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M채rz 2020

FORSTTECHNIK Senkrecht- und Horizontalspalter Keine Experimente mit dem R체ckhang Zulassungsanforderungen f체r Anh채nger Mit Ladefahrzeugen auf der Strasse unterwegs


MIT KRAMER AUF DER SICHEREN SEITE Rad- und Teleskoplader

Nur jetzt: Anbaugerät

geschenkt*

Starke Marke – starke Vertriebspartner Robert Aebi Landtechnik AG 1373 Chavornay

Saanenlandtechnik AG 3792 Saanen

Emil Manser AG 8344 Bäretswil

Georges Moullet et Fils SA 1691 Villarimboud

Gerber & Reinmann AG 4911 Schwarzhäusern

Heller Baumaschinen & Landtechnik GmbH 8468 Guntalingen

Genoud B. Sàrl 1623 Semsales

Rimatech AG 1715 Alterswil

Robert Aebi Landtechnik AG 6517 Arbedo

Chapatte Maurice SA 2824 Vicques

Robert Aebi Landtechnik AG 3423 Ersigen Huber Mechanik AG 3629 Oppligen

Hans Rohrer AG 6055 Alpnach

Bucher Agro-Technik 6289 Hämikon

Fritz Spahr AG 2543 Lengnau

Fritz Spahr AG 3270 Aarberg

Robert Aebi Landtechnik AG 3952 Susten

Robert Aebi Landtechnik AG 7302 Landquart Robert Aebi Landtechnik AG 8105 Regensdorf Egli Landmaschinen AG 8154 Oberglatt

Freitag Landmaschinen GmbH 8451 Kleinandelfingen

Rüegsegger AG 8618 Oetwil am See

Bruno Oetiker GmbH 8852 Altendorf

Robert Aebi Landtechnik AG 9247 Henau Forrer Landtechnik AG 9320 Frasnacht

Brülisauer Landmaschinen GmbH 9453 Eichberg Lüthi Landmaschinen 9556 Affeltrangen

www.robert-aebi-landtechnik.ch

Robert Aebi Landtechnik AG Riedthofstrasse 100 | 8105 Regensdorf | Tel. 044 842 50 48 info@robert-aebi-landtechnik.ch | www.robert-aebi-landtechnik.ch Ihr Verkaufsberater: Verkauf Ostschweiz Jeannot Hermann Verkauf Mittelland Xaver Meier Verkauf Westschweiz Joel Fracheboud

079 871 36 90 079 365 58 89 079 861 08 35

*Beim Kauf eines Kramer Teleskopladers oder Radladers erhalten Sie ein Anbaugerät gratis dazu. Nur bei teilnehmenden Vertriebspartnern. Angebot gültig bis 31.5.2020.


März 2020 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 8 12 16 20 22 24 26

Christian Dreyer von Amazone im Interview

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Schwerpunkt: Forsttechnik Der Wald als Energielieferant Fällhilfen: Eine Systemübersicht So arbeiten Senkrecht- und Horizontalspalter Wiegesystem für Forstkräne Robert Roth: Der Spaltprofi aus Hallau SH Aufbereiten von Energieholz

Sicherheit 30 32

Gefahr von oben Akustische Warnsysteme

Impression 42 44 46 48

Valtra «T234 Versu» bei Hans Osterwalder Neuer Schleppschlauchverteiler im Einsatz Oberlenker mit integrierter Dämpfung Mit Messerwalzen von Wallner im Feld

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Plattform 50

John-Deere-Pressen aus Arc-lès-Gray (F)

Passion 52

Häusermanns fahren «Hürlimänner»

Management 54 56 58

Neue Gülle-Vorschriften ab 2022 Mit Ladefahrzeugen auf die Strasse Bremsen-Wirrwarr: Abhilfe mit Checkliste

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Wissen 60

«Weg mit dem Bremsen-Salat»

SVLT SVLT-Geschäftsbericht 2019 in der Heftmitte 63 Sektionsversammlungen 67 Sektionsnachrichten 70 Porträt: René Roth vom Freienhof in Embrach ZH 71 Kurse und Impressum

Titelbild: Gerade wegen tiefer Erlöse und komplexer Strukturen ist eine effiziente und innovative Wald- und Holzwirtschaft in der Schweiz von grosser Bedeutung.

www.youtube.com/­ agrartechnikCH

www.facebook.com/­ CHLandtechnik

Roman Engeler

Gegenwärtig vergeht kaum ein Tag, an dem das Zentralsekretariat nicht mit irgendeiner Frage zum Thema «Anhängerbremsen» konfrontiert wird. Einerseits ist das ja gut und recht, denn schliesslich besteht eine der Aufgaben des SVLT ja darin, die Verbandsmitglieder in landtechnischen Belangen zu informieren, zu beraten und zu unterstützen. Anderseits muss man aber etwas sorgenvoll zur Kenntnis nehmen, dass mehr als zwei Jahre nach Einführung des Obligatoriums von Zweileiterbremsen bei neuen Traktoren und knapp ein Jahr nach selbigem bei neuen Anhängern die Verunsicherung in der Branche nach wie vor gross ist. So nimmt das Thema «Bremsen» in dieser Ausgabe – neben dem eigentlichen Schwerpunkt «Forsttechnik» – eine besondere Stellung ein. Im Beitrag auf Seite 58 wird darauf eingegangen, was es für die Zulassung einer hydraulischen Zweileiterbremse, aufgebaut auf einem Anhänger, braucht. Das schweizweit wenig einheitliche Zulassungsprozedere sorgte da und dort für Verwirrung, der Artikel mit der Checkliste auf Seite 59 soll diesbezüglich etwas Klarheit – vielleicht auch Einheit – schaffen. «Weg mit dem Salat» fordert im Interview auf Seite 60 Urs Schmid. Der Landmaschinenmechaniker sieht die Tatsache, dass verschiedene Bremssysteme im Umlauf sind, als Fehlentwicklung – vor allem was den überbetrieblichen Maschineneinsatz, die Kosten und letztlich die Sicherheit betrifft. Er rät die Umrüstung auf pneumatische Bremsen und hält mit einer gewissen Kritik nicht zurück, weil man im Verordnungsprozess nicht rechtzeitig für gewisse Anwendungen auf Ausnahmeregelungen gepocht hat. Ausgabe Nr. 4 erscheint am 16.4.2020

Bild: R. Hunger

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Aktuelles

In Kürze Bei Agrifac lief der letzte «Condor IV» vom Band. Ab sofort baut der niederländische Hersteller mit dem «Condor V» nur noch die neuste Generation der selbstfahrenden Feldspritzen. Rainer Morgenstern, Europa-Chef von Same Deutz-Fahr, hat das Unternehmen verlassen. An seine Stelle tritt Matthias Augenstein, bisher für kaufmännische Geschäftsführung bei SDF-Deutschland zuständig. Thomas Hahme, bisher Verkaufsleiter für SDF in der Schweiz, hat eine neue Funktion bei SDF in Treviglio (I) übernommen und wurde in Schwarzenbach durch Marcel Altherr ersetzt. Die LANDI-Läden konnten im vergangenen Jahr den Umsatz um 1,1 % auf CHF 1,395 Mrd. Franken steigern und so erneut Marktanteile gewinnen. Für das Jahr 2020 erhalten die vierreihigen, selbstfahrenden Kartoffelroder «Varitron 470» von Grimme mit Rad- oder Raupenlaufwerk verschiedene Neuerungen. Bucher Landtechnik hat mit der belgischen Bepco-Group eine Partnerschaft über den Handel mit Ersatzteilen abgeschlossen. 2019 wurden in der Schweiz rund 332 000 t Holzpellets energetisch genutzt (+9 %). Mit 257 000 t stammten dabei 77 % aus Schweizer Produktion – ein neuer Rekord. Die Forschungs- und Entwicklungsingenieure bei Fendt bekommen mehr Platz. Mitte Februar fingen die Bauarbeiten für ein neues Bürogebäude auf dem Werksgelände in Marktoberdorf an. Martin Rufer wurde vom Vorstand des Schweizer Bauernverbands zum Verbandsdirektor gewählt. Er ersetzt Jacques Bourgeois, der Ende März in den Ruhestand treten wird. Lely rüstet seine Fütterungsroboter vom Typ «Vector» ab sofort mit einem Sensor für die Hinderniserkennung aus.

Hürlimann für Knie Zum 100-Jahr-Jubiläum (2019) orderte der Zirkus Knie bei der Firma T. Diethelm in Galgenen SZ ein zusätzliches Arbeitstier für die Logistik und den Transport. Nach fünfmonatiger Umbauzeit konnte Franco Knie rechtzeitig noch vor Beginn der neuen Tourneen den Traktor in Empfang nehmen. In Anwesenheit von Hans Hürlimann jun. und Toni Diethelm von der T. Diethelm Landtechnik AG in Galgenen wurde der neue «XLPro 185», alias «D190», an den Chef des Knie-Fahrzeugparks, Thomas Banz, übergeben. Der Traktor mit 185 PS, 6-facher Lastschaltung mit Kriechgang, Komfortkupplung und verschiedensten Sonderbauten hat eine gewaltige Aufgabe vor sich, zügelt der Zirkus Knie doch 1500 Tonnen Mate-

Neue Funktionen Der Isobus-kompatible Wiegestreuer «Exacta GeoSpread» von Kverneland ist mit dem einzigartigen Referenzsensor ausgestattet, der automatisch bei Stössen und Unebenheiten korrigiert. Die geschwindigkeits­ unabhängige Ausbringung in Kombination mit automatischer Kalibrierung verhindert Überlappungen und verhilft zu einer besseren Ernte und höheren Erträgen bei gleichzeitiger Einsparung von Düngemitteln.

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und ausgeschaltet wird, sobald man den Rand des Vorgewendes erreicht. Dieses vermeidet eine Unter- oder Überdosierung am Vorgewende. Weiter beherrscht der Streuer auch «Variable Rate» sowie «Multi-Rate», womit über eine Applikationskarte im Feld die optimalen Streumengen ausgebracht werden. Diese werden links und rechts sogar separat angepasst.

Noch bequemer geht jetzt das Streuen durch die Verwendung der GPS-Technologie. GPS-gestütztes Streuen ermöglicht es, mit nur 1 m schmalen Teilbreiten zu arbeiten. Das automatische An- und Abschalten am Vorgewende basiert auf «Geopoint», mit dem der Streuer vollautomatisch ein-

«7 Robo-Six» erhält Update

Der Geschäftsbereich Power Systems (Motoren) von Rolls-Royce, der auch verschiedene Landtechnik-Hersteller beliefert, konnte 2019 den Umsatz um 4 % auf 4,04 Mrd. Euro steigern. Der Betriebsgewinn wuchs um 15 % auf 407 Mio. Euro. Für die Jahre 2020/2021 gelten neue Entschädigungsansätze für elektrische Frei­ leitungen und Masten sowie für erdverlegte Leitungen und Schächte.

rial quer durch die ganze Schweiz. Eingesetzt wird der Traktor vor allem für Verladearbeiten der Zirkus- und Materialwagen. Speziell für diese Aufgabe wurden zusätzlich zur bereits äusserst umfangreichen Grundausstattung diverse Spezialausrüstungen montiert, so dass das Fahrzeug während der kommenden Tournee optimal eingesetzt werden kann.

Landini hat auf der Messe Fieragricola, die vom 29. Januar bis 2. Februar in Ve-

rona (I) stattgefunden hat, die neue Serie «7 Robo-Six» vorgestellt. Die drei Traktoren mit Motorleistung von 195 bis 225 PS erfüllen die Abgasstufe 5, haben ein neues Design und ein neues Kabinendach erhalten. Neu sind laut Landini auch fünf konfigurierbare Tasten am Fahrhebel, die Tastenanordnung auf der Armlehne sowie zusätzliche Funktionen im «DSM»-Terminal («Data Screen Manager»).


Aktuelles

Federsystem «SafeDamp» Agrar-Landtechnik hat an der «Tier&Technik» einen Ladewagen mit dem Längslenkerfedersystem «SafeDamp» für Einzelachsen vorgestellt. Durch den Einbau erhöht sich die Plattform gegenüber der Achse um lediglich rund 10 cm. Das kompakte Federsystem mit eingebautem Gummipuffer dämpft die bei höheren Geschwindigkeiten auftretenden Schläge und verhindert ein Aufschaukeln. Bei Schichtenlinienfahrt am Hang kann die Federung nicht einknicken oder ausheben. Der Ladewagenaufbau bleibt immer im rechten Winkel zur Achse. Das heisst, der Aufbau wird beim talseitigen Rad nicht mehr einfedern als beim bergseitigen Rad. Agrar-Landtechnik will damit nichts dem Zufall überlassen und verspricht ein sicheres und komfortables «Unterwegssein». Die ersten Ladewagen mit diesem Federungskonzept werden im Frühjahr 2020 ausgeliefert.

Zwei neue ProfiAkku-Sägen Husqvarna präsentiert mit der «T540i XP» und der «540i XP Rear-Handle» (mit hinterem Handgriff) zwei neue ProfiAkku-Sägen. Beide Sägen haben von Grund auf ein neues Design erhalten. Beson­ders für die Baumpflege eigne sich die «T540i XP» (im Bild). Eingesetzt werden die beiden Husqvarna-Akkus «BLi200X» («T540i XP») bzw. der «BLi300» für die «540i XP». Mithilfe dieser Akkus liegen die beiden neuen Akku-Sägen in einer mit 40-ccm-Benzin-Maschinen vergleichbaren Leistungsklasse, schreibt Husqvarna. Ausgeliefert werden die Sägen mit folgender Standardausrüstung: «SP21G X-Cut»-Sägekette mit Kettengeschwindigkeit 24 m/s, «XForce»-Schiene 30 bis 35 cm lang, Gewicht: 2,5 kg (exkl. Akku und Schneidgarnitur). Die «T540i XP» ist ab Februar 2020 erhältlich, die «540i XP» folgt voraussichtlich im Laufe des Frühjahrs.

«Moritz» mit Familienzuwachs Mit der Forstraupe «Moritz» hat Pfanzelt das Konzept eines Raupenfahrzeuges für den Forst revolutioniert. Nun bringt der deutsche Forsttechnik-Spezialist zwei weitere Modelle auf den Markt, die dem ursprünglichen Konzept treu geblieben sind, aber technisch in einer neuen Liga spielen. Sie bieten die Kombination der Aspekte der bewährten Fällraupe und der Ansprüche an multifunktional einsetzbare, leistungsstarke Forstraupen. Die 4-Zylinder-Motoren mit 36,4 oder 55,4 kW kommen von Deutz und werden serienmässig mit

einem Umkehrlüfter ausgestattet. Das Hydrauliksystem besteht nun aus drei getrennten Systemen für Fahrantrieb, Arbeits- und Leistungshydraulik. Beim Fahrantrieb kann so eine Drifteinstellung zum Ausgleich der Hangabtriebskraft bei Mäharbeiten quer zum Hang eingestellt werden. Für den gleichen Arbeitseinsatz kann zukünftig auch eine stufenlose Einstellung der Endgeschwindigkeit vorgenommen werden. Diese Optionen bieten einen hohen Komfort beim Einsatz des Geräts mit Mulcher oder Forstfräse.

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Aktuelles

Reifen im Schichtbetrieb Alliance Tire Group (ATG) bringt mit dem «Agri Star II» einen neuen Traktorreifen mit der so genannten «Stratified-Layer-Technologie» («SLT») auf den Markt. Mit dieser Technologie besteht jeder Profilstollen aus zwei Lagen mit jeweils unterschiedlicher Geometrie: Während die äussere Schicht ein Profil mit einem Winkel aufweist, verfügt die untere Schicht über ein Mehrfachwinkelprofil. Durch die Änderung der Geometrie werde der im Lauf der Zeit aus dem Verschleiss resultierende Leistungsverlust des Reifens kompensiert, schreibt ATG. In Kombination mit der tieferen Schlupfgrenze und der optimalen Stollenanzahl ermögliche die «SLT»-Technologie die Vorteile aus geringem Verschleiss und längerer Nutzungsdauer.

Seit 20 Jahren stark Vor 20 Jahren wurde der Maschinenring Ostschweiz als Maschi­nen- und Betriebshelferring Thurgau AG gegründet. Nach der Integration des Maschinenringes Ostschweiz-Liechtenstein heisst die Organisation nun Maschinenring Ostschweiz AG. Die Grundidee ist in all den Jahren aber die gleiche geblieben: eine Gemeinschaft ist stärker als der Einzelne. Das landwirtschaftliche Dienstleistungsunternehmen unterstützt in Notlagen, hilft Betriebskosten zu reduzieren, bietet praxisnahe Lösungen und schafft zusätzliche Einkommensmöglichkeiten. «Dank unseren verschiedenen Standbeinen können wir unseren Mitgliedern noch besser helfen, die landwirtschaftlichen Betriebskosten zu senken», sagt Geschäftsführer Fabian Brühwiler. Die Megatrends Digitalisierung und Ökologie spielen auch beim Maschinenring eine zentrale Rolle. Die zukünftige Ausrichtung der Organisation sei deshalb klar. «Wir möchten unsere Mitglieder bei diesen Trends begleiten und für sie ein verlässlicher Partner im Bereich Energie, Digitalisierung und Innovation sein», sagt Verwaltungs-

Updates beim «Fastrac 4000» JCB hat bei seinen Traktoren der Baureihe «Fastrac 4000» eine Reihe von Updates eingeführt. Neben neuen Achsen und Reifenoptionen, die den Effekt von höheren Nutzlasten mit sich bringen, gehören auch eine werkseitig installierte Präzisionsführung (mit Trimble «GFX 750») sowie Motoren mit automatischer Abschaltung und verlängerten Wartungsinterval­ len zu den Upgrades. John Smith, Geschäftsführer von JCB Agriculture, sagt: «Die Traktoren dieser Baureihe überzeugen stets neue Besitzer und Fahrer durch ihre einzigartige Kombination von Geschwindigkeit, Komfort, Verkehrssicherheit, Bodenhaftung und Allradlenkung.» Laut JCB bleiben die maximalen Leistungen bei 175, 208 PS und 235 PS unverändert. Die Betriebskosten sollen jedoch dank der neuen Auto-Stop-Funktion gesenkt werden. Zudem wurden die Wartungsintervalle von 500 auf 600 Stunden verlängert.

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ratspräsident Christian Wolf. Dass man jetzt schon am Puls der Zeit arbeitet, zeigt die App «FarmX», mit der man Maschinen untereinander austauschen kann, oder auch die Tochterfirma MBR Solar, die sich in der Planung und Montage von Photovoltaik-Anlagen einen Namen gemacht hat. Auf dem Bild (v. l. n. r.) Thomas Cadenau (Leiter Einkauf), Christian Wolf (Verwaltungsratspräsident), Fabian Brühwiler (Geschäftsführer), Christina Blatter (Leiterin Finanzen).

Neigungsmesser per App Die jüngste Innovation der Düngerstreuer-App von Rauch ist die Winkelmesser-Funktion. Wie das deutsche Familienunternehmen mitteilt, nutzten die Entwicklungsingenieure für das Messen der Düngerstreuer-Stellung den serienmässigen Neigungsmesser der eingesetzten Smartphones. Dadurch könne die Einstellung der Düngerstreuer – bei Rauch wird der Oberlenker verkürzt – einfach und schnell überprüft werden. Und das geht so: das Handy wird einfach auf die seitliche Streuerkante gelegt. Ist der richtige Winkel eingestellt, leuchtet das gewünschte Winkelmass grün im Display auf. Die Rauch-Streutabellen-App kann kostenlos im Android-Playstore oder im iOS-Appstore heruntergeladen werden. Laut Rauch stehen für mehr als 3000 Düngemittel die gewünschten Einstelldaten für Düngergranulate, organische Pellets, Schneckenkorn und Feinsämereien zur Verfügung.


Aktuelles

Kubota: Baureihe «M6002» Kubota präsentierte an der spanischen Messe «Fima» in Saragossa die neue Traktorenbaureihe «M6002», die der japanische Hersteller vollständig selber entwickelt hat. Die Serie umfasst die drei Modelle «M6122», «M6132» und «M6142» von 120 bis 140 PS. Für mehr Leistung sorgt ein Boost von 20 PS bei Transportarbeiten ab 20 km/h. Beim Motor kommt ein 4-Zylinder-Aggregat zum Einsatz, das die Abgasstufe 5 erfüllt. Eingebaut ist ein 8-Gang-Lastschaltgetriebe, das über eine progressive Schaltungsanpassung verfügt. Mit der «Xpress-Restart»-Funktion (Betätigung des Bremspedals) kann der Traktor angehalten werden, ohne dass das Kupplungspedal betätigt werden muss. Dank «Bi-SpeedSystem» beträgt der Wenderadius 4,50 m. Zudem gibt es eine hydraulische Servolenkung und eine «CCLS»-Pumpe mit variabler Förderleistung und einer Durchflussmenge von 115 l/min. Die Hubkraft beträgt 7000 kg, als Zapfwellendrehzahlen stehen in der Grundausstattung 540/540E/1000/1000E zur Verfügung.

Schleppschuh fürs Berggebiet Die auf Gülle spezialisierte Firma Kohli AG aus Gisikon LU hat mit dem «Collis» einen neuen Schleppschuhverteiler für die Berglandwirtschaft entwickelt. Der «Collis» mit 7 oder 9 m Arbeitsbreite sei speziell für den Einsatz mit Zweiachsmähern und Bergtraktoren konzipiert, die Technik hat Kohli von den grossen Schleppschuhverteilern «Maxipack» übernommen. Das heisst, dass das sogenannte «3D-Einlaufrohr» von Kohli auch beim «Collis» zum Einsatz kommt. Dieses Einlaufrohr ist für grosse Zugkräfte und hohe Volumenströme ausgelegt und schwenkt sowohl seitlich als auch in der Höhe. Dadurch passe sich das Rohr an unebenes Gelände an, ohne die Grasnarbe zu beschädigen. Der von Kohli eigens entwickelte Schleppschuh mit grossem Auslass soll verstopfungsfrei auch bei dicker Gülle arbeiten. Die Bodenführung über zusätzliche Tasträder passe sich jedem Gelände an und der Hublift ermögliche das Güllen in jede Ecke der Parzelle.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell Claas «Xerion 5000» im Massstab 1:32.

SMS – und gewinnen mit TCPoint AG Land- und Kommunaltechnik Busswilstrasse 18 CH-3252 Worben

Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell Claas «Xerion 5000» von Siku. Der glückliche Gewinner des Modells John Deere «6210R», das in der FebruarAusgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Jocelyn Genoud und kommt aus 1628 Vuadens FR.

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Markt | Interview

Wirtschaftsingenieur Christian Dreyer verantwortet zusammen mit seinem Grosscousin Justus Dreyer als Geschäftsführer das Familienunternehmen Amazone mit rund 1900 Mitarbeitenden. Bilder: R. Engeler

Pflanzenschutz verfügt weiter über Potenzial Die Amazone-Werke wurden vor 137 Jahren gegründet. Mittlerweile verantwortet die vierte Generation das Unternehmen. Christian Dreyer, einer der beiden Geschäftsführer, äussert sich im Interview zu den aktuellen Herausforderungen und über die Zukunft dieses Familienunternehmens. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: 2018 konnte Amazone mit 481 Mio. Euro einen Umsatzrekord erreichen. Wie sehen die Zahlen für das letzte Jahr aus? Christian Dreyer: Für 2019 sieht es derzeit so aus, dass Amazone das Geschäftsjahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr leicht unter der erwähnten Umsatz-Rekordmarke abschliessen wird. Wo sehen Sie die Gründe für diese nun erfolgte Abschwächung? Wir sind 2019 mit einem guten Auftragsbestand gestartet und haben auch ein intensives Frühjahr erlebt. Dann folgte aber eine Abschwächung, so im Heimmarkt 8

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Deutschland, aber auch in Märkten wie Skandinavien, den baltischen Staaten, England, Australien oder Neuseeland. Ursachen dafür sehe ich in den Witterungsverhältnissen, wo sich doch die Trockenheit, auch noch jene von 2018, negativ auswirkte. Zudem sind die allgemeine Preissituation für Landwirte sowie die öffentliche Diskussion rund um Düngung, Pflanzenschutz und generelle Entwicklung der Landwirtschaft derzeit nicht gerade förderlich für unsere Branche. Gibt es Länder, in denen es für Sie 2019 besser lief? Ja, da möchte ich Frankreich, Polen, Un-

garn, Belgien, die Niederlande und Nordamerika erwähnen, die im letzten Jahr auf hohem Niveau geblieben sind. Auch in den wichtigen Landtechnikmärkten Deutschland und Russland wurden 2019 wieder gute Umsätze realisiert. Wie hoch ist die Exportquote derzeit? Die Exportquote beträgt derzeit 80%. Wie sind Sie mit dem Markt in der Schweiz zufrieden? Die Schweiz ist für uns ein kleiner, aber feiner Markt, auf dem wir mit unserem leistungsfähigen Partner Ott Landmaschi-


Interview | Markt

nen erfolgreich zusammenarbeiten. Wir stellten aber auch in der Schweiz im letzten Jahr eine gewisse Zurückhaltung fest. Ich führe dies auf die gleichen Umstände wie die bereits oben erwähnten zurück. Amazone betont stets seine Innova­ tionsstärke, regelmässige Auszeich­ nungen belegen dies stets aufs Neue. Welche Mittel stecken Sie jährlich in die Forschung und Entwicklung? Für uns es ist nicht ganz einfach zu sagen, wo genau Forschung und Entwicklung stattfinden. Denn neben der eigentlichen Forschungs- und Entwicklungsabteilung sind auch viele andere Mitarbeitende an der Weiterentwicklung unserer Maschinen beteiligt. Ich denke da an Personen aus dem Vertrieb oder aus dem Produktmanagement. Amazone steckt mindestens zwischen 5 und 7 % des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Wie viele Mitarbeitende sind derzeit in diesem Bereich beschäftigt? Es sind über alle Standorte gegen 200 Mitarbeitende, die diesem Bereich zugeordnet werden können. Dazu gehören beispielsweise auch Personen, die sich um die praktische Erprobung neuer Maschinen bei Referenzkunden kümmern. Wo liegen derzeit Ihre Schwerpunkte in der Forschung und Entwicklung? Neben den stetigen Verbesserungen unserer Maschinen in den Segmenten Düngung, Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung und Sätechnik, was teilweise dezentral an den jeweiligen Produktionsstandorten erfolgt, liegen die Schwerpunkte über das gesamte Produktportfolio betrachtet bei der Sensorik, Elektronik und der Kameratechnik. Hinzu kommt mehr und mehr unterstützende Software, beispielsweise mit Apps und dergleichen. Arbeiten Sie in diesen neuen For­ schungsgebieten mit spezialisierten, externen Partnern zusammen oder bewältigen Sie das inhouse? Amazone arbeitet mit einer grossen Anzahl von Partnern zusammen, speziell in diesen «neuen» Disziplinen, aber wir haben auch eigenes Know-how im Hause. Die Spezifizierung aller Steuerungen und Apps erfolgt durch uns, die Umsetzung teilweise mit externen Partnern. Im Herbst 2016 hat Amazone die Pflugfabrik von Vogel&Noot über­ nommen. Wie hat sich dieses neue

Produktsortiment ins bestehende Portfolio integriert? Bei Amazone als Spezialist der Ackerbau-Technik passt ein Pflug natürlich ideal ins Maschinenprogramm. So haben wir bereits 2013 mit dem «Cayron» den ersten Pflug präsentiert. Mit der angespro-

Viele haben bei uns seit Jahren nach einem Pflug ge­ fragt, weshalb dieser Schritt überwiegend positiv aufge­ nommen wurde. chenen Übernahme hat sich 2016 für uns dann die Möglichkeit ergeben, gleich ein volles Programm von Pflügen mit entsprechendem Know-how, Fertigungskompetenzen und -kapazitäten zu integrieren. Die Pflüge haben sich mittlerweile gut in unser Angebot integriert. Wie hat der Handel dieses Produkt aufgenommen? Es gab doch sicher viele Vertriebspartner, die bereits ei­ nen Pflug im Programm hatten? Viele Händler – und auch Kunden – haben bei uns seit Jahren nach einem Pflug gefragt, weshalb dieser Schritt überwiegend positiv aufgenommen wurde. Für einen Vertriebspartner ist es durchaus von Vorteil, wenn er mit weniger Zulieferern zusammenarbeiten muss. Es gab aber auch Händler, die bereits mit einem Pflug eingedeckt waren und dieses Gerät von Amazone nicht benötigten. Üben Sie Druck aus, damit die Ver­ triebspartner Ihr volles Programm übernehmen? Nein, wir übten in der Vergangenheit und üben auch künftig keinen Druck aus. Es ist nicht unser Stil, den Vertriebspartnern vorzuschreiben, was sie zu verkaufen haben und was nicht. Vor etwas mehr als einem Jahr haben Sie mit Schmotzer einen Hackspezia­ listen übernommen und so das Pro­ duktportfolio abermals ausgeweitet. Wie hat sich dieses Geschäft in der Zwischenzeit entwickelt? Wir haben uns bereits vor dieser Übernahme immer wieder mit der Hacktechnik oder der mechanischen Unkrautregulierung befasst. Nach intensiven Diskussionen mit verschiedenen Herstellern hat

sich dann Schmotzer als möglicher Partner oder Übernahme-Kandidat angeboten. Das war für uns eine ideale Konstellation, um unser Know-how mit jenem eines ausgewiesenen Spezialisten zu erweitern. Das war die Geburtsstunde der neuen Firma Schmotzer-Hacktechnik. Können Sie Angaben zum Umsatz­ anteil, zu verkauften Maschinen von Schmotzer machen? Wir machen keine Aussagen, wie viel wir in einzelnen Maschinengruppen produzieren und im Markt absetzen. Ich kann Ihnen aber sagen, dass bei Amazone der Bereich Pflanzenpflege mit Düngung und Pflanzenschutz rund 40% des Umsatzes beiträgt. Ungefähr 45% entfällt auf die Bereiche Bodenbearbeitung und Sätechnik. Der Rest verteilt sich auf die Bereiche Kommunaltechnik und Ersatzteile. In welchen Märkten sind Sie mit der Hacktechnik von Schmotzer aktiv? Schmotzer war früher schwerpunktmässig in Deutschland, Österreich und in der Schweiz aktiv. Weiter bestanden gute Verbindungen nach Kanada, etwas weniges wurde in Osteuropa abgesetzt. In einem ersten Schritt sind wir mit dieser Technik nach Frankreich gegangen. Aber das Geschäft ist derzeit noch lange nicht so international, wie wir mit dem übrigen Portfolio unterwegs sind. Amazone ist heute in rund 70 Ländern vertreten. Halten Sie an den bestehenden Ver­ triebsstrukturen von Schmotzer fest? Ja, wir haben von Anfang an betont, dass wir an den bestehenden Strukturen festhalten. Dieser Markt ist überschaubar und bedingt eine ganz spezielle Beratung. Es ist aber unser Ziel, weitere Märkte mit dieser Technik zu beliefern.

Christian Dreyer glaubt weiterhin an den chemischen Pflanzenschutz, sieht darin aber noch erhebliches Verbesserungspotenzial.

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Markt | Interview

Der chemische Pflanzenschutz ist derzeit in der Defensive. Wie gehen Sie als Hersteller eines breiten Feldspritzenprogramms damit um? Auch wir spüren diesen Druck aus der Öf­ fentlichkeit und durch die Politik. Ich bin aber überzeugt, dass der chemische Pflanzenschutz weiterhin über viel Poten­ zial verfügt, speziell auch in umweltscho­ nender Hinsicht. Ich denke auch, dass die Entwicklung der Pflanzenschutzmittel noch lange nicht abgeschlossen ist. Ich bin der festen Überzeugung, dass es oh­ ne Chemie – ohne richtig angewandte Chemie – in der Landwirtschaft auch in den nächsten Jahrzehnten nicht gehen wird; ausser, man verzichtet auf die heuti­ gen Erträge. Beschäftigt es Sie, wenn die Landwirtschaft in der öffentlichen Diskussion so in die Defensive gerät? Das beschäftigt uns sogar sehr. Wir äus­ sern uns dazu auch in der Öffentlichkeit und weisen darauf hin, welch hohe Be­ deutung die Landwirtschaft selbst, aber auch die vorgelagerten Bereiche und die Lebensmittelverarbeitung haben. Man darf sicher über vorhandene Probleme sprechen, noch mehr sollte man aber an entsprechenden Lösungen arbeiten. Ich

Auch wir als Hersteller spüren den Druck auf den chemischen Pflanzenschutz aus der Öffentlichkeit und durch die Politik.

bin sicher, dass die Landwirtschaft und die Landtechnik in diesen Fragen die ge­ wünschten Lösungen liefern können. Wie sehen Sie persönlich die Zukunft des chemischen Pflanzenschutzes? Gibt es wirklich Alternativen? Im konventionellen Pflanzenschutz gibt es noch grosses Verbesserungspotenzial. Ich erwähne in diesem Zusammenhang die noch exaktere Applikation, was im Verbund mit vielen neuen Technologien möglich wird. Dann sehe ich Chancen in der Kombination von chemischen und mechanischen Methoden, beispielsweise die chemische Behandlung in den Reihen und eine mechanische Bearbeitung zwi­ schen den Reihen. 10

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«Die Schwerpunkte in unserer Forschung und Entwicklung liegen vermehrt bei der Sensorik, Elektronik und der Kameratechnik», betont Christian Dreyer im Interview mit der «Schweizer Landtechnik».

Kommen wir noch zum vielzitierten Schlagwort «Landwirtschaft 4.0». Wo steht Amazone diesbezüglich heute? Da stehen wir in der vordersten Reihe. Egal, ob in der Bodenbearbeitung, ange­ fangen mit der Analyse des Bodens über die exakte Saat und die spezifische Dün­ gung bis hin zum zielgerichteten Pflan­ zenschutz mit Sensoren und Kameras: Al­ les wird heute stark von der Digitalisie­ rung geprägt. Zudem setzen wir digitale Techniken auch im Service unserer Ma­ schinen ein. So kann ein Mechaniker ir­ gendwo auf der Welt über Virtual-Reali­ ty-Methoden (VR-Brille) mit unseren Spe­ zialisten kommunizieren, die ihm direkt zeigen können, was er an der Maschine genau reparieren oder wie ersetzen muss. Arbeiten Sie bei der Digitalisierung oder im Datenaustausch auch mit anderen Landtechnikherstellern zusammen? Wir arbeiten intensiv mit anderen Geräte­ herstellern zusammen, sind aber auch im permanenten Gespräch mit Traktorenoder Mähdrescherherstellern. Wir sind ja Mitinitiant von «Agrirouter», dieser Da­ tenplattform, auf der fast alle landwirt­ schaftlichen Geräte miteinander kommu­ nizieren können und die auch verschiede­ ne Dienstleister miteinander verbindet. Was darf man in Zukunft von Ihrem Unternehmen in Sachen Digitalisierung noch erwarten? Der Kunde kann von uns erwarten, dass wir in Sachen Digitalisierung ein führen­ der Anbieter sind und auch in Zukunft

sein werden. Wir wollen die Landwirte aber nicht überfordern. Wir haben den Anspruch, nebst Innovationen rund um Sensoren, Elektronik, Kameras oder Da­ tenverarbeitung auch bezahlbare und be­ dienbare Technik zu entwickeln. Amazone ist im Markt als Gerätespezialist unterwegs. Wie spüren Sie den Druck der grossen Traktorenhersteller, die sich mehr und mehr zu FullLinern entwickeln? Den Druck spüren wir aktuell – wir haben ihn aber auch in vergangenen Jahren schon immer gespürt. Als Gerätespezialist müssen wir uns stets in diesem Wettbe­ werb behaupten. Es gibt für den Kunden

Als Gerätespezialist müssen wir uns im Wettbewerb mit den Full-Linern behaupten.

nur dann einen Grund, ein Gerät von Amazone zu kaufen, wenn dieses besser oder innovativer für eine spezielle Anwen­ dung ist als ein anderes. Was müssen Sie diesbezüglich im Vergleich vielleicht zu vor 10 bis 15 Jahren heute anders machen? Gefühlt sind die Probleme, die vor einem liegen, ja immer viel grösser als jene, die zurückliegen. Diese Full-Line-Strategien der Traktorenhersteller hat es doch immer schon gegeben. Manchmal gelingt es ih­


Interview | Markt

nen, häufiger aber nicht. Ich bin überzeugt, dass wir uns als Gerätespezialist besser und schneller auf die spezifischen Bedürfnisse der Kunden einstellen können, als dies Grosskonzerne können. Könnten Sie sich vorstellen, OEM-Lieferant für einen Full-Liner zu werden – oder machen Sie das bereits? Eines vorweg: Wir machen es nicht. Wir können es uns aber auch nicht vorstellen, weil gerade der Transport von Informationen an den Kunden und dessen Rückmeldung für uns sehr wichtig sind. Für einen Nur-Zulieferer von solch anspruchsvoller Technik würde dieser wichtige Informationsfluss kaum richtig funktionieren. Spannen Sie mit anderen Geräteherstellern im Vertrieb zusammen? Das können wir uns regional und situationsabhängig vorstellen, zumal es solche Zusammenarbeitsformen in unterschiedlichen Konstellationen bereits gibt. Es gibt ja Importeure, mittlerweile auch Händler, die gar keinen Traktor mehr im Angebot haben. Wir arbeiten bei Feldtagen, Ausstellungen oder Vorführungen mit ande-

ren mittelständischen Geräteherstellern zusammen und bilden so bewusst einen Gegenpol zu den Long- oder Full-Linern. Auch wenn man mit diesen Geräteherstellern im Wettbewerb steht? Ja, das kann durchaus sein. Wir pflegen den Grundsatz: Wenn die Vorteile überwiegen, dann machen wir es. Ein gutes Beispiel ist unser Schweizer Importeur Ott Landmaschinen, der ja auch Produkte von Mitbewerbern im Sortiment führt. Amazone kann auf eine bald 140-jährige Geschichte zurückblicken. Wird das Unternehmen weiterhin in Familienhand bleiben? Es ist unser grosses Ziel, dass es so bleibt. Für die Mitarbeitenden, für unsere Kunden ist es ein wichtiges Argument, bei einem oder mit einem Familienbetrieb zusammenarbeiten zu können. Gerade die Landwirte arbeiten auch in Familienbetrieben und denken in Generationen. Als Familienunternehmen bieten wir eine gewisse Kontinuität und sind berechenbar. Wir sind ja nicht damit beschäftigt, gewisse Aktionäre zufriedenstellen zu müssen.

Erhalten Sie auch Übernahmeangebote? Ja, das kommt durchaus vor. Aber alle bekommen die gleiche Antwort, dass wir nämlich kein Interesse an einem Verkauf der Firma haben und dass wir weiter unabhängig bleiben wollen. Wird die Übergabe an die nächste Generation weiterhin nach dem Gesellschaftsvertrag erfolgen, wonach aus den ursprünglich zwei Familienstämmen jeweils nur ein Nachfolger die Firma weiterführt und die Anteile übernimmt? Ja, daran wollen wir auch weiterhin festhalten. Steht diese nächste Generation dann schon bereit? Mitglieder der nächsten Generation stehen momentan mitten in der Ausbildung und bekunden Interesse, ins Unternehmen einzusteigen. So gesehen bin ich zuversichtlich, dass es auch eine fünfte Generation von Dreyers geben wird, welche die Geschicke der Amazone-Werke bestimmen wird.

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Forsttechnik

Bei der Energieholzgewinnung steigt der Anteil an Hackschnitzeln. Bild: WSL

Der Wald als Energielieferant Fast ein Drittel der Schweiz ist bewaldet. Mehr als zwei Drittel dieser Waldfläche sind im Eigentum der öffentlichen Hand. Von der gesamten Schweizer Waldfläche werden achtunddreissig Prozent der Gesamternte als Energieholz verwertet. Ruedi Hunger

Der Wald hat verschiedene Funktionen. Neben den Schutzfunktionen im Bergge­ biet wird der Wald von der Gesellschaft in vielfältiger Weise genutzt. Neu soll der Wald die Funktion eines Kohlenstoffspei­ chers übernehmen. Da über 70  % der Schweizer Wälder bewirtschaftet wer­ den, hat die Forstwirtschaft in erster Linie auch eine grosse volkswirtschaftliche Be­ deutung. Innerhalb der nachhaltigen Bewirt­schaftung bekommt die energeti­ sche Nutzung der Biomasse als Energie­ holz wachsende Bedeutung.

Politische Rahmenbedingungen Das revidierte Energiegesetz (2017) be­ inhaltet unter anderem auch die Förde­ rung der erneuerbaren Energien und ist Teil der Energiestrategie 2050 des Bun­ des. Die Holzenergie als erneuerbarer und 12

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CO2-neutraler Brennstoff ist ein wichtiger Bestandteil davon. Parallel dazu ist seit dem 1. Juni 2018 die neue LuftreinhalteVerordnung in Kraft. Diese schreibt zu­ sätzliche Messungen bei Holzfeuerungs­ anlagen vor.

Holzenergie und Energiestrategie Im Zusammenhang mit der Energiestrate­ gie 2050 ist es wichtig zu wissen, dass Holz in der Schweiz bisher der zweitwich­ tigste einheimische erneuerbare Energie­ träger ist. Nach Informationen vom Holz­ energie-Symposium 2018 an der ETH deckt Holz gut zehn Prozent des Wärme­ bedarfs bzw. viereinhalb Prozent des End­ energieverbrauchs. Holz ist ein klima­ neutraler und sowohl stofflich als auch energetisch vielfältig einsetzbarer Roh­ stoff. Alles in allem wird Holz mit Blick

auf die aktuellen Herausforderungen in Klimaschutz- und Energiepolitik weiter an Bedeutung gewinnen. Im Rahmen der Energiestrategie 2050 hat der Bund eine Strategie zur Holzenergie festgelegt. Zu den wichtigen Grundsätzen, die darin enthalten sind, zählt die vollständige Nut­ zung des inländischen, nachhaltig nutz­ baren Holzenergiepotentials. Dies jedoch ohne zusätzliche Immissionsbelastung. Zudem soll ein rationeller Einsatz des Energieholzes in effizienten Anlagen mit hohem Brennstoffausnutzungsgrad ange­ strebt werden.

Energieholzverbrauch Der Holzanteil an den Brennstoffen (11 %) war 2017 im Vergleich zum Vorjahr unver­ ändert. Stückholz aus Waldholz wird in Cheminées, Schweden- und Kachelöfen,


Forsttechnik

Kochherden und Stückholzkesseln verfeu­ ert. Im Vergleich zum Vorjahr ging dieser Verbrauch um 1,8 % zurück. Markant zuge­ nommen (+10,9 %) hat der Holzschnitzel­ anteil aus Waldholz. Dieser wird vor allem für automatische Feuerungen oder Wärmekraftkopplungsanlagen (WKK) ge­ nutzt. Die Nachfrage nach Pellets als Brenn­ stoff für Pelletsöfen und Pelletskessel stieg um 2,9 %, auf 254 000 Tonnen. Das verwertete Restholz nahm um 1,8 % ab. Es wird vor allem in Holzverarbeitungs­ betrieben, in automatischen Feuerungen oder Stückholzkesseln sowie in WKK-Anla­ gen und Spezialfeuerungen verfeuert. Die Menge des in Kehrichtverwertungsanla­ gen, Altholzfeuerungen und teilweise auch in WKK-Anlagen verwerteten Altholzes nahm um 3,7 % auf 1,04 Mio. m³ zu.

Effiziente Nutzung gefragt Die Verwertung von Energieholz nimmt insgesamt zu. Dies mit einer nachhaltigen Nutzung sowie einer effizienten und saube­ ren Verwertung (Zielformulierung Ressourcenpolitik Holz). Die Energiestrate­ gie 2050 strebt höhere Effizienz und den vermehrten Einsatz von erneuerbaren Energien an. Das bedeutet, dass der Ener­ gieverbrauch pro Person und Jahr bis 2020 um 16 % und bis 2035 um 43 % ge­ genüber dem Basisjahr 2000 gesenkt wer­ den soll. Die Holzressourcen können trotz hohen Optimierungspotentials den Ener­ giebedarf in der Schweiz bei weitem nicht decken. Daher muss Energieholz so effizi­ ent wie möglich bereitgestellt und mit maximalem Wirkungsgrad genutzt wer­ den. Auch die Nutzung von Energieholz hat eine Kehrseite. Jede Holzernte, im Be­ sonderen aber die Nutzung von Energie­

«Wenn die Landwirtschaft geht, kommt der Wald»

holz, bedeutet einen Nährstoffverlust für das Waldökosystem. Um das Ausmass der Nährstoffverlustmengen bei einer intensi­ ven Holznutzung und die Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit der Waldbewirt­ schaftung besser abschätzen zu können, sind nach «Ressourcenpolitik Holz» wei­ tergehende Untersuchungen angezeigt.

Vorteile der Holzenergie Holzenergie ist gespeicherte Sonnenener­ gie, die bei Bedarf abrufbar und erneuer­

Anteil Waldfläche pro Forstzone 2017 Schweizerische Forststatistik

Jura

Mittelland

Voralpen

Alpen

Alpensüdseite

Laut Schweizerischer Forststatistik sind 31 % der Fläche bewaldet. Die Waldanteile unterscheiden sich markant je nach Forstzone.

Energieholzernte 2005−2017 Schweizerische Forststatistik

Stück-Energieholz Nadelholz

Stück-Energieholz Laubholz

Hack-Energieholz Nadelholz

Hack-Energieholz Laubholz

Bei der Holzernte von Energieholz entfielen 1,07 Mio. Festmeter (+8 %) auf die Hackschnitzel und 0,74 Mio. Festmeter (−1 %) auf das Stückholz.

bar ist. Holzenergie bringt regionale Wertschöpfung in Form von Arbeitsplät­ zen, Einkommen und Unabhängigkeit. Schliesslich enthält Holzenergie kaum graue Energie (Holzenergie Schweiz), bie­ tet viele Vorteile, und dies für jeden Ver­ wendungszweck in den dafür geeigneten Heizungstypen. Laut der «Schweizerischen Forststatistik» wurden im Jahr 2017 38,4 % der Holz­ ernte als Energieholz genutzt. Die Anzahl von Wärmekraftkopplungsanlagen (WKK), welche 2017 in Betrieb waren, wird mit 24 beziffert. Eine solche WKK-Anlage kann erst bei grösseren Leistungsdimensionen wirtschaftlich betrieben werden. Als Grund werden die hohen Investitions- und Unterhaltskosten und der grosse logisti­ sche Aufwand angegeben.

Verluste bei Holzhackschnitzeln Innerhalb der Biomassebereitstellung ist die Lagerung von Waldhackschnitzeln ein wichtiger Bestandteil, da damit räumliche und zeitliche Unterschiede zwischen Hackschnitzelproduktion und Verbrauch ausgeglichen werden. Allerdings ist bei der Lagerung von erntefrischen Hack­ schnitzeln mit dem Risiko zu rechnen, dass eine Qualitätsverschlechterung so­ wie Trockenmasse- und Energieverluste durch mikrobiologische Zersetzung auf­ treten können. In Freilandversuchen (Tab. 1) wurde von der Bayerischen Lan­ desanstalt für Wald und Forstwirtschaft die Lagerung von frischen Fichte-Hack­ schnitzeln aus Waldrestholz und aus Energie-Rundholz mit und ohne Regen­ schutz über jeweils 5 Monate hinweg un­ 3 2020 Schweizer Landtechnik

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Forsttechnik

tersucht. Gleichzeitig wurden beide Sortimente ungehackt in Polter gelagert und analysiert. Die Brennstoffqualität erhöhte sich bezüglich Wassergehalt vor allem bei der Lagerung im Sommer. Bei den Waldrestholz-Schnitzeln, die mit Vlies abgedeckt waren, verringerte sich der Wassergehalt um bis zu 22 Masseprozent­punkte. In den Versuchen zersetzten sich Waldrestholz-Schnitzel stärker als Energieholz-Schnitzel. Der Energiegehalt der nicht abgedeckten Waldrestholz-Schnitzel sank um bis zu 11 Prozent. Die ungehackte Lagerung führte bei beiden Sortimenten zu einer geringeren Zersetzung, aber das im ungehackten Zustand auftretende Abrieseln von Nadeln, Feinreisig und Rinde erhöhte den Gesamtverlust deutlich. Hier muss angemerkt werden, dass das Abrieseln jedoch gleichzeitig den Aschegehalt verringert und damit die Brennstoffqualität verbessert.

Energieholzpreis Energieholz wird vorwiegend über Lieferverträge vermarktet. Die Preise für vermarktete Waldhackschnitzel werden im Zweimonatsrhythmus erhoben. Der Durchschnittspreis für NadelwaldholzHackschnitzel stieg in der Erhebungs­ periode (2016 / 2017) gesamtschweizerisch um 2,1 %. Jener für Laubwaldholz-Hackschnitzel nahm im gleichen Zeitraum gar um über 59 % und jener für gemischte Waldholz-Hackschnitzel um 14,4  % zu. Die Preise für Energieholzsortimente «Spälten» und in «langer Form» werden einmal jährlich für die Erhebungsperiode November/April ermittelt. Beim Fichten/

Energieholz, das zur Weiterverarbeitung als Hackschnitzel oder Stückholz bestimmt ist. Bild: R. Hunger

Tannen-Energieholz in Spälten gab es demnach einen Preisanstieg von 7,7  % (2017/ 2018). Dagegen sank der Durchschnittspreis für Buchen-Spälten um 11,8 %, jener für lange Form stieg minimal um 1,2 %.

Haben Sie gewusst, … ... dass der Schweizer Wald … • rund ein Drittel der Landesfläche bedeckt • aus mehr als 500 000 000 Bäumen besteht • jährlich um die Grösse des Thunersees wächst • etwa 40 Prozent des Trinkwassers reinigt und speichert • jährlich mehr als einen Kubikmeter Holz pro Einwohnerin und Einwohner produziert … dass Schweizer Holz … • in drei Sekunden zu einem Würfel von einem Meter Kantenlänge nachwächst • in einem Kubikmeter rund eine Tonne CO2 speichert

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• den Schweizer CO2-Ausstoss jährlich um 2 bis 3 Millionen Tonnen reduziert, wenn es andere Materialien im Bau oder für Energie ersetzt • als Brennholz pro Kubikmeter 200 bis 300 Liter leichtes Heizöl ersetzt und elf Prozent der in der Schweiz erzeugten Wärmeenergie liefert … dass die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft … • rund 80 000 Menschen beschäftigt, viele davon in den Randregionen • jährlich rund 6 Milliarden Franken Wertschöpfung generiert • fast 10 500 Lehrstellen in gut 20 Berufen anbietet (Wald- und Holzwirtschaft)

Volkswirtschaftliche Bedeutung In der gesamten Forstwirtschaft arbeiteten im Jahr 2016 3390 Personen in 2888 Vollzeitstellen. Die meisten Beschäftigten (29 %) der Forstbranche sind im Mittelland angesiedelt. Ebenfalls 29 % der Beschäftigten arbeiten in den Alpen, 20 % in den Voralpen, 16 % im Jura und 4 % auf der Alpensüdseite. Lediglich knapp 6  % aller Beschäftigten der Waldwirtschaft sind Frauen (ganzer Holzsektor 15,5 %). Die Daten zu Produktionswert und Wertschöpfung sind der «Forstwirtschaftlichen Gesamtrechnung» FGR zu entnehmen.

Fazit Energieholz hat bereits heute eine grosse Bedeutung. Trotz nachhaltiger Bewirtschaftung wird die energetische Nutzung von Energieholz wachsende Bedeutung erhalten. Dies insbesondere dank einem rationellen Einsatz des Energieholzes in effizienten Anlagen. Insgesamt wird dazu ein hoher Brennstoffausnutzungsgrad angestrebt. Quelle: Jahrbuch Wald und Holz 2018


Mit System zum Erfolg. In der südwestlichen Ecke des Kantons Thurgau liegen die Landwirtschaftsbetriebe der Betriebsgemeinschaft (BG) Schwager – Müller und der Gebrüder Hasler in den benachbarten Gemeinden Wängi und Guntershausen auf ca. 540 m ü. M. Beide betreiben intensive Milchwirtschaft mit Schwerpunkt Grünland, ergänzt durch Ackerbau mit Getreide und Silomais. Zur Optimierung ihrer Erträge, suchten sie nach einer sehr guten Walze und entschieden sich nach sorgfältiger Evaluation für die Marke Güttler. Bisher hatten die Gebrüder Hasler sowie die BG Schwager – Müller die Walzarbeiten mit einem zugemieteten Gerät erledigt. Im Grünland wurde eine Wiesenschleppegge eingesetzt, um Mäusehaufen zu verteilen und den Maiszünsler bekämpften sie mit einem Schlegelmulcher. Die Erfahrungen eines Kollegen mit einer Güttler GreenMaster 640 weckten das Interesse der Landwirte an den Vorteilen der systematischen Pflege von Grün- und Ackerland. Eine intensive Online-Recherche führte sie schliesslich zur A. Leiser AG, dem Spezialisten für Grünland und Generalimporteur von Güttler-Geräten in der Schweiz. Vielseitig, effektiv und flexibel Eine ausführliche Beratung führte im Herbst 2018 zum Kauf der Anhängewalze Master 770. Einige Monate später überzeugte die Landwirte der Besuch des Fachvortrags «Grünland» an der Leiser Academy von der enormen Bedeutung der Grundfutterleistung für die Milchviehhaltung. Dies gab den Ausschlag zur Erweiterung der Walze mit dem Harroflex 750 Striegel sowie dem Sägeräteaufbau mit

«Die GreenMaster 770 ist ein geniales Systemgerät für unsere Grünflächenpflege- und Ackerbauarbeiten. » Martin Schwager Fabian & Stefan Hasler Landwirte

660 lt Fassungsvermögen zum einzigartigen GreenMaster-System, welches sich durch unübertroffene Vielseitigkeit und Effektivität auszeichnet. Die Maschine schafft in einer einzigen Überfahrt nämlich die fünf Arbeitsschritte einebnen, belüften, striegeln, säen und rückverfestigen. Durch den modularen Aufbau lässt sich das Systemgerät jederzeit an veränderte Bedürfnisse anpassen. Effektiv entfilzen und lüften mit dem Harroflex-Striegel

Die Walze schafft intensiven Bodenschluss vom Saatgut und eine optimale Bodenstruktur

Ertragsoptimierung mit System Die grössten Vorteile im Einsatz des GreenMaster-Systems sehen die Landwirte in einer massiv grösseren Flächenleistung, der gestiegenen Wirtschaftlichkeit in der Milchproduktion, der kostensparenden und qualitativ hochwertigen Maiszünslerbekämpfung sowie dem Erreichen einer optimalen Bodenstruktur. Für zusätzliche Flexibilität und optimierte Auslastung können Walze und Striegel auch getrennt eingesetzt wer-

den. Das Systemgerät bringt aus Sicht der Landwirte einen echten Mehrwert für alle Grünland- und Ackerbauarbeiten und zeichnet sich durch seine robuste Bauweise, die durchdachte Verarbeitung und eine hohe Wertbeständigkeit aus. Durch die intelligente Bauweise der Maschinenkombination verfügt der Anwender jederzeit über die richtige und effektivste Vorgehensweise. «Das System GreenMaster lohnt sich für uns auf jeden Fall» stellen die stolzen Besitzer fest und haben die alte Wiesenschleppegge bereits zum Verkauf ausgeschrieben. GÜTTLER VERTRETUNG

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Forsttechnik

Eine mechanische Fällhilfe ersetzt den Alukeil. Bild: zvg

Keine Experimente mit dem Rückhang Noch dient oft ein Alukeil als Fällhilfe. Doch man weiss, dass andere Fällhilfen den Arbeitsaufwand halbieren und die Arbeit erleichtern. Zur Diskussion stehen mechanische, hydraulische und funkgesteuerte Fällhilfen. Ruedi Hunger

Nicht nur am steilen Hang kommt es vor, dass Bäume mit einem «Rückhang» (gegen die Fällrichtung) gefällt werden müssen. Was den geübten Forstarbeiter fordert, kann den weniger geübten Holzfäller im bäuerlichen Wald schnell einmal überfordern. Mit Hilfe von Fällhilfen können Bäume mit einem maximalen Rückhang von bis zu zwei Metern dennoch ordnungs­ gemäss gefällt werden. Eine Schwierigkeit besteht darin, den tatsächlichen Rückhang auf Gipfelhöhe richtig anzusprechen. Das Fällen von RückhangBäumen ist immer mit einem Risiko behaftet. 16

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Vorhandene Hilfsmittel Hydraulische Fällhilfen für den Forstbereich sind seit längerem bekannt. In Deutschland hat das «Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik» KWF und in der Schweiz «Waldwirtschaft Schweiz» Untersuchungen und Tests mit Fällhilfen durchgeführt. Das waren aber ausnahmslos Funktionstests. Denn bisher gab es keine wissenschaftlichen Untersuchungen zum effektiven Zeitbedarf beim Einsatz unterschiedlicher Fällhilfen und zu den körperlichen Belastungen des Anwenders. Jetzt liegt eine Bachelorarbeit der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg HFR

vor, welche die zusätzlichen Belastungen durch Lärm, Vibrationen inkl. des Zeitbedarfs berücksichtigt. Damit solche Untersuchungen aussagekräftig durchgeführt werden können, braucht es einen ausgeglichenen Baumbestand. Bei einem Holzschlag irgendwo in einem Waldgebiet ist diese Ausgeglichenheit kaum gegeben. Das bedeutet, dass diese Ergebnisse nicht automatisch und deckungsgleich in die Praxis übertragen werden können.

Arbeitsaufwand reduzieren Bestimmt durch den herrschenden Rückhang und die verwendete Fällhilfen, un-


Forsttechnik

Erwartungsgemäss sind die körperlichen Belastungen mit der funkgesteuerten Fällhilfe am geringsten.

Unterschätzter Lärm Beim Eintreiben eines Keils mit dem Hammer können Impulsspitzen bis 115 Dezibel (dB) auftreten. Es ist folglich notwendig, dass ebenso ein Gehörschutz getragen wird wie bei Verwendung eines Schlagschraubers (102 dB). Die Messungen der HFR beim Funkkeil ergaben bei einer durchschnittlichen Entfernung des Arbeiters von sieben Meter noch einen Wert von etwa 83 dB. Die Geräusche eines mechanischen Ratschen-Keils können vernachlässigt werden.

Kumulierte Vibrationen Für etwas über 3000 Franken gibt es den funkgesteuerten Fällkeil. Bild: zVg

terscheidet sich der Zeitbedarf. Händisch «betriebene» Fällhilfen beanspruchen in der Regel mehr Zeit. Gegenüber dem Alukeil reduziert ein mechanischer Fällkeil mit Teleskopknarre den Zeitbedarf bereits um die Hälfte. Die speziell für einen Akku-Schlagschrauber weiterentwickelte Variante schafft es unter gleichen Bedingungen noch rascher. Eine funkgesteuerte Fällhilfe bringt einen Baum im Vergleich zum Alukeil ebenfalls in weniger als der halben Zeit zu Fall. Dabei ist allerdings die Zeit zwischen dem Ansetzen der Fällhilfe und dem Gang in den gesicherten Rückraum nur bedingt mitberücksichtigt. Der Vollständigkeit halber sei auch die schwedische Fällhilfe «Reipal RH-Pusher» in Form einer Winde erwähnt. Sie wird in einer Stammhöhe von etwa 2 m angesetzt, ist handbetrieben und verursacht keinen Lärm. Weder Preis noch Importeur sind bekannt.

Strenge Arbeit Die Verwendung von Alukeilen ist mit einigen Nachteilen behaftet. Durch das Einschlagen entstehen bis in den Baumwipfel Erschütterungen, welche bruch­ gefährdete Äste lösen können. Puls-Messungen beim Forstarbeiter zeigen zudem einen deutlichen Anstieg der Herzfrequenz. Insbesondere wenn am Hang nach jedem Schlag wieder sicherer Stand gesucht werden muss, überschreitet der Forstarbeiter die Dauerleistungsgrenze um mindestens 50 %. Bei Verwendung eines Fällkeils mit Knarre wird die Dauerleistungsgrenze markant weniger weit

überschritten (10 %) und wenn der Fällkeil mit einem Akku-Schlagschrauber betrieben wird, kommt es kaum zu Überschreitungen der Dauerleistungsgrenze.

Bei Verwendung eines Schlagschraubers werden Schwingungen und Vibrationen auf Körperteile des Anwenders übertragen. Man könnte davon ausgehen, dass dies zu vernachlässigen sei. In der Realität sieht es für einen Forstarbeiter aber anders aus, da sich die Vibrationsbelas-

Systemübersicht zu Fällhilfen Hydraulischer Fällheber

Zu beachten: Ein hydraulischer Fällheber erzeugt rund 20 Tonnen Druckkraft. Der Stamm muss einen Mindestdurchmesser von 45 cm aufweisen.

verstellbare Spindel 55 mm hydraulischer Hub 105 mm minimale Höhe 240 mm Preis rund CHF 720.– Mechanischer Fällkeil Gewindesteigung 5 mm Länge/Breite 480/120 mm Höhe 165 mm Knarre oder Akkuschlagschrauber Preis rund CHF 800.– /1000.–

Ein mechanischer Fällkeil ermöglicht ein erschütterungsfreies Keilen. Die maximale Hubkraft beträgt 25 Tonnen.

Funk-Fällkeil Dank Funksteuerung kann sich jeder Forstarbeiter aus dem Gefahrenbereich zurückziehen. Inkl. Akku rund 10 kg. Maximale Druckkraft 25 Tonnen.

Hubhöhe 60 mm Länge/Breite 800/120 mm Höhe 200 mm Preis rund CHF 3200.–

Reipal «RH-Pusher»

(www.reipal.se)

kürzeste Länge 115 cm Hubbereich 135−220 cm (zweistufig) Verhältnis/Hubkraft 20/1500 kg bis 28/2100 kg Preis unbekannt

Die mit einer Handkurbel betriebene Fällhilfe-Winde wiegt je nach Ausführung zwischen 12 und 20 kg. Die Druckkraft liegt zwischen 1,5 und über 3 Tonnen

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Forsttechnik

tungen mit jenen der Motorsäge ku­ mulieren. Die HFR sieht denn auch bei kombi­ nierter Verwendung von Motor­ säge und wiederholtem SchlagschrauberEinsatz den Tagesvibrationswert als überschrit­ten (Expositionsgrenzwert A[8] 5 m/s²).

Sicherheitsbedenken Sicherheitsbedenken müssen in erster Li­ nie bei Verwendung von Alukeilen ge­ macht werden. Die Auswertung der Stockbilder hat ergeben, dass wohl we­ gen der anstehenden Anstrengungen beim Einschlagen der Keile die Forstarbei­

Überschreitung der Dauerleistungsgrenze % über Dauerleistungsgrenze

(in Prozent)

Aluminiu

mkeil

ällhilfe Fällhilfe mech. F Akkuschlagb.-

llhilfe Funk- Fä

ter dazu tendieren, eine deutlich schmäle­ re Bruchleiste stehen zu lassen. Diese si­ cherheitsrelevante Feststellung wird noch verschärft durch ein wesentlich häufige­ res Nachschneiden. Damit steigt das Risi­ ko eines vorzeitigen Abreissens. Bei akku­ betriebenen Fällhilfen war dies weit weni­ ger der Fall und mit dem Funkkeil wurde keine Bruchleiste nachgeschnitten.

Fazit In einer Bachelorarbeit an der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg HFR (D) wurden Fällhilfen einer weitergehenden Prüfung unterzogen. Die Praxis wird ent­ scheiden, wie die Resultate gewichtet werden. Je nach Blickwinkel bieten Fäll­ hilfen eine höhere Tagesleistung, höhere Sicherheit oder einen besseren Gesund­ heitsschutz. Nicht ausser Acht gelassen werden dürfen die Kosten von 1000 bis 3500 Franken. Wer bei den traditionellen Alukeilen bleiben will, muss die höheren Erschütterungen bis in den Baumwipfel und eine oft zu geringe Bruchleiste als er­ höhtes Risiko annehmen.

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Forsttechnik

Auf Anhieb gleich mehrere Scheite macht dieses Spaltelement. Bilder: R. Hunger

Senkrecht- oder horizontal? Für den Eigenbedarf den Senkrechtspalter, für den Profibereich die Horizontalmaschine. Diese Schwarz-Weiss-Bewertung ist nicht ganz korrekt. Es gibt zahlreiche Über­ schneidungen und schliesslich entscheiden die örtlichen Gegebenheiten, welcher Spalter zum Zug kommt. Ruedi Hunger

Mit 30 Tonnen liegend oder doch lieber nur mit 8 Tonnen stehend spalten? Natürlich ist diese Entscheidung in erster Linie eine Preisfrage. Es gibt aber noch andere Aspekte, die für oder gegen das eine oder andere System sprechen. Den Entscheid ob Senkrecht- oder Horizontalspalter entscheidet sich an den örtlichen Gegebenheiten.

Arbeitsprinzip der Stehendspalter Das Holz wird von einem Keil, der von oben nach unten fährt (senkrecht), gespalten. Das gespaltene Holz fällt seitlich in die Haltearme. Das gespaltene Holz bleibt folglich nahe oder komplett im Arbeitsbereich der Werkzeuge. Das erleichtert das Mehrfachspalten, das heisst, ein halbierter Rugel kann ohne grossen Aufwand weiter zerkleinert werden. Grund20

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sätzlich ist der Spaltdruck im Prinzip unbegrenzt, dennoch zeigt sich in der Praxis eine Obergrenze bei etwa 20 Tonnen. Stehende Spalter haben eine gute Kurzholzeignung. Langholz ab 180/200 cm ist nicht möglich.

Arbeitsprinzip der Liegendspalter Das zu spaltende Holz wird von einer Druckplatte horizontal gegen eine Spaltklinge (Spaltkreuz, -stern usw.) geschoben. Es gibt auch Spalter, bei denen die beiden Komponenten ausgetauscht sind. Beim Liegendspalter wird das Holz in der Regel durch den Stempel aus dem Spaltkanal gedrückt. Dies ist dann gut, wenn ein Mehrfachspaltkreuz verwendet wird oder wenn das Holz vorgespalten wird. Bei Liegend- oder Horizontalspaltern kön-

nen Spaltkräfte grösser als 20 Tonnen praxisgerechter umgesetzt werden. Eine Eignung für Kurzholz ist gegeben, sehr gute Eignung für Holzlängen um 100 cm.

Ladehilfen Bei einem stehenden Holzspalter ist eine Ladehilfe mittels Kettenzug lösbar. Beispielsweise kann die Kette am abgesenkten Spaltkeil eingehängt werden. Beim Hochfahren wird das Holzstück aufgerichtet. Beim Liegendspalter kommen hydraulische Ladehilfen/Ladearm zur Anwendung. (Zu) oft wird das zu spaltende Holz noch von Hand bewegt, trotz ergonomisch schlechter Körperhaltung ist dann der Liegendspalter im Vorteil. Grosse Durchmesser können bei ihm am Boden gerollt werden.


Forsttechnik

Eine Hubvorrichtung erleichtert die Holzbereitstellung beim Waagrechtspalter.

Spaltkreuze Grundsätzlich ist es möglich, Senkrechtwie auch Horizontalspalter mit einem Spaltkreuz auszurüsten. Grösser als ein vierteiliges Kreuz wird beim Senkrechtspalter kaum nachgefragt. Je nach Kundschaft ist dies bei Liegendspalter mehr der Fall. Grundsätzlich steigt die Spaltkraft an, wenn das Holz mehr als nur halbiert werden soll (mehr als 2 Spälten). Wer eine feinere Aufspaltung wünscht, muss eine entsprechende Spaltkraft auswählen. Prinzipiell ist die Geschwindigkeit bei einem senkrecht und einem horizontal arbeitenden Hydraulikzylinder gleich schnell. Das Aus- und Einfahren des Zylinders wird in einer Zykluszeit zusammengefasst. Dies

Das Spaltkreuz steht gleichbedeutend für Horizontal- und Senkrechtspalter im Mittelpunkt.

weil die Ausfahr- und Einfahrgeschwindigkeit bei einem (ungeregelten) Zylinder nicht gleich hoch ist. Es gibt Modelle mit zwei nutzbaren Ausfahrgeschwindigkeiten.

Antriebsart Ob Senkrecht- oder Horizontalspalter, es gibt viele mögliche Antriebsarten. Im Vordergrund stehen Elektromotoren (220 V oder 380/400 V). Eine weitere Möglichkeit ist der Antrieb der «bordeigenen» Hydraulik über den Zapfwellenantrieb (Traktor, Zweiachsmäher) oder direkt über Hydraulikanschlüsse mit dem Hydrauliksystem des Traktors. Schliesslich können die Spalter mit Benzin- oder Dieselaufbaumotoren ausgerüstet werden. Schliesslich können verschiedene Antriebe kombiniert werden. Beispielsweise kann bei der Kombination E-Motor/Zapfwelle auf dem Hof der elektrische Antrieb und im Wald der Zapfwellenantrieb genutzt werden.

Platzbedarf Auch die Abmessungen können für den Kaufentscheid mitentscheidend sein. Stehende Spalter sind höher und beanspruchen eine kleinere Grundfläche als liegende Spalter. Bei stehenden Spaltern sollte der Zylinder in der Transportstellung absenkbar sein, damit es während des Transports nicht zu Beschädigungen kommt. Damit die Transportlänge reduziert werden kann, sind einige Horizontalspalter tele­skopierbar.

Transportmöglichkeit

Dieser Senkrechtspalter eignet sich für kleine Scheite und grosse Spälten.

Die kleinen Senkrechtspalter haben in der Regel ein eigenes Zweirad-Fahrwerk. Traktorangetriebene Spalter sind für den 3-Punkt-Anbau ausgerüstet. Grössere lie-

gende Spalter mit Aufbaumotoren und grosse Horizontalspalter haben ein eigenes Fahrwerk und werden gezogen. Ein 3-Punkt-Anbau fällt wegen der Maschinenlänge und der damit verbundenen Hebelwirkung weg. Das Transportgewicht kann sehr unterschiedlich sein. Bei Fahrwerken ist die Strassenverkehrszulassung zu beachten.

Was kostet ein Holzspalter? In der Werbung werden kleine Senkrechtspalter oft schon ab 2000 Franken angepriesen. Das ist jeweils ein Basispreis ohne weiteres Zubehör. Gleiches gilt auch für grosse Horizontalspalter mit einem Basispreis ab etwa 10 000 Franken. Je nach zusätzlicher Ausrüstung kann eine solche Spaltmaschine schlussendlich über 20 000 Franken kosten. Beim Kauf in einem Fachbetrieb ist Gewähr geboten, dass auch später Service und Dienstleistung sichergestellt sind. Noch billigere Angebote gibt es in Bauund Hobbymärkten. Diese Angebote sind mit Vorsicht zu «geniessen». Fragezeichen gibt es zur Funktionssicherheit, zu den Leistungsangaben, zur Ersatzteilversorgung und Sicherheitsausrüstung. Wenn Sicherheitsbedenken bestehen, empfiehlt sich eine Rückfrage bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft BUL. Fazit Holzspaltmaschinen werden nicht jährlich gekauft. Nicht selten stehen diese Maschinen für den Eigengebrauch zwanzig und mehr Jahre im Einsatz. Es lohnt sich daher, etwas tiefer in den Sack zu greifen und die richtige Maschine zu kaufen. Auf Jahre hinaus gerechnet, ist die teurere Maschine wohl die billigere Variante.  3 2020 Schweizer Landtechnik

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Forsttechnik

Dank einem dynamischen Wiegeprozess mittels KNN bleiben die Fehlerquoten auf tiefem Niveau. Bild: Ponse

Wiegesystem für Forstkräne Um die Informationsqualität bewegter Holzmengen zu verbessern, können optional Kranwaagen eingesetzt werden. Die Neuentwicklung eines Wiegesystems für Forstkräne basiert auf «künstlichen neuronalen Netzen». Wie funktioniert das? Ruedi Hunger

Es gibt Situationen in der Holzschnitzeloder Rundholzlogistik, da fehlen wichtige Referenzmengen für den dispositiven Einsatz, welche dann mit unzureichenden Schätzwerten vervollständigt werden. Durch den Einbau von Kranwaagen zwischen Teleskopauge und Greifer am Forwarder-Kran kann die Menge der bewegten Holzmengen erfasst werden.

Wägen statt überladen Mit der Maschinenkombination Harvester und Forwarder kann eine vollmechanisierte Holzernte durchgeführt werden. Über das Harvestermass, das heisst die Durchmesser- und Längendaten der aufgearbeiteten Stämme, ist es möglich, umfassende Sortimentsinformationen zu erhalten. Zusammen mit dem räumlichen Bezug für den nachfolgenden Forwarder wird es möglich, für die gerückte Holzmenge eine Produktionserfassung zu kreieren. 22

Schweizer Landtechnik 3 2020

Anders bei Holzsortimenten, die nicht durch den Harvester aufgearbeitet werden. Diese müssen nachträglich vermessen werden. Ausgeprägt ist der nicht erfasste Anteil bei Sortimenten, die für Waldhackschnitzel bestimmt sind. Als Lösungsmöglichkeit bietet sich der Einsatz von Kranwaagen für die Massenermittlung an. Mithilfe einer am Forstkran des Hackers verwendeten Waage kann bei ausreichender Genauigkeit ein Überladen der Transportlogistik (LKW, Container usw.) vermieden werden. Die negativen Folgen über­ladener Transportfahrzeuge führen zu Maschinen- und Strassen­schäden mit Rechtsfolgen für Fahrer und Halter.

Bisherige Technik Stand der Technik sind für den genannten Einsatzbereich in der Holzlogistik kommerziell erhältliche Kranwaagen. Diese werden zwischen Teleskopauge und Greifer eingebaut (montiert) und sind ent­

weder mit mechanischem oder hydrau­ lischem Kraftaufnehmer ausgestattet. Nachteilig ist, dass sich durch den Einbau die Kinematik negativ verändert. Durch den vergrösserten Schwerpunktabstand

Was bedeutet KNN? KNN steht als Abkürzung für: • Künstliche neuronale Netzwerke. KNN sind Netze aus künstlichen Neuronen. Sie sind Forschungs­ gegenstand der Neuroinformatik und stellen einen Zweig der künstlichen Intelligenz dar. • N euron. Eine Nervenzelle, auch Neuron genannt, ist eine auf Erregungsleitung und Erregungsübertragung spezialisierte Zelle, die als Zelltyp in Gewebetieren und damit in nahezu allen vielzelligen Tieren vorkommt.


Forsttechnik

an Freiheitsgraden, welche alle reibungsbehaftet sind, eine hohe Komplexität auf, wenn es darum geht, Ersatzsysteme zur Gewichtsbestimmung zu erstellen.

Ein neuer Ansatz

Das Wiegen soll in Arbeitsschritt II und/oder III erfolgen.

von der Greifermitte zum Teleskopauge kommt es zu höheren Pendelbewegungen des Greifers. Mit einer Kranwaage kann selbst im dynamischen Ladevorgang, vorausgesetzt der Kran wird ruhig bedient, die Greiferladung vermessen werden. Allerdings verringert sich die Genauig­keit im Vergleich zu einer statischen Messung signifikant. In Kombination mit unterbrochenen Ladeprozessen für eine exakte Vermessung sinkt die Produktivität markant. Forstkrane weisen mit der grossen Anzahl

Ein Lösungsansatz besteht in der Verwendung von «künstlichen neuronalen Netzwerken» KNN (siehe Kasten). Zu Überprüfung eines KNN-Wiegesystems wird vorerst Stammholz verwendet (Studie, 2019). Damit gelingt es, reproduzierbare Bedingungen zu schaffen für die spätere Eignung mit Waldrestholz. Die physikalischen Grundprinzipien samt sensorischer Erfassung sind sehr komplex und sollen nicht Gegenstand dieses Artikels sein. Nur so viel: Zur Evaluation der Messungen im realen Forsteinsatz wurde der Ladeprozess eines Forstkranes in vier Phasen unterteilt. I. Ausfahrbewegung des Greifers vom Rungenkorb zum Stamm hin II. Greifen und Anheben des Stammes III. Einfahrbewegung des Greifers mit Stamm zur Rungenkorbmitte IV. Positionierung und Ablegen des Stammes im Rungenkorb

Eine Messung des Greiferinhalts wird in den Phasen II und III als sinnvoll betrachtet, weil der Stamm dann meist ohne Kontakt zu umstehenden Bäumen oder Rungen bewegt wird. Die Grundlage der datenbasierten Methode liefern Trainingsdaten, welche den realen Ladevorgang im Forst darstellen und es dem KNN ermöglichen, die Masse im Greifer genau zu bestimmen. Um die reale Baumstammmasse als Sollgrösse in der Trainingsphase zu nutzen, wurden Fichten-Stämme vorher einzeln gewogen und mit einer fortlaufenden Nummer versehen. Insgesamt wurden 500 Stämme aufgezeichnet, wobei zirka 25 Ladezyklen einem gefüllten Rungenkorb von 10 Festmeter / 11 Tonnen entsprechen.

Zusammenfassung der Resultate Die Qualität eines dynamischen Wiegeprozesses zeichnet sich durch keine kontinuierlichen Über- und Unterschätzungen aus. Die Messreihe über den ganzen Skalen­ bereich ergab eine gleichbleibende Qualität. Nur ein einziger Ladezyklus lag nicht im Bereich der Ideallinie. Die prädizierte Masse weicht damit bei vollbeladenem Forwarder mit 11 974 kg Zuladung um 143 kg ab, was einem Massfehler von 1,19 % entspricht. 

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3 2020 Schweizer Landtechnik

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Forsttechnik

Drei solche Langholzspalt-Prozessoren mit Bündeleinrichtung, alles auf einem Lastwagen aufgebaut, hat der Hallauer Robert Roth derzeit im Einsatz. Bilder: R. Engeler

Der Spaltprofi Robert Roth ist mit Holzspalten für Dritte und in der Brennholzvermarktung sowie als Betreiber eines Wärmeverbunds gleich in dreierlei Hinsicht im Segment der Holzenergie tätig. Die «Schweizer Landtechnik» befragte den «Spaltprofi» aus Hallau SH zu den aktuellen Herausforderungen in diesem Geschäft. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: Wann haben Sie mit Ihrer selbstständigen Tätigkeit begonnen? Robert Roth: 1993 begann ich im Neben­ erwerb zu meiner damaligen Tätigkeit als Landmaschinenmechaniker und Melkma­ schinen-Techniker mit landwirtschaftlichen Lohnarbeiten, zweireihig Mais häckseln und Zuckerrüben roden. Zehn Jahre später konnte ich einen sechsreihigen Rübenvoll­ ernter übernehmen, stieg dann auch in die Rübensaat ein. Mittlerweile bin ich mit zwei Rübenrodern und einem Feldhäcksler mit angebautem Bunker unter­wegs. Wie erfolgte der Einstieg in die Holz­ energie? 1997 baute ich selbst einen Langholzspalt-­ Prozessor, aufgebaut auf einem Anhänger, der dann von einem Traktor gezogen wur­ 24

Schweizer Landtechnik 3 2020

de. Damals spaltete ich das Brennholz vor allem für umliegende Gemeinden, später kamen auch Aufträge von Privatwald-­ Besitzern hinzu. Ich war zu dieser Zeit einer der Ersten, der mit einer solchen Kombina­ tion von Spaltmaschine und Bündel­ trog unterwegs war, konnte so eine effiziente Brennholzaufbereitung anbieten. Mit die­ ser Maschine konnte ich schon damals 50 bis 60 Ster pro Tag spalten und bündeln. Wie ging es in der Folge weiter? Ende 1999 kam Sturm «Lothar» und damit ein schlagartiger Anstieg der Nachfrage nach meinen Dienstleistungen. Ich machte zu dieser Zeit mit dieser Spalt­ maschine über 2200 Jahresstunden und war mit ei­ nem Mitarbeiter fast Tag und Nacht an der Arbeit. Im Jahre 2003 baute ich einen wei­ teren Spalt-Prozessor, dann aber aufge­

baut auf einem Lastwagen. 2006 kam ein zweiter Lastwagen mit Spaltmaschine hin­ zu, 2009 schliesslich ein dritter, der dann die erste Kombination mit Traktor und An­ hänger – notabene nach über 20 000 Ein­ satzstunden – ersetzte. Wie kam es zur Handelstätigkeit mit Brennholz? In der näheren Umgebung wollte ein Unter­nehmer, der mit Brennholz handelte, sein Geschäft aufgeben. Für ihn spaltete ich bereits seit geraumer Zeit Holz. Er fragte mich vor drei Jahren an, ob ich die­ ses Geschäft nicht übernehmen möchte, und ich sagte zu. Wen beliefern Sie nun mit diesem fertig konfektionierten Brennholz? Ich habe grundsätzlich zwei grosse Ab­


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Den Wärmeverbund betreibt Robert Roth mit Hackschnitzeln, die er von einem Unternehmer anliefern lässt.

nehmer, einerseits ist es eine Kette von Pizza-Restaurants in der Region Zürich und anderseits die Landi Schweiz. Wie werden diese beiden Abnehmer beliefert? Ich habe eine Verarbeitungslinie eingerichtet, mir der ich kleine Scheiter in Schachteln verpacken und paloxieren kann. Insgesamt sind es jährlich rund 3500 Ster Brennholz, die ich so für die beiden Abnehmer aufbereiten kann. Handelt es sich da um getrocknete Scheiter, die gleich verwendet werden können? Ja, es ist getrocknetes Holz. Ich habe einen Trocknungsofen eingerichtet, der teilweise mit Abwärme von der Heizzentrale beheizt wird. Das frische Holz wird in diesem Ofen eine Woche lang getrocknet. Da sind wir bereits beim dritten Geschäftsbereich, nämlich der Versorgung von Nachbarliegenschaften mit Fernwärme. Wie kam es dazu? 2012 baute ich eine Halle zum Waschen meiner Maschinen. Diese Halle wollte ich auch im Winter nutzen und sie sollte entsprechend beheizt werden. Nach einer Evaluation kam die Idee einer Schnitzelheizung auf, allerdings wäre eine solche für meine Zwecke zu gross gewesen. Nach Gesprächen mit einem Nachbarn, der Interesse an einer Wärmeabnahme bekundete, selbst aber nicht investieren wollte, startete ich dann dieses Projekt mit einem 200-kW-Kessel. Schon bald kam dann noch ein zweiter Interessent hinzu, sodass dieser Ofen schon bald einmal ausgelastet war. Wie ging es weiter? Es gab in der Folge immer mehr Interessenten an Wärme, auch die Gemeinde

Mit der Anlage im Hintergrund werden Holzscheiter konfektioniert, in Schachteln abgepackt und für die Auslieferung bereitgestellt.

zeigte sich interessiert daran. Ich war anfäng­ lich gegenüber einem grösseren Wärme­verbund sehr skeptisch eingestellt, weil ich mich insbesondere vor den Kosten für das Leitungsnetz fürchtete. Aber es kam dann doch zu diesem Wärmeverbund? Ja, denn die Gemeinde stand dem positiv gegenüber und animierte mich quasi zu weiteren Schritten. So erweiterte ich 2014 die Anlage mit einem zweiten, mit seinen 700 kW wesentlich leistungsstärkeren Ofen. 2019 kam ein zusätzlicher Ofen mit einer Leistung von 500 kW hinzu. Als Spitzenlastkessel und als Not­ heizung gibt es zudem noch eine Öl­ heizung mit einer Leistung von 300 kW. Wie viele Haushalte sind derzeit am Wärmeverbund angeschlossen? Aktuell sind es 70 Haushalte. Verträge für weitere 30 liegen bereit. Die seit 2014 angeschlossenen Gebiete liegen an einem Fernwärmestrang, der mittlerweile eine Länge von 2,1 km erreicht. Mit diesen 100 Haushaltungen ist dann allerdings das Ende der Fahnenstange erreicht. Diesen Wärmeverbund betreiben Sie als privates Unternehmen? Ja, es ist eine Kollektivgesellschaft mit dem Namen Roth & Partner, privat finanziert und selbst betrieben. Es gibt so fast keine Schnittstellen und es funktioniert eigentlich perfekt. Ich prüfte einst die Überführung des Leitungsnetzes in eine Art Genossenschaft, in der sich die angeschlossenen Haushalte hätten beteiligen können. Dies hätte aber ein hohes Engagement dieser Haushalte bedingt. Ich spürte jedoch schnell, dass viele dazu nicht bereit waren. Heute bin ich froh, eben wegen dieser Schnittstellen, dass ich es nicht gemacht habe.

Wo gab oder gibt es Stolpersteine beim Aufbau eines solchen Wärmeverbunds? Wichtig ist in erster Linie ein gutes Einvernehmen mit der Gemeinde. Die Behörden müssen hinter einem solchen Projekt stehen, denn beim Leitungsbau muss man fast überall Gemeindeland oder -strassen durchqueren. Weiter ist es wichtig, dass man einen durchgehenden Pikett-Dienst hat. Die Heizzentrale muss immer funk­ tionieren und Störungen – solche können immer auftreten, sei es in der Nacht oder an Wochenenden – sollten schnellstmöglich behoben werden. Ich muss zugeben, dass ich das anfänglich unterschätzt habe. Die Leute sind bezüglich der Wärmeversorgung sehr anspruchsvoll und reagieren jeweils sofort, wenn etwas nicht funktioniert. Grundsätzlich sind meine Wärmeabnehmer sehr zufrieden. Dann stimmt auch die Zahlungsmoral? Ja, das funktioniert absolut problemlos. Es gibt Wärmeabnehmer, die eine Zahlung mit wiederkehrenden Ratenzah­ lungen wünschen, andere wollen eher Gesamtabrechnungen. Beide Varianten können wir anbieten. Wie erfolgt die Rechnungsstellung? Ich arbeite ohne Anschlussgebühren. Das heisst, ich habe das Leitungsnetz bis und mit Anschluss zum Wärmeabnehmer finanziert. So machten die Hausbesitzer auch eher mit. Die Verrechnung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Eine erste beinhaltet den fixen Grundpreis je Anschluss und die zweite einen – eher tiefen – variablen Anteil pro gelieferte Kilowattstunde. Der Grundpreis, quasi die Bereitstellungsgebühr, ist an den KonsumentenpreisIndex gebunden, der variable Teil, derzeit rund 10 Rappen pro kWh, orientiert sich am Index für das Energieholz. Diesen Index berechnet Holzenergie Schweiz. 3 2020 Schweizer Landtechnik

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Forsttechnik

Energieholz fällt in unterschiedlichen Sortimenten an und wird bedarfsgerecht verarbeitet. Bilder: R. Hunger

Holz gibt eine heimelige Wärme Energieholz liegt im Trend. Während ein grosser Anteil zu Waldhackschnitzeln verarbeitet wird, hat die Brennholzproduktion in Form von Stückholz nach wie vor ihre Bedeutung. Der Mechanisierungsgrad kann unterschiedlich hoch sein. Ruedi Hunger

Feuer als Inbegriff von Wärme ist die sichtbare Begleiterscheinung einer Verbrennung. Zu Stückholz verarbeitet wird der Brennstoff, seit der Mensch mit eigener Kraft und unter Zuhilfenahme von einfachsten Spaltwerkzeugen das Holz zu zerkleinern begann. Stückholz ist ein wichtiges Brennmaterial, wenn es um die Wärmeproduktion in häuslichen Holzfeuerungsanlagen geht. Allerdings wird das Stückholz immer mehr durch Holzschnitzel abgelöst.

von Buche über demjenigen von Fichtenoder Föhrenholz. Bezogen auf das Gewicht verhält es sich anders. Bei gleichem Gewicht und gleicher Feuchte liegt der Heizwert der Nadelhölzer über demjenigen der Buche. Erklärbar ist dies mit dem höheren Anteil an Lignin und Harzen. Beide sind energiereicher als Cellulose. Der durchschnittliche Heizwert von aufbereitetem und lufttrockenem Holz liegt bei 4,3 kWh je Kilogramm.

Spalten und Ablängen Heizwert: 4,3 kWh Holz besteht zur Hauptsache aus den Zellwandbestandteilen Cellulose, Lignin und Hemicellulose. Weitere Stoffe sind unter anderem eingelagerte Harze, Fett, Stärke und Mineralien. Die Dichte verschiedener Holzarten bestimmt den Heizwert. Mehrheitlich sind Nadelhölzer leichter als Laubhölzer. Bezogen auf ein bestimmtes Volumen liegt der Heizwert 26

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Waldfrisches Holz lässt sich leichter spalten, daher macht es Sinn, Brennholz möglichst rasch nach dem Schlag zu verarbeiten. Das Spalten mit Axt und Spalthammer wird immer mehr zur Ausnahme. Mit zunehmendem Technikeinsatz steigt die Leistung, aber auch der Kostengrad. Die körperlichen Belastungen sinken. Wenn Scheitholz für den Handel produziert wird, ist genaues Ablängen eine

notwendige Voraussetzung. Zum Ablängen werden Motorsägen, Kreissägen mit Wipp- oder Rolltisch sowie Kappsägen und Sägeautomaten eingesetzt. Das eigentliche Holzspalten beginnt beim einfachen hydrau­ lischen Stehendspalter und führt über anspruchsvolle Stehend-/Liegendspalter für Einmeter-Spälten bis zu unterschiedlichen Spaltautomaten. Der Automatisierungsgrad ist bei modernen Säge- und Spaltmaschinen sehr hoch und muss auf die effektiven Bedürfnisse ausgelegt werden.

Arbeitsplatzorganisation An der Verteilung der einzelnen Arbeitsschritte hat Agroscope umfassende Untersuchungen durchgeführt. Diese sind im ART-Bericht 703/2008 zusammengefasst und sind die Grundlage für nach­ stehende Tabelle 1. An der Verteilung der einzelnen Arbeitsschritte lässt sich erkennen, wie gut der Arbeitsplatz organisiert


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sich gleichmässig auf «Holz holen» und «Holz ablegen». Die Arbeit mit dem gros­ sen Senkrechtspalter ist körperlich anstrengend. Der bereits beim kleinen Senkrechtspalter eingesetzte Proband musste beim GS1 und GS2 kleine Erholungspausen einlegen. • Waagrechtspalter / 2 Personen Den Arbeitsablauf «Holz ablegen» gab es bei der Agroscope-Teststudie (Tabelle) nicht, weil das Holz bei WS 1 einfach zu Boden fiel, während es bei WS 2 von einer weiteren Arbeitskraft aufgenommen und sofort gestapelt wurde. Damit gleichmässige Scheitstärken entstehen, kann bei Waagrechtspaltern das Kreuz auf den Mittelpunkt des Rundling-Querschnittes justiert werden. Diese Zyklusdauer ist beim Waagrechtspalter vom Durchmesser der Rundlinge abhängig. Von 8 bis 25 cm Ø ist die Zyklusdauer konstant, steigt bei 25 cm bis 35 cm Ø leicht und von 35 cm bis 65 cm Ø sogar stark an.

Stückholz soll luftig geschichtet und gegen Regen geschützt gelagert werden, damit der Wassergehalt auf unter 20 Prozent abnimmt.

ist. Das bedeutet, je mehr Zeit für das eigentliche Spalten verwendet wird, desto näher liegt das Holzlager. Damit ist auch erklärbar, warum bei Verwendung der Axt der Anteil «Holz spalten» nur halb so gross ist wie mit dem Spalthammer (Distanz).

Ausrichten). Die Abweichungen bei «Holz holen» und «Holz ablegen» werden im Wesentlichen durch unterschiedliche Weglängen verursacht. Die Unterschiede für das «Ausrichten» zwischen Kleinspalter A und B sind auf astigere und unförmige Rugel zurückzuführen. Beim Kleinspalter C ist das «Ausrichten» beim «Holz spalten» inbegriffen.

Klassifizierung von Energieholz

Damit auch bei Energieholz (Brennstoff) eine Qualitätssicherung gewährleistet ist und damit Feuerungsanlage und Brennstoff ideal aufeinander abgestimmt sind, werden die Holzschnitzel nach einer Klassifizierung von «QM-Holzheizwerke» und «Holz­ energie Schweiz» eingeteilt (siehe • Kleine Senkrechtspalter Klassifizierung von Energieholz, Holz­ Die Tabelle zeigt, dass wenn der Arbeitsenergie Schweiz). Diese Sortimente dienen • Grosse Senkrechtspalter platz für den kleinen Senkrechtspalter als Basis für Lieferverträge und werden Mit einem grossen Senkrechtspalter wird optimal organisiert ist, das eigentliche auch bei der Auswahl der Brennstofffördebei optimaler Arbeitsplatzgestaltung ein Spalten einen hohen Anteil von bis zu rung und des Feuerungssystems berück70 % am gesamten Arbeitsablauf errei«Holz spalten»-Anteil von 70 % erzielt. sichtigt. Die Zusammensetzung der Schnitchen kann (inkl. des Aufwandes für das Der restliche Arbeitszeitaufwand verteilt zel kann sehr unterschiedlich sein. Je nach Standort oder Waldeingriff kann Weichholz (Pappel- und Weidenholz), Hartholz (Hasel, HageArbeitszeitbedarf bei verschiedenen Arbeitsverfahren buche) oder WalddurchArbeitsschritte und %-Arbeitsanteile Zeitliche Verteilung der forstungs­ holz mit hohem Arbeitsschritte unter Verfahren Holzart Holz Holz Nadelanteil (Pflege von NaHolz holen Holz ablegen Verwendung von … ausrichten spalten delwäldern) anfallen. Da bei Axt Fichte 40 % 36 % 24 % der Planung einer neuen FeuAxt bzw. Spalthammer Spalthammer Fichte 11 % 72 % 17 % erungsanlage als Erstes die Spalthammer Buche 6 % 80 % 14 % Qualität der Schnitzel abgeSpalter A 19 % 9 % 46 % 26 % klärt wird, betonen führende Senkrechtspalter klein Spalter B 17 % 18 % 51 % 14 % Heizungslieferanten, dass die Spalter C 13 % 66 % 21 % Zusammensetzung auf jeden GS 1 39 % 14 % 9 % 38 % Fall auf die Feuerungsanlage Grosser Senkrechtspalter GS 2 30 % 17 % 23 % 30 % abgestimmt sein muss. (GS) GS 3

15 %

Kreuz Holz holen verstellen Waagrechtspalter (WS) Zusätzliche Hilfsperson

WS 1 WS 2

Quelle: Agroscope/FAT-Bericht 703

12 %

7 % 7 %

70 %

15 %

Ausrichten Vorschub Stempel zurück 12 % 20 %

44 % 34 %

37 % 31 %

Stückholz richtig lagern Bei stehendem Holz sind die Zellen mit flüssigen Lösungen gefüllt, daher fühlt es sich feucht an. Damit die an3 2020 Schweizer Landtechnik

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Forsttechnik

Schutzvorrichtungen reduzieren beim kleinen Senkrechtspalter das Unfallrisiko.

Trommelsägen sind auf einem hohen Sicherheitslevel.

Die verschiedenen Baum-/Holzarten unterscheiden sich im Heizwert Baumart Ahorn Birke Eiche Pappeln Rotbuche Ulme Ø-Laubholz Fichte Föhre Lärche Tanne Ø-Nadelholz

Ø-Dichte (kg/m³) 522 450 561 377 554 556 503 377 431 487 332 407

Heizwert in kWh pro kg 4,1 4,3 4,2 4,1 4,0 4,1 4,1 4,5 4,4 4,3 4,5 4,4

Heizwert in kWh pro Rm 1900 1900 2100 1200 2150 1900 1850 1600 1700 1700 1500 1625

1 Rm ersetzt … l Heizöl 190 190 210 120 215 190 185 160 170 170 150 162

Spaltautomaten zeichnen sich durch hohe Leistungen und wenig Handarbeit aus.

1 Raummeter (Rm) = 1 Ster, 1 Liter Heizöl hat einen Heizwert von 10,08 kWh

Energiewerte in Abhängigkeit vom Wassergehalt Wassergehalt in %

0

Fichte mit einer Dichte von 379 kg TM/Fm Buche mit einer Dichte von 558 kg TM/Fm

15

20

30

50

5,20

4,32

4,02

3,44

2,26

1970

1930

1900

1860

1710

Rm

1380

1350

1330

1300

1200

kg

5,00

4,15

3,86

3,30

2,16

Fm

2790

2720

2700

2630

2410

Rm

1950

1910

1890

1840

1690

Einheit

Heizwert in kWh

kg Fm

Quelle: Energienetzwerk e. V.

Klassifizieren von Energieholz (ab April 2015) Spälten

Gespaltene Rugel mit Mindestzopfdurchmesser von 14 cm

Kleine Spälten

Gespaltene Rugel mit Zopfdurchmesser von 10 bis 14 cm

Rugel

Zopfdurchmesser 7 bis 14 cm

Trockenes Holz …

Als trockenes Holz gilt Holz, das gut gestapelt an einem gut durchlüfteten und vom Regen geschützten Ort mindestens 24 Monate gelagert worden ist. Der Wassergehalt muss unter 20 % betragen.

Energieholz lang

Energieholz wird in der Regel zu Stückholz aufgearbeitet und weist eine Mindestlänge von 2 m auf. Der Mindestdurchmesser beträgt 10 cm am dicken Ende, jedoch ohne Wurzelanläufe. Die maximale Krümmung beträgt 50 cm auf 3 m Länge.

Holzfehler

Die Sortimente und Qualitäten des Energieholzes enthalten gesundes Holz. Hartrote Fäule beim Nadelholz und leichte Erstickungen beim Laubholz sind tolerierbar. Als Ausschuss bezeichnet werden faules, brüchiges, zersplittertes und ersticktes Holz und Hölzer mit Weissfäule.

Quelle: Holzenergie Schweiz

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gestrebte saubere Verbrennung ohne Russbildung erreicht wird, muss das Holz vor der Verbrennung trocken sein. Mit einer luftigen und regengeschützten Lagerung wird ein optimaler Feuchtigkeitsgehalt von 16 bis 18 Prozent erreicht. Frisch geschlagenes Holz soll nicht sofort in einem geschlossenen Raum gelagert werden. Ebenso schlecht ist es, wenn es mit einer Plastik- oder Abdeckfolie komplett eingepackt wird. Sonnige, wind­ exponierte Lagerorte sind zu bevorzugen. Das Brennholzlager soll mit einem Regenschutz versehen sein. Letztlich entscheidend für den Heizwert je Gewichtseinheit ist der Anteil Wasser an der Gesamtmasse. Frisch geschlagenes Holz mit einem Wasseranteil von 50 Prozent hat einen Heizwert von etwa 2 kWh/kg, lufttrockenes Holz (15 bis max. 20 %) einen solchen von 4 kWh/kg.

Fazit Holz gibt bekanntlich dreimal warm: einmal beim Fällen und Aufrüsten, später bei der Verarbeitung zu Stückholz und schliesslich beim Verbrennen. Je nach Mechanisierungsgrad ist der Verarbeitungsaufwand unterschiedlich hoch, entsprechend variieren auch die Verarbeitungskosten je Raummass. Damit Stückholz mit möglichst tiefen Emissionen verbrennen kann, ist eine richtige Lagerung Voraussetzung.  Eine detaillierte Übersicht findet sich unter «agrartechnik.ch/zeitschrift/downloads».


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Volle Konzentration auf den Stockbereich – während über ihm Gefahren lauern (können). Bild: zvg

Gefahr droht von oben! Wer einen Baum fällt, konzentriert sich nicht selten vornehmlich auf den Stockbereich und zu wenig auf das, was über ihm in den Baumkronen passiert. Dort lauern Gefahren, die Personen im Radius bis etwa neun Meter gefährden können. Ruedi Hunger

Rund 350 000 ha der Waldfläche oder 29 Prozent sind in privatem Besitz. Diese Fläche teilt sich auf 246 000 Besitzer. Teile der Privatwaldungen werden von forstwirtschaftlich ungelernten Personen «mit gelegentlichen Einsätzen bei Holzarbeiten» bewirtschaftet. Diese Personen sind aufgrund ihrer mangelnden Erfahrung einem höheren Risiko ausgesetzt. Mit Motor­sägen- und Holzerkursen wird ein wichtiger Beitrag zur Unfallverhütung geleistet. Insbesondere die Baumansprache und das Abschätzen von Gefahren, die im Kronenbereich lauern, setzen einiges an Erfahrung voraus.

Achtung – verhakte Äste Wenn sich Bäume, insbesondere Laubbäume, beim Fallen im Kronenbereich mit 30

Schweizer Landtechnik 3 2020

den Ästen verhaken, wird es sehr gefährlich. Schwächere, zwischenständige Bäume werden bis zur Bruchlast der Äste gebogen und schnellen anschliessend wieder hoch oder zurück. Dabei können einzelne, mehrere Meter lange Stücke aus der Krone herausbrechen und meist katapultartig in entgegengesetzter Fallrichtung wegfliegen. Erhebungen zeigen, dass die Anzahl Bäume mit hängen gebliebenem Ast bei rund 20 % liegt. Davon wurden bei über 7 % ein Ast oder Baum-/ Kronenteile zurückgeworfen. Auf den ersten Blick scheint dies ein tiefer Prozentsatz zu sein. Wenn man das «Zahlenspiel» anders herum betrachtet und diesen Prozentsatz in effektiven Zahlen ausdrückt, bedeutet das, bei 500 gefällten Laubbäumen pro Saison wird ein Zwei-

Mann-Team bei rund 40 Bäumen durch zurückfliegende Baumteile stark gefährdet. Kommt dazu, dass bei etwa jeder fünften Fällung abgebrochene Äste in den Baumkronen über dem Aufarbeitungsraum hängen bleiben und damit eine potentielle Gefahr darstellen.

Sicherheits- oder Rückweicheraum Um solchen Unfällen vorzubeugen, ist vor Beginn der Fällarbeiten ein Sicherheitsoder Rückweicheraum für die gefährdeten Personen zu planen. Aufgrund analysierter Unfälle weiss man, dass der Endpunkt eines Rückweicheraums nie in direkt entgegengesetzter Fallrichtung zu planen ist. Zudem sollten potentiell gefährliche Bäume im Fallbereich vorher entfernt werden. Untersuchungen zur «Tref­ ferwahrscheinlichkeit»


Unfallverhütung | Sicherheit

um den Stock zeigen wenig überraschend, dass in einem Radius von 3 m zum Stammfuss die Gefährdung sehr hoch ist. Im Bereich 3 bis 6 m besteht immer noch hohe Gefahr. Auch der Radius von 6 bis 9 m ist nicht ungefährlich. Subjektiv hat ein Holzfäller bei einer Entfernung von 5 bis 6 m bereits das Gefühl, «recht weit weg» zu sein. Wenn man aber die Auslösehöhe (für das Ereignis) in Betracht zieht, erkennt man, dass der relativ sichere Bereich erst ab etwa

KUHN

Wir suchen Sie Die Richtung des Sicherheits- oder Rückweicheraums sollte in Übereinstimmung mit Baumansprache und den örtlichen Gegebenheiten erfolgen.

9 m beginnt. Zu beachten ist, dass ein Zurückweichen im Bereich von 80 bis 110° zur Fallkerbe des Stockes nicht ratsam ist. Wird bei der Baumansprache ein hoher Totastanteil festgestellt oder geht von den im Fallbereichssektor stehenden Bäumen eine erhöhte Gefahr aus, muss der Forst­arbeiter weiter als 9 m zurückweichen.

Wachsam bleiben Nach dem Fällen ist der Kronenraum sorgfältig zu beobachten. Sollten sich abge­brochene Äste in den Baumkronen über dem Aufarbeitungsbereich befinden, darf die Gefahr nicht unterschätzt werden. Allenfalls sind die gefällten Bäume vor der Aufarbeitung mit dem Forsttraktor oder der Seilwinde aus dem Gefahrenbereich zu ziehen.

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Sicherheit | Unfallverhütung

sprechend der vielfältigen Einsatzberei­ che sind verschiedene Modelle von Breit­ bandton-Warnern auf dem Markt. Bei der Auswahl eines geeigneten Systems spielt unter anderem der Lärmpegel in der Umgebung eine Rolle. Für einige An­ wendungsbereiche empfiehlt sich eine automatische Anpassung der Warnton-­ Lautstärke.

Intelligente Software

Grosse Erntemaschinen warnen beim Rückwärtsfahren die Umgebung mittels «Pieper» (dauernd) oder «Zischer» (situativ). Bild: R. Hunger

Akustische Warnsignale Sensorsysteme warnen in der Regel den Fahrer vor Personen und Hindernissen. Es ist aber sinnvoll, dass nicht nur Fahrer, sondern auch Menschen in der unmittelbaren Nähe gewarnt werden. Ruedi Hunger

In der dreiteiligen Folge «Warnung in Ge­ fahrenbereichen» war davon die Rede, dass der Bediener oder Fahrer vor Gefähr­ dungssituationen gewarnt wird. In vielen Einsatzbereichen von mobilen Maschinen ist es sinnvoll, auch die anderen Men­ schen, die sich in der unmittelbaren Um­ gebung aufhalten, zu warnen.

Effektive Aufmerksamkeit erzeugen Für mobile Maschinen stehen unter­ schiedliche akustische Warner zur Verfü­ gung, die der besseren Wahrnehmung dienen. Klassisch ist ein akustischer War­ ner, der bei Bewegung (z. B. Rückwärts­ fahrten) permanent aktiviert ist. Es gibt diese Warner aber auch als situativ akti­ viertes System, wenn beispielsweise ein Sensoriksystem mit intelligenter Software Personen oder Objekte detektiert. Der er­ zeugte Alarmton wird als «Zischen» oder «Piepen» wahrgenommen.

Pieper Der erzeugte Alarmton eines Piepers wird in der Umgebung auch als Lärmbelästi­ 32

Schweizer Landtechnik 3 2020

gung empfunden, die bei Beschäftigten und Anwohnern Ärger und Stress aus­lösen kann. Die mögliche Folge kann eine De­ sensibilisierung gegenüber dem Dauer­ piepen sein. Das heisst, dass eine tatsäch­ lich drohende Gefahr nicht mehr als solche eingeschätzt wird. Umso mehr als der Piep­ ton nur schwer lokalisierbar ist und sich ge­ fährdete Personen zunächst orientieren, aus welcher Richtung die Gefahr droht.

Zischer Breitbandton-Warner sind eine neue Ge­ neration von Warnsystemen. Im Gegen­ satz zum Pieper verursachen sie weniger Lärmbelastung. Das Breitbandrauschen (Zischen) wird auch als «weisses» Rau­ schen bezeichnet und entsteht durch die Komposition mehrerer Frequenzen. Es wirkt als verdeckter Schall, indem die Ton­impulse im Rauschen verschwinden. Signifikant für die menschliche Wahr­ nehmung des so erzeugten Tons sind die räumliche Begrenzung und eine schnelle, einwandfreie Lokalisierbarkeit. Zu den sinnvollen Einsatzbereichen zählen landund forstwirtschaftliche Fahrzeuge. Ent­

Die dreidimensionale Umfelderkennung (3D-Terrain-Mapping) ist eine wichtige Unterstützung des Fahrers und dient der Unfallvermeidung. Auf der Basis digitaler Kameradaten werden Personen, Objekte, Hindernisse und auch schwieriges Gelän­ de automatisch erkannt und klassifiziert. Damit können der Fahrer und die mobile Maschine eindeutige Informationen ablei­ ten. Der Fahrer bekommt Informationen, wie und wo das Gelände befahrbar ist. Oder welche Hindernisse sich wo und in welcher Entfernung zur Maschine befin­ den. Zudem wird der Fahrer darüber infor­ miert, wohin sich Personen bewegen. Die intelligenten Digital-Kamerasensoren ar­ beiten unter anderem mit Deep-Learning-­ Methoden. Darunter wird die Zuhilfe­ nahme von Datenanalyse-Algorithmen aus dem Bereich des maschinellen Lernens verstanden. Die intelligente Software muss folglich trainieren und lernen. Nach Abschluss des Trainingsprozesses unter­ scheidet der Algorithmus im laufenden Betrieb der mobilen Maschine selbständig und sicher die definierten Objektklassen.

Fazit Pieper und Zischer als akustische Warn­ systeme dienen der Personenwarnung und sind, mindestens im Fall des Piepers, weitgehend bekannt. Wie oft bei digita­ len Systemen ist die intelligente Software zur dreidimensionalen Umfelderkennung nicht auf Anhieb «(be)greifbar», man muss ihr einfach vertrauen. ­

Serie (3/3) In einer dreiteiligen Serie der «Schweizer Landtechnik» wurde das Thema «War­ nung in Gefahrenbereichen» behandelt. Mit dem dritten Teil «Akustische Warn­ signale, intelligente 3D-Software», wird die Serie beendet. Erschienen sind bereits: «Den Blindflug beenden» (1/2020) sowie «Warn- und Sensoriksysteme» (2/2020).


2019 Geschäftsbericht

Schweizerischer Verband für Landtechnik Association suisse pour l’équipement technique de l’agriculture


Vorwort Geschätzte Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser Der Vorstand und die Geschäftsstelle des Schweizerischen Verbands für Landtechnik haben im vergangenen Jahr die aktuellen Herausforderungen mit viel Engagement angenommen und versucht, diese auch zu meistern. Erfreulicherweise konnte im Zuge einer vorgezogenen Nachfolgelösung im gegenseitigen Einvernehmen ein Wechsel in der Direktion vollzogen werden. Roman Engeler wurde per 1.7.2019 zum Direktor ernannt, bleibt in dieser Funktion aber weiterhin Chefredaktor und Verlagsleiter des Verbandsorgans «Schweizer Landtechnik». Aldo Rui, bisheriger Direktor, nimmt neu die Position des Vizedirektors ein und ist in dieser Funktion für die Bereiche Personelles, Finanzen und Infrastruktur sowie, nach dem Austritt von Urs Rentsch, auch für die technische Beratung und Auskünfte für unsere Mitglieder zuständig. Der SVLT hat im vergangenen Jahr einen weiteren Schritt unternommen, um die Landwirte für das stets wichtiger werdende Thema der Digitalisierung (Landwirtschaft 4.0) zu unterstützen. Mit Bernhard Streit, Dozent an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen, konnte ein ausgewiesener Fachmann als Berater für den SVLT gewonnen werden. Bernhard Streit wird diese Aufgabe auf Mandatsbasis ausüben. Somit kann der SVLT seine Mitglieder auch in diesen Fragen kompetent beraten, beispielsweise dann, wenn Neuinvestitionen, eine Betriebsumstellung oder generelle Probleme anstehen. Eine sinnvolle Investition in diese Technologien muss die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe verbessern, den administrativen Aufwand reduzieren und eine nachhaltige Produktion garantieren. Oder kurz zusammengefasst: Sie muss die Wirtschaftlichkeit des Landwirtschaftsbetriebes verbessern. Mit den verantwortlichen Gremien der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) ist der SVLT übereingekommen, im Bereich des Kurswesens eine verstärkte Zusammenarbeit zu vereinbaren. So wird der SVLT ab 2020 die «G40»-Kurse wieder exklusiv anbieten und im Zuge dessen einen Teil der BUL-Fahrlehrer ins eigene InstruktorenTeam integrieren. Im Gegenzug unterstützt der SVLT die BUL

2 | Geschäftsbericht 2019

bei den Stapler-Kursen, indem das Programm «agriLIFT» der BUL aktiv beworben und auch den SVLT-Sektionen empfohlen wird. Weiter wurden in einer Vereinbarung die Zusammenarbeit rund um den (Online-)Shop der BUL und redaktionelle Fragen geregelt. Agrarpolitische Herausforderungen – Beitrag des SVLT Im Jahr 2020 werden für die Bauernfamilien entscheidende Weichen gestellt. Im Frühjahr soll die Botschaft zur Agrarpolitik «AP22+» präsentiert werden. Weiter steht das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten auf der Traktandenliste und schliesslich sind die Volksabstimmungen über die beiden Initiativen «Für sauberes Trinkwasser» und «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» vorgesehen. Auf der einen Seite stehen die radikalen Forderungen der beiden Pflanzenschutz-Initiativen, welche die Schweizer Ernährungswirtschaft komplett auf den Kopf stellen würden. Es ist komplett illusorisch, dass bei einer Annahme Herr und Frau Schweizer plötzlich nur noch Bio-Produkte auf dem Tisch möchten und auch bereit sind, den höheren Preis dafür zu bezahlen. Der Vorstand des SVLT erwartet das Gegenteil, dass nämlich die inländische Produktion massiv zurückgeht und der Anteil an importierten, wie auch immer produzierten Lebensmitteln zunehmen wird. Bei der Trinkwasserinitiative – die nur auf die Direktzahlungen zielt, aber keine Verbote beinhaltet – ist zu befürchten, dass Betriebe kontraproduktive Alternativstrategien entwickeln. Gerade jene, die heute kaum Direktzahlungen erhalten oder auf solche angewiesen sind, werden ganz darauf verzichten und intensiver produzieren. Darunter sind jene mit Spezialisierung auf Kulturen, bei denen der Pflanzenschutz wichtig ist, wie Obst-, Gemüse- und Weinbaubetriebe. Weiter wird dieser Weg wohl auch von vielen Schweine- oder Geflügelbetrieben eingeschlagen werden, die sich dann auch nicht mehr an andere Einschränkungen und Auflagen halten müssten. Das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staten stellt eine Art Gegenpol zu den erwähnten Initiativen dar. Hier spielt es offenbar keine Rolle, wenn Lebensmittel in Südamerika produziert werden, welche Hilfsstoffe dort zum Einsatz kommen und wie die Tiere ernährt werden. Das dritte entscheidende Element ist die «AP 22+». Diese will die Quadratur des Kreises schaffen und versucht, allen widersprüchlichen Anforderungen an die Landwirtschaft gerecht zu werden. Die «AP22+» will die heimische Landwirtschaft noch nachhaltiger machen, das Tierwohl stärken, setzt aber gleichzeitig auf mehr Wettbewerbsfähigkeit und Markt. Es ist absehbar, dass dieses Kunststück nicht gelingen wird. Der Schweizer Bauernverband fordert deshalb zu Recht, dass sich der Bundesrat als oberste Instanz für eine klare Strategie entscheidet und diese konsequent verfolgen sollte. Der SVLT wird sich zusammen mit allen Akteuren gegen die beiden Initiativen und gegen einen weiteren Verlust der Markteinteile einheimischer Lebensmittel einsetzen. Der Verband wird für diese Aufgabe auch finanzielle Mittel einsetzen müssen.


SVLT-Vorstand

SR Werner Salzmann Präsident

Mülchi BE

Bernard Nicod Vizepräsident

Granges-Marnand VD

Es bleibt selbstverständlich ein zentrales Verbandsanliegen, die Existenzsicherung der Schweizer Landwirtschaftsbetriebe auch mit einem breiten Angebot von Kursen, Weiterbildungsmöglichkeiten, Informationsschriften sowie themenspezifischer Beratung zum effizienten und sicheren Einsatz der Landmaschinen zu sichern. Es gilt nach wie vor, die weiterhin hohen Maschinenkosten zu senken und das Unfallrisiko zu minimieren. Mitgliederwerbung – Bedeutung des Mitgliederbestandes Wenn es dem SVLT nicht gelingt, den Mitgliederbestand zu konsolidieren, wird der Verband zunehmend geschwächt. Das bedeutet, dass die Dienstleistungen nicht mehr oder nicht mehr in dieser Breite angeboten werden können. Hinzu kommt der schwindende politische Einfluss. Ich rufe deshalb alle Landwirte dazu auf, ihre Hofnachfolger, aber auch Berufskollegen für eine Mitgliedschaft beim SVLT zu motivieren. Das Zentralsekretariat steht dabei unterstützend zur Verfügung. Ich appelliere auch an die Sektionen, dass sie an eigenen Veranstaltungen, Versammlungen und Kursen sich aktiv in der Mitgliederwerbung engagieren. Dass dies möglich ist, zeigten im vergangenen Jahr beispielsweise die Sektion Nidwalden und Jura-Berner Jura, die mit gezielten Massnahmen ihren Mitgliederbestand sogar erhöhen konnten. Wir können unsere Ziele nur gemeinsam erreichen. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen werden, denn alle Sektionen sind aktiv und leisten sehr gute Arbeit. Zudem darf ich auf einen kompetenten und motivierten Vorstand und Mitarbeiterstab zählen. Ich danke den Sektionen, dem Vorstand, der Direktion, allen Mitarbeitenden sowie allen Partnern herzlich für die gute und fruchtbare Zusammenarbeit im vergangen Jahr und freue mich auf eine weitere konstruktive Zusammenarbeit für eine prosperierende Landwirtschaft und Landtechnik. Ständerat Werner Salzmann, Präsident SVLT

Pascal Furer Staufen AG

Ueli Günthardt Präsident Fachkommission Dienstleistungen

Landquart GR

Olivier Kolly Präsident Fachkommission Information

Albeuve FR

Stephan Plattner Bretzwil BL

Markus Schneider Thunstetten BE

Laurent Vernez Rovray VD

Urs Wegmann Präsident Fachkommission Weiterbildung

Hünikon ZH

Geschäftsbericht 2019 | 3


Aktivitäten Interessenvertretung Der SVLT vertritt seine Mitglieder auf nationaler und internationaler Ebene mit dem Ziel, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, um betriebliche Entwicklungen ökonomisch und ökologisch zu fördern. Schwerpunkte bilden der Strassenverkehr, der überbetriebliche Maschineneinsatz und die Unfallverhütung. Weiter unterhält der SVLT ein umfangreiches Beziehungsnetzwerk, um die Anliegen und Interessen seiner Mitglieder zu vertreten. Die Interessenvertretung wird von den Vorstandsmitgliedern, den Fachkommissionen und dem Zentralsekretariat in den verschiedenen Netzwerken wahrgenommen. Der Verband ist einerseits direkt in diversen Organisationen, Verbänden und Arbeitsgruppen vertreten, anderseits bringt er sich aktiv in verschiedenen Gremien, Interessengemeinschaften und bei Behörden ein. Gesetzgebung Der Bereich Strassenverkehrsgesetzgebung ist und bleibt ein Schwerpunkt der Interessenvertretung des SVLT. Bei der Übernahme von EU-Vorschriften gilt es mehr denn je, die nationalen Gegebenheiten und die Anliegen unserer Mitglieder Der SVLT ist direkt vertreten bei SBV: Schweizerischer Bauernverband (Landwirtschaftskammer, Grosser Vorstand, Arbeitsgruppe Unfallverhütung) BUL: Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (beratende technische Kommission, BTK) SSM: Schweizerische Studiengesellschaft für Motorenbetriebsstoffe (Vorstand) Strasse Schweiz: Verband des Strassenverkehrs FRS (Vorstand) Der SVLT ist Teil eines breit gefächerten Netzwerks von Organisationen, die sich mit Strassenverkehr und Landwirtschaft befassen: Agrartechnik-Forum Schweiz Agridea: Fachbereich Bauen und Landtechnik Agroscope AM Suisse: Fachverband Agrotec Suisse Arbeitsgruppe landwirtschaftlicher Strassenverkehr ASTRA: Bundesamt für Strassen Landwirtschaftliche Bildungszentren der Kantone LID: Landwirtschaftlicher Informationsdienst SAB: Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete HAFL: Hochschule für Agrar-, Forstund Lebensmittelwissenschaften SIK: Schweizerische Interessengemeinschaft der Fabrikanten und Händler von Kommunalmaschinen SLV: Schweizerischer Landmaschinenverband SVS/ASE: Schweizerische Vereinigung für Silowirtschaft VSR: Verkehrssicherheitsrat

4 | Geschäftsbericht 2019

frühzeitig einfliessen zu lassen, um Probleme bei der Umsetzung zu vermeiden und die Kosten für den Betreiber von Landmaschinen so gering wie möglich zu halten. Auch bei der eidgenössischen Gesetzgebung muss der Landwirtschaft mit ihren speziellen Gegebenheiten das nötige Gehör und Verständnis verschafft werden. Im Berichtsjahr standen insbesondere die Neuerungen in der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS) im Fokus. So wurde die Definition des notwendigen Adhäsionsgewichts (Gewicht auf den Antriebsachsen des Zugfahrzeugs) neu festgelegt. Die neu geforderten 22% des gesamten Betriebsgewichts, die nun auf den Antriebsachsen vorhanden sein müssen, führten bei verschiedenen landwirtschaftlichen Fahrzeugkombinationen zu einigen Problemen und entsprechendem Informationsbedarf. Ein vorderer Überhang ist nun bis 5 m erlaubt, ab 4 m ist allerdings ein geprüftes Kamera-Monitor-System notwendig. Die praktische Umsetzung dieser Neuerung, mit der man der laufenden landtechnischen Entwicklung Rechnung trägt, bereitete kaum Probleme. Die Angebote von geprüften Kamera-Monitor-Systemen sind derzeit auf dem Markt aber noch überschaubar, was sich bei den entsprechenden Kosten niederschlägt. Grössere und vor allem noch ungelöste Probleme herrschen derzeit bei der wohl wichtigsten Änderung in der VTS, nämlich bei den Anhängerbremsen. Insbesondere sind Zulassungen und Betrieb von hydraulischen ZweileiterBremsen nicht abschliessend geregelt. In Sachen genereller Zulassung stellt man störende Unterschiede zwischen den kantonalen Strassenverkehrsämtern fest. Mit einer allgemein gültigen Checkliste betreffend die Zulassung von hydraulischen Zweileiter-Bremsen will die Vereinigung der Strassenverkehrsämter im Einklang mit dem Bundesamt für Strassen und der Arbeitsgruppe landwirtschaftlicher Strassenverkehr nun Abhilfe schaffen. Eine weitere Problemzone eröffnet sich in der Kombination von bestehenden Traktoren mit hydraulischen EinleiterBremsen und neuen Anhängern mit hydraulischen Zweileiter-Bremsen. Im Betrieb sind solche Kombinationen technisch zwar möglich, rechtlich aber nicht abschliessend geregelt. Eine Weisung des Bundesamts für Strassen soll in dieser Thematik ebenfalls für Klarheit sorgen, auch wenn diese Weisung etwas spät kommt, nachdem die entsprechende Verordnung doch schon seit 1. Mai 2019 in Kraft ist. Der SVLT hat sich bereits vor mehr als vier Jahren dafür ausgesprochen, bei Neuinvestitionen auf pneumatische Bremsen zu setzen und bei alten Zugfahrzeugen die Nachrüstung auf Luft zu prüfen. Der Verband setzt sich jedoch weiterhin bei den entsprechenden Behörden dafür ein, für die bestehenden Hydraulik-Bremsen eine vernünftige Zukunftslösung zu finden. Mineralölsteuer Der Bericht «Prüfung der Mineralölsteuer-Rückerstattung in der Landwirtschaft» der eidgenössischen Finanzkontrolle (2018) und eine entsprechende Motion im Nationalrat (2019) brachten dieses Thema erneut auf die politische Traktandenliste. Der SVLT hat im Frühjahr 2019 an verschiedenen Anlässen mit dem Informationsflyer «65 Mio. Fr. stehen auf dem


Spiel» die bäuerliche Basis darauf aufmerksam gemacht und gleichzeitig mit jenen Verbänden, die schon vor etwas mehr als 15 Jahren dieses Vorhaben erfolgreich bekämpft haben, den Schulterschluss vollzogen, auf dass man für einen entsprechenden Kampf dann gewappnet ist. Aktuell sieht der Bundesrat zwar keine Notwendigkeit, von dieser berechtigen Rückerstattung abzuweichen.

Produzierte Seiten im Dreijahresvergleich Schweizer Landtechnik Technique agricole 2017

2018

2019

Redaktionell

654 | 657

667 | 670

698 | 668

Inserate

106 | 103

109 | 106

114 | 104

Anzahl Seiten

760 | 760

776 | 776

812 | 772

Information Mit den beiden Fachzeitschriften «Schweizer Landtechnik» in deutscher und «Technique Agricole» in französischer Sprache informierte der SVLT seine rund 20 000 Mitglieder und freien Abonnenten auch 2019 mit elf Ausgaben über aktuelle Geschehnisse rund um die Agrartechnik. Diese Zeitschriften vermitteln gründliche und praxisnahe Informationen wie aktuelle Meldungen über die nationale und internationale Landtechnik-Branche, fundierte Testberichte über Maschinen, Tipps zum praktischen Maschineneinsatz, Hilfeleistungen bei Investitionsentscheiden und weiteres mehr. Das Redaktionsteam steht dabei in engem Kontakt zu Fachleuten aus der Forschung, Beratung und Industrie, die ihrerseits regelmässig über die Resultate ihrer neusten Erkenntnisse berichten. Die Zeitschriften wurden 2019 weiterhin von AVD in Goldach gelayoutet und gedruckt. Aufgrund von Preisanpassungen im europäischen Papiermarkt hat sich die Produktion leicht verteuert. Der gesamte Umfang wurde nochmals gesteigert; insbesondere in der deutschsprachigen Ausgabe, wobei es da die nur einsprachig und in Kooperation mit der österreichischen Fachzeitung «Landwirt» produzierte Sonderbeilage zur «Agritechnica» mit total 40 Seiten (redaktioneller Text und Inserate) zu erwähnen gilt. Erfolgte 2018 die Vermarktung der Inserate noch in teilweiser Kooperation mit dem früheren Druckpartner Stämpfli, so besorgte der SVLT dieses Geschäft im vergangenen Jahr nun für alle Ausgaben in eigener Regie. Der gesamte InseratMarkt ist im Umfeld landwirtschaftlicher Medien rückläufig und demzufolge hart umkämpft. Dem SVLT ist aber gelungen, das Niveau im Vergleich zum Vorjahr zu halten, dank der erwähnten Sonderbeilage gar noch etwas auszudehnen. Ebenfalls in Kooperation mit der Zeitschrift «Landwirt» startete die «Schweizer Landtechnik» im Herbst 2019 die «AlpInnovation-Trophy 2020». Mit diesem Wettbewerb wollen die beiden Zeitschriften innovative, effiziente, ressourcenschonende und sichere Landtechnik für Hügel- und Bergbetriebe fördern, einem grösseren Kreis bekanntmachen und letztlich zum Durchbruch verhelfen. Es ist vorgesehen, diesen Wettbewerb im Zwei-Jahres-Rhythmus auszuschreiben und die Gewinner dann an der im gleichen Rhythmus stattfindenden Tagung «Landtechnik im Alpenraum» auszuzeichnen. Im Zuge der Neuerungen rund um die VTS wurde die in Zusammenarbeit mit der Fachstelle Agrartechnik und Digitalisierung des Kompetenzzentrums Strickhof erstellte 64-seitige Broschüre «Verkehrsvorschriften für landwirtschaftliche Fahrzeuge» überarbeitet, in einer neuen Auflage gedruckt und im Dezember 2019 den Abonnenten der «Schweizer Landtechnik» verschickt («Technique Agricole» im März 2020).

Elektronische Medien Im Redaktionsteam gab es im Berichtsjahr keine Veränderungen. Die Crew ist weiterhin motiviert, im traditionellen Print-Format, vermehrt aber auch in elektronischer Form, die Verbandsmitglieder, die freien Abonnenten oder generell die an Landtechnik interessierten Personen über landtechnische Belange aktuell und aus erster Hand zu informieren. Bereits gut etabliert sind die von SVLT und der «Schweizer Landtechnik« betreuten elektronischen Medien. Tagesaktuell wird auf der Website agrartechnik.ch ein Newsticker unterhalten. Auf Facebook sind es knapp 4000 Follower und auf YouTube sind es mittlerweile 20 000 Abonnenten, die regelmässig die Videofilme zu interessanten landtechnischen Neuentwicklungen anschauen. Nach einem kurzen, internen Testbetrieb mit einer auf Smartphones sowie Tablets nutzbaren App wurde (vorerst) von einer definitiven Implementierung abgesehen, nicht zuletzt aus Gründen des ungenügenden Kosten-Nutzen-Verhältnisses. Fachkommission Die Fachkommission «Information» – sie begleitet die Redaktion vor allem in strategischer Hinsicht – unter dem Präsidium von SVLT-Vorstandsmitglied Olivier Kolly tagte im vergangenen Jahr dreimal. Aus dieser Fachkommission ausgeschieden ist infolge der strategischen Neuausrichtung die Vertretung von Agroscope. Neben dem Präsidenten sind derzeit Sylvain Boéchat (Landwirtschaftsamt Kanton Waadt), Koni Merk (Bildungszentrum Plantahof), Thomas Jucker und Alexandre Peiry (praktizierende Landwirte) sowie Roman Engeler und Heinz Röthlisberger vom Redaktionsteam Mitglied dieser Fachkommission. Die Kommission beschäftigte sich in erster Linie mit der konzeptionellen Weiterentwicklung der Zeitschriften, machte sich aber auch intensiv Gedanken über die künftige Ausrichtung des Verbands und seiner Strukturen.

Weiterbildung Der SVLT bietet praxisorientierte Weiterbildung für Personen an, die Maschinen und Geräte in der Landwirtschaft und in landwirtschaftsnahen Bereichen einsetzen und bedienen. 2019 führte der SVLT in eigener Regie oder in Zusammenarbeit mit Dritten zahlreiche Kurse durch. Kurse Total 708 Teilnehmer absolvierten 2019 den Fahrkurs «G40». An 167 zweitägigen Kursen in der ganzen Schweiz erwarben sich die Absolventen die Fahrerlaubnis für landwirtschaftliche Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Geschäftsbericht 2019 | 5


Im Bereich der Weiterbildung von Chauffeuren nach CZV wurden 6 Weiterbildungskurse durchgeführt. 47 Teilnehmende erwarben die Bestätigung der obligatorischen Weiterbildung. Im 2019 belegten 24 Teilnehmende die CZV/SUVA anerkannten Flurförder- und Hebekurse. Im Berichtsjahr wurden im Verbandszentrum in Riniken drei Schweisskurse durchgeführt. Die Nachfrage ist in den letzten Jahren leicht angestiegen, weshalb der Verband diese Kurse weiterhin anbieten wird, zumal die notwendige Infrastruktur vorhanden ist und damit das schweisstechnische Know-how da und dort verbessert werden kann. Bei allen angebotenen Kursen kommen die Mitglieder des SVLT in den Genuss von vergünstigten Kursgebühren. Fachkommission Hansjörg Furter, Raphael Sommer, Christian Giger, Beat Steiner und Stefan Gfeller bilden zusammen mit Aldo Rui und Urs Rentsch (bis 30. September 2019, ab 1. Juli 2019 Roman Engeler) unter der Leitung des Kommissionspräsidenten Urs Wegmann die Fachkommission «Weiterbildung», die durch diese Zusammensetzung eine ausgewogene Besetzung durch Praktiker und Fachleute sicherstellt. Kursteilnehmende im Dreijahresvergleich 2017 Werkstattkurse Fahrkurs G40 CZV-Kurse Flurförderfahrzeuge

2018

2019

0

8

15

914

717

708

28

47

47

9

16

24

Weil nach wie vor rund um die neuen Bremsvorschriften Unklarheiten bestehen, sind klare Regelungen und Aussagen zum Zeitpunkt der Schriftlegung dieses Berichts noch nicht abschliessend und umfassend machbar. Dennoch wurden diverse Merkblätter aktualisiert und angepasst. Weiter reichte man Vorstösse betreffend die Kombination von Traktoren mit hydraulischen Einleiter-Bremsen mit Anhängern, ausgestattet mit hydraulischen Zweileiter-Bremsen, und die Verwendung von nachgerüsteten Reifendruck-Regelanlagen ein. Die angeregten Drohnenkurse können bereits im Jahr 2020 erstmalig durchgeführt werden, ebenso wie ein Testlauf zum Ecodrive. Eine Berechnungsgrundlage für das Adhäsionsgewicht konnte ebenfalls publiziert werden. Die Kommission hatte festgestellt, dass noch (zu) wenige Mitglieder den Mitgliederbereich auf der Homepage kennen und regte an, dies den Mitgliedern etwas schmackhafter zu machen. Denn nur in diesem Bereich sind beispielsweise alle Merkblätter für die Mitglieder erreichbar.

Dienstleistungen Der SVLT unterstützt die Sektionen bei den verschiedensten Aktivitäten. Der Verband nimmt dabei namentlich eine koordinierende Funktion ein und berät seine Mitglieder sowie Interessenten in fachtechnischer Hinsicht. 6 | Geschäftsbericht 2019

Der SVLT bietet den Sektionen administrative Unterstützung bei der Mitgliederverwaltung an. Diese Dienstleistung beinhaltet je nach Auftrag das Mutationswesen, die Verrechnung und das Inkasso der Mitgliederbeiträge und wird von einem grossen Teil der Sektionen in Anspruch genommen. Bei der technischen Beratung stehen rechtliche Hilfestellungen rund um den landwirtschaftlichen Strassenverkehr, juristische Vorabklärungen bei Verzeigungen oder Unfällen sowie Fragen im Zusammenhang mit Investitionen in neue Landtechnik im Fokus. Weiterhin Probleme bereiten die neuen Bremsvorschriften mit den noch ungelösten Problemen betreffend die Zulassung und die Handhabung von hydraulischen ZweileiterBremsen, was zu entsprechenden Anfragen führt. Mit Bernhard Streit, Dozent an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen (HAFL) konnte ein Berater für Fragen rund um das Thema «Digitalisierung» gewonnen werden. Er übernimmt diese Aufgabe für den SVLT im Mandatsverhältnis. Feldspritzentests Der SVLT ist vom Bundesamt für Landwirtschaft beauftragt, die periodische Prüfung der Pflanzenschutzgeräte zu organisieren und zu koordinieren. Der Leistungsauftrag beinhaltet die Führung der offiziellen Liste der anerkannten Prüfstellen, die Bereitstellung des erforderlichen Materials und die Durchführung von Weiterbildungskursen. Die Prüfung der Feldspritzen und Obst- und Weinbau-Sprühgeräte erfolgt durch private Prüfstellen, landwirtschaftliche Schulen und SVLT-Sektionen. Im Jahr 2019 sind rund 2300 Feldspritzen und über 800 Sprühgeräte durch die Prüfstellen geprüft worden. Weiter wurden die ersten Massnahmen im Rahmen des Beratungsprojekts «Pflanzenschutzmittel-Einträge aus Punktquellen minimieren» umgesetzt. So wurden insbesondere die in der Prüfung der Pflanzenschutzgeräte involvierten Personen an vier Kursen mit total 111 Teilnehmenden über die neuen Anforderungen informiert. Bei den Feldspritzentests erhalten die Gerätebesitzer den Kleber «Sauber arbeiten – Wasser schützen» und eine Checkliste, die darüber Auskunft gibt, wie eine Verunreinigung von Gewässern durch Pflanzenschutzmittel verhindert werden kann. Fachkommission In der von SVLT-Vorstandmitglied Ueli Günthardt präsidierten Fachkommission sind derzeit Heinz Gautschi, Samuel Flury, Urs Rentsch (bis 30. September) und Aldo Rui. Urs Rentsch hat den SVLT im Herbst verlassen. Seine Aufgaben werden nun von Aldo Rui (Beratung, Projekte) und von Nadia Vogelsang (Ausstellungen, Projekte) übernommen. Fachreisen Im Januar und Februar 2019 wurden zwei Reisen nach Israel mit sehr guter Beteiligung durchgeführt, so dass die Reisegruppe mit Roman Engeler, Willi Zollinger, Thomas Vögeli und Ueli Günthardt in Zusammenarbeit mit dem Reisebüro Twerenbold für Januar 2020 eine Wiederholungsreise geplant hat. Die Ausschreibung der Winterreise 2020 erfolgte im Herbst 2019. Für diese Reise nach Namibia meldeten sich


Verbandsstrukturen ebenfalls genügend Teilnehmer an, so dass zwei Gruppen gebildet werden konnten. Im Sommer fand eine Rekognoszierungsreise nach China statt. Dieses aufstrebende Land mit seinen 1,3 Mrd. Einwohnern ist auch der grösste und am schnellsten wachsende Landwirtschaftsmarkt in Asien. Obwohl China auch subtropische Regionen umfasst, eignet sich diese Destination aus verschiedenen Gründen als Sommerreise-Ziel, weshalb zwei Reisen für 2020 zwei Reisen im Juni und August geplant wurden, aus den bekannten Gründen («Corona»-Virus) aber verschoben werden mussten.

Delegiertenversammlung 22 Sektionen, 1 Fachverband Revisionsstelle Geschäftsprüfungskommission Vorstand Finanzkommission Fachkommissionen Dienstleistungen Information Weiterbildung Direktion

Finanzen Das gute Ergebnis ermöglicht es, zusätzliche Abschreibungen und Rückstellungen vorzunehmen.

Information Weiterbildung

Bilanz 01.01.2018

31.12.2019

Umlaufvermögen

919 622.13

117 9125.49

Anlagevermögen

639 102.00

601 102.00

Total Aktiven Fremdkapital Eigenkapital: Kapitalkonto Gewinn Total Passiven

Interessenvertretung

1 558 724.13 1 780 227.49 808 453.80

970 345.48

684 911.88

750 270.33

65 358.45

59 611.68

1 558 724.13 1 780 227.49

Erfolgsrechnung Ist 2018

Ist 2019

Ertrag

2 485 998.72 2 444 500.09

Mitgliederbeiträge

1 323 008.71 1 293 804.12

Sonstiger Ertrag

1 162 990.01 1 150 695.97

Aufwand

2 420 640.30 2 384 888.41

Personalaufwand

1 434 390.15 1 317 558.20

Übriger Aufwand

986 250.15 1 067 330.21

Gewinn

Dienstleistungen

65 358.42

59 611.68

Der Vorstand hat die Jahresrechnung an seiner Sitzung vom 16. Januar 2020 behandelt und verabschiedet. Die Revisionsstelle hat die Jahresrechnung (Bilanz und Erfolgsrechnung) für das am 31. Dezember 2019 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft und den entsprechenden Bericht am 17. Februar 2020 erstellt und den Verbandsorganen zugestellt.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SVLT ■ Roman Engeler: Direktor, Chefredaktor, Verlagsleiter ■ Aldo Rui: Vizedirektor, Weiterbildung, Beratung ■ Loana Bianchi: Sekretariat, Buchhaltung, Mitgliederverwaltung ■ Ruedi Burkhalter: Redaktor ■ Stefan Honegger: Chef-Instruktor «G40» ■ Ruedi Hunger: Redaktor ■ Alex Reimann: Anzeigen-Verkauf ■ Heinz Röthlisberger: Redaktor ■ Catherine Schweizer: Redaktorin (verantwortlich für «Technique Agricole») ■ Dominik Senn: Redaktor ■ Nadja Vogelsang: Direktions-, Redaktions- und Verlagsassistenz ■ Bernadette Wipfli: Sekretariat, Kursadministration

Geschäftsbericht 2019 | 7


Sektionen VLT-SG VLT-SG VLT-SG Die Mitglieder sind dem SVLT über ihre Sektionen und Fachverbände angeschlossen. VLT-SG Diese befinden selbstständig über ihre innere Organisation, das Tätigkeitsprogramm und die Finanzen. VLT-SG www.avlt.ch P: Furer Pascal, 5603 Staufen 062 891 21 12 G: Voegeli Thomas, 5103 Wildegg 062 893 20 41

www.vlt-sh.ch P: Müller Martin, 8213 Neunkirch 079 656 74 58 G: Hug Adrian, 8263 Buch 079 395 41 17

P: Zimmermann Urs, 4104 Oberwil 041 401 26 23, 079 348 73 05 G: Itin Marcel, 4466 Ormalingen VLT-SG 076 416 27 13 VLT-SG VLT-SG www.bvlt.ch VLT-SG P: Brenzikofer Klaus, 3646 Einigen VLT-SG 033 654 40 37, 079 336 14 84 G: Gerber VLT-SGPeter, 3054 Schüpfen 031 879 17 45, 079 411 02 33 VLT-SG VLT-SG P: Kolly Olivier, 1669 Albeuve VLT-SG 026 928 10 62, 079 287 00 41 G: Reinhard Samuel, 1725 Posieux 026 305 58 49, 079 670 35 31

P: Müller Paul, 4913 Bannwil 079 340 29 70 G: Ochsenbein Beat, 4554 Etziken 032 614 44 57, 076 302 77 42

P: Maxime Dethurens, 1787 Laconnex 078 758 76 17 G: Steve Röthlisberger, 1283 Dardagny 079 434 92 31

P: Antonioli Stefano, 6721 Ludiano 079 653 34 76 G: Buzzi Claudia, Agriticino, 6592 S.Antonino 091 851 90 90, Fax 091 851 90 98

www.svlt-gr.ch P: Markus Tanner, 7304 Maienfeld 081 302 25 11, 078 677 08 36 G: Tscharner Gian Risch, 7492 Alvaneu-Dorf 081 404 10 84, 076 588 74 92

www.asetavaud.ch P: Mayor Jean-Luc, 1860 Aigle 024 466 33 91, 079 212 31 71 G: Bugnon Virginie, 1162 St-Prex 021 806 42 81, Fax 021 806 42 81

P: Heusler Christian, 2933 Lugnez 032 423 66 11, 079 774 92 43 G: Chevillat Philippe, 2853 Courfaivre 032 420 74 73, 079 419 47 14

www.aseta-vs.ch P: Samuel Luisier, 1926 Fully 079 844 18 25 G: Jacquemoud David, 1902 Evionnaz 079 732 56 26

www.lvlt.ch P: Moser Anton, 6170 Schüpfheim 041 485 88 23 G: Erni Josef, 6276 Hohenrain 041 467 39 02 P: Seiler Werner, 2318 Brot-Plamboz 032 937 10 63, 079 502 56 72 G: Tschanz Bernard, 2042 Valangin 032 857 21 70, 079 564 12 00 P: Achermann Ruedi, 6374 Buochs 041 620 11 22, 079 643 75 20 G: Bircher Dominik, 6363 Obbürgen 079 424 12 70 P: Frunz Josef, 6056 Kägiswil 041 660 40 16, 079 202 83 75 G: Wagner Thomas, 6064 Kerns 079 730 44 87

VLT-SG

www.vlt-sg.ch P: Giger Christian, 9475 Sevelen 079 611 11 12 G: Müller Eliane, 9478 Azmoos 081 783 11 84, Fax 081 783 11 85

VLT-SG VLT-SG P: Präsident, G: Geschäftsführer Legende: 8 | Geschäftsbericht 2019

P: Brun Armin, 6493 Küssnacht am Rigi 041 850 41 90, 079 211 15 64 G: Kälin Florian, 8840 Trachslau 055 412 68 63, 079 689 81 87 www.vtgl.ch, www.tvlt.ch P: Kuhn Rolf, 8553 Mettendorf 052 770 14 13, 079 226 80 41 G: Koller Markus, 9542 Münchwilen 071 966 22 43, 079 643 90 71

VLT-SG VLT-SG VLT-SG VLT-SG VLT-SG VLT-SG

P: Freimann Philipp, 6300 Zug 041 740 64 46, 079 467 16 35 G: Betschart Beat, 6313 Menzingen 041 755 11 10, 079 771 65 90 www.svlt-zh.ch P: Wegmann Urs, 8412 Hünikon 052 315 43 37, 078 748 26 60 G: Berger Stephan, 8315 Lindau 058 105 99 52, 076 521 95 28 P: Schurti Leopold, 9495 Triesen 079 696 16 89 G: Becker Fabian, 9490 Vaduz 079 399 09 02 Fachverband Lohnunternehmer Schweiz P: Schenk Oskar, 3150 Schwarzenburg 031 731 14 99 G: Nicolas Eschmann, 5223 Riniken 056 450 94 52 Geschäftsstelle Lohnunternehmer Schweiz, G: 056 450 99 90


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Impressionen | Einsatzbericht

Der «T234 Versu» von Hans Osterwalder aus Bichwil SG. Die «T»-Serie von Valtra verkörpert einen modernen Traktor mit durchzugkräftigem Motor und vier Getriebe-Hydraulik-Kombinationen. Bilder: R. Hunger

Stark im Energieholz Valtra baut die «T»-Serie in verschiedenen Leistungsklassen und mit vier unterschiedlichen Getriebe-Hydraulik-Kombinationen. Die «Schweizer Landtechnik» hat sich mit Hans Osterwalder in Bichwil SG getroffen und sich mit ihm über seinen zweijährigen «T234 Versu» unterhalten. Ruedi Hunger Seit mehr als 25 Jahren ist das Bichwiler Unternehmen «Hans Osterwalder AG» von Hans und Brigitte Osterwalder in den Bereichen Forstwirtschaft und Baum­ pflege tätig. «Unser Unternehmen hat zwei Hauptstandbeine. Zum einen sind wir im Bereich Energieholz tätig, das heisst, wir hacken Holz mit unseren zwei Holzha­ ckern und machen Holztransporte. Dazu gehört auch die Stückholzverarbeitung. Anderseits haben wir uns auf die Spezialund Sicherheitsholzerei für Gemeinden und den Kanton spezialisiert», sagt Oster­ walder. Das geht bis zum Ausfräsen der Wurzelstöcke in Park- oder Gartenanlagen und bei Baustellenrodungen.

Die Wahl fiel auf Valtra Im Maschinenpark stehen heute unter an­ deren zwei Valtra-Traktoren. Seit zwei 42

Schweizer Landtechnik 3 2020

Jahren leistet ein Valtra «T234 Versu» echt harte Arbeit. Der Betriebsleiter und seine 7 Vollzeitmitarbeiter, die vor dem Kauf in die Evaluation miteinbezogen wurden, sind mit dem «T234» so zufrie­ den, dass vor einem halben Jahr ein weite­ rer Valtra angeschafft wurde (ein «T174»). Osterwalder gibt unumwunden zu, dass er ein Valtra-Fan ist. Das kommt nicht von ungefähr, schliesslich war sein erster Traktor, den er zu Beginn der 90er Jahre kaufte, bereits ein Valmet. Aber warum genau kaufte die Osterwal­ der AG vor zwei Jahren den Valtra «T234»? «Eigentlich erinnerte ich mich wieder an den alten Valmet und die guten Erfahrungen, die ich mit ihm gemacht ha­ be. Er war einfach untödlich.» Bei diesen Worten spürt man förmlich seine ValtraBegeisterung. Bis vor wenigen Jahren war

keine Valtra-Servicestelle in unmittelbarer Nähe, so dass Osterwalder aus diesem Grund Traktoren einer anderen Marke kaufte. Er sei mit diesen auch zufrieden. Die Situation mit der Servicestelle hat sich zwischenzeitlich positiv verändert. Ein Grund mehr, dass man sich für Valtra ent­ schied. Neben der «Traktoren-Gruppe» läuft parallel dazu auch eine «LKW-Grup­ pe», jeweils mit Hacker, im Unternehmen.

«T234 Versu» Die «T»-Serie von Valtra bietet die einma­lige Auswahl von sechs verschiedenen Leis­ tungsklassen von 114 kW (155 PS) bis 271 PS und den vier Getriebe-HydraulikVarianten «Hitech», «Active», «Versu» und «Direct CVT». Osterwalder hat sich für den «T234» mit 184 kW (250 PS) entschieden und bereut es nicht. «Die Leistung ist ideal


Einsatzbericht | Impressionen

für Transportfahrten mit Kipper oder Abschiebewagen, aber auch für den Hacker. Phänomenal, was dieser Traktor an der Zapfwelle leistet», sagt der Unternehmer. Die Getriebe-Hydraulik-Kombination «Versu» beinhaltet 5 Lastschaltstufen und die Load-Sensing-Hydraulik. Das Getriebe hat einen getrennten Hydraulik- und Getriebeölhaushalt. Im Gespräch mit dem TraktorBesitzer bezeichnet dieser die Pumpenleistung von 200 l/min als «super». Rückmeldungen von seinen Mitarbeitern bestätigen ihm, dass es nicht nur sein Empfinden sei, sondern dass alle die Benutzerfreundlichkeit eines Lastschaltgetriebes mit der Flexibilität eines stufenlosen Getriebes verbinden.

Immer auf der sicheren Seite Die Traktoren der Osterwalder AG sind natürlich «weiss eingelöst». Und sie sind mit zum Teil grossen Gewichten und bis 40 km/h auf der Strasse unterwegs. Da kommt die Vorderachs-Luftfederung voll zum Tragen. Der Traktor hat ölgekühlte, nasse Mehrscheibenbremsen mit hydraulischem Bremskraftverstärker. Die Vorderachse hat ebenfalls Lamellenbremsen in den Endantrieben. Angesprochen auf die Bremsen, sagt Osterwalder, dass er an den Traktorbremsen nichts zu bemängeln habe, und für Anhänger gebe es aus seiner Sicht nur eine Lösung, und die heisst: Druckluft! Man könne jederzeit an- und abkuppeln, ohne vorher Druck abzubauen, und man habe keine Ölverluste. Und

schliesslich sei die Druckluftbremse x-tausendfach bewährt. Angesprochen auf das Adhäsionsgewicht (22%), sagt Osterwalder, dass er nicht ans Limit komme, und wenn es doch einmal knapp werden sollte, könne er dank den Nutzlastreserven jederzeit ein Frontgewicht anbauen.

Ein echter Skandinavier Über 70% der finnischen Landfläche sind bewaldet. Die Winter sind lang und oft schneereich. Es überrascht daher wenig, dass den Valtra-Traktoren der Ruf vorauseilt, sie hätten eine besondere Eignung für den Forsteinsatz und den kommunalen Bereich. «Die Mitarbeiter schätzen insbesondere die spezielle Forstkabine. Der Fahrer hat eine hervorragende Übersicht, dies nicht zuletzt in Verbindung mit der Rückfahreinrichtung ‹TwinTrac›. Den traktorgezogenen Holzhacker bedienen wir von der Kabine aus, und dazu sind wir auf viel Übersicht angewiesen.» Trotz viel Glas (Polycarbonatverglasung) sind die Forstkabinen der «T»-Serie, ROPS/FOPS-geprüft.

Die Vorderachse ist luftgefedert, hat Lamellenbremsen im Endantrieb und kann jederzeit Gewicht aufnehmen, damit das Adhäsionsgewicht stimmt.

ein Fahrhebel und für die Getriebefunk­ tionen nur die Fingerspitzen eingesetzt. Selbstverständlich dreht die Armlehne beim Wechsel auf die Rückfahrvorrichtung mit der Sitzplattform um 180 Grad.

Kabine und Bedienelemente Der Traktor sei mit einer echten Wohlfühlkabine ausgerüstet, bemerkt Osterwalder mit einem Lächeln im Gesicht. Dies werde insbesondere von seinen Mitarbei­tern geschätzt. Ausgerüstet mit der «Valtra SmartTouch»-Armlehne mit 9-Zoll-Touchscreen, lassen sich alle Funktionen bequem mit der rechten Hand bedienen. Zum Fahren wird beispielsweise

Fazit Hans Osterwalder ist ein bekennender Valtra-Fan. Das ist auch für Aussenstehende nachvollziehbar, denn man fühlt sich sofort wohl in der Kabine. Die Kombination aus einem leistungsstarken Motor und einer optimalen Getriebelösung macht den «T234» zur idealen Arbeitsmaschine für den Energieholz-Unternehmer. 

Steckbrief Valtra «T234 Versu»

Hans Osterwalder ist seit mehr als 25 Jahren in der Forstwirtschaft und Baumpflege tätig.

Motor: AgcoPower, 6-Zylinder, 7,4 Liter, Abgasstufe V (DOC+DPF+SCR) Maximale Leistung: 173 kW / 235 PS, Mehrleistung mit Boost +6,3 % (184 kW / 250 PS) Drehmoment: 930 Nm (Boost 1000 Nm) Getriebe: «Versu»-Lastschaltgetriebe, 5-stufig in vier Fahrbereichen Hydraulik: Load Sensing mit elektr. Steuergeräten. Standard 115, optional 160 l (Forstausrüstung 200 l/min). Bis 7 Heckventile und 4 elektr. Frontventile. Hubkraft: Heck: 9500 kg, Front: 5319 kg Gewicht: Gewichtsverteilung 40/60, Leergewicht 7300 kg, max. Gesamtlast 13 500 kg, max. Hinterachslast 9000 kg, max. Vorderachslast 5500 kg. Masse: Höhe max. 3130 mm, Länge 5800 mm, Radstand 2995 mm Preis: mit Frontkraftheber, Forstkabine, Rückfahrvorrichtung CHF 170 000.– (Herstellerangaben)

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Impression | Einsatzbericht

Der Schleppschlauchverteiler von Mai kann an die meisten kleineren Fässer angebaut werden. Bilder: R. Burkhalter

Schleppschlauchverteiler neu gedacht Der Schleppschlauchverteiler der Firma Mai arbeitet mit einem völlig neuen Arbeitsprinzip. Es verspricht ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis für die leichte Eigenmechanisierung. Ruedi Burkhalter

Viele Landwirte, die bei der Gülleausbrin­ gung das Kriterium der «bodennahen Ausbringung» noch nicht erfüllen, haben nun knapp zwei Jahre Zeit, nach einer passenden Lösung zu suchen. Für die «Schweizer Landtechnik» ist dies Anlass, um unterschiedliche Lösungen für die Eigen­mechanisierung vorzustellen.

Weniger Schläuche und Gewicht In Hanglagen und an kleineren oder älte­ ren Fässern stellen Gewicht und Platz­ bedarf eines herkömmlichen Schlepp­ schlauchverteilers oft ein Problem dar. Die auf Gülletechnik spezialisierte Firma Mai aus Huttwil BE stellt mit dem patentierten, alternativen Konzept eines Schlepp­ schlauchverteilers einen völlig neuen An­ satz vor. Mai zieht nicht wie üblich viele, auf der ganzen Arbeitsbreite verteilte, fix 44

Schweizer Landtechnik 3 2020

an einem Balken angebrachte Schlauchab­ gänge gerade über den Boden, sondern arbeitet mit nur vier Schleppschläuchen, die an zwei Pendelarmen befestigt quer zur Fahrtrichtung hin- und hergeschwenkt werden. Das hat einige Vorteile im Vergleich zur her­ kömmlichen Arbeitsweise: Grundsätzlich lässt sich das Ziel der bodennahen Gülle­ ablage mit deutlich weniger Material und einer geringeren Anzahl Komponenten rea­ lisieren, wodurch auch Gewicht eingespart wird. Die leichteste Version für den Fass­ anbau bringt nur 200 kg auf die Waage. Der Schwerpunkt befindet sich zudem na­ he am Fass, weshalb der Verteiler auch an den meisten kleineren Fässern ohne eine bedeutende Schwerpunktverlagerung und somit ohne Überschreitung der Achslasten eingesetzt werden kann.

Transportbreite unter 2,55 m Die Pendelarme der mit CAD-Konstrukti­ on optimierten Maschine bestehen innen aus einer gelaserten Konstruktion aus Stahlprofilen, aussen nur noch aus leich­ ten Edelstahlrohren mit 60 mm Durch­ messer. Der Klappmechanismus zum Wechsel zwischen Transport- und Arbeits­ stellung ist bei beiden Varianten identisch: Beide Pendelarme sind mit einem geneig­ ten Knickgelenk ausgestattet, so dass die Arme diagonal nach oben geklappt wer­ den, wodurch sich eine Transportbreite von 2,50 m ergibt. Die Pendelbewegung wird mit einer um zwei Kettenräder umlaufenden Kette er­ zeugt und mit Stangen auf die Pendelarme übertragen. Während des Richtungswech­ sels werden die Arme durch das Kettenrad sanft abgebremst. Die leicht über dem Bo­


Einsatzbericht | Impression

den geführten Schläuche können während dieser Zeit noch weiter nach aussen schwingen, wodurch die Querverteilung wieder ausgeglichen wird.

Mit Motormäher Der Antrieb erfolgt in den meisten Fällen über einen Hydromotor, wobei für die Dreipunktvariante auf Wunsch auch ein Zapfwellenantrieb möglich ist. Das Verteilbild lässt sich durch Variieren der Fahrgeschwindigkeit und der Pendelgeschwindigkeit den Bedingungen anpassen. Durch die gröberen Auslauföffnungen wird ein geringerer Teil der Grasnarbe benetzt, was beispielsweise von Weidebetrieben geschätzt wird. Es wird nur eine geringe hydraulische Leistung benötigt, wodurch der Betrieb auch mit kleineren Zweiachsmähern oder sogar mit einem leistungsstarken Motormäher möglich ist. Da mit nur vier Schlauchabgängen gearbeitet wird, braucht es keinen hydraulisch angetriebenen Verteilkopf mit Schneidfunktion, was wiederum das Gewicht und die Investitionskosten senkt sowie einen geringen Verschleiss und eine kleine Verstopfungsgefahr ermöglicht. Um zu gewährleisten, dass auch in einer starken seitlichen Neigung auf beiden Seiten gleich viel Gülle ankommt, erzeugt Mai mit zwei Gummidüsen vor dem T-Stück am Ausgang der Pendelarme einen Systemdruck, der deutlich höher ist als der Druck­ unterschied durch das Gefälle. Mit dem Durchmesser der Ausgangsöffnung dieser beiden Düsen kann der Verteiler an den Durchfluss angepasst werden.

Verschiedene Durchflussmengen Wird der Verteiler, beispielsweise beim Wechsel zwischen Fassbetrieb und Verschlauchung, mit stark unterschiedlichen Durchflussmengen eingesetzt, lassen sich die beiden Gummidüsen durch einfaches Öffnen der Storz-Verbindung in wenigen Sekunden austauschen. Auf die gleiche

Steckbrief Arbeitsbreite: 7 m (9 m in Planung) Antrieb: Hydromotor (3 Schluckvolumen zur Auswahl) oder mechanisch Arbeitsgeschwindigkeit: 2 bis 7 km/h Durchfluss: 25 bis 120 m3/h Transportbreite: 2,50 m Gewicht: Fassversion ab 200 kg; 3-Punkt-Version ab 250 kg Preis: Fassversion ohne Komfortbedienung ab CHF 8560.– (Herstellerangaben)

Weise lässt sich auch eine Verstopfung in einer der Düsen beseitigen. Alternativ dazu lassen sich die zwei Abgangsrohre auch mit einem hydraulischen Dreiweghahn ausrüsten. Dann lässt sich eine Verstopfung durch Schliessen des zweiten Ausgangs auch vom Traktor aus beseitigen.

Fass, Dreipunkt und Kombi Dieser Schleppschlauchverteiler ist in verschiedenen Versionen und mit zahlreichen Optionen verfügbar. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Fassversion, einer Version für die Verschlauchung am Dreipunktanbau und einer Kombiversion, die für beide Einsatzgebiete geeignet ist. Die reine Fassversion ist die leichteste, da auf den Dreipunktbock und das Zugrohr zum Ziehen einer Verschlauchung verzichtet wird. In der Dreipunktversion wird der Wechsel zwischen Transport- und Arbeitsstellung viel weniger häufig ausgeführt als in der Fassversion. Deshalb bietet sich in der Dreipunktversion die manuelle Klappung als kostengünstige Variante ohne elektronische Steuerung an. In dieser Version wird das Steuergerät des Traktors direkt mit dem Hydromotor verbunden. In der Fassversion wäre die manuelle Klappung eher aufwändig, weshalb in der Regel eine elektrohydraulische Komfortbedienung mit Steuerkästchen und Umschaltventil an der Maschine zum Einsatz kommt. In dieser Variante werden die Positionen der Schwenkarme und des Klappmechanismus mit Sensoren erfasst. Wählt der Fahrer am Bedienungskästchen die Position «Arbeitsstellung», werden zuerst die Arme aufgeklappt, dann wird automatisch der Schwenkmechanismus gestartet. Wechselt der Fahrer wieder in die Stellung Transportposition, wird die Pendelbewegung automatisch in der richtigen Position gestoppt und dann auf die Funktion Einklappen gewechselt. Auch in dieser Version genügt am Zugfahrzeug ein einfachwirkendes Zusatzsteuergerät mit freiem Rücklauf.

Kugelverteiler als Ergänzung Für die Bearbeitung von nicht befahrbaren Flächen kann dieser Schleppschlauchverteiler in Kombination mit einem Kugelverteiler-Fasskopf oder einem Kugelverteiler-Aufbaukopf verwendet werden. Kugelverteiler sind seit vielen Jahren eine Spezialität der Firma Mai und werden auch von anderen renommierten Herstellern aufgebaut. Die Wurfdüse, die in verschiedenen Versionen bis zur langen Weitwurfdüse mit bis zu

Die Schwenkbewegung wird durch eine robuste, umlaufende Kette erzeugt.

Die Gummidüsen in den T-Stücken (schwarz) können dank Schnellverschluss schnell ausgetauscht werden.

70 m Reichweite zur Auswahl steht, wird dabei über ein dichtes und kompaktes Kugel­ gelenk mit einer maximalen Bewegungsfreiheit versehen. Bei beiden Versionen werden die Funktionen Schwenken sowie Auf und Ab durch je einen kleinen Elektro­motor angetrieben. Die beiden Versionen unterscheiden sich dadurch, dass der Kugelverteiler-Fasskopf manuell gesteuert wird, der Kugelverteiler-Aufbaukopf zusätzlich über eine elektronisch gesteuerte Schwenkautomatik verfügt. Zum Umschalten zwischen Schleppschlauchverteiler und Fasskopf wird ein zusätzlicher Dreiweghahn eingebaut, der entweder manuell oder hydraulisch über ein zweites Zusatzsteuergerät des Traktors betätigt wird.

Funkfernsteuerung Die Bedienung des Fasskopfs erfolgt aus der Traktorkabine entweder über eine Kabel­steuerung oder über eine Funkfernbedienung (Option). Letztere ermöglicht es dem Anwender, sich beim Begüllen unüber­sichtlicher Abhänge vom Fahrzeug zu entfernen, um eine bessere Sicht über den Arbeitsvorgang zu gewinnen. Der Schleppschlauchverteiler erreicht eine Arbeitsbreite von 7 m. Eine Variante mit 9 m Arbeitsbreite ist in Planung. Die Firma Mai ist dank umfangreicher Infrastruktur im Bereich Blechbearbeitung, mechanische Bearbeitung, 3D-CAD-Konstruktion und Hydraulikstützpunkt optimal für die Nachrüstung und Anpassung von Schleppschlauchverteilern auf allen Arten von Güllefässern eingerichtet.  3 2020 Schweizer Landtechnik

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Impression | Testbericht

Der wuchtige Oberlenker verfügt über knapp 12 t Zug- und über 17 t Druckkraft. 30 mm Federweg fangen die Stösse bei schweren Lasten ab. Bilder: M. Abderhalden

Gefedertes Kraftpaket Schwere Anbaugeräte sind für einen Traktor eine echte Belastung. Wenn zusätzlich Schläge und Vibrationen, über den Dreipunkt direkt auf den Traktor übertragen, hinzukommen, kann dies die Sicherheit und den Komfort beeinträchtigen. Ein hydraulischer Oberlenker mit integrierter Dämpfung soll Abhilfe schaffen. Martin Abderhalden*

Schon seit längerer Zeit werden Schwingungstilgungen auf Traktoren verbaut. Diese funktionieren über die Unterlenker und die Hubzylinder, nicht aber über den Oberlenker, dessen axiale Zugbelastung direkt auf den Traktor einwirkt. Walterscheid hat sich dem angenommen und einen hydraulischen Oberlenker mit integ* Martin Abderhalden ist Landwirt und testet regelmässig Maschinen und Geräte für die «Schweizer Landtechnik».

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Schweizer Landtechnik 3 2020

rierter Dämpfung entwickelt. Dieser ist mit konventionellen Ausführungen kompatibel und soll helfen, den Traktor zu schonen. Die «Schweizer Landtechnik» hat diesen Oberlenker ausprobiert.

Vielseitig einsetzbar Der Oberlenker mit einem Hub von 185 oder 250 mm ist in den Kategorien 3 und 4 verfügbar. Die Auswahl variiert je nach Fahrzeugleistung und Kategorie. Das Testmodell war für eine Leistung bis 200

PS ausgelegt. Durch den austauschbaren Gabelkopf ist die flexible Anpassung der Einbaulänge an alle gängigen Bolzendurchmesser möglich. Bauartbedingt erscheint der neue Oberlenker recht wuchtig. Das Testobjekt war das mittlere Modell «HOL 105DS» mit einem Hub von 185 mm und brachte komplett mit den Schläuchen stolze 33,5 kg auf die Waage. Der lange Haltebügel ist so gebogen, dass er die Hohlschraube und das Sperrventil schützt.


Testbericht | Impression

Der Oberlenker wird werkseitig mit einem Druck von 60 bar ausgeliefert. Sollte dieser Druck nicht zu den Anbaugeräten passen, kann er von einer autorisierten Fachwerkstatt verstellt werden.

30 mm Federweg Das Funktionsprinzip der integrierten Dämpfung ist kompakt gelöst, es erfordert keinerlei zusätzliche Bauteile ausserhalb des Zylinders. Dadurch wird kein zusätzlicher Bauraum benötigt. Die sensiblen Teile sind alle geschützt untergebracht. Der Kolben mit einem Durchmesser von 105 mm ist fest mit der 60 mm starken Kolbenstange verbunden, wo die Dämpferkammer und der Dämpferkolben untergebracht sind. Bei einer axialen Zugbelastung des Ober­ lenkerpunkts strömt das Hydrauliköl über den Überströmkanal in die Kolbenstange. Dort werden die Druckspitzen durch die mit Stickstoff vorgespannte Dämpfer­ kammer absorbiert. Der Federweg be­ trägt rund 30 mm. Über den GasdruckFüllanschluss kann eine autorisierte Fach­ werkstatt den Druck entsprechend den Anforderungen zwischen 20 und 110 bar dem Gewicht des Anbaugeräts anpassen. Selbst kann man leider keine Einstellung vornehmen. Eine Sperre für die Dämpfer­ funktion gibt es nicht.

Im Praxistest wurde der Oberlenker beim Transport von Siloballen eingesetzt. Der Traktor war mit rund 900 kg schweren Siloballen (hinten zwei und vorne eine) beladen.

200  bar wirken nach dem Zug-DruckDiagramm 11 893 kg auf Zug und 17 659 kg auf der Druckseite. Das kann sich sehen las­ sen. In Kombination mit dem neuen Ober­ lenker wird auch die neue «schwarze Ku­ gelhülse» mitgeliefert, welche die einwir­ kenden Kräfte des Oberlenkers absorbiert. Diese Hülse wurde für extreme Einsatzbe­ reiche – beispielsweise Bodenbearbeitung – entwickelt. Die «Heavy Duty»-Kugelhülse ist aus besonders hochwertigen Materialien hergestellt, mit Wärmebehandlung vergü­ tet und gegen Rost geschützt. Daher auch die unverwechselbare schwarze Farbe.

Spürbare Schonung Das Testobjekt war für einen 4-ScharPflug mit 1700 kg Last eingestellt. Er wur­ de jedoch an einer Doppel-Rundballen­ gabel von Göweil montiert. In Kombinati­ on mit dem Frontlader wurden so drei Siloballen aufs Mal transportiert. Wäh­ rend der Fahrt bei extremen Situationen

wie Bodenunebenheiten waren die Dämpfung und die bessere Vorderachs­ traktion deutlich spürbar. In Kombination mit der Vorderachsfederung resultiert ein deutlich besserer Fahrkomfort als mit her­ kömmlichen Oberlenkern. Bei kleinen Un­ ebenheiten war der Unterschied kaum spürbar. Blickt man während der Fahrt aber auf die Kolbenstange, so ist sofort ersichtlich, dass diese bei Zuladung stark reagiert und so den Traktor von starken Zug- sowie Stossbelastungen verschont.

Fazit Der neue «DS»-Oberlenker von Walter­ scheid mit integrierter Dämpfung macht bei schweren Anbaugeräten und Arbei­ ten mit hohen Zug- und Stossbelastun­ gen Sinn und bringt auch einen besseren Fahrkomfort. Die Technik ist sauber ge­ fertigt und mit praktisch jedem Traktor einsetzbar. Die Druckeinstellung ist Sache der autorisierten Fachwerkstatt.

Brachiale Gewalt Der gross dimensionierte Kolben lässt nur erahnen, welche Kräfte dieser Oberlenker entfalten kann. Bei einem Systemdruck von

Steckbrief Walterscheid «HOLHS-C105DS Kat. 3S» Einbaulänge: Mitte Bolzen 625−810 mm Gewicht: 33,5 kg Systemdruck: bis 250 bar Fülldruck: 20−110 bar Zug-Druckkraft bei 200 bar: Zug 11 893 kg; Druck 17 659 kg Preis: 1200 Euro (Aktion, exkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

Der gebogene Haltebügel dient zusätzlich als Schutz für die Hohlschraube und den Sperrblock auf dem Zylinder.

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Impression | Einsatzbericht

Die am Fronthubwerk angebaute Tandemmesserwalze – hier beschwert mit zwei 260-kg-Gewichten, vorne mit glatten und hinten mit gezackten Messern bestückt – leistete auf diesem Körnermais-Feld eine gute Arbeit. Bilder: R. Engeler

Den Stoppeln an den Kragen Messerwalzen zerschneiden Stoppeln und werfen den Boden auf. Ideal für die Zünslerbekämpfung und die Verrottung von Ernterückständen. Die «Schweizer Landtechnik» begleitete zwei Modelle von Wallner im praktischen Einsatz. Roman Engeler Wer Wert auf eine saubere Feldhygiene legt und Begrünungen oder Ernterückstände von Mais, Sonnenblumen oder Raps schnell der Verrottung zuführen möchte und dabei Schädlingen keinen Nährboden bieten will, arbeitet immer häufiger mit Messerwalzen. Verschiedene Hersteller sind in den letzten Jahren mit entsprechenden Maschinen auf den Markt gekommen. Diese Geräte benötigen dank Eigenantrieb der Walzen weniger Energie als beispielsweise Mulcher und ermöglichen zudem höhere Flächenleistungen. Der bayerische Hersteller Wallner hat ein umfangreiches Sortiment solcher Walzen in Arbeitsbreiten von 3 bis 7,50 m im Angebot. Es gibt gar eine «Schmetterlingsvariante» mit 3 m breitem Frontgerät in Verbindung mit einer 2 × 3-m-Heckkombination. Die «Schweizer Landtechnik» begleitete im Herbst 2019 bei eher feuchten Bodenverhältnissen zwei Modelle mit 3 m Arbeitsbreiten. Die Walzen – eine im Front-, die andere im Heckanbau eingesetzt – ka48

Schweizer Landtechnik 3 2020

men in abgeernteten Sonnenblumen-, Silo- und Körnermaisfeldern sowie bei der Bearbeitung einer stehenden Gründüngung vom Typ «UFA Lepha» zum Einsatz.

Aufbau Der Aufbau der Messerwalzen ist einfach. Sie sind, der Name «Tandemwalze» sagt es aus, mit zwei Walzenkörpern bestückt, angeschraubt auf einem Rahmen/Anbaubock. Bei der im Frontanbau eingesetzten Messerwalze, deren Gewicht gemäss Hersteller bei rund 600 kg liegt, wies die vordere Walze einen Durchmesser von 38 cm auf und war mit konventionellen Messern bestückt. Die hintere Walze hatte einen Durchmesser von 51 cm und war mit den neuen, gezackten Messern bestückt, von denen sich der Hersteller einen besseren Schnitt und eine noch intensivere Zerfaserung der Ernterückstände verspricht. Der grössere Durchmesser soll zudem für ein tieferes Eindringen in den Boden sorgen.

Jede einzelne Walze besteht aus acht Schneiden, und jeweils vier Messer à 75 cm bilden eine Schneide. Die Messer können beidseitig genutzt werden und haben sich im Einsatz verschleissresistent gezeigt. Die beiden Walzenreihen sind hintereinander gegenläufig gewendelt, so dass möglichst viel Material geschnitten wird. «Double Cutting Master» Neben dem konventionellen Modell, mit allerdings zwei unterschiedlich grossen und messertechnisch bestückten Walzen, kam auch der Typ «Double Cutting Master» (DCM) zum Einsatz. Dieses im Heckanbau verwendete Gerät (rund 1100 kg schwer) besteht ebenfalls aus zwei horizontal schneidenden Messerwalzen. Zwischen diesen Messerwalzen sind zusätzlich zwei vertikal arbeitende Wellscheiben-Walzen mit je 14 Scheiben verbaut. Boden und Ernterückstände werden also von vier Walzen­ einheiten bearbeitet. Durch das Querschneiden der Messerwalzen und das


Einsatzbericht | Impression

Bei der Vierfach-Walze «Double Cutting Master» kann an den Messerwalzen über eine Feder manuell eine Vorspannung und so der Auflagedruck eingestellt werden.

Längsschneiden der Wellscheiben soll eine optimale Zerkleinerung stattfinden und auch Flachwurzler erfasst werden.

Ballastierung Für ein tieferes Eindringen in den Boden, beispielsweise um auch eingedrückte Stängel besser erfassen zu können, können die Messewalzen ballastiert werden. Bei der Frontvariante sind es zweimal 260 kg, bei der im Heck verwendeten «DCM»-Variante viermal 260 kg. Diesen Angaben vorbehalten bleiben die zulässigen Achslasten und das Gesamtgewicht des Traktors. Bei der Vierfach-Walze kann zudem an den beiden Messerwalzen über eine Feder manuell eine Vorspannung und so der Auflagedruck eingestellt werden. Weiter lassen sich die Messerwalzen auch mit einem nachlaufenden Striegel nachrüsten.

Bis 20 km/h Um eine gutes Resultat zu erreichen, muss mit einer bestimmten Geschwindigkeit gefahren werden. Wallner empfiehlt ein Tempo zwischen 15 und 20 km/h. Bei 3 m Arbeitsbreite erreiche man so gegen 3 ha pro Stunde. Bei noch schnellerer Fahrt wird mehr Material – auch Steine – aufgeworfen. Wallner bietet eine Schutzabdeckung als Option an. Den Kraftbedarf gibt der Hersteller mit rund 60 PS für die konventionelle 3-m-Variante und mit 80 PS für das 3 m breite «DCM»-Modell an. Erfahrungszahlen des Herstellers gehen von einem Treibstoffverbrauch von 3 l/ha aus («DCM»).

Einsatzresultate Wie erwähnt wurden die beiden Messerwalzen in abgeernteten Sonnenblumen-, Silo- und Körnermaisfeldern sowie bei der Bearbeitung einer stehenden Gründüngung beobachtet. Im Sonnenblumenfeld zeigten beide Maschinen eine reife Leistung. Selbst

in den tiefen Fahrspuren des Mähdreschers wurden die längsliegenden Stängel gut und auch regelmässig durchgeschnitten. Bei recht feuchten Bedingungen im Silomais-Feld kam die konventionelle Tandemwalze jedoch an die Grenzen. Das Resultat liess zu wünschen übrig, selbst bei diagonaler Feldüberfahrt. Die Vierfach-Walze konnte dank ihrer vertikalen und horizontalen Arbeitsweise aber auch in diesem nicht einfach zu bearbeitenden Feld überzeugen. In der noch saftigen Gründüngung mit Alexandrinerklee, Phacelia, Sommerwicken und Guizotia hinterliess die Tandemwalze, die in Kombination mit einer Scheibenegge vom Typ «Carrier» von Väderstad im Heck zum Einsatz kam, ein optimales Feld, das im Frühling vor der Zuckerrübensaat nur noch mit einer Kreisel­ egge bearbeitet werden musste. Im Körnermais, wo man annehmen musste, dass die Strohmatte allfällig darunter liegende Stängel noch etwas schützt, war das Material nach der Bearbeitung mit beiden Walzen-Varianten schön aufgefasert. Dieses Feld war im Vergleich zur Silomais-Parzelle aber wesentlich trockener. Einen weiteren Einsatz leistete das Modell «DCM» auf einem Bio-Betrieb, auf dem sich die Maschine in einem Feld, das mit abbaubarer Abdeckfolien durchsetzt war, behaupten musste. Dank Längs- und Querschnitt wurden die Folien in kleine Stücke geschnitten und oberflächlich etwas eingearbeitet, so dass diese keiner Winderosion ausgesetzt waren. Für diese Arbeit musste das Gerät aber voll ballastiert werden. Zudem waren bei diesem Einsatz die feuchten Bodenbedingungen eher förderlich.

Fazit Die Bearbeitung grobstoppliger Felder ist wohl der häufigste Einsatzzweck von Messerwalzen. Das Hauptaugenmerk liegt

Diese Sonnenblumen-Stängel wurden in regelmässigen Abständen durchschnitten.

dabei auf der Zerkleinerung der Stängel, um einerseits Schädlingen wie Fusarien oder dem Zünsler das Überwintern in diesen Pflanzenteilen zu erschweren, anderseits aber auch um deren Verrottung zu fördern. Die Bearbeitung von Gründüngungen ist ein weiterer Einsatzbereich. Dort hinterlässt die Maschine keine wassergetränkte Matte und bietet somit Fäulnisbakterien keinen Unterschlupf. Die hohe Schlagkraft bei geringem Treibstoffbedarf spricht für die Messerwalzen. Die Feldbedingungen dürfen aber nicht zu feucht sein. Weiter sollten die Pflanzenreste dürr sein. Die Tandemwalze (Frontanbau) in der Grundausstattung gibt es ab CHF 7800.–. Das Modell «Double Cutting Master 300» ist ab CHF 12 500.– (alles exkl. MwSt.) zu haben. Die Messerwalzen von Wallner werden in der Schweiz von Philipp Hanhart (Diessenhofen TG) vertrieben.

Technische Daten Messerwalze «WTM 300» Arbeitsbreite: 3 m Gewicht: 600 kg Walzen: 2 Walzen à 8 Schneiden. Pro Schneide 4 doppelseitig verwendbare Messer à 75 cm (glatt oder gezackt). 38 oder 51 cm Durchmesser. Preis: ab CHF 7800.– (exkl. MwSt.) «Double Cutting Master» (DCM 300) Arbeitsbreite: 3 m Gewicht: 1100 kg Walzen: 2 Walzen à 8 Schneiden. Pro Schneide 4 doppelseitig verwendbare Messer à 75 cm (glatt oder gezackt). 38 oder 51 cm Durchmesser. Wellscheiben: Auf zwei Rotoren je 14 Scheiben mit 52 cm Durchmesser. Preis: ab CHF 12 500.– (exkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

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Plattform | Report

In weniger als fünf Sekunden wird der Ballen bei der «V461R» ausgeworfen und der Vorhang wieder geschlossen. Bilder: John Deere

Echte Unterschiede zu den Vorgängerpressen Die Unterschiede finden sich beim Pendel-Pickup, den stärker gerippten Walzen, neuen Verbundriemen und den Aussichten auf eine Folienbindung ab Werk. John Deere hat seine Rundballenpressen für die Zukunft fit gemacht. Ruedi Hunger

Im kleinen französischen Ort Arc-lès-Gray produziert John Deere Grosses. Aus den Fabrikationshallen im 2800-Seelen-Dorf in der Region Bourgogne-Franche-Comté kommen unter anderem die grünen Rundballenpressen und «rollen» in die Welt hinaus.

Das Werk Gray Seit 1980 konzentriert John Deere die Rundballenpressen-Fabrikation am Standort in Arc-lès-Gray und produziert hier jährlich über 2500 Rundballenpressen. Ab 1997 kam die Herstellung von John-DeereFrontladern für den europäischen Markt dazu. Davon werden jährlich mehr als 7000 Stück ausgeliefert. 2017 wurde das Fabrikationsprogramm durch die Frontkraftheber für Traktoren aus der «M»- und «R»-Serie (Mannheim) erweitert. Seit zwei 50

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Jahren durchläuft das Werk eine Modernisierungsphase, die 2022 abgeschlossen sein wird. Insgesamt produzieren rund 400 Mitarbeitende (und 30 Schweissroboter) auf dem 14 ha grossen Fabrikareal mit 41 000 m² überdachter Fläche mehr als 10 000 Maschinen und Geräte. Die Pressenfabrikation hat ihren Schwerpunkt im Winter/Frühjahr. Ziel ist, dass bis Ende April der Grossteil der Pressen ausgeliefert sind.

Neu mit Pendel-Pickup Jede Futterbergung beginnt mit einer sauberen Futteraufnahme. Das ist bei Rundballenpressen nicht anders. John Deere bietet optional jetzt auch ein Pickup mit Pendelweg an. Damit wird erreicht, dass die 2,0 oder 2,2 m breite Aufnahmevorrichtung das Pressgut sauber

aufnimmt, ohne dass es gleichzeitig zu Futterverschmutzungen kommt. Je nach Baureihe und Pickup-Breite sind 4 oder 5 Zinkenreihen mit Zinkendurchmesser von 5 oder 6 mm verbaut. John Deere baut nur gesteuerte Zinkenreihen mit Kugellager und grosser Kurvenbahn. Neben einem einfachen Schwadformblech gibt es optional oder serienmässig («R»-Segment) einen Rollenniederhalter. Schliesslich kann der Käufer zwischen starren oder pendelnden Tasträdern wählen.

Bewährter Rotorförderer Die Kombination von Zuführschnecken und Rotor auf einer Welle (Integralrotor) hat sich bewährt und ist verantwortlich für die hohe Bergeleistung der John-Deere-Pressen. Die Rotorzinken sind aus Hardox-Stahl und wer-


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den hochgenau mit dem Schweiss-Roboter verschweisst. Den Rotorförderer gibt es je nach Ausführung (G/M/R) in ein bis drei Varianten. Entsprechend kann die Anzahl Schneidmesser variieren, und zwar von 0 bis 25. Geführt durch ein Parallelogramm ist der Förderkanalboden über die ganze Einzugsbreite absenkbar.

Presskammer Die sechs Verbundriemen der Variablen «V451M» und «V461M» erreichen eine Ballenabdeckung von 89 bis 95%. Sie werden unterstützt durch zwei Walzen und eine Starterwalze. Die beiden Pressen im «R»-Segment haben zwei Endlosriemen, auch diese werden durch zwei Walzen plus Starterwalze unterstützt. Bei den Festkammerpressen hat John Deere die Anzahl Kanten (Rippen) von acht auf zwölf erhöht. Zwölf Rippen bedeuten mehr Eingriffe und damit insbesondere bei trockenem Pressgut ein schlupfloses Drehen der Ballen.

Neu mit Folienbindung Ab kommendem Jahr wird die Folienbindung ab Werk auf den Pressen «C441R» und «F441R» aufgebaut. John Deere hat mit der Option Folienbindung relativ lange zugewartet. Nach Produktspezialistin Katharina Braden hat der Markt diesen Entscheid bestimmt. Der französische Landwirt interessiert sich nicht für Folienbindung, in Deutschland ist das Interesse geteilt, einzig in der Schweiz und in Österreich ist die Nachfrage nach Folienbindung gegeben. Derzeit geht man davon aus, dass die zusätzlichen Investitionen für die Folienbindung rund 5000 bis 7000 Euro betragen werden. Robert Aebi Landtechnik ist in der komfortablen Lage, dass der Stützpunkt-Händler Brülisauer in Eichberg (SG) seit geraumer Zeit eine bewährte Folienbindung für Ballenpressen anbietet.

Press-Wickel-Kombinationen Während bisherige Press-Wickel-Kombinationen von John Deere das Produkt einer Zusammenarbeit mit Göweil waren, gibt es die «C441R» nun aus eigener Produktion, und zwar ausschliesslich aus dem Werk in Arc-lès-Gray. Die Press-Wickel-Kombination ist im Premiumsegment (R) angesiedelt.

Die Presse «C441R» im Einsatz als Press-Wickel-Kombination. Bild: John Deere

Bereits heute können John-Deere-Pressen mit einer Folienbindung, System «Brülisauer», ausgerüstet werden. Bild: Brülisauer

Fazit «Grün» bedeutet freie Fahrt. Mit den überarbeiteten Rundballenpressen kommen John-Deere-Pressen auf den Markt, welche die hohen Erwartungen der Praxis abdecken. 

Das Zuführsystem mit Rollenniederhalter und gesteuerten Pickup-Zinken verkraftet auch grosse Schwaden. Bild: R. Hunger

Angetriebene Schmierung nach dem volumetrischen System. Bild: R. Hunger

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Passion | Youngtimer

Willi Häusermann schätzt am Hürlimann «XT-908» die Fahreigenschaften und die Zuverlässigkeit. Bild: D. Senn

Ein echter Chauffeur fährt Hürlimann Willi Häusermann ist hauptberuflich Chauffeur und betreut daneben mit seinem Bruder Fredi, ebenfalls Chauffeur, den elterlichen Bauernhof im Dorfteil Rein der Gemeinde Rüfenach AG. Sie schwören auf ihre «Hürlimänner». Dominik Senn

Willi Häusermann mit Jahrgang 1962 ist von Beruf Chauffeur bei der Gebr. Knecht AG in Brugg, und das seit 42 Jahren. Zusam­ men mit seinem Bruder, ebenfalls Chauf­feur, bewirtschaftet er zusätzlich den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb im Rüfe­ nacher Dorfteil Rein. Von den acht Hekta­ ren landwirtschaftlicher Nutzfläche steht etwa die Hälfte unter dem Pflug: Weizen, Gerste, Mais. Die andere Hälfte liefert Emd und Heu, das in Ballen verkauft wird. Be­ reits ihr inzwischen verstorbener Vater Wer­ ner, Landwirt, erkannte früh, dass der Be­ trieb für die Existenzsicherung einer Familie nicht mehr ausreichte – und sattelte auf 52

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Chauffeur um. Er war es auch, der die «Hürlimänner» auf den Hof brachte, den ersten im Jahre 1959, einen «D 70». Es folg­ ten Jahre später in dieser Reihenfolge ein «D 90» mit Jahrgang 1968, Zweiradantrieb und 45 PS, ein «T 6200» mit Jahrgang 1975, Zweiradantrieb und 60 PS sowie ein «T 6200» mit Jahrgang 1975, Allradantrieb und ebenfalls 60 PS. Sie werden bis heu­ te  zum Säen, Walzen, Striegeln, Dünger­ streuen und Heuwenden eingesetzt. «Wir bleiben der Marke treu», sagt Willi Häuser­ mann, «Hürlimann hatte mehrere Innova­ tionen zu bieten, wie die Firmen­geschichte zeigt, darunter die Möglichkeit des Pflü­

gens, Eggens und Kartoffelsetzens in einem Durchgang, indem die Egge seitlich mon­ tiert worden war.»

Vierradbremse Willi Häusermann war immer wieder auf der Suche nach einem stärkeren Allrad-­ Traktor für seinen Dreischarpflug. Im Jah­ re 2003 war es so weit: Hürlimann-­ Händler Martin Wernli, Thalheim, offe­ rierte ihm einen «XT-908» mit Jahrgang 1995, Allrad­antrieb, 85 PS und Vierrad­ bremse – wie Personenwagen. «Dieses Bremssystem schont Wellen und Diffe­ renzial», sagt Willi Häusermann. Bei Be­


Youngtimer | Passion

tätigung der Einzelradbremse mittels Umschaltventil würden beide kurven­ inneren Räder gebremst. Der «XT» ist übri­ gens mit Einkreis- oder Zweikreis-­ Druckluftbremsanlage für Anhänger zu haben. Der Traktor wiegt leer 4220 kg, und hat 1780 kg Nutzlast. Er besass eine Pflegebereifung, die er auf Felgen für die Reifenmasse 480/65 R 24 vorne und 540/65 R 34 hinten wechselte. Der Händ­ ler baute zudem die früher entfernte Front­hydraulik wieder ein. «Der ‹XT-908› stammt aus Treviglio und ist eigent­lich ein Same, doch der 4-l-Motor ist ein Hürli­mann, Typ ‹H-1000.4 WT-3›, stehen­ der wassergekühlter Viertakt-Vierzylin­ der-Reihen-Saug­motor mit Direkteinsprit­ zung», so Willi Häusermann.

45 Vorwärts- und 45 Rückwärts­ gänge Als Chauffeur stellt er besondere Ansprü­ che ans Fahr-Handling. Er schätze die feine hydrostatische Lenkung und den ausser­ ordentlich grossen Lenkeinschlag. Das Schalten gestalte sich trotz synchronisier­ tem Wechselgetriebe mit fünf Gängen, synchronisiertem Gruppengetriebe mit drei Gruppen, dreistufigem Lastschaltge­ triebe (Kriechgang, langsam und schnell) und Wendegetriebe für Vorwärts- und Rückwärtsfahrt zwar etwas grob, aber 45 Vorwärts- und 45 Rückwärtsgänge liessen bei der Wahl der Abstu­fung keine Wün­ sche offen: «Die Gänge sind für sämtliche Feld- und Transportarbeiten gut abge­ stimmt.» Hingegen fehlten ihm die Vor­ derachsfederung und eine Klimaanlage in der Kabine. Und im Gegensatz zu den Vor­ gängermodellen sei das Anlassen des Mo­ tors bei Kälte mühsam.

Von Hürlimann zu Same Deutz-Fahr Gegründet wurde das Schweizer Unterneh­ men 1929 von Ingenieur Hans Hürlimann in Wil SG. Der erste Traktor besass einen 1-Zylinder-Bernard-Motor mit 8 PS. Der Hürlimann «1K8» war 1929 der weltweit erste Mäh-Traktor, mit einem Seitenmäh­ balken von Aebi. 1939 präsentierte Hürli­ mann gemäss Wikipedia-Traktorenlexikon eine Weltneuheit: den ersten Dieselmotor mit Direkteinspritzung. Bis Mitte der 1960er-Jahre waren bereits mehr als 10 000 Traktoren verkauft. Unter den Land­ wirten erwarb sich der Hürlimann-Traktor den Ruf als kleiner «Rolls-Royce» – oder eher despektierlich «Gussmocke». Die meisten Bestandteile der Hürlimann-Trakto­ ren wurden im eigenen Haus gefertigt. 1973 kaufte Same von Ferruccio Lambor­ ghini die Sparte Lamborghini Trattori S. p. A . 1979 wurde die Schweizer Marke Hürli­ mann Traktoren zu 100 % dazugekauft und die Firmierung der Gruppe wechselte zu SLH (Same + Lamborghini + Hürlimann). Damit wurde Same zu einem der führenden Traktorenbauer weltweit. 1995 kaufte die SLH-Gruppe den Geschäftsbereich Land­ maschinen von Klöckner-Humboldt-Deutz,

Nahe der 5000-Stunden-Marke Für Willi Häusermann ist der «XT-908» der ideale Traktor zum Vorspannen vor seinen Dreischarpflug «Supra 2 Vario Nonstop», der Allradantrieb erlaube eine genaue und sichere Pflugarbeit. Der Traktor sei aber auch ein williges Arbeitstier, gehe es ums Säen mit der eigenen Sechsreiher-Einzel­ kornsämaschine, Grubbern, Mulchen und Mähen, letzteres mit einem Pöttin­ ger-Frontmähwerk gezogen, das heisst, es

und aus Same und einigen anderen Firmen entstand Same Deutz-Fahr (SDF), die heute SDF Group heisst. Damit begann die jüngste Entwicklung von Hürlimann mit der Serie «X», welche heute durch den innovativen Hürlimann «XM T4i» gekrönt ist. Im Jahre 1999 sind die neuen Traktoren der Serie «XT» von 85 bis 150 PS gleichzeitig mit der Baureihe «SX» von 120 bis 200 PS auf den Markt gebracht worden; sie komplettierten das Angebot für die Feldarbeit. Der Hürlimann «908 XT» war ein Modell der im Jahr 1995 vorgestellten «XT»-Baureihe. Sein baugleicher Bruder innerhalb des Konzerns war der Lamborghi­ ni «Premium-850». Im Jahre 2019 fuhr die Hürlimann-«XL Pro»-Serie mit fünf neuen Traktoren über 165 PS vor. Die «kleine» Hürlimann-Serie «XA» wurde im gleichen Jahr mit der einfachen und robusten Serie «XA Spirit» ergänzt. Heute werden die Hürlimann-Traktoren in den SDF-Werken im norditalienischen Treviglio (bis 140 PS) und im süddeutschen Lauingen (über 140 PS) produziert. Seit 2019 produziert SDF mit der «XL Pro»-Serie Hürlimann-Traktoren von 171 bis 246 PS.

hängt vorne in der Federung und ermögli­ che eine fast optimale Geländeanpassung des 2,75 m breiten Mähwerks. Inzwischen nähert sich der Stundenzähler der Marke 5000. «Den Service erledigt mein Bruder. Bis dato hatten wir null Reparaturen, mit Aus­nahme eines Haken-Bruchs bei einem Seilzug des Ventilblocks», sagt Willi Häuser­ mann. In seiner Freizeit widmet er sich seiner vierköpfigen Familie und dem Ski- und Töfffahren.

Ihre Gebietsverkaufsleiter: Andreas Rutsch, Mob. 079 6 06 00 05, Email: a.rutsch@lemken.com Karl Bühler, Mob. 079 8 24 32 80, Email: k.buehler@lemken.com

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Management | Betriebswirtschaft

Ab 2022 wird die emissionsarme Ausbringtechnik bis 18% Hangneigung obligatorisch. Bilder: zvg

«Die Kosten werden steigen» Das Schleppschlauch-Obligatorium, das ab 2022 in Kraft tritt, wird zu höheren Kosten führen. Damit rechnet der Schweizer Bauernverband. Noch sind Präzisierungen nötig, welche Technik als emissionsarm gelten soll. Heinz Röthlisberger

Weniger Emissionen aus Gülle. Das will der Bundesrat im Rahmen der «Agrarpolitik 22+» und hat deshalb den Umgang mit Gülle in der Luftreinhalte-Verordnung neu geregelt. Künftig ist es Vorschrift, Gülle – wo topografisch möglich – mit Schleppschlauchverteilern und nicht mehr mit Pralltellern oder Schwenkverteilern auszubringen. Konkret bedeutet das: Ab 1. Januar 2022 ist der Einsatz von Pralltellern und Schwenkverteilern bis zu einer Hangneigung von 18%* verboten. Ein Einsatz dieser Verteiler ist nach wie vor im Ackerbau möglich, sofern die Gülle unmittelbar nach dem Güllen in den Boden eingearbeitet wird. Ab einer Hangneigung von 18% sind der Prallteller und der Schwenkverteiler nach wie vor erlaubt. Auch auf kleinen Betrieben ist deren Einsatz möglich.

ist es im Einzelfall erlaubt, weitere Ausnahmen zu gewähren, wenn dies technisch oder betrieblich begründet ist. Eine Präzisierung solcher Ausnahmen soll in den beiden bestehenden Vollzugshilfen des Bundesamtes für Umwelt (Bafu) und des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) vorgenommen werden.

Welche Systeme gelten als emissionsarm? Das heisst, dass noch nicht abschliessend geklärt ist, welche Gülleausbringsysteme konkret die Anforderungen des Bundesrates erfüllen. «Die Frage, welche Technologien als emissionsarm gelten, respektive der Prüfprozess dazu, wird im Rahmen der Vollzugshilfe ‹Umweltschutz in der Landwirtschaft› noch diskutiert werden», sagt Christine Zundel vom BLW auf Anfrage.

Güllelager abdecken Zu den vom Bundesrat beschlossenen Massnahmen zur Verminderung von Ammoniak-Emissionen aus Gülle gehört zudem, dass ab 2022 Güllelager dauerhaft abgedeckt sein müssen. Für deren Sanierung wird laut den Erläuterungen zur Änderung der Luftreinhalte-Verordnung (LRV) in den Übergangsbestimmungen abweichend von der ordentlichen Frist von fünf Jahren eine längere Frist von sechs bis acht Jahren gewährt. Der Bund geht somit davon aus, dass bis spätestens 2030 alle Güllelager mit einer dauerhaften Abdeckung versehen sind.

Ausnahmen im Einzelfall Damit insbesondere kleine Betriebe nicht übermässig belastet werden, sind Betriebe von der Pflicht zur emissionsmindernden Gülleausbringung befreit, wenn die Fläche mit einer Hangneigung bis 18% weniger als 3 ha beträgt. Den Kantonen schliesslich 54

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Vor Investition abklären Die «herkömmlichen» Schleppschlauch-, Schlepp­ schuh- und Schlitzdrill-Geräte werden die Anforderungen wohl problemlos erfüllen. Bei einer Spezialentwicklung lohnt es sich allerdings, wenn man

Bis spätestens 2030 sollen alle Güllelager mit einer dauerhaften Abdeckung versehen sein.


Betriebswirtschaft | Management

sich vor dem Kauf beim kantonalen Landwirtschaftsamt erkun­digt und sich bestätigen lässt, ob diese Technik den Anforderungen entspricht.

Was gilt bei ungleichen Hängen im 18%-Limit? Fragen gibt es auch zu den örtlichen Bedingungen. Was gilt zum Beispiel bei einer Hochstamm-Anlage, bei der ein Schleppschlauchverteiler nur sehr schwer um die Bäume zirkeln kann? Oder die Frage der unterschiedlichen Hangneigung innerhalb einer Parzelle. Beispielsweise, wenn in der gleichen Parzelle die Neigung zu zwei Drittel über 18% liegt und zu einem Drittel unter 18%. Dazu Christine Zundel: «Ich gehe davon aus, dass die Frage zu unterschiedlichen Hangneigungen auf einer Parzelle ebenfalls im Rahmen der Aktualisierung der Vollzugshilfe zur Sprache kommt.»

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SBV kündigt Widerstand an Der vom Bundesrat beschlossene Entscheid, ein Obligatorium für emissionsarme Gülleausbringverfahren bis zu einer Hangneigung von 18% einzuführen, stösst bei vielen Bauern auf Unverständnis. Enttäuscht über den Entscheid des Bundesrats ist auch der Schweizer Bauernverband (SBV). «Wir haben uns entschieden gegen ein Schleppschlauch-Obligatorium gewehrt», sagt Hannah Hofer, Leiterin Geschäftsbereich Energie und Umwelt beim SBV. Der Schleppschlauch sei bei Weitem nicht die einzige Möglichkeit, um Gülle emissionsarm auszubringen, und er eigne sich nicht für alle Regionen und schon gar nicht für Hanglagen. «Das Anreizsystem hat bestens funktioniert und zu einer steigenden Umstellung überall dort geführt, wo der Einsatz des Schleppschlauches möglich ist.» Hannah Hofer betont, dass «der Schaden und die Kosten für die Landwirtschaft mit einem Obligatorium enorm sind». Das scheine den Bundesrat aber nicht zu kümmern. «Deshalb wird der SBV versuchen, das Obligatorium im Rahmen der ‹AP 22+› zu bekämpfen und eine Weiterführung der Förderung zu erreichen.»

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* Eine Steigung von 18% bedeutet, dass die Höhe auf einer Strecke von 100 m um 18 m steigt.

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Die neuen Gülle-Vorschriften Der Bundesrat hat Folgendes mit Gültigkeit ab 1. Januar 2022 beschlossen: • Gülle und flüssige Vergärungsprodukte sind auf Flächen mit Hangneigungen bis 18% durch geeignete Verfahren möglichst emissionsarm auszubringen, wenn diese Flächen auf dem Betrieb insgesamt 3 oder mehr Hektar betragen. Als geeignete Verfahren gelten: • die bandförmige Ausbringung mit Schleppschlauch- oder Schleppschuhverteilern, • das Schlitzdrillverfahren mit offenem oder geschlossenem Schlitz, • die Ausbringung mit Breitverteilern im Ackerbau, sofern die ausgebrachten flüssigen Hofdünger innerhalb von wenigen Stunden in den Boden eingearbeitet werden. • Die Behörde kann auf schriftliches Gesuch im Einzelfall weitere technisch oder betrieblich begründete Ausnahmen gewähren.

Zusammensetzung Phosphore (P2O5) wasserlöslich 47% Potassium (K2O) wasserlöslich 31% Zinc (Zn) EDTA chelatiert und wasserlöslich 1%

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Ab einer Hangneigung von 18% ist der Prallteller nach wie vor erlaubt.

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Eigenschaften  gleichmässige Körnung, rieselfähig  100% wasserlösliches und direkt aufnehmbares PK  Zn-EDTA 3 bis 4 mal effizienter als Salze  gezielte Platzierung mit einem Mikrogranulator  eine Anwendung beim saen  Umweltschonend (kein Übermass an N, P und K)  Kein Ammonium-Stickstoff  nicht phytotoxisch  höchste Konzentration an P und K

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Management | Rechtsecke

Mit Ladefahrzeugen auf die Strasse Was muss man beachten, wenn man mit dem Hoflader, Teleskoplader, Stapler oder dem Frontlader am Traktor auf der Strasse unterwegs ist? Die «Schweizer Landtechnik» gibt zusammen mit der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft BUL eine Übersicht. Hans Stadelmann, Heinz Röthlisberger

Der Sachentransport: Was auf dem Hofgelände oder auf dem Feld geht, ist auf der Strasse nicht erlaubt. Bilder: R. Engeler, R. Burkhalter, BUL

Was gilt bei Strassenfahrten mit dem Frontlader und Ladefahrzeugen? Traktor mit Frontlader

• Traktor mit grünem Kontrollschild: Was sind die nur landw. Fahrten, vorderer Über­ Voraussetzungen hang max. 5 m für Fahrten auf • Traktor mit weissem Kontrollschild: öffentlicher auch gewerbliche Fahrten, Verkehrsfläche? vorderer Überhang max. 3 m

Teleskoplader • Arbeitskarren mit grünem Kontrollschild: nur landw. Fahrten, vorderer Überhang max. 5 m • Arbeitskarren mit blauem Kontrollschild: auch ge­ werbliche Fahrten, vorderer Überhang max. 4 m

Hoflader

Stapler

• Arbeitskarren mit • Arbeitskarren mit grünem Kontroll­ grünem Kontroll­ schild: nur landw. schild: nur Fahrten, vorderer landw. Fahrten Überhang max. 5 m • Arbeitskarren mit • Arbeitskarren, blau­ blauem Kontroll­ es Kontrollschild: schild: auch ge­ auch gewerbliche werbliche Fahrten Fahrten, vorderer • Werkareal­ Überhang max. 4 m bewilligung • Werkarealbewilligung

Kriterien: • Der Fahrer muss nach vorne, ab einer Distanz von 12 m ab Auge die Fahrbahn frei überblicken können. • Die Betriebssicherheit muss gewährleistet bleiben. Welches ist die korrekte Stellung der Ladevorrich­ tung bei Stras­ senfahrten?

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Grundsätzlich soll ein Frontlader in Tief­ stellung gefahren werden. Das ist mög­ lich, solange die Schwingen nicht ins Sichtfeld für den Fahrer ragen. Andernfalls Hubarm in Tiefstellung (kann muss die Hochstellung gewählt werden. im Fahrzeugausweis eingetra­ Diese hat wegen der Verlagerung des gen sein) Schwerpunktes zur Folge, dass der Traktor bei rascher Kurvenfahrt und bei starkem Bremsen instabil werden kann, insbeson­ dere ohne Stützlast oder Heckgewicht.

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Ladeschwingen in Tiefstellung

Staplergabel in Tiefstellung


Rechtsecke | Management

Bei Strassenfahrten mit dem Frontlader ist höchste Vorsicht geboten.

Traktor mit Frontlader

Die Sicht nach vorne muss gewährleistet sein, immer.

Teleskoplader

• Im Fahrzeugausweis kann • Beim Frontlader in Tiefstellung kann stehen, dass das Werkzeug das Werkzeug angebaut sein, solanfür die Strassenfahrt dege der erlaubte vordere Überhang montiert werden muss. nicht überschritten wird. • Ansonsten kann ein Werk• Spitzen, Schneiden und scharfe zeug angebaut bleiben, Kanten müssen abgedeckt werden. wenn es das Sichtfeld für • Nach vorne und seitwärts sind rotden Fahrer nicht beeinträchIst der Anbau weiss gestreifte Markierungsflächen tigt und der erlaubte vordevon Werkzeugen erforderlich sowie nachts und bei re Überhang nicht über(Schaufel, Zange, schlechter Sicht Rückstrahler. schritten wird. Gabeln) für Fahr- • Bei mehr als 3 m vorderem Überhang • Spitzen, Schneiden und ten auf der sind Seitenblickspiegel und bei mehr scharfe Kanten müssen Strasse erlaubt, als 4 m sind ein Kamera-Monitor-Sysabgedeckt werden. wenn sie «leer» tem sowie ein gelbes Gefahrenlicht • Nach vorne und seitwärts sind? Welche erforderlich. sind rot-weiss gestreifte Stellung müssen • Auch beim Frontlader in HochstelMarkierungsflächen erforsie haben? lung kann das Werkzeug angebaut derlich sowie nachts und sein. bei schlechter Sicht • Achtung: Ein schweres Werkzeug Rückstrahler. kann die Betriebssicherheit massiv • Bei mehr als 3 m vorderem beeinträchtigen. Überhang sind Seitenblick• Das Sichtfeld nach oben kann spiegel und bei mehr als z. B. durch eine grosse Schaufel stark 4 m ein Kamera-Monitor-­ beeinträchtigt sein. System sowie ein gelbes Gefahrenlicht erforderlich. Was gilt beim Transport von Ware mit Anbaugeräten (voller Schaufel, Zange mit Ballen usw). Ist das auf der Strasse erlaubt?

Hoflader

Stapler

• Das Werkzeug kann angebaut bleiben, wenn der erlaubte vordere Überhang nicht überschritten wird. • Spitzen, Schneiden und scharfe Kanten müssen abgedeckt werden. • Die Staplergabeln • Nach vorne und müssen vorne abgeseitwärts sind rotdeckt und mit rotweiss gestreifte weiss gestreiften Markierungsflächen Markierungsflächen erforderlich und gekennzeichnet nachts und bei werden. schlechter Sicht Rückstrahler. • Bei mehr als 3 m vorderem Überhang sind Seitenblickspiegel und bei mehr als 4 m ein Kamera-Monitor-System sowie ein gelbes Gefahrenlicht erforderlich.

• Mit Arbeitsfahrzeugen dürfen auf der Strasse keine Sachentransporte ausgeführt werden. • Sachen dürfen nur auf einer Ladefläche transportiert werden. • Nur Ballen dürfen die Ladefläche seitlich überragen. Deshalb sind Sachentransporte mit Frontlader, Teleskoplader, Hoflader und Stapler auf der Strasse nicht zulässig. • Hinweis: Eine am Traktorheck angebaute Kippschaufel, die mechanisch gegen Kippen gesichert ist, kann als Ladefläche genutzt werden. • Auf geeigneten Ladeträgern dürfen am Traktorheck bedingt Ballen transportiert werden. Dabei dürfen die Ballen höchstens 2,55 m breit sein und die Transporteinrichtung die Traktorbreite nicht überschreiten. Die Ladung ist ordnungsgemäss zu sichern.

Mit einem Rundballen nur schnell • Mit Frontlader und Arbeitsfahrzeugen ist dies nicht zulässig. mal die Strasse • Wird ein Arbeitsfahrzeug mit einer Werkarealbewilligung betrieben, kann man beantragen, einen solchen Materialtranszur Hofscheune port in die Bewilligung einzuschliessen. überqueren. Ist das erlaubt? Sind die Bestimmungen für alle Ladefahrzeuge gleich oder gibt es unterschiedliche Regelungen?

• Für Strassenfahrten gilt für alle Fahrzeuge das Strassenverkehrsgesetz.

Quelle: Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft BUL, www.bul.ch

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Management | Ausrüstung

Das Zulassungsprozedere für landwirtschaftliche Anhänger, die mit einer hydraulischen Zweileiterbremse ausgestattet sind, soll schweizweit vereinheitlicht werden. Bild: M. Abderhalden

Zulassungsanforderungen für Anhängerbremsen Die Zulassungsprüfungen von land- und forstwirtschaftlichen Anhängern, die mit einer hydraulischen Zweileiterbremse ausgestattet sind, bereiten nach wie vor Schwierigkeiten und werden von den kantonalen Strassenverkehrsämtern unterschiedlich vorgenommen. Eine Checkliste soll nun Abhilfe schaffen. Roman Engeler Seit dem 1. Mai 2019 müssen alle neu gebauten und in Verkehr gebrachten landund forstwirtschaftlichen Anhänger mit einem Zweileiter-Bremssystem ausgestattet sein. Dieses Bremssystem kann entweder auf pneumatischer oder hydraulischer Basis funktionieren. In der Praxis hat man nun festgestellt, dass insbesondere die Zulassung von hydraulischen Zweileiterbremsen (H2L) von den kantonalen Strassen­ verkehrs­ ämtern unterschiedlich beurteilt wird. Denn verschiedentlich können Fahrzeuge wegen der fehlenden Wirkungs­ prüfung gar nicht zugelassen werden. Einzelne Ämter wiederum sehen – aufgrund der von anerkannten Instituten nach EUNorm erfolg­ten Prüfung der Bauweise – keinen Ablehnungs­grund. Sie akzeptieren die Konformitätsbeglaubigungen auch ohne Nachweis der Bremswirkung. In der Arbeitsgruppe «landwirtschaftlicher Strassenverkehr» wurde diese unterschiedliche Handhabe kritisch diskutiert und dabei der Wunsch nach einer Vereinheitlichung vorgebracht. Das Bundesamt für Strassen (Astra) und die Vereinigung 58

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der Strassenverkehrsämter (asa) bekamen in der Folge den Auftrag, eine Checkliste auszuarbeiten, welche die Anforderungen für die Zulassungsprüfung von land- und forstwirtschaftlichen Anhängern aufführt, um die Prüfung zu vereinheitlichen und den Ablauf insgesamt zu verbessern. Können die kantonalen Prüfstellen (Stras­ senverkehrsamt, Motorfahrzeugkontrolle) die umfassende technische Prüfung von H2L-Bremsen nach der Verordnung (EU) 167/2013 und der delegierten Verordnung (EU) 2015/68 nicht selber durchführen – beispielsweise wegen fehlender Infrastruktur –, so kommt Artikel 34b, Absatz 3 der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (VTS) zur Anwendung. Danach kann die Zulassungsbehörde bestimmte technische Überprüfungen durch eine vom Astra anerkannte Schweizer Prüfstelle verlangen. Bei der Bremsprüfung von fertig karossierten Arbeits- und Transportanhängern gibt es die nachfolgenden Varianten.

Typengenehmigung Liegt eine schweizerische Typengenehmigung oder ein schweizerisches Datenblatt vor, wurden die erforderlichen Prüfungsunterlagen bereits durch die Genehmigungsbehörde (Astra) überprüft. Die Dokumente bezüglich der Bremsanlage sind für die Zulassungsprüfung dann nicht erforderlich. In diesem Fall wird im Prüfungsbericht (Form. 13.20 A, Feld 24) die Nummer der Typengenehmigung oder des Datenblatts eingetragen und bei der Zulassung in den Fahrzeugausweis übernommen.

EU-Gesamtgenehmigung mit «CoC» Beim Vorliegen einer EU-Gesamtgenehmigung wurden die Prüfungsunterlagen durch die Genehmigungsbehörde eines EU-Mitgliedstaates (zum Beispiel KBA) überprüft. Deshalb sind keine weiteren Dokumente bezüglich der Bremsanlage mehr erforderlich. Dass ein Anhänger einer EU-Gesamtgenehmigung entspricht, zeigen die Typengenehmigungsnummer auf dem Herstellerschild und das beizu-


Ausrüstung | Management

bringende Dokument «CoC» (Certificate of Conformity). Alternativ dazu kann bezüglich der Bremsanlage eine nationale oder internationale Bremsen-Teilgenehmigung vorgelegt werden. Eine nationale Teilgenehmigung ist beispielsweise eine allgemeine Betriebs­ erlaubnis (abgekürzt ABE) von Deutschland. Sie kann geltend gemacht werden, wenn sie bestätigt, dass das Bremssystem nach internationalen Vorschriften aufgebaut ist und die darin enthaltenen Prüfberichte die erforderliche Wirkung belegen. Die nachzuweisenden Vorschriften sind die delegierte Verordnung (EU) 2015/68 oder das UN-Reglement Nr. 13 (entwickelt für Lastwagen- und PW-Anhänger).

Prüfberichte und weitere Konformitätsnachweise Liegt ein ausländischer Prüfbericht (z.  B. TÜV) für den Aufbau der Bremsanlage vor, so muss dieser von einer vom Astra an­ erkannten Schweizer Prüfstelle beglaubigt werden (Konformitätsbeglaubigung). Die korrekte Auslegung (Bremszylinderdurchmesser, Bremshebel-Länge, Raddimension usw.) wird mit der Bremsberechnung und die Wirkung der Radbremse mit dem Prüfprotokoll des Achsherstellers dargelegt. Diese Dokumente müssen für das jeweilige Fahrzeug bei der Lieferantin beschafft oder von einem Bremsspezialisten erstellt werden. Die gleiche Wirkung wie die erwähnte Konformitätsbeglaubigung haben ein Prüf-

bericht für ein Einzelfahrzeug oder eine Konformitätsbewertung für einen Fahrzeugtyp. Beides ausgestellt von einer anerkannten Prüfstelle. Bescheinigt ein solcher Nachweis nebst der Einhaltung der Bauvorschriften auch die ausreichende Wirkung der Bremsanlage, ist er alleine ausreichend. Auch eine mit den entsprechenden Prüfberichten des Fahrzeugherstellers ergänzte Konformitätserklärung ist für die Zulassung ausreichend. Beim Vorliegen solcher Dokumente ist davon auszugehen, dass die H2L-Bremsen die Anforderungen vollumfänglich erfüllen und von den kantonalen Prüfstellen auch zugelassen werden (siehe dazu untenstehende Checkliste).

Notwendige Dokumente im Zulassungsverfahren land- und forstwirtschaftlicher Anhänger 30 und 40 km/h Stand 14.1.2020, Quelle: Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa) und Bundesamt für Strassen (Astra) 40 km/h mit EU-CoC nach TAFV 2 oder CH-Typengenehmigung/Datenblatt 40 km/h mit anerkanntem internationalem Bremsnachweis ohne EU-CoC, CH-Typengenehmigung oder Datenblatt 40 km/h ohne CH-Typengenehmigung/Datenblatt 30 km/h Ausnahmefahrzeug (z.B. Breite > 2,55 m) 30 km/h nicht zulassungspflichtig (Empfehlung für Gewerbe) Prüfungsbericht Form. 13.20 A Verzollungsnachweis EU-Übereinstimmungsbescheinigung (CoC) oder TG-Nr. auf unterschriebenem 13.20 A Herstellergarantie (Garantiegewicht, Achsgarantien, Deichsellast, Höchstgeschwindigkeit) Herstellergarantie Anhängelast (für hintere Verbindungseinrichtung). Siehe dazu auch Angabe auf CoC Konformitätserklärung für Zurrpunkte (Art. 66 Abs. 1bis VTS) ABE mit Prüfbericht oder Teilgenehmigung für Bremssystem nach VO (EU) 2015/68 Bremsberechnung nach VO (EU) 2015/68 für Typ 0 und Typ I oder Typ III Schema der Bremsanlage und Stückliste der verbauten Komponenten, in Anwendung von Anhang 7 Ziff. 411.1 VTS Achsprüfprotokoll mit Nachweis Typ 0 und Typ I oder Typ III (Heissbremswirkung) Bremsprüfprotokoll (beladen und unbeladen), in Anwendung von Anhang 7 Ziff. 423 VTS inklusive Bremsband nach VO (EU) 2015/68 in Anwendung von Anhang 7 Ziff. 422.1 VTS Herstellerbestätigung des Fahrzeugherstellers betr. Konformität mit VO (EU) 2015/68, in Anwendung von Anhang 7 Ziff. 51 VTS ALB-Schild mit Druckangaben beladen/leer (überprüfbar mit Bremsprüfprotokoll), in Anlehnung an Anhang 7 Ziff. 422.2, 422.3 VTS Nachweis der Bauweise (APS-Prüfung oder TÜV-Gutachten mit APS-Konformitätsbeglaubigung) Nachweis Ansprechzeit mit Prüfbericht (zu Referenzbremsanlage des Bremsherstellers), in Anwendung von Anhang 7 Ziff. 41 und 414 VTS Berechnung Feststellbremswirkung in Anwendung von Anh. 7 Ziff. 412 VTS mit Prüfprotokoll 18 % (alternativ beladen beim StVA), in Anwendung von Anh. 7 Ziff. 422.4 und 424 VTS Anhänger-Checkliste vereinfachte Zulassung nach VO (EU) 2015/68 und Kurzcheckliste für Verkehrsexperten. Nur für Druckluftbremsen verfügbar! Bremsprüfung mittels Funktionskontrolle erforderlich je nach den konkreten Umständen erforderlich (z. B. Herstellung in der Schweiz, bereits vorhandene Prüfnachweise)

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Wissen | Praxis

Urs Schmid: «Ich sehe keinen einzigen guten Grund, der dafür sprechen würde, dass wir die Situation mit noch einem zusätzlichen Brems­ system weiter verkomplizieren sollten.» Bild: R. Burkhalter

«Weg mit dem Salat» Die aktuelle Situation rund um die Bremstechnik birgt unnötige Risiken, betont Urs Schmid. Der Landmaschinenmechaniker aus Littau LU sagt im Interview, wie es zu dieser Fehlentwicklung gekommen ist und auf was Bauern beim Kauf achten sollen. Ruedi Burkhalter

Schweizer Landtechnik: Viele Bauern sind verunsichert. Sie müssen sich bald entscheiden, mit welchem Bremssys­ tem sie in die Zukunft gehen wollen. Was raten Sie? Urs Schmid: Verunsicherung ist hier eigentlich unnötig: Ich möchte der Landwirtschaft davon abraten, bei Anhängelasten über 8 t in hydraulische Zweileiterbremsen H2L zu investieren. Bereits heute haben wir einen unmöglichen Salat verschiedener Bremssysteme und Abbremsungswerte. Diese Vielfalt bereitet den Bauern wegen fehlender Kompatibi60

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lität Kopfzerbrechen und führt letztlich zu unnötigen Risiken. Das heute noch ungelöste Problem, dass es drei Fahrzeuggenerationen mit 30, 38 und neu 50 % Abbremsung gibt, die aus Sicherheitsgründen nicht beliebig kombiniert werden dürfen, könnte man am elegantesten lösen, indem man einfach alles auf pneumatische Zweileiterbremse P2L mit 50 % Abbremsung umrüsten würde. Ich sehe nun wirklich keinen einzigen Grund, der dafür sprechen würde, dass wir die Situation mit noch einem zusätzlichen Bremssystem weiter verkomplizieren soll-

ten. Auch zweifle ich nach wie vor daran, dass ein H2L-System an einem 4-achsigen Anhängerzug die geforderten Reaktionszeiten erzielt und ein mit P2L vergleichbares Sicherheitsniveau bieten kann.

Begriffe H2L = hydraulische Zweileiterbremse P2L = pneumatische Zweileiterbremse H1L = hydraulische Einleiterbremse


Praxis | Wissen

Sie plädieren also dafür, dass alle auf pneumatische Bremsen umrüsten? Grundsätzlich ja, die wenigen Ausnahmen kann ich später noch erläutern. Die wichtigsten Gründe, die für einen flächendeckenden Umstieg auf pneumatische Bremsen sprechen, sind Sicherheit und Kompatibilität. Eine Kompatibilität aller Bremssysteme hätte nicht nur den Vorteil, dass jeder Anhänger mit jedem Traktor bewegt werden könnte, was insbesondere die überbetriebliche Nutzung von Fahrzeugen ermöglicht. In der Praxis werden auch immer häufiger Lkw-An-

Ein Occasionstraktor mit pneumatischen Bremsen wird zukünftig einen bedeutend höheren Preis realisieren.

hänger mit Traktoren bewegt, beispielsweise bei Anlieferungen auf dem Hof. Ist in diesem Fall der Traktor nicht mit pneumatischen Bremsen ausgerüstet, wird oft einfach ungebremst gefahren, was schnell zu gefährlichen Situationen führt. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Vorteile. So kann der Landwirt mit vorhandener Druckluft jederzeit auf dem Feld einen Reifen aufpumpen oder den Kühler ausblasen, spart so Zeit und Kosten. Was braucht es, um einen älteren Traktor mit pneumatischen Bremsen nachzurüsten? Für eine Fachwerkstatt sind solche Umrüstungen heute problemlos realisierbar. Sie sollten aber auch nur von Fachwerkstätten ausgeführt werden. Es gibt mehrere Anbieter, die für nahezu alle bekannten Traktortypen komplette, passende Bausätze liefern. Bei der Bestellung genügt es, Typ und Seriennummer des Fahrzeugs anzugeben, dann gibt es kaum Pro-

Zur Person Urs Schmid ist Inhaber der Firma Urs Schmid AG Landmaschinen in Littau LU. Er begann vor über 30 Jahren damit, an Traktoren H1L-Anhängerbremssysteme nachzurüsten, und rüstet heute regelmässig Traktoren mit P2L-Technik nach.

bleme. Man sollte einfach darauf achten, dass nur Systeme mit einem Lufttrockner eingebaut werden, damit es später keine Probleme mit Wasser im System gibt. Nach der Umrüstung muss der Traktor neu geprüft und der Fahrzeugausweis angepasst werden. Gibt es auch Traktormodelle, wo diese Umrüstung schwieriger oder gar unmöglich ist oder nicht mehr Sinn macht? Möglich ist eine Umrüstung bei allen Modellen. Etwas anspruchsvoller ist der Einbau bei Modellen, die für die neuen Komponenten wenig Platz bieten, also vor allem bei kleineren Kompakttraktoren. Am besten ist es, für den Einbau eine Offerte einzuholen, damit man die Kosten im Griff hat. Mit welchen Kosten ist bei der Nachrüstung eines Traktors zu rechnen? Inklusive Einbau kostet eine Nachrüstung zwischen CHF 6500 und 7500. Das mag für viele nach einem verhältnismässig grossen Betrag aussehen. Allerdings wird den Bauern in diesem Zusammenhang oft nur die halbe Wahrheit gesagt. Einerseits gehe ich davon aus, dass Traktoren auf dem Occasionsmarkt zukünftig einen bedeutend höheren Preis realisieren werden, wenn sie mit pneumatischen Bremsen ausgerüstet sind. So gesehen kann sich eine Nachrüstung auch dann lohnen, wenn nur noch eine kurze Nutzungsdauer auf dem Betrieb geplant ist. Anderseits wird häufig vergessen oder verschwiegen, dass anhängerseitig die Komponenten für hydraulische Zweileitersysteme aufgrund der geringen Stückzahlen immer deutlich teurer bleiben werden. Das trifft sowohl bei Nachrüstungen als auch bei neuen Anhängern zu. Können Sie ein Beispiel nennen? Bei einem neuen Ladewagen zahle ich mit pneumatischen Bremsen rund CHF 1500 weniger als mit H2L. Weiter ist noch nicht bekannt, welche Aufwände und Kosten das Prüfen und Einlösen von H2L-nachgerüsteten Anhängern mit sich bringen werden. Betrachtet man also die Gesamtkostenrechnung über einen weiteren Zeitraum, bin ich überzeugt, dass die meisten Betriebe mit einer Umstellung auf P2L günstiger fahren werden. Viele Landwirte argumentieren heute damit, dass mit einem H2L-System am Traktor alte, wenig gebrauchte Anhänger mit H1L-Bremsen noch

weiter genutzt werden können. Was sagen Sie diesen Landwirten? Jetzt wird es etwas komplizierter, denn diese Frage würde ich je nach Anhängelast unterschiedlich beantworten. Kommen Anhängelasten von mehr als 8 bis 10 t zum Einsatz, ist der Fall klar: Dann sollte man in jedem Fall sofort auf P2L-Bremsen umsteigen. Dies hätte man schon vor vielen Jahren tun sollen, spätestens dann, als 40 km/h eingeführt wurde. Leider haben die Verbände diesen Schritt komplett verschlafen. Bei Anhängelasten über 8 t und Geschwindigkeiten über 30 km/h sind P2L-Bremssysteme aus Sicherheitsgründen die einzige Option, Punkt. In dieser Fahrzeugkategorie waren wir in den letzten zwei Jahrzehnten mit H1L viel zu oft mit zumindest fragwürdigem Sicherheitslevel unterwegs. Sie erwähnten aber vorhin Ausnahmen? Nehmen wir als Beispiel einen Grünlandbetrieb mit einem Ladewagen, einem Güllefass, einem Vierradwagen und einem Mistzetter, die allesamt unter 8 t Anhängelast bleiben. In diesem Fall war man bisher und ist auch in Zukunft mit einem H1L-System sicher unterwegs und in diesem Fall ist die Umrüstung auf P2L aus Sicherheitsgründen nicht zwingend erforderlich. Aber ich kann es nicht oft genug wiederholen: Will man H1L-Anhänger weiter nutzen, jedoch einen neuen Traktor kaufen, sollte man diesen neuen Traktor keinesfalls mehr ohne P2L-Bremse bestellen! Wie soll man Ihrer Meinung nach vorgehen? Man muss sich in einem ersten Schritt gut überlegen, ob man H1L-Anhänger wirklich noch weiter braucht oder nicht doch besser auf P2L umrüstet und so nur siche-

Beim Neukauf eines Traktors sollte man diesen keinesfalls mehr ohne P2L-Bremse bestellen, wenn Anhängelasten von über 8 Tonnen vorgesehen sind. re, miteinander kombinierbare Fahrzeuge mit 50 % Abbremsung hat. Braucht man H1L wirklich noch weiter, sollte man in einem zweiten Schritt abklären, welche Va3 2020 Schweizer Landtechnik

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Wissen | Praxis

riante beim Traktorkauf günstiger realisierbar ist: P2L ab Werk bestellen und H2L anschliessend nachrüsten oder umgekehrt. Dann kann der Landwirt seine H1L-Anhänger weiter nutzen, aber auch solche mit P2L-Bremsen. Gewisse Hersteller bieten meines Wissens sogar die Möglichkeit, beide Systeme ab Werk zu installieren. Ich möchte an dieser Stelle auch alle Händler dazu aufrufen, ihre Kunden vor einem Kauf immer in diesem Sinn zu informieren. Für Betriebe, die keine grös­ seren Investitionen in Bremstechnik tätigen wollen, besteht zukünftig die kostengünstigste Strategie sicher darin, weiterhin nur mit H1L-Technik zu arbeiten und Ersatzbeschaffungen auf dem Occasionsmarkt zu tätigen.

würdige Lösung anbieten: Wir bestellen neue Anhänger bis 8  t Anhängelast mit einer Auflaufbremse, nur um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Vor unserer Werkstatt steht gerade ein Traktor, der die Absurdität der neuen Gesetzgebung veranschaulicht: Es ist ein New-Holland-«T4100 N»-Schmal­spurtraktor mit 3050 kg Leergewicht. Im Ausweis erlaubt der Gesetz­geber mit diesem wenig stand­ sicheren Fahrzeug nun eine auflauf­ gebremste Anhängelast von 8 t. Man ist damit zwar legal unterwegs, aber das Risiko ist mit so einem Gespann unvertretbar hoch. Das Gesetz erlaubt derart gefährliche Gespanne, verbietet aber die H1L-Technik, mit der man 30 Jahre lang sicher unterwegs war.

Bis 8 t Anhängelast erlaubt die EU-Gesetzgebung auch Auflaufbremsen. Was sagen Sie dazu? Die Auflaufbremse ist für landwirtschaftliche Anhänger keine sichere Lösung, insbesondere nicht in Hügel- und Bergregionen. Es ist traurig, aber wir sind heute so weit, dass wir den Kunden, die nicht auf P2L wechseln wollen, eine eigentlich frag-

Was hätte man tun sollen? Im Sinne der Sicherheit hätte man besser die Auflaufbremse für neue Anhänger ganz verboten, dafür die H1L-Systeme bis 8 t Anhängelast weiter erlaubt. Ein automatischer lastabhängiger Bremskraftregler (ALB) ist sowieso auf den meisten Anhängern bis 8 t nicht realisierbar. Damit hätte man die Sicherheit in mehrfacher Hinsicht

erhöht: Einerseits hätte man eine legale, sichere und in der Praxis voll akzeptierte Alternative zur Auflaufbremse gehabt, anderseits hätte man dann mit mehr Klarheit kommunizieren können, dass es über 8 t Anhängelast nur noch P2L gibt. Sie haben vorhin auch die Verbände kritisiert. Es wäre die Aufgabe verschiedener Organisationen gewesen, bei der EU recht­ zeitig um eine für unsere kleinräumige Landwirtschaft praxistaugliche und sichere Lösung für diese Gewichtsklasse bis 8  t vorzusprechen. Die Schweizer Kleinseilbahnen waren kürzlich mit einem vergleichbaren Problem konfrontiert: Für sie hat die EU die gleichen Sicherheitsanforderungen eingeführt wie für kommerzielle Grossanlagen, alle Kleinseilbahnen hätten schliessen müssen. Dann wurde dank guter Kommunikation und grossem Einsatz Einzelner eine vernünftige Lösung gefunden und das Beispiel hat gezeigt, dass die EU bei der Gestaltung der Gesetz­ gebung durchaus bereit ist, auf regionale Bedürfnisse einzugehen, wenn damit der Sicherheit gedient wird. 

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Sektionen | SVLT

Nidwalden

Freiburg

«Das Jahr der Neumitglieder»

Neuer Ehrenpräsident

Zu ihrem 60-Jahr-Jubiläum durfte die SVLTSektion Nidwalden 18 Neumitglieder aufnehmen. Gastreferent war Urs Schmid von DeLaval.

Mit einer Praxisvorführung zur mechanischen Unkrautbekämpfung und der SVLT-DV 2021 stehen der Freiburger Sektion wichtige Anlässe bevor.

Dominik Senn

Catherine Schweizer

Denkwürdige 60. Jahresversammlung der Nidwaldner Sektion in Oberdorf: Präsident Ruedi Achermann deklarierte voller Freude das Jubiläumsjahr als «das Jahr der Neumitglieder». Allein am zweitägigen Bührer- und Oldtimertreffen im Juni 2019 auf dem Flugplatz Buochs konnten zehn Neumitglieder gewonnen werden; am eigens zusammen mit der Obwaldner Sektion betriebenen Stand habe sich vor allem Vorstandsmitglied Beat Amstad als emsiger Werber für die Sache des SVLT hervorgetan, was die Versammlung mit grossem Applaus quittierte. Damit nicht genug, habe Amstad bereits am gemeinsamen Traktoren-Geschicklichkeitsfahren Ende März seine Fühler ausgestreckt und weitere Neumitglieder von den Vorteilen der Mitgliedschaft beim SVLT überzeugt. Das bedeutet (beim Vorjahresbestand von 124 Mitgliedern) 14,5 Prozent Zuwachs − Schweizerrekord 2019.

Olivier Kolly leitete seine erste Generalversammlung der Freiburger Sektion des SVLT. Der anwesende Staatsrat Didier Castella, zuständig für die Direktion der Institutionen sowie der Land- und Forstwirtschaft, bezeichnete in seinem Grusswort die Sektion als wichtigen Partner, wenn es um die Umsetzung neuer Vorschriften und Normen in der Landtechnik gehe. Jean-Louis Ropraz, zuständig für die Fahrzeugprüfungen beim kantonalen Strassenverkehrsamt, gab Antwort auf wiederkehrende Fragen zur aktuellen Bremsgesetzgebung. Er wies auf gewisse kantonale Unterschiede in den Zulassungen hin, betonte aber, dass die Sicherheit eines Strassenzugs im Zentrum stehen müsse.

Unkrauttagung 2020 in Bellechasse

Rechnungsführer Dominik Bircher verkündete einen Jahresreingewinn von 806 Franken, womit die sechs Dutzend Anwesenden dem Antrag auf gleichbleibenden Jahresbeitrag von 85 Franken bedenkenlos zustimmen konnten. Für weitere vier Jahre bestätigt wurden er ebenso wie das weitere Vorstandsmitglied Beat Amstad und Revisor Noldi Odermatt, dies unter kräftigem Applaus. Im Berichtjahr absolvierten Simon Brunner, Ennetbürgen, Janik Flühler, Oberdorf, und Leo Schallberger, Oberdorf, den G40-Fahrkurs. Schliesslich erinnerte der Präsident an die Daten der nächsten G40-Fahrkurse am 14. und 18. Mai in Kägiswil und an die Möglichkeiten der Kursbesuche des SVLT: CZV, Staplerkurse, Drohnenkurse, EcoDrive-Kurse und Schweisskurse. Unter «Verschiedenem» überbrachte SVLT-Vorstandsmitglied Stephan Plattner die Grüsse des Vorstandes und des Zentralsekretariats und berichtete über interne Veränderungen, aber auch über Neuerungen bei den Strassenverkehrsvorschriften. Über das soeben vom Bundesrat beschlossene Schleppschlauch-Obligatorium ab 2022 (mit vielen Ausnahmen und damit auch Unsicherheiten) orientierte Andreas Egli, Vorsteher des Nidwaldner Amtes für Landwirtschaft, und zum Abschluss der Versammlung referierte Urs Schmid, Bereichsleiter Melken, Kühlen, Füttern bei DeLaval Sursee, über die Firmengeschichte und den neusten Stand bei automatischen Melksystemen (Melkroboter).

Im August organisierte die Sektion eine Veranstaltung zur korrekten Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Mit 244 Sprühgeräten wurden fast doppelt so viele wie üblich geprüft. Künftig werden sich die Preise für diese Tests ändern, soll doch der Preisunterschied zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern auf CHF 130.− erhöht werden. So sollen die Vorteile einer Mitgliedschaft ins Zentrum rücken und auch die Finanzierung der Sektion abgesichert werden. Ein grosses Projekt für die Sektion stellt die Organisation der Delegiertenversammlung des SVLT dar, die im März 2021 in Murten stattfinden wird. Noch vorher, nämlich am 28. Mai 2020, wird gemeinsam mit verschiedenen Partnern eine Demonstration von Maschinen zur mechanischen Unkrautbekämpfung in verschiedenen Kulturen auf dem Gelände der Strafanstalt Bellechasse durchgeführt. Wie in den Vorjahren bietet die Sektion Vorbereitungskurse für den Erwerb des «G»-Führerscheins, Fahrkurse für Anfänger und Bremsentests an. Zudem wird jede Neuanschaffung eines Kamera-Monitor-Systems mit bis zu CHF 100.− unterstützt. Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von etwas über CHF 16 000.− ab. Florian Sturny rückt für den zurücktretenden Bertrand Chuard als Revisor nach. Fabien Dupasquier wurde zum stellvertretenden Rechnungsprüfer ernannt. Per Akklamation ernannte die Versammlung Robert Zurkinden, er trat im letzten Jahr zurück, zum Ehrenpräsidenten der Sektion. Den Abschluss der Versammlung bildete der nachmittägliche Besuch der Kiesgrube «Grands Champs» in Farvagny, die mit neuster Technologie ausgestattet ist und viele Mitarbeitende aus der Landwirtschaft beschäftigt.

Die Vorstandsmitglieder Peter Windlin, Beat Amstad, Dominik Bircher und Präsident Ruedi Achermann mit Referent Urs Schmid (2. v. rechts). : Bild: D. Senn

Der Vorstand: Frédéric Bachmann, Marc Oberson, Dominique Herren, Olivier Kolly, Präsident, John-David Fluhmann und Samuel Reinhard (v. l. n. r.). Bild: C. Schweizer

G40-Fahrkurse im Mai

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SVLT | Sektionen

Wallis Neuen Präsidenten gewählt

2019 − Jahr der Bremsen

Samuel Luisier heisst der neue Präsident der Walliser Sektion für Landtechnik. Er wird Nachfolger von Matthieu Vergère, der 12 Jahre Präsident war.

Das Tätigkeitsprogramm 2020 der Sektion Graubünden ist reich befrachtet. Unter anderem sollen auf freiwilliger Basis Anhängerbremsen geprüft werden.

Dominik Senn

Ruedi Hunger

Nach 14 Jahren Vorstandstätigkeit beim Walliser Verband für Landtechnik WVLT, davon zwölf Jahre als Präsident, hat Matthieu Vergère beschlossen, seinen Platz zugunsten einer neuen Führungskraft zu räumen. An der Jahresversammlung im Februar in Fully ist Samuel Luisier mit Jahrgang 1997, Landmaschinenmechaniker, Winzer und in der Ausbildung zum Kellermeister steckend, einstimmig in den Vorstand und im zweiten Schritt wieder einstimmig zum Präsidenten gewählt worden; der Junglandwirt besitzt 3 ha Rebland und ist daran, eine Aprikosen-Anlage anzupflanzen. Wie Matthieu Vergère in seinen Rücktrittsworten ausführte, habe es ihm grossen Spass gemacht, sich für technische Interessen in der Landwirtschaft einzusetzen. Er schätze das dabei erworbene Wissen und die zahlreichen Kontakte, die ihm beruflich weiterhin nützlich seien. Ebenso einstimmig bestätigt wurde Vizepräsident David Jacquemoud.

Präsident Markus Tanner bezeichnete in seinem Jahresbericht das vergangene Jahr als «Jahr der Bremsen». Damit brachte er zum Ausdruck, wie sehr dieses Thema die Landwirtschaft beschäftigte. Die Jahresrechnung 2019 schliesst mit einem Rückschlag, dennoch beschliesst die Versammlung auf Antrag des Vorstandes den Jahresbeitrag auf dem bisherigen Niveau von 100 Franken zu belassen. Anstelle des verstorbenen Rechnungsrevisors Jürg Beiner wird neu Andrea Valär diese Aufgabe übernehmen. Das Jahresprogramm 2020 sieht verschiedene Höhepunkte vor, so den Kurs «Landtechnik für Frauen». Für die G40-Fahrkurse stehen im Moment die Kursorte Ilanz, Landquart und Thusis zur Verfügung. Mit einer Anhängerbremsen-Aktion sollen Mitglieder und Nichtmitglieder für das Thema «Anhängerbremsen» sensibilisiert werden. Mitglieder erhalten an der Prüfung einen Rabatt von 25 Franken pro Achse. «Das 2020 bringt wichtige Entscheide für die Landwirtschaft», so SVLT-Direktor Roman Engeler. Im Vordergrund stehen die anstehenden Initiativen bzw. Abstimmungen. Nach wie vor beschäftige das Thema Bremsen auch den Verband. Zudem sei der SVLT sehr wachsam betreffend Zollrückerstattung, wo es immer wieder Versuche gebe, diese abzuschaffen.

Verkehrssicherheit und Unfälle Im Berichtjahr 2019 erfolgte die achte Ausgabe der Verkehrssicherheitskurse des WVLT zusammen mit der BUL und der Kantonspolizei. Die Kurse fanden auf privaten Betrieben und an der kantonalen Landwirtschaftsschule Châteauneuf statt. «Das Interesse an diesen Kursen zur Einhaltung der Verkehrssicherheit ist für Auszubildende nach wie vor aktuell», sagte Vergère, der in seinem Jahresbericht die Aktivitäten im Jahre 2019 streifte. Die Rechnung schloss mit einem kleinen Gewinn von 717 Franken ab. Im Berichtsjahr konnten zwei neue Mitglieder aufgenommen werden. Gemäss noch provisorischer Zahlen der Kantonspolizei Wallis ereigneten sich im Berichtjahr 2019 sechs Unfälle landwirtschaftlicher Natur, darunter zwei tödliche; die Unfallursachen waren in je zwei Fällen Geschwindigkeitsüberschreitungen und Überholmanöver, einer war unterhaltsbedingt und einer ursächlich nicht bestimmbar. Grüsse überbrachten Präsident Jean-Luc Mayor von der Nachbarsektion Waadt und Vorstandsmitglied Olivier Kolly vom Schweizerischen Dachverband, der den Sektionsvorstand ermunterte, mit Vorschlägen zu Artikeln über Weinbau und Berglandwirtschaft an das Verbandsmagazin «Schweizer Landtechnik» zu gelangen. Jean-Luc Jaton von der Beratungsstelle für Unfallverhütung referierte über das Anbringen von Rückspiegeln, die in jedem Fall im Querformat montiert werden müssen, und über weitere Themen des landwirtschaftlichen Strassenverkehrs.

Der neue und der alte Präsident: Samuel Luisier (links) und Matthieu Vergère bei der Stabsübergabe. Bild: D. Senn

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Graubünden

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Silofolien-Recycling Anschliessend an die Versammlung referierte Claudio Müller, Geschäftsführer Maschinenring Graubünden, zum Thema «Silofolien-Recycling». Auf den rund 1700 Silobetrieben im Kanton Graubünden fallen jährlich schätzungsweise 500 Tonnen wiederverwertbare Silofolien an. Obwohl im vergangenen Jahr rund 17 Prozent oder 87 Tonnen gesammelt und dem Recycling zugeführt werden konnten, sei die Situation (noch) unbefriedigend. Einerseits fehle es an der Motivation und dem Willen, diesen wertvollen Rohstoff einer Wiederverwertung zuzuführen, anderseits stocken die anschliessenden Recycling-Schritte. Versammlungsteilnehmer argumentierten sehr gegenteilig, zum Teil wurde der Nutzen des Recyclings in Frage gestellt. Claudio Müller erinnerte an die bevorstehenden Abstimmungen und warnte vor der öffentlichen Wahrnehmung bezüglich Abfallplastik in und aus der Landwirtschaft. «Wir sollten Lösungen finden, bevor diese wieder auf gesetzlichem Weg vorgeschrieben werden», warnte der Maschinenring-Geschäftsführer.

Vor dem Hintergrund einer hochmechanisierten Landwirtschaft schaut der Vorstand zuversichtlich in die Zukunft. Bild: R. Hunger


Sektionen | SVLT

Obwalden

Schwyz/Uri

Aufgeräumte Stimmung in Sarnen

Kein Traktor-Geschicklichkeitsfahren 2020

Ein Vortrag über schwere Anbaugeräte und sowie über weitere landtechnischpolitische Themen standen im Zentrum der Versammlung der SVLT-Sektion Obwalden.

Das Traktoren-Geschicklichkeitsfahren des Verbandes für Landtechnik Schwyz und Uri wird auf 2021 verschoben. Dies aus terminlichen Gründen.

Roman Engeler

Dominik Senn

Der Vorstand der SVLT-Sektion Obwalden brachte die Generalversammlung zügig über die Bühne. Nach einem feinen Nachtessen konnten Präsident Josef Frunz und seine Vorstandskollegen eine stattliche Mitgliederschar zur Versammlung willkommen heissen. Im präsidialen Jahresbericht fanden die mit der Nachbarsektion Nidwalden gemeinsam durchgeführten Anlässe – «Bührer»-Treffen und Geschicklichkeitsfahren – besondere Erwähnung. Diese Anlässe spülten auch etwas Geld in die Kasse, die gemäss den Erklärungen von Kassier Thomas Wagner mit einem Gewinn von rund CHF 1000.– abgeschlossen werden konnte. Der Jahresbeitrag wird bei CHF 90.– belassen. Die Mitglieder wurden aufgefordert, diesen etwas zügiger zu bezahlen, um die Mahngebühren auf ein Minimum zu reduzieren. Turnusgemäss standen drei Vorstandsmandate zur Wahl: Herbert Wolf, Markus Langensand und Andreas Huber schafften diese Wahl problemlos, ebenso Präsident Josef Frunz. Bereits eine gute Nachfrage besteht bei den Traktorfahrkursen für Frauen, welche die Sektion Ende März an zwei Tagen, bei grossem Andrang allenfalls noch an weiteren Tagen, in Zusammenarbeit den kantonalen Landfrauen durchführen wird.

Über 50 Teilnehmende verzeichnete die 59. Generalversammlung des Verbandes für Landtechnik Schwyz und Uri; das heisst, gut jedes fünfte Mitglied war im «Märchtstübli» Rothenthurm dabei. Präsident Armin Brun konnte auch Vertreter der Sektionen Zug, Graubünden und St. Gallen sowie eine Delegation des Traktoren-Oldtimer-Teams begrüssen. Dieses hilft immer bei Traktoren-Geschicklichkeitsfahren (TGF) aus, das jetzt um ein Jahr auf 2021 verschoben wird. Grund: Der Termin wäre zu nahe bei demjenigen der SVLT-Delegiertenversammlung vom 3. und 4. April 2020 in Einsiedeln gelegen, welche von der Sektion SZ/UR für rund hundert angemeldete Teilnehmende mit viel Aufwand organisiert wird, wie Armin Brun ausführte. Im Jahresbericht berichtete er unter anderem über den gelungenen Tagesausflug der Sektion zur Produktionsstätte von Schiltrac.

Hoffnung auf Sponsorenbeiträge

Im Anschluss an die Versammlung orientierte SVLT-Direktor Roman Engeler über grössere und schwere Anbaugeräte an Traktoren und Zweiachsmähern sowie deren Konsequenzen. Es sei empfehlenswert, sich vor dem Kauf eines Zugfahrzeugs über dessen Eigenschaften wie Leergewicht, Nutzlast, Gesamtgewicht, Achslasten oder Hubkräfte ein exaktes Bild zu beschaffen. Anhand des Beispiels eines Traktors mit zulässigem Gesamtgewicht von 13 t zeigte Engeler auf, dass eine rund 3 t schwere Säkombination kaum vorschriftsgemäss auf der Strasse unterwegs sein kann. Entweder werden Achslasten überschritten oder die Vorschrift, wonach 20 % des Gesamtgewichts zwecks Lenkbarkeit auf der Vorderachse liegen müssen, bleibt missachtet. Zur oft gemachten Verkaufsbemerkung, wonach dies doch niemand interessiere, meinte Engeler, dass die Polizeiorgane sehr wohl solche Kontrollen durchführten. Zudem sei stets der Fahrer für ein korrektes Fahrzeug verantwortlich. Weniger problematisch sieht die Sache bei den gängigen Zweiachsmähern mit üblichen Maschinenanbauten aus. Dort würden die Vorschriften eingehalten, was auch eine Studie der österreichischen Forschungsanstalt Wieselburg bestätigte.

Die Tagesgeschäfte warfen keine hohen Wellen auf: Im Berichtsjahr 2019 gab es 239 Franken Reingewinn. Allerdings sind Einnahmen von 3000 Franken für die Durchführung der DV eingerechnet, sonst würde ein solches Minus resultieren. Auf eine entsprechende Frage aus der Versammlungsmitte gab Geschäftsführer Florian Kälin zu verstehen, man rechne für diesen Grossanlass nach wie vor auf Sponsoring-Einnahmen, um das drohende Defizit auszugleichen. Folgerichtig beantragte der Vorstand die Beibehaltung des Jahresbeitrags 2020 bei 85 Franken, was – inklusive Rechnung – einstimmig genehmigt wurde. Unter Wahlen gab es zwei Bestätigungswahlen von Vorstandsmitgliedern und die Verabschiedung von Rechnungsprüfer Sepp Ebnöther, der seit 1992 seines Amtes waltete. Er wurde mit einem Geschenk geehrt. Einstimmung wählte die Versammlung Ernst Steiner zum Nachfolger; er ist Milchviehhalter in Feusisberg. Unter «Verschiedenem» überbrachte Zentralvorstandsmitglied Ueli Günthardt Grüsse aus Riniken. Er bat eindringlich, dass sich jeder persönlich vor allem in Sachen Trinkwasser-Initiative wehre, wie es auch der Schweizerische Verband für Landtechnik gemeinsam mit dem Bauernverband mit einer nationalen Kampagne tut. Zum Abschluss gab SVLT-Vizedirektor Aldo Rui einen Überblick über die Neuerungen im landwirtschaftlichen Strassenverkehr in der Schweiz, so unter anderem zu den Themen Bremsen, Adhäsionsgewicht, Transportanhänger, vorderer Überhang und Anhängevorrichtungen.

Präsident Josef Frunz umrahmt von Herbert Wolf und Markus Langensand (hinten) sowie von Thomas Wagner und Andreas Huber (vorne, jeweils v. l. n. r.). Bild: R. Engeler

Der bisherige Rechnungsprüfer Sepp Ebnöther, Sektionspräsident Armin Brun und der neue Revisor Ernst Steiner (von links). Bild: D. Senn

Im Dschungel der Vorschriften

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SVLT | Sektionen

Neuenburg

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Simon Eschler ist Ehrenmitglied Simon Eschler trat aus dem Vorstand der Sektion Neuenburg zurück und zum Ehrenmitglied ernannt. An seine Stelle wählte man Maël Jeannin. Roman Engeler Im für die Verhältnisse dieses Winters fast schon tiefverschneiten Weiler La Tourne oberhalb Rochefort trafen sich anfangs März die Mitglieder der Neuenburger Sektion des SVLT zu ihrer 78. Jahresversammlung. Präsident Werner Seiler und Geschäftsführer Bernard Tschanz führten zügig durch die Geschäfte und konnten dabei auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurückblicken. Dieses vergangene Jahr war geprägt durch die Organisation und Durchführung der Schweizermeisterschaft im Traktor-Geschicklichkeitsfahren in Môtiers. Diesem Grossanlass war denn auch ein Erfolg auf der gesamten Linie beschieden, spülte er doch – nicht zuletzt dank namhafter Sponsorgelder – einiges Geld in die Kasse und trug wesentlich zum schönen Jahresgewinn von über CHF 10 000.– bei. Dank gezielter Werbung bei jungen Traktorfahrern und Kursabsolventen konnte die Sektion auch einen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Beim Traktandum «Wahlen» durfte oder musste Präsident Werner Seiler zunächst Simon Eschler verabschieden, den die Versammlung in Anerkennung seiner Verdienste, unter anderem präsidierte er 2019 das OK des nationalen Geschicklichkeitsfahrens, war insgsamt zwölt Jahre im Vorstand der Sektion und zwei Jahre im Vorstand des SVLT tätig, zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Seine Nachfolge tritt Maël Jeannin an, den die Versammlung nach seiner erfrischenden Vorstellung per Akklamation in den Vorstand wählte.

Neue Vorschriften im Fokus Nicht um besondere Aufmerksamkeit buhlen musste Jean-Luc Jaton bei seinem Referat über einige im letzen Jahr in Kraft gesetzte Regeländerungen im Strassenverkehr. Die Ausführungen des Vertreters des Westschweizer Ablegers der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) zum vorderen Überhang mit neuen Spiegeln und Kameras, zur Problematik der Anhängerbremsen, zum neu berechneten Adhäsionsgewicht oder zu den obligatorischen Fahrkursen für Ladefahrzeuge stiessen nämlich nicht nur auf grosses Interesse, sondern gaben auch zu allerlei Fragen und lebhaften Diskussionen Anlass. Es zeigte sich einmal mehr, dass diese Strassenverkehrsvorschriften, so exakt und klar sie umschrieben sein mögen, halt weiterhin einen Spielraum offen lassen, der je nach Gesichtspunkt, um nicht zu sagen je nach Kanton, unterschiedlich interpretiert werden kann.

Wir sind das Kompetenzzentrum für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Landwirtschaft und verwandten Gebieten. Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) Picardiestrasse 3 | 5040 Schöftland +41 62 739 50 40 | bul@bul.ch | www.bul.ch Simon Eschler, neues Ehrenmitglied, Sektionspräsident Werner Seiler und Maël Jeannin, neues Mitglied im Sektionsvorstand (v.r.n.l.). Bild: R. Engeler

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Schweizer Landtechnik 3 2020


Sektionen | SVLT

Generalversammlungen  BL 

BS

Dienstag, 17. März 2020, 20 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach

 TI Samstag, 28. März 2020, Busfahrt nach Aadorf TG mit Besichtigung der Swiss Future Farm in Tänikon TG.

Sektionsnachrichten  AG Notstromversorgung für die Landwirtschaft Mittwoch, 18. März 2020, 19.30 bis 22 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, 5722 Gränichen, Aula Sind Sie gewappnet bei einem Stromausfall? Die Kühe können nicht mehr gemolken werden, die Fütterungsanlagen laufen nicht mehr und die Lüftung fällt auch aus. Am Aargauer Landtechnikabend erhalten Sie Antworten zu folgenden Fragen: • Welche Voraussetzungen muss ein Einspeisepunkt erfüllen? • Welche technischen Lösungen sind am Markt erhältlich? • Wie finde ich die für mich passende Lösung? • Kann ich Strom von der Photovoltaikanlage direkt nutzen? Kursleiter ist Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg. Die Kosten betragen 20 Franken, exkl. Verpflegung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung steht allen interessierten Personen offen.

Anhänger-Bremsentest Donnerstag, 28. Mai 2020, 8 bis 16 Uhr Bachmann Agrotech AG, Herdmatten, Benzenschwil Die freiwillige Prüfaktion für Anhängerbremsen ist gedacht für Landwirte, die sicher unterwegs sein wollen. Die Anhänger werden ohne Ladung geprüft. Die zulässige Achslast wird hydraulisch simuliert. Am Anhänger wird jede Achse einzeln ausgemessen. Die Teilnehmenden erhalten ein Prüfprotokoll. Es ist ein eigener Traktor und Anhänger zum Kurs mitzubringen. Kursleiter ist Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg. Als Referenten fungieren Mitarbeiter der Bachmann Agrotech AG und des AVLT. Die Kurskosten betragen 50 Franken pro Anhängerachse, für AVLT-Mitglieder 30 Franken. Die Anmeldung hat bis 12. Mai zu erfolgen bei: LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramona Jutzeler, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch.

www.agrartechnik.ch

 BL 

BS

Theoretische Führerprüfung Kat. F/G Der Verband für Landtechnik beider Basel und Umgebung organisiert für Jugendliche, welche im Jahre 2020 14 Jahre alt (Jahrgang 2006) oder älter werden, Vorkurse und Prüfungen für die theoretische Führerprüfung Kat. F/G. Vorkurs: Mittwoch, 13. Mai 2020 Prüfung: Samstag, 30. Mai 2020 Vorkurs: Mittwoch, 4. Nov. 2020 Prüfung: Samstag, 21. Nov. 2020 Durchführung der Vorkurse: 13.30 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach, Kurslokal 3 Durchführung der Prüfungen: 9.00 Uhr, Motorfahrzeugprüfstation (MFP), Münchenstein Kurskosten: Mitglieder CHF 40.– plus Lern-CD CHF 40.–, Nichtmitglieder CHF 80.– plus Lern-CD CHF 40.–. Anmeldung bis spätestens 30 Tage vor Kursbeginn an: Marcel Itin, Hof Leim 261, 4466 Ormalingen, 076 416 27 13, oder E-Mail: marcelitin@gmx.ch; bitte unbedingt Kurs und Geburtsdatum angeben.

 FR Kampagne Verkehrssicherheit 2020 Bremssystemprüfungen an Anhängern jeder Art, 30 oder 40 km/h, werden mit einem Betrag von CHF 50.– pro Achse unterstützt. Am Ende des Tests erhalten Sie eine genaue Diagnose Ihrer Fahrzeuge, die von einem zugelassenen Fachmann von Agrotec Switzerland erstellt wird. Die Liste der Fachbetriebe für Anhängerbremsen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.agrotecsuisse.ch. Nur Fahrzeuge, die mit hydraulischen oder pneumatischen Betriebsbremsen ausgerüstet sind, können geprüft werden. Neuregistrierungen 40k m/h: Um die Landwirte zu ermutigen, ihre Anhänger für 40 km/h zuzulassen, unterstützen wir alle Neuzulassungen mit einem Betrag von CHF 50.– pro Achse. Dies gilt für alle Erstregistrierungen, unabhängig davon, ob es neue Anhänger sind oder nicht. Installation von Frontkamera- und Monitorsystemen – neu im Jahr 2020: Nach der Einführung der neuen Vorschriften für den vorderen Überhang im Mai 2019 schenken wir CHF 100.– für jede Anschaffung eines zugelassenen Frontkamera- und Monitorsystems. Für weitere Informationen zu diesen Systemen steht Ihnen die Geschäftsstelle des AFETA/FVLT zur Verfügung. Für all diese Anträge müssen Sie lediglich eine Kopie der Rechnung für die Tests und den Kauf einer Kamera sowie bei Neuanmeldungen eine Kopie des Fahrzeugausweises an folgende Adresse schicken: AFETA/FVLT, Samuel Reinhard, Rte de Grangeneuve 31, 1725 Posieux

Traktor-Fahrkurs für Anfänger Samstag, 18. April 2020, von 9.00 bis 16.30 Uhr Landwirtschaftliches Institut Grangeneuve, 1725 Posieux Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit oder ohne Anhänger manövrieren. Dies ohne Stress und Zeitdruck, damit Sie das nächste Mal, wenn «Not an der Frau» ist, Bescheid wissen! Dazu organisiert der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) einen Kurs für Frauen und Junglenker, welche ihre praktischen Traktorkenntnisse verbessern wollen. PW- oder Traktorfahrausweis wird verlangt (Kategorie: B, C, D, F, G). Keine weiteren Vorkenntnisse nötig. Kosten: 110.– Franken für Ehefrauen und Kinder von Mitgliedern des FVLT, für Nichtmitglieder 130.– Franken. In den Kurskosten inbegriffen sind Unterlagen, Kaffee/Gipfeli, Mittagessen, Warnweste. Die Einschreibung muss bis spätestens 1. April 2020 erfolgen an: FVLT, Samuel Reinhard, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49

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SVLT | Sektionen

 LU

Kurstag zu entrichten. Die Prüfungsgebühr wird von der MFK direkt erhoben. Bitte Schreibzeug mitbringen. Anmeldung bei: Beat Ochsenbein, Geschäfts­führer Sektion Solothurn, 032 614 44 57 oder 076 302 77 42

Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 25. März 2020, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 13. Mai 2020, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs 602: jeweils Samstag, 21.3./28.3.2020, 12.00–16.00 Uhr Kurs 603: jeweils Samstag 25. April / 2. Mai 2020, 13.00–17.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: Zurzeit läuft gerade ein Kurs. Kurs Nr. 403 wird voraussichtlich im Juni bzw. August 2020 angeboten. Die genauen Daten sehen Sie auf unserer Homepage www.lvlt.ch. Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 und 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lek­ tionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.– Der Lastwagentheoriekurs dauert 32  Lektionen, während vier Wochen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg jede Woche möglich. Die nächsten Kurse beginnen am 17. April 2020, jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B.  Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse  35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

Spritzentests 2020 16.–18. März 2020 Gebläsespritzentest 18.–20. / 23.–26. März 2020 Feldspritzentest Alle Spritzenbesitzer, welche keine Einladung erhalten haben bzw. die neu ihre Spritze prüfen möchten, bitten wir, uns zu kontaktieren (info@lvlt.ch oder 041 467 39 02).

 TG Pflanzenschutzgeräteprüfung Feldbau 2020 Der VTL\Landtechnik führt die Prüfung an folgenden Orten durch: Ort Adresse Datum Berg Michael und Thomas Oertig, Birwinkerstr. 16 Di, 7. April 2020 Herdern Landwirtschaft Schloss Herdern, Biogasanlage Mi, 15. April 2020 Frauenfeld Beat Meier, Ifang Mo, 20. April 2020 Affeltrangen Michael Mathys, Grossenegg 1 Do, 23. April 2020 Diessenhofen Urban Dörig, St. Katharinental Mi, 3. Juni 2020 Helsighausen Willi Wittwer, Lindenstr. 7 Mo, 8. Juni 2020 Engishofen Oliver Engeli, Lerchenhof Fr, 12. Juni 2020 Bonau Hansjörg Uhlmann, Neugrüt Mi, 19. Aug 2020 Alle Geräte, welche 2016 letztmals geprüft wurden und 2020 weiter im Einsatz stehen, müssen geprüft werden, auch Geräte von Biobetrieben. Anmeldungen bitte bis 20. März 2020 an: VTL Landtechnik, Geschäftsstelle, info@tvlt.ch, Markus Koller, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen.

Theoriekurse Kategorie M/G im Jahr 2020 Die Prüfungen müssen auf dem Strassenverkehrsamt in Frauenfeld und Amriswil oder Kreuzlingen abgelegt werden. Mofa Kat. M frühestens 1 Monat vor dem 14. Geburtstag, Traktor Kat. G bis 30 km/h frühestens 1 Jahr vor dem 14. Geburtstag. Um die Kursteilnehmer optimal auf die Prüfung vorzubereiten, dauern die Kurse zwei Halbtage. Durchgeführt werden die Kurse am Samstagvormittag und Mittwochnachmittag. In den Kurskosten ist eine Lern-CD mit Original-Prüfungsfragen der asa enthalten. Gesuchsformulare können bei jedem Polizeiposten oder beim Strassenverkehrsamt in Frauenfeld und Amriswil bezogen werden. Nr.

Kursort

 SO Vorbereitungskurse für die Traktor- und Mofaprüfung Mittwoch, 8. April 2020, 13.30 bis 16.30 Uhr Schulgebäude Wallierhof Die Teilnehmenden dürfen auch weitere Interessenten an den Kurs anmelden. Bei ungenügenden Anmeldungen wird der Kurs telefonisch abgesagt oder verschoben. Die Prüfung kann frühestens einen Monat vor dem vierzehnten Geburtstag an der MFK absolviert werden. Das Kursgeld beträgt für Mitglieder des SVLT-SO 30 Franken, für Nichtmitglieder 40, zusätzlich kostet die Lern-CD 40 Franken, falls sie gewünscht wird. Der Betrag ist am

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Schweizer Landtechnik 3 2020

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Münchwilen

2

Bürglen

Kurs M/G

Kurs M/G

Samstag 8.30–11.30 Uhr (Mi-Nachmittag 13.30–16.30 Uhr)

Mittwoch 13.30–16.30 Uhr (Sa-Vormittag 8.30–11.30 Uhr)

Mittwoch, 11.3.2020 Mittwoch, 25.3.2020 Samstag, 18.4.2020

Samstag, 25.4.2020

3

Müllheim

Samstag, 6.6.2020

Samstag, 13.6.2020

4

Bürglen

Samstag, 22.8.2020

Samstag, 5.9.2020

5

Amriswil

Samstag, 24.10.2020 Samstag, 7.11.2020

6

Friltschen

Samstag, 5.12.2020

Mittwoch, 16.12.2020

Kosten: Fr. 70.– für Jugendliche von Mitgliedern des VTL/Landtechnik, inkl. Lern-CD mit Original-Prüfungsfragen, Fr. 90.– für Nichtmitglieder, inkl. Lern-CD mit Original-Prüfungsfragen. Die Aufwendungen des Stras­senverkehrsamtes werden separat in Rechnung gestellt. Ausgefüllten Talon einsenden an: VTL\Landtechnik, Markus Koller, Weierhofstras­ se 9, 9542 Münchwilen.


Sektionen | SVLT

 SG 

 AR 

 AI 

 GL

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2020

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 14. Nov 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 23. Dez 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 25. Nov 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 16. Dez 20

Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag  + Prüfung NachmittagMittwochnachmittag

Theoriekurse Kategorie F/G Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 21. Mär 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 15. Apr 20

Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 08. Apr 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 06. Mai 20 Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 25. Apr 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 20. Mai 20

AG Kursort: Frick: 7./14. Mai 2020, 18.30–20.30 Uhr Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich)

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 09. Mai 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 03. Jun 20

Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch

Wangs, Parkhotel Sa, 16. Mai 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 10. Jun 20

Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 27. Mai 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 17. Jun 20

Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 06. Jun 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 01. Jul 20 Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 20. Jun 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 15. Jul 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 08. Jul 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 12. Aug 20 Wangs, Parkhotel Sa, 15. Aug 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 09. Sep 20

BL, BS

BE

FR

GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, Chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch

Trogen Mi, 19. Aug 20 Trogen / Trogen StVA Trogen 16. Sep 20 SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 29. Aug 20 SZ, UR SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 30. Sep 20

Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 02. Sep 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 23. Sep 20 TG Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen St. Peterzell, Schulhaus Sa, 19. Sep 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 21. Okt 20 VD

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 26. Sep 20 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 28. Okt 20

Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, Chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 04. Nov 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 09. Dez 20

Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

Wangs, Parkhotel Sa, 07. Nov 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 02. Dez 20

Kursorte: Strickhof, Lindau. Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

ZG

ZH

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SVLT | Porträt

Boden gut − alles gut In absehbarer Zeit übernimmt René Roth mit Jahrgang 1991 den auffallend gepflegten elterlichen Landwirtschaftsbetrieb Freienhof in Embrach ZH, eine Lichtung, die praktisch rundum von Wald umgeben ist und wohin sein Grossvater 1964 im Zuge der Gesamtmelioration ausgesiedelt hat. Seine grössten Investitionen werden nebst der Übernahme dann der Hausumbau und Gebäudesanierungen sein. Am Konzept des Nebenerwerbsbetriebs muss er vorläufig nichts ändern. Es ist ein reiner Ackerbaubetrieb (Silomais, Weizen, Gerste und Kunstwiesen) von 16 ha Eigenland und 2 ha Pachtland im nahen Lufingen, wo er bis zur Übernahme wohnt. Mit einem 130 PS starken Deutz-Fahr «Agrotron 115 MK3», Jahrgang 2003, und einem Pflegetraktor Case IH «633» ist der Zugbedarf für den Dreischarpflug Non-Stop Vario von Vogel&Noot, für die Scheibenschar-Säkombination, für drei Kipper, für einen Lkw-Anhänger und für einen Seitenmulcher der Marke Sauerburger zur Pflege von Böschungen und Waldrändern abgedeckt. Das Getreide wird an die im Nachbarsdorf liegende «Mühle Oberembrach« geliefert, welche das Futter- und Brotgetreide veredelt und es regional vermarktet. 2006 verliess der letzte der rund 80 Mastmunis den Laufstall mit Tiefstrohlager. Der Miststock ist jetzt ein Waschplatz. Doch die Güllelager sind brechend voll. Wie das? «Mein Vater Hansruedi und ich bemühen uns um die langfristige Bodenfruchtbarkeit. Wir verwenden nebst Kunstdünger auch organischen Dünger, der mittels Schleppschlauch direkt ab Güllesilo gepumpt und ausgebracht wird. Landwirte und Transportunternehmen liefern uns den Wertstoff aus Milchwirtschafts- Schweine- und Biogasbetrieben. Wir halten auch die Fruchtfolge streng ein und sehen die Kunstwiese als wichtigen Bestandteil für die Bodenfruchtbarkeit und die Feldhygiene an. Und der Agrotron hat extra breite VF-Niederdruckreifen für maximale Bodenaufstandsfläche.» Bei der Fruchtfolge will René Roth etwas ändern, denn «der Wildschwein-Druck ist ein Riesenproblem», wie er sagt. Maisund Weizenfelder würden Jahr für Jahr von diesem Schwarzwild heimgesucht, häufig regelrecht umgepflügt. Inzwischen genügten drei Litzen beim Hagen nach der Maisaussaat nicht mehr. Letzthin hat er sich des Abwehrrechts des Grundeigentümers gemäss Paragraph 41 des Zürcher Jagdgesetzes bedient, nach dem der Grundeigentümer die Möglichkeit erhält, gewisse Wildtiere im Umkreis von 100 m ab bewohntem Hof zu erlegen, wenn sie schadenstiftend sind: Er hat aus dem Traktor mit seinem Jagdgewehr eine Wildsau mit gekonntem Blattschuss erlegt. Gelernt hat er Automobilmechatroniker Nutzfahrzeuge und in Zweitausbildung Landwirt. Angestellt ist der leidenschaftliche Landmaschinenmechaniker bei der T. Jucker GmbH in Bülach, der die Hauptmarke Deutz-Fahr führt. Er möchte den Landwirtschaftsbetrieb mit seiner gut eingerichteten Werkstatt nicht missen, auch nicht sein Hobby – Feuerwehr, in der er werdender Unteroffizier ist. Gerne trägt er die Folgen seines halbjährigen Aufenthalts auf einer westaustralischen Getreidefarm: Er lernte (nebst Englisch) die Dame seines Herzens kennen - das Festzelt für die Hof-Hochzeit im Juni ist angemietet. Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Neu: Drohnenkurse

«G40»-Fahrkurse Mit dem Führerausweis der Kategorie «G» und erfolgreich absolviertem Fahrkurs «G40» können Landwirtschaftstraktoren und landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorfahrkurs «G40» des SVLT ist vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder auf www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

CZV-Weiterbildungskurse Kursort: Riniken AG

Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Schweisskurse Kursort: Riniken AG Das Kursangebot richtet sich an: Anfänger, die das Basiswissen in Schweisstechnik erwerben möchten, sowie an Fortgeschrittene, die ihr Know-how auffrischen und vertiefen möchten, aber auch an handwerklich interessierte Personen und Fachleute. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Obligatorische Weiterbildung für LKW-Fahrer. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Neu: Ecodrive-Fahrkurse Spritsparendes Fahren mit Landwirtschaftsfahrzeugen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch

«agriLIFT»-Staplerkurse In zwei Tagen werden die Module «Basis», «R1» (Gegengewichtsstapler) und «R4» (Teleskoplader) gemäss EKAS 6518 in theoretischen und praktischen Sequenzen behandelt. Diese Ausbildung ist Suva-auditiert und CZV-anerkannt. Anmeldung: www.bul.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Informationen und Auskünfte zu den Kursen www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch, Tel. 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch  Impressum 82. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT Ständerat Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

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Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.), für SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt: Sätechnik: Präzision ist gefragt Markt: Kampfbereit das Revier verteidigen Plattform: König im Pistenbully Intern: Rückblick Delegiertenversammlung

Nr. 04/2020 erscheint am 16. April 2020 Anzeigenschluss: 6. April 2020

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Schweizer Landtechnik 03/2020