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KulturPolitik für Stuttgart und Region Ausgabe 20 Feb./März 2012

KulturPolitik für

Stuttgart und Region

Ausgabe 20 Feb./März 2012 LebensRäume


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INHALT

SCHWERPUNKT: LEBENSRÄUME SEITE 17 STUTTGART SEITE 37 UND SEITE 51 REGION SEITE 65 KALENDER

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Liebe SuR-Leserinnen und -Leser, eigentlich ist ja noch Winter. Doch draußen herrschen eher milde Temperaturen. Nur ungern mag man sich noch einen Kälteeinbruch mit Schnee vorstellen. Aber es fehlt etwas. Auch die Tiere und Pflanzen sind durch das Klima verwirrt, ihr Biorhythmus gestört. Die gewohnte Ordnung ist in Unordnung geraten. Das bringt uns auf unser Schwerpunktthema »Lebensraum«. Unter diesem Begriff lässt sich vieles subsumieren. »Heimat« etwa, »Biotop«, »Habitat«, oder heute auch gerne »Wohnraum«. Wir von SuR haben uns dem Begriff der Heimat und dem Lebensraum, den kreatives Schaffen benötigt, zugewandt. Dabei stolpert man zwangsweise über die zahlreichen Baustellen, mit denen die Stuttgarter derzeit konfrontiert werden. Die größte bahnt sich jetzt erst an. Stuttgart 21 scheint zu kommen, welche Bedenken auch immer dazu geäußert werden und berechtigt sind. Die Landeshauptstadt scheint verrückt auf Neues. Alter Baubestand scheint nur noch wenig attraktiv. Sicher gibt es marode Bausubstanz. Doch nicht wenige alte Bauwerke sind beständiger in ihrer Qualität, gehaltvoller in ihren Geschichten, die sie erzählen. Sie haben Vergangenheit, die verlustig zu gehen droht. Freilich bieten auch Neubauten große Chancen, insbesondere im energetischen Bereich. Doch die werden immer noch zu selten genutzt. Eine Stadt, die völlig ohne Kohlendioxid-Ausstoß aus-

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kommt – diese Vision will man derzeit in den Vereinigten Arabischem Emiraten verwirklichen. Ob sie gelingt, wird die Zukunft weisen. Jedenfalls ist dies ein lohnenswertes Experiment. In Stuttgart derweil verändert sich das Stadtbild stückweise, Straßenzug um Straßenzug. Auch hier bleibt abzuwarten, welchen Mehrwert diese Veränderungen mit sich bringen. Einfluss auf den eigenen Lebensraum hat der Mensch nur bedingt, auch wenn die vergangenen Monate und Jahre den Weg zur Bürgerbeteiligung ebneten. Nicht immer ist es möglich oder sinnvoll alle an städtebaulichen Entscheidungen teilnehmen zu lassen. Doch es geht um den Lebensraum der Bürger – und die entscheiden letztlich, wie sie leben wollen. Nicht von ungefähr tourt seit Sommer die Gesprächsreihe des Deutschen Bühnenvereins »In welchen Städten wollen wir leben?« durch die Theater. Und da wären wir bei der Kultur, den zahlreichen Veranstaltungen und Initiativen, die in Stuttgart und Region den Lebensraum vibrieren lassen. So haben Bühnenszene und Kunstszene wie immer viel zu bieten, allen voran das Internationale Figurentheater-Festival, die Imaginale 2012, sowie die Staatsgalerie mit ihrer großen Ausstellung »Turner, Monet, Twombly«. Auch in der Region ist einiges geboten: Der Schraubenkönig und Kunstmäzen Reinhold Würth zeigt seine im vergangenen Jahr erworbene Schutzmantelmadonna von Hans Holbein dem Jüngeren in der Johanniterkirche. Und die Galerien- und Künstlerszene versammelt sich auf der Art Karlsruhe. Es gibt wieder viel zu entdecken und genießen. Bleiben wir unserem Lebensraum treu und versuchen wir, das Beste aus ihm herauszuholen! In diesem Sinne wünschen wir Ihnen lebendige, kreative Monate, die Herausgeberinnen Eva Maria Schlosser und Petra Mostbacher-Dix und das ganze SuR-Team

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LEBENSRÄUME 04

SCHNEE IN DER WÜSTE

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VON DER KUNST, DIE KUNST LEBEN ZU LASSEN

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KORPULENTE STRASSEN UND HAGERES GEMÜSE

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SCHNEE IN DER WÜSTE

HEIMAT – DER LEBENSRAUM, DER UNS NICHT KALT LÄSST Der Begriff Lebensraum bezeichnet zunächst mal einen Ort, an dem gelebt wird. Jeder hat einen Lebensraum, selbst das kleinste Insekt, und genau genommen auch das Bakterium, das sich in bestimmten Milieus am wohlsten fühlt. Doch dieser harmlose Begriff wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im Sinne der politischen Stimmung umgemodelt, im Zuge der Weltkriege und den damit verbundenen Zielen wurde Lebensraum zum Bedeutungsträger für „Gebietsanspruch“. Nun, wer Lebensraum hat, will ihn so leicht nicht aufgeben. Das gilt für Mensch wie für Tier. Bei ersterem besonders, wenn er diesen Lebensraum nicht nur als Ort sieht, dem er nützt und an dem er überlebt, sondern auch emotional, als Heimat, Zuhause. Heutzutage wird das Wörtchen oft synonym für Wohnräume gebraucht, die etwa mittels Feng Shui angeblich zum idealen Lebensraum avancieren. Doch was macht den idealen Lebensraum überhaupt aus? Die Frage kann individuell, subjektiv beantwortet werden, oder objektiv. Zu den objektiven Kriterien gehörten in der Zeit unserer Vorfahren das Vorhandensein von Wasser, von fruchtbarer Erde und wenigen bis keinen Feinden. Heutzutage fallen diese ehemals lebenswichtigen Kriterien in unserer westlichen Welt kaum mehr ins Gewicht. Wer Geld hat – und damit Wirtschaftskraft – lässt sich wenn nötig beispielsweise das Wasser her transportieren. So kann man heute auch in der Wüste Skigebiete – notwendigerweise in Hallen, wie etwa in Dubai – entdecken. Genauso ist es für jene, die Geld haben ein Leichtes, sich ihr Essen aus anderen Gebieten, wenn nicht Kontinenten zu beschaffen. Bohnen aus Kenia, Kiwis aus Neuseeland – jeder von uns kann sich im Supermarkt davon bedienen. Also wird heutzutage unser idealer Lebensraum

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durch weitere Dinge bestimmt, wie eine gute Infrastruktur, Erreichbarkeit von Geschäften, gute Anbindung an das Öffentliche Nahverkehrsnetz, an Straßen, bezahlbare Wohnungen und das Vorhandensein von Arbeit. Darüber hinaus sind neben den materiellen Kriterien auch noch emotionale Kriterien im Spiel: Da, wo die Familie, die Freunde sind, ist Zuhause, da, wo die eigene Sprache oder Dialekt gesprochen wird, ist Heimat. Schriftsteller, die ihre Heimat verloren haben und im Exil leben, gehen einen Schritt weiter – ihnen ist oft die Sprache selbst Heimat. Allerdings kann man nur mit der Sprache leben, nicht in ihr. Zusätzlich sind für Heimatgefühle auch bestimmte Charakteristika der Landschaft, wie etwa im Ländle die sanft hügelige Topografie, die Streuobstwiesen mit ihren Apfelbäumen ausschlaggebend. Das heißt, auch die Gewohnheiten bestimmen, was uns als Heimat gilt.

WER SEINE HEIMAT WIRKLICH LIEBT, BEGNÜGT SICH NICHT MIT TÄGLICHEN LOBGESÄNGEN, SIE SEI DIE BESTE, DIE ERSTE AUF DER WELT. NEIN, ER ARBEITET UNABLÄSSIG DARAN, DASS SIE ES IST UND BLEIBT. Guy de Maupassant, französischer Erzähler und Novellist

Letztendlich aber sind es die individuellen Ansprüche und Bedürfnisse, die uns entscheiden lassen, wo wir leben wollen. Flexibilität und Mobilität spielen bei der Arbeit wie im Privatleben eine immer größere Rolle. Der Mensch schafft sich an vielen Orten seinen Lebensraum. Der Stadtmensch als moderner Nomade. Allerdings suchen selbst echte Nomaden immer wieder die gleichen Orte auf,

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an denen sie sich auskennen, wissen, wo die Wasserstellen liegen. Mobilität ist wichtig und gut. Verkehrswege sind nötig, um von A nach B zu kommen – zum Arbeiten, Kontakte pflegen und die Welt kennenlernen. Trotzdem. Das Bedürfnis nach Heimat, nach einem Zuhause ist bei den meisten Menschen stark. Im Jahr 2050, so vermuten Forscher, sollen mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Dass inspiriert so manchen Politiker, Bauherrn und Architekten, die ideale Stadt am Reißbrett zu entwerfen, um sie dann Wirklichkeit werden zu lassen. So etwa nahe der koreanischen Metropole Seoul, wo ein amerikanischer Immobilienkonzern mit New Songdo die perfekte „Stadt der Städte" baut. Und in den Vereinigten Arabischen Emiraten entsteht derzeit eine Stadt – „Masdar City“, die völlig ohne KohlendioxidAusstoß auskommen soll. Solcherlei Pläne sind gigantisch und bieten große Chancen. Ob allerdings eine Stadt vom Reißbrett als lebendiger Lebensraum funktionieren kann, ist fraglich. Eine im Jahr 2008 erstellte Studie des Forschungsinstituts Prognos, die von der Mannheimer Baufirma Bilfinger Berger zum Thema Zukunftsthemen in Auftrag gegeben wurde, lässt auf anderes schließen: Umweltschutz und soziales Miteinander sind gefragt, Nachhaltigkeit ist erwünscht. Diese Bedürfnisse spiegeln sich explizit in der „Slow City“–Bewegung wieder, in der sich europaweit Gemeinden und Städte, wie auch Überlingen am Bodensee und Waldkirch im Breisgau, zusammengeschlossen haben, um der Langsamkeit und der Ruhe zu huldigen. So buhlen Regionen und Städte ganz unterschiedlich um Deutschlands Einwohner. Der demografische Wandel, die Tatsache, dass die Zahl der Deutschen sinkt, bringt es mit sich. Man versucht, sich von der attraktivsten Seite zu zeigen, oder zumindest das, was man darunter versteht. Es soll Wohnraum für junge Familien geschaffen werden, Einkaufsmöglichkeiten, Infrastruktur.

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Auch Stuttgart wirbt um Zuwachs. Die Entwicklung ist rasant. Kräne, wohin das Auge blickt. Alte Bausubstanz wird abgerissen. Nicht nur einzelne Gebäude, ganze Straßenzüge verschwinden, Neue Glas- und Betonpaläste aus dem Boden gestampft. Stuttgart 21 soll nun ebenfalls durchgesetzt zu werden. Der unter Denkmalschutz stehende Bahnhof wird gänzlich seiner Seitenflügel beraubt. Eine große Parkfläche mit uraltem Baumbestand wird kurzerhand zur Baustelle und damit zur Brachfläche, der Bahnhof und die Fahrgäste werden aus dem Gesichtsfeld der Passanten nach Untertage befördert. Dafür gibt’s ein großes Einkaufszentrum in der Heilbronner Straße, und ja, einige Wohnungen, Geschäftshäuser, Plätze und eine neue Parkfläche. Der Mailänder Platz soll gar interaktive Wasserspiele erhalten. Allerdings, wer weiß – man erinnere sich an das Wasserbecken der neuen Stadtbibliothek, das recht krude dem Sparzwang der öffentlichen Hand zum Opfer viel. Außerdem sind da noch die Baustellen in der Holzgartenstraße, der Paulinenstraße, dem Hospitalviertel sowie die künftige Baustelle am Karlsplatz – um nur die größten zu nennen. Vergleichsweise nicht wenige Quartiere bekommen große Einkaufszentren, in deren Fassaden sich die Passanten spiegeln können. Und die alte Bausubstanz geht an den Meistbietenden. Also an private Investoren. Jüngstes Beispiel: Die Villa Berg mit Park. Ehemals durfte der Landessender SWR seine Studios hier bauen, dann hatte sie der Investor Rudi Häussler erworben, der hier ein Bauprojekt verwirklichen wollte und vergangenes Jahr insolvent ging, und nun ist es im Besitz der Düsseldorfer Property Development Investors (PDI). Was genau das Unternehmen vorhat, ist noch nicht bekannt. Ob Gastronomie, Hotel, Konferenz oder Ausstellungen, alles scheint drin zu sein. Warum die Stadt selbst nicht die Chance ergriffen hat, ist nur schwer nachzuvollziehen. Klar, es muss gespart werden. Aber an welchen Stellen, wäre doch verhandelbar. Die Chance kommt so nicht wieder. Stuttgarts Be-

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stand an historischen Gebäuden ist nicht groß und wird weiterhin kontinuierlich ausgedünnt. Die Villa, das Studio und der Park hätten Schauplatz für zahlreiche gesellschaftliche, politische und kulturelle Veranstaltungen sein können. Oder vielleicht sogar für mehrere Kultureinrichtungen, die Villa und Park allen zugänglich gemacht hätten. Aber wer Altes nicht bewahrt und sich vom Begriff des „Neuen“ blenden lässt, läuft Gefahr, die eigene Identität zu verlieren. Stadtviertel brauchen Zeit, um zu wachsen. Und um einen Charakter und mit ihm ein Gesicht zu bekommen – Falten und Narben in Form von Geschichte und Geschichten inklusive. Denn die machen einen Lebensraum erst so richtig lebendig, und dann eventuell auch zur Heimat. Eva Maria Schlosser

VON DER KUNST, DIE KUNST LEBEN ZU LASSEN

WIE MAN DER KREATIVITÄT RAUM VERSCHAFFT

Auf den ersten Blick fällt sie kaum auf. Doch wer dann die Stellenausschreibung auf der Homepage der Stadt Stuttgart, die schlicht mit »Mitarbeiter/-in in Teilzeit (50 %)« betitelt ist, anklickt, ist überrascht: Die Stadt sucht baldmöglichst jemanden für die Abteilung Wirtschaftsförderung, der sich neben Bestandspflege, Standortmarketing, Netzwerkarbeit oder Akquise von Fördermitteln für (EU-)Projekte auch um die Kreativen der Stadt kümmern soll. Er oder sie soll als eine »Anlaufstelle und Lotsenfunktion für Kreativschaffende« fungieren. Will heißen, Kreative, die Räume suchen, mit jenen Geschäfts- oder Privatleuten zusammenbringen,

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die leerstehende Gebäude oder Räume haben. »Hier geht es gerade um Themen wie Zwischennutzung«, wird bei der Wirtschaftsförderung bestätigt. In Stuttgart ist die Wirtschaftsförderung die Anlaufstelle, wenn es um Räume für die erwerbswirtschaftliche Kreativwirtschaft, also um Agenturen, Grafikbüros und Ähnliches geht. Vereine, Kultur- und Kunstschaffende wenden sich an das Kulturamt. Doch diese neue Schnittstelle könnte, so heißt es, für beide Gruppen hilfreich sein. In Heidelberg oder Mannheim gibt es das bereits. In Heidelberg hat Frank Zumbruch, Beauftragter für Kultur- und Kreativwirtschaft, um die kreative Szene zu vernetzen, eine Online Plattform einrichten lassen, in der Raumsuchende ihren Bedarf eintragen können und die Stadt im Gegenzug Angebote einstellt. Auch er ist per Definition für jene zuständig, die erwerbswirtschaftlich Kultur- und Kreativgüter erschaffen. Aber er unterstützt auch das Kulturamt, etwa wenn Bands oder Künstler Räume suchten. »Entscheidend ist, dass an dieser Schnittstelle die Ämter übergreifend zusammenarbeiten, denn beim Thema Zwischennutzung und Räume sind die Grenzen fließend.« Zwischennutzung könne für Kreative wie für Investoren gewinnbringend sein. In Stuttgart wünschen sich daher nicht nur die Kunst- und Kulturschaffenden für den Posten eine Person, die gut zwischen Wirtschaft und Künstler vermitteln kann. »Diese muss im Immobilienbereich vernetzt sein, aber gleichzeitig auch mit der Kulturszene – sie muss gerade auch die Off-Szene und deren Bedürfnisse gut kennen«, sagt Christian Dosch, Leiter Film Commission Region Stuttgart. Dosch moderierte zusammen mit Grünenstadtrat Michael Kienzle die Arbeitsgruppe 3 des Prozesses »Kultur im Dialog«. So will der Gemeinderat der Landeshauptstadt mit Kulturschaffenden und Bürgern gemeinsam kulturelle Leitlinien für Stuttgart entwickeln. Dieses Ziel wurde einst im November 2009 mit der Art Parade angestoßen. Damals gingen rund 3000 Kulturschaffende aller Genres – freie wie in Institutionen tätige – ge-

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gen Budgetkürzungen im Kulturhaushalt auf die Straße. Der Ball wurde dann beim Stuttgarter Kulturdialog II am 09./10. Juli 2010 an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste aufgenommen und soll nun in den sechs Arbeitsgruppen des von der Bürgerstiftung finanzierten »Kultur im Dialog« weitergespielt werden.

»KULTUR IST EINHEIT DES KÜNSTLER­ISCHEN STILS IN ALLEN LEBENSÄUSSER­UNGEN EINES VOLKES.« Friedrich Wilhelm Nietzsche, Philosoph Die Themen, die in den Gruppen behandelt werden und wurden, reichen von »Wissen und Kulturelle Bildung« über »Diversität und Vielfalt als Chance« oder »Kommunikation und Vermittlung« bis hin zu »Künstlerinnen und Künstler in der Stadt« oder »Selbstverständnis und Bedingungen städtischer Kulturpolitik«. Und die erwähnte Arbeitsgruppe 3 setzte sich mit dem Thema «Raum für Kunst und Kultur – Chancen für die Stadtentwicklung” auseinander. Die Vergangenheitsform ist wohl gewählt, denn nun nach vier Treffen ist diese Arbeitsgruppe abgeschlossen. Im März folgt deren Bericht, dann soll der Kultur im Dialog in eine neue Phase gehen. Allein von der Teilnehmerzahl her gesehen, war diese Arbeitsgruppe erfolgreich, das zeigen die im Internet zugänglichen Protokolle (www.kultur-im-dialog-stuttgart.de). Während bei der einen oder anderen Gruppe so mancher Teilnehmer im Laufe der Zeit wegblieb, stieß zur Nummer 3 immer mehr Interessierte hinzu. »Mit sieben haben wir angefangen, am Schluss waren wir über 30 Leute, die sich sehr engagiert einbrachten«, so Dosch. Verständlich, stehen und fallen die Potenziale der Kreativität doch mit dem Umfeld. Evaluationen des erfolgreichen Bund-Länder-Programms »Soziale Stadt« haben vielfach bewiesen, wie die Sanierung von Gebäuden mit begleitenden kulturellen und sozialen Maßnahmen einen Stadtteil nicht nur optisch aufwertet und – im besten Fall –

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vor Ort Arbeitsplätze erhält oder gar schafft, sondern dass sie dessen Lebensqualität erhöht und sogar die Kriminalität eindämmt. Sprich, das, was früher immer gerne in Haushaltsverhandlungen gegeneinander ausgespielt wird – Bildung, Soziales und Kultur – ist miteinander verknüpft und beding sich gegenseitig. Indes fiel die »Soziale Stadt« im Zuge der Krisen ab dem Bundeshaushalt 2011 dem Rotstift zum Opfer.

»WER DEN RAUM DER KUNST BENUTZEN KANN, WIRD SO LEICHT KEIN TERRORIST.« Christoph Schlingensief, Regisseur Um subkulturellen Humus und damit den Boden für kulturelle Pflänzlein zu bereiten, braucht es nicht nur handfeste Räume und – klar – Gelder, sondern vor allem geistige Freiräume und Wege, also eine offene und flexible Denke bei den Verantwortlichen der Stadt. »Da spielt die Stadtplanung eine große Rolle, sie muss nicht nur ökologisch, sondern auch kulturell nachhaltig sein«, so ein Teilnehmer der Arbeitsgruppe 3. »Da muss Wille und Interesse da sein, von Anfang an Räume für die Kunst mitzudenken und nicht nur die Interessen von großen Investoren zu bedienen.« Architekten, Bauherren und Kulturschaffende beklagen, dass nichts gedeihen kann, wenn städtebauliche Rahmenpläne zu großparzellig geplant werden. »Solche Bauplätze oder Projekte können dann nur von großen Investoren bespielt werden, für alle anderen ist es zu teuer«, so ein Kenner. Und so entsteht eine chromgläsern, architektonisch austauschbare Blockbebauung nach der anderen, die einige Alibi-Wohnungen, aber vor allem Geschäfts- und Büroräume aufweist. Dass Oberbürgermeister Wolfgang Schuster – gerade im Zuge der vielen Bausstellen, die derzeit in Stuttgart aufgemacht wurden und noch kommen werden – die Landehauptstadt gerne vor allem als Einkaufsstadt bezeichnet, stößt so manchem Kulturschaffenden bitter auf. »In so einer Stadt will ich nicht leben«, so

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ein Kreativer, der in der Arbeitsgruppe 3 mitarbeitete. »Ich will in einer Stadt leben, in der nicht der Konsum, sondern das Potenzial der Menschen bei Planungen mitgedacht werden.«

»DAS TALENT DES MENSCHEN, SICH EINEN LEBENSRAUM ZU SCHAFFEN, WIRD NUR DURCH SEIN TALENT ÜBERTROFFEN, IHN ZU ZERSTÖREN.« Theodor Heuss, erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland In dieser Gruppe war auch der Künstler und Performer Ulrich Bernhardt, der bereits Ende der 70er Jahre das Künstlerhaus leitete und etablierte. Und er betont, dass man Stadtraum nicht nur über Architektur denken dürfe. »Räume für die Kunst bedeuten neben Ateliers für Künstler auch Ausstellungsmöglichkeiten und Orte für die Kunst im öffentlichen Raum sowie die Freiheit, selbst organisierte Projekte zu verwirklichen, die auf den urbanen Raum wirken.« So sollte in Veranstaltungen des Stadtmarketings auch immer mitbedacht werden, welche Rolle die Kunst spielen könne. Bei all diesen Punkten habe sich Stuttgart nicht mit Ruhm bekleckert. Dabei seien einige in der Verwaltung durchaus willens, aber letztlich habe der Gemeinderat das letzte Wort. Und dort wird bekanntlich derzeit hart der Haushalt verhandelt. Die Neuauflage des Flanerie Festivals, das sich mit Kunst im öffentlichen Raum beschäftigt, ist noch nicht in trockenen Tüchern. Dann muss Ersatz geschaffen werden für 16 Ateliers, die im Nordbahnhofgelände im Zuge von Stuttgart 21 wegfielen. Die Macher des Interventionsraumes, welcher der Bausstelle »Das Gerber« zum Opfer fiel, suchen genauso wie die Utopiewerkstatt. Kein einfaches Unterfangen, Experten bestätigen: Stuttgart ist in Sachen Immobilien ausverkauft, Neubauprojekte schaffen zu wenig Wohn- und auch Kreativraum.

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Indes fordert Bernhardt ein Neudenken des öffentlichen Raums: Plätze müssten anders gestaltet und genutzt werden. Er erinnert an Projekte wie »Platzverführung« des Kurators Veit Görner, der 1991 bis 1993 über die Kulturregion Stuttgart 21 Projekte im öffentlichen Raum in 19 Städten umsetzte. Entsprechend fordert Bernhardt, dass bei jedem Architekturvorhaben auch wieder – gemäß der einstigen, bundesweit festgelegten Zwei-Prozent-Klausel, die in Stuttgart kaum mehr Anwendung findet – ein bis zwei Prozent der Planungskosten für Kunst am Bau verwendet werden müssten. Auch das sei in der Arbeitsgruppe 3 aufgenommen worden. »Wichtig ist aber, dass diese Ergebnisse auch in den politischen Prozess wirklich einfließen und etwas in Sachen Leitlinien bewirken«, so der Künstler. »Aber ich befürchte, dass es eine Alibi-Veranstaltung gewesen sein könnte.« So sollen die Gesamtergebnisse erst nach der Wahl des neuen Oberbürgermeisters im Herbst öffentlich präsentiert werden. Grünen-Stadtrat Kienzle indes betont, dass der noch amtierende, nicht mehr antretende OB Schuster zugesichert hat, bereits vorher die Ergebnisse von Arbeitsgruppe 3 anzunehmen. Es sei wichtig, dass der Prozess in Schwung und die Öffentlichkeit am Ball bleibe. »Wir wollen, dass sich die Bürger weiter beteiligen.« Auch er setzt auf die Person, die die eingangs erwähnte Schnittstelle einnehmen soll. »Wir werden genau hinschauen«, sagt er und betont, dass das Thema Kunst im öffentlichen Raum neu zeitgemäß definiert werde muss. »Es kann nicht nur allein darum gehen, irgendwelche Skulptürchen aufzustellen. Außerdem werde ich mich für dafür einsetzen, dass wieder eine Klausel für Kunst am Bau eingeführt wird.« Petra Mostbacher-Dix

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KORPULENTE STRASSEN UND HAGERES GEMÜSE EINE ENTZAUBERUNG DER MOBILITÄT

Lebensraum. Was bedeutet Lebensraum eigentlich? Leben ist klar. Aber Raum? Ist doch der Raum, das Zimmer, räumlich begrenzt. Der Weltraum hingegen überhaupt nicht. Die Lebensräume aller Menschen zeichnen das kunterbunte Bild von einem Meer aus farbenreichen Hula-Hoop-Reifen, die manchmal mehr und manchmal weniger sanft die Erde umschmiegen, sich tausendfach überlagern, schneiden und berühren. Wikipedia entzaubert diese romantische Vorstellung und erklärt Lebensraum nüchtern so: „Der Begriff Lebensraum der Humanwissenschaften entspricht den Begriffen Habitat oder Biotop in der Biologie und Ökologie und bedeutet einen bewohnten oder beanspruchten Raum einer sozialen Gruppe.“ Die drakonische Humanwissenschaft grenzt diesen Raum demnach streng ein. Reduziert ihn im besten Fall auf Beet- oder Ackergröße. Wären Menschen nicht Menschen, sondern Karotten, Kürbisse und Kohlrabis, wäre unser Lebensraum in der Tat begrenzt. Allerdings beißt sich der Hund bei diesem Gedanken selbst in den Schwanz, da die Karotte, der Kürbis wie auch der Kohlrabi vom Menschen erst domestiziert und kultiviert wurden. Also können wir gar keine Karotten, Kürbisse oder Kohlrabis sein, denn diese existierten ohne uns nicht einmal. Und doch bleibt der Gedanke, dass die schlauen Wissenschaftler die Mobilität als wesentlichen Faktor des Menschseins vernachlässigt haben. Dank Stuttgart 21 sollen wir Schwaben bald mobiler denn je sein. Oder auch nicht. Wie dem auch sei, für Karotten, Kürbisse oder Kohlrabis gestaltet es sich denkbar schwer, außerhalb ihrem definitionsgemäßen Lebensraum zu agieren. Der Mensch hingegen kann das. Fröhlich fliegt er von Stuttgart nach Berlin, wenn es sein muss auch weiter weg. 10.000 Meter unter

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den Luftstraßen der gigantischen Kerosinschleudern, mäandert der immer weiter zunehmende Individualverkehr mit immer mehr Straßen wie wabernde Riesenregenwürmer durch unsere Lebensräume. Die Crux. Einerseits sind wir supermobil, superschnell, superflexibel und superwichtig überall da, wo wir hin wollen. Andererseits wird unser Lebensraum dadurch immer kleiner, beschränkter, voller. Allerdings gehören fast alle von uns auch zu denjenigen, die diese bequemen, geschmeidig glatten und pechschwarz geteerten Straßen nutzen. Mit dem eigenen Auto. Auch das noch. Doch gerade diese Angepasstheit und die schiere Erwartung an den immerwährenden Fortschritt, schmälert, stutzt und beschneidet letztendlich unseren Lebensraum. Vorbei die Zeiten mit Grundstücken, in denen sich ausladende Rosenbüsche tummeln, zärtlich zurechtgestutzte Buxhecken in modulierten Formen gedeihen dürfen und lieblich duftende, summende Apfelbaumwiesen sämtliche Sinne reizüberfluten. Die Realität sind 300 Quadratmeter-Parzellen wovon allein knapp 200 Quadratmeter bereits vom Eigenheimchen beansprucht werden. Dann noch die Garage, der Carport und die Einfahrt, und, und, und. Wo bleibt also der Lebensraum? Ist es doch so, dass wir wirklich nicht mehr Raum zum Leben haben als Karotten, ein Kürbis oder Kohlrabis? Haben die sogar mehr Platz? Gott sei Dank nicht, wir sind ja mobil. Wenn uns die Decke auf den Kopf fällt, in unserem begrenzten Raum, unserem Zuhause, können wir raus. Uns erweitern. Uns ausdehnen, uns neuen Lebensraum suchen, in andere Lebensräume eindringen. Dafür wäre Stuttgart bei weitem nicht der schlechteste Ort. Im Gegenteil. Gerade jetzt gilt es, sich für diesen Lebensraum einzusetzen. Ach ja: Karotten, Kürbisse oder Kohlrabis können von unseren elastischen Lebensräumen sicherlich nur träumen. Natalie Deininger

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S 18

KUNSTSPAZIERGANG IN STUTTGART

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EIN PORTRÄT ZUR AUSSTELLUNG

SINGEND IN DIE WOLGA

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KUNSTSZENE

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IM KOLLEKTIVEN UNTERBEWUSSTSEIN

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DIE VISION DER TANJA LIEDTKE

AM ORT DER LEBENDIGKEIT

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NEUES KOMMUNALES KINO STUTTGART

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TANZTHEATERMUSIKSZENE

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BÜHNENSZENE SEITE

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Kunstspaziergang in Stuttgart Turner, Monet, Twombly

William Turner nahm den Impressionismus in dramatischen Farbstimmungen vorweg, Claude Monet (Foto: »Nympheas«; Fondation Beyeler, Riehen/Basel; Robert Bayer) ging im Spätwerk schon wieder über ihn hinaus, und der erst im vergangenen Jahr gestorbene Cy Twombly lud den nach innen gewandten abstrakten Expressionismus mythologisch auf. Damit loteten die Künstler die Grenzen der Malerei insbesondere im jeweiligen Spätwerk aus. Die vergleichbare Radikalität legt es nahe, die Arbeiten der temperamentvollen Künstler mit ausgesuchten Beispielen aufeinander abzustimmen. Unvorhergesehenerweise wird die Schau nun auch zur Abschiedsausstellung des Museumschef Sean Rainbird. (gb) Staatsgalerie Stuttgart, 11.2.–28.5., www.staatsgalerie.de

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Frischzelle: Björn Braun Der 1979 in Berlin geborene Björn Braun tritt mit teils skulpturalen, teils malerischen Objekten in die Fußstapfen der Dadaisten, führt Picassos Materialcollagen fort, bedient sich aber auch konzeptueller Ideen. Diese Elemente fügt der Wahl-Karlsruher mit einer erfrischend selbstbewussten Vielseitigkeit zusammen. Seinen eigenen Spuren lässt Braun zuweilen auch die von Finken und Feldmäusen über gipserne Landschaften folgen. (gb) Kunstmuseum Stuttgart, 3.3.–9.4., www.kunstmuseum-stuttgart.de

Das Archiv des Pedro G. Romero In einem Dutzend von Jahren hat der Spanier Pedro G. Romano, der in seinem Werk (Foto) alle Künste vereint, ein theoriesicheres Archiv geschaffen, das in mehr als 1000 Fotos, Texten und Videos den kirchenfeindlichen Bildersturm in Spanien dokumentiert. Im Visier hat der Künstler die Zeit zwischen 1845 und 1945, doch liegt der Schwerpunkt seines für den Württembergischen Kunstverein inszenierten Gedächtnistheaters in der Zeit des Bürgerkriegs während der Franco-Diktatur 1936. Unterfüttert werden seine kritischen Auslassungen unter wirtschaftlichen, sprich ökonomischen und konjunkturellen Aspekten mit Denkräumen zwischen Hugo Ball und Georges Bataille, Walter Benjamin und Joseph Beuys u.a. (gb) Württembergischer Kunstverein, 11.2.–29.4., www.wkv-stuttgart.de

Marc Bijl, never trust a rebel Der international agierende Niederländer Marc Bijl denkt von der Installation aus, die selbst noch seine malerischen Arbeiten bestimmen. In

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den Fußstapfen Gerrit Rietvelds und Piet Mondrians folgt der selbsternannte Rebell einer reduzierten Form, macht aber vor politischen Interventionen und diversen Repliken auf die Pop Art nicht Halt. (gb) Galerie Reinhard Hauff, 17.02. – 07.04.2012, www.reinhardhauff.de

Gestern, heute, morgen Die bevorzugt grellroten PVC-Schläuche und allerhand Schaumstoffe, die Susanne Immer in ihren Objekten und Installationen einsetzt, wirken auf den ersten Blick abweisend, vermögen aber die jeweiligen Ausstellungsräume zu verzaubern und den Betrachter auf wunderbare Weise zu irritieren durch das energetische Kraftfeld zwischen Stabilität und Labilität, das auch noch die Zeit aus den Angeln hebt. In der Ausstellung werden auch Arbeiten auf Papier zu sehen sein. (gb) Kunstraum34, 17.3.–22.4.2012, www.kunstraum34.de

memory-mash-motel-room Mit großer zeichnerischer Geste nimmt der ehemalige BaumgartlSchüler Jörg Mandernach jeden Galerieraum in Beschlag. Vor allem seine überdimensionalen Raumzeichnungen geben sich mit einer Wand allein nicht zufrieden. Doch ist der einstige Baumgartl-Schüler weit davon entfernt, dem Raum einen Willen aufzuzwingen: Er fügt lediglich nachdrücklich zusammen, was nach gängiger Wahrnehmung nicht zusammengehört. Dennoch geht es dem Künstler um die lineare Vermessung alltäglicher Situationen. Die Galeristin Anja Rumig zeigt neben den szenischen Raumerkundungen Mandernachs Arbeiten auf Papier und Bilder, welche die uralte Tradition der Enkaustik wiederaufgreifen. (gb) Galerie Anja Rumig, 2.2.–24.3.2012, www.galerie-anjarumig.de

Grünfelds Tierleben Mit materialbezogenen Objekten empfahl sich Thomas Grünfeld, Jahrgang 1966, bereits mit 30 Jahren als Bildhauer. Bekannt wurde er vor allem ab 1990 durch seine Tierskulpturen (genannt »misfits«), mit

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denen er sich auch endgültig vom Einfluss Richard Artschwagers löste. Charakteristisch ist die kaum im philosophischen Sinne ernst zu nehmende Neuerfindung der Kreatur, indem er Präparate verschiedener Tiere zu skurrilen Fabelwesen umbaut. In verschiedenen Serien beziehungsweise Werkgruppen spielt er auch mit dem Grenzbereich zwischen den künstlerischen Gattungen sowie zwischen abstraktem und gegenständlichem Ausdruck. (gb) Galerie Klaus Gerrit Friese, 29.2.–20.4.2012, www.galeriefriese.de

Die Helligkeit und ihre Wirkung Die Medienkünstler Boris Petrovsky und Nikolaus Koliusis loten reflexhaft die Helligkeit und die Wirkung ihrer Installationen und Kommunikationssysteme aus und kommen der konstruierten Wirklichkeit auf die Schliche. Derweil zeigt die Galeristin in ihren alten Galerieräumen des ›Studio 57a‹ noch bis 23. März farbstrotzende, aber in der Palette reduzierte Bildexkurse von Bernd Mattiebe durch Gefilde des puren Verstandes wie der extremen Sinnlichkeit. (gb) Galerie Abtart, 17.2.–20.4.2012, www.abtart.com


Ein Porträt zur Ausstellung

Hannes Kilian – Augenblicke für die Ewigkeit Das Galerieprogramm für 2012 war schon in trockenen Tüchern, als Harry Schlichtenmaier Fotografien von Hannes Kilian auf den Tisch bekam. Obwohl der 1999 gestorbene Pressefotograf als Dokumentar des Stuttgarter CrankoBalletts noch immer Weltgeltung genießt, passt er zwar eigentlich nicht zum Sammlungsschwerpunkt des Hauses. »Dennoch war mir klar«, so Schlichtenmaier, »den müssen wir zeigen«. Die Brüder und Mitgaleristen waren schnell überzeugt, doch eine kleine WerkHauptbahnhof Stuttgart,1953 schau über den Jahreswechsel zu (Foto: Hannes Kilian/Haus der Geschichte organisieren, entpuppte sich als Baden-Württemberg) Kraftakt, schließlich im Minutentakt – dank der Mithilfe von Kilians Frau, Fotografenkollegin und Nachlassverwalterin Gundel, die zwischen Galerie und Haus der Geschichte die Fäden zusammenhielt; sie überreichte hier noch eben einen seltenen Vintage-Print für den Flyer, versuchte dort vergebens den Plakatdruck mit einem herb beschnittenen Fotomotiv zu stoppen. Zeitgleich mit der Galerie präsentiert das Haus der Geschichte Baden-Württemberg den »ganzen« Kilian, »während wir«, so Harry Schlichtenmaier, »den Künstler in den Vordergrund stellen«. Dass auch die Berliner Fotogalerie Johanna Breede dem Fotografen eine Ausstellung widmet, unterstreicht nur dessen Bedeutung. Ganz wird man ihn ohnehin nicht wirklich packen: eine halbe Million Negative soll es geben.

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Geboren 1909 in Ludwigshafen, zog es den jungen Kilian in die Schweiz, nach Italien und Frankreich, bis er sich 1938 – ohne Arbeitserlaubnis – als freier Fotograf in Stuttgart niederließ, dessen Zerstörung er kurz vor Kriegsende festhielt. Den Krieg selbst erlebte er als fotografischer Berichterstatter. Das alles mag sein rasches Auffassungsvermögen für den günstigen Augenblick geschärft haben. Dass der themenbezogene Pressefotograf, der die führenden Tages- und Wochenzeitungen sowie Bühnenpublikationen bediente, zugleich ein begnadeter Künstler war, wussten lange nur die Ballettkenner. Doch spätestens seit der Berliner Retrospektive zum 100. Geburtstag bzw. zehnten Todestag 2009 kann man über die Bandbreite des vorwiegend schwarzweißen Werks nur staunen. Farbe vermisst hier niemand, denn die Arbeiten haben – im »Wechselspiel des Lichts« – eine Strahlkraft, die ihresgleichen sucht – egal, ob es um Architektur, Porträts, Orte, Makro- oder Mikrostrukturen, Bewegung und Ruhe geht. (gb) Bis 17.3., Galerie Schlichtenmaier, Kleiner Schlossplatz, www.schlichtenmaier.de (mit Online-Ausstellung) Bis 24.3., Galerie Johanna Breede, Berlin, www.johanna-breede.com 12.2.–29.4., Kunstgebäude am Stuttgarter Schlossplatz, www.hdgbw.de

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Singend in die Wolga

Shiryaevo-Revue im Stuttgarter Kunstverein »Naja Du, Ataman oder wie, Brüder, Uns hast du vertauscht gegen das Weib! Eine Nacht mit ihr verbracht - Am morgen selbst zum Weib geworden... «. So lautet eine Strophe des russischen Volksliedes »Is-sa Ostrova«. Elf hat es insgesamt. Und die Vier, die da prozessionsartig an den Strand und hinein in die Wolga schreiten, singen alle in Russisch, obwohl sie Deutsche sind. Mit Inbrunst intonieren sie die Geschichte eines donkosakischen Seemanns, der eine persische Prinzessin heiratet und diese dann in die Wolga schmeißt, weil sich die Freunde über ihn und

seine Angetraute aus einer anderen Kultur lustig machen. Die Frauen am Wolgastrand freilich nehmen selbstbewusst das Ende in die eigene Hand, gehen singend so weit ins Wasser, bis sie unter dessen Oberfläche verschwinden. Hinter der Performance, die im August 2011 in der Region um Samara, der Partnerstadt Stuttgarts, stattfand, stecken Ptize alias Martina Geiger-Gerlach, Barbara Karsch-Chaïeb, Rosa Rücker und Kathrin Sohn. Die Aktion der Künstlerinnen war ein Beitrag zur »VII Shiryaevo Biennale of Contemporary Art«, für die der Macher des Stuttgarter Kunstvereins, Hanns-Michael Rupprechter, den deutschen Beitrag kuratierte. Die Biennale bringt alle zwei Jahre kunstschaffende und -interessierte Menschen aus aller Welt in das 400-Seelen-Dorf Shiryaevo, wo die Teilnehmer zu einem Thema arbeiten. Und 2011 lautete das Motto »Strangers«. »Wir waren damals im wahrsten Sinne des Wortes in der Fremde und Fremde für die Dorfbewohner«, erzählt Katrin Sohn.

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Martina Geiger-Gerlach fährt fort: »Wir verstanden die Sprache nicht«. Und Barbara Karsch-Chaïeb ergänzt: »... und uns untereinander kannten wir auch nicht.« Zweieinhalb Wochen lang sollten sie gemeinsam in einer alten Datscha mit Plumpsklo, ohne fließendes Wasser, dafür mit Wasserpumpe im Garten künstlerisch zugange sein. Sie waren sich schnell einig, dass sie vor allem den Menschen vor Ort, die sich freilich weit weniger um die Biennale scherten als die Zugereisten, begegnen, ihre Kultur und Tradition entdecken wollten. »So kamen wir auf das Singen als eine Möglichkeit, Gemeinschaftsgefühl und Kontakte zu schaffen sowie Sprachbarrieren zu überwinden«, sagt Rosa Rücker. Zusammen habe man erst einmal mit dem deutschen Volkslied »Die Gedanken sind frei« die eigene Stimmgewalt getestet, bevor man die Nachbarn und Vermieter, Elsa und Vladimir, zu einem Singabend ein-

lud und sie bat, ihnen ein russisches Volkslied beizubringen. So erlernten sie das Lied »Is-sa Ostrova«, traten als Ptize im Radio, auf dem Kirschfest, im Nachbardorf auf – mit viel Leidenschaft. »Daran hat uns Vladimir immer erinnert«, schmunzelt Barbara Karsch-Chaïeb. Nicht nachvollziehen konnte er indes, dass die Künstlerinnen das Ende der Geschichte nicht mochten und ihr eigenes gestalteten. „Wir wollten nicht westlich besserwisserisch auftreten, aber doch unseren eigenen Standpunkt vertreten“, betonen die Künstlerinnen. Von 9. bis 21. März sind Fotos und Film der Performance, eine Installation sowie weitere Einzelwerke der Vier sowie von Hanns-Michael Rupprechter zu sehen: Im Stuttgarter Kunstverein wird die »Is-sa ostrava... Shiryaevo-Revue« präsentiert. (pam) Vernissage: 8. März, www.stuttgarter-kunstverein.de

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Kunstszene

Der Hospitalhof in Aufbruchstimmung Am 8. Januar wurde der vorerst letzte Gottesdienst in der Hospitalkirche gefeiert. Die Kirche wird renoviert. Aber auch die Bagger sind bereits am Werk und die Mitarbeiter des Hospitalhofs in ihren Interimsunterkünften in der Jägerstraße 14  bis 18. Ihre bisherige Heimat, das Gebäude des evangelischen Bildungszentrums mit seinem Verwaltungstrakt in der Gymnasiumstraße und seinen Veranstaltungssälen in der Büchsenstraße wird abgerissen. Das Gebäude aus den 1960er Jahren soll einem Neubau Platz machen, wie so vieles derzeit in Stuttgart. Der Bau mit der eigentümlichen Fassade soll marode gewesen sein, eine Sanierung sich nicht lohnen. Der Neubau indes soll 23 Millionen Euro kosten und dem Grundriss des alten Dominikanerklosters nachempfunden sein, das ehemals hier stand. Ansonsten wird es eine Backsteinfassade zieren und vier Geschosse besitzen. Bis zu seiner Eröffnung werden die Veranstaltungen des Hospitalhofs an sechs Ersatzstandorten weiterlaufen: im Gemeindehaus der Nordgemeinde in der Birkenwaldstraße, im CVJM-Haus in der Büchsenstraße, in der Stifts- und der Matthäuskirche sowie in der Berger Kirche und der Brenzkirche. (eva) www.hospitalhof.de

Für einen Appel und ein Ei: S 21 Flagge von Ulrich Bernhardt, der ab 4. März in Lauffen am Neckar ausstellt (s. Kalender)

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Im kollektiven Unterbewusstsein

Die Imaginale 2012 zieht durchs Land Sie ist eines der größten in Deutschland: Alle zwei Jahre wieder kommt die Imaginale ins Land, das städteübergreifende Internationale Figurentheaterfestival BadenWürttemberg. Was 1985 im Stuttgarter FITZ! Zentrum für Figurentheater mit der »Internationalen Festwoche des Figurentheaters« und dem Mannheimer Figurentheaterfestival »Lose Gestalten« begann, findet nun an sieben Orten im Land statt. Neben den Theatern FITZ! und JES in Stuttgart sowie dem Schnawwl und der Alten Feuerwache in Mannheim sind bei der Imaginale 2012 die Karlskaserne Ludwigsburg, das Theater Phoenix Schorndorf, der Mottenkäfig Pforzheim, das Figurentheater Eppingen sowie Komödienhaus und Kammerspiele Heilbronn an Bord. Vom 15. bis 25. März ist in 73 Aufführungen eine Auswahl der derzeit besten und interessantesten internationalen Figurentheater-Produktionen für Erwachsene und Kinder zu sehen – mal humorvoll, mal ernst, immer tief und die Fantasie berührend. Dabei touren die Stücke zum Teil durch die verschiedenen Orte. In Stuttgart sind fast alle zu sehen, darunter »Rice Dreams« des Riverbed Theatre aus der taiwanesischen Hauptstadt Taipeh (Foto), eine surreale Reise in das kollektive Unterbewusstsein im Stil der Filme von David Lynch und Peter Greenaway. Während der ungarisch-italienische Objekttheaterkünstler Gyula Molnàr in Ludwigsburg in »Asche« Geschichten von Flucht und Vertreibung erzählt oder in Eppingen das französische Vélo Théâtre in »EinpackenAuspacken« einen Postboten als Sonderzusteller für Traumgeschichten macht, schickt das Stuffed Puppet Theater in Heilbronn »Schicklgruber, alias Adolf Hitler« auf die Bühne. (pam) www.imaginale.net

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Die Vision der Tanja Liedtke

Das Solo-Tanz-Theater Festival zeigt nur Premieren Die Auswahl war schwer: 316 Choreografinnen und Choreografen, Tänzerinnen und Tänzer von Australien bis Kanada bewarben sich für das »16. Internationale SoloTanz-Theater Festival – eine Hommage an Tanja Liedtke«, 18 davon sind vom 15. bis 18. März im Treffpunkt Rotebühlplatz zu sehen. »So viele waren es noch nie«, so Festivalleiterin Gudrun Hähnel; der Gründer und künstlerische Leiter Marcelo Santos ergänzt: »Das Niveau war enorm, es gab hochkarätige Bewerbungen. Bei der Auswahl achten wir auf das innovative und experimentelle Potenzial der Choreografien, aber auch auf Ausdruck und Qualität der Tänzer.« Dieses Jahr zeigen die Tanzschaffenden aus fünf Kontinenten nur Premieren. Deren Themen reichen von Autobiografischem und Politischem über Auseinandersetzungen mit aktuellen Gesellschaftsphänomenen bis hin zu Interpretationen von Literaturklassikern. Die Festivaljury, die je drei Choreografie- und drei Tanzpreisträger auswählt, besteht aus der Choreografin und Tänzerin Christine Brunel sowie dem Hauschoreografen des Stuttgarter Balletts Marco Goecke. Aus Brasilien reist die Choreografin Cristina Castro an, aus Australien die Tänzerin und Tanzpädagogin Shane Carroll, aus den Niederlanden Samuel Wuersten, Künstlerischer Leiter des »Holland Dance Festival«. Der betont: »Das Festival ist Nachwuchsförderung. Es bietet jungen Tanzschaffenden die Chance, sich zu profilieren und das Publikum kann Neues entdecken.« Etwa eine Deutschlandpremiere: »Wir zeigen den preisgekrönten, international erfolgreichen Film ‚Life in Movement’«, freut sich Hähnel. Der Film dokumentiert das Leben und Werk der genialen Tänzerin und

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Choreografin Tanja Liedtke, die 2007 mit 29 Jahren, kurz bevor sie die Sydney Dance Company leiten sollte, verstarb. Eine Fotoschau über sie wird vom 17. Februar bis 20. März gezeigt. Während die 15.555 Euro Preisgelder von Land, Stadt und Sponsoren finanziert werden, trägt seit 2011 die Tanja Liedtke Stiftung, welche junge Tanzschaffende fördert, zur Grundsicherung des Festivals bei. »Wir haben uns für dieses Projekt entschieden, weil es genau der Vision unserer Tochter Tanja entspricht und die Vorstellungen der Tanja Liedtke Stiftung erfüllt«, so Gerlinde Liedtke. »Tanja ist in Stuttgart geboren, sie wollte ein breiteres Publikum für den Zeitgenössischen Tanz begeistern.« Die Teilnehmer könnten sich durch die internationale Begegnung gegenseitig inspirieren. Neu beim Festival ist das Jugend-Projekt »Bildung durch Tanz und Bewegung«, das dank Robert Bosch Stiftung realisiert wird: Die Choreografin Nina Kurzeja erarbeitet mit Jugendlichen der Werkrealschule Luginsland ein interdisziplinäres MusikTanzTheaterstück. (ama) www.treffpunkt-rotebuehlplatz.de

Freunde sehen mehr

www.freunde-der-staatsgalerie.de


Am Ort der Lebendigkeit

Christian Spuck und Marco Goecke, Hauschoreografen des Stuttgarter Balletts, über neue Stücke und Spucks Abschied im Sommer. Herr Spuck, am 10. Februar wird „Das Fräulein von Scuderi“ nach E.T.A. Hoffmanns Novelle uraufgeführt – ihr vorerst letztes Ballett für Stuttgart. Faszinierte sie das Cardillac-Syndrom, bei dem ein Künstler sein eigenes Werk nicht hergeben möchte? Ich wollte eine möglichst komplexe Geschichte mit vielen Figuren als Vorlage. Das Cardillac-Syndrom betrifft Choreographen kaum – deren Werk lebt durch die Tänzer, man gibt es zwangsläufig irgendwann aus der Hand und überlässt es deren Interpretation. In der Bildenden Kunst kann es anders sein. Der berühmte zeitgenössische Maler Arnulf Rainer etwa soll sich das Recht vorbehalten haben, ein verkauftes Werk jederzeit aufsuchen und ändern zu dürfen. Hauptthema im Stück ist die Gegenüberstellung zweier Künstlertypen, dem mordenden Juwelier René Cardillac und einer Salonschriftstellerin, dem Fräulein von Scuderi, die mit Zivilcourage und dem richtigen Instinkt die Morde aufklärt. Zudem werden in dieser Kriminalgeschichte aus der Zeit Ludwig XIV in Paris scheinbar unumstößliche Tatsachen hinterfragt. Das Thema „Traue dem Schein der Dinge nicht“ fasziniert mich von jeher. Warum? Wegen der Vielschichtigkeit. Ich will keine einfachen Lösungen, auch wenn mich das mitunter zur Verzweiflung bringt – Kunst ist Auseinandersetzung. Mein Ziel sind bildstarke, vielschichtige und aufregende Produktionen.

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Ab August sind Sie Direktor des Zürcher Balletts ... Stuttgart ist meine künstlerische Heimat. Ich werde alle vermissen, auch das Stuttgarter Publikum. Es ist offen, enthusiastisch, ehrlich und kritisch. Aber Zürich ist eine tolle Herausforderung! Ich will nach wie vor viel choreografieren. Doch ich bin nicht nur Chefchoreograf, sondern für 50 Tänzer und neun Mitarbeiter verantwortlich. Zu meinen Aufgaben gehört, dass sie Befriedigung in ihrer Arbeit finden. Hier braucht es stetigen Austausch sowie eine Vision, die alle begeistert. Ich freue mich, die künstlerische Identität einer gut dastehenden Kompanie zu schärfen – zwischen Repertoire, meinen eigenen Stücken, sowie Auftragsarbeiten für andere Choreographen. Auch Marco Goecke? Ich sehe mir viel an und ich weiß genau: es gibt keinen zweiten Choreografen wie Goecke! Mich faszinieren Marcos Stücke und seine Arbeitsweise, er inspiriert seine Umgebung. Und er ist ein wunderbarer Kollege. Blumen für Sie, Marco ... Ich kann diese nur zurückgeben. Christian ist ein großartiger Mensch. Als ich zum Stuttgarter Ballett kam, hat er mich sehr unterstützt. Ich freue mich für ihn! Er kann diese große Verantwortung, ein Ballett zu leiten, tragen. Für mich wäre das nichts, mein Energielevel ist ein anderes. Obwohl ich manchmal denke, eine Festanstellung wäre auch was. Sie bedeutet Sicherheit, einen heimischen Hafen. Als Freischaffender bin ich ständig unterwegs zwischen den Kompanien in Stuttgart, Rotterdam und anderen Städten. Aber ich schätze auch die Freiheit. Für das Stuttgarter Ballett kreieren Sie für den Ballettabend „Körpersprache3“ am 23. März – neben Mauro Bigonzetti und Edward Clug. Was erzählen die Körper bei Ihnen? Nach Wissenschaftlern kommunizieren wir im täglichen Leben weit mehr mit dem Körper als mit Worten. Im Stück geht es daher nicht um eine Geschichte, sondern um das, was mit und zwischen Körpern

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passiert. Der Begriff Beziehungen ist hier sehr abstrakt gefasst. Neben Form und Ästhetik wird im Stück vor allem auch die ein Balanceakt erforscht, eine Wanderung entlang eines Grats, bei der schnell etwas nach links oder rechts in den Abgrund abkippen kann. Mich interessiert der Moment kurz vor dem Abkippen und dessen Dauer. Was inspiriert Sie dazu? Musik ist wichtig. György Ligeti schuf faszinierende, aber auch anstrengende Kompositionen, ihn werde ich für Körpersprache verwenden – in Verbindung mit Bonnie Prince Billie. Musik muss das aufnehmen, was ich ausdrücken will. Die Angst, die Befürchtungen, die Unsicherheiten der Welt müssen eine Form finden, denn Angst ist eine der Triebfedern meines Schaffens. Insofern ist das Studio, in dem wir jeden Morgen proben, auch der Ort der Sicherheit und der Lebendigkeit. Choreografieren ist Lebenselixier, ohne das ich nicht sein kann. Kann Kunst die Gesellschaft verändern? Das ist vielleicht zu viel erwartet. Aber wenn Kinder jung mit Theater oder Kunst in Berührung kommen, kann das durchaus bewirken, dass sie für die wichtigen Dinge des Lebens, für Menschlichkeit und Respekt sensibilisiert werden. Theater ist lebendig, da agieren Menschen zum Greifen nah – anders als Fernseh- und Computerbilder. (pam)

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Neues Kommunales Kino Stuttgart

Bloß Schulterklopfen und nicht mehr? Die Hoffnungen waren groß. Die Mitglieder des Vereins »Neues Kommunales Kino Stuttgart« hatten sich ins Zeug gelegt, der Landeshauptstadt ein vorläufiges Konzept vorgelegt, Veranstaltungen zum Thema organisiert und emsig die Werbetrommel gerührt. Nun steht die Initiative faktisch vor dem Aus. Der Antrag auf institutionelle Förderung ab dem Doppelhaushalt 2012/13 wurde bei den Haushaltsberatungen Mitte Dezember vom Gemeinderat nicht berücksichtigt, obwohl die Initiatoren ihre finanziellen Forderungen für den Aufbau des Kokis erheblich eindampften. »Über zwei Jahre lang gab es für unsere Initiative Schulterklopfen«, so Christian Dosch, Leiter der Film Commission Region Stuttgart, der auch stellvertretender Vorsitzender des Vereins ist. »Nun hängen wir wieder in der Luft.« Dabei hatte das Land gerade eine mögliche Kofinanzierung geprüft. „Es sah gut aus“, so Dosch. Nun habe man sich sogar gedrückt, das Projekt »öffentlich zu beerdigen«, ist sein bitteres Resümee. Es gibt zwar noch einen Topf mit 400.000 Euro für Kulturprojekte, die bislang nicht Gehör fanden. Anfang Februar sollen diese Gelder verteilt werden. Aber in der Summe benötigen sie etwa das Doppelte. Klar ist daher jetzt schon, dass für das Neue Kommunale Kino die vom Verein angedachte Förderung nicht erfüllt werden kann. Deshalb wollen sich die Macher neu sortieren und über die Sinnhaftigkeit des Projekt unter diesen Umständen nachdenken. »Ich hoffe nur, dass sie trotzdem am Ball bleiben«, so Monika Wüst, kulturpolitische Sprecherin der SPD, die sich bis zuletzt für die Initiative einsetzte. Klar ist, auch Stuttgart muss sparen. Doch die Landeshauptstadt muss sich entscheiden, ob sie sich vom Gedanken, einen attraktiven Standort für die Filmszene zu bieten, verabschieden will. (eva)

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TanzTheaterMusikSzene

Die Stunde der Begegnung Ein Platz. Menschen schlendern und eilen – in Gruppen, als Paar, allein. Sie begegnen sich, verlieben sich, erleben Freude, Schmerz oder Schrecken. Es sind namenlose Figuren, die das alltägliche Leben der Gesellschaft widerspiegeln in Peter Handkes Werk »Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten«. Das Besondere: Handkes Theaterstück kommt gänzlich ohne Text aus. Lediglich 60 Seiten Regieanweisungen gibt der Autor Theaterschaffenden an die Hand – das Spiel steht im Vordergrund. Fabian Chyle, Choreograf und Gründer des Künstlernetzes Crossover Art Concepts COAC, hat diese zur Vorlage für Tanz und Performance in seinem Stück »Platzregen« genommen, das am 11. Februar im Theaterhaus Premiere feiert. Er hinterfragt darin die Dynamik des Platzes, das Verhältnis vom Einzelnen zur Gruppe, und was am Ende vom Platz übrig bleibt. Mit »Platzregen« schließt Chyle sein vierteiliges »Projekt H«, in dem seit 2009 mit Komponisten und Interpreten der Neuen Musikszene Werke von Handke in tänzerische und musikalische Aktionen umsetzte, ab. »Platzregen« findet im Rahmen von ECLAT statt. Beim Festival für Neue Musik Stuttgart, das vom 8. bis 12. Februar im Theaterhaus stattfindet, sind 17 Uraufführungen zu erleben, meist steht das Klavier im Fokus. An zweien ist das Experimentalstudio des SWR beteiligt, zwei bestreiten das SWR Vokalensemble Stuttgart, als Gäste sind das oenm aus Salzburg, das trio accanto und das Stadler Quartett zu hören. Beim Festival erklingen Werke unter anderem vom Clara Maida, Gordon Kampe, Madeleine Ruggli, Alvaro Carlevaro oder Brian Ferneyhough. Am 2. März folgt dann im Theaterhaus eine weitere Premiere: Das in-

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ternationale Tanz- und Musikensembles Flamencos en route interpretiert »Orpheus. Eurydike. Das Paradies.« in zeitgenössischem, die Genres übergreifenden Flamenco. Erstmals gezeigt wird im FITZ! Stuttgart indes das Figurentheater »Entschlüsselung des menschlichen Gnoms« am 23. Februar. Stefanie Oberhoff, Lambert Mousseka, Hubert Mahela spielen unter der Regie von Robert Steijn die »Tragödie aus Ton«, in der ein unzufriedener Gott nochmals bei Null anfängt, um einen neuen Prototypen des Menschen zu erschaffen. Mit Mythologischem anderer Art beschäftigt sich die Theaterkompanie Meyer & Kowski alias Thomas Klee, Susanne Reifenrath und Marc von Henning. Am 23. März zeigen sie »Das letzte Lied« beim Koproduzenten Rampe. Darin geht es um den Schauspieler Jeff Zach, der zwei Mal bisher Zeuge kurz vor dem Tode aufblühenden Lebensgeister wurde: auf dem Abschiedsfest eines Komikers und Mörders kurz vor seiner Hinrichtung und im Altersheim, als ein achtundneunzigjähriger Begräbnisviolinisten aus seinem Leben berichtete. Lebendig wird es auch im Schauspielhaus, das nach verlängerter Sanierungszeit, die allerdings noch nicht abgeschlossen ist, wiedereröffnet. Ab 17. Februar hinterfragt dort Intendant Hasko Weber in Friedrich Schillers »Don Karlos«, ob und wie der Mensch politisch und persönlich frei handeln kann. Ab 18. Februar folgt Jean-Paul Sartres »Das Spiel ist aus«. Sebastian Baumgarten führt Regie bei dem bekannten Stück über das Liebespaar Eva und Pierre, die im Jenseits eine Chance für ihre Liebe bekommen. Nebenan im Opernhaus, bringt Intendant und Dramaturg Jossi Wieler mit Sergio Morabito zwei Meisterwerke, die gemeinhin als unaufführbar gelten, auf die Bühne: »Die glückliche Hand / Schicksal (Osud)« von Arnold Schönberg / Leoš Janáček handeln von einem Künstler, der sich dem Glück des Scheiterns und dem Gelächter einer unsichtbaren Menge preisgibt sowie von einem fiktiven Komponisten, der an seiner Oper arbeitet. Die Premiere ist am 11. März. (pam)

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BühnenSzene

Gedanken zu einer Baustelle Sie wurde vor drei Jahren gegründet mit dem Ziel, ein Kompetenzzentrum Tanz für ganz Baden-Württemberg umzusetzen. Das ist noch nicht erreicht. Dennoch hat die Interessensgemeinschaft Tanz in Baden-Württemberg, kurz TanzSzene BW, in der 25 Einrichtungen der freien Szene sowie Stadt-, Landes- und Staatstheater sich regelmäßig an Runden Tischen austauschen, Einiges bewegt. Nicht nur, dass sie im nationalen Dachverband Tanz eine Stimme hat, im März erscheint die Bestandsaufnahme von »Tanz und Schule«. Sie gibt erstmals einen Landesüberblick über Tanzprojekte in Schulen. Auch alle Bühnen wurden verzeichnet, die für den Tanz geeignet sind. Gerade den freien Künstlern mangelt es an Aufführungsorten. »Weil sie den Körper als Instrument nutzen, haben Tänzer ganz spezifische Bedürfnisse«, sagt Sprecherin Bea Kießlinger. »Die TanzSzene unterstützt gebündelt und effizient die Tanzschaffenden im Land – mit Beratung, Fortbildung und Netzwerken.« Und hoffentlich bald mit einem Kompetenzzentrum Tanz. Seinen Ort hat das Schauspiel Stuttgart eigentlich bereits – ganz frisch, aber mit zahlreichen Mängeln – saniert. Die derzeitige bauliche Situation lässt es daher nicht zu, dass am 12. Februar wie geplant das Schauspielhaus an Intendant und Ensemble feierlich übergeben werden kann. Diese machten aus der Not eine Tugend und laden – nach den Eröffnungspremieren am 17. und 18. Februar – am Sonntag, 19. Februar, ab 12 Uhr zum Tag der offenen Tür. Dort ist unter anderem Harald Schmidt zu erleben, der unter dem Motto »Dichtung und Wahrheit. Gedanken zu einer Baustelle« mit dem geschäftsführenden Intendanten Marc-Oliver Hendriks sowie mit dem Schauspielintendanten Hasko Weber parliert. (pam)

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BLAUE NOTIZEN VON THOMAS KLINGENMAIER

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FILMSTILLS

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SINGEND IN DIE WOLGA

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BILDERGESCHICHTEN VON OLIVER STENZEL

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LESESTOFF

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Blaue Notizen von Thomas Klingenmaier

Blind Blake and the Royal Victorian Hotel Calypsos: Bahamian Songs

Wenn man auf einem kleinen Schiff Stress mit den anderen an Bord bekommt, wird es schnell wirklich übel. Man kann einander ja kaum ausweichen. Wenn Alphonso Higgs alias Blind Blake, ein Banjospieler und Sänger von den Bahamas, von der Schaluppe »John B.« erzählt und wie gern er jetzt schon daheim wäre, dann spürt man das unablässige Rollen des Decks in der Musik, auch das Wanken des Seemanns an Land, das durch Alkoholgenuss nicht besser wird. »Oh let me go home«, das ist eine ziemlich ironische Zeile, weil nie klar wird, wo dieses sichere, behütende Zuhause denn sein soll: weder Landgang noch Seefahrt bieten dem Helden des Lieds, dem beim Feiern an Land gleich mal die neue Hose platzt, sonderliche Erfolgserlebnisse. 1966 landeten die Beach Boys mit ihrer Variante von »Sloop John B.« einen Welthit, der dann erfolgreich alle Vorgängerversionen des Folksongs aus dem kollektiven Gedächtnis schoss, erst recht jene des Calypso-Musikers Blind Blake von 1952. Was nicht heißen soll, dass der Mann selbst in Obskurität sein Dasein fristete. Auf den Bahamas war er eine Institution, seine Band einer der Top-Acts der Fünfziger: »Blind Blake and the Royal Victoria Hotel Calypsos«. In den siebziger und frühen achtziger Jahren schickte das Ministerium für Fremdenverkehr Blakes Band an den Flughafen von Nassau, um die ankommenden Touristen zu beschallen. Die mögen sich gefreut haben, ohne groß wahrzunehmen, welches Kulturdialogprojekt da präsentiert wurde. Blake Alphonso Higgs ist 1915 in Matthew Town zur Welt gekommen. Mit Sechzehn verlor er sein Augenlicht, was ihn nicht hinderte, schnell einer der bekanntesten und einflussreichsten Musiker des Inselstaats

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zu werden. Denn Higgs war ein Meister der freundlichen, entspannten Aneignung. Er filterte aus der Musik der USA, des großen Nachbarn, und Englands, der kulturell und politisch bestimmenden Verwaltungsmacht, heraus, was ihm gefiel, und brachte es mit westindischer Musik zusammen. So kann, wer es detektivisch angehen will, in der Musik des 1986 Verstorbenen Spuren des Jazz und Pop der dreißiger Jahre suchen, von Blues und Country, von britischer Music Hall und englischen Hotelentertainern. Selbst Higgs‘ Künstlername – seinem Nachruhm und der Auffindbarkeit seiner Aufnahmen mag das nicht gut getan haben – war eine Leihgabe. Einer der großen afroamerikanischen Bluesgitarristen, dessen Fingertechnik noch viele Generationen weißer Zupf- und Zirbelmachos Demut lehren sollte, hieß so: Blind Blake. An der Musik von Blind Blake and the Royal Victorian Hotel Calypsos kann aber noch mehr faszinieren, das nahtlose Ineinander von scheinbar unbeschwerter Lebensfreude und grimmigen Geschichten. Wie der Blues erzählt der Calypso Geschichten von unten, schildert die privaten Triumphe und Niederlagen der kleinen Leute, kommentiert aber auch Weltgeschehen, Klatsch und Promis. Sturmfluten, Eifersuchtsmorde, Alkoholismus und Armut sind ebenso Thema wie Liebesschwüre und Partylaune. Aktuell ist die zwölf Songs umfassende Vinyl-LP »Blind Blake and the Royal Victoria Hotel Calypsos« von Moi J'Connais Records erhältlich und die CD »Bahamian Songs« bei Megaphone. Letztere hat es in sich: 28 Titel, darunter »Love, Love Alone« über die Abdankung des englischen Königs Edward VIII 1936, der unter der Krone die geschiedene Wallis Simpson nicht hatte heiraten dürfen. Als Herzog von Windsor wurde Edward, ein durch und durch unsympathischer Rassist und Nazisympathisant, 1940 Gouverneur der Bahamas. Blind Blake ist vor ihm mit dem Liebeslied aufgetreten, Edward soll es zufrieden abgenickt haben. Das muss eine bizarre Szene gewesen sein, spürte der ExKönig doch vor allem Verachtung für die einheimische Bevölkerung. Aber vielleicht hat er damals ja einen Hauch der Geschichte gespürt, die Ahnung, dass als einzig Interessantes von ihm dieses Lied eines schwarzen Banjospielers bleiben würde.

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Nach Familien der rechtswidrigen suchen in den Trümmern Zwangsräumung. ihrer abgerissenen Frau mit Kind Häuser in Sihanoukville, in Dey Krahorm nach Habseligkeiten, Februar Januar 2009 2008 © © www.nicolasaxelrod.com Amnesty International

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ZwangsräuMungen gehören weltweit für tausende ZuM alltag.

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Wir setzen uns für die Rechte dieser Menschen ein. Mitmachen! www.amnesty.de/wohnen

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19. 1 1. 2011 – 1 4. 1 0. 2012 180°: DIE SAMMLUNG IM  KUBUS   26. 1 1. 2011 – 09. 04. 2012 MICHEL MAJERUS    03. 03. –  0 9. 04. 2012 FRISCHzELLE _16: BJöRN BRAUN    05. 05. –  0 7. 10. 2012  R ASTERFAHNDUNG. DAS RASTER  IN DER KUNST NACH 1945   16. 06. –   0 7. 1 0. 2012  SAMMLUNG RUDOLF UND BERTHA FRANK   07. 07. –   07. 10. 2012  HANS-MOLFENTER-PREIS: GEORG WINTER   10. 11. 2012 – 07. 04. 2013 DAS AUGE DER WELT.  OTTO DIX UND DIE NEUE  SACHLICHKEIT 1920–1945    AB 17. 11. 2012 360°: DIE RÜCKKEHR DER SAMMLUNG

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FILMSTILLS

Science-Fiction: Das orakelnde Kino Ihr müsst Neues schaffen, sonst macht die Bude zu! ? Ab und zu einen Weltuntergang, das ist zwar nicht neu, aber dank famoser, immer extravaganteren Spezialeffekten irgendwie doch. »2012« – eine Vision, die uns zeigt, wie das von den Mayas prophezeite Ende der Welt sich so gestaltet? Daran glauben wohl weder die heutigen Vertreter des indigenen Volkes noch Regisseur Roland Emmerich. Nichtsdestotrotz hat er den Film gedreht, der sich – na hoffentlich – bald selbst überholen wird. So ging es auch dem ersten sogenannten Science-Fiction, der »Reise zum Mond« von George Méliès aus dem Jahr 1902. Dort besteigen sieben adrett gekleidete Herren eine Raumkapsel und schaffen es, dem Mond direkt ins Auge zu fliegen. Science-Fiction bedeutet etwas technisch und gesellschaftlich Mögliches, damit unterscheidet er sich von Fantasy und Horror. Phantastische Maschinen und Raumfahrt mit steifen Zylindern waren damals fiktiv, sind aber, wie man heute weiß, prinzipiell möglich. So manch ein Filmprojekt wurde nach der Mondlandung 1969 notgedrungen ad acta gelegt. Die Filme sind eben immer auch Kinder ihrer Zeit – was bei ihnen besonders auffällt, da sie eigentlich vorgeben, es nicht zu sein. 1902 bildete die Industrialisierung, Fortschritte im Verkehrswesen und eine allgemeine Beschleunigung des Lebens die Grundlage: Höher, weiter, schneller! Neben einigen Utopien gibt es im Science-Fiction immer auch viele Dystopien, die uns mahnen und warnen: Seht her, was geschieht, wenn ihr euch weiter so verhaltet: Beispielsweise Müll ins Meer werft oder weiter die Luft verpestet. Ein fast schon religiös-moralischer Zeigefinger, ähnlich dem Jüngsten Tag, der als Damoklesschwert über der gläubigen Menschheit schwebt. Ein solches ist auf fantastisch fatalistische Weise Gemeinschaft bildend: Wenn die ganze Erde untergeht, sind wir alle dran. Und mit einem Mal sitzen wir alle im gleichen Boot: Ist die Globalisierung also doch nicht so schlimm? Eventuell ist das die Botschaft von »2012«? Egal, Kino ist auch deshalb so schön, weil da etwas zerstört wird, ohne dass es tatsächlich kaputt geht. (Nora Moschuering)

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Seltsame Schauplätze

Kinderbücher und mehr von Ina Hochreuther Wir können alles verlieren oder gewinnen Ein unheimliches Ambiente entwirft die finnische Autorin Seita Parkkola in ihrem Roman »Wir können alles verlieren oder gewinnen«. Eine neue Schule bietet dem zwölfjährigen Taifun angeblich die letzte Chance, ein besserer Mensch zu werden. Dabei ist er völlig in Ordnung, verspürt nur einen starken Freiheitsdrang. Skaten und Graffiti sprühen sind seine großen Leidenschaften, die ihm prompt verboten werden. Dabei bauen die Erziehungsmethoden in der Schule auf Überwachung, Strafen und Unterdrückung. Nach und nach stellt sich heraus, dass diese Mechanismen auch in der Gesellschaft wirken. Als Taifun in einem leer stehenden Fabrikgebäude auf die gleichaltrige India und ein paar Kinder um sie herum trifft, beginnt er, sich gegen das System zu wehren. Im Kern handelt es sich bei diesem faszinierenden Buch um eine realistische Geschichte, die allmählich dystopische Züge annimmt. Fesselnd erzählt, gibt sie uns als Lesern die Hoffnung mit auf den Weg, dass Widerstand gegen Unrecht immer möglich ist. A. d. Finnischen von Elina Kritzokat, Beltz & Gelberg Verlag 2012, 334 S., € 14,95. Ab 12.

Versehrt

Der achtzehnjährige Soldat Matt Duffy erwacht in einem Militärkrankenhaus in Bagdad. Schädel-HirnTrauma lautet die Diagnose. Erinnerungsfetzen quälen ihn. Mit einem Kameraden geriet er in eine Schießerei, in die auch der kleine irakische Junge Ali verwickelt war, mit dem er sich angefreundet hatte. Trägt Matt womöglich Schuld an dessen Tod? Patricia McCormicks beeindruckender Jugendroman »Versehrt« wirkt nahe-

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zu dokumentarisch und geht unter die Haut. Knapp und präzise erzählt sie von Friedensbemühungen, Terror und Krieg sowie davon, wie sich der junge Mann zurück ins Leben kämpft und versucht die komplizierte Wahrheit zu ergründen. A. d. Amerikanischen von Alexandra Ernst, Fischer Schatzinsel 2011, 192 S., € 13,95. Ab 14.

Das Geheimnis von Ashton Place – Aller Anfang ist wild Penelope Lumley tritt ihre erste Stelle an. Das junge Mädchen soll als Gouvernante drei Kinder im herrschaftlichen Anwesen von Lord und Lady Ashton auf dem Land unterrichten. Doch die Aufgabe gestaltet sich völlig anders als gedacht. Denn die drei Geschwister, zwischen fünf und zehn Jahren alt, stellen sich als kleine »Wilde« heraus, von Wölfen aufgezogen und bei einer Jagd von Lord Asthon entdeckt und eingefangen. Das ist längst nicht das einzige »Geheimnis von Ashton Place«, wie sich bald zeigt. Maryrose Woods frischer, humorvoller Kinderroman spielt zu Beginn des 19. Jahrhunderts in England. Geschickt verknüpft sie im Sprachduktus Wertvorstellungen und Verhaltensregeln aus jener Zeit mit unserer Gegenwart. Ihre Heldin Penelope handelt vordergründig vernunftbetont, lässt sich aber letztendlich von ihrer Intuition leiten. Das führt zu skurrilen, spannenden und sehr witzigen Momenten. Und es ist ein Glück für die aufgeweckten Kinder, denen nicht alle so wohlgesonnen gegenüberstehen, wie man es eigentlich erwarten sollte … Wir freuen uns schon auf die angekündigte Fortsetzung! A. d. Amerikanischen von Eva Plorin, Thienemann Verlag 2012, 287 Seiten, € 12,95. Ab 10.

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Bildergeschichten von Oliver Stenzel

Von Moore bis Miller: Comics und Occupy Allzu oft kommt es wohl nicht vor, dass sich ikonografische Elemente aus Comics, sofern es sich nicht um Merchandising handelt, in der Realität breit machen. Im Rahmen der Occupy-Bewegung erlebt man gerade aber eben dies: Die von vielen Aktivisten getragenen Guy-Fawkes-Masken haben ihr direktes Vorbild in der Comic-Serie »V for Vendetta«, die Comicautor Alan Moore und Zeichner David Lloyd ab 1982 schufen. In der Serie, heute ein Meilenstein der grafischen Literatur, trägt diese Maske der anonyme Held »V«, ein anarchistischer Terrorist, der gegen die Machthaber in einem postnuklearen, zum faschistischen Überwachungsstaat gewordenen Großbritannien kämpft. Historikern dürfte schwindlig werden angesichts des damit verbundenen Konnotationswandels der Figur des Guy Fawkes. Jener war ein katholischer britischer Offizier, der mit einigen Mitverschwörern am 5. November 1605 das englische Parlament in die Luft sprengen und dabei König Jakob I. töten wollte – die Unterdrückung von Katholiken im damaligen England war das Motiv. Das Attentat scheiterte, Fawkes wurde hingerichtet, und im Gedenken an den »Gunpowder Plot« werden heute noch jährlich am 5. November Fackelzüge in England veranstaltet, bei denen unter anderem Guy Fawkes-Puppen verbrannt werden. Eine eher negativ wahrgenommene Figur, sollte man meinen, doch für Moore und Lloyd offenbar genau die richtige. In »V for Vendetta« geht es um ein Regime, in dem, wie unter Jakob I. die Katholiken, »Abweichler« scharf verfolgt werden: Schwarze, Pakistanis, Homosexuelle und Sozialisten werden in Konzentrationslager gesperrt. Dagegen kämpft der Anarchist »V« mit den gleichen Mitteln wie Guy Fawkes, mit Sprengstoff, nur erfolgreicher: Gleich im ersten Band der Serie jagt er das Londoner Parlament in die Luft. Für eine Popularisierung der Maske sorgte vermutlich auch James McTeigues Verfilmung von »V for Vendetta« aus dem Jahr 2006. Ge-

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messen an der inhaltlichen Komplexität der Vorlage ist die zwar nicht sonderlich gelungen, visuell dennoch teilweise beeindruckend geraten, insbesondere die Bilder der in London demonstrierenden Massen, die allesamt Guy Fawkes-Masken tragen und allein durch ihre Menge das gegen sie eingesetzte Militär zur Aufgabe zwingen. Der Sprung in reale Protestbewegungen ist da nicht mehr weit; zunächst adaptierte die Netzbewegung »Anonymous« die Maske als Symbol, dann die Occupy-Aktivisten. Deren Protest bedient sich nun erneut des Mediums Comic und © DC Comics wirkt auf es zurück: US-Zeichner und -Autoren wollen einen Sammelband über die Occupy-Bewegung herausbringen, die Einnahmen des Projekts sollen dabei direkt an die Demonstranten zurückgehen. Gewonnen werden konnten dabei unter anderem schon so bekannte Künstler wie Charlie Adlard, Steve Niles und Eric Drooker, der aktuelle Stand ist auf der Internetseite occupycomics.com zu verfolgen. Keine Beiträge dürften indes von Frank Miller (»Sin City«) zu erwarten sein. Die Comic-Legende zog Anfang November 2011 in seinem Blog (www.frankmillerink.com) wüst über die Demonstranten her: Occupy sei nichts als »ein Haufen Rüpel, Diebe und Vergewaltiger«, der nichts mit einer Volksbewegung zu tun hätte. Stattdessen sollten die Okkupisten erkennen, dass Amerika momentan im Krieg mit einem »ruthless enemy« sei, nämlich Al-Quaida und Islamismus, und er rät ihnen, in die Armee einzutreten (»Maybe our military could whip some of you into shape.«). Die Tiraden passen gut zu seinem neuen, inhaltlich wie

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zeichnerisch recht kruden Comic »Holy Terror«, in dem er einen »The Fixer« genannten Superhelden tumbe Islamisten im Dutzend niederballern lässt. Millers Anti-Occupy-Tiraden führten jedenfalls zu zahlreichen wütenden Reaktionen in Comic-Foren und -Blogs, Zeichner kommentierten seine Worte satirisch in Comicform: Bei Ty Templeton wird Miller, während er seinen Kopf in seinen Hintern steckt, von einem Cartoon-Hasen interviewt, der mit den Worten schließt: »I used to love you, Frank.« (www.tytempletonart.wordpress.com/2011/11/13/ ). Und Richard Pace zeichnet Miller, im Stile von dessen »Dark Knight«, als »The Dick Knight«, der vor dem Fernseher sitzend über die Welt schimpft (http:// burningmonster.blogspot.com/2011/11/miller-time-out.html). Dass sich erst jetzt viele Miller-Fans ob seiner chauvinistischen und rassistischen Blog- und Comic-Ergüsse entsetzt von ihrem Idol abwenden, erstaunt aber doch; Tendenzen hierzu hatte der Zeichner und Autor schon länger, spätestens in dem 1998 erschienenen Comic »300« über die Schlacht an Thermopylen, gezeigt. Während Miller ab Ende der 1970er Popularität erlangte, weil er Superhelden wie Daredevil und Batman dekonstruierte und als ambivalente Figuren darstellte, sein Meisterwerk »Sin City« zudem eine reichlich nihilistische Grundhaltung zeigt, war an seinen Helden in »300« kaum noch etwas ambivalent; hier gab es eindeutig »Gute«, die gegen barbarische asiatische Horden kämpften. Die faschistoide Verherrlichung der spartanischen Kultur, die das vermeintlich »lebensunwerte Leben« im eigenen Volk ebenso wenig schont wie das der Feinde, verteidigten bei Veröffentlichung des Bandes manche Fans noch damit, es handele sich wie bei »Sin City« nur um eine Stilisierung und damit Brechung. Inzwischen sollte der letzte erkennen, dass bei Miller nicht mehr allzu viel gebrochen wird.

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Lesestoff

Was Kulturmacher lesen Seit einiger Zeit lese ich »Cloud Atlas« des britischen Autors David Mitchell, die miteinander verknüpften Geschichten darin lassen den Leser permanent durch verschiedene Zeitzonen reisen. Da wir am 10. Dezember unsere erste Auktion im Künstlerhauses hatten, suchte ich Tipps für dieses Event und stieß dabei auf Michael Reids »How to Buy and Sell Art« – dieses Buch macht wirklich Spaß. Im Allgemeinen habe ich Adnan Yildiz, Leiter des stets die Gedichte des »Mesnevi« bei mir, die der per- Künstlerhauses Stuttgart. sische Poet Rumi im 13. Jahrhundert schrieb, sowie den Koran. So fühle ich mich überall, wo ich hingehe, zuhause.

Buchtipps der SuR-Redaktion Der Dürer-Verführer Rolf Vollmann ist bekannt dafür, seine Mitmenschen in Streifzügen durch das Werk weltliterarischer Autoren zu begleiten. Nun hat er sich das Kupferstichwerk des vielleicht berühmtesten deutschen Künstlers, Albrecht Dürer, vorgenommen, um nicht allein den Leser, sondern auch den Betrachter die Kunst zu lehren, sich lustvoll in ein Kunstwerk zu vertiefen. Genau genommen besteht »Der Dürer Verführer« (Knaus Verlag, 2 Bde., € 59,99) aus hundert Einzel-Verführungen, in denen der in Tübingen wohnende Autor frei von der Leber weg und doch fundiert seine Faszination für den Renaissance-Meister vermittelt. Die getrennten Bild- und Textbände erlauben es zugleich zu schmökern und zu schauen. (gb)

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Jürgen Glocker

Q Fotos und Haiku Edition Isele

Edition Isele

Mit »Q« legt Jürgen Glocker einen Band vor, in dem es um größtmögliche Lakonie und Verdichtung geht. Die Fotos zeigen Kühe in ihrem landschaftlichen Umfeld, machen ihre Schönheit, aber auch ihre Verletzlichkeit sichtbar. Die Haiku bieten demgegenüber Augenblicksaufnahmen vom Schmutz und vom Glanz der Städte, vom Leben und Sterben der Menschen. Mit der Gegenüberstellung von Mensch und Tier, von Stadt und Land, Kunst und Natur regt Jürgen Glockers Buch dazu an, darüber nachzudenken, warum wir leben, wie wir leben, weshalb wir so und nicht anders mit Mensch und Tier, mit der Welt, mit uns umgehen. Durch die bewusste Reduktion der sprachlichen und fotografischen Bilder geht von diesem TextBild-Band ein großer ästhetischer Reiz aus, der immer wieder zum Lesen und Blättern einlädt.

Jürgen Glocker . Q

Die W-Fragen auf der »Q«-Weide

Jürgen-Umschlag.indd 1

Mit der Kamera streifte Jürgen Glocker durch den Südschwarzwald und hielt die scheinbar heile Welt auf den Weiden fest: Der Autor konfrontierte Schwarzweißfotos von Kühen mit Gedichten voller Müll, Stadt und Tod. Als Form der Texte unter dem lautmalerischen wie programmatischen Titel »Q« (Edition Iseli, € 20) wählte er das japanische Haiku, das in der lakonischen Kürze seiner 17silbigen Dreizeiler einen melancholischen Grundtenor anstimmt. Statt einer philosophischen Betrachtung zur Kirschblüte erwartet den Leser ein Fragenkatalog im Sinne des römischen Schriftstellers Quintilian nach dem Warum des menschlichen Handelns, dessen Beantwortung mal hintergründig-ironisch oder sarkastisch, mal schlicht unterhaltsam und bedenkenswert ausfällt. Von dort aus führt dann der Weg zu den keineswegs bloß illustrativen Kühen, deren Verletzlichkeit und bezaubernde Schönheit selbst wie bildgewordene Haikus erscheinen. (gb)

Ab jetzt ist Ruhe – Roman meiner fabelhaften Familie Erwachsen geworden ist sie in einem Land, das nicht mehr existiert: Marion Brasch wählt den Gute-Nacht-Spruch ihrer Mutter »Ab jetzt ist

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Ruhe« als Titel und Leitmotiv für eine eher bewegte und zudem sehr bewegende Familiengeschichte aus der DDR. Autobiografisches, Fakten und Fiktion vermischen sich im ersten Buch der freien Rundfunkjournalistin. Ohne Namen zu nennen, erzählt sie anschaulich, frisch und oft mit Witz von nicht gerade leichten Schicksalen (S. Fischer 2012, 400 S., € 19,99). Ihre jüdischen Eltern zogen nach dem Krieg aus dem Londoner Exil nach Ostberlin, wo der dominante Vater seine Ideale als Politiker realisieren wollte. Zu ihren inzwischen verstorbenen älteren Brüdern, darunter Thomas Brasch (»Vor den Vätern sterben die Söhne«), hatte die 1961 Geborene ein herzliches, aber nicht immer unproblematisches Verhältnis. Kein Enthüllungsroman, sondern ein subjektives, quicklebendiges, sehr lesenswertes Stück Zeitgeschichte! (hoc)

8.- 11.3.2012 www.art-karlsruhe.de

Marion Brasch liest am 29.3. um 20 Uhr in der Tübinger Osianderschen Buchhandlung.

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KUNSTSPAZIERGANG IN DER REGION

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THE WINNER IS …

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ART KARLSRUHE

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MIT EINER STIMME MEHRHEIT

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ERFAHRUNGS-RÄUME

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TANZ IN DER REGION

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Kunstspaziergang in der Region Kykladen aus der Nähe

Bekannt sind die faszinierenden, 5000 Jahre alten Marmor-Idole von den Kykladeninseln, die vor allem im 20. Jahrhundert Künstler wie Brancusi beeinflusst haben. Doch trotz der modernen Anmutung geben sie noch immer große Rätsel auf. Die Ausstellung im Karlsruher Schloss beleuchtet nicht nur die Kunst in der Ägäis anhand von Leihgaben aus ganz Europa, sondern sie nähert sich auch der bronzezeitlichen Lebenswelt an. (gb) Karlsruhe, Badisches Landesmuseum, Schloss, bis 22.4., www.landesmuseum.de

Joachim Schmids Bilderwelten

Angefangen hat der Fotorecycler Joachim Schmid mit der Auswertung vorgefundener und zugesandter Fotos, mittlerweile bezieht er die digitalen Datenbanken mit ein. Er klopft Unmengen von Bildvorlagen nach ästhetischen und thematischen Gesichtspunkten ab, um Aussagen über kollektive oder individuelle Erinnerungen unabhängig von der eigenen Person zu treffen. Banales, Bekanntes, Bewährtes drängt sich in vernetzter Form an die nicht originale, aber originelle und unverwechselbare Oberfläche des öffentlichen Interesses. (gb) Mannheim, Zephyr, bis 15.4., www.rem-mannheim.de/museen/zephyr-raum-fuer-fotografie

Zitate im Kopf

Die Galerie der Stadt Backnang bietet einen Einblick in das vielfältige Schaffen der Malerin, Zeichnerin und Installationskünstlerin Isabel Kerkermeier. Ob sie in farbberauschten Gemälden schwelgt oder ihre Objekte in nüchterner Stringenz konstruiert, oder ob sie zeichnerisch klare Zitate streut – sie beherrscht das Genre in bewundernswerter Weise. Statt einen persönlichen Stil zu entwickeln, formt sie nach einer postmodernen Ästhetik Weltbilder, die ihren soziologisch-ornamentalen Gehalt aus den neuen Medien, der Werbung oder dem Comic be-

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zieht. Der spielerische Umgang mit Zitaten macht Kerkermeiers Kunst zur Entdeckungsreise im Kopf. (gb) Galerie der Stadt Backnang, 25.2.–22.4., www.galerie-der-stadt-backnang.de

Reality and fantasy Moritz Baumgartls fiktive Szenerien sind phantastisch im wörtlichen wie umgangssprachlichen Sinne: Als künstlerischer Erbe der Surrealisten ist er ein Mitinitiator der phantastischen Figuration, der mit unbändiger Ironie gesegnet ist, ohne den tiefen Ernst zu vernachlässigen: Der Psychoanalytiker C. G. Jung gehört genauso zu seinen persönlichen Heiligen wie Franz Kafka, Albrecht Dürer genauso wie René Magritte. Der Ludwigsburger Kunstverein widmet Baumgartl eine Werkschau. (gb) Ludwigsburg, Kunstverein, bis 4.3., www.kunstverein-ludwigsburg.de

Momente der Performance Selten wurde die Geschichte der Performance so umfangreich aufgearbeitet wie in der jüngsten Ausstellung im Karlsruher ZKM. Das ist kein einfaches Unterfangen, lebt diese Kunstform doch auch von der Vergänglichkeit ihrer Darstellung. Deshalb geht es in der Schau auch um die Reflexion über die Präsentationsmöglichkeiten jener Kunst, die in den unruhigen Zeiten der 1960er und 1970er Jahre ihre Blütezeit feierte. Im badischen Musentempel der neuen Medien entsteht während der Ausstellung eine performte Geschichte in zehn Stationen. (gb) Karlsruhe, ZKM, 8.3.–29.4., www.zkm.de

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Dimensionen im Raum Das bildhauerische Werk von Erich Hauser ist abstrakt, doch immer auch der Natur verpflichtet. Das ist kein Widerspruch: Hauser orientierte sich anfangs an vegetativen Formen, um sich im Zuge wachsender Abstrahierung und Geometrisierung von architektonischen Elementen wie der Säule oder Naturphänomenen wie kristallinen Strukturen inspirieren zu lassen. Dabei fand der 2004 gestorbene Bildhauer zum absoluten Wesen der Plastik und zu Fragestellungen, die die Skulptur im Raum verorten. (gb) Schwäbisch Gmünd, Prediger, 2.3.–6.5., www.schwaebisch-gmuend.de

Heinrich Friedrich Füger entdecken Was zunächst den Anschein von Heimatpflege hatte, entpuppte sich als vielgepriesene Schau der Extraklasse: Heinrich Friedrich Füger, kaum über die Grenzen seiner Heimatstadt Heilbronn hinaus bekannt, wird in der Kunsthalle Vogelmann mit einer großen Ausstellung geehrt. Ein Besuch macht schnell klar, dass der frühreife Maler, der sich in Rom und Wien vom Rokoko zum realitätsnahen Klassizismus entwickelt hatte, ein virtuoser Historienmaler und begnadeter Porträtist war. (gb) Heilbronn, Kunsthalle Vogelmann, bis 11.3., www.museen-heilbronn.de/kunsthalle/Fueger

DIE EMPEDOKLES SEQUENZ UND ANDERE BILDFOLGEN AUSSTELLUNG ULRICH BERNHARDT 4. MÄRZ – 28.MAI 2012

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The winner is …

Art Cologne wirbt mit ungewöhnlichen Mitteln Die Konkurrenz ist groß. Kunstmessen gibt es einige. Die Art Basel ist eine der wichtigsten, die erst vor zehn Jahren ins Leben gerufene Frieze Art Fair in London boomt. So sehr, dass die Macher die Messe nun auch in New York etablieren wollen. Sogar im Netz bekamen die Kunstmessen im vergangenen Jahr Zuwachs mit der VIP Art Fair, die zwar aufgrund einer Server-Überlastung gewaltig in die Hose ging, aber dennoch in diesem Jahr (vom 2. bis 8. Februar) wieder mitmachen und dieses Mal den Markt kräftig aufmischen will. Die Organisatoren wollen das Konzept gar noch erweitern mit drei zusätzlichen Messen, im April für Papierarbeiten, im Juli für Fotografie, und im September soll es eine VIP Vernissage geben. Indes, nicht überall sieht es rosig aus. Die Kunstmesse Düsseldorf wurde für 2012 abgesagt. Das Art Forum Berlin hatte im vergangenen Jahr eine Auszeit, will aber im Oktober wieder am Start sein, die Art Frankfurt gibt es seit 2008 nicht mehr. Die Art Cologne, älteste Kunstmesse der Welt, hält seit ihrer Gründung 1967 wacker durch. Nun haben sich Kreative der Kunsthochschule für Medien in Köln einen außergewöhnlichen Wettbewerb überlegt. Der Gewinner erhält einen eigenen ein Kubikmeter großen Ausstellungsplatz, an dem ausgestellt werden darf, was man will. Mitmachen kann jeder. Man muss sich lediglich im Internet unter http://www.facebook.com/artcologne einklicken und sich einen guten Spruch einfallen lassen, der mit »I am special, because …« beginnt. Alle Phrasen mit anderen Satzanfängen, seien sie auch noch so cool, haben keine Chance. Derjenige, der die meisten »Like it« aufweisen kann, gewinnt. Bis 20. März läuft der Wettbewerb. Je früher man dabei ist, desto größer sind die Chancen, zu gewinnen. (eva)

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art KARLSRUHE

Sehen und Sammeln

Die Schnapszahl von 222 Ausstellern ist schon mal erreicht – ob dann auch die Gläser klingen, wird man erst im Laufe dieser neunten Auflage der art Karlsruhe (Foto von 2011) sagen können, die vom 8. bis 11. März auf dem Messegelände in Rheinstetten den Besucherrekord von rund 45000 Menschen im vergangenen Jahr halten oder gar übertreffen will. Die Chancen sind nicht schlecht, hat sich die Veranstaltung seit Beginn 2003 doch stetig im Niveau und im Zuspruch gesteigert – und selbst so manche Konjunkturdelle hat die Messe nie ernsthaft in Frage gestellt. Ähnlich hochgestimmt hört sich das zwar auch in Basel an, wo die größte Kunstmesse des Kontinents zu Hause ist, und selbst die kleine Münchner Kunstmesse, immerhin die älteste in Deutschland, gibt sich regelmäßig zuversichtlich. Gegen die Schweizer anzukommen, versucht in der Großregion kein Konkurrent, wenn sich auch gerade die kleinen Standorte insgeheim wohl hoffnungsfroh an dem Messe-

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giganten reiben: Die art Bodensee als wackeres, wenn auch vielfach geschmähtes Kunstforum im Dreiländereck hat sich erst neuorientiert. Aber allein Karlsruhe konnte sich ein Profil erarbeiten, das die »art« für die Oberliga empfiehlt: die Publikationsbindung, die nunmehr 200 One-Artist-Shows und 20 Skulpturenplätze geben der Messe in Baden eine gewisse Sogwirkung, die noch weiteres Potential zu haben scheint. Einer Umfrage zufolge waren im letzten Jahr fast alle Besucher, wie auch die Aussteller, so begeistert, dass 86 Prozent der Galeristen wieder ihre Koje beziehen wollten. Auf den 35000 Quadratmetern Ausstellungsfläche fungieren die Wege mit den Galerienkojen samt den Piazzas für die Plastiken wie ein Leitsystem. In den Skulpturenquartieren findet der Besucher Arbeiten von Michael Croissant, Laura Ford, A.R. Penck, Vera Röhm, Robert Schad, Daniel Wagenblast und anderen. Auch die Einzelkünstler-Präsentationen lassen sich sehen. Die Stuttgarter Galerien zeigen etwa Boris Petrovsky (AbtArt); daneben haben die Stuttgarter spannende Positionen auf dem Plan: Friese, Harthan, Hollenbach, Rumig und Sturm bereichern die Kunstlandschaft mit Namen wie Amador, Till Augustin, Madeleine Dietz, Christine Gläser, Rune Mields, Reinhard Scherer. Der Galerist Marko Schacher, einer der jüngeren Teilnehmer, hat sich mit der Kulturvermittlerin Amrei Heyne zusammengetan. Die Karlsruher Galerien schicken Lothar Quinte (Rottloff) ins Einzel-Rennen, in den Gruppenschauen trifft man bei Knecht und Burster sowie Supper auf Andreas Lau, Roland Schauls und andere. Aus Freiburg ist die Galerie Baumgarten mit von der Partie, Mannheim wird von Keller und der Galerie März vertreten, um nur ein paar Namen zu nennen. Insgesamt haben die meisten Teilnehmer in ihren Vorschauen »neue Positionen« angekündigt, die übrigens eine eigene Halle bestücken – es wird also noch so manche Überraschung und Entdeckung geben –, die Galerie Schlichtenmaier (Stuttgart und Grafenau) wird darüber hinaus wie viele andere Kollegen mit der klassischen Moderne präsent sein. Gesetzte Künstlernamen, die das internationale Niveau der Messe hervorheben, sind Georg Baselitz, Louise Bourgeois, Daniel Buren, Jannis Kounel-

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lis, Roy Lichtenstein, Markus Lüpertz, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Günther Uecker und Andy Warhol. Unter den Klassikern begegnet man nicht nur Dix, Kirchner, Matisse und Picasso. Das Art Meeting mit rund 40 Gästen (unter anderem mit Bazon Brock, dem Urgestein der Ästhetik) wird im Begleitprogramm wieder Podiumsdiskussionen anbieten, die sich mit dem Kunstmarkt und dem allgemeinen Kunstgeschehen befassen – moderiert von dem Journalisten Hans-Joachim Müller und aufgelockert durch Zwischenrufe des Aktionskünstlers FLATZ. Natürlich wird es wieder den »Hans-PlatschekPreis« geben: Die Wahl ist auf den 1960 geborenen Künstler Rolf Bier gefallen, den der Juror Ulrich Krempel am 8. März ehren wird. Als bewährte Auszeichnung wird auch in diesem Jahr der »art KARLSRUHE-Preis« für die beste One-Artist-Show verliehen. Hier muss sich der Kunstfan mit der Nominierung bis zum 9. März gedulden. Die Sonderschauen widmen sich dem unlängst gestorbenen Kunstsammler und Lebemann Gunter Sachs, der sich gern mit der Pop Art schmückte. Für manchen überraschend ist die Einladung an das Museum Ritter (Waldenbuch bei Stuttgart), sich mit seiner konkreten »Hommage an Internationales das Quadrat« vorzustellen: Frei Solo-Tanz- nach dem Motto »Form follows Theater chocolate« sind etwa 40 ArbeiFestival ten zu sehen, darunter von Albers, Bill, Geiger & Co. (gb)

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Stuttgart

15.-18.3.12

eine Hommage an Tanja Liedtke

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unterstützt durch die Tanja Liedtke Stiftung

www.treffpunkt-rotebuehlplatz.de

art Karlsruhe, 8.–11.3., www.art-karlsruhe.de


Mit einer Stimme Mehrheit Vor 20 Jahren entschied der Pforzheimer Gemeinderat für das Kulturhaus Osterfeld. Geschäftsführer Gerhard Baral blickt mit Norman Mummert zurück und nach vorn. Wessen Wunschkind war das Kulturhaus Osterfeld? Die Stadt war anfangs komplett dagegen. Man hat ein paar verrückten Jungs, wir waren noch jung, nicht zugetraut, so ein großes Kulturprojekt umsetzen zu können. 1992 fiel im Gemeinderat die Entscheidung. Während der Abstimmung ging eine Stadträtin bewusst auf die Toilette und brachte uns so die eine Stimme Mehrheit, die wir benötigten. Wie finanzieren Sie Haus und Programm? Im Osterfeld haben wir ein Haushaltsvolumen von knapp zwei Millionen Euro. Die Hälfte davon erwirtschaften wir selber, die andere Hälfte machen Fördermittel von Stadt und Land aus. Diese sind unsere finanzielle Grundlage. Der Fördertopf für Soziokulturelle Zentren des Landes enthält ab 2012 etwa drei Millionen – und das für 54 Einrichtungen. Dennoch, wir hätten in Baden-Württemberg nicht dieses dichte Netz von Kulturzentren ohne den Topf. Der neue »Innovationsfond Kultur 2020« des Landes soll Kunst und Kultur stärken. Ist dies eine Chance? Das Wort Innovation suggeriert, es entstünde etwas Neues. Aber der Fonds verwaltet nur Not. Wenn man will, dass Leute in Verwaltungsprozessen untergehen, aber kein Geld kriegen, dann ist das ein guter Beitrag. Mit Sicherheit ist es kein Beitrag, wirklich Innovationen zu fördern. Man stelle sich vor, das Staatstheater Stuttgart müsste beim Fonds einen Antrag stellen, ob sie 2013 Figaros Hochzeit aufführen können, erfahren aber erst im November oder Anfang des Jahres, ob es klappt. So lässt sich nicht kontinuierlich arbeiten. Es muss eine Regelförderung geben. www.kulturhaus-osterfeld.de

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Erfahrungs-Räume Die Diplom-Museologin Susanne Weiß kuratierte weltweit. Nun leitet sie den Heidelberger Kunstvereins (HDKV). Ein Gespräch. Was hat Sie nach Stationen wie London, Jerusalem oder dem Emirat Sharjah an Heidelberg gereizt? Heidelberg als Stadt, seine Größe und damit verbunden auch die Rolle des Kunstvereins. Einen Kunstverein mit einem sehr hohen zivilgesellschaftlichen Engagement leiten zu können, birgt ein großes Potential. Und einmal wieder mehr die Neugier über den Tellerrand zu blicken – in eine Region, die mir bis jetzt noch weitestgehend unbekannt ist. Was nahmen sie von bisherigen Stationen mit? Die Herausforderungen sind immer verschieden, jeder Ort ist einzigartig. Prinzipiell ist es Offenheit, die man mitnimmt. Der eigene Blickwinkel wird größer. Jede Station für sich hat mein Verständnis von der jeweiligen Gesellschaft erweitert und mich damit natürlich auch verändert. Wie sind ihre Pläne für den HDKV? Das Wissen und die Geschichte Heidelbergs in meine Ausstellungen mit einfließen zu lassen. Das bedeutet auch, Akteure der Stadt einzuladen. Kooperationen mit lokalen Institutionen sind mir sehr wichtig. Davon verspreche ich mir spannende Synergieeffekte. Mit der Vortragsreihe »Langer Atem« etwa möchte ich Allianzen zwischen Akteuren des Kunstvereins und Wissenschaftlern vor Ort bilden: Die künstlerische Forschung im Dialog mit dem Wissen der Stadt. Was könnte eine Ausstellung heute im besten Fall leisten? Ausstellungen sollten ein Ausdrucksvermögen besitzen, das sich jen-

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seits des Mainstreams bewegt. Das bedeutet auch, dass selbst an einer Institution wie dem Kunstverein, für den im Prinzip alles neu produziert wird, eine intensive Auseinandersetzung sowohl mit dem Werk des Künstlers, als auch mit dem Ort und Raum zu spüren sind. Eine Ausstellung ist gut, wenn die Kunst ihre eigene Realität und somit Erfahrungsräume entstehen lässt, wenn sie eine erkennbare Bühne für unterschiedliche Akteure darstellt, fast so wie ein Raum, der sich selbst überwindet. Wo verorten Sie heute Kunstvereine? Kunstvereine sollen vor allem eins: sich selbst treu bleiben. Sie sind die kulturpolitischen Experimentierfelder, die den Auftrag haben, am Markt quasi »vorbei« zu produzieren und damit innerhalb ihres Systems und mit ihrer Wirkungskraft zur Diskussion anzuregen. Vom Publikum wünsche ich mir Offenheit, Neugierde und Dialog. Obwohl es in Heidelberg ein »festes« Publikum gibt, muss man sich auch immer erst ein eigenes Publikum erarbeiten. Das ist eine spannende Aufgabe, auf die ich mich sehr freue. Fragen von Petra Mostbacher-Dix

www.hdkv.de Beim HDKV wird am 9. März um 19 Uhr die Schau Ulf Aminde »Der Noth gehorchend, nicht dem eigenen Trieb« eröffnet. Sie geht bis 20 Mai. Abbildung: »Miserere«, 2011.

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Tanz in der Region

Fotos von: Yakup Zeyrek

Enthüllungen von Apo und Calypsis

Wesen, die zu Sphärenklängen aus Nebelschwaden auftauchen und Frauen, die sich zu in plastikverpackte Objekte verwandeln. Ein Paar, das zu rasanten Techno-Beats in einer Tour de Force ihre Beziehung zu erproben scheint und Tänzer, auf die Ketten regnen, während es aus dem Off rhythmisch knistert. Die Apokalypse beginnt in Angelin Preljocajs Ballett ungewöhnlich. Für sein Stück »Und dann tausend Jahre Stille«, das am 26. Februar um 19 Uhr im Forum Ludwigsburg zu sehen ist, hat sich der französische Choreograf mit den albanischen Wurzeln die Offenbarung des Johannes beschäftigt, die Apokalypse. Und da »Apo« von aufheben, »calypsis« von Schleier kommt, möchte er das auch ganz wörtlich als Enthüllung verstanden wissen. »Tanz führt uns unsere Rituale vor und enthüllt das Missverhältnis unserer Positionen, seien sie sozialer, religiöser oder heidnischer Natur«, sagt der Mann aus Aix-en-Provence über sein bildgewaltiges Werk zur Musik des französischen Techno-Pioniers Laurent Garnier mit Skulpturen des indischen Künstlers Subodh Gupta. Das 2010 zum französisch-russischen Jahr in Moskau uraufgeführte Stück, für das die zeitgenössischen Tänzer der Kompanie Preljocaj mit den klassischen Stars des Moskauer Bolschoi-Ballett kooperierten, galt Kritikern als eines der besten des Jahres. Regelmäßig gelobt wird das Nederlands Dans Theater I, das einen Monat später, am 23. und 24. Februar, 20 Uhr, im Forum zu Gast ist: Die Kompanie zeigt zwei Werke des kongenialen Choreografie-Duos

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Paul Lightfoot & Sol León: »Sehnsucht« und »Schmetterling«. Wie Vögel flatternde Hände, eindrucksvolle Dehnungen und skulpturale Positionen hat Mauro Bigonzetti in »La Piaf« kreiert, das im Theater Heilbronn vom 22. bis 25. Februar gastiert – getanzt vom Ballett der Staatsoper Hannover. Das Stück der italienischen Tanzikone über das Leben des »Spatz von Paris«, die nach einer schweren Kindheit ab dem 15-ten Lebensjahr in Paris als stimmgewaltige Straßensängerin für ihren Lebensunterhalt sorgte, bezeichneten Kritiker als »klug ersonnenes und wohlgeformtes Epitaph.« Ein Denkmal anderer Art hinterließen die legendären Choreografen Georges Balanchine und Jerome Robbins dem New York City Ballet, das sie einst leiteten: Ihre Stücke schrieben Tanzgeschichte. Im Festspielhaus Baden-Baden ist die berühmte Truppe vom 16. bis 18. März zu Gast – mit Balanchines »Symphony in Three Movements«, »Tarantella« und »Divertimento Nr. 15« sowie Robbins »Dances at a Gathering«. Zurück nach Ludwigsburg: Auch dort gibt es eine Zusammenkunft von Tanz und Theater. Am 11. Februar öffnet ab 14 Uhr die Tanz- und Theaterwerkstatt, kurz TTW, ihre Türen zu Schnupperkursen und Unterrichtseinblicken. Dabei lädt die Gruppe WildWechsel Jüngere nachmittags zum Improvisationstheater »Traumgeschichten« ein, am Abend widmet sie sich den beiden größten Randgruppen unserer Gesellschaft: Männern und Frauen. Denn das TTW feiert Geburtstag: Seit 30 Jahren lockt es mit Tanz- und Theaterproduktionen, Kursen und Workshops. Beim Figurentheaterfestival Imaginale 2012 im März bietet etwa Figurenspielerin und Performerin Julika Mayer einen Workshop über das Zusammenspiel von Körper und Objekt im Raum »Pas (de) deux mais trios (1+1=3)«. (pam) www.forum.ludwigsburg.de, www.theater-heilbronn.de, www.festspielhaus.de, www.tanzundtheaterwerkstatt.de

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DAS STAUNEN LEHREN COMPAGNIE MONTALVO-HERVIEU IN LUDWIGSBURG Fröhlich springen virtuelle Menschen von überdimensionalen Buchrücken ins Wasser. Reale wiegen indes vor dieser Projektion ihre Hüften, pfeifen zu brasilianischen Rhythmen – bis sie zu barocker Musik wild zu rocken beginnen. Zu Christoph Willibald Glucks Oper »Orfeo ed Euridice«, Claudio Monterverdis »L’Orfeo« oder dem Minimalismus von Philip Glass hat das Choreografenduo José Montalvo und Dominique Hervieu ein Tanztheaterspektakel jenseits aller Grenzen kreiert. Neun Tänzer, sieben Sänger und Musiker begeben sich in »Orphée« – am 9. und 10. Dezember im Forum Ludwigsburg – auf eine fantastische Reise durch Musik- und Tanzstile von Bossa und Ballett über Hip Hop bis Artistik, von Oper über Tanz bis Theater. Geht es doch Montalvo und Hervieu in ihrer Version des antiken Mythos um die Kräfte, Magie und TERMINE & KALENDER Charme des Orpheus. Bewegung und Musik sind ein Vehikel, Handicaps und Unterschiede zu überwinden: 1. FEBRUAR Dieser BIS Orphée 31. MÄRZ hat nur ein 2012 Bein, kann aber HipHop, dass es unter die Haut geht. Gott Hades kommt auf pneumatischen Stelzen daher, während ein Countertenor tanzt. Aus der Inszenierung spricht die Lust an der rubensartigen Opulenz des Bildes. Es ist eine Hommage an die Vielfalt des Lebens: Aus 700 Bewerbern wurden Tänzer, Zirkuskünstler, Sänger und Musiker gecastet. Dazu Christoph Peichl vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der ehemals als Leiter des Forums die Kompanie buchte: »Aus dem Werk spricht – ohne jegliches Pathos – eine Grundhaltung der Menschenliebe und Respekt vor der Schöpfung. Ihre Welt zwischen Realität und Traum lehrt uns im positiven Sinne das Staunen.« (pam) www.forum-ludwigsburg.de

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STUTTGART ABTART »LichtFarbenRaum«, Bernd Mattiebe, bis 23.3.2012 »reflex – Helligkeit + Wirkung«, Nikolaus Koliusis, Boris Petrovsky Rembrandtstraße 18 www.abtart.com Akademie Schloss Solitude Maren Geers »Kontakt zu einsamen Pflanzen«, Basir Mahmood »I Won't Leave You Till I Die«, bis 11.3.12 Solitude 3 www.akademie-solitude.de Architektur-Galerie am Weißenhof G. M. Cantacuzino »Eine hybride Moderne«, bis 9.2. bis 8.4.12 Am Weißenhof 30 www.weissenhofgalerie.de Artary Galerie »Aurum«, Henning Strassburger & Fabian Hartmann, bis 10.2.12 Wilhelmstraße 5 www.artary.de bildkultur / galerie »Darjeeling«, Fotografien Torben Weiß Markelstraße 19 www.bildkultur.de Bund Bildender Künstlerinnen Württemberg Ella Wagner, bis 12.2.12 »Nacht«, Jurierte Mitgliederausstellung, 26.2. bis 25.3.12 Eugenstraße 17 www.bbk-wuerttemberg.de f-75 Galerie für Architekturfotografie Dirk Brömmel »Villa Tugendhat«, 1.3. bis 5.4.12 Filderstraße 75 www.f-75.de Forum3 Paul Morales, »Illusionen | Malerei«, Malerei, bis 1.3.12 Gymnasiumstraße 21 www.forum3.de

Galerie 14-1 Galerienhaus »Heiter bis wolkig«, bis 04.02.12 »A Fountain of Spraying Crystal Erupted Around Us«, Ute Zeller von Heubach, Elmar Mellert und Martin Zieske, 10.2. bis 14.4.12 Breitscheidstraße 48 www.14-1-galerie.de Galerie ak1 »Der Memory Effekt«, 11.2. bis 23.2.12 »The Final Show« 16. und 17.3.12 Firnhaberstraße 1 www.galerie-ak1.de Galerie Bovistra Ralf Wehrle, Uwe Frank »Masculine«, bis 17.2.12 Ludwigstraße 66 www.bovistra.com Galerie Dengler und Dengler »SCHWARZ«, 12.1. bis 7.4.12 Rosenbergstraße 102A www.denglerunddengler.de Galerie Dorn Friedensreich Hundertwasser, Originalgraphiken, Wilhelm Zimmer, Neue Bronzeplastiken, 3.2. bis 21.4.12 Planckstraße 123 www.galeriedorn.de Galerie Franke Zeitgenössisches, u.a. Heinz Hirscher und Ulla Renner-Albrecht Stammeskunst, Textilien aus Vietnam, Laos, Indien und Indonesien Weberstraße 39 www.galerie-franke.de

Galerie Angelika Harthan Ingrid Hartlieb »Zeitinsel«, Holzskulpturen und Zeichnungen, bis 11.2.12 Accrochage, Februar 12 Gerberstraße 5c www.galerieharthan.de Galerie Reinhard Hauff »the light, the shape and the body«, Özlem Altin, Talia Chetrit, Bernhard Kahrmann, bis 28.1.11 Paulinenstraße 47 www.reinhardhauff.de


Galerie Hollenbach Chiara Dynys und Jus Juchtmans, 15.2. bis 27.4.12 Ganghoferstraße 28 www.galerie-hollenbach.de Galerie INTER ART Siegrid Baumann-Senn »Perioden eines Künstlerlebens«, 3.2. bis 25.2.12 Rosenstraße 37 www.interart-germany.de Galerie Keim »Von Angesichts zu Angesicht«, Figur in Grafik, Malerei und Skulptur, 6.2. bis 17.3.12 Marktstraße 31 www.galerie-keim.de Galerie Brigitte March Meistergraphik des 20. Jh., bis 5.2.12 Solitudestraße 254 www.artfacts.net/brigmarch/

Galerie Rainer Wehr »arge Malerei«, 14.3. bis 16.5.12 Alexanderstraße 53 www.galerie-rainer-wehr.de Galerie Z Mandy Friedrich »Geh doch hin«, bis 31.3.12 Im Kulturpark Berg, Teckstraße 66 www.galeriez.net/ Gedok e.V. »L´espace contre«, bis 10.2. bis 3.3.12 Fliegender Wechsel: Monika Kurz-Werner und Lore Wild, 8.3. bis 11.3.12 Hölderlinstraße 17 www.gedok-stuttgart.de Hauptstaatsarchiv Stuttgart »Im mittelalterlichen Skriptorium - Buchherstellung vor Erfindung des Buchdrucks«, bis 5.3.12 Konrad-Adenauer-Straße 4 www.landesarchiv-bw.de/hstas

Galerie Merkle »Othmar Eder - Übergänge«, 11.2. bis 31.3.12 Galerienhaus, Breitscheidstraße 48 www.galerie-merkle.de

Haus der Katholischen Kirche »Unterwegs fürs Seelenheil«, bis 11.2.12 »Hilde Reiser: Hinter dem Dunkel«, 8.3. bis 10.4.12 www.hdkk-stuttgart.de

Galerie Mueller-Roth Ulrich Erben, ab 25.2.12 Christophstraße 6 www.galerie-mueller-roth.de

ifa-Galerie Stuttgart Kulturtransfers #4, »Moscheen«, bis 31.3.12 Charlottenplatz 17 www.ifa.de

Galerie Anja Rumig Jörg Mandernach »memory-mash-motel-room«, 2.2. bis 24.3.12 Ludwigstraße 73 www.galerie-anjarumig.de

Institut Français »Enfance mon amour«, bis 11.2.12 Diemershaldenstr.11 www.institutfrancais.de

Galerie Schlichtenmaier Hannes Kilian – Im Wechselspiel des Lichts 2.2. bis 17.3.12 Kleiner Schlossplatz 11 www.schlichtenmaier.de

Künstlerbund Stuttgart »Wege«, Oliver Sich und Roland Kranz, bis 4.2.12 Café Künstlerbund Schlossplatz 2 www.kuenstlerbund-stuttgart.de

Galerie Michael Sturm Thomas Müller, Mikael Fagerlund. Im Oberlichtraum Thomas Müller, Febr/März 12 Christophstraße 6 www.galerie-sturm.de

Künstlerhaus Stuttgart Künstlerische Dialoge – Solmaz Shahbazi: Dreamland, 11.2. bis 1.4.12 Reuchlinstrasse 4b www.kuenstlerhaus.de

Galerie Edith Wahlandt »Malerei – vier Positionen«, Andreas Brandt, Günter Fruhtrunk, Rupprecht Geiger, Kuno Gonschior, bis 5.4.12 Hölderlinstraße 55 www.edith-wahlandt-galerie.de

Kultur am Kelterberg »Schauanlagen«, Objektkunst und Fotografien, 3.3. bis 25.3.12 Stuttgart-Vaihingen, Kelterberg 5 www.kultur-am-kelterberg.de


Kunstbezirk 2012 spotlight 1, Mariana Cinteanu, Eckart Hahn, Bernd Mattiebe, 2.2. bis 29.2.12 2012¬¬_Precious/Wertvoll, 16.3. bis 2.6.12 Gustav-Siegle-Haus, Leonhardsplatz 28 www.kunstbezirk-stuttgart.de Kunstmuseum Stuttgart Michael Majerus, bis 9.4.12 Die Sammlung im Kubus, bis 14.10.12 Frischzelle 16: Björn Braun, 3.3. bis 9.4.12 Kleiner Schlossplatz 13 www.kunstmuseum-stuttgart.de Kunstraum Akademie »Innensichten I Außensichten«, Claudio Hils und Gerlinde Miesenböck, bis 29.7.12 Tagungszentrum Hohenheim Paracelsusstraße 91 www.akademie-rs.de/hohenheim.html Kunstraum 34 Malerei und Zeichnung, Gerda Brodbeck, bis 18.2.12 Filderstraße 34 www.kunstraum34.de Kunststiftung Baden-Württemberg Hanna Schwarz: »Turn! Turn! Turn! «, bis 3.3.12 Gerokstraße 37 www.kunststiftung.de Landesmuseum Württemberg Geheimnisvolle Wunderkammer - Schatzsuche im Jungen Schloss, bis 15.4.12 Köpfe mit Charakter, Meisterwerke aus der Porträtsammlung, Mein Lieblingsstück! Württemberger wählen aus 150 Jahren Sammlung des Landesmuseums, bis 18.3.12 Unsere Musikinstrumente - Klangwelten Fruchtkasten, Schillerplatz www.landesmuseum-stuttgart.de Linden-Museum Dauerausstellungen Hegelplatz 1 www.lindenmuseum.de Mercedes-Benz Museum Dauerausstellung Mercedesstraße 100 www.mercedes-benz-classic.com. Oberwelt e.V. siehe Karlskaserne Ludwigburg Reinsburgstraße 93 www.oberwelt.de

Parotta Contemporary Art »The American Series I-XII«, Oskar Schmidt, 3.2. bis 10.3.12 Augustenstraße 87-89 www.parrotta.de Rathaus Fotoausstellung »Revolution auf Tunesisch« Hamideddine Bouali,bis 3.2.12 Marktplatz www.stuttgart.de Schacher – Raum für Kunst Eva Koberstein, Justyna Koeke, Oliver Wetterauer, bis 4.2.12 Michael Kalmbach, Annette Meincke-Nagy, Nele Waldert »Stille Helden«, 11.2. bis 31.3.12 Galerienhaus Breitscheidstraße 48 www.galerienhaus-stuttgart.de Self Service – Open Art Space Florian Klette »Eigentlich Alles«, 2.3. bis 13.4.12 Eichstraße 6 www.selfservice-openartspace.com Staatliche Akademie der Bildenden Künste Diplomausstellung Absolventen Design, Neubau 2, 14.2. bis 19.2.12 Diplomausstellung, Absolventen Architektur, Neubau 1, 17.2. bis 19.2.12 Am Weißenhof 1 www.abk-stuttgart.de Staatsgalerie Stuttgart »Russ, Kohle, Bleistift«, Hermann Pleuers Eisenbahnzeichnungen, bis 12.02.12 »Malvin Moti«, Offenes Depot #02, bis 4.3.12 »Turner – Monet – Twombley. Later Paintings« 11.2. bis 28.5.12 »Das Augsburger Geschlechterbuch – Wappenpracht und Figurenkunst«, 3.3. bis 24.6.12 Konrad-Adenauer-Straße www.staatsgalerie.de Stuttgarter Kunstverein »Is-sa ostrava...Shiryaevo-Revue«, 8.3. bis 21.3.12 Filderstraße 34 www.stuttgarter-kunstverein.de Treffpunkt Rotebühlplatz Vhs Photogalerie Martin Sigmund »Border«, 8.2. bis 28.3.12 Rotebühlplatz www.vhs-stuttgart.de, www.vhs-photogalerie.de


Uno Art Space Kyohei Abe »Imaginary Space«, bis 21.2.12 Janina Fleckhaus, Polaroids, ab 1.3.12 Liststraße 27 www.on-photography.com Wechselraum LAVA – Laboratory for Visionary Architecture »Tomorrow Never Dies«, bis 2.2.12 Friedrichstraße 5 www.wechselraum.de Württembergischer Kunstverein »ARCHIVO F.X. / Pedro G. Romero«, Wirtschaft, Ökonomie, Konjunktur, 11.2. bis 29.4.12 Schlossplatz 2 www.wkv-stuttgart.de Württembergische Landesbibliothek »Enfance, mon amour - Die Jugend in der französischen Literatur«, bis 11.2.12 Konrad-Adenauer-Straße 8 www.wlb-stuttgart.de Zero Arts e.V. Gabrielle Zimmermann, »Sinnlose Tätigkeiten mit großer Sorgfalt ausgeführt«, Videoarbeiten, 3.2. bis 2.3.12 Mark Köschinger, Objekte Skulpturen, 23.3. bis 20.4.12 Ostendstraße 16 www.zeroarts.de

REGION Albstadt Städtische Galerie Ekkehart Rautenstrauch: »ZeichenRaumKlang Zwischen Klangbild und 3D«, bis 12.2.12 Großformat, Druckgrafik aus der Sammlung Hartmann bis 4.3.12 Weggefährten und Begegnungen, Christian Landenberger zum 100. Geburtstag, 18.3. bis 29.7.12 Kirchengraben 11 www.galerie-albstadt.de Backnang Galerie der Stadt Backnang »Das Schrimmen von Tink« Absolventen und Studenten der Klasse Roob, bis 15.2.12 Stiftshof 2 www.galerie-der-stadt-backnang.de

Baden-Baden Museum Frieder Burda Anselm Kiefer, bis 5.2.12 Copley, 18.2. bis 10.6.12 Lichtentaler Allee 86 www.museum-frieder-burda.de Staatliche Kunsthalle Chto Delat, bis 12.2.12 Jan de Cock, 10.3. bis 24.6.12 Lichtentaler Allee 8a www.kunsthalle-baden-baden.de

Bietigheim-Bissingen Städtische Galerie Anja Luithle. Der Wolf hat rote Kreide gefressen, bis 4.3.2012 Hauptstraße 60-64 www.bietigheim-bissingen.de/Ausstellungen Böblingen Städtische Galerie Dauerausstellung Fritz Steisslinger Pfarrgasse 2 www.boeblingen.de Donaueschingen Museum Biedermann David Nash, Werner Pokorny, Jinmo Kang, Unen Enkh »Back to the Roots«, bis 12.2.12 »ausgezeichnet«, Stipendiaten der Kunststiftung stellen aus, 18.3. bis 24.6.12 Museumsweg 1 www.museum-biedermann.de Eberdingen-Nussdorf Kunstwerk – Sammlung Klein »Surface – die Poesie des Materials«, ab 18.3.12 Siemensstraße 40 www.sammlung-klein.de Fellbach Galerie der Stadt Fellbach »Small World«, Installationen, Eva Paulitsch und Uta Weyrich. bis 12.2.12 Marktplatz 4 www.fellbach.de Friedrichshafen Zeppelin Museum Roland Fuhrmann, bis 26.2.12 »Ephemerals – Flüchtige Dialoge« ab 23.2.12 Seestraße 22 www.zeppelin-museum.de


Göppingen Kunsthalle Tom Früchtl, C1: Judith Samen, bis 29.4.12 Marstallstraße 55 www.kunsthalle-goeppingen.de

Badisches Landesmuseum Kykladen, bis 22.4.12 Kriminalarchäologie, bis 28.5.12 Schlossbezirk 10 www.karlsruhe.de

Schloss Filseck Anton Stankowski »Kinderbilder gucken«, bis 24.2. bis 20.5.12 www.kunsthalle-goeppingen.de

Städtische Galerie Kunst-Stoff. Textilien in der Kunst seit 1960, bis 12.2.12 Lichthof 10, Lorenzstraße 27 www.karlsruhe.de

Grafenau Schloss Dätzingen Jürgen Brodwolf, 4.3. bis 28.4.12 www.schlichtenmaier.de

ZKM »The Global Contemporary. Kunstwelten nach 1989«, bis 5.2.12 »Digital Art Works. The Challenges of ConserHeidelberg vation«, bis 12.2.12 Kunstverein »The State of Image. Die Medienpioniere Zbig»Übermorgenkünstler II«, Werke von Studie- niew Rybczyski und Gábor Bódy«, bis 6.5.12 renden, bis 19.2.12 Lorenzstraße 19 Ulf Aminde »Der Noth gehorchend, nicht dem www.zkm.de eigenen Trieb«, 10.3 bis 20.5.12 »Zur Person« Hannah Arendt/Günther Gaus; Kirchheim/Teck Manon de Boer, 10.3. bis 15.4.12 Städtische Galerie im Kornhaus Hauptstraße 97 Julia Wenz „Islandtief“ 5. 2. bis 18. 3.12 www.hdkv.de Max-Eyth-Str.18 www.kirchheim-teck.de Kurpfälzisches Museum Kabinettausstellung
»Flanieren und SpazieKornwestheim ren«, bis 4.3..12 Museen der Stadt Kornwestheim Hauptstraße 97 »Von J. Sigle & Cie. zur Marke SALAMANwww.museum-heidelberg.de DER«, bis 29.7.12 Janosch im Museum im Kleihues-Bau, bis Kunsthalle Vogelmann 19.2.12 »Heinrich Friedrich Füger (1751-1818) - Zwi- Stuttgarter Straße 93 schen Genie und Akademie«, bis 11.3.12 www.kornwestheim.de Allee 28 www.museen-heilbronn.de Künzelsau Hirschwirtscheuer Museum im Deutschhof »Lila sind manche roten Punkte«, Kunst von Keltische Funde im Heilbronner Land, bis besonderen Menschen, bis 9.4.12 30.9.12 www.kunst.wuerth.com Deutschhofstraße 6 www.museen-heilbronn.de Museum Würth »Malerische Schöpfungen. Emil Wachter Karlsruhe zum 90. Geburtstag. Werke in der Sammlung Badischer Kunstverein Würth«, bis 29.1.12 Emily Wardill, Fulll Firearms, bis 9.4.12 Reinhold-Würth-Straße 15 Waldstraße 3 www.kunst.wuerth.com www.badischer-kunstverein.de Lauffen/Neckar Staatliche Kunsthalle Museum im Klosterhof »Von Schönheit und Tod
Tierstillleben von Ulrich Bernhardt »Die Empedokles Sequenz«, der Renaissance bis zur Moderne«, bis 19.2.12 4.3. bis 28.5.12 Compassio – Passionsbilder in der Grafik des Klosterhof 4 15. und 16. Jahrhunderts, 22. 2. bis 9.4.12 www.lauffen.de Hans-Thoma-Straße 2 – 6 www.kunsthalle-karlsruhe.de


Leonberg Stadtmuseum »Drache, Bär und Akrobat«, bis 6.5.12 Pfarrstraße 1 www.leonberg.de Galerieverein Leonberg Hermann Glöckner, Werke 1923 – 1985, 22.1. bis 25.3.12 Zwerchstraße 27 www.leonberg.de

Ludwigsburg Galerie Gudrun Fuckner Renée Levi, Antonio Riello, 17.2. bis 17.3.12 Am Marktplatz 4 www.galerie-fuckner.de Karlskaserne Oberwelt zu Gast »Friendly Fire«, 12.2, bis 4.3.12 Hindenburgstraße 29 www.oberwelt.de Kunstverein Moritz Baumgartl; bis 4.3.12 Wilhelmstraße 45/1 www.kunstverein-ludwigsburg.de Städtisches Museum Beziehungskisten. Ludwigsburgs Partnerstädte, ab 24.2. bis 18.9.12 Wilhelmstr. 9/1 www.ludwigsburgmuseum.de

Marbach Literaturmuseum »2012 Öffnen. Ein Jahr im Archiv« 4.3. bis 26.8.12 Schillerhöhe 8 www.dla-marbach.de Nürtingen Kunstverein Stefan Moritz Becker, Lichtbild und Schattenriss,
bis 19.2.12 Mühlstraße 16 / Eingang Ecke Sigmaringerstraße www.kunstverein-nuertingen.de Reutlingen Städtische Galerie Axel Heil
»Analogue Delay«, 10.3. bis 6.5.12 Eberhardstraße 14 www.reutlingen.de

Kunstmuseum Spendhaus Lyonel Feininger »Ein Sinnbild höherer Wirklichkeit«, bis 15.4.12 Aspekte der Sammlung, bis 6.3.12 Spendhausstraße 4 www.reutlingen.de

Schorndorf Galerien für Kunst und Technik Rüdiger Penzkofer und Rainer Schall, »Reihe Heimspiel«, bis 26.2.12 Josefh Delleg »Step by Step und andere Tänze«, 5.3. bis 22.4.12 Arnoldstraße 1 www.galerien-kunst-technik.de Schwäbisch Gmünd Museum und Galerie im Prediger »Wege zur Abstraktion«, Pleuer, Schober, Mahringer, bis 9.4.12 Johannisplatz 3 www.museum-galerie-fabrik.de Schwäbisch Hall Kunsthalle Würth Bäume und Wald in Bildern und Skulpturen der Sammlung: »Waldeslust«, bis 15.4.12 Lange Straße 35 www.kunst.wuerth.com Johanniterhalle Hans Holbeins Schutzmantelmadonna in der Sammlung Würth, ab 24.1.12 Im Weiler 1 www.kunst-wuerth.de Kunstverein Schwäbisch Hall Ilkka Halso und Aris Kalaizis
, »Parallelwelten«,
bis 5.2. bis 9.4.12 Am Markt 7/8 www.kvsha.de

Sindelfingen Schauwerk Lichtempfindlich, Zeitgenössische Fotografie aus der Sammlung Schaufler, seit 1.10.11 Eschenbrünnlestraße 15/1 www.schauwerk-sindelfingen.de Tübingen Kunsthalle Beuys Warhol Polke & Co 
40 Jahre Kunsthalle Tübingen, 11.02. bis 10.6.12 Philosophenweg 76 www.kunsthalle-tuebingen.de


Ulm Kunsthalle Weishaupt Auf den zweiten Blick.
Werke aus der Sammlung, bis 3.6.12 Hans-und-Sophie-Scholl-Platz www.kunsthalle-weishaupt.de

Weil der Stadt Kunstforum Georg Jankovic, Familienbilder, 4.3. bis 25.3.12 Hermann-Schütz-Straße 14 www.kunstforum-weilderstadt.de

Kunstverein Ulm e.V. Paul Schwer, Neutrinos, bis 11.3.12 Kramgasse 4 www.kunstverein-ulm.de

Wendlingen Galerie der Stadt Wendlingen Iris Alvararenga / Jeannette Knieriemen: Mascha und die Liebe, bis 11.3.12 Weberstraße 2 www.galerie-wendlingen.de

Stadthaus Olaf Otto Becker: »Northern Traces«; bis 18.03.12 Wie weit weg ist ganz verschwunden? Fotografien von Peter Granser, Johannes Twielemeier und René Zieger; 31.03. bis 24.06.12 Kabinettausstellung: Carolin Reichert, Janina Schmid; bis 11.03.12 Münsterplatz 50 www.stadthaus.ulm.de Ulmer Museum »Wir, die erste Generation: Sisi von Schweinitz fotografiert die HfG Ulm«, bis Frühjahr 2012 »Aufgerissen
Gotische Architekturzeichnungen zum Ulmer Münster«, bis 12.2.12 Marktplatz 9 www.museum.ulm.de

Villingen-Schwenningen Städtische Galerie »Torsten Mühlbach: Mumien+Miezen«, ab 3.3.12 Friedrich-Ebert-Straße 35 www.villingen-schwenningen.de Waiblingen Galerie Stihl »Neue Realitäten«, FotoGrafik von Warhol bis Havekost. Das Kupferstichkabinett Berlin zu Gast in Waiblingen, ab 17.2. Weingärtner Vorstadt 16 www.galerie-stihl-waiblingen.de Waldenbuch Museum Ritter Brigite Kowanz, »Think outside the box« Rita Ernst, »Unterwegs im Kosmos«, bis 15.4.12 »Künstler gegen Folter«, 11.3. bis 1.5.12 Alfred-Ritter-Straße 27 www.museum-ritter.de

KALENDER

Mi, 1. Februar

Vernissage, Galerie Anja Rumig, 19.30 Uhr Jörg Mandernach: »memory-mash-motel-room«; bis 24. März www.galerie-anjarumig.de Gastspiel, Altes Schauspielhaus, 11/15 Uhr »One Language, many voices« Short Stories von Salman Rushdie, William S. Mauham, Joseph Conrad und Chinua Achebe. ImRahmen der Reihe »International Theatre«, American Drama Group Europe; weitere Termine im Internet ART & ESSAY im Caligari-Kino, Ludwigsburg, 19 Uhr »Wandlungen – Richard Wilhelm und das I Ging« Neue Filmreihe mit Dokumentationen, Filmcollagen und experimentelen szenischen Filmen aus Literatur, Musik und mehr www.kinokult.de

Do, 2. Februar

Konzert, GEDOK-Galerie, 19.30 Uhr Ghiselaine Kiehl singt Lieder von Francis Poulenc, am Klavier: Gabriele Gruber. www.gedok-stuttgart.de Vernissage, Self Service Open Art Space, 20 Uhr Florian Klette: »Eigentlich Alles«; bis 13. April www.selfservice-openartspace.com


Fr, 3. Februar

Vernissage, Zero Arts, 20 Uhr Gabrielle Zimmermann: »Sinnlose Tätigkeiten mit großer Sorgfalt ausgeführt« Videoarbeiten www.zeroarts.de Diskussion, forum 3, 19 Uhr Die dreitägige Reihe Stuttgart Open Fair 2012: dEINE Stadt – dEINE Welt? startet mit dem Podium »Kultur + Politik-Bühne«, in dem AktivistInnen Impulse geben. Um 20.30 Uhr spielt die Theatergruppe des »Forum der Kulturen«
20.30 Uhr | Laboratorium www.forum3.de Kino im Set, 19.30 Uhr L’Avventura (OF mit engl. UT) Michelangelo Antonioni zum 100. Geburtstag Eine Kooperation mit dem italienischen Kulturinstitut www.theset.de Vortrag, Oberwelt, 20 Uhr Antje Gera, Claus Baumann »Leben ohne tote Zeit und Genuss ohne Hemmungen« (Situationistische Internationale) www.oberwelt.de Präsentation und Finissage, Galerienhaus, 19 Uhr Abschluss des 250. Jubiläumsjahres und Präsentation der Publikation '250 AKA – 192 Seiten', zudem enden die Ausstellungen zum Thema 'Humor' und es gibt eine Performance. www.abk-stuttgart.de Premiere, Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg, Ludwigsburg, 20 Uhr 'The Brunch Bunch' – Bachelorarbeit des Studiengangs Regie an der ADK. www.adk-bw.de Musik, Theater Rampe, 20 Uhr Zum vorletzten Mal: Helen Schneider in Verwandlungen. Leitung: Eva Hosemann und Mini Schulz. www.theaterrampe.de

Sa, 4. Februar

Sieben Politisch-kulturelle Stadtführungen, Landespavillon, Schlossgarten, 10.15 Uhr Nach dem Motto „Die Stadt von innen und außen, von unten und oben“ zeigt das

Bürgerprojekt AnStifter beim Festival „Stuttgart open fair“ die Stadt und ihre Geschichte, mit Roland Ostertag. Anmeldung: peter-grohmann@die-anstifter.de. Theater im Laboratorium, 20.30 Uhr „Löcher in der EinschweißFOLIE – Geschichten vom Rande der Stadt“zeigt Szenen einer interkulturellen Theaterstudie. Regie: Wilfried Alt. www.laboratorium-stuttgart.de, www.muse-o.de

So, 5. Februar

Vernissage, Landratsamt Waiblingen, 11 Uhr 36. Jahresausstellung des VBKW Rems-Murr trägt den Titel SATT. Bis 9.3. Konzert, Muse-o, 20 Uhr „Kammermusik hoch drei“ – mit Nina Karmon (Violine), Avital Cohen (Flöte) und Lydia Bach (Bratsche). Ein Konzert in der Reihe „SamstagsMusik“ Oper und Ballett im Opernhaus, 19 Uhr Glucks „Orpheus und Eurydike“ ist eine Koproduktion Oper Stuttgart und Stuttgarter Ballett. Letztmals am 12.2. www.staatstheater-stuttgart.de/spielplan/

Mo, 6. Februar

Präsentation, Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, Neubau 2, 18.15 Uhr 'THE BIG EGOSONG CONTEST' – Typografische Videoclips aus dem Studiengang Kommunikationsdesign.

Di, 7. Februar

Lesung und mehr, Literaturhaus, 20 Uhr Herzens Lust Spiele: Jean Krier Veranstaltungsreihe: Luxemburger Literaturnacht; Lesung, Musik, Gespräch und Luxemburger Wein, Irene Ferchl und Germaine Goetzinger Im Gespräch Vortrag, Stadtbibiothek Stuttgart, 19.30 Uhr The Sensual City – Jacques Ferrier: Die Stadt als sinnliche Erfahrung Vortrag in französicher Sprache mit Übersetzungshilfe.

Mi, 8. Februar

Küche und Kino in der Filmtheater, 19 Uhr Slow Food Gesellschaft Stuttgart & Loretta laden zu: »Big Night«


Schauspiel im Kammertheater, 20 Uhr Die Altruisten von Nicky Silver wird in einer Übersetzung von René Pollesch gezeigt.

Do, 9. Februar

Festival Eclat, Großer Saal der Musikhochschule, 20 Uhr Preisträgerkonzert des 56. Kompositionspreises der Landeshauptstadt Stuttgart; Eclat, das Festival für Neue Musik, läuft bis 12. Februar, vorwiegend im Theaterhaus www.eclat.org Premiere, Altes Schauspielhaus, 20 Uhr »Nora oder ein Puppenheim« Henrik Ibsens Klassiker, inszeniert von Haral Demmer. Bis 17. März. www.schauspielbuehnen.de

Fr, 10. Februar

Vernissage, Staatsgalerie, 18 Uhr »Turner, Monet, Twombly – Later Paintings«; bis 28. Mai www.staatsgalerie.de Vernissage im WKV, 19 Uhr Pedro G. Romero: Archivo F.X.; bis 29. April Ein Künstlergespräch auf Spanisch und Englisch findet am 11. Februar, 14 Uhr, statt. www.wkv-stuttgart.de Vernissage, Kunsthalle Tübingen »Beuys Warhol Polke & Co« 40 Jahre Kunsthalle Tübingen; bis 10. Juni www.kunsthalle-tuebingen.de Vernissage, Galerienhaus, 19 Uhr Stille Helden: Michael Kalmbach, Annette Meincke-Nagy, Nele Waldert, in der Galerie Schacher – Raum für Kunst; bis 31. März Ute Zeller von Heubach, Elmar Mellert, Martin Zieske: »A fountain of spraying crystal erupted around us«, in der Galerie 14–1; bis 14. April Othmar Eder: »Übergänge«, in der Galerie Merkle; bis 31. März Vortrag, Oberwelt, 20 Uhr Antje Gera, Claus Baumann »Leben ohne tote Zeit und Genuss ohne Hemmungen« (Situationistische Internationale)

Führung, ifa, 16 Uhr Das Thema „Gibt es religiöse Baurichtlinien“ steht im Fokus der Führung durch die ifaAusstellung „Kubus oder Kuppel
Moscheen. Perspektiven einer Bauaufgabe.“ www.ifa.de Uraufführung, Opernhaus, 19 Uhr Christian Spuck zeigt sein neues Ballett 'Das Fräulein von Scuderi' nach der Novelle von E.T.A. Hoffmann www.stuttgarter-ballett.de

Sa, 11. Februar

Künstlergespräch, WKV, 14 Uhr Iris Dressler, Co-Direktorin des WKV, spricht mit Pedro G. Romero und Valentín Roma – auf Spanisch und Englisch. Tanztheater-Premiere, Theaterhaus, 20 Uhr Fabian Chyle/COAC zeigt mit „Platzregen“ den letzten Teil seiner Auseinandersetzung mit den Werken des Autors Peter Handke. www.theaterhaus.de Jubiläum/Tag der offenen Tür, Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg, ab 14 Uhr Zum 30. Geburtstag ist die Gruppe WildWechsel zu erleben. www.tanzundtheaterwerkstatt.de

So, 12. Februar

Vernissage, Karlskaserne, 11 Uhr Die Oberwelt ist zu Gast mit der Schau "Friendly Fire“ Life-Reportage, Linden-Museum, 16.30 Uhr In „Abenteuer Ozean“ begibt sich David Hettich auf die Spur der Geheimnisse der Weltmeere. www.lindenmuseum.de

Mo, 13. Februar, 19.30 Uhr

Lesungen, Stadtbibliothek am Mailänder Platz, 19.30 Uhr Junge Stuttgarter Autoren:
Marc Bensch, Alexander Tuschinski und Ingeborg Wenger http://www1.stuttgart.de/stadtbibliothek/ Lesung und mehr im Literaturhaus, 20 Uhr Hanns-Josef Ortheil: Philosophieren Lesungen, Bilder, Film


Vortrag, Treffpunkt Rotebühlplatz, 20 Uhr Die Theologin und Politiker Antje Vollmer spricht zum 20. Geburtstags der VHS über „Ein Einsatz auf Leben und Tod - Widerstand gegen Hitler und von Ribbentrop“ www.treffpunkt-rotebuehlplatz.de

Mi, 15. Februar

Cuisine et Cinéma im Filmtheater, 19 Uhr Das Institut Francais & Filmgalerie 451 laden ein: »Ma femme est une actrice« (OmU), Regie: Yvan Attal, mit Charlotte Gainsbourg, Yvan Attal CD Präsentation, Jazzclub Bix, 20.30 Uhr Lilly Thornton Quintett - »Invitation & Something's Coming« Die Frau mit der unglaublichen Stimme ist seit rund 20 Jahren in der europäischen Jazzszene aktiv. www.bix-stuttgart.de Künstlergespräch, Gedok, 20 Uhr Die Künstlerin und Karikaturistin Friederike Groß steht Rede und Antwort.

Do, 16. Februar

Vernissage, Galerie Gudrun Fuckner, Ludwigsburg, 19.30 Uhr Renée Levi, Antonio Riello; bis 17. März www.galerie-fuckner.de Lesung, Literaturarchiv Marach, 20 Uhr Handke lesen. Sibylle Lewitscharoff und Ulrich Greiner im Gespräch www.dla-marbach.de Pop-Literatur im Merlin, 20 Uhr In der Reihe „Das literarische Wohnzimmer“ bekommt das Merlin einen Literaturautomaten, um schöne Literatur zu verbreiten – mit Pamela Granderath. www.merlinstuttgart.de Oper im Wilhelma Theater, 19.30 Uhr Studierende der Opernschule zeigen Benjamims Brittens: The turn of the screw, auch am 18., 20. und 24.2. www.wilhelma-theater.de

Tanz im Theaterhaus, 20.15 Uhr „Out of the Box III“: Die Kompaniemitglieder von Gauthier-Dance präsentieren wieder eigene Choreografien. Zudem am 17.2., 20.15 Uhr, am 19./21.2 um 20 Uhr sowie am 24./25.2 um 20.30 Uhr www.theaterhaus.de

Fr, 17. Februar

Essay und Gespräch, Literaturhaus, 20 Uhr lija Trojanow, Gerd Bräuer: »Scheitern als Chance«, Moderation: José F.A. Oliver. www.literaturhaus-stuttgart.de Eröffnungspremiere, Schauspielhaus, »Don Karlos«,Regie: Hasko Weber www.schauspiel-stuttgart.de Konzert im Jazzclub Bix, 20 Uhr Jonas Hellborg Solo Der Mann, der mit dem Bass tanzt … Mit Jonas Hellborg kommt einer der wohl besten Bassisten der Welt ins Bix. Wiederaufnahme Opernhaus, 19.30 Uhr Hans Thomallas „Fremd“ über den Raubzug der Argonauten bringt die Widersprüche der Gattung »Oper« zum Klingen. Island-Abend, Oberwelt 19 Uhr »Saga Lounge – die Dottirs laden ein«, Iris Hellriegel, Julia Wenz laden ein.

Sa, 18. Februar

Eröffnungspremiere, Schauspielhaus, »Das Spiel ist aus«, Regie: Sebastian Baumgarten

So, 19. Februar

Tag der Offenen Tür, Schauspielhaus, ab 12 Uhr Da die angekündigte feierliche Übergabe und Eröffnung des umgebauten Schauspielhauses am 12. Februar nicht stattfinden kann, bietet man kurz entschlossen Interessierten und Neugierigen einen Tag der Offenen Tür mit Programm. (siehe Text S. 36) KulturGourmet in Waldenbuch, 11 Uhr Das Museum Ritter lädt zur Ausstellungsführung mit 4-Gang-Menü im Gasthof Krone www.museum-ritter.de


Führung Akademie Schloss Solitude, 15 Uhr Kunsthistoriker Stephan Pohl führt durch die Ausstellungen. Maren Geers 
Kontakt zu einsamen Pflanzen und Basir Mahmood 
I Won't Leave You Till I Die. www.akademie-solitude.de

Di, 21. Februar

Buchpräsentation, Film, Gespräch, Literaturhaus, 20 Uhr Udo Oskar Rabsch: »Der gelbe Hund« Der Autor im Gespräch mit Claudia Gehrke, Verlegerin des Tübinger Konkursbuchverlags.

Mi, 22. Februar

Tanz, Theater Heilbronn, 19.30 Uhr Mauro Bigonzettis »La Piaf« wird vom Staatsballett Hannover gegeben. Bis 25. Februar. www.theater-heilbronn.de

Fr, 24. Februar

Lesung, Literaturhaus, 20 Uhr Michael Ondaatje: »Katzentisch« Moderation: Julika Griem, Deutsche Lesung: Sebastian Kowski Konzert im Filmtheater, 19.30 Uhr Roda di Choro Eine brasilianische Jam-Session der anderen Art. Vortrag Linden-Museum, 19.15 Uhr Roland Hahn spricht über den „Wachstumsboom der Millionenstädte Russlands“. Musik im Kleihues-Museum Kornwestheim, 19 Uhr MARLENE by Milton Greene: Zur Vernissage gibt sich das Studio Stimmkunst und Neues Musiktheater der Musikhochschule die Ehre mit Werkeb von Georges Aperghis, Luciano Berio
und John Cage. Premiere im FITZ!, 2030 Uhr Stefanie Oberhoff, Lambert Mousseka, Hubert Mahela spielen im Figurentheater „Enschlüsselung des menschlichen Gnoms“ – Eine Tragödie aus Ton. Bis 3.3. www.fitz-stuttgart.de

Sa, 25. Februar

Familienführung mit Minitanzworkshop, Opernhaus, 14, 15.30 und 17 Uhr Nachdem sie hinter die Kulissen geblickt haben, dürfen die Kleinen selbst beim Stuttgarter Ballett tanz ausprobieren. Auch am 26.2. Wiederaufnahme, Opernhaus, 19 Uhr Das Stuttgarter Ballett zeigt wieder eines der ältesten Ballette: „La Sylphide.“

So, 26. Februar

Kino im Set, 19 Uhr Wiener Wochen: »Der Busenfreund« Ulrich Seidl-Abend: Hofschauspieler Robert Atzlinger führt durch einen bunten Abend voller Palatschinke, Brüste und Vanillekipferl. Dazu führen wir Uli Seidls 'Busenfreund' vor. Führung und Konzert im Kunstmuseum, 15 und 16 Uhr Nach einer Tour durch die Michel MajerusSchau gibt es ein Kammerkonzert des SWR Vokalensemble Stuttgart: „Spiel mit Ziel“. www.kunstmuseum-stuttgart.de Ballett im Forum Ludwigsburg, 19 Uhr Angelin Preljocaj zeigt sein geniales Ballett »Und dann tausend Jahre Stille« über die Apokalyse. www.forum.ludwigsburg.de

Mo, 27. Februar

Lesung, Literaturhaus, 20 Uhr Péter Nádas: »Parallelgeschichten« Moderation: Lerke von Saalfeld Zwanzig Jahre nach seinem international gefeierten »Buch der Erinnerung« legt Péter Nádas erneut ein "opus magnum" vor.

Di, 28. Februar, 19.30 Uhr

Szenische Lesung und Vortrag, Stadtbibliothek am Mailänder Platz, 19.30 Uhr Claudia Ott liest aus ihrer Neuübersetzung »Tausendundeine Nacht«. www1.stuttgart.de/stadtbibliothek/ Lesung, Literaturhaus, 20 Uhr »Bacons Finsternis« Gemeinsam mit der Schauspielerin Julia Stemberger liest Wilfried Steiner aus seinem Roman "Bacons Finsternis" und diskutiert mit Eva Hosemann, Intendantin des Theaters Rampe.


Seminar Staatsgalerie, 17 bis 18.30 Uhr Bewegung im Stillstand – Begleitend zur Ausstellung Turner - Monet - Twombly. Later Paintings. Begrenzte Teilnehmerzahl, daher anmelden.

Mi, 29. Februar

ART & ESSAY, Caligari Ludwigsburg, 21 Uhr The Black Power Mixtape 1967-1975 Die neue mit besonderen Filme aus Kunst, Musik etc. Eröffnung der Kinder + Jugendbuchwochen 2012, Robert-Bosch-Saal, Treffpunkt Rotebühlplatz, 10.30 Uhr Mit einer interaktiven Lesung aus »Das magische Baumhaus – Der Schatz der Piraten«. Im Anschluss Snack und Getränke. bis 11. März www.kinder-jugendbuchwochen.de Konzert im Jazzclub Bix, 20.30 Uhr Die neunte Wiener Woche präsentiert: Jazzodrom Relaxter Jazz im Rahmen der Wiener Woche – eine Kooperation zwischen Theater Rampe, Theaterhaus Stuttgart, Rosenau - die Lokalität, Jazzclub BIX und Laboratorium. Einmal im Jahr richtet sich mit ihr der »kulturelle Blick« auf Wien. Konzert, Liederhalle, Mozartsaal, 19.30 Uhr Beim 4. Kammerkonzert: Zwiegesänge spielen Musiker des Staatsorchesters Stuttgart Werke von Beethoven, Yun und Spohr. Lesung, Theodor-Heuss-Haus, 19 Uhr 'Zeit-Gesichter. Die Malerin Käte SchallerHärlin zwischen Avantgarde und Tradition' – aus dem Briefwechsel Adolf Hölzel mit seinen Schülerinnen

Do, 1. März

Kino im Set, 19 Uhr In der Reihe »Der Osten leuchtet wieder«: »Die Zauberheilige« Die Verfilmung einer gleichnamigen Novelle des slowakischen Dichters Dominik Tatarka schildert Künstler der 1940er Jahre. Vernissage, Uno Art Space, 19 Uhr Janina Fleckhaus legt ihre Polaroids vor. www.on-photography.com

Vortrag, Internationales Kongresszentrum, Messe Stuttgart, 9 Uhr Stararchitekt Dominique Perrault spricht über Fassaden als Landschaften beim Kongress "SMART INTERFAÇADES" – Auftakt zum Architekturforum „The Art of Planning“ der Messe Stuttgart.

Sa, 3. März

Kino im Set, 19 Uhr In der Reihe Wiener Wochen: Kottan-Abend: »Kottan ermittelt – Rien Ne Va Plus« Drei Morde in 24 Stunden. Kino im Filmtheater, 19 Uhr Abschlussabend »Der Osten leuchtet wieder« »Tausendschönchen« – der bekannteste Film der großen Kinorebellin Věra Chytilová.

So, 4. März

Vernissage, Deutsches Literaturarchiv Marbach. 11 Uhr Zur Eröffnung der Schau „1912. Ein Jahr im Archiv“ spricht Hans Ulrich Gumbrecht und drei Überraschungsgäste fangen 1912 musikalisch ein. In Kooperation mit der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie. www.dla-marbach.de Vernissage, Lauffen, Museum im Klosterhof, 11.30 Uhr Jean-Baptiste Joly, Direktor der Akademie Solitude, eröffnet die Schau Ulrich Bernhardt »Die Empedokles Sequenz«, bis 28.5.12 www.lauffen.de Live-Reportage, Linden-Museum 19.30 Uhr In „TransArabia: Oman und Jemen“ begibt sich Hartmut Fiebig von Muskat nach Mokka.

Di, 6. März

Blick hinter die Kulissen, Opernhaus, 19.30 Uhr Ballettintendant Reid Anderson und Tänzer plaudern aus der Praxis. Eröffnungsabend der beliebten Reihe.

Do, 8. März

Vernissage, Stuttgarter Kunstverein, 20 Uhr Die Schau „Is-sa ostrava... Shiryaevo-Revue“ wird eröffnet – Werke von Stuttgarter Künstlerinnen, die in Russland inspiriert wurden. www.stuttgarter-kunstverein.de


Fr, 9. März

Vernissage, Städtische Galerie Reutlingen, 19 Uhr Axel Heil: »Analogue Delay«; bis 6. Mai www.reutlingen.de Konzert im Jazzclub Bix, 21 Uhr Youn Sun Nah & Ulf Wakenius Überraschend, experimentell, besinnlich, puristisch.

Sa, 10. März

Uraufführung im Fitz!, 20 Uhr Das Ensemble Materialtheater zeigt „Lärm“, eine theatralische Reflexion über die politische Vergangenheit und Gegenwart Europas. Ballett im Festspielhaus Baden-Baden, 20 Uhr Bis 18. März gastiert das New York City Ballet – mit Werken Balanchines und Robbins. www.festspielhaus.de

Sa, 17. März

Beginn, Bachwoche 2012 Vernissage Museum Ritter, Waldenbuch, 17 Uhr Die Bachwoche bietet nicht nur Konzerte sondern auch Vorträge und Diskussionen, eine Die Benefizausstellung »Künstler gegen musikalische Vesper und einen Gottesdienst Folter« wird eröffnet. Bis 1.5. sowie Gesprächskonzerte. Bis 25. März www.bachakademie.de So, 11. März Opernpremiere Opernhaus, 18 Uhr Konzert Opernhaus, Foyer I. Rang, 14.30 Uhr Arnold Schönbergs „Die glückliche Hand“ Eröffnungskonzert des Komponisten­ und Leos Janáˇceks „Schicksal“ galten als wochenende: Malincolia, ninfa gentile schwer aufführbar: Jossi Wieler und Sergio Morabito wagen es dennoch. Lange Nacht der Museen, 19 bis 2 Uhr Wieder einmal öffnen an die 90 Do, 15. März Kulturinstitutionen ihre Tore für 100. Geburtstag, Delphi Arthaus Kino Kunstinteressierte und Nachtschwärmer. Das Stuttgarter Kino feiert www.lange-nacht.de www.arthaus-kino.de

Do, 15. Bis So, 18. März

Tanz im Treffpunkt Rotebühlplatz Beim »16. Internationale Solo-Tanz-Theater Festival – eine Hommage an Tanja Liedtke« konkurrieren 18 Teilnehmer aus aller Welt um Choreografie- und Tanzpreise. Mit Ausstellung und Film (18 Uhr) über das Leben Tanja Liedtkes.

Fr, 16. März

Konzert, Alte Kelter Besigheim, 20 Uhr HISS: »Zeugen des Verfalls« Akkordeonlastige »Volksmusik« vom Feinsten Konzerte im Tresorraum für Elektrische Kunst, Tübingen Sitan Adèle K und Tad Bisaha, zwei französische Künstler, arbeiten von 1. bis 21.3. im Tresorraum zum Thema „Elektronische Musik & Noise“. Vom 16. bis 18.3. geben sie Konzerte, nur 10 Zuschauer können vor Ort sein, die anderen am Computer. www.kunstamt-tuebingen.de

20. Stuttgarter Kabarettfestival, Kulturcafe Merlin 20.30 Uhr Wilmanns & Sacher starten mit „Das wüste Gobi. Freie Sicht auf die Ambiente“ das berüchtigte Kabarettfestival.

So, 18. März

Ausstellung, Sammlung Klein, EberdingenNussdorf »Surface – die Poesie des Materials“, Werke von Chun Kwang Young, Anselm Kiefer, Gotthard Graubner u.a.; bis 16. September www.sammlung-klein.de Vernissage, Museum Biedermann, Donaueschingen, 11 Uhr „ausgezeichnet! Stipendiaten der Kunststiftung Baden-Württemberg stellen gemeinsam aus“:16 Stipendiatinnen und Stipendiaten sind mit ihren Werken bis 24.6. zu Gast im Museum. www.museum-biedermann.de, www.kunststiftung.de


Sa, 20. März

Lesung, Museum im Klosterhof, Lauffen, 19.30 Uhr Thomas Knubben liest „Hölderlin. Eine Winterreise.“

So, 21. März

Vortrag, Kunstmuseum, 19 Uhr Robert Fleck war 1998 einer der Kuratoren der Manifesta 2 in Luxemburg. In der Reihe „sinnmaschine“ spricht er über den Künstler.

Mo, 22. März

Vortrag Staatsgalerie, 19:30 Uhr Wie erleben wir Kunst? Die Staatsgalerie Stuttgart: Rückblick und Ausblick Der scheidende Direktor Sean Rainbird zieht eine Bilanz der Jahre 2006 - 2012 und blickt nach vorne.

Di, 23. März

Uraufführungen, Opernhaus 19,30 Uhr Für den Ballettabend „Körpersprache3“ haben Mauro Bigonzetti, Edward Clug, Marco Goecke neue Werke geschaffen. Premiere, Rampe, Uhr Die Theaterkompanie Meyer & Kowsk zeigt »Das letzte Lied«. Konzert, Wilhelma Theater, 20 Uhr Justinus Kerner - Zwischen Musik und Literatur - Konzert der Internationalen Hugo-WolfAkademie mit LiedKunst KunstLied – mit Renée Morloc, Elisabeth Föll Tanz im Forum Ludwigsburg, 20 Uhr Nederlands Dans Theater I zeigt Werke des kongenialen Choreografie-Duos Paul Lightfoot & Sol León. Auch am 24.3.

So, 25. März

Konzert im Laboratorium, 20 Uhr Die Finninnen von Ketsurat zeigen wie A Capella und Stimmakrobatik im hohen Norden geht.

Do, 29. März

Lesung, Buchhandlung Osiander in Tübingen, 20 Uhr Marion Brasch: »Ab jetzt ist Ruhe – Roman meiner fabelhaften Familie« www.osiander.de/veranstaltungen

Führung, ifa,18 Uhr Das Thema des Rundgangs lautet „Vorbilder der heutigen Moscheen“.

Fr, 30. März

Vernissage, Stadthaus Ulm, 19 Uhr Wie weit weg ist ganz verschwunden? Fotografien von Peter Granser, Johannes Twielemeier und René Zieger; bis 24. Juni www.stadthaus.ulm.de Tanz, Theaterhaus, 20.30 Uhr Die Absolventen der Professional Dance Academy im Tanzhaus zeigen ihre Abschlussshow. www.nycds.de Lesung und Konzert, Treffpunkt Rotebühlplatz, 20 Uhr Eine Hommage an Mercedes Sosa - mit der Sängerin Bárbara Moreno, dem Gitarristen Sergio Vesely und dem Flötisten Roland Geiger.

Sa, 31. März

Führung, Museum Ritter Waldenbuch, 15 Uhr Die Künstlerin Rita Ernst führt durch die laufende Ausstellung mit ihren Werken. Benefizkonzert, Museum im Klosterhof, Lauffen, 20 Uhr „Meine Welt ist deiner Seele Spiegel“: Musik der Hölderlin-Zeit und Tübinger Hymnen – mit Nanna Koch , Götz Engelhardt und Jürgen Stauffert


SuR – KulturPolitik für Stuttgart und Region Herausgeber und Redaktionsleitung: Eva Maria Schlosser (V.i.S.d.P.) und Petra Mostbacher-Dix www.sur-kultur.net, mail: redaktion@sur-kultur.net Kontaktadressen: Eva Maria Schlosser Forststraße 180 70193 Stuttgart T 0711-636 28 29 Petra Mostbacher-Dix Eichenweg 1/2 70839 Gerlingen T 07156/434 512 Mitarbeiter dieser Ausgabe: Günter Baumann (gb), Natalie Deininger (nd), Ina Hochreuther (hoc), Thomas Klingenmaier (tkl), Nora Moschuering, Norman Mummert (nm), Oliver Stenzel (ol) www.sur-kultur.net redaktion@sur-kultur.net Grafik, Design und Anzeigen: Wessinger und Peng T 0711-91 29 71 66 M 0170-352 43 64 grafik@sur-kultur.net info@wessingerundpeng.com Titelbild: Alex Kern, hallo@alexkern.com Fotos: die arge lola, Ulrich Bernhardt, Sébastien Gultier, Kahrmann, Lars Menzel, Redaktion; PR; Galerien und Museen; Verlage; Veranstalter Druck: UWS Papier & Druck GmbH Libanonstraße 72a, 70184 Stuttgart Auflage: 5.000 Exemplare Erscheinungsweise: alle zwei Monate Die nächste Ausgabe erscheint Ende Januar, Redaktionsschluss ist der 15. März, Anzeigenschluss und Kalenderschluss: 20. März SuR liegt an folgenden Stellen aus: Akademie der Bildenden Künste, Atelier am Bollwerk, Filmgalerie 451, Galerienhaus, i-Punkt, Literaturhaus, Rathaus, Rotebühlzentrum, Staatsgalerie, Theaterhaus, WKV, weitere Galerien und Kulturinstitutionen in Stuttgart und Region Mediadaten unter

www.sur-kultur.net


Künstler gegen die Folter 11.3. – 1.5.2012 Ausstellung im Museumsfoyer

Vernissage: 10. März 2012, 17 Uhr MUSEUM RITTER Sammlung Marli Hoppe-Ritter Alfred-Ritter-Straße 27 D-71111 Waldenbuch Telefon +49(0)7157.53511-0 www.museum-ritter.de

Max Bill, o.T., 1993 © VG Bild-Kunst, Bonn 2012


Hans Holbein d. J. (1497/98–1543), Madonna des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen, 1525/26 und 1528, Sammlung Würth, Inv. 14.910, Foto: Philipp Schönborn, München

madonna

des Bürgermeisters Jacob Meyer zum Hasen von Hans Holbein dem Jüngeren Ein neues Meisterwerk der Sammlung Würth

ab 24. Januar 2012 Johanniterkirche, Schwäbisch Hall Di – So 11 – 17 Uhr Johanniterkirche/Kunsthalle Würth Im Weiler 1, 74523 Schwäbisch Hall Fon +49 791 946 72-330 johanniterhalle@wuerth.com

Alle Aktivitäten der Johanniterkirche/Kunsthalle Würth sind Projekte der Adolf Würth GmbH & Co. KG.

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