stilwerk Magazin | ZEIT | Sommer 2015

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D K ES U IG LE LT N B UR EN

20 15 No 1/

Magazin

www. stilwerk .de Frühling Sommer

Nur die Ruhe: Menschen mit Visionen, Orte zum Träumen und zeitlos schönes Design Deutschland € 8,– / Österreich € 8,80 / Schweiz CHF 15,– / BeNeLux € 10,– / Italien,Spanien € 10,– / Frankreich € 10,–


HORIZONTALE TRIFFT VERTIKALE

P ‘7350 Lassen Sie sich faszinieren von einer Küche, die für das steht, was Poggenpohl und das Porsche Design Studio seit vielen Jahren ausmacht: die Konzentration auf die gesamtheitliche Linie.


Poggenpohl Mรถbelwerke GmbH Poggenpohlstr. 1 32051 Herford Fon +49 (0) 5221 / 381-0 Fax +49 (0) 5221 / 381-321 info@poggenpohl.com www.poggenpohl.com


t

l Inha

16 GLOBAL CITIZENS

6 GOOD NEWS

Zeit läuft: 14 schnelle Geschichten über Menschen, Kunst und Design. Von Kunst zum Anziehen bis Sex mit Style

Sie sind ihrer Zeit voraus: MICHAEL LUTZEYER verbindet in seiner Südafrika-Lodge Luxusurlaub mit ökologischem Denken. TILMAN KRIESEL kennt die Künstler von morgen. JULIA VON BOEHM gehört zu den besten Stylistinnen der Welt. STEFAN STRUMBEL hat es mit Kuckucksuhren nicht nur an die Wand von Lagerfeld geschafft. Der Däne JAN GEHL entwirft die Städte der Zukunft

42 MUST HAVES

Möbel, Mode, Accessoires – 34 Highlights der Saison. Für sie und ihn

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TALENTS

Die gerade gegründete Agentur DEAR AGENCY unterstützt Nachwuchs-Designer und -Architekten, um ihre Produkte bekannt und erfolgreich zu machen. Von ANIA BAUER und JACOB BRINK, die Alltagsgegenstände auf faszinierende Art neu erfinden, bis zu DANIEL KLAPSING und PHILIPP SCHÖPFER vom Berliner Designstudio 45KILO

62 PLACES TO SEE

Sie kennen das Vabali Spa in Berlin noch nicht? Oder das Nopa, zur Zeit Istanbuls hippstes Restaurant? Dann wird’s aber Zeit! stilwerk-Freunde erzählen von Orten, die man unbedingt einmal aufsuchen sollte

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LOCAL HEROES

STILWERK & FRIENDS

Vier stilwerk-Standorte, vier besondere Menschen: DÜSSELDORF Künstlerin Anys Reimann macht gehobenes Konsumgüterproduktdesign BERLIN Daniel Heer begeistert mit Rosshaarmatratzen HAMBURG Stephanie Döring bietet Wein ohne Dresscode WIEN Lilli Hollein ist die Vienna Design Queen

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PORTFOLIO ZEIT

STILWERK INSIDER

Welches Möbel oder Accessoires ist von zeitloser Schönheit? Bekannte Designern haben uns ihre persönlichen Favoriten verraten...

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BACKSTAGE

Beständigkeit und Qualität sind wichtiger als hohe Stückzahlen. Zu Besuch bei HORGENGLARUS, der ältesten Stuhl- und Tischmanufaktur der Schweiz

Wer, wo, was – News und Veranstaltungstipps aus den vier stilwerk-Dependancen

Die österreichische Bildhauerin Helga Vockenhuber, Hamburger Künstler in der Galerie Herold, exquisite Weine und zwei außergewöhnliche hanseatische Bankhäuser

98 GOODBYE

Stil zu gewinnen. Verlost werden fünf stilwerkGutscheine


e m o c l e W ebe i L in, r e s e L er b e li r e s e L l

ra o t i d E

Wenn wir sie nur festhalten könnten. Aber gefühlt rennt die Zeit immer, gerade in der heutigen Zeit. Der Gegentrend heißt Entschleunigung. Aber was heißt das, entschleunigen? Mir sagt das nichts. Humbug. Ich finde, wir sollten uns einfach fragen, womit wir unsere Zeit füllen. Für mich ist die Antwort klar: sich Zeit nehmen für etwas, das man gerne mal vergisst. Die Oma, Eltern oder Freunde besuchen, Zeit mit den Kindern verbringen. Spaß haben, Quatsch machen, auch das ist für mich gut investierte Zeit. Und für den Beruf gilt: etwas mit Leidenschaft tun, denn das tut man mit Muße und Geduld. Mit Zeit eben. Nutzen wir unsere Zeit sinnvoll. So wie bei horgenglarus, der ältesten Möbelmanufaktur der Schweiz. Dort durchläuft ein Stuhl rund 50 Produktionsschritte, denn er soll mehr als eine Generation lang halten. Oder nehmen wir die DeAr Agency, unsere Agentur, mit der wir junge Designer fördern, uns Zeit für den Nachwuchs nehmen, etwas zurückgeben. Nutzen auch Sie Ihre Zeit. Fangen Sie gleich damit an und lesen, was inspirierende Menschen mit ihrer Zeit anfangen.

Herzlichst, Ihr Alexander Garbe

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Good

Zeit läuft: 14 schnelle Geschichten über Menschen, Kunst und Design

Fo t o s:

PR; Vitra

World Wide Shopping

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Phyton Sneakers aus Bali, Kalbsleder-Shopper aus der Schweiz, eine Holzhängematte aus Australien – die beiden Belgier Anne-Sophie und Yann Farace di Villaforesta bieten auf ihrer Webseite „The Hobo Society“ an, was sie an Design-Raritäten auf ihren Reisen durch die Welt entdeckt haben. Möbel, Mode und Kunst von 125 Kreativen haben sie nach einem Jahr im Angebot. Alles handmade, originell und hochwertig. Shopping auf der Höhe der Zeit. ➻ www.hobosociety.com

News schönes comeback Das Birkenholz ist raffiniert geformt, um das Ziffernblatt herum bildet es eine Blütenform nach. Fast wie eine Skulptur wirkt die „Sunflower Clock“, die der amerikanische Designer George Nelson 1958 entworfen hat. Schön, dass von Vitra jetzt eine Reedition der bei Sammlern begehrten Entwürfe in originalgetreuer Form wieder aufgelegt wird. Nelsons grandiose Uhren sind auch heute noch eine erfrischende Alternative zu gewöhnlichen Zeitmessern.

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Kunst zum anziehen

News

Nicht unbedingt tragbar, aber ein Hingucker: Aus alten T-Shirts, Jeans und Ledersofas kreieren Karen Jessen und Anna Bach neue Mode. So entsteht, was sie Street Couture nennen und mit Preisen überhäuft wird. Statt ums Geschäft geht es den beiden ums Handwerk. Bis zu 200 Arbeitsstunden stecken in einem Teil. ➻ www.benu-berlin.de

Lego für Erwachsene Den Super-Wolkenkratzer Burj Khalifa in Dubai, die Oper in Sydney, das Guggenheim-Museum in Bilbao – all diese berühmten Bauwerke gibt es als Lego-Bausatz. Mit der „Architecture“-Reihe des Steine-Giganten kann man tief eintauchen in die faszinierende Welt der Architektur. Zur (umfassenden) Bauanleitung gibt’s viel Wissenswertes über die Gebäude. ➻ architecture.lego. com/de-de

Alltag auf Stand-by Genau die richtige Antwort auf die Hektik des Alltags: die loftartigen Lodges, die Architekt Ike Ikrath im österreichischen Bad Gastein in den Hang gebaut hat. Duftendes Holz, große Glasfronten, viel Design (Megumi Ito, Eames, Josef Frank). Dazu Kamin und Sauna. Besser kann man kaum auf Stand-by stellen. Haus pro Tag ab 480 Euro für bis zu 4 Personen. ➻ www.alpenlofts.com

Fo t o s:

Lego; www.alpenlofts.com über urlaubsarchitektur.de; Benu Berlin: Louis Nexus (Fotograf), Nadja Neave (Model), Verena Schroff (Visagistin)

Good

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WARUM NUR BEI SCHUHEN KREISCHEN.

stilwerk- shop.de


Good

News 1

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Wir haben was zu feiern! Die „Stuhl-Ikone 3107“ von Fritz Hansen wird dieses Jahr 60. Als Geschenk gibt’s eine Sonderedition, u.a. in rosa, die Stuhlbeine sind mit 24 Karat Gold beschichtet (1). Zum 50. Geburtstag der LC Collection (2) spendiert Cassina dem Möbelklassiker neue Rahmenfarben und bringt den „LC9“-Hocker wieder auf den Markt. Möbelhersteller E15 begeht sein 20-jähriges Firmenjubiläum mit einer vom amerikanischen Künstler Geoff McFetridge gestalteten Sonderedition des berühmten BigfootTisches (3). Und noch ein runder Geburtstag: Das legendäre Regalsystem „USM Haller“(4) wird 50. Dazu gibt’s einen Nachwuchswettbewerb, Ausstellungen und ein Buch zum Thema „Rethink the modular“.

Happy Birthday E 15: Ingmar Kurth; Fritz Hansen; Cassina; Delory, Villa Savoye

Fo t o s:

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Mehr Mut für Visionen Keine Sorge: Le Corbusiers berühmte Villa Savoy bei Paris hat der belgische Künstler Xavier Delory so verwüstet – aber nur am Rechner. So will er die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass viele Architektur-Ikonen aus dem frühen 20. Jahrhundert auch Visionen für eine bessere Zukunft waren. Und an solchen Utopien mangelt es heute, so Delory. Er will weitere Bauwerke bearbeiten. ➻ www.xavierdelory.be stilwerk magazin


Wir haben etwas gegen »l’art pour l’art«.

Ihre Werte verdienen echte Hingabe. Mit vielen unserer Kunden teilen wir die Leidenschaft für Kunst. Geht es jedoch um Ihr Vermögen, heißt unser Motto »form follows function«: Ihre Werte zu erhalten steht im Vordergrund. Machen Sie sich ein Bild von unserem Angebot: Merck Finck & Co, Privatbankiers, Neuer Wall 77, 20354 Hamburg Eberhard Hofmann, Tel. 040 35612-130 Carsten Gennrich, Tel. 040 35612-140


Good

News Out of Africa „Alito, the Guy with Style“, so heißt diese Fotografie von Mário Macilau aus Mosambik. Er ist einer von 120 zeitgenössischen afrikanischen Künstlern und Designern, deren Arbeiten das Vitra Design Museum bis Mitte September zeigt. Die Ausstellung „Making Africa“ macht deutlich, was Design im 21. Jahrhundert alles sein und bewirken kann. ➻ www.designmuseum.de

Fo t o s:

C a t h e r in e Pe a r s o n ; V i t r a / G a b r i e l a G i a n o li P R

Es ist angerichtet

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„Zu Tisch“ ist mehr als ein Kochbuch. Es ist eine Art Slowfood-Manifest, das von der leidenschaftlichen Köchin und Food-Bloggerin Anna Pearson verfasst wurde. Zusammen mit ihrer Schwester Catherine, die die tollen Fotos zum Buch beitrug, betrieb Anna in ihrer Züricher WG vier Jahre lang den Supperclub „A Tavola!“. Rezepte und Geschichten versammelt sie in diesem via Crowdfunding produzierten Buch. www.annasfinest.ch ➻

Design trifft Rokoko Ein Stoffentwurf aus dem 18. Jahrhundert lieferte die Vorlage für den feinen Seidenstoff, mit dem der Sessel „Smock“ von Moroso hier bezogen ist. Neuinterpretiert wurde das Muster von der venezianischen Textilmanufaktur Rubelli; eine Stunde dauert es, einen Meter dieses Brokats zu weben. Patrizia Moroso lässt mit ihm moderne Sessel polstern. „Damit gleichen sie jungen Mädchen, die sich für ein Fest schön eingekleidet haben.“ stilwerk magazin


Tradition trifft Moderne „Man muss sich mit Tradition auseinandersetzen, auch um zu erkennen, dass man nicht immer alles neu erfinden muss“, sagen Amir Kolahdouzian und Hamideh Jafari. Die beiden Wiener Designer entwerfen Teppiche am Rechner, um sie dann in ihrer persischen Heimat handknüpfen zu lassen – so verbinden sich jahrhundertealte Muster und digitales Design zu einem neuen Kunstwerk. Bis zu 7 Monate vergehen, bis ein Unikat fertig ist. ➻ www.nov24.at

„Ein Gesicht kehrt unser Inneres nach außen. „In meiner Skulptur Kontemplation 1 sind afrikanische, buddhistische und europäische Elemente zur Einheit geformt. Die Expansion der Volumen lässt sie mächtig erscheinen, und die Modellierung legt jedes noch so kleine Detail offen. Darin kommt mein Anspruch auf formale Perfektion und Strenge zum Ausdruck.“

„BRONZE TO GO.“

HELGA VOCKENHUBER | SKULPTUREN www.helga-art.at 1 _ 2015 KONTEMPLATION 1 . Bronze . Sansibar, Sylt . 2014 . Editions-Nr. 3/7

KONTEMPLATION 1 Kleine Skulptur Bronze 26 x 11 x 9 cm Editions-Nr. 2/5

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Good

News

sex mit style Seit er Mitte der 90er Jahre mit dem Plastikpapierkorb „Garbo Can“ den Durchbruch schaffte, zwängt der US-Designer Karim Rashid allen Dingen runde Formen und knallige Farben auf: Bars, Schuhen, Salzstreuern. Einfach allem. So ahnen Kenner auch gleich, wer den Sexshop „Fun Factory Store“ in München entworfen hat ... ➻ www.funfactory.com

Neue Räume für die Kunst

Fo t o s:

PR

Drehmoment

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Beim Kochen ist es wie beim Handwerken: Es geht nichts über gutes Werkzeug. Definitiv in diese Kategorie fällt die Gewürzmühle „Craft“ von Normann Copenhagen mit Keramik-Mahlwerk, die es jetzt auch aus dunklem Eichenholz gibt. Funktional, schlicht und schön. Klein 74 Euro, groß 115 Euro. ➻ www.normann-copenhagen.com

Abseits der etablierten Galerien und Museen entstehen in Deutschland ständig neue Kunsträume – in Hinterhäusern, leerstehenden Gebäuden, Wohnungen. Manche gibt es nur kurz, andere ziehen von Stadt zu Stadt, wieder andere bleiben für Jahre. Die Kommunikationsdesignerin Marina Gärtner hat sie in ihrem Städteguide „Spaces“ (Deutscher Kunstverlag, 9,90 Euro) aufgelistet. ➻ www.spaces-guide.de

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Marlona de Braux in der Scorpion Galerie Fotografien aus der Serie „Regen-Fenster“, 2014 © Marlona de Braux, Hamburg

www.scorpion-galerie.de


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Te x t:

Andreas Mรถller

Fo t o s:

PR

Global Citizens


s e d p a K s n m e l A l i W n e t u g

r e y e z t u L el

a h c Mi

nken e D m gische er o l o k ö mit h üb b c u ä a r l r p s u uxus in Ge L E arum t . w t e n d d e n n i u m b r e Er ve ngag e Haie E ß i e m e w l , zia atur N e ismus d und so r n u e o b T u era euen n n e n atemb i für e t s i t i e es Z

Der Südafrikaner Michael Lutzeyer lebte von 1972 bis 1984 in Deutschland, ehe er sich einen Traum in der Heimat schuf. „Es grenzt an ein Wunder, wenn wir in den Garten blicken und daran zurückdenken, was für eine schäbige Baustelle das noch vor Jahren war.“ Lutzeyers Markenzeichen: quirlig und stets gut gelaunt

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s gibt kein Foto, auf dem Sie nicht lachen. Sind Sie immer gut gelaunt? Ich glaube schon. Man darf ja nicht vergessen, ich bin hier in einem Naturreservat tätig. Ich habe kein normales Büro, stehe nicht im Stau, muss nicht zur Arbeit fahren und habe diese unglaubliche Sicht übers Meer runter bis zum Kap der Guten Hoffnung, im Hintergrund die Berge. Ich habe mir einen Lebenstraum erfüllt. Also geht es mir auch sehr gut. Es heißt, dass Sie dieses Stückchen Paradies zufällig entdeckt haben? Ich war mit meinen Eltern und den Kindern auf dem Weg zum Campen. Und wir fuhren an diesem Schild vorbei: Farm zu verkaufen. Der Ausblick und die Landschaft waren phantastisch. Aber dass wir so ein Juwel erworben haben, was das Botanische angeht, konnte ich nicht erahnen. Heute sind wir das am meisten dokumentierte Privatreservat der Welt. Was ist so besonders an Grootbos? Die Kap-Region hat dreimal soviele Pflanzenarten wie am Amazonas. Über 10.500 verschiedene Arten. Es gab keine Eiszeit, aber viele Feuer, durch die die Spezies aufgeteilt wurden und sich wieder neu bildeten. Klingt wirklich paradiesisch. Ist es auch. Es blüht fast das ganze Jahr über irgendwas. Und das zieht natürlich mit sich: die Schmetterlinge, die Vögel, es ist einfach unglaublich schön. Und das kombiniert mit dem Meer, wo man die Marine Five sehen kann... Die Marine Five? Dazu zählen die südlichen Glattwale, die von Juni bis Dezember zu uns kommen, die viertgrößten Wale der Welt, 12-mal so groß wie ein Elefant. Dann die großen weißen Haie. Dazu Pinguine, Delfine und tausende Seehunde. Weiße Haie gibt es auf der ganzen Welt nicht so viele wie hier. Wir dokumentieren jeden Hai, den wir sehen. Schließlich gilt der weiße Hai als gefährdet.

Wie hat man sich das vorzustellen? Wir sind in einer Partnerschaft mit Marine Dynamics, einer Stiftung. Wir notieren, wann wir den Hai gesehen haben, seine Größe. Die Identifizierung erfolgt über die Flosse. Wir sehen die Haie zwei, drei Wochen und dann sind sie wieder weg. Ich erinnere mich an einen Hai, den wir Nina getauft haben. Der ist bis nach Australien geschwommen und war im nächsten Jahr wieder zurück. Wir konnten das anhand eines Transmitters feststellen. Schwebte Ihnen ein Öko-Luxus-Resort vor, als Sie Grootbos damals kauften? Absolut nicht. Es war ein reines Familienrefugium. Wir sind aus Kapstadt rausgefahren und haben mit den Eltern hier die Wochenenden verbracht. Ich überredete dann meinen Bruder Tertius, mit mir eine kleine Lodge aufzumachen. 1994 begannen wir mit dem Umbau, ein Jahr später war Eröffnung. Irgendwann gründeten Sie eine Stiftung. Sie sagten, es sei an der Zeit etwas zurückzugeben. Es war schon in meinem Elternhaus Tradition, sich für die Schwächeren einzusetzen. Zur Zeit der Apartheid demonstrierte meine Mutter als Vertreterin der Black Sash vor dem Regierungsgebäude. Immer wieder versteckten wir Schwarze, die ohne Papiere waren, um sie vor dem Zugriff durch die Staatspolizei zu schützen. Wir sind als Kinder groß geworden mit dem Bewusstsein, dass es uns besser geht als anderen, dass wir privilegiert sind, was Bildung und Geld betrifft, und dass wir etwas zurückgeben müssen. Auch deshalb eröffneten wir 2003 eine Gärtnerschule. Hier werden arbeitslose Schwarze ausgebildet. Gleichzeitig lernen sie sogenannte Lifeskills: Umgang mit dem Computer, Führerschein, Bankkonto eröffnen usw. Gärtnern ist vielleicht naheliegend. Aber wie

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Knapp zwei Autostunden von Kapstadt entfernt liegt die Grootbos Lodge, eingebettet in einen Wald aus bis zu tausend Jahre alten Milkwood-Bäumen. Jede der freistehenden Suiten bietet eine Kamin-Lounge und private Sonnenterrasse mit spektakulärer Aussicht. Wer völlige Privatsphäre und Platz für 12 Personen wünscht, kann eine Villa buchen – mit Koch und Butler

„Wer privilegiert ist, was Bildung und Geld betrifft, der muss etwas zurückgeben.“ // Michael Lutzeyer, Lodge-Gründer

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kamen Sie darauf, dann noch eine Foundation für Fußball und Hockey ins Leben zu rufen? Na, viele hier spielen Fußball. Aber nicht zusammen. Unser Ziel ist es, Schwarze, Farbige und Weiße gemeinsam antreten zu lassen. Wir versuchen, die Jugendlichen von der Straße zu bekommen. Vor allem die jungen Leute haben häufig eine schlechte Ausbildung. Deren Arbeitslosigkeit liegt bei rund 50 Prozent. Wir haben die Stiftung 2010 zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika gegründet und eine riesige Kunstrasenanlage zwischen zwei Townships angelegt. Über 600 Kinder haben an diesem Projekt bereits teilgenommen. Partner ist die englische Premier League. Später kam dann noch Hockey dazu. Und soll ich Ihnen was verraten? Na? In zwei Stunden ist der Startschuss für das Grootbos Athletic Center, den ersten offiziellen Leichtathletik-Klub! Die Fußball- und Hockey-Camps haben mittlerweile Ableger in der Umgebung. Alle Projekte wachsen.

Eingebettet zwischen Bergen und Meer liegt das 5-Sterne-Naturparadies. Neben der unglaublichen Flora kann man die Marine Big 5 bewundern: Haie, Delfine, Robben, Pinguine und Wale. Höhepunkt: Die Zeit von Juni bis Dezember, wenn sich die südlichen Glattwale in der Walker Bay treffen, um sich zu paaren und ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen

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Was treibt Sie an? Hauptsächlich geht es mir darum, dass man hier ein friedliches Leben führen kann. Miteinander. Und wir haben natürlich eine große Armut hier, deshalb müssen wir versuchen, Jobs zu kreieren. Durch den hochwertigen Tourismus, den wir hier betreiben, können wir etwas zurückgeben an das Land und die Menschen hier. Ich finde, das ist ein Muss. Ohne die Einnahmen aus unserer Lodge wären die Sozial- und Umweltprojekte nicht denkbar. Dabei ist uns wichtig, dass wir mehr sind als ein Luxushotel mit schönen Zimmern und exzellentem Essen. Nämlich? Wir bieten viel mehr als nur einen 5-Sterne-Service: Wir zeigen und erklären den Gästen die Pflanzenwelt, die Tiere, alles verbunden mit dem Gedanken der Nachhaltigkeit, wir zeigen ihnen unsere Projekte, die Gärtnerei, die Sportcamps. Für viele unserer Gäste verändert das den Blick auf die Welt. Wir stehen für einen neuen Tourismus: Wir zeigen, wie ein modernes Hotel heute mit der Natur in Einklang sein kann, mit den Menschen der Region und mit den anderen Kulturen. So nehmen wir unsere Gäste mit auf eine Reise. Und viele werden Teil des Projektes. Was heißt das konkret? Ein Beispiel: In unserer Gärtnerei werden Bäume gepflanzt, aber auch jeder Gast kann einen Baum pflanzen. Für 30 Euro. Mit Namen, Zertifikat und Koordinaten – und in zehn Jahren kann der Gast ihn wahrscheinlich googeln. Er hinterlässt auf jeden Fall etwas. Und wir tun etwas für die Umwelt, helfen den Schülern und das Geld geht in die Stiftung. Viele spenden auch einfach so. Haben Sie neue Projekte im Blick? Wir haben Bienen und unseren eigenen Honig. Und demnächst kommt unsere erste Kosmetikserie. Aus unseren Pflanzen und unserem Honig. Woher nehmen Sie Ihre Energie? Wenn unsere Gäste begeistert sind und das sind sie Gott sei Dank so gut wie immer, beflügelt mich das sehr. Ich nenne es „instant Feedback“. Manchmal setzen mir auch die Gäste Ideen ins Ohr. Ohne einen Gast aus Hamburg zum Beispiel würde es das Hockey-Camp nicht geben. Und erst gestern rief ein Gast aus dem schwäbischen Raum an und fragte: So, was kann ich tun? Wie kann ich die Projekte unterstützen? Das alles macht wahnsinnig viel Freude. Verraten Sie uns trotzdem, wo Sie am liebsten entspannen? Ich fahre in den Busch! Ich war jetzt gerade erst zehn Tage im Krüger Nationalpark. Dort habe ich mich selbst versorgt, alles sehr einfach, eine kleine Hütte, meine Frau war dabei und zwei Freunde. Das mache ich mindestens dreimal im Jahr, da ich ja Tiere wie Löwen und Elefanten hier unten am Kap nicht habe. Ich komme von der Natur einfach nicht weg.

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Gute Idee, viele Preise Gerade erst wurde das Grootbos Private Nature Reserve vom internationalen Magazin National Geographic ausgezeichnet: als eine der 24 besten Lodges der Welt. Über die Jahre hinweg hat die Lodge zahlreiche Awards für seine luxuriösen Unterkünfte, aber auch seine Naturschutzmaßnahmen und sozialen Projekte erhalten. Seit 2003 werden in der Grootbos Stiftung unter anderem Gärtner ausgebildet, 2010 wurde ein Fußball-Camp für Kinder und Jugendliche der Region gegründet, später kam Hockey dazu. Jeder Gast trägt auf direkte Weise dazu bei, das einzigartige Ökosystem der Walker Bay zu schützen und die dort lebenden Menschen zu unterstützen. www.grootbos.com

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Te x t: Linda Kupfer Fo t o s: Peter Hรถnnemann, ph-projects, P. Gauditz, producersartfair.com, Wentrup Gallery, Albrecht Kunkel

Global Citizens


t m m o k s a ? W d n a W e i d n l a e s ie

r K n a Tilm

Für eine Ausstellung in Berlin kuratierte Kriesel die Wohnzimmerwand des Berliner Filmers und Künstlers Ludwig Schönherr: Eine Collage, lauter Uhren, dazwischen Fotos, ein paar Notizen – Zeit als Objekt und Konzept

Ein Großvater mit eigenem Museum ist natürlich eine Steilvorlage fürs spätere Leben: Der Hamburger Tilman Kriesel berät beim Aufbau zeitgenössischer Kunstsammlungen 1 _ 2015

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Global Citizens _ Tilman Kriesel

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Oben: Wie im Museum sah es aus bei Margrit und Bernhard Sprengel, dem Schokoladenfabrikanten aus Hannover. „Wenn ein neues Bild ins Haus kam, wurde es zunächst wie ein Gesprächspartner aufs grüne Sofa gesetzt“, erzählt Kriesel, „danach musste es sich an der Wand mit den anderen Bildern behaupten.“ Nolde, Beckmann, Klee, auch Picassos „Femme au bouquet“ hingen dort. 1969 schenkte Sprengel seine gigantische Sammlung der Stadt.

➻ www.sprengelmuseum.de

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unst liegt immer im Auge des Betrachters“, sagt Tilman Kriesel mit ruhiger Stimme und klingt dabei gar nicht mal so abgedroschen, wie es der inflationär genutzte Satz vermuten lässt. „Man kann sich in jedes Bild verlieben, jeder hat seine persönlichen Vorlieben. Darum bin ich auch oft zurückhaltend mit meiner ersten Einschätzung, ob ein Kunstwerk gut oder schlecht ist.“ Dabei könnte man meinen, genau das sei sein Job. Denn Tilman Kriesel ist unabhängiger Kunstberater, der seine Kunden beim Kauf von Kunstwerken unterstützt. Doch der 42-Jährige sieht seine Aufgabe nicht darin, anderen seinen Geschmack aufzudrücken. Im Gegenteil: Er will Menschen an die Kunst heranführen und ihren Sinn für Qualität schärfen – denn darauf komme es letztlich an. Das gilt auch für jene Kunden, die schon bei der Entscheidung für ein Kunstwerk auf eine möglichst hohe Rendite schielen. „Fragen zum Thema Kunst als Investitionsgut kommen immer häufiger“, sagt Tilman Kriesel. Nicht ohne Grund, denn eine Sammlung, die mit Verstand und Leidenschaft aufgebaut werde, könne ihren Wert vervielfachen. Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl sollte Qualität sein, denn die setzt sich am Ende durch. Das habe bereits sein Großvater, der Schokoladenhersteller und Kunstsammler Bernhard Sprengel, bewiesen: „Mich fasziniert, dass er sich kaum an Namen orientiert, aber trotzdem mit einem sicheren Griff Künstler ausgewählt hat, die heute noch relevant sind.“ Ihm hat Tilman Kriesel einen großen Teil seiner Leidenschaft für Kunst zu verdanken. Schon als Kind sei er im Sprengel Museum in Hannover herumgetobt, habe Freunde eingeladen, um ihnen Exponate zu erklären und sogar einen eigenen Förderkreis gegründet, der sich speziell an das junge Publikum richtet. Er engagierte sich später auch außerhalb des Sprengel Museums, saß in Vorständen und Jurys, webte sich ein immer engmaschigeres Netzwerk innerhalb der Kunstbranche – und entschied sich beruflich trotzdem erst mal für ein Architektur-Studium. Erst im vergangenen Jahr machte er sich als Kunstberater selbstständig, gründete die „Tilman Kriesel Art Advisors GmbH“ und erhält seitdem täglich Anfragen von Personen, die auf sein geschultes Auge und seine Marktkenntnis vertrauen. Zu seinen Kunden zählen Unternehmen und Privatleute, Wohlhabende ebenso wie Normalverdiener. Namen verrät er nicht, Diskretion sei neben Vertrauen die wichtigste Voraussetzung im Kunstbetrieb. Und der Preis für seine Kunstberatung? Sei vergleichbar mit dem Honorar eines „guten Juristen“. Könnte nicht auch jeder einfach selbst entscheiden, was ihm gefällt? Natürlich. „Aber viele sind unsicher, haben keine Zeit oder Zugänge, sich intensiv damit zu beschäftigen und freuen sich, wenn man ihnen unabhängige Vorschläge macht und gemeinsam etwas erarbeitet“, weiß

Tilman Kriesel. Das bedeutet, den Kunden und seine Erwartungen kennenzulernen, um eine maßgeschneiderte Lösung zu finden. Dazu gehören Gespräche, ein Hausbesuch, oder auch gemeinsame Messe- und Ausstellungsbesichtigungen. Denn obwohl viele Kunstwerke mittlerweile auch online gezeigt werden, ist Tilman Kriesel der festen Überzeugung, dass Kunst nicht nur angesehen, sondern auch erlebt werden könne. Umso schwieriger scheint es darum, für andere Menschen als sich selbst ein passendes Stück zu finden. Tilman Kriesel vertraut dabei auf seine jahrelange Erfahrung, ist aber auch selbst immer wieder auf der ganzen Welt unterwegs, um Messen in Miami, Hong Kong oder Maastricht zu besuchen. Dort pflegt er Kontakte zu Galeristen und Künstlern, schult aber auch seinen Blick für Qualität. Denn er weiß: „Man kann Kunst sehen lernen, wie man ein Instrument spielen lernt.“ Das gilt auch für seine Kunden. „Durch ständiges Vergleichen und Wiederholungen kann man sich ein Qualitätsbewusstsein erarbeiten“ – und so letztlich selbst entscheiden, was gefällt und was nicht. Dieses Qualitätsbewusstsein will er seinen Kunden vermitteln. Darum sagt er ihnen auch, wenn ihm deren Vorschläge nicht gefallen. „Man muss ehrlich bleiben, sonst spürt der Kunde das“, erklärt er. „Wenn man alles mag und alles gut findet, ist man austauschbar.“ Er habe eine bestimmte Haltung, die von der Sammlung seiner Familie geprägt ist und sich auch in seiner Arbeit als Kunstberater widerspiegelt. „Ich persönlich finde klare Positionen am schönsten und lasse mich gern davon überraschen, wenn mit wenig Aufwand sehr viel transportiert wird.“ Bildern, die schon ganze Geschichten erzählen, ohne seine Fantasie anzuregen, stehe er hingegen etwas voreingenommener gegenüber. Dementsprechend sieht auch Tilman Kriesels eigene Sammlung aus. Momentan begeistert ihn der „Sitzende Stuhl“ von Timm Ulrichs oder eine von Ulla von Brandenburgs „Bänder“-Arbeiten. Bei Bildern setzt er auf klare Motive und eine reduzierte Gestaltung. In seinem Zuhause an der Hamburger Außenalster, wo er zusammen mit seiner Freundin wohnt, hängen darum nur wenige Bilder, damit sie Platz zum Wirken haben. Doch immer, wenn etwas Neues dazukommt, gerät das Gefüge durcheinander – „wenn man eins umhängt, ist es wie ein Puzzlespiel, das man dann völlig neu zusammensetzen muss.“ Besonders oft scheint er seine Sammlung jedoch nicht zu erleben. Denn wenn er sich nicht mit Kunden trifft, Messen oder Ausstellungen besucht, ist er auch in seiner Freizeit am liebsten unterwegs – auf dem Kilimanjaro, beim Segeln oder in den Schweizer Bergen. Selbst ein leidenschaftlicher Kunstberater braucht hin und wieder etwas Abstand von dem „Kunstzirkus“.

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Bei der Producers Artfair, einer Produzentenkunstmesse in Hamburg, wirkt Tilman Kriesel als Vorsitzender der Jury. Hier sichtet er gemeinsam mit Mitgliedern des Teams eingereichte Arbeiten. Rechts: Zu Kriesels Kunstlieblingen gehören „Der erste sitzende Stuhl“ von Timm Ulrich und Fotokunst von Albrecht Kunkel

➻ www.artadvisors.de

„Man kann Kunst sehen lernen, wie man ein Instrument erlernt. Durch ständiges Vergleichen kann man sich ein Qualitätsbewusstsein erarbeiten.“ // TIlman Kriesel, kunstberater 1 _ 2015

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Abb. zeigt Sonderausstattung. Kraftstoffverbrauch XC90 D5 AWD ECO (in l/100km) 6,2 (innerorts), 5,4 (außerorts), 5,7 (kombiniert), CO2-Emissionen (kombiniert): 149 g/km (gemäß vorgeschriebenem Messverfahren). *Barpreis für den Volvo XC90 D5 AWD Eco 165 kW (225 PS) inkl. MwSt. und Bereitstellungskosten.


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e i d r e d , u a r F n e i e u D a r t r e v s r Sta m h e Bo New n i z t i ohns W nen t n i i t m s i l e y h utsc en St e t s D e e b i h die r c D e u d a e m n rze t ei York is – und seit ku -Beraterin et lt der We he Red Carp lic persön le Kidman co von Ni

Feminin und ein bisschen erotisch – diesen Stil hat Julia von Boehm von der großen Carine Roitfeld übernommen. Bei der ehemaligen Chefredakteurin der französischen Vogue hat die Deutsche ihr Handwerk gelernt

Te x t:

Antje Wewer

Fo t o s:

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Global Citizens

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Global Citizens _ Julia von Boehm

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anhattan ist durch einen Schneeblizzard lahmgelegt, die meisten Geschäfte sind geschlossen, die Büros nicht besetzt. Julia von Boehm arbeitet ausnahmsweise nicht in ihrem Studio in Chelsea, sondern von zu Hause aus. Im Nebenzimmer spielen ihre zwei kleinen Töchter Josephine und Elisabeth mit ihrer deutschen Nanny. Die Stylistin wartet auf eine Bestätigung von Swarovski, damit sie loslegen und bei der Fashion Library Albright Abendroben für ein Shooting ausleihen kann. „Zum Glück schließen sie für mich auch außerhalb der Öffnungszeiten auf“, erzählt von Boehm. Übermorgen muss sie nach Madrid, um die Schauspielerin Penélope Cruz für eine Beauty-Anzeige einzukleiden, die von Peter Lindbergh fotografiert wird. „Mit Peter habe ich schon oft gearbeitet, wir mögen uns sehr, aber ich bleibe nur zwei Nächte, dann geht’s zurück nach New York.“ Von Boehm klingt nicht, als würde ihr das was ausmachen, im Gegenteil, sie liebt das Tempo der Modebranche. Sie liebt auch: Leder, Chanel-Handtaschen, Pelz („ist nicht political correct, hält aber warm“), schwarzen Eyeliner, Cashmere-Pullover von Jil Sander, die Labels Louis Vuitton, Celine und Balanciaga, aber auch High Wasted Jeans von American Apparel. Seit fast acht Jahren arbeitet Julia von Boehm von New York aus als Stylistin für Modemagazine wie Harper’s Bazaar, deutsche Vogue, Porter Magazin,Werbekunden wie Jimmy Choo, berät Designer wie Wes Gordon – sie zählt zu den besten ihrer Branche. Wer einen sinnlich-selbstbewussten Look für seine Kampagne will, bucht von Boehm. Kate Moss, Kate Winslet, Julianne Moore oder das neue deutsche Model Anna Ewers – sie alle hat von Boehm schon für Hochglanzmagazine oder Werbekampagnen angezogen. Begonnen hat die 35-Jährige ihre Karriere in Paris als Assistentin von Super-Stylistin Carine Roitfeld, damals noch nicht Chefredakteurin der französischen Vogue. „Ich bin in Heidelberg ziemlich frankophil aufgewachsen, hatte Französisch als erste Fremdsprache in der Schule, verbringe bis heute den Sommer in unserem Haus in Südfrankreich. Für mich stand früh fest, dass ich nach dem Abi nach Paris gehe, um Modedesign zu studieren.“ Die Tochter des Filmemachers Gero von Boehm liebt Herausforderungen. Durch einen Zufall lernt sie mit Anfang Zwanzig den Assistenten von Starfotograf Mario Testino kennen, der ihr erzählt, dass Carine Roitfeld eine neue Assistentin sucht. „Carine und ich mochten uns auf Anhieb, ich bin nie wieder zurück auf die Schule“, erzählt von Boehm. Sechs Monate später wurde Roitfeld Vogue-Chefre-

dakteurin und von Boehm Fashion Editor. „Das waren harte Lehrjahre, die ich aber nicht missen möchte, weil ich so das Geschäft sehr gut kennengelernt habe.“ Was sie von Roitfeld gelernt hat? „Das Spielerische und den Mut, Ideen und Looks in letzter Minute umzuwerfen. Aber auch Praktisches, wie ein super ausgestattetes Styling-Kit. Ich komme immer mit Tonnen von Lingerie, Strumpfhosen und falschen Brüsten ans Set. Man weiß nie, in welche Richtung sich ein Shooting entwickelt“, erzählt von Boehm und auch, dass der feminin-erotische Stil von Roitfeld ihre eigene Handschrift mitgeprägt hat. Irgendwann war für von Boehm Zeit, sich einen eigenen Namen als Stylistin zu machen. Sie will als „Vogue“-Korrespondentin nach New York, Roitfeld lässt sie ziehen. „Carine hält

Der Kosmos der Julia von Boehm: Werbekampagnen mit Julianne Moore und Kate Moss, Cover-Shootings mit Christy Turlington und Drew Barrymore, International Fashion Director der deutschen „Interview“

➻ www.juliavonboehm. tumblr.com

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Zwei, die sich gefunden haben: Julia von Boehm mit Carine Roitfeld, legendäre Ex-Chefredakteurin der französischen Vogue. Roitfeld ist Patentante von von Boehms jüngster Tochter Elisabeth

„Ich gehe immer gedressed und mit Heels aus dem Haus. Jogginghosen und Turnschuhe überlasse ich anderen.“ // Julia von boehm, stylistin 1 _ 2015

niemanden klein, sie ist eine Frauenfreundin mit Muttergefühlen. Auch das habe ich von ihr übernommen.“ Als Roitfeld kurz darauf nicht mehr Chefredakteurin ist, kündigt auch von Boehm sofort ihren Vertrag. „Loyalität muss sein!“ Heute ist Roitfeld die Patentante ihrer jüngsten Tochter Elisabeth, von Boehm war zwischenzeitlich International Fashion Director beim deutschen „Interview“ Magazin und beschäftigt selber zwei Assistentinnen. Eine davon ist voll damit beschäftigt, die Styling-Pakete für Nicole Kidman durch die Welt zu schicken. „Ich habe sie bei Shootings für Jimmy Choo und Harper’s Bazaar kennengelernt, und sie bat mich, ihre persönliche Stylistin zu werden.“ Von Boehm stellt für Kidman komplette Outfits von den Ohrringen bis zum Schuh zusammen. Für Red Carpet-Auftritte bekommt Kidman rund 75 Vorschläge, bestellt werden 25. „Für die OscarNacht bekommt sie fünf Roben zur Auswahl, probiert drei an, bevor es dann das eine wird“, erzählt von Boehm. Viermal im Jahr sieht sie Kidman zu Fittings, ansonsten kommunizieren die Frauen per Telefon, Skype oder Mail. Das Modekarussell dreht sich schnell, eine Saison jagt die nächste, ein Trend den anderen. „Mir macht das Spaß und obwohl ich mir fast alle Shows heute online anschauen kann, sitze ich zweimal im Jahr bei den Schauen in Paris und New York in der Front Row. Durch die Location, Licht und Musik werden die Kleider dreidimensional und inspirieren mich anders.“ Was ihr gefällt, fotografiert sie sofort. Und wie sieht ihr eigener Kleiderschrank aus? „Ziemlich ordentlich nach Farben und Anlässen sortiert. Ich investiere gerne in Klassiker und habe über die Jahre ein eigenes Archiv angesammelt. Dafür habe ich ja auch die beste Ausrede der Welt: Irgendwann werden meine Töchter das anziehen!“

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Verena Richter Fo t o s: O li ve r R a t h , a n n a . k . o , Studio Strumbel, Ulrich Siefer t

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Global Citizens

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In seinen Pop-Art-Werken verfremdet Stefan Strumbel die Klischees seiner badischen Heimat. So hat er es vom Graffiti-Rowdy aus Offenburg aufs Cover der New York Times und an die Wand von Karl Lagerfeld geschafft

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Global Citizens _ Stefan Strumbel

„Keine Symbolik ist so aufgeladen wie die religiöse, deshalb arbeite ich so gerne mit ihr.“ // Stefan Strumbel, Künstler 34

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Ohne Strumbel wäre die katholische Kirche „Maria, Hilfe der Christen“ in Goldscheuer bei Offenburg abgerissen worden. Er installierte u.a. eine Madonna als Graffiti, Lichteffekte mit Leuchtdioden, moderne Streifenoptik – und schuf einen neuen Wallfahrtsort. Links: Das Badische Landesmuseum Karlsruhe ehrte den Helden aus der Provinz mit einer Einzelausstellung

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Global Citizens _ Stefan Strumbel

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ir gefiel, dass meine Kunstwerke bis nach Hamburg oder Berlin fuhren“, erinnert sich Stefan Strumbel an die Zeit Anfang der 90er Jahre, als er noch Züge besprühte, die im Bahnhof des badischen Städtchens Offenburg Halt machten. Nicht mit Tags, sondern mit Bildern, die für seine ländliche Heimat standen: Kühe, Milchkannen und der Schwarzwälder Bollenhut – ein Trachtenhut, auf dem große rote oder schwarze Wollkugeln thronen. Berühmt gemacht haben Stefan Strumbel jedoch seine Pop-Art-Kuckucksuhren, sogar Karl Lagerfeld besitzt inzwischen eine. Und auf das Cover der New York Times haben sie es auch schon geschafft. Aber Stefan Strumbel denkt gar nicht daran, in den Big Apple oder nach Berlin zu ziehen. Er bleibt zu Hause in Offenburg. „Hier ticken die Uhren anders“, sagt er. Langsamer. Das mag er. Klar braucht er die Inspiration der Großstädte, aber eben genauso den Ausgleich zu dem Tempo, mit dem heute alle durchs Leben rasen. Strumbel: „In der Ferne zerknittere ich meine Hemden, in Offenburg bügle ich sie.“ Außerdem streift er durch die Wälder, zeigt seinem kleinen Sohn die Wege der eigenen Kindheit und arbeitet. Konzentriert, ohne Ablenkung. Von 9 bis 18 Uhr. Dass sein Leben einmal in solchen geregelten Bahnen verlaufen würde, hat wohl niemand erwartet. Vor allem nicht, als der Künstler 1996 eines Nachts von der Polizei beim Sprayen erwischt wurde. „Das war keine leichte Zeit. Ich wurde observiert.“ Zum Glück gab es genug Menschen, die an ihn und sein Talent glaubten: Förderer vom Streetworker bis zum Galeristen. Und so kam es, dass der Offenburger Kunstverein ihn mit Aufträgen versorgte. Die nahm Stefan Strumbel anfangs auch gerne an, um sich bald darauf wieder zu emanzipieren: „Ich wollte frei arbeiten.“ Aber nicht mehr auf der Straße, sondern im Atelier. Bleibt die Frage: Wieso gelang der Sprung vom Graffiti-Rowdy zum internationalen Künstler ausgerechnet ihm, dem ehemaligen Judolehrer aus der Provinz? Vielleicht weil er nicht nur seiner Heimat treu geblieben ist, sondern auch der Heimat als Thema in der Kunst. Es war Ingeborg Bachmann, die einmal in einer ihrer Frankfurter Vorlesungen sagte, dass einen guten Künstler eine Konstante in seinem Schaffen ausmache. Und die hat Stefan Strumbel: „Ich möchte den Betrachter auf die Heimreise schicken.“ Als Transportmittel wählt er – wie damals schon als Sprayer – Motive, die eng mit seinem eigenen Herkunftsort verbunden sind, und verfremdet sie: „Entweder mache ich sie mit Farben lauter oder ich breche auf andere Art das Klischee, das ihnen inne wohnt.“ Und so verwandelt er Fachwerkfassaden in geometrische Muster, baut Re-

liefs aus Kuhglocken und verleiht dem Schwarzwaldmädel – in seinen Bildern trägt es übrigens immer rote Bollen auf dem Hut, das Zeichen dafür, dass es noch „unverheiratet“ ist – entweder eine Porno-, Junkie- oder Madonnen-Pose. Eine seiner Madonnen schmückt tatsächlich heilige Hallen, allerdings ohne Bollenhut. Freundlich blickt sie von der Empore der Kirche „Maria, Hilfe der Christen“ bei Kehl hinunter in die Apsis, die der Künstler ebenfalls bemalt hat: mit Strahlen, die an Schwerter erinnern. Wie es dazu kam? Stefan Strumbel hatte erfahren, dass das Gotteshaus aus finanziellen Gründen abgerissen werden sollte: „Das geht doch nicht, da kommen Menschen hin, um für ihre verstorbenen Verwandten zu beten, um ihnen nahe zu sein.“ Ein Jahr haben er und seine Mitarbeiter umsonst gearbeitet. Mit Erfolg: Heute halten Busse voller Besucher vor der Dorfkirche. Der Künstler selbst steht Religion kritisch gegenüber. Aber dass da irgendwas ist, was jenseits unserer Vorstellungskraft ist, daran glaubt er schon. Und an die Kraft von Zeichen: „Du legst zwei Äste übereinander und schon hast du so ein starkes Symbol wie ein Kreuz.“ Genau um solche tradierten Bilder geht es ihm. Egal ob alt oder neu. Auf der „Art Karlsruhe“ etwa ließ er ein aufgeblasenes Kreuz von der Decke baumeln. Und in seinem „La Bohème“-Bühnenbild, das er für die Stuttgarter Oper entwarf, schmückt ein Mercedes-Stern die Spitze eines Weihnachtsbaums. Der Automobilhersteller hat seinen Hauptsitz in Stuttgart. Apropos Heimat. „Ich frage mich immer wieder, wie zeitgemäß unsere Vorstellungen von Heimat heute noch sind“, sagt Stefan Strumbel. Ja, was für eine Bedeutung hat das Wort in einer globalisierten Welt, in der niemand mehr den Kuckuck rufen hört – auch wenn es fünf vor Zwölf ist? „Es geht nicht unbedingt um einen konkreten Ort“, fährt der Künstler fort. „Sondern vor allem um ein Gefühl, nach dem wir uns sehnen.“ Idylle, Frieden, Geborgenheit. Oder einfach: um Erinnerung. Zum Beispiel an den Duft der frisch gewaschenen Laken, wenn die Mutter gerade das Bett neu bezogen hatte. Überhaupt: die Mutterliebe. „Sie ist doch der Inbegriff von Heimat. „Und“, wie Strumbel findet, „die stärkste Droge der Welt. Wir sind unser Leben lang auf der Suche nach ihr.“ Meistens vergebens. Denn die Vergangenheit lässt sich nicht festhalten. Ticktack, Ticktack, mahnt die Uhr an der Wand und lässt die Zeit verrinnen. Vielleicht der Grund, warum Stefan Strumbel bei sich zu Hause keine seiner Kuckucksuhren aufhängt.

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„Es ist doch super, wenn über Kunst die Tradition neu geprägt wird.“ // Stefan Strumbel, Künstler

Poppige Kuckucksuhren, rebellische Schwarzwaldmädels und Bollenhut-Madonnen aus der Sprühdose sind Strumbels Markenzeichen. „Protect your Heimat“ (oben) oder „Rolin Clock“ (links) heißen die Kunstwerke. Preis je Bild: ca. 500 Euro

➻ deine-heimat.blogspot.de ➻ www.stefanstrumbel.com

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Australien, USA, Brasilien. An vielen Rückeroberungen des öffentlichen Raumes ist sein Büro beteiligt. In Deutschland kennt man ihn kaum. „Das ist aber nicht mein Problem“, sagt Jan Gehl

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Skizzen zeigen, wie San Francisco (oben) und São Paulo verändert wurden. Geht sowas auch in Berlin, München oder Bochum? „Klar“, sagt Gehl, „wichtig ist, dass die Städte den Bürgern ihre Ziele kommunizieren und ihnen klarmachen, dass die Stadt dadurch lebenswerter wird.“ Gehls neues Buch „Städte für Menschen“ ist soeben auf Deutsch erschienen

s gibt nur wenige Dinge, die Jan Gehl aus der Ruhe bringen. Zum Beispiel Schnee auf der Straße: In Kopenhagen stehe ihm das weiße Zeug bis zum Knie, erklärt er am Telefon. Ob wir unser Gespräch kurz halten könnten? Er müsse Schnee schaufeln, der Weg vorm Haus habe Vorrang. Zuerst die Fußgänger. Bei diesem Architekten stehen nicht ohne Grund die Schwächsten im Straßenverkehr an erster Stelle. „Die Städte des 21. Jahrhunderts gehören nicht den Autos, sondern den Menschen“, predigt Gehl seit fast 50 Jahren. Zu Beginn für seinen humanistischen Ansatz belächelt, zählt der Däne zu den gefragtesten seines Faches. Denn Gehl, dessen Atelier eher wie eine Studenten-WG aussieht und nicht wie eines der renommiertesten Stadtplanungsbüros weltweit, setzt dort an, wo heute viele Stadtplaner nicht weiterwissen: Derzeit leben etwa die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, 2050 könnten es doppelt so viele sein. Schon heute stehen Metropolen wie New York oder Moskau vor dem Verkehrskollaps. Und so holen sich Politiker und Stadtplaner Rat beim Dänen, der mit seinem Konzept die Menschen wieder auf den Bürgersteig und aufs Fahrrad holen möchte. Die Frage ist dabei stets die gleiche: Wie kriegen wir mehr Leben in unsere Stadt? Bis Gehls Arbeit Aufmerksamkeit erregte, hat es gedauert: Im Jahr 1960 schloss er sein Architektur-Studium an der Königlich Dänischen Akademie ab. Nach den Regeln der modernen Stadtplanung erzogen, hatte sich der junge Däne hauptsächlich mit Stil und Ästhetik auseinandergesetzt. Doch dann verliebte er sich in seine spätere Frau, eine Psychologin. Sie verdrehte ihm nicht nur den Kopf, sondern auch sein Weltbild: „Warum interessieren sich Architekten nicht für Menschen?“, fragte sie ihren künftigen Mann. Gehl kam ins Grübeln. Wie beeinflusst Architektur das Leben? Wie werden Städte von Menschen genutzt? Wie könnten sie uns glücklicher machen? 1965 fuhren die beiden nach Italien und starteten ihre erste Feldstudie. Hunderte Stunden verbrachten sie auf den ältesten Plätzen der Welt und machten, was Gehl als beste Methode bezeichnet, um das Verhalten von Menschen zu studieren: beobachten. Heute hilft ihm dabei ei-

➻ www.gehlarchitects.com

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„Es gibt Rückenwind für die menschliche Dimension in der Stadtplanung. Die Städte wachen auf.“ // Jan Gehl, Architekt

ne Digitalkamera, die immer in seiner Hosentasche steckt. Damit fotografiert er alles, was ihm an urbanem Leben vor die Linse kommt. Zurück in Dänemark verfeinerte Gehl als Architekturprofessor seine Methode, Kopenhagen diente ihm als Labor. Gehl vergleicht seine Arbeit mit der eines Arztes: Er sieht sich den Patienten an, erstellt eine Diagnose und überlegt sich eine individuelle Lösung. Bald wurden Politiker der Stadt auf den Professor aufmerksam, der fast täglich auf dem Strøget spazierte, um das Verkehrschaos zu studieren. Ein paar Jahre später war die Innenstadt Kopenhagens nicht wieder zu erkennen: Wild parkende Autos und zäh fließender Verkehr gehörten der Vergangenheit an, stattdessen flanierten täglich tausende Menschen auf einer der größten Fußgängerzonen der Welt. „Eine lebenswerte Stadt ist wie eine gute Party. Die Leute bleiben dort länger als sie müssten.“ Für Gehl sind Städte komplexe Ökosysteme. Humane Stadtplanung müsse sich jedoch nur an ein paar einfachen Prinzipien orientieren: Hole die Menschen aufs Rad, plane öffentliche Wohnzimmer zum Verweilen und sorge für sichere Kreuzungen zugunsten von Fußgängern und Radfahrern. Das alles zahlt sich auch wirtschaftlich aus, behauptet Gehl. Denn wo öffentliches Leben stattfindet, wird auch gerne konsumiert. Lebenswert, nachhaltig, sicher, gesund und ökologisch – wie ein Mantra wiederholen er und seine Mitarbeiter von Gehl Architects ihre Vision von der Stadt der Zukunft. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat die Firma fast überall auf der Welt versucht, diesem Ideal näher zu kommen: In São Paulo entwickelte das Team eine Lösung für den rasant wachsenden Stadtkern, schuf Radwege in Mexiko City, machte den Times Square in New York zur Flaniermeile und sorgte dafür, dass heute sogar Moskau ein wenig sicherer für Fußgänger ist. Auch in Wien waren Gehls Mitarbeiter unterwegs. Nur in Deutschland haben sie noch nicht gearbeitet. Bisher. „Gewinnt Gehl seinen Kampf um lebenswertere Städte?“, fragte kürzlich der Guardian anlässlich Gehls Arbeit in London. Tatsächlich scheint seine Erfolgsgeschichte gerade erst loszugehen: 2013 wurde Gehl mit einer der höchsten Auszeichnungen der Architekturbranche, der C.F. Hansen Medaille, ausgezeichnet; sein Werk „Leben zwischen den Häusern“ gilt längst als Klassiker; und im aktuellen Dokumentarfilm „The Human Scale“ werden er und sein Team zu Helden erklärt. Eigentlich, sagt Gehl, muss man wie er jetzt vor der verschneiten Haustüre nur ein bisschen graben. Die Planer hätten uns auf den traditionellen Plätzen der Welt bereits vor Jahrhunderten gezeigt, wie lebenswerte öffentliche Räume aussehen könnten. Seine Aufgabe sei es lediglich, das Wissen herzuholen, das bei der Übersetzung des Städtebaus verloren gegangen ist.

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Talents PR; Bertram Bölkow Fotodesign

Fo t o s:

Wie ein Spielerberater im Sportbereich: So will die jüngst gegründete DeAr Agency agieren und Nachwuchs-Designer und -Architekten unterstützen, ihre Produkte bekannt und erfolgreich zu machen. „Um sich als Junior etablieren zu können, sind ein weit verzweigtes Netzwerk, Know-how in der Produktion sowie eine gute Vertriebsplattform unabdingbar“, weiß stilwerkGeschäftsführer Alexander Garbe. „Genau das können wir mit mehr als 30 Jahren Branchenerfahrung bieten.“

Te x t:

Tanja Reuschling

Machen sich für junge Design- und Architekturtalente stark: Alexander Garbe (stilwerk), Kim Fischer und Delf Ness. Zusammen gründeten sie kürzlich die DeAr Agency (www.dear-agency.de)

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Alltag mal anders Ania Bauer & Jacob Brink Wie ein kreatives Pingpong-Spiel – so kann man sich die Arbeit des Berliner Design-Duos Anja Bauer, 36, und Jacob Brink, 38, vorstellen. Zusammen sind die beiden Llot Llov („voll toll“, rückwärts gelesen), ihre Spezialität: Alltagsgegenstände neu zu erfinden. Einer von beiden hat eine Idee, die dann im Gespräch weitergesponnen wird. Dabei heraus kommen Stücke, die irgendwo zwischen Möbel und Kunstobjekt angesiedelt sind. Wie zum Beispiel die Lampe „Matt“, für die ein langes Kabel und eine Fassung umstrickt wurden. So leicht, charmant und ein bisschen versponnen sind auch alle anderen Entwürfe des Duos, das sich übrigens ganz zufällig, auf einer nächtlichen Taxifahrt, kennenlernte. Was für ein Glück! ➻ www.llotllov.com

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Immer schön flexibel bleiben Kyra Hildebrandt „Paco y Lola“ ist ein 3 in 1-Möbel: Es kann Hocker sein, verwandelt sich bei Bedarf in einen Beistelltisch, die Auflage lässt sich auch als Tablett nutzen. Es

passt zu Kyra Hildebrandt, dass man sich mit ihrem Möbel nicht festlegen muss. Sie selbst tut das auch nicht gern. Sie studierte Produktdesign an der Bauhaus Universität in Weimar und am Politecnico di Milano, ist heute Dozentin an der Akademie für Mode und Design (AMD). Mit ihrem Designstudio „April und Bonnie“ entwickelt sie Store-Konzepte für Marken wie Sony Ericsson und Mirabeau, richtet öffentliche Gebäude und private Wohnräume ein – und gestaltet eben auch Möbel. Inspirieren lässt sich die Tochter einer Spanierin und eines Deutschen dazu auf ihren vielen Reisen in die ganze Welt. Zeitlos, funktional und effizient sollen ihre Entwürfe sein – und gleichzeitig so besonders, dass sie als heimlicher Protagonist eines Raumes taugen. „Paco y Lola“ ist da ein gutes Beispiel. ➻ www.paco-y-lola.com www.april-und-bonnie.de

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Fast schon ein Klassiker Jörg Höltje Der Mann ist 34 und macht bereits Designklassikern Konkurrenz: Sein Regal „The Link Shelf“ kann sich durchaus mit Nils Strinnings „String“ messen, das seit über sechs Dekaden quasi als Inbegriff des perfekten Regalsystems gilt. Vorteil von Höltjes „The Link“: Die Bretter lassen sich frei arrangieren – und dürfen dabei auch aus der Reihe tanzen. So wie Höltje bei den Recherchen für seine Entwürfe. Für seinen Erstling, einen Stuhl, etwa nutzte er eine Technik, die sonst vor allem in der Autoindustrie verwandt wird. Höltje arbeitete bereits für Ligne Roset, De La Espada und Camper und unterrichtet inzwischen an seiner einstigen Ausbildungsstätte, der Universität der Künste in Berlin. Auf der diesjährigen imm cologne kuratierte er mit dem bekannten Designer Axel Kufus einen Wettbewerb für Nachwuchsdesigner. Thema: neue Stuhlkonzepte. ➻ www.studiohausen.de

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Talents Zusammen gedacht Silvia Schellenberg-Thaut & Sebastian Thaut „Möbel sind für uns kein Beiwerk, sie gehören dazu“, sagen die Architekten Silvia Schellenberg-Thaut und Sebastian Thaut, beide 38. Mit ihrem Atelier ST realisieren sie Häuser mit integrierten Küchen und raumhohen Einbauschränken. Paradebeispiel für ihre Bauweise ist die „Maison du Beton“, die mehrere Preise einheimste. Die Bauherren sind mit zwei Koffern eingezogen, sie mussten nur die Schränke einräumen. Auf der imm cologne hat das Ehepaar Thaut in Kooperation mit dem stilwerk nun erstmals ein Möbel präsentiert: „Buffet“, das an Omas Küchenmöbel erinnert, dabei aber ganz modern daherkommt. Drei Größenvarianten soll es geben plus die Möglichkeit zur Maßanfertigung. ➻ www.atelier-st.de

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Clever & Smart Daniel Klapsing & Philipp Schöpfer Sehr einfach und zugleich spielerisch – so könnte man das Gestaltungsprinzip von Philipp Schöpfer, 33, und Daniel Klapsing, 34, auf den Punkt bringen. Zusammen haben die beiden das Design-Studio 45 Kilo gegründet, als sie noch an der Bauhaus-Universität in Weimar studierten. Ihre Produkte zeichnen sich durch reduzierte Formensprache aus, funktionieren perfekt, haben dabei aber einen besonderen Kniff. Wie die „Breadbox“, die genau die richtige Form hat für Vollkornbrot, dass wir Deutschen so lieben. Ihr Holzdeckel dient auch gleich als Schneidebrett. Die beiden Berliner entwerfen Möbel und Wohnaccessoires, die sie zusammen mit ausgewählten Stücken anderer Designer über ihr Label „My Kilos“ vertreiben. ➻ www.45kilo.com, www.mykilos.de

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Backstage _ Horgenglarus

Te x t: Roxana Wellbrock Fo t o s: M ir o s l av S ik (S t ü h l e : h o g e n g l a r u s), Ru e d i Wa l t i , B a s e l , G a b r i e l a G i a n o li P R

Slow Wer einmal erlebt, mit welcher Hingabe jedes einzelne Objekt bearbeitet wird, versteht, dass Möbel von Horgenglarus Investitionen fürs Leben sind. Zu Besuch in der ältesten Stuhl- und Tischmanufaktur der Schweiz stilwerk magazin


Wood Architektur-Biennale, Venedig: An die Wände des großen Saales ist das Panorama einer idealen Stadt projiziert, entworfen von zwei Schweizer Architektur-Büros. In der imposanten Kulisse stehen – Stühle von horgenglarus

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Backstage _ Horgenglarus

Im alten Gotthard-Hospiz, das auf der Liste des europäischen Kulturerbes steht, sitzt man beim Essen auf dem Klassiker von horgenglarus: der Moser 1-250-Stuhl aus dem Jahre 1931 von Werner Max Moser. Das Hotel ist eine feine Adresse in den Schweizer Alpen: Goethe, Balzac und Petrarca haben hier schon gewohnt

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Backstage _ Horgenglarus

Hartes Holz aus dem Jura ist die Basis für die Stühle. In 100 Grad heißem Wasserdampf wird es zunächst weich gemacht, dann mühsam gebogen und dann mehrere Tage in einer Trockenkammer gelagert – ehe die Sitzzarge weiterverarbeitet wird

E

in guter Stuhl ist unprätentiös, zeitlos, schlicht. Stabil und filigran. Reduziert auf seine wesentlichen Bestandteile: Beine, Lehne, Sitzfläche. Und dabei in seiner Form so selbstverständlich wie ein Blatt Papier. Ein solches Modell zu entwerfen, gilt als hohe Designkunst. Die älteste Schweizer Möbelmanufaktur horgenglarus beherrscht sie perfekt. Der „Classic“ von 1918 erfüllt diese Ansprüche genauso wie der „Klio“, der erst vor wenigen Wochen auf den Markt kam. Fast jeder Schweizer saß schon einmal auf einem Stuhl oder an einem Tisch von horgenglarus. In den Zürcher Vintage-Läden stapeln sich die alten Modelle bis zu den Decken, neben der Kasse gibt es Postkarten von den Stühlen. Die Möbel gehören gewissermaßen zum nationalen Kulturgut.

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„Wir biegen nicht aus nostalgischen Gründen. Die Technik ist einfach am besten.“ // Marco Wenger, Geschäftsführer 1 _ 2015

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Backstage _ Horgenglarus

Das Werk befindet sich in Glarus, rund eine Stunde von Zürich entfernt. Es steht mitten im Ort zwischen einem Friseur und einer Textilreinigung. Direkt dahinter erstrecken sich die Glarner Alpen. 1840 wurden die niedrigen, verwinkelten Hallen gebaut. 1902 zog horgenglarus – der Name setzt sich zusammen aus den beiden ursprünglichen Produktionsorten Horgen und eben Glarus – dort ein. „Es ist ein großartiges Gefühl, für so ein geschichtsträchtiges Unternehmen arbeiten zu können“, sagt Geschäftsführer Marco Wenger, während er durch das Werk führt. Nicht nur er und seine 50 Mitarbeiter haben eine enge Bindung zu der Manufaktur, sondern auch die Anwohner. Sie nennen das Werk liebevoll „die Möbeli“. Regelmäßig schicken Kunden ihre alten Liebhaberstücke zu horgenglarus, damit sie repariert werden. Gerade wartet ein knappes Dutzend 70 Jahre alter Stühle in der Halle darauf, neue Sitzflächen zu bekommen, während ein noch älterer Mitarbeiter die Halle durchquert. Seit über einem halben Jahrhundert ist er bei horgenglarus und hilft jetzt vormittags aus. Dass die Stühle so eine lange Lebensdauer haben, liegt an ihrem klaren Design und an ihrer Stabilität. Das Holz stammt fast ausschließlich aus dem Schweizer Jura, wo die Bäume aufgrund des kalten Klimas langsam wachsen. Dadurch liegen die Jahresringe sehr eng beieinander. Wenger, der neben BWL-Studium auch eine Schreinerlehre gemacht hat, erklärt das mit großer Begeisterung. Und ergänzt, dass das Holz deshalb so hart und unempfindlich ist. Bei der Produktion übernimmt jeder Spezialist einen anderen Schritt. Die Mitarbeiter in der Biegerei legen die zugeschnittenen Holzteile in die etwa 70 Jahre alten Dampfkochtöpfe. Dann spannen sie das weiche Stück in eine Schiene. Die führt das Teil an einer Eisenschablone in Form der Sitzzarge entlang. Das Holz wickelt sich dabei exakt um die Schablone. Danach kommt es für eineinhalb Wochen in die saunaheiße Trockenkammer. Das Biegen beherrschen sehr wenige Handwerker, es gibt nur noch eine Handvoll Lehrbücher. Horgenglarus sammelt schon von Beginn an Know-how darüber, wie weit man gehen kann, ohne das Holz zu knicken. „Wir biegen aber nicht aus nostalgischen Gründen“, sagt Wenger. „Diese Technik ist einfach am besten.“ Nach dem Trocknen befreit der Säge-Experte die Zarge und gleicht die überstehenden Enden an. Der Nächste programmiert die modernen CNC-Maschinen so, dass sie präzise die Innen- und Außenkonturen in die Holzteile fräsen. In der Schleiferei wird die Oberfläche streichelweich gemacht. Dann geht es in die Montagehalle, in der gerade ein Mitarbeiter „Lyra“- und „Matura“-Stühle für ein Schweizer Hotel zusammenbaut. Ein paar Meter weiter verleimt seine Kollegin eine kleine

Nachbestellung der honigfarbenen Sonderanfertigungen für das Restaurant Volkshaus Basel, das vom Studio H&dM designt wurde. Zum Schluss tragen die Lackierer die Beizfarbe auf. Rund 50 Produktionsschritte durchläuft ein Stuhl, täglich werden rund 100 Möbel hergestellt. Die Referenzliste von horgenglarus ist lang. Auf den Stühlen plädieren Anwälte im Bundesverwaltungsgericht St. Gallen. Lernen Kunststudenten in der Bibliothek der Essener Folkwang Universität. Verfolgen Kirchengänger den Gottesdienst im Hildesheimer Dom. Viele bekannte Architekten schätzen offenbar den Mix aus traditionellem Handwerk und moderner Präzision. Sie verwenden Stühle von horgenglarus oder designen sogar selbst welche für das Unternehmen. Le Corbusier, an der Einfachheit schlichter Formen interessiert, präsentierte die Stühle 1925 auf der Internationalen Kunstgewerbeausstellung in Paris. In den folgenden Jahrzehnten entwarfen Max Ernst Hafaeli, Werner Max Moser, Max Bill und Hans Bellmann Stühle für horgenglarus. Zu den neuesten Möbeln zählen die Arbeiten von Max Dudler und Hannes Wettstein. Dessen Ansatz „Dinge zu entwickeln, die einfach ihr Dasein pflegen, sodass der Benutzer der Hauptakteur ist“ passt perfekt zur DNA von horgenglarus. Kein Wunder also, dass die Manufaktur mit dem Studio Hannes Wettstein, inzwischen von Stephan Hürlemann und Simon Husslein geführt, oft zusammenarbeitet. Die Designer entwickelten mit dem „Icon“ nicht nur eine dynamischere Variante des „Classic“, sondern entwarfen auch „Klio“. Der elegante Stuhl verbindet die strengen Formen Wettsteins mit runden Elementen. Ein weiteres neues Produkt ist die Re-Edition von Jürg Ballys „S.T.-Tisch“ aus den 50ern, die horgenglarus „ess.tee. tisch“ taufte. Wenger fand auf dem Dachboden des Werks alte Zeichnungen und ließ das höhenverstellbare Möbelstück in rund 500 Arbeitsstunden aufwändig nachbauen. Geschichte ist in den horgenglarus-Hallen allgegenwärtig. Neben dem Showroom mit den aktuellen Modellen gibt es einen weiteren Raum, in dem unter anderem eine original Haefeli-Bank steht und ein Friseurstuhl von 1900. Wenger sammelt diese Stücke. Er findet sie auf Trödelmärkten, kauft sie Café-Besitzern ab. „Mir ist es wichtig, die Geschichte von horgenglarus aufzubereiten“, sagt er. Wann er selbst das erste Mal mit den Möbeln in Berührung kam? „Als Kind war ich mit meinen Eltern regelmäßig in einem Restaurant essen. Dort gab es Stühle von horgenglarus.“ Auf denen saß er dann immer. So wie fast jeder andere Schweizer auch schon mal auf einem saß.

Best of horgenglarus: der „Classic“, schnörkellos und robust. Der Sessel „Klio“ mit massiv gebogenem Rücken und Armlehne und der „ess.tee.tisch“, eine Re-Edition des berühmten Möbelstückes aus den 50ern

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„Beständigkeit und Qualität sind wichtiger als hohe Stückzahlen. Unsere Stühle sollen länger halten als eine Generation.“ // Marco Wenger, Geschäftsführer

Rund 50 Produktionsschritte durchläuft ein Stuhl, täglich werden rund 100 Möbel hergestellt. Sie werden unter anderem im Bundesverwaltungsgericht St. Gallen, in der Essener Folkwang Universität und im Hildesheimer Dom genutzt

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Fo t o s:

PR

Places

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Jetzt wird es aber höchste Zeit … stilwerk magazin


to

see NOPA Restaurant I s t an b u l / T ü r k e i

Man kann sagen, dass die Designer von Autoban mit ihrem The House Hotel und den über die Stadt verteilten The House Cafes die Ästhetik Istanbuls nachhaltig beeinflusst haben – und ihr neuestes Baby steht diesen Projekten in nichts nach: das Restaurant Nopa im angesagten Stadtteil Nisantasi. Reservieren Sie unbedingt einen Tisch im Außenbereich! Man traut seinen Augen kaum, wenn man ihn das erste Mal betritt, aber: Der vertikale Garten ist tatsächlich echt. Ein Glasdach schützt die Gäste darin vor Regen, bei Sonnenschein ist es in Sekundenschnelle wieder eingezogen. ➻ www.noparestaurant.com Delf Ness, Unternehmensberater

… diese außergewöhnlichen Orte kennenzulernen. Alle empfohlen von guten stilwerk-Freunden 1 _ 2015

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Fo t o s:

Todd Eberle; Buffet für Gestaltung; PR

Places to Hotel Piz Linard

La v in / S C H W E I Z

Die Besitzer reden hier gern vom Charme des Einfachen. Und von geschenkter Zeit, die man hier oben am ganzen Leib spüre. Da haben sie recht: Das Hotel Piz Linard im Unterengadin wirkt ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Es liegt in Lavin, gleich ums Eck von St. Moritz. Die Böden in den 30 Zimmern sind aus Lärchenholz, man schläft auf Rosshaarmatratzen, das Essen wird im Arvensaal serviert. Von 1926. Und italienisch angehaucht. Wie man sieht. Ab 300 Euro inkl. HP im Doppelzimmer. ➻ www.pizlinard.ch Andreas Möller, Journalist und Medienberater

Thomas Herbst und Freunde 21. April bis 27. Juni

H A M B U R G · S Y LT

NORDDEUTSCHE KUNST

www.galerie-herold.de


see Vabali Spa

B e r l in / D e u t s ch l and

Wie ein Kurzurlaub in Asien, so ist ein Besuch im Vabali Spa in Berlin. Das größte Spa der Hauptstadt, nur 500 Meter vom Hauptbahnhof, sieht aus wie ein balinesisches Luxusresort. Pagodenartige Gebäude, viel Bambus, Buddha-Figuren, balinesische Holzschnitzereien, in der Mitte der Anlage ein riesiger Pool. 11 Saunen gibt es, Massage-Räume und einen großen Fitnessbereich. Der Großstadttrubel bleibt draußen. ➻ www.vabali.de TANJA REUSCHLING, stellvertretende Chefredakteurin

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Places to see Seekiste

S t . P e t e r O rding / D EUTS C H L A N D

Die Seekiste in St. Peter-Ording ist ein typischer Pfahlbau, wie wir ihn nur hier vorfinden. Er ruht auf über 100 Pfählen ungefähr sechs Meter über dem Wattboden. Der Strandabschnitt hier ist je nach Wind und Gezeit, knochentrocken oder pitschnass. In der Springtide wird die Seekiste komplett von schaumgekrönten Wellen umspült. Spezialität sind „richtige“ Nordseekrabben (im Betrieb ausgepellt, ohne Konservierungsstoffe), Salzwiesenlamm von Nordstrand und ein Labskaus, von dem es heißt, es sei das Beste weit und breit. ➻ www.dieseekiste.de Boris Bullwinkel, Geschäftsführer

The Mantle

Fo t o s:

D ir k H a u p t

F r e e man t l e / A UST R A L I E N

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Das Motto des Hauses weist den Weg: Eat, drink, work, play – im „The Mantle“ in Perth’ hippem Vorort Freemantle haben in einer ehemaligen Fabrikhalle ein paar Twens mit Bärten und lustigen Frisuren eine Art Szene-Spielplatz errichtet. Das Konzept: lässige Bars, feine Restaurants, diverse Pop up-Projekte und vermietbare Büroplätze unter einem Dach. Seit Herbst 2014 erst ist das „Mantle“ offen und schon jeden Abend randvoll. Das mag auch daran liegen, dass Perth ohnehin boomt, sich nach Sydney und Melbourne gerade als dritte australische Metropole von internationalem Rang aufstellt. Der Mietvertrag vom „The Mantle“ läuft erst mal über fünf Jahre, aber die Chancen stehen gut, dass es überdauert. ➻ www.themantle.com.au Harald Braun, Autor stilwerk magazin


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Places to see The Jane A n t w e rp e n / BEL G I E N

Der Altar ist in Glas gefasst und dort erfolgt die Wandlung von Lebensmitteln in Speisen. In der Kirche versammelt sich Abend für Abend eine hungrige Gemeinde und es wird mit himmlischen Genüssen gespeist: „The Jane“ ist der neue Gourmet-Tempel in Antwerpen. Sergio Herman und Nick Bril, zwei vielfach ausgezeichnete Hohepriester der Kochkunst, haben im Gotteshaus des ehemaligen Militärkrankenhauses einen Wallfahrtsort für Feinschmecker eingerichtet. Der 800 Kilogramm schwere Kronleuchter wacht mit 150 Strahlen über die weihevolle Ruhe des Raumes. Wer zur Andacht kommen will, muss drei Monate im Voraus reservieren. ➻ www.thejaneantwerp.com Andreas Volleritsch, Artdirector

Le Bain im The Standard

Fo t o s:

E r i c K l e in b e rg ; P R

N e w Y or k / US A

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Tritt man im 18. Stock aus dem Fahrstuhl, weiß man gar nicht, wo man zuerst hingucken soll: in den spektakulären Innenraum oder die herrliche Aussicht genießen. Das Andre Balazs-Hotel The Standard gibt es zwar jetzt schon im sechsten Jahr, aber die Roof-Bar ist nach wie vor the place to be. Nachmittags, um auf der Terrasse in einem der pinken Sixties-Sessel ein bisschen zu relaxen. Oder nachts, wenn sich das Le Bain in einen der angesagtesten Clubs der Welt verwandelt. ➻ www.standardhotels.com Alexander Garbe, Geschäftsführer stilwerk

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Die Quereinsteigerin 100% Intuition, 100% Materialkunde, 100% Neugierde plus Recherche. So lautet die Selbstbeschreibung von Anys Reimann. Anders ausgedrückt: viel Wärme, wenig Firlefanz

Local Heroes Tanja Walck

Fo t o s: Bianca Piper

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Sie gestaltet Vasen aus geschliffenem Kristallglas, Windlichtlaternen aus Stahl oder auch mal filigrane Eichenholztische. Die Palette von Anys Reimann ist beachtlich – genau wie der Weg zu ihrem Traumberuf

K

reatives Arbeiten ist für Anys Reimann wie die Luft zum Atmen. „Ich habe in meinem Leben viele unterschiedliche Sachen gemacht, aber es hatte immer etwas mit Kreativität zu tun. Ich kann nichts anderes. Und ich wollte immer was mit den Händen machen.“ Und das tut sie auch. Anys konzipiert Wohnobjekte, bei denen Optik und Haptik gleichermaßen im Fokus stehen – von Besteck über Vasen bis hin zum Bett. „Das was ich mache, nennt man wohl gehobenes Konsumgüterproduktdesign“, erklärt sie. Ihre Inspiration holt sie sich dazu aus vergangenen Jahrhunderten und von fremden Kulturen. „Ich arbeite stark mit Intuition und nehme mir Beispiele aus der Geschichte. Seien es jetzt altägyptische Stühle, keltische Löffel oder Ölfackeln der Wikinger.“ Ihre Kunden sind in erster Linie Manufakturen und das ist der Düsseldorferin wichtig. Für sie ist Handwerk eine wertvolle Kunst, die vom Aussterben bedroht ist. „Ich selbst bin eine der letzten Handzeichnerinnen. Mit dem Computer mache ich höchstens Moodboards“, sagt sie nicht ohne Stolz. In den vergangenen 20 Jahren lernte Anys verschiedenste Künste und Materialien kennen, indem sie Meistern bei der Arbeit über die Schulter schaute. „Ich liebe es, in Handwerksbetriebe zu gehen und Menschen zu treffen, die Dinge noch erarbeiten.“ Deshalb weiß sie genau, wie wandelbar Leder ist, wie robust echtes Porzellan und wie warm poliertes Nickel glänzen kann. Innenarchitektur ist für sie die perfekte Symbiose aus Kunst und Hand-

werk, sie jedenfalls hat erst über Umwege ihren Traumberuf gefunden. Die gelernte Friseurin absolvierte ein Praktikum in einer Buchbinderei, bevor sie nach einer schöpferischen Auszeit beim Zirkus Roncalli gelandet ist. Anys kümmerte sich um die Kostüme. Es folgte eine Schreinerlehre, bevor sie schließlich Innenarchitektur studierte. Diverse Praktika führten sie unter anderem ins Atelier des Düsseldorfer Multikreativen Uwe van Afferden, der neben Corporate und Interiordesign auch Mode entwirft. Sie spürte erstmals sowas wie Talent und entwickelte ein feines Gespür für Materialien und Formen. Nach der Uni jedenfalls ergatterte sie direkt eine Stelle bei Interiordesigner Gunther Lambert. „Eine wegweisende Zeit für mich“, sagt Anys. 2003 machte sie sich dann selbstständig. „Meinen Sinn für Handwerksverständnis, Formengeschichte und individuelle Schönheit in Verbindung mit Praktikabilität kann ich besser unabhängig anbieten“, sagt sie selbstbewusst. Anys will nicht auf der Stelle stehen, sie will sich weiterentwickeln. Neben einem Studium zur Bildhauerin, will sie sich demnächst noch zur Silberschmiedin ausbilden lassen. Für ihre Designs erhofft sie sich, irgendwann nur noch mit europäischen Manufakturen zusammenzuarbeiten. „Mir ist wichtig, dass die Fertigung in unseren Gefilden stattfindet – auch wenn ich weiß, dass das nicht von heute auf morgen geht.“

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Anys Reimann KĂźnstlerin D Ăź s s e l d o r f

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Mann für die Nacht Ruhm und Ehre für Daniel Heer: Die Zahl seiner Fans wächst beständig und im letzten Jahr kürte ihn die LifestyleBibel Wallpaper zum „Modern Craftsman of the Year“

Local Heroes PR

Fo t o s: Mira Wiesinger

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Weil gutes Handwerk wieder geschätzt wird, ist auch Daniel Heer plötzlich hip. Dabei macht der junge Schweizer nur das, was seine Familie seit vier Generationen macht – edle Rosshaarmatratzen

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rnst blickt Urgroßvater Benedikt von der Wand auf das Schaffen seines Urenkels. Über den Werkzeugkisten seiner Ahnen hat Daniel Heer das Bild aufgehängt, das er von einem zeitgenössischen Berliner Maler hat anfertigen lassen. „Es verbindet die Gegenwart mit der Vergangenheit“, erklärt der 37-Jährige, der Wert darauf legt, dass seine traditionelle Arbeit in einem modernen Kontext erscheint. Und deshalb darf man ihm auch dabei zuschauen, wie er krauses Rosshaar Schicht um Schicht zwischen je einer Lage Schurwolle und einer Lage Stoff stapelt. Wie er das Ganze von rund 50 auf 15 Zentimeter zusammenschnürt, wie er mit den Händen die Kanten der Matratze modelliert und mit dem Sattlerstich vernäht. Nur ein bodentiefes Fenster trennt ihn von den Passanten vor seinem Studio in Berlin Mitte. Von hier kann man auch fertige Matratzen bewundern: klassisch mit Pastellstreifen oder modern interpretiert in bunten Anzugstoffen, Denim oder mit Hirschleder bezogen. Nichts wirkt antiquiert: Der helle Raum ist aufgeräumt und strukturiert. Das Rosshaar liegt zu Zöpfen verdreht in Holzkisten auf einem Regal. Darüber aufgereiht stehen Garnrollen in vielen Farben. Doch wieso fertigt ein junger Mann in Zeiten von Latex- und Kaltschaum-Matratzen noch eine aus Rosshaar? „Alles wird schneller und man erfindet immer mehr Dinge, um Zeit zu sparen. Ich mache das Entgegengesetzte: Ich investiere in Zeit“, erklärt der Schweizer, der einige Jahre brauchte, bis er den Wert des Familienhandwerks schätzen lernte. Mit 16 Jahren begann seine Lehre im elterlichen Betrieb bei Luzern. Doch er musste erst Distanz gewinnen, bis er sich 2007, nach neun Lehr- und Wanderjahren, dazu entschloss, das Erbe fortzuführen.

Ziemlich lang dauert es auch, bis eine Matratze fertig ist. Fast vier Tage braucht er für ein Standardmaß von ein mal zwei Metern. Rund 2.000 Euro kostet das gute Stück, das ein ganzes Leben halten soll. Daniel Heer selbst schlafe auf einer gestreiften Matratze, die sein Großvater einst für ihn gefertigt und sein Vater noch mal aufgearbeitet hat. Dies sei alle 25 Jahre nötig. Dann wird die Matratze geöffnet, das Rosshaar von 43 Pferden entnommen, aufgelockert, an die Luft gelegt und wieder in die Matratze gefüllt, die einen neuen Bezug erhält. „Die Matratze ist wieder wie neu, das Haar behält seine Sprungkraft“, erklärt Heer. Einmal im Jahr sollte man die Matratze in die Sonne stellen, sie regelmäßig wenden und nicht klopfen, sondern bürsten. Belohnt wird man mit einem gesunden Schlafklima, denn Rosshaar sei atmungsaktiv, verfüge über eine hohe Feuchtigkeitsaufnahme und Luftzirkulation. Außerdem sei das Naturmaterial antiseptisch und selbstreinigend. Vor allem aber sind Heers Matratzen schön anzusehen. Längst sind Architekten, Hotels und Conceptstores aufmerksam geworden, bis nach New York und Sydney verschickt er sie. Illuster sei auch sein Kundenstamm, eine Reihe bekannter Persönlichkeiten schlafe auf seinen Matratzen. Wer genau, möchte der diskrete Handwerker aber nicht preisgeben. Und doch lege ihm viel daran, seine Matratzen aus dem Dunklen ans Licht zu holen, sie nicht länger unter Bettlaken zu verstecken. Das Potential dafür haben sie allemal. Und schaut man Urgroßvater Benedikt mal genau an, möchte man meinen, er sehe das genauso.

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Daniel Heer KĂźnstler & Handwerker B e r l i n

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Wein ohne Dresscode Im TVINO-Weinladen auf St. Pauli ist Stephie Döring voll in ihrem Element. „Ich komme aus der Gastronomie und liebe den direkten Kontakt mit den Kunden.“

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Fo t o s: Tanja Reuschling

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Sie hat den besten Job der Welt, findet Stephie Döring, 32, Chefin von tvino.de. Der etwas andere Online-Weinshop hat gerade seinen ersten OfflineAbleger in Hamburgs Stadtteil St. Pauli eröffnet

H

amburg, St. Pauli, gleich um die Ecke der Großen Freiheit. Ein unscheinbares Ladenlokal, rohe Backsteinwände, Tische und Stühle im Industriestil, eine Bank aus gestapelten Europaletten. Die Weine in den Metallregalen heißen „Pornfelder“, „Deep Roots“ oder „Der ehrliche Liter“. Insgesamt nicht gerade das, was man sich unter einer Weinbar vorstellt. Und deshalb genau richtig für den ersten festen Laden von tvino.de, findet Stephie Döring, klein, quirlig, ungeschminkt. Die 32-Jährige ist Herz und Kopf des ungewöhnlichen Weinshops, den es bisher nur im Internet gab. „Bei tvino.de gibt es Wein ohne Dresscode und Allüren“, sagt Stephie, die am liebsten Jeans und Sneaker trägt. Statt verschwurbelter Weinbeschreibungen erzählt sie die Geschichten der Winzer. Winzer, die meist ähnlich alt sind wie sie, nicht mehr auf Masse produzieren wie ihre Eltern, sondern auf Qualität und Nachhaltigkeit setzen. „Seit etwa zehn Jahren findet ein spannender Generationswechsel statt“, sagt Stephie mit leuchtenden Augen. Ihre Begeisterung für Wein wurde schon in einem Alter geweckt, in dem andere mit Alcopops und ähnlich zweifelhaften Mixgetränken experimentieren. Weil Stephie als Kind Hoteldirektorin werden wollte, machte sie ihr Schulpraktikum im Hotel. Der Chef war mehr in seinem Weinkeller als zu Hause, das machte sie neugierig. Sie half bei privaten Weinproben aus und merkte: „Wein ist so vielfältig, es gibt gutes Essen, man lernt spannende Menschen kennen, ist irgendwann leicht beschwipst. Sommelière, das ist doch eigentlich der beste Job der Welt.“ Mit der Lust auf Schule war es danach vorbei, sie fing eine Ausbildung im Hotel an. Vom Seniorchef erfuhr sie viel über Wein, konnte

durch seine Vermittlung eine Stelle als Comis-Sommelière im feinen Restaurant Louis C. Jakob in Hamburg antreten. „Anfangs habe ich nicht rausgeschmeckt, wenn ein Wein Kork hatte. Da gab’s öfter einen Anschiss“, erinnert sie sich. „Aber man kann den Gaumen trainieren. Ich rieche an allem rum, an Obst, Gemüse, Regen. Wichtig ist, offen zu sein, unverkrampft ranzugehen.“ Um Wein wird ihr oft zu viel Bohei gemacht. Ein besonderer Wein – das ist für Stephie einer, den man gerne trinkt. Fertig. Von Hamburg aus gings für sie nach London, wo sie sieben Jahre mit Fernsehkoch Gordon Ramsey arbeitete, Restaurants in fünf Ländern eröffnete, und irgendwann merkte: Ihr fehlt es an neuen Herausforderungen. Da war sie Ende 20, und beschloss, erst mal eine Weltreise zu machen, von einer Weinlese zur nächsten. Sie startete in Australien, ging nach Südafrika – und lernte auf dem bekannten Weingut Boekenhoutskloof den Geschäftsführer von Hawesko kennen, einem von Europas führenden Online-Weinhändlern. „Er wollte eine junge Marke aufbauen – und nach der fünften Flasche Wein hatte er mich so weit, dass ich zusagte.“ Wieder Hamburg also, ein Online-Weinshop, den es mit dem Laden in St. Pauli nun auch offline gibt. „Mir hat immer eine Anlaufstelle gefehlt, wo ich entspannt Wein trinken kann“, sagt Stephie, für die Stillstand ein Fremdwort zu sein scheint. Zum Glück ist ihr Freund Musiker und führt ein ähnlich bewegtes Leben. Was Stephie besonders stolz macht? „Einen guten Wein zu einem fairen Preis zu entdecken. Da freue ich mich wie ein Kind.“

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Stephanie DÜring Sommelière H a m b u r g

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Vienna Design Queen „Gutes Design vereint Charakter, Innovation und Funktionalität“, erklärt Lilli Hollein, „es gibt aber auch Ausnahmen – die Zitronenpresse von Philippe Starck zum Beispiel.“

Local Heroes K a t h a r in a G o s s ow

Fo t o s: Verena Richter

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Lilli Hollein ist eine Instanz in Wiens Kunst- und Designszene. Und zwar längst nicht mehr nur, weil ihr Vater Hans einer der berühmtesten Architekten des Landes war

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ur weil etwas geschmacklos ist, muss es noch lange kein schlechtes Design sein“, sagt Lilli Hollein. Ach, nein? „Nein. Wer glaubt, es gehe vor allem darum, dass etwas hübsch aussieht, verpasst das Spannendste.“ Die Direktorin des Festivals „Vienna Design Week“ steht am Fenster ihrer Wiener Altbauwohnung, in der sie schon als Mädchen gelebt hat. Fischgrätenparkett, Flügeltüren und Designermöbel, unter anderem der Sessel „Galaxy“ mit rotem Lederpolster von Walter Pichler. Ein Zeitgenosse ihres Vaters, dem berühmten österreichischen Architekten Hans Hollein. Über dem Sofa: Andy Warhols „Marilyn“. „Schon ganz früh hatte ich eine regelrechte Warhol-Obsession“, erzählt die Kuratorin. Überhaupt war ihre Kindheit ein Hort kultureller Bildung. „Ein bisschen Bildungsterror“, wie Lilli Hollein es nennt, „hat aber nicht geschadet. Ich hätte mir manchmal gewünscht, mein Vater würde, so wie die anderen Eltern auch, am letzten Schultag mit vollgepacktem Auto vorfahren und mit uns an den Strand nach Italien fahren.“ Tat er aber nicht. Stattdessen ging es in Museen, auf Biennalen und Kongresse, nach Tokio oder New York. „Das war natürlich total aufregend“, sagt Lilli Hollein. „Nie mehr ist eine Stadt so groß, wie wenn man klein ist. Aber manchmal habe ich mich eben zu Tode gelangweilt.“ Und weil sie als Schülerin dann auch noch den Schwerpunkt bildende Kunst hatte, reichte es ihr irgendwann: „Ich schrieb mich für Psychologie ein.“ Das war ihre Art der Rebellion, die aber nicht lange anhielt. Noch im ersten Semester belegte sie abends Akt-Zeichenkurse an der Universität für angewandte Kunst. Zwei Jahre später studierte sie Design. „Trotzdem entwerfe ich heute selbst nicht mehr“, sagt Lilli Hollein. Und immer wieder wird sie gefragt, warum sie sich statt für die Kreation für die Vermittlung von Design entschieden hat. „Ganz ehrlich“, erklärt sie leidenschaftlich, „ich finde meinen Beruf durchaus schöpferisch!“ Wer Lilli Holleins journalistische Artikel kennt oder die Vienna Design Week schon einmal besucht hat, kann nur begeistert nicken.

Das Tolle an dem Wiener Festival? Dass es voller Überraschungen steckt. Erstens wird es jedes Jahr in einem anderen Viertel veranstaltet. Letzten Herbst etwa fanden alle Events in und um das barocke Palais Schwarzenberg in der Innenstadt statt. Dieses Jahr wird der zehnte Bezirk zum Design-Zentrum: „Er ist mit 180 000 Bewohnern der größte, aber trotzdem der unbekannteste. Da gibt es keine Flaniermeile oder kulturellen Hotspots.“ Noch nicht. Ebenfalls überraschend ist die Art und Weise, wie das Festival als Plattform für Hersteller und Designer dient: „Normalerweise läuft es ja so: ‚Ah, Sie arbeiten mit Glas‘, stellt der Leiter einer Glasmanufaktur fest. ‚Würden Sie eine Karaffe für uns entwerfen?‘“ Nein, das wäre ihr wirklich zu uninspiriert. Lilli Hollein lässt Designer experimentieren, Entstehungsprozesse sichtbar werden und Menschen aufeinander treffen, die gar nicht ahnen, wie gut sie zusammenpassen. „Das Festival beauftragt die Designschaffenden und ermöglicht Experimente. Ich finde es interessant, wenn Designer zu Strategen werden, in unterschiedlichen Disziplinen arbeiten.“ So entstehen Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat. Und vor allem: gutes Design. Aber was ist das denn nun überhaupt? „Die großen Entwürfe vereinen gleich mehreres“, erklärt die Expertin. „Charakter, Innovation und Funktionalität. Obwohl…“, überlegt sie, „auch da gibt es Ausnahmen. Zum Beispiel die Zitronenpresse von Philippe Starck. Die ist gutes Design, weil sie den Zeitgeist verkörpert.“ Und welches zeitgeistige Möbelstück möchte sie unbedingt noch in ihre Wohnung einziehen lassen? „Ich habe schon eine Leuchte von Martino Gamper“, ruft sie triumphierend, um dann lachend fortzufahren: „Ich bin immer auf der Suche nach Neuem. Und sollte das jemals aufhören, dann mache ich wohl doch besser was mit Psychologie.“

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Lilli Hollein Kuratorin W i e n

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Promotion

Modern, leger, vielfältig: Die EUROPA 2 setzt neue Maßstäbe im Luxussegment

Fo t o s:

H a p a g- L l oyd K r e uz f a h r t e n

Fünf Sterne und Meer

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Höchste gastronomische Standards, individuelle Reisearrangements, größtmögliche Flexibilität – die EUROPA 2 bietet einem exklusiven Kreis von maximal 500 Passagieren eine moderne Art des Luxus

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ehr Platz pro Passagier gibt es nicht auf den Weltmeeren, eine besser geschulte Besatzung ist kaum zu finden und umweltfreundlich ist sie auch noch – kein Wunder, dass die EUROPA 2 vom Berlitz Cruise Guide wiederholt als bestes Kreuzfahrtschiff der Welt mit der Klassifizierung 5 Sterne Plus ausgezeichnet wurde. Statt auf immer neue Superlative mit abenteuerlichen Wasserrutschen, Spielautomaten und ein ununterbrochenes Bespaßungsprogramm besinnt man sich bei der EUROPA 2 auf eine neue Definition von Luxus. Im Mittelpunkt steht der individuelle Service, die Ruhe an Bord und viel Raum für jeden Gast. Statt Kabinen gibt es ausschließlich Suiten (von 28 bis 99 Quadratmeter groß), 251 an der Zahl, die großzügig über fünf Passagierdecks verteilt sind. Alle ausgestattet mit Balkonen, die so geräumig sind, dass man den Liegestuhl nicht mehr seitlich stellen muss, um aufs Meer zu gucken. Über 370 Mitarbeiter kümmern sich um maximal 500

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Gäste, Butler- und Reiseconcierge-Service sorgen für höchste Qualität. „Mit der EUROPA 2 gehen wir neue Wege. Sowohl in der Architektur als auch in den Konzepten von Gastronomie und Entertainment interpretieren wir Luxus-Kreuzfahrt modern und leger“, sagt Julian Pfitzner, Leiter Produktmanagement. Der 225-Meter lange Luxusliner ist somit maßgeschneidert für anspruchsvolle, kosmopolitische Gäste, die beruflich stark eingespannt sind und in ihrer Freizeit das größtmögliche Maß an Individualität suchen. Das Motto: lässiger Chic statt traditionellem Captains Dinner, ein gelernter Kreuzfahrt-Höhepunkt, der in diesem Fall tatsächlich gar nicht erst angeboten wird. Pfitzner: „Unterhaltungskonzept und Routenkonzept sind auf Berufstätige und Familien abgestimmt.“ Alles ist vom Allerfeinsten auf der EUROPA 2. Zum Standard in den Suiten gehören Internetzugang via WLAN samt Tablet PC, schnurlose Telefone und Nespresso-Maschinen. Die beiden

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Promotion

Alles vom Feinsten auf der EUROPA 2: Es gibt ausschließlich Suiten, alle mit Meerblick und internationale Restaurants mit Sterne-Niveau. Kochkurse werden in der exklusiven Miele-Kochschule angeboten (links)

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jeweils 99 Quadratmeter großen Owner-Suiten verfügen über getrennte Wohn- und Schlafbereiche, eine Dusche mit Dampfsauna und als Highlight lässt es sich aus dem Whirlpool direkt aufs Meer schauen. Die Schmetterlingsbilder an den Wänden stammen übrigens von keinem Geringeren als Popart-Künstler Damien Hirst. Für Familien stehen sieben besonders geschnittene Appartements mit je 20 Quadratmeter großen getrennten Bereichen für Eltern und Kinder zur Verfügung. Erstmals überhaupt auf einem Kreuzfahrtschiff wird darüberhinaus eine Betreuung für Kinder ab zwei Jahren angeboten. Im sogenannten Knopf Club gibt es Baby-Betten, Wickeltische und eine Steiff-Kuschellounge. „Eine Art Kita de luxe“, schmunzelt Julian Pfitzner. Dass auch ältere Kinder und Teenager ein altersgerechtes Programm erwartet, versteht sich von selbst. Sieben Restaurants machen die Kreuzfahrt zu einer kulinarischen Weltreise auf Sterne-Niveau, das Angebot reicht von französischer Haute Cuisine im Tarragon bis zu japanischer Sushikunst im Sakura. Wem der Sinn danach steht, selbst den Kochlöffel zu schwingen, der bucht einen Kochkurs in der exklusiven Miele-Kochschule. Unter den sechs Bars an Bord befindet sich ein Ableger der berühmten Sylter Sansibar. Genauso abwechslungsreich ist das Unterhaltungsprogramm. Es reicht von exklusiv produzierten Bühnenshows über Jazzkonzerte

bis hin zu Comedy-Abenden. Zu den Stars an Bord zählen beispielsweise Pop-Ikone Kim Wilde, der Ausnahmekünstler Max Herre, „The Voice of Germany“-Gewinnerin Ivy Quainoo oder auch Bestseller-Autorin Amelie Fried. Weitere Highlights sind im SPA-Bereich, der sich über 620 Quadratmeter erstreckt, zu bestaunen. Die großzügige Saunalandschaft bietet mehr Platz pro Gast als jedes andere Schiff dieser Klasse – und als Pendant zum privaten Speisezimmer im Gastronomiebereich können Passagiere ein Personal SPA buchen – und so stundenoder tageweise Sauna, Whirlpool und Massageliegen genießen. Bei soviel Superlative wundert es dann schon nicht mehr, dass man mit der EUROPA 2 auch noch mit besonders gutem Gewissen über die Meere cruist: Sie ist das erste Kreuzfahrtschiff mit Katalysatoren, die den Stickoxidausstoß um fast 95 Prozent reduzieren. Ganz neue Maßstäbe. Auch beim Umweltschutz.

Unterwegs mit der Europa 2 Mit siebentägigen kombinierbaren Reisen, die in den Sommermonaten ins Mittelmeer führen, und den 13- bis 20-tägigen Kombinationsreisen im Winter zu Fernzielen wird die EUROPA 2 besonders den Bedürfnissen von Berufstätigen und Familien gerecht. In der Saison 2015/2016 begibt sich die EUROPA 2 zum ersten Mal auf Kreuzfahrt entlang des afrikanischen Kontinents und steuert Häfen im südlichen Teil Afrikas an. Vorteil Schiffsgröße: Mit einer Länge von 225,38 Metern und einem Tiefgang von nur 6,30 Metern kann die EUROPA 2 im Vergleich zu anderen Schiffen auch kleinere, eher selten besuchte Häfen wie Bonifacio und Portofino ansteuern. Überdies bringen insgesamt zwölf Zodiacs die Passagiere zu einsamen Lagunen und Stränden, zum Beispiel in Südostasien. Routen, Preise und weitere Informationen: www.hl-kreuzfahrten.de

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„Il nuovo Adam“ – eine der beiden Bronze-Büsten von Helga Vockenhuber im Park von Schloss Leopoldskron

Te x t:

Helga Vockenhuber Es sind zentrale Fragen der Weltreligionen, die die österreichische Bildhauerin Helga Vockenhuber (geb. 1963) in ihrem künstlerischen Schaffen thematisiert. Besonders interessiert sie der Weg des Menschen zu innerem Frieden und zu sich selbst. Für zwei Bronzearbeiten, die im letzten Jahr im Park von Schloss Leopoldskron in Salzburg aufgestellt wurden, hat sie sich mit Adam und Eva auseinandergesetzt. 3 Meter hoch und rund 800 Kilo schwer sind die Büsten. Vockenhubers Wunsch ist es, die Würde des Menschen und die in ihm wohnende geistige Welt darzustellen sowie auf seine Einzigartigkeit hinzuweisen. ➻ www.helga-art.at

PR

ber edler Tropfen, die ihre Kenntnisse vertiefen möchten. Das Weinhaus Gröhl ist in der Welt der Weine zu Hause und für die Kunden stets verlässlicher Berater und Lieferant. Im Januar 2015 hat der hanseatische Weinhändler seine zweite Filiale im Hamburger Stadtteil Eppendorf eröffnet. ➻ www.weinhaus-groehl.de

Fo t o s:

Weinhaus Gröhl Auf fast 100 Jahre Weingeschichte kann das Hamburger Weinhaus Gröhl bereits zurückblicken. Das Angebot des Traditionsunternehmens reicht von internationalen Weinen und Champagner bis hin zu erlesenen Spirituosen. Darüber hinaus werden den Kunden exklusive Fachberatung, Weinproben und Wein-Seminare angeboten. In diesen Veranstaltungen geht es um den Genuss und darum Weinwissen zu vermitteln. Sie richten sich an Einsteiger, aber auch an Liebha-

Tanja Reuschling

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Gut beraten werden Weinliebhaber im Weinhaus Gröhl, u.a. von Sommelière Desirée Fischer

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Was unterscheidet Sie von anderen Privatbanken? Ganzheitliche Beratung verspricht heute natürlich jeder. Wir können bereits auf eine 145-jährige Tradition als Vermögensverwalter zurückblicken. Für uns heißt ganzheitliche Beratung: Die persönliche Situation des Kunden und sämtliche Vermögenswerte zu berücksichtigen, Experten für Sonderthemen einzubinden und die besten Finanzlösungen zu vermitteln. Geht es noch konkreter? Die Möglichkeiten, die wir Kunden bieten, sind quasi grenzenlos. Das Angebot reicht von der Strategischen Asset Allokation über die Finanzierungs- und Immobilienberatung bis zur Nachfolgeplanung und Stiftungsfragestellungen. Wie sieht es mit Sachwertinvestments aus? Der Markt für erneuerbare Energien bietet hier vielfältige Perspektiven und gilt als einer der Zukunftsmärkte weltweit. Wir haben ein breites Netzwerk in der Industrie aufgebaut und können so fachkundig beraten. Ebenfalls beraten wir bei der Suche nach einer echten unternehmerischen Beteiligung.

Thomas Herbst im Atelier, um 1900, von Ernst Eitner

Eberhard Hofmann ist einer der beiden Niederlassungsleiter bei Merck Finck & Co in Hamburg

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Fo t o s:

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Bankhaus Merck & Finck 5 Fragen an Eberhard Hofmann, Leiter der Niederlassung Hamburg

Auf Ihrer Website sind Bilder renommierter Museen zu sehen. Wieso? Wir finden: Was kostbar ist, gehört in gute Hände. Kunstschätze gehören in die Obhut eines Kurators, die materiellen Werte unserer Kunden in die eines kompetenten Portfolio-Managers. Kompetent in jeder Hinsicht? Natürlich. Aber das Urteil über unsere Arbeit überlassen wir lieber anderen. Über aktuelle Auszeichnungen von Handelsblatt und Elite Report sowie von Focus-Money freuen wir uns natürlich sehr. Allerdings sind sie für uns kein Grund auszuruhen. Im Gegenteil. ➻ www.merckfinck.de

Thomas Herbst und Freunde Mit seinen norddeutschen Landschaftsansichten, Tierstaffagen mit Kühen, Pferden und Schafen in den Elbmarschen sowie ländlichen Interieurs wurde der Hamburger Maler Thomas Herbst (1848-1915) zu einem der bedeutendsten Künstler des deutschen Impressionismus. Anlässlich seines 100. Todestages zeigt die Galerie Herold die Ausstellung „Herbst und Freunde“ mit Werken u.a. von Ernst Eitner, Arthur Illies und Max Liebermann (bis 27.Juni): Galerie Herold, Hamburg, Colonnaden 5 ➻ www.galerie-herold.de

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Berenberg – tradition und moderne im banking Es ist ein seltenes Jubiläum, das die Hamburger Privatbank Berenberg dieses Jahr feiert. Als zweitälteste Bank der Welt begeht sie ihr 425-jähriges Bestehen. „Erfolgreiche Privatbanken mit einer jahrhundertelangen Historie leben von und mit der Tradition – sie beschäftigen sich aber nicht in erster Linie mit der Vergangenheit, sondern agieren in der Gegenwart und gestalten die Zukunft“, so Dr. Hans-Walter Peters, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter. Heute verwalten 1.250 Mitarbeiter an 19 Standorten 36 Mrd. Euro. ➻ www.berenberg.de

Die Privatbank Berenberg mit Sitz am Neuen Jungfernstieg in der Hamburger Innenstadt

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EINE NEUE DIMENSION IN DESIGN UND TECHNIK markilux MX-1 Von Kunden gewünscht, von markilux entwickelt. All unsere Erfahrung, all unser Wissen in Design und Technik, Schönheit und Funktionalität vereinen sich in der neuen markilux MX-1.

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schön Möbel & Accessoires – die persönlichen Favoriten von Designern

Portfolio _ Zeit

Fo t o s: © 2 0 1 5 . D ig i t a l im a g e , T h e M u s e u m o f M o d e r n A r t , N ew Yo r k /S c a l a , F l o r e n c e , L u d w ig M i e s va n d e r Ro h e u n d Lil l y Re i c h , H e r s t e l l e r : K n o l l I n t e r n a t i o n a l (w w w. M a r k a n t o . d e) ; D e a n K a u f m a n ; S t e f a n H e in r i c h s ; C l a s s i c o n

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Zeitlos

„Zeit“ ist das Thema dieser Ausgabe des stilwerk-Magazins. Was liegt da näher, als Designer zu fragen, welches Interiordesign-Objekt in ihren Augen von zeitloser Schönheit ist. Die Antworten kommen von Annabelle Selldorf, deutsche Architektin in New York, Thomas Bentz und Oliver Lühr, (Modelabel „Achtland“), Peter Schmidt (Verpackungen), Tobias Grau (Lampen & Licht) Sebastian Herkner (Interiordesign) und Saskia Diez (Schmuck).

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MR10 Ludwig Mies van der Rohe 1927 „Der MR-Stuhl ist immer wieder wie ein Wunderwerk anzusehen. Er hat eine bestechend schöne Dualität: Das kühle, maschinell hergestellte Stahlrohr steht im Kontrast zur Wärme des natürlichen Rattans, während die Leichtigkeit der schwebenden Kurvenform ein kühner Ausdruck seiner Stärke ist. Er ist ein Meisterwerk an Präzision und Handwerk.“

Annabelle Selldorf, deutsche Star-Architektin in New York, Liebling von Manhattans Kunstszene, arbeitete u.a. für den Galeristen David Zwirner, Künstler Jeff Koons, die Neue Galerie New York. Auch das spektakuläre Wohnhochhaus 200 11th Avenue mit Parkplatz vor der Wohnungstür stammt von ihr. ➻ www.selldorf.com 1 _ 2015

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Eros Säulentisch Angelo Mangiarotti 2010 „Der Tisch besticht durch seine reine Form und sein selbsterklärendes Detail der auf den Sockel gesteckten Tischplatte aus massivem Marmor.“

Sebastian Herkner hat Produktgestaltung an der HfG Offenbach am Main studiert. Bereits während seines Studiums absolvierte er ein Praktikum bei Stella McCartney in London. 2006 gründete er sein eigenes Studio in Offenbach am Main. Seine Entwürfe wurden mit mehreren Designpreisen ausgezeichnet. ➻ www.sebastianherkner.com

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Barcelona Liege Ludwig Mies van der Rohe 1929 „Die Liege begleitet mich schon mein Leben lang. Sie zog mit mir von Hamburg nach Amerika, jetzt steht sie in meinem Haus in Spanien. Ich mag daran ganz besonders, dass man auf ihr schwebend sitzt oder liegt.“

Peter Schmidt, Marken-Experte und Verpackungsdesigner aus Hamburg. Seine Expertise reicht von Parfümflakons (Jil Sander) über Porzellan (Arzberg) bis Interiordesign (Hamburgische Staatsoper). ➻ www.peter-schmidt-group.de

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Diana Table Konstantin Grcic für Classicon 2002 „Beistelltisch? Notebookständer? Konstantin Grcics Serie von Stahlblechtischen ist offen für viele Interpretationen und Nutzungen – vor allem aber für die Phantasie. Ich liebe ihn, auch weil er mein erstes eigenes Designermöbel war.“

Saskia Diez, Schmuckdesignerin in München. Ketten, Ringe und Armbänder der ausgebildeten Goldschmiedin und Industriedesignerin sind weltweit gefragt. ➻ www.saskia-diez.com

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Family Lamp Atelier van Lieshout 2007 „Die Family Lamp von Atelier van Lieshout – eine Lampe aus patinierter Bronze – ist ein Objekt, das nicht nur besonders gut und massiv nach einem traditionellen Verfahren hergestellt worden ist, sondern auch im Design sehr kunstvoll ist. Wir lieben dieses Objekt, denn es erinnert uns an Familie und Beständigkeit.“

Thomas Bentz und Oliver Lühr gründeten Achtland, ein High-end Prêt-à-porter-Label 2011 in Berlin. Die erste ACHTLAND-Kollektion wurde im Januar 2012 lanciert. Seit Anfang 2014 hat das Label Sitz und Atelier nach London verlegt. ➻ www.achtland.net

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Leuchte Falling Leaf Tobias Grau 2012 „Die Hängeleuchte Falling Leaf besticht durch die Kombination aus poliertem Aluminium und mattem hochwertigen Kunststoff in verschiedenen Farben sowie einer optischen Linse. Durch diese wird das brillant warm-weiße LED-Licht blendfrei und optimal gestreut.“

Tobias Grau, Designer in Hamburg, richtete zunächst als Innenarchitekt Werbeagenturen und Modeläden ein, ehe er 1987 seine erste Leuchtenkollektion entwickelte. Grau gewann zahlreiche nationale und internationale Designpreise. ➻ www.tobias-grau.com

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News und Veranstaltungen in den fünf stilwerk-Dependancen

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Fatboy zeigt Outdoor-Neuheiten Bis 3. Mai 2015 Entdecken Sie in unserer Fatboy-Outdoor-Ausstellung die bequemen Sitzsack-Klassiker neu und lassen Sie sich von den spannenden Frühjahrsneuheiten der Marke überraschen.

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Designmeile geht in die 5. Runde Herbst 2015 Die Designmeile findet im Oktober zum 5. Mal statt. Seit dem Start 2011, initiiert durch das stilwerk Berlin hat sich ein Netzwerk aus designorientierten Händlern, Hoteliers und Gewerbetreibenden formiert, das das gemeinsame Event organisiert. Was die Partner eint, ist die Leidenschaft für Qualität, hochwertige Gestaltung und Materialien – jenseits von schnelllebigen Trends. So entwickelte sich innerhalb weniger Jahre aus der Idee „Designmeile Kantstraße“ der „Design Distrikt in der City West“ entwickelt. ➻ www.designmeile.berlin

SieMatic präsentiert neue Stilwelt „Urban“ demnächst Offenheit statt Designdiktate: „Urban“, die neue Stilwelt von Küchenspezialist SieMatic, kommt frisch von der internationalen Möbelmesse und ist demnächst bei SieMatic im stilwerk Wien zu sehen. Inspiriert wurde das neue Programm vom Leben und den Kontrasten in der Stadt: Street-Art, Pop-up-Shops oder Urban Gardening – die Kreativität der Menschen schafft täglich Veränderungen. Die Stadt ist ein Raum der Möglichkeiten, in dem jeder seine Nische findet.

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bis ende september „Tak vi forbliver“. Das heißt übersetzt: Danke, unser skandinavischer Besuch aus Dänemark bleibt noch ein bisschen. Dank des großen Erfolgs verlängern wir zusammen mit Normann Copenhagen unseren Pop-up-Store by stilwerk in Hamburg noch bis Ende September. Im historischen Gewölbekeller finden Sie auf 200 Quadratmeter spannende Designermöbel, aber auch Geschenkideen der skandinavischen Art. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Normann Copenhagen weiterhin im stilwerk

Klavier-Kunst: Die Bechstein Konzerte 17. April / 11. September 2015, 20 Uhr Genuss für die Ohren: Im Rahmen der Bechstein Klavierkonzerte zeigt Pianist Laurens Patzlaff am 17. April 2015 sein Können im stilwerk Düsseldorf. Die Improvisation ist Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens des Stuttgarter Musikers. Neben Werken von Schumann und Debussy wird er vom Publikum vorgeschlagene Themen frei interpretieren. Mit dem Pianisten Henri Sigfridsson präsentiert stilwerk am 11. September 2015 ein weiteres Konzerthighlight. Der Künstler hat sich in den letzten Jahren auf vielen wichtigen Konzertpodien Europas und Asiens einen Namen gemacht und wird beim Bechstein Klavierabend Werke von Sibelius, Nielsen und Strawinsky spielen.

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Venice Design Week zu Gast im stilwerk Berlin

22.–30. Mai 2015 Die Venice Design Week zählt zu den Top-Events Venedigs. Das Vergnügen gibt’s jetzt auch in Berlin! Internationale Labels und Designer präsentieren sich im Foyer. Man kann mit Kreativen über ihre Arbeit diskutieren oder in Workshops selbst üben.

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Aktion: „Heimweh/ Fernweh“ von KIM+HEEP und Mochi Frühjahr 2015 Das koreanisch-deutsche Gestalterduo KIM+HEEP und die Macher des zeitgenössisch-japanischen Restaurants Mochi setzen bei der Aktion „Heimweh/Fernweh“ traditionelle, asiatische Handwerkstechniken in einen neuen Kontext. In einer Art Schaulabor werden Techniken wie die Herstellung von handgeschöpftem Reispapier und das Zubereiten von Reis als multi-sensorische Rauminstallation im Shop des stilwerk Wien (1. OG) hautnah erlebbar gemacht.

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Innovativ: „Slim Wood Collection“ von Viteo

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Bis zum 16. Mai 2015 In Hamburg zeigt die stilwerk design gallery in der 5. Etage ab sofort die neuesten Arbeiten des serbischen Designstudios dsignedby. Präsentiert wird die jüngst mit dem Interior Innovation Award 2015 prämierte Tischserie „Table T“. Die Tische erscheinen dabei in neuer, exklusiver und limitierter Optik und glänzen durch ungewöhnliche Materialkombination und eingebaute LED Technik. ➻ www.stilwerk-designgallery.com

stilwerk stores betreibt eigene Shops

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Ausstellung „Table T – The simplicity of Black & White“

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22. / 23. Mai 2015 Am langen Pfingstwochenende steht die rheinische Metropole wieder ganz im Zeichen der Musik. Die 23. Düsseldorfer Jazz Rally bringt verschiedenste Stilrichtungen des Jazz, aber auch Funk, Soul und Blues in die Stadt. Dabei macht die Rally auch im stilwerk Station und präsentiert am 22. Mai ab 21 Uhr das Künstlerensemble Richie Beirach Trio. Es verspricht mit zwei Pianisten, einem Schlagzeuger und bewusstem Verzicht auf den Bass außergewöhnliche Klänge mit mehr Freiheit. Zu einem weiteren Konzert lädt das stilwerk Düsseldorf am 23. Mai ab 22 Uhr ein: Dann wird die SingerSongwriterin Sabrina Starke, bekannte Vertreterin eines neuen Souls, Sie mit ihrer einzigartigen, jazzigen Stimme verzaubern.

Ab 1. April 2015 Viteo präsentiert auf der Terrasse im 1. OG des stilwerk Wien die neue „Slim Wood Collection“: Möbel für draußen, die aussehen wie Innenmöbel. Für sie wurde das puristische, besonders strapazierfähige Material Corian® mit warmen Holz kombiniert.

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Alles neu macht der Mai! Alles neu macht der Mai! Zumindest passt dies zu den Entwicklungen im stilwerk Dortmund. Das seit November 2014 von stilwerk geführte Designcenter an der B1 freut sich nach der Umbauphase nun zeitnah neue Shops und Mieter zu begrüßen. Mit einer Feier wird das Haus mit Mietern und Kunden im Mai neu eröffnet. Neben den bereits ansässigen Shops wird stilwerk als Händler mit einem neu entwickelten Shop-in-Shop-Konzept namens stilwerk stores vertreten sein und spannende Marken mitbringen: Erste Hersteller wie Walter Knoll, B&B Italia, Piure, Tecta, Knoll International Cassina, interlübke und Cor konnten bereits gewonnen werden. Neben Dortmund wird das Konzept stilwerk stores auch im stilwerk Düsseldorf mit den oben genannten Marken umgesetzt. Weitere Marken folgen.

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WILLKOMMEN AUF TREUDELBERG - INMITTEN DER NATUR pure Entspannung in unserem DaySpa oder feinstes Golferlebnis auf 27-Loch! Das Treudelberg DaySpa bietet Ihnen auf 500m2, mit 8 Behandlungsräumen, pure Entspannung inmitten des Alstertals. Machen Sie Urlaub vom Alltag und wählen Sie aus unserem großzügigen Anwendungsangebot mit Produkten der Ligne St Barth und Thalgo Cosmetics Ihr Wunschtreatment aus. Das DaySpa-Team freut sich darauf, diesen Urlaub für Sie zu verwirklichen. Pures Golfvergnügen auf Treudelberg - mit dem hoteleigenen 27-Loch Championship Golfplatz und der Golfakademie „Golf in Balance“, mit professionellen Golftrainern und einem umfangreichen Kursangebot bleiben keine Wünsche offen - egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener. Bei schönem Wetter laden die großzügigen Terrassen mit einem fantastischen Blick über den Golfplatz zu unvergesslichen Stunden ein, denn der Sonnenuntergang auf Treudelberg ist einer der Schönsten in Hamburg.

Der ideale Ort für pure Entspannung oder tolle Golferlebnisse – das steht fest – liegt im Alstertal. Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Für Ihr DaySpa-Erlebnis: beauty@treudelberg.com oder Tel. 040 - 60822-8881. Für Ihr Golf-Erlebnis: golf@treudelberg.com oder Tel. 040 - 60822-8877.

Steigenberger Hotel Treudelberg . Lemsahler Landstraße 45 . 22397 Hamburg . Tel. +49 40 60822-0 . info@treudelberg.com www.treudelberg.com . Golf Hotel Hof Treudelberg GmbH . Ein Unternehmen der Garbe Group


Store

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Die stilwerk-Stores in Hamburg, Berlin,  Düsseldorf und Wien auf einen Blick stilwerk

Hamburg Große Elbstraße 68 22767 Hamburg  +49.40.30 62 11 00 hamburg@stilwerk.de Auping Plaza +49.40.30 62 17 21 Bauwerk Parkett +49.40.30 03 55 33 bettundraum +49.40.38 61 42 26 Bretz +49.40.38 03 86 66 bulthaup +49.40.30 62 11 50 clic Inneneinrichtung +49.40.46 89 68 90 Cor interlübke +49.40.468 96 89 70 De Breuyn +49.40.41 30 76 77 Hem +49.40.28 78 04 04 Farrow&Ball +49.40.70 29 86 05 Fashion For Home +49.40.98 76 00 00 Freistil +49.40.4 68 96 89 80 Gubi +49.40.70 29 86 05 Hamburger Möbel Kooperation +49.40.38 61 43 96 ip20 +49.40.64 55 55 60 Kirsch & Lütjohann +49.40.226 22 40 ligne roset +49.40.38 61 44 03 markilux +49.40.380 23 97 50 Montana +49.40.4 68 96 89 80 Normann Copenhagen +49.40.28 80 94 88 stilwerk magazin

Paschen by Wohnart +49.40.52 59 43 21 Poggenpohl +49.40.306 06 397 punct.object +49.40.30 62 12 60 Roche Bobois +49.40.5 70 19 57 30 Rolf Benz Haus +49.40.468 96 89 50 Siedle +49.40.6 70 49 80 SieMatic ellerbrock +49.40.38 08 67 70 stilwerk design gallery +49.40.28 80 94 83 Tobias Grau +49.40.30 03 58 31 Utz +49.40.30 62 12 05 Vincenzo – Gastronomie +49.40.87 50 05 59 Walter Knoll +49.40.2 09 49 47 70

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Berlin Kantstraße 17 10623 Berlin  +49.30.31 51 50 berlin@stilwerk.de allmilmö-zeyko +49.30.31 51 56 78 Auping Plaza +49.30.31 80 60 66 Bang & Olufsen +49.30. 31 51 51 31 Bauwerk +49.30.30 82 78 66 Blümel Kaminbau  +49.30.6 14 23 59 BoConcept +49.30.20 00 42 20 Bretz +49.30.915 60 34 1 Brock + Stephan Poggenpohl +49.30.31 51 51 60

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