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GLÜCKLICHE FAHRT 1. & 2. Oktober 2018


Aus Ăœberzeugung. Hauptsponsor des Orchesters recreation – Musik- und Bankkultur im Einklang.

Gutes Geld. Seit Generationen.

krentschker.at


Montag, 1. Oktober 2018, 19.45 Uhr Dienstag, 2. Oktober 2018, 19.45 Uhr

Stefaniensaal

Louis Spohr (1784–1859)

Ouvertüre zu „Der Alchymist“, WoO 57 Adagio. Allegro moderato

Lars-Erik Larsson (1908–1986)

Konzert für Altsaxophon und Streichorchester, op. 14 Allegro molto moderato Adagio Allegro scherzando

Felix Mendelssohn (1809–1847)

Meeresstille und glückliche Fahrt, op. 27

Meeresstille: Adagio. Glückliche Fahrt: Molto Allegro vivace

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Felix Mendelssohn

Symphonie Nr. 1 in c, op. 11 Allegro di molto Andante Minuetto: Allegro molto Allegro con fuoco

Gerald Preinfalk, Saxophon recreation • GROSSES ORCHESTER GRAZ Dirigent: Patrick Hahn

Einführungsgespräch vor dem Konzert um 19.15 Uhr im Stefaniensaal mit Mathis Huber und Patrick Hahn.

Konzertdauer:

Erster Teil: ca. 50 Minuten Pause: ca. 25 Minuten Zweiter Teil: ca. 35 Minuten

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recreation widmet dieses Konzert dem Andenken an seinen langjährigen Solotrompeter Michael GÜnitzer, der am 15. August im 43. Lebensjahr an einem Herzversagen gestorben ist.

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AD NOTAM

Den jungen Felix Mendelssohn zu erleben, wie er seine Erste Sinfonie dirigierte, muss für die ­Londoner des Jahres 1829 eine ähnliche Sensation gewesen sein, wie das Dirigat des jungen Patrick Hahn bei recreation. Mit dem Feuereifer der Jugend wurden drei der vier Stücke des heutigen Programms nicht nur aus der Taufe gehoben, sondern auch komponiert: von Komponisten, die 15, 19 und 26 Jahre alt waren. Lediglich der 46-jährige Louis Spohr eröffnet als „grand seigneur“ der Romantik den Abend. Spanische Ouvertüre im Schatten der Juli-Revolution

Als im Sommer 1830 in Paris die Juli-Revolution ausbrach, wussten die Deutschen noch nicht, dass sich die seismographischen Erschütterungen der politischen Landkarte alsbald auch auf die deutschen Kleinstaaten auswirken würden. In Kassel brachen Anfang September Unruhen aus. Zuvor schien die Lage entspannt, und alles ging seinen höfischen Gang. Seelenruhig bereitete der Kasseler Hofkapellmeister Louis Spohr die Geburtstagsoper für seinen Fürsten vor. Der aus Braunschweig stammende Geiger und Dirigent, heute mehr als „deutscher Paganini“ denn als Opernkomponist bekannt, schrieb darüber lakonisch in seiner „Selbstbiographie“ von 1860: „Es ließ mir der Wunsch, noch einmal mein Glück mit einer Oper zu versuchen, keine Ruhe, und ich bewog daher meinen Freund Karl Pfeiffer, mir eine spanische Novelle von Washington Irving, die mir sehr anziehend und ganz und gar für eine Oper tauglich erschien, als solche zu bearbeiten. Da aber 4


Pfeiffers Namen auf dem Zettel nicht genannt werden sollte, weil es bekanntlich in Kurhessen nicht gern gesehen wird, wenn ein Staatsdiener sich neben seinen Berufsgeschäften mit poetischen Arbeiten befasst, so wurde der unverfängliche Name ‚Schmidt‘ anstatt des seinigen gewählt ... Im Oktober 1829 machte ich mich nun mit dem gewohnten Eifer, mit dem ich jede Arbeit begann, an die Composition der Oper ‚Der Alchymist‘, beendigte sie im April des folgenden Jahres und vertheilte dann sogleich die Partien, um sie am Geburtstag des Kurfürsten, am 28. Juli, aufführen zu können. Sie gefiel hier in Kassel ebenso sehr, wie meine früheren Opern, wurde aber außerhalb nur in Prag mit großem Beifalle gegeben, während der von meinem Bruder Ferdinand angefertigte Klavierauszug eine weitere Verbreitung fand.“ Über die besagte Prager Aufführung konnten die Wiener im Jänner 1834 im „Musikalischen Anzeiger“ eine Rezension lesen, die in Spohrs Musik kaum romantischen Überschwang erwarten ließ: „Auch in diesem Werke weht derselbe ruhig-besonnene, zum Herzen sprechende Geist, derselbe geläuterte Geschmack, derselbe ebenso edle, als elegante Styl, der sämtliche Arbeiten dieses vielleicht selbständigsten aller lebenden Componisten so speciell characterisirt.“ Umso überraschender wirkt die Ouvertüre, die man kaum „ruhig-besonnen“ nennen kann.

Zur Musik Der schnelle Hauptteil der Ouvertüre ist ein wild-dramatisches c-Moll-Allegro im wirbelnden Dreiertakt. Dem geht eine zarte langsame Einleitung in C-Dur voraus, die von den Holzbläsern dominiert wird. Sie berühren alle zwölf Halbtöne der chromatischen Tonleiter in absteigenden Klagegesängen, was den Affektausbruch des Allegros schon erahnen lässt. Im Seitenthema des schnellen Teils wird deutlich, dass man es mit einer Oper im spanischen Milieu zu tun hat: Spohr hat hier den Rhythmus des Fandango aufgegriffen. Allmählich schält sich aus diesem Tanz die Liebesgeschichte der Handlung heraus: die zarte Liebe zwischen Inez, der Tochter des Alchimisten, und Don Alonzo de Castros, der sie aus dem brennenden Labor ihres Vaters rettet. Zunächst wird er von seinem Widersacher der Ketzerei beschuldigt, was die düsteren „Kerker-Klänge“ in der Mitte der Ouvertüre erklärt. Dann aber kann Alonzo seinen Nebenbuhler im Zweikampf auf Leben und Tod besiegen und seine Inez glücklich in die Arme schließen. Der triumphale Schluss der Ouvertüre nimmt dieses „Happy End“ schon vorweg. 5


Schwedisches Konzert für einen deutschen Saxophonisten Dass einmal ein schwedischer Komponist eines der ersten großen Saxophonkonzerte für einen Deutschen schreiben würde, war kaum abzusehen, als der Belgier Adolphe Sax im Paris der Romantik das Patent für sein neues Instrument anmeldete. Am 28. Juni 1846 reichte er seinen Antrag für das „Saxophone“ ein, und zwar gleich für acht verschiedene Baugrößen. Doch trotz der Euphorie, die der neue Klang sofort bei Héctor Berlioz auslöste, blieb es auf den Pariser Konzert­ podien zunächst still um das Saxophon. Seine Heimat in Frankreich waren die Kasernen, von wo aus man zum Klang der neuen Instrumente in den Krieg von 1870 zog. Nach der Niederlage verlor Adolphe Sax seine Aufträge vom Militär und bald auch seine Professorenstelle am Pariser Conservatoire, die man einfach strich. Wenn schon nicht in Frankreich, so tat sich für das neue Instrument bald eine doppelte Perspektive im Ausland auf: in Deutschland und in den USA. Dort florierten bald die führenden Saxophon-Hersteller, die nach 1900 einen neuen Markt bedienten, den rasch aufsteigenden Jazz. Diesem Umstand verdankte auch der Klarinettist Sigurd Raschèr aus Elberfeld seine erste Begegnung mit dem Instrument: Um sein mageres Gehalt als Angestellter eines Pfandhauses in Berlin aufzubessern, spielte er Saxophon in einer Tanzband. Bald fand er heraus, dass mehr in dem Instrument steckte als nur gefällige U-Musik. Er ging zum fanatischen Üben in die Klausur und kam als der große Raschèr wieder heraus, als welcher er in die Geschichte eingehen sollte. Als er im März 2001 mit 94 Jahren starb, widmete ihm die „New York Times“ einen langen Nachruf: „Manche verglichen ihn mit Casals und Segovia, was den Einfluss auf sein Instrument und dessen Konzert­ repertoire betrifft. Raschèr wurde 1939 zum ersten Solo-Saxophonisten auf dem Podium der New Yorker Philharmoniker.“ Dabei war Raschèrs Erfolg in den USA nur die zweite Etappe seines Kreuzzugs für das Instrument, den er bei den Berliner Philharmonikern begonnen hatte. Dort half er regelmäßig aus, wenn im Orchester ein Saxophon gebraucht wurde, konnte die hohen Herren zunächst aber nicht davon überzeugen, ihn als Solisten vors Orchester zu stellen. Erst 1932 wagten die Berliner dieses Experiment in Hannover: „Es war das erste Mal, dass ich als Solist mit Orchester spielte, und es löste eine unbeschreibliche Sensation aus.“ So erinnerte er sich später. Ein Jahr nach diesem Durchbruch kamen die Nazis an die Macht und verboten das Saxophon als „fremdländisches“ Instrument. Raschèr brach seine Zelte ab und ging in die USA, doch er nahm ein 6


Solokonzert mit, das ein schwedischer Komponist 1934 für ihn geschrieben hatte: das Saxophonkonzert Opus 14 von Lars-Erik Larsson, langjähriger Kompositionsprofessor in Stockholm. Von den USA aus trat es seinen Siegeszug um die Welt an.

Zur Musik Der 26-jährige Schwede Lars-Erik Larsson wirkte 1934 als Musikkritiker und Komponist in Lund, nachdem er 1929/30 in Wien bei Alban Berg studiert hatte. Deshalb ist sein Konzert auch kein nachromantisches Virtuosenstück, sondern ein durchwegs anspruchsvolles, mit Dissonanzen nicht geizendes Stück der frühen Moderne. Der schnelle erste Satz beginnt mit einem nervösen Saxophon-Solo im typischen rhythmischen „Drive“ der Dreißigerjahre. Im freien Dialog zwischen Solist und Orchester entfaltet sich ein mitreißend virtuoses Spiel. Umso ruhiger beginnt der langsame Mittelsatz, den Saxophon und Bratschen mit einem Kanon aus sanft absteigenden Linien eröffnen. Das gesamte Streichorchester greift das Thema auf und verwandelt es in ein hymnisches Adagio von „nordischer“ Ruhe und Klarheit. Ein Allegro scherzando beschließt das Konzert als Perpetuum mobile über neobarocke Rhythmen, inklusive einer wirkungsvollen Kadenz für den Solisten.

Konzertouvertüre mit Meeresrauschen Dass Felix Mendelssohn 1809 ausgerechnet in Hamburg geboren wurde, ist eine Ironie der Geschichte. Der Enkel des jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn und Spross eines Berliner Bankhauses konnte einfach kein Hanseate sein. Die „Kontinentalsperre“ Napoleons half mit und vertrieb den Vater Abraham Mendelssohn samt Familie rasch wieder von Hamburg zurück nach Berlin. Dort – im Zentrum des deutschen Idealismus und der preußischen Reformen – ist das Genie des jungen Felix herangereift. Aus Hamburg ist ihm mindestens eine Sehnsucht geblieben: die Sehnsucht nach dem Meer. Magisch zogen ihn die Wogen und Wellen der See in ihren Bann: in Bad Doberan, wo der Fünfzehnjährige zum ersten Mal in der Ostsee schwamm, bei zahllosen Über­fahrten über den Ärmelkanal, um in London zu gastieren, bei der stürmischen Bootsfahrt zu den Hebriden weit vor Schottlands Nordwestküste oder an den vergleichsweise harmlosen Küsten Italiens. Felix Mendelssohn wurde nie seekrank, er stand froh und frei an der Reling und 7


genoss Wind und Wellen. Musikalisch hat er dieser Liebe in zwei hinreißenden „Seestücken“ für Orchester Ausdruck verliehen: in den beiden Konzertouvertüren „Meeresstille und glückliche Fahrt“ und die „Hebriden“. Die frühere von beiden, 1828 komponiert, beruht auf zwei Gedichten von Goethe, die schon Ludwig van Beethoven in einem kurzen Chorwerk mit Orchesterbegleitung als Einheit aufgefasst hatte. Goethe verarbeitete darin ein beängstigendes Erlebnis während seiner Italienreise 1787: Auf der Rückfahrt von Sizilien war sein Schiff vor Capri in eine Flaute geraten und trieb auf die FaraglioniFelsen zu, bis endlich der rettende Wind einsetzte. Im ersten Goethegedicht wird die Flaute auf dem weiten Meer als tödlicher Stillstand beschrieben. Beängstigend breitet sich die Stille aus, hilflos und alleine steht der Mensch in den unendlichen Weiten da. Befreiend wirkt danach der erste Windstoß, jubilierend die drängende Bewegung, die im Gedicht „Glückliche Fahrt“ den Menschen wieder auf die Bahn kraftvollen Tätig-Seins zurückführt. „Meeresstille“ und „glückliche Fahrt“ stehen also metaphorisch für Zustände im Leben des Menschen.

Zur Musik Trotz seiner Jugend gelang es Mendelssohn, die beiden Gedichte nicht nur als Kontrastpaar von Naturstimmungen, sondern auch als existenziellen Gegensatz einzufangen. Unendlich weit, trüb und still ist der Anfang, bis sich endlich ein sanftes Lüftchen regt. Die Flöte antwortet, der Wind füllt die prallen Segel, und schon fliegt das Schiff in voller Fahrt übers Meer. Unwillkürlich orientierte sich Felix im ersten Teil an Beethovens „Meersstille“, im zweiten an den Leonoren-Ouver­­türen des Meisters. Und doch ist diese Konzertouvertüre eines jungen Berliners mit Hamburger Herzen ein selbstständiges Meisterwerk, dank ihrer brillanten Instrumentierung, ihrer „farbechten“ Landschaftsmalerei und ihrer schwungvollen Themen.

Erste Sinfonie in Berlin und London So sehr Mendelssohn auch den Ärmelkanal liebte und das Reiseziel, das ihn nach der Überfahrt erwartete, so kritisch stand er lange Zeit den Orchestern Englands gegenüber: „Im Allgemeinen ist alles da, was durch äußere Mittel, Einstudiren, Geld, Berechnung und dergl. hervorgebracht werden 8


kann; so z. B. gute Stellung des Orchesters, Egalität und Kraft in den Saiteninstrumenten, sehr viel Geigen, gutes präcises Blech; alles Geistige fehlt; es ist kein Vorgeiger da, keine zarte Oboe, Clarinette od. Fagott, alles roh und plump; keine Lebhaftigkeit, sondern nur Schnelligkeit, kein Respect vor dem Kunstwerk .. sie beten Beethoven an und kürzen ihn, sie beten Mozart an und langweilen sich dabei, sie beten Haydn an und hetzen ihn zu Tode.“ Dieses bittere Urteil hat er durch seine eigene Dirigententätigkeit in London nach Kräften zu revidieren versucht, indem er den Orchestern der Metropole zum ersten Mal ein Gefühl für „romantische“ Nuancen in der Ausführung vermittelte. Erstes Probestück für diesen neuen Stil war seine Erste Sinfonie, die er zwar schon 1824 als Fünfzehnjähriger in Berlin komponiert hatte, später aber immer wieder überarbeitete und mehrfach auf seine Konzertprogramme setzte. Ihre Uraufführung am 2. November 1825 in Berlin war Mendelssohns Debüt als Dirigent – vermutlich noch ohne Taktstock, den erst Louis Spohr einführte. Der knapp siebzehnjährige Komponist dirigierte sein Werk „mit dem Feuer, das in der Regel nur dem schaffenden Künstler eigen ist“, wie Adolf Bernhard Marx in seiner Rezension bemerkte. Pünktlich zu Mendelssohns 18. Geburtstag hörten auch die Leipziger die c-Moll-Sinfonie und priesen sie für ihren jugendlichen Elan, sorgten freilich auch dafür, dass sich das Werk alsbald in Raubkopien verbreitete. Im Mai 1829 dirigierte der zwanzigjährige Mendelssohn dann die Londoner Erstaufführung, die ein rauschender Erfolg war, auch, weil er das Menuett durch das flirrende Scherzo aus seinem Oktett für Streicher ersetzt hatte, das er selbst für volles Orchester arrangierte. In London erschien 1830 der Erstdruck, Berlin folgte erst vier Jahre später mit einer Ausgabe.

Zur Musik An Mendelssohn Erster Sinfonie hat man stets die Nähe zur Fünften von Beethoven betont: die Tonart c-Moll, das „Schicksalsschwere“ der thematischen Einfälle, die besondere Verknüpfung zwischen dem Trio und dem Hauptteil des Menuetts und insbesondere der orgiastische Durchbruch nach C-Dur im Finale lassen das große Vorbild der „Schicksalssinfonie“ deutlich werden. Zugleich hört man der Musik an, dass der junge Mendelssohn anno 1824 noch ganz im Bann von Webers „Freischütz“ stand. Josef Beheimb 9


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DIE INTERPRETEN

Gerald Preinfalk, Saxophon

Gerald Preinfalk stammt aus Zulissen bei Freistadt in Oberösterreich. Musik wurde für ihn ab 1990 mit dem Studium an der Universität für Musik in Wien bei Oto Vrhovnik (klassisches Saxophon) und Wolfgang Puschnig (Jazz) zur Berufung. Stipendien führten ihn an das Berklee College of Music Boston (USA) und nach Paris. Zurück in Wien bilden beide Genres seither seinen hauptsächlichen Tätigkeitsbereich. Seit 2012 hat er die Professur für klassisches Saxophon an der Kunstuniversität Graz inne. Seit dem Jahr 2000 ist Preinfalk Mitglied des Klangforum Wien, einem der renommiertesten Ensembles für zeitgenössische klassische Musik. Gastspiele führten ihn zu Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, dem Radio Symphonieorchester Wien, der Staatsphilharmonie RheinlandPfalz, dem Staatsorchester Stuttgart und verschiedenen Ensembles „Neuer Musik“ im Raum Wien. Als Sideman im Jazzgenre spielte er bei diversen Bigbands wie Nouvelle Cousine, Vienna Art Orchestra sowie in Ensembles mit Persönlichkeiten wie Don Byron, Django Bates, George Garzone, Elliot Sharp, Terry Bozzio, Savina Yannatou, Lucia Pulido, Alegre Correa, Wolfgang und Christian Muthspiel u. a. Als Komponist für Theatermusik schrieb er Soundtracks zu „Peer Gynt“, „Hiob“ und „Du bleibst bei mir“ – jeweils in der Regie von Michael Sturminger für das Wiener Volkstheater. Besonders erwähnenswert ist ebenfalls die musikalische Zusammenarbeit mit BurgtheaterschauspielerInnen wie Nicole Heesters, Martin Schwab, Petra Morzé, Cornelius Obonya und Christoph Krutzler. Immer wieder arbeitet(e) er auch mit der renommierten Opernsängerin Elisabeth Kulman und nationalen Größen wie Willi Resetarits, Tini Kainrath und Maria Bill (Bill singt Jacques Brel; Bill singt Bill). 11


Patrick Hahn, Dirigent

Patrick Hahn wurde 1995 in Graz geboren und ist als Dirigent, Komponist und Pianist Preisträger zahlreicher Wettbewerbe im In- und Ausland, etwa in New York, Chicago, La Crosse (u. a. erhielt er dort den „Outstanding Soloist Award“ der University of Wisconsin als bester Jazzpianist des 37th Annual Jazz Festivals), in Siegburg, Salzburg und Wien. Er stand als Dirigent vor renommierten Orchestern (Münchner Philharmoniker, Luzerner Sinfonieorchester, Hamburger Symphoniker, NDR Radiophilharmonie, Israel Chamber Orchestra, Orquestra Simfónica de les Illes Balears) und in Opernhäusern auf der Bühne (Bayerische Staatsoper München, Staatsoper Hamburg, Ungarische Staatsoper Budapest, Tiroler Festspiele Erl). Die kommenden Saisonen beinhalten Debüts u. a. mit: Dresdner Philharmonie, Tonkünstler Niederösterreich, Gürzenich-Orchester Köln, Klangforum Wien, Württembergisches Kammerorchester Heilbronn, Opéra de Rouen Normandie (Tournee in Frankreich) und Orchestra Ensemble Kanazawa (Tournee in Japan). Als Pianist konzertierte er mit dem Mozarteumorchester Salzburg oder als Liedbegleiter im Wiener Musikverein, für die Spielzeit 2017/18 war er außerdem Solorepetitor an der Staatsoper Hamburg. Noch während des Klavier- und Dirigierstudiums an der Kunstuniversität Graz wurde er zu Meisterkursen bei Kurt Masur und Bernard Haitink sowie als Conducting Fellow zum Aspen Music Festival und zum Tanglewood Music Center eingeladen. Stetiger Kontakt zur Grazer Oper als Knabensolist veranlasste ihn, mit zwölf Jahren seine erste Komposition zu verfassen – die Oper „Die Frittatensuppe“, die 2008 unter seiner Leitung in Graz uraufgeführt wurde. 2013 erhielt er den 2. Preis aus 170 Einsendungen weltweit mit seiner Komposition „Ameraustrica“ beim 2013 Penfield Music Commission Project Contest (New York). Als Komponist und Arrangeur hat er Musik beim Musikverlag Tierolff Muziekcentrale (Roosendaal, Niederlande) sowie bei Helbling (Rum/Innsbruck) veröffentlicht. Seine musikalische Ausbildung begann als Knabensolist bei den Grazer Kapellknaben. Noch während seiner Zeit als Schüler studierte er Klavier bei Maria Zgubic sowie später Orchester­ dirigieren, Chorleitung und Korrepetition bei Martin Sieghart, Wolfgang Bozic und Johannes Prinz an der KUG in Graz. Der Matura am Gymnasium Gleisdorf 2013 sowie dem Bachelor of Arts 13


2015 folgte 2017 im Alter von 21 Jahren der Master of Arts, allesamt mit Auszeichnung (Orchesterdirigieren bei Marc Piollet, Korrepetition bei Wolfgang Wengenroth). Ebenso 2017 wurde ihm der Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft ver­ liehen. Sein Debüt als Dirigent an der Ungarischen Staatsoper Budapest gab er im September 2014 bei einem Galakonzert an der Seite von Ferruccio Furlanetto, Anja Kampe, Piotr Beczała and Andrea Rost. Sein Operndebüt an der Staatsoper München erfolgte mit der Neuproduktion von „Kannst du pfeifen, Johanna“ im Rahmen der Münchner Opernfestspiele 2017. Auf den Spuren Georg Kreislers beweist Patrick Hahn seine Liebe zu – und Sinn für – tiefsinnigen und auch schwarzen Humor laufend bei Konzerten sowie Konzert-Kabaretts, in denen er sich selbst am Klavier begleitend mit Chansons und Liedern alla Georg Kreisler und Victor Borge auftritt.

recreation • GROSSES ORCHESTER GRAZ recreation • GROSSES ORCHESTER GRAZ formierte sich im Jahre 2002 aus Musikern, die zuvor in den Reihen des Grazer Symphonischen Orchesters ihre künstlerischen Lorbeeren gesammelt hatten, für eine erste Konzertsaison. Außer in seinen Konzertzyklen in Graz ist das Orchester auch bei der styriarte zu hören gewesen, es gastierte im großen Wiener Musikvereinssaal, in der Alten Oper Frankfurt, beim steirischen herbst, beim Jazzsommer Graz u. a. m. Seit dem Sommer 2014 bildet recreation auch die Basis des neu ins Leben gerufenen styriarte Festspiel-Orchesters. Im Frühling 2013 war die damals frisch gegründete Originalklangformation des Orchesters, recreationBAROCK, unter Michael Hofstetter äußerst erfolgreich in Schloss Versailles und in Lyon zu Gast, 2016 im Rahmen der internationalen Gluck-Opern-Festspiele Nürnberg. Der mittlerweile siebente Abonnementzyklus dieses Barockorchesters im Grazer Minoritensaal wird immer erfolgreicher. Die meisten Mitglieder des Orchesters haben eines gemeinsam: Sie erhielten zumindest einen Teil ihrer Ausbildung an der Grazer Musikuniversität oder unterrichten selbst dort, am steirischen Landes-Konservatorium oder an anderen steirischen Musikschulen. Auch ihre Nationalitäten 14


machen das Kollektiv der Orchestermusiker zu etwas Besonderem: Sie stammen aus halb Europa (Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Polen, Albanien, Griechenland, Ungarn, Slowakei u. a.) und bilden damit ein Abbild dieses südosteuropäischen Zukunftsraumes im Kleinen. Die Grazer Musikuniversität lockt beständig junge Talente zur Ausbildung an. Diese nehmen oft und gerne die Gelegenheit wahr, im Orchester recreation als GastmusikerInnen ihr Können unter Beweis zu stellen. Mit diesen jungen KünstlerInnen erweitert sich das wechselnde Nationalitätenpanorama des Orchesters bis China, Japan, Spanien oder Russland, aber auch nach Frankreich, Kuba, Vene­zuela und Neuseeland. recreation kann auf die Zusammenarbeit mit hervorragenden Dirigenten verweisen – Andrés Orozco-Estrada (von 2005 bis 2009 Chefdirigent) oder Jordi Savall befinden sich darunter. Zuletzt formte der renommierte Münchner Maestro Michael Hofstetter das Orchester über fünf Jahre als Chefdirigent. Immer mehr wird hier aber nun Dirigentinnen ein Podium in Graz geboten, in dieser Saison in fünf von neun Projekten. Das Bankhaus Krentschker fungiert seit der Saison 2004/05 als Hauptsponsor des Orchesters, wofür es 2005 und 2013 mit einem Anerkennungspreis des MAECENAS Steiermark ausgezeichnet wurde. 2015 erhielt das Bankhaus auch den Maecenas Österreich für sein langjähriges Engagement für das Orchester.

Wolfgang Redik, Konzertmeister

Der Geiger und Dirigent Wolfgang Redik, 1968 in Graz geboren, studierte hier und an der Wiener Musikhochschule. Zu den wichtigsten Lehrern und Mentoren des mehrfachen Preisträgers internationaler Wettbewerbe zählen Isaac Stern, Norbert Brainin, Claudio Abbado und Adam Fischer. Als Solist trat Wolfgang Redik mit zahlreichen Orchestern auf und gab Konzerte in Tokio, Shanghai, Mailand, Toronto, Chicago und Genf, im Gewandhaus Leipzig, im Großen Musikvereinssaal Wien, in der Wigmore Hall London und in der Tonhalle Zürich. Nach 25 Jahren, in denen sich der Künstler der Kammermusik verschrieben hat, widmet er sich nunmehr wieder vermehrt dem Solorepertoire und der Orchesterleitung (Camerata Salzburg, Chefdirigent des Sándor Végh Kammerorchesters, künstlerischer Leiter des Orchesterzentrums in Dortmund). Kent Nagano hat ihn eingeladen, Konzerte des Orchestre Symphonique de Montreal zu leiten. Seit 2007 ist er Universitätsprofessor für 15


Inserat Auenbrugger fehlt noch! Die kleine feine Weinbar am Südtiroler Platz! Ein gutes Glas Wein und kleine feine Speisen, so kann der Tag enden. Küche bis mindestens 22:30 Uhr | Freitag und Samstag bis 23:00 Uhr. Öffnungszeiten:

Dienstag bis Donnerstag von 16:00 bis 23:00 Uhr Freitag und Samstag von 11:00 bis 24:00 Uhr Tel. 0676.787 28 14 Südtiroler Platz 5 | 8020 Graz


Kammermusik an der Universität Mozarteum Salzburg. Wolfgang Redik leitet jährlich Workshops und Meisterklassen für Ensembles und kleine Orchester an der Guildhall School of Music and Drama in London und am Beijing Conservatory of Music. Er spielt eine Violine von J. B. Guadagnini aus dem Jahr 1772 (aus dem Besitz der Österreichischen Nationalbank).

DIE BESETZUNG

Konzertmeister • Wolfgang Redik • Violinen 1 • Heidemarie Berliz • Marina Bkhiyan • Benjamín Gatuzz Suárez • Daniela Hölbling • Mirjana Krstic • Albana Laci • Michael Leitner • Boris Mihaljcic • Katharina Stangl • Harald Winkler • Volker Zach • Violinen 2 • Toshie Shibata • Silvia Babka • Levente Kiss-Pista • Angelika Messanegger • Simone Mustein • Sylvia Pillhofer • Nicolás Sánchez • Christiane Schwab • Gabriele Vollmer • Georgios Zacharoudis • Violen • Ingeburg Weingerl-Bergbaur • Attila Gacs • Annamaria Guth • Delphine Krenn-Viard • Christian Marshall • Simona Petrean • Lucas Schurig-Breuß • Ioan Stetencu • Violoncelli • Andrea Molnar • Inge Bacher • Boglarka Bako • Gunde Hintergräber • Judit Pap • Martina Trunk • Kontrabässe • Christian Berg • Venice Jayawardhena-Meditz • Lorena Martín Alarcón • Raphael Pätzold • Anton Schachenhofer • Flöte • Maria Beatrice Cantelli • Eva Eibinger • Petra Reiter • Oboen • Andrej Skorobogatko • Paul Maier • Klarinetten • Helmut Wiener • Gerhard Grassmugg • Fagotte • Tonia Solle • Adrienn Kerekes • Elvira Weidl • Hörner • Matthias Predota • Radu Petrean • Martin Putz • Karlheinz Tappler • Trompeten • Stefan Hausleber • Karlheinz Kunter • Thomas Tockner • Posaunen • Alexander Ladreiter • Christian Godetz • Wolfgang Tischhart • Tuba • Dominik Brandner • Pauken • Janos Figula

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AVISO

Montag, 15. Oktober 2018, 19.45 Uhr Dienstag, 16. Oktober 2018, 19.45 Uhr Minoritensaal

ELB-PHILHARMONIE

Schon lange vor dem Bau der „Elbphilharmonie“ wussten die Hamburger, was gute Musik ist – dank Telemann und dessen Patensohn Carl Philipp Emanuel Bach. Auch Händel begann seine Welt­ karriere im Hamburger Opernorchester. Die Naturhörner seiner „Wassermusik“, das irre Cembalo des Bachsohns, Telemanns unwiderstehliche Tänze: Eva Maria Pollerus und Christian Binde laden zum Konzert in eine barocke Elb-Philharmonie.

Telemann: Concerto a 7 in Es, aus „Tafelmusik“ J. S. Bach: Sinfonia in D aus der Kantate Nr. 42, BWV 42 C. P. E. Bach: Cembalokonzert in c, Wq 43/4 Händel: „Wassermusik“-Suite in F, HWV 348

Eva Maria Pollerus, Cembalo recreationBAROCK Leitung: Christian Binde, Naturhorn

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25. Oktober 2018, 19.30 Uhr, Laßnitzhaus Deutschlandsberg

1918EINEERHEBUNG Idee und Regie Hans Hoffer Am 19. Oktober 1918, 23 Tage vor dem Zusammenbruch der Monarchie und dem Ende des 1. Weltkrieges wird Deutschlandsberg von Kaiser Karl zur Stadtgemeinde erhoben. Es gibt kein Geld für eine Urkunde, auch kein Geld für eine Festsitzung oder gar ein Volksfest. Die massive Einquartierung von über 2.000 Soldaten beansprucht alle vorhandenen Ressourcen. Vier junge Komponisten von der Kunstuniversität Graz setzen sich mit dieser besonderen Situation der Stadterhebung künstlerisch auseinander. Erklärtes Ziel ist es das Geschichtsbewusstsein für die eigene Stadt mit dem Heute zu verbinden. Mit einem spektakulären MusiktheaterFestakt wird unter Einbindung der örtlich-kulturellen Verbände sowohl die fehlende Urkunde, als auch das Fest zur Stadterhebung nach einer „hundertjährigen Wartefrist“ nachgeholt. Das Gesamtereignis wird als Live-Stream in die „Welt“ gesandt und danach als digitale Urkunde auf immerwährende Zeiten zur Verfügung sein. Infos: www.kulturkreis.at T: 0664 / 415 56 52


AVISO

Montag, 12. November 2018, 19.45 Uhr Dienstag, 13. November 2018, 19.45 Uhr Stefaniensaal

TSCHECHISCHE MÄRCHEN

Märchen konnte keiner so schön erzählen wie der Tscheche Antonín Dvořák. Wenn sich sein „Goldenes Spinnrad“ dreht, laufen die Dirigentin Ruth Reinhardt und die Musiker von recreation zur Hochform auf. Aus Rumänien stößt ein junges Genie des Cellos hinzu, der charismatische Andrei Ioniță. Sein Dvořák-Konzert muss man gehört haben.

Dvořák: Die Mittagshexe, op. 108 Das Goldene Spinnrad, op. 109 Cellokonzert in h, op. 104

Andrei Ioniță, Violoncello recreation • Großes Orchester Graz Dirigentin: Ruth Reinhardt

Im Advent bieten wir zum Konzert „MESSIAH“ am Mittwoch, dem 19. Dezember 2018 aus Villach, Bad Aussee, Köflach u. a. Orten wieder ein Bus-Service an. Mehr Informationen dazu in Kürze auf www.recre.at und im styriarte Kartenbüro. 21


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Impressum: Medieneigentümer: Steirische Kulturveranstaltungen GmbH A-8010 Graz, Sackstraße 17 Telefon: 0316.825 000 (Fax -15) info@styriarte.com Redaktion: Claudia Tschida Grafik: Cactus Design Druck: Medienfabrik Graz – 3604-2018 24


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Programmheft  

Glückliche Fahrt 1. & 2. Oktober, Stefaniensaal recreation - GROSSES ORCHESTER GRAZ

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