Schweizer Landtechnik 03/2021

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März 2021

MAISANBAU Mit PS statt Chemie In Anbausystemen denken Lenksystem im Eigenbau Digitale EuroTier mit Neuheiten


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AGRO TECHNIK


März 2021 | Editorial • Inhalt

Aktuelles 4

Editorial

Kurzmeldungen Markt

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«Polemik mit Fakten begegnen» New Holland gibt Gas beim Methan-Traktor

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Roman Engeler

Schwerpunkt: Maisanbau 14 18 22 26 28 30 32

Eine Lanze für den Mais brechen Mais-Versuche in Grünschnittroggen Praxiserfahrungen mit Schälfräsen Die verschiedenen Anbauverfahren Bohnen im Mais für mehr Protein «Corn Seed Service» von KWS Maisstroh als Energielieferant Management

45 46

Was gilt beim ausländischen Führerschein? Lenksystem im Eigenbau

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Impression 50 52

Hoflader Pacam «3040» im Test Was kann die «540i XP» von Husqvarna? Wissen

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«All in one»-Transfermulchsystem Plattform

56 58 62

Versuche mit Grubber-Depotdüngung Der Pionier vom Kundelfingerhof Neuheiten an der Digital-EuroTier Sicherheit

68

Kritischer Blick auf Tandem-Fahrwerke

68

Passion 70

MF «4245 LP» mit 3 Tonnen Nutzlast SVLT

SVLT-Geschäftsbericht in der Heftmitte 72 Sektionsnachrichten und Generalversammlungen 78 Patrick Nigg vom Aeulehof in Balzers LI 79 Kurse und Impressum

Titelbild: Schon bald wird wieder der Mais ausgesät. Nach wie vor am meisten angewendet wird das Pflug-Herbizid-Verfahren. Doch wie wird der Maisanbau der Zukunft aussehen? Bild: R. Engeler

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Mit Flächen um die 50 000 ha für Silo- und Grünmais sowie von über 16 000 ha für Körnermais nimmt der Anbau von Mais eine bedeutende Position im Schweizer Ackerbau ein. Weltweit zählt die Maispflanze zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln – für Mensch und Nutztiere. Der Ursprung der Pflanze liegt rund 9000 Jahre zurück. Sie wurde im tropischen Süden Mexikos aus einer dort wachsenden Grasart gezüchtet, kam dann nach der Entdeckung des amerikanischen Kontinents nach Europa. Mit der sogenannten Hybridzüchtung hat sich der Mais in Sachen qualitativer und quantitativer Ertrag zu einer Art Wunderpflanze entwickelt. Parallel dazu wurden die Anbausysteme laufend optimiert und die eingesetzte Technik den neusten Erkenntnissen angepasst. Bekannte Probleme wurden so behoben, neue Herausforderungen kommen aber hinzu: Bekämpfung neuartiger Schädlinge, wirksame Unkrautregulierung oder generell der Bodenschutz sind nur einige Themen, die in Fachkreisen, vermehrt aber auch in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Die einst so gelobte Maispflanze wird nicht selten an den Pranger gestellt. «Je heftiger solche Diskussionen geführt werden, desto wirklichkeitsfremder fallen sie aus», schreibt Redaktor Ruedi Hunger in seinem einleitenden Artikel zum Schwerpunkt ab Seite 14. Eine Tatsache, auf die auch Michael Wagner, Europa-Chef der Agrardivision von BASF, im Interview ab Seite 8 eingeht. Ob sein Wunsch – mit Blick auf die Abstimmung über die beiden Agrar-Initiativen – «Polemik mit Fakten begegnen» aber in Erfüllung gehen wird? Ausgabe Nr. 4 erscheint am 15.04.2021.

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Aktuelles

In Kürze Der Produktionsumsatz der deutschen Landtechnik-Industrie ist im vergangenen Jahr um 5 % gestiegen und erreichte mit 9 Mrd. Euro ein Allzeithoch. Deutz und Same Deutz-Fahr haben einen langfristigen Motoren-Liefervertrag abgeschlossen. SDF kündigt in diesem Kontext eine neue Traktorenbaureihe an. Kärcher legt auch im Corona-Jahr beim Umsatz mit 5,6 % zu und erreicht 2,7 Mrd. Euro. Agco konnte im Gesamtjahr 2020 den Umsatz leicht um 1,2 % auf 9,1 Mrd. US-Dollar steigern. Manitou fasst das Ersatzteilgeschäft für alle seine Marken unter «Manitou Group Parts» zusammen. Krampe stattet jetzt fast alle Anhänger serienmässig ab Werk mit Achsen von BPW aus. Die Segmente «Agrartechnik» und «Biogas» haben bei Vogelsang für ein Wachstum beim Umsatz auf 134 Mio. Euro (+7 %) gesorgt. John Deere hat seinem «Operations Center» einen neuen Look verpasst, es soll jetzt noch anwenderfreundlicher sein und für ein übereinstimmendes Nutzererlebnis mit der neusten Mobilversion sorgen. Aus Schweizer Zuckerrüben Ethanol produzieren: Das wollen Alcosuisse und Schweizer Zucker AG. Eine Anlage soll im Herbst in Betrieb gehen. Grimme wird seinen vierreihigen und selbstfahrenden Kartoffelroder «Ventor 4150» für die kommende Saison mit neuen Features ausstatten. Steyr hat mit der Produktion seiner neuen Traktoren der «Absolut CVT»-Serie begonnen und will ab März mit der Auslieferung starten. BCS hat eine neue Vorderradlenkung mit der Bezeichnung «Dualsteer» entwickelt, welche die Knick- mit der Achsschenkel-Lenkung kombiniert. Franz Grimme, Inhaber der gleichnamigen Firmengruppe, konnte Anfang März seinen 75. Geburtstag feiern. An der Bundeslehr- und Forschungsanstalt für Landwirtschaft Raumberg-Gumpenstein (A) wird eine Mess- und Prüfanlage für Güllezusätze installiert, mit der die Wirkung solcher Additive genauer untersucht werden kann.

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Überarbeitete und neue Steinbrecher Die Steinbrecher-Modelle «RSM» und «RSM/HP» von FAE zertrümmern Felsplatten und Steine bis 50 cm Durchmesser in bis zu 40 cm Tiefe. Sie benötigen Traktorleistungen von 200 bis 360 PS Leistung und haben eine Arbeitsbreite von bis zu 230 cm. Der «RSH/HP» ist das Topmodell, die ideale Lösung zum Zerkleinern von Felsplatten und Steinen bis 50 cm Durchmesser in bis zu 50 cm Tiefe. Die Maschine benötigt 360 PS und 500 PS Leistung und hat eine Arbeitsbreite von bis zu 260 cm. Im Vergleich zu den vorherigen Versionen weisen die neuen «RSM» und «RSM/HP» wichtige technische Verbesserungen auf, die auch beim neuen «RSH/HP» vorhanden sind. Die Eintrittsöffnung wurde stark vergrössert, um mehr Material aufnehmen zu können, während die Gegenschneide verbreitert wurde, ganz zum Vorteil der Leistungen bei der Bearbeitung des Bodens. In konstruktiver Hinsicht ist zu erwähnen, dass das zentrale Getriebe und die Zahnradantriebe jetzt mit einem Ölkühlsystem ausgerüstet wurden, das für Effizienz, Zuverlässigkeit und geringeren Wartungsbedarf sorgt.

Die neuen robusten Schutzketten ersetzen die Standard-Schutzeinrichtungen der früheren Version. Auch der Anbaubereich wurde mit der Einführung der Voreinrichtung für die Kat. 4N verbessert. Alle Modelle sind mit zwei Rotortypen erhältlich. Am Typ «R» kommen Werkzeuge mit rundem Schaft zum Einsatz. Er ist ideal zum Zertrümmern von losen Steinen und Fels. Der Typ «G» ist ideal für Böden mit losen Steinen. Beide Rotoren sind mit seitlichen Werkzeugen ausgerüstet, sodass die Brechkammer stets sauber gehalten werden kann. Abgerundet wird das Angebot mit vier verschiedenen Werkzeugtypen, die entsprechend der Art der Arbeit und dem montierten Rotor zu wählen sind.

«MultiBaler XL» von Knoll Die holländische Firma Knoll hat in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Maschinenentwickler Walter Witzig aus Laufenbach ZH und der Firma Agronic aus Finnland mit dem «MultiBaler XL» eine variable Bunker-Ballenpresse sowohl für den stationären als auch für den mobilen Einsatz entwickelt. Mit der «MultiBaler XL», die unter der Firmenbezeichnung «Knoll» erhältlich sein wird, lassen sich Rundballen mit einem Durchmesser von 100 bis 115 cm (variabel) und einer Breite von 120 cm pressen. Möglich sind Ballengewichte von 500 bis 1350 kg. Der Aufbau der Presse basiert auf der «Agronic 820» (mit 80 bis 90 cm Ballendurchmesser x 85 cm Breite) sowie der «Agronic 1220» (115 x 100 cm), ist aber von

Grund auf völlig neu konstruiert worden. Der Bunker hat eine Kapazität von 8 m³. Mittels geneigten Zufuhrförderer und Dosierschnecken wird die Zuführung und die optimale Materialverteilung gewährleistet. Die Ballenkammer ist mit 17 «HD»-Rollen in Kombination mit zwei «PowerGrip-4»-Riemen ausgestattet. Gewickelt wird Netz oder Folie. Die Maschine misst in der Länge 12,3 m im Arbeitsmodus, das Gewicht beträgt 10 640 kg. Nötig ist eine Traktorleistung ab 135 PS.


Aktuelles

Hydraulisch klappbarer Ballenspiess Düvelsdorf hat einen neuen Ballenspiess entwickelt, bei dem sich die Zinkenträger und Bügel durch zwei Hydraulikzylinder schnell und komfortabel über ein doppelt wirkendes Steuergerät ein- und ausklappen lassen. Zum Transport klappt der Ballenspiess dadurch von 2,3 m Höhe auf 1,43 m ein und reduziert seine Länge um 1 m. So ragt der hydraulische Ballenspiess bei der Strassenfahrt lediglich 0,2 m über die Aufnahme des Traktors nach vorne hinaus. Die gesamte Fahrzeuglänge wird damit deutlich verkürzt und eine sichere Strassenfahrt gewährleistet. Positiver Nebeneffekt: Der Fahrer hat jederzeit aus der Kabine heraus eine gute Übersicht, da der Bügel für die Transportstellung hinter den Rahmen des Ballenspiesses klappt. Serienmässig wird der sogenannte «Ballenspiess hydraulisch» mit Euro-Aufnahme und drei Schwerlastzinken mit 1100 mm Länge und 45 mm Durchmesser angeboten. Er ermöglicht mit einer Traglast von 1500 kg und dem klappbaren Bügel einen sicheren Transport von bis zu vier Ballen übereinander. Optional sind weitere zwei Zinken montierbar.

«Machine Sync» erweitert John Deere hat «Machine Sync« 2012 in den Markt eingeführt. Das System bewährt sich vor allem bei Dunkelheit und an langen Arbeitstagen. Durch die GNSS-basierte Synchronisation steuert der Mähdrescher vollautomatisch die Geschwindigkeit und Lenkung des Traktors, der mit einem Überladewagen oder Anhänger nebenherfährt. Die Fahrer sind deutlich entspannter und Überladeverluste werden verhindert. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten lassen sich Schäden an den Maschinen und am Pflanzenbestand vermeiden. Die Technologie ist aber nicht nur beim Mähdrusch nützlich, sondern bei allen Ernteverfahren mit permanentem Überladen. Deshalb bietet John Deere «Machine Sync» ab sofort auch für selbstfahrende Feldhäcksler und für Traktoren an. Bei Traktoren ist das System vor allem interessant, wenn sie bei der Kartoffel-, Karotten- und Gemüseernte vor einem gezogenen Rodelader laufen.

Schutz für «Raindancer» «Raindancer», ein Produkt der Firma IT-Direkt Business Technologies aus Berlin, wird von verschiedenen Herstellern von Beregnungstechnik verbaut respektive in ihren Geräten eingesetzt. Es handelt sich um eine Beregnungsanlage mit automatischer Sektorverstellung, welche die Beregnung der individuellen Form des Feldes anpassen kann und so verhindert, dass eine ungewollte Beregnung von Landschaftselementen, Strassen oder gar Wohngebieten stattfindet. Die Entwickler des «Raindancer» standen im letzten Jahr vor der Herausforderung, die wasseranfällige Technik besser zu schützen. So wurde in Kooperation mit der VMR GmbH & Co. eine individuelle Abdeckung entwickelt und es wurden Prototypen von Landwirten getestet. Die Abdeckung wird nun in Serie im Schwarzwald gefertigt und ist ab diesem Frühjahr auf dem Markt.

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Aktuelles

Zusammenarbeit Amazone hat eine Zusammenarbeit mit dem deutschen Packer-Hersteller Tigges aus Oelde gestartet. Erhältlich sind im Rahmen dieser Kooperation Untergrundpacker für den Anbau an 3-Schar- bis 6-Schar-Anbaupflügen, Einfachpacker oder auf Wunsch auch Wendepacker mit zusätzlichen Nockenwalzen wie auch Doppelpacker. Dabei stehen neben zwei Gussring-Durchmessern von 900 und 700 mm insbesondere auch unterschiedliche Ringprofile und Schulterbreiten zur Verfügung. Für die Kombination mit der Amazone-Sätechnik ist zudem ein Frontpacker mit passivem Lenknachlauf erhältlich. Die sonst üblich in blau lackierten Tigges-Packer werden im Rahmen der Vereinbarung im grünen Amazone-Design ausgeliefert.

Neues Verfahren zur Unkrautkontrolle Wissenschaftler am Technologie- und Förderzentrum (TFZ) im bayerischen Straubing haben ein spritzbares Mulchmaterial entwickelt, das aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Man will nun näher untersuchen, ob dieses umweltverträgliche Material eine wirksame physikalische Barriere gegen Unkräuter darstellt. Dieses Material ist biologisch abbaubar und reichert sich im Boden nicht an. Im Verbund mit den Landtechnikspezialisten Amazone und Schmotzer soll die Machbarkeit eines Applikationsgerätes untersucht werden. Die Praxistauglichkeit wird wissenschaftlich begleitet. Das Verfahren soll über zwei Jahre zusammen mit Gemüsebaubetrieben in Unterfranken und Niederbayern getestet und weiterentwickelt werden.

Neue Händler Ad. Bachmann AG, Schweizer Importeur der Kubota-Traktoren, hat mit den Firmen Gogniat machines agricoles im jurassischen Bonfol und Sonderegger Landtechnik GmbH in Birmensdorf ZH zwei neue Kubota-Händler. Die beiden eigenständigen Landmaschinenunternehmen hätten sich für den aktiven Vertrieb von Kubota-Landwirtschaftstraktoren in ihrer Region entschieden, schreibt Ad. Bachmann aus Tägerschen TG.

Neue DLG-Anerkennung Zunhammer hat seinen Nährstoffsensor «VAN-Control 2.0» mit einem komplett überarbeiteten Kalibrationsmodell von der DLG erneut prüfen lassen. Das Prüfinstitut bestätigt das Erkennen von allen vier geprüften Güllearten. Bisher testete die DLG Rinder- und Schweinegülle sowie Gärreste. Im neuen Test wurde auch die Mischgülle von Rindern und Schweinen sicher erkannt. Neu ist auch die erfolgreiche Messung der Phosphor-Gehalte bei allen vier Güllearten. Durch den Einsatz eines einzigen Kalibrationsmodells für alle geprüften Güllearten ist eine Fehlbedienung beim Wechsel der Gülleart im Praxiseinsatz ausgeschlossen. Im Einzelnen erhielt der Nährstoffsensor über alle vier geprüften Güllearten die Anerkennung zur Messung von Trockensubstanz, Gesamtstickstoff und Phosphor. Ammonium-Stickstoff (NH4-N) wird bei Rinder- und Schweinegülle sowie Gärresten sicher gemessen. Den Kaliumgehalt (K2O) detektiert der Sensor sicher bei Rinder- und Mischgülle. In der Praxis

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ermittelt der Nährstoffsensor beim Befüllen des Tanks mit Gülle deren Nährstoffgehalte. Während des Ausbringens regelt dann die Software die Güllemenge entsprechend dem gewünschten Düngeniveau in Kilogramm-Nährstoff je Hektar. Damit lässt sich Gülle so präzise wie Mineraldünger einsetzen. Ein wichtiger Aspekt in der gesellschaftlichen Diskussion, um ein Überdüngen mit organischen Düngern zu vermeiden.


Aktuelles

Umfangreiches Update Der «EVO 280» von Grimme erhält als erster Vollernter, neben dem 8 t fassenden Standardbunker, eine komplett neu entwickelte Version des «NonstopBunkers», bei der das Fassungsvermögen auf bis zu 6 t gesteigert wurde. Ein kontinuierlicher Überladeprozess während des Rodens beinhaltet, dass der Bunker auf der einen Seite geleert, auf der anderen Seite befüllt wird. Wird dieser Prozess unterbrochen, weil das Transportfahrzeug voll ist, bleibt Erntegut auf dem Bunkerausleger liegen. Das verfügbare, theoretische Bunkervolumen kann folglich nicht genutzt werden. Das Konstruktionsprinzip ermöglicht nun ein Reversieren des Bunkerbodens ohne zusätzliche Beschädigungen des Ernteguts.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die «Schweizer Landtechnik» in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

Für mehr Traktion, gesteigerte Bodenschonung und einen reduzierten Energieverbrauch kann eine Triebachse verbaut werden. Hierbei können erstmals beide Räder, bei einer Transportbreite von weniger als 3 m und vollständiger EU-Typgenehmigung, dauerhaft mit über 2,3 t Gesamtschubkraft hydraulisch angetrieben werden. Mithilfe der Funktion «Turbo Clean» wird das Reinigen bestimmter Bänder und Trenngeräte erleichtert. Die Bänder und Trenngeräte werden hierzu nacheinander mit maximaler Geschwindigkeit betrieben, sodass eine Selbstreinigung erreicht wird.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell Deutz-Fahr «Agrotron X720» von Bruder im

«Collector» von DeLaval DeLaval führt mit der «Collector»-Serie zwei neue Entmistungsroboter in den Markt ein und ergänzt damit die bestehende Familie der DeLaval-Roboter. Der «Collector RC550» und der «RC700» sind für planbefestigte Böden konzipiert und mit einer Arbeitsbreite von 155 cm und 180 cm erhältlich. Ausgerüstet sind sie mit einem rotierenden Kotaufnahmesystem. Die «Collector»-Roboter bewegen sich geräuschlos und mit niedriger Geschwindigkeit, verarbeiten laut dem Hersteller die meisten Arten von Kot und können bei den meisten Arten von Einstreu, einschliesslich gehäckseltem Stroh und Sägemehl, eingesetzt werden. Wasser müsse keines hinzugefügt werden. Laut DeLaval ist die «Collector»-Serie ab sofort auch in der Schweiz erhältlich.

Massstab 1:16.

SMS – und gewinnen mit Matzinger Landmaschinen Vor Eiche 7 8197 Rafz

Elektro-Plantagenspritze Der italienische Hersteller Nobili aus Molinella und CNH Industrial haben anlässlich der Eima-Neuheiten-Prämierung eine elektrische Plantagenspritze und einen E-Mulcher vorgestellt. Die beiden vollelektrischen Geräte werden mittels Zapfwellen-Generator angetrieben, der an der Front eines New-Holland-Schmalspurtraktors angebaut ist. Das Spritzgerät und der Mulcher mit den Namen «E-Sprayer» und «E-Mulcher» seien die ersten vollelektrischen Maschinen, die einen Generator am Traktor als einzige Energiequelle verwenden und an eine Steckdose angeschlossen sind, die der Standard-AEF (Agricultural Industry Electronics Foundation) entspreche. In beiden Geräten gebe es keine Kardanwellen, kein Öl und keine Getriebe. Der «E-Sprayer» mit Isobus-Steuerung ist mit zwei Elektromotoren ausgestattet, einem für die Pumpe und einem für eine neuartige und patentierte Lüftergruppe. Der «E-Mulcher» seinerseits ist mit einem Elektromotor für den Rotor und zwei Linearantrieben ausgestattet, die die Bewegung des Schneidkopfes in Arbeitsposition ermöglichen.

Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors Deutz-Fahr «Agrotron X720». Der glückliche Gewinner des Modells Pistenbully «600», das in der Februar-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Alois Arnet und kommt aus 9630 Wattwil SG.

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Markt | Interview

Michael Wagner (56) ist gelernter Landwirt und studierter Agrar-Ingenieur. Er ist seit rund eineinhalb Jahren bei BASF verantwortlich für die Marktregion EMEA-Nord mit insgesamt 14 Ländern im Norden Europas, darunter auch für die Schweiz. Bilder: R. Engeler

Polemik mit Fakten begegnen Der konventionelle Pflanzenschutz ist nicht nur bei uns in die öffentliche Kritik geraten. Wie geht die Pflanzenschutz-Industrie mit dieser Kritik um? Die «Schweizer Landtechnik» fühlte Michael Wagner von BASF mit diesen und weiteren Fragen auf den Zahn. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: BASF ist ein bekannter und erfolgreicher Player im Geschäft mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln. Ein Geschäft, das sich im Umbruch befindet. Resistenzen, ausgehende Wirkstoffe, gesellschaftlicher Druck: Wie geht man bei BASF mit diesem Strauss von Problemen um? Michael Wagner: Probleme sind für ein von Innovationen getriebenes Unternehmen grundsätzlich was Gutes. Wir müssen uns stets wieder neu erfinden und neue Produkte auf den Markt bringen. Dafür gibt BASF pro Tag 2,8 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung aus. Die Heraus8

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forderung, natürliche Ressourcen wie Boden, Biodiversität oder Klima noch besser zu schützen, nehmen wir an. Wir verfügen über eine Pipeline von biologischen Produkten, forschen in diese Richtung auch bei der Pflanzenzüchtung und versprechen uns letztlich sehr viel von digitalen Lösungen. Das Thema «Nachhaltigkeit» hat bei BASF einen sehr grossen Stellenwert. Viele Landwirte fühlen sich gerade in den erwähnten Problemfeldern etwas allein gelassen. Unterstützt BASF in diesem Zusammenhang die Landwirte?

Ich möchte zunächst auf das doch sehr anspruchsvolle Registrierungssystem für Pflanzenschutzmittel hinweisen. Im Zulassungsverfahren müssen heute strenge Standards erfüllt werden. Früher wurde primär die Wirksamkeit eines Produkts angeschaut. Heute ist es so, dass bei einem neuen Produkt der Einfluss auf die Umwelt (Boden, Biodiversität etc.) zuerst und erst in zweiter Linie die Wirkung auf die Pflanze untersucht wird. Da hat also ein enormes Umdenken stattgefunden. Das ist jetzt alles ein bisschen technisch. Leisten Sie auch einen Support


Interview | Markt

bei den angesprochenen gesellschaftlichen Diskussionen? Als BASF sind wir Teil dieser Diskussionen, sei es als Unternehmen selbst oder im Verbund mit unseren Marktpartnern. Wir unterstützen die Landwirte, wenn sie sich selbst in die Diskussion einbringen wollen. Das erscheint mir wichtig, denn die Landwirte sind für mich eine glaubwürdige Stimme in all diesen Diskussionen.

Die Schwarz-Weiss-Malerei kommt speziell bei Diskussionen über den chemischen oder biologischen Pflanzenschutz auf. Aber so einfach ist es in der Praxis ja nicht. Der biologische Pflanzenschutz ist in einigen Anwendungsbereichen gut, in anderen wiederum entfaltet er zu wenig Wirkung. Unser Ansatz ist, dass sich verschiedene Technologien ergänzen sollen, deshalb diese Aussage.

Sie haben den Begriff «Balance» lanciert. Was steht dahinter? Die angesprochene Diskussion verläuft vielfach in einem Schwarz-Weiss-Muster, Pflanzenschutz ja oder nein, vielleicht noch extremer ausgedrückt gut oder schlecht – so auch bei der bevorstehenden Abstimmung in der Schweiz. Es gibt bekanntlich Zielkonflikte, man will die Bevölkerung vielseitig und ausreichend ernähren, muss dazu aber die Umwelt ein Stück weit belasten. Ich bin ein Verfechter, dass man stets alle zur Verfügung stehenden Instrumente dafür einsetzen soll, eine richtige Balance zwischen Produktivität und dem Schutz von Ressourcen zu finden. Produziert man beispielsweise auf wenigen Flächen intensiv, kann man im Gegenzug mehr Flächen für Umweltanliegen zur Verfügung stellen. Und deshalb haben wir diesen Begriff «Balance» geprägt mit dem Fokus, möglichst zielgerichtet den ganzen Strauss von Möglichkeiten zu nutzen. Wichtig ist dabei, dass man mit wissenschaftlich erhärteten Erkenntnissen diese Sache anpackt. Leider verlaufen viele dieser Diskussionen sehr polemisch.

Erfolgt dieser gesamtheitliche Ansatz des Pflanzenschutzes mehr auf Druck von aussen – sprich wegen den Diskussionen in der Öffentlichkeit – oder aufgrund eines eigenen Antriebs? Wir sind von dem überzeugt, was wir machen! Der Landwirt von heute braucht ein immer breiteres Spektrum von Lösungen.

An Ihrem Forschungsstandort Limburgerhof steht der Satz: «Biologie ergänzt Chemie». Wie muss man das verstehen?

Michael Wagner stellt speziell in der Schweiz aktuell eine Zulassungsverzögerung von neuen Produkten fest.

Welche Bedeutung hat der biologische Pflanzenschutz für BASF heute – und in Zukunft? BASF verfügt über eine gefüllte Pipeline von biologischen Produkten. Es gibt aber derzeit eine ganze Reihe von Problemen, für die wir auf unserer biologischen Schiene derzeit aber noch zu wenig Produkte haben. Für uns sind konventionelle und biologische Lösungen stets gleichwertige Ansätze, wir trennen diese nicht. Können Sie diese Pipeline konkreter umschreiben? Wir arbeiten einerseits an vorhandenen Verfahren weiter. Beispielsweise bei Pheromonen, die BASF schon seit geraumer Zeit im Angebot hat. Da wollen wir die Freisetzung in den Kulturen weiter optimieren – auch mit digitalen Tools. Ein anderes Beispiel ist «Serifel», ein auf Nutzbakterien basierendes Breitband-Fungizid, das mehrere Wirkungsweisen kombiniert und dort eingesetzt werden kann, wo chemische Mittel nicht möglich sind. «Serifel» ist in der Schweiz noch nicht zugelassen, aber für Gemüse und Wein beantragt. Andererseits arbeiten wir intensiv an neuen biologischen Lösungen, haben auch noch weitere Bio-Fungizide im Köcher. Dazu kann ich aber noch nichts verraten. Wie wird sich das Verhältnis von chemisch-konventionellem zu biologischem Pflanzenschutz in den nächsten 20 Jahren entwickeln? Das ist aus heutiger Sicht schwer zu sagen. Einen Einfluss auf diese Entwicklung wird der gesetzliche Rahmen haben, letztlich aber auch die Definition, was man konkret unter diesen Begriffen wirklich meint. Ich

bin aber überzeugt, dass der Anteil an biologischen Mitteln zunehmen wird. Allerdings wird er mittelfristig den chemischen Pflanzenschutz nicht ersetzen können. Sie haben sich Ende 2020 Ziele zur Stärkung einer nachhaltigen Landwirtschaft gesetzt. Wie sehen diese konkret aus? BASF, übrigens weltweit das grösste Chemie-Unternehmen, arbeitet permanent an der Verbesserung der Nachhaltigkeit. Im Bereich der Landwirtschaft haben wir uns das Ziel gesetzt, dass die CO2-Emissionen pro Tonne Ernteertrag um 30 % reduziert werden. Darüber hinaus wurde unser gesamtes Portfolio aufgrund von Nachhaltigkeitskriterien bewertet und wir nutzen dies für die Steuerung unseres Portfolios. Besonders nachhaltige Produkte sollen forciert werden mit der Zielvorgabe, den Umsatzanteil dieses Portfolios pro Jahr um 7 % zu verbessern. Weiter zielen wir auf digitale Technologien. Wir wollen eine Fläche von weltweit 400 Mio. ha digital und nachhaltig bewirtschaften. Da stehen wir zwar noch am Anfang, arbeiten aber konsequent daran. Zudem haben wir im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln das «Closed Transfer»-System entwickelt. Damit können wir sicherstellen, dass Menschen beim Handling von Chemikalien nicht damit in Berührung kommen. Das unter dem Namen «easyconnect» patentierte System stellen wir auch anderen Industrieanbietern zur Verfügung. Davon machen aktuell Certis Europe, Adama, Corteva Agriscience, Nufarm und Syngenta Gebrauch. Muss der derzeitige Slogan zur Marke «BASF» – «we create chemistry» – schon bald abgeändert werden? Dieser Claim ist sehr bewusst gewählt. Damit soll nämlich ausgedrückt werden, dass BASF in chemischen Innovationen grosse Chancen sieht. In vielen Bereichen sind chemische Produkte gar nicht mehr wegzudenken und auch akzeptiert. In der Landwirtschaft ist diese Diskussion sicher eine besondere. Kurzum: Wir stehen zur Chemie und wollen uns nicht verstecken. Betrachten wir die Pflanzenschutz-Anwendung als Ganzes: So war in der Vergangenheit jede Stufe eigentlich für sich tätig. Die Chemie entwickelte Produkte, die Landtechnik-Industrie steuerte die Applikationstechnik bei und der Landwirt war mit all dem auf 3

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Markt | Interview

dem Feld unterwegs. Wie hat sich diese Aufgabenteilung in den letzten Jahren verändert? Die von Ihnen angesprochene Aufgabenteilung ändert sich laufend, mitunter sehr schnell. Die Zukunft geht dahin, dass man in Kooperationen und im Austausch von Kompetenzen denkt – speziell bei der Digitalisierung. In unserem Bereich mit Pflanzenschutz und Saatgutzüchtung bauen wir solche Kooperationen auf. Einer allein kann schon heute nicht mehr die gesamte Lösung eines komplexen Problems erarbeiten. Können Sie dazu Beispiele nennen? Wir pflegen beispielsweise eine Kooperation mit dem Schweizer Start-up-Unternehmen «EcoRobotix», bei unserem digitalen Lösungsansatz «xarvio» wiederum arbeiten wir mit Bosch (Projekt «Smart Spraying») zusammen. Es geht letztlich darum, bestimmte Kompetenzen aus verschiedenen Bereichen zielführend zusammenzuführen. Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang «xarvio»? «xarvio», dessen Ursprung ebenfalls in einem Start-up-Unternehmen liegt, konzentriert unsere digitalen Aktivitäten auf einer Plattform und wird in Zukunft eine grosse Rolle spielen, vor allem hinsichtlich einer Effizienzsteigerung der landwirtschaftlichen Produktion. In der Schweiz bieten wir derzeit erst die «xarvio Scouting»-App zum Erkennen von Unkräutern oder das Abschätzen des Stickstoffbedarfs eines Getreidebestands an. In «xarvio» integriert ist mit dem «FieldManager» auch ein Tool für die teilflächenspezifische Bewirtschaftung. Weiter bietet «xarvio» mit «Healthy Fields» einen digitalen Ansatz für die Wahl der richtigen Fungizid-Strategie. Wenn die berechnete Strategie die Felder nicht ausreichend gesund hält, gleicht BASF den entstandenen Schaden übrigens finanziell aus! Sie bieten aber nicht überall den vollen Umfang von «xarvio» an? Ja, das ist so. Jeder Markt hat seine Besonderheiten, sei es in der Sprache oder was die Verfügbarkeit von Daten angeht. Mittel- bis langfristig wird aber überall der volle Funktionsumfang von «xarvio» zur Verfügung stehen – auch in der Schweiz. Sie verantworten seit einem Jahr für BASF die Marktregion EMEA-Nord, wozu auch die Schweiz gehört. Wie unterscheiden sich die einzelnen Län10

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Die Zukunft gehe dahin, dass man bei Pflanzenschutzanwendungen in Kooperationen und im Austausch von Kompetenzen mit allen Verfahrensbeteiligten denke, sagt Michael Wagner im Interview mit der «Schweizer Landtechnik».

dermärkte hinsichtlich der eingesetzten Produkte, aber auch hinsichtlich der angesprochenen öffentlichen Diskussion? Spannende Frage! Die öffentliche Diskussion um Nachhaltigkeit oder Biodiversität ist eigentlich überall die gleiche. In der Schweiz sind es die beiden Agrar-Initiativen, in der EU wurde ja unlängst die «Farm to Fork»-Strategie mit dem Ziel einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion lanciert. Also diese Diskussionen finden statt, in der Schweiz wegen der direkten Mitsprache des Stimmvolks vielleicht etwas intensiver. Was den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln betrifft, so gibt es gewisse Unterschiede in den Zulassungen und Produktformulierungen. Um die Entwicklungskosten neuer Produkte nicht ausufern zu lassen, muss man heute schauen, neue Formulierungen so zu entwickeln, dass diese für viele Märkte passen. In der Schweiz stimmt man bald über zwei Initiativen ab, die auf ein Einsatz-Verbot von Pflanzenschutzmitteln zielen. Wie nimmt BASF diese Diskussionen wahr? Diese Diskussion nehmen wir wahr, sie erfüllt uns mit Sorge und wir verfolgen interessiert den Ausgang. Allerdings gehen wir nicht davon aus, dass – unabhängig vom Abstimmungsergebnis – eine Welle durch Europa gehen wird. Sorgen bereiten uns eher die bereits erwähnte SchwarzWeiss-Diskussion. Unser Ansatz ist stets ein gesamtheitlicher, wie er auch in der europäischen «Farm to Fork»-Strategie stipuliert wird. Wir propagieren den Einsatz verschiedener Instrumente, um die Pflanzen ausreichend schützen zu können, und würden einen auf wissenschaftlichen Fakten basierten Dialog begrüssen.

Kommen wir noch auf das Thema ausgehender oder auslaufender Wirkstoffe zu sprechen. Wie ist BASF davon betroffen, wie beurteilen Sie die Situation allgemein? Ja, auch BASF ist von auslaufenden Wirkstoffen betroffen. Ich erwähne in diesem Zusammenhang die Gruppe der Azole, die zur Behandlung von lokalen und systemischen Pilzinfektionen appliziert werden. Das Gute aber ist, wir haben viele Innovationen, die auslaufende Wirkstoffe schon bald ersetzen werden. Diesbezüglich findet auch ein Transfer unter den Firmen statt. Wie funktioniert das? Es ist weniger ein Transfer als vielmehr, dass man anderen Firmen den Zugang zu einem Wirkstoff gibt. Hintergrund sind die intensive, teure Forschung und die immer höheren Zulassungshürden. Die Zahl von Innovationen, die man pro Zeiteinheit entwickeln und in den Markt bringen kann, wird immer kleiner, eine Einzelinvestition entsprechend immer teurer. Das führt dazu, dass es Lücken in einem Sortiment gibt. So macht es Sinn, jemandem Zugang zu einem Wirkstoff zu geben. Für die Landwirte sicher eine gute Sache. Sprechen wir noch das Zulassungsprozedere an … … ja, in der Schweiz stellen wir aktuell eine Zulassungsverzögerung fest, was die Verfügbarkeit neuer Technologien behindert und dazu führt, dass Lücken nicht schnell genug geschlossen werden können. Bei der Zulassung gibt es zwar eine Anbindung an die EU, aber bei den Produkten eben nicht. Momentan sind es von BASF 21 Produkte und 5 neue Wirkstoffe, die sich im Schweizer Zulassungsprozess befinden.


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Im Majorenacker 11 CH-8207 Schaffhausen info@gvs-agrar.ch www.gvs-agrar.ch Ostschweiz: Marco Hutter 079 405 10 18 Zentralschweiz: Philipp Keil 079 247 06 56 Mittelland: Martin Lieberherr 079 239 73 78

3148 LANZENHÄUSERN, Gurtner Technik GmbH 3179 KRIECHENWIL, Hämmerli AgroTech AG 3232 INS, GVS Agrar Ins AG 3315 BÄTTERKINDEN, Stephan Wyss Landtechnik GmbH 3324 HINDELBANK/KOPPIGEN, Käser Agrotechnik AG 3365 GRASSWIL, LMG Landmaschinen AG Grasswil 3647 REUTIGEN, Burger Reutigen AG 3664 BURGISTEIN, Sterchi Landtechnik AG 3951 AGARN, Fentra GmbH 4147 ANGENSTEIN/AESCH, Brunner Daniel 4415 LAUSEN, Hugo Furrer AG 4624 HÄRKINGEN, Studer & Krähenbühl AG 5054 KIRCHLEERAU, Roos Peter AG 5322 KOBLENZ, GVS Fried AG 5324 FULL-REUENTHAL, Heinz Kämpf Landmaschinen AG 5502 HUNZENSCHWIL, Odermatt Landmaschinen AG 6016 HELLBÜHL, Amrhyn Gustav AG 6130 WILLISAU, Kronenberg Hans 6170 SCHÜPFHEIM, Zihlmann Maschinen & Geräte AG 7205 ZIZERS, Kohler Landmaschinen AG

8193 EGLISAU, Landmaschinenstation Eglisau AG 8207 SCHAFFHAUSEN, GVS Agrar AG 8214 GÄCHLINGEN, GVS Agrar AG 8308 MESIKON-ILLNAU, Gujer Landmaschinen AG 8374 OBERWANGEN, Technikcenter Grueb AG 8476 UNTERSTAMMHEIM, Brack Landtechnik AG 8566 NEUWILEN, Mühlethaler Technik AG 8587 OBERAACH, Jakob Hofer AG 8722 KALTBRUNN, Steiner Berchtold AG 8832 WOLLERAU, Schuler Maschinen und Fahrzeuge AG 8934 KNONAU, Hausheer & Sidler 9249 ALGETSHAUSEN, Traber Landmaschinenbetrieb AG 9303 WITTENBACH, Maschinencenter Wittenbach AG 9445 REBSTEIN, Maschinencenter Rebstein AG 9470 BUCHS, A. Stricker Landmaschinen 9475 SEVELEN, Maschinencenter Sevelen AG 9494 SCHAAN, Wohlwend Damian Anstalt 9548 MATZINGEN, Schneider Landmaschinen AG 9615 DIETFURT, Franz Bachmann AG


Markt | Neuheiten

Der Methan-Traktor («T6.180») von New Holland erreicht die finale Testphase und wird 2021 für Interessierte verfügbar sein.

Viel Grün bei den Blauen New Holland intensiviert seine Bestrebungen bei der Nutzung alternativer Energien und kündigt neue Forschungspartnerschaften mit innovativen Konzepten bei Sonderkulturen an. Roman Engeler

Methan-Traktor im Portfolio Der mit Methan betriebene Traktor «T6.180», ein wichtiger Eckpfeiler für New Hollands Konzept einer energieautarken Landwirtschaft, hat die letzte Testphase erreicht und soll ins Produktportfolio aufgenommen werden. Heuer sollen zunächst in Frankreich, DeutschSchweizer Landtechnik

wickelt New Holland derzeit ein Konzept für die Elektrifizierung von Anbaugeräten, die im Obst- und Weinbau eingesetzt werden. Das Konzept kombiniert das Modell «T4.110V» mit einem extern mitgeführten «e-Source»-Generator, der über eine AEF-zertifizierte Schnittstelle die Anbaugeräte (Obstspritze und Mulcher) mit Strom versorgt.

Neuer «BigBaler»

Erstmals hat New Holland im Rahmen einer digitalen Medienkonferenz über aktuelle Strategien informiert und dabei das neue Produktangebot für das erste Halbjahr 2021 vorgestellt. Wie Carlo Lambro, als Markenpräsident oberster Verantwortlicher für New Holland, ausführte, habe man etwas unter der Corona-Pandemie gelitten, das Jahr 2020 mit einem leicht rückläufigen Anteil am Gesamtmarkt abgeschlossen, aber in einzelnen wichtigen Märkten die Führungsposition behaupten können.

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Bilder: New Holland

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2021

land, Italien, Grossbritannien und in den Benelux-Staaten die ersten Modelle in den Verkauf gelangen. Bei New Holland hat man diese Regionen ausgewählt, weil diese Länder in Sachen Biogas-Produktion besonders aktiv sind. Bis Ende Jahr soll dieser Traktor aber auch für alle anderen Interessenten weltweit verfügbar sein.

Weiter wird die Baureihe der Quaderballenpressen vom Typ «BigBaler 1290 HD» um ein weiteres Modell ausgebaut. Das neue Modell verfügt über einen Packer-Zubringer mit drei Raffergabeln und je drei Zinken, soll aus besonders belastbaren Bauteilen gefertigt sein und über einen ähnlichen Durchsatz wie das Modell mit dem Rotorzubringer «CropCutter» verfügen.

Auch im Weinbau Mit einem grösseren italienischen Barolo-Produzenten, der eine CO2-neutrale Weinproduktion anstrebt, testet New Holland in Kooperation mit dem hauseigenen Motorenbauer FPT einen Raupentraktor, der ebenfalls mit Methan betrieben werden soll. Basis dazu bildet der bekannte «TK»-Spezialtraktor.

Elektrifizierte Anbaugeräte In einer weiteren Partnerschaft mit dem italienischen Gerätehersteller Nobili ent-

In der Entwicklungspipeline befindet sich auch ein Raupentraktor für den Rebbau mit Methan-Antrieb.


Der neue T5 von New Holland

MEHR ALS NUR STUFENLOS Der neue T5 Dynamic Command von New Holland! Dieser Traktor bringt die volle Leistung auf die Antriebsräder dank dem 3 × 8 Lastschaltstufen-Getriebe «Dynamic Command». Die Top-Leistung liefert der 4.5 Liter Motor von FPT. Der T5 DCT wurde für Anwender entwickelt, die mehr wollen als nur einen Stufenlosen!

Viel Leistung, eine hohe Nutzlast bei einem bescheidenen Eigengewicht. Übrigens: Für alle, welche einen reinen Stufenlosen wollen, gibt es den T5 auch als AutoCommand. Die neue Generation des New Holland T5 ist in den Leistungsklassen von 100 bis 130 PS verfügbar.

Wenden Sie sich direkt an unsere Gebietsverkaufsleiter: Marco Brunner +41 79 512 12 13 Urs Lötscher +41 75 432 96 73 Hans Lüthi +41 79 651 47 34

www.new-holland-center.ch

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MAISANBAU

Eine Lanze brechen für den Mais Auf vielen Schweizer Ackerbaubetrieben nimmt der Mais in der Fruchtfolge eine Schlüsselfunktion ein. Neben ökonomischen soll er auch ökologischen und gesellschaftlichen Ansprüchen genügen. Kritiker bemängeln insbesondere die ökologischen Leistungen von Mais. Wohl zu Unrecht, denn er muss als Teil eines Anbausystems betrachtet und darf nicht als Einzelpflanze begutachtet werden. Ruedi Hunger


MAISANBAU

Bodenschutz: Werden die Grundsätze einer nachhaltigen Bodennutzung berücksichtigt, halten sich die Folgen in Grenzen.

Neben dem chemischen Pflanzenschutz und den Gülleemissionen wird Mais oft schon an dritter Stelle genannt, wenn es darum geht, in der Landwirtschaft einen Prügelknaben zu suchen. Sein «Sündenregister» ist lang: Ihm wird die Schuld zugewiesen für Ährenfusariosen in einer Mais-Weizen-Fruchtfolge. Oft werden Hofdünger bereits vor der Saat in geplante Maisäcker entsorgt und die «Verantwortung» dafür indirekt dem Mais angelastet. Als Reihenkultur mit langsamer Jugendentwicklung wird er verantwortlich gemacht dafür, dass der Boden lange Zeit schutzlos Sonne und Niederschlägen ausgeliefert ist und damit die Erosion fördern soll. Mais wird auch wegen des Herbizideinsatzes angeprangert, beim genaueren Hinsehen meist unbegründet. Grosse Pflanze gleichbedeutend mit hohem Wasserverbrauch: Auch darüber wird immer wieder diskutiert.

Mais unter Generalverdacht In verschiedenen Ländern Europas entspricht die in den letzten Jahren stark gestiegene Maisfläche nicht mehr den Wertvorstellungen von Teilen der landwirtschaftskritischen Bevölkerung. Auch

Unkrautbekämpfung: Wer früh beginnt, bleibt Sieger. Die mechanische Unkrautregulierung ist heute weitgehend gelöst. Bilder: zVg

wenn dies in der Schweiz durch die geregelte Fruchtfolge weniger der Fall ist, gibt es kritische Stimmen. Ein Grund mag sein, dass die hoch wachsende Pflanze und die daraus resultierende dominierende Optik im Sommer/Herbst die Wahrnehmung in der Kulturlandschaft bestimmt und den Eindruck eines veränderten Landschaftsbildes erweckt. Je heftiger die Diskussionen um und über Mais geführt werden, desto wirklichkeitsfremder fallen sie aus. Fachkreise fordern daher, dass die Diskussionen um den Mais auf einer sachlichen Ebene geführt werden. Nicht der Mais ist das Problem, wenn es Probleme gibt, dann sind sie auf Managementebene (Fruchtfolge, bedarfsgerechte Düngung, Unkrautmanagement) zu lösen. Standortgerechter Maisanbau erhält zukünftig eine stärkere Bedeutung. Nicht nur bei der Sortenwahl, sondern es geht ganz generell um den Maisanbau. Sein Platz in der Fruchtfolge wird zunehmend bestimmt durch das Anbausystem. Dabei werden eine gezielte Bodenschonung und die Reduktion von Stickstoff-Überschüssen sowie des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln zentrale Zukunftsaufgaben sein.

Bewertung der Emissionen auf die Produkteeinheit (Energie- oder Eiweisseinheit) und nicht auf die Flächeneinheit (ha) bezieht. So betrachtet ist der Körnermaisanbau in einer guten Fruchtfolge mit sta-

Mais braucht pro Kilogramm pflanzlicher Trockenmasse 100 bis 300 Liter Wasser, Weizen 160 bis 410 Liter Wasser.

bilen Erträgen von 12–14 t/ha sehr günstig für die Klimabilanz und den CO2-Fussabdruck. Voraussetzung ist immer, dass der Anbau auf geeigneten Standorten erfolgt. Neuerdings wird der Gemengeanbau von Mais und Bohnen (und anderen) breit diskutiert und gewinnt immer neue Anhänger. Damit entsteht oder erhöht sich der Anteil blühender Pflanzen, was die Anbaudiversität steigert und zur Förderung von Biodiversität beiträgt.

CO2-Fussabdruck und Biodiversität

C3- und C4-Pflanzen C4-Pflanzen können bei hoher Lichteinstrahlung und hoher Temperatur in kürzerer Zeit mehr Biomasse aufbauen als C3-Pflanzen. Entsprechend sind C4-Pflanzen vorwiegend an trockenen Standorten zu finden. Vor allem Gräser und Nutzpflanzen wie Amarant, Hirse, Mais und Zuckerrohr nutzen die C4-Photosynthese.

Pflanzliches Wachstum erfolgt über die Photosynthese durch Entnahme von Kohlendioxid (CO2) aus der Atmosphäre und gleichzeitiger Abgabe von Sauerstoff (O2) in die Atmosphäre. Tabelle 1 zeigt, in welcher Grössenordnung diese Leistung durch unterschiedliche Kulturpflanzen erbracht wird. Grundsätzlich sind hohe Erträge verbunden mit hoher Nährstoffnutzungseffizienz günstig zu bewerten, das zeigt sich beim Mais. Dies, weil sich die

Düngung: Im Maisacker sind die Hofdünger zielgerichtet auszubringen. Bild: R. Hunger

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2021 Schweizer Landtechnik

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MAISANBAU

Tabelle 1: Mittlere CO2-Bindung und O2-Freisetzung von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen (DMK) Pflanzenart

Humus: Körnermais hat dank einer grossen Menge an Ernterückständen eine positive Humus-Wirkung. Bild: R. Hunger

Biomasseproduktion (t/TM)

CO2-Bindung (t/ha)

O2-Freisetzung (t/ha)

Getreide

12

24

18

Mais

16

32

24

Kartoffeln

12

24

Reihenkultur mit langsamer Jugendentwicklung Mais ist im Jugendstadium eine konkurrenzschwache Pflanze. Das hat schon jede und jeder MaisproduzentIn einmal erfahren. Daher haben Beizschutz und Unkrautbekämpfung seit Jahrzehnten grosse Bedeutung. Neben der Konkurrenz durch Unkräuter sind Unterschiede bei der Jugendentwicklung einerseits sortentypisch, anderseits vielfach eine Folge von Bodentemperatur 16

Schweizer Landtechnik

3

2021

Winterraps

Zuckerrüben

Grünland

7

18

12

14

36

24

und Witterungseinflüssen. Schliesslich kann die Jugendentwicklung je nach Anbausystem durch einen tiefen Sauerstoffgehalt im Boden behindert werden. Ebenso wirken sich fehlende Grobporen und hohe Lagerungsdichte des Bodens hemmend aus. Was sich letztendlich, verbunden mit einem hohen Bodenwassergehalt und der daraus folgend ungünstigen Bodenluft-Zusammensetzung, ebenfalls negativ auf die Jugendentwicklung auswirkt (Boller 2006).

Unkraut vergeht nicht Auch wenn in der Öffentlichkeit oft eine andere Meinung vorherrscht, muss anerkannt werden, dass Mais im Vergleich zu anderen Kulturpflanzen den deutlich geringsten Behandlungsindex in Bezug auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aufweist. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass die Herbizidanwendung einfach zu vernachlässigen ist. Als Reihenkultur bietet der Mais gute Voraussetzungen für den Einsatz mechanischer Verfahren zur Unkrautregulierung. Die mechanische Unkrautregulierung erlebt derzeit einen eigentlichen Boom. Laufend kommen neue Maschinen auf den Markt und es werden Produkte oder ganze Produktionslinien von meist kleineren Herstellern durch die Fullliner oder Ackerbauspezialis-

Die angenommenen Körner- und StrohErträge von 10 und 15 t/ha.

18

Neben Rüben und Mais die leistungsfähigsten einheimischen Kulturpflanzen.

10.5

Enthält in den Körnern etwa 40 % Öl, daher liegt die relative O2 -Produktion höher als bei anderen Pflanzenarten.

27

Aufgrund des C4-Stoffwechsels sehr leistungsfähig, wie auch Mais.

18

Bei mittlerer bis intensiver Nutzung, extensive Nutzung produziert weniger Biomasse.

Nährstoffversorgung Mais hat eine gute Effizienz bei der Stickstoffverwertung und weist den geringsten Stickstoffbedarf je Tonne Trockenmasse vergleichbarer Kulturpflanzen auf. Silomais ist in der Lage, den grössten Teil (bis zu 90%) des pflanzenverfügbaren BodenStickstoffs in Ertrag, also Biomasse, umzuwandeln. Dies nicht zuletzt deshalb, weil der Zeitraum der maximalen Mineralisationsrate im Boden mit dem maximalen Strickstoff-Bedarf des Maises im Juli/August zusammentrifft. Zudem ist Mais ein guter Verwerter von Hofdünger. Wobei zu beachten ist, dass die langsamere Nährstoffwirkung aus Hofdünger nicht oder nur verzögert dem Mais zugutekommt. Mais hatte speziell in der Vergangenheit im Hinblick auf den Gewässerschutz einen schlechten Ruf. Das ist damit erklärbar, dass er überwiegend in Verbindung mit intensiver Viehhaltung angebaut wird. Folglich wird der Mais zu einem grossen Teil mit Hofdünger gedüngt, was zwar in normalem Rahmen durchaus sinnvoll ist. Doch der zu einem grossen Teil organisch gebundene Stickstoff weist im Vergleich zum Handelsdünger eine deutlich geringere Effizienz auf. Wenn die zweite Hofdünger-Welle im Frühjahr auf Maisflächen «entsorgt» wird – sofern dies so vorkommt –, sollte dieser Umstand nicht der Kulturpflanze Mais angelastet werden. Denn eine Entsorgung ist keine Düngung und folglich in dieser Form ein Management-Versagen.

Bemerkung

ten übernommen und in ihr Verkaufsprogramm integriert. Ja selbst die Produktion von Pflanzenschutzspritzen wurde von einem namhaften Hersteller zugunsten der mechanischen Unkrautregulierung eingestellt. Technisch gesehen dürfte die mechanische Unkrautregulierung im Maisanbau den chemischen Pflanzenschutz in absehbarer Zeit weitgehend ablösen. Dazu leisten digitale Systeme zunehmend unterstützende Hilfe. Allerdings übersteigen die dafür notwendigen finanziellen Aufwendungen die Möglichkeiten vieler Ackerbaubetriebe und bremsen die erwartete Entwicklung noch auf Jahre hinaus.

Mehr Schadinsekten und Schadpilze Der Drohneneinsatz in der Landwirtschaft hat gar seinen Ursprung bei der biologischen Maiszünsler-Bekämpfung. Mithilfe dieser Fluggeräte wurde diese Bekämpfungsmethode praxistauglich. Erst seit wenigen Jahren wird auch das Auftreten des Westlichen Maiswurzelbohrers beobachtet. Beide Schädlinge sind «Importprodukte», mit denen der/die MaisanbauerInnen sich künftig arrangieren müssen. Gegenüber dem Ausland hat der/die Schweizer MaisproduzentIn durch die konsequente Fruchtfolgeumsetzung mit Beschränkung


MAISANBAU

Tabelle 2: Landwirtschaftliche Nutzfläche nach Nutzungsarten 2000/02

2015

2019

Veränderung 2000/02– 2017/19

Körnermais (KM) ha

22 280

15 322

16 015

–29,9 %

Anteil KM an Mais total

35,4 %

21,8 %

25,5 %

Silo- und Grünmais ha

40 652

54 904

46 692

Anteil SM an Mais total

64,6 %

78,2 %

74,5 %

Offenes Ackerland ha

290 462

272 816

272 056

Maisanteil an OA ha

21,7 %

25,7 %

23,0 %

Ackerland Total ha

410 560

398 353

398 794

–3,0 %

Landw. Nutzfläche ha

1 071 131

1 049 478

1 043 663

–2,3 %

16,1 %

–5,7 %

Quelle: Agrarbericht 2020

der Flächenanteile eine vielversprechende Bekämpfungsstrategie. Der Temperaturanstieg und die damit verbundene Klimaänderung werden auch für den Mais früher oder später den Pilzdruck erhöhen. Der Einsatz von Biostimulanzien zur Abwehr bodenbürtiger Schaderreger und zum Schutz des keimenden Saatkorns ist in wissenschaftlicher Erprobung. Auch wenn sie derzeit noch nicht als eine ebenbürtige Alternative zur Sicherung eines ausreichenden Feldaufganges einzustufen ist, wird es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis Erfolge erzielt werden.

nehmend ein «Termingeschäft» geworden. Das heisst, um die teuren Maschinen wirtschaftlich einzusetzen und alle Terminwünsche der Kunden zu berücksichtigen, steht der Bodenschutz oftmals erst an zweiter Stelle. Deshalb aber dem Lohnunternehmen die Schuld zuzuweisen, greift zu kurz, denn er hat seine Kunden «im Nacken» und muss deshalb Kompromisse eingehen. Letztendlich hat immer der/die MaisanbauerIn die letzte Entscheidungsbefugnis. Entsprechend schwierig ist es hier, «eine Lanze für den Mais zu brechen».

Strukturprobleme wegen Mais?

Boden schützen – Humusgehalt sichern

Strukturprobleme im Boden sind schnell passiert, lassen sich aber nur schwer und höchstens langfristig wieder beseitigen. Genau deshalb erfordert ein gezielter Bodenschutz im Maisanbau besondere Beachtung. Ein hoher Technisierungsgrad mit leistungsfähigen, aber schweren Ernteketten und die nicht selten feuchten oder nassen Bodenbedingungen zur Erntezeit erschweren einen wirkungsvollen Bodenschutz. Die in den letzten Jahren zu beobachtende Ernteverfrühung durch klimatische Veränderungen entschärft das Problem etwas, mindestens was die Befahrbarkeit der Böden angeht. Die Ernte, wenn sie über einen Lohnunternehmer abgewickelt wird, ist zu-

Organischer Kohlenstoff, das heisst Humus, beeinflusst die Bodenfruchtbarkeit und damit die Ertragsbildung aller Kulturpflanzen. Fruchtfolge, Art und Intensität der Bodenbearbeitung sowie die Menge an organischer Düngung sind entscheidende Grössen für die Humusbildung. Körnermais liefert über die auf dem Feld verbleibenden Ernterückstände mehr Humus zurück, als durch den Anbau verbraucht wird. Silomais wird von Betrieben mit Tierhaltung angebaut, welche indirekt durch den Silomaisanbau, durch die Rückführung organischer Substanz über die Hofdünger, die Humusbilanz in der Fruchtfolge ausgeglichen erhalten.

Mykotoxine: Ein gewichtiger Vorwurf an den Mais ist, dass er die Ursache für hohe Mykotoxinbelastung bei nachfolgendem Weizen ist. Bild: Kuhn

Mais-Flächenanteile Wie Tabelle 2 zeigt, hatte im Jahre 2019 die Nutzungsrichtung Silomais mit rund 75 % eine dreimal grössere Bedeutung als Körnermais mit rund 25 %. Silomais dient sowohl der Erzeugung von Milch als auch von Fleisch. Zum Verbrauch ausserhalb geeigneter Anbaugebiete (angrenzende Gebiete, Berggebiet) wird er oft hintransportiert. Körnermais fliesst in den Futtermittelkanal. Für spezielle Produkte wie «Linthmais» oder «Rheintaler Ribelmais» werden geeignete alte Sorten angebaut. Die Saatmaisproduktion hat in der Westschweiz, im Tessin und im St. Galler Rheintal eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Der Maisanteil an der offenen Ackerfläche lag laut Agrarbericht im Jahr 2019 bei 23 %.

Wasserverbrauch Mais hat im Vergleich zu anderen Kulturen eine geringe Empfindlichkeit gegenüber einer Frühjahrs-/Vorsommertrockenheit. Als C4-Pflanze (siehe Kasten) weist Mais eine höhere Effizienz bei der Wassernutzung auf als die C3-Pflanzen Weizen, Kartoffeln oder Zuckerrüben. Zur Ertragsbildung braucht der Mais weniger Transpirationswasser als Weizen oder mit anderen Worten, er kann aus einem bestimmten Wasservorrat erheblich höhere Erträge liefern als beispielsweise Weizen. Allerdings reagiert er empfindlich auf (Wasser-)Stress im Zeitabschnitt zu Beginn des Fahnenschiebens bis drei Wochen nach Ende der Blüte. Fehlt dann das Wasser, sinkt der Kornertrag stark.

Fazit Mit 23% Flächenanteil an der offenen Ackerfläche ist Mais (Körner- und Silomais) nach Brotgetreide die wichtigste Kultur in der Schweizer Landwirtschaft. Die Probleme rund um den Maisanbau sind im Kontext mit dem gesamten Anbau- und Betriebsmanagement eines Betriebes zu beurteilen.

Ernte: Die Silomaisente ist gekennzeichnet durch zahlreiche Feldüberfahrten mit hohem Gewicht. Bild: R. Hunger

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2021 Schweizer Landtechnik

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MAISANBAU

Für eine optimale Wirkung der Quetschwalze muss der Roggenbestand blühen. Bilder: R. Burkhalter

Trend zu intakten Böden Kann mit Grünschnittroggen oder mit Untersaaten das Unkraut im Mais bekämpft werden? Das wird an der Hochschule HAFL in Zollikofen mit einem Forschungsprojekt untersucht. Solch alternative Anbauverfahren benötigen aber mehr Know-how als traditionelle «Bodenbearbeitung-Pflug-Herbizid»-Verfahren. Ruedi Burkhalter

Wie wird in der Schweiz in 10 oder 20 Jahren Mais angebaut? Stellt man diese Frage an Mais-Spezialisten in der Praxis, erhält man kaum zwei gleiche Antworten. In einem Punkt sind sich aber alle einig: Die intakten «Funktionen» der Böden werden zukünftig an Bedeutung gewinnen. Konkret gemeint sind damit viele Eigenschaften wie Wasseraufnahme- und Speicher vermögen, Luftaustausch, Tragfähigkeit, biologische Aktivität, um nur einige zu nennen.

Ertrag bezahlt Rechnungen In den letzten 30 Jahren tauchten verschiedene neue Anbauverfahren auf und wurden über Jahre weiterentwickelt. Die meis18

Schweizer Landtechnik

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2021

ten davon konnten sich aber nicht grossflächig durchsetzen und besetzen höchstens Nischen. Die Gründe für das vorläufige Scheitern waren meist die gleichen: Alternative Anbauverfahren sind oft aufwendiger und anspruchsvoller in der Umsetzung als das traditionelle Bodenbearbeitungs-Herbizid-Verfahren. Gerade wegen der anspruchsvolleren Anbautechnik, mit welcher es noch wenig Langzeiterfahrungen gibt, erweisen sich solche Verfahren nicht selten als Risiko betreffend Ertragssicherheit und verschwinden möglicherweise nach einem Jahr mit ungünstigen Witterungsverhältnissen wieder von der Bildfläche. Als prominentes Beispiel könnte man an dieser Stelle die «Maiswiese» nennen,

deren Idee darin bestand, dass zwischen den Maisreihen ein lebender «Wiesenbestand» so gesteuert wurde, dass einerseits die Ertragsbildung beim Mais möglichst wenig beeinträchtigt wird, andererseits durch den Wiesenbestand Unkräuter verdrängt und die Tragfähigkeit des Bodens bei der Ernte verbessert wird. Die anspruchsvolle und technisch aufwendige Kontrolle des Wiesenbestands war letztlich wohl der Hauptgrund dafür, dass sich die meisten Anwender wieder vom Verfahren abwandten und auf die konkurrenzlos günstige und einfache chemische Unkrautkontrolle setzten. Neue technische Möglichkeiten in Verbindung mit den drohenden Einschränkungen beim chemi-


MAISANBAU

schen Pflanzenschutz könnten jedoch alten Bekannten zu einem neuen Leben verhelfen. Die Idee, Unkraut durch unproblematisches Pflanzenmaterial fernzuhalten, wird auf Biobetrieben, aber auch auf konventionell arbeitenden Betrieben immer wieder neu aufgenommen.

Mit Pflanzen gegen Unkraut? Soll Mais mit reduziertem oder gar ganz ohne Einsatz von Herbiziden angebaut werden, stehen neben der Hacktechnik mit ihren bekannten Nachteilen (Aufwand, Wasserverdunstung wird gefördert, höheres Risiko für Erosion) insbesondere Verfahren durch Verdrängen von Unkraut mit totem oder lebendem Pflanzenmaterial zur Verfügung. An der landwirtschaftlichen Hochschule Zollikofen (HAFL) wird in beide Richtungen geforscht. Durch das Niederwalzen einer Gründüngung oder Zwischenfrucht soll eine möglichst geschlossene, stabile Matratze aus Pflanzenmaterial angestrebt werden, die Unkraut gar nicht erst auflaufen lässt und als positiven Nebeneffekt auch noch die Wasserverdunstung reduziert. Eine herkömmliche Messerwalze, wie sie heute vor allem für die effiziente und dieselsparende Zerkleinerung von Gründüngungen oder Ernterückständen anstelle eines Mulchers verwendet wird, ist laut Projektleiter Bernhard Streit zu diesem Zweck nicht optimal geeignet. Besonders im Fall von Grünschnittroggen, der zurzeit vielversprechendsten Pflanze für diesen Zweck, wäre eine schneidende Arbeitsweise nicht erwünscht. Andererseits bildet geschnittenes Material eine weniger lichtdichte Matratze und wird zu schnell abgebaut. Zu guter Letzt wird durch ein Schneiden der Pflanzen auch der Wiederaustrieb stimuliert. Aus diesen Gründen wurde in Zusammenarbeit mit dem Maschinenbauunternehmen Famatech aus Schnottwil SO eine besonders auf diese Anwendung hin ausgerichtete Messerwalze mit einer quetschenden Arbeitsweise entwickelt. Aufgrund der nicht schneidenden, sondern quetschenden Werkzeuge soll der Saftstrom in den Stängeln an mehreren Stellen unterbrochen werden, ohne den Wiederaustrieb anzuregen.

Höheres Gewicht nötig Um mit dieser Arbeitsweise das gewünschte Ergebnis zu erzielen, muss die Walze pro Arbeitsbreite mehr Gewicht haben als eine herkömmliche Messerwalze. Die hier abgebildete Walze hat ein Gewicht von mehr als 1300 kg pro Meter Arbeitsbreite. Um auch

Die 4,5-t-Walze von Famatech kann dank Transportfahrwerk auch mit leichten Traktoren sicher transportiert werden.

mit kleineren Traktoren eine gute Flächenleistung zu erzielen, entschied man sich für eine Bauweise mit klappbarem Strassenfahrwerk. Damit wiegt die 3,3 m breite Walze 4,5 t. Sie wird für den Strassentransport hydraulisch in Längsrichtung ge-

schwenkt und kann so sehr sicher und schnell transportiert werden. In Hanglage kann mit einer leichten Schrägstellung der Walze die Hangdrift ausgeglichen werden. Nach den ersten Versuchen zeigt sich, dass die Richtung zwar stimmt, dass es beson-

Bodensensoren für Präzision Mit neuen Vereinzelungsmethoden wollen die Hersteller von Sämaschinen immer höhere Tempi bei der Einzelkornsaat ohne Einbussen bei der Ablagepräzision ermöglichen. Neben der Ablagetechnik gehört mehr und mehr auch das Erfassen von Bodendaten in Echtzeit dazu. Das zeigt das Beispiel von Precision Planting. Die Firma ist ein amerikanischer Hersteller von Saattechnik-Komponenten – vor allem von solcher mit grossen Arbeitsbreiten. In Europa und in der Schweiz ist das zum Agco-Konzern gehörende Unternehmen eher wenig bekannt. Auf der «Swiss Future Farm» in Tänikon TG ist seit geraumer Zeit eine 3 m breite und knapp 2,5 t schwere Einzelkornsämaschine im Einsatz. Diese Maschine ist mit Bodensensoren («SmartFirmer») ausgerüstet, die unmittelbar bei der Saatgutablage platziert sind. Diese Sensoren erfassen während der Saat in jeder Reihe einzeln die Bodenfeuchte, die Bodentemperatur und auch den Gehalt an organischer Substanz. Aufgrund dieser Werte kann man die Sämaschine laufend entsprechend anpassen (z. B. Schardruck, Ablagetiefe oder Saatstärke). Die erfassten Daten lassen sich für weitere Auswertungen zudem in elektronische Karten übertragen. Die Maschine ist auch dafür eingerichtet, dass mit der Saat eine Unterfuss-Düngung (selbst in flüssiger Form) appliziert werden kann. Die Vereinzelung erfolgt über konventionelle Säräder. Die Körner fallen dann aber

nicht einfach frei nach unten, sondern werden in einem Förderband, auf dem für jedes Korn ein Fach befestigt ist, nach unten transportiert. Ein Fotosensor kontrolliert, ob jedes Fach auch wirklich mit einem Saatkorn gefüllt ist. Speziell an der Maschine ist weiter die Möglichkeit, den Schardruck je nach Boden für jede Reihe individuell und automatisch anzupassen. Diese Anpassung geschieht über Hydraulikzylinder, die in der Lage sind, diesen Druck nicht nur einseitig nach unten (250 kg) auszuüben, sondern auch in einer Art Entlastung (Gegendruck) von annähernd der gleichen Grössenordnung (205 kg). Die Kompatibilität zur Isobus-Norm fehlt leider noch. Es wird deshalb eine eigene CanBus-Datenleitung benötigt, mit der aber alle Einstellungen der Maschine dokumentiert werden können. Roman Engeler

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2021 Schweizer Landtechnik

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MAISANBAU

So muss das Ergebnis aussehen: Während die Maispflanzen in den Reihen gedeihen können, verhindert die dichte Matratze, dass Unkräuter zum Auflaufen genug Licht und Wärme haben.

ders bei feuchter Witterung nach dem Walzen sehr anspruchsvoll ist, den Roggenbestand ganz ohne Einsatz von Chemie zum Absterben zu bringen. Ein zentraler Faktor für den Erfolg eines solchen Systems ist laut Streit das Timing von Walzen und Direktsaat. Der Roggenbestand muss für optimale Ergebnisse blühen, die Pflanzen sollten aber auch noch nicht zu stark verholzt sein. Als bedeutender Nachteil dieses Systems ist die verlangsamte Bodenerwärmung zu nennen. Es ist in der Folge mit einem langsameren Auflaufen des Maisbestands zu rechnen, was aber teilweise später wieder aufgeholt werden kann und besonders in trockenen Jahren durch die geringere Wasserverdunstung etwas kompensiert wird.

Versuche mit Untersaaten Als Alternative oder Ergänzung zu diesem Verfahren werden an der HAFL auch Versuche mit Untersaaten durchgeführt. Untersaaten, also lebendes Pflanzenmaterial, haben bei der Verdrängung von Unkraut beispielsweise Vorteile was die Biodiversität, Bodenaktivität und -struktur sowie die Tragfähigkeit des Bodens bei der Ernte betrifft. Eine grosse Herausforderung besteht jedoch darin, dass die Maispflanzen im sensiblen Stadium bis 8-Blatt nicht zu stark konkurrenziert werden dürfen. Entsprechend ist auch hier das Timing sehr zentral. Je nach Art der Untersaat und Witterungsverlauf muss die Untersaat durch Bearbeitung mit einem Reihenmulcher in ihrer Entwicklung gebremst werden. Untersaaten können grundsätzlich vor, während oder nach der Maissaat platziert werden. Aus arbeitswirtschaftlicher Sicht würde ein gleichzeitiges Aussähen Sinn machen. Die neuste Generation von Drillmaschinen mit Vereinzelungsfunktion eröffnet hier neue Möglichkeiten. HAFL hat zu Versuchszwecken eine pneumatische Direktsaat-Drillmaschine 20

Schweizer Landtechnik

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2021

Für die Untersaat-Versuche wurde eine Drillmaschine so umgebaut, dass Mais und eine Untersaat in einem Durchgang ausgebracht werden können.

mit einem Krummenacher-Sägerät umgebaut, damit Mais und Untersaaten in einem Durchgang ausgesät werden können, wobei Dank unterschiedlicher Beschickung der Säscharen eine räumliche Distanz zwischen Mais und der Untersaat geschaffen wird.

Düngung im Wandel Je häufiger der Maisanbau mit Trockenperioden und Starkniederschlägen konfrontiert werden wird, desto mehr dürfte die traditionelle Düngung mit breit auf der Bodenoberfläche verteilten festen Düngern wohl zum Auslaufmodell werden. Dies einerseits, weil die Gefahr steigt, dass auf der Oberfläche liegender Dünger sich verflüchtigt oder durch Erosion abgeschwemmt wird. Andererseits ist oberflächlich ausgebrachter Dünger für Unkraut schnell verfügbar und kann so einen erhöhten Unkrautdruck bewirken. Viele Lohnunternehmer haben deshalb ihre Saattechnik mit Einrichtungen zur Ablage von Flüssigdünger ausgerüstet. Dabei werden Verfahren unterschieden, welche einen Teil der Düngung in den Säschlitz einbringen oder wo die Düngung für die gesamte Saison als stabilisiertes Depot unter der Pflanze platziert wird. Letzteres Verfahren wäre insofern effizient, als keine weiteren Düngungen nötig sind und der gesamte Dünger am richtigen Ort ohne Verflüchtigungs- oder Abschwemmungsgefahr platziert werden kann. Mit Art und Platzierung des Düngers kann der Landwirt also das Wurzelwachstum von Kulturpflanze und Unkraut gezielt beeinflussen.

der Nachfüllungen deutlich verlangsamt werden, was insbesondere für Lohnunternehmer in Jahren mit kurzen Zeitfenstern zum Problem wird. Die Depotdüngung lässt sich auch mit Hofdüngern realisieren. Strip Till mit integrierter Ablage eines Güllebands in rund 20 cm Tiefe wird beispielsweise vom Lohnunternehmen Schneider Thunstetten praktiziert. Auch dieses Verfahren erfordert viel Fingerspitzengefühl und Know-how. Der Kunde müsse sich schon intensiv mit dem Verfahren auseinandersetzen und die Kultur dann entsprechend pflegen, sagt Lohnunternehmer Schneider. Als Alternative zur Depotdüngung bietet sich im Nachauflauf auch das Cultan-Verfahren an.

Fazit Eines haben die hier vorgestellten Verfahren und Techniken gemeinsam: Sie fordern vom Anwender deutlich mehr Know-how, Feingefühl und vernetztes Denken als der traditionelle Maisanbau mit Pflug und Chemie.

Viel Fingerspitzengefühl Auf der anderen Seite hat die Düngerablage zur Saat auch einige Nachteile. So hat sie etwa höhere Maschinengewichte zur Folge. Vor allem aber wird die Saat dadurch zur logistischen Herausforderung. Die Flächenleistung kann aufgrund

Die Kontrolle einer Untersaat mit einem Reihenmulcher ist gut möglich, jedoch um ein Mehrfaches teurer und aufwendiger als eine Herbizid-Behandlung. Bild: L. Weninger


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MAISANBAU

Mit PS statt Chemie Die Schälfräse erlebt zurzeit einen Boom. Doch betreffend Bodenschonung, Kosten und CO2-Ausstoss gibt es auch Vorbehalte zur mechanischen Alternative eines GlyphosatEinsatzes. Roman Engeler und Ruedi Burkhalter

Die klassische Schälfräse sollte nur in optimal abgetrockneten Böden eingesetzt werden. Bild: R. Burkhalter

Mit der Bodenvorbereitung wird ein Grundstein für einen erfolgreichen Maisanbau gelegt. Denn gute Startbedingungen sind entscheidend für hohe Erträge und Qualitäten. Die Aussaatbedingungen unterscheiden sich von Jahr zu Jahr. Es stellt sich stets die Frage, ob mit eher trockenen oder eher feuchten Witterungsbedingungen zu rechnen ist. Das Auftreten von Frühsommertrockenheit ist generell nichts Neues, weshalb die Bodenbearbeitung zur Maissausaat dieses Witterungsrisiko grundsätzlich berücksichtigen sollte. Daher muss bei den Bodenbearbeitungsverfahren speziell auf Reduktion der Verdunstung und die Schonung der Bodenstruktur geachtet werden. Als Alternative zum traditionellen Pflugoder Glyphosat-Einsatz kommen beim Wiesenumbruch vor der Maisaussaat vermehrt Schälfräsen, oft auch «Biofräsen» genannt, zum Einsatz. Die «Schweizer Landtechnik» hat im letzten Frühjahr verschiedene Modelle im Einsatz begleitet.

Gefahr für Bodenstruktur Schälfräsen erleben zurzeit einen regelrechten Boom. Befragt man jedoch Bo22

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denschutz-Fachleute, wird dieser Boom mit weit weniger Euphorie betrachtet. Wird nämlich ein nicht vorgelockerter Boden unter Einsatz hoher Motorleistung und hoher Messergeschwindigkeiten abgefräst, wird die Krümelstruktur beschädigt und es entsteht ein hoher Feinanteil. Diese Feinanteile können bei späteren Niederschlägen nach unten gewaschen werden, wodurch der Wasser- und Lufthaushalt des Bodens gestört wird. Erosion und Sauerstoffmangel im Boden sind nur zwei der möglichen negativen Folgen.

Anspruchsvolle Wahl des Zeitpunkts Einfach gesagt besteht das Ziel des Schälfräsens darin, dass der unerwünschte Pflanzenbestand so zerschnitten und möglichst auf der Oberfläche abgelagert wird, dass dieser bei anschliessendem Sonnenschein austrocknet und nicht wieder austreibt. Dieser Effekt funktioniert nur bei einer intakten Krümelstruktur, bei welcher der Boden leicht bricht und somit nur in einer kleinen Bandbreite Bodenfeuchtigkeit aufweist. Gerade unter Schweizer Bedingungen mit vorgängiger Silagenutzung des

Bestands besteht die Tendenz, dass unter Zeitdruck zu früh gefräst wird. Dann muss möglicherweise ein zweiter oder gar dritter Durchgang mit der Schälfräse durchgeführt werden, was die Problematik weiter verschärft. Neben der Schälfräse werden in diesem Bericht weitere Geräte als Alternativen vorgestellt.

«Biofräse» mit Hobelmesser-Prinzip Die klassische «Biofräse» basiert meist auf einer handelsüblichen Bodenfräse, die mit anderen, speziell für die oberflächliche Bearbeitung des Wurzelhorizonts optimierten Messern bestückt ist. Die Messer sind so gestaltet, dass der Wurzelhorizont mit möglichst geringem Energiebedarf abgefräst wird. Die Winkelmesser sind nach dem Hobelmesser-Prinzip angeordnet, so dass die vordere Kante der Schneidklinge deutlich tiefer liegt als die hintere. Da nur eine Kante des Messers mit dem Boden in Kontakt kommt, wird im Gegensatz zur herkömmlichen Bodenfräse verhindert, dass eine Schmierschicht entsteht. Allerdings können vom Verschleiss abgerundete Messer insbesondere in zu feuchten, nicht leicht brechenden Böden trotzdem


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Schmierschichten erzeugen. Dank der scharfen Abwinkelung der Messer und einer Überlappung zwischen den Messerreihen wird der Boden ganzflächig bearbeitet. Neben dem anspruchsvollen Einsatz vor der Maissaat ohne Herbizid-Einsatz wird die Maschine auch zur Bekämpfung von Ausfallgetreide, zur Grünlanderneuerung oder für die Einarbeitung von Gründüngungen eingesetzt. Ein zentraler Erfolgsfaktor besteht bei diesem Verfahren darin, dass nach der Bearbeitung mehrere Tage kein Regen fällt und möglichst warmes Wetter herrscht, damit die abgelösten Pflanzenteile nicht wieder anwachsen, sondern schnell austrocknen. Dazu wird mit der Maschine möglichst oberflächlich gearbeitet, denn je geringer der Erdanteil der bearbeiteten Schicht ist, desto schneller trocknen die Pflanzenteile ab. Wichtig ist es, dass das gefräste Material völlig locker liegen bleibt und nicht wieder durch Räder oder Walzen angedrückt wird. Aus diesem Grund sind die Räder für die Tiefenführung meist nur vor der Fräse angeordnet. Das Ergebnis der Arbeit wird durch das Verhältnis der Rotordrehzahl zur Fahrgeschwindigkeit beeinflusst. Ideal ist es, wenn der Boden in Form von regelmässigen «Hobelspänen» abgetragen und locker wieder abgelegt wird. Wird zu schnell gefahren, werden grosse Stücke bis zu ganzen Wurzelstöcken herausgerissen statt abgehobelt. Diese wachsen wieder an und beeinträchtigen so die Wirkung. Wird auf der anderen Seite zu langsam gefahren, wird die Krümelstruktur des Bodens zu stark beschädigt, und der Boden droht zu verschlämmen. Die Intensität der Zerkleinerung und die Materialablage können zudem mit einer hydraulischen Stauklappe beeinflusst werden. Ein Schlüsselfaktor ist die Tiefenführung der Maschine. Bei Bodenunebenheiten muss

Bei dieser Schälfräse von Massano wurde eine automatische Tiefenführung für höchste Präzision eingebaut. Bild: R. Engeler

tendenziell etwas tiefer gearbeitet werden, da sonst die Vegetation in Vertiefungen und Mulden ungenügend geschädigt wird und wieder austreibt.

Schälfräse mit automatischer Tiefenführung In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Massano-Importeur Keller Technik aus Nussbaumen und dem Hersteller selbst hat Lohnunternehmer Andreas Jud (Schwarzenbach SG) bei der Schälfräse «Titan 500» von Massano eine Tiefenführung entwickelt. Gerade im welligen Gelände ist es nicht einfach, stets die gewünschte Arbeitstiefe einhalten zu können. Zwar wird bei der «Titan 500» über die vorderen 4 × 2 Führungsräder eine erste Grundarbeitstiefe eingestellt. Da aber ein klassischer Nachläufer fehlt, kam die Idee auf, mit einem nachlaufenden Tastrad quasi eine sekundäre Tiefenführung zu erreichen. Dieses Tastrad, dessen Ausgangsstellung mit einer Kurbel verändert werden kann, ist über ein Parallelo-

gramm an der Maschine angebaut. An diesem Parallelogramm nehmen Näherungssensoren die vertikalen Abweichungen auf und leiten die entsprechenden Signale an eine SPS-Steuerung weiter. Der in der Verlängerung des Oberlenkers angebrachte Hydraulikzylinder kann dann entsprechend ein- und ausfahren, so dass die Fräse leicht nach oben oder unten schwenken kann. Ein Impulsgeber am Oberlenker sorgt dafür, dass eine gewisse Zeit nach dem Absenken der Maschine sich die Haube öffnet, so dass das abgeschälte Material abseits vom Vorgewende gut nach hinten entweichen kann. Umgekehrt wird beim Anheben der Maschine diese Haube wieder geschlossen. Die gewinkelten Messer hobeln den Boden bis zu einer Tiefe von 4–6 cm ab. Sie sind so angeordnet, dass sie sich überlappen, so dass der Boden ganzflächig bearbeitet wird. Da wegen der Klappung in der Mitte trotzdem eine Bearbeitungslücke vorhanden ist, hat Jud zusätzlich ein

Der originale «BioRotor» aus Dänemark (links) arbeitet mit gefederten Zinken, der Eigenbau (rechts) von Lohnunternehmer Kappeler mit starren Zinken. Bilder: R. Burkhalter

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Beim «Geohobel» wird die Bodenstruktur aufgrund der langsam drehenden Hobelmesser am besten geschont. Bild: R. Hunger

mit einem Kunststoffrohr ummanteltes Gänsefuss-Schar montiert. Die rund 3 t schwere Maschine ist für Traktoren mit Leistungen bis 360 PS ausgelegt.

Ausreissen statt schneiden mit «BioRotor» Mit gefederten, in Fahrtrichtung ausgerichteten Hardox-Zinken arbeitet der aus Dänemark stammende «BioRotor». Das Wurzel- und Grünmaterial wird dabei nicht geschnitten, sondern ausgerissen, was bei der Bekämpfung von Problemunkräutern wie Quecken oder Blacken ein Vorteil ist. Durch die Arbeitsweise des Rotors werden die Pflanzen samt Wurzeln aus dem Boden gerissen, weitgehend von der Erde befreit und in hohem Bogen durch die Luft geworfen. Aufgrund der Gewichtsunterschiede fällt die Erde früher zu Boden, so dass das Pflanzenmaterial als lockere Schicht über dem gelösten Erdmaterial abgelegt wird. Es soll so schneller und vollständiger austrocknen als mit anderen Maschinen. Für eine optimale Wirkung sollte auch mit diesem Gerät nach der Bearbeitung mindestens einen Tag lang kein Regen fallen und eine möglichst intensive Sonneneinstrahlung den Austrocknungsprozess beschleunigen. Zudem darf das Pflanzenmaterial nach der Bearbeitung nicht mehr befahren oder rückverfestigt werden. Der grosse Rotor mit 90 cm Durchmesser ist mit 90 Flachstahl-Zinken aus resistentem Hardox-Material bestückt. Jeder Zinken ist einzeln über ein Vierkant-Gummifederelement mit der Rotorwelle verbunden, was ihm die nötige Flexibilität verleiht. Das Einsatzspektrum des «BioRotor» ist breit. Neben der Bekämpfung von Problemunkräutern und der Funktion als 24

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Der «Kvick Finn» arbeitet in zwei Phasen. Nach einer Vorlockerung durch Flügelschare folgt der Rotor. Bild: G. Zevenbergen

«Totalherbizid-Ersatz» im pfluglosen Anbauverfahren lassen sich auch Gründüngungen und Wiesen vor der Neuansaat umbrechen. Auch für die Stoppelbearbeitung und zur Bekämpfung von Ausfallgetreide ist die Maschine geeignet. Der «BioRotor» wurde durch das Lohnunternehmen Kappeler aus Niedermuhlern BE ausgiebig unter verschiedenen Bedingungen getestet. Es zeigte sich, dass dieses Gerät mit nur einem Durchgang gute bis sehr gute Ergebnisse liefert. Allerdings musste auch festgestellt werden, dass grössere Steine bei dieser Maschine zu erhöhtem Verschleiss bis hin zur Beschädigung von Zinken und Federelementen führen können. Basierend auf einer Beetfräse von Grimme entwickelte Kappeler deshalb einen Eigenbau als Weiterentwicklung des «BioRotor». Dieser arbeitet nun mit stärkeren, starren Zinken und soll auch mit grösseren Steinen zurechtkommen.

Schonendere Alternativen Eine weitere Variante ist die von der finnischen Firma BT-Agro Oy entwickelte Maschine «Kvick Finn», die in drei Varianten erhältlich ist. Dieses Gerät arbeitet im Unterschied zu allen anderen in zwei Phasen: Zuerst wird die oberste Bodenschicht durch Flügelschare ganzflächig abgeschnitten, erst dann folgt ein zapfwellengetriebener Rotor mit gefederten Zinken, der ähnlich wie beim «BioRotor» das Pflanzenmaterial von der Erde trennt und zum schnellen Abtrocknen locker an der Oberfläche ablagert. Dadurch, dass der Rotor bei dieser Maschine nur bereits vorgelockertes Material bearbeitet, dürfte ein geringerer Anteil an Feinerde erzeugt werden. Als weitere Alternative wird zum

Wiesenumbruch besonders auf Schweizer Bio-Betrieben auch der «Geohobel» mit guten Ergebnissen eingesetzt. Der «Geohobel» arbeitet nach dem Prinzip der «Haue» mit speziell geformten, an einer langsam drehenden Rotorwelle befestigten Hobelmessern. Durch die langsameren Werkzeuggeschwindigkeiten wird die Krümelstruktur des Bodens wenig beeinträchtigt, das Pflanzenmaterial wird in die oberste, aktivste Bodenschicht schonend eingemischt.

Fazit Auch konventionell wirtschaftende Landwirte suchen zunehmend nach Möglichkeiten, um im Maisanbau mit weniger oder ganz ohne Glyphosat auszukommen. Nach ersten Jahren Praxiserfahrung mit Schälfräsen und ähnlichen Maschinen wird klar, dass es anspruchsvoll ist, dies ohne Beschädigung der Bodenstruktur zu realisieren. Der Wiesenumbruch mit Totalherbizid ist auch heute noch konkurrenzlos günstig und effizient. Im Sinn einer gesamtheitlichen Betrachtungsweise darf zumindest bezweifelt werden, dass die Umwelt unter dem Strich profitiert, wenn zum Ersatz von Totalherbiziden mechanisch mit viel PS gearbeitet wird und in der Folge deutlich mehr CO2 und andere Schadstoffe in die Luft gelangen. Zu guter Letzt werden solche mechanischen Verfahren in der Öffentlichkeit oft als «Massaker» an Regenwürmern und anderen Bodenlebewesen beschimpft. Nüchtern betrachtet werden mit einer Schälfräse wohl kaum mehr Regenwürmer zerstört als mit einer herkömmlichen Bodenfräse, halten sich diese doch bei abgetrockneten Bedingungen meist nicht in den obersten Zentimetern des Bodens auf.


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Die Direktsaat ist bezüglich Bodenschonung das vollkommenste Anbausystem. Bilder: R. Hunger

«Denke in Verfahren – handle mit System» Der Ackerbau wird geprägt durch unterschiedliche Anbauverfahren. Damit sich diese mit all ihren Vor- und Nachteilen etablieren können, braucht es Zeit. Nachfolgend die heute bekannten oder neuen Verfahren zum Anbau von Silo- oder Körnermais. Ruedi Hunger Ein Anbauverfahren beschränkt sich nicht nur auf die Aussaat einer Kultur, sondern ist in der Regel über die ganze Fruchtfolge ein bestimmendes Element. Jedes Anbauverfahren beeinflusst unterschiedlich stark die Bodenstruktur und die Bodenlebewesen. Bis sich ein bestimmtes Verfahren bei konsequenter Anwendung und Umsetzung etabliert hat, vergehen einige Jahre. Ein klassisches Beispiel ist immer wieder die Umstellung auf die biologische Bewirtschaftung, wo man als Faustregel davon ausgeht, dass es rund sechs Jahre dauert, bis sie sich etabliert hat. Ähnliches gilt beispielsweise für die Direktsaat. Der Boden muss sich also an ein Verfahren «gewöhnen». Das ist nicht der Fall, wenn, aus welchen Gründen auch immer, das Anbauverfahren in kurzen Abständen geändert wird 26

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und der Boden (Aufbau, Struktur, Bodenlebewesen) sich wieder neu ausrichten muss.

Direktsaat Die Saatgutablage erfolgt in Reihen ohne vorherige Bodenbearbeitung. Die Direktsaat erfordert einen sehr hohen Schardruck, dies weil die Saatgutablage direkt über Zinken-, Scheiben- oder Kreuzschlitzscharen in einen unbearbeiteten Boden oder durch eine dicke Mulchschicht erfolgt. Der Bodeneingriff ist nur so gross wie für die Saatgut- und Düngerablage notwendig. Die Bearbeitungstiefe entspricht der Saatgut-Ablagetiefe. Die «Bodenbearbeitung» beschränkt sich auf das Öffnen und Verschliessen des Säschlitzes. Je nach eingesetzter Säschar werden bei der Direktsaat zwischen 0 und 25 % der

Bodenoberfläche bewegt bzw. «bearbeitet». Jedes nachfolgende Befahren der Fläche erfolgt, mit Ausnahme der Säreihe, auf gewachsenem Boden. Die Unkrautkontrolle stellt hohe Anforderungen an das Anbaumanagement. Der unbearbeitete Boden erwärmt sich im Frühjahr verzögert, damit verbunden ist auch eine verzögerte Nährstoffmineralisierung.

Streifenfrässaat-Verfahren Bei der Streifenfrässaat wird der Boden (wie es die Bezeichnung schon sagt) nur streifenweise bearbeitet. Für die Streifen-Bearbeitung wird eine Fräse eingesetzt. Optional zusätzlich ein vorlaufender Lockerungszinken. Die Saatgutablage erfolgt durch das nachfolgende Einzelkornsäaggregat. Optional wird gleichzeitig eine Bandspritzung


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Bei der Streifenfrässaat wird der Boden mit einer Fräse streifenweise «aktiv» bearbeitet.

Pflug-Egge-Saat ist das weitverbreitetste Maisanbau-Verfahren.

Dammkultur ist ein neues «altes Verfahren», das im Begriff ist, sich zu etablieren.

durchgeführt. Die Streifenfrässaatmaschine ist folglich eine Maschinenkombination aus verschiedenen Baugruppen. Bei der Streifenfrässaat werden zwischen 25 und 50% der Bodenoberfläche bearbeitet. Die nur teilweise durchgeführte Bodenbearbeitung gewährleistet ein Befahren auf tragfähigem Boden zwischen den Reihen. Bodenbearbeitung, Saat und Herbizidanwendung erfolgen in einem Arbeitsgang. Nachteilig sind das hohe Maschinengewicht und, je nach Boden, ein grosser Kraftbedarf.

Jugendentwicklung der frischen Saat auswirkt. Das klassische Strip-Till-Verfahren wird entweder «absätzig», das heisst in zwei getrennten Bearbeitungsschritten, oder kombiniert durchgeführt. Bei Letzterem erfolgen Streifenbearbeitung, Düngung und Aussaat in einem Durchgang.

wendet. Schliesslich erfolgt die Aussaat mit einer herkömmlichen Einzelkornsämaschine. Die Saatbeetvorbereitung und die Saat können mit einer Maschinenkombination auch in einem Arbeitsgang erledigt werden. Der Boden wird ganzflächig bearbeitet, damit ist die Befahrbarkeit/Tragfähigkeit ebenfalls ganzflächig reduziert. Weil für dieses Verfahren bis zu drei Arbeitsdurchgänge notwendig sind, ist es im Vergleich zu den reduzierten Verfahren teurer.

Strip-Till-Verfahren Das Strip-Till-Verfahren ist im Wesentlichen ein Kompromiss zwischen der pfluglosen Mulchsaat mit ganzflächiger konservierender Bodenbearbeitung und der Direktsaat ohne jede Bodenbearbeitung. Das Strip-TillVerfahren wird üblicherweise nur bei Reihenkulturen wie Mais, Zuckerrüben oder Raps angewendet. Aufgrund der reduzierten Bodenbearbeitung sind die Verfahrenskosten tiefer als beim Pflug-Egge-Saat-Verfahren. Durch die Stroh- oder Mulchauflage bleiben auf der unbearbeiteten Fläche der wertvolle Erosionsschutz und eine gute Wasserinfiltration erhalten. Die Stabilität im unbearbeiteten Boden und damit die Tragfähigkeit zwischen den Reihen bleiben ebenfalls erhalten. Der schmale bearbeitete Streifen, in den das Saatgut abgelegt wird, trocknet schneller ab und erwärmt sich rascher, was sich positiv auf die Keimung und

Mulchsaat-Verfahren Beim Mulchsaat-Verfahren erfolgt ein ganzflächiges, oberflächliches Bearbeiten des Bodens. Dieser sollte möglichst mit Pflanzen(-resten) bedeckt sein und damit eine Mulchschicht aufweisen. Üblicherweise unterscheidet man zwischen Strohmulch und Zwischenfuttermulch (Gründüngungsmulch). Weiter wird zwischen Mulchsaat mit und ohne Saatbeetbereitung unterschieden. Vorzugsweise werden Flachgrubber oder Kurzscheibeneggen eingesetzt. Zapfwellengetriebene Geräte sind nur zweite Wahl. Die Saatgutablage erfolgt mit mulchsaattauglichen Säscharen in die oberflächennahe Mulchschicht.

Dammkultur-Verfahren Die Dammkultur hat in Deutschland und zum Teil auch in Österreich an Bedeutung gewonnen. Erste Betriebe in der Schweiz praktizieren das Verfahren seit ein oder zwei Jahren. Das Verfahren gründet auf einer intensiven passiven Bodenlockerung mit einer ausgeprägten Dammstruktur. Die Unkrautbekämpfung bzw. -regulierung erfolgt durch mehrfaches Auf- und Umhäufeln von Dämmen. Gesät wird in den Damm. Für praktisch alle Arbeitsgänge wurden Spezialwerkzeuge entwickelt.

Pflug-Egge-Saat-Verfahren Das klassische Pflug-Egge-Saat-Verfahren ist aufgeteilt in die Grundbodenbearbeitung mit dem Pflug, die Saatbeetvorbereitung und die Saat. Der Pflug wendet, lockert und mischt den Boden bis auf eine Bearbeitungstiefe zwischen 15 cm und 35 cm. Für die Saatbeetvorbereitung werden aktiv oder passiv arbeitende Gerät ver-

Strip-Till ist ein Verfahren, bei dem ein Streifen «passiv» bearbeitet und die Saat absätzig oder gleichzeitig ausgebracht wird. Bild: McConnel

Fazit Die erwähnten Anbauverfahren unterscheiden sich im Wesentlichen über die Art und Intensität des Bodeneingriffs. Ein etabliertes System sollte behutsam geändert werden, denn an ein neues Verfahren muss sich der Boden allmählich gewöhnen. Deshalb ist von einem stetigen Wechsel abzusehen.

Mulchsaat ist der Inbegriff für konservierende Bodenbearbeitung bzw. Aussaat. Bild: Gaspardo

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Davon wird gesprochen: Mais-Bohnen-Gemenge Seit einiger Zeit wird beim Maisanbau über die Vor- und Nachteile von Mais-BohnenGemenge diskutiert. Erhofft wird damit einerseits ein höherer Eiweissgehalt der Silage und anderseits auch ein ökologischer Vorteil. Ruedi Hunger

Ziel einer Mais-Bohnen-Mischkultur ist eine Silage mit einer höheren Proteindichte, ohne dass der TS-Ertrag reduziert wird. Bild: Landpixel

Ein Gemengeanbau ist immer mit erheblichen Risiken verbunden. Zum einen kann sich ein Mischungspartner unerwartet vom Partner zum Konkurrent entwickeln. Anderseits kann witterungsbedingt ein Mischungspartner teilweise oder ganz ausfal28

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len und die erwarteten Vorteile an ein Gemenge kommen damit nicht zum Tragen.

Gründe, die dafür sprechen Es gibt zwei Gründe, mit denen ein Mais-Bohnen-Gemengeanbau begründet

wird. Einerseits weist die Bohnenpflanze mit 14 % einen doppelt so hohen Proteingehalt auf wie Mais. Daher liegt es auf der Hand, dass mit einem Gemengeanbau versucht wird, den Proteingehalt der Maissilage zu erhöhen. Bohnen sind


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Leguminosen, und diese haben bekanntlich die Möglichkeit, mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff im Boden zu fixieren. Diese Gratis-Düngung gilt es zu nutzen. Zudem ist Mais im Jugendstadium ein «Langweiler», der gleichzeitig auch noch relativ hilflos gegen Unkrautkonkurrenz ist. Bohnen bedecken bzw. beschatten den Boden schneller als Mais und können damit Unkräuter unterdrücken und gleichzeitig auch das Erosionsrisiko senken. Schliesslich wird durch den Anbau von Blühpflanzen (Bohne) die Anbaudiversität gesteigert.

Kritische Punkte In der Praxis wird der Mais-Bohnen-Gemengeanbau nur dann Einzug halten, wenn sichergestellt ist, dass Bohnen und Mais gleichzeitig ausgesät werden können und beim Mais gleichwertige Erträge erzielt werden. Das heisst, die fütterungstechnischen und die ökologischen Vorteile müssen gesichert sein oder durch Agrar/Umwelt-Massnahmen honoriert werden. Anbautechnisch besteht das Risiko, dass sich die Bohnen nicht ausreichend entwickeln und damit weder den Eiweissgehalt der Silage wesentlich erhöhen, noch die ökologischen Erwartungen erfüllen. Nicht zu vergessen ist, dass Bohnen noch empfindlicher auf Frühjahrsfröste reagieren als Mais. Das bedeutet, dass im Vergleich zur Mais-Reinsaat tendenziell später gesät wird. Dies wiederum mit dem Risiko, dass die Silage letztlich einen tieferen TS-Gehalt aufweist. Bohnen können für den Mais aber auch zur Konkurrenz werden und im Extremfall den Mais bis auf Hüfthöhe hinunterreissen.

Phasine und Lektine Hülsenfrüchte und damit Bohnen enthalten Phasine. Phasine ihrerseits gehören in die Gruppe der Lektine. In frischem Zustand enthalten einige Gemüsearten Lektine, die giftig für Menschen und Haustiere sind. Lektine werden durch Erhitzen beim Kochen, Frittieren oder bei anderen Formen von Garen denaturiert und dabei in eine ungefährliche chemische Form umgewandelt. Bereits nach 15 bis 20 Minuten Kochzeit ist das Phasin in rohen Hülsenfrüchten völlig abgebaut. Die giftige Wirkung von Lektinen (Phasin) in der Ernährung besteht darin, dass sie rote Blutkörperchen verklumpen lassen.

Die Mais-Bohnen-Silage hat einen höheren Rohproteingehalt, doch ist der Gemenge-Ertrag insgesamt tiefer als bei Mais-Reinsaat. Bild: KWS

Gemeinsame Aussaat Die gemeinsame Aussaat ist technisch machbar. Heute steht kleinkörniges (gleich gross wie Mais) Saatgut zur Verfügung. Gleichzeitig sind diese Bohnensorten «etwas» kältetoleranter und wachsen im Jugendstadium verhaltener, damit der Mais als Leistungsträger erhalten bleibt. Mit der gleichzeitigen Aussaat von Bohnen und Mais in einer Reihe steht der mechanischen Unkrautregulierung auch nichts im Weg. Es empfiehlt sich, die Sortenmischungen des Samenhandels zu verwenden. Diese enthalten erstens die richtigen Sorten mit den passenden Eigenschaften und sind zweitens im richtigen Mischverhältnis hergestellt.

Schlussfolgerung der Fütterungsspezialisten Durch den Anbau eines Silomais-BohnenGemenges sanken die Trockenmasse-Erträge in den Jahren 2016/2017 in den verschiedenen Varianten um 13 % bis 29 % im Vergleich zum reinen Maisanbau. Die Rohproteingehalte waren bis zu 20 % höher. Der Phasingehalt in den Bohnen ist stark sortenbedingt. Bei der Silierung unter Praxisbedingungen sank der Phasingehalt nur leicht oder war sogar erhöht (Ballen). In den Laborsilos nahm der Phasingehalt durch die Silierung ab. Die Gründe sind noch nicht bekannt. Für die Verfütterung des Mais-Bohnen-Gemenges an Milchvieh müssen Sorten mit tiefen Phasingehalt angebaut werden.

Was sagt die Wissenschaft? Agroscope Posieux hat zusammen mit dem landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg AG und dem Lehrstuhl für Tierernährung an der technischen Universität München die Mischkultur Mais–Stangenbohnen in verschiedener Hinsicht untersucht. So wurden in den Jahren 2016 und 2017 Anbauversuche mit unterschiedlichen Aussaatstärken durchgeführt. Die Mischkultur-TM-Erträge im Jahr 2016 waren gegenüber der Mais-Reinkultur um 15 % bis 29 % tiefer. Ein Jahr später (2017) wurden TM-Erträge gemessen, die 13 % bis 21 % tiefer waren. Je nach Anbauvariante variierte der Bohnenanteil in der Trockenmasse zwischen 8,7 % und 19,4 %. Das wichtige Kriterium Proteingehalt der Silage bewegte sich 2016 zwischen –10 % und +15 % im Vergleich zur reinen Maissilage. 2017 waren die Proteingehalte in der Silage zwischen 16 % und 20 % höher.

Fazit Die Euphorie für den Anbau von MaisBohnen-Gemenge hält sich in Grenzen. Das zeigt auch eine Rückfrage bei Gebietsvertretern (Ostschweiz) des Samenhandels. Der Vertreter von UFA-Samen sprach von einigen wenigen Dosen und der Vertreter von Hauenstein Samen nannte die Zahl von drei, vier Hektaren zwischen Chur und Bodensee. Es scheint sich zu bestätigen, dass der GemengeAnbau in der Praxis erst auf grössere Resonanz stösst, wenn gewährleistet ist, dass die Erträge in der gleichen Grössenordnung liegen wie beim reinen Silomaisanbau. Anbauempfehlungen sind unter anderem auf der Homepage von «Forum Ackerbau» zu finden. Quellen: DMK Werkstattgespräch 2020 «Mais-Bohnen-Gemenge» U. Wyss, A. Enggist und D. Brugger

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Lucas Vogt, Geschäftsführer von KWS Suisse, propagiert die Plattform «myKWS», über die man nun seine Maissaat absichern kann. Bild: R. Engeler

50 % Rabatt auf Mais-Nachsaaten Auf diese Saison lanciert KWS mit dem «Corn Seed Service» ein neues Angebot. Muss ein mit KWS-Saatgut bestelltes Maisfeld nachgesät werden, stellt das Unternehmen nur 50 % der effektiven Saatgutkosten in Rechnung. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: KWS hat mit «myKWS» eine Online-Plattform für Maisanbauer entwickelt. Was findet man auf dieser Plattform? Lucas Vogt: Diese Plattform ist ganz neu und ging Mitte Februar online. Vor einigen Jahren hat KWS speziell für Zuckerrüben eine App entwickelt, die bereits einen Teil der heutigen Funktionen der «myKWS»-Plattform umfasste, unter anderem eine Absicherung für die Zuckerrüben-Ansaat. Die neue «myKWS»-Plattform bietet aber wesentlich mehr Funktionen. 30

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Welche? Beispielsweise eine sogenannte «VitalityCard», auf der aufgrund von SatellitenAufnahmen die «Wüchsigkeit» einer Parzelle beurteilt werden kann. Weiter gibt es Informationen rund um die Wetterentwicklung und darauf basierende mögliche Gefahren für die Kulturen. Weitere Tools, wie Angaben zu Vorkulturen und daraus abgeleitete Parameter für die teilflächenspezifische Aussaat, werden sukzessive eingeführt. Zudem dient diese Plattform auch dem regelmässigen und

aktiven Informationsaustausch zwischen KWS und den Landwirten. Neu bieten Sie mit «Corn Seed Service» auf dieser Plattform auch eine Absicherung des Maisanbaus an. Was muss man konkret darunter verstehen? Ganz einfach: KWS vergütet 50 % der Kosten des Saatguts, das für eine allfällige Nachsaat eingesetzt werden muss. Welches sind die Voraussetzungen für eine Teilnahme?


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Erste Voraussetzung ist einmal, dass der Landwirt sich auf der Plattform «myKWS» registriert. Weiter muss man ein Dokument, beispielsweise ein Foto, uploaden, das den Kauf von Maissaatgut von KWS bescheinigt. Letztlich müssen gewisse Fristen eingehalten werden, wie das Einzeichnen der gesäten Fläche oder die Anmeldung eines Schadens. Diese Einträge kann aber auch ein Lohnunternehmer für seine Kunden vornehmen. Die Anmeldung für den «Corn Seed Service» muss heuer vor dem 30. Juni erfolgt sein. Was kostet eine Teilnahme bei diesem Service? Dieser Service kostet für Saatgut-Kunden von KWS nichts. Wie muss ein Landwirt bei einem allfälligen Schaden auf seinem Maisfeld vorgehen? Bis 5 Tage nach der Saat muss die gesäte Fläche bei uns registriert sein. Ist ein Schaden aufgetreten, so muss der Landwirt die betroffene Fläche angeben und erwähnen, ob es sich um die ganze oder nur um eine Teilfläche handelt. Innerhalb von drei Tagen bekommt er von KWS eine Rückmeldung. Wird der Schaden anerkannt, so organisieren wir das Saatgut – Sorte nach Wahl oder Verfügbarkeit. Die Verrechnung erfolgt dann über den bisherigen Lieferanten (z. B. Landi), wobei nur 50 % der Kosten in Rechnung gestellt werden. Welche Schäden sind abgesichert und welche nicht? Es sind grundsätzlich alle Schäden abgesichert, egal, ob sie abiotischer oder biotischer Natur sind oder auf menschliche Fehler wie falsche Saattiefe oder Spritzfehler zurückzuführen sind. KWS nimmt sich aber das Recht, die Parzellen vor Ort zu besichtigen – letztlich im gegenseitigen Interesse, damit wir den Landwirt optimal beraten können. Eine Nachsaat muss dann erneut dokumentiert werden, ansonsten es den 50%-Bonus nicht gibt. Demzufolge können auch Bio-Betriebe von dieser Absicherung profitieren, da diese ja oft vom Krähenfrass betroffen sind? Ja, auch Bio-Betriebe können mitmachen und von diesem Angebot profitieren. Ich denke, speziell für diese Betriebe ist das Angebot besonders interessant. Wie bereits erwähnt, es sind alle Arten von Schäden abgesichert.

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Wir sind das Kompetenzzentrum für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Landwirtschaft und verwandten Gebieten. Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) Picardiestrasse 3 | 5040 Schöftland +41 62 739 50 40 | bul@bul.ch | www.bul.ch


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In der Schweiz wurden 2019 rund 16 000 ha Körnermais geerntet. Bild: R. Hunger

Energie oder Humus? Maisstroh ist ein hochwertiges Biogassubstrat. Pro Hektar kann mit einem Methanertrag von 1500 m³ gerechnet werden. Der Produktionsumfang der Nahrungs- oder Futtermittelkette wird nicht geschmälert. Auch die Humusbilanz bleibt ausgeglichen. Ruedi Hunger

«Maisstroh ist deshalb ein hochwertiges Biogassubstrat, weil es bis zur Ernte keinen zusätzlichen Aufwand beansprucht und mit einem ausreichenden Zuckergehalt eine gute Silierfähigkeit aufweist», sagen die Anhänger dieser Verwertungsart. «Stimmt, aber damit steht es dem Boden nicht zur Humusbildung zur Verfügung», betonen die Bodenspezialisten. «Stimmt nicht, die Hälfte der Körnermaisstroh-Trockenmasse bleibt sowieso auf dem Acker und ersetzt damit den Humusentzug der Kultur …» Der Dialog zwischen Energie- und Humusbefürwortern könnte fast unbegrenzt weitergeführt werden. Eine einfache «schwarz/weisse» Antwort gibt es nicht. 32

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Abbaubarkeit von Körnermaisstroh Das Biogaspotenzial eines Substrats ist grundsätzlich von der chemischen Struktur der organischen Verbindungen (Fette, Protein, Kohlehydrate) abhängig. Modellierungsversuche der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) in Freising haben gezeigt, dass Hemicellulose (ADFADL)¹ einen positiven Effekt und Lignin (ADL) einen negativen Effekt auf das Biogaspotenzial haben. Da bei Körnermaisstroh der Ligningehalt niedrig und der Hemicellulosegehalt hoch ist, weist es ein hohes Biogaspotenzial auf (rund 85 bis 90 % von Silomais). Grundsätzlich ist Lignocellulose² aufgrund seiner kompakten Struktur lang-

sam abbaubar. Das bedeutet, dass die Hydrolyse der Lignocellulose der zeitlich limitierende Schritt während des anaeroben Abbaus darstellt. Je später Körnermais geerntet wird, desto langsamer ist der zeitliche Ablauf von chemischen Reaktionen (Kinetik) im Körnermaisstroh. Die Abbaukinetik wird durch eine zusätzliche Aufbereitung verbessert. Bereits die Silierung (sozusagen als biologische Aufbereitung) führte zu einer erhöhten Abbaugeschwindigkeit.

Körnermaisstroh konservieren Damit Körnermaisstroh als Substrat in einer Biogasanlage genutzt werden kann, muss es konserviert, das heisst, siliert


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werden. Bei der Aussage «Körnermaisstroh konservieren» kommen ernsthafte Zweifel auf, ob sich dieses aufgrund geringer Zuckergehalte, vergleichsweise hoher Trockenmasse und mangelnder Verdichtung sinnvoll silieren lässt. Erntetechnikversuche am LfL zeigen aber, dass Körnermaisstroh vielfach trockener aussieht, als es ist. Je nach Erntetermin, Sorte, Feldliegezeit und Witterung kann der TM-Gehalt zwischen 40 Prozent und mehr als 70 Prozent liegen. Die Bedenken hinsichtlich Siliereignung werden vom LfL durch Labor- und Praxisversuche widerlegt und die Forscher kamen 2017 zum Schluss, dass Körnermaisstroh unter Sauerstoffabschluss gut siliert und eine hohe aerobe Stabilität aufweist. Die Silagen wurden dann auch mit 85 bis 100 Punkten bewertet (DLG-Bewertungsschema). Ausnahmen bestätigen die Regel, eine Silage erreichte nur 55 Punkte. Die Verdichtung ist bei Körnermaisstroh in der Tat eine grosse Herausforderung. Selbst bei bester Walzarbeit werden die Zielwerte der Mais-Vollpflanzensilage von rund 245 kg TM/m³ nicht erreicht wer-

Tabelle 1: Hypothetische Rechnung Körnermaisfläche CH 2019 (Agrarbericht 2020)

16 015 ha (16 000 ha) 1 ha

11 t

Abfuhr Körnermaisstroh für Biogasanlagen

Total (16 000 ha)

176 000 t

43 % 53 %

75 680 t 93 280 t

Verbleibender Rest für Humusaufbau (Verlustmenge)

57 % 47 %

100 320 t 82 720 t

1500 m³/ha

Rund 24 Mio. m³

Ertrag Körnermaisstroh im Vergleich zu Biogas-Silomais

Rund 21 %

Methan-Hektarertrag

Annahme: Das Stroh der gesamten Körnermais-Fläche der Schweiz würde der Vergasung in Biogasanlagen zugeführt.

den. Folglich liegt es auf der Hand, dass für Maisstroh wesentlich mehr Siloraum erforderlich ist. Bei der Entnahme gelten die gleichen Grundsätze wie bei der Mais-Vollpflanzensilage, der Vorschub muss entsprechend gross sein. Mit dem Stroh von einem Hektar Körnermais können, vorsichtig geschätzt, rund 0,20 bis 0,25 Hektaren Biogas-Silomais ersetzt werden.

Technisches Potenzial Der potenziell mögliche, hohe Methan-Hektarertrag von Maisstroh zeigt, dass das nach dem Drusch auf dem Feld verbleibende Maisstroh ein grosses Biogaspotenzial aufweist. Um dieses vollumfänglich zu nutzen, müsste das Maisstroh möglichst verlustfrei und sauber geerntet werden können. In der «Ernte» liegt denn auch die grosse Herausforderung. Daher stellt sich die Frage, welche Verluste bei der Ernte entstehen und welche Mengen und Qualitäten nach der Bergung von Körnermaisstroh noch vorhanden sind. Um diese Fragen zu klären, wurden von 2014 bis 2016 am LfL verschiedene Ernteverfahren durchgeführt und die Erträge bzw. Verluste getrennt für die einzelnen Verfahrensschritte der Strohernte erfasst. Zudem wurde die Qualität anhand der TM-Gehalte sowie des Verschmutzung- und Zerkleinerungsgrades

Bestandteile Humus Humus besteht hauptsächlich aus Kohlenstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Stickstoff, Phosphor und Schwefel. Eine analytische Trennung zwischen organischen und anorganischen Komponenten ist lediglich für Kohlenstoff und bedingt für Stickstoff möglich. Wenn, dann muss Körnermaisstroh rasch nach der Ernte siliert werden. Bild: zVg

Tabelle 2: Humusbilanzsaldo Nutzungsart

Humusbedarf

Ertrag dt/ha

Verhältnis Erntegut : Ernterest

Erntereste dt/ha

Humuslieferung

Saldo

Silomais

−560

beliebig

0

0

−560

CCM-Mais (62 % TM)

−560

Körnermais (86 % TM)

−560

120 150 90 110

1 : 0,7 1:1

84

840

+280

105

1050

+490

90

900

+340

110

1100

+540

In Abhängigkeit von Nutzung und Ertrag in kg/ha Humus-C (Handbuch Mais). Humus-C ist der für die Humusreproduktion im Boden anrechenbare Kohlenstoff.

3

2021 Schweizer Landtechnik

33


MAISANBAU

bestimmt. Die Ernteverfahren wurden ein- bis vierphasig durchgeführt (siehe Grafik). Die Trockenmasseerträge lagen in den Versuchsjahren 2014 bis 2016 zwischen 96 und 130 dt/ha, dies bei einem TM-Gehalt zwischen 35 und 45 %. Über die drei Versuchsjahre hinweg konnten keine erwähnenswerten Unterschiede zwischen den Schwadtechniken bezüglich der geschwadeten Maisstrohmengen gefunden werden. Feldhäcksler und Ladewagen erwiesen sich als gleichwertig. Es zeigte sich, dass bei warmer Witterung oder windigem Wetter das Körnermaisstroh je nach Erntetechnik sehr stark abtrocknet, was sich negativ auf die Verdichtung im Silo auswirkt. Deshalb wird empfohlen, das Maisstroh möglichst rasch nach dem Drusch zu Schwaden.

Als Energielieferant Das Korn-Stroh-Verhältnis erlaubt unter Berücksichtigung einer hohen Ertragsvariabilität von Korn und Maisstroh eine grobe Abschätzung des potenziell erntebaren Maisstrohertrages. In der Praxis empfiehlt sich dabei die Verwendung eines Korn-Stroh-Verhältnisses von 1 : 0,9. Effektiv genutzt werden konnten rund 5 t TM/ha (43 bis 53 %), der Rest sind Feldverluste. Diese können mehr oder weniger problemlos eingearbeitet werden. Die mittlere Methanausbeute des potenziell

Die potenziell erntbare Strohmenge liegt bei 95 bis 130 dt/ha, davon konnten effektiv rund 50 Prozent geerntet werden. Bild: M. Ganal

erntebaren Maisstrohs lag im Versuchsmittel mit 314 l ±14 l CH4 (pro kg organische Trockenmasse oTM) relativ hoch und erzielte im Vergleich zur Methanausbeute von Silomais rund 85–90 % (Batchversu-

Tabelle 3: Humussaldo Humusbedarf kg/ha

Lieferung

Saldo

FM-Ertrag Gärrestanfall m³ TM-Gehalt % Humus-C kg/ha (33 % TM) dt/ha

−560

400

29

7,5

268

−292

550

40

7,5

369

−191

Nach Vergärung des Silomais in einer Biogasanlage (Handbuch Mais).

Tabelle 4: Kurzsteckbrief Körnermaisstroh Erntezeitpunkt

Ab (Mais)Korndruschreife (BBCH) 89

Korn-Stroh-Verhältnis

1 : 0,9

TM-Gehalt

Variabel, zwischen 40 und 50 % TM-Gehalt

Potenziell erntbares Körnermaisstroh

9–10 t TM/ha

Realisierbarer Maisstrohertrag

4–6 t TM/ha

Lagerdichte im Silo

±125 kg TM/m³

Methanausbeute im Batchtest Methan-Hektarertrag

1500 m³ CH4/ha

Quelle: Biogas Forum

34

Schweizer Landtechnik

310–320 l CH4/kg oTM

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2021

che). Aus dem erntebaren Maisstroh ergibt sich somit ein Methan-Hektarertrag von rund 1.500 m³/ha. Der Unterschied zwischen frühem und spätem Erntetermin betrug fast 20 %. Bei einer Doppelnutzung von Korn und Stroh ist aus Sicht einer optimalen Methannutzung eine möglichst frühe Ernte anzustreben. Staygreen-Sorten zeigen dabei keine eindeutige Überlegenheit. Im Batchtest wurde für den Gärverlauf die doppelte Zeit von Silomais benötigt, um 50 % der Methanausbeute zu erzielen. Das bedeutet für die Praxis, dass unter Umständen die Verweilzeiten angepasst werden müssen, weil die Gasbildung verzögert abläuft. Durch die Abfuhr von Körnermaisstroh und dessen Nutzung in der Biogasanlage werden das Strohmanagement und die Bodenbearbeitung nach Körnermais erleichtert. Durch eine effektive und komplette Zerkleinerung mit anschliessender Ernte von Körnermaisstroh (und Stoppeln) vermindert sich auch das Fusarium-Infektionsrisiko.

Die Humusleistung Die Humusreproduktion ist ein zentrales Anliegen der landwirtschaftlichen Bodennutzung. Der Anbau von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen ist im Allgemeinen mit Humusverlusten verbunden. Diese Humusverluste gilt es durch Zufuhr von or-


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MAISANBAU

Ernteverfahren zur Bergung von Körnermaisstroh

einphasig

Mähdrescher + Mais-Pflücker + Häckseleinrichtung/ Ballenpresse

Körnermaisstroh Ernteverfahren

zweiphasig

dreiphasig

vierphasig

Mähdrescher + Maispflücker mit Schwadvorrichtung

Hochdrusch Mähdrescher + Maispflücker

Mähdrescher + Maispflücker

Mähdrescher + Maispflücker

Mähdrescher + Maispflücker

Ladewagen/ Feldhäcksler/ Ballenpresse

Direktmähwerk + Feldhäcksler

Schwadmulcher + Feldhäcksler

Schwadmulcher/ Bandschwader

Mulcher Scheibenmähwerk

Ladewagen/ Feldhäcksler/ Ballenpresse

Kreiselschwader/ Bandschwader

ganischen Düngern (Hofdünger etc.) und verschiedenen pflanzlichen Quellen für organischen Kohlenstoff, wie ober- und unterirdische Ernterückstände, auszugleichen. Eine Bilanz errechnet sich aus der Gegenüberstellung von Humuszufuhr und Humusabbau durch eine Kultur. Mais wird aus Sicht der Humuswirtschaft den Hackfrüchten zugeordnet, die einen Humusabbau bewirken. Allerdings muss der Einfluss des Maisanbaues auf die Humusversorgung differenziert betrachtet werden, weil einerseits die unterschiedliche Nutzung von Mais und andererseits die Maisfütterung, mit einem Rücklauf verschiedener Wirtschaftsdünger, eine Rolle spielen. Wie Tabelle 2 zeigt, ergeben sich bei der Körnermaisnutzung hohe bis sehr hohe Saldoüberhänge, die im

realistischen Ertragsbereich selbst bei hohen Humusbedarfswerten positiv bleiben. Die Silomaisnutzung steht bei uns ausschliesslich mit der Rindviehhaltung in Verbindung. Die dabei anfallenden Hofdünger werden wiederum auf die (Acker)Flächen zurückgeführt. Generell lässt sich (nach verschiedenen Quellen) aus keiner Nutzungsrichtung (Körnermais, Silomais, Silomaisvergärung) eine Gefährdung des Bodenhumusvorrates ableiten. Die Humusbilanz wird zudem positiv beeinflusst, weil durch züchterische Massnahmen in den letzten Jahren die Wurzelmasse markant gesteigert wurde. Zudem wirken sich der Zwischenfruchtanbau (vor dem Mais) und die Etablierung von Untersaaten im Mais positiv auf die Humusbilanz aus.

(Quelle: LfL/Biogas Forum)

Ladewagen/ Feldhäcksler/ Ballenpresse

Humusbilanz bei Körnermaisstroh als Biogassubstrat Bleibt die gesamte Körnermaisstroh-Menge auf dem Acker, entsteht ein Saldo-Überschuss in der Höhe von rund 540 dt/ha. Die hohen Ernte-Verluste von rund 50 % bei der Körnermaisstroh-Abfuhr kommen der Humusbildung zugute und gleichen die Bilanz aus (siehe Tabellen 2 und 3). Zusätzlich werden später mit dem Gärrestanfall zwischen 270 und 370 Humus-C kg/ha aufs Feld geliefert.

Fazit Körnermaisstroh eignet sich als Koppelungsprodukt bei sauberer Ernte und rascher Konservierung für die Nutzung als Biogassubstrat. Rund 50% des vorhandenen Maisstrohs bleibt als Ernteverlust auf dem Feld. Aus zahlreichen Humusdauer-Versuchen lässt sich aus keiner Nutzungsrichtung von Mais eine Gefährdung des Bodenhumusvorrates ableiten. Eher ist mit einer Anreicherung von Humuskohlenstoff (Humus-C) zu rechnen, was unter dem Aspekt der CO2-Bindung wünschenswert wäre (aber aus Sicht der unkontrollierten N-Freisetzung kritisch gesehen wird).

Die Ernterückstände von Körnermais sind für Pflug und Grubber immer eine Herausforderung. Bild: R. Hunger

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Schweizer Landtechnik

3

2021

¹) ADF = Zellulosebestandteile wie Zellulose, Hemicellulose und Lignin; ADL = Zellulose und Lignin; ²) Lignocellulose sind die verholzten Zellwände von Pflanzen. Literatur: Handbuch Mais, Biogas Forum, Fachzeitschrift «Mais» 3/2018, 1/2020, 4/2020.


2020 Geschäftsbericht

Schweizerischer Verband für Landtechnik Association suisse pour l’équipement technique de l’agriculture


Vorwort Geschätzte Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser Das vergangene Jahr hat uns eins gelehrt: Nichts ist selbstverständlich! Ich bin dankbar in einem Land zu leben, das in der Lage ist, solche Krisen zu bewältigen, auch wenn wir vielleicht mal auf dem falschen Fuss erwischt werden. Dank unseres Wohlstands hat der Staat die Mittel, um die Gesundheit der Menschen zu schützen sowie Betriebe und Arbeitnehmende vor dem Schlimmsten zu bewahren, wenn sie wegen Restriktionen Probleme bekommen. Die Krise ist aber noch längst nicht überstanden. Die vom Bundesrat verordneten Massnahmen schränken unsere Freiheit ein, verlangen weiterhin Disziplin und Durchhaltevermögen. Die Krise ging nicht spurlos am SVLT vorbei. Hoffnungsvoll startete man zwar ins Jahr 2020 und ahnte ob den ersten Virusmeldungen aus China keinerlei Gefahr. Nach und nach spürte man aber, dass auch die Verbandsaktivitäten gefährdet sein könnten. So kam es, dass die geplante Delegiertenversammlung in Einsiedeln abgesagt werden musste. Der verordnete Lockdown hatte weiter zur Folge, dass auch das Kurswesen zeitweise eingestellt werden musste. Ich danke allen Mitarbeitenden für die vorbildliche Umsetzung aller Auflagen und auch dafür, dass im Verlaufe des Jahres trotzdem die gesteckten Ziele in den Verbandsaktivitäten erreicht werden konnten. Digitales Engagement Erfreulicherweise konnte der SVLT mit Bernhard Streit, Dozent an der Hochschule Zollikofen, einen externen Berater für Digitalisierungsfragen verpflichten. Er erstellt Marktübersichten, nimmt Bewertungen bestehender Angebote vor und steht zudem für individuelle Fragen bis hin zu Problemlösungen vor Ort bereit. Weiter hat sich der SVLT bei den Bundesämtern für Landwirtschaft und Landestopografie für ein freies RTK-Signal eingesetzt. Die ersten Gespräche stimmen uns zuversichtlich, dies zu erreichen.

2 | Geschäftsbericht 2020

Schleppschlauch-Obligatorium verhindert Mit Unterstützung durch den SVLT hat der Ständerat eine Motion gutgeheissen, die einen Stopp des sogenannten Schleppschlauch-Obligatorium fordert. In der Landwirtschaft hat dieser Entscheid, der in der Zwischenzeit auch von der zuständigen Kommission im Nationalrat gestützt wurde, äusserst positive Reaktionen ausgelöst. «AP 22+» sistiert Die «AP22+» ist für die produzierende Landwirtschaft inakzeptabel. Sie verlagert einmal mehr die inländische Produktion ins Ausland, was gerade aufgrund der jüngsten Erkenntnisse aus der Coronakrise grobfahrlässig wäre. Im Gegenteil, Ziel muss es sein, mit der künftigen Agrarpolitik die inländische Produktion zwingend wieder zu stärken. Der Verfassungsartikel über die Ernährungssicherheit, der vom Volk im Jahre 2017 mit rekordhohen 78,6% angenommen wurde, unterstreicht die Bedeutung der einheimischen Nahrungsmittelproduktion und der dazu gehörenden Wertschöpfungsketten. Deshalb hat der Ständerat beschlossen, die «AP22+» zu sistieren und mit einem Postulat den Bundesrat zu deren Überarbeitung beauftragt. So werden die Forderungen der Pflanzenschutz-Initiativen nicht schon in der Agrarpolitik umgesetzt, bevor das Volk überhaupt darüber abgestimmt hat. Agrarinitiativen Die Landwirtschaft ist derzeit mit einer negativen Berichterstattung in den Medien konfrontiert. Es ist eine Kampagne, die gezielt im Vorfeld der beiden Pflanzenschutz-Initiativen vom 13. Juni 2021 aufgebaut wird. Eine Herausforderung auch für den SVLT, denn wenn man diese Abstimmungen verliert, wird die Schweizer Landwirtschaft in ihren Grundfesten erschüttert. Aus diesem Grund hat der Verbandsvor-


SVLT-Vorstand

SR Werner Salzmann Präsident

Mülchi BE

Bernard Nicod Vizepräsident

Granges-Marnand VD

stand beschlossen, die Kampagne des Bauernverbands mit erheblichen finanziellen Mitteln zu unterstützen und auch den SVLT-Sektionen für eigene Aktivitäten Mittel zur Verfügung zu stellen. In der Kampagne wird es darum gehen, die Konsumenten aufzuklären und ihnen aufzuzeigen, welche negativen Auswirkungen die beiden Vorhaben für die Landwirtschaft und letztlich auch für die Umwelt haben werden. Aufgrund der stetig steigenden Weltbevölkerung muss die Landwirtschaft, auch die einheimische, nämlich bedeutend produktiver werden. Eine weitere Zunahme von Importen ist ethisch nicht zu verantworten, zudem aus ökologischer Sicht abzulehnen. Die Schweizer Landwirte haben in den vergangenen Jahren mehrfach bewiesen, dass sie gewillt sind, sich zu verändern und die auferlegten Umweltziele zu erreichen. Auch der SVLT ist involviert, leistet mit dem Projekt «Pflanzenschutzmitteleinträge aus Punktquellen minimieren» und den jährlichen Tests der Pflanzenschutzspritzen einen wichtigen Beitrag.

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Zum Schluss Der SVLT fördert weiterhin mit dem Angebot an Kursen, Weiterbildungen und Beratungen den effizienten und sicheren Einsatz von Maschinen auf den Betrieben, auch mit dem Ziel, die hohen Maschinenkosten zu senken und das Unfallrisiko zu minimieren. Die Ziele können nur gemeinsam erreicht werden. Ich bin dankbar, dass die 23 Sektionen und Fachverbände des SVLT aktiv sind und gute Arbeit leisten. Zudem darf ich auf einen kompetenten und motivierten Vorstand und Mitarbeiterstab zählen. Ich danke den Sektionen, dem Vorstand, der Direktion, allen Mitarbeitenden sowie allen Partnern herzlich für die gute und fruchtbare Zusammenarbeit im vergangenen schwierigen Jahr. Ich freue mich auf eine weitere konstruktive Zusammenarbeit für eine prosperierende Landwirtschaft und Landtechnik. Ständerat Werner Salzmann, Präsident SVLT

Bretzwil BL

Ueli Günthardt Präsident Fachkommission Dienstleistungen

Landquart GR

Olivier Kolly Albeuve FR

Stephan Plattner Präsident Finanzkommission

Markus Schneider Thunstetten BE

Laurent Vernez Präsident Fachkommission Information

Rovray VD

Urs Wegmann Präsident Fachkommission Weiterbildung

Hünikon ZH Geschäftsbericht 2020 | 3


Aktivitäten Interessenvertretung Der SVLT vertritt seine Mitglieder auf nationaler und internationaler Ebene mit dem Ziel, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, um betriebliche Entwicklungen ökonomisch und ökologisch zu fördern. Schwerpunkte bilden dabei der Strassenverkehr, der überbetriebliche Maschineneinsatz und die Unfallverhütung. Weiter unterhält der SVLT ein umfangreiches Beziehungsnetzwerk, um die Anliegen und Interessen seiner Mitglieder gezielt zu vertreten. Die Interessenvertretung wird von den Vorstandsmitgliedern, den Fachkommissionen und dem Zentralsekretariat in den verschiedenen Netzwerken wahrgenommen. Der Verband ist einerseits direkt in diversen Organisationen, Verbänden und Arbeitsgruppen engagiert, anderseits bringt er sich aktiv in verschiedenen Gremien, Interessengemeinschaften und bei Behörden ein. Transporte mit Traktoren Immer wieder und vor allem kritisch werden Transporte, ausgeführt mit Traktoren, in den Medien des Transportgewerbes thematisiert. Der SVLT ist bestrebt, entsprechend zu reagieren, mischt sich mit der notwendigen Objektivität in die Diskussion ein und weist auf die Spielräume sowie Ausnahmeregelungen hin, die der Gesetzgeber der Landwirtschaft für landwirtschaftliche Transporte ermöglicht.

Der SVLT ist direkt vertreten bei: SBV: Schweizerischer Bauernverband (Landwirtschaftskammer, Grosser Vorstand, Arbeitsgruppe Unfallverhütung) BUL: Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (beratende technische Kommission, BTK) SSM: Schweizerische Studiengesellschaft für Motorenbetriebsstoffe (Vorstand) Strasse Schweiz: Verband des Strassenverkehrs FRS (Vorstand) Der SVLT ist Teil eines breit gefächerten Netzwerks von Organisationen, die sich mit Strassenverkehr und Landwirtschaft befassen: Agrartechnik-Forum Schweiz Agridea: Fachbereich Bauen und Landtechnik Agroscope AM Suisse: Fachverband Agrotec Suisse Arbeitsgruppe landwirtschaftlicher Strassenverkehr ASTRA: Bundesamt für Strassen Landwirtschaftliche Bildungszentren der Kantone LID: Landwirtschaftlicher Informationsdienst SAB: Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete HAFL: Hochschule für Agrar-, Forstund Lebensmittelwissenschaften SIK: Schweizerische Interessengemeinschaft der Fabrikanten und Händler von Kommunalmaschinen SLV: Schweizerischer Landmaschinenverband SVS/ASE: Schweizerische Vereinigung für Silowirtschaft VSR: Verkehrssicherheitsrat

4 | Geschäftsbericht 2020

Gleichzeitig fordert der Verband aber dazu auf, diese Ausnahmeregelungen nicht unnötig aufs Spiel zu setzen und weist seine Mitglieder und auch alle anderen Landwirte darauf hin, die geltenden Bestimmungen einzuhalten sowie Rücksicht und Fairness im Strassenverkehr walten zu lassen, auf dass man mit allen Akteuren, die auf öffentlichen Strassen unterwegs sind, ein gutes Verhältnis pflegen kann. Gesetzgebung Der Bereich Strassenverkehrsgesetzgebung ist und bleibt ein Schwerpunkt der Interessenvertretung des SVLT. Bei der Übernahme von EUVorschriften gilt es mehr denn je, die nationalen Gegebenheiten und die Anliegen unserer Mitglieder frühzeitig einfliessen zu lassen, um Probleme bei der Umsetzung zu vermeiden und die Kosten für den Betreiber von Landmaschinen so gering wie möglich zu halten. Auch bei der eidgenössischen Gesetzgebung muss der Landwirtschaft mit ihren speziellen Gegebenheiten das nötige Gehör und Verständnis verschafft werden. Das Thema der Anhängerbremsen beschäftigte den SVLT auch im Berichtsjahr 2020. Zwar sind die gesetzlichen Vorschriften bezüglich den Zwei-Leiter-Systemen bereits seit Januar 2018 (traktorseitig), respektive Mai 2019 (anhängerseitig) in Kraft, doch Zulassungen und Kombinationen von alt- mit neurechtlichen Fahrzeugen gaben weiterhin Anlass zu Fragen und unterschiedlichen Interpretationen. Mit einer in der «Schweizer Landtechnik» und anderen Fachmedien publizierten Checkliste, ausgearbeitet von der Vereinigung der Strassenverkehrsämter in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strassen und der Arbeitsgruppe landwirtschaftlicher Strassenverkehr, wurde nun ein Instrument geschaffen, in Sachen Zulassung von hydraulischen Zweileiter-Bremsen bei Anhängern eine gewisse Vereinheitlichung zu erreichen. Mitte 2020 stellte das Bundesamt für Strassen in einer Weisung klar, unter welchen Rahmenbedingungen die Kombination von bestehenden Traktoren mit hydraulischen Einleiter-Bremsen und neuen Anhängern mit hydraulischen Zweileiter-Bremsen rechtlich zulässig ist. Der SVLT hat in diesem Prozess aktiv mitgewirkt und letztlich den Kompromiss, der zu dieser bis Ende 2025 befristeten Weisung führte, mitgetragen – dies im Bewusstsein, dass damit nicht alle Wünsche erfüllt werden konnten. Bei der Verwendung von Reifendruckregelanlagen mit überstehenden Leitungen bestand seit jeher eine gewisse Verunsicherung. Im Auftrag der Arbeitsgruppe landwirtschaftlicher Strassenverkehr hat der SVLT die Initiative ergriffen und wurde bei den beiden Bundesämtern für Strassen und Umwelt vorstellig, indem man auf den agronomischen Nutzen (Bodenschonung) dieser Anlagen hinwies. Mitte 2020 schaffte das Bundesamt für Strassen mit einem entsprechenden Merkblatt nun Klarheit. Nicht zuletzt aufgrund von Reaktionen von Mitgliedern wurde Verbandspräsident Ständerat Werner Salzmann in der Sache «Schleppschlauch-Obligatorium» aktiv und reichte zusammen mit Ratskollege Peter Hegglin eine Motion ein, mit der der Bundesrat aufgefordert wurde, die bereits eingeführten Verordnungen neu so auszugestalten, dass der Schleppschlaucheinsatz auch nach 2021 durch die Weiterführung von finanziellen Anreizsystemen zielführend gefördert wird. Weiter soll das Obligatorium der bodennahen Ausbringung aus der Luftreinhalteverordnung gestrichen werden. Der Ständerat hat dieser Motion in der Folge mit grossem Mehr zugestimmt. Agrarpolitik Im Rahmen von Vernehmlassungen hat sich der SVLT gegen den Entwurf der «AP22+» ausgesprochen sowie Kritikpunkte bei der Teilrevision in den Vollzugshilfen Umweltschutz in der Landwirtschaft und im Vorentwurf zur parlamentarischen Initiative «Risiko beim Einsatz von Pestiziden reduzieren» angebracht.


Produzierte Seiten im Dreijahresvergleich Schweizer Landtechnik Technique agricole Im Kampf gegen die beiden Agrarinitiativen «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung» sowie «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» hat sich der SVLT ideell und finanziell engagiert und beabsichtigt, dies auch im laufenden Jahr bis zum Abstimmungstermin vom 13. Juni 2021 weiter zu tun.

Information Mit den Fachzeitschriften «Schweizer Landtechnik» in deutscher und «Technique Agricole» in französischer Sprache informierte der SVLT seine knapp 20 000 Mitglieder und freien Abonnenten auch 2020 mit elf Ausgaben über aktuelle Geschehnisse rund um die Agrartechnik. Diese Zeitschriften vermitteln gründliche und praxisnahe Informationen wie aktuelle Meldungen über die nationale und internationale Landtechnik-Branche, fundierte Testberichte über Maschinen, Tipps zum praktischen Maschineneinsatz, Hilfeleistungen bei Investitionsentscheiden und weiteres mehr. Das Redaktionsteam steht dabei in engem Kontakt mit Fachleuten aus der Forschung, Beratung und Industrie, die ihrerseits regelmässig über die Resultate ihrer neusten Erkenntnisse berichten. Die Zeitschriften wurden auch im vergangenen Jahr von AVD in Goldach gelayoutet und gedruckt. Der Umfang lag mit je 786 Seiten in beiden Sprachausgaben leicht unter dem Vorjahr. Auf das geplante Sonderheft zur Ausstellung «Eurotier» (analog zu jenem zur «Agritechnica» in 2019) musste wegen Absage dieser Messe verzichtet werden. Dies hatte zudem zur Folge (verstärkt auch wegen der Absage der «Agrama»), dass das Inserat-Aufkommen ebenfalls leicht unter dem Vorjahr lag. Dafür konnte man einen Zuwachs bei den Beilagen verzeichnen. Der Versand der beiden Zeitschriften erfolgt seit August 2020 statt mit Plastik foliert nun in einer Papierverpackung. Für die Abwicklung der Inserate, von der Offerte über die Auftragsbestätigung bis hin zur Rechnungsstellung, ist seit Herbst 2020 ein neues Tool im Einsatz. Es soll die Abläufe und Auswertungen verschiedenster Art erleichtern. In Kooperation mit der österreichischen Fachzeitschrift «Landwirt» wurde der 2019 lancierte Wettbewerb um die «Alp-Innovation-Trophy 2020» abgeschlossen- zwar erst im Herbst statt wie anfänglich einmal geplant im Frühjahr. Auch diese Verschiebung hatte seinen Grund in der Corona-Pandemie, war doch eine feierliche Preisübergabe an der internationalen Tagung «Landtechnik im Alpenraum» vorgesehen, die erst vom April in den Oktober verschoben wurde, letztlich aber als Online-Event stattfand. Die Übergabe der beiden Siegerpreise in den Kategorien «Industrie» und «Tüftler» fand dann getrennt und bei den Gewinnern direkt vor Ort statt. Der Wettbewerb stiess dabei auf beachtliche Resonanz, so dass für 2022 eine Neuauflage geplant ist. Auf 2021 verschoben wurde hingegen die Durchführung des «Swiss Innovation Award». Dieser Wettbewerb hätte 2020 zum dritten Mal im Rahmen der nationalen Landtechnik-Ausstellung «Agrama» stattfinden sollen und wird nun, wie die Messe ebenfalls, 2021 zur Austragung kommen. Elektronische Medien Im Redaktionsteam gab es im Berichtsjahr keine Veränderungen. Eine Erweiterung des Teams um eine französisch sprechende Person ist für Mitte 2021 geplant, dann soll auch ein weiterer Ausbau der Aktivitäten in den elektronischen Medien in französischer Sprache erfolgen. Die Redaktionscrew ist weiterhin motiviert, sowohl im traditionellen Print-Format als auch auf elektronischen Plattformen die Verbandsmitglieder, die freien Abonnenten und generell die an Landtechnik interessierten Personen über landtechnische Belange aktuell und aus erster Hand zu informieren.

2018

2019

2020

667 | 670

698 | 668

668 | 674

Inserate

109 | 106

114 | 104

100 | 994

Anzahl Seiten

776 | 776

812 | 772

768 | 768

Redaktionell

Bereits gut etabliert sind die von SVLT und der «Schweizer Landtechnik« betreuten elektronischen Medien. Tagesaktuell wird auf der Website agrartechnik.ch ein Newsticker unterhalten. Auf Facebook sind es aktuell über 4500 Follower und auf YouTube sind es mittlerweile knapp 26 000 Abonnenten, die regelmässig die Videofilme zu interessanten landtechnischen Neuentwicklungen anschauen. Fachkommission Die Fachkommission «Information» – sie begleitet die Redaktion vor allem in strategischer Hinsicht – unter dem Präsidium von SVLT-Vorstandsmitglied Olivier Kolly tagte im vergangenen Jahr dreimal – im Februar noch mit physischer Präsenz, dann zweimal im Rahmen einer Videokonferenz. Aus beruflichen Gründen hat Olivier Kolly das Präsidium per Ende 2020 an Vorstandmitglied Laurent Vernez übergeben. Ebenfalls wegen beruflicher Veränderung trat im Verlaufe von 2020 Koni Merk aus der Fachkommission zurück und wurde durch Fabian Sgier (Bildungszentrum Plantahof) ersetzt. Neben den Genannten sind derzeit Sylvain Boéchat (Landwirtschaftsamt Kanton Waadt), Thomas Jucker und Alexandre Peiry (praktizierende Landwirte) sowie Roman Engeler und Heinz Röthlisberger vom Redaktionsteam Mitglied dieser Fachkommission. Die Kommission beschäftigte sich in erster Linie mit der konzeptionellen Weiterentwicklung der Zeitschriften, machte sich aber auch intensiv Gedanken über die künftige Ausrichtung des Verbands und seiner Strukturen.

Weiterbildung Der SVLT bietet praxisorientierte Weiterbildung für Personen an, die Maschinen und Geräte in der Landwirtschaft und in landwirtschaftsnahen Bereichen einsetzen und bedienen. 2020 führte der SVLT in eigener Regie oder in Zusammenarbeit mit Dritten zahlreiche Kurse durch. Kurse Per anfangs Januar übernahm der SVLT aufgrund einer Vereinbarung mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) deren «G40»-Kurse (ausgewählte Kursorte und Instruktoren), was zu einer deutlichen Zunahme der Zahlen von durchgeführten Kursen und Kursabsolventen führte. Ab Mitte März bis Ende Mai musste das Kursangebot wegen Corona eingestellt werden, konnte nach rund drei Monaten erst mit reduzierter Teilnehmerzahl, später wieder mit den maximal möglichen Zahlen hochgefahren werden. Für die Kursorganisation bedeutete dies einen erheblichen Mehraufwand in der Planung. Aufgrund einer Intervention beim Bundesrat erreichte der SVLT, dass in der Zeit von April bis Ende September das Lenken von 40-km/h-Traktoren für Inhaber von «G»-Ausweisen, aber ohne «G40»-Kurs, erlaubt wurde. Total 1117 Teilnehmende absolvierten 2020 den Fahrkurs «G40». An 239 zweitägigen Kursen in der ganzen Schweiz erwarben die Absolventen die Fahrerlaubnis für landwirtschaftliche Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. 9 Teilnehmende erwarben die Bestätigung der obligatorischen Weiterbildung nach CZV, zudem belegten 44 Personen die CZV/SUVA anerkannten Flurförder- und Hebekurse. Im Berichtsjahr wurden im Verbandszentrum in Riniken wiederum drei Schweisskurse mit total 15 Teilnehmern durchgeführt. Der externe Instruktor der Schweisskurse hat sich altersbedingt von der Zusammenarbeit mit dem SVLT zurückgezogen. Da die notwen-

Geschäftsbericht 2020 | 5


Kursteilnehmende im Dreijahresvergleich Werkstattkurse Fahrkurs G40

2018

2019

2020

8

15

15

717

708

1117

CZV-Kurse

47

47

9

Flurförderfahrzeuge

16

24

44

dige Infrastruktur weiterhin vorhanden ist und damit das schweisstechnische Know-how da und dort verbessert werden kann, ist man auf der Suche nach einem neuen Partner. Bei allen angebotenen Kursen kommen die Mitglieder des SVLT in den Genuss von vergünstigten Kursgebühren. Fachkommission Hansjörg Furter, Raphael Sommer, Christian Giger, Beat Steiner, Stefan Gfeller und neu Samuel Reinhard bilden zusammen mit Aldo Rui und Roman Engeler unter der Leitung des Kommissionspräsidenten Urs Wegmann die Fachkommission «Weiterbildung», die durch diese Zusammensetzung eine ausgewogene Besetzung durch Praktiker und Fachleute sicherstellt. Die Fachkommission hat Abklärungen rund um die Nutzung von alternativen Energien gestartet. Der Verband möchte seine Mitglieder in diesem Bereich besser unterstützen und ein entsprechendes Netzwerk aufbauen. Die Energieerzeugung auf Landwirtschaftsbetrieben und die eigene Verwendung dürften in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Mit verschiedenen Partnern wurden Gespräche über eine gemeinsame Produktion von Lernvideos gestartet. Der SVLT sieht darin ein Potenzial, seine Mitglieder im effizienten Maschineneinsatz noch besser informieren zu können. Weitere Abklärungen (Bedarf, Partner, Anbieter) tätigte man zu Viehtransportkursen. Die angeregten Drohnenkurse konnten im Jahr 2020 erstmalig durchgeführt werden. Ein erster Testlauf für den «Ecodrive»-Kurse («Sparen beim Fahren») musste allerdings mangels Beteiligung abgesagt werden.

Dienstleistungen Der SVLT unterstützt die Sektionen bei den verschiedensten Aktivitäten. Der Verband nimmt dabei namentlich eine koordinierende Funktion ein und berät seine Mitglieder und Interessenten in fachtechnischer Hinsicht. Der SVLT bietet den Sektionen administrative Unterstützung bei der Mitgliederverwaltung an. Diese Dienstleistung beinhaltet je nach Auftrag das Mutationswesen, die Verrechnung und das Inkasso der Mitgliederbeiträge und wird von einem grossen Teil der Sektionen in Anspruch genommen. Um die Präzisionslandwirtschaft weiter zu fördern, hat der SVLT bezüglich Freigabe von RTK-Signalen für landwirtschaftliche Anwendungen das Gespräch mit den Bundesbehörden gesucht und ist dabei auf offene Ohren gestossen. Dieses Projekt wird 2021 weiter verfolgt. Bei der technischen Beratung stehen rechtliche Hilfestellungen rund um den landwirtschaftlichen Strassenverkehr, juristische Vorabklärungen bei Verzeigungen oder Unfällen und Fragen im Zusammenhang mit Investitionen in neue Landtechnik im Fokus. Weiterhin Probleme bereiten die neuen Bremsvorschriften mit den noch ungelösten Fragen betreffend die Zulassung und die Handhabung von hydraulischen Zweileiter-Bremsen, was zu entsprechenden Anfragen führt. Die Einführung des Adhäsionsgewichtes bei landwirtschaftlichen Fahrzeugkombinationen hat auch im vergangenen Jahr zu einem

6 | Geschäftsbericht 2020

erheblichen Informationsbedarf bezüglich dessen Umsetzung geführt. Mit dem Online-Rechner und der Hilfestellung durch das Zentralsekretariat konnten die Fragen der Mitglieder beantwortet werden. Antenne Romande In Moudon, am landwirtschaftlichen Bildungszentrum Agrilogie in Grange-Verney, unterhält der SVLT seit geraumer Zeit mit der Antenne Romande eine Ansprechstelle für die Verbandsmitglieder aus der Westschweiz. Wurden dort einst noch fleissig Kurse in Schweissen, Reparaturdienst, Haustechnik oder in neuerer Zeit auch PC-Kurse durchgeführt, sind diese Aktivitäten in jüngster Vergangenheit aufgrund der geringen Nachfrage eingestellt worden. Seit 2014 besteht die Aufgabe dieser Antenne Romande darin, für spezifische landtechnische Fragen eine erste Anlaufstelle zu sein. Nach der Pensionierung von Walter Hofer, Maschinenkundelehrer bei Agrilogie, war die Antenne Romande zwischenzeitlich verwaist, konnte nun aber mit Hofers Nachfolger Philippe Martin wieder neu besetzt werden. Feldspritzentests Der SVLT ist vom Bundesamt für Landwirtschaft beauftragt, die periodische Prüfung der Pflanzenschutzgeräte zu organisieren und zu koordinieren. Der Leistungsauftrag beinhaltet die Führung der offiziellen Liste der anerkannten Prüfstellen, die Bereitstellung des erforderlichen Materials und die Durchführung von Weiterbildungskursen. Die Prüfung der Feldspritzen sowie Obst- und WeinbauSprühgeräte erfolgt durch private Prüfstellen, landwirtschaftliche Schulen und SVLT-Sektionen. Im Jahr 2020 sind rund 1800 Feldspritzen und 470 Sprühgeräte durch die 61 Prüfstellen geprüft worden. Ausstellungen Der SVLT war 2020 an zwei Messen vertreten, bevor es Corona-bedingt zur Annullierung von allen weiteren geplanten Messen kam, namentlich der «Agrama». An der «Agrovina» in Martigny übernahm die Walliser-Sektion die Vertretung des SVLT und konnte dank dieser Präsenz zum Schwerpunkt «Pflanzenschutz» einige neue Mitglieder gewinnen. An der 20. «Tier&Technik» in St. Gallen waren die Ostschweizer SVLTSektionen am Stand vertreten. Thematisiert – und mit einem Modell illustrativ unterstützt – wurden dabei Fragen rund um die Anhängerbremsen. Zudem standen Experten der Polizei und vom SponsoringPartner Vaudoise-Versicherungen für spezifische Auskünfte bereit. Fachkommission In der von SVLT-Vorstandmitglied Ueli Günthardt präsidierten Fachkommission sind derzeit Heinz Gautschi, Samuel Flury und Aldo Rui. Die Fachkommission tagte in der Berichtsperiode zusammen mit der Reisegruppe einmal. Fachreisen Im Januar fand eine gut besuchte Wiederholungsreise nach Israel statt. In zwei Gruppen wurde im Januar und Februar das südafrikanische Land Namibia bereist. Alle Reisegruppen kehrten wohlbehalten zurück, bevor wegen der aufkommenden Corona-Pandemie die weitere Reiseplanung erst in Frage gestellt, später dann komplett eingestellt werden musste. Auf die Ausschreibung einer China-Reise, im Sommer 2019 noch rekognosziert, verzichtete man bereits frühzeitig, im Verlaufe des Frühjahrs wurden auch mögliche AlternativDestinationen in Europa schubladisiert. Die Reisegruppe mit Roman Engeler, Willi Zollinger, Thomas Vögeli und Ueli Günthardt entschied in der Folge auch für 2021 keine Reise auszuschreiben, geschweige denn zu planen.


Verbandsstrukturen Finanzen und Infrastruktur Verbandsgebäude Die Gemeinde Riniken AG (Standortgemeinde des SVLT-Zentralsekretariats) ist daran interessiert, das derzeit unternutzte Erdgeschoss des Verbandsgebäudes an der Ausserdorfstrasse 31 im Stockwerk-Eigentum zu erwerben. Geplant ist, dass in einem Teil der Gemeindewerkhof eingerichtet und im anderen Teil die Fläche für den Dorfladen zur Verfügung gestellt wird. Der SVLT-Vorstand hat, mit Zustimmung durch die Kaderkonferenz von anfangs November, beschlossen, mit der Gemeinde in die Verkaufsverhandlungen einzusteigen. Dazu soll an der nächsten Delegiertenversammlung des SVLT auch ein Grundsatzentscheid gefällt werden. Seitens der Gemeinde Riniken müssen die Stimmberechtigten dazu aber erst einen Planungskredit für den notwendigen Umbau genehmigen und später dann dem Kauf zustimmen. IT Im Zentralsekretariat wurde im Frühjahr ein neuer Server in Betrieb genommen. Gleichzeitig hat man gewisse Systemerneuerungen im Netzwerk vorgenommen, punktuell einige Endgerät ersetzt oder intern verschoben sowie Upgrades bei Programmen durchgeführt. Diese Arbeiten konnten gemäss Plan und innerhalb des definierten Kostenrahmens abgeschlossen werden. Rechnungsabschluss Das gute Rechnungsergebnis ermöglicht es, die betriebsnotwendigen Abschreibungen und einige Rückstellungen vorzunehmen. Zudem wurde den Sektionen zulasten der Rechnung 2020 eine Rückvergütung je Sektionsmitglied vergütet.

Revisionsstelle Geschäftsprüfungskommission Vorstand

Finanzkommission Fachkommissionen Dienstleistungen Information Weiterbildung Direktion Dienstleistungen Information Weiterbildung Interessenvertretung

Bilanz 01.01.2020 Umlaufvermögen Anlagevermögen Total Aktiven Fremdkapital Gewinn Total Passiven

31.12.2020

117 9125.49 1 292 696.42 601 102.00

588 102.00

1 780 227.49 1 880 798.42 970 345.48

Eigenkapital: Kapitalkonto

903 707.30

750 270.33

809 882.01

59 611.68

167 209.11

1 780 227.49 1 880 798.42

Erfolgsrechnung Ist 2019

Ist 2020

Ertrag

2 444 500.09 2 564 267.04

Mitgliederbeiträge

1 293 804.12 1 191 306.56

Sonstiger Ertrag

1 150 695.97 1 372 960.48

Aufwand

2 384 888.41 2 397 057.93

Personalaufwand

1 317 558.20 1 392 047.99

Übriger Aufwand

1 067 330.21 1 005 009.94

Gewinn

Delegiertenversammlung 22 Sektionen, 1 Fachverband

59 611.68

167 209.11

Der Vorstand hat die Jahresrechnung 2020 an seiner Sitzung vom 19. Januar 2021 diskutiert und verabschiedet. Die Revisionsstelle prüfte diese Rechnung (Bilanz und Erfolgsrechnung) für das am 31. Dezember 2020 abgeschlossene Geschäftsjahr, erstellte am 11. Februar 2021 einen entsprechenden Bericht und stellte diesen den Verbands organen zu. Dr. Roman Engeler, Direktor SVLT

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SVLT ■ Roman Engeler: Direktor, Chefredaktor, Verlagsleiter ■ Aldo Rui: Vizedirektor, Weiterbildung, Beratung ■ Loana Bianchi: Sekretariat, Buchhaltung, Mitgliederverwaltung ■ Ruedi Burkhalter: Redaktor ■ David Goy: Chef-Instruktor «G40» Westschweiz ■ Stefan Honegger: Chef-Instruktor «G40» ■ Ruedi Hunger: Redaktor ■ Philippe Martin: Antenne Romande ■ Alex Reimann: Anzeigen-Verkauf ■ Heinz Röthlisberger: Redaktor ■ Catherine Schweizer: Redaktorin (verantwortlich für «Technique Agricole») ■ Dominik Senn: Redaktor ■ Nadja Vogelsang: Direktions-, Redaktions- und Verlagsassistenz ■ Bernadette Wipfli: Sekretariat, Kursadministration

Geschäftsbericht 2020 | 7


Sektionen

Die Mitglieder sind dem SVLT über ihre Sektionen und Fachverbände angeschlossen. Diese befinden selbstständig über ihre innere Organisation, das Tätigkeitsprogramm und die Finanzen. www.avlt.ch P: Furer Pascal, 5603 Staufen 062 891 21 12 G: Voegeli Thomas, 5103 Wildegg 062 893 20 41

www.vlt-sh.ch P: Müller Martin, 8213 Neunkirch 079 656 74 58 G: Hug Adrian, 8263 Buch 079 395 41 17

P: Zimmermann Urs, 4104 Oberwil 041 401 26 23, 079 348 73 05 G: Itin Marcel, 4466 Ormalingen 076 416 27 13

P: Müller Paul, 4913 Bannwil 079 340 29 70 G: Ochsenbein Beat, 4554 Etziken 032 614 44 57, 076 302 77 42

www.bvlt.ch P: Brenzikofer Klaus, 3646 Einigen 033 654 40 37, 079 336 14 84 G: Gerber Peter, 3054 Schüpfen 031 879 17 45, 079 411 02 33

P: Brun Armin, 6493 Küssnacht am Rigi 041 850 41 90, 079 211 15 64 G: Kälin Florian, 8840 Trachslau 055 412 68 63, 079 689 81 87

P: Kolly Olivier, 1669 Albeuve 026 928 10 62, 079 287 00 41 G: Reinhard Samuel, 1725 Posieux 026 305 58 49, 079 670 35 31 P: Maxime Dethurens, 1787 Laconnex 078 758 76 17 G: Steve Röthlisberger, 1283 Dardagny 079 434 92 31 www.svlt-gr.ch P: Markus Tanner, 7304 Maienfeld 081 302 25 11, 078 677 08 36 G: Tscharner Gian Risch, 7492 Alvaneu-Dorf 081 404 10 84, 076 588 74 92 P: Heusler Christian, 2933 Lugnez 032 423 66 11, 079 774 92 43 G: Chevillat Philippe, 2853 Courfaivre 032 420 74 73, 079 419 47 14 www.lvlt.ch P: Moser Anton, 6170 Schüpfheim 041 485 88 23 G: Erni Josef, 6276 Hohenrain 041 467 39 02 P: Seiler Werner, 2318 Brot-Plamboz 032 937 10 63, 079 502 56 72 G: Tschanz Bernard, 2042 Valangin 032 857 21 70, 079 564 12 00 P: Achermann Ruedi, 6374 Buochs 041 620 11 22, 079 643 75 20 G: Bircher Dominik, 6363 Obbürgen 079 424 12 70 P: Frunz Josef, 6056 Kägiswil 041 660 40 16, 079 202 83 75 G: Wagner Thomas, 6064 Kerns 079 730 44 87

VLT-SG

www.vlt-sg.ch P: Giger Christian, 9475 Sevelen 079 611 11 12 G: Müller Eliane, 9478 Azmoos 081 783 11 84, Fax 081 783 11 85

Legende: P: Präsident, G: Geschäftsführer

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www.vtgl.ch, www.tvlt.ch P: Kuhn Rolf, 8553 Mettendorf 052 770 14 13, 079 226 80 41 G: Koller Markus, 9542 Münchwilen 071 966 22 43, 079 643 90 71 P: Antonioli Stefano, 6721 Ludiano 079 653 34 76 G: Carolina Pedretti, Unione Contadini Ticinesi, 6592 San Antonino 091 851 90 90, Fax 091 851 90 98 www.asetavaud.ch P: Mayor Jean-Luc, 1860 Aigle 024 466 33 91, 079 212 31 71 G: Bugnon Virginie, 1162 St-Prex 021 806 42 81, Fax 021 806 42 81 www.aseta-vs.ch P: Samuel Luisier, 1926 Fully 079 844 18 25 G: Jacquemoud David, 1902 Evionnaz 079 732 56 26 P: Freimann Philipp, 6300 Zug 041 740 64 46, 079 467 16 35 G: Betschart Beat, 6313 Menzingen 041 755 11 10, 079 771 65 90 www.svlt-zh.ch P: Wegmann Urs, 8412 Hünikon 052 315 43 37, 078 748 26 60 G: Berger Stephan, 8315 Lindau 058 105 99 52, 076 521 95 28 P: Schurti Leopold, 9495 Triesen 079 696 16 89 G: Becker Fabian, 9490 Vaduz 079 399 09 02 Fachverband Lohnunternehmer Schweiz P: Schenk Oskar, 3150 Schwarzenburg 031 731 14 99 G: Nicolas Eschmann, 5223 Riniken 056 450 94 52 Geschäftsstelle Lohnunternehmer Schweiz, G: 056 450 99 90


Praxisfragen | Management

Erntehelfern zutrifft, so berechtigt ein nationaler oder internationaler ausländischer Führerausweis dessen Inhaber, in der Schweiz alle Fahrzeugkategorien zu fahren, für die der Ausweis ausgestellt wurde. Falls kein internationaler Führerausweis (der als Übersetzung dient) mit dem nationalen Original-Führerausweis vorgewiesen werden kann, muss eine Übersetzung des nationalen Ausweises vorliegen. Dies kann eine französische, deutsche, italienische oder englische Übersetzung sein, die jedoch durch einen offiziellen Dienst ausgestellt sein muss (z. B. die lokale Behörde, die für die Ausstellung von nationalen Führerausweisen zuständig ist, ein Notar oder ein vor Ort anerkannter beruflicher Übersetzer). Der Name und Vorname auf dem internationalen Führerausweis und auf der Übersetzung müssen in lateinischen Buchstaben geschrieben sein. Die Polizei kann die Person somit anhand eines in der Schweiz anerkannten Identitätsausweises identifizieren. Das Fahren mit einem gültigen ausländischen Führerausweis ist für Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz auf ein Jahr limitiert. Nach Ablauf dieser Zeit muss der Umtausch in einen Schweizer Führerausweis erfolgen. Bilder: röt/Wikipedia

Ausländischer Führerschein – was muss beachtet werden? Was muss beim Führerausweis von ausländischen Arbeitskräften beachtet werden, wenn diese in der Schweiz Traktor fahren wollen? Und was gilt für diese Arbeitskräfte beim Fahren eines 40-km/h-Traktors? Roman Engeler

Generell gilt, dass ein schweizerischer Führerausweis erforderlich ist, wenn der Inhaber eines ausländischen Führerausweises mehr als ein Jahr in der Schweiz wohnt. Es kann aber jederzeit, also auch vor Ablauf dieser zwölfmonatigen Frist, ein Gesuch um Erteilung eines Schweizer Ausweises gestellt werden. Führerausweise aus EU- oder EFTA-Staaten können in der Regel ohne zusätzliche Prüfung umgeschrieben werden, sofern die Ausweise von der zuständigen Behörde erteilt, sie rechtmässig erworben wurden und gültig sind sowie der Inhaber das in der Schweiz verlangte Mindestalter erreicht hat und keine Aberkennung des Ausweises verfügt wurde.

Nicht aus der EU oder einem EFTA-Staat Für Personen, die nicht aus einem EU- oder EFTA-Staat stammen, aber Inhaber eines gültigen nationalen Führerausweises sind, wird der schweizerische Führerausweis der entsprechenden Kategorie erteilt, wenn die Person auf einer Kontrollfahrt nachweist, dass sie die Verkehrsregeln kennt und Fahrzeuge der Kategorien, für die der Ausweis gelten soll, sicher zu führen versteht.

Weniger als ein Jahr in der Schweiz Ist die Person weniger als ein Jahr in der Schweiz wohnhaft, was zum Beispiel bei

«G40» gibt es in der EU nicht In der EU beträgt das Mindestalter zum Führen eines landwirtschaftlichen Traktors 16 Jahre und die in der Schweiz geltenden Kategorien «G» und «G40» gibt es nicht. Die Kategorie «G40» entspricht in etwa der EU-Kategorie «L», mit der junge Personen in der EU ab 16 Jahren einen Traktor (40 km/h) fahren dürfen. Nebst der Kategorie «L» gibt es in der EU noch die Kategorie «T». Diese wird in zwei Altersstufen mit 16 und 18 Jahren unterteilt. Die Kategorie «T-16» erlaubt, einen Traktor bis 40 km/h zu fahren, auch mit einem oder zwei Anhängern, ebenso Mähdrescher bis 40 km/h. Die Kategorie «T-18» erlaubt dann eine Geschwindigkeit bis 60 km/h. Dieses Tempo wiederum ist aber in der Schweiz für landwirtschaftliche Fahrzeuge gar nicht gestattet.

Wo drückt der Schuh? Was beschäftigt die Mitglieder des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik am meisten? Welchen Hauptproblemen sind Sie in der Praxis ausgesetzt? In dieser lose erscheinenden Serie behandelt die «Schweizer Landtechnik» Anliegen aus der Praxis. Ihre Fragen können Sie direkt an den SVLT in Riniken stellen, Tel. 056 462 32 00 oder per E-Mail an zs@agrartechnik.ch.

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2021 Schweizer Landtechnik

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Management | Ausrüstung

Andreas Pfister gibt auf einem handelsüblichen Windows-Tablet die notwendigen Parameter für die angebaute oder angehängte Maschine im «AgOpenGPS»-Programm für die bevorstehende Feldarbeit ein. Bilder: R. Engeler

Low-Cost-Lenksystem Entspanntes Fahren, gerade Linien auf dem Feld und keine zeitraubenden Wendemanöver: Das versprechen die Anbieter von (teuren) Lenksystemen. Es geht aber auch günstiger. Andreas Pfister*

Bisher erleichterten Lenkautomaten nicht nur die Feldarbeit, sondern auch das Portemonnaie des Landwirts. Die Anschaffungspreise für ein automatisches Lenksystem mit RTK-Korrektur bewegen sich von CHF 14 000 an aufwärts. Landwirten, die ihren Traktor selber nachrüsten wollen, steht nun eine kostengünstige Alternative zur Verfügung: Die Open-Source-Software

* Andreas Pfister ist Student der Agrarwissenschaften im 6. Semester an der ETH in Zürich und kommt aus Uster ZH.

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Schweizer Landtechnik

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«AgOpenGPS» (AOG) ist gratis und lenkt den Traktor von einem normalen Windows-Tablet aus. AOG wurde von einem kanadischen Landwirt gegründet mit dem Ziel, damit etwas Gemeinnütziges für die Landwirtschaft zu tun. Mittlerweile entwickelt eine wachsende Gruppe aus nordamerikanischen und europäischen Landwirten die Software weiter. Für genaue Arbeiten wie Saat oder Hacken braucht AOG wie die kommerziellen Systeme ein lokales RTK-Korrektursignal. In der Schweiz gibt es verschiedene Anbieter von Korrekturdiensten, die

im Moment zwischen CHF 700 und 1200 pro Jahr und Lizenz kosten. Auf Kosteneffizienz ausgerichtete Projekte wie AOG sind besonders dort populär, wo kostenlose RTK-Korrektursignale zur Verfügung stehen. Es ist zu hoffen, dass dies in naher Zukunft auch in der Schweiz der Fall sein wird.

Hardware und Kosten Im Gegensatz zu den fertig entwickelten kommerziellen Systemen muss der AOGNutzer sein System aus Einzelteilen selbst aufbauen. Dazu gehören das Löten einer


Ausrüstung | Management

Leiterplatte, die Montage von Lenkwinkelsensor und Lenkradmotor sowie die Installation des GNSS-Empfängers. Als zentrales Bauteil verbindet die Leiterplatte den Lenkwinkelsensor mit dem Lenkradmotor. Ein Arduino-Controller (= frei programmierbarer Mini-PC für weniger als CHF 50) sitzt auf der Leiterplatte und ist via USBKabel mit dem Tablet verbunden. Ebenfalls durch ein USB-Kabel ist der GNSS-Empfänger mit dem Tablet verbunden. Optional kann das System mit Kompass, Neigungswinkelsensor oder einer zweiten GNSS-Antenne ergänzt werden. Eingekauft werden die meisten Teile direkt bei den Herstellern in China, Kanada und Europa oder auf Ebay. Erfahrene AOG-Nutzer empfehlen bestimmte Komponenten; etwa den präzisen F9PGNSS-Empfänger mit Schweizer Technologie von u-blox für CHF 230. Dieser ist – abgesehen vom Tablet – die teuerste Komponente des Lenkradmotor-basierten Lenksystems. Beim hydraulischen System dürfte hingegen das Lenkventil die teuerste Komponente sein. Die normgerechte Zeichnung der zentralen Leiterplatte ist frei zugänglich. Mit dieser Zeichnung können alle die Leiterplatten selber fertigen lassen. Beim chinesischen Hersteller JLCPCB kostet das CHF 1 pro Stück, plus CHF 25 für den Versand in die Schweiz. Als Lenkwinkelsensor kommen lineare oder rotierende Potentiometer zum Einsatz. Ein günstiges Modell kostet im Autoteilehandel CHF 25. Einen zuverlässigen Lenkradmotor inklusive Spannungswandler von 12 auf 24 Volt gibt es für CHF 120. Insgesamt belaufen sich die Materialkosten auf CHF 1000 bis 3000. Die grosse Bandbreite ergibt sich aufgrund der verschiedenen Ausstattungsvarianten (Lenkradmotor vs. Lenkventil, Kompass, Neigungssensor, zwei Empfänger) und der Qualitätsansprüche des Nutzers. Letztere sind insbesondere bei der Wahl des Tablets von Bedeutung: Gebrauchte Modelle gibt es auf Ebay/Ricardo ab CHF 350. Für ein neues Gerät speziell für den Einsatz unter rauen Bedingungen sind dagegen CHF 1500 fällig.

Schaltung von acht Teilbreiten, beispielsweise an Pflanzenschutzspritzen oder Sämaschinen, zur Verfügung. Vor der eigentlichen Arbeit mit dem System werden Felder, respektive die Feldränder, eingegeben und abgespeichert. Es empfiehlt sich, diese immer mit dem System einzumessen, indem entweder mit dem Traktor der Feldrand abgefahren oder dieser nur mit Tablet und GNSS-Empfänger umschritten wird. Anschliessend werden eine oder mehrere Geraden und Kurven der Feldkontur als Führungslinien ausgewählt. Alternativ können Feldgrenzen aus einem GIS-Programm im Format KML importiert werden. So ist es möglich, mit den amtlich erfassten Parzellengrenzen zu arbeiten. In der Regel sind drei Führungslinien sinnvoll: Eine Linie in Längsrichtung und je eine für die beiden Vorgewende. Zusätzlich werden die Breite der Vorgewende sowie Wenderadius, Arbeitsbreite, Gelenke und Länge des Anbaugeräts definiert. AOG steuert nun den Traktor auf dem Feld entlang der aktiven Führungslinie und wendet ihn auf dem Vorgewende. Beim Wenden werden Bahnen übersprungen, um das Rückwärtsfahren zu vermeiden. Ob der Traktor nach links oder nach rechts wendet, und wie viele Bahnen er dabei auslässt, bestimmen die Bedienpersonen selbst. Sind Folgebearbeitungen wie Hacken nötig, bietet AOG eine Aufzeichnungsfunktion. Damit lässt sich die tatsächlich gefahrene Bahn des Sätraktors oder – mit

einem zusätzlichen Empfänger auf der Maschine – sogar jene der Sämaschine speichern und später als Führungslinie fürs Hacken verwenden. Fahrgassen bleiben nach der Saat sichtbar auf dem virtuellen Feld.

Praxiseinsatz Der Autor hat auf seinem Betrieb wie oben beschrieben ein AOG-Lenksystem gebaut und damit einen John Deere «6115» ausgerüstet. Abgesehen von kleinen Pannen wie einem USB-Kabel mit Wackelkontakt und einem «springenden» Kompass bewährt sich AOG im Einsatz. Bei der Software ist aber noch nicht alles perfekt. Das zeigte sich zum Beispiel mehrmals beim Wenden auf dem Vorgewende: AOG wollte den Traktor statt in der üblichen U-Form mit einer unnötigen Schleife auf die neue Bahn bringen. Es wurde festgestellt, dass beim Abfahren von Kurvenlinien, insbesondere beim Wenden, zwei Antennen empfehlenswert sind. Mit Hilfe des günstigeren Kompasses (technisch korrekte Bezeichnung: IMU) kann auch mit nur einer GNSS-Empfangsantenne die Traktorausrichtung bestimmt werden; der Messwert ist aber oft um über 10° falsch. Fürs Geradeausfahren reicht das. Beim Wenden landet man jedoch mehr als 10 cm neben der neuen Bahn. Damit der Traktor beim Rückwärtsfahren auch auf der Spur bleibt, ist beim aktuellen Software-Stand ebenfalls die Zwei-Antennen-Lösung nötig. Damit ist der Traktor am Anfang einer Bahn bereits

Software und Funktionsweise AOG ist eine Open-Source-Software. Jeder kann das Programm gratis herunterladen und verwenden. Ebenfalls Teil der kostenlosen Lösung ist die Logik für den Arduino-Controller auf der selbst gelöteten Leiterplatte. Fortgeschrittenen Nutzern stehen Codes für die Integration der Heckhydraulik sowie die automatische

Steuerungskasten mit selbst gelöteter Leiterplatte und den GPS-Empfängern.

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2021 Schweizer Landtechnik

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Management | Ausrüstung

am richtigen Ort. Mit dem Einzelantennen-Setup braucht das System mehrere Meter, bis der Traktor stabil in der Spur fährt. Fürs Güllen reicht das, beim Säen beispielsweise stören die leichten Schlangenlinien am Anfang des Feldes. Damit bei der Saat der Anschluss passt, sind drei Punkte zu beachten: Ohne RTK-Korrektursignal geht es nicht. Die Position der Antenne auf dem Traktor muss genau bestimmt und in AOG eingegeben werden. Weiter muss die Sämaschine in der Flucht des Traktors ausgerichtet und fixiert sein. Unter diesen Voraussetzungen gelang die Triticale-Saat hervorragend, einschliesslich automatischer Wendemanöver. Beim Wenden am Hang mit ausgehobener Säkombination musste mit der Einzelradbremse etwas nachgeholfen werden. Ein Einzelbaum am Feldrand führte bei den äussersten zwei Bahnen aufgrund des Signalverlusts zu Schlenkern an jener Stelle. Ansonsten war die Signalqualität durchwegs «RTK fix», sprich ausgezeichnet.

Stärken In flachem Gelände bis 5° Neigung macht AOG Freude. Dank dem präzisen Empfänger kann es das Low-Cost-System hier durchaus mit seinen teuren kommerziell angebotenen Konkurrenten aufnehmen. Voraussetzungen sind eine saubere Montage des Lenkwinkelsensors und die sorgfältige Einstellung der Software-Parameter. Die automatischen Wendemanöver am Feldrand sparen Arbeitszeit. In der Praxis

funktioniert das Wenden mit der Zwei-Antennen-Lösung gut. Die farbliche Markierung der bearbeiteten Fläche auf dem virtuellen Feld hilft einerseits, bei «unsichtbaren» Arbeiten wie dem Düngerstreuen die Übersicht nicht zu verlieren und insbesondere beim mehrmaligen Anfahren eines Feldes den Anschluss zu finden. Sie ist aber auch praktisch, weil so die Flächenleistung, die Restfläche und die verbleibende Arbeitszeit stets aktuell angezeigt werden und beim Überspringen von Fahrspuren – speziell in der Nacht – keine Lücken entstehen. Ein Vorteil gegenüber kommerziellen Systemen ist der Umstand, dass der Nutzer Zugriff auf sämtliche Einstellungen und Komponenten hat. Funktioniert etwas nicht, kann das Problem selbst oder via Forum beziehungsweise Chat mithilfe der AOG-Community behoben werden. Das AOG-Lenksystem lässt sich schrittweise auf- und umbauen. Am Anfang steht oft ein bescheidenes Lenksystem mit Einzelantenne und Lenkradmotor. Später kann eine zweite Antenne oder ein hydraulisches Lenkventil montiert werden. Am Ende ist auch noch die Heckhydraulik sowie die Teilbreitenschaltung automatisierbar. Programmierkenntnisse sind dabei von Vorteil, aber nicht zwingend. Die Zukunft von AOG sieht dank der wachsenden und aktiven Community vielversprechend aus. Insbesondere in Deutschland setzen viele junge Landwirte auf das Low-Cost-System. Darunter gibt es einige «Cracks», die das System weiterentwickeln

und Neulingen auf die Sprünge helfen. Im Hinblick auf den Datenschutz ist die Tatsache, dass alle von AOG gesammelten Daten beim Landwirt bleiben, ein Vorteil, der in Zukunft noch an Relevanz gewinnen dürfte. Die Software ist zu 100 % transparent und als Open-Source- Lösung unabhängig von Firmen und Staat. Selbst die Nutzung eines RTK-Korrekturdienstes ohne Bekanntgabe der eigenen Position ist in AOG möglich.

Schwächen Am Hang zeigt sich, dass die Software von einem Flachländer geschrieben wurde: Dem Lenkregler in AOG fehlt ein Integralterm für präzise Arbeiten am Hang. Der aktuelle Algorithmus regelt die Lenkung so, dass der Traktor im Falle einer Abweichung von der Führungslinie wieder auf diese zufährt. Driftet ein Traktor beispielsweise mit einer Säkombination hinten ab, zeigt er zwar auf die Führungslinie zu, bleibt aber immer darunter. Software-Fehler, wie das Hin- und Herspringen des virtuellen Traktors beim Wechsel der Fahrtrichtung, treten in AOG definitiv häufiger in Erscheinung als in einem kommerziellen System. Diese Fehler sind zwar selten «lebensbedrohlich», aber dennoch ärgerlich. Ein Nachteil gegenüber kommerziellen Systemen sind auch die von AOG empfohlenen, günstigen IMU (Sensoren für Ausrichtung und Neigungswinkel). Die aktuell verwendeten IMU driften mit der Zeit, sie weisen Rauschen auf und sie reagieren empfindlich auf Stahlteile in ihrer Nähe. Die Zwei-Antennen-Lösung für AOG, die von einem deutschen und einem österreichischen Landwirt entwickelt wurde, macht diese Sensoren überflüssig und ist aktuell die beste Lösung für anspruchsvolles Gelände und Kurvenfahrten. Mit der Einbindung neuer, besserer IMU und entsprechenden Anpassungen der Software, wird die Einzelantennen-Lösung in nächster Zeit aber wieder aufholen. Schliesslich ist man bei Problemen mit Open-Source-Lösungen auf sich selbst gestellt. Der bei kommerziellen Lösungen häufig notwendige Anruf beim Kundendienst ist nicht möglich. Ebenso ist niemand da für die Montage, Einführung und Aktualisierung der Systeme.

Fazit

Der Lenkradmotor wurde unterhalb der Frontscheibe in der Kabine platziert.

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Schweizer Landtechnik

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Perfektionisten lassen besser die Finger von AOG. Es muss in Kauf genommen werden, dass man bei Problemen selbst für die Lösung schauen muss. Wer gerne


Ausrüstung | Management

Workshop Für Interessierte wird der SVLT in Zusammenarbeit mit Andreas Pfister diesen Sommer einen oder mehrere Workshops organisieren. Im Rahmen dieses Workshops lötet man gemeinsam die Leiterplatten und verdrahtet diese mit dem Lenkwinkelsensor und dem Motor. Ziel dieses Workshops ist es, dass am Ende jeder Teilnehmer eine funktionierende Basis hat und diese zuhause auf dem Traktor montieren kann. Nähere Angaben zu diesen Workshops folgen in einer der nächsten Ausgaben der «Schweizer Landtechnik» und auf der Website www.agrartechnik.ch.

tüftelt und sich nicht an einer Dauerbaustelle auf dem Traktor stört, sollte sich das Low-Cost-System genauer anschauen. Die Suche nach den zahlreichen Hardware-Bestandteilen von AOG braucht Ausdauer. Eine Garantie, dass alles passt, gibt es nicht. Die grosse Anzahl Lieferanten bringt hohe Versandkosten im Verhältnis zum Warenwert mit sich. Ausserdem sind manche Lieferanten im Ausland nicht so zuverlässig. Ein spanischer Elektronik-Händler lieferte gar nicht. Das bereits überwiesene Geld musste in einem aufwändigen Verfahren zurückverlangt werden. Ein auf Ebay gekauftes Tablet meldete plötzlich: «Batterie-Rückruf. Der

Die Antenne auf dem Traktor für den Empfang der Satelliten-Signale.

Akku könnte überhitzen und sich entzünden.» Fairerweise muss man hinzufügen, dass es nur CHF 350 gekostet hatte. Vor dem Hintergrund der aktuell laufenden Evaluation neuer IMU empfiehlt sich für Neueinsteiger der Start mit einem Einzelantennen-Setup. Die IMU oder eine zweite Antenne können jederzeit nachgerüstet werden. Der Aufbau des eigenen Lenksystems hat den Nebeneffekt, dass man bezüglich der Bedienung des Traktors und der Systeme einiges dazulernt in

den Bereichen Elektronik und Programmieren. Unter Umständen wird AOG so zum Türöffner für weitere Automatisierungsprojekte auf dem Hof. Der Austausch mit anderen innerhalb der AOG-Gemeinschaft kann bereichernd sein. Die Schweizer AOG-Nutzer tauschen sich im Telegram-Chat «Cerea und AOG Schweiz» aus. Dort können zum Beispiel Besichtigungen vereinbart oder gemeinsame Einkäufe und Montagen aufgegleist werden.

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Impression | Testbericht

Kurzbewertung + Standfestigkeit + Wartungszugang + LED-Ausleuchtung − Klappergeräusch Schutzdach − Position Armlehne − Fahrbereichsknopf auf Joystick

zeug dieser Grössenklasse und für die Wendigkeit ein bemerkenswerter Pluspunkt ist. Auch die Ladeschwinge mit zwei Hubzylindern macht einen robusten Eindruck und bietet mit ihrer Kinematik eine präzise Parallelführung und eine sehr gute Übersicht auf Anbaugeräte.

Wendig für zügiges Arbeiten

Der Pacam «3040» mit 40-PS-Motor, Doppelbereifung und klappbarem Fahrerschutzdach stand der «Schweizer Landtechnik» in einem dreiwöchigen Praxistest zur Verfügung. Bilder: R. Engeler

Standfestes Multitalent aus Holland Mit dem aus Holland stammenden Fabrikat Pacam ist der bereits extrem vielfältige Schweizer Hofladermarkt weiter angewachsen. Die «Schweizer Landtechnik» konnte das Modell «3040» einem Test unterziehen. Ruedi Burkhalter und Roman Engeler

Pacam-Importeur Bösch, Metallbaufirma und mechanische Werkstätte aus Grosswangen LU, stellte der «Schweizer Landtechnik» für einen dreiwöchigen Praxistest das Hoflader-Modell «3040» in der Ausführung mit klappbarem Fahrerschutzdach zur Verfügung. Von diesem Modell verspricht sich Bösch im Schweizer Markt eine grosse Resonanz, handelt es sich doch um eine sehr wendige Maschine, die trotz ihrer kompakten Abmessungen alle gängigen Lasten bis hin zu schweren Silageballen stemmt. 50

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Robustes Knick-Pendelgelenk Die Maschine ist in der klassischen Hoflader-Bauweise mit einem zentralen Knick-Pendelgelenk ausgeführt. Die Kipplasten auf der Palettengabel gibt der Hersteller in Abhängigkeit der verwendeten Heckgewichte sowie der Position von Ladeschwinge und Lenkung zwischen 720 und 1525 kg an. Die Bauweise des Knick-Pendelgelenks macht einen robusten Eindruck. Sogar im Einsatz mit schwersten HerbstGrassilageballen machte der Lader stets einen standfesten Eindruck, was für ein Fahr-

Mit dem maximalen Lenkwinkel von 45° kombiniert mit dem Achsabstand von 1,57 m wird ein sehr kleiner innerer Wenderadius von 1,11 m realisiert. Die Aussenbreite beträgt mit den am Testfahrzeug montierten Breitreifen 134 cm, mit der Standardbereifung gar nur 108 cm. Mit diesen Eigenschaften lässt es sich auch bei geringem Platzangebot zügig arbeiten. Für eine Erhöhung der Standfestigkeit im Gelände wurde das Testfahrzeug vorne mit einer zusätzlichen Doppelbereifung ausgestattet. Mit einer genormten Euro-8- Geräteaufnahme konnten die Testeinsätze mit handelsüblichen FrontladerAnbaugeräten durchgeführt werden. Für geringere Aussenbreiten bietet Pacam wahlweise auch ein eigenes Kupplungssystem an.

40-PS-Motor von Yanmar Für den erforderlichen Antrieb sorgt ein kompakter Vierzylinder-Dieselmotor von Yanmar. Das Aggregat mit 2,19 l Hubraum liefert 40 PS und erfüllt die Abgasstufe 5 mit DOC und Partikelfilter. Für Inneneinsätze lässt sich die Regenerierfunktion des Partikelfilters über einen gut sichtbaren Kippschalter unter dem Lenkrad deaktivieren. Im Praxiseinsatz arbeitete der Motor angenehm ruhig und sprang auch bei Minustemperaturen stets sofort an. Der Motor ist durch einfaches Aufklappen der Haube für Kontrollarbeiten gut zugänglich. Dies gilt auch für den hinten am Motor angebauten Kombikühler für Wasser und Hydrauliköl. Für kostenbewusste Kunden lässt sich das Modell «3040» wahlweise in der günstigeren ECO-Ausführung bestellen. Der La-


Testbericht | Impression

Technische Daten Pacam «3040» Motor: Yanmar, 4 Zylinder, 2,19 l Hubraum, 40 PS, Stufe 5 mit DOC und Partikelfilter Antrieb: hydrostatisch Hydraulik: 80 l/min, 320 bar Arbeitshydraulik: 47 l/min, 210 bar Lenkhydraulik: 45 l/min, 150 bar Überladehöhe: 2714 mm Abmessungen: Länge 4290 mm, Breite 1080 mm, Höhe 3654 mm (jeweils mit Standardausrüstung) Betriebsgewicht: 2475 kg (Standardausrüstung mit Schaufel) Preis: CHF 39 800.− (inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

der wird dann mit einem kleineren Dreizylinder-Motor mit 25 PS Leistung ausgestattet.

47 l/min Öl für Arbeitshydraulik Die Hydraulikanlage stammt von Bosch Rexroth. Der automotive hydrostatische Fahrantrieb arbeitet mit bis zu 80 l/min bei 320 bar. Der zentrale Antrieb wirkt über ein Verteilergetriebe und Gelenkwellen auf die Hinter- und Vorderachse. Die Arbeitshydraulik bietet in der Standardausführung 47 l/min, 45 l/min stehen für die Lenkhydraulik zur Verfügung. Für Anbaugeräte mit höherem Bedarf an Dauerleistung ist optional eine grössere Pumpe und ein druckfreier Rücklauf verfügbar. Die häufig gebrauchten Funktionen können alle auf dem multifunktionalen Joystick bedient werden. Auf der oberen Seite befindet sich in der Mitte ein Schiebeschalter für den Fahrtrichtungswechsel und links daneben ein Drucktaster für das

Gelenkt wird über ein robust gebautes Knick-Pendelgelenk.

Hoch- und Herunterschalten der beiden Fahrbereiche. Letzterer dürfte etwas weiter links angebracht sein, da man beim Fahrtrichtungswechsel insbesondere mit dicken Handschuhen gelegentlich unbeabsichtigt den Fahrstufentaster betätigt.

doppelt wirkenden Hydraulikzylinder bewegt wird. Das Bedienungskonzept hinterlässt insgesamt einen angenehmen Eindruck. Das Lenkrad inklusive Anzeigen lässt sich in der Neigung verstellen. Die Anzeigen sind sehr einfach gehalten, aber gut ablesbar.

Feinfühlig dosieren Die üblichen zwei Hauptfunktionen des Kreuzhebels waren am Testfahrzeug sehr leichtgängig und gut abgestimmt. Das heisst, die Funktionen lassen sich einerseits sehr feinfühlig dosieren, anderseits kann in einer Schaufel festgeklebte Ladung auch durch aggressives Rütteln problemlos abgeschüttelt werden. Weiter sind auf der Vorderseite des Joysticks zwei rote Drucktaster installiert. Beim Betätigen des unteren Knopfs wird am Testfahrzeug über ein Umschaltventil die dritte Hydraulikfunktion aktiviert (ist eine Option). Praktisch: bei Betätigung des oberen Drucktasters wird für einen maximalen Schub die Sperre aktiviert. Diese Funktion kann über einen Kipptaster auf der rechten Konsole aktiviert und deaktiviert werden. Ein kleiner Schönheitsfehler besteht darin, dass sich die an der Aussenwand befestigte Armlehne nicht in einer Linie mit dem Joystick befindet, sondern etwas weiter rechts. Die Abstützung des Unterarms zur Stabilisierung bei holprigem Untergrund ist somit nicht optimal möglich.

Klappbares Fahrerschutzdach Das Testfahrzeug war mit einem optional erhältlichen klappbaren Fahrerschutzdach ausgestattet. Dieses Dach lässt sich mit wenigen Handgriffen werkzeuglos und schnell nach hinten klappen. Weniger angenehm waren die doch lauten Klappergeräusche, die aufgrund fehlender Dämpfungselemente bei Schlägen auf der Fahrbahn an den Stecknagelverbindungen entstehen. Neben dieser Version stehen standardmässig ein nicht klappbares Fahrerschutzdach oder eine klimatisierte Kabine zur Auswahl. Positiv zu erwähnen ist schliesslich die Zugänglichkeit für Wartungsarbeiten. Der gesamte Fahrerstand lässt sich nach dem Entfernen einer einzigen Schraubenmutter mittels Handpumpe auf der Hinterseite komplett hydraulisch zur Seite schwenken, so dass Motor, Batterie und Hydraulik in kurzer Zeit optimal zugänglich werden.

Höhere Kipplasten mit HD-Version

Gleich hinter dem Joystick befindet sich ein mechanisch betätigtes Steuergerät. Dieses dient in der Basisversion als dritte Funktion, beim Testfahrzeug als vierte Funktion. Über einen Kipptaster unter dem Lenkrad kann auch auf dieses Steuergerät ein Umschaltventil betätigt werden, mit welchem die serienmässige hydraulische Geräteverriegelung über einen

Für das Handling von schwereren Lasten ist das Modell «3040» zudem in einer HD-Version verfügbar. Diese unterscheidet sich unter anderem durch eine kürzere Ladeschwinge von der Standardversion und bietet in der Folge höhere Kipplasten bis 2000 kg und im Gegenzug eine etwas geringere Aushubhöhe. Importeur Bösch sucht zurzeit noch nach weiteren Vertriebspartnern im ganzen Land für die Hoflader von Pacam.

Die Funktionen am Joystick lassen sich feinfühlig dosieren.

Der Antrieb wird über Verteilergetriebe und Gelenkwellen auf die Achsen verteilt.

Mechanisches Steuergerät

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Impression | Testbericht

Die «540i XP» von Husqvarna ist eine interessante Akku-Alternative für leichtere bis mittlere Sägearbeiten. Bilder: R. Engeler

Entspanntes Sägen Mit dem Modell «540i XP» hat Husqvarna eine neue Kettensäge mit Akku-Antrieb im Sortiment. Der Hersteller will mit dieser Antriebstechnik im unteren Profi-Segment Fuss fassen. Die Performance soll vergleichbar mit jener einer 40-ccm-Benzin-Säge sein. Roman Engeler

Akku-betriebene Geräte sind derzeit hoch im Kurs. Insbesondere bei Anwendungen in Innenräumen oder in besiedelten Gebieten machen solche Maschinen durchaus Sinn. Im hobby- oder semi-professionellen Bereich ist auch die schnellere Bereitschaft im Vergleich zu Benzin-Geräten (Startvorgang) oftmals ein Grund für die Anschaffung solcher Maschinen. Husqvarna hat im letzten Jahr die Kettensäge «540i XP» mit hinterem Handgriff (back-handle) auf den Markt gebracht und ein Modell der «Schweizer Landtechnik» für einen Test zur Verfügung gestellt.

Zusammenbau Die Lieferung erfolgte direkt ab Werk. Das 35-cm-Schwert zusammen mit der Halbmeissel-Kette vom Typ «X-Cut SP21G» mussten entsprechend vor Inbetriebnahme noch montiert werden – wird im Normalfall aber vom Fachhandel erledigt. Dank mitgeliefertem Schlüssel und verlustsicheren Muttern am Kettenraddeckel ist 52

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dies auch im Einsatzgelände kein Problem. Das Nachspannen der Kette kann über eine Schraube direkt am Kettenraddeckel vorgenommen werden. Weiter galt es vor den ersten Arbeiten, das Schmieröl für die Kette einzufüllen. Der klappbare Deckel («flip-up»-System) zum 0,2 l fassenden Tank lässt sich dabei einfach öffnen. Über eine Stellschraube kann man den Öl-Durchfluss einstellen, gemäss Anleitung zwischen 9 und 19 ml/min. Nach jedem dritten Akku-Wechsel sollte man die Schmierfunktion überprüfen.

che bekommt man per E-Mail eine Übersicht über die erfassten Daten zugestellt. Die Nutzung dieser praktischen Dienstleistung ist allerdings nur für die ersten drei Monate kostenlos.

Akku-System Husqvarna verfügt über ein eigenes Batteriesystem für seine Akku-Geräte, das mit (fast) allen Geräten dieses Herstellers kompatibel ist. Die Akkus gibt es für ver-

Digitale Unterstützung

Kurzbewertung

Via Bluetooth und über die «Fleet-Services»-App von Husqvarna kann man die Säge in eine persönliche Geräteliste eintragen. Einfach die App aufs Smartphone laden, QR-Code einscannen – fertig. Der Anwender hat so stets die Übersicht, wo sich das Gerät aktuell befindet, wie lange es im Einsatz war, wann eine Wartung oder ein Ersatz ansteht. Einmal pro Wo-

+ Handling, Balance + Schnittleistung + keine Abgase +/– Ladegerät und Akku auch einsetzbar für andere Husqvarna-Geräte, Anschaffung nur für eine Maschine, aber teuer – Einsatzdauer beschränkt – Einstellen der Ölpumpe


Testbericht | Impression

Verlustsichere Muttern und der klappbare Deckel (Bild) sind angenehme Features, sind aber heute eigentlich Standard.

Der rund 2 kg schwere «BLi 300»-Akku ist mit Ladegerät «QC 330» in rund 80 Minuten wieder aufgeladen.

schiedene Leistungsansprüche, im Test wurde das ebenfalls neue Lithium-Ionen-Modell «BLi 300» (36 V) zusammen mit dem Schnell-Ladegerät «QC 330» eingesetzt – es können aber auch andere Husqvarna-Akkus verwendet werden. Dieser rund 2 kg schwere «BLi 300»-Akku ist mit einem aktiven Kühlprinzip ausgestattet und war ab Werk zu gut 25 % geladen. Diese Kühlung bleibt sowohl beim Ladevorgang als auch beim Betrieb der Kettensäge aktiviert. Nach etwas mehr als 70 Minuten war er dann vollständig geladen, was durch vier grün-leuchtende LED-Anzeigen nach Druck auf die Kontrolltaste angezeigt wird. Das Ladegerät und die Kühlung schalten dann automatisch aus. In rund einer halben Stunde Ladedauer sollen gemäss Hersteller aber schon 80 % der Ladekapazität erreicht sein. Husqvarna verspricht für diesen Akku-Typ, der die Schutzklasse «IPX4» erfüllt und so auch im leichten Regen eingesetzt werden kann, 1500 Ladezyklen.

Smartphone wurde der Geräuschpegel der «540i XP» gemessen. Die so erhaltenen Werte von rund 109 dB(A) am Gerät und von 93 dB(A) am Ohr des Bedieners liegen im Bereich der Angaben von Husqvarna mit 104 dB(A), respektive 95 dB(A).

Startvorgang Nachdem der Akku eingesetzt wurde, der sich über zwei Bügel gut im Schaft der Säge einrasten lässt, drückt man auf die Starttaste und bewegt den Gassicherungshebel leicht nach vorne und gleichzeitig nach unten. Nun lassen sich mit dem Gashebel der Motor und somit auch die Kette dosiert in Bewegung bringen, wenngleich die Dosierung nicht so fein wie bei einer Benzinsäge ist.

Geräuschpegel Für die einen ist es Sound, für andere wiederum einfach nur Lärm. Tatsache ist, dass Motorsägen einen ordentlichen Geräuschpegel verursachen. Bei einer Kettensäge mit Benzinmotor misst man rund 115 dB(A) an der Lärmquelle und etwa 105 dB(A) am Ohr des Bedieners. Mit einer App auf dem

Über die «Fleet-Services»-App hat man stets die Übersicht, wo das Gerät ist, wie lange es im Einsatz war und wann eine Wartung angezeigt ist.

stopp aktiviert, soll die Abschaltung schon nach 30 Sekunden erfolgen.

Im Einsatz Mit der «540i XP» will Husqvarna auch Einsatzfelder erschliessen, die bisher Benzinmaschinen vorbehalten waren. Kleinere bis mittlere Bäume lassen sich damit problemlos fällen, das Entasten entpuppte sich ebenfalls als keine grosse Herausforderung für die Säge. Sogar liegendes Stammholz mit Durchmessern grösser als die Schwertlänge liessen sich zersägen, allerdings musste man dann von zwei Seiten her einschneiden und die Säge kam an ihre Grenzen. Zudem ging dem Akku bei solchen Aufgaben auch schneller der Schnauf aus, war doch schon nach rund 45 Minuten ein Nachladen angesagt. Bei leichteren Arbeiten konnte man doch gut zwei Stunden damit arbeiten. Sind die Bedingungen nicht so anspruchsvoll, kann die «Safe-e»-Taste gedrückt werden. Damit wird die Laufzeit des Akkus verlängert, indem Motordrehzahl und Kettengeschwindigkeit reduziert werden. Die Säge, sie wiegt mit eingesetztem Akku 5,8 kg, liegt gut und ausbalanciert in der Hand. Der um 7° angewinkelte Vordergriff aus Aluminium reduziert die körperliche Ermüdung. Das Bedienermenü zeigt die Aktivierung der Maschine und den Ladezustand des Akkus an. Ein Blinken der Akku-Anzeige deutet auf das baldige Nachladen hin. Die Leistung der Säge bleibt aber bis kurz vor dem Ende ziemlich konstant. Liegt eine Störung vor, dann leuchtet die entsprechende Warnanzeige auf dem Display. Wird die Säge nicht benutzt, so schaltet sich die Bereitschaft nach 3 Minuten automatisch aus. Wurde der Ketten-

Fazit Die «540i XP» von Husqvarna ist eine Akku-Alternative für leichtere bis mittlere Sägearbeiten, beim Fällen sind es eher die leichteren Herausforderungen, bei Trennschnitten von Rundholz kann es dann bis hin zu mittelschweren Aufgaben gehen. Es lassen sich auch grössere Stammdurchmesser bearbeiten, allerdings sinkt dann die Akku-Laufzeit recht stark. Mit einigen startklaren Akkus in der Rückhand liesse sich dieses Manko ausgleichen. Wie bei jeder Kettensäge, so gilt auch bei der «540i XP»: Entscheidender Leistungsfaktor ist letztlich eine richtig scharf geschliffene Kette.

Steckbrief Husqvarna «540i XP» Kette: «SP21G» mit 0,325 Teilung und 1,1 mm Treibgliedstärke Schwert: «XForce». Empfohlene Länge 30–35 cm Kettenöltank: 0,2 l, Ölpumpe einstellbar von 9 bis 19 ml/min Kettengeschwindigkeit: 24 m/s Gewicht: 5,8 kg (mit Akku und Schneidgarnitur) Vibrationen (vorderer/hinterer Handgriff): 3,6/3,7 m/s2 Lärmpegel: 104 dB(A) an Säge, 95 dB(A) am Bedienerohr Preis: Säge (Schwert + Kette): Fr. 840.–, Akku «BLi 300»: Fr. 390.–; Ladegerät «QC 330»: Fr. 130.– (alles inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

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Wissen | Praxis

Das Mulchtransfersystem kommt vom ökologischen Gemüsebau, wobei das herkömmliche Verfahren sehr aufwändig ist. Bild: Landwirt-Medien

«Cut and carry» oder Transfermulchsystem Oft kann oder wird im biologischen Landbau nicht auf eine intensive Bodenbearbeitung verzichtet. Pflug, Grubber oder Fräse sind dann vielfach die erste Wahl. Um die Nachteile dieser Geräte zu umgehen, wird an einem «All in one»-Transfermulchsystem geforscht. Ruedi Hunger

Die Angst vor übermässiger Unkrautentwicklung beschäftigt den Bio-Ackerbauern unterschwellig immer. Verliert er die Kontrolle, verliert er auch Ertrag und letztlich Einkommen. Wenn er auf sicher gehen will, sind Pflug, Grubber oder Fräse dann eben oft die Geräte der ersten Wahl. Sie leisten auch in Bezug auf die vorbeugende Unkrautregulierung gute Vorleistung. Aber, sie wirken sich, wenn auch unterschiedlich, negativ auf die Bodenstruktur aus. Zudem wird mit diesen 54

Schweizer Landtechnik

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Geräten sämtliche oder mindestens ein grosser Teil der Bodenbedeckung in den Boden eingearbeitet. Damit sind die Flächen anfälliger gegenüber Erosion und Verschlämmung. Kommt dazu, dass BioBetriebe oft vor der Herausforderung einer betriebsinternen Rückführung der Nährstoffe auf ihre Felder stehen.

Was ist ein Transfermulchsystem? Auch bekannt unter dem Begriff «cut and carry» (schneiden und tragen, transportie-

ren) kommt das Transfermulchsystem aus dem Gemüsebau. Auf Bio-Betrieben in Österreich wird das System auch im Kartoffelbau angewendet, um die Vorteile der Düngewirkung und vor allem der Unkrautunterdrückung zu nutzen. Praktiker, die das Transfermulchsystem nutzen, sprechen von «Nehmerfeld» und «Geberfeld». Auf dem Nehmerfeld wird ein Grasbestand, vorzugsweise Kleegras oder Luzerne, geschnitten und mit geeigneter Technik auf dem Geberfeld verteilt. Das


Praxis | Wissen

Verhältnis Nehmer-/Geberfeld liegt bei 3:1 bis 6:1. Das heisst, von einer Fläche von 3 bis 6 ha wird der Grasbestand auf einem Hektar (z. B. Kartoffeln) verteilt. Das fünf bis sieben Zentimeter kurz geschnittene Material wird in einer fünf bis zehn Zentimeter dicken Schicht aufgetragen. Wichtig sei, dass das Material möglichst bald, am besten gleichentags, auf dem Nehmerfeld verteilt wird, sagt ein Praktiker in einem Podcast. Das ist deshalb wichtig, weil damit mit der Verteiltechnik das gute Wurfverhalten von Frischmaterial genutzt werden kann. Das absätzige Verfahren ist sehr aufwändig. Praxisbetriebe verteilen das Schnittgut oft mit dem herkömmlichen Mistzetter. Besonders geeignet sind Kompoststreuer mit Breitstreuwerk. Dazu muss natürlich der Acker befahren werden. Im Fall eines Kartoffelfeldes braucht es dazu je nach Reifenbreite eigentliche Fahrgassen. Erste Versuche mit Transfermulchanwendung bei Mais sind geplant.

Forschungsprojekt «all in one» Wie bereits erwähnt, ist der Aufwand für ein Transfermulchverfahren hoch. Ein aktuelles Projekt der Technischen Universität (TU) Dresden, Lehrstuhl für Agrarsystemtechnik, hat zum Ziel, eine technische Lösung für den Transfer des Mulchmaterials auf die Pflugfurche aufzubauen. Die dafür notwendigen Arbeitsgänge Mulchen und Pflügen laufen dabei vorzugsweise in einer Feldüberfahrt ab. Der Frontanbau-Verteilmulcher schlegelt das organische Material im Frontbereich des Traktors vor der Überfahrt ab und verteilt es seitlich über die gepflügte Fläche. Die TU untersucht das System mit dem Pflug, weil insbesondere im ökologischen Landbau dieser weiterhin verwendet wird. Das Verfahren wäre aber auch mit Grubber oder Scheibenegge möglich.

Verteilung ist Herausforderung Frontmulchgeräte gibt es zur Genüge. Die Herausforderung besteht darin, das Mulchmaterial seitlich, gleichmässig über die beim vorhergehenden Durchgang gepflügte Fläche zu verteilen. Das Forschungsteam analysierte vorerst die Schnitt-, Zerkleinerungs- und Fördercharakteristik im Schlegelmulchgerät, und dies mit unterschiedlichem Pflanzenmaterial. Daraus konnte eine mutmasslich ideale Gehäuseöffnung definiert werden. Diese muss zwei Forderungen erfüllen: 1. Muss das Mulchmaterial über die Auswurfeinrichtung seitlich verteilt werden.

2. Soll es möglich sein, den Mulcher im «konventionellen» Einsatz auch als Heckmulcher einzusetzen.

Forschung und Industrie Die TU Dresden hat sich für dieses Projekt mit dem Mulchgeräte-Hersteller Müthing kurzgeschlossen und gemeinsam diese Projektidee weiterbearbeitet. Erste Feldtests wurden 2017 durchgeführt, um sowohl die Mulchauflagedichte abschätzen zu können als auch eine eventuelle Störungsanfälligkeit zu lokalisieren. In diesen Feldtests wurde Frischmasse von 5 bis 30 t/ha mit einem TS- Gehalt von 14 bis 22 % verarbeitet. Es zeigte sich, dass Halmlängen über 150 mm bei einigen Kulturen zum Verstopfen führten. Beste Ergebnisse hinsichtlich Wurfweite und Verteilung wurden bei einer Zapfwellendrehzahl von 750 U/min realisiert. Bei niedrigeren Drehzahlen besteht die Gefahr eines gebündelten «Mulchgutstrahls», der sich anschliessend nicht gut auflöst. Nach den ersten Praxisversuchen entschieden sich die Forschenden für ein Mehrkanalsystem mit direkter Umlenkung des Mulchmaterials. Ab Herbst 2019 erfolgten weitere Feldtests. In der

optimierten Version erzielte der Transfermulcher, abhängig von der Frischmasse, eine Bodenbedeckung zwischen 30 % (5 t/ha) und 90 % (27 t/ha). Nach Meinung der Forschenden ist es beim Pflugeinsatz wichtig, dass für einen ausreichenden Bodenschutz der Bedeckungsgrad über 30 % liegt.

Fazit Die Versuchsergebnisse zeigen, dass bei einem Pflug-Mulch-Verfahren das aufgewachsene Material mit dem Mulchtransferverfahren in einem Durchgang auf die gepflügte Bodenoberfläche verteilt werden kann. Bei sehr fein gemulchtem Grüngut lässt die Schutzwirkung aufgrund des schnellen Abbaus zu schnell nach. Es besteht daher noch Potential zur Optimierung der Häcksellänge. Mit diesem Verfahren lässt sich ein tiefes Einarbeiten von grossen Mengen an Grünmaterial vermeiden, gleichzeitig bleibt die Bodenbedeckung erhalten. Die Pflugtiefe kann durch die Trennung von Biomassestrom und Bodenbearbeitung verringert werden. Das feine, auf der Pflugfurche aufliegende Mulchmaterial behindert die nachfolgenden Arbeitsgänge nicht.

Bei der Kombination Frontmulcher/Pflug wird das Mulchgut seitlich über die gepflügte Fläche verteilt. (Funktionsprinzip R. Hunger)

Getestete Parameter Maschinen-Parameter

Einstellung 1

Einstellung 2

Einstellung 3

Position Schneidschiene

9 mm

25 mm

40 mm

Zapfwellendrehzahl

500 U/min

750 U/min

1000 U/min

Rotordrehzahl

1125 U/min

1680 U/min

2250 U/min

5 km/h

8 km/h

12 km/h

Fahrgeschwindigkeit

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Plattform | Hintergrund

zwischen dem Flachgrubber «Cruiser» (bis 15 cm) und dem schweren Tiefgrubber «Tiger» (25–40 cm Tiefe) ein.

3-m-Variante im Einsatz

Nico Helmstetter hat die Entwicklung der Dünge-Applikation zum Grubber «Terrano 3FX» von Horsch wesentlich mitgeprägt. Bilder: R. Engeler

Wachstumsanreize schaffen Die Tiefen- oder Depotdüngung mit Grubbern ist noch wenig verbreitet. Auf der «Swiss Future Farm» in Tänikon laufen dazu seit Kurzem einige Versuche mit einem Grubber des Typs Horsch «Terrano 3FX». Roman Engeler

Den Grubber «Terrano» entwickelte Horsch vor rund 20 Jahren. Diese Maschine gibt es heute in verschiedenen Ausführungen als 3- oder 4-balkige Maschine sowie in aufgesattelten oder in gezogenen Versionen. Die Arbeitsbreite reicht von 3 bis 12 m. Bei Horsch gilt der «Terrano» als das Schweizer Sackmesser unter 56

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den Grubbern: Er ist vielseitig einsetzbar, kann mit verschiedenen Werkzeugen (Scharspitzen und Scharflügeln) kombiniert werden und ist für Bearbeitungstiefen von 3 bis 35 cm – nur Lockern gar bis 40 cm – geeignet. In der Grubber-Familie von Horsch nimmt der «Terrano» quasi eine Mittelstellung

Mit den asymmetrisch angeordneten zehn Zinken (verteilt auf drei Balken beim Modell «3FX») stellt man beim «Terrano» generell eine geringere Dammbildung fest. Die «MulchMix»-Schare weisen einen Einzugswinkel von 35° an der Scharspitze auf. Die in einem Radius von 60 cm gekrümmten Zinken würden erst bei einer Tiefe von mehr als 50 cm senkrecht zum Boden stehen. Der Grubber ist deshalb recht leichtzügig unterwegs. Ein Test der DLG bescheinigte dem «Terrano» bereits 2003 einen um 20 % geringeren Diesel-Konsum beim Zugfahrzeug im Vergleich zum Durchschnitt aller Testkandidaten. Auf der «Swiss Future Farm» in Tänikon TG, einem gemeinsamen Projekt des Kantons Thurgau mit Agco und GVS-Agrar, wird ein 3-balkiger «Terrano 3FX» mit 3 m Arbeitsbreite, 10 «TerraGrip»-Zinken verteilt auf drei Reihen mit 30 cm Strichabstand eingesetzt. Die Maschine verfügt über eine hydraulische Tiefenführung. Die Auslösekraft der Zinken beträgt 500 kg, die Aushubhöhe 30 cm. Nach dem Zinkenfeld ist beim «Terrano 3FX» eine Reihe Einebnungsscheiben angeordnet, wobei die beiden äusseren Scheiben hydraulisch einund ausgefahren werden können. Diese Ausführung mit hydraulischer Tiefenverstellung und Einebnungsscheiben benötigt beim Traktor deshalb zwei Steuerventile. Als Nachläufer wird der universell einsetzbare «RollFlex»-Packer verwendet. Basierend auf der Faustregel, wonach pro Meter Arbeitsbreite und bei einem Bearbeitungshorizont von 30 cm vom Zugfahrzeug rund 50 PS benötigt werden, ist ein Traktor mit einer Leistung von 150 bis 200 PS (schwere Böden) erforderlich.

Stärken erkennen … Die Stärken des «Terrano» liegen beim Mischeffekt. Mit dem «Terrano», so betont Nico Helmstetter, Projektleiter beim Schweizer Horsch-Importeur Agrar Landtechnik, könne man in vielen Fällen und bei nur einem Durchgang ein fertiges Saatbett bereitstellen. «Die Bearbeitungsintensität sowie die Durchmischung von Erde und Ernterückständen sind bei dieser Maschine ideal gelöst.» Helmstetter spricht die hohe Verweildauer des Erdmaterials «in der Maschine» an, ohne dass es zu Verstopfungen komme. Allerdings gebe es auch Grenzen, und zwar beim Herstellen eines ganz feinen


Hintergrund | Plattform

Blick auf die Zinken mit der Bestückung eines «MulchMix»- (hinten) und eines «Low-Disturbance»-Schars (vorne).

Saatbetts. «Für gewisse Kulturen arbeitet der ‹Terrano› dann doch zu wenig fein», so Helmstetter.

… und ausbauen Seit geraumer Zeit kommt vor allem bei pfluglosen Verfahren das Thema der Tiefen- oder Depotdüngung in tieferen Bodenschichten auf. Doch wie gelangt der Dünger in diese Tiefen? Der Grubber kann ein ideales Instrument sein, eine solche Düngergabe in 30 cm oder noch tiefer zu platzieren. Auf der «Swiss Future Farm» wird dies gegenwärtig beim Raps und der Phosphor-Gabe genauer unter die Lupe genommen, weshalb man den «Terrano»-Grubber mit einem Düngeraufbau versehen hat. Diese Entwicklung, zu der Nico Helmstetter massgeblich beigetragen hat, ist mittlerweile bei Horsch ab Werk verfügbar. Die Zinken werden dazu mit schmalen «LD»-Scharen (Low-Disturbance) und einem Schlauch für die Düngerplatzierung

Der Grubber im Einsatz und in Kombination mit dem Fronttank «Partner». Bild: SFF

Der Verteilkopf für den Dünger mit je zwei Ausgängen zu jedem Zinken. Diese Ausrüstung kann auch für die Ablage einer Zwischensaat verwendet werden.

bestückt. Über eine Klappe kann gesteuert werden, ob alle Düngekörner in die Tiefe gleiten sollen, ob nur ein Teil oder die gesamte Düngermenge an der Oberfläche ausgebracht werden soll. Der Dünger wird in einem Fronttank («Partner») mitgeführt und über ein Verteilsystem, bekannt von den Sämaschinen «Express» und «Pronto», auf die einzelnen Zinken verteilt. Erwähnenswert ist, dass vom Verteilkopf zwei Schläuche zu einem Zinken führen. Je mehr Ausgänge, desto exakter die Verteilung auf die einzelnen Schläuche, so die Begründung.

Wurzelköder Raps entwickelt eine Pfahlwurzel, die möglichst ohne Hindernisse in die Tiefe wachsen und dort von der vorhandenen Feuchtigkeit profitieren soll. Lockerte früher der Frost mit der späteren Gare den Boden auf, ist dies heute weniger der Fall. Kommt hinzu, dass der Feuchtigkeitshaushalt weniger ausgeglichen ist, stelle man doch immer wieder längere Nässephasen, gefolgt von ausgedehnten Trockenperioden fest. Nun kann man dieses möglichst senkrechte Wachstum fördern, indem man in der Tiefe ein Düngerdepot anlegt. Dies funktioniert mit Phosphor-Dünger besonders gut, weil Phosphor im Gegensatz zu Stickstoff nicht auswaschbar ist, jedoch zur Mobilisierung eine gewisse Feuchtigkeit braucht. «Analog dem Geruch eines feinen Bratens, der einen in die Küche lockt, ist eine Rapswurzel in der Lage, dieses Düngervorkommen zu erkennen»,

umschreibt Helmstetter den agronomischen Hintergrund. In Tänikon wurde diese Technik im vergangenen Sommer nun angewandt. Gegrubbert wurde erst mit RTK-Spurführung, damit man die Spur des ausgebrachten Phosphat-Düngers später mit der Sämaschine entsprechend kombinieren kann. Und zwar so, dass jede Schar des Grubbers später zwischen zwei Säreihen zu liegen kam.

Fazit Die mineralische Tiefendüngung mit einem Grubber ist ein noch wenig bekanntes Verfahren, könnte aber in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Mit entsprechend aufgerüsteten Maschinen wie dem «Terrano 3FX» werden solche Applikationen möglich. Auf der «Swiss Future Farm» laufen derzeit Versuche beim Raps, denkbar sind diese Methoden aber auch bei anderen Kulturen.

Steckbrief Horsch «Terrano 3FX» Arbeitsbreite/Transportbreite: 3 m Anzahl Balken: 3 (Abstand: 90 cm) Anzahl Zinken: 10 (Abstand: 30 cm) Länge: 3,80 m Rahmenhöhe: 85 cm Gewicht: 1860 kg (mit «TerraGrip»-Sicherung, starren Einebnungsscheiben und «RollFlex»-Packer) Anbau: 3-Punkt, Kat. 2/3 Preis: ab Fr. 12 520.– (exkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

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Der «Kundelfingerhof» im Jahre 1901: Hermann Spiess (Mitte) mit Familie und Belegschaft. Bilder: Ernst Spiess

Ein Pionier «Ein Gutshof wie ein kleines Fürstentum» habe Landwirtschaftspionier Hermann Spiess (1866–1930) mit dem «Kundelfingerhof» in der Nähe von Diessenhofen TG hinterlassen. So jedenfalls lauteten die Berichte nach seinem Ableben vor 90 Jahren. Ernst Spiess*

«Ein besonders auffälliges Merkmal des Musterbauern vom ‹Kundelfingerhof› war seine Vielseitigkeit und seine technische Begabung, die sich auf fast allen Gebieten der landwirtschaftlichen Produktion äusserte», war 1930 zu lesen. Der damals über die Landesgrenzen bekannte Betrieb war praktische Ausbildungsstätte für angehende Junglandwirte, Praktikanten und über viele Jahrzehnte Anziehungspunkt für unzählige Besuchergruppen aus nah und fern. Im Mittelpunkt stand an diesem geschichtsträchtigen Ort die rationelle Umsetzung des technischen Fortschrittes. Aber auch die Vielfalt, der Charme, die Ästhetik und nicht zuletzt die Gastfreundschaft.

Frühe Jahre Seine ersten Lebensjahre verbrachte Hermann Spiess, ein Bauer vom Scheitel bis zur Sohle, im «Sonnenburggut», einem

* Ernst Spiess ist ehemaliger (pensionierter) Mitarbeiter bei Agroscope Tänikon, wohnhaft in Lommis TG. Auszug aus der Schrift «Landwirtschaftspionier der Praxis, Hermann Spiess (1866–1930), Kundelfingerhof» Kantonsbibliothek Thurgau, Frauenfeld

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heute schlossähnlichen Landsitz in Schaffhausen. Hier war sein Vater, Wilhelm Spiess, Pächter. Die frühe Kindheitszeit auf diesem gepflegten Landgut war für den jungen Knaben prägend. Im Weiler Kundelfingen konnte sein Vater 1870 vorerst einen von zwei Höfen von der Gesellschaft «Paradies» pachten. Gebäude und Land waren in denkbar schlechtem Zustand. Die Äcker mager, teilweise feucht und mit «Schnürgras» (Quecke) durchzogen, auf den Wiesen wuchsen Kümmelstängel und Moos.

aus. Er war bestrebt, bei den Umbauten die historische Bausubstanz, die teilweise auf das 13. Jahrhundert zurückging, zu erhalten. Diese Besonderheiten prägten bis 2012 das einzigartige Hofbild.

Baukonzepte Für Hermann Spiess standen schon damals Arbeitserleichterung und Tierwohl

Vom Weiler zum Gutshof 1876 kann Wilhelm Spiess schliesslich beide Höfe erwerben. Durch weitere Zukäufe, inklusive der grossen Wasserquelle, erreichte die Betriebsfläche schliesslich 52 Hektar. Mit der Ablösung des Weilernamens «Kundelfingen» durch die Bezeichnung «Kundelfingerhof» begann eine völlig neue Epoche für den Hof. Die Zusammenlegung der Höfe erforderte aufwendige Meliorationsarbeiten und ein neues Betriebskonzept, einschliesslich umfangreicher baulicher Massnahmen. Hermann Spiess führte sowohl die Entwürfe, Planung und Bauführung selbst

Das Bild aus dem Jahr 1929 zeigt Hermann Spiess mit seinem Bernhardiner.


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im Vordergrund. Die während seiner Zeit entstandenen hellen und gut durchlüfteten Hallenställe für Rinder, Kühe, Schweine und Geflügel, alle mit Ausläufen ins Freie, waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine vielbeachtete Neuerung. Zu jener Zeit, als die Einlagerung des Raufutters, Getreides und Strohs schwere Handarbeit erforderte, wurden die Scheunen und die integrierten Silos zur Arbeitserleichterung auf Hocheinfahrten mit Auffahrrampen ausgelegt.

Wasserkraft … Die Wasserkraft wurde mithilfe eines Wasserrades schon über Jahrhunderte genutzt. Das Wasser lieferte ein Weiher mit grosser Quelle. Mit Holz-Zahnradgetrieben, Riemenübertragung und Seiltransmission konnte die mechanische Energie über eine Distanz von bis 100 m zur östlichen Scheune übertragen werden. Eine besonders grosse Arbeitserleichterung, verbunden mit einer Leistungssteigerung, brachte der Antrieb einer noch für das «Göpelsystem» konzipierten Dreschmaschine direkt neben dem Garbenstock. Ein «Fordson F» mit einem Mähbinder von McCormick (um 1925).

… und Strom ab 1903 Mit der Fassung einer eigenen Quelle, einem selbstgebauten Speicherweiher und einer «Schwamkrug»-Turbine mit 5,1 kW Leistung wurden 1903 die Voraussetzungen für ein eigenes Elektrizitätswerk geschaffen. Von nun an versorgte ein 110-VGleichstrom-Generator den Hof mit Strom (für Licht und E-Motoren). Mehrteilige Transmissionen wurden vorerst noch direkt durch die Turbine angetrieben. Doch es gab bereits erste Elektromotoren für den Betrieb weiterer Transmissionen. Nach dem Kauf der grossen Quelle 1906 wurde es möglich, 1909 eine Francis-Turbine mit 3,7 kW Dauerleistung einzubauen. Zusammen mit der Schwamkrug-Turbine stand nun eine maximale Systemleistung von 8,8 kW zur Verfügung. Die Leistung der Francis-Turbine wurde je nach Energiebedarf durch einen Zentrifugalkraftregler gesteuert.

Lukrativer Feldgemüsebau Gegen Ende des 19. Jahrhunderts stand Milchwirtschaft mit Kleegras- und Luzerneanbau im Wechsel mit Ackerbau (Getreide, Kartoffeln, Futterrüben und Pferdezahn-Mais) im Vordergrund. Um die Zeit des Ersten Weltkrieges wurde der Ackerbau mit Zwischenfutteranbau ergänzt. Damit wurde die Futtergrundlage für 70 Grossvieheinheiten gesichert. Hermann

Spiess war 1920 Gründungsmitglied des Saatzuchtverbandes Schaffhausen und begann mit der Saatgetreideproduktion. Obwohl in der Ostschweiz noch kaum bekannt, wurde als Zwischenkultur der grossflächige Feldgemüsebau eingeführt. Der Feldgemüsebau wurde zur bedeutenden finanziellen Grundlage des Betriebes. Die Erfolgsgeschichte im Feldgemüsebau gründete auf neuen Erkenntnissen von der Setzlingsanzucht über die Gemüseaufbereitung bis zur Auslieferung. Die Auspflanzung erfolgte in der Regel in der Vorsommerzeit. Nicht selten bereitete die Sommertrockenheit grosse Sorgen. Die Lösung brachte eine neuartige, halbautomatische Pflanzmaschine mit Wassertank. Jede Pflanzstelle erhielt gleichzeitig eine bestimmte Wassermenge zu dosiert. Die damit feuchtgehaltenen Haarwurzeln der Setzlinge konnten somit auch bei Trockenheit ohne Unterbruch weiterwachsen. Der Feldgemüsebau nach dem Muster vom «Kundelfingerhof» fand zuerst in Basadingen TG, später auch in den angrenzenden Gebieten weite Verbreitung.

Innovative Technik in Hof und Feld Mähmaschine, Heuwender, Schwader, Pferderechen waren Maschinen, die schon um 1880 grosse Arbeitserleichte-

rung brachten und die Abhängigkeit von Taglöhnern aus Süddeutschland verringerten. Völlig neue Perspektiven zeigte der um 1920 importierte Traktor, ein «Fordson F». Er war für den Dauereinsatz erprobt und liess sich mit einem Sack-Zweischarpflug mit Federspeicheraushebung auch im Schichteinsatz einsetzen. Über mehrere Jahrzehnte wurde die Heuernte mit einem Bandlader (Bodenantrieb), der hinten an den Wagen angehängt wurde, eingebracht. Eine Traktormähmaschine mit grosser Schnittbreite und angehängtem Graszetter und ein «McCormick»- Bindemäher standen über 40 Jahre im Einsatz. Auf dem Hof stand eine eigene Saatgutreinigungsmaschine mit einer Wind-Siebfege und Trieur von «Petkus».

Vielseitige Bodenleitungen Bereits 1910 verfügte man auf dem Hof über Pumpen, die mit Wasserkraft angetrieben wurden, über unterirdische Leitungen für die Jaucheausbringung und die Feldberegnung. Später wurde fast die ganze Feldfläche arrondiert und durch ein Leitungsnetz, teils Ringleitungen, erschlossen. Vor 1925 war man auf dem Feld auf sehr verschleissanfällige Gewebeschläu3

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Erstbesiedlung zur Römerzeit Das reichlich verfügbare Wasser dürfte der Hauptgrund sein für eine frühe Besiedlung schon in der Antike. Seit dem späten Mittelalter wurde an diesem Ort nebst Landwirtschaft auch verschiedenes vom Wasser abhängiges Gewerbe ausgeübt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte, ausgelöst durch die Säkularisierung, die Privatisierung und Zusammenlegung der über lange Zeit im Klosterbesitz befindlichen Lehensgüter. Der Weiler Kundelfingen wurde damit zum Kundelfingerhof. Bekanntheit erlangte das Gut Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem durch Hermann Spiess. Mehr zur Geschichte unter Wikipedia (Stichwort: «Kundelfingen»)

che angewiesen. Dank der Kugelgelenkkupplung-Erfindung von Hermann Spiess wurden künftig verzinkte Blechrohre eingesetzt. Serienfertigung und Vertrieb übernahm später ein Maschinenbauer.

Gemüse-Pflanzmaschine mit Wassertank (um 1920).

1915, als die Lebensmittelversorgung generell knapp war, begann Hermann Spiess mit dem Bau einer Forellenzuchtanlage. Diese blieb bis etwa 2016 fast unverändert in Betrieb. Hermann Spiess experimentierte viel mit Fisch-Fütterungsmethoden. Seinem Sohn Jakob-Hermann gelang es dann viel später, zusammen mit dem Volg in Winterthur, pelletiertes Trockenfutter zu entwickeln und einzuführen.

1925 bildete einen besonderen Höhepunkt in der Hofgeschichte. Die bewirtschaftete Fläche stieg damit auf 100 Hektar. Nach Meliorationen, Instandstellungen und Neubau einer «Elevator-Scheune» konnten zahlreiche Synergien bei der gemeinsamen Bewirtschaftung genutzt werden. Bei Pachtende, bedingt durch gesundheitliche Probleme von Hermann Spiess, wurde dem Pächter eine bedeutende Ertragswerterhöhung des «Griesbachhof» attestiert und Hermann Spiess erhielt vom Kanton eine Vergütung zugesprochen.

Verdoppelung der Betriebsfläche

Visionen und Realität

Die Zupacht der Staatsdomäne «Griesbachhof» bei Schaffhausen von 1916 bis

Zeit seines Lebens beruhte die hohe Motivation von Hermann Spiess für die Land-

Forellenzucht

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wirtschaft auf Visionen. Sein wohl kühnstes Vorhaben bestand 1908 in der Kaufabsicht der Ländereien des ehemaligen Klosters «Paradies». Die Dokumente zur Finanzierung waren bereits unterzeichnet, als seine Frau Maria Magdalena, die sich von der Dimension überfordert fühlte, inter venierte. Der Kauf wurde wieder sistiert. Dank Unterstützung seiner Familie fand Hermann Spiess aber in allen Krisen immer wieder einen guten Ausweg. Er war nur bereit, amtliche Aufgaben anzunehmen, wenn er sich mit Rat und Tat hilfreich einbringen konnte. Gerne gab er seine Erfahrungen an andere Berufskollegen weiter.

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Die Digital-Plattform der EuroTier zog an vier Tagen 41 000 Teilnehmende an. Die Videos des Fachprogramms sind auf Anfrage noch bis zum 15. April verfügbar. Bilder: DLG/zvg

Digitale Premiere Vier Tage dauerte sie, die wegen Corona erst verschobene und nun im Februar als digitale Messe durchgeführte EuroTier. Die Veranstalter sprechen bei über 40 000 Teilnehmenden von einem Erfolg. Roman Engeler und Ruedi Hunger sowie Annett Gefrom* und Jörg Möbius*

Man wird sich erst noch an das digitale Format einer Landwirtschaftsmesse gewöhnen müssen. Bekanntlich macht Not aber erfinderisch und so hat sich die deutsche Landwirtschaftsgesellschaft als Organisatorin der EuroTier entschlossen, diese Veranstaltung als digitalen Event auf die Beine zu stellen, da wegen Corona an ein konventionelles Konzept nicht zu denken war. Die Messe gilt seit Jahren als führende Plattform für Innovationen in der Tierhaltung, was sich in den 80 zur Messe und Prämierung eingereichten Neuheiten widerspiegelt (siehe auch «Schweizer Landtechnik» 12/2020).

*Dr. Annett Gefrom und Jörg Möbius arbeiten für die deutsche Bauernzeitung (Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt) und haben die Neuheiten-Übersicht zusammengestellt.

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Trends an der EuroTier Wer sich die nicht einfache Aufgabe machte, die Links der über 1200 Aussteller zu durchforsten, stiess auf viel Bekanntes, aber auch auf einige Neu-Entwicklungen (siehe dazu die nachfolgende Übersicht). So gibt es neuartige, rasch wirkende Methoden zur Bekämpfung von Schadnagern oder das wieder aufkommende Interesse an professionellen Heubelüftungstechniken für Quaderballen. Im Bereich der Rinderhaltung bewegt man sich in Richtung einer verbesserten Hygiene mit «chemiefreien» Desinfektionstools. Bei der Milchproduktion gehen die Trends der Hersteller weiterhin in Richtung Automatisierung zur Produktionsunterstützung und der Reduktion von Schadgasen (Ammoniak). Auch in der Schweinehaltung hält die Automatisierung weiter Einzug, vor allem in

Richtung Produktionssicherung und Optimierung von Fütterung, Stallklimaführung und Energieeffizienz. Dem gesellschaftlich geforderten Tierwohl wird mit Strohautomaten und Beschäftigungsmöglichkeiten Rechnung getragen. Die Digitalisierung ist und bleibt ein Megatrend in der Landwirtschaft – auch in der Tierhaltung. «Der Weg führt dabei von der automatisierten Datenerfassung mit vernetzten Sensortechniken über vernetzte Daten hin zur Automatisierung von Analysen und Verfahrensabläufen und zu einem intelligenten Gesundheitsmonitoring», schreibt Matthias Schick (Strickhof und AgroVet-Strickhof) in seinem Bericht über die Branchentrends. Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit, aber auch die erfolgreiche Kombination mit dem Tierwohl rücken dabei vermehrt in den Vordergrund.


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«Vector»-Rechnung

Lely verbessert die Dosiergenauigkeit, Misch- und Schnittqualität des Fütterungssystems «Vector» und entwickelte einen neuen Futtergreifer. Die Schale des Greifers besteht aus Edelstahl. Dasselbe gilt für alle Teile, die mit dem Futter in Kontakt kommen. Dies verhindert Verschleiss durch die sauren Säfte des Futters. Das Seil für den Schliessmechanismus wurde ebenfalls durch eine Edelstahlkette ersetzt. Dies verringert die Wartungsarbeit während einer Nutzungsdauer von zehn Jahren um mehr als 90 %. Die neue Formgebung des Abstreifsystems in der Futterschale verbessert die Ladegenauigkeit, da alles Futter sauber aus den Schalen geschoben wird. Verluste bei kleinen Futtersorten wie Getreide, Kraftfutter und losen Produkte gehören jetzt der Vergangenheit an. Und auch die Futterküche bleibt sauber. Ausserdem hat Lely neue Greifzähne entwickelt, die lange Futterkomponenten effizienter laden. Der neue Greifer ist auch als Upgrade für bestehende Nutzer verfügbar.

«Taxi 4.0»

das «MilchTaxi» auch das verlässliche Anund Abtränken abhängig vom Alter. Es erkennt jedes Iglu und errechnet die aktuell richtige Tränkemenge für das Kalb. Damit kennt das «MilchTaxi» auch die bei der nächsten Fütterung benötigte Milchmenge und führt schon beim Zubereiten Schritt für Schritt zur richtigen Mischung, inklusive Vollmilchaufwertung. Alle Daten der Fütterungen können dauerhaft gespeichert und über Tablet oder PC abgerufen werden. So können Fehler in der Fütterung sofort behoben werden.

An deiner Seite Mit «Inline», «RapidExit» und «Arizona» bietet Fullwood drei Varianten des Side-by-Side-Systems. Die Optionen reichen von der Melkzeugabnahme über die Milchmengenerfassung bis zum «Inline-Milk-Analyser». Die freitragende Holmkastenkonstruktion stellt eine gute Erreichbarkeit des Euters sicher und ermöglicht eine ermüdungsfreie Arbeitshaltung. Beim Side-by-Side-Melkstand «RapidExit» ist die Frontbarriere freihängend ausgeführt. Der Austrieb wird mit Druckluftzylinder per Knopfdruck geöffnet. So verlassen alle Tiere einer Gruppe den Stand gleichzeitig. Ein Öffnen der Bügel ist für die Abtrennung einzelner Tiere möglich. Beim Melkstand «Arizona» bietet das Einzeltier-Indexing durch die S-förmigen Frontbügel eine individuelle Positionierung der Kuh, sodass das Euter optimal für die Melker erreichbar ist. «Inline» ist die Lösung für kleinere Herden und bei geringem Platzangebot.

Alles im Blick

Mit der Erfindung des «MilchTaxi» hat Holm&Laue die Eimerfütterung revolutioniert. Extras wie der elektrische Fahrantrieb, die funkgesteuerte Dosierpumpe, die Möglichkeit zu pasteurisieren und zu kühlen, die Warmwasserheizung bis hin zur Drenchsonde für Kühe machen das «MilchTaxi» zum nützlichen Werkzeug auf dem modernen Milchviehbetrieb. In der neusten Generation 4.0 ermöglicht

Allflex Livestock Intelligence ist ein Unternehmen im Bereich Tieridentifikation und Monitoring. Mit «SenseHub» können Milchviehhalter datenbasierte Entscheidungen treffen, um die Produktivität zu maximieren. Jedes einzelne Rind oder die gesamte Gruppe wird überwacht und der Tierhalter erhält Informationen zu Fruchtbarkeit und Gesundheit sowie zur Fütterung und zum Wohlbefinden. Das System kontrolliert in Echtzeit den Zustand der Tiere und sendet bei Auffälligkeiten sofort einen Alarm. Die Anwendung bietet die Möglichkeit, über den Einsatz von Halsband- oder Ohrmarkensender gesammelte Daten der Tiere über verschie-

dene Applikationen und Endgeräte aufzurufen. So können die Effizienz gesteigert und das Wohlergehen der Tiere verbessert werden.

Thermo-Tränke Die neue Thermo-Tränke «Isobar 250» von Patura ist ideal für die Wasserversorgung der Tiere an Standorten, an denen kein fliessendes Wasser zur Verfügung steht. Dank des doppelwandigen Gehäuses mit Polyethylen-Schaumstofffüllung bleibt das Wasser im Winter bei bis zu –15 °C frostfrei und im Sommer kühl. Durch die Trinklochabdeckung, die zum Saugvorgang einfach heruntergedrückt wird und anschliessend allein zurück in die Ausgangsposition rutscht, ist das Wasser vor Sonne, Laub und Wildtieren geschützt. Je nach Tierart und Wasserbedarf kann mit 180 l Nutzwassermenge beispielsweise ein Pferd für eine Winterwoche versorgt werden. Das Unternehmen bietet im weiteren Produktportfolio Stalleinrichtungen und Weidetechnik wie Panels, Tränktechnik, Fütterungsraufen, Windschutznetze und Wiegetechnik an.

Grill kommt später

Die Futterschale Modell «Viva 330» von Big Dutchman für die Hähnchenmast kommt ohne Grill aus und lässt sich zügig zusammenstecken und leicht reinigen. Mit dem zentral zu betätigenden 360°-Futter-Flutmechanismus ist die Big-Dutchman-Schalentechnologie integriert. Sie sorgt in den ersten Tagen für einen hohen Futterfüllstand bei den auf dem Boden stehenden Schalen. Danach wird die Schalenlinie entsprechend dem Alter und der Grösse der Hähnchen angehoben und das Futterniveau sinkt. Damit ist «Viva 330» für jedes Lebensalter in der Hähnchenmast geeignet. Landwirte können zwischen einem tiefen oder flachen Schalenteller wählen. Überdies ist die Futterschale «Viva 330» mit einem Kükeneintrittsschutz erhältlich. So kann der 3

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Landwirt den Fressplatz der Tiere optimal an das Management anpassen.

«Turn&Milk»-Prinzip

Das Melkzeug «Evanza» von DeLaval ist nicht nur schneller, es ist auch besser für Kühe und somit für die Mitarbeiter. So sorgt das «Turn&Milk»-Prinzip für den zeitsparenden Kartuschen-Austausch in weniger als einer Minute für vier Kartuschen. Auch der kurze Milchschlauch kann über einen Bajonettverschluss einfach gewechselt werden. Die Technologie mit integriertem «Clover»-Design erhöht die Melkleistung und verdoppelt die Lebensdauer im Vergleich zu konventionellen Zitzengummis. Die «TopFlow»-Technologie sorgt für einen erhöhten Milchfluss und eine verbesserte Eutergesundheit. Das Vakuum bleibt selbst bei hohen Milchflüssen stabil. In Testbetrieben konnte die Melkdauer um bis zu 7 % und die Anzahl der Lufteinbrüche um bis zu 83 % reduziert werden. Das Melkzeug ist zudem leichter und gut ausbalanciert. Durch die speziellen Griffzonen wird ein leichtes und ergonomisches Ansetzen des Melkzeuges unterstützt.

Individuelle Edelstahlbehälter Die Edelstahlbehälter von Börger eignen sich für die Lagerung von Flüssigkeiten jeglicher Art. Durch die Möglichkeit der gasdichten Verschraubung werden die Edelstahlbehälter auch vielfach als Fermenter oder Nachgärer in Biogasanlagen eingesetzt. Grössen von 30 bis 5000 m³ Fassungsvermögen, unterschiedlichstes Zubehör und diverse Dachkonstruktionen ermöglichen eine individuelle Anpassung an nahezu jeden Anwendungsfall. Die Segmentbauweise erlaubt eine schnelle Erstmontage und nachträgliche Aufstockung. Zudem können die Behälter auch nach jahrelanger Nutzung demontiert und an anderer Stelle wieder aufgebaut werden. Die Segmente sind leicht zu transportieren (kleinvolumig) und bei Be64

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darf in bestehenden Räumlichkeiten aufbaubar. Die Statik der Börger-Serienbehälter ist geprüft und zertifiziert.

Verstellbares Kanalrührwerk Als Neuheit präsentiert Eisele das höhenverstellbare Kanalrührwerk «GTWSH 204». Damit können Ringkanäle oder Slalomsysteme mit bis zu 6 m Tiefe wirkungsvoll homogenisiert werden. Beste Rührergebnisse garantiert das Tauchmotorrührwerk der «GTW»-Serie mit 15 kW. Mithilfe einer Seilwinde lässt sich das Rührwerk in der Höhe verstellen und kann somit auf der gewünschten Position betrieben werden. Eine reissfeste und güllebeständige Gewebeplane verschliesst die Öffnung ober- und unterhalb des Rührwerks. Die speziell ausgeführte Düse kommt im oberen Bereich ohne Streben aus und sorgt für einen hindernisfreien und gleichmässigen Einzug von Schwimmschichten. Weiter sind die Düse, der Propeller und die Einbauteile in massiver Bauweise serienmässig in Edelstahl ausgeführt.

Quaderballen trocknen Die Quaderballentrocknung des Typs «Henning» von Burdorf Landmaschinen ist mobil oder stationär einsetzbar. Die auf norddeutsche Verhältnisse zugeschnittenen Anlagen sind leistungsoptimiert und nicht an einen festen Ort oder Energieträger gebunden. Der Einsatz von Biomasse-Warmluftöfen oder Luftentfeuchtern bietet für jeden Kunden individuelle Lösungen. Auch das Angebot als Bausatz ermöglicht den Einstieg in die Quaderballentrocknungstechnik. Es können auch Schüttgüter wie Korn, Mais, Kräuter, Hackschnitzel oder Pellets in den optional erhältlichen Schüttgutboxen getrocknet werden. Somit erhöht sich das Einsatzspektrum der Anlage und ermöglicht eine Doppelnutzung. Auch die beliebten kleinen Hochdruckballen können in einem gebundenen Quaderballen verarbeitet werden.

Abluftwäscher zertifiziert Die Abluftreinigung «Emmi» von Schulz Systemtechnik ist in drei Reinigungsbereiche aufgeteilt, sodass hier nur die jeweils notwendige Fläche des Filters betrieben werden muss. Erst mit dem Anstieg der Emissionen und den reinigenden Abluft-

strömen werden die notwendigen Reinigungsstufen zu- oder abgeschaltet. Die Ventilatorengruppen werden mittels Frequenzumformer geregelt. Die Abluftreinigung ist durch die Automatisierung so weit autark, dass sich die vom Betreiber zu erledigenden Arbeiten auf ein Minimum reduzieren.

Niedriger Schwerpunkt

Eckart, Spezialist für Polyesterfässer, präsentiert die seit einigen Jahren bei den grossen Typenreihen erfolgreiche «Lupus+»-Bauform nun auch bei der Typenreihe 10 bis 14 m3. Durch den niedrigeren Schwerpunkt, der durch eine neue Form des Polyesterbehälters erreicht wird, erhöht sich die Fahrsicherheit sowohl auf der Strasse als auch gerade im bergigen Gelände. Schichtlinienfahrten und Vorgewendemanöver werden nun sogar mit Applikationstechniken sicher und das Fass kann in Bereichen eingesetzt werden, welche bisher nicht bewirtschaftet werden konnten. In Verbindung mit dem Pendel-Achs-Aggregat sind Stützlasten von 2700 bis 3000 kg möglich. Dies führt zu wesentlich besserer Traktion der Traktorräder und unterstützt zusätzlich Bodenschonung und Sicherheit in Hanglagen.

Kompakt und niedrig

Die Modelle «SelfLine 4.0 Compact 1612» von Siloking mit niedriger Bauhöhe haben 13 oder 16 m³ Behältervolumen. Sie sind die optimale Maschine sowohl für den klassischen Familienbetrieb als auch für Grossbetriebe mit mehreren Leistungsgruppen oder bei engen, niedrigen Stalleinfahrten. Die kompakte Bauweise mit dem wendigen Dreipunkt-Fahrwerk ermöglicht einen beidseitigen Austrag ohne Überfahren des Futters. Sie sind mit dem kraftvollen und sparsamen


Manitou MLT 420 – gemacht für die Landwirtschaft

Der Manitou MLT 420 ist für uns ein echter Gewinn. Er ist vielseitig einsetzbar und kommt mit unseren herausfordernden Platzverhältnissen perfekt klar.» Beat Röthlisberger, Landwirt, Ersigen BE

Die Landwirte Niklaus und Beat Röthlisberger führen im Emmentaler Ersigen einen Mastviehbetrieb mit Ackerbau sowie Gras- und Mais-Silageproduktion. Um die Hofnachfolge möglichst fliessend und tragbar zu regeln, arbeiten Vater und Sohn in einer Generationengemeinschaft. Für die anfallenden Arbeiten wurden bis vor kurzem ein TCM-Stapler, ein Traktor mit Frontlader und die eigenen Hände eingesetzt. Da der Stapler bereits in die Jahre gekommen und für den modernen Bedarf zu wenig flexibel war, schauten sich die Landwirte nach einem Teleskoplader als Ersatz um. Dieser sollte in den engen Platzverhältnissen gut zurechtkommen sowie viel Hubkraft in Kombination mit Hubhöhe und Reichweite mitbringen. «Wir haben mehrere Maschinen verschiedener Hersteller evaluiert, die aber hinsichtlich dieser Anforderungen nicht überzeugten», erinnert sich Niklaus Röthlisberger. Im Rahmen dieser Evaluation wurden die beiden auf den Manitou MLT 420 aufmerksam und besichtigten ihn anlässlich des Kaufs eines Frontpackers bei ihrem Lieferanten. Superkompakt und kraftvoll Der Manitou bestand den Test auf dem Hof von Niklaus und Beat Röthlisberger mit Bravour. Das Kraftpaket bietet viel Hubhöhe sowie Reichweite und eine maximale Hubkraft von 2‘000 kg. Diese Eigenschaften machen ihn beim Materialumschlag enorm flexibel. Dank seiner superkompakten Aussenmasse von 1.97 x 1.49 m [H x B], drei Lenkungsarten

und seinem 57-PS-Kubota-Motor ist er wieselflink und wendig, wodurch er in engen Platzverhältnissen ebenso gut zurecht kommt wie auf schwierigem Untergrund. Zudem punktet der Manitou mit einem besonders einfachen Handling der Anbaugeräte dank Easy-ConnectSystem. «Der Manitou-Vertriebspartner hat unseren Bedarf sehr sorgfältig abgeklärt und bei der offerierten Maschine darauf geachtet, dass wir bestehende Anbaugeräte weiterverwenden können», stellt Beat Röthlisberger zufrieden fest. Vielseitig und komfortabel Die neue Maschine hat in Ersigen ein vielseitiges Aufgabengebiet zu bewältigen. So wird sie im gesamten Fütterungsprozess genauso eingesetzt wie zur Beschickung der Holzschnitzelheizung, dem Handling von Heu-, Stroh- und Siloballen, für Reinigungsarbeiten von Wegen und Plätzen oder auf der Obstplantage von Beats Cousin. In der grossen, komfortablen Kabine erleichtert der innovative Manitou-JSM-Joystick den Arbeitstag, indem alle Bewegungen sicher und ohne Ermüdungserscheinungen einhändig ausgeführt werden können. Ausserdem sorgen eine automatische Negativ-Parkbremse und die 360°-Rundumsicht für optimale Sicherheit. «Damit die Arbeit doppelt Spass macht, haben wir uns für die Premium-Ausführung mit Klimaanlage, luftgefedertem Sitz und LED-Arbeitsscheinwerfern entschieden», bemerkt Niklaus Röthlisberger zwinkernd und ergänzt: «Seit der Manitou auf dem Hof ist, streiten sich alle darum, wer die Maschine fahren darf.»

MANITOU-VERTRETUNGEN

Zürich / Ostschweiz / FL / Tessin Aggeler AG · 9314 Steinebrunn TG Tel. 071 477 28 28 · www.aggeler.ch

Zentral- / Nordwestschweiz / Bern A. Leiser AG · 6260 Reiden LU Tel. 062 749 50 40 · www.leiserag.ch


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143-PS-Vierzylinder-Motor von Volvo ausgestattet, optional auch mit dem Power-Paket (175 oder 218 PS). Beim hydrostatischen Antrieb sind die zwei Geschwindigkeitsstufen von Vorteil. Sie lassen sich einfach mit einem Taster am Bedienpult einstellen.

einer Faserlänge von bis zu 80 mm gleichzeitig über eine Seilscheibenförderanlage mit 80 mm oder 200 mm Durchmesser versorgt werden. Je nach Anzahl der Einstreuintervalle kann das Stroh als Beschäftigungsmaterial oder als Einstreu der Liegeflächen dienen.

Früherkennung von Krankheiten

Für weite Wege

Ein grosses Potenzial für Mängel in der Kälberaufzucht ist in wachsenden Tierbeständen gegeben. Eine zunehmende Kälberzahl mit zwangsläufig steigendem Infektionsdruck sorgt für höhere Anforderungen an Hygiene und Krankheitsvorbeuge. Den Überblick über den Bestand zu behalten, und bei Schwierigkeiten rechtzeitig einzugreifen, wird nochmals schwieriger, wenn Kontrollen von mehreren, möglicherweise wechselnden Personen durchgeführt werden. Das «Calf Monitoring System» von Futuro Farming ist ein präzises und energiesparendes, non-invasives Sensorsystem zur Früherkennung von Krankheiten bei Kälbern. Über einen passiven Infrarotsensor wird das Verhaltensmuster des Kalbes erkannt und zeitaktuell über eine KI ausgewertet. Die Information wird dem Landwirt direkt über eine App und Online-Plattform bereitgestellt und ermöglicht so ein kontinuierliches Gesundheitsmonitoring des Kalbes. Dabei wird die tägliche Kontrolle durch den Landwirt nicht ersetzt, sondern dieser erhält durch die kontinuierliche Überwachung und kurzfristige Rückmeldung eine wertvolle Unterstützung.

Automatisch einstreuen

«Strohmatic light 80» von Schauer ist die Innovation zum Einstreuen und zur automatischen, preisgünstigen Verteilung von organischem Beschäftigungsmaterial in Schweineställen. Es können je nach Gesamtlänge der Anlage bis zu 40 Verteilstellen über Vorratsbehälter mit jeweils 15 l Volumen mit gehäckseltem Stroh mit 66

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Der mobile Hochdruckreiniger auf Palettengestell «HDP» von Stadiko ist speziell für den Einsatz an weit auseinanderliegenden Einsatzorten konzipiert. Mit den Gabelschuhen an diesem Modell ist der Transport über weite Strecken einfach und sicher. Der 200 Liter fassende Vorlauftank wird nicht nur für den pumpenschonenden Bypassbetrieb eingesetzt, sondern kann auch schwankende Mengen in der Wasserversorgung ausgleichen. Der «HDP» kann mit einer Motor-Pumpen-Einheit mit 25 l/min und einem Arbeitsdruck von 180 bar für das kleinteilige Waschen und Beseitigen von hartnäckigem Schmutz bis hin zur einer Motor-Pumpen-Einheit mit einer Literleistung von 38 l/min und einem Arbeitsdruck von 140 bar ausgerüstet werden, um mit optimaler Spülkraft grosse Flächen zu reinigen.

Einstiegsselbstfahrer

Mit der einfachen Bedienung und der Basis-Ausstattung bietet der «Sherpa» von Strautmann den idealen Einstieg in die selbstfahrende Futtermischtechnik. Ob mit Entnahmefräse für eine maximale Entnahmeleistung oder dem optionalen

«Fast-Cut»-Entnahmesystem für eine maximale Strukturschonung bietet Strautmann für alle Betriebe das passende Entnahmesystem.

Flexible Abruffütterung Mit der neuen «Opti.Station» bietet Weda eine flexible mechanische Abruffütterung, die individuell auf die jeweilige Tiergruppe angepasst werden kann. Die Vorteile für den Halter: Die «Opti.Station» arbeitet mit dem Steuerungssystem Hand in Hand. Weitere Features wie die Rausche-Detektion können jederzeit optional hinzugefügt werden. Die Station besticht durch ihre Einfachheit: Die Sau geht in die Station, das Tor schliesst sich und anhand der Ohrmarke erfasst die zentrale Steuerung der Abruffütterung, um welche Sau es sich handelt und beispielsweise wie viel Futter über den Trockenfütterungsdosierer «Opti.Mum» gefüttert werden darf.

Einstreu- und Fütterungsroboter

Wiegeeinheit und Querförderband machen den Einstreuroboter von Wasserbauer jetzt auch zum Fütterungsroboter. Beim «Flypit» ermöglicht ein Rührwerk die gleichmässigere Befüllung des Vorratsbehälters. Und ein abgesenktes Laufwerk reduziert den Platzbedarf bei der Montage, speziell bei niedrigen Ställen. Das Stroh muss lediglich als Rund- oder Quaderballen in den Port gefüllt werden, dann übernimmt das vollautomatische System die Arbeit und das Stroh wird mit einem patentierten Schneidwerk und Strohsieb optimal zerkleinert. Über ein Förderband oder direkt aus dem Port befüllt, gelangt das Stroh zum «Flypit». Über Schienen an der Stalldecke erreicht «Flypit» jeden Winkel im Stall, wo das zerkleinerte Stroh mehrmals täglich frisch eingestreut wird. Mit einer speziellen Absaugung wird der entstehende Staub beseitigt. Die Einstreumenge jeder einzelnen Bucht kann individuell eingestellt werden. Alle Funktionen sind einfach über Handy oder Tablet einstellbar.


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Sicherheit | Fahrwerke

Viele Tandemachs-Aggregate, die in landwirtschaftlichen Anhängern verbaut werden, erreichen bei Starkbremsungen auf der Strasse nicht die notwendige Abbremsung. Bild: R. Engeler

Kritischer Blick auf Tandem-Fahrwerke Tandemachs-Aggregate, wie sie vielfach in landwirtschaftlichen Anhängern verbaut werden, erreichen auf der Strasse oft nicht die erforderlichen Bremswerte, weil sich die vordere Achse beim Bremsvorgang entlastet. Roman Engeler

Tandemachs-Aggregate gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Man unterscheidet zwischen • Verbund• Boogie- und • Pendelaggregaten sowie zwischen • luftgefederten und • hydropneumatisch gefederten Aggregaten. Die Problematik, dass man damit auf der Strasse oft nicht die erforderlichen Bremswerte erreicht, tritt insbesondere bei den Verbundaggregaten auf. Aufgrund ihrer Konstruktion entlastet sich die vordere Achse beim Bremsvorgang. 68

Schweizer Landtechnik

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2021

Prüfstand Bremsen von Anhängern werden in der Regel auf einem Rollenprüfstand getestet und entsprechend eingestellt. Die Beladung des Anhängers wird durch das Herunterzurren der Achsen simuliert. Dabei schaltet man aber speziell bei Tandemanhängern einen Faktor aus, der einen wesentlichen Einfluss auf die Abbremsung eines Anhängers hat. Denn durch das Fixieren der Achsen werden diese stabilisiert und können sich nicht nach oben verlagern, wie das in freier Fahrt der Fall ist (siehe Skizzenfolge). Hinzu kommt, dass die Achsen einzeln gemessen wer-

den und die gegenseitige Beeinflussung unberücksichtigt bleibt.

Studie Bei durchgeführten dynamischen Bremsversuchen im Rahmen einer Diplomarbeit am Inforama Rütti BE (fachlich betreut durch Roger Stirnimann und Stefan Gfeller von der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen) wurde bei vielen Anhängern beobachtet, dass sich die Vorderachse einer Tandem-Pendelachse des Anhängers sowohl in nicht beladenem als auch in beladenem Zustand bei zunehmendem Bremsdruck nach


Fahrwerke | Sicherheit

Fahrzeug-Bewegungsrichtung

Fahrwerke, die mit niedrigen Bremskräften funktionieren, können bei einer Abbremsung von 50 % versagen. Das Entlasten und Durchrutschen führt zu Bremskraftverlust. Diese Kräfteverhältnisse können nur beim Bremsversuch auf der Strasse wirkungsvoll nachgeprüft werden. Grafik: Unterlagen Arbeitsgruppe landwirtschaftlicher Strassenverkehr (November 2020)

oben verschiebt und dann schnell blockiert. Wahrscheinlich, so der Autor der Arbeit, resultiere dieses Verhalten aufgrund einer falschen Verteilung der Bremskraft, die man eben immer nur auf dem Rollenprüfstand und nicht dynamisch misst, und einer fehlenden Stabilisierung der Achsen. In beladenem Zustand wurde dies nur bei den neueren Anhängern mit der aktuell geforderten Mindestabbremsung von 50% beobachtet. Das Durchrutschen der Pneus auf dem Asphalt verlängert in der Folge den Bremsweg und somit ergibt sich auch eine geringere Abbremsung. So war es im Rahmen dieser dynamischen Bremsversuche nicht möglich, die geforderte Abbremsung von 50 % bei neuen Anhängern in beladenem Zustand zu erreichen.

Dynamischer Achsausgleich schafft Abhilfe Die Bremskraft für jede Achse müsste den Gewichtskräften entsprechend verteilt werden. Da sich die Gewichtskräfte beim Bremsvorgang verlagern, müssten die Bremskräfte während der Bremsung immer wieder angepasst werden, wie dies mit einem automatischen lastabhängigen Bremskraftregler (ALB) gemacht wird. Bei Zweiachsanhängern werden bekanntlich zwei ALB verbaut, was die Sache gegenüber Tandemanhängern, bei denen es meistens nur einen ALB für beide Achsen gibt, verbessert. In landwirtschaftlich genutzten Anhängern werden aber meistens nur sogenannte statische ALB verbaut, welche die Achslasten zu Beginn des Bremsmanövers berücksichtigen und während der Bremsung nicht nachregeln. Nichtsdestotrotz kann man der vorderen Achse bei Zweiachsanhängern aber mehr Bremsleistung geben (längere Bremshebel, grössere Bremszylinder, höhere Drücke). Abhilfe könnte ein elektronisches Bremssystem (EBS) schaffen. Solche Systeme sind heute bei vielen Herstellern optional ver-

fügbar und umfassen ein Antiblockier-System (ABS), den automatischen lastabhängigen Bremskraftregler (ALB) und ein Rollstabilisierungssystem (RSS). Für den Betrieb von Anhängern, ausgerüstet mit solchen EBS-Systemen, muss das Zugfahrzeug nicht zwingend über ein ABS-System verfügen, eine Stromversorgung über den Normstecker (ISO 7638-1 oder ISO 7638-2) ist ausreichend, muss aber stets sichergestellt sein. Es versteht sich von selbst, dass der Einbau eines solchen Systems die Kosten des Anhängers erhöht, aber den Betrieb dafür sicherer macht.

Eigentlich bekanntes Problem In der Fahrwerksbranche ist dieses Problem bekannt. Viele Hersteller von Achsen haben entsprechende Angebote im Sortiment, mit denen dies gelöst werden kann. In der Landtechnik, so macht es den Anschein, schenkt man diesen Aspekten bisher eher eine untergeordnete Beachtung, was in einem direkten Zusammenhang mit den bisher erforderlichen niedrigen Verzögerungswerten von 38 % (heute 50 %) zu tun haben könnte. Denn bei Ver-

zögerungswerten von 38 % ist dieses Problem weit weniger akut. Weiter könnten auch die Kosten von besseren Achsaggregaten eine Rolle spielen. Ein weiterer Grund ist sicher die Praxis der Zulassungsprüfung, die in beladendem Zustand durchgeführt wird, der beschriebene Effekt tritt ja erst bei Starkbremsungen auf. Bei statischen Bremsprüfungen auf dem Prüfstand ist auf dem Diagramm in der Regel meist alles in bester Ordnung. Vorderhand drängt aber niemand auf neue Vorschriften. Wünschenswert wäre jedoch, dass in der Branche eine gewisse Sensibilisierung stattfindet, auf dass man in Zukunft bei solchen Tandemachs-Aggregaten andere Komponenten verbaut.

Fazit Mit den neuen Bremsvorschriften (traktor- und anhängerseitig) wollte der Gesetzgeber bekanntlich die Sicherheit von landwirtschaftlichen Gespannen erhöhen. Es zeigt sich aber, dass man dieses Hauptziel nicht erreicht, wenn man die dynamischen Kräfte beim Bremsvorgang nicht berücksichtigt.

Bild eines dynamischen Fahrwerks mit einer Verbindungsstange (ALB-Waage), an der die Lenkstange des ALB angeschlossen wird. Bei parabelgefederten Aggregaten verbaut Krampe das mechanische ALB mittig zwischen den beiden Achsen an einer Verbindungsstange. Bei luft- oder hydraulisch gefederten Aggregaten wird das ALB-Ventil über den Druck gesteuert. Bild: Krampe

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2021 Schweizer Landtechnik

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Passion | Youngtimer

«Der MF ‹4245 LP› ist leicht genug für Pflegearbeiten und wiederum kräftig genug für die härteren Arbeiten», sagt Urs Rentsch. Bilder: Senn/zvg

Ein Massey Ferguson «4245 LP» mit 3 Tonnen Nutzlast Urs Rentsch, ehemaliger Mitarbeiter des SVLT, fühlt sich in seiner Doppelrolle als Landwirt und Product Manager bei der Motorex AG wohl. Stolz ist der Neu-Schafhalter auf seinen Massey Ferguson «4245 LP», der über formidable drei Tonnen Nutzlast verfügt. Dominik Senn

Urs Rentsch aus Untersteckholz, einem Ortsteil von Langenthal BE, ist gelernter Landwirt, bildete sich anschliessend am Feusi Bildungszentrum in Bern zum Agro-Kaufmann aus. Es folgten Lehrund Wanderjahre, so als UFA-Gebietsverkaufsleiter, als Mitarbeiter Verkauf bei Gebr. Schaad in Subingen (Rad- und Doppelrad-Systeme), als Product Manager bei der Matra in Lyss (heute Robert Aebi Landtechnik), dem Case Steyr Center in Niederweningen und – von 2015 bis 2019 – beim Schweizerischen Verband für Landtechnik SVLT in Riniken als Berater 70

Schweizer Landtechnik

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2021

im Technischen Dienst. Seit Oktober 2019 ist er Product Manager Agrar & Forst bei der Motorex AG in Langenthal. Sein formidables Wissen über Landtechnik verrät: Der 42-Jährige ist ein Landtechnik-Freak, sein Wissen über sämtliche Traktorenmarken, -modelle und -typen samt deren technischen Entwicklungsschritten ist erstaunlich.

Seit 20 Jahren auf dem Betrieb Von seinem Vater Edi, Viehzüchter und lange Jahre Präsident des Viehzuchtvereins Melchnau, stammt die Sorge um das

Tierwohl – und der 2001 neu angeschaffte Massey-Ferguson-Traktor «4245 LP», der einen MF «352» ablöste. «Der ‹4245› ist jetzt 20 Jahre lang auf dem Betrieb. Zu diesem Jubiläum verpasse ich dem Schlepper neue Vorderpneus der Marke Mitas MPT mit den Massen 375/70 R 20», sagt Urs Rentsch. Die Hinterräder weisen die Masse 540/65 R 28 auf und ergeben einen tiefen Schwerpunkt und gute Hangstabilität. LP steht für Low Profile und meint die Niedrigkabine, er hat also einen Getriebetunnel. Die vollverglaste Kabine erlaubt die komplette Rundum-


Youngtimer | Passion

Die vollverglaste Kabine erlaubt die komplette Rundumsicht.

Beim Einsatz mit dem Ballenladegerät.

«4245» seit 2013 durch einen Case IH «Quantum 75C» mit Frontlader, der einen Agrifull «70» ersetzte.

85-PS-Perkins-Motor Das Modell MF «4245« wurde mit einem aufgeladenen Motor aus der 1000er-Baureihe geliefert. Dieser Motor arbeitet mit dem damals neuen Quadram-Verbrennungsverfahren, welches eine leisere und schonende Arbeitsweise sowie bessere Leistungswerte bewirkt. Gefertigt wurde sowohl die Heck- als auch die Allrad-Variante. Zusätzlich konnte zwischen der konventionellen und der Freisichthauben-Ausführung gewählt werden. Der Motor von Perkins (Typ «1004.4 TLR») ist ein stehender wassergekühlter 4-Takt-4-Zylinder-Rei-

hen-Turbomotor mit Direkteinspritzung und einem Abgasturbolader. Die Serie «4200» wurde im Jahr 1997 als Nachfolger der 300er-Modelle eingeführt. Die Baureihe setzte sich aus den Dreizylinder-Modellen «4215» und «4220», den Vierzylinder-Modellen «4225», «4235», «4245» und «4255» sowie den Sechszylinder-Traktoren «4260» und «4270» zusammen. Die 4-Zylinder-Traktoren waren mit 4,1- und 4,0-Liter-Motoren ausgestattet und deckten eine Leistungsspanne von 65 PS bis 95 PS ab.

Massgeschneidert Der gewiefte Landtechniker ist glücklich, mit dem MF «4245» einen für die Bedürfnisse auf dem Hof massgeschneiderten Traktor gefunden zu haben. Der Schweinemast- und Milchwirtschaftsbetrieb war im Kaufjahr des Traktors noch 25 ha gross, mit 128 Mastschweinplätzen und einem Milchlieferrecht von 18 000 kg im Monat. Angebaut wurden auf rund 15 ha Ackerland Weizen, Gerste, Raps, Triticale und Mais. Bis zur Übernahme des Betriebes durch Urs Rentsch im Jahr 2017 gingen 9 ha Pachtland verloren, worauf der Rindviehbestand massiv redimensioniert und die Spritz- und Pflegearbeiten sowie das Abführen des Getreides an Lohnunternehmer ausgelagert wurden. Dafür ist seit Mitte Januar auf den Hof öfters Blöken zu vernehmen. Urs Rentsch und Gattin Claudia haben sich zehn Mutterschafe (Auen) mit einem wachsenden Bestand an Lämmern angeschafft, die in der Hofumgebung für die «Grünlandpflege» sorgen werden.

Stolze drei Tonnen Nutzlast

on, bestehend aus Kreiselegge und pneumatischer Sämaschine, eingesetzt. Dies war durch die hohe Nutzlast ohne Weiteres möglich, jedoch leistungsmässig aufgrund der Bodenart und Topografie am Limit. Für jede Arbeit fände sich ein geeigneter Gang, so Urs Rentsch weiter. Die 24 Vor- und Rückwärtsgänge (vier Gänge in drei Gruppen und einem Halbgang) sind bequem an einem einzigen Schalthebel zu schalten. Unterstützung hat der

«Die 85 PS Leistung bei rund vier Tonnen Leergewicht ergeben bei einem zulässigen Gesamtgewicht von sieben Tonnen stolze drei Tonnen Nutzlast. Das ist ein hoher Wert, den auch neue Modelle in dieser Leistungsklasse selten erreichen», sagt Urs Rentsch. Mit dem Traktor wurde ein neues Frontmähwerk mit Heckaufbereiter angeschafft, was eine hervorragende Gewichtsverteilung ergibt. Eingesetzt werde er für praktisch alle anfallenden Arbeiten auf dem Betrieb. «Der ‹4245› ist leicht genug für Pflegearbeiten und mit drei Tonnen Nutzlast wiederum kräftig genug für die härtere Arbeit, beispielsweise am Dreischar-Pflug», so Urs Rentsch. Die ersten zehn Jahre wurde der Traktor auch mit einer 3-m-Säkombinati-

Der MF ist auch bei härteren Arbeiten flott unterwegs.

sicht und ist staub- und schallisoliert, mit dreistufigem Heizungs- und Belüftungsgebläse, ausstellbarer Seiten-, Heckscheibe und Dachluke sowie vielem Komfort mehr. Gebaut worden sei der Traktor in Coventry GB im letzten Jahr der 4200erSerienproduktion (2001), welche mit einem neuen Getriebe und einer Freisichtkabine die 300er-Modelle ablöste.

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2021 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

Delegiertenversammlung des SVLT

Eco-Drive-Kurs – Sparen beim Fahren

Die auf 19./20. März 2021 geplante Delegiertenversammlung des SVLT findet aufgrund der geltenden Corona-Bestimmungen nicht wie vorgesehen statt. Am Nachmittag des 19. März 2021 werden die angemeldeten Delegierten um 15 Uhr in einer Videokonferenz über die traktandierten Geschäfte informiert, anschliessend erfolgt eine schriftliche Abstimmung über ein extra dafür aufgeschaltetes Online-Portal. Die Delegierten werden direkt vom Zentralsekretariat über den genauen Ablauf informiert.

Freitag, 4. Juni 2021, 8 bis 16 Uhr, an der Liebegg in Gränichen

Generalversammlungen

Die Teilnehmenden erhalten am Kurs Informationen über vielfältige Möglichkeiten, wie der Treibstoffverbrauch der Traktoren reduziert werden kann. Im theoretischen Teil wird das Verbrauchsverhalten eines Traktors behandelt. Im praktischen Teil ist mit dem eigenen Traktor zu erfahren, wie sich der Verbrauch mit angepasster Fahrweise ändert; bitte eigenen Traktor mit Anhänger mitbringen. Kursleiter ist Hansjörg Furter, die Kurskosten betragen Fr. 210.–, inkl. Kursunterlagen und Mittagessen am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg, Gränichen. Die Anmeldung ist bis 21. Mai 2021 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramona Jutzeler, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch, zu richten.

FR Die Jahresversammlung wird schriftlich durchgeführt. Die Mitglieder erhalten die erforderlichen Unterlagen per Post.

SZ Die Generalversammlung 2021 ist aus Mangel an Aktivitäten definitiv abgesagt. Der Jahresbeitrag bleibt bei 85 Franken.

Sektionsnachrichten AG Traktorfahrkurs für Frauen Donnerstag oder Freitag, 8./9. April 2021, von 9 bis 16.15 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg in Gränichen Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit und ohne Anhänger manövrieren, Anbaugeräte wie Kreiselheuer, Kreiselschwader kennenlernen und an den Traktor anbauen. Dies ohne Stress und Zeitdruck, damit Sie das nächste Mal, wenn «Not an der Frau» ist, Bescheid wissen! Der Kurs richtet sich an Frauen, welche ihre praktischen Traktor-Kenntnisse verbessern wollen. Der PW- oder Traktor-Fahrausweis wird verlangt. Es sind keine weiteren Vorkenntnisse notwendig. Kurselemente sind: Bedienung des Traktors, wichtige Kontrollen, sicheres Manövrieren mit Traktor, Anhänger und Anbaugerät, Gefahrensituationen auf Hof, Gelände und Strasse erkennen und meistern. Kursleiter ist Hansjörg Furter. Die Kurskosten betragen Fr. 130.–, inkl. Kursunterlagen und Mittagessen, wenn Ehemann, Partner oder Freund Mitglied beim AVLT, Aargauischer Verband für Landtechnik, ist, ansonsten Fr. 150.–. Die Anmeldung muss sofort ans LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramona Jutzeler, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch, gerichtet werden.

«Schaffe met Ross» Das Aargauische Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg in Gränichen und die Interessengemeinschaft Arbeitspferde Schweiz führen einen praktischen Kurs für Pferdeliebhabende durch. Während fünf Tagen werden land- und forstwirtschaftliche Arbeiten mit den Pferden erlernt und ausgeübt. Vermittelt werden Grundlagen, das Holzrücken, Transporte sowie Arbeiten im Futterund Ackerbau. Die Kursleitung hat Anja Schmutz. Referent ist Ernst Rytz, Präsident der IG Arbeitspferde Schweiz. Die Kursdaten: 12., 13., 14., 15. und 16. April, jeweils 9 bis 17 Uhr; jeweils bis 21 Uhr ist fakultativ eine Abendunterhaltung angesagt. Die Kurskosten betragen Fr. 800.–, exklusive Verpflegung und Unterkunft (am Kursstandort Liebegg möglich). Die Anmeldung muss sofort ans Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg, Gränichen, gerichtet werden.

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Schweizer Landtechnik

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2021

G/M/F-Theorie-Vorbereitungskurse 2021 Die G/M/F-Theoriekurse sind die ideale Vorbereitung für die Traktor- und Töffliprüfung. Im letzten Halbjahr vor dem 14. Geburtstag bietet dieser zweiteilige Theoriekurs alle nötigen Elemente für ein erfolgreiches Absolvieren dieser Führerprüfungen. Die Abstandsregeln des Bundesamts für Gesundheit können eingehalten werden, Änderungen werden kurzfristig bekannt gegeben. Kurse Frühling 2021: Jeweils 18.30 bis 21 Uhr am 29. April und 6. Mai 2021 am FIBL in Frick. Kurse Herbst 2021: Jeweils 18.30 bis 21 Uhr am Donnerstag, 23. September und 30. September 2021, am BVA in Muri sowie 4. November und 11. November 2021 beim SVLT in Riniken. Die Anmeldung hat unter www.fahrkurse.ch zu erfolgen. Informationen sind bei Hansjörg Furter und Yvonne Vögeli, 062 893 20 41, sektion.ag@ agrartechnik.ch, erhältlich.

BE Vorbereitungskurse 2021 Führerprüfung Kat. G/M Was muss ich tun, um einen Vorbereitungskurs besuchen zu können bzw. die Führerprüfung zu absolvieren? 1. Alle wichtigen Infos befinden sich unter www.bvlt.ch, Rubrik Führerprüfung. 2. Anmelden für einen Instruktionskurs. 3. Besuch Kurs nicht obligatorisch. 4. Prüfungsvorbereitung. 5. Gesuch für die Führerprüfung, Sehtest beim Optiker (frühestens 60 Tage vor dem 14. Geburtstag). 6. Anmeldebestätigung durch das Strassenverkehrsamt Bern. 7. Reservation Termin für Führerprüfung (frühestens 14 Tage vor dem 14. Geburtstag). 8. Führerprüfung … Bravo: Prüfung bestanden. Anmeldung zu einem Instruktionskurs: Die Verkehrsinstruktion dauert rund drei Stunden. An verschiedenen Standorten im Kanton Bern, je nach Anmeldung, werden diese Kurse durchgeführt. Hauptthema dieser Schulung ist das Vortrittsrecht. Rund 50 % aller Prüfungsfragen handeln vom Vortritt. Das korrekte Anmeldeprozedere zur Prüfung und der genaue Prüfungsablauf sind ebenfalls wichtige Kursinhalte.

Bremsenprüfung an Traktor und Anhänger Montag, 10. Mai 2021, bei der Firma Baumgartner, 3053 Lätti Anlässlich dieser freiwilligen Prüfaktion messen wir die Bremsleistung der Anhänger. Spezialisten werden mit Ihnen die Ergebnisse besprechen. Der Test dauert für einen Anhängerzug mit hydraulischem System ca. 45 Minuten. Für Luftsysteme muss etwas mehr Zeit eingerechnet werden. Die


Sektionen | SVLT

Kosten werden bar einkassiert. Sie betragen für Mitglieder des BVLT Fr. 30.–/je Achse und Bremssystem, für Nichtmitglieder Fr. 40.–/je Achse und Bremssystem. Die Anhänger werden ohne Ladung geprüft! Die Achslast pro Achse wird hydraulisch erzeugt. Am Anhänger wird jede Achse einzeln ausgemessen. Für jeden Anhänger gibt es ein Prüfprotokoll. Dieses ist vom Strassenverkehrsamt Bern anerkannt. Online-Anmeldung unter www.bvlt.ch oder senden Sie den Anmeldetalon bis spätestens 30. April 2021 an die Geschäftsstelle.

Kontrolle Pflanzenschutzspritzen 2021 Alle letztmals 2017 geprüften Spritzen werden dieses Jahr fällig. Warum die Spritze beim BVLT prüfen lassen? Es gibt eine neutrale Überprüfung aller Marken mit dem modernsten Prüfverfahren. Sie sind an der Prüfung dabei und sehen selbst, was Ihr Gerät hergibt. Als Kunde von uns erhalten Sie alle vier Jahre automatisch das Aufgebot zur periodischen Kontrolle. Vor dem Aufgebot erhalten Sie eine Anmeldebestätigung für das laufende Jahr. Dies ist bei einer vorgezogenen ÖLN-Kontrolle von Bedeutung. Folgende Tarife gelten für das Jahr 2021: Grundtarif bis 15 m Balkenbreite: Fr. 90.– für Mitglieder, Fr. 120.– für Nichtmitglieder. Für 18 m Fr. 100.–/130.–, für 21 m Fr. 110.–/140.–, für 24 m Fr. 120.–/150.–, für 27 m Fr. 130.–/160.–, für 30 m Fr. 140.–/170.– Ab 2023 ist ein System zur Innenreinigung der Spritze für alle für den Pflanzenschutz eingesetzten Geräte mit einem Behälter ab 400 Litern Inhalt obligatorisch. Das Starten und Durchführen des Spülens muss ohne Absteigen vom Traktor möglich sein. Welches Innenreinigungssystem (kontinuierlich oder abgesetzt) aufgebaut ist, spielt keine Rolle. Die neu in den Verkauf gelangten Spritzen mit einem CE-Zertifikat oder einem EU-anerkannten Test gelten auch in der Schweiz als geprüft und müssen wie im Gebrauch stehende Spritzen, wie oben erwähnt, nach drei Kalenderjahren an die nächste Spritzenprüfung. Anmeldung: Geschäftsstelle BVLT, Peter Gerber, 031 879 17 45, 079 411 02 33, bvlt@bluewin.ch, www.bvlt.ch

FR Kampagne Verkehrssicherheit 2020 Bremssystemprüfungen an Anhängern jeder Art, 30 oder 40 km/h, werden mit einem Betrag von Fr. 50.– pro Achse unterstützt. Am Ende des Tests erhalten Sie eine genaue Diagnose Ihrer Fahrzeuge, die von einem zugelassenen Fachmann von Agrotec Switzerland erstellt wird. Die Liste der Fachbetriebe für Anhängerbremsen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.agrotecsuisse.ch. Nur Fahrzeuge, die mit hydraulischen oder pneumatischen Betriebsbremsen ausgerüstet sind, können geprüft werden. Neuregistrierungen 40 km/h: Um die Landwirte zu ermutigen, ihre Anhänger für 40 km/h zuzulassen, unterstützen wir alle Neuzulassungen mit einem Betrag von Fr. 50.– pro Achse. Dies gilt für alle Erstregistrierungen, unabhängig davon, ob es neue Anhänger sind oder nicht. Installation von Frontkamera- und Monitorsystemen – neu seit 2020: Nach der Einführung der neuen Vorschriften für den vorderen Überhang im Mai 2019 schenken wir Fr. 100.– für jede Anschaffung eines zugelassenen Frontkamera- und Monitorsystems. Für weitere Informationen zu diesen Systemen steht Ihnen die Geschäftsstelle des AFETA/FVLT zur Verfügung. Für all diese Anträge müs-

sen Sie lediglich eine Kopie der Rechnung für die Tests und den Kauf einer Kamera sowie bei Neuanmeldungen eine Kopie des Fahrzeugausweises an folgende Adresse schicken: AFETA/FVLT, Samuel Reinhard, Rte de Grangeneuve 31, 1725 Posieux

GR Theoriekurs Kat. F/G für Jugendliche In den Kursen der SVLT-Sektion Graubünden erhalten Jugendliche ab dem 13. Geburtstag eine solide Grundschulung in der Verkehrstheorie. Am Schluss des zweiten Kurshalbtages wird die Prüfung der Kategorie G abgenommen, die ab dem 14. Geburtstag zum Führen von Mofa und landwirtschaftlichen Fahrzeugen bis 30 km/h berechtigt. Der Kurs kostet Fr. 70.– für Mitglieder (Nicht-Mitglieder Fr. 90.–). Die Gebühren für Führerausweis und Prüfung werden separat vom Strassenverkehrsamt verrechnet. Online-Anmeldung: www.svlt-gr.ch; Anmeldung und Info: Gianni Largiadèr, Chapella 231, 7526 Cinuos-chel, 079 560 83 30, svlt.kurse@gmail.com Nr.

Ort

Datum/Zeit Teil 1

Teil 2 + Prüfung

1

Thusis

Sa, 13.03.21

13.30–17.00

Mi, 24.03.21 13.30–16.30

2

Ilanz

Mi, 31.03.21

13.30–17.00

Mi, 14.04.21 13.45–16.45

3

Scuol

Mi, 31.03.21

13.30–17.00

Mi, 14.04.21 14.00–17.15

4

Landquart

Sa, 10.04.21

13.30–17.00

Mi, 21.04.21 14.00–17.00

5

Ilanz

Mi, 05.05.21

13.30–17.00

Mi, 12.05.21 13.45–16.45

6

Landquart

Sa, 08.05.21 13.30–17.00

Mi, 19.05.21 14.00–17.00

7

Ilanz

Mi, 26.05.21

13.30–17.00

Mi, 09.06.21 13.45–16.45

8

Samedan

Mi, 02.06.21

13.30–17.00

Mi, 16.06.21 14.00–17.00

9

Landquart

Mi, 02.06.21

13.30–17.00

Mi, 16.06.21 14.00–17.00

10

Thusis

Sa, 12.06.21

13.30–17.00

Mi, 23.06.21 13.30–16.30

11

Ilanz

Di, 03.08.21 13.30–17.00

Mi, 11.08.21 13.45–16.45

12

Landquart

Mi, 04.08.21 13.30–17.00

Mi, 18.08.21 14.00–17.00

13

Ilanz

Mi, 25.08.21 13.30–17.00

Mi, 08.09.21 13.45–16.45

14

Landquart

Sa, 02.10.21

13.30–17.00

Mi, 20.10.21 14.00–17.00

15

Thusis

Mi, 06.10.21

13.30–17.00

Mi, 27.10.21 13.30–16.30

Rücktritte Luzia Föhn und Konrad Merk Aufgrund der Corona-Situation beschloss der Vorstand der SVLT-Sektion Graubünden, die Generalversammlung (GV) schriftlich abzuhalten. Von 275 Stimmberechtigten haben 66 Mitglieder die Abstimmungsunterlagen zurückgesendet, teilte Geschäftsführer Gian Risch Tscharner mit. Nebst Protokoll der GV 2019, Jahresbericht des Präsidenten, Jahresrechnung und Jahresbeitrag, die alle genehmigt wurden, standen Wahlen an. Luzia Föhn und Konrad Merk vom Vorstand sowie Daniel Gredig als Rechnungsrevisor haben demissioniert. Für Luzia Föhn wurde Gianni Largiadèr gewählt, für Konrad Merk Fabian Sgier. Als neuer Revisor wurde Bruno Werder gewählt. Weiter als Vorstandsmitglieder bestätigt wurden Dario Thöny, Vizepräsident, Gian Risch Tscharner, Geschäftsführer, Pirmin Cotti und Rino Fontana, Beisitzer.

LU

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Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mit-

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Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

glieder des Verbands Fr. 70.–, für Nichtmitglieder Fr. 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 31. März 2021, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 12. Mai 2021, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder Fr. 300.–, für Nichtmitglieder Fr. 320.–. Preise für 3-teilige Kurse: Fr. 460.–/Fr. 480.–. Nächste Termine: Kurs 602 für Roller/Motorrad (2-teilig bzw. 3-teilig): Teil 1: Samstag, 10. April 2021, 13.00–17.00 Uhr Teil 2: Samstag, 17. April 2021, 13.00–17.00 Uhr Teil 3: Samstag, 24. April 2021, 13.00–17.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder Fr. 220.–, für Nichtmitglieder Fr. 240.–. Nächste Termine: Teil 1: Montag, 19. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 2: Mittwoch, 21. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 3: Montag, 26. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 4: Mittwoch, 28. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Der Kurs kann nur als Ganzes durchgeführt werden. Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Sollte das BAG neue Corona-Weisungen erlassen, müssten die Kurse evtl. kurzfristig wieder abgesagt bzw. verschoben werden. Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen. Der nächste Intensivkurs beginnt am 23. April 2021. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

Spritzentest 2021 – Termine Gebläsespritzentest: 15. bis 18. März 2021 Feldspritzentest: 19. März bis 1. April 2021

Alle Spritzenbesitzer, welche jetzt noch kein Aufgebot erhalten haben bzw. die neu ihre Spritze prüfen möchten, bitten wir, uns unverzüglich zu kontaktieren (Mail: info@lvlt.ch oder Tel. 041 910 04 62). Sollte das BAG entsprechende Corona-Weisungen erlassen, müsste die Durchführung evtl. abgesagt bzw. verschoben werden.

Enorme Wahlbeteiligung von 56 Prozent Beim Verband für Landtechnik Zug wurden 365 Abstimmungsunterlagen für die 65. Generalversammlung an die Mitglieder verschickt. Davon kamen 205 Abstimmungsbögen bis zum 8. Februar 2021 zurück, welche von drei Vorstandsmitgliedern geöffnet und ausgezählt wurden. Das ist eine Wahlbeteiligung von sage und schreibe 56 Prozent. Die Jahresrechnung mit Revisorenbericht 2020 wurde mit einem Gewinn von 1730 Franken gutgeheissen und der Vorstand entlastet. Dank der Rückvergütung vom SVLT von 5 Franken pro Mitglied (1825 Franken) konnte dieser Gewinn verbucht werden. Der Jahresbeitrag beträgt weiterhin 85 Franken. Veranstaltungen wie Staplerkurs und Vorführung über «Maschinen im Strassenverkehr» konnten noch vor dem Lockdown durchgeführt werden. Ersterer war der Höhepunkt im Vereinsjahr. Die gut besuchte Vorführung mit Referenten vom Strassenverkehrsamt Zug mit dem Landwirtschaftsexperten Markus Arnold, der BUL mit Hans Stadelmann und Erich Jenny vom Anhängerspezialisten Marolf AG war ebenfalls ein voller Erfolg. Der Obst-und Feldspritzentest vom Frühling 2020 musste leider aufs 2021 verschoben werden. Weiter konnten im Frühling und Herbst auch keine Vorbereitungskurse für die Traktorenprüfung Kat. G durchgeführt werden. Als Alternative wurden Online-Lernprogramme an die Teilnehmer versendet.

Schweizer Landtechnik

Der Feldspritzentest findet statt am Di/Mi, 6. und 7. April 2021, am LBBZ Schluechthof Cham, der Obstspritzentest gleichenorts am 8. und 9. April 2021; Leitung und Auskunft bei Beat Betschart, beatbet@bluewin.ch.

Vorbereitungskurs Kat. G An den zwei Vormittagen wird intensiv die Verkehrstheorie für die Traktorenprüfung von einem Fahrlehrer vermittelt. Dazu gibt es aktuelle Unterlagen, um optimal auf die Prüfung vorbereitet zu sein; Datum: 20. und 22. April 2021; Leitung und Auskunft bei Beat Betschart, beatbet@bluewin.ch.

ZH Vorbereitungskurs auf die Traktorenprüfung 29. Mai, 25. Sept., 27. Nov., von 8 bis 14 Uhr Die SVLT-Sektion Zürich hilft den zukünftigen Fahrerinnen und Fahrern durch einen Kurs zur Vorbereitung auf die Theorieprüfung der Kat. G (Traktoren bis 30 km/h) mit allerlei Wissenswertem über Traktoren im Allgemeinen sowie Hilfreichem zur Unfallverhütung. Teilgenommen werden kann vier bis sechs Monate vor dem 14. Geburtstag; der Nothelfer- und der Verkehrskundeausweis ist in dieser Kategorie noch nicht vorgeschrieben. Der Beitrag beträgt 110 Franken, für Mitglieder des SVLT Zürich 80 Franken, inbegriffen das Lernprogramm und die Mittagsverpflegung. Kursort ist der Strickhof, Eschikon 21, Lindau. Onlineanmeldung: www.fahrkurse.ch (Infos und Anmeldung für die Prüfung beim Strassenverkehrsamt).

Elektrokontrollen und Spritzentests: Auf www.svlt-zh.ch finden Sie ein finanziell sehr interessantes Angebot für Elektrokontrollen. Die Spritzentests finden Sie auf www.strickhof.ch.

Zürcher Allianz gegen extreme Agrarinitiativen

ZG

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Feld- und Obstgebläsespritzentest

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2021

Starke Zürcher Allianz gegen die extremen Agrarinitiativen: Die schriftlich durchgeführte Hauptversammlung der SVLT-Sektion Zürich bewilligte mit 179 gegen 6 Stimmen (bei 2 Enthaltungen) 10 000 Franken als Beitrag an die Aufklärungskampagne des Zürcher Bauernverbandes zu den Agrarinitiativen. Konkret will sich die Zürcher SVLT-Sektion an der Produktion von zwei bis drei Videos beteiligen, welche zur Aufklärung der Bevölkerung beitragen sollen. Zugleich wird sie sich mit 5000 Franken aus der Verbandskasse an der eigentlichen Kampagne der Allianz gegen die extremen Agrarinitiativen im Kampf gegen die Trinkwasserund Pestizidinitiative beteiligen: Sie stimmte dem Vorhaben ebenfalls mit 179 Ja gegen 7 Nein (bei 1 Enthaltung) zu. Die Verbandsrechnung schliesst bei einem Aufwand von 29 655 Franken mit einem Ertragsüberschuss von knapp 5700 Franken ab. Einstimmig, mit 187 Ja, wurde die Jahresrechnung 2020 genehmigt. Mit 182 Ja gegen 4 Nein (bei 1 Enthaltung) stimmten die Zürcher dem Antrag des Vorstandes zu, den Jahresbeitrag bei 85 Franken zu belassen. Schliesslich wurden jeweils einstimmig das Protokoll der 93. Hauptversammlung vom 9. Januar 2020, die Jahresberichte 2020 und das Budget 2021 genehmigt. Der Vorbereitungskurs G30 für die Traktorenprüfung verzeichnete gemäss Geschäftsführer Stephan Berger 87 Teilnehmer, den G40-Fahrkurs hätten 79 Teilnehmer besucht. Die elektrischen Installationen von Ställen und Scheunen müssen alle 10 und Wohnhäuser alle 20 Jahre einer Kontrolle unterzogen werden. Die Zürcher SVLT-Sektion hat mit einer unabhängigen Kontrollfirma einen Zusammenarbeitsvertrag abgeschlossen, welcher es dank einer


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SVLT | Sektionen

guten Koordination erlaubt, die Installationskontrollen zu einem günstigen Tarif im gesamten Verbandsgebiet anzubieten. Davon hätten zahlreiche Mitglieder Gebrauch gemacht und insgesamt 53 Gebäude kontrollieren lassen, bilanziert Stephan Berger. Auch 205 Kontrollen der Feldspritzen konnten unter den notwendigen Covid-19-Schutzmassnahmen durchgeführt werden. Die Prüfung der Gebläsespritzen wurde hingegen auf den Frühling 2021 verschoben.

SG

AR

AI

GL

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2021 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort

1. Kurstag

2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwochnachmittag

Widnau, Rest. Rosengarten

Sa, 27. März 21

Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

Im vergangenen Jahr sind im Kanton Zürich 205 Feldspritzen getestet worden. Foto: RoMü

VD Sprühtests Sprühtests finden 2021 an den zwölf Standorten statt: Aigle, Arnex-surOrbe, Champagner, Chavornay, Daillens, Lavigny, Moudon, Oppens, Palézieux, Pampigny, Payerne und St-Oyens. Der Preis für Sprühkontrollen bleibt unverändert, d. h. Fr. 80.– für Mitglieder und Fr. 110.– für Nichtmitglieder. Sie finden von März bis Ende April 2021 statt. Nach wie vor relevant sind die vom Verband organisierten G40-Kurse, dessen Waadtländer Mitglieder von einem Rabatt von Fr. 100.– pro studentischem Mitglied profitieren. Alle nützlichen Informationen finden sich auf der Website: www.asetavaud.ch.

21. April 21

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 07. Apr. 21 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

05. Mai 21

Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 24. Apr. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

19. Mai 21

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 08. Mai 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

02. Juni 21

Wangs, Parkhotel Wangs, Parkhotel/StVA Mels

09. Juni 21

Sa, 15. Mai 21

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 26. Mai 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

16. Juni 21

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 29. Mai 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

30. Juni 21

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 19. Juni 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

14. Juli 21

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 07. Juli 21 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

11. Aug. 21

BETRIEBSSICHER – ZUVERLÄSSIG – WIRTSCHAFTLICH Doppelwirkende, liegende Ölbad-Zweikolbenpumpe, Baureihe Typ H-303-0 SG

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Schweizer Landtechnik

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Sektionen | SVLT

Wangs, Parkhotel Wangs, Parkhotel/StVA Mels

Sa, 14. Aug. 21

Trogen Trogen/Trogen StVA Trogen

Mi, 18. Aug. 21

08. Sept. 21

15. Sept. 21

Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 28. Aug. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

29. Sept. 21

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 01. Sept. 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

22. Sept. 21

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 18. Sept. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

20. Okt. 21

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 25. Sept. 21 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

27. Okt. 21

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 03. Nov. 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

08. Dez. 21

Wangs, Parkhotel Wangs, Parkhotel/StVA Mels

01. Dez. 21

Stand des SVLT gut besucht und es konnten auch neue Mitglieder gewonnen werden. An den beiden Frühlingsausflügen im März konnten mit je einem vollen Car die Mosterei Möhl, das Saurer Museum in Arbon und das Lohnunternehmen & Biomassehof Agro-Daepp besucht werden. Die Kreisobmännersitzung im November 2020 und ein Info-Tag analog dem Bremstag konnten nicht durchgeführt werden, obwohl die Geschäftsführerin Eliane Müller schon alles organisiert hatte. Ob es einen Frühlingsausflug 2021 geben wird, steht leider auch noch in den Sternen.

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

Sa, 06. Nov. 21

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 13. Nov. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

AG Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich)

15. Dez. 21

BL, BS Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 24. Nov. 21 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

22. Dez. 21

BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch FR

360 von 2020 Mitgliedern stimmten brieflich ab Mit 360 Ja einstimmig genehmigte die brieflich durchgeführte Generalversammlung 2021 des Verbandes für Landtechnik St. Gallen, Appenzell und Glarus den Jahres- und Geschäftsbericht. Mit je 359 Ja bei 1 Enthaltung passierten die Rechnung 2020 und der Kontrollbericht, und der Jahresbeitrag wurde mit 347 Ja zu 9 Nein bei 3 Enthaltungen genehmigt. Mit 21 Eintritten und 74 Rücktritten kann per 31.10.2020 ein Mitgliederbestand von 2020 Mitgliedern verzeichnet werden. Im letzten Geschäftsjahr wurde der Traktoren-Theoriekurs G in der Sektion wieder vermehrt besucht, total 264 Personen; aufgeteilt auf die Kantone sind dies: 239 St. Galler und 25 Glarner. 127 Teilnehmer besuchten den G40-Fahrkurs. Auf die einzelnen Kantone verteilt sehen die Teilnehmerzahlen wie folgt aus: Appenzell 4, Glarus 9 und St. Gallen 114. In Ziegelbrücke führte die Sektion 3 ausgebuchte Tiertransporte-Weiterbildungskurse mit total 48 Teilnehmern durch. Ebenfalls werden CZV-Kurse angeboten. Zusammen mit Vertragspartner Würth Innovation AG kann immer ein interessantes Kursprogramm präsentiert werden. Die Elektroinstallationskontrollen sind ein weiteres Zugpferd bei den Dienstleistungen. Felix Düring als Koordinator bietet zusammen mit der Firma IBG Inspektionen AG die Installationskontrollen zu interessanten Konditionen an, im vergangenen Geschäftsjahr 2019/2020 konnte für 186 Gebäude ein Kontrollauftrag vergeben werden. Wie dem 82. Jahresbericht 2019/2020 zu entnehmen ist, war der erste Anlass der Bremstag vom 08.02.2020 in den Räumen und auf dem Gelände der Firma Larag AG in Wil. Es nahmen rund 80 Mitglieder teil. Paul Burkhard von der Wapco stellte in seinem Referat die Funktion der Luftbremse vor. Dies konnte auch an dem mitgebrachten Modell besichtigt werden. Die LED light power GmbH, Algetshausen, stellte die Frontkamera vor und am Nachmittag hatte Roman Holenstein das Referat über das Adhäsionsgewicht. An der Tier & Technik im Februar 2020 war der

Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Gianni Largiadèr, Chapella 231, 7526 Cinuos-chel, 079 560 83 30, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, Chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, Chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursort: Strickhof, Lindau. Kursdaten: 29. Mai, 25. Sept., 27. Nov. 2021 Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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Schweizer Landtechnik

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SVLT | Porträt

Fürstlich Liechtenstein ist Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums EWR (aber nicht in der Europäischen Union) und seit 1924 mit dem Nicht-EWR-Mitglied Schweiz in einer Wirtschafts-, Zoll- und Währungsunion (CHF) verbunden. Balzers ist die südlichste der elf Gemeinden (entsprechen in der Schweiz den Kantonen). Die Landesgrenze zur Schweiz bildet zugleich die Gemeindegrenze. Die Gemeinde wie auch Bürger aus Balzers besitzen jedoch Wald- und Weideflächen (rund 372 ha) im Gebiet der angrenzenden Bündner Gemeinden, u. a. die Alp Lida und Teile des Elltals. Zu Balzers gehören zudem die Alpen Guschgfiel und Matta sowie Gapfahl und Güschgle. Auf Ersterer sömmert Junglandwirt Patrick Nigg mit Jahrgang 1989 seit vergangenem Jahr 17 Mutterkühe. Er und Vater Ernst haben den 30-ha-Aeulehof in Balzers vor acht Jahren von der Milchwirtschaft weg auf Rindermast mit rund 150 Tieren sowie auf die Haltung von Legehennen (rund 5000 in zwei Herden) und Freilandschweinen umgestellt. «Es war ein gemeinsamer Entschluss. So, wie wir alle betrieblichen Entscheidungen immer gemeinsam diskutieren und fällen», sagt Patrick Nigg. Zu den Tierhaltungen kommen Ackerbau und ein Gewächshäuser-Betrieb dazu: Silomais, Kartoffeln, Karotten, Spinat, Spargeln, Salat, Kohlware, Tomaten, Gurken, Peperoni, Auberginen, Radieschen, Himbeeren, Blaubeeren und Erdbeeren – alles in allem ein erstaunlich vielseitiger Betrieb. Gelernt hat er zuerst Landmaschinenmechaniker, bevor er sich an der Schule in Salez zum Landwirt ausbildete. «Die Hofübernahme drängt sich angesichts unseres konstruktiven Miteinanders bei der Betriebsführung überhaupt nicht auf. Vater und ich warten den günstigsten Zeitpunkt dafür ab, der vermutlich um dessen Pensionierung in drei Jahren herum sein wird», so Nigg. Bis auf die Industrieproduktionsware für Schweizer Abnehmer vermarkten Niggs ihre Produkte selber – mit Erfolg, denn ihre Produkte «schmecken halt fürstlicher als deutsche oder schweizerische», wie sie zu scherzen pflegen. Dazu betreiben sie einen Hofladen und in Vaduz einen Gemüseladen, die in der momentanen pandemischen Zeit erfreulichen Zuspruch verzeichnen, und bieten einen Lieferdienst für Verkaufsläden, Restaurants und Betriebskantinen an. Der verheiratete Junglandwirt nutzt seine geringe Freizeit gerne für Tätigkeiten, die er anfänglich erlernt hatte: Schrauben. In seiner komfortabel ausgestatteten Werkstatt pflegt und repariert er einerseits Maschinen und Geräte, andererseits wagt er sich immer wieder an Eigenbauten, wie an einen tadellos funktionierenden Folienleger mit Spurreisser- und Zuhäufelscheiben samt weiter anzuhängendem Sägerät mit Verfestigungswalze für Gemüse. Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik

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Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Neu: Drohnenkurse

«G40»-Fahrkurse Mit dem Führerausweis der Kategorie «G» und erfolgreich absolviertem Fahrkurs «G40» können Landwirtschaftstraktoren und landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorfahrkurs «G40» des SVLT ist vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder auf www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

CZV-Weiterbildungskurse Kursort: Riniken AG

Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Schweisskurse Kursort: Riniken AG Das Kursangebot richtet sich an Anfänger, die das Basiswissen in Schweisstechnik erwerben möchten, sowie an Fortgeschrittene, die ihr Know-how auffrischen und vertiefen möchten, aber auch an handwerklich interessierte Personen und Fachleute. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Obligatorische Weiterbildung für Lkw-Fahrer. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Neu: Ecodrive-Fahrkurse Spritsparendes Fahren mit Landwirtschaftsfahrzeugen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch.

«agriLIFT»-Staplerkurse In zwei Tagen werden die Module «Basis», «R1» (Gegengewichtsstapler) und «R4» (Teleskoplader) gemäss EKAS 6518 in theoretischen und praktischen Sequenzen behandelt. Diese Ausbildung ist Suva-auditiert und CZV-anerkannt. Anmeldung: www.bul.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Informationen und Auskünfte zu den Kursen www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch, Tel. 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch Impressum 83. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT Ständerat Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50/079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2021. Kombinationsrabatt bei gleichzeitiger Erscheinung in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.), für SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt «Futterernte-Technik» Bei der Futterernte ist das Zusammenspiel von Mähen, Aufbereiten, Zetten, Schwaden und Bergen mit Ladewagen oder Ballenpressen entscheidend. Nr. 3/2021 erscheint am 15.04.2021. Redaktionsschluss: 26.03.2021 Anzeigenschluss: 01.04.2021

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