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März 2018

HOFDÜNGER Viel Geld für noch mehr Gülle Besseres Gülle-Handling dank Separation? New Holland gibt (Bio-)Gas Tüfteln an der Landtechnik von morgen


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März 2018 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 10 14 16 18 22 26 32 36 45 48

«Wir transportieren Gülle, nicht Stahl» Hohe Auslastung – interessante Kalkulation Intelligenz für Feldspritzen NIRS-Technologie für Exaktheit Reifenhersteller und ihre Abdrücke

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Schwerpunkt: Hofdünger Viel Geld für noch mehr Gülle Gülle direkt einarbeiten Vier Aufbaustreuer im Vergleich (Vorbericht) Gülle separieren und nicht nur rühren Kontroverses Einstreumaterial

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Impression 52 57 58

Sechs Gülleverteiler und ihre Emissionen Mit Bremsdruckluft Gülleschläuche ausblasen New Holland gibt (Bio-)Gas

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Plattform 60

Tüfteln für die Landtechnik von morgen

Wissen 63

Ejektor – der Vakuum-Erzeuger

Management 64

Maschinen auf ihre Funktionstauglichkeit prüfen

Sicherheit 66

Gefährliche Güllegase und wenig erforschte Zusätze

Passion 68

Lindner auf dem Lindenhof

SVLT Mitte Geschäftsbericht 2017 des SVLT 70 «eFeldkalender» für SVLT-Mitglieder 71 Sektionsversammlungen 75 Sektionsnachrichten 78 Netzwerker II im Thurgau 79 Kurse und Impressum

Titelbild: Vorschriften zur Reduktion der Emissionen rufen nach immer anspruchsvollerer Technik für das Ausbringen von Gülle.

www.youtube.com/­ agrartechnikCH

www.facebook.com/­ CHLandtechnik

Roman Engeler

Die gesetzlichen Anforderungen an die Gülleausbringung nehmen stetig zu. Die Vorschriften verlangen immer anspruchsvollere und entsprechend auch teurere Technik. Eigentlich ein Segen für die Industrie, was Sebastian Zunhammer im Interview (Seite 10) nicht gänzlich abstreitet, aber doch klar relativiert. Bodennahe Ausbringung lautete deshalb vielerorts die Devise, um einerseits die Emissionen zu minimieren, anderseits aber auch die Ausnutzung Nährstoffe dieses an sich vollkommen biologischen Düngers zu maximieren. Um die in der öffentlichen «Gülle-­ Diskussion» viel zitierten Ammoniak­ emissionen zu messen, spannte die «Schweizer Landtechnik» in einem Versuch mit der österreichischen Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein zusammen und ging dabei den Fragen nach, welcher Gülleverteiler die geringsten Stickstoffverluste aufweist und das Futter am wenigsten verschmutzt. Die Resultate erstaunen auf den ersten Blick zwar kaum, doch scheinen auch mit dieser Untersuchung (noch) nicht alle Fragen restlich gelöst zu sein. Weitere Artikel im Schwerpunkt «Hofdünger» behandeln die Gülle­ separation. Mit diesem Verfahren wird durch Wasserentzug die Nährstoff­ konzentration in der «Festphase» erhöht. Ob dadurch die Emissionen von Ammoniak und Treibhausgasen reduziert werden, ist umstritten (Seite 45). Neuerdings öffnet sich mit der Separation aber eine weitere Anwendung, nämlich das «green bedding», womit die Verwendung von Güllefeststoffen als Einstreu gemeint ist. Was es damit auf sich hat, welche Verfahren und Techniken dazu im Markt verfügbar sind, ist ab Seite 48 dargestellt. Ausgabe Nr. 4 erscheint am 12. Apr. 2018

Bild: R. Hunger

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Aktuelles

In Kürze Thomas Hahme ist neuer Verkaufsleiter für Same Deutz-Fahr in der Schweiz und ersetzt in dieser Funktion Karl Tanner, der das Unternehmen Ende 2017 verlassen hat. Der US-Landmaschinenhersteller Agco erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 8,3 Mrd. US-Dollar 12,1 % mehr Umsatz als 2016. Case IH nimmt den vom österreichischen Technologieanbieter Geoprospectors ent­ wickelten Bodensensor «Topsoil Mapper» ins Verkaufsprogramm auf. New Holland hat an der Messe «Fima» in Spanien für seinen Traktor «T7.225» einen Award bekommen. Andreas Utzinger aus Schleinikon ZH siegt im 6. Schweizer Melker-Wettbewerb vor Simon Bach aus Turbach BE und Christian Spöhl aus Engwang TG. Manitou hat ein neues Testzentrum eingeweiht und wird dort Ausdauer- und Haltbarkeitstests an allen Prototypen durchführen. Die Fendt Lehrwerkstatt wurde bereits ein halbes Jahr nach Einführung der Zertifizierung «Great Start» als erster Ausbildungsbetrieb Deutschlands zertifiziert. GVS-Agrar hat gemeinsam mit der deutschen RWZ in einem Joint-Venture den französischen Landtechnik-Händler Manager übernommen und berichtet von einem guten Start in den französischen Markt.

«Strassenmeister» Briri erweitert das Produktprogramm im Bereich der Gülletechnik um ein neues Fahrzeug innerhalb der Transporttechnik. Neben den Gülletransportern der Serie «Road Master» für den regionalen Gülletransport gibt es nun für den überregionalen Transport den Auflieger «Street Master», der in Kooperation Schwarte Jansky entwickelt wurde. Das dreiachsige Fahrzeug weist ein Behältervolumen von 30 000 l auf. Das Fahrwerk verfügt über eine Lift- und Nachlauflenkachse. Neben dem Behälter sind auch die Schlauchablagewannen aus hochwertigem Edelstahl gefertigt. Mit einer 6000-l-Drehkolbenpumpe, wahlweise

Verband hilft Der Verband «Freunde alter Landmaschinen» beschäftigt sich nicht nur mit dem Erhalt alter Landtechnik, sondern hilft,

Vogelsang konnte 2017 seinen Umsatz auf 105 Mio. Euro steigern und hat sein Gülletechnik-Portfolio weiter ausgebaut. Der Produktionsumsatz der deutschen Landtechnik-Industrie stieg im vergangenen Jahr um 10 % an. Innovationspreis für intelligenten Beacon: Die Gesellschaft für Informatik in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft zeichnet Fliegl «Counter SX» aus. Die MTU-Motoren der Baureihen «1000», «1100», «1300» und «1500» haben das Zertifikat für die Abgasstufe 5 erhalten. Piet Zweegers, Erfinder des Trommelmähwerks und ehemaliger Direktor von PJ Zweegers&Zonen in Geldrop (heute Kuhn), ist im Alter von 93 Jahren verstorben. Bobcat kann 2018 das 60-jährige Bestehen feiern. Ebenso lange gibt es den Kompaktlader dieses Herstellers. Aggeler AG (Steinebrunn TG) wurde als bester Manitou-Händler der Schweiz ausgezeichnet.

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Schweizer Landtechnik 3 2018

von Börger oder Vogelsang, wird das Fahrzeug laut dem Hersteller zügig befüllt. Weiter gibt es eine automatische und frei einstellbare Befüllendabschaltung. Die Gülleentnahme erfolgt wahlweise über einen schwenkbaren Saugarm (6") oder einen obenliegenden Absaugtrichter (8").

wenn Not am Mann ist, mit moderner Landtechnik. So spendete der Verband einem Innerschweizer Bergbauern CHF 20 000.– für die Anschaffung eines dringend benötigten Motormähers. In Zusammenarbeit mit der Coop Patenschaft Berghilfe und der Vereinigung für betriebliche Verbesserungen in der Berglandwirtschaft fiel die Wahl auf die Unterstützung von Bergbauer Florian Flühler aus Weggis LU (Bildmitte). Im Rahmen einer kleinen Feier bei Sepp Knüsel in Küssnacht am Rigi SZ (links) konnte Verbandsspräsident Jörg Schwaninger (rechts) den Rapid Motormäher an die Familie Flühler übergeben.

Korrigenda In den verschiedenen Übersichten zu den Feldspritzen in der Januar-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» hat sich bei der Marke «Berthoud» ein Fehler eingeschlichen. Die Maschinen von Berthoud werden in der Schweiz von der Firma Fischer Nouvelle Sarl, eine Tochtergesellschaft von Berthoud mit Sitz in Collombey VS, importiert und

vertrieben. Grunderco agiert nicht als Importeur, aber als Wiederverkäufer dieser Marke.


Aktuelles

Mobil mit Bioenergie

Am 18. April 2018 findet in Solothurn das 6. Bioenergie-Forum statt. Unter dem Motto «Mobil mit Bio­energie» wird innovative Fahrzeugtechnik vorgestellt, Vertreter aus Politik und Wissenschaft diskutieren über die Biotreibstoffe als zentrales Element eines klimafreundlichen Verkehrs. Anmeldung und weitere Informationen unter: www.biomassesuisse.ch.

Case IH und Steyr überzeugen Im «DLG-PowerMix»-Test konnten Case IH und Steyr mit ihren Modellen «Maxxum 145 Active Drive» und «4145 Profi S-Control 8» überzeugen. Mit einem spezifischen Verbrauch von 258 g/kWh Diesel und 23  g/ kWh AdBlue in den Feldzyklen sowie 597  g/kWh Diesel und 49  g/kWh Ad-

Ordnung auf Seiltrommel

«Brant»-neu Brantner stellt das neue Abschiebefahrzeug «Power Push Plus» vor. Aus 75 Jahren Erfahrung und über 125 000 produzierten Fahrzeugen entstand mit­hilfe von modernsten Konstruktionstechniken das neue Abschiebefahrzeug, das es mit 14 bis 34 t Gesamtgewicht und 20 bis 49 m³ Ladevolumen geben wird. Der Fahr­ gestellrahmen besteht aus Doppel-C-Pressprofilen mit optimierter Bauweise für geringes Eigengewicht. Der Hersteller bietet zehn Jahre Garantie auf diesen Rahmen. Die Oberfläche wurde mit der hochwertigen «ACC»-­ Beschichtungstechnik versehen. Besonderes Merkmal ist die universelle Einsetzbarkeit. An die serienmässige hydraulische Rückwand können verschiedene Anbaugeräte angebracht werden (Streuwerk, Überlademodul).

Blue bei 40 km/h auf der Strasse konnten die beiden fast baugleichen Modelle gute Werte abliefern. Wie der Hersteller in einer Pressemitteilung festhält, habe man mit diesen Modellen «die mit Abstand sparsamsten Traktoren in dieser Leistungsklasse im Angebot.»

Getriebeseilwinden waren bisher wegen geringer Produktionsmenge und schwerer Bauweise meist nur für den Profibetrieb erschwinglich. Mit der Serie «S-line» bietet Pfanzelt heute Modelle speziell für den

Semiprofi-Betrieb und den Bauernwaldbesitzer zu einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis sowie mit angepassten Dimensionen an (Zugkraft zwischen 5 und 7,2 t). Optional erhältlich ist seit Kurzem nun auch eine automatisierte Trommelbremse – einmalig am Markt. Wird ein unter Spannung stehendes Seil gelöst, sorgt das oft für Unordnung auf der Seiltrommel. Die neue Trommelnachlaufbremse bremst in solchen Fällen automatisiert die Trommel und sorgt so für eine saubere Seilwicklung. Ein leichter und unproblematischer Seilauszug ist so garantiert.

Zwei neue «Torro Combiline» Die Mehrzweck-Rotor-Ladewagen vom Typ «Torro Combiline» garantieren maximale Einsatzflexibilität und gesteigerte Maschinenauslastung. Nun gibt es zwei grössere Modelle, die auch über die Eigenschaften der gesamten Familie verfügen: «Torro 7010» mit 40 m³ (L), beziehungsweise 38,5  m³ (D) DIN-Ladevolumen und «Torro 8010» mit 43 m³ (L), beziehungsweise 42 m³ (D) DIN Ladevolumen. Neue Features sind der Dosierantrieb mit 160  kW Entladeleistung, die optionale 4-t-Deichsel mit erhöhter Stützlast und höherer Nutzlast und das Seiten­bedienkonzept mit einer neuen Be-

dienplattform über ein Canbus. Weiter wird ein Fahrerassistenzsystem mit intelligenter Nachlauflenkachse verbaut, das neben einer integrierten Sensorik für die Fahrgeschwindigkeit und Fahrtrichtungserkennung in der Achse auch einen Neigungssensor beinhaltet. 3 2018 Schweizer Landtechnik

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Aktuelles

Einstreuband für Futtermischer Siloking bietet für seine 1und 2-Schnecken-Futtermischwagen der Produktlinie «SelfLine» erweiterte Ausstattungsvarianten an und ermöglicht so die Kombination aus lockerer, breiter Futtervorlage und präzisem, weitem Einstreuen in Liegeboxen mit nur einer Maschine. Das Einstreuband bewährt sich bereits seit Ende 2016 bei den gezogenen Futtermischwagen. Das Einstreuband besteht aus einem PVC-Band mit Hartplastikstegen. Die Einstellung von Winkel und Geschwindigkeit des Einstreubandes erfolgt hydraulisch über die im Fahrersitz integrierte Multifunktionsarmlehne. Die intuitive Bedieneinheit ermöglicht einfaches Ein- und Ausklappen des Einstreubandes bei Hindernissen. Im eingeklappten Zustand hat das Einstreuband keinen Einfluss auf die Fahrzeugbreite der Maschine.

Gewinner ermittelt

Initiative zur Nachhaltigkeit Manitou unterstützt die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und hat dazu mit dem Titel «Elevation Frontiers» eine entsprechende Initiative gestartet. Manitou will dabei ausgewählte Universitäten zusammenbringen, um innovative Geschäftslösungen und Forschungsprojekte zu entwickeln, die auch die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung grundlegend voranbringen. Die Initiative von Manitou wird von der nordamerikanischen Tochtergesellschaft des Unternehmens betreut.

Weidegang automatisch registrieren Lely führt ein neues System ein, das den Weidegang von Kühen automatisch registriert. Das «Grazeway R» besteht aus einem Registriertor und einem dazugehörigen Berichtsinstrument. Es zeigt die Dauer des Weidegangs pro Kuh an. Mit

Unter den zahlreichen Besuchern des «Serco Open 2017» gibt es glückliche Gewinner. Die drei Hauptpreise des durchgeführten Publikumswettbewerbs wurden in Anwesenheit des jeweiligen regionalen Claas-Partners in der vergangenen Woche persönlich überreicht. Die Gewinner sind Franz Estermann, Nottwil (GPS-Lenksystem von Claas im Wert von CHF 3000.–, Bild), Jean-Louis Porret, Fresens (Ballenzange «Profi Combi» von Fliegl im Wert von CHF 1680.–) und Annelise Lerch aus Rüti b. Büren, die ein Modell Claas «Xerion» aus Lego gewinnt. Die traditionsreiche Ausstellung «Serco Open», die im Zwei-Jahres-Rhythmus durchgeführt wird, findet voraussichtlich im November 2019 erneut statt. Auf dem Bild: Markus Aebi, Leiter Marketing bei Serco Landtechnik AG, die Gewinner Joel und Franz Estermann aus Nottwil und Martin Ruckli von Martin Ruckli AG in Buttisholz. 6

Schweizer Landtechnik 3 2018

dem System werden die Kühe erkannt und registriert, wenn sie auf die Weide gehen und wenn sie wieder in den Stall zurückkehren. Weiter informiert das System darüber, wann die Kühe die meiste Zeit im Freien sind, welche Blöcke sie am liebsten besuchen, wann sie hineingehen, welche Kühe leicht nach draussen gehen und welche noch mehr Übung benötigen. Es bietet auch Daten über die Verfügbarkeit frischer Weiden und das Verhalten der Kühe beim Besuch des Melkroboters.

Rekorde gebrochen Im Prüflabor von Nebraska haben die «Xerion»-Traktoren von Claas mit Motoren von MTU die bestehenden Rekorde für Kraftstoffverbrauch, Zugkraft-Eigengewichtsverhältnis und Fahrerhausschall gebrochen. Der «Xerion 4500» ist jetzt Rekordhalter mit dem geringsten Kraftstoffverbrauch seiner Klasse. Die Modelle «5000» und «4500» haben einen neuen Rekord für das maximale Drehmoment im unteren Drehzahlbereich aufgestellt und schlagen damit ihre stärksten Konkurrenten in puncto Motorschleppkraft um Längen. In dem unter

Ballastbedingungen durchgeführten Teil des Tests konnte der «Xerion 4500» den seit 25 Jahren bestehenden Rekord für das Zugkraft-Eigengewichtsverhältnis bei Traktoren mit Allradantrieb verbessern.


Aktuelles

Mit seitlichen Trennmessern Das Direktschneidwerk «XDisc» für die Ernte von Ganzpflanzensilagen, das Krone seit 2005 für seine Selbstfahrhäcksler anbietet, ist ein Scheibenmähvorsatz mit 6,20 m Arbeitsbreite. Nun ist das «XDisc» auch mit seitlichen Trennmessern erhältlich. Dabei sind links und rechts vom Schneidwerk hochstehende Messer angebracht, die bei stark ineinander verwachsenen oder extrem liegenden Beständen eingesetzt werden können. So ist laut Krone gewährleistet, dass das Schneidwerk auch unter schwierigen Einsatzbedingungen kontinuierlich und mit bestmöglicher Schnittqualität den jeweiligen Bestand verarbeiten kann, ohne zu verstopfen.

Mit Stärke in die Zukunft Seit ihrer Gründung vor 190 Jahren verzeichnet die Marke «Kuhn» ein anhaltendes Wachstum und hat sich zu einem führenden Unternehmen in der Agrartechnik entwickelt. Wie das Unternehmen mitteilt, habe die Kuhn-Gruppe zahlreiche wegweisende Innovationen in allen Geschäftsfeldern hervorgebracht. «Sie haben zur Markteinführung exklusiver und neuentwickelter Lösungen geführt, die für eine maximale Rentabilität in den Bereichen Futterernte, Fütterungstechnik, Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz und Landschaftspflege sorgen», so Kuhn weiter. Bis heute hat Kuhn über 2000 internationale Patente angemeldet. «Mehr denn je glauben wir heute an die Zukunft der Landwirtschaft und die unseres Tätigkeitsfeldes», betont CEO Thierry Krier. «Unsere 190-­jährige Erfahrung und das Engagement unserer Mitar-

«QuickLink» Für die Kombination mit der neuen Kreiselegge «KE 01» oder den neuen Kreiselgrubbern «KG/KX 01» bietet Amazone jetzt die neue pneumatische Aufbausämaschine «AD-P 01 Special» mit 3 m Arbeitsbreite an.

Genau wie bei den Aufbausämaschinen «Cataya» und «Centaya» ist die «AD-P 01 Special» laut dem Hersteller über die «QuickLink»-Schnittstelle mit dem jeweiligen Bodenbearbeitungsgerät verbunden. Mithilfe von «QuickLink» lässt sich das Bodenbearbeitungsgerät komfortabel von der Aufbausämaschine trennen.

beiter sowie ein leistungsfähiges Vertriebsnetz, das für Kundennähe sorgt, lassen uns mit Leidenschaft und Vertrauen in die Zukunft blicken.»

Spitzenwerte

Gleich drei Modelle des Fendt «1000» wurden im DLG-Testzentrum einem «PowerMix»-Test unterzogen und präsentierten sich gemäss Fendt als «wahre Zugpferde und Treibstoffsparer». Sowohl der Fendt «1042 Vario» (236 g/kWh + 19,1 g/kWh AdBlue) als auch der Fendt «1046 Vario» (234 g/ kWh + 21,3 g/kWh AdBlue) konnten in ihrer Leistungsklasse Bestwerte erzielen. Das Topmodel «1050 Vario» setzt mit nur 233  g/kWh (+ 23,1  g/ kWh AdBlue) ganz neue Massstäbe. Im neutralen und unabhängigen Test auf dem neuen Rollenprüfstand wurden alle drei Modelle den bekannten sieben Arbeitszyklen unterzogen und erreichten den niedrigsten jemals gemessenen Diesel-Wert.

Alles elektrisch Das automatische Fütterungssystem «Vector» von Lely, zwei Futtermischwagen von BvL (Kurmann) und Strautmann (ATZ) sowie ein Auflösegerät für Rundballen von BalleMax zeigten ihr Können auf der «Chamau» in Hünenberg. Und nicht zu vergessen: Das kleine, händische Entnahmegerät für Hochsilo von Guido Wigger aus Obernau (Bild). Eines hatten all die gezeigten Geräte und Maschinen gemeinsam, sie waren ausnahmslos elektrisch betrieben. Die eindrückliche Praxis-Demonstration wurde organisiert vom Verband für Landtechnik Zug und dem LBBZ Schluecht­ hof. Durchs Programm führte Willi Gut, Lehrer und Berater am Schluechthof. Nicht zuletzt lockte der im Januar bezogene neue Milchviehstall mit automatischer Fütterung und Melk­ roboter zusätzlich zahlreiche Besucher an. 3 2018 Schweizer Landtechnik

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Aktuelles

Effiziente Unkrautbekämpfung Landwirte sind zunehmend gezwungen, Alternativen zum Glyphosat zu finden, sei es wegen Resistenzen oder auch wegen möglicher Verbote. Der «BioRotor» verfolgt das Ziel, die Wurzeln und Pflanzen von der Erde zu trennen. Mit dem grossen Rotor (90 cm Durchmesser) und den speziellen Zinken werden die Pflanzen samt den Wurzeln aus dem Boden gerissen und nicht geschnitten. Das Material wird dann bis zu 4 m in die Luft geworfen. Durch die Schwerkraft wird das Wurzelunkraut oben auf die Erde gelegt und trocknet dort aus. Das Verfahren soll sich stark von einer Schälfräse unterscheiden, bei der die Pflanzen und Wurzeln zerschnitten werden und mit der Erde vermischt bleiben. Es ist beim «BioRotor» aber auch möglich, mit heruntergeklapptem Deckel das Material direkt auf den Boden zu befördern, damit Pflanzenrückstände in die Erde gemischt werden. Das Lohnunternehmen Kappeler aus Niedermuhlern BE hat diesen «BioRotor» in die Schweiz geholt und bietet mit dieser Maschine eine neue Dienstleistung für den biologischen, aber auch für den konventionellen Anbau an. Das Unternehmen ist auch Importeur und Wiederverkäufer für dieses Gerät in der Schweiz.

Autonom in den Reben Bereits vor knapp zwei Jahren an der «Farm Progress Show» in den USA zeigten Case IH und New Holland ihre Konzepte für autonom agierende Traktoren, New Holland am Beispiel der Baureihen «T7 HD» und «T8». Nun geht man bei New Holland einen Schritt weiter, hat die Technik für einen Schmalspurtraktor des Typs «T4.110F» verfügbar gemacht und setzt das Fahrzeug in einem Pilotprojekt auf der «E. & J. Gallo Winery», dem grössten Weingut in Familienbesitz, ein. Dort soll diese Technik und ihre Auswirkungen intensiv getestet werden, damit man den realen Anforderungen von Winzern möglichst nahekommt. Künftig sollen autonome Lösungen für die gesamte Traktorenpalette von New Holland anwendbar werden, von den Grosstraktoren bis hin zu Spezialanfertigungen.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell Kubota «M108S» von Universal Hobbies im Massstab 1:32.

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Selbstfahrer «Varitron 470» mit Raupe Mit dem vierreihigen «Varitron 470» stellte Grimme an der letzten Agritechnica die zweite Generation der selbstfahrenden Kartoffelroder vor. Nun gibt es diese Maschine mit 435 PS starkem Motor und serienmässigem 7-Tonnen-Nonstop-Bunker auch mit einem Raupenlaufwerk. Die teleskopierbare Vorderachse ermöglicht den Einsatz eines breiten, bodenschonenden Reifens, der zudem für weniger Dammverdichtung an der rechten äusseren Reihe sorgt. Weiter wurden Verbesserungen bei der Rodetechnik, bei den Aufhängungen und Umlenkungen der Siebbänder sowie bei der Zupfwalze vorgenommen. Für den Einsatz auf schweren Böden können jetzt verschleissfeste Scharplatten aus Kunststoff eingesetzt werden, die geringere Erdanhaftungen aufweisen. 8

Schweizer Landtechnik 3 2018

Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors Kubota «M108S». Der glückliche Gewinner des Modells John Deere «6210R», das in der Februar-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Thomas Ineichen und kommt aus 5634 Merenschwand AG.


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Markt | Interview

«Wir transportieren Gülle, nicht Stahl» Der deutsche Gülletechnik-Hersteller Zunhammer gilt als Trendsetter der Branche. Die «Schweizer Landtechnik» unterhielt sich mit Firmenchef Sebastian Zunhammer über aktuelle und künftige Herausforderungen sowie über den neuen Marktauftritt in der Schweiz.

Gibt es Beispiele dazu? Vor mehr als 30 Jahren haben wir die Schleppschlauch-Technik vorgestellt und waren mit einem 6000-l-Holzfass auf Vorführungen unterwegs. Kein Mensch kaufte das Gestänge, die Zeit war einfach nicht reif. Obwohl ein Schleppschlauch damals nur gerade 8000 DM kostete, war dies den Landwirten zu teuer. Einige Jahre später kamen plötzlich Anfragen, obwohl wir das Produkt gar nicht mehr beworben haben. Heute verkaufen wir Schleppschlauchgestänge von 36 m für 100 000 Euro.

Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: Herr Zun­ hammer, das Ausbringen von Hof­ düngern wie Gülle kommt wegen der Emissionen mehr und mehr unter Druck. Die Auflagen von Behörden und Gesetzgeber nehmen laufend zu. Ist dies für die Technik-Hersteller eigentlich mehr Segen oder mehr Fluch? Es ist beides, auf der einen Seite ein Fluch, auf der anderen Seite ein Segen. Ich möchte es so erklären: Gesetzliche Regelungen haben die Eigenschaft, dass sie im Vorfeld ihrer Einführung die Wirkung einer Bremse haben. So ist beispielsweise die Düngerverordnung in Deutschland seit 2012 in Bearbeitung. Die Einführung wurde immer wieder verschoben. Die Landwirte sind verunsichert und entsprechend werden Investitionen zurückgehalten. Wird eine neue Regelung wie diese Düngerverordnung dann eingeführt, gibt es einen riesigen Auftrags-Schub.

oder bei der Reduktion von Emissio­ nen. Weiter setzen wir einen Fokus in der weiteren Verbesserung der Transport-­ Logistik. Wenn dann gesetzliche Regelungen eingeführt werden oder die Zeit für eine gewisse Technik reif ist, sind wir mit unseren Entwicklungen meist schon fertig und haben passende Lösungen parat.

Wie hat sich die Verteiltechnik in den vergangenen Jahren verändert? Die einfachen Spritzverteiler wurden seit Mitte der 1990er-Jahre schrittweise auf den Schleppschlauch umgestellt. Eine Weiter­ entwicklung ist der Gleitfuss-­Verteiler, der seit etwa 2005 auf dem Vormarsch ist. Im letzten Jahr haben wir bereits 70 % unse­ rer Tankwagen mit «Glide-­ Fix» oder «Farmland-­Fix»-Verteilern ausgestattet und

Was bedeutet dies für Ihre Unternehmensorganisation? Die Produktionssteuerung wird dadurch schwieriger, insbesondere beim Personal und bei den Zulieferern. Zuerst müssen wir bremsen, anschliessend mit Vollgas produzieren. Wir haben jetzt beispielsweise Liefer­zeiten bis Dezember, das heisst von fast einem Jahr. In Zeiten voller Auslastung kommt dann vielleicht die Forschung und Entwicklung etwas zu kurz. Können neue Regelungen die Entwicklung der Technik beflügeln? Bei uns ist das nicht so. Wir entwickeln seit vielen Jahren umweltfreundliche Gülletechnik, unabhängig von den gesetzlichen Regelungen oder meist vor der entsprechenden Einführung. Uns geht es in erster Linie darum, die anstehenden Probleme zu lösen, sei es bei der Genauigkeit beim Ausbringen 10

Schweizer Landtechnik 3 2018

«Wir bauen heute wieder mehr kleinere Fässer als früher», hält Sebastian Zunhammer fest. Bilder: R. Engeler


Interview | Markt

«Mit unserem Nährstoffmesssystem ‹VAN-Control› wird das ‹Precision Farming› beim Einsatz von Gülle möglich», meint der Zunhammer-Firmenchef.

«Wir spüren eine weitere deutliche Zunahme von Transport-Technik, zusammen mit einer stärkeren Nachfrage nach etwas kleineren Fahrzeugen zur Ausbringung», sagt Sebastian Zunhammer.

nur noch je 15 % mit Schleppschläuchen (heute vor allem noch in der Schweiz und bei sehr breiten Gestängen gefragt) und Spritzverteilern.

die Ausbringung eines Fasses. Zudem ist das «agronomische» Resultat eines Schlitzgeräts nur marginal besser als jenes eines Gleitfussverteilers.

Welche Trends gibt es in der Verteiltechnik? Die Gleitfuss-Verteiler wurden in Arbeitsbreiten bis 27 m ausgeweitet, wobei mit unserem «Tele-Fix» durch Abschalten und Einklappen jeweils drei Arbeitsbreiten möglich sind. Beispielsweise 24, 21 und 18 m. Auch die Teilbreitenschaltung über Section-Control ist inzwischen durch­ gängig realisierbar. Für die direkte Ein­ arbeitung der Gülle haben wir den Kurzscheiben-Güllegrubber «Kusgu» in Arbeitsbreiten von 4, 5, 6 und 6,50 m weiterentwickelt.

Arbeiten Sie bei den Güllegrubbern mit Herstellern von Bodenbearbeitungsgeräten zusammen? Nein. Es reicht nämlich nicht, einfach einen vorhandenen Grubber für Gülleeinarbeitung umzubauen. Das Gerät muss so kurz wie möglich sein, damit die Gewichtsverteilung am Güllefass optimiert ist. Weiter müssen die Einarbeitungsgeräte so arbeiten, dass die Gülle schön unter den Boden kommt und der Oberboden trocken bleibt, so dass die Stabwalze nicht verklebt. Weiter könnten Probleme bei der Haftung entstehen, wenn Geräte kaputtgehen: Wer haftet dann, der Hersteller des Grubbers oder jener der Gülletechnik? Dies sind Gründe für eine Eigenfertigung dieser Geräte.

Bauen Sie die Verteiltechnik selbst oder spannen Sie mit Partnern zusam­men? Die eigene Produktion deckt Schleppschlauch und Gleitfuss bis zu Arbeits­ breiten von 27 m ab. Darüber hinaus, bis 36  m Breite, verwenden wir Schleppschlauchgestänge von Vogelsang. Zudem produzieren wir den Güllegrubber «Vibro», den Scheibengrubber «Kusgu» und auch den «Zunidrill», der wieder vermehrt nachgefragt wird. Die Produktion von Schlitz­ geräten haben wir eingestellt. Wieso? Die Arbeitsbreite ist einfach zu gering. Für mich ist dieses Gerät nicht rentabel. Im Vergleich zum Gleitfuss haben wir nur die halbe Arbeitsbreite, aber doppelt so viele Fahrspuren im Feld. Weiter ist auch die Pumpenleistung halbiert und im Endeffekt braucht man doppelt so lang für

Gezielteres Düngen wird auch bei der Gülleverteilung mehr und mehr zu einem Thema. Neben der Verteil­ genauigkeit ist in diesem Zusammenhang die Kenntnis der in der Gülle vorhandenen Nährstoffe gefragt. Mit dem «VAN-Control» haben Sie schon vor Jahren ein entsprechendes Tool entwickelt. Wie Sie sagen, ist ja der Nährstoffgehalt der Gülle das eigentlich wichtige Krite­ rium. Es macht heute keinen grossen Sinn mehr, die Genauigkeit der Querverteilung noch weiter zu verbessern, die heute bereits einem Mineraldünger-Streuer ebenbürtig ist. Die Gehalte von Gülle schwanken zum Teil um mehr als 50 %, so dass man doch hier den Hebel ansetzen muss.

Ich habe mir deshalb schon 2003 Gedanken gemacht, wie man die Inhaltsstoffe der Gülle messen könnte. Zusammen mit der Universität Kiel haben wir dann den «VAN-Control» entwickelt, für den wir 2007 mit einer Silbermedaille an der Agritechnica ausgezeichnet wurden. Mit dem «VAN-Control» ist es nun möglich, Precision Farming auch beim Gülleausbringen anzuwenden und die Gülle – den einzig wirklichen Biodünger – so genau auszubringen wie einen Mineraldünger. Welche Inhaltsstoffe kann man mit dem «VAN-Control» messen? Wir messen online während der Befüllung am Gülletankwagen mehrere hundert Mal pro Sekunde gleichzeitig den Gesamt-­Stickstoff, den Ammonium-Stickstoff, Phosphor, Kali und die Trocken­ masse. Das funktioniert mittels NahInfrarot-­ Spektroskopie, also per Licht, dessen Reflektion durch ein kleines Fenster in der Gülle-Leitung aufgenommen wird. Das Farbspektrum des reflektierenden Lichts wird in Wellen zerlegt, aufgezeichnet und mit einer vorhandenen Nährstoff-Datei verglichen, so dass man daraus die Nährstoffe feststellen kann. Wie homogen muss die Gülle für einen sinnvollen Einsatz des «VAN-­ Controls» sein? Mit dem «VAN-Control» wird die Ausbringung nach Nährstoffen geregelt, beispielsweise 100  kg N pro Hektar, und nicht mehr nach Kubikmeter pro Hektar. Die Praktiker, die das System seit Längerem einsetzen, rühren das Güllelager teils bewusst nicht mehr auf, sondern nutzen beispielsweise die obere Dünngülle bei Schweinegülle für nah gelegene Flächen, 3 2018 Schweizer Landtechnik

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Markt | Interview

in die Schweiz bereits Systeme verkauft wurden und diese dort im Einsatz sind. Mit welchen Kosten muss man beim «VAN-Control» rechnen? Insgesamt mit Hardware, Datenbank und Einbau kostet der «VAN-Control 2.0» rund 30 000 Euro. Setzt man das System sechs Jahre ein, so kostet es jährlich um die 5000 Euro. Für Sebastian Zunhammer sind schärfere Regelungen rund um die Gülleausbringung Fluch und Segen zugleich.

um Transportkosten zu sparen. Jeder Tank wird einzeln gemessen, so dass bei dünner Gülle grössere Ausbringmengen verteilt werden können. Erst später wird der Güllebehälter aufgerührt und die hochwertigere, dickere und nährstoff­ reichere Gülle mit niedrigeren Gaben auf weiter entfernte Flächen ausgebracht. Bei solchen Sensoren spielt ja eine korrekte Kalibrierung eine entscheidende Rolle. Wie genau arbeitet Ihr «VAN-Control»? Der Anwender muss das System nicht kali­ brieren – er kann es auch gar nicht. Auf­ grund unserer bereits zehnjährigen Erfah­ rung wissen wir, was für die Genauigkeit nötig ist. Der Sensor kann nicht manipuliert werden. Die Datenbank im System ist fix wie eine Strassenkarte im Navigations­gerät. Und diese Datenbank wird laufend ergänzt und kann dann mit einem Update auf die Geräte geladen werden. Die Genauigkeit der Daten in der aktuellen Ver­sion wurde im Herbst 2017 von der DLG (Deutsche Landwirtschafts-­Gesellschaft) anerkannt zur Messung von Rinder- und Schweine­ gülle sowie von Biogas-­Substrat. Wie ist aktuell die Marktakzeptanz des «VAN-Control»? Auch mit diesem Gerät waren wir halt der Zeit einige Jahre voraus. Ich kann nun fest­ stellen, dass in den letzten zwei Jahren der Markt mit erhöhter Nachfrage reagiert. Seit wir ab 2016 die neue, verkleinerte und in der Handhabung auch vereinfachte Ver­ sion «VAN-Control 2.0» anbieten, ist die Akzeptanz sehr stark gestiegen. Es wer­ den wöchentlich Systeme verkauft, so­ wohl bei neuen Fahrzeugen als auch in der Nachrüstung. Wie viele Einheiten konnten Sie schon verkaufen? Die genaue Stückzahl will ich hier nicht nennen. Ich kann aber sagen, dass auch 12

Schweizer Landtechnik 3 2018

Effizient und nachhaltig schliessen sich gegenseitig oft aus – auch bei der Gülletechnik, bei der man mit den Gewichten stets am oberen Limit ist. Die Fässer werden grösser und die Verteiltechnik schwerer. Wo sehen Sie die Grenzen? Meiner Meinung nach sind diese Grenzen bereits erreicht oder schon überschritten. Die Leistung kann heute aber mittels Zubringer-­Technik noch erhöht werden, also mit Übersaugen am Feldrand. Wir spüren eine weitere deutliche Zunahme von Transport-Technik, zusammen mit ei­ ner stärkeren Nachfrage nach etwas klei­ neren Fässern zur Ausbringung, um auch bei schwierigen Bodenverhältnissen Gülle ausbringen zu können. Unsere mittlerweile 40-jährige Strategie «Wir transportieren Gülle, nicht Stahl» wird bestätigt. Die Fahrzeuge sollen möglichst leicht gebaut werden, beispielsweise durch die Verwendung von Kunststoff-­ Tanks. Aber nicht nur der Tank alleine, auch viele andere Kleinigkeiten sind entscheidend für das Eigengewicht. Zwei Tonnen weniger Gewicht mit einem Kunststofftank anstelle eines Stahlfasses bedeuten bei einem Fahr­ zeug mit Tandemachse 500 kg weniger Boden­druck pro Rad. Vermehrt sind Güllegaben auch in Ackerkulturen gefragt, beispielsweise in stehenden Mais, was jedoch eine gewisse Bodenfreiheit der Geräte voraussetzt. Was kann Zunhammer diesbezüglich bieten? Wir produzieren seit etwa 15 Jahren fast alle Tankwagen mit einer Achsspur von 2,25 m, weil wir viele Kunden haben, die seit geraumer Zeit Gülle in stehenden Mais ausbringen. Notwendig dazu ist ein zwei­ ter Satz schmaler Reifen – auch am Trak­ tor. Die Bodenfreiheit unserer Fahrzeuge war hierbei noch nie ein Problem, da die Reifen mit einem Durchmesser von 1,70 m genügend Bodenfreiheit geben. Im Übri­ gen reagiert der Mais mit Reife-Verzöge­ rung, wenn man noch zu spät düngt. Ich empfehle deshalb, Mais nur bis zu einer

Höhe von maximal 1 m zu düngen. Durch das Biegungsvermögen der Pflanzen reicht dann eine Bodenfreiheit von etwa 60 bis 70  cm aus. Ähnlich also, wie dies beim Traktor auch der Fall ist. In der Schweiz arbeiten Sie mit der Firma Hadorn zusammen. Seit wie vielen Jahren besteht diese Zusammen­arbeit? Vor 34 Jahren lernte ich Christian Hadorn kennen. Damals fingen erste Geschäfts­ beziehungen an, verbunden mit einer Freundschaft, die bis heute andauert. Bisher ist der Name «Zunhammer» in der Schweiz aber nicht so präsent. Soll sich da etwas ändern? Christian Hadorn ist aus der operativen Leitung bei «Hadorn’s Gülletechnik» aus­ gestiegen und hat an eine jüngere Mann­ schaft übergeben. Die neue Geschäfts­ führung hat beschlossen, künftig die Fahr­ zeuge auch in der Schweiz unter dem Label «Zunhammer» zu verkaufen. Unsere gesamte Werbung, die Aktivitäten in den Medien und auch die verschiedenen Messe-­Auftritte sind inzwischen interna­ tional ausgerichtet. Es ist daher nur kon­ sequent, dem Kunden die komplette Produkt-­Palette und unsere Möglichkeiten der Gülleausbringung unter dem Namen «Zunhammer» darzustellen. Gibt es durch diesen Wechsel Auswirkungen auf die Kunden? Für den Kunden ändert sich erst einmal nur der Name auf den Tankwagen. Es werden mittelfristig aber auch Vorteile entstehen, beispielsweise indem gebrauchte Fahr­ zeuge auch international auf mehr Interes­ se stossen und so möglicherweise höhere Gebrauchtmaschinenpreise erzielen. An­ sonsten ändert sich aber nichts. Welche Chancen errechnen Sie sich dadurch? Für uns wird sich die Produktion ein klein wenig vereinfachen, weil die Beschriftung der Fahrzeuge identisch zu den im deut­ schen Markt abgesetzten ist. Abschliessende Frage zur Zukunft Ihres Unternehmens: Steht die nächste Generation bereit? Mein Sohn, der auch Sebastian heisst, ist als studierter Steuerungstechniker mo­ mentan verantwortlich für den Bereich «Isobus» und für die Nährstoffmessung. Er wird nun auf die Übernahme der Firma vorbereitet.


Doppelte Flächenleistung bei halbem Spritverbrauch mit der Güttler SuperMaxx Herbert Meier und Adrian Wegmüller, Landwirte und Teilhaber der ARGE Hasli, bestätigen diese Aussage der Firma Güttler. Weiter sparen Sie durch einen geringeren oder gar keinen Einsatz von Herbiziden, indem sie mit der Grossfederzahnegge das Unkraut und den Durchwuchs mechanisch bekämpfen. Ausserdem erzielen sie mit der SuperMaxx eine effiziente, flache sowie genaue Stoppelbearbeitung und Saatbeetbereitung. Supermaxx mit ausgehobenem Rollfix

Die Betriebe der beiden Landwirte liegen in

Die Stoppelbearbeitung nach Gerste, Weizen

Watt bzw. Niederhasli, wo sie u.a. Ackerbau

oder Raps übernimmt die Grundmaschine mit

mit Wintergerste, Winterweizen, Zuckerrüben,

dem Nachstriegel am Ende der 5-balkigen

Mais und Raps betreiben. Auf der Suche nach

Bauweise. Der Rollfix ist dabei hochgestellt

einer leistungsfähigen Stoppelbearbeitungs-

und nicht mit dem Boden in Kontakt. Im ers-

maschine zur flachen Bearbeitung und mit der

ten Durchgang wird so das Ausfallgetreide zum

Möglichkeit zur Unkraut- und Durchwuchsbe-

Keimen gebracht und danach in weiteren 1 bis

kämpfung sowie Herbizidreduktion gelangten

2 Arbeitsgängen das Unkraut und der Durch-

sie zur Leiser AG in Reiden.

wuchs bekämpft. Anstelle der Kreiselegge lässt sich dann bei der finalen Saatbeetberei-

Gut beraten

tung, beispielsweise für die Kulturen Mais und

Nach einer fundierten Beratung, die viel Er-

Zuckerrüben, über den Rollfix die entspre-

fahrung durchblicken liess, und im Wissen um

chend gewünschte Rückverfestigung einstel-

die grosse Zufriedenheit eines Nachbarn mit

len. Ganz die Ebenheit wie mit der Kreiselegge

Tolle Leistung

der SuperMaxx, investierten sie in eine Güttler

wird nicht erreicht, jedoch entsteht eine opti-

Im Vergleich zum 3m-Flügelschargrubber be-

SuperMaxx mit 6 m Arbeitsbreite. Der Lieferung

male Struktur für das Wachstum der Pflanzen

arbeitet die SuperMaxx 1ha in 1/3 der Zeit bei

folgte eine detaillierte Einführung auf dem

und zugleich ein Erosions- und Verschlam-

ungefähr gleichem Kraftbedarf. Mit dem 4-Zy-

Feld.

mungsschutz.

linder 130 PS Schlepper spart dies nebst Zeit

Supermaxx bei der Saatbeetbereitung auf Ackerfläche

auch entsprechend Dieselkraftstoff. Einsatz und Ausrüstung

Adrian Wegmüller und Herbert Meier sind

Die Grundmaschine mit Schmalscharen steht

begeistert von der flachen und intelligenten

seit knapp einem Jahr im Einsatz. Zur Halbzeit

Stoppelbearbeitung mit der SuperMaxx sowie

wurde sie mit einem Rollfix Prismenwalzen-

von deren Wirtschaftlichkeit. Übereinstim-

nachläufer aus leichtem, hochverschleissfes-

mend sagen sie: «Die Qualität der Maschine,

tem Synthetik Ultra Material ergänzt.

der grosse Einsatzbereich und die genauen Einstellmöglichkeiten machen bei jedem Einsatz Freude und die nur 2.4 m Transportbreite geben Sicherheit auf der Strasse. Für uns ist Gut ersichtlich, die lose Ablage vom Grünmaterial mit ausgehobenem Rollfix

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Markt | Traktoren

Josef Meyer bewirtschaftet seinen Betrieb konventionell, legt aber viel Wert auf die mechanische Unkrautbekämpfung. Der Fendt «313 Vario» kommt unter anderem an einem 15-m-Striegel zum Einsatz. Bilder: H. Röthlisberger

Hohe Auslastung – interessante Kalkulation Josef Meyer vom Landwirtschaftsbetrieb «Château du Crest» in Jussy GE wechselt jeweils im Zweijahresturnus seine Haupt-Traktorenflotte aus. Aufgrund der hohen Auslastung ist das für ihn wirtschaftlich interessant. Heinz Röthlisberger

Das Traktorenmanagement von Josef Meyer ist nicht gerade alltäglich. Alle zwei Jahre wechselt der Bewirtschafter der 300 ha grossen Domäne «Château du Crest» in Jussy GE seine Haupt-Traktorenflotte auf einen Schlag gegen neue Modelle aus. Das geschieht nicht etwa aus Freude an neuen Traktoren, sondern aufgrund der Wirtschaftlichkeit. «Weil jeder Traktor auf unserem Betrieb jährlich rund 1000 Stunden absolviert, ist dieses System von der Kalkulation her für uns sehr interessant», betont der Landwirt. Er weiss bereits bei der Lieferung, wie viel jeder Traktor pro Stunde kosten wird. Dies auch deswegen, weil der Verkaufspreis bereits beim Kauf geregelt ist. «Das ist so mit dem Importeur vertraglich geregelt», erklärt Meyer, der dieses System seit zehn Jahren anwendet. Die Wirtschaftlichkeit werde dabei jedes Mal neu 14

Schweizer Landtechnik 3 2018

geprüft. Nicht jeder Traktor wird eins zu eins ersetzt. «Die Anzahl der absolvierten Stundenleistung entscheidet, ob ein Traktor wieder mit einem ähnlichen getauscht wird oder nicht. Wir überprüfen jedes Mal ganz genau, ob die PS-Leistung noch dem Bedarf des Betriebs entspricht.» So hat Josef Meyer beim jüngsten «Umtausch» beispielsweise einen Traktor weniger gekauft. Ein Vorteil mit diesem System sei zudem, dass auf dem Betrieb immer neue Traktoren zum Einsatz kommen, die unter voller Garantie stehen. Auch der Importeur habe an diesem «Umtausch» ein grosses Interesse. «Zweijährige Traktoren mit rund 2000 Stunden werden im Handel sehr gut nachgefragt.»

Gefragte Occasionen Die Occasionstraktoren, die nach ihrem Einsatz auf dem Betrieb «Château du

Crest» auf den Markt gelangen, haben einen hervorragenden Ruf. Mit ein Grund dafür ist, dass Josef Meyer und sein Team während der zwei Jahre gut zu ihren Traktoren schauen. «Ich darf ohne Übertreibung sagen, dass unsere Traktoren auch nach zwei Jahren immer noch in einem Topzustand sind», sagt der 59-Jährige. Einen hofeigenen Mechaniker hat der Betrieb nicht. «Jeder Traktorführer ist für seinen Traktor selbst verantwortlich. So können wir gewährleisten, dass die Traktoren immer gut gepflegt sind.»

Umtausch im Februar Ende Februar war es mit einem Umtausch wieder so weit. Mit drei Sattelschleppern wurde dem Betrieb «Château du Crest» die neue Haupt-Traktorenflotte angeliefert. Abgeladen wurden sieben neue Fendt-Traktoren mit insgesamt 1410 PS.


Traktoren | Markt

Betrieb «Château du Crest»

Jährlich schlägt der Betrieb «Château du Crest» mit diesen zwei 27-Kubik-Streuern zwischen 25 000 und 30 000 Tonnen Mist und Kompost um.

Das heisst: ein «313 Vario», zwei «516 Vario» und vier «724 Vario». Sie ersetzen die acht bisherigen Fendt-Traktoren des Betriebes. Die 237 PS starken «724 Vario» werden für schwere Transportarbeiten eingesetzt. Zum Beispiel am 3-Achsen-Hakengerät für den Muldenumschlag oder an zwei 17-m³-Miststreuern, mit denen jährlich zwischen 25 000 bis 30 000 t Mist und Kompost umgeschlagen werden. Weiter im Einsatz stehen ein 5-Schar-Pflug, eine Säkombination und eine Direktsaatmaschine, beide mit einer Arbeitsbreite von sechs Metern. Zwei der grossen Traktoren kann Meyer mit 900er-Niederdruck-Breitreifen ausrüsten. «Der Bodenschutz ist uns wichtig», erklärt er. «Wir benötigen zwar leistungsstarke Traktoren auf unserem Betrieb, aber wir schauen auch, dass sich die Gewichte in Grenzen halten.» Die «500 Vario» werden vorwiegend für die Heuernte, den Stroh- und Heutransport sowie für das Spritzen und das Düngen eingesetzt.

Um zum Landwirtschaftsbetrieb und Schloss «Château du Crest» in Jussi GE zu gelangen, muss man den Genfersee im untersten Zipfel umfahren und gelangt so in eine von Landwirtschaft und Weinbau geprägte Landschaft, die von Frankreich umgeben ist. Zum Betrieb von Josef und Stefanie Meyer gehören 300 ha Land, 20 ha Reben mit Kelterei und Direktverkauf des Weines, 600 Mastschweine und Dienstleistungsarbeiten für Dritte. Josef Meyer ist vor über 30 Jahren vom Luzernischen ins Welschland gezogen und führt den Betrieb «Château du Crest» seit 1995 als Pächter. Insgesamt werden 15 Personen und bis zu fünf Lehrlinge in den verschiedenen Bereichen beschäftigt. In den Spitzenzeiten helfen jeweils weitere fünf bis 10 Personen aus. Die Aufgabenteilung des Hofes ist gut durchorganisiert. Mit Tochter Esther, die für

Hacken und Striegeln Dem Fendt «313 Vario» werden unter anderem ein 15-m-Striegel oder ein 12-reihiges kameragesteuertes Hackgerät angehängt. «Auch wenn wir ein konventioneller Betrieb sind, setzen wir ganz klar auf minimale Bodenbearbeitung sowie die mechanische Unkrautbekämpfung», betont Josef Meyer, der für IP Suisse und für regionale Label produziert. «Überall dort, wo wir den Striegel und das Hackgerät einsetzen können, sei es im Raps, bei den Sonnenblumen, Soja oder Mais, machen wir das auch. Deswegen säen wir alle Reihenkulturen konsequent auf 50 cm Abstand, so auch den Mais und die Zuckerrüben. Die Chemie ist bei uns nur eine Notlösung und wird nur dort eingesetzt, wo es wirklich nicht anders geht.» So oder so: Das Thema Ökologisierung

Sieben neue Fendt-Traktoren, insgesamt 1410 PS. Der Umtausch der ganzen Haupt-Traktorenflotte ist für Josef Meyer aus wirtschaftlichen Gründen interessant.

die Administration zuständig ist, führt er eine Generationengemeinschaft, mit Dominik Walter, der für die Technik verantwortlich ist, eine Betriebsgemeinschaft. Zum Betrieb «Château du Crest» gehört auch eine Getreideannahmestelle mit einer Anfuhr von jährlich rund 8000 t Getreide (Bio und konventionell). «Zudem sind wir ein Dienstleistungsbetrieb für die vielen Reitställe in der Umgebung. Wir liefern Heu und Stroh und organisieren die Mistabfuhr mit Mulden. Das heisst, das abgeführte Stroh kommt als Mist wieder zurück auf unsere Ackerflächen», erklärt Josef Meyer. Für viele Gemeinden in der Umgebung organisiert er die Grüngutabfuhr mit eigener Kompostierung. Seit gut 16 Jahren pflegt das Team von Josef Meyer zudem die 130 Hektar grosse Grünfläche des Genfer Flughafens.

werde die Schweizer Landwirtschaft auch in den nächsten Jahren stark beschäftigen, ist Meyer überzeugt und erwähnt dabei die aktuelle Initiative «Für sauberes Trinkwasser». «Da wird noch viel auf uns zukommen.»

«Das kommt nicht infrage» Ob denn die nahe Grenze nicht dazu animiert, Landmaschinen und andere Investitionsgüter in Frankreich einzukaufen? «Nein, und das will ich auch nicht», betont Meyer. «Wenn wir Bauern von den Konsumenten erwarten, dass sie Schweizer Lebensmittel kaufen sollen, dann gilt auch für mich, dass ich die Maschinen beim Schweizer Händler kaufe.» Das ist für ihn wichtig, auch aus Imagegründen. «Bei uns schauen viele Leute genau hin, was und wie wir es machen.» 

Das Team, das die sieben neuen Traktoren in Empfang nahm. Jeder Traktor wird in den nächsten zwei Jahren rund 2000 Stunden auf dem Hof absolvieren.

3 2018 Schweizer Landtechnik

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Markt | Firmen

Applikations­ karten auf die Ebene der Pflanzen herunterbreche. Bei der Arbeit mit Applikationskarten regelt die Maschine die Spritzdüsen so, dass an jeder einzelnen Stelle die tatsächlich erforderliche Menge appliziert wird. Der Maschinenführer kann sich so verstärkt auf die Maschinenbedie­ nung und das korrekte Abfahren der be­ wirtschafteten Felder konzentrieren.

Kameras auf dem Gestänge

Die neue Grossflächen-Selbstfahrspritze «Condor Endurance II» mit der Bedieneinheit «EcoTronicPlus II», die Agrifac speziell für Feldspritzen entwickelt hat. Bilder: H. Röthlisberger/zvg

Intelligenz für Feldspritzen Gleich mehrere Neuheiten konnte Agrifac im Februar der Presse präsentieren. So auch «Precision-Farming»Anwendungen für Pflanzenschutzspritzen. Heinz Röthlisberger Agrifac hat kräftig in seine Zukunft in­ vestiert. Der holländische Hersteller von Pflanzen­schutzspritzen, der seit 2012 zur französischen Exel-Gruppe gehört, hat am Hauptsitz in Steenwijk ein neues Montage­ werk eröffnet. Gebaut werden in diesem Werk in Einzelanfertigung die «Condor»-­ Selbstfahrspritzen, die «Milan»-­Anhänger­ feldspritzen sowie Rübenroder für die eben­ falls zur Exel-­ Gruppe gehörende Marke «Holmer». Premiere hatte an der Werks­eröf­fnung Anfang Februar die neue Gross­flächen-­Selbstfahrspritze «Condor Endur­ ance II» mit 8000 l Tankinhalt, 24/55-m-­Gestänge sowie der neuen intuiti­ ven Bedieneinheit «EcoTronicPlus II» mit Joystick, einem Touchpad und Ziffernblock. Diese Armlehne hat Agrifac speziell für Spritzen entworfen und sie soll zusammen mit dem grossen Bildschirm für noch mehr Benutzerfreundlichkeit sorgen. Mit dem «EcoTronicPlus II» wird beispielsweise die Maschine bedient, aber auch der GPS-­ Abschnitt, die Naviga­tion auf der Strasse sowie die Routenplanung überwacht. Die neue «Condor Endurance II», die mit den 2,3 m hohen Rädern eine Bodenfreiheit von fast 1,4 m aufweist, ergänzt bei Agrifac die 16

Schweizer Landtechnik 3 2018

«Condor»-­ Selbstfahrspritzen mit 3400, 4000 und 5000 l Tankvolumen.

Jede Pflanze individuell spritzen Im Bereich Präzisionslandwirtschaft hat Agrifac mit «DynamicDosePlus» eine «Precision-­Farming»-Anwendung vorge­ stellt, mit der aufgrund von GPS-Appli­ka­ tions­karten jede einzelne Pflanze individu­ ell und bedarfsgerecht behandelt werden kann. Nicht mehr die bewirtschaftete Flä­ che als Ganzes wird mit diesem System be­ trachtet, sondern es wird, so verspricht es Agrifac, jede einzelne Pflanze individuell und gezielt versorgt. Das «Dynamic­Dose­ Plus» sei das erste System, das erstellte

Neu ist auch das Kamerasystem «AiCPlus» mit intelligenten Kameras, die direkt auf dem Gestänge montiert wer­ den. Das System verarbeitet und analysiert die Bilder der erfas­sten Pflanzen unmittelbar während der Fahrt und kann zusammen mit dem «Dynamic­Dose­Plus» die erfor­ derlichen Dosier­ mengen bestimmen. Die Algorithmen des «AiC-Plus» wurden laut Agrifac nicht von Ingenieuren program­ miert, sondern von Landwirten «einge­lernt».

System für Kurvenfahrten Eine weitere Entwicklung für das be­ darfsgerechte Ausbringen von Pflanzen­ schutzmitteln ist «StrictSprayPlus», das die Geschwindig­keit und die erforderliche Austrags­menge für jede einzelne Spritz­ düse berechnet und so die ideale Menge gewährleisten soll. Mit diesem System kann beispielsweise jede Düse individuell ein- und ausgeschaltet werden, um Über­ lappungen und Überdosierung zu vermei­ den. Möglich ist damit auch, dass Kurven­ fahrten ausgeglichen werden. Das heisst: In Kurven legen die äusseren Düsen einen längeren Weg zurück als die inneren Dü­ sen. Das «StrictSprayPlus» sorgt nun da­ für, dass die äusseren (schnelleren) Düsen ein höheres Volumen, die inneren, langsa­ meren Düsen ein entsprechend geringe­ res Volumen ausbringen. Dieses System ist laut Agrifac das erste am Markt, das Kurvenfahrten wirklich ausgleicht und überall mit einer vollständigen Deckung spritzt. 

Jede Pflanze gezielt versorgen: Möglich macht dies das System «DynamicDosePlus», das auf die Daten von Applikationskarten zurückgreift.


– . 0 0 0 0 5 CHF ve Landwirte für innovati

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Markt | Trends

Loblied auf die Sensortechnik Das Bestimmen der Inhaltsstoffe in der Gülle stösst auf stetig steigendes Interesse. Am weltweit grössten Landtechnik-Schaufenster, der Agritechnica in Hannover, wurde viel von NIR-Sensortechnik gesprochen. Noch sind aber nicht alle Systeme geprüft oder zertifiziert. Ruedi Hunger

Gülle ist nicht einfach Gülle. Die Inhaltsstoffe variieren stark und Messungen zeigen, dass es Abweichungen bis 80% gibt – selbst zwischen anerkannten Laboratorien. Logischerweise interessiert es Landwirte und Kunden von Lohnunternehmen deshalb immer weniger, welche Menge ausgebracht wird, sondern wie viele Nährstoffe auf die Felder kommen. Mittels NIR-Sensortechnik (Nahinfrarotsensor) ist es heute möglich, die Inhaltsstoffe der Gülle zu bestimmen. Mehr noch, mit dieser Technik kann nicht nur die Inhaltszusammensetzung festgestellt werden, sondern moderne Technik kann Unterschiede ausgleichen und die Gülle gar teilflächenspezifisch ausbringen. Wird die Sensortechnik beim Füllen eingesetzt, kann dies auf dem Fass oder auf der

Andockstation geschehen. Bereits nach dem Füllen ist der Nährstoffgehalt der Gülle, die sich im Fass befindet, bekannt. Je nach dem, wo der Sensor platziert ist, erfolgt die Erfassung beim Füllen oder Entleeren. Die meisten Systeme sind derzeit noch nicht abschliessend zertifiziert. «VAN-Control 2.0» von Zunhammer (siehe dazu auch Interview auf Seite 10) hat die Zertifizierung Ende vergangenes Jahr geschafft. Zwei unterschiedliche «Harvest-Lab» Sensoren von John Deere haben das Prüfsiegel «DLG-anerkannt» ebenfalls erhalten.

Fazit Dem Sensor sei Dank, wird es in naher Zukunft möglich, die Nährstoffe von Gülle und anderen Stoffen zuverlässig zu er-

fassen und diese nährstoffbezogen auszubringen. Die Technik – sofern sie dann kommt – wird aus Kostengründen wohl dem Lohnunternehmer vorenthalten bleiben. 

Definition NIRS Nahinfrarotspektroskopie, abgekürzt NIRS, ist eine physikalische Analysetechnik auf Basis der Spektroskopie im Bereich des kurzwelligen Infrarotlichts. Diese Technik wird bereits seit mehr als zehn Jahren im Feldhäcksler (John Deere) zur Bestimmung des TS-Gehaltes eingesetzt. Ebenfalls seit mehr als zehn Jahren beschäftigt sich Zunhammer mit Inhaltsstoffmessungen in der Gülle mit NIRS-Technologie.

Anbieter von NIR-Sensoren Zunhammer «VAN-Control 2.0» Zunhammer als Vorreiter auf dem Gebiet der Nährstoffbestimmung in der Gülle, hat mit dem «VAN-Control 2.0» die zweite Sensorgeneration im Angebot. Die Gülle wird beim Betanken erfasst und mehrmals pro Sekunde analysiert. Nach Abschluss der Fassfüllung wird ein Mittelwert berechnet. Dieser Wert bestimmt und reguliert die Ausbringmenge in Abhängigkeit der Nährstoffe. «VAN-Control 2.0» ist Isobus-fähig und braucht deshalb keine getrennte Verkabelung. «VAN-Control 2.0» muss nicht zwingend auf dem Fass aufgebaut sein, eine Alternative ist die Platzierung auf der Andockstation. Dieser neue NIR-Sensor kann auch auf Fremdfabrikate aufgebaut werden. Die Daten können ausgedruckt oder mit WLAN oder Bluetooth übertragen werden. Mithilfe eines Pflanzensensors ist das Ausbringen der Gülle auch teilflächenspezifisch möglich. John Deere «HarvestLab» ohn Deere setzt den bereits bekannten «HarvestLab» Nahinfrarotsensor ein. Mit ihm können die Nährstoffe in der Gülle während des Ausbringens in Echtzeit gemessen werden. Nach Angaben des Herstellers soll auch ein teilflächenspezifisches Ausbringen und Dokumentieren möglich sein. Mit mehreren Messungen pro Sekunde erhält man laut John Deere genaue Angaben zum Gesamtstickstoff, Ammoniumstrickstoff, Phosphat und Kaliumoxid in kg/ha. Der Sensor ist auch in der Lage, neben Inhaltsstoffen, den TS-Gehalt von Schweine- und Rindergülle sowie von Biogasgärresten zu erfassen. Vor der Ausbringung bestimmt der Anwender eine Nährstoff-Zielmenge und bestimmt gleichzeitig einen Grenzwert für einen zweiten Nährstoff, beispielsweise Phosphor. Das System ist in Teilbereichen DLG geprüft.

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Schweizer Landtechnik 3 2018


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Markt | Trends

Garant/Kotte «NCL-Mobile» Laut Garant/Kotte soll es mit der mobilen Nährstoff-Messstation «NCL-Mobile» möglich sein, Gülle nicht mehr auf der Basis Kubikmeter, Tabellenwerten oder Gülle-Stichproben zu bestimmen. Mit einem Nahinfrarotsensor (NIRS) werden Trockensubstanz und Gesamtstickstoffgehalt mit 15 Messungen pro Sekunde gemessen. Zusätzlich werden auch Ammoniumstickstoff, Phosphor und Kalium angegeben. Das «NCL-Mobile» ist auf einem Pkw-Anhänger aufgebaut und damit flexibel einsetzbar, sei es auf dem Hof oder am Feldrand und dies erst noch herstellerübergreifend. Über eine App für iPad werden nach Angaben von Kotte alle erfassten Daten dokumentiert. D-Tec NIR-Sensortechnik D-Tec ist ein weiterer Anbieter von NIR-Sensortechnik. Mit dem System werden die eigenen Gülletankauflieger ausgerüstet. Die Nährstoffbestimmung erfolgt in Echtzeit aus einem Probegefäss des Tankaufliegers. Laut D-Tec ist es möglich unter Zugabe von Nährstoffen ein bestimmtes N-P-K-Verhältnis auszubringen. Laut D-Tec müssen alle NIRS-Systeme regelmässig gewartet werden. Erfolgt diese Wartung nicht, besteht die Gefahr, dass die Messergebnisse verfälscht werden. Die ermittelten Daten werden zentral auf dem «D-TecNir»-Server für sechs Monate gespeichert. Von dort können sie über einer App auf Smartphones und Tablets übermittelt werden. Veenhuis «Nutriflow/Nutriject» Veenhuis beschäftigt sich nach eigenen Angaben seit 2011 mit der Entwicklung und der Kalibration einer NIRS-Gülle-Analysetechnik. In der Zwischenzeit bietet Veenhuis das «Nutriflow» für verschiedene Einsätze und in unterschiedlichen Ausführungsvarianten an. Der Sensor kann auf ein Güllefass auf/angebaut werden und ermöglicht so über Isobus-Steuerung eine variable Dosierung nach Sickstoff und/oder Phosphor. Veenhuis offeriert auch eine mobile Version, bei der ein Sensor auf einem Anhänger oder einem Trägerrahmen (Fronthydraulik) aufgebaut und eingesetzt wird. Veenhuis «Nutriject» ist eine Erweiterung des Systems. Wenn bei der Ausbringung der Gülle nach dem P-Gehalt die N-Menge unter dem gesetzlich erlaubten Niveau liegt, kann über das System automatisch die gewünschte Menge flüssiger N-Dünger beigefügt werden. New Holland und Dinamica Generale New Holland bietet neu einen NIRS-System der Firma Dinamica Generale an. Das italienische Unternehmen befasst sich mit der Entwicklung von Messtechnik für Landwirtschaft und Industrie. Teil dieser Entwicklungsarbeit ist auch ein NIRS-System. Ziel der Zusammenarbeit zwischen New Holland und Dinamica Generale ist ein universelles NIRS-System das vom Anwender und Lohnunternehmer möglichst vielseitig eingesetzt werden kann. So soll die Möglichkeit bestehen das NIRS-System sowohl auf New Holland-Erntemaschinen (Feldhäcksler, Mähdrescher, Grossballenpressen), als auch bei der Gülleausbringung zu nutzen. Das System ist nach Angaben von NH bereits für den Einsatz im Güllebereich für Messungen von Stickstoff und Schwefel ausgelegt. Die Entwicklung der Kalibrierungskurven die für den Einsatz des Sensors in den unterschiedlichsten Anwendungsbereichen benötigt werden, ist weltweit in einem Netzwerk erfasst. Bauer Group «Signo ID» Mit «Signo ID» hat die Bauer Group (Bauer, Eckart, BSA) NIRS-Messtechnik zur Gehaltsbestimmung bei Schweine- und Rindergülle, sowie Gärresten im Angebot. Es werden Nges, P2O5, K2O, NH4-N und der TS-Gehalt gemessen. Die ausgebrachte Gülle wird über die Inhaltsstoff dosiert ausgebracht und nicht nach Kubikmeter. Nach Angaben des Herstellers, werden die Nährstoffe durch den «Signo ID»-Sensor mit sekundenschnellen Messungen auf dem Güllefass während des Ansaug- und Ausbringvorganges gemessen. Isaria-Pflanzensensor in Verbindung mit «VAN-Control» Teilflächenspezifisches Düngen beschränkt sich in Zukunft nicht mehr nur auf den Düngerstreuer-Einsatz, sondern ist nun auch mit dem Isaria-Pflanzensensor von Fritzmeier Umwelttechnik in Kombination mit «VAN-Control 2.0» von Zunhammer geeignet. Der Sensor wurde in Praxisversuchen mit fünf unterschiedlichen Güllen getestet. Laut Fritzmeier erfasst der Nährstoffsensor den Nährstoffbedarf der Pflanzen zuverlässig. Die Güllemenge wird nach N-Gehalt (durch NIRS-Sensor ermittelt), geregelt ausgebracht.

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Der Reifendruck entscheidet, wie breit der Abdruck beim «EvoBib » von Michelin ist. Bilder: zvg

Ein neuer und einige alt-neue Abdrücke Bei den Landwirtschaftsreifen ist Bewegung angesagt. Neuerdings steigen ehemals bekannte Traditionsmarken wieder ins Geschäft ein. Ein lohnendes Geschäft, wie es scheint. Ruedi Hunger Zu den Traditionsmarken der Landtechnikausrüster zählten Continental, Pirelli und Goodyear. Continental verkaufte die Landtechniksparte an CGS/Mitas, Pirelli wurde in Trelleborg integriert und das Traktorreifen-Programm von Goodyear ging an Titan. Diese Entwicklung blieb nicht ohne Folgen. Die kurzfristigen Lücken wurden vorerst von den Konkurrenten geschlossen, ebneten aber gleichzeitig auch den Weg für neue Anbieter. Beispielsweise nahmen Alliance, BKT oder Nokian die Chancen wahr. Die bereits stark im Forstbereich tätigen Finnen (Nokian) drängten in den allgemeinen Landtechnikbereich vor. Alliance und BKT ge22

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lang es, als Erstausrüster bei Anbaugeräten in Erscheinung zu treten. Der Anteil Reifen für den Landwirtschaftssektor wird von Fachleuten auf rund 3 % am gesamten weltweiten Reifenmarkt geschätzt.

schonung im Fokus aller Reifen-Hersteller steht. Das sind hohe Ziele, die bestenfalls dann eine Chance haben, wenn nicht mit jeder besseren Reifentechnik gleichzeitig wieder die Gewichte erhöht werden.

Lebensraum oder Fahrbahn ?

Systemanbieter

Böden sind der Lebensraum für Pflanzenwurzel und Bodenorganismen, zusätzlich dienen sie als Fahrbahn für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Darin sehen Fachleute einen grundlegenden Widerspruch. Es ist daher nicht überraschend, dass neben Schlagkraft und optimiertem Ressourceneinsatz zur nachhaltigen Steigerung der Erträge vor allem die Boden-

Vor dem Hintergrund vermehrter Bodenschonung ist es nachvollziehbar, dass sich vor allem die führenden Reifenanbieter auch als Systemanbieter mit Reifendruckmanagement in Szene setzen. Mit dem Einbezug von IT-Programmen wird die Komplexität dieses Vorhabens so gross, dass eine enge technologische Zusammenarbeit zwischen Reifenfirmen und


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Reifenbezeichnungen und ihre Bedeutung • Diagonal-Reifen: Reifen deren Nyloncord-Karkassenanlagen in Lauffläche und Seitenwand kreuzweise im Winkel von 55 Grad übereinanderliegen. Eine Eigenschaft ist die grosse Seitenwandstabilität. • Radial-Reifen: Beim Radialreifen verlaufen die Karkassenfäden im rechten Winkel zur Fahrrichtung. Dadurch ergibt sich eine grosse Federungszone im Bereich der Flanke/Seitenwand. • Implement-Reifen: Reifen für Anhänger und gezogene Geräte. Dank eines speziellen Höhen-/Breitenverhältnisses haben sie eine grosse Bodenaufstandsfläche. • Flotations-Reifen : Niederdruck- oder Flotationsreifen sind für moderne Anhänger konstruiert worden. Es sind Breitreifen, die mit variablem Luftdruck gefahren werden können. • Cyclic Harvest Operation (Zyklische Erntearbeiten) : Die Reifen von Mähdreschern und Zuckerrübenvollerntern werden während der Arbeit sehr unterschiedlich belastet. Bei der Entwicklung von «CHO »-Reifen wurde besonderer Wert auf Stabilität und Flexibilität gelegt, sodass auch mit reduziertem Reifendruck noch hohe Lasten getragen werden. • IF – Improved Flexion (verbesserte Flexibilität) : Reifen, die dank optimierter Karkasse eine verstärkte Seitenwand-Einfederung erlauben. Ermöglicht durch reduzierten Luftdruck, führt dies zu einer grösseren Bodenaufstandsfläche. • VF – Very High Flexion: Reifen, die eine sehr hohe Flexibilität aufweisen und bei gleichem Luftdruck wesentlich höhere Lasten tragen können als Standardreifen. • LSW – Low-Sidewall-Technologie: Reifen mit einer flacheren Seitenwand (als Normalreifen), dies bei gleichem Durchmesser. Dies erlaubt einen grösseren Felgendurchmesser und damit eine grössere Kontaktfläche zwischen Reifen und Felge, was seinerseits dem Wandern des Reifens entgegenwirkt. Zu bedenken ist, dass LSW-Reifen ein kleineres Luftvolumen aufweisen. • NRO – Narrow Rim Option VF-Reifentechnologie erfordert normalerweise eine breitere Felge. Dieser Umstand ist insbesondere bei einer Ersatzbeschaffung zu beachten. Auf die bisherige Standardfelge passt nur ein VF-Reifen mit NRO-Technologie, andernfalls muss die Felge gewechselt werden. • Tweel Tweel ist ein Kofferwort aus «tire » und «wheel » und bezieht sich auf eine Innovation/Entwicklung von Michelin. Das Rad wurde zu Beginn der 2000er-Jahre von Michelin America entwickelt (siehe auch im Kasten «Spezialentwicklungen ». Die Unterschiede zwischen IF-, VF- und Standard-Reifen liegen im Wesentlichen beim Load Index, also in der tragenden Last. Ein Beispiel : Wird je ein Reifen mit 1,2 bar gefahren, dann trägt der Standardreifen vereinfacht gesagt 100 %, der IF etwa 110 % und der VF 120 %. Oder bei bestimmten Lasten muss ein entsprechend hoher Reifendruck vorhanden sein, das würde dann in der gleichen Reihenfolge bedeuten, dass 1,6 bar, 1,4 bar und 1,2 bar notwendig sind.

Spezialentwicklungen

Tweel – die Michelin-Radkonstruktion ohne Luft besitzt eine Lauffläche aus Gummi, die auf einem Stahlgürtel sitzt und von radial nachgiebigen Speichen aus Polyurethan getragen wird. Diese geben auf unebenem Untergrund nach.

Maschinenhersteller erforderlich wird. Zusätzlich kann ein solches System nur erfolgreich sein, wenn das Preisniveau vom Endverbraucher akzeptiert wird. Michelin hat mit der Übernahme von zwei Firmen aus dem Reifendruckregelanlagen-Segment die Voraussetzungen für eine Systemlösung geschaffen, die es ermöglichen soll, das gesamte Potenzial des «EvoBib »-Reifens auszuschöpfen. Zusätzlich mit der speziellen Software «Zen@Terra », die auf der Basis gespeicherter Daten zu Erträgen und Bodenbeschaffenheit den Luftdruck kontinuierlich

Bei Trelleborg gibt es ein autonomes Komplett«AirCell» nennt Mitas ein Reifen-in-Reifen-­ rad, das mit integriertem Kompressor den Druck Konzept zur schnellen Druckerhöhung. Der entsprechend der Belastung selbstständig innere Hochdruckreifen dient als Druckspeicher anpasst. Das VIP-System entwickelte Trelleborg für die schnelle Reifendruckanpassung. zusammen mit Agco-Fendt.

und punktgenau den Bedingungen anpasst. Trelleborg hat ein autarkes Luftdruckregelsystem mit der Bezeichnung «VIP » im Angebot. Dieses regelt den Reifendruck in Abhängigkeit von Radlast und Reifentemperatur komplett selbstständig. Druckleitungen von aussen sind nicht notwendig, da jeweils ein Kompressor in das radfeste System integriert ist. Im Zusammenhang mit Reifentechnologie die es erlaubt, mit tieferem Reifendruck zu fahren, rückte die Kontaktfläche zwischen Reifen und Felge in den Vorder-

grund. Es mussten Vorkehrungen getroffen werden, dass ein Wandern des Reifens auf der Felge verhindert wird.

Fazit Mit Reifen für die Landwirtschaft lässt sich scheinbar Geld verdienen, auch wenn der weltweite Marktanteil an der gesamten Reifenproduktion nur rund 3 % beträgt. Anders ist es nicht erklärbar, dass sich verschiedene Firmen in den letzten zwanzig Jahren verabschiedet haben und nun wieder – wenn auch unter anderen Vorzeichen – einsteigen. 3 2018 Schweizer Landtechnik

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Markt | Trends Hersteller und ihre Neuheiten Michelin – der Systemanbieter Michelin hat im Vorfeld der Agritechnica durch die Übernahme von PTG und Téléflow, zwei führenden Unternehmen im Bereiche Reifendruck-Regelsysteme, auf sich aufmerksam gemacht. Mit dem vor rund einem Jahr vorgestellten Reifenkonzept «EvoBib», mit 2-in-1-Technologie, wird Michelin zum Systemanbieter mit Rad-Druck-Management. Die «EvoBib»-Reifen werden in der ersten Hälfte des laufenden Jahres am Markt eingeführt. Auffallend ist der mittige Stollenring, der für weniger Laufgeräusche und hohe Laufleistung auf der Strasse und gute Traktion auf dem Acker steht. Bei einem Luftdruck über 1,2 bar kommen nur die mittleren drei Profilreihen in Kontakt mit der Fahrbahn. Unter 1,2 bar senken sich auch die Schulterbereiche des Reifens ab und bekommen zusätzlich Bodenkontakt. Michelin will eine Komplettlösung anbieten, die dem Landwirt hilft, Maschineneinsatz und Bodenschonung zu optimieren. Der neue Ansatz zeigt sich beispielsweise in «Zen@Terra», einer Kombination aus «EvoBib»-Reifen, Reifendruckregelsystem und einem einfachen Bedienelement in der Fahrerkabine. «Zen@Terra» erlaubt es, dem Landwirt oder Lohnunternehmer während der Fahrt auf einfache Art automatisch den Reifendruck anzupassen. Apollo/Vredestein Mit dem «Traxion Optimall» stellte Apollo/Vredestein kürzlich einen Traktorreifen mit F+-Technologie vor. Dieser Reifen bietet gegenüber dem normalen VF-Reifen die Möglichkeit, den Luftdruck um weitere 25 % abzusenken. Für die Praxis bedeutet dies, dass dort, wo mit einem VF-Reifen mit 0,8 bar gefahren wird, der F+-Reifen mit 0,6 bar gefahren werden kann. Für Strassenfahrten soll der Reifendruck um mindestens 0,4 bar erhöht werden. Apollo/Vredestein hat bei diesen Reifen die Flanken verstärkt und eine spezielle Gummimischung gewählt. Damit wird die Lenksicherheit garantiert und ein «schwammiges» Fahrgefühl eliminiert. Der DLG-geprüfte Reifen ist prädestiniert für Reifendruckregelanlagen, wie sie zukünftig verschiedene Hersteller ab Werk anbieten werden. Mit der neuen Technologie erhofft sich der Hersteller höhere Marktanteile als Erstausrüster. Alliance Tire Group – ATG Ein weiterer Reifenproduzent, der sich Hoffnungen macht, die Marktanteile im Segment der Erst­ anbieter zu erhöhen, ist ATG. Zur Alliance Groupe gehören auch die Budget-Marken Galaxy und Primex. Seit einem Jahr gehört ATG seinerseits zum Yokohama-Konzern. Produziert wird an zwei Standorten in Indien und einem in Israel. Der Firmensitz ist in Mumbai, Indien. Höhere Marktanteile erwartet ATG beim ganzen Angebot, begründet wird dies mit der Marktentwicklung, welche den Gesamtmarkt in Europa um 2 % sinken liess, während die eigenen Produkte den Anteil um 20 % steigern konnten. ATG hat hohe Marktanteile bei Flotation-Reifen und bietet jetzt auch VF-Flotationsreifen an. Gleichzeitig sind im Sortiment schmale IF- und VF-Pflegereifen zu finden. Schliesslich ist die 65er-Serie in VF-Technologie mit der schmalen Felgenoption NRO kurz vor der Zulassung. Für Android und iOS gibt es eine Reifen-App mit Zugriff auf das gesamte Reifenangebot von ATG. Bridgestone/Firestone Wieder neu im Landwirtschaftsbereich ist Bridgestone. Innerhalb der Unternehmergruppe werden die Bridgestone-Reifen als Premiumprodukt definiert, Firestone ist damit klar die Nummer 2 und bedient das Ersatzgeschäft. Neu im Portfolio von Bridgestone ist der Traktorreifen VX-Traktor in der Dimension 710/70 R42. Dieser Premium-Reifen mit Standardkarkasse ist ab Sommer 2018 lieferbar. Er zeichnet sich durch längere und höhere Stollen und die Gummimischung eines VF-Reifens aus. Für Erntemaschinen offeriert Bridgestone einen Reifen mit besonderer Eignung für zyklische Belastungen im Feldeinsatz. Durch ein erweitertes Marktangebot von Reifen mit einem Querschnittverhältnis von 65 % bis 85 % erwartet das Unternehmen eine merkliche Steigerung der Marktanteile in Europa. BKT – Made in India Mit einem Umsatz von rund 700 Mio. Euro im Jahr 2016, davon rund 2/3 Landwirtschaftsreifen, ist BKT gewillt, in den nächsten Jahren zu den führenden Reifenherstellern aufzuschliessen. Dazu baut das Unternehmen sein Werk in Bhuj (Indien) zum weltweit grössten Zentrum mit neuem Forschungsund Entwicklungszentrum aus (Informationsstand Agritechnica). Entsprechend optimistisch schätzt BKT die Zukunftsaussichten ein. BKT sieht sich auf dem Weg zur Marktführerschaft und strebt mehr Erstausrüstung(en) an. Zu den neuen Produkten von BKT zählt der neue Flotation-Reifen «FL 637». Dieser Stahlcord-Gürtelreifen zeichnet sich durch niedrigen Rollwiderstand, hohe Lebensdauer und gute Selbstreinigung aus. Dieser Reifen ist beispielsweise vorgesehen für Mistzetter, Güllefässer, Pressen usw. Das Profil ist richtungsgebunden, soll sich selber gut reinigen und hat einen geringen Rollwiderstand. Continental Commercial Speciality Tires Durch den Rückfall der Markenrechte von Trellborg an Continental wurde die Rückkehr der einst bekannten Marke im Bereich Landwirtschaft ermöglicht. Das Unternehmen baut für die Produktion von Landwirtschaftsreifen das Werk in Portugal kontinuierlich aus. Als neue Innovation, die das Unternehmen zum Patent angemeldet hat, ist die «N.flex-Technologie» zu nennen. Dabei handelt es sich um ein spezielles Wulstdesign mit Einzeldrahtkern, welches die neuen Radialreifen extrem robust machen soll. Zusätzlich soll nach Angaben von Continental das flexible Nylonmaterial der Karkasse deutlich dehnbarer sein als andere Materialien. Mit den beiden «Tractor70»- und «Tractor85»-Reifen will das Unternehmen wieder Marktanteile zurückholen. Schon im laufenden Jahr soll die Produktepalette stark ausgebaut werden.

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Trends | Markt

Goodyear – Titan-Gruppe Nach längerer Zeit der Inexistenz auf dem Landtechniksektor hat sich Goodyear an der vergangenen Agritechnica wieder zurückgemeldet. Titan als Eigner, zeigte neben den eigenen Reifen Goodyearund Voltyre-Reifen. Der in Nordamerika ansässige Hersteller ist bestrebt, mit der LSW-Technologie (Optitrac LSW1400/30 R46, bis zu 1400 mm Laufflächenbreite) an Traktoren die weitverbreitete Doppelbereifung abzulösen. Eine weitere Zielgruppe, die Titan/Goodyear anpeilt, sind die Rüben­ roder. Damit machen die Amerikaner Michelin und Trelleborg das (Rüben)-Feld streitig. Trelleborg Group Trelleborg hat in den vergangenen Monaten mit verschiedenen Neuheiten aufgewartet. Beispielsweise mit dem autarken Luftdruckregelsystem VIP, welches den Reifendruck in Abhängigkeit von Radlast und Reifentemperatur selbstständig regelt. Druckleitungen von aussen sind nicht notwendig. Das Merkmal der ProgressiveTraction-Reifen sind die Doppelstollen. Eine weitere Neuheit ist das sensorgestützte, intelligente Rad «ConnecTire», welches Daten an verschiedene Systeme übermittelt und verhindert, dass bei abgesenktem Reifendruck Schlupf zwischen Reifen und Felge entsteht. Die Daten des Sensors werden per Bluetooth und Mobilfunk an den Traktor und den Betriebs-­ Computer übertragen. Kürzlich vorgestellt wurden die Top-Reifenlinien «TM3000» und «TM1000 High Power» mit IF-­ Technologie. Letzterer verfügt über verbreiterte Stollenköpfe, um den Verschleiss bei Strassenfahrten zu reduzieren. Für das Segment der über 220-kW-Traktoren hat Trelleborg den «TM1060» mit VF-Technologie im Angebot. Eine weitere Neuheit ist der Agro-Industrie-Reifen «TH500». Als Alleinstellungsmerkmal für den Käufer bietet Trelleborg die individuelle Kennzeichnung der Reifen «Your Tire» an. Dabei wird nachträglich eine frei wählbare Beschriftung in der Seitenwand des Neureifens per Laser eingebracht. Mitas/Trelleborg Durch den Einkauf in die Trelleborg-Gruppe ist Mitas zur Zweitmarke aufgerückt. Die Aufgaben­ verteilung wurde überarbeitet. Trelleborg vermarktet die innovativen Produkte und Mitas hat die Aufgabe unterhalb des Premium-Segmentes die bisherige Position gegenüber den Mitbewerbern zu verteidigen und auszubauen. Diese Neuausrichtung hat auch zur Folge, dass das neue Radsystem «PneuTrac» künftig von Trelleborg weiterentwickelt wird. Auffallend im Sortiment ist der grösste Mitas-Reifen, der 1250/50 R32 SFT mit 16,5 t Tragfähigkeit bei 10 km/h, gedacht für Mähdrescher, Traktoren und grosse Trailer. Für Anhänger, Lade- und Transportwagen, Streuer und Güllefässer empfiehlt Mitas aus der neuen Generation der Flotationreifen den Agriterra 02 und 03. Nach Angaben des Herstellers verfügen sie über hervorragende Selbstreinigungseigenschaften. Dank hohem Profilanteil erzeugen sie weniger Rollgeräusche. Nokian Tyres Im nördlichsten Reifenwerk der Welt produziert Nokian mit Produktionswerken in Finnland und Russland Reifen für die Forstwirtschaft und vermehrt auch für die Landwirtschaft. Das Werk präsentiert sich als Spezialist für «schwere Einsätze und schwierige Bedingungen». Laut Nokian werden immer mehr langlebige Reifen zur Mehrfachnutzung nachgefragt und genau für solche vielseitigen Tätigkeiten wurde ein neuer Reifen entwickelt. Der «Nokian Concept Tyre» vereint die Kombination von Zugkraft auf nachgiebigem Untergrund und Langlebigkeit beim Einsatz auf befestigter Fahrbahn. Für Schwerlasten, die in der Landwirtschaft und auf Baustellen höchste Anforderungen an Anhänger-Reifen stellen, ist die Reifenreihe Nokian «CT» vorgesehen. Pirelli Nach einer fast 20-jährigen Abwesenheit ist die Reifenmarke Pirelli in diesem Jahr mit der neuen Premium Line «PHP» auf den europäischen Landwirtschaftsreifen-Markt zurückgekehrt. Produziert werden die Reifen in verschiedenen Grössen von der Prometeon Tyre Group. Die Firma ist Kopf einer Gruppe, die unter Lizenz Lkw-, Bus-, Landwirtschafts- und Nutzfahrzeug-Reifen der Marke Pirelli produziert und vertreibt. Das Unternehmen nutzt die Pirelli-Technologie im Rahmen eines Lizenz­ vertrags mit Pirelli Tyre S. p. A. und profitiert von dessen mehr als 100-jährigen Erfahrung. Die Pirelli-«PHP»-Radialreifen werden im Reifenwerk von Santo André (Brasilien) hergestellt. «Budget-Marken» Besonders für neu auf dem Markt erscheinende Marken ohne eingespielte Vertriebskanäle zu den Endkunden spielen Reifen-Grosshändler eine entscheidende Rolle. Neben den preisgünstigeren Angeboten der Zweit- und Dritt-Marken der grossen Reifenhersteller (Bsp. Michelin/Taurus) drängen vermehrt Produzenten aus der Türkei, Indien und China auf den Markt (CEAT-Altura, Petlas, MRL, KTM, Tianli, Carlisle, Özka, Starco, TVS, Eurotyre, Qihang). Diese jungen Marken drängen auf einen Markt, der sich durch Aufwärtstrends auszeichnet. Die Entwicklung des Reifenmarktes wird massgeblich durch den Konjunkturverlauf beeinflusst. Im Moment wirkt sich das zusätzliche Angebot der Budget-Marken nicht gross auf die Preisbildung aus. Bei einem Konjunkturrückgang wird sich dies aber entscheidend verändern.

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Hofdünger

Viel Geld für noch mehr Gülle Vorschriften zur Reduktion der Emissionen rufen nach immer anspruchsvollerer Ausbringtechnik. Diese wiederum ist teuer und gehört deshalb je länger desto mehr in die Hände des Lohnunternehmers. Ruedi Hunger Das Marktangebot bei Gülletechnik wird zunehmend durch strengere Ausbring­ richtlinien bestimmt. Insbesondere in unseren nördlichen Nachbarländern – spe­ ziell in Deutschland – wurden diese im vergangenen Jahr massiv verschärft. Einer­ seits erhält die präzisere Ausbringung eine immer grössere Bedeutung, anderseits sind die Ausbringzeiten eingeschränkt und erfordern deshalb immer höhere Schlag­ kraft. Höhere Schlagkraft ist gleichbedeu­ tend mit mehr Volumen und mehr Ge­ wicht. Um gleichzeitig Leerfahrten mit Fass und Verteiltechnik zu verhindern, er­ hält die zweiphasige Ausbringung, mit Trennung von Transport und Verteilung, zunehmende Bedeutung. Der Zwang zu höherer Nährstoffeffizienz erfordert einer­ seits, dass die Inhaltsstoffe bekannt sind und anderseits vermehrt die gleichzeitige Einarbeitung der Gülle bei der Ausbrin­ gung.

durchschnittlich 70 bis 80 % des Stick­ stoffs emittieren. Beim Schleppschlauch sind es noch etwa 40 %, mit Schlepp­ schuhtechnik 30 % und erst bei der Einar­ beitung mit einem Scheibeninjektor kann der Verlust auf 10 % reduziert werden. Diese Richtwerte sind abhängig von Tem­ peratur, Feuchtigkeit und Boden. Das Einarbeiten der Gülle kann «in einem Zug» vorgenommen werden, das heisst, Ausbringen und Einarbeiten erfolgt im glei­ chen Arbeitsgang. Oder aber im absätzi­ gen Verfahren, bei dem das Ausbringen getrennt von der Einarbeitung erfolgt. Zwi­ schen diesen beiden Arbeitsgängen sollten nicht mehr als drei bis vier Stunden ver­ streichen. Der ganze Aufwand ist notwen­ dig, weil beim/nach dem Ausbringen Koh­ lenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Ammo­ niak (NH3) und Schwefelwasserstoff (SH3) aus der Gülle in die Umwelt entweichen.

Markttendenz Warum dieser Aufwand ? Je kleiner die mit Luft in Berührung kom­ mende Oberfläche der Gülle ist und je schneller die Gülle im Boden versickert, desto weniger Gase können sich verflüch­ tigen. Beim Ausbringen geht man davon aus, dass bei der Gülle-Breitverteilung

Den europäischen Markt für Güllefässer und Güllefahrzeuge teilen sich mehr als 40 Hersteller. Im Angebot sind vom günstigen Einachsfass bis zum Profi-Fass für den Loh­ nunternehmer alle denkbaren Varianten. Über das gesamte Angebot gesehen, nimmt der ungebrochene Trend zu grösse­

rer Technik mit professioneller Ausstat­ tung zu. Für den Schweizer Besucher der letzten Agritechnica waren die Grösse und damit das Gewicht der ausgestellten Tech­ nik eher abschreckend als aufbauend. Im­ merhin vermerkten einige Hersteller, dass eher wieder «kleinere» Fässer nachgefragt werden.

Aus den Augen – aus dem Sinn Bei den Anbietern von Technik zur direk­ ten Einarbeitung dominieren die holländi­ schen Hersteller. Nicht überraschend, be­ steht dort doch schon seit einigen Jahren die Vorschrift zur Einarbeitung. Entspre­ chend wird in Holland schon lange Einar­ beitungstechnik gebaut. Mehrere Herstel­ ler stellen die Verteilerköpfe selber her, so: Kaweco, Veenhuis, Joskin, Samson, Slootsmid und Duport. Fliegl stellt seine Verteilerköpfe in Deutschland selber her. Marktführer als Verteilkopf-Zulieferer ist Vogelsang. Dazu sind An- und Umbausät­ ze für die Ausrüstung von Bodenbearbei­ tungsgeräten notwendig. «SynCult», aus dem Hause Vogelsang, hat sämtliche Bau­ teile für Kombination Fass/Einarbeitung. Wichtig zu wissen, beim Umbau sind kei­ ne Schweiss- und Bohrarbeiten notwen­ dig, welche die Gewährleistung des Bo­ denbearbeitungsgerätes beeinträchtigen würden. Ausrüstungspartner von Vogel­ sang sind Amazone, Väderstad, Köcker­ ling, Horsch und Pöttinger. Für die Auf­ nahme von Geräten zur Einarbeitung der Gülle werden am Fass robuste Kraftheber benötigt. Dazu muss auch die (Fass-)Statik entsprechend berücksichtigt werden. Das Düngen in den Pflanzenbestand erfordert hohe Schlagkraft nicht zuletzt deswegen, weil die Zeitfenster klein sind. Verwendet werden Bodenbearbeitungsgeräte wie Kurzscheibeneggen, Grubber oder «Strip-Till»-Geräte.

Verteiltechnik auswechseln

Einem Wunsch der Praxis entsprechend, baut auch Agrar Transportfässer. Bilder: R. Hunger

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Die zunehmende Ausbringung in wach­ sende Kulturen oder Wiesen, verbunden mit der Forderung nach hoher Nährstoff­ effizienz, fördert den Ersatz der Schlepp­


Hofdünger

Einmal auf dem Feld, sollte Gülle möglichst schnell im Boden verschwinden.

Neben der Verteiltechnik ist die Bereifung das wichtigste Kriterium bei Kauf.

schläuche durch Schleppschuhe. Zunehmendes Interesse gilt den Schlitzgeräten, sie werden vorwiegend in Grünland eingesetzt. Während Scheibeneggen und Grubber, systembedingt, im Ackerbau angewandt werden. Das «Strip Till»-Verfahren verbindet die Vorteile der pfluglosen und der klassischen Bodenbearbeitung. Dabei wird lediglich ein Teilbereich der Fläche streifenförmig bearbeitet. Ein wirtschaftlicher Einsatz erfordert hohe Auslastung. Je nach Einsatzspektrum muss der Lohnunternehmer mehrmals jährlich die Ausbringtechnik hinten am Fass wechseln. Der Idealfall wäre, wenn sich die Kosten für verlustmindernde Technik und die deshalb nutzbaren Nährstoffe gegenseitig aufwiegen. Bei der zweiphasigen Einarbeitung kann der Landwirt eine andere Rechnung machen, weil er das bereits vorhandene Bodenbearbeitungsgerät einsetzen kann. Das direkte Einarbeiten geht zu Lasten von Ausbringleistung. Wird mit Anhängefässern ausgebacht, sind zweiteilige Verfahren leistungsfähiger. Wenn direkt eingearbeitet wird, sind Selbstfahrer im Vorteil.

Angebot in Ausstattungslinien zusammenzufassen.

Fast alles ist möglich Die mögliche Ausstattung der Fässer ist gross – so gross, dass man bald einmal die Übersicht verliert. Viele Hersteller sind dazu übergegangen, dass sie eine bestimmte Anzahl Fässer mit Grundausrüstung und möglichem Zubehör offerieren. Andere Hersteller – insbesondere im grossen Produktespektrum – produzieren nur kundenspezifisch. Dann gibt es keine festen Fassgrössen. Bauhöhe, Länge und Breite werden zusammen mit dem Kunden festgelegt, ebenso ob mit oder ohne Radkästen. Damit erhält der Kunde genau das Fass, welches er will – allerdings um einen entsprechend höheren Preis. Insgesamt bewegt sich die Preisspanne schnell einmal zwischen CHF 10 000.– und über CHF 200 000.–. Damit das Angebot einigermassen überblickbar bleibt, sind grosse Hersteller dazu übergegangen, das

Fasskörper – Stahl oder GFK ? Während einige Hersteller nur Stahlfässer produzieren, bieten andere sowohl Stahlfässer als auch Fässer mit glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) an und dann gibt es noch die reinen GFK-Fässer-Anbieter. GFK-Fässer geniessen den Ruf, leichter zu sein. Das stimmt grundsätzlich, es gibt aber Einschränkungen, insbesondere dort, wo aus statischen Gründen der Fahrzeug­ rahmen verstärkt werden muss, damit die hohen Gewichte und Zugkräfte schwerer Ausbring- oder Einarbeitungstechnik aufgenommen werden kann. Für das Fahren im Hundegang ist ein schwenkbares Hubwerk erforderlich.

Fass-Neuigkeiten Agrar-Landtechnik baut seit vergangenem Jahr ein Transportfass mit einem Ladevolumen für 24 000 l. Das Fass verfügt über ein BPW-Tridemfahrwerk mit hydraulischem Achsausgleich. Annaburger hat das Gewicht seiner Güllezubringer optimiert. Bei einem Gesamtgewicht von 29 t und einem Eigengewicht von 7,5 t bleibt eine Nutzlast von 22,5 t. BSA, ein Tochterunternehmen der Bauer Group, hat beim Pumptankwagen «Lowliner» dank spezieller Tankform einen extra tiefen Schwerpunkt gewählt. Das Fass ist zudem problemlos mit allen gängigen Einarbeitungs- und Verteilgerä-

ten kompatibel. Zur Stützlasterhöhung verfügt das Fass über ein Zweikammersystem. Auch Eckart baut ein Zweikammersystem und zwar, nach eigenen Angaben, das Erste bei einem Polyester-Vakuumfass. Das Besondere ist, dass die Trennwand nicht oben, sondern unten offen ist (wie bei den Bauer-Stahlfässern). Bei Krampe gibt es nun für das Fahrgestell des Deichselanhängers «Roadrunner» einen Zubringer-Fassaufbau mit einem Trans­portvolumen von 26 000 l. Joskin rüstet die «Volumetra»-Fässer nun auch mit Vakuumpumpen aus, deren Pumpenleistung bis zu 25 000 l/min Luftleistung erreicht. Zunhammer hat mit dem «ULT-24» einen Tankwagen im Angebot, der komplett aus leichtem GFK-­Material gefertigt ist. Er hat keinen zusätzlichen Metallrahmen, lediglich die drei luftgefederten Achsaggregate sind aus Stahl gefertigt.

Das optimale Fahrwerk . . . Neben der Verteiltechnik ist das Fahrwerk die wichtigste Komponente am Fass. Fässer werden mit einer, zwei oder drei (ausnahmsweise vier) Achsen ausgestatten. Für mehrachsige Fahrwerke gibt es unterschiedliche Lenkarten. Gewählt wird zwischen Nachlauf-Lenkung und Zwangs-­ Lenkung. Die Zwangs-Lenkung kann rein hydraulisch, elektrisch oder elektrohydraulisch ausgestaltet sein. Ob ein Fahrwerk bodenschonend ist, wird durch die Fahrwerkausrüstung, die Reifenwahl und die Zusatzausrüstung, beispielsweise Reifendruckregelanlagen oder teleskopierbare Achsen, beeinflusst. Vereinzelt werden elektrische oder hydraulische Antriebs­konzepte für einzelne Achsen angeboten.

. . . am Einachsfass Während Einachsfässer überwiegend ohne jegliche Federung gekauft werden, sind mehrachsige Fahrwerke in der Regel mit einem Federsystem ausgerüstet. Die ein-

Eine echte Entlastung für den Boden bringt erst die Feldrand-Verschlauchung ab LKW.

Nicht zu unterschätzen ist das zusätzliche Gewicht, das mitgeführt wird.

Bild: Zollinger

Bild: Vakutec

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Hofdünger

fachste Variante ist ein Parabelfedersystem, gefolgt von hydraulischen, hydropneumatischen Systemen oder Luftfederung. Zusätzlich gibt es Deichselfederungsvarianten. Einachsfässer gibt es mit Volumen ab 2000 l und etwa 8000 l. Ein aussergewöhnliches Angebot macht SGT mit einem Einachser als Schwanenhalsfass für den «Xerion» von Claas oder den JCB«Fastrac». Neben der guten Wendigkeit gibt es Bodenschutzargumente, wenn beispielsweise der «Xerion» im Hundegang gefahren wird. Auch Veenhuis hat eine ein­ achsige Fass-Variante im Angebot, um mit einer Schwenk-Deichsel das Fass so zu verschieben, dass die Fass-Spur neben der Traktorspur verläuft. Joskin sucht mit dem «Tetrax2»-Fass eine andere Möglichkeit, den Boden zu schonen, indem das Fass mit einer Doppel-Pendelachse ausgerüstet wird. Die vier maximal 190 cm hohen und 65 cm breiten Räder ermöglichen eine maximale Aufstandsfläche innerhalb der Fahrzeugbreite. Der Markt für kleine Fässer hat eine rückläufige Tendenz, da entweder grössere Fässer gekauft werden oder weil der Lohnunternehmer die Ausbringung übernimmt.

Optimale Stützlasten

Selbstfahrer – die «Königsklasse »

Es ist damit zu rechnen, dass zukünftig vermehrt die Verteileinrichtungen am Güllefass mehrmals im Jahr gewechselt werden. Wenn die Gewichte der Anbaugeräte stark variieren, verändert sich die Schwerpunktlage und es besteht die Gefahr, dass negative Stützlasten auftreten. Dies hat die Firma Wienhoff erkannt und dazu bewogen, ein System zur automatischen Regelung der Stützlast zu entwickeln. Bei Tandem- oder Tridem-Fässern wird in Abhängigkeit von der in der Deichselfederung gemessenen Stützlast, der Luftdruck in den Federbälgen der vorderen Achse angepasst. Im Unterschied zu bisherigen Alternativen für die Schwerpunktverlagerung (z.  B. verschiebbare Achsen) ist bei diesem System kein Eingreifen des Fahrers nötig. Durch die automatische Einstellung werden die Fahrsicherheit auf der Strasse und auch die Traktion auf dem Feld erhöht.

Diese Einzweckmaschine kann die optimale Lösung für einen Lohnunternehmer darstellen, wenn – und das ist die Voraussetzung – genügend Auslastung erreicht wird. Sie sind im Grundkonzept schon mit einem «bodenschonenden» Fahrwerk ausgerüstet. In Verbindung mit verschiedenen Lenkarten können Fahrstrategien gewählt werden, die mit der Traktor/Fass-Kombination nicht möglich sind. Bei der Entwicklung des neuen Trägerfahrzeuges «Terra Variant 435» von Holmer wurden verschiedene bodenschonende Techniken berücksichtigt. Neben der Minimierung des Eigengewichts, der Hundeganglenkung und der Verwendung grösstmöglicher VF-Bereifung, mit einem variablen Reifeninnendruck bis minimal 1,2 bar, sind der unabhängige Achsantrieb und die Definition von Fahrstrategien (Ausbringen in der Ebene, in kupiertem Gelände, in Reihenkulturen in der Ebene und im kupier-

. . . am Tandemfahrwerk Das Tandemfass ist eine weitverbreitete Variante. Bereits ab 6000 bis 8000 l werden Fässer mit Tandemfahrwerken verlangt. Die obere Tandem-Grenze liegt bei etwa 18 000 l. Die Überschneidungen liegen bei 2000 bis 4000 l. Die Position des Fahrwerks wird heute durch die Ausbringtechnik bestimmt. Wird diese gewechselt, ändert sich auch die Stützlast. Daher gibt es die Möglichkeit des verschiebbaren Fahrwerks. Durch den Schiebebereich von etwa 70 cm werden extreme positive oder negative Stützlasten aufgefangen. Vereinzelt wird das Problem über das Feder-­System entschärft. Für die Güllefass-Baureihe «X-Trem» offeriert Joskin ein Tandemag­ gregat, dessen vordere Achse teleskopierbar ist. Die Spurbreite verändert sich auf jeder Seite um rund 71 cm, von 2,28 m auf 3,70 m.

. . . am Tridemfahrwerk Tridemfässer sind mehrheitlich den Lohnunternehmern vorenthalten. Das Fass-­ Volumen beginnt bei etwa 18 000 l. Für das Fahrwerk wird LKW-Technik verwendet (Bremsen, Federung usw.) Groteskerweise begrenzt das Strassenverkehrsgesetz das Gewichtslimit, ein entsprechendes Limit für die Einsatzfläche gibt es Bald Standard-Verfahren ? Auch auf Grünland soll Gülle durch die aufgeritzte Grasnarbe rasch in den Boden einfliessen. (noch) nicht! 28

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ten Gelände, Wenden und Strassenfahrt) zu nennen.

Zwei-Phasen-Ausbringung Bei der Eigenmechanisierung erfolgen Transport und Ausbringung der Gülle mit demselben Fass. Das hat den Vorteil, dass nur eine Technik (Traktor, Fass inkl. Fahrer) benötigt wird. Dabei sind aber die teuren Verteiler die meiste Zeit auf der Strasse unterwegs. Kommt dazu, dass das Gewicht für den Verteiler das Nutzgewicht für Gülle reduziert. Bei der Zwei-Phasen-­ Gülleausbringung werden Transport und Ausbringung getrennt. Verschiedene Anbieter haben in letzter Zeit das Angebot ausgebaut. Beispielsweise ist Agrar-Landtechnik dem vielfältigen Wunsch aus der Praxis nachgekommen und bietet ab sofort ein 24 000-l-Transportfass an. Fliegl hat die Reihe der Transportfässer «Tetraliner Dolly» um eine Variante mit hinten aufgesetzter Drehkolbenpumpe erweitert. Die hydraulisch angetriebene Pumpe von Vogelsang hat eine Leistung von 6000 l/min. Zunhammer baut neu ein selbsttragendes GFK-Transportfass. Einzig die beiden Fahrwerke sind Stahlkonstruktionen.

Strassenverkehrslimit Die Erhöhung der Schlagkraft durch grös­ sere Güllefässer mit mehr Arbeitsbreite der Verteilgeräte ist bei mehreren Firmen ein aktuelles Thema. Wenn die zulässigen Abmessungen für die Strassenfahrten eingehalten werden sollen, konkurrieren Fassgrösse und Arbeitsbreite. Die Firma Bomech stellt einen Kompakt-Schlepp­ schuhverteiler vor, der hinter dem Fass zusammengeklappt werden kann. Dadurch kann bei maximaler Fassbreite die Gesamtbreite des Fahrzeugs innerhalb der gesetzlichen Grenzen gehalten werden. Die Firma Vredo löst das Problem, indem das Fass relativ schlank gehalten, dafür jedoch nach oben vergrössert wird. Auf der Strasse wird bei seitlich eingeklapptem Gestänge mit maximal 30 m Arbeitsbreite die zulässige Gesamtbreite von 3 m eingehalten.

Ausbring- und Verteiltechnik Gülle wird entweder breit oder oberflächlich streifenweise mit dem Schleppschlauch ausgebracht. Zunehmend werden Verfahren notwendig, die durch oberflächliches Anritzen des Bodens ein schnelleres Einsickern der Gülle ermöglichen. Schliesslich gibt es noch die Möglichkeit, dass Gülle in den Boden eingearbeitet wird. 30

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Selbstfahrer sind Einzweck-Fahrzeuge und erfordern eine entsprechend hohe Auslastung.

Die Kosten steigen mit der Reihenfolge der Aufzählung (Breitverteiler-Schleppschlauch-Schleppschuh-Gülledrill-Einarbeitung). Insbesondere die Einarbeitung in den Boden erfordert viel Zugkraftaufwand und verursacht entsprechend hohe Kosten, da viel Leistung für die gleichzeitige Bodenbearbeitung erforderlich ist. Es sind maximal 12 m breite Geräte möglich. Während bei Schleppschlauch/Schleppschuh-Verfahren theoretische Arbeitsbreiten bis 36  m möglich sind.

Zusatzausrüstungen Verstopfungssensor: Zur zuverlässigen Durchflusskontrolle rüstet Vogelsang den Gülleverteiler mit einem Sensor und dem «Flow Performance Monitor» aus. Der Sensor kommt ohne optische Sensoren aus und ist aus verschleissfestem Stahl gefertigt. Er wird am Ablaufschlauch des Verteilers eingebaut und überwacht den freien Fluss im Schlauch. Ist der Ablauf verstopft, erkennt der Sensor das sofort und zeigt den Fehler direkt auf dem Display in der Fahrerkabine an, damit das Problem behoben werden kann. Isobus-Anwendungen: Mit einer Isobus-fähigen Steuerung für Schleppschlauchgestänge vereinfacht Vogelsang die Gülleausbringung und das Handling von Schleppschlauchgestängen. An der Agritechnica wurde das Steuerungssystem erstmalig mit dem «Compax»-Gestänge präsentiert. Die «Performance Control Unit» funktioniert mit jedem Isobus-fähigen Selbstfahrer. Die Steuereinheit nutzt das vorhandene Display in der Fahrerkabine und passt sich diesem an, es ist daher kein zusätzliches Display nötig. Die Hand-

habung ist intuitiv und sprachneutral aufgebaut und dadurch besonders bedienerfreundlich. Zu den Funktionen, die über das Display möglich sind, zählen unter anderem Klappvorgänge, Hangausgleich sowie das Teilbreitenmanagement. Elektronik: Der Fasszähler von Fliegl speichert die Daten und versendet diese über Bluetooth. Herz dieses Fasszählers ist ein Beacon (Bluetooth-Sender), der am Drehpunkt eines Schwimmers im Güllefass montiert ist. Wird das Fass gefüllt, registriert das System die Füllung am oberen Messpunkt. Wird das Fass geleert, registriert der «Beacon» die Leerung am unteren Messpunkt. Eine Füllung und eine Leerung ergibt ein gezähltes Fass. Fliegl setzt einen «Beacon» der «Counter»-Version ein. Der mit einem Neigungs- und Beschleunigungssensor versehene Counter erfasst nicht nur die Fassfüllungen, sondern kontinuierlich auch Füllstände und Betriebsstunden. Mittels Fliegl-Fasszähler App und Smartphone werden weitere Funktionen ermöglicht.

Fazit Machbares und Sinnvolles sind auch bei Gülletechnik zwei verschiedene Paar Schuhe. Die schier ins Unermessliche gewachsene Gülletechnik widerspiegelt das eigentliche und regional wirklich über­ bordende «Gülle-Mengenproblem». Die Hersteller haben mit ihrem Angebot weitgehend auf die Nachfrage reagiert. Noch wird auf Schweizer Bauernbetrieben die Eigenmechanisierung bevorzugt. Mit kleiner werdenden Ausbringfenstern und fehlenden Arbeitskräften werden zunehmend andere Mechanisierungsformen aktuell. 


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Gülle direkt einarbeiten Die Vorgaben sind bekannt : Gülle soll bei der Ausbringung und im Anschluss daran möglichst wenig mit Luft in Kontakt kommen, damit sich die Gase nicht verflüchtigen können. Ruedi Hunger Zur Erfüllung dieser Forderungen gibt es nur die Einarbeitung. Es stehen einoder zweiteilige Verfahren zur Ver­ fügung. Bei Letzterem wird die Gülle herkömmlich ausgebracht und innerhalb einer definierten Zeitspanne eingearbei-

tet. Dazu werden in der Regel Scheiben­ eggen oder Grubber eingesetzt. Beim einteiligen oder kombinierten Verfahren erfolgt das Ausbringen und Einmischen in den Boden in einem Arbeitsgang. Bei der anschliessenden Übersicht

geht es immer um die direkte Einarbeitung. Die Geräte zum Einmischen sind am Güllefass oder Selbstfahrer angebaut. Es gibt die gleiche Möglichkeit auch für die Gülleverschlauchung. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen Acker- und Grün-

Systeme und Hersteller Scheibeneggen

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Hersteller

System-Beschrieb

• Amazone Catros 5/6 m, 2 x 20/2 x 24 Scheiben Vogelsang-SynCult-Exaktverteiler • Bauer Group Cerres-S, 3–6 m, 24–48 Scheiben Vogelsang-Dosimat LVX • Evers Toric-S, 4.65–6.15 m, 32–44 Scheiben Vogelsang-Verteilkopf • Fliegl Maulwurf 3–7.5 m, 18–52 Scheiben Fliegl-Schneckenverteiler • Horsch Joker 4–7 m, 32–58 Scheiben Vogelsang-SynCult-Exaktverteiler • Joskin Terradisc 4/5/6 m 32–48 Scheiben Joskin-Schneidwerk • Kaweco Compact-Opti-Disc, 24 Scheiben Kaweco SV 24 • Kverneland Qualidisc-Farmer 4–6 m, 32–48 Scheib. Veenhuis-Lochscheibenverteiler • Lomma Sachsen In-Disc 3–7.5 m, 24–56 Scheiben Vogelsang/Jako • Pöttinger Fox 3/3.5 m, 22/26 Scheiben Vogelsang-SynCult-Exaktverteiler • Samson SD 500–700, 2 x 20–2 x 28 Scheiben Senkrechter Verteiler m. Tellerschar • Väderstad Carrier X 4/5/6 m, 34/42/50 Scheiben Vogelsang-Dosimat • Veenhuis TerraJect-Disc, 4/5/6 m, 32–48 Scheib. Veenhuis-Lochscheibenverteiler • Zunhammer KUSGU 5/6 m ; Zuni-Drill 6–13.5 m Vogelsang-LVX-Verteiler

Allgemeines Bei der direkten Gülleeinarbeitung mit Scheibeneggen wird die einmischende Arbeitsweise der Scheiben genutzt. Die eingesetzten Scheiben haben Durchmesser von 410 mm bis 620 mm. Die Anzahl Scheiben wird durch die Arbeitsbreite bestimmt. Der Ø-Strichabstand misst 120 mm bis 300 mm.

Arbeitsbreiten Die Arbeitsbreiten reichen von 3.0–7.5 m. Eng mit der Arbeitsbreite verbunden ist der gesamte Kraftaufwand für das Ausbringen und Einarbeiten. Nach allgemeinen Angaben der Hersteller ist ein Leistungsbedarf von 90 bis über 300 kW erforderlich. Das Gewicht liegt zwischen 670 kg und 5500 kg.

Gülleverteiler In der Mehrzahl sind Exaktverteiler von Vogelsang aufgebaut. Auch Verteiler von Samson, Fliegl, Joskin und Veenhuis werden aufgebaut. Die Anzahl Verteilschläuche steht in direkter Verbindung mit der Arbeitsbreite und reicht von 12 bis 52. Der Durchmesser beträgt in der Regel 50 mm, Ausnahmen 40 und 60 mm.


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landtechnik. Scheibeneggen und Grubber werden in grosser Anzahl an­geboten. Kleiner ist das Angebot an Streifengeräten für das «Strip Till »-­Verfahren. Es ist wichtig, dass Fassvolumen, Arbeitsbreite und durchschnittliche Feldlängen – unter Berücksichtigung der Ausbringmenge – aufeinander abgestimmt sind. Kurzbauende-Geräte sind für den Fassanbau und für Strassenfahrten idealer.

Direkte Einarbeitung Grubber und Kurzscheibeneggen lockern und mischen den Boden ganzflächig. Die Gülle wird bei der Scheibenegge vor oder nach der ersten Scheibenreihe ausgetragen und etwa fünf bis 12 cm tief eingearbeitet. Vogelsang bietet mit «SynCult» einen Nachrüstsatz für bereits vorhandene Geräte. Scheibeneggen brauchen eine Grundgeschwindigkeit um 10

Durch das Einarbeiten der Gülle, bleiben praktisch alle Nährstoffe erhalten. Damit entstehen auch kaum Emissionen an Treibhausgasen, insbesondere Ammoniak.

Schlitzgeräte

km/h. Beim Grubber erfolgt die Ablage hinter jedem Zinken. Die Einarbeitungstiefe liegt zwischen fünf und 15 cm. Der Strichabstand liegt zwischen 25 cm und 50 cm. Die Geräte sind zwei- oder dreibalkig ausgelegt. Als Nachläufer gibt es Striegel oder Walzen.

Streifengeräte/«Strip Till» Gülleeinarbeitung mit Streifengeräten ist Teil des «Strip Till»-Verfahrens. Das Verfahren eignet sich für Selbstfahrer und die Fassausbringung. «Strip Till» mit Gülle bietet einen hohen Erosions- und Verschlämmungsschutz und verbessert die Tragfähigkeit des Bodens. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem unbearbeiteten Boden ist, dass die bearbeiteten Streifen rascher erwärmen und zügiger abtrocknen.

Hersteller

System-Beschrieb

• Bomech Zwei Scheibeninjektoren mit 32/36 Scheiben. Scheiben-Ø 250 mm. VogelsangExacut-Verteiler • Duport 3 Baureihen mit insgesamt 16 Varianten, davon eine Mais-Baureihe für 75 cm Reihenabstand. Eigener Verteilkopf. • Fliegl Eine Vario-Disc-Baureihe und eine Injektor-Disc-Baureihe. Arbeitsbreiten von 3,0 m bis 8,0 m. Fliegl baut einen Schneckenverteiler auf. • Garant/Kotte Zwei Varianten mit Arbeitsbreiten von 6,0 m bis 8,4 m bzw. 32–48 Scheiben. Vogelsang-ExaCut-Verteilkopf. • Joskin Zwei Baureihen, insgesamt 9 Varianten. 14 bis 44 Scheiben. Joskin-Schneidwerk als Verteilkopf. • Samson Drei Modelle mit 8 m oder 12 m Arbeitsbreite. 2-Scheiben-Elemente. Mit eigener Samson-Verteiltechnik. • Schouten Drei Modelle mit 6,8 m bis 12 m. 2-Scheiben-Elemente. Ein oder zwei VogelsangVerteilköpfe. • Schuitemaker Vier Modelle von 8 m bis 12,25 m. 2-Scheiben-Elemente. Vogelsang-Verteiler. • Veenhuis 3 Baureihen, 19 Modelle. 2-(4-)Scheiben-Elemente. Veenhuis-Lochscheibenverteiler. • Vredo 3 Baureihen, 5,2 m bis 12 m. 23– 68 Scheiben. Vogelsang-Verteiler. • Zunhammer 1 Grünland-Baureihe, 4,5 m–12 m. Vogelsang-Verteiler.

Allgemeines Allen Schlitzgeräten gemeinsam ist, dass sie mit Scheiben ausgerüstet sind. Diese öffnen einen Bodenschlitz, worin die Gülle abgelegt wird. Schlitzgeräte werden in Arbeitsbreiten von 3,0 m bis über 12 m angeboten. Entsprechend variiert die Anzahl Scheiben zwischen 10 und 68 Stück.

Gülleverteiler Als Verteilerkopf werden Produkte von Vogelsang, Duport, Fliegl, Joskin, Samson und Veenhuis aufgebaut. Entsprechend der Arbeitsbreite haben die Verteiler zwischen 26 und 68 Abgänge. Die Verteilerschläuche haben einen Durchmesser von 40 bis 60 mm.

Einarbeitung Die Scheiben sind in einem Abstand von 175 mm bis 350 mm befestigt. Der Scheibendurchmesser beträgt 250 mm bis 400 mm. Pro Element sind ein bis vier Scheiben vorhanden. Die Arbeitstiefe variiert zwischen zwei und sechs Zentimeter. Das Gewicht des Schlitzgerätes beträgt zwischen 800 kg und 4100 kg.

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Zinken/Grubber

Streifengeräte

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Hersteller

System-Beschrieb

• Agrometer Ackerlandinjektor 8 m/31 Zinken • Bauer Group Cerres-G, 3–6 m, 10–19 Zinken • Evers 4 Baureihen, 4,5–10 m, 15–34 Zinken • Fliegl 2 Baureihen, 3–6 m, 10–36 Zinken • Kotte 4 Baureihen, 3–7,5 m, 7–25 Zinken • Joskin 4 Baureihen, 2,8–7,5 m, 7–19 Zinken • Kaweco 1 Baureihe, 4,0–7,5 m, 13–27 Zinken • Köckerling 1 Baureihe, 6,2 m, 23 Zinken • Lomman Sachsen 1 Baureihe, 3,0–6,75 m, 9–19 Zinken • Peecon 1 Baureihe, 3–6,2 m, 9–19 Zinken • Samson 2 Baureihen, 4,4–8,6 m, 15–27 Zinken • Slootsmid 2 Baureihen, 3–7,8 m, 11–26 Zinken • Veenhuis 1 Baureihe, 7,75–6,45 m, 16–28 Zinken • Volmer 1 Baureihe, 4,5–6 m, 14–19 Zinken • Zunhammer 1 Baureihe, 2,45–6 m, 9–23 Zinken

Allgemeines Die lockernde und mischende Wirkung von Grubberzinken eignet sich gut für die direkte Einarbeitung von Gülle. Zum Einsatz kommen Federzinken oder Grossfederzinken, ausnahmsweise auch starre Zinken. Das Gewicht liegt zwischen 550 kg und 3700 kg.

Hersteller

System-Beschrieb

• Duport 1 Baureihe, 3–7,5 m, 4 Reihen Räumsternscheiben • Evers 1 Baureihe, 3–6 m, (75 cm RA) Schneidscheiben-Räumstern-Zinken • Kuhn-Striger 2 Baureihen, 3–6 m, 6/8/12 Reihen Schneidscheiben-Räumstern-Zinken • Kverneland-Kultistrip 1 Baureihe, 3–6 m, 6–12 Reihen Schneidscheiben-Räumsterne-Zinken • Rabe Grégoire-Besson 1 Baureihe, 3–6 m, 4 Reihen Scheibensech-Räumstern-Meissel • Sly 1 Modell, 4 Reihen Schneidscheibe-Räumstern-Meissel • Vermac-Orthman 1 Baureihe, 5,5–6 m, 8/12 Reihen k. A. • Vogelsang 2 Baureihen, 3–6 m, 8/12 Reihen Schneidscheiben-Räumstern-Zinken • Volmer 1 Baureihe, 4,5–9 m, k. A. k. A. • Wienhoff 1 Baureihe, 6 m, 8 Reihen k. A.

Allgemeines Rund zehn Anbieter stellen Streifengeräte für die direkte Gülleeinarbeitung her. Im Gegensatz zu Scheibeneggen und Grubber erfolgt die Einarbeitung streifenweise. Dieses System macht dann Sinn, wenn der ganze Anbau auf das Strip-Till-Verfahren umgestellt ist.

Arbeitsbreiten Die Arbeitsbreiten liegen zwischen 3,0 m und 7,5 m, dies mit einer Zinkenanzahl von 7 bis 30. Diese sind auf zwei oder drei Balken angeordnet. In der Regel sind zwei bis sechs Stütz- oder Tragräder vorhanden. Als Nachläufer dienen Striegel, Schleppzinken, Spatenrolleggen oder Rohrtragwalzen. Gülleverteiler Je nach Hersteller sind Verteilköpfe von Vogelsang, Joskin, Kaweco, Samson und Veenhuis aufgebaut. Die Anzahl Verteilschläuche entspricht der Zinkenanzahl. Der Strichabstand misst zwischen 200 mm und 330 mm. Der Schlauchdurchmesser variiert zwischen 40 und 60 mm.

Arbeitsbreiten Die Geräte sind mit Arbeitsbreiten von 3,0 m bis 9,0 m erhältlich. Mit einer Reihenweite von 37,5 cm bis 80 cm entspricht dies vier bis 16 Reihen. Als Gülleverteiler von Vogelsang oder Veenhuis mit 4 bis 16 Abgängen aufgebaut. Die Geräte wiegen zwischen 1000 kg und 5000 kg (9 m). Einarbeitung In der Regel sind vier Werkzeug-Folgen vorhanden. Vorweg laufen Schneidscheiben oder Scheibenseche, gefolgt von Räumsterne. Das Lockerungswerkzeug ist jeweils ein Zinken und als Nachläufer werden unterschiedliche Walzelemente eingesetzt.


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Verwendungszweck und mögliche Geräte Gülleeinarbeitung im Acker

Scheibeneggen, Grubber, Streifengeräte

Gülleeinarbeitung im Grünland

Schlitzgeräte

Vor- und Nachteile verschiedener Verfahren

Nachteile

Vorteile

Kurzscheibeneggen + Hohe Schlagkraft + Steinunempfindlich + Geringer Verschleiss + Breitflächige Einarbeitung + Geringerer Zugkraftbedarf (als Grubber) – Maximale Arbeitstiefe 10–15 cm – Evtl. zweiter Bearbeitungsschritt notwendig – Bei hartem Boden und/oder hohen Strohmengen gibt’s ein Einsatzlimit – Scheibenlager müssen «gülleverträglich» sein

Damit erfolgreich Gülle über ein Streifengerät ausgebracht werden kann, muss der Boden tragfähig und trocken sein. Die Vorkultur muss abgefroren oder bearbeitbar sein. Schliesslich braucht dieses absätzige Verfahren ein genaues GPS. Streifengeräte werden unter anderem von Duport, Evers, Kuhn, Kverneland, Rabe, Grégoire-Besson, Sly, Vogelsang, Volmer und Wienhoff angeboten.

Schlitzgeräte Schlitzgeräte werden vorwiegend im Grünland eingesetzt. In losen Ackerflächen mit Ernterestauflage sind Scheiben verstopfungsanfällig. Die Gestaltung der Scheiben ist unterschiedlich. Neben Einscheiben-Elementen werden auch Zweischeiben-Elemente verwendet. Zusätzlich gibt es V-Scheiben. Die Hersteller sind bemüht, das Wurzelsystem zu schonen und

Grubber + Grosse Arbeitstiefe möglich + Lockern und Düngen in einem Arbeitsgang + Gute Vermischung von Boden und Gülle + Breitflächige Einarbeitung

«Strip-Till»-Streifengeräte + Unterschiedliche Bauweisen ermöglichen auch grosse Arbeitsbreiten + Geringerer Zugkraftbedarf + Hoher Bodenbedeckungsgrad + Rillen sind weitgehend frei von Rückständen + Wurzelwachstumsreize durch tiefes Nährstoffdepot

– Mit zunehmender Arbeitstiefe steigt Zugkraftbedarf stark an – Bodenart bedingt, kann hoher Verschleiss entstehen – Unkraut im Strichabstand wird auch gedüngt – In schwerem Boden hoher Zugkraftbedarf

– Grossteil der Gülle wird als tiefes Depot angelegt, was in nassen Jahren problematisch sein kann – Kaum Durchmischung von Boden und Gülle – In Hanglagen/Falllinie kann Gülle aus der Rille laufen – Einsatzgrenzen in sehr schwerem Boden – Genaues GPS für nachfolgende Aussaat notwendig

Technik zur Gülleeinarbeitung ist teuer und muss entsprechend ausgelastet werden. Die Zugkraft steigt mit zunehmender Arbeitsbreite, Einarbeitungstiefe und Bodenfestigkeit. seitliche Verdichtungszonen zu minimieren. Immer gelingt dies nicht. Die Gülle fliesst durch eine Auslassdüse in den Schlitz. Verbrennungen an der Grasnarbe treten bei korrektem Einsatz nicht auf. Schleppfüsse garantieren eine gute Anpassung an Bodenunebenheiten. Die Verwendung von Nährstoff- und Pflanzensensoren in Kombination mit einem Isobus-System ist heute schon vereinzelt möglich. Für Schlitzgeräte gibt es (in Zukunft) GPS-gesteuerte Teilbreitenschaltungen mit automatischer Aushebung

Gülletechnik

und Tropf-Stopp. Vorsicht in Hanglagen : in Falllinie kann Gülle im Schlitz fliessen.

Zusammenfassung Neben einem Trend zu «bodennaher Ausbringung » gibt es auch Bestrebungen, die Gülle direkt in den Boden einzuarbeiten. Die Verluste und Emissionen werden dadurch effizient minimiert, dafür die Kosten «maximiert ». Diese Technik gehört in die Hände von Lohn­un­ternehmen, die entsprechend hohe Auslastung erzielen können. 

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Hofdünger

Vier Aufbau-Miststreuer im Test Zusammen mit der österreichischen Fachzeitschrift «Landwirt» und mit wissenschaftlichem Sukkurs durch die Forschungsanstalt BLT in Wieselburg testete die «Schweizer Landtechnik» im vergangenen Herbst vier Aufbau-Miststreuer. Roman Engeler und Johannes Paar*

Gafner «4.56 H-roto». Bilder: J. Paar, zvg

Gruber «ASM 235».

Reform «215.279».

Stöckl «3400 SR».

In der Berglandwirtschaft wird der Stallmist oft mit einem zum vorhandenen Transporter passenden Aufbau-Miststreuer ausgebracht. In einer Vergleichsuntersuchung wurden die folgenden vier Modelle von vier verschiedenen Herstellern untersucht, die alle auf einen Transporter Reform «Muli T10X» aufgebaut wurden (in alphabetischer Reihenfolge): – Gafner «4.56 H-roto» – Gruber «ASM 235» – Reform «215.279» – Stöckl «3400 SR»

Was wurde untersucht? In den Untersuchungen – im Feldeinsatz und auf befestigten Testflächen – ging es um die folgenden Eigenschaften der Maschinen: – Ermittlung der technischen Daten wie Fassungsvermögen, Vorschubgeschwin*Johannes Paar ist Chefredaktor der österreichischen Fachzeitschrift «Landwirt».

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digkeiten oder Rotordrehzahlen und entsprechender Vergleich zu den Angaben der Hersteller. – Bestimmung des Masseschwerpunktes (Stabilität in Hanglagen) mit dem verwendeten Transporter Reform «Muli T10X». – Verschiedene Streuversuche zur Ermittlung der Längs- und Querverteilung nach der bestehenden Norm «EN 13080». In diesen Versuchen ging es um die Gleichmässigkeit (kg/s) beim Abstreuen. Bei der Längsverteilung sollte die gestreute Menge in einem bestimmten Korridor gleich oder annähernd gleich bleiben. Bei der Analyse der Querverteilung stellte man Boxen in der Grösse von 50 × 50 cm auf und wog nach dem Überstreuen den entsprechenden Inhalt. Daraus wurden in der Folge die Überlappungen, die Genauigkeit der Verteilung sowie die «gültigen Arbeitsbreiten» berechnet. Zusätzlich versuchte das Untersuchungsteam, mithilfe einer Bildanalyse den Bede-

ckungsgrad zu ermitteln (Gewicht/m² im Verhältnis zur bedeckten Fläche). Allerdings ist diese Methode der Auswertung noch nicht ganz ausgereift, weshalb man trotz augenfälliger Unterschiede wohl noch keine endgültigen Schlüsse ziehen kann und zunächst noch mehr Erfahrungen sammeln muss.

In der finalen Auswertung Die Ergebnisse liegen mittlerweile vor, befinden sich derzeit aber noch in der finalen Auswertung, weshalb sie an dieser Stelle nicht wie erhofft publiziert werden können. Neben den rein technischen Ermittlungen und Streuwerksmessungen im «Labor» fliessen dann auch die nicht minder interessanten, praktischen Erfahrungen der verschiedenen Testfahrer in die Auswertungen ein. In der Mai-Ausgabe, passend zum Schwerpunkt «Bergmechanisierung», wird die «Schweizer Landtechnik» dann die definitive Auswertung präsentieren können.


2017 Geschäftsbericht

Schweizerischer Verband für Landtechnik Association suisse pour l’équipement technique de l’agriculture


Vorwort Agrarpolitische Herausforderungen – Beitrag des SVLT

Geschätzte Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser Mit viel Engagement haben der Vorstand und die Geschäftsstelle des Schweizerischen Verbands für Landtechnik die aktuellen Herausforderungen angenommen und auch versucht zu meistern. Wir dürfen etwas beruhigend auf die Entwicklung im Bereich «G40»-Kurse zurückblicken: Wir haben das gesetzte Ziel erreicht und damit auch einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung des Verbandes erhalten können. Ich danke allen, die sich dafür eingesetzt haben. Die neue Homepage konnte Ende Jahr aufgeschaltet werden, diverse Merkblätter wurden und werden derzeit überarbeitet, zudem möchten wir ein SponsoringKonzept für den SVLT erarbeiten und das Kursangebot erweitern. Das Beratungsprojekt rund um die Minimierung von Pflanzenschutzmittel-Einträgen aus Punktquellen wurde in enger Zusammenarbeit mit den Sektionen Thurgau und Aargau gestartet. Das Thema «Digitalisierung» beherrscht die Presse und geht auch an der Landwirtschaft nicht vorbei. 2 | Geschäftsbericht 2017

Das Schweizer Stimmvolk hat im vergangen Jahr mit überwältigender Mehrheit dem Gegenvorschlag zur Ernährungssicherheitsinitiative zugestimmt. Die landwirtschaftlichen Kreise haben den Gegenvorschlag mehrheitlich unterstützt, da erstens die Initiative zurückgezogen wurde und zweitens die Interpretation des Bundesrates in der parlamentarischen Debatte klar zugunsten der einheimischen Produktion ausgelegt wurde. Leider wurde man kurz nach der Abstimmung mit den neuen Visionen des Bundesrates arg enttäuscht, ist doch plötzlich von einer teilweisen bis totalen Aufhebung des Grenzschutzes, von einem Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, verbunden mit mehr Fleischimporten die Rede. Ausserdem soll gemäss Freihandelsvertrag mit Indonesien auch noch mehr Palmöl importiert werden können. Die schwierige Situation auf dem Milchmarkt hat sich nicht grundlegend verändert und nun will man den einigermassen gut laufenden Fleischmarkt sowie den Rapsanbau auch noch gefährden. Mit einem Ausbau der Direktzahlungen sollen diese Produktionsverluste abgefedert werden. Ich frage mich nur, wie das finanziert werden soll. Das Parlament hat in den letzten Jahren den Bundesrat immer wieder korrigiert, indem Kürzungen im Landwirtschaftsbudget rückgängig gemacht wurden. Viele Betriebe stehen vor finanziellen Nöten und schwierigen betriebswirtschaftlichen Entscheidungen. Deshalb kann einer Aufhebung des Grenzschutzes und somit dem weiteren Abbau der einheimischen Produktion weder aus ökonomischen noch aus ökologischen Gründen zugstimmt werden. Ich erwarte von den Grossverteilern faire Milchpreise und vom Bundesrat eine «AP 22+», die den bäuerlichen Haupterwerbsbetrieben wieder ein Einkommen garantiert, das die Existenz sichert. Aber auch der SVLT will seinen Beitrag an die Existenzsicherung der bäuerlichen Familienbetriebe leisten. Mit dem Angebot von Kursen, Weiterbildungen und Beratungen will der SVLT den effizienten und sicheren Einsatz von Maschinen auf den Betrieben fördern. Es zeigt sich auch, dass die Maschinenkosten ein entscheidender, betriebswirtschaftlicher Faktor sind und von Betrieb zu Betrieb mit gleichen Produktionsfaktoren sehr stark schwanken. Unseren Mitgliedern steht nun auf der Homepage eine betriebswirtschaftliche Berechnungsgrundlage für den Einsatz von Maschinen und Ernteketten auf dem eigenen Betrieb zur Verfügung. Der SVLT will sich auch dem Thema «Digitalisierung in der Landwirtschaft» annehmen. Unser Ziel ist es, einen Mehrwert für die Landwirte zu generieren. Die eingesetzten, neuen digitalen


SVLT-Vorstand

Mittel auf dem Feld, im Stall oder im Büro sollen entweder die Arbeitskräfte entlasten und/oder finanzielle betriebliche Vorteile bringen. Es nützt nichts, wenn mit hohen Investitionen Arbeitsabläufe digitalisiert werden, der Landwirt aber keinen echten Nutzen davon hat. Der Vorstand hat sich entschieden, in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Bauernverband das Thema zu bearbeiten und das weitere Vorgehen entsprechend abzustimmen.

NR Werner Salzmann Präsident

Mülchi BE

Bernard Nicod Vizepräsident

Mitgliederwerbung – Bedeutung des Mitgliederbestandes Der Mitgliederbestand ist leider immer noch rückläufig und liegt höher als der Strukturwandel in der Landwirtschaft. Die sinkenden Mitgliederzahlen werden sich mittelfristig negativ auf den SVLT auswirken. Einerseits sinkt der finanzielle Handlungsspielraum für wichtige Aktivitäten, anderseits verliert der Verband an politischer Bedeutung. Der Vorstand hat sich deshalb auch mit der Mitgliederwerbung befasst. Wir wollen an den verschiedene Ausstellungen aktiv auf die Besucher zugehen, in den lokalen Fachzeitschriften werben und weitere Anreize für einen Beitritt zu einer SVLT-Sektion schaffen. Die Sektionen sind natürlich ebenfalls gefordert. Ein Ziel könnte sein, dass jedes Vorstandsmitglied der Sektionen pro Jahr ein Mitglied anwirbt. Zudem können potentielle Mitglieder an die Anlässe der Sektionen eingeladen werden. Vor allem ist aber sicher zu stellen, dass die Betriebsnachfolger den Sektionen als Mitglieder erhalten bleiben. Eine Stabilisierung der Mitgliederzahl ist das Ziel, das wir aber nur gemeinsam erreichen können. Ich danke schon jetzt für die Unterstützung. Wir können unsere Ziele nur gemeinsam erreichen. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen werden, denn bei diversen Sektionsbesuchen und Jahresversammlungen durfte ich mit grosser Zufriedenheit feststellen, dass alle Sektionen aktiv sind und sehr gute Arbeit leisten. Zudem darf ich auf einen kompetenten und motivierten Vorstand und Mitarbeiterstab zählen. Ich danke den Sektionen, dem Vorstand, der Direktion, allen Mitarbeitenden sowie allen Partnern herzlich für die gute und fruchtbare Zusammenarbeit im vergangen Jahr und freue mich auf eine weitere konstruktive Zusammenarbeit für eine prosperierende Landwirtschaft und Landtechnik.

Granges-Marnand VD

Pascal Furer Staufen AG

Ueli Günthardt Präsident Fachkommission Dienstleistungen

Landquart GR

Olivier Kolly Präsident Fachkommission Information

Albeuve FR

Stephan Plattner Bretzwil BL

Markus Schneider Thunstetten BE

Laurent Vernez Rovray VD

Urs Wegmann Werner Salzmann, Nationalrat, Präsident SVLT

Präsident Fachkommission Weiterbildung

Hünikon ZH

Geschäftsbericht 2017 | 3


Aktivitäten Interessenvertretung Der SVLT vertritt seine Mitglieder auf nationaler und internationaler Ebene mit dem Ziel, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, um betriebliche Entwicklungen ökonomisch und ökologisch zu fördern. Schwerpunkte sind Strassenverkehr, überbetrieblicher Maschineneinsatz und Unfallverhütung. Der SVLT unterhält ein umfangreiches Beziehungsnetzwerk, um die Anliegen und Interessen der Mitglieder zu vertreten. Die Interessenvertretung wird von den Vorstandsmitgliedern, den Fachkommissionen und dem Zentralsekretariat in den verschiedenen Netzwerken wahrgenommen. Der Verband ist einerseits direkt in diversen Organisationen, Verbänden und Arbeitsgruppen vertreten, und anderseits bringt er sich aktiv in verschiedenen Gremien, Interessengemeinschaften und bei Behörden ein. Der SVLT ist direkt vertreten bei SBV: Schweizerischer Bauernverband (Landwirtschaftskammer, Grosser Vorstand)

Gesetzgebung Der Bereich Strassenverkehrsgesetzgebung ist und bleibt ein Schwerpunkt der Interessensvertretung. Bei der Übernahme von EU-Vorschriften gilt es, die nationalen Gegebenheiten und die Anliegen frühzeitig einfliessen zu lassen, um Probleme bei der Umsetzung zu vermeiden und die Kosten für den Betreiber von Landmaschinen so gering wie möglich zu halten. Auch bei der eidgenössischen Gesetzgebung muss der Landwirtschaft mit ihren speziellen Gegebenheiten das nötige Gehör und Verständnis verschafft werden. Aktuelle Herausforderungen Der SVLT wurde im Berichtsjahr wiederum eingeladen, an verschiedenen Vernehmlassungen und Anhörungen der Bundesbehörden teilzunehmen. Im Berichtsjahr hat der Verband Stellung genommen  zur Revision des Nationalstrassenabgabegesetzes,  zur Revision der Führerausweisvorschriften und  zum Agrarpaket «2017».

SSM: Schweizerische Studiengesellschaft für Motorenbetriebsstoffe (Vorstand) Strasse Schweiz: Verband des Strassenverkehrs FRS (Vorstand) Der SVLT ist Teil eines breit gefächerten Netzwerks von Organisationen, die sich mit Strassenverkehr und Landwirtschaft befassen: Agrartechnik-Forum Schweiz Agridea: Fachbereich Bauen und Landtechnik Agroscope AM Suisse: Fachverband Agrotec Suisse Arbeitsgruppe landwirtschaftlicher Strassenverkehr ASTRA: Bundesamt für Strassen BUL: Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (beratende technische Kommission, BTK) Landwirtschaftliche Bildungszentren der Kantone LID: Landwirtschaftlicher Informationsdienst SAB: Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete HAFL: Hochschule für Agrar-, Forstund Lebensmittelwissenschaften SIK: Schweizerische Interessengemeinschaft der Fabrikanten und Händler von Kommunalmaschinen SLV: Schweizerischer Landmaschinenverband SMU: Schweizerische Metall-Union, Bereich Metallhandwerk und Landtechnik SVS/ASE: Schweizerische Vereinigung für Silowirtschaft VSR: Verkehrssicherheitsrat

4 | Geschäftsbericht 2017

Information Mit den beiden Fachzeitschriften «Schweizer Landtechnik» in deutscher und «Technique Agricole» in französischer Sprache informiert der SVLT seine rund 20 000 Mitglieder und freien Abonnenten in jährlich elf Ausgaben. Diese Zeitschriften vermitteln gründliche und praxisnahe Informationen wie aktuelle Meldungen über die nationale und internationale Landtechnik-Branche, fundierte Testberichte über Maschinen, Tipps zum praktischen Maschineneinsatz, Hilfeleistungen bei Investitionsentscheiden und weiteres mehr. Das Redaktionsteam steht dabei in engem Kontakt zu Fachleuten aus der Forschung, Beratung und Industrie, die ihrerseits regelmässig über die Resultate ihrer neusten Erkenntnisse berichten. Der Auftrag für die Produktion der beiden Zeitschriften, beinhaltend Layout und Druck, wurde Ende 2017 nach einer grösseren Offert-Runde, zu der acht Unternehmen eingeladen wurden, neu vergeben. Ab 2018 arbeitet der SVLT mit der Druckerei AVD in Goldach zusammen und ist überzeugt, die Prozesse noch effizienter und wirtschaftlicher gestalten zu können. Mit diesem Wechsel in der Produktion erfolgt auch ein schrittweiser Übergang in die selbstständige Vermarktung und Administration des Inserat-Geschäfts, der per Ende August dieses Jahres abgeschlossen sein wird. Weiter wurde die redaktionelle Zusammenarbeit mit der österreichischen Zeitschrift «Landwirt» (Austausch von Artikeln, gemeinsame Planung von Testberichten) intensiviert.


Produzierte Seiten im Dreijahresvergleich Schweizer Landtechnik Technique agricole 2015

2016

2017

Redaktionell

604 | 500

650 | 652

654 | 657

Inserate

92 | 68

110 | 108

106 | 103

Anzahl Seiten

696 | 568

760 | 760

760 | 760

Personelle Veränderungen Gaël Monnerat hat das Redaktionsteam auf eigenen Wunsch per Ende April verlassen, um sich einer neuen Herausforderung in der Landtechnik-Branche zu widmen. Während rund eines Jahres hat er von seinem Büro in Moudon VD aus die Redaktion unterstützt und vor allem die Bedürfnisse der Westschweiz einfliessen lassen. In der Person von Heinz Röthlisberger konnte ein versierter, im Landtechnik-Journalismus bestens bekannter und vernetzter Nachfolger gefunden werden. Er trat seine Stelle anfangs Juli an. Nadja Vogelsang, sie trat als Nachfolgerin von Caroline Grau anfangs November ihre Stelle im Zentralsekretariat an, steht Redaktion und Verlag für administrative Aufgaben zur Verfügung. Website Nach etwas Verzögerung konnte der SVLT im Dezember die neue Website unter bestehender Adresse agrartechnik. ch aufschalten. Der neue Internetauftritt wurde zusammen mit dem Kommunikationsspezialisten Koch aus Frauenfeld konzipiert und programmiert. Sie basiert auf dem frei verfügbaren Content-Management-System «Typo 3», was das generelle Handling der Plattform künftig unabhängig vom jeweiligen Entwicklungspartner macht. Damit die Homepage dynamischer erscheint, wurde ein Newsticker implementiert. Diese von der Redaktion bediente Informationsplattform orientiert tagesaktuell über das Geschehen in der weiten Welt der Landtechnik, berichtet über Lancierungen von Maschinen, Neuerungen aus dem Verband und weiteres mehr. In die Website integriert ist auch der YouTube-Kanal von «Schweizer Landtechnik», so dass künftig direkt von der eigenen Homepage aus die neusten Videos angeschaut werden können. Weiter ist die Website übersichtlicher aufgebaut und grundsätzlich in die zwei Bereiche «Verband» und «Zeitschrift» geordnet. Für die zahlreichen Anwender von mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets ist die Homepage im sogenannten «Responsive-Design» programmiert, will heissen, die Seite erkennt automatisch, mit welchem Endgerät ein Benutzer aktiv ist, und zeigt die jeweiligen Inhalte in optimierter Darstellung an.

Für die Mitglieder des SVLT gibt es neu einen internen Bereich. Dort können in einer ersten Phase die aktuellen Ausgaben der Zeitschriften gelesen oder spezielle Information herunter geladen werden. Später soll dieser Bereich auch für spezielle Mitglieder-Aktionen zur Verfügung stehen. Fachkommission Die Fachkommission «Information» – sie begleitet die Redaktion in strategischer Hinsicht – unter dem Präsidium von SVLT-Vorstandsmitglied Olivier Kolly tagte im vergangenen Jahr zweimal. Die personelle Erneuerung dieser Kommission konnte abgeschlossen werden und umfasst zusätzlich zum Präsidenten Erika Meili (Agroscope), Sylvain Boéchat (Landwirtschaftsamt Kanton Waadt), Thomas Jucker und Alexandre Peiry (praktizierende Landwirte) sowie Roman Engeler und Heinz Röthlisberger vom Redaktionsteam.

Weiterbildung Der SVLT bietet praxisorientierte Weiterbildung für Personen an, die Maschinen und Geräte in der Landwirtschaft und in landwirtschaftsnahen Bereichen einsetzen und bedienen. 2017 führte der SVLT in eigener Regie oder in Zusammenarbeit mit Dritten zahlreiche Kurse durch. Kurse Total 914 Teilnehmer absolvierten den Fahrkurs «G40». An 210 zweitägigen Kursen in der ganzen Schweiz erwarben sich die Absolventen die Fahrerlaubnis für landwirtschaftliche Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h. Im Bereich der Weiterbildung von Chauffeuren nach CZV wurden zwei Weiterbildungskurse durchgeführt. 28 Teilnehmende erwarben die Bestätigung der obligatorischen Weiterbildung. Da die Beobachtungsperiode am 1.9.2019 endet, ist die Nachfrage nach Weiterbildungskursen momentan eher flau und dürfte erst ab 2019 wieder zunehmen. Im Herbst belegten neun Teilnehmende die drei CZV/SUVA anerkannten Flurförderund Hebekurse. Geschäftsbericht 2017 | 5


Kursteilnehmende im Dreijahresvergleich 2015 Werkstattkurse

2016

2017

17

10

0

1206

1143

914

CZV-Kurse

36

10

28

Flurförderfahrzeuge

26

10

9

Fahrkurs G40

Im Berichtsjahr wurden im Verbandszentrum in Riniken keine Schweisskurse durchgeführt. Der Verband wird aber weiterhin Kurse anbieten, damit das schweisstechnische Know-how da und dort verbessert werden kann. Bei allen angebotenen Kursen kommen die Mitglieder des SVLT in den Genuss von vergünstigten Kursgebühren. Fachkommission Christian Giger von der Sektion St. Gallen verstärkt neu die Fachkommission «Aus- und Weiterbildung». Noch vakant ist ein neues Mitglied aus der Westschweiz. Intensiv beschäftigte man sich mit dem Projekt «Lehrfilme und Tutorials». Nicht nur, aber ganz besonders bei der jüngsten Generation, ist es heute üblich, sich über Videos aus dem Internet zu informieren. Der SVLT möchte diesen Trend aufgreifen, um seinen Bekanntheitsgrad bereits bei den Auszubildenden zu steigern. Die Idee entstand daraus, dass viele Schulungsvideos in der Ausbildung veraltet sind. Mit modernen, kurzen Videos will sich der SVLT als führend in diesem Bereich positionieren und gleichzeitig auch für alle Mitglieder einen Mehrwert schaffen. Erste Themen wurden definiert, die Drehbücher sind zurzeit in Ausarbeitung. Erste Produktionen sind für das Jahr 2018 geplant. Weil die CO2-Reduktion und generell die Nachhaltigkeit wichtige politische Themen sind und weiter an Bedeutung gewinnen dürften, will auch der SVLT in dem Bereich aktiv werden, bevor man unter Zugzwang kommt. So soll ein «Eco-Drive»-Kurs etabliert, bei dem es aber nicht nur um das «Gewissen» gehen soll, Ziel sollte auch sein, dass die Teilnehmer auch tatsächlich einen Nutzen davon haben, indem sie in der Praxis Treibstoff und damit Kosten einsparen können. Weil bei Tiertransporten mehrere Gesetze zur Anwendung kommen, fehlt bis anhin eine Übersicht, was alles einzuhalten ist, um den Tierschutz- und Strassenverkehrsgesetzgebungen zu genügen. Daher wurde ein neues Merkblatt in Auftrag gegeben, das Klarheit schaffen soll, wann und für welche Transporte tatsächlich ein spezieller Kurs notwendig ist. Je nach Kanton gibt es nämlich Unterschiede. Das Beratungsprojekt «Pflanzenschutz-Einträge aus Punktquellen» sowie die Ausbildung im Pflanzenschutz6 | Geschäftsbericht 2017

bereich sind weitere brisante Themen, welche die Kommission im letzten Jahr bearbeitet hat und zum Nutzen der SVLT-Mitglieder ausgestalten wird.

Dienstleistungen Der SVLT unterstützt die Sektionen bei den verschiedensten Aktivitäten. Der Verband nimmt dabei namentlich eine koordinierende Funktion ein und berät seine Mitglieder sowie Interessenten in fachtechnischer Hinsicht. Der SVLT bietet den Sektionen administrative Unterstützung bei der Mitgliederverwaltung an. Diese Dienstleistung beinhaltet je nach Auftrag das Mutationswesen, die Verrechnung und das Inkasso der Mitgliederbeiträge und wird von einem grossen Teil der Sektionen in Anspruch genommen. Feldspritzentests Der SVLT ist vom Bundesamt für Landwirtschaft beauftragt, die periodische Prüfung der Pflanzenschutzgeräte zu organisieren und zu koordinieren. Der Leistungsauftrag beinhaltet die Führung der offiziellen Liste der anerkannten Prüfstellen, die Bereitstellung des erforderlichen Materials und die Durchführung von Weiterbildungskursen. Die Prüfung der Feldspritzen und Obst- und WeinbauSprühgeräte erfolgt durch private Prüfstellen, landwirtschaftliche Schulen und SVLT-Sektionen. Im Jahr 2017 sind über 2300 Feldspritzen und rund 500 Sprühgeräte durch die Prüfstellen geprüft worden. Fachkommission Die Nachfrage nach rechtlicher Hilfeleistung im Strassenverkehr nimmt stark zu. Juristisch beschäftigte ein Fall, bei dem Betriebsmittel vorne am Traktor (Fronthydraulik) mitgeführt wurde und letztlich vor dem Bundesgericht endete. Der betroffene Landwirt wurde zwar nicht freigesprochen, aber das Gericht konnte ihn rechtlich auch nicht belangen. Die Rechtslage bleibt somit weiter offen. Die Neuregelung der Bremsvorschriften beschäftigte die Fachkommission «Dienstleistungen» sehr stark. Erst 2018 wurde dazu nun die Vernehmlassung gestartet. Der SVLT hat sich schon vor geraumer Zeit für das pneumatische Zwei-Leiter-System als Zukunftslösung ausgesprochen. Ebenfalls erst 2018 in der Vernehmlassung geschickt wurden die möglichen gesetzlichen Anpassungen zum vorderen Überhang bei Traktoren. Ende Jahr wurde die Fachkommission mit Samuel Flury ergänzt, so dass dieses Gremium neu aus Ueli Günthardt (Präsident), Heinz Gautschi, Samuel Flury und Urs Rentsch besteht. Christian Gazzarin steht der Kommission beratend bei Fragen rund um die Maschinenkosten beiseite.


Verbandsstrukturen

Fachreisen Die Fachreise, organisiert und durchgeführt von TUI Events, führte anfangs Jahr einige Gruppen während drei Wochen durch Neuseeland. Im Verlaufe des Berichtjahres wurden zwei Fachreisen nach Uruguay und Brasilien vorbereitet und ausgeschrieben. Der «Reise-Ausschuss», bestehend aus Willi Zollinger, Ueli Günthardt, Thomas Vögeli und Roman Engeler, besuchte zudem auf eine Reko-Reise unter Leitung eines fachkundigen Reiseleiters das landwirtschaftlich, landtechnisch und kulturell interessante Land Israel und ist bestrebt, für den kommenden Winter eine Fachreise in diese nahöstliche Land auszuarbeiten.

Delegiertenversammlung 22 Sektionen, 1 Fachverband Revisionsstelle Geschäftsprüfungskommission Vorstand Finanzkommission Fachkommissionen Dienstleistungen

Finanzen

Information

Das gute Ergebnis ermöglicht es, zusätzliche Abschreibungen und Rückstellungen vorzunehmen.

Weiterbildung Direktion

Bilanz 31.12.2016

31.12.2017

Umlaufvermögen

813 475.12

817 816.70

Anlagevermögen

660 004.00

684 380.00

Total Aktiven

1 473 479.12 1 502 196.70

Dienstleistungen Information Weiterbildung Interessenvertretung

Fremdkapital

800 889.22

817 274.82

Eigenkapital: Kapitalkonto

644 241.95

672 589.90

28 347.95

12 321.98

Gewinn Total Passiven

1 473 479.12 1 502 196.70

Erfolgsrechnung Budget 2017

Ist 2017

Ertrag

2 720 740.00 2 466 423.14

Mitgliederbeiträge

1 387 500.00 1 355 606.70

Sonstiger Ertrag

1 333 240.00 1 110 816.44

Aufwand

2 720 304.00 2 454 101.16

Personalaufwand

1 440 000.00 1 390 900.55

Übriger Aufwand

1 280 304.00 1 063 200.61

Gewinn

436.00

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des SVLT

12 321.98

Die Revisionsstelle hat die Buchführung und die Jahresrechnung für das am 31. Dezember 2017 abgeschlossene Geschäftsjahr geprüft und den entsprechenden Bericht am 12. Februar 2018 dem Präsidenten zugestellt. Der Vorstand seinerseits hat an der Sitzung vom 15. Februar 2018 die Jahresrechnung geprüft. Er empfiehlt der Delegiertenversammlung, die vorliegende Jahresrechnung zu genehmigen.

■ Aldo Rui: Direktor ■ Roman Engeler: Vizedirektor, Chefredaktor, Verlagsleiter ■ Urs Rentsch: Weiterbildung, Beratung ■ Ruedi Burkhalter: Redaktor ■ Ruedi Hunger: Redaktor ■ Heinz Röthlisberger: Redaktor ■ Catherine Schweizer: Redaktorin, Website ■ Dominik Senn: Redaktor ■ Nadja Vogelsang: QM, Website, Einkauf, Redaktionsassistenz ■ Ingrid Pfund: Sekretariat, Kursadministration ■ Jean-Richard Salamin: Fahrlehrer ■ Käthi Spillmann: Sekretariat, Buchhaltung ■ Alex Reimann: Anzeigen-Verkauf ■ Walter Hofer: Ansprechpartner Westschweiz

Geschäftsbericht 2017 | 7


Sektionen VLT-SG VLT-SG VLT-SG Die Mitglieder sind dem SVLT über ihre Sektionen und Fachverbände angeschlossen. VLT-SG Diese befinden selbstständig über ihre innere Organisation, das Tätigkeitsprogramm und die Finanzen. VLT-SG www.avlt.ch P: Furer Pascal, 5603 Staufen 062 891 21 12 G: Voegeli Thomas, 5103 Wildegg 062 893 20 41

www.vlt-sh.ch P: Gnädinger Bruno, 8262 Ramsen 052 740 11 53 G: Müller Martin, 8213 Neunkirch 079 656 74 58

P: Zimmermann Urs , 4104 Oberwil 041 401 26 23, 079 348 73 05 G: Itin Marcel, 4466 Ormalingen VLT-SG 076 416 27 13 VLT-SG VLT-SG www.bvlt.ch VLT-SG P: Brenzikofer Klaus, 3646 Einigen VLT-SG 033 654 40 37, 079 336 14 84 G: Gerber VLT-SGPeter, 3054 Schüpfen VLT-SG 031 879 17 45, 079 411 02 33 VLT-SG Robert, 3186 Düdingen P: Zurkinden VLT-SG 026 493 47 09, 079 680 16 68 G: Samuel Reinhard, 1725 Posieux 026 305 58 49, 079 670 35 31

P: Müller Paul, 4913 Bannwil 079 340 29 70 G: Ochsenbein Beat, 4554 Etziken 032 614 44 57, 076 302 77 42

P: Berthelet Christophe, 1252 Meinier 078 670 25 25 G: Favre Bertrand, 1223 Cologny 079 449 05 74

P: Antonioli Stefano, 6721 Ludiano 079 653 34 76 G: Buzzi Claudia, Agriticino, 6592 S.Antonino 091 851 90 90, Fax 091 851 90 98

www.svlt-gr.ch P: Markus Tanner, 7304 Maienfeld 081 302 25 11, 078 677 08 36 G: Baumgärtner Jörg, 7000 Chur 081 353 17 96, 079 315 92 38

P: Mayor Jean-Luc, 1860 Aigle 024 466 33 91, 079 212 31 71 G: Bugnon Virginie, 1162 St-Prex 021 806 42 81, Fax 021 806 42 81

P: Brun Armin, 6493 Küssnacht am Rigi 041 850 41 90, 079 211 15 64 G: Kälin Florian, 8840 Trachslau 055 412 68 63, 079 689 81 87 www.vtgl.ch, www.tvlt.ch P: Kuhn Rolf, 8553 Mettendorf 052 770 14 13, 079 226 80 41 G: Koller Markus, 9542 Münchwilen 071 966 22 43, 079 643 90 71

www.aseta-vs.ch P: Vergère Matthieu, 1963 Vétroz 079 625 49 86 G: Jacquemoud David, 1902 Evionnaz, 079 732 56 26

P: Heusler Christian, 2933 Lugnez 032 423 66 11, 079 774 92 43 G: Chevillat Philippe, 2853 Courfaivre 032 420 74 73, 079 419 47 14

VLT-SG

www.lvlt.ch P: Moser Anton, 6170 Schüpfheim 041 485 88 23 G: Erni Josef, 6276 Hohenrain 041 467 39 02

VLT-SG

P: Seiler Werner, 2318 Brot-Plamboz 032 937 10 63, 079 502 56 72 G: Tschanz Bernard, 2042 Valangin 032 857 21 70, 079 564 12 00

VLT-SG VLT-SG

VLT-SG VLT-SG

P: Freimann Philipp, 6300 Zug 041 740 64 46, 079 467 16 35 G: Betschart Beat, 6313 Menzingen 041 755 11 10, 079 771 65 90 www.svlt-zh.ch P: Wegmann Urs, 8412 Hünikon 052 315 43 37, 078 748 26 60 G: Berger Stephan, 8315 Lindau 058 105 99 52, 076 521 95 28

P: Achermann Ruedi, 6374 Buochs 041 620 11 22, 079 643 75 20 G: Bircher Dominik, 6363 Obbürgen 079 424 12 70

P: Schurti Leopold, 9495 Triesen 079 696 16 89 G: Becker Fabian, 9490 Vaduz 079 399 09 02

P: Frunz Josef, 6056 Kägiswil 041 660 40 16, 079 202 83 75 G: Wagner Thomas, 6064 Kerns 079 730 44 87

Fachverband Lohnunternehmer Schweiz P: Pavillard Nicolas, 1430 Orges 024 445 18 22 G: Fonk Romain, 5223 Riniken 056 450 94 52, +32 477 17 40 50

www.vlt-sg.ch P: Schmid Heiri, 8865 Bilten 055 615 37 37, 079 342 30 36 G: Müller Eliane, 9478 Azmoos 081 783 11 84, Fax 081 783 11 85

Geschäftsstelle Lohnunternehmer Schweiz, G: Biland Marlis, 5223 Riniken, 056 450 99 90

VLT-SG VLT-SG 8 | Geschäftsbericht 2017

Legende: P: Präsident, G: Geschäftsführer


Hofdünger

Besseres Gülle-Handling Separatoren trennen die Gülle in eine feste und eine flüssige «Phase ». Damit wird insbesondere die Handhabung der flüssigen Phase vereinfacht. Ruedi Hunger

Als Grund für den Separatoreinsatz wird in erster Priorität die bessere Handhabung der Gülle, zur Vermeidung von «Güllemädli », genannt. Bild: R. Hunger

Separier-Verfahren haben zum Ziel, durch Wasserentzug die Nährstoffkonzentration in der «Festphase » zu erhöhen und damit deren Transportwürdigkeit zu erhöhen. Ob durch das Separieren die Emissionen von Ammoniak und Treibhausgasen reduziert werden, ist umstritten beziehungsweise muss differenziert be­ trachtet werden. Klar ist, dass die Vorteile ihren Preis haben.

Einflussfaktoren Beim Separieren wird die Dichte, beziehungsweise die Grösse von Partikeln in der Rohgülle zu deren Abtrennung von der flüssigen Phase genutzt. Der Abtrennungsgrad wird durch die Separator-Bauart, die Sieblochgrösse und die Gülleart sowie durch den Trockensubstanzgehalt (TS) der Rohgülle bestimmt. Bei der technischen Aufbereitung von Gülle gibt es flüssige und feste Reststoffe (Phasen). Die Flüssigphase hat hohe Stickstoffgehalte mit schneller Wirkung, ähnlich einem Mineraldünger. Voraussetzung

für eine umweltgerechte Verwertung ist daher der Einsatz von emissionsmindernder Ausbring- und Verteiltechnik. Die festen Reststoffe enthalten durchschnittlich noch knapp einen Viertel des ursprünglich in der Rohgülle enthaltenen Stickstoffs. Die N-Wirkung liegt deutlich unter der Gülle und kann mit der von Stallmist verglichen werden. Feste Reststoffe besitzen eine bodenverbessernde Wirkung. Steht die Nährstoffabscheidung im Vordergrund, ist ein eher niedriger Abpressgrad mit einem TS-Gehalt bis zu 25 % anzustreben. Ein höherer Abpressgrad reduziert die Durchsatzleistung.

Bauliche Voraussetzungen Gülle-Separatoren können fest installiert, überbetrieblich genutzt (fahrbar) oder vom Lohnunternehmer (hohe Leistung) angeboten werden. Um den Separator effizient einzusetzen, ist eine Vorgrube oder ein zweiter Güllelagerbehälter notwendig. Als Kompromiss kann die separierte Gülle (Flüssigphase) wieder in den

einen Lagerbehälter zurückgeleitet werden. Der laufende Verdünnungseffekt macht das Verfahren aber zunehmend ineffizient. Fehlender Gülle-Lagerraum kann höchstens um die maximal abgepresste Feststoffmenge (15 bis 20  %) kompensiert werden. Allerdings nur dann, wenn die gesamte anfallende Roh-Güllemenge separiert wird. Bei der Eigenmechanisierung mit fest installiertem Separator ist eine relativ kleine Vorgrube ausreichend. Die Anforderungen an zusätzlichen Lagerraum steigen, wenn die Separator-Leistung grösser wird und dieser überbetrieblich eingesetzt wird. Für die Lagerung der Festphase (Feststoffe) ist eine befestigte Lagerfläche notwendig. Technisch machbar ist auch das Pressen der Feststoffe in transportfähige Ballen. Ob dies wirtschaftlich sinnvoll ist, muss im Einzelfall geklärt werden. Ebenso ist es nur eine Notlösung, wenn davon ausgegangen wird, dass sowohl die Flüssigphase (Güllefass) als auch die Festphase (Mistzetter) direkt auf das Feld ausgebracht werden, weil günstige Ausbringbedingungen, speziell im Winter, nicht gegeben sind.

Gründe für den Kauf Ein Blick ins europäische Umland zeigt, dass der Verkauf von Gülleseparatoren nach einem ersten Boom zu Beginn der neunziger Jahre stagnierte. Mit der wachsenden «Gülle-Problematik » hat deren Anzahl in den vergangenen zehn Jahren wieder zugenommen. In der Schweiz spricht man allerdings immer noch von einer relativ neuen Technologie, die vorerst in Regionen oder auf Betrieben mit hoher Viehdichte Fuss gefasst hat. In der Zwischenzeit sind über einhundert Separatoren im Einsatz. Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt hat die Berner Fachhochschule (HAFL) einen Bericht zu «Separierung von Gülle und ihr Einfluss auf Ammoniakemissionen » erarbeitet (Kupper). Dazu wurden unter anderem Betriebsleiter zu ihren Beweggründen betreffend Separatoreinsatz 3 2018 Schweizer Landtechnik

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Hofdünger

Separator-Bauarten Bogensieb-Separator

Doda-Presswalzen-Separator

GEA-Presswalzen-Separator

Bogensiebseparator GEA (Bild links) Beim Bogensiebseparator wird die Gülle über eine (z.T. vibrierende) Siebstrecke mit gebogenem Sieb geführt. Während dieses Vorganges werden die Feststoffe entwässert. Für hohe Leistungen (<30 m3/h) sind mehrere Bogensiebe notwendig. Die Feststoffe enthalten vergleichsweise etwas mehr Wasser, weshalb der Kaligehalt höher ist (Kali ist in gelöster Form in der Gülle enthalten). Ein Bogensieb-Separator erfordert ein gleichmässiges Zudosieren. Die Abtrennleistung ist mittel einzustufen, das heisst im Feststoff ist noch ein relativ hoher Wasseranteil vorhanden (um 15% TS). Das Volumen reduziert sich bei Rindergülle um etwa 20 %, bei Schweinegülle um 15 %. Die Ausbeute an Feststoffen ist also tiefer als bei Pressschnecken-Separatoren. Eine Kombination beider Systeme ist denkbar. Der Energiebedarf wird bei Siebgeräten mit 0,2 bis 0,5 kWh je m3 und bei Zentrifugen mit bis zu 1,6 kWh je m3 beziffert. Presswalzen-Separator, Doda/USA (Mitte); Presswalzen-Separator, GEA Xpress (rechts) Das in der Gülle enthaltene Fasermaterial wird zwischen zwei oder mehreren Walzen gepresst. Je nach Hersteller ist oben eine Gummiwalze (oder gummibeschichtete) und unten eine Edelstahlwalze. Der Separator ist je nach Konstruktion zum Kaskaden-Presswalzensystem mit mehreren Kompressionsstufen ausbaubar. Pressschnecken-Separator in verschiedenen Ausführungen

Pressschnecken-Separator, Bauer/FAN (Bild links); Pressschnecken-Separator, Stöckli Moosbauer (Mitte) Die Gülle wird mittels Pumpe in das Aggregat gedrückt. Am Kopfende baut sich aus den Feststoffen ein Widerstand in Form eines Pfropfens auf. Die Flüssigkeit entweicht seitlich durch den Siebkorb. Der TS-Gehalt in Rindergülle liegt bei 25 bis 30 %, bei Schweinegülle tendenziell höher. Es werden Spaltsiebe mit 0.75, 1.0, 1.25, 1.5, 1.75, 2.0 und 2.5 mm eingesetzt. Die Volumenreduktion beträgt – abhängig von der Rohgülle – sechs bis 20 % (FAT 445). Siebpressen (Siebtrommel- und Pressschnecken-Separatoren) haben eine gute Funktionssicherheit, dies bei einfacher Handhabung und geringem Energiebedarf. Die Kosten belaufen sich je nach Pressschnecke, Durchsatz und Auslastung zwischen CHF 1.50 und 3.00 m3. Der Abtrenngrad einer Schneckenpresse ist von der Technik und dem Gegendruck abhängig (FAT 445, 1994). Die Durchsatzleistung konnte in den vergangenen Jahren durch neuere Technik gesteigert werden. 1994 hat Agroscope (FAT) die Durchsatzleistung mit 3,0 bis 10 m3/ Std. beziffert. Ein Test aus dem Jahre 2011 zeigt eine Spannweite von 2,3 bis 23 m3/Std., zum Teil sind noch grössere Durchsatzmengen möglich. Höhere Gegendrücke bewirken bei Pressschnecken entsprechend höhere TS-Gehalte im Feststoff. In der Schweiz werden in der Landwirtschaft überwiegend Pressschnecken-Separatoren verwendet. Pressschnecken-Separator «Bioselect-BS», Börger (rechts) Der lasergesteuerte Separator hat daher immer die gleiche Zuführmenge. Anstelle der üblichen Verengung am Ende des Presskanals hat dieser Separator eine Drehkolbenpumpe, welche für den sicheren Verschluss und die gleichzeitige Weiterführung der eingedickten Masse sorgt. Durch stufenlose Drehzahlveränderung der Pumpe wird der Eindickungsgrad bestimmt. Funktionsgrafik einer Dekantierzentrifuge Klärzone

Schnittmodell einer Dekantierzentrifuge Flüssigkeitsablauf unter Druck

Trockenzone

Rohgülle

Antriebswelle Einlauf

Dünngülle

Transportschnecke

Trommel

Zulauf

Feststoff Feststoffaustrag

Dekantierzentrifuge Arbeits-Prinzip : Mittels Zentrifugalkraft werden die Dichteunterschiede der verschiedenen Phasen zur Trennung von festen und flüssigen Stoffen genutzt. Die dünne Fraktion kann ständig frei ablaufen. Eine Räumschnecke fördert die Feststoffe aus dem Dekanter. Die Abtrennleistung wird über die Trommel- und die Transportschnecken-Drehzahl bestimmt (einstellbar). Die Trommeldrehzahl liegt, abhängig vom Hersteller, bei +/– 2500 U/min. Mit der gegenüber dem Pressschnecken-Separator wesentlich aufwendigeren Bauart lassen sich – abhängig von der Gülleart – Abtrenngrade von bis zu 30 % TS, 35 % N-Fracht und über 70 % P-Fracht erreichen. Die Abtrennleistung wird zusätzlich beeinflusst durch die Zusammensetzung und das Alter der Gülle. Frische Gülle eignet sich besser. Die Funktionssicherheit ist gut und der Wartungsaufwand sowie das Handling werden als durchschnittlich «mittel » bezeichnet. Generell ist das Separieren mit Dekanter/Zentrifuge das effizienteste Verfahren. Die durchschnittliche Durchsatzleistung einer Zentrifuge liegt bei einem Energiebedarf von 1,6 kWh/m3 bei etwa 9,5 m3/h (FAT 445). Neuere Berechnungen gehen von Separationskosten zwischen 5.00 und 7.00 Fr./m3 aus. Dekanter werden vorwiegend bei Kläranlagen und in der Industrie eingesetzt.

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Schweizer Landtechnik 3 2018


Hofdünger

Tabelle 1

Ziele der Gülleaufbereitung

Beeinflussung des Nährstoffabtrennungsgrades im Feststoff (Plantahof 2011) Ziel: hoher TS-Gehalt im Feststoff Nährstoffe in der Rohgülle Nährstoffe in der Dünngülle Nährstoffe im Feststoff

TS

N

35.5 %

NH4

P2O5

K2O

2.1 kg

0.9 kg

0.8 kg

3.9 kg

1.8 kg

0.9 kg

0.7 kg

3.6 kg

0.2 kg

0.03 kg

0.1 kg

0.2 kg

Ziel: hoher Nährstoffgehalt im Feststoff Nährstoffe in der Rohgülle Nährstoffe in der Dünngülle Nährstoffe im Feststoff

19.0 %

2.0 kg

0.9 kg

0.9 kg

3.9 kg

1.5 kg

0.7 kg

0.6 kg

3.0 kg

0.6 kg

0.1 kg

0.2 kg

0.7 kg

• Trennung der Rohgülle (Ausgangsmaterial) in eine feste und eine flüssige «Phase». • Rückgewinnung der Nährstoffe in Form eines transportwürdigen Konzentrats. • Beseitigung (Reduktion) geruchsintensiver und pflanzenschädlicher Komponenten. • Verminderung von Ammoniak- und Schadgas-Emissionen.

Tabelle 2 Separierung aus Sicht der Düngung (Arenenberg 2011) Dünngülle

Feststoffe

Vorteile

Nachteile

+ schnellwirksamer Flüssigdünger + ermöglicht gezieltere Düngung + keine Blattverschmutzung im stehenden Bestand + höhere Infiltration – weniger Emissionen

– Bei der Ausbringung, unter Umständen nicht ersichtlich, wo bereits gedüngt wurde

+ Grunddüngung im Acker- und Futterbau – langsam wirkender Dünger + (bessere) Möglichkeit des Nährstofftrans- – tendenziell mehr Phosphor, ports dafür weniger Stickstoff (engeres P :N-Verhältnis)

befragt. Der mit Abstand meistgenannte Beweggrund zur Anwendung der Separation ist die Handhabung der Gülle beim Ausbringen. Im Vordergrund steht die Vermeidung von Streifen («Güllemädli ») auf der Grasnarbe und der damit verbundenen Futterverschmutzung. Auch das Vermeiden von Verstopfungen aller Art wurde prioritär mehrmals genannt. Wogegen die Gewinnung von Einstreu erst in zweiter Priorität mehrmals genannt wurde. Schliesslich war der Separator-Einsatz auch verschiedentlich mit der Hoffnung verbunden, die Ammoniakverluste zu reduzieren.

Feststoffe Damit die Feststoffe kompostiert werden können, ist ein TS-Mindestgehalt von 20 bis 25 % notwendig, was seinerseits

Nährstoff-Eigenschaften von aufbereiteter Gülle • Entweder hoher TS-Gehalt oder hoher Nährstoffgehalt im Feststoff. Denn, je höher der TS-Gehalt im Feststoff ist, desto weniger Nährstoffe sind darin enthalten. • Die Unterschiede im Nährstoffverhältnis (N :P) sind in der Dünngülle gering, im Feststoff dagegen grösser. • Die Stickstoffausnutzung aus der Dünngülle ist tendenziell besser als aus Rohgülle.

wieder die Abtrennleistung der Nährstoffe limitiert. Während in der Rohgülle von einem C/N-Verhältnis von 7 :1 ausgegangen wird (Annahme), beträgt das C/N-Verhältnis in den Feststoffen 17 :1 bis 42 :1. Ein Verhältnis unter 20 :1 führt zu Beginn der Kompostierung zu einer Ammoniak-Ausgasung. Umgekehrt verlängert ein höheres Verhältnis den Kompostierprozess. Optimal liegt das C/N-Verhältnis bei 30/35 :1.

Separator-Bauarten Zur Trennung der festen und der flüssigen Bestandteile in der Gülle gibt es verschiedene Verfahren : beispielsweise die Eindickung oder Sedimentation. Beliebter sind Separatoren, so Bandpressen, Zentrifugen und Schraubenpressen. Insgesamt sind die beiden letzten Verfahren am wei-

testen verbreitet. Auf Schweizer Landwirtschaftsbetrieben dominieren Schraubenpressen (Pressschnecken).

Fazit Separierte Gülle hat nur noch einen TS-Gehalt von 2 bis 5 %. Beim Ausbringen wird das Gras weniger verschmutzt und die verpönten «Güllemädli » beim Schleppschlauch gibt es nicht mehr. Das ist ein Hauptargument für den Kauf eines Separators. Zudem verschiebt sich das N :  P-Verhältnis, im Feststoff ist etwa gleichviel Phosphor wie Stickstoff enthalten. In der Dünngülle hingegen ist der Stickstoffanteil deutlich höher als jener von Phosphor. Durch die Separierung werden die technischen Eigenschaften der Gülle deutlich verbessert. Diesen Vorteilen stehen gewichtige Nachteile in Form von zusätzlichen Kosten gegenüber. An erster Stelle sind dies die Investitionskosten, welche sich je nach Separator zwischen CHF 25 000.– und über CHF 100 000.– belaufen. Für einen optimalen Einsatz des Separators sollte eine Vorgrube beziehungsweise ein zweiter Lagerbehälter vorhanden sein. Nicht vergessen werden darf, dass sowohl für das Ausbringen der Flüssig- als auch für die Festphase eine Mechanisierung benötigt wird. 

Umweltwirkung separierter Gülle Durch das Separieren verbleibt der grösste Teil des Stickstoffs beziehungsweise des Ammoniums in der flüssigen Phase. Das «Verhalten » von separierter Gülle und unbehandelter Gülle ist uneinheitlich. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass Ammoniak-Emissionen von separierter Gülle tiefer ausfallen, weil die dünne Gülle rascher und tiefer in den Boden eindringt. Bei den Treibhausgas-Emissionen wird gleich häufig eine Zu- wie eine Abnahme beobachtet. Bei der Beurteilung der Umweltwirkung bedarf es einer gesamthaften Betrachtungsweise, das heisst, die feste Phase muss mit einbezogen werden. Insbesondere wenn die feste Phase kompostiert wird oder sie sich aufgrund der Rotte am Lager erwärmt, muss mit höheren Ammonium-Verlusten gerechnet werden. Laut einem Bericht der HAFL (Kupper, 2015) dürfte die Gülleseparierung, wie in der Schweiz angewendet, nicht wesentlich zur Emissionsminderung von Ammoniak beitragen.

3 2018 Schweizer Landtechnik

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Hofdünger

Güllefeststoffe als Einstreu bieten laut mehreren Versuchen einen guten Liegekomfort. Bild: Veehnhuis

Kontroverses Einstreumaterial Die Verwendung von Güllefeststoffen als Einstreu steckt in der Schweiz noch in den Kinderschuhen. Die Auswahl eines zum Betrieb passenden Verfahrens erfordert viel vernetztes Wissen – oder einen kompetenten Berater. Ruedi Burkhalter Die Separierung der Gülle in feste und flüssige Bestandteile wird in der Schweiz bisher vor allem wegen des grossen Nutzens im Pflanzenbau praktiziert. Vor allem auf grösseren Betrieben im Ausland werden aber Güllefeststoffe (GFS) bereits seit Längerem auch als Einstreu genutzt. Auf solchen Betrieben kommen bei diesem auch als «Green Bedding » bekannten Verfahren zunehmend Hightech-Anlagen zum Einsatz, die ein automatisiertes Separieren, Hygienisieren und Einstreuen ermöglichen. Diese Anlagen wurden für Betriebe mit mehreren Hundert Kühen entwickelt, sind für die meisten Schweizer Betriebe zu gross und zu teuer. Als Alternative bietet sich die überbetriebliche Separierung an, die dann wiederum eine 48

Schweizer Landtechnik 3 2018

zusätzliche Lagermöglichkeit für das Einstreugut erfordert und einen höheren Arbeitsaufwand für Transport und Inbetriebnahme der Anlage zur Folge hat. Die «Schweizer Landtechnik » hat bei einigen Technikanbietern und Anwendern nachgefragt, was möglich und empfehlenswert ist, und gibt hier eine Übersicht der heute zur Verfügung stehenden Verfahren. Die Befragung zeigte, dass die Verfahren und deren Anwendungsmöglichkeiten von den Befragten teilweise recht gegensätzlich beurteilt werden.

Viele Wege führen in die Liegebox Grundsätzlich gibt es viele «Wege », um Einstreu aus Güllefeststoffen bereitzustellen. Was die Separationstechnik betrifft,

muss sich der Betriebsleiter in einem ersten Schritt zwischen der Nutzung eines fest installierten Separators und der überbetrieblichen Nutzung entscheiden. Für die fest installierte Technik spricht einerseits die Möglichkeit, das Einstreumaterial in regelmässigen, kurzen Abständen von meist sieben bis zehn Tagen herzustellen und direkt, frisch einzustreuen. So lässt sich eine relativ dünne Schicht von wenigen Zentimetern Dicke einstreuen, die dann in kurzer Zeit abtrocknen kann, bevor eine unerwünschte Erwärmung und Schimmelbildung in der Liegebox einsetzt. In der Praxis werden nach einem ersten Abtrocknen oft zusätzlich Häckselstroh, Kalk und/oder weitere Materialien in die Boxen zugegeben. Damit kann ei-


Hofdünger

Ein Mini-Separator wie der «ComPress » von Stallkamp mit 2-kW-Motor ermöglicht dank einfacher Installation ein günstiges «Separieren auf Knopfdruck ». Bild: ATG Häfliger

Viele Hersteller haben heute zwei bis drei Baureihen mit unterschiedlichen «Fähigkeiten » im Programm. Neben einer Standard-Baureihe bietet beispielsweise Veenhuis zusätzlich eine «Heavy Duty », kurz HD-Baureihe, für besonders harte Einsatzbedingungen an. Diese Maschine erreicht je nach Ausgangsmaterial 35 bis 38 % TS. Dies ist möglich dank eines längeren Siebkanals, grossem Staudruck und der Verwendung hochwertiger, verschleissresistenter Materialien. Allerdings ist der Anschaffungspreis dieses Geräts mit über CHF 40 000.– mehr als doppelt so hoch als bei den günstigsten Modellen. Bedenkt man, dass eine solche HD-Maschine pro Stunde über 2  t GFS abscheiden kann, ist klar, dass diese sich in den meisten Fällen nur überbetrieblich sinnvoll auslasten lässt.

Mini-Separator nerseits weitere Feuchtigkeit gebunden werden. Anderseits hat Kalk eine gewisse hygienisierende Wirkung. Einige Praxisbetriebe stellen bereits vor dem Einstreuen mit dem Mischwagen oder anderen Geräten wie Einstreuschaufeln mit Mischfunktion eine Mischung her. Die hygienisierende Wirkung von Kalk ist von mehreren Faktoren wie Art des Kalks, Mischverhältnis und Materialfeuchte abhängig, wissenschaftlich aber noch wenig erforscht.

Separator nicht gleich Separator Nun zum «Streitpunkt » TS-Gehalt. Der bei ganz belasteter Stauklappe maximal erreichbare TS-Gehalt in den GFS ist bei den verschiedenen Typen von Pressschneckenseparatoren aufgrund unterschiedlicher Bauweisen mit etwa 28 bis 38 % recht breit gefächert. In der Landwirtschaft kommen schätzungsweise über 90 % Schneckenseparatoren zum Einsatz.

Bei «Plug&Play »-Lösungen, hier von Veenhuis, sind alle Komponenten sauber auf einer Rahmeneinheit montiert und lassen sich für den überbetrieblichen Einsatz einfach verladen. Bild: Veenhuis

In den letzten Jahren haben einige Hersteller als Programmergänzung gegen unten kleinere und günstigere Separator-Modelle auf den Markt gebracht, die es auch Betrieben mit unter 100 Kühen möglich machen, die Gülleseparierung mit einer Eigenmechanisierung wirtschaftlich zu praktizieren. Diese kleinsten Modelle wie der «Mini » von Cri-Man, der «Sepcom » von WAM, der «ComPress » von Stallkamp oder der «Compact » von Bauer zeichnen sich durch geringen Leistungsbedarf von 2 bis 3 kW und einen Anschaffungspreis ab CHF  14  000 bis 20  000.– aus. Ist beispielsweise eine Tauchschneidpumpe für die Beschickung bereits vorhanden, lässt sich bei kurzen Rohrlängen und einfacher elektrischer Installation eine fix installierte Anlage bereits mit einem Budget von rund CHF  20 000.– realisieren. Die Maschinen dieser Klasse haben zwar eine geringere Leistung, genügen aber bei entsprechender Betriebszeit problemlos für Bestände bis 300 GVE. Aufgrund der einfacheren Bauweise erreichen die günstigsten Modelle jedoch tiefere TS-Gehalte von maximal 28 bis 32 %. Ob dies als Nachteil anzusehen ist, bleibt umstritten : Einige Anbieter empfehlen generell, auch für die Verwendung als Einstreu den für die Verwendung als Kompostdünger üblichen TS-Gehalt von 25 bis 30 % nicht zu überschreiten. Dies einerseits, weil Energiebedarf und Verschleiss mit zunehmendem TS-Gehalt überproportional ansteigen. Anderseits sei ein höherer TS-Gehalt für die Variante «frisch Einstreuen» weder nötig noch erwünscht, denn: Je höher der

Separatoren mit Überlaufleitung werden bei Überflur-Behältern mit Vorteil auf einer erhöhten Plattform installiert. Bild: Fankhauser

TS-Gehalt in den GFS, desto stärker und schneller erwärmt sich das Einstreumaterial, was weder beim frischen Einstreuen noch bei der Lagerung erwünscht ist. Ganz anderer Meinung ist ein Süddeutscher Praktiker, der bereits seit Jahren mit einem mobilen HD-Separator im Lohn separiert. Er arbeitet für die Verwendung als Einstreu immer mit maximalem TS-Gehalt von 35 bis 38 % und ist überzeugt, dass das Einstreumaterial so einen grösseren Nutzen bietet. Zur Konservierung des Einstreumaterials zwischen den viel längeren Separier-Intervallen (2- bis 4-mal jährlich) empfiehlt der Lohnunternehmer, das Einstreumaterial wie Maissilage zu handhaben: sofort nach dem Separieren stark verdichten und luftdicht abschliessen. Der Verschleiss sei mit einer HD-Maschine kein übermässiger Kostenfaktor, berichtet der Lohnseparierer weiter: Mit einem Satz Verschleissteile (Sieb und Schnecke) erzielt er eine Standzeit von über 3000 Einsatzstunden beziehungsweise 7000 t GFS. Die Gesamtkosten des Verfahrens beziffert er mit 2,5 bis 3 Euro pro m3 Gülle. Ein Praxisbetrieb in Österreich, der zweimal jährlich mit einem Lohnunternehmer separiert, arbeitet mit etwas geringerem TS-Gehalt, mischt jedoch vor dem Einsilieren in einem Siloschlauch den GFS Kalk bei. Er berichtet, dass die Gesamtkosten des Verfahrens nach der Umstellung von Stroh auf GFS in etwa gleich geblieben seien. Das «Einsilieren » in Silageballen ist zwar problemlos machbar, dürfte jedoch kostenmässig ungünstig abschneiden.

Abstimmung auf Betrieb Neben der Auswahl des Separators an sich müssen bei der Auswahl eines Systems zahlreiche weitere Überlegungen gemacht werden. Wird in kurzen Abständen separiert, ist eine Vorgrube zu emp3 2018 Schweizer Landtechnik

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Hofdünger

fehlen, die Lagerplatz für den entsprechenden Zeitraum bietet. Alle Befragten betonen, dass eine homogene, gut aufgerührte Gülle die Grundlage für effizientes Separieren ist. Nur so kann die Leistung des Separators bei gleichbleibender GFS-Qualität erzielt werden. Zur Beschickung des Separators kann grundsätzlich auch eine bereits vorhandene Pumpe, idealerweise eine Tauchschneidpumpe, eingesetzt werden. Dient diese auch als Rührwerk in der Vorgrube, steht der Kosteneinsparung die fehlende Rührwirkung während des Separierens gegenüber. Einige Anbieter empfehlen für diese Lösung einen Frequenzumformer, um den Energieverbrauch der Tauchschneidpumpe während des Separierens auf das nötige Minimum zu reduzieren. Damit der Separator kontinuierlich mit Gülle versorgt wird, ist eine Mengenregelung erforderlich. Einige Anbieter lösen dies so, indem überschüssige Gülle über einen Überlauf in Form eines Steigrohrs wieder zurück in die Vorgrube geführt wird, was jedoch eine zusätzliche Rücklaufleitung bedingt und nur funktioniert, wenn der Rücklauf

durch die Schwerkraft von selber in den Behälter zurücklaufen kann. Andere Anbieter wie Veenhuis arbeiten mit einem über dem Separator angebrachten Ausgleichstank mit Füllstandssensor. Hier wird die Beschickungspumpe füllstandsabhängig geregelt, weshalb eine Überlaufleitung eingespart wird, was vor allem auch beim überbetrieblichen Einsatz eine Vereinfachung darstellt. Liegt der Endlagerbehälter über dem Separator, muss eine zweite Pumpe vorhanden sein. Mobile Separatoren werden deshalb häufig mit einer Zweikammer-Pumpe ausgerüstet. Weiter stellt sich die Frage, ob und wie die Zusammensetzung der Gülle beeinflusst werden soll. Einig sind sich alle Befragten in einem Punkt : zu grosse Mengen an sperrigem, unzerkleinertem Stroh erschweren die Separierung. Aber auch hier sind die Auffassungen unterschiedlich : Ein Anbieter rät seinen Kunden, die Zufuhr von Stroh ins System möglichst ganz zu unterlassen. Dadurch würden die Fasern feiner und liessen sich im Separator einfacher und effizienter auspressen. Ein anderer Anbieter hingegen rät dazu,

regelmässig einen minimalen Anteil zerkleinertes Stroh ins System zu geben.

Unsicherheiten betreffend Hygiene Was die Euterhygiene anbelangt, sind viele Landwirte der GFS-Einstreu gegenüber bis heute skeptisch. Zwar haben mehrere Untersuchungen (ART-Bericht 699) ergeben, dass unhygienisierte GFS als Einstreu im Vergleich zur klassischen Stroh-Mist-Matratze aus hygienischer Perspektive «als gleichwertig betrachtet werden können. » Diese Aussage ist aber wohl nicht als allgemein gültig zu betrachten. Es ist zu bedenken, dass die Keimbelastung von Einstreumaterial in den Liegeboxen von zahlreichen Faktoren abhängt und nicht zwangsläufig mit derjenigen übereinstimmen muss, die in der Versuchanlage x oder y ermittelt wurde. Einerseits kann bereits das Ausgangsmaterial von Betrieb zu Betrieb sich stark unterscheiden. Das gesamte Management des Herstellungs- und Lagerungsprozesses kann schliesslich zu ähnlichen Qualitätsunterschieden führen wie sie auch bei der Herstellung und Verfütterung von Si-

Separatoren mit einer über Dosiertank gesteuerten Beschickung benötigen keine Überlaufleitung. Bild: Veenhuis

Die Lagerung von Güllefeststoffen in Silageballen ist eine saubere, jedoch aufwendige und teure Lösung. Bild: R. Hunger

Dieser mobile Separator wurde für einfachen Transport und eine grössere Einsatzflexibilität (Überflurbehälter) auf einem Staplermast montiert. Bild: Kohli Gülletechnik

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Schweizer Landtechnik 3 2018

Müssen Güllefeststoffe nach dem Separieren durch einen Lohnunternehmer lange gelagert werden, bietet sich das Einmischen von Kalk als Konservierungsmassnahme. Bild: Landwirt


Hofdünger

Das Konservieren als Siloschlauch ist technisch einfacher als die Lagerung in Form von Silageballen. Bild: Landwirt

lage auftreten. Skeptiker sehen sich in ihrer Haltung durch die Tatsache bestätigt, dass mittlerweile einige Käsereimilchverarbeiter im In- und Ausland das Einstreuen von Güllefeststoffen ausdrücklich verbieten.

Hygienisierung nur für Grossbetriebe wirtschaftlich Die thermische Hygienisierung der GFS, wie sie beispielsweise in Ländern wie Kanada oder Holland bereits weit verbreitet ist, kann als «Königin der Verfahren» bei der Herstellung von GFS-Ein­ streu betrachtet werden. Als Grundlage dient in diesem Verfahren die Tendenz zur schnellen und starken Eigenerwärmung von frisch separiertem Material. Ein Praktiker berichtet gar von einem Separier-Test mit maximalem TS-Gehalt, bei dem sich ein Haufen bereits nach kurzer Zeit durch die enorme Wärme­ entwicklung selber entzündete. Dieser Effekt wird in diversen Hygienisierungsanlagen wie der «Bedding Recovery Unit» (BRU) von «Fan Separator» (Bauer-Gruppe), dem «HBC»-Verfahren von Cri-Man oder dem «Bedding Master» von DariTech genutzt. In diesen Anlagen,

In Hygienisierungsanlagen wie der «Bedding Recovery Unit » (BRU) werden die Feststoffe durch Eigenerwärmung in einer Trommel getrocknet und hygienisiert. Bild: Bauer

die meist in Form eines Containers als fertige «Plug&Play»-Lösung ausgeliefert werden, werden die GFS in einer Trocknungstrommel oder einer Art Schneckenmischer langsam und kontinuierlich in Bewegung gehalten. Dadurch entwickelt sich ohne externe Wärmezufuhr eine Temperatur von etwa 70 °C, die bei einer Verweildauer von etwa einer Stunde eine vollständige Entkeimung des Einstreu­ materials gewährleistet. Diese Anlagen erfüllen Industriestandards und sind für den Dauerbetrieb auf Grossbetrieben ausgelegt. Bei DariTech beispielsweise ist das kleinste Modell auf einen Materialdurchsatz von rund 4 t GFS pro Tag ausgelegt und kostet inklusive Beschickungspumpe, Separator, Trocknungstrommel und Austragsförderband ab etwa CHF 100 000.– und ist somit für Tierbestände unter 200 Grossvieheinheiten kaum wirtschaftlich einsetzbar. Kleinere Anlagen sind zurzeit nicht erhältlich, die für eine wirksame Hygienisierung erforderliche Temperaturverteilung mit einer manuellen Umsetzung (zum Beispiel mit einem Hoflader oder einem Kompostwender) kaum erreichen.

Für das Mischen mit Kalk und Verteilen von Feststoffen bieten sich neben Einstreuschaufeln auch kleine Selbstfahrer wie der «Bobman » mit Selbstladefunktion. Bild: Jydeland

Fazit Betrachtet man die Wirtschaftlichkeit der Gülleseparierung isoliert unter dem Gesichtspunkt «Stroh einsparen durch GFS-Nutzung», lässt sich auf dem durchschnittlichen Schweizer Betrieb kaum Geld einsparen. Kombiniert man jedoch den Nutzen des Einstreumaterials mit der besseren Nährstoffverwertung aus der Gülle und weiteren Vorteilen wie der Sauberkeit des Futters (keine Strohwürstchen auf dem Gras) und dem nicht mehr nötigen Rührwerk im Dünngülle-Lagerbehälter, könnte die Bedeutung der Gülleseparierung in den nächsten Jahren auch in der Schweiz stark zunehmen. 

Video zu Video zu Einstreu-Material als Gülle Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».

JH-Agro bietet mit dem «MiniStro » ein System, das für das automatische Einstreuen von Güllefeststoffen ideal geeignet ist. Bild: JH-Agro

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Impression | Testbericht

Gülleverteiler im Vergleich Welcher Gülleverteiler hat die geringsten Stickstoffverluste und verschmutzt das Futter am wenigsten? Die österreichische Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein ging zusammen mit den Fachzeitschriften «Landwirt» und «Schweizer Landtechnik» diesen Fragen auf den Grund. Alfred Pöllinger, Andreas Zentner, Gregor Huber und Johannes Paar*

schlechter Gewichtsverteilung bis hin zu negativen Stützlasten verbunden sind. Nicht zuletzt besteht im Grünland die Gefahr der erhöhten Futterverschmut­ zung durch die konzentrierte bandförmi­ ge Ablage der Wirtschaftsdünger.

Zwei Versuchsjahre Die sechs von uns ausgewählten Verteil­ systeme wurden in den Jahren 2016 und 2017 zu fünf verschiedenen Ausbringzeit­ punkten hinsichtlich Ammoniakemissio­ nen und Futterverschmutzung mit wis­ senschaftlichen Feldmessmethoden un­ tersucht. Um das unterschiedliche Emis­sionsverhalten möglichst gut feststel­ len zu können, brachte man die Gülle, so­ weit dies möglich war, bei ungünstigem, also eher sonnigem Wetter aus. Um einen möglichst zügigen Versuchsab­ lauf zu gewährleisten, wurde jeder Ver­ teiler an ein eigenes Fass gebaut. Die un­ terschiedlichen Fassgrössen spielten für die Versuche keine Rolle. Selbstverständ­ lich hat man auf eine ausreichende Kom­ pressor- oder Pumpenleistung geachtet, um mit dem jeweiligen Verteilsystem eine gleichmässige Ausbringung zu gewähr­ leisten. Alle Einflussfaktoren, welche die Stickstoffverluste und die Futterver­ schmutzung beeinflussen, wurden exakt ermittelt: Ausbringmenge, Trockenmas­ segehalt der Gülle, Fahrgeschwindigkeit, Wetterdaten, Bodentemperatur und die Wuchshöhe.

Während der Gasmessungen wurden die wichtigsten Begleitparameter protokolliert. Bilder: J. Paar und A. Pöllinger

Die Gülleausbringung kommt wegen der damit verbundenen Ammoniakemissio­ nen immer mehr unter Druck. Verschie­ dene nationale und internationale Richtli­ nien sehen eine deutliche Reduktion die­ ser Emissionen vor. Solche Richtlinien sollen allerdings nicht nur als Schikane gesehen werden, sie sind auch eine Chance, denn durch Stickstoffemissionen können einige Millionen Franken an Dün­ ger verloren gehen. Zudem bedeuten we­ niger Ammoniakemissionen bei der Aus­ bringung in der Regel auch eine geringe­ re Geruchsbelastung. Die Wahl der richtigen Ausbringtechnik spielt dabei ei­ ne entscheidende Rolle.

Teure und schwere Technik Es ist bekannt, dass bodennahe Aus­ bringtechniken geringere Emissionen verursachen als der bislang weitver­brei­ tete Prallkopfverteiler. Daher werden bo­ *Alfred Pöllinger, Andreas Zentner und Gregor Huber forschen an der HBLFA Raumberg-­ Gumpenstein (A), Johannes Paar ist Chefredak­ tor bei der Fachzeitschrift «Landwirt» (A).

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Schweizer Landtechnik 3 2018

dennah ausgebrachte Gülle pro Kubikmeter und die Technik selbst beim Gemeinschaftsankauf finanziell da und dort unterstützt. Auch der Schwenkver­ teiler von Möscha soll durch seine grob­ tropfige Verteilung N-Verluste senken. Ei­ ne neue Art der bodennahen Ausbrin­ gung bietet das Niederdruck-System von Bücheler und Schönenberger aus der Schweiz. Bodennahe Gülleverteiler bietet die Industrie schon lange an, die aber mit höheren Investitionen und auch mit höheren Transportgewichten sowie oft

Tabelle 1: Inhaltsstoffe der ausgebrachten Rindergülle (in g/kg Frischmasse) Versuch

TM

N

NH4 -N

Versuch 1 + 2

75,3

3,55

1,13

pH-Wert 7,24

Versuch 3

89,8

3,71

1,31

7,03

Versuch 4

79,9

3,70

1,13

7,12

Versuch 5

93,7

4,03

1,17

6,90

Mittelwert

84,7

3,75

1,19

7,07


Testbericht | Impression

Tabelle 2: Tatsächliche Gülleausbringmenge, durchschnittliche Arbeitsbreite und theoretischer Durchsatz Versuchsdurchgang Verteiltechnik

Versuch 3

Versuch 4

Versuch 5

28.3.2017

31.5.2017

10.7.2017

Arbeitsbreite in m

gemessene Ausbringmenge in m³/ha

Versuch 3–5 Durchsatz m3/h

Prallkopfverteiler

12,1

16,9

30,9

16,4

100

Niederdruckverteiler

7,5

23,4

182

Pendelverteiler (Möscha)

12,5

20,0

21,6

19,9

128

Schleppschlauch

12,0

18,3

20,4

18,9

202

Schleppschuh

9,0

16,7

22,5

23,3

186

Scheibenschlitzgerät

6,3

11,9

24,0

20,0

86

Der Prallkopf-, Pendel- und der Schleppschlauchverteiler waren betriebseigene Verteiltechniken der Forschungsanstalt oder des nahegelegenen Testbetriebes. Der Schweizer Niederdruckverteiler sowie der Schleppschuh- und Scheibenschlitzverteiler wurden von den Herstellern Schönenberger (Hagenwil TG) und Fliegl zur Verfügung gestellt.

Die sechs Testkandidaten Beim Prallkopfverteiler von Vakutec verteilt der in etwa 2,20 m Höhe montierte Prallkopf die Gülle auf 12 m Arbeitsbreite. Dieses System zeichnet sich durch geringe Investitions- und Betriebskosten, ein niedriges Gewicht, eine hohe Toleranz gegenüber Fremdkörpern sowie eine einfache Handhabung und Reinigung aus. Zudem lassen sich die Durchflussleistung durch den Wechsel der Düse verändern und das Feldranddüngen gut steuern. Er diente in dieser Vergleichsuntersuchung als Referenz. Den von der DLG anerkannten Pendelverteiler von Möscha gibt es als Einfach-,

Zweifach- oder Dreifach-Verteiler in Arbeitsbreiten bis zu 27 m. Der Verteiler ist leicht und einfach in der Handhabung. Verstopfungen lassen sich einfach beseitigen. Durch die geometrische Ausformung des Schwenkkopfes und die Umlenkung fast des gesamten Güllestrahls bilden sich grosse Tropfen. Je grösser die Tropfen, desto besser ist der Stickstoff vor Verdunstung geschützt – so die Begründung des Herstellers. Zudem sinkt der Einfluss durch Seitenwind. Im Gegensatz zum Schwanenhals des Prallkopfverteilers wird beim Möscha-Verteiler ein 90°-Bogen eingespart. Das reduziert laut Hersteller den Kraftbedarf. Möscha bietet seinen Pendelverteiler im Internet unverbindlich zur Feldprobe an. Durch das Niederdrucksystem beim Verteiler von Bücheler und Schönenberger werden im Verteiler ähnlich wie beim Pendelverteiler grosse Tropfen gebildet. Diese werden allerdings nicht durch die Luft geschleudert, sondern «regnen» in kurzem Abstand mit geringem Energieaufwand senkrecht zu Boden. Die Quer-

Möscha-Pendelverteiler: Arbeitsbreite bis 15 m; Pendelverteiler mit einem Verteilkopf. Angetrieben wird der Verteiler über den Güllestrahl.

verteilung wird durch Seitenwind kaum beeinflusst. Durch den kurzen Luftkontakt sollen die Geruchs- und Ammoniak­ emissionen reduziert werden. Die Arme der beiden äusseren Öffnungen lassen sich für den Strassentransport hydraulisch nach oben schwenken. Dieser Verteiler ist zwar schwerer als ein Prallkopfoder Pendelverteiler, aber noch deutlich leichter als alle anderen bodennahen Ausbringtechniken in diesem Vergleichstest. Das gilt auch für die Höhe der Investitionskosten. Der eingesetzte Schleppschlauchverteiler von Kotte (Baujahr 2011) mit mechanisch angetriebenem Verteilkopf wird heute nicht mehr angeboten. Die Gründe dafür sind die begrenzte Arbeitsbreite und die Auslaufverzögerung an den äusseren Schläuchen. Kotte verbaut aktuell Schleppschlauchsysteme von Vogelsang und Bomech. Für die Vergleichsuntersuchung tat das aber nichts zur Sache. Im Gegenteil: Dieser Kotte-Verteiler war für die Aufgaben gut geeignet, da er eine höhere Durchflussleistung hat als man-

«Schweizer» Niederdruckverteiler von Bücheler und Schönenberger: Arbeitsbreite 7,5 m; drei Verteiler im Abstand von 2,50 m; Gewicht: 250 kg.

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Impression | Testbericht

Vakutec-Prallkopfverteiler mit einer Arbeitsbreite von 12 m. Die Durchflussleistung lässt sich durch den Wechsel der Düse verändern.

cher aktuelle Schleppschlauchverteiler. Die Gülle fliesst aus 40 Schläuchen im Abstand von 30 cm (12 m Arbeitsbreite) auf den Boden. Schleppschlauchverteiler sind schon deutlich teurer und schwerer als die vorhin beschriebenen Systeme. Den Schneckenverteiler mit Schleppschuh «Skate 90» bietet Fliegl von 9 bis 21 m Arbeitsbreite an. Im Test war das kleinste Modell. Bei diesem System wird die Gülle in einem engen Schlauchabstand von nur 25  cm mit Schlitzschuhen in den Boden teilweise injiziert. Die verschleissfesten Kufen der Schuhe ziehen mit einem Schardruck von etwa 8 kg kleine Schlitze. Sie lassen sich bei Bedarf einfach austauschen. Dank spezieller Federstahlführungen passen sich die Schläuche Bodenunebenheiten gut an. Bei der Arbeit lastet das Gewicht des Verteilers auf den Schuhen und hat daher keinen Einfluss auf die Stützlast. Scheibenschlitzgeräte wie der eingesetzte «SSG 60» von Fliegl haben das Ziel, die

Kotte-Schleppschlauchverteiler (Baujahr 2011, nicht mehr erhältlich): Arbeitsbreite: 12 m; Schlauchabstand: 30 cm; Gewicht: 800 kg.

Gülle nahezu vollständig in den Boden zu injizieren, um eine maximale Geruchsreduktion und geringste Ammoniakverluste zu erreichen. Die gezackten Scheiben mit einem Durchmesser von 520 mm lassen sich in horizontaler und vertikaler Richtung verstellen. Serienmässig sind die Scheiben in einem Abstand von 30  cm mit Blattfedern am Rahmen montiert. Auf Wunsch gibt es den Verteiler auch mit 20  cm Scheibenabstand. Für den Stras­sentransport lassen sich die äusseren Ausleger hydraulisch hochschwenken. Von dieser mit Abstand teuersten und schwersten Technik erwartet man zu Recht die grössten Vorteile, muss aber auch den Nachteil der grossen Stützlastveränderung mit ausgehobenem Verteiler beachten.

Die Gülle stammt aus der Milchviehhaltung mit Liegeboxenlaufstall. Als Einstreu wird Mulchstroh und Gülle separat aus dem eigenen Betrieb verwendet. Der Trockenmassegehalt der Gülle schwankte in den fünf Versuchsdurchgängen zwischen 7,5 und 9,4 % (Tabelle 1). Damit lag die Gülle bewusst über dem Wert einer durchschnittlichen Rindergülle (7,5 %). Als Zielvorgabe sollte eine Ausbringmenge von 20  m3/ha erreicht werden. Das entspricht auch den Empfehlungen der guten fachlichen Praxis. In der praktischen Versuchsdurchführung wurden die Mengen leicht unter- beziehungsweise überschritten. In den beiden ersten Versuchen wurde die gewünschte Ausbringmenge von 20  m3/ha nach den technischen Datenblättern der Firmen bestimmt. In den Versuchsdurchgängen 3–5 wurden die tatsächlichen Ausbringmengen aufgrund der gemessenen Güllemenge, der Fahrstrecke und der Arbeitsbreite

Ausgebrachte Gülle Alle fünf Ausbringversuche wurden auf ebenen Grünlandflächen durchgeführt.

25

18 1 Versuchstag

16 Prallkopfverteiler Pendelverteiler Schleppschuh

14 Ammoniak in ppm

Ammoniak in ppm

20

15

10

12

2 Versuchstag

Niederdruckverteiler Schleppschlauch Scheibenschlitzgerät

10 8 6 4

5

2 0 Prallkopfverteiler

Niederdruck­ verteiler

Pendelverteiler

Schleppschlauch

Schleppschuh

Scheiben­ schlitzgerät

Grafik 1: Mittlere Ammoniakkonzentrationen (in ppm) unmittelbar nach der Gülleausbringung (Zeitpunkt 1), Mittelwert, Minimum und Maximum von Versuch 1–5.

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Schweizer Landtechnik 3 2018

0

ZP1

ZP2

ZP3

ZP4

ZP5

ZP6

Grafik 2: Ammoniakkonzentration (in ppm) zu den unterschiedlichen Messzeitpunkten (Mittelwert von Versuch 1–5).


Testbericht | Impression

abzüglich der Überlappung berechnet (Tabelle 2). Mit dem Pendelverteiler und dem Schleppschlauchsystem konnte die geforderte Ausbringmenge am exaktesten eingehalten werden. Der Prallkopfverteiler hat die angestrebte Menge bei den Versuchen 3 und 5 unter- und beim Durchgang 4 mit 31 m3/ha deutlich überschritten. Der Niederdruckverteiler kam nur bei den Versuchsdurchgängen 1, 2 und 5 zum Einsatz. Bei den Versuchen 1 und 2 entsprach die Verteilung nicht den Angaben des Herstellers. Das gewünschte Verteilbild wurde erst im Versuchsdurchgang 5 erreicht. Unter Berücksichtigung der Arbeitsbreite wurde in Kombination mit der jeweiligen Fahrgeschwindigkeit und der Ausbringmenge die theoretische Durchsatzleistung des Verteilers berechnet. Das Scheibenschlitzgerät und der Prallkopfverteiler hatten mit unter 100 m3/h die geringste Durchsatzleistung. Mit dem Schleppschlauch-, dem Schleppschuh- und dem Niederdruckverteiler lässt sich eine etwa doppelt so hohe Durchsatzleistung erzielen (Tabelle 2).

Grosse Differenzen bei Stickstoffverlusten Zur Bestimmung der Ammoniakverluste kam eine spezielle, aktiv belüftete Haube in Kombination mit einem Gasmessgerät zum Einsatz. Diese wurde auf einen Metallrahmen gesetzt, den man unmittelbar nach der Ausbringung in den Boden einschlug. Die Schadgaskonzentration der abgesaugten Luft wurde mit einem Multi-Gasanalyser der Firma Lumasense etwa 20 Minuten lang ermit-

«Schweizer Verteiler» Bei diesem Versuch der österreichischen Forschungsanstalt Raumstein-Gumpenstein war auf Vermittlung der «Schweizer Landtechnik» auch der Niederdruck-Verteiler «Bücheler+Schönenberger» mit von der Partie, nachdem in der Schweiz niemand für einen solchen Versuch zu finden war. Dieser von Karl Bücheler (Muolen SG) und Werner Schönenberger (Schönenberger Landtechnik, Hagenwil b. Amriswil TG) entwickelte Verteiler soll dank seiner grossen Tropfenbildung und bodennahen Ausbringung geringe Geruchsemissionen aufweisen. Jedenfalls, so die Entwickler, hätten dies subjektive Wahrnehmungen mehrfach gezeigt. Nun, die im Versuch ermittelten Messwerte zeigten da ein etwas anderes Bild. Festzuhalten ist jedoch, dass dieses beim Forscherteam liebevoll als «Schweizer Verteiler» betitelte Gerät anfänglich nicht ganz korrekt eingesetzt wurde (zu kleine

telt. Danach wurde mit der nächsten Verteiltechnik Gülle ausgebracht und auf dieser Fläche gemessen. Nach rund zwei Stunden wurde der nächste Messzyklus wieder auf der Versuchsfläche 1 begonnen. Die Messzyklen (Zeitpunkte) wurden dann so lange wiederholt, bis keine nennenswerte Abgasung mehr gemessen werden konnte. In der Grafik 1 sind die mittleren Ammoniakkonzentrationswerte der unterschiedlichen Verteiltechniken über alle fünf Versuchsdurchgänge dargestellt, gemessen unmittelbar nach der Gülleausbringung zum Zeitpunkt 1. Darin ist die

Bei jedem Versuchsdurchgang wurde eine Gülleprobe gezogen und auf die wichtigsten Inhaltsstoffe hin untersucht.

Ausgangsöffnung beim Fass), weshalb es nur beim fünften Durchgang gänzlich in die Messungen einfliessen konnte. Weiter haben die bewusst nicht ganz praxisgerechten Einsätze (sonniges Wetter) die Unterschiede der Messergebnisse wohl verschärft. Bei der Verschmutzung des Futters müsste man zudem nicht nur die Auswirkungen beim frisch geschnittenen Gras, sondern auch bei der Silage- und Heubereitung (Zett- und Schwadvorgänge im Feld) einbeziehen. Diesbezüglich könnte es dann schon zu gewissen Veränderungen in der Beurteilung kommen. Bücheler und Schönenberger sind von ihrem System weiterhin überzeugt und wollen die Untersuchungen auch in Richtung Ertragserhebung ausdehnen. Denn, so meinen die beiden, sei dies letztlich für den Landwirt bei seiner Grünland-­ Bewirtschaftung das wesentliche Kriterium. Roman Engeler

vielfach in der Literatur beschriebene deutlich höhere Emissionsaktivität breitflächig ausgebrachter Gülle zu sehen. In der Grafik 2 ist der zeitliche Verlauf der Emissionsaktivität zu sehen. Zwischen den einzelnen Messzeitpunkten (ZP 1–4) liegen etwa zwei bis drei Stunden. Zwischen ZP 4 und ZP 5 liegt eine Nacht, in der nicht gemessen wurde. Der Verlauf der Messungen zeigt, dass sich der meiste gasförmige Stickstoff als Ammoniak in den ersten zwei bis fünf Stunden verflüchtigt. Auffällig ist der langsamere Rückgang der Konzentrationswerte beim Niederdruckverteiler. Das lässt sich damit begründen, dass mit diesem Verteiler bei den beiden ersten Versuchsdurchgängen nur eine sehr ungenaue Verteilung gelang. Auf der gemessenen Teilfläche wurde mit über 30 m3/ha deutlich mehr Gülle ausgebracht als bei den Vergleichsvarianten. Grund für die schlechte Querverteilung war ein zu klein dimensionierter Zulauf zum Verteiler. Dieser Fehler wurde beim fünften Versuch behoben. Dieser Umstand ist in Tabelle 2 nicht zu sehen, da hier die Ausbringmengen von den Versuchsdurchgängen 1 und 2 fehlen, in der Emissionsberechnung allerdings enthalten sind. Ebenfalls auffällig ist die Variante Schlepp­ schlauch. Unmittelbar nach der Ausbringung liegen die Werte erwartungsgemäss noch deutlich unter denen der Breitverteiler, allerdings bereits zum 3 2018 Schweizer Landtechnik

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Impression | Testbericht

1,00E+07 1,0 1,00E+06

0,9

1,00E+05

0,7 0,6

1,00E+04 cfu/g

Schmutz am Futter in g

0,8

0,5 0,4 0,3

1,00E+03 1,00E+02

0,2 1,00E+01

0,0 0,0

Prallkopf- Nieder­druck­ Pendelverteiler verteiler verteiler

Schleppschlauch

Schlepp- Scheiben­ schuh schlitzgerät

Keine Gülle

Grafik 3: Futterverschmutzung durch verschiedene Ausbringtechniken (Mittelwert aus den Versuchen 2, 4 und 5, Probenahme etwa 14 Tage nach der Ausbringung).

Zeitpunkt 2 (rund zwei Stunden später) sind die Konzentrationswerte schon mit denen der Varianten Prallkopf- und Pendelverteiler vergleichbar. Ab dem Zeitpunkt 3 weist diese Variante neben dem Niederdruckverteiler sogar die höchsten Konzentrationswerte auf. Der Grund dafür dürfte in der Tatsache begründet sein, dass bei der oberflächlich bandförmigen Gülleablage der Kern des Bandes langsamer abtrocknet und dadurch länger emissionsaktiv bleibt.

Futterverschmutzung durch Güllereste Zur Beurteilung der Futterverschmutzung wurden rund zwei Wochen nach dem «Güllen» Futterproben genommen. Das geschnittene Futter wurde gewogen und in einem Eimer mit 10 l Leitungswasser vermischt. Am darauffolgenden Tag wurde der Schmutzanteil von einem Liter Wasch­wasser bestimmt.

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Prallkopf- Nieder­druck­ Pendelverteiler verteiler verteiler

Schleppschlauch

Schlepp- Scheiben­ schuh schlitzgerät

Keine Gülle

Grafik 4: Gesamtkeimzahl als Indikator für Keimverschmutzung auf dem Futter, gemessen etwa 14 Tage nach der Ausbringung mit unterschiedlichen Ausbringtechniken beim Versuchsdurchgang 5.

In der Grafik 3 ist die vom Futter abgewaschene und gewogene Verschmutzung in g/m2 Futterfläche etwa zwei Wochen nach der Gülleausbringung dargestellt (Mittel aus drei Versuchsdurchgängen). Es handelt sich dabei nur um einen Relativvergleich zwischen den einzelnen Ausbringtechniken, die Werte können demnach nicht hochgerechnet werden. Die gemessene Verschmutzung hat den optischen Eindruck in der Praxis bestätigt. Wenn Gülle in grosser Menge grosstropfig appliziert wird, steigt in der Regel die Gefahr der Futterverschmutzung. Demnach verschmutzen der Niederdruckverteiler – aufgrund insgesamt höherer Einzelmengen auf der Fläche (schlechte Querverteilung bei den ersten beiden Versuchsdurchgängen) – sowie der Pendel- und der Schleppschlauchverteiler das Futter stärker, als es die anderen Verteiler tun.

Das Scheibenschlitzgerät von Fliegl: Arbeitsbreite: 6,3 m; Gewicht: 1400 kg.

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1,00E+00

Mikrobiologische Verschmutzung Beim Gülleausbringversuch 5 wurden aus dem Waschwasser die Gesamtkeimzahl (GKZ) und speziell Entero-Bakterien, coliforme Keime und Clostridien bestimmt. In der Grafik 4 sind aufgrund der Übersichtlichkeit nur die Ergebnisse der Gesamtkeimzahl dargestellt. Anhand dieser lässt sich klar erkennen, dass bei den Varianten Niederdruck- und Pendelverteiler eine höhere Keimbelastung zu finden war als im Vergleich zur Kontrolle und zu den anderen Varianten. Insgesamt ist allerdings festzuhalten, dass die absolute Höhe der Keimbelastung relativ niedrig war und deshalb folgender Schluss gezogen werden kann: Sofern beim Mähen die optimale Schnitthöhe (> 7 cm) eingehalten wird, ist keine höhere Futter­ verschmutzung durch Güllereste zu befürchten, auch nicht bei der diesbezüglich in der Praxis oft diskutierten Schleppschlauch-Variante.

Fliegl-Schleppschuhverteiler: Arbeitsbreite 9 m; Schlauchabstand: 25 cm; Gewicht: 1030 kg.


Einsatzbericht | Impression

Mit Bremsdruckluft Gülleschlauch ausblasen Neuheit von Agromesser: Eine komfortable Eigenentwicklung erlaubt das Gülleschlauch-Ausblasen mittels Luftdruck aus dem Traktor-Kompressor für die Druckluftbremse. Dominik Senn Das Unternehmen Agromesser GmbH von René und Regula Messer hat sich auf die Gülletransport-Technik sowie das Ausbringen von Gülle spezialisiert. Ganz nach dem Motto: «Vom Profi für den Profi». René Messer ist selber tagtäglich mit der Verschlauchung auf dem Feld tätig. Längere Standzeiten seiner sechs voll ausgerüsteten Fendt-Bossini-Gespanne liegen wirtschaftlich nicht drin, was den Landtechniktüftler dazu brachte, die im Verlauf des Jahres auftauchenden Probleme unmittelbar anzupacken und auszumerzen. «Bossini baut nach meinen Anweisungen Fässer, die für den Schweizer Markt bezüglich Fahrwerk, Stützlasten oder Pumpen optimiert sind», sagt er. Das Hauptproblem war jedoch stets der Verbleib der Restgülle in der Verschlauchung. Das Ausblasen mittels mobilen Kompressors irgendwo am Feldrand war ihm zu umständlich, das Auspressen beim Aufhaspeln belastet seines Erachtens Rolle und Schläuche zu sehr und hinterlässt gerade bei Gärgülle boden- und pflanzenbelastende Gülleseen.

Auf 400 m Schlauchlänge ausgelegt Nun ging er an die Berechnung der geeigneten Dimensionen. Gemäss seiner Erfahrung reichen in der klein strukturierten Schweizer Landwirtschaft 400 mm Schlauch­länge in 90 % der Parzellen. Für das Ausblasen der rund andert­halb Kubik­meter Gülle in 400  m Schlauch reichen wiederum 600 l komprimierte Luft. Somit baute er sechs miteinander verbundene Tanks stirnseitig vor das Fass. Die Druckluft gelangt über ein auf 7 bar eingestelltes Überströmventil vom Traktor­kompressor in die Tanks. Der Druck­ aufbau erfolgt, sobald der Druck für das Bremssystem erreicht ist, innert einer halben Stunde ist der volle Kesseldruck verfügbar. «Die Tanks, Ventile und Schläuche stammen ausnahmslos vom Lkw-­ Bestandteil-Markt und sind

günstig», sagt René Messer. «Das komplette System mit sechs Tanks, verzinktem Rahmen, Schläuchen und Ventilen wiegt gerade einmal 100 kg. Den ganzen Aufbau mache ich selber. Ohne Arbeitskosten muss mit bloss rund CHF 2000.– Materialkosten gerechnet werden.»

Der Sicherheitsaspekt 7 bar Druck in den Schlauch gepresst lassen diesen im entfernteren Bereich heftig zucken. Doch bezüglich Arbeitssicherheit gibt René Messer Entwarnung: Im Gegensatz zu Kompressoren ist die Druckluftmenge begrenzt, und nach dem Druck­ abbau kann der Fahrer gefahrlos abhängen. Ein Kompressor muss zuerst aktiv abgestellt werden. Im Bereich des Gespanns rührt sich der Schlauch während des Ausblasens kaum. Agromesser fährt nicht nur selber mit sechs so ausgerüsteten Gespannen, sondern er hat bereits mehrere Schweizer Lohnunternehmen damit ausgestattet. Das System sei serienreif. Patentieren lassen will er seine Eigenentwicklung aber nicht, «ich möchte, dass meine Kunden davon profitieren», sagt er. Die Agromesser GmbH feiert im Jahr 2019 das Zehn-Jahr-Jubiläum als Schweizer Generalimporteur der Firma FB Bos­ sini (I) und möchte dannzumal ihre Kompetenz in Sachen Gülleausbringung und -transport an einem Tag der offenen Tür unter Beweis stellen.

Autonomes Gespann «Mein Lösungsansatz war das Ausblasen mittels Luft, ohne zusätzlichen Motor oder Kompressor. Dabei sollte jedes Gespann autonom bleiben», so René Messer. Naheliegend war die Verwendung des Traktor-Kompressors für die Druckluftbremsen (der in Europa auf 8 bar ausgelegt ist), denn «jeder Traktor produziert bei Fahrt etwa 90 % überschüssige Druckluft, die andauernd ungenutzt über das Überdruckventil entweicht. Die Fragestellung war also: Wie Luft speichern, damit sie für das Ausblasen jederzeit, in ausreichender Menge, genutzt werden kann?» Nach langer Suche fand er den geeigneten Druckluftkessel, einen auf 11 bar Druck ausgelegten geprüften Alu-Druckkessel mit 100 l Inhalt eines namhaften Herstellers aus der Lkw-Branche.

René Messer unter seiner selbst montierten Eigenentwicklung, dank der ein Schlauch mit dem Kompressor eines Traktors ausgeblasen werden kann. Bild: Dominik Senn

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Impression | Fahrbericht

New Holland gibt (Bio-)Gas Mit dem methanbetriebenen Traktor glaubt New Holland, den erhofften Durchbruch in der Anwendung alternativer Treibstoffe erreicht zu haben. Die «Schweizer Landtechnik» hat ein entsprechend ausgerüstetes «T6.180»-Modell Probe fahren können. Roman Engeler

New Holland erforscht im Rahmen seiner «Clean-Energie»-Strategie seit über einem Jahrzehnt umweltfreundliche Antriebskonzepte für Landmaschinen. Bereits 2006 brachte man komplett bio­ diesel­ taugliche Maschinen auf den Markt. 2009 entwickelte das Unternehmen den weltweit ersten Traktor, der mit Wasserstoff angetrieben wurde. Diese Entwicklung war dann auch ein Schlüsselelement im zeitgleich eingeführten Konzept rund um eine energieautarke Farm. 2012 wurde der erste Prototyp eines mit Gas be­ triebenen Traktors vorgestellt, der nun über verschiedene Schritte zu einem serien­ mässigen, mit Methan- oder auf­ bereitetem Biogas betriebenen «T6» weiter­entwickelt wird.

Gleiche Leistungswerte Den «T6 Methane Power» konzipierte New Holland auf Basis eines serien­ mässigen «T6»-Modells. Die Gas-Variante

weist mit einer Leistung von 180 PS und einem Drehmoment von 740 Nm die gleichen Kennwerte wie der konventionell mit Diesel betankte Bruder auf. Möglich macht dies ein 6-Zylinder-NEF-Motor von FPT mit wassergekühltem Wastegate-­ Turbolader. Im Unterschied zum Diesel-­ Aggregat gibt es beim Gas-Motor keine Abgasrückführung, keine Nachbehandlung mit «AdBlue» und auch keinen Partikel­filter. Die Abgasnorm der Stufe 4 wird mit einem einfachen und platz­ sparenden Drei-Weg-Katalysator erreicht.

korrektes Gas-Luft-Gemisch und dessen optimale Verdichtung sowie die elektronisch gesteuerte Einspritzung, sind bereits unter den verschiedensten Bedingungen erprobt worden. FPT sagt zu diesem Motor, dass er 80 % weniger Emissionen verursache, ärmer an Vibra­ tionen sei und etwa die Hälfte an Fahr­ geräuschen emittiere. Der Motor kann übrigens mit komprimiertem Erdgas (CNG), mit Flüssiggas (LPG) oder mit aufbereitetem Biogas betrieben werden.

Rest ist konventionell Lange Erfahrung Motorenhersteller FPT konnte sich bei der Entwicklung des Methan-Motors – es handelt sich um einen Prototyp – auf seine 20-jährige Erfahrung im Bau von Gasmotoren stützen. Bereits über 30  000 Fahrzeuge, vornehmlich Last­ wagen und Busse, sind damit bereits unter­wegs. Herausforderungen, wie ein

Alle übrigen Elemente des bei der Testfahrt verwendeten Traktors sind konventionell, sieht man einmal von dem wegen der verbauten Gastanks etwas eigenartigen Design der Kabine ab. Getriebe, Hydraulik mit Steuerventilen und Hubwerk sowie Zapfwelle sind identisch zur Diesel-­ Variante und weisen wie der Motor auch die gleichen Leistungswerte auf. Der Fahrer merkt also kaum einen Unterschied, mit Ausnahme des geringeren Geräusches und – beim gefahrenen Prototyp – der wegen der dickeren Kabinenholme etwas eingeschränkten Sicht nach hinten.

Neues Outfit in Vorbereitung Wie erwähnt, ist der bei dieser Testfahrt eingesetzte Methan-Traktor ein Prototyp. Künftig soll die «T6-Methan»-Variante in einem neuen Outfit daherkommen und so den visionären Ansatz des Fahrzeugkonzepts untermauern: Markante, nach vorne wieder mehr abgesenkte Kühlerhaube, augenfälliges Beleuch­tungs­konzept sowie

Video zum New-HollandMethan-Traktor

Mit der Einführung des «Methane Power»-Traktors lanciert New Holland auch ein neues Design der «T6»-Modelle. Bilder: R. Engeler, zvg

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Schweizer Landtechnik 3 2018

Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­ Kanal «Schweizer Landtechnik».


Fahrbericht | Impression

Steckbrief New Holland «T6.180 Methane Power» Motor: 6 Zyl. FPT, wassergekühlt, Wastegate-Turbolader, Abgasstufe 4 mit Drei-Weg-Katalysator Tankinhalt: 300 l oder 52 kg Max. Leistung: 180 PS Max. Drehmoment: 740 Nm bei 1400 U/min. 40 % Drehmomentanstieg Getriebe: Electro Command, 16 x 16 oder 32 x 32 Zapfwelle: 540, 540E und 1000 Hydraulik: Closed-Center-Load-Sensing, 113 l/min, 210 bar. 4 Steuerventile Hubkraft: 7864 kg Gewichte: Leergewicht: 6465 kg, zulässiges Gesamtgewicht: 9500 kg Preis: Noch unbekannt (Herstellerangaben)

eine Kabine mit viel Glas (+20 %) und beinahe futuristisch anmutenden Display-­ Elementen für die Anzeige von Motor-, Getriebe- und Hydraulikfunktionen sowie Bildern angeschlossener Kameras. Neu daherkommen soll auch das Tank­ design: nicht mehr in den Holmen der Kabine, sondern in Form einer mehrschichtigen Röhrenstruktur aus Verbundwerkstoff mit Einheiten an der Front und seitlich unterhalb der Kabine. Selbstverständlich soll die Kapazität für einen ganzen Arbeitstag ausreichen.

Kosten Obschon momentan noch kein Verkaufspreis des Methan-Traktors in Erfahrung zu bringen war, sollen die Betriebskosten im Vergleich zum gleichen Diesel-Traktor bis zu 30 % geringer sein. Diesen Wert,

Die Tanks in mehrschichtiger Röhrenstruktur aus Verbundwerkstoff befinden sich in Einheiten an der Front und seitlich unterhalb der Kabine.

so heisst es bei New Holland, habe man aus verschiedenen Kommunal-Einsätzen in Deutschland berechnet. Wirtschaftlich besonders interessant wird es dann, wenn der Treibstoff aus einer eigenen Biogas-Anlage stammt und man darüber hinaus eine CO2 -Neutralität erreicht. Aller­dings muss das so produzierte Biogas für die Verwendung als Treibstoff erst aufbereitet werden.

Fazit Der New Holland «T6.180 Methane Power» hat bei der Probefahrt einen guten Eindruck hinterlassen. Auch wenn die Geräuschreduktion nicht so einfach zu spüren war, fühlte sich die Fahrt mit einem Anhänger auf einem geteerten Rundkurs recht komfortabel an. Da sämtliche Bedienelemente in der Kabine iden-

Mehr Glas, mehr Licht und futuristisch anmutende Display-Elemente: So soll sich die neue Kabine der «T6»-Serie präsentieren.

tisch zu den konventionellen Modellen waren, musste man sich auch nicht umgewöhnen. Das Startverhalten des Motors konnte allerdings nicht näher geprüft werden. Ebenso der Tankvorgang, von dem New Holland aber sagt, er sei gleich effizient wie mit dem Treibstoff Diesel. New Holland geht davon aus, dass man mit dem Methan-Traktor in etwa drei Jahren die Serienreife erreichen werde und dann die «T6»-Modelle im englischen Werk Basildon künftig entweder mit Gas- oder Dieselmotoren am gleichen Montage­band fertigen könne. Wie diese Modelle dann im Markt aufgenommen werden, bleibt abzuwarten. Entscheidend wird sein, ob sich parallel dazu eine flächen­ deckende ländliche Infrastruktur für die Gasversorgung aufbauen lässt.

Das Betanken mit Gas soll so einfach, schnell und effizient ablaufen, wie dies heute mit Diesel der Fall ist.

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Plattform | Forschung

Tüfteln an der Landtechnik von morgen Wer an der Professur für Agrarsystemtechnik der Technischen Universität Dresden studieren möchte, muss nicht auf einem Bauernhof gross geworden sein. Was in diesem Bereich jedoch alle verbindet, ist die Begeisterung für moderne Landtechnik. Wolfgang Rudolph*

Peter Bendix manövriert die Plattform eines künftigen Plantagenroboters durch das Institutsgelände an der Dresdner Bergstrasse. Bilder: Carmen Rudolph

Neue und weiterentwickelte Maschinen entstehen überwiegend in den Kon­ struktionsabteilungen der Hersteller. Doch häufig arbeiten die Unternehmen dabei mit Forschungsinstituten zusam­ men. Eine typische Win-win-Situation: Die Unter­nehmen bekommen Zugang zu hoch­spezialisierten Forschungsstrukturen und für die Einrichtungen ist es eine zu­ sätzliche Finanzierungsquelle. Die erfolg­ reiche Akquise von Drittmitteln gilt bei der angewandten Forschung zudem als

*Wolfgang Rudolph ist Fachjournalist und kommt aus Bad Lausick, Deutschland.

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Schweizer Landtechnik 3 2018

Indikator für die Praxisrelevanz der wis­ senschaftlichen Arbeit. Wenn Landmaschinenhersteller nach Kooperations­partnern suchen, zählt die Professur für Agrarsystemtechnik der Technischen Universität Dresden zu den ersten Adressen. Wissenschaftler und Techniker tüfteln in den Gebäuden und Technikhallen auf dem Institutsgelände unter der Leitung von Professor Thomas Herlitzius an intelligenten Lösungen für die Landtechnik von morgen, an neuen Maschinenkonzepten und Verfahren. Auch die Studenten widmen sich im Rahmen ihrer Arbeiten wissenschaftli­ chen Fragestellungen.

Roboter für Plantage und Weinberg Etwa mit Student Peter Bendix, der gera­ de dabei ist, ein Fahrzeug, das aussieht wie ein Modell aus dem Technikbaukas­ ten im XXL-Format, per Funkfernsteue­ rung über den Hof zu manövrieren. «Das ist der Prototyp eines Plantagenrobo­ ters», informiert der 27-Jährige. Die elek­ trisch angetriebene Plattform soll dereinst verschiedene Geräte wie Spritze oder Mulcher aufnehmen und die entspre­ chenden Arbeiten ausführen, während sie sich mittels GPS und Sensoren auto­ nom durch die Reihen von Obstplantagen oder Weinbergen bewegt. In seiner Semester­arbeit hat sich der angehende


Forschung | Plattform

Diplom­ ingenieur mit der Laststeuerung der vier Radnabenmotoren beschäftigt. In der Diplomarbeit würde er das Thema gern weiter vertiefen. «Mit seinen einzeln lenkbaren Rädern ist das Fahrzeug extrem beweglich», sagt Bendix und lässt es, um dies zu demonstrieren, auf der Stelle wenden. Sein Onkel, der ein Weingut be­ sitzt, frage immer mal nach dem Fort­ schritt der Entwicklungsarbeit am Robo­ ter. Es gebe mühsame Routinearbeiten an den Weinstöcken, die er wohl liebend gern einem solchen Roboter überlassen würde. Ansonsten hatte der in der Umgebung von Mainz aufgewachsene junge Mann nach eigenem Bekunden vorher kaum etwas mit Landtechnik zu tun gehabt. «Ich habe zunächst in Stuttgart Fahr­ zeug- und Motorentechnik studiert. Weil es mir in der Stadt nicht gefiel, wechselte ich an die TU Dresden in den DiplomStudien­ gang Allgemeiner konstruktiver Maschinenbau», berichtet er. Dort hätten die Vorlesungen von Professor Herlitzius sein Interesse geweckt und so wählte er die Spezialisierungsrichtung Agrar­ systemtechnik.

Optimierte Werkzeuge für den Acker Tim Bögel hat ebenfalls Maschinenbau an der TU Dresden mit der Spezialisie­ rung auf Landtechnik studiert. Thema seiner Diplomarbeit war die Konstruktion eines elektrischen Antriebs für Mäh­ drescherschneidwerke. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter im

Elektrischer Antrieb für «Rigitrac» Die TU Dresden beschäftigte sich in einem Simulationsmodell mit der Frage von elekt­ rischen Antrieben für Traktoren. Der Berg­ traktor «Rigitrac» des Schweizer Land­ maschinen­herstellers Sepp Knüsel wurde dann in der Professur Agrarsystemtechnik von hydraulischem Zentralantrieb auf elekt­ rischen Einzelradantrieb umgebaut. Auf der Agritechnica 2011 gab es für den diesel­ elektrischen «Rigitrac» eine Silbermedaille. «Bei der Entwicklung neuer Antriebssyste­ me sind viele Detailfragen zu lösen. Das braucht seine Zeit», weiss Mirco Lindner, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig ist. Ein wichtiger Aspekt sei ebenso die Markttauglichkeit. Der prämierte Prototyp mit seinen vier einzeln steuerbaren, 33 kW starken Radnabenmotoren, die aufgrund der hochwertigen Materialien einen guten Wirkungsgrad aufweisen, demonstriere, was technisch möglich ist. Allerdings seien solche Komponenten entsprechend teuer. Jetzt arbeite man daran, abzuspecken und dabei möglichst viel vom Mehrwert, den

Bereich Agrarsystemtechnik. Dort ist er gegenwärtig vor allem in der Halle mit der Boden­rinnenanlage anzutreffen. «Ich unter­suche die Effizienz und die Wirkung von Bodenbearbeitungswerkzeugen und Fahrwerken», berichtet der 30-Jährige. Die Versuchsanlage biete dafür aus­ gezeichnete Voraussetzungen, weil die Tests ganzjährig unter genau definier­ baren Bedingungen erfolgen können. Die Bodenrinne im Hallenboden ist gut 28 m

der dieselelektrische Antrieb des Traktors bietet, zu erhalten. Alternativen seien ein zentraler Elektromotor mit Nutzung der Antriebsstruktur des Standardtraktors oder Radnabenmotoren mit einem geringeren Wirkungsgrad. Auch in der Ingenieurskunst geht es also nicht ohne Kompromisse, bevor eine neue Maschinengeneration auf dem Acker zum Einsatz kommt.

Mirco Lindner hat bei der Elektrifizierung des «Rigitrac» mitgewirkt. Jetzt wird der Prototyp etwas abgespeckt, um die Wirtschaftlichkeit zu verbessern.

lang, 2,5 m breit und 1 m tief. Der sandi­ ge Lehmboden darin lässt sich exakt auf eine vorgegebene Feuchte und Verdich­ tung einstellen. Ein darüber auf Schienen geführter Gerätewagen mit Dreipunkt­ aufhängung kann wie ein Traktor Werk­ zeuge aufnehmen und mit einer Ge­ schwindigkeit von bis zu 17 km/h durch den Acker ziehen. Dabei messen Senso­ ren die unterschiedlich wirkenden Kräfte und Drehmomente. Zudem wird der Werkzeugeinsatz im Boden mit einer Highspeed-Kamera gefilmt und Laser tasten das entstehende Bodenrelief ab. «Gerade haben wir ein grösseres Projekt abgeschlossen, das über zwei Jahre lief. Da­ bei wurden mehr als 300 unterschiedliche Werkzeug-Geometrien unter verschiede­ nen Bodenbedingungen getestet», berich­ tet der Landtechnikexperte. 300 Werk­ zeuge mehrmals durch den Boden ziehen. Klingt nicht so spannend. Böge sieht das anders: «Okay, das ist Grundlagenfor­ schung. Aber die Katalogisierung der Wir­ kung dieser Geometrien ist Teil eines super­ spannenden Forschungsprojektes, das die Bodenbearbeitung revolutionieren könnte. Mehr darf ich jetzt noch nicht verraten», sagt Böge geheimnisvoll.

Besser Mulchen für die Feldhygiene Wer sich während des Maschinenbaustudiums an der TU Dresden auf Landtechnik spezialisiert, sollte auch einen modernen Traktor fahren können.

In der gleichen Halle ist Sören Geissler da­ mit beschäftigt, Maisstängel in einer Rei­ he auf einer Halteschiene zu befestigen. 3 2018 Schweizer Landtechnik

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Plattform | Forschung

Dann richtet er die Highspeed-Kamera und grelle Scheinwerfer auf eine Appara­ tur mit durchsichtigem Gehäuse. Nach dem Druck auf einen Schaltknopf dreht sich darin eine Welle mit hoher Ge­ schwindigkeit. An ihr sind zwei Schlegel befestigt. Nach einem weiteren Knopf­ druck schiebt ein Mechanismus die Schie­ ne mit den Maisstängeln durch den Arbeits­bereich der Schlegel. Nach etwa einer Sekunde ist alles vorbei. Die ge­ kröpften Werkzeuge haben die Maisstän­ gel abgeschlagen und die Stängelstücke in unterschiedlich hohe Fächer geschleu­ dert. «Ich teste hier in Zusammenarbeit mit einem Hersteller die Wirkung von Mulchwerkzeugen», sagt der 26-jährige wissenschaftliche Mitarbeiter. Die Ent­ wicklung und der Bau der Versuchsanlage sei Thema seiner Diplomarbeit zum Ab­ schluss des Maschinenbaustudiums mit Spezialisierung Agrarsystemtechnik ge­ wesen. Der Teststand simuliere die Über­

fahrt eines Mulchers über das Stoppel­ feld. Die Umdrehungsgeschwindigkeit der Welle und die Durchfahrgeschwindig­ keit der Befestigungsschiene mit den Pflanzenstängeln liessen sich variabel ein­ stellen. Anhand der Befüllung der Auf­ fangfächer könne er feststellen, wie viel Mulchmaterial in welche Höhe geworfen wurde. Der Arbeitsgang des Mulchens von Ernte­resten hat wegen wachsender An­ forderungen an die Feldhygiene in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Auf diesem Gebiet gibt es bislang jedoch kaum Forschungsarbeit. «Schnell wurde uns klar, dass die bislang vornehmlich praktizierten Feldversuche hier unzureichend sind. Und dies nicht nur wegen des höheren Aufwandes und der zeitlichen Einschränkung, sondern vor allem weil die Ergebnisse wegen der ständig wechselnden Bedingungen nur begrenzte Aussagekraft haben», so

Mit Hilfe der Auffangkästen unter dem Mähdrescherversuchsstand kann Anja Eggerl überprüfen, an welcher Stelle der Prozesskette Korn­verluste auftreten.

Geissler zum Hintergrund für die Test­ reihen unter Labor­verhältnissen. Ihm zur Hand geht Christian Heller. Er studiert an der TU Dresden im zehnten Semester Maschinenbau mit der Speziali­ sierung Systementwickler für mobile Arbeits­maschinen. «Mit Landtechnik hat­ te ich noch vor ein, zwei Jahren nichts am Hut. Aber inzwischen weiss ich: Das ist genau mein Ding. Als Semesterarbeit ha­ be ich nun sogar einen Schlegel für den Mulcher entworfen», sagt der 23-Jährige mit einigem Stolz.

Teststand für korngenaue Einstellung In einem anderen Gebäude auf dem Instituts­ gelände rumpelt gerade ein Mäh­drescher. Genauer gesagt das Innen­ leben einer solchen mobilen Land­ maschine. Der Mähdrescherversuchs­ stand ist aktuell das Arbeitsfeld von Anja Eggerl. Sie hat an der TU Dresden Mecha­tronik studiert. Am Mähdrescher­ versuchsstand untersucht die 35-Jährige nun, wie sich das Ergebnis des Dreschund Trennprozesses durch eine optimale Einstellung der einzelnen Komponenten verbessern lässt. Dabei kommen ver­ schiedene Sensoren zum Einsatz, aber auch eine recht schlichte Messvorrich­ tung – Schubkästen, die sich unter dem gesamten Drescher­torso aufreihen. «Da wir genau wissen, welche Menge an Getrei­de in welcher Qualität dem Dresch­ werk zugeführt wurde, können wir mit den darunter stehenden Auffangkästen sozusagen korngenau prüfen, an wel­ chen Punkten in der Prozesskette wie viel Getreide verloren geht. Daraus lassen sich dann Einstellungsempfehlungen für die jeweiligen Bedingungen ableiten», erklärt die Wissen­schaftlerin.

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Schweizer Landtechnik 3 2018


Begriffe | Wissen

Ejektor − der Vakuum-­Erzeuger Ein Ejektor kommt überall dort zum Einsatz, wo ein Unterdruck erwünscht ist. So etwa bei Filteranlagen oder Güllefässern. Heinz Röthlisberger

Venturi-Prinzip wird ein physikalisches Phänomen bezeichnet, bei dem Flüssigkeiten oder Gase schneller fliessen, wenn ihr Zirkulationsbereich verkleinert wird und dabei ein Druckabfall auftritt. Nicht zu verwechseln ist der Ejektor mit dem Injektor, der auch auf dem «Venturi-­ Prinzip» basiert, aber im Gegensatz zum Ejektor nicht einen Unterdruck, sondern einen Überdruck erzeugt.

Gülle ansaugen aus eigener Kraft

Hoch

Raus

Druck

Ein

Vakuum

Tief Ejektor-Vakuum-System nach dem Venturi-Prinzip. Der Druck nimmt von links kommend in der Düse ab und ist in der Mitte am kleinsten. Somit ist am kleinsten Querschnitt ein Unterdruck und die Flüssigkeit wird herausgezogen. Danach steigt der Druck wieder an. Schema: zvg

Ejektor – diesen Begriff (Lateinisch: ejectare «auswerfen, zu Deutsch «Auswerfer») trifft man in einer Vielzahl von Technologie-Anwendungen an. So als Auswerfer von leeren Patronenhülsen bei Feuerwaffen, als Rauchabsauger bei Geschützen, bei grossen Luftfilteranlagen oder als effizienter Stromsparer in der Kühltechnik. Laut Wikipedia wird als Ejektor üblicherweise eine Strahlpumpe bezeichnet, die einen Unterdruck erzeugt und somit eine vorwiegend absaugende Wirkung hat. Dies ist vor allem in der Vakuumtechnik sehr verbreitet.

Durchmesser wird reduziert Viele Ejektoren arbeiten nach dem sogenannten «Venturi-Prinzip», das der italienische Physiker Giovanni Battista Venturi (1746 bis 1822) entwickelt hat. Nach dem «Venturi-Prinzip» wird «eine Flüssigkeit beschleunigt, wenn sie zusammengepresst wird». Dies geschieht beispiels­ weise, wenn der Durchmesser eines flüssigkeitsfördernden Rohrs reduziert wird. Die Geschwindigkeit der Flüssigkeit in dem verengten Rohr steigt und um die Flüssigkeit bildet sich ein Vakuum. Als

Doch zurück zum Ejektor. In der Landwirtschaft wird der Ejektor etwa bei Filteranlagen in Ställen oder bei Güllepumpen eingesetzt. So hat der dänische Hersteller Samson im Jahr 2015 ein neuartiges Ejektor-Füllsystem für Güllefässer vorgestellt, das mit hydraulischer Füllpumpe auf einem Pumpenturm, Auslegerarm oder per Ansaugung über den Schlauch kombiniert wird. Für den Betrieb des Ejektors von Samson, der nach dem «Venturi-Prinzip» arbeitet, muss eine kleine Menge Gülle im Güllewagen verbleiben. Das heisst, die Gülle wird in einem Reservoir im Tank zurückbehalten. Mit dem Ejektor kann der Wagen durch eigene Kraft die Gülle ansaugen. Durch den Einsatz einer Kreiselpumpe erhöht sich die Leistung des Füllsystems. Der Ejektor ist mit einem Sicherheitsventil ausgestattet, das sicherstellt, dass die Gülle in den Tank hinein-, jedoch nicht unbeabsichtigt hinauslaufen kann. Das System ist laut Samson vollkommen unempfindlich gegenüber Fremdkörpern.

Robust und kein Verschleiss Für viele gilt der Ejektor als die schnellste, robusteste und bedienungsfreundlichste Vakuum-Lösung, die der Markt derzeit anzu­bieten hat. Die Vorteile von Ejektoren sind: kompakte Bauform; geringes Gewicht, schneller Vakuum-Aufbau und keine Wärmeentwicklung. Zudem weisen sie keine beweglichen Teile auf, sind daher wartungs- und verschleissarm.

Serie «Landtechnik-Begriffe»

Das Ejektor-System von Samson erzeugt ein sehr grosses Vakuum. Damit ist das Befüllen des Fasses selbst aus grossen Tiefen möglich. Bild: zvg

Was ist ein «ABS», wie funktioniert eine «Common Rail»-Einspritzanlage und warum erkennt ein «NIR-Sensor» Pflanzengrün? Solche und ähnliche Fragen beantwortet die «Schweizer Landtechnik in der Serie «Landtechnik-­ Begriffe erklärt».

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Management | Praxisfragen

deren Fahrzeugkategorien, nicht über eine minimale Profiltiefe verfügen. Solange der Reifen nicht verletzt und kein Gewebe sichtbar ist, darf man weiterfahren. Hierzu muss aber auch gesagt werden, dass ein Reifen ohne ausreichende Profilrillen an Hanglagen nur wenig Seitenhalt hat, da sich eine glatte Fläche nicht mit dem Boden verzahnen kann. Die Hangstabilität nimmt mit weniger Profil deutlich ab.

Sichtbarkeit gibt Sicherheit

Die Zeit vor der beginnenden Saison sollte genutzt werden, um die Maschinen auf ihre Fahrtauglichkeit zu überprüfen. Bild: zvg

Die Zeit nutzen Jetzt ist die Zeit gekommen, die Maschinen auf ihre Funktionstauglichkeit zu überprüfen – damit es dann beim Start kein böses Erwachen gibt. Urs Rentsch und Dominik Senn Egal, ob sandige oder tonhaltige Böden: Dass Verschleissteile an Bodenbearbeitungsgeräten einer starken Belastung ausgesetzt sind, weiss jedermann. Auch Kreiselheuer, Kreiselschwader sowie das Pickup beim Ladewagen werden stark beansprucht und sollten auf defekte, gebrochene oder verlorengegangene Zinken untersucht werden. Bei fehlenden Zinken leidet nicht nur die Arbeitsqualität, sondern auch die Gefahr von weiterem Verschleiss steigt, da die restlichen Zinken die «Mehrarbeit» übernehmen müssen.

Bolzen des Schnellwechselsystems kontrolliert? Die Messer beim Kreiselmähwerk auszutauschen, ist ein Kinderspiel. Die Maschinen sind mit einem Schnellwechselsystem ausgestattet oder verfügen über geschraubte Klingen. Beim Austausch der Messer bei der geschraubten Variante 64

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schaut sich jeder die Schrauben an, bevor er das neue Messer damit befestigt. Aber wann hat er das letzte Mal den Bolzen des Schnellwechselsystems kontrolliert? Auch diese Klingenhalterungen sollten regelmässig auf Verschleiss hin geprüft werden, damit das Messer auch die nächste Saison nur Gras schneidet.

Online-Luftdrucktabellen für Reifen Oftmals wenig Beachtung erhalten die Reifen. Solange Luft darin ist, läuft alles rund. Aber Reifen sollten gepflegt werden. Während der Wintermonate ist es ratsam, den Luftdruck auf das korrekte Mass einzustellen. Auf jedem Reifen sind die Dimension und der Lastindex abzulesen. Der richtige Luftdruck findet sich im Internet. Die Reifenhersteller stellen passende Tabellen online zur Verfügung. Reifen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen müssen, im Gegensatz zu vielen an-

Sehen und gesehen werden beugt Unfällen vor. Arbeits- und Transportanhänger wie auch Anbaugeräte, welche die Rücklichter des Zugfahrzeuges verdecken, müssen mit einer Beleuchtungsvorrichtung versehen sein. Transportanhänger ab Jahrgang 2002, die länger als 7 m und breiter als 2,10 m sind, brauchen möglichst weit hinten seitliche Markierlichter, die nach hinten rot und nach vorne weiss leuchten. Auch ältere Transportanhänger können nachgerüstet werden, müssen aber nicht. Bei Arbeitsanhängern gilt die Vorschrift der seitlichen Markierungstafeln auch; allerdings trat sie hier erst im Januar 2011 in Kraft. Selbstverständlich muss eine konforme Licht- und Blinkanlage montiert sein, welche vollumfänglich funktioniert. Zwingend erforderlich sind auch dreieckige Rückstrahler, die Heckmarkierungstafel für langsam fahrende Fahrzeuge bis 45  km/h und das Höchstgeschwindigkeitszeichen. Anhänger und Arbeitsgeräte, die wegen ihrer Bauart oder der Verwendung auch für andere Strassenbenützer eine nicht leicht oder einfach erkennbare Gefahr bilden, sind durch auffällige Markierungen zu kennzeichnen, wenn Teile der fraglichen Maschine seitlich um 15 cm oder vorne oder hinten mehr als 100 cm vorstehen.

Wo drückt der Schuh? Was beschäftigt Sektionsmitglieder des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik am meisten? Wo drückt der Schuh? Welchen Hauptproblemen sieht man sich in der Praxis ausgesetzt? In dieser lose erscheinenden Serie behandelt die Schweizer Landtechnik solche Anliegen aus der Praxis, wie sie laufend an den Bereich Weiterbildung und Beratung des SVLT herangetragen werden.


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Sicherheit | Unfallverhütung

Unsichtbare Gefahren Obwohl die Gefährlichkeit von Güllegasen allgemein bekannt ist, ereignen sich immer wieder folgenschwere Unfälle, weil die Gase nicht sichtbar und oft nur schwach riechbar sind. Grundsätzlich kann durch richtiges Verhalten die Unfallgefahr reduziert werden. Ruedi Hunger und Roman Engeler

Güllegase entstehen beim biologischen Abbau der Gülle durch Mikroorganismen unter Sauerstoffausschluss, also bei anaeroben Bedingungen. In der Güllegrube ist immer ein gefährliches Gasgemisch vorhanden. So sind beispielsweise Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid, Methan und Ammoniak vorhanden. Methan und Ammoniak werden kontinuierlich freige-

Hohe Temperaturen fördern biologische Prozesse und der mikrobielle Abbau der Gülle wird beschleunigt. Deshalb sollte bei warmem und windstillem Wetter die Gülle nicht noch zusätzlich gerührt werden.

setzt, Schwefelwasserstoff bleibt gelöst in der Gülle und wird beim Bewegen der Gülle freigesetzt. Beim Abfliessen, Umpumpen und beim Rühren werden grosse Mengen der in der Gülle gelösten Gase freigesetzt. Diese Gase können durch Spalten und undichte Schieber via Schwemmkanal in den Stallraum aufsteigen. Auch über einem unterkellerten und mit Spaltenelementen gedeckten Laufhof können sich gefährliche Konzentrationen ansammeln.

Gründlich durchlüften Besondere Vorsicht ist notwendig, wenn Schadgase über das Entmistungssystem in Gebäudeteile (Stallungen) eindringen können. Besteht diese Möglichkeit, müssen gefährdete Räume während dem Rühren oder wenn Gülle aus Kanälen abgelassen wird, gründlich durchlüftet werden. Kanal-Schieber sind nach dem Ablassen sofort wieder zu verschliessen. Bei

Vorsicht mit Güllezusätzen wie Schwefel Mit Güllezusätzen wird bekanntlich versucht, die Geruchsbelästigung zu vermindern, eine bessere Homogenisierung der Gülle und die Auflösung von Sink- oder Deckschichten zu erreichen. Weiter sollen Fliess- und damit die Infiltrationsfähigkeit im Pflanzenbestand und letztlich die Nährstoffausnutzung verbessert werden. Es gibt Dutzende von Zusätzen auf dem Markt, deren Wirkungen höchst unterschiedlich und wissenschaftlich noch wenig untersucht sind. (Leider) ebenfalls wenig untersucht ist die Wirkung von Güllezusätzen auf die zusätzliche Bildung oder Freisetzung von giftigen Gasen, obschon bereits einige aufgetretene Schadensfälle (von toten Tieren) damit in Zusammenhang gebracht werden. Besonders kritisch sind in diesem Zusammenhang schwefelhaltige Produkte oder Sulfate zu sehen. Sulfat- und schwefelreduzierende Bakterien in der Gülle können nämlich solche Schwefel-Zusätze in Schwefelwasserstoff umwandeln. Eine Anreicherung in der Gülle ist nicht nur wegen der Unfallgefahr, sondern auch wegen zusätzlicher Geruchsemissionen bei der Ausbringung zu vermeiden. Güllezusätze zur Nährstoffanreicherung sollten daher nur direkt beim Ausbringen zum Einsatz kommen. Es dürfen keine Restmengen der Zusätze im Güllelager verbleiben. In jedem Fall sind die Anwendungshinweise des Herstellers (sofern vorhanden) zu beachten.

Gülle-relevante Schadgase, Eigenschaften und Wirkung Gas-Art

Kohlenstoffdioxid CO 2

Methan CH 4

Schwefelwasserstoff H 2S

Ammoniak NH 3

Vorkommen

Eigenschaft

Wirkung/max. Arbeitsplatzkonzentration (MAK)

Gärfuttersilo Güllegruben Gärkeller Hackschnitzelsilo Feuchtgetreidesilo

Schwach säuerlicher Geschmack, farblos

Abhängig von Sauerstoffzufuhr: Bei 8 bis 10 Vol.-% Kopfschmerzen, Schwindel, über 10 Vol.-% Bewusstlosigkeit und Ersticken. Bildet in Behältern und Räumen Gas-Seen, heftige Reaktionen mit anderen Stoffen vor allem bei höheren Temperaturen. MAK: 5000 ml/m³ (ppm)

Güllegrube Stall (Gärfuttersilo)

geruch- und farblos

Erstickend, Atemstillstand durch Sauerstoffabsperrung. Brandund Explosionsgefahr. MAK: 10 000 ml/m³ (ppm)

Güllegrube Stall

in niedriger Konzentration geruch nach faulen Eiern, farblos.

Schweres Atemgift, Lähmung der Geruchsnerven schon bei 200 ml/m³, ab 700 ml/m³ sofortiger Tod. Brand- und Explosionsgefahr. MAK: 10 ml/m³ (ppm)

Güllegrube Stall (Gärfuttersilo)

stechend, zu Tränen reizend, farblos

Reizt Haut, Augen und Atemwege Bildet zusammen mit NO x ein explosives Gemisch MAK: 25 ml/m³ (ppm)

(Quelle: BUL-Merkblatt «Gasgefahren in der Landwirtschaft», gekürzt)

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Unfallverhütung | Sicherheit

Sicherheitsaspekte beim Umgang mit Gülle und Gülletechnik

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Holzabdeckungen sind immer problematisch. Sie können unter Einwirkung von dauernder Feuchtigkeit durch Fäulnis geschwächt sein. Oft sind Holzabdeckungen zu schwach wenn sie mit den heutigen Gewichten überfahren werden. Mit einem massiven, verzinkten Eisenrost der eine «Service-Öffnung» besitzt, könnte die Situation entschärft werden.

Bei festmontierten Güllerührwerken verhindert ein festes Schutzgitter, dass bewegliche Teile berührt werden können. Nach Serviceund Reparaturarbeiten ist die Schutzvorrichtung unverzüglich wieder zu montieren. Durch die funktionsbedingte, kleine Öffnung können während des Aufrührens der Gülle Gase austreten.

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Signalisationstafeln, Rückstrahler und Lichter können auch bei modernen Gülleverteilsystemen verschmutzt werden. Der Fahrer ist verpflichtet Rücklichter und Signalisationstafeln bei Bedarf zu reinigen.

Im Einmann-Betrieb ist der hydraulisch betriebene Schlauchhaspel stets aus der Kabine zu bedienen. Die Schlauchführung durch eine Drittperson ist gefährlich, da sie vom auflaufenden Schlauch erfasst werden kann.

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In Hanglagen ist immer alles etwas anders. Die Gülle ist eine höchst dynamische Ladung und kann sowohl einen Transporter wie auch gezogene Fässer unerwartet in Schwierigkeiten bringen.

Ställen mit natürlicher Lüftung sind Fenster und Türen zu öffnen. Dabei ist zu beachten, dass die Funktion der natürlichen Lüftung von den Wind- und Witterungsverhältnissen abhängig ist. Bei Zwangslüftung über Ventilatoren, sind diese auf Maximalleistung zu stellen.

Das Verschlauchen der Gülle kann, aus Sicht der Unfallverhütung, eine Alternative zum Fass sein. Mit zunehmender Höhedifferenz ist dem Druckanstieg im Schlauch die notwendige Beachtung zu schenken.

Keine Kinder in der Nähe Kinder dürfen sich nicht in unmittelbarer Nähe von Aussen/Offenbehältern und Entlüftungsöffnungen aufhalten. Durch entweichende Gase und Gas-Seebildung sind sie viel früher gefährdet als grössere Personen.

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Passion | Youngtimer

Lindner auf dem Lindenhof Auf dem Lindenhof von Albert Schmidlin in Schlierbach LU stehen Lindner-Traktoren. Der feinfühlige Traktorführer schwört auf die Zuverlässigkeit der verbauten Perkins-Motoren. Dominik Senn

Meisterlandwirt Albert Schmidlin vom Lindenhof liebt die Motorisierung seines Lindner «1750». Bilder: D. Senn

Albert Schmidlin vom Lindenhof in Schlierbach LU ist ein feinfühliger Traktorpilot. Ihm haben es die Eigenschaften des Perkins-Motors angetan: «Mir gefällt der Motor ausserordentlich. Seine Leistung kann schnell abgerufen werden, er ist spritzig. Gleichwohl erbringt er bei niedriger Drehzahl gute Leistungen.» Kennengelernt hat er diese Vorzüge bei den Fergusons MF «135» und «560» auf dem elterlichen Hof. Weil Perkins-Motoren auch im Lindner-Traktor stecken, war es naheliegend, sich beim Generalimporteur Sebastian Müller AG im benachbarten Rickenbach umzusehen.

75 PS – unter drei Tonnen Lehrling Raffael Hug fährt lieber mit dem «Geotrac 84».

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So gelangte ein fabrikneuer Lindner «1750» mit 4-Zylinder-Perkins-Motor im


Youngtimer | Passion

Jahre 1996 auf den Lindenhof, mit Fronthydraulik, Frontlader und Frontzapfwelle, alles mechanisch, und erst noch mit vier Zapfwellengeschwindigkeiten, 52-Grad-Radeinschlag (dank mittig angelegter Kardanwelle), 75 PS Leistung und unter drei Tonnen Gewicht. Letzteres war massgebend beim Kaufentscheid, denn Albert Schmidlin fährt nicht nur feinfühlig Traktor, sondern geht auch mit den Böden schonend um: «Ich setze wo immer möglich Doppelräder ein, um den Bodendruck möglichst gering zu halten.» Ob der Entscheid für einen Lindner auch von Ehefrau Anita beeinflusst gewesen war, sei dahingestellt. Nur so viel: Sie ist Österreicherin. Und: Der «1750» fahre sich wirklich schön, meinte sie lachend.

34 Lehrlinge ausgebildet Der leichte Traktor ist auf die Bedürfnisse des vollständig arrondierten Landwirtschaftsbetriebs von Albert Schmidlin zugeschnitten. In fünfter Generation bewirtschaftet der Meisterlandwirt seit Übernahme 1991 den Familienbetrieb und bildet immer auch einen Lehrling aus: «Raffael Hug, im zweiten Lehrjahr stehend, ist bereits der vierunddreissigste», sagt er. Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt 26 ha, davon stehen immer etwa 7  ha für Mais- und Getreideanbau unter dem Pflug. Der Rest ist fast ausschliesslich Grasland (Silofütterung). Der Tierbestand beträgt drei Dutzend Milchkühe der Rasse Holstein (Laufstall mit Fischgerätemelkstand) und rund 20 Jung-

Lindner Traktorenwerk GmbH in Kundl Die Lindner Traktorenwerk GmbH ist ein österreichisches Familienunternehmen mit Sitz in Kundl. Der Hersteller produziert seit 1948 Traktoren und Transporter für die Berg- und Grünlandwirtschaft sowie für den Forst- und den Kommunaleinsatz. Die Modelle BF (Bauernfreund) «250», «320», «350» und «450» wurden im Jahr 1967 (teilweise auch mit Allrad erhältlich) eingeführt. Der erste Transporter (Muli) «T3500» folgte im Jahr darauf. Ab dem Jahr 1985 begann Lindner auch grössere Traktortypen mit Motorleistungen von 47 bis 70 PS zu bauen, darunter der im Artikel umschriebene Lindner «1750» mit Baujahren von 1992 bis 1999. 1996 folgte die Markteinführung der Modelle «Geotrac 50, 60, 70 und 80». 1999 begann der Hersteller mit der Einführung des «Geotrac 100» mit 98 PS, von dem bis 2005 rund 10 000 Stück produziert worden sind. 2001 erfolgte ein Relaunch der Modelle «Geotrac 60, 70 und 80» durch die neuen Modelle «Geotrac 65, 75

vieh sowie – seit 1995 – rund 140 Mastschweine, welche sich regelmässigen Auslaufs (RAUS-Programm) und der Brotsuppe aus Brotabfällen von Migros und Coop erfreuen. Zugekauft wird einzig Proteinkonzentrat.

Läuft wie am Schnürchen Albert Schmidlin setzte den neuerworbenen «1750» zum Mähen mit 3-m-Frontmähwerk und Aufbereiter hinten ein,

Der Radeinschlag von 52 Grad am «1750er» ist enorm.

und 85». 2002 erschienen die Modelle «Geotrac 83» und «93» mit neuem ZF-Lastschaltgetriebe. 2003 folgte die Vorstellung des «Geotrac 73 A» mit drehmomentstarkem Motor und tiefem Schwerpunkt für alpine Verhältnisse. 2007 wurde die «Geotrac-Serie 4» (106 bis 126 PS) vorgestellt. 2009 präsentierte das Unternehmen das erste Modell der «Geotrac-Serie 4 Alpin», den «Geotrac 94». Die Serie «4 Alpin» wurde 2010 mit den Modellen «Geotrac 64, 74 und 84» erweitert. Im Jahr 2012 präsentierte Lindner das bis dahin mit 144 PS stärkste Modell, den «Geotrac 134ep». Im folgenden Jahr wurde mit dem «Lintrac 90» der erste Traktor mit einem stufenlosen Getriebe von Lindner auf den Markt gebracht. Exportiert werden rund 50 % der Produktion nach Deutschland, in die Schweiz, nach Italien, Frankreich, Slowenien, Holland und Norwegen. Seit 1948 wurden über 65 000 Traktoren gebaut. (Quelle: Wikipedia)

zum Heu- und Siloballen-Aufladen, zum Ladewagenbetrieb, aber auch zum Pflügen am Zweischarpflug und zum Betrieb der Krummenacher-Sämaschine mit Cambridgewalze zur Grassaat. «Mir war allerdings klar, dass der leichte ‹1750er› damit nahezu am Anschlag lief. So schaffte ich 2011 den 94 PS starken Lindner ‹Geotrac 84› an, der diese Arbeiten übernahm.» Seit rund vier Jahren ist auch noch ein Lindner «74» auf dem Betrieb, er wird hauptsächlich für Ballentransporte, den Doppelschwader und den Kreiselheuer eingesetzt. Albert Schmidlin besitzt die ganze Kette Heuerntemaschinen und Maschinen für die Bodenbearbeitung. Das Herstellen der Ballen und das Getreidedreschen tritt er an Lohnunternehmen ab. Der «1750» steht heute vornehmlich im Einsatz mit dem Frontlader in Feld und Stall. Er hat bis dato 8200 Stunden auf dem Tacho. «Es gab weder am Motor noch am Getriebe irgendeine Reparatur oder einen Fehler. Der Lindner läuft wie am Schnürchen», sagt Albert Schmidlin zufrieden. Albert Schmidlin ist eines der rund fünfzig Mitglieder der Korporation Etzelwil-Schlierbach-Wetzwil. Er besitzt etwa vier Hektaren schlagreichen Waldes. Nach den «Lothar»-Schäden 1999 schaffte er sich für den «1750» eine Seilwinde an, die er später auf den «84» ummontierte. 3 2018 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Intern

Aus Frust entstand der «eFeldkalender» Der «eFeldkalender» von Christoph Herren aus Wileroltigen BE ist eine einfache Lösung für Feldaufzeichnung mit dem Tablet, Smartphone und dem PC. SVLT-Mitglieder können nun von einem Rabatt profitieren. Heinz Röthlisberger diesen Blättern können mit dem Erfassungsassistenten schnell und mit minimalem Aufwand erledigt werden», sagt Herren. Damit habe man jederzeit die Übersicht über die Flächen oder über das Inventar. Angaben über Maschinen, Produkte, Mitarbeiter werden einmalig in den Stammdaten erfasst. Für die Betriebsanalyse bietet das Programm zahlreiche Auswertungsmöglichkeiten wie Düngerkontrollblatt, Inventar­listen oder Kulturauswertungen. Diese können als PDF-Dossier heruntergeladen und ausgedruckt werden. «Die Anwendungen sind zudem ‹SwissGAP›-kompatibel.»

Für jedes Gerät

Der eFeldkalender funktioniert im Browser, via iOS- oder Android-App. Bild: Heinz Röthlisberger

«Meine Frustration damals war gross», sagt Christoph Herren. Der Landwirt aus Wileroltigen BE hatte schon vor Jahren erste Erfahrungen mit landwirtschaftlicher Aufzeichnungssoftware gemacht. «Doch alle diese Programme waren zum Teil kompliziert und unübersichtlich», blickt der 32-Jährige zurück. So hat er vor einigen Jahren begonnen, eine eigene Software zu programmieren. Nach positiven Rückmeldungen aus dem Bekanntenkreis hat Herren 2013 seinen «eFeldkalender» erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seither hat der Landwirt sein Aufzeichnungsprogramm stetig weiterentwickelt. Heute können mit seiner Online-Applikation Feldaufzeichnungen nicht nur am PC, sondern auch mit einer App auf dem Tablet oder dem Smart­ phone eingetragen und mit vielen verschiedenen Möglichkeiten genutzt und ausgewertet werden. 70

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Für jede Kultur ein Kulturen-Blatt Herzstück der Applikation sind die Kulturen-­Blätter, die für jede Kultur erfasst werden. «Die laufenden Einträge in

Die Applikation «eFeldkalender» kann auf praktisch jedem Gerät mit Internet­ zugang ausgeführt werden. Die Applikation funktioniert im Browser, via iOSoder Android-App. Das Programm ist auf allen Geräten jederzeit verfügbar und immer auf dem aktuellsten Stand. Ein mühsames Synchronisieren oder Updaten von Daten erübrigt sich. «Wir können heute mit diesem ‹eFeld­ kalender› eine einfache, effiziente und übersichtliche Lösung für Feldaufzeichnungen ‹made in Switzerland› anbieten», sagt Christoph Herren nicht ganz ohne Stolz. Mehr Infos: www.feldkalender.ch

Vergünstigung für SVLT-Mitglieder Die Jahreslizenz für den «eFeldkalender» kostet CHF 120.–. Die Mitglieder des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik (SVLT) erhalten beim Kauf dieser Lizenz einen Rabatt von CHF 20.–. Damit SVLT-Mitglieder zu diesem Rabatt respektive zum Rabattcode kommen, müssen sie folgendermassen vorgehen: • SVLT-Homepage www.agrartechnik.ch aufrufen. • Menüpunkt «Mitgliederlogin» anklicken (dieses findet sich im Hauptmenü oben rechts oder ganz unten auf der Seite). • Wenn man für das Mitgliederlogin noch keinen «Benutzernamen» und noch kein «Passwort» hat, muss man sich zuerst über den Button «Bereits Mitglied? Online-Zugang anfordern» registrieren. • Sobald man registriert ist, hat man den Zugang zum SVLT-Mitgliederbereich. • In diesem Mitgliederbereich findet man unter «Promotion» den Rabattcode für den «eFeldkalender». • Anschliessend geht man auf die Homepage www.feldkalender.ch. Dort kann man die Jahreslizenz lösen und den Rabattcode einlösen.


Sektionen | SVLT

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GR

Wechsel des Geschäftsführers

Neue Crew

Laurent Guisolan traf als Geschäftsführer der Sektion Freiburg zurück. Zu seinem Nachfolger wählte die Versammlung Samuel Reinhard.

Ueli Günthardt trat nach 13 Jahren als Geschäftsführer und zehn Jahren als Präsident zurück. Markus Tanner übernimmt den Vorsitz im erweiterten Vorstand.

Catherine Schweizer

Roman Engeler

In seiner Begrüssungsansprache zur 75. Generalversammlung der Sektion Freiburg (AFETA) blickte Präsident Robert Zurkinden auf die Anfänge des Freiburger Verbands für Landtechnik zurück. Aus den Archiven der Sektion gehe hervor, dass man schon seit der Gründung der Sektion eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Verkehrsamt unterhalte. Das Jubiläumsjahr war übrigens Präsident Robert Zurkinden geprägt von einer Reise nach (Mitte) mit dem neuen Samuel Frankreich, an der mehr als 60 Reinhard (links) und dem nun ehemaligen Geschäftsführer Mitglieder teilnahmen und auf Laurent Guisolan. Bild: C. Schweizer der man unter anderen mit der Firma Perard in Verdun einen Spezialisten im Bau von Fahrzeugen für landwirtschaftliche Transporte besichtigte.

Die Wahl eines neuen Präsidiums und von zwei neuen Vorstandsmitgliedern stand im Zentrum der diesjährigen Versammlung der SVLT-Sektion Graubünden. Nach 13 Jahren als Geschäftsführer und zehn Jahren als Präsident trat Ueli Günthardt zurück. Seine Verdienste wurden gewürdigt und in Form einer Wanduhr sowie der Ernennung zum Ehrenmitglied verdankt. An seine Stelle tritt Markus Tanner (Luziensteig). Mit Mario Thöni (Grüsch) und Gian Risch Tscharner (Alvaneu) erfährt der Vorstand, aus dem Jonas Bigger zurücktrat, eine Ergänzung und gleichzeitig auch eine Aufstockung. Die für das Kurswesen und die übrigen Sektionsaufgaben getrennte Jahresrechnung schlossen positiv ab, sodass wenig Anlass bestand, den Jahresbeitrag von CHF 100.– zu verändern. Aktiv wird die Sektion im laufenden Jahr wiederum bei der Organisation von Fahrkursen sowie Theorieprüfungen sein und kurbelt deren Teilnehmerzahl mit allerlei Wettbewerben an. Weiter stehen die Feldspritzentests an. Landtechnikkurse für Frauen sowie die Möglichkeit, den betrieblichen Maschinenpark zu checken, runden das Jahresprogramm ab.

Aktive Sektion Im vergangenen Jahr bestanden 142 Jugendliche aus Fribourg (von total 179) den «G»-Kurs und 65 Teilnehmer besuchten die «G40»-Ausbildung. 41 von insgesamt 151 geprüften Feldspritzen bekamen die Zulassung noch nicht und mussten wegen diverser Mängel zurückgewiesen werden. Robert Zurkinden erinnerte daran, die Feldspritzen mit den notwendigen Ausrüstungen zu versehen und sie vor allem in gereinigtem Zustand zur Prüfung zu bringen. Weiter erwähnte er die Vorschrift, Spritzgeräte bis 2023 mit einer kontinuierlichen Innenreinigung auszustatten. Entsprechende Investitionen würden bis zur Hälfte mit Beiträgen unterstützt. Weiterhin aktiv, so der Präsident, werde die Sektion rund um die Prüfung von Anhängerbremsen sein. Laurent Guisolan präsentierte seine letzte Jahresrechnung, die mit einem schönen Gewinn von CHF 10 000.– abgeschlossen werden konnte. Sowohl die Jahresrechnung als auch der gleichbleibende Jahresbeitrag von CHF  90.– wurden diskussionslos genehmigt. Die Mitgliederzahl der Sektion bleibt trotz leichter Erosion bei über 1300 Mitgliedern. Nach der Übernahme neuer Aufgaben am Landwirtschaftsinstitut des Kantons Freiburg (IAG) in Grange­ neuve trat Guisolan von seinem Posten zurück und wird durch Samuel Reinhard ersetzt, der wie sein Vorgänger am IAG tätig ist. Nach dem offiziellen Teil orientierte Kantonsingenieur André Magnin über die Aktivitäten des Tiefbauamts. Der Nachmittag wurde mit einem Besuch bei Liebherr Maschinen abgerundet.

Die neuen Vorstandsmitglieder mit Präsident Markus Tanner (2. v. l.), Mario Thöni (4. v. l.) und Gian Risch Tscharner (1. v. l.) sowie dem scheidenden Präsidenten Ueli Günthardt (3. v. l.). Bild: R. Engeler

Spurführung und mehr Im anschliessenden Referat orientierte Urs Galliker, Precision-­ Farming-Spezialist bei John-Deere-Importeur Robert Aebi Landtechnik, über die Möglichkeiten, die digitale Technologien aktuell bieten und in Zukunft wohl noch mehr tun werden. Bereits heute – wenn auch nur auf speziellen und begrenzten Flächen – agierten Traktoren autonom, auch in der Schweiz, führte der Referent weiter aus. Als Trends sieht Galliker die weitere Fahrerentlastung und Automatisierung sowie die zunehmende Implementierung von Sensoren (Internet der Dinge) und Spezialkameras. Herausfordernd werde zudem sein, die Datenflut letztlich zu managen und für die Landwirtschaft gewinnbringend umsetzen zu können. 3 2018 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

NW «Landwirtschaft 4.0» erläutert

Jahresbeitrag erhöht

Die Mitglieder der Sektion Nidwalden liessen sich an ihrer Jahresversammlung unter anderem über die Digitalisierung in der Landwirtschaft informieren.

Einstimmig befürwortete die Versammlung der SVLT-Sektion Obwalden eine Erhöhung des Jahresbeitrags, und zwar um 10 auf 90 Franken.

Dominik Senn

Dominik Senn

Sektionspräsident Ruedi Achermann erwähnte im Jahresbericht unter anderem die beeindruckende Ausstellung über die Geschichte der Maschinenfabrik Schilter. Sechs Burschen haben den «G40»-Fahrkurs absolviert. Zwei Neumitglieder wurden aufgenommen. Anschliessend führte er zügig durch die Traktandenliste. Einstimmig passierten sämtliche Geschäfte. Die von Dominik Bircher vorgelegte Rechnung schloss mit einem leichten Minus ab, trotzdem wird der Jahresbeitrag bei CHF 85.– belassen. Im Frühling 2019 soll wieder ein Traktorengeschicklichkeitsfahren stattfinden; turnusgemäss in Obwalden und unter Mithilfe der Sektion Nidwalden.

Der Vorstand der Sektion Nidwalden mit Ueli Gabriel, Präsident Ruedi Achermann, Peter Windlin, Dominik Bircher und Beat Amstad (v. l. n. r.). Bild: D. Senn

Andreas Egli, Chef des kantonalen Landwirtschaftsamts, verkündete in seinem Grusswort, die Sömmerungsgesuche könnten neu in digitaler Form gestellt werden, und im Hinblick auf das direktoriale Referat erinnerte er daran, dass Fütterungscomputer in der Landwirtschaft schon vor vielen Jahren Einzug gehalten haben. «Landwirtschaft 4.0 ja, aber sie soll dem Landwirt Nutzen bringen, und dieser soll sie als Chance sehen», sagte er.

Höhere Erträge – tiefere Kosten Dem stimmte SVLT-Direktor Aldo Rui vollumfänglich zu. Er führte weiter in die Thematik «Landwirtschaft 4.0» ein, erklärte Begriffe wie «smart farming» oder «precision farming», erläuterte anhand von Sensoren am Tier, Fahrsystemen, Ertragskartierung, Unkrautbekämpfung sowie Automation und Robotik, was heute auf dem Markt verfügbar ist und künftig noch kommen wird. «Ziel dieser Technologien sind höhere Erträge, tiefere Kosten, punktgenaues Düngen und Pflanzenschutzausbringen sowie Reduktion der Arbeitszeit durch den Maschineneinsatz, aber auch Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz», sagte er. Nach eingehender Diskussion informierte Aldo Rui noch über die Vernehmlassungen Anhängerbremsen und vorderer Überhang, die Reisen 2018 nach Südamerika und Israel sowie die Einführung der Ressourceneffizienzbeiträge für die Reduktion von Pflanzenschutzmitteln in Obstanlagen, Rebbau und Zuckerrüben. 72

OW

Schweizer Landtechnik 3 2018

Die einstimmig bestätigten Obwalder Vorstandsmitglieder Andreas Huber, Markus Langensand und Herbert Wolf (v. l. n. r.). Bild: D. Senn

Zügig abgewickelt wurden die Jahresgeschäfte durch Präsident Josef Frunz. Die Rechnung 2017 passierte einstimmig, ebenso die Bestätigungswahl der Vorstandsmitglieder Herbert Wolf, Markus Langensand und Andreas Huber, aber auch die Erhöhung des Jahresbeitrags um 10 auf CHF 90.– gemäss Antrag des Vorstandes, um das absehbare jährlich anfallende Defizit decken zu können. Obschon der Vorstand auf fast alle Spesen verzichtet, fallen beispielsweise für das Nachtessen der GV relativ happige Kosten an, denn immerhin erscheint mehr als ein Drittel aller Mitglieder zu diesem jährlichen Treffen.

Mitgliederwerbung Der Präsident rief bei dieser Gelegenheit die Anwesenden auf, um neue Mitglieder zu werben, womit die früher bereits geführte Diskussion um die Einführung der Passivmitgliedschaft wieder aufflammte. So ist vorstellbar, dass bei einem Generationenwechsel der Senior von der Aktiv- zur Passivmitgliedschaft wechselt und der Junior Aktivmitglied wird; derart kommt die Landtechnik-Zeitschrift einmal ins Haus, jedoch sind beide an die Versammlungen eingeladen. Der Vorstand wird das Geschäft zuhanden der nächsten GV zur Beschlussfassung vorlegen, bei Annahme ist eine Statutenänderung vonnöten. Zum Schluss informierte SVLT-Direktor Aldo Rui über den Stand der Dinge betreffend der Vernehmlassung zum vorderen Überhang und zu den Anhängerbremsen sowie zu landwirtschaftlichen und gewerblichen Tiertransporten. Bei ersteren sei nach Lesart der Direktion der vereinigten schweizerischen Veterinärämter kein Tiertransport-Kurs zu absolvieren, und es dürfe eine bestimmte Anzahl nachbarlicher Tiere mitgeführt werden, «die Vernunft hat gesiegt», so Rui. Weiter referierte er über die Einführung der Abgasstufe 5 bei neuen Dieselmotoren, die fortan mit Dieselpartikelfilter und mit SCR-Abgasreinigung mittels AdBlue ausgerüstet sein werden.


Sektionen | SVLT

VS

TI

Verkehrsprävention neu organisiert

DV-Vorbereitungen haben begonnen

Für die neuste Ausgabe der Strassen‑ verkehrsprävention haben die Walliser Sektion und weitere Organisationen die Kursorganisation geändert.

Die Sicherheit im Strassenverkehr und die Vorbereitungen für die SVLT-DV in 2019 standen im Zentrum der Jahresversammlung der Tessiner Sektion.

Dominik Senn

Roman Engeler

Um die Logistik zu erleichtern, habe man diese Kurse in verschiedenen landwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt, erklärte Sektionspräsident Matthieu Vergère. Für die Weinbau-Kelterei fanden sie auf dem Betrieb «GrandBrûlé» statt, während sie für den Landwirtschaftssektor auf dem Betrieb «Fontanasse» in Evionnaz bei David Jacquemoud, Geschäftsführer der Sektion, und im Oberwallis an der École de Visp abgehalten Matthieu Vergère, Präsident wurden. Für den Landschafts- der Walliser Sektion des SVLT. bau wurden die Kurse auf dem Bild: zvg Weingut Châteauneuf durchgeführt. Für den Obstbau fanden die Kurse auf dem Anwesen von Michel Bessard&Sohn in Charrat statt. «Der Vorstand hat diese Kurse je nach Tätigkeitsbereich in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Wallis, der BUL und einem Vertreter der Walliser Landwirtschaftsschule aufgeteilt», sagte Matthieu Vergère.

Sektionspräsident Stefano Antonioli konnte die statutarischen Geschäfte in kurzer Zeit abhandeln. Die Jahresrechnung schloss mit einem Gewinn von knapp CHF 1000.– ab. Im laufenden Jahr steht wiederum die Prüfung der Obst- und Weinbauspritzen (alternierend zu jenen der Feldspritzen) an, was der Sektion erfahrungsgemäss etwas mehr Geld in die Kasse spült. Weiter engagiert sich die Sektion für die «G40»-Kurse und wird Mitte April auch einen praktischen Fahrkurs für jugendliche Traktorfahrer anbieten. Die Delegiertenversammlung des SVLT wird 2019 im Tessin – und zwar in der Region Mendrisio – stattfinden. Die Vorbereitungen für diesen Anlass sind bereits angelaufen, aus der Versammlung kamen zusätzliche Ideen, damit dieser Grossanlass zu einem bleibenden Erlebnis für die Teilnehmenden wird.

Ein Plus in der Rechnung Die Rechnung weist für 2017 einen Gewinn von CHF 1700.– aus und wurde wie der Jahresbericht von der Versammlung genehmigt. Die Zahl der Mitglieder ist mit 96 stabil geblieben. Ein gutes Dutzend Mitglieder nahm an der Generalversammlung in den Kellereien der Söhne Maye in Riddes teil. Weiter fasste Matthieu Vergère die Sichtweise des Verbands zu den Anhängerbremssystemen zusammen: «Der SVLT empfiehlt, in pneumatische Bremsen zu investieren, um zukünftige Probleme zu vermeiden.» Das Thema Pflanzenschutzmittel sei von brennender Aktualität, fuhr er fort. Landwirte seien nicht die Einzigen, die diese Produkte missbrauchten. «Hausgärtner machten wohl mehr Fehler». Alle Beteiligten waren sich jedoch einig, dass sich die Landwirte vor allen anderen Nutzern dieser Probleme annehmen sollten. Die durch den Spülvorgang erzielten Einsparungen könnten beispielsweise zu einem Umdenken bewegen. Die Schlussbotschaft des Präsidenten: «Trotz all dieser neuen Gesetze, die das Leben für unsere Betriebe schwieriger machen, bleiben wir motiviert für diesen grossartigen Beruf. Im Leben wird man immer einen Feuerwehrmann brauchen, einen Polizisten, einen Anwalt, einen Bäcker; aber dreimal am Tag brauchst du einen Bauern.»

Sicherheit und Bremsen Als Gastreferent informierte Willi von Atzigen (BUL) über Sicherheitsaspekte landwirtschaftlicher Fahrzeuge im Strassenverkehr und beleuchtete dabei verschiedene Einflussfaktoren, welche diese Sicherheit positiv oder auch negativ beeinflussen können. Im Zentrum seiner Ausführungen standen jedoch die neuen Richtlinien rund um die Bremstechnik von Traktoren und Anhängern. Von Willi von Atzigen (l) und Stefano Atzigen zeigte auch, welAntonioli beurteilen das Bremsprüfche Kombinationen von aldiagramm eines Anhängers hinsichtten und neuen Systemen lich eines möglichen Betriebs mit möglich, problematisch neuen Traktoren. Bild: R. Engeler oder gar gefährlich sind. Ob Druckluftbremse oder hydraulische Bremse: Die Wahl des Systems solle ein unternehmerischer Entscheid sein, betonte der Referent. «Wichtige Kriterien sind Art und Auslastung der Fahrzeuge, Zusammensetzung und Zustand des Fahrzeugparks, die betrieblichen Zukunftsperspektive, die Kosten für die nötigen Anpassungen oder den Systemwechsel auf Druckluftbremse sowie der Aufwand für Schulung und Wartung.» Gerade letzteres sei ebenso entscheidend, denn egal, welches System man habe, gebremst werde ja immer noch mit intakten Bremsbelägen. 3 2018 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

NE Informativer Besuch Nach ihrer GV besuchten die Mitglieder der Neuenburger Sektion das im Handel von Maschinen tätige Unternehmen AgriPlus Ryser Sàrl in Gorgier.

Megabürste Actisweep 9402 Mörschwil T 071 388 14 40 www.amagosa.ch

Catherine Schweizer

Die Generalversammlung der Neuenburger SVLT-Sektion bestätigte den gesamten Vorstand mit Präsident Werner Seiler an der Spitze. Georges Leuba trat als Rechnungsrevisor zurück und wurde durch Kurt Schärer ersetzt, der seinerseits in der Person von Alex von Rothen seinen Nachfolger als Ersatzrevisor fand. Die Sektion konnte im vergangenen Jahr das 75-Jahr-Jubiläum begehen und feierte dieses mit einem Ausflug (Bus und Schiff), auf dem man unter anderem das Westschweizer Landmaschinenmuseum «Moulin de Chiblins» in Gingins VD besuchte und den Tag mit einem Abendessen in den Waadtländer Weinbergen beendete. Der «G40»-Kurs wurde von total 24 Teilnehmenden besucht. 42 Feldspritzen wurden im vergangenen Jahr in Boudry kontrolliert, 34 erhielten den Zulassungskleber sofort, die restlichen mussten leider beanstandet werden. Die von Geschäftsführer Bernard Tschanz vorgelegte und einstimmig genehmigte Rechnung schloss aufgrund der Feierlichkeiten zum 75-Jahr-Jubiläum mit einem Verlust von rund CHF 16 000.– ab. Die Mitgliederzahl der Sektion lag per Ende Dezember 2017 bei 441, 9 weniger als im Vorjahr. Der Jahresbeitrag bleibt bei CHF 85.–.

Landwirtschaft für Medien, Schulen, Konsumenten LID Landwirtschaftlicher Informationsdienst Weststrasse 10, 3000 Bern 6 Telefon 031 359 59 77 E-Mail: info@lid.ch

www.g40.ch

Modernste Landtechnik Die Versammlung endete mit einem Besuch der Firma AgriPlus Ryser Sàrl, die von Geschäftsführer Jason Ryser präsentiert wurde. Das Unternehmen bietet derzeit sechs Mitarbeitenden, darunter zwei Auszubildenden, interessante Arbeitsplätze. Gaétan Lavanchy, Verkaufsleiter bei GVS-Agrar für die Westschweiz, referierte bei dieser Gelegenheit über die Funktionsweise von GPS und stellte das Fendt-Projekt «Mars» vor. Dieses Projekt mobiler Agrarroboter-Schwärme wird derzeit auf verschiedenen Versuchsfeldern getestet und soll, nun umbenannt «Xaver» (in Anlehnung an den Fendt-Gründer Xaver Bernard Nicod, Jean-Richard Salamin, Fendt), in vier bis fünf Jason Ryser und Gaétan Lavanchy fühlten Jahren auf dem Markt sich in der Versammlung wohl (v. l. n. r.). erhältlich sein. Bild: C. Schweizer 74

Schweizer Landtechnik 3 2018

sicher unterwegs Der praktische «G40»-Fahrkurs zum Lenken von landwirtschaftlichen Fahrzeugen des Schweizerischen Verbands für Landtechnik kann ab dem 14. Altersjahr besucht werden.

Das Original! Bewährt und erfolgreich! www.facebook.com/g40svlt

SVLT | ASETA Schweizerischer Verband für Landtechnik Telefon 056 462 32 00


Sektionen | SVLT

Generalversammlungen

BS, BL

Dienstag, 27. März 2018, 20.00 Uhr Ebenrain, Sissach

Die gewohnten Teststandorte werden nach wie vor bedient. Im Jahr 2018 sind dies Lengnau, Liebegg und Villigen. Die im Jahre 2014 geprüften Feldspritzen bzw. deren Halter erhalten ein Anmeldeblatt.

FR Bremsenkontrolle 2018

AG Aargauer Landtechnikabend: Ladungs­sicherung Dienstag, 20. März 2018, 19.30 bis 22 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Gränichen Gemäss Strassenverkehrsgesetz ist die Ladung so anzubringen, dass sie niemanden gefährdet oder belästigt und nicht herunterfallen kann. Die Landwirtschaft ist mit grösseren Fahrdistanzen und höheren Lade­ gewichten genauso gefordert wie die übrige Transportbranche, um diese Regelung einzuhalten. Am Aargauer Landtechnikabend geben wir Ihnen wertvolle Tipps mit auf den Weg, wie Sie Ihre Transportgüter einfach und richtig sichern können. Kursleitung: Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Kurs ist kostenfrei. Die Veranstaltung steht allen interessierten Personen offen.

Traktorfahrkurs für Frauen Donnerstag, 5. April, oder Freitag, 6. April, jeweils von 9 bis 16.15 Uhr, Landw. Zentrum Liebegg, Gränichen Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit und ohne Anhänger manövrieren, Anbaugeräte wie Kreiselheuer, Kreiselschwader kennenlernen und an den Traktor anbauen. Dies ohne Stress und Zeitdruck, damit Sie das nächste Mal, wenn «Not an der Frau» ist, Bescheid wissen: Bedienung des Traktors, wichtige Kontrollen, sicheres Manövrieren mit Traktor, Anhänger und Anbaugerät, Gefahrensituationen auf Hof, Gelände und Strasse erkennen und meistern: Dieser Kurs richtet sich an Frauen, welche ihre praktischen Traktor-­ Kenntnisse verbessern wollen. PW- oder Traktorfahrausweis wird verlangt. Es sind keine weiteren Vorkenntnisse notwendig. Die Kursleitung hat Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Lieb­egg. Kosten: Fr. 110.– inkl. Kursunterlagen und Mittagessen, wenn Ehemann, Partner oder Freund Mitglied beim Aargauischen Verband für Landtechnik ist, Fr. 130.– für Nichtmitglieder. Anmeldung: bis 20. März 2018 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurs­ sekretariat, Marianna Kühn, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch.

Feldspritzentest 2018 9. bis 13. April 2018 in Lengnau, Liebegg und Villigen Für die ÖLN-Kontrolle wird ein gültiger Feldspritzentest verlangt (nicht älter als vier Jahre). Der Feldspritzentest wird seit 2012 durch den AVLT organisiert und durchgeführt. Geschäftsführer Th. Voegeli ist somit Ansprech­person für sämtliche Fragen rund um den Spritzentest.

Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) hält die Bremstestkampagne aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km/h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer im Besitz einer genauen Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Fachbetrieben für Anhängerbremsen erstellt wird. Sie findet statt in der Nähe Ihres Wohnortes in dafür ausgerüsteten Ateliers. Die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.­ agrotecsuisse.ch zu finden. Wichtig: Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet sein. Für seine Mitglieder bietet der FVLT einen Rabatt von 50 Franken pro Achse. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA/FVLT, Robert Zurkinden, Heitiwil 23, 3186 Düdingen Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder bei einem später folgenden Aufgebot zur Expertise.

LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 28. März 2018, in Hochdorf, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 2. Mai 2018, in Sursee, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs 603: jeweils Samstag 21./28. April 2018, 13.00–17.00 Uhr Kurs 604: jeweils Samstag 12./19. Mai 2018, 13.00–17.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: Kurs Nr. 402: 4 Abende jeweils Montag/Mittwoch: 19./21./26./28. März 2018, 19.00–21.00 Uhr, in Sursee Kurs Nr. 403: 4 Abende jeweils Dienstag/Mittwoch: 22./23./29./30. Mai 2018, 19.00–21.00 Uhr, in Sursee Die Kurse können nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt werden. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 + 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lektionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.– Der Lastwagentheoriekurs umfasst 32 Lektionen in vier Wochen, jeweils an einem Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg ist jederzeit möglich. Nächster Kursbeginn: 11. April 2018; Durch­ führung jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

3 2018 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

 SG 

 AR 

 AI 

 GL

Traktorentheoriekurs mit Prüfung 2018

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 21. Nov 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

12. Dez 18

Wangs, Parkhotel Wangs, Parkhotel/StVA Mels

19. Dez 18

Sa, 24. Nov 18

Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag  + Prüfung NachmittagMittwochnachmittag Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 17. Mrz 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA Wangs, Parkhotel Wangs, Parkhotel/StVA Mels

Sa, 7. Apr 18 9. Mai 18

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 11. Apr 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

16. Mai 18

Mosnang, Oberstufenzentrum Mi, 25. Apr 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

23. Mai 18

St. Peterzell, Schulhaus Mi, 2. Mai 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

6. Jun 18

Salez, Rheinhof Wangs, Parkhotel/StVA Mels

Sa, 26. Mai 18

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 30. Mai 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

Pflanzenschutzgeräteprüfung Feldbau 2018 Ort Firma Opfershofen Jakob Hofer AG, Hansueli Frick

Datum Mi, 4. April 2018

Hüttwilen

Stefan Schlatter, Hauptstrasse

Mo, 9. April 2018

Frauenfeld

Beat Meier, Ifang

Do, 12. April 2018

Unter-Hörstetten

Erwin Büchler, Schulstrasse 7

Di, 17. April 2018

Affeltrangen

Märla AG

Fr, 20. April 2018

Engishofen

Oliver Engeli, Lerchenhof

Do, 31. Mai 2018

Diessenhofen

Urban Dörig, St. Katharinental

Mi, 6. Juni 2018

Kradolf

Hans Felber, Austrasse

Mo, 11. Juni 2018

Arenenberg

BBZ, Landwirtschaftsbetrieb

Do, 14. Juni 2018

18. Jul 18

Sa, 7. Jul 18 22. Aug 18

29. Aug 18

Mi, 15. Aug 18 12. Sep 18

Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 1. Sept 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

19. Sep 18

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 5. Sept 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

26. Sep 18

Salez, Rheinhof Wangs, Parkhotel/StVA Mels

10. Okt 18

Sa, 15. Sept 18

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 22. Sept 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

17. Okt 18

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 29. Sept 18 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

24. Okt 18

Alle Geräte, welche 2014 letztmals geprüft wurden und 2018 weiter im Einsatz stehen, müssen geprüft werden. Auch Geräte von Biobetrieben müssen geprüft sein. Anmeldungen bis 20. März 2018 an: VTL\Landtechnik Tel.: 071 966 22 43 Markus Koller E-Mail: info@tvlt.ch Weierhofstrasse 9542 Münchwilen

Pflanzenschutzgeräteprüfung Obst-/Weinbau 2018 19. März bis 29. März 2018 in Sulgen

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 31. Okt 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

28. Nov 18

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 10. Nov 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

5. Dez 18

Schweizer Landtechnik 3 2018

 TG

20. Jun 18

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 23. Jun 18 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

Trogen, Rest. Krone Trogen, Rest. Krone/SVA Trogen

Die Sektion Schwyz führt am 1. Mai 2018 einen G-Kurs durch und zwar in Schwyz. Zudem führt sie am 4. Juni 2018 in Rothenturm ein Traktorengeschicklichkeitsfahren durch.

Der VTL\Landtechnik führt die Prüfung an folgenden Orten durch:

20. Jun 18

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 11. Jul 18 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

G-Kurs und Traktorengeschicklichkeitsfahren

13. Jun 18

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 16. Jun 18 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

Wangs, Parkhotel Wangs, Parkhotel/StVA Mels

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18. Apr 18

SZ

Die Sprühgeräte müssen technisch in einwandfreiem Zustand zur Kontrolle erscheinen. VTL Landtechnik, Geschäftsstelle, info@tvlt.ch Markus Koller, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen


Sektionen | SVLT

Spanienreise mit dem VTL/Landtechnik Via Andorra zur Costa Brava vom 2. bis 11. Juni 2018 1. Tag: Die Anreise erfolgt via Genfersee–Lyon–Clermont-Ferrand in die Auvergne, das Vulkangebiet im Herzen Frankreichs, zur Zwischen­übernachtung in der Gegend von Tulle. 2. Tag: Weiterreise südwärts durch die wild-romantische Gegend von Rocamadour und den Cañon des Alzou nach Toulouse mit seinem Airbuswerk; Besuch Flugzeugmuseum, anschliessend Weiter­reise ins Fürstentum Andorra. 3. Tag: Rundfahrt durch die Täler Andorras. 4. Tag: Fahrt über den Collada de Toses (einen Gebirgspass mit atemberaubenden Weitsichten) zu einem typisch katalonischen Dorf, Ribes de Freser. Fahrt mit dem Zahnradzug Richtung Val de Nuria. Auf dem Weg an die Küste machen wir einen Zwischenhalt bei einem Hersteller von Futtermischwagen, Jauchefässern und Mistzettern. Anschliessend Weiterfahrt an die Costa Brava. 5. Tag: Freiwilliger Halbtagesausflug. 6. Tag: Ausflug nach Montserrat und Barcelona. 7. Tag: Besichtigung eines Obstbau- und Wachtelbetriebs bei Lleida. 8. Tag: Ganztägige Costa-Brava-Rundfahrt mit Halt in Tossa de Mar und in Blanes mit dem sehenswerten botanischen Garten, der über 4000 verschiedene Pflanzen zeigt. 9. Tag: Die Rückreise führt über Perpignan und Béziers zum Höhepunkt, dem Viaduc de Millau. Die 2460 Meter lange Schrägseilbrücke überspannt mit einer Höhe von 270 Metern das Tal des Tarn. 10. Tag: Heimreise (Programmänderungen sind noch möglich). Preis pro Person im Doppelzimmer: Fr. 1590.– Einzelzimmerzuschlag: Fr. 300.– Im Preis inbegriffen sind: Fahrt im modernen Reisecar, alle Strassengebühren, 9 Übernachtungen mit Halbpension, Führungen in Andorra, Barcelona/Montserrat, Costa-Brava-Rundfahrt, Betriebsbesuche, Fahrt mit der Zahnradbahn ins Vall de Nuria, Picknick am 9. Tag (Mittag) Anmeldeschluss ist der 24. Februar 2018. Bitte sofort anmelden, die Platzzahl ist beschränkt. Anmeldung an: VTL\Landtechnik, Markus Koller, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen, 071 966 22 43

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

AG Kursort und -daten: Frick/FiBL, 26. April 2018 und 3. Mai 2018, 18.30 Uhr. Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS Kursorte und -daten: Vorkurs Ebenrain, Sissach: 11. Apr., 13.30 Uhr, 31. Okt., 13.30 Uhr; Prüfung (MFP Münchenstein): 21. April 2018, 9 Uhr, 17. Nov. 2018 Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, bvlt@bluewin.ch FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch SG, AI, AR, GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch

 ZG

SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Martin Müller, Haldenhof 286, 8213 Neunkirch, 079 656 74 58, www.vlt-sh.ch

Feldspritzentest: Testdaten: 26. und 27. März 2018 im Schluechthof Cham LBBZ: Obstgebläsetest Testdaten: 3. und 4. April 2018 im Schluechthof Cham LBBZ.

SO Kursort: Vorkurs in Büren, Kreisschule Dorneckberg, 21. März; Vorkurs im Wallierhof, Riedholz, 28. März. Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR

Traktorenfahrkurs für Frauen 10. April 2018 in Chamau, Hünenberg Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit oder ohne Anhänger manövrieren, Anbaugeräte wie Kreiselheuer kennenlernen und an den Traktor anbauen. Weitere Infos und Anmeldung: beatbet@bluewin.ch, 041 755 11 10

Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kursort: Altnau, 17. März / 28. März; Münchwilen, 18. Apr. / 25. Apr. (1. Kurs bis 17. Febr. anmelden) Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens. Kursdaten: März 2018, Juni 2018, Oktober 2018 Kontakt: ASETA-Section vaudoise, Virginie Bugnon, chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch

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ZG Kat G Vorbereitungskurs: 16. und 19. April 2018 Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursorte: Strickhof, Lindau. Kursdaten: 9. Juni 2018, 22. Sept. 2018 und 17. Nov. 2018, je 9.30–15.30 Uhr Kontakt: SVLT ZH, Eschikon 21, 058 105 98 22, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

Schweizer Landtechnik 89x28 mm 3 2018 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Porträt

Netzwerker II Rolf Kuhn aus Mettendorf ist erklärtermassen «kein Chüeni», sondern Landtechniker. Das zeigte sich schon früh, als das Mitglied der Thurgauer Landjugend liebend gerne Traktorengeschicklichkeitsfahren mitorganisierte und nach der Ausbildung zum Landwirt mit Meisterprüfung – und nach Abverdienen des Feldweibel-Grades – den Zweitberuf Metallbauschlosser mit Schwergewicht Fahrzeugbau erlernte. Die elterliche Milchwirtschaft behielt er, solange sein Vater dies noch wollte, bis 2012. Im Jahre 2002 übernahm die Familie einen Pachtstall mit 12 000 Plätzen für Junghennen-­ Aufzucht, und Rolf Kuhn baute im Zuge der Betriebsübernahme 2005 einen zweiten, gleich grossen Stall. Ackerbau betreibt er weiterhin, von der Pflege bis zur Ernte: 4 ha Kartoffeln, 4 ha Zuckerrüben («das gehört einfach zur Thurgauer Identität»), 4 ha Raps, 3 ha Weizen, 2 ha Zwiebeln und 2  ha Körnermais, der Rest sind Ökowiesen. Sein 125-PS-Case und die halb so starken Fiat und Hürlimann sind fast die einzigen Maschinen im alleinigen Besitz. Über alle anderen verfügt er mittels Maschinenkooperationen, Lohnunternehmen oder zusammen mit seinem Landjugendfreund, unter anderem ein Rüben- und Kartoffelvollernter. «Die überbetriebliche Mechanisierung ist für meine Hofgrösse genau das Richtige», sagt Rolf Kuhn, «so kann ich die grösstmögliche Wertschöpfung auf dem Betrieb behalten.» Die vergangene Jahresversammlung der Kommission «Landtechnik» des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft VTL – 1150 Mitglieder stark – wählte ihn zum neuen Präsidenten, als Nachfolger von Hansjörg Uhlmann. Die Sektion des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik SVLT hat damit wieder einen Netzwerker auf den Schild gehoben, dem zwischenmenschliche Beziehungen sowie berufliche Zusammenarbeit wichtig sind und der auch ein enges Fadennetz zu regionalen und kantonalen bäuerlichen Organisationen gesponnen hat. So liess er sich vor zwei Jahren als Kantonsratskandidat auf die Liste der Schweizerischen Volkspartei setzen; das erzielte Wahlresultat ermuntere ihn, in zwei Jahren erneut anzutreten. In der Politik wie beim Landtechnikverband möchte sich Rolf Kuhn einbringen, um dem zunehmenden Trend von Umweltschutzverbänden und gewissen Medien, welche die Landwirtschaft als Sündenbock für alle möglichen Fehlentwicklungen hinstellen, Einhalt zu gebieten. «Ich plädiere dafür, dass die bäuerlichen Organisationen, allen voran der SVLT, in der Vernehmlassungsphase ‹Anhängerbremsen› und beim Beratungsprojekt ‹Pflanzenschutz› das Heft entschiedener in die Hand nehmen.» Dafür sorgt er innerhalb des VTL zusammen mit Geschäftsführer Markus Koller immer wieder mit aller Kraft. Ein Beispiel ist der vergangene Pflanzenschutztag an der Agroscope Tänikon, an dem Wege aufgezeigt wurden, wie Spritzgeräte aufgerüstet, Hofplätze sicher entwässert, Punkteinträge vermieden und Pflanzenschutzmittel optimal eingesetzt werden, denn, so Rolf Kuhn, «für Anwender von Pflanzenschutzmitteln wird das professionelle Auftreten und Verhalten je länger, je wichtiger.» Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik 3 2018


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Kursorte G40

Die G40-Fahrkurse 2018

1260 *Nyon VD 1315 *La Sarraz VD 1510 *Moudon VD 1562 *Corcelles-près-Payerne VD 1630 **Bulle FR 1786 **Sugiez FR 1920 *Martigny VS 1964 *Conthey VS 2208 *Les Hauts-Geneveys NE 2720 *Tramelan BE 2852 *Courtételle JU 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3270 Aarberg BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i. E. BE 3792 Saanen BE 3800 Interlaken BE 3818 Grindelwald BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4415 Lausen BL 4538 Oberbipp BE 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW

6130 Willisau LU 6210 Sursee LU 6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 Erstfeld UR 6702 ***Claro TI 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR 7550 Scuol GR 8180 Bülach ZH 8200 Schaffhausen SH 8315 Lindau ZH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 8625 Gossau ZH 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG * Sprache Französisch ** Sprache Deutsch u. Französisch ** *Sprache Italienisch

Video zu den «G40»-Fahrkursen Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem YouTube-­Kanal «Schweizer Landtechnik».

Mit dem Führerausweis Kat. G und erfolgreich absolviertem Fahrkurs G40 können landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge und Landwirtschaftstraktoren sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorkurs G40 des Schweizerischen Verbandes für Landtechnik ist vom Bundesamt für Strassen, ASTRA, anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Siehe www.fahrkurse.ch.

CZV – Weiterbildungskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdatum Erste Hilfe im Strassenverkehr, Deutsch

02.08.2018

ARV1 / Digitaler Fahrtenschreiber, Deutsch

03.08.2018

Ladungssicherung, Deutsch

16.11.2018

Moderne Fahrzeugtechnik, Deutsch

15.12.2018

Hebegerätekurse Suva-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstaplerkurs; Instruktion Hoflader

Kursort und Sprache

Kurstag 1

Kurstag 2

Rümlang ZH, Deutsch

20.04.2018

21.04.2018

Goldach SG, Deutsch

17.05.2018

18.05.2018

Chavornay VD, Französisch

01.10.2018

02.10.2018

Chavornay VD, Französisch

03.10.2018

04.10.2018

Oberbipp BE, Deutsch

25.10.2018

26.10.2018

Oberbipp BE, Deutsch

29.10.2018

30.10.2018

Schweisskurse

Kursort: Riniken AG

Kursart Kursdatum Informationen und Auskünfte: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

Lichtbogen-Handschweissen (E-Hand), Deutsch

Herbst 2018

Metall-Schutzgasschweissen (MAG/MIG), Deutsch

Herbst 2018

Wolfram-Schutzgasschweissen (TIG), Deutsch

Herbst 2018

 Impressum 80. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT NR Werner Salzmann, Präsident Aldo Rui, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler, Postfach, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50 / 079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2018. Kombinationsrabatt bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD Goldach AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt: Futterernte Impression: Alles zum Kleinlader «Worky Quad» Management: Verfahrensvergleiche mit Separatoren Plattform: Energie von Hackschnitzeln

Nr. 4/2018 erscheint am 12. April 2018 Anzeigenschluss: 29. März 2018

3 2018 Schweizer Landtechnik

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▪ Thomas Feitknecht Region Ostschweiz | 079 293 39 23

Schweizer Landtechnik 03/2018  

Hofdünger: Viel Geld für noch mehr Gülle, Besseres Gülle-Handling dank Separation?

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