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www.stilwerk.de Ausgabe 01/2014 Deutschland € 8,– / Österreich € 8,80 / Schweiz CHF 15,– / BeNeLux € 10,– / Italien,Spanien € 10,– / Frankreich € 10,–

Design.Kultur.Leben – Das stilwerk Magazin

NEU

Die Neue Freiheit Farben, Formen, Materialien

Sommer 2014


Kapitel

JOHN

tobias-grau.com

stilwerk # 01/2013

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Welcome SCAN WITH LAYAR

Liebe Leserin, lieber Leser! Herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe des neuen stilwerk Magazins! Hier geht es um all die schönen Dinge des Lebens, um kreatives Design und Einrichten, aber auch um spannende Persönlichkeiten und kulturelle Highlights. Dieses Mal dreht sich alles um das Thema Freiheit – denn zumindest beim Wohnen ist zurzeit alles erlaubt, was gefällt. Klare Stilvorgaben und strenge Designdogmen sind passé. Stattdessen wird nach Herzenslust kombiniert und ausprobiert, scheinbar Gegensätzliches ist kein »No-Go« mehr, sondern fast schon ein »Must«. Mindestens genauso spannend wie schöne Produkte finden wir die Menschen, die sie erschaffen oder die Designwelt nachhaltig prägen. Wie die Ausnahme-Erscheinung Ambra Medda, 32, die bereits mit 23 Jahren die Messe Design Miami mitgründete und jetzt Creative Director einer Online-Plattform für exquisite Möbel-Designkunst ist. Interessant, von ihr zu erfahren, wie sie Stil definiert und lebt. Oder die preisgekrönte Nachwuchsdesignerin Gesa Hansen, 33, die nicht nur in Sachen Job ein echter Familienmensch ist. Unsere Berliner Autorin Antje Wewer porträtierte den kreativen Kopf von »The Hansen Family« und erhielt einen Einblick in die Werkstatt, in der all ihre Möbel entstehen – sehr gradlinige Stücke mit raffinierten Extras. Oder der Franzose Cyril Zammit, der mit den Design Days Dubai die erste Designmesse im arabischen Raum etablierte. Mit ihm sprachen wir darüber, wie es gelingt, eine Designkunstsammlung aufzubauen. Wenn Sie genauso reiselustig sind wie ich und am liebsten neue Orte und Länder kennenlernen, lassen Sie sich doch einfach von unseren Tipps rund um neue Designhotels und spannende Destinations inspirieren. Auch unsere ausgewählten Kunst-Events sind wie immer eine Reise wert. Für alle, die aber gern auch mal Zuhause bleiben, gibt es ebenfalls gute Nachrichten. Denn der stilwerk-Kosmos wächst: Neben unseren Häusern in Hamburg, Berlin, Düsseldorf und Wien mit insgesamt rund 150 Design- und Lifestyle-Stores können Sie uns in Kürze auch in der virtuellen Welt erleben. Denn der stilwerkOnline-Shop kommt – mit der für uns typischen Vielfalt an großartigen Marken und Designprodukten. Und natürlich mit unserem Service-Versprechen an Sie. Wenn Sie also mal keine Lust haben, vor die Tür zu gehen, besuchen Sie uns doch einfach online und stöbern in unserer einzigartigen Einrichtungs-Auswahl. Viel Vergnügen beim Lesen und Entdecken! Herzlichst, Ihr Alexander Garbe

Alexander Garbe, Geschäftsführer stilwerk GmbH

Wollen Sie mehr über stilwerk erfahren? Scannen Sie mit Ihrem Smartphone diese Seite, um einen Film zu aktivieren: Bei einem kurzen Spaziergang durchs Hamburger stilwerk spricht Geschäftsführer Alexander Garbe über Konzept und Anfänge des Hauses und seine ganz persönliche Verbindung zu Kunst und Design. Lesen Sie auch unseren stilwerkSonderteil ab Seite 67: Hier berichten wir über alles, was neu ist im stilwerk – von der Shop-Eröffnung bis zum spannenden Event. Außerdem präsentieren Händler ihre aktuellen Designlieblinge. Lassen Sie sich überraschen!

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stilwerkMagazin

Inhalt

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Room Service Welches Sofa passt zu mir? Der stilwerk-Inneneinrichter über die Wahl des perfekten Sitzmöbels

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Talk »Früher habe ich immer zu viel Schmuck getragen« Ambra Medda, Mitgründerin der Design Miami, über Stil

38 84

Travel Paradiesisch speisen: Das Baumrestaurant »Treepod Dining« gehört zum Luxusresort Soneva Kiri

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Trend Pink, Rosa, Gelb, Mint? Egal! Die neuen Möbel machen auf jeden Fall gute Laune


Inhalt

06 Talk Stilikone Ambra Medda beantwortet den stilwerk-Fragebogen 10 Good News Menschen, Produkte, Trends. Vom neuen 25hours Hotel in Berlin bis zur Polsterstoffkollektion von Dior-Designer Raf Simons

56 Mein Arbeitsplatz Im Atelier der Wiesbadener Designerin Sarah Böttger, die Leuchten, Gläser und raffinierte Tischchen entwirft 58 Designkunst Cyril Zammit, Messechef der Design Days Dubai erklärt, wie man zum Sammler ausgefallener Interiorobjekte wird

20 Designer VS. Designerinnen Kreativität im Doppelpack: Stefan Diez entwirft Möbel, seine Frau Saskia Schmuck

62 Markenporträt Kunststoffkult: die fröhlichen Möbel der italienischen Firma Kartell

22 Shopping Wir haben die coolsten Teile in den Trendfarben Mint, Gelb und Rosa für Sie ausgesucht – vom Sofa bis zum Schuh

Inhalt

28 Quality Gesa Hansen gilt als eine der erfolgreichsten Nachwuchsdesignerinnen. Ein Werkstattbesuch 36 Stil-Ikonen Die Bauhaus-Leuchte von Wilhelm Wagenfeld wird 90 38 Trend Exklusiv: Stylistin Eva Marguerre inszeniert die InteriorTrends der Saison 48 Trend Recycling-Design – wie ausrangierte Sachen zu schicken Möbel- und Wohnaccessoires werden 52 Outdoor Sonnenliege, Coffeetable, Loungesessel, Laternen, Bauhaus-Klassiker: Stilvolles für Dachterrasse und Garten

64 Room Service Ralph van Gemert, stilwerk-Inneneinrichter, über die Wahl des perfekten Sofas 83 Kunstkalender Die Highlights von Johann Haehling von Lanzenauer, Galerist und Kurator

67 – 82 Willkommen in der stilwerk-Welt * Lieblingsstücke stilwerk-Händler zeigen ihre Designfavoriten News & People Wer, wo, was: das Neueste aus dem stilwerk Small Talk stilwerk-Stores und ihre Macher Manufaktur »Viva Pallone« heißt die limitierte Edition des berühmten Loungesessels von Leolux stilwerk shop stilwerk goes online: Hochwertige Designprodukte können Sie demnächst auch von Zuhause aus shoppen

Standards 03 Editorial 04 Inhalt

84 Travel Ab ins Paradies: das Soneva Kiri auf Koh Kood in Thailand

93 Impressum / Bildnachweis

90 Kleine Fluchten Vom coolen Stadthotel bis zum stilvollen Landgasthof

96 Händlerübersicht Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Wien. Alle stilwerk-Stores auf einen Blick

94 Mein Berlin Designerin Esther Perbandt verrät uns ihre Lieblingsadressen

98 Gewinnspiel * Ausgabe Hamburg, Berlin und Düsseldorf

Noch mehr SpaSS mit dem stilwerk Magazin! Mit Layar bieten wir Ihnen noch mehr Inhalte. Laden Sie einfach die kostenlose SmartphoneApp herunter.

Scannen Sie gekennzeichnete Seiten mit der Layar-App …

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stilwerkMagazin

Talk

Galeristen, Designer und Künstler wie Pharrell Williams gehören zum L'ArcoBalenoNetzwerk von Ambra Medda

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Talk

Ambra Medda Über Stil

Lieblingsmöbel, Musik, das geheimnis einer guten Inneneinrichtung: Die Mitgründerin der Design Miami und der Design-Plattform L’arcoBaleno beantwortet den Stilwerk-Fragebogen

»Frammenti Rossi«Lichtobjekt von Fernando & Humberto Campana. Ein Kunstwerk aus Murano-Glas. Ca. 55.000 Euro

Was bedeutet Stil für Sie? Stil ist unsere individuelle Art, uns auszudrücken. Er sollte spontan und autenthisch sein und uns helfen, uns gut zu fühlen und vor allem wir selbst zu sein. Was ist Ihrer Meinung nach gutes Design? Gutes Design überdauert die Zeit. Erfolgreiches Design ist vollkommen zeitlos. Worin besteht seine Funktion? Design kann dazu dienen, ein Problem zu lösen, unseren Alltag zu verschönern oder unser Zuhause zu bereichern. Was fällt Ihnen als Erstes auf, wenn Sie jemanden zum ersten Mal zu Hause besuchen? Ob die Bewohner ihr Zuhause lieben und gern darin leben. Was ist das Geheimnis einer guten Inneneinrichtung? Man sollte auf seinen Instinkt hören und sich (nur) mit Dingen umgeben, die man liebt. Woran arbeiten Sie zur Zeit? Im Juli 2013 haben mein Geschäftspartner Oliver Weyergraf und ich LArcoBaleno.com gestartet, eine Website für Menschen, die gern exzellentes Design kaufen und darüber lesen. Wir bieten eine riesige Auswahl von bedeutenden Designobjekten aus aller Welt. Die Site ist in spannender Optik layoutet und informiert die Leser fortlaufend über Trends, Events und interessante Persönlichkeiten, die sie kennenlernen sollten. Was motiviert Sie? Talentierte Designer zu unterstützen und Menschen miteinander in Verbindung zu bringen.

Was finden Sie schön, und was bedeutet Ihnen Schönheit? Ich finde alles Mögliche schön, vor allem die Natur. Das Meer und die Berge Griechenlands  …  einfach unglaublich. Doch ich entdecke Schönheit auch in Stoffen, im Gedränge auf einem Markt, in der Art, wie jemand die Straße entlanggeht oder in einem Möbelstück. Wie würden Sie Ihren persönlichen Geschmack beschreiben? Mein Geschmack ist sehr eklektizistisch, sehr straight und klar. Ich mixe gern traditionelle Handwerkskunst mit avantgardistischem, modernem Design. Sowohl in der Mode als auch im Design kombiniere ich am liebsten Elemente, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen.

» Ich mixe gern traditionelle Handwerkskunst mit modernem   Design. « Haben Sie beim Styling schon mal daneben gelegen? Früher habe ich zu viel Schmuck getragen. Dann habe ich ganz damit aufgehört, und jetzt fange ich langsam wieder an, allerdings sehr viel sparsamer.

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In jedes Stück des 31-teiligen Dinner-Sets »Maria Callas« hat Designer Daniel Kruger ein Bild der Operndiva eingearbeitet. Ca. 20.400 Euro


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Tischlampe »Contrast« des französischen Designers Julien Carretero, ca. 5.500 Euro

Verbinden Sie etwas mit dem Satz: So was macht man einfach nicht? Ich versuche niemals, Sachen bewusst aufeinander abzustimmen. Was tun Sie in Ihrem Alltag für die Umwelt? Ich recycle. Ich promote und verkaufe Designobjekte, die man von einer Generation zur nächsten weitergeben kann. Sammlerstücke werden zum Bestandteil des eigenen Lebens und der Familiengeschichte … da ist es unwahrscheinlich, dass man sie irgendwann langweilig findet und wegwirft. Haben Sie bei sich zu Hause ein Lieblingsmöbelstück? Ich habe so vieles, was mir lieb und teuer ist. Besonders gern mag ich mein Borsani-Sofa und einen Stuhl von den Campana-Brüdern. Welches ist Ihr Lieblingszimmer? Das Wohnzimmer. Was lesen Sie? Ich lese vor allem Bücher über Design, Philosophie und Psychologie. Was für Musik hören Sie? Wild Belle, Jai Paul und Tim Hardin. Welche Filme/Fernsehserien sehen Sie gern? Ganz klar: True Detective, The Wire, The Sopranos. Was ist Ihr Lieblingsoutfit für einen normalen Tag? Bluse, Jeans und Strickjacke mit flachen Schuhen und einer spektakulären Tasche. Im Sommer ein schlichtes Kleid

» Ich versuche   niemals   bewusst, Sachen aufeinander   abzustimmen. « mit Sandalen und einer schicken Tasche oder einem tollen Hut. Verändert sich der persönliche Stil im Laufe des Lebens? Ich denke, wenn man sich weiterentwickelt, verändert sich auch der eigene Stil. Sie haben Freunde zum Essen zu sich nach Hause eingeladen. Gibt es irgendwelche Regeln? Bei mir zu Hause gibt es keine Regeln. Was ist Ihr größter Traum? Da hab ich eine ganze Liste, angefangen bei einem fliegenden Teppich und dem Wunsch, niemals wieder in ein Flugzeug steigen zu müssen. Dem Welthunger und der Umweltverschmutzung ein Ende machen. In der Natur leben. Glücklich sein und beruflich erfüllt. Verliebt sein und am wichtigsten: meine Freunde um mich haben.

Halskette aus VintagePlaymobilfiguren, entworfen von der neuseeländischen Designerin Lisa Walker. »Playmobil«, ca. 1.660 Euro

Über Ambra Medda Ambra Medda, 32, war 2005 Mitgründerin der Design Miami. Seit Juni 2013 ist sie Creative Director von L'ArcoBaleno, einer E-Commerce Plattform für Möbeldesign. Im Angebot: u. a. moderne Klassiker und zeitgenössische Sammlerstücke. Medda, Tochter einer erfolgreichen Designhändlerin, spricht fließend Französisch, Italienisch, Spanisch und Chinesisch. Sie lebt mit dem Rocksänger Damian Kulash in New York. www.larcobaleno.com

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stilwerk # 01/2013

Kapitel

„Eleganz heißt nicht ins Auge zu fallen, sondern im Gedächtnis zu bleiben.“ Ralph Anstoetz

Photography: Henrik Sorensen

WOHNSTOFFE UND TEPPICHE

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www.grandezza.jab.de


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Good news Good News

Menschen, Produkte  und Trends, Die uns Jetzt Bewegen, Ausgewählt von Chefredakteurin Nana Hake

Design Dschungelcamp Drink mit blick auf den affenfelsen? zimmer mit bett und hängematte? Willkommen im 25Hours Bikini berlin. Motto des hauses: Urban Jungle. das Konzept stammt von Designstar werner aisslinger – mit Pflanzen, Flohmarktschätzen und kunstinstallationen. www.25hours-hotels.com

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Good News

romantik modern schminktische erleben ein comeback. Kein wunder, wenn sie so schön sind wie der »sphere« von schönbuch »Entscheidend ist ein persönlicher Blick auf die Dinge«, sagt Martha Schwindling. Also wissen wir jetzt ziemlich genau, wie sich die Karlsruher Designerin einen zeitgemäßen Schminktisch vorstellt. Ohne Schnickschnack, mit zwei Schubladen und einem Spiegel, der sich kippen und drehen lässt. Ein Traum für große Mädchen – und perfekt für all die Töpfchen und Tiegel.

www.schoenbuch.com

Einfach schön: Das Design des »Sphere«   setzt auf klare geometrische Formen

Mehr als ein Tisch stilwerk Design gallery präsentiert eine werkschau der preisgekrönten Designerin Elisa Strozyk Bisher spielte für die Berlinerin Elisa Strozyk Holz die zentrale Rolle in ihren Materialexperimenten. In ihren neuesten Arbeiten spielt die Designerin mit keramischen Stoffen. Und wir erfahren, dass ein Tisch mehr sein kann als ein Tisch. In der Serie »ceramic-tables« erzeugen die keramischen Glasuren bildhafte Oberflächen. Die Tischplatte wird zum Bildträger und lässt mystisch-poetische Welten erkennen. »Elisa Strozyk. Poetic Transformation« wird bis zum 17. Mai 2014 gezeigt.

www.stilwerk-designgallery.com

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Good News

Frisch gestrichen Er bleibt, wie er ist und sieht trotzdem immer mal wieder anders aus – der Thonet Freischwinger Als der holländische Architekt Mart Stam den kubischen Stuhl 1926 erfand, ahnte er sicher nicht, wie oft man ihn weiterentwickeln würde, ohne ihn dabei wirklich zu verändern. Diesmal kommt der Klassiker mit farbig lackierten Gestellen daher – von graugrün bis senfgelb. Die ästhetische Sparsamkeit der Konstruktion und der bequeme Schwingeffekt des Gestells bleiben natürlich erhalten. Immer.

www.thonet.de

formvollendet Bunt, verspielt, scheinbar strukturlos wirkt es: das Museum für biodiversität in Panama, entworfen von stararchitekt frank gehry. seit 10 Jahren ist es im bau, dieses jahr soll nun wirklich eröffnet werden. falls nicht: auch die baustelle ist sehenswert! www.biomuseopanama.org

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Good News

begehbare kunstwerke Der orientteppich, neu interpetiert: Mal werden bei Vartian aus traditionellen Ornamenten abstrakte muster, mal liefern moderne künstler die vorlage für den gemäldegleichen Bodenbelag. alle unikate werden in nepal von hand geknüpft. www.vartian-carpets.com

Blütenpost gute laune per paket: die kommt mit dem Blumen-abo von Bloomy days direkt nach hause oder ins büro Montags, in aller Frühe, werden die Blüten in Holland auf dem Markt gekauft, wenig später beginnen Franziska Hardenberg und ihr Team mit Schneiden und Binden. Innerhalb von 15 Stunden sind alle Sträuße verpackt und auf dem Weg zu ihren Kunden. Wöchentlich, zwei- oder vierwöchentlich. Ab ca. 19,90 Euro

www.bloomydays.com

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Good News

Jacke wie Sofa Modesigner Raf Simons kleidet jetzt auch Möbel ein: er entwirft für textilSpezialist Kvadrat Es war Raf Simons, der zuerst auf die dänische Traditionsfirma aufmerksam wurde, als er feste Stoffe für eine Jil SanderKollektion suchte. Bei Kvadrat war man freudig überrascht und gerade auf der Suche nach kreativem Input – also fragte man kurzerhand Simons an. Der, inzwischen Chefdesigner bei Dior, sagte zu. Er ist ein Tausendsassa, betreibt wie nebenbei sein eigenes Modelabel, kollaboriert mit Fred Perry, Eastpak, Adidas. Mit seiner Arbeit für Kvadrat kehrt er zu seinen Wurzeln zurück: Bevor er mit Mode bekannt wurde, studierte Simons Industriedesign. Seine erste Kollektion umfasst elf raffinierte Stoffe, etwa ein Mohairgewebe mit fellartigem Flor und ein gesprenkelter Boucléstoff. Die Farben reichen von Bordeaux und Grau bis zu knalligem Pink und Orange. Dazu gibt es eine Accessoires-Linie aus Kissen und Plaids. Fruchtbare Zusammenarbeit: Accessoires aus Raf Simons Kollektion   für Kvadrat – und Kvadrat-Stofffetzen an der Herbst/Winter-Kollektion 2014 für Simons eigenes Modelabel

geballte Frauenpower Design ist eine Männerdomäne? Die Ausstellung » designing modern women 1890–1990 « im New yorker museum of modern art beweist das gegenteil. Sie rückt von Frauen (oft im schatten berühmter Männer) enworfene Stücke der eigenen Sammlung ins zentrum. Bis 1. Oktober, www.moma.com

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www.kvadratrafsimons.com


Good News

kunst-kochbuch Da bekommt der Spruch: »Das auge isst mit« eine ganz neue bedeutung: Eine Architektin und zwei Designer haben 12 Menüs in ausschlieSSlich einer Farbe zusammengestellt – für den April etwa in hellgrün, gelb für den Mai und hellrot für den Juni. Reimann, Mantke, Schober: »12 Farben, 12 Menüs«, Prestel Verlag, ca. 29,95 Euro

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Good News

Style Queen Wohnbloggerin Holly Becker über dos and don’ts beim einrichten

Wie kann man in Hannover leben und einen der weltweit angesagtesten Wohnblogs betreiben? Es gibt einen Spruch aus »Mad Men«: »Nur langweilige Menschen langweilen sich.« Ich finde Hannover sehr inspirierend, die Natur hier, die Museen. Zu viele Leute denken, sie müssten in Hot Spots leben, um auf Ideen zu kommen. Was ist der derzeit angesagteste Einrich-

tungstrend? Skandinavisches Design von Firmen wie Hay, Muuto, Ferm Living. Was werden Sie immer mögen? Kunst. Gemälde, Fotos, Grafiken, die ich z. B. gerne ums Sofa gruppiere. Sie erzählen Geschichten – und sagen viel über die Person, die sie ausgewählt hat. Was geht heute gar nicht mehr? Landhaus-Stil à la Toskana, in sonnigen oder erdigen Tönen gewischte Wände etwa. Gibt es einen Stil, den Sie nie mögen werden? Raufasertapeten. Und Farben wie Limone, Fuchsia, Sonnenblumengelb an der Wand – es sei denn im Kinderzimmer. Was wird nie aus der Mode kommen? Seinen persönlichen Stil zu finden und ihm treu zu bleiben.

www.decor8blog.com

Auf die richtige Mischung kommt es an:   Vasen-Ensemble à la Holly Becker und Kunstsammlung überm Wohnzimmer-Sofa Noch mehr Tipps gibt es in Holly Beckers   neuestem Buch »Wohnen mit Blumen«   (Callwey Verlag)

Ice, ice, baby Transparente Möbel liegen im trend. Besonders schönes beispiel: serie » haze « von Wonmin park Wie aus eingefärbten Eisblöcken herausgeschnitten – so wirken Stuhl und Tische des aus Südkorea stammenden Nachwuchsdesigners, der an der Design Academy Eindhoven studiert hat. Tatsächlich sind seine geometrischen Entwürfe aus Harz gefertigt.

www.wonminpark.com

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Good News

Schöner Schein frei nach dem motto weniger ist mehr: » Nice«, die neue hängeleuchte von tobias grau Schwer elegant kommt die minimalistische Leuchte des bekannten Lichtdesigners daher. Ihr schlanker, kegelförmiger Zylinder verjüngt sich nach oben, scheint übergangslos in das farblich angepasste Stromkabel überzugehen. Das brillante LED-Licht wird mit einer optischen Linse entblendet. Die Leuchte gibt es aus Kupfer, poliertem oder mattschwarzem Aluminium.

www.tobias-grau.com

G R U N D F A R B E N — 17 —

„Eintauchen in meine Bilder durch die Macht der Farben…“


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Good News

berlins schönste wg Der Wohn- und interview-Blog » freunde von freunden « hat mit möbelhersteller vitra ein apartment eingerichtet. zum wohnen, innovative produkte präsentieren und für veranstaltungen. Mulackstrasse 26, 10119 Berlin www.vitra.com, www.freundevonfreunden.com

„BEFREIEND“ #1-5

S T E F A N I E

H E N S S L E R — 18 —


Good News

Auf ein Glas Geht jetzt: Wein trinken, ohne gleich eine ganze flasche aufzumachen Designer Piercarlo Zonato hat eine handliche Folienverpackung entwickelt, in die genau ein Glas guter Wein passt, ohne dass der Geschmack leidet. Ideal für zu Hause, das Picknick im Park oder zum Campen. Der Wein für jede Gelegenheit.

place to be Starkoch Gordon Ramsays » Union street café « in london

www.oneglass.de

Der unprätentiöse Name täuscht: Ramsays »Union Street Café« in London ist nicht etwa ein Kaffeehaus, sondern ein Gourmetrestaurant mit Schauküche und Bar, untergebracht in einem ehemaligen Lagerhaus im Stadtteil Southwark. Relaxte Atmosphäre, Industrieloft-Schick, marktfrische, mediterrane Küche – reinschauen lohnt sich.

www.gordonramsay.com/union-street-cafe

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S T. P A U L I G A L L E R Y - D A V I D S T R A S S E

WWW.STEFANIE-HENSSLER-ART.COM

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WWW.ZAEK.DE/STEFANIEHENSSLER.HTML


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Designer vs. Designerinnen

Stefan Diez (43) stammt aus einer Schreinerfamilie und blieb zunächst auch auf diesen Spuren: Nach der Lehre studierte er aber an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart Gestaltung, dort lernte er auch seinen Mentor Richard Sapper kennen. Er lebt und arbeitet in München.

Stuhl »Houdini« für e15, Besteck »Tema« für Rosenthal, Beistelltisch »Upon« für Schönbuch

Stefan Diez Der Clou der Entwürfe von Stefan Diez liegt immer in ihrer handwerklichen Perfektion. Mal schafft Diez es, einen Stuhl wie »Houdini« für e15 komplett ohne Schrauben herzustellen, »Chassis« für Wilkhahn wiederum wiegt nur 2600 Gramm. Extrem leicht, aber gleichzeitig enorm stark, ist auch die Tasche »Paper«, die er gemeinsam mit seiner Frau Saskia entwarf und die mit dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet wurde. Das formal Unspektakuläre, darin ähneln sich die Diez’schen Perspektiven. So verwundert es nicht, dass die beiden immer wieder Produkte zusammen entwerfen. Längst ist Diez in der internationalen Designstar-Liga angekommen. Firmen wie Thonet, Moroso und Authentics geben die Gestaltung ihrer Produkte in seine Hand. Er tüftelt manchmal Jahre daran, sie einzigartig werden zu lassen. Dass ihm das immer wieder gelingt, beweisen auch die zahlreichen Designpreise, die er seit der Studiogründung 2003 erhalten hat. Stefan Diez entwirft trotz Weltruhm nach wie vor in seinem Hinterhofatelier in München. Seine Lieblings-Kreativquelle ist direkt nebenan: Das Studio seiner Frau.

www.stefan-diez.com

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Designer vs. Designerinnen

Saskia Diez (35) ist gelernte Goldschmiedin, studierte aber auch Industriedesign. Sie arbeitete unter anderem für Christian Haas und Konstantin Grcic, bevor sie ihr Schmuckatelier im Münchner Glockenbach-Viertel gründete. Dort lebt sie mit ihrem Mann und den drei gemeinsamen Kindern.

Saskia Diez

Halskette »Fine Gold & Silver Cubic«, Ring »Sapphire«, Schlüsselanhänger »Crystal«

Auch die Entwürfe der Goldschmiedin Saskia Diez sind formal reduziert: Sie bestechen durch intelligente Einfachheit. Die Armbänder der Serie »Ultrafine« zum Beispiel sind so leicht wie Spinnweben, bei den »Big Knot«-Ketten verknoten sich Metallglieder zu einem eleganten Knoten. An den Hängeohrringen »Boule« baumelt eine hochglänzende Silberkugel am schlichten Silberkettchen. Saskia Diez ist aber längst nicht nur fixiert auf Gold und Silber. »Ich mag Materialien, die nicht versuchen, mehr zu sein, als sie sind«, sagt sie. Neben den Edelmetallen, arbeitet sie mit Süßwasserperlen, Isarsteinen, Ahornholz und Baumwollbändern. Dabei schafft sie es immer wieder, ihnen ihr wahres Ich zu entlocken. Der Schmuck von Saskia Diez ist einfach, aber nie simpel. Zeitgeistig, aber nie modisch. Wenn sexy, dann subtil. Mittlerweile werden ihre Entwürfe unter anderem im Conceptstore Colette in Paris, im 10 Corso Como in Mailand und im Project No. 8 in New York verkauft. Saskia Diez entwirft trotz Weltruhm nach wie vor in ihrem Hinterhofatelier in München. Ihre Lieblings-Kreativquelle ist direkt nebenan: Das Studio ihres Mannes.

www.saskia-diez.com

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Redaktion: Janina Temmen


Wir Lieben mint

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… weil sich bei einem Ausflug ins Grüne alles so wahnsinnig leicht anfühlt und diese Farbe so viel Eleganz und Frische versprüht Redaktion: Wencke Rosenfeldt

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01 Hat sich so eingependelt: Leuchte »Ikono« von Normann Copenhagen, ab 160 Euro / 02 See you! Spiegelmodule mit Lederbespannung von Ligne Roset, ca. 137 Euro / 03 Als Vase oder Dose nutzbar: Albarello »Alice« von Feinedinge, ca. 180 Euro / 04 Von einer Sänfte inspiriert: Sessel »Sedan« von ClassiCon, ca. 1.950 Euro / 05 Augenschmaus: Luxuspflege von Själ, ca. 170 Euro / 06 Pssst! »Silent«-Vasen von Muuto, ca. 35 und 49 Euro / 07 Beflügelt: Pythonleder-Armspange mit Libelle von Marjana von Berlepsch, ca. 325 Euro / 08 Ethno-Love: Schal von LaLa Berlin, ca. 180 Euro / 09 Aufgeblüht: Dahlien-Ohrringe von Madeleine Issing, ca. 13 Euro / 10 So long! Abendkleid »Datura« von Achtland, ca. 1.365 Euro / 11 Good Lack: iPhone-Case von Iphoria, ca. 45 Euro / 12 Liegewiese: »Major-Sofa AJ5« von &Tradition, ca. 4.840 Euro / 13 Oh, it’s fresh! Sonnenbrille von Marc by Marc Jacobs, ca. 135 Euro / 14 Softies: Espandrilles von Lika Mimika, ca. 120 Euro / 15 Börsenheld: Portemonnaie von Lili Radu, ca. 240 Euro / 16 Schattenspender: Schlapphut von Tiger of Sweden, ca. 100 Euro / 17 Guten Appetit! »Aus Liebe zum Kochen – Küchenbesuche bei leidenschaftlichen Foodies« von Y. Niewerth und C. Schreiber, Callwey Verlag, 208 S., ca. 29,95 Euro

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… weil wir am liebsten auf der Sonnenseite des Lebens spazieren und sich jeder vonder positiven Energie der Farbe anstecken lässt

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01 Aus dem Stand: Spiegel »Beauty« von Schönbuch, ca. 230 Euro / 02 Down to earth: handgeknüpfter Teppich »Cannage« von Roche Bobois, ca. 3.600 Euro / 03 Federführend: Lesezeichen von Tom Dixon, ca. 20 Euro / 04 Erfrischung gefällig? UnisexDuft »Energy C« von Comme des Garçons, ca. 36 Euro / 05 Sitzenbleiber: Stuhl »Vik« von Ligne Roset, ca. 720 Euro / 06 Shades of Yellow: Sonnenbrille von MICHAEL Michael Kors, ca. 70 Euro / 07 Allrounder: Mantel aus Sommer-Tweed von Marc Cain, ca. 380 Euro / 08 Glamour to go: Shopper »Diorific« aus Pythonleder von Dior, ca. 5.300 Euro / 09 Home Office: iPad-Case aus Leder von Tom Dixon, ca. 180 Euro / 10 Querfeldein: »Cross Bionic« von Nike Women, ca. 90 Euro / 11 Frei entfaltet: Beistelltisch »Diana B« von ClassiCon, ca. 430 Euro / 12 Knautschzone: Wollkissen »Barbell« von OYOY, ca. 95 Euro / 13 Ganz Ohr: Inears »Kransen« von Urbanears, ca. 40 Euro / 14 So duftet der Sommer: Kerze von Skandinavisk, ca. 36 Euro / 15 Wildromantisch: Clutch aus Ziegenleder mit marokkanischer Handstickerei von Elouize, ca. 330 Euro / 16 Alles Banane: Kinderwagen aus der Andy Warhol + Bugaboo Cameleon »Banana«Kollektion, ca. 1.100 Euro / 17 Da blüht uns was: Bezauberndes Cocktail-Dress von Achtland, ca. 2.250 Euro

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01 Great Big Hug: Metall-Armreif mit Palladium-Finish von Dior, ca. 850 Euro / 02 Ladylike: »Eve-Chair« von Gubi, ab 1.745 Euro / 03 Wo’s der Haken? »The Dots« im 5er-Set von Muuto, ca. 100 Euro / 04 Gut aufgelegt: Sofa »Areo« von Rolf Benz, ab 3.422 Euro / 05 La vie en rose: Luminising Cream von &  Other Stories, ca. 15 Euro / 06 Handzahm: Armband aus Lammnappa von Yulyaffairs, ca. 110 Euro / 07 Glänzender Auftritt: Sandale von Blugirl, ca. 340 Euro / 08 Hast du Töne? Von Schmuckstücken inspirierter Kopfhörer »Tylor« von Frends, ca. 200 Euro / 09 Prints Charming: »Meow«-Shorts von Markus Lupfer, ca. 155 Euro / 10 Bitte lächeln: Cybershot-Kamera DSC-WX220 von Sony, ca. 220 Euro / 11 Look of Love: Seidenbluse von 7 Chic Avenue, ca. 290 Euro / 12 Lichtgestalt: Leuchte »Copenhagen Pendant SC 6« von &Tradition, ca. 230 Euro / 13 Wie süß: Candy-Bag von Furla, ca. 180 Euro / 14 Umwerfend: High Heels aus Lackleder mit Fuchspelz von Giannico, ca. 600 Euro / 15 Klingt Bombe! Bluetooth-Sound Shooter von Philips, ca. 50 Euro / 16 Rosarote Aussichten: Sonnenbrille von Odeeh + Lunettes, ca. 310 Euro / 17 Show Ensemble: Transparente Vitrinen-Boxen von Schönbuch, ca. 1.575 Euro / 18 Sehr anschaulich: Bauhaus-Print von Dorthe Mathiesen für Vissevasse, ca. 26 Euro


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und natürlich Rosa Wie könnte man auch nur einer Nuance dieser charmanten Farbe widerstehen? Sie setzt so hippe wie hinreiSSende Akzente in der Mode und im Interieur

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we are family Vater, Mutter, Bruder – alle haben ihren Anteil am Erfolg der designerin Gesa Hansen und der gemeinsamen Firma »The Hansen family«. Für ihre preisgekrönten Möbel kombiniert sie massive eiche mit skandinavischem Design. Auch das hat mit ihren wurzeln zu tun

Familienbande: Gesa Hansen mit Vater Hans

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Manufaktur

»Der Holzgedanke trägt alles«, sagt Gesa Hansen. Die Designerin aus dem Sauerland lebt und arbeitet in Paris, produziert wird in der Heimat

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Manufaktur

» Fast alles, was ich über Holz weiSS, habe ich von meinem Opa. «

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ie Achse von Gesa Hansen könnte gegensätzlicher nicht sein: Arnsberg im Sauerland und das quirlige 10. Arrondissement im Nordosten von Paris. Dort entwirft Gesa Hansen in einem 30 Quadratmeter kleinen Atelier die handgefertigte Holzmöbel-Kollektion für »The Hansen Family«. Ihre Entwürfe zeichnet Hansen ganz altmodisch mit dem Bleistift, nicht am Computer. Die Prototypen produziert sie in der Region, in der ihr Opa Heinrich

Hansen in den fünfziger Jahren ein Sägewerk und Holzwerkstätten gründete. Heute ist fast die ganze Familie involviert, der Name »The Hansen Family« ist Programm und das Material, um das sich alles dreht, ist: Eiche. Vater Hans ist wie Gesa Designer und unterstützt seine 33-jährige Tochter bei der Entwicklung der Prototypen, Bruder Björn kümmert sich um die Finanzen und Mutter Brigitte um die Distribution. Einziger Ausreißer ist Gesa Hansens jüngerer Bruder, der als Kinderarzt arbeitet.

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»Meine Familie hält in Deutschland alles zusammen, sie ist das Rückgrat von ›The Hansen Family‹.« Wichtigste Inspirationsquelle für Gesa Hansen waren das Arnsberger Anwesen mitten im Wald und Familienpatriarch Heinrich Hansen, Gesas dänischer Großvater, der der Liebe wegen nach Deutschland zog. »Fast alles, was ich über Holz weiß, habe ich von meinem Opa, der von Haus aus Tischler war. Ich erinnere mich noch genau, wie wir zusammen durch den Wald


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Oben: Vater und Tochter beim Fachsimpeln am fast fertigen Esstisch. Das Holzatelier im sauerländischen Arnsberg ist seit fünf Jahren die Produktionsstätte aller Möbel Links: Ein Couchtisch entsteht. Gerade wurden die Beine frisch verleimt

spaziert sind: Er hat mir die verschiedenen Baumsorten erklärt und wir haben zusammen Holzbötchen gebaut. Damals habe ich Grundsätzliches von ihm gelernt, zum Beispiel, in welche Richtung Holz arbeitet.« Die »Remix«-Collection – die DNA der Marke »The Hansen Family« – beruht auf den Entwürfen ihres Großvaters, die Gesa im Familienarchiv wieder ausgekramt hat. Sie fand dort Prototypen für Möbel, die nie verwirklicht wurden und entwickelte diese nach ihrem Geschmack weiter. Seit

Links: Das Tischgestell »Mika« hat Stephanie Jasny für »The Hansen Family« entworfen. Es wird mit einer Glasplatte kombiniert Rechts: Beim Esstisch lassen sich die farbigen Fächer für Krimskram mit Holzplatten verdecken. Auf deren Rückseite befinden sich Schieferplatten, auf der sich wunderbar Kochtöpfe abstellen lassen

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Links: Alles muss perfekt sein. Gesa Hansen bespricht mit Ateliermeister Eric Biermann ihre Entwürfe Rechts: Inspirierend anders – Eiche trifft auf Farbe Unten: Eric beim Verschrauben und Verleimen der Fußbeine

Klein (Länge: 100 cm), aber doch viel Platz: Die Tischplatte kann nach vorne ausgezogen werden. Der Sekretär wurde 2010 mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet

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mehreren Generationen befassen sich die Hansens mit Möbeln, Holz und Design. Gesas Vater Hans hatte vom Holz erstmal die Nase voll und setzte nach dem Betriebswirtschaftsstudium auf minimalistische, funktionale Möbel aus Stahlrohr. Nach Arbeiten für andere Designer hat er inzwischen mit Hans Hansen seine eigene Marke H&H Furniture. Tochter Gesa hat zum Holz zurückgefunden, allerdings über Umwege. Sie studierte zunächst Grafikdesign an der Bauhaus Universität in Weimar, arbeitete


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»  Mein Vater hat zunächst nicht an die Kombination von Eiche und Farbe geglaubt.  « dann im Büro von Jean Nouvel in Paris. Nach einem Intermezzo an der Kunsthochschule im japanischen Nagoya kehrte Gesa schließlich wieder nach Paris zurück und entschied sich doch dafür, Möbel zu designen. »Das liegt an meinem Hochschulprofessor, dem Designer Axel Kufus. Er referierte über den kreativen Flow und ich musste mir eingestehen, dass mir Grafikentwürfe viel schwerer fallen, als das Gestalten von Möbeln. Da fließt es nur so aus mir heraus.«

Die Holzwerkstatt in Arnsberg war zu dem Zeitpunkt schon fast stillgelegt und anfangs gab es sogar Gegenwind von der Familie. »Mein Vater hat nicht an die Kombination von Eiche und Farbe geglaubt. Ich musste Überzeugungsarbeit leisten und in der Retrospektive hat genau das meine Entschlossenheit gefördert. Inzwischen arbeiten wir sehr erfolgreich zusammen. Er hilft mir bei der Umsetzung der Prototypen und ich berate ihn als Art-Direktorin bei seiner eigenen Marke.«

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Hansen wohnt mit ihrer kleinen Tochter Lou im 2. Arrondissement in einer Souterrainwohnung in Paris, ist aber immer wieder zum Arbeiten im Sauerland. Dort werden die Entwürfe zusammen mit Werkstattmeister Eric Biermann zum Leben erweckt. »Der Holzgedanke trägt alles«, erklärt Gesa, die in Paris nur ihre Familie und die Natur vermisst. »Wir verwenden ausschließlich massive Eiche, die ich mit skandinavischem Design kombiniere. Ich würde meine Möbel als durchdachte Mischung aus


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Tradition und Moderne beschreiben.« Das erste Möbelstück, das Gesa 2009 für »The Hansen Family« entworfen hat: Der Eichen-Sekretär »Remix#2«, dessen reduzierte Strenge durch die bunten Ablagefächer gebrochen wird. »Mit dem Entwurf im Gepäck bin ich nach Arnsberg gefahren und habe dort mit meinem Ateliermeister Eric das erste Modell getischlert. Ich war bei allen Arbeitsschritten dabei, habe das Holz ausgesucht, den Zuschnitt begutachtet, den Schliff, das Leimen der Beine und das Lackieren. Denn Eiche wird noch unempfindlicher, wenn sie matt lackiert wird.« Letzter Arbeitsschritt vor dem Einpacken: Das Gütesiegel »H« wird ins Holz gebrannt. Ohne das geschwungene H, das Gesa sich von der Unterschrift ihres Opas abgeschaut hat, ist es kein Original. Der robust und doch elegante Sekretär wurde mit dem Red Dot Design Award ausgezeichnet und für den Deutschen Designpreis nominiert. Werner Aisslinger, der gerade als »A&W Designer des Jahres 2014« ausgezeichnet wurde, hat wiederum den MentorPreis für Nachwuchsdesigner an Gesa verlie-

Oben: Wenn die Hansens nicht in der Werkstatt sind, sind sie gerne auf dem Möhnesee in ihrem dänischen Folke-Boot unterwegs Links: Mitten im Wald steht die Werkstatt. Hier werden die Prototypen getischlert Unten: Die Couchtische gibt es auch als Sets, immer aus demselben Stück Holz geschreinert

Antrieb für den Entwurf war Gesas Frust über die Auswahl an Schlafsofas. Solides Eichenholz gepaart mit klassischem skandinavischen Design. Stoff: Hallingdal 123 – hellgrau von Kvadrat

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hen. »Gesa hat sich als 16-Jährige mal für ein Schülerpraktikum bei mir beworben. Ich habe sie allerdings nicht genommen«, erzählt Aisslinger, der ein Fan von Gesas umtriebiger und dennoch qualitätsbewusster Art ist. »Dann ist sie mir auf der Kölner Möbelmesse mit ihrer ›Remix‹-Kollektion aufgefallen. Was mir an ihr gefällt: Sie arbeitet spartenübergreifend und vernetzt. Sie produziert mit ihrer Familie Möbel im Sauerland, lebt aber in Paris und gestaltet auch als Designerin mit ihrer Agentur Hansen Feutry Bihr Interieurs, richtet Wohnungen und Showrooms ein. Beides befruchtet sich gegenseitig.« »Viele meiner Entwürfe entstehen aus Frust darüber, dass ich kein passendes Möbelstück finde«, erzählt Gesa Hansen. »Bestes Beispiel ist das Schlafsofa. Unsere ›Nightcouch‹ habe ich für meine Mama entworfen, weil ich keins gefunden habe, das in meine kleine Pariser Wohnung passt. Inzwischen schlafe ich auch darauf, und zwar wenn ich zu Besuch bei meinen Eltern

bin. Mein Lieblingsbezug ist übrigens der beige-gelbe Hallingdal-Stoff.« Für die deutsche Qualitätsarbeit wird in der Arnsberger Werkstatt im Wald gesorgt, frischer Input kommt aus Paris. Gesa Hansen lebt seit 12 Jahren dort, ist in Künstlerkreisen und im Pariser Nachtleben gut vernetzt, mit der Taschen-Designerin Olympia Le Tan befreundet und ab und zu tritt sie mit dem Chansonnier Benjamin Biolay auf. Mit »Black Remix« hat sie eine limitierte Kollektion für das Modelabel Surface to Air entworfen, für den Radiohersteller Tivoli ein spezielles Sideboard, das die nicht so attraktiven Kabel geschickt versteckt. Letzteres hat sich übrigens Tom Hanks für sein Büro in Santa Monica zugelegt. Made in the Sauerland, verschickt via Paris nach Los Angeles. Wer hätte gedacht, dass deutsche Eiche nochmal so groß rauskommt? Gesas Küche in Paris, in der Mitte steht der Esstisch mit den Schieferplatten nach oben

Text: Antje Wewer

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1   924 Bauhaus-Leuchte von Wilhelm Wagenfeld

Design-Ikonen – Folge 2 – oft kopiert, nie erreicht: der legendäre Entwurf des bremers wilhelm wagenfeld ist auch nach 90 jahren kein bisschen angestaubt

Text: Nana Hake

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om Schüler zum Pionier: Wilhelm Wagenfeld war 24, als er als Geselle in der Werkstatt des Staatlichen Bauhauses in Weimar aufgenommen wurde – der Wiege der modernen Produktgestaltung schlechthin. 1919 war die Bildungsstätte für Kunst, Architektur und Design gegründet worden mit dem Leitgedanken, die industrielle Fertigung zu revolutionieren und das Handwerk wieder aufleben zu lassen. Bis heute ist Wagenfelds »BauhausLeuchte« eine der berühmtesten DesignIkonen der Welt. Das Produkt

Nur ein Jahr, nachdem Wagenfeld in der Metallwerkstatt unter Leitung des BauhausMeisters László Moholy-Nagy angefangen hatte, entstand 1924 der bahnbrechende Entwurf für seine sogenannte »BauhausLampe«. Als Schüler versuchte Wagenfeld am Bauhaus, Prototypen von Gebrauchsgegenständen herzustellen, die sich für eine maschinelle Serienproduktion eignen würden. Tatsächlich war jedoch das Gegenteil der Fall: Die Einzelstücke und Kleinserien, die bei diesem Prozess entstanden, wurden per Hand gefertigt. Die berühmte zeitlose Tischleuchte mit der halbkugelförmigen Glasglocke entwarf Wagenfeld gleich in verschiedenen Fassungen. Unter dem Titel »MT 8« präsentierte er im April 1924 die Version mit Metallfuß, als Version »MT 9« folgte nur wenig später im Mai / Juni desselben Jahres die Variante mit gläserner Fußplatte. Seit 1980 werden beide Modelle in autorisierter Reedition durch das Bremer Unternehmen Tecnolumen produziert.

DER designer Wagenfeld wurde im Jahr 1900 in Bremen geboren. Er versuchte sich zunächst als Künstler und Silberschmied zugleich, bevor der begeisterte Fan des Expressionismus am Bauhaus startete. Nachdem das Bauhaus nach Dessau verlegt wurde, blieb Wagenfeld in Weimar und arbeitete als Assistent in der Metallwerkstatt der neu gegründeten Bauhochschule, dessen Leitung er 1928 übernahm. Der industrielle Durchbruch kam 1931, als er den Vertrag mit dem Jenaer Glaswerk Schott & Gen. schloss. Aus dieser Zeit stammen bekannte Entwürfe wie das Teeservice aus feuerfestem Glas – ein Klassiker, der bis heute produziert wird. Auch für die großen Porzellanmanufakturen Fürstenberg und Rosenthal entwarf er Geschirr-Serien. Wagenfeld, seit 1935 Professor, war aktiver Gegner der Nationalsozialisten, die 1933 das Bauhaus zur Schließung zwangen und dessen Protagonisten Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe in die USA emigrierten. Da er sich weigerte, in die NSDAP einzutreten, wurde er schließlich als »politischer Schädling« eingezogen und an die Ostfront geschickt. 1954 gründete er seine Werkstatt Wagenfeld, mit der er bis 1978 für namhafte Hersteller von Gebrauchsgütern wie beispielsweise WMF, Braun oder Rosenthal arbeitete. Im Alter von 91 Jahren starb er in Stuttgart. Wilhelm Wagenfeld zählt zu den einflussreichsten Pionieren der modernen Produktgestaltung in Deutschland. Ihm ge-

»Brauchbar sein heißt auch schön sein«, sagt der DesignPionier Wagenfeld

lang es als einzigem Bauhaus-Schüler, erfolgreich für Unternehmen der Großindustrie zu entwerfen. So konnte er das Ziel der Bauhaus-Bewegung in die Tat umsetzen und anspruchsvolle, zeitgemäße, dabei aber bezahlbare Industrieprodukte realisieren. Mehr von Wagenfeld Vom Türknauf über den Eierbecher bis zum Salatbesteck: Wagenfeld hat vieles für den alltäglichen Gebrauch gestaltet. Sogar Melamin-Geschirr für die Lufthansa stammt aus seiner Feder. Seit 1986 ist die »Bauhaus-Leuchte« in die Sammlung des MoMA in New York aufgenommen.

Design-Ikone kaufen – worauf muss ich achten?

Design-Ikone: Briefmarke mit Bauhaus-Leuchte aus dem Jahr 1998 (Gestaltung: Ingo Wulff)

1. Achtung, Fake! Die »Bauhaus-Lampe« wird sehr häufig kopiert. Nur die Firma Tecnolumen stellt heute autorisierte Reeditionen unter dem Namen »WG 24« her (Preis ca. 395 Euro). Diese sind fortlaufend nummeriert auf der Befestigungsscheibe unter der Bodenplatte und tragen das Bauhaus-Zeichen. 2. Leuchtmittel testen! Nicht jedes aktuelle Leuchtmittel tut Wagenfelds Leuchte gut. Energiesparbirnen schaffen unschöne Schatten und mindern die unvergleichbare Wirkung des Entwurfs. Unbedingt beraten lassen, welches Leuchtmittel passt.

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Teekanne für Jenaer Glas, Salz- und PfefferStreuer für WMF und Porzellan-Service für Fürstenberg


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Die Neue Freiheit erlaubt ist, was gefällt – so scheint das motto der designer zu lauten. Mixen ist der neue wohntrend: farben, formen und muster werden nach lust und laune kombiniert. und bilden eine überraschend harmonische einheit

Styling: Studio Besau-Marguerre Text: Nana Hake Foto: Dirk Dunkelberg

Hängeleuchte »Nice« von Tobias Grau; Design: Tobias Grau; ca. 398 Euro / Bett »Jalis« von Interlübke; Design: Jehs + Laub; ab ca. 3.104 Euro / Teppich »Ferrara Border Special« von Jan Kath; Design: Jan Kath; in 250 x 300 cm; ca. 11.137 Euro / Tabletttisch »Habibi« von e15; Design: Philipp Mainzer; ca.1.136 Euro / Tischleuchte »Bestlite BL2« von Gubi; Design: Robert Dudley Best; ca. 499 Euro / Hocker von BoConcept; ca. 129 Euro / Korb »Obano« von Lambert; Design: Gunther Lambert; ab ca. 87 Euro / Garderobe »Loop Stand Hall White« von Hay; Design: Leif Jorgensen; ca. 155 Euro / Vase »High Container« von pulpo; Design: Sebastian Herkner; je ca. 260 Euro / Wecker Schwarz von BoConcept; ab ca. 39 Euro / Gerahmtes Bild »Architecture II« von BoConcept; ca. 199 Euro / Tagesdecke »Flying Birds« von Auping; ab ca. 199 Euro / Bettwäsche »Frame« von Auping; ab ca. 20 Euro / Bettwäsche »Violet« von Auping; ab ca. 40 Euro / Kissen »Kami Origami« von Auping; ca. 40,50 Euro / Tagesdecke »Colour Plaid« von Droog; Design: Scholten & Baijings; ca. 364 Euro / Kissen »Colour Cushion« von Droog; Design: Scholten & Baijings; ab ca. 138 Euro Kissen »Nima« von e15; Design: e15; ab ca. 60 Euro / Kissen »Dot Cushion« von Hay; Design: Hay Design; ab ca. 75 Euro / Vorhangstoff »Saraille Pink« von Designers Guild; je lfdm. 179 Euro


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Esstisch »E8« von Zeitraum; Design: Mathias Hahn; ca. 3.220 Euro / Stuhl »1.3 Chair« von Zeitraum; Design: Kyhiun Kim; ab ca. 410 Euro / Stuhl »Nerd« von Muuto; Design: David Geckeler; ca. 349 Euro / Stuhl »S 43« von Thonet; Design: Mart Stam; ca. 318 Euro / Armlehnstuhl »Liz« von Walter Knoll; Design: Claudio Bellini; ca. 825 Euro / Stuhl »DSS N« von Vitra; Design: Charles & Ray Eames; ca. 199 Euro / Armlehnstuhl »Catch Chair« von &Tradition; Design: Jaime Hayon; ab ca. 735 Euro / Stuhl »Team« von Arper; Design: Lievore Altherr Molina; ab ca. 420 Euro / Stuhl »Houdini« von e15; Design: Stefan Diez; ab ca. 415 Euro / Hängeleuchte »Meltdown« von Cappellini; Design: Johann Linstén; je Kuppel ca. 439 Euro / Vase »Jelly Vase« von Kartell; Design: Patricia Urquiola; ca. 86 Euro / Schrankmöbel »Mikado« von Porro; Design: Front; ca. 3.291 Euro / Sessel »566« von Rolf Benz; Design: Cuno Frommherz; ab ca. 3.050 Euro / Stehleuchte »AJ« von Louis Poulsen; Design: Arne Jacobsen; ca. 750 Euro / Teppich »Scarlenka Allover Wrapped« von Jan Kath; Design: Jan Kath; in 250 x 300 cm; ca. 13.350 Euro / Vasen »Furnitive« von Fashion For Home; ca. 15,90 Euro

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Tapete »Saraille Blue« von Designers Guild; je Rolle ca. 238 Euro / Konsolentisch »Brest« von BoConcept; ca. 695 Euro / Gerahmtes Bild »Up the Air« von BoConcept; ca. 249 Euro / Stuhl »1.3 Chair« von Zeitraum; Design: Kyhiun Kim; ab ca. 410 Euro / Hocker »Eames Stool« von Vitra; Design: Charles Eames; ca. 773 Euro / Box-Set »Desktop Male« von Hay; Design: Hay Design; ca. 43 Euro / Champagner-Kühler »Hex« von Tom Dixon; Design: Tom Dixon; ca. 195 Euro / Briefbeschwerer »Mini Jack Copper« von Tom Dixon, Design: Tom Dixon; ca. 85 Euro / Stehleuchte »AJ« von Louis Poulsen; Design: Arne Jacobsen; ca. 750 Euro / Tablet »Marble Tray Small« von Hay; Design: Hay Design; ca. 144 Euro / Rotweinglas »Colour Glass Pink Square« von Hay; Design: Scholten & Baijings; je ca. 22 Euro / Stehleuchte »AJ« von Louis Poulsen; Design: Arne Jacobsen; 750 Euro

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Sofa »Mayor« von &tradition; Design: Arne Jacobsen; ab ca. 4.284 Euro / Sofa »Ruchè Meridienne« von Ligne Roset; Design: Inga Sempe; ab ca. 3.490 Euro / Servierwagen »Block« von Normann Copenhagen; Design: Simon Legald; ab ca. 220 Euro / Glasvasen »Orion« von Roche Bobois; ab ca. 235 Euro / Kissen »Missoni Nuh« von Roche Bobois; ca. 160 Euro / Beistelltisch »Diana B« von ClassiCon; Design: Konstantin Grcic; ab ca. 390 Euro / Tabletttisch »Habibi« von e15; Design: Philipp Mainzer; ca. 1.458 Euro / Sessel und Hocker »566« von Rolf Benz; Design: Cuno Frommherz; Sessel ab ca. 3.050 Euro; Hocker ab ca. 1.300 Euro / Soundsystem »Beolit 12« von Bang & Olufsen; ca. 699 Euro / Kopfhörer »Beoplay H6« von Bang & Olufsen; ca. 399 Euro / Teekanne »Form« von Tom Dixon; Design: Tom Dixon; ca. 190 Euro / Kerzenständer »Studio« von Fashion For Home; ca. 15,90 Euro / Wandvitrine »Covershow« von Schönbuch; Design: Christel Helene Schmidt; ca. 295 Euro / Leuchte »Baptiste« von Roche Bobois; ab ca. 1.116 Euro / Schale »Furnitive« von Fashion For Home; ca. 18,90 Euro / Teppich »Kavir« von e15; Design: Philipp Mainzer und Farah Ebrahimi; ab ca. 3.055 Euro / Teppich »Neyriz« von e15; Design: Philipp Mainzer; ab ca. 330 Euro / Stehleuchte »Grossman Gräshoppa« von Gubi; ca. 665 Euro / Kissen »Soft Grid« von Hay; Design: Hay Design; ab ca. 80 Euro / Gin »Charles« von punct.object; ca. 32 Euro / Kissen »Dot Cushion« von Hay, Design: Hay Design; ab ca. 75 Euro

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Tresen »Panca« von LaPalma; Design: Romano Marcato; ca. 1.199 Euro / Vitrinenschrank »Architecte« von Roche Bobois; Design: Pierre Dubois & Aimé Cécil; ca. 4.390 Euro / Hängeleuchte »Bestlite BL9M« von Gubi; Design: Robert Dudley Best; je ca. 369 Euro / Vase »High Container« von Pulpo, Design: Sebastian Herkner; je ca. 260 Euro / Vase »Popcorn« von Pulpo; Design: Studio Mia Moto; ab ca. 240 Euro / Tischleuchte »Cindy« von Kartell; Design: Ferruccio Laviani; ca. 181 Euro / Zitruspresse »Turn Around« von Muuto; Design: KiBiSi; ca. 29 Euro / Salz- / Pfeffermühle »Plus« von Muuto; Design: Norway Says; ca. 59 Euro / Teekanne »Form« von Tom Dixon; Design: Tom Dixon; ca. 190 Euro / Glas »Colour Glass Blue« von Hay; Design: Scholten & Baijings; je ca. 10 Euro / Barhocker »Nerd« von Muuto; Design: David Geckeler; ca. 429 Euro / Treteimer »Vipp 16« von vipp; ca. 299 Euro / Gin »Charles« von punct.object; ca. 32 Euro / Vodka »Ray« von punct.object; ca. 32 Euro

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auf dem höhepunkt der farbe Bunt, bunter, am buntesten: mit dem richtigen gespür für farben und ihre wirkung ist im wohnzimmer alles möglich. wie der trend gelingt, verrät die designerin eva Marguerre

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tylistin Eva Marguerre liebt Farbe. Wann immer man die junge Designerin trifft, die gemeinsam mit ihrem Partner Marcel Besau das Studio Besau-Marguerre in Hamburg führt, trägt sie bunte Accessoires und Neon-Tupfer. Deshalb kommt ihr der neue Wohntrend gerade recht: bunte Mischung. »Der Trend hat sich in den letzten Jahren bereits angedeutet«, so Marguerre. »Den Anfang machten generell Farben beim Wohnen, sie wurden dann kräftiger und die Kombinationen bunter. Nun sind wir sozusagen auf dem Höhepunkt angelangt. Man kann sich richtig austoben und sollte das ruhig tun«, empfiehlt Marguerre. Mutige werden belohnt. Die besten und überraschendsten Kombinationen ergeben sich oft erst, wenn man alles wild miteinander mixt – von Knall- bis Pastellfarben. Doch nicht nur Buntes wird miteinander gemixt, auch Materialien und Formen. Marmor und Kupfer gehen zusammen, Holz und Kunststoff. Und plötzlich harmonieren ganz unterschiedliche Möbeltypen, scheinbar gegensätzliche Sofas etwa. Eher filigrane Modelle mit feinen Füßen stehen mit schweren Dreisitzern zusammen. Dazu werden kleinere Möbel kombiniert, mehrere Beistelltische zum Beispiel, und sorgen für ein lebendiges und spielerisches Raumbild. »In der Mode ist der Trend zu Mixen schon länger spürbar«, stellt Marguerre fest. »Individualität ist das große Thema, keine Wohnung muss heute noch wie

die andere aussehen«. Hat man früher noch ganze Raumkonzepte im einheitlichen Stil geplant, so geht man heute andere Wege: Am Esstisch stehen nicht mehr nur Stühle desselben Modells, sondern völlig frei zusammengestellte Sitzgelegenheiten. Vom Armlehnenstuhl bis zum Hocker, vom Klassiker bis zum Flohmarktfund. Ergänzt wird der Trend durch den immer größer werdenden Wunsch nach Rückbesinnung zur Natur. Blumenarrangements mit expressiver Blütenpracht bereichern jetzt jedes Zuhause, ja sogar die einst als spießig verrufene Zimmerpflanze ist zurück. Auch auf Stoffen und Tapeten sind botanische Motive zu sehen. »Bald werden sie auch auf Möbeln wachsen«, prognostiziert die Designern. Sie liebt den Trend sehr. »Farben haben eine enorme Kraft und gerade bei starken Farbkombinationen und intensivem Farbeinsatz kann man beobachten, wie Farben miteinander kommunizieren. Farben bringen sich gegenseitig zum Leuchten, eine Farbe kann die andere erst zum Wirken bringen, die eine macht die andere stärker oder auch schwächer«, sagt Marguerre. Einfache Frage zum Schluss: Wie lässt sich das scheinbar bunte Durcheinander am besten in die eigenen vier Wände zaubern? Für Einsteiger hat die Expertin Tipps parat: »Ich

Nach Kupfer ist jetzt auch Messing im Trend: Tablett-Tisch »CM05 Habibi« von e15

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empfehle, erst einmal kleine Farbakzente zu setzen. Mit ein paar ausgewählten Accessoires, zum Beispiel in trendigem Metall oder Sorbettönen. Die passenden Kissen, Plaids oder Vasen sind schnell gefunden. So lässt sich im Handumdrehen eine wohnliche Veränderung erzeugen«. Wer Lust auf Do-it-yourself-Ideen hat, sprüht einfach ein altes Möbelstück mit Neonfarbe aus dem Baumarkt an. Für Fortgeschrittene kommen dann neue Wandfarben, bunte Tapeten und Musterteppiche ins Spiel. Nur Mut, denn das Motto lautet: Anything goes!

Farbtupfer fürs Sofa: Kissen mit Blütenmuster und Batik-Print, beide von BoConcept

Gläser mit Neonverlauf: Serie »Color Glass« von Hay


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Neues Leben für alte sachen aus alt mach schick: Was man aus ausrangierten Sachen so alles kreieren kann, beweisen internationale Künstler nicht nur beim Recycling-Designpreis. Ein Trend, der perfekt zum zeitgeist passt

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A 5 1: Landete beim 6. RecyclingDesign-preis auf Platz eins: Projekt »130« – Sitzbank, Leuchte und Tisch aus Obstkisten 2: Belegte den zweiten Platz: »Recycling Set, Tableware« aus Altglas-Flaschen 3: »Flachgelegt« heißen diese Stühle aus alten Lkw-Planen, ausrangiertem Furniersperrholz und Kabelbindern 4: Leuchtenkollektion »nana« aus recyceltem Holz, Metall und Baumwolle 5: Nahmen auch am Wettbewerb teil: »Statthocker«, gefertigt aus alten Straßenlaternen-Lampenschirmen 6: Großes Krabbeln: Serie »Chitins Glanz«, gesammeltes Porzellan vom Flohmarkt, verziert mit handgemalten Ameisen

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ndreas Gröbel durchforstet alte Turnhallen. Was er sucht sind ausrangierte Turngeräte, das Leder speckig und dunkel von unzähligen Schulsportstunden. Und Turnmatten, denen noch der Geruch von hunderten Gummischläppchen und Talkum anhaftet. Aus denen macht er für sein Label »Zur Schönen Linde« Bänke oder Hocker, Recycling versteht er als kreativen Wandlungsprozess. Die Materialien werden in einem neuen Kontext wiederverwendet, ohne ihre Herkunft zu verleugnen. Das passt in eine Zeit, in der die Wegwerfkultur nicht mehr zu toppen scheint und die Produktlebenszyklen immer kürzer werden. Als Gegenposition. Als Gegentrend. Doch Recycling bedient noch weit mehr Sehnsüchte. Seit der LOHAS-Bewegung (Lifestyle of Health & Sustainability) fühlen sich Verbraucher wieder bestärkt, dass Konsum doch die Welt retten kann, solange man sich für die richtigen Produkte entscheidet. Ökologisches Bewusstsein darf inzwischen auch formalästhetisch eine Vorreiterrolle übernehmen. Aktuelles Beispiel sind die neuen Elektroautos BMW »i 3er« und »i 8er«. Es ist cool, wenn Produkte wie diese auf verantwortungsvolle Träger oder Käufer verweisen. Damit gehört die Integration von Recyclingmaterialien plötzlich wie selbstverständlich zu den modernen Produktkonzepten. Vorbei die Zeiten der Wollsocken-Romantik, die Entwicklung geht hin zu CleanTech, das heißt dem Einsatz sauberer Technologien. Dafür steht auch Timo Perschke mit seinem


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Jedem Deckelchen sein Töpfchen: Christine Centmayer fertigt Holzkörper für alte Glas- und Porzellandeckel

Outdoor-Sportlabel Pyua. Seine Wintersportbekleidung wird aus recycelten oder recycelfähigen Materialien im sogenannten Closed-Loop-Recycling-System gefertigt, mit dem Energieverbrauch und CO2-Ausstoß reduziert und Ressourcenverschwendung vermieden wird. Neben der ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit gibt es noch ein weiteres Argument, warum das Thema Recycling sich immer weiter vom hässlichen Entlein zum Schwan mausert: Für die Werbeagenturen ist »Story Telling« zur multimedialen Hauptbeschäftigung geworden. Das heißt: Die Geschichten hinter den Produkten gewinnen an Bedeutung. Und auch diesbezüglich hat Recycling naturgemäß einiges auf Lager.

Nachhaltig: Der Rahmen des schicken »Ozon Cyclery«-Bikes ist aus Bambus

Christine Centmayer empfindet Upcycling als die perfekte Lösung, um »ein Erbstück, das in seiner ursprünglichen Form nicht mehr zu unserem Lebensstil passt, eine neue Funktion oder einen neuen Stil zuzuführen«. Sie verpasst Deckeln von Kaffeekannen, Zuckerdosen oder Karaffen, die länger als das dazugehörige Behältnis überdauert haben, individuelle, handgedrechselte Holzkörper. So bleiben es Liebhaberstücke, gleichzeitig werden es aber auch zeitgemäße Gefäße. Der Wunsch, Lieblingsstücke weiterleben zu lassen, ist auch Basis der Arbeit der Berliner Modedesignerinnen Eugenie Schmidt und Mariko Takahashi. Kundinnen spenden pro Jahr etwa eintausend alte Lieblingsklamotten, aus denen die beiden unter dem Label Schmidttakahashi EdelMode gestalten. Eine gute Idee vor dem Hintergrund, dass laut Statistischem Bundesamt deutsche Haushalte im Jahr 2010 z.  B. für rund 100.000 Tonnen Textil- und Bekleidungsabfall sorgten. Der Clou beim Modelabel Schmidttakahashi: Jeder Spender erhält einen Code, mit dem er den Upcycling-Wandlungsprozess seiner Klamotte verfolgen kann. Den verborgenen Sinn sonst weggeworfener Dinge zu entdecken und nutzbar zu machen – so lautete auch die Aufgabe an die Nachwuchsdesigner des 6. RecyclingDesignpreises. Die Ergebnisse stellt das

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stilwerk derzeit in seinen Häusern aus. Über 600 Designer aus insgesamt 16 Ländern – darunter rund zwei Drittel aus Deutschland, ein Drittel aus dem Ausland – reichten ihre Arbeiten bei der Recyclingbörse Herford ein. Gefragt waren auch Entwürfe aus Materialien vom Sperrmüll oder aus industriellen und handwerklichen Produktionsrückständen. Bewertet wurde aber die Gestaltungsqualität des Entwurfes insgesamt, sein Gebrauchswert, die Umweltverträglichkeit, der Innovationsgrad und das Zukunftspotential. Zudem wurde auch darauf geachtet, inwiefern die Produkte sozial, also etwa in Beschäftigungsinitiativen, Behinderten- oder Jugendwerkstätten hergestellt werden können. Die Ressourcenschonung ist beim Reoder Upcycling durch die Zweitverwertung des Materials die Basis, auf der nun Designer versuchen, Recycling-Design vom shabby Flohmarktstyle oder dilettantischen Bastelimage zu emanzipieren. Schließlich entsteht trotz Wiederverwertung ein neues Produkt, das – ohne seine Herkunft zu verleugnen – seine eigene Geschichte schreiben soll. Wie unterschiedlich die Geschichten und Gebrauchswerte sind, illustrieren die prämierten Entwürfe. Henry Baumann, der Gewinner des mit 2500 Euro dotierten 6. Recycling-Designpreises, hat aus Obstkisten Gebrauchsgegenstände entworfen. Sitzbank, Leuchte und Tisch seines Projekts »130« sieht man nicht an, dass sie aus Obstkisten zusammengezimmert wurden. Mit dem zweiten Platz wurde Daria Wartalska für ihr aus Altglas-Flaschen entwickeltes Projekt »Recycling Set, Tableware«

Früher in der Turnhalle zu Hause, jetzt ein schicker Hocker: »Leder Cube« von Andreas Gröbel


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ausgezeichnet. Den dritten Preis gab es für das mobile Wasser-Kleinkraftwerk »Rotor«, das Markus Heinsdorff mit Christoph Rapp und Andreas Zeiselmair vom Hydromechanik-Labor der TU München aus Recyclingmaterialien wie einem Traktorschlauch und Fahrraddynamo hergestellt hat. Das Recyclingthema ist im Design angekommen. Was allerdings noch lange nicht heißt, dass Design auch den Recyclingmarkt durchdrungen hat. Denn wer die Angebote im Netz durchforstet und Messen wie die selbst deklarierte Designmesse für Recycling & Upcycling »Frei Cycle« in Freiburg besucht, findet immer noch haufenweise dilettantischen Bastelkram, der seine Wohlstandsmüll-Herkunft nur schwer verleugnen kann. Hier können Designpreise tatsächlich noch helfen, Orientierung zu geben und einem modernen Verständnis des Recyclings Rechnung zu tragen.

Text: Birgit Gebhardt

Was ist was? Re-, Upund Downcycling Beim Upcycling (aus dem Englischen »up« für »hoch« oder »auf« und »recycling« für »Wiederverwertung« oder »Wiederaufbereitung«) werden Abfallprodukte oder nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Im Gegensatz zum Downcycling kommt es bei dieser Form des Recyclings zu einer stofflichen Aufwertung. Die Wiederverwertung von bereits vorhandenem Material reduziert die Neuproduktion von Rohmaterialien und verringert damit Energieverbrauch, Luft- und Wasserverschmutzung sowie Treibhausgasemissionen. Termine

Lieblingsstück in neuem Gewand: Das Berliner Modelabel Schmidttakahashi entwirft Edel-Mode aus gespendeten Klamotten

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Der im Dezember 2013 verliehene 6. Recycling-Designpreis wandert als Ausstellung durch die stilwerke und ist 2014 noch an folgenden Terminen zu besichtigen: stilwerk Berlin: 28.05. – 21.06.2014 stilwerk Düsseldorf: 10.07. – 28.07.2014 stilwerk Wien: 10.09. – 04.10.2014


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Outdoor

Lässige, moderne Outdoor-Möbel in lebendigen Farben und schwungvollen Formen: 01 Hängender Lounger »Swingrest« mit Himmel von Dedon, ca. 6.400 Euro / 02 Lemongelbes »Bubble Club«-Sofa von Philippe Starck für Kartell, ca. 700 Euro / 03 Handgefertigte Glasgefäße in unterschiedlichen Farben und Formen von Utopia & Utility, ab 360 Euro / 04 Coffee-Table »Nest« aus Rattan, mit Glasplatte von Cane-line, ca. 690 Euro

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Outdoor

Redaktion: Wencke Rosenfeldt Illustration: Anne Vagt

05 »Slow Chair & Ottoman« von Ronan & Erwan Bouroullec für Vitra, ca. 3.100 Euro / 06 Sonnenliegen »Capri« aus Rattan, mit verstellbarem Kopfteil, von Unopiù, Preise auf Anfrage / 07 Sonnenschirm aus Teakholz, Durchmesser 250 cm, von Weishäupl, ca. 510 Euro / 08 »Hee Lounge Stuhl« von Hay Design aus 100 Prozent wiederverwertbaren Materialien, ca. 215 Euro / 09 Buntes Pixel-Kissen von Missoni Home, ca. 120 Euro

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Outdoor

Klare Linien treffen auf kühle Töne, edle Materialien und ergeben einen stringenten Style: 01 Kissen mit Schlangenprint von Tine K Home, ca. 36 Euro / 02 Sofa aus der Serie »Elements«, Gerd Couckhuyt für Manutti, Preis auf Anfrage / 03 Windlicht »Fire Hurricane« von Menu, ca. 45 Euro / 04 Gasgrill »Glassboro«, 4-Brenner mit Sichtfenster, von Tepro, ca. 430 Euro / 05 Laternen »Dala« aus recycelten Verpackungen von Dedon, ab ca. 190 Euro / 06 Bar »Oktav« aus Kunstharz von Garpa, Hocker ca. 525 Euro, Tresen ca. 1.090 Euro / 07 LED-Bodenleuchte »Shark« von Moree, ca. 250 Euro / 08 Outdoor-Tisch »Lux Excell«

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Outdoor

mit Keramikplatte, ausziehbar, von Jan Kurtz, ca. 3.000 Euro / 09 Liege »Air« in verschiedenen Ausführungen, Koen van Extergem für Manutti, Preis auf Anfrage / 10 Skulpturaler Outdoor-Sessel »Fifty« von Ligne Roset, ab ca. 1.150 Euro / 11 Strohhut von Seeberger, ca. 40 Euro / 12 Verstellbare Stapelliege aus der Serie »Mirto« von B&B Italia, ca. 2.400 Euro / 13 »Ignis«-Feuerstelle von Skarerak, ca. 300 Euro / 14 Holzkohlegrill und Feuerstelle »Fluxus« von Keilbach, ca. 368 Euro / 15 Gartenschlauch von Gardenglory, ca. 130 Euro / 16 Bauhaus-Klassiker »LC3«-Outdoor, Design: LeCorbusier, Jeanneret und Perriand, von Cassina, ca. 3.740 Euro

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Atelierbesuch

Zeig uns deinen Arbeitsplatz:

Sarah Böttger Wie arbeiten Designer, wie sieht ihr Arbeitsplatz aus, wie sammeln sie Inspirationen, mit welchen Produkten umgeben sie sich? Dieses mal haben wir die Produktdesignerin Sarah Böttger, die seit drei Jahren ihr eigenes Studio in wiesbaden betreibt, nach einem ganz persönlichen einblick gefragt

Die Produktdesignerin Sarah Böttger, 33, ist ausgebildete Tischlerin und studierte Industriedesign an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main und der University of Art and Design in Helsinki. Dort lag ihr Schwerpunkt auf Möbel- und

Glasdesign. Das und die finnische Kultur haben ihre Arbeit geprägt. Bereits während des Studiums arbeitete Böttger für Stylepark, eine internationale Plattform für Architektur und Design. 2011 gründete sie ihr Studio für Produktdesign

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in Wiesbaden. Seither arbeitet sie an zahlreichen Projekten und Produkten, u. a. für die dänische Firma Menu. Ihre Arbeiten werden auf internationalen Messen und in Ausstellungen präsentiert sowie in diversen Magazinen veröffentlicht.


Atelierbesuch

Die Tür zu deinem Studio?

Wo sitzt du bei der Arbeit?

Wo baust du Modelle?

Ein Objekt mit besonderer Bedeutung?

Dein neuestes Projekt?

Blick in eine Schublade?

Wo und wie sammelst du Inspirationen?

Dein Bücherregal?

Sarah Böttger und ihre Arbeit »Als gelernte Tischlerin, Industriedesignerin und mit meiner Erfahrung in der Glasbläserei entwerfe ich Produkte für den täglichen Gebrauch, die meist klar, unaufdringlich und doch durch meine Handschrift geprägt sind. Meine Begeisterung für besondere Materialien und deren Verarbeitung geben mir Impulse für neue Entwürfe. Dabei kombiniere ich gerne traditionelle und moderne Herstellungstechniken, was Spannung erzeugen kann. Die große Herausforderung für mich: Produkte so zu gestalten, dass sie im industriellen, seriellen Prozess mit Sorgfalt produziert werden können. Dabei gilt es jedes Detail zu überdenken, ohne dass man dem fertigen Produkt diesen Eifer tatsächlich ansieht. Sicherlich ist Wiesbaden keine pulsierende Metropole, für mich jedoch ein geeigneter Arbeitsort. Ich lebe hier in einem kreativen Umfeld, aber auch mit vielen Menschen, die etwas ganz anderes machen als ich. Diese Mischung tut mir und meiner Arbeit gut. Zudem gibt es hier ein beachtliches Netzwerk zu Handwerk und Industrie. Und Natur in unmittelbarer Nähe! Meine Ideen hole ich mir aus den kleinen Dingen des Lebens, alltäglichen Situationen. Sie inspirieren mich zu neuen Lösungen und Formen. Ich versuche einfach mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.« Redaktion: Eva Marguerre

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Betont minimalistisch sorgt das Leuchtenpaar »Pas de Deux« für angenehm indirektes Licht

Raffiniert: Coffee Table und Schale in einem ist das Modell »Bol« von Supergrau

Funktional und chic: die diversen Module der Glas-Serie »Juuri«


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Designkunst

»Wir befinden uns in einem aufstrebenden Markt, der nach neuen kreativen Arbeiten sucht anstatt nach historischen Stücken«, sagt Cyril Zammit, Messedirektor der Design Days Dubai

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Designkunst

Kaufen Sie Das, was ihnen gefällt Ein Gespräch mit Messemacher Cyril Zammit über Design an der schnittstelle zur kunst, warum Hypes überbewertet werden – und wie man Sammler wird

Zum dritten Mal fanden die Design Days Dubai statt. Worin unterscheidet sich die Messe im Vergleich zu Miami oder Basel? Die Design Days Dubai sind die Messe mit der größten Vielfalt an Ausstellern verschiedener Nationalitäten, 2014 waren Galerien aus 20 Ländern dabei. Seit der Gründung hat die Messe ein starkes Line-up von Galerien mit frischen und zeitgenössischen Arbeiten aufgefahren. Unser Ziel ist es, eine Messe voller Entdeckungen zu sein, bei der Designgalerien Werke mit internationalem, anerkanntem Maßstab mit neuem oder nie gesehenem Design zusammenbringen. Wir haben auch zehn Galerien aus dem mittleren Osten dabei. Welche Entwicklung hat Sie am meisten beeindruckt? Eine andere Mischung von zeitgenössischem und modernem Design. Wir befinden uns in einem aufstrebendem Markt, der nach neuen kreativen Arbeiten sucht anstatt nach historischen Stücken. Außerdem haben wir ein starkes, öffentliches Programm für unsere Besucher entwickelt. Über 600 Menschen haben die Chance genossen, an Workshops teilzunehmen, die von Designern geleitet werden, oder an Talks und Podiumsdiskussionen mit führenden Designprofis. Was sind die größten Fehler, die von Sammlern gemacht werden? Ich kann oft nachvollziehen, dass ein Sammler sein Investment gerne absichern will, indem er etwas kauft, was im Wert steigen wird. Ich persönlich suche eher nach einem Stück oder einem Designer, den ich liebe, bevor

Das Messezelt der Design Days Dubai 2014, direkt am Fuße des Burj Khalifa, dem mit 828 Metern höchsten Wolkenkratzer der Welt

ich anfange die Rentabilität meines Investments auszurechnen. Was wird am meisten überschätzt? Ein saisonales Interesse an einem Designer oder Objekt. Wir beobachten oft ein starkes Medieninteresse an einer Persönlichkeit, weil sie gerade angesagt ist, und das kann die Kreativität und Qualität ihrer Entwürfe überschatten. Das ist etwas, das sich der

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Designmarkt von der Kunst- und Modewelt abgeschaut hat, aber schaut man auf die Stücke in den Auktionshäusern, kommen nur selten Stücke von trendigen »Designern« unter den Hammer. Gibt es Unterschiede zwischen dem Sammeln von Kunst und Design? Wenn ich mich an die Basisregeln von Design halte, würde ich antworten, dass man ein Objekt benutzen kann, das man in seiner Sammlung hat. Es ist ein Zeugnis seiner Zeit, das handwerkliches Geschick und Aufmerksamkeit für Details beweist, aber im Gegensatz zu einem Kunstwerk lässt sich die Designkreation für Zuhause oder für die geschäftliche Umgebung nutzen. Welche Tipps haben Sie für jemanden, der eine Sammlung starten möchte? Wie bei Kunst, sollte man anfangen zu sammeln, was einem gefällt, losgelöst von einem Investmentplan. Ein Sammler kauft Kunstwerke, weil er an das glaubt, was er kauft und weil es eine richtige Verbindung zwischen dem neuen Stück und der bestehenden Sammlung gibt. Man kann darüber nachdenken, seine Sammlung unter ein übergeordnetes Thema zu stellen oder aber unterschiedliche Objekte zu erstehen, die völlig unabhängig voneinander sind. Was würden Sie sich für 100.000 Euro kaufen? Definitiv etwas von den klassischen, nordischen Meistern: Alvar Aalto, Arne Jacobsen, Poul Henningsen. Ich bin ein absoluter Fan von der Komplexität, die sich hinter scheinbarer Einfachheit verbirgt.


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Designkunst

Oben: Die stilwerk Design Gallery stellte in Dubai ein Teppich-Unikat von Jan Kath vor Links: Cyril Zammit mit Abdul Rahman Al Owais, Kulturminister Dubais Rechts: Sammler-Design am Stand der Galerie Gosserez aus Paris

In was würden Sie sonst noch investieren? In Zeit, noch mehr über Design zu lernen. Ich würde am liebsten eine Woche in Boisbuchet (boisbuchet.org) verbringen, mit Designexperten umgeben von der wunderschönen französischen Landschaft,

»  Ich würde am liebsten in zeit investieren – um noch mehr über design zu lernen.  « in der Alexander von Vegesack ein einzigartiges Kompetenz-Zentrum für Design geschaffen hat. Welche Nachwuchstalente sollte man im Blick haben? Von einem regionalen Standpunkt aus, würde ich definitiv einen Blick auf die libanesische Designszene werfen, aus der großartige Talente beginnen herauszustechen: Karim Chaya, Marc Baroud, Marc Dibeh, aber auch Karen Chekerd-

jian ... Ich mag auch die Werke von Julien Carretero, Piergil Fourquié, Kwangho Lee ... Seit wann sammeln Sie selbst Design? Ich habe bescheiden angefangen in 2006 mit einem Stück von Maarten Baas. Was ist Ihr Motiv? Suchen Sie Stücke als Investment? Oder suchen Sie nach Objekten für die Ewigkeit? Schlichtweg nur nach ästhetischen Gesichtspunkten. Ich komponiere meine Sammlung rund um den Raum, in dem ich momentan lebe. Manchmal verschiffe ich ein Stück zu meinem Landhaus in Südfrankreich, aber ich bevorzuge es, umgeben zu sein von dem Design, das ich kaufe, anstatt an einer virtuellen Sammlung weit weg von mir zu arbeiten. Was haben Sie sich zuletzt gekauft? Ich habe mir zuletzt einen »Big Boss«-Tisch von Piergil Fourquié in der Galerie Gosserez in Paris gekauft. Wovon träumen Sie, was wäre Ihr Wunsch-Objekt? Mehr als nach einem Stück sehne ich mich nach mehr Platz, um diesen mit speziellen Design-Kreationen füllen zu können. Haben Sie einen Lieblingsplatz mit Designkunst in Ihrem Privathaus? Designkunst habe ich überall in meinem Apart-

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ment in Dubai. Da ich im 26. Stock umgeben von einem beeindruckenden Ausblick lebe, verstärkt es das Erlebnis, wenn meine Stücke während des Jahreszeitenwechsels in der komplett vom Nebel eingehüllten Architektur zu schweben scheinen.

Cyril Zammit Der Pariser startete seine Karriere als Marketing-Manager am Institut Français in Prag, zog dann nach London, wo er für die französische Botschaft arbeitete. In der Schweiz war Zammit Sponsoring-Manager des Montreux Jazz Festival. Für die UBS-Bank betreute er die Sponsoringaktivitäten, unter anderem für die Art Basel Miami Beach, für die Privatbank HSBC, die Design Miami und Design Miami Basel. In den Mittleren Osten verschlug es ihn als Senior Manager Sponsoring für den Tourism Development and Investment Company Abu Dhabi. 2011 gründete Zammit die Design Days Dubai.


Designkunst

weitere Designkunstmessen Collecitve 2 Design Fair, New York 08. – 11. Mai 2014 Design Miami / Basel 17. – 22. Juni 2014 Masterpiece London 26. Juni – 02. Juli 2014 Biennale des Antiquaires, Paris 11. – 21. September 2014 PAD London 15. – 19. Oktober 2014 The Salon New York 13. – 17. November 2014 Design Miami 03. – 07. Dezember 2014

„Auster“, Bronze, 25 x 35 x 25 cm, Berlin 2001

„Hurricand“, Bronze, 12 x 15 x 13 cm, Berlin 2005

„Offener Rollkörper“, Bronze, 31 x 27 x 27 cm, Berlin 2007

„Prehistoric Pirate“, Bronze (hell patinierte Version), 41 x 41 x 41 cm, Berlin 2005

Fotografien von Dirk Michael Deckbar aus der Katalog „Maximilian Verhas, Skulptures in Motion, 2008“

Maximilian Verhas in der Scorpion Galerie „Prehistoric Pirate“, Bronze (schwarz patinierte Version), 41 x 41 x 41 cm, Berlin 2005

„Großer Offener Rollkörper“, Bronze (polierte Version), 85 x 100 x 85 cm, Berlin 2005

Scorpion Galerie Scorpion Zentrale Mansteinstr. 56 D-20253 Hamburg-Generalsviertel www.scorpion-galerie.de Tel. +49 (0) 173 4579459 — 61 —

Öffnungszeiten: Mi – Fr 13 – 18 Uhr sonst nach Vereinbarung (auch sonntags)


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Markenportrait

Der KunststoffKult Unter den Möbeln von Kartell sind echte Klassiker. Schon in den Sechzigern erschuf die Marke erste KultMöbel. Bis heute bringt sie jedes Jahr überraschende Entwürfe namhafter Designer wie Philippe Starck oder Patricia Urquiola hervor. Und auch Rockstars wie Lenny Kravitz dürfen mitmischen. In diesem Jahr feiert die italienische Möbelmarke ihren 65. Geburtstag

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Markenportrait

» Wir waren die ersten, die mit transparentem Kunststoff arbeiteten. « Claudio Luti

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enn man Claudio Luti von seinen Möbeln plaudern hört, dann sieht man lauter Einser-Schüler vor sich. Da ist zum Beispiel »Louis Ghost«. Philippe Starck entwarf den Esstischstuhl nach dem Vorbild eines klassisch-französischen Möbels. Verspielte Schnörkel treffen auf ein top-modernes Material. Egal ob in Tokio oder Kopenhagen, das gute Stück ist international ein Bestseller. »Wir waren die ersten, die mit transparentem Kunststoff arbeiteten«, sagt der CEO und Inhaber von Kartell. »Wenige Jahre später machte es jeder.« Die ersten zu sein und immer wieder Innovationen hervorzubringen, macht die Geschichte von Kartell aus. 1949 wurde sie von Lutis Schwiegereltern gegründet, er stieg 1988 ein. Auch wenn schon vor Claudio Lutis Zeit echte Klassiker wie das runde Aufbewahrungssystem »Componibili« von Anna Castelli Ferrieri aus dem Jahr 1968 entstanden, nahm das Unternehmen mit ihm richtig Fahrt auf. So holte der ehemalige VersacePartner wichtige Designer an Bord. Er fädelte die Zusammenarbeit mit Philippe Starck ein, der neben »Louis Ghost« fast jährlich weitere Sofas, Stühle, Tische und Hocker entwarf. »Wir bekommen Projekte aus aller Welt zugeschickt«, sagt Claudio Luti. »Doch wir arbeiten lieber intensiv mit einer Handvoll Designern zusammen und pflegen mit ihnen eine enge Beziehung.« Er führe selbst die Gespräche und betreue den Entstehungsprozess der Möbel. Immer wieder sind es nicht nur Produktdesigner, sondern auch Größen aus der Modewelt oder aus dem Musikbusiness, mit denen Kartell kooperiert. So ließ Claudio Luti das italienische Modehaus Missoni und Rockstar Lenny Kravitz seine Möbel in

neue Gewänder kleiden. Auf diese Weise erhielt der schlichte Kunststoffsessel »Mademoiselle« mal einen fröhlich-kunterbunten Bezug, mal ein verruchtes Fell. Doch sind Möbel aus Kunststoff überhaupt noch zeitgemäß, in einer Zeit, in der immer mehr Firmen auf natürliche Materialien wie Holz oder Leder setzen? Claudio Luti sieht das gelassen. Zum einen kombiniert er selber zuhause Plastik-Stühle mit Antiquitäten und zum anderen setzt auch Kartell auf den angesagten Material-Mix. Den Sessel »Comback« von Patricia Urquiola aus dem Jahr 2012 gibt es zum Beispiel auch mit Beinen aus lasiertem Buchenholz. Wer sich einen Überblick über Kartells Geschichte verschaffen möchte, der kann das hauseigene Museum in der Nähe von Mailand besuchen. Mehr als 1000 Produkte gibt es dort zu sehen, aber auch Fotos, Skizzen oder Prototypen.

Text: Judith Jenner

Von oben nach unten: Kartells Bestseller ist der Stuhl »Louis Ghost« von Philippe Starck Das runde Aufbewahrungssystem »Componibili« gibt es in verschiedenen Größen und Farben Es muss nicht immer hartes Plastik sein. Auf dem Sessel »Foliage« sitzt man auf Polstern Links: Leuchte »Bourgie« wurde von Ferruccio Laviani designt

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Coach

stilwerk Room service2

Auf die Plätze fertig ... Sitzen In jeder ausgabe: der stilwerk-Coach. Thema diesmal: die sofa-Wahl. Interior-Experte Ralph van Gemert über die vorteile von Leder- und stoffBezügen, die richtigen Lehnen und den reiz von hussen und kissen

Schlichte Eleganz Präzise Linien, klare Konturen und Handwerkskunst prägen die Sitzlandschaft »Grand Suite«, von Eoos für Walter Knoll entworfen

Stufenschnitt Süß wie Zuckerwatte und dank unterschiedlicher Rückenlehnen für große und kleine Leute bequem: Sofa »Palü« von Bretz

stilwerk room service2 stilwerk room service² ist die Einrichtungsberatung aus dem Hause stilwerk. Von der Grundrissplanung bis hin zur kompletten Einrichtung stehen Ihnen die Einrichtungsberater zur Verfügung. Egal, ob Sie Ihr Zuhause oder Ihr Büro neu gestalten möchten. stilwerk room service² Tel.: +49 . 40 . 30 62 15 60 Mail: roomservice@stilwerk.de www.stilwerk-roomservice.de

Kürzlich habe ich mir wieder einmal Hitchcock’s »Der unsichtbare Dritte« angeschaut. In dem versucht Cary Grant alias Roger Thornhill seine Filmpartnerin, die wunderschöne Eva Marie Saint, aus dem stylishen Architektenhaus der Entführer zu befreien. Dramatisch am Hang gelegen leiten Haus und Interieur den wirklich spektakulären Showdown ein, liefern ganz nebenbei reichlich Anregungen zum Einrichten und zeigen, wie wichtig es ist, gerade bei raumbestimmenden Sitzmöbeln das richtige Modell zu wählen. Man muss zugeben: Das ist ein ziemlich komplexes Unterfangen, da die Auswahl nahezu grenzenlos ist. Es lohnt also der Blick auf Details und die Definition des ei-

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genen Anspruchs, um das Angebot dadurch überschaubarer zu gestalten. Familien mit Kindern oder einem vierbeinigen Gefährten favorisieren üblicherweise strapazierfähige Bezüge. Ideal ist handschuhweich-elegantes Leder. Das ist extrem robust und gleichzeitig pflegeleicht genug. Es entwickelt im Laufe der Zeit eine charmante Patina und lässt sich, z. B. mit natürlichem Bienenwachs, ohne großen Aufwand umweltfreundlich pflegen und lange schön halten. Aber natürlich haben auch Stoffgewänder viele Vorteile. Der Farbreichtum, die Muster und unterschiedlichen Texturen sorgen für unendliche Gestaltungsmöglichkeiten. Die elegant-warmtonige Anmu-


Coach

Hingucker Extravagant in Farbe und Form: Sofa und Hocker »Gynko« von Jörg Wulff & Thomas Müller für Leolux

BaukastenPrinzip Kubische Klarheit trifft Komfort: Modul-System »DS-88«, entworfen von Alfredo Häberli für de Sede

Rückzugsraum Das Modell »Alcove« von Vitra sorgt mit seinen hohen Seiten- und Rückenpaneelen für Geborgenheit

Brückenschlag Multifunktionssofa »My World« von Stardesigner Philippe Starck soll Freizeit und Arbeit besser vernetzen

sanfte rundungen machen Modell »Cosse« von Ligne Roset so einladend, das Holzgestell verleiht Leichtigkeit

Retrotrend Multitalent

Außen streng, innen weich erinnert Sofa »Elm« von Cor an skandinavisches Design der 60er und 70er Jahre

Extrem flexibles Entspannungsmöbel: »Nova« von Rolf Benz. Es passt sich jeder Körperposition an

tung der durablen Gewebe verschönert die Einrichtung allemal. Entscheidet man sich dann noch für abnehmbare Bezüge, sogenannte Hussen, lassen sich Sofa und Sessel im Sommer urlaubshaft-heiter und für den Winter in würdevoller Schwere einkleiden. So zeigen sich die neuen Lieblingsmöbel im Handumdrehen gleich in zwei ganz unterschiedlichen Looks. Moderne Stoffe sind dabei oft fleckenabweisend ausgerüstet. Und sollte doch einmal etwas daneben gehen: Zur schnellen Reinigung zwischendurch bieten sich die abnehmbaren Bezüge natürlich erst recht an. Ob eine klassische Sofaform angesagt ist oder eine multifunktionale Sitzlandschaft, darüber entscheidet allein der persönliche

Geschmack. Praktisch sind zusätzliche Poufs: Je nach Bedarf dienen sie als SofaVerlängerung, Extra-Sitzgelegenheit oder auch als Coffeetable. Ein weiterer Vorteil der kleinen Beimöbel: In monochromer Ausführung passen sie sich dem jeweiligen Szenarium perfekt und homogen an, bewusst kontrastierend angezogen führen sie einen spannend-auffälligen Dialog mit dem umgebenden Interieur. Zu den wichtigsten Parametern bei der Sofa-Wahl gehören Sitzhöhe und -tiefe sowie die Rückenlehnenneigung. Auch hier gibt es kein Richtig oder Falsch, die persönlichen Vorlieben entscheiden. Sie sollten beim Probesitzen überprüft und verglichen werden. Es macht Sinn sich dabei

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zum Beispiel im stilwerk kompetent beraten zu lassen. Viele Hersteller bieten für ein Grundmodell mittlerweile verstellbare Rückenlehnen und sogar unterschiedliche Armlehnen-Varianten an. Lassen Sie sich inspirieren! Und nehmen Sie sich unbedingt ausreichend Zeit, die in die engere Wahl kommenden Möbel besser kennenzulernen. Denn ein Sofa, das nach längerem Sitzen unbequem ist, kann nur enttäuschen! Übrigens: Ein paar große Kissen werten und lockern ein Sofa ungemein auf. Besondere Bezüge, zum Beispiel aus farbenfroher Kimono-Seide, sorgen für Abwechslung, setzen ein Statement – und haben Sie sich sattgesehen, ist der Bezug auch schnell wieder ausgetauscht.


stilwerk # 01/2013

Kapitel

Ihre Einrichtung. Unsere Leidenschaft.

Die ganze Welt des Wohndesigns unter einem Dach. Hamburg / Berlin / Düsseldorf / Wien / www.stilwerk.de

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Kapitel

Willkommen im stilwerk HAmburg Das ist los im HAmburger Designhaus: Lieblingsstücke, Stilexperten und Trend-Events – wir zeigen Ihnen die Highlights

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Lieblingsstücke

Henning Köppchen von Kirsch & Lütjohann Bürodrehsessel »Of Course« von Sedus Stoll AG

Warum ist dieses Ihr Lieblingsstück? Langes Sitzen sollte vermieden werden – wir predigen deshalb seit langem dynamische Arbeitswelten. Sind lange Schreibtischtage unumgänglich, so ist mein »Of Course« ein Begleiter, der mich perfekt unterstützt. Für wen eignet sich das Produkt? Er ist perfekt für Entscheider, die den Kopf für das Wesentliche frei halten wollen. Was ist das Besondere? Es ist der einzige Chefsessel mit AGR Gütesiegel: Die verbaute »independent fit«-Technologie unterstützt den Körper beim Sitzen perfekt. Edle Polster und Blenden aus Corian schaffen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten.

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Lieblingsstücke

Fünf Händler aus dem stilwerk Hamburg präsentieren

Fünf Produkte Die sie Lieben

Text: Judith Jenner Fotos: Dirk Dunkelberg

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Lieblingsstücke

Matthias Schönhalz von Bretz Sofa »Cloud 7« von Bretz

Warum ist dieses Sofa Ihr Lieblingsstück? Es ist mein Lieblingssofa, weil es trotz seiner kantigen Form eine sehr gemütliche Erscheinung und ein tolles Sitzgefühl hat. Für wen ist das Sofa ideal? Wegen seiner unterschiedlichen Größen eignet es sich im Prinzip für jeden, für Familien ebenso wie für Paare. Was macht es so besonders? Ganz einfach: Aufgrund seiner asymmetrischen Form ohne einen rechten Winkel sieht man dem Sofa seinen kuscheligen Charakter nicht an – und wird durch das tolle Sitzgefühl überrascht.

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Lieblingsstücke

Christina Wanke von Fab Showroom Hamburg Sideboard von Fab

Warum ist das Ihr Lieblingsstück? Ich liebe gradliniges, zeitloses Design, das noch dazu funktional ist und sich meinen Bedürfnissen anpasst. Für wen eignet sich das Produkt? Für alle, die schon lange auf der Suche nach ihrem maßgefertigten Lieblingsmöbel sind und bei uns klares Design zu fairen Preisen finden. Was ist das Besondere? Bei uns wird der Kunde zum Designer! Man kann sich das Sideboard, wie jedes unserer Möbelstücke, von den Maßen und der Ausführung her völlig individuell zusammenstellen. So findet jeder bei uns das passende Teil.

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Lieblingsstücke

Hagen Goetz von COR Interlübke Begehbarer Kleiderschrank »Paneel-SO7« von interlübke

Warum ist das Ihr Lieblingsstück? Es gewährt absolute Planungsvielfalt, farblich ist alles umsetzbar. Es ist schlicht, dezent und zurückhaltend im Design. Für wen eignet sich das Produkt? Für alle, die das schlichte, zeitlose Design von interlübke mögen, an Qualität und Verarbeitung höchste Ansprüche stellen und für Menschen, die einen großzügigen Ankleideraum gestalten möchten. Das Besondere? Jede Farbe ist machbar, jedes Maß ist umsetzbar. Man kann ihn mit allen interlübke-Programmen kombinieren.

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Lieblingsstücke

Jana Krause von Tobias Grau »Falling Leaf« von Tobias Grau

Warum ist das Ihr Lieblingsstück? Die verschiedenen warmen Farben des matten Kunststoffes integrieren sich harmonisch in Wohnräume, zudem liefert »Falling Leaf« ein wunderbares, atmosphärisches und brillantes, warm-weißes Licht. Für wen ist die Leuchte ideal? Für alle, die sie lieben. Special Feature? Die Hängeleuchte besticht durch die Kombination aus poliertem Aluminium und mattem, hochwertigem Kunststoff in verschiedenen Farben, sowie einer optischen Linse. Durch diese wird das brillante, warm-weiße LED-Licht blendfrei und optimal gestreut.

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News

News stilwerk Hamburg Mehr Highlights unter: www.stilwerk.de/hamburg

Demnächst im stilwerk

Outdoor-ausstellung 18. Mai – 10. Juni 2014 Die schönsten Gartenmöbel aus der Kollektion von Dedon sind in einer Sonderausstellung im stilwerk zu sehen. Die norddeutsche Marke hat sich Outdoor-Möbel mit Designanspruch auf die Stirn geschrieben und zeigt Neuheiten und Trends für den Sommer 2014. www.dedon.de

Larissa Hadjio – Portable Icons 23. Mai – 05. Juli 2014 In der Ausstellung stellt die stilwerk design gallery außergewöhnliche, limitierte Handtaschen der Londoner Designerin Larissa Hadjio vor, die sie als Skulpturen im Raum präsentieren wird. Die Galerie öffnet sich mit diesem neuen Thema einem neuen Trend – dem Accessoire. www.larissahadjio.com Elisa Strozyk – Poetic Transformation 04. April – 17. Mai 2014 Mit »Poetic Transformation« präsentiert die stilwerk design gallery erstmals eine Werkschau der jungen Designerin Elisa Strozyk aus Berlin. Neben ihren preisgekrönten Entwürfen aus Holz sind auch die neuesten Arbeiten aus der Serie »Ceramic Tables« zu sehen, für die sie keramische Glasuren zu bildhaften Oberflächen werden lässt. www.elisastrozyk.de

Neueröffnungen

Heavy Metal 31. Juli­ – 13. September 2014 Edle Metalle von Künstlern wie Brooksbank & Collins, Studio Besau-Marguerre, Oskar Zieta und Studio Markunpoika sind Thema der Ausstellung »Heavy Metal« in der stilwerk design gallery. www.stilwerk-designgallery.com

Muuto Pop-up-Shop bis 28. April 2014 Die Dänen erobern das stilwerk: Der Popup-Shop der trendigen Möbelmarke Muuto in Kooperation mit punct.object hat im 2. Stock des stilwerk Hamburg geöffnet. Das

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noch junge Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, die goldene Ära des skandinavischen Designs wieder aufleben zu lassen. Für Muuto sind etablierte Designer sowie aufstrebende Nachwuchstalente tätig. www.muuto.com

Gubi startet mit Showroom ab Mai 2014 Dänischer Zeitgeist kommt ins stilwerk: Die dänische Marke Gubi eröffnet ihren Showroom im 5. Stock im stilwerk. Das Familienunternehmen gehört zu den führenden Designlabels Skandinaviens, lässt vergessene Kollektionen aus den 30er bis 70er Jahren wieder aufleben und beweist ein Händchen für Trends. Auf 350 Quadratmetern sind ausgewählte Klassiker wie auch Neuheiten zu sehen. www.gubi.dk

Janua Pop-up-Shop 01. Mai – 31. Juli 2014 Auf 200 Quadratmetern ist die gesamte Welt von Janua zu sehen, präsentiert von Clic Inneneinrichtung. Die Kollektion von Janua steht für durchgängiges Design, elementare Formen, erstklassige Materialien und klare Funktionen. Sie umfasst eine breite Palette von Tischen und Sitzbänken bis hin zu Betten und Regalen. www.janua-moebel.com


News

People

Neueröffnung von Freistil und Montana ab Mitte Mai 2014 Die junge Marke Freistil aus dem Hause Rolf Benz eröffnet im 1. Stock im stilwerk. Sie richtet sich an jung gesinnte, stilbewusste Menschen, die Qualität zum bezahlbaren Preis suchen. In der gleichen Fläche präsentiert sich auch das dänische Unternehmen Montana, 1982 von Peter J. Lassen gegründet. Montana ist bekannt für sein Regalsystem mit unendlichen Möglichkeiten. www.freistil-rolfbenz.com

A&W-Designer des Jahres 2014 Der in Berlin lebende Designer Werner Aisslinger ist »A&W-Designer des Jahres 2014«. Er erhielt den begehrten Designpreis der Zeitschrift »Architektur  & Wohnen« im Januar während der in Köln stattfindenden internationalen Möbelmesse Imm Cologne. Danach brachte stilwerk in Kooperation mit »Architektur & Wohnen« die Ausstellung »A&W-Designer des Jahres 2014« vom 20. März bis 12. April in das stilwerk Hamburg. Rund 350 Gäste feierten den visionären Allrounder Aisslinger, der nicht nur mit innovativen Möbelentwürfen punktet, sondern auch mit Projekten wie dem mobilen Heim namens »Loft Cube« oder der »Chair Farm«. Für das leibliche Wohl der geladenen Gäste sorgte die italienische Gastronomen-Familie Vincenzo. www.awmagazin.de

Barbara Friedrich (Chefredakteurin »Architektur & Wohnen«) mit Gordon Zacharias (Center-Manager stilwerk Hamburg)

V.l.n.r.: Tina Bunyaprasit (Innenarchitektin), Werner Aisslinger, Achim Aisslinger (Architekt), Kai Hollmann (Hotelier Fortune Hotels)

JULIAN HOFFMANN

Edition 2: Siebdruck auf Bütten 66 x 50 cm (Auflage 100) je € 280,-

Die Galerie Kunstclub Hamburg vertritt seit 8 Jahren erfolgreich den aus Hamburg kommenden und heute in Berlin lebenden Künstler Julian Hoffmann. Im April werden einige seiner Arbeiten im Stilwerk zu sehen sein. Eine schöne Nachricht für seine große Fangemeinde, insbesondere in Hamburg. Edition 1: Siebdruck auf Bütten handcoloriert: 42 x 31 cm je € 890,-

GALERIE KUNSTCLUB HAMBURG Heimhuderstraße 57 Tel. 040 / 44 15 20 info@kunstclub-hamburg.de www.kunstclub-hamburg.de — 75 — Öffnungszeiten: Mo - Do 9 - 16 Uhr (oder jederzeit nach telefonischer Anmeldung)


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Kapitel

Small Talk Die stilwerk-Stores und Ihre Macher. Diesmal: Eiko Rott von Roche Bobois

Was ist das Besondere an Ihrem Geschäft im stilwerk? Roche Bobois Paris hat für mich viele Besonderheiten. Zuerst ist da sicherlich die leicht verspielte und gerne auch farbenfrohe französische Handschrift zu nennen. Das erkennt man sofort. Dann hat Roche Bobois gleich zwei Linien zu bieten: das moderne Design (Les Contemporains) und das klassische Design (Nouveaux Classiques). Beide Stilrichtungen können voneinander getrennt, also rein behandelt, aber auch miteinander gemischt werden – das ist sehr spannend für Kunden, aber auch für uns Einrichtungsberater. Seit wann sind Sie im stilwerk? Roche Bobois ist seit 2010 im stilwerk Düsseldorf, seit 2011 im stilwerk Hamburg und seit 2012 im stilwerk Berlin. Was haben Sie vorher gemacht? Einiges. Vor Roche Bobois war ich für stilwerk als Geschäftsführer tätig. Haben Sie eine spezielle Beziehung zu den Produkten, die Sie bei Roche Bobois verkaufen? Ja, das habe ich. Das ist mir auch sehr wichtig. Die Kollektion von Roche Bobois ist riesig, so dass man zwangsläufig zu den Produkten im Showroom eine spezielle Beziehung hat – schließlich hat man diese aus so vielen anderen Produkten und Linien ausgewählt. Außerdem sind Roche Bobois-Möbel bei uns zu Hause im Einsatz. Erzählen Sie uns Ihre liebste stilwerkGeschichte? Da gibt es einige. Ich habe mit jedem Haus eine liebste Geschichte. Das Düsseldorfer Haus zum Beispiel war ganz früher mal ein Hallen-/Wellenbad, in dem ich als Kind häufig war. Es gibt da also entsprechende Erinnerungen. Im Berliner Haus konnte ich mit Roche Bobois die ehemalige und früher problematische

Eiko Rott, Store-Manager Roche Bobois Hamburg und Berlin, links, im Gespräch mit Gordon Zacharias, Center-Manager des stilwerk Hamburg

Restaurantfläche als Einzelhandelsfläche entwickeln. Das war besonders spannend, da ich das Projekt von der einen Seite (als stilwerk-Manager) starten und von der anderen Seite (als Mieter) beenden konnte. Im Hamburger Haus habe ich bei einem Kon-

» Meine liebste   Stilwerk-geschichte? ich kann ihnen zu jedem haus   eine erzählen. « zert Klaus Doldinger kennenlernen dürfen. Für mich eine herausragende Persönlichkeit als Musiker und Komponist. Das war ein sehr gelungener Abend! Und das Haus in Wien kenne ich wie meine Westentasche. Schließlich war ich von der Grundsteinlegung bis zur Fertigstellung dabei, da ich es von stilwerk-Seite aus betreuen durfte. Es ist ein tolles Gebäude von einem erstklassigen Architekten, Jean Nouvel. Was verstehen Sie persönlich unter Stil? Stil ist für mich ganz einfach: wenn etwas zueinander passt. Möbel müssen für mich zu den Räumlichkeiten, aber auch zu den Personen passen, die mit ihnen leben. Ist das Ziel erreicht, ist es perfekt. Dabei kann die Einrichtung aus der modernen Linie oder der klassischen Linie bestehen oder sogar ein Mix von beidem sein.

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Haben Sie zur Zeit ein Lieblingsprodukt? Mein Lieblingsprodukt ist und bleibt das Mah Jong. Das Mah Jong war schon vor meiner Roche Bobois-Zeit mein Lieblingsprodukt, das ist es immer noch und wird es wahrscheinlich auch weiterhin bleiben. Dieses modulare Sofasystem verschafft einem jeden Tag einfach viel Freude – es ist so schön und außerdem sehr flexibel. Es lässt sich den individuellen Bedürfnissen und Wünschen anpassen, wer will, kann es täglich verändern. Noch ein Wort zu Hamburg: Was genau lieben Sie an Ihrer Stadt? Hamburg hat für mich eine besonders hohe Lebensqualität. Hervorzuheben sind die Alster, der Elbstrand, die Hafencity. Irgendwie hat Hamburg als Großstadt überraschenderweise keine allzu langen Wege. Man lebt urban und zentral. Was ist Ihr persönlicher Lieblingsplatz in der Stadt? Das „Alte Mädchen“ ist für mich derzeit einer meiner persönlichen Lieblingsplätze. Das Konzept als BrauereiRestaurant ist einfach klasse. Architektur, Getränke, Essen und der Service sind top! Dann gibt es noch das Café »Elbgold«, der Kaffee ist wirklich köstlich! Was sollte man auf jeden Fall unternehmen, wenn man Hamburg besucht? Bei schönem Wetter sollte man in Hamburg auf jeden Fall am Elbstrand die Seele baumeln lassen.


News

OnlineShopping À la stilwerk Es wird eine der feinsten Adressen für Einrichtung und wohndesign im Netz – in Kürze können sie die Produkte der stilwerk-Häuser auch online bestellen – und noch viel mehr

Bisher war ein Besuch im stilwerk nur in der Offline-Welt möglich: in den stilwerk-Häusern Hamburg, Berlin, Düsseldorf oder Wien. Doch schon bald können Sie auch bequem von Zuhause aus auf die Suche nach Ihrem neuen Lieblings-Einrichtungsstück gehen. »Wir wollen das Erlebnis unserer Häuser endlich auch online erfahrbar machen«, sagt stilwerk-Geschäftsführer Alexander Garbe. Schon in Kürze geht’s los: Über hundert Marken und mehrere tausend Produkte werden in einem neuen, aber stilvollen Umfeld präsentiert. Und natürlich in höchster stilwerkQualität. Neben der hochwertigen Darstellung in klaren, hellen Farben, der einfachen Navigation und der detaillierten Produktbeschreibung stehen auch online die aus den Häusern gewohnte Beratung und Unterstützung im Fokus. Darüber hinaus gibt der stilwerk-Shop ein Qualitätsversprechen auf alle angebotenen Artikel. Damit kann der Käufer zum Beispiel sicher sein, dass er kein Plagiat erhält. Es ist geplant, das Sortiment im Internet sogar noch auszubauen. Designfahrräder oder hochwertige Papeterie-Produkte zum Beispiel sollen das stilwerk-Shop-Angebot abrunden. »Wir wollen das Beste aus beiden Welten und sehen den Online-Shop als perfekte Service-Ergänzung zu unserem stationären Geschäft«, sagt Geschäftsführer Garbe. stilwerk-Shop: Erleben Sie das besondere Einkaufserlebnis der Designtempel jetzt auch online

www.stilwerk-shop.de

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stilwerk and friends

friends Galerie Herold

Einer der wichtigsten Maler der letzten dreißig Jahre: Maler Rainer Fetting

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is 6. Juni sind Werke von Rainer Fetting in der »Galerie Herold«, Hamburg, zu sehen. Fetting, 64, in Wilhelmshaven geboren, hatte nach seinem Studium bei Professor Jaenisch mit seinen Malerfreunden Salome, Zimmer und Middendorf die Galerie am Moritzplatz in Berlin gegründet. Die Gruppe wurde schnell unter dem Begriff »Junge Wilde« bekannt. 1978 erhielt er ein Stipendium für einen längeren Aufenthalt in New York, wo er von 1983 bis 1994 im Wechsel mit Berlin lebte und arbeitete. Fetting gehört zu den wichtigsten deutschen Malern der letzten dreißig Jahre, aber seine Skulpturen sind mindestens genauso berühmt. 1996 gestaltete Fetting die 3,40 Meter hohe und 500 Kilo schwere Skulptur von Willy Brandt für das SPD-Haus in Berlin (für den Willy Brandt-Park in Stockholm fertigte er eine kleinere Kopie), 2006 folgten Skulpturen und Bilder von Helmut Schmidt. Fettings Skulpturen sind keine Nachbildungen, sie fordern stets zum Denken und Interpretieren auf. Heute lebt der Künstler in Berlin und in Westerland auf Sylt, wo zahlreiche Landschaften entstehen. Fettings Werke befinden sich in zahlreichen Museen im In- und Ausland. www.galerie-herold.de

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Galerie Poliza

ie spektakulären Aufnahmen des Hamburger Fotografen Michael Poliza verleihen der Natur & Wildlife-Fotografie eine neue Dimension. Er gehört zu den bekanntesten Naturfotografen. Seine seit 2006 erschienenen Bildbände Africa, Antarctic, South Africa und Kenya sind internationale Erfolge. Seit 2009 ist er Botschafter für den World Wildlife Fund (WWF). Als Kind war er TV-Schauspieler, später baute er erfolgreich IT-Unternehmen auf. Nach einer tausendtägigen Boots-Expedition um die Welt, der »Starship Millennium Voyage«, entdeckte er seine Liebe zur Fotografie. Von Kapstadt, seinem damaligen Lebensmittelpunkt aus, bereiste er große Teile Afrikas, später kamen Arktis und Antarktis, Australien, Neuseeland, die USA und viele andere Länder hinzu. Für seine Landschaftsaufnahmen und Tierportraits wurde Poliza u. a. mit dem International Photography Award, den Nature’s Best Photography Windland Smith Rice International Award und dem Deutschen Fotobuchpreis ausgezeichnet. 2009 eröffnete er seine »Galerie Poliza« in Hamburg. In diesen Tagen startet außerdem sein Online-Shop. www.michaelpoliza.com

Flamingos im Nakuru Nationalpark Kenya, fotografiert von Michael Poliza

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Kunstclub Hamburg

Was andere wegwerfen, verarbeitet er zu Kunst: Julian Hoffmann

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eine Skulpturen, inzwischen mehr als hundert, haben Julian Hoffmann in Hamburg schnell zu einer Berühmtheit gemacht. 2005 wechselte er nach Berlin. Inzwischen gibt es bundesweit zahlreiche Sammler seiner Werke. Die Kunstszene hat ihn entdeckt. Seine Werke, die Bilder wie die Skulpturen, tragen die Zeichen ihrer Herkünfte an sich und in sich. Was andere wegwerfen, fallen lassen, nicht entsorgen, er sammelt es, nimmt Impulse auf, verwandelt den Abfall in Werkstoff. Als solcher wird er Grundstoff von Materialbildern und Skulpturen. Formale Kühnheit und bildnerische Verdichtung sind zum Markenzeichen des Künstlers geworden. Hoffmann wird bundesweit vertreten durch die »Galerie Kunstclub Hamburg«. Wer sich über eine Einladung zur nächsten Ausstellung freuen würde, mailt die Kontaktdaten an die Galerie. www.kunstclub-hamburg.de


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Scorpion Galerie

Merck Finck & Co

Stefanie Henssler

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kulpturen des Berliners Maximilian Verhas werden im Mai und Juni in der »Scorpion Galerie« von Mariola Wisniowska ausgestellt. Seine Skulpturen-Serie »Rollkörper« aus Bronze, Stahl und Holz verbindet Ruhe mit Bewegung. www.scorpion-galerie.de

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»Christina« von Steffi Henssler

Ausstellungsblick aus 2013 – Skulpturen von HyoJu Kim und Zeichnungen von Ewa Zygalska

ür meine Bilder tauche ich in eine zeitlose Wirklichkeit, wodurch sich mir gedanklich Ungeahntes zeigt – und das zeige ich durch ein Farbspiel auf der Leinwand. Die Ausstellung »Spiegelungen« ist im Hotel Arosa (Sylt) zu sehen: Acryl auf Leinwand und Folie, Fotography auf Alu Debond. Ab Mai 2014 in Hamburg: die Ausstellung »Grundfarben«. www.stefanie-henssler-art.com

ie Privatbank am Neuen Wall ist Hamburgs Top-PrivatbankingAnbieter im gehobenen Privatkundengeschäft. Das Team bietet Vermögensverwaltung, Immobilien- und Finanzierungsberatung sowie Stiftungsbetreuung. Nach Analyse der Vermögenswerte wird eine individuelle Investmentstrategie erstellt. Wiederholte Auszeichnungen bestätigen die hohe Beratungsqualität. www.merckfinck.de

Geschenke erhalten die Freundschaft

Merck Finck & Co bietet Ihnen eine kostenlose Finanzanalyse. Erst der umfassende Blick auf Ihr Vermögen ermöglicht zielgerichtete Empfehlungen. Und weil wir wissen, dass für Sie neben Liquidität, Rentabilität und Sicherheit auch die Transparenz der Kosten eine Rolle spielt, haben wir unser umfassendes Leistungsangebot mit einer übersichtlichen Honorarstruktur verbunden, die keine Fragen offen lässt. Machen Sie sich ein Bild von unserem Angebot: Merck Finck & Co, Privatbankiers, Neuer Wall 77, 20354 Hamburg Eberhard Hofmann, Tel. 040 35612-130

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Promotion

Echte Hingucker: die limitierte Edition » Viva Pallone «, inspiriert von Sonne, Strand und dem Lifestyle Brasiliens

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Promotion

VIVA Pallone! Der lässige Design-Klassiker wird 25 Der Vorreiter der Loungesessel erfindet sich stets neu. Die brandaktuelle, limitierte Edition »VIVA Pallone« IST eine Hommage an Design und »die schönste Nebensache der Welt« – und nicht der einzige Grund zum feiern!

Provokant, bunt, klein und rundlich. Der »Pallone« von Leolux war schon immer etwas anders als andere Designmöbel – unkonventionell und freigeistig, verspielt und eigenwillig. Doch er hat erreicht, wovon viele seiner Artgenossen nur träumen: Der futuristisch inspirierte Loungesessel avancierte seit seiner Entwicklung im Jahre 1989 zur Stilikone und ist auf allen fünf Kontinenten bei Liebhabern außergewöhnlichen Designs vertreten. Leolux hat in diesem Jahr gleich doppelten Grund zur Freude: Außer dem 25-jährigen Pallone-Jubiläum feiert der Hersteller 2014 auch das 80-jährige Bestehen der Premiummarke Leolux. Parallel dazu zelebrieren Fußballfans aller Länder die für viele wohl »schönste Nebensache der Welt«. Vier Wochen lang dreht sich alles rund um den Ball. Inspiriert von Sommer, Sonne, Strand und Meer und dem sprichwörtlichen Lifestyle Brasiliens, lanciert Leolux die limitierte Edition »Viva Pallone« – mit neun exklusiven neuen Designs und Farbkombinationen des lässig-unkonventionellen Sitzmöbels. Die Entwürfe tragen Namen wie Alemanha, Suica, Brasil oder Caipirinha. Damit zelebriert das dynamische

» Die Viva Pallone Edition ist eine Hommage und ein Ausdruck unserer Leidenschaft für gutes Design. « Pierre Heck Leolux Country Manager DACH/Global

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Familienunternehmen auf spielerische und humorvolle Weise ein Vierteljahrhundert spannende und bunte Designgeschichte. »Pallone« ist übrigens italienisch, bedeutet »aufgeblasener Ball« und beschreibt die Inspiration, die Designer Roy de Scheemaker schon Ende der achtziger Jahre berührte, trefflich. Seit seinem revolutionären Entwurf hat sich der extravagante Loungesessel bis heute immer wieder neu erfunden, blieb sich dabei jedoch stets treu. Er lässt sich nicht durch angesagte Trends oder modische Einflüsse verbiegen, sondern behält seine ursprüngliche Form weitgehend bei und interpretiert sich im Wandel der Zeiten auf unterschiedlichste Weise gewagt und mutig: »Pallone« provoziert und polarisiert – und das ist gut so! Als im Jahre 1989 der niederländische Designer Roy de Scheemaker, von ScienceFiction-Cartoons inspiriert, die ersten Skizzen eines schwerelos im Raum schwebenden Kissens zeichnete und Leolux daraufhin die ersten Prototypen entwickelte, ahnte keiner, welchen Stellenwert der »Pallone« einmal in der Designwelt einnehmen würde. Ursprünglich für das experimentelle »Haus der Zukunft« des


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Herstellers geplant, avancierte der lässige Sessel innerhalb kurzer Zeit zu einem internationalen Designklassiker! »Pallone« ist mit seiner kompakten und voluminösen Silhouette, seiner frechen, rundlichen Form und der niedrigen Sitzhöhe,Vorreiter für eine völlig neue Generation von Loungemöbeln. Ein echter Trendsetter, der mit seinem visionären Aussehen seiner Zeit weit voraus war. Weg vom Plüsch – und

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hin zu einer ganz konkreten Design- und Formensprache. Eine Mixtur aus Wohlfühlmöbel und Kunstobjekt, Wertsteigerung inbegriffen – das macht ihn bereits seit 25 Jahren und auch für die Zukunft zu einem Fixstern am Himmel der Designmöbel – und absolut unsterblich!

Pallone Art – Kunst für einen guten Zweck 2009 interpretierten junge Künstler, anlässlich des 75-jährigen Bestehens von Leolux, den Kultsessel vollkommen neu. Die eigenwilligen Pallone-Unikate wurden im Anschluss für einen guten Zweck versteigert. Der »Sprout« stellt einen keimenden Samen dar Der »Tasty Chair« wird zu einem Kräutergarten und braucht viel Zuwendung

Gut zu wissen

Pallone-Facts

Das Familienunternehmen Leolux wurde bereits 1934 gegründet. Entstanden ist die Marke aus einem Möbelbetrieb namens »ZuidNederlandse Clubmeubelfabriek«. Seinerzeit schmückte noch ein Löwe das Signet. Ton und Jan Sanders kauften die Fabrik. Der Löwe verschwand und die Wortmarke Leolux wurde lanciert. Daraus entwickelte sich eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Seit 2012 steht Sebastiaan Sanders in der dritten Generation an der Spitze des im niederländischen Venlo ansässigen Unternehmens. Sein Vater Jeroen Sanders steht ihm beratend zur Seite. Er war es auch, der den »Pallone« einst mit dem Designer Roy de Scheemaker entwickelte.

–– Seit Beginn der Produktion 1989 wurden ca. 60.000 »Pallone« handgefertigt. –– Durch unterschiedlichste Farbkombis bekommt jeder Kunde sein ganz persönliches Lieblingsexemplar. –– Der »Pallone« ist in drei Größen erhältlich: PA (L), MA (M), LIL (S) –– Vier Arbeitsstunden braucht es im Schnitt, bis ein »Pallone« fertig hergestellt ist. –– Leicht ist der Sessel trotz seines luftigen Aussehens nicht: Er wiegt circa 21 Kilo. Schnell zugreifen: Für die »Viva Pallone« Limited Edition, von April bis September 2014, gelten Jubiläumspreise! »Pallone« PA: 1.095 Euro / »Pallone« MA: 995 Euro / »Pallone« LIL: 695 Euro

stilwerk Berlin Leolux Kantstraße 17 / 3. OG 10623 Berlin +49.30.31 80 88 37 www.leolux.de

Streng limitiert und zeitlich begrenzt kann die Special Edition ab 1. April bei einem der über 100 autorisierten Händler in Deutschland und der Schweiz direkt erworben werden.

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Termine

Architektur Biennale in Venedig 07.06. – 23.11.2014 Eine klasse Entschuldigung, um mal wieder in die Blaue Lagune einzuschweben. Inspiration zum Thema Kunst und Architektur. Beides untrennbar voneinander. www.labiennale.org

Art Basel in Basel 09. – 22.06.2014 Der jährliche Pflichttermin in der Schweiz. Das Who is Who der globalen Kunstwelt trifft sich zur Mutter aller Kunstmessen. Eine sehr starke Parallel-Messe ist dieses Jahr die Volta, die umgezogen ist vom Dreispitz-Gelände in den spektakulären Kuppelbau neben dem Hauptbahnhof. Top Galerien, sehr gutes Ambiente und ein jüngeres Programm als erfrischende Alternative zur Art Basel. www.voltashow.com

der Kunst kalen der 5 persönliche Highlights für die kommende Saison. Ausgewählt von Johann Haehling von Lanzenauer, Kurator und Mitinhaber der Circle Culture Gallery

Gallery Weekend 02. – 04.05.2014 Die Berliner Galerien eröffnen das gesamte Wochenende mit einem starken Rahmenprogramm und verlängerten Öffnungszeiten. Die Circle Culture Gallery zeigt in ihren neuen Räumen neben der Retrospektive der legendären Pop Art Nonne Sister Corita abstrakte Malereien des Street Art Künstlers XOOOOX. »xoooox – on off on on« (02.05. – 10.05.2014) und Sister Corita Kent Solo in Berlin »Let The Sun Shine In – A Retrospective« (22.02 – 10.05.2014). www.gallery-weekend-berlin.de

Der Berliner Galerist, 39, produziert seit 2001 Ausstellungen und entwickelt sehr erfolgreich die Karrieren internationaler zeitgenössischer Künstler.

Stefan Strumbel Solo in Berlin: 15.09. – 01.11.2014 Heimat hat Stefan Strumbel zu seinem künstlerischen Konzept gemacht. Nachdem Karl Lagerfeld Strumbel zum Inbegriff des deutschen Pop deklariert hat, stellt er die Heimatfrage nun auch in Berlin. Ob er auch hier wieder seine bunten Kuckucks-UhrSkulpturen zeigen wird, bleibt abzuwarten. (auch während der Art Week Berlin: 17. – 22.09.2014, www.berlinartweek.de) www.circleculture-gallery.com

Art International in Istanbul 25. – 28.09.2014 Die Top-Messe in der Türkei. Istanbul hat eine neue Schicht an Sammlern und Art Lovern. Die Stadt ruft nach Kunst und alle kommen. Erst im letzten Jahr vom international erfahrenen Kunstmessebetreiber Sandy Angus gegründet und gleich sehr erfolgreich: mit 62 Galerien, die ihre Werke präsentierten. Hoffentlich ist bis zur Eröffnung im September das neue Soho House Istanbul fertiggestellt. www.istanbulartinternational.com

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Lennart Grau & Clemens Behr Duo Show in Berlin – »Surface to Surface«: 06.06. – 15.08.2014 Zwei Berliner Newcomer, die wunderbar die neue Idee von Malerei und Skulptur verkörpern. Entdecken Sie neue Stile und Positionen. Eine Auseinandersetzung mit Oberflächen und weniger mit Oberflächlichkeit. www.circleculture-gallery.com


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Nach dem Abendessen können die Gäste den Sternenhimmel am Strand beobachten oder professionell in der inseleigenen Sternwarte

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Einmal paradies hin und zurück

Es ist schon schwer genug, überhaupt noch irgendwo einen hübschen, einsamen Strand in Thailand zu finden. Ein Resort allerdings, das mit so viel Phantasie und Liebe zum Detail ausgestattet worden ist wie das Soneva Kiri auf Koh Kood dürfte es im ganzen Land kein zweites Mal geben. Nicht verwunderlich, dass »Six Senses«-Gründer Sonu Shivdasani und seine Frau Eva hinter diesem Projekt stehen, das sich dem SLOW LIFE verschrieben hat ...

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Das Soneva Kiri wurde ökologisch nachhaltig angelegt und behutsam in die Natur integriert

» No News, no shoes, begrüSSt direktor frank grassmann Gäste am Steg des Resorts «

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angsam einzuschweben mit dem firmeneigenen Wasserflugzeug, die Schuhe abzustreifen, weil ohnehin nur barfuss gelaufen wird, und an einem weißen Pulverstrand in eine Villa aus Holz und Farben einzuchecken, die man auf der Stelle für immer besitzen will, das ist wahrlich kein schlechter Start für eine Sommerfrische auf einer thailändischen Insel. Aber man muss gar kein Freund von James Bond-Kulissen im Urlaub sein, um sich im Soneva Kiri wohlzufühlen. Es reicht, wenn man sich ein wenig für Robinson Crusoe und das Inselleben begeistert. Das Soneva Kiri nämlich ist kein ordinäres Hotel, selbst der Begriff Luxusresort klingt eine Spur zu kümmerlich für diesen Abenteuerspielplatz auf Hollywood-Niveau. Mit den Worten »No news, no shoes« begrüßt Direktor Frank Grassmann, 47, neu

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Oben: die thailändische Köchin Khun Benz und ihre Helfer Unten: das Baum-Restaurant »Treepod Dining«

Es gibt 35 Luxusvillen bis zu 600 m2 groß, alle in offener Bauweise errichtet. Begehbarer Kleiderschrank und Dachterrasse inklusive

ankommende Gäste am Steg des Resorts persönlich. Wer glaubt, der gebürtige Koblenzer erlaube sich an dieser Stelle bloß einen Scherz, liegt falsch. In den 27 Villen und acht privaten Residenzen des Resorts – mit 400 bis zu 2.900 Quadratmeter Fläche die edelsten Angebote in ganz Südostasien – sollen Grassmanns Gäste den üblichen Stress ihres Alltags so schnell wie möglich vergessen. Der Six Senses-Gründer und Soneva Kiri-Besitzer Sonu Shivdasani gilt zusammen mit seiner Frau, dem ehemaligen schwedischen Topmodel Eva Malmström, als großer Freund des »intelligenten Luxus«. Unvergessliche, exklusive Erlebnisse ja, aber bitte nicht auf dem Rücken der Natur. Das Soneva Kiri folgt ganz explizit einer Philosophie des Slow Life, was hier wörtlich für Sustainable-Local-OrganicWellness-Learning-Inspiring-Fun-Experi-

ences steht – oder eine Nummer kleiner: für nachhaltigen Tourismus. Dazu gehört dann eben auch, das weitläufige Gelände des Resorts überwiegend barfuss zu durchqueren. Auch die Uhren stellt man im Soneva Kiri selbstbewusst um eine Stunde zurück – einfach, weil man es kann ... Dazu passt, dass viele der kleinen Helferlein im Soneva Kiri »Fridays« genannt werden – wie der Dienerfreund, der Robinson Crusoe auf seiner einsamen Insel zur Seite stand. Dazu passt weiterhin das Gerücht, David Beckham und Gattin Victoria hätten eine der schicken privaten Residenzen des Soneva Kiris gekauft. Seiner Gehaltsklasse entsprächen die Villen auf dem Gelände zwar, aber gesehen hat den englischen Ex-Kicker noch nie jemand auf Koh Kood – der viertgrößten, aber touristisch noch wenig erschlossenen Insel in Thailand.

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Von den fünf Bars und Restaurants des Soneva Kiri ragt ein Ort heraus: Die thailändische Köchin Khun Benz lädt jeden Abend Gäste in ihr Refugium, das auf Stelzen über einem Mangrovenwald erbaut wurde. Es ist nur mit einem Boot erreichbar und eine richtige Speisekarte gibt es auch nicht, sondern nur das – bis zu neun Gänge umfassende – täglich wechselnde Menü. Ein Festessen, dessen frische Zutaten Khun Benz persönlich auf den heimischen Märkten aufstöbert. Zum Thema Beckham übrigens möchte Hotelchef Grassmann lieber nichts sagen. Das tut er allerdings mit diebischer Freude. Auch mit dem Besuch von Angelina Jolie und Brad Pitt darf Grassman leider nicht öffentlich werben, obwohl beide schon einmal im Soneva Kiri und begeistert gewesen sein sollen. Sie hätten zwar nichts dagegen, habe Brad Pitt ausrichten lassen, sie könn-


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» helfer im soneva kiri werden fridays genannt – wie der Dienerfreund von Robinson crusoe « Selbstverständlich können Gäste ihr 9Gänge-Menü auch am Strand genießen

Thailand

Kambodscha Vietnam

Nachhaltiger Konsum wird im Soneva Kiri groß geschrieben: Dafür leistet man sich mit der Engländerin Georgie White sogar einen eigenen »Naturalist«, der dafür sorgt, dass im gesamten Resort keine Ressourcen verschleudert werden

ten allerdings dann leider nicht mehr wiederkommen. Der Fluch der Berühmtheit ... Koh Kood liegt an der Grenze zu Kambodscha, südlich von Koh Chang und war lange Zeit nur mühsam mit einer Kombination aus Überland-Tingelei und Bootspartie zu erreichen. Den meisten Touristen war das zu anstrengend. Aus diesem Grund begegnet man an den Stränden der Insel auch heute meist nur wenigen Fischern. Massentourismus ist auf Koh Kood weder bekannt noch erwünscht. Erst das Soneva Kiri hat eine – zahlenmäßig überschaubare – Luxusklientel auf die Insel gebracht. Diese Damen und Herren müssen nun nicht mehr mühsam auf dem Landweg durch Thailand zockeln, um ins Soneva Kiri zu kommen. Die Anreise erfolgt stilgemäß: Nach der Ankunft in Bangkok werden sie mit einer Limousine zum Flughafen Don Mueang gebracht, steigen

ins Flugzeug und sind binnen einer Stunde auf Koh Kood. Anschließend dauert es nur noch wirbelige fünf Minuten mit einem Speedboot, bis sie direkt am Steg des Resorts Frank Grassmann in die Arme laufen. Dort wartet der Rheinländer bereits mit einem bunten Welcome-Drink auf seine Gäste und fragt als Erstes, ob er das ungewöhnliche »Treepod«-Restaurant hoch über den Baumwipfeln schon mal für ein romantisches Dinner reservieren darf – oder gleich einen schicken Helikopter-Ausflug nach Angkor Wat. Wie gesagt, man muss kein Freund von James Bond-Kulissen sein, um sich hier wohl zu fühlen. Aber es hilft ungemein.

Über Koh kood Koh Kood liegt im Golf von Thailand an der Ostküste Thailands an der Grenze zu Kambodscha. Der Reiz der Insel besteht vor allem in seinen Stränden, die sich entlang der Westküste erstrecken und wo es – anders als im nahe gelegenen Koh Chang – noch keinen Massentourismus gibt. Meist halbmondförmig geschwungen, weitgehend ursprünglich begrünt und malerisch von Lagunen gesäumt, führen die Strände sehr flach ins glasklare Meerwasser. Ideal auch für einen Urlaub mit kleineren Kindern. Die Fläche der Insel bedeckt 130 Quadratkilometer, ungefähr 2.000 Menschen leben regelmäßig auf Koh Kood. Bis heute gibt es keinen klimatisierten Supermarkt, keine Bank und keinen Geldautomaten. Stattdessen etwa 40 Kilometer Straße, die entweder als etwa 1,5-spurige Beton- oder staubige Schotterpiste über die Insel führen.

Soneva Kiri 110 Moo 4, Koh Kood Sub-District, Koh Kood District, Reservierung T: +960.660.0304 reservations-fushi@soneva.com Die Preise differieren stark je nach Saison, Reiseanbieter oder aktueller Belegungsquote. Es lohnt sich also oft, kurzfristig nach dem günstigsten Preis zu fragen. Sonderangebot: 8 Tage/7 Nächte ÜF inkl. Flug 01.05.2014 – 31.10.2014 ab 2.359 € p.P.

Text: Harald Braun Fotografie: Maria Mauque vop

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www.soneva.com


Kapitel

25 Jahre Pallone. Neue Modelle. Ein Klassiker. Inspiriert vom Lifestyle Brasiliens.

Modell Terra

Träume Wohnen. Die limitierte Viva Pallone-Edition zum Jubiläumspreis*, unsere exklusiven Handelspartner sowie weitere originelle Sitzideen finden Sie jetzt auf leolux.de *580 € Preisvorteil (nur für die Viva Pallone-Edition bis zum 30.09.2014)

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Kapitel

kleine Fluchten

wie wärs mit inselfeeling auf Norderney oder stadtgeflüster in amsterdam? Hier kommen Sechs traumhafte ziele für ihr nächstes wochenende

Stilvoll abhängen: Die Terrasse des Hotels »Inselloft« auf Norderney ist perfekt dafür

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Kapitel SCAN WITH LAYAR

casa do conto Porto Von außen sieht die »Casa do Conto« mitten in Porto aus wie ein traditionelles Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert – im Inneren geht es modern und geradlinig zu. Beton prägt das Gesamtbild, der vor allem für Böden und die wortverzierten Decken verwendet wurde. Schwarz, grau und weiß dominieren die sechs Suiten des Gästehauses, liebevoll zusammengestellte VintageMöbel sorgen für Gemütlichkeit. Ein echtes Highlight: der vor dem Restaurant liegende Garten. DZ ab 98 Euro, www.casadoconto.com

Inselloft norderney Da weiß man nicht, was schöner ist: die Lage des »Inselloft«, nur 100 Meter vom Flutsaum entfernt, oder die mit Designmöbeln von Hay bis Missoni eingerichteten Zimmer. Jedes sieht anders aus, untergebracht sind sie in einem Riegel aus vier hübschen, historischen Kaufmannsvillen. Weitere Pluspunkte gibt’s für das herrliche Spa samt Kaminlounge und Meerblick-Sauna, die hauseigene Bäckerei, den »Design-Shop 187« und den Feinkostladen »Wein und Deli«. DZ ab 130 Euro, www.inselloft-norderney.de

berge chiemgau Eine Auszeit beim Möbelproduzenten: Die kann man in der Herberge »Berge« in Aschau machen. Gastgeber ist Nils Holger Moormann, vielfach ausgezeichnet für seine geradlinigen Regale, Tische, Stühle. Mit denen sind auch die 13 Ferienwohnungen (28 –140 Quadratmeter) am Fuß der Kampenwand (1669 Meter) möbliert. Dazu gibt es viel unbehandeltes Holz, Bettwäsche von der Schwäbischen Alb und andere nette Details. Die Welt bleibt draußen: Fernseher oder WLAN gibt es nicht. DZ ab 118 Euro, www.moormann-berge.de

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Kapitel SCAN WITH LAYAR

The Exchange Amsterdam Räume, die wie Models eingekleidet sind – der Slogan des Hotels »The Exchange« in einer der ältesten Straßen in Amsterdams Zentrum passt: Jedes der 61 Zimmer wurde von Absolventen und Schülern des Amsterdamer Fashion Instituts gestaltet. Sie tragen Namen wie »Marie Antoinette« oder »White Room«, haben je nach Größe und Lage einen bis fünf Sterne, und sind alle einzigartig. Im angrenzenden Café »Stock« gibt es den ganzen Tag Frühstück und super Snacks. DZ ab 60 Euro, www.hoteltheexchange.com

Q! Resort Health & Spa kitzbühel Ein Hauch Berlin in Kitzbühel: Dort eröffnete vor Kurzem ein Ableger der stylischen Berliner »Q!-Hotels«, der Großstädtisches mit Alpenromantik verbindet. Quasi eine Detox-Dependance, hier kann man Kureinheiten im Basenfasten buchen, Yoga-, Pilates- und Aquafitnesskurse im Naturbadeteich wechseln täglich, es gibt Kissen mit verschiedenen Kräuterfüllungen, entgiftende Massagen und natürlich können sich auch Vegetarier und Veganer wie Gourmets ernähren. DZ ab 149 Euro, www.qresort.at

Sankt Petri hotel kopenhagen Einst war es ein Billigkaufhaus, heute prangen fünf Sterne an der Fassade des »Sankt Petri Hotel« mitten im angesagten Latin Quarter Kopenhagens. Das Einrichtungskonzept: minimalistisch, skandinavisch, modern, wie schon die großartig beleuchtete, riesige Lobby beweist. 268 Zimmer gibt es, mit maßgefertigten, dunklen Holzmöbeln und Textilien in warmen Erdtönen. Die weiß gekalkten Wände zieren Werke von Per Arnoldi, einem der führenden Künstler Dänemarks. DZ ab 118 Euro, www.hotelsktpetri.com

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Impressum und Bildnachweis

IMPRESSUM stilwerk magazin Design.Kultur.Leben Ausgabe 1 / 2014 stilwerk GmbH Große Elbstraße 68 22767 Hamburg Tel.: +49 . 40 . 28 80 94 0 Fax: +49 . 40 . 28 80 94 94 magazin@stilwerk.de www.stilwerk.de Herausgeber Alexander Garbe (Verantwortlich im Sinne des Presserechts) Chefredaktion Nana Hake Andreas Möller Tanja Reuschling (stellv.) Artdirektion Mandy Bludovsky, Malte von Gottberg Grafik Jule Grimm, Julia Steinbrecher (Beratung) Redaktionelle Mitarbeit Harald Braun, Tina Engler, Birgit Gebhardt, Judith Jenner, Eva Marguerre, Wencke Rosenfeldt, Stefan Scholtz (Bildredaktion), Janina Temmen, Antje Wewer Redaktionsassistenz und schlussredaktion Merle Knudsen Konzept und realisation Ringdrei Media Network GmbH Geschäftsführer: Olaf Köhnke Hoheluftchaussee 95 a 20253 Hamburg Tel.: +49 . 40 . 42 10 85 53 Fax: +49 . 40 . 42 93 51 33 mail@ringdrei.de www.ringdrei.de Druck NEEF + STUMME premium printing GmbH & Co. KG, Wittingen Anzeigen Anja Visscher anja@visscher-mediapack.de Manja Stuhlmann-Laeisz stuhlmann-laeisz@ringdrei.de Vertrieb PressUp GmbH, Hamburg Es gilt die Anzeigenpreisliste 2013. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder wird nicht gehaftet.

Bildnachweis 01/2014 Titel: Studio Besau-Marguerre / Editorial: S. 3: Dirk Dunkelberg / Inhalt: ab S. 4: PR / Soneva Kiri / Talk: ab S. 6: © Galerie Caroline Van Hoek, Elio Germani, Courtesy of L’ArcoBaleno / ©Julien Carretero, Courtesy of L’ArcoBaleno / Good News: ab S. 10: © Eventpress Herrmann / Tobias Grau / Holly Becker: Georg Moritz, Berlin / Debi Trelaor, aus Holly Becker, Joanna Copestick, Lust auf Wohnen, Callwey 2011 / PR / Wonmin Park / Victoria Murillo/Istmophoto.com / Designer vs. Designerinnen: ab S. 20: Christian Kain / PR / Shopping: ab S. 22: PR / Hansen-Family: ab S. 28: Privat / PR / Wagenfeld-Leuchte: ab S. 36: VG Bild Kunst, Bonn 2014 / © Tecnolumen / © WMF / Porzellanmanufaktur Fürstenberg / Trend: S. 38: e15/ PR / Recycling-Design: ab S. 48: PR / www.zurschoenenlinde.de / Draussen: S. 52: PR / Mein Arbeitsplatz: S. 56: PR / Cyrell Zammit: S. 58: Jan Kath / PR / Kartell: S. 62: PR / Kartell / Sofas: S. 64: PR — Ausgabe stilwerk Hamburg: / Lieblingsstücke: ab S. 68: Dirk Dunkelberg / News: ab S. 74: PR / CoWorks Creative LLP / stilwerk & friends: ab S. 78: Galerie Herold, Foto von Rainer Fetting: Fotograf Ilko Koestler / Talk: ab S. 76: Dirk Dunkelberg / Ausgabe stilwerk Berlin: / Lieblingsstücke: ab S. 68: Dirk Dunkelberg / stilwerk & friends: ab S. 78: Galerie Herold, Foto von Rainer Fetting: Fotograf Ilko Koestler / News: ab S. 74: PR / Talk: S. 76: Dirk Dunkelberg Ausgabe stilwerk Düsseldorf: / Lieblingsstücke: ab S. 68: Ulli Steinmetz / News: ab S. 74: PR / Talk: ab S. 76: Uli Steinmetz / — Kunstkalender: ab S. 83: Antje Taiga Jandrig / Marco Funke / Kulturprojekte Berlin / Clemens Behr / Reise: ab S. 84: PR / www.thailandtourismus.de / Soneva Kiri / Travel Designhotels: ab S. 90: PR / Travel Esther Perbandt: ab S. 94: PR / Salumeria Lamuri / Neue Odessa Bar / Händlerübersicht: S. 96: Stefan Malzkorn, Burkhard Katz, PR / Goodbye: S. 98: Stefan Malzkorn

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Travel

mein Berlin Die Designerin Esther Perbandt zählt zu den Shootingstars der Modeszene. Schön, dass die berlinerin uns ihre liebsten plätze verrät

Esther Perbandt, 39, geboren und aufgewachsen in Berlin, abgehärtet in Moskau und geschliffen in Paris: So kündigte die Berliner Volksbühne die Modedesignerin anlässlich ihrer Modenschau im Januar auf der Theaterbühne an. Das passt. Ihre Entwürfe sind rotzig, aber trotzdem elegant, ausgefallen, aber dennoch tragbar. Androgyn, und für Kundinnen mit einer Vorliebe für Schwarz. »Viele Architektinnen sind darunter«, sagt Perbandt. Die AvantgardeDesignerin arbeitet mit liebevoll angefertigten Details wie Kordeln, Ausschnitten, Ärmelpuffern oder Faltenwürfen. Inzwischen gehören Taschen und Schmuck zum Sortiment. Perbandt studierte Mode in Paris, arbeitete anschließend für ein südfranzösisches Label und gründete 2003 ihre eigene Marke »Esther Perbandt« in Berlin. 2008 eröffnete sie ihren ersten Laden. www.estherperbandt.com

anders schön Shopper »Black« von Esther Perbandt, ca. 395 Euro

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Italienische Oase Salumeria Lamuri: italienische Feinkost in der Köpenicker Straße. So schön, dass man nicht wieder weg will Schöner mieten Statt Hotel: Apartments im Münz 8, alle unterschiedlich designt beste laune Treffpunkt für Leute aus Mode und Kunst: die Neue Odessa Bar am Prenzlauer Berg


Travel

Guter Stil »Was wir entwerfen, ist nie hauteng.« Mode im Umasan

Eat La Salumeria Lamuri Die besten Restaurants gehören oft Leuten, die zuvor privat ein feines Gespür für gutes Essen und Ästhetik hatten und die von Freunden fast genötigt werden, ständig für sie zu kochen. Die Salumeria ist die kleine Schwester des im Wedding eröffneten Restaurants. Die Betreiber, alte Designstudiumkollegen von mir, haben da einen kleinen Schatz aufgetan: Alte Kacheln, Deckenmalerei, alles war bis aufs Unkenntliche zugestellt und verbaut, als sie den Laden übernahmen. Nun ist es ein kleines Idyll, in dem man sich mittags in das schöne und romantische Italien beamen lassen kann. www.lasalumeria.wordpress.com

Sleep Münz 8 Wer sich wirklich ein Bild von Berlin machen will, der sollte sich mal mindestens einen Monat hier einnisten. In der Münzstraße 8 gibt es 19 moderne minimalistische Apartments zu mieten, alle von anderen Designern eingerichtet. Das größte

Farbenmeer Das Marsano ist mehr als ein Blumenladen: »Meine Inspirationsquelle«

(401) wurde letztes Jahr von mir selbst ausgestattet. Damit nicht genug: Wer hier einzieht, wird von mir als Hausmeister Perbandt betreut – Wohnungsbesichtigung, -übergabe und -abnahme. Zur Not wechsle ich auch mal eine Glühbirne aus. www.muenz8.de

Gallery Circle Culture Gallery Die Circle Culture Gallery fing als eine der ersten Galerien an, sich der Streetart zu widmen. Freunde von mir werden oder wurden dort ausgestellt, mit einigen habe ich schon inspirierende Kooperationen gemacht. Seit die Galerie in die Potsdamer Straße 68 gezogen ist, gibt es noch viel mehr Platz, um vielen Künstlern gleichzeitig ihren Raum zu geben. www.circleculture-gallery.com

Party Neue Odessa Bar Es ist zwar »nur« eine Bar und kein Club, aber ich habe noch nie erlebt, dass in dem Laden mal schlech-

te Stimmung ist. Ein Muss allein die Unisex-Toilettensituation. Gute Musik und sehr kompetentes Barpersonal, natürlich auch ganz im Berliner Rotznasenstyle, der geknackt werden muss. Aber ganz ehrlich: Ohne eine Herausforderung macht doch auch das Ausgehen keinen Spaß. Selten komme ich dort unter drei oder vier Lieblingsgetränken wieder raus. www.neueodessabar.de

Shopping Umasan Eine wunderschöne kleine Oase und die Welt der zwei eineiigen Zwillinge Anja und Sandra Umann: Was sie mit ihrem Label bieten, ist mehr als nur Fashion, sondern eher eine Weltanschauung. Alles nachhaltig, aus veganen Materialien, und zwar wirklich und noch mega stylish dazu. Ich würde jedem, der dort einkaufen geht, wünschen, die Zwillinge würden selber dort im Laden stehen, so klasse sind die zwei. Stattdessen steht eine ganz bezaubernde Lady dort, die die beiden allerdings würdig vertritt. www.umasan-world.com

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Must See Volksbühne Nicht nur, weil das Programm ausgezeichnet ist, sondern weil das Haus beeindruckt: Die Volksbühne, 1913/14 gebaut, hat einen der höchsten Schnürböden Europas. Tolle Architektur, tolle Stimmung und gute Theatergeister, die dort seit über einem Jahrhundert herumfliegen. www.volksbuehne-berlin.de

My Favourite Marsano Dieser Blumenladen ist eine Explosion an Farben, Ideen, Inspirationen, Phantasiewelten. Wo andere ängstlich sind, nehmen die Betreiber allen Mut zusammen, mieten noch die angrenzende Gewerbefläche dazu und erweitern, um ihre Liebe für Möbel, neu und antik, sowie Objekte und Kunstvolles noch mehr ausleben zu können. Wann immer ich dort bin, lasse ich mich als schwarzer monochromer Vogel ein auf diese Farbwelt und gehe nie ohne Ideen für meine oder eine andere Wohnung. www.marsano-berlin.de


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Händlerübersicht

HändlerÜbersicht Die Stilwerk-Stores in Hamburg, Berlin,  Düsseldorf und Wien auf einen Blick

stilwerk Hamburg GroSSe ElbstraSSe 68 22767 Hamburg  +49.40.30 62 11 00 hamburg@stilwerk.de Auping Plaza +49.40.30 62 17 21 Bauwerk +49.40.30 03 55 33 bettundraum +49.40.38 61 42 26 Bretz +49.40.38 03 86 66 bulthaup +49.40.30 62 11 50 clic +49.40.46 89 68 90 Cor interlübke studio +49.40.468 96 89 70 De Breuyn +49.40.41 30 76 77 Fab +49.40.28 78 04 04 Fashion For Home +49.40.98 76 00 76

stilwerk  Berlin

Hamburger Möbel Kooperation +49.40.38 61 43 96 ip20 +49.40.64 55 55 60 Kirsch & Lütjohann +49.40.226 22 40 ligne roset +49.40.38 61 44 03 markilux +49.40.380 23 97 50 möve +49.40.380 73 85 10 nugloss +49.40.38 69 92 96 Paschen +49.40.52 59 43 21 Poggenpohl +49.40.306 06 397 punct.object +49.40.30 62 12 60 Roche Bobois +49.40.5 70 19 57 30 Rolf Benz Haus +49.40.468 96 89 50 Siedle +49.40.6 70 49 80 SieMatic +49.40.38 08 67 70 stilwerk design gallery +49.40.28 80 94 83 stilwerk room service²  +49.40.30 62 15 60 Tobias Grau +49.40.30 03 58 31 Utz +49.40.30 62 12 05 Vincenzo – Gastronomie +49.40.87 50 05 59 Voß +49.40.30 62 14 90 Walter Knoll +49.40.2 09 49 47 70

KantstraSSe 17 10623 Berlin  +49.30.31 51 50 berlin@stilwerk.de  allmilmö-zeyko +49.30.31 51 56 78 Auping Plaza +49.30.31 80 60 66 Bang & Olufsen +49.30. 31 51 51 31 Bauwerk +49.30.30 82 78 66 Blümel Kaminbau  +49.30.6 14 23 59 BoConcept +49.30.20 00 42 20 Bretz +49.30.915 60 34 1 Brock + Stephan Poggenpohl +49.30.31 51 51 60 bulthaup +49.30.3 19 98 50 30 C. Bechstein Centrum +49.30.2 26 05 59 12 Casa +49.30.31 51 51 72 copa living +49.30.25 20 64 29 Cramer +49.30.31 51 54 00 designforum +49.30.31 01 28 47 Exotic Green +49.30.8924640 Fennobed +49.30.61 65 47 60 ferro +49.30.88 55 26 76 First Glas Einrichtungen +49.30.31 01 03 93

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Francesco Molon +49.30.37 59 27 07 Golem Design +49.30.45 08 75 71 ip20 +49.30.250 40 17 62 Isola Bella +49.30.31 51 51 70 Kartell +49.30.36 50 94 40 Kerana +49.30.31 86 83 18 Kiran Kelim und Teppich Kunst +49.30.31 34 62 5 Kunsthandel Dr. Wilfried Karger +49.30.45 08 78 29 Lago +49.30.31 80 88 37 Lambert +49.30.8 81 30 36 Lars Leppin +49.30.31 51 53 30 Leolux +49.30.31 80 88 37 Lichthaus Mösch +49.30.31 51 55 80 ligne roset +49.30.31 51 51 53 Maison +49.30.31 51 51 74 Max Schlundt +49.30.31 51 53 40 minimum +49.30.3 19 98 50 50 Möve +49.30.31 01 27 49 Niessing +49.30.31 80 90 75 Nyhues +49.30.30 83 11 71 Parkett Direkt Manufaktur +49.30.32 30 39 85 pro arte +49.30.31 51 55 55 Roche Bobois +49.30.450 87 40 30 Rolf Benz Haus +49.30.31 51 56 50 Samina +49.30.88 62 55 36 Samland +49.30.31 51 54 50 Savoir Beds +49.30.89 40 92 90 Siedle +49.30.88 71 95 10 SieMatic +49.30.31 80 21 17


Händlerübersicht

Tobias Grau +49.30.31 01 26 14 Trollhus +49.30.31 51 54 60 Unopiù +49.30.68 81 39 93 Usm Vitra Store +49.30.3 19 98 50 60 weko Studio +49.30.2 35 19 00 Zeitlos +49.30.31 51 56 31 Zweiffel +49.30.80 92 46 93

stilwerk  Düsseldorf GrünstraSSe 15 40212 Düsseldorf  +49.211.86 22 81 00 duesseldorf@stilwerk.de  Art Edition-Fils +49.211.6 01 66 66 Bang & Olufsen +49.211.86 22 85 60 Bartels +49.211.86 22 85 40 Bauwerk +49.211.71 06 70 74 Betten Welten +49.211.8 60 68 85 BoConcept +49.211.86 22 81 40 Bretz +49.211.20 05 01 77 bulthaup +49.211.3 11 30 66 C. Bechstein Centrum +49.211.96 08 11 90

Cafe Extrablatt +49.211.8 62 82 80 Champagner Galerie +49.211.86 39 95 90 Charlotte +49.211.86 39 91 14 Cor interlübke +49.211.86 22 85 10 designforum +49.211.8 68 16 30 DieEinrichter +49.211.86 22 85 00 Fashion For Home +49.211.56 69 50 95 First Glas Einrichtungen +49.211.69 52 39 23 Intact Bad +49.211.3 11 30 00 ip20 Die Einrichtung +49.211.8 63 28 93 01 js einrichten +49.211.86 81 99 98 Kartell +49.211.86 22 86 86 Lambert +49.211.8 62 04 20 ligne roset +49.211.86 22 81 50 Möve +49.211.8 62 27 92 Nyhues +49.211.86 22 55 75 poggenpohl +49.211.21 07 99 92 Raumakzente + Ausstattung +49.211.86 22 86 22  Roche Bobois +49.211.8 63 26 40 Rofra Home +49.211.86 29 39 93 Rolf Benz Haus +49.211.86 22 85 10 Samina +49.211.91 18 20 00 Siedle +49.211.30 03 60 20 SieMatic +49.211.29 36 92 70 Team 7 +49.211.8 62 93 70 Tobias Grau +49.211.86 93 27 99 Treca Interiors +49.211.86 22 85 10 weko studio +49.211.49 00 36 WhiteWall +49.211.20 05 00 55

stilwerk   Wien im Design Tower PraterstraSSe 1 1020 Wien  +43.1.2 12 06 10 30 wien@stilwerk.de  Andreas Reimann +43.664.221 37 25 badambiente +43.1.212 12 77 Bauwerk +43.1.212 10 60 behan + thurm +43.1.212 09 60 beza raum ambiente +43.1.330 50 10 BoConcept +43.01.212 66 44 Bretz +43.1.585 17 92 Casamilano +43.1.907 85 03 design galerie_the shop +43.699.14 02 10 19 Edition Werbach +43.6991.555 00 55 El Gaucho – Gastronomie +43.1.212 12 10 Fashion For Home +43.820.90 90 40 Gebrüder Thonet Vienna +43.1.907 85 03 Klimo im stilwerk +43.1.212 14 10 Leo Schulmeister +43.1.212 09 99 Mörz Naturstein +43.1.80 33 20 60 Paola Lenti +43.1.212 13 09 Rolf Benz Fuhrmann +43.1.907 20 89

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Saffron  +43.699.18 35 38 18 Samina +43.1.212 06 12 Schwab in the City +43.1.907 20 00 SieMatic +43.1.890 40 30 Vartian Carpets +43.1.533 63 96 Verdarium +43.1.212 13 09 Vienna Design Week +43.1.890 63 93 Vitra +43.1.212 09 60 Willl +43.1.212 14 08

Alle Shops alle Marken unter www.stilwerk.de


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Goodbye

Gewinnen Sie Stil! Wir verlosen Fünf stilwerk ShoppingGutscheine im Wert von je 100 Euro – einlösbar in allen vier stilwerk Häusern in Hamburg, Berlin, Düsseldorf oder Wien

Gewinnspielfrage: Welche Farben lieben wir in dieser Saison? A: … Mint, Gelb, Rosa B: … Schwarz, Rot, Gold Mitmachen ist ganz einfach: Senden Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff »Gewinnspiel« und der Angabe der Lösung sowie Ihren vollständigen Adressdaten, E-Mail-Adresse und Telefonnummer an gewinnspiel@stilwerk.de (Teilnahmeschluss ist der 30. September 2014). Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter der Firma stilwerk sowie ihre Angehörigen sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Teilnehmer müssen zum Zeitpunkt der Teilnahme an dem Gewinnspiel das 18. Lebensjahr vollendet haben. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich.

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Kapitel

Lesen Sie es sich schmecken!

Wenn Sie auch zu den Menschen gehören, für die Essen und Trinken nicht nur Bedürfnisbefriedigung ist, sondern wesentlicher Teil der persönlichen Kultur, dann sollten Sie Effilee kennenlernen. Zwei Ausgaben bekommen Sie von uns gratis. Tel: +49 30/611 05 24 64 Fax: +49 30/611 05 24 65 abo@effilee.de

Sie testen die nächsten beiden Ausgaben von Effilee gratis. Wenn Sie Effilee danach weiterlesen möchten, brauchen Sie nichts weiter zu tun und erhalten Effilee dann für ein Jahr (4 Ausgaben) zum Vorzugspreis von 36 Euro frei Haus (EU-Ausland 44 Euro, Schweiz SFR 80). Nach Ablauf des ersten Jahres können Sie jederzeit kündigen. Das Angebot gilt nur in Deutschland, dem EU-Ausland sowie der Schweiz. Andere Länder auf Anfrage. Widerrufsrecht: Die Bestellung kann innerhalb von 14 Tagen ohne Begründung per Brief bei der interabo GmbH, Düsternstraße 1, 20355 Hamburg, oder per E-Mail unter abo@effilee.de widerrufen werden. Zur Einhaltung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung. Effilee wird von der Effilee GmbH, Schwanenwik 38, 22087 Hamburg verlegt.

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Kapitel

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stilwerk Magazin | FREIHEIT | Sommer 2014  

Bei uns dreht sich alles um die schönen Dinge des Lebens, um kreatives Design und anspruchsvolles Einrichten, aber auch um spannende Persönl...

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