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WEGBEGLEITER FÜR CHRISTEN IM ALLTAG

In Demut wachsen


Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden â€Śâ€œ RĂśmer 8,29


Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“ (Johannes 3,30). Ein Ausspruch dessen, der ohnehin nur wilden Honig aß und ein unbedeutendes Dasein in der Wüste fristete. Wachsen, größer werden, bekannter und einflussreicher – das hatte sich Johannes der Täufer nicht auf die eigene Fahne geschrieben. Er wünschte es IHM, dem nach ihm Kommenden, dessen Weg er bereitete. Damit sich die öffentliche Aufmerksamkeit zukünftig ganz allein auf den Angekündigten konzentrieren konnte, war der Freund bereit, zugunsten des Bräutigams in den Schatten zu treten. Der Größenwahn der Selbstverliebten Bei dem natürlichen Menschen ist es häufig umgekehrt. Er plustert sein ICH auf und will groß herauskommen … oft, indem er seine Artgenossen zur Schnecke macht. Der Mensch ohne Gott strebt nach Bedeutung, will Karriere machen und Schlüsselfunktionen besetzen. Arbeitskraft, Angestellter, Chef. Man rackert sich hoch, in die Richtung, aus der das größere Gehalt winkt, die größere Macht und das größere Ansehen. Wer als „very important person“ (VIP) in den Talkshows der Fernsehsender Platz nehmen darf, hat gewonnen. Absturz der Gipfelstürmer Es gibt auch die anderen, bei denen es bergab geht. Früher standen sie ganz oben, waren Profis, heute sind sie Mittelmaß. Früher besaßen sie einen Doktortitel, heute sind sie Plagiat-Sünder. Hauptmann, Leutnant, Feldwebel. Degradiert, pensioniert. Weggemobbt und ausgedient. Die meisten versuchen, wenigstens den Status quo zu halten – aber freiwillig die Karriereleiter nach


unten steigen? Darüber denken selbst Christen kaum nach. Oft genug wird auch ihr Verhalten noch von der Geltungssucht bestimmt. Größe zeigen durch Selbstverleugnung Abnehmen. Zurückschrauben. Johannes besaß diese Einstellung und ging vor dem Meister her „im Geist und in der Kraft Elias“ (vgl. Lukas 1,17). Geradlinig bis in den Kerker. Bis der Henker mit dem Schwert kam und ihn aufforderte, seinen Kopf still zu halten. Ob er sich sein Ende in dieser Weise vorgestellt hatte? Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass der Täufer im Abnehmen ein ganz Großer war, so groß, dass der Bräutigam seinen Freund einmal als den Größten bezeichnete, der „von Frauen geboren“ wurde (vgl. Matthäus 11,11). Offensichtlich hängt geistliche Größe mit Demut und Selbstverleugnung zusammen. Wachsen durch Dienen Niedrig von sich denken entspricht dem Vorbild Jesu, der „sich selbst entäußerte“ und „die Gestalt eines Knechtes annahm“ (vgl. Philipper 2,7). So auch sein Vorläufer im Kamelhaarmantel, der sich nicht würdig genug vorkam, ihm den Riemen seiner Sandale zu lösen. Dienen. Sich beugen und dem Nächsten die Füße waschen. Das sind die Prinzipien, die im Reich der Himmel herrschen. Wer dort groß sein möchte, muss ein Diener werden (vgl. Matthäus 23,11) und sich selbst erniedrigen wie ein Kind (vgl. Matthäus 18,4). Demut schützt vor Höhenrausch Es wird jedes Mal spannend, wenn man das Thema „Bescheidenheit“ unter Christen ins Gespräch bringt,


laut über berufliche Verbesserungen, Professur und hoch dotierte Posten in Aufsichtsräten nachdenkt. Nein, das alles verbietet die Schrift nicht, das ist wahr! Gott braucht auch promovierte Leute. Aber es kann sein, dass er von dir etwas anderes erwartet und dir nicht gestattet, was er anderen Christen erlaubt. Dich schickt er vielleicht, wie einen Mose, 40 Jahre in die Wüste, um dich klein und demütig zu machen. Damit du Christus gewinnen kannst (vgl. Philipper 3,8), lehrt dich Gott, manches Augenfällige für Schaden und Dreck anzusehen. Bedenke: Mit Demut bekleidet zu sein (vgl.1. Petrus 5,5), ist eine Zier. Und: Den Demütigen gilt seine Gnade (vgl. Jakobus 4,6). Gnade in dem Maße, dass Christus in einem Diener immer mehr Raum gewinnen kann, je kleiner und unwichtiger sein eigenes ICH wird. ER, der Wiederkommende, muss wachsen, wir aber abnehmen. Verändert in SEIN Bild Wenn Paulus an die Galater dachte, war es sein Wunsch, dass Christus in ihnen Gestalt gewinnen möge. Ein gläubiger Liedermacher, der den Herrn Jesus in seinem Wesen verändernden Schaffen vor Augen hatte, schrieb einmal: „Denn nur dann kann ich dienen dir, wenn ICH selber werde klein und DU wirst in mir ganz groß. Aller Ruhm soll gelten dir“ (Wie der Töpfer nimmt den Ton, H.-J. Zimmermann). Diesen Gedanken wollen wir aufgreifen und mit dem Gebet des Refrains enden: „Lass mich immer stille halten, bis du fertig bist mit mir und dein Bild Gestalt annimmt.“ Möge dieser unpopuläre Gedanke unser aller Wunsch werden: in Demut zu wachsen!

Holger Klaewer


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Fotos: unsplash, Fotolia 189507237; Art.-Nr. GW1803

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