Schweizer Landtechnik 02/2021

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Februar 2021

HOFDÜNGER Gülle separieren Technik verleiht dem Mist Flügel Zulassungen leicht über Vorjahr Rebenvorschneider auf Strassenfahrt


Gut informiert – richtig investiert Praxisorientierte Fachzeitschrift für Landtechnik

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Februar 2021 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 10 14 16 18 20 28 32 36 38 42

«Es gibt immer noch zu viele Unfälle» 2039 Traktoren neu in Verkehr gesetzt Hackschnitzel mit Qualität Einbau-System zur Klauendesinfektion

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Roman Engeler

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Emissionen aus der Tierhaltung sind schon seit längerer Zeit in den Brennpunkt der Öffentlichkeit geraten. Es sind vor allem die Ammoniak-Gase, die vielen Leuten sauer aufstossen, sei es nur der Geruch an sich oder auch die immer wieder stipulierte Schädlichkeit dieses Gases für das Klima. Dabei sind Gülle und Mist, also die sogenannten Hofdünger, wertvolle und natürliche Dünger, die auf vielen Betrieben einen wichtigen Anteil des Nährstoffbedarfs von Grün- und vermehrt auch im Ackerland aus­ machen. Ein unsachgemässer Einsatz kann, wie Redaktor Ruedi Hunger in seinem einleitenden Artikel auf Seite 18 zum Themenschwerpunkt dieser Ausgabe schreibt, die Umwelt belasten. Neben gewissen Verhaltensmassnahmen – kein Ausbringen zu Unzeiten – gibt es heute verschiedene technische Lösungen, wie man vor allem die Ammoniak-Emissionen wirkungsvoll reduzieren kann. Diese technischen Lösungen beginnen bei der Fütterung mit verschiedenen Futterzusätzen, führen über die Trennung von Kot und Harn bereits im Stall, umfassen die Lagerung und Behandlung der Hofdünger und enden schliesslich bei der Ausbringung, die ja möglichst bodennah erfolgen soll. Das alles gibt es bekanntlich nicht zum Null-Tarif, es bedingt Investitionen und einen finanziellen Aufwand ohne Aussichten, dass die Landwirtschaft danach von höheren Produktpreisen profitieren kann. Apropos Investitionen: Die jeweils mit Spannung verfolgten Traktor-Zulassungen zeigen für das letzte Jahr, dass sich der Schweizer Markt weiterhin im Bereich der Marke von 2000 Einheiten bewegt. Mehr dazu auf Seite 12.

Schwerpunkt: Hofdünger Reizthema «Gülle» Vor- und Nachteile der Separierung Projekt für mehr Nährstoffeffizienz «Vorteile von Mist überwiegen» Von «Black Bird» bis «Quad-Shift» Viel Modellpflege bei der Streutechnik

Management 48

Touchscreen – Fluch oder Segen?

Impression 50 52 54

Hürlimann: neue Serie «XA V-Drive» «DualDrive»-Steuerung von Reform John Deere «8RX370» mit Raupen

Sicherheit 56

Problem Rebenvorschneider auf Strassenfahrt

56

Wissen 58

Sichere Datennutzung in der Landwirtschaft

Plattform 60

Speziallösungen sind Strebels Stärke

Passion 62

Steyr «8080 A» von Hans Schütz, Effingen AG

SVLT 64 70 71

Sektionsnachrichten und Generalversammlungen Simon Stamm vom Birkenhof in Schleitheim SH Kurse und Impressum

Titelbild: Hofdünger im Brennpunkt: Nicht nur die bodennahe Ausbringung von Gülle steht im Fokus, sondern auch der generelle Umgang mit den Hofdüngern.

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Ausgabe Nr. 3 erscheint am 11.3.2021.

Bild: agrarfoto.com

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Aktuelles

In Kürze Auch die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrates (WAK-N) hat sich gegen ein Schleppschlauch-Obligatorium ausgesprochen. Damit folgt die Kommission dem Ständerat, der im letzten September dagegen gestimmt hat. Pöttinger feiert 150 Jahre. 1871 wurde die Firma aus Grieskirchen von Franz Pöttinger gegründet. Bei Martin Ruckli AG in Buttisholz LU hat mit Andreas und Petra Ruckli eine neue Generation die Geschäftsführung übernommen. Die Makita-Gruppe wird die Produktion von benzinbetriebenen Geräten der Marke «Dolmar» zum 31. März 2022 einstellen. Steyr- und Case-IH-Traktoren aus dem österreichischen Werk St. Valentin erhalten neu eine extrastarke Lackierung. Dafür hat CNH rund 1 Mio. Euro investiert. Manitou vermeldet für 2020 mit 1,59 Mrd. Euro einen im Vergleich zu 2019 um 24 % tieferen Umsatz, bei allerdings gesteigertem Auftragseingang im 4. Quartal 2020. Agco ist neu bei «Nevonex» mit dabei. Das digitale Netzwerk von Bosch bietet digitale Dienste, Vernetzungslösungen und Hardware-Komponenten für Landmaschinen. Siku kündigt für Mitte Jahr ein matts­chwarzes Sondermodell des Claas «Xerion 5000» in der «Control»-Serie an. Die DLG und die Messe München haben eine Kooperation im Bereich ihrer Forstmessen «DLG-Waldtage» und «Interforst» vereinbart, die beide im nächsten Jahr stattfinden werden. Agrola hat Ende Januar in Rothenburg LU seine zweite Wasserstoff-Tankstelle in Betrieb genommen. Motorhersteller Deutz offeriert seit Anfang 2021 mit «Lifetime Parts Warranty» eine kostenlos verlängerte Gewährleistung für alle Ersatzteile, die ab 1.1.2021 bei einem offiziellen Deutz-Service-Partner im Rahmen einer Reparatur gekauft und von diesem verbaut wurden. Valtra wird heuer 70 Jahre alt und bekommt zum Geburtstag vom Mutterkonzern Agco ein neues Logistikzentrum und eine neue Lackieranlage. BKT weitet die Baureihe seiner speziell für landwirtschaftliche Anhänger entwickelten Flotation-Reifen mit VF-Technologie aus und bringt drei weitere Grössen der Serie «V-Flexa»auf den Markt.

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Baumschnitt-Roboter Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Biotopen; viele Bestände sind aber akut bedroht, da sich ihre Bewirtschaftung aus wirtschaftlicher Sicht kaum noch lohnt. Als Folge werden die Bäume nicht mehr gepflegt, werden krank oder sterben ab. Unterstützung will hier ein Projekt der Universität Hohenheim in Stuttgart mit Hilfe künstlicher Intelligenz leisten – ein Roboter soll es richten. Auf einen bereits existie­ renden, fahrbaren Prototyp haben die Wissenschaftler einen zusätzlichen Roboter-Arm montiert, wie er auch in industriellen Produktionsstrassen eingesetzt wird. Dieser Knickarm- oder auch Ge­lenk­armroboter ist in alle Richtungen frei beweglich, so dass damit jeder be­ liebige Punkt in seiner Reichweite an­ gesteuert werden kann. Der Arm ist zudem mit speziellen Sensoren ausgestattet, die bei der Navigation und dem Erkennen der Bäume und ihrer Strukturen helfen. Während der Roboter um den Baum herumfährt, wird über einen sogenannten Lidar-Scanner dessen drei-

dimensionale Struktur erfasst. Ähnlich wie beim Radar tastet dabei ein Laser die Umgebung ab und misst den Abstand zu den Objekten. Aus vielen einzelnen Abstandsmessungen entsteht dann im Computer eine Punktwolke, die die dreidimensionale Struktur des Baumes abbildet. Mit Hilfe des Knickarms wird auch der Hoch-Entaster, eine kleine auf einen Teleskopstab montierte Kettensäge, in die richtige Schnittposition gefahren. Aktuell wird daran gearbeitet, dem Computer beizubringen, wo der Roboter die Säge ansetzen soll. Je nach Baumart und dem erwünschten Ziel gibt es unterschiedliche Schnittweisen.

Exaktes Düngerstreuen 13 Jahre nachdem der letzte «Aero» bei Rauch vom Band lief, wurde an der Agritechnica 2019 eine Produktstudie des «Aero» für den Dreipunkt-Anbau präsentiert. Das Jahr 2020 brachte dann wesentliche Erkenntnisse in der Entwicklung. Der Einsatz auf Prüfständen, in der Streuhalle und auf dem Acker lieferte weitere Fortschritte. Im Frühjahr 2021 werden weitere Praxistests laufen und für den Herbst 2021 ist der Start der ersten Nullserie geplant. Der neue «Aero 32.1» beinhaltet ein Grund­volumen von 1900 Litern und kann mit Aufsätzen auf 3200 Liter erhöht werden. Massstäbe setzt der Streuer auch in der neuen Isobus-Steuerung. Vier Teilbrei-

ten werden entweder manuell oder fernbedient über Section-Control gesteuert. Die innovative Technik der neuen hydraulisch angetriebenen «MultiRate»-Dosiereinheiten ermöglicht für jede der vier Teilbreiten eine separate Ausbringmenge. Dadurch lassen sich Applikationskarten mit einer noch präziseren Ausbringung abbilden. Das Gestänge ist pendelnd ausgelegt, somit ist auch eine Nutzung der Gestängeneigung für den Hangausgleich möglich. Eine V-Stellung des Auslegers erleichtert den Fahr­ gassenwechsel im Vorgewende und schont das Gestänge. Im ersten Schritt werden 27 und 30 m Arbeitsbreite umgesetzt, 18 m, 21 m und 24 m werden folgen.


Aktuelles

40-km/h-Bremse An seiner Hausmesse hat Gafner eine neue 40-km/h-Anhängerbremse präsentiert, eine kompakte Ausführung für ein 40-km/h-Fahrwerk mit gefederter Achse. Das System ermöglicht laut Gafner den Einbau eines automatischen Last­anpassungsventils in engem Raum, der Federweg der Achse beträgt rund 3 cm. Mit dieser Lösung kann der Anhängerstreuer nicht einseitig einfedern. Der Schwerpunkt erhöht sich lediglich um rund 5 cm. Die Konsole für Bremszylinder ist für Membranzylinder oder Hydraulikzylinder vorbereitet, dies ermöglicht einen späteren Wechsel von hydraulischer Bremse zu pneumatischer Bremse oder umgekehrt. Die Anhängerbremse für 40 km/h soll heuer die Zulassung der Strassenverkehrsämter erhalten.

Serco expandiert in Frankreich Die zur Fenaco gehörende Serco will in Frankreich weiter wachsen und hat dazu Übernahmeverhandlungen mit den beiden Landmaschinenfirmen Ballanger und AMA aufgenommen. Die Groupe Ballanger und Angoulême Matériel Agricole (AMA) sind zwei bedeutende Landtechnikunternehmen aus der Region Poitou-Charentes (im Westen von Frankreich). Die Groupe Serco ist bereits seit vier Jahren in Frankreich aktiv. 2016 hat der Schweizer Claas-Importeur Serco aus Oberbipp die Firma Dousset Matelin aus Neuville-de-Poitou übernommen. Nun planen Ballanger, AMA und Dousset Matelin die Bündelung ihrer Kräfte. Komme die Übernahme zustande, sei eine Zusammenlegung von Ballanger, AMA und Dousset Matelin unter dem Dach von Serco France SAS geplant, schreibt die Fenaco. Die Leitung der Unternehmensgruppe würde Werner Berger als CEO von Serco France übertragen.

Batati GmbH erhält Auszeichnung Beim diesjährigen «CeresAward» wurden Christian Hurni und Simon van der Veer aus Fräschels FR für ihre Süsskartoffelfirma Batati GmbH in der Kategorie «Beste Geschäftsidee» ausgezeichnet. Durchgeführt wird der «CeresAward» alljährlich durch den dlv Deutscher Landwirtschaftsverlag (agrarheute). Der Award wurde den Siegern online vergeben. Mit ihrer Batati GmbH sind sie zu einem wichtigen Akteur am Schweizer Süsskartoffelmarkt geworden. Gemeinsam mit zehn weiteren Erzeugern produzieren, lagern und vermarkten sie die mit ihrer eigenen Marke versehene Ware. Besonders zeichnen sie sich dadurch aus, für kleine Betriebe eine Markt­ nische identifiziert, besetzt und ausgebaut zu haben, lautet die Begründung der «CeresAward»-Jury für die Auszeichnung.

Digitalisiertes Berggebiet Digitalisierung macht auch vor dem Berggebiet nicht halt, verbessert sie doch die Standortnachteile gegenüber dem Flachland. Es können Wege verkürzt, enge Vegetationsperioden optimaler genutzt, beschränkte Märkte zugänglicher gemacht oder die Aus- und Weiterbildung vereinfacht werden. Die Schweizer Berghilfe ermöglicht, dass gute digitale Ideen auch umgesetzt werden. Bisher wurde schon mehr als 500 Menschen eine Weiterbildung im Bereich der Digitalisierung ermöglicht. Zudem unterstützte man in den letzten

fünf Jahren 70 Digitalisierungsprojekte mit knapp Fr. 2,9 Mio. So läuft auch die Sammelkampagne 2021 unter dem Motto «Digitalisierung im Berggebiet». Für die Weiterentwicklung der Berg­ regionen ist die Solidarität der Schweizer Bevölkerung mitentscheidend.

Wiesenschleppe «WS200» Mit der Wiesenschleppe «WS200» erweitert Rapid sein Produktsortiment. Damit können im Frühjahr Wiesen aufgewertet werden, was die Futterqualität verbessert. Einerseits werden Anhäufungen loser Bodenmaterialien eingeebnet und organisches Material sowie Rückstände (Mist, getrocknete Gülle) verteilt und zerkleinert. «Dies wirkt sich in Folgearbeitsschritten, in erster Linie beim Mähen, positiv auf die Stand­ zeiten der Messer aus», schreibt Rapid in einer Medienmitteilung. Anderseits werde die Bestockung angeregt und bestimmte Pflanzen könnten im Grünland stimuliert werden. 2

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Aktuelles

Einstiegs-Isobus-Terminal Müller-Elektronik bringt mit dem Isobus-Terminal «Smart570» ein kompaktes Einstiegsgerät auf den Markt, das herstellerunabhängig arbeiten und mit seinen einfach bedienbaren Funktionen besonders anwendungsfreundlich konzipiert sein soll. Das Gerät entspricht der Isobus-Norm ISO 11 783 und ist mit allen Isobus-Maschinen einsetzbar. Das Terminal weist ein geringes Gewicht auf und kann unkompliziert eingebaut werden. Zur optimalen Darstellung des angeschlossenen Anbaugerätes bietet das «Smart570» ein kapazitives 5,7-Zoll-Display, das selbst bei Sonnenlicht gut ablesbar ist.

«A»-Serie neu aufgelegt Die «A»-Serie von Valtra kommt in der 5. Generation und mit neuen Funktionen auf den Markt. Die Modellreihe umfasst weiterhin sieben Modelle im Leistungsbereich von 75 bis 135 PS, die alle auch als «GL»-Modelle erhältlich sind und über ein einfach zu bedienendes, mechanisches Getriebe verfügen (12×12). Die Top-Modelle mit 4-Zylinder-Motor sowie mit 105 und 115 PS sind auch mit einem vierstufigen, elektronisch gesteuerten Lastschaltgetriebe (16×16), allenfalls ergänzt mit einer Kriechganggruppe (32×32), erhältlich, während bei den 3-Zylinder-Traktoren optional ein zweistufiges Lastschalt-Getriebe (24×24) verbaut wird. Die Shuttle-Getriebe sind mit integrierter Handbremse ausgestattet.

können jetzt dank eines neuen Gaspedals noch präziser gesteuert werden. Durch die Erhöhung des Wartungs­intervalls von 500 auf 600 Stunden sollen Kosten gespart und gleich­ zeitig die produktive Arbeitszeit erhöht werden können. In Sachen Anhängerbremsen bietet Valtra pneumatische oder hydraulische Zweileiter-Systeme an.

Die Motorleistung wurde bei vier 4-Zylinder-Modellen um 5 PS erhöht und entspricht nun der Modellbezeichnung. Alle Motoren erfüllen die Abgasnormen der Stufe 5 und verfügen jetzt zusätzlich zur SCR-Einspritzung über einen Dieselpartikelfilter (DPF) ohne Abgasrückführung. Motordrehzahl und -leistung

Pflug steuert Traktor

Der Boden wird härter, das Pflügen geht schwerer, doch wie von Geisterhand steuert der Pflug den Traktor, um mit der richtigen Arbeitsbreite die Furche sauber durchzuziehen. Diesen Traum aller Ackerbauern realisiert das neue Geräteset «iQblue connect» von Lemken, dessen Eignung jetzt von der Industrieorganisation AEF (Agricultural Industry Electronics Foundation) zertifiziert worden ist. Lemken ist damit der erste Landmaschinenhersteller im Segment der Bodenbearbeitung, dem die AEF ein solches Zertifikat ausgestellt hat.

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Neue Akku-Säge «340i» Nach der Einführung der neuen Akku-Säge «540i XP» für Profis im letzten Jahr präsentierte Husqvarna Ende Januar mit der «340i» nun ein vergleichbares Modell zur semi-profes­sio­ nellen Anwendung. Die Akku-Säge mit aktiver Akkukühlung erreiche mit den Husqvarna-­ Akkus «BLi30» und «BLi300» (36 V) eine mit einer 40-ccm-Benzin-Motor­säge vergleichbare Leistung, schreibt der schwedische Hersteller. Die Säge wiegt 2,8 kg (ohne Akku und Schneidgarnitur), der Akku wird aktiv gekühlt und die Schienenlänge misst 36 cm (empfohlen 30 bis 40 cm). Von der «540i XP» übernommen worden ist der «Drei-Punkt-Sicherheitsgriff» zum Entsperren der Säge. Laut Husqvarna eignet sich die «340i» zum Sägen von Brennholz oder für den Einsatz in Obstplantagen und für Gartenarbeiten.


Aktuelles

Mit Strom gegen Unkräuter Fenaco und das deutsche Start-up-Unternehmen crop.zone haben eine Vereinbarung unterzeichnet mit dem Ziel, in der Schweiz die Technologie von crop.zone einzuführen. Die Technologie basiert darauf, Unkraut mit einer elektrischen Ladung zu bekämpfen. Rund 3 ha pro Stunde sollen sich mit dieser Methode behandeln lassen. Dies mit einer Ausbringungsgeschwindigkeit von 4 km/h. Die Pflanzen werden dabei in einem ersten Schritt mit einer leitfähigen Flüssigkeit vorbehandelt. Danach wird das Unkraut gezielt durch eine elektrische Ladung bekämpft. Die Anwendungsbreite beträgt bis zu zwölf Meter. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) klärt derzeit ab, ob das Verfahren für den biologischen Landbau zugelassen werden kann. Die Methode wird erstmals an der Eröffnung der neuen Nützlingsproduktion in Aesch (BL) im Frühjahr 2021 der Öffentlichkeit vorgestellt. Zudem haben interessierte Landwirte die Möglichkeit, die neue Technologie unter realen Bedingungen zu testen.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell Pistenbully «600»

25 Jahre Tobroco-Giant Tobroco, 1996 gegründet, steht für «Toine Brock Construction». Zunächst wurden unter diesem Namen Gülleinjektoren entwickelt und gebaut. Durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche Anfang 2001 kam die Produktion jedoch unvermittelt vollkommen zum Stillstand. Firmengründer Toine Brock fand jedoch gemeinsam mit seinen Mitarbeitern schnell eine Lösung und baute einen multifunktionalen Werkzeugträger. Damit war die Idee des Giant-Radladers geboren. Der Name ist die Abkürzung für «Gigantic Ant» (gigantische Ameise) und spielt auf diese Tiere an, die bis das 50-Fache ihres Eigengewichts heben und bewegen können.

im Massstab 1:50 von Siku.

SMS – und gewinnen mit Markus Looser Landmaschinen GmbH 9472 Grabs

Neuerungen bei Legetechnik Grimme setzt bei den vierreihigen Becherlegemaschinen «GL 420» und «GL 430» eine neue Einzelreihenschaltung als Basis für die automatische Teilbreitenschaltung ein. Diese Einzelreihenschaltung stellt eine Alternative zum hydraulischen Einzelreihenantrieb dar. Der Antrieb der vier Legeelemente erfolgt über einen Hydraulikmotor, der eine durchgehende Welle antreibt, auf der an jedem Legeelement eine elektromagnetische Kupplung montiert ist. Die Legeelemente können vom Bedienterminal aus an- und abgeschaltet werden. Für die kommende Saison kann die vierreihige Riemenlegemaschine «GB 430» mit dem Querdammhäufler «TerraProtect Pro» (Bild) ausgestattet werden. Das «TerraProtect»-System besteht je Reihe aus einem Lockerungszinken mit Steinsicherung und einem nachfolgenden Querdammhäufler. Für den einfachen An- und Abbau sind ab sofort alle verfügbaren Deichseln für die gezogene Becherlegemaschine «GL 430» serienmässig mit einem hydraulischen Stützfuss ausgerüstet.

Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Pistenbully «600». Der glückliche Gewinner des Modells John Deere Forsttraktor «7530», das in der Januar-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Marc Piccand und kommt aus 1609 Saint-Martin FR.

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Aktuelles

Produktoffensive bei JCB Angetrieben durch die neuen Abgasnormen – Umstellung auf die Stufe 5 – hat JCB seine Modellpalette an Ladegeräten für die Landwirtschaft einem Facelifting unterzogen, gleichzeitig aber auch losgelöst von der Normen-Vorschrift einige neue Modelle entwickelt.

mit dem «DualTech VT»-Getriebe ausgestattet werden, das bis 19 km/h mit einem Hydrostat funktioniert, bei höherem Tempo auf einen 3-Gang-Direktantrieb umschaltet. Alternativ gibt es auch ein 6-Gang- oder ein 4-Gang-Getriebe mit Lastschaltung und verschiedenen Automatikfunktionen.

So bringt der britische Hersteller eine neue Baureihe von Tele-­ Rad­ ladern auf den Markt. Die bestehenden Modelle «TM320», «TM320S» und «TM420» erhalten ein Facelifting, zudem wird mit dem Modell «TM420S» (173 PS) ein neues Flaggschiff dieser Serie eingeführt. Der «TM320» und «TM320S» bieten weiterhin eine Nenntragfähigkeit von 3,2 t und eine Hubhöhe von 5,20 m. Beim «TM420» und «TM420S» sind es 4,1 t und 5,45 m.

Und letztlich bekommt der kompakte Knicklader «403 Smart Power» mit dem Modell «403 Plus» einen Bruder, der zwar keine Unterschiede bezüglich der Masse, aber mit neuem 50-PS-Motor die doppelte Leistung bietet (Bild). Es stehen eine voll verglaste Kabine, ein Fahrerschutzdach oder ein klapp­ bares Schutzdach für niedrige Durchfahrtshöhen zur Auswahl.

Ein Upgrade haben weiter die mittleren Radlader «411 Agri», «413S» und «417 Agri» erhalten. Sie verfügen dank neuem 4,8-l-Motor mit 4 Zylindern über mehr Leistung und Dreh­ moment. Das «Autostop»-System schaltet den Motor im Leerlauf automatisch aus, wenn er nach einer gewissen Zeit nicht wieder eine Leistung benötigt. Die Maschinen werden von einem 4-Gang-Powershift-Getriebe angetrieben. Neue Motoren gibt es auch für die Teleskoplader vom Typ «Loadall» in den Varianten «Agri Xtra» mit 150 PS, «Agri Super» mit 130 PS und «Agri» mit 109 PS. Die Modelle können

Pöttinger mit Hackgeräten Pöttinger erweitert sein Produkteprogramm um Rollhacken, Hackgeräte und Striegel der Firma CFS Cross Farm Solution aus Stoitzendorf (A). Damit wolle Pöttinger eine Lücke im Bereich der Kulturpflege und der ökologischen Landwirtschaft schlies­ sen, heisst es in einer Mitteilung. Neben der Übernahme der Produkte werden künftig auch die beiden Gründer der CFS, Andreas Egelwolf und Leopold Rupp, sowie weitere erfahrene Mitarbeiter für Pöttinger tätig sein. «Sie werden am 1. August 2021 offiziell ihre Arbeit als Mitarbeiter von Pöttinger aufnehmen. Der Standort in Stoitzendorf wird als Kompetenzzentrum für die Kulturpflege geführt und kümmert sich hauptsächlich um die Weiterentwicklung, aber auch um die Produktion diverser Produkte», erklärt Stephan Ackermann, Leiter Produktmanagement. Details zu CFS-Maschinen sollen im Frühjahr 2021 präsentiert werden, heisst es. Die offizielle Einführung der Kulturpflege-Geräte soll dann am 1. August 2021 erfolgen.

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4-Rad-Gülle-Selbstfahrer von Kotte Vervaet Die Unternehmen Vervaet und Kotte (Garant) haben mit dem 4-Rad-Gülle-Selbstfahrer «Quad» das erste Produkt ihrer im letzten September eingegangenen strategischen Zusammenarbeit vorgestellt. Der «Quad» mit Selbstfahrer-Technik von Vervaet und Gülletechnik von Kotte ergänzt das Selbstfahrer-Programm des bereits vorhandenen «Hydro Trike» (3-Rad-Maschine) und des «Hydro Trike XL» (5-Rad-Maschine). Ausgerüstet ist der neue 4-Rad-Selbstfahrer mit einem 550-PS-6-Zylinder-Volvo-Motor mit speziell starkem und extra entwickeltem Kühlkonzept, CVT-Getriebe sowie einem gewichtsoptimierten Glasfaser-GFK-Tank mit 21 000 Liter. Leer wiegt die Maschine rund 20 Tonnen. Für eine effiziente Befüllung wird eine 9000-Liter-Vogelsang-Drehkolbenpumpe eingesetzt. Als Option ist eine 12 000- oder 13 500-Liter-Drehkolbenpumpe mit einer 10-Zoll-Rohrleitung erhältlich. Bei der Zerkleinerungstechnik gibt es entweder den Vervaet «Zyklon-Cutter» in der Druckleitung oder den Vogelsang «RotaCut» in Kombination mit einem Turbobefüller in der Ansaugleitung. Vorgesehen ist eine breite Auswahl an Bereifungsmöglichkeiten, die bei der Grösse 900/60 R38 beginnt. Nach einer intensiven Testphase in diesem Jahr soll der «Quad» auf der Agritechnica 2021 vorgestellt werden und in einer ersten Serie ab 2022 erhältlich sein.


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Markt | Interview

Für Thomas Frey, Geschäftsführer der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL), sind die Unfälle in der Landwirtschaft, vor allem jene mit Fahrzeugen, immer noch zu hoch. Bilder: R. Engeler

Dem Unfallgeschehen auf der Spur Die Landwirtschaft ist eine Branche mit überdurchschnittlichem Unfallgeschehen. Darüber, und wie man dieser Tatsache entgegenwirken kann, sprach die «Schweizer Landtechnik» mit Thomas Frey, dem Geschäftsführer der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: Im letzten Jahr verzeichnete die BUL einen Rückgang der tödlichen Unfälle in der Landwirtschaft, nachdem diese Unfälle in den letzten Jahren doch angestiegen sind. Ist die Trendwende zum Besseren nun geschafft? Thomas Frey: Die Tendenz stimmt uns sicher positiv, aber von einer Trendwende möchte ich jetzt noch nicht sprechen. Es gibt nämlich keine vollständige Erhebung des Unfallgeschehens, da keine Meldepflicht solcher Ereignisse an die BUL besteht. Wir analysieren und erheben in die10

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sem Zusammenhang Polizei- und Pressemeldungen, ab und zu gibt es auch Meldungen von Arbeitsinspektoraten. Statistisch gesehen ist die Veränderung bei den tödlichen Unfällen zu klein, um daraus einen signifikanten Trend ableiten zu können. Existiert dann eine Dunkelziffer und wenn ja, wie gross ist diese? Ich glaube, bei den tödlichen Unfällen kann es bestimmt noch eine kleine Dunkelziffer geben, insbesondere dann, wenn die Todesfolge erst später eintritt.

Wie sieht es mit dem «landtechnischen» Unfallgeschehen aus? Wie gross ist der Anteil im Zusammenhang mit Fahrzeugen und Maschinen? Leider ist es so, dass Unfälle mit Motorfahrzeugen und Maschinen den grössten Anteil ausmachen, wobei Letztere, also mit Maschinen, tendenziell eher abnehmen. Unfälle mit Fahrzeugen sind noch zu häufig. Wie sieht es mit dem «übrigen» Unfallgeschehen aus? Es gibt dazu eine Statistik, nämlich jene der Sammelstelle für Statistik der Unfall-


Interview | Markt

versicherung. Diese Zusammenstellung erfasst alle Unfälle in allen Branchen von Personen, aber nur von jenen, die in einem Angestelltenverhältnis arbeiten und somit dem Unfallversicherungsgesetz unterstehen. Die Zahlen dieser Statistik zeigen, dass pro Tausend Angestellte in der Landwirtschaft jährlich knapp 130 einen Unfall erleiden. Gibt es dazu auch Angaben über Verursacher und Betroffene? Beim übrigen Unfallgeschehen verfügen wir über keine solchen Angaben. Hingegen bei den tödlichen Unfällen wissen wir es. Und hier ist so, dass es vor allem ältere Personen sind. Rund ein Drittel aller tödlich verunglückten Personen ist über 65 Jahre alt. Auf landwirtschaftlichen Betrieben ist es halt üblich, dass auch noch Pensionierte da und dort mitarbeiten. Wir überlegen uns derzeit, wie wir diese Altersgruppe noch besser mit einer Präventionskampagne ansprechen können. Wie sieht es bei den Jugendlichen aus? Wir erfassen auch diese Alterskategorie. Glücklicherweise sind es wenige Jugendliche und auch Kinder, die in der Landwirtschaft tödlich verunfallen. Im letzten Jahr wurde die Präventionskampagne «schon geschnallt» lanciert. Man will damit das Gurtentragen in landwirtschaftlichen Fahrzeugen propagieren. Wie ist diese Kampagne in der Praxis angekommen? Gibt es Rückmeldungen? Ich darf feststellen, dass diese Kampagne in der Praxis angekommen ist. Die Sensibilisierung findet statt. Es gibt entsprechende Rückmeldungen, wenn unsere Leute auf den Betrieben sind oder wenn sie in Kursen darauf hinweisen. Braucht es also keine Nachjustierung? Das würde ich so nicht sagen. Wenn man die Tragroutine betrachtet, so muss man leider feststellen, dass es in dieser Beziehung dann nicht mehr so gut aussieht. Wir befragen diesen Punkt nämlich regelmässig bei unseren Kursen. Man sieht zwar den Sinn des Gurtentragens schon ein, aber nicht den Sinn eines regelmässigen Tragens. Immerhin, so stellen wir fest, werden im steilen Gelände die Gurten immer häufiger getragen. Neu werden wir die Kampagne mit einer sogenannten Hofausfahrtstafel – die wir übrigens kostenlos abgeben – unterstützen, die am Hofausgang montiert werden

kann und mit dem Logo auf das Anschnallen aufmerksam machen soll. Ziel muss es sein, dass dieser Gurtengriff einfach automatisch gemacht wird. Etwas länger zurück liegen die Kampagnen «Safe at Work» … … «Safe at Work» ist ein Präventionslabel der EKAS (Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit). Die Kampagne läuft in verschiedenen Branchen, verfolgt generell das Ziel von mehr Sicherheit am Arbeitsplatz und möchte mit «Vision 250 Leben» die Anzahl schwerer Unfälle halbieren. Bei dieser Kampagne ist die BUL als Branchenvertretung der Landwirtschaft Partnerin. «Safe at Work» wiederum unterstützt auch andere Kampagnen, wie beispielsweise «schon geschnallt» … … und «Profi im eigenen Wald» … … bei dieser Kampagne sitzt Codoc, eine Fachstelle des Bundes für die Aus- und Weiterbildung in der Waldwirtschaft, mit im Boot. Da hat es in den letzten Jahren einen Stillstand gegeben. Wir wollen aber gerade in diesem Jahr hier wieder aktiv werden, zumal auch der Forst stets hohe Unfallzahlen aufweist und sowohl das Waldgesetz als auch eine EKAS-Richtlinie einen Ausbildungsnachweis von zehn Tagen für Waldarbeiten fordert. Gibt es Hinweise, dass die bisherige Kampagne gefruchtet hat? Sinken im Wald die Unfallzahlen? Ja, die Unfallzahlen sind in den letzten Jahren gesunken. Diese Reduktion ist auch darauf zurückzuführen, dass viele

Die BUL betreibt einen Shop mit Artikeln, die sich an den Anforderungen von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Landwirtschaft orientieren.

Landwirte nicht mehr selbst im Wald arbeiten, dies lieber den Profis überlassen. Unfälle gibt es aber noch dort, wo Landwirte alleine im Wald arbeiten. Diesen Punkt wollen wir künftig wieder stärker thematisieren. Sie haben vorhin eine Präventionskampagne angesprochen, die sich speziell an ältere Landwirte richten soll. Gibt es dazu schon Eckpunkte? Wir stehen noch am Anfang, gewisse Ideen gibt es, aber konkret ist noch nichts fixiert. Es wird in die Richtung gehen, dass man darauf hinwirkt, dass ältere Personen keine gefährlichen Arbeiten mehr ausführen sollen.

Rund um die BUL Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) wurde 1984 vom Schweizer Bauernverband (SBV) und vom Schweizerischen Versicherungsverband als Stiftung mit Sitz in Schöftland AG gegründet. Neben anderen sind die beiden Gründerorganisationen auch heute noch im Stiftungsrat vertreten. Aus Gründen der Gewaltentrennung hat man später die Schwesterorganisation «agriss» (Agri-Sicherheit Schweiz) gegründet und dieser Stiftung die verschiedenen Kontrolltätigkeiten rund um die Sicherheit in der Landwirtschaft übertragen. Im Stiftungsrat von «agriss» sind dann auch jene Partner dabei, mit denen man eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen hat. Schwerpunkttätigkeit der BUL bildet «agri-

TOP», die Branchenlösung des SBV und der angeschlossenen Fachverbände zur Förderung von Arbeitssicherheit und Gesundheit in der Landwirtschaft. «agriTOP» ist anwendbar in landwirtschaftlichen Betrieben, Lohnunternehmen, Verbänden und Organisationen. Man erfüllt damit die verschiedenen gesetzlichen Anforderungen rund um die Verhütung von Unfällen und Berufskrankheiten sowie der Arbeitssicherheit. Zudem erarbeitet die BUL auch Sicherheitskonzepte für Dritte, vor allem für Gemeinden. Ein weiterer Schwerpunkt der BUL sind Aus- und Weiterbildungen sowie Präventionskampagnen zur Unfallverhütung. Aktuell arbeiten 35 Personen bei BUL und «agriss», die zusammen etwa 30 Vollzeitstellen besetzen.

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2021 Schweizer Landtechnik

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Markt | Interview

Es fragt sich schon, wie gross dieser Wi­ derspruch in Wahrheit ist. Ich meine, dass man mit modernen Maschinen, die heute über wesentlich mehr Schutzvorrichtun­ gen als früher verfügen, äusserst effizient arbeiten kann.

Thomas Frey: «Moderne Maschinen verfügen heute über wesentlich mehr Schutzvorrichtungen als früher, trotzdem kann man damit effizient arbeiten.»

Was braucht es generell, damit die Unfallzahlen in der Landwirtschaft noch weiter gesenkt werden können? Die Technik ist heute nicht mehr das grosse Problem. Diese funktioniert heute grösstenteils sicher, auch die Hersteller sind bemüht, ihren Beitrag zu leisten. Pro­ blemzone ist der Faktor «Mensch», insbe­ sondere das Verhalten der Menschen. Verhaltensänderungen herbeizuführen, ist aber keine einfache Aufgabe und braucht viel Zeit. Zum Faktor «Mensch» zähle ich auch den Umstand, dass der Landwirt als Selbstständigerwerbender funktioniert und demzufolge im Umgang mit Arbeitssicherheitsvorschriften mehr Freiheiten geniesst. Wo liegen Ihre Schwerpunkte in der Beratung und Ausbildung? Aktuell setzen wir die Schwerpunkte beim Gurtentragen. Für mich eine wichtige Kam­ pagne, weil ich überzeugt bin, dass wir da­ mit die Unfallzahlen senken können. Es sind ja nicht nur Stürze von Fahrzeugen in Hanglagen, es gibt auch solche bei Stras­ senfahrten. Dies kommt insbesondere auch bei der Ausbildung der jungen Landwirte zum Tragen, damit schon bei Jugendlichen das Gurtentragen in allen Fahrzeugen zur ganz normalen Gewohnheit wird. Kommt das bei den Lernenden auch an? Ich denke schon. Wichtig ist natürlich, dass die Lehrmeister ihrer Vorbildfunktio­ nen gerecht werden und sich auch ent­ sprechend verhalten. Sicherheit und Effizienz beim Betrieb von Maschinen stehen oft im Widerspruch. Maschinenrichtlinien bereiten Anwendern wie Herstellern oft grosse Probleme. Welche Rezepte gibt es, diesem Widerspruch zu begegnen? 12

Schweizer Landtechnik 2

2021

Werden diese in der Praxis auch akzeptiert? Ich stelle fest, dass die Akzeptanz solcher Schutzvorrichtungen heute sehr gross ist. Betrachten wir die Holzspalt-Maschinen. Noch vor Jahren passierten beim Betrieb, bei der Bedienung dieser Maschine viele Unfälle, dank den Sicherheits- und Schutz­ vorrichtungen sind diese Unfälle massiv gesunken, gleichzeitig wurde man mit die­ sen Geräten noch leistungsfähiger. «agriss», die Schwesterorganisation der BUL, ist in europäischen Normengremien vertreten. Wie kann sich «agriss» in diese Kommissionen einbringen? Ja, das ist richtig. «agriss» vertritt die Schweiz in den europäischen Normen­ kommissionen. In diesen Gremien sind üb­ rigens auch immer viele Hersteller dabei und bringen sich entsprechend ein. Wir betrachten die Normen selbstverständlich mit dem Hintergrund des Unfallgesche­ hens. Letztlich ist es aber immer ein Kom­ promiss, der gefunden werden muss und der, ich habe es erwähnt, auch von den Herstellern mitgetragen werden muss. Welchen Auftrag und welche Kompetenzen hat «agriss»? «agriss» steht für Agri-Sicherheit Schweiz und verfügt über einen Leistungsauftrag des Bundes. Zu diesem Auftrag, der von verschiedenen Bundesstellen erteilt wird, gehören Arbeitssicherheits- und Gesund­ heitsschutzkontrollen auf landwirtschaftli­ chen Betrieben mit familienfremden Ange­ stellten, die Marktüberwachung über die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen bei Land- und Gartenbaumaschinen sowie bei der persönlichen Schutzausrüstung. Weiter sind Kontrollen über die Einhaltung des Kinder- und Jugendarbeitsschutzes so­ wie die Überwachung der Einhaltung der «Outdoor»-Lärmanforderungen Bestand­ teile dieses Auftrags. Wie werden die Maschinenkontrollen von «agriss» wahrgenommen? Diese Kontrollen finden im Rahmen des Produktesicherheitsgesetzes statt. Grund­ lage ist ein sogenanntes Stichproben-Pro­ gramm. Jedes Jahr werden zwei Maschi­

nengruppen unter die Lupe genommen. 2020 waren es Miststreuer und Kipper, in diesem Jahr werden es hydraulische Holz­ spalter und selbstfahrende Hebebühnen im Obstbau sein. Die Inverkehrbringer die­ ser Maschinen werden angeschrieben, es werden Unterlagen eingefordert und dar­ auf basierend die Konformität beurteilt. Wie reagieren Hersteller oder Vertriebskanäle auf diese Kontrollen? Die vielleicht eher kleineren Importeure von Maschinen sind sich oft nicht bewusst, dass sie in der Schweiz, im Gegensatz zu Europa, wo es der Hersteller ist, als Inver­ kehrbringer sich mit diesen Kontrollen be­ schäftigen müssen und für «agriss» An­ sprechpartner sind und entsprechend eine gesetzliche Verpflichtung haben. In Zu­ sammenarbeit mit dem Schweizerischen Landmaschinenverband und mit dem Fachverband des Maschinenhandels Agro­ tec Suisse haben wir in den letzten Jahren versucht, diese Sensibilität zu schärfen. Gibt es Statistiken über Beanstandungen? Ja, selbstverständlich wird eine Aufzeich­ nung über diese Beanstandungen ge­ führt. Aber wir kommunizieren diese Übersicht nicht. Nicht zuletzt deshalb, weil es in gewissen Fällen auch vorkom­ men kann, dass es im Zuge von Beanstan­ dungen auch zu juristischen Verfahren kommt. Wir sind einzig gegenüber dem Seco zu Auskunft über Durchführung und Beanstandungen verpflichtet. Ich kann aber sagen, dass sich die Beanstandun­ gen in Grenzen halten, meistens sind es nur unvollständige Dokumentationen. Es kommt aber durchaus vor, dass es auf­ grund der Kontrollen zu einem Verkaufs­ verbot kommt. Selbst gebaute Maschinen von Tüftlern erregen gerade in der Praxis oft grosse Aufmerksamkeit. Werden solche Entwicklung von «agriss» auch beobachtet? Ja, wir beobachten und kontrollieren auch solche Maschinen. Oft werden wir auch auf solche Maschinen von Markt­ begleitern aufmerksam gemacht, sofern diese Geräte in den Verkauf gelangen. Es gibt ja viele gute Ideen von solchen Tüft­ lern. Oft wird dabei aber vergessen, dass nebst der Funktionalität auch die Sicher­ heit berücksichtigt werden muss. So kann es vorkommen, dass eine solche Maschi­ ne dann als nicht konform eingestuft wird.


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Markt | Zulassungen

Wenig Veränderung auf den ersten Plätzen, was die Rangfolge betrifft. Claas stösst wieder in die Top 6 vor.

Bild: R. Stirnimann

Zulassungen leicht über Vorjahr Wie 2019, so konnte sich der Schweizer Traktorenmarkt auch im vergangenen Jahr knapp über der Marke von 2000 zugelassenen Modellen behaupten. Etwas stärker angestiegen sind die Zahlen für die Transporter und Zweiachsmäher. Roman Engeler und Heinz Röthlisberger

Tabelle: Zulassungen nach Marken Im letzten Jahr wurden 2039 Traktoren neu zugelassen. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein leichter Anstieg von 13 Stück. Marktführer bleibt Fendt. Von dieser Marke wurden 449 Modelle abgesetzt, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr von 73 Stück entspricht. Fendt erreicht damit in der Schweiz einen Marktanteil von 22 %. Auf dem zweiten Platz folgt John Deere mit 286 Stück (+6) und einem Marktanteil von 14 %. Die nächsten Plätze belegen New Holland (223, –33 Stück), Deutz-Fahr (190, –42 Stück) und Massey Ferguson (152, +21 Stück). Damit hat sich die Rangfolge auf den ersten fünf Plätzen gegenüber 2019 nicht verändert. Neu auf Platz 6 reiht sich Claas ein. Um drei respektive um zwei Plätze konnten sich Steyr und Case IH verbessern, während Valtra fünf Ränge einbüsste. Erstaunlich ist, dass Lamborghini, obwohl nicht mehr offiziell vermarktet, zehn Stück im Markt platzieren und damit das Ergebnis vom Vorjahr noch um sieben Einheiten verbessern konnte. 14

Schweizer Landtechnik 2

2021

Stückzahlmässig am meisten eingebüsst haben Deutz-Fahr (–42), New Holland (–33) und Rigitrac (–31). Der Schweizer Hersteller profitierte aber 2019 von vorgezogenen Zulassungen des Modells «SKH 75», auf dass dieses noch mit der alten Abgasnorm im Markt abgesetzt werden konnte.

PS-Statistik Mit einem Anteil von knapp 32 % der zugelassenen Modelle ist die Leistungsklasse von 101 bis 120 weiterhin das dominierende Segment, gefolgt von der Klassen 81 bis 100 und 121 bis 140 PS mit je rund 21 % (siehe Grafik). Zusammen macht dieser PS-Bereich rund drei Viertel aller neu zugelassenen Modelle aus. Gegenüber dem letzten Jahr hat der Anteil der Traktoren mit Leistungen zwischen 140 und 200 PS leicht abgenommen, wogegen jener über 200 PS ebenso leicht zugenommen hat. Da sich in diesen Klassen aber nur wenige Traktoren befinden, kann da bereits ein Modell mehr oder weniger einen Ausschlag geben.

Marke Fendt

2020 2019 +/– 449

376

%

73

22,02

John Deere

286

280

6

14,03

New Holland

223

256

–33

10,94

Deutz–Fahr

190

232

–42

9,32

152

131

21

7,45

118

90

28

5,79

93

82

11

4,56

Massey Ferguson Claas Steyr Lindner

91

91

0

4,46

Case IH

90

76

14

4,41

Hürlimann

87

90

–3

4,27

Valtra

78

104

–26

3,83

Kubota Same Landini McCormick Rigitrac Lamborghini

54 51 29 15 13 10

59 52 27 17 44 3

–5 –1 2 –2 –31 7

2,65 2,50 1,42 0,74 0,64 0,49 0,29

JCB

6

6

0

Zetor

3

4

–1

0,15

Übrige

1

3

–2

0,05

Carraro

0

3

–3

0,00

13

100,00

Total

2039 2026


Zulassungen | Markt

Beliebteste Modelle Wenig Änderungen gibt es auch in der Reihenfolge der gefragtesten Modelle. Wiederum steht hier das Modell Fendt «211 Vario» zuoberst, 2020 mit 149 Stück. Weitere 19 Stück kommen hinzu, wenn man auch die schmalen Ausführungen «F»

und «P» einbezieht. Die nächsten Plätze werden auch von Fendt belegt («313 Vario» mit 95 Stück und «516 Vario» mit 56 Einheiten). Weiter auf dieser Rangliste folgen zwei Modelle von John Deere («6130R» mit 54 Stück und «6120M» mit 49 Einheiten).

PS-Statistik der zugelassenen Traktoren 2017 bis 2020 40

35

% der zugelassenen Traktoren

Der grösste Traktorenmarkt bleibt der Kanton Bern mit einem Anteil von etwas über 15 %. In den Kantonen Zürich und Waadt sind es je etwas über 10  %. Schlusslicht ist Basel-Stadt, wo 2020 nur gerade ein neuer Traktor zugelassen wurde. In dieser Statistik enthalten sind auch die Zulassungen im Fürstentum Liechtenstein (6 Stück). Zulassungsstärkster Monat war im vergangenen Jahr der März (291 Einheiten) vor dem April (222). Für einmal fand im Dezember kein grosser Run auf die Zulassungen statt.

Fazit

30

25

20

15

10

5

0

Blick auf die Regionen

<60 61–80 81–100 101–120 121–140 141–160 161–180 181–200 201–250 251–300 >300 PS-Klassen

Der Schweizer Traktorenmarkt zeigte sich im vergangenen Jahr mit knapp über 2000 Einheiten stabil. Die Zulassungsstatistik ist ein in der Branche heiss diskutiertes Thema, zeigt die «Stärke» des jeweiligen Importeurs aber nur bedingt, sind doch auch Direktimporte in dieser Übersicht enthalten. Davon dürften aber wohl fast alle Marken betroffen sein. Der Blick auf die PS-Zahlen zeigt, dass der markt­ relevante Bereich weiterhin im Leistungssegment von 80 bis 140 PS liegt. Wer in diesem Segment mit Neuheiten und Innovationen punkten kann, hat meist auch eine gute Ausgangslage, in der Zulassungsstatistik glänzen zu können.

Transporter und Zweiachsmäher Der Markt für Transporter ist im vergangenen Jahr um 53, von 132 auf 185 Stück, angestiegen, was einem Zuwachs von über 27 % entspricht. An der Rangfolge der Marken hat sich nichts verändert. Reform konnte den Spitzenplatz verteidigen, mit 37 respektive 16 Stück haben jedoch Aebi und Lindner am meisten zulegen können, während Schiltrac vier Modelle weniger im Markt platzieren konnte. Gefragtestes Modell war 2020 wiederum der Reform «Muli T7S» mit 33 Zulassungen, knapp vor dem Aebi «TP 410» mit 32 Stück. Der starke Anstieg bei den Transportern begründet sich im Modell Aebi «VT 450 Vario», das bisher ausschliesslich der Statistik «Kommunal» zugerechnet wurde, nun aber anteilsmässig auch zur Landwirtschaft gezählt wird. Ebenfalls angestiegen ist der Markt der Zweiachsmäher oder Hanggeräteträger. So wurden 2020 10 % oder 24 Einheiten mehr zugelassen als noch 2019. Aebi bleibt in dieser Kategorie Spitzenreiter vor Reform. Aebi und auch Antonio Carraro konnten stückzahlmässig am meisten zulegen, wogegen Sauerburger 2020 keine Maschine plat-

zieren konnte. Beliebteste Modelle waren im vergangenen Jahr wiederum der Aebi «TT211» (61 Stück) vor dem «Metrac H7RX» von Reform mit 27 Einheiten.

Transporter Marke

2020

2019

Reform

70

66

+/– 4

Aebi Lindner Schiltrac

68 38 5

31 22 9

37 16 –4

Caron

4

4

0

Total

185

132

53

Beliebtestes Modell bei den Transportern war im vergangenen Jahr der Reform «Muli T7S». Bilder: R. Engeler

Zweiachsmäher Marke Aebi Reform Antonio Carraro BCS

2020 120 100

2019 105 101

+/– 15 –1

40

30

10

3

2

1

Pasquali

2

0

2

0 265

3 241

–3 24

Sauerburger Total

Aebi bleibt bei den Zweiachsmähern Marktführer.

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2021 Schweizer Landtechnik

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Markt | Übersicht

Damit eine Holzschnitzelheizung möglichst störungsfrei und emissionsarm betrieben werden kann, ist eine gute Brennstoffqualität wichtig, was entsprechend zuverlässige Technik erfordert. Bild: R. Engeler

Hackschnitzel mit Qualität Ein störungsfreier und emissionsarmer Betrieb einer Holzhackschnitzelfeuerung erfordert eine gute Brennstoffqualität. Damit verbunden sind Anforderungen an Maschinen wie Hackqualität, Effizienz und Arbeitssicherheit. Carsten Brüggemann*

Hackmaschinen werden heute in unterschiedlichen Techniken und Leistungsklassen als Anbau- oder Anhängemodelle für den Traktor oder als Aufbaumaschinen für Lkw angeboten. Grössere Maschinen werden zunehmend von Lohnunternehmern eingesetzt, sodass die Bereitung von Hackschnitzeln immer mehr durch Grosshacker erfolgt. Heute sind drei unterschiedliche Bauweisen auf dem Markt: Scheiben-, Trommel- und Schneckenhacker.

*Carsten Brüggemann ist Berater für Energietechnik bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (D).

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Schweizer Landtechnik 2

2021

Anhänge-Trommelhacker von Jenz mit Traktorantrieb. Bilder: C. Brüggemann


Übersicht | Markt

Scheibenhacker Scheibenhacker arbeiten mit zwei bis vier Hackmessern, die auf einer stabilen, schweren Schwungscheibe angeordnet sind. Die Scheibe hat je nach Grösse und Leistung der Maschine einen Durchmesser von 600 bis 1400 mm. Wurfschaufeln auf der Rückseite der Scheibe beschleunigen das Hackgut und fördern es zum Auswurfrohr. Durch die grosse Schwungmasse benötigen Scheibenhacker geringere Antriebsleistungen als Trommelhacker. Sie werden mit eigenem Aufbaumotor oder Schlepperantrieb als Anhänge oder Anbaumaschinen angeboten.

Trommelhacker Trommelhacker arbeiten mit zwei bis zwanzig Hackmessern, die auf einer rotierenden Trommel mit einem Durchmesser von 450 bis 1120 mm angeordnet sind. Sie verfügen gegenüber Scheibenhackern über eine geringe Schwungmasse, sodass eine entsprechend grössere Motorleistung erforderlich ist. «Heizohack» kombiniert die Hacktrommel mit einer schweren Schwungscheibe, sodass mit geringerer Antriebsleistung gearbeitet werden kann. Die Einzugsöffnungen der Maschinen richten sich nach der Grösse der Hacktrommel. Ein Wurfgebläse hinter der Trommel fördert die Hackschnitzel zum Auswurf. Hydraulischer Zwangseinzug ist bei Scheiben- wie auch bei Trommelhackern auch bei kleineren Maschinen vorteilhaft. Grössere Maschinen sind häufig mit einem Zuführtisch und zusätzlichen

Scheibenhacker der Marke «Eschlböck».

Einzugsbändern oder -ketten ausgestattet. Sie werden als Anhängemaschinen mit Schlepperantrieb oder als Aufbaumaschinen für Lkw angeboten.

Schneckenhacker Schneckenhacker (Laimet, Alvatec) arbeiten mit einer im Querschnitt zunehmen-

Trommelhacker der Marke «Heizohack» mit eigenem Aufbaumotor.

den Schnecke. Sie sind einfacher gebaut und erfordern keinen Zwangseinzug, da die Schnecke das Material selbsttätig in die Maschine einzieht. Die Grösse der Hackschnitzel (60–80 mm) lässt sich nicht variieren. Eine besondere und kleine Lösung für den Privatwaldbesitzer stellt der Hacker «Effiter» von Alvatec dar. Der Antriebsbedarf der Maschine liegt bei 40–50 PS, das Eigengewicht beträgt 380 kg. Die erzeugten Hackschnitzel können in einem unter der Maschine angehängten BigBag aufgefangen werden, sodass kein Anhänger mitgeführt werden muss. So kann man mit dem kleinen Gespann direkt durch einen Bestand fahren und herumliegendes Holz vor Ort hacken.

Schneckenhacker «Effiter» im Traktoranbau von Alvatec.

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2021 Schweizer Landtechnik

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Markt | Neuheiten

«Smart Clean», im Melkstand eines Roboters eingebaut, beim Waschvorgang. Bilder: R. Engeler

Patente Einbau-Lösung Mortellaro wird zu einem immer grösseren Problem auf Milchviehbetrieben. «Smart Clean» heisst eine Einbaulösung, mit der sich Klauen im (Roboter-)Melkstand oder Fütterungsautomaten wirksam waschen und desinfizieren lassen. Roman Engeler

Mortellaro ist eine verbreitete, bakterielle Klauenerkrankung beim Rindvieh. Es sind vor allem die Fesselbeugen der Hinterbeine am Übergang von der Haut zum Ballenhorn, die betroffen sind. Dort können sich erdbeerartige Geschwüre bilden, weshalb dieses Leiden auch Erdbeerkrankheit genannt wird. Mit regelmässigem Waschen und gezielter Desinfektion der Klauen kann man diese Krankheit im Griff halten. Dazu hat Elias Hofstetter, Inhaber der gleichnamigen Melktechnik-Firma in Beinwil (Freiamt AG), eine technische Lösung entwickelt, die in Melkrobotern oder Fütterungsauto­ maten eingebaut werden kann. «Smart Clean», wie dieses System zur Klauendesinfektion heisst, besteht aus einer kompakten, in einer Edelstahl-Schiene geschützten Düsenanlage. Die gesamte Anlage wird von einer SPS-Steuerung geregelt.

boters, nämlich jenes, wenn alle vier Zitzenbecher angesetzt sind. Nach einer einstellbaren Verzögerung beginnt der Waschvorgang. Diese Verzögerung ist wichtig, damit der sensible Ansetz-Vorgang des Melkzeugs nicht durch eine sich bewegende

Kuh gestört wird. Sollte ein Tier bereits Geschwüre aufweisen, kann nämlich bereits das Auftreffen von Wassertropfen bei der Kuh einen Schmerzreflex auslösen. Die Steuerung setzt eine Wasserpumpe in Gang, das entsprechende Ventil an der

Die Funktionsweise Eingebaut in einem Roboter-Melkstand empfängt «Smart Clean» ein Signal des Ro18

Schweizer Landtechnik 2

2021

Elias Hofstetter hat das «Smart Clean»-System entwickelt und vertreibt es über seine Firma Hofstetter Melktechnik GmbH.


Neuheiten | Markt

Steuerungseinheit öffnet sich und der Waschvorgang beginnt. Gewaschen wird zwischen 30 und 40 Sekunden mit einem geringen Druck von 2 bis 2,5 bar. So dürfte auch eine bereits erkrankte Kuh das Bein nicht gross anheben. Nach einer Abtropfzeit startet die Desinfektion. Für diesen Vorgang setzt die Steuerung eine Membran-Pumpe in Betrieb und ein zweites Ventil öffnet sich. Nun wird ein Gemisch von Wasser und Desinfektionsmittel bei einem Druck von 6 bar in einer Art Vernebelung über eine zweite Düse auf die neuralgischen Stellen aufgetragen.

Die Düsenanlage befindet sich in dieser Edelstahl-Schiene: rechts die Düse zum Waschen, links jene fürs Desinfizieren.

Das Desinfektionsmittel Grundsätzlich kann jedes einigermassen flüssige Mittel mit «Smart Clean» appliziert werden. Hofstetter hat für sein System auch dafür eine exklusive Lösung parat. Sie nennt sich «Animal Hoof», wird von der Luzerner Firma Hydroliq hergestellt und soll 99,99 % aller Keime, Bakterien, Viren, Sporen und Pilze abtöten. Die auf einer Kochsalz-Lösung basierende Substanz wird mittels Chlor-Alkali-Elek­ trolyse in eine pH-neutrale, für Mensch und Tier völlig ungefährliche Lösung umgewandelt. Durch einen elektrochemi-

schen Prozess wird daraus das eigentliche Desinfektionsmittel gewonnen. Die Haltbarkeit nach Öffnung des Kanisters beträgt mindestens zwölf Monate, was sehr lange ist. Das Desinfektionsmittel weist mit über +750 mV eine hohe Redox-Spannung auf. Diese Redox-Spannung ist ein Mass für die keimtötende und oxidative Wirkung von Desinfektionsmitteln. Das optimale Mischungsverhältnis wird je nach Wasserqualität (Härte) über die «Smart Clean»-Steuerung eingestellt.

Ebenso können Frequenz und Dauer des Desinfektionszyklus frei bestimmt werden.

Fazit Die Wasch- und Desinfektionsanlage «Smart Clean» überzeugt durch geringen Wasserverbrauch bei präziser Desinfektion. Die Anlage kann in alle gängigen Roboter-Systeme, aber auch in Kraftfutterstationen und gewissen Melkständen eingebaut werden. Die Kosten für «Smart Clean» betragen um die Fr. 5600.–.

✓ Überlegene Melkqualität

✓ Senkt Mortellaro Rate in Kürze

✓ Fütterungsroboter mit 2

✓ Fortschrittliche Technik

✓ Reinigt und desinfiziert Klauen

vertikalen Schnecken

✓ Geniale Selektion

✓ Passend für alle AMS

✓ Ausgezeichnete Mischqualität

✓ AMS mit niedrigsten laufenden

✓ Auch für Futterstationen

✓ Individuelle Lösungen

✓ Einfache Installation

✓ Tiefe Unterhaltskosten

Kosten

info@hofstetter-melk.ch Hofstetter Melktechnik GmbH, 5637 Beinwil/Freiamt, 056 670 21 12 2

2021 Schweizer Landtechnik

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HOFDÜNGER

«E chli stinke tuets halt» Der Nährstoffanfall über die eigenen Hofdünger deckt auf vielen Betrieben einen grossen Teil des Nährstoffbedarfs von Wiesen, Weiden und Ackerkulturen. Da ein unsachgemässer Einsatz von Hofdünger die Umwelt belastet, steigen die Anforderungen an Management und Verteiltechnik. Ruedi Hunger

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HOFDÜNGER

Gülle hat ein umstrittenes Image. Sie ist gleichzeitig ein wertvoller Dünger und ein Abfallprodukt. Mit Hofdünger wird einerseits der klassische Nährstoffkreislauf geschlossen, andererseits ist aber gar nicht so genau bekannt, welche Nährstoffmengen in ihnen enthalten sind. Weiter ist Gülle oft ein Reizthema, weil sich viele über den Gestank ärgern, da Gülle aus Sicht der «Öffentlichkeit» immer zum falschen Zeitpunkt ausgebracht wird. Kommt dazu, dass notorische Feierabend- und Samstag-Güllerei das negative Image bei der übrigen Bevölkerung noch schürt. Die Geschmacksproblematik wird zusätzlich verschärft durch Stichtage im Herbst und Frühling, die zur Folge haben, dass konzentriert Hofdünger ausgebracht werden. Schliesslich kommt es jährlich ein-, zweimal vor, dass Gewässer direkt oder durch Abschwemmung mit Gülle bzw. Hofdünger verschmutzt werden und damit die derzeit sehr unausgewogene Diskussion über die Trinkwasserqualität noch zusätzlich «vergiften».

Eigenschaften und Anwendung Hof- und Recyclingdünger haben in der Tat ein nicht zu unterschätzendes Umweltgefährdungspotenzial, das schleckt keine Geiss weg. Allerdings relativiert sich dieses Gefährdungspotenzial, wenn Hofund Recyclingdünger mit der nötigen Vorsicht und entsprechendem Fachwissen eingesetzt werden. Im Vordergrund steht das Ausbringen einer bedarfsgerechten Menge, zum richtigen Zeitpunkt und bei optimalen Boden- und Witterungsbedingungen. Das sind vier Forderungen, die es in sich haben, vor allem, wenn wie üblich alle gleichzeitig berücksichtigt werden sollten. Hofdünger, also Gülle und Mist, fallen laufend an. Die Verteilung erfolgt zeitlich punktuell bzw. befristet und wird bestimmt durch die Kulturart und deren Nährstoffbedarf, durch das Entwicklungsstadium der Pflanzen und die Standortund Witterungsbedingungen. In den «Grundlagen für die Düngung landwirtschaftlicher Kulturen in der Schweiz» (GRUD 2017) werden im Modul 4 und im Modul 5 wichtige Hinweise zu Hofdünger und Ausbringtechnik gegeben. Der tägliche Anfall bedingt, dass Hofdünger gelagert werden müssen. Im Winterhalbjahr muss dies gar über längere Zeit möglich sein. Gemäss Verordnung in der Tal- und Hügelzone (SR 912.1) mindestens fünf Monate, im Berggebiet bzw. den Bergzonen I-IV muss die Lagerkapazität mindestens sechs Monate ausreichen.

Güllefässer bringen immer auch ein beachtliches Gewicht auf die Waage. Bilder: R. Hunger, R. Wolf, zvg

Allen Leuten recht getan … Um Geruchsbelästigungen durch die Tierhaltung zu vermeiden, gelten für Gebäude Mindestabstände zu den Wohngebieten. Beim Ausbringen der Gülle bestehen betreffend Geruchsbelästigungen keine Mindestabstände. Das macht insofern auch keinen Sinn, da letztendlich nicht nur die Distanz zur begüllten Fläche über die Belästigung entscheidet, sondern Faktoren wie Wetter, Temperatur, Luftdruck, Wind(richtung), Gülleart und Ausbringtechnik mitentscheidend sind. In der Nähe von Emissionsquellen sind die Gerüche logischerweise am intensivsten. Untersuchungen zeigen, dass ein Niederschlag von 10 mm zu einer Reduktion der Ammoniakfreisetzung von 50 % führt und gleichzeitig auch die Geruchsbelästigung reduziert. Allerdings gibt es dazu in der Praxis Einschränkungen, da die Befahrbarkeit bei 10 mm Niederschlag bereits eingeschränkt ist.

… ist eine Kunst, die niemand kann Die Ammoniakverluste der Schweizer Landwirtschaft stammen etwa zur Hälfte von der Hofdünger-Ausbringung und zu rund einem Drittel entstehen sie bereits im Stall. Je nach Alter und Quelle der Erhebung variieren die erhobenen Zahlen. Was durch andere Messverfahren, emissionsoptimierte Aufstallungssysteme, Fütterung und Ausbringtechnik erklärbar ist. Klar ist, dass eine wirksame Reduktion auf verschiedene Massnahmen im gesamten Stickstoffkreislauf angewiesen ist. Die aktuellen Entwicklungen bei der Aus-

bringtechnik für Hofdünger konzentrieren sich daher auf eine weitere Verbesserung der Nährstoffeffizienz. Unter besserer Nährstoffeffizienz werden sowohl die Reduktion der gasförmigen Emissionen in die Luft als auch die dadurch dem Boden entgangenen Nährstoffe verstanden. Beides ist nicht sichtbar und für den einzelnen Landwirt nicht messbar. Was ein gewisses Unbehagen gegenüber Messergebnissen auslöst. Üblicherweise steht die Landwirtschaft in der Pflicht, die Öffentlichkeit zu informieren. Für einmal ist es dringend notwendig, dass Fachleute und Wissenschaft ihre Bemühungen ver-

Ammonium-Stickstoff Ammonium-Stickstoff steht nach der Ausbringung den Pflanzen umgehend zur Verfügung. Bei Rindergülle ist dies bei der Hälfte, bei Schweinegülle bei zwei Dritteln des gesamten Stickstoffs der Fall. Der übrige, organisch gebundene Stickstoff wird erst im Lauf der Zeit durch Mineralisierung verfügbar. Schnell verfügbarer Ammonium-Stickstoff kann durch Ammoniakemissionen verloren gehen. Wesentlichen Einfluss auf die Ausgasung nach dem Ausbringen hat der pH-Anstieg in der Gülle, weil dadurch das chemische Gleichgewicht zwischen Ammonium und Ammoniak zum flüchtigen Ammoniak hin verschoben wird. Im Boden wird der pH-Anstieg abgepuffert und das Ammonium gebunden. Dieses wirkt nun wie ein mineralischer Stickstoff-Dünger.

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2021 Schweizer Landtechnik

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HOFDÜNGER

Kenndaten für Ausbringverfahren und Gülletechnik Vorteile

Fassausbringung

+ flexibel bei Anwendung und Einsatz + gute überbetriebliche Eignung + Anschaffungskosten (Grundausrüstung)

− Grasnarbenschäden bei hoher Bodenfeuchte − Zugkraftbedarf − geringe Transportleistung − Unfallgefahr (Rutschen, Kippen) − Anschaffungskosten mit emissionsarmer Verteiltechnik

Verschlauchung

+ weniger witterungs­ abhängig als mit dem Fass (Hanglagen) + geringerer Bodendruck + hohe Ausbringleistung + stark reduzierte Unfall­ gefahr

− nur für arrondierte (hofnahe) Flächen − hohe Rüstzeiten − hohe Anschaffungs- und Erstellungskosten, insbesondere mit Bodenleitung

NIRS-Mess- und Andockstation

+ kombiniert den Nährstoff­ sensor mit einem Durchfluss­ sensor und der Dokumenta­ tion via Isobus-Terminal + präzise Dokumentation von Mengen- und Nährstoff­ strom + Landwirtschaft-4.0-tauglich

− hohe Anschaffungskosten − sensible Technik − muss regelmässig kalibriert werden − M essung beim Füllen, erfasst Unterschiede beim Ausbringen nicht

Schnittstelle Feld-/Strassenrand

Logistikschnittstelle + + verhindert «unproduktive» Strassentransporte mit teurer Ausbringtechnik + erhöht die Schlagkraft + Die Fassgrösse kann besser auf optimale Bodenscho­ nung ausgelegt sein

− nur für Lohnunternehmer (Maschinenring) interessant − braucht spezielle Transportfässer − zusätzliche Investitionen notwendig

Gülleeinarbeitung

Lockern und Einmischen in + einem Arbeitsgang + gute Vermischung von Boden und Gülle + breitflächige Einarbeitung

− − − −

zusätzlicher (hoher) Zugkraftbedarf zusätzliches Gewicht auf Acker und Strasse je nach Boden hoher Verschleiss Einsatzgrenzen in hartem Boden

Pflanzensensor

+ ermöglicht zusammen mit NIRS eine echte teilflä­ chenspezifische Düngung mit Gülle + Ertrags- und Bodenkarten können miteinbezogen werden

− − − −

hohe Anschaffungskosten sensible Technik nur für technisch versierte Fahrer/Anwender nur für Lohnunternehmer

stärken, um die Vertrauenswürdigkeit ih­ rer Emissionsberechnungen der Landwirt­ schaft vermehrt und verständlich(er) und ohne Widersprüche zu erklären.

Umweltrelevante Gase Beim Ausbringen von Gülle werden hauptsächlich CO2, Methan, Ammoniak, Lachgas und Schwefelwasserstoff freige­ 22

Nachteile

Schweizer Landtechnik 2

2021

setzt. Nach Untersuchungen in Österreich ist die mittlere Ammoniakkonzentration unmittelbar nach der Gülleausbringung bei Prallkopf-, Niederdruck- und Pendel­ verteiler mehr als dreimal höher als bei Schleppschlauch, Schleppschuh und Scheibenschlitzgeräten. Ähnlich ist das Ergebnis bei der Futterverschmutzung, 14 Tage nach der Ausbringung. Betrach­

tet man allerdings die Gesamtkeimzahl als Indikator für die Keimverschmutzung auf dem Futter, relativieren sich die Er­ gebnisse und nähern sich gegenseitig an. Massnahmen zur Reduzierung der Am­ moniakemissionen lösen auch Synergien zur Minderung klimawirksamer Treib­ hausgas-Emissionen aus. Es ist insbeson­ dere mit tieferen Lachgas- und Met­


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HOFDÜNGER

Möglichkeiten, um die Ammoniakverluste zu mindern

Einflussfaktoren für Ammoniakverluste

Proteingehalt des Futters

Die Menge des im Harn ausgeschiedenen Stickstoffs hängt direkt von der Proteinmenge im Futter ab.

Verschmutzte Oberflächen

Die Ammoniakemissionen nehmen mit der Grösse der durch Kot und Harn verschmutzten Oberfläche im Stall und Laufhof stark zu.

Temperatur

Die Freisetzung von Ammoniak nimmt mit steigender Temperatur stark zu.

Wind

Über Güllelagern und Oberflächen, die verschmutzt sind, sowie nach der Hofdünger-Ausbringung bildet sich eine Dunstglocke, die bis zur Sättigung Ammoniak aufnimmt. Wird die Dunstglocke durch Wind entfernt, kann die Luft erneut Ammoniak aufnehmen. Fütterung

• • •

Proteinüberschuss in der Fütterung vermeiden Rindviehhaltung: während der Weideperiode gezielte Ausgleichsfütterung Schweinehaltung: Phasenfütterung, gezielte Wahl der Komponenten, Einsatz von N-reduziertem Futter

Stall und Laufhof • • • • • •

Böden möglichst sauber und trocken halten Harn muss rasch in ein gedecktes Lager abfliessen Stallbereich im Sommer kühl halten Benutzung vom Laufhof im Sommer einschränken vermehrt weiden Abluftreinigung (bei Zwangsbelüftung) Hofdünger-Lagerung

• • •

Güllelager/Silo abdecken Rühren: so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich offene Güllebehälter nach Möglichkeit im Sommer nicht benutzen (?)

Hofdünger-Ausbringung • • • • • • • •

han-Emissionen sowie einer reduzierten Nitratauswaschung zu rechnen.

Auf die Technik kommt es an Coronabedingt ist es nun schon mehr als ein Jahr her, seit an einer Messe (Agritechnica) direkte Vergleiche unter der angebotenen Gülletechnik gezogen werden konnten. In Erinnerung geblieben sind die 24

Schweizer Landtechnik 2

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Gülle verlustarm ausbringen (Schleppschlauch, Schleppschuh usw.) Gülle im Frühjahr und Spätsommer ausbringen Gülle am Abend ausbringen Gülle verdünnen heisses, trockenes und windiges Wetter meiden keine Gülle auf Brache und Stroh Gülle und Mist sofort einarbeiten Zustand des Bodens bezüglich Infiltration beachten

Dimensionen und ein eindeutiger Trend zu emissionsreduzierter Ausbring- und Verteiltechnik. Damit verbunden sind die berechtigten Bedenken betreffend hohem Fassgewicht und entsprechendem Gesamtgewicht. Zum Teil kann dieser Nachteil über eine «bodenschonende» Bereifung entschärft werden. Es braucht allerdings einen vertretbaren Mittelweg

zwischen möglichst emissionsarmer Gülleausbringung und realisierbarem Bodenschutz. Verdichtete und in ihrer Struktur geschädigte Böden tragen ihrerseits wieder zu vermehrten Emissionen bei. Zukünftige Schlüsseltechnologie für eine emissionsarme Applikation von flüssigen Hofdüngern sind Schleppschlauch-, Schleppschuhverteiler oder Schlitzgeräte.


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Diese Technik ist nicht neu und sie wird sich zukünftig grossflächig etablieren (müssen). Dabei stellt sich oft die Frage, ob der (Schlepp)Schlauch ausreichend ist oder der Schuh erforderlich wird. Schleppschuhtechnik reduziert die Emissionen weiter, der Preis dafür ist ein um rund 30 % höheres Gewicht und ca. 25 % grössere Anschaffungskosten. Eine weitere Tendenz ist die direkte Einarbeitung der Gülle mit Reiheninjektoren, Anbaugrubber oder angebauten Kurzscheibeneggen. In der Regel sind diese Geräte über ein 4-Punkt-Hubgestänge am Fass angebaut. Für Selbstfahrer gibt es auch die gezogene Bauart.

pH senken – Emissionen mindern Viel diskutiert wird über das in Dänemark entwickelte Ansäuerungsverfahren «Syre N». Das von Biocover entwickelte Verfahren eignet sich für Gülle und Gärresten. Die Zugabe von Schwefelsäure bei der Ausbringung senkt den pH-Wert der Gülle. Das wiederum führt dazu, dass weniger pflanzenverfügbares Ammonium in gasförmiges, entweichendes Ammoniak umgewandelt wird. Die Zudosierung von Schwefelsäure wird über permanente pH-Wert-Messungen geregelt. Die Problematik bei diesem Verfahren liegt in der richtigen Lagerung, Handhabung und Anwendung der Schwefelsäure. Die Berner Fachhochschule (HAFL Zollikofen) hat 2017 im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt einen Bericht, «Beurteilung der Ansäuerung von Gülle als Massnahme zur Reduktion von Ammoniakemissionen in der Schweiz», verfasst (KUPPER). Als Zielwert der Ansäuerung wird ein pH von 5,5 bis 6,0 als notwendig erachtet, um eine wesentliche Emissionsminderung zu erreichen. Die Ansäuerung erfolgt entweder im Stall, im Güllelager oder während der Ausbringung. Aufgrund erhöhter Risiken beim Umgang mit Schwefelsäure ist die Anwendung dem Spezialisten bzw. mit Vorteil dem spezialisierten Lohnunternehmen vorenthalten. Fachleute sind sich einig, dass die Ansäuerung einen wesentli-

Austrocknung vermeiden Durch Austrocknung wird der Ammonium-Stickstoff (in der Flüssigkeit) aufkonzentriert und hat grossen Einfluss auf die Emissionen. Trocknet die Gülle vor Erreichen des Bodens auf Blättern oder Ernteresten ein, verflüchtigt sich ein Grossteil des Ammonium-Stickstoffs.

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Die richtige Bereifung hilft mit, den Boden zu schonen.

chen Beitrag (50 bis 90 %) zur Emissionsminderung leisten kann. Vorbehalte bestehen betreffend Arbeitssicherheit und Auswirkungen auf den Boden.

Schweiz im länderübergreifenden Vergleich Immer wieder wird die Schweizer Landwirtschaft mit europäischen Ländern verglichen. Die Gründe sind mannigfaltig und der Vergleich kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen. Bezogen auf die Ammoniakemissionen steht die inländische Landwirtschaft nicht besonders gut da. Die Eidgenössische Kommission für Lufthygiene (EKL) formuliert es in ihrem Bericht (2020) zur Situation der stickstoffhaltigen Luftschadstoffe folgendermassen: «Die für das Jahr 2016 verfügbaren Daten für europäische Länder zeigen, dass die Schweiz zu jenen Ländern gehört, die eine hohe Emissionsdichte aufweisen. Nach den Niederlanden und Belgien steht die Schweiz im internationalen Vergleich diesbezüglich an dritter Stelle.» Dabei fällt auf, dass die Schweiz beispielsweise deutlich höhere flächenbezogene Ammoniak­ emissionen aufweist als Dänemark, das erst an sechster Stelle der «Rangliste» aufgeführt wird. Dies, obwohl beide Länder laut EKL eine vergleichbar hohe Nutztierdichte aufweisen. Zur Begründung wird

darauf hingewiesen, dass Dänemark die verfügbaren technischen Minderungsmassnahmen für Ammoniakemissionen mit verbindlichen Vorgaben seit vielen Jahren stärker umsetzt, als dies in der Schweiz der Fall ist. Zur Entlastung der Schweizer Landwirtschaft muss erwähnt werden, dass Dänemark und die Schweiz topografisch nicht vergleichbar sind, entsprechend sind die Minderungsmassnahmen beziehungsweise ist die eingesetzte Technik auch nur bedingt übertragbar.

Kommt das Obligatorium? Vor rund einem Jahr hat der Bundesrat neue Vorschriften im Zusammenhang mit Ammoniakemissionen beschlossen. Der Umgang mit Gülle ist ab 1. Januar 2022 in der Luftreinhalte-Verordnung geregelt. Mehr zu Reden gibt, dass nach bundesrätlichem Wille der Schleppschlauch ab diesem Datum obligatorisch ist. Ausnahmen gibt es für Flächen/Betriebe mit Hangneigungen über 18 % und für Betriebe mit Flächen unter drei Hektaren und Hangneigung bis 18 %. Damit hat es die Schleppschlauchtechnik definitiv aufs politische Parkett geschafft. Im vergangenen September lehnte der Ständerat das Vorhaben des Bundesrates ab. Es ist nun am Nationalrat, mit der Zustimmung zu einer Motion das Obligatorium zu bodigen.


HOFDÜNGER

Ammoniakverluste

Witterung: Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windstärke, Niederschlag Ausbringzeitpunkt: Jahreszeit, Tageszeit Ausbringtechnik: Schleppschlauch, Schleppschuh, Breitverteiler, Grubber Boden: Struktur, Wassergehalt, Bewuchs Art des Hof- oder Recyclingdüngers: Mist, Gülle, Gärgut, Ammonium-Gehalt

Licht ins Dunkel bringen Für eine pflanzengerechte Düngung ist es erforderlich, dass die Inhaltsstoffe des eingesetzten Düngers, in unserem Fall der Gülle, bekannt sind. Das hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass Schnell­analyseverfahren zur Bestimmung der in der Gülle oder Gärresten enthaltenen Nährstoffe entwickelt wurden. Einer-

seits gibt es also die genaue Laboranalyse für den Gehalt und andererseits die all­ gemeinen Richtwerte zum jährlichen Anfall verschiedener Hofdüngerarten (GRUD 2017; Wirz-Kalender). Im Detail gibt es folgende Möglichkeiten: • Nutzen von Stickstoff-Schnellbestimmungsgeräten, die auf dem Markt sind. Repräsentative Proben sollten nur aus ei-

nem vollständig homogenisierten Güllebehälter entnommen werden. Es gilt: «einmal ist keinmal», das heisst, so viele Proben wie möglich (Zeitaufwand!). • Neu: Schnell-Methoden zur Nährstoff-Analyse in Gülle. Die gewonnenen Daten werden mit einer SmartphoneApp mit bisherigen Nährstoffuntersuchungen, Betriebsdaten aus Tierhaltung und -fütterung zu Infos über die bedarfsgerechte Düngung zusammengeführt. Stand: Projektthema, Projektdurchführung Hochschule Osnabrück (www.bud.de). • Laboranalysen. Die Resultate kommen zeitversetzt zu spät, weil die Gülle schon ausgebracht und die Ausbringmenge nicht mehr den analysierten Nährstoffmengen angepasst werden kann. Regelmässig gezogene und analysierte Gülleproben vermitteln bei unveränderter Fütterung dennoch eine gewisse Sicherheit. Insbesondere werden die grossen Unterschiede zwischen Sommer-/Herbst- und Wintergülle sichtbar. Schwierigkeit: korrekte Probenahme, Häufigkeit und Interpretation (www.lbu.ch). • Richtwerte. In diversen Publikationen gibt es Mittelwerte aus zahlreichen Berechnungen und Messungen. Mittelwerte können stimmen oder weit danebenliegen. Wichtig ist die richtige Auswahl und Interpretation der Richtwerte. • NIRS. Mithilfe von Sensoren am Ausbringfahrzeug, Fass oder der Befüllstation können die Nährstoffe (Stickstoff, Ammonium, Phosphat, Kalium) in kg/m³ und die Trockensubstanz in Gewichtsprozent «gemessen» werden. Die fortlaufende NIRS-Messung erreicht zwar nicht die Präzision einer Labor-Analyse, aber gute Annäherungswerte. NIR-Sensoren müssen regelmässig kalibriert werden. Eine Übersicht zu DLG-geprüften NIR-Sensoren finden sich auf der Homepage: www.agrartechnik.ch/downloads

Fazit

Unerwünscht auf Wiesen: Ursache ist der Schleppschlauch und (zu) dicke Gülle.

Hofdünger sind wertvolle Dünger, die helfen, den Nährstoffkreislauf zu schlies­ sen. Probleme, die rund um deren Anwendung entstehen, sind weniger den Hofdüngern als vielmehr dem Hofdüngermanagement anzulasten. Grundsätzlich ist das Wissen um den vorhandenen Nährstoffgehalt entscheidend für die richtige Bemessung der Güllemenge. Das Wissen um die Gefahren und die Probleme bei der Ausbringung von Hofdünger ist in der Praxis grundsätzlich vorhanden. Oft fehlt es aber an der Umsetzung elementarer Grundsätze. 2

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HOFDÜNGER

Für die Separierung von Rindergülle und Gärrest kommen in der Praxis derzeit fast ausschliesslich Pressschneckenseparatoren zum Einsatz. Mobile Separatoren, wie hier im Bild, werden oftmals von Lohnunternehmern oder Maschinenringen angeboten. Bild: Hadorn

Gülle separieren Das Separieren von Gülle hat sich in der Schweiz bisher nicht im grossen Stil durchgesetzt. Dabei hätte dieses Verfahren durchaus Vorteile, wie etwa das bessere Handling der Dünngülle oder die Nutzung des Feststoffes als Einstreue. Heinz Röthlisberger

Wie steht es eigentlich um die Gülle-Separierung in der Schweiz? Das Trennen der Gülle von den Feststoffen ist schon seit längerem bekannt und wird in der Schwei-

zer Landwirtschaft auch angewendet. Allerdings nicht weit verbreitet. Das zeigt der Bericht «Separieren von Gülle und ihr Einfluss auf Ammoniakemissionen»*. Gemäss

Mittelwerte Nährstoffgehalte Rindergülle Produkt

TS %

OTS* %

N kg/t

P kg/t

K kg/t

Brennwert

Rohgülle

5,9

75,2

2,8

1,0

3,2

268

Dünngülle

4,0

66,9

2,7

1,0

3,2

175

Leistung je nach Ausgangsmaterial

Feststoff

22,0

89,5

3,5

1,4

2,9

1102

Die Technik des Pressschneckenseparators ist relativ einfach erklärt: eine Schneckenpumpe fördert die Gülle aus dem Behälter in die Separator-Einheit. Dort wird die Gül-

Die Tabelle zeigt die Mittelwerte der Nährstoffgehalte sowie den Brennwert bezogen auf eine Tonne Feststoffe. Im Vergleich zur Rohgülle liegen der N-Gehalt im Feststoff um rund 25 % und der P-Gehalt um etwa 40 Prozent höher. Der K-Gehalt ist um 10 % tiefer. Der Energiegehalt im Feststoff beträgt das Vierfache gegenüber Rohgülle. *OTS: Anteil organische Substanz in der TS. Quelle: Bundesamt für Energie

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diesem waren 2015 hierzulande rund 100 Separatoren im Einsatz. Bis heute dürfte sich diese Zahl kaum stark verändert haben. Der Bericht zeigt auch auf, dass die Separierung der in der Schweiz eingesetzten Anlagen vorwiegend mittels Pressschneckenseparator durchgeführt wird und dass es mehr fest installierte Anlagen gibt als mobile Anlagen.

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stoff aus Rindergülle über die Vergärung rund viermal mehr nutzbare Energie pro Tonne auf als Rohgülle. Aus diesem Grund könnten separierte Feststoffe dazu beitragen, den Anteil der Hofdünger an erneuerbarer Energie zu erhöhen, hält das Bundesamt für Energie in einer Studie fest.

Vorteile beim Ausbringen Grosse Vorteile hat die Separierung beim Ausbringen und bei der Handhabung der Gülle. Dies vor allem im Zusammenhang mit dem Schleppschlauchverteiler. Mit separierter Gülle können Streifen im Wiesland und damit das Verschmutzen des Futters verhindert werden. Zudem dringt Dünngülle besser in den Boden ein. Ein weiterer Vorteil ist die Einsparung von Güllelagerraum und beim Transport. Oft wird angenommen, dass das Separieren Probleme von zu wenig Lagerkapazität beheben kann. Das ist nur marginal der Fall. Das Volumen der Gülle reduziert sich beim Separieren um «nur» rund 10 Prozent. In vielen Fällen wird die Separierung auch im Zusammenhang mit Problemen der Handhabung von Gülle mit hohem Trockensubstanzgehalt eingesetzt. So etwa dann, wenn ein Rührwerk die Schwimmschicht nicht mehr aufbrechen kann und dies zur Überlastung und Beschädigung des Rührwerks führt.

In der Schweiz werden laut einer Umfrage mehr fest installierte Separatoren eingesetzt als mobile. Pro Tonne Festphase werden rund 2 m³ Lagerraum benötigt. Bild: Bauer

le durch ein Lochsieb gedrückt – dabei werden die festen von den flüssigen Bestandteilen getrennt. Die Feststoffe, auch feste Phase genannt, gelangen über eine Schnecke auf ein Förderband und können im Freien gelagert werden. Die Durchsatzleistung ist abhängig vom TS-Gehalt des Ausgangsmaterials und schwankt zwischen 5 und 25 Kubikmetern pro Stunde. Insbesondere für den überbetrieblichen Einsatz sind auch leistungsfähigere Separatoren verfügbar mit deutlich grösseren Durchsatzmengen. Die Geräte können unterschiedlich eingestellt werden. Je nachdem, ob ein möglichst trockener Feststoff erzeugt werden soll. Einen Einfluss auf das Ergebnis der Separierung haben die Art und Beschaffenheit der Ausgangsgülle.

Zentrifuge, Pressschnecke … Zur Fest-flüssig-Trennung von Gülle gibt es neben der Pressschnecke folgende Verfahren: Eindickung bzw. Sedimenta­ tion, Bandpresse und Zentrifuge. In der Praxis sind international die Pressschnecke und die Zentrifuge am weitesten verbreitet. Gemäss Forschungsberichten wird beim Separieren mit der Zentrifuge mehr Phosphor abgetrennt als mit dem Pressschnecken-Verfahren. Das hat vor allem bei Schweinegülle einen Vorteil. Allerdings ist das Separieren mit der Zentrifuge deutlich teurer als das Separieren mit Pressschnecken.

TS- und Nährstoffgehalte Der Trockensubstanzgehalt der Feststoffe liegt häufig zwischen 20 bis 30 %. Die Dünngülle enthält noch rund 3 bis 4 % TS-Gehalt. Diese wird nach dem Separieren meist wieder in die Güllegrube zurückgeleitet oder, wenn vorhanden, in eine zweite. Beim Trennungsprozess sind rund 70 % Dünngülle und 30 % Feststoff zu erwarten. Offenbar uneinig sind sich die Forscher über die Auswirkungen auf Erträge und auf die Stickstoff(N)-Effizienz. Während die einen meinen, bezüglich Wirksamkeit des Stickstoffs von separierter und unbehandelter Gülle gebe es keinen Unterschied, haben andere Forscher eine verbesserte N-Effizienz der separierten (flüssigen) Gülle im Vergleich zu unbehandelter Schweinegülle festgestellt. Zu beachten ist, dass der Feststoff veränderte Nährstoffgehalte aufweist (siehe Tabelle). Zudem weist der separierte Fest-

Feststoffe als Einstreue Die Feststoffe sind weitgehend geruchlos und können neben dem Verbessern der Bodenstruktur auch für die Kompostierung eingesetzt werden. Ein weiterer Vorteil ist die Gewinnung von Einstreue. Die Verwendung der Feststoffe erlaubt es, dauerhafte und für das Tierwohl vorteilhafte Matratzen zu produzieren, Kosten für die Einstreue zu sparen und durch die Reduktion des Einsatzes von Stroh Verstopfungen von Spaltenböden und Kanälen zu reduzieren. Ein Nachteil ist, dass

Vor- und Nachteile der Separierung Vorteile • Verbesserung der Ausbring-Eigenschaften der Gülle vor allem auch mit dem Schleppschlauchverteiler • Keine Schwimmdeckenbildung im Lager • Nutzung der Feststoffe zur Einstreu in Liegeboxen (nicht überall möglich) • Volumen der Gülle reduziert sich um rund 10 Prozent (verringert Transport­ aufkommen beim «Gülleexport»)

Nachteile

• Technik, die betreut werden muss • Zusätzlicher Lagerraum für die Feststoffe notwendig • Effekte zur Verbesserung der Nährstoff­ effizienz sind schwierig abzuschätzen • Kosten

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HOFDÜNGER

die Milch aus Betrieben mit Gülle-Feststoffen oder Kompost-Einstreu von einigen Milchverarbeitern (Gruyère AOC und Appenzeller AOC) nicht abgenommen wird.

Im Baukonzept integriert Heute existieren Baukonzepte für Ställe, welche auch auf die Separierung von Gülle ausgelegt sind. Dabei wird die frische Gülle in einer Vorgrube, die Dünngülle in einem separaten Behälter gelagert und der Feststoff, oft gemischt mit Kalk und Stroh, als Einstreue verwendet. Die Einstreue, basierend auf den Feststoffen, ist damit Teil des Betriebskonzepts. Beim Endlager für die Dünngülle kann auf ein fest installiertes Rührwerk verzichtet werden, da sich in den meisten Fällen keine Schwimmschicht bildet.

Kaum Auswirkungen auf die Ammoniakemissionen Oft wird genannt, dass die Gülleseparierung die Ammoniakemissionen senken kann. Der zu Beginn des Artikels erwähnte Bericht, der dieser Frage nachging, konnte dies nicht bestätigen. Insgesamt dürfte die Gülleseparierung die gesamtschweizerische Menge von Ammoniak­ emissionen kaum beeinflussen, lautete das Fazit. Auch in verschiedenen europäischen Ländern wird die Gülleseparierung nicht als emissionsmindernde Massnahme betrachtet.

Feststoffe aus der Separierung von Gülle sind eine Alternative zur Stroh-Mist-Matratze. Solche Einstreue ist aber nicht bei jedem Milchverarbeiter erlaubt. Bild: zvg

Holland: Kampf gegen Ammoniakemissionen

Die Kosten Ein Separator inklusive aller notwendigen Komponenten (Pumpe, Verrohrung, Elektroinstallation, Fundamente, Mistplatte etc.) kostet je nach Anlage ab mindestens 40 000 bis 50 000 Franken. Hinzu kommen variable Kosten für Strom und Wartung des Gerätes. Je nach Auslastung, Durchsatz und Strombedarf liegen die Gesamtkosten für die Separierung bei 1 bis 3 Franken pro Kubikmeter. Viele Hersteller, aber auch Lohnunternehmer oder Maschinenringe bieten mobile Separatoren an, die auf einem Anhänger aufgebaut sind. Dies ist bei kleineren Betrieben, oder wenn nur ein Teil der anfallenden Güllemenge separiert werden soll, oft die ökonomisch sinnvollere Lösung. * Der Bericht «Separieren von Gülle und ihr Einfluss auf Ammoniakemissionen» wurde von Thomas Kupper von der Berner Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften HAFL im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt Bafu erstellt.

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Ein neuer Ansatz zur Senkung der Ammoniakemissionen im Zusammenhang mit der Separierung kommt von Lely. Der Hersteller hat mit dem System «Sphere» ein neuartiges Stallsystem auf mehreren Testbetrieben in Holland im Einsatz, das Festmist und Urin voneinander trennt und die Stickstoffemissionen in die drei Düngertypen Stickstoff (mineralisch und organisch) sowie Phosphat und Kalium umwandelt. Das System ist komplex aufgebaut, besteht aus mehreren Teilen und ist ein ganzheitliches Stallbaukonzept. Dazu gehört ein spezieller Trennboden im Stall, der den Urin vom Festmist trennt. Die im Boden vorhandenen Spalten werden durch Trennstreifen verschlossen. Diese Streifen, die aus Edelstahl sind, haben Löcher, durch die Urin und Luft in die Grube gelangen. Der Festmist bleibt auf dem

Boden. Das sei der erste Pluspunkt bei der Reduzierung der Ammoniakemissionen, weil der Prozess des Harnstoffabbaus sofort nach dem Wasserlassen der Kuh beginnt, schreibt Lely. Der Festmist wird mit dem «Discovery»-Mistroboter in eine extra dafür erstellte Abwurfgrube zugeführt. Diese Abwurfgrube hat einen Siphon, der für Unterdruck in der Grube sorgt. Zum System «Sphere» gehört auch das sogenannte «N-Captur»-Gerät. Dieses erzeugt in der Güllegrube Druck, indem es die Luft und die Faulgase extrahiert, die sich unter und über dem Boden ansammeln. Durch den Druck will die Luft entweichen. Bevor dies geschieht, passiert sie einen Filter in «N-Capture». Der Filter bindet mit einer angesäuerten Lösung Stickstoff aus der Luft. «N-Capture» arbeitet mit Schwefelsäure und Salpetersäure, mit denen der Stickstoff gebunden wird. Wenn die angesäuerte Lösung gesättigt ist, wird das Ammoniumnitrat oder Ammoniumsulfat in einem speziellen Düngemittel­ silo gelagert. Dieser Dünger könne auf die Felder ausgebracht werden und erzeuge laut Lely viel weniger Emissionen als die herkömmliche Gülleausbringung. Das System ist laut Lely seit 2017 funktionsfähig und in Holland in vier Testbetrieben im Einsatz. Sollte das System die Anerkennung der niederländischen Ammoniakverordnung für die Nutztierhaltung erhalten, will Lely das System vorerst in Holland im Markt einführen.


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Dank einem gesamtheitlichen Lösungsansatz zur Problematik der Emissionen ist der «Kuhrerhof» in Chur eine echte Innovation. Bild: Philipp Baer

Leuchtturmprojekt am Churer Stadtrand Mit «NEWU» wird in Chur 2022 ein Projekt für mehr Nährstoffeffizienz und besseres Nährstoffmanagement, kombiniert mit energetisch dezentraler Verwertung der Hofdünger, gestartet. Gleichzeitig steht mit dem Projekt «Kuhrerhof» ein klimaneutraler Bauernhof mit eigener Stromversorgung und Biogastankstelle am Stadtrand vor der Verwirklichung. Ruedi Hunger Die Schweizer Landwirtschaft produziert jährlich schätzungsweise etwa 25 Millionen Tonnen Hofdünger. Laut statistischer Erhebung (Agristat 2018) sind 2017 aus den Hofdüngern 138  000 t Stickstoff, 52 000 t Phosphor und 198 000 t Kalium angefallen. Da sich die landwirtschaftlichen Strukturen in den letzten 20 Jahren verändert haben und sich viele Betriebe auf wenige Betriebszweige spezialisiert haben, werden vermehrt Hofdünger verschoben. Laut Hoduflu¹ wurden im Jahr 2019 28 253 t Hof- und Recyclingdünger zwischen den Betrieben verschoben. Das sind geschätzte 10 bis 15 Prozent des gesamten Hofdüngeranfalls der Schweizer Landwirtschaft. 32

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Hindernislauf par excellence Die Anwendung von Hofdünger wird immer mehr zum Hindernislauf. Einerseits sind emissionsmindernde Massnahmen zu beachten, anderseits sind auf verschiedenen Betrieben die Lagerkapazitäten für Hofdünger nicht parallel zum Viehbestand gewachsen. In Agglomerationsnähe tendieren insbesondere viehlose Betriebe dazu, aus Geruchsgründen nicht die Hofdüngerüberschüsse der viehstarken Betriebe zu übernehmen, sondern Handelsdünger einzusetzen. Im Berggebiet werden die Hofdünger aus verschiedenen Gründen auf hofnahen Parzellen ausgebracht. Dadurch kommt es zum Teil zu markanten Grasbestand-Veränderungen. Weiter ent-

fernte oder höhergelegene Parzellen werden extensiviert. Die entstehenden oder bestehenden Hofdüngerüberschüsse werden ins Tal abtransportiert.

Gefragt sind Lösungen Vor diesem Hintergrund realisierte die Firma Andreas Mehli Landmaschinen auf ihrem eigenen Firmenareal in Chur ein vom Bundesamt für Energie gefördertes Pilotund Demonstrationsprojekt zur hydro­ thermalen Carbonisierung (HTC) von organischen Reststoffen und Herstellung von Biokohle. Je nach Inputmaterial ergeben sich verschiedene Möglichkeiten, Klärschlamm oder Grünschnittabfälle energetisch zu nutzen. Durch Verkohlung von Bio-


HOFDÜNGER

Hofdünger Gülle Co-Substrat

Gärrest

Vergärung

Separation

Optionale Weiterverwertung: Austrag auf Feld (Düngung)

Flüssiger Gärrest 2−3 % TS

Eindampfung

Feststoff 25 % TS

Weiterverwertung − Austrag auf Feld − Zuführung HTCAnlage

Konzentrat 25 % TS

Trocknung

NH3-Stripping Feststoff 90 % TS AmmoniumsulfatLösung (ASL) Austrag auf Feld (Düngung)

Granulat 90 % TS

Die Grafik zeigt den technischen und organisatorischen oder strukturellen Aufbau. Grafik: A. Mehli

gülle kann damit eine hochwertige Energiequelle aus den eigenen Ressourcen genutzt werden. Besonders interessant ist es, aus Gärgutfeststoffen einer Biogasanlage hochwertige HMF²-Filtermaterialien zu gewinnen (Aktivkohle). Folglich ist das Projekt eine Weiterentwicklung und Verbes­ serung bestehender Verfahren zur landwirtschaftlichen Co-­ Vergärung³ und der Hofdüngerbehandlung. Die unter hohem Druck und Hitze erzeugte Biokohle wird zu kompakten Kohlebriketts gepresst. Weltweit sieht Mehli das grösste Potenzial von Biokohle, neben HMF-Gewinnung, in einer langfristigen Rückführung in den Boden. Neben einem unbestrittenen Effekt zur Bodenverbesserung und Düngung werde mit Biokohle CO2 über längere Zeit im Boden gebunden. Dieses Verfahren ermöglicht zudem eine komplette Phosphorrückgewinnung. Was vor dem Hintergrund global stark schwindender Phosphorvorräte einen hohen Stellenwert bekommt.

Lagerproblematik entschärfen Die allgemeine Zielsetzung liegt in einer Reduktion der Ammoniakverluste bei der Vergärung in der Biogasanlage und bei der Hofdüngeraufbereitung auf Landwirtschaftsbetrieben bis hin zum Austrag der

Hof- und Recyclingdünger auf dem Feld. Weiter sollen die Effizienz der Hofdünger verbessert und die Hofdünger-Lagerproblematik entschärft werden. Ebenso soll die bedarfsgerechte Düngung durch mehr Flexibilität bei der Lagerung und dem Ausbrin­gen gefördert werden. Schliesslich wird mit dem Verfahren die Energieeffi­ zienz einer Biogasanlage gesteigert.

Nährstoffe, Energie, Wasser und Umwelt Nach der HTC-Pilotanlage geht es nun um die Umsetzung eines Leuchtturmprojekts mit der Bezeichnung «NEWU». Als Gründer der Klimastiftung Graubünden und der Kuhrerhof AG verwirklicht Andreas Mehli derzeit ein weiteres Projekt, welches die klima­neutrale Landwirtschaft zum Ziel hat. Dabei soll auf dem Kuhrerhof die Nährstoff­ effizienz durch verbessertes Nährstoff­ management erhöht werden. Im erzeugten Naturdüngergranulat sieht Mehli die Lösung der zu Beginn des Beitrags erwähnten Probleme. Die Stickstoffverluste am Lager, bei Aufbereitung und Austrag sowie auf dem Feld sollen reduziert werden. Weiter sollen brachliegende Energiepotenziale in Hofdüngern genutzt und damit Nährstoffüberschüsse in Ertrag überführt werden.

Dies wird mit neuartigen Festbettkompakt-Biogasanlagen in Containern umgesetzt. Dadurch wird auch die landwirtschaftliche CO2-Bilanz stark verbessert.

Umsetzungskontrolle inbegriffen Andreas Mehli ist ein Mensch mit Visionen. Er weiss aber sehr wohl, dass es eine wissenschaftliche Begleitung braucht, um

Hydrothermale Carbonisierung HTC Die Hydrothermale Carbonisierung HTC ist ein Verfahren, bei dem Biomasse in wässriger Suspension bei Temperaturen zwischen 180 bis 250 °C und erhöhtem Druck, das heisst im geschlossenen System, in Biokohle (HTC-Kohle) überführt wird. Die entstehende HTC-Kohle hat Braunkohle-ähnliche Eigenschaften und kann somit als Energieträger, aber auch zur Bodenverbesserung und Aktivkohleproduktion eingesetzt werden. Der Kohlenstoff der Ausgangs-Biomasse ist grösstenteils Bestandteil der festen Phase. Das Verfahren ist nicht neu, bereits 1913 wurde es von Friedrich Bergius erstmals beschrieben.

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letztlich solche Projekte erfolgreich um­ zusetzen. Fachliche Begleitung hat er von der ZHAW Wädenswil und von Agro­ scope Reckenholz. Zudem hat er unter­ stützende Kontakte zur Universität Ho­ henheim in Deutschland. Damit die Wissenschaft ein solches Pro­ jekt begleitet, ist eine Umsetzungskont­ rolle erforderlich. Das heisst, es besteht eine Aufzeichnungspflicht mit Gewähr­ leistung und Sicherstellung der erforderli­ chen Daten. Für die finanzielle Unterstüt­ zung wurde ein Antrag beim Aktionsplan Green Deal (AGD) des Kantons GR einge­ reicht. Auch der Kanton Zug ist interes­ siert, mitzumachen.

Innovationsgrad des «NEWU»Projekts Das Projekt soll einen gesamtheitlichen Lösungsansatz zur Problematik der Nähr­

stoffverluste, der Nährstoffüberschüsse und des Energiemanagements bieten. Es soll aber auch aufzeigen, dass ein Syner­ gieeffekt zwischen Energieeffizienz und Nährstoffeffizienz besteht. Künftig sollen Umweltschutz und landwirtschaftliche Nahrungsproduktion als gleichberechtig­ te Anliegen behandelt werden. Das Pro­ jekt soll auch auf Stufe Betrieb/Region eine Innovation darstellen, beispielsweise mit einer gezielten Förderung der über­ betrieblichen Zusammenarbeit.

Fazit Das Wort Innovation ist vom lateinischen «innovare» abgeleitet und steht auch für Erneuerung. In einer Zeit, wo ein nicht zu unterschätzender Teil der Bevölkerung nur halbherzig oder gar kritisch hinter der Landwirtschaft steht und wo allge­ meine Umweltveränderungen immer kla­

rer sichtbar werden, sind Erneuerungen notwendig. Der Mensch verhält sich ge­ genüber Erneuerungen oft träge, des­ halb braucht es Visionen, aus denen letztlich Innovationen herauswachsen. Ein klimaneutraler Bauernhof, wie ihn der Kuhrerhof mit autarker Energieversor­ gung und einem gesamtheitlichen Lö­ sungsansatz zur Problematik der Emis­ sionen und des Nährstoffmanagements darstellt, ist eine echte Innovation. 1) Hoduflu ist eine internetbasierte Applikation für die Verwaltung der Hofdüngerflüsse. 2) Hydroxymethylfurfural (HMF) ist eine industriell wichtige Basischemikalie, die sich bei der thermischen Zersetzung von Zucker und Kohlehydraten bildet. 3) Unter Co-Vergärung versteht man die gemeinsame Vergärung von festen biogenen Abfällen zusammen mit flüssigen Substraten (zum Beispiel Gülle).

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«Schweizer Landtechnik»: Warum sind Sie der Meinung, dass Mist der bessere Dünger ist als Gülle? Andreas Egger: Es geht mir nicht darum, Mist gegen Gülle auszuspielen. Auf unserem Betrieb war Mist schon immer der Hauptdünger. Ich denke, die Art der Hofdünger wird durch die Tiergattung und das Aufstallungssystem sowie die angebauten Kulturen bestimmt. In unserem Anbindestall wird über die Wintermonate viel Stroh eingesetzt. Im Frühjahr vor Vegetationsbeginn und nach dem ersten Schnitt werden die Heuflächen übermistet. Die Silo- und Weideflächen übermisten wir im Spätherbst. Einen spür- und sichtbaren Vorteil der Düngung mit Mist erkenne ich klar in der guten Befahrbarkeit unserer Hanglagen und in der guten Durchwurzelung der Grasnarbe.

Andreas Egger aus Udligenswil LU ist überzeugt, dass sich die Mistanwendung positiv auf die Durchwurzelung der Grasnarbe auswirkt. Bild: A. Egger

«Wir legen Wert auf einen gut verrotteten Mist» Andreas Egger bewirtschaftet in Udligenswil LU in der Bergzone I einen 35 ha grossen Futterbaubetrieb mit Anbindestall. Der Landwirt ist überzeugt, dass Mist als Dünger für seine Wiesen mehr Vorteile bringt als Gülle. Ruedi Hunger 36

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Sie erwähnen die positive Wirkung von Mist. Weshalb wirkt sich Mist vorteilhaft auf den Grasbestand aus? Den Mist muss oder kann man «pflegen». Für uns ist der Miststock kein Abfallhaufen. Zweimal täglich bringen wir den Mist mit dem Hoflader vom Stall auf die Mistplatte, wo er im Verlauf der Lagerdauer zwei- bis dreimal umgeschichtet wird. Damit erhalten wir einen luftigen, gut verrotteten Mist, welcher von den Bodenlebewesen als Nahrung angesehen wird. Entsprechend werden sie ihn umwandeln und die Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar machen. Weil die Nährstoffe nicht so schnell zur Verfügung stehen wie bei Gülle, verhalten sich die Pflanzen anders, sie wurzeln tiefer. Das wirkt sich positiv auf die Befahrbarkeit aus. Auf was achten Sie bei der Mist-Ausbringung? Weil wir Mist nur auf Grünland ausbringen, spielt auch die Menge eine wichtige Rolle. Vor Vegetationsbeginn wird mehr Mist pro Hektar ausgebracht als während der Vegetationszeit. Wenn möglich, bringen wir den Mist kurz vor einem Wetterwechsel aus, damit er nicht austrocknet. Wenn es sehr trocken ist, kann ich nicht ausschliessen, dass beim zweiten Schnitt kleinste ausgetrocknete Mistteile in Dürrfutter gelangen. Das ist in den Krippenresten vielleicht unschön anzuschauen, aber mehr nicht. Eine Auswaschungs­ gefahr wie bei der Gülle sehe ich nicht. Nun wird ja oft argumentiert, dass die «Güllewirtschaft» arbeitswirtschaftlich interessanter sei. Sehen Sie das auch so?


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Das ist ja immer bedingt durch das Aufstallungssystem. Wenn ich für unseren arrondierten Betrieb, mit Bodenleitung und Gülleverschlauchung, den Energieaufwand für Gülle mit dem Aufwand für den Mist vergleiche, dann ist es so. Wenn ich mit anderen Betrieben vergleiche, bin ich mit dem Aufwand, den wir für Mist betreiben, gleichauf. Ja natürlich, neben dem Aufstallungssystem spielen die Arrondierung, die Flächenneigung, die Kulturen und anderes eine Rolle. Kann man von einer Bevormundung der Bauern in Sachen Gülleanwendung und Gülletechnik sprechen? Ich würde nicht gerade von einer Bevormundung sprechen, aber schauen Sie, bei einem neuen Milchvieh-Laufstall ist es kaum mehr möglich in dieser Form strohreichen Mist zu erhalten wie bei einem Anbindestall. Mit dieser Art der Hofdüngerwirtschaft sind wir eine Minderheit. Die Gülleanwendung ist viel verbreiteter, entsprechend bekommen die Vorschriften, aber auch die technischen Entwicklungen mehr Aufmerksamkeit. Auf Betrieben, die Mist produzieren, fällt ja gleichwohl auch noch Gülle an, folglich braucht es eine doppelte Mechanisierung. Wie sehen Sie das? Ja, das sehe ich auch so. Doch gerade bei der Hofdüngerausbringung werden die Maschinen oft überbetrieblich eingesetzt. Wir haben eine eigene Gülleverschlauchung, aber den Mistzetter setzen wir überbetrieblich ein. Seit vielen Jahren setzen wir dazu einen Seitenstreuer ein. In

«Einer der Vorteile des Seitenstreuers ist das sehr feine Streuergebnis.»

unseren Hanglagen und auf dem Dauergrünland hat sich diese Technik am besten bewährt. Sie setzen auf den Seitenstreuer. Welche Vorteile hat er gegenüber einem Mistzetter mit Heckstreuwerk? Den gewichtigsten Vorteil sehe ich beim Streuwerk. Dieses liefert ein sehr feines Streuergebnis. Dank tiefem Schwerpunkt ist die Maschine sehr hangtauglich. Weil das Streuwerk vorne ist, gibt es eine Gewichtsverlagerung zum Traktor hin und damit keine negative Stützlast. Und durch den seit­ lichen Austrag und die grosse Wurf­weite

können steile Hanglagen von gut befahr­ barem Terrain aus übermistet werden. Eine abschliessende Frage: Gülle steht am Pranger, was die Emissionen angeht, wie verhält sich Mist diesbezüglich? Ich denke, hier kommt es sowohl auf die Sensibilität von uns Landwirten an als auch auf jene der übrigen Bevölkerung. Ich kann da nur für mich sprechen, aber wie beim Gülleführen achte ich beim Mist­ ausbringen auf saubere Strassen. Wichtig ist auch ein gut gewählter Ausbring-Zeitpunkt, am besten vor einem Regen und nicht bei heissem Wetter.

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Modellpflege heisst beispielsweise, ein Fass auf Kundenwunsch im «MF-Rot» zu spritzen. Bilder: R. Hunger

Von «Black Bird» bis «Quad-Shift» Über der Ausbringtechnik für Gülle steht das Damoklesschwert der Emissionen. Die Techniken zur Minderung der Ammoniakemissionen sind bekannt. Hersteller sehen das etwas anders. Kleinere oder grössere Detailverbesserungen werden immer wieder als Neuheiten angepriesen. Ruedi Hunger

Vielfach ist es ganz normale Modellpflege, denn nur ein immer wieder aktualisiertes und modernisiertes Produkt bleibt am Markt attraktiv. Verbesserungen sind vielfach gar wichtiger einzustufen als ganz neue Techniken, denn sie beruhen auf Praxiserfahrungen. Wogegen sich Neukon­ struktionen und neue Verfahren zuerst in der Praxis bewähren und die Akzeptanz der Anwender «verdienen» müssen.

und ein grosses Gülle-Transportfass. Je nach Fasstyp sind eine zusätzliche Zentrifugalpumpe, die Wahl zwischen Schnecken- oder Drehkolbenpumpe, Turbofüller und Saugarm mit Saugstation und vieles mehr erhältlich. Schleppschlauchsysteme liefert Agrar abhängig von der Arbeitsbreite mit einem oder zwei Verteilköpfen. Insgesamt werden 22 Fass-Varianten hergestellt, zudem ist Agrar bereit, auf spezielle Kundenwünsche einzugehen.

Agrar

BSA (Bauer Group)

Der Schweizer Traditionshersteller baut seit Jahrzehnten Güllefässer und hat entsprechend grosse Erfahrung. Neben dem reinen Saug-Druckfass gibt’s bei Agrar auch Pump-Druckfässer in Metall oder Kunststoff, Aufbaufässer für Transporter 38

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verteilköpfen im Segment der 18 bis 24 m breiten Schleppschuhverteiler wird das Ziel verfolgt, die «V-Bildung» durch unterschiedliche Schlauchlängen zu minimieren. Beim «Alrena»-Exaktverteiler wurden verschiedene Optimierungen umgesetzt. Er verfügt beispielsweise über ein rotierendes Schneidsystem, dessen Drehpunkt sich aus­ sermittig auf den Löchern der Lochplatte befindet.

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Bomech Bomech ist ein Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Schleppschuh-Verteilern spezialisiert hat und auf über 25 Jahre Erfahrung zurückgreifen kann. Durch den Einbau von neu vier «Alrena»-Schneid­

Das Erfüllen von Kundenwünschen steht auch bei BSA, einem Unternehmen der Bauer Group, im Vordergrund. Klassische Modellpflege wurde bei der neuen Stahlfass-Generation verwirklicht. Stützlastoptimierung, Lieferung aller möglichen Fahr-


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werkfedersysteme, eingeschweisstes Hubwerk für die flexible Anwendung von Einarbeitungs- und Verteilgeräten sind solche Optimierungsbeispiele. Alle BSA-Exzenterschneckenpumpen können nun an der neuen Stahlfass-Generation verbaut und zu einem späteren Zeitpunkt getauscht werden. Alle BSA-Fässer sind innen und aussen feuerverzinkt und werden auch in Wunschfarbe geliefert.

Evers Um der Forderung einer raschen Einarbeitung von Gülle und Gülleresten nachzukommen, haben verschiedene Hersteller angebaute Geräte entwickelt. Die Firma Evers hat mit dem «Tribus» ein Kombigerät auf den Markt gebracht, das universell zur direkten Einarbeitung auf unbewachsenen Ackerflächen oder für das Einschlitzen auf Grünland bzw. in Getreide verwendet werden kann.

Fliegl Ein besseres «Schuhwerk» verpasste die Firma Fliegl ihren Schleppschuhgestängen. Beim neuen Schleppschuh «Twin» wird der Güllestrom unmittelbar nach dem Schlauchende geteilt. Das bedeutet, dass bei gleich vielen Schlauchabgängen doppelt so viele Schleppschuhe vorhanden sind. Durch die Teilung des Güllestrom verspricht sich der Hersteller eine bessere Effizienz der Verteilung. Fliegl bietet für die Gülleeinarbeitung neu auch Dexter-Hackgeräte an. Dabei handelt es sich weniger um eine Modellpflege als vielmehr um eine Neuheit. Die Fässer der Alpha-Line-Serie (auch Fremdfässer) werden zu diesem Zweck mit einer höheren Bereifung und der erforderlichen Vierpunktaufhängung ausgerüstet.

Joskin Güllespezialist Joskin hat im Rahmen einer Optimierung bei der «X-trem2»-Baureihe den Behälterboden verengt und direkt auf dem unabhängigen Fahrzeug­ rahmen verschraubt. Das erlaubt die Montage von 850 mm breiten Rädern, ohne dass damit der Einschlagwinkel der zwangsgelenkten Achse eingeschränkt wird. Diese kompakte Konstruktion verleiht dem Fass zudem einen niedrigen Schwerpunkt. Das Fahrwerk ist so gebaut, dass jede Achse über eine gelenkige Dreieckstruktur mit dem Fahrzeug­ rahmen verbunden ist. Die Zwangs­ lenkung wurde ebenfalls überarbeitet, statt der hinteren Achse lenkt nun die vordere Achse.

Es gibt einen eindeutigen Trend, den Güllestrom im Endstück aufzuteilen.

Kuratli-Aufbaufass Die eigenwillige, eckige Aufbau-Fasskon­ struktion von Kuratli Maschinenbau hat einen tiefen Schwerpunkt. Das Fass kann nun auch mit einem sechs Meter breiten Schleppschlauchverteiler ausgerüstet werden. Der Verteiler-Schneidkopf ist auf dem Fass platziert. Insgesamt ist die Fass-​ Schleppschlauch-Kombination sehr kompakt gebaut.

Schwenkverteiler. Dass das Unternehmen auch Schleppschlauchverteiler herstellt, war bisher weniger bekannt. Neu ist ein Kunststoffrohr ein tragendes Element des Möscha-Verteilgestänges. Die Konstruktion ist einfach und gewichtsparend. Möscha sieht den Einsatz dank kleinerem Zugkraftbedarf speziell an leichteren Fässern und in hügeligem Gelände. Dieses Verteilgestänge wurde am Innovation Award EuroTier (2020) mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

Kotte Garant Zusammen mit Walterscheid hat die deutsche Firma Kotte Garant ein pendelfähiges Hubwerk für Güllefässer entwickelt. Die Bedeutung von Hubwerk und Anbaugeräten wächst, weil Gülle im Ackerbau vermehrt direkt eingearbeitet wird (werden soll). Die Vierpunktanhängung von Kotte ist schwingend gelagert, wodurch die Kräfteeinwirkung auf das Güllefass deutlich reduziert wird. In Transportstellung werden die Unterlenker durch seitliche Stabilisatoren automatisch fixiert. Die maximale Anhängelast beträgt vier Tonnen, die Hubkraft acht Tonnen. Zudem kann die Kotte-Garant-Gülletechnik mit dem John-Deere-NIR-Sensor «HarvestLab 3000» ausgestattet werden.

Miro Heywang Der französische Hersteller von Technik zur Ausbringung von Hofdünger rüstet seine Güllefässer einerseits mit VogelsangSchlepp­ schlauchverteilern, anderseits mit Bomech-Schleppschuhverteilern aus. Die bis zu 24 m breiten Verteiler sind jeweils mit einem oder zwei Verteilerköpfen ausgestattet.

Möscha Die Firma Möscha GbR ist bei uns bekannt geworden durch den gleichnamigen

Pichon Hersteller Pichon baut Fässer in Grössen von 2600 bis 30 000 l mit einer bis drei

Schleppschlauch-Verteiler nachrüsten? Die Frage, ob ein Güllefass mit einem Schleppschlauch- oder Schleppschuhverteiler nachgerüstet werden kann, lässt sich im Einzelfall nur durch den Hersteller beantworten. Folgende Fakten sind zu klären: • Sind die geplanten Anbaupunkte am Fass hinsichtlich Materialstärke und Festigkeit der Schweissnähte geeignet, die entstehenden Kräfte aufzunehmen und in die Tragstruktur des Fasses einzuleiten? • W ie verändert sich durch den Anbau die Lastverteilung. Welche Auswirkungen hat der Anbau auf die Achslast und die Stützlast? • Werden durch den Anbau gesetzliche oder technische Werte überschritten? • Wer übernimmt aus haftungsrechtlicher Sicht die Verantwortung für die neue Kombination von Güllefass/ Verteiler?

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Achsen. Die Fässer können mit Schleppschlauch- oder Schleppschuhverteiler ausgerüstet werden. Ebenso gibt es eine Vielzahl von Anbau-Einarbeitungsgeräten.

Vakutec Neuste Entwicklungen im Bereich der Emissionsminderung spiegeln sich bei Vakutec im «VarioFlex»-Schleppschuhverteiler. Das Gestänge hat eine Anfahr-Sicherung. Schwankungen des Fasses und des Verteilers werden durch einen integrierten Hangausgleich ausgeglichen. Der Schuh und dessen Führung ist so konstruiert, dass der Grasbestand vor der Gülleablage durch einen Schardruck von acht Kilogramm geöffnet wird.

Veenhuis Gülletechnik ist im Verruf, den Boden massiv zu belasten. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Fassinhalte 8000 l übersteigen. Veenhuis zieht daraus Konsequenzen und erweitert das Premium-Gülletechnik-Segment um ein «Quad-Shift»-15 850-​ Liter-Fass. Das Konzept beruht auf vier gleich grossen Rädern, die sich unabhängig nebeneinander drehen. Zudem können die äusseren Räder mit einer Schiebeachskon­ struktion bis zu 65 cm nach aussen verschoben werden. Jedes Rad (inkl. Traktor) hat somit seine eigene Spur. Die Räder haben eine Grösse von 620/80R42.

Vogelsang Auf die kommende Düngesaison wartet Vogelsang mit Modellpflege im Bereich von Gülleausbringtechnik auf. Mit Verschärfung der Minderungsmassnahmen für flüchtiges Ammoniak in ganz Europa stellt sich auch immer wieder die Frage einer Nachrüstung mit entsprechender Verteiltechnik. Für diesen Zweck entwickelte Vogelsang das «UniSpread»-Gestänge. Dieses ist gewichtsoptimiert und hat eine Arbeitsbreite von sechs bis neun Metern. Je nach Einsatzgebiet kann das Gestänge mit Schleppschlauch- oder Schleppschuhtechnik ausgestattet werden. Beim optimierten Schleppschuhgestänge «Black Bird» hat Vogelsang dem Schleppschuh eine längliche, schnabelartige Form verpasst. Damit werden weniger Pflanzen benetzt und die Gülle weist ein gleichmässiges Fliessverhalten auf.

Schleppschuhe ritzen den Boden bzw. die Grasnarbe gerade so stark, dass die Gülle rasch versickert.

Schuhen ausgerüstet. Alternativ gibt es den «Tele-Fix»-Schleppschuh-Verteiler. Dieser ist mit dem patentierten Stahlguss-Gleitfuss ausgestattet. Der Schardruck durch Eigengewicht ist höher als sechs Kilogramm. Als dritte Variante gibt es den «Glidefix»-Schleppschuh-Verteiler. Es ist dies ebenfalls ein Stahlguss-Gleitfuss, er kann neu mit einer «Duplo»-Düse versehen werden. Schliesslich kann mit dem «Kusgu»-Scheiben-Güllegrubber die Gülle unmittelbar bei der Ausbringung eingearbeitet werden.

Apropos V-förmige Ungenauigkeit Bei grossen Arbeitsbreiten und den damit zwangsläufig unterschiedlich langen Schläuchen entsteht zu Beginn des Ausbringens eine V-förmige Ungenauigkeit.

Das heisst, bei den längsten Schläuchen fliesst zeitversetzt die Gülle später als bei den kurzen Schläuchen. Dieser Unterschied kann bei Arbeitsbreiten um 20 Meter bereits markant sein. Damit diese Ungenauigkeit nicht mehr so ausgeprägt ist, begegnen mehrere Hersteller (nicht nur Bomech) dem Problem mit der Montage von vier statt nur zwei Verteilerköpfen.

Fazit Stillstand bedeutet Rückschritt. Das weiss auch jeder Hersteller von Gülletechnik. Mit Neuheiten oder ganz einfach mit «Modellpflege» bleibt man im Gespräch. Die Übergänge zwischen echten Neuheiten und reiner Modellpflege sind fliessend. Spielt auch keine Rolle, Hauptsache bei der Kundschaft und in der Praxis spricht man darüber.

Zunhammer Der Güllespezialist aus Traunreut (D) rüstet seine Fässer mit unterschiedlicher Verteiltechnik aus. Der «Farmland-Fix»-Gülleverteiler ist mit leichten Ritz-Schlitz40

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Letzte Konsequenz: die sofortige Einarbeitung der Gülle verhindert Ammoniakemissionen.


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Der klassische Bergstreuer ist auf die Achse abgesetzt und hat stehende Streuwalzen. Bild: R. Hunger

Technik verleiht dem Mist Flügel Die Entwicklungen im Bereich der Mistzetter konzentrieren sich in erster Linie auf eine hohe Nährstoffeffizienz. Das gilt in erster Linie für die Streuwerke. Grundsätzlich gibt es keine neue Streutechnik, dafür steht bei den Herstellern viel Modellpflege im Vordergrund. Ruedi Hunger

Für das Wachstum der Pflanzen und die Zusammensetzung der Wiesenbestände spielt der Stickstoff eine entscheidende Rolle. Insbesondere bezüglich rasch wirksamen Stickstoffs sind die Hofdünger unterschiedlich zusammengesetzt. Auf vielen Futterbaubetrieben decken die betriebseigenen Hofdünger den gesamten Nährstoffbedarf der Wiesen und Weiden. Der volle Wert der Hofdünger kommt aber nur zum Tragen, wenn sie in der richtigen Menge, zum richtigen Zeitpunkt und richtig dosiert werden. Gerade weil der optimale Einsatz der Hofdünger hohe Anforderungen an das Management 42

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stellt, spielt auch die richtige Technik eine grosse Rolle. Nachfolgend ist die Ausbring- und Verteiltechnik für Mist thematisiert.

mit Zinken oder Messern bestückt. Mit einem Mistzetter können Feststoffdünger in Mengen von 2 bis 50 t/ha ausgebracht werden.

Verteilgenauigkeit

Quer- vor Längsverteilung

Mistzetter sind Schwerarbeiter. Sie müssen in der Lage sein, Streugüter von unterschiedlichen Qualitäten und Beschaffenheit zu verarbeiten. Dies reicht von trockenen, feinen Feststoffen aus separierter Gülle bis hin zu schwerem und verdichtetem Tiefstreumist. Das Ziel ist immer eine breite und präzise Verteilung. Dazu sind die Fräs- oder Streuaggregate

«Gut in der Breite, aber weniger in der Länge», fasste die DLG schon vor mehr als zwanzig Jahren ihre umfassenden Untersuchungen zur Verteilqualität der Mist­ zetter zusammen. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Längsverteilung etwas zurückhängt, denn für die Qualität der Längsverteilung ist die Dosierung und die Gleichmässigkeit des Streugutstroms


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aus der Ladefläche zum Streuaggregat, bezogen auf die zurückgelegte Fahrstrecke, verantwortlich. Da bereits das Beladen grossen Einfluss auf die nachfolgende Verteilgenauigkeit hat, ist ein Grossteil der Ungenauigkeiten auch «hausgemacht». Diesem Aspekt wird in der Praxis oft zu wenig Beachtung geschenkt. Stallmist hat keinen Schüttwinkel von 90°, daher bricht das Streugut bei unsorgfältig beladenen Mistzettern schubweise ab und wird entsprechend ungenau verteilt. Unter diesem Gesichtspunkt ist es besser, wenn das Verteilen nicht von den Fräswalzen, sondern in einem zweiten Schritt von Streutellern übernommen wird (Universalstreuwerk). Für eine optimale Querverteilung müssten eigentlich je nach «Streugutkonsistenz» und gewünschter Arbeitsbreite unterschiedliche Wirkelemente in Form von Reiss- oder Fräsmessern verwendet werden. Das ist in der Praxis wohl in den wenigsten Fällen der Fall, deshalb ist die Querverteilung nicht mit jedem Streugut gleich gut. Wurfweite, Wurfbahn und Wurfrichtung werden beeinflusst durch: Teilchengrösse und -form, Teilchendichte und Feuchtegehalt, Reibkräfte und Abwurfgeschwindigkeit sowie den aktuellen Durchsatz und die herrschende Windgeschwindigkeit. Das tönt nach sehr viel Theorie, allerdings können diese physikalischen Grössen nicht einfach ignoriert werden. Komposte und Fermentationsprodukte aus Hühnergülle sind besonders problematisch, da sie einen hohen TS-Gehalt aufweisen und die Teilchengrösse sehr unterschiedlich (klein) ist.

Wenig Neues, dafür viel Modellpflege Mistzetter gibt es in unterschiedlichen Bauarten und Grössen. Weit verbreitet ist der «normale» Plattformstreuer mit Ein­ achs- oder Tandemfahrwerk und einem stehenden 4-Walzen-Streuwerk. Im Berggebiet sind es die kleinen, aufgebauten oder gezogenen Seitenstreuer. Für den groben Tiefstreumist werden oft Tieflader oder Wannenstreuer eingesetzt. Schliesslich gibt es für Lohnunternehmer, Grossbetriebe und den gemeinschaftlichen Einsatz die grossen Tandemstreuer mit Universalstreuwerk. • «Normale» Plattformstreuer Verfügen vielfach über einen geschlossenen, verzinkten Grundrahmen. Vielfach sind die Hydraulik-, Druckluft- und elektrischen Leitungen in einem geschlossenen

Traktorgezogene Seitenstreuer erfreuen sich auf Futterbaubetrieben zunehmenden Interesses. Bild: A. Egger

Rohr oder im Chassisrahmen untergebracht. Das schützt die Leitungen und erleichtert die Reinigung. Das Streuaggregat ist in der Regel schräggestellt und damit dem Böschungswinkel des Streugutes etwas angepasst. • «Kleine» Bergstreuer Traktorgezogene Bergstreuer haben einen extrem tiefen Schwerpunkt, da der Grundrahmen zwischen den Rädern auf die Einzelachse abgesenkt ist. Üblicherweise verfügen die Bergstreuer über ein Heck-Streuwerk mit vier stehenden Walzen. • «Bergtaugliche» Seitenstreuer Die Seitenstreuer sind eine Spezialbauform. Sie wurden anfänglich als Aufbaustreuer für Transporter konstruiert.

Schon länger gibt es sie auch in traktorgezogener Bauart. Die Aufbau-Variante hat das Streuwerk hinten, folglich läuft der Kratzboden ebenfalls nach hinten. Heute erfreuen sich Seitenstreuer zunehmender Beliebtheit als traktorgezogene Mistzetter nicht nur für das Berggebiet. Bei der gezogenen Variante ist das Seitenstreu-Aggregat vorne platziert, entsprechend läuft der Kratzboden auch nach vorne. Die mit dem Kratzboden mitlaufende Schubwand transportiert das Ladegut in jedem Fall zuverlässig zum Streuaggregat. • «Robuste» Wannenstreuer Tieflader-, Tiefbett-, Mulden- oder Wannenstreuer, jeder Hersteller gibt ihm einen anderen Namen. Allen gemeinsam sind der schmale Aufbau und die seitlich

Verfügbarer Stickstoff in Hofdüngern Hofdüngerart

N-Verfügbarkeit in % des Gesamt-N-Gehalts

N-Verfügbarkeit im Anwendungsjahr in % Ntot Futterbau

Ackerbau

Vollgülle, Rindvieh Gülle kotarm

50–70 65–85

55 70

45 60

Stapelmist Laufstallmist Pferdemist Schaf- und Ziegenmist

20–30 25–50 10–25 40–60

20 25 15 40

15 20 10 30

Schweinegülle Schweinemist

50–70 40–60

60 (nicht empfohlen)

50 35

Hennenkot (Kotband) Hennenmist (Kotgrube) Geflügelmist (Mast)

40–60 40–60 40–60

(nicht empfohlen) (nicht empfohlen) (nicht empfohlen)

40 35 35

Anteil des mittelfristig und im Anwendungsjahr verfügbaren Stickstoffs in verschiedenen Hofdüngern. Quelle: Grudaf 2017

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grossen Räder. Strautmann liefert Reifen-Grössen bis 710/70R42, Bergmann bis 480/95R50. Auch unter den Wannenstreuern gibt es ganz grosse Modelle mit Tandemachse, beispielsweise von Joskin und Tebbe. Tellerstreuwerke können bei allen Herstellern optional mit einem Streubegrenzer ausgestattet werden. Sie erleichtern ein genaues Feldrandstreuen. • «Grosse» Universalstreuer Sie sind gross, haben ein entsprechendes Ladevolumen und ein hohes Leergewicht. Auch stellen sie hohe Ansprüche an die Zapfwellenleistung des Traktors, im Gegenzug sind sie aber sehr leistungsfähig. Im Prinzip sind die grossen Tandem- und Tridem-Zetter die XXL-Ausgabe der «normalen» Plattformzetter. In der Regel sind sie mit einem robusten Breitstreuwerk ausgestattet. Wegen ihrer Gesamthöhe stellen sie nicht zu unterschätzende Anforderungen an die Ladehöhe und die Reichweite des Ladefahrzeugs.

Laderaum Damit der Laderaum optimal ausgenutzt werden kann und gleichzeitig die Streuwalzen nicht blockiert werden, sind viele Mistzetter mit einem Stauschieber ausgerüstet. Dieser Stauschieber verhindert auch das Ausfliessen von Streugut beim Transport auf der Strasse. Zum Teil sind das Chassis und die profilierten Bordwände serienmässig verzinkt (Agrar). Das ist zwar teurer, bietet aber einen optimalen Korrosionsschutz. Alternativ gibt es das verzinkte Chassis und eine Spritzlackierung oder Spezialbeschichtung für die Bordwände. Auf die Bordwände gibt es verschiedene Aufsätze, zum Teil sind diese schräggestellt. Als La-

Allgemeine «Mist-Regeln» • Mist enthält langsam wirkenden Stickstoff. Begründung: die im Mist vorhandenen Stickstoffverbindungen müssen vorerst von Mikroorganismen im Boden abgebaut werden, bevor sie für Pflanzen verfügbar sind. • Aufgrund der langsamen Wirkung zeigt eine Mistdüngung im Ausbringjahr wenig Effekt, dafür wirken Mistgaben in den Folgejahren noch nach. • Mist ist humusmehrend und daher wichtig für die Bodenfruchtbarkeit. • Mist eignet sich für wenig intensiv und mittel intensiv genutzte Wiesen.

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Im Berggebiet weit verbreitet sind die Aufbau-Seitenstreuer. Bild: R. Hunger

deschutz sind Abschlussleisten aus Holz oder Kunststoff vorgesehen. Ein in Längsrichtung konischer Laderaum (im Bereich von wenigen Zentimetern) reduziert die Reibkräfte und trägt dazu bei, dass ein einheitliches Streubild erzielt wird. Die Heckklappen sind vielfach so konstruiert, dass das Streuwerk bei Stras­ senfahrt sauber abgeschlossen und damit das Herabfallen von Streugut verhindert wird. Heckklappen werden hydraulisch nach oben geklappt. Für Bergmiststreuer gibt es vereinzelt eine mechanische Bedienung.

Kratzenboden- oder … Der Klinken-Vorschub als Kratzbodenantrieb ist längst Nostalgie. Heute übernehmen hydraulische Antriebe diese Aufgabe. Die Kratzbodenketten sind für die hohen Belastungen ausgelegt. Damit sie immer die richtige Spannung aufweisen, werden sie bei Zettern im unteren Preissegment nach wie vor manuell mit Spannschraube und Schlüssel nachgespannt. Eine Alternative sind federbelastete Kettenspanner, die bei Bedarf zusätzlich mit einer Stellschraube vorgespannt werden. Automatische Spannsysteme sorgen dafür, dass die Ketten permanent die richtige Spannung aufweisen. Der Kratzboden wird je nach Hersteller mit zwei (einteilig) oder vier (zweiteilig) Bodenketten aus­ gerüstet. Anstelle von Rundstahlketten kommen teilweise auch die sog. «Rübig»-Flachketten zum Zug. Zum Teil wur-

den Kratzbodenleisten verstärkt bzw. 80 × 40 mm Leisten statt 60 × 40 mm.

… (Ab)schiebetechnik? Ein Kratzboden ist immer reparaturanfällig, insbesondere wenn er mangelhaft gespannt und gewartet wird. Zudem ist das Reinigen aufwendig. Daher bietet die Abschiebetechnik, wie sie Fliegl in einer Baureihe anbietet, gewisse Vorteile. Das hydraulische Schiebesystem garantiert eine gleichmässige Zuführung von Streugut zu den Fräswalzen, und dies bei kompletter Entleerung. Im Gegensatz zum Kratzboden bleibt der Unterboden sauber. Die Abschiebegeschwindigkeit wird über die automatische Vorschubregelung angepasst.

Streuwerk/Streuaggregat Das Streuwerk oder Streuaggregat leistet harte Arbeit. Es übernimmt das Zerkleinern und Verteilen des Ladeguts. Die Streuwerke können grob in vier Gruppen eingeteilt werden. Dabei gibt es vereinzelt Überschneidungen und fliessende Übergänge zwischen den einzelnen Bauarten. Nachfolgend eine grobe Einteilung in: • 4 stehende Streuwalzen Das Streuaggregat mit vier stehenden Streuwalzen ist der Inbegriff eines «Standard-Mistzetters». Seine geschraubten, aggressiven Streuzinken oder auswechselbaren Frässegmente verarbeiten nahezu alle Mistarten und hinterlassen ein


HOFDÜNGER

Unterschiedliche Wirkung von Mist und Gülle Eigenschaften von Gülle

• Enthält viel schnell wirksamen Stickstoff (Ammonium) • Kann bei heissem, trockenem Wetter ätzend wirken • Beeinflusst den Pflanzenbestand rasch und stark • Eignet sich für Wiesen mit intensiv nutzbaren Gräsern

Eigenschaften von Mist

• Enthält vor allem langsam wirksamen Stickstoff (die organischen N-Verbindungen werden zuerst im Boden von Mikroorganismen abgebaut, bevor sie für die Pflanzen verfügbar sind) • Mist ist wichtig für die Bodenfruchtbarkeit und ist humusmehrend • Mist hat im Ausbringjahr weniger Effekt, wirkt jedoch in den Folgejahren nach • Eignet sich für wenig intensiv und mittel­ intensiv genutzte Wiesen

Anwendung

• Anhaltspunkte für die richtige Menge und Verteilung von Mist und Gülle auf unterschiedlichen Wiesen gibt es im AGFF-Merkblatt 10 «Hofdünger im Futterbau» und den GRUD 2017. • Mist für wenig intensiv genutzte Wiesen • Mist und Gülle kombiniert, für mittel­ intensive Wiesen • Gülle (und Mist) für intensiv genutzte Wiesen

Quelle: R. Elmer, Plantahof

gleichmässig feines Streubild. Für einen problemlosen Anlauf empfiehlt sich ein Stauschieber. Mit diesem Streuaggregat werden beispielsweise Mistzetter von Agrar, Bergmann, Brantner, Farmtech, Kirchner, Strautmann und vielen anderen ausgerüstet.

ten und verstellbaren Wurfschaufeln (analog zu den Streuscheiben am Düngerstreuer) oder mit einem dreiarmigen Wurfstern und als dritte Möglichkeit mit Wurfpendel ausgerüstet. Die Wurfpendel sind nach Meinung des Herstellers unempfindlicher gegen Fremdkörper wie

Steine und sollen damit auch getriebeschonender sein. • Seitenstreuer mit Sternrotor und Auswurfrotor Das Streuaggregat ist aufgeteilt in einen Sternrotor mit Fräsplanet und den Aus-

• 2 stehende Streuwalzen Streuaggregate mit lediglich zwei stehenden Streuwalzen, die einen grossen Durchmesser aufweisen, sind hart im Nehmen und aber eher grob im Geben. Im Klartext: für Laufstallmist auf den Acker. In der Grundausrüstung haben Tief­lader zwei stehende Streuwalzen mit entsprechend grossem Durchmesser. Das Aggregat ist leicht nach vorn geneigt und damit dem Böschungswinkel des Streuguts angepasst, was gleichzeitig eine gute Streubreite ermöglicht. Streuaggregate mit lediglich zwei grossen stehenden Walzen gibt es aber auch unter den gros­ sen Plattformstreuern (Joskin).

• 2-Teller-Streuwerk Bergmann, Fliegl, Jeantil, Joskin, Miro, Samson, Strautmann und Tebbe u. a. liefern neben den grossen Maschinen optional auch Tieflader mit einem Universal-​ Streuwerk. Die Bezeichnung «Universal» zeigt, dass diese Streuwerke nicht wählerisch sind, sie können für alle Mistarten eingesetzt werden. Die Arbeitsteilung «Fräsen» und «Verteilen» übernehmen zwei oder drei liegende Fräswalzen in Verbindung mit zwei (vier) Streutellern. Der Vorteil liegt in einer besseren Krümelung des Streuguts. Eine weitere Stärke liegt in der grossen Arbeitsbreite. Die Streuteller haben einen Durchmesser um 90 cm. Die Streuteller werden unterschiedlich, mit drei bis sechs verschraub-

Weit verbreitet sind Miststreuer mit vier stehenden Streuwalzen. Bild: R. Hunger

Emissionen im Fokus Emissionen von Methan (CH 4) und Lachgas (N2O) aus Hofdünger sind eine Folge der mikrobiellen Umsetzungsprozesse von Kohlenstoff und Stickstoff. Methan wird ausschliesslich von anaeroben Organismen gebildet und tritt daher vorwiegend bei Gülle auf. Für die N2O-Emissionen aus Mist sind zwei Gruppen von Mikroorganismen verantwortlich, nämlich nitrifizierende und denitrifizierende Bakterien. In

beiden Fällen entsteht N2O in einer sauer­ stoff­armen Umgebung. Die Lachgasbildung erfolgt unter zahlreichen Wechselwirkungen, da die Umsetzungsprozesse aufgrund des unterschiedlichen Ausgangsmaterials und der unterschiedlichen Lagerung sehr komplex sind. Vorhersagen der N2O-Emissionen sind daher laut Fach­ experten sehr unsicher und nicht selten widersprüchlich.

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HOFDÜNGER

Für gehobene Ansprüche, der Universalstreuer mit Tandemachse. Bild: Strautmann

wurfrotor. Das Rotorgehäuse kann drehbar sein, damit ist ein beidseitiger Auswurf möglich. Gafner hat neu ein, mittels Scharnier, wegschwenkbares Streuaggregat im Programm. Die Bezeichnung «easy clean» sagt es schon, in erster Linie wird die Reinigung erleichtert.

Oben- oder Untenanhängung Viele Mistzetter können wahlweise mit Oben- oder Untenanhängung gekauft werden. Grundsätzlich ist der Unten­ anhängung der Vorzug zu geben. Wenn Untenanhängung, dann nur die Kugelkopfkupplung K80. Das setzt allerdings voraus, dass der oder die Traktoren entsprechend ausgerüstet sind. Bei über­ betrieblichem Maschineneinsatz ist diese Voraussetzung nicht immer problemlos erfüllbar. Zum Teil gibt es auch für Mistzetter eine Knickdeichsel. Dabei muss beachtet werden, dass sich durch deren Anwendung

Tieflader mit grosser Bereifung und zwei Streuwalzen mit grossem Durchmesser. Bild: Joskin

das Streubild verändert, ein Heben oder Senken beeinflusst sowohl die Längs- als auch die Querverteilung. Mittlere und grössere Zetter werden gerne mit einer Deichselfederung gekauft. Es gibt Gummipuffer, die dämpfend wirken. Weiter kommen Blattfederelemente zum Einsatz und es gibt optional auch eine öl­ pneumatische Federung (z.  B. Joskin). Bergmann setzt beim Tieflader auf eine hydropneumatische Deichselfederung.

Fahrwerk-Varianten Ein Blickfang ist das Bogie-Fahrwerk am Samson-Tiefbettstreuer. Die Bogie-Kon­ struktion mit einem grossen und einem kleinen Rad ist ein Alleinstellungsmerkmal. Das kleine Rad soll nach Angaben von Samson die Lenkkräfte bei Kurvenfahrt erheblich reduzieren. Im Übrigen gibt es alle Varianten von Fahrwerken. Die Schweizer Hersteller Agrar und Gafner rüsten ihre Mistzetter je nach Grösse

mit einer Einzelachse oder mit einem Tandemfahrwerk aus. Mit Ausnahme der tiefgelegten Bergmistzetter sind Mistzetter auch mit einem Federsystem ausgestattet. Je nach Grösse und Bauraum kann das ein einfaches Blattfedersystem, eine hydropneumatische Federung oder gar eine komfortable Luftfederung sein.

Fazit Es gibt eine Handvoll unterschiedliche Streuwerke für Miststreuer. Jede Art hat ihre Vor- und Nachteile. Richtig eingesetzt leisten sie gute Arbeit. Für Mängel bei der Längs- und Querverteilung ist nicht nur (aber auch) die eingesetzte Streutechnik verantwortlich. Ungenauigkeit ist zum Teil hausgemacht, indem einem gleichmässigen Beladen der Miststreuer oft zu wenig Beachtung geschenkt wird. Eine Marktübersicht ist auf der Homepage www.agrartechnik.ch/ download zu finden.

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Management | Rechtsecke

Die Bedienung im Traktor orientiert sich immer mehr an Geräten wie Tablet und Smartphone. Haptische Elemente sind jedoch meist ebenfalls in grosser Zahl vorhanden. Bild: Fendt

Touchscreen – Fluch oder Segen? Der Touchscreen übernimmt auch in der Landtechnik immer mehr Funktionen. Das medial viel beachtete Tesla-Urteil könnte nun für etwas Dämpfung bei den TouchEnthusiasten in den Entwicklungsabteilungen sorgen. Tobias Meyer*

Wie sich das Tesla-Urteil (siehe Kasten) und die vermehrte Touch-Bedienung allgemein auf künftige Maschinen auswirken werden, wurde bei einem Experten für Be­ dienelemente nachfragt. Die Firma Elobau aus dem Allgäu hat sich auf die Herstellung diverser Bedienelemente spezialisiert, vom einfachen Taster über Multifunktionsjoysticks bis hin zu komplett modular aufgebauten Armlehnen. Timo Schempp ist dort in der Vorentwicklung tätig.

* Tobias Meyer ist freischaffender Journalist aus D-90513 Zirndorf.

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Flexibilität versus Sicherheit «Die immer stärkere Verbreitung von Touchdisplays ist vor allem in deren Flexibilität begründet: Man kann darauf einfach jegliche Funktion hinterlegen und das auch nachträglich vergleichsweise einfach anpassen oder ändern. Zum Beispiel die Form, Beschriftung oder Position eines Buttons auf dem Display. Mit einer festen Taste geht das nicht. Und natürlich ist es günstiger für die Hersteller: Es muss nur ein Bauteil im Fahrzeug installiert werden, der Rest ist Software, über die beliebig viele Funktionen etabliert werden können. Bei einer Armlehne dagegen

kostet jedes zusätzliche haptische Bedien­ element», erklärt der Maschinenbau-Ingenieur. Zudem können über spätere Updates auf Touchdisplays einfach auch komplett neue Funktionen eingefügt oder die Anordnung der digitalen Buttons optimiert werden. Sogar dem Nutzer selbst könnte man gestatten, sich seine Menüs und Ansichten so zusammenzustellen, wie er sie gerne hätte – bei einer Armlehne ist das schon schwieriger. Hier können zwar inzwischen ebenfalls Knöpfe individuell belegt werden, die Freiheit ist aber bei weitem nicht so gross wie beim Touchdisplay. Der Trend zu dieser Form der Bedienung sei für Schempp daher durchaus nachvollziehbar – auch weil es auf den ersten Blick wie die modernere Art der Bedienung wirke. Es gibt dennoch ein «Aber»: Denn trotz der flexiblen Gestaltung und den wirtschaftlichen Vorteilen von Touchdisplays kann ein klassisches haptisches Bedien­ element wie etwa ein geformter Taster, ein Drehrad oder ein Hebel einfach ergonomischer, intuitiver und sogar sicherer für den Nutzer sein. Das oben angeführte Tesla-Urteil belegt das, da der Unfall mit einer klassischen Scheibenwischer-Bedienung höchstwahrscheinlich vermeidbar gewesen wäre.

(Zu) viele Informationen «Natürlich ist das Display aus einem modernen Traktor heute nicht mehr wegzudenken, allein schon zur Informations­ darstellung für Dinge wie Isobus-Geräte, Programmierung der Vorgewendeautomatik, Teilbreitenschaltung oder Spurführung mit Lenksystem. Die Frage ist allerdings, was ich zur Bedienung alles dorthin lege», erklärt Schempp. Seiner Ansicht nach können viele Funktionen, die für das einmalige Einstellen des Traktors in einem Einsatzszenario nötig sind, auf das Display wandern. Dazu gehören etwa die Mengen- und Zeitsteuerung für Hydraulikventile oder ab welcher Unterlenker-Höhe die Zapfwellenautomatik greifen soll.

Blind bedienen Der operative Betrieb jedoch, also alles, was der Fahrer während der Arbeit auf dem Feld nachregeln können muss – wie etwa die Arbeitstiefe – und vor allem sämtliche Vorgewendefunktionen, sollten Schempps Ansicht nach nur mit haptischen Elementen wie Knöpfen oder Drehschaltern bedient werden. Denn diese findet der Fahrer dann quasi blind und kann sie auch


Rechtsecke | Management

im wahrsten Sinne des Wortes blind «im Griff behalt­ en». Auch der Wechsel von einem Knopf zum nächsten erfolgt nach der ersten Eingewöhnung meist ohne nachzudenken. So kann der Blick auf den Pflug gerichtet bleiben, während die Hand ohne Blick auf das Bedienelement die Tiefe nachregelt. Zudem sind klassische Drehknöpfe feinfühliger einstellbar als der digitale Schieber auf einem Touchdisplay: Gerade im nicht selten rucke­ ligen Feldalltag ist es mit einem Touch-Slider schwierig, den exakt nötigen Wert zu treffen. Daher sind bei nahe­zu allen Herstellern die Displays auch mit zusätzlichen Tasten und Drehrädern bedien­ bar. Was bei dieser Fragestellung auch nicht unterschätzt werden dürfe, sei der Direktzugriff auf Funktionen über haptische Bedienelemente, bei Displaylösungen müsse man sich nicht selten durch Unter­ menüs klicken, um eine gewünschte Funktion bedienen zu können – so etwas wäre zum Beispiel am Vorgewende nicht akzeptabel. «Grundsätzlich kann man sagen: Je seltener und weniger regelmässig eine Einstel­lung gemacht werden muss, desto eher kann sie aufs Display. Je häufiger und regelmässiger ich eine Funktion im Feld und während der Teilnahme am Stras­ senverkehr brauche, desto eher sollte sie von einem haptischen Element aus gesteuert werden können», findet Schempp. Er sieht hier jedoch aktuell noch keine «Gefahr», dass in der Landtechnik irgendwann die Steuerung ähnlich der im Tesla funktionieren wird: Grundsätzliche Dinge wie zum Beispiel Hubwerk, Handgas, Tempo-

mat, Fahrtrichtungswechsel, Zapfwelle oder die Hydraulikventile werden weiterhin ausserhalb des Terminals zu finden sein – etwas anderes würden die Fahrer auch gar nicht akzeptieren.

Neuste Entwicklungen Eine Kombination ist dabei ebenfalls möglich, Elobau-Marktbegleiter Rafi hat dafür in seinen Touchdisplays eine kreisförmige Vertiefung integriert, die den Finger wie bei einem haptischen Element blind führen kann. Ausserdem ist in der Mitte ein fühlbarer Druckknopf verbaut. Die Technologie dahinter ist weiterhin touchbasiert, einige kennen das eventuell von bestimmten Smartphones: Dort ist der Home-Button ebenfalls fühlbar, er rea­giert sogar mit einem leichten Klick. Ist das Telefon ausgeschaltet, funktioniert er jedoch nicht, da hier ebenfalls lediglich Touchtechnik eingesetzt wird, der fühlbare Klick wird im Hintergrund durch Vibration simuliert. Ähnliche Technik könnte künftig auch die Bedienung von Touchdisplays in Fahrzeugen intuitiver

Tesla-Urteil Ein Tesla-Fahrer wollte während Starkregens die Geschwindigkeit seines Scheibenwischers verstellen. Das geht in diesem Fahrzeug aber nicht mehr über einen klassischen Hebel am Lenkrad, sondern über ein Untermenü auf dem zentralen Touchdisplay in der mittigen Fahrzeugkonsole. Da er seinen Blick dorthin lenken musste, kam er von der Strasse ab und kollidierte mit einigen Bäumen. Der Fahrer wurde zu einer 200-Euro-Geldbusse und einem einmonatigen Fahrverbot verurteilt, da man das Touchdisplay mit einem Smartphone gleichsetzte: Das Gesetz untersagt jegliche Bedienung von elektronischen Geräten wäh-

rend der Fahrt, wozu das Gericht auch das fest verbaute Touchdisplay des Teslas zählte. Die zweite Instanz in Form des Oberlandesgerichts Karlsruhe hat das Urteil bestätigt. Auch für die Fahrsicherheit notwendige Funktionen dürften demnach über solche Bedienelemente nur dann gesteuert werden, wenn es den Fahrer nicht zu sehr ablenke – was hier aber offensichtlich der Fall war. Dem Fahrer wäre also nichts anderes übriggeblieben, als anzuhalten, da der Starkregen und auch die entsprechend dafür notwendige Justierung des Scheibenwischers eigentlich eine zu grosse Gefahr für die Weiterfahrt bedeutet haben.

Modulare Armlehne «225MA Midi» der Firma Elobau aus Leutkirch D. Bild: Elobau

machen, da so die erforderliche Stelle blind erfühlt und betätigt werden könnte. «Eine Rückmeldung könnte man so ebenfalls realisieren: Statt dem Anschlag eines Drehknopfes könnte die Stelle im Touch dann vibrieren und dem Fahrer blind signalisieren, dass er am maximalen Wert der Funktion angelangt ist», so Schempp.

Fazit Als Fazit sieht Schempp bezüglich des Tesla-Urteils eine Bestätigung der von ihm und Elobau geführten Strategie, die haptische Bedienelemente – mindestens im Off-Highway-Bereich – als essenziell ansieht. Die wenigsten Traktorfahrer würden zudem während der Strassenfahrt auf Funktionen im Terminal zugreifen müssen, weshalb das oben erwähnte Urteil bei den Land- und Baumaschinen­ herstellern wohl keine grosse Welle geschlagen hat. Dennoch gibt es dadurch aber eventuell entsprechende Impulse in den Entwicklungsabteilungen der OEM, da die Schwächen des Systems aufgezeigt und juristisch klar benannt wurden. Der ungebremste Trend zum wirtschaftlich günstigen und flexiblen Touchdisplay wird wohl nicht sehr stark zurückgehen, man wird sich aber hoffentlich wesentlich mehr Gedanken darüber machen, wie die Touch-Technologie sinnvoll und sicher implementiert werden kann – und wo eben haptische Bedienelemente nach wie vor viel besser geeignet sind. 2

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Impression | Fahrbericht

Der Hürlimann «XA 110.4 V-Drive» ist ein agiles Leichtgewicht, dessen 4-Zylinder-Motor die Abgasnorm der Stufe 3b erfüllt. Bilder: R. Engeler

Leichtgewicht fürs Grünland Mit der Serie «XA V-Drive» hat Hürlimann neue und vielseitige Traktoren mit stufenlosem Getriebe im Leistungsbereich von 80 bis 120 PS auf den Markt gebracht. Die «Schweizer Landtechnik» machte mit dem Spitzenmodell «XA 110.4 V-Drive» eine Probefahrt. Roman Engeler

Ohne grossen Klamauk hat Same DeutzFahr im Dezember vorigen Jahres neue Traktorbaureihen mit stufenlosem Getriebe im Leistungssegment von 80 bis 120 PS auf den Markt gebracht. Bei Deutz-Fahr heisst die Serie «5D TTV», in den Farben von Same sind es die Modelle «Dorado CVT» und für Hürlimann heissen die Traktoren «XA V-Drive». Es sind jeweils fünf Traktoren, wobei man bei den Modellen mit der Bezeichnung «90» und «100» zwischen einem 3- oder 4-Zylinder-Motor wählen kann, beim Spitzenmodell «110» wird stets ein 4-Zylinder-Aggregat verbaut. Die «Schweizer Landtechnik» hatte kurz vor Weihnachten die Gelegenheit, 50

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das Modell Hürlimann «XA 110.4 V-Drive» einer Fahrprobe unterziehen zu können.

Hauseigener Motor Angetrieben wird der «XA 110.4» von einem hauseigenen 4-Zylinder-Motor («Farmotion»). Dieser Motor ist hinlänglich bekannt, hat kompakte Masse, weist eine Nennleistung von 107 und eine maximale Leistung von 113 PS auf. Diese Motoren mit 3,8 l Hubraum wurden bereits vorfabriziert und sollen fix dieser Baureihe zugeordnet sein, weshalb sie trotz «alter» Abgasnorm 3b noch kurze Zeit verbaut werden dürfen. Ab nächstem Jahr soll dies nicht mehr möglich sein, weshalb dann

auch eine aufwändigere Abgasnachbehandlung für die Erfüllung der Stufe-5Norm notwendig wird, was wiederum im Outfit der Kühlerhaube gewisse Veränderungen nach sich ziehen dürfte. Der Treibstofftank ist zweigeteilt. Ein Teil befindet sich oberhalb der Vorderachse, der zweite links vom Einstieg. Über eine Leitung mit Pumpe sind die beiden Einheiten, total 115 l, verbunden. Ist jedoch ein Fronthubwerk vorhanden, so ist das Volumen mit 95 l um 20 l geringer. Entsprechend der Abgasnorm braucht es keine AdBlue-Versorgung. Die Fronthydraulik stammt übrigens vom Spezialisten Sauter und vermag knapp 2,9 t zu heben.


Fahrbericht | Impression

Optional gibt es diese intelligente Vorderachsfederung mit Einzelrad-Aufhängung.

Innovativ gefedert Auf Wunsch gibt es eine Vorderachsfederung mit Einzelrad-Aufhängung sowie inte­ grierten Wank- und Seitenstabilisierungsfunktionen. Sensoren regeln abhängig von Geschwindigkeit und Lenkwinkel in Echtzeit die Dämpfer, was Fahrkomfort und -sicherheit erhöht. Weiter ist eine automatische Differentialsperre eingebaut. Sie verhindert das Durchdrehen nichtbelasteter Räder, indem das Drehmoment auf jene Räder übertragen wird, die über ausreichend Grip verfügen. Echte Vierrad-Bremsen im Ölbad und die hydraulische Feststell-Bremse sorgen für zusätzliche Sicherheit.

Von spartanisch bis perfekt Die 4-Pfosten-Kabine, sie bietet eine perfekte Rundumsicht, ist auf Hydro-Silent-Blöcken gelagert. Eine Klimaanlage gehört zum Serienumfang. Die Federung ist ordentlich, vornehmlich werden Vibrationen und Geräusche absorbiert, weniger die wirklich harten Schläge. Optional kann das Fahrerhaus mit einem Filtersystem der Kategorie 4 ausgestattet werden, was beispielsweise bei Pflegearbeiten mit Pflanzenschutzmitteln angezeigt ist. Der Kabinenboden ist flach, zusammen mit der hellgrauen Auskleidung sieht die Kabine recht geräumig aus. Spartanisch ist dagegen die Sitzgelegenheit für den Beifahrer. Dieser Sitz ist allerdings auch nicht als solcher homologiert. Das Armaturenbrett mit gut ablesbaren, farbigen Anzeigen schwenkt mit der verstellbaren Lenksäule mit. Diese lässt sich per Fussdruck selbsttätig hochschwenken. Links vom Lenkrad befindet sich griffgünstig der Hebel für die hydraulische Feststellbremse.

Stufenlos unterwegs Das stufenlose Getriebe, das Same DeutzFahr selbst baut, umfasst zwei Fahrbereiche für Strasse und Acker, die automatisch gewechselt werden. Die maximale Geschwin-

Dank vier frei belegbaren Knöpfen kann man die Funktionen von Armlehne und Fahrhebel den individuellen Bedürfnissen anpassen.

digkeit von 40 km/h wird bei 1730 U/min erreicht. Die drei Fahrmodi lassen sich den Anforderungen entsprechend anwählen. Im Automatik-Modus erreicht man mit Treten aufs Gaspedal das anvisierte Maximal-Tempo. Die Steuerung sorgt dann dafür, dass dieses konstant bleibt, und regelt automatisch sowie lastabhängig die Motordrehzahl. Der Zapfwellen-Modus wird bei entsprechender Zuschaltung selbsttätig aktiviert. Die Zapfwellendrehzahl bleibt dann unabhängig vom Tempo des Traktors konstant. Letztlich kann man auch «manuell» fahren. Mit dem Gaspedal wird die Drehzahl bestimmt, mit dem Fahrhebel die Geschwindigkeit. Eine aktive Stillstandregelung hält den Traktor in Steigungen nur durch Loslassen des Gaspedals fest. Serienmässig gibt es die Zapfwellen-Kombination 540, 540 ECO und 1000 U/min. Eine elektrohydraulische Zapfwellenzuschaltung ist Standard – entweder per Taste auf der Armlehne oder extern auf dem Kotflügel.

Personalisierte Bedienung Die Armlehne mit dem Multifunktions­ hebel präsentiert sich aufgeräumt. Vier Tasten, sogenannte «Jolly-Buttons», kann man frei wählen und entsprechend seinen Wünschen anpassen. HydraulikKompo­nenten, beispielsweise ein Front­ lader, lassen sich über einen zusätzlichen Kreuzhebel steuern. Die Load-Sensing-Hydraulik leistet 100 l/min. Im Heck sind bis zu fünf Zusatzsteuerventile mit drucklosem Rücklauf und mit elektronischer Zeit- sowie Mengenregelung verfügbar. Optional lassen sich zwei Zusatzsteuerventile im Zwischenachsbereich mit drucklosem Rücklauf und ein weiteres vorne hinzufügen.

Die elektronische Steuerung mit Schwingungsdämpfung des Heckkrafthebers ist serienmässig. Die maximale Hubkraft beträgt 4,3 t.

Fazit Mit seinen 4,3 t, und dies inklusive Frontzapfwelle, Fronthydraulik, Vorderachsfederung und Klimaanlage, ist der Hürlimann «XA 110.4» ein Leichtgewicht – ideal fürs Grünland. Das zulässige Gesamtgewicht gibt der Hersteller mit 5,8 t an, was dann eher bescheidene Zuladungsmöglichkeiten bedeutet. Das Modell war mit einer hydraulischen Zweileiter-Bremse und intelligentem Ventil ausgerüstet. Eine pneumatische Bremsanlage kann nachgerüstet werden. Das Modell Hürlimann «XA 110.4 V-Drive» gibt es ab CHF 98 000.– (inkl. MwSt.). In einer Vollausstattung, bei der noch ein Zusatzmonitor, zwei Kameras und eine GPS-​ Spurführung dazukommen, kostet das Modell CHF 115 000.– (inkl. MwSt.).

Steckbrief Hürlimann «XA 110.4 V-Drive» Motor: Farmotion, 3,8 l, 4 Zylinder, 95/115-l-Diesel-Tank Leistung: max. 113 PS (ECE R120), 435 Nm Getriebe: Stufenlos, 2 Fahrbereiche, 3 Fahrmodi Hydraulik: 100 l/min, Load-Sensing. Zapfwelle: 540/540E/1000 (optional Wegzapfwelle) Hubkraft Front/Heck: 2880 kg / 4310 kg Masse: Länge: 4768 mm; Breite: 1745– 2182 mm; Höhe: 2570 mm; Radstand: 2271 mm Leergewicht: 4058 kg (Testmodell: 4300 kg) Gesamtgewicht: 5800 kg Preis (Testmodell): Fr. 98 000.– (inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

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Impression | Testbericht

Die «DualDrive»-Steuerung der «Motech»-Mäher von Reform ermöglicht ein ermüdungsärmeres Fahren als mit der Drehgriffsteuerung. Bilder: J. Paar

«Individual» steuern Die «DualDrive»-Steuerung der Reform-Motormäher lässt sich individuellen Bedürfnissen anpassen, wie der folgende Testbericht aufzeigt. Johannes Paar* Die «Motech»-Hydromäher von Reform, sie werden von Rapid gebaut, unterscheiden sich aber in gewissen Punkten der Bedienung, gibt es mit drei verschiedenen Steuerungen für den Fahrantrieb. Die kleineren Mäher von 7 bis 9 PS haben einen mechanischen Drehhebelgriff verbaut. Beim Flaggschiff «RM 25» mit 23 PS ist dieser elektrisch ausgeführt. Bei den Modellen «RM16», «RM18» und «RM22» – 14 bis 23 PS – geht Reform mit der «DualDrive»-Steuerung einen neuen Weg. Seit zwei Jahren gibt es für diese Steuerung ein Diagnosemodul, das deutlich mehr kann als nur Fehler anzeigen. Mit diesem, ursprünglich für die Händler entwickelten, Diagnosemodul für Wartung und Reparatur lässt sich auch die Maschinensteuerung für verschiedene

* Johannes Paar ist Chefredaktor der österreichischen Fachzeitschrift «Landwirt».

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Arbeitseinsätze auf die Vorlieben des Bedie­ners optimieren. «DualDrive» wurde eine Saison lang getestet und beim Mähen, Heuen, Mulchen sowie beim Schieben und Fräsen von Schnee unter die Lupe genommen. Als Testmaschine stand ein 23 PS starker «Motech RM22.23» mit diversen Anbaugeräten zur Verfügung.

Zwei getrennte Bedieneinheiten Bei der weitverbreiteten Drehgriffsteuerung werden die Fahrtrichtung und die Geschwindigkeit nur mit der rechten Hand bestimmt – quasi alles in einem Griff. Das «DualDrive»-System hingegen zeichnet sich durch zwei getrennte Be­dieneinheiten aus: Am linken Lenkholm befindet sich eine Drehwippe, mit der man die Fahrtrichtung oder die Neutralstellung vorwählen kann. Am rechten Lenkholm bestimmt man mit einer zweiten Drehwippe die Fahrgeschwindigkeit. Drückt man die Wippe in die vorgewählte Fahrtrichtung, be-

schleunigt der Mäher bis zur gesetzlich maximal erlaubten Höchstgeschwindigkeit (vorwärts 8 km/h und rückwärts 4 km/h). Die Beschleunigung erfolgt proportional zur Schalterstellung. Lässt man die Drehwippe los, bleibt die Geschwindigkeit erhal­ ten. Drückt man die rechte Schaltwippe über die Nullstellung in die andere Richtung, verzögert die Maschine. So weit kein grosser Unterschied in der Bedienung zur herkömmlichen Drehgriffsteuerung.

Kurzbewertung + Entspanntes Fahren + Fahrtrichtungswechsel-Funktion + Individuelle Einstellmöglichkeit der Bedienung – Zusatzkosten für individuelle Einstellbarkeit – Noch keine Endverbraucher-Lösung der individuellen Einstellbarkeit


Testbericht | Impression

Zudem lassen sich der Raddurchmesser, der Geradeauslauf und verschiedene andere Parameter einfacher kalibrieren.

Das sagen die Praktiker

Mit diesem Diagnosemodul lässt sich die Bedienung des Motormähers auf die Bedürfnisse des Fahrers abstimmen.

«Dual-Drive» bietet aber zusätzlich eine Funktion zum Fahrtrichtungswechsel. Auf der linken Holmseite lässt sich die Fahrt­ richtung per Knopfdruck ändern. Dabei bleibt das Fahrzeug nicht ruckartig stehen, sondern verzögert auf Stillstand und beschleunigt anschliessend in die andere Fahrtrichtung bis zur eingestellten Geschwindigkeit. Diese Steuerung ermöglicht ein entspanntes Fahren am Hang, da keine Stellkräfte mit der Hand mechanisch aufgebracht werden müssen. Da alles elektrisch angesteuert wird, gibt es auch bei langen Einsätzen keine Blasen an den Händen. Als zweiten grossen Vorteil propagiert Reform die individuelle Einstellmöglichkeit der «DualDrive»-Steuerung.

Diagnosemodul zum Einstellen Ursprünglich war das Diagnosegerät für Service- und Reparaturarbeiten durch die

Werkstätten vorgesehen. Im Diagnosekoffer befindet sich daher nicht nur das Kästchen mit dem Display, sondern auch jede Menge von Sensoren und Adapterkabeln. Dieser Diagnosekoffer hat mit Fr. 3615.– (inkl. MwSt.) auch einen stolzen Preis. Laut Hersteller lassen sich mit diesem Modul in den Werkstätten aber Arbeitskosten sparen. Eine einfachere Version dieses Diagnosekoffers ohne Reparaturkits gibt es für Fr. 1360.–. Laut Hersteller können sämtliche Reform-Händler Services mit dem neuen Diagnosegerät anbieten. Für den Praktiker bietet das Diagnose­ gerät die Möglichkeit, verschiedene Parameter der Bedienung auf die jeweiligen Bedürfnisse abzustimmen: So lässt sich beispielsweise die Aggressivität der Lenkung verstellen, die maximale Vorwärtsund Rückwärtsgeschwindigkeit getrennt begrenzen sowie das Beschleunigungsund Verzögerungsverhalten einstellen.

Die «DualDrive»-Steuerung ermöglicht ein ermüdungsärmeres Fahren als mit der Drehgriffsteuerung. Vor allem, wenn man längere Zeit mit einer konstanten Geschwindigkeit fahren kann und nur wenige Fahrgeschwindigkeitsänderungen notwendig sind, hat das System Vorteile. Da kommt dann auch die Richtungswechsel-Funktion zur Geltung. In Situationen, in denen man schnell reagieren muss, beispielsweise beim Verladen des Mähers auf einen Anhänger, ist die mechanische Drehgriffsteuerung vorteilhaft, da sie wesentlich schneller reagiert. Die Grundidee, verschiedene Einstellungen für diverse Anbaugeräte oder Arbeiten zu nutzen, ist gut. Anbaugeräte, wie zum Beispiel eine Schneefräse, ein Mulcher oder eine Bodenfräse, haben unterschiedliche Anforderungen in Bezug auf Geschwindigkeit und Bedienung des Motormähers. Mit diversen Konfigurationen kann man hier das Optimum herausholen. Für den Praktiker ist das aber nur interessant, wenn das einfach und schnell geht. Sonst ist es vermutlich wie überall: Es gibt die Möglichkeit, sie wird aber nicht genutzt. Ob dazu der Weg zum Händler und Arbeitskosten in Kauf genommen werden, bezweifeln die Testfahrer und eine eigene Anschaffung ist kostenintensiv. Am besten wäre es, wenn sich verschiedene Konfigurationen für das jeweilige Anbaugerät in einer Handy-App abspeichern und per Knopfdruck aufrufen lassen würden. Vermutlich wird es in diese Richtung auch weitere Entwicklungsschritte geben. Der Grundstein für individuelle Einstellungen ist mit der «DualDrive»-Steuerung auf jeden Fall gelegt.

Am linken Lenkholm befindet sich eine Drehwippe für die Wahl der Fahrtrichtung, rechts ist die Wippe für die Vorgabe des Tempos.

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Impression | Fahrbericht

In schwierigen Verhältnissen unterwegs: John Deere «8RX370» mit vier Raupenlaufwerken. Bilder: J. Paar

Wenn Reifen scheitern John Deere bietet neben Rädern zwei alternative Fahrwerke an. Der Grosstraktor «8RX» mit vier Raupenfahrwerken wurde im Herbst bei schwierigen Bedingungen Probe gefahren. Johannes Paar*

Der Standardtraktor John Deere «8R» mit konventionellem Räderfahrwerk ist auf dem Testbetrieb bestens bekannt. Seit vielen Jahren werden dort mit einem John Deere «8345R» die schweren Zugarbeiten verrichtet. Eine gute Gelegenheit, unter einheitlichen Bedingungen einen Vergleich mit dem neuen «8RX» anzustellen. Beide Konzepte mussten sich unter schwierigen Bedingungen vor einem gezogenen Grubber «Terrano 5 FM» von Horsch mit einer Arbeitsbreite von 4,8 m beweisen. Der Boden war

nach dem Maisdrusch im Herbst zwar sehr feucht, aber für die Bodenbearbeitung nicht zu nass. Für den Vergleich ideale Voraussetzungen. Auf schweren Böden war die obere Bodenschicht so rutschig, dass der Schlupf am Radtraktor zeitweise auf 100 % anstieg. Die Reifen konnten die Zugkraft nicht mehr auf den Boden übertragen. Zu diesem Zeitpunkt spannte man den «8RX» vor den «Terrano 5 FM» und versuchte das Glück mit den vier Raupenbändern.

Weniger Schlupf mit vier Raupen * Johannes Paar ist Chefredaktor der österreichischen Fachzeitschrift «Landwirt».

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Der Unterschied war markant: Mit dem «8RX» konnte man die Arbeit nahezu problemlos fortsetzen. Die vier Triangel-Rau-

penlaufwerke mit der mehr als doppelt so grossen Aufstandsfläche «verzahnten» sich mit dem rutschigen Oberboden und ermöglichten wieder ein vernünftiges Vorwärtskommen mit deutlich weniger Schlupf. Auch die Auswertung der «JDLink»-Daten beider Fahrzeuge über mehrere Stunden bestätigte selbst bei besseren Bodenbedingungen das deutlich reduzierte Schlupfverhalten des «8RX»-Konzeptes. Für den «8RX» bietet John Deere an der Hinterachse drei verschiedene Bandbreiten an: 458 mm, 610 mm oder 762 mm. Der Vorführtraktor war mit den breiteren Bändern ausgestattet. Die Aufstandsfläche gibt der Hersteller mit 4,57 m² an. Im Ver-


Fahrbericht | Impression

Triangel-Raupenlaufwerke haben mehr als doppelt so grosse Aufstandsflächen.

gleich dazu die Aufstandsfläche des Rad­ traktors: 1,94 m² trotz der 900 mm breiten Hinter­räder mit 2,15 m Durchmesser. Ob­ wohl das Raupenfahrzeug um knapp zwei Tonnen schwerer ist, reduziert sich der Bo­ dendruck laut Hersteller fast auf die Hälfte: 0,44 kg/cm² zu 0,93 kg/cm². Selbst mit Zwillingsrädern an beiden Achsen kommt man nicht an die Werte vom «8RX»-Fahr­ werk heran. Die Aufstandsfläche beträgt mit Doppelbereifung 3,48 m², was einen Bodendruck von 0,52 kg/cm² ergibt.

Praktische Handhabung Zwillingsbereifungen bei Grosstraktoren sind zwar eine technische Problemlösung, bedeuten aber einen grossen Aufwand. Sie sind für die Strasse meist zu breit und müssen demontiert werden. Mit dem «8RX» lassen sich die gesetzlichen Bestimmungen einhalten. Bei 3 m Aussen­ breite ist er nur um wenige Zentimeter brei­ ter als der «8345R» mit 900er-Breitreifen. Auf der Strasse fahren sich Räder natürlich komfortabler als Raupen. Obwohl die mitt­ leren Laufrollen der beiden Hinterachs-​ Laufwerke gefedert sind, kommen sie an die dämpfende Wirkung grossvolumiger Räder nicht heran. Zudem gibt es beim «8RX» nur eine Kabinenfederung und kei­ ne Vorderachsfederung. Mit dem «8RX» kann man problemlos auf die Strasse, ein Transportfahrzeug ist er jedoch nicht. Erstaunlich ist die Wendigkeit des Raupen­ traktors. Diese ist dem Radtraktor zumin­ dest ebenbürtig. Der «8RX» ist etwas län­ ger gebaut, ermöglicht aber einen grösse­ ren Lenkeinschlag. Die Triangel-Laufwerke vergrössern die Bauhöhe des «8RX» um 18,5 cm. Zudem schwenken sie beim Ein­ lenken unter den Motorblock, während Räder mit ihrem Lenkeinschlag am Motor begrenzt sind. Dadurch ergibt sich mit den Raupen an der Vorderachse mehr Platz für

Die Bedienung mit Display ist bei den «8RX» Raupentraktoren analog den Radtraktoren.

den Lenkeinschlag. Bei engen Wendema­ növern auf weichem Untergrund ist die Lenkung etwas schwergängig, auf Asphalt geht es hingegen leichter. Die Dammbil­ dung bei enger Kurvenfahrt ist gering. Am Seitenhang fährt sich der «8RX» stabil. Die vier Raupen ziehen gleichmässig. Positiv aufgefallen sind die beeindrucken­ de Rundumsicht und die verbesserte Sicht auf das Heckhubwerk. Bei feuchten Be­ dingungen, wie man sie im Herbst vor­ fand, verschmutzte der «8RX» viel stärker als der Radtraktor. Besser angepasste Kotflügel würden vor allem die Kabine sauberer halten.

Höhere Kosten versus grösseres Zeitfenster Das Fahrverhalten des «8RX» auf dem Acker ist ähnlich wie mit einem Radtrak­ tor. Da braucht man sich als Fahrer nicht gross umstellen. Die Gewichtsverteilung ist ähnlich einem Radtraktor. Der «8RX» benötigt meist keinen so schweren Front­ ballast, wie es bei Halbraupen-Traktoren in der Regel der Fall ist.

Auch auf der Strasse gibt es kaum Ein­ schränkungen, sieht man vom reduzier­ ten Fahrkomfort ab. Der «8RX» ist unter 3 m breit, ermöglicht laut Hersteller eine Nutzlast von über 5 t und läuft bis zu 40 km/h schnell. In Summe bietet der «8RX» ein stimmi­ ges Gesamtkonzept, das aber auch sei­ nen Preis hat. Es gibt fünf «8RX»-Model­ le zwischen 340 und knapp 460 PS. Bei den Laufwerken des «8RX» handelt es sich nicht um nachgerüstete Laufketten, die viele Anpassungen am Fahrzeug oder Einschränkungen hinsichtlich Manövrier­ barkeit und Geschwindigkeit nach sich ziehen würden, sondern um ein von Grund auf entwickeltes Fahrwerkskon­ zept. Beim Topmodell «8RX410» beträgt der Mehrpreis für die breiten Trian­ gel-Laufwerke laut Konfigurator und Preisliste über Fr. 139  000.– (exkl. MwSt.). Dem gegenüber stehen ein hal­ bierter Boden­druck und ein erweitertes Einsatzzeit­ fenster bei schwierigen Bo­ denbedingungen, vor allem auf schwe­ ren Böden.

Konzeptvergleich «8R» und «8RX Modell Fahrwerk Aufstandsfläche

«8R»

«8RX»

4 Räder; vorne: 650/60R34; hinten: 900/60R42

4 Triangel-Laufwerke; vorne: 610 mm; hinten: 762 mm

1,94 m²

4,57 m²

0,93 kg/cm²

0,49 kg/cm²

Radstand

3050 mm

3235 mm

Gesamtlänge

6190 mm

6320 mm

Gesamthöhe

3550 mm

3735 mm

Gesamtbreite

710/70R42: 2,55 m 900/60R42: 2,85 m

< 3  m

Eigengewicht

rund 18 000 kg

rund 20 000 kg

ab CHF 395 000.– (exkl. MwSt.)

ab CHF 500 000.– (exkl. MwSt.)

Bodendruck

Modell «8RX410» in Premi­ um-Ausstattung (Herstellerangaben)

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Sicherheit | Unfallverhütung

Die Arbeitsschutzvorschriften beim Rebenvorschneider sind eingehalten, nicht aber die Zulassungsvorschriften zum Strassenverkehr, sagt Michel Liaudat, Chefexperte für landwirtschaftliche Fahrzeuge beim Waadtländer Strassenverkehrsamt (SAN). Bild: D. Senn

Problem Rebenvorschneider auf Strassenfahrt An Traktoren vorgebaute Rebenvorschneider sind in den Fokus der Kantonspolizei Waadt gerückt. Sie müssen für Strassenfahrten unter anderem mit einem Schutzgitter nachgerüstet werden – schweizweit. Dominik Senn Rebenvorschneider, in der Regel vorne​ seitlich an Schmalspurtraktoren angehängt, werden eingesetzt, um die einjährigen Triebe in der gewünschten Höhe auf längere Zapfen, Strecker oder Ruten zu schneiden. In den Rebbaukantonen der Schweiz sind sie wegen ihrer enormen Arbeitseinsparungen von 15 bis 25 Akh/ha häufig anzutreffen. Allein im 1600-Seelen-Weinbaudorf Perroy sind sechs Stück im Einsatz. Eines davon, ein ERO «VSLO7P» des deutschen Herstellers Binger Seilzug, ist im Besitz von Michel Francey, der in der weiten Region weinbauliche Lohnarbeiten ausführt. 56

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Die Feststellungen Eine polizeiliche Strassenkontrolle in Eysins kurz vor Jahresende 2020 löste in Weinbau-Kreisen eine mittlere seismische Erschütterung aus, denn Francey flatterte eine Anzeige ins Haus. Die Mängelliste: Das Positionslicht und der vordere rechte Blinker waren nicht sichtbar. Die Trennscheiben waren nicht abgedeckt, denn sie gelten als gefährliche Teile, weil sie sich in Transportposition in einer Höhe von 150 cm (oberste Scheiben) über dem Boden befinden. Die Markierung zur Signalisierung des seitlichen Versatzes nach vorne fehlte (das Arbeitsgerät überragt den Traktor seitlich um

70 cm). Alles in allem befand die Kantonspolizei, zwar seien die Arbeitsschutzvorschriften beim Anbaugerät eingehalten, nicht aber die Zulassungsvorschriften zum Strassenverkehr, wie sich Adj. Olivier Sheppard, Chef des Büros der Verkehrsgesetzgebung bei der Kantonspolizei, ausdrückte.

Die Lösungen Lohnunternehmer Michel Francey erkannte die Tragweite des Befundes und organisierte in der Folge eine Zusammenkunft zwecks Bewertung der landwirtschaftlichen Maschine für die Zulassung zum Stras­ senverkehr, mit Jean-Luc Jaton von


Unfallverhütung | Sicherheit

Blinklicht

Für Bäuerin und Bauer ackern wir tagtäglich.

Und SVLT-Mitgliedern machen wir monatlich ein Angebot.

Schutzgitter

Zwingend notwendig für die Zulassung zum Strassenverkehr sind ein Schutzgitter, eine Aussenmarkierung, ein Positionslicht und ein abnehmbares Blinklicht anzubringen. Bild: zvg

der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft in Moudon und mit Michel Liaudat, Chefexperte für landwirtschaftliche Fahrzeuge beim Waadtländer Strassenverkehrsamt (SAN). Ist der Vorschneider mit einer Plane abgedeckt, wird die Sicht in einem Radius von 12 m rduziert, und der zentrale Auslegerkran verdeckt die Sichtbarkeit um 70 cm. Weil bei diesem Arbeitsfahrzeug die Sicht ohne Ab­deckung erheblich verbessert würde, schlagen die Experten vor, gemäss Verordnung über die technischen Anforderungen an Stras­sen­fahrzeuge (VTS, siehe Kasten) durch die Installation eines Schutzes an den vorderen Scheiben und den Seiten in Form eines abnehmbaren Metallgitters die Sicht des Fahrers auf ein Minimum zu reduzieren. Die Maschendimension des Gitters sei auf 8 cm zu beschränken, damit beispielsweise Kinderhände nicht hineingreifen könnten. Weiter ist am Anbaugerät vorne zwingend eine Aussenmarkierung, ein Positionslicht und ein abnehmbares Blinklicht anzubringen. Über die Anhängerbeleuchtung kann dieses Zubehör mit Strom versorgt werden. Die oben vorhandenen Abblendlichter müssen auf Strassenfahrt eingeschaltet sein. Das vorgestellte Fahrzeug dürfe erst mit den genannten technischen Anforderungen auf öffentlichen Strassen fahren, was vermutlich bei Hunderten dieser Anbaugeräte in der ganzen Schweiz eine Nachrüstung bedingt, stellten im Nachgang die verantwortlichen Polizeiorgane im Beisein von Jean-Luc Mayor, Präsident der SVLT-Sektion Waadt, fest. Um konform verkehren zu können, wird ein Eintrag in den Traktorausweis obligatorisch sein. Wenn der Traktor mit dem Rebenvorschneider ausgestattet ist, wird er als Arbeitskarren betrachtet und ist daher auf Schweizer Strassen auf eine Geschwindigkeit von 30 km/h beschränkt. Ausserdem ist es für Traktoren, die mit einer Rückfahreinrichtung ausgestattet sind, verboten, rückwärts auf die Strasse zu fahren. Für Schermaschinen gelten übrigens die gleichen Sicherheitsregeln wie für den Rebenvorschneider.

VTS, Art. 71a Fenster und Sicht

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Wir sind das Kompetenzzentrum für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Landwirtschaft und verwandten Gebieten.

Der Führer oder die Führerin muss, bei einer Augenhöhe von 0,75 m über der Sitzfläche, ausserhalb eines Halbkreises von 12,0 m Radius die Fahrbahn frei überblicken können. Die Zulassungs­b ehörde verfügt die erforderlichen Auflagen (zusätzliche Spiegel, Mitfahrer, Begleitfahrzeug), wenn diese Bedingung bei Arbeitsmotorwagen nicht erfüllt ist.

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AKTION

Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) Picardiestrasse 3 | 5040 Schöftland +41 62 739 50 40 | bul@bul.ch | www.bul.ch

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Wissen | Technisch

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0011101100 0011101010 1010111000 1101010111 Die Zukunft liegt in der intelligenten Landtechnik, bei der viele Daten anfallen und zahlreiche Informationen benötigt werden. Für die Prozessintegration müssen diese Informationen zu Daten und Datensätzen werden, so dass sie elektronisch weiterverarbeitet werden können. Bild: R. Engeler

Sichere Datennutzung in der Landwirtschaft Landwirtschaft und Landtechnik sind mit stetig wachsenden Anforderungen an die Dokumentation konfrontiert. Die Digitalisierung kann zwar helfen, das Datenhandling hat aber noch Optimierungspotenzial. Ein eben abgeschlossenes Forschungsprojekt nahm sich dieser Probleme an. Roman Engeler* Bei vielen Prozessen in der Landwirtschaft fallen heute Datenpakete mit teilweise höchst vertraulichem und grossem Wert an. Das interdisziplinäre Projekt «Smarte Daten – smarte Dienste» (SDSD, siehe Kasten) hat nach dreijähriger Forschungsarbeit nun Lösungen oder Ansätze für die sichere Aufbewahrung von Daten und für die weitere Bearbeitung dieser Daten entwickelt. Das Ganze mit dem Ziel vor Augen, den grösstmöglichen Nutzen aus den Daten zu erzielen. Zudem ist eine Schnittstelle für externe Dienste vorgesehen. Über eine universelle Datenaustauschplattform wie «agrirouter» können Daten in Richtung SDSD

* Zusammenfassung der Abschlussveranstaltung des Forschungsprojektes «Smarte Daten – Smarte Dienste» (SDSD) für die Landwirtschaft.

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gesendet oder aus SDSD heraus empfangen werden.

Fragestellungen Die Motivation für das Projekt lässt sich an einer Reihe von Fragen festmachen, zu denen SDSD nun Antworten geliefert hat: • Wie soll der Endkunde mit den Daten seiner Arbeits- und Produktionsprozesse umgehen? • Wo und wie soll man die Daten speichern, damit sie bei Bedarf schnell verfügbar, mit Geschäftspartnern austauschbar und dennoch vor fremden Zugriffen geschützt sind? • Wie kann man Maschinendaten unterschiedlicher Hersteller nutzen und Kompatibilitätsprobleme lösen? • Welche Daten müssen dauerhaft gespeichert und welche können nach bestimmten Fristen gelöscht werden?

Der Nutzen Im Kern ging es bei SDSD um das eigenbestimmte Speichern von Daten und um den gesteuerten Zugriff auf diese eigenen Daten. Also um einen personalisierten Agrardatenspeicher, denn die Verfügbarkeit von Wissen spielt in der modernen Landwirtschaft eine immer wichtigere Rolle. Mit Umsetzung der Erkenntnisse in konkrete Angebote wird der Landwirt zukünftig aus seinen Ertragskarten früherer Jahre Ertragspotenzialkarten für seine Felder durch einen Dienst ermitteln lassen. So wird neues Wissen aus bestehenden Informationen generiert und über die Jahre hinweg vergrössert. Über die Speicherdauer entscheidet letztlich der Nutzer.

Immer kompatibel Die Software kann wechseln, die Daten stehen immer zur Verfügung, denn nach


Technisch | Wissen

der Nutzung wandern sie wieder in den sicheren digitalen Speicher zurück. Ein aus den Forschungsergebnissen entwickeltes Produkt kann dann kontinuierlich an zukünftige Datenformate angepasst werden und damit buchstäblich mit seinen Aufgaben wachsen. Ausserdem wird jeder Endkunde sein System zukünftig an verschiedene Datenaustauschplattformen anbinden können und damit komfortabel mit Maschinen und Agrarsoftware-Lösungen verschiedener Hersteller kommunizieren.

• diverse Service-, Qualitäts- und «Reparatur»-Dienste (z.  B. GPS-Fahrspuren, Grenzlinien) • Entwicklungswerkzeuge zur Anbindung von Farmmanagement-Informationssystemen. Zusätzlich kann ein Nutzer festlegen, ob und wie er welches Wissen mit wem teilen möchte, sei es als Gesamtpaket für die nächste Generation oder als kleines Datenpaket zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Landwirt und Lohnunternehmer.

Daten speichern und nutzen Ein auf den Ergebnissen aufgebautes Produkt wird zunächst als Speicherdienst funktionieren, der dem Nutzer nicht nur die volle Kontrolle über seine Daten überlässt, beispielsweise dauerhafte Speicherung oder termin- und inhaltsgesteuerte Löschung, sondern sie vor allem systematisieren sowie inhaltlich aufbereiten kann – dies auch mit unterschiedlichen Datenformaten. Das lässt sich mit einem Hochregallager vergleichen, in dem, je nach Ergebnis der Wareneingangskontrolle, die Daten in ihr zugewiesenes Fach wandern: Grenzlinien in Fach A, Ertragsdaten in Fach B etc. Mit den konvertierten und optimierten Daten können weitere Aufgaben erledigt werden, die mit unbehandelten Daten nicht zu bewältigen wären. Das kann zum Beispiel ein Feldgrenzen-Tool sein, mit dessen Hilfe Ungenauigkeiten im GPS-Sensor beseitigt werden. SDSD bereinigt diese Feldgrenzen durch Glättung. Ein weiteres Beispiel ist die Korrelation von Daten wie Düngereinsatz und Erträge oder Kulturen-/Sortenauswahl und Niederschlagsmengen. Alle Entscheidungen, die der Landwirt aus seinem ureigenen Wissen ableitet, kann er künftig speichern und für neue Entscheidungen heranziehen. Zudem ermöglicht das gesammelte Wissen über Produktionsprozesse dem Nutzer auch eine Schwachstellenanalyse mit anschlies­ sender Optimierung. Mit jedem Wirtschaftsjahr wächst das Wissen. Die Datenbasis liegt immer zentral vor und wird als Entscheidungshilfe immer besser. Weitere mögliche Anwendungen sind: • Warnsystem, das PKW und Motorräder auf langsam fahrende Landmaschinen im Strassenverkehr hinweist • Konvertierungswerkzeug für die Datenformate ISOXML und EFDI • Lane Converter (z. B. um Aussaatspuren in Erntespuren zu wandeln) • Wetterdienst • Düngebilanz-Tool • Anbindung an Telematik-Systeme

Hohe Freiheitsgrade Diese smarten Daten ermöglichen die Nutzung smarter Dienste, wie beispielsweise dem beschriebenen Düngebilanzierungsdienst oder einem Validierungstool für Auftragsdaten. Das Datenmanagement erleichtert den Beteiligten nicht nur viele Arbeitsgänge, es schafft auch Mehrwert, weil es den bestmöglichen Nutzen aus der Verknüpfung von Daten erzeugt. Dabei lässt es dem Nutzer völlige Freiheit bei der Wahl von Agrarsoftware wie Farmmanagement-Informationssystemen (FMIS). Die Datenspeicherung und -verwaltung übernimmt dann nicht mehr das FMIS, sondern unabhängig davon das SDSDTool. Die FMIS-Anwendungen greifen dann auf diesen «Single Point of Truth» als geschützte und zuverlässige Datenquelle zu. So kann ein Feld im SDSD-Tool mit einem Basisdienst geteilt werden und alle berechtigten Apps/FMIS bekommen das mit. Der Landwirt oder Lohnunternehmer nimmt die Anpassung seiner Daten nur einmal vor. Synchronisierungsprobleme entfallen. Der Landwirt bleibt Herr über seine Daten und bestimmt selbst, wer einen Auszug seiner Daten nutzen darf.

Nutzung und Weiterentwicklung Die SDSD-Forschungsergebnisse werden vielfältig weitergeführt. Besonders wichtig sind Grundlagen für neue Standards, darunter EFDI (Extended FMIS Data Interface). Dafür wurde eine offizielle Guideline im AEF etabliert und freigegeben und eine weltweite Standardisierung innerhalb der DIN- und ISO-Normen angeschoben. Damit wird EFDI als Basis für weitere Anwendungen und Projekte zur Verfügung stehen. Insgesamt werden die SDSD-Resultate eine schnelle und moderne Standardisierung zur Folge haben, denn sie sorgen bereits für eine in diese Richtung zielende Diskussion bei den Maschinenherstellern. Auch für diese Landtechnikhersteller wird eine Umsetzung der SDSD-Forschungser-

gebnisse Fortschritte bringen, beispielsweise bei Standardisierungsthemen und erhöhter Kundennutzung durch Mehrwertdienste für Maschinen.

Ausblick Die Nutzung von SDSD via Datenaustauschplattformen soll und wird ganz automatisch die Verzahnung von Forschung und Praxis verbessern. Mit einem SDSDTool (Produkt) kann zukünftig jeder Landwirt und Lohnunternehmer unabhängig von den von ihm genutzten Dienste­ anbietern seinen individuellen Agrar­datenSpeicher nutzen und über mehrere Erntejahre aufbauen. SDSD bildet damit einen weiteren wichtiger Baustein für die digitale Prozessoptimierung. Alle Beteiligten des Forschungsprojekts werden diesen Prozess über mehrere Jahre begleiten. Ziel ist dabei immer, die Potenziale zur Systemintegration innovativer Forschung von Beginn in Maschinen, Sensorik, Module für künstliche Intelligenz, Beratung oder neue Geschäftsmodelle zu integrieren und dadurch ein Auseinanderdriften von Praxis und Forschung zu verhindern. Dabei geht es immer um digitale Technologie, die pragmatische Lösungen für komplexe Aufgaben liefert, kostengünstig ist und nachhaltigen Nutzen für alle bringt.

Projekt «SDSD» Im Rahmen des Forschungsprojekts «SDSD – Smarte Daten, Smarte Dienste» hat ein Konsortium aus Forschungseinrichtungen, Landtechnik-Herstellern und Software-Anbietern am Aufbau einer Systemlandschaft zur Digitalisierung landwirtschaftlicher Prozesse gearbeitet. Ziel war es, aufbauend auf einer Maschinen- und Hersteller-übergreifenden Datendrehscheibe hybride Speicherkonzepte zu realisieren und die betrieblichen Daten des Landwirts in maschinell verständlicher Form für vielfältige Dienstleistungen bereitzuhalten, ohne dabei aber die individuelle Kontrolle und Datenhoheit für den Eigentümer der Daten zu verlieren. Projektpartner waren: • Agco • Isobus Competence Center (CCI) • Deutsches Forschungszentrum für künstliche Intelligenz • DKE-Data (agrirouter) • Grimme • Hochschule Osnabrück • Krone • Müller Elektronik • Same Deutz-Fahr Website: www.sdsd-projekt.de

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Plattform | Firmenporträt

Ruedi Strebel und sein Sohn Raphael vor einem fertig konstruierten Häckselwagen eines Kunden. Bilder: H. Röthlisberger / zvg

Speziallösungen sind Strebels Stärke Die Strebel Maschinen AG ist schweizweit bekannt für die Fertigung von Häckselgebläsen, Dosierwagen und Streifenfräsen. Spezialanfertigungen sind die grosse Stärke der Firma aus Waltenschwil AG. Für dieses Jahr kündigt Strebel Neuheiten an. Heinz Röthlisberger

Ruedi Strebel hat das Maschinen-Gen. Es gibt wohl kaum einen Lohnunternehmer, Landwirt oder Landtechniker in der Schweiz, der die selbst gebauten und entwickelten Dosierwagen, Häckselgebläse und die Streifenfräse der Strebel Maschinen AG aus Waltenschwil im Kanton Aargau nicht kennt. Schon als 20-Jähriger hat Ruedi Strebel auf dem Hof seines Vaters an Maschinen herum­ geschraubt. Das war zu Beginn der 70er-Jahre, als Strebels begonnen haben, auch Arbeiten für Dritte auszuführen. «Für neue Maschinen hatte damals das Geld etwas gefehlt und weil ich ein Flair für das Tüfteln mit Maschinen hatte, habe 60

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ich das eine oder andere selber gebaut», erzählt der heute 67-Jährige, der neben dem Maschinebau auch heute noch als Lohnunternehmer tätig ist. 2018 bezog das Familienunternehmen Strebel, das 10 Mitarbeiter beschäftigt, in der Hagmatt in Waltenschwil eine neue Werkshalle. Seine ganze Familie arbeitet im Betrieb mit, sei es im Lohnunternehmen oder in der Maschinen AG.

1975 kam das Häckselgebläse Den Durchbruch hatte Strebel 1975 mit dem Umbau eines Häckselgebläses. Anstelle wie bis anhin mit dem Traktor, konnte dieses mit einem aufgebauten

150-PS-Lkw-Motor angetrieben werden. Etwas, das ein grosses Bedürfnis war. Denn so musste kein Traktor mehr eingesetzt werden, das heisst, er wurde für andere Arbeiten frei. Das Besondere an der Konstruktion von Strebel war, dass er für den Lkw-Motor-Antrieb die Drehrichtung

Serie «Schweizer Firmen» In dieser Serie porträtiert die «Schweizer Landtechnik» in loser Folge Schweizer Hersteller und Lieferanten von Maschinen und Geräten für die Landwirtschaft.


Firmenporträt | Plattform

Das Häckselgebläse «HG 448-12» mit Lkw-Motor hat Strebel 2018 komplett überarbeitet und mit neuen Förderorganen versehen.

ist er zusammen mit der Fachhochschule Windisch daran, eine Hackgerätsteuerung mit Einzelreihenerkennung zu entwickeln, damit in Zukunft für die Pflege der Kultur noch genauer und unabhängiger gearbeitet werden kann. Zudem entwickelt er derzeit zusammen mit der Firma Wabco ein neues Bremssystem. Das neue Gesetz schreibt einen automatisch-​ lastabhängigen Bremskraftregler ALB vor. Das heisst, dass die Bremsleistung nach dem Gewicht auf der Achse ausgelöst werden muss. «Bei Fahrzeugen ohne Federung haben wir aber kein Signal zum Regeln der Bremse», erklärt Strebel. «Deshalb wird bei unserem neuen System die Durchbiegung der Achse elektronisch gemessen und dadurch die Bremskraft genau geregelt.»

Blick in die Zukunft am Gebläse gewechselt hat und so den Einsatz mit einem direkt am Gebläse aufgebauten Motor überhaupt erst ermöglichte. Denn bis anhin hatten alle Gebläse die Drehrichtung der Traktoren-Zapfwelle, und das ging bei einem aufgebauten Lkw-Motor nicht. «Das erste Gebläse haben wir dann selber eingesetzt», sagt er. Dann seien Anfragen von anderen Lohnunternehmern gekommen und so habe sich das immer weiterentwickelt.

Neue Förderorgane Das Gebläse habe man stetig verbessert. Bis 2018, da hat Strebel mit dem «HG 448-12» ein komplett neues Häckselgebläse auf den Markt gebracht. Äusserlich sei zwar kein grosser Unterschied erkennbar, hingegen seien die Förderorgane komplett anders. Statt wie bisher mit 8 Schaufeln fördert das neue nun über eine Scheibe, an der 12 Schaufeln befestigt sind. «Damit hat das Gebläse mehr Leistung und es benötigt auch weniger Kraft», sagt Raphael, der Sohn von Ruedi Strebel. Bis heute hat die Firma Strebel rund 400 solche Gebläse gebaut. Mehrheitlich mit Occasionsmotoren. Dies aus Kostengründen. Neue Motoren einzubauen, sei zu teuer. Oft würden die Kunden den Motor gleich selber beschaffen und mitbringen, erklärt der gelernte Poly- und Landmaschinenmechaniker Raphael. Eingebaut würden heute Motoren ab 250 PS Leistung. Das gehe bis 350 PS oder sogar 400 PS.

führung «HW 24» mit 24 Kubik Fassungsvermögen. Die Spezialität ist aber, dass die Firma auf Kundenwunsch auch sehr grosse Häckselwagen mit Volumen bis zu 40 Kubik Inhalt baut. «Solche Wagen müssen hinsichtlich Lenkung, Federung, Bremssystem und Sicherheit auf einem technisch hohen Niveau sein, sonst hat man am Markt kaum Chancen», sagt der Firmenchef. Ob bei den Häckselwagen oder bei anderen Entwicklungen: Eine grosse Stärke von Strebel ist das Umsetzen von Kundenwünschen. «Mit der Erfahrung aus all den Jahren sind wir in der Lage, Spezialwünsche zu erfüllen. Deshalb sind wir in der Westschweiz genauso stark gefragt wie in der deutschen Schweiz.»

Der Zukunft sieht Ruedi Strebel positiv entgegen. «Landwirte braucht es immer und damit auch Maschinen. Zudem haben wir das Glück, dass wir mit unseren Maschinen und dem Umsetzen von Kundenwünschen nicht mit der grossen Masse mitschwimmen», sagt er. «In diesem Bereich geht es nur über den Preis. Müssten wir das machen, wären wir nicht dort, wo wir heute sind.»

Streifenfräse «SAG 16» Seit bald 30 Jahren hat Ruedi Strebel auch Erfahrungen im Bau von Streifenfräsen. Heute ist die Firma weit und breit die einzige, die noch Streifenfräsen herstellt. Das hat sich bis Neuseeland herumgesprochen. Ein dortiger Landmaschinen-Händler hat bei Strebel in den letzten Jahren bereits 20 seiner Streifenfräsen «SAG 16» bestellt. Auch in der Schweiz ist die Nachfrage im Gegensatz zu vorigen Jahren wieder gestiegen. «Für dieses Jahr müssen wir vier Mal mehr Fräsen bauen als im letzten Jahr», sagt er. Wieso die Nachfrage jetzt plötzlich wieder am Steigen ist, dafür haben Ruedi Strebel und sein Sohn Raphael keine Erklärung, aber es sehe ganz danach aus, dass die Landwirte nach wie vor an diese Anbaubaumethode glauben.

Blick in die neue Montagehalle. Hier wird ein Schlauchhaspel zusammengestellt.

Häckselwagen und Spezialwünsche Eine weitere bekannte Entwicklung von Strebel ist seit den 80er-Jahren der Häckselwagen. Den gibt es in der Standardaus-

Neue Ideen am Umsetzen Ruedi Strebel wäre nicht Ruedi Strebel, wenn er nicht stetig neue Ideen hätte. So

Strebel ist die einzige Firma, die noch Streifenfräsen produziert.

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Passion | Youngtimer

Landwirt und Freizeit-Schütze Hans Schütz aus Effingen hält viel von seinem Steyr «8080 A», der über zehntausend Stunden geleistet hat. Bilder: D. Senn

«Steyr-Motoren sind zäh und gut» Landwirt und Freizeitschütze Hans Schütz aus Effingen AG mag – allein schon als Träger des Namens «Schütz» – das von Steyr geführte Logo an seinem «8080 A»-Traktor, das eine Art Zielscheibe darstellt. Aber auch sonst sind ihm seine drei Steyr ans Herz gewachsen. Dominik Senn

Landwirt Hans Schütz mit Jahrgang 1959 lebt mit seiner Frau Barbara zuhinterst im Kästhal, ein Weiler der aargauischen Gemeinde Effingen. Sie haben vier Kinder und bereits drei Grosskinder. Ist es die Abgeschiedenheit, die ihn gerne dazu verleitet, Geschichten zu erzählen oder Erzählungen zuzuhören? Man hört ihm gerne zu, wenn er von seinen aus dem Bernbiet hergezogenen Vorfahren oder auch über Ereignisse und Beobachtungen in seiner näheren Heimat berichtet. Schnell merkt der Zuhörer: Hier spricht einer, der sich 62

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über alles Gedanken macht, der Land und Leute liebt und achtsam mit ihnen umgeht. Im Jahre 1984 übernahm er den elterlichen Milchwirtschaftsbetrieb, den er 1992 kaufen und bis auf heute 31 Hektar erweitern konnte. Allein 11 Hektar gehören der Ortsbürger­gemeinde Brugg. «Die Tierhaltung ist für mich eine Herzensangelegenheit. Es tat mir im Herzen weh, als ich 2008 auf Mutter­kuhhaltung umstellte. Aber ich bereute nicht lange, denn ich gewahrte wieder die innige Kuh-Kalb-Beziehung, die mit dieser Haltungsart einhergeht.»

Immer Steyr Den sorgsamen Umgang pflegt er aber auch mit den Böden. «Ich vermeide übermässige Bodenverdichtung, wo ich nur kann», sagt er. Bei Maschinenanschaffungen ist die voraussehbare Auslastung ein wichtiges Kaufkriterium. Im Jahre 1989 machte er sich zum 30. Geburtstag selber ein Geschenk und kaufte einen neuen Steyr «8080 A» (A steht für Allrad), der 3220 kg schwer ist und eine Nutzlast von 1780 kg und eine Anhängelast von 38 Tonnen erlaubt. «Schon mein Vater fuhr


Youngtimer | Passion

mengekommen. Was ihm ausnehmend gefällt, ist die elektronische Hubwerksregelung (EHR). «Sie ist feinfühliger und schneller als eine mechanische Regelung und durch den Wegfall von mechanischen Komponenten auch verschleissärmer», weiss Hans Schütz. Allerdings sei die EHR nicht selber zu reparieren, falls das nötig sein sollte, meint er, denn er besorgt die meisten Wartungsarbeiten gerne selber, wie den Ölwechsel nach 250 Betriebsstunden, und nach Ernteeinsätzen bläst er das Kühlergitter regelmässig aus.

Stärken und Schwächen

Das Steyr-Logo auf dem Tank-Schutzrahmen wurde zusätzlich aufgebaut.

Steyr-Traktoren, darunter einen ‹650 A› mit 50 PS. Und im Jahre 2007 erwarb ich einen neuen ‹375›, eine kompakte Maschi­ ne, und tauschte dafür meinen ‹8055 A› ein, welcher eine von Rapid aufge­baute Frontzapfwelle besass», sagt Hans Schütz. «Ich schätze an den Steyr vor allem die werkseigenen Motoren. Sie sind zäh und gut.» Beim «8080 A» handelt es sich um einen wassergekühlten Viertakt-Vierzylinder-Reihen-Turbomotor mit Direkteinspritzung und auswechsel-

baren Zylinderlaufbuchsen, der 72 PS abliefert.

10 230 Betriebsstunden Bis ins Jahr 2013 war der «8080 A» der Haupttraktor auf dem Betrieb, als Hans Schütz zu dessen Entlastung einen «9094» mit Jahrgang 2003 erwarb. Seither spannt er den «8080 A» für eher leichtere Arbeiten wie Spaten, Fräsen, Walzen, Kreiseln oder Schwaden vor. Immerhin sind bis heute rund 10 230 Betriebsstunden zusam-

6000 Steyr «8080» gebaut In der Baureihe «80» erfüllte der Traktorenbauer Steyr ab dem Jahre 1978 die wachsenden Ansprüche an Fahrkomfort und Kabinenausführung mit Heizung und Klimaanlage, zunächst mit den Anfangstypen Steyr «8060», «8070» und «8080» und später mit den nachfolgenden Typen «8090», «8100», «8110» sowie «8120» und «8130», in der Bandbreite von 48 bis 130 PS. Der «8080»-Standardtraktor war in den 1980er-Jahren in einer Stückzahl von 6000 gebaut worden. Er war neben Heck- und Allradvariante auch als Schmalspurvariante verfügbar. Im Jahr 1984 wurde der Motor überarbeitet, dabei wurde die Nennleistung um 2 PS angehoben. Eine grosse Vielfalt bestand bei den Triebwerken.

Das Unternehmen geht auf die Österreichische Waffenfabriks-Gesellschaft (ÖWG) zurück. Sie war die Vorgängerfirma der Steyr-Werke, die 1934 in der Steyr-DaimlerPuch AG aufgingen. Das Werk St. Valentin wurde im Jahre 1957 in die Steyr-DaimlerPuch AG eingegliedert. 1986 kam es zur Ausgliederung der Traktoren- und Landmaschinensparte in die Steyr Landmaschinentechnik GmbH mit Sitz in St. Valentin, welche im Jahre 1996 von der Case Corporation übernommen wurde. Case wiederum wurde von Fiat mit New Holland im Jahre 1999 zu CNH Global verschmolzen, wobei Steyr als Marke für die Traktoren beibehalten wurde. Im Jahre 2007 verschwand das Fadenkreuz-Logo, das noch an die Waffenproduktion erinnert hatte.

Eine Schwachstelle am Traktor sei die Anordnung des Kunststofftanks (diese wurden ab 1989 anstelle von Stahltanks eingebaut) vor dem Kühler. Dadurch laufe der Motor gerne heiss; das könne aber auch am zu geringen Querschnitt der Kühlwasser-Leitungen liegen, mutmasst er. Auch habe der Traktor zwar Allrad, jedoch bloss Hinterradbremsen. Gewöhnungsbedürftig sei die seitliche Schaltung anstelle der mittigen gewesen. Aus Gewohnheit schalte er mit Zwischengas die 16 Vor- und Rückwärtsgänge. Mit 7000 Betriebsstunden nahm der Zylinderkopf Schaden und musste komplett ersetzt werden – die einzige grössere Reparatur. Er gehe immer sorgsam mit den drei Steyr um. So fahre er nie mit Kopfhörer und/ oder lauter Musik, damit er jederzeit auf das Motorgeräusch achten kann.

Zusätzliches Logo Die Steyr aus Österreich sind ihm auch sonst ans Herz gewachsen: Sie stammten aus einem Alpenland ähnlich der Schweiz, und als Freizeit-Schütze und Träger des Namens «Schütz» gefalle ihm das Markensymbol an der Traktorfront, das eine Art Zielscheibe mit dem Firmennamen im Zen­ trum darstellt. Ein solches Logo hat ihm Händler Alois Kuoni aus Oberhof zusätzlich auf einem extra angebauten Frontrahmen zum Schutz des Dieseltanks aufgebaut.

Hans Schütz möchte die EHR-Bedienung auf der rechten Fahrersitzseite nicht missen.

2

2021 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

Generalversammlungen  SO Die jeweils im Januar/Februar stattfindende Versammlung ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

GE Die Jahrestagung in Dardagny ist abgesagt. Die Mitglieder erhalten ein Schreiben zur schriftlichen Abstimmung.

NE Ob die üblicherweise Ende Februar oder Anfang März anberaumte Jahrestagung stattfinden kann, ist noch offen.

NW Die geplante Versammlung vom 24. Februar 2021 wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Mitglieder erhalten mit der Jahresrechnung ein entsprechendes Informationsschreiben.

ZH Die Hauptversammlung wird schriftlich durchgeführt. Die Stimm­abgabe erfolgt elektronisch unter www.svlt-zh.ch bis am 1. März 2021. Den Zugangscode erhalten die Mitglieder mit der «Schweizer Landtechnik» (Beilage in dieser Ausgabe).

JU/JB Die Generalversammlung 2021 der Sektion Jura und Berner Jura ist abgesagt. Die Mitglieder erhalten ein Schreiben mit Informationen, einschliesslich des Jahresabschlusses.

FR Die GV wird auf schriftlichem Weg organisiert. Die Mitglieder erhalten entsprechende Unterlagen voraussichtlich im März.

GR Die Generalversammlung findet nicht wie geplant statt. Die Mitglieder erhalten ein Schreiben zur schriftlichen Abstimmung.

OW Die Generalversammlung wird auf unbestimmte Zeit ver­ schoben.

TI Die jeweils Anfang März stattfindende Versammlung ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

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Schweizer Landtechnik 2 2021

BL

BS

Die jeweils im März stattfindende Generalversammlung ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

VS Die Generalversammlung 2021 ist abgesagt. Die Mitglieder erhalten ein Schreiben zur schriftlichen Abstimmung.

SZ Die geplante Generalversammlung vom 4. März 2021 ist abgesagt. Die Mitglieder erhalten mit der Jahresrechnung ein entsprechendes Informationsschreiben.

Lohnunternehmer Schweiz Die Jahresversammlung ist abgesagt. Die Mitglieder erhalten ein Schreiben zur schriftlichen Abstimmung.

Sektionsnachrichten  AG Traktorfahrkurs für Frauen Donnerstag oder Freitag, 8./9. April 2021, von 9 bis 16.15 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg in Gränichen Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit und ohne Anhänger manövrieren, Anbaugeräte wie Kreiselheuer, Kreiselschwader kennenlernen und an den Traktor anbauen. Dies ohne Stress und Zeitdruck ... damit Sie das nächste Mal, wenn «Not an der Frau» ist, Bescheid wissen! Der Kurs richtet sich an Frauen, welche ihre praktischen Traktor-Kenntnisse verbessern wollen. Der PW- oder Traktor-Fahrausweis wird verlangt. Es sind keine weiteren Vorkenntnisse notwendig. Kurselemente sind: Bedienung des Traktors, wichtige Kontrollen, sicheres Manövrieren mit Traktor, Anhänger und Anbaugerät, Gefahrensituationen auf Hof, Gelände und Strasse erkennen und meistern. Kursleiter ist Hansjörg Furter. Die Kurskosten betragen Fr. 130.–, inkl. Kursunterlagen und Mittagessen, wenn Ehemann, Partner oder Freund Mitglied beim AVLT, Aargauischer Verband für Landtechnik, ist, ansonsten Fr. 150.–. Die Anmeldung muss bis 9. März 2021 ans LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramona Jutzeler, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch, gerichtet werden.

«Schaffe met Ross» Das Aargauische Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg in Gränichen und die Interessengemeinschaft Arbeitspferde Schweiz führen einen praktischen Kurs für Pferdeliebhabende durch. Während fünf Tagen werden land- und forstwirtschaftliche Arbeiten mit den Pferden erlernt und ausgeübt. Vermittelt werden Grundlagen, das Holzrücken, Transporte sowie Arbeiten im Futter- und Ackerbau. Die Kursleitung hat Anja Schmutz. Referent ist Ernst Rytz, Präsident der IG Arbeitspferde Schweiz. Die Kursdaten: 12., 13., 14., 15. und 16. April, jeweils 9 bis 17 Uhr; jeweils bis 21 Uhr ist fakultativ eine Abendunterhaltung angesagt. Die Kurskosten betragen CHF 800, exklusive Verpflegung und Unterkunft (am Kursstandort Lievbegg möglich). Die Anmeldung muss bis 5. März 2021 ans Landwirtschaftliche Zentrum Liebegg, Gränichen, gerichtet werden.


Sektionen | SVLT

agriLIFT – Staplerkurse Laut EKAS-Richtlinie 6518 muss seit 2017, sofern im Betrieb mit normalen Gabelstaplern (Klasse R1) oder Teleskopstaplern (Klasse R4) gearbeitet wird, jeder landwirtschaftliche Angestellte und jeder Betriebsleiter, welcher Angestellte beschäftigt, im Besitze eines Staplerausweises sein. Es besteht dabei noch erheblicher Nachholbedarf. An der Liebegg in Gränichen finden zu verschiedenen Daten die SUVA-anerkannten agriLIFT-Staplerkurse statt. Der Staplerkurs dauert zwei Tage. Der Kursausweis gilt schweizweit in allen Gewerbebetrieben.

Eco-Drive-Kurs – Sparen beim Fahren Freitag, 4. Juni 2021, 8 bis 16 Uhr, an der Liebegg in Gränichen Die Teilnehmenden erhalten am Kurs Informationen über vielfältige Möglichkeiten, wie der Treibstoffverbrauch der Traktoren reduziert werden kann. Im theoretischen Teil wird das Verbrauchsverhalten eines Traktors behandelt. Im praktischen Teil ist mit dem eigenen Traktor zu erfahren, wie sich der Verbrauch mit angepasster Fahrweise ändert; bitte eigenen Traktor mit Anhänger mitbringen. Kursleiter ist Hansjörg Furter, die Kurskosten betragen Fr. 210.–, inkl. Kursunterlagen und Mittagessen am Landw. Zentrum Liebegg, Gränichen. Die Anmeldung ist bis 21. Mai 2021 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramona Jutzeler, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch, zu richten.

G/M/F-Theorie-Vorbereitungskurse 2021 Die G/M/F-Theoriekurse sind die ideale Vorbereitung für die Traktor- und Töffliprüfung. Im letzten Halbjahr vor dem 14. Geburtstag bietet dieser zweiteilige Theoriekurs alle nötigen Elemente für ein erfolgreiches Absolvieren dieser Führerprüfungen. Die Abstandsregeln des BAG können eingehalten werden, Änderungen werden kurzfristig bekanntgegeben. Kurse Frühling 2021: Jeweils 18.30 bis 21 Uhr am Donnerstag, 4. März und 11. März 2021, an der Liebegg in Gränichen sowie 29. April und 6. Mai 2021 am FIBL in Frick. Kurse Herbst 2021: Jeweils 18.30 bis 21 Uhr am Donnerstag, 23. September und 30. September 2021, am BVA in Muri sowie 4. November und 11. November 2021 beim SVLT in Riniken. Die Anmeldung hat unter www.fahrkurse.ch zu erfolgen. Informationen sind bei Hansjörg Furter und Yvonne Vögeli, 062 893 20 41, sektion.ag@ agrartechnik.ch, erhältlich.

ter erhalten ein Anmeldeblatt. Neu-Anmeldungen bitte bis 25. Februar 2021 an die AVLT-Geschäftsstelle: Th. Voegeli, Strohegg 9, 5103 Wild­ egg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch. Die Feldspritzen- und Gebläsespritzentests 2020 mussten aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Alle angemeldeten Geräte für April 2020 werden automatisch zum Test 2021 aufgeboten. Es ist keine Neuanmeldung notwendig. Es sei denn, das Gerät ist in der Zwischenzeit schon getestet oder ausser Betrieb genommen worden.

Liebegger Fachtagung – Aargauer Landtechniktag Mittwoch, 17. März 2021, 9 bis 17 Uhr, an der Liebegg in Gränichen Die Landwirtschaft kann dazu beitragen, die ambitionierten Klimaziele zu erreichen, indem fossile Treibstoffe durch Elektroantriebe und selbst produzierten Strom ersetzt werden. Als Landwirt profitieren Sie dabei mehrfach. Elektroantriebe sind effizienter, mit dem selbst produzierten und verbrauchten Strom belasten Sie kein Zuleitungsnetz und Sie arbeiten ohne Abgase und mit geringerem Lärm. An der Liebegger Fachtagung erhalten Sie Antworten zu folgenden Fragen: Wie kann ich den Strom-​Eigenverbrauch optimieren? Welche technischen Einrichtungen sind dazu notwendig? Wie wirtschaftlich ist ein Elektrofahrzeug? Was ist am Markt erhältlich in den Bereichen Fütterungstechnik, Ladetechnik, Traktoren und Transportfahrzeuge sowie Feldroboter? Die Kursleitung hat Hansjörg Furter. Die Kosten betragen Fr. 70.–, inkl. Verpflegung. Anmeldung bitte bis 3. März 2021 an LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramona Jutzeler, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch.

BE Vorbereitungskurse 2021 Führerprüfung Kat. G/M

Für die ÖLN-Kontrolle wird ein gültiger Feldspritzentest verlangt (nicht älter als 4 Jahre). Geschäftsführer Thomas Voegeli ist Ansprechperson für sämtliche Fragen rund um den Spritzentest. Die Tests finden vom 6. bis 16. April 2021 statt. Die im Jahre 2017 geprüften Feldspritzen respektive deren Halter erhalten ein Anmeldeblatt. Neu-Anmeldungen bitte bis 25. Februar 2021 an die AVLT-Geschäftsstelle: Th. Voegeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch

Was muss ich tun, um einen Vorbereitungskurs besuchen zu können bzw. die Führerprüfung zu absolvieren? 1. Alle wichtigen Infos befinden sich unter www.bvlt.ch, Rubrik Führerprüfung. 2. Anmelden für einen Instruktionskurs. 3. Besuch Kurs nicht obligatorisch. 4. Prüfungsvorbereitung. 5. Gesuch für die Führerprüfung, Sehtest beim Optiker (frühestens 60 Tage vor dem 14. Geburtstag). 6. Anmeldebestätigung durch das Strassenverkehrsamt Bern. 7. Reservation Termin für Führerprüfung (frühestens 14 Tage vor dem 14. Geburtstag). 8. Führerprüfung ... Bravo: Prüfung bestanden. Anmeldung zu einem Instruktionskurs: Die Verkehrsinstruktion dauert rund drei Stunden. An verschiedenen Standorten im Kanton Bern, je nach Anmeldung, werden diese Kurse durchgeführt. Hauptthema dieser Schulung ist das Vortrittsrecht. Rund 50% aller Prüfungsfragen handeln vom Vortritt. Das korrekte Anmeldeprozedere zur Prüfung und der genaue Prüfungsablauf sind ebenfalls wichtige Kursinhalte.

Gebläsespritzentest Obstbau und Weinbau 2021

93. Generalversammlung 2020: Alle 238 Teilnehmer stimmten zu

Für die ÖLN-Kontrolle wird ein gültiger Spritzentest verlangt (nicht älter als 4 Jahre). Der Gebläsespritzentest wird neu durch den AVLT organisiert und durchgeführt. Geschäftsführer Th. Voegeli ist Ansprechperson für sämtliche Fragen rund um den Spritzentest. Die gewohnten Teststand­ orte werden nach wie vor bedient. Im Jahr 2021 sind dies Tegerfelden und Frick/Autobahnwerkhof. Die Tests finden vom 22. bis 26. März 2021 statt. Die im Jahre 2017 geprüften Gebläsespritzen respektive deren Hal-

238 Mitglieder haben an der schriftlichen Generalversammlung 2020 teilgenommen. Sämtlichen Geschäften wurde ohne Gegenstimmen und Enthaltungen zugestimmt. Der Vorstand bedankt sich herzlich für die rege Teilnahme und für das Vertrauen, das ihm damit bekundet worden ist. Mehrere Aktivitäten trotzten der Pandemie. Vorbereitungskurse für die Führerprüfung der Kategorie G oder M: Insgesamt 348 Kursteilnehmer/-innen besuchten trotz Fehlstart im Frühling die Instruktionskurse zur Führer-

Feldspritzentest 2021

2 2021 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

prüfung der Kat. G/M; Simon Lehman und Peter Gerber waren als Kursleiter im Einsatz. An der freiwilligen Prüfung der Bremsanlage an Anhängern am 11. Mai 2020 bei der Firma TcPoint AG Worben wurden 14 Anhänger geprüft; 7 Anhänger erfüllten die Anforderungen, 7 fielen durch. Bei den Feldspritzentests stand seit Mai 2020 eine Auffangwanne im Einsatz. Im Kanton Bern wurden 257 Geräte geprüft, im Kanton Solothurn 26 Geräte und im Kanton Basel Land 38 Geräte. Der Zustand der Maschinen war, mit einigen Ausnahmen, gut bis sehr gut. Vom 30. April bis 9. Mai ist die BEA endlich wieder angesagt. Der BVLT ist am Stand des Berner Bauernverbands in der neu gestalteten Halle 12 präsent. Auf 19./20. März ist die SVLT-Delegiertenversammlung in Einsiedeln angekündigt.

2 Nein, ist Hubert Huber als neues Vorstandsmitglied anstelle des scheidenden Fritz Ziörjen gewählt worden. Der gebürtige Österreicher lebt seit Mitte 2012 in der Schweiz, ist Lehrer, Landtechnik-Berater und Musiker. Mit 119 Ja bei 1 Enthaltung ist Landwirtin und Agrotechnikerin HF Sabrina Weitnauer aus Oltingen zur Revisorin anstelle des scheidenden Markus Wenger gewählt worden. Das Protokoll und die Rechnungsablage 2019 passierten mit je 1 Enthaltung, der Jahresbericht mit 2 Enthaltungen. Mit dem Budget 2020 wurden schliesslich je 1000 Franken zuhanden des SVLT und des Bauernverbandes beider Basel zur Bekämpfung der beiden Agrarinitiativen mit 119 Ja bei 1 Enthaltung gesprochen.

Bremsenprüfung an Traktor und Anhänger

FR

Montag, 10. Mai 2021, bei der Firma Baumgartner, 3053 Lätti Anlässlich dieser freiwilligen Prüfaktion messen wir die Bremsleistung der Anhänger. Spezialisten werden mit Ihnen die Ergebnisse besprechen. Der Test dauert für einen Anhängerzug mit hydraulischem System ca. 45 Minuten. Für Luftsysteme muss etwas mehr Zeit eingerechnet werden. Die Kosten werden bar einkassiert. Sie betragen für Mitglieder des BVLT CHF 30.– /­je Achse und Bremssystem, für Nichtmitglieder CHF 40.–/je Achse und Bremssystem. Die Anhänger werden ohne Ladung geprüft! Die Achslast pro Achse wird hydraulisch erzeugt. Am Anhänger wird jede Achse einzeln ausgemessen. Für jeden Anhänger gibt es ein Prüfprotokoll. Dieses ist vom Strassenverkehrsamt Bern anerkannt. Online-Anmeldung unter www.bvlt.ch oder senden Sie den Anmeldetalon bis spätestens 30. April 2021 an die Geschäftsstelle.

Kontrolle Pflanzenschutzspritzen 2021 Alle letztmals 2017 geprüften Spritzen werden dieses Jahr fällig. Warum die Spritze beim BVLT prüfen lassen? Es gibt eine neutrale Überprüfung aller Marken mit dem modernsten Prüfverfahren. Sie sind an der Prüfung dabei und sehen selbst, was Ihr Gerät hergibt. Als Kunde von uns erhalten Sie alle vier Jahre automatisch das Aufgebot zur periodischen Kontrolle. Vor dem Aufgebot erhalten Sie eine Anmeldebestätigung für das laufende Jahr. Dies ist bei einer vorgezogenen ÖLN-Kontrolle von Bedeutung. Folgende Tarife gelten für das Jahr 2021: Grundtarif bis 15 m Balkenbreite: CHF 90.– für Mitglieder, CHF 120.– für Nichtmitglieder. Für 18 m CHF 100.–/130.–, für 21 m CHF 110.–/140.–, für 24 m CHF 120.–/150.–, für 27 m CHF 130.–/160.–, für 30 m CHF 140.–/170.– Ab 2023 ist ein System zur Innenreinigung der Spritze für alle für den Pflanzenschutz eingesetzten Geräte mit einem Behälter ab 400 Litern Inhalt obligatorisch. Das Starten und Durchführen des Spülens muss ohne Absteigen vom Traktor möglich sein. Welches Innenreinigungssystem (kontinuierlich oder abgesetzt) aufgebaut ist, spielt keine Rolle. Die neu in den Verkauf gelangten Spritzen mit einem CE-Zertifikat oder einem EU-anerkannten Test gelten auch in der Schweiz als geprüft und müssen wie im Gebrauch stehende Spritzen, wie oben erwähnt, nach 3 Kalenderjahren an die nächste Spritzenprüfung. Anmeldung: Geschäftsstelle BVLT, Peter Gerber, 031 879 17 45, 079 411 02 33, bvlt@bluewin.ch, www.bvlt.ch

BL

BS

Brieflich abgestimmt – höhere Beteiligung Die Generalversammlung 2020 fand in schriftlicher Form mit Eingabefrist 20. Januar 2021 statt und verzeichnete gemäss Geschäftsführer Marcel Itin eine klar höhere Beteiligung als bei physischer Präsenz im landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain in Sissach. 120 von 512 Stimmberechtigten retournierten den Abstimmungsbogen. Mit 115 Stimmen, bei 3 Enthaltungen und

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Schweizer Landtechnik 2 2021

Kampagne Verkehrssicherheit 2020 Bremssystemprüfungen an Anhängern jeder Art, 30 oder 40 km/h, werden mit einem Betrag von Fr. 50.– pro Achse unterstützt. Am Ende des Tests erhalten Sie eine genaue Diagnose Ihrer Fahrzeuge, die von einem zugelassenen Fachmann von Agrotec Switzerland erstellt wird. Die Liste der Fachbetriebe für Anhängerbremsen in Ihrer Nähe finden Sie unter www.agrotecsuisse. ch. Nur Fahrzeuge, die mit hydraulischen oder pneumatischen Betriebsbremsen ausgerüstet sind, können geprüft werden. Neuregistrierungen 40 km/h: Um die Landwirte zu ermutigen, ihre Anhänger für 40 km/h zuzulassen, unterstützen wir alle Neuzulassungen mit einem Betrag von Fr. 50.– pro Achse. Dies gilt für alle Erstregistrierungen, unabhängig davon, ob es neue Anhänger sind oder nicht. Installa­tion von Frontkamera- und Monitorsystemen – neu seit 2020: Nach der Ein­führung der neuen Vorschriften für den vorderen Überhang im Mai 2019 schenken wir Fr. 100.– für jede Anschaffung eines zugelassenen Front­kamera- und Monitorsystems. Für weitere Informationen zu diesen Systemen steht Ihnen die Geschäftsstelle des AFETA/FVLT zur Verfügung. Für all diese Anträge müssen Sie lediglich eine Kopie der Rechnung für die Tests und den Kauf einer Kamera sowie bei Neuanmeldungen eine Kopie des Fahrzeugausweises an folgende Adresse schicken: AFETA/FVLT, Samuel Reinhard, Rte de Grangeneuve 31, 1725 Posieux

GR Theoriekurs Kat. F/G für Jugendliche In den Kursen der SVLT-Sektion Graubünden erhalten Jugendliche ab dem Nr.

Ort

Datum/Zeit Teil 1

Teil 2 + Prüfung

1

Landquart

Sa, 06.03.21 13.30 – 17.00 Mi, 17.03.21 14.00 – 17.00

2

Thusis

Sa, 13.03.21

13.30 – 17.00 Mi, 24.03.21 13.30 – 16.30

3

Ilanz

Mi, 31.03.21

13.30 – 17.00 Mi, 14.04.21 13.45 – 16.45

4

Scuol

Mi, 31.03.21

13.30 – 17.00 Mi, 14.04.21 14.00 – 17.15

5

Landquart

Sa, 10.04.21

13.30 – 17.00 Mi, 21.04.21 14.00 – 17.00

6

Ilanz

Mi, 05.05.21

13.30 – 17.00 Mi, 12.05.21 13.45 – 16.45

7

Landquart

Sa, 08.05.21 13.30 – 17.00 Mi, 19.05.21 14.00 – 17.00

8

Ilanz

Mi, 26.05.21

13.30 – 17.00 Mi, 09.06.21 13.45 – 16.45

9

Samedan

Mi, 02.06.21

13.30 – 17.00 Mi, 16.06.21 14.00 – 17.00

10

Landquart

Mi, 02.06.21

13.30 – 17.00 Mi, 16.06.21 14.00 – 17.00 13.30 – 17.00 Mi, 23.06.21 13.30 – 16.30

11

Thusis

Sa, 12.06.21

12

Ilanz

Di, 03.08.21 13.30 – 17.00 Mi, 11.08.21 13.45 – 16.45

13

Landquart

Mi, 04.08.21 13.30 – 17.00 Mi, 18.08.21 14.00 – 17.00

14

Ilanz

Mi, 25.08.21 13.30 – 17.00 Mi, 08.09.21 13.45 – 16.45

15

Landquart

Sa, 02.10.21

13.30 – 17.00 Mi, 20.10.21 14.00 – 17.00

16

Thusis

Mi, 06.10.21

13.30 – 17.00 Mi, 27.10.21 13.30 – 16.30


Sektionen | SVLT

13. Geburtstag eine solide Grundschulung in der Verkehrstheorie. Am Schluss des zweiten Kurshalbtages wird die Prüfung der Kategorie G abgenommen, die ab dem 14. Geburtstag zum Führen von Mofa und landwirtschaftlichen Fahrzeugen bis 30 km/h berechtigt. Der Kurs kostet Fr. 70.– für Mitglieder (Nicht-Mitglieder Fr. 90.–). Die Gebühren für Führerausweis und Prüfung werden separat vom Strassenverkehrsamt verrechnet. Online-Anmeldung: www.svlt-gr.ch; Anmeldung und Info: Gianni Largiadèr, Chapella 231, 7526 Cinuos-chel, 079 560 83 30, svlt.kurse@gmail.com

SH Generalversammlung 2020

LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands Fr. 70.–, für Nichtmitglieder Fr. 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 3. März 2021, in Hochdorf, 13.15–17.30 Uhr Mittwoch, 31. März 2021 in Sursee, 13.15 – 17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder Fr. 300.–, für Nichtmitglieder Fr. 320.–. Preise für 3-teilige Kurse: Fr. 460.–/Fr. 480.–. Nächste Termine: Kurs 601 für Roller/Motorrad (2-teilig bzw. 3-teilig): Teil 1: Samstag, 27. Februar 2021, 12.00–16.00 Uhr Teil 2: Samstag, 6. März 2021, 12.00–16.00 Uhr Teil 3: Samstag, 13. März 2021, 12.00–16.00 Uhr Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder Fr. 220.–, für Nichtmitglieder Fr. 240.–. Nächste Termine: Teil 1: Montag, 19. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 2: Dienstag, 20. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 3: Montag, 26. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Teil 4: Dienstag, 27. April 2021, 19.00–21.00 Uhr Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Sollte das BAG neue Corona-Weisungen erlassen, müssten die Kurse evtl. kurzfristig wieder abgesagt bzw. verschoben werden. Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen. Der nächste Intensivkurs beginnt voraussichtlich am 19. Februar 2021. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

Voranzeige Spritzentest 2021 – Termine Gebläsespritzentest: Mo/Di 15./16. März 2021 Fenaco/Traveco, Sursee Mi/Do 17./18. März 2021 BBZN, Hohenrain Feldspritzentest: Fr 19. März 2021 Mo 22. März 2021 Di 23. März 2021 Mi 24. März 2021 Do 25. März 2021 Fr 26. März 2021

Landtech Marti GmbH, Willisau Fenaco/Traveco, Sursee Albisser & Bucher GmbH, Triengen B. Kaufmann AG, Altishofen GS Landtechnik, Uffikon GS Landtechnik, Uffikon

Mo Di Mi Do

Kurmann Technik AG, Ruswil Kurmann Technik AG, Ruswil BBZN Hohenrain BBZN Hohenrain

29. März 2021 30. März 2021 31. März 2021 1. April 2021

Alle Spritzenbesitzer, welche keine Einladung erhalten haben bzw. die neu ihre Spritze prüfen möchten, bitten wir, uns zu kontaktieren (Mail: info@lvlt.ch oder Tel. 041 910 04 62). Sollte das BAG entsprechende Corona-Weisungen erlassen, müsste die Durchführung evtl. abgesagt bzw. verschoben werden.

Der Verband für Landtechnik Sektion Schaffhausen (VLT-SH) konnte im Jahre 2020 die Generalversammlung vom 16. Januar und die Winterreise mit erfreulicher Teilnehmerzahl noch durchführen, ebenso die beiden Traktorenkurse mit 26 Teilnehmern und den verschobenen Feldspritzentest mit 62 geprüften Spritzen. Die G40-Fahrkurse sind sehr gut besucht gewesen. Auch bei den ganzen Themen um den Strassenverkehr und die kommenden Abstimmungen versucht sich der SVLT konstruktiv einzubringen. Das Protokoll der Generalversammlung 2020 ist auf der Sektions-Website unter vlt-sh.ch unter «Aktuell» einsehbar.

Schriftlich abgestimmt – 36 % Beteiligung Zuhanden des schriftlichen Abstimmungsprozederes der Generalversammlung 2021 des VLT-SH schlug der Vorstand den Mitgliedern vor, den Jahresbeitrag bei CHF 80.– zu belassen. Dem Antrag wurde bei einer erfreulich grossen Stimmbeteiligung von 36 Prozent mit 155 Ja ohne Gegenstimmen bei einer Enthaltung zugestimmt. Mit 157 Ja, ohne Gegenstimmen und Enthaltungen, passierte die Jahresrechnung 2020; mit 156 Ja und 1 Enthaltung erfolgte die Zustimmung zum entsprechenden Revisorenbericht. Schliesslich wurden das Protokoll der GV 2020 mit 153 Ja und 3 Enthaltungen sowie der Jahresbericht des Präsidenten mit 155 Ja und 1 Enthaltung genehmigt.

TG Jahresbericht VTL/Landtechnik 2020 Das Coronavirus durchrüttelte auch die Jahresplanung der VTL/Landtechnik zünftig. Darum musste auch die Jahrestagung, welche jeweils Mitte November durchgeführt wird, abgesagt werden. Nachfolgend ein Bericht über die Aktivitäten im Jahr 2020: Anfang Jahr konnten 71 Reiseteilnehmende noch unbeschwert Badeferien in Bad Birnbach geniessen. Im Februar fand zudem eine spannende Exkursion in der Gärtnersiedlung Singen und in die Hofgemeinschaft Heggelbach mit 51 Teilnehmern statt. Die Feldspritzentests mussten teilweise verschoben werden. Sie konnten jedoch alle im Sommer nachgeholt werden. Insgesamt wurden 95 Feldspritzen geprüft. Abgesagt werden musste die ausgebuchte Sommerreise nach Friaul und Slowenien. Im Juli nahm die Sektion von Fredy Moser Abschied. Das langjährige Vorstandsmitglied und ehemaliger Geschäftsführer verstarb völlig unerwartet. Bei den Traktorenvorbereitungskursen haben 2020 118 Jugendliche teilgenommen, an Staplerkursen 121 Personen. Die Staplerkurse sind SUVA- und BUL-anerkannt. Über das ganze Jahr verteilt sind weiter Maschineninventarsschätzungen und Elektroinstallationskontrollen durchgeführt worden. Der Gedankenaustausch mit den Regierungsrätinnen Frau Haag und Frau Komposch, den Amtsleitern des Strassenverkehrsamtes, Tiefbauamtes und der Kantonspolizei und den Verkehrsverbänden des Kantons Thurgaus ist jeweils im Herbst ein wichtiger Termin, bei dem die Sektion ihre Anliegen einbringen kann. Die Mitglieder sind aufgefordert, Auflagen von Strassenbauprojekten genau zu betrachten und, wenn sie nicht in ihrem Sinne sind, Einsprache zu erheben. An zwei Vorträgen in Sulgen und Diessenhofen erfolgten Informationen über den landwirtschaftlichen

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SVLT | Sektionen

Strassenverkehr, schwerpunktmässig über den vorderen Überhang und die Achslasten bei Anhängern. Im Jahre 2021 sind die Badeferien in Bad Birnbach wiederum abgesagt, ebenso die Exkursion, welche üblicher­ weise im Februar stattfindet. Zwischen April und Juni werden die Feldspritzen­tests durchgeführt. Traktorenvorbereitungskurse und Stap­ lerkurse sind verteilt über das ganze Jahr vorgesehen. Wenn es die Si­ tuation zulässt, soll die Friaul-/Slowenienreise, welche dieses Jahr abge­ sagt werden musste, im Juni durchgeführt werden. Ko

aufgeschaltet. Dabei geht es auch um die finanzielle Beteiligung der Sektion für den Abstimmungskampf um die beiden Agrar-Initiativen.

Pflanzenschutzgeräteprüfung Obst-/Weinbau 2021

Die Waadtländer Sektion der ASETA beschloss angesichts der gesund­ heitlichen Situation, die Hauptversammlung auf dem Schriftweg abzu­ halten. Alle Mitglieder der Sektion erhielten einzeln die Tagesordnung, den Jahresabschluss, die Entlastung des Ausschusses, des Managers und des Prüfungsausschusses sowie den Stimmzettel, der bis zum 5. Februar 2021 zurückgesandt werden musste. Ein Drittel der Mitglieder antwortete, was eine relativ hohe Zunahme der Teilnahme im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Die vier Punkte, über die abgestimmt werden soll, wurden von ihnen fast einstimmig angenommen. Fragen und Anmerkungen werden vom Ausschuss ana­ lysiert und behandelt. Das bisherige Komitee bleibt in seiner Gesamt­ heit ebenso wie der Manager. Die Waadtländer Sektion musste leider einen technischen Event absagen, der im September 2020 in Grange-­ Verney hätte stattfinden sollen.

Die Obstsprayertests am Standort Roggwil wurden Corona-bedingt im Jahr 2020 abgesagt, die Anmeldung 2020 behält ihre Gültigkeit für den 15. März bis 24. März 2021. Am Standort Altnau sind die Prüfungen zwischen 15. April und 23. April 2021 anberaumt. Die Sprühgeräte müssen technisch in einwandfreiem Zustand zur Kontrolle erscheinen. Das Prüfintervall ändert von 4 auf 3 Jahre, dies bedeutet Folgendes: Die Prüfungen mit Testjahr 2018 in Sulgen fallen im Jahre 2022 an, jene von 2019 in Lanzenneunforn/Lommis im Jahre 2023 und jene von 2021 in Roggwil/Altnau im Jahre 2024. Bitte bei der Anmeldung den Gerätetyp mit Fassvolumen und dessen Alter, gezogen oder aufgesattelt sowie Reihenab­ stand, angeben. Anmeldung bis 1. März an: VTL Landtechnik, Geschäfts­ stelle, info@tvlt.ch, Markus Koller, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen.

VD Aussergewöhnlich hohe Teilnahme

ZH Vorbereitungskurs auf die Traktorenprüfung 27. Feb., 29. Mai, 25. Sept., 27. Nov., von 8 bis 14 Uhr Die SVLT-Sektion Zürich hilft den zukünftigen Fahrerinnen und Fahrern durch einen Kurs zur Vorbereitung auf die Theorieprüfung der Kat. G (Traktoren bis 30 km/h) mit allerlei Wissenswertem über Traktoren im Allgemeinen sowie Hilfreichem zur Unfallverhütung. Teilgenommen werden kann vier bis sechs Monate vor dem 14. Geburtstag; der Not­ helfer- und der Verkehrskundeausweis ist in dieser Kategorie noch nicht vorgeschrieben. Der Beitrag beträgt 110 Franken, für Mitglieder des SVLT Zürich 80 Franken, inbegriffen das Lernprogramm und die Mittagsverpflegung. Kursort ist der Strickhof, Eschikon 21, Lindau. On­ lineanmeldung: www.fahrkurse.ch (Infos und Anmeldung für die Prü­ fung beim Strassenverkehrsamt).

Elektrokontrollen und Spritzentests: Auf www.svlt-zh.ch finden Sie ein finanziell sehr interessantes Angebot für Elektrokontrollen. Die Spritzentests finden Sie auf www.strickhof.ch.

Schriftliche Hauptversammlung Die Hauptversammlung wird dieses Jahr schriftlich durchgeführt. Die Stimmabgabe erfolgt elektronisch unter www.svlt-zh.ch bis am 1. März 2021. Den persönlichen Zugangscode erhalten die Mitglieder mit der «Schweizer Landtechnik» (Beilage mit Detailinformationen in dieser Ausgabe). Die Unterlagen sind auch unter www.svlt-zh.ch − «Agenda»

Der Vorstand der Sektion Waadt mit Laurent Doudin, Laurent Vernez, Steve Bugnon, Didier Avez-Droz, Jean-Luc Mayor (Präsident), Yanick Chambaz, Pascal Marendaz et Virginie Bugnon (Geschäftsführerin).

Sprühtests Sprühtests finden 2021 an den 12 Standorten statt: Aigle, Arnex-­surOrbe, Champagner, Chavornay, Daillens, Lavigny, Moudon, Oppens, Palézieux, Pampigny, Payerne und St-Oyens. Der Preis für Sprühkont­ rollen bleibt unverändert, d. h. CHF 80.00 für Mitglieder und CHF 110.00 für Nichtmitglieder. Sie finden von März bis Ende April 2021 statt. Nach wie vor relevant sind die vom Verband organisierten G40-Kurse, dessen Waadtländer Mitglieder von einem Rabatt von CHF 100.00 pro studentischem Mitglied profitieren. Alle nützlichen Informationen fin­ den sich auf der Website: www.asetavaud.ch. Bu.

www.agrartechnik.ch 68

Schweizer Landtechnik 2 2021


Sektionen | SVLT

SG

AR

AI

GL

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2021

Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 25. Sept. 21 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

27. Okt. 21

Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 03. Nov. 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

08. Dez. 21

Wangs, Parkhotel Sa, 06. Nov. 21 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

01. Dez. 21

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 13. Nov. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

15. Dez. 21

Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 20. Feb. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

17. März 21

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 24. Nov. 21 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn Mi, 22. Dez 21

Wangs, Parkhotel Sa, 27. Feb. 21 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

24. März 21

Theoriekurse Kategorie F/G

Trogen Mi, 03. März 21 Trogen / Trogen StVA Trogen

31. März 21

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 27. März 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h.

21. April 21

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 07. Apr. 21 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 24. Apr. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

AG

05. Mai 21

BL, BS

19. Mai 21

Wangs, Parkhotel Sa, 15. Mai 21 Wangs, Parkhotel/StVA Mels

09. Juni 21

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 26. Mai 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

16. Juni 21

Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 07. Juli 21 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn

BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch

02. Juni 21

Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 19. Juni 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich)

Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 08. Mai 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 29. Mai 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA

Siehe auch www.fahrkurse.ch

FR Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Gianni Largiadèr, Chapella 231, 7526 Cinuos-chel, 079 560 83 30, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, Chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch

30. Juni 21

GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch

14. Juli 21

SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch

11. Aug. 21

SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch

Wangs, Parkhotel Sa, 14. Aug. 21 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 08. Sept. 21 Trogen Mi, 18. Aug. 21 Trogen / Trogen StVA Trogen 15. Sept. 21 Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 28. Aug. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 29. Sept. 21

SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, Chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch

Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 01. Sept. 21 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 22. Sept. 21

Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch

St. Peterzell, Schulhaus Sa, 18. Sept. 21 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA

Kursort: Strickhof, Lindau. Kursdaten: 27. Feb., 29. Mai, 25. Sept., 27. Nov. 2021 Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

ZG

ZH

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SVLT | Porträt

Offen für Neues Ein Mann sollte in seinem Leben ein Haus gebaut, einen Baum gepflanzt und einen Sohn gezeugt haben, steht irgendwo. Somit kann Simon Stamm mit Jahrgang 1993 vom Birkenhof in Schleitheim SH – «Schlaate» sagen sie dort – als ganzer Mann dastehen. Denn mit der Übernahme des elterlichen Landwirtschaftsbetriebs auf Jahresbeginn 2019 hat er zusammen mit Ehefrau Ursina, Kindergärtnerin, die Wohnliegenschaft nach eigenen Vorstellungen umgekrempelt, die Umgebung mit Pflanzungen geschmückt und mit dem am 10. Juli 2020 geborenen Sohn Mattia Stamm im doppelten Sinne des Wortes den Stammhalter ins Leben geholt. Für ihn ist das Berufs- und Familienglück aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Denn er hegt Zukunftsabsichten, die sich allerdings noch in der Phase der Ideensuche befinden. «Meine Frau und ich sind offen für Neues. Uns schwebt etwas in Richtung Masttierhaltung, sei es Geflügel oder Rinder, vor», sagt er. Es gehe ihnen um die Intensivierung des Betriebes, um für alle Eventualitäten zukünftig gewappnet zu sein. Unverändert übernommen hat er den elterlichen Mutter­kuhBetrieb mit 31 F1-Mutterkühen, 1 Limousin-Zuchtstier und 20 Mastrindern sowie 31 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche, davon 17 ha Grünland und 14 ha Ackerbau (Mais, Weizen, Triticale, Gerste, Zuckerrüben, Raps und Kunstwiese). Was Simon Stamm im Laufe der Übernahme geändert bzw. verdoppelt hat, ist die Schlagkraft bei der Grünfuttertechnik. Unter anderem sortierte er den Wendetrac mit dem 2,65-m-­ Mähwerk aus und rüstete dafür den John Deere «6420 S» mit Fronthydraulik und Zapfwelle und mit einem Lely-Frontmähwerk und einem Mörtl-Seitenmähwerk aus und kaufte sich bei einem Krone-Doppelschwader ein. Das Occasions-Lelymähwerk zerlegte und revidierte er eigenhändig. Denn er besitzt eine grosse beheizte Werkstatt mit einer Drehbank, Schweissanlagen und einem Fahrzeuglift – und nötiges Fachwissen. Denn vor der Ausbildung zum Landwirt erlernte er den Beruf des Landmaschinenmechanikers. «Der Unterhalt und die Pflege der Maschinen und Geräte sind mir grosse Anliegen», sagt er, «ich führe auch die gros­ sen Servicearbeiten und grössere Reparaturarbeiten selber durch.» So revidierte er beispielsweise den Futter­mischwagen komplett. Die Maschinen danken es ihm mit langem Leben: So hat der John Deere «2140» über 18 000 und der «1950» über 10 000 Arbeitsstunden auf dem Buckel. Was er bestimmt auch weiterführen will, sind Maschinen­ gemeinschaften mit anderen Bauern aus der Region, damit die Maschinen besser ausgelastet sind. Er selber besitzt einen Maishäcksler (Mengele «Sh 30») und in den Gemeinschaften einen Mähdrescher (John Deere «965 H»), einen Rübenvollernter (Stoll «V 202») und einen Schleppschlauchverteiler mit Schneckenpumpe und 1200 m Schlauch auf zwei Haspeln, was ihm erlaubt, Hofdünger auf die Hälfte der Betriebsfläche direkt zu verschlauchen. Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik 2

2021


Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Neu: Drohnenkurse

«G40»-Fahrkurse Mit dem Führerausweis der Kategorie «G» und erfolgreich absolviertem Fahrkurs «G40» können Landwirtschaftstraktoren und landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorfahrkurs «G40» des SVLT ist vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder auf www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

CZV-Weiterbildungskurse Kursort: Riniken AG

Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Schweisskurse Kursort: Riniken AG Das Kursangebot richtet sich an Anfänger, die das Basiswissen in Schweisstechnik erwerben möchten, sowie an Fortgeschrittene, die ihr Know-how auffrischen und vertiefen möchten, aber auch an handwerklich interessierte Personen und Fachleute. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Obligatorische Weiterbildung für LKW-Fahrer. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Neu: Ecodrive-Fahrkurse Spritsparendes Fahren mit Landwirtschaftsfahrzeugen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch.

«agriLIFT»-Staplerkurse In zwei Tagen werden die Module «Basis», «R1» (Gegen­ gewichtsstapler) und «R4» (Teleskoplader) gemäss EKAS 6518 in theoretischen und praktischen Sequenzen behandelt. Diese Ausbildung ist Suva-auditiert und CZV-anerkannt. Anmeldung: www.bul.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Informationen und Auskünfte zu den Kursen www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch, Tel. 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch  Impressum 83. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT Ständerat Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Dr. Roman Engeler Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate/Anzeigen Alex Reimann Anzeigen-Verkauf Tel. 062 877 18 50/079 607 46 59 inserate@agrartechnik.ch Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2021. Kombinationsrabatt bei gleichzeitiger Erscheinung in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10–12, 9403 Goldach Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.), für SVLT-Mitglieder gratis Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.)

Nächste Ausgabe Schwerpunkt «Maissaat» Bei der Aussaat von Mais gilt das Motto: «So früh wie möglich, so spät wie nötig.» Entscheidend sind auch die richtigen Boden-Bearbeitungsverfahren. Nr. 3/2021 erscheint am 11.3.2021. Redaktionsschluss: 22.2.2021 Anzeigenschluss: 1.3.2021

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