ernte kommt aber grosse Bedeutung zu. Bei Verwendung von Bewässerungswasser mit erhöhten Werten ist diese Massnahme zwingend. Die Kühlung während des Transports, im Verkauf und bei der Lagerung ist ebenso wichtig, um eine geringe Keimzahl auf dem Produkt sicherzustellen.

Wasserbezugsquellen

Quelle: Agroscope, Merkblatt Nr. 61 / 2017

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Spezialkulturen

Zunehmend eine Frage der Qualität Mit dem Klimawandel steigt auch beim Gemüsebau der Bewässerungsbedarf. Wasserknappheit kann zu Ertragsausfällen führen. Nicht nur das, bei Gemüse ist ein genügendes Wasserangebot auch eine Frage der Qualitätssicherung.

durch den Regner fliessen. Der hohe Arbeitsaufwand für Installation und Deinstallation führt dazu, dass die Rohrleitungen während der Kulturzeit auf dem Feld bleiben und erst zur / nach der Ernte abgebaut werden. Dies mit dem Vorteil, dass auch während kurzen Trockenperioden rasch bewässert werden kann. PE-Rohre eignen sich besser für unförmige Parzellen. Bei Rohren mit kleinem Durchmesser beschränkt sich die sinnvolle Leitungslänge auf 250 m, weil sonst die Reibungsbeziehungsweise Druckverluste zu gross und die Wasserverteilung zu stark variiert.

Ruedi Hunger

Mobile Beregnungsmaschinen

Für Freiland-Gemüse kommen mehrere Bewässerungsverfahren infrage. Je nach Wasserverfügbarkeit, Gemüseart und Schlaggrösse sind dies Rohr-Sprinkler-Anlagen, Rollomat mit Grossflächenregner oder Düsenwagen und schliesslich die effizienteste aller Möglichkeiten, die Tropfbewässerung. Nachfolgend sind die verschiedenen Verfahren kurz umschrieben.

Rohrbewässerung Die Rohrbewässerung ist ein «Reihenregnerverfahren», das in Form einer oder mehrerer Regnerleitungen an eine Hauptoder Zubringerleitung angeschlossen wird. Die früheren Bandstahlrohre wurden durch Alu-Rohre abgelöst und jetzt kann ein ähnlicher Trend beim Wechsel auf PE-Rohre beobachtet werden. Eher selten gibt es auch Rohr-Schlauch- und

Schlauch-Schlauch-Systeme. Entscheidende Grössen sind der Rohrdurchmesser, die Länge der Leitung und die Anzahl der eingesetzten Regner. Die Einzel-Rohrlänge misst üblicherweise 6 m und der Rohrdurchmesser beträgt 50/63/70  mm oder 75  mm beziehungsweise 2, 3 oder 4 Zoll. Für eine gleichmässige Wasserverteilung hat sich ein Regnerabstand von 12 m und ein Reihenabstand von 24  m bewährt. Die eingesetzten Schwachregner erreichen eine Beregnungsintensität von 3 bis 7  mm/h bei 2,5  bar am Regner (rund 5  bar am Hydranten). Es werden Düsengrössen von 4,8  mm bis 6  mm eingesetzt. Die oft verwendete Standarddüse ist die 5-mmDüse. Damit sich der Wasserstrahl einer 6-mm-Düse richtig auflöst, muss gegenüber einer 5-mm-Düse 45 % mehr Wasser

Seit Beginn der 1970er Jahre gibt es trommelbare Kunststoff-Schläuche. Seither wurden mobile Beregnungsmaschinen zum dominierenden System für die allgemeine Feldberegnung. Es wird unterschieden zwischen Beregnungsmaschinen mit Einzel- oder Starkregner und solchen mit einem Düsenwagen. Grossregner – auch Beregnungsmaschinen oder Schlauchrollen genannt – sind in landwirtschaftlichen Kulturen weitverbreitet. Sie eignen sich mit einigen Einschränkungen auch für den Feldgemüseanbau. Vorausgesetzt, Düsendruck und Fördermenge sind aufeinander abgestimmt, fällt ein ebenso feiner Regen wie bei Sprinklern. • Rollomat mit Starkregner Mittel- und Starkregner erreichen eine Beregnungsintensität von 15 bis 20 mm/h oder 21 bis 40  mm/h (bei Bedarf noch

Zunehmend werden beim Gemüse- und Beerenanbau (Bild) wassersparende Systeme bevorzugt. Bild: R. Hunger

Unterirdisch verlegte Tropfbewässerung befeuchtet gezielt und effizient den Wurzelraum der Pflanzen. Bild: zVg

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Ein oberirdisches Tropfsystem mit Dammkontakt ist die günstigste Version der Tropfsysteme. Bild: zVg


Spezialkulturen

Tabelle 1: Technische Daten zu Kreis- und Sektor­regner (Beispiel) Kreisregner mit ¾-Zoll-Anschluss; Wurfweite 16 bis 20 m Düse

Druck

Wurf ­weite

Wasserverbrauch

4,4 mm

4,2 bar

16 m

1500 l/h

5,2 mm (Normdüse)

4,2 bar

17 m

2100 l/h

5,5 mm

4,2 bar

17 m

2400 l/h

5,5 mm

4,9 bar

18 m

2560 l/h

6,0 mm

4,9 bar

20 m

3420 l/h

Sektorregner mit ¾-Zoll-Anschluss; Wurfweite bis 14 m 4,0 mm

3,5 bar

13 m

1200 l/h

4,4 mm

3,5 bar

14 m

1360 l/h

4,0 mm + 2,38 mm Zusatzdüse

3,5 bar

13 m

1550 l/h

4,4 mm + 2,38 mm Zusatzdüse

3,5 bar

14 m

1700 l/h

(Quelle: Fritz Streit AG)

mehr). Zur Nutzung der möglichen Wurfweite, vor allem aber für eine gute Strahlauflösung, ist ein Wasserdruck am Hydranten ab 7 bis 8 bar erforderlich. Die Windanfälligkeit ist hoch, was zu entsprechenden Wasserverlusten und einer schlechten Wasserverteilung führen kann. Bedingt durch den hohen Betriebsdruck, ist der Energiebedarf relativ hoch. Ein häufig verwendeter Schlauch-Aussendurchmesser beträgt 90  mm. Der Volumendurchfluss liegt zwischen 30 und 70  m3/h bei nutzbarer Beregnungsbreite von 58 bis 82 m. Mit Nahbereich-­Düsen wird der «Tot-Bereich» zwischen Schlauch-

Tabelle 2: Übersicht der Vor- und Nachteile verschiedener Bewässerungssysteme System

Vorteile

Nachteile

Reihenregner + Einfache Technik und einfache (Alu- oder PE-Rohr und Handhabung, daher universell Standregner) einsetzbar + Geringe, bodenschonende Niederschlagsmenge (ca. 5 mm) + Bodenschonende Intensität + Geeignet für unförmige Parzellen + Frostschutzberegnung möglich

– Ungleichmässige Wasserverteilung – Windanfälligkeit – Behinderung von Pflegemassnahmen im Feld – Arbeitsintensiv

Rollomat mit Stark­regner

+ Grosse Beregnungskapazität + Geringer Arbeitsaufwand + Gleichmässige Wasserverteilung, (wenn kein Wind!) + Rasches Verstellen der Anlage zu anderen Kulturen + Das Verstellen beansprucht weniger Zeit als Sprinkler

– Grosse Windanfälligkeit – Hohe Niederschlagsintensität (ungeeignet für Neupflanzungen) – Gefahr für Bodenverschlämmung – Hoher Betriebsdruck notwendig – Ungeeignet auf kleinen und unförmigen Parzellen – Heisse Tage: Geht einige Std., bis letzte Pflanze Wasser erhält

Rollomat mit Düsen­wagen

+ Grosse Beregnungskapazität + Präzise Wasserverteilung + Exakte Randberegnung + Geringe Windanfälligkeit + Niedriger Düsendruck ermöglicht geringeren Betriebsdruck

- Mässige bis hohe Niederschlags-Intensität - Wasserverteilung ungenau, wenn Fahrspur uneben ist - Ungeeignet auf kleinen und unförmigen Parzellen - Teurer als Starkregner

Tropfen- ­Bewässerung

+ Einsparung von Wasser und Energie + Weniger Verdunstung + Geringer Krankheitsdruck (keine feuchten Pflanzen) + Nicht windanfällig + Niedriger Betriebsdruck + Fertigation (Flüssigdünger) möglich

– Arbeits- (und Kapital-)intensiv – Einschränkung der mechanischen Pflege möglich – Verstopfungsgefahr (sauberes Wasser notwendig) – Ungleichmässige Bodendurchfeuchtung (relevant bei ganzflächiger Folgekultur)

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Spezialkulturen

t­rommel und Regner abgedeckt. Ist die zu bewässernde Fläche schmaler als die Regner-Wurfweite, kann mit der nötigen Vorsicht in Verbindung mit einem schnelleren Einzug auch über die Sektor-Begrenzung ein schmaler Streifen beregnet werden. • Rollomat mit Düsenwagen Der Düsenwagen ist eine Weiterentwicklung der Bewässerungsmaschinen mit Starkregner. An seiner Stelle wird auf einem vierrädrigen Fahrgestell eine Auslegertechnik mit Bewässerungsbreiten zwischen 14 m und über 70 m angeboten. Zusätzlich wird die Arbeitsbreite mit Weitstrahldüsen an den Balkenenden beidseits um jeweils zehn Meter ver­ breitert. Je grösser die Arbeitsbreite, desto wichtiger sind ein horizontaler und ein vertikaler Pendelausgleich. Im Gegensatz zum Starkregner erfordern die

Tabelle 3: Wasserbedarf von Gemüsekulturen Wasserbedarf ausgewählter Gemüsekulturen (UFA Revue 05/2015) Hoch (bis 600 mm)

Mittel (bis 400 mm)

Gering (bis 200 mm)

Rosenkohl Lagerkabis Karotten Sellerie

Blumenkohl Petersilie Lauch Fenchel

Nüssler Erbsen Buschbohnen Spinat

geringem Energieaufwand den Pflanzen zur Verfügung gestellt werden. Die Anlagen arbeiten mit Betriebsdrücken von 1 bis maximal 4 bar. Bei oberirdisch verlegter Tropfbewässerung werden nur die Bereiche unter den Tropfstellen durchfeuchtet. Je nach Bodenart beträgt die maximale Speicherkapazität 1–4  l je Tropfstelle und Tag. Die direkte Wasserverdunstung über die Bodenoberfläche ist wesentlich geringer als bei flächendeckender Beregnung (oder bei natürlichen Niederschlägen). Fehlt ein geschlossenes

Laut Tabelle 4 muss pro Hektar bei Verwendung von Alu-Rohren und Regner mit Anschaffungskosten von CHF 13 000.– gerechnet werden. Die Variante mit PE-Rohren ist rund 12 Prozent billiger. Die fixen Kosten liegen damit jährlich zwischen CHF 1000.– und 1080.–. Düsen nur einen Wasserdruck von 1,5 bis 2,0  bar und erzeugen damit eine Tropfengrösse, die sowohl pflanzen- als auch bodenschonend ist. Die Distanz Düse bis Zielfläche ist relativ kurz und die Wind­ anfälligkeit daher entsprechend tief. Die Wasserverteilung ist gleichmässig gut, ausser wenn bei grossen Arbeitsbreiten die Fahrspur uneben ist (daher ist ein automatischer Balkenausgleich notwendig).

Tropfbewässerung Tropfbewässerungsanlagen gehören zu den Mikrobewässerungsverfahren. Das Wasser kann ganz gezielt und mit relativ

Blätterdach, wird die eingestrahlte (Sonnen)-Energie nicht vollständig über verdunstetes Wasser abgeführt, sondern zum Teil an der trockenen Bodenoberfläche reflektiert. Es verdunstet daher weniger. Nachteilig ist der hohe Arbeitsaufwand für Installation und Deinstallation. Tropfbewässerungsanlagen bestehen in der Regel aus drei Bauteilen, die je nach Anlage und in Abhängigkeit vom Anwendungsgebiet ergänzt oder reduziert werden können: 1. Der Kopfeinheit, bestehend aus Armaturen wie Magnetventile, Druckregulatoren, Filterelemente, Wasserzähler und Düngerbeimischgeräte.

Tabelle 4: Kosten der Bewässerungsverfahren ohne Pumpen(station), Zubringerleitung und Kopfsystem Reihen­ Reihen­ Rollomat Rollomat regner Alu regner PE 350 m 350 m Starkregner Düsenwagen Anschaffungskosten

13 000.–

10 000.–

26 500.–

36 500.–

6000.–

Abschreibedauer

15 Jahre

12 Jahre

12 Jahre

12 Jahre

3 Jahre

Abschreibung

650.–

625.–

1656.–

2406.–

1500.–

Jährliche Auslastung

200 Std.

200 Std.

250 Std.

250 Std.

105 Std.

Fixe Kosten (jährlich)

1078.–

1000.–

2437.–

3397.–

1805.–

Variable Kosten (Std.)

2.02

1.55

2.65

3.85

4.65

Quelle: KTBL, TractoScope17; (Preise in CHF)

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Tropfbewässerung (Tropfsystem)

Schweizer Landtechnik 6/7 2018

2. Der Zuleitung, beinhaltet Haupt- und Verteil-Leitungen sowie Verbindungsstücke. 3. Dem Tropfsystem, es besteht aus Tropfleitungen, Tropfschläuchen oder Einzeltropfern. Bei Tropfbewässerungsanlagen wird zwischen «oberirdisch» (mit Boden- oder Dammkontakt), «oberirdisch hängend» (+50 cm, beispielsweise für Obst- und Rebanlagen) oder «unterirdisch» (–30 cm in der Erde) verlegten Anlagen unterschieden. Beim Tropfsystem wird zusätzlich zwischen druckkompensiertem und nicht-­ druckkompensiertem Schlauch differenziert. Ein druckkompensiertes Tropfsystem garantiert auch bei längeren Lei­ tungen und nicht ebenen Parzellen eine gleichmässige Wasserverteilung, was bei den nichtdruckkompensierten Systemen nicht der Fall ist. Die Kosten für ein Tropfsystem belaufen sich laut Tabelle  4 bei einer 3-jährigen Abschreibedauer (Nutzung) auf rund CHF 6000.–, was Fix-Kosten von jährlich CHF 1805.– verursacht.

Kosten Die Bewässerung ist eines der teuersten Betriebsmittel in der Landwirtschaft. Neben dem Kapitalbedarf für die Technik spielt auch der Arbeitszeitbedarf eine entscheidende Rolle bei der Auswahl der Bewässerungstechnik. Tabelle 4 zeigt die Kosten des jeweiligen Bewässerungsverfahrens als groben Anhaltspunkt. Insbesondere die Kosten für die Wasserbeschaffung (Pumpen, Pumpstationen) und für die Zubringerleitungen sowie das Kopfsystem für die Tropfbewässerung sind nicht berücksichtigt.

Fazit Es gibt auch für den Gemüseanbau nicht das eine richtige Bewässerungsverfahren. Neben den Kosten spielt je länger, desto mehr eine hohe Wassereffizienz die entscheidende Rolle. In Sachen Effizienz hat die Tropfbewässerung einige wichtige Vorteile. Quellen: KTBL- und Inforama-Merkblätter


Spezialkulturen

Möglichkeit ist die zusätzliche Bestimmung des Blattwasserpotenzials. Neue, sogenannte Wasserhaushaltsmodelle berechnen aufgrund von Bodenkennzahlen und Witterungsdaten eine Bewässerungswürdigkeit. Erfahrungsgemäss wird sich der Winzer durch Beobachtung seines Rebberges ein direktes Bild über die Wasserversorgung verschaffen.

Bewässerungstechnik

Qualitätssicherung im Weinbau durch gezielte Tropfbewässerung. Bild: zVg

Wasser sichert Qualität Extreme Witterungsbedingungen mit längeren Trocken­ perioden machen das Bewässern im Weinbau immer brisanter – zumal es in erster Linie nicht ums Überleben der Rebstöcke geht, als vielmehr um Qualitätssicherung. Ruedi Hunger Ältere Rebstöcke sind allgemein dafür bekannt, dass sie dank ausgeprägtem und tiefreichendem Wurzelwerk, verglichen mit jungen Reben, bei gleicher Wasserversorgung weniger unter Trockenstress leiden. Kommt es in einem Rebberg infolge fehlender Niederschläge zu Wassermangel, verstärkt die Wurzel des Rebstocks die Synthese von Abscisinsäure (Phytohormon). Diese wird in die oberirdischen Organe transportiert und löst dort verschiedene Reaktionen aus. Zum einen schliessen sich die Spaltöffnungen und sichern der Rebe einen ökonomischen Umgang mit dem Wasser. Zum anderen werden das vegetative und das generative Wachstum gehemmt. Schliesslich vermindert sich die Assimilationsleistung und die Reife wird beschleunigt.

litätsbetonte Bewässerung erfolgt deshalb erst nach der Sistierungsphase, beziehungsweise nach dem Traubenschluss.

Bewässerungsschwellenwert Reben wurzeln aufgrund ihres Alters unterschiedlich tief und erschliessen somit das Wasserpotenzial im Boden auch unterschiedlich tief. Daher ist die Bestimmung des richtigen Zeitpunkts für den Bewässerungsbeginn nicht einfach zu wählen. Der Bewässerungsschwellenwert kann, mit der erwähnten Unsicherheit, durch punktuelle Messung der Bodenwasserversorgung erfolgen. Eine andere

Infrage kommen Überkronenbewässerung und Tropfbewässerung. Die Überkronenbewässerung ist mit einigen Nachteilen behaftet. Beispielsweise der hohe Wasserverlust, verbunden mit einer Bodenverschlämmung und entsprechend schlechter Befahrbarkeit. Ein weiterer gravierender Nachteil ist das Potenzial der erhöhten Pilzgefahr, verursacht durch das feuchte Mikroklima in und zwischen den Reben. Diese Probleme werden weitgehend ausgeschaltet, wenn eine wassersparende Tropfbewässerung mobil verlegt wird. In Rebanlagen mit bodenbedingt häufigem Trockenstress ist die Installation einer stationären Tropfbewässerung die richtige Wahl.

Fazit Trockenstress kann sich bei Reben negativ auf die spätere Weinqualität auswirken. Dabei spielen verschiedene Bodenparameter, wie Tiefgründigkeit, Bodenart und Humusanteil eine entscheidende Rolle. Um die Forderung nach Bewässerungswürdigkeit zu erfüllen, ist eine angepasste und wassersparende Bodenpflege, verbunden mit entsprechender Einflussnahme auf die Blattfläche (Laubschnitt, Laubwandhöhe), und die Ertragsleistung (Anschnitt, Trauben teilen) notwendig.

Zeitpunkt entscheidet über Qualität Der Bewässerungszeitpunkt ist stark dafür verantwortlich, ob der Bewässerungserfolg mehr in Richtung Ertragssteigerung oder in Richtung Qualitätssteigerung verläuft. Zu Beginn der Beerenentwicklung erfolgt das Dickenwachstum vor allem durch Zellteilung und Zelldehnung. Kommt es in dieser Phase zu einem Überangebot an Wasser, begünstigt dies eine Volumenzunahme und damit eine höhere Ertragsleistung, was aber auf der anderen Seite der Qualität abträglich ist. Eine qua-

Moderater Wasserstress kann sich bei Rotwein qualitätsfördernd auswirken, starker Wassermangel führt aber zu Qualitätseinbussen. Bild: R. Hunger

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Spezialkulturen

Akku versus Benzin­tank Akku-Geräte erobern immer grössere Marktanteile. Keine Abgase, weniger Vibrationen und tieferer Lärmpegel sind die Hauptargumente für Akku-Geräte. Insbesondere bei den Profi-Kettensägen sind sie aber noch nicht vertreten. Doch was nicht ist, soll noch werden. Ruedi Hunger Laut Stihl hat sich der Markt für Akku-­ Geräte erst dank der Lithium-Ionen-­ Technologie so rasant entwickeln können (geringe Selbstentladung). Die Hersteller sehen je nach Positionierung leicht bis stark wachsende Marktanteile bei den Akku-Geräten. Es gibt Anbieter, die aus­ ser wenigen Spezialanwendungen nur noch Akku-Geräte herstellen. Im Moment gibt es aber noch keine sichtbaren Zeichen, dass in Zukunft herstellerübergreifend «normierte» Akkus auf den Markt kommen. Ein Anliegen, das aber aus Sicht des Käufers und Anwenders begrüssenswert wäre. Ein Hindernis sind im Moment die spezifischen Leistungsanforderungen und das darauf abgestimmte Batterie-­ Abgesehen von Spezialanwendungen, werden Akku-Geräte ihre Marktanteile in naher Zukunft stark ausbauen. Bild: Stihl Management-System (BMS). Momentan deckt keine Herstellergarantie die Verwendung von Fremd-Akkus ab. Die echten Hochleistungs-Blasgeräte sind Energiebedarf relativ hoch ist. Mit einem Wechsel-Akku (und einer kleineren Erho«noch» mit einem Benzinmotor ausgeSystemgedanke stattet und erreichen Luftgeschwindig­ lungspause) ist ein kontinuierliches ArbeiEin Akku – viele Anwendungen. Ein guter keiten von über 100 m/s, so auch alle ten möglich. In Verbindung mit einem rückentragbaren Akku verlängert sich die Gedanke, aber so richtig durchsetzen rückentragbaren Geräte von Stihl. Die Laufzeit auf einen ganzen Tag. Der frankann er sich (noch) nicht. Irgendwie auch Li-Ion-Akku-Geräte mit 36-V-Leistung erzösische Hersteller Pellenc bietet die Henachvollziehbar, sind die Ansprüche einer zielen etwa die Hälfte, dies bei einem 3 Kettensäge nicht die gleichen wie jene eiLuftstrom um 13  m /min. Auf Anfrage ckenschere «Helion» ausschliesslich mit ner Heckenschere. Dolmar hat einen sagt Marc Zwahlen, Stihl-Vertrieb einem rückentragbaren Akku an. Diese Schritt in die richtige Richtung gemacht. Schweiz, dass aktuell mit dem 36-V-LiAkkus ermöglichen Einsatzzeiten um Da die Akkus aus dem Mutterhaus MakiIon-Akku keine vergleichbare Leistung zu 20 Stunden. ta kommen, passen sie neben der Säge einem rückentragbaren Benzin-Blasgerät auch zu Akku-Schraubern und anderen möglich ist. Freischneider und Hoch-Entaster Handwerkzeugen. Was dann wieder beDie Lärmemissionen der Akku-Geräte Gegensätzlicher könnte das Einsatzspektdeutet, dass die Akkus im Vergleich zu sind wesentlich tiefer. Akkus von Blasgerum der beiden Geräte kaum sein. DenMitbewerbern nur geringe Kapazität, bei räten der mittleren Leistungsklasse, wie noch gibt es Gemeinsamkeiten, eine da18-V-Spannung aufweisen. Das Problem sie vom Lohnunternehmer oder Landwirt von ist der Trend zum Akku. Husqvarna löst Dolmar mit zwei Akkus für die Ketbeispielsweise bietet gleich viele, nämlich gerne zur Grobreinigung von Mähdretensägen. Damit handelt sich der deutschern, Quader- oder Rundballenpressen je drei, Hoch-Entaster jeweils mit oder sche Hersteller ein etwas höheres Geauf der Maschine mitgenommen werden, ohne Akku an. Alle Anbieter sehen eine wicht ein. Auch bei Husqvarna können müssen am Morgen geladen sein, sonst steigende Nachfrage nach Akku-Geräten. Akkus für verschiedene Geräte verwenreicht es nicht den ganzen Tag. det werden, bei Stihl dasselbe. Doch herSicherheit stellerübergreifend ist es nicht möglich. Heckenscheren, Trimmer und Co. In dieser Gerätegruppe ist die Akku-TechDie Sicherheitsbedenken wegen überBlasgeräte nik weitverbreitet. Eine Akku-Heckenhitzter Akkus (nicht explodierend) sind Blasgeräte sind nicht zuletzt auch in der schere arbeitet verhältnismässig lange am bei fachgerechtem Umgang unbegrünLandwirtschaft beliebt. Auf dem Markt Stück, erfordert aber nicht allzu viel Enerdet. Der tagtägliche Umgang mit Benzin sind viele Hobby-Geräte aus fernöstlicher gie. Daher ist ein Akku mit geringerer Ka(Lagerung inbegriffen!) ist wesentlich Produktion. Je nach Hersteller ist das Anpazität und tieferem Gewicht empfehgefährlicher einzustufen. gebot Akku-/Benzingerät etwa 50:50. lenswert. Anders beim Blasgerät, wo der 30

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Spezialkulturen

Tabelle 1: Heckenschneider/-scheren

Akku-Technologie

Stihl-Heckenschneider «HLA-65» Li-Ion Pro

Husqvarna-Hecken­ schere «536LiHD60X» Li-Ion

Metabo «AHS 36-65» V Heckenschere Li-Ion

Pellenc «Helion 2 Compact» Li-Ion

Spannung

36 V

36 V

36 V

43,5/44,4 V

Akku-Laufzeit

50 min

Nur rückentragbare Akkus

Schnittlänge

Je nach Akku: 60 bis 800 min 50 cm

63 cm

bis 75 cm

Max. Schnittstärke

26 mm

Gewicht

3,5 kg (ohne Akku)

3,8 kg (ohne Akku)

4,1 kg (inkl. Akku)

3,5 kg

Schalldruckpegel

85 dB(A)

78 dB(A)

67 dB

84 dB(A)

Stihl sieht Akku-Motorsensen aus dem «AkkuSystem Compact» in erster Linie noch beim Privatanwender. Für den Freischneider eignen sich rückentragbare Akkus gut. Im Gegensatz zur Kettensäge stört das Kabel kaum. Die Kapazität ist aber doch um einiges grösser.

60 cm

18 mm

Tabelle 2: drei Akku-Kettensägen im Vergleich

Nennspannung

Dolmar «AS3835Z» 2×18 V

Husqvarna «536 Li XP» 36 V

Stihl «MSA 200 C-BQ» 36 V

Gewicht inkl. Akku + Schneidgarnitur

4,7 kg

3,9 kg

5 kg

Max. Kettengeschwindigkeit

20 m/s

20 m/s

k. A.

Vibrationswerte

5,3 m/s²

2,5/2,8 m/s²

4,6/3,9 m/s²

Schalldruckpegel

100,4 dB (A)

106 dB (A)

95 dB (A)

Kettensägen

Schwertlänge

35 cm

35 cm

30/35 cm

Eigentlich wurden diese zuerst für Garten- und Landschaftsbau oder Zimmereien entwickelt, nicht aber für den Forst­ einsatz. Dennoch getrauen sie sich immer weiter in den Wald und zeigen ihr Können beim Durchforsten von gemischten Beständen, mit Durchmessern bis zu 30 cm. Dabei zeigt es sich, dass sie die Beschleunigung ihrer benzinbetriebenen «Schwestern» nicht erreichen, aber ihre Arbeit gut erledigen können. Eine weitere Einschränkung, die ein Anwender von Akku-Sägen in Kauf nehmen muss, ist die beschränkte Laufzeit. Mit einem zweiten Akku ist die Säge zwar rasch wieder betriebsbereit – der Wechsel geht rascher als das Auftanken einer Benzin-Säge – doch eine Ladestation im Wald gibt es noch nicht. Ein rückentragbarer Akku an sich wäre eine

Akku-Typ

Li-Ion BL 1850B BLi 150

AP 300

Ah/Akku

90 Wh

151,2 Wh

227 Wh

Nennkapazität

5,0 Ah

4,2 Ah

2,1 Ah

Preis (ohne Akku/Ladegerät)

ab CHF 630.–

ab CHF 505.–

ab CHF 490.–

Preis (2 Akkus, Ladegerät, Koffer)

ab CHF 320.–

ab CHF 240.–

ab CHF 340.–

Mit dem Rückensprühgerät «Rex 15» können während einer Akku-Ladung (14,5 Std.) bis 1300 l ausgebracht werden. Bild: Birchmeier

Laufzeit

bis 45 min

gute Sache (Säge wäre um Akkugewicht leichter), doch das Verbindungskabel ist mehr als hinderlich und das Sägen-Handling deshalb eingeschränkt. Speziell bei Akku-Sägen ist es wichtig, dass diese in betriebsbereitem Zustand, also mit eingesetztem Akku, eine ausgewogene Gewichtsverteilung (vorne/hinten) aufweist.

Sprühgeräte, wie sie Birchmeier herstellt, werden oft in lärmsensibler Umgebung, wie Schulanlagen und Friedhöfen oder abgassensiblen Innenräumen in Gewächs- und Glashäusern, eingesetzt. Unter diesen Bedingungen bietet Akku-Technik gegenüber Benzin-Motor-Geräten wesentliche Vorteile.

Sprühgeräte

Eigenschaften

Die klassische Rückenspritze und die Fast ausnahmslos werden Li-Ionen-Akkus grös­­ seren Zweirad- und Schubkarren-­ eingesetzt. Dank ihrer geringen Selbst-

Rückentragbare Akkus verlängern die Einsatzzeiten der Geräte wesentlich. Bild: Pellenc

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Spezialkulturen

entladung und der hohen Lebensdauer von über eintausend Ladezyklen bewähren sich diese Akkus. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Akkus jederzeit geladen und entladen werden können. Elektronik schützt den Akku vor schädlicher Tiefentladung. Akkus können in einem Ladezustand von 20 bis 40 % gut gelagert werden, vor längeren Arbeitspausen (Rasenmäher über Winter) soll er aber auf rund 80 % hochgeladen werden. Die Lagertemperatur soll oberhalb 0 °C sein. Das heisst nun nicht, dass ein Gerät nicht bei Minustemperaturen eingesetzt werden kann. Als grobe Faustregel gilt, dass ein Li-Ion-Akku die ganze Temperaturspanne mitmacht, die der menschliche Körper auch gut erträgt. Lediglich bei direkter Sonneneinstrahlung oder hohen Sommertemperaturen kann es sein, dass er zu heiss wird und die Elektronik den Akku abschaltet. Rücken-Akkus bringen 5 bis 10 kg auf die Waage. Das Gewicht ist also nicht zu vernachlässigen, auch wenn die Traggurten breit und ein oder zwei Bauchgurten vorhanden sind. Der Strom gelangt dann über eine «Nabelschnur» und ein Passstück (wie Akku) auf das Gerät. Den aktuellen Füllstand im Rücken-Akku kann der Anwender über LED-Anzeige oder per Tastendruck ablesen.

Akku-Sprühgeräte von Birchmeier Bei Birchmeier Sprühtechnik in Stetten AG hat der Umsatzanteil der Akku-Geräte bereits fast 100 % erreicht. «Alle Birch­ meier-Geräte bis 50 l sind mit modernster Akku-Technik ausgerüstet. Die 75-l- und 130-l-Schubkarren-Sprühgeräte haben wir Anfang Jahr auf Akku umgestellt. Die beiden Modelle ‹A75› und ‹A130› sind vorerst auch noch als Benzin-Version erhältlich», sagt Stefan Meyer vom Marketing und Verkauf bei Birchmeier. Seit Jahren

ein Käufer von Akku-Geräten bis vor ein, zwei Jahren bei seinem Händler noch auf Skepsis. Zweifellos wird sich für den Fachgerätehandel in den kommenden Jahren vieles ändern bezüglich Motorgeräte. Der grösste Einschnitt wird der Wegfall von Zündkerze, Luftfilter und Betriebsstoffe sein. Gleichzeitig muss der Fachbetrieb neue Aufgabenfelder erschliessen, so beispielsweise das Updaten von Steuerungssoftware. Das bedeutet, dass der Fachhandel weiterhin für die klassischen, kraftstoffbetriebenen Motorgeräte einen hervorragenden Service bieten muss, gleichzeitig aber auch hohes Fachwissen für Akku-relevante Themen braucht.

Billiger Unterhalt – hoher Kaufpreis? Was ändert sich (sonst) noch? Im Bereich der Kleingeräte waren Service und Unterhalt jahrzehntelang auf Benzinmotoren ausgerichtet. Nicht selten stiess

Akku-Geräte haben einen verhältnismässig hohen Kaufpreis. Allerdings, und das der positive Aspekt, die Betriebskosten sind tiefer als bei vergleichbaren Benzin-

Noch sind die Akku-Sägen nicht unbedingt für den Profi-Anwender im Wald gedacht. Bild: Echo

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gehören die Schubkarren-Sprühgeräte zum festen Sortiment. Neben den bekannten «Rückenspritzen» sind die Modelle mit einem 75-l- bzw. 130-l-Tank für grössere Flächen und zur Ausbringung grosser Spritzmittelmengen bei Gewerbe, Landwirtschaft und Gartenbau im Einsatz. Die Geräte verfügen über einen 4,5-l-Frischwassertank und optional gibt es einen Schlauchhaspel mit 50 m Schlauch.

geräten. Den relativ geringen Stromkosten der Akku-Technik stehen Gemischkosten und Motorverschleissteile (Zündkerzen, Luftfilter) gegenüber. Die reinen Gerätekosten (ohne Akku) sind bei beiden etwa gleich. Mit den Akkus kann man die Betriebskosten der Benzingeräte vergleichen und kommt dann sicher nicht mehr teurer.

Fazit Alles ist noch nicht möglich, doch bei Kleingeräten für Gartenbau, Landwirtschaft und zum Teil für den Forst ist ein klarer Trend zur Akku-Technologie festzustellen. Überall dort, wo ein Ladegerät eingesetzt werden kann, entsprechen sich Einsatz- und Ladezeiten annähernd. Für einige Geräte eignen sich rückentragbare Akkus. Diese verlängern die Einsatzzeiten wesentlich, aber auch die Ladezeiten (über Nacht) werden länger. 


Spezialkulturen

Grosse Leistung mit Spassfaktor Bei grossen Rasenflächen kann sich die Anschaffung eines fahrbaren Rasenmähers lohnen. Verschiedene Bauarten und eine grosse Auswahl an Modellen und Marken machen den Kauf nicht einfach. Heinz Röthlisberger

Rasenmäher an der Öga Die Öga in Oeschberg bei Koppigen BE (27. bis 29. Juli) ist unter anderem auch das grosse Stelldichein der Schweizer Rasenmäher-Anbieter. Zu sehen gibt es ein grosses Angebot vom einfachen Rasenmäher bis hin zum Rasentraktor mit allem Drum und Dran.

Auch auf Bauernhöfen mit viel Umschwung kann der Einsatz eines Rasentraktors eine Alternative sein. Bilder: Stiga, John Deere, Viking und H. Röthlisberger

korb kompakt gebaut und vor allem wendig sind, können sie auf verwinkelten Grundstücken mit vielen Büschen und Bäumen gut eingesetzt werden. Erhältlich sind auch Modelle, die zum Mulchen umgerüstet werden können. Der Aufsitzmäher ist ideal für den Hausgarten. Viel Zubehör ist für den Aufsitzer nicht erhältlich.

Frontmäher und Zero Turns Wer einmal mit einem Rasentraktor, Frontoder Aufsitzmäher seinen Rasen gemäht hat, wird seinen guten alten, von Hand geschobenen Rasenmäher nur noch aus der Garage hervornehmen, wenn es nicht mehr anders geht. Denn fahrbare Rasenmäher haben nicht nur eine grosse Flächenleistung, sie haben auch einen gros­ sen Spassfaktor. Das zeigt sich spätestens darin, wenn sich sogar die Kinder freiwillig zum Mähen des Rasens melden. Auch auf Bauernhöfen mit viel Umschwung kann der Einsatz eines fahrbaren Rasenmähers durchaus eine Alternative sein. Unterschieden werden die drei Bauarten Aufsitzmäher, Frontmäher (auch Rider genannt) sowie Rasentraktor.

Der günstige Aufsitzer

Als günstiges Einsteigermodell in die Welt der fahrbaren Rasenmäher eignet sich der sogenannte Aufsitzrasenmäher.

Mit dem Frontsitzmäher hat der Fahrer sehr guten Überblick auf das Mähwerk. Erhältlich sind auch Modelle mit Knicklenkung.

Als günstiges Einsteigermodell in die Welt der fahrbaren Rasenmäher eignet sich der sogenannte Aufsitzrasenmäher. Hier sitzt der Bediener im Gegensatz zum Rasentraktor über dem Motor. Dafür hat man beste Sicht nach vorne. Es gibt sie mit Schaltgetriebe oder mit Hydrostat. Die Schnittbreite und die Motorleistung fallen beim Aufsitzrasenmäher etwas kleiner aus als beim Rasentraktor. So liegt die Obergrenze der Schnittbreite bei rund 100 cm. Da die Aufsitzmäher mitsamt Grasfang-

Noch mehr Wendigkeit als der Aufsitzmäher bietet der Frontmäher (Rider). Hier ist das Mähwerk vor dem Chassis angebracht. Erhältlich sind Frontmäher mit der Lenkung über die Hinterachse oder über eine Knicklenkung. Beide Lenkungsarten machen diesen Mäher extrem wendig. Der Vorteil des Frontmähers zum Rasentraktor ist das Frontmähwerk, mit dem man eine bessere Zugänglichkeit zu engen Stellen hat und das Gras mäht, bevor man mit den Rädern darüberfährt. Die Sitzposition über oder hinter dem Mähwerk unterstützt dabei das exakte Fahren. Beim Frontmäher lassen sich mit einer zusätzlichen Kupplung gezogene Anbaugeräte ziehen. Erwähnt sind in dieser Kategorie auch die sogenannten

Extrem wendig: Mit Zero-Turn-Mähern kann man um Bäume herum navigieren, ohne anzuecken. Gesteuert wird mit Hebeln.

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Spezialkulturen

Bequem: Das Leeren des Heckfang-Korbs vom Sitz aus. Solche Funktionen gibt es meistens als Option.

Das Angebot an Anbaugeräten für Rasentraktoren ist gross. Wichtig ist, dass man ein Modell mit genügend grossem Motor kauft.

Elektromotoren für die Höheneinstellung des Mähwerks sind praktisch. Ärgerlich ist es, wenn sie ihren Dienst verweigern.

Zero-Turn-Mäher, die über einen Null-Wenderadius verfügen. Das Auffälligste an Zero-Turn-Geräten, die ursprünglich aus den USA stammen, ist ihre Hebelsteuerung, die direkt auf die Hydraulikmotoren der beiden hinteren Räder wirkt. Frontmäher oder Zero Turns sind ideal zum Mulchen und für häufiges Mähen. In der Regel sind sie ohne Grasaufnahme ausgerüstet, wobei diese auch als Option erhältlich ist.

oder Allradantrieb. Fast schon Standard sind Mulcheinsätze oder spezielle Mähsysteme zum Mulchen des Schnittgutes.

sehr fein regulieren und der Traktor fährt ohne jedes Ruckeln. Zudem sind Hydrostat-Getriebe wartungsarm und widerstandsfähig.

Bequem mit dem Hydrostat Erhältlich sind fahrbare Rasenmäher mit Schaltgetriebe oder Automatik-Getriebe, wie das Transmatic- und oder das Hydrostat-Getriebe. Beim Transmatic-Getriebe werden die Geschwindigkeit und die Fahrtrichtung per Hebel eingestellt. Die Bedienung ist einfach. Wenn man den Fuss vom Bremspedal nimmt, erfolgt die Beschleunigung automatisch. Das Hydrostat-Getriebe ist deutlich teurer, bietet aber auch mehr Komfort und es ist auch robust. Das Kuppeln oder Schalten entfällt hier, sämtliche Einstellungen werden mit einem Handhebel oder mit dem Fusspedal vorgenommen. Die Geschwindigkeit lässt sich

Der vielseitige Rasentraktor Der Klassiker der fahrbaren Rasenmäher ist der Rasentraktor, der auch als der Ferrari der Hobbygärtner gilt. «Der Kauf eines Rasentraktors lohnt sich ab einer Fläche von 1500 m2», sagt Jürg Schwab von Robert Aebi Landtechnik AG (siehe auch Interview). Erhältlich sind Rasentraktoren benzin- oder dieselbetrieben und mit Heck-

Vor- und Nachteile Rasentraktoren Vorteile

Nachteile

Leistungsstarke Motoren

Vergleichsweise hoher Anschaffungspreis

Grosse Rasenflächen lassen sich leicht pflegen Hoher Wartungsbedarf Kein Starten per Startleine erforderlich

Erhebliche Geräuschemission

Dank Zubehör vielseitig verwendbar

Hoher Platzbedarf

Zeitersparnis

Vergleichsweise höhere Betriebskosten

Hersteller

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AS-Motor

www.agria.ch

Castelgarden

www.shop.hma.ch

Dolmar

www.dolmar.de

Etesia

www.hug-maschinen.ch

Honda

www.de.honda.ch

Husqvarna

www.husqvarna.com/ch-de

Iseki

www.rapid.ch

John Deere

www.robert-aebi-landtechnik.ch

Kubota

www.adbachmannag.ch

McCulloch

www.mcculloch.com/ch

MTD, Massey Ferguson, Cub Cadet und Wolf-Garten

www.mtd.ch

Sabo

www.sabo-online.ch

Stiga

www.stiga-garden.ch

Stihl, Viking

www.de.stihl.ch

Walker, Ferris, Simplicity

www.walker-ag.com

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Motor Eines der Hauptmerkmale der Rasentraktoren ist der grosszügig dimensionierte und durchzugsstarke Motor. Die meisten Rasentraktoren sind mit einem 4-Takt-Motor mit einem, zwei oder drei Zylindern ausgestattet. Der Hubraum liegt zwischen 250 und 1000 ccm. Das reicht selbst für anspruchsvollste Mäharbeiten aus. Besonders gross sollte der Motor dann dimensioniert sein, wenn der Rasentraktor für zusätzliche Arbeiten im Garten und rund um Haus und Hof eingesetzt wird. Soll der Rasentraktor auch mit einem Anhänger ausgestattet werden und Holz und andere schwere Gegenstände transportieren, so ist ein leistungsstarker Motor schon fast ein Muss.

Fangkorb oder Seitenauswurf? Am weitesten verbreitet sind Modelle mit Heckauswurf und mit Fangkorb. Modelle mit besserer Ausstattung erlauben das Leeren des Korbs vom Sitz aus. Der Fang-

Checkliste für den Kauf • Wie gross ist die Rasenfläche, auf der ich den Rasentraktor oder Aufsitz­mäher einsetzen möchte? • Besitzt mein Grundstück viele weit­läufige Flächen oder habe ich es mit verwinkelten Rasenflächen zu tun? • Verlaufen die zu mähenden Flächen eben oder sind sie unregelmässig? • Muss ich auch am Hang mähen? • Welche Art von Getriebe schwebt mir vor? • Möchte ich den Rasenschnitt aufsammeln oder als Dünger verwenden? • Möchte ich meinen Rasen mulchen? • Möchte ich meinen Rasentraktor auch für das Aufsammeln von Laub verwenden? • Benötige ich einen Anhänger für Transportaufgaben? • Möchte ich mit dem Rasentraktor Schnee räumen? • Soll mein Rasenmäher mit einer Beleuchtung ausgestattet sein? • Möchte ich den Rasentraktor auch als Kehrmaschine einsetzen?


Spezialkulturen

«Der Hydrostat bietet besten Fahrerkomfort» Jürg Schwab, Leiter Verkauf Turf (Rasenpflege, Kommunaltechnik) bei der Robert Aebi Landtechnik AG, sagt, auf was man beim Kauf eines Rasentraktors besonders achten soll. «Schweizer Landtechnik»: Rasentraktoren sind nicht ganz billig. Mit welchen Preisen muss man rechnen und ab welcher Fläche lohnt sich ein Kauf? Jürg Schwab: Wer einen Rasenmähertraktor kaufen will, muss mit einer Investition ab CHF 4000.– rechnen. Ein Kauf lohnt sich ab einer Fläche von rund 1500 m2. «Schweizer Landtechnik»: Rasenmähertraktoren gibt es auch mit Hydrostat-­ Antrieb. Was hat dieser für Vorteile? Der hydrostatische Antrieb bietet höchsten Fahrer- und Bedienkomfort. Wichtig ist, dass der Hydrostat genügend gross dimensioniert ist, damit der Rasentraktor auch zum Ziehen, in hügligem Gelände und zum Beispiel für das Schneeschieben genügend Kraft hat. Die Bedienung für den Fahrer sollte über ergonomisch gut angeordnete Fusspedale erfolgen.

Für welche Arbeiten eignen sich ein seitlicher Auswurf, respektive ein Heckauswurf? Der seitliche Auswurf ist zum Ausmähen oder Mulchen sehr gut geeignet. Der Heckauswurf hat ein gutes Grasfangergebnis und kann zudem mit einem Mulchkit ausgerüstet werden. Mit dem Heckauswurf ist das Ausmähen links und rechts möglich. Das heisst, man kann die Kanten am Rand bündig mähen. Im Herbst hat der Heckauswurf mit Grasfangbox den Vorteil, dass auch das Laub mit aufgesammelt werden kann. Wenn man sich für einen Heckauswurf-Mäher mit Fangsack entscheidet, was sollte man hier beachten? Das Volumen des Fangsacks sollte gross genug sein. Zu prüfen ist auch, ob das Leeren vom Sitz aus möglich ist. Wenn das Gras in eine versenkte Mulde oder auf einen Miststock entleert werden kann, reicht ein einfacher Grasfangkorb mit Bodenentleerung aus. Sobald das Schnittgut in einen Grüncontainer entleert werden muss, ist eine Grasaufnahme mit Säcken oder ein Container mit Hochentleerung zu empfehlen. Wie oft sollte man beim Rasenmäher das Messer schleifen?

Im Frühling vor dem ersten Schnitt und je nach Bedarf, sicher 2-mal im Jahr. Wenn man den Rasentraktor auch noch für andere Aufgaben einsetzen will, wie zum Beispiel mit Anhänger oder für die Schneeräumung. Was empfehlen Sie hier? Für solche Arbeiten sollte der Rasentraktor mit einem starken Motor ausgerüstet sein. Ebenso mit einem robusten Chassis, grossen Rädern, starkem Radantrieb wie dem schon erwähnten Hydrostat-Antrieb. Zudem sollte die Maschine lärm- und vibrationsarm sein und über eine Differenzialsperre verfügen. Der Schneepflug seinerseits sollte robust gebaut sein und einen starken Anbaurahmen haben. Haben Sie sonst noch Tipps für den Kauf eines Rasentraktors? Es sollte darauf geachtet werden, dass das Chassis nicht einfach ein gepresstes Stück Blech ist, sondern der Rasentraktor ein tragendes Fahrgestell aufweist. Das Mäh­ werk sollte eine dicke Wandstärke aufweisen sowie robuste Messerflansche und Messer haben. Eine komfortable Bedienung und gute, bequeme Sitze erleichtern einem das Arbeiten. Und natürlich: Ein guter ­Service vom Fachhändler mit jahrelanger Ersatzteil-Versorgung lohnt sich immer.

korb ist ungeeignet bei nassem Gras und kann beim Überfüllen verstopfen. Beim seitlichen Auswurf wird kein Fangkorb benötigt, da der Rasen weg vom Traktor verteilt wird und der Schnitt so als Dünger verwendet wird. Der seitliche Auswurf hat Nachteile vor allem dann, wenn das Gras hoch und nass ist. Das führt zu Klumpenbildung. Die Reinigung des Rasentraktors ist oft etwas schwieriger als beim Rasenmäher, da man nur schwer an die Unterseite und das Mähwerk gelangt. Deshalb gibt es auch Modelle mit Wasser­ anschluss. Damit kann das Schneidwerk und der Auswurf viel leichter abgespült werden.

Viel Zubehör

Die günstigsten fahrbaren Rasenmäher starten ab etwa CHF 1500.–. Grundsätz-

lich gilt: Qualität hat ihren Preis. Denn im untersten Preissegment wird an den Komponenten gespart, etwa der Motorleistung, der Radaufhängung, dem Getriebe oder der Lenkung. Gut motorisierte Markengeräte sind deutlich teurer und kosten ab rund CHF 4000.–. Je nach Motorisierung, Getriebe, Ausrüstung und Zubehör kann man locker über CHF 10 000.– ausgeben. Wer so viel investiert, sollte beim Kauf auf eine gute Beratung achten. Man fährt die Maschine vorher und probiert sie aus, so wie bei einer Anschaffung eines Autos. Nicht zu unterschätzen ist der Service. Mindestens einmal im Jahr sollte der Rasenmäher in die Werkstatt. 

Der Hydrostat-Antrieb über das Fusspedal bietet für den Fahrer den grösstmöglichen Komfort.

Praktisch: Das Mähwerk kann bei diesem Rasenmäher mit einem Wasserschlauch-­ Anschluss gereinigt werden.

Die nächste Stufe der Rasentraktoren sind leistungsfähige Grossflächenmäher für Sport- und Parkanlagen.

Rasentraktoren verfügen über eine grosse Anzahl an Anbaumöglichkeiten wie Schneeschilde, Kehrmaschinen, Vertikutierer, Gartenhäcksler oder Streuwagen. Bedingung für den Einsatz solcher Geräte ist eine gute Motorisierung und je nach Anbaugerät eine Hydraulik oder eine Zapfwelle. Sinnvoll kann auch eine Anhängerkupplung sein. Damit können Kleinanhänger und Geräte mit eigenem Antrieb gezogen werden.

Die Frage des Preises

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Süsse italienische Früchtchen Same lanciert seine Spezialtraktoren der Baureihe «Frutteto» neu. So gibt es diese Traktoren nun auch mit einem stufenlosen Getriebe. Darüber hinaus wurde die Kabine rundum erneuert und mit einer innovativen Bedienarmlehne ausgestattet. Roman Engeler Bei der Enthüllung der Baureihe «Frutte­ to CVT» geizte die Same Führungscrew nicht mit Superlativen zum neusten Wurf aus dem Werk in Treviglio (I). Von einer Revolution oder gar von einer Renais­ sance italienischer Genialität wurde ge­ sprochen. In der Tat, die Maschinen kön­ nen sich sehen lassen und werden den Mitbewerbern im Segment der stufenlo­ sen Spezialtraktoren Paroli bieten.

3- und 4-Zylinder-Modelle Bei den insgesamt fünf Modellen im Leistungsbereich von 88 bis 113 PS werden hauseigene «Farmotion»-Moto­ ren mit 3 oder 4  Zylindern – je nach Kundenwunsch – verbaut. Sie erfüllen die Abgasnorm der Stufe 3b und be­ nötigen (noch) kein AdBlue. Die kompak­ te, flache Bauweise von Motor, Kühlund Abgassystem (DOC) ermöglicht eine tiefe Kühlerhaube und somit auch eine gute Sicht nach vorne. Trotzdem sind die Bauteile für die notwendigen Wartungsarbeiten gut zugänglich. Der Dieseltank fasst 85  l, bei angebautem Fronthubwerk und Frontzapfwelle sind es 20 l weniger.

4-Pfosten-Kabine

Professionelle Bedienung

Die mit Hydro-Silent-Blöcken gefederte Kabine mit flachem Boden und ohne Ge­ triebetunnel weist vier Pfosten und leicht gewölbte Scheiben auf. Die einteilige Windschutzscheibe bietet eine optimale Sicht auf den vorderen und seitlichen An­ bauraum. Auch die Sicht nach oben wur­ de durch die in das Kabinendach gezoge­ ne Scheibe entscheidend verbessert. Die Klimaanlage kann nach oben geschwenkt werden, sodass hinten eine kleine Dach­ scheibe für mehr Sicht bei Ladearbeiten sorgt. Resultate einer Geräuschmessung konnte Same (noch) nicht vorlegen, solche sollen aber demnächst folgen. Bei den Testfahr­ ten überzeugte jedenfalls das angenehme Ambiente im Fahrerhaus, das optional ei­ ne voll integrierte Kategorie-4-Filterung aufweist. Neu präsentiert sich zudem die Lenksäu­ le, die sich in Höhe und Neigung verstel­ len lässt. Die Entriegelung erfolgt per Fuss­taster. Das Armaturenbrett bewegt sich analog des verstellbaren Lenkrads und zeigt die Informationen in analoger sowie digitaler Form an.

Toll gelöst ist, dass sich mit der neuentwi­ ckelten, rund 20 cm breiten «Max­ Com»-Bedienarmlehne nun erstmalig alle Traktorfunktionen per Joystick steuern und nach Belieben konfigurieren lassen, um selbst komplexe Arbeitsgeräte ein­ fach und bequem bedienen zu können. Das aus den Grosstraktoren bekannte Be­ dienkonzept wurde in die neue Baureihe übertragen und den Dimensionen der kompakteren Kabine angepasst. Ange­ baut an den Sitz, kann man sie dank der Längenverstellung individuell an jeden Fahrer anpassen. Ein kleinerer Kreuzsteu­ erhebel steuert weitere Hydraulikfunktio­ nen im Heck. Auf der Armlehne befinden sich zudem die Schalter für Zapfwelle und Hubwerke. Serienmässig ist ein Vorge­ wendemanagement mit an Bord.

Mit dem neuen «Frutteto CVT» ist Same nun auch im Bereich der Spezialtraktoren stufenlos unterwegs. Bild: L. Weninger

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Stufenlos unterwegs Das von Same gebaute stufenlose Getrie­ be «T3500 CVT» bietet zwei Fahrberei­ che, drei Fahrmodi, eine aktive Stillstands­ regelung und eine hydraulische Feder­ speicher-Feststellbremse. Die maximale Geschwindigkeit von 40 km/h wird bei

Über die innovative Bedienarmlehne «MaxCom» lassen sich fast alle Funktionen per Joysticks steuern. Bilder: R. Engeler


Fahrbericht | Impression

Modellübersicht Same «Frutteto CVT S» Modell

CVT 90 S

CVT 100 S

Motor

Farmotion, Abgasstufe 3b

CVT 90.4 S

CVT 105 S

CVT 115 S

Zylinder/Hubraum 3/2,9 l

3/2,9 l

4/3,8 l

4/3,8 l

4/3,8 l

Max. Leistung

88 PS

97 PS

88 PS

102 PS

113 PS

Getriebe

stufenloses Getriebe T3500 von Same Deutz-Fahr, 2 Fahrbereiche, 40 km/h bei 1650 U/min 540, 540E, 1000 oder 540, 540E, Wegzapfwelle, Front: 1000 (Option)

Zapfwelle Hydraulik

Load-Sensing-Pumpe 100 l/min Maximal 5 dw Heck-, 4 dw Front-Steuergeräte plus 1 dw und 1 ew von hinten dupliziert

Hubkraft

2600 kg im Heck, 1500 kg Front (optional)

Preis

ab CHF 109 000 (ohne MwSt.)

(Herstellerangaben)

1650 U/min erreicht. Der Tempomat kann sowohl vorwärts wie rückwärts zwei Geschwindigkeiten speichern. Zum Fahren werden weder Kupplung noch Gangschaltung, Gaspedal oder Bremsen benötigt. Es genügt, die gewünschte Geschwindigkeit einzustellen und das Gaspedal zu betätigen, um sie zu erreichen. Motor und Getriebe synchronisieren sich dann automatisch, um den Punkt der maximalen Effizienz in Abhängigkeit des Lastzustandes zu finden. Alternativ steht die «Cruise»-­ Funktion zur Verfügung: Dazu braucht man­nur einen Knopf zu drücken, um eine Arbeitsgeschwindigkeit zu speichern und wieder aufzurufen. Mithilfe eines Potenziometers kann der Fahrer zwischen den unterschiedlichen Motorbetriebsarten wählen – wie «Eco» (Sparbetrieb) und «Power» (maximale Leistung). Das neue Getriebe steuert auch eine optionale Wegzapfwelle, die automatisch mit der Fahrgeschwindigkeit synchronisiert wird.

Potente Hydraulik Verbaut ist eine Load-Sensing-Hydraulik-­ Pumpe, die 100 l/min bei 1700 U/min leistet und so hohen Anforderungen im Weinund Obstbau Rechnung trägt. Eine separate Pumpe mit 42  l/min versorgt die Len­-

kung. Im Heck gibt es bis zu 5 elektrische, doppelt wirkende Steuerventile, vorne sind es maximal 4 und 3 von hinten duplizierte Wege. Mengen und Zeiten sind für jedes Steuergerät individuell einstellbar. Der elektronisch gesteuerte Heckkraftheber hebt 2600 kg. Das optionale Fronthubwerk weist eine Hubkraft von 1500 kg auf. Serienmässig bietet der «Frutteto CVT» im Heck die drei Zapfwellendrehzahlen 540, 540 Eco und 1000  U/min an, samt hubwerksabhängiger Automatik. Die Umschaltung erfolgt über einen Hebel im Heck. Optional kann anstelle der 1000er-Zapfwelle auch eine Wegzapfwelle geordert werden.

«Active Drive» Die Serienausstattung kann durch die gefederte Vorderachse mit hydropneumatischer Einzelradaufhängung («Active Drive»)­ erweitert werden, deren Ansprechverhalten kontinuierlich über ein eigenes Steuergerät überwacht wird. Dadurch wird ein hochdynamisches Fahrverhalten gewährleistet, das Sicherheit und Fahrkomfort unabhängig von den Arbeitsbedingungen steigert. Die «Active Drive»-Steuersoftware verfügt über zusätzliche Funktionen wie erhöhte Sicherheit bei Bremsmanövern (wirkt dem «Abtauchen» der Vorder-

Bei der Baureihe «Frutteto» kommen hauseigene «Farmotion»Motoren mit 3 oder 4 Zylindern zum Einsatz.

achse entgegen) oder Anpassung der Lenkung an die Fahrgeschwindigkeit, sodass ein Schlingern verhindert wird. Eingebaut ist weiter eine progressive, automatische Differenzialsperre. Der Lenkeinschlag der Vorderräder beträgt 60 °, per Knopfdruck kann der Fahrer das Schnelllenksystem aktivieren. Es halbiert dann die Lenkradumdrehungen. Eine Anhängerbremse gibt es nur optional – und zwar eine hydraulische. Die Traktoren verfügen jedoch über echte Vierradbremsen und eine hydraulische Parkbremse.

Fazit Bei den ersten Fahrten haben sich die neuen, stufenlosen Same «Frutteto CVT» in der schmalen Ausführung «S» (Breite: 1,36 m) gut geschlagen. Die kompakt gebauten Traktoren bieten viel, kompakt verbaute Technik und ermöglichen ein komfortables Arbeiten. In der Schweiz werden die Modelle in einer Grundausstattung mit total 8 Steuergeräten, 3 Duplizierungen, Brems- und Klimaanlage sowie «MaxiRearVision»-Kabinendach angeboten. Der Preis startet bei CHF 109 000.–. Die Varianten «V» (Wein, 1,07 m) und «F» (Frucht, 1,60 m Aussenbreite) werden im dritten, respektive vierten Quartal dieses Jahres vorgestellt. Alle Modelle wird es auch von Deutz-Fahr («TTV») und Hürlimann («V-Drive») geben. 

Video zum Same «Frutteto CVT S» Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

Optional gibt es eine gefederte Vorderachse mit elektronisch gesteuerter Einzelradaufhängung.

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Treffelnd striegeln Im Bio-Landbau das Nonplusultra, aber auch bei konventionellen Methoden gefragt: Der Striegel ist das Grundgerät der mechanischen Unkrautbekämpfung. Die «Schweizer Landtechnik» beobachtete ein Modell des deutschen Herstellers Treffler im praktischen Einsatz. Roman Engeler

Den Präzisionshackstriegel von Treffler gibt es in Arbeitsbreiten von 1,50 (auf dem Bild) bis 15 m. Bilder: R. Engeler

Mit dem Striegel können verschiedene Pflegearbeiten ausgeführt werden. Ne­ ben der Bekämpfung von bereits aufge­ laufenen oder noch nicht aufgelaufenen Unkräutern kann das Gerät auch zum Einebnen (von Mäusehaufen), zum Ein­ arbeiten von Wirtschaftsdüngern oder zum Durchlüften von Grasnarben ein­ gesetzt werden. Ein Striegel arbeitet in der Regel reihenunabhängig und be­ sticht durch grosse Flächenleistungen. Er reisst Unkräuter aus und krümelt gleich­ zeitig die Bodenoberfläche. Wichtig ist, 38

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dass der Zinkendruck so eingestellt ist, dass die Zielpflanze nicht zu sehr beschä­ digt wird, sehr wohl aber das uner­ wünschte Unkraut. Beim sogenannten Blindstriegeln fährt man mit dem Striegel durch oder über die Parzellen, bevor die Keimung des Saatguts erfolgt ist. Man visiert die im Boden bereits entwickelten, in diesem Stadium empfindlichen weissen Wurzelfäden der Unkräuter an, die das Gerät an die Oberfläche fördert, wo sie im Idealfall dann verdorren.

Steckbrief Zinkenstriegel Treffler «TS 170» Arbeitsbreite: 1,50 m (+10 cm links/ rechts für Überlappung) Transportbreite: 1,70 m Anzahl Balken/Zinken: 6 Balken mit je 10 Zinken Gewicht: 170 kg Erfordernisse: 1 Steuerventil dw, 10 PS Zugleistung Preis: CHF 5800.– (ohne MwSt.) (Herstellerangaben)


Einsatzbericht | Impression

Einsatz im Wildblumenfeld

Der Zinkendruck kann hydraulisch und zentral über Drahtseile, die vorne an einer drehbaren Welle befestigt sind, entlang einer Skala (oben im Bild) verstellt werden.

Die Tiefenführung erfolgt über zwei Stützräder vorne, die entlang einer Lochschiene in sechs Positionen verstellt werden können.

Johannes Burri bewirtschaftet in einer Betriebsgemeinschaft mit seinem Bruder ausserhalb von Lenggenwil SG einen vielseitigen Hof, auf dem – als Spezialität und in enger Partnerschaft mit UFA-Samen – Basissaatgut für Wildblumen produziert wird. Der für diese Aktivitäten weitherum bekannte Johannes Burri sucht beinahe unermüdlich und stetig an möglichst naturbelassenen Standorten nach neuen Wildblumen-Varietäten, sammelt deren Samen und experimentiert zu Hause, wie man dieses Saatgut am besten für die Vermehrung anbauen kann. Aktuell sind es über 500 Sorten und Arten, die bei Johannes Burri in irgendeiner Form lagern und von seinem Team jeweils in pikierter Form und reihenweise in Kleinparzellen gesetzt werden, um später daraus Basissaatgut für Vermehrungsbetriebe zu gewinnen. Es erstaunt nicht, dass hier der chemische Pflanzenschutz ein Fremdwort ist. Die Unkrautregulierung erfolgt rein mechanisch mit Hackgeräten im Feld, oder noch besser, erst beim gewonnenen Saatgut, sofern sich dieses nach der Ernte mit physikalischen Methoden von unerwünschten Samen dann noch trennen lässt. Für die mechanische Unkrautbekämpfung verwendet Burri stets das Dreierpaket bestehend aus Hackbürste, Gänsefuss-Hackgerät und eben dem Zinkenhackstriegel von Treffler. Letzteren hat Burri vor drei Jahren auf einem Bio-Betrieb gesehen und war davon sofort überzeugt, sodass er das Modell mit der geringsten Arbeitsbreite von 1,50 anschaffte und dieses nun die dritte Saison im Einsatz hat. «Das Gerät erfüllt alle meine Ansprüche, die ich auf unseren Feldern an die mechanische Unkrautbekämpfung stelle», betont Burri. Da er die erwähnten 500 Sorten und Arten von Wildblumen auf Kleinst-Flächen anbaut, manchmal gar mehrere unterschiedliche in einer Reihe, würde Burri es wünschen, wenn man neben den Zinken auch die Räder für die Tiefenführung hydraulisch einstellen könnte, sodass er dann nicht mehr vom Traktor absteigen müsste. Auch die Montage von Stütz­ rollen hinten am Gerät wäre noch so ein Wunsch (heute jedoch verfügbar), dann könnte man das Gerät im Winter leichter in eine Ecke schieben, wenn es längere Zeit nicht zum Einsatz kommt. Aber über die eigentliche Arbeitsleistung des Geräts kann Burri sich nur positiv äussern: «Wunschlos glücklich.»

Neigungswinkel nur über die Stützräder verstellt wird, man also durchwegs ein gleichmässiges Resultat erreicht.

Zugfedern erzeugen Zinkendruck Der Druck jedes einzelnen Zinkens wird durch die Spannung der Zugfedern erzeugt.

Präziser Hackstriegel Vor einigen Jahren hat der deutsche Hersteller Treffler mit seinem Präzisionshackstriegel ein interessantes Gerät auf den Markt gebracht, das in Arbeitsbreiten von 1,50 bis 15 m angeboten wird. Diese Striegel-Geräte unterscheiden sich hinsichtlich der Anbringung der Zinken, der Federung und der Einstellung des Zinkendrucks von anderen Fabrikaten. So gibt es beispielsweise eine hydraulische oder elektrische (dann automatisch über einen Sensor, neu!) Verstell-Möglichkeit des Zinkendrucks in einem Bereich von 200 g bis 5 kg. Zudem kann das Gerät mit einem Sä-System erweitert werden. Weitere Merkmale des Zinkenstriegels von Treffler sind die patentierte Zinkenaufhängung und die Tatsache, dass der

Die 50 cm langen und 8  mm starken Zinken sind in Fahrtrichtung gelenkig in sechs Reihen mit 28 mm Strichabstand an einem festen Rahmen montiert. Seitlich sind sie nur in der Eigentorsion beweglich, sodass sie den Pflanzenreihen ausweichen können. Der Druck jedes einzelnen Zinkens wird durch die Spannung der Zugfedern erzeugt. Über Drahtseile, die vorne am Rahmen an einer drehbaren Welle befestigt sind, wird der Druck für jedes Zinkenfeld zentral verstellt. Mit der hydraulischen Variante braucht es dazu ein doppelt wirkendes Steuerventil. Der Leistungsbedarf des Traktors ist gering. Der Hersteller gibt für das 1,50 m breit arbeitende Modell «TS  170» einen Bedarf von 10 PS an. Der Angriffswinkel der Zinken wird über das Hubwerk und die beiden vorne platzierten Stützräder bestimmt. Diese lassen sich entlang einer Lochschiene in drei

Positionen verstellen. Neben dem Zinkendruck und der Einstellung der Rah­ menhöhe lassen sich die Ergebnisse weiter durch die richtige Fahrgeschwindigkeit – meist zwischen 5 und 8 km/h – optimieren.

Fazit Der Striegel gehört eigentlich zur Grundausrüstung einer mechanischen Unkrautregulierung. Wie bei jeder Mechanisierung, so stellt sich auch hier die Frage nach dem zweckmässigsten Gerät. Mit dem Präzisionshackstriegel von Treffler gibt es ein Gerät auf dem Markt, das in verschiedenster Hinsicht vielseitig eingesetzt und für die jeweiligen Bedürfnisse gezielt eingestellt werden kann. Insbesondere die Tatsache, dass sich der Zinkendruck unabhängig von der Höhe des Rahmens passend für den gewünschten Einsatz variieren lässt, ist ein wichtiger Pluspunkt dieser Maschine. Wann und in welcher Aggressivität ein Striegeleinsatz zum besten Resultat führt, braucht aber auch mit diesem Gerät Erfahrung und nicht selten viel Fingerspitzengefühl. 6/7 2018 Schweizer Landtechnik

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Die Agrifac «Milan» mit 3500-Liter-Tank, 27-Meter-Gestänge und «GreenFlowPlus»-Pumpensystem, das im Zusammenspiel mit den Spritz­ düsen und dem pneumatisch gesteuerten Druckregler für einen konstant hohen Druck sorgt. Bilder: H. Röthlisberger

Hightech-«Milan» mit viel Präzision Mit der «Milan» hat Agrifac eine Hightech-Anhängefeld­ spritze im Programm, die auf diese Saison hin auch im Schweizer Markt eingeführt wird. Die «Schweizer Landtechnik» konnte eine «Milan 3500» mit 27-m-Gestänge im Einsatz begleiten.

Einfache Bedienung

Vor etwas mehr als zwei Jahren hat Agrifac mit der «Milan» eine komplett neue Anhänger-Feldspritze vorgestellt. Nun soll die «Milan» laut dem Schweizer Importeur Serco Landtechnik Schritt für Schritt auch in der Schweiz Fuss fassen. Eine erste Demo-Maschine ist seit diesem Frühling in der Region Westschweiz bei Umatec in Domdidier FR platziert und für Vorführ-Einsätze parat. Die «Schweizer Landtechnik» nutzte die Gelegenheit, mit der ersten in die Schweiz

gelieferten «Milan» beim Spritzeinsatz auf einem Kartoffelfeld mitzufahren. Eines fällt bei der Milan sofort auf: Agrifac hat viel Hightech in seine gezogene Feldspritze gesteckt. Das ist nichts Neues vom Hersteller aus Steenwijk (Holland), der seine Kernkompetenz in den vergangenen Jahren hauptsächlich auf die Produktion der Qualitäts-Selbstfahrspritze «Condor» fokussierte. Mit der Übernahme durch die auf Pflanzenschutztechnik spezialisierten Excel-Gruppe aus Frank-

Befüllt wird der 3500-Liter-Tank der «Milan» mittels einer Membrankolbenpumpe mit einer Kapazität von 500 Liter pro Minute, optional ist eine Zentrifugalpumpe mit 700 pro Minute erhältlich. Als Option ist auch ein Druckbefüllsystem für Fremdbefüllung erhältlich. Die Steuerung aller Saug- und Druckfunktionen erfolgt über einen Touchscreen in der Kabine oder über ein externes Terminal bei der Einspülschleuse. Auffallend ist, dass die Bedienung einfach und unkompliziert ausgelegt ist. Der 620-Liter-Klarwassertank ist weit vorne unterhalb des Haupttanks über die ganze Breite angebracht. So wird das Gewicht optimal verteilt. Angehängt war die Spritze beim Einsatz an einem 105-PS-

Serienmässig gibt es eine leistungsfähige Einspülschleuse mit kurzen Leitungswegen.

Das «EcoTronicPlus»-Bediensystem liefert dem Fahrer alle benötigten Informationen.

Die serienmässige Membrankolbenpumpe schöpft 500 Liter Wasser pro Minute.

Heinz Röthlisberger

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reich im Jahr 2012 hat Agrifac nun mit der Produktion von gezogenen Feldspritzen begonnen. Genutzt werden dadurch auch Synergien. So kommen die spritztechnischen Komponenten, die Agrifac in Steenwijk für die «Condor» produziert, auch auf der «Milan» zur Anwendung. Andere Bauteile, wie etwa der Balken, das Chassis oder der Tank, stammen von Firmen aus der Excel-Gruppe.

Schweizer Landtechnik 6/7 2018


Einsatzbericht | Impression

Mit Schallwellen wird der Abstand zur Pflanze gemessen. So ist jederzeit ein optimaler Abstand zur Pflanze gewährleistet.

Claas «Arion» mit «K80»-Kugelkopfkupplung. Der Hersteller empfiehlt eine Zug­ leistung ab rund 85 PS. Natürlich kann die Spritze auch an alle üblichen Traktor­ anbaumöglichkeiten angehängt werden. Alle «Milan»-Modelle sind serienmässig mit einer leistungsfähigen 35-Liter-Einspülschleuse mit Mischdüse ausgestattet. Ohne lange Leitungswege wird die Spritzbrühe direkt in den Tank eingespritzt. Restmengen bleiben keine übrig.

Die grosszügige Zentral-Spiralfeder sorgt für guten Fahrkomfort. Die gelenkte Achse kann für die Strassenfahrt gesperrt werden.

luftgesteuerten Spritzdüsen und dem pneumatisch gesteuerten Druckregler zudem für eine sehr kurze Reaktionszeit beim Aus- oder Einschalten eines Sektors. Dank einer permanenten Zirkulation der Spritzbrühe im gesamten Spritzsystem ist eine Entmischung der Spritzbrühe unmöglich. Auch bei einer Schliessung aller Teilbreiten herrscht im gesamten System der volle Arbeitsdruck.

Automatische Balkenführung Jederzeit ein konstanter Druck Die kurzen Leitungswege sind ein weiteres Merkmal der «Milan». Das ist auch so beim Agrifac-«GreenFlowPlus»-Pumpensystem, das auch bei der «Milan» zum Einsatz kommt. Dank besonders kurzem Kreislauf sorgt dieses kompakte System dafür, dass nur geringe Restmengen im Leitungssystem der Spritze verbleiben. Dies ermöglicht eine schnelle und einfache Reinigung. Das Pumpensystem «GreenFlowPlus» sorgt im Zusammenspiel mit den druck-

Steckbrief «Milan» Behälter: 3500, 4200, 5400, 7200 Liter Klarwassertank: 620 Liter Einspülschleuse: 35 Liter Handwaschtank: 15 Liter Pumpe: 500 l/min (Option: 700 l/min) Gestänge: 27 m (bis 44 m möglich) Balkenhöhenführung: Norac 4.5 Teilbreiten: 6 m, 3 m, 1,5 m oder Einzeldüsen-Schaltung; (alle Varianten auch über GPS-Steuerung möglich) Spurbreiten: 170 bis 225 cm Federung: serienmässige Deichsel- und Achsfederung Reifen: 300–580er; 38 bis 52 Zoll Bremsen: hydraulisch (Opt.: pneumatisch) Preis: CHF 114 289.– (exkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

Die «Milan» der Umatec Domdidier mit 3500 Liter fassendem Tank verfügt über ein 27-Meter-Aluminium-Gestänge in der A-Bauweise mit 27/21er-Klappung und mit pneumatischer 3-m-Sektor-Schaltung. Auf Wunsch gibt es auch eine Sektorschaltung von 1,5 m oder Einzeldüsenschaltung. Das Gestänge ist extrem stabil und verwindungssteif. Dieser Balken ist mit einer variablen Geometrie ausgestattet, die es möglich macht, die linke und die rechte Gestänge-Hälfte unabhängig voneinander zu bewegen. Die Balkenhöhenführung wird durch ein «Norac 4.5», mit je einem Ultraschallsensor pro Gestängeseite, gesteuert. Dieses System bietet drei Einstellungsmöglichkeiten: die Höhenführung über Grund, die Höhenführung über Blattmasse oder eine Misch­form. Dieses System sorgt für eine starke Entlastung des Fahrers.

Spurbreite stufenlos mechanisch einstellbar Das Fahrwerk ist auf 40 km/h ausgelegt und verfügt für den Fahrkomfort über eine grosszügige Spiralfeder als Achs- und Deichselfederung. Die Spurbreite lässt sich stufenlos mechanisch von 170 bis 200 cm einstellen. Optional ist eine breitere Achse für Spurbreiten von 195 bis 225 cm erhältlich. Für beide Achstypen ist optional eine Lenkung erhältlich. Auch

bei der Verwendung von Lenkachsen gibt es keinerlei Einschränkungen bei den möglichen Spurbreiten. Die Lenkachse wird über ein Gyroskop gesteuert, das über Lenkeinschlag, Geschwindigkeit und Neigung die Lenkung der Achse steuert. Mit einem Lenkwinkel von 54 ° gewährleistet Agrifac so eine exakte Spurtreue.

Bedienung am Terminal Die Programmierung aller Funktionen findet im Traktor über das «Eco­ TronicPlus»-Touchscreen-15-Zoll-Terminal statt. Dieses Bediensystem liefert dem Fahrer während des Ausbringens der Pflanzenschutzmittel alle benötigten Informationen. Wahlweise kann die GPSSteuerung über dieses Terminal oder über einen zweiten Bildschirm angezeigt werden. Der Flüssigkeitsstrom wird auf dem Farbdisplay grafisch dargestellt. Möglich ist auch eine Bedienung über den Isobus-Terminal auf dem Traktor.

Fazit Mit der «Milan» kommt Agrifac mit einer bestens ausgestatteten Anhänge-Feldspritze in die Schweiz, die über modernste Applikationstechnik verfügt und mit der eine höchst präzise Applikation möglich ist. Qualität hat bekanntlich seinen Preis. Mit rund CHF 115 000.– ist die «Milan» ein Thema für grosse Gemüsebaubetriebe und Lohnunternehmer.

Video zur Milan «3500» Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

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Spurtreu In Zusammenarbeit mit Ott Landmaschinen hat das dänische Unternehmen Fransgard die Entwicklung der Heckaufbereiter und Schwadwender forciert. Die «Schweizer Landtechnik» konnte einen Fransgard «Intenso I-180» bei einem Einsatz im Thurgau begleiten. Ruedi Hunger

Steckbrief Fransgard «Intenso I-180» Arbeitsbreite: 180 cm Transportbreite: 235 cm Rotordurchmesser: 60 cm Anzahl Aufbereiterzinken: 42 Stück Zapfwellendrehzahl : 540 U/min Rotordrehzahl (b. 540): 600/1000 U/min Kraftbedarf: 22 kW (30 PS) Arbeitsgeschwindigkeit: 0–22 km/h Anbau (3-Punkt-Heck): Kat. II/III (Herstellerangaben)

Die Kombination aus Frontmähwerk und Heckaufbereiter sorgt am Hang für ideale Gewichtsverteilung. Bilder: R. Hunger

«Fransgard hat in den vergangenen Jah­ ren mit unserer Unterstützung den Heck­ aufbereiter ‹Intenso› für die Anforderun­ gen und die Grasbestände in der Schweiz optimiert», sagt Christian Bottlang, Pro­ duktmanager von Agriott in Zollikofen BE. Das Gerät zeichnet sich aus durch robuste Bauart und eine einfache Ver­ stellung der Aufbereitungsintensität. Das Konditionierungsblech, das für das Aufreiben der Wachsschicht auf den Pflanzen verantwortlich ist, kann in sechs Positionen verstellt werden. Der «Inten­

so» hat auf dem Rotor 42 verschleiss­ feste Kunststoff-Aufbereiterzinken. Bei Bedarf sind diese durch das Entfernen einer Schraube auszuwechseln. Es sind die gleichen Zinken, wie sie auch bei eingebauten Aufbereitern verwendet werden.

Keine Berührungsängste Es war ein eigentlicher Hindernislauf zwi­ schen jungen und älteren Obstbäumen, den Front-Trommel-Mähwerk, Traktor und Heckaufbereiter bei ihrem Ersteinsatz

Dank Leitblech erfolgt die Ablage gleichmässig und locker.

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in dieser Futterbausaison auf dem Betrieb von Peter Kessler im thurgauischen Hütt­ lingen-Mettendorf absolvieren mussten. Dank Schwenkbock läuft der Heckaufbe­ reiter perfekt hinter dem Traktor und um­ fährt allfällige Hindernisse spurtreu. Die Schwenkbockverriegelung wird durch den Fahrer manuell gelöst, ansonsten das Gerät natürlich mehr oder weniger starr hinter dem Traktor herlaufen würde. Beim Ausheben zentriert sich die Maschi­ ne automatisch und verhindert ein seitli­ ches Pendeln. Genau das wird auch an Hanglagen angestrebt, wo die Verriege­ lung dazu beiträgt, dass der «Intenso» exakt hinter dem Traktor läuft und alles Mähgut aufnimmt.

Die Aufbereitungsintensität wird links an der Maschine eingestellt.


Testbericht | Impression

Wichtiges Detail am Hang: die Schwenkbockverriegelung sorgt für spurtreuen Nachlauf.

Arbeitstiefe und Futterablage Die Arbeitstiefe kann entsprechend der Grasnarbe und der Schnitthöhe angepasst werden. Bolzen raus, Vierkantrohr verschieben und Bolzen wieder rein (und sichern), einfacher ist eine Höhenverstellung kaum zu machen – aber man sollte es tun. Das Gleiche gilt auch für die Schwadablage. Mit zehn Leitblechen wird das Mähgut locker und entsprechend breit abgelegt. Das funktioniert gut, aber die Ablage wird durch die Futtermenge beeinflusst. Unter anderen Umständen können die Leitbleche etwas verstellt und die Ablage optimiert werden.

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Fazit Die Maschine hat einen guten Eindruck hinterlassen. Sie ist einfach einzustellen und überzeugt mit dem Arbeitsergebnis. Es gibt zwei, drei manuelle Einstellungen, die der Fahrer vornehmen sollte: So die Tiefeneinstellung über die Räder, die Aufbereitungsintensität mit dem Konditionierungsblech und die Schwenkbockverriegelung lösen oder fixieren. Zusätzlich können noch die Leitbleche optimiert werden, je nach dem, ob viel oder wenig Futter vorhanden ist. Wer den Aufbereiter optimal einsetzen will, muss ihn dem Grasbestand, der Futtermenge und der Hanglage entsprechend einstellen. Nach Auskunft von Ott ist der Fransgard-«Intenso I-180» als Sologerät für weniger als CHF 6000.– erhältlich. In Kombination mit dem ViconFrontmähwerk beträgt der Richtpreis CHF 14 500.–.

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Der Treffpunkt

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Die Aufnahmetiefe kann über das Fahrwerk (und den Oberlenker) eingestellt werden.

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Impression | Fahrbericht

Nichts als Beeren im Tank Erstmals stand für die Traubenernte 2017 in der Bündner Herrschaft ein Traubenernter des deutschen Herstellers Ero im Einsatz. Die «Schweizer Landtechnik» begleitete in Jenins den «Grapeliner 6175X VITIselect» des Lohnunter­nehmens Jenny Agrar. Ruedi Hunger

Hat man erst einmal die mittig auf dem Fahrzeug angeordnete Kabine über die Aufstiegsleiter erklommen, beeindruckt die Übersicht aus der rundum verglasten Fahrerkabine. Der Fahrer hat einen exzellenten Blick auf die unter ihm durchgehende Rebzeile. Unterstützt wird die Übersicht zusätzlich durch den verglasten Kabinenboden. Die Bedienelemente sind ergonomisch positioniert, wie dies in einer echten Wohlfühl-Kabine auch sein soll. Der Monitor zur Maschineneinstellung und Überwachung ist am rechten Kabinenholm platziert, wo die Sicht nicht gestört wird. Auf dem 10,4-Zoll-Touchscreen werden alle relevanten Parameter farbig dargestellt. Für das Arbeiten bei Dämmerung oder Nacht erhellen 17 Arbeitsscheinwerfer die Umgebung.

Wie handverlesen Für den Laien ist es schwer nachvollziehbar, dass die empfindlichen Trauben mit einem Vollernter «gelesen» werden können. In der Tat ist die Ernte auch nicht mit dem händischen Lesen vergleichbar. Für das «Lesen» ist der «Grapeliner» im Erntekopf mit einem Schüttelwerk aus flexiblen Kunststoffstäben ausgestattet. Der Durchgang kann von 0 bis 16 cm den aktuellen Bedingungen angepasst werden. Die geernteten Trauben werden über ein einseitiges Fördersystem mit einem vertikal umlaufenden Förderband in den Traubentank gefördert. Der Reihe nach sind das: • Eine Schuppenbahn, die das abgeschüttelte Erntegut seitlich auf das Band fördert. • Querluftdüsen, die bereits rund 70 % des Laubes über das Lesegut hinweg in den Blattrechen blasen. • Eine dreistufige Lesegutreinigung, um damit den Laubanteil auf ein Minimum zu reduzieren. Neben dem Blattrechen sind je ein unteres und ein oberes Sauggebläse eingebaut. • Abbeermaschine mit Sortiertisch «VITIselect».

Abbeeren inklusive

Der «Grapeliner 6175X VITIselect» im Einsatz in der Bündner Herrschaft. Bilder: R. Hunger

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Damit Trauben für Rotweine früh von den Rappen getrennt werden, bietet Ero eine aufgebaute Abbeermaschine mit Kunststoffkorb und Reinigungsbürste an. Drehzahl von Korb und Dornwelle lassen sich am Touchscreen je nach Rebsorte und Reifegrad einstellen. Die auf dem «Grapeliner» der Serie 6000 aufgebaute Abbeermaschine besitzt eine automatische Niveauregulierung, damit herrschen auch


Fahrbericht | Impression

in Seitenhanglagen immer gleiche Bedingungen. Wird die Abbeermaschine nicht benötigt, schaltet sie der Fahrer einfach ab – und fertig. Er muss die Fahrerkabine dafür nicht verlassen.

Optionaler Sortiertisch Hans Luzi Jenny, Lohnunternehmer und Inhaber von Jenny Agrar, liess den «Grape­ liner» mit dem optionalen «VITIselect»Sortiertisch ausrüsten. Diese Sortierrollen entfernen Pflanzenteile aus dem Lesegut. Mittels Tastendruck kann der Fahrer von der Kabine aus entscheiden, ob entrappt und sortiert werden soll. «Auch die Geschwindigkeit des Sortiertisches kann ich von der Kabine aus einstellen», sagt Fahrer Stefan Jenny. Die eingestellten Ernteparameter können als Ernteprogramm abgespeichert werden. Insge­ samt lassen sich fünf Ernteprogramme speichern.

Zum «Grapeliner» gibt es vier Motorvarianten mit 114, 120, 129 oder150 kW – alle von Deutz.

Logistik bestimmt Tagesleistung Ero bietet den «Grapeliner» mit einem Überladeband oder mit einem Traubentank an. «Ein Überladeband war für uns nie ein Thema», so Jenny. Folglich ist die Maschine mit einem 2200-l-Traubentank (Standard) ausgerüstet. Dieser ist zwischen Vorder- und Hinterrad angeordnet und bildet ein Gegengewicht zum Motor auf der anderen Fahrzeugseite. Der gefüllte Tank wird am Zeilenende in die Traubenfässer oder den Traubenwagen abgekippt, dazu wird der Traubentank kopfüber gedreht und das Erntegut verlässt den Tank.

Steckbrief Ero «Grapeliner 6175X VITIselect» Motor: 6 Zylinder Deutz, Stufe 4,129 kW/175 PS, 340-l-Dieseltank Antrieb: Hydrostatischer Fahrantrieb, automotive-Steuerung, max. 40 km/h Masse: Leergewicht 8970 kg (9400 kg mit Abbeermaschine). Lenkeinschlag: 90 °, Wenderadius: 4,2 m. Radstand: 3,25 m Ernteorgane Kippkantenlänge: 1,80 m Traubentank: 2200, 2600 oder 3000 l Entladehöhe: 2,80 oder 2,55 m Anzahl Schüttelstäbe: Max. 2 × 11 = 22 Niedrigster Durchgang: 2,05 m. Höchster Durchgang: 2,80 m Minimale Erntehöhe: 15 cm Länge Schuppenbahn: 2,80 m Anzahl Schuppen: 28 links, 26 rechts Durchgang Schuppenbahn: 38 (Herstellerangaben)

Dank 90°-Lenkeinschlag verfügt der Traubenvollernter über eine beeindruckende Wendigkeit.

Ein automatischer Seitenhangausgleich führt die Maschine horizontal durch die Rebzeile.

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Impression | Fahrbericht

Stefan Jenny zum «Grapeliner»

Eine rundum verglaste Kabine und der zusätzlich verglaste Kabinenboden geben dem Fahrer eine exzellente Übersicht.

Damit ist man beim Thema Logistik angelangt – für Jenny ein entscheidender Punkt. Auch die grossen Weinbauern in der Bündner Herrschaft haben keine Abfuhr-Logistik, die es dem Lohnunternehmer erlauben, einen ganzen Tag beim gleichen Kunden zu ernten. Er muss schliesslich das Lesegut nicht nur abtransportieren, sondern auch noch zusätzlich weiterverarbeiten. Und die stündliche Ernteleistung der Maschine entspricht rund der Tagesleistung von 15 «Wimmlern».

Hydraulisches Antriebskonzept Der «Grapeliner 6175X» besitzt einen hydrostatischen Fahrantrieb mit automotiver Steuerung. Das bedeutet, dass der Fahrantrieb eigenständig und bedarfs­ orientiert die Drehzahl des Motors steuert. Damit fährt die Maschine stets im optimalen Leistungsbereich und mit hoher Effizienz. Die Fahrgeschwindigkeits-­ Steuerung erfolgt dabei über das Fuss­ pedal oder durch einfaches Umschalten über den Joystick. Das Fahrwerk mit einem Radstand von 3,25 m lässt sich stufenlos bis zu 75 cm ausfahren. Der Seitenhangausgleich ist ebenfalls über 75  cm nutzbar. Das Rad­ antriebssystem stammt von Poclain. In schwierigem Gelände sichert eine auto-

Nach der ersten Saison zieht Stefan Jenny von Jenny Agrar Bilanz: «Ich muss vorausschicken, dass das Weinjahr – insbesondere der Monat September – schwierig war. Die Rückmeldungen von unseren Kunden sind aber positiv. Tendenziell haben wir festgestellt, dass die Öchslegrade höher sind als bei der Hand­ lese. Erklärbar ist dies mit dem Umstand, dass keine reifen Beeren verlorengehen und gleichzeitig die noch nicht reifen Beeren am Stock bleiben. Was die Leistung betrifft, sind die örtlichen Gegebenheiten natürlich mitentscheidend. Als Richtgrösse kann ich bestätigen, dass zwei bis zweieinhalb Stunden pro Hektar möglich sind. Entgegen

matische Sperre einen permanenten Allradantrieb. Der Lenkeinschlag beträgt 90 °. Schliesslich ist der Traubenernter mit «MultiBib»-540/65R24-Reifen von Michelin unterwegs.

Fahrerentlastung Einmal aktiviert, lenkt die automatische Lenkung den «Grapeliner», und damit auch den Erntekopf stets optimal über oder durch die Reben. Stefan Jenni schätzt besonders, dass er sich dafür voll auf die Überwachung der Ernteparameter konzentrieren kann. Von Ero war zu erfahren, dass seit der Einführung der automatischen Lenkung im Jahre 1981 mehr als 90 % der ausgelieferten Traubenernter damit ausgerüstet sind. Ein zusätzliches Sicherheitselement ist der Ultra­ schall-­Höhenmesser. Er zeigt dem Fahrer den Abstand zwischen Erntekopf und Bo-

Die Abbeermaschine sorgt für ein nahezu perfektes Lesegut.

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unseren Bedenken klappte die Abfuhr eigentlich immer, wir hatten keine Wartezeiten. Zu bedenken ist, dass die Maschine nur die Beeren erntet – die Ratten werden grösstenteils ausgeschieden – und dass deshalb die Transportgewichte steigen. Was nicht funktioniert, das sind Anlagen mit Betonpfählen, da die Pfähle durch die Vibrationen Risse bekommen. Ein weiterer Punkt, der von den Skeptikern erwähnt wird, ist das vorhandene Gewicht. Weil die Maschine aber gut bereift ist und weil nicht Spur in Spur – sondern versetzt – gefahren wird, halten sich die Bodenbelastungen in Grenzen. Abschliessend möchte ich noch festhalten, dass wir uns hier in der Herrschaft mit dem Weinbau auf einem Hochpreisniveau bewegen. Entsprechend muss eine Traubenerntemaschine ebenfalls ein hohes technisches Niveau aufweisen und über dieses verfügt dieser Vollernter zweifellos.»

den an und warnt mit einem optischen Signal, wenn eine kritische Untergrenze unterschritten wird. Die gute Übersicht erlaubt es dem Fahrer, während der Fahrt den Auswurf der Abbeermaschine und das im Tank ankommende Lesegut laufend zu überwachen.

Fazit Auch wenn die Traubenernte oft als die schönste Tätigkeit im Rebjahr bezeichnet wird, haben immer mehr Weinbauern Mühe, genügend «Wimmler» zu rekrutieren. Die oft romantischen Vorstellungen decken sich eben nicht immer mit der Realität der strengen Lesearbeit. Der Traubenvollernter kann für Rebbetriebe eine echte Entlastung bringen. Überzeugend am Ero «Grapeliner» ist, neben der hohen Leistungsfähigkeit, das technisch ausgereifte Baukonzept. 

Zum Entleeren wird der Traubentank kopfüber gedreht.


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Wissen | Praxis

«Too important to fail» Die von Hydraulikleitungen ausgehende potenzielle Gefährdung von Mensch und Umwelt wird in der Praxis oft unterschätzt. Mit lückenloser Überwachung und systematischen Kontrollen soll Schlauchschäden vorgebeugt werden. Ruedi Hunger

Was die Gelenkwellen für den mechanischen Antrieb, ist der Hydraulikschlauch für hydraulische Antriebe – nämlich «systemrelevant». Studien zeigen, dass 31% des Schlauchversagens ein sogenanntes «Inside Out» sind, was in erster Linie durch Alterung verursacht wird. In der Industrie, beim Bergbau oder allgemein in der Bauwirtschaft hält der «typische» Hydraulikschlauch über eine definierte Anzahl Stunden. Nach dieser angegebenen Betriebszeit wird die sogenannte Schlauchseele spröde und verliert die ursprüngliche Gummiform. Aus diesem Grund existieren bei den Unternehmen Wartungspläne, die den vorbeugenden Austausch ankünden. Anders in der Landwirtschaft: Mit Ausnahme grosser Erntemaschinen werden in der Landwirtschaft nur ausnahmsweise Hydraulikschläuche nach einem festen Wartungsplan aus­ getauscht. Normalerweise werden Schläuche erst ausgewechselt, wenn bereits Ölverluste auftreten.

Auswahl und Montage Das Schlauchmaterial muss beständig sein gegenüber dem «Medium» (sprich: Hydrauliköl). Speziell bei der Ersatzbeschaffung muss diesem Umstand Rechnung getragen werden – dabei auch an Reinigungsprozesse denken. Besondere Beanspruchung durch äussere Kräfte oder Druckimpulse sowie Änderungen der Länge und des Aussendurchmessers beachten. Schlauchleitungen dürfen während des Betriebs grundsätzlich nicht durch äussere Einwirkungen auf Zug, Torsion und Stauchung beansprucht werden. Der kleinste vom Hersteller angegebene Biegeradius des Schlauches darf nicht unterschritten werden (auch bei der Lagerung). Weitere Einbaubedingungen, die beachtet werden müssen, sind Bewegungsabläufe, Abknickungen und Verdrehwinkel der Bogen-Armaturen. Schlauchleitungen müssen gegen mechanische, thermische oder chemische Beschädigungen, die von aussen kommen, geschützt werden.

Ausfallkriterien Minimaler Biegeradius, unkorrekte Montage, mechanische Beschädigungen – die Lebensdauer von Hydraulikschläuchen ist nicht unendlich. Anhaltend hohe Temperaturen beschleunigen zudem die Alterung. Sind Maschinen oder deren Hydraulikschläuche allen Witterungseinflüssen ungeschützt ausgesetzt, reduziert dieser Umstand die Lebensdauer zusätzlich.

Temperatureinfluss Die Gummimischungen der Standard-­ Hydraulikschläuche sind auf einen Temperaturbereich von –40 °C bis +100 °C (kurzzeitig bis +120 °C) ausgelegt. Bei niedrigen Temperaturen erreichen Gummimischungen ihren sogenannten Glaspunkt (Glasbruch), das heisst, der Werkstoff wird spröde. Typisches Merkmal ei-

ner durch Glasbruch zerstörten Schlauchleitung sind feine radiale Risse an der Oberfläche der Schlauchinnenund -aussenschicht. Die Aussenschicht eines Gummischlauches ist anfällig auf Einflüsse von Ozon und starker UV-­ Strahlung.

Nennweiten Strömt Flüssigkeit durch eine Leitung, erleidet sie einen Druckverlust, der abhängig ist von der Strömungsart, der Rauigkeit der Leitungswand, der Leitungs­ länge und dem Innendurchmesser. Ebenfalls bestimmt das spezifische Gewicht der Flüssigkeit die Viskosität und damit die Strömungsgeschwindigkeit. Die Nennweite muss daher auf die Bedürfnisse der Maschine ausgelegt sein.

Peitschen Bei einem plötzlichen Schlauch- oder Armaturenbruch kommt es unter hohem Druck zum sogenannten «Peitschen». Wenn ein Schaden an einer Schlauch­ leitung eine Gefährdung durch Peitschen hervorruft, muss der Schlauch zurückgehalten oder abgeschirmt werden. Dem

Achtung Als «Öldurchschüsse» werden feine Strahlen, die unter hohem Druck durch die Schlauchwand nach aussen schiessen, bezeichnet. Bei solchen Strahlen ist die Anlage (Maschine) sofort abzuschalten. Jede Berührung mit diesen Ölstrahlen verhindern, da das Öl sofort in menschliches Gewebe eindringt und sich dort verteilt. Hydraulikflüssigkeiten können mit Bakterien kontaminiert sein, die in einem solchen Verletzungsfall lebensgefährliche Blutvergiftungen hervorrufen. Sofort einen Arzt aufsuchen, falls Hydrauliköl in menschliches Gewebe eingedrungen ist. Wegen der geringen Grösse und des hohen Drucks sind solche Verletzungen häufig nicht einmal schmerzhaft.

Tabelle 1: Schlauchtypen mit einer Nennweite von 20 mm Schlauchtyp 1 SN (1 Stahldraht­einlage) 2 SN (2 Stahldraht­einlagen) R15 (4 Stahldraht­einlagen) R4 (2 Textil­geflechte)

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Nennweite Innen-Ø Aussen- ­Ø Dynamischer mm mm Betriebsdruck (bar) DN20 DN20 DN20 DN20

19 18.7… 19.8 18.6... 19.8 18.3… 19.8

Berst- Verwendung druck als

27.7

105

500

Druck­schlauch

27.7

215

860

Druck­schlauch

420

1655

Druck­schlauch

21

83

Saug­schlauch

31.3 … 32.7 31.0… 33.5


Praxis | Wissen

gefährlichen Peitschen bei Schlauchleitungsbruch kann konstruktiv begegnet werden. Die Hersteller von Hydraulikschläuchen bieten für exponierte Stellen

ein Sicherheitssystem, das eine sichere Verbindung zwischen Schlauch und Maschinenteil ermöglicht. Als Personenschutz wird beispielsweise an exponier-

Tabelle 2: Hydraulikschläuche müssen alle 500 mm mit einer vorgeschriebenen Kennzeichnung versehen sein: Kennzeichnung der Hydraulikschläuche • HF: (nicht im Bild) Kennzeichen oder Name des Schlauchherstellers • EN 853: Nummer der europäischen Schlauchnorm • 2 SN: Schlauchtyp • DN12: Nenndurchmesser (z. B. 12 mm) • WP 275 bar: zulässiger Betriebsdruck des Schlauches • 08/09: (nicht im Bild) Herstellungsdatum (Monat/Jahr)

Zugbelastung und Halterungen Der fehlende «Durchhang» des Schlauches (Pfeil) führt zu unzulässigen Zugbelastungen. Zugbelastungen von Schlauchleitungen sind zu vermeiden, da gleichzeitig auch die Armaturen stark belastet werden. Schlauchleitungen sind immer mit einem gewissen Durchhang zu verlegen, da sie sich unter Druck verkürzen können (bis 4 % bei max. Druck). Schlauchhalterungen sind dort zu vermeiden, wo sie die natürlichen Bewegungen und Längenänderungen des Schlauches behindern.

ten Stellen ein Schutzschlauch aus speziellem Nylon übergezogen. Alternativ gibt es Schlauchschellen oder ein Stahlseil mit montierter Öse und Haken zur Sicherung des Schlauches.

Torsion und Abrieb Wird eine Leitung in sich verdreht eingebaut, verkürzt sich die Lebensdauer durch gegenseitige Aufreibung der Einlagen deutlich. Richtwert: Eine Verdrehung von 7 ° reduziert die Lebensdauer um 80 %. Beim Einbau ist darauf zu achten, dass sich die Schlauchleitung beim Anziehen der Überwurfmutter unter keinen Umständen «in sich» verdreht. Wird ein Hydraulikschlauch über eine Kante verlegt oder reibt er beim Zykluswechsel regelmässig auf einer Oberfläche, wird die äussere Ummantelung des Schlauches abgenutzt. Gleiches gilt für Schläuche, die in zu geringem Abstand voneinander verlegt werden. Das freigescheuerte Drahtgeflecht ist nicht länger gegen Korrosion geschützt. Für extreme Einsatzbedingungen gibt es Schläuche mit hochabriebfesten Oberdecken.

Lagerung von Ersatzschläuchen

Mindestradius Für jeden Schlauchtyp wird in Abhängigkeit von der Nennweite ein zulässiger Biegeradius vorgeschrieben. Wird der Mindestbiegeradius unterschritten, verkürzt sich die Lebensdauer und die Belastbarkeit einer Schlauchleitung, da auf der Aussenbiegung durch die grössere abzudeckende Fläche Deckungs­ lücken im Drahtgeflecht entstehen können. Dies führt früher oder später zu sog. «Öldurchschüssen». Auf der Innenseite tritt der entgegengesetzte Effekt ein. Die Einlagen werden gestaucht, liegen damit nicht mehr eng genug an der Schlauchinnenschicht und verlieren ihre Drucktrageeigenschaft.

Gefährliche Biegung Die Schlauch-Biegung sollte nicht unmittelbar nach der Armatur (Verschraubung) beginnen, sondern erst nach einem geraden Abschnitt, welcher in seiner Länge dem 1,5-fachen Aussendurchmesser entspricht. Das Bild zeigt die Folgen einer unzulässigen Biegung, indem bereits Öl austritt. Der neue Schlauch darf nicht mehr mit einem Kabelbinder unzulässig abgebogen werden. Alternativ schützt die Verwendung geeigneter Armaturen vor einem Unterschreiten des Mindest-Biegeradius.

Massive Scheuerstellen Durch unzulässiges Scheuern an Maschinenteilen oder Kontakt mit der Fahrbahn (Bild) werden Hydraulikschläuche und Armaturen stark geschädigt. Schläuche mit diesem Schadbild dürfen nicht mehr verwendet werden, da es jederzeit zu einem Öl­ durchschuss oder gefährlichem Peitschen kommen kann.

Unter ungünstigen Lagerbedingungen oder bei unsachgemässer Behandlung ändert Schlauchmaterial aus Kautschuk und Gummi seine physikalischen Eigenschaften. Daher soll Schlauchmaterial kühl, trocken und staubarm gelagert werden. Direkte Sonnen- und / oder UV-Einstrahlung vermeiden. Zudem sind Schläuche und Schlauchleitungen spannungs-, knickfrei und liegend zu lagern. Bei Lagerung in Ringen darf der kleinste vom Hersteller angegebene Biegeradius nicht unterschritten werden. Die Schlauchenden sind mit Schutzkappen zu verschliessen. Gerade in der Landwirtschaft wird die Lagerdauer von Ersatzschläuchen oft überschritten. Gemäss DIN 20066 soll Schlauchware nicht länger als vier Jahre und Schlauchleitungen nicht mehr als zwei Jahre gelagert werden.

Fazit Nur wenige Maschinen kommen ohne Hydraulikschläuche aus. Ausfälle sind ärgerlich und kosten Zeit. Es lohnt sich deshalb, regelmässige Kontrollen zu machen um damit den Zustand zu überprüfen und allfälligen plötzlichen Pannen vorzubeugen.  «Too important to fail» (D: «Zu wichtig, um zu versagen». Bilder: Lehrmittel, zVg, R. Hunger.

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Wissen | Landtechnik-Begriffe erklärt

Hydrauliksystem mit Gefühl Load-Sensing-Hydraulikanlagen fördern immer nur so viel Öl, wie der Verbraucher tatsächlich benötigt. Sie sind zwar teurer in der Anschaffung, arbeiten aber effizienter und energiesparender als Konstant-Hydraulikanlagen. Heinz Röthlisberger

Load Sensing (LS) – übersetzt «Last-fühlend» – und genau dies ist es auch: ein Hydrauliksystem mit Gefühl. Das System regelt ganz nach Bedarf Fördermenge und Druck. Eine Load-Sensing-Hydraulik ist bei vielen Traktoren ab etwa 120 PS Standard. Als Option ist das System heute bereits ab 90 PS erhältlich. Doch von Anfang an. Die Dimensionierung des Hydrauliksystems und der Pumpe muss sich immer an der maximalen Last ausrichten. Bei einem klassischen Hydrauliksystem mit konstantem Volumenstrom (Konstant-Strom-System) gibt es jedoch einzig die Funktionen «ein» oder «aus». Das bedeutet, dass die meiste Zeit deutlich mehr Öl durch den Kreislauf gepumpt wird, als die Verbraucher benötigen. Dies erfordert einen enormen Energieaufwand für wenig Ertrag. Für mobile Maschinen heisst das: Wertvolle Motorleistung wird für etwas aufgewen-

det, was gar nicht benötigt wird, und der Verbrauch ist somit höher als nötig.

Exakt abgestimmt Abhilfe schaffen Load-Sensing-Systeme. Sie ermöglichen eine bedarfsgerechte Regelung des Volumenstroms und des Drucks in der Anlage. Wie erwähnt, «fühlt» das System, welche Last anliegt, und steuert die Leistung der Pumpe entsprechend durch spezielle Steuerblöcke. Sie legen den aktuellen Lastdruck auf eine Meldeleitung, die wie eine hydraulische Waage funktioniert. Über Ventile wird dann die Pumpleistung exakt auf den erforderlichen Volumenstrom und Druck angepasst. Grundsätzlich ist das Load-Sensing-System mit allen Anbaugeräten koppelbar. Probleme kann es bei Maschinen geben, die über einen eigenen Ventilblock ausgestattet sind, wie etwa Kartoffelroder. Hier ermöglicht das sogenannte Power-Beyond-System, den Hydraulikölfluss mit dem LS-System vom Traktor aus zu steuern.

Einfacher In der Praxis bringen LS-Systeme klare Vorteile: Sie sind zwar teurer als Konstant-Systeme, die Hydraulik arbeitet aber effizienter, spart dadurch Energie und letztlich Kosten ein. Aber auch für den Anwender wird die Bedienung einfacher. Er gibt durch Hebelbewegung eine Arbeitsgeschwindigkeit vor. Steigt die Last in einem klassischen System an, würde die Arbeitsgeschwindigkeit mit konstantem Volumenstrom sinken. Der Anwender müsste manuell nachregeln. Das LS-System hingegen passt sich automatisch an den Lastwechsel an und gewährleistet eine gleichbleibende Arbeitsgeschwindigkeit.

Nächste Generation am Start Für das Load-Sensing-System sollte man sich entscheiden, wenn man Geräte mit einem hohen Leistungsbedarf anhängt. Bild: Massey Ferguson

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Mit «e-Load-Sensing» (e-LS) präsentierte Bosch Rexroth auf der letzten Agritechnica die nächste Generation von Hydrauliksystemen. Das elektronisch angesteuerte System soll ein umfassendes Ge-

spann-Management von Traktor und verschiedenen Anbaugeräten ermöglichen. Konkret sieht das so aus: Das Rexroth «e-LS» ersetzt die hydraulische Load-Sensing-Meldeleitung durch eine elektronische Regelung. Alle Komponenten melden ihren Bedarf zeitgleich an das Steuergerät. Per Software passt der Traktorhersteller die Systemparameter individuell an und variiert sie je nach Betriebssituation dynamisch. Hersteller können Traktor und Anbaugeräte so aufeinander abstimmen, dass sie sich automatisch erkennen, das System vordefinierte Parameter abruft und damit die Bedienung deutlich vereinfacht. Zusätzlich gleicht das «e-LS»-System bei gekoppelten Anbaugeräten Leistungsverluste im System aus. Die reduzierte Verlustleistung im Standby und der variable Drucküberschuss steigern die Energieeffizienz weiter. Darüber hinaus soll es laut Bosch Rexroth erstmals möglich sein, den Maximaldruck im laufenden Betrieb flexibel auf einzelne Anbaugeräte und Funktionen anzupassen. Um beispielsweise eine Beschädigung von Silageballen durch zu starkes Zusammenpressen der Ballenzange zu vermeiden, begrenzen Hersteller den Druck der Ballenzange. Wird sie betätigt, lässt das System nur den zuvor festgelegten Maximaldruck zu und die Presskraft der Zange ist hydraulisch begrenzt. Für kurzfristige höhere Leistung, beispielsweise die Losbrechkraft bei einem Frontlader, kann situativ der Druck übersteuert werden. Quellen: Wikipedia; fluid.de, Bosch Rexroth

«Landtechnik erklärt» Was ist ein «ABS», wie funktioniert eine «Common Rail»-Einspritzanlage und warum erkennt ein «NIR-Sensor» Pflanzengrün? Solche und ähnliche Fragen beantwortet die «Schweizer Landtechnik in der Serie «Landtechnik-Begriffe erklärt».


Praxisfragen | Management

Den richtigen Führerausweis dabei? Mit dem G40-Fahrkurs ist das Lenken von gewerblich immatrikulierten Motorfahrzeugen mit weissem Kontrollschild nur für landwirtschaftliche Fahrten gestattet. Für gewerbliche Fahrten oder Arbeiten muss der Fahrzeugführer im Besitz der Führerausweiskategorie F und damit mindestens 16 Jahre alt sein. Urs Rentsch, Dominik Senn

Die Karriere der meisten Traktorfahrer beginnt mit der Führerprüfung Kategorie G. Mit dem Bestehen der theoretischen Prüfung dürfen Jugendliche mit einem Mindestalter von 14 Jahren landwirtschaftliche Motorfahrzeuge bis 30 km/h Höchstgeschwindigkeit (V-max.), mit Ausnahme der Ausnahmefahrzeuge, im öffentlichen Verkehr bewegen.

Kursbestätigung für G40-Fahrkurs Da die meisten neuen Traktoren, Transporter oder auch Zweiachsmäher heute bauartbedingt eine V-max. von 40 km/h erreichen, müssen Inhaber der Führerausweiskategorie  G einen vom Bundesamt für Strassen anerkannten Fahrerkurs G40 absolvieren, wie er vom Schweizerischen Verband für Landtechnik SVLT angeboten wird. Nach der Anmeldung für den Fahrkurs erhält der Teilnehmer einen Monat vor dem Kurs eine Kursbestätigung. Diese berechtigt zum Lenken eines landwirtschaftlichen Traktors mit V-max. 40 km/h (ohne Anhänger) zu Übungszwecken und ist einen Monat lang gültig. Anhänger dürfen nur auf dem Weg zum Kurs und im Kurs selbst mitgeführt werden.

zeuge mit Anhänger mit einer V-max. bis 40 km/h zu führen. Ebenso dürfen mit der Kategorie G40 Ausnahmefahrzeuge wie Mähdrescher, Feldhäcksler oder Traktoren mit braunem Kontrollschild gelenkt werden.

Was gilt mit weissem Kontrollschild? Das Lenken von gewerblich immatrikulierten Motorfahrzeugen mit weissem Kontrollschild ist für Inhaber der Führerausweiskategorie G40 jedoch nur zu landwirtschaftlichen Fahrten gestattet. Werden mit dem weiss immatrikulierten Motorfahrzeug gewerbliche Fahrten oder Arbeiten ausgeführt, so muss der Fahrzeugführer im Besitz der Führerausweiskategorie F sein und ist somit mindestens 16 Jahre alt.

Dasselbe gilt auch, wenn zum Beispiel einem Erwachsenen aufgrund einer Strafanzeige für zu schnelles Fahren oder Trunkenheit am Steuer der Ausweis für das Autofahren entzogen wird. Meist dürfen die fehlbaren Lenker auch während des Entzugs Fahrzeuge der Kategorie M (Mofas) und G (landwirtschaftliche Motorfahrzeuge bis 30 km/h V-max.) fahren, jedoch nicht landwirtschaftliche Motorfahrzeuge mit 40  km/h V-max. Handelt es sich um einen Ausweisinhaber, der noch keinen G40-Fahrerkurs gemacht hat, so muss er diesen nachholen, um landwirtschaftliche Motorfahrzeuge mit V-max. 40 km/h während der Dauer des Ausweisentzuges fahren zu können; gewerbliche Fahrten mit weiss immatrikulierten Motorfahrzeugen sind jedoch auch für diesen Lenker verboten.

Ausnahmefahrzeuge mit braunem Kontrollschild Mit Bestehen des G40-Fahrkurses und Eintrag in den Führerausweis ist man berechtigt, landwirtschaftliche Motorfahr-

Wo drückt der Schuh? Was beschäftigt Sektionsmitglieder des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik am meisten? Wo drückt der Schuh? Welchen Hauptproblemen sieht man sich in der Praxis ausgesetzt? In dieser lose erscheinenden Serie behandelt die Schweizer Landtechnik solche Anliegen aus der Praxis, wie sie laufend an den Bereich Weiterbildung und Beratung des SVLT herangetragen werden.

Die G40-Kursbestätigung berechtigt zum Lenken eines landwirtschaftlichen Traktors mit Höchstgeschwindigkeit 40 km/h (ohne Anhänger) zu Übungszwecken und ist einen Monat lang gültig. Bild: D. Senn

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Management | Ausrüstung

Kompromissdruck oder Reifendruckanlage? Bodenschonend müssen sie sein, hohe Lasten tragen können und dabei noch lange halten: Die Anforderungen an die Landwirtschaftsreifen steigen immer weiter an. Ronny Peters*

Bodenschonend müssen sie sein, hohe Lasten tragen können und dabei noch lange halten. Die Anforderungen an die Reifen der immer grösseren und leistungsstärkeren Maschinen steigen weiter an. Bild: R. Engeler

Die immer grösseren und leistungsstärkeren Maschinen, die heute auf den Feldern präziseste Arbeiten verrichten, bringen zum Nachteil des Bodens oft ein hohes Einsatzgewicht mit sich. Seit vielen Jahren sucht man nach kostengünstigen und effektiven Technologien, um die Bodenverdichtung und den Reifenschlupf während der verschiedenen Arbeiten so gering wie möglich zu halten. Besonders bei den Traktoren, die auch viel auf der Strasse verwendet werden, haben sich Systeme wie Raupenlaufwerke in unseren allgemeinen Arbeitsgebieten nicht durchsetzen können. Daher bilden Reifen bei den meisten Fahrzeugen die Schnittstelle zwischen Maschine und Untergrund. Sie

*Ronny Peters hat diesen Beitrag im Rahmen eines Praktikums bei Lohnunternehmer Schweiz geschrieben.

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müssen dabei verschiedene Aufgaben erfüllen (siehe Kasten).

Konflikt Profil-Druck Die Erfüllung der verschiedenen Aufgaben auf Feld und Strasse bringt einen gewissen Konflikt bei der Gestaltung des Reifenprofils und des Reifendrucks mit sich. Ginge es nur um bestmögliche Zugkraft auf dem Feld, wäre ein Querstollenprofil eine gute Wahl. Müsste nur hoher Fahrkomfort auf der Strasse gewährleistet werden, würde sich ein Längsrillenprofil anbieten. Insofern ist das über Jahrzehnte im Wesentlichen unveränderte Fischgrätenprofil mit schrägstehenden Profilstollen als Kompromiss anzusehen, der sich in der Praxis für den gemischten Einsatz auf Feld und Strasse bewährt hat. Bei den Reifen ist je nach Hersteller meist zwischen Standard-, Pflege-, Breit- und Grossvolumenreifen, in diagonaler oder

radialer Bauart, zu unterscheiden. Jedoch nur die flexible Karkasse eines Radialreifens hat das Potenzial, selbst hohe Radlasten mit geringen Reifenfülldrücken zu tragen. Diagonalreifen stossen aufgrund ihrer Bauart schnell an ihre Grenzen. Wichtig ist hierbei, dass ein breiter Reifen allein noch nicht wesentlich die Aufstandsfläche vergrössert. Senkt man jedoch zusätzlich den Reifenfülldruck auf den vorgegebenen Wert für den Feldeinsatz ab, verlängert sich diese Fläche überproportional. Die Last und somit auch der Druck verteilen sich über eine grössere Fläche und der Kontaktflächendruck nimmt ab. Die Gefahr von Bodenverdichtungen wird verringert. Doppel- oder auch Zwillingsräder verteilen die Radlast auf zwei Räder. Die Aufstandsfläche wird erheblich vergrössert. Das hat zur Folge, dass die Bodenbelastung sinkt und der Traktor zugleich höhere Zugkräfte im Vergleich zu Standardoder Breitreifen auf den Boden übertragen kann.

Kontaktflächendruck Die statische Rad- oder Achslast (Gewichtskraft) lassen sich durch einfache Wägungen bestimmen und sind die Grundlage für die Bestimmung der Bodenbelastung. Diese wird ausgedrückt durch den Kontaktflächendruck, das Verhältnis von Radlast zur Grösse der Radaufstandsfläche. Der Kontaktflächendruck wird bei gleichbleibender Radlast umso kleiner, je grösser die Radaufstandsfläche wird. Neben Parametern wie Triebkraft, Schwingungen, Schlupf, Reifenbauart und Fahrgeschwindigkeit hat der Reifenfülldruck einen besonderen Einfluss auf den Kontaktflächendruck.

Druckzwiebeln Infolge eines aufgebrachten Kontaktflächendrucks treten im Boden Spannungen auf, deren Verlauf mit den Linien gleichen Bodendrucks (Druckzwiebeln) sichtbar


Ausrüstung | Management

gemacht werden kann. Bei schmalen, stark aufgepumpten Reifen ist die Spur tiefer und die Druckzwiebel schlanker. Beide Effekte vergrössern die Tiefenwir­ kung des Bodendrucks. Ähnlich verhalten sich im Übrigen die Druckzwiebeln bei unterschiedlichen Bodenverhältnissen. Je nasser und weicher der Boden, desto tie­ fer die Spur und stärker die Tiefenwir­ kung. Zu berücksichtigen ist, dass bei gleicher Radlast eine Absenkung des Kontaktflächendrucks weniger Auswir­ kung auf die Tiefenwirkung als vielmehr auf die Minderung des Bodendrucks in der Ackerkrume hat. Zur Vorbeugung von Schadverdichtungen im Unterboden muss darum bei zunehmender Radlast der Kon­ taktflächendruck überproportional ge­ senkt werden.

«Bulldozing»-Effekt Zum Kraftstoffverbrauch ist Folgendes zu sagen: Beim Fahren mit zu hohem Acker­ luftdruck entsteht der sogenannte «Bull­dozing»-Effekt. Zu hart aufgepump­ te Reifen drücken eine tiefe Fahrspur in den Boden und rollen permanent gegen einen Erdkeil an. Untersuchungen bele­ gen, dass 1 cm Spurtiefe einer ständigen Bergauffahrt von 1  % entspricht. Bei 10 cm tiefen Spuren fährt man also per­ manent eine 10%ige Steigung hoch. Mit der Spurtiefe steigt somit auch der Kraft­ stoffverbrauch, denn bei zu hohem Luft­ druck verkleinert sich die Aufstandsfläche des Reifens. Da weniger Profilstollen in den Boden eingreifen, kann die Motor­ leistung nur ungenügend auf den Boden gebracht werden. Entsprechend sinkt die Zugkraft und der Diesel zehrende Schlupf steigt. Tests mehrerer Forschungsanstalten ka­ men zum gleichen Ergebnis: 1  cm Spur­ tiefe im Acker kostet 10 % mehr Kraft­

Typ Pflegereifen Radgrösse 270/95R48 Luftdruck 3 bar

stoff. Bei 10 cm Spurtiefe verdoppelt sich also der Dieselverbrauch. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Reifen­ drucks ist, dass sich die Fahrsicherheit und der Fahrkomfort bei richtig einge­ stelltem Druck deutlich verbessert und die Lebensdauer der Reifen verbessert wird.

Reifendruckregelanlage Jeder Reifennutzer muss nun für sich ent­ scheiden, ob er sich mit einem Kompro­ missdruck für Strasse und Feld zufrieden­ stellen lässt oder ob er sich für die in der Anschaffung teurere Variante mit Reifen­ druckanlage entscheidet, die ihm auf län­ gerfristige Sicht bei korrekter Benutzung wahrscheinlich Geld einsparen lässt. Reifendruckanlagen ermöglichen es, den Druck in den Reifen schnellstmöglich an die Anwendungssituation anzupassen, um dadurch auf effiziente und umwelt­ schonende Weise arbeiten zu können. Es gibt eine grosse Menge an unterschiedli­ chen Systemen und Varianten zur auto­ matischen oder manuellen Abstimmung des Reifendruckes auf die Einsatzbedin­ gungen. Reifendruckregelanlagen lassen sich in beinahe jedes Fahrzeug integrie­ ren, egal ob Traktor, Anhänger, Feld­ häcksler, Mähdrescher oder andere Ma­ schinen. Grundsätzlich werden die Produkte un­ terteilt in manuelle Systeme, die bei ste­ hendem Fahrzeug eingesetzt werden können, und jene, die während der Fahrt bequem vom Fahrersitz aus bedient wer­ den können. Je nach Fahrzeugtyp und Ausführung der Achsen kommen ver­ schiedene Varianten von automatischen Reifendruckregelsystemen zum Einsatz: • Systeme, bei denen die Druckluftleitung über den Kotflügel in eine Drehdurch­ führung aussen am Rad geführt wird.

Standardreifen 18,4 R38 1,5 bar

Anforderungen an Reifen Auf dem Feld • Effiziente Zugkraftübertragung bei geringem Schlupf • Abstützen schwerer Radlasten auf dem Boden • Grösstmögliche Bodenschonung durch flache Fahrspuren Auf der Strasse • Sicher und schnell die Strassenfahrt (Lenkpräzision, Kurvenstabilität und Bremssicherheit) erledigen • Verschleissarm und mit geringem Widerstand rollen • Gute Federung und Dämpfung bieten

• Systeme mit Drehdurchführung auf der Innenseite des Rades beziehungsweise mit einer Druckluftversorgung durch die Achse.

Ein- oder Zweileitersystem Bei vollautomatischen Systemen muss man je nach Ausführung der Druckluftzu­ fuhr zu den Rädern zwischen der Einlei­ tertechnik und der Zweileitertechnik un­ terscheiden. Bei einer ordnungsgemässen Bedienung von der Fahrerkabine aus merkt man zwischen den Systemen kei­ nen Unterschied. Bei den Punkten Be­ triebssicherheit, Langlebigkeit und Be­ dienkomfort unterscheiden sie sich je­ doch drastisch voneinander. Bei der günstigeren Einleitertechnik er­ folgt die Druckversorgung der Reifen über eine direkte Leitung von der Druck­ regeleinheit, durch die Drehdurchführung zum Radventil und in den Reifen. Dies be­ deutet, dass sämtliche Leitungen und Dichtungen in den Drehdurchführungen ständig unter Druck stehen, was natürlich die Langlebigkeit des Systems negativ be­

Breitreifen 650/60R38 0,75 bar

0

Bodentiefe [cm]

10 20 30 40 50 60

Schmale Reifen sowie hohe Radlasten und Reifendrücke verursachen tiefer wirkende Druckzwiebeln. Quelle: L. Volk, DLG-Merkblatt 356

Mit grossvolumigen Reifen und einem Reifendruck von rund einem bar Druck lässt sich bodenschonend und dieselsparend Gülle ausbringen. Bild: R. Engeler

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Management | Ausrüstung

Fendt bietet mit «Vario-Grip» ab Werk eine integrierte Reifendruckanlage für Gross­ traktoren an. Ein Assistenzsystem macht den Fahrer auf zu niedrigen oder zu hohen Druck aufmerksam. Bild: T. Gläser

einflusst. Bei einer Undichtheit in diesem System strömt die Luft direkt vom Reifen durch das Leck ins Freie und das Fahrzeug steht im schlimmsten Fall auf den Felgen. Zur Absicherung gegen dieses Szenario bei längeren Stillständen sind deshalb Kugelhähne an den Radventilen angebracht, die nach dem Einsatz des Fahrzeugs manuell und einzeln versperrt werden müssen. Bei der Zweileitertechnik hingegen führen zwei Druckluftleitungen zu den Radventilen. Anstatt der Kugelhähne werden bei diesem System pneumatisch gesteuerte Radventile mit einer automatischen Rückschlagfunktion verwendet. Nur während der Anpassung des Reifendruckes werden die Leitungen und die Drehdurchführungen mit Druck beaufschlagt. In allen anderen Situationen sind diese drucklos, wodurch sich die Lebensdauer der Dichtungen deutlich verbessert. Auch im Falle einer Undichtheit im System kommt es zu keinem Luftverlust aus den Reifen, da die Ventile versperrt sind. Die Mobilität und Sicherheit im Strassenverkehr bleiben somit gewährleistet. Auch bei längeren Stillständen des Fahrzeuges ist keinerlei Aufwand durch Versperren von Kugelhähnen notwendig, um das Fahrzeug vor schleichenden Luftverlusten zu schützen.

pumpen von 0,8 bar auf 1,4  bar rund 6 Minuten (Bereifung vorne: 540/65 R28, hinten: 650/65 R38). Das Ablassen des Druckes von 1,4 auf 0,8 bar dauert etwa 3  Minuten. Bei Verwendung des Kompressors der Druckluftbremsanlage wird zusätzlich ein Sicherheitsventil verbaut, das die Funktion der Bremsanlage in jeder Anwendungssituation garantieren soll. Beim Einsatz von Reifendruckregelanlagen, beispielsweise in Kombination mit einem 3-achsigen Güllefass, kommt es aufgrund des grossen Volumens der Reifen zu längeren Aufpumpzeiten. Durch einen zusätzlichen Kompressor zur Luftversorgung kann man sich dagegen Abhilfe verschaffen. Man entscheidet sich bei Reifendruckregelanlagen meist zwischen Kolben- oder Schraubenverdichter. Überwiegend werden jedoch Schraubenverdichter genutzt, hauptsächlich wegen ihrer kompakten Bauart. So kann der oftmals geringe Platz am Traktor oder Anhänger besser genutzt werden. Ausserdem können die einzelnen Bauteile wie Ölvorratsbehälter und Grobölabscheider bis zu 3  m vom Verdichter getrennt angebaut werden. Es gibt jedoch auch Anlagen, bei denen sich alle Komponenten in einem Gehäuse befinden. Je nach Grösse des Verdichters können Leistungen von bis zu 4000 l/min

bei 4 bar Gegendruck erzeugt werden, wobei dann auch eine hydraulische Leistung von bis zu 100 l/min benötigt wird. Der Antrieb erfolgt wie bei den Kolbenkompressoren per Ölmotor oder mechanisch via Zapfwelle. Der Wartungsaufwand ist bei beiden Systemen identisch. Die Reinigung des Luftfilters und der Ölwechsel müssen regelmässig erfolgen.

Bedienung Je nach Hersteller und Preissegment werden die Reifendruckanlagen mit digitalen Bedienelementen oder sogar Isobus-Steuerungen angeboten. Hierbei handelt es sich meistens um Universalsteuerungen, mit der sich gleichzeitig die Maschine und das Zugfahrzeug ansteuern lassen. Voreingestellte Drücke werden mittels einfachem Knopfdruck abgerufen.

Fazit Bei der Ausrüstung eines Traktors mit einer Reifendruckanlage wird eine Investition von CHF 6000.– bis 14 000.– fällig. Weniger Dieselverbrauch, flachere Spuren, mehr Bodenschutz, längere Einsatzzeiten und längere Reifenlebensdauer sprechen jedoch für diese Ausrüstung. Experten und viele Praktiker sind sich einig: Jeder investierte Franken in den Bodenschutz bringt das Dreifache an Nutzen zurück.

Aufpump- und Ablasszeit Die benötigte Zeit zum Aufpumpen des Reifendruckes hängt stark von der Leistungsfähigkeit der verfügbaren Druckluftversorgung ab. Bei einer standardmässigen Luftversorgung durch den Kompressor der Druckluftbremsanlage benötigt ein 120-PS-Traktor zum Auf54

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Beispiel einer digitalen Universalsteuerung, die sowohl den Reifendruck des Traktors als auch des Anhängers steuern kann. Bild: L. Volk


Ausrüstung | Management

«Bei diesem Lösungsansatz ist jedoch darauf zu achten, ein für den Einsatz geeignetes Radio zu verbauen», rät Schmid, «einige Hersteller haben sich spezialisiert für den Offroad-Bereich und ihre Geräte sind für den Einsatz im Staub und unter Vibrationen ausgelegt.»

Lösung 2

Beat Schmid installiert einen «DAB+»-Empfänger an einem bestehenden Traktor-Radio. Bilder: R. Engeler

Von UKW zu «DAB+» Demnächst werden UKW-Frequenzen für das Radio abgeschaltet und durch die digitale Technologie «DAB+» abgelöst. Was heisst das für die Traktor-Radios? Roman Engeler «Das Thema ist eigentlich brisant und trotzdem weiss niemand so richtig Bescheid», antwortet Beat Schmid auf die Frage von «Schweizer Landtechnik», wann das herkömmliche UKW-Radio abgeschaltet werde. Beat Schmid ist zusammen mit seinem Bruder Thomas Geschäftsführer und Inhaber der im zürcherischen Illnau domizilierten Firma Ochsner AG, einem Zubehörlieferanten für Fahrzeuge. Beat Schmid hat sich in den letzten Jahren mit dem Thema der UKW-Ablösung befasst und hält für den Landmaschinenhandel entsprechende Lösungen bereit.

Ausgangslage Das bestehende UKW-Frequenznetz stösst an seine Grenzen, für neue Sender und Programme gibt es sozusagen keinen Platz mehr. Abhilfe schafft die digitale Verbreitung von Audiosignalen mit der englischen Bezeichnung «digital audio broadcasting», abgekürzt «DAB+», wobei das «+» für die moderne Übertragung in bester Tonqualität steht und darüber hinaus Platz für allerlei begleitende Zusatzinformationen wie Verkehrsdaten, Wetterkarten, Titel und Interpreten der gespielten Musik, Nachrichtenschlagzeilen und weiteres mehr.

Bereits jetzt können einige Radiosender nicht mehr über UKW empfangen werden. Die vollständige Abschaltung soll je nach Quelle 2021 oder 2024 erfolgen. So oder so stellt sich für jeden Fahrzeugbesitzer mit integriertem Radio die Frage, wie er nach dem UKW-Aus in seinem Traktor – oder auch Auto – künftig Radio hören will. Für Beat Schmid gibt es derzeit verschiedene Szenarien, wie man dem bevorstehenden «UKW-Sende-Aus» begegnen kann.

Umständlicher wird es dann, wenn ein UKW-Radio mit externer Bedienung ausgestattet ist, denn diese funktioniert mit den heutigen, neuen Radios nicht mehr, da diese externen Bedienungen fahrzeugspezifisch ausgelegt sind. Entweder verzichtet man in einem solchen Fall auf diesen Komfort oder man greift zur Alternativlösung mit einem «DAB+»-Empfänger. Dieser wird zusammen mit einer «DAB+»-Antenne im Fahrzeug installiert. Der Empfänger übergibt das Radiosignal via «AUX-In»-Buchse oder eine wählbare UKW-Frequenz ans bestehende Radio weiter. Der gewünschte Radiosender wird dann am zusätzlichen Empfänger eingestellt, und die Lautstärke kann nach wie vor extern (z.B. am Lenkrad) geregelt werden. Diese Lösung macht auch dort Sinn, wo das Radiogerät fest im Fahrzeug integriert ist wie zum Beispiel bei Canbus-Radios mit externer Telefonbedienung und -anzeige. Die Empfänger sind je nach Preisklasse mit Senderspeicher sowie Bluetooth-Schnittstelle ausgestattet und somit auch als Freisprecheinrichtung geeignet. Die bestehenden UKW-Antennen sind nicht in der Lage, das «DAB+»-Signal zu empfangen und somit muss auch immer eine «DAB+»-Antenne mit installiert werden, egal, ob beim Tausch des Radios oder bei der Installation eines DAB+-Empfängers.

Fazit Lösung 1 In Traktoren oder anderen Fahrzeugen, bei denen das Radiogerät fest im DIN-1Schacht eingebaut ist, kann man das bestehende Gerät durch ein «DAB+»-Modell austauschen. In vielen Fällen dürfte dies die preisgünstigste und einfachste Variante sein. Kommt hinzu, dass die meisten neuen Radios mit Bluetooth und Mikrofon ausgestattet, somit auch zum Telefonieren geeignet sind. Um den besten «DAB+»-Empfang zu bekommen, empfiehlt sich die Montage einer «aktiven» Antenne («Scheibenkleb-Antenne»). Diese benötigt eine zusätzliche Masseanbindung und reduziert das Rauschen bei störenden Frequenzen auf dem Fahrzeug (z. B. von LED-Scheinwerfern).

Die Digitalisierung greift auch beim Radio. Über kurz oder lang hat UKW ausgedient. Über herkömmliche Radios in Traktoren oder anderen Fahrzeugen können dann keine Sender mehr empfangen werden. Der landwirtschaftliche Fachhändler hat Lösungen für eine Umrüstung bereit.

Der «DAB+»-Empfänger übergibt hier das Radiosignal via «AUX-In»-Buchse ans bestehende Radio weiter.

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Management | Betriebswirtschaft

Vor- und Nachteile des Bandschwaders + Saubere Futteraufnahme, weniger Rohascheeintrag, höherer Futterwert + Wenig Steine im Schwad, weniger Verschleiss bei den Erntemaschinen + Bewältigt hohe Futtermengen + Geringe Blattverluste bei Leguminosen + Grosse Arbeitsbreite bei wenig Aufwuchs + Bessere Auslastung der Erntemaschinen (Häcksler, Presse, Ladewagen) + Flexible Schwadablage (seitlich, mittig) + Bessere Trocknung am Schwad + Bodenschonung dank weniger Überfahrten (v. a. mit Häcksler) – Hohes Gewicht – Hoher Anschaffungspreis – (Grosser) Traktor wird mit Schwad­ arbeit blockiert

Bandschwader zeigen Vorteile bei Leistung und Futterqualität, sind preislich aber auch teurer als Kreiselschwader. Bild: S. Wyss

Ein Bandschwader für meinen Betrieb? Seit Jahrzehnten ist der Kreiselschwader die am meisten eingesetzte Schwadmaschine. Eine neuere Bauform ist der Bandschwader, der sich auch kostenmässig abhebt. Stefan Wyss, Martin Häberli und Samuel Reinhard* Bandschwader kommen zunehmend auch in der Schweiz zum Einsatz: Mit bis 12 m Arbeitsbreite, einer Flächenleistung von bis 10 ha pro Stunde und einem Investitionsvolumen zwischen CHF  30 000.– und mehr als CHF  100 000.– handelt es sich eher um eine Maschine für den überbetrieblichen Einsatz.

schoben. Nach der Aufnahme über der Pick-up hat das Futter keinen Bodenkontakt mehr bis zur Schwadablage. Bröckelverluste werden über das Band auf dem Schwad abgelegt. Aus der Praxis werden daher vor allem Argumente wie weniger Schmutz und Steine im Futter und schonende Behandlung des Ernteguts erwähnt.

Lohnende Investition?

Futterqualität

Wieso für einen Schwader gegenüber herkömmlichen Bauformen zwei- bis dreimal mehr investieren? Ob Breitablage oder mehrere Schwaden: Der Bandschwader ist flexibel bei der Aufnahme und Ablage des Futters. Das Erntegut wird nicht wie bei den anderen Geräten über den Boden ge-

Front-Bandschwader lassen sich auch mit Kreiselschwadern im Heck kombinieren, sodass kein Futter überfahren wird. Sau-

**Die Autoren arbeiten am landwirtschaftlichen Beratungszentrum Grangeneuve in Posieux FR.

Vorführung in Sorens FR An der grossen Schwaderdemonstration, organisiert vom LBZ Grangeneuve und vom freiburgischen Verband für Landtechnik, wird am 4. Juli 2018 in Sorens FR die gesamte Palette der Schwadertechnik vorgeführt (siehe auch Inserat in dieser Ausgabe).

Verfahrensvergleich Kreisel- und Bandschwader Doppelkreiselschwader, 6,5 m Annahmen: – Arbeitskosten (CHF pro h) – Treibstoff (CHF pro l) – ohne Weg-, Rüst-, Störzeit – Investition für Ankauf (CHF) – Traktor Leistung in kW (PS) – Leistung Schwader (ha/h) – Auslastung (ha/Jahr)

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Bandschwader, 9 m

28.–/h 1.54/l – 32 000.– 70 (95) 4,60 180

28.–/h 1.54/l – 90 000.– 115 (156) 7,00 180

Kosten (CHF/ha): Arbeit (Lohn) Traktor Schwader

6.09 8.75 24.31

4.00 8.61 53.37

Kostentotal (CHF/ha) relativ in %

39.15 100

65.98 169

Verfahrensvergleich (CHF/ha) bei Eigenmechanisierung für einen Betrieb mit 180 ha Erntefläche: Doppelkreiselschwader gegenüber Bandschwader, errechnet mit TractoScope (ART)

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beres Grundfutter mit weniger Rohaschegehalt bedeutet mehr Energie pro kg TS, bessere Schmackhaftigkeit und höheren Verzehr. Weniger Verschmutzung heisst auch weniger ungünstige Mikroorganismen im Futter, welche die Silagegärung negativ beeinflussen. Als Richtwert gilt, dass pro 10 g mehr Rohasche (Erde) pro kg TS der NEL-Gehalt des Futters um 0,1 MJ abnimmt. Bessere Grundfutterqualität bedeutet auch bessere Tiergesundheit und grössere Wirtschaftlichkeit. Zudem reduzieren sich die Verschleisskosten an Feldhäcksler, Presse oder Ladewagen dank saubererem Futter massiv. Der Zugkraftbedarf ist je nach Fahrgeschwindigkeit, die bis 15 km/h betragen kann, zwischen 80 bis 180  PS bei 9  m Arbeitsbreite. Ob die zahlreichen Vorteile die Mehrkosten (siehe Tabelle) rechtfertigen, muss im Einzelfall geprüft werden. 


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Plattform | Ausbildung

Mit den beiden neuen Gebäuden konnte die für Ausbildung zur Verfügung stehende Fläche massiv vergrössert werden. Bilder: R. Burkhalter

10 Mio. Franken für die Berufsbildung Die Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung in der Landtechnikbranche sind in den letzten Jahren angestiegen. Der Branchenverband «AM Suisse» will dieser Entwicklung mit einer Erweiterung des Bildungszentrums Aarberg gerecht werden. Ruedi Burkhalter

Im nationalen Bildungszentrum des «AM Suisse» in Aarberg herrscht zurzeit Aufbruchstimmung. Der Arbeitgeberver-

band für Landtechnik-, Metallbau- und Hufschmiedebetriebe (früher Metallunion) wird am 23. Juni offiziell einen Zehn-­

Die topmodernen Schweissarbeitsplätze sind mobil, sodass die Räume auch für andere Zwecke nutzbar sind.

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Millionen-Franken-Neubau eröffnen, mit dem die für Ausbildungszwecke zur Verfügung stehende Fläche um ganze 40 % erweitert wird. Mit dem Ausbau­projekt will die Verbandsspitze einerseits die Infrastruktur auf ein modernes Level bringen, damit eine zukunftsorientierte Ausund Weiterbildung für die Landtechnikund Hufschmiede-Branche sicher­gestellt ist. Zudem wird neu mit der Angliederung des Bereichs «Metallbau» zusätzliches Know-how ins Zentrum geholt, was einerseits die Nutzung von Synergien ermöglicht, anderseits eine hohe Aus­ lastung der neuen Infrastruktur mit sich bringt.

Virtuell und real schweissen Das Ausbauprojekt umfasst ein drei­ geschossiges Hauptgebäude sowie ein

Integriert ist auch ein neuer Traktorenprüfstand, mit dem nun Leistungen bis 300 PS analysiert werden können.


Ausbildung | Plattform

Jubiläum, Einweihung, Europameisterschaft Anlässlich des Jubiläums «50 Jahre Bildungszentrum Aarberg» und der Eröffnung des Neubaus führt AM Suisse am 23. Juni einen Tag der offenen Tür durch. Von 9 bis 17 Uhr können die Gebäude besichtigt werden, es gibt Führungen und spannende Einblicke in die Aus- und Weiterbildung der Berufe der Landtechnik, des Metallbaus und der Hufschmiede. So kann der Besucher beispielsweise an einer neuen Anlage das «virtuelle Schweissen» selber ausprobieren. Die offizielle Eröffnung des Neubaus findet von 10 bis 15 Uhr statt. Am 22. und 23. Juni kann man auf dem Gelände zudem jeweils von 8 bis 17 Uhr die Europameisterschaft der Hufschmiede hautnah miterleben. Es gibt einen betreuten Kinderspielplatz und eine Festwirtschaft.

Nebengebäude. Das Herzstück des neuen Hauptgebäudes besteht aus zwei grosszügigen, hellen Hallen, die mit je 16 modernsten, mobilen Schweiss-­ Ar­ beitsplätzen ausgerüstet sind, sodass 32  Auszubildende gleichzeitig praktisch tätig sein können. Die Schweissanlagen lassen sich in kurzer Zeit einer Wand entlang kompakt beiseitestellen, sodass die Räume auch für andere Schulungszwecke, etwa für die Arbeit an Klein­ motoren, genutzt werden können.

Schweiss-Simulatoren In einem nächsten Schritt sollen weitere Ausbildungsplätze mit modernsten An­ lagen für «virtuelles Schweissen» dazukommen. Mit diesen Schweiss-Simulatoren von Fronius können die ersten Phasen der Schweissausbildung ohne Materialverbrauch, Emissionen und Unfallgefahr durchgeführt werden. Die Software ermöglicht nachträglich eine genaue Analyse der durchgeführten Schweissarbeiten und somit einen schnelleren Lernfortschritt. Im Unter­ geschoss kann eine ganze Klasse gleichzeitig an Drehbänken ausgebildet werden. Im Obergeschoss schliesslich sind Schulungs- und Büroräume untergebracht.

Prüfstand Das neue Nebengebäude beherbergt die zwei Schulungseinheiten mit den grössten Lärmemissionen. Dazu gehört ein neuer Traktorenprüfstand, mit dem

Maschinen werden komplexer Die «Schweizer Landtechnik» befragte Paul Andrist, Leiter des nationalen Ausbildungszentrums von AM-Suisse in Aarberg, zu den Beweggründen dieses Ausbaus. Schweizer Landtechnik: Während in der landwirtschaftlichen Ausbildung viele Schulen nur noch reduziert betrieben oder ganz umgenutzt werden, bauen Sie hier massiv aus. Wie passt das zusammen? Paul Andrist: Das ist tatsächlich ein interessantes Phänomen. Seit ich vor 21 Jahren in dieser Organisation angefangen habe, hat sich die Anzahl der Landwirtschaftsbetriebe von anfangs 110 000 bis heute in etwa halbiert. In der Landtechnikbranche hingegen hat in dieser Zeit fast kein Strukturwandel stattgefunden, der Bedarf an Aus- und Weiterbildung ist sogar gestiegen. Wie begründen Sie das? Ein Grund besteht darin, dass viele Arbeiten, die früher noch manuell erledigt wurden, heute maschinell gemacht werden. Entsprechend gibt es auf den Betrieben mehr Maschinen, die repariert und unterhalten werden müssen. Einen zweiten Grund sehe ich darin, dass die Maschinen stetig komplexer werden und deshalb der Anwender immer mehr auf Spezialkräfte mit entsprechenden Fachkenntnissen angewiesen ist. Widerspricht das nicht eigentlich dem allgemeinen Ruf nach Kostensenkung? Tatsächlich stelle ich hin und wieder fest, dass sich Landwirte beim Kauf von Hightech-Maschinen zu wenig bewusst sind, was da kostenmässig noch alles auf sie zukommen kann. Bei einer Panne geht oft ohne Spezialisten mal gar nichts mehr und wenn eine Hightech-Komponente ausgetauscht werden muss, führt dies beim Öffnen der Rechnung oft zu bösen Überraschungen. In diesem Sinn ist der Support in der Handhabung von Hightech-Maschinen durch unsere Betriebe eine neue Dienstleistung, deren Bedeutung in Zukunft weiter steigen wird. Diese Entwicklungen rufen auch nach einer Anpassung der Verrechnungssysteme. Der Anteil der direkten Lohnkosten am Stundenansatz sinkt kontinuierlich und macht heute bereits noch knapp einen Drittel aus. Deshalb wäre eine Entwicklung weg vom Stundenansatz in Richtung «Wert der gemachten Arbeiten» sinnvoll. Welche Herausforderungen kommen in den nächsten 50 Jahren auf die Landtechnikbranche zu? Einerseits gehe ich davon aus, dass sich die Strukturen bei den Landtechnikwerkstätten konzentrieren werden. Die immer kürzer werdenden Intervalle bei Modellerneuerungen und die zunehmende Komplexität der Technik werden zur Folge haben, dass viele kleinere Betriebe gar nicht mehr in der Lage sind, das Know-how und die Infrastruktur für die Betreuung gewisser Maschinenkategorien wie Mähdrescher auf dem neusten Stand zu halten. Hier sind neue Formen der Zusammenarbeit gefragt. Anderseits wird sich auch die Rollenaufteilung zwischen Landwirt und Händler verändern. Konnte der Landwirt früher noch einfache Reparaturen selber durchführen, wird dies im Zeitalter der elektronischen Steuerungen immer schwieriger, da der Anwender oft nicht mehr nachvollziehen kann, was genau abläuft. Deshalb wird sich der Anwender zukünftig mehr auf die einfachen Pflegeund Wartungsarbeiten konzentrieren. Für die Betreuung komplexer Maschinen werden Anwender und Händler enger zusammenarbeiten, was mehr gegenseitiges Vertrauen erfordert. Deshalb wird beim Kaufentscheid für eine komplexe Maschine die Beziehung zum Händler zunehmend wichtiger als die Marke der Maschine.

nun Leistungen bis 300 PS analysiert werden können. In einem Nebenraum ist zudem ein Prüfstand vorhanden, mit dem sich auch «nackte» Motoren prüfen lassen. Schliesslich ist auch die neue Schmiede in einem Nebengebäude untergebracht, die als Ersatz für die bisherige Schmiede am Aareweg bereits in Betrieb genommen wurde. 

Video zum Neubau von AM Suisse Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

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Sicherheit | Tierhaltung

Für diese einfachste und mobile «BudBox»-Basisversion wurden 14 Standard-Panels verbaut. Bilder: R. Burkhalter

Gut einrichten und Adrenalinspiegel tief halten Die Anforderungen an die Arbeitssicherheit auf Rindviehbetrieben haben sich nicht zuletzt durch die Verbreitung tierfreundlicher Haltungsformen verändert. Eine zweckmässige Einrichtung und die Arbeit des Tierbetreuers sind zentrale Elemente. Ruedi Burkhalter

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An der Westschweizer Präventionstagung der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) wurde die Arbeitssicherheit im Umgang mit Rindvieh thematisiert. Anhand verschiedener Zeitungsberichte über Unfälle mit Tieren wurden die Teilnehmer an das Thema herangeführt. Die Analyse zeigte, dass die meisten Unfälle nicht einfach unter der Kategorie «dumm gelaufen» abgehakt werden können. Mit einfachen Massnahmen hätten sich nämlich viele Unfälle verhindern lassen.

Zeitdruck dazu, dass Zeitfenster für die Tierbeobachtung oder das bewusste Einüben gewisser Abläufe zu kurz ausfallen. Dies wird dann zum Problem, wenn solche Tiere plötzlich unter Zeitdruck getrennt, verladen oder behandelt werden müssen. Im Theorieteil der Tagung wurden breit gefächerte Lösungsansätze geboten. Im Rahmen einer praktischen Postenarbeit konnten die Teilnehmer die vorgestellten Techniken am Nachmittag auch im Einsatz erleben und dabei gleich selber Hand anlegen.

Verhältnis Mensch-Tier im Wandel

«BudBox»

In modernen Freilaufställen und in gros­ sen Herden haben die Tiere weniger Kontakt zu den Menschen. Ohne Anbindehaltung sind Tiere es sich nicht mehr gewohnt, angebunden oder geführt zu wer­­den. Bei den Tierbetreuern führt der

Ein erster Schwerpunkt wurde auf mögliche Einrichtungselemente gesetzt, mit denen sich das Betreuen und Verladen von Tieren mit bestmöglicher Sicherheit erledigen lässt. Wurden Tiere früher standardmässig noch mit Anwendung roher

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Muskelkraft verladen, werden heute elegantere Methoden bevorzugt, bei denen die natürlichen Triebe der Tiere «genutzt» werden. Als zentrales Einrichtungselement für das sichere Abwickeln von täglichen und aussergewöhnlichen Aufgaben mit freilaufenden Tieren wurde das aus den USA stammende, in der Schweiz aber noch wenig bekannte «BudBox»-Konzept vorgestellt. Dieses Konzept besteht aus drei Raumeinheiten, die entweder in be-

Video zur «BudBox» Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».


Tierhaltung | Sicherheit

stehende Bauten integriert und fest installiert werden können oder aber als mobile Anlage auch im Freien, beispielsweise auf einer Alp, mit einfachen Mitteln genutzt werden können. Zuerst werden die Tiere in einen offenen, grosszügigen Eingangsbereich getrieben, der dazu dient, die Tiere zu kanalisieren und in die eigentliche Box zu treiben. In einer Demonstrationsanlage wurde dieser Bereich auf der einen Seite durch den Weidezaun, auf der anderen Seite durch das abgestellte Transportfahrzeug gebildet, in das die Tiere verladen werden sollten. Dieser Kanalisierungsbereich sollte in der Breite so gewählt werden, dass er von den Tieren nicht als beengend wahrgenommen wird. Anderseits darf der Eingangsbereich nicht zu breit sein, sodass die Tiere den zur Verfügung stehenden Personen nicht nach hinten entfliehen können, sondern lieber in die Box ausweichen. Wird das System fest auf dem Betrieb installiert, kommt als Eingangsbereich meist ein bereits vorhandener Laufhof oder der Stall selber infrage.

Transport und Aufbau in kurzer Zeit Der Eingangsbereich mündet schliesslich in die eigentliche Box, die nach dem Eintreten der Tiere einfach über ein Panelelement verschlossen werden kann. Die Box dient als eine Art «Schleuse» zwischen Ein- und Ausgang. Die Grösse der Box lässt sich durch den Einbau verschiedener Panelelemente an die Gruppengrösse und den Einsatzzweck anpassen. Eine abgebildete Boxgrösse aus sechs Panelelementen (3×6 m) reicht für eine Gruppe von bis zu 10 Rindern oder 8 Kühen aus. Das Eintreten der Tiere in die Box kann durch eine gezielte Ausrichtung erleichtert werden. Die Bereitschaft zum Eintreten ist grösser, wenn sich die Tiere dabei in eine vertrau-

Die gesamte Anlage lässt sich einfach auf einem Anhänger transportieren und in 15 Minuten wieder aufbauen. Bild: B&M

te Richtung bewegen. In Abhängigkeit der betrieblichen Voraussetzung kann dies beispielsweise in Richtung des vertrauten Stalls oder in Richtung einer «begehrten» Weidefläche sein. Ungünstig ist es hingegen, wenn die Tiere in Eintrittsrichtung keine freie Sicht haben und beispielsweise gegen eine Mauer oder ein anderes, nicht vertrautes Hindernis blicken.

Anhänger Zaun

Treibgang Als drittes Raumelement schliesslich beinhaltet das Konzept einen Treibgang. Ist die Box einmal geschlossen, bietet sich der Treibgang den Tieren als «natürlicher» Ausweg an, den die Tiere in der Regel ohne Ausübung von grossem Druck begehen. Der Treibgang sollte als Faustregel drei Tierlängen lang sein. Ist der Gang zu kurz, kann dies zur Folge haben, dass Tiere vermehrt versuchen, rückwärts in die Box zurückzulaufen. Die Breite des Gangs wird durch Standard-Treibgang­ rahmen auf die Breite eines Tiers vorgegeben. Der Übergang zwischen Box und Treibgang wird vorzugsweise mit einer Schiebetür ausgestattet, mit der den letzten Tieren einer Gruppe der Rückweg versperrt wird. Die Schiebetür hat gegenüber einer Schwenktür den Vorteil, dass sie von aussen gefahrlos bedient werden kann und somit noch mehr Sicherheit bietet. Die Basisversion der mobilen «BudBox» ist ab CHF 3600.– erhältlich und bietet dank der Verwendung von Standard-Panelelementen eine grosse Einsatzflexibilität. Mit etwas Übung lässt sich die Anlage laut Lieferant B&M von zwei Personen in rund 15  Minuten aufbauen. Die Technik eignet sich daher auch gut für den überbetrieblichen Einsatz und kann, durch Verladen auf einen leichten Anhänger, beispielsweise auf mehreren Alp­ betrieben, abwechslungsweise für Behandlungen genutzt werden. Werden Panels mit maximal 3  m Länge verwendet, ist auch ein Transport am Hubwerk eines Traktors möglich. Für Behandlungen wird anstelle des Transportanhängers einfach der Behandlungsstand am Ende des Treibgangs platziert. Fest installierte Anlagen werden in der Praxis oft mit weiteren Elementen kombiniert, so kann zur Zwangs-Reduktion der «Schleusenfläche» während des Verladens zusätzlich ein Halbkreiselement eingebaut werden. Automatische Rücklaufsperren und Selektionstore sind weitere Möglichkeiten.

Treibgang

Eingang

Schiebetür Box

Gate

Das Grundkonzept umfasst einen Eingangstrichter, eine Box als Schleuse und einen Treibgang.

Schlüsselfaktor Geruch Auch die beste Einrichtung ist allein noch kein Garant für eine optimale Arbeitssicherheit. Wer sicher mit Tieren umgehen will, muss deren Verhaltensweisen und nicht zuletzt auch seine eigene Wirkung auf die Tiere zu verstehen lernen. Der Art und Weise, wie der Betreuer durch sein Verhalten und insbesondere auch seine Gerüche auf Tiere wirkt, wird in der Praxis noch oft zu wenig Beachtung geschenkt. Tiere der Rindergattung haben eine viel feinere Nase als der Mensch und ein ausgeprägtes Geruchsgedächtnis. Sie riechen beispielsweise, wenn der Mensch gestresst ist und einen erhöhten Adrenalinpegel im Blut hat. Evolutionsbedingt bedeutet die Wahrnehmung eines hohen Adrenalinpegels für die Tiere Lebensgefahr, war es doch für sie überlebenswichtig, ihre natürlichen Feinde im «Jagdmodus» schon aus der Distanz riechen zu können. Deshalb ist es für einen ruhigen Ablauf absolut entscheidend, dass alle beteiligten Personen und Tiere in jeder Phase möglichst ruhig bleiben. Am einfachsten wird dieses Ziel erreicht, indem gewisse Vorgänge wie das Durchlaufen eines Treibgangs oder Behandlungsstands regelmässig in den täglichen Ablauf eingebaut und so für Tier und Mensch zur stressfreien Gewohnheit werden. Über dieses und weitere an der Tagung behandelte Themen wird die Schweizer Landtechnik in späteren Ausgaben detailliert berichten.  6/7 2018 Schweizer Landtechnik

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Passion | Youngtimer

Mit dem Carraro 55% rauf und runter Ruedi Nyffenegger aus Döttingen AG würde nochmals einen Schmalspurtraktor Carraro «6.1000-4» kaufen, würde dieser noch gebaut. 10 000 Stunden haben er und sein Sohn David ihrem zuverlässigen «Weggefährten» aufgebrummt – nicht nur im Rebberg. Dominik Senn auch das Spaten für Neuanlagen in 35 cm Tiefe mit einem «Celli», auch hier bei trockenen Bedingungen.

Bewirtschaftung in Falllinie

David und Ruedi Nyffenegger schwören auf die Zuverlässigkeit ihres Carraro «6.1000-4». Bilder: zVg/D. Senn

Seit 1992 steht der Schmalspurtraktor Carraro «6.1000-4» auf dem Wein- und Ackerbaubetrieb von Ruedi Nyffenegger mit Jahrgang 1955 im aargauischen Döttingen; diesen hat er auf Beginn des Vorjahres an Sohn David mit Jahrgang 1988 übergeben. Damit ist auf dem Weinhof im «Senneloch» die vierte Generation Nyf­ fenegger angetreten. Der Carraro-Traktor ist dort der mit Abstand am häufigsten eingesetzte. Das hat mit seinem vielseitigen Einsatzspektrum zu tun. Nach dem Kehren der Hinterräder (Wechsel mit Scheibe) dehnt sich die Spurbreite von 1,1 auf 1,5 m aus. Das ganze 2,2-­t-Gefährt wird so zu einer vollwertigen Zug- und Antriebsmaschine sowie zum Hoftraktor, mit dem sich beispielsweise (mit der 1,1-m-Spurbreite) der Laufstall komfortabel ausmisten lässt. Zur Ausstattung gehören weiter ein Farmi-Hecklader, eine 62

Schweizer Landtechnik 6/7 2018

Hardi-Feldspritze, eine Sämaschine und ein Superior-Do­p­pelmesser-Heckmähwerk.

Düngen – Mulchen –Laubschneiden Die «Königsdisziplin» des «6.1000-4» ist jedoch der Rebbaueinsatz: Mulchen mit einem Sauerburger Sichelmulcher mit elektro-hydraulischem Taster, Spaten und Laubschneiden. «Der Mulcher hat mit seinen 400 kg Gewicht die ideale Grösse für den Carraro», sagt Ruedi Nyffenegger. «Die Voraussetzungen für den optimalen Einsatz sind natürlich eine gleichmässige Rebanlage und eine trockene Grundlage.» Beim Laubschneider handelt es sich um eine Maschine der Marke «KMS». Sie arbeitet überzeilig und ist mit jeweils vier Seitenmessern und einem Hauptmesser versehen. Das Laubschneiden erledigt David, das Mulchen und Spaten Ruedi; dazu gehört

Nyffeneggers bewirtschaften ihren Weinhof nach zertifizierten ökologischen Grundsätzen. Ihre Reben wachsen auf 140 Aren in Döttingen im «Sänneloch» und auf 10 Aren in der Nusshalde, weitere 50 Aren in Klingnau. Die Pinot-noir-Traube ist die Hauptsorte. Daneben bauen sie Sauvignon-blanc-, Diolinoir- und Doral-Trauben an. Urkundlich erwähnt wurden die «Weingärten» in dieser Gegend schon in den Jahren 1324 und 1342, also vor mehr als 600 Jahren. Damals gehörte ein grosser Teil des Rebbergs zum «Meierhof» im Besitz des Klosters St. Blasien. Trotz ausgesprochenen Hanglagen, in einigen Bereichen über 55 %, erfolgt die Bewirtschaftung in Falllinie. Allradgetriebene Traktoren wie der Carraro haben zum Glück eine enorme Steigfähigkeit. «Auf trockener und begrünter Fahrbahn werden bei geringerem Schlupf höhere Steigungswerte erreicht als auf offenem Boden», weiss Ruedi Nyffenegger aus Erfahrung. Solche Allradtraktoren können unter günstigen Bedingungen in Hanglagen mit bis 60 % Neigung eingesetzt werden.

Auf Allrad muss Verlass sein Die Rebarbeiten im Direktzug an solchen steilen Lagen fordern den Traktor in jeder Beziehung. «Der Carraro hat bis heute hervorragende Dienste geleistet. Er ist zuverlässig. Die im Ölbad laufenden Bremsen mussten wir noch nie nachstellen. Einmal musste die Kupplung erneuert werden. Das Wichtigste ist uns jedoch der Allradbetrieb, auf den wir uns unbedingt verlassen müssen – und bis heute verlassen konnten», bestätigt David Nyffenegger. Gefahren werde zumeist im zweiten oder dritten Ackergang mit maximal


Youngtimer | Passion

4 km/h. Der «6.1000-4» ist mit einem einfachen Wendegetriebe mit je zwölf Vor- und Rückwärtsgängen ausgestattet. Die 60 PS stammen von einem luftgekühlten Deutz-Dreizylinder-Saugmotor in Reihenanordnung mit Direkteinspritzung. Der Traktor hat jetzt zehntausend Stunden auf dem Zähler. An Motor und Getriebe gab es bis heute keine einzige Reparatur. Die üblichen Wartungen und Einstellungen nehmen Nyffeneggers selber vor, denn der Carraro ist durch und durch mechanisch. «Würde der ‹6.1000-4› heute noch gebaut, wäre ich der Erste, der ihn wieder kaufen würde», so Ruedi Nyffenegger mit Überzeugung.

Wein und Ackerbau Nebst dem Rebbau – das Keltern überlassen sie verschiedenen Kelterbetrieben – betreiben Nyffeneggers Ackerbau und Mutterkuhhaltung (13 Mutterkühe, Kälber und 1 Muni) auf Tiefstreu im Winter und im Sommer auf der Weide. Sämtliches Futter und Stroh wird ausschliesslich auf dem eigenen 40-ha-Betrieb produziert. Angebaut werden rund 8,5 ha Weizen, 4 ha Zuckerrüben, fast 4 ha Sonnenblumen, 4,4 ha Raps und rund 5 ha Mais; der Rest sind Kunstwiesen und Ökoflächen. Für die Ackerarbeiten steht ihnen ein 80-PS-Carraro «Agri-UP 80» mit Jahrgang 2003, ein Case IH «745-S» mit Jahrgang 1983 und seit drei Jahren ein Case «5150» mit Jahrgang 1997 zur Verfügung, für leichtere Arbeiten ein Deutz «D40» mit Jahrgang 1964 und für Plauschfahrten ein Bucher «D1800». Dass die dritte und vierte Generation Hand in Hand und mit grossem gegenseitigem Respekt einhergeht, wird jedem

Carraro: von Achsen bis zu Getrieben Im Jahre 1932 wurde in Campodarsego, Italien, die Carraro-Gruppe als Herstellerin von Landmaschinen gegründet. In den 1950er-Jahren wagte sich das Unternehmen mit der Produktion des ersten Traktors Carraro 23 «Tre Cavallini» auf den Markt. Im Jahre 1959 gründeten die Söhne von Giovanni Carraro eigene Firmen: Mario die heutige «Carraro Spa» und Antonio die heutige «Antonio Carraro Spa», welche sich in der Herstellung von kompakten Traktoren mit Allradantrieb und gleich grossen Rädern spezialisierte. 1977 verlagerte Mario seine Produktion nach Rovigo, um sich auf das neue Kern­ geschäft integrierter Antriebssysteme für Land- und Erdbewegungsmaschinen zu konzentrieren. So wurde Carraro Agritalia gegründet. Durch die kontinuierliche Zusammenarbeit mit den relevanten Herstellern von Traktoren und Baumaschinen ist Carraro zu einem weltweit führenden Unternehmen in der Entwicklung und Herstellung von Antriebssystemen geworden, von kleinen Achsen für Weinbergtraktoren bis hin zu Getrieben für Bergbaumaschinen, und hat als globale Industrie­plattform seit Ende der

Besucher des Hofs augenfällig: Dieser ist stets sauber herausgeputzt. «Wir möchten das gute Image der Landwirtschaft erhalten. Durch den Betrieb verläuft auch der Weinwanderweg von Endingen über Tegerfelden, Döttingen bis nach Klingnau», betonen die beiden. Zudem vermietet die Familie eine Taverne mit Holzbackofen und Sitzplätzen im Aussenbe-

Durch Kehren der Hinterräder dehnt sich die Spurbreite des Carraro von 1,1 auf 1,5 m aus.

1990er-Jahre alle strategisch wichtigen Gebiete der Erde erreicht. Carraro Agritalia hat daneben einen Schwerpunkt auf die Entwicklung und den Bau von Spezialtraktoren gelegt und baut neben dem hauseigenen Carraro-«Agricube» mit FPT-Motoren auch die Spezialtraktoren für Hersteller wie Claas, Massey Ferguson oder John Deere. Jährlich werden etliche tausend Stück produziert. Der «Agricube» ist in PS-Klassen von 70 bis 100 PS als Normalspurtraktor für das Grünland und Schmalspurtraktor für den Obst- und Weinbau erhältlich. Die Firma Ernst Straub AG in Koppigen BE, gegründet 1947, hat den Import von mehreren hundert Carraro Traktoren und Bodenbearbeitungsmaschinen von 1972 bis 2012 für die Schweiz getätigt. In diesen Jahren hat sie stetig das Ersatzteillager aufgebaut und sich zu hundert Prozent mit der Marke Carraro identifiziert. Noch heute können über 95 Prozent aller Ersatzteile ab Lager geliefert werden; auch für Marken, welche bei Carraro produziert wurden. Seit 2013 ist die im Land- und Baumaschinenbereich tätige Firma Leiser AG in Reiden LU verantwortlich für den schweizweiten Import der Carraro-Traktoren.

reich für Familienfeiern, Firmenanlässe und weitere Feierlichkeiten. Sie beteiligen sich weiter im zweiten Jahr am kantonalen Bienenprojekt mittels Bau von Bienenhotels sowie des Erhalts von Kleinstrukturen und Totholzbäumen. Nyffeneggers ist eine nachhaltige Bewirtschaftung wichtig, damit auch kommende Generationen diese weiterführen können.

Ruedi Nyffenegger beim Mähen mit dem Superior-Doppel­messerHeckmähwerk.

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Intern | G40-Fahrkurs

Fünf Jugendliche erzählen von ihrem G40-Fahrkurs Im letzten Jahr haben an 210 Kursen über 900 Junge und Mädchen den G40-Fahrkurs des SVLT absolviert. Fünf davon waren im letzten Oktober in Lyssach BE im Einsatz. Nachfolgend berichten sie über ihre Erfahrungen. Heinz Röthlisberger

«Der G40-Fahrkurs gibt uns mehr Sicherheit»

beide mit Fendt-Traktoren, die beide noch über ein Schaltgetriebe verfügen. Jetzt, rund ein halbes Jahr nach dem Kurs, können wir sagen, dass wir viel selbstständiger beim Traktorfahren geworden sind. So können wir nun auch Arbeiten erledigen, die wir vorher nicht machen konnten. Nun sind wir beispielsweise auch mit dem Anhänger unterwegs.» Leonie (14) und Nina Buri (16), Rohrmoos, Lyssach BE

«Vorausschauendes Fahren ist für das Erkennen von Gefahren sehr wichtig»

Leonie (links) und Nina Buri aus Rohrmoos, Lyssach. Bilder: zvg

«Wir fahren sehr gerne Traktor und helfen in den Ferien und an den Wochenenden oft unseren Eltern auf dem Hof aus. Deshalb haben wir im letzten Herbst den G40-Fahrkurs besucht, damit wir auch die 40-km/h-Traktoren auf dem Betrieb fahren können. Derzeit gehen wir beide aufs Gymnasium. An diesem Kurs haben wir gelernt, auf was man beim Fahren eines solchen Traktors besonders achten muss. Das hat uns die nötige Sicherheit gegeben. Der Instruktor hat zum Beispiel gezeigt, wie man richtig abbiegt, das heisst mit Schulterblick zum Erkennen des toten Winkels, Blick in den Spiegel und dem frühzeitigen Blinken. Dass wir am Kurs eine Gruppe mit mehreren Teilnehmern waren, haben wir sehr gut gefunden. Denn beim Fahren mit dem Traktor und Anhängern auf der Strasse haben wir immer wieder angehalten und die verschiedenen Verkehrssituationen zusammen besprochen. Instruiert wurden wir über Funkgeräte, oder dann war der Fahrlehrer in der Kabine und hat uns auf das richtige Fahrverhalten aufmerksam gemacht. Wir waren auch schon vorher Traktor gefahren, mit der Prüfung Kategorie G, 30 km/h. Da haDirekt zu den ben wir noch nicht G40-Kursen des SVLT wirklich so genau gewusst, auf was Über diesen QRman genau schauCode gelangen Sie en muss. Deshalb direkt zu den Termiist dieser Kurs ja nen und Anmeldung auch so wichtig. der diesjährigen An den G40-FahrG40-Fahrkurse. kurs gingen wir 64

Schweizer Landtechnik 6/7 2018

«Der G40-Fahrkurs war für mich sehr gut. Die Grundlagen habe ich schon gewusst, aber längst nicht alles. Besonders gefallen hat mir, dass wir mit dem Traktor und Anhänger auf die Strasse gingen und verschiedene Situationen mit dem Instruktor genau besprochen haben. Bei besonders heiklen Stellen wie Einfahrten und Kreuzungen haben wir angehalten, sind vom Traktor abgestiegen und haben geschaut und diskutiert, wie diese Strassensituation am besten gefahren wird. Denn mit einem Traktor-Anhänger-Gespann ist man schon ganz anders unterwegs als nur mit dem Traktor. Gezeigt hat der Instruktor uns auch, wie am besten mit dem Anhänger rückwärtsgefahren werden kann. Da darf man einfach nicht zu schnell sein. Gut war auch die Theorie zur technischen Ausrüstung von Traktor und Anhänger, damit man überhaupt auf die Strasse darf. Und natürlich wie viel geladen werden darf und dass die Bremsen immer sehr gut kontrolliert werden müssen. Es muss einfach alles stimmen, nicht nur wegen den Polizeikontrollen, auch wegen unserer eigenen Sicherheit. An den Kurs ging ich mit einem Fendt. Weil ich zu Hause schon viel mit dem 30er-Traktor gefahren bin, war das Fahren

Lorenz Fischer. Er wohnt in Utzenstorf.


G40-Fahrkurs | Intern

Anmelden für G40-Fahrkurs beim SVLT Der G40-Fahrkurs des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik, der nächstes Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiert, ist beliebt. Im letzten Jahr haben an den 50

Standorten und an 210 Kursen über 900 Jugendliche den zweitägigen Kurs besucht. Alle Daten für die Kurse 2018 finden Sie im Internet auf www.agrartechnik.ch unter

am G40-Fahrkurs für mich nicht so schwierig. Ich denke, Traktorfahren ist auch eine Übungssache. Seit dem Kurs bin ich schon sehr viel mit einem 40er-Traktor gefahren. Und was gut ist, nun kann ich auch die grossen Traktoren auf unserem Betrieb zu Hause fahren. In eine heikle Situation bin ich bisher noch nie gekommen. Da bin ich verschont geblieben. Wichtig ist auch das vorausschauende Fahren. Wenn zum Beispiel ein Autofahrer vorne sehr schnell abbremst, muss man bereit sein. Ein Traktor mit Anhänger mit 40 km/h abzubremsen, benötigt ja einen längeren Bremsweg. Den Kurs habe ich gemacht, weil ich Landwirt werden will.» Lorenz Fischer (14), Utzenstorf BE

dem Link «Kurse». Mehr Infos erhalten Sie beim Schweizerischen Verband für Landtechnik SVLT, 5223 Riniken AG, Tel. 056 462 32 00, Mail: zs@agrartechnik.ch

und man mit solchen Traktoren auch weniger Platz hat auf der Strasse. Insgesamt war der Kurs für mich sehr interessant, deshalb auch, weil wir viel in der Praxis geübt haben und es nicht so viel Theorie gab.» Lukas Othening-Girard (15), Hettiswil BE

«Das Rückwärtsfahren hat mir viel gebracht»

«Auch als Baumaschinen­mechaniker kann ich den G40-Fahrkurs sehr gut brauchen» «Bevor wir mit dem Traktor und Anhänger auf die Strasse durften, hat der Instruktor alles genau kontrolliert, ob die Fahrzeuge auch wirklich strassentauglich sind. In unserer Gruppe war alles in Ordnung und wir konnten auf die Strasse, ohne dass man noch etwas anpassen oder ändern musste. Das käme sonst nicht so oft vor, sagte uns der Fahrlehrer. In unserem G40-Fahrkurs konnten alle schon recht gut Traktorfahren. Das war gut. Denn da konnten wir üben, wie man mit dem Traktor und Anhänger rückwärts Slalom fährt. Ich glaube, das machen sie sonst nicht an jedem Kurs. Das war wirklich schwierig. Mit ein paar Mal üben ging es dann aber schon. Ich war mit einem Einachsanhänger und einem New-Holland-«T4»-Traktor am Kurs. Im Sommer beginne ich die Lehre zum Baumaschinenmechaniker. Weil man den G40-Kurs dort auch in gewissen Bereichen brauchen kann, habe ich den Kurs schon letzten Oktober gemacht. Vor der Lehre hat man dafür noch Zeit, während der Lehre dann vielleicht nicht mehr so. Der Instruktor hat uns viele wertvolle Tipps gegeben, wie man sich mit Traktoren und Anhängern richtig im Strassenverkehr verhält. Ich denke, es ist wichtig, dass man für Traktoren, die 40 km/h fahren, einen Fahrkurs besuchen sollte. Denn solche Traktoren sind in der Regel auch grösser als 30er-Traktoren. Für mich selber ist der Tempo-Unterschied vom 30er- zum 40er-Traktor nicht so spürbar. Es ist eher die Grösse der Traktoren, die den Unterschied ausmacht Lukas Othening-Girard, Hettiswil.

David Isch aus Jegenstorf.

«Ich habe den G40-Fahrkurs gemacht, weil ich im Sommer in mein 1. Landwirtschafts-Lehrjahr gehe. Heute haben ja die meisten Lehrbetriebe einen 40-km/h-Traktor auf dem Hof, und da kommt man nicht darum herum, diesen Kurs zu besuchen. Weil ich auch zu Hause auf dem Hof meiner Eltern schon viel mit einem 30er-Traktor gefahren bin, war das Fahren am Kurs für mich nicht so schwierig. Ich habe aber sehr viel Neues gelernt. Das Fahren hat mir etwas mehr gefallen als die Theorie. Wir waren auf einem Platz und da fuhren wir mit Traktor und Anhänger verschiedene Übungen. Bei einem Slalom-Parcours haben wir das Fahrverhalten des Traktors kennengelernt. Und wenn wir etwas falsch gemacht haben, korrigierte uns der Instruktor. Manches war einfach, ein paar Aufgaben waren aber richtig schwierig. Sehr gut war für mich das Üben des Rückwärtsfahrens mit Traktor und Anhänger. Da hatte ich noch etwas Schwierigkeiten. Aber mit ein bisschen Übung und Hilfe des Fahrlehrers ging das dann recht gut. An den Kurs ging ich mit einem New Holland «T5.115» mit Schaltgetriebe. Zu Hause kann ich dank des Kurses jetzt auch die 40er-Traktoren fahren und meinem Vater noch mehr helfen. Wir haben zwei 40er-Traktoren. Auch war ich schon mit zwei Anhängern unterwegs. In heikle Situationen bin ich bis jetzt noch nie gekommen. Insgesamt kann ich sagen, dass der Fahrkurs eine sehr gute Sache ist. Denn mit 40 km/h mit Traktor und Anhänger unterwegs zu sein, ist eine grosse Herausforderung und Verantwortung. Es haben mich auch Kollegen in der Schule gefragt, wie es war. Die haben den Kurs nun auch besucht.» David Isch (15), Jegenstorf BE 6/7 2018 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

BE

gen beantworten. Insgesamt konnten die Organisatoren um das Team von Ueli Liechti, Stefan Liechti und Peter Gerber vom Berner Verband für Landtechnik BVLT sowie der Landjugend «Untere Emme» 55 Teilnehmer verzeichnen.

Berner Sektion an der BEA

FR Bremsenkontrolle 2018

Die Berner Sektion des SVLT war heuer wiederum als «Untermieter» des Berner Bauernverbands aktiv an der Publikumsmesse BEA vertreten. Auf dem Bild erklärt Geschäftsführer Peter Gerber einigen interessierten Messebesuchern die Tätigkeiten des BVLT und ermuntert sie beim Wettbewerb mitzumachen. Bei diesem Wettbewerb galt es, komplexe Vortrittssituationen an Kreuzungen zu analysieren und anschliessend die korrekte Reihenfolge zu bestimmen. Zu gewinnen gab es nebst einigen Trostpreisen eine Fahrt auf den Ausflugsberg Niesen mit einem integrierten Brunch für zwei Personen. Diesen Hauptpreis gewann Hans-Rudolf Wyss aus Steffisburg BE.

Berner Traktorengeschicklichkeitsfahren

Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) hält die Bremstestkampagne aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km/h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer im Besitz einer genauen Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Fachbetrieben für Anhängerbremsen erstellt wird. Sie findet statt in der Nähe Ihres Wohnortes in dafür ausgerüsteten Ateliers. Die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.­ agrotecsuisse.ch zu finden. Wichtig: Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet sein. Für seine Mitglieder bietet der FVLT einen Rabatt von 50 Franken pro Achse. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA/FVLT, Robert Zurkinden, Heitiwil 23, 3186 Düdingen Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder bei einem später folgenden Aufgebot zur Expertise.

Grosse Schwader-Vorführung auf dem Schulgutsbetrieb Sorens In Zusammenarbeit mit dem Freiburger Verband für Landtechnik FVLT organisiert Grangeneuve, landwirtschaftliches Institut des Kantons Freiburg, am 4. Juli 2018 eine grosse Schwaderdemonstration. Bei dieser Abendveranstaltung werden die allerneusten Techniken vorgeführt. Die Themen Sicherheit auf der Strasse, Landwirtschaft 4.0 und Bodendruck kommen auch zum Zuge. Die Vorführung beginnt um 19.30 Uhr auf dem Schulgutsbetrieb von Sorens (Ausweichdatum 11. Juli 2018). Die Verpflegung wird organisiert. Die Anfahrt ab Hauptstrasse Freiburg–Bulle ist ausgeschildert.

LU Aktuelles Kursangebot Die Sieger des diesjährigen Berner Traktor-Geschicklichkeitsfahrens heissen Thomas Stettler, Ramona Kofmel und Julian Fuhrimann. Thomas Stettler aus Utzigen hat das diesjährige Berner Traktorengeschicklichkeitsfahren bei den Aktiven gewonnen. Er zeigte auf dem Parcours und bei den theoretischen Fragen insgesamt die beste Leistung und verwies Simon Christen, Lyssach, und David Rufer, Heimiswil, auf die Ränge zwei und drei. Siegerin bei den Damen wurde Ramona Kofmel aus Oberdorf vor Melanie Ineichen, Sempach, und Karin Trachsel, Ersigen. Bei den Junioren gewann Julian Fuhrimann, Langenthal. Zweiter wurde Nicola Cotonou, Niederösch. Den dritten Rang konnte sich in dieser Kategorie Felix Kobel aus Hettiswil sichern. Das Traktorengeschicklichkeitsfahren fand bei besten Bedingungen auf dem Gelände der Kartoffelhandelsfirma «Terralog» in Rüdtligen-Alchenflüh statt. Die Teilnehmer mussten auf dem Parcours sieben Landtechnik-Situationen bewältigen und theoretische Verkehrsfra-

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Schweizer Landtechnik 6/7 2018

Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 29. August 2018, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 26. September 2018 in Hochdorf, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs 606: jeweils Samstag 07./14. Juli 2018, 07.30–11.30 Uhr Kurs 608: jeweils Samstag 18./25. August 2018, 07.30–11.30 Uhr


Sektionen | SVLT

Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: Kurs Nr. 405: 4 Abende jeweils Montag/Dienstag: 27./28. August und 03./04. September 2018, 19.00–21.00 Uhr, in Sursee Die Kurse können nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt werden. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 + 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lektionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.– Der Lastwagentheoriekurs umfasst 32 Lektionen in vier Wochen, jeweils an einem Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg ist jederzeit möglich. Nächster Kursbeginn: 29. Juni 2018; Durch­führung jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch Voranzeige: 1. Luzerner Maschinenring-Tag zusammen mit dem BBZN Natur und Ernährung: Donnerstag, 30. August 2018, 09.00–16.00 Uhr, Steinhuserberg Thema: Futterbau in Hang- und Steillagen

Traktorentheoriekurs mit Prüfung 2018

Trogen, Rest. Krone Trogen, Rest. Krone/SVA Trogen

Mi, 15. Aug 18 12. Sept 18

Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 1. Sept 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

19. Sept 18

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 5. Sept 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

26. Sept 18

Salez, Rheinhof Wangs, Parkhotel/StVA Mels

Sa, 15. Sept 18 10. Okt 18

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 22. Sept 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

17. Okt 18

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 29. Sept 18 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

24. Okt 18

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 31. Okt 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

28. Nov 18

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 10. Nov 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

5. Dez 18

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 21. Nov 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

12. Dez 18

Wangs, Parkhotel Wangs, Parkhotel/StVA Mels

19. Dez 18

Sa, 24. Nov 18

Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag  + Prüfung NachmittagMittwochnachmittag Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 16. Jun 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

20. Jun 18

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 23. Jun 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

18. Jul 18

Wangs, Parkhotel Wangs, Parkhotel/StVA Mels

Sa, 7. Jul 18

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 11. Jul 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

22. Aug 18 29. Aug 18

 SH 

 TG 

 ZH

Pflügen kann jeder – richtig pflügen ist eine Kunst! Samstag, 14. Juli 2018, Betrieb Burgdorfer, Unteres Auenfeld 16, 8500 Frauenfeld Wer seine Grundkenntnisse im Pflügen verbessern oder das erste Mal an einem Wettpflügen teilnehmen will, für den ist dieser Pflügerkurs von grossem Nutzen. Pflüger-Profis zeigen, wie es geht! Sei es zur Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung oder auf ein Wettpflügen, mit diesem Kurs können die Kenntnisse im Pflügen aufgefrischt werden. Gezeigt werden

DIESEL

Jetzt vom Diesel-Aktionsangebot profitieren! Nutzen Sie diese Gelegenheit und füllen Sie Ihren Dieseltank zum günstigen Preis. Rufen Sie jetzt an und nennen Sie bei Ihrer telefonischen Bestellung das Codewort «Diesel-Rabatt» 0844 000 000. Gültig bis 30.6.2018 für Neubestellungen und Bestellmengen ab 800 Liter. Das nächste Diesel-Aktionsangebot erscheint in der August-Ausgabe 2018.

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SVLT | Sektionen

die Funktion und der Aufbau von Drehpflügen, verschiedene Einstellungen unterschiedlicher Pflüge mit Tipps vom Profi. Praktische Übungen runden den Kurs ab.

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch AG Kursorte und -daten: Do, 30.08./06.09.18 Muri Im Roos, 18.30 Uhr; Do, 15./22.11.18 Riniken SVLT, 18.30 Uhr; Do, 21./28.02.19 Gränichen Liebegg, 18.30 Uhr; Do, 02./09.05.19 Frick FIBL, 18.30 Uhr Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS Vorkurs Ebenrain, Sissach; Prüfung MFP Münchenstein: 17. Nov. 2018, 9.00 Uhr Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch

Der Kurs findet statt am 14. Juli 2018 (von 8 bis 12 Uhr) auf dem Betrieb Burgdorfer, Unteres Auenfeld 16, 8500 Frauenfeld. Die Kosten betragen CHF 50.–, SVLT-Mitglieder und Lernende bezahlen CHF 40.–. Anmeldung bis 29. Juni 2018 an SVLT Zürich, stephan.berger@strickhof.ch oder 058 105 99 52. Bitte im E-Mail Handy-Nummer angeben zwecks Benachrichtigung über Durchführung des Kurses bei schlechtem Wetter. Bei schwierigen Bodenverhältnissen infolge von Schlechtwetter wird der Kurs um eine Woche verschoben. Die Verschiebung wird per WhatsApp/SMS mitgeteilt.

BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE

 TG

Kontakt: M. Bernard Tschanz, chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch SG, AI, AR, GL

14. Traktoren­geschicklichkeitsfahren Vier Jahre nach der letzten Austragung fand Anfang Juni, eingebettet in den traditionellen «Arenenberger Tag», mit vielen Interessierten und Schaulustigen das 14. Thurgauer Geschicklichkeitsfahren für Traktoren statt. Dieser von der Kommission «Landtechnik» des Verbands Thurgauer Landwirtschaft und mit Unterstützung von vielen Sponsoren, darunter Agrisano, Hilzinger AG und Maschinenring Ostschweiz als Hauptsponsoren, organisierte Wettkampf lockte 100 Teilnehmende in den Kategorien «Damen», «Jugendliche» und «Herren» an. Diese mussten an acht Posten ihr Können in Theorie und allerlei Praxis unter Beweis stellen. Präzision, Reaktionsschnelligkeit, dosiertes Fahren und manchmal auch etwas Glück waren gefragt, um bei den verschiedenen Prüfungen möglichst viele Punkte ergattern zu können. OK-Präsident Christof Baumgartner, Präsident Rolf Kuhn und Geschäftsführer Markus Koller zeigten sich über den Anlass, der bei besten äusseren Bedingungen über die Bühne ging, erfreut. Sieger der Hauptkategorie wurde Reto Beerli (Opfershofen) vor Adrian Hug (Buch SH) und Robin Heinings (Tägerwilen). Bei den Damen ging der Sieg an Barbara Koller (Münchwilen). Zweite wurde Marie-Luise Buri (Bischofszell) vor Manuela Badertscher (Weinfelden). Bei den Junioren schwang Cornel Ulrich (Lengwil) vor Mario Niederer (Oberaach) und Boas Wymann (Abtwil) oben aus.

Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Martin Müller, Haldenhof 286, 8213 Neunkirch, 079 656 74 58, www.vlt-sh.ch SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kursort: Bürglen: 25. August/8. September Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens. Kursdaten: Juni 2018, Oktober 2018 Kontakt: ASETA-Section vaudoise, Virginie Bugnon, chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursorte: Strickhof, Lindau. Kursdaten: 22. Sept. 2018 und 17. Nov. 2018, je 9.30– 15.30 Uhr Kontakt: SVLT ZH, Eschikon 21, 058 105 98 22, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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L1939432 Fuchs VK 7, 2017, 7000l, BV, SL, Preis: € 39.000,- (Normalsatz (7,7 %)) Schär Landtechnik AG, 3368 Bleienbach, Hansruedi Schär, Tel.: +41 62 922 35 65, www.schaer-landtechnik.ch

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SVLT | Porträt

Zahlenmensch Stephan Plattner ist – zugegebenermassen – ein Zahlenmensch. Als Buchhalter und Mandatsleiter in einem 50%-Pensum bei der Lerch Treuhand AG in Itingen BL betreut er Mandate hauptsächlich im landwirtschaftlichen und landwirtschaftsnahen Bereich in vielen Kantonen. Ein Spezialgebiet ist das Steuerrecht, in welchem er sich zwecks Steueroptimierung und Vorsorgeplanung für seine Klienten einsetzt. Doch das ist erst die halbe Miete. Der Bretzwiler mit Jahrgang 1971 ist nämlich nebst eidg. dipl. Fachmann Finanzund Rechnungswesen Meisterlandwirt. Er hat im Jahre 2013 den elterlichen Betrieb im Bühl im Nebenerwerb übernommen und sogleich von der Milchproduktion auf Intensiv-Milchviehaufzucht umgestellt. «Ich könnte mich nicht von der Tierhaltung trennen, das gehört zu meinem Selbstverständnis als Bauer», sagt er. Überdies sei ihm das Bauern ein willkommener Ausgleich zum Büroalltag und dazu noch die Möglichkeit, die Landwirtschaft und das Finanzwesen für beide Seiten gewinnbringend zu verbinden. Er steht als Landwirt und Finanzfachmann für einen «sozial abgefederten Strukturwandel» in der Landwirtschaft ein, der der Produktion vermehrt Gewicht beimisst und Erwerbskombinationen fördert, und ist strikt gegen den Erhalt künstlicher Strukturen, welche den Nachkommen eine untragbare Hypothek bescheren würden. Von seinen 21 ha stehen rund 6  ha in Fruchtfolge (Mais, Weizen, Gerste, Kunstwiesen). Gut 4 ha sind Ökoflächen. Dazu nennt er über hundert Hochstammbäume (Äpfel, Kirschen, Zwetschgen) sein Eigen, die hauptsächlich sein Vater betreut. «Bis auf das Kraftfutter beschaffe ich das Futter für meine drei bis vier Dutzend Rinder aus dem eigenen Betrieb», sagt Stephan Plattner. Sein Flair für Zahlen setzt er unter anderem als Sekretär der Tierzuchtkommission des Bauernverbandes beider Basel und als Prüfungs-­ Korrekturexperte der Fachleute Finanzrechnungswesen ein. Im SVLT, in dessen Vorstand er im Jahre 2012 als Nachfolger von Fritz Hirter eintrat, kümmert er sich hauptsächlich um die Finanzen. Er ist ebenso Vorstandsmitglied der Sektion beider Basel und war früher deren Geschäftsführer und Präsident. «Mein zentrales Anliegen beim SVLT ist die Nachwuchs­ förderung. Wir müssen die jungen Landwirte ins Boot holen, um den Mitgliederschwund zu stoppen oder mindestens zu verlangsamen», sagt er. Dazu brauche es gemeinsame Anstrengungen der Sektionen und des Verbandes selbst, um finanzierbare Projekte zu realisieren. Sorgen bereiten ihm das Zurückfahren des Kurswesens und die Konkurrenzsituation beim Fahrkurs «G40». Dass er selber durch sein analytisches Vermögen, vorurteilloses Verhandeln und souveränes Auftreten bereits manche Verbandswogen geglättet hat, verschweigt er allerdings. Die knapp bemessene Freizeit verbringt Stephan Plattner auf seiner «BMW R  1100», beim Wandern und Skifahren oder auf abenteuerlichen Tourenfahrten per Geländewagen auf allen Kontinenten. Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik 6/7 2018


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Kursorte G40

Die G40-Fahrkurse 2018

1260 *Nyon VD 1315 *La Sarraz VD 1510 *Moudon VD 1562 *Corcelles-près-Payerne VD 1630 **Bulle FR 1786 **Sugiez FR 1920 *Martigny VS 1964 *Conthey VS 2208 *Les Hauts-Geneveys NE 2720 *Tramelan BE 2852 *Courtételle JU 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3270 Aarberg BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i. E. BE 3792 Saanen BE 3800 Interlaken BE 3818 Grindelwald BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4415 Lausen BL 4538 Oberbipp BE 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW

6130 Willisau LU 6210 Sursee LU 6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 Erstfeld UR 6702 ***Claro TI 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR 7550 Scuol GR 8180 Bülach ZH 8200 Schaffhausen SH 8315 Lindau ZH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 8625 Gossau ZH 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG * Sprache Französisch ** Sprache Deutsch u. Französisch ** *Sprache Italienisch

Direkt zu den «G40»-Fahrkursen Über diesen QR-Code gelangen Sie direkt zu den Terminen und Anmeldungen der diesjährigen «G40»-Fahrkurse des SVLT.

Mit dem Führerausweis Kat. G und erfolgreich absolviertem Fahrkurs G40 können landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge und Landwirtschaftstraktoren sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorkurs G40 des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Mehr Informationen: www.fahrkurse.ch.

CZV – Weiterbildungskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdatum Erste Hilfe im Strassenverkehr, Deutsch

02.08.2018

ARV1 / Digitaler Fahrtenschreiber, Deutsch

03.08.2018

Ladungssicherung, Deutsch

16.11.2018

Moderne Fahrzeugtechnik, Deutsch

15.12.2018

Hebegerätekurse Suva-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstaplerkurs; Instruktion Hoflader

Kursort und Sprache

Kurstag 1

Rümlang ZH, Deutsch

auf Anfrage ­auf Anfrage

Kurstag 2

Goldach SG, Deutsch

auf Anfrage

auf Anfrage

Chavornay VD, Französisch

01.10.2018

02.10.2018

Chavornay VD, Französisch

04.10.2018

05.10.2018

Oberbipp BE, Deutsch

25.10.2018

26.10.2018

Oberbipp BE, Deutsch

29.10.2018

30.10.2018

Schweisskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdaten Informationen und Auskünfte: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch

15./16.10.2018

Metall-Schutzgasschweissen (MAG/MIG), Deutsch

18./19.10.2018

Wolfram-Schutzgasschweissen (TIG), Deutsch

01./02.11.2018

 Impressum 80. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT NR Werner Salzmann, Präsident Aldo Rui, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler, Postfach, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50 / 079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2018. Kombinationsrabatt bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt: Transporte Impression: Rotorfräsen gegen Unkräuter Wissen: Akku-Stromspeicher mit Zukunft Plattform: Roboter versus Gurken-Schädlinge

Nr. 8/2018 erscheint am 16. Aug. 2018 Anzeigenschluss: 3. August 2018

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