Schweizer Landtechnik 04/2021

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April 2021

FUTTERERNTE-TECHNIK Rundballenpressen im Vergleich Verlustquellen erkennen und minimieren Eine eigene Wetterstation Gnadenfrist für alte Motoren


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S E H E N S I E D I E VO R T E I L E M I T I H R E R M A S C H I N E!


April 2021 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 10 14 18 24 32 36 40 42 44 48

«Dem hybriden Antrieb gehört die Zukunft» Wetterstationen und Wetter-Apps

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Roman Engeler

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Über kurz oder lang werden die Wiesen ein ausreichend fortgeschrittenes Wachstumsstadium erreicht haben, damit ein erster Schnitt gemacht werden kann. Höchste Zeit also, die betriebseigene Futterernte-​ Technik einsatzbereit zu machen. Die fachkundigen und technisch versierten Leserinnen und Leser der «Schweizer Landtechnik» werden diese Arbeiten mit Bestimmtheit bereits erledigt haben, interessieren sich aber möglicherweise kurz vor der Saison doch noch für das eine oder andere Thema des Schwerpunkts. Lesestoff dazu gibt es genug, angefangen bei den Verschmutzungen und Verlusten auf dem Feld über die Wahl des optimalen Erntegeräts bis hin zur Konservierung auf dem Hof. Eng verbunden mit der Futterernte ist jeweils die Wetterlage. Die eigene Wetterstation kann mithelfen, selbst eine lokal gültige Wetterprognose zu erstellen und damit eine höhere Zuverlässigkeit zu erreichen, als dies einst bei unseren Vorfahren mit ihren Wetterbeobachtungen möglich war. Wie die agrarpolitische Grosswetter­ lage sich entwickeln wird, bleibt offen. Die aufgegleiste «AP22+» haben Stände- und Nationalrat einmal vom Tisch geräumt, was dem Bundesrat wiederum Zeit gibt, um dem Parlament eine Vorlage mit den dringend notwendigen Verbesserungen vorzulegen und diese kompatibel mit der geforderten Ernährungssicherheit zu machen. Vorgängig gilt es aber, die bäuerlichen Kräfte im Kampf gegen die beiden Agrarinitiativen zu konzentrieren und die Bevölkerung mit stichhaltigen Argumenten zu überzeugen. Dank des guten Rechnungs­ abschlusses 2020 kann der SVLT diese Aktivitäten mit einem namhaften finanziellen Beitrag unterstützen. Ausgabe Nr. 5 erscheint am 14.5.2021

Schwerpunkt: Futtererntetechnik Verluste kann man nicht konservieren Rundballenpressen im Vergleich Gut verpackt ist halb konserviert Verschmutzung tief halten Sauberes Futter mit dem Kammschwader Vermeiden von «Pflanzenstress» Silieren mit dem Flachsilo Je mehr Zinken, desto mehr Bröckelverluste

Management 50

Warentransport am Heck

Impression 52 54 56 59

Lemken «Juwel 8 i V» mit Isobus-Steuerung «Super Large»-Pendelachse von Kurmann Rehkitze mit Sensoren retten? Fendt «314 Vario» bei Hilcona Agrar

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Wissen 62 65

Die eigene Wetterprognose Gnadenfrist für alte Motoren

Plattform 66

Bartholet: Von der Werkstätte zur Weltfirma

Passion 68

Spritztraktoren von Hans Biefer

Sicherheit 70

Zug-Kollisionen mit Tieren verhindern

SVLT 71 Online-Delegiertenversammlung 72 Argumente gegen die Agrarinitiativen 74 Sektionsnachrichten 78 Katrin Bertsch aus Degersheim SG 79 Kurse und Impressum

Titelbild: Die richtige Einstellung der Maschi­nen trägt wesentlich dazu bei, dass das Dürrfutter möglichst schonend und verschmutzungsarm eingebracht werden kann. Bild: Ruedi Hunger

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Aktuelles

In Kürze Das BKT-Reifenwerk im indischen Bhuj ist für seine Arbeit im Bereich der Reifenprüfung sowie -kalibrierung bekannt und wurde nun nach ISO/IEC 17 0252017 zertifiziert. Goldoni, 2016 von der chinesischen Foton-Lovol-Gruppe übernommen, wandert nun zum belgischen Bergbau- und Recycling-Konzern Keestrack, der damit in den Agrarmarkt einsteigen will. Lely hat das 1000. Fütterungssystem «Vector» produziert und damit einen bedeutenden Meilenstein erreicht. Bei Bobcat lief der erste Kompakt-Radlader des Typs «L85» mit 68-PS-Motor vom Band im tschechischen Werk Dobříš. Apollo Vredestein erhöht seine Produktionsaktivitäten in Enschede (Niederlande), wo ab Mitte März eine neue 104-Zoll-Reifenpresse in Betrieb ist. Lemken konnte das letzte Geschäftsjahr mit einem nahezu unveränderten Umsatzvolumen von 365 Mio. Euro abschliessen. Trelleborg hat für seinen Reifen «TM1000 ProgressiveTraction» die Auszeichnung «Bester Landwirtschaftsreifen 2021» der spanischen Fachzeitschrift NMR gewonnen. Lely und Stallbauer ID Agro haben eine Partnerschaft zur Einführung eines modularen Futterküchen-Konzepts für den Fütterungsautomaten «Vector» vereinbart.

Neue Traktoren der Serie «9» Angetrieben werden die Traktoren der John-Deere-Serie «9» vom neuen 13,6-l-Motor aus eigenem Hause. Ein Motor, der auch im «X9»-Mähdrescher zum Einsatz kommt. Der Motor soll sparsamer und um 50  % leiser geworden sein. Beim grössten Modell «9R640» mit 691  PS wird weiter der 15-l-Cummins-Motor verbaut. Um die Motorleistung in effektive Zugleistung umsetzen zu können, bieten die Traktoren zusätzliche Ballastierungsoptionen, die ein Einsatzgewicht von bis zu 30,4 t ermöglichen. Neben dem Leistungsvermögen zeichnen sich die neuen Traktoren durch ihre Intelligenz aus. Der «StarFire 6000»-Emp­ fänger ist im Kabinendach integriert und gehört wie das «CommandCenter 4600»-Display, Isobus-Kompatibilität und die «AutoTrac»-Aktivierung zur Basisausstattung. Die exklusive Vorderachsfederung «HydraCushion» ist nun für alle «9R»-Modelle verfügbar.

Die Highlights der Kabine mit aktiv gefedertem Sitz hat John Deere bereits bei den Baureihen «7» und «8» auf der Agritechnica 2019 vorgestellt. Bei der Entwicklung der neuen Traktoren hätten neben der Leistungssteigerung, Automatisierung und dem Komfort vor allem die Zuverlässigkeit sowie die weitere Verringerung der Betriebskosten im Vordergrund gestanden, schreibt John Deere. Unter anderem seien das «e18»-​ Getriebe, die Achsen, die Raupenantriebe und das Chassis für das höhere Leistungsvermögen deutlich verstärkt worden.

Die DLG-Feldtage 2021 werden abgesagt und auf nächstes Jahr (14.–26. Juni 2022, Mannheim) verschoben. Die kompletten «200 Vario»- und «300 Vario»-Serien von Fendt sind künftig in Erstausrüstung mit «TractorMaster»-Reifen von Continental erhältlich.

Farmtech erweitert Angebot

Vor 15 Jahren wurde die Reifenmarke «Magna» gegründet, die sich in dieser Zeit zu einem etablierten Produkt entwickelt hat. Per 1. Juni 2021 wird Karl Tragl neuer Vorstandsvorsitzender und CEO beim Bauund Landmaschinen-Spezialisten Wacker Neuson. Der Konzern erzielte im Jahr 2020 einen Umsatz von 1,6 Mrd. Euro (–15 %). Die Agritechnica 2021 wird auf 27. Februar bis 5. März 2022 verschoben. Fenaco, Agroscope, die Fachhochschule OST, Sunrise und Huawei bringen ihre Kompetenzen zusammen, um Technologien auf der Basis von 5G voranzutreiben. Amazone hat im Geschäftsjahr 2020 einen Rekordumsatz von 537 Mio. erreicht (+15 %).

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Die Tandem-Baureihe «Ultracis 1550» ist bei Farmtech als Alternative für landwirtschaftliche Betriebe konzipiert worden, die gerade in Spitzenzeiten zusätzliche Schlagkraft für die Gülleausbringung benötigen, dabei aber das Investitionsvolumen im Rahmen halten wollen. Die «Ultracis»-Baureihe ist mit eigenstabilen und verzinkten Fasskörpern mit Schwallwänden für eine

maximale Stabilität ausgerüstet. Die Verbindung von Fahrzeugachse und Deichsel erfolgt über zwei starke Längsstabilisierungen, die gleichzeitig alle Versorgungsleitungen (Luft-, Öl-, Strom-) sicher aufnehmen und die Leitungen dadurch vor mechanischen Beschädigungen schützen. Die Höhe der Deichsel kann in mehreren Stufen variiert werden. Zudem ist durch das Schwenken der Zugdeichsel der Wechsel zwischen Oben- und Untenanhängung serienmässig möglich. Eine hydraulische Deichselfederung ist optional erhältlich. Das Sortiment von Farmtech umfasst mittlerweile zwölf Güllefässer in Stahl- oder Polyesterausführung mit Fassungsvermögen zwischen 5200 und 18 000 Litern Inhalt – dazu kann man einfach die Schleppschuh- oder Schleppschlauchgestänge in Arbeitsbreiten von 7,5 bis 15 m kombinieren.


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Aktuelles

Ausbau des Striegel-Programms Im Herbst 2019 hat Horsch mit dem 12 m breit arbeitenden «Cura ST» erstmals einen Striegel vorgestellt, der dann 2020 im Markt verfügbar wurde. Nun baut der deutsche Landtechnik-Hersteller die Palette mit zwei weiteren Modellen und Arbeitsbreiten von 13,70 und 15,20 m aus. Konzept und Konstruktion bleiben gleich. Die neuen Striegel sind fünfteilig und können auf eine Transportbreite von 3 m zusammengefaltet werden. Die Maschine verfügt über eine in sich geschlossene Rahmenkonstruktion aus Vierkantrohren, was für eine hohe Verwindungssteifigkeit sorgt, aber trotzdem leicht ist. Jeder hydraulisch einstellbare Zinken übt einen Druck von 500 g bis 5 kg aus und hält über den gesamten Federhub praktisch den gleichen Druck aufrecht, ohne dass die Gefahr einer Überlastung besteht.

«SchleppschlauchObligatorium»: Wie weiter?

Ständerat Peter Hegglin hat bekanntlich eine Motion eingereicht, mit welcher der Bundesrat ersucht wird, die per 1.1.2022 auf dem Verordnungsweg eingeführte Vorschrift, wonach die Gülle bodennah auszubringen ist, aufgehoben und stattdessen das bisherige Modell der finanziellen Unterstützung weitergeführt werden soll. Der Ständerat hat dieser Motion im letzten Herbst mit gros­ sem Mehr zugestimmt. Nach dem Ständerat war der National­rat am Zug und hätte diese Motion eigentlich in der Frühjahrssession behandeln sollen. Dazu kam es aber nicht. Weiter ist noch nicht bekannt, ob die Motion nun in der Sommersession traktandiert wird. In Ermangelung einer Entscheidung gilt deshalb weiterhin das derzeitige Recht: das Obligatorium in der LRV tritt wie geplant am 1.1.2022 in Kraft. Sollte sich der Nationalrat in der Sommersession mit der Motion befassen und diese annehmen, würde das derzeitige Recht entsprechend diesem Ergebnis rasch geändert. 6

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Neue Funktion Der Bedienhebel «CCI A3» zeigt die Funktionssymbole einer über Isobus verbundenen Maschine direkt an. Nun hat das Competence Center Isobus (CCI) eine neue Software für die AUX-Bedieneinheit veröffentlicht. Fehlbedienungen durch die Wahl der falschen Taste werden so reduziert und ungeübte Fahrer finden sich schneller zurecht. Für Maschinen, die ihre Symbole nicht an den «CCI A3» senden können, steht mit der Software 2.0.2 nun ein neues Feature zur Verfügung. Einheitliche Symbole können frei platziert und mit einer Maschinenfunktion verknüpft werden. Eine Auswahl von 72 Symbolen lässt sich für unterschiedliche Anwendungen nutzen. Bei vergleichbaren Funktionen kann dasselbe Symbol für mehrere Maschinen verwendet werden. Ein Beispiel ist die Anhebung des Gestänges einer Feldspritze und des Schleppschlauchverteilers eines Güllefasses.


Aktuelles

«Commodity Feeder» Lely hat die Installation des «Commodity Feeder» im Melkroboter «Astronaut A5» festgelegt. Der «Commodity Feeder» ermöglicht die Fütterung von nicht-pelletiertem Zusatzfutter. Vor zwei Jahren wurde dies als Option eingeführt und wird derzeit in hunderten Melkrobotern in aller Welt verwendet. Der Melkroboter sei der ideale Ort, um die PMR (partielle Mischration) am Fressgitter mit individuellen Portionen je Kuh zu ergänzen, heisst es bei Lely. «Der Geschmack des Kraftfutters ist ein zusätzlicher Anreiz für viele Kühe, den Melkroboter zu besuchen.» Mit dem «Commodity Feeder» bietet Lely jetzt die Standardlösung, um Futterkosten zu sparen. Der «Commodity Feeder» ist auch als Upgrade-Kit erhältlich und kann in bereits installierten «Astro­ naut»-Robotern der Typen «A5» und «A4» nachgerüstet werden.

Integrierte Rücktrittssperre Rosensteiner hat mit dem «RED 5 Professional» einen neuen Klauenpflegestand entwickelt, der für mehr Komfort, Geschwindigkeit und Sicherheit bei der Klauenpflege sorgen soll. Der Stand zeichnet sich vor allem durch seinen neuen Hinterfussbügel mit integrierter Rücktrittssperre aus. Der komplette Bügel lässt sich in wenigen Augenblicken einfach an die Tiergrösse anpassen und ermöglicht so eine aussergewöhnlich schnelle Fixierung der hinteren Klaue in einem dafür speziell entwickelten Kunststoff-V-Teil. Das Hinterbein befindet sich somit in ergonomischer Arbeitshöhe, der Blick auf die Klaue ist für den Pfleger optimal. Neu ist auch die doppelte elektrische Hinterfusswinde, mit der nun jedes Hinterbein einzeln gesichert werden kann. Das elektrische Brustgurtsystem mit Schnellspannung garantiert zudem einen festen, gleichzeitig schonenden Halt des Tieres. Und die elektrischen Vorderfusshalter sorgen mit der überarbeiteten Fussbandfi-

xierung für ein noch leichteres, schnelleres Einhaken des Vorderbeines für eine wirksame Klauenpflege.

Ausbau der Palette

Neuer Weidemann

Seit März 2021 ist Agrar Landtechnik offizieller Schweizer Generalimporteur der italienischen Selbstfahrspritzen der Marke «Grim». Grim ist spezialisiert auf die Entwicklung, Herstellung und den Verkauf von Selbstfahrspritzen. Die Entwickler sind ein Team von Experten mit langjähriger Erfahrung und grossem Know-how im Bereich Pflanzenschutz in allen Kulturen (Mais, Tabak, Raps, Baumwolle, Weizen, Kartoffeln, Zwiebeln, Rüben, Karotten, Soja usw.). Die Maschinen verfügen je nach Baureihe über Gestängebreiten von 16 bis 36 m. Das Haupttankvolumen reicht bis zu 4500 l.

Aufgrund der Umstellung auf die Abgasnorm der Stufe 5 hat Weidemann den «Hoftrac» überarbeitet und präsentiert mit dem «1390» den neusten «Hoftrac» der Serie «13». Anstelle eines Perkins-Motors gibt es jetzt einen von Yanmar mit 25 PS, der die Stufe 5 ohne Abgasnachbehandlung erfüllt. Optional gibt es Aggregate mit 45,3 oder 54,5 PS, allerdings mit dem Einbau eines Dieselpartikelfilters in Kombination mit einem Dieseloxydationskatalysator. Neu wird der elektronisch geregelte Fahrantrieb «ecDrive» mit vier unterschiedlichen Fahrmodi verbaut. Zudem besitzt die Maschine einen neuen Multifunktions-Joystick, ein aufgefrischtes Interieur und ein farborientiertes Bedienkonzept. Wahlweise gibt es einteilige oder zweiteilige Türen.

Permanente Tage der offenen Tür

Die traditionellen Tage der offenen Tür bei Joskin fanden heuer in digitaler Form statt. Ein voller Erfolg, wie Joskin in einer Medienmitteilung schreibt. Viele neue Instrumente wurden eingeführt, darunter ein virtueller Showroom und ein interaktiver Rundgang hinter die Kulissen der Produktion. Angesichts des Erfolgs dieser Veranstaltung hat sich Joskin entschlossen, die verschiedenen Web-Funktionen, die extra zu diesem Anlass erstellt wurden, online zu bewahren. Zusätzlich zu den üblichen Produktseiten kann man nun auf der Website in einen permanenten virtuellen Showroom von über 14 000 m² eintauchen und so jede Maschine im Detail analysieren, als wäre man vor Ort. 4

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Aktuelles

Kontrolle beim Nährstoffmanagement Mit dem neuen Nahinfrarot-Spektroskopie-System (NIRS) «LMS-20» setzt Topcon auf Sensortechnik des Herstellers m-u-t, die am Güllefass verbaut wird. Bei Befüllung oder Ausbringung misst der Sensorkopf mittels NIRS die Nährstoffgehalte der vorbeiströmenden Flüssigkeit. Um eine mögliche Heterogenität der Gülle im Fass berücksichtigen zu können, empfiehlt sich der Einbau des Sensors in der Ausbringungsleitung. In diesem Fall werden die Messwerte während der Applikation in Echtzeit an den Jobrechner übergeben, um die Ausbringungsmenge zu steuern. Wie oft auf Basis der Messwerte ein neuer Sollwert für die Ausbringung berechnet werden soll, kann jeweils vom Fahrer vorgegeben werden.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die «Schweizer Landtechnik» in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

«LMS-20» verfügt über das Prüfzeichen «DLG-Anerkannt» mit der umfangreichsten Nährstoff- und Gülleabdeckung im Markt. So werden mit lediglich einem Kalibrationsmodell Trockenmasse (TM), Gesamtstickstoff und Phosphat von Rinder-, Schweine- und Mischgülle aus Rinder- und Schweinegülle sowie flüssigem Gärrest aus Rinder- oder Schweinegülle mit nachwachsenden Rohstoffen erfasst.

Neue Akku-Freischneider «FSB 36-18 LTX BL 40» mit Zweihandgriff und «FSD 36-18 LTX BL 40» mit Rundgriff heis­ sen die beiden Elektro-Freischneider von Metabo mit Brushless-Motoren und 40 cm Schnittkreis. Der verstellbare Zweihandgriff eignet sich besonders zum Arbeiten auf grös­seren Flächen und lässt sich passend zur Körpergrösse einstellen. Mit dem Rundgriff arbeiten Anwender dagegen auch in engen Platzverhältnissen und an Hindernissen effizient. Dank des stufenlosen Gasgebeschalters kann man die Arbeitsgeschwindigkeit flexi­bel an die jeweilige Anwendung anpassen. Für noch mehr Flexibilität sorgen die unterschiedlichen Werkzeuge wie die Doppelfadenspule zum Mähen von grossen Rasenflächen und verschiedene Messer für dichtes Unterholz oder Gestrüpp. Den Faden kann man während des Betriebs durch kurzes Auftippen nachstellen und wechseln, ohne die Spule dabei abnehmen oder öffnen zu müssen. Alle Geräte erweitern die 18-Volt-Klasse von Metabo sowie das herstellerübergreifende Akku-System CAS (Cordless Alliance System).

In dieser Ausgabe ist es ein Modell John Deere «6210R» im Massstab 1:32 von Siku

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Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors John Deere «6210R». Der glückliche Gewinner des Modells Deutz-Fahr «Agrotron X720», das in der März-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Samuel Menoud und kommt aus 1688 Sommentier.

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AUFLASTUNG DER N-SERIE: ...UND SCHON SIND WIR SAFE UNTERWEGS!

Erhöhung des max. zugelassenen Gesamtgewichts von 11 t auf 13.5 t und der hinteren Achslast von 8 auf 9 t. Weil wir wissen, worauf es ankommt.

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1716 PLAFFEIEN, Rappo Gebrüder AG 1797 MÜNCHENWILER, M. R. Tech GMBH 3148 LANZENHÄUSERN, Gurtner Technik GmbH 3232 INS, GVS Agrar Ins AG 3400 BURGDORF, Hess Durs GmbH 3538 RÖTHENBACH I.E., Schüpbach Reparaturwerkstätte 3555 TRUBSCHACHEN, Zaugg Forst- u. Landtechnik AG 4415 LAUSEN, Hugo Furrer AG 5322 KOBLENZ, GVS Fried AG 5324 FULL-REUENTHAL, Heinz Kämpf Landmaschinen AG 5502 HUNZENSCHWIL, Odermatt Landmaschinen AG 5630 MURI, Mosimann Paul 5734 REINACH, Stalder Technik GmbH 6153 UFHUSEN, Bamech AG

6221 RICKENBACH, Müller Sebastian AG 7000 CHUR, Mehli Andreas 8207 SCHAFFHAUSEN, GVS Agrar AG 8340 HINWIL, Grimm Forst- und Maschinenbetrieb GmbH 8374 OBERWANGEN, Technikcenter Grueb GmbH 8468 GUNTALINGEN, Heller Baumaschinen & Landtechnik GmbH 8564 WÄLDI, Reusser AG 8722 KALTBRUNN, Steiner Berchtold AG 8834 SCHINDELLEGI, Schuler Maschinen und Fahrzeuge AG 8934 KNONAU, Hausheer & Sidler 9056 GAIS, Koch Maschinen AG 9486 SCHAANWALD, Sentitechnik Anstalt


Markt | Interview

«Steyr fokussiert sich zwar vermehrt auf die stufenlose Getriebetechnologie, wird aber im mittleren und unteren Leistungssegment weiterhin auch Schaltgetriebe anbieten», hält Peter Friis fest. Bilder: Steyr, R. Engeler

Dem hybriden Antrieb gehört die Zukunft Seit knapp einem Jahr verantwortet der Däne Peter Friis als Vice President die Geschicke des Traktorenherstellers Steyr. Im folgenden Interview gibt er Auskunft über seine Ziele, was er mit Steyr konkret beabsichtigt, wie er diese Marke positionieren will und mit welchen Innovationen man in Zukunft rechnen kann. Roman Engeler Schweizer Landtechnik: Sie sind 2020 – mitten in der Corona-Pandemie – zum Vice President Steyr für Commercial Operations ernannt worden. Wie sind Sie mit Steyr bisher durch diese Krise gekommen? Peter Friis: Im Frühjahr 2020, während des ersten Lockdowns, musste auch Steyr seine Kapazitäten drosseln. Nach den Sommerferien gelang uns dann ein starker Restart, konnten wir doch vieles wieder aufholen, so dass wir für 2020 in Sachen erreichter Marktanteile und Anzahl produzierter Einheiten sehr zufrieden sind. 10

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Hat man bei Steyr wegen dieser Pandemie irgendwelche Veränderungen vorgenommen – produktions- oder vertriebsseitig? Die Pandemie hat natürlich auch unsere (internationale) Zuliefer-Logistik beeinflusst. Da mussten wir einige Anpassungen vornehmen, so dass wir unsere Händler und Kunden weiterhin bedienen konnten. Vertriebsseitig haben wir in den Ausbau von digitalen Werkzeugen investiert, damit wir mit unseren Vertriebspartnern in Kontakt bleiben, sie mit Informationen bedienen und auf ihre Wünsche

eingehen konnten. Wir nutzen seither vermehrt die sozialen Medien und haben Anfang April 2021 mit «Youniverse» erstmals ein digitales Messe-Event durchgeführt. Wie präsentiert sich aktuell die allgemeine Geschäftslage für Steyr? Ich bin mit der aktuellen Geschäftslage sehr zufrieden. Wie ich bereits erwähnt habe, erreichte Steyr im vergangenen Jahr ein gutes Ergebnis und wir konnten mit einem vollen Auftragsbuch ins neue Jahr starten. Ich darf sagen, dass Steyr


Interview | Markt

derzeit in einer starken Verfassung ist und man auch für 2021 ein gutes Jahr erwarten darf. Die stufenlosen Baureihen von Steyr haben kürzlich eine Art Transforma­ tion durchgemacht, wurden doch mit «Impuls CVT» und «Absolut CVT» zwei neue Serien eingeführt, mit dem «Expert CVT» kam noch eine weitere im unteren PS-Bereich hinzu. Wie wurden diese neuen Baureihen vom Markt bisher aufgenommen? Mit der Serie «Impuls CVT» konnten wir in den vergangenen zwölf Monaten ein starkes Wachstum generieren. Und mit der Baureihe «Absolut CVT», seit kurzer Zeit verfügbar, rechnen wir mit einem

Steyr kann als «Nur-Trak­ tor»-Hersteller ein sehr guter Handelspartner für die verschiedensten Maschi­ nen-Spezialisten auf dem Markt sein.

Sie sind Däne, waren für CNH Indust­ rial seit über 30 Jahren in verschiede­ nen Funktionen in Europa tätig und stehen nun seit rund einem Jahr in der Verantwortung für Steyr, eine Marke mit klarem österreichischem Touch. Wie viel Österreich steckt ei­ gentlich in Ihnen? Ich würde sagen, es ist sicher ein bisschen Österreich in mir. Ich war schon vor meiner Ernennung zum Vice President drei Jahre in Österreich tätig. Auch stehe ich ganz hinter der österreichischen Tradition von Steyr und habe das Gefühl, mehr und mehr zu einem Österreicher zu werden.

Steyr bleibt aber auf Europa fokus­ siert? Ja, der Absatzmarkt für Steyr-Traktoren wird vorerst auf Europa begrenzt bleiben. Was die ferne Zukunft bringt, wird sich weisen.

Gerade Ihre bisherige Tätigkeit in fast ganz Europa wäre doch die idea­ le Steilvorlage, die bis anhin doch überschaubaren Marktregionen, in denen Steyr heute präsent ist, auszu­ weiten. Was haben Sie in diese Rich­ tung vor?

Hubertus Mühlhäuser, einstiger Chef von CNH Industrial, betonte in einem Interview mit der «Schweizer Land­ technik», dass Steyr im CNH-Konzern zur «Hightech»-Marke im Traktoren­ segment werden soll. Wird an dieser Strategie weiter festgehalten?

In der Schweiz werden die Händler bei Case IH und Steyr nicht mehr diffe­ renziert. Wie sieht das in Zukunft aus? Die Diskussion, welche Strategie in der Schweiz die richtige ist, führen wir mit Importeur Bucher Landtechnik. Aktuell besteht aber keine Absicht, daran etwas zu ändern.

ähnlichen Erfolg. Diese stufenlosen Traktoren im unteren und mittleren PS-Segment werden für Steyr immer wichtiger. Wir konnten in diesem Segment um 50 % zulegen. Auch die Feedbacks von unseren Kunden sind sehr gut. Bei der Auslieferung gab es aber doch etwelche Verzögerungen? Es ist immer eine Herausforderung, nicht nur in Zeiten mit einer Pandemie, dass man logistisch mit vielen internationalen Zulieferern alles auf die Reihe bekommt. Ich denke aber, dass wir und unsere Vertriebspartner bei Engpässen immer eine Lösung für unsere Kunden gefunden haben. Wie sieht die Produkt-Strategie für Steyr aus? Man hört, man wolle nur noch stufenlose Modelle anbieten? Nein, das stimmt so nicht, dass Steyr in Zukunft nur noch Traktoren mit stufenlosen Getrieben im Sortiment haben wird. Aber ja, wir fokussieren uns verstärkt auf stufenlose Modelle und werden im oberen Leistungssegment nur noch solche Traktoren bauen. Im mittleren und im unteren PS-Bereich wird Steyr auch weiterhin Schaltgetriebe einsetzen.

Steyr werde ein Traktor-Spezialist bleiben und mit allen Geräte-Spezialisten im Handel zusammenarbeiten, meint Peter Friis im Interview mit der «Schweizer Landtechnik».

Wenn man schaut, auf welchen Märkten Steyr in letzter Zeit neu aktiv geworden ist, dann lässt sich unsere Absicht erkennen. Spanien, Baltikum sind erste Ansätze, diese Expansion wird aber weitergehen. Wir werden diese Markterweiterungen aber wohl überlegt und nicht überstürzt machen, quasi «step by step». Wir suchen uns vor Ort die richtigen Vertriebspartner mit dem passenden Sortiment an weiteren Geräten aus, damit den Kunden auch ein hoch qualitativer Service geboten werden kann.

Ja, an dieser Strategie wird weiter fest­ gehalten. Es handelt sich jedoch um keine kurzfristige Angelegenheit, sondern um eine längerfristige. Erste Ansätze, gerade was Produkt-Innovationen betrifft, wird der Steyr-Kunde schon bald feststellen können. Damit verbunden wäre auch, dass Steyr stets vor den anderen Schwes­ termarken innerhalb von CNH Indust­ rial mit Innovationen auf den Markt soll … 4

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Markt | Interview

aber indirekt fragen, ob Steyr mit eigenen Anbaugeräten auf den Markt kommen wird, muss ich das klar verneinen. Es ist jetzt und in Zukunft kein Ziel, ein Longoder Full-Liner zu werden. Wir wollen ein ausgezeichneter Traktor-Spezialist bleiben.

… das kann man so nicht verallgemeinern. Es wird stets von der jeweiligen technologischen Innovation abhängen, welche Marke aus der CNH-Gruppe diese präsentieren und verbauen wird. Steyr ist eine Marke, die für bewährte technische Innovationen steht, und an dieser Strategie halten wir auch in Zukunft fest. Wo stehen Sie derzeit mit dem «Hybrid»-Konzept, das an der Agritechnica 2019 für Furore sorgte? Wir stecken mit diesem Konzept noch mitten in der Entwicklung. Sie müssen verstehen, der «Hybrid»-Traktor war ein Ansatz zu einer möglichen Lösung, wie ein Traktor in Zukunft mit einem hohen Grad an Nachhaltigkeit aussehen und funktionieren könnte. Die endgültige Lösung ist noch nicht gefunden. Bis ein solcher Traktor marktreif wird, braucht es noch viele Abklärungen, angefangen bei der verbauten Technik bis hin zu einem Preis, damit man auf dem Markt auch eine Chance hat. PKW- und LKW-Hersteller denken laut über den Ausstieg aus Konzepten mit konventionellen Verbrennungsmotoren nach. Sie auch? Ja, gerade mit dem vorhin erwähnten «Hybrid»-Konzept machen auch wir uns diese Überlegungen. Bei CNH Industrial gibt es aber noch weitere Alternativen zum Verbrennungsmotor. Es ist heute noch zu früh zu sagen, in welche Richtung es beim Traktor gehen wird. Für mich und für Steyr steht derzeit der hybrid­elektrische Ansatz im Vordergrund. Steht «Methane Power» auch für Steyr zur Verfügung? Sagen wir es so: Es ist derzeit nicht geplant, dass Steyr mit einem methanbetriebenen Traktor auf den Markt kommen wird. Wie vorhin erwähnt, unser Fokus zielt auf den dieselelektrischen Antrieb. In etwas fernerer Zukunft könnte Methan aber durchaus auch bei Traktoren von Steyr eine Option sein. Die Digitalisierung wird oft als Schlüssel für ein klimafreundliches Handling bezeichnet. Was kann Steyr in dieser Hinsicht bieten? Vor einem Jahr gingen wir mit unserem «S-Fleet»-Portal an den Start. Damit kann der Landwirt seine Traktoren überwachen. Zudem stehen Aktivitäts- und Felddaten in Echtzeit zur Verfügung, die man mit Dritten austauschen kann, beispiels12

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Das «Hybrid»-Konzept steht bei Steyr noch mitten in der Entwicklung, doch für Peter Friis ist dies der Antrieb der Zukunft.

weise über «Data-Connect» oder «Agrirouter». Steyr wird schon bald mit «mySTEYR» ein neues Portal aufstarten, das dann noch weitere interessante digitale Funktionen umfassen wird. Ein weiterer Trend geht in die Richtung, dass man den Traktor nicht mehr isoliert betrachtet, sondern in einer Art gesamtheitlichem Ansatz an der Optimierung von Traktor-Geräte-Kombinationen arbeitet. Gibt es diese Überlegungen auch bei Steyr? Absolut. Mit dem Isobus-Standard wurde diese Entwicklung bereits vor einiger Zeit eingeläutet. Steyr selbst hat mit «S-Tech» ein modulares System entwickelt, das auch die herstellerübergreifende Bedienung aller Anbaugeräte ermöglicht, den gesamten Produktionszyklus steuert und den flexiblen Austausch der Systemkomponenten zwischen mehreren Maschinen ermöglicht. Ist man bei solchen Überlegungen als «Nur-Traktor-Hersteller» gegenüber den Full-Linern nicht im Nachteil? Ich sehe diesen Nachteil nicht unbedingt. Wir können als «Nur-Traktor»-Hersteller ein guter Partner für die Maschinen-Spezialisten sein. Diese Partnerschaft kann sowohl im Landmaschinenhandel als auch beim Kunden erfolgreich sein. Immerhin würden Ihnen in der CNH-​ Gruppe ja verschiedene Anbaugeräte zur Verfügung stehen? Ja, diese Anbaugeräte gibt es. Wenn Sie

Die eingangs erwähnte Corona-Pandemie beeinflusst auch das Messe-​ Geschehen. Wie wird Steyr an den Messen 2021 vertreten sein? Die Agritechnica 2021 wurde eben abgesagt und auf Februar 2022 verschoben. Wir sind aber auch mit anderen Messeorganisationen in Kontakt. Es ist sicher unser Wunsch, weiterhin an Ausstellungen teilzunehmen. Dazu braucht es aber eine absolute Sicherheitsgarantie für unsere Besucher und auch für uns als Standbetreuer selbst. CNH Industrial hat nun mit «Youniverse» Anfang April eine eigene digitale Messe durchgeführt. Welche Ziele verfolgten Sie damit? Wir haben viel in dieses Konzept investiert, um den zahlreichen Besuchern ein unvergessliches, digitales Messeerlebnis zu bieten. Wir konnten damit Informationen zu unseren Maschinen in einem völlig neuen Umfeld vermitteln. Wird dieses Konzept bisherige Messe-​ Auftritte ersetzen? «Youniverse» ist eine digitale Möglichkeit, mit Kunden und Vertriebspartnern in Kontakt zu kommen, wird aber eine reale Ausstellung nicht ersetzen können. Und zum Schluss: Welche Neuheiten kann man dieses Jahr von Steyr erwarten? Sie werden verstehen, dass ich vor den offiziellen Präsentationen nichts zu den Neuheiten sagen werde. Sie dürfen aber sicher sein, dass Sie auch dieses Jahr noch viele «good news» von Steyr zu hören und zu sehen bekommen. Gerade in der Schweiz vermisst man bei Steyr stufenlose Traktoren im unteren Leistungssegment. Haben Sie diesbezüglich bereits etwas in der Pipeline? Uns ist dieser Wunsch, auch diese Nachfrage bekannt. Kurzfristig werden wir in diesem Bereich aber nicht mit einer Neuheit auf den Markt kommen. Aber es ist sicher etwas, das wir uns genauer ansehen werden.


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Markt | Praxis

Wer sich vorher umfassend übers Wetter informiert, kann vielleicht solche Bilder verhindern. Bild: zVg

Sag mir, wie das Wetter wird Der Wunsch nach Vorhersage des Wetters ist alt. Insbesondere in der Landwirtschaft wünschte man sich schon vor vielen Jahrzehnten, ja sogar vor Jahrhunderten eine verlässliche Vorhersage. Ruedi Hunger Dieser Wunsch öffnete der Fantasie gleich Tür und Tor. Oft hatten die Vorhersagen mangels konkreter Aussagen einen eher unterhaltenden Wert, wie das nachfolgende Beispiel zeigt: «Gefriert’s am Silvester zu Berg und Tal, geschieht es dies Jahr zum letzten Mal». Heute ist man sich allerdings weitgehend einig, dass der statistische Wert der Bauernregeln gering ist. Bauernregeln decken aber einen Urquell von Beobachtungen und Erfahrungen auf. Sie beziehen sich in den wenigsten Fälle auf den folgenden Tag, sind dafür als langfristige Vorhersagen gedacht. «Langfristigkeit» ist aber gerade ein Kriterium, wovon die moderne Meteorologie Respekt hat. Die moderne Prognosestellung ist heute eine weltumspannende, höchst komplexe Wissenschaft. Um solche wissenschaftlichen Betrachtungswei14

Schweizer Landtechnik 4

2021

sen, verbunden mit dem Wunsch nach verlässlicher, kleinräumlicher Vorhersage, auf ein nutzbares Niveau herunterzubrechen, kommt schon bald einmal der Wunsch nach einer eigenen Wetterstation. Nachfolgend einige Beispiele von Internetplattformen, Diagnose-Tools und KMUs, die sich professionell mit dem Wetter befassen; zusätzlich zwei Anbieter von eigentlichen Wetterstationen für den Landwirtschaftsbetrieb.

Agrometeo – ein Agroscope-Projekt mit Partnern Die Internetplattform Agrometeo hat den Zweck, der schweizerischen Landwirtschaft lokale meteorologische und klimatische Mess-

daten zur Verfügung zu stellen. Weiter werden Informationen zum Management von Pflanzenschutzproblemen angeboten. Das zentrale Element der Website Agrometeo ist eine meteorologische Datenbank, die für die schweizerische Landwirtschaft entwickelt wurde. Die Messwerte werden bei einem aktuellen Messnetz von mehr als 150 Stationen in der gesamten Schweiz, vor allem in wichtigen Wein- und Obstbauregionen, abgerufen. Die stündlichen Wetterprognosen für Temperaturen, Niederschlag und relative Luftfeuchtigkeit werden von «meteoblue» bereitgestellt und zweimal täglich aktualisiert. Die Blattnässe wird anhand der Taupunkttemperatur berechnet. Die Wetterprognose hat eine Auflösung von 3 × 3 km für die ersten drei Tage. Prognosemodelle für das Infektionsrisiko von


Praxis | Markt

Pilzkrankheiten sind verfügbar für: Echten und Falschen Rebenmehltau, Traubenwickler, Apfelschorf und Feuerbrand. Unterschiedliche Temperaturschwellen werden zur Warnung für die Bekämpfung von Schädlingen wie Schildläuse, Wickler, Blattläuse und Blattsauger verwendet. Die Modelle für Schädlinge in Obstkulturen sind auf der Website «Sopra» verfügbar. «Sopra» ist ein Prognosewerkzeug für den Obstbau, von der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil. Mit dem Modul «Traubenreifung» kann die Entwicklung der wichtigsten Reifeparameter verfolgt werden. Seit dem Jahr 2000 werden die dazu notwendigen Analysen von Agroscope für Changins, Pully, Leytron, Gudo und Cugnasco und seit 2007 für Wädenswil und Stäfa durchgeführt. Im Ackerbau sind Daten aus verschiedenen Beobachtungsnetzwerken für Krankheiten und Schädlinge verfügbar (Krankheiten des Weizens und der Gerste, Viruserkrankungen der Kartoffeln, Maiszünsler oder Erbsenwickler). (Homepage: agrometeo.ch oder agroscope.ch im Suchfeld «Agrometeo» eingeben.

Meteoblue – mit Premium-Inhalten Meteoblue bietet Präzisionsdiagramme, dynamische Karten und Tools für jeden Ort der Welt an. So stehen eine 5-Tage- oder 7-Tage-Wettervorhersage und Daten zum aktuellen Wetter, aktuelle Satelliten- und Regenbilder für den gewählten Ort im Angebot. Weiter steht ein Radar- und Niederschlags-Nowcast zur Verfügung.

Ein Blitzradar wird von «Nowcast» zur Verfügung gestellt (Nowcasting bezeichnet eine statistische Vorhersagemethode). Neben den normalen Produkten stehen Meteo-Programme für Freizeit und Sport mit dem Wetter im Umkreis der gewählten Ortschaft sowie das Flugwetter zur Verfügung. Zudem gibt es die tarifpflichtigen Meteoblue-Premium-Inhalte «point+» (ohne Werbung) für Kosten von Fr. 10.50 (1 Monat) bis Fr. 52.50 (1 Jahr) mit höchster Genauigkeit für die Landwirtschaft. Die Werbefreiheit verbessert die Nutzung mit bis zu 70 % schnelleren Ladezeiten. Schliesslich stehen mit «history+» die stündlichen historischen Wetterdaten seit 1985 im Angebot. Meteoblue gibt es in der Grundversion als tariffreie Androïd-App. (www.meteoblue.com)

Meteotest – für durstige Kartoffeln Meteotest wurde als Firma bereits 1981 gegründet. Das in Bern angesiedelte Unternehmen bietet sich als neutraler Dienstleister an. Das KMU beschäftigt rund 40 Wissenschaftlerinnen, Ingenieure und Informatiker und entwickelt nach eigenen Angaben ein Angebot entlang neuster Trends und aktueller Fragestellungen rund ums Wetter. Meteotest konzipiert, installiert und betreibt massgeschneiderte Wetterstationen mit eigens auf die Anwendung der Kunden zugeschnittenen Komponenten. Damit liefert Meteotest speziell für die Landwirtschaft wichtige Grundlagen für die Wettervorhersagen. Mit einer auf den

spezifischen Anwendungsbereich optimierten Wetterstation erhält der Landwirt wichtige Eckdaten für die landwirtschaftliche Produktion, beispielsweise Niederschlagssumme, Temperatur, Luftfeuchte und Bodenfeuchte. Ergänzend zu massgeschneiderten Wetterstationen setzt Meteotest kompakte Wettersta­ tionen mit «All-in-one-Sensoren» ein. Mit wenig Installationsaufwand können Lufttemperatur, relative Feuchte, Niederschlag und Schnee, Luftdruck, Windrichtung und Windgeschwindigkeit sowie Solarstrahlung gemessen werden. Bei Meteotest erhält der Kunde Konzeption, Material, Vorbereitung, Installation, Betrieb und Wartung sowie das Datenmanagement aus einer Hand. Neben zahlreichen Kantonen, Bundesämtern und Institutionen arbeitet Meteotest auch an Projekten für die Bewässerung in der Landwirtschaft mit. Beispielsweise hat Meteotest für das mehrjährige Projekt der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL in Zollikofen die Webseite «bewässerungsnetz. ch» umgesetzt. (www.meteotest.ch)

«SwissAgroIndex» neu mit Frostund Hitzetagen Die Schweizer Hagel (Versicherung) baut den «Swiss­ AgroIndex» mit weiteren Dienstleistungen aus, indem ab sofort auch Frost- und Hitzetage je nach Standort abgerufen werden können. Bereits seit 2016 liefert «SwissAgroIndex», ein Produkt von Schweizer Hagel, zuverlässige Daten zur

Online-Umfrage • Haben Sie selber eine Wetterstation oder kennen Sie jemanden, der eine hat? • Wie informieren Sie sich über das Wetter und was ist Ihre Lieblings-Anwendung für Wetterprognosen? Nehmen Sie an unserer Umfrage über die Nutzung von Wetterstationen und Apps mit folgendem QR-Code mit Direktlink teil. Die Umfrage kann direkt am Handy ausgefüllt werden.

Speziell zur Erntezeit werden Wetter-Apps regelmässig aufgerufen. Bild: R. Hunger

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2021 Schweizer Landtechnik

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Markt | Praxis

Erkennung von Trockenheitsschäden, welche im Rahmen der Grasland-Pauschalversicherung «KLIMA» versichert werden können und mittels des Trockenheitsindex berechnet werden. Seit Mitte 2019 kann auch die Wasserbilanz für Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Weizen, Raps, Soja und Sonnenblumen geprüft werden. Wenn ein Benutzer auf die interaktive Karte klickt, werden die lokale Niederschlagsmenge, die Evapotranspiration und die daraus resultierende Wasserbilanz angezeigt. Die Berechnung erfolgt täglich. Seit Mitte März 2021 hat die Schweizer Hagel den SwissAgroIndex mit weiteren Dienstleistungen ausgebaut. Auf einer interaktiven Schweizerkarte wird durch Anklicken die lokal minimale und maximale Temperatur der letzten 30 Tage in zwei Meter Bodenhöhe angezeigt. Die Daten werden mit einer 1x1-km-Auflösung berechnet, mögliche kleinskalige Einflüsse der Temperaturverteilung, wie sie durch Topografie oder Landabdeckung hervorgerufen werden, werden nicht berücksichtigt. Die Erweiterung des SwissAgroIndex durch Frost- und Hitzetage ermöglicht dem Versicherten eine bessere Einschätzung eines eventuellen Schadens an seinen Kulturen. Nicht nur die Kunden von Schweizer Hagel profitieren davon, auch für die Schaden-Expertinnen und -Experten ist der Ausbau von SwissAgroIndex hilfreich. Link: https://swissagroindex.hagel.ch

Gratis Wetter-Apps

Empfehlenswerte Gratis-Apps für Wettervorhersagen sind «Landi Wetter», «MeteoSwiss» und «SRFMeteo».

Anbieter von Wetterstationen Auf dem spezialisierten Markt werden zahlreiche Wetterstationen angeboten. Dabei wird rasch klar, dass der Begriff «Wetterstation» dehnbar ist und vom Hobby- bis zum Profibereich ausgereizt werden kann. Ein Auszug aus dem grossen Marktangebot ist unter www.agrartechnik.ch/download einsehbar. Stellvertretend sind nachfolgend zwei Produkte kurz vorgestellt: • Sencrop Das französische Unternehmen «Sencrop» bietet spezielle Wetterstationen für die Landwirtschaft an. Nach Angaben von 16

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2021

Eine Wetterstation löst keine Probleme, aber sie kann unterstützend helfen. Bild: Sencrop

Sencrop verfügen sie in Europa über ein Netz von 13  000 Wetterstationen. Der Nutzer kauft die Wetterstation und bezahlt eine jährliche Lizenz an Sencrop. Die Wetterinformationen aller lokalen Stationen kann er über Smartphone, Tablet oder PC in Echtzeit abrufen. Installiert werden ein Regenmesser, ein Windmesser und ein Blattfeuchtigkeitssensor. Der Benutzer kann nicht nur auf Echtzeit-Daten zugreifen, er kann auch die Niederschlagswerte kumulieren und sich die Niederschlagsmenge eines definierten Zeitraums anzeigen lassen. Die Pflanzenentwicklung und das Wachstum können mit Angaben von Grad-Tagen und der aufsummierten Kalt-Stunden ermittelt werden. Sencrop arbeitet mit «Partnering Decision Support Tools» (DST) zusammen, dies, um die lokalen Daten mit agronomischen Entscheidungsmodellen zu kombinieren. Damit wird auch ein wichtiger Beitrag zur richtigen Pflanzenschutzanwendung geleistet. Die Datenübertragung erfolgt durch Sigfox, einem Funknetzwerk mit niedriger Bandbreite. Ein Mobilfunknetz ist nicht erforderlich. Die Stationen verfügen über GPS-Lokalisierung. • geoREACH Die deutsche Firma «geo-konzept» unterstützt ihre Kunden mit moderner Technik, umfangreichem Wissen und langjähriger Erfahrung darin, wirtschaftliche und effektive Lösungen für ihren Betrieb zu finden. Ein Produkt von geo-konzept ist die digitale, solarbetriebene Wetterstation «geoREACH». Mittels moderner Kommunikationstechnik liefert das smarte Tool präzise standortspe-

zifische Messdaten zu Niederschlag, Luftund Bodentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Bodenfeuchte über Bodensensoren, Blattnässe zur Krankheitsprognose, Sättigungsdampfdruck und Temperaturdifferenz. Die Datenübertragung erfolgt über LoRaWAN-Funknetze. Diese Technologie hat den Vorteil, dass sich jede Wetterstation mit einem bereits bestehenden LoRaWAN-Netzwerk verbindet, vorausgesetzt, dass sich dieses im Umkreis bis zu 8 km zum Standort zur Verfügung steht. Fehlt ein Netzwerk, kann ein solches über die Aufstellung eines neuen Gateways eingerichtet werden. Die Messergebnisse können jederzeit über PC, Tablet oder Smartphone über die App «FieldClimate» abgerufen werden.

Wo deutsche Landwirte sich ihren Wetterbericht holen … Eine Umfrage in Deutschland, durchgeführt von «agrarheute» am 23. Februar 2021 hat folgendes Umfrageergebnis ergeben:
 • 41 % oder 103 Stimmen: Wetter-App auf dem Handy
 • 30 % oder 74 Stimmen: Online-Wetterdienste
 • 10 % oder 24 Stimmen: Wetterbericht des Deutschen Wetterdienstes
 • 9 % oder 23 Stimmen: Spezial Agrarwetter
 • 5 % oder 13 Stimmen: Wetterbericht in Funk und Fernsehen
 • 3 % oder 8 Stimmen: Natur und Himmel beobachten
 • 2 % oder 5 Stimmen: eigene Wetterstation auf dem Betrieb


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FUTTERERNTETECHNIK

Verluste kann man nicht konservieren Durchschnittlich muss die Hälfte des auf dem Betrieb produzierten Raufutters für das Winterhalbjahr konserviert werden. In Anbetracht der hohen Kosten für die Herstellung und Lagerung von Silagen und Dürrfutter sollten Feld- und Konservierungsverluste möglichst tief gehalten werden. Ruedi Hunger

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2021


FUTTERERNTETECHNIK

Entlang der ganzen Nutzungskette, vom Mähen bis zur Fütterung, gibt es zahlreiche mögliche Verlustquellen. Es gibt keine verlustlose Futterernte und Konservierung, aber es muss das Ziel sein, die Verluste auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Besonders ärgerlich ist es, wenn bei der Konservierung der optimale Trockensubstanzgehalt verpasst wird und die Feldverluste aufgrund unsachgemässer Maschineneinstellung gross sind.

Aus Fehlern lernen Jetzt, da in den allermeisten Futterlagern «Durchzug herrscht», im Hochsilo der Boden, im Flachsilo die Rückwand freiliegen und die Ballenlager aufgebraucht sind, lohnt es sich, nochmals zurückzuschauen. Wie war die Dürrfutterqualität wirklich? Hat die Silagequalität meine Erwartungen erfüllt? Was kann, sollte oder muss bei der diesjährigen Futterernte verbessert werden? Das ehrliche Hinterfragen ist ein wichtiger Aspekt. Die richtige Zuordnung der Ursachen ist zwar nicht immer einfach. Selbstverständlich hat das Wetter einen grossen Einfluss auf die Futterkonservierung und damit auch auf die Futterqualität. Es ist aber zu einfach, dem Wetter alle Verluste und Qualitätsmängel unterzuschieben.

Verlustlos konservieren geht nicht Doch was sind eigentlich Verluste und wie entstehen sie? Zum Einen sind es Tro-

Die Mähtiefe bestimmt weitgehend den Verschmutzungsgrad. Bilder: R. Hunger

ckensubstanzverluste (TS-Verluste), die auf dem Weg vom Schnitt bis zur Verfütterung entstehen. Zum Anderen sind es die Feldverluste, die einen wichtigen Platz einnehmen und mindestens in ihrer Höhe mehr oder weniger beeinflussbar sind. Schliesslich gibt es die Konservierungsund Lagerverluste, die besonders «tragisch» sind, wenn es vorher gelungen ist, die Feldverluste tief zu halten. Um es gleich klarzustellen, eine Grünfutternutzung und Futterkonservierung ohne Verluste gibt es nicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass Verluste entstehen. Die

Tabelle 1: Feld- und Lagerungsverluste (TS) Feldverluste in % Lagerungsverluste in % des Bruttoertrages des Feldertrags Eingrasen

Futter von guter Qualität Futter mässiger Qualität

5 % ≥ 10 %

Weiden

gute Weidetechnik (z. B. Mähweide), intensiv gute Weidetechnik, intensiv mässige Weidetechnik schlechte Weidetechnik

15 % 20 % 30 % ≥ 35 %

Grassilage

Gute Verhältnisse (gräserreich/ausgewogen) Mittlere Verhältnisse Schlechte Verhältnisse

8 % 12 % ≥ 20 %

10 % 15 % ≥20 %

Heubelüftung

Gute Verhältnisse (gräserreich/ausgewogen) Mittlere Verhältnisse Schlechte Verhältnisse

10 % 15 % ≥25 %

3 % 6 % ≥10 %

Gute Verhältnisse (gräserreich/ausgewogen) Bodentrocknung Mittlere Verhältnisse Schlechte Verhältnisse

15 % 20 % ≥30 %

2 % 5 % ≥10 %

Künstliche Trocknung (Quelle: Wirz-Kalender)

Ohne Anwelken Leicht angewelkt

5 % 10 %

1 % 3 %

Frage ist nur, wie hoch sind diese und können sie allenfalls minimiert werden.

Trockensubstanzverluste TS-Verluste entstehen dann, wenn Pflanzenmaterial vom Schnitt bis zur Verfütterung verloren geht. Das sind beispielsweise Pflanzen, die bei der Ernte nicht aufgenommen werden, weil die Schnitthöhe zu tief gewählt wurde und die nachfolgenden Maschinen das Schnittgut nicht verlustlos aufzunehmen können (siehe Gehaltsverluste). Bei den TS-Verlusten gibt es zudem Querverbindungen zu weiteren Verlustarten (Gehalts- und Qualitätsverluste). TS-Verluste entstehen auch, wenn Blattteile abfallen oder abgeschlagen werden. Diese Verluste sind zu einem grossen Teil beeinflussbar durch die gewählte Maschineneinstellung und die Zapfwellendrehzahl. Schliesslich entstehen TS-Verluste durch entweichende Gärgase (Lagerverluste).

Gehaltsverluste TS-Verluste in Form verlorener Blattteile, besser bekannt unter dem Begriff «Bröckelverluste», sind Gehaltsverluste. Sie nehmen mit zunehmendem TS-Gehalt zu. Insbesondere die gehaltreichen Blätter von Luzerne und/ oder Kleearten bröckeln früh ab, während die zäheren Stängel robust sind und erhalten bleiben. Hohe Drehzahlen bei Kreiselmaschinen sind dem feinen Blattwerk angewelkter Pflanzen abträglich. Wie erwähnt sind speziell Kleearten und Kräuter davon betroffen. Der Fahrer hat es also weitgehend selber in der Hand, die Verlusthöhe zu bestimmen. Die bei Regenwetter auftretende Auswaschung leicht löslicher Nährstoffe aus gemähtem und liegendem Futter ist ebenso ein Gehaltsverlust, wie die Schädigung 4

2021 Schweizer Landtechnik

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FUTTERERNTETECHNIK

Tabelle 2: Tätigkeit der wichtigsten Mikroorganismen im Raufutter Milchsäurebildung

Erwünscht: Angenehmer Geruch

Buttersäurebildung z. T. auch Proteinabbau zu NH3

Unerwünscht: stinkt

Essigsäurebildner = hauptsächlich Colibakterien

Essigsäurebildung

Stechender Geruch

Proteinzersetzer und Fäulnisbakterien

Proteinabbau zu NH3, Fäulnis

Verfault

Schimmelpilze

Schimmelbildung

Muffig, wird nicht gefressen

Milchsäurebakterien Buttersäurebakterien = Clostridien

Leichtlösliche organische Substanz im Frischfutter: hauptsächlich Zucker

Aerob: Nachgärung Hefen Anaerob: Alkoholgärung

von Proteinen und Vitaminen bei einer Heustocküberhitzung. Mit einem massiven Gehaltsverlust muss auch bei verspäteter Ernte von «verholzten» Pflanzen gerechnet werden. Abfliessender Gärsaft beinhaltet auch immer hochverdauliche Nährstoffe. Bereits vor rund 20 Jahren wurden von Agroscope (damals FAT) der Gärsaftanfall und die damit verbundenen Nährstoffverluste untersucht. Danach liegt die TS-Gehaltsgrenze für kritischen Gärsaftanfall bei etwa 25 %. Bei Rundballen sollte unter Berücksichtigung der allgemeinen Silierregeln und ohne Beschädigung der Folie eigentlich kein Gärsaft austreten. Ganz allgemein wurde die Gärsaftproblematik bei der Rundballen-Produktion kleiner eingestuft als beim Hoch- und Flachsiloverfahren.

Konservierungsverluste Konservierungsverluste teilen sich auf in (a) Feldverluste und (b) Lagerungsverlus-

te. Entgegen einer verbreiteten Meinung treten diese Konservierungsverluste nicht erst auf dem Heustock oder im Silo auf, sie beginnen bereits auf der gemähten Wiese. a. Feldverluste Feldverluste haben drei Hauptursachen, die dem Pflanzenbestand, der Witterung und den Bröckelverlusten zugeordnet werden können. Je leguminosen- und kräuterreicher ein Pflanzenbestand ist, desto schwieriger ist die Feldtrocknung. Erhöhte Ausatmungs- und Auswaschungsverluste treten bei tiefem TS-Gehalt und bei Regenwetter auf. Bröckelverluste sind direkt von der Erntemethode und dem TS-Gehalt des Futters abhängig. Die in ihrer Grössenordnung direkt beeinflussbaren Bröckelverluste werden durch richtigen (oder falschen) Maschinen­ einsatz bestimmt. Die mechanischen Feldverluste liegen nach Untersuchungen von

Kreiselheuer fördern durch intensive Bearbeitung das Abtrocknen und reduzieren indirekt die Atmungsverluste.

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Unerwünscht: Nach Öffnen des Silos: warm, minderwertig

Agroscope aus dem Jahr 2009 beim Zetten/ Wenden in einer Grössenordnung von 6 bis 20 %. Das muss man sich einmal vor Augen halten, im Extremfall betreffen allein diese Verluste einen Fünftel der Inhaltsstoffe! Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Futterbergung, wo sich die Verluste in einer Bandbreite von 4,5 bis über 11 % bewegen. Die zum Teil unvermeidbaren Atmungsverluste beginnen bereits nach dem Schnitt. Sie sind in Verbindung mit tiefem TS-Gehalt und warmem Wetter besonders hoch. Anderseits nehmen sie bei TS-Gehalten über 40 % stark ab. Unter guten Trocknungsbedingungen betragen sie 3 bis 4 %. Bei ungünstigen Trocknungsbedingungen können sie aber auf bis zu 10 % ansteigen. Schlussfolgerung: Schnelle Trocknung vermindert die Verluste. «Schlechtes» Wetter führt durch Gehaltsverluste in Form von Nährstoff-Auswaschung bei liegendem Futter und Verholzung bei stehenden Futterbeständen ebenfalls zu Feldverlusten. Die Höhe der Feldverluste ist abhängig vom Ernte- und Konservierungsverfahren und sehr unterschiedlich und liegt in einer Grössenordnung zwischen 5 und 40 % des Bruttoertrags. b. Lagerungsverluste Verluste am Futterlager sind klar zu trennen von den Feldverlusten. Sie entstehen vor allem bei Bodenheu durch Gärverluste am Heustock, durch Sickersaftverluste im Silo (Ballen, Flach- und Hochsilo) und in Form von Fehlgärungen, Schimmelbildung und Fäulnis in Silagen, Feuchtheu oder Heuballen.

Trocknung Bei der Trocknung von Gras bis zu lagerfähigem Heu müssen grosse Wassermengen verdunsten. Frisches Grünfutter enthält rund 80 % Wasser (20 % TS). Deshalb müssen durch Trocknung rund 4 kg Was-

Das Schwaden ist mitbestimmend für die Feldverluste und den Verschmutzungsgrad.


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FUTTERERNTETECHNIK

ser pro kg/TS oder umgerechnet 3,350 kg Wasser je kg Heu abgeführt werden. Mit anderen Worten, aus schwach angewelktem Belüftungsheu auf dem Stock müssen zwei- bis dreimal so viel Wasser entzogen werden wie aus gut angewelktem Futter. Während der Lagerung kommt es im Heustock zu einer «Heugärung». Damit sind die ablaufenden Reifungsprozesse gemeint. Diese Prozesse verlaufen bei einem TS-Gehalt von 80 bis 82 % über eine Zeitdauer von sechs bis acht Wochen. Dürrfutter ist am Heustock mikrobiologisch relativ stabil, aber nur wenn der Wassergehalt im Futter unter 14 % liegt. Andernfalls äussert sich dies mit einem Temperaturanstieg. Jeder Temperaturanstieg ist daher ein Alarmzeichen, denn er ist das Resultat von Bakterientätigkeit und Bakterienvermehrung. Bei schlechten Trocknungsbedingungen entwickeln sich neben Bakterien auch Schimmelpilze. Diese bilden Toxine, welche praktisch über die ganze Lagerdauer stabil bleiben. Verschimmelte Futtermittel dürfen nicht verfüttert werden. Auch unter besten Wetterbedingungen hat frisch eingefahrenes Belüftungsheu einen Wassergehalt von mindestens 20 % und ist nicht lagerstabil. Wird nicht sofort nachgetrocknet, ermöglicht das noch verfügbare Wasser einen mikrobiologischen Kampf um die leicht verfügbaren Nährstoffe. Mit einer funktionierenden Heubelüftung verläuft der ganze Gärvorgang in kürzerer Zeit und ist weniger ausgeprägt. Kaltbelüftung entzieht pro m³ Luftmenge maximal ein Gramm Wasser. Die Kaltbelüftung ist das günstigste Verfahren, beansprucht aber die längste Belüftungszeit. Solare Trocknung verkürzt die Trocknungszeit schätzungsweise um ein Drittel und die Kombination von solarer Trocknung mit einem Luftentfeuchter beschleunigt die Trocknung nochmals

Tabelle 3: Ursachen und Folgen von Nacherwärmung in unterschiedlichen Phasen Phase

Schweizer Landtechnik 4

2021

Folgen

Siliergut + Luft Hefen entwickeln sich

Aufbau eine Hefepopulation

Kein Luftzutritt (gute Bedingungen)

Silage ist stabil Teilweise alkoholische Gärung

Luftzutritt (schlechte Bedingungen)

Silagen verderben bereits während der Lagerung

Lagerung

Silagen werden warm Silage + Luft Entnahme Nährstoffverluste Hefen werden wieder aktiv Zu geringe Entnahmemenge Silagen verderben Vermehrung weiterer SchadorganisAuflockerung der Oberfläche Rückgang der Futteraufmen (Schimmelpilze) nahme

entscheidend. Entsprechend steigen aber die Produktionskosten proportional zu den Betriebs- und Investitionskosten an. Unter Schweizer Wetterbedingungen ist die Heubelüftung für die silofreie Raufutter-Produktion «ein Muss». Bei gut konserviertem Dürrfutter nehmen die Rohprotein- und NEL-Gehalte (Nettoenergie) auch bei längerer Lagerung (12 bis 18 Monate) nur um etwa 0,1 MJ kg/TS ab. Bekannt ist, dass Beta-Carotin relativ kurze Halbwertszeiten aufweist.

Silieren Bei der Herstellung von Silagen spielen die unterschiedlichen Mikroorganismen eine entscheidende Rolle. Erfolgreich silieren bedeutet, Mikroorganismen und damit Gärung in eine gewünschte Richtung steuern. Gewünscht ist eine Milchsäuregärung und im Endeffekt eine Silage mit einem angenehmen Geruch. Verlustquellen sind einerseits bei nassen Silagen und dem damit auftretenden Verlust wertvoller Nährstoffe durch Gärsaft

Die Feldverluste der ganzen Mechanisierungskette betragen zwischen 5 % und über 40 % des Bruttoertrags.

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Ursache

Einsilieren Ungenügende Verdichtung Undichte Silos Nicht luftdichte Abdeckung

zu finden. Zusätzlich entstehen bei nassen Silagen oft Fehlgärungen, die sich ihrerseits als Verluste auswirken. Anderseits sind auch zu trockene Silagen gefährdet, weil sie sich weniger gut verdichten lassen und Lufteinschlüsse damit nicht ganz ausgeschlossen sind. Bei geringen Entnahmemengen kommt es in der Folge zu Nachgärungen, verbunden mit entsprechend hohen Nährstoffverlusten. In der Praxis treten Nacherwärmungen oft auf. Das Problem wird aber in vielen Fällen nicht ernst genommen oder vernachlässigt. Dies hat zur Folge, dass sie in einem fortgeschrittenen Stadium fast nicht mehr zu stoppen ist. Verantwortlich für Nacherwärmungen sind in erster Linie Hefen. Schlechte Verdichtung und geringe Entnahmemengen begünstigen die Vermehrung der Hefen. Vorbeugend wirken ein gutes Vorwelken, eine hohe Verdichtung und eine sorgfältige (luftdichte!) Abdeckung. Wenn nötig kann bei schwer silierbarem Futter vorbeugend ein geeignetes Siliermittel einsetzt werden.

Der Pflanzenbestand und der Mähzeitpunkt entscheiden über die Futterqualität.


FUTTERERNTETECHNIK

Tabelle 4: Voraussetzungen für eine erfolgreiche Silage-Konservierung. Rohfaseranteil Der Rohfaseranteil in der Grassilage beein­ flusst nicht nur die Futterqualität, sondern bestimmt auch den Gärverlauf und die Qua­ lität von Silagen. Eine Erhöhung des Rohfa­ sergehaltes von 220 g/kg TS auf 340 g/kg TS hat zur Folge, dass die Lagerungsdichte von Grassilagen um bis zu 20 % abnimmt. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass der Buttersäuregehalt in der Grassilage um mehr als 50 % ansteigt. Folglich werden bei der Silage-Konservierung von älterem Gras hohe Verluste in Kauf genommen und die Hygie­ nevorgaben (Milchproduktion) können nur noch unter erschwerten Bedingungen erfüllt werden.

Trockensubstanz Das Erreichen des richtigen TS-Gehalts bei der Konservierungsart «Silage» ist von entscheiden­ der Bedeutung. In nassen Silagen finden oft Fehlgärungen statt. Zudem gehen mit Gärsaft wertvolle Nährstoffe verloren. Auf der anderen Seite steigen die Bröckelverluste bei steigendem TS-Gehalt überproportional an. Bei zu hohem Trockensubstanzgehalt besteht ein grosses Risiko, dass die Silage ungenügend verdichtet wird und es dadurch zu Lufteinschlüssen kommt. Luft bzw. Sauerstoff ist verantwortlich für schimmlige Stellen und Erwärmungen in der Silage. Davon betroffen sind alle Silierverfahren. Generell muss trockenes Futter für die Silagekonservierung kürzer (kurz!) geschnitten werden.

Rohascheanteil Der Rohaschegehalt wird (auch) bestimmt durch den Verschmutzungsgrad im Futter. Bei 100 g/kg TS ist der Erdbesatz im Futter klein. Von einem mittleren Verschmutzungsgrad spricht man bei etwa 150 g/kg TS und gar von starker Ver­ schmutzung bei 200 und mehr g/kg TS. Die Auswirkungen sind ein um acht bis 15 % tieferer Rohproteingehalt und eine parallele Senkung von NEL und APD. Die Hauptursache für über­ mässige Verschmutzung ist eine zu geringe Schnitthöhe und damit verbunden eine zu tiefe Einstellung der nachfolgenden Kreiselmaschi­ nen. Nasse Feldbedingungen, ungenügende Wiesenpflege im Frühjahr und offene Grasnar­ ben tragen weiter zur Futterverschmutzung bei.

Die Steigerung des Rohfasergehaltes um ein Prozent bewirkte in der Silage:

Die Steigerung der Trockenmasse um ein Prozent bewirkte in der Silage:

Die Steigerung des Rohaschegehaltes um ein Prozent bewirkte in der Silage:

Rohprotein NEL Lagerungsdichte pH-Wert Buttersäure Eiweissabbau

Rohprotein Rohasche Lagerungsdichte pH-Wert Buttersäure Eiweissabbau

Rohprotein Rohfaser NEL pH-Wert Buttersäure Eiweissabbau

− − − + + +

4,1 g/kg TS 0,1 MJ/kg TS 2,9 kg TS 0,03 0,5 g/kg TS 0,5 %

Fazit: Junges Futter enthält viel Zucker, was gleichbedeutend mit dem Energiegehalt ist. Gleichzeitig ist der Rohproteingehalt hoch. Zudem lässt sich junges Futter besser verdich­ ten.

Ungenügende Verdichtung Die Lagerungsdichte von Grassilage in Flachsilos ist insgesamt sehr heterogen, das stellte Agroscope nach Untersuchen fest. Ungenügende Verdichtung ist oft die Folge einer zu grosser Bergeleistung und dem damit verbundenen Auftragen von zu grossen Schichten, die anschlies­ send ungenügend verdichtet werden. Als Faustregel gilt nach wie vor: möglichst

Ziele für die kommende Futterernte: Keine TS-Verluste, tiefe Gehaltsverluste und mögliche wenig Lagerungsverluste.

− − + + − −

0,3 g/kg TS 0,4 g/kg TS 2,2 kg TS/m³ 0,01 0,6 g/kg TS 0,2 %

Fazit: Der optimale Trockensubstanzgehalt für Silage generell liegt bei 35 bis 45 % (für Ballensi­ lage 30 bis 40 %). Ist der TS-Gehalt höher, sollte das Futter kürzer (4 cm) geschnitten werden (Wyss, ALP).

gleichmässig dünne Schichten ins Silo bringen (max. 30 cm). Damit eine optima­ le Verdichtung erreicht wird, sollte bei ei­ nem TS-Gehalt von 30 bis 40  % eine Schnittlänge um 6 cm realisiert werden. Bei höheren TS-Gehalten (und älterem Futter) sollte die Schnittlänge etwa 4 cm betragen.

Zusammenfassung Es liegt in der Natur der Sache, dass bei der Futterernte Verluste entstehen. Die Frage ist nur, in welchem Ausmass sind sie tolerierbar? Können sie reduziert wer­ den und mit welchen Massnahmen? Lei­ der sind bei den meisten Verlustarten die wertvollsten Pflanzen und Pflanzenteile betroffen, sei es, weil sie bereits auf dem Feld liegen bleiben oder später von Bak­ terien für ihre Zwecke verwendet werden. Der richtige Einsatz der Mechanisierung ist entscheidend für das Ausmass der Feld- und TS-Verluste. Und schliesslich ist es wichtig, sich «in einer ruhigen Minute» die wichtigen Silierregeln und die Grund­ sätze der Heubelüftung wieder einmal durch den Kopf gehen zu lassen. Dann kommt’s gut.

− − − + + +

1,6 g/kg TS 3,8 g/kg TS 0,1 MJ/kg TS 0,04 0,4 g/kg TS 0,3 %

Fazit: Die richtige Wiesenpflege ist eine vor­ beugende Massnahme. Optimale Boden- und Nutzungsbedingungen abwarten. Richtige Schnitttiefe wählen (5 bis 8 cm) und die Zettoder Schwadmaschinen sorgfältig einstellen.

Erweiterte Silierregeln • Mit der richtigen Grünlandpflege im Frühling wird der Grundstein für gute Qualität gelegt. • Gülle zum richtigen Zeitpunkt ausbrin­ gen. Gülle gehört in den Boden und nicht auf die Pflanzen. • Richtigen Schnittzeitpunkt (Beginn bis Ende Rispenschieben) nutzen. • Trockenes Gras schneiden und damit Verschmutzung reduzieren. Nicht zu tief mähen. Schmutz fördert das Risiko für eine Buttersäuregärung. • Kreiselmaschinen und Pickup richtig einstellen. Zinken sollen 4 cm Boden­ abstand haben. • Futter genügend vorwelken und damit die Lebensbedingungen der Milchsäurebakterien verbessern. • Rundballen möglichst zeitnah wickeln und sorgfältig transportieren bzw. stapeln. • Fahrweg vor (und auf) dem Fahrsilo sauber halten. • Auf dem Fahrsilo sorgfältig und mit geringer Geschwindigkeit walzen. • Geeignete Siliermittel auswählen und bei Bedarf richtig dosiert einsetzen.

4

2021 Schweizer Landtechnik

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FUTTERERNTETECHNIK

Rundballenpressen Jeder Landwirt hätte gerne harte Silageballen. Denn bei diesen passt die Futterqualität, sie brauchen weniger Platz und auch weniger Netz oder Folie. Welche Presse dieses Ziel erfüllt, zeigt dieser Vergleichstest mit sechs variablen Rundballenpressen. Franz Handler, Manfred Nadlinger, Christian Rechberger*, Alfred Pöllinger** und Johannes Paar***

Gemeinsam mit BLT Wieselburg und der HBLFA Raumberg-Gumpenstein haben die Fachmagazine «Landwirt» und «Schweizer Landtechnik» eine Saison lang sechs variable Rundballenpressen getestet. Drei Testfahrer des Testteams pressten Silage vom zweiten bis zum letzten Schnitt. Bei der Auswahl der Testkandidaten und deren Ausstattung lag der Fokus auf dem Pressen von Silage. Passend zum österreichischen und Schweizer Markt wählte ein Expertengremium 14 Marken von elf Herstellern aus, die zu diesem Vergleich eingeladen wurden. Nicht Die Autoren arbeiten bei BLT Wieselburg*, HBLFA Raumberg-Gumpenstein** und beim Fachmagazin «Landwirt»***

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Schweizer Landtechnik 4

2021

alle sind der Einladung gefolgt. Gründe für die Nichtteilnahme waren «veraltete» oder keine verfügbaren Maschinen, Produktionsausfall durch Corona oder andere Gründe. Deutz-Fahr, Fendt, John Deere, Kuhn, Massey Ferguson und Pöttinger stellten von Ende Juni bis Saison­ende jeweils eine Presse zur Verfügung.

Aus der Praxis Da die beiden Pressen von Fendt und Massey Ferguson baugleich sind, ist nur die Fendt «Rotana 160 V Xtra» getestet worden. Claas und Krone antworteten auf die Einladung zu dieser Vergleichsuntersuchung sinngemäss, dass sie nicht teilnehmen wollen. Auf Grund der Marktbedeutung wurden zwei Maschinen die-

ser Marken aus der Praxis besorgt (siehe Seite 30). Leider hatte die dafür vorgesehene Claas-Presse einen Tag vor Teststart durch einen Fremdkörper einen gehörigen Schaden erlitten. Daher wurde auf diese verzichtet. Bei Krone stand die «Comprima V 150 XC» Plus im Einsatz, da die zuletzt entwickelte Serie «VariPack» für Silage nicht freigegeben ist. Die Anzahl der Messer reichte von 23 bis 26, die theoretische Schnittlänge (also der Messerabstand) von 40 bis 45 mm. Nur die Pöttinger «Impress» unterschied sich mit 32 Messern und einem Messerabstand von 36 mm etwas deutlicher von den anderen Testkandidaten. Die weiteren technische Daten finden Sie in der Tabelle auf der Seite 28.


FUTTERERNTETECHNIK

im Vergleich

Die Versuchsbedingungen Bei den Messungen in der Anwelksilage durch die BLT Wieselburg waren die Hauptkriterien der Leistungsbedarf an der Zapfwelle, die Ballendichte und die Schnittlänge. Die Bröckelverluste der Pressen wurden nicht gemessen, da aus Versuchen in der Vergangenheit bekannt ist, dass sie selbst bei kurzen Schnittlängen, wie sie die untersuchten Pressen erreichten, unter einem Prozent der im Ballen enthaltenen Energie (MJ NEL) ausmachen. Die Ergebnisse der Messungen werden wesentlich von der botanischen Zusammensetzung, dem Entwicklungsstadium des Pflanzenbestandes und der Trockensubstanz (TS) des Erntegutes, der Fahrgeschwindigkeit, der Schwadstärke

Die Testkandidaten: Pöttinger «Impress 185V Pro», Fendt «Rotana 160 V Xtra», (respektive MF «RB 4160 V Xtra»), Krone «Comprima V 150 XC Plus», John Deere «V 461R», Kuhn «VB 7160 OC» und Deutz-Fahr «Varimaster 765 OC». Bilder: E. Gröblbauer, J. Paar und Suppan-Film

sowie der Schwadform beeinflusst. Deshalb wurden diese Faktoren bei den Messungen erhoben. Auch wenn bei der Auswahl der Versuchsflächen auf die Gleichmässigkeit des Bestandes besonders geachtet wird, treten unvermeidbare Unterschiede im Bestand auf. Diese führen zu Differenzen in den Messergebnissen, die nichts mit den technischen Unterschieden der untersuchten Rundballenpressen zu tun haben. Mit Hilfe statistischer Methoden lässt sich bei entsprechender Anzahl von Wiederholungen

analysieren, ob die Differenzen in den Mess­ ergebnissen durch diese zufälligen und unvermeidbaren Schwankungen der Einflussfaktoren oder durch die technischen Unterschiede zwischen den Pressen erklärt werden können. Bei den vorliegenden Ergebnissen wird von signifikanten Unterschieden gesprochen, wenn die Irrtumswahrscheinlichkeit für den durchgeführten multiplen Mittelwertvergleich unter fünf Prozent liegt. Beim Pressen der Anwelksilage war die Zielvorgabe, unter den gegebenen Bedingun4

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FUTTERERNTETECHNIK

Zur Bestimmung der Ballendichte vermass und wog die BLT Wieselburg die Ballen exakt.

Die Versuchsbedingungen Kunstwiese, 2. Schnitt

Kunstwiese, 3. Schnitt

98 % Gräser, 32 % Rohfaser in der TS 3. Nutzungsjahr

85 % Gräser, 27 % Rohfaser in der TS 1. Nutzungsjahr

botanische Zusammensetzung und Entwicklungsstadium mittlere Trockensubstanz (%)

42,7

48,5

mittlere Schwadstärke (kg TS/m)

1,7

1,7

mittlerer Gutstrom in die Presse (t TS/h)

17,2

16,4

Nennleistung des eingesetzten Traktors (kW/PS) Solldurchmesser (cm)

120/163 125

Bindung der Ballen

Netzbindung mit 3,5 Lagen

gen möglichst dichte Ballen herzustellen. Um die Pressen hinsichtlich Ballendichte und Leistungsbedarf vergleichen zu können, hat das Testteam bei den Messungen darauf geachtet, dass sich die mittlere Schwadstärke, die mittlere Trockensubstanz des Futters, die gewählte Fahrgeschwindigkeit und der mitt-

lere Gutstrom in die Presse nicht signifikant voneinander unterschieden. Die Versuchsbedingungen sind in der Tabelle oben zusammengefasst. Alle Messungen wurden mit der maximal möglichen Messerzahl durchgeführt. Der Solldurchmesser der Ballen wurde mit 125 cm festgelegt.

So wurde gemessen Um die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten, wurden alle Pressversuche mit zwei identisch ausgestatteten Traktoren Fendt «516 Vario» und einem routinierten Pressenfahrer durchgeführt. Die Pressen wurden von einem Fachmann des Herstellers oder einem erfahrenen Anwender der Presse eingestellt. Während des Pressvorganges mass das Testteam die erforderliche Zapfwellenleistung, die Fahrgeschwindigkeit und den zurückgelegten Weg. Das Gewicht der Ballen und deren Umfang, Durchmesser sowie Breite sind unmittelbar nach dem Pressen bestimmt worden. Danach wurde durch radiales Anbohren mittels eines Kernbohrers Pro-

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ben für die Bestimmung der Trockensubstanz (TS) genommen. Aus diesen Daten wurde die mittlere Ballendichte errechnet. Aus dem während des Pressens zurückgelegten Weg, der Presszeit und der Ballenmasse wurde von den Testern die Schwadmasse und der Gutstrom in die Presse berechnet. Beim Verfüttern der Ballen wurde aus dem mittleren Drittel der Ballen Proben für die Schnittlängenanalyse gezogen. Dies erfolgte mit Hilfe eines kamerabasierten Systems zur Bestimmung der Partikellänge. Die Auflösbarkeit der Rundballen beim Verfüttern bewerteten vier Personen auf Basis der erforderlichen manuellen Kraft.

Die Ballendichte Die gemessene mittlere Ballendichte bei den einzelnen Pressen ist in der Grafik 1 zusammengefasst. Sie war, über alle Pressen gerechnet, beim zweiten Schnitt (mit einer spezifischen Dichte von 183 kg TS/m³) auf Grund der Sperrigkeit des Anwelkgutes etwas niedriger als beim dritten Schnitt (192 kg TS/m³). Die grössten Unterschiede zwischen dem zweiten und dem dritten Schnitt wurde bei den Ballendichten der Pressen von Deutz-Fahr und John Deere beobachtet. Bei beiden Messungen erzielte die Kuhn-Presse tendenziell die höchsten Ballendichten. Beim zweiten Schnitt erreichten auch die Fendt «Rotana» und die Pöttinger «Impress» überdurchschnittliche Werte. Beim dritten Schnitt schaffte dies auch die John-Deere-Rundballenpresse. Diese drei Pressen nahmen hinsichtlich der Ballendichte eine Mittelstellung ein und unterschieden sich auf Grund der Streuung der Messwerte weder von der Kuhnnoch von der Deutz-Fahr- und der Krone-­ Rundballenpresse statistisch signifikant. Statistisch signifikant waren die Unterschiede zwischen der Krone «Comprima» und der Kuhn «VB», was auch im Diagramm ersichtlich ist.

Der Leistungsbedarf an der Zapfwelle Als weiterer Punkt wurde der Leistungsbedarf der einzelnen Pressen an der Zapfwelle des Traktors angeschaut. Dabei haben die Tester die Leistung im Leerlauf sowie den höchsten Leistungsbedarf getrennt betrachtet. Die Leerlaufleistung: Der niedrigste Leerlauf-Leistungsbedarf an der Zapfwelle wur-


FUTTERERNTETECHNIK

Die Messwerte der Deutz-Fahr «Varimaster» lagen meist im Mittelfeld der Testreihe.

Grafik 1: Ballendichte Kunstwiese, 2. Schnitt

240

Kunstwiese, 3. Schnitt

220

180

0

Pöttinger Impress 185V Pro

20

Kuhn VB 7160 OC

60 40

Krone Comprima V 150 XC Plus

80

John Deere V461R

120 100

Fendt Rotana 160 V

160 140

Deutz-Fahr Varimaster 765 OC

Ballendichte (kg TS/m ³)

200

Grafik 2: Spitzenleistungsbedarf an der Zapfwelle Kunstwiese, 2. Schnitt

Kunstwiese, 3. Schnitt

90 80

20 10 0

Die Fendt «Rotana» lag meist im Spitzenfeld, war aber bei keiner Messung Erster.

Pöttinger Impress 185V Pro

30

Kuhn VB 7160 OC

40

Krone Comprima V 150 XC Plus

50

John Deere V461R

60

Fendt Rotana 160 V

70 Deutz-Fahr Varimaster 765 OC

Spitzenleistungsbedarf an der Zapfwelle (kW)

de mit 4,2 PS an der Fendt-Presse gemessen, der höchste beim Modell von Kuhn mit 12,2 PS. Dazwischen lagen Krone «Comprima» (6,8 PS), Deutz-Fahr «Varimaster» (7,1 PS), Pöttinger «Impress» (7,3 PS) und John Deere «V 461R» (8,4 PS). Der Leistungsbedarf der Pressen an der Zapfwelle stieg nach Beginn der Befüllung der Ballenkammer mehr oder weniger rasch an und erreichte dann, wie für Pressen mit einer variablen Presskammer typisch, ein relativ konstantes Niveau mit einzelnen Spitzen. Mit dem Ende der Befüllung der Presskammer und dem Beginn des Bindevorganges fällt der Leistungsbedarf deutlich ab. Aus diesem Grund ist der mittlere Leistungsbedarf über einen gesamten Presszyklus eines Rundballens für die Wahl des erforderlichen Traktors wenig aussagekräftig. Deswegen wurde für den Vergleich der Pressen der über fünf Sekunden gemittelte höchste Leistungsbedarf auf diesem konstanten Niveau herangezogen und im Folgenden als Spitzenleistung bezeichnet. Bei einem mittleren Gutstrom in die Presse von 17,2 t TS pro Stunde (TS/h) schwankte der mittlere Spitzenleistungsbedarf beim zweiten Schnitt zwischen 80,2 und 103 PS (Grafik 2). Den niedrigsten Wert wies Pöttinger «Impress» auf, die sich damit signifikant von den John-Deere- und Kuhn-Pressen unterschied – letztere mit dem höchsten Wert. Die anderen Unterschiede zwischen den Pressen waren nicht bedeutend. Beim dritten Schnitt war der Spitzenleistungsbedarf mit 66,6 bis 89,8 PS auf Grund der etwas geringeren Schwadstärke und des geringeren Gutstroms (16,4 t TS/h) sowie der geänderten Futterstruktur bei allen Pressen niedriger. Signifikant war die Differenz beim dritten Schnitt nur

Die John Deere «V 461R» war bei allen Messungen durchschnittlich.

4

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FUTTERERNTETECHNIK

Technische Daten *

Deutz-Fahr

Fendt / MF

John Deere

Krone

Varimaster 765 OC

Rotana 160 V Xtra / RB4160V Xtra

V 461R

Comprima V 150 XC Plus

80−160

70−160

80−185

100−150

Ballenbreite (cm)

120

123

121

120

Variables Presssystem (Anzahl Walzen/Riemen)

3/5

3/4

3/2

3/Stabfördergurt

Weichkern über Terminal einstellbar

Ja − Durchmesser und Dichte einstellbar

Ja − Durchmesser einstellbar

Ja − Durchmesser und Dichte einstellbar

Nein − mechanisch, Kerndichte in drei Stufen einstellbar

Pick-up-Breite (Abstand Aussenzinken) (cm)

189

186

191

193

Abstand Pick-up-Zinken (mm)

61

64

68

55

Zinkenreihen

5

5

5

5

gesteuert

ungesteuert

gesteuert

ungesteuert

Modell/Typ Ballendurchmesser (cm)

Pick-up-Zinken Maximale Messeranzahl

23

25

25

26

Theoretische Schnittlänge (mm)

45

45

40

42

Abstand äusseres Messer bis Ballenrand (mm)

105

75

125

75

mechanisch: 7, 11, 12, 23 Messer

hydraulisch: 12, 13, 25 Messer

hydraulisch: 12, 13, 25 Messer

mechanisch: 13, 26 Messer; auf Wunsch hydraulisch

hydraulisch am Terminal

hydraulisch am Terminal

hydraulisch am Terminal

hydraulisch am Terminal

hydraulisch nach unten schwenkbar

hydraulisch nach unten schwenkbar

hydraulisch parallel nach unten schwenkbar

Messerkasten hydraulisch nach unten schwenkbar

2767

2810

2900

2780

Aussenbreite Räder (mm)

2700

2590

2750

2970

Länge laut Hersteller (mm)

4020

5250

5320

4990

Einfach / 500/45 × 22.5

Einfach / 500/50-22.5

Einfach / 500/55-20

Tandem / 500/55-20

Einfach

Einfach

Einfach

Einfach/Tandem

500/45-22.5

500/60-22.5

600/50R22,5

500/55-20

Zapfwellendrehzahl

540

540

540/1.000

540

Stützlast (kg)

1000

1000

1100

1000

Zulässige Achslast (kg)

3100

3500

4000

2 x 3000

Eigengewicht gemäss Betriebsanleitung (kg)

3110

4740

Eigengewicht Testmaschine, inkl. Netz u. Gelenkwelle (kg)

3600

4220

4640

5575

Messer-Gruppenschaltung

Messer ein/aus

Schneidwerkboden – Stopferbeseitigung Aussenbreite Pick-up-Räder (mm)

Achse/Bereifung Angebotene Achsen Grösste angebotene Reifendimension bei einfacher Achse

Beurteilung der Messergebnisse – Anwelksilage (BLT Wieselburg) ** Ballendichte

+

++

+

+/−

Energieeffizienz

++

++

++

++

Schnittqualität

+

+

++

++

*Messwerte der BLT Wieselburg, ** Beurteilungsschema: ++ sehr gut, + gut, +/− zufriedenstellend, − mangelhaft

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FUTTERERNTETECHNIK

120

120

3/4

4/3

Ja − Dichte für Kern, Mitte und aussen in Abhängigkeit von der Gutfeuchte einstellbar

Ja − Dichte für Kern, Mitte und aussen einstellbar

189

198

61

60

5

5

gesteuert

gesteuert

23

32

45

36

105

42

mechanisch: 7, 11, 12, 23 Messer

mechanisch: (0−16), 16, 16, 32 Messer; hydraulisch auf Wunsch

hydraulisch am Terminal

hydraulisch am Terminal

hydraulisch nach unten schwenkbar

hydraulisch nach oben schwenkbar

2802

2900

2890

2880

5400

5107

Einfach / 600/50R22.5

Einfach / 620/40R22.5

Einfach

Einfach/Tandem

600/50R22.5

620/40R22.5

540/1000

1000

1200

1300

3900

4400

4605

4950

4687

5280

++

++

+

++

+

++

2.5 2.0 1.5 1.0 0.5

Pöttinger Impress 185V Pro

80−185

3.0

Kuhn VB 7160 OC

80−160

Feldfutter, 3. Schnitt

Krone Comprima V 150 XC Plus

Impress 185V Pro

John Deere V461R

VB 7160 OC

Feldfutter, 2. Schnitt 3.5

Fendt Rotana 160 V

Pöttinger

4.0

Deutz-Fahr Varimaster 765 OC

Kuhn

Spezifischer Energiebedarf für das Pressen (kWh/t TS)

Grafik 3: Spezifischer Energieverbrauch für das Pressen

0.0

zwischen Deutz-Fahr «Varimaster» auf der einen Seite (mit einem niedrigen Leistungsbedarf) und der Presse von Kuhn sowie von John Deere auf der anderen Seite (mit einem hohen Leistungsbedarf).

Beginn des Füllens der Presskammer beginnenden steilen Anstieg des Leistungsbedarfes erklärt werden. Dies führte aber auch zu den dichtesten Ballen im Vergleich.

Die Schnittlänge Der spezifische Energiebedarf Der spezifische Energiebedarf wurde aus dem mittleren Leistungsbedarf für das Pressen, der Presszeit und dem Ballengewicht errechnet. Er gibt darüber Auskunft, wie viel Energie die Presse benötigt, um eine Tonne Trockensubstanz zu verdichten. Er spiegelt auch die Relationen im Treibstoffverbrauch für das Verdichten wider. Wie in Grafik 3 dargestellt, lag er beim Pressen des zweiten Schnittes zwischen 2,3 und 3,2 kWh pro Tonne Trockensubstanz. Am effizientesten arbeiteten Pöttinger «Impress» und die John-Deere-Rundballenpresse. Ihre Werte waren signifikant niedriger als jene von Deutz-Fahr und Kuhn. Letztere unterschied sich auch signifikant von Fendt «Rotana» und Krone «Comprima». Obwohl beim dritten Schnitt höhere Ballendichten und ein geringerer Gutfluss gemessen wurden, war der spezifische Energiebedarf bei allen Pressen annähernd gleich oder sogar geringer. Die Unterschiede zwischen den Pressen waren nicht signifikant. Besonders überraschend waren die niedrigen Werte von Pöttinger «Impress» bei beiden Schnitten, da sie über die meisten Messer verfügte. Die hohen Werte der Kuhn-Presse können durch den unmittelbar nach dem

Grafik 4 stellt die Anteile der einzelnen Längenklassen an der Gesamtlänge aller Partikel in der fertig vergorenen Silage dar. Pöttinger «Impress», Krone «Comprima» und John Deere «V 461R» weisen mit 30, 28 und 27 % in der Silage die höchsten Anteile von Partikeln mit einer Länge von unter 40 mm auf. Diese Pressen verfügen mit 36, 42 und 40 mm auch über die engsten Messerabstände (siehe Tabelle). Bei den Partikeln unter 80 mm ergab sich mit 72, 70 und 69 % dieselbe Reihenfolge. Bei den anderen drei Pressen mit einem Messerabstand von 45 mm bewegte sich dieser Anteil zwischen 62 und 65 %. Beim manuellen Auflösen der Ballen konnten vier Versuchspersonen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Pressen feststellen.

Die Futterqualität Zur Bestimmung der Futterqualität wurden nach dem Gärprozess Proben entnommen und im Labor hinsichtlich pHWert, Futterinhaltsstoffe, Gärsäurespektrum, Rohfasergehalt, Rohproteingehalt und Energiegehalt analysiert. Die Ballendichte ist bei allen Pressgütern ein intensiv diskutiertes Thema und wird im Zusammenhang mit Grassilage meist auf den gleichen Nenner gebracht – «je dich4

2021 Schweizer Landtechnik

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FUTTERERNTETECHNIK

Trotz geringster Ballendichte war auch bei der Krone «Comprima» die Silage in Ordnung.

Die Kuhn «VB 7160 OC» presste die härtesten Ballen, brauchte dafür aber viel Energie.

Die Pöttinger «Impress» war trotz höchster Messeranzahl die effizienteste Presse im Test.

ter gepresst, desto besser»! Die mögliche maximale Pressdichte von Grassilage hängt neben der Presstechnik von der Futterstruktur (grob- oder feinstängelig) und von der Trockensubstanz des Futters ab. Diese Einflüsse sind aber gegenüber den unterschiedlichen Techniken zur Verdichtung von Grassilage von vergleichsweise untergeordneter Bedeutung – insbesondere dann, wenn unter sonst vergleichbaren Bedingungen (gleiches Ausgangsfutter) Anwelksilage, wie in diesem Versuch, gepresst wird. In Vergleichsuntersuchungen aus der Praxis wurden durchschnittliche Dichten bei Rundballen von rund 165 kg TS/m³ bei Rundballenpressen mit variabler Kammer gemessen, während das Futter in Fahrsilos mit knapp unter 200 kg TS/m³ verdichtet

wird. Daraus ist nun grundsätzlich kein Nachteil für die Rundballensilage ableitbar. Die Futterqualität leidet auch in locker gepressten Ballen bei einem guten Verschluss der Silagen nicht. Auch die Futterqualität mit der geringsten Pressdichte aus unserem Versuch war in Ordnung. Dennoch sollte die Pressedichte von Grassilage wenigstens bei 180 kg TS/m³ und darüber liegen. Die Begründungen dafür sind vielfältig. Zum einen verdirbt die Silage locker gepresster Rundballen bei einer Folienverletzung meist zur Gänze, während bei dicht gepressten Ballen nur ein kleiner Teil des Futters zu entsorgen ist. Zum anderen benötigen Rundballen, die um 20 % dichter gepresst werden, auch um 20  % weniger Folie. Das wiederum hat nicht nur einen finanziellen Vorteil für den Betrieb, sondern ist auch ökologisch von Bedeutung. Es muss 20 % weniger Wickelfolie entsorgt werden. Und: Gut gepresste Rundballen bleiben einigermassen formstabil und lassen sich daher dichter stapeln und benötigen so weniger Lagerplatz.

Fazit

Beschaffung der Pressen Wie im Haupttext erwähnt, wurden für diesen Test einst 14 Marken von elf Herstellern ausgewählt, von denen dann sechs Marken (Hersteller) eine Maschine zur Verfügung stellten. Aufgrund der Marktbedeutung wollte man auch Claas und Krone mit von der Partie haben. Entsprechende Maschinen dieser Hersteller beschaffte man sich aus der Praxis. Während die Presse von Claas wegen eines Defekts ausfiel, wurde von Krone das Modell «Comprima V 150XC» in den Test aufgenommen. Diese Maschine stand aber nicht während der ganzen Testphase zur Verfügung, weshalb man nicht jene umfangreichen praktischen Erfahrungen sammeln konnte, wie dies mit den anderen Modellen der Fall war. Zudem, so liess Hersteller Krone verlauten, sei während des Tests ein Hydraulik-­ Ventil mangelhaft und auch die Steuerungssoftware nicht auf dem neusten Stand gewesen, was eine Erklärung für die geringere Ballendichte sein könnte. Roman Engeler

30

Schweizer Landtechnik 4

2021

Die Futteranalysen haben gezeigt, dass man mit allen Testkandidaten Qualitätssilage erzeugen kann. Die Messungen der BLT Wieselburg haben aber zum Teil beachtenswerte Unterschiede ergeben: Deutz-Fahr «Varimaster» ist schon länger auf dem Markt. Die Messwerte lagen meist im Mittelfeld. Fendt findet man meist im Spitzenfeld, aber nie auf dem ersten Platz. John Deere ist im Mittelfeld angesiedelt. Die Messwerte sind meist unauffällig, mit etwas grösserer Streuung als bei den Mitbewerbern. Auch Krone «Comprima» präsentierte sich beim Leistungsbedarf und der Energieeffizienz im Mittelfeld. Trotz geringer Ballendichte war die Silagequalität in Ordnung. Kuhn presst die härtesten Ballen, hat dafür aber auch den grössten Leistungsbedarf. Etwas überrascht war man von den Messwerten Pöttinger «Impress». Trotz der höchsten Messeranzahl und der geringsten Schnittlänge war diese Maschine beim Energieverbrauch die effizienteste im Test.

Grafik 4: Längenfraktionen in den Silagen beim zweiten Schnitt Pöttinger Impress 185V Pro Kuhn VB 7160 OC

Krone Comprima V 150 XC Plus John Deere V461R Fendt Rotana 160 V Deutz-Fahr Varimaster 765 OC 0 % 10 % 20 % 30 % 40 % 50 % 60 % 70 % 80 % 90 % 100 %

<40 mm 40–<80 mm 80–<120 mm >120 mm


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FUTTERERNTETECHNIK

Gut verpackt ist halb konserviert Was nützen der sorgsamste Umgang mit dem Futter und das beste Erntegut, wenn es sich nachträglich herausstellt, dass die Silofolie nicht dicht war? Ruedi Hunger

Das Ziel ist bei jedem Silosystem (Hoch-, Flachsilo oder Ballen), eine schmackhafte Silage mit hoher Qualität und damit eine hohe Futteraufnahme zu erzielen. Zu den allgemeinen Silierregeln zählt der Grundsatz, dass der Zutritt von Luft bzw. Sauerstoff zum Futter rasch und dauernd (±1 Jahr) unterbunden wird. Damit wird das Risiko der Schimmelbildung und Nacherwärmung tief gehalten. Bei Fahrsilos und Ballen muss zudem die Silage vor eindringendem Regenwasser geschützt sein.

Geprüfte Qualität Sie sind hauchdünn, aber die Anforderungen, welche sie erfüllen müssen sind sehr hoch. Wenn Folien versagen, ist es nicht nur lästig, vielmehr wird die Qualität des sorgsam von der Wiese geholten Futters aufs Spiel gesetzt. Derzeit sind fast ausschliesslich Silofolien aus «umweltfreundlichem» Polyethylen auf dem Markt. Solche Folien werden in unterschiedlichen Farben, Breiten und in Dicken von 100 bis 200 µm angeboten. Zudem gibt es drei Qualitätsklassen, die Standardfolie, die Qualitätsfolie und die DLG-geprüfte Folie. Im Rahmen der regelmässigen Prüfungen von Silofolien, Unterziehfolien und Stretchfolien am DLG-Testzentrum werden die mechanischen und physikalischen Eigenschaften von Folien im Labor ermittelt. Ebenso werden die Materialbeschaffenheit und das Alterungsverhalten unter die Lupe genommen. Es ist nachvollziehbar, dass die Experten trotz eines tendenziell etwas höheren Preises ausschliesslich die DLG-geprüfte Folie empfehlen. Gleichwertig mit dem Gütezeichen der «DLG» (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) sind die nationalen Gütezeichen «NF» (Association Francaise de Normalisation) in Frankreich und «SP» in Schweden.

Was ist UV-Strahlung?

Folien sind eine wirkungsvolle Sauerstoffbarriere und sollten mindestens 12 Monate UV-stabil sein. Bilder: R. Hunger

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Ultraviolettstrahlung, kurz UV-Strahlung (auch Schwarzlicht), ist elektromagnetische Strahlung im optischen Frequenzbereich (Licht) mit kürzeren Wellenlängen als das für den Menschen sichtbare Licht. Ultraviolett bedeutet «jenseits von Violett» und Violett ist der Farbreiz der kürzesten noch mit dem Auge wahrnehmbaren Wellenlänge. Die natürliche Quelle der UV-Strahlung ist die Sonne, wo sie im kurzwelligen Anteil der Sonnenstrahlung enthalten ist.


FUTTERERNTETECHNIK

Herstellung von PE-Folien

Beim Ballen-Umschlag ist die Verletzungsgefahr latent immer vorhanden.

Materialbeschaffenheit Die Gleichmässigkeit der Materialdicke und der Einfärbung sind wichtige Eigenschaften. Unterschiedliche Materialdicken sind unter anderem dafür verantwortlich, dass die UV-Stabilität nicht dauerhaft ist. Das Gleiche gilt für ungleichmässige Einfärbung, sogenannte Schlieren oder Poren. Für Silofolien gibt es Zielwerte für die Reisskraft, die Reissfestigkeit und die Reissdehnung sowohl im Neuzustand als auch im gealterten Zustand. Zur Simulierung der Alterung wird die Folie in einer für die Silage typischen Mischsäure, bestehend aus 3 % Milch-, 1,5 % Essig- und 0,5 % Buttersäure, gelagert. Damit reduzieren sich die Reissdehnung und Reissfestigkeit. Die Reissfestigkeit ihrerseits wird durch eine gezielte UV-Bestrahlung überprüft. So erreicht beispielsweise ein Folien-Produkt nach einer simulierten einjährigen «Freilandbewitterung» immer noch die 1,7- bis 1,8-fachen Werte der minimalen Anforderungen. Die Sauerstoffdurchlässigkeitswerte bei 0,2 bar müssen unter einem Wert von 250 cm³ pro m² und Tag liegen. Viele Werte der geprüften Folien liegen in Bereichen von 200 bis 150 cm³ pro m² und Tag. Stretchfolien sollen an den Überlappungsstellen gut versiegeln (damit kein Sauerstoff eindringen kann), dürfen aber mit dem Futter nicht verkleben.

UV-Stabilität Weil insbesondere Ballensilage viele Monate im Freien gelagert wird, muss gewährleistet sein, dass die verwendete Folie für die Dauer von einem Jahr sog. «UV-sta-

bil» ist. Nicht-UV-stabile Folien werden in der UV-Strahlung bereits nach einigen Monaten spröde und brüchig und verlieren ihre Reissfestigkeit komplett. Ein ausreichender Schutz wird erreicht, indem bei der Herstellung Additive eingesetzt werden. Diese werden bereits bei der Produktion der Ausgangsgranulate prozentual beigemischt. Durch eine genau definierte Menge kann die UV-Stabilität relativ genau berechnet werden. Diese Zusatzstoffe sind im Vergleich zum Ausgangsmaterial (PE) relativ teuer, deshalb werden genau so viel Additive beigemischt, wie für 12 oder 15 Monate UV-Stabilität erforderlich sind. Verschiedene Folien erfüllen auch bei diesem Kriterium mehr als die üblichen Anforderungen einer DLG-Prüfung, indem der Hersteller eine verlängerte UV-Stabilität von 15 statt der üblichen 12 Monate garantiert.

Silofolien-Recycling Die Schweizer Landwirte verbrauchen pro Jahr 6000 bis 10 000 Tonnen Siloballenfolie. Recycelt werden lediglich etwas mehr als 1000 Tonnen pro Jahr, was einer bescheidenen Quote von zehn bis fünfzehn Prozent entspricht. Abhilfe bietet seit ein paar Jahren «RESI» – ein nationales Projekt zur Förderung des Recyclings von Landwirtschaftsfolien. Die Organisation bietet ein flächendeckendes, kostengünstiges Sammelsystem mit regionalem Sammelstellennetz an. Die Entsorgungs-Partner Ihrer Region finden Sie auf www.resi.ch.

Polyethylen (PE) ist der häufigste hergestellte Kunststoff. Ausgangsmaterial ist Rohbenzin, das unter grosser Hitze Ethylen freisetzt. Durch Cracken wird das Ethylen zu Polyethylen aufgespalten. Daraus wird als Basismaterial für PE-Folien Granulat hergestellt. Durch Zumischung von Additiven werden die späteren Eigenschaften der Folie verbessert (Farbe, UV-Stabilität). Auf dem Weg durch die Produktionsanlage wird das Granulat im Extruder verdichtet und aufgeschmolzen. Die Kunststoffmasse tritt durch Breit- oder Ringdüsen aus und wird von Walzen zu Folien gepresst. In einem anderen Verfahren wird die Kunststoffmasse zu Folienblasen aufgeblasen und in zwei Flachbahnen zerschnitten. Kunststofffolien werden immer in Endlosbahnen angefertigt. Standardmasse gibt es insofern, als Folien für spezielle Zwecke in standardisierten Grös­ sen angeboten werden. Folien werden in unterschiedlichen Stärken gefertigt. Üblicherweise in einem Bereich unter 0,1 mm, zum Teil bis in Stärken von gerade noch 0,002 mm. Die Reissdehnung gibt an, um wie viel Prozent der ursprünglichen Länge die Folie gedehnt werden kann, bis sie reisst. Die Werte der Längs- und Querdehnung sind unterschiedlich.

Wärmeeinfluss von aussen? Agroscope (vormals Forschungsanstalt Tänikon FAT) hat 2004 im umfassenden, 14-seitigen FAT-Bericht 615 die Eigenschaften und die Eignung von Wickelfolien für Ballensilage festgehalten. Auch wenn

Anforderungen und Empfehlungen • Stretchfolien sollen eine hohe Reissfestigkeit und ein hohes Dehnvermögen aufweisen. Ferner sollen sie eine grosse Widerstandskraft gegen mechanische Einwirkungen haben. Gute Stretchfolien verfügen über ein hohes Klebevermögen, eine hohe UV-Stabilität und eine möglichst geringe Gasdurchlässigkeit. Zudem sind sie alterungsbeständig und ökologisch unbedenklich. • Das Ausgangsmaterial bestimmt massgebend die Silagequalität. Beim Pressen auf eine hohe Verdichtung achten. Ballen fachgerecht wickeln (Qualität Stretchfolie). Ballen sorgfältig transportieren und auf befestigtem Untergrund lagern. Ballensilage nach dem Öffnen rasch verfüttern. Agroscope Liebefeld-Posieux

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FUTTERERNTETECHNIK

Gerade bei der Ballenbergung und beim Transport wird die Reissfestigkeit auf die Probe gestellt.

zwischenzeitlich technische Fortschritte bei der Folienproduktion realisiert wurden, hat dieser FAT-Bericht im Wesentlichen seine Aussagekraft behalten. Ohne nun auf alle Details dieses FAT-Berichtes einzugehen, sei hier nur die Folienerwärmung erwähnt. Um den damals aktuellen Diskussionen gerecht zu werden, wurden in Tiefen von 0, 5 und 15 cm Temperatursonden installiert, welche in 30-Minuten-Intervallen die Temperatur aufzeichneten. Wenig überraschend ist, dass die Temperatur von der Messtiefe und von der Foli-

Löcher entstehen nicht einfach, sie werden verursacht. Die grössten Probleme für Folienschäden werden mechanisch verursacht.

enfarbe abhängig ist. Eine starke Erwärmung von Wickelfolie am Ballenlager im Freien findet praktisch nur an der Ballenoberfläche statt. Im Vergleich zu dunkelgefärbten Folien reflektieren weisse und hellgrüne Folien das Sonnenlicht besser und erwärmen deshalb weniger.

Folienbeschädigungen passieren nicht – sie werden verursacht Folien, für welches Silosystem auch immer, müssen zwar unterschiedliche, aber in jedem Fall hohe Anforderungen erfüllen.

Der Aufwand für Folien-Prüfungen ist entsprechend hoch und umfasst neben der Materialbeschaffenheit auch die Festigkeit im Neuzustand sowie nach Säurelagerung. Zudem wird die Festigkeit nach Alterung und Witterungsbeständigkeit geprüft. Alles gut und recht, doch die grössten Probleme sind mechanischer Art und werden bei dem Transport oder der Ballen-Lagerung verursacht. Mit mechanischen Beschädigungen werden alle vorhergehenden Bemühungen für eine Spitzenqualität der Folien zunichte gemacht.

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TOP TECHNOLOGIE IM KOMPAKTFORMAT Erwin Grossenbacher Landwirt · Affoltern im Emmental

« Der GT5048 ist die perfekte Maschine für uns. Hubkraft und Reichweite sind ideal. Zudem verfügt er über einen Dieselpartikelfilter und erfüllt die Abgasnorm Stufe V, welche für die Arbeiten im Auftrag der Gemeinde erforderlich sind. »

In der idyllischen Gemeinde Affoltern im Bernischen Emmental betreibt Erwin Grossenbacher seinen landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb. Hier produziert er mit seinen rund 5‘000 Legehennen Eier für den Gebäckfabrikanten Kambly sowie den privaten Verkauf. Ausserdem baut er Saatkartoffeln, Saatkorn sowie Silomais an, bewirtschaftet 480 Aaren Grünland und arbeitet in einem Teilzeit-Pensum für die Wasserversorgung seiner Wohngemeinde.

«Für mich kam von Anfang an nur ein 1-zu-1-Ersatz in Frage. Deshalb wandte ich mich direkt an meinen Händler und liess mir die neueste Giant-Technologie vorführen», erklärt Grossenbacher und ergänzt: «Eine umfassende Beratung, die Testfahrt mit dem aktuellen Modell GT5048 und ein faires Angebot haben mich überzeugt.»

Bekanntschaft machte Grossenbacher mit dem Giant Tendo bereits vor einigen Jahren durch einen Kollegen und war beeindruckt von Hubkraft, Reichweite und Wendigkeit der Maschine. Aufgrund eigener Recherchen holte er sich bald ebenfalls einen Tendo auf den Hof und

war rundum zufrieden. Weil er seine Maschine jedoch auch für die Arbeit in der Wasserversorgung einsetzen wollte, wurden die Abgasnorm Stufe V sowie ein Dieselpartikelfilter thematisiert und er entschied sich, den Tendo zu ersetzen.

Anbaugeräte für jeden Bedarf Das umfangreiche Anbaugeräteprogramm von Giant macht aus der kompakten Maschine einen Allrounder. Ausgerüstet mit Rundballenzange, Ballenspitz, Schaufel, Palettengabel mit Drehgerät und normaler Palettengabel sowie einer Putzmaschine ist der Giant GT5048 im Herbst 2020 auf Grossenbachers Hof eingetroffen und bewältigt seither ein beachtliches Arbeitspensum. «Das Vorgängermodell hatte jährliche Einsatzzeiten von rund 250 Stunden. Mit der Zusatzarbeit für die Gemeinde wird der Neue das auf jeden Fall toppen müssen», stellt der Landwirt fest, «und ich bin überzeugt, dass ihm das problemlos gelingt.»

Er transportiert einfach alles Was auch immer es zu transportieren gibt, der Giant meistert es mühelos. Ballen, Hühnermist, Paloxen mit Kartoffeln und sogar grosse Modellbau-Flugzeuge bewegt er an den gewünschten Bestimmungsort. «Wenn wir Modellbau-Flugzeuge auf der Palettengabel zum Flugplatz fahren, schauen uns Passanten schon mal staunend hinterher», berichtet der Landwirt schmunzelnd. Auch beim Materialumschlag macht dem GT5048 so schnell keiner etwas vor. Dank seiner kompakten Abmessungen 1.91 x 1.65 m [H x B] und seiner Wendigkeit kommt er sowohl im Stall, als auch auf dem Hof tadellos zurecht. Seine Standfestigkeit sorgt beim Stapeln von Ballen für Sicherheit und das Verhältnis von Grösse und Hubkraft stimmt laut Grossenbacher perfekt. GIANT-VERTRETUNGEN

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Fang die Maus … Tierische Schädlinge wie Mäuse und Engerlinge beanspruchen oder vernichten die Grasnarbe zusätzlich. Der eigentliche Schaden entsteht in erster Linie durch aufgestossene Erdhaufen. Die Feldmaus stösst nur kleine Erdhaufen auf. Grosse Erdhaufen werden von der Schermaus und dem Maulwurf aufgestossen. Die

Pflanzenbestand: «Der Standort entscheidet, die Bewirtschaftung prägt» (AGFF) Ein alter Grundsatz lautet: «Wehre den Anfängen und fange die erste Maus». Bild: R. Hunger

Grünland fit und Verschmutzung tief halten Das Potential einer Wiese und einer gepflegten Weide ist gross. Dieses kann aber nur genutzt werden, wenn sich Wiesen und Weiden fit fühlen. Verschmutztes Futter ist nicht bekömmlich und reduziert die Qualität. Im Frühjahr werden die Grundsteine sowohl für das Fitness-Programm der Wiese als auch für die Futterqualität gelegt. Ruedi Hunger Der Naturfutterbau ist in der Schweiz flächenmässig die wichtigste Form der Bodennutzung. Er muss heute verschiedenen Zielen mit teilweise gegensätzlichen Ansprüchen genügen. Auf einer Wiese lässt sich beispielsweise nicht gleichzeitig viel qualitativ wertvolles Futter produzieren und zugleich die Artenvielfalt erhöhen.

Warum werden Wiesen und Weiden schlecht? Hauptursache ist die fehlende Abstimmung zwischen Düngung und Nutzung. Eine weitere Ursache kann das Verschwinden von Horstgräsern sein, weil ihnen durch zu tiefen Schnitt die Reservestoffe genommen werden. Die intensive Grünlandnutzung hat zur Folge, dass die Gräser nicht mehr 36

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Versamen und dadurch keine generative Vermehrung mehr stattfindet. Ein weiterer Grund sind «Gülleteppiche» und hohe oder schlecht verteilte Mistgaben, die das Wachstum der Pflanzen behindern. Schwere Maschinen und fast flächendeckendes Befahren reduzieren das Porenvolumen und beeinträchtigen die Luftführung im Boden. Massive Trittschäden von schweren Tieren und/oder Überbelegung bei nasser Witterung belasten die Weiden. Punktuell kommt es immer wieder zu Grasnarbenschäden durch schlechtes Management an Tränkestellen. Zu guter Letzt verschlechtern die immer zahlreicher auftretenden Frühjahres- und Sommertrockenheiten die Grasnarbe, insbesondere wenn sich bereits mehrere negative Faktoren aufsummieren.

Erdhaufen behindern die Mäh- und Erntearbeiten und verschmutzen das Futter. Die Folgen sind staubiges Heu und Fehlgärungen bei Silagen. Sekundär entstehen Lücken im Grasbestand, die meistens durch unerwünschte Pflanzenarten (Wiesenunkräuter) besiedelt werden. Je nach Populationsstärke und Witterung kann es zu Einbussen bei der Futtermenge kommen, da sich die Feld- und die Schermaus nur pflanzlich ernähren. Abgesehen von der Mäusebekämpfung, wobei man eher von einer Regulierung der Mäusepopulation sprechen muss, beschränken sich die Pflegemassnahmen im Frühjahr auf das Verteilen der aufgestossenen Erdhaufen. Nicht alle Geräte erfüllen die Erwartungen gleich gut. Insbesondere die grossen Maulwurf-Haufen werden zum Teil nur ungenügend verteilt. Vorlaufende, kantige Nivellierschienen leisten gute Arbeit, während Rohre gerne darüber hinweg gleiten. Übrigens, für die direkte Mäusebekämpfung in Wiesen kann der Mäusebussard wertvolle Dienste leisten. Sie sind aber auf Sitzstangen angewiesen.

… und bekämpfe den Engerling Als Engerlinge werden die Larven der Blatthornkäfer bezeichnet (Definition AGFF). Im allgemeinen Sprachgebrauch ist in der Landwirtschaft damit der Maikäfer (z. T. auch Junikäfer) gemeint. Die durch Engerlinge verursachten Schäden können immens sein. Weil die Bekämpfung von Engerlingen und die Sanierung der geschädigten Flächen sehr komplex sind, sprengt diese Thematik den Rahmen dieses Artikels. Bei auftretenden Schäden sollte man sich an die regionalen Beratungsspezialisten wenden.


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vorhandenen Gräser abgestimmt werden. In Verbindung mit Pflegemassnahmen kommen wiederholte (zwei bis drei Jahre) Übersaaten mit einer standortangepassten U-Mischung in Frage.

Gräser sprechen leise

Besondere Probleme erfordern spezielle Lösungen. Im Bild ein Gerät zur Engerlingbekämpfung. Bild: TerraTec

Handle, bevor es passiert

Pflanzenarten einer Wiese oder einer Weide. Fehlen diese, weil sie durch unsachgemässe Düngung verdrängt wurden, verunkrauten die Wiesenbestände. Unkrautprobleme werden vermieden und langfristig gelöst, wenn die Bewirtschaftungsmassnahmen auf die Ansprüche der

Eine Unkrautbekämpfung im Ackerbau ist weitgehende Selbstverständlichkeit, auch wenn der Weg zum Ziel unterschiedlich ist. Unkrautprobleme auf Wiesen und Weiden angehen heisst, das richtige Gras fördern. Gräser sind die wichtigsten

Tabelle 1: Zusammenhang zwischen Nutzung, Düngung und Pflanzenbestand hoch Düngungsintensität gering

Geräte für die Wiesenpflege

Doldenblütler (Tiefwurzler)

Sehr artenarme Pflanzenbestände Düngung an Nutzungsintensität angepasst und Standortbedingungen berücksichtigt Grünlandbestände mit «guter» botanischer Zusammensetzung Wenig hochwertige Gräser, Lücken, Gänseblümchen, Weissklee, Spitzwegerich

Artenreiche Blumenwiesen gering

Grünland fit halten heisst, die Sprache der Gräser verstehen und das Wohlbefinden der Gräser spüren. Wenn sie sich nicht mehr wohl fühlen, überfordert (übernutzt) sind und unter Stress leiden, verabschieden sie sich. Horstbildende Gräser werden durch regelmässigen und tiefen Schnitt aus dem Grünland verdrängt. Bleibt noch das Versamen. Wenn Gräserarten ihre Samen ausbilden und vor der Ernte noch Versamen können, besteht (ähnlich einer Übersaat) eine Chance, dass sie im Bestand erhalten bleiben. Oft steht dies aber diametral zur Nutzungsstrategie. Die Folgen sind dann: «Einmal weg, für immer weg.» Verschwundene Gräser kommen ohne Unterstützung nicht von selber zurück.

Nutzungsintensität hoch

Zur Frühjahrspflege auf Wiesen und Weiden zählen die Einarbeitung von ausgebrachtem Hofdünger (Mist, Güllekrusten), das Verziehen und Einebnen von «Mäusehaufen» und, wenn notwendig, Übersaaten. Die dafür eingesetzten Pflegegeräte sind unter der Bezeichnungen Wiesen­eggen, Wiesenstriegel, Weidebelüfter und wie sie alle heissen, bekannt. Im Wesentlichen unterscheiden sie sich durch die Formgebung der Arbeitswerkzeuge. Vielfach sind dies Federzinken, Ringe, Sterne oder Stahlplatten. Federzinken sind betreffend Auflagedruck ein-

Tabelle 2: Mischungszusammensetzung der U-Mischungen. Saatmenge (Gramm/Are) Raigrasfähige Standorte

Nicht-raigrasfähige Standorte Trockene bis frische Standorte

Trockene bis feucht-nasse Standorte

SM 440U

SM 431U

SM 440U

15

15

15

15

Weissklee, kleinblättrig

5

5

5

5

Italienisches Raigras CH Bastard-Raigras Knaulgras, frühreif Englisches Raigras Wiesenrispengras Rotschwingel Wiesenfuchsschwanz

40 40 120 60

50 30 70 30

30 70

Total

200

Art/Sorte Weissklee, grossblättrig

Wiesen mit italienischem Raigras

Wiesen mit englischem Raigras

bis 600 m ü.M.

bis 900 m ü.M.

SM 240U

40 60

80 200

200

200

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stellbar. Ringe können einseitig mit Zähnen bestückt sein, Sterne sind mit unterschiedlich langen Zähnen ausgerüstet und Stahlplatten verfügen über zwei oder vier kurze Reisszähne. Das gute Verteilen von Erdhaufen setzt voraus, dass die Werkzeuge ein bestimmtes Gewicht aufweisen. Eine vorlaufende Planierschiene, in Form eines Winkel- oder Vierkantprofils, leistet gute Vorarbeit, indem Erdhaufen bereits grob verteilt werden. Verrotteter Stallmist – auch frischer, stroharmer Mist – wird von Wieseneggen mit beweglichen Ringen oder Platten gut verteilt und zerrieben. Mit strohreichem Mist bekunden alle Geräte Mühe. Im Extremfall dreht sich das Stroh unter der Egge und bleibt als «Wurst» auf dem Feld zurück. Es muss aber nicht immer eine Egge oder ein Striegel sein. Je nach Situation benötigen aufgefrorene und lockere Böden oder Grasnarben «nur» den Druck einer Walze. Dazu leisten verschiedene Walzenarten gute Dienste. Im Gegensatz zum Ackerbau kann die Glattwalze auf Grünlandflächen sehr gut eingesetzt werden. Vermehrt werden Pflegegeräte eingesetzt, die aus verschiedenen Wirkelementen wie Nivellierplatten, Zinken, Aufbausägerät und unterschiedlichen Walzen bestehen. Ob Egge, Striegel oder Walze, sie alle können sowohl solo als auch in Kombination eingesetzt werden. Es gibt eine Tendenz zu Gerätekombinationen unterschiedlichster Art. Primär sollen sie Bodenunebenheiten ausgleichen, aufgestossene Wühlmaus- und Maulwurfhaufen beseitigen bzw. verteilen und Grasnarbenabdeckungen (Mist, Güllekrusten) entfernen und verteilen. Damit lässt sich eine spätere Futterverschmutzung wirkungsvoll reduzieren. Gleichzeitig wird die Bestockung der Gräser angeregt. Bei Böden, die zur Selbstauflockerung neigen, reicht bereits ein Walzen.

Ein- oder Übersaaten Damit Grünlandflächen nicht verunkrauten, sind nutzungs- oder trockenheitsbedingte Narbenschäden durch Ein- oder Übersaaten zu schliessen. Diese Massnahmen sind im zeitigen Frühjahr oder dann erst wieder in der zweiten Sommerhälfte erfolgreich. Voraussetzung ist genügend Feuchtigkeit. Insbesondere im Frühjahr ist nachfolgend ein frühzeitiger Schnitt notwendig, weil sonst die Konkurrenz und Beschattung durch die verbleibende Grasnarbe für die keimende Saat zu gross wird. Übersaaten im Som38

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Wenn die radikale Lösung einer Gesamterneuerung gefragt ist, bietet sich der Geohobel vor dem Pflug an. Bild: R. Hunger

mer (Anfang Juli bis Mitte August) sind wegen fehlender Feuchtigkeit selten erfolgreich. • Über-, Ein- oder Durchsaaten Die Übersaat ist die einfachste Aussaat. Allerdings müssen für eine erfolgreiche Übersaat genügend Lücken vorhanden sein (20 %-Anteil). Sind die Lücken vorhanden, spielt die Maschinenwahl eine

untergeordnete Rolle. Nur Saatgut, welches auf nacktem Boden (Lücken) zu liegen kommt, kann keimen und auflaufen. Für zusätzlichen Bodenschluss sorgt das Walzen. Weit besseren Bodenkontakt erhalten Samen, wenn eine Ein- oder Durchsaat mit einer Sämaschine mit Schlepp- oder Scheibenschar gemacht wird. Allerdings ist der maschinelle Aufwand grösser und ein zusätzliches Wal-

Tabelle 5: Netz-Wieseneggen und mögliche Ausbau-Optionen. Netz-Wieseneggen zählen zu den ältesten Pflegegeräten. Der Aufbau besteht aus sternförmigen Gusselementen, die untereinander verbunden sind. Daraus ergibt sich ein Netz, das in beliebiger Grösse gestaltet werden kann. Üblich sind Ausbauschritte von 40 bis 50 cm. Die Netz-Wiesenegge gibt es als Anbaugerät für Motormäher, Zweiachsmäher und in grösseren Arbeitsbreiten für Traktoren. Grössere Arbeitsbreiten werden seitlich auf Transportbreite hochgeklappt. Es gibt zahlreiche Hersteller, die diesen Typ Wieseneggen bauen und anbieten. Praktisch für jeden Typ von Wieseneggen/Pflegegeräten gibt es auf Wunsch ein pneumatisches Aufbau-Sägerät. Kombiniert mit einem pneumatischen Sägerät kann gleichzeitig eine Übersaat vorgenommen werden. Für den Saatguttransport sind je nach Grösse/Arbeitsbreite eine (oder zwei) Gebläseeinheit notwendig. Der Antrieb des 12-V-Elektromotors erfolgt üblicherweise über einen 7-poligen Stecker-Anschluss oder eine Laststeckdose. Die Streumende ist verstellbar und die Saatgutdosierung erfolgt volumenbezogen über eine Säwelle, der Antrieb ist geschwindigkeitsabhängig. Wiesenegge mit Anbau-Striegelelement. Verschiedene Hersteller rüsten die Netz-Wieseneggen auf Wunsch oder Option zusätzlich mit einer Striegeleinheit aus. Damit wird das Einsatzspektrum erweitert. Die Aggressivität, auch Auflagedruck bezeichnet, der Striegelzinken ist mit einem Handhebel einstellbar.


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Tabelle 3: Verwendung der üblichen Wiesenpflegegeräte. Gerät

Einsatzzeit Frühjahr

Wiesenegge Spätherbst

Bereits ausgebrachter Mist einreiben Grasnarbenschäden, entstanden durch das Weiden, einebnen Glattwalze

Walze Cambridge

Striegel

Frühjahr bis Herbst, wenn Übersaat. Nach langem Kahlfrost. Frühjahr bis Spätsommer

zen unabdingbar. Junge Pflanzen sind auf genügend Licht angewiesen, folglich dürfen sie nicht zu sehr von alten Pflanzen beschattet werden.

Einsatzziel

Besonderheit

jährlich

Angepasste Aggressivität Mindestgewicht für das Einebnen von Erdhaufen

bei Bedarf

Nur bei trockenen Verhältnissen!

Einebnen Andrücken des Saatgutes nach einer Übersaat Bestandeserhaltung Bestandessanierung

Jährlich (bei Übersaat)

Walzen werden üblicherweise in Kombination mit einer Übersaat eingesetzt. Oder auf humosen Böden.

Alle 2–3 Jahre

Grünlandstriegel für Übersaaten; Hackstriegel für Sanierungsfälle.

Tabelle 4: Wiesenpflegegeräte mit Zinken, Platten und Planierschaber Reine Zinkengeräte gibt es von verschiedenen Anbietern. Sie haben ein breites Einsatzspektrum, das sich nicht nur auf die Wiesenpflege beschränkt. Die Zinken sind in mehreren Reihen zu Zinkenfeldern von 120 bis 150 cm zusammengebaut. Die Zinkenfelder ihrerseits sind pendelnd in einem Tragrahmen aufgehängt. Die üblichen Arbeitsbreiten messen 6 oder 9 m, optional gibt es solche mit 12 oder 15 m. Vorlaufend kann eine Planierschiene oder ein entsprechendes Schürfblech angebaut werden. Der Zinkenwinkel ist mit einem Handhebel verstellbar.

• Radikale Wiesenerneuerung Eine komplette Wiesenerneuerung mit dem Pflug ist die allerletzte Möglichkeit im Sanierungsprozess. Dies ist dann der Fall, wenn in den vorhergehenden Jahren wiederholt die Chance einer Ein- oder Übersaat verpasst wurde oder wenn eine Fläche aufgrund grosser Wildschäden saniert werden muss. Anstelle des Pfluges empfiehlt es sich, auf alternative Geräte, allen voran den Geohobel, auszuweichen. Mit Drillsämaschinen darf die Saat höchstens einen Zentimeter tief abgelegt werden. Ein vorgängiges Walzen ist von Vorteil und ein nachträgliches Walzen ist Pflicht. Der Einsaat ist nur Erfolg beschieden, wenn genügend Feuchtigkeit vorhanden ist oder anschliessend Regen fällt. • Geeignete Mischungswahl Der Saatguthandel bietet spezielle Übersaatmischungen an (siehe Tabelle 2). Die Rezepturen dazu werden von AGFF/ Agroscope geprüft und empfohlen. Diese U-Mischungen sind ähnlich zusammengesetzt wie die entsprechenden Standardmischungen. Es sind aber nur diejenigen Arten berücksichtigt, die es für einen dauerhaften Erfolg von Übersaaten braucht. AGFF/Agroscope raten normalerweise von Übersaaten mit nur einzelnen Gräsern ab. Neben den empfohlenen U-Mischungen gibt es ähnlich zusammengesetzte Mischungen der Samenfirmen.

Einsatzhäufigkeit

Grasnarbe lüften Erdhaufen einebnen; Mist und Gülleresten zerreiben

Einzelne Eggenelemente in Form einer Platte sind untereinander mit Ketten verbunden. An den Platten sind jeweils vier kurze, nachlaufende Zinken angeschweisst, welche Güllekrusten aufbrechen, Mist und Erde intensiv zerreiben und verteilen. Durch die pendelnde Aufhängung der einzelnen Elemente ist die Bodenanpassung gut. Die Arbeitsbreite kann ab 2 m bis über 8 m gewählt werden. Grössere Arbeitsbreiten sind mechanisch oder hydraulisch klappbar. Der Kraftbedarf wird vom Hersteller mit 7,5 kW je Meter Arbeitsbreite angegeben. Als Kompromiss zwischen Wiesenegge und Wiesenstriegel werden die Pflegegeräte mit einzelnen, schmalen oder breiteren «Schaberelementen» und einer oder zwei Federzinken-Reihen bezeichnet. Die Vielfalt der weiteren Ausbauschritte ist relativ gross. Die Geräte zeichnen sich durch kompakte Bauweise aus. Die Aggressivität der einzelnen Elemente ist von Hand oder hydraulisch einstellbar. Optional sind Tiefeneinstellräder, auf denen sich das Gerät abstützt, erhältlich. Zur besseren Bodenanpassung gibt es einen beweglichen (oszillierenden) Oberlenker.

Fazit Grünland fit halten heisst, geeignete Pflegemassnahmen durchführen. Pflegen ist gleichbedeutend mit «… zum Zweck der Erhaltung oder Verbesserung eines Zustandes». Wer einen Wiesenbestand erhalten will, muss die Zusammensetzung seiner

Wiese und denjenigen seines Zielbestandes kennen. Zudem müssen Bestandsveränderungen frühzeitig erkannt werden. Nutzung und Düngung sind aufeinander abzustimmen. Ein Geräteeinsatz muss sorgfältig überlegt werden und die Gerätewahl ist im Normalfall nicht matchentscheidend. 4

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«Dank Frontanbau überfahre ich mit dem Traktor das Dürrfutter nicht mehr.» Christian Rüfenacht aus Longirod VD mit seinem neuen 3-Meter-Kammschwader «Clementer 300 F Eco» von BB-Umwelttechnik. Bilder: H. Röthlisberger

«Als würde man das Heu mit der Gabel wenden» Sauberes Futter mit möglichst wenig Bröckelverlusten ist Christian Rüfenacht wichtig. Deshalb setzt der Biolandwirt aus Longirod VD auf die Kammschwader-Technik. Dank Frontanbau fährt er mit dem Traktor nicht mehr über das Futter. Heinz Röthlisberger Kammschwader fristen in der Schweiz ein Nischendasein. Dabei hätte diese Schwadtechnik ein hohes Mass an Vorteilen. Das bestätigt Christian Rüfenacht. Der Biolandwirt aus Longirod VD hat sich im letzten Jahr einen Frontanbau-Kammschwader angeschafft und ist nach seinen ersten Erfahrungen voll des Lobs über die Arbeitsweise seiner neuen Maschine, die in Schubfahrt schwadet. «Die Zinken des Kammschwaders berühren den Boden nur kurz. Sie schleifen das Futter nicht wie ein Kreiselschwader über den Boden, sondern heben es vom Boden ab», umschreibt Rüfenacht die Arbeitsweise dieser Maschine. Steine und Erde blieben am Boden und es gebe auch deutlich weniger Bröckelverluste als bei einem Kreiselschwader. Dafür sorgen die leicht nach vorn geneigte Schwad-Trom40

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mel und die nach oben ziehenden Zinken. Durch diesen ziehenden Effekt werde bei unebenem Gelände auch weniger unerwünschtes Material wie Erde und Steine mitgenommen. Mit der Kamm-Technik werde das Futter zudem sehr luftig seitlich und in Schubfahrt an den Schwad gebracht und könne deshalb auch sehr gut nachtrocknen. «Das ist, als würde man das Heu von Hand mit der Gabel wenden», sagt der 58-jährige. Das Dürrfutter wird auf dem Betrieb zu Rundballen gepresst.

naski, ist selber Biolandwirt und begann vor Jahren mit der Entwicklung von Doppelmessermähwerken. Sein Ziel ist es, Maschinen zu bauen, die leichtzügig und futterschonend sind, in Feuchtgebieten eingesetzt werden können und auch effizient arbeiten. Zu dieser Philosophie gehört auch der «Clementer»-Kammschwader. Bannaski hat bei dieser Entwicklung quasi das Prinzip der Kammschwader-Technik mit neuen Features verbessert.

3-Meter-Ausführung Entwickler aus dem Allgäu Angeschafft hat Rüfenacht einen Frontanbau-Kammschwader des Typs «Clementer 300 F Eco» der Firma BB-Umwelttechnik aus Rosshaupten im Allgäu, Süddeutschland. Der Gründer der Firma, Max Ban-

«Der Frontanbau war eines der wichtigsten Merkmale für mich, in eine solche Maschine zu investieren», sagt Rüfenacht. Damit überfahre er nun das Dürrfutter nicht mehr mit dem Traktor. Etwas, das ihn beim Einsatz mit dem bislang ein-


FUTTERERNTETECHNIK

Der zapfwellenbetriebene Kammschwader wiegt nur 350 kg und wird mit einem Pendelbock nahe an den Traktor angebaut. Ein Windschutz verhindert das Überwerfen des Heus. Die Stütze mit Rad vorne (im Bild links) ist zum Abstellen und schnellen Umplatzieren.

gesetzten Kreiselschwader sonst immer gestört habe. Rüfenachts Kammschwader hat eine Arbeitsbreite von 3 m mit 6 Zinkenreihen und 150 Zinken. Der «Eco-Clementer» hat einen kurzen Anbaubock mit Pendelwirkung für die Bodenanpassung und wiegt in der von ihm

gekauften Ausführung gerade einmal 350 kg. Damit kann die Maschine auch mit kleinen Traktoren gefahren werden. Die «Clementer Standard»-Modelle gibt es auch mit 2- und 3-Schwadtrommeln und mit bis zu 7,50 Meter Arbeitsbreite.

Am 113-PS-Lintrac

Rund 20 Hektar wird gemäht Christian Rüfenacht bewirtschaftet zusammen mit seiner Frau Monika im Waadtländer Dorf Longirod, das auf 890 Meter über Meer zwischen dem Jura und dem Genfersee liegt, 22 ha eigenes und 12,5 ha Pachtland. Zum Betrieb gehört eine Angus-Mutterkuhhaltung unter dem Label von Swiss Black Angus. Rund 20 ha Grasland wird gemäht. Der Betrieb zählt zudem etliche Weiden. Rüfenachts bauen auch 4,5 ha Weizen und 2 ha Hafer an.

Christian Rüfenacht baut seinen Kammschwader an einen «Lintrac 110» an, den er ebenfalls im letzten Jahr gekauft hat. «Für seine steilen Parzellen ist es wichtig, dass der Traktor genügend PS, aber nicht zu viel Gewicht hat», sagt er. Der «Lintrac» hat 113 PS Leistung, wiegt 4400 kg und hat eine 4-Rad-Lenkung. «Mit Doppelrädern an den Hinterrädern kann ich damit mit dem Kammschwader auch in die steilen Hänge, ohne dass die Grasnarbe aufgerissen wird», erzählt Rüfenacht. Für ihn sei das ein perfektes Gespann und man spürt im Gespräch, dass er sehr viel Erfahrung mit dem Traktorfahren im Gelände

«Der Kammschwader ist zusammen mit dem 4-Rad-gelenkten ‹Lintrac 110› ein optimales Gespann für die steilen Hänge», sagt Christian Rüfenacht.

hat. Kommt hinzu, dass sein neuer Traktor über ein Stufenlosgetriebe verfügt. Das sei auch einer der Gründe gewesen, einen neuen Traktor anzuschaffen. Denn vor einem Jahr habe er beide Hüften operiert und ein Stufenlosgetriebe erleichtere im nun die Stunden auf dem Traktor massiv. «Ein Stufenlosgetriebe hat viele Vorteile und ist eine gute Sache, auch für die Gesundheit», lacht der umtriebige Landwirt. Mit der 1000er-Front-Zapfwelle könne er zudem sehr ökonomisch mit tiefen Tourenzahlen heuen und emden.

Grosse Tasträder Doch zurück zum Kammschwader. Ein Überwurfschutz, montiert an der rechten Schwadscheibe, verhindert das Hochziehen des Futters, speziell bei schwerem Futter. Oft wird bei Kammschwadern die Windanfälligkeit als Nachteil erwähnt. Das heisst, dass bei Wind oder schnellem Fahren das lockere Futter überworfen wird. Ein von der Firma neu angebotener Windschutz, der hinter der Schwadtrommel montiert wird, soll das verhindern. Auch soll dieser Windschutz verhindern, dass aufgewirbelte Heuhalme den Kühler des Traktors «verdrecken». Um den Schwad schön zu formen, gibt es zudem ein Schwadtuch. Die Arbeitshöhe wird mit zwei grosszügig dimensionierten Tast­ rädern eingestellt. Christian Rüfenacht ist überzeugt, mit der Anschaffung die Futterqualität für seine Angus-Tiere gesteigert zu haben. «Mit dem Kammschwader fahre ich nun nicht mehr über das Futter, habe keine Steine und Erde mehr im Dürrfutter und dank seiner kompakten Bauweise ist er zusammen mit dem neuen Traktor auch bestens geeignet für die steilen Hänge auf dem Betrieb.» 4

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Stress lass nach! «Bin im Stress» − damit deuten Landwirte an, dass sie sich an der Belastungsgrenze bewegen. Pflanzenbestände können nicht sprechen, kommen aber hin und wieder ebenfalls an ihre Belastungsgrenzen. Es ist daher besonderes Einfühlungsvermögen erforderlich, um Pflanzenstress zu verstehen. Ruedi Hunger

Stress ist grundsätzlich nichts Schlechtes Was für den Menschen zutrifft, kann auch auf Pflanzen übertragen werden. Wie vieles, ist auch Umweltstress eine Frage der Grössenordnung. Trockenstress wird neben fehlenden Niederschlägen mehrheitlich durch ungünstige Niederschlagsverteilung ausgelöst. Mässiger Trockenstress zum «richtigen» Zeitpunkt löst in den Pflanzen einen Selbstschutzmechanismus aus, indem die Wurzeln tiefer wachsen. Damit können sie das Bodenwasser in tieferen Bodenschichten erschliessen. Ein immer wieder angeführtes Beispiel ist, dass man genau aus diesem Grund Maisbestände nicht zu früh bewässern sollte. Damit Wurzeln tiefer in den Boden vordringen können, darf es auf dem Weg nach unten keine Barrieren in Form von Bodenverdichtung oder Flachgründigkeit geben. Welche Lehren sind daraus zu ziehen? – Bodenverdichtungen erhöhen den Trockenstress für Pflanzen und schränken das Pflanzenwachstum ein.

Trockentoleranz statt Trockenstress

Bodenverdichtungen erhöhen indirekt den Trockenstress im Grünland. Bilder: R. Hunger

Im Zusammenhang mit Klimaänderungen taucht bei landwirtschaftlichen Nutzpflanzen immer häufiger der Begriff «Stress» auf. In erster Linie wird dann von den Auswirkungen auf Getreide, Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben gesprochen. Zwangsläufig ist aber auch das Grünland davon betroffen. Kommt dazu, dass frühe und häufige Nutzung zusätzliche Stressfaktoren für 42

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Wiesenbestände sind. Grünlandpflanzen entwickeln zwar Anpassungsstrategien, um sich den geänderten Umweltbedingungen anzupassen, aber das dauert. Das wird offensichtlich, wenn man genauer hinschaut. Die Vegetationsperiode, in der Gras wachsen kann, ist nach Feststellung von Fachleuten zum heutigen Zeitpunkt etwa zehn Tage länger als vor vier oder fünf Jahrzehnten.

Abgesehen von der grundsätzlichen Möglichkeit, Wiesen und Weiden zu bewässern, sofern überhaupt Wasser zur Verfügung steht, muss versucht werden, die Trockentoleranz zu erhöhen. Da Trockenstress die Grasnarbe und damit den Pflanzenbestand negativ beeinflusst, ist früher oder später damit zu rechnen, dass Über- oder Einsaaten getätigt werden müssen. Die Trockenperioden der letzten Jahre haben gezeigt, dass sich viele Grasbestände wieder recht gut erholen. Dennoch mussten aber verschiedene Flächen mit Übersaaten unterstützt werden. In diesen Fällen sollten trockenheitsverträgliche Übersaat-Mischungen bevorzugt werden, denn die nächste Trockenphase kommt bestimmt. Übersaaten brauchen Zeit, bis sich die Gräser etabliert haben, und der Erfolg kann bereits durch eine nächste Trockenperiode wieder infrage gestellt werden. Mischungen ist gegenüber Einzelpflanzen generell der Vorzug zu geben. Der Saatgut-Handel bietet zu Fragen der Trockentoleranz von Übersaat-Mischungen beratende Unterstützung.

Nährstoffstress Zum Trockenstress kommt Nährstoffstress. Pflanzen brauchen zur Nährstoffaufnahme Wasser. Daher ist es naheliegend, dass Trockenphasen zusätzlich die Düngewirkung beeinflussen. Vor allem die Gülledüngung ist in Trockenphasen


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praktisch wirkungslos, abgesehen von der Umweltbelastung. Im Anschluss an Trockenphasen kommt es zu verstärkter Mineralisierung von organischem Bodenstickstoff, damit steht den Pflanzen plötzlich eine hohe Stickstoffverfügbarkeit ins Haus.

CO2 – Stress oder nicht?

Die höheren CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre können den Einfluss des Klimawandels auf Wiesenbestände in gewissem Mass reduzieren. Die negativen Folgen von verstärkter Strahlung und steigenden Temperaturen können durch die positiven Auswirkungen erhöhter CO2-Konzentration aber nicht wettgemacht werden. Die positiven Effekte der CO2-Düngung in Grünland werden überlagert von den bereits erwähnten Folgen des Klimawandels (Wasser- und Nährstoffverfügbarkeit, Hitzestress).

Stress-Widerstandskraft erhöhen Wenn Pflanzen überleben wollen, ist es entscheidend, dass sie über die Fähigkeit verfügen, Stress bis zu einem gewissen Mass zu tolerieren. Grünlandbestände, allen voran Naturwiesen, haben die Fähigkeit, sich in beschränktem Ausmass den neuen Gegebenheiten anzupassen. Allerdings dürfen dann nicht noch zusätzliche Erschwernisse, wie Flachgründigkeit, dazukommen. Solche Prozesse erfolgen aber sehr langsam. Pflanzen mit tiefreichenden Wurzeln sind im Vorteil, entsprechend haben Flachwurzler grössere Probleme. Leider sind einige Wiesenunkräuter ebenfalls Tiefwurzler. Grosse Artenvielfalt im Grünland beziehungsweise in Naturwiesen kann einen starken Rückgang einzelner Arten ausgleichen und entstehende Lücken wieder schliessen. Artenvielfalt ist also eine Art «Bestandes-Versicherung».

Hitzestress Bis zu einer bestimmten Höhe können wärmere Temperaturen positive Auswirkungen auf Gräser und Leguminosen haben. Allerdings sind regelmässig hohe Temperaturen oft auch mit Wassermangel verbunden. Die optimalen Temperaturen für ideale Wachstumsbedingungen im Grünland liegen zwischen ca. 22° C und 32° C. Steigen die Temperaturen über dieses Mass und fehlt das Wasser für die kühlende Verdunstung, stagniert das Wachstum. Steigen die Temperaturen weiter, kommt es zum Zelltod. Die Pflanzen welken, verdorren und sterben ab. Je-

Die Gülledüngung braucht bei regelmässigen Trockenperioden eine neue Strategie.

de Gräser- oder Leguminosenart reagiert etwas anders. Allgemein bekannt ist die hohe Ausdauer der Luzerne. Aber auch an ihr geht Trockenheit nicht spurlos vorbei, sie kann zwar lange überleben, weil sie das Wasser in tiefen Bodenschichten erschliessen kann, doch der Zuwachs bleibt bescheiden.

Biotischer Stress Die Bakterienwelke bei Futtergräsern ist ein Beispiel von biotischem Stress. Die Krankheit wird durch Bakterien verursacht und vorwiegend über Gewebeverletzungen übertragen. Futtergräser, die häufig geschnitten werden, sind daher besonders gefährdet. Bei ausgeprägtem Befall kann es zu Ertragsverlusten von bis zu 20 % kommen. Für eine Infektion sind feuchte Bedingungen ideal. Um ein Verschleppen der Bakterien zu verhindern, sollte der Mähbalken (oder Mähwerk) regelmässig gewaschen werden. Eine direkte Bekämpfung ist nicht möglich, die Stressbewältigung erfolgt ausschliesslich durch konsequente Züchtung auf mehr oder bessere Resistenz. Symptome eines frühen Befalls sind gelbe Streifen in der Mitte der Blattspreite, ausgehend von der Blattbasis. Der mittlere Teil des gelben Streifens stirbt früh ab. In Zuchtgärten wird oft beobachtet, dass anfällige Pflanzen nach dem Schnitt

plötzlich verdorren und nicht mehr nachwachsen. In einem Wiesenbestand wird die Bakterienwelke meistens übersehen oder falsch gedeutet.

Fazit Stress ist nicht eine rein «menschliche» Angelegenheit. Auch Pflanzen können unter vielfältigen Stresssituationen leiden. Stress wird zum Teil durch Bewirtschaftungsmassnahmen hervorgerufen. Im Vordergrund stehen Bodenverdichtungen und ein ausgereiztes Nutzungsregime.

Biotisch und abiotisch Biotische Stressfaktoren. Diese werden verursacht durch Bakterien, Viren und Pilze. Üblicherweise wird biotischer Stress mit Kulturpflanzen, die im Acker angebaut werden, in Verbindung gebracht. Selbstverständlich können negative Auswirkungen von Bakterien-, Virenund Pilzbefall auch bei Grünlandpflanzen nicht ausgeschlossen werden. Abiotische Stressfaktoren. Trockenheit, Hitze und Frost zählen zu den abiotischen Stressfaktoren. Die Auswirkungen äussern sich in Ertragsausfällen und Qualitätsverminderungen. Als Folge des Klimawandels wird sich der abiotische Stress für Pflanzen noch erhöhen.

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Die Leistungsfähigkeit einer Häckselkette übertrifft die Verdichtungsmöglichkeiten auf dem Flachsilo. Bild: R. Hunger

Qualität vor Leistung Die Qualität von Silagen in Flachsilos gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen. Bekannt ist, dass hohe und regelmässige Verdichtung des Futters eine grosse Rolle spielt. Ruedi Hunger

Neben den Eigenschaften des eingeführten Grases bestimmen die technischen Voraussetzungen den Verdichtungsgrad im Flachsilo. Die wichtigsten Eigenschaften des Grases sind der Rohfasergehalt und damit verbunden die Biegefestigkeit sowie der Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt). Unter den technischen Voraussetzungen werden die Schichtdicke, die Verteilungsart, das Walzgewicht und die Walzdauer verstanden.

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leistung betragen soll. Oder die Walzdauer pro eingebracht Tonne Welkgut soll 3 bis 3,5 Minuten betragen. Das sind Empfehlungen, die sicher nicht aus

so einfach abschätzbar. Besser nachvollziehbar, weil messbar, ist die Empfehlung, dass der Luftdruck der möglichst schmalen Reifen am Walztraktor möglichst 2,5 bar oder mehr betragen sollte.

… Messungen sind besser

Empfehlungen sind so eine Sache …

Eine schnelle Verteilung von dünnen Schichten ist wirkungsvoller als das lange Walzen von dichten Schichten.

Es gibt zahlreiche Empfehlungen und Faustzahlen, die eine Mindestverdichtung des Futters auf dem Flachsilo umschreiben. Eine Empfehlung besagt beispielsweise, dass das Walzgewicht von Traktoren einen Drittel der stündlichen Berge-

der Luft gegriffen sind, doch wer sagt, wie schwer die zahlreichen Fuder, die stündlich abgeladen werden, sind bzw. waren? Auch die Schichtdicke ist gar nicht

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Agroscope hat die Grassilageverdichtung im Flachsilo untersucht und in Agroscope Transfer Nr. 28 publiziert (siehe auch «Schweizer Landtechnik» 6/7 2014). Dabei ist den Wissenschaftlern unter anderem aufgefallen, dass die Verdichtungswerte grosse Streubreiten aufweisen und die Lagerungsdichte durch sehr grosse Ungleichheiten geprägt ist. Nachvollziehbar ist, dass die Dichte am Fuss des Silagestocks am höchsten ist und mit zunehmender Höhe abnimmt. Auch innerhalb


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der einzelnen Messhöhen weisen die Verdichtungswerte beträchtliche Streuungen auf. Im mittleren Drittel eines sechs Meter breiten Flachsilos summieren sich die Walzzeiten der beiden Aussenzonen, sie ist damit rund doppelt so hoch. Auch wenn die Silage im Flachsilo eine durchschnittlich gute Verdichtung aufweist, kann es stellenweise, aufgrund geringer Verdichtungswerte, unerwartet zu Nacherwärmungen kommen. Solche «Nester» breiten sich bei der Futterentnahme aus und sind oft schwer kontrollierbar.

Jeder Fahrer am richtigen Ort Oft hört man oder kann lesen, dass der beste Fahrer oder Fahrerin auf den Walztraktor im Fahrsilo gehöre. Andere Stimmen sagen, dass der beste Fahrer mit dem Schwader für die richtigen Ernteschwaden und damit für gleichmässige Schnittqualität verantwortlich sein soll. Was ist mit dem Häckslerfahrer oder der Traktorfahrerin, die den Transport zwischen Häcksler/Fahrsilo oder Ladewagen/ Fahrsilo übernehmen? Es ist immer eine Frage der Sichtweise, wo man den besten Fahrer platzieren soll. Doch was, wenn die Vorstellung nach der beste Fahrerin oder Fahrer nicht erfüllbar ist? Die Lösung heisst: jeder/jede ist ersetzbar oder kann angelernt werden. Weder das Walzen noch das Schwaden darf nur an einer Person hängen.

Abladen und Walzen konkurrenzieren sich gegenseitig. Bild: zVg

Person mit Chef-Kompetenzen Bei der Person, die mit dem Walztraktor auf dem Flachsilo fährt, geht es nicht um die «Beste», sondern eher um die erfahrenste Person. Diese muss Chef-Kompetenzen haben und dem Druck der Häcksler- und Transportkette die Stirn bieten können! Das ist oft nötig, weil nicht der Häcksler oder der Ladewagen bestimmen darf, wie viel Futter abgeladen wird, sonst kommt’s nicht gut. Die Leistungsfähigkeit beider Ernteverfahren übersteigen, in Abhängigkeit der Transportdis-

Eindringtiefe Sauerstoff in Silage Lagerungsdichte (kg TM / m³) Eindringtiefe der Luft Von bis cm

120

150

180

210

240

270

50−100

45−80

30−60

25−40

20−30

15−20

In gut verdichteter Silage kann Luft bzw. Sauerstoff auch nach dem Öffnen nur in geringe Tiefe eindringen.

Richtwerte Lagerungsdichte Grassilage TS-Gehalt (%)

Grassilage (kg TS/m ³)

Grassilage (kg OS/m ³)

20

155−165

800

25

170−180

700

30

190−200

650

35

205−215

600

40

220−230

560

45

240−250

545

50

255−270

525

55

275−290

515

Quelle: Agroscope Transfer 28

tanz, das Aufnahmevermögen eines Fahrsilos bei weitem, besonders wenn sie ausgereizt werden.

Zu leichte Traktoren? Damit wird rasch klar, dass die Verdichtung auf dem Fahrsilo das Nadelöhr ist. Als Faustzahl gilt, dass das Futter in dünnen Schichten von 30 (40) cm aufgetragen werden soll und jede Schicht sollte zwei bis dreimal überfahren werden. Dickere Schichten in rascher Folge sind nicht ausreichend verdichtbar. Vor rund zehn Jahren hat Agroscope auf über 220 Flachsilobetrieben eine Umfrage betreffen Verdichtung durchgeführt. Rund 90 % dieser Betriebe übernehmen die Verdichtung in Eigenleistung. Daraus darf der Schluss gezogen werden, dass einige Walztraktoren nicht das erforderliche Gewicht aufweisen. Bei Mais sank das Walzen in Eigenleistung auf einen Drittel der Betriebe. Das ist ein weiteres Indiz, dass das Gewicht der eigenen Traktoren oft nicht ausreichend ist und deshalb auf den Lohnunternehmer zurückgegriffen wird. Drei Viertel der Befragten gingen davon aus, dass sie eine Schichtdicke von 30 cm eingehalten haben. Ein Fünftel hat Schichten bis 60  cm eingetragen. Die Hälfte der Befragten walzten nach dem letzten Fuder bis zum Abdecken noch rund 30 Minuten weiter. Rund ein Drittel walzte 30 bis 60 Minuten weiter. Diese Umfrageergebnisse zeigen, dass die meisten Betriebe weniger als die empfohlenen 60 Minuten nachwalzten. Um gute Gärbedingungen zu schaffen, 4

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FUTTERERNTETECHNIK

ist anschliessend ein rasches Ab- und Zudecken des Fahrsilos erforderlich.

Gärung und Entnahme Schon mehrmals wurde jetzt betont, wie wichtig eine ausreichende Verdichtung für eine nährstoffreiche und lagerstabile Silage ist. Ausgangspunkt ist aber rohfaserarmes und zuckerreiches Gras, welches den Milchsäurebakterien genügend Nahrung bietet. Diese Anforderungen erfüllt in der Regel Gras, das im Rispen-/Ährenschieben geschnitten wird. Ein zu tiefer Schnitt muss verhindert werden, damit möglichst wenig (keine) Clostidien ins Futter gelangen. Anwelken ist ein Muss, dazu wird eine Bandbreite von 30 bis

Kommt es zu Nacherwärmungen, dann ist das ein Verpuffen von Futterenergie in Form von Wärme.

45 % TS als richtig angeschaut. Die empfohlene Schnittlänge von 4 bis 6 cm ist ein Kompromiss zwischen maximaler Verdichtung und den verdauungsspezifischen Ansprüchen der Wiederkäuer. Milchsäurebakterien, die Zucker in Milchsäure umwandeln, benötigen, im Gegensatz zu anderen mikrobiologischen Vorgängen, keinen Sauerstoff. Auch der pHWert spielt eine entscheidende Rolle. Im stark sauren Milieu (4,0 bis 4,5 pH-Wert) werden andere bakterielle Aktivitäten unterdrückt. Hingegen sind Schimmelpilze auf Sauerstoff und ein weniger saures Milieu angewiesen.

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Um 9 – NE K ARAT

Letztlich wird das Futter im Flachsilo mit unterschiedlicher Technik zur Fütterung entnommen. Das ist der Moment der Wahrheit betreffend Nacherwärmungen. Die Umfrage von Agroscope lieferte auch dazu einige Resultate. Beispielsweise entnahmen die meisten Betriebe 70 bis 100 cm pro Woche, etwa 7 % der Umfragebetriebe entnahmen 150  cm oder mehr. Damit bewegt sich der Grossteil der Flachsilobetriebe im Risikobereich für Nacherwärmungen.

Fazit Die Person auf dem Walztraktor muss nicht die «Beste» sein, sie muss aber Chef-Kompetenzen aufweisen und sich durchsetzen können. Das Verdichten ist eine anspruchsvolle Arbeit, die letztlich über die Qualität der Silage entscheidet. Nacherwärmungen zeigen sich bei der Silageentnahme, es ist daher sehr wichtig, dass nicht alle vorhergehenden Bemühungen für gute Qualität durch eine zu geringe Entnahmemenge aufs Spiel gesetzt werden.

Empfehlungen von Agroscope Hohe und vor allem gleichmässige Lagerungsdichten werden bestimmt durch: • Rohfasergehalt Junges Gras mit vergleichsweise geringem Rohfasergehalt lässt sich im Gegensatz zu rohfaserreichem, älterem Futter besser verdichten. Das hängt damit zusammen, dass die Biegsamkeit von rohfaserreichen Stängeln abnimmt und diese dann im Verbund mit anderen Halmen eine schwer verdichtbare Struktur bilden. Der optimale Rohfasergehalt liegen nach Feststellung von Agroscope bei 22 bis 23 % /TS. • TS-Gehalt Der optimale TS-Gehalt zum Silieren liegt bei 30 bis 40 %. Um gute Verdichtungswerte zu erreichen, sollte die Schnittlänge dann im Bereich von 6 cm liegen. Steigt der TS-Gehalt an, sollte das Futter kürzer, etwa 4 cm lang, geschnitten werden. • Futterverteilung Die Unterschiede bei der Lagerungsdichte stehen auch in Verbindung mit der Futterverteilung auf dem Flachsilo. Eine allgemeine Regel, dass die aufgetragenen Schichten

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eine Mächtigkeit von max. 30 cm aufweisen sollte, ist damit erklärbar, dass wesentlich dickere Schichten vermehrt zu Zonen mit unterschiedlichen Lagerungsdichten führen. Siloverteiler verbessern die Gleichmässigkeit der Verteilung und die gewünschte Oberflächenform an den Silo­ wänden. • Walzdauer Jede Schicht sollte mindestens dreimal komplett überfahren werden. Als brauchbarer Richtwert wird von Agroscope eine Zeitdauer von zwei Minuten je Tonne bezeichnet. Eine verlängerte Walzzeit bringt nur bis zu einem bestimmten Punkt einen Mehrwert. Jede Fahrerin, jeder Fahrer hat schon beobachtet, dass das Futter über eine bestimmte Walzzeit hinaus nur noch einfedert und sich nicht mehr weiter verdichten lässt. • Walzgewicht Je höher das Gewicht, desto besser die Walzwirkung. Je kleiner die Aufstandsfläche, desto besser ist die Tiefenwirkung. Es gibt einen Trend zu Walzgewichten von 6 bis 10 t. Damit sind die eigenen Traktoren mit 4 bis 6 t als kritisch anzusehen.

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Der Aufbereiter ist betreffend Bröckelverluste nur «Vorbereiter». Bilder: R. Hunger

Es bröckelt vom Aufbereiter bis zur Presse Feldverluste haben drei Hauptursachen. Sie werden in ihrer Höhe durch den Pflanzenbestand bestimmt. Weiter spielt die Witterung eine grosse Rolle, aber auch mechanisch verursachte Bröckelverluste machen einen Grossteil aus. Ruedi Hunger Beim Pflanzenbestand gilt: je leguminosenund kräuterreicher dieser ist, desto grösser fallen die Verluste aus und desto schwieriger ist die Feldtrocknung. Die Witterung beeinflusst das Abtrocknen und Vorwelken, verkürzt oder verlängert die Atmungsverluste und bei Regenwetter kommt es zu Auswaschungsverlusten. Den grössten Anteil an den Feldverlusten nehmen aber, in Abhängigkeit der Erntemethode und des TS-Gehalts, die Bröckelverluste ein.

Mähaufbereiter als «Vorbereiter» Beim Einsatz eines Mähaufbereiters entstehen wenig oder keine Verluste, weil 48

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die Pflanzen noch grün und elastisch sind. Voraussetzung ist, dass der Aufbereiter korrekt, dem Pflanzenbestand angepasst, eingestellt wird. Die quetschend/reibende Wirkung des Aufbereiters verletzt die Wachsschicht auf den Pflanzen und ermöglicht eine raschere Wasserverdunstung. Insbesondere Leguminosen können aber soweit «angeschlagen» werden, dass beim nachfolgenden Kreiselheuer-Einsatz höhere Bröckelverluste entstehen. Insofern kann man dem Aufbereiter zwar kaum direkte, dennoch indirekte Bröckelverluste anlasten.

Je mehr Zinken eingesetzt werden, desto grösser ist die Gefahr, dass Bröckelverluste entstehen.

Kreiselheuer als Hauptverursacher Der Kreiselheuer (-zetter, -zettwender) ist die zentrale Arbeitsmaschine, wenn von Bröckelverlusten gesprochen wird. Korrekt und dem Grasbestand angepasst, leistet er wertvolle Arbeit und beschleu-


FUTTERERNTETECHNIK

Mit dem Kreiselheuer kann viel falsch gemacht werden, was aber nicht sein muss.

nigt das Abtrocknen. Die Kehrseite ist, dass bei mehrmaligem Einsatz (3- bis 4-maliges Zetten) Ernteverluste von bis zu 12 % entstehen können. Bei 6-maligem (!) Zetten steigen die Verluste auf über 17 % an. Die Verluste sind aber direkt von der Zapfwellendrehzahl abhängig und können folglich beeinflusst werden. Beim erstmaligen Zetten, unmittelbar nach dem Mähen, ist die Gefahr für Bröckelverluste relativ klein. Mit zunehmendem TS-Gehalt steigen aber die Verluste. Ab 50  % TS-Gehalt sollte die Zapfwellen­ drehzahl deutlich reduziert werden.

Bröckelverluste beim Schwaden Systemuntersuchungen von Agroscope im Jahre 2007 haben ergeben, dass unter normalen Bedingungen mit Gesamtverlusten von 17 % gerechnet werden muss, dies bei folgender Versuchsdurchführung: 2. Schnitt, 27dt TS/ha, Mähen mit Aufbereiter, 3-maliges Zetten (75 % TS), Schwaden, Laden. Die Bröckelverluste wurden anschliessend aufgesaugt. Die Versuchsfrage war damals: «Beeinflussen unterschiedliche Schwadersysteme die Bröckelverluste». Bandschwader waren noch kein Thema, dafür wurde neben einem Einkreiselschwader und je einem Mittel- oder Seitenschwader auch ein Bandrechen eingesetzt. Betreffend Bröckelverluste gibt es keine Unterschiede zwischen Einkreisel- und Zweikreiselsystemen. Der Bandrechen im Frontanbau erzeugt tendenziell eher weniger Bröckelverluste Neben den Bröckelverlusten spielt auch die Futterverschmutzung eine Rolle. Mit wachsenden Arbeitsbreiten (Kreiseldurchmesser, Anzahl Kreisel) steigen die Anforderungen für eine gute Bodenanpassung (Tasträder und Fahrwerk). Derzeit werden die Vorund Nachteile von Bandschwader bezogen auf Futterschonung und Feldverluste breit

Bei korrekter Einstellung und richtiger Drehzahl halten sich die Bröckelverluste beim Schwader in Grenzen. Bild: Pöttinger

diskutiert (siehe Kasten). Die zum Teil gros­ sen Arbeitsbreiten relativieren den Vorteil gegenüber dem Kreiselschwader mit gleicher Arbeitsbreite. Kleinere Modelle mit Arbeitsbreiten bis 3 m und segmentiertem, beweglichem Pick-up sind gegenüber Modellen mit starrem Pick-up im Vorteil.

Wenn es beim Pressen «bröckelt» Beim Einsatz von Rundballenpressen entstehen während der Ballenbildung und bei der Ballenablage (ungewickelt) ebenfalls Bröckelverluste. Agroscope hat auch diese Verlustquelle untersucht und festgestellt, dass TS-Bröckelverluste in der Grössenordnung von 0,5 bis 2,6 % entstehen. Das entspricht etwa 2,5 bis 13 l Milch je Ballen. Allerdings muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass in den letzten zehn Jahren die Bröckelverluste bei Rundballenpressen dank technischem Fortschritt reduziert werden konnten.

Bröckelverluste in der Gesamtbilanz Die Höhe der Bröckelverluste vom Mähen bis und mit Laden oder Pressen werden entscheidend vom Grasbestand mitbestimmt. Verlustbestimmend ist letztlich, wie sorgfältig die ganze Maschinenkette eingesetzt wird. Mit anderen Worten, die Fahrerin, der Fahrer bestimmen weitgehend selber, wie hoch die Verluste ausfal-

Dank technischem Fortschritt konnten die Bröckelverluste bei Ballenpressen reduziert werden.

len. Im Extremfall können diese 20 % betragen. Diese Grössenordnung ist schon deshalb bemerkenswert, weil immer zuerst die wertvollen und nährstoffreichen Blätter davon betroffen sind.

Systemvergleich «Schwaden» Das Schwaden nimmt in der Futterernte eine zentrale Rolle ein. Saubere Rechenarbeit, geringe Verluste und wenig Verschmutzungen sowie eine ansprechende Flächenleistung sind Kriterien bei der Wahl der entsprechenden Technik. In der Schweiz ist der Kreiselschwader in verschiedenen Grössen und Arbeitsbreiten am häufigsten anzutreffen. Daneben sind auch Kammschwader, Sternrad- und Bandrechen im Einsatz – und in letzter Zeit kommen die Pick-up- oder Bandschwader auf, mit denen die Erwartungshaltung von geringen Verlusten und Verschmutzungen einhergeht. Eine Untersuchung bei der höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein (A) konnte diese Erwartungen bei gräserreichem Kunstwiesenfutter bestätigen, kam aber im Luzerne-Bestand auf das genau gegenteilige Ergebnis (Bandschwader: 3 m, Kreiselschwader: 5,9 m Arbeitsbreite). Eine ähnliche Untersuchung, allerdings mit einem 7 m breiten Bandschwader im Vergleich zu einem 12,5 m breit arbeitenden Vier-Kreiselschwader, am Fachzentrum für Energie und Landtechnik in Triesdorf (D) zeigte wiederum nur geringe, aber keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Systemen. In der Gesamtabrechnung mit Berücksichtigung von Arbeitszeit, Spritverbrauch und Effizienz der Nachfolgegeräte resultierten bei diesem Vergleich hingegen leichte Vorteile beim Kreiselschwader. Roman Engeler

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Management | Praxisfragen

Wo drückt der Schuh? Was beschäftigt die Mitglieder des Schweizerischen Verbandes für Land­ technik am meisten? Welchen Hauptpro­ blemen sieht man sich in der Praxis aus­ gesetzt? In dieser lose erscheinenden Serie behandelt die «Schweizer Land­ technik» Anliegen aus der Praxis, wie sie laufend an den Bereich «Weiterbildung und Beratung» des SVLT herangetragen werden. Anfragen an den SVLT in Rini­ ken: Tel. 056 462 32 00 oder per E-Mail an zs@agrartechnik.ch

Im Feld erlaubt, auf der Strasse nicht: Weil die Rundballengabel über keine Ladefläche verfügt, dürfen mit ihr auf der Strasse keine Waren transportiert werden. Wer dies trotzdem machen will, benötigt eine Bewilligung der Behörden. Bilder: R. Hunger

Warentransporte im Heck Dürfen auf einer Ballengabel im Heckanbau des Traktors Rundballen transportiert werden? So klar die Frage ist, so viel bietet sie Raum für unterschiedliche Auslegungen. Aldo Rui

«Ich besitze eine Ballengabel für den Heckanbau an den Traktor und transportiere damit auf dem Hof Rundballen von der Scheune in den Stall. Darf ich auch auf der Strasse fahren, wenn die Heckballengabel mit einem Rundballen beladen ist?» Diese Frage wurde kürzlich an den SVLT gerichtet. Gemäss Verkehrsregelnverord­ nung (VRV, Art. 73, Abs. 4) dürfen Waren mit Motorfahrzeugen nur auf einer Lade­ fläche befördert werden. Eine Ladegabel (ob Heck oder Front) ist streng genom­ men keine Ladefläche. Abklärungen haben ergeben, dass bereits im Jahre 2004 das Bundesamt für Stras­ sen (Astra) sich in ähnlicher Sache im Rahmen eines Strafverfahrens dazu äus­ sern musste – und zwar wie folgt: 50

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2021

«Zusatzgeräte im Sinne von Art. 164, Abs. 1 der Verordnung über die techni­ schen Anforderungen an Strassenfahr­ zeuge (VTS) dienen der Arbeitsverrich­ tung bei der Bewirtschaftung eines Land­ wirtschaftsbetriebs und nicht dem Gütertransport auf Strassen. Kantonale Behörden können aus zwingenden Grün­ den für den Transport besonderer Güter an Kranen, auf Ladegabeln und derglei­ chen aber Ausnahmen bewilligen.»

Was sagt der Rechtsanwalt? Wir haben Rechtsanwalt Stephan Stulz mit dieser Fragestellung konfrontiert. Sei­ ne Stellungnahme: «Insbesondere aufgrund der stetig wach­ senden Mechanisierung und Effizienzstei­ gerung existieren in der Landwirtschaft zu­ nehmend multifunktionelle Vorrichtungen

und Geräte, die nicht immer und vollum­ fänglich den gesetzlichen Begrifflichkeiten zugeordnet werden können – auch im Be­ reich Ladung und Ladungsflächen. Die Be­ ratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) beispielsweise erach­ tet den Transport von Rundballen mit ei­ nem Traktor grundsätzlich als zulässig und schreibt in einer Wegleitung: ‹Mit geeigne­ ten Transportgeräten darf am Heck eine ge­ sicherte Grossballe transportiert werden. Vorne dürfen auf der Strasse keine Ladun­ gen transportiert werden.› Nach dem Wortlaut des Strassenverkehrs­ gesetzes (SVG) darf mit einem Motorfahr­ zeug grundsätzlich alles transportiert wer­ den, solange nicht überladen wird und die Ladung niemanden gefährdet oder beläs­ tigt beziehungsweise herunterfallen kann. Ob nun ein Traktor mit einer Heckschau­ fel oder mit einer Heckballengabel ge­ samthaft als Motorfahrzeug im Sinne von Art. 73, Abs. 4 VRV zu interpretieren ist, ergibt sich aus dem Wortlaut von Art. 73 VRV nicht eindeutig. Festgehalten werden kann, dass zum Zeitpunkt des Erlasses von Art. 73, Abs. 4 VRV, nämlich 1962, die landwirtschaftli­ che Mechanisierung eine andere war als heute. Bei dieser Ausgangslage wären Gesetz und Verordnungsbestimmungen gemäss höchstrichterlicher Rechtspre­ chung auszulegen.» Auslegung von Gesetzen Ist ein Gesetzestext nicht ganz klar und sind verschiedene Interpretationen mög­ lich, so muss nach der wahren Tragweite der Bestimmung gesucht werden, wobei nicht nur der Wortlaut (grammatikalische Auslegung) zu berücksichtigen ist. Es kommt auf den Zweck der Regelung, die dem Text zugrunde liegenden Wertungen sowie auf den Sinnzusammenhang an.


Die Entstehungsgeschichte dient als Hilfsmittel, den Sinn der Norm zu erkennen. In seiner Auslegung kommt Rechtsanwalt Stulz zum Schluss, dass das Mitführen von Grossballen am Heck eines Traktors mittels Zusatzgeräte nicht verboten ist. Die Ladefläche muss dabei nicht zwingend als eigentliche physikalische Ladefläche ausgebildet sein. Sie ist aber so zu gestalten, dass das Ladegut beim Transport in den zu erwartenden Verkehrssitu-

ationen nicht herunterfallen oder Gefährdungen hervorrufen kann. Korrekt sichern Beim Ballentransport im Heck müssen die Sicherheitsmassnahmen wie die Ladungssicherung mit Spannsets ebenso eingehalten werden wie die zulässige Gesamtbreite von 2,55 m und die korrekte Beleuchtungseinrichtung mit Markiertafeln (rot-weisse Streifen).

Bei Ladefahrzeugen nicht erlaubt Mit Ladefahrzeugen (Teleskop-, Hof-, Frontlader etc.) dürfen im Strassenverkehr keine Ballen oder andere Ladungen am Greifer, also am Werkzeug, transportiert werden. Grundsätzlich gilt: Mit Arbeitsfahrzeugen dürfen auf der Strasse keine Sachentransporte ausgeführt werden. Siehe dazu auch den ausführlichen Artikel «Mit Ladefahrzeugen auf die Strasse» in der «Schweizer Landtechnik» (Nr. 3, 2020).

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Impression | Einsatzbericht

Lemken bietet für den «Juwel 8 i V» neben einer Isobus-Steuerung auch eine GPS-Lenkung an. Bilder: R. Engeler

«Juwel» auf dem Acker Die Pflüge von Lemken des Typs «Juwel» lassen sich vielseitig ausstatten – nun auch mit Isobus- und GPS-Arbeitsbreiten-Steuerung. Roman Engeler

In der Landtechnik setzt sich der Trend zur Vernetzung von Arbeitsprozessen und zur elektronischen Steuerung von Maschinen fort – selbst bei einem der ältesten Geräte wie dem Pflug. Die «Schweizer Landtechnik» konnte beim Lohnunternehmen Giger in Sevelen SG mit dem «Juwel 8 i V» eine top moderne Pflug-Ausführung unter die Lupe nehmen.

Mit Isobus … Bei der Vorbereitung des Pflugs hilft das Einstellzentrum «Optiquick». Vorderfurche und Zugpunkt sind dabei unabhängig voneinander einstellbar. Mit der äusseren Spindel lässt sich die Schnittbreite des ersten Schares an jene der folgenden Körper anpassen. Nachher stellt man den Zugpunkt so ein, dass der Pflug ohne Seitenzug in der Furche läuft. Die Technik er52

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laubt zudem, dass sich die Vorderfurchenbreite bei jeder Änderung der Arbeitsbreite automatisch anpasst. Dank einer Speicherfunktion können bis zu vier Pflug-Einstellungen als Szenarien vorgewählt werden. Lemken hat der Pflug-Baureihe «Juwel» bereits vor geraumer Zeit eine Isobus-­ Steuerung spendiert. So ist es möglich, dass die «TurnControl Pro»-Steuerung mit elektro-hydraulischem Drehwerk und hydraulischer Neigungsverstellung bequem und ohne Betätigung einzelner Steuergeräte über ein Isobus-kompatibles Terminal, sei es jenes vom Traktor oder ein spezielles CCI-Terminal, bedient werden kann. Über die Isobus-Bedienung können weiter auch die Arbeitstiefe via hydraulisches Stützrad und die Arbeitsbreite inklusive

Breite der Vorderfurche eingestellt werden. Auch einen Packer mit hydraulischer Einschwenkung kann man über die Isobus-Steuerung automatisiert bedienen. Der Jobrechner des Pflugs ist im Dreipunkt-Anbauturm untergebracht. Neue Software lässt sich über eine USB-Schnittstelle laden.

… und GPS Nun kommt mit der Option «Guide» beim «Juwel» gar eine GPS-basierte Verstellung der Arbeitsbreite hinzu – quasi ein Lenksystem für den Pflug. Um diese Op­ tion wirklich exakt anwenden zu können, ist ein RTK-Signal vorteilhaft. Sind die Feldgrenzen bekannt und eine A/B-Linie gezogen, wird die Arbeitsbreite – bei diesem Modell zwischen 1,20 und 2,15 m – laufend so angepasst, dass man


Einsatzbericht | Impression

am Ende exakt auf die Zielfurche kommt. Auch Keile oder gar Trapeze lassen sich so ohne zusätzliches Vorgewende auspflügen. Weiter können auch zwischenzeitlich krumme Furchen nach wenigen Fahrten wieder begradigt werden. Beim Lohnunternehmen Giger wird der «Juwel 8 i V» mit einem Traktor John Deere «6155R» eingesetzt. Die Steuerung des Pflugs erfolgt über das traktoreigene Terminal, die GPS-Pflug-Lenkung wird über das zusätzlich montierte «CCI-1200»-Display sichergestellt. Das GPS-Signal kommt über einen John-Deere-«StarFire»-Empfänger, wird aber nicht für die Lenkung des Traktors, sondern nur für die Pflugsteuerung verwendet. Der Traktor selbst fährt (per Hand gesteuert) in der Pflugfurche.

«DuraMaxx» Der vierscharige, rund 1,7 t schwere Lemken «Juwel 8 i V» mit 85 cm Rahmenhöhe und einem Längsdurchgang von 1 m ist in der beschriebenen Anwendung mit «DuraMaxx»-Streifenkörpern ausgestattet. Zusätzlich sind spezielle Düngereinleger mit Einlegehänden montiert. Die «DuraMaxx»-Teile zeichnen sich, neben der erhöhten Stahlqualität, auch durch einfacheres und schnelleres Wechseln der Verschleissteile aus. Für das Austauschen sind keine Schrauben mehr erforderlich. Lemken hat sein Pflugkörpersystem dahingehend weiterentwickelt, dass auf Bohrungen und Stanzungen bei den Werkstoffen verzichtet werden kann.

Verbaut werden Pflugkörper vom Typ «DuraMaxx», die nicht verschraubt sind und einfach in den Rumpf eingesteckt werden können.

Die Befestigung des Materials erfolgt ausschliesslich über ein Stecksystem. Dabei werden Streichbleche und Streifen vollständig vom Körperrumpf getragen und sind nicht mehr tragender Teil des Pflugkörpers. Die Streifenkörper und die Streichblechkanten werden schraubenlos und zugleich spannungsfrei montiert. Gehalten werden diese Verschleissteile über das Einhaken am Pflugkörperrumpf.

Integrierter Packer Weiter arbeitet dieser Pflug mit dem integrierten «FlexPack»-Packer. Der grobschollige Boden wird durch die paarweise und versetzt angeordneten Ringe mit einem Durchmesser von 600 mm gleichmässig zerkleinert und rückverfestigt. Die Feuchtigkeit wird so im Boden besser zurückbehalten. Der Packer ist über Arme fest mit dem Pflug verbunden, kann einen Druck zwischen 20 und 100 bar auf den Boden ausüben und

Für Sicherheit bei der Strassenfahrt sorgt dieser Heckabschluss mit Beleuchtung.

wird am Vorgewende gemeinsam mit dem Pflug gewendet. Der Packer-Rahmen läuft parallel zum Pflug­rahmen und passt sich der flexiblen Arbeitsbreite des Pflugs automatisch an. Wird ein «FlexPack» verwendet, kann nicht onlandgepflügt werden, auch die Kombination mit der hydraulischen Steinsicherung ist nicht möglich (erst ab 2022) – in den sandigen Böden des Rheintals auch nicht von hoher Priorität. Für den Anbau dieses Pflugs werden am Traktor Unterlenker der Kategorie 3, eine Isobus-Steckdose und hydraulikseitig eine Load-Sensing- sowie eine Druck- und Rücklauf-Leitung benötigt. Für den sicheren Strassentransport gibt es zudem Beleuchtungsanlage.

Fazit Dieser Hightech-Pflug mit den erwähnten Ausstattungen und integriertem «Flexpack» hat seinen Preis – brutto kostet dieses Modell etwas mehr als Fr. 57 000.–. Eine flächenmässig hohe Auslastung bei vielen «unförmigen» Parzellen ist nötig, damit sich diese Investitionskosten lohnen.

Steckbrief Lemken «Juwel 8 i V» Scharanzahl: 4, Streifenkörper «DuraMaxx» mit Düngereinleger Arbeitsbreite: 1,20-2.15 m Vierkantrahmen: 140 × 140 × 10 mm Körperabstand: 100 cm Rahmenhöhe: 85 cm Steinsicherung: Scherschrauben (hydraulisch/mechanisch auf Wunsch) Hydraulik: LS mit Druck- und Rücklaufleitung Keilpacker: «FlexPack» mit Schnellkupplung Preis: Fr. 57 339.– (brutto mit Packer, ohne MwSt.) (Herstellerangaben) Die Pflugsteuerung erfolgt direkt über ein Isobus-kompatibles Terminal.

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Impression | Einsatzbericht

Die «Super Large»-Pendelachse kann in Hanglagen ausgefahren werden, so dass die Aufstandsbreite um 60 cm auf bis zu 314 cm erhöht werden kann. Bilder: R. Burkhalter

Ausgefahren in den Hang Die legendäre «Kurmann-Achse» hat Nachwuchs bekommen. «Super Large» nennt sich die neue Variante und soll besonders in Hanglagen für mehr Stabilität sorgen. Ruedi Burkhalter

1976 entwickelte Otto Kurmann die inzwischen legendäre Doppelpendel-Achse, die heute auf vielen Schweizer Feldern für geringe Bodenverdichtung sorgt. Bei diesem Vierrad-Fahrwerk sind nicht wie bei einem konventionellen Tandem-Ag­ gregat jeweils zwei Räder hintereinander angeordnet, sondern alle vier Räder sind auf einer Linie nebeneinander platziert. Diese Bauweise hat abgesehen von der Bodenschonung mehrere Vorteile: So sind im Vergleich zur Tandemachse geringere Bauhöhen ab 820 mm realisierbar, beim Manövrieren mit engen Kurvenradien gibt es kein Radieren und somit keinen Schaden an der Grasnarbe. Weiter werden schädliche Mehrfachverdichtungen in der Traktorspur reduziert.

Erfüllte Kundenwünsche Im Verlaufe der letzten 45 Jahre wurde dieses Fahrwerkskonzept unter Berück54

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sichtigung von Kundenwünschen stetig weiterentwickelt. Es kamen zahlreiche neue Modelle und Varianten mit Federung und grösserer Bereifung auf den Markt. Neu dazu kamen auch 6-Rad- und gar 8-Rad-Fahrwerke mit bis zu 27 t technischer Achslast.

«Super Large» «Super Large» nennt sich nun die neuste Variante, die speziell zum sicheren Befahren von Hanglagen entwickelt wurde. Für eine erhöhte Kippstabilität lassen sich die beiden Pendeleinheiten bei diesem Modell hydraulisch ausfahren und somit die Aufstandsbreite um 60  cm auf bis zu 314 cm erhöhen. Im eingefahrenen Zustand weist das Fahrwerk eine Aussenbreite von lediglich wendigen 255 cm auf. Die «Schweizer Landtechnik» konnte den ersten mit dieser Technik ausgerüsteten Ladewagen auf dem Betrieb von Franz

Sigrist in Wollerau SZ im Hangeinsatz begleiten. Das Fahrwerk ist dort seit Sommer 2018 im Einsatz. Die Eigenschaften der Doppelpendel-­ Achse bleiben bei der Variante «Super Large» erhalten: Beim Befahren von Kuppen können die inneren Räder bis 100 mm pendeln, wodurch das Gewicht stets gleichmässig auf alle Räder verteilt wird. Der Pendelanschlag verhindert ein Einbrechen, sollte eines der inneren Räder in eine Senke gelangen. Der Kipppunkt der Achse bleibt auch bei Bodenunebenheiten stets an den äusseren Rädern, was für entsprechende Kippstabilität sorgt.

Hydraulisch ein und aus Beim hydraulischen Ein- und Ausfahren der Pendeleinheiten während der Fahrt werden die Stahlprofile durch Gleitelemente aus Hartkunststoff geführt. Im eingefahrenen Zustand ist die Teleskopfunkti-


Einsatzbericht | Impression

on mechanisch verriegelt, so dass ein unbeabsichtigtes Ausfahren ausgeschlossen ist. Die Betätigung erfolgt über ein Zusatzsteuergerät des Traktors, wobei immer gleichzeitig eine zusätzliche Sicherheitsstufe betätigt werden muss. Beim begleiteten Fahrzeug war diese Betätigung als zusätzliche Taste am Steuerkasten des Ladewagens ausgeführt. Bei der Gestaltung der Bedienung bietet Kurmann eine grosse Flexibilität und kann so individuell auf Kundenwünsche eingehen.

«Klebt am Hang» Im praktischen Einsatz ist Franz Sigrist von der Doppelpendel-Achse «Super Large» in seinen Hanglagen nicht nur wegen der extremen Kippstabilität überzeugt, die jener eines Tiefgangladewagens in nichts nachsteht. Die vier Reifen laufen versetzt zur Traktorspur auf noch unbefahrenem Boden, wodurch eine optimale Verzahnung mit dem Boden erreicht wird: «An den steilsten Stellen, an denen wir früher mit dem Tiefgangladewagen ins Rutschen gerieten, klebt die Doppelpendel-Achse kompromisslos am Hang», berichtet Sigrist. So kann auch in grenzwertigen Hanglagen zügiger und sicherer gearbeitet werden. Die Doppelpendel-Achse «Super Large» ist von 6,6 bis 10 t Achslast bei 40 km/h erhältlich. Für 30 km/h ist eine vereinfachte, starre Variante verfügbar. In der 40-km/h-Variante gibt es auch einen automatischen und lastabhängigen Bremskraftregler mit Lasterfassung über Federelemente. Die Bauhöhe beträgt bei der kleinsten Bereifung von «31/15.0-15» 820  mm. Es sind zahlreiche Bereifungsvarianten bis hin zur Version «Big foot» mit vier Reifen

Die Achse im Detail: Beim Ein- und Ausfahren der Pendeleinheiten werden die Stahlprofile durch Gleitelemente aus Hartkunststoff geführt.

der Grösse 520/50R17 sowie alle Bremsvarianten auf Basis hydraulischer oder pneumatischer Zweileiter-Bremse erhältlich – auf Wunsch auch verstärkte Bremsen für anspruchsvolle Bedingungen.

Fazit Das Thema der Bodenschonung ist aufgrund der zunehmenden Fahrzeuggewichte und stetig steigenden Anforderungen an die Auslastung moderner

Landtechnik aktueller denn je. Der Anschaffungspreis eines bodenschonenden Fahrwerks relativiert sich schnell, wenn man bedenkt, dass viele Landbewirtschafter infolge von schädlichen Verdichtungen im Ober- und Unterboden finanzielle Einbussen erleiden. Die Doppelpendel-Achse «Super Large» von Kurmann gibt es ab Fr. 15 000.–. Sie kann an alle neuen und bestehenden Erntewagen montiert werden.

Beim Befahren von Kuppen (links) können die inneren Räder bis 100 mm pendeln, der Weg ist über den Pendelanschlag begrenzt. Dieser verhindert ein Einbrechen auch nach innen, wenn ein Graben befahren wird (rechts). So bleibt auch in der Schichtenlinie der Kipp-Punkt stets aussen am Rad. Grafik: Kurmann

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Impression | Testbericht

Mähwerkskombination von Pöttinger mit aufgebautem «Sensosafe». Bild: Pöttinger

Rehkitze mit Sensoren retten? Pöttinger stellte im Vorjahr mit «Sensosafe» ein System vor, das Wildtiere direkt beim Mähen erkennt. Das soll die Tiere vor dem Mähtod bewahren. Ob das funktioniert, hat die österreichische Innovation Farm ausführlich getestet. Georg Ramharter, Josef Penzinger, Fabian Butzenlechner, Franz Handler und Markus Gansberger*

Der erste und oftmals auch noch der frühe zweite Schnitt im Grünland überschneiden sich vielfach mit dem Setzen der Rehkitze. So werden jährlich tausende von Rehkitzen verletzt oder getötet. Neben dem oft qualvollen Tod für die Wildtiere führen Kadaverteile zu Futterverschmutzung und in der Folge zu Problemen bei der Gesundheit und der Leistung der Nutztiere. Im schlimmsten Fall können Nutztiere durch auftretenden Botulismus sogar verenden.

Technik hinter «Sensosafe» Pöttinger hat mit «Sensosafe» ein System geschaffen, das unabhängig von äusse-

*Georg Ramharter und Fabian Butzenlechner sind wissenschaftliche Mitarbeiter bei Josephinum Research. Franz Handler und Markus Gansberger lehren und forschen an der HBLFA Francisco Josephinum / BLT Wieselburg. Josef Penzinger ist selbstständiger Agrarberater. Dieser Beitrag entstand im Rahmen eines Forschungsprojekts auf der österreichischen Innovation Farm (www.innovationfarm.at).

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ren Einflüssen und direkt beim Mähvorgang Tiere erkennt. Bei diesem System sind Nahinfrarot-Sensoren auf einem Balken angebracht, der am Mähwerk montiert ist. Über eine eigene Lichtquelle wird der Bestand beleuchtet und das Licht vom Bestand reflektiert. Liegt nun ein Tier in diesem Bestand, wird ein deutlich anderes Lichtspektrum reflektiert und das Tier dadurch vom Sensor erkannt. Dieses Erkennungsprinzip macht das System unabhängig vom Tageslicht oder der Sonnen­ einstrahlung. Die Sensitivität von «Sensosafe» kann in vier Stufen eingestellt werden. Pöttinger «Sensosafe» ist in zwei verschiedenen Varianten erhältlich. In Kombination mit dem Pöttinger «Alpha Motion»-­ Frontmähwerk arbeitet das System vollautomatisch. Das Mähwerk wird nach der Tiererkennung automatisch angehoben. Bei dieser Variante ist «Sensosafe» eine Zusatzausrüstung zum «Alpha Motion» und der Sensorbalken ist fix auf oder vor dem Frontmähwerk montiert. Das System arbeitet dabei völlig autonom, greift also

nicht in die Hydraulik des Traktors ein. Für alle anderen Mähwerke wird «Senso­ safe» als eigenständiges Produkt «Sensosafe 300» mit 3  m Arbeitsbreite und «Sensosafe 1000» mit 10 m Arbeitsbreite angeboten. Es kann in dieser Variante als Assistenzsystem eingesetzt werden, das den Fahrer über die Erkennung informiert. Anhalten und das Mähwerk anheben muss dann der Fahrer. Der dafür notwendige Sensorbalken befindet sich auf einem eigenen Rahmen, der zwischen Traktor und Frontmähwerk montiert wird. Der Balken wird für den Mähbetrieb nach rechts ausgeklappt. Dieses Assistenzsystem kann mit allen Front- und Heckmähwerken kombiniert werden und ist daher herstellerunabhängig. In Kombination mit einem Frontmähwerk muss die Fahrstrategie so gewählt werden, dass jeweils die nächste Mahd abgescannt wird. Eine Mähkombination, bei der die gesamte Mähbreite mit «Sensosafe» abgescannt wird, ist aktuell nur in Kombination mit einem Pöttinger «Alpha Motion»-Frontmähwerk möglich.


Testbericht | Impression

Gewichtsverteilung Zu beachten ist, dass «Sensosafe» die Gewichtsverteilung des gesamten Gespanns verändert. An der Fronthydraulik werden mit den beiden Balken zusätzlich rund 100 kg für den Frontbalken und etwa 130 kg für den seitlichen «Sensosafe 300»-Balken montiert. Das Frontmähwerk rückt um 22,5 cm weiter nach vorne. Es kann daher notwendig sein, im Heck zusätzlich zu ballastieren. Beide Sensoren, auch der seitliche «Sensosafe 300», können beim Abhängen am Frontmähwerk montiert bleiben. Für die weiteren Einsätze besteht also der Mehraufwand beim Anhängen und der Inbetriebnahme lediglich aus dem Verbinden des Kabels zwischen Sensor und Terminal.

Versuchsaufbau Hauptziel der Versuche an der Innovation Farm war die Ermittlung der Auslösewahrscheinlichkeit, also das Testen der Zuverlässigkeit. Zusätzlich wurden die Praktikabilität, arbeitswirtschaftliche Aspekte und die Grenzen des Systems be-

Testergebnisse Pilotbetrieb 1 und 2 100 % 90 % 80 % 70 % 60 % 50 % 40 % 30 % 20 % 10 % 0 %

8 km/h

8 km/h

10 km/h

Pilotbetrieb 1

12 km/h

Pilotbetrieb 2 Testobjekt 1

Testobjekt 2

Ergebnisse am Pilotbetrieb 1 (Kunstwiese mit 50 cm Wuchshöhe) und am Pilotbetrieb 2 (Kunstwiese mit 60 cm Wuchshöhe und bei verschiedenen Fahrgeschwindigkeiten) mit den beiden Testobjekten.

Testergebnisse Pilotbetrieb 3 100 % 80 %

Die Testobjekte der theoretischen Versuche: Fellteile von Rehkitzen. Bild: BLT

60 % 40 %

trachtet und der Nutzen von «Sensosafe» mit anderen Systemen verglichen. Für die Untersuchung der Auslösewahrscheinlichkeit wurden zwei verschiedene Ansätze gewählt. In dem ersten, bewusst theoretisch angelegten Versuch wurde untersucht, welchen Einfluss die Mähgeschwindigkeit und die Einstellung der Sensitivitätsstufe auf die Wahrscheinlichkeit der Tiererkennung haben. Mit verschieden grossen Testobjekten wurde simuliert, dass die Tiere in den Beständen unterschiedlich gut sichtbar sind. Alle anderen Einflussfaktoren, insbesondere der Einfluss des Bestands, wurden bewusst standardisiert. Die Testobjekte – verschiedene Fellteile von Rehkitzen – wurden daher auf einer bereits abgemähten Fläche platziert. Gemäht wurde mit vier verschiedenen Geschwindigkeiten (10 km/h, 12 km/h, 14 km/h und 16 km/h), jeweils kombiniert mit den vier verschiedenen Sensitivitätsstufen von «Sensosafe». Die Versuche

20 % 0 %

6 km/h

8 km/h

10 km/h

12 km/h

14 km/h

Pilotbetrieb 3 Testobjekt 3

Testergebnis bei Dauergrünland mit 40 cm Wuchshöhe und bei verschiedenen Fahrgeschwindigkeiten mit Testobjekt 2.

wurden mit dem «Sensosafe 300» durchgeführt und vier Mal wiederholt. Der zweite Versuchsansatz repräsentiert den Einsatz in der Praxis. Auf vier verschiedenen Pilotbetrieben wurden unter verschiedenen Bedingungen hinsichtlich Bodenbeschaffenheit, Geländeform, Bestandeshöhe und Bestandesdichte zwischen Anfang Mai und Anfang Juli unterschiedliche Bestände gemäht, in denen die Versuchsobjekte platziert wurden. Die verwendeten Testobjekte wurden wiederholt im Bestand platziert, sodass insge-

samt 84 Messungen durchgeführt wurden. Bei allen Messungen war mit Stufe 4 die höchste Sensitivität eingestellt.

Wie sicher werden Tiere erkannt? Die erste Versuchsvariante sollte vor allem den Einfluss der Fahrgeschwindigkeit und der Sensitivitätsstufe bei der Erkennung unterschiedlicher Objekte klären. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass bei dieser Versuchsanordnung kein Zusammenhang zwischen der Fahrgeschwindigkeit und der Erkennung der Testobjekte festgestellt 4

2021 Schweizer Landtechnik

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Impression | Testbericht

werden konnte. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten werden die Tiere erkannt. Bei den Einsätzen auf den Pilotbetrieben hat «Sensosafe» mit einer über alle Versuchsvarianten gemessenen durchschnittlichen Auslösewahrscheinlichkeit von 92 % eine überzeugende Leistung geliefert. Umgerechnet auf die derzeit getöteten oder verletzten Rehkitze würde dies bedeuten, dass mit Pöttinger «Sensosafe» in Österreich gegen 23 000 Rehkitze gerettet werden könnten. Hinzu kommt, dass genauso viele Quellen für stark giftige Futterverschmutzungen vermieden werden können. Werden die Messergebnisse auf den einzelnen Betrieben im Detail betrachtet, lassen sich daraus weitere Erkenntnis-

Dauergrünland wurde mit dem kleinen Kitz-Fell getestet. Bei 20 Wiederholungen hat das System in 19 Fällen (95 %) richtig reagiert und die «Tiere» erkannt. In diesem Bestand war kein Zusammenhang zur Fahrgeschwindigkeit erkennbar. Die Tatsache, dass in «normalen» Beständen ein sicheres Erkennen bei jeder (technisch sinnvollen) Fahrgeschwindigkeit möglich ist, wurde am vierten Standort bestätigt. Der zweite Schnitt im Dauergrünland erfolgte bei einer Wuchshöhe von 30 cm mit bis zu 24 km/h. Obwohl ausschliesslich kleine Testobjekte verwendet wurden, konnten diese in allen Fällen erkannt werden. Zusammenfassend kann also festgestellt werden, dass bei gut entwickelten Bestän-

Flächen mit Freiwilligen absuchen

akustisches oder optisches Warnsignal am Feld

Drohne mit Infrarotkamera

Sensosafe

Methode

akustisches Warnsignal am Mähwerk

Tabelle: Vergleich verschiedener Methoden zur Wildtier-Rettung

Zeitlicher Mehraufwand vor oder beim Mähen

++

++

Zusätzlich benötigte Personen

++

++

+

Einsatzzeitraum (Tageszeit und Vorlaufzeit)

++

++

+

Zuverlässigkeit (Auslösewahrscheinlichkeit)

++

++

+

+

++

Anschaffungskosten

Legende: ++ grosser Vorteil, + kleiner Vorteil, – kleiner Nachteil, –– grosser Nachteil

se gewinnen. Auf dem ersten Betrieb wurde der intensive Bestand mit durchschnittlich 8  km/h gemäht. Dabei wurden in knapp 85 % der Fälle die «Tiere» (also die Testobjekte) von «Sensosafe» erkannt. Ein ähnliches Ergebnis konnte am zweiten Betrieb bei einem vergleichbar intensiven Bestand erzielt werden. Durchschnittlich wurden knapp 84  % erkannt. Auffallend war dabei aber, dass zunächst bei 10 km/h das kleinere Testobjekt nicht mehr hundertprozentig erkannt werden konnte, und bei noch höheren Geschwindigkeiten war das bei beiden Objekten der Fall. Dies lässt den Schluss zu, dass bei sehr intensiven Beständen (60  cm Wuchshöhe) eine Mähgeschwindigkeit von rund 10 km/h begrenzend für das sichere Erkennen von Tieren ist. Beim dritten Einsatz in 40 cm hohem 58

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den ab rund 50 cm Wuchshöhe die Sicht auf die Tiere beeinträchtigt ist und die Fahrgeschwindigkeit einen Einfluss auf die Erkennungsrate hat. Selbst unter diesen schwierigen Bedingungen konnte aber mit rund 85 % Auslösewahrscheinlichkeit ein sehr gutes Ergebnis erzielt werden. Bei geringeren Beständen, also auch bei späteren Schnitten, werden Tiere unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit erkannt. Zusätzlich zu den bewusst platzierten Testobjekten konnten im Zuge der Versuche tatsächlich mehrere «echte» Rehkitze und Feldhasen von «Sensosafe» gerettet werden.

Vergleich mit anderen Methoden Pöttinger gibt als Richtwerte für «Senso­ safe» als Option beim Frontmähwerk Alpha Motion einen Listenpreis von 8000 Euro (al-

le Preise exkl. MwSt.) an, für den «Senso­ safe-300»-Balken 6500 Euro und für «Sensosafe 1000» sind es 13 000 Euro. Für eine Mähwerkskombination verursachen die Optionen «Sensosafe» und «Sensosafe 300» zusätzliche Fixkosten von rund 1500 bis 2000 Euro pro Jahr – je nachdem, welche Nutzungsdauer, welcher Zinssatz und welcher Restwert unterstellt werden. Wie die Tabelle zeigt, ist die einzige Methode zur Wildtierrettung, deren Zuverlässigkeit mit «Sensosafe» vergleichbar ist, die Suche mit Hilfe von Wärmebildkameras auf Drohnen. Diese Zuverlässigkeit wird allerdings nur unter der Voraussetzung erreicht, dass der Drohneneinsatz unter den richtigen, also sehr eingeschränkten Bedingungen (Morgen oder Abend, wenig bis keine Sonneneinstrahlung etc.) erfolgt. Dazu kommt, dass bei dieser Vorgehensweise sowohl der Zeitaufwand vergleichsweise hoch ist als auch viele Personen benötigt werden, welche die gefundenen Tiere dann aus den Beständen holen. Dadurch entsteht ein hoher Gesamtaufwand bei der Anwendung.

Fazit Das Assistenzsystem «Sensosafe» setzt an jenen Punkten an, an denen andere Methoden ihre Schwächen aufweisen. Der geringe arbeitswirtschaftliche Mehraufwand, die Möglichkeit, es auch bei vollem Tageslicht und warmen Temperaturen zu nutzen und vor allem die guten Ergebnisse aus den Versuchsreihen machen dieses System zu einer gelungenen technischen Lösung, um Wildtiere vor dem Mähtod zu bewahren und die Futterqualität hoch zu halten. Beim Schutz von Wildtieren bei Mäheinsätzen kommt es auf die Summe aller getroffenen Massnahmen an. Da viele davon mit hohem Zeit- und Personalaufwand verbunden sind, ist «Sensosafe» ein guter Beitrag, um als Landwirt der Verpflichtung zum Tierschutz nachzukommen. Dazu kommt der Imagegewinn beziehungsweise auch der vermiedene Imageverlust in der Bevölkerung. Diese hat den durchaus nachvollziehbaren Wunsch, dass bei landwirtschaftlichen Tätigkeiten keine Tiere zu Schaden kommen. Hohe Grundfutterleistungen waren immer schon eine wesentliche Grundlage für den Erfolg in der Wiederkäuerhaltung. Die Basis dafür bildet eine ausgezeichnete Grundfutterqualität ohne Verunreinigungen; ganz besonders wenn diese sogar Gifte bilden können. Pöttinger hat mit «Sensosafe» ein einfach anzuwendendes, relativ zuverlässiges System geschaffen, das neue Möglichkeiten in der Wildtiererkennung eröffnet.


Fahrbericht | Impressionen

Ein Fendt «314 Vario» mit dem neuen «One»-Bedienkonzept ist nicht der erste, aber der derzeit modernste Fendt bei Hilcona Agrar. Bild: U. Giger

Hilcona Agrar setzt auf Fendt Fendt hat mit der «300»er-Baureihe Traktoren auf dem Markt, die zu echten Lieblingen avancieren. Sie sind im Vergleich zur «500»er-Serie zwar leichter, können aber ebenso entschlossen zupacken. Ruedi Hunger

Der «314 Vario» ist das neuste und gleichzeitig stärkste Modell aus dieser Baureihe. Seit Januar 2021 ist der «314 Vario» in den Ausstattungsvarianten «Power», «Profi» und «Profi+» lieferbar. In diesen drei Varianten hat der «314»er laut Fendt insgesamt 24 Innovationen zu bieten. Zu den interessanten Ausstattungsdetails gehören beispielsweise das intelligente Mehrleistungskonzept «DynamicPerformance» DP, welches automatisch bis zu 10 PS aktiviert, oder die «Visio­ Plus»-Kabine für ein entspanntes Arbeiten auch an langen Arbeitstagen. Darin integriert ist das «FendtOne»Bedien­ konzept, eine zukunftsgerichtete Ausstattung, die im Endausbau (bis Ende

2021) eine «Offboard»-Verbindung von Maschine und Büro sicherstellen kann.

Fendt «314 Vario» mit dem neuen «One»-Bedienkonzept Im Zuge einer Ersatzbeschaffung haben sich Andreas Messerli, Leiter von Hilcona Agrar, und Ueli Giger, Anbauberater, im vergangenen Herbst für einen Fendt «314 Vario» mit dem «One»-Bedienungskonzept und der Ausstattungslinie «Profi+» entschieden. Vor wenigen Wochen wurde der Traktor geliefert und hat in den ersten warmen Februar- und Märzwochen bereits unter Beweis gestellt, was in ihm steckt. Rund 100 Betriebsstunden war er mit der Spinatsämaschine unterwegs.

Viele Faktoren Was waren die Gründe, dass man sich für einen «314»er entschieden hat? Messerli betont, dass man vorerst eine interne Bedarfsanalyse gemacht habe, wo die Möglichkeiten der Spurführung, das Hydraulikkonzept, die Nutzlast und anderes beurteilt wurden. Auch eine hohe Einsatzbereitschaft wurde gewünscht und die Sicherstellung der Unterhaltsleistungen durch Servicestellen in der Region war ein Kriterium. Natürlich hätten auch Faktoren wie möglichst umweltfreundliche Motortechnik und die Bremsausrüstung eine wichtige Rolle gespielt. Und nicht zuletzt hat man auch die Fahrer um ihre Meinung gefragt. Dass Fendt seine Langlebigkeit bei Hilcona Agrar 4

2021 Schweizer Landtechnik

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Impressionen | Fahrbericht

nicht neu unter Beweis stellen muss, dafür sorgen altgediente Fendt «308» und «103» sowie ein Fendt «GT 365».

Der Fahrer ist König Nicht von ungefähr hat man bei Hilcona Agrar die Fahrer um ihre Meinung gefragt, denn zufriedene Fahrer sind ein grosse Kapital für eine Unternehmung. Damit der Arbeitsplatz zum Lieblingsplatz wird, hat man bei Fendt gute Voraussetzungen geschaffen. Vom Einstieg über breite Trittstufen und einen gut erreichbaren Türgriff bis zur guten Kabinenfederung stimmt, mindestens auf den ersten Eindruck, alles. Beim genaueren Hinschauen merkt man, dass Ergonomie bei der Gestaltung des Fahrerplatzes eine grosse Rolle gespielt hat. Das 10-Zoll-Dashboard zeigt grosse, gut lesbare Zahlen. Darauf sind alle Infor-

mationen übersichtlich dargestellt. Auf der Armlehne liegt der Arm perfekt, der Multifunktions-Joystick passt gut in die Hand und die vorgelagerten Bedienelemente (Tasten), sind gut erreichbar. Auch das 12-Zoll-Terminal auf der Armlehne ist übersichtlich gestaltet. Auch wenn ein zweites 12-Zoll-Terminal (am Dach) vorhanden ist, bekommt man nicht den Eindruck, dass die Kabine von Anzeigeinstrumenten dominiert wird. Übrigens kann das zweite Terminal zur Hälfte im Dach versorgt bzw. eingefahren werden.

Fendt «Guide» – die Spurführung «Gerade fahren können unsere Fahrer, aber auf zwei Zentimeter genau fahren, das ist eine ganz andere Anforderung», betont Ueli Giger und weiter: «Für den Anbau, das heisst das Säen, die Kulturpflege und letzt-

Hilcona Agrar − der Anbauorganisator Die «Hilcona Agrar» ist eine 100 %-Tochtergesellschaft des international tätigen Lebensmittelherstellers Hilcona AG in Schaan, Lichtenstein, und hat ihren Standort unmittelbar angrenzend zum Firmengelände der Hilcona AG. Hilcona Agrar ist der Stammbetrieb von Hilcona-Firmengründer Toni Hilti. Der Betrieb bewirtschaftet 21 ha eigenes Land, davon sind 16 ha offenes Ackerland, wo Getreide, Mais, Kartoffeln, Freiland- und Konservengemüse angebaut wird. Zu den Haupttätigkeiten gehört im Rheintal (auf Vertragsflächen) der Anbau von Spinat, Pariser Karotten, Kartoffeln und kleineren Mengen Rot- und Weisskabis. Der Lohnbetrieb von Hilcona Agrar über-

nimmt (im Rheintal) die Saat und Ernte von Spinat, das Setzen, Häufeln und Ernten von Kartoffeln. Sowie den Transport von Erntegütern mit Traktor oder LKW in Verarbeitungsbetriebe. Hilcona verarbeitet zwar keinen Spinat mehr, hat sich aber nie ganz aus dem Spinatgeschäft zurückgezogen. Die Verarbeitung übernimmt heute ein anderer Verarbeitungsbetrieb und Hilcona kauft den verarbeiteten Schweizer Spinat in Swiss-Garantie- oder Bio-Knospen-Qualität zurück. Gesamtschweizerisch macht Hilcona Agrar die Anbauorganisation auf den Vertragsflächen von über 500 Bauern. Leiter von Hilcona Agrar ist Andreas Messerli und Ueli Giger ist Anbauberater.

lich auch für die Ernte von diversen Gemüsekulturen, sind Spurführungssysteme heute einfach notwendig». Gerade im Hinblick auf die erforderliche Genauigkeit bei den Arbeitsschritten Säen und mechanische Pflege ist Anschlussfahren auf zwei Zentimeter unerlässlich. Der Fahrer kann sich damit auf die Bedienung und Überwachung anderer Maschinenfunktionen konzentrieren und weiss, dass der Traktor dank dem Spurführungssystem absolut genau fährt. Genauer, als der beste Fahrer während einem langen Arbeitstag überhaupt je in der Lage ist. Bereits im Basispaket der Fendt «Smart Farming Module» ist die Traktorvorbereitung zur Spurführung und die Anwendung von Fendt «Guide» vorhanden. Grundsätzlich ist man bei der Konfiguration eines Spurführungssystems flexibel. Das heisst, man kann das System mit einem «NovAtel»- oder Trimble-Satellitenempfänger ausrüsten. Für jeden Anspruch oder jede Tätigkeit gibt es eine entsprechende Genauigkeitsstufe. Die Stufe «Standard» erreicht mit dem Korrektursi­ gnal SBAS eine Genauigkeit von 15 bis 30 cm, mit einem erweiterten Korrektursignal 2 bis 15 cm und mit RTK 2 cm.

Bis zu drei Updates Marco Hutter, der für den Verkauf Ostschweiz bei GVS-Agrar zuständig ist, sagt: «Eine Spurführung ist immer sinnvoll, denn sie entlastet den Fahrer, indem er sich auf andere Aufgaben konzentrieren kann.» Einen zusätzlichen Beitrag zur Bodenschonung leistet eine Spurführung immer dann, wenn einzelne Bahnen übersprungen und keine Wendemanöver mit Vorwärts- und Rückwärts-Korrekturen notwendig sind. Damit die Spurführungssysteme immer auf dem neusten Stand sind, stelle man dem Kunden jährlich zwei bis drei Updates zur Verfügung. Neben dem Säen von Spinat und Bohnen, übernimmt der «314»er auch Aufgaben wie das Anhäufeln und Schlegeln von Kartoffeln bzw. Kartoffelstauden und bei der Ernte dient er als «Zugpferd» vor dem Voll­ ernter. Da diese Arbeiten (fast) alle reihenabhängig sind, hat man eine Spurbreite von 150 cm gewählt und der Traktor ist mit der Reifengrösse 300/95-46 ausgerüstet. Bei Bedarf kann eine Doppelbereifung gleicher Grösse montiert werden.

Intuitive Bedienphilosophie

Das zentrale 10-Zoll-Digital-Dashboard am Cockpit übernimmt je nach Ausstattungslinie unterschiedliche Aufgaben. Bild: R. Hunger

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Angesprochen auf die Akzeptanz und die Bedienungsfreundlichkeit von Smart Farming im neuen «314 Vario», sagt Andreas Messerli, dass ja auch die drei Fahrer in die


Fahrbericht | Impressionen

Entscheidung zum Traktorkauf mit einbezogen wurden, um ihre Meinung zum Bedienkonzept zu erfahren. Weiter sei es ein Vorteil, so Messerli, dass jeder Fahrer im «Individual Operation Manager» (IOM) «seine» Tastenbelegung nach eigenem Gutdünken zusammenstellen könne. Damit wird sich der Fahrer mit dem System identifizieren. «Natürlich hat uns GVS-Agrar eine Schulung auf die neuen Systeme geboten», ergänzt Messerli.

Datenerfassung Derzeit werden die zahlreichen Anbaudaten bei Hilcona Agrar noch manuell erfasst und schriftlich festgehalten. Der kabellose Datentransfer zur Weiterverarbeitung im Büro ist sicher ein Ziel für die Zukunft. Dieses Ziel ist gar nicht mehr in so weiter Ferne, denn im Endausbau wird das Fendt-«One»-Bedienkonzept über dieses Feature verfügen. Dies sollte ab etwa Ende 2021 der Fall sein. Das wäre dann das

Ende der «Zettelwirtschaft» und dank Datendurchgängigkeit bis zum Büro-Computer kann viel Zeit und Aufwand eingespart werden. Übrigens wandern keine Daten zu Agco Fendt, und schon gar nicht ohne Einverständnis des Eigentümers, bestätigt Marco Hutter auf Nachfrage.

Der erste Eindruck ist gut Viel Lob für den neuen Traktor. 100 Stunden sind in einem langen Traktorleben ein Pappenstiel und dennoch, sie hinterlassen einen ersten Eindruck und der sei, so Giger, gut. Weiter glaubt er, dass der «314» gegenüber seinen Artgenossen auf einem durchschnittlichen Landwirtschaftsbetrieb rund 35 % mehr Betriebsstunden pro Jahr leisten wird. Dank seinem durchzugkräftigen Motor, dem stufenlosen Getriebe und einem zukunftsweisenden Bedienkonzept passe der Fendt «314 Vario» sehr gut auf ihren Betrieb, meint Andreas Messerli abschliessend.

Das 12-Zoll-Terminal auf der Armlehne. Im Basispaket ist die Vorbereitung zur Spurführung vorhanden. Bilder: U. Giger und R. Hunger

Technische Daten Fendt «314 Vario» Motor: 4-Zylinder, 4.4 l, Agco-Power, Nennleistung 97 kW/132PS, Maximalleistung 104 kW/142 PS, Maximalleistung mit DP (Dynamic Performance) 112 kW/152 PS Drehmoment: max. 608 Nm (650 Nm mit DP), Drehmomentanstieg 37,2 % Getriebe: «ML 75», Fahrbereich vorwärts 0,02−40 km/h, rückwärts 0,02−25 km/h Zapfwelle: 540/540E/1000, Option 540/1000/4.2 (Wegzapfwelle), Option Frontzapfwelle Hydraulik: 110 l/min, 200 bar, 4 Heckventile, Heckkraftheber max. 5960 daN Hubkraft Gewichte: Leer 5010 kg, max. Gesamtgewicht 8500 kg Richtpreis: je nach Ausrüstung zwischen Fr. 135 000.− und Fr. 185 000.− (Herstellerangaben»

Mit einem Isobus-tauglichen Anbaugerät ist kein Fremd-Terminal mehr notwendig. Das Dach-Terminal übernimmt dessen Aufgaben.

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Wissen | Praxis

Gerade während der Erntezeit werden Wetterstationen, Wetter-Apps und Wetterprognosen mehrmals täglich konsultiert. Bild: R. Hunger

Die eigene Wetterprognose Landwirtschaft findet zu einem grossen Teil draussen statt. Folglich ist sie in manchen Belangen direkt vom Wetter abhängig. In erster Linie sind dies alle Feldarbeiten, dann aber auch das Gedeihen oder Verderben der Kulturen und Pflanzen. Ruedi Hunger

Das Wetter bestimmt den Arbeitsablauf, die Bodenbearbeitung, die Düngung, die Aussaat, die Ernte von Ackerkulturen, die Futterernte und letztlich auch die Qualität von Äpfeln, Birnen und Wein. Das Wetter bestimmt aber auch ganz direkt unser Le­ ben, indem wir wetterabhängige oder wetterfeste Kleidung tragen. Unsere Vor­ fahren hatten eine ausgeprägte Gabe, das Wetter und bestimmte Wetterphänome­ ne zu deuten. Diese Beobachtungsgabe ist uns, seit die Prognosen immer genauer werden, wegen fehlender Routine, etwas abhandengekommen. Mit verschiedenen Wetter-Apps ist man heute, wenn es ums 62

Schweizer Landtechnik 4

2021

aktuelle Wetter geht, in Sekundenschnel­ le vermeintlich auf dem Laufenden. Allen Methoden gemeinsam ist, dass die richti­ ge Interpretation entscheidend ist für die Aussagekraft. Und letztlich ist auch ent­ scheidend, was die Landwirtin oder der Landwirt mit den zur Verfügung stehen­ den Wetterdaten macht.

Was ist eine Wetterstation? Als Wetterstation wird ein meteorologi­ sches Messgerät aus der Gruppe der Wet­ termessgeräte bezeichnet. Von einer Wet­ terstation wird erwartet, dass sie eine kom­ pakte Übersicht zu wichtigen Wetterdaten

wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Luft­ druck gibt. Per Definition ist eine Wetter­ station ein Messgerät, welches unter­ schiedlichste Messwerte ermittelt und diese kompakt und übersichtlich darstellt. Die einzelnen Wettermessfunktionen werden vom Gerät abgerufen, die Werte ermittelt und im Anschluss wird das Ergebnis (hof­ fentlich) übersichtlich und vielfach auch di­ gital angezeigt.

Es gibt nicht die Wetterstation schlechthin! Wer der Oberflächlichkeit des App-Zeital­ ters überdrüssig ist und zusätzlich für sei­


Praxis | Wissen

nen Standort verlässliche Wetterdaten erfassen will, braucht Unterstützung, beispielsweise durch eine Wetterstation. Grundsätzlich haben Wetterstationen immer eine vergleichbare Funktionsweise. Über Jahre hinweg haben sich aber unterschiedliche Modelle oder Bautypen entwickelt. Heute unterscheidet man: • Wetterstationen für den privaten Gebrauch in Gebäuden • Wetterstationen für den privaten Gebrauch im Freien • Wetterstationen für den landwirtschaftlichen (gewerblichen) Einsatz • Wetterstationen für den meteorologischen Einsatz Alle Wetterstationen sind meteorologische Messgeräte, sie unterscheiden sich aber dennoch erheblich im Funktionsumfang. So verfügt eine Wetterstation im Innenbereich nur über ein eingeschränktes Messspektrum. Hingegen ermitteln Geräte für den landwirtschaftlichen Einsatz zusätzliche, nutzungsrelevante Daten wie beispielsweise die Niederschlagsmenge und die Windstärke. Die Art der Wetterstation bestimmt auch deren Leistungsspektrum.

nen Anemometer (Windmesser). Wenn eine Wetterstation in Betrieb genommen wird, werden gleich mehrere Messprozesse gestartet: • Messen der aktuellen Temperatur mit dem Thermometer • Messung der Luftfeuchtigkeit mit dem Hygrometer und des Luftdrucks mit dem Barometer • Messung der Windstärke mit dem Anemometer

Wann machen Messstationen Sinn? Die Wetterberichte in den verschiedenen Medien werden analog zum Ausbau eines modernen Satelliten-Netzes und der globalen Datenauswertung immer genauer. Diese Daten reichen aus, um zu wissen, wie warm, kalt, nass oder sonnig die nächsten Tage werden. Wer regelmässig kompaktere Daten wünscht oder wer wie der Gemüse- und Obstanbau auf kleinräumliche, exakte Daten wie Temperaturen angewiesen ist, sollte nicht auf eine Wetterstation verzichten. Vielfach wurden sie speziell dazu konzipiert, Daten für die Produktion von natürlichen Ressourcen aus der Forst- und Landwirtschaft inkl. Gemüse-, Obst- und Weinbau zu liefern.

Ein Datenverbund Meist verfügen moderne Wetterstationen über ein Thermometer (Temperaturmessung), ein Hygrometer (Luftfeuchtigkeitsmessung), ein Barometer (Luftdruckmessung), einen Niederschlagsmesser und ei-

Worauf ist beim Kauf zu achten? So viel zum Voraus: Wer nur den Preis in den Vordergrund stellt, wird nicht die optimale Wetterstation kaufen. Denn hochwertige Verarbeitung, Messgenauig-

Anemometer Ein Anemometer misst die Windgeschwindigkeit. Er besteht aus drei oder vier Schalen (wie horizontal angeordnete Suppenschöpfkellen) und dreht sich im Kreis. Durch den vorbeiströmenden Wind werden die an einer Achse fixierten Schalen in Drehung versetzt. Je schneller der Wind weht, desto schneller dreht der Anemometer. Zusammen mit einem Windrichtungsgeber (Wetter- oder Windfahne aus Metall) und einer Aufzeichnungseinheit sind fest installierte Anemometer Teil einer Wetterstation.

keit und nicht zu vergessen der Leistungsbedarf sind wichtige Kriterien, die bei Discounter-Produkten nicht immer im geforderten Mass vorhanden sind. Um eine passende Wetterstation zu kaufen, muss der Käufer vorerst wissen, wo die Station eingesetzt werden soll. Soll beispielsweise nur im Aussenbereich oder im Aussen- und Innenbereich gemessen werden? Und schliesslich stellt sich die Frage, ob die Messwerte an der Messstation selber oder an einem separaten Display abgelesen werden. Wer beim Frühstück die aktuellen Wetterdaten ablesen möchte, braucht eine Messstation mit einem separaten Display und einer funkbasierten Datenübertragung. Wer die Daten vor Ort ablesen will (auf dem Feld, in der Obstanlage etc.), benötigt keine Funkdaten-Übertragung. Die Modellwahl soll erst beginnen, wenn sich die Käuferin oder der Käufer darüber im Klaren ist, wo er oder sie die aktuellen Daten ermitteln und ablesen will.

Welche Daten sind für das Wetter notwendig? Nahezu alle Wetterstationen, die für die Landwirtschaft sinnvoll sind, können folgende Grunddaten erfassen: aktuelle Temperatur, aktuelle Luftfeuchtigkeit und aktueller Luftdruck. Profi-Stationen messen auch die Windstärke und Windrichtung und den durchschnittlichen oder summierten Niederschlag. Der Begriff «Profi-Station» bedeutet noch lange nicht, dass es sich um ein Hochpreissegment-Produkt handelt.

Daten-Anzeige

Landwirte können das Wetter gut einschätzen, dennoch kann eine Wetterstation wertvolle Unterstützung bieten. Bild: zVg

Werden die gemessenen Daten an einem Display angezeigt, steht die Grösse des Displays und damit auch die Übersichtlichkeit im Vordergrund. Oft ist das Ablesen der aktuellen Wetterdaten bereits ei4

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Wissen | Praxis

ne Herausforderung. Die Anzeige soll ein schnelles und übersichtliches Ablesen der Messwerte ermöglichen. Das bedeutet, dass die Displaygrösse dem Messspektrum angepasst ist. Selbst bei Sonnenlicht soll das Display gut lesbar sein und letztlich sollen die Daten übersichtlich dargestellt werden. Die Funktionalität und ein optimales Ablesen sollten bei Wind, Wetter und Sonnenlicht sichergestellt sein. LCD-Displays sind sowohl im Aussen- wie im Innenbereich die beste Wahl.

Darf’s etwas mehr sein? Der Trend bei den Wetterstationen ist die Datenübertragung der Messwerte auf das Handy. Damit wird das Ablesen der aktuellen Wetterdaten nicht nur einfacher, sondern ist überall möglich. Bei re-

nommierten Herstellern gibt es noch mehr Zusatzfunktionen.

Montage und Unterhalt Wetterstationen sind bei «jedem Wetter» draussen. Das heisst eine zuverlässige Wet­ terstation muss fest montiert sein. Eine regelmässige Wartung ist schon deshalb notwendig, weil viele Stationen batteriebetrieben sind. Alle Messparameter, insbesondere aber die Windmessung, sind nur dann zuverlässig, wenn bei der Montage windgeschützte Bereiche gemieden und schattige Bereiche bevorzugt werden, damit die Temperaturwerte nicht verfälscht werden.

Projekt für kleinräumige Stationen In Deutschland ist der Maschinenring im Begriff, ein Netz an Wetterstationen auf-

Die verschiedenen Hygrometer-Arten • Analoge Hygrometer arbeiten mechanisch und messen über ein Element, das sich bei Feuchtigkeit ausdehnt. Das können echte Haare, Synthetikfasern oder beschichtete Spiralfedern sein. Um korrekte Messwerte anzuzeigen, müssen sie in der Regel alle sechs Monate kalibriert werden. • Digitale Hygrometer messen die Feuchtigkeit mittels Sensor. Aus dem Strom, der durch einen speziellen variablen Widerstand fliesst, lassen sich Rückschlüsse auf die umgebende Feuchtigkeit ziehen (ohmsches Gesetz). Dazu gibt es diverse Zusatzfunktionen. Die Messdaten können gespeichert und zur Auswertung über USB, Blue-

tooth, Wireless und eine UART-Schnittstelle auf einen PC übertragen werden. • Smarte Hygrometer sind eine spezielle Form der digitalen Luftfeuchtigkeitsmesser. Sie übermitteln via Funktechnologien wie Bluetooth die Daten direkt an ein Smartphone oder Tablet. • Thermo-Hygrometer vereinen Luftfeuchtigkeitsmesser und Temperaturmessgerät in einem und messen die relative Feuchtigkeit in der Umgebung. Sie kommen im Haushalt, zur optimalen Überwachung des Raumklimas (Schimmelbildung) sowie in Büro- und Gebäudekomplexen zum Einsatz.

Oft reicht auch die 7-Tage-Prognose, wie sie beispielsweise bei Maschinenring Schweiz aufgeschaltet ist. Bild: R. Hunger

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zubauen, die via Funk und Internetverbindung ihre Daten an einen zentralen Server übertragen. Diese Wetterstationen können auf Mitgliedsbetrieben oder an den MR-Geschäftsstellen stehen, im Idealfall an Tausenden von Standorten. Je mehr Daten zu Niederschlag, Temperatur, Windgeschwindigkeit und -richtung, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck und Globalstrahlung digital zur Verfügung stehen, desto grösser der Nutzen für alle am Wetternetzwerk beteiligten Landwirte.

Test-Projekt auch in der Schweiz Auf Anfrage bestätigt Thomas Cadonau von Maschinenring Schweiz/Ostschweiz, dass in Anlehnung an das deutsche Vorhaben ein entsprechendes Test-Projekt mit 15 Stationen auch in der Ostschweiz vorhanden ist. Fernziel ist ein weiterer Ausbau. Cadonau betont, dass die Wetterprognosen in der Schweiz im Gegensatz zu Deutschland bereits so gut sind, dass ein solches Projekt nicht die gleiche Bedeutung erlangen wird wie in Deutschland. Maschinenring Schweiz pflege aber im digitalen Bereich eine enge Zusammenarbeit mit dem Nachbarland, sodass sich auch in diesem Bereich eine Synergie ergeben habe. Im Übrigen gibt es auf der MR-Homepage eine 7-Tage-Wetterübersicht.

Fazit Das Wetter ist ein prägendes Element in der Landwirtschaft. Moderne Wetterstationen unterstützen als digitales Werkzeug die Arbeit auf den landwirtschaftlichen Betrieben. Eine Wetterstation kann nur optimal genutzt werden, wenn die Daten regelmässig abgelesen und richtig interpretiert werden. Ist dies gewährleistet, erreichen die eigenen Prognosen eine höhere Zuverlässigkeit als die Wetterbeobachtungen unserer Vorfahren.

Im App-Zeitalter gibt es selbstverständlich das Wetter aufs Handy, doch eine Wetterstation ersetzen kann eine App nicht. Bild: Meteo Schweiz


Technik | Wissen

Gnadenfrist für alte Motoren Corona beeinflusst gegenwärtig fast alle Bereiche unseres Lebens. Sogar auf die Abgasnormen von Dieselmotoren respektive deren Zeitpunkt der finalen Einführung hat das Virus einen Einfluss. Roman Engeler

Übergangsperiode können noch Motoren einer vorherigen Abgasstufe in Verkehr gebracht werden. Diese Aggregate müssen allerdings vor den jeweiligen Zeitpunkten produziert worden sein und die Maschinen, in welche diese Motoren eingebaut werden, müssen innerhalb von 18 Monaten nach dem Einführungsdatum der Abgasnorm fertiggestellt sein und verkauft werden. Nach diesem Fahrplan hätten also alte Motoren bis zum 30. Juni 2020 respektive 2021 in Traktoren verbaut und diese hätten dann bis zum 31. Dezember 2020 respektive 2021 noch verkauft werden dürfen.

In Abhängigkeit der Leistungsklasse müssen Dieselmotoren für Nonroad-Fahrzeuge (Nonroad Mobile Machinery, kurz NRMM) seit 1. Januar 2019 respektive 2020 die Emissionsgrenzwerte der Abgasstufe 5 einhalten. Diese Grenzwerte wiederum unterscheiden sich je nach Leistungsklasse für die Merkmale Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff, Stickoxide, Partikelmenge und -anzahl.

Übergangsfristen Diese Abgasnormen und deren Einführungszeitpunkte für land- und forstwirtschaftliche Traktoren sind in der EU-Verordnung 2015/96 festgehalten. Fast allen Leistungsklassen wurden jedoch Übergangsfristen und Sonderregelungen von 24 Monaten ab den jeweiligen Einführungszeitpunkten eingeräumt. In dieser

Corona bewirkt Verlängerung Auf Grund der Corona-Pandemie gelten die Stichtage 30. Juni und 31. Dezember

2021 jetzt aber nicht nur für die beiden Leistungsklassen «56 kW ≤ P < 75 kW» und «75 kW ≤ P < 130 kW», sondern auch für die übrigen bisher reglementierten Klassen. So hält die EU in der Verordnung 2020/1040 fest, dass der Ausbruch von Covid-19 eine Störung der Lieferkette für kritische Teile und Bauteile dieser Motoren verursacht habe. Für viele Hersteller werde es deshalb unmöglich sein, rechtzeitig auf den definitiven Übergang zur Stufe 5 die notwendigen Stückzahlen bereitstellen zu können. Um das reibungslose Funktionieren des europäischen Binnenmarkts zu gewährleisten, um Rechtssicherheit zu schaffen und um potenzielle Marktstörungen zu vermeiden, sei es unter den gegebenen Umständen notwendig, bestimmte Übergangsbestimmungen zu verlängern, heisst es in der Verordnung weiter. So dürfen also Stufe-3a-Motoren in der Leistungsklasse «19 kW ≤ P < 37 kW» und Stufe-3b-Motoren in der Leistungsklasse «37 kW ≤ P < 56 kW» noch bis Ende 2021 verbaut und die entsprechenden Traktoren verkauft werden. Gleiches gilt für die Stufe-4-Motoren in der Leistungsklasse «130 kW ≤ P < 560 kW», die ebenfalls in den Genuss einer um 12 Monate verlängerten Übergangsfrist kommen (siehe Grafik).

Fristverlängerungen für das Inverkehrbringen von Traktoren mit Übergangsmotoren Leistungsklassen

2015

2016

2017

2018

2019

2020

2021

2022

2023

0 kW < P < 8 kW

keine Reglementierung

Stufe 5

8 kW ≤ P < 19 kW

keine Reglementierung

Stufe 5

19 kW ≤ P < 37 kW

Stufe 3a

neu

Stufe 5

37 kW ≤ P < 56 kW

Stufe 3b

neu

Stufe 5

56 kW ≤ P < 75 kW

Stufe 4

Stufe 5

75 kW ≤ P < 130 kW

Stufe 4

Stufe 5

130 kW ≤ P ≤ 560 kW

Stufe 4

P > 560 kW

keine Reglementierung

neu

Stufe 5

Stufe 5

Quelle: Roger Stirnimann, HAFL

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Plattform | Firmenporträt

Von der Werkstätte für Landmaschinen zur Weltfirma 1962 eröffnete Anton Bartholet in Flums SG eine Landmaschinenwerkstatt, entwickelte einen Bandheuer und einen Holzspalter und wagte sich an den Seilbahnbau. Sein Lebenswerk, die Bartholet Maschinenbau AG, ist heute drittgrösster Seilbahnbauer. Dominik Senn

mern. «Bei Städeli war ich fünf Jahre als Monteur von Seilbahnen in der Schweiz und in den USA beschäftigt, was mich als Fachmann auszeichnete», sagt Bartholet. Mit diesem Auftrag war der Grundstein für die spätere Bartholet Maschinenbau AG gelegt, die heute mit zehn Fabrikstandorten allein in Flums und einem in Walenstadt zum drittgrössten Seilbahnbauer aufstieg (siehe Kasten).

60-Jahr-Firmenjubiläum 2022 Heute, ein Jahr vor dem 60-Jahr-Jubiläum, ist der 83-jährige Anton Bartholet immer noch täglich irgendwo in einer der Fabrikhallen anzutreffen, um nach dem Rechten zu sehen, ohne sich jedoch in die strategischen Belange der Firma einzumischen. «Mitte der Neunzigerjahre haben meine Söhne Roland und Marcel, Maschineningenieur bzw. Landmaschinenmechaniker, die Geschicke der Firma in die Hände genommen und führen das Geschäft in heutiger Blüte», so Bartholet. Er habe die Erfahrung gemacht, je weniger er dreingeredet habe, desto eher hätten ihn seine Söhne um Rat angefragt. Er ist auch bei den derzeit 350 Angestellten, darunter über 40 Lehrlinge, dank seiner leutseligen Art immer gerne gesehen.

Der Bartholet-Bandheuer

Gründer Anton Bartholet (hier bei einer Bremsvorrichtung einer Gondel) entwickelte seine mechanische Werkstätte zur Weltfirma. Bilder: D. Senn

Angefangen hatte alles im Jahre 1962, als der gelernte Maschinenmechaniker Anton Bartholet den Lehrbetrieb Walter Städeli-Lift AG in Oetwil am See verliess und am Wohnort Flums die ehemalige Hammerschmitte beim Rathaus pachtete und dort eine Werkstätte für Landmaschinen 66

Schweizer Landtechnik 4

2021

einrichtete. Schnell eilte ihm der Ruf als Tüftler voraus, denn bereits nach einem Jahr entwickelte er den ersten Bandrechen, baute einen eigenen Holzspalter und erhielt von der Maschgenkamm-Bahnen Flumserberg AG unter anderem den Auftrag für die Revision von Seilklam-

Typisch für die robusten Bartholet-Bandheuer sind vier Keilriemen, auf welchen die Zinkenträger montiert sind. Bartholet erkannte früh den Trend zu vermehrtem Grünfutteranbau und Kraftbedarf der Maschinen. «Für mich war immer klar, bei mehr als zwei Zinken sind vier Keilriemen ein Muss», sagt er. So hat der neuste Heuer mit je fünf Zinken auf den 14 Zinkenträgern und vier Tasträdern eine Arbeitsbreite von 2,7 m, ohne die Schwadbreite eingerechnet. Optional gibt es einen hydraulisch klappbaren Schwadformer und eine mechanisch angetriebene Gras-Trennscheibe. Der Heuer kann auch an Aufsitzmäher mit über 20 PS und an Traktoren in den Unterlenkern angekoppelt werden, auf Wunsch ist ein Anbau über ein Akkord-Dreieck möglich. «In Ermangelung von Verkaufsstrukturen für den Heuer haben wir einen Vertriebsvertrag mit Rapid. Die Firma verkauft für uns die Heuer in der ganzen Welt», so Bartholet. Heute noch ist der Bartholet-Bandheuer ein Verkaufsrenner. In den ersten Produktionsjahren seien 600 bis 700 Stück abgesetzt worden, heute habe sich die Stückzahl bei rund 100 pro Jahr eingependelt.


Firmenporträt | Plattform

Typisch für die robusten Bartholet-Bandheuer sind vier Keilriemen, auf welchen die Zinkenträger montiert sind.

Die Bartholet-Seilbahnen Anton Bartholet mit seinem von ihm entwickelten vertikalen hydraulischen Holzspalter − «Superstars» sind sie beide.

Bis heute hat Bartholet über 20 000 Bandheuer gebaut. Das Baukasten-Prinzip erlaubt den einfachen Tausch von Ersatz­ teilen. Und der Firmengründer weiss die Masse jedes einzelnen Bauteils bis zum hintersten Kugellager auswendig, wie er versichert.

Der Bartholet-Holzspalter Ende der Siebzigerjahre entwickelte Anton Bartholet einen vertikalen hydraulischen Holzspalter, den er «Superstar» taufte. Die Idee sei ihm beim Hantieren an der Kugellager-Presse in der Werkstatt gekommen, die er für die Zweckänderung umbaute. Bartholet: «Das Produkt schlug wie eine Bombe ein. Ich durfte jahrelang durchschnittlich täglich einen Spalter ausliefern, bis jetzt insgesamt etwa 8000, heute etwas weniger – aber seine Herstellung ist immer noch ein willkommener Lückenbüsser im betrieblichen Arbeitsablauf.» Die Bartholet-Landmaschinenwerkstätte unter der Leitung von Marcel Bartholet repariert und wartet Landmaschinen sowie Kommunalfahrzeuge und -geräte. Hauptsächlich vertreten sind die Marken Lindner, Rapid, Pöttinger, Yanase, Fendt, Steyr und Lüönd.

Trotz enormer Herausforderungen – Sicherheit hat beim Seilbahnbau erste Priorität – wagte Anton Bartholet ebenfalls vor 59 Jahren den Schritt in den Bau von Skilifts und Kleinpendelbahnen. Unter anderen baute er den Prodalp-Prodkamm-Lift, der damals längste der Schweiz. 1970 war die Zeit gekommen für die Gründung der Bartholet Maschinenbau AG. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Niklaus Wildhaber führte er die Firma bis 1995. Zu diesem Zeitpunkt wurde dann die Bartholet Landmaschinen AG gegründet, die jetzt während 25 Jahren von Anton und Marcel geführt wurde. Sohn Roland Bartholet als Maschineningenieur übernahm zu dieser Zeit die Führung des Seilbahn- und Maschinenbaus. Daraus entstanden später sieben Tochtergesellschaften und 19 Vertriebsgesellschaften in aller Welt. Das wachsende Unternehmen machte sich unübersehbar im Flumser Industriegebiet Lochriet breit, wo Halle um Halle neu erstellt oder übernommen wurde. Der Platzbedarf für die Fertigung und Lagerung ist riesig. So hat die grösste liegende Drehbank einen Durchmesser von 8 Metern. Es blieb nicht bei Skilifts: Bald folgten Aufträge für Gondelbahnen, Sesselbahnen, Kombibahnen, Pendelbahnen, Gruppenbahnen, Schrägaufzüge, Standseilbahnen und Spezialbahnen (für Freizeitanlagen, Holzerei, Alpbetriebe usw. aus der ganzen Welt, wie beispielsweise die Unterwasser-Seilbahn in Leipzig mit einer Antriebsdrehplatte von 22 Metern). Und immer sei eine der grössten Herausforderungen der Masten-Bau im Gebirge ohne Helikopter, betont Bartholet.

Seit der Übernahme des Schweizer Kabinenbauers Gangloff Cabins AG im Jahre 2014 ist Bartholet Vollanbieterin und kann vom Engineering über die Fertigung bis zur Endmontage alles aus einer Hand anbieten. Ein architektonisches Prunkstück und Krönung eines aussergewöhnlichen Lebenswerks ist die Kabinenproduktionshalle, in der die Funktionsweisen der Bahnen Besuchern und Interessenten 1 zu 1 demonstriert werden. Heute stagniert gemäss Bartholet der Seilbahnbau in Berg- und Tourismusgebieten und verlagert sich in Personentransporte in Ballungszentren bzw. Grossstädten, denn sie befördern mehrere Tausend Personen pro Stunde und Richtung, ohne Stau, geräuschlos (da elektrisch betrieben), über alle topografischen Hindernisse wie Flüsse, Berge oder Parks hinweg und bieten atemberaubende Aussichten. Bartholet-Bahnen schweben heute über Istanbul, Moskau, Mexiko, Brest und vielen Städten mehr.

Anton Bartholet in einer Werkhalle im Bereich der zukünftigen Einfahrt der Gondeln in der Bergstation.

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Passion | Oldtimer

Peter («Gringo») Meng, Trimmis, Vereinsvizepräsident Christian Vogt, Balzers FL, Christian Marugg, Fläsch, und Paul Bernhard, Maienfeld, beim revidierten Biefer-Dreiradspritztraktor von 1952. Bilder: D. Senn

Hans Biefer und seine 701 Spritztraktoren 701 Spritztraktoren und viele Spezialfahrzeuge mehr baute der Thurgauer Erfinder und Konstrukteur Hans Biefer in der Zeit von 1948 bis 1980. Ein Liechtensteiner Oldtimerklub hat einen Dreiradspritztraktor restauriert. Dominik Senn Der vor genau 100 Jahren, 1921, in Lippolds­ wilen TG geborene Bauernbub Hans Biefer lernte im benachbarten Lipperswil Huf- und Wagenschmied. Er baute bereits während seiner Lehrzeit einen Autotraktor aus einem Fiat 2,5-l-6-Zylinderauto und stattete ihn mit einem Mähwerk aus, ist dem Band 2 «Schweizer Traktorenbau» zu entnehmen. Das Gefährt sei von den Militärbehörden als ackertauglich eingestuft worden, womit die Zuteilung von Brennstoff gesichert war. Nach Kriegsende bis 1956 fabrizierte er in seiner «Hs. Biefer Lippoldswilen TG, Konstruktions-Werkstätte und Fahrzeugbau» zehn Autotraktoren, hauptsächlich mit Citroën- oder Ford-B-­Motoren. Die Untersetzung erfolgte durch Ritzelantrieb. 68

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Dreiradspritztraktor Der Landtechnik-Tüftler überraschte 1948 die Olma-Besucher mit der Präsentation des ersten Dreiradspritztraktors mit linksseitiger Anordnung des Vorderrades. Es besass einen Onan-Boxer-Benzinmotor, der mittels Kurbel gestartet wurde, eine Zweikolbenpumpe von Berthoud aus Vevey, eine mechanische Spurverstellung für verschiedene Reihenkulturen und ein 600- oder 800-l-Holzfass. Spätere Modelle erhielten stärkere Zweizylinder-Wisconsin- oder Universal-580-Boxer-Motoren und Berthoud-Vertikal-4-Pumpen sowie eine hydraulische Spurverstellung (um rund 50 cm). Die Ausrüstung bestand aus einem Spritzbalken für den Ackerbau

und/oder einem Schlauchhaspel mit Spritzrohr für den Obstbau. Bald wurden die Holzfässer durch Polyesterbehälter ersetzt. Von diesen mit Getrieben von Opel «Blitz» (später von ZF) ausgerüsteten Fahrzeugen baute Biefer 100 Stück.

Vierradspritztraktor Ab 1958 lancierte Biefer eine neue Baureihe in Vierradausführung, mit Benzinmotoren Wisconsin «VF 40», Ford «Perfect» und «Vauxhall» oder Dieselmotoren von Mercedes, Perkins und Leyland, und mit Pumpen von Fischer-Vevey für das Gebiet Bern/ Westschweiz oder Royal-Pumpen (Fricke) von P. Forrer aus Zürich für die Ostschweiz, insgesamt 600 Stück. Bis 1973 verliessen


Oldtimer | Passion

total 700 Selbstfahrspritzen die Werkstätten. Wie das Mitglied von Freunde alter Landmaschinen Balzers, Peter («Gringo») Meng aus Trimmis GR, berichtete, gelangte eine beachtliche Anzahl dieser Spritztraktoren ins Ausland, bis nach England.

Zukunftsweisende Konstruktionen «Gringo» hat heute noch Kontakt mit der Tochter von Hans Biefer, Ruth, die bestätigt habe, dass ihr Vater ein unermüdlicher Erfinder und Konstrukteur war. Nebst diesen Spritztraktoren habe er eine ganze Reihe von Spezialfahrzeugen gebaut: Einen Selbstfahrmählader mit VW-Industriemotor, Laubräumgebläse, Kartoffelkrautschläger (die an die Selbstfahrspritze angebaut werden konnten), Maschinen mit Myersoder Royal-Hochdruckpumpen zur Enteisung der Tragflächen von Flugzeugen (die von Swissair und der EL-AL in Tel Aviv gekauft wurden), 30 Selbstfahrladewagen mit Mercedes-«OM-636»-Motoren, Vierradantrieb und Vierradlenkung. Auch der Unterbau des Agrar «UF 22», des Agrar «UF 30» und des Bucher «B 44» stammten aus der Produktion von Biefer.

Feldhäcksler «Biro-Star» Kurz nach der Gründung der Firma LAMAG Landmaschinen AG in Lippoldswilen im Jahre 1969 (Produktionsfortführung von Spritztraktoren und Selbstfahrladewagen) erfolgte die zukunftsweisende Konstruktion des selbstfahrenden Feldhäckslers «BiroStar» in vier Exemplaren und des Prototyps eines Mais- und Sojaernters mit zwei John-­

Der Spritzbalken misst ausgeklappt 6 m; man beachte die zwei Hahnen am unteren Fassende.

Deere-Häckslern für die damalige CSSR. Der Export scheiterte, und einige Zeit nach dem Konkurs von LAMAG im Jahre 1973 übernahm Bucher-Guyer die Werkstätten. Im Jahre 1980 entwickelte Hans Biefer den 701. und letzten Spritztraktor für eine Baumschule, der von der Landmaschinenfirma J. Schneider in Schwarzenbach gebaut wurde.

Der Kartoffelspritztraktor Der Verein Freunde alter Landmaschinen Balzers hat jetzt auf Initiative und unter Regie von Vorstandsmitglied Christian Marugg, Fläsch GR, einen Kartoffelspritztraktor «Biefer», Jahrgang 1952, renoviert, den Raimund Nipp damals für die Erledigung von Lohnarbeiten in der Umgebung von Balzers erworben hatte und den sein Sohn dem Verein schenkte. Das Gefährt war in einem schlechten Zustand. Acht Mitglieder starteten im Vorjahr die Restaurierung. Über 200 Arbeitsstunden verrichteten sie

völlig unentgeltlich. Sie revidierten den Motor, die Pumpe, das Chassis, die Verkleidungen und den ausgeklappt 6 m messenden Spritzbalken. «Die Spalten des Holzfasses waren blau vom angesammelten Kupfer», berichtete Marugg. «Paul Bernhard aus Maienfeld, ein Traktorensammler und -restaurateur, hat es zuhause fachgerecht revidiert.» Nichts habe mehr funktioniert, alles sei verhockt und verwettert gewesen, auch das mittels Keilriemen betriebene Rührwerk im Fass. Doch die Truppe liess nicht locker, bis alles (ausser der Spurverstellung) wieder funktionierte.

Original-Grün ist nicht mehr rekonstruierbar Anstelle der Anlasserkurbel ist jetzt ein Seilzug montiert, die Krautabscheider vor den Rädern sind wieder fest und der Schriftzug «Biefer» originalgetreu auf die Motorhaube gepinselt. Weil die originale Farbe in einem Grünton nirgendwo mehr genau ersichtlich war, entschied man sich für ein Grün, das in der Farbskala nahe beim Bührer-Grün steht, aber eben doch anders ist. Höhepunkt und Abschluss der Restaurationsarbeiten, die durch die Firma Bernhardsgrütter Landtechnik AG in Maienfeld grosszügig unterstützt wurden, war die grenzüberschreitende Überführung des Gefährts von Maienfeld nach Balzers, inklusive Taufe und Grillfest. Und niemand störte sich daran, dass zwei Hahnen am hinteren Fassende weder originalen Ursprungs waren noch Spritzbrühe heraussprudeln liessen.

Freunde alter Landmaschinen Balzers Der 2002 gegründete Verein Freunde alter Landmaschinen Balzers zählt derzeit über 180 Mitglieder aus verschiedenen Gemeinden des Fürstentums Liechtenstein sowie der benachbarten Regionen aus der Schweiz und dem Vorarlberg. Präsident ist Arnold Matt aus Mauren FL, Vize Chrigel Vogt aus Balzers. Auch Schweizer sitzen im Vorstand ein. Der Verein wird fürstlich behandelt, wird ihm doch in Balzers das beheizte Lokal «Loch» mit Werkstätte, Malerei, Lager und einem gemütlichen Lokal von der Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Hier werden Fahrzeuge und Geräte revidiert und gepflegt, denn zum Inventar gehören landtechnische Kostbarkeiten wie ein Fordson mit Jahrgang 1923, Standmotoren, ein Fahr-Mäher, alte Motorsägen, Gabelzetter und eine Zuckerrüben-Sämaschine.

Der Aktivitäten gibt es viele das ganze Jahr durch, vom Marroni- und Glühweinabend zu Jahresbeginn über die gut besuchte Generalversammlung Ende Februar, die Blueschtfahrt im Frühling, drei bis vier Sonntagsfahrten, zweitägige Ausflüge in Alpenregionen oder alternierend themenbezogene Ausstellungen bis hin zur Jahresschlussfahrt, die von den liechtensteinischen Unterländern organisiert wird. Dabei beteiligen sich jeweils an die fünfzig Mitglieder mit Oldtimer-Traktoren von gegen zwei Dutzend verschiedenen Marken. Und alle zwei Jahre findet in der Mühle Balzers ein Oldtimer-Treffen mit gegen 180 Teilnehmenden statt. «Zur Würdigung des 100. Jahrestages von Hans Biefer organisieren wir am 21./22. August für die interessierte Öffentlichkeit in Balzers eine Ausstellung ‹Oldtimer im Einsatz›, an der unser Spritztraktor im Mittelpunkt stehen wird», so Marugg.

Die linksseitige Anordnung des Führerstandes beim Dreiradspritztraktor von Biefer.

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Sicherheit | Unfallverhütung

Als schuldhaftes Verhalten gilt etwa, wenn die Zäune zu wenig solide erstellt, ungenügend unterhalten oder die Tiere nicht genügend beaufsichtigt wurden. Bild: röt Gemäss Eisenbahngesetz besteht für die SBB keine generelle Pflicht, ihre Geleise einzuzäunen. Bild: SBB

Zug-Kollisionen mit Tieren verhindern Im letzten Jahr kam es zu 12 Zug-Kollisionen mit Grosstieren und 36 Mal wurden Nutztiere auf den Geleisen mit einer unmittelbaren Kollisionsgefahr gemeldet. Kommt es dadurch zu Schäden oder Unterbrechungen im Bahnverkehr, haftet der Tierhalter. Heinz Röthlisberger Immer wieder verirren sich Nutztiere auf Geleise oder kommen in die Nähe von Bahnlinien. Auch im letzten Jahr wieder. So starben im letzten Dezember auf der Strecke zwi-

12 Kollisionen mit Grosstieren Für das vergangene Jahr meldet die SBB ins­gesamt 12 Zug-Kollisionen mit Grosstieren wie Rindvieh oder Pferden. Das schreibt die Beratungsstelle für Unfallverhütung BUL in einer Pressemitteilung. 2019 waren es 10 Kollisionen. Das sei eine deutliche Zunahme gegenüber dem Durchschnitt von 7,7 Ereignissen über die vergangenen 10 Jahre. Mit Kleinvieh wie Schafen und Ziegen kam es im vergangenen Jahr zu keiner Kollision; das Jahresmittel der vergangenen 10 Jahre liegt bei den Kleintieren bei jährlich 4 Ereignissen. Im Weiteren hat die SBB für das letzte Jahr 36 Mal Nutztiere auf den Geleisen mit einer unmittelbaren Kollisionsgefahr (10-Jahres-Durchschnitt: 44,4) sowie 111 Mal Nutztiere in Gleisnähe mit mittelbarer Kollisionsgefahr gemeldet (10-Jahres-Durchschnitt: 86,3).

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schen Estavayer und Payerne bei einer Kollision zwischen einem Regionalzug und einer Viehherde sechs Rinder. «Kommt es zu einer Kollision zwischen einem Zug und Tieren, endet diese in der Regel tragisch», sagt SBB-Mediensprecher Martin Meier. «Gleichzeitig können sie eine Gefahr für die Reisenden in den Zügen bedeuten. Unter Umständen können bei der Bahn hohe Sachschäden und weitere Folgekosten entstehen.» Wichtig sei zu wissen, dass die Bahn keine gesetzliche Pflicht hat, ihre Strecken einzuzäunen. «Die Verantwortung liegt beim Tierhalter: Dieser haftet zivilrechtlich nach Art. 56 OR für Schäden, die seine Tiere anrichten», erklärt Meier. Möglich sei auch ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Störung des Eisenbahnverkehrs. Einsätze würden zudem durch die SBB verrechnet, sofern der Verursacher respektive der Tierhalter bekannt sei.

Robust und ausbruchsicher Damit es schon gar nicht zu solchen Ereignissen kommen kann, müssen Zäune entlang von Bahnlinien möglichst robust, dauerhaft und ausbruchsicher erstellt

werden. Dabei sind die Empfehlungen der Hersteller zu beachten und einzuhalten. Je nach Tierart gibt es verschiedene Empfehlungen bei Höhe und Ausführung. Ein guter Zaun ist wichtig, die Kontrolle aber auch. Einzäunungen müssen laufend überwacht und kontrolliert werden.

Sicherer Verlad und Viehtrieb Vorsicht ist auch beim Weidewechsel oder beim Verladen geboten. «Das Verladen oder der Weidewechsel von Gross- und Kleinvieh muss gut vorbereitet, gesichert und mit geeigneten Hilfspersonen durchgeführt werden», empfiehlt die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft BUL. Ein rechtzeitiger Weidewechsel, also noch bevor zu wenig frisches Gras vorhanden sei, bremse den Drang, auszubrechen. Zudem müssten Tiere in Gleisnähe in ihrem Verhalten regelmässig beobachtet werden. Gerade die Anwesenheit von Wildtieren könne ganze Herden aufschrecken und Ausbrüche provozieren. Dabei geht es nicht nur um Tiere, die aus der Umzäunung oder dem Stall ausbrechen, sondern auch um Tiere wie zum Beispiel Wanderschafherden, welche ohne Umzäunung von A nach B getrieben werden. Wanderschafherden oder ähnliche Tiertriebe sind deshalb so zu planen, dass keine Gefahr besteht, dass die Tiere auf die Geleise gelangen.

Bei Notfall Polizei informieren Wichtig im Falle eines Ereignisses: Keinesfalls die Gleise betreten. «Das Betreten von Bahnanlagen ist lebensgefährlich und ein Offizialdelikt», sagt SBB-Mediensprecher Martin Meier. Kommt es zu einem Vorfall, müsse umgehend der Polizeinotruf 117 kontaktiert werden, möglichst mit genauer Ortsangabe. Die Notrufzentralen verfügen über die Kontakte in die Betriebszentralen der SBB.


DV | SVLT

stelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft markante Zunahme der Teilnehmenden an den «G40»-Kursen, die verbesserte Wertschöpfung in der Produktion der Zeitschrift «Schweizer Landtechnik» und der Corona-bedingte Wegfall von Veranstaltungen sowie eine personelle Neuorganisation des Zentralsekretariats waren einige Gründe für das Rechnungsplus von rund Fr. 167 000, was einerseits eine Rückvergütung von Mitgliederbeiträgen an die Sektionen, anderseits auch Rückstellungen für gezielte Aktivitäten zur Bekämpfung der Agrar-Initiativen erlaubt. Das Budget für 2021 sieht einen geringeren Überschuss von knapp Fr. 15 000 vor.

Teilverkauf Verbandsgebäude

Für einmal nicht am Rednerpult, dafür vor Bildschirmen: SVLT-Präsident Werner Salzmann während der Videokonferenz. Bild: R. Engeler

Online und auf Korrespondenzweg Die 97. Delegiertenversammlung des SVLT hätte Ende März in Einsiedeln über die Bühne gehen sollen. Corona machte auch heuer einen Strich durch die Rechnung. Eine VideoKonferenz mit nachfolgender Abstimmung auf einer Online-Plattform war die Alternative. Roman Engeler

Einmal mehr machte die Corona-Pandemie der Organisation rund um die SVLT-Sektion Schwyz/Uri einen Strich durch die Rechnung. So musste nach der 96. auch die 97. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Verbands für Landtechnik in Einsiedeln/SZ abgesagt werden. Stattdessen fand am Nachmittag des 19. März eine Videokonferenz statt, an der Vorstand und Direktion des SVLT die Delegierten über die wichtigsten Geschäfte, über den positiven Rechnungsabschluss

(siehe auch Geschäftsbericht in Ausgabe 3/2021) sowie über das Budget 2021 informierten. Im Anschluss daran war während einer Woche eine Online-Plattform aufgeschaltet, auf der alle Delegierten mit individuellem Zugangscode elektronisch ihre Stimmen zu den einzelnen Sachfragen abgeben konnten.

Finanzen Die Finanzen des SVLT sind im Lot. Eine nach dem Abkommen mit der Beratungs-

Das Erdgeschoss des SVLT-Verbandsgebäudes in Riniken/AG, einst für Werkstattund andere Kurse konzipiert, ist seit vielen Jahren unternutzt. Im Gespräch mit der Standortgemeinde Riniken, die ihrerseits eine zukunftsgerichtete Bedarfsanalyse für benötigte Räumlichkeiten erarbeitete, kam der SVLT überein, das Erdgeschoss im Stockwerkeigentum an die Gemeinde zu veräussern. Der Verbandsvorstand ersuchte die Versammlung deshalb um die Kompetenz, diesen Verkauf abwickeln zu können, sollte sich die Gemeindeversammlung für den dazu notwendigen Kauf- und Umbaukredit aussprechen. In der Abstimmung wurden Rechnungsergebnis und Budget, die Berichte von Revisionsstelle und Geschäftsprüfungskommission genehmigt sowie den Verantwortlichen Entlastung erteilt. Einer Kompetenzerteilung an den Vorstand betreffend Verkauf des Erdgeschosses wurde bei einem Nein und einer Enthaltung ebenfalls zugestimmt.

Agrarinitiativen Bauernverbandsdirektor Martin Rufer informierte über die geplante Kampagne, mit der die landwirtschaftlichen Organisationen die beiden extremen Agrar-Initiativen bekämpfen. Er wies dabei auf die fundamentale Verschlechterung der gesamten Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft hin, wenn diesen Vorhaben an der Urne ein Erfolg beschieden ist, und ermunterte die Delegierten, den eigenen Bekanntenkreises mit direkten Gesprächen und Social-Media-Aktivitäten zu mobilisieren. Der SVLT selbst unterstützt die Kampagne mit namhaften Beiträgen, stellt zudem auch den Verbandssektionen finanzielle Mittel für eigene Aktivitäten zur Verfügung. 4

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Argumente gegen die Pestizidfrei-Initiative Die Volksinitiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» will den Einsatz von synthetischen Pestiziden in der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft gesamthaft verbieten. Die Händler dürften auch nur noch Lebensmittel importieren, die ohne synthetische Pestizide produziert worden sind.

Keine Wahlfreiheit oder Verletzung der WTO-Verpflichtungen

Die Schweizer Landwirtschaft dürfte keine synthetischen Pflanzenschutzmittel, die Lebensmittelindustrie keine synthetischen Biozide mehr einsetzen. Es dürften nur noch Lebensmittel in die Schweiz kommen, welche diese Auflage erfüllen. Die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten hätten keine Auswahl mehr, sondern müssten gesamthaft auf diese Art von «Labelprodukt» umstellen. Die Importauflage wäre eine klare Verletzung der WTO-Verpflichtungen der Schweiz.

Abwandern von Verarbeitungsbetrieben ins Ausland

Heute verarbeitet die Schweiz viel Kakao und Kaffee. Um den Bedarf der Industrie bei der Annahme der Initiative zu decken, würden 21 Prozent der weltweiten Bio-Kaffeeproduktion und 50 Prozent der weltweiten Bio-Kakaoproduktion benötigt. Die Importauflagen zwingen die Lebensmittelhersteller dazu, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern.

Das Essen wird massiv teurer

Das Angebot wird staatlich reguliert. Die zusätzlichen Anforderungen erhöhen die Lebensmittelpreise und machen die Schweiz noch mehr zur Hochpreisinsel.

Einkaufstourismus wird gefördert

Da die Auflagen nur für die Schweiz gelten und die Preise einseitig steigen, wird der Einkaufstourismus gefördert. Darunter leidet die Schweizer Wirtschaft.

Lebensmittelsicherheit und -haltbarkeit sinken

Die Lebensmittelindustrie ist für die Reinigung ihrer Anlagen auf synthetische Biozide angewiesen. Ohne solche ist eine einwandfreie Lebensmittelqualität in Frage gestellt und die Haltbarkeit der Produkte sinkt.

Mehr Emissionen und Foodwaste

Der Verzicht auf Herbizide und die Verwendung von biologischen Pflanzenschutzmitteln führen dazu, dass die Felder viel häufiger befahren werden müssen (Hacken, mehr Behandlungsdurchgänge). Weil zudem mit mehr Ausfällen und einer schlechteren Haltbarkeit zu rechnen ist, erhöht sich nicht nur der CO2 Ausstoss der Lebensmittelproduktion, sondern auch Foodwaste.

zum Erklärvideo zur Pestizidfrei-Initiative

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Argumente gegen die Trinkwasser-Initiative Die Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung» hat mit Trinkwasser nichts zu tun. Sie zielt ausschliesslich auf die Direktzahlungen. Sie will diese allen Betrieben streichen, die Pflanzenschutzmittel einsetzen oder Futter für ihre Tiere zukaufen. Damit ist auch der Biolandbau betroffen.

Forderungen widersprechen der Marktnachfrage

Die Konsumenten können heute gemäss ihren Werten und Wünschen einkaufen. Es gibt für jedes Bedürfnis ein entsprechendes Labelprodukt. Nur noch ausschliesslich Schweizer Labelprodukte anzubieten, widerspricht der Marktnachfrage.

Rund 160'000 Arbeitsplätze in der Land- und Ernährungswirtschaft sind direkt betroffen

Die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft stellt mehr als 300'000 Arbeitsplätze (Vollzeitäquivalente) sicher. Davon wäre mehr als die Hälfte direkt betroffen und gefährdet, darunter auch Käsereien, Metzgereien, Mühlen, Mostereien, Landmaschinenfirmen, Handels- und Verarbeitungsbetriebe. Dazu kämen zahlreiche indirekt Betroffene wie lokale Bauunternehmen. Gerade in Rand- und Bergregionen sowie auch in der ersten Verarbeitungsstufe wäre mit einem enormen Strukturwandel zu rechnen.

Schweizer Eier, Schweinefleisch oder Poulet werden zu Luxusprodukten oder verschwinden Mit der Trinkwasser-Initiative werden Vorschriften erlassen, die die Landwirte in ihrer unternehmerischen Tätigkeit enorm einschränken, respektive die Produktionskosten in die Höhe treiben. Speziell betroffen wären im tierischen Bereich das beliebte Geflügelfleisch, die boomenden Schweizer Eier sowie das meistkonsumierte Schweinefleisch.

Verfügbarkeit von einheimischen Lebensmitteln sinkt um mindestens 30 Prozent

Marktferne Bestimmungen schränken die einheimische Produktion stark ein. Bei verschiedenen Kulturen im Pflanzenbau wäre das Anbaurisiko nach einer Annahme der Initiative zu gross. Die Bauernfamilien müssten diese aufgeben oder auf Direktzahlungen verzichten. Wenn sie verzichten, dann müssten sie auch die damit verbundenen ökologischen Leistungen nicht mehr einhalten.

Initiative ist kontraproduktiv

Zwei wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Trinkwasserinitiative gesamthaft einen negativen Effekt auf die Umwelt hätte.

zum Erklärvideo zur Trinkwasser-Initiative

www.extreme-agrarinitiativen-nein.ch Folgen Sie «Extreme Agrar-Initiativen Nein» 4

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SVLT | Sektionen

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AG Neue Geräte für Feldspritzentests Kurz nach Ostern startete der Aargauer Verband für Landtechnik AVLT die Feldspritzentests 2021. Zu den diesjährigen Tests werden auch die rund 75 Maschinen der abgesagten Tests von 2020 nachgeholt. Bereits zwei Wochen vorher wurden die Gebläsespritzentests in Frick und Tegerfelden mit tatkräftiger Unterstützung der Fachstellen für Obst- und Weinbau durchgeführt. Vorgeführt wurden 22 Geräte. Aufgrund der neuen Auflagen an die Teststandorte mussten neue Gerätschaften in Betrieb genommen werden, um das Testwasser aufzufangen und zu entsorgen. Thomas Voegeli

Eco-Drive-Kurs – Sparen beim Fahren Die Teilnehmenden erhalten am Kurs Informationen über vielfältige Möglichkeiten, wie der Treibstoffverbrauch der Traktoren reduziert werden kann. Im theoretischen Teil wird das Verbrauchsverhalten eines Traktors behandelt. Im praktischen Teil ist mit dem eigenen Traktor zu erfahren, wie sich der Verbrauch mit angepasster Fahrweise ändert; bitte eigenen Traktor mit Anhänger mitbringen. Kursleiter ist Hansjörg Furter, die Kurskosten betragen Fr. 210.–, inkl. Kursunterlagen und Mittagessen am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg, Gränichen. Die Anmeldung ist bis 21. Mai 2021 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramona Jutzeler, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch, zu richten.

G/M/F-Theorie-Vorbereitungskurse 2021 Die G/M/F-Theoriekurse sind die ideale Vorbereitung für die Traktor- und Töffliprüfung. Im letzten Halbjahr vor dem 14. Geburtstag bietet dieser zweiteilige Theoriekurs alle nötigen Elemente für ein erfolgreiches Absolvieren dieser Führerprüfungen. Die Abstandsregeln des Bundesamts für Gesundheit können eingehalten werden, Änderungen werden kurzfristig bekannt gegeben. Kurse Frühling 2021: Jeweils 18.30 bis 21 Uhr am 29. April und 6. Mai 2021 am FIBL in Frick. Kurse Herbst 2021: Jeweils 18.30 bis 21 Uhr am Donnerstag, 23. September und 30. September 2021, am BVA in Muri sowie 4. November und 11. November 2021 beim SVLT in Riniken. Die Anmeldung hat unter www.fahrkurse.ch zu erfolgen. Informationen sind bei Hansjörg Furter und Yvonne Vögeli, 062 893 20 41, sektion.ag@ agrartechnik.ch, erhältlich.

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Was muss ich tun, um einen Vorbereitungskurs besuchen zu können bzw. die Führerprüfung zu absolvieren? 1. Alle wichtigen Infos befinden sich unter www.bvlt.ch, Rubrik Führerprüfung. 2. Anmelden für einen Instruktionskurs. 3. Besuch Kurs nicht obligatorisch. 4. Prüfungsvorbereitung. 5. Gesuch für die Führerprüfung, Sehtest beim Optiker (frühestens 60 Tage vor dem 14. Geburtstag). 6. Anmeldebestätigung durch das Strassenverkehrsamt Bern. 7. Reservation Termin für Führerprüfung (frühestens 14 Tage vor dem 14. Geburtstag). 8. Führerprüfung … Bravo: Prüfung bestanden. Anmeldung zu einem Instruktionskurs: Die Verkehrsinstruktion dauert rund drei Stunden. An verschiedenen Standorten im Kanton Bern, je nach Anmeldung, werden diese Kurse durchgeführt. Hauptthema dieser Schulung ist das Vortrittsrecht. Rund 50 % aller Prüfungsfragen handeln vom Vortritt. Das korrekte Anmeldeprozedere zur Prüfung und der genaue Prüfungsablauf sind ebenfalls wichtige Kursinhalte.

Bremsenprüfung an Traktor und Anhänger

Freitag, 4. Juni 2021, 8 bis 16 Uhr, an der Liebegg in Gränichen

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Montag, 10. Mai 2021, bei der Firma Baumgartner, 3053 Lätti Anlässlich dieser freiwilligen Prüfaktion messen wir die Bremsleistung der Anhänger. Spezialisten werden mit Ihnen die Ergebnisse besprechen. Der Test dauert für einen Anhängerzug mit hydraulischem System ca. 45 Minuten. Für Luftsysteme muss etwas mehr Zeit eingerechnet werden. Die Kosten werden bar einkassiert. Sie betragen für Mitglieder des BVLT Fr. 30.–/je Achse und Bremssystem, für Nichtmitglieder Fr. 40.–/je Achse und Bremssystem. Die Anhänger werden ohne Ladung geprüft! Die Achslast pro Achse wird hydraulisch erzeugt. Am Anhänger wird jede Achse einzeln ausgemessen. Für jeden Anhänger gibt es ein Prüfprotokoll. Dieses ist vom Strassenverkehrsamt Bern anerkannt. Online-Anmeldung unter www.bvlt.ch oder senden Sie den Anmeldetalon bis spätestens 30. April 2021 an die Geschäftsstelle.

Kontrolle Pflanzenschutzspritzen 2021 Alle letztmals 2017 geprüften Spritzen werden dieses Jahr fällig. Warum die Spritze beim BVLT prüfen lassen? Es gibt eine neutrale Überprüfung aller Marken mit dem modernsten Prüfverfahren. Sie sind an der Prüfung dabei und sehen selbst, was Ihr Gerät hergibt. Als Kunde von uns erhalten Sie alle vier Jahre automatisch das Aufgebot zur periodischen Kontrolle. Vor dem Aufgebot erhalten Sie eine Anmeldebestätigung für das laufende Jahr. Dies ist bei einer vorgezogenen ÖLN-Kontrolle von Bedeutung. Folgende Tarife gelten für das Jahr 2021: Grundtarif bis 15 m Balkenbreite: Fr. 90.– für Mitglieder, Fr. 120.– für Nichtmitglieder. Für 18 m Fr. 100.–/130.–, für 21 m Fr. 110.–/140.–, für 24 m Fr. 120.–/150.–, für 27 m Fr. 130.–/160.–, für 30 m Fr. 140.–/170.– Ab 2023 ist ein System zur Innenreinigung der Spritze für alle für den Pflanzenschutz eingesetzten Geräte mit einem Behälter ab 400 Litern Inhalt obligatorisch. Das Starten und Durchführen des Spülens muss ohne Absteigen vom Traktor möglich sein. Welches Innenreinigungssystem (kontinuierlich oder abgesetzt) aufgebaut ist, spielt keine Rolle. Die neu in den Verkauf gelangten Spritzen mit einem CE-Zertifikat oder einem EU-anerkannten Test gelten auch in der Schweiz als geprüft und müssen wie im Gebrauch stehende Spritzen, wie oben erwähnt, nach drei Kalenderjahren an die nächste Spritzenprüfung. Anmeldung: Geschäftsstelle BVLT, Peter Gerber, 031 879 17 45, 079 411 02 33, bvlt@bluewin.ch, www.bvlt.ch


Sektionen | SVLT

FR

LU

Kampagne Verkehrssicherheit 2020

Aktuelles Kursangebot

Bremssystemprüfungen an Anhängern jeder Art, 30 oder 40 km/h, werden mit einem Betrag von Fr. 50.– pro Achse unterstützt. Am Ende des Tests erhalten Sie eine genaue Diagnose Ihrer Fahrzeuge, die von einem zugelassenen Fachmann von Agrotec Switzerland erstellt wird. Die Liste der Fachbetriebe für Anhängerbremsen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.agrotecsuisse.ch. Nur Fahrzeuge, die mit hydraulischen oder pneumatischen Betriebsbremsen ausgerüstet sind, können geprüft werden. Neuregistrierungen 40 km/h: Um die Landwirte zu ermutigen, ihre Anhänger für 40 km/h zuzulassen, unterstützen wir alle Neuzulassungen mit einem Betrag von Fr. 50.– pro Achse. Dies gilt für alle Erstregistrierungen, unabhängig davon, ob es neue Anhänger sind oder nicht. Installation von Frontkamera- und Monitorsystemen – neu seit 2020: Nach der Einführung der neuen Vorschriften für den vorderen Überhang im Mai 2019 schenken wir Fr. 100.– für jede Anschaffung eines zugelassenen Frontkamera- und Monitorsystems. Für weitere Informationen zu diesen Systemen steht Ihnen die Geschäftsstelle des AFETA/FVLT zur Verfügung. Für all diese Anträge müssen Sie lediglich eine Kopie der Rechnung für die Tests und den Kauf einer Kamera sowie bei Neuanmeldungen eine Kopie des Fahrzeugausweises an folgende Adresse schicken: AFETA/FVLT, Samuel Reinhard, Rte de Grangeneuve 31, 1725 Posieux

Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands Fr. 70.–, für Nichtmitglieder Fr. 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 12. Mai 2021, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 23. Juni 2021 in Sursee, 13.15 – 17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Preise für 3-teilige Kurse: Fr. 460.–/Fr. 480.–. Nächste Termine: Kurs 603 für Roller/Motorrad: Teil 1: Samstag, 22. Mai 2021, 13.00–17.00 Uhr Teil 2: Samstag, 29. Mai 2021, 13.00–17.00 Uhr Teil 3: Samstag, 05. Juni 2021, 13.00–17.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder Fr. 220.–, für Nichtmitglieder Fr. 240.–. Nächste Termine: Teil 1: Montag, 19. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 2: Mittwoch, 21. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 3: Montag, 26. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 4: Mittwoch, 28. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Der Kurs kann nur als Ganzes durchgeführt werden. Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Sollte das BAG neue Corona-Weisungen erlassen, müssten die Kurse evtl. kurzfristig wieder abgesagt bzw. verschoben werden. Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen. Der nächste Intensivkurs beginnt am 23. April 2021. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

GR Theoriekurs Kat. F/G für Jugendliche In den Kursen der SVLT-Sektion Graubünden erhalten Jugendliche ab dem 13. Geburtstag eine solide Grundschulung in der Verkehrstheorie. Am Schluss des zweiten Kurshalbtages wird die Prüfung der Kategorie G abgenommen, die ab dem 14. Geburtstag zum Führen von Mofa und landwirtschaftlichen Fahrzeugen bis 30 km/h berechtigt. Der Kurs kostet Fr. 70.– für Mitglieder (Nicht-Mitglieder Fr. 90.–). Die Gebühren für Führerausweis und Prüfung werden separat vom Strassenverkehrsamt verrechnet. Online-Anmeldung: www.svlt-gr.ch; Anmeldung und Info: Gianni Largiadèr, Chapella 231, 7526 Cinuos-chel, 079 560 83 30, svlt.kurse@gmail.com

Nr.

Ort

Teil 1

Datum/Zeit Teil 2 + Prüfung

1

Ilanz

2

Landquart Sa, 08.05.21 13.30–17.00 Mi, 19.05.21 14.00–17.00

3

Ilanz

Mi, 26.05.21 13.30–17.00 Mi, 09.06.21 13.45–16.45

4

Samedan

Mi, 02.06.21 13.30–17.00 Mi, 16.06.21 14.00–17.00

5

Landquart Mi, 02.06.21 13.30–17.00 Mi, 16.06.21 14.00–17.00

6

Thusis

Sa, 12.06.21 13.30–17.00 Mi, 23.06.21 13.30–16.30

7

Ilanz

Di, 03.08.21 13.30–17.00 Mi, 11.08.21 13.45–16.45

8

Landquart Mi, 04.08.21 13.30–17.00 Mi, 18.08.21 14.00–17.00

9

Ilanz

10

Landquart Sa, 02.10.21 13.30–17.00 Mi, 20.10.21 14.00–17.00

11

Thusis

ZG Vorbereitungskurs Kat. G An den zwei Vormittagen wird intensiv die Verkehrstheorie für die Traktorenprüfung von einem Fahrlehrer vermittelt. Dazu gibt es aktuelle Unterlagen, um optimal auf die Prüfung vorbereitet zu sein; Datum: 20. und 22. April 2021; Leitung und Auskunft bei Beat Betschart, beatbet@bluewin.ch.

Mi, 05.05.21 13.30–17.00 Mi, 12.05.21 13.45–16.45

Mi, 25.08.21 13.30–17.00 Mi, 08.09.21 13.45–16.45

Mi, 06.10.21 13.30–17.00 Mi, 27.10.21 13.30–16.30

ZH Vorbereitungskurs auf die Traktorenprüfung 29. Mai, 25. Sept., 27. Nov., von 8 bis 14 Uhr Die SVLT-Sektion Zürich hilft den zukünftigen Fahrerinnen und Fahrern durch einen Kurs zur Vorbereitung auf die Theorieprüfung der Kat. G (Traktoren bis 30 km/h) mit allerlei Wissenswertem über Traktoren im Allgemeinen sowie Hilfreichem zur Unfallverhütung. Teilgenommen werden kann vier bis sechs Monate vor dem 14. Geburtstag; der Not­ helfer- und der Verkehrskundeausweis ist in dieser Kategorie noch nicht vorgeschrieben. Der Beitrag beträgt 110 Franken, für Mitglieder des SVLT Zürich 80 Franken, inbegriffen das Lernprogramm und die

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SVLT | Sektionen

Mittagsverpflegung. Kursort ist der Strickhof, Eschikon 21, Lindau. Onlineanmeldung: www.fahrkurse.ch (Infos und Anmeldung für die Prüfung beim Strassenverkehrsamt). Elektrokontrollen und Spritzentests: Auf www.svlt-zh.ch finden Sie ein finanziell sehr interessantes Angebot für Elektrokontrollen. Die Spritzentests finden Sie auf www.strickhof.ch.

NE Uneingeschränkte Zustimmung zu allen Geschäften Jeweils einstimmig, ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen, genehmigten 66 Mitglieder der SVLT-Sektion Neuenburg an der (schriftlich durchgeführten) 79. Generalversammlung den Jahresbericht des Präsidenten und des Geschäftsführers sowie die Rechnung 2020 und das Budget 2021 und erteilten dem Vorstand Entlastung. 421 Abstimmungsbögen wurden versandt, die bis 26. März retourniert werden mussten. Wie Präsident Werner Seiler im Jahresbericht ausführte, ist der Fahrkurs «G40» im 2020 von 19 Teilnehmenden mit Erfolg abgeschlossen worden. Es wurden weiter 36 Spritzentests durchgeführt. Die Rechnung 2020 schloss mit einem Gewinn von 2090 Franken ab, für das Jahr 2021 sind 2000 Franken Gewinn budgetiert worden. Die Sektion Neuenburg zählte Ende 2020 428 Mitglieder, 12 weniger als im Vorjahr.

VD Sprühtests Sprühtests finden 2021 an den zwölf Standorten statt: Aigle, Arnex-­surOrbe, Champagner, Chavornay, Daillens, Lavigny, Moudon, Oppens, Palézieux, Pampigny, Payerne und St-Oyens. Der Preis für Sprühkontrollen bleibt unverändert, d. h. Fr. 80.– für Mitglieder und Fr. 110.– für Nichtmitglieder. Sie finden bis Ende April 2021 statt. Nach wie vor relevant sind die vom Verband organisierten G40-Kurse, dessen Waadtländer Mitglieder von einem Rabatt von Fr. 100.– pro studentischem Mitglied profitieren. Alle nützlichen Informationen finden sich auf der Website: www.asetavaud.ch.

SG

AR

AI

Wangs, Parkhotel Sa, 15. Mai 21 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

09. Juni 21

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 26. Mai 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

16. Juni 21

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 29. Mai 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

30. Juni 21

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 19. Juni 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

14. Juli 21

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 07. Juli 21 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

11. Aug. 21

Wangs, Parkhotel Sa, 14. Aug. 21 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 08. Sept. 21 Trogen Mi, 18. Aug. 21 Trogen/Trogen StVA Trogen 15. Sept. 21 Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 28. Aug. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 29. Sept. 21 Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 01. Sept. 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 22. Sept. 21 St. Peterzell, Schulhaus Sa, 18. Sept. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

20. Okt. 21

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 25. Sept. 21 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

27. Okt. 21

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 03. Nov. 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

08. Dez. 21

Wangs, Parkhotel Sa, 06. Nov. 21 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

01. Dez. 21

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 13. Nov. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

15. Dez. 21

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 24. Nov. 21 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

22. Dez. 21

GL

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2021 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag

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Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 24. Apr. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

19. Mai 21

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 08. Mai 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

02. Juni 21

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Sektionen | SVLT

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

Für Bäuerin und Bauer ackern wir tagtäglich.

Und SVLT-Mitgliedern machen wir monatlich ein Angebot.

AG Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich)

AKTION

BL, BS Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch

Rückfahrkamera-Set VICAM

FR

Bildschirm, Kamera, Kabel und Fernbedienung

Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Gianni Largiadèr, Chapella 231, 7526 Cinuos-chel, 079 560 83 30, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, Chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch

CHF 320.00

SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch

statt CHF 400.00 (Preis inkl. 7.7 % MWST)

SO

Angebot gültig bis Ende Juli 2021

Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR

Artikel-Nr. 02.0758 | Set besteht aus: 1 Farbbildschirm, brillantes Bild 1 Kamera, Nachtsichtfunktion 20 Meter Kabel und 1 Fernbedienung Eine zweite Kamera, Artikel-Nr. 01.0207.112, mit 20 Meter Kabel kann angeschlossen werden: CHF 160.00 statt CHF 200.00

Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, Chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch

JETZT PROFITIEREN UND BESTELLEN: per Telefon, E-Mail oder im Online-Shop auf unserer Website! Bitte geben Sie Ihre SVLT-Mitgliedernummer an.

ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursort: Strickhof, Lindau. Kursdaten: 29. Mai, 25. Sept., 27. Nov. 2021 Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

www.agrartechnik.ch

Direkt zum Angebot:

Wir sind das Kompetenzzentrum für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Landwirtschaft und verwandten Gebieten. Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) Picardiestrasse 3 | 5040 Schöftland +41 62 739 50 40 | bul@bul.ch | www.bul.ch

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SVLT | Porträt

Katrin im Glück Junglandwirtin und Gärtnerin Katrin Bertsch vom Waldhof im toggenburgischen Degersheim SG ist eine glückliche Frau. Sie liebt ihren Mann Ivo, ihre gemeinsamen vier Kinder, aber auch Kühe, Älplern, Traktor- und Lastwagenfahren, Blumen und Pflanzen, Skifahren, Snowboarden und Seilziehen im Seilziehklub Sevelen. Dass ihre Eltern Margrit und Werner Danzeisen den Hof ihr übertrugen – zuerst in Pacht und ab 2016 käuflich –, hat damit zu tun, dass ihnen keine männlichen Nachkommen beschert wurden und Katrins Schwestern kein Interesse an der Landwirtschaft zeigten. Umso glücklicher waren sie, einen tüchtigen Schwiegersohn bekommen zu haben. Denn mit Ivo, einem bodenständigen Bauschreiner, fiel Katrin der Entscheid nicht schwer, den elterlichen Betrieb zu übernehmen, und ihren Eltern erst recht nicht, diesen abzutreten und die Verantwortung zu übergeben. Wobei sie aber weiterhin tatkräftig mithelfen und der jungen Familie auch einmal für einen freien Tag oder ein freies Wochenende die Arbeit auf dem Hof abnehmen. Der 27-ha-Milchwirtschaftsbetrieb in der Bergzone 1, auf 860 Meter über Meer, ist ein Silobetrieb mit knapp 40 Milchkühen. Hinzu kommt ein saisonal arbeitsintensiver Beerenanbau, den die Eltern vor rund vierzig Jahren begonnen haben. Im 6 Aren grossen Treibhaus und auf 7 Aren unter Folientunnels wachsen Erdbeeren an jeweils rund 15 000 Setzlingen; die Beeren gehen im Frühling weg wie frische Weggli in der Region. Die Erdbeeren, die ab den Sommerferien bis im September reif werden, kommen an die Tobi Seeobst AG in Egnach und zum Teil direkt vom Hof an die Bewohner der Umgebung. Denn die Früchte sind besonders frisch und aromatisch. «Bei den Erdbeeren ist dies der grosse Vorteil zur ausländischen Konkurrenz», sagt Katrin Bertsch. Die Heidelbeeren, die auf dem Waldhof auf 12 Aren Rindenschnitzelbeet gedeihen, sind im Juli/August eine zusätzliche Frucht im Angebot für die Region und die Tobi. «Leider ist die Kirschessigfliege, ein eingeschlepptes Insekt, seit ein paar Jahren eine grosse Herausforderung für eine gute Ernte mit frischen, grossen und aromatischen Beeren», sagt sie. Sechs bis sieben Pflückerinnen stehen in der Erntesaison auf Abruf bereit. Mit der Übernahme des Betriebs baute sich das Ehepaar Bertsch die ersehnte Remise, inklusive Werkstatt und Schreinerei, um den Maschinenpark unterbringen zu können. In die Zukunft schaut Katrin Bertsch zuversichtlich: Im Februar 2021 erhielt sie den Zuschlag zum Kauf eines nahegelegenen Stalls für 10 Kuh- und 12 Rinderplätze, inklusive 6 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche und 4 ha Wald. «Wir können jetzt die Milchwirtschaft hochfahren. Es ist ein Glücksfall und für die Familie existenzsichernd.» Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Neu: Drohnenkurse

«G40»-Fahrkurse Mit dem Führerausweis der Kategorie «G» und erfolgreich absolviertem Fahrkurs «G40» können Landwirtschaftstraktoren und landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorfahrkurs «G40» des SVLT ist vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder auf www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

CZV-Weiterbildungskurse Kursort: Riniken AG

Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Schweisskurse Kursort: Riniken AG Das Kursangebot richtet sich an Anfänger, die das Basiswissen in Schweisstechnik erwerben möchten, sowie an Fortgeschrittene, die ihr Know-how auffrischen und vertiefen möchten, aber auch an handwerklich interessierte Personen und Fachleute. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Obligatorische Weiterbildung für Lkw-Fahrer. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Neu: Ecodrive-Fahrkurse Spritsparendes Fahren mit Landwirtschaftsfahrzeugen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch.

«agriLIFT»-Staplerkurse In zwei Tagen werden die Module «Basis», «R1» (Gegen­ gewichtsstapler) und «R4» (Teleskoplader) gemäss EKAS 6518 in theoretischen und praktischen Sequenzen behandelt. Diese Ausbildung ist Suva-auditiert und CZV-anerkannt. Anmeldung: www.bul.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Informationen und Auskünfte zu den Kursen www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch, Tel. 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch  Impressum 83. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT Ständerat Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50/079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2021. Kombinationsrabatt bei gleichzeitiger Erscheinung in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.), für SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt «Bergmechanisierung» Die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen im Hügel- und Berggebiet ist nicht nur anstrengend, die Arbeit kann mitunter auch gefährlich sein. Nr. 5/2021 erscheint am 14.5.2021 Redaktionsschluss: 26.4.2021 Anzeigenschluss: 3.5.2021

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