Issuu on Google+

maga zin

luxus

kunst

sport

genuss

architek tur

mode

reisen

business

lifest yle

design

04

event


L’ANIMA DI VERGANI

www.vergani.ch


7 EDITORIAL Es kracht an allen Ecken und Enden

8 trends und kl assiker dies und das

11 D e r P e r s ö n l i c h e T i p p Yin und Yang

12 d i e g i e s s e r e i vom stahl zum stil

18

kraf tstoff go ahead man

24

Ligne roset Vokabular der Formen und Farben

30

confiserie sprüngli Ein Porträt über Tomas Prenosil

36

MS D a v i d o f f Rauch auf sanf ten Wellen

42 W a l d e & P a r t n e r Wer soll hier wohnen?

48 v é r o s t r a u b h a a r Die Werkstat t am See

50

oldtimer galerie Die göt tin und die liebe

56

l a s perlita s rundum schön und in erwartung

62 F i r s t C h o i c e & DEUX LUXE W EST Die Kunst des verwöhnens

Inhalt

3


D R I N K R E S P O N S I B LY


68

Leo wundergut der tenor des papstes

72 w e i n k e l l e r r i e g g e r weinhändler ist das falsche wort

78

nepa l tor zum himalaja

84 w e r k s t a t t 11 der boden unter meinen füssen

90

l ahco viel geschichte aus wenig stoff

96

kompa ss mit helvetic airways nach jerez

98

da s let z te wort fin de volume 4

impressum Herausgeber Urs Blöchliger Verlag Leo Verlag, Zügnisstrasse 34, 8143 Stallikon, 044 700 56 66 und 079 423 31 32, info@leoverlag.ch Druck NZZ Fretz AG Gestaltung StilEcht Visuelle Kommunikation Korrektorat Textpflege Auflage 20 000 Exemplare pro Ausgabe Erscheinungsweise Zwei Ausgaben pro Jahr – Juni und Dezember Vertrieb Partnernetzwerk, ausgesuchte Hotels, Restaurants und Lounges, Fachgeschäfte und exklusive Boutiquen, zahlreiche Arztpraxen sowie ausgewählte Standorte, wo das Magazin für den interessierten Leser aufliegt. Abonnenten Direktversand und kostenloser Versand an Opinion Leaders aus Wirtschaft, Sport und Politik Einzelverkaufspreis CHF 15.—/EUR 10.— Papier Plano­ jet, weiss, Offset matt – Umschlag 240 g/m2 und Inhalt 120 g/m2 Medieninhaber und Eigentümer der Markenrechte Urs Blöchliger Titelbild Andrea Badrutt

5


CASUAL LUXURY STORE FOR WOMEN AND MEN

FASHION PRADA LINEA ROSSA FAY MONCLER THEORY PEUTEREY GEO SPIRIT LA MARTINA HACKETT CITIZENS OF HUMANITY GOLDSIGN PAMELA HENSON JECKERSON ROSMARIE B ISSA BEJEWELED B.D. BAGGIES

SHOES PRADA LINEA ROSSA CAR SHOE TOD'S HOGAN MONCLER UGG Y-3 HUNTER KARTELL AND MANY MORE

RENNWEG 30 8001 ZÜRICH WWW.STRAEULI.CH


Editorial

Irgendwie geht alles den Bach runter, denk ich mir. Kein Tag ohne Negativschlagzeilen. Ein Branchenkollaps nach dem anderen. Alles schreit nach Hilfe und fordert finanzielle Unter­ stützung vom Staat. Und dieser muss, will er nicht den totalen Zusammenbruch der Wirtschaft riskieren, Milliardenbeträge im Akkord vergeben (doch ob das die Lösung ist, wage ich zu bezweifeln). Es kracht an allen Ecken und Enden. Der Laie, also ich, fragt sich, was um Himmel­ herrgottswillen ist da genau schief gelaufen? Eine wirklich befriedigende Antwort werde ich wohl zu keiner Zeit und von niemandem erhalten. Schon gar nicht von den Autoritäten auf diesem Gebiet, denn ebendiese Experten stellen die Protagonisten meines Denkspiels dar. Gier, Masslosigkeit, Selbstüberschätzung, Besessenheit und Ignoranz kennen weder intellektuelle noch gesellschaftliche Grenzen. Das alles ist natürlich nur eine These von mir. Und jetzt kommt noch so eine abstruse Aussage: Ich mag diese Krise irgendwie. Seit meinem Teenageralter, als wir über hübsche Mädchen und frisierte Mofas redeten, gab es kein so verbindendes Thema mehr. Unter Druck rückt diese Welt wieder näher zusammen. Das ist mal klar! Man spricht offen darüber, was einen beschäftigt, und die diskutier­ ten Möglichkeiten lassen den einen oder anderen aus seiner Lethargie erwachen. Man spricht sogar über die Systemfrage und erkennt dahinter die Verwundbarkeit unseres Wohlstandes. Erkennen setzt jedoch Denken voraus. Und solange etwas selbstverständlich ist, denkt der Mensch nicht nach. Das ist leider auch klar! Doch unsere Möglichkeiten liegen nicht explizit in monetären Zuschüssen und steuerlichen Erleichterungen, sondern im selbstständigen (Nach-) Denken. Und im Rückbesinnen auf jene Werte, welche von unseren Grosseltern und Eltern noch vorgelebt wurden. Aber auch das sind natürlich nur so Gedanken von mir – danke für Ihre Grossmut. Nachdem ich nun meine Meinung zum Thema Wirtschaftskrise auch noch abgegeben habe, wünsche ich Ihnen eine wunderschöne Sommerzeit. Herzlichst Ihr Urs Blöchliger

7


Zwei Mal neu: Die Redbox in Zollikon ist seit neuestem doppelt so gross und dabei um einiges vielseitiger geworden. Die Unterteilung in einzelne Erlebniswelten schafft zusätzliche Spannung und verleitet den Wohn-Bohemien zum gemütlichen Verweilen. Exotische Spa-Accessoires, eine riesige Auswahl an phantastischen Büchern rund ums Thema Wohnen sowie eine Ecke im exklusiven Kolonialstil und eine bunte Kids-Corner bereichern die neue Redbox auf ansprechende Art. Und im Geschäft in Zürich-Wollishofen gibt es neuerdings ein umfang­ reiches Angebot ausgesuchter Betten und Bettwaren. Schöne Dinge, welche die Nacht noch angenehmer machen und süsse Träume versprechen. www.redbox.ch

Fotografieren ist etwas Tolles. Voraus­ gesetzt, man kann es! Wer es hingegen erlernen will, steht vor einem Problem. Die Vielzahl an Hard- und Software sowie die schiere Flut an Informationen und Links überfordern den Laien restlos. Hinzu kommt, dass sich die Fototechnologie extrem schnell verändert. Irgendwie hinkt der Kunde immer ein Stück der Aktualität hinterher. Auch Foto Bären an der Löwenstrasse kann sich diesem leidigen Trend nicht vollständig widersetzen. Doch der wissbegierige Kunde erlebt in diesem Traditionsge­ schäft ehrliches Interesse und viel Geduld. Man fühlt sich in seinen Anliegen verstanden und unterstützt. Aspekte, die nur noch in einem Fachgeschäft dieser Art gelebt werden. www.fotobaeren.ch

Starke Bilder. Illustrationen von Gregory GilbertLodges sind einzigartig und bestechen durch ihre inszenierte Eigenständigkeit. Als Vorlagen dienen ihm häufig alltägliche Sujets, die er so lange verändert und vermischt, bis sie ihr be­ kanntes und unverwechselbares Profil erhalten. Doch nicht nur das Zusammensetzen und Vermischen sind charakteristische Merkmale des Zürcher Künstlers, sondern auch das explizite Weglassen von entscheidenden Bildattributen. In seiner Arbeit «Blanks» zeichnet er bekannte Persönlichkeiten ohne Augen und andere, die er auf einige wenige Marker reduziert. Dennoch bleiben diese Berühmtheiten unverwechselbar; wobei sich die Frage stellt, wie viele Informationen wir benötigen, um eine Person zu erkennen. www.gilbert-lodge.ch

8

Trends und Kl assiker


Endlich Frühling! Endlich den Garten geniessen! In der Sonne ruhen, ein spannendes Buch lesen und die Seele baumeln lassen. Und das in einem super bequemen Lounge Pillow. Was das ist? Ein Original. Ein wahres Schweizer Qualitäts­ produkt. Ein durchdachtes und trendiges XL-Kissen mit bestem Sitzkomfort. Endlich ein outdoor-taugliches Produkt für den idyllischen Garten und die gestylte Terrasse. Die waschbare Aussenhülle, aus doppeltem Oxfordnylon und daher besonders strapazierfähig, gibt es in neun verschiedenen Farben. Das Innen­ kissen ist mit Styroporperlen gefüllt (die Füllmenge ist regulier­ bar) und passt sich perfekt der Körperform an. www.loungepillow.ch

Arosa ist als Wintersportort eine Legende. Und auch wer im Sommer hier Urlaub macht wird bestätigen, dass nur wenige Orte Vergleichbares zu bieten haben. Arosa empfängt den Besucher in einer Bergwelt von atemberaubender Schön­ heit, und das einzigartige Ambiente kann süchtig machen. Wer die 360 Kurven von Chur nach Arosa bewältigt hat, weiss dass diese Aussage stimmt. Das zentral gelegene Arosa Vetter Hotel ist die richtige Adresse für Arosaabhängige. Die kürzlich mit viel Liebe zum Detail modernisierten Zimmer und das zuvor­ kommende Personal machen jeden Aufenthalt zu einem beson­ deren Erlebnis. Und das urige Schanfigger Frühstücksbuffet bietet alles, was das Herz begehrt und der Gast für einen erlebnisreichen Tag braucht. www.arosa-vetter-hotel.ch

Qualität & Style. Der Laden ist authentisch, die Produkte sind ausgesucht und die Bedienung aufmerksam und kompetent. Wer im Hudson einkauft, bekommt für sein Geld rundum beste Qualität. Seit über 20 Jahren führt Martin Illi das Geschäft an der Josefstrasse 73 und in all dieser Zeit ist er seiner Linie treu geblieben: kein Mainstream, sondern origi­ nelle und bezahlbare Marken für eine anspruchsvolle Kund­ schaft. Hier finden sich robuste Jacken und Mäntel von Schott, Blauer und Carhartt, bretonische Pullover von St. James, wertige T-Shirts von Ben Shermann sowie eine attraktive Eigenmarke und preiswerte Accessoires. Diese Adresse ist für den Indivi­ dualisten eine wahre Fundgrube und immer einen Besuch wert. www.smagoo.ch

Trends und Kl assiker

9


www.casadelvino.ch

www.globalwine.com

www.vergani.ch

www.zweifelweine.ch

Von wo zum Weinen schöne Genüsse kommen, zeigt sich nicht nur darin, woher sie kommen, sondern auch wer diese in veritas an Die Giesserei liefert. Wir freuen uns, dass unsere 4 Lieblings-Weinlieferanten, mit denen wir schon seit Jahren stolz zusammenarbeiten, auch beim 13. Jubiläum der Giesserei am 31. Juli 2009 mit uns die Korken knallen lassen.

FIDEL GASTRO AG · Birchstrasse 108 · 8050 Zürich-Oerlikon P. +41 43 205 10 15 · F. +41 43 205 10 11 www.diegiesserei.ch · info@diegiesserei.ch


Yin und Yang Ich beginne für einmal mit etwas, das ich nicht mag an einem Restaurant, das ich mag: Es gibt keine Parkplätze in der Nähe. Das war ein unsympathischer Einstieg, ich weiss. Aber alles andere am «Tao’s» finde ich so sympathisch, dass man meinen könnte, ich sei an dem Lokal beteiligt (bin ich aber nicht, ich bezahle sogar die Preise, die auf der Karte stehen). Im Sommer gibt es dort wahrscheinlich die schönste Al-fresco-Essgelegenheit Zürichs: Ein Tisch unter einem Baum, der vermutlich eine Platane und circa 300-jährig ist. Stünde der Tisch nicht auf dem Boden, würde man in einem Baumhaus über dem sogenann­ ten Augustinerhof, einer Art Garten nur ein paar Meter von der Bahnhofstrasse entfernt, essen. Doch auch wenn es nicht warm genug ist, gibt es ein paar Tische im Haus, die für mich zu den besten der Stadt gehören. Ich mag es, nebenbei, «unten» zu sitzen, wie das «Tao’s»-Restaurant im Parterre heisst; «oben», im ersten Stock, befindet sich das «Le Gourmet»-Restaurant. Die Küche kann man mit cross-over oder «Fusion» beschreiben. Das heisst, von allem ein bisschen, also von allem, was gut ist – italienisch, thailändisch, real food (es gibt nicht nur Gnocchi mit Chili, Basilikum und Langustinen oder Sashimi-Thunfisch­ steak mit Sesam und Limone, es gibt auch einen Burger mit gegrilltem Poulet und Rindsfilet). Falls man ein Haar finden möchte, könnte man sagen, der Koch und der Wirt wollen manchmal ein wenig viel und ein bisschen weniger wäre mehr. Aber das ist nicht nur im «Tao’s», sondern im Grossen und Ganzen so. Dafür bietet einem dieses Lokal noch ein Dessert nach dem Dessert. Und zwar den Nachtclub unter dem Dach mit Namen «Icon». Wer «ein Haus weiter» gehen möchte, ohne das Haus verlassen zu müssen, und wer es mag, in einem Nachtclub mit schicker Inneneinrichtung (Holzbalken und Kronleuchter) so gut bedient zu werden wie zuvor im Restaurant, lässt sich die Treppe hochführen. Der «Icon»-Club, kann man sagen, verhält sich zum «Tao’s»-Restaurant wie Yin zu Yang. So soll es sein, wenn man als Erwachsener ausgeht. Ihr Mark van Huisseling

«Tao’s»-Restaurant, Lounge, Bar und «Icon» Club, Augustinergasse 3–5, Zürich, Telefon 044 448 11 23

Der persönliche Tipp

11


vom zum

Stahl Stil

13 Jahre Giesserei, davon 10 legal

Tex t Thomas Meyer | FOTOGRAFIE Andrea Badrutt

Vor beinahe hundert Jahren, im Frühjahr 1910, baute Hans Nyffenegger in Oerlikon eine Fabrik, in der er Eisenteile für Küche und Bad herstellte. Drei Generationen später, 1996, zog die Nyffenegger & Co. AG, mittlerweile auf die Zulieferung von Sanitär-Armaturen ausgerichtet, in ein grösseres Gebäude um. Dies kam dem Künstler Lukas Hofkunst zu Ohren, Sohn des berühmten Künstlers Alfred Hofkunst, und so sprach er bei der Familie Nyffenegger vor, er wolle die ausgediente Fabrik zusammen mit zwei Freunden als Atelier nutzen. Sicherheiten hatten die Drei keine vorzuweisen, aber Nyffeneggers waren froh, das Gemäuer vermieten zu können, in dem es an zahlreichen Stellen hineinregnete und der Verputz überall abblätterte. Was andere Leute als massive Mängel rügen würden, empfanden die drei jungen Männer jedoch als ruppigen Charme.

Die Giesserei

13


Hofkunst machte es sich gemütlich: Er richtete sich im Obergeschoss ein Loft ein, baute in der Fabrikhalle den alten Schmelzofen zum Cheminée um und schweisste einen Bar­tresen zusammen. Und da die drei Männer fürs Leben gern kochen, luden sie jeweils am Sonntag ein paar Freunde in ihr Atelier ein. Das waren immer sehr fröhliche Abende; jedes Mal kamen ein paar Leute mehr hinzu. Ein Alkoholpatent hatten Hofkunst und seine Freunde natürlich keines, was ihren lustigen Barbetrieb hochgradig illegal machte – und damit sehr auf­ regend für die Zürcher, die zu dieser Zeit gerade aus ihrem kulturellen Tiefschlaf erwachten. Damals galt es als grosser Chic, in einem Luftschutzkeller warmes Importbier aus Fernost zu trinken und am nächsten Morgen den Arbeits­kollegen verschwörerisch die Adresse jener «illegalen Bar» zuzuraunen. So wurde auch «dieses illegale Restaurant an der Birchstrasse 108» bekannt, und dann hatten Lukas Hofkunst und seine Freunde plötzlich jeden Sonntag achtzig Leute zu Gast, die ganz hin und weg davon waren, in einer alten Fabrikhalle illegal abendessen zu können. Die überall aufgestellten Kübel, in welchen das Regenwasser gesammelt wurde, störten nicht; sie trugen vielmehr zur Atmosphäre bei. Auch der Zürcher Stadt­ rat und sogar Moritz Leuenberger gaben sich die Ehre, in einem seltenen und erheiternden Widerspruch von Legislative und Exekutive. Um mit Ersterer nicht frontal in Konflikt zu geraten, verteilte Hofkunst an seine Gäste Karten, die sie als Mitglied eines Privatklubs auswiesen. Eines Abends kam Ursin Mirer in die Giesserei. Sie war ihm von Lukas Hofkunsts Ärztin empfohlen worden. Genau gesagt hatte sie nicht Hofkunsts Restaurant empfohlen, sondern seine Art, es zu betreiben, und zwar zur dringenden Unterstützung. Denn Hofkunst wirtschaftete kulinarisch zwar herausragend, finan­ ziell aber katastrophal: Er plante nicht voraus, kaufte umständ­ lich ein und hatte oft ein schlechtes Gewissen, von Freunden Geld zu verlangen, weswegen er sie immer wieder gratis essen liess. Ursin Mirer hingegen war schon mit 22 Jahren selbst­ständiger Unternehmer, hatte Hotels saniert und Ladenketten aufgebaut und dabei ein untrügliches Auge dafür gewonnen, was Erfolg haben wird und was nicht. Als er an jenem Abend die Giesserei betrat und sich kurz umsah, hatte er die Vision einer grossen Sache und sprach darum zu Lukas Hofkunst: Ich bin der Ursin, und ich steige hier ein. So wurden die beiden Partner.

14

Die Giesserei


Mirer tat der Giesserei gut. Er verwandelte sie vom Hobby dreier Künstler in ein professionelles und vor allem legales Unter­ nehmen. Noch im selben Jahr, 1998, ging er auf die Behörden zu, um eine Bewilligung für die Giesserei zu erhalten, woraufhin man ihn beschied, wenn nun er nicht gekommen wäre, wären bald sie gekommen; sie hätten lange genug ein Auge zugedrückt. Um endgültig seriös aufzutreten, gründeten Mirer und Hofkunst 1999 die Fidel Gastro AG, zu der auch Hans Nyffenegger gehört, der Urenkel des Erbauers der Giesserei. Zwei Jahre später stieg Hofkunst aus, um sich wieder voll der Kunst widmen zu können. Und noch einmal zwei Jahre später, 2003, lernte Ursin Mirer auf einer Dachterrassenparty Michael Bellert kennen, ebenfalls Unter­ nehmer sowie Spezialist für IT und Finanzen. Die beiden freundeten sich an, und Bellert wurde neuer Partner. Mit Fleiss und Herz machte er sich daran, die Giesserei auszubauen und hob sie zur brummenden Kulturstätte empor – mit 13-Gault-MillauPunkt-Restaurant, einer für Bankette umgebauten alten Werkstatt sowie dem «Subclub», einer Tanzfläche im Untergeschoss. Doch dann zeigten sich die Behörden plötzlich eifrig und feuerten über 50 Auflagen gegen die Giesserei: Hier müsse isoliert werden und da abgetragen und dort erneuert. Der Giesserei drohte ein ungemütliches Mittelding zwischen halbem Abriss und totalem Ruin. Mit derselben Leidenschaft und Beharrlichkeit, mit der er die Giesserei gross gemacht hatte, verteidigte Bellert nun ihren urtümlichen Fabrikcharakter bei den Behörden; in zahllosen Sitzungen und in zahllosen Amtsstuben.

Die Giesserei

15


Die einen Auflagen wurden mit grossem finanziellen Aufwand erfüllt, bei den anderen handelte Bellert Kompromisse aus. Am Schluss hatte die Stadt nichts mehr zu beanstanden. Und das Dach war auch geflickt. Heute findet man an der Birchstrasse 108 einen wahren Gourmetpark, der am 31. Juli 2009 sein dreizehnjähriges Jubiläum feiert (oder das zehnjährige, je nach juristischer Sichtweise), 30 Angestellte beschäftigt, pro Jahr über 300 Veranstaltungen organisiert, davon 30 Hochzeiten, und einen grossen Teil des Verdienstes in den Ausbau und die Erhaltung des Areals inves­ tiert, das, wir erinnern uns, doch bald auch schon hundert Jahre gesehen hat (sowie einige Besuche wachsamer Behörden­ vertreter). «Jeder für sich allein, Hans Nyffenegger, Michael Bellert oder ich, wir hätten das nie geschafft», sagt Ursin Mirer. «Nur zu dritt haben wir aus der Giesserei das machen können, was sie heute ist.» Dabei erwähnt Mirer immer wieder respekt­ voll Lukas Hofkunst, der überhaupt mit allem angefangen und aus einer alten Fabrikhalle mit viel Liebe einen der angesag­ testen Treffpunkte der Stadt gemacht hat. Zu dieser pflegt Mirer, der vor zwanzig Jahren, wie er sagt, «dem Ruf der Stadt gefolgt» und aus dem winzigen Oberländer Dörflein Trun ins flirrende Zürich hinabgestiegen ist, übrigens ein gespaltenes Verhältnis: Auf der einen Seite liebt er das Kraftvolle und Glänzende des blühenden Kulturzürichs. Auf der anderen Seite schwärt hier aber auch das Kleinkarierte, Verschlossene: Kaum lächelt man sie an, sind die Leute komplett irritiert. «Es ist sehr schwer, hier jemanden kennenzulernen und neue Freundschaften zu knüpfen», sagt Mirer. Dabei zeigt doch gerade der Erfolg der Giesserei, dass Grosses nur dann entsteht, wenn man sich verbindet und für etwas kämpft. Daran möge jeder denken, der nach Oerlikon reist, um in der Giesserei fein zu speisen: Dieses Lokal gibt es nur, weil Menschen sich aufeinander eingelassen und zusammen ein Abenteuer gewagt haben. Wie bei allem, das seinen ersten Sommer überdauert. Weitere Informationen auf www.diegiesserei.ch

16


Drink responsibly.

AÑEJO 7 AÑOS WWW.HAVANA-CLUB.COM


ahead

Go

man Tex t Friedrich L achmann | FOTOGRAFIE Patrick Rinderli

Angefangen hat alles im Mai vergangenen Jahres. Meine Freundin Barbara war gerade nach Lachen gezogen. Das liegt auf der anderen Seeseite. Um zu ihr zu kommen, musste ich nun immer den Weg durch Rapperswil nehmen. Richtung Seedamm. Es war schon kurz nach neun Uhr an diesem Abend, und ich war eigentlich wieder mal viel zu spät dran. Was mich jäh aus den Gedanken riss, war dieser zerbeulte Morgan Plus 8 Roadster. Einer dieser legendären englischen Sportwagen mit V8-Motor. Dieser aber war anders: Die Motorhaube fatal deformiert, was auf einen aussergewöhnlich harten Aufprall schliessen liess. Die Karosserie vollkommen von Rost überzogen. Und der Lack in einem Zustand, als hätte dieser Traum eines Sportwagens über Jahrzehnte ungeschützt Regen und Sturm trotzen müssen. Stand da einfach, in diesem hell erleuchteten Schaufenster. Wer macht so was? Magisch angezogen änderte ich spontan meinen Zeitplan und parkte direkt vor dem Laden. Drinnen, trotz später Stunde, noch Licht.

18

Kraftstoff


Kraftstoff

19


Ich ging näher ans Schaufenster und bemerkte erst jetzt, dass dieser Laden etwas mit Bekleidung zu tun haben musste. Auf dem Heck des Morgan, fein geordnet, mehrere Stapel Levi’s-Jeans. Daneben zwei historische Schaufensterpuppen, be­kleidet mit klassischen Wax-Cotton-Jacken. Solche, wie ich sie selbst vor 20 Jahren getragen habe, als ich noch kein Auto hatte und mit dem Töff zur Arbeit fuhr. Ganz links eine riesige rote Wand, voll mit wunderschönen Jet-Helmen. Und dazwischen Kleider­ ständer aus massivem Holz. Voll von Klamotten, die anders sind als das, was einem sonst überall begegnet. Irgendwie ursprünglicher. Und auch echter, wie es mir schien. «Du kannst gerne noch reinkommen», spricht mich unerwartet eine Stimme von der Seite an. Mein erstaunter Blick auf die Uhr wird mit einem lässigen «ich habe sowieso noch zu tun» einfach übergangen. Ruck, zuck und ich stehe mitten im Laden. Überall Holz und warmes Licht. Und es riecht nach einem Gemisch aus Leder und hochwertigem Stoff. Ich komme erst gar nicht dazu, mich dem Morgan Plus 8 zu widmen, der mich zum eigentlichen Anhalten animiert hat. Alles, was ich sehe, scheint mich gleichzeitig anzuspringen. Und instinktiv meine Aufmerksamkeit zu fordern. Beruhigt höre ich, dass mein Gegenüber sagt: «Schau dich erst mal in Ruhe um, hier gibts viel zu ent­decken.»

20


Das ist nicht übertrieben. Meine Augen treffen zu­allererst auf den Blick von Steve McQueen, der mir lebensgross gegenüber­ steht. Mit der Marlboro im Mundwinkel und ganz entspannt auf einer 650er Triumph sitzend. Beim Start zur Inter­national Six Day Trophy, damals 1964 in der DDR. Daneben Bücher über seine Autos, seine Motorräder, seine Frauen, sein Leben. Meine Finger gleiten über eine Jacke, die aussieht, als wäre sie gerade­ wegs diesem Bild entsprungen. «Das ist die Jacke, die McQueen damals beim Rennen getragen hat. Wurde nur 278-mal nach­ gefertigt. Weil er im Rennen die Startnummer 278 hatte.» Ich staune und halte mich an dem Gestell fest, in dem weit mehr als zwei Dutzend verschiedene Vintage-T-Shirts kalifornischer Herkunft hängen. Jeder Aufdruck scheint seine eigene Ge­ schichte zu erzählen: von heissen Reifen, von Freundschaft und von ölverschmierten Fingern. Die Teile sind kurz und körper­ betont geschnitten. Irgendwie für Leute, die ohnehin schon gut aussehen. Und wie gemacht für ein heisses Wochenende auf der Rennstrecke. Michael heisst er und sein Laden Kraftstoff, erfahre ich von mei­ nem unverhofften Gastgeber. «Wie lange gibt es deinen Laden schon?», will ich wissen. «Schon ewig», antwortet er lachend, «… in meinem Kopf.» Tatsächlich aber hat er erst im Frühjahr 2008 er­ öffnet. Das möchte ich kaum glauben. So ursprünglich ist alles. Als Vorstand einer börsennotierten Aktiengesellschaft zwängte sich der 46-Jährige jahrelang in den Business-Dreiteiler und den BMW, bis es ihm schliesslich zu bunt wurde. 2007 kam die späte Einsicht, «nie mehr wieder für andere zu arbeiten». Und «werde, der du bist», nach diesem Nietzsche-Motto beschloss er, die Maxime in die Tat umzusetzen. Ein Faible für Motoren und Mode hatte er ohnehin schon immer. «Früher wäre ich selbst mein bester Kunde gewesen. Ich habe jede Marke hier selbst getragen», sagt er und verkauft nur Waren, die sich über Jahre bewährt haben. Amerikanische Shirts von JohnsonMotors etwa, handgemachte Helme von Davida aus England oder Jacken von Belstaff. «Und ausschliesslich Schuhe von Red Wing. Die werden schon seit 1905 von Hand in Minnesota her­ gestellt», betont er, als wir vor einem riesigen, raumhohen und prall gefüllten Schuhregal stehen. «Wieso gerade die?», will ich wissen. «Weisst du», sagt er, «mit den Klamotten ist es manch­ mal wie mit der eigenen Haut.

Kraftstoff

21


Es gibt einfach Teile, die sind wie an dir festgewachsen, sie sind ein Teil deines Körpers geworden. Das gilt besonders für Stiefel. Die haben schon so viel mit dir erlebt. Jeder Tag hat seine Spuren hinterlassen, über all die Jahre. Sie tragen deine Lebensgeschichte wie eingenarbt im Leder. Und allein dadurch, dass man sie trägt, weiss man genau, wo man gerade steht. Ausserdem liebe ich es, wenn Kleidung schon eine Geschichte hat, bevor sie zur eigenen Geschichte wird.» Das kann ich nach­ vollziehen und nehme ein besonders robustes Paar aus dem Regal. «Das hat übrigens Jack Nicholson in ‹Einer flog übers Kuckucksnest› getragen. In der Nervenklinik.» Ich höre es und bin etwas beunruhigt. «Je länger du sie trägst, umso schöner werden sie», erfahre ich. «Einer meiner Kunden», schmunzelt Michael, «unterzieht jedes Paar neuer Red-Wing-Schuhe einem eigenen Ritual: Bevor er sie zum ersten Mal trägt, fährt er genau viermal mit seinem Porsche drüber. Das hält der Schuh locker aus, es spart Zeit und hat seinen eigenen Stil.» Gekauft habe ich in dieser Nacht nichts im Kraftstoff-Laden. Das war auch nicht nötig. Denn es war mir klar: Hierher würde ich wieder kommen. Nein, verändert habe ich mich seither nicht. Doch ich bin mir nähergekommen. Und meinem eigenen Stil. Stück für Stück. Ich achte bewusster darauf, wie Kleider gemacht werden, wo sie herkommen und welche Message sie transportieren. Und ob sie ein Stück Seele haben, weil echtes Handwerk darin steckt. Und ich trage wieder Levi’s. Aus der

22


Vintage-Kollektion, die ich bis dahin noch gar nicht kannte. Very old school. Limitierte Serien, in liebevoller Handarbeit ver­ arbeitet und nach den Original-Schnittmustern aus vergangenen Zeiten gefertigt. Und es wurde mir bewusst, was Bekleidung auch kann. Direkt und ohne Worte die eigene Identität kommunizieren. Weil der Stil die Botschaft ist, wie man sich von einer Gruppe abgrenzt oder ein Teil davon ist. So wie damals schon Marlon Brando in «The Wild Ones». Meine Freundin hat mir übrigens verziehen, dass ich an jenem Abend erst weit nach elf Uhr nachts bei ihr zu Hause ankam. Vielleicht auch deshalb, weil wir am nächsten Samstag zusammen zum Kraftstoff-Laden gefahren sind. Und ich mir die 505 von 1967 geleistet habe. Die erste Jeans übrigens, die Levi’s mit Reissverschluss produziert hat. Die «Jack-Nicholson»-Schuhe passen wie aus einem Guss dazu. Nur der Typ, der zuerst immer mit dem Porsche darüberfährt, ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Ganze zwei Monate lang. Dann habe ich es getan: Alleine in meiner Garage. Das Tor hatte ich vorsichtshalber geschlos­ sen – so was muss ja nicht gleich die ganze Nachbarschaft sehen. Viermal vor – viermal zurück. Fertig. O.K., es war kein Porsche. Aber es war trotzdem geil. Weitere Informationen auf www.kraftstoff-suisse.ch

23


Vokabular der

Formen und Farben Tex t Hans Georg Hildebr andt | FOTOGRAFIE Jürg Waldmeier

Das Zürcher Verkaufslokal des französischen Markenherstellers ligne roset liegt an der Dreikönigsstrasse, im eher kühl wirken­ den Business-Quartier zwischen Schanzengraben und Enge. Desto mehr fallen die warmen Farben und subtilen Formen der Möbel und Accessoires auf, die in dem zweistöckigen Geschäft ausgestellt sind. Hier wird ganz offensichtlich mit einem ele­ ganten Lebensgefühl gehandelt. In einem kurzen Gespräch mit Patrick Auby, Vertriebsleiter von ligne roset in der Schweiz, gibt es eine Menge spannender Fak­ ten über den hiesigen Möbelmarkt zu erfahren – und natürlich über das französische Familienunternehmen ligne roset. «Die Schweiz ist ein Ausnahmemarkt», sagt Patrick Auby, während er uns einige Highlights der aktuellen Kollektion zeigt. «Man­ che Leute leben in einem italienischen Stil, andere richten sich eher nach deutschem Geschmack ein. Mit dem Formvoka­bular unserer Kollektionen können wir Liebhaber beider Stilgefühle abholen – und noch einige mehr.» Ein Beispiel dafür ist das Modell Togo von Michel Ducaroy, der damit einen unvergänglichen Klassiker geschaffen hat. Dieses Sofa mit all seinen Ablei­ tungen bis zum Babymodell wirkt spontan und jugendlich – dabei ist es mit seinem bereits über 35 Jahre dauernden Erfolgs­ leben eine Art Grossvater aller Lounge-Sofas. Vergangenen Februar hat der fürs Design der Möbel zuständige Firmen-Mitinhaber Michel Roset einen weiteren Hit gelandet, der für seine Firma typisch ist. Das Modell Confluences vom jungen Designer Philippe Nigro wurde in den Medien quasi als Sinnbild aller Neuheiten der diesjährigen Kölner Möbelmesse gehandelt: Ein mehrfarbiges Sofa in vielen verschiedenen Formen, das spontan zusammengewürfelt wirkt, aber mit viel Geschmack geformt und in allen Varianten vom Zweisitzer bis zur «Causeuse» (Sofa mit gegenüberliegenden Lehnen) farblich durchgestylt ist. Man muss wissen, dass die Eigenschaften einzelner Kulturen Europas sich in ihren Sitzgewohnheiten spiegeln. Entsprechend lebt der Kunde von ligne roset weniger im durchgehend virtuosen, aber nicht immer bequemen Stil Italiens – aber er wird auch nicht ausschliesslich den deutschen Stil bevorzugen, der oft objekthaft wirkt und nicht immer gemütlich. Den Stil von ligne roset könnte man zusammenfassen als individuell und ausdrucksvoll, komfortabel, aber nicht opulent.

24

Ligne Roset


25


Ein gutes Beispiel dafür ist Malhoun vom Pariser Designer Didier Gomez: Es wirkt auf den ersten Blick puristisch und urban wie ein Lounge-Möbel, ist aber viel komfortabler als die meisten Entwürfe, die sonst unter diesem Label verkauft wer­ den. Gomez ist ein extrem stilbewusster Mann, der die der­ zeitige Trenddestination Marrakesch schon vor Jahrzehnten entdeckt hat und seit damals Einflüsse der marokkanischen Kultur in seine Arbeit einfliessen lässt. Den Komfort des «BeSitzers» hat er jedoch nie aussen vor gelassen – denn in der Stil­ metropole Paris will man seinem Gegenüber nicht unentspannt begegnen. Typisch an Confluences wie an Malhoun ist der Einsatz von Textilbezügen. «Leder wirkt oft männlich», weiss Patrick Auby. «Aber Entscheide für oder gegen Möbel werden meist von Frauen getroffen.» Deshalb seien Bezüge in schönen Stoffen ein Muss, wenn man als Möbelhersteller Erfolg haben wolle. «ligne roset versteht sich als eine feminine und weiche Marke.» Grossartige Entwürfe wie Facett von den erfolgreichen breto­ nischen Brüdern Ronan und Erwan Bouroullec werden erst in Leder aufgelegt, wenn sie in textilen Versionen viel Erfolg gehabt haben. «Möbel von ligne roset sind ‹un supplément d’âme›, eine Ergänzung für die Seele», zitiert Patrick Auby seinen Chef Michel Roset. Unter dem Namen des Markenherstellers nur Polstermöbel zu ver­stehen, wäre jedoch nicht korrekt, wie der weitere Rundgang durch das Zürcher Geschäft beweist. Es ist übrigens eines von fünf, die ligne roset in der Schweiz exklusiv betreibt, sieben weitere werden gemeinsam mit lokalen Partnern geführt, und seit März gibt es ein weiteres Exklusivgeschäft in Luzern. Und wie in Zürich gibt es dort neben Polstermöbeln für jedes ästhe­tische Bedürfnis auch die durchdachten Kastenmöbel, mit deren Kreateuren Michel Roset ebenfalls sehr eng zusammenarbeitet. Und ligne roset hat, wie Patrick Auby mit Blick auf ein zerbrech­ liches Gebilde aus Leuchtdioden und Poesie erwähnt, «eine sehr erfolgreiche Leuchtenkollektion». Das Modell Brindilles (Ästchen, Reisig) zum Beispiel stammt vom Pariser Designer Christian Azambourg, einem jungen Shootingstar der Szene, welcher 2009 mit einem weiteren Entwurf für ligne roset in Köln und Mailand Furore machte.

27


Wie die Aufzählung der zahlreichen Designer belegt, gründet der Erfolg von ligne roset darin, dass man im Unter­nehmen an der Weiterentwicklung der Formensprache leidenschaftlich interessiert ist – das ist in diesem Fall eine Frage der Kultur. So verstanden, ist der Besuch im Geschäft an der Zürcher Dreikönigstrasse eine der bequemsten Formen von Kulturgenuss. Weitere Informationen auf www.ligne-roset.ch

Der Hauptsitz von ligne roset liegt im kleinen Dorf Briord am Rand des Juras, rund 70 Kilometer östlich von Lyon. Der Gross­ vater der heutigen Chefs Michel und Pierre Roset zog seinerzeit wegen der umfangreichen Buchenwälder in die Gegend. Heute ist ligne roset Frankreichs grösster, wenn nicht einziger Polstermöbelhersteller, hat jedoch auch mit Kastenmöbeln, Leuchten und Accessoires viel Erfolg. Das Familienunternehmen produziert auf rund 132 000 Quadratmetern, wovon ein guter Teil im Sinn der Nachhaltigkeit mit Holzabfällen aus der Produktion geheizt wird.

28


www.fratelli-sartoria.com


30

Confiserie Spr端ngli


Expedition zum

Paradeplatz Ein Porträt über Tomas Prenosil

Tex t Thomas Meyer | FOTOGRAFIE Marc Kollmuss

Ferdinand Magellan, 1480 in Portugal geboren und 1521 auf den Philippinen von Giftpfeilen niedergestreckt, war der erste Weltumsegler, wenngleich er aus genanntem Grund den Globus nicht vollständig umrundete. Seine Expedition bewies gleich­ wohl endgültig die Kugelgestalt der bis dahin als Scheibe wahrgenommenen Erde. Der österreichische Autor Stefan Zweig hat ein herrliches Buch über Magellan und seine Reise geschrieben, es heisst «Magellan – der Mann und seine Tat». Tomas Prenosil, 1965 in Prag geboren und 1968 mit seinen Eltern vor den Russen in die Schweiz geflüchtet, erwähnt dieses Buch, während er über seine Arbeit als CEO der Confiserie Sprüngli spricht. Denn in diese Position hat ihn das Leben auf seine wundersame Weise gehoben, und hätte es das nicht getan, dann wäre Prenosil, wie er mit Verweis auf Magellans Abenteuer erklärt, am liebsten Entdecker geworden: «Wie im vorletzten Jahrhundert, als es noch weisse Flecken auf den Karten gab.» Und wie immer, wenn jemand nach seinem Wunschberuf gefragt wird, den er gern ausüben würde, hätte er nicht schon jenen, den ihm das Schicksal gegeben, zeigen sich überraschende und berührende Verbindungen zwischen der realen und der erträumten Existenz. Prenosils Eltern waren beide Ärzte, die von früh bis spät arbeiten mussten, und so verbrachten der kleine Tomas und sein drei Jahre älterer Bruder Milan die meiste Zeit mit ihrer Tante Katia, die bereits in der Schweiz lebte und hier Richard Sprüngli kennen­gelernt hatte. So wurden die Brüder Prenosil schon früh zu Stammgästen in der Confiserie Sprüngli, und die zwei trieben dort im Verlauf der Jahre manchen Schabernack (so feuerten sie als Jugendliche regelmässig vom obersten Stock mit Erbsen auf Passanten und sorgten mit einem Staubfeuerlöscher dafür, dass die gesamte EDV-Anlage ersetzt werden musste). Den erwachsen gewordenen Prenosil-Brüdern vertraute Richard Sprüngli 1994 die Führung des Traditionsunternehmens an.

Confiserie Sprüngli

31


Hätte also Richard Sprüngli nicht Tomas Prenosils Tante kennengelernt, wäre dieser nicht sein Nachfolger geworden, sondern würde stattdessen unberührte Urwälder durchqueren, auf der Suche nach sagenumwobenen Tempelschätzen. Exakt diesen Eindruck vermittelt der weltgewandte Prenosil jedoch, wenn er aus dem Fenster blickt wie ein Weltumsegler zum Horizont und von seiner Suche nach wundersamen Sinnesempfindungen berichtet, mit denen er seine Kundschaft immer wieder aufs neue überrascht. So lancierte er schon kurz nach der Übernahme der Geschäftsführung die aus den edelsten Cacao-Sorten südamerikanischer Provenienz gefertigten Truffes Grand Cru und stellt regelmässig seinen Chefconfiseur Sepp Fässler im Restaurant an ein Buffet, hinter dem sich mächtige Kessel voller heisser Chocolade auftürmen, die der Gast mit Kardamom, rosa Pfeffer, Zimt und anderen betörenden Zutaten verfeinern kann; bezeichnenderweise genau die Ware, die vor 500 Jahren mit riesigem Aufwand aus dem Orient nach Europa geschafft wurde, und die hier, in dieser eleganten Umgebung, wieder etwas von ihrem damaligen Zauber aufblitzen lässt. «Kardamom», raunt Confiseur Fässler geniesserisch unter der weissen Mütze hervor, streut etwas davon in die Chocolade und wirkt dabei wie ein mittelalterlicher Kaufmann, der seiner Kundschaft etwas völlig Fremdartiges unter die Nase hält. Prenosil ist aber nicht nur Entdecker der Geschmäcker und Düfte, sondern auch der Confiserie Sprüngli und ihrer kommenden Form. Vor zwei Jahren hat er die Cafébar und das Ladenlokal am Paradeplatz komplett umgebaut. Letztes Jahr erhielten die Luxemburgerli eine neue Verpackung, und es werden ständig neue

32


Füllungen kreiert. Tomas Prenosils Arbeit besteht also eigentlich darin, sich zu überlegen, wohin die Reise der traditionsreichen Confiserie Sprüngli gehen soll. Und wie jede Reise, die noch nie zuvor einer unternommen hat, ist es eine Fahrt ins Ungewisse: Woher soll man wissen, wie das Publikum das neue Verpackungsdesign aufnehmen wird? Und woher soll man wissen, ob die Leute die Eierlikör-Luxemburgerli kaufen oder stehenlassen? Die Antwort lautet: Man weiss diese Dinge nicht. Man kann endlos darüber diskutieren, gelangt aber immer wieder zur Erkenntnis, dass man unmöglich herausfinden kann, was die Zukunft bringt, sondern bloss, in welche Richtung man sie betreten will. Prenosil muss also auf seine Intuition vertrauen, wie Magellan, der eine Passage vom Atlantik in den Pazifik fand, der aber nicht wusste, dass sie tatsächlich existierte, sondern es bloss genau spürte. Tomas Prenosils Gemeinsamkeit mit Ferdinand Magellan ist daher die Vision. Magellan sagte: «Die Erde ist eine Kugel, und ich werde es euch beweisen.» Tomas Prenosil sagt: «Tradition bedeutet Erneuerung, und ich werde es euch beweisen.» Darum exis­ tiert die legendäre blau-weisse Luxemburgerli-Schachtel nicht mehr, denn sie war zur Legende geworden, und Prenosil weiss, dass Legenden nicht in ein modernes Unternehmen gehören. Nur das Unternehmen selbst kann die Legende bilden, seine Erzeugnisse aber müssen gegenwärtig sein. Also werden die Luxemburgerli – ebenfalls eine Legende, ständig erneuert aber auch sie – neuer­ dings in eleganten Schächtelchen in Pistaziengrün und Kaugummirosa verpackt. Ein kompletter Bruch mit dem Bewährten und exakt dadurch die Fortführung der Tradition, die ja wörtlich das Übergeben bedeutet, das Hinübergeben vom Heute ins Morgen.

33


Denn schon immer bestand die Sprüngli-Tradition im Entdecken und nicht im Entdeckten. Nun, das Publikum liebt die neuen Schachteln und auch den Eierlikör-Inhalt, so wie es überhaupt restlos alles an der Confiserie Sprüngli liebt, von den Speisen bis zur Ambiance, und diese Liebe, die weit über den Genuss emporsteigt, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit an den Details. Denn wer eine Vision hat, muss auch ständig überprüfen, ob die Realität ihr schon entspricht. Tut sie es nicht, muss etwas verbessert werden. Tut sie es, ist aufmerksame Pflege verlangt. Eine Mission, die nur mit völliger Hingabe zu erfüllen ist. Eine Mission am ehesten also für einen Mann, dessen Familie schon ihre Heimat verlassen hatte für eine Reise ins Un­ gewisse, und der selber täglich von neuem Expeditionen ins Ungewisse unternimmt, um immer wieder wohlbehalten am Paradeplatz zu landen. «Ohne Taten keine Zukunft!», sagt Tomas Prenosil, wie Magellan, der damals mit seinen fünf Schiffen in Sevilla ablegte, um sie mutig an einen Ort zu führen, an dem noch nie zuvor jemand gewesen war. Die Tat ist für die Zukunft, das hat Magellan für die Menschheit bewiesen, und das beweist Prenosil als Mann der Tat für die Confiserie Sprüngli. Weitere Informationen auf www.spruengli.ch

34


Tollk端hn. Oris BC4 Chronograph www.oris.ch


Rauch auf sanften Wellen Tex t Hans Georg Hildebr andt | FOTOGRAFIE Daniel Gerber

Wer gerne raucht, muss mit schrägen Blicken leben. Und aufgrund der politischen Lage schon bald damit, sein Rauchopfer vor der Tür seines Lieblingslokals darzubringen, ganz egal, ob es regnet oder schneit. Für die Raucher von Zigarren ist das keine Option; bei denen geht es um Genuss, nicht um den Nikotinspiegel. Kein Wunder, dass die «Smoke on the Water»-Abende auf der MS Davidoff ein Erfolg sind: Hier haben Freundinnen und Freunde des unbefangenen Zigarrenrauchens die Gelegen­ heit, einen Abend lang unter ihresgleichen und nach Herzenslust zu rauchen. Das selbst gewählte Tabaker-Exil ist ein Genuss. Nicht nur ist das Interior-Design (von Bost Productions, Maur) geprägt von einem angenehmen Lounge-Gefühl, es gibt auch delikate Drinks und gelungenes Essen. Und es ist doch so: Nur wo das gesamte Erlebnis stimmt, fühlt sich der Zigarrenraucher wohl, lässt genüsslich das duftende Kraut in Nebel aufgehen und schickt ihm seine brillantesten Gedanken hinterher.

MS D a v i d o f f

37


Brillant war die Idee für die MS Davidoff ganz ohne Zweifel. Als Marketingmensch müsste man fast ein bisschen neidisch werden. Kommt dazu, dass bei dem ganzen Unternehmen spürbar nicht die Rendite im Vordergrund steht: Eine Fahrt auf dem gestylten Schiff und eine Davidoff nach Wahl kosten nur 35 Franken, und die Küche (wird separat be­ rechnet) befindet sich auf hohem Niveau, während die Preise nicht überteuert sind. «Es geht uns ums gemütliche Zusammen­ sitzen, dies entspricht auch der Philosophie unserer Marke Davidoff», sagt ein Vertreter des Hauses. «Hier bleiben Gleich­ gesinnte unter sich, in Zeiten, wo sonst überall Druck herrscht.» Fürs Catering ist übrigens die Firma Kofler & Kompanie zustän­ dig, die das Schiff auch betreibt. Im deutschen «Gault Millau» hat Kofler es zum «Restaurateur des Jahres» gebracht. All diese Dinge sind nach einer runden halben Stunde an Bord in Erfahrung gebracht. Dann habe ich genug vom Arbeiten. Meine schlanke Davidoff Nr. 2 mit dem weissen Gürtel brennt munter und passt zum Weisswein. Ich hatte mich auf der MS Davidoff um 19.30 Uhr am Theatersteg am Bellevue einge­ schifft und aus einem hektischen Tag herausschaukeln lassen, und zwar im vorderen Teil des Schiffes, wo exklusive LederpolsterAtmosphäre herrscht und es nur Platz für 15 Personen gibt. Man kommt ins Gespräch. Neben mir sitzt das weit gereiste Ehepaar Episser vom Restaurant Spice im «Rigiblick»; man hat einen freien Abend und viel zu erzählen. Im hinteren Teil des Schiffes gibts nochmals Platz für etwa 36 Personen, den sich Herren in Anzügen – sieht nach Bürokumpels aus – mit Gruppen von Männern teilen, die man gemäss heutigem Sprachgebrauch noch als Jungs bezeichnen könnte. Und auch eine Dreierpartie mit einer Frau ist anzutreffen. «Ich rauche zum ersten Mal!», sagt die Dame. «Meine Gemahlin ist schwanger, die konnte heute nicht mit», erklärt der einzelne Herr. Na, das wollen wir mal so stehen lassen und wünschen frohe Niederkunft! Ich stelle mich für eine Viertelstunde auf die Heckplattform und geniesse die Abendstimmung an den Hängen über dem Zürichsee. Links und rechts Tausende von erleuchteten Fenstern (bei Lindt & Sprüngli Chocolats ist das Licht im einen o aus­ gefallen), die kühle Luft, der vertraute Geruch des Seewassers haben einen Zauber, den nur der Zürcher versteht. Weinberge, Siedlungen, schicke Terrassenhäuser am Hang, Villen am Ufer.

38


39


Ein Zug zieht ein leuchtendes Band durch Rüschlikon. Über allem der geduldige Mond. Während ich dem Rauch meiner Zigarre nachsehe, erinnere ich mich an Abende während einer Reise in die Dominikanische Republik, von Mücken umsurrt in einem entlegenen Mini-Resort bei Petroleumlicht Notizen in ein Buch schreibend und eine Zigarre rauchend, als wär ich Hemingway. Das damals entstandene Romanfragment unter dem Papier hervorzubuddeln, das ich seither mit Zeitungsartikeln und Kolumnen beschrieben habe, würde Tage in Anspruch nehmen. Beim Duft des Tabaks fällt mir der Blick wieder ein von einem Hotel hoch am Hang über Santiago de Cuba, wohin ich etwas später reiste. Die Stadt sah damals aus wie integral in den Fünfzigerjahren stehen geblieben. Aber da gab es eine Lebenslust, wie sie an den Ufern des Zürichsees selbst bei extremem Klimawandel kaum allzu rasch Einzug halten wird. Zu jener Zeit sass vor jedem Hotel ein Zigarrendreher, der das einzelne Stück frisch gerollt verkaufte. Ob das heute noch so ist?, frage ich mich, von leichter Sehnsucht angewandelt. Na, heute ist man sehr beschäftigt, heute reist man nicht mehr einfach aufs Geratewohl los, dafür verbringt man einen Abend auf einem Schiff mit eingebautem Humidor. Richtig, denke ich: Die MS Davidoff kann man auch für einen eigenen Anlass mieten. Ob man abklären sollte, ob sie sich für eine Kreuzfahrt in die Karibik eignet? Mit der ZH-Matrikel am Bug über den Atlantik, eine Wolke balsamischen Tabakdufts hinter mir herziehend! Ich schüttle die Fantasien ab und trete zurück in den Gastraum der MS Davidoff, in dem der Rauch ziemlich dominierend duftet. Da will ich mithalten und begebe mich an den Zigarren-Counter, wo eine charmante Dame mit dem passenden Namen Eva Bräutigam die Rauchwarenvorräte der MS Davidoff verwaltet. Geschickt bringt sie Zigarren in Glut und überreicht sie – die Zigarre, nicht die Glut – wie eine reizende Blume: Sich selbst Feuer zu geben, ist auf dem Davidoff-Schiff nicht gestattet, nur

40


Frau Bräutigam hat die offizielle Erlaubnis. Das ist vielleicht ein Vorgeschmack auf die vielen Umwege, die man als Freund des Tabaks in Zukunft wird auf sich nehmen müssen, um ungestört ausserhalb der eigenen vier Wände ein Rauchopfer darzubringen. Was wurde für die kommenden Rauchverbote geopfert?, frage ich mich, während ich paffend die Glut anfache. Die Freiheit selbst ist es kaum, denke ich, als die Stadt Zürich langsam wieder in Sichtweite kommt, aber es wurde ein harmloses Vergnügen eingeschränkt, während wichtigere Anliegen auf die lange Bank geschoben werden, wo sie Staub ansetzen. Der eingangs versprochene brillante Gedanke ist mir, es fällt Ihnen vielleicht auf, nicht gekommen. Aber das Versprechen, für ein, zwei Stunden meine Gedanken zu beflügeln, das haben die beiden Zigarren gehalten. Wenn ich einer der Promis wäre, die ständig gefragt werden, was sie unter Luxus verstehen – ich würde nicht sagen «Zeit mit Freunden» oder «Platz zum Leben». Mir genügt es, einfach meinen Gedanken nachhängen zu dürfen, allein oder in Gesellschaft, und ihnen ein paar Wolken elegant-grauen Rauchs hinterherzuschicken. Weitere Informationen auf www.davidoff-schiff.ch

41


hier wohnen?

Wer soll

Vermarktung als Erfolgsfaktor

Tex t Anna Schindler | FOTOGRAFIE Iris Stutz

Eines der Hauptanliegen der aktuellen Stadtentwicklung in Schweizer Städten heisst «Verdichten nach innen». Schliesslich wer­ den die Baulandreserven in gut erschlossenen Stadtgebieten zunehmend knapper. Umso wichtiger ist es, neue Nutzungsreserven zu erschliessen: brachliegende Industrieareale etwa. Nach der Definition des Bundesamts für Raumentwicklung gilt als Brache ein Areal ab einer Hektare Fläche, welches mindestens zur Hälfte nicht mehr durch die ursprüngliche Nutzung belegt wird. Die offizielle «Brachenbank» der Zürcher Immobilienberater Wüest & Partner verzeichnet in der Schweiz im Jahr 2008 rund 350 Brachen. Zwei Drittel davon sind ehemalige Industrieareale mit einer Fläche von 10 Millionen Quadratmetern. Sie liegen zu­ meist in Agglomerationsgemeinden, also zentral und gut erschlossen, an Standorten mit einem attraktiven Immobilienumfeld.

42

Walde & Part ner


Theoretisch können auf diesen Grundstücken rund 11 Millionen Quadratmeter hochwertige Geschossfläche realisiert werden. Dies entspricht der eineinhalbfachen jährlichen Neubauproduktion der Schweiz. Entsprechend sind in den fünf Grossstädten Zürich, Genf, Basel, Bern und Lausanne auf sieben von zehn Brachen Planungen und Projekte im Gang. Als Vorbilder dienen dabei gelungene Umnutzungen wie das Zentrum Zürich Nord oder das Warteck-Areal in der Stadt Basel. Auf diesen Geländen sind nicht bloss neue Stadtteile entstanden, sondern Planungsprozesse erprobt und urbanistische Instrumente getestet worden. Man hat kooperative Verfahren zur Entwicklung städtebaulicher Leitlinien erfunden, Freiräume übergreifend geplant, Mindest­ wohn­anteile und sinnvolle Erdgeschossnutzungen festgelegt. Zentral ist bei all diesen Planungen das interdisziplinäre Zusammenwirken von Projektpartnern mit unterschiedlichem Hinter­ grund und Know-how – und ebenso differierenden Interessen. In solchen Projekten engagiert sich die Zürcher Immobilien­ firma Walde & Partner mit Lust und Erfolg. Was vor drei Jahren eine Idee von Geschäftsführer Gerhard E. Walde zur Erweiterung des Tätigkeitsfeldes gewesen ist, macht mittlerweile einen Viertel des Firmenumsatzes aus: die Begleitung und Vermarktung von Neubauprojekten, auch in anspruchsvollen städtebaulichen Kontexten. Wichtig ist den Vermarktern von Walde & Partner dabei, von Beginn an mit von der Partie zu sein, also beispielsweise bereits bei der Ausschreibung eines Wettbewerbs­ programms mitreden zu können.

43


44


Die Marktkenner und -vermittler stellen beim Start eines Planungsprozesses zentrale Fragen nach der künftigen Nutzung eines alten Industrieareals: «Wer soll künftig auf dieser Brache wohnen?», und «Für wen wird da überhaupt gebaut?» Werden diese Themen grundlegend evaluiert und im Projektentwick­ lungsprozess integriert, steigen die Erfolgschancen jedes Bau­ vorhabens auf dem Markt. Für Brachen, die auf ihre Neubelebung als attraktive Stadtquar­ tiere warten, gilt dies besonders. Leer stehen sie allerdings selten – vielmehr werden sie typischerweise von kulturellen Betrieben zwischengenutzt. So breitete sich auch in Zürich West in den letzten zehn Jahren eine innovative Kulturszene in wunder­ bar grosszügigen, frei gestaltbaren Räumen aus. «Kultur scheint der klassische Scout der Gentrification zu sein», schreibt der amerikanische Soziologe Paul Treanor. «Die erste Galerie in einer Siedlung von Arbeiterhäuschen bedeutet, dass die Rückerobe­ rung der Gegend begonnen hat.» In der Studie «Der privatwirt­ schaftliche Teil des kulturellen Sektors im Kanton Zürich» von Christoph Weckerle und Michael Söndermann aus dem Jahr 2005 wird dieser Motor der Stadtentwicklung, die Kreativ­ wirtschaft, für die Stadt Zürich erstmals beziffert: Im Jahr 2001 verzeichnet Zürich rund 4000 Kreativbetriebe, in denen 22 400 Personen existenzfähige Arbeitsplätze finden. Sie erzielen ins­ gesamt ein wirtschaftliches Potenzial von rund 5,1 Milliarden Franken an Gesamtumsätzen und eine Bruttowertschöpfung von 2 Milliarden Franken. Dies entspricht einem relativen Anteil von 4,3 Prozent am Bruttoinlandprodukt der Stadt Zürich. Noch wird rund das halbe Areal der 1913 gegründeten Zahnrä­ der-, Getriebe- und Turbinenfabrik Maag, die einst Zürichs indus­ triellen Ruhm mitbestimmte, kulturell und kleingewerblich ge­ nutzt: von der Maag-EventHall bis zu Werkstätten, Ateliers und Studios. Bis 2015 soll die Zahl der Arbeitsplätze auf dem MaagAreal aber um 40 Prozent wachsen und sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppeln. Voraussetzung für diese rasante Entwick­ lung ist der Wille zur Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand und privaten Investoren. 1996 lancierte der damalige Stadtpräsident Estermann das «Stadtforum», um die Diskussion zwischen privaten Investoren und Grundeigentümern, Wirt­ schaftsführern und Politikern und der ansässigen Bevölkerung im Zürcher Kreis 5 am runden Tisch in Gang zu bringen.

45


Das Experiment der partizipativen Planung mündete im September 2005 in den Sonderbauvorschriften für das MaagAreal Plus. Das Basler Architekturbüro Diener & Diener hat dabei zusammen mit den Zürcher Architekten Martin und Elisabeth Bösch für eine Fläche von 13 Hektaren ein städtebauliches Leitbild entwickelt, das die alten Strukturen sorgsam in einen neuen Kontext überführt. Mittlerweile sind auf dem Coop-Areal zwischen der Pfingstweidstrasse und den Bahngeleisen die Bagger aufgefahren. Hier entsteht der markanteste Bau in der Skyline des neuen Stadtquartiers, der Mobimo-Tower von Diener & Diener – benannt nach der Immobiliengesellschaft, die das Land erworben hat (dank der Vermittlungsarbeit von Walde & Partner). In den unteren zwei Dritteln des Hochhauses soll ein Renaissance-Hotel entstehen, im oberen Drittel, von der 15. bis zur 23. Etage, 33 Eigentumswohnungen. Die grösste stellt ein 1000-Quadratmeter-Penthouse mit einer beein­ druckenden Aussicht dar. Die Vermarktung der Wohneinheiten hat Walde & Partner übernommen: von der Erarbeitung der Vermarktungsstrategie bis zu den Marktbearbeitungsprogrammen, dem eigentlichen Verkauf und der Öffentlichkeitsarbeit. Dadurch ist sichergestellt, dass das ambitionierte Projekt auch die richtigen Käufer findet – wenn dereinst die schweren Ab­ bruchmaschinen einem eleganten Stadtturm Platz gemacht haben. Weitere Informationen auf www.walde.ch

46


Harmonie & Perfektion

Z체rcherstrasse 39 Postfach 8952 Schlieren Telefon 044 258 14 44 Telefax 044 258 18 80 nzz-fretz @ swissprinters.ch www.swissprinters.ch www.nzz-fretz.ch Werbedrucksachen Gesch채ftsberichte Zeitschriften Wertpapiere Neue Medien Ein Unternehmen der Swiss Printers AG


am See

Die Werkstat t

Schon die erste Begegnung war mir sympathisch. Véro Straubhaar sprach mich völlig unver­ sperrt und direkt an. «Sind Sie nicht der vom Zürich Magazin?! Haben Sie einen Moment Zeit für mich?» Ich hatte! Wir trafen uns damals zufällig bei einem gemeinsamen Kunden – sie stellte dort ihre Werke aus, und unser Team war am Porträtieren für die kommende Ausgabe. Jetzt stand ich im zugigen Vorraum ihres Ateliers in Bäch. Eine kleine Hütte, praktisch am See gelegen. Ein bisschen schräg das Ganze, dachte ich mir, und exakt so, wie man sich eine Künstler­ werkstatt vorstellt. Ein Klischee zwar, doch es passte perfekt zu meinen Erwartungen und Vor­ stellungen. Als auf mein Klopfen hin die Türe geöffnet wurde, deckte sich ein weiteres Bild mit meinen Vorstellungen: Aufgeräumt, im farbgesprenkelten (ursprünglich dunkelblauen) Overall stand Véro vor mir. Einen Farbpinsel federnd in der Linken, die rechte Hand ausgestreckt, begrüsste sie mich mit den Worten: «Hast du es gut gefunden? Komm rein, hast du Lust auf ein Glas Wein, Wasser oder Tee?» Ich entschied mich für Tee, irgendwie passte der besser zu meinen Klischees. Was mich drinnen in der warmen Stube erwartete, das überraschte mich dann nicht mehr wirklich: Hier ein Regal mit unzähligen Farbtuben, allerhand Pinseln, einer Vielzahl von Büchern und kleinen Schätzen, dort eine Aufstellung von unvollendeten und fertiggestellten Bildern, da zwei Stühle und daneben ein Tischchen mit Wein, Brot und Käse. In der Ecke ein alter Schweden­ ofen, welcher leise und heimelig vor sich hin bullert. Diese Stimmung kann man nicht arran­ gieren, sie ist einfach vorhanden. Jeder einzelne Gegenstand in diesem Raum beflügelt die Fantasie, animiert zum Experimentieren und erzählt eine Geschichte. Exakt solche Eindrücke verwertet Véro zu aussergewöhnlichen Bildergeschichten. Dabei struk­ turiert, kombiniert und integriert sie. Mit Farben, Asche, Kreide und Sand. Mit zufällig gefun­ denen Fragmenten, Tagebuchnotizen oder einzelnen Buch­staben. In ihren Bildern finden sich ganze Schriftzüge – die einen gebraucht und aus Zeitungsartikeln stammend, Schicht für Schicht ins Werk eingearbeitet, andere schablonenhaft oder plastisch aufgesetzt. Die daraus entstehenden Collagen lassen erahnen, vermuten und spekulieren. Sie stellen den Betrachter vor eine Denkaufgabe und motivieren ihn, die Puzzleteile ihrem ursprünglichen Zweck zuzu­ ordnen. Oder es ist ein meditatives Versinken, ein Herantasten an die Seele des Bildes. «Weisst du, die Vergänglichkeit ist immer Teil meiner Motive. In ihr liegen die Inspiration, das Leben und die Erotik. Und ich finde es spannend, dass meine Botschaften individuell wahrgenom­ men werden und überall, wo sie hängen, ihre persönlichen Wir­kungen entfalten können.» Über Véro und ihre Werkstatt gäbe es noch viel zu erzählen – doch das will ich nicht, das muss erlebt und erfahren werden. Und hoffentlich geht es anderen dann so wie mir: Da ist ein Bild mit einer Botschaft, und beides geht mir seither nicht mehr aus dem Kopf. Ich bin überzeugt, wir sehen uns wieder ... Weitere Informationen auf www.soulcompany.ch

48

véro str aubha ar


49


DIE

Go ttin und die liebe e

Tex t Peter Ruch | FOTOGRAFIE Patrick Rinderli

An einen guten Ort sollen sie kommen. Das sagt Ueli Strebel immer wieder. Ihm sei das wichtig, dass seine Autos an einen guten Ort kommen. Zu jemandem, der sie schätzt, pflegt, liebt. Er sagt es ganz so, als seien seine Autos seine Töchter. Oder zumindest die süssen Welpen seines liebsten Hundes. Jemand, der eine Beziehung aufbauen kann, betont er, nicht einfach so ein Händler, ein «Geschäftlimacher», nein, so einer soll seine Autos nicht bekommen. Aber jemand, der Freude daran habe, so, wie er selber viele Jahre Freude daran gehabt habe, das würde ihn freuen. Deshalb, sagt er, habe er seine Fahrzeuge auch hier ins bernische Toffen in die Oldtimer Galerie gebracht. Er habe nur Gutes gehört, hier, in Toffen, sagt er, da werden seine Fahrzeuge sicher einen guten Käufer finden. Einen Liebhaber. Ueli Strebel ist Architekt. Keiner dieser Superstars, kein Herzog oder de Meuron, aber wohl doch ziemlich erfolgreich. Denn er hat über die Jahrzehnte eine schöne Sammlung an Oldtimern

50

Oldtimer Galerie


aufbauen können. Den Citroën und den Lancia, ein bisschen auch noch den Fiat gehört seine Sympathie. Zuerst habe sie nur den Citroën gehört, erzählt er, seit er damals, er war noch in der vierten Klasse, einmal in einem Citroën Traction Avant habe mitfahren dürfen. Nach Basel ging die Reise, das weiss Strebel noch genau. Und er wusste bereits an jenem Tag, vor mehr als 50 Jahren, dass er auch einmal einen solchen Citroën besitzen würde. Sein erstes Auto war aber ein Fiat 600, den er sich mit seinem ersten selbst verdienten Geld kaufte. Danach kamen die 2 CV, die Döschwo, denen Strebels Liebe heute noch gilt. Dann, mit 22, bereits mit 22, kaufte er sich einen gebrauchten Traction Avant. Das war der Beginn einer langen Freundschaft. Es kamen weitere Citroën dazu über die Jahre, darunter eine wunderbare Rosalie, Jahrgang 32. Ein Schmuckstück. Liebevoll restauriert. Dieses Fahrzeug fand denn auch sofort einen Käufer in der Oldtimer Galerie. Ein Käufer ganz nach dem Geschmack von Ueli Strebel, jemand, der seine schöne Rosalie hegen und pflegen wird. Reinhard Schmidlin, der Chef und Besitzer der Oldtimer Galerie, kennt solche Leute, er kennt viele solche Leute. Wenn Fahrzeuge wie die Rosalie von Strebel auf den Markt kommen, dann macht Schmidlin ein paar Anrufe, dann wird auch nicht gross über den Preis diskutiert. Auf jeden Fall ist Strebel zufrieden, und der Käufer ist zufrieden, und dann ist auch Schmidlin zufrieden. Man sei hier fair zu ihm, sagt Strebel. Man habe verstanden, was er sich für seine Autos wünsche.

51


Das muss wohl so sein, die Oldtimer Galerie in Toffen existiert unterdessen seit 25 Jahren, und das ist eine kleine Ewigkeit in diesem schwierigen Geschäft mit den alten Autos. Es hat viel, sehr viel mit Vertrauen zu tun. Das bestätigt auch Strebel. Business, das macht die Oldtimer Galerie mit ihren in­ ternational bekannten Auktionen, doch in den grossen Hallen in Toffen stehen auch immer ein paar Dutzend Oldtimer zum Verkauf. Nicht millionenteure Bugatti, nicht unschätzbare Isotta-Fraschini, mehr Fahrzeuge, die auch dem Portemonnaie Spass machen. Schmidlin und seine Mitarbeiter kennen die Oldtimer-Szene wie nur wenige andere, viel haben sie erlebt: wie die Preise Ende der Achtziger-, Anfang der Neunzigerjahre in den Himmel schossen, wie sie brutal wieder auf den Boden kamen, wie sie in den vergangenen Jahren sanft, bedeutend vernünftiger anzogen. Heute ist die Oldtimer Galerie eine Institution, an der man schwerlich vorbeikommt im Geschäft mit alten Autos. Altershalber, erzählt Strebel, will er seine Autos verkaufen. Nachkommen habe er keine, niemanden, der die Autos so schätze und liebe wie er. Ein paar will er noch behalten, vorerst, doch die meisten möchte er jetzt, solange er sich noch selber um den Verkauf kümmern kann, an einen guten Ort bringen. Ein Inserat, sagt er, bringe nichts, da rufen doch nur komische Menschen an, die mal mit einem tollen Auto eine Probefahrt machen wollen. Hier, bei Schmidlin, da fühle er sich besser auf­ gehoben, hier verstehe man, was er wolle. Hier habe es auch das richtige Publikum, sagt er, Menschen, die etwas verstehen von alten Autos. Etwa von seiner ganz speziellen DS. Die Déesse, die Göttin; für viele das aussergewöhnlichste Automobil, das je gebaut wurde. Das Fahrzeug, das Strebel zum Verkauf anbietet, ist dazu noch ein ganz besonderes Exemplar: ein DS Majesty. Eingekleidet von Henri Chapron, einem berühmten französischen Carrossier, nur 27 Stück wurden gebaut. Es gab sicher schönere DS von Chapron, die viertürige Limousine ist etwas gar amerikanisch ausgefallen, vorne DS, hinten Cadillac, aber der Majesty ist halt selten, ein ganz rares Stück. Strebel meint gar, sein Majesty sei das letzte noch existierende Exemplar. Und entsprechend teuer ist er auch, ein sechsstelliger Betrag. Das bezahlt nur ein Lieb­ haber, ein Freak wie Strebel selber.

52


53


Dafür erhält der Käufer aber ein wirklich aussergewöhnliches Fahrzeug, lackiert mit einem Rolls-Royce-Lack, perfekt restauriert. Dann erzählt Strebel Geschichten, etwa, wie einst in Paris an einem Rotlicht ein kanadischer Globetrotter die hin­ tere Türe des Majesty aufgerissen habe und sich auf die edlen Polster habe fallen lassen. Entsetzt sei er gewesen, selbstver­ ständlich, nicht mehr gewusst habe er, was er machen solle. Doch dann schnell wieder beruhigt, als der junge Mann sagte, es sei schon immer sein Traum gewesen, einmal in einem solchen Auto mitzufahren. Die Lancia, sie kamen später. Es begann mit einem süssen, kleinen Appia. Dann wurden es immer mehr. In einem Flaminia, sagt Strebel ernsthaft, will ich in den Himmel fahren. Zwei Flaminia hat er, der Architekt, einer steht zum Verkauf, einen will er behalten. Muss er ja auch, damit er ihn in den Himmel fahren kann. Strebel erzählt noch mehr Geschichten, von den vielen Treffen, die er schon besucht hat, von Ausfahrten, Reisen, von Freundschaften, die über die alten Autos entstanden sind. Man hört es, es fällt dem Herrn Strebel schwer, sich von seinen Lieblingen zu trennen. Man sieht es auch, so, wie er sie noch einmal berührt. Weitere Informationen auf www.oldtimergalerie.ch

54


ALLEN EDMONDS LEAVE AN IMPRESSION

In der Heimat von Allen Edmonds, dem Hafenstädtchen Port Washington unweit von Chicago, werden noch heute feinste Schuhe gemacht. Fast genauso wie früher. Mit handwerklicher Sorgfalt und mit viel Zeit. Zeit, um in 212 Arbeitsschritten handverlesenes Kalb- und Pferdeleder zu verarbeiten und in die perfekte Passform zu bringen. Das kann sich nicht nur sehen, sondern auch äusserst lange tragen lassen. Denn Schuhwerk von Allen Edmonds ist Handwerk von Dauer.

Bezugsquellen über Country Road AG | CH-8808 Pfäffikon | Fon +41 (0)55 410 71 34 | www.countryroadag.ch


Rundum und in e scho n Erwartung Tex t Andrea Keller | FOTOGRAFIE Andrea Badrutt

Das Leben selbst bringt Schwangerschaft zum Ausdruck; und schon ein Ungeborenes fordert Raum fürs Dasein, lässt Nähte platzen. Es ist das Klagelied des schönen Kugelbauchs, der gängiger Garderobe trotzt. Und: Es ist die Erfolgsgeschichte von Familie Graf und ihrem «Las Perlitas», einem Modegeschäft für werdende Mütter. Ganz am Anfang dieser Erzählung steht die Schwangerschaft der Schwester im Jahr 2001. Die junge Frau war in Erwartung von Zwillingen und auf der Suche nach einem Kleid, das sie mitsamt prachtvoller Rundung auf dem Standesamt tragen konnte. Also marschierte sich eine familiäre Frauen­ gilde die Füsse wund und stolperte dabei prompt über eine Marktlücke. Denn mit jedem zusätzlichen Schritt und Fehltritt an jenem langen, langen Nachmittag zementierte sich die Gewissheit, dass hier in Zürich nichts Anständiges zu finden sei. Wo nichts ist kann noch viel werden, soviel war klar. «Also packten wir es an», sagt Ariadna. Heute führt die Gründerin zusammen

56

LAS PERLITAS


mit Nesthäkchen Imelda und mamá Consuelo ein beeindruckendes Familienunternehmen: das «Las Perlitas», eine wahre Schatzkammer für Frauen. Frauen, notabene, die von den besonderen Umständen ihres Lebens mehr erwarten als in Erwartung zu sein, nämlich das Bedürfnis haben, sich schwanger und schön, halt weiblich und chic zu fühlen. Nicht nur der Körper, auch der Geist trägt zünftig Zeugungsstoff in sich. Denn während bei der Schwester die Hochzeitsglocken läuteten, ihre Kinder zur Welt kamen und erste, lautstarke Töne anstimmten, war auch die Laden-Idee in den Köpfen des anver­ wandten Frauentrios zu kraftvollem Leben erwacht. Der spontane Einfall, «man könnte doch und sollte wohl», wuchs zum groben Konzept, dann zum Businessplan, letztlich zum realistischen Ziel heran. Die Bank war schnell überzeugt. Sie lobte den Mut und die Initiative der sympathischen Macherinnen und wurde so zur Geburtshelferin. So weit, so gut. Doch nun galt es, dem Geschäft, ihrem «Baby» wohlgemerkt, einen Namen zu geben. «Wir wollten einen eingängigen Namen, der nicht falsch geschrieben und in allen Sprachen problemlos ausgesprochen werden kann», erzählt Ariadna. Schon wahr: Nicht nur Menschen, auch Betriebe sind der Gnade ihrer Namensgeber ausgeliefert. Und den einen, goldrichtigen Namen zu finden kann ganz schön schwierig sein. Am Esstisch in Wetzikon wurde lange über dem Firmen­namen gebrütet. Schliesslich einigte sich die Familie mit mexikanischen Wurzeln auf das spanische «La Tienda» bzw. «La Tiendita», was übersetzt soviel wie «Der Laden» bzw. «Das Lädeli» bedeutet.

57


58


Als Ariadna kurz darauf den Flyer einer Boutique-Neuer­ öffnung in ihren zierlichen Händen hielt, blieb der Jungunter­ nehmerin in spe beinah die Spucke weg. Jemand war ihnen tat­ sächlich zuvorgekommen. «Ich war ganz durch­einander, konnte es einfach nicht fassen», erzählt sie. Im Nachhinein ist man ver­ sucht, zu sagen, dieser dumme Zufall sei pures Glück gewesen. Denn nur das letztliche und jetzige «Las Perlitas» wird dem Versprechen gerecht, das alle drei in ihren dunkel-funkelnden Augen tragen. Die Bezeichnung nämlich steht für «Kleine Perlen». Auf die Idee gekommen sind sie durch Ariadnas Leiden­ schaft für die wertvollen Schatzkugeln der Meere, die jahrelang ihr Dekolleté und ihre Ohren zierten. Doch es gibt zig weitere Gründe, warum «Las Perlitas» eben goldrichtig ist. Der tiefe Symbol­charakter von Perlen passt zum Geschäft und zur Schwangerschaft an sich. Schliesslich stehen die begehrten Glanzstücke in Japan für Glück, in China für Reichtum und Weis­ heit, in Indien für Kindersegen. Für die kurdischen Mystiker ist eine Perle «ein Embryo, der am Grund seines Muscheluterus schlummert», die Römer flüsterten ihren Geliebten lüstern die lateinische Bezeichnung «margarita» ins Ohr. Auch in den ara­ bischen Kulturen werden Frauen mit den rundgewachsenen Geheimnissen der Meere verglichen. Die Ozeane sind vom Standort des 2004 eröffneten Geschäfts zwar meilenweit ent­ fernt, aber immerhin dringen mittelamerikanische Klänge in die Ohrmuscheln der Kundinnen. Beispielsweise die Gitarrenriffs des mexikanischen Gitarrengottes Carlos Santana. Auch die Herzlichkeit des Unternehmerinnen-Trios lässt einen vergessen, dass man im «Las Perlitas» im mitteleuropäischen Zürich steht. Und zwar genau dort, wo früher fleissige Burschen ihre goldene Bier-Brühe brauten: auf dem Hürlimann-Areal in der Enge. «Eigentlich zählte das Zürcher Seefeld zu unseren Favoriten», erklärt Adriana. Irgendwann aber habe sie bei der Internet­ suche nach Ladenlokalen vergessen, die Eingrenzung zu machen. Auch dieser dumme Zufall entpuppte sich als grosses Glück. Denn das Versprechen von rauem Charme und von Postmoderne hielt nicht nur dem PC-Bildschirm, sondern auch einer Besichti­ gung stand. Die Frauen Graf waren rasch überzeugt: Mit dem Hürlimann-Areal hatten sie es gefunden, ihr künftiges Reich. Und nach ein paar schmerzlichen Geburtswehen in Form von Umbau-Turbulenzen konnte der Laden im November 2004 schliesslich Eröffnung feiern.

59


Bereits am ersten Tag reiste eine Kundin extra aus Basel an», strahlt Ariadna. Heute finden teils gar Schwangere aus dem nahen Ausland den Weg ins «Las Perlitas». Das Fazit: Mit ihren Kleidern, Taschen und Accessoires haben die Unter­ nehmerinnen wohl keine Marktlücke, sondern ein Marktloch gestopft. Endlich stehen auch wir drinnen und erkennen auf den ersten Blick: «Hellblau oder Rosa», das ist hier nicht die Frage. Denn auch wenn ein paar Babykleider, Holzspielzeuge und Bilderbücher die Auslage zieren, dreht und wendet sich überraschend wenig ums Kind; fast alles ist für die Mütter gedacht. Für eben genau jene Frauen, die von den besonderen Umständen ihres Lebens mehr erwarten, als in Erwartung zu sein. Entsprechend wird neben geschmackvoller Kleidung auch Schmuck und Kunsthandwerk geboten. Das grösste Kundeninteresse aber zieht die Brautmode im oberen Stockwerk auf sich. Im Potpourri der prachtvollen Stoffe und Schuhe wird die werdende Mama zur begehrenswerten Prinzessin gezaubert. Zu einer Prinzessin, die wahrlich zu beneiden ist, schliesslich darf sie den Bauch richtig rausstrecken und beim Buffet mächtig zulangen, am grossen Tag ihrer Heirat. Weitere Informationen auf www.lasperlitas.ch

60


www.h端rlimann-areal.ch


Die

Kunst des Verwöhnens

Tex t K arin Pr ätorius | FOTOGRAFIE Tina Sturzenegger

Ein Cocktail-Empfang in einem Zürcher Bürogebäude. Gleich am Empfang steht eine runde Glasvase, die an ein überdimen­ sioniertes Goldfischglas erinnert. Daraus ragt ein knorriger, bemooster Ast, auf dem einige leuchtend rosa Lilienblüten sitzen wie exotische Vögel, die jeden Augenblick davonflattern könnten. Im Glas liegt, als wäre sie eben vom Baum gefallen, eine Frucht mit roter, schuppiger Schale auf einem Bett von grünweissen Schoten – sind das etwa Bohnen? – und jeden Moment könnte ein Chamäleon auftauchen. Ein Paradiesgarten en miniature, eine märchenhafte Inszenierung, die einstimmt auf die grosse Bühne, zu der die nüchterne Büroetage sich für diesen Abend verwandelt hat. Gleich kommen die Gäste. Von der regen Betriebsamkeit, die noch vor kurzem geherrscht haben muss, ist jetzt nur noch wenig zu spüren. Die Gastgeber stehen erwartungsvoll und ein wenig verwundert in der schicken Lounge, die eben noch ihr Büro war. Ein attraktiver junger Mann in dunkelbraunem Hemd und langer Schürze reicht ihnen schon mal ein Getränk. Yasmina

62

F i r s t C h o i c e & DEUX LUXE W EST


Boufama, zuständig für Veranstaltungsorganisation, überblickt noch einmal die Szenerie und nickt zufrieden. Die Bühne ist bereit. Vorher hat das gesamte Team von First Choice Catering Mobiliar geschleppt, die vorbereiteten Speisen, das Geschirr, die Küchenausstattung. In einem Besprechungszimmer ist die Zentrale eingerichtet: Küche, Anrichte, Lager und Aufenthalts­ raum auf gerade mal 16 Quadratmetern. Da müssen die Abläufe sitzen. Es wird konzentriert, aber ohne Hektik gearbeitet. Dass die jungen Frauen und Männer, die den Gästen gleich die Mäntel abnehmen, ihnen Getränke und Speisen servieren werden, schon ein anstrengendes Pensum hinter sich haben, merkt man ihnen nicht an. Dass sie – alle machen alles – gewohnt sind, das Ganze im Blick zu haben, merkt man dagegen im Laufe des Abends sehr wohl. Der Service ist charmant und aufmerksam, ohne jemals aufdringlich zu sein. Man hat einfach immer im genau richtigen Moment ein frisches Glas in der Hand oder eine kleine Leckerei. Immer neue Überraschungen werden gereicht, in Gläsern, auf Tellerchen oder gleich auf einem Löffel an­ gerichtet. Geräucherte Forelle auf Selleriesalat mit Apfelkaper. Maronensüppchen mit Trüffel und Zimtcroûtons, ZucchettiAntipasti mit Chili und Crevetten. Köstlich. Der Raum ist erfüllt vom zufriedenen Summen angeregter Gespräche. Catering kann alles Mögliche bedeuten. Die in Plastik eingeschweissten Sandwiches – Schinken oder Käse? – im Flugzeug, die Platte mit Canapés vom Metzger um die Ecke, leichte Häppchen zum Apéro oder ein Bankett für 600 Personen in einer Fabrikhalle.

63


Es kann simples Essen auf Rädern sein oder ein Rundumservice, der die Gestaltung und Ausstattung des Veranstaltungs­ ortes, die Organisation des Rahmenprogramms, den gesamten Ablauf eines Events umfasst – zumindest wenn man, wie First Choice, Event-Catering zur Kunstform erhebt. Das bedeutet auch, das jeder Anlass, jedes Menü, jede Dekoration ein Original ist – Anlässe von der Stange wären schlicht zu langweilig. An Herausforderungen mangelt es nicht: Gerade bei grösseren Veranstaltungen müssen so viele Einzelheiten aufeinander abgestimmt werden, dass es verlockend wäre, den Ablauf mit dem Funktionieren einer gut justierten Maschine zu vergleichen. Aber das träfe nicht den Kern. Denn es sind vor allem Menschen, die miteinander arbeiten, die ihre Ideen einbringen, ihre Leiden­ schaft für hohe Gastgeberkultur teilen, die nach Perfektion streben und Spass daran haben, andere zu verwöhnen. Menschen, die Yasmina Boufama, Laila Boufama und Ruedi Zumstein als Partner verstehen: das feste Team von freien Mitarbeitern, die Spezialisten für Bühnentechnik, Beleuchtung, Ausstattung; Musiker, Artisten, Floristen, Lieferanten, Fotografen. Und natürlich steht der Kunde an erster Stelle: «Wir verstehen uns als professioneller Partner des Kunden, zusammen gestalten wir seinen ganz persönlichen Anlass – und er kann sich dabei auf unsere Erfahrung und Sachkenntnis stützen» sagt Yasmina Boufama. Dem Kunden, der König sein und alles alleine bestimmen wolle, entgehe dieses umfassende Angebot. Schliesslich gibt es etwas, das nur der Kunde kann: Gastgeber sein und sich voll und ganz seinen Gästen widmen. Ihm dafür den Rücken freizu­ halten ist Sache des versierten Caterers, egal ob es um eine Geburtstagsfeier im privaten Rahmen oder um den mehrtägigen Event einer Grossfirma geht. Die Partnerschaften, die First Choice eingeht, sind selten kurzfristig: Viele Kunden sind Stamm­ kunden, viele Mitarbeiter und Zulieferer sind schon lange mit der Firma verbunden. Blumendekorationen für First-ChoiceAnlässe etwa werden seit Jahren von Deux Luxe West kreiert. Die Spezialität des Floristinnenteams ist die Kombination von Blumen mit Früchten und Gemüse. Da waren also tatsächlich Bohnen im Goldfischglas?

64


65


Cocobohnen, und eine Drachenfrucht» präzisiert die stellvertretende Geschäftsführerin Angi Röttele und lacht: «Wir sind wohl weit und breit die Einzigen, die mit dieser Verbindung aus Blumen und hauptsächlich Exoten arbei­ ten. Früher wäre das völlig undenkbar gewesen.» «Aber,» ergänzt Geschäftsführerin Erika Knüsel, «heute geht viel mehr an Formen und Kombinationen als vor zehn Jahren.» Man sieht den beiden Floristinnen an, wie viel Spass sie an diesem Spielraum haben, in dem sie ihrer Lust an der Innovation nachgehen können. Schliesslich, so Angi Röttele, sei Floristik ein kreatives Handwerk. Dekorationen für Events verlangen neben besonders viel Einfallsreichtum auch die Fähigkeit, ein Gestaltungskonzept mit Blumen und Früchten in die eigene Formen­sprache zu übersetzen. Man muss die verschiedensten Stile beherrschen und zugleich die unverwechselbare eigene Handschrift bewahren – eine Herausforderung, die man bei Deux Luxe West gerne annimmt. Das wissen auch die Kunden, die hier Blumendekoration, Einrichtungsaccessoires und Ge­ schenkartikel aus aller Welt jenseits des Gewöhnlichen suchen. Viele der Kreationen entstehen im Dialog. Auch für Angi Röttele, Erika Knüsel und ihr Team ist Partnerschaft wichtig: Sie nehmen gerne die Wünsche des Kunden auf und entwickeln daraus Sträusse, Gestecke und Fruchtschalen, Terrassenbegrünungen oder Dekorationen, die einmalig sind. Vorgefertigte, lieblos zu­ sammengebundene Sträusse gibt es hier nicht, dafür erwartet den Kunden eine Farbenpracht an Schnittblumen und Früchten wie Physalis, Papaya und Rambutan, Äpfeln und Birnen, Mango und Ingwer in grossen Schalen. Die Wehmut ob der begrenzten Haltbarkeit ihrer Kunstwerke haben die Floristinnen längst abgelegt: Die Vergänglichkeit ge­ hört dazu, wie zu den Anlässen, für die sie gemacht werden. Was bleibt – oft für viele Jahre – ist die Erinnerung an einen einzigartigen Moment. Die Freude, ihn mit anderen zu teilen. Und die Vorfreude auf den nächsten. Weitere Informationen auf www.firstchoice.ch und www.deuxluxewest.ch

66


der

tenor des papstes Tex t Bernhard Sutter | FOTOGRAFIE Matthias Heyde

In Berlin schon länger bekannt, ist Leo Wundergut diesen Frühling ins Rampenlicht seiner Heimatstadt getreten. Der Meister­ sänger, der auch vor dem Papst auftritt, hat Zürich viel zu verdanken. «Am Weekend bin ich für ein Wundergut-Konzert nach Berlin geflogen», lassen Trendsetter im Partygespräch schon mal fallen. Und mindestens ein Zürcher Gesellschaftsreporter und eine Klatschkolumnistin waren sogar in New York dabei: «Legendärer Carnegie-Hall-Auftritt.» Normalverbrauchern ist dieser Leo Wundergut vor allem durch ein ganzseitiges Inserat im «Tages-Anzeiger» aufgefallen. Die grossflächige Ankündigung der Schweizer Stationen der Welttournee «Konjunk’Tour» zwang die Kulturfreunde, bei Google «Leo Wundergut» einzugeben. Die Fakten klingen verheissungsvoll:

68

Leo Wundergut


In Berlin ausgebildeter Schweizer Meistertenor, weltweit konzertierend, Schubert-Spezialist, jedoch ohne Berührungsängste zwischen E- und U-Musik wechselnd; befreundet mit Grössen wie René Kollo, Hazy Osterwald, Max Raabe, George Gruntz; legen­ där für intime Auftritte in allen grossen Luxushotels der Welt, neuerdings auch Leader des Staatsorchesters Kur und Bad. Doch weshalb sollte so einer die Zürcher Szene interessieren? Besonders wenn ältliche Reporterinnen über ihn schwärmen: «Eine aussterbende Spezies; ein Mann, Mensch und Musikus, wie sie nur noch rar zu finden sind.» Weshalb lockt so einer ArmaniJeans-Träger, Werberinnen und Cüpli-Sozialisten in die Tonhalle? Warum titelt der Tagi «Pavarotti für Trendbewusste»? Der Besuch des Privatkonzerts zu Playboy Gunther Sachs’ Geburtstag in St. Moritz sowie das anschliessende Interview liefern die Antwort umgehend. Leo Wundergut, dessen geheim gehaltenes Alter irgendwo um die 30 liegen muss, bewegt sich auf höchs­ tem Parkett, tut dies aber in erfrischend trendiger Weise. Er kokettiert zwar mit «So bin ich einfach», doch die blütenweissen Anzüge, die übergrossen Brillen und das gelegentliche Reisen im Rolls-Royce (oder gar im von befreundeten Stars oder Mäzenen zur Verfügung gestellten Privatjet) sind durchaus Kalkül. Mit dem etwas schrägen Elton-John/Dean-Martin-Image macht er sich fürs Trendpublikum attraktiv. Ein grosser Konzertveranstalter hinter vorgehaltener Hand: «Damit hat Wundergut nicht nur das klassische Publikum, sondern rund doppelt so viele potenzielle Konzertbesucher jüngerer Schichten.» Wegen der leichten Exzentrik ist Wundergut beliebter Gast in TV-Shows. Bei Star-TV inszenierte er sich eine Stunde lang auf unterhaltendste Weise. Sein Zürcher Büro wurde danach mit Anfragen überhäuft. Das Namedropping, das Wundergut bei solchen Gelegenheiten pflegt, ist übrigens nicht aufgesetzt. Er ist bestens vernetzt – gerade in Zürich. Er performt bei FIFABoss Sepp Blatter, ist mit dem Stadtpräsidenten per Du, hat sogar schon Regierungspräsident Markus Notter ein Ständchen gebracht. Wundergut, der Spross einer verarmten Zürichbergfamilie, bewegt sich seit Sängerknabenzeiten durch die Zürcher Nomenklatura wie ein Fisch durch den Zürichsee. Frühe Förderin war eine der traditionsreichsten Familien der Stadt, die Bankiers

70


Vontobel mit ihrer Stiftung. Eine Sprecherin: «Sein Talent beeindruckte uns von früh auf, weshalb die Stiftung die klassische Ausbildung an der Berliner Hochschule für Musik ermöglichte.» Ein lohnendes Investment. Wundergut hat seinen Weg gemacht. Neben der Welttournee war der Höhepunkt dieses Jahres ein Auftritt vor Papst Benedikt in der Kapelle San Pietro in Rom. Was dem Kirchenoberhaupt gefällt, gefällt auch dem Zürcher Publikum: die schönsten Lieder aus Klassik und 20. Jahr­hundert (Max-Raabe-Stil), auf höchstem Niveau gesungen, mit einem Augenzwinkern und viel Humor richtig unterhaltend präsentiert. Wundergut ist eben vor allem auch Entertainer. Dazu gehören Legenden. Wie die, dass der Zürihegel vor der OpernsängerAusbildung eine Lehre bei der CS absolviert habe und in seiner New Yorker Zeit bei Lehman Bros. als Investmentbanker tätig gewesen sei. Wahr ist hingegen, dass vor allem die Bank Vontobel mit ihrer Förderstiftung eine Schlüsselrolle in Wunderguts Karriere spielt. Leo Wundergut ist im richtigen Leben Christian Jott Jenny, Zürcher Konzeptkünstler und Opernsänger. Die «Konjunk’Tour» ist seine aktuelle Tournee. Wundergut und Jenny sind zumeist deckungsgleich. Jenny ist, selbst im Interview, nur schwer zu fassen. Auch das gehört zum unverwechselbaren Stil des «Gesellschaftstenors». Seine Leidenschaft aber lässt sich rasch begreifen – an seinen aussergewöhnlichen Auftritten. Weitere Informationen auf www.wundergut.com

71


Weine ha ndler

ist das falsche Wort

Tex t Thomas Meyer | FOTOGRAFIE Patrick Rinderli

Es gibt Menschen, die sind wie Länder; voller Kultur und Geschichte. Peter Riegger, Mitinhaber des Weinkellers Riegger in Birrhard, ist so ein Mensch. Wenn er aus seinem Leben berichtet, dann fühlt man sich wie auf einem Rundgang durch eine fremde Stadt, wenn man an den Häusern hinaufstaunt und die Epochen würdevoll auf einen herabblicken. Da gibt es zum Beispiel die Geschichte, als der junge Peter Riegger Modellbaulehrling war und der Künstler Max Bill mit einer Skizze auf Packpapier erschien, anhand welcher Rieggers dreiköpfige Projektgruppe das Holzmodell für eine später berühmte BillMetallplastik zu konstruieren hatte. Oder wie er 1963, nachdem sein Vater nach einem Autounfall 27 Wochen im Spital gelegen hatte, mit seinem Bruder Mario die Weinhandlung übernahm und – nach dem damaligen Wiederverwertungssystem – jeden Tag leere Flaschen ausspülte, eine um die andere neu abfüllte und mit der Etikettenklebemaschine bezeichnete, alles von Hand. Oder wie er viel Wissenswertes über den Bordeaux hauptsächlich deshalb lernte, weil ein Kunde namens Friedrich Dürrenmatt diesen so gern trank. Oder wie er 1967 in Moskau zum Abendessen eingeladen wurde, als er georgischen Wein einkaufte, und eine ungemein attraktive Frau mit am Tische war, die am Schluss, als Rieggers Geschäftspartner buchstäblich unter dem Tisch lagen, noch als Einzige auf dem Stuhl sass. Wie sich später herausstellte, war sie vom KGB und hatte nicht wie alle anderen Wodka getrunken, sondern Wasser – als westlicher Geschäftsmann war Riegger automatisch ein Über­ wachungsobjekt. Er rechnete mit der Ausweitung des Prager Frühlings nach Moskau und in der Folge mit einem Interesse der Schweizer Kundschaft für dortige Weine, doch Moskau zerschlug den Prager Frühling, Sowjetwein blieb unpopulär und Riegger auf den 12 000 Flaschen sitzen. Und obendrein wurde er in Bern wegen kommunistischer Kontakte fichiert. Peter Riegger, geboren 1940, ist ein Botschafter aus einer Welt, die nicht mehr existiert. Max Bill und Friedrich Dürrenmatt sind tot, Sowjetrussland und Fichen darüber gibt es auch nicht mehr, und leere Weinflaschen wirft man ins Altglas. Peter Riegger berichtet aber auch noch aus einer anderen Welt, deren Fortbestand alles andere als gesichert ist; der Welt der Wertschätzung und der Aufrichtigkeit. Sitzt man mit diesem Mann an einem Tisch, so herrscht eine respektvolle, bedächtige Atmosphäre, die nicht nur in seiner Anciennität gründet, sondern auch in seinem hochanständigen Wesen. Peter Riegger ist trotz seines Erfolgs ein bescheidener und rücksichtsvoller Mensch geblieben; einer der alten Schule, wie man sagt. Immer wieder muss er sich darum sagen lassen, er sei von vorgestern, und jedes Mal fühlt er sich nur bestätigt.

72

Weinkeller Riegger


73


Peter Rieggers Mutter wuchs auf einem Bauernhof auf. Wenn man damals einem Kind sagte, es solle kein Brot herum­ werfen, so hatte das nicht nur anständige, sondern vor allem haushalterische Gründe: man brauchte das Brot. Bescheiden­ heit war keine charakterliche Option, sondern eine zwingende Realität und darum ganz einfach normal. «Meine Eltern predigten nie Toleranz und Respekt. Sie lebten diese Dinge einfach», sagt Peter Riegger und verrät damit das wohl effektivste Erziehungsprinzip: Vorleben. Sein. Der Weinkeller Riegger wurde 1926 in Mellingen als Kolonialwarengeschäft eröffnet. Damals bestand der Berufsalltag eines Weinhändlers daraus, die Wirtschaften der Umgebung aufzusuchen und überall den Halben zu trinken, der einem aufgenötigt wurde, bevor man über einen Handel sprach. Der Weinhändler war dauernd «übermässig erfrischt», wie sich Peter Rieggers Mutter auszudrücken pflegte; der Wirt war es, und seine Gäste, die Bauern, waren es sowieso. Sogar die Soldaten jener Epoche waren es: Im Ersten Weltkrieg wurden die französischen Soldaten, die Poilus, ordonnanzmässig mit einer Flasche Wasser und einer Flasche Wein ausgerüstet an die Front geschickt. Und Peter Riegger hat selber noch erlebt, wie in der väterlichen Wein­ handlung für die Chauffeure ein Fässlein Wein bereitstand, damit sie sich zwischen den Fuhren verpflegen konnten. Sogar in den Arbeitsverträgen war Wein damals ein fester Lohnbestandteil.

74


75


Früher war Wein ein Nahrungsmittel», fasst Peter Riegger zusammen, «heute ist er ein Genussmittel». Der heutige Weinhändler wird nicht mehr schief angeschaut, wenn er den Halben ablehnt – falls ihm überhaupt einer angeboten wird. Ein betrunkener Weinhändler wird heute nicht mehr ernst genommen. «Bei Degustationen trinkt man darum zwischen­ durch einen Tee oder isst etwas Schokolade», verrät Riegger. Richtig betrunken war er ohnehin nur ein einziges Mal in seinem Leben. 1967, in Moskau. Heute muss Riegger nirgends mehr trinken, um ein Geschäft abschliessen zu können. Er hat sich einen Namen gemacht, einen der besten der Branche. Zur Seite steht ihm Karin Riegger, seine Nichte. Auch sie ist umgeben von der feinen Aura des Edelmuts, auch sie redet von Wertschätzung, wenn sie von ihrer Arbeit spricht; von der Beziehung, vom Einfühlen, vom Zuhören und dem Vertrauen. Peter und Karin Riegger sind gut im Um­ gang mit Menschen, weil sie gern mit Menschen umgehen. Und das ist gewiss nicht jedem gegeben. Mit Wein hat es ohnehin nur am Rande zu tun. Peter Riegger als einen blossen Wein­ händler zu bezeichnen wäre ungenau. Die korrekte Bezeichnung für Peter Riegger, den Menschenfreund, den Tempel des Res­ pekts, den Hort der Demut, lautet ganz einfach: Peter Riegger. Er könnte irgend­etwas verkaufen. Er könnte auch gar nichts verkaufen. Es spielt keine Rolle. Peter Riegger ist. Was das be­ deutet, beweist er auch im Magazin zum fünf­und­siebzigjährigen Jubiläum der Firma. Wo andere mit ihren grössten Erfolgen protzen, legt Riegger die schlimmsten Flops der vergangenen Jahrzehnte offen: 1967 die unangenehme Sache mit dem Sowjetwein. 1972 die untereinander inkompatiblen Computer – eine Anschaffung für 120 000 Franken. 1980 der fast schon eröffnete Weinladen in Lenzburg, für den infolge zu geringer Einwohnerzahl kein Patent vergeben werden konnte. 1984 die Einführung der Bestellmöglichkeit per Videotex, was Riegger nach nur 500 Bestellungen wieder abbrechen wollte, doch die PTT beerdigte das lahme Projekt schon von sich aus. Ein Mann, der dazu steht, dass ihm massive Fehler passiert sind, ist ein grosser Mann. Und einer, der sich darüber auch noch lustig macht, ist Peter Riegger. Weitere Informationen auf www.riegger.ch

76


MEISTER SILBER TAFELSILBER UND ANDERE KOSTBARKEITEN

Wer seine Gäste an einem festlich gedeckten Tisch verwöhnen will, geht zu Meister Silber am Paradeplatz. Hier gibt es gediegene Eleganz für vornehmste Tisch- und Esskultur. Edles Tafelsilber grosser Marken, stilvolles Porzellan und prachtvolle Weingläser der renommiertesten Glasmanufakturen. Aber auch traumhafte Leuchter aus kostbarem Kristall sowie phantastische Vasen und Schalen in klarem oder farbigem Glas. Alles für das gepflegte Ambiente und für höchste Qualitätsansprüche.

Meister Silber AG | Bahnhofstrasse 28a | CH-8001 Zürich | Fon +41 (0)44 221 27 30 | www.meistersilber.ch


Tausend Farben und Gerüche

Tor Zum Himalaja Tex t und FOTOGRAFIE Daniel B. Peterlunger

Ach, Kathmandu! Eine quicklebendige Millionenstadt, die jeden Tag von neuem ein schönes Chaos gebiert. Doch die Ein­ wohner bleiben gelassen und lächeln mich an. Eine freundliche Stadt. Und wie fein sie riecht! Auf dem Markt mit den Gewürzen, Räucherstäbchen und Blumengirlanden. Und wie sie stinkt! Unten am Fluss, dieser Kloake. Hin und her reisst sie mich, begeistert und stösst ab: Hier Betonscheusslichkeiten, dort formvollendete alte Bauten, Tempel und Türme. Kabelstränge schwingen sich von Masten zu kunstvoll geschnitzten Holzbalkonen. Schilder werben für ISD-Calls und Internet. Schöne Frauen­ augen schauen von Balkonen – bei Blickkontakt wenden sie sich scheu ab. Zeitungsleser am Strassenrand husten. Viel Verkehr. Zäh wälzt sich der Strom aus Mopeds, Fahrrädern und Taxis durch die engen Gassen. Eine Apotheke führt ayurvedische Me­ dizin. Ein Laden zieht mich mit verführerischen Gerüchen an: indische Parfums. Zehn Schritte weiter. Ein besonderes Angebot: Blumen für Hochzeitsautos. Falls erwünscht, wird der Wagen floral rundum verhüllt. «Ganesch, die elefantenartige Gottheit, als Kühlerfigur aus Rosen, läuft gut», freut sich der Verkäufer, der Hindus beliefert, «Buddhisten bestellen so was nicht.» Die leben hier, darunter viele Tibet-Flüchtlinge, mit den Hindus – der Mehrheit – friedlich zusammen. Unzählige buddhistische Gebetsfahnen schmücken Häuser und Stupas. Die farbigen Wimpel sind mit Sutren, buddhistischen Lehrsätzen, bedruckt. Der Wind soll sie in die Welt tragen. «Es funktioniert», erklärt mir schmunzelnd ein Mönch: «Buddhismus-Fans im Westen schicken reichlich Spenden. Buddha ist in.» Drei alte buddhistische Pilgerinnen ächzen die steile Treppe zur Swayambhunath-Stupa hoch. Sie verschnaufen oft. Die würdig verrunzelten Gesichter bleiben aber ständig in Bewegung. «Namaste!», grüssen sie freundlich, als ich überhole, derweil sie genüsslich Kaugummi kauen. «Viele Leute kommen nach Nepal nur zum Schauen. Einige kommen und sehen – und das ist gut», schrieb einst ein Mönch des Thyangboche-Klosters. Wie lernt man das Sehen? Mein Coiffeur in Kathmandu weiss wie: «Geh in die Berge, in die Dörfer!» Die Buddha Air fliegt mich westwärts. Wer würde nicht vertrauensvoll mit einer solchen Airline näher zum Himalaja propel­ lern? Pokhara, die ruhige Stadt am See, ist ein idealer Ausgangspunkt für Trekkings im Annapurna-Nationalpark. Steil gehts nach oben. Wie eine Wendeltreppe windet sich der Weg aus geschichteten Steinplatten über Hunderte von Höhenmetern durch subtropische Flora aus Farnen, Flechten, Bambus und Laubbäumen. Irgendwo dahinter versteckt sich das Achttausender-­ Annapurna-Massiv. Ich schwitze. Obschon ich nur den Tagesrucksack trage. Alles andere befördern Träger.

78

Nepal


79


Die Küchenmannschaft trägt Gaskocher und Essen. Das macht einigen in der Trekkinggruppe zu schaffen. Doch in Nepal, das wenige Strassen, aber unzählige Bergpfade besitzt, ist der Träger keine postkoloniale Erfindung, sondern ein traditioneller Beruf. Rund 70 000 Menschen leben davon. Nur eine Minderheit arbeitet im Tourismus. Priska, die zum ersten Mal in Nepal wandert, fragt einen Träger: «Wie lange bist du schon Sherpa?» Er lacht herzlich und erklärt: «Ein Sherpa ist ein Angehöriger einer Volksgruppe!» Übersetzt heisst Sherpa «Mensch aus dem Osten». Vor 500 Jahren verliessen sie Tibet. Ihre lamaistischbuddhistische Kultur wurde im Westen mit dem Beginn des Bergsteiger-Tourismus in den 1950er-Jahren bekannt. Expedi­ tionsleiter sind meist Sherpas, Träger hingegen oft nicht, weil sie, wie hier im Annapurna-Gebiet, lokal rekrutiert werden. Geschafft. Endlich oben. Der Lohn für die schweisstreibende Ouvertüre ist ein fantastisches Panorama: Hinten im Tal strahlt der Annapurna. Daneben sticht der knapp 7000 Meter hohe Machhapuchhara in den Himmel. Es ist ein unbestiegener, weil heiliger Berg. Unten im Tal mäandert der Fluss Yamadi Khola. «Bitte kaufen Sie etwas», höre ich plötzlich eine Tibeterin sagen. Ihr mobiler Verkaufstand mit Schmuck, Gebetsmühlen und Klangschalen steht an der Stelle, wo jeder Wanderer die Aussicht geniesst. Und verschnauft. Für die 39-jährige Mutter von

80


zwei Kindern ist der steile Aufstieg der tägliche Arbeitsweg. Sie lebt in der Flüchtlingssiedlung bei Pokhara. «In die Schweiz möchte ich auch mal», sagt sie leise, «aber ich besitze nur einen Flüchtlingspass.» Nach Abschluss unseres Handels wünscht sie mir eine schöne Wanderung. Der Weg schlängelt sich durch abgeerntete Gerstenfelder. Am Wegrand glotzen Büffel und rehbraune Kühe. Ziegen zupfen die grünen Blätter leuchtender Tagetes. Kinder verscheuchen sie. Alte Bauern winken. Der Himmel verdunkelt sich. Minuten später fällt kalter Regen. Zum Glück gibts auf der Trekkingroute einfache Gasthäuser, so genannte Teahouses mit tollen Namen wie «Heaven’s Gate» oder «See you Lodge». Der nepalesische Khukri-Rum und der heisse Tee tun mir gut. Der Regen lässt nach, die Sicht wird klar. Doch der Blick auf die welthöchsten Berge will geübt sein. Ich beobachte die Wolkenwand vor den Bergen und erkenne plötzlich: Die Gipfel sind längst sichtbar – eine Etage höher! Im Abendlicht glühen sie über den Wolken. Jeden Abend, wenn das Tagesziel erreicht ist, steht mein Zelt bereits. Ebenso Küchen- und Esszelt. Beim Eintreffen wird heisser Zitronensaft serviert und morgens Tee zum Zelt gebracht. Dazu eine Schale heisses Wasser zum Waschen. Trekken im Wellness-Stil.

81


Wir überqueren mehrmals Hängebrücken, begegnen Maultier-Karawanen, die Alltagsgüter in die abgelegenen Dörfer liefern. An einem Bach rattert eine Getreidemühle wie seit Jahrhunderten. Dann wieder ein Dorf, fünfzehn Häuser, eine Schule. Freundlich bittet der Lehrer um eine Spende. Ich erinnere mich an ein Plakat in einem Teahouse: Drei Zeilen in Nepali, dieser schön geschnörkelten Schrift. Dann auf Französisch «Falls Sie Nepali nicht lesen können, ist das normal. Die Mehrheit der nepalesischen Kinder unter zehn Jahren kann es auch nicht. Das ist nicht normal.» Meinte der Mönch das, mit dem Sehen? Zu erleben, wie trotz Missständen und Armut – täglich verlassen 400 Menschen Nepal, um in den Golfstaaten zu schuften – die Menschen in dem wunderschönen Land gelassen freundlich bleiben? Weil sie als Buddhisten und Hindus ein andere Lebenshaltung haben? Ist es so simpel? Wir campen beim Dorf Syauli Bazaar. Spontan entschliessen sich die Einwohner zu einer traditionellen Tanzvorführung. Ein Harmonium dudelt disharmonisch und losgelöst vom Rhythmus der Trommeln. Kinder tanzen dazu. Beeindruckend. Die Nepali singen schön, ich summe mit. Und im Hintergrund verglüht der Himalaja. Weitere Informationen auf www.globotrek.ch

82


Sennhauser Creative Consulting

ALP

IN-B

EKL

EID

UNG

, DIE

MAN

NIC

HT S

PÜR

T.

Kataloge + Händlernachweis: ACE alpine & climbing equipment, 055-611 51 61, info@haglofs.ch, www.haglofs.se


Der Boden unter meinen Füssen

11 Werkstatt Tex t Irene Schäppi | FOTOGRAFIE Iris Stutz

Diese Geschichte handelt davon, wie ich durch eine miese Beziehung zu neuen Möbeln, einer renovierten Wohnung und neuen Böden kam. Böden, die es in sich haben. Doch alles der Reihe nach: Seit exakt sieben Monaten bin ich Single und stehe mittler­ weile wieder mit beiden Beinen im Leben (und eben auf neuen Böden). Die Trennung von meinem ehemaligen Partner lief alles andere als schön ab, was sich zu meinem Leidwesen auch auf mein Inventar und das Erscheinungsbild meiner Wohnung ausgewirkt hatte. Nach unserer Trennung lag nämlich nicht nur die Beziehung in Scherben, sondern auch ein Teil meines wunder­ baren Nymphenburg-Geschirrs, das Karl und ich am «Schluss-Mach-Abend» mitsamt hässlichen Kraftausdrücken um uns warfen – und buchstäblich in Grund und Boden (Linoleum und Parkett) stampften. Verantwortlich für meinen Herzschmerz war ein junges Ding (24!), welches mir Karl als seine neue Freundin präsentierte. Eine Tatsache, die mich in grosses Erstaunen versetzte – schliesslich hatte ich mir die Position seiner besseren Hälfte zugeschrieben. Deshalb erklärte ich ihm den Krieg und meine Wohnung zum Schlachtfeld.

84

W e r k s t a t t 11


ure dolore consequisl iriustrud tie magnim iustis nim quissit aliqui tat illandipit lutem dit verit adio et dolendrem eugait nonsecte feummy niat praesed ent venibh erillao rperaesed eumsan vullam iustin ulput la aut augue dolore conulluptat. Iquis dolor il do odiam auguer adipisl ut lorper incipis nulla feugait prat exercin ex eniatem ilit nullumsan utpatin cidunt ipis do足 lorem et, vel ulputpate dolenit lorerosto odipisl et lum iriliquisse vel exer sustie dolor si. Idunt lamcorero dolortio conseni smo足 loborpero od ex et veliquis dolut iuscipit ipis nulputpat aliquis sequis delisl ute commolenim alit alis dolor aliquis augue ve足 nim dui ex eniam quam, conse facipit ip estio con esequat. Ming er alis nos at, conse eugait dolor sum verci te min et ea faccumsan velendre vero consectet iuscil eu facinci tionsecte feum endre minim nos autat exeros nos atum et eugue con euisl do odolobore conse mod tat vulluptatet, vel il in ut iusto odolore tie delis augait utem vullam, vendion sequatue facilisis autet in exeraessi. Sequipit nullum erostinit at augue feuis exeraes sectet la consendreet lore feum endre minim nos autat exeros nos atum et eugue con euisl do odolobore conse mod tat vulluptatet, vel il in ut iusto min veros nisit am volortis ea commy nim dolore venit ut in ulla facing eum vulla feugue exe足 raesto consenim zzril digna adiat feum endre minim nos autat exeros nos atum et eugue con euisl do odolobore conse mod tat vulluptatet, vel il in ut iusto acilluptat. Ut amcommy niam irit vel ullam niamet alis et illam ilisi. Cumsandreet venisl eum in utatem at at. Ut diamet, volor sis ali ad ting exeratie dolore del inciduis

W e r k s t a t t 11

85


Nachdem wir es also so richtig hatten krachen und scheppern lassen, war ich in der Situation, mir nicht nur einen neuen Mann, sondern auch eine neue Einrichtung suchen zu müssen. Doch durch Herzschmerz und Wut war ich kurz­ fristig handlungsunfähig, und darum übernahm meine beste Freundin temporär die Regie. Mit gutem Zureden, unzähligen Flaschen Amarone und enormen Mengen von Zigaretten versuchte sie in Dutzenden von durchwachten Nächten, mein Herz zu kitten. Und obschon sie diese Heilmethoden à la perfection ausübte und wir teuflische Rachepläne schmiedeten, mussten wir schlussendlich nach dem letzten, rettenden Strohhalm greifen: Shopping. Einerseits konnte ich nicht ewig Trübsal blasen, und andererseits musste ich die Wiederinstandsetzung meiner Wohnung endlich in Angriff nehmen. Also machten wir uns mit dem Ziel auf den Weg, jegliche Erinnerung an meinen abtrünnigen Ex-Freund auszumerzen und meine vier Wände wieder bewohnbar zu machen. Und hierfür war die Red Box in Zollikon exakt die richtige Adresse. Nein, hierbei handelt es sich nicht um eine weitere Beziehungskiste, sondern um eine reiche Ideenquelle für exklusives Wohnen. Hier würden wir fündig werden, das wusste ich ganz bestimmt. Und während ich fündig wurde und meine Kreditkarte zum Glühen brachte, sah ich mir das, worauf ich stand, etwas genauer an. Diese Art von Bodenbelag, fugenlos und wie aus einem Stück gegossen, schien mir neu. Das ist es, dachte ich mir, genau das will ich.

86


Tatsache ist, dass ich bei Red Box nicht nur tolle Möbel einkaufte, sondern auch die Adresse des Produzenten meines neuen Traumbodens bekam: Werkstatt 11. Und wie ich nun zwischenzeitlich erfahren durfte, steckt hinter diesem Zürcher Unter­ nehmen ein kreatives Handwerksteam, welches seinen Kunden die Wünsche von den Augen abliest – zumindest was Bodenund Wandbeläge betrifft. Bereits während des Gesprächs mit Geschäftsführer Arnold Oehler wusste ich, dass für mich kein anderes Material als jenes in der Ausstellung bei Red Box in Frage kam. Einerseits war ich des langweiligen Linoleums über­ drüssig, und zudem trug mein Parkettboden nach wie vor die Schäden des Rosenkrieges. Ich wollte etwas Neues, und dieser mineralische und antiallergene Belag war genau das Richtige für mich. Hinzu kam, dass ich diesen anscheinend in allen Farb­ tönen haben konnte. Oehler erklärte mir auch den hohen Stellenwert der Verarbeitung von Hand (ja, es gibt noch tradi­ tionelles Handwerk) und dass jeder Boden ein echtes Unikat ist. Das sind doch Worte, darauf lässt sich aufbauen ... Da ich mir bezüglich Farbwahl und Gestaltung noch nicht sicher war, vereinbarte ich mit Oehler ein Treffen im Atelier der Werkstatt 11. Dort lernte ich die kreative Kraft Barbara Wespi kennen und erfuhr von ihr, dass sich die Spezialisten der Heiner Kubny AG explizit um das Einbauen von Bodenbelägen kümmern. Sie hingegen leitet in der Werkstatt 11 ein reines Frauenteam, welches für die Gestaltung von einzigartigen Wandbelägen zuständig ist.

87


Die sympathische Art von Barbara Wespi nahm mich sofort für sich ein und ich merkte, dass hier ein Profi mit fundiertem Fachwissen am Werk war. Mit Engagement und sicherem Gespür für meine Bedürfnisse führte sie mich durch die Aus­ stellung und erklärte mir alles im Detail. Und wie ich anhand eines bunten Wandmodells mit einer Vielzahl niedlicher Meer­ jungfrauen feststellte, sind die Möglichkeiten in punkto Design, Farbenvielfalt und Ausarbeitung schier unbegrenzt. Mein Besuch im Atelier von Barbara Wespi war ein tolles Erleb­ nis. Zwar konnte auch sie die Risse in meinem Herzen nicht spachteln, mir dafür aber alle Möglichkeiten aufzeigen und die einzelnen Produktionsschritte bis ins letzte Detail erklären. Ich bin am Ziel und weiss nun genau, was ich will und was ich bekommen werde. Meine neuen Böden sind wunderschön, ein­ fach zu reinigen, äusserst widerstandsfähig und belastbar, was mir sehr gefällt – nur für den Fall, dass sich auch bei mir in ferner Zukunft die Kinderfrage stellen sollte. Und noch etwas ist klar: Shopping lohnt sich doch! Meinem Wunsch, jegliche Erinnerung an Karl aus meiner Wohnung zu verbannen, wurde Rechnung getragen. Ich erwache jetzt nicht mehr mit einem Heulkrampf, sondern inmitten von goldenen Wänden und Böden, die mich zum Strahlen bringen. Und auch wenn im Leben eigentlich nichts sicher ist, so weiss ich doch etwas ganz genau: diesen neuen Boden unter meinen Füssen wird mir niemand mehr so schnell wegziehen! Weitere Informationen auf www.werkstatt11.ch

Werkstatt 11 und Heiner Kubny AG gehören zu den anerkannten Speziallisten für den Einbau von mineralischen Boden- und Wand­ belägen. Die Böden werden in einer Höhe von fünf bis sechs Millimetern auf die Unterlage gegossen, mehrfach geschliffen und abschliessend mit einem speziellen Oberflächen­schutz geölt. Die Wände werden nach Kundenwunsch in mehre­ren Schichten modelliert, gekratzt und künstlerisch perfektioniert. Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

88

W e r k s t a t t 11


W e r k s t a t t 11

89


Edle Marke

Viel Geschichte aus wenig Stoff

Tex t K arin Pr ätorius | FOTOGRAFIE Alessandr a Leimer

In den Achtzigern machte eine neue literarische Gattung von sich reden: die Mini-Saga. In exakt 50 Wörtern erzählt sie eine komplette Geschichte. Reduktion auf das Wesentliche ist das Geheimnis. Auch Kleider erzählen etwas, und Bikini und Bade­ hose sind die Mini-Sagas der Bekleidung. Mit wenig Stoff erzählen sie viel Geschichte. 1973. Mein erster Badeanzug, der erste zumindest, an den ich mich erinnere: untenrum einfarbig blau, obenrum blau-weiss gemustert und um die Mitte – Taille hatte ich noch keine – ein roter Gürtel mit goldener Schnalle. Den Unterschied zwischen golden und goldfarben sollte ich erst viel später lernen. Wahrscheinlich war der Badeanzug, so war das eben in den Siebzigern, recht steif, vielleicht hat er sogar ein bisschen gekratzt. Das weiss ich nicht mehr. Dagegen weiss ich noch, wie schick ich mich in ihm fand, wie erwachsen ich mich fühlte. Ich erinnere mich noch an Schleckmuscheln und Armbänder aus Brausebonbons, ich erinnere mich noch an Schwimmflügel, Sand zwischen den Zehen und den Geruch von Tang und Salz‑ wasser in der Nase. Von Marken wusste ich damals noch nichts. Ob dieser Badeanzug von Lahco war? Möglich wäre es immerhin. Die Firma wurde 1922 gegründet und stellte zunächst Trikotagen her. Seit den Vierzigerjahren, nach dem Auf­ kommen von Helanca und anderen elastischen Materialien, werden bei Lahco Bademoden produziert – und Geschichten. Für meine Kollegin S., die früher mal Wettkampfschwimmerin war, ist es eine Geschichte von Ehrgeiz, von Zehntelsekunden, von Herzklopfen. «Oh, Lahco», sagt sie, «die kenne ich. Die sind gut, sitzen super, und man kann sich richtig drin bewegen.» Man müsse nicht ständig zupfen und zurechtrücken, und gut aussehen würden die Sachen auch noch, meint sie. Wer täglich zum Trainieren ins Schwimmbad geht, für den ist der Badeanzug oder die Badehose Alltagskleidung. Sie soll vor allem funk­ tional sein. Für alle anderen, für die Badekleidung nicht nur im Wasser funktionieren muss, sondern vor allem auch am Wasser, sollen Badeanzug, Bikini und Badehose mehr können. Sie sollen gut aussehen und sich angenehm anfühlen, bequem sein und chic. Und sie sollen uns Geschichten erzählen. Geschichten vom perfekten Urlaub, von Traumstränden, weissem Sand und Palmen, von türkisblauem Wasser, von der Vorfreude. Oder sie erzählen Geschichten von früher: von der Erinnerung an Ferien am Meer, an Sommernachmittage in der Badi oder am See. Alle guten Geschichten bringen nicht nur Bilder mit, son­ dern viel mehr: den Geruch von Salzwasser und Sonnencreme, das Gefühl von sonnenwarmem Holz unter den Füssen und Brausepulver auf der Zunge, den Geschmack von Erdbeereis. «Oh, Lahco», sagt meine Freundin M., «die kenne ich. Ich hatte als kleines Mädchen einen Badeanzug von Lahco, blau mit Streifen an der Seite, und meine beste Freundin hatte den gleichen, nur in einer anderen Farbe.» Die beiden sind heute noch befreundet, auch wenn sie mittlerweile nicht mehr im Partner­look in die Badi gehen.

Lahco

91


In den Sechziger- und Siebzigerjahren erlebte Lahco eine Blütezeit. Den Menschen ging es gut, Fernreisen, Badeferien am Meer waren für die meisten kein unerschwinglicher Traum mehr, und mit wachsender Freizügigkeit wurden Badekleider zunehmend zu «Bademoden». Neben dem Badeanzug hatte sich Anfang der Sechziger auch der Bikini allgemein durch­ gesetzt, der 1946, als er in Paris zum Patent angemeldet wurde, noch einen Skandal ausgelöst hatte. Nicht geringen Anteil an diesem Durchbruch hatte eine Schweizerin: Ursula Andress stieg 1962 als Bondgirl Honey Ryder am Strand einer tropi­ schen Insel aus dem Wasser – in einem weissen Bikini, der nicht nur Sean Connery bezauberte. Die Szene aus «James Bond jagt Dr. No» schrieb Filmgeschichte, der weisse Bikini ist eine moderne Ikone. Vor einigen Jahren wurde er für über 40 000 Pfund versteigert. Als reguläres Modell verkaufen liesse er sich dagegen heute wohl kaum: aus nicht elastischer Baumwolle, unbequem und wenig vorteilhaft geschnitten. Nicht nur die Mode und das Schönheitsideal, auch die Körper­ proportionen selber haben sich in den letzten vierzig Jahren gewandelt. Und statt des steifen Helanca verwendet man heute elastische Webware und feinstes Piqué. Typisch für Lahco ist die Aufmerksamkeit für Details: Das berühmteste ist wohl das kleine Reissverschlusstäschchen mit dem markanten drei­ eckigen Anhänger, das den Schlüssel zum Schliessfach oder den Fünfliber fürs Glace aufnimmt. Dieses Täschchen, heute auch an einigen Damenmodellen zu finden, gibt es schon lange, wie lange genau weiss man allerdings nicht mehr zu sagen. 2003, als Renate Millauer die Marke übernahm, war von den Zeugen der Geschichte des Traditionsunternehmens leider nicht viel übrig geblieben. Das Firmenarchiv war in den Turbulenzen, die in den Achtzigern die Schweizer Textilindustrie durchschüttel­ ten, untergegangen, nur wenige Plakate und Prospekte waren geblieben. Es galt also, sich auf Spurensuche zu begeben, ein fast schon archäologisches Unterfangen. Die neue Inhaberin stöberte in Brockenhäusern und suchte per Zeitungsannonce nach alten Lahco-Modellen. Was sie fand, war noch ziemlich gut in Schuss, Schweizer Qualität eben. Aber anziehen würde man solche hochgeschlossenen Modelle heute sicher nicht mehr.

92


93


Noch 1960 schaute man mit einer gewissen Skepsis und mit Spott auf die knapper werdende Badekleidung. Brian Hyland landete mit dem «Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini» einen Hit. Ein Modell mit dem man sich, wie es in dem Lied heisst, nicht aus der Umkleidekabine traut, käme bei Lahco auch heute noch nicht in die Kollektion, grelle Farben und Mikro-Schnitte sucht man hier vergeblich. Der Stil ist unverkennbar: schlicht, elegant, niemals grell, immer «angezogen». Die Modelle sind insofern zeitlos, als sie nicht kurzlebigen Trends hinterherspringen, auch dem Retro-Trend nicht. Wohl erinnert hier ein Detail an die Sixties und dort ein Muster an die Seventies, insgesamt aber ist die Kollektion am Heute orientiert und an Modellen, die man auch in der nächsten und übernächsten Saison noch tragen kann. Moderne Klassiker, reduziert, wie Mini-Sagas, auf das Wesentliche. Irgendwann, selbst wenn man sich das heute schwer vorstellen kann, werden diese Modelle wohl auch antiquiert wirken und vielleicht ein bisschen zum Schmunzeln anregen. So ist das eben mit der Mode. Aber bei Lahco dauert es bis dahin vielleicht ein klein wenig länger. Weitere Informationen auf www.lahco.ch

94


labo spa magische oase des wohlbefindens

Ein Verwöhnprogramm für die Sinne. Stilvolles Ambiente in minimalistischem Zen-Stil, wohltuende Aromen und beruhigende Musik schaffen einen sinnlichen Ort zum Abschalten und Innehalten. Auf 500 qm werden Körper und Geist ins Gleichgewicht gebracht und mit therapeutischen Anwendungen aus aller Welt verwöhnt. Zentral gelegen, unweit vom Paradeplatz, ist das LABO Spa eine wohltuende Oase der Erholung von der urbanen Hektik und dem Stress des Alltags.

LABO Spa | Talacker 41 | CH-8001 Zürich | Fon +41 (0)43 497 34 40 | www.labospa.ch


Kompass

Lust auf Sonnenschein, Meer, einmalige Landschaften und unzählige Sehenswürdigkeiten? Dann machen Sie mit und gewinnen Sie mit Helvetic Airways einen Flug für zwei Personen nach Jerez de la Frontera. Die Teilnahmebedingungen finden Sie auf Seite 98 – viel Glück! Andalusien – Land der weissen Dörfer und des Flamenco. Jerez – weltberühmt durch den Sherry und die Pferdezucht. Cádiz – älteste Stadt der abendländischen Welt. Nur um ein paar der High­ lights zu nennen, in deren Genuss Sie allenfalls kommen werden. Und der andalusische Fest­ tagskalender ist eine wahre Enzyklopädie des Brauchtums und des künstlerischen Ausdrucks in der Stadt und auf dem Land. Auf den Frühlings- und Erntefesten, auf jeder Festlichkeit, bei jedem Feiertag zu Ehren des Ortsheiligen oder aus Anlass der Weinlese, auf jeder Wall- und Pilgerfahrt zeigen sich feinste Handarbeit, Gastronomie, Musik und religiöse Glaubensvorstel­ lungen in vollem Glanz. Der spezielle Charme Andalusiens ist in der Tat einzigartig und nimmt den Besucher sofort für sich ein. Das gilt ganz besonders für Cádiz. Diese faszinierende alte Stadt befindet sich rund 40 Kilometer südlich von Jerez, liegt auf einer Felsenhalbinsel und wird fast vollständig vom tiefblauen Atlantik umspült. Im Laufe der Jahrhunderte hinterliessen hier Phönizier, Römer und Karthager ihre kulturelle Prägung. Und Spuren dieser Geschichte sind überall in der Stadt anzutreffen: auf herrlichen Plätzen, in engen Gassen, zahlreichen Palais und Patrizierhäusern. Alles lädt dazu ein, sich in dieser tollen Stadt zu verlieren. Und noch etwas ist zu sagen: Die regionale Küche und der andalusische Wein sind erstklassig und die Vielfalt der leckeren Tapas ist sprichwörtlich… Weitere Informationen auf www.helvetic.com

96

Helv e t ic


97


Wort

Das letzte

Während Sie sich mit dieser Lektüre beschäftigen, arbeiten wir bereits mit Hochdruck und Hin­ gabe an der kommenden Dezemberausgabe. Und da wir nur das Beste für unsere Leser wollen, würden wir gerne von Ihnen erfahren, ob Sie sich vom Ergebnis jeweils angesprochen fühlen. Wie gefällt Ihnen das Magazin als Ganzes? Welche Geschichten finden Sie besonders gefällig und was vermissen Sie allenfalls? Schreiben Sie eine E-Mail an info@leoverlag.ch mit dem Betreff «Zürich» und geben Sie uns Feedback. Auf diese Weise nehmen Sie automatisch an der Verlosung teil.

Verlosung gewinnen gibt es einen Flug mit Helvetic Airways für zwei Personen nach Jerez de la Frontera. Zu

Einsendeschluss ist der 31. Juli 2009. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Teilnahmeberechtigt sind Personen ab dem 18. Lebensjahr. Gutscheine gültig bis 17. Oktober 2009.

Wünschen Sie ein Abonnement oder ein zusätzliches Magazin – für Sie selber oder einen lieben Bekannten? Am schnellsten geht es, wenn Sie eine E-Mail an info@leoverlag.ch senden. Geben Sie uns bitte die Adressdaten wie folgt bekannt: Vorname, Name, Strasse/Nr., PLZ/Ort Den Einzelpreis von CHF 15.— oder das Jahresabonnement (2 Ausgaben) für CHF 30.— inklu­ sive der gesetzlichen Mehrwertsteuer und Porto bezahlen Sie nach Erhalt der Rechnung.

98


Hier investieren Sie vor allem in technologische Spitzenqualität – und ganz nebenbei auch in ein Kunstobjekt Bei der Schaffung eines technologisch vollendeten Home Cinema-Systems achten wir auch auf eine stilvolle Erscheinung. Noch mehr Wert legen wir bei Bang & Olufsen allerdings auf eine unübertroffene Bild- und Klangqualität. Das Ergebnis ist ein Fest für die Sinne, das Sie live sehen, hören und erleben müssen. Überzeugen Sie sich selbst vom BeoVision 9. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Bang & Olufsen Thalwil, Staeger AG, Alte Landstr. 160, 8800 Thalwil, Tel. 044 720 13 62, info@staegerag.ch www.bang-olufsen.com


«Leistung heisst für mich:

auch in Krisenzeiten Ihr grundsolider Partner zu sein.»

Dr. Duri Prader

Gerade in Krisenzeiten zeigt sich die Bedeutung eines sicheren und soliden Partners für Ihr Vermögen. Vontobel bietet Ihnen als unabhängige Privatbank mit starkem Familienaktionariat und hoher Eigenkapitalausstattung die finanzielle Stabilität, auf die es jetzt ankommt. Und erstklassige Leistungen, die auch morgen noch Ihr persönliches Vertrauen rechtfertigen. Sprechen Sie mit uns. Bank Vontobel AG, Gotthardstrasse 43, 8022 Zürich, Telefon +41 (0)58 283 59 34, www.vontobel.com


Zürich Magazin 04