Schweizer Landtechnik 01/2020

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Januar 2020

INNENWIRTSCHAFT Von der Mistgabel zum Smartphone Fressverhalten mit Ohrmarken überwachen Ladung verloren – was nun? Sieben Weidemulcher im Test


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Januar 2020 | Editorial • Inhalt

Aktuelles

Editorial

4 Kurzmeldungen Markt 8 12 16 18 20 22 24

Werner Salzmann SVLT-Präsident

Interview mit Otto Roiss, Chef der Bauer Gruppe Schwerpunkt: Innenwirtschaft Smartphone statt Mistgabel Was können elektronische Ohrmarken? Tier-Lokalisation mit Ortungssystemen Seit 20 Jahren Erfahrung mit dem Melkroboter Entlastung dank Futternachschieber Was ist beim Entmistungsroboter zu beachten?

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Impression 28 38 40

Sieben Mulchgeräte im Test Rollband-Wagen Strautmann «Aperion 2401» Hightech-Überladebunker von Fritz Lehmann

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Management 42 45

Ladung verloren: Glück im Unglück Tarife für Winterdienst-Arbeiten

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Plattform 46 48

Mit dem Roboter gegen Schnecken Neuartiges Verfahren für Unterfussdüngung

Wissen 50

Ölreinigung mit dem Dialyseverfahren

Sicherheit 52

Blindflug beenden

Passion 54

MAN «4R3» von Fritz Hartmann, Dürrenroth BE

SVLT 56 Sektionsversammlungen 57 Sektionsnachrichten 62 Porträt Michael Schelbert, Baar ZG 63 Kurse und Impressum

Titelbild: In der Innenwirtschaft hat sich die Automatisierung in den letzten Jahren durchsetzen können, sei es mit Melk-, Mist- oder Fütterungsrobotern.

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Das eben begonnene Jahr werde zu einem Schicksalsjahr für die Schweizer Landwirtschaft, betonte die Spitze des Schweizer Bauernverbands (SBV) an der traditionellen Medienkonferenz zum Jahresbeginn. In der Tat verheissen das geplante Freihandels­ abkommen mit den Mercosur-Staaten, die Botschaft über die Agrarpolitik «AP 22+» oder die zur Debatte stehenden Volksinitiativen zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nichts Gutes für eine produzierende Schweizer Landwirtschaft, sollten diese Vorhaben – oder auch nur Teile davon – dereinst so umgesetzt werden, wie sie sich derzeit präsentieren. Diese Themen lassen auch den Schweizerischen Verband für Landtechnik (SVLT) nicht kalt. Speziell im Kampf gegen die beiden extrem formulierten Pflanzenschutzmittel-Initiativen wird sich der SVLT an der Seite des SBV engagieren. Schliesslich bemüht sich unser Verband mit den Spritzentests seit Jahren für eine exakte, umweltschonende Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. Und mit der Etablierung neuer Methoden und Techniken – Stichwort «Digitalisierung» – wird diese Ausbringung künftig noch exakter werden. Ein Verbot, oder ein über Direktzahlungen diktiertes Verbot, wird in keiner Weise das bringen, was sich die Initianten versprechen. Die Landwirtschaft wird 2020 also gefordert sein. Um die angesprochenen Herausforderungen meistern zu können, müssen aber alle in unserer Branche am gleichen Strick und in die gleiche Richtung ziehen. Ich hoffe mit Ihnen, liebe SVLT-Mitglieder, liebe Leserinnen und Leser der «Schweizer Landtechnik», dass uns dies für eine Schweizer Landwirtschaft mit gesunder Zukunft gelingen wird. Ausgabe Nr. 2 erscheint am 13.2.2020

Bild: R. Hunger

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Aktuelles

In Kürze Binderberger hat infolge neuer Sicherheitsvorschriften sein Kreissägen-Programm überarbeitet. CNH Industrial treibt mit der Marke «AgXTend» die globale Markterschliessung von digitalen und teilflächenspezifischen Methoden in der Landwirtschaft voran und ernennt in diesem Zuge erstmalig mit Maximilian Birle einen Geschäftsführer. Lemken bietet mit der App «Agroparts Mobile» ein einfaches Identifizieren und Bestellen von Ersatzteilen. Ab Januar 2020 läuft bei Agrifac eine neue Generation der «Condor»-Selbstfahrspritze vom Band. Jost Werke AG, ein deutscher Hersteller von sicherheitsrelevanten Systemen für Nutzfahrzeuge, übernimmt den schwedischen Spezialisten für Frontlader Ålö. Robert Aebi Landtechnik AG wird an­stelle einer Agrama-Teilnahme am 22./23. August 2020 einen Feldtag in Höri ZH durchführen. Claas konnte mit 3,9 Mrd. Euro den Vorjahresumsatz leicht übertreffen. Das Ergebnis vor Steuern ging allerdings auf 136 Mio. Euro (2018: 226 Mio. Euro) zurück. Nutzfahrzeug- und Landmaschinen-Hersteller Krone erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2018/2019 einen Umsatz von 2,24 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,1 Mrd. Euro). In der Landtechnik-Sparte erzielte man einen Umsatz von 698 Mio. Euro (+9 %). Mit einem Zuwachs von rund 6 % in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung per 1. Januar 2020 weist Agrisano erneut ein Versichertenwachstum aus und konnte auch bei anderen Versicherungsprodukten zulegen. Die Zwischenfrucht-Sägeräte von APV sind künftig auch bei Lemken erhältlich – nämlich als Zusatzausstattung für die Grubber und Scheibeneggen des deutschen Landmaschinen-Herstellers. Die Geräte kommen unter dem Namen «Seedhub 5» auf den Markt. In Tänikon (TG) findet am 11./12. März 2020 ein wissenschaftliches Kolloquium zu den Themen «Automatisierung» und «Digitalisierung» statt. Nachdem die letzten Zuckerrüben an den ersten Neujahrstagen von den Feldrändern abtransportiert wurden, ging die Rübenkampagne 2019 zu Ende – es war die bisher längste der Geschichte.

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Neue Dimensionen Der grösste Agrar-Ladewagen aller Zeiten hat Anfang Dezember die Produktionshallen von Agrar Landtechnik in Balterswil (TG) verlassen. Mit 84 m3 Fassungsvolumen und 11,6 m Gesamtlänge passt richtig viel Heu in den Ladewagen «HL84». Christof Baumgartner aus Märwil (TG) liess diesen Wagen individuell auf ihn anfertigen. Der Ladewagen verfügt über ein spezielles gefedertes und gelenktes 16-t-Tandem-Fahrwerk mit bodenschonenden Niederquerschnittreifen in der Dimension «710/35 R 22,5». Der robuste und wartungsfreundliche Laderotor ist mit sechs versetzten Förderschwingen mit Lenkersteuerung und automatischem Kettenschmiersystem versehen. Das feuerverzinkte 6-Rechen-Pickup mit 3-Punkt-Aufhängung und 200  mm Pendelweg soll eine optimale Boden­ anpassung bieten. Der vierfache Kratz-

boden mit Kettenrädern aus hochfestem Spezialguss ist für eine lange Lebens­­­dauer ausgelegt, ebenso das verwindungssteife Chassis, das sandgestrahlt und dann mit einer KTL-Farbbeschichtung versehen wurde. Weiter gibt es einen Scherengitteraufbau mit Seilbügeln, speziell auch für den Einsatz in steileren Lagen gedacht.

Mähdrescher-Profis bei Robert Aebi Klaus Semmler ist bei Lohnunternehmen bestens bekannt und als Referent sowie als Fahrertrainer ein gefragter Mann. Der deutsche Mähdrusch-Spezialist weiss in seinen Statements dank seiner langjährigen Erfahrung zu überzeugen. Kein Wunder also, dass sich über 150 Personen bei Robert Aebi Landtechnik im zürcherischen Regensdorf einfanden, um während zweier Stunden einer markenunabhängigen Betrachtung zuzuhören und dabei zu erfahren, auf was es beim Mähdrusch wirklich ankommt, an welchen Stellschrauben man noch zu drehen hat oder einfach, wie man sich als Lohnunternehmer gegenüber dem Landwirt präsentieren soll, auf dass am Ende beide einen Nutzen vom erteilten Auftrag haben. Semmler sprach vom richtigen Einstellen der Maschine, über die oft überschätzten Verluste auf dem Feld bis hin zur steten Kontrolle der Verschleissteile und der leider immer wieder vernachlässigten Reinigung. Er geizte dabei nicht mit

Tipps und operierte mit einprägsamen Faustzahlen, so dass wohl jeder aufmerksame Zuhörer in der kommenden Saison das eine oder andere an seiner Maschine oder seiner Fahrweise ändern wird mit dem Ziel, hinsichtlich Quantität und Qualität seiner Arbeit noch einen Zacken zulegen zu können. Der ausgestellte Mähdrescher vom Typ «T560» von John Deere, der meistverkaufte Drescher in der Schweiz, diente dabei Semmler und den anwesenden Erntetechnik-Spezialisten von Robert Aebi Landtechnik gleichermassen als Anschauungs- wie kurzzeitiges Trainingsobjekt.


Aktuelles

Rechtsrahmen gefordert Droht Europas Landwirten beim Einsatz autonomer Roboter das Nachsehen? Diese Frage wirft der «Robotics Report» auf, den das Agro Innovation Lab (AIL) kürzlich veröffentlicht hat. In ihrem Statusbericht kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Agrarroboter heute technisch so weit entwickelt sind, dass sie schon bald verstärkt in der Landwirtschaft eingesetzt werden könnten. Innovationen und ihr Markteintritt in diesem Bereich drohen aber am Fehlen eines gesetzlichen Rahmens zu scheitern. Der Gesetzgeber sei gefordert, dies auf EU-Ebene schnellstmöglich nachzuholen, so die Forderung des AIL. Schätzungen zufolge werde der Robotik-Markt bis 2025 um 40% wachsen und auch den Agrarsektor nachhaltig beeinflussen.

Neuer Chef bei Fritz Spahr AG Die Fritz Spahr AG in Lengnau BE hat seit 1. Januar einen neuen Geschäftsführer. Fritz Spahr (68) hat die Leitung der Traditionsfirma an Werkstattchef Dominique Boillat (47) übergeben. Boillat, der seit über 30 Jahren bei Spahr tätig ist, ist damit auch für die Nieder­lassung in Aarberg verantwortlich. Fritz Spahr wird als Verkaufsberater weiterhin für seine Firma tätig sein. Neuer Werkstattchef in Lengnau wird Stefan Sahli. Adrian von Dach wird neu für die Werkstatt in Aarberg verantwortlich sein.

Neues Unternehmen Die Firmen Kerner Maschinenbau aus Aislingen (D) und Dickson aus Pram (A) haben zusammen das Unternehmen DicksonKerner GmbH gegründet. 2020 soll mit dem mehrbalkigen Modulsystem «Variofield» zur mechanischen Unkrautregulierung und Bestandspflege die erste Gemeinschaftsentwicklung auf den Markt kommen. Kennzeichen der Geräte ist das einheitliche und zentrale Rahmensystem, mit dem unterschiedliche Werkzeuge für die Bodenbearbeitung genutzt werden können. Die neuen Geräte sollen über das Vertriebsnetz von Kerner vermarktet werden. Kerner wird als eigenständige Marke bestehen bleiben.

Offene Türen bei Meier Maschinen «Mit der Veranstaltung in der Altjahreswoche bieten wir den Besuchern an, unsere Produktepalette vor Ort zu sehen und auch Neuheiten kennen zu lernen», führte Stefan Dudli am Rand der diesjährigen Hausmesse aus. Dudli hat Mitte 2019 die Geschäftsführung von Meier Maschinen AG in Marthalen übernommen. Aktuell beschäftigt das traditionsreiche Kleinunternehmen, dessen Wurzeln bis 1892 zurückreichen, 19 Mit­ arbeitende und bildet zugleich vier Landmaschinenmechaniker aus. Für die grosse Bekanntheit des Landtechnik­ betriebes weit über die Region hinaus sorgen seit Jahrzehnten die hellgrünen Claas Mähdrescher und Mais­ häcksler. Zugleich pflegt das Unternehmen mit zahlreichen Markenvertretungen weitere langjährige Geschäftsbeziehungen.

Gute Stimmung Traditionsgemäss lädt Brack Landtechnik nach den Weihnachtsfeiertagen zur Haus- oder eben zur Weihnachtsausstellung nach Unterstammheim ein. An den beiden Ausstellungstagen herrschte ein Grossandrang bei guter Stimmung im Amtacker, wo Seniorchef Albert und Sohn Stefan Brack mit dem Team von Brack Landtech-

nik, verstärkt durch Verkaufsspezialisten der entsprechenden Lieferanten, die interessierten Landwirte über das umfangreiche und wachsende Produktsortiment informierten. Mit den Knick- und Kompaktladern von Manitou waren heuer erstmals Geräte dieses französischen Herstellers mit von der Partie.

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Aktuelles

Präzisionshackmaschine Hersteller Phenix hat zwanzig Jahre Erfahrung in der mechanischen Unkrautbekämpfung auf einem 400 ha grossen Bio-Ackerbaubetrieb im Burgund. Die Hackgeräte sind in Arbeitsbreiten von 3 bis 12 m und mit Reihenabständen von 15 bis 80 cm erhältlich. Die «X-Control»-Parallelogramme können uneingeschränkt über die gesamte Rahmenbreite fixiert werden, so dass die Reihenabstände an jede Kulturpflanzenart angepasst werden können. Zur Wahl steht eine mechanische oder hydraulische Steuerung der «X-Control»-Parallelogramme von der Kabine aus. Jede Reihe ist somit einzeln abschaltbar und ausserdem GPS- und Isobus-kompatibel.

SMSWettbewerb Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinen-Händler ein attraktives Traktoren-Modell.

Der Verschieberahmen «Lynx» ist mit einer Farberkennungskamera ausgerüstet, mit der selbst hochwüchsige Vegetation bearbeitet werden kann. Der Verschieberahmen kann auf Spuren von 1,5 bis 2,0 m eingestellt werden und gibt dem Hackgerät dank der grossen Führungsräder eine gute Stabilisierungsfunktion, um die Reaktionszeit des Hackgeräts bei seitlichen Bewegungen zu optimieren. In der Schweiz gibt es diese Geräte über das Vertriebsnetz von Ott Landmaschinen, Zollikofen.

Minderheitsbeteiligung Die zu CNH gehörende Plattform «AgXTend» hat eine Minderheitsbeteiligung an Geoprospectors erworben. Das im österreichischen Traiskirchen domizilierte Unternehmen entwickelt und produziert Messsysteme zur genauen Erkennung und Bewertung von unterschiedlichen Bodenstrukturen. So hat das Start-up-Unternehmen beispielsweise den «Topsoil-Mapper» (auch «SoilXplorer» genannt, Bild) entwickelt, mit dem es möglich wird, das Innere eines Bodens grossflächig zu erfassen und dabei Parameter wie Bodenart, Wassersättigung oder Verdichtung auf Basis elektromagnetischer Induktion flächendeckend zu kartieren. Mit CNH bestand bereits seit gerau-

mer Zeit eine Kooperation in der Vermarktung dieses Instruments, nun hat CNH über «AgXTend» eine Minderheitsbeteiligung an Geoprospectors erworben. «AgXTend» ist eine Plattform, über die CNH mit innovativen Start-up-Unternehmen im Bereich der Landtechnik zusammenarbeitet und diesen über die CNH-Handelskanäle einen besseren sowie schnelleren Marktzugang ermöglichen will.

In dieser Ausgabe ist es ein Modell Case IH «Quadtrac 600» von Siku im Massstab 1:32.

SMS – und gewinnen mit Hilzinger AG Land-, Bau- und Gartentechnik 8500 Frauenfeld

100 Jahre – 50. Ausstellung Am 9. August feierte die im aargauischen Niederwil domizilierte Firma Mäder Land­ maschinen das hundertjährige Bestehen. Zwischen Weihnachten und Neujahr fand nun schon zum 50. Mal die weitherum bekannte Ausstellung statt, zu der Firmenchef Rolf Mäder und sein Team wiederum eine grosse Schar von Kunden begrüssen durften – sei es in der warmen Wirtschaft «zur Schmitte» oder im grossen Park mit neuen oder gebrauchten Maschi­nen der Marken «New Holland», «Steyr», «Case IH», «Iseki», «Weidemann», «Pöttinger», «Rapid», «Kärcher», «Strautmann», «Stihl» und vielen weiteren mehr. Rolf Mäder und seine Schwester Beatrice Kaufmann, sie verantwortet die Buchhaltung des Unternehmens mit rund 20 Angestellten, zeigten sich zufrieden mit der «Niederwiler Olma», sei doch die Stimmung unter den anwesenden Landwirten heuer um einiges besser als in den vergangenen Jahren gewesen. 6

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Schreiben Sie ein SMS (1 Fr.) mit SVLT Name Adresse an die Nummer 880 und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell Case IH «Quadtrac 600». Der glückliche Gewinner eines Modells des John-Deere «6219R», das in der DezemberAus­gabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Xavier Bignens und kommt aus 1188 Gimel VD.


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3148 LANZENHÄUSERN, Gurtner Technik GmbH 3179 KRIECHENWIL, Hämmerli AgroTech AG 3232 INS, GVS Agrar Ins AG 3315 BÄTTERKINDEN, Stephan Wyss Landtechnik GmbH 3324 HINDELBANK/KOPPIGEN, Käser Agrotechnik AG 3365 GRASSWIL, LMG Landmaschinen AG Grasswil 3647 REUTIGEN, Burger Reutigen AG 3664 BURGISTEIN, Sterchi Landtechnik AG 3951 AGARN, Fentra GmbH 4147 ANGENSTEIN/AESCH, Brunner Daniel 4415 LAUSEN, Hugo Furrer AG 4624 HÄRKINGEN, Studer & Krähenbühl AG 5054 KIRCHLEERAU, Roos Peter AG 5322 KOBLENZ, GVS Fried AG 5324 FULL-REUENTHAL, Heinz Kämpf Landmaschinen AG 5502 HUNZENSCHWIL, Odermatt Landmaschinen AG 6016 HELLBÜHL, Amrhyn Gustav AG 6130 WILLISAU, Kronenberg Hans 6170 SCHÜPFHEIM, Zihlmann Maschinen & Geräte AG 7205 ZIZERS, Kohler Landmaschinen AG 8193 EGLISAU, Landmaschinenstation Eglisau AG

8207 SCHAFFHAUSEN, GVS Agrar AG 8214 GÄCHLINGEN, GVS Agrar AG 8308 MESIKON-ILLNAU, Gujer Landmaschinen AG 8374 OBERWANGEN, Technikcenter Grueb AG 8476 UNTERSTAMMHEIM, Brack Landtechnik AG 8566 NEUWILEN, Mühlethaler Technik AG 8587 OBERAACH, Jakob Hofer AG 8722 KALTBRUNN, Steiner Berchtold AG 8832 WOLLERAU, Schuler Maschinen und Fahrzeuge AG 8934 KNONAU, Hausheer & Sidler 9249 ALGETSHAUSEN, Traber Landmaschinenbetrieb AG 9303 WITTENBACH, Maschinencenter Wittenbach AG 9445 REBSTEIN, Maschinencenter Rebstein AG 9470 BUCHS, A. Stricker Landmaschinen 9475 SEVELEN, Maschinencenter Sevelen AG 9494 SCHAAN, Wohlwend Damian Anstalt 9548 MATZINGEN, Schneider Landmaschinen AG 9615 DIETFURT, Franz Bachmann AG


Markt | Interview

Otto Roiss, Chef der Bauer Gruppe, hat neben seinem Kerngeschäft Gülle und Beregnung auch für die künftige Energieproduktion Visionen. Bilder: R. Melzer

Effiziente Nutzung von Wasser schon weit gediehen Otto Roiss, Chef der Bauer Gruppe, gibt im folgenden Interview Auskunft über die Entwicklung und die Zukunftsaussichten des österreichischen Beregnungs- und Güllespezialisten. Johannes Paar*

Schweizer Landtechnik: 2003 haben Sie mit Partnern die heutige Bauer Gruppe übernommen. Was haben Sie damals in diesem Unternehmen vorgefunden? Otto Roiss: Bauer war zu dieser Zeit ein traditionelles, um nicht zu sagen ein ziemlich altes Unternehmen. Es war in allen Belangen weit zerstreut (Produkte, Fertigung etc.), insbesondere aber heillos defizitär. Hatten Sie nicht Angst, dass dieses Unternehmen in einen weiteren Konkurs schlittern könnte? Angst und Geld habe ich noch nie gehabt! Im Ernst: Nein, ich hatte keine * Johannes Paar ist Chefredaktor der österreichischen Fachzeitschrift «Landwirt».

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Angst, sonst hätte ich es nicht gemacht. Ich stiess ja schon drei Jahre zuvor als Sanierer zum Unternehmen, habe es dann 2003 mit Partnern übernommen. Wer sind diese Partner? Diese Partner sind – oder waren – unser heutiger Finanzchef und der damalige Verkaufschef, der leider vor drei Jahren auf einer Geschäftsreise in Südafrika bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Was haben Sie jetzt anders gemacht, dass Bauer heute besser dasteht als damals, als Sie übernommen haben? Eigentlich alles. Dies war ja der Grund, weshalb ich diese Firma übernommen habe.

Können Sie dies konkretisieren? Bauer war zu unproduktiv, zu langsam oder anders gesagt: viel zu unwirtschaftlich und zu unprofessionell. Dies begann bei der Fertigung und hörte bei der Verwaltung auf. Sie haben also in die Fertigung, in Werke und ins Personal investiert? Es war primär keine Frage der Investition, aber es ergab sich daraus. Vielmehr mussten zunächst die Organisation verändert und Fragen beantwortet werden wie «wer tut dies, wer macht jenes?» oder «wie kann man es schneller machen?». Das waren die Fragen und daraus liessen sich die Investitionen ableiten. Wie lange haben Sie dazu gebraucht? Wir waren schon 2003 profitabel.


Interview | Markt

Der Klimawandel und die steigenden gesetzlichen Anforderungen an die Gülleausbringung spielen Ihnen in die Hände. Das Geschäft bei Bauer muss eigentlich super florieren, oder? Zu dieser Frage gibt es mehrere Antwort­ teile. Einerseits kann ich bestätigen: Das Geschäft floriert. Anderseits stehen wir – zu Unrecht – in der Kritik, da die Bereg­ nung als Wasserverschwendung darge­ stellt wird, also eigentlich als das Gegen­ teil von dem hingestellt wird, was es wirklich ist. Die mechanische Beregnung ist aus meiner Sicht der profitabelste Ein­ satz der Ressource Wasser überhaupt. Man verwendet zu einem gewissen Zeit­ punkt genau jene Menge, die es braucht. Die Betriebe, die unsere Beregnungsanla­ gen einsetzen, verlassen sich nicht auf das Glück, ob es vielleicht zum richtigen Zeitpunkt regnet. Die Veränderung des Wetters und Klimas mit längeren und heis­seren Trockenperioden spielt uns si­ cher in die Hände, aber nur in Kombinati­ on mit professionellen Landwirten. Mit Ihrer Beregnungstechnik bewässern Sie derzeit nur oberflächlich. Dort, wo das Wasser ganz knapp ist, gibt es die Tröpfchenbewässerung. Ist das für Bauer ein Thema? Dieses unterirdische Beregnen ist in der Landwirtschaft aus meiner Sicht nur be­ grenzt einsetzbar und ist bei Gott nicht so wassersparend, wie das immer dar­ gestellt wird. Eine Pflanze braucht für ihr Wachstum zu einem bestimmen Zeit­ punkt eine bestimmte Menge an Wasser, sonst gedeiht sie nicht. Das ist die Menge, die man zuführen muss. Dann gibt es Ver­ luste durch Versickern, Verdampfen oder Zuleitungsverluste. Der grosse Teil ist aber jene Menge, welche die Pflanze braucht,

«Die mechanische Beregnung ist aus meiner Sicht der profitabelste Einsatz der Ressource Wasser überhaupt.»

egal welchen Typ der Beregnung man wählt. Sicher gibt es Verluste, auch bei der Tröpfchenbewässerung. Die Verdunstung macht jedoch nur einen kleinen Anteil aus, und vor allem nur dort, wo die Luftfeuch­ tigkeit tief ist. Bei hoher Luftfeuchtigkeit spielt die Verdunstung keine Rolle. Negativ

«Auf grösseren Betrieben spüre ich einen regelrechten Boom bei der Separierungstechnik», stellt Otto Roiss fest.

bei der Tropfbewässerung ist, dass nur ein kleiner Teil des Erdreichs feucht gehalten wird, was wiederum das Salz anzieht. Da­ durch werden die feinen Öffnungen ver­ stopft und das System funktioniert nicht mehr. Dann müssen Kulturen mit Maschi­ nen bearbeitet werden, da sind verlegte oder oberirdisch ausgelegte Plastikschläu­ che ein echtes Hindernis. Zudem kann bei heissen Temperaturen das Beregnungs­ wasser warm bis sehr warm werden und gewisse, im Wasser gelöste, Salze können kristallisieren. Mit Ihrem Slogan «for a green world» sind Sie aber bestrebt, möglichst ressourcenschonend zu arbeiten. Wohin geht die Reise in der Beregnung einer grossflächigen Landwirtschaft? Ich glaube, dass die effiziente Nutzung von Wasser schon sehr weit gediehen ist. Verbesserungsfähig ist die noch exaktere Bestimmung, wann man wie viel Wasser braucht. In Wirklichkeit wissen das die Landwirte sehr gut, da sie ein gutes Ge­ fühl dafür haben. Aber man kann mit hochentwickelten Messmethoden dies vielleicht noch exakter bestimmen. Wie? Es gibt Bodensensoren oder man kann mit Drohnenaufnahmen auf einen gewissen Feuchtigkeitsgrad im Boden schliessen. Ich sehe aber die Effizienz noch in einem an­ deren Bereich. Das Wasser muss ja auch von irgendwo geholt und zu den Pflanzen gebracht werden. Und in diesem Bereich gibt es eine ganze Menge zu tun. Ich den­ ke da vor allem an die Energie. In der Regel wird dazu Diesel oder Strom benötigt.

Wäre das für Sie ein Thema, auch Energiequellen anzubieten? Wir sind schon dabei, in diese Richtung etwas anzubieten. Gemäss meinen Infor­ mationen ist Bauer das einzige Unterneh­ men in dieser Branche, das den gesamten

«Der NIR-Sensor ist etwas Tolles, aber ich halte ihn bei weitem noch nicht für flächen­deckend einsetzbar.»

Strombedarf für die Produktion aus Solar­ energie bezieht. Wir haben auch alle un­ sere Dächer mit Solaranlagen versehen. Nächster Schritt ist dann, dass man auch Pumpen mit Solarstrom betreibt. Kommen wir zur Gülletechnik, dem zweiten wichtigen Standbein von Bauer. Ammoniak-Emissionen stehen im Fokus der Öffentlichkeit. Wie gehen Sie damit um? Es gibt Leute, die sich an diesen Emissio­ nen stören, anderen wiederum ist dies egal. Weiter kommt es darauf an, um welche Gülle es sich handelt. In der Tat fehlt aber alles, was in die Luft entweicht, letztlich im Boden, die Düngewirkung geht verloren. Wir haben ein grosses Inte­ resse, diese Situation zu verbessern – sei es mit bodennaher Ausbringung oder über eine Behandlung der Gülle. Gülleseparatoren haben wir schon seit ge­ raumer Zeit im Angebot. Weiter arbeiten wir an einem Forschungsprojekt, um der 1 2020 Schweizer Landtechnik

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Markt | Interview

wird ja beides gebraucht. Für die Nahrungsmittelproduktion muss man beregnen, wenn später jemand diese verzehrt – egal ob ein Tier oder ein Mensch –, wird es Abwasser geben. Und dies alles in einem Kreislauf zu schliessen, das ist doch äusserst sinnvoll, und das wollen wir letztlich anstreben. Gibt es auch vertriebstechnisch Sy­ nergien? Dies hängt in erster Linie vom lokalen Händler ab. Es gibt viele Händler, die beides machen, es gibt aber jene, die nur in einem Segment tätig sind. Das ist sehr landesspezifisch.

Für Otto Roiss ist ein Einstieg in die Festmistausbringung durchaus ein Thema.

Gülle Ammoniak entziehen zu können. Das Projekt nennt sich «Ammo-Save».

schen und kostenmässigen Dimensionen für nicht flächendeckend einsetzbar.

Können Sie konkrete Angaben zu die­ sem Projekt machen? Wer sind bei­ spielsweise die Partner? Neben Bauer sind das österreichische Landwirtschaftsministerium, die Landwirtschaftskammer, verschiedene Landwirte und die Technische Universität Graz in diesem Projekt involviert.

Bauer ist Spezialist für Gülle, Pumpen, Separationstechnik und Beregnungs­ anlagen. Welchen Umsatz machen Sie in welchen Sparten? Wir machen etwa die Hälfte unseres konsolidierten Umsatzes von 135 Mio. Euro mit der Beregnung und die andere Hälfte mit dem, was wir mittlerweile «Waste Water Management» nennen. Es ist nicht mehr nur die reine Gülletechnik. Es geht bis hin zur Nahrungsmittelindustrie.

Weshalb ist die Gülleseparierung bei den Landwirten noch nicht so richtig angekommen? Ich möchte nicht sagen, dass diese Technik noch nicht in der Praxis angekommen ist. Da und dort – vor allem auf grösseren Betrie­ben – spüren wir einen regelrechten Boom. Es ist wie alles im Leben immer eine Frage der Kosten. Separatoren kosten Geld. Je grösser die Betriebe, umso rentabler ist die Sache. In den Alpenländern mit den kleinstrukturierten Betrieben kommt diese Thematik halt etwas langsamer voran. Welche Möglichkeiten sehen Sie, die Effizienz in der Gülletechnik zu stei­ gern? Wir bieten ein NIR-System an, das die Inhalts­stoffe der Gülle messen kann. Es ist aber ein teures Gerät und wenn ich, wie kürzlich auf der Agritechnica, erfahre, dass es selbst unter Laboren extreme Messunterschiede gibt, stellt man sich schon die Frage: Welches ist dann der korrekte Messwert? Lohnt sich diese Investition überhaupt? Kurzum: Man kann sagen, der NIR-Sensor ist etwas Tolles, ich halte ihn aber in den heutigen techni10

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Welches sind die stärksten Märkte? Wir exportieren in rund 100 Länder dieser Erde. Ein Blick auf die Weltkarte zeigt, dass es schon fast alle sind. Wir sind in Europa inklusive Russland, Nordamerika, Afrika, Asien und in Australien gut unterwegs. Ein weisser, aber grosser Fleck ist einzig Indien.

Sie sind speziell in der Gülletechnik mit verschiedenen Marken wie «Bau­ er», «Eckart» oder «BSA» unterwegs. Ist das sinnvoll? Wir sind der Meinung, dass es einen Sinn hat. Sonst würden wir es nicht tun! Aber bei fast identischen Produkten? Die Maschinen und Geräte sind unterschiedlich und aufgrund ihrer Unterschiede auch bei verschiedenen Marken platziert. Und ich glaube, dass das sinnvoll ist. Sowohl territorial als auch produkttechnisch gesehen. Wo sehen Sie Bauer Gruppe in fünf oder zehn Jahren? Ich glaube, dass wir unseren historischen Werdegang sehr konsequent weiter­ gehen werden. Wir wollen weltweit wachsen, nicht nur territorial durch die Ausdehnung unserer Märkte, sondern vor allem auch entwicklungstechnisch mit neuen, innovativen Produkten.

Ein neuer Markt wäre demzufolge In­ dien, wollen Sie dort aktiv werden? Wir wollen im Prinzip jeden Markt weiterverfolgen. Und ausbauen. Aber die Märkte sind unterschiedlich. Es gibt solche, die in Sachen Umwelttechnologien noch in den Kinderschuhen stecken, andere wiederum sind hochentwickelt und weitere so orientiert, dass man nur als Billiganbieter eine Chance hat.

Haben Sie noch etwas im Auge, das zu Bauer passen würde? Wir verfolgen grundsätzlich alles, was in unserem Bereich national und international läuft. Weiter sind wir stets bemüht, unser Produktportfolio zu verbessern, leistungsfähiger, energieeffizienter und günstiger zu machen. Wir halten die Augen offen, um weitere Nischen zu besetzen. Einen kompletten Umbau unserer Firma wird es aber mit Bestimmtheit nicht geben.

Gibt es eigentlich zwischen den Produkt­ gruppen «Beregnung» und «Waste Water» auch Synergien? Oh ja, es gibt jede Menge Synergien. Wir sind das einzige Unternehmen, das in diesen Bereichen tätig ist. In einem Kreislauf

Was könnten das für Nischen sein? Die Festmistausbringung könnte so eine Sache sein. Das schauen wir uns sicher an. Aktuell ist in diese Richtung aber nichts angedacht, mittelfristig könnte es durchaus zu einem Thema werden.


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Innenwirtschaft

Big Data im Stall heisst, dass die einzelnen Tierdaten über Leistung, Fruchtbarkeit, Gesundheit und Tierverhalten digital erfasst werden. Bild: zvg

Smartphone statt Mistgabel Digitalisierung als Megatrend hat auch in der Tierhaltung Einzug gehalten. Sie ist insbesondere als Automatisierung, mit Sensorik und dem Datenmanagement allgegenwärtig. Vorreiter der Automatisierung ist die Melktechnik. Gefolgt von Fütterungs- und Reinigungstechnik. Ruedi Hunger

Eine Vielzahl von Anbietern von Sensorik bestreitet das Angebot mit unterschiedli­ chen Systemen. Im Bereich des Daten­ managements dominieren mehrheitlich geschlossene Systeme, ein Datenmanage­ ment über System- und Firmengrenzen hin­ weg hat eher Seltenheitswert. Der Einfluss des Milchpreises hat Einfluss auf den weite­ ren Ausbau der Digitalisierung.

Warum Digitalisierung Gesunde Tiere sind die Basis für einen wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb. Digi­ tale Systeme sollen helfen, den Stress für Tiere zu reduzieren, da sich dieser negativ auf die Futteraufnahme und damit auf die Leistung auswirkt. Mit digitaler Tierüber­ wachung werden Stress-Symptome be­ reits früh erkannt. Zudem haben gesell­ schaftliche Diskussionen um das Tierwohl und die Nachhaltigkeit in den letzten Jah­ 12

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ren die strukturelle und technologische Entwicklung der Milchviehhaltung be­ stimmt.

Daten er auf dem Betriebsserver haben will und welche ihn per E-Mail, SMS oder Smartphone jederzeit erreichen sollen.

Technologie – Mehraufwand oder Erleichterung?

Melktechnik liefert wertvolle Daten

Erfahrungsgemäss scheut der Praktiker den Mehraufwand, den die Digitalisie­ rung auf den ersten Blick mit sich bringt. Wenn dem nach einer gewissen Konsoli­ dierungsphase tatsächlich immer noch so ist, dann ist die entsprechende Technolo­ gie tatsächlich fehl am Platz. Digitale Sys­ teme sind auf das Vertrauen und das Ver­ ständnis des Anwenders angewiesen. Die elektronische Datenerfassung bringt zwar Erleichterung, aber auch Unmengen von Daten. Aus diesen soll es möglich sein, mit wenig Interpretationsaufwand die richtigen Schlüsse zu ziehen. Der Anwen­ der muss daher klar definieren, welche

Automatische Melksysteme haben in den unterschiedlichen Betriebstypen und Be­ triebsgrössen Fuss gefasst. Milchviehbe­ triebe mit intensiver Weidehaltung setzen ebenso auf diese Technik wie Karussell­ melkstände in Grossbetrieben, wo Tier­ gruppen zu festen Zeiten von mehreren Melkrobotern gemolken werden. Neben Milchmenge, Leitwert und Farbe der Milch werden auch Inhaltsstoffe und Zellgehalt der Milch gemessen. Die zu­ sammengeführten Daten ergeben ein ab­ gerundetes Bild über das Wohlbefinden der Kuh und dienen gleichzeitig als Frühwarnsystem für sich ankündigende Gesundheitsprobleme.


Innenwirtschaft

der oder Schienen laufen, und zum anderen in frei navigierende Systeme. Bei Letzteren werden Laser, Stereokamera, Infrarot und Radar zur Umgebungserkennung und Einordnung in die Navigationsumgebung eingesetzt. Für die spezielle landwirtschaftliche Umgebung bietet besonders Radar einige Vorteile.

… mit Sicherheitsbedenken

Jederzeit und ortsunabhängig Zugriff auf die Tierinformationen – eine App macht’s möglich. Bild: DeLaval

Die eigene Milchverarbeitung Lely hat im vergangenen Jahr eine interessante Innovation in Form einer Kleinmolkerei in der Milch-Produktionskette vorgestellt. Im dafür vorgesehenen Container sind neben einem Separator ein Pasteur und eine vollautomatische Flaschenabfüllanlage untergebracht. Die Milch kann tierund gemelkindividuell erfasst und verarbeitet werden. Damit hat der Landwirt eine reelle Chance, die Vermarktung seiner Milch auch im grösseren Stil wieder selber in die Hand zu nehmen – sofern er diese Herausforderung annehmen will.

Technisch machbar, aber … Die Fütterungstechnik entwickelt sich in zwei Richtungen. Zum einen in Richtung feste, gebundene Systeme, die über Bän-

Die Entwicklung autonomer Fahrzeuge in der Landwirtschaft kämpft mit den gleichen Problemen wie die allgemeine Entwicklung autonomer Fahrzeuge. Es sind nicht in erster Linie funktionstechnische Herausforderungen, sondern sicherheitstechnische Auflagen, für die kaum allgemeine und umsetzbare Regelungen vorhanden sind. Kleine und mittlere Systeme innerhalb von Stallanlagen werden zwar oft als sicherheitstechnisch «weniger» problematisch angesehen. Sobald aber Freiflächen befahren werden, müssen die Systeme wegen einer grösseren Anzahl externer Einflussfaktoren als kritisch betrachtet werden. Noch ist nicht restlos geklärt, ob erste Sicherheitskonzepte für das Arbeiten im Freien ausreichend sind. Reicht es, wenn, beispielsweise beim automatischen Fütterungssystem «Lift» (Wasserbauer), ein System zur selbstständigen Entnahme im Fahrsilo zur Verfügung steht, bei dem nicht der gesamte Fahrsilobereich als Gefahrenzone überwacht bzw. gesperrt wird, sondern nur der direkte Entnahmebereich?

Herdenmanagement-Systeme Dem Landwirt stehen entsprechende «Werkzeuge» für sein Herdenmanagement zur Verfügung. Ein Beispiel ist die «DelPro Companion»-App von DeLaval. Diese App liefert automatisch die letzten synchronisierten Tierinformationen aus den Bereichen Melken, Fütterung, Gesundheit und Reproduktion. Diese App zeigt nicht nur Tierinformationen an, sondern unterstützt

«Entscheidend ist, dass der Landwirt nicht den Kontakt zum Tier verliert, sondern die Technik gezielt dazu nutzt, das individuelle Tier optimaler zu betreuen.»

den Anwender aktiv bei seinen Arbeitsroutinen. Die App steht seit Ende 2018 zur Verfügung und der Landwirt kann von überall her auf alle Informationen zugreifen.

Der digitale Kuhstall Im Bereich der Reinigungstechnik sind automatische Mistroboter oft schon Stand der Technik. Neu gibt’s in einem Fall auch ein Reinigen «auf zwei Ebenen». Mit zusätzlicher Sensor-Ausstattung erkennt dieser Mistroboter, ob die Hochbox belegt ist. Ist sie frei, wird ein Rundbesen ausgeschwenkt und damit der hintere Bereich der Box ebenfalls gereinigt. Die durchgehende Automatisierung in der Milchviehhaltung hat zur Folge, dass ein Energiemanagement eine immer grös­sere Bedeutung bekommt. Autonome Systeme müssen mit genügend Energie versorgt werden. Lastspitzen treten in

Sensoren messen in Echtzeit

Arbeitsprinzip: Der Reinigungsroboter erkennt ob die Liegeboxe belegt ist oder nicht. Bild: Prinzing

• Fressverhalten, Futteraufnahme und Wiederkauverhalten • Bewegungsaktivität der Kuh • Berechnen den THI (Index) • Messen, wie lange eine Kuh liegt oder steht • Anzeichen einer nahenden Geburt • Die Trinkgeschwindigkeit bei Kälbern • Menge und Qualität der gegebenen Milch • Messen und Überwachen des Stallklimas • Können den Standort der Kuh leicht feststellen

1 2020 Schweizer Landtechnik

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Innenwirtschaft

klassischen Systemen immer zu Melkund Fütterungszeiten auf. Automatische Systeme führen zu Veränderungen, indem der Energiebedarf gleichmässiger über den ganzen Tag verteilt wird. Elektrische Antriebssysteme für selbstfahrende Futtermischwagen und Futterentnahmesysteme verbreiten sich rasch. Im Vordergrund stehen die Eigenstromnutzung sowie die Vermeidung von Emissionen in geschlossenen Ställen. Bei Stalleinrichtungen ist es neuerdings möglich, den Arretierungshebel des Selbstfanggitters in das Smart-Dairy-FarmingSystem einzubinden. Dies mithilfe eines Sensors, der die verstrichene Zeit im geschlossenen Arretierungszustand (Fressgitter) misst und das Stallpersonal nach vorgegebenen Zeitstufen, unter Zuschaltung einer Warnleuchte, eines akustischen Signals und per Kurzmeldung auf das Smartphone des Betriebsleiters, alarmiert. Damit können Tiere nicht mehr vergessen werden und unnötiges Fixieren wird vermieden.

Sensoren mit Ausdauer Es ist zu beobachten, wie die Sensorik in der Milchviehhaltung kontinuierlich wächst. Die generierten Informationen über das einzelne Tier fliessen in das Betriebsmanagement ein. Sie dienen der Dokumentation von Tierwohl und Produktequalität. Dabei steht das Gesundheitsmanagement im Vordergrund. Bei Pansensensoren ist Langlebigkeit gefragt, da sie nicht ausgetauscht, sondern nur ersetzt werden können. Für Aussa-

Der «Lift» von Wasserbauer befüllt autonom den Fütterungsroboter am Fahrsilo. Bild: Wasserbauer

gen über die Gesundheit werden Beschleunigungs- und Temperatursensoren eingesetzt, die stabil und mit geringem Energieverbrauch über mehrere Jahre einsatzfähig sind. Ohrmarkensensoren werden laufend weiterentwickelt. Bisher wurden meist nur einzelne Faktoren wie Bewegung, Temperatur oder Ortung abgefragt. Neu werden die einzelnen Funktionen miteinander verknüpft, um tiefergreifende Aussagen, wie beispielsweise Geburtstermine, zu machen. Das händische Erfassen und Dokumentieren von Fiebermessungen bei Milchkühen und Kälbern führt in grösseren Betrieben oft zu Fehlerquellen. Um diesen Fehlern vorzubeugen, werden gleich mehrere Systeme angeboten, die das Tier über RFID oder Bluetooth identifizieren, die Messungen dokumentieren und diese an das Herdenmanagementsystem weiterleiten.

Vision: die automatische Milchverarbeitungsanlage auf dem Hof. Bild: Lely

Die Erfassung und Verarbeitung von Tier-Gesundheitsdaten im Stall wirft die Frage auf, wie diese Daten dem Landwirt auch effizient zur Verfügung gestellt werden können. Neben Datenbanksystemen gibt es Systeme, die mittels «Augmented Reality» arbeiten. Der brillentragenden Person werden zusätzliche Informationen über das Tier (aus der Datenbank) in das Bild eingeblendet.

Sensorische Früherkennung

Automatische Fütterungssysteme etablieren sich. Bild: R. Hunger

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Beim Gesundheitsmonitoring des Euters geht der Trend zur viertelindividuellen Analyse. Dazu ermöglicht beispielsweise der Zellzahlsensor (GEA) eine wichtige Mastitis-Früherkennung auf Viertelebene, und dies während des gesamten Melkprozesses (in Echtzeit). Klauengesundheit ist ein ganz entscheidendes Kriterium des Tierwohls. Sie kann in einem Wasserbad per Ultraschall untersucht und gleichzeitig das Körpergewicht erfasst werden. Dem Klauenpfleger stehen die analysierten Daten als Scanner-Foto inkl. des Tiergewichts digital zur Verfügung. Ein anderer Ansatz erfasst über einen 3D-Scan die Körperkondition und das Bewegungsverhalten, um damit Rückschlüsse auf die Klauengesundheit und mögliche Lahmheit zu ziehen.

Fazit Die Landwirtschaft bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Tierwohl und Wirtschaftlichkeit. Preisdruck durch internationale Konkurrenz, die über die Grenze drängt, schafft wirtschaftliche Zwänge. Steigende Anforderungen an die Qualität der Lebensmittel und den Umweltschutz tragen das Ihre dazu bei. Nichtsdestotrotz, oder gerade als Antwort darauf, entwickelt sich die Landwirtschaft zu einer digitalen Branche. Sensortechnik ist die Grundlage zur digitalen Datenerfassung. Diese ihrerseits hilft, Betriebsab­ läufe zu optimieren, die Tierhaltung zu verbessern und die Umwelt zu schonen. Digitale Technologien sind somit Helfer für eine effiziente und ressourcenschonende Bewirtschaftung.


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AM Suisse ist der Dachverband für die Fachverbände Agrotec Suisse und Metaltec Suisse und vertritt an den Standorten Aarberg und Zürich die Arbeitgeber- und Bildungsinteressen von 1900 Betrieben der Branchen Metallbau (Metaltec Suisse), Landtechnik und Hufschmiede (Agrotec Suisse). Mit engagierten Mitarbeitenden leistet AM Suisse professionelle Netzwerkarbeit für alle gemeinsamen Verbandsaufgaben. Die Serco Landtechnik AG ist ein führendes Schweizer Landtechnik Unternehmen und vertreibt Traktoren und Landmaschinen massgebender Hersteller wie CLAAS, Fliegl, Trioliet, Gilibert, Agrifac sowie eigener Marken. Landtechnik ist unsere Leidenschaft. Wir legen Wert auf eine hohe Servicebereitschaft, damit unsere Kunden das Potential ihrer Spitzentechnik voll ausschöpfen können.

Unser Bildungszentrum in Aarberg bietet Aus- und Weiterbildung im Bereich Landtechnik und Metallbau auf allen Stufen an. Zur Vervollständigung unseres Teams suchen wir nach Vereinbarung

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Ihr Kontakt Haben Sie Fragen zu dieser Stelle? Diese beantwortet Ihnen gerne Eugen Zehnder Werkstattleiter, unter 058 434 07 40. Ihre Bewerbung senden Sie an die Serco Landtechnik, c/o HR fenaco Genossenschaft, Eichenweg 49, 3052 Zollikofen oder per Email an florian. ziehli@fenaco.com. Wir freuen uns, Sie kennen zu lernen.

Zögern Sie nicht und senden Sie Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen an: Paul Andrist, AM Suisse Bildungszentrum, Chräjeninsel 2, 3270 Aarberg, E-mail: p.andrist@amsuisse.ch oder rufen Sie an unter Telefon 032 391 99 11 Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.

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Die Versuchstiere trugen zusätzlich zu den UHF-Ohrmarken auch «RumiWatch»-Halfter.

Bilder: Agroscope

Fressverhalten mit elektronischen Ohrmarken überwachen? Die Fresszeit von Milchkühen ist nicht einfach zu messen. In Zukunft könnte das mit elektronischen Ohrmarken geschehen. Felix Adrion* Mit Sensoren können bei Milchkühen heute zahlreiche Verhaltensparameter gemessen werden. Am weitesten verbreitet sind Aktivitätsmesser zur Brunsterkennung. Aber auch das Wiederkauverhalten, ein wichtiger Parameter für die Gesundheitsüberwachung, lässt sich mit verschiedenen Systemen über die Bewegung der Ohren oder der Halsmuskeln beim Kauen schon recht genau aufzeichnen. Die Messungen der Fresszeit der Kühe ist mit solchen Sensoren deutlich schwieriger, da die Kaubewegungen nicht so regelmässig sind, wie beim Wiederkauen. Eine recht einfache Lösung für dieses Problem könnten elektronische Ohrmarken auf Basis von Ultra-Hochfrequenz-Radiofrequenzidentifikation, kurz UHF-RFID sein.

Neue Technik Im Gegensatz zu heute üblichen Transponderohrmarken, die auf einer Frequenz *Felix Adrion ist Projektleiter bei Agroscope im Bereich Melktechnik und Smart Farming

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von 134.2 kHz (Low-Frequency, LF-RFID) funktionieren, nutzen die UHF-Transponder eine höhere Frequenz von 868 MHz. Beide Systeme funktionieren mit batterielosen, passiven Transpondern, die in Ohrmarken eingegossen werden. Die UHF-Technik hat jedoch mehrere Vorteile gegenüber der LF-Technik. Zum einen sind deutlich höhere Erkennungsreichweiten von bis zu 8 m und mehr möglich. Zum anderen können UHF-Lesegeräte mehrere hundert Transponder quasi gleichzeitig erkennen, während LF-Transponder immer nur einzeln ausgelesen werden können. Allerdings gibt es natürlich auch Nachteile der UHF-Technik. Bei einer Frequenz von 868 MHz treten sehr viele Reflektionen auf und Wasser absorbiert in diesem Bereich die Strahlung sehr gut. Aus diesem Grund sind UHF-Ohrmarken im Gegensatz zu LF-Ohrmarken beispielsweise nicht auslesbar, wenn das Tierohr die Ohrmarke abschirmt. Derzeit wird UHF-RFID in mehreren Forschungsund Praxisprojekten in Europa, aber auch

in Nordamerika, Australien und Neuseeland getestet und für die Nutzung in der Tierhaltung optimiert.

Messung der Aufenthalte In einem Experiment bei Agroscope in Tänikon TG wurden im Sommer 2019 zwei Prototypen von UHF-Ohrmarken an Milchkühen getestet. Das Ziel war es, die Tiere beim Fressen am Futtertisch zu erkennen. Hierfür wurden drei 6 m lange «Locfield»-Kabelantennen der deutschen Firma CaveaID entlang von 20 Fressplätzen mit Hilfe von Rohrschellen angebracht (siehe Bild). Dieser Antennentyp ist optimal, um lange Erkennungsbereiche abzudecken. So konnten trotz ein wenig notwendiger Überlappung mit jeder Antenne 6 bis 7 Fressplätze abgedeckt werden. Die Antennen wurden an ein UHF-Lesegerät («Speedway 420», Firma Impinj, USA) angeschlossen. Wie bei allen RFID-Systemen werden die UHF-Transponder in der Ohrmarke durch die Antennen mit Energie versorgt und senden ihre


Innenwirtschaft

individuelle Nummer an das Lesegerät zurück. In diesem Versuch war das Lesegerät so eingestellt, dass die Transponder rund ein- bis zweimal pro Sekunde vom Lesegerät erfasst werden konnten. Die genaue Einstellung des Lesebereiches ist bei UHF-Systemen nicht ganz einfach. Einerseits dürfen die Antennen nicht direkt auf Metall oder Beton montiert werden, da sonst die komplette Energie der Antenne von diesen Bauteilen geschluckt wird. Anderseits musste im vorliegenden Versuch auch die Ausbreitung des Lesefeldes im Laufgang hinter dem Fressgitter bestmöglich vermieden werden, um die Tiere nur beim Fressen zu erkennen. In solch einem Fall kann auch die Sendeleistung des Lesegerätes zusätzlich vermindert werden. In Vorversuchen wurde die optimale Distanz der Antennen zum Fressgitter ermittelt und die notwendige Überlappung der Antennen festgelegt, da das Antennenfeld zum Ende der Antennen etwas kleiner wird.

Hohe Erkennungsgenauigkeit Im Versuch wurden zehn Milchkühe mit den UHF-Ohrmarken ausgestattet und über den Zeitraum von einer Woche überwacht. Das Ziel war es, die Tiere nur zu erkennen, wenn sie ihren Kopf durch das Fressgitter steckten. Um das zu überprüfen, wurden die Tiere per Video überwacht. Die im Video genau ermittelte Aufenthaltszeit der Tiere am Fressgitter konnte hierbei durch das UHF-System mit einer Genauigkeit von 97% gemessen werden. Zusätzlich trugen die Tiere ein «RumiWatch»-Halfter von Itin+Hoch (Liestal), das mit einem im Nasenband integrierten Druckschlauch die Kaubewe-

gungen der Tiere misst. In einer Agroscope-Studie konnte gezeigt werden, dass die Messungen des Halfters die reale Fresszeit mit einem Bestimmtheitsmass von 92% wiedergeben. Die im Versuch pro Stunde gemessenen Fresszeiten des UHF-Systems stimmten wiederum mit einem Bestimmtheitsmass von 89% mit denen des «RumiWatch»-Systems überein. Dies ist ein gutes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass das UHF-System nur die Aufenthaltszeit der Tiere am Fressgitter und nicht die exakte Fresszeit misst.

Nutzen der Daten für die Praxis Insgesamt wurden die Tiere also zuverlässig am Fressgitter erkannt. Zudem kann man davon ausgehen, dass die Kühe in einem grossen Teil der Zeit, die sie am Futtertisch verbringen, tatsächlich fressen. Ist das gegeben, dann ist die Aufenthaltszeit am Fressgitter ein guter Schätzer für die Fresszeit der Tiere. Im Hinblick auf eine automatisierte Krankheitserkennung ist sicherlich das Wiederkauverhalten ein noch präziserer Indikator für Stoffwechselerkrankungen oder Probleme in der Futterzusammenstellung. Wenn jedoch kein solches Sensorsystem vorhanden ist, kann die Messung der Fresszeit eine sinnvolle Alternative bieten. Der Versuchsaufbau ist natürlich noch nicht für den dauerhaften Einsatz im Stall geeignet. Dennoch sollten die Praktiker die Tiererkennung mit UHF-Technologie im Auge behalten. Insgesamt können die Investitionskosten und vor allem die laufenden Kosten bei dieser Technologie geringer als bei anderen Sensorsystemen sein, denn die batterielosen Transponderohrmarken sind bereits für wenige Franken er-

Entlang des Fressgitters wurden Kabel­ antennen angebracht.

hältlich. Ein erster Anbieter im deutschsprachigen Raum bietet ein UHF-System für die Brunsterkennung und die Fresszeitenüberwachung an. Auch bei verschiedenen Ohrmarkenherstellern sind Aktivitäten im Bereich UHF-RFID zu verzeichnen. Noch sind Entwicklungsarbeiten nötig, aber in Zukunft ist es denkbar, dass die nur foliendicken UHF-Transponder in die Ohrmarken für die gesetzliche Tierkennzeichnung integriert werden. In diesem Fall würde sich eine zusätzliche Nutzung der Technik für die Überwachung des Tierverhaltens natürlich anbieten. Einen zusätzlichen Mehrwert in der Nutzung der UHF-Technologie könnte man auch in der Unterstützung bei der Dokumentation des Betriebs sehen, da die Tiernummer einfach elektronisch mit den Daten verknüpft werden kann. Gerade für kleinere Betriebe könnte die UHF-Technologie in Zukunft ein Einstieg in die Digitalisierung der Tierhaltung sein.

Tier

Anwesenheit am Fressgitter

Uhrzeit (hh:mm) Aus den mit UHF-RFID aufgenommenen Daten ist ersichtlich, dass die Tiere gerne gleichzeitig zum Fressen gehen.

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Positionskarte des Systems «Smartbow»: Auf dem Smartphone werden die Standorte der einzelnen Kühe angezeigt. Bild: Agroscope. M. Cockburn

Wo sind meine Tiere? Seit einigen Jahren werden Systeme zur Lokalisation von Tieren angeboten. Man erwartet, dass die Lokalisation von Nutztieren eine Schlüsseltechnologie für die digitale Transformation der Tierhaltung ist. Christina Umstätter und Felix Adrion*

Ende November 2019 trafen sich im deutschen Kassel rund 30 Experten aus Forschung, Politik und Praxis zu einem Workshop zum Thema «Tier-Lokalisation». Sie diskutierten, wie man Ortungssysteme * Christina Umstätter ist Leiterin der Forschungsgruppe «Automatisierung und Arbeitsgestaltung» und Felix Adrion Projektleiter im Bereich «Melktechnik und Smart Farming» bei Agroscope.

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für Nutztiere und deren Anwendungen weiterentwickeln könnte. Die grosse fachliche Bandbreite der Teilnehmer zeigt den interdisziplinären Bedarf für die Weiterentwicklung der Tierlokalisation.

Anforderungen an die Ortungs­ systeme Die Entwicklung von Ortungssystemen ist in den letzten Jahren fortgeschritten. Die

Anforderungen an solche Systeme unterscheiden sich jedoch für die beiden Bereiche «Indoor» und «Outdoor». Die Tierlokalisation im Innenbereich der Ställe ist weiter fortgeschritten, Hersteller können bereits auf verschiedene Funktechnologien zurückgreifen. Durch den begrenzten Raum ist es zudem leichter, eine Infrastruktur für die Funkortung zu schaffen. Heutzutage können je nach Technologie in Gebäuden Genauigkeiten in drei Dimensionen von rund 30 cm (unter optimalen Bedingungen) erreicht werden. In der Praxis sind die Bedingungen allerdings oftmals nicht optimal, da die Stall­ einrichtung aus Metall zu Störungen der Funksignale führt. Im Aussenbereich hingegen gibt es für die intensive Produktion derzeit kein kommerziell verfügbares System. Hier besteht die Herausforderung in der Ortungsinfrastruktur, die im Aussenbereich teilweise grosse Flächen abdecken müsste. Für die extensive landwirtschaftliche Praxis sieht es etwas anders aus. Dort kann auf GPS-basierte Systeme zurückgegriffen werden. Allerdings bestehen dort grosse Herausforderungen im Hinblick auf die Energieversorgung der Systeme. Für die Datenübertragung kann die Nutzung von «LoRaWAN» (Long-Range Wide Area Network), ein Niedrigenergiefunknetzwerk, Abhilfe schaffen und den Energieverbrauch einschränken. Um eine weitere Einsparung zu erzielen, wird dann auf eine geringere Ortungsfrequenz des GPS zurückgegriffen. Daraus resultiert dann auch der begrenzte Nutzen für die intensive Produktion, bei der eine höhere zeitliche Messauflösung wichtig wäre.

Genauigkeit und Einsatzsicherheit Für eine verstärkte Implementierung der Systeme in der Praxis und für die Forschung gilt es, neben der Genauigkeit noch weitere Aspekte zu optimieren. Dort sind besonders die Kosten und die Robustheit zu erwähnen. Auch sind die Messfrequenz und die Datenauflösung von grosser Bedeutung. Die Anforderungen an die Messfrequenz sind abhängig von der Tierart, dem Tieralter und dem Haltungssystem. Der Energieverbrauch ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt für die Implementierung der Systeme in der Praxis. Die Lebensdauer der Batterie sollte mindestens äquivalent zur Lebensdauer des Tieres sein. Weiter ist für viele Betriebe, die ihre Tiere nicht nur im Stall, sondern auch auf der Weide halten, ein System nötig, das die


Innenwirtschaft

Tiere sowohl im Gebäude als auch ausserhalb orten kann. Eine Strategie wäre die Kombination von drei verschiedenen Technologien. Zum Beispiel könnte die UltraWideband-Technologie (UWB) zur Ortung in den Ställen genutzt werden, für den Aussenbereich bietet sich 2,4 GHz an und für die Interaktion mit dem Nutzer über das Smartphone sollte zusätzlich Blue­ tooth integriert werden. Die Vereinigung mehrerer Sensoren in einem System führt allerdings auch zu einem erhöhten Energieverbrauch. Dies wirft die Frage auf, ob aktive, batteriebetriebene Sender am Tier immer die bessere Wahl sind oder ob passive Sender eine Alternative sein können. Auch aus Sicht der Nachhaltigkeit ist der Batterieeinsatz am Tier durch die hohe Zahl an Sendern und die Schwierigkeit des Recyclings als kritisch zu bewerten. Allerdings besitzen aktive Sender technologische Vorteile, wie beispielsweise eine höhere Sendereichweite.

Nutzung der Positionsdaten Als ein weiterer Aspekt wurde in der Diskussion die Abhängigkeit der von Lokalisationsdaten abgeleiteten Algorithmen von der Stallumwelt genannt. Tierbezogene physiologische Parameter wie beispielsweise das Wiederkauverhalten sind möglicherweise eher auf unterschiedliche Ställe übertragbar als solche basierend

auf der Lokalisation, da in jedem Stall die Bewegungsmuster der Tiere aufgrund unterschiedlicher Anordnungen der Funktionsbereiche unterschiedlich sind. In diesem Bereich steht die Forschung jedoch erst am Anfang. Mit der Verbesserung der Technik selbst verschiebt sich nun der Fokus zunehmend von der Positionserfassung auf das Tierverhalten. Dies beinhaltet vor allem die Entwicklung von Assistenzsystemen, um die Tierbetreuung zu unterstützen. In diesem Bereich werden besonders die RaumZeit-Muster diskutiert, die zukünftig Informationen und Erkenntnisse zum Wohlbefinden der Tiere liefern können.

Ausblick Die Tierlokalisation hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Dennoch gibt es sowohl auf der Seite der Technikentwicklung als auch im Bereich der ortungs­ basierten Assistenzsysteme für das Herdenmanagement noch grossen Entwicklungsbedarf. In der Diskussion kam es zu dem Konsens, dass Ortungssysteme nicht als Insellösung betrachtet werden dürfen. Es besteht der Bedarf, mehrere Faktoren zu verknüpfen, um Mehrwert zu schaffen. Die digitale Transformation in der Gesellschaft schlägt sich immer auch in den Entwicklungen in der Landwirtschaft nieder. Als Beispiel kann hier die Nutzung

der UWB-Technologie in der aktuellen Smartphone-Generation genannt werden. Dies wird die Kosten für UWB-Chips voraussichtlich deutlich senken und diese damit auch für die Landwirtschaft attraktiver machen. Insofern ist zu erwarten, dass zukünftig die Kosten-Nutzen-Bilanz von Ortungs­systemen für Nutztiere positiver wird, sowohl durch sinkende Kosten als auch vielfältigere Nutzungsmöglichkeiten. Aus dem Blickwinkel der Gesellschaft kann die Tierlokalisation die Tierhaltung transparenter gestalten und die Rückverfolgbarkeit der Produktion unterstützen. Ob allerdings die Tierlokalisation oder nicht andere Sensorsysteme eher dafür prädestiniert sind, die Transparenz zu verbessern, bleibt weiter fraglich. Für die landwirtschaftliche Beratung werden Tiermonitoringsysteme als Chance gesehen, einen umfassenden Einblick in das Tierverhalten und die Tiergesundheit zu gewinnen. Hierfür ist der Wissenstransfer aus der Forschung in die Beratung von besonderer Bedeutung. Die Teilnehmer der Tagung waren sich deshalb einig, dass die Weiterentwicklung der Systeme von der Qualität der Zusammenarbeit zwischen Praktikern, Tierärzten, Beratern und Agrarwissenschaftlern abhängig ist und ein Austausch zwischen diesen Fachbereichen gefördert werden sollte.

Ihre Gebietsverkaufsleiter: Andreas Rutsch, Mob. 079 6 06 00 05, Email: a.rutsch@lemken.com Karl Bühler, Mob. 079 8 24 32 80, Email: k.buehler@lemken.com

www.agrartechnik.ch 1 2020 Schweizer Landtechnik

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Innenwirtschaft

Werner Ott und Andreas Oertig sind von der automatisierten Stalltechnik überzeugt. Die nächsten Schritte wird dann wohl die nächste Generation mit (eventuell) Pascal Ott machen (v. r. n. l.). Bilder: R. Engeler

Das Tierwohl im Zentrum Werner Ott und Andreas Oertig führen in Märwil TG eine Betriebsgemeinschaft und halten rund 60 Kühe mit entsprechender Aufzucht. Seit rund zwanzig Jahren wird mit einem Roboter gemolken. Roman Engeler

Schweizer Landtechnik: Seit wann melken Sie die Kühe mit dem Melk­ roboter? Werner Ott: Ich habe Ende 2000, noch vor der Gründung der jetzigen Betriebsgemeinschaft mit Andreas Oertig im Jahr 2007, einen Melkroboter vom Typ Lely «Astronaut A2» installiert. Dieser war dann rund 18 Jahre im Einsatz und wurde im letzten Jahr durch das neuste Modell von Lely, durch einen «A5», ersetzt. Der Wechsel wurde uns von Lely mit einem guten Eintauschpreis schmackhaft gemacht. Zudem stellten wir fest, dass beim Service die Fachkenntnis der «alten» Technik langsam etwas nachliess. 20

Schweizer Landtechnik 1 2020

Welche Überlegungen führten da­ mals zum Entscheid, mit einem Robo­ ter zu melken? Werner Ott: Für die Modernisierung der bestehenden Melktechnik (Dreier-Tandem-Melkstand) hätte ich im vergrösserten Stall mit höherer Anzahl Tiere viele bauliche Veränderungen vornehmen müssen. Also schaute ich mich auch nach Alter­nativen um. Ich bewirtschaftete den Betrieb damals alleine, also spielten auch eine mögliche Arbeitsentlastung und die flexible Stallzeit während der Heuernte eine wichtige Rolle. Ich hatte dabei das Glück, dass ich diese automatisierte Melktechnik bei einem Berufskollegen in

der näheren Umgebung, der ein halbes Jahr zuvor einen solchen Roboter installiert hatte, intensiv begutachten und von seinen Erfahrungen profitieren konnte. Wie gestaltete sich die Installierungsund Umstellungsphase? Werner Ott: Die Installation erfolgte innerhalb von sechs Stunden. Die gesamte Umstellungsphase dauerte dann schon etwas länger und nahm rund ein halbes Jahr in Anspruch, bis wirklich alles reibungslos lief. Es gab anfänglich diverse Störungen, vor allem bei der Software. Die Servicetechniker waren damals noch nicht so zahlreich und mussten jeweils


Innenwirtschaft

Andreas Oertig: «Die Überwachung des Melkroboters geschieht heute vorwiegend über das Smartphone.»

aus der Zentralschweiz anreisen. Das war dann schon nicht ganz einfach, wenn die Technik für einige Stunden oder gar für einen halben Tag ausfiel. Andreas Oertig: Heute stellen wir nur noch vereinzelt Ausfälle fest, und wenn, beschränken sich diese in den meisten Fällen auf wenige Minuten, so dass es im gesamten Betriebsablauf selten eine Rolle spielt. Kam zwischendurch auch die «alte» Melktechnik wieder zum Einsatz? Werner Ott: Nein, diese kam auch für Notfälle nicht mehr zum Einsatz. Andreas Oertig: Wir besitzen zwar noch ein Melkaggregat, das wir aber nur für die Kalberkühe verwenden. Wurde mit einem gelenkten oder freien Umtrieb gearbeitet? Werner Ott: Zu Beginn arbeitete ich mit einem halbgelenkten Umtrieb. Es gab einen Warteraum, den die Tiere nur durch den Roboter wieder verlassen konnten. Ich stellte aber schnell fest, dass dieses System nicht das beste ist. Je weniger man lenkte, desto besser war der gesamte Ablauf. Jetzt wenden wir einen komplett freien Umtrieb an. Wie viele Melkungen pro Tier und Tag gibt es heute? Andreas Oertig: Im Winter sind es zwischen 2,7 und 2,8 Melkungen, im Sommer mit Weidebetrieb etwas weniger, so rund 2,5 Melkungen pro Tier und Tag. Hatten Sie Tiere, die sich nicht als robotertauglich erwiesen haben? Andreas Oertig: Nein. Auch bei der zweiten Installation konnten wir alle Tiere mitnehmen und mussten nur wegen der Roboter-Technik keine Kühe ausmerzen. In

Werner Ott: «Am Computer oder an der Maschine selbst sind nur noch wenige Einstellungen vorzunehmen.»

der Zucht erfahren heute die Merkmale rund um das Euter und die Zitzen schon eine etwas höhere Beachtung. Welche Tipps können Sie Berufskollegen geben, die sich ebenfalls mit der Installation eines Melkroboters beschäftigen? Werner Ott: Ein Milchviehhalter, der mit einem Roboter arbeiten möchte, muss technisch sicher interessiert sein. Man muss sich bewusst sein, dass mit einer derartigen Hightech-Maschine immer etwas passieren kann. Und dann ist es von Vorteil, wenn stets jemand zugegen ist. Das kann auch ein Nachbar oder ein Kollege sein. In unserer Betriebsgemeinschaft ist immer eine Person im Pikettdienst. Ich bin überzeugt, dass der Roboterbetrieb mit freiem Umtrieb ohne Absätze und ohne Abschrankungen einzigartig ist. Die Ruhe in der Herde fasziniert mich jeden Tag aufs Neue. Andreas Oertig: Wer heute neu baut, sollte die Variante «Melkroboter» sicher in die Überlegungen einbeziehen. Das rate ich allen, auch jenen, die von einem Melkstand vollends überzeugt sind. Für welche Betriebe kommt aus Ihrer Sicht ein Melkroboter nicht in Frage? Werner Ott: Arbeitet ein Betriebsleiter auswärts, ist tagsüber abwesend und kann in Notfällen nicht eingreifen, ist es sicher problematisch. Hält ein solcher Betrieb aber nur wenige Kühe, dann spielen Standzeiten von paar Stunden wiederum eine eher geringere Rolle. Wie sieht die Situation in Sachen Milchqualität aus? Werner Ott: Es gab schon während der Umstellung auf den Roboter, wie später

nach dem Wechsel auf den «A5», keine negativen Auswirkungen auf die Milchqualität. Keim- und Zellzahlen bewegten sich immer im guten Bereich – heute sogar noch eher auf besserem Niveau. Wie sieht es mit der Service-Unterstützung aus? Andreas Oertig: Wir haben einen Service-Vertrag abgeschlossen, alle vier Monate schaut ein Servicetechniker nach dem Rechten. Das Servicenetz unseres Lieferanten ist heute recht dicht, innerhalb von zwei Stunden sollte heute eine Störung, die wir nicht selbst beheben können, durch einen Service-Techniker behoben sein. Planen Sie weitere Automatisierungsschritte? Andreas Oertig: Wir haben weitere Schritte bereits unternommen. Mittlerweile sind auch ein automatischer Mistschieber «Disco­very» und ein automatischer Futterschieber «Juno» installiert. Der nächste Schritt wäre dann noch die Fütterungs­ automatik. Dies überlassen wir dann aber der kommenden Generation. Würden Sie diesen Schritt zur Automatisierung heute wieder machen? Werner Ott, Andreas Oertig: Ja, unbedingt, wir würden diesen Schritt wieder machen. Wir sind heute, dank dieser funktionierenden Technik, in der Milchproduktion viel flexibler geworden und glauben, dass wir mit all dieser technischen und automatisierten Unterstützung die Kühe jetzt zwar anders, in der Summe aber viel intensiver beobachten. Rechnet man alles zusammen, ist aus unserer Sicht ein Roboter heute gar nicht mehr teurer als eine andere moderne Melkanlage. 1 2020 Schweizer Landtechnik

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Innenwirtschaft

Autonome Futternachschieber bringen auf Einmann-Betrieben zeitliche Entlastung von körperlicher Arbeit. Bild: Schauer

Ich bin der Stallboy Das mechanische Nachschieben von Futter bringt merkliche körperliche Entlastung. Dennoch muss zu bestimmten Zeiten während jeder Fütterungsperiode eine Person mehrmals anwesend sein. Autonome Nachschieber bringen eine zusätzliche Entlastung, was allerdings seinen Preis hat. Ruedi Hunger Wer einer Kuh über längere Zeit am Fress­ platz zuschaut, stellt bald einmal fest, dass sie die vorgelegte Ration meisterlich tren­ nen kann in bevorzugte und weniger be­ liebte Anteile. Letztere werden zur Seite weggeschoben. Wenn die Kolleginnen links und rechts das Gleiche tun, wandern Teile der Ration immer weiter weg aus dem Fressbereich. Kanadische Untersuchungen zeigen, dass Kühe gegen lange Partikel selektionieren. Das heisst, Kühe ziehen kur­ ze und feine Partikel den langen Anteilen vor. Damit erhöhen sich die Faseranteile in der Ration über den Tag. Die gefressene Ration entspricht damit nicht mehr der er­ rechneten Ration. Selektive Futteraufnah­ me führt im Pansen zu schwankenden Be­ dingungen und kann den pH-Wert beein­ flussen. Die Studie stellt aufgrund der Aussortierung sogar eine Verbindung her zur Milchzusammensetzung. Diese soll sich, mit jeweils 10 % der ausselektionierten lan­ gen Partikeln, um einen 0,1  % tieferen Milchfettgehalt und 0,04 % tieferen Mil­ cheiweissgehalt verändern. 22

Schweizer Landtechnik 1 2020

Fressbereich, Konkurrenz und das Nachschieben Der mittlere Fressbereich einer Milchkuh in Längsrichtung (Reichweite) misst zwi­ schen 75 cm und 120 cm. Jeweils bezo­ gen auf Krippenhöhen von 0 bis 50 cm. Die Minimal- bzw. Maximalwerte variie­ ren zusätzlich um +/− 25 cm. Der seitliche Fressbereich reicht bis etwa 55 cm, dies mit abnehmender Reichweite. In einer Milchkuhherde besteht immer eine mehr oder weniger ausgeprägte Konkur­ renzsituation zwischen einzelnen Tieren. Hochrangige Kühe fressen länger und neh­ men daher mehr Futter auf. Rangtiefere Tie­ re stehen deswegen mehr abseits, fressen tendenziell weniger und wenn, dann müs­

sen sie unter Umständen mit bereits vor­ selektioniertem Futter vorliebnehmen. Zu­ dem fressen hochlaktierende Kühe länger. Von automatischen Fütterungssystemen (AFS) ist bekannt, dass sich Kühe wesentlich länger am Fressplatz befinden, wenn sie, statt zweimal täglich, sechsmal gefüttert werden. Es ist vermessen, die Resultate ei­ nes AFS 1 : 1 mit dem mehrmaligen Nach­ schieben einer TMR-Mischung (FMW) zu vergleichen. Tendenziell hat das regelmässi­ ge Anschieben aber ebenfalls eine positive Auswirkung auf die Anzahl Besuche einer Kuh am Fressplatz. Programmierbare Fut­ teranschieber bringen das Futter alle zwei Stunden um rund 5 bis 10 cm näher zum Fressgitter. Die Vorlage von frischem Futter

Automatisierungsstufen von Fütterungssystemen Stufe I • Mischen • Verteilen • (Nachschieben)

Stufe II • Mischer befüllen • Mischen • Verteilen • (Nachschieben)

Stufe III • Entnahme + Transport • Mischer befüllen • Mischen • Verteilen • (Nachschieben)


Innenwirtschaft

Unterschiedliche Arbeitsweisen und Bauarten Schienengeführtes System Stationäres, schienengeführtes System zum Nachschieben der Futterration, seit 2002 auf dem Markt. Umlaufendes Förderband. Programmierbare Nachschiebezeiten. Zusätzlicher Kraftfutteraustrag (Lockfütterung) möglich. Schiebetrommel Nachschiebewirkung wird durch angetriebene Schiebetrommel erreicht. Schiebetrommeldurchmesser 100 cm bis 150 cm. Die Futter-Nacherwärmung wird reduziert, weil das Futter nicht aufgelockert wird (Hetwin). 24-Volt-Akku-Antrieb. Autonomes System, durch verschiedene Sensoren geführt. Zusätzlicher Kraftfutteraustrag möglich. Förderschnecke Schiebewirkung wird durch eine spezielle Förderschnecke erzeugt. Dank dem lockeren Schieben bleiben Frische und Qualität des Futters erhalten (Wasserbauer). Förderschnecke 100 cm breit, Ø 70 cm. Zusätzlicher Kraftfutteraustrag möglich. 24 Volt, 2 x 105 Ah, Akku-Antrieb. Autonomes System, durch verschiedene Sensoren geführt. Touchpad-Bedienung.

Anschiebeverfahren im Vergleich Von Hand

Mobil

4 x täglich

4 x täglich

12 x täglich

Arbeitszeitbedarf

hoch

mittel

gering

Belastende Arbeit

hoch

gering

gering

Anwender-Präsenz

regelmässig notwendig

regelmässig notwen- frei wählbar dig gering

Standort-Flexibilität

hoch

hoch

gering

Antriebsart

Verbrennungsmotor

Elektromotor

Lärm

laut

leise

Luftbelastung

keine

vorhanden

keine

Fressplatzbelegung

normal

normal

leicht erhöht

Fressplatzwechsel

normal

normal

häufiger

Beobachtung Fressverhalten

beim Nachschieben möglich

beim Nachschieben möglich

separat notwendig

Investitionsbedarf

keiner

mittel

hoch

Variable Kosten

keine

tief

mittel

Arbeitszeitbedarf Der tägliche Arbeitszeitbedarf beinhaltet die Kontrolle der Futteraufnahme, das Entfernen von Futterresten und die Futtertischrei-

Grundfutteraufnahme Das mehrmalige Futternachschieben über den gesamten Tagesverlauf erhöht, nach österreichischen Untersuchungen, in jedem Fall die Grundfutteraufnahme. Im Gegensatz dazu konnte Agroscope Tänikon 2007/2008 keinen nachweisbaren Effekt auf Futteraufnahme und Leistung feststellen. Diese gegensätzlichen Aussagen gründen auf unterschiedlich hohem TS-Verzehr (Agroscope +3 bis 4 kg) einerseits und dem Betriebsleitereinfluss anderseits. Eine zusätzliche Steigerung der Attraktivität der Grundration durch mehrmaliges und regelmässiges Anschieben ist möglich, wenn nur mässiges Futter zur Verfügung steht. Ein Lockeffekt liess sich durch Tierbeobachtungen nachweisen. Mit einer Kraftfutterzugabe kann eine Ration aufgewertet werden.

Roboter

Anzahl Nachschieben

hat grossen Einfluss auf das Fressverhalten einer Milchkuh. Im Vergleich zur zweimaligen Fütterung ohne Nachschieben bringt eine mehrmalige Futtervorlage und ein regelmässiges Anschieben eine gleichmässigere Futteraufnahme.

erster Linie den Arbeitszeitbedarf und entlasten von körperlicher Arbeit. Arbeitszeit fällt noch an für das Programmieren, für Wartungs- und Reinigungsarbeiten am Gerät sowie die Kraftfutterbefüllung, wenn diese nicht automatisch erfolgt. Ein Nachschieber ist für kleinere und mittlere Betriebe dann interessant, wenn für das händische oder teilautomatisierte Nachschieben (Motormäher, Hoftrac usw.) keine Arbeitskraft auf dem Hof zur Verfügung steht.

nigung sowie die (wenn vorhanden) Kraftfutter-Befüllung, aber ohne Futtervorlage. Abhängig von der Herdengrösse beträgt der Zeitbedarf für händisches Nachschieben (30, 40, 50 Kühe) zwischen rund 38 und 53 AK/min je Tag (Agroscope 2005). Mit einem schienengeführten Futternachschieber lässt sich gegenüber dem Nachschieben von Hand die Arbeitszeit um rund 70   % reduzieren. Automatisierte Futternachschiebesysteme reduzieren somit in

Unterschiedliche Bauweise, mit einem Ziel Futternachschieber werden entweder mit einem horizontal drehenden Förderband, einer Anschiebetrommel oder mit Förderschnecke angeboten. Die Anschiebetrommel ist ein Bauteil, das durch seine horizontale Drehung das Futter näher zum Fressbereich der Tiere bringt. Weiter wird unterschieden zwischen schienengeführten und autonomen Systemen. Die autonomen Systeme orientieren sich mit Gyrosko­pen, Ultraschall, Streckenmessung mittels Sensoren, Kollisions- oder Resetpunkten, induktiven Sensoren und/oder Transpondern. Autonome Futternachschieber gibt’s ab etwa CHF 17 500.−.

Fazit Der Einsatz eines Futternachschiebers ist nicht mit einer mehrmaligen Futtervorlage von frischem Futter bzw. TMR vergleichbar. Die Variation liegt zwischen dem Nachschieben einer einmalig, breit abgelegten Futterration bis zum reinen Nachschieben der von den Tieren selektionierten und weggeschobenen Futtermischung. Ein Nachschieber bringt in erster Linie Arbeitserleichterung und Zeiteinsparung für den Anwender. 1 2020 Schweizer Landtechnik

23


Innenwirtschaft

Begegnung schafft Vertrauen. Kühe gewöhnen sich relativ rasch an den Entmistungsroboter. Bild: Lely

Wechselbeziehung Kuh–Roboter Weit mehr als die Hälfte der Milchkühe werden in der Schweiz heute in Laufställen gehalten. Die Laufstallhaltung bringt arbeitstechnische Vorteile und den Tieren mehr Bewegungsmöglichkeiten. Dafür steigen der technische und der finanzielle Aufwand. Den «Höhepunkt» bezüglich Reduktion von manueller Arbeit bringt derzeit ein Entmistungsroboter. Ruedi Hunger

Laut Bundesamt für Statistik (März 2017) waren in der Schweiz im Jahre 2015 73 % der Betriebe auf die tierische Produktion spezialisiert. Während im Jahr 2003 erst 31 % der Kuhplätze in Laufställen waren, wuchs der Laufstallanteil innerhalb von zehn Jahren auf mehr als die Hälfte (54 %). Entsprechend wurde in den letzten Jahren viel in neue und tierfreundlichere Nutztierställe investiert. Zum Vergleich: In Deutschland wurden bereits 2015 rund drei Viertel der Milchkühe in Laufställen gehalten. Die Laufstallhaltung bringt arbeitswirtschaftliche Vorteile für den Betriebsleiter und bietet den Tieren mehr Platz und Bewegungsmöglichkeiten, damit verbessert er das Tierwohl. Nachteilig beurteilt wird, dass der Laufstall eine grössere mit einem Kot-Harn-Gemisch (KHG) verschmutzte Fläche aufweist. Dauernd feuchte Lauf­ flächen ihrerseits steigern die Klauen­ verschmutzung und erhöhen parallel da24

Schweizer Landtechnik 1 2020

zu die Gefahr von Klauenerkrankungen. Gleichzeitig führen verschmutzte Flächen zu höheren Ammoniak-Emissionen. Daher ist es wichtig, dass Kot und Harn der Tiere häufig von den Laufflächen entfernt werden.

Ausmisten = Arbeit Das Entmisten und Reinigen von Milchviehställen war seit jeher immer ein arbeitswirtschaftliches Thema. Lange vor dem Ent­ mistungsroboter wurden deshalb Unter­ suchungen über den Arbeitszeit­ bedarf durchgeführt. Dies mit der Folge, dass die daraus abgeleiteten Planungs­ daten den Entscheid für oder gegen ein bestimmtes Entmistungssystem und letztlich auch die Aufstallungsform bestimmten. Als objek­ tive Vergleichszahl dient der tägliche Arbeitszeitbedarf je Kuh. Tabelle 1 beruht auf Berechnungen aus dem Jahr 2003. Der Einsatz von Entmistungsrobotern wurde damals noch nicht berücksichtigt. Die mobile

Entmistung von Planflächen (Laufgänge, Laufhöfe) wurde damals wie heute zum Teil mit einem einfachen Schiebeschild (Traktor, Motormäher) gemacht, ebenso kommen stationäre Falt- oder Klappschieber zum Einsatz. In kleineren Betrieben bietet sich nach wie vor die manuelle Reinigung mit dem kostengünstigen Handschieber an. Die personengeführte, tägliche Entmistung wird erfahrungsgemäss maximal zweimal durchgeführt.

Entmistungsroboter Entmistungsroboter erfreuen sich, neben den handgeführten, motorisierten Geräten (Motormäher usw.) und den stationären Entmistungsschiebern, zunehmender Beliebtheit. Insbesondere in Milchvieh-Laufställen mit perforierten Laufflächen ist der Entmistungsroboter beliebt. Unter Schweizer Haltungsbedingungen sind die Tief­ boxen mit einer Stroh-Mist-Matratze mit perforierten Laufflächen kombiniert. Weil


Innenwirtschaft

fundierte, neutrale verfahrenstechnische Anwendungsempfehlungen bisher weit­ gehend fehlen, wird das Potential dieser Roboter oft gar nicht ausgenutzt. Die akkubetriebenen Entmistungsroboter reinigen die Spalten durch Abschieben und Durchdrücken des Kotes. Heisses und trockenes Wetter führt auf perforierten Böden zu angetrockneten Verschmutzun­ gen. Dieser Umstand erschwert für den Roboter das Durchdrücken des Kots durch die Spalten. Ein häufigeres Entmisten kann das Problem entschärfen. Das Verhältnis Arbeits- und Ladezeiten liegt zwischen 40 : 60 bis 75 : 25. Je nach Modell sind sie mit eine Sprühvorrichtung (Wassertank, Druckpumpe, Düsen) ausrüstbar. Die La­ destation und bei Bedarf die Wasserfüll­ station sind einzeln oder kombiniert im ge­ schützten Bereich des Laufgangs platziert. Beide Stationen werden bei Bedarf auto­ matisch aufgesucht. Die zwischen 300 kg und 700 kg schwe­ ren Roboter haben eine Räumgeschwin­ digkeit von ca. 3 m/min bis 10 m/min. Mit Schiebeschildbreiten von 0,85 m bis 2,0 m, erzielen Roboter dadurch auch entspre­ chend unterschiedlich grosse Reinigungs­ leistungen. Damit variieren die Gesamt­ reinigungszeiten etwa im Verhältnis von bis zu 1 : 6 (Albrecht; 2016). Die manuelle Liegeboxenpflege bleibt erhalten.

Steuerung Entmistungsroboter werden unterschied­ lich gesteuert. Eine Möglichkeit sind Transponder, die im Spaltenboden verlegt sind und an denen sich der Roboter orien­ tiert. Zusätzliche Sensoren und Navigati­ onssysteme führen ihn entlang oder mit einem definierten Abstand zu Wänden,

Bei der Wechselbeziehung zwischen Kuh und Entmistungsroboter gibt es kaum Konfliktpotential. Bild: DeLaval

Rändern usw. Ultraschallsensoren messen laufend den Abstand zu einer Wand oder einem Gitter. Zusätzlich sorgt ein Gyro­ skop für den richtigen Kurvenverlauf. Die Ladestation und wenn nötig eine Wasser­ station sucht das Gerät selbständig auf. Mit einer Steuerungs-App kann der An­ wender von seinem Smartphone den Ro­ boter via Bluetooth oder WLAN bedienen und/oder programmieren.

Tier/Roboter-«Beziehung» Übereinstimmende Beobachtungen zei­ gen, dass sich Kühe nach einer Angewöh­ nungsphase schnell an den Entmistungsro­ boter gewöhnen. Agroscope Tänikon (Lei­ weber, Zähner, Schrade) stufte von rund 370 Verhaltensreaktionen zum Entmis­ tungsroboter-Einsatz 72  % als «Auswei­ chen» ein. 16 % wurden als «Erkundungs­ verhalten» definiert und bei rund 11 % der Reaktionen haben die Tiere das Fressgitter verlassen, obwohl der Roboter mehr als ei­

nen Meter vom Tier entfernt war. Manche Tiere reagierten erst nach einer direkten Berührung des Roboters mit ihren Beinen. Bei liegenden Tieren wurde beobachtet, dass sie meistens bei der Vorbeifahrt des Roboters lediglich mit einem aufmerksa­ merem Ohrenspiel reagierten. Ein allge­

Kühe lernen den Roboter einzuschätzen und ihm vorsorglich auszuweichen.

meines Ausweichen der Tiere in eine Lie­ gebox während einer Reinigungsfahrt des Roboters wurde nicht beobachtet. Die For­ scher gehen daher davon aus, dass die Kü­ he nach einer Angewöhnungsphase ge­ lernt haben, den Roboter einzuschätzen und ihm vorsorglich auszuweichen.

Schmierschichtbildung

Bewertung eines Entmistungsroboters Agroscope in Tänikon hat im Emissionsstall für Milchvieh entsprechende Untersuchun­ gen durchgeführt. Die Versuche wurden mit je 20 Kühen in identisch, baugleich getrennten Versuchsabteilungen durchge­ führt. In den Laufgängen des Fressbereichs und in jenen des Liegebereichs war ein Betonspaltenboden mit Gummibelag ein­ gebaut. Die Liegeboxen waren als Tief­ boxen mit einer Stroh-Mist-Matratze aus­ gestaltet. Gefüttert wurden eine Teilmisch­ ration und zusätzliches Ausgleichsfutter mit dem Futtermischwagen. Für die Versuche wurde ein Entmistungs­ roboter Lely «Discovery 90 SW» verwen­ det. Da gleichzeitig Emissionsmessungen

durchgeführt wurden, konnte die Bewer­ tung des Roboter-Einsatzes auf diese abge­ stimmt werden. Bezüglich Reinigungshäu­ figkeit und Wassereinsatz wurden sechs unterschiedliche Varianten festgelegt. Zur Bonitierung der Laufflächenverschmutzung wurde ein Bonitierungsschema angelegt. Parallel dazu wurde das Tierverhalten beim Einsatz des Entmistungsroboters erfasst. Ebenso wurden der Wasser- und Stromver­ brauch sowie die Jahreskosten berechnet. Der komplette Versuchsbeschrieb (Leinwe­ ber, Zähner, Schrade) und die detaillierten Ergebnisse sind in «Landtechnik Online» (Band 74, Nr. 3, 2019) veröffentlicht. www.landtechnik-online.eu

Unter bestimmten Umständen kann sich beim Einsatz eines mechanischen Entmis­ tungssystems eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Schmierschicht bilden. Betroffen sind sowohl Planflächen als auch Spaltenböden. Diese dünne, schmierige Schicht bildet sich beispielsweise in trocke­ ner Umgebung (Sommerklima) oder in ge­ ring belegten Ställen (Unterbelegung) so­ wie in Ställen mit breiten Laufgängen und in gut belüfteten Ställen. Mit dieser Schmierschicht wird der Boden für Mensch und Tier rutschig und die Gleitgefahr steigt. Von diesem Phänomen ist auch der Entmistungsroboter betroffen, obwohl er üblicherweise mehr Reinigungsgänge durchführt als andere Entmistungssyste­ me. Versuche von Agroscope in Tänikon 1 2020 Schweizer Landtechnik

25


Innenwirtschaft

Dank mehrmaliger täglicher Reinigung bleiben die Flächen trocken und sauber. Bild: GEA

zeigen, dass mit einer Wassersprühfunk­ tion die Bildung der Schmierschicht merk­ lich reduziert werden kann.

Anzahl Reinigungsgänge und dem Ein­ streumaterial abhängig und beträgt 1,6 bis 5,9 m³/Kuh und Jahr. Damit verbun­ den sind Kosten von 1.90 bis 7.10 Franken je Kuh und Jahr. Die anfallende Wassermenge bestimmt schlussendlich die Güllemenge und kann unter Umständen «das Fass zum Überlau­ fen» bringen. Die daraus resultierenden Vorteile einer weniger schmierigen Oberfläche und die tieferen Ammoniak-Emissionen sind trotz Kosten positiv zu bewerten. Nicht näher bekannt ist, inwieweit sich die höhere Gülle­menge bzw. die Ammoniak-Verluste beim Ausbringen im Feld mit den Emissi­ ons-Einsparungen im Stall ausgleichen.

Fazit Die Laufstallhaltung hat auch in absehbarer Zukunft grosse Bedeutung für die Schwei­ zer Milchviehbetriebe. Es ist davon auszu­ gehen, dass Entmistungsroboter sich weiter verbreiten. Starten und vergessen funktio­ niert auch beim Entmistungsroboter nicht. Ein gewisser Anteil der eingesparten manu­ ellen Reinigungszeit muss zur Beobach­ tung, Einstellung bzw. Programmierung des Roboters eingesetzt werden. Zudem müs­ sen die gereinigten Flächen regelmässig be­ gutachtet und gegebenenfalls Massnah­ men zur Verminderung von ausgeprägten Schmierschichten ergriffen werden. Dabei ist die Mehrmenge an anfallender Gülle im Auge zu behalten.

Wasser entschärft das Problem Auf den ersten Blick mag das überra­ schen. Üblicherweise könnte man davon ausgehen, dass Wasser das Gleiten för­ dert. Im Fall des Entmistungsroboters gibt es aber zwei Momente, welche die Bil­ dung einer Schmierschicht reduzieren: erstens ein häufigeres Entmisten und zweitens das Aufsprühen von Wasser unmittel­ bar vor dem Reinigungsschild. Besonders wirksam sind diese Massnah­ men, wenn sie kombiniert werden. Von Schmierschichten betroffen sind in erster Linie die Quergänge. Das kann damit auf einem Flächenanteil von 10 % bis 20 % der Fall sein. Es liegt auf der Hand, dass die Schmier­ schichten in erster Linie das Ausrutschen der Kühe beim Gehen fördern. Auch wenn eine Kuh durch eine Artgenossin verdrängt wird, steigt auf Schmierschichten die Aus­ rutschgefahr. Speziell gefährdet sind Kü­ he, wenn sie beispielsweise zum Lecken an bestimmten Körperstellen nur auf drei Bei­ nen stehen. Die damit verbundenen dyna­ mischen Gewichtsverlagerungen tragen das Ihre dazu bei. Allerdings kann davon ausgegangen werden, dass Kühe norma­ lerweise die glatten Flächen für diese Art der «Körperpflege» meiden.

Faktoren, welche die verschiedenen Funktionen einer Entmistungsanlage beeinflussen Voraussetzungen Bauliche Anordnung Technische Ausführung Einstreue, Wassereinsatz Temperatur Trennung fest/flüssig

26

Schweizer Landtechnik 1 2020

Funktion der Entmistungsanlage

Reinigungsqualität Arbeitssicherheit Funktionssicherheit Tiergerechtheit Emissionen

Verfahrenstechnische und arbeitswirtschaftliche Vor- und Nachteile verschiedener Entmistungsverfahren (Quelle: FAT-Bericht 619 / 2004) Stallsystem Verfahren

Vorteile

Nachteile

Anbindestall mit Kurzstand und Gitterrost

Keine Mechanik notwendig

Anbindestall mit Kurzstand und Schubstange

Läuft weitgehend automatisch. Anfällige Mechanik Nur noch manuelle Lägerrei­ nigung notwendig

Boxenlaufstall, Faltschieber

Geringer baulicher Auf­ wand. Für variable Lauf­ gangbreiten geeignet. Geringes Hindernis für Tiere

Boxenlaufstall, Klappschieber

Strom- und Wasserverbrauch Sowohl der Strom- als auch der Wasser­ verbrauch sind von der Anzahl (wenig, optimal, häufig) Reinigungsgänge und dem Einstreumaterial (Stroh lang, Häck­ sel) abhängig. Der mittlere Stromver­ brauch pro Kuh und Jahr wurde in spezifi­ schen Versuchen von Agroscope mit 14,6 kWh bis 34,7 kWh beziffert, was Stromkosten von 2.30 bis 5.60 Franken je Kuh und Jahr entspricht. Der mittlere Wasserverbrauch ist ebenfalls von der

Resultat

Arbeitszeitbedarf / Kuh

Nur mit geringen Einstreu­ massen zu bewältigen, 2 bis 2,7 AKmin evtl. Spülleitung notwendig je Kuh/Tag (Ø 20 bis 100 Kühe)

Benötigt Öffnungsweg. Gerade Mistachse erforder­ lich. Reparatur- und frost­ 0,7 bis 1,3 anfällig. AKmin Geringer baulicher Aufwand. Gerade Mistachse erforder­ je Kuh/Tag Benötigt keinen Öffnungs­ lich. Anfällig auf einseitige weg. Bauhöhe erlaubt Belastung. Reparatur- und grosse Mistmengen. frostanfällig. Hoher baulicher Aufwand. Spaltenboden schlecht befahrbar. Nur mit gerin­ gen Einstreumengen durch­ führbar. Spülleitung not­ wendig (evtl.)

Boxenlaufstall, Spaltenboden

Harn läuft schnell ab, relativ trockener Boden.

Boxenlaufstall, mobile Entmis­ tung

Hoher Rüstzeitanteil. Teil­ Sehr flexibel einsetzbar, weise hohe körperliche (z. B. auch für Laufhofreini­ Belastung. Teilweise frost­ gung). Flexible Stallgrundris­ anfällig. Absperren der se möglich. Tiere notwendig.

1,1 bis 2,6 AKmin je Kuh/Tag


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Impression | Testbericht

Die sieben Mulchgeräte, die zum Test angetreten sind.

Bilder: R. Engeler, M. Abderhalden

Weidepflege für besseren Ertrag Das Säubern von Weiden vor dem Einwintern hilft einem Wiesenbestand, im kommenden Jahr wieder mit einem gleichmässigen und qualitativ guten Aufwuchs starten zu können. Eine Möglichkeit für diese Säuberung sind Weidemulcher. Die «Schweizer Landtechnik» hat sieben Geräte, drei Sichel- und vier Schlegelmulcher, in einem Praxistest untersucht. Martin Abderhalden*

Aus futterbaulicher Sicht lohnt es sich, abgeweidete Wiesen für die nächste Nutzung zu bearbeiten. Nicht nur das Entfernen von Grasbüscheln, das Verteilen von Kuhfladen oder Mäusehaufen, auch den Wurm- und Parasitenbefall bekommt man damit besser in den Griff. Für eine Weidepflege gibt es verschiedenste Verfahren und Maschinen, die ihre Vor-und Nachteile haben. * Martin Abderhalden ist Landwirt und testet regelmässig Maschinen für die «Schweizer Landtechnik»,

28

Schweizer Landtechnik 1 2020

Der Motormäher ist eine einfache Variante. Generell mäht man aber eher zu tief, zudem wird das abgeschnittene Material nicht zerkleinert. Kuhfladen und Mäusehaufen werden zwar verstrichen, was aber für die Messer nicht förderlich ist. Bei viel Material ist ein Aufsammeln nötig. Besser ist der Einsatz von Mähwerken, wenn vorhanden mit einem Aufbereiter, der für eine gleichmässige Verteilung sorgt. Das Mähwerk kann nachher aber oft stark verschmutzt sein und muss aufwändig gereinigt werden.

Weidemulcher Für eine optimale Weidepflege eignen sich spezielle Weide- oder Grünflächenmulcher. Sie wurden speziell für diesen Zweck entwickelt und sind in der Regel robust konstruiert. Man unterscheidet Sichel- und Schlegelmulcher. Die Anschaffungskosten liegen zwischen CHF 6000.– und CHF 12 000.–. Der Unterhalt hält sich in Grenzen, die Bedienung ist einfach. Universelle Maschinen lassen sich auch wahlweise am Front- oder Heckhubwerk anbauen.


Testbericht | Impression

Sichelmulcher Der Sichelmulcher ist mit einem überdimen­ sionalen Rasenmäher vergleichbar. Die zwei bis drei horizontal drehenden Rotoren sind mit pendelnd montierten Messern bestückt, die mit hoher Drehzahl das Gras abschnei­ den und nach hinten auswerfen. Der Schnitt an der Pflanze ist dank scharfer Klingen glatt, die Schnittstelle daher weniger ausge­ franst, was ein Nachwachsen beschleunigt. Bei viel Futter kann es zur Schwadbildung kommen, da das abgeschnittene Futter oh­ ne grosse Nachzerkleinerung direkt nach hinten ausgeworfen wird, ohne dass eine weitflächige Verteilung erfolgt. Die Messer sind anfällig auf Steine oder harte Fremd­ körper, lassen sich aber recht gut und ohne grossen Aufwand nachschärfen. Punkto Leistungsbedarf sind Sichelmulcher generell weniger anspruchsvoll. Für eine Maschine mit 270 cm Arbeitsbreite genügt schon ein Traktor mit 50 PS für ein gutes Ergebnis.

Beim Gewicht startet man bei rund 400 kg. Bei den leichteren Modellen werden die einzelnen Rotoren über Keilriemen ange­ trieben, bei schwereren erfolgt der Kraft­ fluss über Kardanwellen mit Torsions­ federelementen. Die Baumasse der Sichel­ mulcher sind systembedingt abhängig von der Rotoranzahl. Modelle mit drei Einheiten sind kürzer in der Bauform als jene mit zwei. Wegen der grossflächigen Bauart braucht der Sichelmulcher viel Platz für die Unterbringung. Für den Anbau der Geräte reichen eine Dreipunkthydraulik und eine Zapfwelle aus. Ölanschlüsse sind nur selten nötig. In der Regel gibt es nur die Version Heck- oder Seitenanbau, Frontanbau ist nur in wenigen Fällen möglich.

Schlegelmulcher Beim Schlegelmulcher sind die Hammer­ schlegel an einer horizontalen Welle pen­ delnd angebracht. Diese dreht sich gegen

die Fahrtrichtung, so erfassen diese mas­ siven Bauteile alles, was im Arbeitsbereich liegt. Ist ein Fremdkörper im Weg, können die Werkzeuge retour schwenken und dem Hindernis so ausweichen. Das Mulchmateri­ al wird vom Rotor aufwärts nach hinten ge­ schleudert, wo es über eine nachlaufende Stützwalze auf der gesamten Arbeitsbreite abgelegt wird. Die meisten Maschinen ver­ fügen an der Oberseite des Gehäuses über Gegenschlagleisten oder Gegenschneiden, die in Form eines U-Profils oder einer Art massivem Rechen konstruiert sind. So wird der Gutfluss abgebremst und das Material stärker zerkleinert. Dank massiver Bauweise sind Schlegelmulcher weniger auf Fremd­ körper empfindlich und können sogar auch beim Bearbeiten von Waldrädern bis zu 7 cm dicke Gehölze zerkleinern. Deshalb benötigen solche Maschinen auch etwas mehr Antriebsleistung, können aber im leichteren Einsatz durchaus ab 60 PS betrie­

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Impression | Testbericht

ben werden. Einzelne Modelle verfügen über eine verstellbare Auswurfklappe, womit man den Zerkleinerungsgrad zusätzlich beeinflussen kann. Aufgrund der kompakten Bauart ist es auch möglich, die Schlegelmulcher mit einer Seitenverschiebung im Front- oder Heckbetrieb einzusetzen, was sie so vielseitig auch in Gründüngungen einsetzbar macht. Das Eigengewicht der Schlegelmulcher von 900 bis 1200 kg setzt das entsprechende Zugfahrzeug voraus.

Einsatz bis ans Limit Im Test wurden parallel drei Sichel- und vier Schlegelmulcher eingesetzt. Die stellenweise mit Maushaufen durchzogenen und feuchten Weiden brachten die Maschinen

Modell

Joskin «TR 270 C3»

in den Grenzbereich. Die Pflanzenbestände waren unterschiedlich, vom leichten Aufwuchs bis zu teilweise sehr zähem, überständigem Weidgras war alles vorhanden. Da sämtliche Maschinen fabrikneu waren, lieferten alle Werkzeuge ein perfektes Ergebnis. Je nach Abnützung dürfte sich das dann in der Praxis etwas ändern. Die Fahrgeschwindigkeiten lagen zwischen 6 und 20 km/h (Normalbereich bei 9 km/h). Die Maschinen wurden anhand von 20 Einzelkriterien bewertet, was in die Tabelle und in den Einzelbeschrieb einfloss.

Passend zum Traktor Ein Mulcher muss grundsätzlich zur Leistung des Traktors passen. Bringt dieser zu wenig

McConnel «Topper 9»

Van Wamel «Perfekt LB 275 V»

Seppi M. «SMO FH 275»

Sichelmulcher

Leistung, entstehen ständige Drehzahl- und Belastungsschwankungen, die sich negativ auf den Antriebsstrang des Mulchers auswirken. Ein zu kleiner Traktor ist fast schlimmer als ein zu leistungsfähiger.

Front- oder Heckanbau? Möchte man im Frontanbau fahren, braucht es eine kräftige Fronthydraulik, die den Mulcher bei Kurvenfahrten entlasten kann. Man hat aber so den gros­sen Vorteil, ohne nur einen Halm zu überfahren die komplette Arbeitsbreite sauber bearbeiten zu können. Zudem ist die Sicht auf das Gerät besonders an Waldrändern viel besser. Im Heckanbau kann man dafür mit einem leichteren Traktor fahren.

Van Wamel «Perfekt KR 270»

Maschio «Bisonte 280»

Kverneland «FRO 280»

Schlegelmulcher

Drehzahl Zapfwelle

540

540

540

1000

1000

1000

1000/540

Seitenschub

n.v.

n.v.

n.v.

55 cm

48 cm

40 cm

50 cm

Arbeitsbreite

270 cm

275 cm

275 cm

275 cm

270 cm

276 cm

280 cm

3x2 Messer

2x2 Messer

3x2 Messer

27 Schlegel

28 Schlegel

24 Schlegel

24 Schlegel

1685 U/min

1900 U/min

1890 U/min

Werkzeuge Rotordrehzahl Messergeschwindigkeit

1730-1828 U/min

k.A.

69 m/s

k.A.

40 m/s

k.A.

k.A.

46-48 m/s

930 mm

1400 mm

940 mm

400 mm

455 mm

438 mm

503 mm

Stützwalze

n.v.

n.v.

n.v.

152 mm

220 mm

170 mm

194 mm

Gegenschneiden

n.v.

n.v.

n.v.

2

1

2

2

600 kg

950 kg

485 kg

1029 kg

975 kg

944 kg

1100 kg

275x298x107

293x290x110

154x282x105

128x293x116

127x286x126

111x299x109

126x294x126

Ab 45 PS

Ab 50 PS

Ab 40 PS

50–120 PS

Ab 55 PS

60–140 PS

60–140 PS

300 cm

292 cm

286 cm

293 cm

300 cm

300 cm

300 cm

CHF 6138.–

CHF 7720.–

CHF 6030.–

CHF 11 550.–

CHF 10 660.–

CHF 9555.–

CHF 10 457.–

Bauweise

5

5

4

9

8

9

10

Anbaumöglichkeiten

5

5

7

9

8

8

8

Abstellsicherheit/ Platzbedarf/Transport

7

6

7

9

10

10

9

Geländeanpassung

6

5

7

9

9

9

9

Kraftbedarf

10

8

8

9

7

8

7

Durchsatz

8

9

9

9

9

9

9

Nachzerkleinerung/ Endergebnis/Überfahrt Bestand

8

6

7

10

9

9

9

Reinigung

9

10

10

8

9

8

9

Wartung

9

8

9

8

9

8

9

Steinschlagschutz

7

9

6

9

9

9

9

Schnittdurchmeser

Gewicht Masse LxBxH (cm) Kraftbedarf Transportbreite Preis (inkl. MwSt.) Bewertung (1-10)

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Schweizer Landtechnik 1 2020


Testbericht | Impression

Der pendelnde Anbaubock ist einfach aber praktisch.

Der Sichelmulcher «TR 270 C3» von Joskin ging mit einem Planierschaber und Weidebelüfter in den Test.

Alle drei Rotoren sind mit einem Auffahrschutz versehen.

Der leichtzügige Weidespezialist Der Sichelmulcher «TR 270 C3» von Joskin ging mit einem zusätzlich montierten Weidebelüfter in den Test. Der recht kurze Aufbau des Gehäuses ist einfach gehalten. Auf jeder Seite sorgt eine 15 cm breite und geschwungene Kufe für die Führung. Die Schnitthöhe wird über ein Lochbild mit Schrauben verstellt. Optional ist vorne und hinten ein Kettenschutzvorhang erhältlich, was empfehlenswert ist. Praktisch ist der oben frei pendelnde Dreipunkt-Bock ausgeführt. Zwei ummantelte Seile tragen beim Ausheben den Mulcher, ansonsten pendelt der Bock. Das Verteilgetriebe ist mittig montiert. Es treibt über zwei Keilriemen die drei Rotoren an. Der Freilauf ist auf der Gelenkwelle integriert. Speziell ist der Weidebelüfter im Heck. Mit zwei Spindeln lässt sich dieser je nach Bedarf einstellen oder auch ganz ausheben. Die komplette Maschine benötigt zum Abstellen einiges an Platz, wiegt aber nur rund 600 kg.

Gute Arbeit Unter dem Gehäuse arbeiten drei Rotoren mit einem Durchmesser von 95 cm mit je

zwei frei schwingenden Messern. Unter jedem Rotor ist ein nach oben gewölbter Auffahrschutzteller angebracht. Darauf kann sich Schmutz ansammeln, den man aber gut abwaschen kann. Auffällig ist, dass die benötigte Antriebsleistung nicht sehr hoch ist. Mit einem 60-PS-Traktor lässt sich auch ein grösserer Aufwuchs bewältigen. Bei extremen, zähen Grasbüscheln und höherer Fahrgeschwindigkeit kommen die rund 20 cm langen Messer an den Anschlag und können zurückklappen. Eine gute Ergänzung ist der einstellbare Weidebelüfter als Nachläufer hinter dem Gerät. Die erste Reihe verteilt frische Maushaufen und Kuhfladen prima. Sind diese aber ausgetrocknet oder die Maushaufen durchnässt, ist die Wirkung eher gering. In Kombination mit den beiden folgenden Zinkenreihen hinten ergibt sich ein prima Ergebnis. Der Nachteil der Schwadbildung von Sichelmulchern wird so recht gut behoben und die Grasnarbe gleichzeitig belüftet. Wenn man den Mulcher aushebt, entleeren sich die Zinken, was eine nochmalige Überfahrt dieser Stelle notwendig macht.

Die gute Zugänglichkeit zu den Wartungspunkten vereinfacht den Unterhalt der Maschine. Die beiden Abdeckhauben lassen sich mit einem Schraubenzieher und einer Viertelumdrehung schnell abnehmen. Die manuelle Riemenspannung ist einfach ausgeführt.

Fazit Der Joskin «TR 270 C3» mit Weidebelüfter ist ein Spezialist für die sanfte Weidepflege, aber nicht für grobe Arbeiten. Bei normalen Verhältnissen werden Maushaufen und Kuhfladen gut verteilt und im gleichen Arbeitsgang die Grasnarbe belüftet.

Kurzbewertung + Gute Weidebearbeitung + Geringer Kraftbedarf + Genügsame Wartung − Platzbedarf − Kein Frontanbau möglich − Kantengummis an Abdeckungen lösen sich

1 2020 Schweizer Landtechnik

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Impression | Testbericht

Die Tasträder sind 360° drehbar und haben sich als pannensicher erwiesen.

Das Gehäuse beim «Topper 9» von McConnel ist recht flach gebaut, der Dreipunkt-Anbau grossflächig abgestützt und mit einer pendelnden Oberlenkeraufnahme versehen.

Die beiden kräftigen Rotoren können mit viel Material gut umgehen.

Der Grosse fürs Grobe Beachtlich ist die Baugrösse des Sichelmul­ chers «Topper 9» von McConnel. Die Ma­ schine zeugt von einfacher, aber echt mas­ siver Technik. Das Eigengewicht von 950 kg spricht dafür. Das Gehäuse ist recht flach gebaut, der Dreipunkt-Anbau grossflächig abgestützt und mit einer pendelnden Ober­ lenkeraufnahme versehen. Die beiden Stützräder können hochgeklappt werden und sind 360° drehbar, weisen einen Durch­ messer von 38 cm auf, sind aber nur 8,5 cm breit. Der Gelenkwellenhalter ist eher schwach ausgeführt. Das Einstellen der Schnitthöhe von 2,5 bis 30 cm erfolgt durch Umstecken der Anschlagbolzen. Vorne am Rahmen sind zwei kleine, kantige Kufen an­ gebracht, die als Tiefenbegrenzung dienen, aber bei Kurvenfahrt mit Bodenkontakt die Wiese abschälen können. Hinten und vorne gibt es je einen Kettenvorhang zum Schutz gegen Steinschläge. Vom Mittelgetriebe übertragen zwei Wellen mit Torsionsfe­ der-Elementen die Kraft auf die aussenlie­ genden Winkelgetriebe der beiden Rotoren. Als Sicherung ist an der Gelenkwelle eine Rutschkupplung montiert. Zusätzlich si­ chern Abscherbolzen die Maschine ab. 32

Schweizer Landtechnik 1 2020

Zwei brachiale Rotoren Imposant wird es unter der Haube. Die 140 cm grossen Rotoren mit frei schwin­ genden, 12 mm dicken Messern lassen nur vermuten, mit welcher Wucht hier gearbeitet wird. Die Messergeschwindig­ keit beträgt 69 m/s. Und durch die robus­ te Bauweise ist es möglich, auch grobes Material und Büsche bis 5 cm Stamm­ durchmesser zu bearbeiten. Erstaunli­ cherweise ist der Kraftbedarf für den An­ trieb relativ gering. Mit einem 60-PS-Trak­ tor mit Hinterradantrieb kann man auf ebenem Gelände gut mit der Maschine arbeiten. Im Hang braucht es aber genug Vorderachsbelastung. Die Arbeitsqualität ist bei geringem Aufwuchs und etwa 9 cm Schnitthöhe recht gut, sobald aber mehr Aufwuchs vorhanden ist, beginnt die Schwadbildung. Die Höheneinstellung erfolgt über die Unterlenkerposition und die hinteren Stützräder. Ist der Boden feucht, beginnen die 8,5 cm breiten und kantigen Räder einzuschneiden. Wenn es pressiert, kann man durchaus mit 20 km/h fahren. Die Geländeanpassung ist aufgrund der langen Maschine recht

schwierig, einen Auffahrschutzteller un­ ten am Rotor gibt es nicht. Im Unterhalt stellt der Mulcher keine gros­ sen Ansprüche. Die wenigen Schmierstellen sind unter der Haube ge­ schützt untergebracht. Der Ölwechsel am Mittelgetriebe ist etwas umständlich.

Fazit Der McConnel «Topper 9» ist ein einfa­ cher, aber schwerer und leistungsfähiger Mulcher, der auch grobem Material die Stirn bietet. Wer Wert auf ein perfektes Ergebnis legt, muss Kompromisse einge­ hen. Der Kraftbedarf ist gering, ebenso der Unterhalt.

Kurzbewertung + + + − − −

Geringer Unterhalt Einfache Reinigung Geringer Kraftbedarf Schwacher Gelenkwellenhalter Schwadbildung bei viel Material Stützräder können einschneiden


Testbericht | Impression

Schnellkuppler für die Unterlenker vereinfachen den Wechsel der Anbaupositionen.

Der seitliche Versatz ermöglicht es dem «Perfekt LB 275 V» von Van Wamel, nur mit einem Rad die zu überarbeitende Fläche zu überfahren.

Der Mulcher ist einfach gebaut, es gibt keine Schutzkettenvorhänge.

Der Einfache mit Seitenversatz Der Sichelmulcher Van Wamel «Perfekt LB 275 V» ist einfach aufgebaut. Zur Höhenführung dienen die beiden seitlichen, einstellbaren und 85 mm breiten Gleitkufen. Diese sind auf der Unterseite rund, hinten und vorne angewinkelt, damit sie die Grasnarbe nicht beschädigen. Die Schnitthöhe von 4 bis 14 cm ist einstellbar. Sehr speziell ist der doppelte Dreipunkt-Anbaubock mit Schnellkuppelsystem. Mit diesem lässt sich der Mulcher in der zweiten Position über die Schnellkuppelschiene seitlich versetzt anhängen. So ist es möglich, nur mit einem Rad die zu bearbeitende Fläche zu überfahren. Je nach Traktor ist die Unterlenkerposition aber zu tief, um direkt einzufahren. Die rundum abgeschrägte Haube ist ordentlich tief, aber ohne Kettenschutz. Mit 485 kg war diese Maschine mit Abstand der leichteste Mulcher im Test. Als praktischer Gelenkwellenhalter dient die umgehängte Oberlenkerkette.

Wendbare Werkzeuge Angetrieben wird der «Perfekt LB 275 V» über ein links versetztes Winkelgetriebe

mit 540 U/min. Von da aus übertragen Keilriemen, die auch als Überlastsicherung dienen, die Kraft auf die Rotoren. Diese haben einen Durchmesser von 93 cm und drehen mit 1685 U/min. Die 42 cm langen, schwingend montierten Messer mit 14 cm langen Schneiden sind aus Spezialstahl gefertigt und mit Wendeschneiden versehen. Somit kann man sie beidseitig einsetzen. Der mittige Rotor verfügt über einen Stützteller (Option). Mit einem 60-PS-Traktor konnte man problemlos bei einer Fahrgeschwindigkeit bis 10 km/h arbeiten, bei einem zähen Aufwuchs dürfen es aber gut und gerne 10 PS mehr sein, damit die Drehzahl genug hochgehalten werden kann. Die Schnittleistung war super, aber sobald die Fahrgeschwindigkeit über 8 km/h stieg und der Bestand zäher sowie dichter wurde, bildeten sich Schwaden. Die Bodenanpassung ist bei einer Baulänge von 154 cm ordentlich, im hügeligen Gelände stösst man aber an die Grenzen. Wartungstechnisch ist die Maschine genügsam. Um zu schmieren, muss man die beiden Schutzhauben demontieren. Da-

nach hat man einen guten Zugang zu sämtlichen Keilriemen und Schmierstellen. Ein Rotor wird automatisch gespannt, die beiden anderen manuell über die Getriebebefestigung. Das Getriebe ist für den Service gut zugänglich. Der Mulcher lässt sich in voll ausgehobener Position gut und schnell reinigen.

Fazit Der Van Wamel «Perfekt LB 275 V» ist ein leichter und kostengünstiger Mulcher. Der einfache Aufbau ist wartungsarm und die Reinigung schnell erledigt. Für grobe Arbeiten oder Waldrandschnitt ist er eher weniger geeignet.

Kurzbewertung + Leichte Bauweise + Kostengünstig + Seitlich versetztes Fahren möglich − Kuppelpunkte recht tief − Nicht für grobe Arbeiten / Waldränder − Schwadbildung bei viel Material

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Impression | Testbericht

Im Frontanbau unterwegs, vorne sieht man den doppelten Kettenvorhang.

Der Anbaubock verfügt über viele Anbaumöglichkeiten und Bolzenstellungen.

Schraubenförmig angeordnete Schlegel mit den zwei geschmiedeten Gegenschneiden.

Der kompakte Kraftprotz Kompakt präsentiert sich der Schlegel­ mulcher «SMO FH 275» von Seppi M. Das tiefe und kurz gehaltene Gehäuse ist mit hochfestem Stahl verstärkt und doppel­ wandig konstruiert. Durch die tiefe Bauart ist beim Fronteinsatz die Sicht vor die Ma­ schine super. Rechts vorne ist die schräge Ecke hochgezogen, damit Stauden abge­ wiesen werden – praktisch beim Wal­ drandmulchen. Der auf zwei Führungsroh­ ren montierte und breit abgestützte An­ baubock verfügt über mehrere Kuppelpositionen, so passt er an alle Zug­ fahrzeuge. Gute 50 cm beträgt der maxi­ male Verschub. Die Gleitlager sind schmierbar. Vorne am Mulcher ist ein soli­ der Stützfuss angebracht, dessen Splinten aber beim Ziehen des Bolzens in die Quere kommen. Vorne ist als Steinschlagschutz ein doppelter Kettenvorhang montiert, der gegen ein Auffahren auf ein Hindernis unempfindlich ist. Bei grossen Maushau­ fen können feine Teile hindurchfliegen. Das Getriebe mit 1000 U/min ist mit ei­ nem integrierten Freilauf ausgerüstet. Das Gesamtgewicht von 1029 kg zeugt von ei­ ner robusten Bauart. 34

Schweizer Landtechnik 1 2020

Wellenförmig angeordnete Schlegel Speziell am «SMO FH 275» ist, dass die 27 Schlegel schraubenförmig um den Rotor angeordnet sind, dessen Durchmesser mit 400 mm der kleinste im Test war. Vermut­ lich ist darauf auch der recht geringe Leis­ tungsbedarf zurückzuführen, denn mit dem 60-PS-Traktor konnte man problem­ los mit 10 km/h die zäheste Weide bear­ beiten und dies mit einem guten Ergebnis. Der Mulcher ist auch für die Zerkleinerung von Geäst bis 7 cm zugelassen. Vorne im Gehäuse sind zwei gehärtete Gegen­ schneiden fest eingeschweisst. Um die Zerkleinerung zusätzlich einstellen zu kön­ nen, befindet sich hinten eine Auswurf­ klappe, die je nach Anforderungen geöff­ net oder geschlossen werden kann. Die Stützwalze mit 152 mm Durchmesser ist ebenfalls einstellbar. Die verstärkten Lager sind auf die Walze selbst aufgeschraubt. Der Mulcher verfügt über keine Gleitku­ fen, ist aber nach vorne hoch angeschrägt, was besonders in unebenem Gelände ein Einstechen verhindert. Für die Wartung sind alle Schmiernippel gut zugänglich. Im linken Riemenschutz ist eine Öffnung an­

gebracht, durch die man das Rotorlager von aussen schmieren kann. Die fünf Keil­ riemen des Antriebs spannt man von au­ ssen, für die Spannungskontrolle muss man aber den Schutz leider abnehmen.

Fazit Der «SMO FH 275» war der kompakteste, aber auch eine der schwersten und teu­ ersten Maschinen im Test. Für den An­ trieb reichen schon 60 PS für prima Er­ gebnisse aus. Die Zerkleinerung ist zu­ sätzlich variabel einstellbar. Der vielseitige Anbaubock macht ihn universell einsetz­ bar. Auf Stützkufen wurde wegen der Gefahr des Aufschiebens von Material verzichtet.

Kurzbewertung + + + − − −

Leistungsbedarf gering Kompakt und robust gebaut Zerkleinerung einstellbar Splinten am Stützfuss Kein automatischer Riemenspanner Keine Gleitkufen


Testbericht | Impression

Der massive Anbaubock mit den grossen Strebenrohren.

Der «Perfekt KR 270» von Van Wamel, hier im Heckbetrieb, kann auch am Fronthubwerk angebaut werden.

Grosse Walze und gereihte Schlegel mit gezahnter Gegenschneide.

Der pflegeleichte Allrounder Der Schlegelmulcher «Perfekt KR 270» des holländischen Herstellers Van Wamel fällt durch seinen wuchtigen Aufbau mit gros­sen Strebenrohren auf. Die mächtige, aber einfach gekantete Haube lässt auf ein grosses Innenleben schliessen. Der Mulcher «Perfekt KR 270» ist sowohl im Front- als auch im Heckbetrieb einsetzbar. Der massive, zweiseitige Anbaubock verfügt über einen Seitenschub, der aber nur auf der Unterseite mit Rollen gelagert ist. Der seitliche Verschub beträgt 48 cm. Dadurch, dass oben keine Führungsrollen vorhanden sind, ist der Bock nicht spielfrei auf dem Laufrohr montiert, was man bei schneller Fahrt auch hören kann. Der seitliche Versatz ist aber prima. Vorbildlich sind die Halterungen für die Hydrauliksteckkupplungen angebracht. Das robuste Getriebe mit einen Antrieb von 1000 U/min ist drehrichtungsunabhängig und verfügt über einen doppelt integrierten Freilauf. Zwei massive Abstellstützen sorgen für einen sicheren Stand. Vermisst wurde allerdings ein solider Gelenkwellenhalter.

Grosser Rotor mit 28 Schlegeln Der «Perfekt KR 270» mit seinen 28 recht schlank taillierten Schlegeln hatte die meisten Werkzeuge aller getesteten Maschinen mit an Bord. Die Schlegel sind auf dem Rotor reihenweise montiert. Mit einer Drehzahl von 1890 U/min und einem Schnittdurchmesser von 455 mm arbeiten die Werkzeuge mit einer hohen Geschwindigkeit. Der Geräuschpegel am Fahrerohr ist daher aber recht hoch. Vorne in der Haube ist eine gezackte Gegenschneide eingeschweisst. Um den Rotor auf Drehzahl zu halten, braucht es rund 80 PS Leistung des Traktors. Die mit 22 cm Durchmesser grösste Nachlaufwalze der getesteten Maschinen ist mit einem Abstreifer ausgerüstet, der das Aufbauen von Mulchmaterial auf der Walze verhindert. Vorne sind als Steinschlagschutz Pendelklappen montiert. Mit 975 kg Eigengewicht liegt der Mulcher im Mittelfeld. Gut gelöst ist die Wartung der Maschine. Alle wichtigen Schmiernippel sind von aus­ sen einfach und schnell zugänglich. Die Spannung der vier Riemen übernimmt

ein automatischer Federspanner. Vorbildlich ist die Öffnung in der Haube unter dem Getriebegehäuse, durch die der Ölwechsel sauber durchgeführt werden kann.

Fazit Der Van Wamel «Perfekt KR 270» ist einfach aufgebaut, macht aber eine prima Arbeit. Das recht hohe Arbeitsgeräusch zeugt von einem grossen und leistungsfähigen Aggregat im Innenleben. Die Arbeitsqualität im nassen, zähen Herbstgras war bis zu einer Geschwindigkeit von 12 km/h einwandfrei, benötigte aber entsprechend Power.

Kurzbewertung + Servicefreundlichkeit + Automatischer Riemenspanner + Gute Arbeitsqualität − Lautes Betriebsgeräusch − Kein Gelenkwellenhalter − Anbaubock mit Spiel

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Impression | Testbericht

Die Schmierstelle für das Rotorlager befindet sich ausserhalb.

Der Mulcher Maschio «Bisonte 280» ist mit einem austauschbaren Verschleissblech im oberen Bereich ausgerüstet.

Taillierte Schlegel und zwei Gegenschneiden sorgen für eine saubere Arbeit.

Der Vielseitige mit Biss Recht kompakt kommt der Maschio «Bisonte 280» daher. Die tief gehaltene, einfach gekantete Haube wird durch massive Querrohre verstärkt. Diese dienen zugleich dem Seitenschub als Gleitschiene. Darauf scheuert sich aber die Farbe weg. Gute 40 cm beträgt die mögliche Verschiebung mit dem robusten Anbaubock – das passt. Für die Umstellung von Schub- auf Zugfahrt und umgekehrt schwenkt man einfach den Oberlenkerträger in die erforderliche Position. Beim «Bisonte 280» erübrigt sich eine Abstellstütze, da er über grosse, verstellbare Gleitkufen verfügt. Das Getriebe mit 1000 U/min weist einen integrierten Leerlauf auf. Speziell ist, dass vor dem Kettenvorhang noch ein Steinschlagschutz aus Kunststoff montiert ist. Das Waschen ist wegen den verdeckten Ketten etwas umständlich. Diese erweisen sich aber als nützlich, da auch bei grossen Maushaufen praktisch nichts weggeschleudert wird.

Gegenschneiden und Verschleissblech Der Rotor ist mit 24 Hammerschlegeln in Reihe ausgerüstet. Diese sind nach hinten 36

Schweizer Landtechnik 1 2020

tailliert und sollten so länger scharf bleiben. Der Mulcher Maschio «Bisonte 280» war mit einem austauschbaren Verschleissblech im oberen Bereich ausgerüstet. Mit diesem sind gleichzeitig auch die austauschbaren Gegenschneiden montiert. Trotz des ordentlichen Schneiddurchmessers beim Rotor mit 438 mm dreht der Mulcher mit erstaunlich wenig Antriebsleistung – und ist erst noch recht leise. Das ist besonders im Heckbetrieb sehr angenehm. Die eher hoch angeordneten Gegenschneiden sorgen für ein gutes Ergebnis, auch bei hohen Fahrgeschwindigkeiten und zähem Gras. Die Stützwalze hinten mit 170 mm Durchmesser kann so eingestellt werden, dass das Material vor oder hinter die Walze geschleudert wird. Mit einem Eigengewicht von 944 kg bewegt sich die Maschine im Mittelfeld. Speziell ist der Schlitz im Riemenschutz, denn durch diesen kann mit dem Doppelmeter einfach die Riemenspannung der fünf Keilriemen abgelesen werden. Ist dann aber eine Nachspannung erforderlich, muss man unter die recht wuchtige

Schutzhaube, wo sich die seitliche Gelenkwelle und die Spannvorrichtung befinden. Sämtliche Wartungspunkte passen sonst aber gut.

Fazit Der Maschio «Bisonte 280» ist ein vielseitig einsetzbarer Mulcher, der kompakt gebaut ist und schon ab 65 PS Antriebsleistung eine prima Arbeit macht. Die Arbeitsqualität ist bei genügender Traktorleistung auch über 12 km/h noch einwandfrei. Speziell die austauschbaren Gegenschneiden und Verschleissbleche sind praktisch.

Kurzbewertung + Geschraubte Gegenschneiden/Verschleissblech + Geringer Kraftbedarf + Sehr gute Zerkleinerung − Gummi vor Ketten erschwert Reinigung − Seitenschub keine Lagerung − Schutzhaube für Service umständlich


Testbericht | Impression

Sehr massiver Anbaubock mit schmierbarem Seitenschub und zentralem Antrieb.

Der Kverneland «FRO 280» war der einzige Test-Mulcher, der mit tauschbaren Riemenscheiben ausgestattet war.

Blick auf den gross dimensionierten Rotor mit den gereihten Schlegeln.

Der Flexible und Robuste Aufgeräumt und sauber verarbeitet ist der Schlegelmulcher Kverneland «FRO 280». Die eher langgezogene, einfach gekantete Haube ohne Verwinklungen und hervorstehende Teile wirkt aufgeräumt. Was sofort auffällt, ist der breit abgestützte und massive Anbaubock für Schub- oder Zugbetrieb. Das Getriebe mit integriertem Freilauf ist auf dem Anbaubock festmontiert. Der ganze Mulcher kann auf zwei massiven Stangen mit schmierbaren Nylonbuchsen bis zu 50 cm seitlich verschoben werden. Dies übrigens ohne Veränderung des Winkels bei der Gelenkwelle. Beim Abstellen sorgen ein massiver Stützfuss vorne und ein beidseitig verwendbarer Gelenkwellenhalter für sicheren Halt. Einen Halter für die Ölschläuche gibt es leider nicht. Das Getriebe lässt sich bei Bedarf durch Umschrauben der Riemenscheiben von 1000 U/min auf 540 U/min umschalten. Nach vorne schützen lange, verzinkte Klappen gegen weggeschleudertes Material oder Steine. Die austauschbaren Schutzkufen lassen sich bei Verschleiss einfach ersetzen. Mit 1100 kg war der «FRO 280» das schwerste Modell im Test.

Rotor mit grossem Schnittdurchmesser Kverneland baut im «FRO 280» einen Rotor ein, der mit bis zu 1828 U/min dreht und mit 24 Hammerschlegeln bestückt ist. Satte 50 cm Schnittdurchmesser und eine Messergeschwindigkeit bis zu 48 m/s rücken dem Schnittgut tüchtig zu Leibe. Das hört man aber wiederum auch bei der Betriebslautstärke, die am Fahrerohr doch recht ordentlich ist. Im vorderen Bereich der Haube sind innen zwei geschraubte Gegenschneiden montiert, die den Gutfluss abbremsen und die Zerkleinerung verbessern. Hinten sorgt eine Stützwalze mit 160 mm Durchmesser für eine gute Bodenanpassung. Speziell sind die auf die Walze geschraubten Lager (anstelle von solchen, die auf Lagerzapfen gesteckt sind). Das macht den Austausch einfacher. Integriert ist ein wechselbarer Verschleissschutz. Der automatische Riemenspanner der fünf VX-Keilriemen sorgt für einen kraftschlüssigen, verschleissarmen Antrieb. Im seitlichen Schutzdeckel sind zwei grosse Inbus-Zapfen montiert. Dreht man diese heraus, kommt man di-

rekt zu den beiden wichtigen Lagerschmierstellen – eine feine Sache. Schade ist, dass der Ölablass etwas verwinkelt und die Niveau­ schraube hinter dem Schutztrichter liegt.

Fazit Der schwer gebaute Kverneland «FRO 280» ist ein solider Mulcher, der auch bei grenzwertigen Verhältnissen gute Arbeit leistet. Für den Antrieb reichen um die 60 PS knapp aus, besser sind aber 80 PS, damit man zügig arbeiten kann. Die Maschine konnte sich bei zähem Bewuchs gut behaupten, die Zerkleinerung war überzeugend.

Kurzbewertung + Keine Abwinklung der Gelenkwelle bei Seitenschub + Schmierbarer Seitenschub + Automatischer Riemenspanner − Keine Hydraulikschlauchhalter − Hohe Betriebslautstärke − Ölniveauzapfen hinter Schutztrichter

1 2020 Schweizer Landtechnik

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Impression | Einsatzbericht

Strautmann setzt bei seinen Rollband-Wagen auf ein umlaufendes, quasi endloses Band. Bilder: R. Engeler

Mit rollendem Band Mit den Rollband-Wagen kam vor rund zehn Jahren eine neue Entleerungstechnik für Anhänger auf den Markt. An der Agritechnica 2015 stellte Strautmann seine Variante am neu entwickelten und universell einsetzbaren Modell «Aperion» vor. Roman Engeler

Neben der Kipp-, Abschiebe- und Kratzboden-Technik gibt es mit den Rollband-Wagen ein weiteres Entleerungssystem für Anhänger. Vor rund zehn Jahren kamen die ersten Modelle auf den Markt. Wie bei der Abschiebe- oder Kratzboden-Technik, so entfällt auch beim Wagen mit rollendem Band das Kippen, so dass der Anhänger eine bessere Standsicherheit aufweist – gerade bei Arbeiten in der Land- oder Forstwirtschaft von zentraler Bedeutung. Weiter ist in der Regel der Schwerpunkt gegenüber einem Kipper tiefer und das Entleeren kann auch in niedrigen Gebäuden erfolgen. Im Gegensatz zu den Abschiebe- gibt es bei den Rollband-Modellen weniger bewegliche Teile, so dass das Leergewicht geringer ist und mehr Zuladung ermöglicht. Dafür entfällt die Presswirkung, die mit dem Abschiebeschild möglich ist. 38

Schweizer Landtechnik 1 2020

Rollender Gummiboden Strautmann präsentierte seine Rollband-Technik erstmals an der Agritechnica 2015 – und zwar mit der heute drei Modelle umfassenden Baureihe «Aperion» (24 bis 35 m³ Ladevolumen). Erstmals wurde beim Rollband-Wagen von Strautmann ein umlaufendes, quasi endloses Band eingesetzt, das nicht wie bei anderen Fabrikaten an Front und Heck aufgerollt werden muss. Beim «Aperion» ist es ein 2,10 m breites und 10 mm dickes, mit Gewebe verstärktes Gummi-Band. An der vorderen Umlenkrolle ist eine Reinigungsbürste verbaut. Über eine Hydraulik sorgt diese Rolle gleichzeitig für eine permanente Spannung des Bandes. Notfalls kann das Band auch per Hand nachgespannt werden. Der eigentliche Bandantrieb ist am hinteren Ende untergebracht. Dort sitzt

eine mit Gummi beschichtete Walze, die von einem Hydraulikmotor angetrieben und deren Drehzahl über den entsprechenden Ölfluss des Traktors reguliert wird. Das Band ist unter der Ladefläche von zahlreichen Rollen gestützt, die in Abständen von 30 cm platziert sind.

Dichter Innenraum Die Seitenwände des Aufbaus sind aus glasfaserverstärkten Kunststoffplatten gefertigt, die sich aussen an Rungen abstützen und sich gegen die Bodenfläche hin verengen. Im Innenraum gibt es keinerlei Kanten, an denen sich beim Ent­ laden Rest festsetzen könnte. Abdichtungen an den Seiten mit Gummilippen sorgen für einen dichten Innenraum, so dass auch Feingüter wie Raps problemlos transportiert werden können. Am hinteren Ende ist eine Kunststoffleiste ange-


Einsatzbericht | Impression

Holzenergie Römerhof Das Unternehmen Holzenergie Römerhof im thurgauischen Felben-Wellhausen (HER), vor rund 15 Jahren von Werner und Urs Dietiker (Bild) gegründet, produziert und transportiert Holzschnitzel für den eigenen Wärmeverbund, aber auch für weitere Heizanlagen in der Region. Um das wachsende Auftragsvolumen bewältigen zu können, wurde in einen neuen Hacker und 2016 in den Rollband-Wagen «Aperion» investiert. Durch diverse Berichte wurde man auf diese Entlade-Technik von Strautmann aufmerksam. Der Schweizer Importeur Agro-Technik Zulliger stellte für eine Testphase dem Unternehmen das Modell «Aperion 2401» zur Verfügung. «Der Wagen mit seiner Technik hat uns überzeugt, so dass wir ihn gleich behalten haben», berichtet Urs Dietiker. «Der Wagen ist dicht, die Entladung erfolgt sauber, ohne dass unter dem Wagen irgendwelche Kleinstpartikel herausfallen», so Dietiker weiter. Zudem hätten der ruhige Lauf auf der Strasse sowie die Standsicherheit im Wald gefallen. Damit insbesondere

bracht, an der das am Band allenfalls noch klebende Ladegut abgestreift wird.

Flexible Heckklappe Optional gibt es zwei gezackte und demontierbare Dosierwalzen. Sie werden via Zapfwelle mechanisch über eine Kette angetrieben. Die Heckklappe öffnet weit. Für einen verlustfreien Transport wird sie mechanisch verriegelt. Der serienmässig verbaute Kornschieber erlaubt ein dosiertes Abladen von Schüttgütern. Zur Unterstützung von schlecht rieselfähigem Material – beispielsweise feuchtes Hackgut – haben Besitzer dieser Wagen (siehe oberen Kasten) auch schon mal selbst Hand angelegt und beispielsweise an der Heckwand eine hydraulisch angetriebene Wal-

Diese zusätzlich angebrachte Walze mit aufgewendeltem Rundeisen hilft beim Ablad schlecht rieselfähiger Güter.

feuchte Hackschnitzel besser und dosiert über den Kornschieber abgeladen werden können, hat Dietiker aber an der Heckklappe selbst eine hydraulisch angetriebene Walze angebraucht, auf die er ein Rund­ eisen gewendelt aufgeschweisst hat. Die gemachten Erfahrungen seien bis anhin durchwegs positiv, betont Dietiker. Zwar seien anfänglich einige Kinderkrankheiten aufgetreten – das Modell entstammt wohl aus der ersten Produktionsserie, vermutet Dietiker – aber Strautmann habe die erforderlichen Verbesserungen von sich aus vorgenommen und sei mit einem Team dafür extra in die Schweiz gereist. «Ein Topservice.»

Das Band ist 2,10 m breit, 10 mm dick und mit Gewebe verstärkt. Die Seitenwände sind aus glasfaserverstärkten Kunststoffplatten gefertigt.

federung ausrüsten lassen, um den Fahrkomfort weiter zu optimieren. Mit der Standardbereifung «710/50 R 26,5» misst der «Aperion 2401» in der Breite 2,81 m, muss also braun und als Ausnahmefahrzeug eingelöst werden. Das Eigengewicht beträgt 8,2 t, das zulässige Gesamtgewicht des pneumatisch gebremsten Wagens wird bei Untenanhängung mit 24 t angegeben. Die Stützlast beträgt 4 t.

Fazit

ze mit einem gewendelt aufgeschweissten Rundeisen angebracht. Das Ladevolumen von 28 m³ beim Modell «Aperion 2401» kann mit einem 70 cm hohen Aufbau (zusätzlich mit hydraulisch beweglicher Stirnklappe) auf bis 42 m³ erweitert werden. Standard ist auch eine Heckkamera für die bessere Übersicht beim Rückwärtsfahren.

Hydraulisches Tandemfahrwerk Beim Modell «Aperion 2401» kommt serienmässig ein hydraulisches Fahrwerk von BPW zum Einsatz. Das Tandemfahrwerk mit Nachlauflenkung bietet einen hydraulischen Achsausgleich, so dass die Last optimal auf alle vier Räder verteilt werden kann. Als Option kann man den Wagen mit einer hydraulischen Deichsel-

Das Tandemfahrwerk weist einen hydraulischen Achsausgleich auf und ist mit einer Nachlauflenkung versehen.

Der Rollband-Wagen erweitert das Segment der «kipplosen» Anhänger. Für die Bedienung von Heckklappe, Rollband, Deichsel- und Achsfederung, Stirnklappe und der zusätzlich angebrachten Dosierwalze sind entsprechende Hydraulikanschlüsse notwendig. Auf Wunsch ist eine elektrohydraulische Komfort- oder eine Isobus-Bedienung möglich, im Standard werden vier Steuergeräte benötigt. Mit weiteren Optionen wie verschiedenen Abdecksystemen, Überladeschnecken oder Kartoffelschiebern kann der «Aperion» vielseitig eingesetzt werden. Den «Aperion 2401» gibt es in dieser Ausführung zu einem Listenpreis von rund CHF 86 000.–.

Steckbrief Strautmann «Aperion 2401» Breite: 2,55 m Höhe: 3,95 m Länge: 9,75 m Rad-Aussenbreite: 2,81 m (bei 710/50 R 26.5) Eigengewicht: 8200 kg Zulässiges Gesamtgewicht: 24 000 kg (bei Untenanhängung) Stützlast: 4000 kg Ladevolumen: 28 m³ (mit Aufbau 42 m³) Steuerventile: 4 (Standard) Leistungsbedarf: ab 150 PS Preis: CHF 86 000.– (inkl. MwSt.) (Herstellerangaben)

1 2020 Schweizer Landtechnik

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Impression | Einsatzbericht

Der Überladebunker mit Lenktriebachse, Hundegang-Möglichkeit und Abschiebetechnik bei der Maisernte. Bilder: R. Burkhalter

Hightech-Überladebunker auf «X-Trailer» Fritz Lehmann hat einen Überladebunker mit Abschiebetechnik und Lenktriebachse gebaut. Das System wurde diesen Herbst erfolgreich bei der Silomais-Ernte eingesetzt. Ruedi Burkhalter

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Die Effizienz beim Maishäckseln stand im Fokus des neusten Maschinenbau-Projekts bei Lehmann AgroForst AG aus Mattstetten BE. «Das Ziel war es, einen Überladebunker zu bauen, der sowohl am Maishäcksler als auch mit einem Traktor eingesetzt werden kann», sagt Inhaber Fritz Lehmann, der bereits bei der Entwicklung der Maisballenpressen «LT Master» als innovative treibende Kraft bekannt wurde.

tem) von Paul Forrer AG an der vorderen Achse sowohl in der Ebene als auch in Steigungen automatisch gesteuert für zusätzlichen Schub. Beide Achsen sind zudem mit einem vollautomatischen Lenksystem ausgestattet, das einerseits für die notwendige Wendigkeit sorgt. Andererseits kann während des Häckselns im Hundegang gearbeitet werden, so dass das für den Boden problematische Mehrfachbefahren einer Spur verhindert wird.

«X-Trailer» mit «TDS Synchro»

Lenkung und Hangausgleich

Bei der Suche nach dem idealen Fahrwerk wurde Lehmann in Form der Tandem-Variante des «X-Trailer» fündig. Dieser für Wechselaufbauten vorgesehene Anhänger wurde von Trachsel Technik AG aus Mettmenstetten ZH zunächst als einachsiger Lenktriebachsanhänger für Hanglagen, als kostengünstigere Alternative zu einem Transporter, entwickelt. Bei der zweiachsigen Variante sorgt das bewähr­te «TDS Synchro» (Trailer Drive Sys-

Lenkzylinder mit Barcode-ähnlicher Laserung auf der Kolbenstange ermöglichen eine exakte Positionserkennung jedes Lenkzylinders. Der Controller verarbeitet die Signale der Sensorik vom Zylinder wie auch von der Deichsel, um immer den idealen Lenkzustand zu ermitteln. Das Bedienterminal erlaubt dem Fahrer auch den manuellen Eingriff in das Lenksystem mittels Encoder. Beide Achsen sind am Pendelfahrwerk über je einen mittig aufgehängten Drei-

Schweizer Landtechnik 1 2020

ecks-Lenker mit dem Chassis verbunden. Beide Achsaufhängungen sind mit zwei Hydraulikzylindern abgestützt, wobei das Öl jeweils zwischen den beiden linken und den beiden rechten frei zirkulieren kann. Dadurch entsteht eine Bodenanpassung ähnlich wie beim Boogie-Fahrwerk. Die Hydraulikzylinder des Fahrwerks sind mit Positionssensoren ausgerüstet, so dass in Kombination mit einem Neigungssensor

Die Aufteilung der verfügbaren Hydraulikleistung erfolgt über einen Ventilblock mit modernster «Flow-Sharing»-Technologie für alle Funktionen.


Einsatzbericht | Impression

Um alle hydraulischen Funktionen des Anhängers abzudecken, wurde direkt am Motor des Häckslers eine zusätzliche Ölpum­ pe eingebaut.

Neben der aktiven Lenkung ist dank verbauten Neigungssensoren auch ein automatischer Hangausgleich im Achsaggre­ gat untergebracht.

im Chassis zusätzlich ein vollautomatischer Hangausgleich realisiert werden konnte.

draulikleistung je nach Betriebszustand zweckmässig zwischen den verschiedenen Verbrauchern aufzuteilen und mit den nötigen Prioritäten zu versehen. Realisiert wurde dies mit einem Ventilblock mit modernster «Flow-Sharing»-Technologie für alle Funktionen. Die damit verbundene elektronische Steuerung reduziert die Ölmenge auf allen aktiven Funktionen, die parallel betrieben werden, wenn zu wenig l/min von der Pumpe zur Verfügung stehen, was beispielsweise beim Überladen vorkommt. Auch die Hydraulikanschlüsse für Zusatzgeräte werden über den «Flow-Sharing»-Ventilblock betrieben.

Abschiebetechnik mit Überlade­ einheit Bei der Suche nach einem geeigneten Behälter wurden Varianten mit Kratzboden-, Rollband- und Abschiebeentleerung geprüft. Bei der Auswahl musste insbesondere die auf 9 t begrenzte Anhängelast des Häckslers «8500i» von John Deere eingehalten werden. Deshalb entschied man sich dann für die Technik mit dem geringsten Eigengewicht, einem Abschieber mit 30 m3 Inhalt von Fliegl. Die orange gefärbte Überladeeinheit mit vier Dosierwalzen und zweifach klappbarem Kettenelevator hat Fritz Lehmann selber entwickelt und gebaut. Für einen flüssigen Ablauf der Ernte war eine Überladezeit von unter drei Minuten gefordert, was problemlos eingehalten wird.

Zusätzliche Ölpumpe Alle der zahlreichen Funktionen des Anhängers werden hydraulisch angetrieben. Zu diesem Zweck wurde direkt am Motor des Häckslers eine zusätzliche LS-Verstellpumpe mit bis zu 180 l/min Fördervolumen eingebaut. Ein Hydrauliktank und ein separater Kühler bilden damit ein vom Ölhaushalt des Häckslers völlig unabhängiges Hydrauliksystem. Das TDS sorgt automatisch für maximale Sicherheit und Komfort in jeder Lage bergauf und bergab, wobei an die Steuerung andere Anforderungen gelten als im Steilhang-Einsatz. Die im Deichselstück integrierte Sensorik steuert die Betriebszustände «Antreiben – Neutral – Bremsen» komplett eigenständig. Der Fahrer kann sich so voll auf die Arbeiten konzentrieren. Ein separates übersichtliches Display informiert den Fahrer permanent über alle relevanten Parameter des TDS. Eine bedeutende Herausforderung bestand darin, die Aufteilung der verfügbaren Hy-

Flexibel einsetzbar Mit dem neuen Überladesystem kann Lehmann AgroForst seinen Kunden eine Lösung mit maximaler Flexibilität und vielfältigen Vorteilen bieten: Wird das Erntegut direkt vom Feldrand mit Traktoren zum Einsilieren transportiert, können die Strassen auch bei klebrigem Boden sauber gehalten werden. Saubere Räder gewährleisten, dass die Futterverschmutzung beim Befüllen von Fahrsilos minimal ausfällt. Bei Bedarf kann sofort und ohne Umbauarbeiten zum Überladen auf Lastwagen für den Transport über weitere Distanzen gewechselt werden. Die kurze Überlade-

zeit von etwa 2,5 Minuten für 30 m3 ermöglicht es, mit jedem Strassentransportfahrzeug eine höhere Transportleistung zu erzielen als bei direktem Befüllen mit dem Häcksler. Dank der grosszügig dimensionierten 710er-Bereifung am Anhänger, dem Hundegang und der gelenkten Antriebsachse kann eine erhöhte Geländegängigkeit bei gleichzeitig optimaler Bodenschonung erzielt werden. Da der Anhänger nur zum Transit von einem Feld zum nächsten auf der Strasse gefahren und nur leer bewegt wird, kann mit einem geringen Luftdruck gefahren werden. Möglich wäre auch eine grössere 800er-Bereifung, jedoch handelt es sich dabei um deutlich teurere und nicht kurzfristig verfügbare Spezialreifen. Eine erhöhte Einsatzflexibilität bietet das System auch in dem Sinn, dass der Häcksler bei Bedarf auch solo eingesetzt werden kann.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten Der Anhänger mit Wechselaufbau sowie die über Schnellverschlüsse angebrachte Überladeeinheit lassen für zukünftige Anwendungen des Systems viele Möglichkeiten offen. So könnten beispielsweise ausserhalb der Maiserntesaison Hackschnitzel mit dem Traktor an befestigte Waldstrassen transportiert und auf Lastwagen überladen werden. Oder der Abschieber könnte beispielsweise mit einem Streuwerk betrieben und so ganzjährig ausgelastet werden. Vorerst handelt es sich um eine Einzel­ anfertigung. Es ist aber geplant, dass Trachsel Technik das System nach Kundenwunsch anbieten wird, wobei ein Anschaffungs­ preis im Bereich von CHF 220 000.– für den Anhänger mit Über­ ladetechnik und zusätzlich rund CHF 30 000.– für die Anpassungen am Häcksler einzurechnen sind.

Die orange gefärbte Überladeeinheit mit vier Dosierwalzen und zweifach klappbarem Kettenelevator hat Fritz Lehmann selber entwickelt und gebaut.

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Management | Rechtsecke

Ein «verlorener» Motormäher, weil sich der Mähbalken vom Einachser gelöst hat. Der Fahrer wollte die Maschine mit dem Mähbalken wieder kuppeln und aufladen, doch die Polizei war alarmiert und bereits vor Ort. Bild: M. Abderhalden (nachgestellte Szene)

Die Sache mit der Ladungssicherung «Hier hat jemand kurz nach dem Tunnel eine Mähmaschine verloren …» Rund fünf Minuten nach diesem Anruf war die Polizei am Unfallplatz, konnte Eigentümer und Lenker ausfindig machen. Dieser war nämlich daran, die Maschine wieder aufzuladen und wollte seine Fahrt fortsetzen. Stephan Stulz*

Fritz bewirtschaftet in den Bündner Bergen ein landwirtschaftliches Gut. Er hatte schon längere Zeit Ausschau nach einem Motormäher gehalten und wurde bei einem appenzellischen Landmaschinenhändler fündig. Also machte er sich eines schönen Tages in Richtung Appenzell auf den Weg. Dort angelangt, prüfte er den Motormäher und erledigte die Formalitäten. Der Motormäher wurde alsdann auf den Anhänger aufgeladen, während Fritz mit dem Chef des Landmaschinenhändlers noch fachsimpelte. Nach der Verabschiedung prüfte Fritz nochmals die Ladung und machte sich mit seinem Jeep auf den Heimweg. Es war kurz vor seinem Hof, als er kurz nach einem Tunnel von einem Auto über-

* Stephan Stulz ist gelernter Landmaschinen­ mechaniker, studierter Maschineningenieur und heute Rechtsanwalt mit einer eigenen Kanzlei am Hahnrainweg 4, Postfach, 5400 Baden (Tel. 056 203 10 00, office@stulz-recht.ch).

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holt wurde, dessen Fahrer ihm deutliche Handzeichen gab. «Was ist denn hier los?», dachte sich ein ahnungsloser Fritz. Er verlangsamte die Fahrt, bevor er seinen Jeep stoppte.

Der Unfallhergang Bei der Polizei schildert Fritz das Geschehen wie folgt: «Ich habe heute Nachmittag beim Landmaschinenhändler einen Motormäher gekauft. Nun war ich auf dem Nachhauseweg. Nach dem Tunnel hat mich ein Fahrzeuglenker überholt, der mir Handzeichen gegeben hat. Ich fragte mich, was denn dieser wolle. Also hielt ich an. Dabei stellte ich mit Erschrecken fest, dass der Motormäher auf dem Anhänger fehlte. Ich wendete und fuhr sofort zurück. Rund 100 m später sah ich den Mäher. Er befand sich ganz auf der rechten Seite der Fahrspur. Folglich hielt ich an und stellte den Mäher auf die andere Strassenseite.

Kurz darauf traf die Polizei ein.» Auf die Frage der Polizei, wer den Mäher gesichert habe, führte Fritz aus: «Die Verkaufsfirma hat den Mäher gesichert. Ich stand dabei und konnte es sehen. Er wurde nach bestem Wissen und Gewissen gesichert. Für mich war diese Sicherung ausreichend. Der Mähbalken blieb ja auf dem Anhänger.» Auf die Frage, warum er den Mäher verloren habe, antwortete Fritz: «Wahrscheinlich hat sich der Mäher durch Vibrationen vom Balken gelöst. Der Mäher wurde über die Verbindung zum Mähbalken mittels Spann-Set gesichert. Dabei muss irgendwie die Sicherung des Mähbalkens gelöst worden sein. Für mich ist dies eine Schwachstelle der Maschine.» Auf die Frage, ob andere Verkehrsteilnehmer gefährdet worden seien und ob er wisse, dass er als Lenker für die Ladung zuständig ist, bemerkte Fritz: «Meines Wissens wurde niemand gefährdet. Ich weiss,


Rechtsecke | Management

Ladungssicherung und Betriebssicherheit

Weitere Beispiele

Mangelhafte Ladungssicherung und Führen von nicht betriebssicheren Fahrzeugen hängen in zahlreichen Konstellationen eng zusammen und werden oft kumulativ zum Vorwurf gemacht. Gemäss Art. 30 Abs. 2 des Strassenver­ kehrsgesetzes (SVG) ist eine Ladung so anzubringen, dass sie niemanden gefährdet oder belästigt und nicht herunterfallen kann. Art. 31 Abs. 3 SVG verpflichtet den Fahrer auch, dafür zu sorgen, dass er weder durch die Ladung noch auf andere Weise behindert wird (z. B. durch eingeschränkte Bewegungsfreiheit oder Sicht). Gemäss Rechtsprechung genügt es nicht, wenn die Stabilität der Ladung für den normalen Verkehr sichergestellt ist. Die Stabilität muss auch bei leichten Unfällen gewährleistet sein. Höhere Gewalt, die nach Art. 59 Abs. 1 SVG zur Ermässigung oder gar zum Ausschluss der Halterhaftung füh­ ren kann, ist nur bei unvorhersehbaren sowie aussergewöhnlichen Ereignissen gegeben. Beispiel für eine ungenügende Sicherung ist es etwa, den auf der Ladefläche befind­ lichen Personenwagen nur mit einem Pneu­ keil an den Vorderrädern zu sichern. Verantwortlich für die Ladung ist der Fah­ rer, in Spezialfällen auch der Halter, Arbeit­ geber oder weitere für die Betriebssicher­ heit verantwortliche Personen. Der Fahrer hat die Ladung vor jeder Fahrt zu überprü­ fen (Art. 29 SVG). Ist die Ladung nicht genügend gesichert, ist in aller Regel damit auch die Betriebssicherheit nach Art. 29 SVG nicht mehr gewährleistet. Fahren eines

Gelöster Transportanhänger In einem leicht ansteigenden Tunnel löste sich der Anhänger von einem Zug­ fahrzeug. Die Anhängervorrichtung wies Schweissnähte auf, die bereits seit länge­ rem teilweise gerissen sein mussten. Busse wegen Führen eines nicht betriebs­ sicheren Fahrzeuges. KGer GR, Urteil SK1 11 23 vom 19.9.2011

dass ich als Lenker für die Ladung verant­ wortlich bin.» Die Polizei rapportierte diesen Fall an die Staatsanwaltschaft und an das Strassen­ verkehrsamt.

Straf- und Administrativverfahren Schon bald nach dem Vorfall erhielt Fritz dicke Post vom Strassenverkehrsamt. Noch bevor das Strafverfahren abgeschlossen war, schrieb die Administrativbehörde, dass es sich beim oben geschilderten Fall um eine schwere Verkehrs­regelverletzung im Sinne von Art. 16c Abs. 1 lit. a des Stra­ ssenverkehrsgesetzes (SVG) handle. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass das Strassenverkehrs­ amt (StVA) keine weiteren Ermittlungen tä­ tigte. Es reduzierte den Vorfall auf das «He­ runterfallen eines Motormähers vom An­ hänger». Die Ursache dafür war für das

nicht betriebssicheren Fahrzeuges ist ge­ mäss Art. 93 SVG strafbar. In der Praxis ist grundsätzlich zuerst die Polizei, später die Staatsanwaltschaft invol­ viert. Nach Abschluss des Strafverfahrens erfolgt eine Mitteilung an das Strassenver­ kehrsamt (Art. 104 SVG). Weil das Strassen­ verkehrsamt sich praktisch nur auf die Unterlagen aus dem Strafverfahren stützt, ist es ist enorm wichtig, dass man Einwän­ de bereits im Strafverfahren schriftlich geltend macht. Im sogenannten Administrativverfahren vor dem Strassenverkehrsamt besteht bei der Beurteilung der Verkehrsregelverletzung Ermessensspielraum. Eine Verkehrsregelver­ letzung wird in eine einfache, mittelschwere oder grobe Widerhandlung unterteilt (Art. 16a bis 16c SVG). Nur eine einfache führt, soweit keine vorherigen Verstösse vorliegen, lediglich zu einer Verwarnung. Eine leichte Widerhandlung ist gegeben, wenn nur eine geringe Gefahr für die Sicherheit anderer hervorgerufen wurde sowie wenn nur ein leichtes Verschulden vorliegt (Art. 16a SVG). Ist das Verschulden gross, die Gefähr­ dung aber klein oder das Verschulden klein und die Gefährdung gross, so liegt eine mittelschwere Widerhandlung vor. Da eine unzureichende Ladungssicherung regelmässig grosse Risiken mit sich bringt, was das obige Beispiel bestens illustriert, werden die Voraussetzungen für eine leichte Widerhandlung in den meisten Fällen nicht erfüllt sein. Das bedeutet regel­ mässig mindestens einen Monat Führeraus­ weisentzug.

StVA irrelevant. Diese Vorgehensweise ist gesetzlich grundsätzlich nicht zulässig und dennoch ist diese Praxis häufig anzutreffen. Das Schreiben des StVA endete wie folgt: «Nach einer schweren Widerhandlung ist der Führerschein gemäss Gesetzesvor­ schrift für mindestens drei Monate zu ent­ ziehen. Bevor wir die endgültige Entschei­ dung treffen, haben Sie die Möglichkeit, sich zu dieser Angelegenheit zu äus­sern.» Fritz traute zuerst seinen Augen nicht. Seine Gedanken drehten sich um seinen Hof. Von wem und wie sollen dann die zahlreichen Arbeiten auf dem Hof erle­ digt werden? Muss er dafür einen Stell­ vertreter organisieren?

Guter Leumund Die polizeilichen Ermittlungen zeigten ei­ nen tadellosen Leumund von Fritz. Es gab bezüglich Ausweisen, Gewichten, Beleuch­

Tiere auf der Strasse Ein Landwirt lenkte einen Lieferwagen mit Anhänger (beladen mit Kälbern). Auf dem Weg zum Schlachthof bremste er wegen eines Sanitätsfahrzeugs. Dadurch öffneten sich die vorderen Türen des Anhängers und mehrere Kälber gelangten auf die Strasse. Der Fahrer erhielt eine Busse von Fr. 500.–. Später kam vom Strassenverkehrsamt ein einmonatiger Ausweisentzug (mittel­ schweres Vergehen). Gegen den Ausweis­ entzug legte der Fahrer Rekurs ein, denn es sei ein technischer Defekt infolge Material­ ermüdung vorgelegen, den er nicht hätte erkennen können. Der Rekurs wurde abgelehnt. Der Fahrer hätte den Strafbe­ fehl anfechten müssen. Verwaltungsrekurskommission (VRK) SG, Urteil IV-2010/45 vom 23.9.2010 Styropor landet auf Fahrbahn Jemand lenkte einen PW mit Sachtrans­ portanhänger. Während der Fahrt auf der A13 fielen zwei Styropor-Pakete vom Anhänger auf die Fahrbahn. Ein Auto, das sich auf der Überholspur befand, kollidierte mit einem solchen Paket und wurde beschädigt. Der Fahrer machte geltend, dass ein über­ holender Lastwagen die Ladung gestreift habe. Auf die Einwände wurde nicht eingegangen, da die Ladung auch für kleinere Unfälle oder Streifkollisionen stabil genug sein muss. Der Führerausweis wurde dem Fahrer wegen mittelschwerer Verkehrsregelverletzung entzogen. Verwaltungsrekurskommission (VRK) SG, Urteil IV-2013/47 vom 29.8.2013

tung, Bremsen und Markierungen keine Be­ anstandungen. Die diensttuenden Beamten fertigten Fotos des heruntergefallenen Mä­ hers an. Aufgefallen ist auch den Polizisten, dass sich offenbar die Verbindung zwi­ schen Mähbalken und Motormäher wäh­ rend der Fahrt gelöst hat. Ursache könnte ein Arretierungshebel gewesen sein, über den von aussen nicht ersichtlich die Spann­ gurte gespannt worden ist. 1 2020 Schweizer Landtechnik

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Management | Rechtsecke

Kurzgutachten – ausführliche Stellungnahme Tatsächlich musste es so gewesen sein, was durch ein Kurzgutachten der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) bestätigt werden konnte. Dank einer ausführlichen Stellungnahme zusammen mit dem Kurzgutachten konnte der Staatsanwalt von der

Unschuld von Fritz überzeugt werden. Weil die Klinke, über welche die Spann– gurte gezogen wurde, versteckt angeordnet gewesen war, sei dies weder vom Händler, der den Motormäher aufgeladen und gesichert habe, noch vom Beschuldigten gesehen worden. Deshalb könne dem Beschuldigten kein strafrechtlich relevanter Vorwurf gemacht werden, so die

zutreffenden Ausführungen der Staatsanwaltschaft. Das Strafverfahren wurde dementsprechend eingestellt. Fritz musste sich keine Sorgen um seinen Führerausweis machen. Er ist froh, dass das Verkehrsaufkommen zum Unfallzeitpunkt gering war und sich kein Fahrzeug hinter ihm befand.

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Schweizer Landtechnik 1 2020


Betriebswirtschaft | Management

Winterdienst: Leicht höhere Tarife für Traktoren Die Tarife für den Einsatz von Traktoren im Winterdienst sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Dies aufgrund der höheren Treibstoffpreise. Heinz Röthlisberger

Kostenansätze für Schneeräumarbeiten Rechnungsjahr

2018

2019/2020 (Spannbreite)¹

Traktoren (grüne Nummer), inkl. Fronthydraulik 30−36 kW (41−49 PS)

30.00/h

30.00/h (27−36)

37−44 kW (50−60 PS)

35.00/h

36.00/h (32−42)

45−54 kW (61−73 PS)

37.00/h

38.00/h (34−44)

55–64 kW (74−87 PS)

41.00/h

43.00/h (38−49)

65−74 kW (88−101 PS)

45.00/h

46.00/h (42−53)

75−89 kW (102−121 PS)

50.00/h

51.00/h (47−59)

90−104 kW (122−142 PS)

59.00/h

61.00/h (56−70)

105−124 kW (143−169 PS)

66.00/h

69.00/h (bis 79)

125−149 kW (171−203 PS)

77.00/h

81.00/h (bis 92)

Partikelfilter-Nachrüstset

5.00/h

Schneeketten (auch gültig für Spikes) vorne (Paar), Bereifung 280-440 R 24

19.00/h

19.00/h (15.00/h)²

hinten (Paar), Bereifung 420-540 R 34

22.00/h

22.00/h (18.00/h)²

bis 59 kW (80 PS)

20.00/h

20.00/h (17−24)

60−88 kW (80−120 PS)

28.00/h

28.00/h (24−33)

ab 89 kW (ab 120 PS)

33.00/h

32.00/h (28−38)

41−80 kW (56−109 PS)

40.00/h

40.00/h (36−49)

ab 80 kW (ab 109 PS)

51.00/h

49.00/h (42−61)

Schneepflug zu Traktor

Schneeschleuder zu Traktor³

Salzstreuer Schleuderstreuer, Salz, Dreipunkt

12.00/h

12.00/h (10−14)

Tellerstreuer, Salz und Splitt, Dreipunkt

28.00/h

28.00/h (23−35)

Traktorfahrer Mittelwert

65.00/h

65.00/h

Traktorfahrer Bereich von

59.00/h

59.00/h

………………………… bis

71.00/h

71.00/h

Zuschläge: Abend-/Nachtarbeit (20.00−06.00 Uhr) sowie Arbeit an Feiertagen (nicht kumulativ)

21.00/h

21.00/h

Mittlerer Ansatz inkl. Nacht- und Feiertagsarbeit

79.00/h

79.00/h

Schwankungsbereiche in Klammern entsprechend dem Ansatz bei 125 % bzw. 75 % einer durchschnittlichen Jahresauslastung. Das heisst, je nach Intensität des Winters kann der Richtwert reduziert oder erhöht werden. 2 bei guten (verschleissarmen) Bedingungen 3 Der Ansatz für den Traktor ist um mind. 15 % zu erhöhen (höherer Treibstoffverbrauch Bereitschaftsdienst und Installation Geräte, je nach Region 0 bis 5000 Franken je Winter). 1

Die Winterdienst-Tarife für Traktoren mit grünem Kontrollschild sind auf diesen Winter hin leicht gestiegen. Bild: zvg

Wie die Tarife für landwirtschaftlich genutzte Motorfahrzeuge (ART-Tarife) sind auch die Tarife für die Schneeräumung mit grün eingelösten Traktoren leicht gestiegen. Grund dafür ist der gestiegene Dieselpreis. Dieser hat sich gegenüber dem Vorjahr um 14 Rappen auf CHF 1.78 je Liter erhöht. Die Differenz zum Vorjahr beträgt je nach PS-Kategorie zwischen 1 und 4 Franken (siehe Tabelle). Keine Änderung gibt es bei der kleinsten PS-Kategorie (41−49 PS). Unverändert zum Vorjahr bleiben auch die Ansätze für den Einsatz von Schneeketten, Schneepflügen, Schleudern und Salzstreuern. Ebenfalls keine Änderung gibt es für die Stundenansätze der Traktorfahrer sowie die Zuschläge für Abend- und Nachtarbeit. Die in der Tabelle aufgeführten Ansätze basieren auf dem «Maschinenkosten­ bericht 2019» der Agroscope Tänikon (siehe auch «Schweizer Landtechnik» Nr. 9/2019). Die erhöhte Belastung durch Korrosion und Verschleiss bei Schneeräumarbeiten ist in den Annahmen der Reparatur- und Unterhaltskosten der Traktoren berücksichtigt. Die Ansätze haben keine rechtliche Verbindlichkeit. Quelle: Christian Gazzarin, Agroscope Tänikon, www.maschinenkosten.ch

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Plattform | Forschung

Zum ersten Mal komplett zusammengebaut, der Roboter «MSRBot» zum Ende der ersten Projektphase. Bilder: Höing, Thomsen

Roboter gegen Schnecken Mit dem «MSRBot» sind Forscher in Deutschland am Entwickeln eines Roboters, der Schnecken selbstständig bekämpfen kann. Das Vorhaben ist ambitiös und erfordert umfangreiche Praxisversuche. Astrid Thomsen*

Vor drei Jahren erhielt in Deutschland eine Gruppe aus Forschern und Wirtschaftsunternehmen Fördergelder, um einen Roboter zu entwickeln, der selbstständig und GPS-gesteuert über den Acker fährt, Schnecken in ihren Sammelpunkten aufspürt und tötet. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeiten das Fachgebiet Agrartechnik der Universität Kassel, das Institut für Anwendungstechnik im Pflanzenschutz des Julius Kühn-Instituts (JKI) aus Braunschweig und die Firma KommTek aus Osterburken (Baden-Württemberg) zusammen. Der Mehrheitsanteil der Firma KommTek, die das Trägerfahrzeug des Roboters entwickelt hat, wurde inzwischen von der Firma Rapid aus Killwangen gekauft.

Manipulator zu entwickeln, der die Schnecken effektiv töten sollte. Verschiedene Methoden wurden im Labor ausprobiert. Eine Bekämpfung mit Nematoden erwies sich für den grossflächigen Einsatz als zu kostspielig und eine chemische Bekämpfung wurde ebenfalls verworfen, weil dann ein Tank auf dem Roboter mitgeführt werden müsste. Dadurch wäre die Maschine zu schwer und die Flächenleistung zu niedrig.

Nagelmatrix Ein Zerschneiden der Schnecken wurde auch probiert, aber die Messer waren zu anfällig gegenüber Schmutz. Deshalb fiel die Entscheidung auf eine Art Nagel­ balken mit Abstreifer. Die Nacktschnecken werden durchbohrt und bleiben auf dem Acker liegen. Einsammeln der Tiere ist nicht möglich, da der Roboter sonst zu schwer werden würde. Aber die Kadaver locken kannibalistische Artgenossen an

Mehrere Varianten geprüft Jobst Gödeke hatte als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Pflanzenschutz-Experte am JKI die Aufgabe, einen sogenannten * Astrid Thomsen wohnt in Kiel (D) und arbeitet als Agrarjournalistin.

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Schweizer Landtechnik 1 2020

Sobald die Position der Nacktschnecke erfasst ist, fährt der Auslegearm die Nagelmatrix in Position.


Forschung | Plattform

und bilden so einen Hotspot. Diese Punk­ te, an denen sich die Schnecken massen­ haft sammeln, sind das Ziel des Roboters. Christian Höing, der im Auftrag des Fach­ gebietes Agrartechnik der Uni Kassel als wissenschaftlicher Mitarbeiter an dem Projekt arbeitet, hat inzwischen genug davon, sich dauernd für diese Methode erklären zu müssen. Zum Beispiel gab es von Besuchern eines Digitalkongresses heftige Kritik an diesem System. «Für mich ist eine Schnecke wie eine Gurke», sagt er zu diesem Thema, erzählt aber auch, dass er froh ist, nicht an den Schne­ ckenversuchen beteiligt zu sein. Höing ist für die Entwicklung der Kamera und der Software zuständig, die die Daten der Frontkamera im Bordcomputer verarbei­ tet und an den Navigator weiterleitet. So­ bald dieser alle nötigen Koordinaten zum Standort der Schnecke hat, startet der Roboter und fährt den Werkzeugarm aus, um sie zu töten.

Die Kamera mit vier Halogenstrahlern – die grösste Herausforderung in diesem Projekt.

Erkennen der Schadschwelle

Und hier gibt es im Moment noch ein entscheidendes Problem, die Kamera ar­ beitet zu langsam. Nach aktuellem Stand des Projektes muss der «MSRBot», wie der Roboter heisst, einzelne Fotos auf­ nehmen und kann Schnecken nicht im Video detektieren, da unterschiedliche Filter vor die Linse der Kamera geschaltet werden und diese während der Aufnah­ me gewechselt werden müssen. In einer Serienanwendung könnte der Filter­ wechsler entfallen, wenn mehrere Senso­ ren mit entsprechenden Filtern in einer Kamera vereint werden.

Das JKI hat ein Vorhersagemodell entwi­ ckelt, um besonders schneckenanfällige Be­ reiche im Acker zu erkennen. Die Prognose findet anhand von Literaturdaten, Witte­ rung, Bodenverhältnissen, angebauter Kul­ tur und Erfahrungswerten des Landwirts statt. Sobald in diesem Bereich die Schad­ schwelle von 20 Schnecken pro m² über­ schritten wird, steuert der Computer den Hotspot an. Für Raps werden 10 bis 30 Schnecken pro m² als kritisch angesehen, 20 Tiere ist ein Mittelwert, der noch bei an­ stehenden Feldversuchen ausprobiert wird. Diese Bereiche werden gezielt angefahren, andere können ausgelassen werden, hier droht ja keine Gefahr. Das steigert die Flä­ chenleistung des Fahrzeugs.

Kamera grösste Herausforderung

Ladestation am Feldrand

Für Christian Höing war und ist die Ent­ wicklung einer funktionierenden Kamera zur Schneckenerkennung die grösste He­ rausforderung innerhalb dieser Projekt­ arbeit. Die Idee und technische Anleitung zur Schneckenerkennung stammte aus ei­ ner englischen Studie, funktionierte in der Praxis aber nicht. Es konnten nur hell getönte Schnecken erkannt werden. Die jetzige Kamera macht zwei Bilder vom Boden in unterschiedlichen Wellenlän­ genbereichen des einfallenden Lichts. Die Schnecken und der Boden haben unter­ schiedliche Reflexionsspektren, die Bilder werden miteinander verglichen. So kön­ nen auch Verwechslungen mit Pflanzen­ material und Gehäuseschnecken ausge­ schlossen werden. Die Position der Schnecke wird gespeichert, um später an diese Fundstelle zurückkehren zu können.

Über die Schlagkartei erfährt der Roboter auch, welches Stück er befahren soll. Gibt es diese Kartei nicht, muss das Feld vor dem Einsatz einmal mit dem Roboter ab­ gefahren werden. Die nötige Energie be­ kommt der Roboter von einer «diesel­ elektrischen Ladestation» am Feldrand, an der tagsüber die Akkus geladen wer­ den. Eine Akkuladung reicht dann für ei­

Noch zu langsam

Nach vielen Versuchen fiel die Wahl auf diese Nagelmatrix, um die Schnecken zu töten.

nen Einsatz von acht Stunden. Der Einsatz der Roboter kann in der Zeit nach der Ern­ te der Vorfrucht bis zum Vier-Blatt-Stadi­ um erfolgen. Der Roboter ist ab einer Ein­ satzdauer von 6 Jahren günstiger als die Verwendung von Schneckenkorn. Im Mo­ ment wird mit einem Verkaufspreis von 20 000 Euro kalkuliert.

Weitere Versuche nötig Fragen, die die Landwirte immer wieder an Christian Höing stellen, sind: Wie teu­ er ist das, macht der an den Pflanzen nichts kaputt und was ist, wenn der nachts geklaut wird? Und was ist, wenn die Schnecken den Vorauflauf auffressen und kaum an die Oberfläche kommen? In all diesen Punkten sind noch umfangrei­ che Praxisversuche nötig, die die Forscher in einer weiteren Projektlaufzeit klären möchten.

Steckbrief «MSRBot» Antrieb: Zwei 24-V-Elektro-Motoren mit 300 W, Raupenfahrwerk Erkennung: Schneckendetektor mit Spektralkamera, aufgebaut aus «CMOS»-Sensor (Firma IDS, 2.12 Mega­ pixel) und schmalen Bandpassfiltern von Edmund Optics Aufbau: Auslegerarm zur Schnecken­ bekämpfung, aufgebaut aus elektrischen Linearantrieben (Firma Igus) Ausführung: Schneckentötung durch Nagelmatrix mit Abstreifer Fahrgeschwindigkeit: 4 km/h Leistung: 0,8 ha pro Stunde (rechnerisch) Arbeitsbreite: 2 m Gewicht: 120 kg

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Plattform | Forschung

Für den Einsatz an einer herkömmlichen Einzelkornsämaschine hat die TH Köln in Kooperation mit Kverneland eine neuartige Portioniereinheit entwickelt. Bilder: TH Köln

Kleine Portionen, weniger Dünger Forscher haben ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dem sich über 25 Prozent des Mineraldüngers bei der Unterfussdüngung von Mais einsparen lässt. Dabei erhält jedes Saatkorn synchron zur Kornablage eine kleine Düngerportion. Heinz Röthlisberger

Die Unterfussdüngung hat sich etabliert. Auch in der Schweiz ist diese Düngung je nach Region stark verbreitet. Bei Unter­ fussdüngung wird ein kontinuierliches Düngerband unterhalb der Maiskörner ab­ gelegt, wobei die Saatkörner selbst im Abstand von 13 bis 16 Zentimetern zu­ einander platziert werden. Die Unterfuss­ düngung soll die Maispflanzen in der Ju­ gendphase mit Nährstoffen, wie beispiels­ weise Phosphor und Stickstoff, versorgen und somit eine zügige Jugendentwicklung ermöglichen. Aufgrund des im frühen Sta­ dium noch schwach ausgeprägten Wurzel­ systems der Maispflanzen stellten Forscher des Instituts für Bau- und Landmaschinen­ technik der TH Köln die These auf, dass ein 48

Schweizer Landtechnik 1 2020

Teil des zwischen den Körnern ausge­ brachten Düngers aber ungenutzt bleibt und sich somit ein Einsparpotenzial von Dünger ergibt.

orten manuelle Versuche mit Mais ange­ legt. Im Laufe der drei Versuchsjahre hat das Team dabei über 20 000 Düngerporti­ onen per Hand abgelegt.

Nur kleine Düngerdepots

Verschiedene Tests

Ein Forscherteam der TH Köln hat im drei­ jährigen Forschungsprojekt «Pudama»* ein innovatives Verfahren für die punktge­ naue Applikation einer mineralischen Un­ terfussdüngung entwickelt (siehe Kasten). Statt eines kontinuierlichen Düngebandes erhält dabei jedes Saatkorn synchron zur Kornablage eine kleine Düngerportion. Für die pflanzenbauliche Untersuchung dieser Düngerablage wurden über einen Zeit­ raum von drei Jahren an bis zu vier Stand­

Die insgesamt sechs Untersuchungsvari­ anten teilen sich auf in: zwei Varianten mit klassischer Applikation von 100 bzw. 75 Prozent Düngermenge, drei Varianten mit 100, 75 und 50 Prozent der Dünger­ menge mit punktgenauer Ablage und ei­ ne Kontrollvariante ohne Dünger. Alle Va­ rianten wurden dabei in zwei Reihenwei­ ten (75 und 37,5 Zentimeter) und je vierfacher Wiederholung zur statistischen Absicherung angelegt. Insgesamt wurden


Forschung | Plattform

somit pro Standort knapp 500 Einzel­ pflanzen über den Vegetationszeitraum beobachtet, dokumentiert und analysiert.

Neuartige Portioniereinheit Zuversichtlich

Ohne Ertragsrückgang «Aufgrund unserer Untersuchungen kön­ nen wir statistisch belegen, dass eine Redu­ zierung der Unterfussdüngung um mindes­ tens 25 Prozent ohne Ertragsrückgang möglich ist», erklärt Projektleiter Till Meinel von der TH Köln. «Die Versuche zeigten so­ gar bei 50 Prozent Düngerreduzierung noch ein stabiles Ertragsniveau. Bei kons­ tanter Düngermenge konnten wir im Mittel über alle Standorte und Jahre einen Mehr­ ertrag von sechs bis sieben Prozent nach­ weisen.» Bemerkenswert dabei sei vor al­ lem, dass die punktgenaue Düngerapplika­ tion sich günstig auf die Jugendentwicklung der Maispflanzen auszuwirken scheine: «Der punktgenau gedüngte Mais kam mit den extrem trockenen Sommermonaten 2018 und 2019 besser zurecht als die Ver­ gleichsvarianten mit herkömmlicher Dün­ gung», sagt Meinel. Weniger Dünger be­ deutet nicht nur geringere Kosten, auch weniger Nitratauswaschung.

Parallel zu den pflanzenbaulichen Untersu­ chungen entwickelte das Forscherteam der TH Köln in Zusammenarbeit mit der Kverne­ land Group Soest GmbH eine neuartige Portioniereinheit für den Einsatz an einer herkömmlichen Einzelkornsämaschine. Diese Einheit, die zum Patent angemeldet ist, sei vielseitig für alle granulierten Dün­ gerarten ausgelegt und könne somit auch auf viele Anwendungsbereiche der Einzel­ kornsaat übertragen werden, darunter Sojabohnen, Sonnenblumen, Ackerbohnen oder Zuckerrüben.

Geringere Nitratauswaschung Mit einem punktgenauen Verfahren liesse sich bei einer Fläche von 47 000 ha Silound Grünmais in der Schweiz (2018) eine Menge Dünger einsparen, was auch zu einer geringeren Nitratauswaschung im Boden führen könnte. Auch die Dünger­ kosten der Landwirte würden sinken. Noch ist die punktgenaue Portionierein­ heit aber nicht marktreif. Eine Serienpro­ duktion ist spätestens in zwei bis drei Jah­ ren zu erwarten. * Projekt «Pudama»: «Punktgenaue Düngerap­ plikation bei der Maisaussaat».

Über 500 Kilometer habe das Team wäh­ rend der Tests mit dem Traktor im Frühjahr 2019 zurückgelegt. Die vielfältigen Einsätze hätten gezeigt, dass das Funktionsmuster bereits sehr zuverlässig sei. «Die Ergebnisse der Funktionstest stellen uns mehr als zufrie­ den. Auch die ersten maschinell angelegten Versuchsflächen bestätigen dabei das Er­ gebnis aus den vorangegangenen Feldversu­ chen», heisst es in einem ersten Fazit. Auf­ grund des laufenden Patentverfahrens gibt es zu den Funktionselementen der Portio­ niereinheit keine Detailfotos.

Wie geht es weiter? Laut der Technischen Hochschule Köln endet die Projektlaufzeit im Februar. Kverne­ land werde die Technik übernehmen und im Folgenden bis zur Serienreife weiterentwi­ ckeln, so die Antwort der TH Köln auf eine Anfrage der «Schweizer Landtechnik». «Erfahrungsgemäss dauert die Weiterent­ wicklung vom jetzigen Reifegrad bis zum Serienstand etwa zwei bis drei Jahre, je nach Entwicklungs- und Validierungsaufwand.»

Relativertrag Silomais 2017−2019 Fehlerindikatoren zeigen Standardabweichung 120 % 115 % 110 % 105 % 100 % 95 % 90 % 85 % 80 % 75 % 94 % 70 % nte r ia va l l Nu 75

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Die Grafik zeigt den Relativertrag in Silomais von 2017 bis 2019. Grafik: TH Köln

Unterfussdüngung zu Mais Bandapplikation (konventionelles Verfahren)

Düngerband Einsparpotenzial Düngerband punktgenaue Applikation (neu entwickeltes Verfahren)

punktgenaue Applikationsdüngung

ohne Düngung

konventionelle Bandapplikationsdüngung

Düngerdepot

Düngerdepot

Die Feldversuche der TH Köln im Mais zeigten, dass eine Reduzierung der Unterfussdüngung um mindestens 25 Prozent ohne Ertragsrückgang möglich ist.

Bei der herkömmlichen Unterfussdüngung wird ein kontinuierliches Düngeband ausgebracht (oben), bei der punktgenauen Applikation erhält jedes Saatkorn synchron zur Ablage eine kleine Düngerportion.

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Wissen | Praxis

Bei Hydrauliköl kann durch zusätzliche Filtrierung die Einsatzdauer verlängert werden. Bilder: R. Hunger

Öldialyse – Wunschtraum oder Realität? Mit dem Traktor zur Öldialyse in die Werkstatt fahren und ihn Stunden später mit neuwertigem Öl wieder abholen. Vorerst definitiv noch ein Wunschtraum. Wer sich die Aufgaben und Belastungen, welche ein Motorenöl unter Betriebsbedingungen erfährt, vor Augen führt, weiss warum. Ruedi Hunger

Je anspruchsvoller die Motorentechnik, desto komplexer die Motorenölzusammensetzung.

Motorenöl-Verunreinigungen Während der Verweildauer (Gebrauch) reichern sich im Motorenöl Verschleisspartikel, Russ aus unvollkommener Verbrennung, Strassenstaub, saure Verbrennungsprodukte, Treibstoffkondensate und Wasser an. Es ist wichtig, dass die festen Bestandteile aus dem umlaufenden Motorenöl herausgefiltert werden, damit sie nicht den Verschleiss erhöhen und die Ölbohrungen und Ölleitungen verstopfen. Diese Aufgabe übernimmt der Ölfilter, der bei warmem Motor ständig das gesamte Motorenöl filtriert. Ein Motorölfilter kann aber nie die verbrauchten Additive des Motorenöls ersetzen. Ebenso wenig kann er ein Treibstoffkonzentrat, Wasser oder Säuren herausfiltrieren.

Recycling Motorenöl ist zahlreichen und völlig unterschiedlichen Belastungen ausgesetzt. Das Schmieren ist nur eine Aufgabe. Öl soll auch kühlen, also Wärme ableiten, und abdichten (Ringspalt). Gleichzeitig muss es einen Korrosionsschutz bieten und «erleidet» in Lagerstellen von Kurbelwellen/ Pleuel hohe Druckbelastungen. Gleichzeitig stellen Motorenhersteller, Verbraucher und Gesetzgeber ihrerseits Anforderungen, welche das Motorenöl massgebend beeinflussen.

Ein Grundöl reicht nicht aus Motorenöle müssen den Verschleiss unter allen Einsatzbedingungen möglichst tief halten. Eine besonders kritische Phase ist der Kaltstart. Gleichzeitig wird eine hohe thermische Stabilität gefordert und auf Motorenteilen dürfen sich keine Ablagerungen bilden. Ein Öl soll zudem sowohl 50

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in kaltem als auch in heissem Zustand ein optimales Viskositätsverhalten aufweisen, also nicht wesentlich dick- oder dünnflüssiger werden. Schliesslich müssen Motorenöle für die verwendeten Elastomere (Dichtungen) gut verträglich sein und damit ein einwandfreies Funktionieren des Motors gewährleisten. Motorenöle müssen auch einen Beitrag zur Umweltschonung leisten, indem der Verbrauch von Treibstoff und Öl tief gehalten wird und die CO²-Emissionen gemindert werden. Zur Verminderung von Abgas­emissionen müssen die Öle so formuliert werden, dass der Katalysator über seine gesamte Lebensdauer voll funktionsfähig bleibt. Damit ist klar, ein einfaches Grundöl kann all diese Anforderungen unmöglich erfüllen. Erst durch Zumischung von sogenannten Additiven ist es möglich die hohen Anforderungen zu erfüllen.

In Motorenölen reichern sich während des Betriebes also eine Vielzahl Schadstoffe an. Insbesondere die Anreicherung von karzinogenen polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAH) verändert die toxischen Eigenschaften der Motorenöle nachteilig. Hautkontakte mit gebrauchtem Motorenöl sollten deshalb verhindert werden. Zur Beseitigung von unerwünschten Bestandteilen aus Altölen sind bei einem Recyclingverfahren eine Reihe spezieller Verarbeitungsschritte erforderlich. Diese unterscheiden sich zum Teil wesentlich von den Verarbeitungsschritten, die zur Herstellung von Grundölen aus Rohöl notwendig sind.

Motoröl-Dialyse Bereits vor zwanzig Jahren wurde ein Grossteil der Altölmenge zu wenig anspruchsvollen Schmierstoffgrundölen rezy-


Praxis | Wissen

kliert und damit beispielsweise der Brennstoffnutzung in der Zementindustrie entzogen. Inzwischen kommen neue Aufbereitungsverfahren zum Einsatz. Neben PAH müssen andere Oxidationsprodukte, leicht siedende Kraftstoffreste, Ester, Metalle und metallorganische Verbindungen, Salze und Halogenverbindungen entfernt werden. Dazu sind mehrere Verfahren notwendig. Der Aufwand für die Herstellung eines rezyklierten, hochwertigen Grundöls ist daher unverhältnismässig hoch. Er rechtfertigt sich zwar aus Gründen der Ressourcenschonung, aber nicht aus preislichen Gründen. Grosse Werkstattbetriebe, die gleichwertige Motor-Altöle (gilt auch für andere Öle) sauber getrennt erfassen, schaffen zwar gute Voraussetzung für eine Wiederaufbereitung. Wenn aber, wie in der Landwirtschaft üblich, die verschiedenen Altöle nicht getrennt und über längere Zeit gesammelt werden, erschwert oder verunmöglicht sich eine «Dialyse-Reinigung».

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Bei Hydrauliköl ist die Situation anders Hydrauliköl verschmutzt nicht in vergleichbarem Mass wie Motorenöl, deshalb sollten die beiden Gebrauchtöle auch nicht zusammengeleert werden. Bei Hydrauliköl ist es seit mehreren Jahren ein gängig, dass es so weit filtriert wird, dass der Einsatz wesentlich verlängert werden kann. Ein Hydraulikaggregat fasst je nach Verwendungszweck 50 bis 100 Liter. Nach einer definierten Einsatzzeit kann anhand einer Qualitätsprobe analysiert werden, ob sich eine zusätzliche Filtrierung aufdrängt. Diese Dienstleistung wird von einigen Schmierstofflieferanten angeboten, indem sie die Filteranlage auf den Betrieb bringen, installieren und die Mitarbeiter entsprechend instruieren. Der Filtriervorgang beansprucht mehrere Stunden. Schliesslich können, anhand der entnommenen Ölproben, Rückschlüsse auf evtl. Verschmutzungsquellen gezogen werden. Die Filtrierung wird aber verrechnet.

Fazit Eine Ölreinigung zur Wiederverwertung ist bei Hydrauliköl seit längerem möglich. Heikel wird die Situation bei modernen teil- oder vollautomatischen Getrieben, wo Hersteller keine Kompromisse bei der Schmierung tolerieren. Diese Öle können aber, wenn sie sauber und getrennt von Motorenöl als Altöl gesammelt werden, einer Wiederverwertung für weniger anspruchsvolle Anwendungen zugeführt werden. Die in den Medien angepriesene Öldialyse bei Motorenöl ist nicht ganz so einfach wie dargestellt. Aus ressourcenschonender Sicht ist «Dialyse» anzustreben. Wenn qualitativ wieder gleichwertiges Öl hergestellt werden soll, hat diese aber ihren Preis!

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Die Öldialyse ist ein Verfahren zur Reinigung von Schmiermitteln. Mithilfe speziell entwickelter Filter werden die in Gebraucht-Öl befindlichen Fremd- und Verschleissstoffe wie Wasser, Russ und Metallstaub beseitigt. Die chemischen Bestandteile bleiben erhalten.

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Sicherheit | Unfallverhütung

Beim Mähdrescher befinden sich die Gefahrenzonen rund um die Maschine. Zudem verfügt er über Hecklenkung und schwenkt aus. Daher müssen technische Hilfsmittel eingesetzt werden. Bilder: R. Hunger

Den Blindflug beenden Mit landwirtschaftlichen Maschinen und Fahrzeugen ereignen sich immer wieder schwere Unfälle oder Sachbeschädigungen. Mit einer effizienten Personen- und Objekterkennung, ergänzt durch entsprechende Gefahrenbereich-Warnung, können viele dieser Ereignisse verhindert werden. Ruedi Hunger

Abbiegen, Ausschwenken, Kreuzen und Rückwärtsfahren sind immer heikle Fahrmanöver, welche die volle Konzentration des Fahrers erfordern. Diese reicht aber oft nicht aus, weil viele Maschinen einen oder mehrere «tote Winkel» aufweisen. Sicherheit steht daher beim Einsatz von Erntemaschinen, Traktoren und anderen mobilen Maschinen in der Land- und Forstwirtschaft an vorderster Stelle.

Gefahrensituationen erkennen Beim Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen ereignen sich immer wieder schwere, im Extremfall auch tödliche, Un52

Schweizer Landtechnik 1 2020

fälle und Sachbeschädigungen. Sehr oft genau deshalb, weil die im Gefahrenbereich befindlichen Personen oder Objekte nicht erkannt wurden. Solche Gefahrenbereiche sind oder entstehen beispielsweise bei der Einfahrt vom Betriebsareal in den öffentlichen Strassenverkehr. Oder beim Ausschwenken eines Traktors mit gekoppeltem 3-Punkt-Anbaugerät sowie bei Erntemaschinen mit Hecklenkung. Die Sichtverhältnisse von mobilen Maschinen wurden im Verlauf der letzten Jahre zwar verbessert, dennoch gibt es bauartbedingt sogenannte «tote Winkel», die vom Fahrersitz aus nicht direkt einsehbar sind.

Sichtverhältnisse herstellen Reicht die direkte Fahrersicht nicht aus, um die Sicherheit in Gebäuden, auf dem Hof­

Serie (1/3) Das in dieser Ausgabe behandelte Thema «Blindflug beenden» ist der erste Teil der dreiteiligen «Schweizer Landtechnik»Serie «Warnung in Gefahrenbereichen». In den nächsten Ausgaben erscheinen die Beiträge «Warn- und Sensoriksysteme im Detail» und «Akustische Warnsignale, intelligente 3D-Software».


Unfallverhütung | Sicherheit

Gefahrenbereich-Check • Ist eine direkte Sicht gegeben? (Sitzeinstellung für den Fahrer optimieren) … wenn nicht, technische Hilfsmittel einsetzen: 1. Spiegel 2. Kamera-Monitor-System 3. Rundumsicht-Kamera 4. Warn- und Sensoriksysteme … wenn (immer noch) nicht ausreichend bzw. möglich: • Einweiser instruieren und einsetzen

Die Gefahrenzonen beim Teleskoplader befinden sich seitlich/rechts und hinter dem Fahrzeug. Technische Hilfsmittel sind daher notwendig.

areal, bei Strasseneinfahrten oder beim Abbiegen zu gewährleisten, sind technische Hilfsmittel notwendig. Ein Beispiel sind anerkannte Kamera-Monitor-Systeme (KMS) für Frontanbaugeräte oder Heckkameras an Anhängern, Teleskopladern und Erntemaschinen. Das beste System nützt aber nur so lange, wie der Fahrer dem Monitor und dem Spiegel seine Aufmerksam schenkt. Parallel zu nachlassender Konzentration vermindert sich sein Reaktionsvermögen.

Kein Stress mit Stress Hohe Arbeitsintensität, Zeit- und Termindruck mindern die Reaktionsfähigkeit. Ein Fahrer, der die Gefährdung nicht oder ungenügend beurteilen kann, nimmt ein erhöhtes Risiko in Kauf. Ermüdung, hoher Lärmpegel und monotone Abläufe tragen das Ihre zu verminderter Reaktionsfähig-

keit bei. Psychische Belastungen und Stressfaktoren mindern die Konzentration.

Sensorische Warnsysteme Bei akuter Gefahr erhöht ein deutlich wahrnehmbares (akustisches) Signal die Aufmerksamkeit des Fahrers, indem er den Blick sofort auf den Monitor richtet. Gerade bei Erntemaschinen oder Tele­ skopladern sind heute Kameras vielfach schon ab Werk aufgebaut. Gegen nachlassende Aufmerksamkeit sollten diese sicher­ heitshalber um ein sensorisches System ergänzt werden. Das sensorische System warnt, gleichzeitig liefert ein Kamera-Monitor-System genaue Informationen darüber, wer oder was im Arbeitsoder Gefahrenbereich aufgetaucht ist. Je nach Anforderungen kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz:

TOP-Prinzip anwenden Das TOP-Prinzip wird bei allen Fragen der Arbeitssicherheit angewandt.

T = technische Massnahmen. KameraMonitor-System einsetzen, dabei entscheiden, ob dieses sinnvoller- oder notwendigerweise durch ein zusätzliches Warn-/ Sensoriksystem zur Personen- und Objekt­ erkennung ergänzt werden soll.

O = organisatorische Massnahmen. Gefahrenbereich definieren, evtl. kennzeichnen. Verhaltensregeln aufstellen (Aufenthaltsverbot, Einweiser, Sicherungsposten) und deren Einhaltung kontrollieren und durchsetzen. P = persönliche Massnahmen. Als ergänzende Massnahme soll das Tragen der persönlichen Schutzausrüstung, in dem Fall die Warnwesten, sichergestellt werden.

• Ultraschallsysteme, die mittels Ultraschallsensoren eine flächendeckende Rückraum- und Seitenbereich-Überwachung ermöglichen. • Radarsysteme: Mit einem zentralen Radar­ system, kombiniert mit integrierter Kamerasicht, wird der Rückraum überwacht. • Funksysteme warnen sowohl Fahrer als auch Personen im Gefahrenbereich. Funksysteme detektieren innerhalb einer kreisförmigen Sicherheitszone auch bei schlechten Sichtverhältnissen. • 3D-Kamerasysteme reduzieren die Anzahl der Fehlalarme durch objekt­ spezifische Detektion (nach dem «Zwei-Augen-Prinzip»). Irrelevante Objekte werden nicht als Gefahr eingestuft. • Lidarsysteme (Ladar bzw. Lidar) liefern als Methode zur optischen Abstandmessung mittels Laserstrahl sehr genaue Ergebnisse.

Zusammenfassung Reicht die Sicht des Fahrers nicht aus, um die Sicherheit zu gewährleisten, müssen zusätzlich technische Hilfsmittel eingesetzt werden. Dazu gehören Kameratechnologien sowie Warn- und Sensorsysteme. Mit ihnen werden Personen und Objekte im Gefahrenbereich von Fahrzeugen und Maschinen erkannt. Warnsysteme sind aber nicht dazu bestimmt, Fahrbewegungen ohne Sicht, quasi im Blindflug, durchzuführen. Wichtig ist, dass sensorische Warnsysteme ebenso wie Kamera-Monitor-Systeme ab dem Fahrzeugstart ordnungsgemäss funktionieren. Bei Verwendung von technischen Hilfsmitteln sind Fahrer und Bediener über die bestimmungsgemässe Verwendung zu informieren. 1 2020 Schweizer Landtechnik

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Passion | Oldtimer

Der MAN «4R3» ist für Fritz Hartmann «unkaputtbar» und auf dem Biohof Chnubel in Dürrenroth BE unverzichtbar. Bilder: D. Senn

Der «unkaputtbare» MAN «4R3» Ingenieur-Agronom Fritz Hartmann setzt auf seinem Chnubelhof in Dürrenroth BE auf Biodiversität – und auf seinen einzigen Traktor, einen Oldtimer mit 45 PS und Allrad, 1961 in der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg MAN erbaut. Dominik Senn

Der 60-jährige Fritz Hartmann vom BioHof Chnubel lässt sich kein «X» für ein «U» vormachen, weder im Privaten, noch im Beruflichen. Dafür ist er zu gebildet, ein unkonventioneller Denker und Beobachter, und mit dem gewissen Flair fürs Praktische gesegnet. Studiert hat er an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich Nutztierwissenschaften mit dem Schwerpunkt Tierernährung, mit Zusatzausbildungen in Entomologie (Insektenkunde), Getreidebau und Lebensmitteltechnologie. Dann hat er während 30 Jahren in der Futtermittelindustrie gearbeitet und ist heute Auditor im Bereich Verarbeitung und Handel bei der bio.inspecta AG in Frick und ist unter anderem als Kontrolleur für Biofuels tätig. Sein Herz jedoch hängt an der Scholle des Chnubelhofs mit 8 ha LN und 2 ha Wald auf 800 Meter über Meer, den er 1993 erwerben konnte, «ghögerig» ohne Ende, ausschliesslich Hanglagen von 18 bis 40 %. Doch genau 54

Schweizer Landtechnik 1 2020

die Bewältigung solcher Herausforderungen liebt Fritz Hartmann: Je schwieriger das Problem, desto lustvoller die Suche nach der perfekten Lösung.

Ökowiesen - Biodiversität Am Herzen liegt Fritz Hartmann die Erhaltung der Biodiversität. Den Sömmerungs-Weidebetrieb des Vorgängers gab er aus Zeitgründen auf. Dafür wurde der vor der Jahrtausendwende erbaute Schweinestall für die Haltung von Rindern und Gustkühen umgebaut. Ab Oktober bis April hält er dort Rinder und Kühe mit Hörnern. Das Ziel: Ab Ende 2020 läuft die Landwirtschaft als Bio-Knospen-Betrieb und für Ende 2021 wird die Demeter-Zertifizierung angestrebt. Dabei geht es Fritz Hartmann vor allem um die Kreislaufwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung der Natur und der Bodenfruchtbarkeit. In der achtjährigen Fruchtfolge werden Emmer, Gerste, Hafer, Emmer, Gerste und

dann drei Jahre Luzerne angebaut. Weil sein Land eine starke Südexposition aufweist und die Vegetation trotz der Höhe von 800 m.ü.M. schon sehr früh startet, werden die häufigen Spätfröste für die in ihrer Entwicklung weit fortgeschrittene Winterfrucht zunehmend zum Problem. Fritz Hartmann nennt das Phänomen «Mediterraner Standort mit Spätfrösten»! Ab 2020 wird nun ausschliesslich Sommergetreide angebaut. Früher ging das produzierte Ökoheu in Rundballen an die Elefanten des Zürcher Zoos. Fast 4 ha sind sogenannte Biodiversitätsförderungsflächen. Zum Chnubelhof gehören weiter Hecken, 91 Hochstamm-Obstbäume, ein renaturierter Bachlauf und ein Mini-See. Grosse Bedeutung erhält die 360 Kubikmeter fassende Jauchegrube, in welcher zurzeit ab dem Frühjahr das Regen- und Brunnenwasser gesammelt wird. «Von dort aus kann ich praktisch die gesamte Hoffläche bewäs-


Oldtimer | Passion

Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, MAN Von 1921 bis 1962 stellte MAN Landmaschinen her. Der «4R3» ist ein zu Beginn der sechziger Jahre gebauter Allradtraktor. Zusätzlich konnte er mit einem hydraulischen Planierschild, einem Rasspe-Seitenmähwerk oder einem Baas-Frontlader bestückt werden. Oft wurde er auch mit einer Forstwinde von «Schlang & Reichart» oder einer Druckluft-Bremsanlage ausgerüstet. Der im Baukastensystem gebaute Motor hatte knapp 2,6

sern, ohne pumpen zu müssen», sagt er. Zudem wird geprüft, die bisher ungenutzten Quellfassungen so zu erschliessen, dass deren Wasser bei Bedarf ebenfalls für die Bewässerung genutzt werden kann. Für das einmalige Mähen der Ökowiesen wählt er einen möglichst späten Termin, so Mitte/Ende Juli, wenn die Versamung der Blumen erfolgt ist und das Gras nicht mehr stark nachwächst. Die ganze Dürrfutterernte erfolgt mit einem Zweiachsmäher Reform «Metrac 3003». Dort wo’s wirklich steil wird, unterstützt ein Motormäher Reform «M12» mit Portalmähwerk und Heuraupe die Arbeiten. Für weitere Arbeiten steht in Form eines Motrac MT-TTA (Baujahr 1964) ein weiterer Oldtimer im Dienst. Zudem verfügt der Betrieb über einen Haflinger (Baujahr 1968), den Hartmanns Frau gerne fährt, einen Hackstriegel, eine 3 m Rüttelegge, einen Zweischarpflug und als Transportanhänger über einen grossen 2-Seiten-Kipper mit Lkw-Achsen. «Das einzige Gerät, das ich neu erworben habe, ist der Bio-Hackstriegel. Alles andere habe ich mehr oder weniger aus Alteisenmulden gerettet, restauriert und wieder der

Die Lenktriebachse ist solide aufgebaut.

Liter Hubraum, erfuhr aber eine Leistungssteigerung auf 45 PS bei 2200 U/min. Als Getriebe wurde das «A-216» vom Zulieferer ZF genommen, ein in drei Gruppen geschaltetes Vierganggetriebe: Acker, Strasse und rückwärts. Vom «4R3» mit Allradantrieb wurden bis zur Produktionseinstellung 1962 1485 Exemplare verkauft. 1962 wurde die Produktion mit Porsche zusammengelegt, 1963 eingestellt und das Ganze an Renault verkauft.

Nutzung zugeführt», sagt Fritz Hartmann. «Was mir noch fehlte, war ein geeigneter Bergtraktor mit niedrigem Schwerpunkt, am besten einer mit Sammlerwert, damit dereinst bei Hofaufgabe nicht noch Zinsen anfallen, sondern gegenteilig ein Verkaufsgewinn resultiert.»

Bei Ebay fündig geworden Bei Ebay wurde Fritz Hartmann fündig: Ein allradgetriebener MAN «4R3»-Rundhauber mit wassergekühltem 4-Zylinder-Reihenmotor mit 45 PS Leistung und 2.5 t Gewicht stand in Ostfriesland bereit. Der Traktor mit Baujahr 1961 hatte schwere Zeiten in einem Kalksteinwerk und etwas ruhigere Zeiten auf einem Milchviehbetrieb, inklusive eine Motorrevision, hinter sich. 2014 erwarb ihn Fritz Hartmann und es folgte eine Total-Revision. Er ersetzte die Kupplung und sämtliche Lager sowie den Kraftheber, revidierte den Motor erneut, baute das gesamte Hubgestänge des Krafthebers nach und verpasste dem Traktor breitere Reifen sowie Doppelräder: Das damals hochmoderne ZF-Leichtschalt-Gruppengetriebe «A-216» sei nicht synchronisiert, aber dank dem bolzenge-

MAN fertigte von 1921 bis 1962 Traktoren und setzte konsequent auf Allradantrieb.

schalteten Wechselgetriebe mit vier Gängen bis 20 km/h «leichtgängig und butterweich zu bedienen», so Hartmann; es gab es wahlweise auch als Schnellgang-Getriebe (30 km/h). Auffallend ist der leise und ruhige Lauf des Motors. Von Ingenieur Siegfried Meurer sei das M-Verfahren mit Mittelkugelbrennraum für diesen «Flüstermotor» ersonnen worden, erklärt Fritz Hartmann: Bei dieser «wandverteilenden» Einspritzung werde der Kraftstoff durch die Zweilochdüse tangential in eine kugelförmige Vertiefung im Kolben gespritzt. Nur eine kleine Menge verbrenne schlagartig und zünde dabei den grösstenteils als Film auf der Wandoberfläche verteilten Rest, der erst während der Verbrennung verdampfe. Dieser MAN-Motor nagle nie. «Mir gefällt auch die Bauweise des Motors im Baukastensystem: Bohrung und Hub wurden angeglichen, so konnten auch bei unterschiedlichen Zylinderzahlen viele Bauteile gleich gehalten werden», sagt Fritz Hartmann. Kein anderer Traktorenhersteller in Deutschland habe in den fünfziger und sechziger Jahren so stark auf Allradantrieb gesetzt wie MAN. Die Vorderachse ist eine pendelnd aufgehängte Lenktriebachse mit seitlicher Gelenkwelle und Blattfederung. Getriebe- und Motorzapfwelle sind zweifach schaltbar, 540/1000 U/min. Darüber hinaus verfügt das Getriebe über eine handgeschaltete Differenzialsperre. Der Traktor wird auf dem Betrieb für die ganze Bodenbearbeitung und schwere Transporte eingesetzt. Im Zuge der Revision erhielt der Traktor eine hydraulische Lenkhilfe und drei doppeltwirkende Hydraulikventile. «Mit etwas Pflege und Sorgfalt ist der Traktor praktisch unkaputtbar. Und punkto Fahrkomforts bereitet einem der Traktor mit seiner gefederten Allradachse sowieso grosse Freude», zieht Fritz Hartmann sein Fazit. 1 2020 Schweizer Landtechnik

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SVLT | Sektionen

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Wechsel im Präsidium

Stromkosten im Blickpunkt

Christian Giger folgt auf Heiri Schmid im Präsidium. Jürg Zogg von SRF Meteo wusste Spannendes über das Wetter und dessen Vorhersage zu berichten.

Wie und wo kann man Strom sparen, um die Betriebskosten zu reduzieren? Diese Frage stand im Fokus der Zürcher Hauptversammlung.

Roman Engeler

Roman Engeler

Heiri Schmid konnte zu seiner letzten als Sektionspräsident geleiteten Versammlung über 100 Mitglieder und Gäste im Berufsschulzentrum Ziegelbrücke willkommen heissen. Nach acht Jahren übergab er das Präsidium an Vorstandsmitglied Christian Giger, überliess ihm gleichzeitig aber noch die eine oder andere Baustelle, wie Schmid scherzhaft erwähnte. Giger würdigte Schmids Wirken für die Sektion, beginnend als Kreisobmann, später als Vorstandsmitglied bis hin zu seiner Präsidialzeit. Die Versammlung verlieh ihm die Ehrenmitgliedschaft und zum Dank wurde Schmid eine grosszügig dimensionierte Ruhebank überreicht. Die statuarischen Geschäfte gaben zu keinen Diskussionen Anlass. Auch nicht die einstimmig beschlossene Erhöhung des Mitgliederbeitrags um CHF 3.– auf neu CHF 80.–. Mit dieser Beitragserhöhung sollen die Sektionsfinanzen mittelfristig abgesichert werden, nachdem man in den letzten Jahren doch stets leicht defizitäre Rechnungsabschlüsse verzeichnen musste. Die Mitgliederzahl bleibt bei knapp über 2000 nahezu stabil. Weiterhin gut besucht bis ausgebucht präsentieren sich die Tiertransportkurse, welche die Sektion seit geraumer Zeit anbietet, wogegen die Kreisversammlungen eher mässig nachgefragt und deshalb nicht mehr durchgeführt werden. An deren Stelle werden zentrale Events angeboten, erstmals anfangs Februar zu den Themen «Bremsen», «Frontkameras» und «Neuerungen im Strassenverkehr». Verbandspräsident Ständerat Werner Salzmann überbrachte nicht nur das Grusswort des Zentralverbands, in seiner agrarpolitischen Analyse wies er auf das «Schicksalsjahr 2020» für die Schweizer Landwirtschaft hin und forderte den Reihenschluss unter den Bauern, auf dass auch künftig eine produzierende Landwirtschaft in der Schweiz möglich sein wird. Im Anschluss an den offiziellen Teil referierte Jürg Zogg, bekannt von SRF Meteo, in einer humorvollen Art und mit seinem unverwechselbaren Dialekt über die facettenreichen Elemente des Wetters und dessen nicht einfache Vorhersagen, stellte Vergleiche zwischen heutigen sowie vergangenen Extremen wie Erdbeer-Ernten im Dezember oder Schneefällen im Winter an, erläuterte den Unterschied zwischen Wetter und Klima. Dabei wies er darauf hin, dass der Anstieg der CO2-Konzentration als untrügliches Zeichen eines Klimawandels zu werten sei.

Mit Wädenswil am Zürichsee wählte die SVLT-Sektion Zürich für heuer einen neuen Versammlungsort, nachdem man in den letzten Jahren stets tagsüber in Wülflingen bei Winterthur getagt hatte. Auch in nächster Zeit soll die Hauptversammlung regional abwechselnd, und zwar abends, durchgeführt werden, um so vor allem jüngere Mitglieder mit vielleicht etwas knapperem Zeitbudget besser ansprechen zu können. Sektionspräsident Urs Wegmann brachte die gut besuchte Versammlung problemlos über die Bühne. Die Jahresrechnung mit einem Gewinn von rund CHF 10 000.– wurde ebenso oppositionslos genehmigt, wie das auf gleichbleibendem Mitgliederbeitrag von CHF 85.– basierende Budget für das laufende Jahr, das wegen notwendig gewordenen Neuinvestitionen für die Spritzentests mit einem Rückschlag von CHF 7000.– rechnet. Auch in 2020 bietet die Sektion mit verschiedenen Fachtagungen und Kursen ein interessantes Programm an. Weiterhin kann man die elektrischen Hof­ installationen zu interessanten Konditionen kontrollieren lassen. Feldspritzen- und Bremsentests sowie Vorbereitungskurse zu Fahrprüfungen runden das Angebot ab. Gastreferent Felix Düring zeigte effektive, aber auch weniger effektive Methoden des Stromsparens auf. Der gelernte Landwirt und Elektroinstallateur – er war in naher Vergangenheit in verschiedenen Funktionen auch für den SVLT und seine Sektionen tätig – schickte voraus, dass Stromsparen vor allem dann etwas bringe, wenn man den betrieblichen Energiekonsum auch wirklich kenne. In intelligenten Steuerungen und Frequenz­ umformern sieht Düring das wohl grösste Potenzial. Bei Leuchtmitteln wie LED-Lampen riet er, auf die Qualität zu achten und dabei insbesondere die Leuchtkraft im Verhältnis zum Strombedarf zu beachten. Leider gebe es gerade in diesem Bereich immer noch viele schlechte Beispiele in den Regalen zu kaufen. Interessant waren Darstellungen, aus denen sich grosse Differenzen im Stromverbrauch von gleichartig gelagerten Betrieben ablesen liessen. Kritisch beurteilte Düring Einrichtungen zur Wärmerückgewinnung bei der Milchkühlung, da es doch zunächst einiges an Energie brauche, bis diese Wärme genutzt werden könne. Weiter empfahl Düring, die im Wasser vorhandene Energie zu nutzen, was Wärmeleitungen in vielen Fällen dann unnötig mache.

Heiri Schmid auf der Ruhebank, zusammen mit seinem 95-jährigen Vater (ältester

Sektionspräsident Urs Wegmann (links) dankt Felix Düring für seine Ausführungen

Versammlungsteilnehmer) und Nachfolger Christian Giger.

rund um das Sparen von Strom in der Landwirtschaft. Bilder: R. Engeler

Schweizer Landtechnik 1 2020


Sektionen | SVLT

Generalversammlungen  SO Dienstag, 21. Januar 2020, 10.30 Uhr Restaurant Eintracht, Kestenholz Besichtigung Motorex Langenthal

LOHNUNTERNEHMER Mittwoch, 29. Januar 2020, 9.30 Uhr Forum in Freiburg

ZG Donnerstag, 30. Januar 2020, 19.45 Uhr Schnitz und Gwunder, Steinhausen

VD Freitag, 31. Januar 2020, 10 Uhr Kaserne von Chamblon

GE Dienstag, 4. Februar 2020, 10 Uhr Soral

FR Mittwoch, 12. Februar 2020, 9.30 Uhr Auberge du Lion d’Or in Farvagny

NW Mittwoch, 12. Februar 2020, 20 Uhr Rochushofstatt 1, Oberdorf

GR Mittwoch, 19. Februar 2020, 20 Uhr Stiftung Scalottas, Carutta 2, Scharans

SZ Donnerstag, 5. März 2020, 20 Uhr Viehvermarktungshalle, Landstr. 35, Rothenthurm

NE Freitag, 6. März 2020 Restaurant de la Tourne, Rochefort

JU Samstag, 7. März, 10 Uhr Restaurant Post in Glovelier

Sektionsnachrichten  AG Feldspritzentest 2020 Für die ÖLN-Kontrolle wird ein gültiger Feldspritzentest verlangt (nicht älter als 4 Jahre). Der Feldspritzentest wird seit 2012 durch den AVLT organisiert und durchgeführt. Geschäftsführer Thomas Voegeli ist somit Ansprechperson für sämtliche Fragen rund um den Spritzentest. Die gewohnten Teststandorte werden nach wie vor bedient. Im Jahr 2020 sind dies: Lengnau, Leuggern, Liebegg, Villigen und Zofingen. Die Tests finden vom 6. bis 17. April 2020 statt. Die im Jahre 2016 geprüf­ten Feldspritzen, respektive deren Halter, erhalten ein Anmeldeblatt. Neu-Anmeldungen bitte bis 25. Februar 2020 an die: AVLT-Geschäftsstelle, Th. Voegeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch

Gebläsespritzentests Obstund Weinbau 2020 Für die ÖLN-Kontrolle wird ein gültiger Spritzentest verlangt (nicht älter als 4 Jahre). Der Gebläsespritzentest wird neu ab 2020 durch den AVLT organisiert und durchgeführt. Geschäftsführer Thomas Voegeli ist somit Ansprechperson für sämtliche Fragen rund um den Spritzentest. Teststandort im Jahr 2020 ist Frick/Autobahnwerkhof. Die Tests finden vom 19. bis 27. März 2020 statt. Die im Jahre 2016 geprüften Gebläsespritzen, respektive deren Halter, erhalten ein Anmeldeblatt. Neu-Anmeldungen bitte bis 25. Februar 2020 an die: AVLT-Geschäftsstelle, Th. Voegeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch

Traktorfahrkurs für Frauen Donnerstag, 2. April 2020, oder Freitag, 3. April 2020, jeweils 9 bis 16.15 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, Gränichen Einmal einen Traktor erklärt bekommen, mit dem Traktor mit und ohne Anhänger manövrieren, Anbaugeräte wie Kreiselheuer, Kreiselschwader kennenlernen und an den Traktor anbauen. Dies ohne Stress und Zeitdruck, damit Sie das nächste Mal, wenn «Not an der Frau» ist, Bescheid wissen über die Bedienung des Traktors, wichtige Kontrollen, sicheres Manövrieren mit Traktor, Anhänger und Anbaugerät sowie Gefahrensituationen auf Hof, Gelände und Strasse erkennen und meistern. Dieser Kurs richtet sich an Frauen, welche ihre praktischen Traktor-Kenntnisse verbessern wollen. PW- oder Traktorfahrausweis wird verlangt. Es sind keine weiteren Vorkenntnisse notwendig. Kursleiter ist Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg. Die Kosten betragen 110 Franken, inkl. Kursunterlagen und Mittagessen, wenn Ehemann, Partner oder Freund Mitglied beim AVLT, Aargauischer Verband für Landtechnik, ist, oder 130 Franken für Nichtmitglieder des AVLT. Anmeldung bis 10. März 2020 an: LZ Liebegg, 5722 Gränichen, Kurssekretariat, Ramona Jutzeler, 062 855 86 15, kurse@liebegg.ch

Jahrestagung Aargauer Maschinenringe und Maschinengemeinschaften Donnerstag, 23. Januar 2020, 13.15 bis 16 Uhr Gränichen, Zehnder Group Schweiz AG, Moortalstrasse 3 (Réception) Besichtigt wird zuerst das Stammhaus der weltweit tätigen Zehnder Group. Ihre Produkte und Systeme zur Heizung und Kühlung, zur komfortablen Raumlüftung und Luftreinigung von Räumen zeichnen sich

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SVLT | Sektionen

durch überdurchschnittliche Energieeffizienz und herausragendes Design aus. Sie entwickelt und fertigt ihre Produkte in 16 eigenen Werken, wovon sich fünf in China und Nordamerika befinden. Der Vertrieb in mehr als 70 Ländern erfolgt über eigene lokale Verkaufsgesellschaften und Vertretungen. Im zweiten Teil des Nachmittags wird über Erfahrungen und Probleme in den Aargauer Maschinenringen und Maschinengemeinschaften diskutiert. Anmeldung: Bis 17. Januar 2020 an Hansjörg Furter, LZ Liebegg, 5722 Gränichen, 062 855 86 27, hansjoerg.furter@ ag.ch

Notstromversorgung für die Landwirtschaft Mittwoch, 18. März 2020, 19.30 bis 22 Uhr Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg, 5722 Gränichen, Aula Sind Sie gewappnet bei einem Stromausfall? Die Kühe können nicht mehr gemolken werden, die Fütterungsanlagen laufen nicht mehr und die Lüftung fällt auch aus. Am Aargauer Landtechnikabend erhalten Sie Antworten zu folgenden Fragen: • Welche Voraussetzungen muss ein Einspeisepunkt erfüllen? • Welche technischen Lösungen sind am Markt erhältlich? • Wie finde ich die für mich passende Lösung? • Kann ich Strom von der Photovoltaikanlage direkt nutzen? Kursleiter ist Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg. Die Kosten betragen 20 Franken, exkl. Verpflegung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung steht allen interessierten Personen offen.

BL

BS

nuar 1977 gilt die Ausweispflicht für alle Führer landwirtschaftlicher Motorfahrzeuge. Auf öffentlichen Strassen dürfen landwirtschaftliche Motorfahrzeuge nur von geeigneten und mindestens 14 Jahre alten Personen geführt werden. Die Bewerber um den Führerausweis für landwirtschaftliche Motorfahrzeuge haben eine der Eigenart dieser Fahrzeugkategorie angepasste, vereinfachte theoretische Prüfung abzulegen. Der Verband für Landtechnik veranstaltet im Kanton Glarus im Winter 2020 wieder Ausbildungskurse mit anschliessenden Prüfungen durch das Strassenverkehrsamt. Jugendliche, die im Laufe des Jahres 2020 das 14. Altersjahr vollenden (Jahrgang 2006 oder älter), können die Kurse besuchen, erhalten nach bestandener Prüfung den Führerausweis jedoch erst nach Vollendung des 14. Altersjahres. Jüngere Jahrgänge können nicht zugelassen werden. Bei entsprechenden Anmeldungen werden in Näfels und Schwanden Kurse durchgeführt. Der dritte Kurshalbtag inkl. Prüfung findet für alle in Schwanden beim Strassenverkehrsamt statt. Die Kurskosten, ohne Prüfungs- und Ausweisgebühr, betragen für Angehörige und Angestellte von Verbandsmitgliedern CHF 70.– (auch Neueintretende), für Nichtmitglieder CHF 95.– inklusive Lern-CD und Arbeitsblätter. Die Kursdauer beträgt inkl. Prüfung drei halbe Tage zu je etwa 3 ¾ Stunden. Die Kurskosten inkl. Theorieunterlagen von CHF 95.– (VLT-Mitglieder CHF 70.–) werden am ersten Kurstag vom Kursleiter eingezogen. Die Theorieunterlagen (inkl. Lern-CD) werden am Anfang vom Kurs abgegeben. Die Kosten für Prüfungsabnahme von CHF 30.– und Ausweis von CHF 65.– sind in den Kurskosten nicht enthalten und werden vom StVA direkt in Rechnung gestellt. Kursanmeldungen zusammen mit weissem, vollständig ausgefülltem Gesuchsformular sind an das Strassenverkehrsamt des Kantons Glarus, Mühlestr. 17, 8762 Schwanden, zu richten. Kurs 1: Näfels, Rest. National, 15. Febr. 2020, 0 8.15 bis 12.00 Uhr Schwanden, StVA, 14. März 2020, 13.30 bis 17.15 Uhr Kurs 2: Schwanden, StVA, 15. Febr. 2020, 13.30 bis 17.15 Uhr Schwanden, StVA, 14. März 2020, 0 8.15 bis 12.00 Uhr Kursleiter: Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach, 071 845 12 40, hanspopp@bluewin.ch

Theoretische Führerprüfung Kat. F/G Der Verband für Landtechnik beider Basel und Umgebung organisiert für Jugendliche, welche im Jahre 2020 14 Jahre alt (Jahrgang 2006) oder älter werden, Vorkurse und Prüfungen für die theoretische Führerprüfung Kat. F/G. Vorkurs: Mittwoch, 13. Mai 2020 Prüfung: Samstag, 30. Mai 2020 Vorkurs: Mittwoch, 4. Nov. 2020 Prüfung: Samstag, 21. Nov. 2020 Durchführung der Vorkurse: 13.30 Uhr, Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain, Sissach, Kurslokal 3 Durchführung der Prüfungen: 9.00 Uhr, Motorfahrzeugprüfstation (MFP), Münchenstein Kurskosten: Mitglieder CHF 40.– plus Lern-CD CHF 40.–, Nichtmitglieder CHF 80.– plus Lern-CD CHF 40.–. Anmeldung bis spätestens 30 Tage vor Kursbeginn an: Marcel Itin, Hof Leim 261, 4466 Ormalingen, 076 416 27 13, oder E-Mail: marcelitin@gmx.ch; bitte unbedingt Kurs und Geburtsdatum angeben.

GL Führerprüfungen für landwirtschaftliche Motorfahrzeuge Kat. G Der Führerausweis der Kat. G gilt auch zum Führen von Motorfahrrädern. Der Führerausweis der Kat. G beinhaltet auch die Theorieprüfung der Kat. F. Wir verweisen auf die Verordnung vom 27. Oktober 1976 über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV). Seit 1. Ja-

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LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils an Mittwochnachmittagen statt. Kurskosten inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder des Verbands CHF 70.–, für Nichtmitglieder CHF 90.–. Nächste Termine: Mittwoch, 12. Februar 2020, in Hochdorf, 13.15–17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für CHF 29.– Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils in Büron und Sursee statt. Die Kosten betragen für Mitglieder CHF 300.–, für Nichtmitglieder CHF 320.–. Nächste Termine: Kurs 602: jeweils Samstag, 21.3./28.3.2020, 12.00–16.00 Uhr Weitere Grundkurse werden online aufgeschaltet. Verkehrskundeunterricht in Sursee, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder CHF 220.–, für Nichtmitglieder CHF 240.– Nächste Termine: Kurs Nr. 401: 4 Abende: Montag/Dienstag, 9./10./16./17.1.2020, 19.00– 21.00 Uhr, in Sursee Die Kurse werden nur bei genügender Teilnehmerzahl durchgeführt. Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als zum Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 und 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lek­ tionen): für Mitglieder CHF 539.–, für Nichtmitglieder CHF 579.–


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Der Lastwagentheoriekurs dauert 32 Lektionen, während vier Wochen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg jede Woche möglich. Die nächsten Kursdaten ab Januar 2020 werden online aufgeschaltet. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, Tel. 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch Spritzentests: Die Spritzentests finden vom 16. bis 26. März 2020 statt. Infos, Merkblätter und Formulare zum Herunterladen online unter www.lvlt.ch.

TG Friaul-Slowenien-Reise 6.–14. Juni 2020 Am 1. Tag erfolgt die Fahrt vom Thurgau durchs Klostertal nach Innsbruck, über den Brennerpass bis ins italienische Friaul; Zimmerbezug für drei Nächte. Am 2. Tag geht es durch das Collio-Weingebiet, mit Weinprobe. Am 3. Tag wird mit einem Reiseführer die Stadt Udine besucht, die für ihre zahlreichen Paläste bekannt ist. Weiter geht es nach San Daniele, wo 26 kleine und mittelgrosse Betriebe den luftgetrockneten San-Daniele-Schinken produzieren. Die folgenden Stationen: 4. Tag Friaul – Adelsberg Tropfsteinhöhle – Maribor; 5. Tag Maribor – Jeruzalem – Ljutomer Landmaschinenhersteller (bei Farmtech in Ljutomer werden landwirtschaftliche Anhänger sowie Miststreuer hergestellt); 6. Tag Maribor – Ältester Weinstock der Welt – Ptuj; 7. Tag Maribor – Zalec – Ljubljana – Bled (Besuch der Firma Thenos, die unter anderem Schlegelmulchgeräte herstellt); 8. Tag Jasna-See – Museumsbauernhof; 9. Tag Heimfahrt über Kärnten, Mittersill, Pass Thurn, Innsbruck, Arlberg zurück in den Thurgau. Wir verlassen Slowenien und fahren nach Kärnten, dann weiter nach Mittersill, über den Pass Thurn, an Kitzbühl vorbei nach Innsbruck und via Arlberg zurück in den Thurgau. Preis pro Person im Doppelzimmer 1590 Franken, Einzelzimmerzuschlag 300 Franken. Inbegriffen sind: Fahrt mit Reisecar, alle Strassengebühren, 8 Übernachtungen mit Halbpension, alle Führungen und Betriebsbesuche, Weinproben, Fahrt mit dem Zug in die Tropfsteinhöhle. Anmeldeschluss ist der 24. Februar 2020 (Platzzahl ist beschränkt). Anmeldung an: VTL\Landtechnik, Markus Koller, Weierhofstr. 9, Münch­ wilen, 071 966 22 43

Frühjahrs-Exkursion Mittwoch, 12. Februar 2020, Besuch der Gärtnersiedlung Singen und der Hofgemeinschaft Heggelbach Am Vormittag werden die Gewächshäuser der Gärtnersiedlung Bodensee in Singen besucht. Die Gemüsegärtner der Insel Reichenau haben gemeinsam auf einer Fläche von 13 Hektaren Gewächshäuser zur Gemüseproduktion. Nach dem Mittagessen geht es zur Hofgemeinschaft Heggelbach. Auf dem 95 Hektar grossen Betrieb wird Ackerbau und Futterbau nach den Demeter-Bio-Richtlinien betrieben. Zum Betrieb gehören auch eine Käserei und die Energieproduktion. Mögliche Einsteigeorte sind: 06.15 Uhr Amriswil, Sportanlage Tellenfeld Egelmoosstrasse 06.40 Uhr Sulgen, Landgasthof Löwen 06.50 Uhr Weinfelden, Güttingersreuti 07.15 Uhr Frauenfeld, Hotel Domicil. Kosten: 110.– (inkl. Carfahrt, Besichtigungen, Znüni, Mittagessen). Anmeldeschluss ist der Freitag, 31. Januar 2020. Anmeldung unter Angabe des Einsteigeortes an: Markus Koller, Weierhofstrasse 9, Münchwilen, 071 966 22 43, info@tvlt.ch

ZH Mobil dokumentieren, statt noch mehr Zeit im Büro verlieren! Samstag, 18. Januar 2020, 8.30–12 Uhr, Forum Agrovet Strickhof Die SVLT-Sektion Zürich lädt Landwirte und Lohnunternehmer aus der ganzen Ostschweiz zu einem Fachmorgen Ackerschlagkarteien und Farmmanagement-Informationssysteme ein. Wie bringen Farmmanagement-Systeme nicht nur dem Kontrolleur einen Mehrwert, sondern auch dem Landwirt? Zwei Praktiker erzählen von ihren Erfahrungen, und Möglichkeiten werden aufgezeigt. Der Unkostenbeitrag beträgt für SVLT-Mitglieder 15 Franken, für Nichtmitglieder 30, Lehrlinge 5. Ab 8.30 Uhr gibt es Kaffee und Gipfeli sowie Begrüssung durch Urs Wegmann, Präsident SVLZ. Das Einstiegsreferat «Farmmanagement-Informationssystem – Bedarf, Nutzen, Risiken» hält Hans Fässler, Absolvent Höhere Fachschule Strickhof. Über Praxiserfahrungen berichten Marc Grüter («Mehrwert durch Digitalisierung») und Marco Landis («Wie starte ich digital?»). Über Möglichkeiten und Stossrichtung mit Barto referiert Jürg Guggisberg, Geschäftsführer Barto AG, über diejenigen mit Ada-Eda der Projektleiter AdaEda. Es folgt eine Kurzvorstellung der Software-Anbieter FarmFacts, eFeldkalender, My JohnDeere, Ag DANN und 365 FarmNet. Ab 11.30 gibt es Grill und Getränke. Anmeldung: SVLT Zürich, Stephan Berger, Eschikon 21, 8315 Lindau, 058 105 99 52, stephan.berger@strickhof.ch

SG

AR

AI

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Bremsen und mehr Aktuelle Informationen zu den Themen «Bremsen», «Frontkameras» und «Neuerungen im Strassenverkehr»: Samstag, 8. Februar 2020, Larag AG, 9500 Wil Anmeldung bis 15. Januar 2020 an VLT-SG, Eliane Müller, Riethof 1, 9478 Azmoos, 081 783 11 84, info@vlt-sg.ch. Kosten: CHF 40.–.

Traktoren-Theoriekurs mit Prüfung 2020 Kursleiter ist Hans Popp, Karrersholz 963, 9323 Steinach Kursort 1. Kurstag 2. Kurstag + Prüfung Nachmittag Mittwoch nachmittag

St. Peterzell, Schulhaus Mi, 22. Jan 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 12. Feb 20 Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 05. Feb 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 04. Mär 20 Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 08. Feb 20 Kaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 11. Mär 20

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SVLT | Sektionen

Niederbüren, Schulh. Probelokal Mi, 26. Feb 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 18. Mär 20 Wangs, Parkhotel Sa, 29. Feb 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 25. Mär 20 Trogen Sa, 07. Mär 20 Trogen / Trogen StVA Trogen 01. Apr 20 Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 21. Mär 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 15. Apr 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 08. Apr 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 06. Mai 20 Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 25. Apr 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 20. Mai 20 St. Peterzell, Schulhaus Sa, 09. Mai 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 03. Jun 20 Wangs, Parkhotel Sa, 16. Mai 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 10. Jun 20 Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 27. Mai 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 17. Jun 20 Widnau, Rest. Rosengarten Sa, 06. Jun 20 Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 01. Jul 20 Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 20. Jun 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 15. Jul 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 08. Jul 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 12. Aug 20 Wangs, Parkhotel Sa, 15. Aug 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 09. Sep 20

Tiertransporte-Ausbildung 11. März 2020 von 8 bis 16.30 Uhr an der Berufsfachschule Ziegelbrücke Kurs ohne CZV-Anerkennung: Diese Ausbildung muss aufgrund der Tierschutzgesetzgebung sowie der BLV-TierschutzAusbildungsverordnung absolviert werden, sobald ein fremdes Tier transportiert wird. Ebenfalls schreibt das Gesetz vor, diese Ausbildung alle 3 Jahre zu wiederholen. Der Ausweis dieser Ausbildung gilt für Tiertransporte mit Jeep und Anhänger, Lieferwagen; Führerausweis B/BE. Die Kurskosten betragen 270 Franken für Mitglieder des VLT-SG (inkl. Mittagessen und Ausweis). Kurs mit CZV-Anerkennung: Dieser Kurs gilt für Tiertransporte mit Lastwagen; Führerausweis C/CE. Die Kurskosten betragen 360 Franken für Mitglieder des VLT-SG (inkl. Mittagessen und Ausweis). Allgemeine Kursbestimmungen: Die Kurse werden nur durchgeführt, wenn die minimale Anzahl Kursteilnehmer erreicht wird. Falls ein Kurs abgesagt wird, werden die Teilnehmer auf die umliegenden Kurse umgeteilt. Bei einer Überbelegung kann ein zusätzlicher Kurs organisiert werden. Für Abmeldungen nach Erhalt der Einladung werden folgende Bearbeitungsgebühren verrechnet: Weniger als 7 Tage bis 1 Tag vor Kursbeginn 100 Franken. Bei unentschuldigtem Nichterscheinen wird der volle Kurspreis verrechnet. Annullierungen werden nur schriftlich entgegengenommen. Mindestens 1 Wochen vor dem Kurs wird jedem Teilnehmer eine Teilnehmer­ liste zusammen mit der Rechnung zugestellt! Anmeldung bis spätestens 1. Februar 2020 an: VLT-SG, Eliane Müller, Riethof 1, 9478 Azmoos, info@vlt-sg.ch, 081 783 11 84, weitere Informationen unter www.vlt-sg.ch.

LOHNUNTERNEHMER 2. Lohnunternehmer-Tagung Schweiz

Trogen Mi, 19. Aug 20 Am 29./30. Januar 2020 findet zum zweiten Mal die «LUTaCH Trogen / Trogen StVA Trogen 16. Sep 20 2020», die Plattform für Weiterbildung, Networking und Gesellig keit unter Berufskollegen, statt. Mosnang, Oberstufenzentrum Sa, 29. Aug 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 30. Sep 20 Einige der Highlights der Veranstaltung: Wittenbach, Oberstufenzentrum Mi, 02. Sep 20 – Workshop «Arbeits-Faszination Lohnunternehmung» für MitarbeiRorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 23. Sep 20 tende und Begleitpersonen. – Vortrag «Faszination Führung in Lohnunternehmungen» von Tom St. Peterzell, Schulhaus Sa, 19. Sep 20 Wälchli, Marketing Sales Impuls GmbH. SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 21. Okt 20 – Grosse Ausstellung mit insgesamt 45 Ständen von Sponsoring-Partnern. – «Gats nid – gits nid»: Plenumsvortrag von Wisi Zgraggen, der vor Neu St. Johann, Klostergebäude Sa, 26. Sep 20 mehr als 15 Jahren bei einem Arbeitsunfall mit einer RundballenpresKaltbrunn Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 28. Okt 20 se beide Arme verloren hat. – «LUTaCH-Party» mit der «One Night Band» und «DJ Flühmann». Widnau, Rest. Rosengarten Mi, 04. Nov 20 – Umfangreiches Programm an Fachreferaten und Podiumsgesprächen. Rorschach, Aula Schulh. Burghalde/StVA 09. Dez 20 – Podiumsgespräch zum Thema «Produktionsstandort Schweiz» unter der Leitung von Adrian Krebs, Chefredaktor der Bauernzeitung. Wangs, Parkhotel Sa, 07. Nov 20 Wangs, Parkhotel/StVA Mels 02. Dez 20 Weitere Infos unter www.agro-lohnunternehmer.ch Niederbüren, Schulh. Probelokal Sa, 14. Nov 20 SG-Winkeln, Kath. Pfarreiheim, Winkeln/StVA 23. Dez 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen Mi, 25. Nov 20 Kaltbrunn, Rest. Löwen/StVA Kaltbrunn 16. Dez 20

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Sektionen | SVLT

Theoriekurse Kategorie F/G Im Theoriekurs Kat. F/G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km/h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

Für Bäuerin und Bauer ackern wir tagtäglich.

Und SVLT-Mitgliedern machen wir monatlich ein Angebot.

HIT DES MONATS: LED-Überbreitenmarkierung AG Kursort: Liebegg: 27. Feb. / 5. März 2020, 18.30–20.30 Uhr; Frick: 7./14. Mai 2020, 18.30–20.30 Uhr Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch (auch kurzfristige Anmeldungen möglich) BL, BS Kontakt: Marcel Itin, 076 416 27 13, marcelitin@gmx.ch

CHF 243.00

BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, www.bvlt.ch FR

statt CHF 304.00

Kontakt: FVLT, Samuel Reinhard, Route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, samuel.reinhard@fr.ch, 026 305 58 49

Angebot gültig bis 10.2.2020; Lieferung bis Ende Februar

GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE Kontakt: M. Bernard Tschanz, Chemin du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch

Artikelnummer 02.0223 | Reflektierend beschichtete Metalltafel zur Festmontage (400 mm × 165 mm, 12 V). Inklusive Blinkerkontrolle: Positionsleuchte nach vorne, Blink-/Brems-Schlusslicht mit integrierter Blinkausfallkontrolle nach hinten. Ausgerüstet mit 7-poligem Stecker und 6 Metern Kabel.

JETZT PROFITIEREN UND BESTELLEN: per Telefon, E-Mail oder im Online-Shop auf unserer Website! Bitte geben Sie Ihre SVLT-Mitgliedernummer an.

SH Kontakt: VLT-SH, Geschäftsstelle, Adrian Hug, Schüppelstrasse 16, 8263 Buch, 079 395 41 17, www.vlt-sh.ch

Direkt zum Angebot:

SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG Kontakt: VTL/Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursort: Oulens-sous-Echallens; Kontakt: ASETA – Section vaudoise, Virginie Bugnon, Chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch

Wir sind das Kompetenzzentrum für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in der Landwirtschaft und verwandten Gebieten.

ZG Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursorte: Strickhof, Lindau. Kontakt: SVLT ZH, 058 105 98 22, Eschikon 21, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) Picardiestrasse 3 | 5040 Schöftland +41 62 739 50 40 | bul@bul.ch | www.bul.ch


SVLT | Porträt

Rock ’n’ Roll Junglandwirt Michael Schelbert in Baar ZG tanzt gern und gut. Sein liebstes Hobby ist Rock’n’Roll-Showtanz, dass die Fetzen fliegen. Einmal pro Woche trainiert er in Freienbach SZ mit einer Tanzpartnerin, die er schon länger kennt als seine Freundin. Er ist überdies in «viel zu vielen Vereinen», sagt er, das kann auch mal Terminkollisionen geben. Zudem hilft er dem Festwagen-Vermieter «Fest-Hütte.ch» beim Auf- und Abbauen an verschiedenen Orten. Michael Schelbert mit Jahrgang 1984 tanzt aber auch beruflich auf zwei Hochzeiten. Gelernt hat er zuerst Zimmermann und anschliessend noch Landwirt, am Schluechthof in Cham. «Ich habe mir bei den Eltern eine Zimmerei eingerichtet und helfe hier und dort Verwandten und Bekannten bei entsprechenden Arbeiten», sagt er. Seit dem Jahre 2004 befasst er sich mit Alpwirtschaft und ist inzwischen ein richtiger Älpler: Hirte, Melker, Käser, Hager, Kontrolleur, Wege- und Seilbahnsanierer. Jeder Tag sommers durch sei anders, die Aussicht prächtig, kein Zivilisationslärm, schwärmt er. Die letzten beiden Alpsommer 2016/2017 war er auf der Fiescheralp im Wallis z’Alp. Auf zwei Hochzeiten bzw. auf zwei Betrieben tanzt er aber auch in seinem heutigen Stammberuf: Landwirtschaft. Der elterliche Hof, ein 14-ha-Milchwirtschaftsbetrieb mit rund zehn Kühen und halb so viel Jungvieh, mit Direktvermarktung von Obst, Eiern und mit einem Hofladen, ist zu klein, um das Auskommen zweier Familien zu sichern. So begann er – nebst kleineren Lohnarbeiten – als Chauffeur und Älpler zu arbeiten. Bis jenes schicksalshafte Telefonat eines direkten Nachbarn und Kollegen eintraf: Ob er gewillt sei, seinen Hof Rain in Pacht zu übernehmen. «Ich musste nicht lange überlegen, denn Landwirt ist meine Bestimmung. Ich liebe es, mit Tieren umzugehen», so Michael Schelbert. Auf den 1. Januar 2018 übernahm er den Hof in Pacht und damit 15 ha LN, einen Stall mit 47 Plätzen für Aufzuchtrinder, eine Schnapsbrennerei für den Eigenbedarf und über hundert Hochstammbäume: Zwetschgen-, Apfel-, Kirsch-, Quitten- und Birnbäume, die er selber betreut. Gratis dazu: eine tolle Sicht auf Zug, den See und das Alpenmassiv mit Rigi/Pilatus und Eiger, Mönch und Jungfrau. Mechanisiert ist er für beide Betriebe, auf dem Pachtbetrieb stehen zwei Traktoren, ein Aebi Terra «TT88» zum Mähen und Schwarben, ein Gafner-Mistzetter, ein Pöttinger-Ladewagen «Boss Alpin T» usw. «Mein Ziel ist es, die beiden Höfe wirtschaftlich zusammenzuführen. Meines Erachtens ist damit die Grösse für die Existenzsicherung einer Familie erreicht», sagt Michael Schelbert. Ob Milchwirtschaft oder Aufzucht, sei von nebensächlicher Bedeutung, denn beide Zweige bedingten einander. Jedenfalls würde auf dem Pachtbetrieb, den er putzsauber unterhält, baulich nichts verändert. Dafür würde er auf dem elterlichen Betrieb in einen Stallneubau oder -umbau investieren. Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Kurse | SVLT

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT Neu: Drohnenkurse

«G40»-Fahrkurse Mit dem Führerausweis der Kategorie «G» und erfolgreich absolviertem Fahrkurs «G40» können Landwirtschaftstraktoren und landwirtschaftliche Ausnahmefahrzeuge sowie gewerblich immatrikulierte Traktoren mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 40 km/h auf landwirtschaftlichen Fahrten gelenkt werden. Der Traktorfahrkurs «G40» des SVLT ist vom Bundesamt für Strassen (ASTRA) anerkannt und wird im Führerausweis eingetragen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder auf www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

CZV-Weiterbildungskurse Kursort: Riniken AG

Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Schweisskurse Kursort: Riniken AG Das Kursangebot richtet sich an: Anfänger, die das Basiswissen in Schweisstechnik erwerben möchten, sowie an Fortgeschrittene, die ihr Know-how auffrischen und vertiefen möchten, aber auch an handwerklich interessierte Personen und Fachleute. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Auf diesen Seiten finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Obligatorische Weiterbildung für LKW-Fahrer. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Neu: Ecodrive-Fahrkurse Spritsparendes Fahren mit Landwirtschaftsfahrzeugen. Anmeldung: www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch

«agriLIFT»-Staplerkurse In zwei Tagen werden die Module «Basis», «R1» (Gegengewichtsstapler) und «R4» (Teleskoplader) gemäss EKAS 6518 in theoretischen und praktischen Sequenzen behandelt. Diese Ausbildung ist Suva-auditiert und CZV-anerkannt. Anmeldung: www.bul.ch. Hier finden Sie die aktuellen Daten, Kursorte, Anmeldeformulare sowie weitere Informationen.

Informationen und Auskünfte zu den Kursen www.agrartechnik.ch oder www.fahrkurse.ch, Tel. 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch  Impressum 82. Jahrgang www.agrartechnik.ch Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik SVLT Ständerat Werner Salzmann, Präsident Dr. Roman Engeler, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 00 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Heinz Röthlisberger: heinz.roethlisberger@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Ausserdorfstrasse 31, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

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Nächste Ausgabe Schwerpunkt Mist und Gülle richtig nutzen Impression Holzen in Hanglagen mit Seilkran Management 50 km/h fahren: Was braucht es? Sicherheit Warnung im Gefahrenbereich (Teil 2)

Nr. 02/2020 erscheint am 13. Feb. 2020 Anzeigenschluss: 3. Februar 2020

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