Skip to main content

Suedwesttext August 2013

Page 1

SÜDWESTTEXT Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie Herausgegeben von Südwesttextil

www.suedwesttextil.de

August 2013 | Nr. 71

Themen Verband + Industrie

Medienecho Seite 5

Foto: © SP-PIC - Fotolia.com

Bildung + Soziales

Nachholende Grundbildung am Arbeitsplatz

Change Management

Seite 6

Veränderung – jetzt

Recht + Steuern

Seite 3

Seite 8

Gelangensbestätigung light kommt Abholfälle erfordern bürokratische Nachweise für die Steuerfreiheit

Foto: © Maxim_Kazmin - Fotolia.com

Im März hat der Bundesrat nach langem Tauziehen mit der Wirtschaft eine neue Fassung der

Umsatzsteuer-Durchführungsverordnung beschlossen. Stichtag ist der 1. Oktober 2013. Die Pläne des Bundesfinanzministeriums zu neuen, bürokratischen Nachweispflichten für die Steuerfreiheit innergemeinschaftlicher Lieferungen wurden nach heftigen Protesten der Wirtschaft zwar entschärft: Alternativ zur sperrigen Gelangensbestätigung werden nun auch andere Nachweise der Steuerfreiheit zugelassen. Doch zum Teil müssen sich die Unternehmen auf neue

Belegnachweise einstellen, um die Umsatzsteuerfreiheit innergemeinschaftlicher Lieferungen zu gewährleisten. Schon kündigen einige Spediteure an, den „zusätzlichen administrativen Aufwand“ auch kleinerer Änderungen in Rechnung stellen zu wollen – Betrag noch unbekannt. Wie viel sich im Einzelfall ab dem 1. Oktober ändert, hängt von der Art des Transports ab. Die vom Abnehmer unterschriebene Fortsetzung Seite 2

Manteltarifverträge im Fokus Nach der letztjährigen Eliminierung der Altersstufen Textil die Mitgliedsfirmen Paul Hartmann und Linaus allen Tarifverträgen haben sich die Tarifvertrags- denfarb die Gespräche mit der IG Metall begleiten, parteien jetzt eine harte Nuss vorgenommen: Die Hugo Boss vertritt die Bekleidung. Auch außerhalb dieser Kommission ist Manteltarifverträge der Textil- und Bekleidungs»Die Neugestaltung der Mantel- jetzt der Zeitpunkt für alle tarifgebundenen industrie sollen außertarifverträge ist überfällig.« halb einer Tarifrunde Mitglieder gekommen, Kai-Uwe Götz, Geschaftführer Tarifpolitik bei Südwesttextil nicht nur überarbeitet, sich aktiv in die Diskussondern auch vereinheitsion einzubringen und licht werden. Ziel ist es, endlich ein für Angestellte und die Verträge mitzugestalten. Um ein größtmögliches gewerbliche Arbeitnehmer einheitliches Regelwerk zu Feedback zu bekommen, werden die Zwischenergebhaben. Nach Vorbesprechungen im letzten Jahr wird nisse der Gespräche mit der IG Metall regelmäßig im voraussichtlich schon im Oktober dieses Jahres die Sozialpolitischen Ausschuss und in den Personalleiterhierzu neu gebildete paritätische Kommission tagen. kreisen vorgestellt. Auf Seiten der Arbeitgeber werden aus dem Bereich Kai-Uwe Götz

Nur noch kurz die Welt retten

Zahl des Monats Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden führt eine Liste aller anerkannter Ausbildungsjobs in Deutschland. Hier finden sich inzwischen sage und schreibe rund 350 Berufe. Beliebtester Ausbildungsberuf ist und bleibt der Einzelhandelskaufmann. Knapp 32 000 junge Menschen haben diese Berufswahl im vergangenen Jahr getroffen. Das sind fast sechs Prozent aller Lehrlinge. Insgesamt schlossen 549 003 Jugendliche 2012 einen Ausbildungsvertrag ab. Das waren 3,0 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Rechnet man die Azubis hinzu, die schon im zweiten, dritten oder – in ganz wenigen Berufen – vierten Ausbildungsjahr waren, dann kommt man alles in allem auf 1,43 Millionen Lehrlinge.

350

Aktuell Am 9. September um 19.00 Uhr lädt die Landesvereinigung BadenWürttembergischer Arbeitgeberverbände in den Silcher-Saal der Liederhalle Stuttgart. In der Diskussionsveranstaltung unter dem Motto „Bundestagswahl 2013 – was hat die Wirtschaft zu erwarten?” haben Unternehmer die Möglichkeit, mit Spitzenvertreter der Parteien in den Dialog zu treten. Programm und Anmeldung unter www.agv-direkt.de/dialog2013 mit Passwort: ag2013.


2  Verband + Industrie

Südwesttext

August 2013 I Nr. 71

Fortsetzung von Seite 1

Gelangensbestätigung light kommt Gelangensbestätigung mit einem Doppel der Rechnung ist in jedem Fall ein gültiger, jedoch aufwendiger Nachweis. Die vom BMF erstellten Muster können, müssen dabei aber nicht zwingend verwendet werden. Die größte Betroffenheit ergibt sich bei Abholfällen. Bescheinigungen der Abholperson (Verbringensversicherung) oder des Spediteurs (Eigenbeleg) können nicht mehr als Belegnachweise verwendet werden. Vielmehr muss der Abnehmer die tatsächlich erfolgte Verbringung bestätigen. Bei Selbstabholfällen müssen sich Unternehmen also ab Oktober auf völlig neue Belegnachweise einstellen. Das BMF hat ein Anwendungsschreiben angekündigt, das aber erst nach der Sommerpause veröffentlicht wird.

Im Versendungsfall werden neben der Gelangensbestätigung auch weniger bürokratische Alternativnachweise anerkannt: • Die weiße Spediteursbescheinigung kann als Nachweisdokument verwendet werden, wenn sich nicht nur die beabsichtigte, sondern die erfolgte Verbringung bestätigt. • Handelsrechtliche, vom Auftraggeber des Frachtführers und vom Empfänger unterschriebene Frachtbriefe sowie Konnossements werden ebenfalls anerkannt (auch Doppelstücke). • Wird der Spediteur vom Abnehmer beauftragt, muss die Spediteursbescheinigung als Nachweis der beabsichtigten Verbringung durch einen Beleg ergänzt werden, dass die Zahlung vom Konto des Abnehmers erfolgt ist. • Bei Postsendungen genügt die Bescheingung des Dienstleisters über die Entgegennahme der Sendung zusammen mit dem Nachweis über die Bezahlung der Lieferung. • Bei Kuriersendungen dient das „Tracking and Tracing“-Protokoll als Nachweis.

Silvia Jungbauer

Neue Verordnung für Netzentgelte belastet Mittelstand rückwirkend Die Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) verteuert Strom für produzierende Unternehmen aus Industrie und Handwerk. Bund und Länder haben die Umlage erhöht. Für die erste Mio. Kilowattstunden sind jährlich rund 2 500 Euro mehr zu bezahlen, rückwirkend ab Anfang 2012. Großverbraucher bleiben aber weiterhin von den 80 bis 100 Prozent der Stromnetzkosten befreit und sparen insgesamt rund 800 Mio. Euro.„Das ist ein starkes Stück, was sich der Gesetzgeber da leistet“, sagt Dr. Wolf-Rüdiger Baumann, Hauptgeschäftsführer beim Gesamtverband textil+mode. „Die Politik unterstreicht die Bedeutung des Mittelstands und kennt die Milliardenkosten der Energiewende, unter denen die Wirtschaft leidet. Anstatt endlich etwas gegen die hohen Stromkosten zu unternehmen, erhöhen Bund und Länder die Kosten weiter. Eine rückwirkende Erhöhung ist ein symbolischer Schlag ins Gesicht der Unternehmen, die hier produzieren und Arbeitsplätze bieten. Wo bleibt da die Planungssicherheit?“

Foto: © maxkabakov – Fotolia.com

Termin vormerken

Live Hacking 13. November 2013, Reutlingen

Jetzt anmelden unter www.suedwesttextil.de/veranstaltungen, dick@suedwesttextil.de oder +49 711 21050  - 11

In Kürze Die Unternehmen der deutschen Maschen- und Miederindustrie befinden sich in einer stabilen Lage. Die Mehrheit der Unternehmen erwartet für den Herbst gleichbleibende Inlandsumsätze. Das ist das Ergebnis der Geschäftsklima-Umfrage von Gesamtmasche im Juli. Aus dem Ausland kommen wieder leichte Impulse, die für eine Trendwende aus der Rezession in Europa sprechen. Gleichzeitig orientiert sich die Branche stärker an wachstumsstarken Überseemärkten. Der Geschäftsklimaindex hat sich zwar durch vorsichtigere Zukunftserwartungen geringfügig von 4,21 auf 4,02 Punkte abgeschwächt. Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten die Firmen mit 6,85 Indexpunkten jedoch deutlich positiver als in der April-Umfrage (minus 2,5 Punkte). Über 40 Prozent der Maschenunternehmen bezeichnen ihre Kapazitätsauslastung als gut – doppelt so viele wie noch vor drei Monaten. Weitere rund 50 Prozent zeigen sich zumindest zufrieden. Weitere Informationen unter www. gesamtmasche.de Wie in jedem Jahr hat der Gesamtverband textil+mode wieder das Zahlenkompendium für die Textil- und Modebranche veröffentlicht. Es wurden sämtliche Zahlen zusammengetragen, die man über die Branche finden kann: vom Umsatz über die Beschäftigtenzahlen, dem Außenhandel bis zur Umsatzrendite der Textil- und der Bekleidungsbetriebe und zur Faserproduktion. Insgesamt werden drei pdf-Dateien zur Verfügung gestellt. Eine sehr ausführliche Darstellung in Deutsch und Englisch sowie eine kleine Broschüre mit den wichtigsten Zahlen. Die in ansprechender Form aufbereiteten Kompendien sind im unter www. das-datenportal.de – Download – Statistische Jahresberichte zu finden. Die Plattform Energiepreis. spiegel baut unter www.energieagentur.nrw.de zur besseren Transparenz der Industriestrompreise für Industrie- und Gewerbebetriebe mit Abnahmemengen von mehr als 100 000 Kilowattstunden einen Tarifvergleichsrechner auf.


Südwesttext

August 2013 I Nr. 71

Verband + Industrie  3

Change Management Veränderungen erfolgreich gestalten – Gastbeitrag von Gert Stapelfeldt Wir alle wissen, Veränderung ist erforderlich, damit wir uns an geänderte Rahmenbedingungen anpassen. Aber wer oder was muss sich wie verändern, damit Unternehmen erfolgreich bleiben oder werden? Veränderungen in Unternehmen beziehen sich immer auf das, was ein Unternehmen ausmacht, auf Führungskräfte, Mitarbeiter und die Organisation an sich. Der „weiche Faktor“ Mensch spielt also eine Schlüsselrolle. Bei Führungskräften und Mitarbeitern gilt es daher, Erkenntnis und Verständnis für Veränderung zu erzeugen und die Akzeptanz von Veränderungen und den Willen zur Umsetzung zu schaffen. Change Management basiert nicht auf einem streng standardisierten Vorgehen. Die Herangehensweise muss auf das Problem, das Unternehmen und die dort tätigen Menschen abgestimmt sein. Das nachfolgende Praxisbeispiel zeigt ein erfolgreiches Change Management Projekt mit den erreichten Ergebnissen. Das Projekt wurde bei einem Textildruckunternehmen durchgeführt, bei dem sich der Minderwarenanteil dramatisch erhöht hatte. Es galt daher, diesen kurzfristig und nachhaltig zu reduzieren. Das Vorgehenskonzept beinhaltete zwei parallele Herangehensweisen. Zum einen galt es, technologische Probleme im Druck- und Veredlungsprozess zu lösen. Hierzu wurden u.a. Fachleute der Maschinen- und Farbenhersteller hinzugezogen, die sich dieser spezifischen Probleme annahmen. Dem Management lag jedoch viel mehr die gezielte Einbeziehung der Mitarbeiter in den Verbesserungs- und Veränderungsprozess am Herzen. Gestartet wurde diese Herangehensweise mit einem Einführungsworkshop mit dem Management, den Bereichsleitern und den direkt am Projekt beteiligten Mitarbeitern. Ein gemeinsames Verständnis für Veränderung bedeutet zunächst, das Erkennen von Zusammenhängen sowie Konsens hinsichtlich der Ausgangssitu-

ation zu schaffen. Der nächste Projektschritt beinhaltete daher eine intensive Bestandsaufnahme. In dem sich anschließenden Führungsworkshop wurden die Ergebnisse der Bestandsaufnahme intensiv zwischen Management, Führungskräften und Mitarbeitern

Zunächst musste allerdings das Management seine Rolle im Change Prozess erlernen und begreifen. Entsprechende Potentiale mussten durch individuelles Coaching entwickelt werden. Dabei wurde das Handwerkszeug für ein erfolgreiches Leadership im Verän-

Veränderungen machen Platz für Neues. Foto: © Sergey Nivens – Fotolia.com

besprochen, die nächsten Schritte im Veränderungsprozess einvernehmlich festgelegt sowie die dafür erforderlichen Mitglieder der Prozessteams benannt und deren Rollen klar definiert und abgegrenzt.

Verständnis für Veränderungen schaffen

Diese Phase der Bestandsaufnahme zielte auf das „Erkennen & Verstehen“ der Notwendigkeit der Veränderung. Im Einführungs- und Führungsworkshop legten daher Management und Berater besonderen Wert darauf, dies überzeugend zu kommunizieren, zu erläutern und intensiv zu diskutieren mit dem Ziel, alle Beteiligten „mitzunehmen“, d.h. Chancen und Risiken der Veränderung offen und transparent darzustellen. Auch in diesem Projekt zeigte sich, dass in dieser ersten Phase die Veränderungsbereitschaft aller Personen besonders beeinflusst und geprägt wird. Diese erste Phase ist daher der Schlüssel für eine erfolgreiche Implementierung einer beabsichtigten Veränderung.

derungsprozess erlernt und verinnerlicht. Dazu gehörten u. a. Dialogbereitschaft, Überzeugungskraft, Selbstvertrauen durch Förderung des Einzelnen stärken, oder neue Einsichten begreifbar vermitteln. Phase 2 des Projektes beinhaltete die Bearbeitung der bei der Bestandsaufnahme identifizierten Themen und Schritte durch die Prozessteams. Die Teams waren eng mit dem Management in einer Steuerungsgruppe verzahnt. Aufgabe des Managements war es, erarbeitete Maßnahmen zu diskutieren, zu verabschieden, sowie dabei die Mitarbeiter für die notwendigen Veränderungen zu begeistern und zu mobilisieren. In dieser Phase gab es parallel intensive Einzelgespräche des Beraters mit den betroffenen Mitarbeitern. Dabei ging es primär um das „Akzeptieren & Wollen“ der anstehenden Veränderungen, das Aufgeben von vermeintlich Bewährtem, die Zuwendung zu neuen und unbekannten Situationen sowie die Beantwortung von Fragen wie: Was kommt auf uns zu, was müssen wir akzeptieren und wer gibt die Richtung vor? Berater und Management waren hier gefordert, Antworten zu geben, Antworten, die im konkreten Fall

durch Begeisterungsfähigkeit für die Sache, Ehrlichkeit, Gradlinigkeit, Verbindlichkeit, klare Worte und nachhaltige Verlässlichkeit geprägt waren. Die Arbeit in Teams und Steuerungsgruppe führte zu Maßnahmen, die nachhaltige Veränderungen bedeuteten. Verabschiedung und Umsetzung der Maßnahmen wurden eng vom Management begleitet, da es in dieser Phase des Veränderungsprozesses, dem „Umsetzen & Festigen“ darum ging, den Change Prozess mit Nachdruck und Erfolg weiterzuführen. Übrigens: Das primäre Ziel des Projektes, die Reduzierung der Minderware, wurde mit einer Verringerung um 40 Prozent überzeugend erreicht. Mit dem teamorientierten Ansatz und der erfolgreichen Implementierung des Change Management-Gedanken in den Köpfen der Mitarbeiter konnte zusätzlich die durchschnittlich Anzahl von Nachsätzen verringert, Art und Umfang von Nachbehandlungen reduziert, Information- und Materialfluss in und zwischen den Abteilungen optimiert sowie die Zusammenarbeit der Abteilungsleiter und deren Verantwortungsgefühl auch für abteilungsübergreifende Prozesse verbessert werden. Dadurch wurde ergänzend die Lieferzeit um 20 Prozent verkürzt und die Ausliefertreue um 15 Prozent erhöht.

Dr.-Ing. Gert Stapelfeldt StU – Dr. Stapelfeldt Unternehmensberatung, Aachen Tel.: +49-2408-2747 E-Mail: StapelfeldtUB@t-online.de


4  Verband + Industrie

Südwesttext

August 2013 I Nr. 71

Neue Freihandelsabkommen mit Lateinamerika Anfang August fiel der Startschuss für den Zollabbau zwischen EU und Kolumbien sowie den zentralamerikanischen Ländern Honduras, Nicaragua und Panama. In Kolumbien wurden im Textilbereich bislang Zölle von bis zu 20 Prozent fällig. Nun gewährt das Land Textil- und Bekleidungsprodukten aus der EU meist zollfreien Zugang, in Ausnahmefällen dauert der Zollabbau 5 bis 10 Jahre. Folglich ergibt sich ein spürbarer Vorteil für deutsche Exporteure, die das Wachstumspotenzial Kolumbiens nutzen möchten. Schließlich soll der kolumbianische Modemarkt soll in den nächsten fünf Jahren um zwei Drittel zulegen. Die EU ihrerseits bietet Kolumbien schon seit Jahren zollfreien Zugang im Rahmen des Allgemeinen Präferenzsystems für Entwicklungsländer (APS). Ab jetzt gibt es Ursprungskontingente für bestimmte Maschenwaren: Bis zu einer jährlichen Obergrenze gelten bei der Einfuhr in die EU einfachere Ursprungsregeln. Der Freihandel mit Kolumbien ist Teil des Handelspakts mit den Andenstaaten Kolumbien und Peru. Die Vereinbarung mit Peru wird bereits seit dem 1. März 2013

vorläufig angewendet. Der Zollabbau seitens Zentralamerikas erfolgt für die meisten Produkte in Stufen. Nur wenige Waren sind sofort zollfrei. Für Maschenstoffen, Geweben und konfektionierten Waren werden die Zölle meist in zehn gleichen jährlichen Stufen abgebaut. Bei Garnen erstreckt sich der Fahrplan meist über fünf Jahre, ebenso für BHs. Bislang betrugen die zentralamerikanischen Zölle im Textilbereich in der Regel 5 Prozent für Garne, 10 Prozent für Stoffe sowie 15 Prozent für konfektionierte Waren. Auch für zentralamerikanische Ursprungswaren war die Einfuhr in die EU schon bisher im Rahmen des APS zollfrei.

Durch das neue Abkommen gelten nun einfuhrseitig für zahlreiche Bekleidungswaren einfachere Ursprungsregeln bis zu bestimmten Höchstgrenzen. Die Umsetzung des Abkommen mit den drei weiteren Unterzeichnerstaaten Costa Rica, El Salvador und Guatemala steht noch aus. Die Lockerung der Ursprungsregeln im Rahmen von Kontingenten ist zumindest theoretisch eine Liberalisierung. Tatsächlich bedeutet der Schritt aber auch mehr Bürokratie. Die Handelsabkommen und einseitigen Zugeständnisse der EU werden immer zahlreicher, wobei sich die jeweiligen Ursprungsregeln zumeist unterscheiden. Mit

Das Allgemeine Präferenzsystem für Entwicklungsländer (APS) der EU sieht den Nullzollsatz für Staaten vor, die sich um nachhaltige Entwicklung und verantwortungsvolle Staatsführung bemühen. Für die Erlangung des so genannten APS+ Status ist die Ratifizierung und Umsetzung von 27 internationalen Konventionen erforderlich. Der APS+ Status bringt erhebliche Zollvorteile: Bei den üblichen APS-Präferenzen im Textil- und Bekleidungsbereich wird der Zollsatz lediglich um ein Fünftel reduziert. Die bisherigen Nutznießer des APS+ müssen ihren Status für das neue APS, das ab 1. Januar 2014 greift, erneut beantragen. Anträge liegen von den bisherigen Statusinhabern Armenien, Bolivien, Ecuador, Georgien, Kapverden, Mongolei und Paraguay vor. Neu hinzugekommen ist Pakistan. Es ist davon auszugehen, dass nach der Sommerpause diesen Anträgen stattgegeben wird. Weitere Staaten, darunter die Philippinen, sind entschlossen, sich um den APS+ Status zu bemühen.

Bestellen Sie sich unter info@suedwesttextil.de Ihr persönliches SÜDWESTTEXT-Exemplar

SÜDWESTTEXT Zeitung für die Textil- und

HERAUSGEGEBEN VON SÜDWESTTEXTIL

S WE SÜD

.DE

ert porti 5 Seite

TIL ESTTEX

VON

en

y a sta

le

texti

or

w TERh etz es N Neu issen w Fach

te xti le

MAS

e

Jah

Die

ht

uern aber nic

kann

Ich 8 si Kompetenzn te etzwerk Textilkennzei rk Sei

W ES TT EX TIL

Seite 6

n

Daschmuss ert aufs Etikett will,

SÜD

Seite 5

Ste ht +

Rec

VO N

Bildung + Soziales

chnung erfolgreich gestartet

Vi el -K

EU

n

om

fal

mis

hte

lle

resv

Recht + Steuern

ers Straftaten und andere grobe amichtverletzungen Pfl Se Te Seite ite xt m8lun 3b ilin g is 5 d

kil

Seite

AU SG EG EB EN

Fahrplan Qualifizierung

+ Soz 2013 ls

ung

ldS Wor 6

ehm

Themen

Verband + Industrie

Wahlprüfsteine 2013

iales

Bild

SÜDW

HERA

rn Unte

JUNI 2013 | NR. 69 HER

R

ULI

DE

Seite 3

BEN EGE USG

Bekleidungsindustrie

WWW.SUEDWESTTEXTIL

rie . 70 |N dust 2013 gsin J leidun d Bek il- un Text en . Them r die rie exfü Techtextil Indust atten + ng d . ban l Kraw land? sch Zeitu vie InnovatioVer nen, Deutbegeister Wie die TIL ESTTEX DW W SUE WW

us Aktuelle trie

trif ft

Steuer-Nachrichten

tv erb

Seite 9

Zahl des Monats

SÜ

DW

Ze itu ng für die

ES

TT

Te xti l- u nd Be kle . idu ng sin . du str ie

W W W

SU ED W ES TT EX TIL

DE

EX

n

st ay

Experte

Indu

strie

m

tur

nich

frie

den

Fü

Textiler Mittelstand unter

gen

Erwartun

g Beurteilun

t zu

Aktuelle

ex

sklimaind

Geschäft

30

20

04

01 2013

50

nf Th e Strommen

ein

Zie

ote

15 n

l

03

10

02

0

04

01 2012

03

-10

02

04

-20

01 2011

14 0

03

02

-30

04

-40

01 2010

03

02

-50

01

2009

kve Wer

rträ

ge im

T

sic h

Austauschplattfor ric sio Zum 15. Mal untermauerte Aktue r-Nachm und umfassende Exporteur Kopfzerbrechen n . Dedie Informationen ue rund ums Etikett. Messe Techtextil in Frankfurt Ste stinationen außerhalb derplan Die EU tere 9 Pflichtangabe zu RohTh ihre Position als internationaler in der fordern Kenntnisse Seit Ein ts em der nationalen stoff : en ist oft einnakomplexes ig, der Unh Premiumtermin der technischen Mo en 3 Kön wurde Anforderungen – und die Ve des we terfangen. rste nichtoren e können in eitslTextilien sich Seite die Zahl Wer onfolg Ländern wie China, Russland e geb an Fo ab und Vliesstoffe. Und das Sichrban der schriskiert Vorgaben als oder d+ der Thr to:hr schicht teure el Rekordergebnis: Rund mit einem Es ist hält, Se me © JiSden USA erheblich anders en Ge mer 3 in tlichAbmahnungen. ite er en Indu aussehen und 40 000fü die r g aus 113 Ländern jünger Dazu Besucher Num kommen deuGrü die 3 Über IGN zuhause. Bisher tsch strie hat Südwest- „Wild ve gesetzlichDievorgeschriebene neue 3,8 Kilo A ßvater. n is en als rü und – Fo rbra Bild Foto: © Torsten Lorenz Hersteluc hab priv winformierten sichneauf der Techtextil to Workshops, eid – Fotolia.com tiegen. . über h Ö t ni textil derscGro gt mit uc lia lerkennzeichnun VeröffentGo ung ssen zen uc ges at g sowie wie P hi ei ch und .co en und Texprocess freiwillige der he Prin w kon gelalichungen hs überrodie Innovat imen m Gespräche über n und Cra Text + So rf Vater kleiVnen halten g und Angaben ng ielf edUnk lic lare -Lab du obdas Hin irtionen zu tsch ' eiund hab derPfl ege, Konfektionsen Seit iduMitte r ver Trends mr informiert. nz ei Juni bietet he chenThema al her Se ils das kte astun satz sei ile zi ße des einliam im Das Kompetenzeteer aftli elst ndlic der Branchen. „E endr dern n Sc el größen r seh tsa uslKompeite hei !- ales te oderGrö Bekle zum s gi is tim nu Wil Dor tRec Ursprungsland. Das tenznetzwerk gl sind 15 d U ei Um Prozent h sag t m Textilkennzeichn Fi Zen aa netzwerk itä mehr 7 und nsiven ch ei als vor ha y bt m su die Textilkennzeichn m -w n. is ung rau nal paz erzielte an n im ung Kate wird n un lia.co erde50 gen, Richtig tti ng ern B algänzt im er In tlich sei de Bab ess ch gr Re ei von .Südwesttextil Dzwei inte es das Her- kompliziert beis der – Foto e Ka nd du e– und Gesamtmaes Jahren. diese enAusfuhr. de te sere xtilie Royrü er B tudio ekühlt“, Di kgeg iti er Aug Undie ktswege Daunrau in Kommunikation Pr cht + eben, t das ssmoderner Sprachenvielun ün. 3:1 Ausla zurüc badisch n, der Bereits © RoyS en r Um Met halb inne ativ und r er erg 50. en Te h abg sche o el geen, den allenimMitgliedsfirmen n. und te praxisnaher e: in eineewebe it träg Se bez Steu falt in aber öße ho sc nh en un w Aktuell ich fü glei DWeise. s süd , unEuropa bereitet deutlicch zufrie annisch Wwaerchs ite manchem B HeSeite r-Die rel er d de hlag an “, idergr aus Fortsetzung Komdie r deutl ef de rbag-G GmbH nd Wilh misst. Dam Br artal se2 tech 8 eit ern n es chba Wun Org tle her ettb en ea de e Kle istu the Save rba .be n Qu ht wirkli ent des Geoh r Ch von Ai Häl m Qua Date:enAm 3.l September zu tsch schnell deutschew m auf ten elm tiles he Ve ude de an eite rk n de deu til, it nic sid Fre l r n sc ng si Tex er is rs zw sind vom aindex he y fte si de e Pr Prä eine in M e Malde Scrfte es ers die ng mit bs 50 de r L rrscht eit is h na fiisndet atio zum esttex ärtige vo dritten stelle al Safet den r FüTexes n ru hrey ond idu ab alle on ze r W „Wir ierte der Südw t auf kt umob infoder sklim ngLörder r re Lördü ne n Pr bes ykle Akt til- und ah ortun r Ver el-F Unü vers ch es unge gegenwmen der n exa Glob rufung schäft ez rtu zen ora t gi rawa chs ecvon meh n“Modedialog rm lle ve r K igt l. koim M,O,C, resüm rband s, die ue d k, Bab n. Den idungsexp Se brau ro bers tänd eit Be en Ge neh Bundesregierun im vo Bewe sc L ha ch un onal ste, ller Veranstaltungscen Hoffn Die Pro ite Steu rde ha Lwe nien so lle die neue 10 AktinmMünchen ft un runt m atio rsch onsu sich aut ten d eine chenve int-Deni200 Unter industrie en ter obgenplant zial ch nt. In icht lich, r Ver r. ter tte n eite Babykle ßbritan 9 er en ers fiel um SüStromnetzstatt. Die Partner Entgelt-Verordn erh (StromNEV). mittelstandsfeind Sa -N r fa E io en nen ie m n auf M gemeinsamen derer au resd .V Wdie en er fü tere lic h GroRegelung FaleiteEt nd liche Za ist derder nac egen frageDiese aldsbeg org der rund kleidungs im nächst n ung ac durchaus hk denn - der itb nen, dubi über dene ente st Uspüren. dw Jah ch be- er Angesichts e land B r angestiege lionen hr nafech befreit zen me Zus r ök ssieVeranstaltung ach sonders stromintensive HingUnternehmen ei Gra hl de – so Verband kräfstabiler, os icht aktuell un der Bayeldersesestte ch di wal huPro fo r U n die Lage und Be cklung terneh tschApr Jah sogar lide ewer t V Deu andsn r aus als weitgehend rt t an atzn olog rischen Kosten alb Mil sinkender von e fürtung en twi il zu deerth sch. hier ril die Inl Un Netzentgelten. Jahr tula s M den Erzeugung, en be die e Gre rder mw von sich Textil- di vonertre teal und Rat xt saund e Transport Finanziert Textil- Die En sich In r, jede en t. il, Gat , da skepti sind gangen and ge nteVertrieb sitive ng wird im Ap dasZum eltH an PaBekleidungsinscha lian durch r U kön en dieUmlage de e al tion onat ch eine gerist ein neuer utze isdustrie, verte ha fo po de bis H Preistreiber von ex nd. nt in lm Dialog he im d 2 auf seh rt auf strä w gu Seit r au derz Stromrechnung La ent e ft n, en ur Info Textil-Bekleidung anc den We dl kaum vertretahr e br rmat r, se n eh ashi inzu un te de t. Am – di s E us ei s R un lau-Strompreis haltender Brmehr de erze g rh0,329ssCent/kWh. Befra von fü chstum ha unSüdwesttextil s Georg Gesamtmasche d Bundesregierun einen he Die desals 100 Halbj zurück zeWer io in r LgWahat t 000tsetzun die ein se tand rhalt ngel bar. ng Fa s siund rl t PrinzIndu ten icdie rRegelung Le d in r in 20 e Je A in bereits naten Prozen ktor nd gs be inge nen en K iche For vi – ladenFoanlässlich Euro. em echstrie andk hnun rFr . M an sich Aus i es orte der aden daher e Umsät kWh St die n. der Sc f Moverbraucht, zahlt un n da Farts heMunich hn raus USA anke ai 18 s ist Di ten fünabgesenkte g bi un am Wir a-. h zu»ein schl doch es szeit- eine »Zusätzlic , G reabgesegnet, einem hre etzu für n. ut rf , Hie gibt den bric Start nach fü eide s Belastunge Messeschluss Umlage von gäbe die ldun erlä H he is dasN hle än U mit ers ew fehlt n 73 14 r os ng die e of zum wicnkel grüne de r be , au kt ocscht-vor xtil pau Ver g sslic Vorja de sn mü erk- e ffen ha Jean r Ja gem ausg gebo m 0 oc seLicht entspannten Netzwerken Se in den Jahres0,05 mCent. t eiAuf Kauein. hnn st f Diese Grenze r A es scdrücken vo unddem aufta ne el westte schu hrdeinBleibt ite tretsam derLauLänder. F gentt daenellre er der h, rägeindustriell h zu n Fa ert Süd da tte di s m cob einsam ewan re s usbi ho irk l, wu dem Programm steht2 ein fent n w Ö eht Jahres a in der fenden rgleic soll nun auf 1 Mio. kWh fik: ne Zühr s Hide ss ver- di gem n ei erWe rkvch inr gerade - ach Vortrag Gra vo chäftsf anen, war nötig e Id it N Davis hoff ld nw Mittelstan sche icht ko u zu dass guten sklim Texm dert tage es Aktue der kräf die ker Ste abe ne einidg.hauf im Ve krä ent Stimmung dlder steigen. Die Folge wäre rch em eins mit anschließend moderiertem medieun unimmig Gesn .«en,k e Ka ee un ieten ein it de e au en M sic In vo id iger n, nteord einem Geschäft schen ie im h gdu am rde a VoluBundesrat voDaV ssielz H s gs Sinne nftMitglie stim flis- arion Derft chring n zu der eine Mehrbelastung für um Som Austausch sowie in eine Moden- ung. n Hans-Eberhard es n wu rfen, sic n. Dr. Aus der osen pita d Le an Pate m gePräsident Nach h das Koch, bergi dustr ahng de em Julib,von hlu rd mittelständischen . sfäeingewählfet.ldErety tem wieder in en. desDaLVImmin Lau tgeber rgewo drücke zurFaZa er Kom mschau Gatex ch ln, einen durchschnittlich Städ de Gegen aus l. D vi St Dav nt er Han des Design-Nachwuchses an win be ang hat sicn-würt idungsin en mittelständische zu krbe er n n Textilber fr anam 23.anng der zu de Industrie h ergid ve h Saf nd Arbei nd vo st is w A Ba entscheidet ha pe g te d äf me üb kle n, am sic U de ig erde ln Meisterschule und w Globalk denten bild der trieb tbe lun na an gene Vorsta um um rs raus von- ca. 2 500 Fir ichtet Be te h kt tenzDeutschen ba ere zah La mlu esen L ie reBelastungen iv weitere un für nd verhindert. Jahr. und de erik men zösis Gen wol prun s ch d lisi Euro enenDas mutet sentlicn,sol l uChef irderm Be prond d räsieit t en. Mode. anch n, w sam rätneu ablenitäten au teamDiedeEinladungen überschaubar an n tilver pfl zunächst an, dochifg Schla Am er me n im dk r L Abs werden gerade ebu kleinere fairer de den m stextil-P Stof Begr isc s „G chen ua le, di g e sin bere aren zum inauf nen Firmen werden Nun Fir it die das s La es s räg we ka öh fga ên he d Silvia in pr en tar Kürze t Jungbauer g er e für nd Süd Au Berei- isen folg und 19 f „S iff „J od die n Tarifl t un ku ac U es“ Form men rkvert diese zu r br au Pr ei h,eder. dem kr äf Die verschickt. sowtiles kreise Deenis ge ng hen. imler rch We erkann Mithe Klei 48 pr erge eans mga mac ch erch mei sa de . vor n.« Saint-s Lörraehatte no ch en , die eeihr vo te Reg quTex ieorg en Da ings du Chance für ihre sol- lic en ? inn Mus derf oduz de N “. Un ngss hte di s vo ns usgeg tifizi nJahre ch zier rran al li an iona Fa alGe am ma ch d Löhn ussen n sich « tang abrik iert îmes d au prac e ürfe hndump hat die erträge“ ücklich ch sieb e fl l erente ältere he le ge te V gige z Lo Vorw s sdr “ , di se un beein lständ-Chris kräf wolle ücken. in e di Akt Die wegen IG Metalekt Werkv n. Au n e er Kü e L. – Den dem tin te r zu Mitte Ste ndlic orbe Zie ha t Fach ufe eber lung dr iter Am uell e Sc n. Arb Men ste nzel Her land er im triebe t. Die „Proj ben ger eitn sc tigu iger hen reitu le: qu fü nf eitg rksle hn Jean sau, man . das vera Dien utsch manch eid eh hen, ng ung auf ng alifi bekanneigens g ins Le en s in he n »Arber Bezahnn, IG Metall Bezi er in De sich mer text nsta stag all de de de W sq Eu ute ferer würde sogar rwerbun er aus und ropa un eite uote r B n Ber r Juam il au lten di 11. Ju fair Jörg Hoffma zulie macht d di rb vo es gliede beitnehm Metall- der . . uf Te Mes f der e AF ni um Fremd Markt xtile se e A ildun n Fr chäf , n Tech BW l nschen B5 len Ar chen der ie, vo ng 11 ese st tal nw wü s au Di an text und .30 rtu str ne erbug geri en Ho 5, ei Gm estme Berei oindu die Wa g in bH d de il in Südw Uhr ler ger e Götz Südw tall am ng ngde felich, nen ,H rG Elektr tik über twicklun sloba Fran estal vo rband IG Me dass die Kai-Uw ere M M La r ba kfur n , n Logis zur En ihre Int Dem Ve z der nd de ittel esse le 3 l . De Stan Safe t en ndigt taus es l ta nregi w stan lk bis hin Metal finden. onfer angekü e werde ty d ür m steh ch, ds g ksk ich IG äch Disk erun ttem beau it Pe 3.1 der tretun r Bezir en gle Gespr M en g. us te itt ftr senver auf de delfing hsten elpu bei ei sio M berg ag r n nk nem un einu isch ter wurde i in Sin alt der näc t. Mitt d Ne ngsa en Jun 26. atik Inh ag twor ussim king Them bi

nk onju it K

Silvia Jungbauer

APS: Zollfreiheit als Anreiz für Nachhaltigkeit und verantwortungsvolle Staatsführung

Einfach schneller und besser informiert

XT TTE

dem Abkommensdschungel wachsen die Fehlerquellen, und die Ausschöpfung von Zollvorteilen erfordert immer komplexere Sachkenntnis. Praxis-Tipp: Lieferantenerklärungen können bei Vorliegen der Voraussetzungen um die neuen Präferenzverkehre mit Kolumbien und Peru sowie Honduras, Nicaragua und Panama ergänzt werden. Da die Anwendung der Abkommen unterjährig begonnen hat, ist in Langzeiterklärungen, die für das Geschäftsjahr 2013 ausgestellt werden, der Zusatz „ab Inkrafttreten“ hinzuzufügen.

r Visie

ss

im

M

AI

20 13

|N

R.

68


August 2013 I Nr. 71

Südwesttext

Verband + Industrie  5

Medienecho Jahrespressekonferenz vom 24. Juli – Reaktionen der regionalen Tagespresse

E

ine gute Nachricht hatte Georg Saint-Denis, Präsident von Südwesttextil, doch noch. Zwischen all den „verhaltenen“ Einschätzungen der Branchensituation bei der Jahrespressekonferenz gestern in Stuttgart stellte er einen Hoffnungsträger vor: technische Textilien. Die Fasern, Stoffe und Trägermaterialien erfüllen besondere Anforderungen – für Autoindustrie, Outdoor-Bekleidung oder Medizintechnik. In diesem Markt spielt Deutschland bisher oben mit. Mehr als 30 Prozent der Weltmarktnachfrage werde von deutschen Produzenten gedeckt, berichtete Saint-Denis. Allein in Baden-Württemberg lag der Umsatzzuwachs 2012 bei 5,2 Prozent. Mehr als die Hälfte der Unternehmen beschäftigt sich mit diesen Stoffen, die besondere Anforderungen erfüllen müssen wie Leichtigkeit, Widerstandsfähigkeit, Filterfunktion oder feuerhemmende Wirkung – je nach Einsatzgebiet. Der Präsident von Südwesttextil geriet angesichts dieses Themas fast ins Schwärmen: „Das ist unsere Vision, daran glauben wir fest“, sagte er. Allerdings dränge die Konkurrenz aus Asien auf den Markt. „Das ist keine Insel der Glückseligen“, sagte Saint-Denis. Er baue auf das nachhaltige Know-How der Textilfirmen aus dem Südwesten. Beispiele für traditionelle Unternehmen, die inzwischen mit technischen Textilien ihr Geld verdienen, könne er genügend nennen. „So gibt es ein Unternehmen, das Handarbeitsstoffe hergestellt hat und heute Faserverbundstoffe aus Carbon- und Glasfasern produziert“, berichtete Georg Saint-Denis. Es sei faszinierend, was da derzeit alles entwickelt werde, aber „wir brauchen ein bisschen mehr Zeit“, mahnte der Verbandspräsident vor allem mit Hinweis auf die steigenden Energiekosten, die sich „in immer abenteuerlichere Höhen schrauben“.

D

enkt man an die Textilindustrie, kommt einem seit der Einsturz einer Fabrik im April mit über 1 000 Toten unweigerlich Bangladesch in den Sinn. Doch Hersteller von Textilien gibt es auch in Deutschlands Südwesten. Und die leiden angesichts der Katastrophe in Asien unter einem Imageproblem, wie Hans Digel, Viezpräsident des Verbands Südwesttextil, gestern in Stuttgart zugab. „Auch unsere Unternehmen sind in der ganzen Welt unterwegs. Deshalb wollen wir nicht in Zusammenhang mit diesen inakzeptablen Arbeitsbedingungen gebracht werden.“ Die Mitgliedsbetriebe fertigten hauptsächlich in Süd- und Osteuropa oder mit verlässlichen Partnern in Asien. Nur so lasse sich gute Qualität gewährleisten. „Unsere Firmen wissen, wo ihre Produkte hergestellt werden und unter welchen Bedingungen dies geschieht“, betonte Digel, der zugleich Aufsichtsratschef des gleichnamigen Anzugsspezialisten aus Nagold ist.

D

ie Stimmung in der Textilindustrie wird skeptischer. Dies erklärte der Präsident des Verbandes Südwesttextil, Georg SaintDenis. Der Verband rechnet aber dennoch im laufenden Jahr noch mit einem Umsatzplus von zwei Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. In den ersten fünf Monaten hatte es allerdings nur ein Wachstum von einem Prozent gegeben.

lia.com – Foto 2811 o rc a ©M Foto:

»Was Airbags, Autohimmel, OP-Tücher und Outdoorjacken gemeinsam haben? Allesamt Produkte aus der Textilindustrie, die zeigen, dass die Branche mit High-Tech-Produkten auch am Standort Deutschland erfolgreich sein kann.«

T

extilien sind weit mehr als T- Shirts, Anzüge, Bettwäsche und Gardinen. Viele Textilunternehmen im Land produzieren verstärkt technisch anspruchsvolle Textilien mit komplexen physikalischen, chemischen oder funktionellen Eigenschaften.

D

er Stellenabbau in der Textil- und Modeindustrie in den letzten 20 Jahren hat dazu geführt, dass der Anteil älterer Mitarbeiter deutlich zunahm. 14 Prozent der Beschäftigten gehören zu den rentnnahen Jahrgängen, den 59- bis 63-Jährigen, und 30 Prozent sind älter als 54 Jahre. Die Branche stehe nun vor einem Wissenstransferproblem, so der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Südwesttextil Markus H. Ostrop auf der gestrigen Pressekonfernz in Stuttgart, Um wertvolles Expertenwissen in den Mitgliedsunternehmen zu halten, hat der Verband das Internet-Netzwerk „stay textile“ für aktive Ruheständler und Unternehmen aufgelegt. Partner ist das soziale Netzwerk „Masterhora“. Auf der Plattform können Unternehmen ihren Bedarf an erfahrenen Kräften anmelden.

D

er Verbraucher aber tappt weiter im Dunkeln: Der Einführung eines einheitlichen und weltweit verbindlichen Gütesiegels für fair produzierte Ware räumt der Verband wenig Chancen ein. Der entscheidende Fortschritt sei die Sensibilisierung sowohl der Verbraucher als auch der Hersteller. „Der Preis sagt nicht immer aus, wie ein Teil produziert wurde. Aber bei einem T-Shirt für zwei Euro kann ich mir denken, was für ein Riesendruck in der Produktion geherrscht hat'', sagt Präsident Saint-Denis. Bei den fünf größten Bekleidern Baden-Württembergs zumindest – Hugo Boss (Metzingen), Marc Cain (Bodelshausen), Olymp Bezner (Bietigheim-Bissingen), Betty Barclay (Nußloch) und Digel (Nagold) – ist Kleidung zu diesem Preis eher nicht zu haben.


6  Bildung + Soziales

Südwesttext

August 2013 I Nr. 71

Nachholende Grundbildung am Arbeitsplatz Förderprogramm des Bildungsministeriums will Analphabetismus in Deutschland bekämpfen In Deutschland leben über 7 Millionen „funktionale“ Analphabeten, rund 4,3 Millionen davon sind erwerbstätig. Die meisten Erwerbstätigen, die dieser Personengruppe angehören, haben Schwierigkeiten, die Mindestanforderungen an Lese- und Schreibkompetenzen zu erfüllen, die in einer modernen Arbeitswelt gestellt werden. Der Ansatz der abeitsplatzbezogenen Grundbildung spielt jedoch kaum eine Rolle in der betrieblichen Weiterbildung. Diese ist in der Regel tätigkeitsund anlassbezogen. Die Teilnahme an entsprechenden Weiterbildungsangeboten kann aber unter anderem auch aufgrund mangelnder Grundbildungskompetenzen eine Hemmschwelle darstellen. Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiiertes Förderprogramm zielt darauf ab, die Beschäftigungsfähigkeit Geringqualifizierter durch die Unterstützung arbeitsplatzbezogener Grundbildung zu verbessern. Im Projekt

AlphaGrund entwickelt das IW Köln in Kooperation mit dem Bildungswerk der Hessischen

Arbeitsplatz Mindestkompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln und so die Chancen

mente der Personalentwicklung eine Möglichkeit, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, die Beschäftigungsfähigkeit von Un- und Angelernten zu verbessern und somit gerade in Zeiten des zunehmenden Fachkräftemangels betriebliche Mitarbeiterpotenziale zu fördern. Christine Schneider

Ansprechpartner

Rund 4,3 Millionen Erwerbstätige in Deutschland sind Analphabeten. Foto: © Mike Uhlemann - Fotolia.com

Wirtschaft und BBQ Berufliche Bildung gGmbH in Nordbaden gemeinsam mit Unternehmen Angebote, um Geringqualifizierten am

auf Höherqualifizierung zu ermöglichen. Die von AlphaGrund offerierten Maßnahmen bieten als Instru-

Helmut E. Klein, Referatsleiter Bildungsforschung und Bildungsmedien, Institut der deutschen Wirtschaft, Köln, Telefon 0221 4981-769, klein@iwkoeln.de Heidi Manhart, Projektleiterin, BBQ Berufliche Bildung gGmbH, Telefon 06221 89077-13, manhart. heidi@biwe-bbq.de

Leseempfehlung Job-App Rationalisierungsstrategien im demografischen Wandel Wie lässt sich unter verschärften Wettbewerbsbedingungen und angesichts einer zunehmend schwierigeren Personalsituation eine hoch leistungs- und konkurrenzfähige Industrieproduktion in Deutschland erhalten? Vier Industrieunternehmen gingen dieser Frage, unterstützt von drei Forschungsinstituten und begleitet von den Sozialpartnerverbänden, im konkreten betrieblichen Umfeld nach. Die Karl Otto Braun GmbH & Co. KG (KOB), ein Textilunternehmen, war an diesem Forschungs-und Entwicklungsprojekt, welches durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert wurde, beteiligt. Die Ergebnisse sind jetzt in Buchform mit dem Titel „Rationalisierungsstrategien im demografischen Wandel“ veröffentlicht worden. Arbeitsteilig wurden unterschiedliche demografiebezogene Themenfelder bearbeitet und angepasste Lösungen entwickeltet: Schwerpunkte dabei waren u.a. die Umsetzung eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagements, die beteiligungsorientierte Entwicklung einer Organisation, die den demografischen Wandel in Unternehmen optimal unterstützt, die Erarbeitung eines angepassten Steuerungskonzepts zum demografischen Wandel sowie die Umsetzung einer alternsgerechten und nachhaltigen Personalwirtschaft. Durch die enge Vernetzung der Entwicklungsarbeiten entstanden praxisrelevante Synergien und Lerneffekte. Die Beteiligten profitierten dabei von den Stärken, Vorarbeiten und Erfahrungen der jeweils anderen. Erarbeitet wurden Bausteine für Rationalisierungsstrategien im demografischen Wandel, die sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Industrieunternehmen von Vorteil sind. So konnten konkrete Handlungsspielräume und konsensfähige Lösungen im Rahmen des Verbundprojekts erarbeitet werden. Im Rahmen des Projektes hat sich KOB mit den drei Entwicklungsschwerpunkten alternsgerechte und nachhaltige Personalwirtschaft, demografiefeste Produktionssysteme sowie Die Publikation ist unter ISBN 978der Entwicklung eines ganzheitlichen Gesundheitsmanagementsystems befasst. 3-658-02568-7 erhältlich.

Mit der MG zieht an - Go Textile! Job-App finden sich neben Stellenangeboten und Praktikaplätzen auch studentische Nebenjobs rund um die Textilindustrie. Die kostenlose App steht im Google Play Store und im App Store von Apple zum Download zur Verfügung.


Bildung + Soziales  7

Südwesttext

August 2013 I Nr. 71

Textiler können jubeln Abschluss bei Berufskolleg und Berufsschulklasse Die Auszubildenden des dreijährigen dualen Berufskollegs Textiltechnik und der Berufsschulklasse Textiltechnik haben ihre theoretische Ausbildung an der Gewerbeschule Schopfheim erfolgreich abgeschlossen. Neben dem Berufsschulabschluss bestanden alle Auszubildenden die Prüfung zum staatlich anerkannten Berufskollegiaten Textiltechnik. Diejenigen, die den Zusatzunterricht in Mathematik und Englisch besuchten, erlangten zudem nach erfolgreicher Prüfung die Fachhochschulreife. Für herausragende Leistungen erhielten einen

Preis: Julia Rogers, Textillaborantin (Hohenstein Textile Testing Institute), Aydin Kurt, Textillaborant

(Gerhard Rösch GmbH, Tübingen), Alexander Schmid, Produktveredler (Lindenfarb Aalen).

Die Absolventen – bestens qualifiziert für eine textile Zukunft.

Ratgeber zum Start in die berufliche Weiterbildung „Ausbildung, Job – und dann?”

Christine Schneider

Lehrstellen-App Ausbildung, Job – und dann? Ratgeber zum Start in die berufliche Weiterbildung

Die Ratgeberbroschüre des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur beruflichen Weiterbildung informiert umfassend über Weiterbildungsmöglichkeiten und beantwortet kompakt und verständlich die wichtigsten Orientierungs- und Einstiegsfragen. Darüber hinaus soll sie als Wegweiser zu einer passenden beruflichen Weiterbildung dienen und Orientierung auf dem Weiterbildungsmarkt bieten. Im Vordergrund steht dabei die bundeseinheitlich geregelte berufliche Weiterbildung – konkret die sogenannte Aufstiegsfortbildung mit ihren anerkannten Abschlüssen. Die Broschüre gibt es zum Downlaod unter http://www.bmbf.de/pub/ausbildung-job_und_dann.pdf

Freude über ihren erfolgreichen Berufsschulabschluss zeigten auch die Absolventen der Berufsschulklasse Textiltechnik. Für besonders gute Leistungen erhielten ein Lob: Salvatore Graffeo, Produktveredler Textil (KBC Lörrach), Julien Lagarde, Produktveredler Textil (Textilveredlung an der Wiese, Lörrach), Sebastian Schlatterer, Produktionsmechaniker Textil (GST Maulburg). Einen Preis für herausragende Leistungen erhielt Textillaborantin Nadine Mahl.

Die IHK-Lehrstellenbörse gibt es jetzt auch als kostenlose App im Google Play Store und im App Store. Zu finden sind bundesweit Angebote für das neue Ausbildungsjahr 2014.

BILDUNG

Seminare Bildungswerk

Neuordnungsverfahren Büroberufe abgeschlossen Der neue Beruf Kaufmann/-frau für Büromanagement kann zum 1. August 2014 in Kraft treten. Die rechtsverbindliche Verkündigung der neuen Ausbildungsordnung mit sachlicher und zeitlicher Gliederung im Bundesgesetzblatt ist für November vorgesehen. Damit werden die drei bestehenden Berufe Bürokaufmann/-frau, Kaufmann/-frau für Bürokommunikation und Fachangestellte/-r für Bürokommunikation (ö.D.) zu einem Beruf zusammengefasst. Der Beruf Industriekaufmann/frau bleibt von dieser Änderung unberührt. Mitte Juli wurden die letzten Differenzen ausgeräumt. Nähere Informationen können der Präsentation von Wilfried Malcher, Handelsverband Deutschland, entnommen werden, die unter www.

Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil. Typgerechte Arbeitsorganisation: Analyse, Optimierung und Check 8. bis 9. Oktober 2013, Haus Reutlingen Selbst- und Zeitmanagement 14. bis 15. Oktober 2013, Haus Bleibach

Foto: © Mike Uhlemann - Fotolia.com

suedwesttextil.de zum Download bereitsteht. Der Rahmenlehrplan muss noch von der Kultusministerkonferenz beschlossen werden und wird danach unter www.kmk.org veröffentlicht.

Bis zum Erlass der Verordnung können Ausbildungsverträge nur mit den bisherigen Berufsbezeichnungen in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen werden. Christine Schneider

Lassen Sie Ihren Chef strahlen – professionelles Präsentationsdesign 16. bis 17. Oktober 2013, Haus Reutlingen www.biwe-akademie.de


8  Recht + Steuern

Südwesttext

August 2013 I Nr. 71

Nur noch kurz die Welt retten

Smartphone ermöglicht ständige Erreichbarkeit – Probleme mit der Arbeitszeit Viele Beschäftigte in Deutschland sind außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit jederzeit per E-Mail oder auf dem Mobiltelefon erreichbar. Insbesondere das schnelle Bearbeiten von E-Mails und telefonischen Anfragen nach Feierabend gehört mittlerweile zum guten Ton. Auch morgens werden bereits vor dem eigentlichen Arbeitsantritt die eingegangenen E-Mails gelesen und auf dem Weg zur Arbeit beantwortet. Diese zunächst für den Arbeitgeber positive Entwicklung wirft allerdings Fragen hinsichtlich der Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes auf. Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) gibt eine tägliche Höchstarbeitszeit von acht bzw. zehn Stunden bei einem entsprechenden Ausgleichszeitraum vor. Des Weiteren ist eine zwingende Ruhezeit von elf Stunden vorgegeben. Verletzungen dieser Bestimmungen werden mit emp-findlichen Bußgeldern geahndet. Insoweit empfiehlt sich ein besonderes Augenmerk des Arbeitgebers auf die Einhaltung dieser Vorschriften. Wenn ein Arbeitnehmer nach Beendigung seiner Arbeitszeit ständig erreichbar ist, dann muss zunächst diese Erreichbarkeit bewertet werden. Traditionell wird unterschieden zwischen der Vollarbeit, der Arbeitsbereitschaft, dem Bereitschaftsdienst und der Rufbereitschaft. Bei der Arbeitsbereitschaft hält sich der Arbeit-

nehmer an seinem Arbeitsplatz zur sofortigen Aufnahme der Arbeitstätigkeit bereit. Bei dem Bereitschaftsdienst hat sich der Arbeitnehmer, ohne dass von ihm wache Aufmerksamkeit gefordert

Die Arbeitsbereitschaft und der Bereitschaftsdienst werden als Arbeitszeit angesehen. Die Rufbereitschaft hingegen alleine nicht. Trotzdem kann eine Rufbereitschaft eine Abgeltungspauschale

Verletzung des Arbeitszeitgesetzes – Vorgabe des Arbeitgebers zur Erreichbarkeit ist entscheidend. Foto: © babimu - Fotolia.com

wird, für Zwecke des Betriebes an einem bestimmten Ort innerhalb des Betriebes aufzuhalten. Klassischer Fall ist der Bereitschaftsdienst eines Arztes im Krankenhaus. Bei einer Rufbereitschaft verpflichtet sich der Arbeitnehmer ebenfalls, die Arbeit auf Abruf aufzunehmen. Allerdings kann er sich dabei an einem Ort seiner Wahl befinden. Eine bestimmte Dauer für das Erreichen des Arbeitsplatzes kann vorgegeben werden.

Recht kompakt Lohnsteuerabzug – Rückwirkende Änderung Frage: Wie müssen rückwirkende Änderungen bei Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) berücksichtigt werden? Antwort: Ergeben sich bei der rückwirkenden Festsetzung Lohnsteuerabzugsmerkmale durch das Finanzamt Nacherhebungsbeträge bei der Lohnsteuer, muss der Arbeitgeber bei der nächst folgenden Lohnzahlung die Nacherhebung vornehmen, § 41 c Abs. 1 Satz Einkommensteuergesetz (EStG). Die nachträgliche Einbehaltung ist auch insoweit zulässig, als dadurch die Pfändungsfreigrenzen unterschritten werden. Die Einbehaltung muss und darf nur die nächst folgende Lohnabrechnung betreffen. Falls die nachträglich einzubehaltende Lohnsteuer den auszuzahlenden Betrag übersteigt, ist eine Anzeige ans Finanzamt zu erstatten. Die relevanten Gesetzestexte finden sich im Mitgliederbereich unter www.suedwesttextil.de.

begründen. Außerdem sind die Zeiten der tatsächlichen Tätigkeit innerhalb der Rufbereitschaft als Vollarbeitszeit zu werten.

Rufbereitschaft muss angeordnet werden Bei einer ständigen Erreichbarkeit auf dem Smartphone kommt allenfalls die Rufbereitschaft in Betracht. Eine solche liegt jedoch nur dann vor, wenn der Arbeitgeber ausdrücklich vorgibt, dass eine ständige Erreichbarkeit gewährleistet sein muss und gegebenenfalls eine Arbeitsleistung außerhalb der regulären Arbeitszeit erbracht werden. Begründet wird dies damit, dass der Arbeitnehmer dann in der Wahl seines Aufenthaltsorts beschränkt sei. Er müsse schließlich einen Platz wählen, an dem er sich stets in Hörweite des Handys befindet und müsse Funklöcher vermeiden. Fehlt eine derartige klare Vorgabe des Arbeitgebers und fühlt sich ein Mitarbeiter lediglich gehalten, die E-Mails außerhalb seiner Arbeitszeit zu lesen und zu beantworten, dann ist diese Tätig-

keit aus eigenem Antrieb nicht als Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetztes zu werten. In diesem Fall kann also nicht davon ausgegangen werden, dass empfindliche Bußgeldbescheide drohen. Bei einer besonders starken pflichtbewussten Tätigkeit außerhalb der regulären Arbeitszeit, kann es angebracht sein, durch ein Gespräch auf eine Mäßigung hinzuwirken und den Mitarbeiter anzuhalten, die betriebsüblichen Arbeitszeiten einzuhalten. Eine Vergütungspflicht für diese Zusatztätigkeit des Arbeitnehmers entsteht nur dann, wenn dieser ausdrücklich auf Weisung des Arbeitgebers hin außerhalb der regulären Arbeitszeit tätig geworden ist. Handelt es sich dagegen um eine freiwillige Tätigkeit des Arbeitnehmers, dann besteht keine Vergütungspflicht. Schließlich fühlt sich der Mitarbeiter selbst in die Pflicht genommen. Werden während des Urlaubs Anfragen beantwortet und ganze Telefonkonferenzen geführt, dann obliegt es auch hier letztlich dem Mitarbeiter, dies zu begrenzen bzw. zu unterlassen. Schließlich ist Sinn und Zweck des Urlaubsanspruchs, dem Arbeitnehmer Zeit für Erholung und Entspannung zu verschaffen. Möchte ein Arbeitgeber hingegen wichtige Informationen während des Urlaubes in Erfahrung bringen, dann besteht hier kein Anspruch darauf, dass eine telefonische Rücksprache erfolgt. Allenfalls in besonderen Ausnahmesituationen, wenn z.B. die Arbeitskraft notwendig ist, um den Zusammenbruch des Unternehmens abzuwenden, könnte nach den Grundsätzen des Wegfalls der Geschäftsgrundlage ein entsprechender Anspruch vertretbar sein. Eine gefestigte Rechtsprechung existiert hier jedoch nicht. Die Vorgabe des Arbeitgebers zur Erreichbarkeit ist entscheidend. Soweit hier klare belegbare Regelungen getroffen wurden, sind Verletzungen des Arbeitszeitgesetzes und somit Ordnungsgelder nicht zu erwarten.

Nathan Binkowski


August 2013 I Nr. 71

Recht + Steuern  9

Südwesttext

Neues zur Urlaubsumrechnung Zeitlicher Vorlauf bei Arbeitszeitreduzierung empfohlen Mitte Juni hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass eine Urlaubsumrech-nung bei Reduzierung der Wochenarbeitstage im laufenden Kalenderjahr hinsichtlich des Anteils des Jahresurlaubs, der in der unreduzierten Zeit entstanden ist, nicht immer möglich ist. Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer diesen Urlaub noch vor dem Zeitpunkt der Reduzierung der Wochenarbeitstage hätte nehmen können. Bislang war es üblich, den Urlaubsanspruch ohne diese Einschränkung insgesamt umzurechnen. Die Konsequenzen der Entscheidung können am besten anhand eines Beispiels nachvollzogen werden: Der Arbeitnehmer hat einen jährlichen Urlaubsanspruch von 30 Tagen. Er hat bis zum 1. September lediglich 5 Urlaubstage genommen und wechselt ab diesem Zeitpunkt von einer

Mitarbeitern sollte die Möglichkeit verbleiben, ihren vor der Reduzierung der Wochenarbeitstage aufgelaufenen Urlaubsanspruch zu nehmen. Foto: © Jeanette Dietl - Fotolia.com

5-Tage-Woche auf eine 2-TageWoche. Konnte der Arbeitnehmer vor dem 1. September seinen bis

dahin aufgelaufenen gezwölftelten Jahresurlaub beispielsweise aufgrund einer Krankheit nicht nehmen, bleibt dieser ungekürzt erhalten. Ihm verbleiben also 8/12 des Jahresurlaubs (Zeitraum Januar bis August) von 30 Tagen (also 20 Tage) abzüglich des bereits genommenen Urlaubs von 5 Tagen, insgesamt also 15 Tage. Für den Zeitraum von September bis Dezember (4/12 des Jahresurlaubs) kann eine Umrechnung mit dem Faktor 2/5 vorgenommen werden, so dass sich für die Phase der verkürzten Wochenarbeitszeit ein Urlaubsanspruch von 4 Tagen errechnet. Dem Arbeitnehmer bleibt demnach noch ein Gesamturlaubsanspruch von 19 Tagen ab 1. September. Bei der geltenden Arbeitszeitverteilung auf 2 Wochentage bedeutet dies allerdings noch einen Urlaubsanspruch für 9,5 Wochen.

Um solche Ergebnisse zu vermeiden wird empfohlen, Arbeitszeitreduzierungen, die mit einer Reduzierung der Wochenarbeitstage einhergehen, mit entsprechendem zeitlichen Vorlauf zu vereinbaren. Mitarbeitern sollte die Möglichkeit verbleiben, ihren vor der Reduzierung der Wochenarbeitstage aufgelaufenen Urlaubsanspruch zu nehmen. Tun sie das nicht, worauf der Arbeitgeber nicht explizit hinweisen muss, besteht weiterhin die Möglichkeit, den gesamten im Jahr noch nicht genommenen Urlaubsanspruch umzurechnen. Im obigen Beispiel würde dies bedeuten, den Jahresrestanspruch von 25 Tagen mit dem Faktor 2/5 umzurechnen, so dass lediglich noch ein Urlaubsanspruch von 10 Tagen verbleibt (entspricht 5 Wochen). Kai-Uwe Götz

Dauerhafter Einsatz von Leiharbeitnehmern Bereits im Juli hatte das Bundesarbeitsgericht (BAG) entschieden, dass bei einem dauerhaften Einsatz von Leiharbeitnehmern der Betriebsrat die Zustimmung zur Einstellung verweigern kann (siehe Südwesttext Ausgabe Juli). Nunmehr zieht das Landesarbeitsgericht (LAG) die Konsequenz und gibt vor, dass bei einer dauerhaften Arbeitnehmerüberlassung ein Arbeitsverhältnis mit dem Entleiher zustande kommt. Der Hintergrund der neuen Entscheidung des LAG BadenWürttemberg überrascht zunächst. Eigentlich ging es in dem komplexen Ausgangsfall um einen Leiharbeitnehmer, der sich weigerte, in einem bestreikten Unternehmen als Leiharbeiter tätig zu werden. Aufgrund dieser Weigerung wurde er zunächst ermahnt. Diese Ermahnung wurde durch das Arbeitsgericht Ulm für unwirksam erklärt. Die erste Instanz stützt die Entscheidung auf eine berechtigte Arbeitsverweigerung aufgrund einer Sondernorm im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Diese legt fest, dass ein Leiharbeitnehmer nicht verpflichtet ist, bei einem Entleiher

tätig zu sein, soweit dieser durch einen Arbeitskampf unmittelbar betroffen ist. Nachdem der Arbeitgeber Berufung einlegte, entschied das LAG, dass die Ermahnung unabhängig von der Frage der Berechtigung der Arbeitsverweigerung jedenfalls von dem falschen Arbeitgeber ausgesprochen wurde. Der Leiharbeitnehmer befände sich nämlich bereits seit 2006 bei dem Entleiher. Dementsprechend liege keine vorübergehende Arbeitnehmerüberlassung vor und es sei ein Arbeitsvertrag mit dem Entleiher zustande gekommen. Das LAG hat somit, wohl ohne ausdrücklich danach gefragt zu werden, die Konsequenz aus der Entscheidung des BAG bereits gezogen. Es muss künftig also empfohlen werden, dass eine Arbeitnehmerüberlassung grundsätzlich nur vorübergehend erfolgen soll. Da die genauen Grenzen des Merkmals „vorübergehend“ noch nicht herausgearbeitet worden sind, sollte jedenfalls ein Enddatum festgelegt werden. Außerdem ist die Zeitspanne des Wortes „vorübergehend“ unklar.

Deshalb liegt es nahe, in Anlehnung an die Regelung zur Befristung der Arbeitsverträge zumindest einen Zeitraum von zwei Jahren als vorübergehend anzusehen. Im Übrigen wird man sich wohl in der Praxis darauf einstel-

len müssen, dass eine dauerhafte Arbeitnehmerüberlassung ein Arbeitsverhältnis mit dem Entleiher begründen kann.

Nathan Binkowski

Aktuelle Steuer-Nachrichten Mit der Verkündung des Amtshilferichtlinie-Umsetzungsgesetzes (AmtshilfeRLUmsG) Ende Juni im Bundesgesetzblatt sind zahlreiche Änderungen des Umsatzsteuergesetzes („UStG“) in Kraft getreten. Leider muss wieder einmal schnell reagiert und das Rechnungslayout angepasst werde. Auch bei der Rechnungseingangsprüfung sind neue Rechnungsanforderungen zu beachten, um den Vorsteuerabzug nicht zu gefährden. Besonders die Neuregelung für Gutschriften hat es in sich. Gutschriften i.S.d. UStG sind Rechnungen, die vom Leistungsempfänger ausgestellt werden. Fehlt hierbei die Angabe „Gutschrift”, so berechtigt die Gutschrift nicht zum Vorsteuerabzug. In der Praxis werden Gutschriften i.S.d. UStG häufig mit Rechnungskorrekturen verwechselt bzw. Rechnungskorrekturen als Gutschrift bezeichnet. Um dies zu vermeiden, sind Rechnungskorrekturen auch als solche zu bezeichnen, z.B. Stornorechnung; eine Deklarierung als Gutschrift sollte in jedem Fall vermieden werden. Die aktuelle Ausgabe kann als pdf-Datei im Mitgliederbereich von Südwesttextil heruntergeladen werden.


10  Technik + Umwelt

Südwesttext

Selbstständig und sicher wohnen Im August startete ein Forschungsprojekt, das den Einsatz von AALSystemen (Ambient Assisted Living) bei häuslichen Notfällen in der Praxis erprobt. Es ist zunächst auf zwei Jahre festgelegt und wird mit 650 000 Euro gemeinsam von den Ministerien für Soziales und Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg unterstützt. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen, die in ihrem eigenen Wohnumfeld betreut werden wollen, steigt. Die älteren Menschen möchten so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung selbst-

ständig wohnen bleiben und sich dort sicher fühlen. Die technischen Assistenzsysteme zur Notfallerkennung (AAL-Technik) können für diese Sicherheit sorgen. In Deutschland gibt es derzeit noch keinen etablierten Markt für AAL-Produkte und Dienstleistungen. Umfragen belegen jedoch, dass die Mehrheit der Senioren für derartige Lösungen aufgeschlossen ist. Die beteiligten Institute – das Fraunhofer IPA (Institut für Produktionstechnik und Automatisierung) Stuttgart, das FZI Forschungsinstitut Informatik

Termine

Karlsruhe und das ITV (Institut für Textil- und Verfahrenstechnik) Denkendorf – möchten die Sicherheit und Notfallerkennung unter realen Einsatzbedingungen und Einbindung von Vertretern der gesamten Wertschöpfungskette realisieren. Die Technik soll in 30 Wohnungen des Projektpartners Bruderhaus Diakonie im Raum Reutlingen erprobt und evaluiert werden. Danach beginnen die Partner mit der Umsetzung in vermarktungsfähige Produkte. Simone Diebold

„Deutscher CSR-Preis“ 2014: Bewerbungsunterlagen sind online Das Deutsche CSR-Forum schreibt den „Deutschen CSR-Preis“ aus. Er wird im Rahmen des 10. Deutschen CSRForums in Ludwigsburg bei Stuttgart am 7. Mai 2014 zum fünften Mal verliehen.Unternehmen und unternehmensähnliche Institutionen, die auf dem deutschen Markt tätig sind, sind aufgerufen, sich an der Ausschreibung zu beteiligen. Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen – Corporate Social Responsibility (CSR) lebt von guten Beispielen. Mit dem Deutschen CSR-Preis werden vorbildliche Aktivitäten auszeichnet. Der Preis wird in folgenden Kategorien verliehen: • • • • • • •

„CSR-Award national“ und „CSR-Award international“ – Auszeichnung einer Person für herausragendes CSR-Engagement aus Deutschland und weltweit Biodiversitätsmanagement zum Erhalt der weltweiten biologischen Vielfalt CO2-Vermeidung als Beitrag zum Klimaschutz Gender Diversity Kulturelles Engagement als Ausdruck der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen CSR in der Lieferkette Bestes Video zum CSR-Engagement eines Unternehmens

Alle Informationen (Ausschreibungsverfahren, Bewerbungsbögen, Jury, etc.) stehen unter http://www.csrforum. eu/deutschercsrpreis/2014 zum Download bereit..

Termin vormerken

17. Oktober von 9.00 – 18.00 Uhr im Haus der Wirtschaft in Stuttgart

Forum Architektur und Bau

Vision, gebaute Wirklichkeit und Forschung Das Forum Bau und Architektur möchte zu einem Dialog über 17.10.2013, Stuttgart Fachgrenzen hinweg anregen.Wissenschaft und Wirtschaft sind eingeladen, sich über neueste Technologien und Trends beim Einsatz faserbasierter Werkstoffe im Bau zu informieren und auszutauschen. Eine Ausstellung bietet zusätzliche Möglichkeit zur Information. Weitere Informationen unter www.afbw.eu

August 2013 I Nr. 71

IT & Business 2013 Vom 24.bis 26. September bietet die IT & Business auf der Landesmesse Stuttgart die ideale Plattform, um in das Thema virtuelles Engineering einzutauchen. Das Virtual Dimension Center (VDC) Fellbach engagiert sich im Rahmenprogramm und in der Ausstellung. Im Technologieworkshop „Go Virtual – Einstieg in das virtuelle Engineering” am 25. September von 12.00 bis 15.30 Uhr in Halle 3, Forum 3.2, präsentieren Referenten aus dem VDC-Netzwerk Lösungswege zur beispielhaften Technologie-Einführung und zeigen Handlungsfelder der 3D-Implementierung. Der Workshop bietet die Möglichkeit der Diskussion und des Austausches. Fachtagung Unter dem Motto „Polymere Biomaterialien – vom Material zum Gewebe” veranstaltet das Forum MedTech Pharma e.V. am 10. Oktober in Würzburg eine Fachtagung. Die Veranstaltung wird über aktuelle Entwicklungen im Bereich polymerer Biomaterialien informieren und Ausblicke auf zukünftige Trends der regenerativen Medizin werfen. In Verbindung mit der begleitenden Ausstellung bietet sie zudem eine Plattform für einen interdisziplinären Austausch zwischen Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie klinischen Anwendern. Programm und Anmeldung unter www.medtech-pharma.de. 3. IfW-Tagung Am 22. Oktober veranstaltet das Institut für Werkzeugmaschinen IfW der Universität Stuttgart und der Abteilung Leichtbautechnologien des FraunhoferInstituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA im Schiller-Saal der Liederhalle Stuttgart eine Fachtagung zum Thema „Bearbeitung von Verbundwerkstoffen”. Die Veranstaltung vermittelt, wie durch Reduzierung der Prozesskosten, die Potenziale des Leichtbaus auch für Großserien wirtschaftlich umzusetzen sind. Spannende Vorträge beleuchten die Herausforderungen auf dem Gebiet der Zerspanungstechnologie faserverstärkter Leichtbauwerkstoffe. Programm und Anmeldung unter www.ifw.uni-stuttgart.de.


Technik + Umwelt  11

Südwesttext

August 2013 I Nr. 71

Buchung eines Eintrags im Kompetenzatlas Faserbasierte Werkstoffe Die Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg erstellt erstmals einen Kompetenzatlas zum Thema „Faserbasierte Werkstoffe“. Ziel ist, die Querschnittstechnologie in all seinen Facetten für potenzielle Geschäftspartner im In- und Ausland darzustellen. Der Fokus liegt dabei auf den Kompetenzen der Unternehmen, Forschungsinstitute, Hochschulen und sonstiger Institutionen im Bereich der faserbasierten Werkstoffe und deren Anwendungen. Der Kompetenzatlas wird als Druckversion sowie als Online-Version auf Deutsch und Englisch im November 2013 erscheinen.

Firmenname Firmenname Musterfi Musterfi rma rma Lorem Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet, sit amet, consetetur consetetur sadipscing sadipscing elitr,elitr,Lorem Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet, sit amet, consetetur consetetur sadipscing sadipscing eli- elised sed diamdiam nonumy nonumy eirmod eirmod tempor tempor invidunt invidunt ut labore ut labore et ettr, sed tr, sed diamdiam nonumy nonumy eirmod eirmod tempor tempor invidunt invidunt ut labore ut labore dolore dolore magna magna aliquyam aliquyam erat,erat, sed diam sed diam voluptua. voluptua. At vero At veroet dolore et dolore magna magna aliquyam aliquyam erat,erat, sed sed diamdiam voluptua. voluptua. At At eos et eosaccusam et accusam et justo et justo duo duo dolores dolores et eaetrebum. ea rebum. Stet Stetverovero eos et eosaccusam et accusam et justo et justo duo duo dolores dolores et eaetrebum. ea rebum. clita clita kasdkasd gubergren, gubergren, no sea no sea takimata takimata sanctus sanctus est Loest Lo-Stet Stet clita clita kasdkasd gubergren, gubergren, no sea no takimata sea takimata sanctus sanctus est est rem rem ipsum ipsum dolordolor sit amet. sit amet. Lorem Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet. sit amet.

Musterseite

Musterfi Musterfi rma AG rma AG Max Max Muster Muster Musterstraße Musterstraße 5 5 1234512345 Musterstadt Musterstadt Tel. Tel. +49 7012 +49 7012 123456 123456 Fax Fax +49 7012 +49 7012 1234567 1234567

Lorem Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet, sit amet, consetetur consetetur sadipscing sadipscing elitr,elitr,Lorem Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet, sit amet, consetetur consetetur sadipscing sadipscing eli- elised sed diamdiam nonumy nonumy eirmod eirmod tempor tempor invidunt invidunt ut labore ut labore et ettr, sed tr, sed diamdiam nonumy nonumy eirmod eirmod tempor tempor invidunt invidunt ut labore ut labore dolore dolore magna magna aliquyam aliquyam erat,erat, sed diam sed diam voluptua. voluptua. At vero At veroet dolore et dolore magna magna aliquyam aliquyam erat,erat, sed sed diamdiam voluptua. voluptua. At At eos et eosaccusam et accusam et justo et justo duo duo dolores dolores et eaetrebum. ea rebum. Stet Stetverovero eos et eosaccusam et accusam et justo et justo duo duo dolores dolores et eaetrebum. ea rebum. clita clita kasdkasd gubergren, gubergren, no sea no takimata sea takimata sanctus sanctus est est Stet Stet clita clita kasdkasd gubergren, gubergren, no sea no sea takimata takimata sanctus sanctus est Lorem est Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet. sit amet. Lorem Lorem ipsum ipsum dolordolor Lorem Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet, sit amet, consetetur consetetur sadipscing sadipscingsit amet, sit amet, consetetur consetetur sadipscing sadipscing elitr,elitr, sed diam sed diam nonumy nonumy elitr,elitr, sed diam sed diam nonumy nonumy eirmod eirmod tempor tempor invidunt invidunt ut labout labo-eirmod eirmod tempor tempor invidunt invidunt re etredolore et dolore magna magna aliquyam aliquyam erat,erat, sed diam sed diam voluptua. voluptua. Lorem Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet, sit amet, consetetur consetetur sadipscing sadipscing elitr,elitr, Lorem Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet: sit amet: sed sed diamdiam nonumy nonumy eirmod eirmod tempor tempor invidunt invidunt ut labore ut labore et et dolore dolore magna magna aliquyam aliquyam erat,erat, sed diam sed diam voluptua. voluptua. Lorem Lorem • Lorem • Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet, sit amet, consetetur consetetur sadipscing sadipscingipsum ipsum dolordolor sit amet, sit amet, sed diam sed diam nonumy nonumy eirmod eirmod tempor tempor elitr,elitr, sed diam sed diam nonumy nonumy eirmod eirmod tempor tempor invidunt invidunt ut la-ut la-invidunt invidunt ut labore ut labore et dolore et dolore magna magna aliquyam aliquyam erat,erat, sed sed borebore diamdiam voluptua. voluptua. • Lorem • Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet, sit amet, consetetur consetetur sadipscing sadipscing elitr,elitr, sed sed diamdiam nonumy nonumy eirmod eirmod tempor tempor invidunt invidunt ut utLorem Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet: sit amet: labore labore et dolore et dolore magna magna aliquyam aliquyam erat,erat, sed sed diamdiam vo- voluptua luptua • Lorem • Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet, sit amet, consetetur consetetur sadipscing sadipscing elitr,elitr, sed sed diamdiam nonumy nonumy eirmod eirmod tempor tempor invidunt invidunt ut ut labore labore Daten Daten & Fakten & Fakten (2012) (2012) • Lorem • Lorem ipsum ipsum dolordolor sit amet, sit amet, consetetur consetetur sadipscing sadipscing elitr,elitr, sed sed diamdiam nonumy nonumy eirmod eirmod tempor tempor invidunt invidunt ut ut Mitarbeiter Mitarbeiter 1 + 30 1 +freie 30 freie Mitarbeiter Mitarbeiter labore labore et dolore et dolore magna magna aliquyam aliquyam erat,erat, sed sed diamdiam vo- voluptua luptua Umsatz Umsatz 0,2 Mio. 0,2 Mio. € € Zertifi Zertifi zierungen zierungen ISO ISO 9001:EN 9001:EN 91009100 Facts & Figures & Figures (2012) (2012) Referenzen Referenzen XXXXXXXXXXXXXXXXXX, XXXXXXXXXXXXXXXXXX, XXXXXXX, XXXXXXX, Facts XXXXXXXXXXXX, XXXXXXXXXXXX, XXXXXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXXXX Employees Employees1 + 30 1 +freelancers 30 freelancers Turnover Turnover 0.2 mill. 0.2 mill. € € Certifications Certifications ISO ISO 9001:EN 9001:EN 91009100

info@musterfi info@musterfi rma.de rma.de www.musterfi www.musterfi rma.com rma.com

Die Rückmeldefirst endet am 30. September 2013. Der Leitfaden ist im Internet unter www. http://www.afbw.eu/node/1033 zu finden.

Ansprechpartner: AFBW Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg e.V. Anita Vogl E-Mail: anita.vogl@afbw.eu Telefon: +49 711 32 73 25 35

References ReferencesXXXXXXXXXXXXXXXXXX, XXXXXXXXXXXXXXXXXX, XXXXXXX, XXXXXXX, XXXXXXXXXXXX, XXXXXXXXXXXX, XXXXXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXXXX

Kostenbeitrag: für Unternehmen 350 Euro für Hochschulen und Forschungseinrichtungen 250 Euro

Was wird benötigt? Für den Eintrag in den Kompetenzatlas wird ein deutschsprachiges und/oder englisches Profil, Bilder in druckfähiger Qualität (300 dpi) und das Firmenlogo benötigt.

Sustainable Textile Production (STeP)

Umweltinnovationsprogramm – Materialeffizienz in der Produktion

„Sustainable Textile Production (STeP)“ ist das neue Zertifizierungssystem von Oeko-Tex für Marken, Handelsunternehmen und Hersteller der textilen Kette, die ihre Leistungen in Bezug auf nachhaltige Produktionsbedingungen transparent, glaubwürdig und leicht verständlich nach außen kommunizieren möchten. Die Zertifizierung ist für Produktionsbetriebe aller Verarbeitungsstufen von der Faserherstellung über die Spinnerei und Weberei/Strickerei bis hin zu Veredlungsbetrieben und Konfektionären möglich. Sie löst den bisherigen OEKO-TEX® Standard 1000 ab. Ziel der STeP-Zertifizierung ist die dauerhafte Umsetzung umweltfreundlicher Produktionsprozesse, optimaler Arbeitssicherheit und sozialer Arbeitsbedingungen. Durch die dynamische Weiterentwicklung des STeP-Standards und der Benchmarks sind zertifizierte Unternehmen in der Lage, ihre Umweltleistungen und soziale Verantwortung sowie ihre Effizienz kontinuierlich zu verbessern, um sich dadurch eine optimale Wettbewerbsposition zu schaffen. Weitere Infos unter www.oeko-tex.com/step

Ein effizienterer Materialeinsatz in der Produktion ist ein wichtiger Beitrag zur Schonung der natürlichen Ressourcen, zur Umweltentlastung, aber auch zur Wirtschaftlichkeit von Produktionsabläufen. Um Unternehmen bei der Investition in materialeffiziente Produktionsprozesse zu unterstützen, fördert das Bundesumweltministerium den Schwerpunkt im Umweltinnovationsprogramm „Materialeffizienz in der Produktion". Gefördert werden innovative Projekte mit Demonstrationscharakter, die materialeffiziente Produktionsprozesse umsetzen, materialintensive Herstellungsverfahren substituieren sowie Rest- und Abfallstoffen als Sekundärrohstoffe einsetzen. Der Förderschwerpunkt berücksichtigt die Umwelteffekte der Rohstoffgewinnung jenseits der Betriebsgrenzen und verfolgt einen Ansatz, der sämtliche Verarbeitungs-, Herstellungs-, Lagerhaltungs- und Transportprozesse von der Rohstoffgewinnung bis zum fertigen Produkt als Ergebnis des Produktionsprozesses berücksichtigt und in die Bewertung der Projekte integriert. Die Projektskizze muss bis zum 30. September bei der KfW Bankengruppe eingegangen sein. Weitere Infos unter www.umweltinnovationsprogramm.de/Materialeffizienz


12  Zu guter Letzt

Südwesttext

August 2013 I Nr. 71

Junge Ideen und textiles Können Mit einer Abschlussfeier hat die Gatex in Bad Säckingen am 24. Juli ihre 15 Absolventen ins Berufsleben verabschiedet. Die besonders Erfolgreichen unter ihnen wurden zusätzlich mit dem Gatex-Zertifikat ausgezeichnet. Damit haben seit Einführung der Zertifikatsprüfung vor sechs Jahren insgesamt 140 Jungtextiler diese Zusatzqualifikation erworben. „Darauf sind wir stolz“, erklärte der neue Vorsitzende der Gatex, Volker Steidel in seiner Laudatio auf die erfolgreichen Absolventen. Die Textilindustrie brauche junge Leute, die den Willen und die Ausdauer hätten, eine gute und solide Ausbildung abzuschließen. Denn um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können, sei die Textilindustrie auf talentierte und gut ausgebildete Mitarbeiter angewiesen. „Sie können uns Dank ihres Könnens und ihrer jungen Ideen helfen, innovativer, flexibler und besser zu sein als diejenigen, die nur meinen, man könne alles einfach immer billiger machen“, so Steidel, der zugleich Chef der Lauffenmühle in Lauchringen ist. Er sei fest davon überzeugt, dass die Textilindustrie in Deutschland und hier in der Region nur dann zukunftsfähig bleibe, wenn sie nicht aufhöre, die Ausbildung des

Nachwuchses bestmöglich zu fördern. Den jugendlichen Textilern müsse gezeigt werden, dass sie für eine spannende und schöne Aufgabe gebraucht würden.

mindestens 50 Punkte erreicht werden. Mit 88 Punkten erzielte Julian Lagarde von der Textilveredlung an der Wiese in Lörrach das beste Ergebnis.

Weberei, Textillaborant und Produktveredler Textil berufsbegleitend ausgebildet. Der große Vorteil dabei ist, dass die Auszubildenden so einen Einblick in alle Bereiche

Die besten Gatex-Absolventen 2013 mit dem neuen Gatex-Vorsitzenden Volker Steidel (hinten rechts), Geschäftsführer Dr. Ostrop (rechts) und Ausbildungsleiter Kiefer (zweiter von rechts) und dem scheidenden Gatex-Vorstand Georg Saint-Denis (hinten links).

Mit durchschnittlich 65 von 100 möglichen Punkten bestätigten die jungen Berufseinsteiger auch in diesem Jahr ihr Können. Die Theorie-Prüfung umfasst je nach Ausbildungsberuf die Fächer Fachrechnen, Fachkunde und Bindungslehre. Zum Bestehen müssen

Die Gatex-Zertifikat-Absolventen Produktionsmechaniker – Textil Fachrichtung Weberei Sebastian Schlatter, Global Safety Textiles Textillaboranten Mario Kahle, Gruschwitz Bettina Rupp, KBC Jaqueline Orda, Lauffenmühle Michaela Nicolosi, Global Safety Textiles Ada Simon, Global Safety Textiles Produktveredler – Textil Nicolas Andreano, KBC Salvatore Graffeo, KBC Roberto Zappino, KBC Christian Ludwig, Lauffenmühle Kamil Cynar, Textilveredlung an der Wiese Adrian Heldt, Textilveredlung an der Wiese Julian Lagarde, Textilveredlung an der Wiese

Neben der Theorie wird die Praxis in der Gemeinschaftsausbildungsstätte der Textilindustrie großgeschrieben. Im GatexTechnikum werden an modernen Textilmaschinen die Berufe Produktionsmechaniker-Textil in den Fachrichtungen Spinnerei und

der textilen Wertschöpfungskette bekommen. Dadurch erhalten sie ein breiteres Fachwissen und viel praktische Übung – also mehr Ausbildung als ein einzelner Betrieb leisten kann. Simone Diebold

Zitat

»Wer nichts weiß, muss alles glauben. « Marie von Ebner-Eschenbach, Österreichische Schriftstellerin (*13.09.1830 - 12.03.1916)

Impressum © Alle Rechte vorbehalten. Keine Vervielfältigung ohne schriftliche Genehmigung des Herausgebers. Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie Südwesttextil e. V. Kernerstraße 59 70182 Stuttgart

Präsident Georg Saint-Denis

Gestaltung www.die-wegmeister.com

Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop

Druck Gress-Druck GmbH, Fellbach

Postfach 10 50 22 70044 Stuttgart Telefon +49 711 21050-0 Telefax +49 711 233718 Internet www.suedwesttextil.de

Verantwortlich für Inhalt und Layout Simone Diebold

Auflage 1 300 Exemplare

Der Bezug der Südwesttext ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Suedwesttext August 2013 by Südwesttextil - Issuu