Schweizer Landtechnik 05/2021

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Mai 2021

BERGMECHANISIERUNG Breitspurig unterwegs Sanft die Krallen zeigen Modulares Mulchsystem Frontschutz beim Gabelstapler


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Mai 2021 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Agrar-Initiativen − An die Urnen! 6 Kurzmeldungen Markt 12 16

Roman Engeler

Interview: Veränderung ist für Reform alltäglich Valtra: 5. Generation der Serien «N» und «T»

Schwerpunkt: Bergmechanisierung

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Sicher unterwegs in Hanglagen Breitspurige Motormäher Bienen aktiv unterstützen Traktionsvermögen und Seitenstabilität Elektrischer Umrüstkit für Einachser Mit Innovationsgeist vorwärts Engerling-Bekämpfung im Berggebiet

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Impression 42 44 46 48 50 52 56

Präzision mit Rauch «Axis M30.2 EMC» Güllezusatzstoffe gefahrlos zudosieren Zäunen mit Gallagher «Smart Fence 2.0» Rapid «URI»: Elektrisierter Einachser Hydraulisch verstellbare Doppelräder Gruber «SM 850» mit Streumengenregulierung Ecorobotix «ARA» erobert die Felder

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SVLT 59

Lenksystem selber bauen

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Sicherheit 60 62

Unfälle bei der Futterernte vermeiden Selbstschliessendes Weidezauntor

Plattform 63 66

Forschung mit modularem Mulchsystem Der Maschinen-Entwickler aus Heimisbach

Management 68

Stapler: Gabelsicherung auf der Strasse

Passion 70

Der Warchalowski-Traktor mit V-Motor

Wissen 72

Wetter-Apps sind am beliebtesten

SVLT 74 Sektionsnachrichten 78 Gian Risch Tscharner aus Alvaneu Dorf GR 79 Kurse und Impressum

Titelbild: Für das Berggebiet ist die Mechanisierung systemrelevant. Die Technik ist auf einem hohen Niveau und steht der übrigen Landtechnik in nichts nach.

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Die Mechanisierung der Berglandwirtschaft sei nach wie vor eine interessante und herausfordernde Aufgabe, meinen unsere Gesprächspartner von den Reform-Werken im Interview ab Seite 12. Neben den auch in flacheren Regionen geforderten Eigenschaften an die Technik wie Leistung im Einklang mit Nachhaltigkeit spielt in steileren Lagen insbesondere die Sicherheit der einzusetzenden Maschinen eine zentrale Rolle. Der Schwerpunkt «Bergmechanisierung – sicher unterwegs in Hanglagen» widmet sich ab Seite 18 mit verschiedenen Beiträgen dieser breiten Thematik. Herausfordernd für die Schweizer Landwirtschaft werden mit Bestimmtheit die kommenden Tage. Noch knapp ein Monat bleibt, um eine Mehrheit der Stimmberechtigten von einem Nein zu den beiden Agrarinitiativen zu überzeugen. Die Basisarbeit mit der Kampagne ist gelegt und die Transparente vielerorts platziert. Jetzt geht es aber um die Mobilisierung, wie SVLT-Verbandspräsident und Ständerat Werner Salzmann auf Seite 4 schreibt. Wir alle seien gefordert und müssten dafür sorgen, dass unsere Angehörigen, unsere Nachbarn, unsere Vereinskollegen und überhaupt alle Personen aus dem Bekanntenkreis ihr Stimmrecht ausüben, an die Urne gehen und dort zweimal ein «Nein» zu diesen Vorlagen einwerfen. «Es wird für den Ausgang der Abstimmung entscheidend sein, wie uns diese Mobilisierung gelingt», meint Verbandspräsident Salzmann. Herausforderung hier, Herausforderung dort: Einerseits interessant und spannend, anderseits hätte man es doch vielleicht auch lieber einmal etwas gemütlicher. Ausgabe Nr. 6-7 erscheint am 17.6.2021

Bild: R. Engeler

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SVLT | Vorstand

An die Urnen – 2 × Nein Am 13. Juni 2021 steht für die produzierende Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft viel auf dem Spiel. Nur mit einer breiten Mobilisierung können wir das Schlimmste abwenden! Werner Salzmann

Am 13. Juni 2021 stimmt das Schweizer Volk über die beiden Agrar- oder Pflanzenschutzmittel-Initiativen ab, die richtigerweise die Titel «Lebensmittel-Import»- (statt «Trinkwasser»-) und «Hunger»-Initiative (statt «Pestizid»-Initiative) tragen müssten. Obschon die beiden Vorlagen berechtigte Themen ansprechen, sind sie alles andere als zielführend. Auf jeden Fall sind es für die Schweizer Landwirtschaft existenzielle Volksbegehren, die bei einer Annahme weit über die Landwirtschaft hinaus höchst negative Konsequenzen haben werden. Der Schweizerische Verband für Landtechnik (SVLT) unterstützt die vom Schweizer Bauernverband (SBV) geleitete Kampagne gegen die beiden Vorhaben und trägt diese mit. Dies alleine aber genügt nicht – der persönliche Einsatz von uns allen ist nötig.

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Mobilisieren Wir alle sind gefordert: Sorgt bitte dafür, dass eure Angehörigen, eure Nachbarn, eure Vereinskollegen und überhaupt alle Personen aus eurem Bekanntenkreis ihr Stimmrecht ausüben, an die Urne gehen und dort zweimal ein «Nein» zu diesen Vorlagen einwerfen. Es wird für den Ausgang der Abstimmung entscheidend sein, wie diese Mobilisierung gelingt. Bauern als Botschafter Darüber hinaus ist es wichtig, dass man bis zur letzten Minute vor der Urnenschliessung in den Medien mit Leserbriefen und auf den sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram oder Twitter präsent ist. Sachliche Argumente, die gegen die bei-


Vorstand | SVLT

Sicher, ausreichend und vielseitig 8 Mio. Menschen der Schweiz und 8 Mrd. weltweit wollen sich ausreichend, sicher und vielseitig ernähren – und dies bei tendenziell abnehmender landwirtschaftlicher Nutzfläche. Dazu braucht es den Pflanzenschutz – alles andere ist Egoismus oder Rosinenpicken. Gerade die heutige, moderne Landtechnik ist in der Lage, die Pflanzenschutzmittel gezielt zu applizieren. Die Geräte werden regelmässig hinsichtlich ihrer Funktionstüchtigkeit kontrolliert. Die ausgebrachten Mengen von Pflanzenschutzmitteln wurden in den letzten Jahren kontinuierlich reduziert und alternative Methoden finden laufend Eingang in die Praxis. «Trinkwasser»- wie «Pestizid»-Initiative behindern aber diesen Fortschritt und verlagern das Problem ins Ausland.

den Initiativen sprechen, gibt es genügend – man muss diese nur an die Frau respektive den Mann bringen können. Gerade die von diesen Initiativen betroffenen Bauernfamilien, Bäuerinnen und Bauern sind dabei die vertrauenswürdigsten Botschafter! Bleibt fair im Ton, aber hartnäckig in der Sache! Kein gegenseitiges Ausspielen Verschiedene Medien, allen voran das Schweizer Fernsehen, werden nicht müde, mit teils unsachlichen bis hin zu wirklich falschen Argumenten den beiden Initiativen zum Durchbruch zu verhelfen. Weiter wird versucht, einen Keil zwischen Bio-Landwirte und konventionell wirtschaftende Bauern zu treiben, quasi zwischen «gut» und «bös». Dabei wird tunlichst verschwiegen, dass auch Bio-Betriebe mit negativen Auswirkungen zu rechnen haben. Lassen wir uns nicht gegenseitig ausspielen, beide Produktionsweisen haben weiterhin ihre Berechtigung.

Fazit Die extreme Trinkwasserinitiative und die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide verfehlen das Ziel, gefährden die regionale, einheimische Produktion und verteuern die Lebensmittel für alle! Auch die Umwelt wird nicht in dem von den Initianten erhofften Ausmass profitieren, eher das Gegenteil wird der Fall sein. Bei einem Ja wäre die Schweiz bei allen landwirtschaftlichen Erzeugnissen vom Ausland abhängiger. Der Selbstversorgungsgrad würde je nach Nahrungsmittel zwischen 30 bis 40 % sinken. Kein Land der Welt würde sich in seiner Produktion und Versorgung dermassen selbst in Bedrängnis bringen.

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Aktuelles

In Kürze Same Deutz-Fahr wird Technologiepartner von Kasachstan für Farming 4.0. Rapid erzielte im vergangenen Jahr mit Fr. 46,5 Mio. zwar einen um rund 10 % geringeren Gesamtumsatz, konnte aber das Ergebnis von Fr. 2,1 Mio. dank Effizienzgewinnen gegenüber 2019 beinahe verdoppeln. Stihl verzeichnete 2020 einen Umsatz in Höhe von 4,58 Mrd. Euro (+16,5 % gegenüber Vorjahr), wobei das Wachstum vor allem im Akku-Segment erzielt wurde. Der allgemeine Geschäftsklimaindex für die Landmaschinenindustrie in Europa ist auf dem höchsten Niveau seit 2011. Allerdings kommt es noch immer zu Engpässen in den Lieferketten. Die Landtechnik-Ausstellung Eima in Bologna hält an der Austragung 2021 fest. Die Organisatoren haben die Ausstellungsdaten vom 19. bis 23. Oktober 2021 bestätigt. Amazone bringt eine neue Generation der selbstfahrenden Spritze «Pantera» auf den Markt. Ständerat und SVLT-Präsident Werner Salzmann wurde von den Delegierten des Verbands Schweizer Gemüseproduzenten zum Präsidenten dieses Verbands gewählt.

Neue Akku-Motorsense Die neue Akku-Motorsense «FSA 135» von Stihl sei ideal für das kraftvolle Mähen von Gras oder Gestrüpp in unwegsamem Gelände und auch in lärmsensiblen Bereichen, schreibt Stihl in einer Medieninformation. «Konzipiert wurde das leistungsstarke Gerät für professionelle Arbeitseinsätze im kommunalen Bereich und im Garten- und Landschaftsbau.» Der kraftvolle EC-Motor startet auf Knopfdruck und weist ein hohes Drehmoment auf. Für eine optimale Energie-­ Effizienz lässt sich die Drehzahl nach Bedarf in drei Stufen einstellen oder stufenlos regeln. Zudem sorgt ein Luftfilter für optimale Motorkühlung und lange Lebensdauer. Die Energie bezieht die Akku-­

Neuer Unkraut-Roboter

Fenaco hat in Aesch BL ein neues Zentrum für nachhaltigen Pflanzenschutz in Betrieb genommen und will damit auch die Verbreitung neuer Technologien in der Landwirtschaft fördern. Manitou will bis 2025 rund 80 Mio. Euro in die Erweiterung und Erneuerung der Produktionsanlagen in Frankreich investieren. Krampe optimiert seine Anhänger, indem das Heck der «Big Body» Wannenkipper und der «SK» Erdbaukipper nun mehr Stabilität und eine neue Steckverbindung für Schütten aufweisen. Fliegl will mit dem «TransFarmer», der über eine absenkbare Mulden-Seitenwand und Raupenantrieb verfügt, einen neuen Standard in der Erntelogistik setzen. Manuel Boss leitet ab 1. Juni 2021 bei Agroscope den Kompetenzbereich «Pflanzen und pflanzliche Produkte». Mitas erweitert sein Angebot an Leiselauf-Ganzjahresreifen für den universellen Kommunaleinsatz. Reform hat Ende April am Hauptsitz in Wels (A) ein neues Kunden- und Mitarbeiter-Center eröffnet.

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Sense aus einem 36-V-Lithium-Ionen-­ Akku des Stihl AP-Akkusystems. Die «FSA 135» ist als Mäh-Version mit Zweihandgriff und serienmässigem Grasschneideblatt oder als universell einsetzbare «FSA 135 R» mit Rundumgriff und Fadenmähkopf verfügbar. Darüber hinaus steht eine Vielzahl an weiteren Schneidwerkzeugen als Zubehör zur Wahl.

Das in Seattle (USA) ansässige Unternehmen Carbon Robotics hat seinen «Autonomous Weeder» in einer dritten Generation herausgebracht, der eine Kombination aus Robotik, künstlicher Intelligenz und Laser-Technologie verwendet, um si-

cher und effektiv durch Getreidefelder zu fahren, um Unkraut zu identifizieren, zu bekämpfen und zu beseitigen. Die Maschine wird allerdings erst im nächsten Jahr auf dem Markt verfügbar sein. Im Gegensatz zu anderen Technologien verwendet dieser Roboter Hochleistungslaser, um das Unkraut zu beseitigen. Eine Schädigung des Bodens soll dabei ausbleiben. Die Technologie von Carbon Robotics wurde für Reihenkulturen entwickelt. Ein einzelner Roboter soll um die 5 ha pro Tag jäten können.

Schweizer Meister Pascal Hofstetter aus Wildhaus SG hat die SwissSkills 2021 der Landtechnikberufe gewonnen. Der 20-Jährige, der bei der Gebr. Huser AG in Wildhaus SG seine Lehre absolviert hat, konnte sich an der Berufsmeisterschaft Ende März bei Agrotec Suisse in Aarberg BE gegen 31 Konkurrenten durchsetzen. Den zweiten und dritten Platz belegen Jens Eigenmann aus Niederhelfenschwil SG (Ro-

tach Landmaschinen, Zuckenriet SG) und Lukas Moser aus Oberwil i. S. BE (Jutzeler Landmaschinen, Oberwil i. S. BE).


Aktuelles

Vernetzt

«AirFlow»

Pöttinger bietet im digitalen Bereich zahlreiche Möglichkeiten, den Arbeitsalltag zu erleichtern und effizienter und komfortabler zu wirtschaften. Als Beispiel führt der österreichische Hersteller die pneumatische Sämaschine «Aerosem 4002 ADD» in Kombination mit einer «Lion 403»-Kreiselegge mit «Seed Complete»-Ausrüstung auf. Das Herzstück stellt bei dieser Kombination, neben dem elektrischen Dosierantrieb, das «CCI 1200»-Terminal mit «Seed Complete»-Ausstattung dar. «Seed Complete» ist ein Paket mit intelligenten Smart-Farming-Lösungen. Dadurch werde die Nutzung von «Variable Rate Control» (Saatmenge wird mittels zuvor am PC erstellter Applikationskarten exakt an die individuellen Bodenbedingungen angepasst) und «Seed Complete» (Dosierung am Vorgewende schaltet automatisiert ein und aus) ermöglicht, so Pöttinger. Zusätzlich besteht die Möglichkeit des Datenaustausches und der Kommunikation mit der Plattform «agrirouter» sowie der angebundenen Ackerschlagkartei «Next Farming Seed Complete».

Hatzenbichler, der schon weit über ein halbes Jahrhundert Original-Striegel produziert, entwickelte ein neues System, mit dem es möglich ist, den Zinkendruck bei gleichbleibendem Zinkenwinkel stufenlos anzupassen. Die Federung des Zinkens erfolgt über einen Pneumatik-Zylinder, der mit nur 30 mm Federweg ein Ausfedern des Zinkens um 45° ermöglicht. Die zentrale Luftversorgung erfolgt über die Druckluftbremsanlage des Traktors. Ein Proportionaldruckregler ermöglicht ein Vorspannen des Zylinders im 1/10-bar-Bereich bis 6 bar. Ein gleichmässiges Bearbeiten von Dammkulturen und unebenen Bodenverhältnissen ist damit gegeben. Der Zinkenwinkel und die Zinkenaggressivität können im Bereich von 55–128° angepasst werden. Das Striegeln von höheren Kulturen ist dank Durchgangshöhe von 590 mm möglich. Die Steuerung erfolgt von der Traktorkabine aus, der Zinkendruck lässt sich von jedem einzelnen Striegelfeld einstellen.

Partnerschaft Die Schweizer Traktorenmarke «Hürlimann» unterstützt als Hauptsponsor Joel Strebel (Bild rechts) auf dem Weg ans eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 sowie darüber hinaus bei seiner Tätigkeit als Landschaftsgärtner. Dort werden die Arbeiten im elterlichen Betrieb durch einen Traktor von Hürlimann unterstützt. Mit 23 Jahren gehöre Joel Strebel bereits zu den Top-Schwingern der Schweiz, er habe im Jahr 2019 einen der wenigen Kränze am Eidgenössischen in Zug gewonnen, so Andres Graf von Same Deutz-Fahr (Bild links). «Seine Karriere als Schwinger ist erst am Anfang, doch bereits jetzt kann er 15 Kranzgewinne und einen Festsieg vorweisen.»

Bessere Sichtbarkeit In Bezug auf Sicherheit und Bedienerfreundlichkeit habe man immer wieder Massstäbe gesetzt, heisst es bei Krampe. «Als einer der ersten Hersteller landwirtschaftlicher Fahrzeuge liefern wir Anhänger seit Jahresbeginn mit EU-Typgenehmigung aus. Neben einer problemlosen europaweiten Zulassung bringt diese Genehmigung auch wichtige sicherheitsrelevante technische Verbesserungen am Fahrzeug mit sich – auch in Sachen Beleuchtung.» Positionsleuchten hinten gehören bei Krampe nun zum serienmässigen Lieferumfang mit nach vorne weissem und nach hinten rotem Lichtaustritt. Der Fahrer erkenne in der dunklen Jahreszeit deutlich, wo sein Fuhrpark ende. Ihm folgende Verkehrsteilnehmer könnten so besser sehen, dass ein breites Fahrzeug vor ihnen am Strassenverkehr teilnehme. «Seitliche gelbe Markierungsleuchten und weisse Begrenzungsleuchten vorne bieten zusätzliche Sicherheit durch eine erhöhte Sichtbarkeit.»

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Aktuelles

Wiesenpflege mit Carré Mit dem Wiesenerneuerer «Prairial» bietet der französische Hersteller Carré ein einzigartiges Gerät zur Wiesenpflege. Die Maschine mit 3 bis 6 m Arbeitsbreite erledigt bis zu fünf Arbeitsschritte in einem Durchgang: Vertikutieren, Nivellieren, Moos und Pflanzenreste entfernen, Übersäen und Anwalzen. Zwölf stabile Messer schlitzen dabei die Grasnarbe auf und ritzen den Boden ein. Dadurch wird die Belüftung des Bodens verbessert und das Ablaufen von Regenwasser gefördert. Auch ein eventuell vorhandener Mausbefall wird durch das Zerstören der Gänge verringert. Die dahinter folgenden Bleche. Sie verstreichen Erdhügel und Kuhfladen gleichmässig und ebnen den Boden ein. Striegelzinken reissen Moos und abgestorbene Pflanzenreste aus, zudem sorgen sie bei gleichzeitiger Übersaat für ein gutes Auflaufen der Saat.

2. Generation Hauer bringt die zweite und überarbeitete Generation der Frontlader-Serie «XB Bionic» auf den Markt. Sie besticht nicht nur durch veränderte Formgebung, geringeres Gewicht und ausgezeichnete Sicht auf den Arbeitsbereich, sondern durch neue Optionen wie eine Zentralschmierung. Der Markenname «XB Bionic» steht für die vollständige Integration von Kipp­ zylindern und mechanischer Parallelführung dank patentierter «X-Kinematik» in die Ladeschwinge. Damit sind alle Bauteile für den täglichen Gebrauch nicht nur optimal geschützt, sondern einfach und schnell zu reinigen. Für die leichten Alpin- und Kompakttraktoren wurde das Gewicht der Ladeschwingen mit hochwertigen Materialien reduziert und die Sicht auf den Schnellwechsler verbessert. Mit

«SFF»-Jahresbericht Düngen mittels Drohnen- und Bodenkarten, präzise Anbauund Hacktechniken für die Unkrautbekämpfung, Sensortechnik bei der Saat von Zuckerrüben und ein neuer Modullehrgang. Mit diesen Hauptthemen und vielem mehr beschäftigte sich das Team der «Swiss Future Farm» (SFF) in Tänikon. Den Versuchen liegt immer eine Fragestellung aus der Praxis zu Grunde, für die eine Lösung zu finden ist. Dabei setzt die SFF wo immer möglich digitale Hilfsmittel ein und stimmt sie optimal aufeinander ab. Resultate bestätigen, Smart-Farming-Technologien bringen einen Mehrerlös, indem Pflanzenschutzmittel und Dünger eingespart werden können. Das und weitere Informationen sind im 86-seitigen Jahresbericht 2020 nachzulesen.

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dem neuen, nach dem Blickfeld des Fahrers ausgerichteten Querträger werden auch Palettenzinken ausgezeichnet einsehbar. Bei grossen Traktoren wird die Sicht optional durch eine mittig aufgebaute Frontkamera sichergestellt. Dunkle Arbeitsbereiche können durch LED-Scheinwerfer an der Schwinge ausgeleuchtet werden.

Neuheiten von Walterscheid Walterscheid bietet für Gülle-Ausbringungsfahrzeuge ein komplettes Hubwerk (Bild) aus einer Hand an, mit dem bodennahe Gülleverteiler wie Schleppschlauch- oder Schleppschuhgestänge sicher angebaut werden können. Das Hubwerk ist weniger als Nachrüstlösung gedacht, sondern wird in erster Linie in Zusammenarbeit mit derzeit zwei Herstellern von Gülleausbringtechnik als Drei- oder Vierpunkt-Variante an neuen Fässern verbaut. Das Gewicht des Hubrahmens soll um die 1500 kg betragen. Da bei Traktoren zunehmend grössere und breitere Reifen zum Einsatz kommen, wird in der Folge auch der Anbauraum am Traktorheck immer schmaler. Walterscheids Antwort darauf ist ein dreifach gebogener Unterlenker, der eine uneingeschränkte Funktionsfähigkeit und Beibehaltung des Kraftflusses ermöglichen soll.


NACH DER ERNTE IST VOR DER ERNTE Im Herzen der Schweiz liegt die Gemeinde Deitingen SO, wo Landwirt Daniel Stüdi Obst und Beeren anbaut, Ackerbau betreibt sowie Backwaren und Eier direkt vermarktet. Um die künftigen Herausforderungen der Schweizer Landwirtschaft gewinnbringend zu meistern, arbeitet er auf seinem vielseitigen Betrieb seit 2020 mit einer innovativen Maschine. Aufmerksam wurde Stüdi auf die Güttler SuperMaxx Schweizer Innovation durch einen Erfahrungsbericht im Kundenmagazin seines Händlers A. Leiser AG. Die flach arbeitende Maschine, welche das gesamte Spektrum der Grundbodenbearbeitung inkl. mechanischer Unkrautbekämpfung abdeckt, schien eine interessante Lösung für seinen Bedarf zu sein. «Ich wollte bereits seit längerem zugunsten einer optimalen Bodenstruktur auf zapfwellengetriebene Geräte verzichten. Zudem werden Themen wie das Potential von Untersaaten und der Verzicht auf Herbizide die Landwirtschaft künftig immer stärker beschäftigen», stellt Stüdi fest und fügt an: «Einige der wesentlichen Vorteile von Untersaaten sind eine natürliche Unkrautunterdrückung, die direkte Weiternutzung der Folgekultur sowie der Schutz des Bodens vor Erosion und Verschlämmung.» Für ihn sei ausserdem wichtig gewesen, Hauptkultur und Untersaat in einem Arbeitsdurchgang zu säen. Kundenwunsch genial umgesetzt Basierend auf dieser Ausgangslage schlugen ihm die Ackerbau- und GrünlandSpezialisten aus Reiden eine erweiterte Version der SuperMaxx Schweizer Innovation vor. Neben Zinkensäanlage, Fahrgassenschaltung, Breitsaateinrichtung und Prismenwalzenrollfix der Standardversion verfügt die Maschine über eine Parallelsäeinrichtung mit zweitem Sägerät. Dadurch können die Reihensaat

« Dank meiner neuen Maschine erledige ich heute drei Arbeitsgänge in einer Durchfahrt und spare dadurch Zeit und Treibstoff. Das nützt meinem Betriebserfolg und der Umwelt. » Daniel Stüdi, Landwirt, Deitingen SO

Reihensaat von Hafer mit gleichzeitiger Untersaat

Überzeugende Leistung Heute deckt Daniel Stüdi mit seinem einzigartigen System von der Grundbodenbearbeitung über die mechanische Unkrautbekämpfung bis zur Breit- und Reihensaat fast aller Kulturen das gesamte Spektrum der Bodenbearbeitung ab. «Durch die Vielseitigkeit der neuen Maschine habe ich einen maximalen Nutzen, erreiche eine optimale Auslastung und hohe Effizienz bei tiefen Mechanisierungskosten und geringerem Dieselverbrauch», so das Fazit des Landwirts: «Für mich geht die Rechnung auf!» Wichtig seien für ihn natürlich auch die saubere Feldhygiene und die Möglichkeit, auf Glyphosat weitgehend zu verzichten, was seiner Devise «Nach der Ernte ist vor der Ernte» optimal Rechnung trage.

Saubere Feldhygiene schaffen mit hochgestelltem Rollfix

der Hauptkultur und die Breitsaat der Untersaat gleichzeitig erfolgen. Ausserdem ist die Maschine mit einer abschliessenden, hinter der Prismenwalze laufenden, Glattwalze ausgerüstet, für deren Montage und Demontage nur zwei Handgriffe nötig sind. Neben den vier Ventilen der Fahrgassenschaltung wurden fünf Magnetventile verbaut, um weitere Säreihen abzuschalten. «So können wir die Anforderungen des Feldhasenprojektes erfüllen, in welchem es darum geht, bewusst Gassen in der Hauptkultur für die Hasenpopulation zu öffnen», erläutert Stüdi.

Getreidefeld mit angelegten Feldhasengassen

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Aktuelles

Nachhaltig mähen Bewährte Balkenmäher sind im Trend, wenn es um die ökologische Mahd von Wiesen oder besonders geschützten Flächen geht. Köppl hat ein breites Programm von Balkenund Portalmähern im Angebot, die sich dank «Duocut» -Technologie mit neu entwickelten Klingendrückern bezüglich Leistung gegenüber Rotationsmähwerken nicht zu verstecken brauchen. Bei den ebenfalls neu entwickelten Guss-Gleitkufen der Balkenmäher wurde auf die aerodynamische Form mit grossen Kurvenradien geachtet, die das Wenden erleichtern und dabei den Untergrund und die Grasnarbe schonen. Kleinste Fahrradien und Richtungswechsel werden so möglich mit minimalem Kraftaufwand. Die robuste Materialauswahl und die passgenaue Installation direkt hinter dem Fingerende des Mähbalkens sorgen für möglichst verstopfungsfreien Lauf und Langlebigkeit.

Jahrbuch Agrartechnik Früher in Printversion als informatives Nachschlagewerk jährlich erschienen, gibt es das Jahrbuch der Agrartechnik heute nur noch als deutsch- und englischsprachige Online-­ Ausgabe auf jahrbuch-agrartechnik.de. Geblieben ist aber der fachlich tiefgründige und jährlich erneuerte Inhalt. Die 32. Ausgabe ist im April online gestellt worden. Die Kapitel «Gesamtentwicklung Traktoren» und «Motoren und Getriebe bei Traktoren» entstanden wiederum mit massgeblicher Beteiligung der Hochschule Zollikofen (HAFL) unter Koordination von Roger Stirnimann, Dozent für Agrartechnik.

Vielseitigkeit im Zentrum Landini präsentiert mit dem neuen «5-085» einen Traktor, der durch seine Vielseitigkeit auftrumpfen soll und für eine Vielzahl von Aufgaben auf dem Hof sowie im Feld ausgelegt ist. Die Maschine ist mit einem 3,4-l-Motor von FPT ausgestattet. Das Aggregat mit 4 Zylindern und 8 Ventilen sowie Turbo-Ladeluftkühler mit elektronisch gesteuerter Common-Rail-Einspritzung leistet 75 PS, weist ein Drehmoment von 375 Nm auf und erfüllt die Abgasnorm der Stufe 5 ohne SCR und AdBlue. Für Fahrkomfort und Rundumsicht sorgt die Vierpfosten-Kabine, die auf vier einzeln gelagerten Silent-Blöcken montiert ist, was eine geschützte Arbeitsumgebung mit geringer Geräusch- und Vibrationsbelastung bietet. Getriebeseitig gibt es eine 2- oder 3-fach-Lastschaltung. Ein Frontlader kann mit separatem Joystick bedient werden. Der 3-Punkt-Heckkraftheber der Kategorie 2 gewährleistet eine Hubleistung von bis zu 3900 kg, der Frontkraftheber stemmt bis zu 1700 kg. Die fünf hydraulischen Steuergeräte werden von der einen Pumpe mit 56 l/min gespeist, eine zweite fördert wiederum bis zu 34 l/min an die Lenkung. 10

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SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die «Schweizer Landtechnik» in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren- oder Spielzeug-Modell.

In dieser Ausgabe ist es ein John Deere «5115M» Modell von Bruder im Massstab 1:16.

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Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors John Deere «5115M». Der glückliche Gewinner des Modells John Deere «6210R», das in der April-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Josef Reichmuth und kommt aus 6438 Ibach SZ.


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THOMAS SCHIBLI Gebietsverkaufsleiter +41 79 678 75 93 thomas.schibli@bucherlandtechnik.ch

LUKAS SCHREIBER Gebietsverkaufsleiter +41 79 821 98 59 lukas.schreiber@bucherlandtechnik.ch

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Markt | Interview

Clemens Malina-Altzinger (r.) und Reinhard Riepl (l.) arbeiten seit über 20 Jahren zusammen, nun übernimmt Reinhard Riepl die Leitung der Geschäftsführung und Clemens Malina-Altzinger wechselt in den Aufsichtsrat. Bild: Reform

Veränderung ist für Reform alltäglich Bei Reform wird es im nächsten Monat eine Wachablösung geben. Der langjährige Geschäftsführer und Haupteigentümer Clemens Malina-Altzinger zieht sich nun auch als Vorstandsvorsitzender der Holding zurück, wechselt in den Aufsichtsrat und übergibt die Leitung an Reinhard Riepl. Im Interview äussern sich die beiden über die künftige Entwicklung des Familienunternehmens. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: Wie geht es dem Unternehmen Reform derzeit? Clemens Malina-Altzinger: Es geht den Reform-Werken gut. Wir haben die Covid-Krise bisher gut bewältigt, unsere Sicherheitskonzepte haben sich bewährt. Und die im Herbst 2020 vorgestellten Neuheiten «Metrac H75», «Muli T7X» und «Muli T8X» haben im Markt eingeschlagen, was uns prächtigen Wind unter den Flügeln verleiht. 12

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Führte die Corona-Pandemie in der Produktion und im Vertrieb Ihrer Maschinen zu Veränderungen? Haben Sie gewohnte Abläufe reorganisieren, beispielsweise andere Lieferanten auswählen müssen? Malina-Altzinger: Wir haben vor und während der ersten Lockdown-Ankündigungen alles unternommen, um unsere Lagerbestände an Ersatzteilen, aber auch an Fahrzeugen sofort aufzustocken. Das

galt vor allem für unsere Schweizer Tochterfirma Agromont und den für uns wichtigen Schweizer Markt. Reinhard Riepl: Was die Produktion betrifft, so waren wir anfänglich der Meinung, dass wir einfach zwei Wochen Betriebsferien vorziehen und die Sache dann vorüber ist. Viele unserer Lieferanten kommen aus Italien, wo in Europa diese Pandemie ja ihren Anfang nahm. Glücklicherweise stellten wir dann aber


Interview | Markt

kaum Verzögerungen in der Belieferung fest – auch nicht aus Italien. Später wurde aber allen dann bewusst, dass die Krise länger andauern wird. Da galt es, den Betrieb unter den gegebenen Rahmenbedingungen aufrechtzuerhalten. Versorgungsprobleme traten erst jetzt auf, was viel Beweglichkeit von allen erfordert. Viele Veranstaltungen, Messen und andere Anlässe konnten nicht stattfinden. Wie konnten Sie die Präsenz von Reform bei Kunden und Vertriebspartnern trotzdem aufrechterhalten? Malina-Altzinger: Unser Ziel war, wenn immer möglich, den direkten Kontakt zu Kunden und Vertriebspartnern pflegen zu können. So besuchten wir im Herbst 2020 noch eine Messe in Frankreich. Alternativ und ergänzend dazu bauten auch wir die bekannten elektronischen Alternativen aus und forcierten die Online-Kommunikation über Social Media und weitere Kanäle. Bei der Vorstellung der Neuheiten haben uns die Messen sicher gefehlt. Wir haben deshalb die Maschinen in Kleingruppen von Händlern und Kunden präsentiert. Das ist uns gut gelungen. Können Sie für das per Ende September 2020 abgelaufene Geschäftsjahr etwas zu den Zahlen sagen? Riepl: Bis Ende März 2020, also vor Beginn der Corona-Pandemie, hatten wir die erste Hälfte des Geschäftsjahrs hinter uns und waren bis dahin gut unterwegs. Letztendlich beendeten wir das Ge-

schäftsjahr mit Ende September knapp 3 % hinter dem Vorjahr. Wir sind zufrieden damit, haben wir doch zwischenzeitlich mit einem wesentlich grösseren Rückgang gerechnet. Ins neue Geschäftsjahr sind wir gut gestartet, im Vergleich zum Vorjahr rund 20 % besser – damals noch ohne Corona. Gibt es Unterschiede zwischen einzelnen Märkten? Riepl: Ja, die gibt es, einerseits zwischen Ländern, anderseits zwischen den Bereichen Landwirtschaft und Kommunen. Aber es ist nicht einheitlich. Die Landwirtschaft ist generell ganz stark. In Deutschland verzeichnen wir beispielsweise einen Rückgang im kommunalen Geschäft von 50 %, in Frankreich wiederum weist dieses Geschäft ein starkes Wachstum auf. Wie ist die Aufteilung zwischen Landwirtschaft und kommunal? Wie werden sich diese beiden Bereiche entwickeln? Riepl: Aktuell ist das Verhältnis Landwirtschaft zu kommunal zwei zu eins, künftig wird es aber etwa 50:50 sein. Aber nicht, weil die Landwirtschaft schwächer wird, sondern weil das Geschäft mit den Kommunen zunehmen wird. Die Mechanisierung der Berglandwirtschaft ist auch heute sicher noch interessant, ist es aber auch ein lukratives Geschäft? Malina-Altzinger: Sie bringen es auf den Punkt. Die Mechanisierung der Berglandwirtschaft ist technisch wirklich eine

«Wenn man wie Reform seit 111 Jahren im Markt präsent sein kann, hat man wohl schon vieles richtig gemacht», meinen Clemens Malina-Altzinger und Reinhard Riepl im Interview mit der «Schweizer Landtechnik». Bild: H. Röthlisberger

spannende und auch vom Kundenkreis betrachtet eine sehr interessante Aufgabe. Es sind immer Familienbetriebe involviert, woraus stets auch persönliche Kontakte entstehen. Die Maschinen stehen vor extremen Einsatzbedingungen. Es ist und bleibt aber ein Nischenmarkt, der zusätzlich durch allerlei Vorschriften erschwert wird. Wenn Sie die kaufmännische Komponente ansprechen, so hilft es uns, dass wir die Entwicklungskosten auf zwei Schultern – Landwirtschaft und kommunales Geschäft – verteilen können. Gibt es Unterschiede zwischen diesen beiden Märkten? Malina-Altzinger: Es sind grundsätzlich unterschiedliche Anwendungen und es sind andere Benutzer. Wie bereits erwähnt, auf der einen Seite sind es Famili-

«Die Mechanisierung der Berglandwirtschaft ist eine spannende und auch vom Kundenkreis betrachtet sehr interessante Aufgabe.»

enbetriebe, auf der anderen Kommunen, öffentliche Institutionen mit Mitarbeitenden. Bezüglich der Technik gibt es doch viele Synergien. Wir stellen aber auch fest, dass es selbst zwischen verschiedenen Bergregionen unterschiedliche Anforderungen gibt. Das Südtirol hat andere Wünsche als der benachbarte Schweizer Kanton Graubünden. Da hilft uns das breite Sortiment, um all diese Bedürfnisse abdecken zu können. Sie, Herr Malina, waren 35 Jahre an der Spitze der Geschäftsführung des Familienunternehmens Reform engagiert und haben dessen Entwicklung massgeblich geprägt. Nun geben Sie die Leitung per Anfang Juni ab und legen sie quasi in «fremde Hände». Ist das ein guter Zeitpunkt? Malina-Altzinger: Ja, es ist ein guter Zeitpunkt. Bezüglich «fremde Hände» möchte ich doch betonen, dass Reinhard Riepl und ich nun doch schon seit über 20 Jahre miteinander arbeiten – und zwar erfolgreich. Die industrielle Führung der Reform-Werke habe ich bereits 2019 an Herrn Riepl übergeben. 5

2021 Schweizer Landtechnik

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Markt | Interview

Welches waren für Sie die prägendsten Ereignisse in den vergangenen 35 Jahren? Malina-Altzinger: Prägend war für mich die Startphase vor 35 Jahren. Nach einem starken Aufschwung kam damals quasi ein Absturz. Schwierige Jahre für die Landwirtschaft, schwierige Zeiten auch für Reform. Es mussten schmerzliche Kündigungen ausgesprochen werden. Wir schafften dann aber in den 1990er Jahren mit neuen Produkten wie dem «Metrac H5» und dem «Mounty» die Trendwende. Wo sehen Sie für die Zukunft die grössten Herausforderungen für die Bergmechanisierung allgemein und für Reform im Speziellen? Malina-Altzinger: Die Covid-Krise hat bewirkt, dass die hohe Wertschätzung der Berglandwirtschaft noch weiter angestiegen ist. So schätze ich die Grosswetterlage für die Berglandwirtschaft deutlich besser ein als noch vor wenigen Jahren. Geht es unseren Kunden besser, geht es auch uns besser. Allgemein ist es für uns Nischenhersteller eine grosse Herausforderung, den immer zahlreicher werdenden regulatorischen Vorschriften nachzukommen und diese auf unsere kleinen Stückzahlen

«Auch wir sprechen heute von vorbeugender oder vorausschaubarer Wartung.»

herunterzubrechen. Zwischen den vielen Normen und Gesetzen das Nützliche für den Anwender herauszufiltern, ist eine zusehends schwierigere Aufgabe. Schaut man auf die generelle Entwicklung der Landtechnik, so dominieren heute die Themen «Digitalisierung» und «Nachhaltigkeit». Wie ist Reform in diesen Themen präsent? Malina-Altzinger: Bezüglich Nachhaltigkeit möchte ich festhalten, dass dieses Thema bei Reform schon immer auf der Agenda gestanden hat. Ich verweise auf die Langlebigkeit unserer Maschinen. Riepl: Auch bei Reform spricht man von vorbeugender oder vorausschaubarer Wartung, um hier ein Beispiel aus der Welt der Digitalisierung anzusprechen. Uns ist es aber wichtig, was der Kunde letztlich mit seiner Maschine macht und ob man mit ei14

Schweizer Landtechnik 5

2021

Für Clemens Malina-Altzinger steht ausser Zweifel: «Die Covid-Krise führte dazu, dass die schon hohe Wertschätzung der Berglandwirtschaft noch weiter gesteigert werden konnte.» Bild: H. Röthlisberger

ner (digitalen) Innovation überhaupt einen Zusatznutzen erreichen kann. Interessiert sich der Berglandwirt überhaupt für digitale Technologien? Riepl: Ja und nein. Wir bekommen beide Arten von Rückmeldungen. Teilweise ist es ein Generationenthema. Grundsätzlich wollen wir alle Strömungen aufnehmen und entsprechende Produkte anbieten. Aber wie erwähnt, auch digitale Technologien machen nur Sinn, wenn sie letztlich einen zusätzlichen Kundennutzen generieren. Wo sehen Sie generell noch Entwicklungspotenzial bei Ihren Maschinen? Riepl: Im Zentrum steht fast immer die Erhöhung der Leistung. Bei den Bergmaschinen kommen noch die Sicherheit in Hanglagen und Bodenschonung als wichtige Punkte hinzu. Weiter rückt die Ökologie mehr und mehr ins Zentrum. Kann man bei Reform schon bald einmal etwas in Sachen elektrischer Antrieb erwarten? Riepl: Wir müssen in diese Richtung denken! Auch Wasserstoff ist ein Thema. Generell muss bei alternativen Antrieben zuvor aber die entsprechende Energieversorgung gewährleistet sein. Mit dem «Metron» ist Reform bereits «alternativ» unterwegs. Wie steht es mit dieser Entwicklung? Riepl: Es ist ein Projekt, mit dem wir verschiedene neue Technologien vom Hybrid-Antrieb über die Remote-Steuerung bis hin zu verschiedenen Sensoren ausprobieren. Es braucht aber noch einiges an Entwicklung, bis die vollständige Marktreife erreicht ist.

Beim «Mounty» haben wir schon lange kein Update mehr gesehen. Wird dieses Fahrzeug noch weiterentwickelt? Riepl: Beim «Mounty» handelt es sich um ein ausgereiftes Konzept, das wir selbstverständlich weiter im Programm halten und auch weiterentwickeln werden. Wo setzt Reform derzeit die Schwerpunkte in der Entwicklung der Maschine, was haben Sie konkret in der Pipeline? Riepl: Sie werden verstehen, wenn wir nicht einmal für unsere Verkaufsabteilung die Katze aus dem Sack lassen, dass ich Sie nicht exklusiv darüber ins Bild setzen kann. Sie können aber versichert sein, dass im Herbst wieder Neuheiten von Reform präsentiert werden. Bei den Einachsern haben Sie seit geraumer Zeit eine Kooperation mit dem Schweizer Hersteller Rapid. Wie hat sich diese seither entwickelt? Riepl: Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut. Wir fühlen uns in dieser Kooperation wohl und glauben, selbiges auch für Rapid sagen zu können. Die Zusammenarbeit besteht einerseits im Vertrieb, wo wir über unser Vertriebsnetz die gesamte Palette von Rapid in grüner Farbe anbieten. Anderseits haben wir einige Produkte von Rapid im Angebot, die wir in roter Farbe als Reform-Geräte im Markt platzieren. Welchen Einfluss hat für Sie die Übernahme von Brielmaier durch Rapid? Riepl: Diese Übernahme erfolgte erst kürzlich. Es ist noch nicht alles geklärt, wie die Brielmaier-Produkte in den einzelnen Kanälen allenfalls neu platziert werden.


Interview | Markt

Reform hat sich 2013 mit einem kleinen Aktienpaket an Rapid beteiligt. Wurde diese Beteiligung in der Zwischenzeit ausgebaut? Riepl: Nein, diese Beteiligung gibt es nach wie vor in unveränderter Höhe und wir sind damit sehr zufrieden. In der Schweiz bearbeiten Sie den Markt seit 1968 über die Tochterfirma Agromont. Welche Bedeutung hat für Sie der Schweizer Markt? Riepl: Der Schweizer Markt ist für Reform der grösste und auch der breiteste, weil wir mit Agromont sowohl die Berglandwirtschaft als auch die Kommunen bedienen. Ich kann auch sagen, wenn man in der Berglandwirtschaft erfolgreich sein will, dann muss man in der Schweiz erfolgreich sein. Agromont macht das spitze. Wie unterscheidet sich der Schweizer Markt für Reform von anderen? Riepl: Ein erster Punkt ist einmal die Dreisprachigkeit. Das gibt es in keinem anderen Markt. Weiter sind die teils grossen Unterschiede in verschiedener Hinsicht auf

kleinstem Raum typisch für die Schweiz und letztlich sind es die hohen Produktund Qualitätsansprüche, die der Schweizer Kunde an seine Maschinen stellt. Wo ist Ihr Potenzial in der Schweiz noch nicht ausgeschöpft? Riepl: Reform verfügt zwar über gute Marktanteile, aber wir sehen unser Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Insbesondere in der Kommunaltechnik orten wir doch noch ein gewisses Wachstum. Gibt es auf anderen Ländermärkten noch Potenzial? Riepl: Wir haben in Europa noch vielerorts weisse Flecken! Die wollen wir bearbeiten, ohne unsere Kernmärkte aber zu vernachlässigen. Welche Veränderungen darf man von der neuen Geschäftsführung mit Ihnen, Herr Riepl, als Vorstandsvorsitzender erwarten? Riepl: Wenn man wie Reform seit 111 Jahren im Markt präsent sein kann, hat man wohl schon vieles richtig gemacht. So ge-

sehen gibt es von mir keine Revolution, sondern eher eine Evolution, will heissen, sich stets auf die sich verändernden Rahmenbedingungen einzustellen, das Gute zu behalten, das weniger Gute zu streichen und Neues aufzunehmen. In der Summe wird sich sicher etwas verändern, was für Reform aber nichts Aussergewöhnliches ist. Sie, Herr Malina, wechseln nun in den Aufsichtsrat. Wie werden Sie sich als Haupteigentümer von Reform künftig ins Unternehmen einbringen? Malina-Altzinger: Ein Aufsichtsrat hat gemäss Gesetzgebung einen klar umschriebenen Auftrag, beispielsweise bei Planung, Strategie und Budget. Da werde ich mich weiterhin ins Unternehmen einbringen. Auch werde ich mich gerne als Sparringpartner zur Verfügung stellen, sofern dies gewünscht wird. Daneben hoffe ich, beim einen oder anderen Anlass die Kontakte zu Kunden und Vertriebspartnern wieder etwas intensiver pflegen zu können, als das bis anhin, vor allem jetzt während der Corona-Krise, möglich war.

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Markt | Neuheiten

soll dann auch noch die «S»-Serie im Outfit einer fünften Generation präsentiert werden.

Komfort und «Smart-Farming» Die drei «N»- und die sieben «T»-Modelle seien vollgepackt mit neuen Funktionen, hiess es in einer Online-Präsentation von Valtra. Die neu gestalteten Kabinen mit aufgefrischten, intelligenten Displays stechen dabei besonders hervor und sollen den Umgang mit den neuen Maschinen generell sowie besonders den Einsatz von «Smart-Farming»-Technologien vereinfachen. Eine der auffälligsten Neuerungen ist das Display an der A-Säule. Es ersetzt das traditionelle Armaturenbrett hinter dem Lenkrad und zeigt alle wichtigen Informationen auf dem Farbbildschirm an. Neues Fahrgefühl in der Kabine eines Valtra «T255 Direct» mit neuen Displays an der «SmartTouch»-Armlehne und am A-Holm. Bild: Valtra

5. Generation Valtra bringt seine Traktoren der Serien «N» und «T» nun in einer 5. Generation auf den Markt. Die Frontlader werden mit neuen Funktionsmöglichkeiten bestückt. Roman Engeler

Valtra kann in diesem Jahr auf 70 Jahre zurückblicken und offeriert seinen Traktor-Baureihen nun verschiedene Faceliftings. Nach der Einführung der «G»-Serie im letzten Jahr und der neuen «A»-Serie

zu Beginn dieses Jahres setzt das finnische, zur Agco-Gruppe gehörende Unternehmen mit der Einführung der neuen «N»- und «T»-Serie seine Entwicklung der fünften Generation fort. Später im Jahr

Modellübersicht Serien Valtra «N» und «T» Leistung (PS)

16

Boost (PS)

Drehmoment (Nm, Standard/Boost)

N135

135/99

145/107

570/620

N155 Eco

155/114

165/121

660/700

N155

155/114

165/121

610/660

N175

165/121

201/148

680/800

T145

155/114

170/125

640/680

T155

165/121

180/132

680/740

T175 Eco

175/129

190/140

740/850 780/900

T195

195/143

210/154

800/870

T215

215/158

230/169

870/910

T235

235/173

250/169

930/1000

T235D

220/162

250/169

900/930

T255

235/173

271/199

930/1000

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2021

Vier Ausstattungsvarianten Die «N»-Serie gibt es in den Ausführungen «Hitech», «Active», «Versu» (alle mit 5-stufigem Lastschaltgetriebe und 4 Gruppen) und «Direct» (stufenloses Getriebe). Als Motor kommt das bekannte 4-Zylinder-Aggregat mit 4,9 l Hubraum von Agco Power zum Einsatz, das mit DOC, DPF und SCR die Abgasnorm der Stufe 5 erfüllt. Ebenfalls in den vier Ausstattungsvarianten gibt es die Serie «T». Motorseitig gibt es bei den beiden kleineren Modelle ein 6-Zylinder-Aggregat mit 6,6 l, bei den grösseren Modellen wird ein 6-Zylinder-Motor mit 7,4 l Hubraum verbaut. Die neuen Modelle seien ab sofort erhältlich, hiess es weiter, die Produktion im Valtra-Werk in Finnland habe bereits begonnen.

«Intelligenz» bei Frontladern Zusammen mit der Einführung der fünften Traktorengeneration erneuert Valtra auch den Funktionsumfang seiner Frontlader und fasst diese unter dem Begriff «Precision Lift&Load» zusammen. So ist neu eine integrierte Waage mit entsprechender Speicherung der Gewichte verfügbar. Für die Hubhöhe können weiter maximale Ober- und Untergrenzen eingestellt sowie entsprechende Winkel fest­ gelegt werden. Der Frontlader stoppt dann beim Erreichen dieser Grenzen automatisch. Zudem gibt es eine Rüttelfunktion – alles bedienbar über den Touchscreen der «SmartTouch»-Armlehne. Für jede Frontladeraufgabe können die Einstellungen gespeichert werden. Vor einer erneuten Ausführung muss der Fahrer lediglich das entsprechende Profil auswählen.


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In Hanglagen sicher unterwegs Für das Berggebiet ist die Mechanisierung der Berglandwirtschaft systemrelevant. Die Technik ist auf einem hohen Niveau und steht der übrigen Landtechnik in nichts nach. Doch der Preis, den ein einzelner Betrieb in Form von Bodenbelastung und Geld dafür zahlt, ist hoch. Ruedi Hunger


BERGMECHANISIERUNG

Sicherheit, niedriges Gewicht und eine unerreichte Wendigkeit sind die grossen Trümpfe des Zweiachsmähers. Bild: R. Hunger

Das Berggebiet wird oft über steile Hanglagen, weite Transportwege, viel Handarbeit, wenig Arbeitskräfte, aber auch über eine speziell und teure Bergmechanisierung definiert. Vor allem inneralpin ist die reduzierte Anzahl an nutzbaren Feldarbeitstagen ein zusätzliches Erschwernis. Mit dem Begriff «Berggebiet» werden oft nur die reinen Bergregionen mit starken Hangneigungen in Verbindung gebracht. Diese Definition greift aber zu kurz. Wie Tabelle 1 zeigt, gibt es auch ausserhalb der reinen Bergregionen Hanglagen, die auf eine spezifische Berg- und Hangmechanisierung angewiesen sind.

Sicher unterwegs … Bei Berg- und Hangmechanisierung steht die Sicherheit beim Fahren im Feld, am Hang und auf der Strasse, ohne Beeinträchtigung der Arbeitseffizienz im Vordergrund. Der statische Kippwinkel eines Fahrzeuges kann auf einer Kippbühne re-

Die frühere klare Aufgabenteilung zwischen Traktor und Zweiachsmäher verwischt aber immer mehr. Bild: Aebi

lativ einfach ermittelt werden, ist aber für die Praxis von untergeordneter Bedeutung. Landwirtschaftliche Fahrzeuge fahren auf verschiedenen Untergründen, mit unterschiedlichsten Ballastierungsvarianten, Reifenarten, Reifendrücken, Federsystemen und Lenkungsarten. Diese Einflussfaktoren machen es ungleich schwieriger, den viel wichtigeren fahrdynamischen Kippwinkel zu definieren.

… auf der Strasse... Meliorationsstrassen dienen per Definition der Verbesserung der Produktionsbedingungen, der Lebens- und Wirtschaftsweise und ermöglichen die Umsetzung ökologischer und raumplanerischer Anliegen. Sie dienen folglich der Erhaltung und Förderung des ländlichen Raums. Für den einzelnen Bergbauer ergeben sich daraus mehr und längere Strassenfahrten, sei dies mit dem Traktor, Transporter und dem Zweiachsmäher. Verbunden mit höheren

Tabelle 1: Hangneigung-Flächenanteile HangbeiträgeFlächenanteile Neigung 18–35 % Neigung über 35–50 % Neigung über 50 % Total berechtigte Fläche Anzahl Betriebe SteillagenbeiträgeFlächenanteile (> 35 %)

Talregion ha ha ha ha ha

26 599 2 896 1 356 30 850 10 893

17 % 60 458 6 % 11 810 5 % 4 139 76 407 11 184

175 0,05 %

Basis Hang- & Steillagen-Beitrag 2019. Agrarbericht 2020

Hügelregion

2 699

Bergregion

Total

38 % 24 % 15 %

70 868 34 602 21 831 127 301 12 740

45 % 70 % 80 %

157 925 49 308 27 326 234 558 34 817

7,9 %

32 126

92 %

34 999

Geschwindigkeiten (40 km/h) und grösseren Fahrdistanzen spielen das unkontrollierte Aufschaukeln und die Nickschwingungen des Fahrzeuges durch Fahrbahnanregungen eine grosse Rolle, was den Fahrkomfort betrifft. Von den Auswirkungen der Strassenfahrt sind die Fahrzeuge je nach Zuglast, Lastverteilung, Reifen und Reifenart unterschiedlich stark betroffen. Die Konstrukteure haben in den letzten Jahren grosse Anstrengungen unternommen und Federsysteme für Achsen und Kabinen (inkl. Fahrersitz) eingebaut. Auch die Schwingungstilgung des Fronthubwerks dient der Reduktion von Belastungsspitzen durch Anbaugeräte. Mit diesen Massnahmen wird nicht nur der Fahrkomfort, sondern in erster Linie auch die Fahrsicherheit bei Strassenfahrten wesentlich erhöht.

… und abseits der Strasse Bei einem landwirtschaftlichen Fahrzeug gibt es keine standardisierten Fahrzustände. Der Fahrbahnuntergrund, der Beladungszustand, die Belastung des Fahrzeuges durch Anbaugeräte vorn und hinten, die Reifendrücke, Hangneigung usw. ändern sich ständig und haben daher einen grossen Einfluss auf die fahrdynamischen Eigenschaften. Im Gegensatz zu flachem Gelände hat die Lenkungsart am Hang eine grössere Bedeutung. Der Zweiachsmäher war schon vor Jahrzehnten Vorreiter bezüglich unterschiedlicher Lenkungsarten. Transporter und hangspezifische Trak5

2021 Schweizer Landtechnik

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BERGMECHANISIERUNG

toren verfügen heute optional ebenfalls über verschiedene Allradlenkungen. Was bessere Wendigkeit und mehr Bodenschonung bedeutet und sich positiv auf die Hangstabilität auswirken kann. Mit der Allradlenkung, in Verbindung mit dem Hundegang, ergibt sich eine stabilere Schichtenlinienfahrt als mit der Vorderradlenkung allein. Weil mit der Vorderradlenkung im steilen Gelände wesentlich häufiger Lenkkorrekturen notwendig sind, um die Fahrspur zu halten.

Trends bei Zweiachsmähern Der Zweiachsmäher ist seit jeher ein Spezialfahrzeug für die Berglandwirtschaft. Heute ist der Zweiachsmäher ein stufenloser Geräteträger mit moderner Elektronikausrüstung. Die Motoren entsprechen teil-

tiefe Schwerpunkt und eine gute Bodenanpassung mit, in der Regel, Terra-Reifen. Die Hydraulikausrüstung ist mit jener einfacherer Traktoren vergleichbar. Die Anbaugeräteeinstellung ist zum Teil abspeicherbar.

Trends bei Transportern Um einen technologischen Wandel bei den im Berggebiet eingesetzten Transportern festzustellen, muss man keine 50 Jahre zurückblicken. Allein in den letzten zehn Jahren hat es einen eigentlichen Quantensprung gegeben. Vorher waren die Transporter über viele Jahre relativ einfach konstruiert und ausgerüstet. In den letzten Jahren mutierte der Transporter aber zum stufenlosen Geräteträger mit modernem Datenmanagement. Da in der Produktion

Die Vorstellung, dass Bergregionen automatisch nur steile Berghänge beinhalten, ist ebenso falsch wie die Meinung, dass in Talregionen nur ebene Flächen bewirtschaftet werden. weise bereits der Abgasstufe 5. Neben einer ergonomisch gestalteten Fahrerkabine mit Joystick-Bedienung verfügen sie über zwei Anbauräume mit unabhängigem hydraulischem Hubwerk sowie über hydrostatische Getriebekonzepte, Allradantrieb und Allradlenkung mit verschiedenen Lenkarten. Geblieben sind seit «Geburt» der

die Bereiche Landwirtschaft und kommunal etwa gleiche Bedeutung aufweisen, werden die Fahrzeuge zweigleisig produziert und spezifisch ihrem Verwendungszweck entsprechend ausgestattet. Sie verfügen über Motoren mit bis zu 128 kW (175 PS), die den aktuellen Abgasnormen (4/5) entsprechen. Hybrid- und E-Antrieb

werden künftig massiv an Bedeutung gewinnen beziehungsweise sind bereits im Angebot und werden bei der kombinierten Nutzung in Landwirtschaft und Tourismus Bedeutung erlangen. Stufenlose Getriebe, sperrbares Längsdifferential, verschleissfreie Bremsen, mechanische oder hydropneumatische Einzelradfederung und eine Verdrehdämpfung zwischen Vorder- und Hinterwagen sind ebenso erhältlich wie verschiedene Lenkarten und die Geräteerkennung.

Trends bei Berglandtraktoren Die Anforderungen an berg- und hangtaugliche Traktoren haben dazu geführt, dass einzelne innovative Hersteller diese Nischen nutzen. Dazu gibt es zwei gangbare Wege. Zum einen werden Traktoren, die ursprünglich aus der Gruppe der Obstund Weinbautraktoren stammen, für die Bedürfnisse der Berglandwirtschaft aufgerüstet. Zum anderen sind Hersteller auf dem Markt, die ihre ganze Traktorpalette oder Teile davon auf die Berglandwirtschaft ausrichten. Dazu gehören stufenlose Getriebekonzepte und Allradlenkung mit unterschiedlichen Lenkmöglichkeiten. Diese Traktoren haben auch keine Berührungsängste mit der Digitalisierung. Folglich verfügen sie heute zum Teil über eine Geräteerkennung mit automatischer Übernahme der Geräteeinstellung. Dies ist insbesondere dort interessant, wo auch Arbeiten über den Maschinenring oder im Kommunalbereich geleistet werden.

Traktor oder Zweiachsmäher? Spezialfahrzeuge aus dem Obst- und Weinbau springen oft in die Lücke.

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Bild: Cararro


QUALITÄT IN JEDER HINSICHT Das Hinder Viehvermarktungscenter Ostschweiz beeindruckt seine Kunden bereits seit fünf Generationen mit Sachverstand und top Qualität. Die beiden Betriebe in Zuzwil und Züberwangen sind mit modernster Infrastruktur ausgestattet und überzeugen mit hocheffizienten Arbeitsabläufen.

Vom Standort Zuzwil aus betreibt das Unternehmen Zucht- und Nutzviehhandel mit sämtlichen Milchund Fleischrassen in der gesamten Schweiz. Die Spezialisten beraten zudem bei Betriebs- und Rassenumstellung, importieren Zucht- und Produktionstiere und bieten ihren

Kunden Handelsplattformen wie Verkaufstage, Viehmärkte, Abendverkäufe und Ausstellungen. In der betriebseigenen Landwirtschaft konzentriert man sich auf Ackerbau und Milchwirtschaft. «Als Landwirte kennen wir die Ansprüche unserer Kunden sehr genau und setzen alles daran, diese in bester Qualität zu erfüllen», erläutert Rolf Hinder, Geschäftsführer der 5. Generation. Diesen Qualitätsanspruch setzt Hinder im gesamten Betrieb konsequent um und legt deshalb auch grössten Wert auf hochwertige, zuverlässige und sichere Maschinen zur Arbeitserleichterung.

«Ob Ballen-Handling, Tierfütterung oder Misten auf dem Programm stehen, der Giant G3500 Z ist extrem zuverlässig und leistet grossartige Arbeit.» Rolf Hinder · Geschäftsführer Hinder Viehvermarktungscenter Ostschweiz

Vertrauenssache «Wir sind überzeugt, dass Qualität Vertrauen schafft und haben uns beim Kauf des ersten Giant-Laders an diesem Motto orientiert, indem wir der Empfehlung unseres Landmaschinenhändlers gefolgt sind», erinnert sich Hinder, «und das haben wir keinen Moment bereut.» Als Ersatz für den langjährigen, treuen Weggefährten angeschafft werden musste, vertraute Hinder seinem Betriebsleiter Rolf Blöchliger die Suche nach einem geeigneten Nachfolger an. In der Evaluationsphase wurden verschiedene Maschinen getestet. Bald war man sich einig, dass die Wendigkeit eines Knickladers durch nichts zu toppen sei und entschied sich nach einer bedarfsorientierten Beratung durch den Lieferanten für das Nachfolgermodell der bestehenden Maschine, den Giant G3500 Z. Rundum überzeugend Die deutlich gesteigerte Hubkraft dank neuer Ladeschwinge mit Z-Kinematik sowie der 66-PS-KubotaMotor mit 30 km/h Fahrleistung beeindrucken ebenso wie die sehr robusten 14-Tonnen-Planetenachsen mit 100%-Differenzialsperre vorne und hinten, welche für eine hohe Schubkraft auch auf rutschigem Untergrund sorgen. Als weitere Vorteile nennen Hinder und Blöchliger die komfortable Bedienung, die perfekte

Manövrierbarkeit und das Sicherheitsdach. «Dank der beachtlichen Fahrleistung können wir den Giant zügig auf der Strasse verschieben, wenn er beispielsweise im Quarantänestall gebraucht wird», stellt Rolf Hinder fest und ergänzt, «er ist täglich im Einsatz und erleichtert unsere Arbeit enorm.»

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BERGMECHANISIERUNG

In mässigen Hanglagen sind neben dem Traktor keine Spezialmaschinen erforderlich.

Entwicklungstrends – das tönt alles gut! Digital und technisch ist bei diesen Spezialfahrzeugen heute alles möglich. Allerdings kämpfen alle Hersteller von Zweiachsmähern, Transportern und spezialisierten Traktoren mit geringen Stückzahlen. Kein Produzent kann den Skaleneffekt1) im Vergleich zu den globalen Traktor- und Fahrzeugherstellern wirklich nutzen. Die Folgen sind bekannt: Technik für die Berg­ landwirtschaft ist teuer. Für viele Betriebe führt dies zu einem engen finanziellen «Korsett», aus dem sie sich kaum befreien können. Eigentlich ist nicht der jeweilige Anschaffungspreis das Problem, sondern die geringe Auslastung. So gesehen können auch viele Bergbetriebe den «Skaleneffekt» nie nutzen! Über  200 Betriebsstunden sind keine Seltenheit, auch wenn lange Arbeitstage keine Seltenheit sind. Dies wirkt sich umso stärker aus, desto vielfältiger die Mechanisierung eines Betriebes ist (Traktor+Transporter+Zweiachsmäher+Motormäher; siehe auch Schweizer Landtechnik 9/2020, S.30).

Traktor versus Transporter Subjektiv wird die Hangtauglichkeit beim Transporter als besser eingeschätzt. Ein objektiver Vergleich ist nur zulässig, wenn jedes Rad zum Antrieb genutzt wird. Oder mit anderen Worten, zwischen Traktor und Anbaugerät mit (Lenk-)Triebachse und Transporter. Ein Traktor/Ladewagen-Gespann ist zwar länger, mit einer Lenktrieb­ 22

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Bild: Lindner

achse ist der Wendekreisdurchmesser aber nur unwesentlich grösser als beim Transporter. Nach Feldversuchen des Lehr- und Forschungszentrums Francisco Josephinum/BLT Wieselburg (2014) ist die Ladegeschwindigkeit beim Transporter um rund 15 % höher als beim Traktor mit Trieb­ achse/Ladewagen. Ebenso ist die Wendezeit gegenüber dem Traktor/Ladewagen-Gespann (ohne Lenkachse) um bis zu 40 % kürzer. Die kleineren Räder des Transporters verursachen mehr Schaden an der Grasnarbe bei Bergauffahrt als die drei angetriebenen Achsen mit zum Teil grösseren Rädern von Traktor und Ladewagen. Die Ladeleistung und der Kraftstoffverbrauch pro Stunde sind vergleichbar hoch. Die Gesamtkosten pro Tonne werden entscheidend durch die Auslastung bestimmt. Allradgelenkte Fahrzeuge weisen eine zusätzliche Bodenschonung auf. Auch stufenlose Getriebe bringen bei Traktoren und Transportern eine zusätzliche Grasnarbenschonung, nweil damit langsam angehalten und sanft wieder angefahren werden kann. Von hangtauglichen Fahrzeugen erwartet man nicht nur, dass das verfügbare Motorbzw. Raddrehmoment mit wenig Schlupf optimal in eine hohe Zugkraft umgesetzt wird. Sie sollen in steilem Gelände und bei Schichtenfahrten auch eine gute Querstabilität aufweisen. Grasnarbenschäden, die bei Hangaufwärtsfahrten entstehen, sind direkt mit Radschlupf in Verbindung zu bringen. Die Querstabilität und damit die

seitliche Abdrift sind stark abhängig vom Bodenzustand (Feuchtigkeit), aber auch von der Hangneigung und den reifenspezifischen Eigenschaften. Aus Sicht der Bodenschonung und damit eines nachhaltigen Futterbaus kann die Traktormechanisierung bis zu einer Hangneigung von rund 35  % uneingeschränkt eingesetzt werden. Sowohl die theoretische als auch die praktische Einsatzgrenze ist weiter oben angesetzt. Allerdings müssen ab 35– 40 % Hangneigung je nach Bodenzustand bereits Abstriche bei der Bodenschonung gemacht werden. Doppelbereifung oder Breitreifen erhöhen die Auflagefläche, für letztere gilt dies nur bedingt, da die Verzahnung mit dem Boden bei Doppelbereifung, speziell bei Traktoren, besser ist als bei Breitreifen. Allerdings kann die Gefahr des Abrutschens bei sehr trockenem Boden zunehmen, weil die grössere Auflagefläche mit weniger spezifischem Bodendruck das Eindringen der Reifenstollen in den Boden erschwert. Von der Kostenseite her betrachtet, muss man festhalten, dass der Transporter ein teures Nischenfahrzeuge ist. Spezielle Bergtraktoren haben zwar auch ihren Preis. Durch den Einsatz moderner Steuerungstechnik wurde die Triebachse lenkbar gemacht und stellt damit eine optimale Lösung für die Traktormechanisierung dar. Im direkten Vergleich muss mit Kosten auf vergleichbarem Niveau gerechnet werden. Wenn der universell einsetzbare Traktor auch anderweitig genutzt wird, ist diese


BERGMECHANISIERUNG

Mechanisierungsvariante entsprechend günstiger. Für grosse Hof-Feld-Entfernungen ist der Traktor wegen dem grösseren Ladewagen wirtschaftlicher.

Traktor versus Zweiachsmäher Wird ein Traktor+Mähwerk mit dem Zweiachsmäher+Mähwerk verglichen, fällt in erster Linie der tiefe Schwerpunkt des Zweiachsmähers auf. Die Wendigkeit des Traktors, selbst mit Allradlenkung, ist aufgrund der Fahrzeuglänge weniger gut. Dank grös­ serer Bereifung klettert der Traktor «bergauf» mit Doppelbereifung weiter als ein Zweiachsmäher, allerdings bereits mit namhaften Grasnarbenschäden. Neben dem grösseren Reifendurchmesser bzw. der grös­seren Aufstandsfläche spielt dabei das AS-Profil die entscheidende Rolle. Bis 35 % Hangneigung konnten bei den im Vergleichtest von Wieselburg herrschenden Bodenbedingungen kaum Unterschiede festgestellt werden. Ab 35 % wurde die Grasnarbe durch das AS-Profil weit mehr geschädigt als durch das Terra-Profil. Das Terra-Profil wies aber wesentlich weniger seitliche Hangstabilität auf als die AS-Reifen. Wobei das AS-Profil mehr und grosse Erdklumpen aus der Grasnarbe reisst und damit das Mähgut beträchtlich verschmutzt.

Mit zunehmender Hangneigung kommt dann die bessere Wendigkeit des Spezialfahrzeuges zum Tragen. Das Fahren in Schichtenlinie ist in der Regel bodenschonender und energiesparender, weil das Fahrzeug weniger Höhendifferenz überwinden muss. In kritischen Situationen ist allerdings das Arbeiten in Falllinie sicherer. Das höhere Gewicht und die eingeschränkte Wendigkeit (ohne Allradlenkung) sprechen in dem Fall gegen den Traktoreinsatz. Die eigentliche Kippgrenze wird zwar selten erreicht. Umstürze ereignen sich in der Regel erst, wenn ein Traktor seitlich abrutscht, an einem Hindernis ansteht und sich in der Folge überschlägt.

Die Bergmechanisierung ist für den ganzen Alpenraum, aber auch darüber hinaus systemrelevant.

Schwer oder leicht? Der Zweiachsmäher ist am Steilhang wegen seines tiefen Schwerpunkts und der schonenderen Terra-Bereifung dem Standardtraktor überlegen. Bodenzustand und botanische Zusammensetzung der Grasnarbe sind wichtige Einflussfaktoren.

Wo der Zweiachsmäher punktet … Zwischen 30 und 40 % Neigung konnten zwischen Traktor und Zweiachsmäher kaum Unterschiede festgestellt werden.

seits das Maschinengewicht des Mäh­ werks und anderseits die daraus resultierende Rutschgefahr auf feuchtem, frisch gemähtem Gras. Weshalb dieser Arbeitsgang kritischer einzustufen ist als das nachfolgende Zetten und Wenden und Schwaden. Beim Mähen gilt als Richtwert eine durchschnittliche Einsatzgrenze von 35  %, wobei je nach Bedingungen bis 42  % steil gemäht werden kann. Mit allrad­angetriebenen Traktoren und Doppelbereifung sind Mäheinsätze bis 50 % möglich. Allerdings ist davon abzuraten, weil bei dieser Hangneigung die Grasnarbenschäden bzw. die Futterverschmutzung stark ansteigen. Für Zweiachsmäher werden max. Hangneigungen zwischen 45 % und 55 % als Obergrenze angegeben. Dies ist insbesondere dank Hundeganglenkung möglich. Neben der Hangneigung sind es vor allem die Coupierung und das Fehlen von Ausweichmöglichkeiten, welche dem Traktor den Einsatz erschweren.

… und der Traktor verliert Das Mähen am Hang ist für alle Verfahren der begrenzende Einsatz. Grund ist einer-

Wenn es ordentlich zur Sache geht, ist nur noch ein optimal bereifter Traktor zulässig.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Was bedeutet «so viel wie nötig»? Es ist so viel Gewicht nötig, dass einerseits eine ausreichende Arbeitssicherheit gewährleistet ist und anderseits ein befriedigendes Arbeitsergebnis erzielt wird. Am Hang gibt es für beide Definitionen nur eine beschränkte Interpretation. Was bedeutet «so wenig wie möglich»? Das Traktionsvermögen am Hang wird

Bild: Fendt

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Tabelle 2: Definition von Berggebiet und Hangneigung Der Begriff «Berggebiet» bedeutet nicht automatisch extreme Hanglagen, wie das Bild aus dem Oberengadin zeigt, wo die in der Talsohle bewirtschafteten Flächen «topfeben» sind. Folglich können in diesen, für die Mechanisierung, bevorzugten Gebieten grosse und leistungsfähige Maschinen eingesetzt werden. Umgekehrt bedeutet die landläufige Bezeichnung «Talregion» noch lange nicht, dass überall nur flaches Land bewirtschaftet werden kann. Rund 13 % der im Talgebiet bewirtschafteten Flächen weisen Hangneigungen von 18 bis 50 % auf. (Tab.1) Leichte Hanglagen, wie sie im Talgebiet noch und noch anzutreffen sind, stellen für die heutige Traktormechanisierung kaum ein grosses Hindernis dar. Dennoch muss je nach Bodenzustand, Reifen und Fahrweise mit ersten Grasnarbenschäden gerechnet werden. Auf Betrieben, die Flächen mit Hangneigungen bis 35 % aufweisen, dominiert daher der Traktor die Mechanisierung. Aus Gründen der Sicherheit sind aber bereits Tiefgang-Ladewagen im Einsatz. Der Einsatz eines Transporters oder eines Zweiachsmähers ist in der Regel kein Thema. Ausgerüstet mit Doppelbereifung an beiden Achsen meistert der Traktor auch Hanglagen mit mehr als 35 % Hangneigung. Unter erschwerten Bedingungen können Rundballenpressen eingesetzt werden. Sie werden aus Sicherheitsgründen mit AS-Reifen ausgestattet. Je nach Bodenbedingungen treten aber schon vermehrt Grasnarbenschäden auf. Die Einsatzgrenze am Hang wird zuerst mit dem Frontmähwerk erreicht, weil das Überfahren von feuchtem, gemähtem Gras eine wirkungsvolle Verzahnung des Reifens im Boden reduziert. Der Traktor stellt selbst in starken Hanglagen eine ernstzunehmende Alternative dar. Voraussetzung ist, dass sein Gewicht zum Einsatzgebiet passt. Beide Achsen müssen mit Doppelbereifung ausgerüstet sein. In Kombination mit einer Triebachse können Hangneigungen befahren werden, die sonst nur dem Transporter vorenthalten sind. Dank grösseren Rädern (und Auflageflächen) kann diese Kombination sogar ein besseres Steigvermögen aufweisen als ein Transporter. Mit einer Lenktriebachse ist auch die Wendigkeit gegenüber dem Transporter kaum negativ einzustufen. Der Transporter ist zwar eine teure Spezialmaschinen, aber für viele Betriebe im Berggebiet die sinnvollste Lösung. Seine Hangtauglichkeit ist überzeugend. Doppelbereifung an beiden Achsen und moderne Getriebekonzepte reduzieren das Risiko auf steilen und coupierten Flächen. «Nicht die eingesetzte Technik bestimmt die Kosten der Bergmechanisierung, sondern deren Auslastung». Diese Aussage bringt das Problem auf den Punkt. Der durchschnittliche Bergbetrieb hat kaum eine Chance, die Mechanisierung so auszulasten, dass die Kosten tiefgehalten werden können. In extremen Hanglagen ist auch heute noch neben dem handgeführten Motormäher viel Handarbeit erforderlich. In den letzten Jahren haben Anbaugeräte wie der «Twister» Entlastung gebracht. An Hängen mit einer Neigung, die über der Einsatzgrenze von Traktor, Transporter und Zweiachsmäher liegt, kann mit deren Hilfe das Heu bis zu befahrbaren Flächen oder Fahrwegen seitlich oder vertikal geschoben werden. Schätzungsweise 12 % aller Hangflächen in den Tal-, Hügel- und Bergregionen weisen eine Neigung über 50 % auf. (Flächenanteile = berechtigte Flächen für Hangbeitrag).

durch die Radlast und den Bodenzustand bestimmt. Wird der Radschlupf zu gross, ist die Radlastuntergrenze unterschritten oder die Zuglast zu gross. Dabei spielt der Bodenzustand eine Schlüsselrolle, der nicht immer genügend berücksichtigt wird. Die Radlast kann im Rahmen «sinnvoller Möglichkeiten» durch Zusatzgewichte erhöht werden, die Zuglast allerdings auch. Leider wird aus Sicht des Bodens zu wenig über eine Reduktion der Radlast und damit zwangsläufig über weniger Zuglast gesprochen. Dies ist aber nur über kleinere und leichtere Modelle möglich. Genau wie im Talgebiet wird auch im 24

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Berggebiet nur ungern über kleinere und leichtere Fahrzeuge gesprochen. Vorerst wird der Trend auch im Berggebiet durch mehr Leistung und damit schwerere Maschinen bestimmt. Durch den Einsatz einer angetriebenen Achse beim gezogenen Ladewagen oder der Rundballenpresse kann der Trend zu immer höherem Gewicht mindestens teilweise entschärft werden.

Fazit Die Mechanisierung ist für die Bewirtschaftung unserer Berg- und Hanggebiete unerlässlich. Sie darf aber nicht dazu

führen, dass sich Betriebe in unverantwortbarer Höhe verschulden und nie mehr aus der sich immer weiter drehenden Spirale herauskommen. Die Schmerzgrenze scheint dennoch in vielen Fällen noch nicht erreicht, sonst würde man sich trotz aller Schwierigkeiten mehr für eine gemeinschaftliche Maschinennutzung zusammenraufen.

1) Der Skaleneffekt ist das Resultat der Nutzung des Gesetzes der Massenproduktion; Skaleneffekte setzen Massenproduktion voraus. (Wikipedia).


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ben sind auch die unverändert steilen Hänge. Während sich Letztere im Gegen­ satz zu den Motormähern nie verändern, versuchten Konstrukteure und Techniker laufend, das Beste aus ihren Maschinen zu machen. Im Gegensatz zu «früher» sind Motormäher heute zum Teil extrem leicht, handlich, aber auch wesentlich si­ cherer. Bereits vor fast drei Jahrzehnten haben einzelne Hersteller (Brielmaier) auf den Einbau von mechanischem Getriebe mit Gangwechsel verzichtet und statt­ dessen hydraulische Antriebe in Form von Radmotoren eingebaut. Heute kle­ ben die Mäher buchstäblich am Hang und sind trotzdem recht bodenschonend unterwegs. Die Kehrseite, sie sind teuer bis sehr teuer geworden. Dies nicht nur wegen der verbauten Technik, sondern auch oder speziell wegen der begrenzten Stückzahlen (Skaleneffekt).

Vom Stollenrad …

Mähen anno dazumal: Ein schwerer, klobiger Motormäher braucht am Hang schnell einmal «Stützhilfe». Bild: Aebi

Breitspurig unterwegs Breitspurig heisst so viel wie über der Norm liegend. Was den Motormäher betrifft, ist oft nur die effektive Spurbreite und die Radgestaltung über der Norm. Dank seiner breiten Spur ist der Motormäher heute so standsicher unterwegs wie nie zuvor.

… zum flexiblen Stachelrad

Ruedi Hunger

Verschiedene Wege führen zum Ziel, wenn es darum geht, die Spur zu verbrei­ tern. Damit wird aber vorerst nur die

Bald ist es wieder soweit. Zu Tausenden surren in den nächsten Wochen und Mo­ naten Motormäher durch die Landschaft und schneiden das Gras an steilen Hän­ gen, als ginge es um eine Wette. Vor siebzig Jahren war das noch ganz anders. Schwere und klobige Mäher von Aebi, Bure König oder Motrac (und viele ande­ re) wagten sich nur zaghaft ins steilere Gelände. Manch einer übte sich im «Überschlag», nicht aus Freude, aber mangels Standfähigkeit. Damit war das 26

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Die ersten, relativ schmalen «Stollenrä­ der» verbreiterten die Spur nur unwesent­ lich, sicherten den Mäher aber gegen das Abrutschen auf dem feuchten, gemähten Gras. Sie waren sehr aggressiv und schä­ digten insbesondere beim Wenden die Grasnarbe. Ihre Form wurde oft über Jah­ re beibehalten und nur wenig modifiziert. Im Rahmen einer Masterarbeit wurde dann 2013/14 am Institut für Agrartech­ nik an der Universität Hohenheim (Heiler), erstmals eine wissenschaftliche Arbeit über verschiedene Rad- und Walzentypen für Motormäher gemacht. Von vier unter­ schiedlichen Rad-Typen wurden die über­ tragbaren Seitenkräfte auf unterschiedli­ chen Fahrbahnen gemessen. Ebenfalls wurde der Treibschlupf dieser Rad-Typen untersucht. Die Resultate flossen in der Folge zum Teil in entsprechende Produkte der Firma Rapid ein.

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Mähen am Hang auch immer mit einem erheblichen Gefahrenpotential verbun­ den. Nicht zu sprechen von der hohen körperlichen Belastung für den Maschi­ nenführer, da viele noch ohne Differen­ tial, dafür mit starrer Achse unterwegs waren.

Tempi passati Diese Zeiten sind zwar vorbei. Geblieben ist der Motormäher, wenn auch in weit modernerer Form, und sich treu geblie­

Beim Einsatz von Sonder­ rädern kann es zum Auf­ wickeln von Schnittgut kommen. Maschinenseitig ist daher ein Wickelschutz am Anbauflansch üblich.


BERGMECHANISIERUNG

Der Wandel vom Stollenrad vor 70 Jahren zum modernen Gewebeschlauch

Bilder: Aebi, R. Hunger, Brielmaier.

Standfestigkeit erhöht. Damit der Motormäher nicht abrutscht und sich für eine bessere Steigfähigkeit mit dem Boden verzahnen kann, braucht es Elemente auf dem Rad, die in begrenztem Umfang in den Boden eindringen können. Gegenüber einem gummibereiften AS-Profilrad verbessern alle zusätzlich angebrachten

Räder die Seitenführung. Auch Terra-Räder und Doppelbereifung anstelle der relativ schmalen Einzel-AS-Räder verbessern bereits die Situation. Unter sehr trockenen Bodenbedingungen können sich reine Gummireifen mit AS-Profil schlecht oder gar nicht mehr mit dem Boden verzahnen.

Grasauflage ist entscheidend Bei der Kraftübertragung mit Sonderrädern stehen das Schadbild, der Treibschlupf und die Seitenkraft im Fokus. Allen Parametern gemeinsam ist, dass sie entscheidend durch die Grasauflage auf der «Fahrbahn» beeinflusst werden. Beim Mähen wird bekanntlich über gemähtes, feuchtes Gras gefahren. Eine formschlüssige Kraftübertragung nur mit Reifen ist bei einer Schnittgutauflage nur schlecht zu erreichen. Hingegen können kreuzförmige oder kegelförmige Stacheln durch die Grasauflage dringen und sich im Boden fixieren, wenn auch unterschiedlich stark. Wird das bereits getrocknete Gras/Heu unmittelbar vor dem Überfahren weggeräumt und der Boden ist mehr oder weniger trocken, dann können sich alle Sonderräder besser, weil direkter, mit dem Boden verbinden. Unterschiede bestehen aber nach wie vor.

Fazit

Hochalpiner Extrem-Einsatz zur Offenhaltung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Bild: B. Strohmaier (Brielmaier)

Das Mähen ohne Sonderräder in Steillagen ist nicht zielführend. Sonderräder gibt es als Einzelrad-Kombination mit Schnellkupplung, als Hill-Spikes über die Gummibereifung gezogen oder als eigentliche Stachelwalzen aus Aluminium. Relativ neu sind das Gummi-Luftrad und der flexible Gewebeschlauch mit glasfaserverstärkten Kunststoffspikes. 5

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«apisuisse» «apisuisse» ist die Dachorganisation aller Schweizer Bienenzüchtervereine (Bienen­ Schweiz ist der Deutschschweizer und rätoromanische Verband). Mitglieder sind Imkerinnen und Imker aus allen Landesteilen der Schweiz. Total hat der Verband rund 18 000 Mitglieder.

Mathias Götti Limacher kommt aus Maienfeld GR und ist Präsident des Dachverbandes der Schweizerischen Bienenzüchtervereine «apisuisse». Bild: M. Götti

Aufbereiter als Todesfalle – muss nicht sein! Blühende Kulturen und Wiesen sind ein attraktives Nahrungsangebot für Honigbienen und andere Bestäuber. Im folgenden Interview gibt Mathias Götti Limacher, Präsident von «apisuisse», Auskunft über die Problematik der Bienenverluste durch Mähaufbereiter und Mulchgeräte. Ruedi Hunger

«Schweizer Landtechnik»: Die Landwirtschaft ist sich der grossen Bedeutung der Bienen bewusst. Was kann der einzelne Bauer zur Unterstützung der Bienen tun? Mathias Götti Limacher: Die wichtigste Unterstützung ist, Blüten zur Verfügung zu stellen. Essenziell für die Bienen wie generell für alle Lebewesen ist die Nah­ rungsgrundlage. Bei den Bienen sind dies in erster Linie Nektar und Pollen, welche 28

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blütentragende Pflanzen bieten. Wichtig ist ein vielfältiges Angebot in genügen­ dem Umfang während der ganzen Sai­ son. Aus­ser auf Kulturen wie Obst und Raps oder auch Löwenzahn in den Wie­ sen sind die Bienen auch nach dem gros­ sen Aufblühen im Frühling auf Blüten an­ gewiesen. Von Bedeutung sind blühende Sträucher in Hecken und abgestuften Waldrändern, Blühstreifen, seit einigen Jahren auch Blühstreifen und Biodiversi­

tätsförderflächen (BFF) oder auch arten­ reiche Wiesen. Weiter muss ich die Re­ duktion der Belastung durch Pflanzen­ schutzmittel nennen und die Vermeidung der Verluste durch Mähaufbereiter. Um die sehr bedrohten Wildbienen zu erhal­ ten und zu fördern, ist es zudem wichtig, ihnen Nistgelegenheiten zur Verfügung zu stellen. Dies ist offener Boden, bei­ spielsweise abgerutschte Wegböschun­ gen, die unbegrünt bleiben. Andere Bei­ spiele sind Tot­holz in Hecken oder Ein­ zelbäume, die stehen gelassen werden. Rotationsmähwerke, insbesondere mit Aufbereiter, sind problematisch. Für den Landwirt ist das eine wichtige Maschine. Wie soll er den Aufbereiter einsetzen? Hier möchte ich etwas präzisieren: In Ver­ suchen von Agroscope wurde gezeigt, dass im Rotationsmähwerk lediglich ein geringer Verlust von 5 % resultiert. Gra­ vierend sind die Verluste im Aufbereiter mit gegen 60 %. Wichtig ist beim Einsatz dieser Maschine, sich vor Augen zu hal­ ten, was dies bezüglich Bienen bedeutet. Wenn sich beispielsweise während der Mäharbeit zwei Bienen pro Quadrat­ meter aufhalten, werden pro Hektare 12 000 Tierchen getötet. Diese Zahl ent­ spricht einem halben Bienenvolk. Wenn Sie sagen, dass vor 7 Uhr oder nach 18 Uhr weniger Bienen unterwegs sind, dann bedeutet das faktisch, dass der Arbeitstag für den Landwirt verlängert wird. Wird das von Imkerinnen und Imkern realisiert? Diese Zeiten geben die Bienen vor. Darauf haben wir Imker keinen Einfluss (lacht). Grundsätzlich schätzen wir jede Rück­

«Gravierend sind die Verluste im Aufbereiter mit gegen 60 Prozent.»


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sichtnahme von Landwirten gegenüber Bienen! Aber auch hier kann ich etwas präzisieren, damit es umsetzbar wird. Ent­ scheidend dafür, ob sich Bienen im Be­ stand aufhalten oder nicht, ist das Nahrungs­angebot der Pflanzen. Beispiels­ weise beim Weissklee kann es gut sein, dass der Nektar bei warmem, leicht win­ digem Wetter, das ideal für die Futter­ trocknung ist, austrocknet und bereits ab Mittag oder gar vorher keine Bienen mehr die Wiese anfliegen. Dann steht der Mahd nichts im Weg. Ebenso sind in vielen Wie­ sen keine blühenden Pflanzen vorhanden. Treten bei der Futterernte in höheren Lagen ebenso grosse Bienenverluste auf wie in Tallagen? Ja, diese Gefahr ist auf jeden Fall gleich oder gar höher einzustufen. In vielen hö­ heren Lagen sind gar noch mehr Bestän­ de reich an Blüten. Sie sind daher umso wertvoller für Bienen und Insekten, aber auch gefährlicher in Bezug auf Verluste. Auch zu diesem Punkt erlaube ich mir, meine Einschätzung als Pflanzen­ bauer darzulegen: Ich bin der Meinung, dass der Einsatz eines Aufbereiters gerade im Berggebiet sehr gut überdacht werden muss. Auch die Nachteile wie das Ge­ wicht, die Gefahr von mehr Bröckelverlus­ ten, der Treibstoffverbrauch und letztlich die Kosten kommen im Berggebiet beson­ ders zum Tragen. Kann ein Landwirt die Bienen durch Blühstreifen und Biodiversitätsförderflächen (BFF) von den intensiv genutzten Wiesen «weglocken»?

Wiesen mit einem hohen Weisskleeanteil sind besonders heikel. Daher die Empfehlung, dass solche Bestände am frühen Morgen (vor dem Bienenflug) oder abends, wenn die Bienen nicht mehr fliegen, gemäht werden.

So können Sie Bienen aktiv unterstützen Empfehlungen von Mathias Götti: • Wiesen mit Löwenzahn erst dann mähen, wenn sie verblüht sind. Auch als ehemaliger Pflanzenbaulehrer am Plantahof meine ich, dass dies durchaus auch aus futterbaulicher Sicht sinnvoll ist. Der richtige Schnittzeit­ punkt ist dann erreicht, wenn die Gräser kurz vor dem Rispenschieben stehen. In diesem Stadium ist der Futterwert gut und der Ertrag hoch. In der Regel ist der Löwen­ zahn dann verblüht. • Extensive Blumenwiesen nicht mit Aufbe­ reiter mähen. Dies ist kaum eine Einschrän­ kung. Denn es macht keinen Sinn, eine spät gemähte Ökowiese mit einem Aufbereiter zu mähen. Zudem wäre der Verlust an

Nein, leider nicht wirklich. Die Honig­ bienen befliegen sehr gezielt die für sie ergiebigsten Flächen. Gerade Löwen­ zahn und Weissklee sind sehr attraktiv und davon lassen sie sich kaum abhal­ ten. Wie oben schon gesagt, kann es aber gut sein, dass sie im Laufe des Ta­ ges auf die BFF wechseln, wenn der Nektarfluss auf den sonst attraktiveren Pflanzen nachlässt. Mulchgeräte sind bezüglich Bienenschädigung mit dem Mähaufbereiter vergleichbar. Wie sollen sie eingesetzt werden? Ja, auf jeden Fall ist auch beim Mulchen zu beachten, dass dies nur ausserhalb des Bienenflugs geschieht. Sonst ist auch

Die horizontal drehenden Scheiben (1) oder Trommeln sind für 5 %, die bestückte Rotor­ welle (2) oder die Quetschwalzen sind für 57 % der Mähwerkverluste verantwortlich (Agroscope).

Kleintieren in diesen Wiesen besonders hoch, da gerade diese in den Biodiversitäts­ förderflächen Behausung finden. • Weisskleebestände nicht mähen, wenn mehr als eine Biene pro zwei Quadratmeter zu sehen ist. Sehr heikel sind Wiesen mit hohem Weisskleeanteil. Dieser blüht im Sommer und kommt in Wiesen vor, in denen der Aufbereiter futterbaulich Sinn macht. Da der Weissklee eher klein ist, befinden sich die Bienen tief im Gras und werden voll erfasst. Dadurch sind die Ver­ luste besonders hoch. Wenn Sie als Land­ wirt die obige Regel einhalten, können Sie die Verluste stark minimieren.

das dramatisch. Zum Schluss: einen gros­ sen Dank an alle Landwirte für die Rück­ sichtnahme auf die Bienen und das Be­ wusstsein für die wichtigen Bestäuber. Letztlich entscheidend ist das Handeln jedes Einzelnen.

«Wenn sich während des Mähens mit Aufbereiter pro Quadratmeter zwei Bienen aufhalten, dann werden pro Hektar rund 12 000 Tierchen getötet.»

Wiesen erst mähen, wenn der Löwenzahn verblüht ist. Wenn die Gräser kurz vor dem Rispenschieben stehen, ist der Löwenzahn in der Regel verblüht.

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Schwimmwinkel

Traktorlängsachse

Schichtenlinie

Bewegungsrichtung Traktorschwerpunkt

Als «Schwimmwinkel» wird jener Winkel bezeichnet, der sich bei der Schichtenlinienfahrt durch die Abdrift der Traktorhinterachse zwischen Längsachse und Bewegungsrichtung des Fahrzeuges ergibt. Schema: BLT

Sanft die Krallen zeigen Bodenfeuchtigkeit, Reifenart und -profil spielen am Hang eine zentrale Rolle. Dies nicht nur wegen Traktionsvermögen und Seitenstabilität, sondern vor allem auch bezüglich Grasnarbenschäden und Sicherheit. Ruedi Hunger

Unterschiede bezüglich Bereifungsarten werden in der Praxis immer wieder kontrovers diskutiert. Weil in der Regel keine realen Vergleichsmöglichkeiten vorhanden sind, ist diese Beurteilung weitgehend subjektiv. Unterschiedliche Fahrzeuge mit abweichenden Reifen und Radlasten verfälschen eine objektive Beurteilung. Zu gross ist auch der Einfluss von Hangneigung und Ausrichtung der Parzellen. Vieles ist also relativ. Dennoch wurden immer wieder Praxisbeobachtungen durch systematische Tests von Agroscope und BLT Wieselburg bestätigt.

Anno dazumal … Im Talbetrieb, speziell im Ackerbaubetrieb, interessieren neben dem Bodenschutz in 30

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erster Linie die Zugkraft und das Schlupfverhalten einer Triebradbereifung. In Hügellagen, noch ausgeprägter in Steillagen, rückt die Hangtauglichkeit in den Vordergrund. 1978 war die Einführung des AS-​ Radialreifens Grund genug, dass die damalige Forschungsanstalt FAT in Tänikon das Abdrift- und Verformungsverhalten von Traktorreifen überprüfte. Abdrift­ versuche zeigten, dass das seitliche Rutschen bei Schichtenlinienfahrt weniger vom Aufbau der Karkasse als vielmehr von der Ausbildung des Profils abhängt. Die seitliche Verformung von Radialreifen bei Schichtenlinienfahrt sei wohl ausgeprägter als bei vergleichbaren Diagonalreifen, wird im FAT-Bericht 131 festgehalten. Trotzdem dürften richtig dimensionierte und korrekt

gepumpte Radialreifen ohne weiteres für Arbeiten in der Schichtenlinie bis rund 30 % Neigung eingesetzt werden.

… und heute? Die Reifentechnologie hat in den seither vergangenen 40 Jahren grosse Fortschritte gemacht. Zwischenzeitlich sind insbesondere für Transporter und Zweiachs­mäher Terrareifen auf den Markt gekommen und leisten einen aktiven Beitrag zum Bodenschutz. Einige Grundsätze haben aber für die Schichtenlinienfahrt ihre Gültigkeit behal­ten. Die Verfasser des FAT-Berichtes hielten fest, dass Profile mit eng ausgebildeter Laufflächenmitte durch weites Überlappen der langen und nicht allzu hohen Stollen weniger anfällig sind für Abdrift.


BERGMECHANISIERUNG

Heute werden diese als «Grünlandreifen» bezeichnet. Reifen mit hohen, scharfen Stollen und grossen Öffnungen in der Profil­mitte bringen in schwierigen Ackerböden zwar sehr gute Resultate, sind aber für die Schichtenlinienfahrt am Hang nachteilig.

Vorderradlenkung (VRL)

Allradlenkung (ARL)

Reifendruck spielt eine Rolle Die Widerstandsfähigkeit einer Bereifung gegenüber seitlich wirkenden Kräften hängt vom Luftdruck und vom Aufbau der Karkasse ab. Diese Faktoren haben heute ebenso Gültigkeit wie damals. In Hang­lagen ab 30 % und mit hohen Hinterachslasten sollten keine Experimente mit dem Reifendruck gemacht werden. Die Empfehlungen der Reifen- und Fahrzeughersteller sind einzuhalten. Stark gepumpte Reifen, die zusätzlich noch spezifisch hoch belastet sind, sei es rein durch die Achslast und/oder durch die zusätzliche Lastverlagerung am Hang, schneiden tiefer in die Grasnarbe ein und verletzen sie entsprechend stark. Ein zu tiefer Luftdruck lässt das Rad stark einfedern, was am Hang den Schwerpunkt zusätzlich in gefährlicher Weise nach unten verlagern lässt. Zudem kann es bei Diagonalreifen durch Falten­bildung zu übermässiger Beanspruchung der Flanke kommen. Bei zu schwach gepumpten Niederquerschnittreifen besteht die Gefahr des Reifenabdrückens.

Was spielt noch eine Rolle? Die Einsatzgrenze von Futterbau-Erntemaschinen wird am Hang durch viele Fakto­ren beeinflusst. Neben der Arbeitssicherheit steht immer auch die Schonung der Grasnarbe im Vordergrund. Die Steilheit des Geländes ist nur ein Faktor. Gros­ sen Einfluss hat auch die Kupierung des

ng d e ga H un N ) (H U a

Bildliche Darstellung der verschiedenen Lenkarten. Schema: BLT

Geländes. Die eigentlichen Unterschiede im Zugkraft-Schlupf-Verhältnis oder der Abdriftwerte bei vorgegebener Querkraft werden weitgehend durch die Bodenfeuchtigkeit bestimmt. Das macht es auch schwierig, allgemein gültige Empfehlungen für die Praxis abzugeben. Neben Bodenschonung und Fahrsicherheit haben traktionsrelevante Parameter auch unmittelbare Auswirkungen auf die Effizienz der Energieumsetzung oder mit anderen Worten auf die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs.

Boden und Topografie sind entscheidend Sind die Einsatzbedingungen auch noch so unterschiedlich, eine ausreichende Traktion der Räder ist in jedem Fall die Voraussetzung für eine optimale Leistungsübertragung auf den Boden und für die Fahr­sicherheit. Wird in Schichtenlinie,

Tabelle 1: Lenkarten und ihre Eigenschaften.

Mit dem Hundegang wird ein Breitreifen und Allradlenkung. Die Allradlenkung am Transparalleler Seitenversatz der Bei dieser Lenkart lenken die porter ermöglicht unter Vorder- und Hinterachse Räder beider Achsen gleich­ anderem ein problemloseres erreicht. Der Hundegang zeitig und gegengleich ein. Die Ein- und Ausfahren über bewirkt dadurch eine bessere Allradlenkung ermöglicht eine Wegböschungen und schwieKippstabilität in steilem stabilere Schichtenlinienfahrt. rige Geländekanten. Gelän­de.

also horizontal zum Hang, gefahren, verlagert sich das Gewicht auf die unteren Räder. Dieses wiederum erhöht den Bodendruck und die Kippgefahr steigt. Das Arbeiten in Schichtenlinie ist im Normalfall boden­schonender und energiesparender, weil das Fahrzeug keinen Höhen­ unterschied überwinden muss. In Falllinie ist es möglich, steilere Geländekammern zu befah­ren. Speziell bei der Bergauffahrt steigt aber die Gefahr von Grasnarbenschäden. Bedingt durch die besondere Topografie werden landwirtschaftliche Fahrzeuge oft bis an ihren fahrdyna­ mischen Grenz­ bereich gefahren. Umso wichtiger ist dann ein fahrdynamisch gutes Verhalten des Fahrzeugs, damit die Sicherheit gewährleistet bleibt. Am Hang spielen Faktoren wie Bodenart und Boden­ feuchtigkeit sowie Stabilität der Grasnarbe eine ent­scheidende Rolle. Eine geschlossene Grasnarbe ist besser befahrbar. Offene Grasnarben verringern die Scherfestigkeit. Zusätzlich weisen schwere, lehmige Böden mit hohem Tongehalt eine schlechte Befahr­barkeit auf. Dies weil sie (zu) langsam abtrocknen. Die gleichen Böden können sehr stark austrocknen, mit der Folge, dass sich das Reifenprofil nicht oder nur ungenügend mit dem Boden verzahnen kann.

Reifen, Lenkung und Anbaugerät Die Bereifung (Typ, Dimension, Druck und Zustand) beeinflusst das Fahrverhalten. Auch das Alter der Reifen spielt eine Rolle (ältere Reifen werden härter). Zusätzlichen Einfluss auf die Abdrift hat die Lenkart. Moderne Transporter und Zweiachsmäher, ja selbst Traktoren, können optional mit 5

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Allradlenkung ausgestattet werden. Dank Allradlenkung kann die Abdrift zum Teil aufgefangen werden. Die Abdrift wird nicht allein vom Fahrzeug bestimmt. Grossen Einfluss hat auch die Kombination von Fahrzeug und Anbaugerät (Front-, Seitenmähwerk, Frontoder Heckanbau generell). Weiter wirkt sich auch eine aktive Geräteentlastung auf die Abdrift aus.

Bodenhaftung ist kein Detail Für Zweiachsmäher und Transporter bieten die Hersteller unterschiedliche Reifen an. Beim Zweiachsmäher sind Terrareifen in Kombination mit einem schmalen AS-​ Reifen als Doppelbereifung eine beliebte Variante. Auch für Transporter gibt es diese Möglichkeit, ebenso verbreitet ist die Kombination von zwei unterschiedlich breiten AS-Reifen. Traktoren sind üblicherweise mit Stollenprofil, also AS-Reifen, ausgestattet. Für eine allgemeine Reifenempfehlung sind die verschiedenen Einflussfaktoren zu gross. Der Anteil Stras­senfahrten ist ein wichtiger Aspekt. Terrareifen müssen bei zahlreichen und längeren Fahrten auf Güter- und Meliorationsstrassen schon nach ein oder zwei Saisons ersetzt werden. Schlupf und Abdrift, mit anderen Worten mangelnde Bodenhaftung, wachsen mit zunehmendem Profilverlust. Terrareifen verletzen die Grasnarbe weniger, daher ist auch die Futterverschmutzung kleiner. Dafür ist die seitliche Hangstabilität bei den Terrareifen deutlich geringer als beim Stollenpneu. Speziell bei einer Futterauflage (Mähen) reduziert das verhältnismässig feine Profil der Terrareifen die Hangstabilität. Der An-

Die Doppelbereifung kann sowohl am Traktor als auch an Transportern und Zweiachsmähern überlebenswichtig sein. Bild: R. Hunger

wender steht vor dem Dilemma, zwischen Stollenprofil mit entsprechenden Grasnarbenschäden verbunden mit Futterverschmutzung oder nur mässiger Hangstabilität mit kleineren Grasnarbenschäden und weniger Futterverschmutzung entscheiden zu müssen. Die richtige Kombination von unterschiedlichen Reifenarten ist wohl in vielen Fällen ein Kompromiss. Und ein Kompromiss entsteht immer unter beidseitigem Verzicht auf Teile der maximal ge-

Tabelle 2: Reifenvarianten und ihre Vor- und Nachteile

stellten Forderungen. Doppelräder haben eine um 15–20 % grös­sere Aufstandsfläche als Breitreifen. Daher wird die Radlast auf eine grössere Fläche verteilt, was den Bodendruck reduziert. Bei extremer Trockenheit und hartem Boden ist die Verzahnung mit dem Boden schlechter, weil der spe­ zifische Bodendruck tief ist. Die Doppel­bereifung weist aber im Allgemeinen gegenüber den Breitreifen eine höhere Hangstabilität auf (siehe dazu auch Schweizer Landtechnik 9/2020). Grund ist, dass sie sich weniger verformt und doppelt so viele Karkassen das Gewicht abstützen.

Fazit

Terrareifen sind beim ZweiDoppelbereifung mit zwei Breite Reifen und ein Profil mit achsmäher weit verbreitet. Die AS-Reifen. Sowohl in der verhältnismässig feinen Stol- zahlreichen Winkelprofile könFalllinie als auch in der Schichlen, die sich in der Reifenmitte nen aber eine Grasauflage tenlinie sorgen sie für gute überlappen, reduzieren die (beim Mähen) nur ungenüTraktion und Seitenführung. seitliche Abdrift bei Schichtengend durchdringen. Das Allerdings zum Preis einer linienfahrt. Das Steigvermögen Terrareifen-Profil ist sehr höheren Bodenschädigung in Falllinie ist mässig bis gut. verschleissanfällig bei Stras­ und Futterverschmutzung. senfahrten.

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Auf (normal) trockenem Boden sind die Unterschiede zwischen den Reifenarten nach Messungen von Agroscope (2002) relativ klein. Das beste Zugkraft-​Schlupf-​ Verhältnis bei vorbestimmter Querkraft haben grosse und breite Reifen. Bei kleinen Reifen hat Agroscope bezogen auf die Zugkraft auch bei unterschiedlichen Profilen keine entscheidenden Unterschiede festgestellt. Bestätigt wurde, dass Reifen mit einem Terraprofil den Boden etwas weniger schädigen. In jedem Fall ist die Bodenfeuchte die entscheidende Einflussgrösse.


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Gian Caduff mit einem auf «ePowerUnit» umgerüsteten Motormäher. Der elektrische Antrieb ermöglicht ein entspannteres Mähen ohne Abgase und mit weniger Lärm. Bilder: R. Hunger

Die Batterie ist das Zentrum der «ePowerUnit» «Die Entwicklung einer elektrisch angetriebenen Maschine mit einer entsprechenden Testphase beansprucht mindestens drei Jahre.» Das sagt Gian Caduff von der OC Engineers GmbH in Morissen GR. Er befasst sich seit langem mit einem elektrischen Umrüstkit für Einachser. Ruedi Hunger Im vergangenen Herbst konnte die Schweizer Landtechnik den engagierten Maschineningenieur besuchen und einen Motormäher mit elektrischem Umbau-Kit im Einsatz erleben. Wir begleiteten das Projekt weiter und haben deshalb Ende April wieder bei OC Engineers angeklopft. «Seit vergangenem Sommer haben wir unser Umrüstkit als ‹ePowerUnit› weiterentwickelt und sind damit wieder einen Schritt weiter. Beispielsweise haben wir in Zusammenarbeit mit einer Spezialfirma für elektrische Fahrantriebe einen neuen Elek34

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tromotor entwickelt», sagt Gian Caduff. Der Grund liegt auf der Hand, im Bereich der 48-V-Systeme gibt es laut Caduff für diesen Zweck kein grosses Angebot an passenden Antriebseinheiten. «Zudem bewegen wir uns immer noch im Bereich von sehr kleinen Stückzahlen, obwohl das Anwendungsgebiet immer breiter wird. Es gibt neben unterschiedlichen Motormähertypen auch eine Nachfrage für Umrüstungen an Schneefräsen und Schneemobilen sowie Aufbaugeräten für Elektrofahrzeuge», sagt er weiter.

Batterie als Mittelpunkt Bei der Konstruktion eines E-Antriebes muss die Batterie im Zentrum stehen. Das Gerät soll darum herum angepasst werden. Die Hersteller von Handwerksgeräten machen es vor, indem sie einen Akku definieren und anschliessend die Gerätepalette darum herum bereitstellen. Dieses Konzept wird künftig auch für landwirtschaftliche Geräte wegweisend sein. Das heisst, die Batterie, welche OC Engineers für die ePowerUnit vorsieht, sollte nach dem saisonalen Einsatz auf dem Motormäher an-


BERGMECHANISIERUNG

Wenn ein Kunde die volle Leistung des Ein­ achsers ausschöpfen will, empfiehlt Gian Caduff eine 10-kW- oder 15-kW-Batterie. Was die Kosten für eine Batterie betrifft, muss mit einem Richtpreis von knapp 1000 CHF/kW gerechnet werden. Das heisst, zwei Mal 5-kWh-Akkus kosten runde Fr. 10 000.−. Die ganze «ePowerUnit» inkl. Umbau kostet folglich rund Fr. 15 000.−. Ein Wechsel-Akku darf max. 25 kg wiegen, wenn das Wechselsystem erfolgreich sein soll. Für ein neues Projekt, worüber sich Caduff aber noch nicht äus­sern will, steht er zusammen mit dem Ökozentrum Langenbruck als Forschungspartner in der Entwicklung eines kleineren Wechsel-Akkus, von dem er sich einiges verspricht.

Neue Einsatzgebiete erschliessen Der neuentwickelte Motor wird hier mit einem ebenfalls neuentwickelten Anbau-Flansch montiert.

schliessend beispielsweise auf dem Hoflader oder als Speicher bei der PV-Anlage, also möglichst das ganze Jahr, genutzt werden. So relativiert sich auch der Preis.

Modulares Konzept Gegenüber dem letztjährigen Prototyp mit einer fixen 10-kWh-Batterie baut Caduff künftig auch zwei Batterien mit je 5 kWh auf. Dies erlaubt es, die Batterie bei Bedarf zu wechseln. Bei einer 10-kWh- oder 15-kWh-­Batterie ist dies aus Gewichtsgründen nicht ohne weiteres möglich, jedoch kann dort mehr Leistung gezogen werden. Beispielsweise wird der Strombezug für den Motormäher mit der Variante 5-kWh-Batterie durch das Steuergerät auf rund 3,5 kW begrenzt. So kann mit den vorgesehenen zwei Mal 5-kWh-Batterien gut zwei Stunden gemäht werden. Allerdings hängt dies sehr von der Konfiguration des Mähers ab. Das heisst, welches Mähwerk, welche Bereifung und schluss­

endlich auch, wie gut die Messer sind. Diese Punkte konnte man beim bisherigen Einsatz mit Benzinmotor eher vernachlässigen. Von einer 5-kWh- oder 10-kWh-Batterie kann zwar problemlos kurzfristig mehr Leistung bezogen werden, sogar bis zum Doppelten ihrer Kapazität. Allerdings braucht es dann eine aktive Kühlung (z. B. Wasser), was laut Gian Caduff für einen Motormäher nicht in Frage kommt. Also ist die ganze «ePowerUnit» so ausgelegt, dass selbst bei hohen Sommertemperaturen von 40 °C eine einfache Luftzirkulationskühlung ausreichend ist.

Aktuell knapp ein Tausender pro Kilowattstunde Das Gewicht der 5-kWh-Batterie mit gut 30 kg ist zwar immer noch hoch, aber im Moment gibt es dazu keine Alternative.

Nach der Präsentation im vergangenen Herbst (siehe Schweizer Landtechnik 9/2020) sei viel Interesse an ihn herangetragen worden, hält Caduff fest, allerdings musste er feststellen, dass der Preis eine nicht zu unterschätzende Hemmschwelle darstellt. Der Einachser ist eine Allzweckmaschine, darum wurde in den Wintermonaten nach neuen Einsatzgebieten für die Elektrovariante gesucht. Bei Vorführungen in Tourismusanlagen standen frühmorgens natürlich Lärmemissionen im Vordergrund. Ohne den Lärm eines Verbrennungsmotors konnte dank elektrischem Antrieb der Schnee, von den Gästen fast unbemerkt geräumt werden.

Fazit Das Beispiel der Elektrifizierung eines Motormähers zeigt, dass die Vorstellung, die Elektrifizierung könne von heute auf morgen umgesetzt werden, realitätsfremd ist. Man muss die Prozesse für jede Anwendung neu denken und analysieren.

Vision «ePowerUnit» Bei der «ePowerUnit» in Kombination mit dem Motormäher sieht Gian Caduff folgende Vision: Sie soll die Lebensdauer ausgedienter Motormäher verlängern, den Einsatz von Motormähern ohne Lärm und Abgase attraktiver machen und damit Zweiachsmäher und Scheibenmähwerke im Berggebiet verdrängen, um so Ressourcen, Boden und Insekten zu schützen und damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Anbauflansch, Steuereinheit und Elektromotor sind überarbeitet bzw. neu.

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BERGMECHANISIERUNG

An den Erfolg eines neuen Produkts zu glauben, zeichnet eine Innovation letztlich aus.

Bilder: R. Hunger

Innovationsgeist bringt Bergtechnik vorwärts Bei der Bergmechanisierung wird immer wieder von teuren Nischenprodukten gesprochen, die nur in kleinen Stück­zahlen hergestellt werden können. Dennoch werden jährlich wertvolle Innovationen vorgestellt. Ruedi Hunger

Die Innovationen im Bereich der Bergmechanisierung haben in der Regel alle etwa dieselben Ziele: • Die Sicherheit von Maschinen am Steilhang soll verbessert werden, beispielsweise durch Funkfernsteuerung. • Die Bedienung und Steuerung der Maschinen soll durch Digitalisierung erleichtert und vereinfacht werden. • Der Maschineneinsatz soll umwelt- und bodenschonend sein und der Maschinenführer soll körperlich entlastet werden.

«… das Produkt hat vier Räder» Mit diesen Worten hat der damalige Bereichsleiter Produktemanagement der Firma Reform in Wels (A) an der Tagung 36

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«Landtechnik im Alpenraum 2018» ein neues Produkt angekündigt. Nach zwei Jahren Praxiserfahrung hat Reform im vergangenen Jahr das unter Verschluss gehaltene Projekt vorgestellt. Mit der Bezeichnung «Metron P48 RC» wurde ein funkferngesteuerter Geräteträger mit vollelektrischem Fahrantrieb vorgestellt. Die Energie bezieht der Geräteträger aus einem Batteriepaket mit Verbrenner-Backup (35-kW-/48-PSMotor für Generatorantrieb). Das Fahrzeug ist insofern für die Berg- und Hangbewirtschaftung interessant, als es dank seinen fünf Lenkungsarten auch für das Mähen, Pflegen und Offenhalten von Steillagen geeignet ist. Die bedienende Person kann sich in sicherer Entfernung aufhalten.

Chance der Digitalisierung … Der digitale Wandel macht auch vor der Bergmechanisierung nicht Halt. Allerdings lässt sich nicht leugnen, dass vorerst viele davon reden und nur wenige die digitale Ausrüstung auf dem Fahrzeug auch sinnvoll nutzen. Der Tiroler Traktor- und Transporterhersteller Lindner legt explizit einen Schwerpunkt auf die digitale Ausrüstung seiner Fahrzeuge. Dazu gehört die «Trac­ Link»-Geräteerkennung, verbunden mit automatischer Gerätekoppelung und auto­matisierter Übernahme von Geräteeinstellungen. Das betrifft am Traktor beispielsweise das Frontmähwerk mit der automatischen Auswahl der Mäh­ geschwindigkeit und der passenden Zapf­ wellen­drehzahl sowie der erforder­lichen Hydraulikmenge.

… und der Elektrifizierung Motormäher bieten sich allein schon von ihrer Grösse her für neue Antriebskonzepte an. Bereits im Sommer 2020 wurde von der OC Engineering GmbH ein Umrüst-Kit für Motormäher vorgestellt. Mit Batterie und Elektromotor kann mit einem entsprechend umgerüsteten Motormäher mit 3 m Doppelmesserbalken rund zwei Stunden lang mit wenig Lärm und ohne Emissio­nen gemäht werden. Vor wenigen Wochen hat Rapid Technic AG den voll­ elektrischen Geräteträger «Uri» vorgestellt. Auch wenn Letzterer noch kein vollwertiger Ersatz für einen leistungsfähigen


BERGMECHANISIERUNG

Bergmotormäher ist, zeigen die beiden Beispiele auf, in welche Richtung die Entwick­ lung der Motormäher bzw. Ge­ räteträger in «absehbarer» Zeit gehen könnte.

Ortsspezifische Übersaat Im Rahmen eines KTI-Innovationsprojekts wurde von Agroscope (Markus Sax, Tho­ mas Anken) an der Online-Tagung «Land­ technik im Alpenraum 2020» ein Verfah­ ren zur automatischen ortsspezifischen Wiesenübersaat vorgestellt. Die Projekt­ ziele sind: • Eine automatische Erkennung von Lü­ cken in der Grasnarbe • Das vorgesehene Saatgut nur in die de­ tektierten Lücken ablegen • Ein automatisches ortsspezifisches Sys­ tem als Prototyp entwickeln • Der Saatgutbedarf bei Übersaaten soll signifikant kleiner werden • Und die Saatgutkosten für die Übersaat reduzieren sich. Die Versuchsergebnisse zeigen, dass ein automatisches Erkennen und Übersäen von Lücken in der Grasnarbe möglich ist.

Hinter einem elektrischen Antriebskonzept für den Motormäher steht viel Innovationsgeist.

Derzeit führen unterschiedliche Belich­ tungsverhältnisse noch zu Fehlerquellen bei der Detektion. Mit dem automati­ schen ortsspezifischen System können die

Kosten für Wiesenübersaaten gesenkt werden. Allerdings sind für die Praxis­ erprobung im Soft- und Hardwarebereich noch Optimierungen notwendig.

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BERGMECHANISIERUNG

Corpus Delicti. Die Auszählung ergab über 300 Engerlinge pro m². Bilder: R. Hunger

Mit Maschinen gegen Engerlinge Die Schäden, welche durch Engerlinge entstehen, können sehr gross sein. Dank einem Pilz hat man seit Jahren eine gute Bekämpfungsmethode. Allerdings stösst das Ausbringen immer wieder an Grenzen. Deshalb wurden erste Versuche mit einer flüssigen PilzSuspension durchgeführt. Ruedi Hunger

Christian Schweizer, aus der Forschungsgruppe «Ökologischer Pflanzenschutz im Ackerbau» von Agroscope, hat soeben einen Spaten zur Hand genommen und hebt ein Bodenprofil aus. Je tiefer er gräbt, desto zahlreicher kommen die Engerlinge zum Vorschein. «Noch sind sie relativ tief, weil die Bodentemperatur hier in Furna (Prättigau) auf rund 1400 m. ü. M. noch nicht so hoch ist», sagt Schweizer, der auf 40 Jahre Erfahrung bei der Maiskäferbekämpfung zurückblicken kann. Er zählt die ausgegrabenen Engerlinge und kommt auf über 320 Stück/m². «Die Schadschwelle», so der Wissenschaftler, «liegt bei 40 Stück.»

Ein tödlicher Pilz Bereits seit Jahren wird zur Engerlingbekämpfung der Pilz «Beauveria brongniartii» auf Gerste appliziert und in den Boden 38

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eingearbeitet. Dieser Pilz befällt natürlicherweise nur Maikäfer und seine Entwicklungsstadien. Deshalb ist er für andere Lebewesen auch kein Risiko. Das Kompetenzzentrum Agroscope hat mit diesem Pilz aus einheimischen Isolaten ein wirksames, biologisches Bekämpfungsverfahren entwickelt. Die belgische Firma Mycelia kultiviert den Beauveria-Pilz auf sterilisierten Getreidekörnern und liefert das Saatgut an den Maschinenring Graubünden, der die einzelnen Packungseinheiten unter kontrollierten Lagebedingungen am LBBZ Plantahof in Landquart bis zur erforderlichen Sporenzahl reifen lässt. Anschlies­ send wird das Pilz-Saatgut mit entsprechender Sätechnik in den Boden eingearbeitet. Entscheidend ist ein hoher Schardruck, der gewährleistet, dass die erforderliche Ablagetiefe von bis zu acht

Zentimeter erreicht wird. Im Boden wächst dann der Pilz auf den Körnern und bildet Sporen, welche die Engerlinge befallen und schliesslich zu ihrem Tod führen. Die besten Resultate werden erreicht, wenn die Behandlung im Frühling des Hauptschadenjahrs erfolgt. Die Wirkung dauert zehn bis 15 Jahre.

Schadbilder Während sich Maikäfer vorzugsweise an Waldrändern oder Einzelbäumen aufhalten und diese, je nach Baumart, kahlfressen, schädigen die Engerlinge Wiesenbestände durch Wurzelfrass. Für die Eiablage bevorzugt das Maikäfer-Weibchen gemähte Wiesen mit einer lückigen Grasnarbe. Die Eiablage kann durch Abdecken gefährdeter Flächen verhindert werden (z. B. mit Hagelnetz).


BERGMECHANISIERUNG

• Primärschaden Engerlinge leben in der Erde und ernähren sich von Wurzeln. Durch ihren Frass schädigen sie die Pflanzen unter Umständen so stark, dass sie absterben. Bei einem Massenbefall kann die Grasnarbe komplett zerstört werden. Das zeigt sich darin, dass sich die Vegetationsdecke wie ein Teppich abheben oder abziehen lässt. Damit verliert der Oberboden mangels Halt durch die Wurzeln seine Stabilität. In Berg- bzw. Hanglagen droht im Zusammenhang mit Starkniederschlägen die Gefahr von Erdrutschen und ein Befahren der geschädigten Flächen wird gefährlich bis unmöglich. • Sekundärschaden Vögel, Wildschweine, Dachse usw. verursachen auf der Suche nach Engerlingen Sekundärschäden, indem sie die Wiesen aufreissen. Das war in den vergangenen Jahren auch auf der Versuchsparzelle der Fall. «Hier hat es oft ausgesehen, wie wenn Wildschweine gegraben hätten, nachdem Dachse Nacht für Nacht nach Engerlingen gesucht haben», sagt der Landbesitzer, Roman Egli.

Wissenschaftliche Begleitung … Bereits 2019 wurde in Zusammenarbeit von Agroscope, den Kantonen Graubünden, St. Gallen, Bern und Uri sowie dem Maschinenring Graubünden ein Projekt mit Versuchsfragen zur Engerlingbekämpfung gestartet. Dabei wurde einerseits vom bis dato verwendeten Trockensaatgut auf

Injizieren statt säen. Die flüssige Pilz-Suspension wird mit dem Ibex «MMexit» in den Boden gebracht.

Feuchtsaatgut gewechselt. Unter «feucht» versteht man soweit getrocknetes Saatgut, dass es noch säfähig ist. Damit genügend Pilzsporen in den Boden eingebracht werden, müssen rund 60 kg/ha behandelte Gerste ausgebracht werden. Erstaunlich ist, dass bei der Verwendung von Feuchtsaatgut bereits nach eineinhalb Monaten eine Verpilzungsrate von 50 % der Engerlinge erreicht wurde. Ein Wert, der üblicherweise mit Trockensaatgut erst nach 6 Monaten erreicht wird. Eine weitere Versuchsfrage ist der richtige Anwendungszeitpunkt. Noch vor zehn Jahren wurde der Frühjahrzeitpunkt bevorzugt. In den letzten Jahren hat man auch gute Erfolge mit der Ausbringung im Herbst erzielt.

… für ein Bewilligungsverfahren Eine weitere Versuchsfrage war der flüssigen Applikation von Melocont (einem Beauveria-Mittel) gewidmet. Die Idee mit der Flüssigformulierung der insektentötenden Pilzen ist laut Giselher Grabenweger von Agroscope vor rund drei Jahren entstanden, als die Firma Kwizda in Österreich ein wasserdispergierbares Pulver mit einem entomopathogenen Pilz als «Pflanzenstärkungsmittel» auf den Markt gebracht hat, das gegen Engerlinge wirksam sein soll. Bis anhin gibt es in der Schweiz keine zugelassene flüssige Pilz-Suspension (Melocont). Im Rahmen eines mehrere Jahre dauernden Zulassungsverfahrens wurde im Frühjahr 2020 ein erster wissenschaftlicher Versuch auf einem Feld im Madranertal im Kanton Uri angelegt und durchgeführt. Für die Flüssigapplikation wurde eine Maschine aus dem Vorarlberg angemietet. Die Kosten hat der Kanton Uri direkt übernommen. Im Rahmen des bereits erwähnten Bewilligungsfahrens wurde Ende April 2021 in der Gemeinde Furna (Prättigau GR) ein weiterer umfassender Versuch durch Agroscope angelegt.

Technische Daten «MMexit»

Der Flüssigkeitsaustritt erfolgt durch seitliche Öffnungen zum Zeitpunkt, in dem die «Stacheln» in den Boden einstechen.

Gewicht Ibex «G2» inkl. «MMexit» befüllt: ca. 620 kg Gewicht Injektionswalze: ca. 50 kg Abmessungen Anbaugerät: (L × B × H) 1,40 m × 0,90 m × 1,70 m Abmessungen mit Grundgerät: (L × B × H) 2,45 m × 2,35 m × 1,70 m

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BERGMECHANISIERUNG

ersetzt. Diese Injektoren sind 7,5 cm lang und ermöglichen ein Einbringen der Suspension in ca. 5 bis 7 cm Bodentiefe. Pro Quadratmeter gibt es 80 Injektor-Einstiche. Das Gerät mit einer Arbeitsbreite von 2,35 m hat einen Wassertank mit 117 l Inhalt. Pro Stunde können max. 450  l ausgebracht werden. Neben dem Ausbringen von flüssigen Mitteln zur Engerlingbekämpfung kann gleichzeitig mit einem pneumatischen Sägerät eine Übersaat (Grassamen) vorgenommen werden. Dank einer verschiebbaren Achse (bis 35 cm) kann der Schwerpunkt so verlagert werden, dass sich der MMexit jederzeit optimal führen lässt. Der wissenschaftliche Versuch wird begleitet von Christian Schweizer, Agroscope.

Organisation und Kosten Spezielle Hang-Technik Engerlingsschäden an der Grasnarbe treten speziell auf mässig gedüngten, steilen Hanglagen auf. Damit stellt sich rasch die Frage, mit welcher Technik solche Hanglagen befahren werden können. Die geschädigte Grasnarbe vermindert die Verzahnung von Traktorreifen mit dem Boden und stellt damit auch ein Sicherheitsrisiko dar. Für das Einbringen der Gerste setzt das Lohnunternehmen «Marugg Lohnarbeiten GmbH» aus Flerden (GR), Traktoren mit Direktsaattechnik ein. Während bei leichter bis mässiger Hangneigung ei-

«Kurzsteckbrief» des Maikäfers In der Schweiz sind vier Käferarten für Schäden durch Wurzelfrass verantwortlich: Der Feldmaikäfer, der Gemeine Junikäfer, der Einjährige Junikäfer und der Gartenlaubkäfer. Die Schäden in landwirtschaftlich genutzten Wiesen werden hauptsächlich durch Maikäfer-Engerlinge verursacht. Die Engerlinge fressen Wurzeln praktisch aller kultivierten Pflanzen und beeinträchtigen dadurch die Wasser- und Nährstoffaufnahme der Pflanzen. Bei grosser Engerlingsdichte sterben die Pflanzen ab, was im Extremfall zu ausgedehnten braunen Flächen mit toten Pflanzen führt. In den meisten Gebieten der Schweiz hat der Maikäfer einen dreijährigen, synchronen Entwicklungszyklus (Basler-, Berner-, Urner-Flugjahr). In den letzten ein bis zwei Jahrzehnten wurde vermehrt beobachtet, dass sich Maikäfer unter günstigen Bedingungen in zwei Jahren entwickeln können.

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ne effiziente Ausbringung von Pilz-Saatgut mit einer schweren Direktsaat-Sämaschine gut möglich ist, nehmen mit zunehmender Hangneigung die Schwierigkeiten zu. Auch ist die Bodenbelastung nicht zu vernachlässigen. Trotz hoher Geländetauglichkeit gibt es immer wieder Flächen, die mit dem Traktor nicht mehr befahren werden können. Gesucht war folglich eine neue und leichtere Hangtechnik. Die Lösung bietet die Vorarlberger Firma TerraTec mit dem «MMexit». Einerseits eröffnet der «MMexit» ein neues Anwendungsfeld für ihren Ein­achsgeräteträger Ibex. Anderseits sieht sie darin eine bergtauglich Lösung für die Engerlingbekämpfung in alpinen Räumen.

Nur für flüssige Formulierung In Anlehnung an die seit Jahren bekannte Cultan-Technik hat TerraTec mit dem «MMexit» nun einen Prototyp zur Applikation von flüssigen Pflanzenschutzmitteln im Steilhang entwickelt. Dazu wurden die Stacheln (auf Stachelwalzen) durch Injektoren

Die Anmeldungen für Flächen, die saniert werden sollen, nimmt das LBBZ Plantahof in Landquart entgegen. Verantwortlich für die Saatgutbestellung, Lagerung, Organisation der Einsätze und für die Abrechnung ist der Maschinenring Graubünden (www.maschinenring.ch/graubuenden). Letztlich stellt sich immer die Frage nach den Kosten. Claudio Müller, Geschäftsführer beim Maschinenring Graubünden, sagt: «Die Kosten pro Hektar belaufen sich auf Fr. 1000 pro Hektar. Daran bezahlt der Kanton Fr. 500/ha, so dass dem Landwirt ein Restbetrag von Fr. 500/ha bleibt.»

Fazit Engerlinge können insbesondere für Hang- und Bergbetriebe ein grosses Problem darstellen. Die Bekämpfung mit dem Beauveria-Pilz ist erfolgreich. Weil Maikäfer in immer höheren Lagen anzutreffen sind und extreme Hangneigung den Traktoreinsatz einschränkt, kommt der Prototyp von TerraTec gerade zur rechten Zeit. Mit ihm ist es möglich, den Pilz in einer flüssigen Suspension auszubringen.

Auch der Traktor mit Direktsaattechnik sät die Pilz-Gerste an extremen Hängen.


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Impression | Einsatzbericht

Streumengenregelung vor über 20 Jahren eingeführt und seither stetig verfeinert und weiterentwickelt. Der grosse Vorteil von «EMC» gegenüber der herkömmlichen Wiegetechnik ist, dass das System die aktuelle Ausbringmenge vollautomatisch sowohl am linken als auch am rechten Dosierschieber separat und in Echtzeit misst. Das heisst: Moderne Magnetostriktion-Drehmomentsensoren messen berührungslos und mit hoher Präzision die Antriebsdrehmomente der beiden Wurfscheiben und regeln dadurch permanent die genaue Dosierschieberstellung für jede Seite getrennt. Äusserliche Einflüsse wie beispielsweise Hanglagen beeinflussen die Genauigkeit von «EMC» nicht.

Jederzeit konstante Menge

Der Düngerstreuer «Axis M30.2 EMC» von Rauch mit der 8-fach-Teilbreitenschaltung «VariSpread Pro» im Einsatz in einem Weizenfeld. H. Röthlisberger

Ein hohes Mass an Präzision Die Zweischeiben-Düngerstreuer «Axis» von Rauch bieten viel Automation, Komfort und Präzision. Die «Schweizer Landtechnik» war bei einem Einsatz eines «Axis M30.2 EMC» mit Teilbreitenschaltung «VariSpread Pro» mit dabei. Heinz Röthlisberger

Kein Zweifel. Präzision ist gefragt. Wenn es um die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln geht, wird in vielen Diskussionen von Seiten der Landwirtschaft oft auch mit der präzisen Ausbringtechnik und deren Potential argumentiert. Die Technik dazu ist jedenfalls vorhanden, auch bei den Düngerstreuern. Das zeigt das Beispiel der «Axis»-Zweischeiben-Düngerstreuer vom deutschen Hersteller Rauch. Die «Schweizer Landtechnik» hatte diesen Frühling Gelegenheit, bei einem Einsatz des «Axis M30.2 EMC VariSpread Pro» auf dem Bucherhof in Meikirch BE mit dabei zu sein. Mit der Teilbreitenschaltung «VariSpread Pro» zusammen mit dem «Quantron A»-Terminal reiht sich der Dün42

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gerstreuer innerhalb der «Axis»-Baureihe im mittleren Bereich der Hightech-Streuer ein, die dem Anwender ein hohes Mass an Automation, Komfort und Präzision bieten.

«EMC» steuert Schieber einzeln an Der «Axis M30.2 EMC VariSpread Pro» ist zapfwellenbetrieben, hat eine maximale Nutzlast von 3200 kg, ein Behältervolumen von 1400 Liter und kann je nach Wurfscheibentyp drei verschiedene Arbeitsbreiten im Bereich von 12 bis 42 Metern abdecken. Mit der Wurfscheibe «S4» kann der Bucherhof von 18 bis 28 Meter streuen. Die Ausbringmenge wird am «Axis» über die ausgeklügelte «EMC»-​ Dosier­automatik geregelt. Rauch hat diese

Vor jedem Einsatz führt der Streuer automatisch eine kurze «Leerlaufmessung» durch. Damit weiss der «Axis», wie hoch der Widerstand ist, wenn kein Dünger rauskommt. Das ist die Voraussetzung für die automatische Regelung, sobald der Dünger fliesst. Die «EMC»-Dosierautomatik regelt die Durchflussmenge so, dass auch bei ungleicher Geschwindigkeit im Feld die vorgewählte Ausbringmenge konstant bleibt. Dafür muss die Traktorgeschwindigkeit mit der Elektronik des «Axis» vorgängig kalibriert werden. Das Rührwerk arbeitet mit 17 U/min sehr düngerschonend und garantiert eine geringe Restmenge, trotz Zwei-Trichter-Behälter.

Teilbreiten mit «VariSpread Pro» Ausgestattet ist der Düngerstreuer auf dem Bucherhof mit der Teilbreitenschaltung «VariSpread Pro» in Kombination mit dem Rauch-eigenen Bordterminal «Quantron A», mit dem die segmentierte Regelung möglich ist. Das heisst, über das Terminal können acht Teilbreiten geschaltet werden, vier links und vier rechts. Die Teilbreiten werden während des Dünger­ streuens vom Fahrer manuell am Terminal aktiviert und der Streuer regelt die Ausbring­menge sowie das Streubild über eine elektrische Aufgabepunktverstellung. «SpeedServo»-Stellmotoren sorgen dafür, dass die Dosierschieber schnell reagieren. Sehr hilfreich ist «VariSpread Pro» in Parzellen mit Feldkeilen, schräg zulaufenden Vorgewendeflächen oder nicht aufgehenden Fahrgassen. Bequemer ist «VariSpread Pro» nur noch in der Isobus-Ausstattung zusammen mit «Section Control». Damit werden die Teilbreiten stufenlos geregelt. Aber auch die segmentierte Regelung mit dem «Quantron-A»-Terminal bietet bereits


Einsatzbericht | Impression

samt 30 Dünger inklusive der Einstellwerte können anschliessend im «Quantron A»-​ Terminal hinterlegt werden.

Präzise im Rand- und Grenzbereich

Das «Quantron A»-Terminal steuert unter anderem die «EMC»-Dosierautomatik, die Teilbreiten und regelt die Durchflussmenge nach Fahrgeschwindigkeit.

eine sehr gute Teilbreitenschaltung und kann teils mit einem bestehenden GPS kombiniert werden. «VariSpread Pro» sorgt dafür, dass man den Dünger dort hat, wo man ihn benötigt. Das zeigte der Einsatz bei einer sehr keilförmigen Parzelle, bei der am Schluss die ausgebrachte Düngermenge mit der vorher eingegebenen und geplanten Ausbringmenge nur sehr wenig differierte.

Bedienterminal «Quantron-A» Die Bedienung der Maschine ist einfach aufgebaut. Mit der Start-Stopp-Funktion, der Teilbreitenschaltung und der Retour-​ Taste auf die Ausgangsposition bietet das 11-Zoll-«Quantron A»-Terminal die wichtigsten Funktionen für ein schnelles und zügiges Arbeiten über eine Hand. Weiter sind Anzeigen für z. B. gestreute Menge in Kilo, Geschwindigkeit und Ausbringmenge gut sichtbar auf der Hauptseite ersichtlich. Die Einstellwerte für die verschiedenen Dünger, auch von Schweizer Dünger, sind über die Rauch-Streutabellen-App aufrufbar. Insge-

Ausgerüstet ist der «Axis» auf dem Bucherhof mit der Grenz- und Randstreu­ einrichtung «Telimat» sowie mit der Grenzstreueinrichtung «GSE 30». Beide können hydraulisch vom Fahrersitz geklappt respektive ein- und ausgeschwenkt werden. Die «GSE 30», die vorgängig manu­ell eingestellt werden muss, ermöglicht scharfkantiges Grenzstreuen direkt auf der Feldgrenze bei halbseitigem Streuen sowohl links als auch rechts. Mit dem «Telimat» ist hingegen das Rand- und Grenzstreuen aus der ersten Fahrgasse möglich. Die Winkel der Streufächer sind gemäss den Dünger-Spezifikationen doppelt über eine Buchstaben- und eine Zahlenskala einstellbar und leiten den Dünger entsprechend um. Dafür bietet Rauch Einstellwerte in der Streutabellen-App für den jeweiligen Dünger an. Beide Einrichtungen haben beim Test überzeugt. Ein­ gestellt wird alles werkzeuglos.

etwa die visuelle Anzeige der Grenzstreueinrichtungen «Telimat» und «GSE», die Abdeckblache, die bequem von einer Seite bedient werden kann und dann erst noch satt über der Wanne sitzt, die Traktorrad-​ Schmutzfänger, die LED-Beleuchtung, die Schnellentleerung und natürlich der grosse Edelstahlanteil und die doppelte pulverbeschichtete Lackierung, die beide für einen hohen Standard und gute Langlebigkeit der Maschine sorgen.

«SpeedServo»-Stellmotoren sorgen für eine schnelle Reaktion der Dosierschieber sowie der Aufgabenpunktverstellung für die Teilbreitenschaltung.

Fazit Die Düngerstreuer von Rauch gehören preislich zur Oberklasse der Streutechnik. Das zeigt auch der Preis des Teststreuers «Axis M30.2 EMC VariSpread Pro» der mit CHF 23 950.− gelistet wird, aber viel Präzision für das Ausbringen von Dünger liefert. Natürlich sind auch einfachere Modelle mit günstigerer Ausstattung erhältlich. Doch wer von Präzision und Reduzierung spricht, muss auch gewillt sein, etwas mehr zu investieren. Zudem ist das Potential der Zeiteinsparung der Maschine gross, da z. B. das Abdrehen entfällt und bei guten Verhältnissen bis zu 20 km/h gefahren werden kann, ohne dass dabei die Präzision abnimmt. Dass sich Rauch auf die Herstellung von Streutechnik spezialisiert hat, stellt man auch in vielen Details fest. Wie

Die Grenzstreueinrichtung «GSE» (links) ermöglicht Grenzstreuen direkt an der Feldgrenze. Mit dem «Telimat» (rechts) lässt sich aus der ersten Fahrgasse rand- und grenzstreuen.

Technische Daten Rauch «Axis M30.2 EMC VariSpread Pro» Arbeitsbreite: Zweischeibenstreuer von 12 bis 42 Meter. Erhältlich sind 3 Wurfscheibentypen. Testmaschine mit Typ «S4» von 18 bis 28 Meter. Behälter: 1400 l, optional bis 3200 l Antrieb: Zapfwelle 540 U/min, Arbeitsbereich 350 bis 650 U/min Elektronik: Testmaschine mit Bedienterminal «Quantron-A», alternativ mit Isobus-Bedienung Dosierung: «EMC»-Dosierautomatik Teilbreitenschaltung: «VariSpread Pro». Testmaschine mit «Quantron-A»-Bordcomputer 8 Teilbreiten, bei Isobus-Maschinen stufenlos Grenz- und Randstreuen: Aus der ersten Fahrgasse mit «Telimat» (Grenz- und Randstreuen möglich). Vom Feldrand nach innen, einseitig, mit «GSE 30» Gewichte: Max. Nutzlast: 3200 kg. Leer 335 kg Grundmaschine, Gewicht Testmaschine rund 420 kg mit Zusatzausrüstung Einfüllhöhe: 107 cm, Einfüllbreite: 230 cm Preis: ab CHF 18 880.– inkl. MwSt. (nur Grundmaschine, mit Wurfscheiben ohne Zubehör). Testmaschine: CHF 23 950.– inklu­sive MwSt. (Herstellerangaben)

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Impression | Einsatzbericht

Gülle ist ein besonderer und wertvoller Saft, kann durch Zusätze aber durchaus noch aufgewertet werden. Bilder: R. Engeler

Gezielt und gefahrenlos zudosieren Güllespezialist Peter Briner AG verwendet seit dieser Saison eine Spezialtechnik, mit der flüssige Zusatzstoffe während des Ausbringens der Gülle und in gewünschter Dosierung direkt dem Güllestrom beigemischt werden können. Das vorgängige und gefährliche Einrühren entfällt somit. Roman Engeler

Beim Aufrühren von Gülle, besonders beim gleichzeitigen Einmischen von Zusätzen, kommt es immer wieder zu schweren Unfäl­ len. Ist Gülle in Bewegung, können schädli­ che Gase schlagartig freigesetzt und auf­ gewirbelt werden. Beim Beimischen von Zusät­zen können überdies chemische Reak­ tionen auftreten, die ihrerseits zur Freiset­ zung neuer Gase führen können. Solange man diese Dämpfe riecht, besteht eine ge­ ringe Gefahr. Gefährlich wird es dann – für Mensch und Tier gleichermassen –, wenn die Gase die Geruchsorgane lähmen, so dass diese nicht mehr richtig funktionieren. Viele Landwirte möchten die Gülle vor dem Ausbringen mit Zusatzstoffen anreichern. Geschieht dies in einem Güllelager, sollte man für eine ausreichende Belüftung sor­ gen, damit die Gaskonzentration niedrig ge­ 44

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halten werden kann. Tiere und Menschen sollten sich zudem nicht im Gefahrenbe­ reich aufhalten. Bei warmen Temperaturen ist zudem besondere Vorsicht geboten.

Dies übernimmt eine von der Traktor-Zapf­ welle angetriebene Doda-Pumpe, die auf einem Tankfass montiert ist. Im Tankfass lagern 7000 l des Zusatzstoffes «Brina­

Direkt dem Güllestrom beimischen Güllespezialist Peter Briner AG verwendet seit dieser Saison eine Spezialtechnik, die vom Luzerner Lohnunternehmen Ester­ mann entwickelt wurde. Das vorgängige und gefährliche Einrühren von Güllezu­ satzstoffen entfällt damit. Die «Schweizer Landtechnik» hat einen Praxiseinsatz be­ gleitet, bei dem das flüssige Ammonsulfat mit der Markenbezeichnung «Brinamon» direkt und unmittelbar vor dem Ausbrin­ gen beigegeben wurde. Die auszubringende Gülle wird direkt aus einem unterirdischen Lager angesaugt.

«Brinamon» «Brinamon» ist eine Ammonsulfat-Lösung mit einem Gehalt von 8 % Stickstoff und 8,5 % Schwefel. Werden 10 kg davon einem Kubikmeter Gülle beigegeben, wird die Gülle um je ein knappes Kilo­ gramm Stickstoff und Schwefel aufge­ wertet. Bei einer Gabe von 25 m³/ha ergibt dies zusätzliche 20 kg Stickstoff und 21 kg Schwefel. Zudem soll die Gülle homogener werden und der Gülle-eigene Stickstoff dank dem Schwefel besser mobilisiert werden.


Einsatzbericht | Impression

mon». Die Gülle passiert im Bypass-Verfahren die Pumpe, wird mit dem Zusatz angereichert, über eine Verschlauchung und einen 15 m breiten Schleppschlauch-​ Verteiler auf der Wiese ausgebracht. Dort wird auf dem Traktor-Terminal mit GPS-​ Technik alles überwacht. Bereits befahrene Flächen sind daher ersichtlich.

Exakte Dosierung Am Steuerungskasten der Dosiereinheit, die über eine spezielle Leitung mit Strom vom Traktor versorgt wird, lässt sich einstellen, wie viele Liter des flüssigen Zusatzstoffes pro Kubikmeter Gülle beigemischt werden sollen. 5 bis 20 l/m³ Gülle sind möglich. Die Durchflussleistung des Systems liegt bei rund 120 m³ Gülle pro Stunde.

Ein Durchflusszähler misst permanent den Güllestrom. Wird aus irgendeinem Grund weniger Gülle gefördert, fliesst der überschüssige Zusatz über ein Sicherheitsventil wieder ins Tankfass zurück. Ein Rückschlagventil verhindert zudem, dass bei grossen Höhendifferenzen zwischen Ausbringort und Pumpstation Gülle wieder ins Lager zurückfliessen kann. Neben dem Dosiersystem über ein zapfwellenbetriebenes Tankfass bietet Peter Briner auch eine mobile, einfachere Lösung auf einem PKW-Anhänger an – versorgt mit Strom aus der Steckdose oder von einem Generator. Die Zusätze werden bei dieser Lösung aus Plastik-Tanks dem Güllestrom beigegeben. Für das Ammonsulfat verrechnet Briner CHF 185/t (inklusive Beimischen). Hinzu

Die von der orangefarbenen Pumpe angesaugte Gülle wird im Bypass-Verfahren mit dem Zusatzstoff aus dem Tankfass angereichert. Oben (blau) ist ein Rückschlagventil angebracht.

Die Steuerungseinheit, auf der die Dosierung eingestellt wird und der aktuelle Durchfluss abgelesen werden kann.

kommt der Tarif für den eigentlichen Gülleaustrag von CHF 4 bis 6 je m³ Gülle (je nach Saison).

Mobile und einfachere Lösung auf einem PKW-Anhänger – versorgt mit Strom aus der Steckdose oder von einem Generator. Die Zusätze werden hier aus Plastik-Tanks dem Güllestrom beigegeben.

ECHT SCHWEIZ. Midland Schmierstoffe werden im aargauischen Hunzenschwil hergestellt. Vom Schweizer Familien unternehmen Oel-Brack AG, das seit 1880 im Schmierstoffgeschäft tätig ist.

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Impression | Testbericht

So ist die Standardeinstellung von «Smart Fence 2.0»: Bei der untersten Litze (17 cm ab Boden) kann die Stromableitung im Aufwuchs unter Umständen recht stark sein. Bilder: M. Abderhalden

Cleveres Zäunen Mit «Smart Fence 2.0» von Gallagher kann innerhalb weniger Minuten ein kompletter, 100 m langer Zaun einfach erstellt und auch wieder abgebaut werden. Das System eignet sich für Schafe, Ziegen und für Rinder. Die «Schweizer Landtechnik» hat acht Einheiten im Praxiseinsatz getestet. Martin Abderhalden*

Die Geschichte des heute weltweit aktiven Zaunherstellers Gallagher beginnt in den frühen 1930er Jahren in Neuseeland. Durch sein Pferd Joe, das sein Auto als Kratzpfosten benutzte, wurde Bill Gal­ lagher erfinderisch. Er entwarf einen Stromkreis, der mit einem Impuls einen Schock lieferte, und legte 1938 den Grundstein für den heutigen Elektrozaun.

Kompakt verpackt Bereits die Typenbezeichnung «Smart Fence 2» («intelligenter Zaun 2.0») lässt auf eine unkonventionelle Technik schlies­ * Martin Abderhalden ist Landwirt und testet für die «Schweizer Landtechnik» regelmässig Maschinen und Geräte.

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sen. Dabei handelt es sich um eine Einheit mit Haspelpfahl und 4 integrierten Rollen zu je 100 m Draht (3 mm dicke Litzen) – drei davon in «Power Line»-Qualität und eine in oranger Farbe als «Turbo Line» für hohe Stromübertragung. Weiter ist ein Pfahlhalter mit 9 Pfählen integriert. Das System ermöglicht es, einen Zaun mit 4 Litzen und 10 Pfählen in einem Arbeits­ gang und in wenigen Minuten zu erstel­ len. Eigentlich wurde «Smart Fence 2.0» als Ersatz für das altbekannte «Schafnetz» entwickelt, wozu das System auch häufig eingesetzt wird. «Smart Fence 2.0» ist aber auch für Rinder, Milch- und Mutter­ kühe geeignet. Am grossen Tragegriff lässt sich die komplette Einheit (9 kg) gut mittragen. Mit dem optionalen Tragrie­

men hat man beide Hände frei oder kann zusätzliche Einheiten mitnehmen. Auf ei­ ner Länge von 100 m können die 8 Zwi­ schenpfähle frei verteilt werden. Je nach Situation kann es nötig sein, dass zusätz­

Kurzbewertung + Pfähle lassen sich gut setzen + Zaun ist rasch erstellt + Optimale Sicherheit mit 4 Drähten + 7 Jahre Garantie auf Teile − Hohe Anschaffungskosten − Z aunlänge auf 100 m beschränkt (200 m mit 2 Drähten wäre praktischer) − In schwierigem Gelände Zwischen­ pfähle nötig


Testbericht | Impression

Steckbrief Gallagher «Smart Fence 2.0» Reichweite: 100 m Anzahl Litzen: 4 Gewicht: 9 kg pro Einheit Widerstand: 0,10 Ohm/m Höhe: 100 cm (unterste Litze höhenverstellbar) Preis: Fr. 259.– pro Einheit, Set à 4 Einheiten: Fr. 914.– (inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

liche Pfähle verwendet werden müssen. Auf ebenem Terrain und leichten Hanglagen reichten die Abstände von 11 m aus.

Einfacher Ab-/Aufrollmechanismus Der Aufrollmechanismus ist einfach, aber effizient konstruiert. Im Kurbelgehäuse sind auf einer durchgehenden Welle der Reihe nach alle 4 Rollen lose und frei drehend aufgeschoben. Dazwischen klemmt ein Spezialring, der quasi als Schleifkupplung funktioniert. Aussen auf der Welle ist die mit einem Klappsplint gesicherte Kurbel angebracht. Gegenüberliegend befindet sich eine grosse, griffige Spannschraube. Möchte man nun den Zaun montieren und die Drähte abrollen, so löst man diese Feststellschraube ab und alle Rollen drehen unabhängig voneinander. Für das Feststellen der Rollen muss nur die Schraube von Hand festgedreht werden, schon bremsen alle Rollen, da sie über die Kunststoffringe zusammengedrückt werden. Nun kann man mit der Kurbel entweder den erstellten Zaun spannen oder wieder aufrollen. Der Clou dabei ist, dass jede Rolle separat spannt, da sie unabhängig voneinander sind. Das Ergebnis ist ein perfekt gespannter Zaun.

Mit dem optional erhältlichen Tragegurt kann man sogar freihändig und speditiver arbeiten.

Unterste Litze höhenverstellbar Der unterste Draht ist standardmässig in einem Abstand von 17 cm zum Boden eingestellt, der oberste auf knapp 100 cm. Die anderen beiden – auf 38 und 56 cm Höhe – sind durch die Pfähle geschlauft. Für Schafe oder Ziegen dürfte das ideal sein, obwohl der unterste Draht den Strom etwas gar stark im Aufwuchs ableitet. Da der Zaun für Milchkühe montiert war, machte ein Verstellen der Höhe Sinn. Gallagher hat das so gelöst, dass an den Pfählen noch zwei freie Durchführungen für den untersten Draht vorhanden sind. Das heisst, der Draht kann in der Position ganz unten (15 cm), an zweiter Stelle von unten (20  cm) oder im zweitobersten Loch (76 cm) durchgeführt werden. Dies geschieht einfach, in dem man im aufgerollten Zustand die Klemme am ersten Pfahl mit einem 7-mm-Schlüssel löst, dann den untersten Draht zur Rolle retour zieht und ausfädelt. Danach klipst man die Durchführung mit dem integrierten Bremsmechanismus aus der unteren Rollenhalterung und setzt sie oben wieder ein. Jetzt noch den Draht durchschlaufen, im zweit­ obersten Loch der Pfähle durchschieben und mit der Klemme wieder mit den anderen drei Drähten verbinden. Es dauert mit etwas Übung etwa 6 min. So lässt sich das System recht schnell den jeweiligen Gegebenheiten und Tierarten anpassen. Die Zaunleistung war mit einem guten Zaungerät bei einer Zaunlänge von rund 600 m bei allen vier Litzen um die 8,0 kV.

In einem Arbeitsgang erstellt Um einen Zaun zu erstellen, löst man erst die Feststellschraube, damit die Rollen frei drehen, und setzt den ersten Pfahl. Dieser und jeder zweite Pfahl sind mit einer orangen Ankerschnur und einem Einsteckanker ausgerüstet. Ist der Anker mit dem Schuh in den Boden gedrückt, spannt man den Pfahl mit der integrierten Klemme, bis

Alle vier Rollen sind separat drehbar und werden zum Spannen und Aufrollen über die Feststellschraube arretiert.

er senkrecht ist. Nun kann man zügig vorwärts gehen und den «Smart Fence 2.0» an einer Hand zum Abrollen halten. Die andere Hand ist so frei, um jeweils den nächsten Pfahl aus der Klemmhalterung zu nehmen und zu setzen. Auch am Strassenrand oder in steinigem Boden lassen sich die Pfähle mit zäher Spitze gut einstechen. Ist man am Ende angelangt, setzt man den Haspelpfahl im Winkel von 90° zur Zaunlinie und verankert diesen entgegen der Zug­richtung. Nun noch die Stellschraube festziehen und mit der Kurbel alle 4 Drähte spannen. Mit dem mitgelieferten Verbindungskabel und den 2 Klemmen kann man jeweils die nächste Einheit verbinden. Zieht man zu stark an den Klemmen, können die Kabelschuhe ausreissen. Beim Abbau erfolgt alles in umgekehrter Reihenfolge und man rollt den Draht fortlaufend wieder sauber auf. Sollte eine Litze reissen, ist es ratsam, sie mit einem kleinen Kreuzknoten wieder zusammenzuknüpfen. Grössere Knoten klemmen sonst in den Durchführungen der Auf­ rollvor­richtung.

Fazit Im Praxiseinsatz (Milchvieh) hat «Smart Fence 2.0» von Gallagher einen guten Eindruck hinterlassen. Das System funktioniert, man hat rasch einen sicheren Zaun ohne Hilfsmittel erstellt. Nach kurzer Eingewöhnung bekommt man das Handling schnell in den Griff. Die einstellbare, unterste Litze macht das System vielseitig für diverse Tierarten. Für den Einsatz beim Rindvieh wäre eine Version mit nur 2 Litzen, dafür mit Rollen zu 200 m Länge interessant. Das System kostet richtig Geld, aber man bekommt gute Qualität und einen leistungsfähigen, smarten Zaun.

Die Ecken werden jeweils mit den Ankerschnüren abgespannt und halten selbst bei starkem Wind sowie Regen sehr gut.

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Impression | Testbericht

Der Rapid «URI» fährt mit einem 1,2-kW-Achsmotor und einem Zapfwellenmotor (2 kW) emissionsarm vor. Bilder: R. Engeler

Elektrisierter Einachser Rapid steigt mit dem Modell «URI» ins Zeitalter des vollelektrischen Antriebs ein. Basierend auf bekannter Technik überzeugt die Maschine mit geringen Lärm- und faktisch keinen CO2 -Emissionen. Roman Engeler

«URI» ist nicht nur der Name eines der Schweizer Urkantone, «URI» soll auch auf die hochwertige «Swissness» dieser Entwicklung hinweisen. Weiter bezieht sich «URI» auf das ohmsche Gesetz «U gleich R mal I», Stromspannung gleich Stromstärke mal Widerstand.

Kurzbewertung + Handlich im Betrieb + Robuste Fertigung + Geringe Emissionen − Einrasten der Differenzialsperre − Einsatzdauer im «Schwerlastbetrieb» − Anzeige Display bei Sonnenlicht

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Die «Schweizer Landtechnik» konnte ein Vorserienmodell dieses einachsigen Geräteträgers aus dem Hause Rapid im Einsatz mit verschiedenen Anbaugeräten testen.

Lithium-Ionen-Akku Die Energie bezieht der «URI» von 48 Volt (60 Ampere-Stunden) und 22 kg schweren Akkus, die anstelle des Verbrennungsmotors auf einer Plattform fixiert werden können. Eine Anzeige gibt mit Balken Auskunft über den Ladezustand und zeigt in Zahlen die aktuelle Spannung der Batterie an. Nach Anschluss des Steckers und Betätigung des On-Schalters ist die Maschine grundsätzlich betriebsbreit.

Endgültig für den Betrieb freigeschaltet wird der Einachser mit einem RFID-Chip, den man auf das Schlosssymbol in der Mitte des Holms halten muss. Dort befindet sich ein kleines Display, das allerdings bei Sonneneinstrahlung nur schwer ablesbar ist. Es informiert über Betriebsstunden, Ladezustand des Akkus, Zapfwellendrehzahl und allfällige Störungen. Die Einsatzdauer eines Akkus beträgt je nach Intensität der Arbeit zwischen 6 und knapp 2 Stunden. Fällt die Ladekapazität auf 5  % zurück, wird der Zapfwellen­ antrieb automatisch unterbrochen, so dass man mit der restlichen Batterie­ ladung noch zurück an die Ladestation fahren kann.


Testbericht | Impression

Weiter kann der Holm auch vertikal werkzeuglos verstellt werden. Einerseits die Holmhöhe in zehn Positionen, anderseits die Holmneigung in drei Positionen bis zur ganz geneigten und platzsparenden Transportstellung. Um den Geräteträger je nach angebautem Gerät optimal ausbalancieren zu können, gibt es optional einen Gewichtsträger, auf dem Zusatzgewichte montiert werden können. Seitlich des linken Holmgriffs sind die Druckknöpfe für die Zapfwellen­bedienung.

Als Energiequelle dienen solche 22 kg schweren Lithium-Ionen-Akkus.

Mit einem 230-Volt-Ladegerät ist eine Batterie nach etwa 7 Stunden wieder geladen. Optional steht ein Schnellladegerät zur Verfügung. Bei entsprechender Starkstromversorgung ist ein Akku nach knapp 2 Stunden wieder vollständig betriebsbereit. Nach etwa 4500 Ladezyklen fällt die Batterie-Kapazität auf unter 75 % zurück. Für den praktischen Einsatz sind mehrere griff- und betriebsbereite Reserve-Akkus von Vorteil.

Drehzahlbereich von 500 bis 950 U/min über zwei Druckknöpfe variiert werden.

Totmann links und rechts Voneinander unabhängige Totmannschalter gibt es sowohl am linken als auch am rechten Holmende. Praktisch vor allem jener am rechten Holm: So kann man quasi nur mit einer Hand fahren. Wird der Totmannschalter losgelassen, stoppen Fahrund Zapfwellen­antrieb. Die Feststellbremse wird automatisch aktiviert. Mittels Drehgriff am rechten Holm wird stufenlos vorwärts (drehen nach rechts) und rückwärts (drehen nach links) ge­ fahren. Vorwärts sind es maximal flotte 7,6 km/h, rückwärts 3,6 km/h. Die Zapfwelle wird durch Drücken des mittleren, gelben Knopfs am linken Holm in Gang gesetzt und kann stufenlos im

Holmhöhe und -neigung sind mit zwei Hebeln schnell verstellbar.

Zwei Elektromotoren Im Innern des Geräts sind zwei Elektro­ motoren verbaut – ein Zapfwellenmotor mit 3 kW und ein Achsmotor mit 1,2 kW Leistung. Insgesamt entspricht der «URI» einem Modell mit Verbrennungsmotor und einer Leistung von rund 10 PS. Am linken Handhebel ist die Differenzialsperre (Einrastklinke) integriert. Sie kann mit einer Hand eingerastet werden, braucht aber oft mehrere Anläufe. Es gibt weiter auch eine mechanische Freilaufschaltung zum Bewegen der Maschine, sollte die Batterie aufgebraucht sein. Zuvor muss man jedoch die Batterie ausbauen.

Ausbalanciert Der Holm ist werkzeuglos mit dem rechten Handhebel schwenkbar – zunächst um rund 50° nach links und rechts, nach Lösen einer Sperre gar um 180°, und von dort wieder um diese 50° in beide Richtungen. Der Holm kann also total in sechs verschiedenen Schwenkstellungen arretiert werden.

Rund sieben Stunden dauert die Ladezeit des Akkus mit dem Standard-Ladegerät.

Kompatibilität Die meisten bisher verwendeten Anbaugeräte für die Einachser von Rapid können auch mit dem neuen Modell «URI» verwendet werden, sofern sie über einen Anbaustutzen mit Durchmesser 52/54 mm verfügen. Bei nicht originalen Geräten muss für den einwandfreien Zapfwellenantrieb ein kleines Übergangsteil eingesetzt werden. Für den Rapid «URI» steht ein breites Sortiment von Rädern (inklusive Stachelrädern oder -walzen) und Radkombinationen bereit.

Fazit Der Rapid «URI» kommt kaum hörbar auf leisen Sohlen daher. Im reinen Fahrmodus sind es rund 60 dB(A), im Zapfwellenbetrieb je nach Anbaugerät um die 80 dB(A). Alles in allem ist der Rapid «URI» bereits ein ausgereiftes Produkt ohne nennenswerte Kinderkrankheiten. Die Kosten für das Grundgerät betragen Fr. 12 310.–, für einen Akku mit Ladegerät müssen zusätzlich Fr. 2700.– aufgewendet werden.

Steckbrief Rapid «URI» Motoren: Zapfwellenmotor: 3 kW, Achsmotor: 1,2 kW Energiequelle: Li-Ion-Batterie mit 2,9 kWh Kapazität, 48 V, 60 Ah Maximale Leistung: 4,2 kW Gewichte: 116 kg (ohne Räder und Akku). Akku: 22 kg Hangtauglichkeit: Bis 60 % Fahrantrieb: Elektrisch, stufenlos. Vorwärts bis 7,6 km/h, rückwärts bis 3,1 km/h Zapfwelle: 880 U/min (Standard), stufenlos einstellbar 500–950 U/min Anbaustutzen: Werkzeugloses Schnellwechselsystem, Ø 52/54 mm Preis: Grundmaschine: Fr. 12 310.–, Batterieset: Fr. 2700.–, Bereifung (AS 4 × 10): Fr. 284.– (alle Preise inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

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Impression | Einsatzbericht

Das ausgefahrene Doppelrad von Becklönne im praktischen Einsatz beim Legen von Kartoffeln. Bilder: H. Röthlisberger und R. Engeler

Hydraulisch verschiebbar Trachsel Technik aus Mettmenstetten ZH hat für die Schweiz den Import des hydraulisch verstellbaren Doppelradsystems von Becklönne übernommen. Die «Schweizer Landtechnik» hat sich dieses System an einem Modell und in der Praxis genau angeschaut. Roman Engeler und Heinz Röthlisberger

Doppel- oder Zwillingsräder werden dort eingesetzt, wo man den Bodendruck reduzieren, in Hanglagen die Rutschgefahr verringern oder generell die Standfestigkeit verbessern möchte. Bei Damm- oder Reihenkulturen ist es zudem wünschenswert, wenn das Doppelrad einen gewissen Abstand zum Hauptrad hat, so dass die Kultur nicht überfahren wird. Auf dem Markt gibt es bereits verschiedene Lösungen mit fixen Distanzringen, wobei man damit aber schon bald in Konflikt mit dem Gesetzgeber kommt, weil die zulässige Fahrzeugbreite in der Regel überschritten wird. Der deutsche Hersteller Becklönne hat deshalb ein hydraulisch verschiebbares Zwillingsrad entwickelt. Ziel der Entwicklung 50

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war, dass man im eingefahrenen Zustand regulär im Strassenverkehr unterwegs ist (Stichwort «temporär angebrachtes Doppelrad»), auf dem Feld aber mit einer variablen Spurbreite fahren kann. In der Schweiz wird dieses System von Trachsel Technik (Mettmenstetten ZH) vertrieben.

Montage Die hydraulische Zwillingsrad-Verstellung wird als kompakte Einheit angeliefert und kann an den Lochkreisen der Traktor-Hinterräder sowie an jenen der Zwillingsräder befestigt werden. Dazu stehen drei unterschiedliche Lochreihen-Radien (335, 430 und 860 mm) zur Verfügung. Die Verschiebung erfolgt über einen innenliegen-

den Hydraulikzylinder. Zuvor müssen zwei Schläuche von der Bordhydraulik des Traktors angeschlossen werden – idealerweise an einem doppeltwirkenden Steuerventil,

Kurzbewertung + Sofort und in verschiedenen Spurbreiten einsatzbereit + Keine Transportprobleme mit demontierten Rädern + Handling von schweren Doppelrädern fällt weg – Kosten – Gewicht


Einsatzbericht | Impression

Von der Bordhydraulik des Traktors werden zwei Schläuche für den Verschiebevorgang angeschlossen.

das auch über eine externe Bedienung verfügt. Mit einem Sperrventil wird sichergestellt, dass sich die Räder im Betrieb nicht selbsttätig verschieben können.

Verschiebevorgang Sechs Wellen mit 100 mm Durchmesser sorgen für die Kraftübertragung vom Haupt- auf das Zwillingsrad, nochmals sechs Wellen mit 25 mm Durchmesser sind als Anschlagsbegrenzung des Verschiebevorganges verbaut. Auf ihnen können optional kleine Distanzringe angebracht werden, um den Ausschub zu begrenzen. In der Gesamtheit erlauben die zwölf Wellen ein stossfreies Aus- und Einfahren der Räder, beidseitig um je rund 25 cm. Vor dem Verschiebevorgang muss das äus­ sere Rad entlastet werden, indem man mit dem inneren Rad auf eine Erhöhung, beispielsweise auf einen mitgeführten Holzkeil, fährt.

Praxiseinsatz Die «Schweizer Landtechnik» hat dieses System einerseits an einem Modell, anderseits aber auch im Praxiseinsatz unter die Lupe genommen. Marc und und sein

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Für das Aus- und Einfahren des Doppelrads wird auf einen Holzkeil gefahren.

Vater Stefan Leiser aus Wiler bei Seedorf BE sind spezialisiert auf Dienstleistungen rund um den Kartoffelbau und haben in diesem Frühjahr beim Legen der Kartoffeln erstmals dieses hydraulisch verschiebbare Zwillingsradsystem eingesetzt. Die Doppelräder mit der Reifendimension «300/90R50» waren an einem Fendt «516 Vario» montiert, der mit dem Legeautomaten «GL 420» von Grimme im Einsatz war. Bodenschonung, nach Strassenverkehrsordnung korrekt unterwegs sein und den zu bildenden Damm nicht überfahren waren die Hauptgründe für diese Anschaffung. Zuvor hatten Leisers jeweils einen starren Distanzring verwendet. Das hydraulische Verschiebe-System ist körperschonend. Es müssen keine schweren Doppelräder bewegt werden. Der allfällige Transport solcher Räder aufs Feld entfällt ebenfalls und man verfügt über eine gewisse Flexibilität beim Wechsel von Spurbreiten in verschiedenen Kulturen. Die Verschiebe-Einheit kann auch wieder demontiert und bei Bedarf auf einen anderen Traktor übertragen werden. Dann allerdings wird das Gewicht von knappen 400 kg je Einheit ein Thema.

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Fazit Die Funktionsweise dieses hydraulischen Zwillingsradsystem hat überzeugt. Bei den ersten Praxiseinsätzen waren auch Marc und Stefan Leiser mehr als zufrieden. Die Kosten für zwei Einheiten be­tragen rund CHF 20 000.–. Importeur Trachsel Technik möchte zusätzlich eine Schweizer Lösung entwickeln, die erstens leichter, zweitens für Achslasten von rund 6 t ausgelegt (in der aktuellen Version sind es 10 t) und letztlich auch billiger sein soll. Eine entsprechende Markteinführung ist für 2022 vorgesehen.

Sechs Wellen für die Kraftübertragung respektive sechs Führungswellen verbinden das Innen- mit dem Aussenrad und sorgen für ein stossfreies Verschieben.

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Impression | Testbericht

Dank der elektrohydraulischen Steuerung lässt sich der Mist mit diesem Streuer «SM 850» von Gruber fein und gleichmässig verteilen. Bilder: J. Paar

Der Exaktstreuer Gruber bietet für seine Stallmiststreuer eine automatische Mengenregulierung an, die beim «SM 850», dem grössten Einachser-Modell des österreichischen Herstellers, getestet wurde. Johannes Paar*

Bei der Gülle sprechen heute alle von Exaktverteilung. Dazu gibt es nicht nur auf m³/ha bezogene Automatisierungsmöglichkeiten, sondern gar auf einzelne Nährstoffe bezogene Regelungen. Bei Mist- und Kompoststreuern gibt es fahrgeschwindigkeitsabhängige Ausbringregelungen bislang nur bei den grösseren Maschinen einiger Hersteller. Gruber bietet die automatische Streumengenregulierung «flowControl» optional auch ab dem kleinsten Bergstreuer «SM 350» bis zum grössten Streuer «SM 1250» an.

* Johannes Paar ist Chefredaktor des österreichischen Fachmagazins «Landwirt».

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«proControl» und «flowControl» Voraussetzung für die fahrgeschwindigkeitsabhängige Streumengenregulierung ist eine elektrohydraulische Steuerung. Der speziell auf diese Option angepasste Steuer­block «proControl» sitzt geschützt rechts vorne unter dem Plateau. Er steuert alle hydraulischen Funktionen wie die optionale Stauwand oder den gesetzlich vorgeschriebenen Streuwerkschutz. Zudem regelt er über ein Proportionalventil am Kratzbodenantrieb die Streumenge. Traktorseitig ist ein doppeltwirkendes oder einfachwirkendes Steuergerät mit freiem Rückfluss notwendig. Der Steuerblock ist auch Load-Sensing-fähig. Eine Bedieneinheit mit digitalem Display und

einem Saugfuss, Sensoren an der Antriebswelle, am Kratzbodengetriebe, an der Stauwand und am Streuwerkschutz sowie ein Stromkabel komplettieren die Streumengenregelung.

Kurzbewertung + Komfortable Bedienung + Gleichmässige Verteilung + Starker Kratzboden − Geschlossener Streuwerksschutz wird nicht angezeigt − Automatikmodus muss immer wieder aktiviert werden − Kein Warnsignal bei Strassenfahrt mit offenem Stauschieber


Testbericht | Impression

So funktioniert die Streuautomatik Die Kratzbodengeschwindigkeit ist abhängig von der Fahrgeschwindigkeit. Das hat vor allem im anspruchsvollen Gelände den Vorteil, dass man sich auf das Fahren konzentrieren kann. Muss man bei Bergauffahrt zurückschalten, verlangsamt das System die Kratzbodengeschwindigkeit automatisch, damit die Ausbringmenge gleichbleibt. Die Bedieneinheit besteht aus einem Farbdisplay, drei Menüebenen und mehreren Funktionstasten. Mit dem Dreh-/Drückknopf lässt sich der Kratzboden manuell steuern: Drückt man den Knopf, fährt der Kratzboden nach hinten. Durch Drehen variiert man die Geschwindigkeit, und drückt man den Knopf für etwa drei Sekunden, bewegt sich der Kratzboden nach vorne. Wird der Streuer länger nicht gebraucht, kann die Bedieneinheit abgesteckt werden. Vor Streubeginn muss der Fahrer die gewünschte Soll-Ausbringmenge in m³/ha einstellen, die Hydraulik aktivieren, den Streuwerkschutz ganz öffnen und die Zapfwellendrehzahl auf mindestens 450 U/min – optimal 650 U/min – hochfahren. Den Rest regelt das System im Automatik-Modus. Die Ist-Ausbringmenge ist vom ein­ gestellten Wert, der Fahrgeschwindigkeit sowie von der Öffnungsweite der Standwand abhängig. Gestreut wird erst ab einer einstellbaren Mindestgeschwindigkeit von 3 km/h, darunter schaltet sich der Kratz­ boden ab. Sobald alle Faktoren erfüllt sind, wechselt die Farbe der Kratzbodenanzeige im Display von Orange auf Grün und regelt die Ausbringmenge. Die Abweichung von der momentanen Ausbringmenge zur Sollmenge wird in einem Balken farblich angezeigt. Ist die Anzeige bei zu schneller Fahrt rot, stimmt die Soll- mit der Ist-Ausbringmenge nicht überein. Die Streumenge liegt

dann ausserhalb des möglichen Regelbereiches. Da muss man nach eigenem Ermessen entscheiden, ob man den Vorgang gemäss Streubild und Menge fortsetzt, die Fahrgeschwindigkeit oder die Soll-Ausbringmenge verändert oder den Streuvorgang abbricht.

Eindrücke Gut gefallen hat die Push-Taste im Display. Damit kann man den Leerraum zwischen Stauwand und Streuwerk oder den letzten Rest einer Fuhre mit 80 % – ist einstellbar – der Kratzbodengeschwindigkeit schnell überbrücken, ohne den eingestellten Wert zu ändern. Trotzdem ist es am Beginn und am Ende einer Fuhre schwer, die Ausbringmenge gleich zu halten. Störend war, dass man nach jedem Neustart des Traktors den Automatikmodus aktivieren muss. Zudem hätte man sich für die Funktionen «Streuwerkschutz geschlossen» und «Stauwand offen» zusätzliche Anzeigen gewünscht. Mit voll hochgefahrener Stauwand ist der Streuer über 4  m hoch. Da wäre es sicherheitstechnisch von Vorteil, wenn es ab einer Geschwindigkeit von 20 km/h ein Warnsignal gäbe. Fällt ein Sensor aus, kann man in einem Parametermenü manu­ell Werte festlegen, damit man den Streuvorgang abschliessen kann.

Das Streuaggregat Auf der Strasse ist das Streuaggregat durch die Heckklappe auch nach unten vollkommen geschlossen. So verliert man keinen Mist. Beim Öffnen schwenkt die Schutzvorrichtung weit nach oben, sodass sie nicht angestreut wird. Die vier stehenden Walzen werden mit einer Gelenkwelle und einer von vorne nach hinten dreifach gelagerten Welle

angetrieben. Vier im Ölbad laufende Verteilergetriebe treiben die Streuwalzen an. Die Überlastsicherung, ein Scherbolzen, sitzt gut zugänglich vorne in der Gelenkwelle. Hinten an der Welle befindet sich ein Freilauf. Pluspunkte gab es auch für die Wartung der oberen Walzenlagerungen. Sie sind zu einer zentralen Schmierleiste zusammengefasst und bequem erreichbar. Die 144 geschraubten Fräs­ klingen an den Walzen können gewendet werden. Die Durchgangshöhe beträgt 1,30 m. Das Streubild ist gleichmässig. Die Streuwalzen sind um 10° schräg zum Traktor geneigt. Dadurch gelangt der Mist dosierter ins Streuaggregat und fällt nicht haufenweise hinein. Je nach Mist beträgt die Streubreite 6–9 m.

Ladebrücke für 9,5 t Der «SM 850» ist der kleinste Typ der Grossstreuer von Gruber. Er ist mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 9500 kg als Einachser ausgeführt. Die fix angeschraubten Bordwände sind 80 cm hoch. Die Ladebrücke ist 4,5 × 1,9 m gross. Daraus ergibt sich eine Kubatur von 11,3 m³. Die Bordwände waren mit dem optionalen Ladekantenschutz aus Holz ausgestattet. Die optionale Stauwand ermöglicht ein lastfreies Anfahren zu Streubeginn und bei abgelagertem Mist eine gleichmässigere Dosierung. Die Wand ist robust ausgeführt und wird mit zwei aussen am Stauwandseitenteil integrierten Hydraulikzylindern geführt. Robust ausgeführt ist der Kratzboden. Die vier Ketten werden an der Frontwand automatisch gespannt. Die Bruchkraft pro Strang gibt der Hersteller mit 12 t an. Das Plateau besteht neuerdings aus Siebdruckplatten. Durch das Spritzgitter vor-

Die Streumengenregelung wird über verschiedene volumetrische Parameter und Sensoren an der Zapfwelle und am Kratzbodenantrieb (siehe Pfeile) überwacht.

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Impression | Testbericht

Steckbrief Miststreuer Gruber «SM 850» Nutzlast: 6700 kg Eigengewicht: 2800 kg Zulässiges Gesamtgewicht: 9500 kg Brückengrösse: 4,5 × 1,9  m Bordwandhöhe: 80 cm Kubatur bis Streuwerkshöhe: 11,3 m³ Streuwerk-Durchgangshöhe: 1,3 m Kratzboden: 4 Ketten, automatische Spannung Bereifung: 560/45-22,5 Ladehöhe (Bordwandkante): 2,08 m Preis: 41 317 Euro (Testausstattung, exkl. MwSt.) (Herstellerangaben) Der Steuerblock befindet sich geschützt rechts vorne unter dem Plateau.

ne kann man gut durchblicken. In der Höhe ist es so bemessen, dass Fahrer und Traktorkabine geschützt sind. Vorne an der Stirnwand befindet sich die Aufstiegsleiter für einen Blick in den Laderaum sowie das Stützrad. Der Gruber «SM 850» mit der neuen Streumengenregulierung «flowControl» hat beim Testteam einen guten Gesamt­ eindruck hinterlassen. Der Streuer ist

sauber verarbeitet, voll verzinkt und einfach zu warten. Das Streuwerk mit vier stehenden Walzen und 144 Fräsklingen verteilt den Mist fein. Mit der optionalen Streumengenregulierung «flowControl» lässt sich die Streuqualität nochmals deutlich verbessern. Auch wenn die Regelung derzeit «nur» volumetrisch erfolgt, ist es ein grosser Schritt in Richtung Exaktstreuer. Schon in naher Zukunft will der Herstel-

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ler durch die Eingabe einer Art «Rezeptur» die Ausbringmenge gravimetrisch regeln, um noch mehr der Bezeichnung Exaktstreuer gerecht zu werden. Ziel ist es, dass Gewichtssensoren die Regelung übernehmen. Bleibt zu hoffen, dass die Kosten im Rahmen bleiben. Der getestete Miststreuer «SM 850» mit der Streumengenregelung «flowControl» kostet laut Preisliste 41 317 Euro (exkl. MwSt.).

Die HAUETER KRAN AG ist Generalimporteur der HMF Ladekrane und JOAB Abrollkipper für die Schweiz und das Fürstentum Liechtenstein. Für unseren Betrieb in Zollikofen suchen wir sofort oder nach Vereinbarung einen kompetenten

Mechaniker / Service-Techniker Lastwagenkrane 100% (m/w) Ihre Aufgaben - Ausführen von Reparaturen, Servicearbeiten und Revisionen an Lastwagenkranen und Abrollkippern - Einstellungsarbeiten und Inbetriebnahme von Neugeräten - Anfertigen von Hydraulik-Schläuchen - Gelegentliche auswärtige Einsätze mit dem Servicefahrzeug Ihr Profil Sie sind eine aufgeschlossene und erfolgsorientierte Persönlichkeit. Sie freuen sich Verantwortung zu übernehmen. Sie sind selbständig und arbeiten gerne im Team. Bei herausfordernden Fragestellungen finden Sie optimale Lösungen. Technische Einsatzmöglichkeiten im LKW-Bereich interessieren Sie – idealerweise sind Sie bereits in einem technischen oder handwerklichen Berufsfeld (z.B. Landmaschinemechaniker, Baumaschinenmechaniker, Lastwagenmechaniker, Fahrzeugschlosser oder artverwandter Beruf) tätig oder fühlen sich im Handwerklichen Bereich zu Hause und möchten ihren Horizont und ihr Wissen erweitern. Ein Führerausweis der Kat B, C von Vorteil. Sie sind idealerweise zwischen 20 und 45 Jahre alt und können sich in Wort und Schrift in Deutsch sicher verständigen. Ihre Perspektiven Ein interessantes, anspruchsvolles und selbständig zu erledigendes Aufgabengebiet in einem dynamischen Betrieb. Moderne, leistungsgerechte Entlöhnung und Sozialleistungen. Zudem besteht die Möglichkeit von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten zum Kranfachmann oder Kranexperten. Sie erhalten eine fundierte Einführung in einem jungen und kollegialen Team. Wir freuen uns, Sie kennenzulernen und erwarten gerne Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen mit Foto per Mail an p.kappeler@haueter-kran.ch Für weitere Auskünfte steht Ihnen Herr Pirmin Kappeler gerne zur Verfügung. HAUETER KRAN AG Pirmin Kappeler Aegelseeweg 18 3052 Zollikofen Telefon 079 252 82 17 p.kappeler@haueter-kran.ch


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Impression | Einsatzbericht

«ARA» kann bei der Blackenbehandlung gegenüber einer Flächenbehandlung bis zu 95 % der Aufwandmenge einsparen. Bilder: R. Burkhalter

High-Tech statt Verbote Mit dem System «ARA» der Schweizer Firma Ecorobotix erobert eine revolutionäre Pflanzenschutztechnik die Wiesen und Felder. Sie reduziert Aufwandmengen, eliminiert Abdrift und verhindert ganz «nebenbei» das Besprühen von Insekten. Ruedi Burkhalter

«Pflanzenschutzmittel sind des Teufels, machen die Umwelt kaputt und müssen deshalb verboten werden.» So lautet die fahrlässige Vereinfachung der Realität, wie sie zurzeit von Initianten und Be­ fürwortern der beiden Agrarinitiativen hartnäckig verbreitet wird. Fahrlässig deshalb, weil man konsequenterweise auch die chemische Industrie, Medikamente, Wasch­mittel, viele Kosmetik- und Reinigungsprodukte verbieten müsste. Doch in Bereichen, von welchen man selber nicht direkt betroffen ist, lassen sich Schuldzuweisungen bekanntlich am einfachsten machen. 56

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95 % Einsparung möglich Im Abstimmungskampf, der leider zunehmend auch von Respektlosigkeit, gezieltem Verbreiten von Fake-News und Vandalenakten an Plakaten geprägt wird, werden viele Fakten gezielt ausgeklammert und ignoriert. Fakt ist beispielsweise, dass dank Anstrengungen von Forschung, Landwirtschaft und Industrie die Applikationstechnik im Pflanzenschutz immer besser wird. Es besteht die Aussicht, dass bereits in naher Zukunft Pflanzenschutzmittel so eingesetzt werden können, dass der Spagat zwischen Ertragssicherung und Umweltschutz gelin-

gen kann, so dass Verbote überflüssig werden. Beispiel hierfür ist das Sprühgerät «ARA», das von der in Yverdon VD ansässigen Firma Ecorobotix seit diesem Frühjahr serienmässig hergestellt wird und abhängig vom Einsatzgebiet eine volle Wirkung mit um bis zu 95  % reduzierter Aufwandmenge ermöglicht.

Nur Zielfläche behandeln Pflanzenschutzmittel führen bekanntlich vor allem dann zu Problemen, wenn sie an Stellen gelangen, die nicht zur Zielfläche gehören. So ist es naheliegend, dass verstärkt nach automatisierten Alternati-


Einsatzbericht | Impression

Die Flachstrahldüsen sind im Abstand von 4 cm angeordnet und besprühen pro Impuls eine Fläche von 3×8 cm.

ven für die bisher meist manuell prakti­ zierte Einzelstockbehandlung gesucht wurde. Mit «ARA» liegt nun eine präzis arbeitende Maschine vor, mit der sich das Verfahren bei beachtlicher Flächenleis­ tung mechanisieren lässt, ohne Einbussen bei der Wirkung in Kauf nehmen zu müs­ sen. Im Gegenteil: Die neue Technik löst «nebenbei» auch noch weitere Probleme. So wird in einem geschützten «Kasten» gesprüht, so dass Abdrift auch bei star­ kem Wind nicht möglich ist. Werden bei­ spielsweise bei der Blackenbekämpfung nur die Blacken besprüht, kommen selbst bei blühendem Löwenzahn die ohnehin schon durch Schutzvorhänge verjagten Bienen kaum mit dem gefährlichen Wirk­ stoff in Kontakt. So gesehen läutet «ARA» einen Quantensprung im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ein. Das Lohn­ unternehmen Andrey+Schafer AG setzt die neue Technik als Vorserienmaschine in der ersten Saison vorerst für die Blacken­ bekämpfung in Grasland ein und erfreut sich mit rund 250 ha bisher bearbeiteter Fläche bereits einer enorm grossen Nach­ frage.

Aufwandmenge ergibt sich bei Behandlung Die Maschine bearbeitet kleine, recht­ eckige Teilflächen mit 8×3 cm Kantenlän­ ge. Diese Rechtecke sind vergleichbar mit den Pixeln einer Digitalkamera. Pro Hek­ tar werden 4,67 Mio. Teilflächen unter­ schieden, die aufgrund der Bildanalyse und einem zu Grunde liegenden Algorith­ mus entweder behandelt oder nicht be­ handelt werden. Es werden nur jene Teilflächen behandelt, in denen eine im Algorithmus definierte Schadpflanze ei­ nen bestimmten Flächenanteil abdeckt.

Die sechs hochauflösenden Kameras schiessen Fotos mit grosser Überlappung, so dass jede Pflanze mehrfach abgebildet wird.

Die Aufwandmenge ergibt sich somit erst bei der Behandlung und steht in direktem Zusammenhang mit der vorhandenen Schadpflanzen-Blattfläche. «Die Menge der ausgebrachten Spritzbrühe bewegt sich bisher in einer Bandbreite von nur 1,5 bis 30 l/ha», berichtet «Patron» Fernand Andrey. Für die punktgenaue Applikation ist die Maschine mit 156 hochpräzisen Düsen im Abstand von 4 cm ausgestattet. Jede Dü­ se ist mit einem elektronisch gesteuerten Ventil ausgestattet, das die Düse blitz­ schnell öffnen und wieder schliessen kann.

Von jeder Blacke viele Fotos Erfasst werden die Zielpflanzen optisch durch sechs hochauflösende Kameras, die im Innern des Gehäuses mit Hilfe von speziell für diesen Zweck geeigneten Blitzlichtquellen Fotos schiessen. In Se­ kundenbruchteilen werden die Fotos ana­ lysiert und die Teilflächen mit vorhande­ ner Zielpflanze sofort behandelt. Pro Foto wird eine Fläche von einem Quadratmeter erfasst. Pro Sekunde nimmt jede der sechs Kameras 20 Fotos auf, was total 120 Fotos ergibt. Das bedeutet, dass das System jede Blacke auf vielen Fotos aus unterschiedlichem Aufnahmewinkel «sieht». «Daraus ergibt sich eine hohe Kapazität und somit Zuverlässigkeit bei der Pflanzen­erkennung», betont Claude Juriens von Ecorobotix. Damit die zahlrei­ chen Fotos bereits Sekundenbruchteile nach ihrer Aufnahme analysiert sind, brauche es die leistungsfähigsten Grafik­ karten und Rechner, die zurzeit auf dem Markt erhältlich seien. Die Ausleuchtung des Bestands mit künst­ lichem Blitzlicht hat mehrere Vorteile: Die

Kameras und das Analyseprogramm kön­ nen so immer mit optimal ausgeleuchteten und standardisierten Lichtverhältnissen ar­ beiten, was die bestmögliche Zuverlässig­ keit ergibt. Auch ein Arbeiten in stock­ dunkler Nacht ist möglich. Theoretisch kann eine Maschine ohne Unterbruch in 24 h rund 94 ha bearbeiten. In der Praxis wird die Flächenleistung durch Unterbrü­ che beim Wenden, bei Einstell- und Vorbe­ reitungsarbeiten sowie bei Strassenfahrten entsprechend reduziert.

Algorithmus lernt mit Fotos Der Algorithmus, mit dessen Hilfe das System die Zielflächen erkennt, basiert auf Tausenden von Fotos, in denen alle möglichen Formen und Grössen, die bei­ spielsweise Blacken haben können, durch manuelles Markieren ermittelt wurden. Werden gewisse Zielflächen regelmässig

Steckbrief «ARA» Antrieb: Elektroantrieb über Zapfwelle benötigt 3 kW Arbeitsbreite: 6 m Abmessungen: 2,6 × 2,8 × 3,3  m (Trans­ portstellung) Gewichte: Fronteinheit 700 kg (gefüllt); Sprühmodul 900 kg Arbeitsgeschwindigkeit: 7 km/h Leistung: bis 4 ha/h Bedienung: über App auf Tablet Pflanzenerkennung: 6 Hochleistungska­ meras im Kasten integriert Sprühtechnik: 156 Flachstrahldüsen mit elektromagnetischer Schaltung der Einzeldüsen Preis: ab CHF 85 000.– (Herstellerangaben)

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Impression | Einsatzbericht

nicht erkannt, kann der Algorithmus mit weiteren Fotos «dazulernen». Bei den ersten Einsätzen bei Andrey+Schafer wurde festgestellt, dass kleine Blacken häufig nicht erkannt wurden. Es stellte sich heraus, dass bei der Programmierung im Herbst vorwiegend grössere Blacken Fotografiert wurden. Als Reaktion darauf wurden bei Ecorobotix über 3000 weitere Fotos von kleineren Blacken analysiert und der Algorithmus damit «gefüttert». «Nach rund zwei Wochen installierte Ecorobotix eine neue Software, von da an wurden auch die kleinen Blacken zuverlässig erkannt», berichtet Fernand Andrey. «Mit diesem Verfahren ist es möglich, dass der Algorithmus jederzeit dazu lernen, so dass das System sich an regional unterschiedliche Pflanzenausprägungen anpassen kann», sagt Claude Juriens. Das Gerät besteht aus drei Abschnitten mit je 2 m Arbeitsbreite, wobei die beiden äusseren Elemente für die Strassenfahrt auf eine Transportbreite von 2,8 m hochgeklappt werden. Für ein optimales Ergebnis werden die Düsen 20 cm über der Zielfläche geführt, die Schutzvorhän-

Die 600 l Frischwasser im Fronttank reichen für einen ganzen Arbeitstag aus.

Frischwasser im Fronttank «Mit dieser Maschine wird etwas an­ ders gearbeitet als mit herkömmlichen Pflanzenschutzspritzen», sagt Benoit Boschung, Direktor des Lohnunternehmens Andrey+Schafer. «Da die auf einem Feld

lässt sich genau ableiten, wie viel auf diesem Feld benötigt wird, so dass mit der zweiten Anmischung Restmengen weitgehend vermieden werden.» Logistisch bringt diese Technik enorme Erleichterungen mit sich: Da beispielsweise beim Blackenspritzen nur wenige Liter pro ha benötigt werden, reicht der 600-l-Tank problemlos für einen ganzen Arbeitstag aus. Die Einsatzgebiete des «ARA» sind vielfältig und umfassen neben der Unkrautbekämpfung im Grünland auch Anwendungen in Reihen- und Spezialkulturen während der Vegetationszeit. Andrey+Schafer verrechnet den Kunden zurzeit im Durchschnitt CHF 250.– pro ha, wobei es eine Abstufung nach Fläche pro Auftrag gibt.

Fazit

Die Sprühpräzision von «ARA» ist jener der manuellen Einzelstockbehandlung mindestens ebenbürtig. Bild: M. Sax, Agroscope

ge sollten den Raum möglichst gut abschliessen, damit das System von Tageslicht, Wind und Staub geschützt wird. Deshalb sind Düsenbalken und Schutzvorhänge mit anwenderfreundlichen Verstellmechanismen an der Geräte-Aussenseite versehen. 58

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benötigte Brühemenge nie vorgängig bekannt ist, führen wir im 600-l-Tank an der Front nur Frischwasser mit aufs Feld.» Die Brüheanmischung erfolge in einem kleineren 100-l-Tank in zwei Phasen. «Zuerst stellen wir eine kleine Menge her, um vorerst den Feldrand zu umfahren. Daraus

Die neue Technik bietet verschiedene Ausbaumöglichkeiten. So hat Ecorobotix beispielsweise eine Variante mit Patenten geschützt, die mit zwei Düsenbalken und zwei unabhängigen Flüssigkeitssystemen arbeitet. Damit könnten beispielsweise in einem Durchgang mit dem Wirkstoff A nur Blacken, mit Wirkstoff B nur Disteln besprüht werden. Das System eignet sich nicht nur für Herbizid-Applikationen, sondern auch zum sparsamen Einsatz von Fungiziden und Insektiziden. Dann wird umgekehrt gearbeitet: Mit Herbiziden werden nur Unkräuter, mit Fungiziden und Insektiziden nur Kulturpflanzen besprüht. Mit dem System können Bestände mit Höhen bis 40 cm behandelt werden. Zurzeit sind in der Schweiz vier Maschinen im Einsatz, eine weitere beim Lohnunternehmen Estermann sowie zwei bei Fenaco.


Kurse | SVLT

Ein Lenksystem selbst bauen In der März-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» wurde ein Low-Cost-Lenksystem vorgestellt, das Agrarstudent und Jungbauer Andreas Pfister selbst gebaut hat. Der SVLT bietet nun einen eintägigen Kurs an, bei dem die Teilnehmenden selbst ein solches System bauen können. Kurs I: 2. Juli 2021 – Kurs II: 9. Juli 2021

Weitere Informationen auf www.agrartechnik.ch/Kurse

Kursinhalt: – Überblick «AgOpenGPS» (Theorie) – Leiterplatte löten – «AgOpenGPS» auf dem Tablet installieren – Verdrahten und Testen – Bedienung des Systems in Theorie und Praxis (am Tablet) – Tipps für die Installation zuhause auf dem Traktor Erforderliches, mitzunehmendes Werkzeug: – Lötkolben und -draht – Schraubenzieher (flach) mit Klingenbreite ca. 1,5 und 3,0 – Sechskantschlüssel (Weite 5,0 und 5,5 mm) – Seitenschneider – Messer (z. B. Sackmesser; zum Entfernen der Kabelisolation) – Abisolierzange – Crimp- oder Trapezzange – Wenn etwas nicht vorhanden: bei Anmeldung erwähnen!

Administratives: Kursdauer: 9 bis 18 Uhr Kursort: SVLT Verbandszentrum, Ausserdorfstrasse 23, 5223 Riniken Kosten: Kurs: CHF 180.– Material: CHF 2320.– Total: CHF 2500.– Teilnehmerzahl: Auf 5 Personen beschränkt. Voraussetzungen: Zugang zu RTK-Korrektursignal, Handfertig keiten, Handy mit Internet-Hotspot Anmeldung: Bis 31. Mai 2021 über www.agrartechnik.ch/kurse Information: zs@agrartechnik.ch Zahlung: Nach erfolgter Anmeldung wird der Kurs in Rechnung gestellt. Eine vorgängige Zahlung ist erforderlich. Kursleitung: Andreas Pfister, 8610 Uster 5

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Sicherheit | Unfallverhütung

Ab 3 Meter vorderem Überhang sind Seitenblickspiegel und ab 4 Meter ein geprüftes Kamera-Monitor-System sowie vorne auf dem Gerät ein gelbes Gefahrenlicht erforderlich. Achslast und Reifentragkraft müssen eingehalten werden. Bilder: BUL

Unfallfreie Futterernte Stress, Fehlverhalten, Unachtsamkeit und bewusstes Missachten grundlegender Sicherheitsregeln sind stets Risikofaktoren. Sicherheitstechnisch einwandfreie, gut gewartete Maschinen sowie sichere Arbeitsroutinen helfen, schwere Unfälle während der Futterernte zu vermeiden. Cornelia Stelzer*

Fahrzeuge und Maschinen im Strassenverkehr müssen korrekt gemäss der aktuellen Gesetzgebung ausgerüstet sein. Beim Linksabbiegen kommt es besonders durch überholende Motorräder immer wieder zu schweren Kollisionen. Fahren mit Rückspiegel, rechtzeitiges Blinkersetzen, Einspuren, seriöse Kontrollblicke und Bremsbereitschaft sind unerlässlich. Blinkanlagen müssen funktionstüchtig, sauber und für alle Verkehrsteilnehmenden gut sichtbar angebracht sein. Im Heuwetter begegnet man auf schmalen Strassen vielen Personen, die zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind. Das Kreuzen oder Überholen, ohne vom Gas zu gehen, ist nicht nur rücksichtslos und

*Cornelia Stelzer arbeitet bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL), 5040 Schöftland.

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riskant, sondern auch imageschädigend. Den E-Bikes muss vermehrte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Gerade beim Rechtsabbiegen können sie sich schnell im toten Winkel befinden.

Hangeinsatz Für Arbeiten am Hang sind unbedingt hangtauglich ausgerüstete Fahrzeuge und Maschinen mit Sicherheitskabine, Sicherheitsgurt, Allradantrieb und genügend Reifenprofil erforderlich. Der Sicherheitsgurt hält eine Person beim Fahrzeugsturz im Schutzraum und wird dadurch zum Lebensretter. Er muss jedoch konsequent getragen werden. Für den Einsatz am Hang sind Rollgurten mit ALR-System geeignet. Sie blockieren in der gewünschten Länge und können auch ausgezogen werden, wenn das Fahrzeug in Neigung steht. Der Einsatz alter Traktoren ohne Fahrerschutz ist insbe-

sondere am Hang verantwortungslos und zu unterlassen.

Sicherheitselemente Sicherheitselemente brauchen eine regelmässige Wartung und Kontrolle. Gelenkwellen müssen mit einem kompletten Schutz und den erforderlichen Rückhalteketten ausgerüstet sein. Vor Arbeitsbeginn ist sicherzustellen, dass alle Schutzabdeckungen und Schutzbügel in ihrer vorgesehenen Position montiert sind.

Mähen birgt Gefahren Wegfliegende Messer von Kreiselmähern sowie Fremdkörper können Drittpersonen treffen oder Sachschaden anrichten. Vor Arbeitsbeginn müssen der korrekte Sitz sowie der Verschleiss der Messer und der Halterungen kontrolliert werden. Während des Mähens müssen sämtliche Schutzabdeckungen in Schutzstellung sein.


Unfallverhütung | Sicherheit

Beim Mähen sollten sich keine weiteren Personen in der Nähe des Mähwerks aufhalten. Vor Arbeiten am oder ums Mähwerk herum muss der komplette Stillstand abgewartet werden.

Personen können von laufenden Kreiselarmen erfasst und schwer verletzt werden. Maschinen dürfen daher zum Einstellen der Arbeitshöhe vom Boden aus nicht laufen. Für Arbeiten am Hang dürfen nur hangtaugliche Maschinen eingesetzt werden. Besonders beim Wenden ist Vorsicht geboten, da Maschinen mit Schwenkbock seitlich ausschlagen und dabei den Traktor zum Kippen bringen können.

Der Eingriff in laufende Maschinen führt zu schweren Unfällen. Vor der Störungsbehebung müssen die Maschinen mit dem Sicherheitsstopp gesichert werden. Wegrollende Rundballen haben ein grosses Zerstörungspotential. In Hanglage müssen sie so abgelegt sein, dass sie nicht wegrollen können. Besonders das Gewicht von Siloballen wird oft unterschätzt. Das Gesamtgewicht der Anhänger darf nicht überschritten werden. Für den Transport ist eine korrekte Sicherung mit Spanngurten oder entsprechenden Sicherungsvorrichtungen am Transportanhänger unverzichtbar. Der Transport von Grossballen auf der Strasse mit dem Front-, Hof- oder Teleskoplader ist nicht zulässig.

Ernten

Arbeitsorganisation

«Blinde» Rückwärtsfahrten mit vollbeladenem Ladewagen sind riskant, vor allem dann, wenn sich Kinder im Betrieb befinden. Für Hanglagen können Ladewagen mit Doppelrädern bis zu einer Breite von 3 m ausgerüstet werden. Das Fahren in stark geneigten Parzellen soll geübten Fahrerinnen und Fahrern mit Kenntnissen der örtlichen Situation überlassen werden.

Alle mitarbeitenden Personen müssen mit ihrem Auftrag, den Maschinen und den Gegebenheiten vertraut sein. Mitfahrende Kinder bis 7 Jahre gehören gesichert in einen Kindersitz; in Hanglagen sollten keine Kinder mitgeführt werden. Ein Notfallplan enthält das wichtigste Vorgehen in einer Notsituation und sollte allen Beschäftigten bekannt sein.

Zetten und Schwaden

TractorMaster. Weil der Landwirt alles gibt. Angetrieben von Leidenschaft und Hingabe bearbeitet der Landwirt sein Feld, bis er die Ernte eingefahren hat. Unsere Ingenieure teilen diesen Anspruch und entwickeln Reifen, die den Landwirt bei jedem Wetter und auf jedem Boden perfekt unterstützen. Und das mit grossem Vorsprung, dank N.flex Technologie, speziellem Wulst-Design und ausgereifter Stollentechnologie. Denn Reifen, die länger durchhalten, bringen den Landwirt ein gutes Stück weiter nach vorne. Mit Herz und Ähre – Leistungsstarke Landwirschaftsreifen. continental-reifen.de/specialty

Eine Nachrüstung mit Sicherheitsgurten lohnt sich auch bei älteren Fahrzeugen immer.

Grossballentransporte müssen korrekt und mit ausreichend Zurrmitteln gesichert werden.


Sicherheit | Hof und Feld

welche vorgängig in den Boden einge­ dreht wird.» Die Flow-Gates seien wet­ terfest und man könne sie im Winter draussen lassen. Sockel und Tor seien nummeriert. «Somit können sie im Früh­ ling wieder gepaart werden, wenn sie durch den Winter demontiert werden.» Das robust gebaute «Flow-Gate», das auch mit einem elektrischen Zaun kop­ pelbar ist, gibt es laut Eymann in der Standard­ grösse von 1 Meter hoch auf 1 Meter breit mit einem Gewicht von 18 kg. Möglich sei auch das Platzieren von Werbung oder die optionale Zusatz­ ausrüstung mit Durchgangszähler.

Für Biker-Regionen

Biker müssen nicht mehr absteigen, sondern das Tor einfach mit ihrem Vorderpneu anstossen. Das «Flow-Gate» schliesst nach der Durchfahrt wieder von selber. Bilder: zvg

Kein Ärger mehr wegen offener Weidetore

Mit einem Einzelstückpreis von 790 Franken ist das selbstschliessende Tor nicht ganz günstig. Bei grösseren Bestell­ mengen nimmt der Preis ab. «Sinn macht das ‹Flow-Gate›, wenn eine ganze Region, die auf Bike-Tourismus setzt, ihre durch Weiden führenden Bikerstrecken mit selbstschlie­ ssenden Toren ausrüstet.» Mehrere Bi­ ker-Regionen setzen mittlerweile auf die Tore von Eymann. Mittlerweile habe er auch schon an einzelne Landwirte und Private To­ re verkaufen können, sagt der Entwickler. Profitieren davon können schlussendlich al­ le. Die Biker, der Tourismus und auch die Bauern, die sich nicht mehr über offene Weide­tore ärgern müssen.

Das «Flow-Gate» ist ein selbstschliessendes Weidezauntor und sorgt dafür, dass die Kühe in der Weide bleiben und Biker nicht mehr absteigen müssen. Entwickelt hat das Tor Alex Eymann aus Grindelwald BE. Heinz Röthlisberger

Leider kommt es immer wieder vor, dass Wanderer und Biker beim Passieren von Weiden die Zauntore nicht mehr schlies­ sen. Gerade mit dem derzeitigen Bike-​ Boom nimmt dieses Problem noch zu. Bleiben die Tore offen, können Kühe, Rin­ der und andere Tiere die Weide problem­ los verlassen. Das sorgt für grossen Ärger bei den Landwirten, weil die Suche nach den Tieren oft sehr mühsam oder gar zu gefährlichen Situationen führen kann. Abhilfe kann das selbstschlies­sende Wei­ dezauntor «Flow-Gate» der Schweizer Firma Eymann Werks aus Grindelwald BE bieten. Das «Flow-­ Gate» lässt sich von den Bikern problemlos und gefahrlos durchfahren, ohne dass diese absteigen 62

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müssen. Nach der Durchfahrt schliesst das Tor von selbst wieder. Damit bleiben die Kühe auf der Weide. Sie können die­ ses auch nicht von sich aus aufstossen. Entwickelt hat das «Flow-Gate» der Schweizer Alex Eymann, der auf einer Farm in Quebec, Kanada, aufgewachsen ist und heute in Grindelwald Ski- und Fahrrad-Lehrer ist. Vor rund sechs Jahren hat er mit dem Tüfteln begonnen und das Tor seither stetig verbessert.

Das für die Montage des «Flow-Gates» benötigte Material mit der Erdschraube.

Auf Erdschraube montiert «Die Montage eines Flow-Gates vor Ort ist einfach und geht schnell», sagt Alex Eymann auf Anfrage. «Das Tor wird auf einer robusten Erdschraube montiert,

Gerade Biker-Regionen mit einem grossen Routennetz setzen das «Flow-Gate» ein.


Forschung | Plattform

Senkrecht stehende und scharfkantige Scheiben schneiden und verkleinern die Wurzelstöcke. Dies geschieht nach der Verarbeitung durch den Mulcher. Bilder: TH Köln

Effektiver mit modularem Mulchsystem Forscher der TH Köln haben ein modulares Mulchsystem entwickelt, das Erntereste in einem Arbeitsschritt unterschiedlich intensiv zerkleinern und wieder in den Boden einmischen kann. Damit könne Zeit eingespart und die Verrottung beschleunigt werden. Heinz Röthlisberger

Erntereste müssen meist in engen Zeitfenstern zwischen der Ernte der Vorfrucht und der Saat der Folgekultur verarbeitet werden. Andernfalls bedrohen die bei der Zersetzung beteiligten Pilze die nächste Kultur und machen chemische Behandlungen nötig. Für das Zerkleinern der Erntereste und das Einarbeiten in den Boden sind in der Regel mehrere Arbeitsschritte nötig. Um die Verarbeitung der Erntereste effektiver zu gestalten, haben Forscher der Technischen Hochschule Köln zusammen mit den Herstellern Müthing und Güttler und weiteren Partnern in einem Forschungsprojekt ein modulares System entwickelt, das Erntereste von Getreide-, Raps- oder Maisstroh aufnimmt und je

nach ackerbaulichem Ziel unterschiedlich intensiv zerkleinern und in einem Arbeitsschritt in den Boden einmischen kann.

Zwei Werkzeug-Module Das System besteht aus einem herkömmlichen Mulcher. Dieser wurde von den Projektpartnern mit zwei zusätzlichen und von der TH Köln entwickelten Werkzeug-Modulen ausgestattet, die eine unterschiedlich intensive Bearbeitung der Erntereste ermöglichen und die verarbeiteten Pflanzenrückstände mit Erde mischen. Beim ersten Modul handelt es sich um rotierende, sternförmige Werkzeuge. «Diese erfassen die nach der Ernte am Boden liegenden Stoppeln und richten sie

Die rotierenden, sternförmigen Werkzeuge erfassen die nach der Ernte am Boden liegenden Stoppeln und richten sie vorgängig auf, damit der Mulcher sie aufnehmen kann.

auf, damit der Mulcher sie aufnehmen kann. Dadurch können sie vom Gerät besser verarbeitet werden», erklärt Wolfgang Kath-Petersen von der TH Köln. Das zweite Modul besteht aus senkrecht stehenden Scheiben. Nachdem der Mulcher die Stoppeln aufgesammelt und verarbeitet hat, schneiden diese entlang der Saatreihe scharfkantig in den Boden. So sollen die Wurzelstöcke zerkleinert werden, damit sich keine Schädlinge wie der Maiszünsler darin einnisten und überwintern können.

Beschleunigt Verrottung Das Gesamtsystem wurde im Rahmen von Feldversuchen im Einsatz erprobt. «Wir konnten dabei nachweisen, dass durch die modulare Verfahrensweise im Vergleich zu herkömmlichen Methoden Zeit gespart werden kann», bilanzieren die Forscher der TH Köln. Zudem mindere die Möglichkeit, die Verrottung mit Hilfe dieses Kombimulchers effektiver zu beschleunigen, den Infektionsdruck. Dadurch könne der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden», so Kath-­Petersen. In weiteren Untersuchungen soll das System nun zusammen mit den Herstellern optimiert werden. 5

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Publireportage

Landwirtschaft ist oft eine sehr staubige Angelegenheit, was Mensch und Technik gleichermassen fordert. Gleichzeitig sind von einer sinkenden Anzahl an Arbeitskräften immer kürzer werdende Ernteperioden mit deutlich grösseren Erntemengen zu bewältigen. Um die gestiegenen Anforderungen an Bio­ sicherheit, Produkt- und Arbeitsplatzsicherheit zu erfüllen, be­ darf es eines sehr guten Hygienemanagements und der richti­ gen Reinigungslösungen. Bei Mitarbeitern sorgt ein staubfreier Arbeitsplatz für höhere Motivation und weniger Krankheitsta­ ge, bei Maschinen wird Schäden vorgebeugt. Zudem wird pflanzlichen und tierischen Schädlingen das Leben deutlich er­ schwert oder unmöglich gemacht. Die goldene Regel lautet: Staub nicht entstehen lassen und den unvermeidlichen Schmutz so früh und umfassend wie möglich aus der Prozesskette ent­ fernen. Mehr als ein Besen Wer Kartoffeln und Zwiebeln erntet, weiss, wie viele Tonnen an Ackerboden auf den Betrieb gelangen und dort beim Sortieren, Umlagern, Absacken und Verpacken zu Staub vermahlen wer­ den. Auch der betriebliche Fahrzeugverkehr trägt seinen Teil da­ zu bei, die feinen Partikel zu verbreiten. Zwar lässt sich der Staub mit einem Besen teilweise beseitigen, doch vor allem wird er aufgewirbelt – und wandert auf Maschinen, Arbeitstische und Regale, auf höher gelegene Balken und in den Dachstuhl. Je mehr sich Staub nach oben verlagert, desto eher wird er zur Ge­ fahrenquelle. Unter Einwirkung von Luftfeuchtigkeit können an nicht einsehbaren Stellen Schimmel und Mykotoxine entstehen, oder Schädlinge nisten sich ein. Dieser Problematik lässt sich nur entgegenwirken, indem man hygienische Anforderungen im Blick hat und die passende Reinigungstechnik einsetzt. Wird täglich mit Staubsaugern und/oder Kehr-/Kehrsaugmaschi­ nen gearbeitet, lassen sich die Partikel gut einsammeln und wie­ der dahin zurückbringen, wo sie hingehören – auf den Acker. Verfügen Nass-/Trockensauger über eine automatische Filter­ 64

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abreinigung, kann man selbst grosse Staubmengen unterbre­ chungsfrei und effektiv beseitigen. Darüber hinaus lassen sich mit den multifunktionalen Geräten Flüssigkeiten einsaugen und Schlepperkabinen, Lagersilos, Regale, Balken sowie viele andere Gegenstände problemlos vom Staub befreien. Minimierung zählt Staub im Getreideanbau ist unvermeidbar, seine Beseitigung von der Ernte über den Transport und die Lagerung bis hin zur Liefe­ rung an die Mühle eine Herausforderung. Doch nur die konse­ quente Entfernung der feinen Partikel über alle Produktions­ schritte hinweg hilft dabei, die Gesundheit der Mitarbeiter, vor allem mit Blick auf Lungenerkrankungen, zu schützen, die Qua­ lität des Ernteguts während der kompletten Lagerperiode zu er­ halten und Gebäude sowie Maschinen zu schonen. Die Repara­ tur eines Mähdreschers ist oft deutlich kostenintensiver als die Investition in Reinigungstechnik, die staubbedingte Beschädi­ gungen verhindern kann. Doch welche Lösungen sind zu emp­ fehlen? Die häufig eingesetzten Kompressoren befreien Oberflächen zwar vom Staub, verteilen ihn aber gleichzeitig in der Umge­ bung und sorgen beim Anwender für eine sehr hohe Belastung. Mit einem Nass-/Trockensauger werden die Partikel wirksam entfernt und nicht weiterverbreitet, so dass beispielsweise die wesentlichen Bestandteile eines Mähdreschers gut gereinigt werden können. Bei Teilen wie dem Schneidwerk, die nicht tro­ cken gehalten werden müssen, lässt sich ein Hochdruckreiniger verwenden. Die gründliche Reinigung von Lagerstätten und Silos vor der Ein­ lagerung verhindert Verschleppungen von Schädlingen von der alten auf die neue Ernte. Zudem lassen sich Nester mit Durch­ wuchs oder Schimmel entfernen. So entsteht die nötige Voraus­ setzung dafür, Getreide für ein Jahr oder länger einlagern zu können. Ein geeigneter Staubsauger mit Verlängerungsschlauch stellt sicher, dass der Staub nicht aufgewirbelt, sondern von


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Um Hygiene in der Futterlagerung zu gewährleisten, müssen Aussensilos regelmässig kontrolliert und mindestens einmal pro Jahr grundgereinigt werden.

Mit einem Besen wird der Staub nur verteilt – mit einer Kehrmaschine lässt er sich wirksam beseitigen, in Aussenbereichen …

…ebenso wie in Werkstätten und Lagerhallen.

Grosse Nass-/Trockensauger mit Fahrbahndüse helfen dabei, Böden von Staub und Verunreinigungen zu befreien.

• L (leichtgefährlich): Der AGW (Arbeitsplatzgrenzwert) gemäss DIN EN 60335-2-69 ist grösser als 1 mg/m3. Besondere Anforderungen an die Filterung/Entsorgung bestehen nicht. • M (mittelgefährlich): Der AGW liegt zwischen 0,1 und 1 mg/m3. Die Filterleistung weist eine Durchlässigkeit von unter 0,1% auf. • H (hochgefährlich): Bei einem AGW unter 0,1 mg/m3 ist eine Durchlässigkeit des Filters von unter 0,005 % gefordert. Die Entsorgung der anfallenden Stäube muss absolut verlustfrei erfolgen.

Jedes Detail wichtig. Mit der Reduktion von Medikationen, insbesondere von Antibiotika, ist hygienisch einwandfreies Futter mehr denn je wesentliche Grundlage erfolgreicher Tierhaltung. Kommen Getreide und andere Komponenten wie Eiweissträger oder Mineralfutter aus dem Lager, müssen während der Aufbereitung alle Kontaminationsquellen ausgeschaltet werden. Nur wer gründlich arbeitet, kann eine Gefährdung der Tiergesundheit durch Schadnager, andere Schädlinge sowie Schimmel und Mykotoxine verhindern. Staub und Verunreinigungen sind also Auch zur Innenraumreinigung von Fahrzeugen eignen sich Nass-/Trockensauger sehr gut. nicht nur in den Silos, sondern auch an der Schrotmühle und am Futtermischer Wänden und anderen Flächen aufgenommen wird. Die Böregelmässig zu entfernen. Nass-/Trockensauger sowie Kehrden lassen sich effizient mit Kehrmaschinen oder einem grossen oder Kehr-Saugmaschinen sind für diese Arbeiten sehr gut geSauger mit Fahrbahndüse reinigen. eignet. Leistungsfähige Geräte unterstützen auch dabei, den Staub zu Besonderes Augenmerk gilt den Aussensilos, deren Inhalt täglibeseitigen, der beim Einlagern des Getreides über eine Gosse chen Temperaturschwankungen und damit der Bildung von aufgewirbelt wird. Je nach Standort müssen stationäre AbsaugKondenswasser ausgesetzt ist. Eine Kontrolle vor jeder Befülanlagen installiert sein, deren Parameter sich aus den jeweiligen lung und mindestens eine jährliche Grundreinigung mit Hochländerspezifischen Vorgaben ableiten lassen. Ist keine Absaugdruckreiniger und Heisswasser sollten Standard sein. anlage im Einsatz, sollten die komplette Fördertechnik, alle Fazit Transportwege sowie die im Lager eingesetzten Maschinen regelmässig abgesaugt werden, um vor allem die Belastung für die Wird Hygiene konsequent ernstgenommen, ergeben sich daraus Mitarbeiter deutlich zu senken. Darüber hinaus hat die regelfür den Betriebsleiter nur Vorteile: Gesunde Mitarbeiter arbeiten mässige Reinigung den Vorteil, dass in der Fördertechnik verbliemotiviert, gesunde Tiere erreichen hohe Tierleistungen, die Kosbene Getreidereste entfernt werden, bevor sie austreiben oder ten für den Tierarzt reduzieren sich – und der Ruf des Betriebs ist sich Schimmel verbreitet. einwandfrei. 5

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Plattform | Firmenporträt

Blick in die Entwicklerwerkstatt der Agrarmaschinenbau Linder GmbH: Der Heimisbacher Matthias Linder mit dem neu entwickelten Kräutervollernter. Bilder: H. Röthlisberger und M. Linder

Die Erfinderwerkstatt in Heimisbach Matthias Linder aus Heimisbach BE entwickelt und baut Spezialmaschinen für Sonderkulturen. Zu seinen Erfindungen gehören etwa ein Nüsslerpflanzer und als neuste Entwicklung ein Kräutervollernter. Auch der «Flunick» stammt aus seiner Werkstatt. Heinz Röthlisberger

Bei der Anfahrt zum Bauernhof von Matthias Linder, etwas oberhalb von Heimisbach BE, deutet nichts darauf hin, dass hier schon manche Landtechnik-Idee das Licht der Welt erblickt hat. Dabei hat sich der 38-jährige gelernte Polymechaniker und Maschinentechniker in der Branche längst einen Namen als Entwickler und Tüftler für Speziallösungen, hauptsächlich

Serie «Schweizer Firmen» In dieser Serie porträtiert die «Schweizer Landtechnik» in loser Folge Schweizer Hersteller von Maschinen und Geräten für die Schweizer Landwirtschaft.

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für Sonderkulturen, gemacht. 2012 hat er seine Firma Agrarmaschinenbau Linder GmbH gegründet und mit dem Bau der Nüsslersalatpflanzmaschine gleich für Aufsehen bei Gemüsebauproduzenten gesorgt. «Die Pflanzmaschine war das erste grosse Projekt, als ich mich selbstständig gemacht habe», sagt Matthias Linder. Geschätzt wird die Maschine von den Gemüsebauern etwa wegen der Leistung, der Wendigkeit und weil das Fahrwerk das Pflanzbeet über die gesamte Breite gleichmässig rückverfestigt. Durch die Rückverfestigung ist eine gute Wasserversorgung der frisch gepflanzten Pflanzen gewährleistet und es muss auch weniger Wasser über die Bewässerung zugeführt werden, was wiederum die An-

fälligkeit der Pflanzen für Krankheiten reduziert. Mittlerweile sind fünf der Pflanzmaschinen auf Schweizer Betrieben im Einsatz. «Für meine Verhältnisse sind das viele», sagt Linder, der seine Werkstatt als Einmannunternehmen führt und zusammen mit seinem Vater und der Familie auch noch den 12 Hektar grossen Biobetrieb bewirtschaftet.

Im Prototypenbau bei Aebi Die Maschinen baut Linder in der hofeigenen Werkstatt zusammen. «Die ist nicht gross, aber gut ausgestattet und reicht deshalb völlig aus», erklärt Linder, der ein hohes Fachwissen und viel Erfahrung in der Entwicklung und Umsetzung von neuen Ideen hat. Neun Jahre hat er bei der


Firmenporträt | Plattform

Landmaschinenfabrik Aebi in Burg­dorf im Prototypen-Bau und im Versuch gearbeitet. Unter anderem war er dort bei der Entwicklung des Transporters «VT 450» beteiligt. Zudem war Linder bei der damaligen Firma Fobro-Kress in Hüswil BE für die Montage des Weinbau-Stelzentraktors «Ohard» zuständig, der auf der Agritechnica 2011 in Hannover D einiges an Staunen ausgelöst hat.

Absauger der weissen Fliege Seit er selbständig ist, hat er neben der Nüsslerpflanzmaschine weitere Eigenentwicklungen gebaut. So etwa einen Schädlingsabsauger zur Bekämpfung respektive Absaugung der weissen Fliege etwa im Wirz oder im Kohl, ein selbstfahrendes Aufsitz-Fahrzeug für die Spargelernte oder auch einen Rotorstriegel für die Unkrautbeseitigung in Reihenkulturen. Bei diesem hat er an die Arme eines Kreiselschwaders Striegelzinken von Treffler montiert, die dann über den Thymian, Minze oder Salbei kreiseln. Der Vorteil dieser kreiselnden Striegel-Technik ist, dass die Striegel im Gegensatz zu herkömmlichen Striegel-­ Maschinen auch von der Seite her in beide Richtungen die Reihen durchkämmen und das Unkraut beseitigen können. Von dieser Maschine sind mittlerweile auch schon ein paar im Einsatz.

Kräutervollernter – der neuste Wurf Auf ihrem Hof baut die Familie Linder auch 80 Aren Kräuter an. Die Ernte von Kräutern ist zeitintensiv und zuweilen auch anstrengend. Doch das könnte schon bald vorbei sein. Denn Matthias Linder hat einen Vollernter gebaut, mit dem die Kräuter maschinell geerntet werden können und der für eine grosse Arbeitserleichterung bei den Kräuterbauern sorgen könnte. «Die Idee dazu hatte ich schon lange, kam aber nie wirklich dazu. Nun aber habe ich viel Zeit in den Kräuter­ernter investiert und eine Maschine gebaut, die wir in dieser Saison erstmals einsetzen wollen. Zuerst müssen wir die Maschine aber testen, dann werden wir sehen, ob sie funktioniert», schmunzelt Linder. Auch diese Maschine ist, wie die Nüsslerpflanzmaschine, mit einem bodenschonenden Raupenfahrwerk ausgerüstet. Gebaut ist der Ernter mit einem Haspel-­ Mähwerk, «D1305»-Motor von Kubota, Förderband und Überladebunker. Die Mähbreite beträgt etwas über 1,70 Meter bei einer Spurbreite von 1,50 Metern. «Damit können wir flächig mähen, ohne dass man die Kräuter überfahren muss.»

Der Kräutervollernter mit Raupenfahrwerk, Haspel-Mähwerk, Förderband und Überladebunker wird in dieser Saison erstmals eingesetzt.

Entwicklung des «Flunick» Wo aber holt sich Linder seine Ideen? «Vieles entsteht dadurch, dass jemand eine Maschine benötigt, die es seinen Wünschen entsprechend im Handel nicht zu kaufen gibt», erklärt Linder. «Sie kommen zu mir, erklären mir ihre Idee und ich probiere, diese in die Realität umzusetzen».

So sei auch die selbstfahrende und teilautonome Mehrzweckmaschine «Flunick» entstanden (über den «Flunick» hat die «Schweizer Landtechnik» ausführlich berichtet). Aus der Entwicklung, die 2018 mit dem Agropreis-Spezialpreis ausgezeichnet worden ist, hat Matthias Linder zusammen mit Andreas Reichenbach, Anton Zimmermann und Markus Fuchs die Firma Semesis AG mit Sitz in Uster ZH gegründet. Der «Flunick» wird stetig weiterentwickelt. So stand die Maschine letzten Herbst in Heimisbach in der Werkstatt von Linder, wo sie unter anderem das neue Raupenfahrwerk, das auch beim Kräutervollernter eingesetzt wird, erhielt.

Neue Ideen sind bereit Mit der Nüsslerpflanzmaschine hat Matthias Linder in der Gemüsebranche 2013 für Aufsehen gesorgt.

Der kreiselnde Striegel, der auf einem Schwader basiert, kann für das Striegeln in Reihenkulturen eingesetzt werden.

Dass er vorwiegend im Bau von Spezialmaschinen für den Gemüsebau oder Sonderkulturen tätig ist, liegt auf der Hand. «In diesen Branchen sind Spezialmaschinen gefragt», erklärt Linder. Sobald ein Gemüsebauer mit einer Maschine Arbeitsstunden einsparen kann, sei die Maschine schnell bezahlt, auch wenn sie teurer ist als eine Serienfertigung. Man spürt im Gespräch die Begeisterung von Matthias Linder für den Maschinenbau und man kann sicher sein. dass auch in Zukunft noch viel von ihm zu hören sein wird. «Neue Ideen sind schon vorhanden», sagt der engagierte Entwickler. Die seien aber noch nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. 5

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Management | Praxisfragen

Eine mögliche Lösung einer Stapler-Gabelsicherung. Der Schutzbügel kann einfach hoch- und runtergeklappt werden. Wird der Bügel aufgeklappt, kann er oben mit zwei kleinen Verschlüssen befestigt werden. M. Etter

Gabelsicherung auf der Strasse Wer mit einem Gabelstapler, Ladefahrzeugen oder anderen Arbeitsgeräten mit Kanten, Spitzen oder hervorschauenden Zinken auf der Strasse unterwegs ist, muss diese abdecken und mit einer Markierung versehen. Heinz Röthlisberger

«Führen eines nicht vorschriftsgemäss ausgerüsteten Arbeitskarrens (Gabel­ stapler) durch Nichtkennzeichnen und Nichtschützen der Palettengabel. XY wird wegen Führens eines nicht den Vorschrif­ ten entsprechenden Fahrzeuges sowie Zuwider­ handlung gegen die Verkehrs­ zulassungsverordnung schuldig erklärt.» 68

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So lautete das Urteil eines Strafverfahrens der Staatsanwaltschaft in einem Fall, von dem die «Schweizer Landtechnik» Kenntnis hat. Der Staplerfahrer war auf der Hauptstrasse unterwegs und wurde von der Polizei kontrolliert. Der Fahrer erhielt nach Abschluss des Verfahrens eine Busse (ohne Eintrag ins Strafregister). Zudem muss er die Kosten des Ver-

fahrens tragen. Dieses Urteil zeigt: Beim Lenken von Arbeits­fahrzeugen und Geräten auf der Stras­se muss unbedingt auf das Strassenverkehrsgesetz geachtet werden.

Stapler im Strassenverkehr Damit ein Gabelstapler auf der Strasse unterwegs sein darf, muss er entweder über


Praxisfragen | Management

ein grünes Kontrollschild (nur für landwirtschaftliche Fahrten) oder über ein blaues Kontrollschild verfügen (auch gewerbliche Fahrten). Auf Fahrten auf einem Areal ist eine Werkareal-Bewilligung nötig. Für das Fahren im öffentlichen Strassenverkehr mit einem Stapler gelten spezielle Regeln: • Gabelzinken müssen demontiert oder hochgeklappt sein. Wenn das nicht der Fall ist, müssen die Gabeln mit einem Schutzbalken (Gabelsicherung) versehen werden. Das heisst, die Staplergabeln müssen vorne abgedeckt und mit roten-weiss gestreiften Markierungsflächen gekennzeichnet werden. • Stapler müssen strassenverkehrstauglich ausgerüstet (Licht, Blinker, Spiegel usw.) und für den Strassenverkehr zugelassen sein (Kontrollschild). • Der Staplerfahrer muss zusätzlich zur Staplerfahrerausbildung (R1 Gegengewichtsstapler) über einen gültigen Führerausweis der Kategorie F (Arbeitsmotorfahrzeuge) oder B (Motorwagen bis 3,5 t) verfügen (SVG). • Mit Arbeitsfahrzeugen wie Gabelstapler, Teleskoplader und Hoflader wie auch mit dem Frontlader am Traktor dürfen auf der Strasse keine Sachentransporte durchgeführt werden dürfen.

Zinken und scharfe Kanten abdecken Das Abdecken von markanten und hervorstehenden Teilen darf auch bei anderen Ar-

beitsfahrzeugen und Anbaugeräten nicht vernachlässigt werden. Das zeigt das Beispiel im Kanton Thurgau. Im letzten Herbst wurden dort laut dem «Thurgauer Bauer» Landwirte verzeigt, die mit Sämaschinen mit nach hinten vorstehendem Zinkenstriegel unterwegs waren, bei denen die Zinken des Striegels nicht geschützt waren. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft schreibt zum Thema «Kennzeichnung von gefährlichen Teilen»: «Spitzen, Schneiden und scharfe Kanten, die von vorne gesehen seitlich über das Motorfahrzeug vorstehen, oder die bei einem Auffahren von hinten gefährlich werden könnten, müssen mit Abdeckungen versehen werden und mit rot-weissen Markierungsflächen versehen werden. Auch Kanten von Schaufeln, auch Heckschaufeln, Aufnahmen von Arbeitsgeräten und jegliche Zinken müssen abgedeckt werden.»

Wo drückt der Schuh? Was beschäftigt die Mitglieder des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik am meisten? Welchen Hauptproblemen sind Sie in der Praxis ausgesetzt? In dieser lose erscheinenden Serie behandelt die «Schweizer Landtechnik» Anliegen aus der Praxis. Ihre Fragen können Sie direkt an den SVLT in Riniken stellen, Tel. 056 462 32 00 oder per E-Mail an zs@agrartechnik.ch.

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CH-Führerausweis – CH-Nummernschild

In der März-Ausgabe berichtete die «Schweizer Landtechnik» über das «Benutzen eines ausländischen Führerausweises in der Schweiz». In dieser Sache gilt: Das Fahren mit einem gültigen ausländischen Führerausweis ist für Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz auf ein Jahr limitiert. Nach Ablauf dieser Zeit muss der Umtausch in einen Schweizer Führerausweis erfolgen. Ein Leser machte nun auf Folgendes aufmerksam: Sobald der ausländische Arbeiter über den Schweizer Führerausweis verfügt, muss er auch das Nummernschild seines privaten Fahrzeuges auf ein CH-Kennzei-

chen wechseln. Denn laut Zollrecht darf man mit dem CH-Führerausweis in der Schweiz kein privates Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen verwenden, sofern das Auto nur im Ausland verzollt und versteuert worden ist. Oder anders formuliert: Ausländische Motorfahrzeuge und Anhänger sind mit schweizerischem Fahrzeugausweis und schweizerischen Kontrollschildern zu versehen, wenn der Halter sich seit mehr als einem Jahr ohne Unterbruch von mehr als drei zusammenhängenden Monaten in der Schweiz aufhält und das Fahrzeug länger als einen Monat hier verwendet. Der Arbeitgeber kann nicht haftbar gemacht werden, wenn seine ausländischen Angestellten nicht regelkonform unterwegs sind. Das ist Sache jedes Einzelnen. Allerdings sollte der Arbeitgeber seine Mitarbeiter über diese Bestimmungen informieren und darauf aufmerksam machen. Vor allem dann, wenn die Mitarbeiter aus dem Ausland stammen und die Gesetze in der Schweiz nicht kennen.

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Passion | Oldtimer

Ein prächtiger Warchalowski-Oldtimertraktor in den Weinbergen bei Maienfeld. Bilder: Paul Jenni

Der Warchalowski-Traktor mit V-Motor Vor 163 Jahren entstand in Wien die Maschinenfabrik J. Warchalowski, die später Stationärmotoren zu bauen begann. Sie startete nach dem Zweiten Weltkrieg die Produktion eigener Warchalowski-Traktoren mit V-Motor und Luftkühlung. 1980 kam das Aus. Paul Jenni*

Die Gründung des Unternehmens Maschinenfabrik J. Warchalowski als Einzelfirma erfolgte durch Jakob Warchalowski im Jahre 1858. Es siedelte sein Unter­ nehmen in Wien an und begann in einem kleinen Betrieb mit dem Bau von verschiedenen Maschinen. Nach dem Aufkommen der ersten Verbrennungs*Der pensionierte Landwirt Paul Jenni aus Scherzingen TG schreibt als langjähriger Autor der «Alten Landtechnik» regelmässig fundierte Artikel zu verschiedenen Themen.

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motoren von Otto und Diesel erkannte Warchalowski sofort die Zukunft dieser Erfindung. Er begann mit dem Bau von Stationärmotoren, die er bald in die ganze damalige Monarchie verkaufen konnte. Seine Söhne bauten den Betrieb weiter auf mit Neuentwicklungen ver­ schiedenster Art und erwarben damit zahlreiche Patente. Sie traten zusätzlich mit anderen Maschinenbaufirmen in geschäftliche Verbindung. Aus dieser Zusammenarbeit heraus gründete August Warchalowski im Jahre 1913 die In­

dustrie­ werke Warchalowski – Eissler & Co. Hier wurden bald 2000 Angestellte beschäftigt.

Dreizylinder mit ungleicher Zylinder­zahl rechts und links Im Zweiten Weltkrieg wurden die Werksanlagen fast vollständig zerstört, doch der Wiederaufbau erfolgte in kurzer Zeit, wiederum als eine Einzelfirma unter dem Namen Motorenfabrik J. Warchalowski, Wien III. Sofort begann man wieder mit dem Bau von Stationärmotoren, und die


Oldtimer | Passion

Entwicklung eines luftgekühlten Dieselmotors für Fahrzeuge wurde gestartet. Das war der Startschuss für den Bau eigener Warchalowski-Traktoren. Der Motor im «WT 14» mit nur 14 PS erwies sich als zu schwach. Ein neuer Zweizylinder mit 20 PS Leistung wurde dann zu einem regelrechten Erfolgsmodell. Das Eigentümliche an den luftgekühlten Warchalowski-­ Motoren war die Anordnung als V-Motor. Später kamen Traktoren mit 30 PS und schliesslich mit 40 PS dazu. Eine Seltenheit ist der V-Dreizylinder­ motor mit ungleicher Zylinderzahl rechts und links. Diese Modelle sind heute eine absolute Rarität geworden. Es wurden auch Bergausführungen mit speziell kleinen und breiten Rädern sowie Allradtypen und eine Schmalspurversion angeboten. Die Getriebe lieferte mehrheitlich ZF, die Hydraulik war von Bosch. Eine Besonderheit war der im Kupplungsgehäuse eingebaute Schalldämpfer, eigens entwickelt von den Warchalowski-Konstrukteuren.

Motoren von hoher Qualität Die Motoren wiesen eine hohe Qualität aus und konnten in die USA, nach Brasi­lien und Indochina exportiert werden. Auch der europäische Traktorenbau bediente sich der Warchalowski-Motoren. In Österreich bauten Lindner, Krasser, Kirchner, und Waibel den «LW 20» in ihre Traktoren ein. Anton Gottfried verbaute ihn längere Zeit im Steinbock-Transporter. In der Schweiz kam er im Merk «Pullax» und im Motrac «Vario» zum Einbau. In der damaligen Bundesrepublik bestückte Huber & Wössner den Mulag-Transporter ausser mit ILO-Benzin mit dem Warchalowski als Dieselversion.

DDR kaufte Lizenz In der DDR erwarben die Motorenwerke in Cunewalde von Warchalowski die Li-

Der Vierzylindermotor «D 41» mit 40 PS ist der grösste von Warchalowski gebaute Traktormotor; typisch ist die V-förmige Anordnung der Zylinder mit Kühlgebläse im Zentrum.

Der «WT 32 A» ist einer der letzten hergestellten Warchalowski-Traktoren.

zenz für den Bau dieses Motors. Dieser leistete 30 PS. Der staatliche DDR-Industrieverband für Fahrzeugbau IFA, mit Werken in Nordhausen, Schönebeck, Brandenburg und Cunewalde, baute diesen Motor in seinem Traktorenwerk Schönebeck in den Typ «Aktivist RS 30» ein. Ei-

ne der wenigen privaten Firmen in der DDR, die Münch & Co. in Grumbach, baute ab 1958 nach dem Muster des «Aktivist RS 30» den Münch-Radtraktor. Den Lizenz-­ Warchalowski-Motor dazu lieferte das DDR-Motorenwerk in Cunewalde.

Bis ins Jahr 1980 wurden über 11 300 Warchalowski-Traktoren gebaut Im Verlaufe der 60er-Jahre sanken auch bei Warchalowski die Absatzzahlen für ihre Motoren und Traktoren. Ab 1968 wurde der Motorenbau eingestellt und man baute einen wassergekühlten Motor von IHC ein. Weitere Komponenten wurden ebenfalls zugekauft. Es kamen noch neue Typen mit 44 und 50 PS dazu. Der einstige Grossbetrieb steckte aber immer mehr in finanziellen Schwierigkeiten, was dann bereits 1970 zur Übernahme durch die Case International Harvester Company führte. Die abnehmenden Stückzahlen verhinderten jede Neuentwicklung bei den Warchalowski-­ Traktoren. Case IH stellte daher nach 11 300 gebauten Warchalowski-Traktoren um 1980 die Produktion in Wien zu Gunsten ihrer eigenen Traktoren aus Neuss ein. Über einige Jahre verkaufte der wenig bekannte italienische Traktorenhersteller De Nardi seine Traktoren mit Bezeichnung

und Firmensignet von Warchalowski nach Österreich, bis dann um 1990 das endgültige Ende auch für den Namen Warchalowski kam.

In der Schweiz verkaufte man Warchalowski-Traktoren unter dem Begriff Austro-­Diesel.

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Wissen | Praxis

Gewitter oft erst kurz vorher an.» Grund dafür kann sein, dass die Apps ihre Daten laufend von den Wetterdiensten beziehen und ihre Prognose stetig aktualisieren. Das heisst, dass man mehrmals täglich auf die App blicken muss, um die aktuelle Wetterlage einsehen zu können. Das ist in der Regel kein Problem. Denn, wie die Umfrage ebenfalls zeigt: Smartphone-​Besitzer schauen mehrmals täglich auf ihr Handy und checken dabei gleich auch noch die aktuellen Wetterdaten.

TV und Radio bleiben hoch im Kurs

Viele Landwirte holen sich die Wetterprognose über eine der vielen Smartphone-Apps. Nach wie vor beliebt ist auch die Information über TV und Radio. Bild: H. Röthlisberger

Wetter-Apps sind am beliebtesten Viele Landwirte informieren sich heutzutage mit HandyApps über das Wetter. Das zeigt die Online-Umfrage der «Schweizer Landtechnik». Rund ein Drittel der UmfrageTeilnehmer nutzen auch eigene Wetterstationen. Heinz Röthlisberger

Die Umfrage zeigt auch, dass neben den Wetter-Apps nach wie vor der Wetter­ bericht im Radio und im Fernsehen am meisten genutzt wird. Betrachtet nur nach den Medien TV und Radio (ohne Apps) nutzen über 52 Prozent der Um­ frage-Teilnehmer sowohl das Radio als auch den Fernseher. Nicht ohne Grund ist seit jeher die Sendung «Meteo», die unmittelbar nach der 19.30-Uhr-Tagesschau folgt, eine der meistgesehenen Sendungen des Schweizer Fernsehens SRF. Bei der Frage «Nutzen Sie Online-Wetterdienste über Computer, Tablet oder Handy?» liegt auch hier das Handy mit 46 Prozent vorne. 31 Prozent der Umfrageteilnehmer nutzen den PC und 23 Prozent das Tablet.

Eigene Wetterstation Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz einer eigenen Wetterstation auf dem Betrieb. Ein solche wird von 31 Prozent der Umfrage-Teilnehmer genutzt. Das zeigt, dass viele ihre eigenen Klimabeobachtungen schon fast professionell vor Ort vornehmen. Wetter­stationen bieten zusätzlichen Nutzen wie Windmesser, Regenmesser, Hygrometer (Luftfeuchtigkeit) und Barometer (Luftdruck) sowie oft auch eine Wettervorhersage.

Blick zum Himmel − die Routine Verlassen Sie sich auf die Wetterprognosen von Radio und TV oder konsultieren Sie mehrmals täglich eine Wetter-App auf dem Handy? Haben Sie sogar eine Wetterstation oder setzen Sie auf eigene Natur- und Himmelsbeobachtungen? Das wollte die Redaktion «Schweizer Landtechnik» in der Online-Umfrage «Wie informieren Sie sich über das Wetter?» (siehe April-Ausgabe) von ihren Leserinnen und Lesern wissen. Die Umfrage zeigt vor allem eines deutlich auf: Wetter-Apps auf den Handys sind sehr beliebt. 91 Prozent 72

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der Umfrage-Teilnehmer informieren sich heute mehrmals täglich mit einer Smartphone-App über das Wetter. Die Wetter-​ Information steckt heute also vermehrt in der Jackentasche, am Gürtel oder in der Hosentasche.

Mehrmals täglich Blick auf die App Zur Zuverlässigkeit der Wetterprognose über das Handy schreibt ein Teilnehmer, dass «Handy-Apps bei schnell wechselndem Wetter manchmal ungenau sein können, und sie zeigen schnell aufkommende

Die Frage, ob sie sich auf eigene Naturund Himmelsbeobachtungen verlassen, wird von knapp 30 Prozent der Teilnehmer mit Ja beantwortet. Dazu schreibt ein Teilnehmer: «Der Blick zum Himmel, oder dorthin, wo meistens die Gewitter herkommen, gehört einfach dazu.» Ob Handy, TV, Radio oder Wetterstation – nicht zuletzt entwickelt man im Laufe der Jahre eine Routine bei der Wetterprognose und ein Gefühl dafür. Dazu schreibt ein Teilnehmer: «Mit Informationen von unterschiedlichen Quellen kann ich mir ein insgesamt besseres Bild machen.»


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SVLT | Sektionen

AG Eco-Drive-Kurs – Sparen beim Fahren Freitag, 4. Juni 2021, 8 bis 16 Uhr, an der Liebegg in Gränichen Die Teilnehmenden erhalten am Kurs Informationen über vielfältige Möglichkeiten, wie der Treibstoffverbrauch der Traktoren reduziert werden kann. Im theoretischen Teil wird das Verbrauchsverhalten eines Traktors behandelt. Im praktischen Teil ist mit dem eigenen Traktor zu erfahren, wie sich der Verbrauch mit angepasster Fahrweise ändert; bitte eigenen Traktor mit Anhänger mitbringen. Kursleiter ist Hansjörg Furter, die Kurskosten betragen Fr. 210.–, inkl. Kursunterlagen und Mittagessen am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg, Gränichen. Die Anmeldung ist bis 21. Mai 2021 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramona Jutzeler, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch, zu richten.

G/M/F-Theorie-Vorbereitungskurse 2021 Die G/M/F-Theoriekurse sind die ideale Vorbereitung für die Traktor- und Töffliprüfung. Im letzten Halbjahr vor dem 14. Geburtstag bietet dieser zweiteilige Theoriekurs alle nötigen Elemente für ein erfolgreiches Absolvieren dieser Führerprüfungen. Die Abstandsregeln des Bundesamts für Gesundheit können eingehalten werden, Änderungen werden kurzfristig bekannt gegeben. Kurse Herbst 2021: Jeweils 18.30 bis 21 Uhr am Donnerstag, 23. September und 30. September 2021, am BVA in Muri sowie 4. November und 11. November 2021 beim SVLT in Riniken. Die Anmeldung hat unter www.fahrkurse.ch zu erfolgen. Informationen sind bei Hansjörg Furter und Yvonne Vögeli, 062 893 20 41, sektion.ag@ agrartechnik.ch, erhältlich.

Feldspritzentest Die 6 Testtage des AVLT-Feldspritzentest sind Geschichte, Total 137 Geräte wurden an den 4 Testorten geprüft. Die neuen Auflagen bezüglich Testwasser auffangen konnten in Villigen und Tegerfelden mit der neuen Auffangwanne des LVLT (Bild) erfüllt werden, in Gränichen und Lupfig wurde das Wasser über die gegebene Platzentwässerung aufgefangen.

Futter- und Ackerbau an verschiedene geeignete Standorte in der ganzen Schweiz, so im April dieses Jahres an den IGA-Sitz auf dem Gutshof des Stifts Olsberg AG (Bild). Die Kursteilnehmenden erlernten das dreispännige Führen eines modernen US-amerikanischen I&J-Mähwerks mit Bodenantrieb. Ein Einspänner vor einer Aebi-Schubradsämaschine mit Jahrgang 1948 (evtl. 1950) mit neun Säscharen schaffte 50 Aren Sommergerste in einer Stunde auszusäen. Zur Nachhaltigkeit der Pferdehaltung – das Pferd besorgt sich mit der Arbeit seinen «Treibstoff» selbst – trägt auch die gegenüber Traktorenzügen und selbstfahrenden Landmaschinen geringe Bodenverdichtung und damit erosionsschonende Wasserhaushaltung bei. Bild: Paul Müri

BE Vorbereitungskurse 2021 Führerprüfung Kat. G/M Was muss ich tun, um einen Vorbereitungskurs besuchen zu können bzw. die Führerprüfung zu absolvieren? 1. Alle wichtigen Infos befinden sich unter www.bvlt.ch, Rubrik Führerprüfung. 2. Anmelden für einen Instruktionskurs. 3. Besuch Kurs nicht obligatorisch. 4. Prüfungsvorbereitung. 5. Gesuch für die Führerprüfung, Sehtest beim Optiker (frühestens 60 Tage vor dem 14. Geburtstag). 6. Anmeldebestätigung durch das Strassenverkehrsamt Bern. 7. Reservation Termin für Führerprüfung (frühestens 14 Tage vor dem 14. Geburtstag). 8. Führerprüfung … Bravo: Prüfung bestanden. Anmeldung zu einem Instruktionskurs: Die Verkehrsinstruktion dauert rund drei Stunden. An verschiedenen Standorten im Kanton Bern, je nach Anmeldung, werden diese Kurse durchgeführt. Hauptthema dieser Schulung ist das Vortrittsrecht. Rund 50 % aller Prüfungsfragen handeln vom Vortritt. Das korrekte Anmeldeprozedere zur Prüfung und der genaue Prüfungsablauf sind ebenfalls wichtige Kursinhalte.

Kontrolle Pflanzenschutzspritzen 2021

«Schaffe met Ross» macht sich bezahlt Seit rund sieben Jahren wird der Kurs «Schaffe met Ross» als Wochenkurs vom landwirtschaftlichen Bildungszentrum Liebegg in Gränichen AG in Zusammenarbeit mit der schweizerischen Interessengemeinschaft Arbeitspferde IGA Schweiz durchgeführt. Während die eintägige Einführung zur Grundlagenvermittlung immer an der Liebegg vermittelt wird, disloziert die Kursgruppe für das Holzrücken, Transportarbeiten,

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Schweizer Landtechnik 5 2021

Alle letztmals 2017 geprüften Spritzen werden dieses Jahr fällig. Warum die Spritze beim BVLT prüfen lassen? Es gibt eine neutrale Überprüfung aller Marken mit dem modernsten Prüfverfahren. Sie sind an der Prüfung dabei und sehen selbst, was Ihr Gerät hergibt. Als Kunde von uns erhalten Sie alle vier Jahre automatisch das Aufgebot zur periodischen Kontrolle. Vor dem Aufgebot erhalten Sie eine Anmeldebestätigung für das laufende Jahr. Dies ist bei einer vorgezogenen ÖLN-Kontrolle von Bedeutung. Folgende Tarife gelten für das Jahr 2021: Grundtarif bis 15 m Balkenbreite: Fr. 90.– für Mitglieder, Fr. 120.– für Nichtmitglieder. Für 18 m Fr. 100.–/130.–, für 21 m Fr. 110.–/140.–, für 24 m Fr. 120.–/150.–, für 27 m Fr. 130.–/160.–, für 30 m Fr. 140.–/170.– Ab 2023 ist ein System zur Innenreinigung der Spritze für alle für den Pflanzenschutz eingesetzten Geräte mit einem Behälter ab 400 Litern In-


Sektionen | SVLT

halt obligatorisch. Das Starten und Durchführen des Spülens muss ohne Absteigen vom Traktor möglich sein. Welches Innenreinigungssystem (kontinuierlich oder abgesetzt) aufgebaut ist, spielt keine Rolle. Die neu in den Verkauf gelangten Spritzen mit einem CE-Zertifikat oder einem EU-anerkannten Test gelten auch in der Schweiz als geprüft und müssen wie im Gebrauch stehende Spritzen, wie oben erwähnt, nach drei Kalenderjahren an die nächste Spritzenprüfung. Anmeldung: Geschäftsstelle BVLT, Peter Gerber, 031 879 17 45, 079 411 02 33, bvlt@bluewin.ch, www.bvlt.ch

157 Mitglieder stimmten schriftlich ab Die schriftliche Abstimmung zur Generalversammlung der Sektion Freiburg nutzten 157 Mitglieder. Als Ersatz für die Wirtschaftsprüfer wurde Florian Bapst einstimmig gewählt. Der Tätigkeitsbericht sowie der Jahresabschluss 2020 wurden mit 156 Stimmen bei 1 Enthaltung angenommen. Das Aktionsprogramm 2021 wurde mit 154 Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen, das Budget 2021 mit 154 Stimmen bei 3 Enthaltungen. Für die Sektion Freiburg ist es klar, dass das Jahr 2020, trotz mancherlei Bemühungen, ein Jahr ohne reale Aktivitäten und Veranstaltungen war, da die gesundheitlichen Einschränkungen dies verboten. Deshalb hat sich der Vorstand entschlossen, seinen treuen Mitgliedern eine Geste zu erweisen, indem er ihnen zum Jahresende Gutscheine zukommen liess, die bei drei Sponsoren eingelöst werden können. Überdies hat der SVLT ausnahmsweise einen Rabatt von 5 Franken je Mitglied gewährt. Eine Stoppelpflugdemonstration am 12. August in Estavayer-​leLac und ein Tagesausflug am Samstag, 13. November, werden die Höhepunkte der diesjährigen Veranstaltungen sein, falls sie überhaupt realisierbar sind.

GR Theoriekurs Kat. F/G für Jugendliche In den Kursen der SVLT-Sektion Graubünden erhalten Jugendliche ab dem 13. Geburtstag eine solide Grundschulung in der Verkehrstheorie. Am Schluss des zweiten Kurshalbtages wird die Prüfung der Kategorie G abgenommen, die ab dem 14. Geburtstag zum Führen von Mofa und landwirtschaftlichen Fahrzeugen bis 30 km/h berechtigt. Der Kurs kostet Fr. 70.– für Ort

LU Aktuelles Kursangebot

FR

Nr.

Mitglieder (Nicht-Mitglieder Fr. 90.–). Die Gebühren für Führerausweis und Prüfung werden separat vom Strassenverkehrsamt verrechnet. Online-Anmeldung: www.svlt-gr.ch; Anmeldung und Info: Gianni Largiadèr, Chapella 231, 7526 Cinuos-chel, 079 560 83 30, svlt.kurse@gmail.com

Teil 1

Datum/Zeit Teil 2 + Prüfung

1

Ilanz

Mi, 26.05.21 13.30–17.00 Mi, 09.06.21 13.45–16.45

2

Samedan

Mi, 02.06.21 13.30–17.00 Mi, 16.06.21 14.00–17.00

3

Landquart Mi, 02.06.21 13.30–17.00 Mi, 16.06.21 14.00–17.00

4

Thusis

Sa, 12.06.21 13.30–17.00 Mi, 23.06.21 13.30–16.30

5

Ilanz

Di, 03.08.21 13.30–17.00 Mi, 11.08.21 13.45–16.45

6

Landquart Mi, 04.08.21 13.30–17.00 Mi, 18.08.21 14.00–17.00

7

Ilanz

8

Landquart Sa, 02.10.21 13.30–17.00 Mi, 20.10.21 14.00–17.00

9

Thusis

Mi, 25.08.21 13.30–17.00 Mi, 08.09.21 13.45–16.45

Mi, 06.10.21 13.30–17.00 Mi, 27.10.21 13.30–16.30

Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands Fr. 70.–, für Nichtmitglieder Fr. 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 23. Juni 2021, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr. Bei grosser Nachfrage wird ein weiterer Kurs im Juni organisiert, beachten Sie die Angaben auf unserer Website. Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Preise für 3-teilige Kurse: Fr. 460.–/Fr. 480.–. Nächste Termine: Kurs 603 für Roller/Motorrad: Teil 1: Samstag, 22. Mai 2021, 13.00–17.00 Uhr Teil 2: Samstag, 29. Mai 2021, 13.00–17.00 Uhr Teil 3: Samstag, 05. Juni 2021, 13.00–17.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder Fr. 220.–, für Nichtmitglieder Fr. 240.–. Nächste Termine sind in Planung. Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Sollte das BAG neue Corona-Weisungen erlassen, müssten die Kurse evtl. kurzfristig wieder abgesagt bzw. verschoben werden. Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen. Der nächste Kurs beginnt am 11. Juni 2021. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

TG Jurareise mit dem VTL/Landtechnik 10. bis 13. Juni Der VTL/Landtechnik hat kurzfristig eine viertägige Car-Reise in den Jura vom 10. bis 13. Juni 2021 organisiert. Auf dem Programm stehen die Besichtigung des Pferdealtersheims in Le Roselet, eine Fahrt mit Pferd und Wagen durch die Freiberge und der Besuch einer Büffelfarm im Val de Travers. Übernachtet wird in La Chaux-de-Fonds (2 Nächte). Am Tag zwei geht es in die unterirdischen Mühlen von Le Locle (Bild), anschliessend durch das Sibirien der Schweiz bei La Bré­ vine – Lac de Tailleres – Les Verrieres (Ort der Kapitulation der Bourbaki-​ Armee von 80 000 Soldaten), Val de Travers zum Creux du Van mit freiem Mittagsaufenthalt in der Alpwirtschaft Le Soliat. Am dritten Tag wird der Betrieb Pavillard in Orges besucht, dann der Jurapark mit Bisons,

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SVLT | Sektionen

Wölfen und Bären und der Dent de Vaulion mit wunderbarer Aussicht. Die Übernachtung erfolgt in Le Sentier am Lac de Joux. Der Rückreisetag beginnt mit einer Schifffahrt auf dem Lac de Joux. Auf einer Alp mit Hofladen wird ausgiebig degustiert. Danach geht es weiter über den Col du Marchairuz hinunter in Richtung Genfersee zum Mittagessen im Signal de Bougy und zurück in den Thurgau. Der Preis pro Person im Doppelzimmer beträgt 920 Franken (Einzelzimmerzuschlag 120 Franken), inbegriffen sind Carfahrt inkl. aller Gebühren, Hotel mit Halbpension im DZ, Mittagessen am 1. Tag, Fahrt mit Pferdewagen, Besuch der Büffelfarm mit Degustation, Besuch der unterirdischen Mühlen, Eintritt Moorlehrpfad, Besuch Betrieb Pavillard mit kleinem Mittagessen, Eintritt Jurapark, Schifffahrt auf dem Lac de Joux, Besuch auf der Alp beim Col de Marchairuz mit Degustation und Weisswein. Anmeldeschluss ist der 20. Mai 2021 (bitte sofort anmelden, die Platzzahl ist beschränkt). Anmeldung an: VTL\Landtechnik, Markus Koller, Weierhofstr. 9, 9542 Münchwilen, 071 966 22 43 oder info@tvlt.ch

TI Stillschweigende Genehmigung der Geschäfte Die Mitglieder der SVLT-Sektion Tessin haben auf dem Korrespondenzweg die Unterlagen zu den Generalversammlungstraktanden erhalten. Sie hatten die Möglichkeit, bis 16. April allfällige Gegenstimmen zum Jahresabschluss, zum Bericht des Präsidenten, zu Wahlen, Aktionspro-

gramm 2021 und Festlegung des Mitgliederbeitrags abzugeben. Das war ausnahmslos nicht der Fall, womit die Geschäfte stillschweigend genehmigt sind. Für weitere vier Jahre gewählt ist der Vorstand, namentlich Stefano Antonioli, Präsident, Luigi Cattori, Paolo Gabaglio, Jean-Claude (Bibo) Antonioli und Davide Cadenazzi. Anstelle von Claudia Buzzi wird neu Carolina Pedretti das Sekretariat führen. Der Jahresbeitrag 2021 für die Mitglieder bleibt bei 90 Franken. An Aktivitäten für das laufende Jahr sind die Feldspritzenkontrollen und Turbodiffusoren für Weinberge und Obstgärten vorgesehen, ebenso G40-Fahrkurse nach Bedarf. Es wird weiter daran erinnert, dass für das Fahren von Hubfahrzeugen wie Gabelstaplern mit Auslegergabeln und Teleskopstaplern ein von der SUVA nachgewiesenes Schulungszertifikat erforderlich ist. Im Tessin gibt es einige Schulen, die diese Kurse anbieten. Eine neue Verkehrssituation in der Gemeinde Cadenazzo wirft konkrete Probleme für den Transit zur und auf der Magadino-Ebene durch Kombinationen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen und für die Versorgung von landwirtschaftlichen Betrieben mit einem Gewicht von mehr als 12 t auf. «Wir suchen ein Treffen, um eine praktische Lösung für diese dringende Situation zu finden», schreibt Stefano Antonioli.

ZH Vorbereitungskurs auf die Traktorenprüfung 29. Mai, 25. Sept., 27. Nov., von 8 bis 14 Uhr Die SVLT-Sektion Zürich hilft den zukünftigen Fahrerinnen und Fahrern durch einen Kurs zur Vorbereitung auf die Theorieprüfung der Kat. G

Gelungenes Sujet, um auf die negativen Auswirkungen der beiden Agrarinitiativen aufmerksam zu machen. Bild: R. Engeler.

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Schweizer Landtechnik 5 2021


Sektionen | SVLT

(Traktoren bis 30 km/h) mit allerlei Wissenswertem über Traktoren im Allgemeinen sowie Hilfreichem zur Unfallverhütung. Teilgenommen werden kann vier bis sechs Monate vor dem 14. Geburtstag; der Not­ helfer- und der Verkehrskundeausweis ist in dieser Kategorie noch nicht vorgeschrieben. Der Beitrag beträgt 110 Franken, für Mitglieder des SVLT Zürich 80 Franken, inbegriffen das Lernprogramm und die Mittagsverpflegung. Kursort ist der Strickhof, Eschikon 21, Lindau. Onlineanmeldung: www.fahrkurse.ch (Infos und Anmeldung für die Prüfung beim Strassenverkehrsamt). Elektrokontrollen und Spritzentests: Auf www.svlt-zh.ch finden Sie ein finanziell sehr interessantes Angebot für Elektrokontrollen. Die Spritzentests finden Sie auf www.strickhof.ch.

SG

AR

AI

GL

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2021 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach

27. Okt. 21

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 03. Nov. 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

08. Dez. 21

Wangs, Parkhotel Sa, 06. Nov. 21 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

01. Dez. 21

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 13. Nov. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

15. Dez. 21

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 24. Nov. 21 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

22. Dez. 21

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 26. Mai 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 25. Sept. 21 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

AG Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch

16. Juni 21

BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 29. Mai 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

30. Juni 21

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 19. Juni 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

14. Juli 21

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 07. Juli 21 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

11. Aug. 21

Wangs, Parkhotel Sa, 14. Aug. 21 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 08. Sept. 21 Trogen Mi, 18. Aug. 21 Trogen/Trogen StVA Trogen 15. Sept. 21 Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 28. Aug. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 29. Sept. 21

FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Gianni Largiadèr, Chapella 231, 7526 Cinuos-chel, 079 560 83 30, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, Chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 01. Sept. 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 22. Sept. 21 St. Peterzell, Schulhaus Sa, 18. Sept. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG

20. Okt. 21

Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, Chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch

www.agrartechnik.ch

ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursort: Strickhof, Lindau. Kursdaten: 29. Mai, 25. Sept., 27. Nov. 2021 Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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SVLT | Porträt

Engagiert Gian Risch Tscharner vom Biobetrieb Sax in Alvaneu Dorf GR ist ein wahrhaftig engagierter Junglandwirt. Er ist ausgebildeter Agrotechniker HF und Betriebsleiter. Er unterrichtet am landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum Plantahof in Landquart an ÜKs den sicheren Umgang mit Maschinen, aber auch jeweils einen Lehrling auf dem Familienbetrieb. Er ist Geschäftsführer der SVLT-Sektion Graubünden und Vorstandsmitglied der Maschinengenossenschaft Alvaneu Bad mit ihren 15 Mitgliedern. Daneben baut und montiert er auf Abruf Skilift­steuerungen für die weltweit tätige Firma eines Onkels. Als Hobby bezeichnet er seine Tätigkeit in der Atemschutzgruppe der Feuerwehr. Obschon er auf seinem Biobetrieb keine Spritzmittel einsetzt, ist er vehement gegen die extremen Trink­ wasser- und Pestizidinitiativen: «Der richtige Spritzmitteleinsatz ist meiner Meinung nach unbedenklich. Auch die Agrochemie hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Die Annahme der Initiativen würde zu vermehrtem Futterzukauf und Lebensmittelimporten führen. Die Preise für Bioprodukte würden fallen. Ich stimme aus Überzeugung zweimal Nein.» Sorge bereitet ihm der Umstand, dass die Landwirte bloss rund zwei Prozent der Stimmbürgerschaft ausmachen und damit einer erdrückenden Mehrheit ausgeliefert sind, welche die echten Probleme der landwirtschaftlichen Produktion in der Schweiz kaum beurteilen könnten. Betriebsleiter auf dem 52-ha-Milchwirtschaftsbetrieb ist auf dem Papier derzeit noch Vater Risch Tscharner. Doch in Wirklichkeit ist es ein Familienbetrieb par excellence: Alle vier Geschwister helfen regelmässig mit, vor allem beim Heuen. Und sie sind bei Investitionsentscheiden gleichwertig einbezogen. Zu tun gibt es zuhauf. 55 Milchkühe der Rasse Brown Swiss aus eigener Aufzucht wollen versorgt sein, ebenso die Mastkälber und Bio-​Weidebeef. Wenig Ackerbau – Silomais, Braugerste und Schnittblumen zum Selberpflücken – vervollständigen das Bild eines vieh- und grünlandlastigen Betriebs im niederschlagsarmen Albulatal, das übrigens von Hirschen reich bevölkert ist. Sogar Wölfe sind hier und dort anzutreffen, die jedoch keine Probleme bereiten. Übrigens steht der exakte geografische Mittelpunkt Graubündens in Form eines 40 m hohen Steins nahe des Hofs Sax. Als Tierliebhaber ist es für Risch und Gian Risch Tscharner «Chefsache», jede Kuh nicht nur zum, sondern in den Schlachthof zu begleiten. «Mir schwebt vor, in naher Zukunft einen Betriebsschlachthof auch für die Weiderinder zu bauen, falls das überhaupt möglich ist», so Gian Risch.

Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik 5

2021


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Neu: Drohnenkurse

«G40»-Fahrkurse Mit dem Führerausweis der Kategorie «G» und erfolgreich absolviertem Fahrkurs «G40» können Landwirtschaftstraktoren und landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorfahrkurs «G40» des SVLT ist vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder auf www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

CZV-Weiterbildungskurse Kursort: Riniken AG

Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Schweisskurse Kursort: Riniken AG Das Kursangebot richtet sich an Anfänger, die das Basiswissen in Schweisstechnik erwerben möchten, sowie an Fortgeschrittene, die ihr Know-how auffrischen und vertiefen möchten, aber auch an handwerklich interessierte Personen und Fachleute. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Obligatorische Weiterbildung für Lkw-Fahrer. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Neu: Ecodrive-Fahrkurse Spritsparendes Fahren mit Landwirtschaftsfahrzeugen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch.

«agriLIFT»-Staplerkurse In zwei Tagen werden die Module «Basis», «R1» (Gegen­ gewichtsstapler) und «R4» (Teleskoplader) gemäss EKAS 6518 in theoretischen und praktischen Sequenzen behandelt. Diese Ausbildung ist Suva-auditiert und CZV-anerkannt. Anmeldung: www.bul.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Informationen und Auskünfte zu den Kursen www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch, Tel. 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch  Impressum 83. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT Ständerat Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50/079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2021. Kombinationsrabatt bei gleichzeitiger Erscheinung in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.), für SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Mit Schwerpunkt «Bodenbearbeitung» Der Boden ist das Produktionskapital in der Landwirtschaft. Das passende System für den jeweiligen Standort und Betrieb ist der Schlüssel zum Erfolg. Nr. 6/7 2021 erscheint am 17.6.2021 Redaktionsschluss: 31.5.2021 Anzeigenschluss: 7.6.2021

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Tel. +41 44 842 50 00 posch@robert-aebi.com www.robert-aebi-landtechnik.ch

Verkauf Ostschweiz: Jeannot Hermann | N +41 79 871 36 90 Verkauf Mittelland: Xaver Meier | N +41 79 365 58 89 Verkauf Westschweiz: Joël Fracheboud | N +41 79 861 08 35

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