SÜDWESTTEXT Zeitung für die Textil- und Bekleidungsindustrie HERAUSGEGEBEN VON SÜDWESTTEXTIL
WWW.SUEDWESTTEXTIL.DE
SEPTEMBER / OKTOBER 2017 | NR. 111
Themen Verband + Industrie „I am what I am“ Seite 7 Bildung + Soziales next in textil: Die neue Fachkräftebroschüre von Südwesttextil Seite 9
Save the date
Jahrestagung 2018
Recht + Steuern Der Unionszollkodex (UZK) Seite 12
Seite 3
Staatsminister gibt Textilern die Ehre Südwesttextil-Vorstand tagte bei Centa-Star
Bodo Th. Bölzle und Klaus-Peter Murawski
Dort, wo einst die berühmten „Eszet“-Schnitten produziert wurden, entstehen heute die Pro-
dukte der nicht minder bekannten Bettwaren-Marke Centa-Star. Das Südwesttextil-Mitglied war Gastgeber der Herbstsitzung des Verbandsvorstands, der mit seinen Meetings bevorzugt durch die Unternehmen tourt, um sich vor Ort ein Bild von der Lage in der Mitgliedschaft zu machen. Diesmal wurde das Treffen durch politische Prominenz bereichert. Centa-Star-Geschäftsführer Thomas Müller und Verbandspräsident Bodo Th. Bölzle begrüßten
den Staatsminister und Chef der baden-württembergischen Staatskanzlei, Klaus-Peter Murawski, zum Austausch über aktuelle Themen der Landespolitik und die Erwartungen der Textil- und Bekleidungsindustrie. Murawski gilt als „rechte Hand“ des Ministerpräsidenten und organisiert die Arbeit der Landesregierung ressortübergreifend, hält mit seiner Mannschaft Kontakt zu allen Ministerien, zum Landtag und zur Bundesregierung. Fortsetzung Seite 2
Erstmals im Südwesten Die Aachen-Dresden-Denkendorf International Textile Rahmen der Foyerausstellung mit Infoständen. Alle Conference zählt zu den wichtigsten Textiltagungen in Vorträge werden vom Englischen ins Deutsche und Europa und wird vom 30. November bis 1. Dezember vom Deutschen ins Englische übersetzt. Das diesjäh2017 erstmals in Stuttgart im rige Partnerland USA ist mit Kultur- und Kongresszentrum namhaften Rednern und vielfälin der Liederhalle stattfinden. tigen wissenschaftlichen Postern Das zweitägige Programm mit vertreten. In den PlenarvorträVorträgen aus Wissenschaft und gen präsentieren Referenten ViIndustrie richtet sich an Fachleusionen, Trends und Innovationen te aus den Bereichen Material, Aachen-Dresden-Denkendorf International Textile Conference aus Forschung und Entwicklung Chemie, Veredlung & Funktiin den Bereichen Automotive, November 30 – December 1, 2017 Medizin und Faserverbundonalisierung sowie Maschinen, Stuttgart, Partner Country: USA Verfahren & Composites. Es findet eine umfangreiche werkstoffe. Programm, Informationen, Anmeldung Ausstellung wissenschaftlicher Poster statt und zahl- unter http://www.aachen-dresden-denkendorf.de/itc addressing experts in the fields of Materials, Chemistry, Functionalization, reiche Unternehmen und Institute präsentieren sichFinishing im &www.suedwesttextil.de © Stuttgart-Marketing GmbH Werner Dieterich
PROGRAM
and Machines, Processes & Composites
with plenary sessions and special symposia in the areas of • Development and Production of High Performance Fibers and Yarns • Development and Production of 3D System-integrated Fiber Compounds for Automotive, Construction and
Zahl des Monats In Schwarz ist sie der Traum aller Finanzminister, bei der Zinspolitik ein heißes Eisen, und in Mathe geht ohne sie gar nix. Trommelwirbel also für den Tausendsassa unter den Ziffern: die Null! Null Ahnung hatte man bisher jedoch von ihrem wahren Alter. Forscher haben jetzt nämlich herausgefunden, dass die Definition des Nichts 500 Jahre mehr auf ihrem runden Buckel hat als lange angenommen. In einem indischen Lehrbuch, erstellt um 300 vor Christus, fanden Wissenschaftler der Uni Oxford nun die wohl älteste Null der Weltgeschichte. Und auch für ihre bauchige Form haben die Gelehrten eine plausible Erklärung: Sie entwickelte sich aus den kleinen schwarzen Punkten in der archaischen indischen Handschrift. Bis die Null in Europa verbreitet wurde, sollte es freilich noch bis zum 13. Jahrhundert dauern.
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Aktuell Ab sofort gibt es die Internetseite von Südwesttextil auch auf Englisch. Unter www.suedwesttextil.de/ en sind die wichtigsten Informationen über den Verband für das internationale Publikum übersetzt: von den „Core tasks and skills“ bis zu den „Governing bodies“. Auch das „Organization chart“ gibt es jetzt in englischer Sprache zum Download.
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Verband + Industrie
SÜDWESTTEXT
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Fortsetzung von Seite 1
Staatsminister gibt Textilern die Ehre In einem von großer Fachkenntnis zeugenden Vortrag ermöglichte Murawski den Südwesttextil-Vorständen interessante Einblicke in das Arbeitsprogramm von „GrünSchwarz“ und nahm in manchem Politikbereich „angenehm differenzierte“ Standpunkte ein, wie die ehrenamtlichen Vertreter der Industrie bemerkten. Ebenso offen zeigte sich Murawski für Anregungen und Wünsche aus dem Kreis der Textiler im Bereich der Energie-, Wissenschafts- und Bildungspolitik. Murawski bestätigte, durch die Vorbereitung auf den Termin und den Dialog mit den Unternehmensvertretern viel gelernt zu haben über das vielen noch unbekannte Bild der modernen Textilindustrie. Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas nutzte die Gelegenheit, auf die textilen Innovationen aufmerksam zu machen, die aus Textil eine Schlüssel- und Querschnittstechnologie machen. Diese einmalige Standortqualität dürfe sich BadenWürttemberg nicht von anderen Regionen streitig machen lassen. An das Thema Innovation anknüpfend stellte Thomas Müller sein Unternehmen Centa-Star vor, das sämtliche Ware in Stuttgart herstellt und mit dem Qualitätsversprechen „Made in Germany“ und neuen Produktideen seine Platzierung in Beliebtheits-Rankings beim Handel seit Jahren verbessert. Zu den jüngsten Erfindungen gehören Kissen und Decken, die Allergene aus der Luft anziehen und bis zur nächsten Wä-
sche binden. Oder das „smarte Kissen“, in dem sich ein kleiner Computer verbirgt, der mithilfe winziger elektronischer Sensoren den Schlaf des Nutzers erfasst und die Analyse am nächsten Morgen per Bluetooth auf die Handy-App schickt. Die Daten geben Aufschluss darüber, wie gut oder schlecht jemand seine Nacht verbracht hat – ob er vielleicht laut geschnarcht oder stark geschwitzt hat. Im Rahmen der Vorstandssitzung wurde auch die Südwesttextil-
Fachkräfteoffensive „next in textil“ vorgestellt und beschlossen (mehr dazu auf Seite 9). Damit hilft der Verband seinen Mitgliedsunternehmen bei der Durchforstung des Maßnahme-Dschungels am Arbeitsmarkt. Die Broschüre „next in textil“ sowie begleitende Beratungstermine in den Unternehmen machen kompakter denn je transparent, welche Projekte und Fördermöglichkeiten im Bereich der Nachwuchsund Personalsuche existieren.
In Kürze Auf dem erfolgreichen Weg vom schwäbischen Hemdenhersteller zur internationalen Modemarke stellt sich die OLYMP Bezner KG strategisch, inhaltlich und personell neu auf. Um den erfolgreichen Prozess am Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg fortsetzen zu
Peter Haas
Dirk B. Heper, Mark Bezner und Mathias Eggle (v.l.n.r.) Foto: Olymp
Staatsminister und Chef der baden-württembergischen Staatskanzlei, Klaus-Peter Murawski, gab den Südwesttextil-Vorständen interessante Einblicke in das Arbeitsprogramm von „Grün-Schwarz“. Gastgeber Thomas Müller präsentierte die innovativen Produkte von Centa-Star, deren Produktion die Gäste bei der anschließenden Werksführung erleben durften. Fotos: Südwesttextil
Termin vormerken
/ Basics Sozialrecht – Das SGB in der täglichen Personalarbeit 28. November 2017, Filharmonie Filderstadt
Jetzt anmelden unter www.suedwesttextil.de/veranstaltungen, roedder@suedwesttextil.de oder +49 711 21050 - 23
können, hat sich Mark Bezner dazu entschieden, die Geschäftsführung ab Oktober 2017 zu erweitern und künftig auf eine neue personelle Grundlage zu stellen. Das neue Triumvirat unter der Leitung des Geschäftsführenden Gesellschafters Mark Bezner besteht zusätzlich aus dem bisherigen Kaufmännischen Direktor und Südwesttextil-Vorstandsmitglied Mathias Eggle und dem vormaligen Vertriebsleiter, Diplomkaufmann Dirk B. Heper, die jeweils in die Geschäftsführung berufen werden und erweiterte Befugnisse erhalten. Kundenbarometer Bettwaren 2017: Das Südwesttextil-Mitgliedsunternehmen Traumina erklimmt, wie auch in den Jahren zuvor, wieder den Spitzenplatz. Und ganz herausragend: Von 16 Einzelkategorien, die von der Fachzeitschrift Haustex jährlich in ihrer Handelsumfrage zu den Bettwaren-Anbietern abgefragt werden, belegt der Bettenspezialist aus dem südbadischen Renchen ein ganzes Dutzend mit dem ersten Platz. Das ist bislang noch keinem Unternehmen gelungen. Und ein weiteres Südwesttextil-Mitglied kann bei dieser Umfrage glänzen: Das Stuttgarter Unternehmen Centa-Star belegt unter den acht näher analysierten Lieferanten den zweiten Platz.
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Verband + Industrie 3
SÜDWESTTEXT
JAHRESTAGUNG 2018 17. April, Rottweil
/ Save the date Am 17. April 2018 erwartet Sie ein besonderes Highlight in luftiger Höhe: Unter dem Motto „Textiles Bauen“ lädt Südwesttextil zu seiner Jahrestagung in den 246 Meter hohen und mit einer Textilmembran ummantelten Aufzug-Testturm von thyssenkrupp nach Rottweil ein. Im Anschluss geht es in Deutschlands beste Eventlocation: ins Kraftwerk in Rottweil – zur Festrede von Architekt und Bauingenieur Prof. Werner Sobek (keiner hat weltweit so viel Textil am Bau eingesetzt wie er) und weiterem bunten Programm. Halten Sie sich diesen Termin unbedingt frei, wir freuen uns auf Sie.
Online-Anmeldung unter www.suedwesttextil.de/ veranstaltungen/ jahrestagung-2018
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PH-Werte: Die Kolumne von Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas
Mehr Wirtschaft wagen!
»Ich hoffe, dass die nächste Bundesregierung wirklich neu denkt.« Eine Wahl ist manchmal wie eine Party in sturmfreier Bude: Bis zum entsprechenden Abend herrscht gespannte Vorfreude – danach kommt der Kater. Das Ergebnis der Bundestagswahl ist ernüchternd. Offen rassistisch und nationalistisch tönende Truppen stellen die drittstärkste Fraktion im Parlament. Wenigstens lautet die Perspektive nicht „Same procedure as last 4 years“. Doch wird Jamaika dynamischer? Die Liste abzuarbeitender Themen ist lang: Nehmen wir die Di-
gitalisierung. Für diese den ganzen Erdball ergreifende Revolution haben wir weder die ausreichende Infrastruktur noch zeitgemäße Gesetze. Oder nehmen wir den Fachkräftemangel. Wenn manche disruptierte Branche Arbeitnehmer abgibt, müssen diese für den Wandel fit und überhaupt erst einmal veränderungswillig gemacht werden. Bei zunehmender Knappheit am Arbeitsmarkt hatten die Großkoalitionäre von gestern nichts Besseres zu tun, als die Rente mit 70 in
Einstimmige Wiederwahl bei t+m Ingeborg Neumann wurde von den Mitgliedern des Gesamtverbandes textil+mode auf der Jahrestagung Mitte September in Berlin in ihrem Amt bestätigt und bleibt für weitere drei Jahre Präsidentin des Spitzenverbandes. Neue Vizepräsidenten des Verbandes sind der neue Vorsitzende des Arbeitgeberverbunds und Tarifverhandlungsführer, Markus Simon Ingeborg Neumann Foto: t+m (VERSEIDAG-INDUTEX) sowie seine Stellvertreterin Irmgard Listl (EagleBurgmann). Wolfgang Brinkmann, Ralph Rieker und Ulrich Schnier traten nicht mehr zur Wiederwahl in das Präsidium an. Neu in das Präsidium gewählt wurden zudem Stefan Brandmann (Brax Leineweber), Michael Kamm (CBR Fashion Group) und Carl-August Seibel (Josef Seibel Schuhfabrik). Der amtierende Vorsitzende des Forschungskuratoriums (FKT), FranzJürgen Kümpers (SGL Kümpers) sowie Justus Lebek (Lebek International Fashion) werden in das Präsidium kooptiert. Die weiteren Vizepräsidenten Klaus Berthold, Bodo Bölzle, Dr. Wilfried Holtgrave, Klaus Huneke, Rolf A. Königs und Dr. Christian Sandler sowie die Mitglieder des Präsidiums Donata Apelt-Ihling, Martina Bandte, Dr. Alexander Colsmann, Désirée Derin-Holzapfel, Franz-Peter Falke, Dr. Klaus Faust, Ottmar Ihling, Thomas Lindner und Heiko A. Westermann wurden im Amt bestätigt. „Es ist für mich sehr wertvoll, mit so namhafter Unterstützung den eingeschlagenen Weg fortsetzen zu können“, sagt Ingeborg Neumann und ergänzt: „Ich danke Wolfgang Brinkmann, Ralph Rieker und Ulrich Schnier im Namen der gesamten Branche für ihren Einsatz und ihr Engagement sehr herzlich.“
Bausch und Bogen zu verwerfen und ein Einwanderungsgesetz auszusitzen. Währenddessen müssen sich Unternehmen im Dschungel von Verordnungen und Gesetzen immer mehr mit der Verwaltung ihrer unternehmerischen Tätigkeit beschäftigen, anstatt sich um die Erzeugung von wettbewerbsfähigen Produkten und Dienstleistungen zu kümmern. Nein, liebe Leser, Deutschland ist nicht die Insel der Glückseligen, das wirtschaftliche und politische Paradies, es ist ein sattes, selbstzufriedenes Land, das die Dramatik der zu erledigenden Aufgaben durch die gute wirtschaftliche Entwicklung der letzten Jahre eher ignoriert hat. Ich hoffe sehr, dass die nächste Bundesregierung wirklich neu denkt, anpackt, wieder mehr Wirtschaft wagt und nach jahrelangem Verteilen wieder das Schaffen fördert. Angesichts erster Ideen muss
man jedoch schon skeptisch sein. Nur ein Beispiel: Kaum gibt’s jetzt ein Gesetz zur Entgeltgleichheit von Mann und Frau, wurde untersucht, ob Homosexuelle weniger verdienen als Heterosexuelle. Und siehe da: Die Statistik gibt’s tatsächlich her. Nach dem „gender pay gap“ jetzt auch ein „gay pay gap“. Man fragt sich: Was sagt die Statistik über Katholiken und Evangelen aus? Gibt es einen „pay gab“ zwischen Schwaben und Badenern? Aber, sorry, ich muss abbrechen … ich habe heute noch nicht überprüft, ob jeder unserer Mitarbeiter im Verband schon dieselbe Menge Kaffee getrunken hat, inwiefern die ToilettenpapierVorräte reichen, wenn jeder so viel Blatt nutzt wie derjenige, der im letzten Monat das meiste Papier verbraucht hat. Und nicht zuletzt brauche ich noch ein Gutachten unseres Datenschutzbeauftragten, ob ich das eigentlich alles wissen darf. Ich bin dann mal weg …
Neues aus dem Südwesttextil-Team Ab 1. Oktober verstärkt Jasmin Frigan im Bereich „Recht + Betriebspraxis“ das Team der Südwesttextil-Rechts-Assistentinnen. Die ausgebildete Rechtsanwaltsfachangestellte war zuvor in einer Stuttgarter Kanzlei tätig und hat Berufserfahrung als Geschäftsführungsassistentin, Projektmanagerin und IT-Administratorin. Jasmin Frigan
Das ganze Südwesttextil-Team freut sich über das jüngste Mitarbeiterkind: Am 20. August erblickte Felix, der zweite Sohn von Südwesttextil-Syndikusrechtsanwältin Lydia Knapp und ihrem Mann, gesund das Licht der Welt. Und einen kuscheligen Freund aus der baden-württembergischen Textilindustrie hat er auch schon. Felix Knapp
Tamara Braun, Assistentin der Geschäftsleitung und verantwortlich für das MitgliederManagement bei Südwesttextil, hat sich „getraut“ und heißt seit 16. September Tamara Hanslian. Das ganze Südwesttextil-Team wünscht dem jungen Brautpaar alles Gute zur Hochzeit und eine glückliche Zukunft. David und Tamara Hanslian
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Verband + Industrie 5
Neue Mitglieder bei Südwesttextil
Im nordafrikanischen Antiatlasgebirge wurde von der WasserStiftung aus 3DEA die weltweit größte Nebelfanganlage errichtet. Foto: Peter Trautwein / www.essedea.de
Essedea GmbH & Co. KG Essedea texolutions entwickelt und produziert innovative, dreidimensionale Hightech-Textilien unter der Marke 3DEA. Durch seine vielseitigen Eigenschaften und leichte Weiterverarbeitung ist 3DEA in den verschiedensten Bereichen einsetzbar: In industriellen Anwendungen dient es als innovatives Modul für Anwendungen im Leichtbau und Schallschutz. Innovative technische Konstruktionen ermöglichen den Einsatz in der Wassergewinnung und -aufbereitung. Im Bereich Automotive, in Matratzen und Polstermöbeln überzeugt das luftdurchlässige Textil durch optimales Mikroklima und garantiert höchsten Komfort. Mit ihrer über 100-jährigen Erfahrung gehört die Firmengruppe zu den technischtextilen Spezialisten in Europa.
Grüne Textilien aus Hanf: Ein edler Stoff – ideal für T-Shirts, Unterwäsche und Oberbekleidung für Damen, Herren, Kinder und Babys. Foto: www.cannamoda.de Seit 20 Jahren stellt Cannamoda Textilien aus Hanf her.Der nachwachsender Rohstoff Hanf wird auf der Schwäbischen Alb zu feinstem Hanfjersey gestrickt,ausgerüstet und verarbeitet.Die Cannamoda Kollektion für Damen,Herren und Kinder umfaßt u.a. Unterwäsche,TShirts und Oberbekleidung.
Seit mehr als 20 Jahren stellt Cannamoda nachhaltige Textilien aus 100 Prozent Hanf her. Der nachwachsende Rohstoff wird auf der Schwäbischen Alb zu feinstem Hanfjersey gewirkt, gestrickt, ausgerüstet und verarbeitet. Die Textilien sind sehr fein und weich, sanft auf der Haut und dabei absolut schadstofffrei, atmungsaktiv, temperaturausgleichend, formstabil und für Allergiker geeignet. Mit seinen Produkten möchte das Unternehmen einen Beitrag dazu leisten, Bedürfnisse von Mensch und Natur in Einklang zu bringen. Jedes Garn variiert in seiner Farbgebung – je nach Anbaugebiet und Verarbeitung der Hanfpflanzen. Ein edler Stoff – ideal für T-Shirts, Unterwäsche und Oberbekleidung für Damen, Herren, Kinder und Babys.
Eine ausgewiesene Stärke von Wäschekrone sind maßgeschneiderte HotelwäscheLösungen. Fotos: www.waeschekrone.de
SUPRATHEL® – ein integrales Armentarium in der Verbrennungschirurgie – wird in über 30 Ländern auf 5 Kontinenten eingesetzt. Fotos: www.polymedics.de
Wäschekrone GmbH & Co. KG Wäschekrone steht seit 1960 für hochwertige Hotel- und Gastronomiewäsche. Heute zählt das Unternehmen mit über 80 Mitarbeitern zu den bedeutendsten Anbietern in diesem Segment und entwickelt zeitgemäße, zukunftsorientierte textile Komplettlösungen für den Profibereich. Eine ausgewiesene Stärke sind maßgeschneiderte Hotelwäsche-Lösungen. Es gibt kaum einen Kundenwunsch, den Wäschekrone nicht erfüllen kann – von außergewöhnlichen Formaten, Überlängen und -breiten, bis zu Einstickungen, Einwebungen, Zierstichen oder verschiedenen Saumvarianten. Die hauseigene Fertigung mit Konfektion und Stickerei sichert dabei höchste Produktqualität und Flexibilität auch bei kleinen Losgrößen und Einzelanfertigungen.
PolyMedics Innovations GmbH (PMI) Die PolyMedics Innovations GmbH (PMI) – gegründet von fünf führenden Wissenschaftlern – entwickelt und vertreibt innovative, synthetische Hautersatzmaterialien zur einmaligen Anwendung auf Brandwunden und übrigen Hautdefekten. Diese Materialien beruhen auf einer patentierten Polymer-Technologie. Vorbild bei der Entwicklung der biologisch abbaubaren Membranen ist die gesunde menschliche Haut. Angeboten werden die beiden Produkte SUPRATHEL® – zur Behandlung von Verbrennungen, Verbrühungen, Schürfwunden sowie auf Spalthautentnahmestellen – und SUPRATHEL® CW als neues, revolutionäres Therapiekonzept für die Behandlung chronischer Wunden, wie venöse und arterielle Ulcera sowie diabetische Wunden.
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Verband + Industrie
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Weltneuheit aus BaWü: Naturfaser aus Brennnessel Friedlinde Gurr-Hirsch auf Besuch bei Mattes & Ammann Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) Baden-Württemberg, besuchte die Mattes & Ammann GmbH & Co KG. „Marlene“ heißt das ökologisch nachhaltige Projekt des erfolgreichen Textilers aus Tieringen-Meßstetten, das die Staatssekretärin auf die Hochalb zog.
tiven nachzudenken. Und wie es sich für ein Familienunternehmen in dritter Generation gehört, sollte
langfristiges, erfolgreiches Wirtschaften betrachtet. Bereits seit 1995 veröffentlicht die Firma
Die Brennnesselfaser „Marlene“ ist zukunftsweisend „Marlene“ ist eine Brennnesselfaser, die das Traditionsunternehmen herstellt. Dazu werden in Eigenregie Brennnesseln anpflanzt und weiterverarbeitet. Bisher geschieht das noch in kleinem Maße, aber das Zukunftspotenzial ist groß. Christoph Larsén-Mattes führt aus, dass 2010 die Baumwollpreise am internationalen Markt exorbitant gestiegen seien und ihn und sein Team veranlassten, über Alterna-
Christoph Larsén-Mattes, Friedlinde Gurr-Hirsch, Werner Moser und Alexander Möndel (v.l.n.r.) Foto: © AFBW
die Lösung zukunftsweisend, heimisch, ökologisch und ökonomisch sein. „Textil zu machen, heißt Märkte zu schaffen!“, betont Christoph Larsén-Mattes. Grundsätzlich werden beim Textilhersteller aus Tieringen/ Meßstetten ökologische Aspekte schon lange als Baustein für ein
Mattes & Ammann jährlich einen Öko- und Nachhaltigkeitsbericht. Werner Moser, stellvertretender Geschäftsführer, sagt: „Hinsichtlich des nachhaltigen Technologietransfers ist Deutschland ein Entwicklungsland.“ Er verweist auf die Vorteile der Brennnessel und zeigt auf, dass im Projekt „Marlene“ die
Pflanze zu nahezu 100 Prozent verwertet werden kann. Ca. 14 Prozent der Pflanze werden zur Herstellung der Faser genutzt. Die restlichen Bestandteile der Pflanze können ebenfalls genutzt werden z.B. bei der Vliesherstellung, Schäben werden zu C02 neutralem Brennstoff, Pollen und Blätter können in der Nahrungsmittel- bzw Pharmaindustrie eingesetzt werden. Zudem bindet die Brennnessel Schadstoffe im Boden. Frau Gurr-Hirsch war sehr angetan von den Möglichkeiten der Brennnessel, aber auch von der konsequenten Herangehensweise des Unternehmens dieses Projekt als zukunftsweisendes Standbein aufzubauen. Weiterhin beim Termin dabei: Alexander Möndel (Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz), Prof. Dr. Kindervater (Landesagentur BioPro), Peter Haas (Hauptgeschäftsführer Südwesttextil) und Ulrike Möller (Netzwerkmanagement AFBW). www.suedwesttextil.de
Nachhaltigkeitskodex: Auch KMU sollen dokumentieren
Intelligente Textilien – Smart.Adaptiv.Leuchtend
Im laufenden Geschäftsjahr müssen deutsche Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern erstmals Angaben über Umweltbelange, Arbeitnehmerund Sozialstandards, die Achtung der Menschenrechte und die Korruptionsbekämpfung machen. Dies gibt das „Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung der Unternehmen in ihren Lage- und Foto: iStock.com/sasun1990 Konzernlageberichten“ vor, mit dem eine EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt wird. Dies trifft zwar nur einige unserer Mitglieder. Dennoch kann es sein, dass Unternehmen, die der Berichtspflicht unterliegen, von ihren Zulieferern und Subunternehmen Informationen zu deren Nachhaltigkeitsleistungen einfordern. Deshalb empfiehlt der „Rat für Nachhaltige Entwicklung“, dass KMU auch dann ihre nichtfinanziellen Leistungen dokumentieren sollten, wenn sie nicht der gesetzlichen Pflicht unterliegen. Die Unternehmen müssen ihre wesentlichen Risiken in Sachen Nachhaltigkeit darstellen und über Konzepte berichten, welche sie mit Blick auf diese Belange verfolgen. Um sie in der Erfüllung der Berichtspflicht zu unterstützen, hat der Rat für Nachhaltige Entwicklung seinen Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) aktualisiert. Anhand von 20 Kriterien wird ein Einstieg mit sehr niedrigschwelligem Standard für die Berichterstattung geboten. Die aktuelle Version steht für Sie unter www.suedwesttextil.de zum Download bereit.
Die Nachfrage nach faserbasierter Intelligenz steigt. Smarte Textilien beflügeln mit kräftigen Innovationsimpulsen Anwenderbranchen wie Mobilität, Medizin oder Sport & Lifestyle. Technische Textilien zählen zu den stärksten Umsatztreibern der Textilbranche. Dies zeigen auch die mehr als 300 erwarteten Entscheider aus den Bereichen Textil- und Bekleidung, Automotive, Lifestyle & Sport, Medizin und Protective Wear Foto: iStock.com/chombosan sowie Mikrosystemtechnik auf dem Innovationskongress der Bayern Innovativ „Intelligente Textilien“ am 16. November in Kempten. Aspekte für die nächste Generation an intelligenten Textilien wie zum Beispiel neueste Technologien für Realisierung intelligenter Funktionen, für die Kontaktierung oder die Energieversorgung stehen hierbei im Fokus. In den Key-Notes präsentieren Anwender intelligenter Textilien aus Sicht internationaler Unternehmen Best-Practice-Beispiele und Erfahrungen bei der Entwicklung und Markteinführung intelligenter, smarter Textilprodukte sowie hier existierender Anforderungen. Mehr unter www.bayern-innovativ.de/intelligentetextilien2017.
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„I am what I am“
70 Jahre Doris Streich – Südwesttextil im Interview mit Firmeninhaber Oliver Streich „I am, what I am“ – so lautet das Motto bei Doris Streich in Balingen, ein Familienunternehmen, das in diesem Jahr 70-jähriges Firmenjubiläum feiert. Wer bei diesem Wahlspruch sofort an den Wohlfühlsong aus dem Jahr 1983 denkt, ist nicht weit entfernt von dem, was Doris Streich mit ihrer Mode an Frauen weitergeben möchte. Ich bin, was ich bin, und dafür brauche ich mich nicht zu entschuldigen. Wo andere Unternehmen aus Angst vor Imageproblemen bei einer schlanken Größe 42 Schluss machen, bietet Streich die gleiche Kollektion für Frauen von Größe 36 bis 54 an. Mit ihren Kollektionen spricht das schwäbische Unternehmen die authentische, selbstbewusste Frau an, die Mode und Qualität schätzt und im Leben etwas erreicht hat. Diese Markenidentität wird bereits in der dritten Generation innerhalb des Familienunternehmens gehegt und gepflegt. Die Produktion nahm 1947 mit zwei Nähmaschinen ihren Anfang. Verarbeitet wurde alles, was in der Nachkriegszeit verfügbar war, denn die Not war groß. Von Herrenhemden, die schnell anderswo automatisiert produziert werden konnten, wechselte die Spezialisierung zu Beginn der 60er Jahre zu Damenblusen. Ende der 70er Jahre fand dann der Generationswechsel innerhalb des Unternehmens statt und „Blusen Streich“ – bekannt für seine Dallas- und Denver-Kollektionen – wurde entsprechend dem Trend zu „lässigerer“ Mode, um bequeme Kombinationsteile aus Jersey erweitert. Seit Mitte der 80er Jahre bietet Streich alle Produktgruppen der Damenoberbekleidung, außer Wäsche, an. Heute wird das Unternehmen von den Geschwistern Oliver und Birgit Streich geführt. Und beim Rundgang durch den Betrieb, zeigte der Inhaber immer wieder, wie sehr ihm das Unternehmen, die Marke und auch die Kundinnen am Herzen liegen. Wenn es um seine Familie und das Unternehmen geht, spricht er dankbar über den natürlichen Übergang von Generation zu Generation und die Art, wie er und seine Schwester, die
Oliver Streich erklärte seinen beiden Interviewpartnerinnen von Südwesttextil, Rebekka Rüth und Simone Diebold, die Kollektion und Modeausrichtung von Doris Streich. Im Anschluss wurde alles live besichtigt. Fotos: Südwesttextil
den Bereich Marketing und Design verantwortet, in das Unternehmen hineinwachsen konnten. Doch nicht nur personell hat sich in den letzten 70 Jahren einiges verändert. Das, was es bei der Gründung noch zu wenig gab, gibt es heute im Überfluss. Manche Kleidungsstücke, wie der Blazer, sind komplett aus den Kollektionen verschwunden, Kleider haben hingegen immer mehr an Bedeutung gewonnen. Produziert wird zur Hälfte in Lohnbetrieben in Polen und Mazedonien, und die andere Hälfte wird als Zukauf aus der Türkei, Griechenland und Fernost beschafft. Bei allen Lieferanten wird großer Wert auf langfristige Beziehungen gelegt, um die Kollektion in einem Qualitätsstandard und einer Passform zu gewährleisten. In Balingen arbeiten 50 Mitarbeiter. Neben der Prototypenfertigung ist der Heimatort Dreh- und Angelpunkt für Verwaltung, Logistik mit 120 000 Artikeln (20 000 als NOS), Kollektionsentwicklung und Qualitätskontrolle. Das Herzstück ist selbstverständlich die Kollektion, die in der Produktentwicklung wohl die meiste Energie,
Liebe und Zeit konsumiert. So sind gerade die Entwicklung der Passform und die Weiterentwicklung des Designs, um in allen Größen und verschiedenen Proportionen bei jeder Frau die Vorteile zu unterstreichen, besonders zeitintensive Bereiche. Das erfordert deutlich mehr Kommunikation mit Kunden und Lieferanten als noch vor zehn Jahren. Mit Hilfe von elektronischem Datenaustausch, einer automatisierten NOS-Nachlieferung und einem B2B-Onlineshop für den Fachhandel versucht Streich. die Lieferkette und die Kommunikation möglichst effizient zu gestalten. Für die Zukunft sieht Oliver Streich vor allem ein Überdenken der Branchenstrukturen kommen und hofft, dass die Beziehungen des Unternehmens intensiviert und Potenziale im Zusammenspiel mit Partnern noch besser genutzt werden können. Wir bedanken uns für einen spannenden Tag in Balingen und freuen uns mit Ihnen auf hoffentlich weitere 70 Jahre voller Streich Mode aus dem Südwesten! Rebekka Rüth
1996 hat die Firma ihr neues Firmenverwaltungsgebäude in Balingen bezogen.
Simone Diebold überreichte Oliver Streich die Jubiläumsurkunde von Südwesttextil.
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Verband + Industrie
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Erste UN-Resolution für nachhaltige Mode Vier Studierende und ein Doktorand der Hochschule Reutlingen haben ihr Projekt nach New York begleitet New York, eine Stadt in der die Unterschiede zwischen den Menschen nicht größer sein könnten, war in der 3. Septemberwoche Schauplatz für die UN General Assembly Week und einige große Veranstaltungen rund um das Thema Nachhaltigkeit. Diskutiert wurden nicht nur das Thema Chancengleichheit, sondern alle Aspekte der Sustainable Development Goals (SDGs), die Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, und die damit verbundenen Visionen für das Jahr 2030. Der eigentliche Grund für unsere Reise war der „UN Global Compact Leaders Summit“ am 21. September. Wir, vier Studentinnen und ein Doktorand der Hochschule Reutlingen, haben über zwei Jahre hinweg gemeinsam mit Studenten aus aller Welt über genau diese Themen nachgedacht. Wie können diese Ziele für nachhaltige Entwicklung in der Modeindustrie umgesetzt werden? Welche Maßnahmen müssen Industrie, Organisationen und Regierungen dafür ergreifen? Und die kritischste aller Fragen: Kann und will die Modeindustrie, die nach der Ölindustrie als die umweltschädlichste gilt, überhaupt noch so eine Kehrtwende vollziehen? Einige Antworten auf diese Fragen finden sich in der ersten UN Resolution für nachhaltige Mode, die während des „Youth Fa-
shion Summits 2016/17“ entstanden ist. Der Youth Fashion Summit ist Teil des „Copenhagen Fashion Summits“, dem größten Treffen
York zu präsentieren. Zu der 15 Personen umfassenden Delegation gehörte glücklicherweise die komplette Reutlinger Gruppe.
Präsentierten ihre Resolution im Rahmen der UN-Vollversammlung: Marcus Adam, Marie Caterina Sfameni, Rebekka Rüth, Katharina Hauk, Charlotte Borst (Amsterdam Fashion Institute) und Sophie Charrois (v.l.n.r.). Foto: ©Zef Nikolla/UN Global Compact
für nachhaltige Mode weltweit, der unter anderem Teil der „Global Fashion Agenda“ ist. Im Jahr 2016 machten sich noch etwa 100 Studenten über die SDGs Gedanken, um auf Basis deren Forderungen an die Industrie zu formulieren. Im Jahr darauf wurden erneut 50 Studenten eingeladen, um aus den Forderungen eine UN Resolution zu verfassen. Noch während des Copenhagen Fashion Summits erhielten wir die Einladung der Vereinten Nationen per Videobotschaft, die UN Resolution in New
Etwa 900 Menschen aus über 70 Nationen versammelten sich schließlich in New York, um über die konkrete Umsetzung der SDGs in der Wirtschaft zu diskutieren. Angesetzt waren verschiedene Diskussionen und Vorträge und ein buntes Programm, um die einzelnen Unternehmen und Organisationen mit ihrem Engagement kennenzulernen. Mit dabei waren große Konzerne wie Unilever, SAP oder Nestlé, aber auch kleinere Unternehmen wie der Kosmetikhersteller Natura Brasil, der beispielsweise mit einer
Go Textile!-Posterin on Tour Ende August besuchte unsere Go Textile!-Posterin Rebekka Rüth zusammen mit Südwesttextil-Kommunikationsleiterin Simone Diebold die Alfred Apelt GmbH in Oberkirch, um einen Blick hinter die Kulissen des seit 1951 tätigen Heimtextilien-Produzenten zu werfen. Die Designerin Karoline Ihling-Fehrle nahm sich persönlich Zeit, die interessierte Studentin durch das Familienunternehmen zu führen und ihr die Produkte und Produktionsabläufe zu erklären. Besonders beeindruckt war die Go Textile!-Posterin von einem Jacquard-Stoff mit Ginkgo-Blättern, der fast wie bestickt wirkt. Zum Abschluss des inspirierenden Besuchs lernte sie noch die Firmeninhaberin Donata ApeltIhling kennen, deren Ideen seit 1982 die Kollektionen prägen. Wieder zu Hause, postete Rebekka eifrig ihre Eindrücke über Facebook, um ordentlich Werbung für die Textilbranche zu machen. Nachzulesen unter www.go-textile.de/team.
App Frauen ermöglicht, sich miteinander zu vernetzen und auszutauschen. Vernetzung und Kooperation sind Schlüsselbegriffe, die immer wieder auftauchen, genau wie die Frage, wie sich das Engagement einzelner Unternehmen skalieren und messen lässt. Stellvertretend für den Youth Fashion Summit präsentierte Ricardo Garay schließlich als Redner unsere Arbeit unter dem Titel „Changing Mindsets“. Die Veränderung der Mentalität der Konsumenten und Unternehmen ist nur der Beginn für die Umsetzung der SDGs in der Modeindustrie, denn die Ziele der UN Resolution sind ambitioniert. Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur Teil einer Marketingkampagne, sondern gesetzte Norm. Das kreative Potenzial der Industrie wird genutzt, damit Menschen profitieren und Ressourcen geschont werden. Durch die Reise konnten wir die Entwicklung unserer UN Resolution von der ersten Idee über die Formulierung und Weiterentwicklung bis vor die Vereinten Nationen nach New York begleiten. Unser großer Dank gilt der Hochschule Reutlingen, ohne deren Unterstützung die Reise nicht möglich gewesen wäre!
Rebekka Rüth
Bildung + Soziales 9
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September / Oktober 2017 I Nr. 111
„next in textil“ – Südwesttextil hilft beim Durchforsten des Maßnahme-Dschungels am Arbeitsmarkt Der steigende Fachkräftemangel, hauptsächlich in den kleinen und mittleren Unternehmen, bereitet zunehmend Probleme. So haben KMU fast doppelt so häufig Schwierigkeiten bei der Besetzung freier Stellen wie große Firmen. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln kommt in einer Studie deshalb auch zu dem Schluss, dass vor allem mittelständische Betriebe die staatlichen Unterstützungsangebote verstärkt wahrnehmen sollen. Wir wissen: Es ist oft mühsam, sich einen Überblick zu verschaffen. Daher möchte Südwesttextil seinen Mitgliedern hier den Einstieg erleichtern und ihnen mit der neuen Broschüre „next in textil“ zur Seite stehen. Sie bietet eine kompakte Übersicht über Fördermöglichkeiten beim Recruiting sowie bei der Weiterbildung und Förderung der Mitarbeiter. Dazu hat der Verband eine Auswahl an Maßnahmen zusammengestellt, die durch Zusammenarbeit von Arbeitsagentur, Südwesttextil, der Gatex und dem Bildungswerk der baden-württembergischen Wirtschaft möglich sind. Über die in der Broschüre zusammengestellten Unterstützungen hinaus gibt es weitere Maßnahmen am Markt.
next in textil Die Fachkräfteoffensive von Südwesttextil
JETZT ist die Zeit, etwas zu tun. Machen Sie mit, nutzen Sie die Programme! Kommen Sie deshalb bitte auf uns zu: Unsere Leiterin Fachkräfte + Märkte, Christine Schneider, berät Sie gerne. Die Broschüre gibt es unter www.suedwesttextil.de zum Download oder als Printversion zum Bestellen über schneider@suedwesttextil.de.
Fachkräftemangel: Die Kleinen trifft’s am meisten Kleinere und mittlere Unternehmen haben fast doppelt so häufig Probleme, freie Stellen zu besetzen, wie große Firmen. Um dem Fachkräftemangel in Deutschland zu begegnen, sollten deshalb vor allem mittelständische Betriebe die staatlichen Unterstützungsangebote verstärkt wahrnehmen. Der deutsche Arbeitsmarkt brummt und viele Unternehmen haben Jobs im Angebot – finden aber oft nicht die gewünschten Mitarbeiter. Dies gilt vor allem für kleinere Betriebe. Etwa vier von zehn Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten haben Schwierigkeiten, freie Stellen zu besetzen – aber nur gut zwei von zehn großen Firmen. Die Gründe für das Rekrutierungsproblem sind allerdings quer durch alle Betriebsgrößenklassen ähnlich. Insgesamt sagen 67 Prozent der Unternehmen, dass es für die freien Arbeitsplätze zu wenige Bewerber gibt. Und da, wo Kandidaten vorstellig werden, verfügen diese nach Meinung von gut der Hälfte der Firmen nicht über die erforderlichen Qualifikationen. Die Folgen der Besetzungsprobleme sind wiederum für die kleinen Betriebe besonders gravierend: Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten müssen fast jede dritte Personalsuche erfolglos ab-
brechen. In den mittleren Betrieben beträgt diese Quote 8 Prozent, in den großen Firmen nur 3 Prozent.
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und 12 Prozent deren Mangel an Erfahrung. Von den großen Unternehmen müssen lediglich 1 bis 5 Prozent solche Abstriche machen. Der Staat lässt die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) aber mit dem Fachkräftemangel nicht allein. Hilfe finden sie zum Beispiel beim Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (kofa.de) oder im Portal foerderdatenbank.de. So erhält ein Betrieb, der Berufskraftfahrer ausbildet, bis zu 35 000 Euro Zuschuss.
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Arbeitsagentur mit im Boot. Natürlich kann auch sie oft nicht den Wunschmitarbeiter aus dem Hut zaubern. Doch sie übernimmt bis zu 100 Prozent der Kosten für Weiterbildungen, die dazu beitragen, dass ein avisierter Bewerber oder ein neu eingestellter Mitarbeiter die Anforderungen des betreffenden Betriebs besser erfüllen kann. Der Staat hilft den KMU ebenso ihre Personalpolitik zu professionalisieren. So werden beispielsweise im Rahmen des Projekts Bewerber sind oft Mangelware So viel Prozent der Unternehmen dieser Größenklassen in Deutschland haben Probleme, freie Stellen zu besetzen
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Bis 49 Beschäftigte
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50 bis 249 Beschäftigte
Prozent
der deutschen Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten haben Probleme, freie Stellen zu besetzen
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250 und mehr Beschäftigte
So viel Prozent der betroffenen Unternehmen geben diese Gründe für die Besetzungsprobleme an Zu wenige Bewerber
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Unzureichende berufliche Qualifikation der Bewerber
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Bewerber akzeptieren Arbeitsbedingungen (zum Beispiel Arbeitsbeginn) nicht
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Zu hohe Gehaltsforderungen der Bewerber
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Befragung von rund 11.600 Betrieben im Jahr 2016 Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung © 2017 IW Medien / iwd
Befragung von rund 11.600 Betrieben im Jahr 2016 Quelle: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung DieIWKleinen müssen zudem Die © 2017 Medien / iwd
öfter Kompromisse eingehen, um überhaupt neue Mitarbeiter einstellen zu können. So zahlen 17 Prozent am Ende mehr Gehalt als zunächst beabsichtigt, 13 Prozent nehmen mangelnde Qualifikationen der neuen Beschäftigten hin
KMU sollten diese Angebote allerdings stärker nutzen als bisher. Das gilt auch für die Unterstützung durch die Bundesagentur für Arbeit. Noch immer besetzen kleine Betriebe die Hälfte ihrer Stellen über persönliche Kontakte, nur in jedem dritten Fall ist die
„unternehmensWert:Mensch“ die Kosten für externe Beratungen bis zu einer Höhe von 8.000 Euro übernommen. Damit kann es sich auch ein kleiner Betrieb leisten, das Know-how der Großen zu erwerben. https://spektor.iwmedien.de
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Bildung + Soziales
SEPTEMBER / OKTOBER 2017 | NR. 111
Neue Programme auf dem Arbeitsmarkt Chancen für Langzeitarbeitslose und ausländische Fachkräfte
3+2-Regelung
Im Juli hat die Baden-Württembergische Landesregierung das Programm „Neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt“ zur Wiedereingliederung von langzeitarbeitslosen Menschen gestartet. Das Programm baut auf dem bereits erfolgreichen Vorgängerprogramm „Passiv-Aktiv-Tausch (PAT)“ auf. Unterstützt werden vor allem Langzeitarbeitslose, junge Menschen ohne Berufsausbildung, Alleinerziehende, ältere Menschen und Migranten beim Arbeitsmarktzugang. Ergänzt wurde das Programm um eine Qulifizierungskomponente.
Zu Regelungen und Entwicklungen zur Ausbildungs- und Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten hat nun das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg ein sehr gut strukturiertes und übersichtliches Faltblatt „Beschäftigung von Asylbewerbern, Schutzberechtigten und ausreisepflichtigen Ausländern“ herausgebracht, in dem die maßgeblichen Regelungen dargelegt werden. Ein besonderer Diskussionspunkt ist seit Inkrafttreten der entsprechenden gesetzlichen Regelung die konkrete Umsetzung der Ausbildungsduldung (sog. „3+2-Regelung“). Hier konnte nun Klarheit bei den noch offenen Fragen erreicht werden. Eine Ausbildungsduldung wird grundsätzlich für die Dauer einer mindestens zweijährigen betrieblichen Ausbildung (inklusive der einjährigen Berufsfachschule bei Vorliegen eines Ausbildungsvertrags) und der anschließenden Beschäftigung (max. zwei Jahre) erteilt. Diese Regelung gilt auch dann, wenn die Aufnahme einer Ausbildung in Aussicht steht. Dazu muss ein unterschriebener Ausbildungsvertrag vorliegen und die Ausbildung innerhalb „weniger Wochen“ begonnen werden. Eine Ausbildungsduldung in Baden-Württemberg kann nun bis zu zwei Monaten vor Ausbildungsbeginn erteilt werden. Im Hinblick auf den häufig mehrmonatigen Vorlauf zwischen dem Abschluss des Ausbildungsvertrags und dem tatsächlichen Ausbildungsbeginn, wird darüber hinaus bis zu sechs Monate vor tatsächlichem Ausbildungsbeginn eine Ermessensduldung erteilt, soweit zu diesem Zeitpunkt konkrete Maßnahmen zur Aufenthaltsbeendigung noch nicht eingeleitet wurden. Für Einstiegsqualifizierungen wird weiterhin keine Ausbildungsduldung erteilt, da sie keine qualifizierte Berufsausbildung darstellen.
Wie funktioniert PAT PLUS? Unternehmen erhalten einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt von bis zu 75 Prozent für höchstens zwei Jahre. Zudem erhalten sie eine monatliche Förderprämie von 400 Euro, die sich aus den ersparten Kosten zur Unterkunft der Jobcenter ergeben. Weiterhin stellt das Land gemeinsam mit den Stadtund Landkreisen eine sozialpädagogische Fachkraft zur Verfügung, die zur Betreuung und Beratung der Beschäftigten und als Ansprechpartner der Unternehmen dient. Die Qualifizierungskomponente ist ein Betrag von 1 000 Euro für maximal zwei arbeitsplatzbezogene Qualifizierungen für den Arbeitgeber sowie eine Erfolgsprämie von maximal zwei Mal 100 Euro für den Arbeitnehmer bei Abschluss einer Qualifizierung. So kann bei-
spielsweise der Erwerb eines Stapler-Führerscheins gefördert werden. Weitere Infos zum Förderprogramm finden sich unter www. wm.baden-wuerttemberg.de/pat-
beitsmarkt zu bekommen, müssen ausländische Fachkräfte insgesamt 100 Punkte nachweisen. Diese können sie durch verschiedene Kombinationsmöglichkeiten bestimmter
Foto: iStock.com/jirsak
plus. Bei Interesse an einer Beteiligung stehen ebenso die jeweils ortsansässigen Jobcenter in den Gemeinden zur Verfügung. Was ist PuMa? Ein weiteres Programm zur Gewinnung von Arbeitskräften ist das als Pilotprojekt in Baden-Württemberg gestartete „Punktebaiserten Modellprojekt für ausländische Fachkräfte (PuMa)“. Das Bundesarbeitsministerium und die Bundesagentur für Arbeit wollen mit PuMa den Unternehmen ermöglichen, ausländische Fachkräfte aus Ländern außerhalb der EU in allen Ausbildungsberufen einzustellen. Um Zugang zum deutschen Ar-
Kriterien erreichen. Dazu gehören z. B. Deutschkentnisse, Voraufenthalte in Deutschland und in der EU, Verwandtschaft in Baden-Württemberg aber auch Englisch- und Französischkentnisse. Um an PuMa teilnehmen zu können, benötigen ausländische Fachkräfte einen anerkannten Berufsabschluss bzw. eine Teilanerkennung. Der örtliche ArbeitgeberService ist der Ansprechpartner bei allen weiteren Fragen. Fragen an: Dipl.-Ökonomin Christine Schneider Tel.: +49 711 21050-25 schneider@suedwesttextil.de
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/ Ausbilderaussprache
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26. Oktober 2017, Voith Training Center, Heidenheim
Das Faltblatt kann unter www. suedwesttextil.de heruntergeladen werden. Jetzt anmelden unter www.suedwesttextil.de/veranstaltungen, schneider@suedwesttextil.de oder +49 711 21050 - 25
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SEPTEMBER / OKTOBER 2017 I NR. 111
Die nächste Generation mit Gatex-Siegel Das Aus- und Weiterbildungszentrum verabschiedet seine Azubis
Die glücklichen Gatex-Absolventen mit dem Ausbildungsleiter Matthias Rentschler (2.v.l.), dem Südwesttextil-Präsidenten Bodo Th. Bölzle (6.v.r.), dem Ausbilder Henrik Piwatz (2.v.r.) und Gatex-Geschäftsführerin Christine Schneider (1.v.r.). Foto: Gatex
Mit einer Abschlussfeier hat die Gemeinschaftsausbildungsstätte der Textilindustrie (Gatex) in Bad Säckingen ihre 20 Absolventen ins Berufsleben verabschiedet. Die besonders Erfolgreichen unter ihnen wurden zusätzlich mit dem Gatex-Zertifikat ausgezeichnet. Die Sonderprüfung des Ausbildungszentrums der Textilindustrie wurde eingeführt, um die überdurchschnittliche Qualifikation der Gatex-Absolventen zu unterstreichen und ihnen damit einen Vorteil auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen. Mit durchschnittlich 67 von 100 möglichen Punkten bestätigten die jungen Berufseinsteiger auch in diesem Jahr ihr Können. „Damit haben sie eine größere Chance am
Arbeitsmarkt“, erklärte der Vorsitzende der Gatex, Volker Steidel anlässlich einer Feierstunde am 17. Juli in Bad Säckingen. „Allerdings lassen die Unternehmen so gut ausgebildete Fachkräfte nicht gerne ziehen.“ Die Theorie-Prüfung umfasst, je nach Ausbildungsberuf, die Fächer Fachrechnen, Fachkunde und Bindungslehre. Zum Bestehen müssen mindestens 50 Punkte erreicht werden. Mit 91 Punkten erzielte dieses Jahr Simon Hanle, Strähle & Hess GmbH & Co. KG, Althengstett, das beste Ergebnis. Im Gatex-Technikum werden an modernen Textilmaschinen die Berufe ProduktionsmechanikerTextil, Textillaborant und Produktveredler Textil berufsbeglei-
tend ausgebildet. Der große Vorteil dabei ist, dass die Auszubildenden so einen Einblick in alle Bereiche der textilen Wertschöpfungskette bekommen. Dadurch erhalten sie ein breiteres Fachwissen und viel praktische Übung – also mehr Ausbildung, als ein einzelner Betrieb leisten kann. „Die Textil- und Bekleidungsindustrie braucht für die Zukunft hochqualifizierte Fachkräfte“, betonte Steidel. „Es ist wichtig, dass wir unserem Nachwuchs in einem modernen und ansprechenden Umfeld ein solides Fachwissen vermitteln, auf dem sie ihre Zukunft aufbauen und gleichzeitig die Zukunft unserer Branche gestalten können.“ www.die-gatex.de
Neuordnung des Einzelhandelskaufmanns Die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel trägt nun dem Trend zum E-Commerce Rechnung. Die Berufe im Einzelhandel wurden in den vergangenen Jahren immer wieder überarbeitet und aktualisiert. Dennoch führen die rasanten Entwicklungen dazu, dass immer wieder Teilbereiche unberücksichtigt bleiben. Dies betraf vor allem das erweiterte Dienstleistungsangebot im Einzelhandel und den E-Commerce. Beide Punkte fanden nun Eingang in die neuen Verordnungen. Die Aktualisierungen Foto: iStock.com/sasun1990 spiegeln sich vor allem in der neuen Wahlqualifikation „Onlinehandel" bei den Kaufleuten im Einzelhandel wieder, die den erweiterten Vertriebswegen der Branche Rechnung trägt. Die bisherige Wahlqualifikation „IT-Anwendungen" wird durch diese ersetzt. Die Wahlqualifikation „Onlinehandel" vermittelt nun Kenntnisse zu Aufbau und Gestaltung eines Onlineshops ebenso wie Fertigkeiten zur Nutzung digitaler Vermarktungswege und zur Optimierung der Sortimentsstruktur über den E-Commerce. Um den Standard und die Flexiblität in der Ausbildung zu wahren, bleiben die Kernelemente erhalten. Auch die stufenweise Lehre bleibt möglich, denn eine erfolgreiche Ausbildung im Beruf Verkäufer kann weiterhin nahtlos auf eine Ausbildung im Beruf Kaufmann im Einzelhandel angerechnet werden. Die aktuelle Ausbildungsverordnung finden Sie unter www.suedwesttextil.de.
Bildung + Soziales 11
Lohnsteuerliche Behandlung Zur Frage, ob Arbeitgeberleistungen für Deutschkurse zur beruflichen Integration von Flüchtlingen zu Arbeitslohn führen, gilt Folgendes: Berufliche Fort- oder Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers führen nach R 19.7 LStR nicht zu Arbeitslohn, wenn diese Bildungsmaßnahmen im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse des Arbeitgebers durchgeführt werden. Bei Flüchtlingen und anderen Arbeitnehmern, deren Muttersprache nicht deutsch ist, sind Bildungsmaßnahmen zum Erwerb oder zur Verbesserung der deutschen Sprache dem ganz überwiegenden betrieblichen Interesse des Arbeitgebers zuzuordnen, wenn der Arbeitgeber die Sprachkenntnisse in dem für den Arbeitnehmer vorgesehenen Aufgabengebiet verlangt. Arbeitslohn kann bei solchen Bildungsmaßnahmen nur dann vorliegen, wenn konkrete Anhaltspunkte für den Belohnungscharakter der Maßnahme vorliegen.
Seminare Bildungswerk Seminarangebot der Akademie für Personal- und Organisationsentwicklung im Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft in Kooperation mit Südwesttextil.
Erfolgreich führen ohne Weisungsbefugnis 23. bis 24. Oktober 2017, Haus Gutach-Bleibach Prozessorientierte Ausbildung 6. bis 7. November 2017, Haus Gutach-Bleibach Anspruchsvolle Gesprächssituationen 8. bis 10. November 2017, Haus Gutach-Bleibach www.biwe-akademie.de
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Recht + Steuern
SEPTEMBER / OKTOBER 2017 | NR. 111
Der Unionszollkodex (UZK)
Erste Klage gegen Abfrage steuerbezogener Daten von Mitgliedern der Geschäftsleitung und Mitarbeitern Der Unionszollkodex (UZK) und seine Rechtsakte finden seit dem 1. Mai 2016 Anwendung. Bewilligungen für zollrechtliche Vereinfachungen, die vor dem Zeitpunkt der Umstellung auf die neue Rechtsgrundlage erteilt wurden, unterliegen einer sukzessiven Neubewertung durch die deutsche Zollverwaltung. Dabei kam es zur Abfrage persönlicher, steuerbezogener Daten von Mitgliedern der Geschäftsleitung und Mitarbeitern. So wurden für die Ermittlung der steuerrechtlichen Zuverlässigkeit der Bewilligungsinhaber auch persönliche Daten von Mitarbeitern, Geschäftsführern, Vorständen und Aufsichtsräten der Unternehmen
Die Abfrage beinhaltet auch die persönliche Steuer-ID abgefragt. Der Umfang der Abfrage, die unter anderem die persönliche Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID) umfasst, hat zu erheblichen Irritationen auf Seiten der Unternehmensleitungen und der für Zollangelegenheiten verantwortlichen Mitarbeitern geführt. Laut BDI halten Datenschutzexperten die Abfrage der Steuer-ID für datenschutzrechtlich unzulässig.
Unsere Dachorganisation BDI hat am 21. April 2017 ein Schreiben an die Generalzolldirektion (GZD) gerichtet in dem sie eine
Wirtschaft und wartet insbesondere die rechtliche Einschätzung der Bundesdatenschutzbeauftragten ab.
Laut BDI halten Datenschutzexperten die Abfrage der Steuer-ID für datenschutzrechtlich unzulässig. Foto: iStock.com/seewhatmitchsee
Streichung der kritischen Datenabfrage forderte. Auf dieses Schreiben hat die GZD am 12. Mai 2017 geantwortet. Darin erläutert sie das formalisierte Abfrageverfahren der Hauptzollämter. Im Ergebnis hat sie keine datenschutzrechtlichen Bedenken und verweist ihrerseits auf den Grundsatz der Datensparsamkeit. Da die Antwort der GZD aus Sicht der deutschen Industrie nicht zufriedenstellend ist, koordinierte der BDI weitere Schritte mit anderen Spitzenverbänden der
Aktueller Stand und Handlungsempfehlung Aufgrund des Widerstandes des BDI und anderer Spitzenverbände hat die Generalzolldirektion kürzlich darüber informiert, dass die Abfrage der Steuer-ID vorerst ausgesetzt wird. Dies gilt sowohl für den Fall der Neubewertung als auch für Neuanträge auf Bewilligung zollrechtlicher Vereinfachungen. Die Fragenkataloge wurden entsprechend angepasst. Jedoch ist es auch weiterhin möglich, die alten Versionen der Fragenkataloge zu nutzen und hierbei auf die Angabe der Steuer-ID zu verzichten. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, die Fragebögen in der gesetzten Frist abzugeben. Hierbei wird bei etwaiger Kommunikation mit dem zuständigen Hauptzollamt dazu geraten, dass diese durch einen beruflich und praktisch befähigten Mitarbeiter für Zollangelegenheiten erfolgt, da der Nachweis dieser Befähigung mindestens eines Mitarbeiters Voraussetzung für den Erhalt bzw. die Neuvergabe der Bewilligung ist. Die Zollverwaltung hat diesbezüglich klargestellt, dass hierunter insbesondere eine mindestens dreijährige praktische Berufserfahrung im Zollbereich oder eine abgeschlossene Aus- oder Fortbildung als Zöllner zu verstehen ist.
Unterdessen hat ein deutsches Unternehmen in diesem Zusammenhang Klage gegen sein Hauptzollamt beim Finanzgericht Düsseldorf eingereicht. Dieses hat die Frage dem EuGH zur Vorabentscheidung vorgelegt. Der Ausgang des Klageverfahrens ist für alle betroffenen Unternehmen in Deutschland relevant. Die Frage, ob die Aufforderung von Unternehmen durch die Zollverwaltung zur Mitteilung von Steuerdaten mit europäischem Recht vereinbar ist, hat das Finanzgericht Düsseldorf wiederum dem EuGH zur Klärung vorgelegt. In einer Presseerklärung vom 28. August 2017 informierte das Gericht über folgende Entscheidung (Auszug): „Das FG Düsseldorf hat das Klageverfahren ausgesetzt und dem EuGH die Frage zur Vorabentscheidung vorgelegt. Nach Auffassung des Finanzgerichts ist die maßgebliche Bestimmung der Durchführungsverordnung zum Unionszollkodex im Licht des Art. 8 der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (Schutz personenbezogener Daten) auszulegen. Danach bestünden Bedenken, ob das Abfragen der personenbezogenen Daten hinsichtlich der im Fragenkatalog bezeichneten Personen noch eine
zulässige Datenverarbeitung für festgelegte Zwecke sei. Als zweifelhaft erweise sich, ob es zwingend erforderlich sei, auf die für andere Zwecke erhobenen Daten der Arbeitnehmer und Mitglieder des Aufsichtsrats zurückzugreifen, um Auskünfte bei den Veranlagungsfinanzämtern einholen zu können. So stünden die Steueridentif ikationsnummern der Arbeitnehmer der Klägerin in keiner direkten Verbindung zu der Beurteilung ihrer zollrechtlichen Zuverlässigkeit. Zudem sei die Einhaltung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit mit Blick auf den betroffenen Personenkreis kritisch zu beurteilen. Es stelle sich die Frage, ob es absolut notwendig sei, auch die personenbezogenen Daten der Mitglieder des Aufsichtsrats, der Abteilungsleiter und Leiter der Buchhaltung abzufragen, die als solche nicht mit der Bearbeitung zollrechtlicher Fragen befasst seien. Nach Bekanntgabe der Vorabentscheidung des EuGH werde das Verfahren – unter Zugrundelegung der Vorabentscheidung –
Der Ausgang des Verfahrens ist für alle betroffenen Unternehmen relevant fortgeführt werden. Hintergrund des Rechtsstreits ist, dass die Zollverwaltung Unternehmen, die von zollrechtlichen Vereinfachungen profitieren, nach dem im Mai 2016 in Kraft getretenen Unionszollkodex neu evaluieren muss. Diese Überprüfung erfolgt anhand des angesprochenen Fragenkataloges. Der Ausgang des Klageverfahrens ist daher für die – bundesweit wohl über 70 000 – betroffenen Unternehmen von großem Interesse.“ Über die weiteren Entwicklungen halten wir Sie auf dem Laufenden (siehe Kasten links). Fragen an: Robert Marx Tel.: +49 711 21050-19 marx@suedwesttextil.de
SEPTEMBER / OKTOBER 2017 I NR. 111
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Recht + Steuern
Neue Branchenzuschläge ab Januar 2018
In intensiven Gesprächen mit der IG Metall wurde ein guter Kompromiss gefunden Die Anfang April 2017 in Kraft getretenen Änderungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetztes hatte die IG Metall zum Anlass genommen, eine Anpassung der Branchenzuschläge für die Textil- und Bekleidungsindustrie zu fordern. Nachdem die IG Metall hier zunächst eine zusätzliche Stufe nach 15 Monaten Einsatzzeit in Höhe von 37,5 Prozent forderte, konnten wir auf die Verhandlungen Einfluss nehmen, auch wenn die Verhandlungen hinsichtlich der Branchenzuschlagstarifverträge selbst zwischen den Verbänden der Zeitarbeit (BAP und IGZ) und der IG Metall stattfinden.
Reduzierung der IG Metall-Forderung
In intensiven Gesprächen mit der IG Metall ist es gelungen, einen tragfähigen und wie wir meinen angemessenen Kompromiss zu finden, der von den Verbänden der Zeitarbeit in den mit der IG Metall abzuschließenden Tarifvertrag zu den Branchenzuschlägen übernommen wurde. Dieser Kompromiss beinhaltet eine deutliche Reduzierung der Forderung der IG Metall. Das Ergebnis sieht vor, dass in den Branchenzuschlagstarifvertrag eine weitere Zuschlagsstufe nach 15 Monaten Einsatzdauer in Höhe von 27 Prozent aufgenommen wird. Im Gegenzug wird der Zuschlag nach
7 Monaten Einsatzdauer von bislang 20 auf 19 Prozent und den Zuschlag nach einer Einsatzdauer von 9 Mo-
leihunternehmen hinsichtlich Höhe und Ermittlung des Vergleichsentgelts verpflichtet ist.
Der gefundene Kompromiss beinhaltet eine deutliche Reduzierung der Forderung der IG Metall. Foto: iStock.com/Sergey Khakimullin
naten von bisher 25 auf 23 Prozent reduziert. Die sogenannte Deckelung wurde in dem Branchenzuschlagstarifvertrag auf 90 Prozent bis zum 15. vollendeten Monat begrenzt. Nach dem 15. Monat wurde die Deckelung dann auf 100 Prozent angehoben. Das bedeutet also, dass das vom Zeitarbeitsunternehmen zugrunde gelegte Arbeitsentgelt, inklusive Branchenzuschlag, nach einer Einsatzdauer von 15 Monaten auf 100 Prozent eines Vergleichsentgelts beschränkt ist. Voraussetzung dieser Deckelung ist, dass sich der Einsatzbetrieb auf diesen beruft, damit aber auch zur Auskunft gegenüber dem Ver-
Die Neuregelungen greifen zum 1. Januar 2018. Das bedeutet, dass alle neuen Zuschlagsstufen, also auch die verminderten Stufen, erst ab diesem Datum anzuwenden sind. Bis zu diesem Stichtag bleibt es bei den bisherigen Zuschlägen. Außerdem sind tatsächliche Einsatzzeiten fortzuführen, sie werden also nicht, wie bei der Neuregelung zur Dauer der Arbeitnehmerüberlassungsdauer, auf Null gestellt.
Fragen an: Nathan Binkowski Tel.: +49 711 21050-21 binkowski@suedwesttextil.de
Termin vormerken
/ Personalleiterkreis Südbaden 7. November 2017, Renchen Textil 21. November 2017, Eislingen Bekleidung 6. Dezember 2017, Birkenfeld
Jetzt anmelden unter www.suedwesttextil.de/veranstaltungen, roedder@suedwesttextil.de oder +49 711 21050 - 23
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Neue Version der Software Gefährdungen am Arbeitsplatz beurteilen und Schutzmaßnahmen ableiten – das fordert das Arbeitsschutzgesetz von der Unternehmensführung. Die Software „Praxisgerechte Lösungen“, die
die BG ETEM jetzt in einer neuen Version 4.3.0 herausgibt, bietet schnelle, einfache Unterstützung bei der Erstellung und Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung. Mitgliedsbetriebe der BG ETEM können die Installationsdatei kostenfrei unter www.bgetem. de (Webcode: 15614844) herunterladen oder aktualisieren. Nicht-Mitgliedsbetriebe der BG ETEM können die Software kostenpflichtig unter www.bgetem. de/ete-medien/direkt, Rubrik: Multimedia, erwerben.
Sozialversicherungen Ende September hat das Bundeskabinett die „Verordnung über maßgebende Rechengrößen in den Sozialversicherungen 2018“ beschlossen. Hiernach steigen die Beitragsbemessungsgrenzen im Jahr 2018 monatlich in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung von 4.350 € auf 4.425 € (+1,7 %), in der Renten- und Arbeitslosenversicherung von 6.350 € auf 6.500 € (+2,3 %) im Westen und von 5.700 € auf 5.800 € (+1,7 %) im Osten. Eine Übersicht über die maßgebenden Rechengrößen finden Sie unter https://www. suedwesttextil.de/nachrichten/ beitragsbemessungsgrenzesozialversicherung.
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Technik + Umwelt
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Die neue AwSV ist seit August in Kraft Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen
Foto: iStock.com/greenaperture
Die Verordnung löst die bisher geltenden Länderverordnungen ab und regelt die Einstufung von Stoffen und Gemischen nach ihrer Gefährlichkeit und den technischen Anforderungen, die Anlagen erfüllen müssen, die mit diesen Stoffen und Gemischen umgehen, sowie die Pflichten der Betreiber dieser Anlagen. Sie regelt alle Anlagen, in denen mit wassergefährdenden Stoffen umgegangen wird: vom privaten Heizölbehälter über Tankstellen, Raffinerien, Chemiebetriebe, Galvanikanlagen über Biogasanlagen bis hin zur Textilindustrie/Textilveredelung bzw. professionellen Textilpflege. Das wesentliche im Überblick Der Betreiber einer Anlage wird verpflichtet, die Stoffe und Gemische, mit denen er in einer Anlage umgeht, als nicht wassergefährdend oder in eine von drei Wassergefährdungsklassen einzustufen. Dies gilt nicht, wenn das Ergebnis einer solchen Einstufung schon vorliegt und vom Umweltbundesamt veröffentlicht wurde. Die Daten, die er für die Einstufung benötigt, entsprechen denjenigen nach dem europäischen Gefahrstoffrecht, so dass sich der Aufwand für ihn in Grenzen hält. Die Wassergefährdungsklassen bilden dann die Grundlage für eine risikoorientierte sicherheitstechnische Ausrüstung der Anlage. Die technischen Grundsatzanforderungen für diese Anlagen bestehen darin, dass Behälter, in denen sich wassergefährdende Stoffe befinden, während der gesamten Betriebszeit dicht sind und der Betreiber dafür Sorge zu tragen hat, dass dieser Zustand erhalten bleibt. Sollte ein Behälter doch einmal un-
dicht werden, müssen Maßnahmen technischer und organisatorischer Art getroffen sein, die eine Schädigung der Gewässer verhindern. Bei Anlagen mit größerem Risikopotenzial müssen deshalb Einrichtungen vorhanden sein, in denen die bei einem Unfall auslaufenden wassergefährdenden Stoffe ohne menschliches Zutun zurückgehalten werden und die ggf. Alarm auslösen, um den Schaden so schnell wie möglich bekämpfen zu können. Da die technischen Grundsatzanforderungen für manche Anlagen nicht vollständig erfüllbar sind, werden für diese Anlagen – wie Umschlaganlagen mit festen wassergefährdenden Stoffen, Wasserkraftanlagen oder Biogasanlagen – abweichende Anforderungen gestellt. Der Betreiber ist für den ordnungsgemäßen Betrieb seiner Anlage verantwortlich. Dennoch hat es sich bewährt, dass Anlagen mit erhöhtem Risikopotenzial von externen Sachverständigen regelmäßig überprüft werden und so sicher-
gestellt wird, dass die Anlagen nach menschlichem Ermessen störungsfrei betrieben werden. Die Verordnung regelt die Voraussetzung zur Anerkennung von Sachverständigenorganisationen, die diese Anlagen prüfen, und legt bestimmte Mindestanforderungen fest, die deren Prüfer erfüllen müssen. Als weiterer Baustein der Sicherheitsphilosophie dürfen sicherheitstechnisch bedeutsame Arbeiten an den Anlagen nur von Fachbetrieben durchgeführt werden, die entweder von den Sachverständigenorganisationen oder von Güte- und Überwachungsgemeinschaften überwacht werden. Diese waren früher baurechtlich verankert und werden in Zukunft bezüglich der von ihnen zu erfüllenden Anforderungen wasserrechtlich geregelt. Das Qualitätsniveau eines Fachbetriebes ist jedoch unabhängig davon, von wem er überwacht wird. Entscheidend ist seine Fachkunde und Erfahrung. Stefan Thumm
Wichtige Einzelheiten für Textiler Alle Anlagen werden gemäß gehandhabter oder gelagerter Menge und Wassergefährdungsklasse der Stoffe in Gefährdungsstufen A bis D eingeteilt (§ 39, A: gering, D: erheblich). Ausgenommen sind nur oberirdische Anlagen außerhalb von Schutzgebieten mit einem Inhalt unter 0,22 m³ bzw. 0,2 t bei Feststoffen und Gasen. Neu ist, dass auch Gemische, die innerbetrieblich verwendet werden, also alle Ansätze, in eine Wassergefährdungsklasse eingestuft werden müssen (§ 8). Die Behörde kann diese Einstufungen überprüfen. Bei den AwSV-Anlagen müssen jetzt auch die Flächen, auf denen Tätigkeiten mit wassergefährdenden Stoffen stattfinden, mit berücksichtigt werden (§14). Alle Rückhalteeinrichtungen für Gebinde, Behälter und Rohrleitungen müssen gegen die Stoffe hinreichend beständig und dicht sein, dürfen keine Abläufe haben und müssen mindestens ein Volumen besitzen, das austretende Stoffe „bis zum Wirksamwerden geeigneter Sicherheitsvorkehrungen“ zurückhalten kann. Die Anforderungen steigen bei höheren Gefährdungsstufen (§§17, 18, 19). Für besondere Fälle wie z. B. das Lagern von verschmutzten (Leer-)Gebinden, Umladeflächen oder Fass- und Gebindelager haben besondere Anforderungen gemäß der §§ 25 ff. Vorrang. Anlagen über Gefährdungsstufe B müssen alle fünf Jahre durch einen Fachbetrieb geprüft, der Behörde angezeigt, einer Eignungsfeststellung unterworfen und geeignet beschrieben (Anlagendokumentation, Betriebsanweisung, Schulung der Mitarbeiter) werden (§§ 46, 40-44). Anlagen ab Gefährdungsstufe C dürfen nur von Fachbetrieben errichtet und instandgesetzt werden, in Schutzgebieten (Abschnitt 5) gilt dies schon für Gefährdungsstufe B (§ 45). Im Mitgliederbereich von Südwesttextil unter www.suedwesttextil. de/mitgliederbereich#tools gibt es ein Excel-Tool mit dem die WGKEinstufung von Gemischen errechnet werden kann.
SEPTEMBER / OKTOBER 2017 | NR. 111
Termine 1. Fashion Symposium Am 25. Oktober 2017, 17.30 Uhr, lädt die Macromedia-Hochschule zum Thema „Digital, Smart, Vertikal: Das Fashion Business im disruptiven Veränderungssturm“ auf den Campus Stuttgart ein. Das Fashion Business befindet sich in einem dramatischen Umbruch. Der Megatrend der kommenden Jahre ist die Digitalisierung. Aber auch Smart Textiles, 3-D-Druck sowie vertikal und dadurch superschnell agierende Labels verändern die Modebranche nachhaltig und sind dabei, die textile Wertschöpfungskette fundamental umzukrempeln. Prof. Dr. Maser diskutiert mit fünf Branchenexperten über diese und weitere Fragen. Die Keynote hält Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Peter Haas. Weitere Infos und Anmeldung unter www.macromediafachhochschule.de. ECHA Webinar Die ECHA organisiert am 2. November 2017 um 10 Uhr (CET) ein Webinar zum Thema „Communicating about substances in articles: what you need to know“. In dem Webinar werden die Kommunikations- und Meldungspflichten erläutert, die EU-Importeure sowie Produzenten und Lieferanten haben, deren Artikel Stoffe der Kandidatenliste enthalten. Besonderes Augenmerk gilt komplexen Objekten, die aus mehr als einem Artikel bestehen. Teilnahmeregistrierung unter https:// echa.europa.eu/de/home 7. IfW-Tagung Am 7. November 2017 veranstaltet die Universität Stuttgart gemeinsam mit der Abteilung für Leichtbautechnologien ein Seminar zum Thema Bearbeitung von Verbundwerkstoffen. Von der Anwendung bei Airbus Helicopter bis zu den Maschinenherstellern wie Homag und EiMa berichten Referenten von neuen Entwicklungen rund um die FVK-Zerspanung. Mehr unter www.ifw.uni-stuttgart.de/ events/ifw-tagung. 32. Hofer Vliesstofftage Am 8. und 9. November 2017 veranstaltet der VTB mit Partnern die 32. Hofer Vliesstofftage. Mehr unter www.hofer-vliesstofftage.de.
September / Oktober 2017 I Nr. 111
Technik + Umwelt 15
SÜDWESTTEXT
Faszinierende Möglichkeiten für Fasern, Textil und Licht Selbstleuchtende Textilien, faserbasierende Lichtleiter, nachtleuchtende Textilbeschichtungen und viele weitere Innovationen sind auf dem Vormarsch. Dieser Fortschritt eröffnet nicht nur in der Bekleidung neue Dimensionen, sondern auch in der Automobilindustrie, bei Heimtextilien, im Sicherheitsbereich oder in der Energie- und Umwelttechnik. Zu diesem Thema veranstaltete die AFBW Ende September die hochkarätig besetze Fachtagung „Fasern, Textil und Licht“ in der Filharmonie in Filderstadt. Moderiert wurde das mit über 50 Teilnehmern gut besuchte Treffen von Stefan Thumm, Koordinator für Innovation, Technologie und Umwelt bei Südwesttextil und VTB, der die Fachtagung mit einem inspirierenden Impulsvortrag eröffnete. Eine wichtige Information aus diesem Vortag nahmen alle Teilnehmer mit: Forscherteams in den USA und China arbeiten bereits an faserbasierenden Solarzellen. Björn Sobitschek von FLT Future Lighting Technologies stellte gleich zu Beginn die kommende Generation der Lichttextilien im Automobilbau vor: Eine Kombination aus LED-Technologie und in der Textilstruktur intergierte lichtleiten-
de Fasern erschließen im Fahrzeuginnenraum neue Erlebniswelten. Der Referent Gunther Frey vom Südwesttextil-Mitgliedsunternehmen Ettlin zeigte anhand des Ettlinlux-Systems, wie LED-Licht und Textil neue Raumwelten für den Nutzer entstehen lassen und selbst in Rückfahrscheinwerfern von EAutomobile integriert werden können. Faszinierende Tiefenwirkung inbegriffen! Neues von Ettlin kommt in Kürze im Bereich der textilen Beschattung von Gebäuden, die auf den jeweiligen Sonnenstand im Tages und Jahresverlauf optimiert sind. Möglich wird dies alles durch Forschung und Entwicklung, und hier leisten die textilen Forschungsinstitutionen in Deutschland einen unschätzbaren Beitrag. Christoph Riethmüller, Experte vom DITFDenkendorf, präsentierte von der selbstleuchtenden Faser bis hin zur Systemintegration textilbasierender Elektronik, was die größte textile „Daniel-Düsentrieb-Forschungszentale“ Europas so alles im Arsenal hat. Dr. Thomas Bahners von DTNW spannte in seinem Vortrag einen ganz anderen „Lichtbogen“ und zeigte, wie Potenziale für lichtsammelnde und lichtleitende
Fasern in Verbindung mit UV-LEDTechnologien für faserbasierende Innovationen im Umweltschutz eigesetzt werden können. Der nächste Schritt ist jetzt, diese Technologie in Produkte umzusetzen. Welche Rolle neuartige fluoreszierende Marker in Fasern für den vielfältigen Einsatz bei Produktsicherheitsthemen bzw. Plagiatsschutz haben, erklärte Jochen Fahr von der Polysecure GmbH. Insbesondere die Tracer-Lösungen für das sortenreine Recycling von PVC & Co. zeigen ein Anwendungsfeld dieser Lichtmarker-Technologie mit hohem Potenzial für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Dass Licht als multiples Werkzeug in Laser-, Plasma- und UV-Technologien in der ökologischen Textilindustrie und Textilchemie-4.0-Produktion eine große Bedeutung haben wird und sich zu einer textilen Schlüsseltechnologie entwickelt, erläuterte Stefan Thumm in seinem zweiten Vortrag „TEXHUB 4.0“. Alexander Biebel vom OLED/ LCD Pigmentweltmarkführer Merck in Darmstadt steckte die Roadmap der Herausforderungen für textilbasierende OLED’s ab und stellte die faszinierende Technologie in einem
imposanten Vortrag vor. Der Weg ist in dieser absoluten Reinraumtechnologie für Textilien steinig, aber nichts ist unmöglich, so der Fachmann. „Faserbasierender Öko-Solarstrom ist machbar“, so das Fazit von Dr. Hans-Joachim Egelhaaf vom Bayrischen Zentrum für angewandte Energieforschung und Leiter der Solarfabrik der Zukunft am Energie Campus Nürnberg. Der in Tübingen wohnhafte Experte für gedruckte, organische Solarzellen beeindruckte die Teilnehmer mit seinem brillanten Vortrag. Für faserbasierende Solarzellen fehle es in Deutschland und Europa nur noch an Forschungspartnern, so der Experte. Es ist also höchste Zeit! Forschungspartner werden sich wohl bald finden lassen, denn während der Veranstaltung entfesselte sich ein erstes Brainstorming zwischen den Experten aus Forschung und Industrie. Alle Teilnehmer spürten diesen interdisziplinären IdeenPuls der AFBW, der mehrfach in der Veranstaltung höherschlug. Fragen an: Dipl.-Ing.(FH) Stefan Thumm Tel.: +49 151 281 090 45 umwelt@suedwesttextil.de
Schwedische Gardinen – der Unterschied von Bleiband und Angelblei
Neue Online-Forschungs-Datenbank
In Kooperation mit Heimtex, dem Verband der deutschen Heimtextilien-Industrie, haben die Verbände Südwesttextil und VTB sowie die AFBW beschichtete Gardinen-Bleibänder unter Mitwirkung der Analytikabteilung der Hohenstein-Institute mit der neu entwickelten Prüfmethode (CEN/TC 248/WG 26-N 377) von CEN (Comité Européen de Foto: iStock.com/Fotonen Normalisation) die sogenannte Bleilässigkeit, REACH Annex XVII, Entry 63, überprüft. Im Ergebnis können beschichtete Gardinen-Bleibänder den Grenzwert der wohl voraussichtlich erst 2018 offiziell eingeführten Prüfmethode einhalten. Konventionelle, nichtbeschichtete Bänder können nach dieser neuen Prüfmethode den Grenzwert nicht einhalten. Einzelprüfungen der jeweiligen Mitgliedsbetriebe sind jedoch angezeigt. Die Frage, ob man nur noch beschichtete oder weiterhin auch konventionelle Bleibänder einsetzen kann, ist bis auf Weiteres nicht eindeutig zu beantworten.
Das von Südwesttextil mitgetragene „Forschungskuratorium Textil“ (FKT) hat nun eine neue Fundgrube für Ingenieure und Entwickler aus dem Mittelstand fertiggestellt: die Online-Forschungs-Datenbank. Hier kann man für eigene Entwicklungsvorhaben nach öffentlich zugänglichen Ergebnissen aus der „vorwettbewerblichen Forschung“ suchen. Die neue Datenbank im Mitgliederbereich von www.textilforschung.de enthält Beschreibungen 3 200 konkreter Projekte der vom Bundeswirtschaftsministerium getragenen Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF). Zum Wissensschatz, der eine Übersicht der durch die Industrie initiierten Forschungsaktivitäten von 15 Textilinstituten zwischen Bremen, Denkendorf und Dresden gibt, gehören auch 4 500 Abstracts. Sie betreffen ungezählte Projekte, die auch vom Bundesforschungsministerium unterstützt wurden. Die textilnahen Ergebnisse von ZIMTransfervorhaben und landesgeförderten Themen gehören ebenso zum Datenbestand wie DFG- und EU-Förderresultate. Sämtliche Datenbankinformationen werden mit Angaben u. a. zu den Forschungsakteuren und der Laufzeit angereichert. Über eine Google-artige Suche nach selbst gewählten Schlagwörtern lassen sich zu einem Thema die vielfältigsten Forschungsansätze finden.
Den kompletten Artikel zur Bleilässigkeit, die jeder Logik entbehrt, finden Sie unter www.suedwesttextil.de/nachrichten/schwedische-gardinen
Mitgliedsunternehmen von Südwesttextil haben selbstverständlich kostenlosen Zugang zum Datenbestand. Das erforderliche Passwort kann beim FKT (https://goo.gl/fBEZCg) angefordert werden.
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Zu guter Letzt
SÜDWESTTEXT
SEPTEMBER / OKTOBER 2017 | NR. 111
Die Federfrau Bei der OBB hat Angelika Richter für alles ein Referenzmuster und ist somit für jede Reklamation gerüstet Seit 20 Jahren ist Angelika Richter die „Federfrau“ und Leiterin des Labors bei der OBB Oberbadische Bettfedernfabrik in Lörrach. Die 60-jährige Schwarzwälderin und gelernte Hotelfachfrau hat sich ihren Platz als Herrin der Gläser mit Federmuster und Füllmaterial hart erarbeitet. Sie spricht mit einem Augenzwinkern von sieben Jahren Lehr- und Vertrauenszeit. Die Liebe zur Feder an sie weitergegeben hat der Firmenchef und Lehrmeister Erich Schweigert persönlich. Und er wollte es immer ganz genau wissen. Seine Prüffrage: „Sind Sie sich sicher, Frau Richter? Wenn nicht, dann machen Sie es nochmal.“ Und um sicher zu gehen, hat sie am Anfang die Ware dann zur Gegenprüfung nach Hohenstein geschickt. Doch es kam immer das gleiche Ergebnis heraus. Heute genießt ihre Expertise im Haus das höchste Vertrauen. Die OBB wurde im Jahr 1900 als „Erste Ostpreußische Bettfedernfabrik in Insterburg“ gegründet und 1948 auf dem ehemaligen Schöpflin Areal in Lörrach-Brombach als „OBB Oberbadische Bettfedernfabrik GmbH“ wiederaufgebaut. 1985 wird der einstige Lehrling Erich Schweigert Geschäftsinhaber, übernimmt 1996 die Balette Bettwarenfabrik Basel AG und treibt die Entwicklung zum Vollausstatter – vom Rohwareneinkauf bis zum Bettstück – voran. 2013 wird Bastian Roscheck Geschäftsführer und führt gemeinsam mit Ingrid Schweigert den erfolgreichen Kurs der OBB weiter, die ausschließlich am Standort fertigt. Jedes Jahr erfolgreich ist auch Angelika Richter beim „Rundversuch“ der EDFA, dem Verband der europäischen Bettfedern- und Bettwarenindustrie in Mainz. An diesem zertifizierten Test nehmen bis zu 14 Labore von DaunenbettenHerstellern teil und nicht alle bestehen diese schwere Aufgabe. Anonymisiert bekommt jedes Labor eine unbekannte Ware gestellt und muss in einer vorgegebenen Zeit bestimmen, um welche Daune und Gattung (Ente oder Gans) es sich handelt und wie groß die Füllkraft und Sauberkeit ist. „Ich habe jedes Mal bestanden,“ erzählt sie stolz.
Die täglichen Aufgaben der „Federfrau“ Angelika Richter: Rohware auf Fettgehalt, Sauberkeit, Trübungsgrad, Sauerstoffgehalt und PH-Wert testen, Füllkraft-Messungen durchführen, Inletts auf Daunendichte überprüfen, Schnellanalyse mittels Sortiermaschine und vieles mehr. Fotos: Südwesttextil
Die Übung macht die Meisterin, denn zu ihren täglichen Aufgaben gehört es, die Rohware zu testen. 1. auf Fettgehalt: Zuerst wird mit Dichlormethan zwei Stunden das Fett aus der Feder filtriert, der Rundkolben vorher und nachher gewogen und so der Restfettgehalt bestimmt. Dann gibt sie an die Wäscherei die Info, wie die Feder gewaschen werden muss und überprüft das Ergebnis wieder mit gleichem Verfahren. Jede Feder braucht Restfett, sonst bricht sie, doch wie viel, das erfordert viel Geduld und Fingerspitzengefühl. 2. auf Sauberkeit: Im Schüttelapparat wird ein Spülgang simuliert und im Skalaglas bei 500 mm überprüft. Rein ist das destillierte Wasser ohne Federn. 3. auf Trübungsgrad: Im Skalaglas muss das Kreuz auf dem Boden sichtbar sein – unter 400 mm gibt es eine Reklamation. 4. auf Sauerstoffgehalt (biologische Sauberkeit): Nach dem Titrieren muss der Wert zwischen 1 und 20 liegen. 5. auf PH-Wert – neutral: Dieser Wert wird mit den Erfahrungen der Wäscherei abgeglichen. Ihre größte Passion ist die 4-Gramm-Analyse. Hier zerlegt
sie mit viel Geduld manuell über acht Stunden Daunen und Federn in ihre Einzelteile: in Daune, Feder, gebrochene Feder, Fremdbestandteile, Feder- und Daunenflug. Eine
Kunst, die kaum noch jemand beherrscht. An wen sie dieses Wissen weitergibt? Sie hofft, dass sich jemand findet. Simone Diebold
Die 4-Gramm-Analyse dauert bis zu acht Stunden – eine diffizile Aufgabe, die viel Geduld braucht. Selbst die Mitarbeiter haben großen Respekt vor Frau Richters Labor.
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Präsident Bodo Th. Bölzle
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Hauptgeschäftsführer Peter Haas
Der Bezug der Südwesttext ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.
Druck DCC Kästl e.K. Ostfildern-Kemnat Auflage 1 350 Exemplare Erscheinungsweise zweimonatlich