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FELDKIRCH AKTUELL Amtliche Mitteilung 路 Zugestellt durch Post.at 路 www.feldkirch.at

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20 Jahre Stadtbus Der Stadtbus feiert einen runden Geburtstag S. 4

Neues Montforthaus: Nachhaltige Energieversorgung S. 22 Kraftwerk Illspitz: Bauarbeiten schreiten voran S. 24


ÜBERBLICK

MÄRZ 2013

Stadtbus feiert Geburtstag Im März 2013 sind es 20 Jahre, seit der Stadtbus in Feldkirch eingeführt wurde. S. 5

Behindertenführer Wird in Zusammenarbeit mit dem Stammtisch für Menschen mit und ohne Handicap neu aufgelegt. S. 38

TITELTHEMA: 20 JAHRE STADTBUS >> 20 Jahre für Sie unterwegs  >> Nur ein pünktliches Bussystem ist ein gutes  >> Damit alles reibungslos funktioniert >> Ein Beruf mit viel Verantwortung >> Mobilpunkt Feldkirch/Oberes Rheintal >> Von Rankweil bis nach Liechtenstein >> Das Stadtbusteam in der Herrengasse >> „Wir müssen neue Möglichkeiten andenken ...“

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STADT INTERN >> Hilti tritt in die Pedale  >> Ab in den Sattel und gewinnen!  >> Zweite Fahrradservicestation eingerichtet >> Feldkircher Fahrradtreff am 13. April  >> Nachhaltige Energie für das neue Montforthaus  >> Masterplan führt Feldkirch in die Energiezukunft >> Bauarbeiten schreiten zügig voran >> Stadtwerke bieten Internetzugang  >> Große Investitionen prägen die Zukunft Feldkirchs  >> Sprechstunden der Stadträtinnen und Stadträte >> „Weniger bringt mehr“ >> Der Sommer kann kommen >> Auf die Filmauswahl kommt es an >> Die Musikschule feiert Geburtstag >> Experiment Musikschulclown

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Hilde Monte-Olday Eine Spionin im Dienst des englischen Geheimsdienstes stirbt in Feldkirch. S. 58

PANORAMA >> Vielfalt und Kontinuität  >> Behindertenführer wird neu aufgelegt >> Feldkirch fördert Umbaumaßnahmen >> Flüssigkeitsmangel mindert Leistungsfähigkeit  >> Wir bauen Nachbarschaft

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VEREINSLEBEN >> Wie Felix über Dornbirn nach Feldkirch kam >> Wohnen im Alter >> Täglich für Sie im Einsatz >> Neue Leitung der Sparkasse Nofels 

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MENSCHEN >> Alles Gute  >> „30 Grad Hitze und Schnee - das wäre schön ...“ >> Die Stadt Feldkirch gratuliert

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VERANSTALTUNGEN >> Für Seniorinnen und Senioren  >> So brät der Fischer >> Vinobile Feldkirch zieht um >> Themenführungen in Feldkirch >> Alte Sorten und vergessene Schätze

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AUS ALTEN ZEITEN >> Hilde Meisel-Olday, genannt Monte

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FELDKIRCH FÜR KENNERINNEN >> Mitmachen und gewinnen!

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BÜRGERMEISTER MAG. WILFRIED BERCHTOLD

Eine Feldkircher Erfolgsgeschichte

„Der Stadtbus feiert Geburtstag und präsentiert eine 20-jährige Erfolgsgeschichte. Ich danke allen Feldkirchern und Feldkircherinnen, die gemeinsam pro Jahr über 1 Mio. Kilometer umweltfreundlich mit dem Stadtbus zurücklegen.“ Mag. Wilfried Berchtold Bürgermeister

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cht Linien, Viertelstundentakt, über einhundert Haltestellen im Umkreis von maximal 300 Metern vor Ihrer Haustüre, ein hervorragend ausgebautes Stadtbusnetz: Was heute selbstverständlich scheint, war vor 20 Jahren ein politischer Kraftakt. Bei der Einführung des Stadtbusses gab es nicht nur große Erwartungen, sondern ebenso intensive Diskussionen: denn das Stadtbussystem war für Feldkirch eine enorme finanzielle Herausforderung. Bis zum März 1993 war das Auto im Feldkircher Stadtgebiet - mangels anderer Alternativen - ein unverzichtbares Fortbewegungsmittel. Heute will man sich gar nicht mehr vorstellen, dass sich der Autoverkehr durch die Marktgasse gezwängt hat: Dort, wo heute der Wochenmarkt stattfindet, wo man gemütlich in den vielen Gastgärten sitzt und das Ambiente der Feldkircher Innenstadt genießt. Der Stadtbus hat neben Mobilität auch Lebensqualität nach Feldkirch gebracht! Pionier in Sachen Umweltschutz Es war der Stadt Feldkirch von Beginn an ein Anliegen, mit dem Stadtbus so umweltfreundlich wie möglich unterwegs zu sein. Und dank der Fa. Niggbus hat der Stadtbus Feldkirch Pionierarbeit geleistet: 1994 war der erste Linienbus mit der Abgasnorm Euro II im Einsatz. 1999 wurden österreichweit zum ersten Mal Partikelfilter eingesetzt und es wurde auf schwefelfreien Dieselkraftstoff umgestellt. Im Jahr 2000 fand die erste Eco-Drive-Schulung statt, um den Kraftstoffverbrauch zu senken und im gleichen Jahr wurde Niggbus als Ökoprofit Betrieb ausgezeichnet. 2009 lagen bereits elf Busse unter dem bislang anspruchsvollsten europäischen Abgasstandard für Busse und LKWs. Dass Niggbus 2010 zum 10. Mal als Ökoprofit Betrieb zertifiziert wurde, zeigt eindrücklich, welch‘ hoher Umweltstandard in Feldkirch erreicht wurde. Die Tatsache, dass die Stadtbuskunden 2012 fast sieben Millionen Mal mit der gelben Flotte gefahren sind, macht den Stadtbus zu einem großartigen Beitrag Feldkirchs zum Umwelt- und Klimaschutz. 20 Jahre Stadtbus ist eine Erfolgsgeschichte, die wir Feldkircher gemeinsam geschrieben haben. n

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REDAKTION TEL. 304-1110 MAIL: AKTUELL@FELDKIRCH.AT Impressum: Herausgeber: Amt der Stadt Feldkirch Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Susanne Hafner An dieser Ausgabe haben mitgearbeitet: Nina Kräutler-Ferrari, Mag. Martina Podgornik, Bernadette Biedermann, Mag. Natalie Wojtech, Wolfgang Strauß, Dr. Manfred Trefalt, Tanja Egger Bakk.tech, Mag. Claudia Hämmerle, Corina Dreher, Regina Pröckl, Dr. Elke ObmannEder, Katharina Bitsche, Mag. Heike Sprenger, Jasmin Bertschler, Mag. Christoph Volaucnik, Theresia Seidner, Mag. Nikolaus Netzer, Harald Petermichl, Christine Burtscher, Martin Duelli MEd, Dr. Thomas E. Wanger Fotos: Fotostudio 22, Georg Alfare, Mark Mosman, Roland Zanettin, Stadt Feldkirch, Stadtmarketing und Tourismus Feldkirch GmbH, Hilti AG, Richard Mayer, Projekttheater, ESO/B. Bailleul, Christian Seidel/pixelio.de, spitzar, Stadtwerke Feldkirch, Freizeitbetriebe Feldkirch GmbH, tisch, Wildpark Feldkirch, Sparkasse Feldkirch, Raiffeisenbank Feldkirch, Thomas E. Wanger, Familienarchiv Meisel, Berlin Titelbild: Fotostudio 22 Gestaltungskonzept: Egger-Lerch GmbH, Wien Layout: Mag. Susanne Hafner, Bernadette Biedermann, Mag. Martina Podgornik Druck und Bildbearbeitung: Thurnher, Rankweil

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20 JAHRE STADTBUS

DER STADTBUS FEIERT EINEN RUNDEN GEBURTSTAG

20 Jahre für Sie unterwegs Können Sie sich noch erinnern, wie es damals war, als es in Feldkirch noch keinen Stadtbus und keinen Landbus gab? Fast scheint es eine kleine Ewigkeit her zu sein. Am 20. März 1993 haben der Stadtbus Feldkirch und der Landbus Oberes Rheintal ihren Betrieb aufgenommen – und schon nach wenigen Tagen wollte und konnte man es sich kaum mehr anders vorstellen.

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eldkirch bekam damals das größte zusammenhängende Bussystem in Vorarlberg. Inzwischen fuhren viele überzeugte Stadtbuskunden 85 Millionen Mal mit der gelben Flotte. Die Strecke, die sie dabei zurücklegten, reicht rund 55 Mal bis zum Mond und wieder zurück. Die Erinnerungen an vor 1993, als Feldkirch noch kein so gut ausgebautes öffentliches Bussystem hatte, sind längst verblasst. Was war vor 1993 Vor 1993 bestand das Busangebot in Feldkirch und in der Region Oberes Rheintal aus nur wenigen Linien, die 4

zudem unregelmäßig verkehrten. Das Busangebot wurde fast ausschließlich von Schülern genutzt. Dabei waren Feldkirch-Gisingen-Nofels-Bangs und Feldkirch-Tisis-Tosters zwei Strecken, die bereits vor Inbetriebnahme des Stadtbusses befahren wurden. Mit mehr als einem Bus pro Stunde durfte man damals aber nicht rechnen. Kaum war das neue Bussystem eingeführt, machten sich die Verantwortlichen an den kontinuierlichen weiteren Ausbau – ganz im Sinne der wachsenden Zahl von Busbenutzern. Fuhren die ersten Stadtbusse auf fünf Linien im ersten Betriebsjahr 540.000 Kilometer, so legen heute insgesamt 19 Stadtbusse auf acht Linien alljährlich über eine Million Kilometer zurück.

Stündlich vom Bahnhof nach Gisingen und Nofels – Busfahren anno dazumal ...

Schritt für Schritt ausgebaut Mit dem wachsenden Busangebot in Feldkirch wuchs auch die Zahl der Buskunden stetig. Dabei verging kein Jahr, in dem nicht intensiv am weiteren Ausbau und der laufenden Verbesserung des gesamten Bussystems gearbeitet wurde: Zusätzliche Fahrtmöglichkeiten wurden geschaffen, Taktzeiten wurden ausgeweitet und neue Haltestellen eingerichtet. Das Stadtbussystem wurde modernisiert, Bushaltestellen mit Wartehäuschen ausgestattet, und seit 2008 können an Haupthaltestellen wie dem Katzenturm die exakten Abfahrtszeiten auch am Monitor abgelesen werden. Wo auch immer man sich in Feldkirch befindet, sind es nur wenige Meter bis zur nächsten Haltestelle. Das Feldkircher Busangebot sucht seinesgleichen, was die Dichte des Netzes und der Haltestellen sowie die Taktfrequenz der Busse betrifft. Immer wieder besuchen daher Delegationen aus Österreich und dem europäischen Ausland Feldkirch, um sich das erfolgreiche System vor Ort anzusehen. Linie 1 und 2 sind spitze Spitzenreiter unter den Feldkircher Buslinien sind die Linien 1 und 2, die als Ringlinien alle Stadtteile miteinanFELDKIRCH AK TUE LL 1/ 2013


20 JAHRE STADTBUS

ANZAHL DER LINIEN BEIM START 1993 >> Linie >> Linie >> Linie >> Linie >> Linie

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Ringlinie Ringlinie Tosters Nofels-Bangs Gisingen

LINIENERWEITERUNGEN: >> am 01.12.1994: Linie 7 Tisis-Letze >> am 02.06.1996: Linie 6 Gisingen >> am 02.06.1996: Linie 8 GisingenNofels >> am 01.02.1997: Linie 7 Tisis-LetzeMaria Grün-Montforthaus (Erweiterung) Im Jahr 2002 wurde das Anrufsammelsystem YOYO-Rufbus und im Jahr 2007 die Nightline als ideale Ergänzung zu Bus und Bahn in den Abendund Nachtstunden eingeführt. FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

der verbinden. Etwa 7.800 Personen werden auf den beiden Linien täglich befördert – zur Arbeit und zurück, in die Schule und wieder nach Hause, zum Einkaufen und für Besorgungen in die Innenstadt und vieles andere mehr. „Wir sind aber auch mit der Auslastung der übrigen Linien sehr zufrieden“, bestätigt Stadtbuschef Ing. Sigi Burtscher. So kann der Stadtbus zum 20-jährigen Bestehen eindrucksvolle Zahlen vorweisen, die die hohe Akzeptanz in Feldkirch unterstreichen (siehe Fahrgastentwicklung S. 6). Sicherheit und Komfort Partner des Stadtbus Feldkirch war von Beginn an die Fa. Niggbus in Rankweil. Auf Umweltschutz, Komfort für die Fahrgäste, aber auch Barrierefreiheit legt Geschäftsführer Fredi Herburger größten Wert. Ältere Fahrzeugmodelle werden regelmäßig ausgetauscht und durch moderne ersetzt. So hat die Fa.

Niggbus in den letzten 20 Jahren 33 Busse der jeweils neuesten Generation angeschafft. 26 Busse im Einsatz Gestartet wurde 1993 mit drei Niederflurbussen der Marke Neoplan N 4011, sechs Standardlinienbussen (Mercedes N405) und fünf verschiedenen Verstärkerbussen. In der Zwischenzeit ist die Busflotte angewachsen auf 19 Niederflurbusse 12 m Mercedes Citaro O530, einen Niederflurbus 8,5 m Mercedes Auwärter und sechs verschiedene Verstärkerbusse. Dieses Bemühen um beste Qualität und Funktionalität sieht man dem Stadtbus an: Alle Fahrzeuge sind heute behindertengerecht ausgestattet und verfügen über eine Absenkmöglichkeit sowie Klapprampe für Rollstuhlfahrer. Doppelverglasung, Klimaanlage und Informationsbildschirme im Inneren der Busse gehören zum Standard. 5

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20 JAHRE STADTBUS

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Fahrgastentwicklung

Die Fahrten mit dem Stadtbus steigen stetig: Schon bald wird die 7 Mio. Marke erreicht sein.

Stadträtin Dr. Angelika Lener

Ein gutes Angebot kostet Die Kosten für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr für die Stadt Feldkirch – Stadtbus Feldkirch, Landbus Oberes Rheintal, Nightline und YOYO Rufbus – beliefen sich 2012 auf rund 4,5 Millionen Euro. Der Löwenanteil dieser Summe fällt naturgemäß auf die Transportkosten. Investiert wird aber auch in neue Buswartehäuschen, in die Ausstattung von Haltestellen und Fahrzeugen, in Fahrgast-Informationssysteme, Fahrgastleitsysteme und nicht zuletzt in die Buspriorisierung, das heißt in die Technik und andere Maßnahmen, durch welche die gelbe Flotte Vorfahrt bekommt.

Alle Investitionen werden mit den Projekten des Landes, des Verkehrsverbundes Vorarlberg und der Stadtplanung abgestimmt. Im Schnitt liegen die Investitionskosten bei rund 150.000 Euro pro Jahr. Nicht zu vergessen sind Aufwendungen, die nötig werden, um die Infrastruktur instand zu halten. Für

Reinigung und Behebung von Schäden (oft durch Vandalismus verursacht) sowie Wartungsarbeiten kommen rund 85.000 Euro im Jahr zusammen. n

DATEN UND FAKTEN

< Komfort für die Fahrgäste steht beim Stadtbus an erster Stelle.

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„20 Jahre Stadtbus, das sind 20 Jahre Erfolgsgeschichte. Die stetig steigenden Fahrgastzahlen belegen, dass das dichte Angebot mit einem Viertelstundentakt attraktiv ist und in mehrfacher Hinsicht auch Gewinn bringend: stausparend, günstig, bequem und sicher ans Ziel kommen, und gleichzeitig einen Beitrag für eine gesunde Umwelt leisten. Danke an die Busverantwortlichen, danke an alle Stadtbuskunden!“

Stadtbus Feldkirch Linien Haltestellen Jahreskilometer Busse im Einsatz (inkl. Verstärkerbusse) Fahrgäste an Werktagen Anzahl Mitarbeiter Fa. Niggbus Anzahl Jahreskartenbesitzer domino Feldkirch, wohnhaft in Feldkirch Gesamtlänge Liniennetz Investitionen in das Feldkircher Stadtund Landbusangebot 2012

1993 5 60 540.000 14

2012 8 103 1.050.000 26 ~ 14.000 48 6.396 95,5 km € 4,5 Mio

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www.saegenvier.at / www.zeughaus.com

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20 ZWEIJAHRESTICKETS ZU GEWINNEN! Das muss gefeiert werden: Gehen Sie auf die Jagd nach den goldenen Jahrestickets! Zu gewinnen gibt es 10 x Zweijahrestickets für den Stadtbus und 10 x Zweijahrestickets für den Landbus. Gewinnspielkarten liegen im Bus und im Mobilpunkt Feldkirch/Oberes Rheintal auf, die Verlosung findet Ende 2013 statt. Es lebe der Stadtbus! Es lebe der Landbus! Es lebe der Fahrgast! Dreimal hoch!

Es gratulieren die stolzen Freunde und Förderer: Feldkirch, Zwischenwasser, Rankweil, Koblach, Göfis, Sulz, Klaus, Meiningen, Weiler, Fraxern, Viktorsberg, Übersaxen, Röthis, Götzis und Laterns. www.feldkirch.at/stadtbus, www.meinbus.at FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

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20 JAHRE STADTBUS

MODERNSTE TECHNIK BEIM STADTBUS

Nur ein pünktliches Bussystem ist ein gutes Fahren auf die Minute genau – das ist der tägliche Job jedes Stadtbuslenkers. Ein Bordcomputer liefert die nötigen Daten dazu: Die aktuelle Uhrzeit, die Anschlüsse, die eingehalten werden müssen, andere Anschlussmöglichkeiten auf Bus und Bahn sowie wichtige interne Informationen – sekundengenau per Datenfunktelegramm.

An zentralen Haltestellen wie beispielsweise „Katzenturm“ entscheidet der Lenker, ob er einen Zubringerbus abwartet oder nicht. Seine Entscheidung teilt er mittels Drücken einer Taste dem Bordcomputer mit. Die Information wird per Datenfunk an den verspäteten Bus übermittelt und dort umgehend über den im Bus befindlichen Bildschirm an die Fahrgäste weitergegeben. Mittels Bordcomputer können aber auch verschiedene Ampeln in und um

Feldkirch beeinflusst werden. Welcher Autofahrer wünscht sich nicht, dass es automatisch „Grün“ wird, wenn er auf eine Ampel zufährt. Für den Stadtbus ist dies an 11 Ampelanlagen in Feldkirch regelmäßig der Fall. Wann kommt der nächste Bus? Abfahrtsmonitore, die laufend anzeigen, wann der nächste Bus kommt und ob dieser Verspätung hat, gibt es seit dem Jahr 2008 an den Haltestellen Katzenturm, Busplatz, Bahnhof Feldkirch, Gisingen Sebastianplatz, beim Landeskrankenhaus Feldkirch und beim Einkaufszentrum Interspar Altenstadt. Weitere Abfahrtsmonitore sind in Planung. Der Zentralrechner des Verkehrsverbundes Vorarlberg spielt die Informationen laufend auf die Bildschirme. Bei Bedarf werden am Monitor auch aktuelle Informationen wie z. B. Umleitungen wegen Bauarbeiten angezeigt, die von den Verantwortlichen im Backoffice weitergegeben werden.

< An stark frequentierten Haupthaltestellen informieren Abfahrtsmonitore über die Abfahrt der Busse in Echtzeit – d.h. auch ob mit Verspätungen zu rechnen ist.

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Der Bordcomputer ist das Herzstück der technischen Anlagen im Stadtbussystem.

Der Bus: TicketVerkaufsstelle Nummer 1 Die Ticketverkaufsstelle Nummer 1 sind die Stadtbusse selbst. Die Stadtbuslenker verkaufen, beraten und finden immer das preisgünstigste Ticket für ihre Fahrgäste. Um ein schnelles Vorwärtskommen der Busse zu ermöglichen, ersuchen die Verantwortlichen jedoch, die Tickets wenn möglich bereits im Vorverkauf zu kaufen oder beim Fahrkartenautomaten selbst zu lösen. Übrigens: Sowohl beim Fahrkartenautomaten als auch beim Lenker können alle VVV-Fahrkarten gelöst werden, mit Ausnahme der Jahrestickets. Also auch Tages-, Wochen- und Monatskarten oder aber ein Ticket für Bus und anschließende Bahnfahrt. FELDKIRCH AK TUE LL 1/ 2013


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merceDes Benz o530 citAro c2 Niederflur-Solobus Baujahr 2011

technische DAten ■ ■ ■ ■

Länge 12,10 m Breite 2,55 m Höhe 3,20 m Leergewicht 11,9 t

AnschAffungskosten ■

pro Bus ca. 300.000 Euro (inkl.MWSt.)

Lenker

AusstAttung motor ■ ■ ■ ■

fAhrgAstkomfort

6-Zylinder-Motor mit 299 PS 4-Gang-Automatikgetriebe Höchstgeschwindigkeit 80 km/h Abgasnorm EURO 5 EEV mit geschlossnenem Partikelfilter Verbrauch rund 37 l Diesel/100km

Klimaanlage und Konvektorenheizung regeln die Temperatur auf 26º im Sommer und 24º im Winter (fest eingestellt)

optische und akustische Fahrgastinformation

Fahrkartenautomat

(Annahme von Münzen, 5- und 10- EuroScheinen, Bus- und Parkmünzen)

45 freundliche Lenkerinnen und Lenker, geschult in: ■ kraftstoffsparender Fahrweise ■ Erster Hilfe ■ freundlichem Umgang mit Fahrgästen ■

VVV-Ticketverkauf

(im Stadtbusbetrieb)

pLAtzAngeBot ■

28 Sitz- und 61 Stehplätze

BArrierefreiheit

Bereifung & Bremsen

Niederflureinstiege

Rollstuhlrampe

„Kneeling“ (Absenken)

Barrierefrei unterwegs Die Stadtbusse sind moderne Niederflurbusse, die alle barrierefrei nutzbar sind. Für Fahrgäste mit Kinderwagen, Rollator, Gepäck sowie auch für Rollstuhlfahrerinnen und -fahrer. Alle Busse können an den Haltestellen abgesenkt werden, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Sicheres Ein- und Aussteigen mit Rollstuhl ist mit mechanischen Klapprampen, die vom Lenker bedient werden, möglich. Zur sicheren Befestigung im Bus stehen Halteschlaufen zur Verfügung. n FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

elektronisches Bremssystem Sommer- und Winterreifen Reifendurchmesser 95 cm im Winter Schneeketten in jedem Bus an Bord

BorDcomputer (gps-gesteuert) zeigt dem Lenker wichtige Umstiege (Bus & Bahn) sowie Verspätungen und Verfrühungen sekundengenau an, steuert die Ampelbeeinflussung

BetrieBsinterner funk

< Das hilfsbereite StadtbusTeam steht seinen Fahrgästen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

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> Täglich nach Dienstschluss werden die Busse gereinigt.

WAS STADTBUSKUNDEN NICHT ZU GESICHT BEKOMMEN

Damit alles reibungslos funktioniert Haltestelle Heimatweg, pünktlich um 5.26 Uhr an einem Montagmorgen: Die ersten Fahrgäste steigen der Linie 2 des Stadtbusses auf ihrem Weg zur Arbeit zu. Was aber passiert, wenn der Stadtbusfahrer einmal verschläft? Werfen Sie mit uns einen Blick hinter die Kulissen und erfahren Sie, wie 48 Fahrerinnen und Fahrer, 21 Busse und acht Linien bestens organisiert sind.

Um fünf Uhr in der Früh trifft der erste Stadtbusfahrer bei der Fa. Niggbus in Rankweil ein – von Montag bis Freitag. Sein erster Gang führt ihn zum „Wecker“, wo er seinen Arbeitsbeginn bestätigt. Geschieht dies nicht, wird eine Alarmierungskette in Gang gesetzt. Und wenn nötig, übernimmt ein Kollege 10

oder eine Kollegin den Dienst. Es kann auch vorkommen, dass der Chef Fredi Herburger selbst einspringen muss.

dann im fliegenden Wechsel und fährt bis in die Abend- und Nachtstunden – je nach Linie und Fahrplan.

Fertig zur Abfahrt Bevor der erste Bus morgens das Betriebsgelände in Rankweil verlässt, erfolgen diverse Checks: Passen Ölund Wasserstand? Reifendruck und Beleuchtung? Funktionieren Bordcomputer, der Fahrscheinautomat und der Bildschirm für die Fahrgastinformation? Und liegen genügend Fahrpläne im Bus auf? Die Informationen über eventuelle Umleitungen studiert der Fahrer an einer Infowand im Aufenthaltsraum. Und wenn die VN für die Fahrgäste miteingepackt sind, dann kann es losgehen: erste Haltestelle Heimatweg 5.26 Uhr. Ein Stadtbusfahrer darf vier Stunden hinter dem Steuer sitzen, dann muss eine 45-minütige Ruhepause erfolgen. Die Frühschicht dauert bis ca. 13 Uhr. Die Nachmittagsschicht übernimmt

Noch lang noch nicht Schluss Nach der letzten Haltestelle auf dem letzten Kurs kommen die Busse zurück zur Fa. Niggbus. Dort werden sie aufgetankt — zwischen 60 und 80 Liter Diesel täglich pro Bus — und gewaschen. Das Reinigungsteam wartet bereits und übernimmt die Innenreinigung. Technische Störungen während der Fahrt werden ans Werkstattteam weitergeleitet. Eventuell kaputte Glühbirnen oder fertige Papierrollen bei den Fahrscheindruckern werden gewechselt, und – ganz wichtig – alle Fundsachen eingesammelt: Handys, Schirme, Taschen, Stofftiere. Auch ein kompletter Wochenendeinkauf war schon mal dabei. Was in den Bussen liegen bleibt, kann bereits am nächsten Tag im Mobilpunkt vom Besitzer abgeholt werden. FELDKIRCH AK TUE LL 1/ 2013


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Ein komplexer Umlaufplan garantiert, dass die 26 Busse auf 8 Linien wirtschaftlich eingesetzt sind.

Eigene Werkstatt Für Sicherheit und Funktionstüchtigkeit werden die Stadtbusse regelmäßig in der betriebseigenen Werkstatt überprüft, gewartet und repariert. Sämtliche Reparaturen (Mechanik, Elektrik, Spengler- sowie Lackierarbeiten) werden von KFZ-Meister Martin Feichter und seinem Gesellen Adrian Dauti durchgeführt. Kleine Reparaturen, wie das Wechseln einer Lampe, werden von den Lenkerinnen und Lenkern selbst erledigt. Übrigens: Beide Mechaniker der Firma Niggbus können im Notfall auch einen Stadtbus-Dienst übernehmen. Sie haben den Busführerschein und sind auf sämtliche Stadtbuslinien eingeschult. Ein neuer Fahrplan Jährlich Anfang Dezember kommt der neue Fahrplan per Post ins Haus. Die Verantwortlichen beim Stadtbus, die Stadt- und Verkehrsplaner im Rathaus und die Fa. Niggbus suchen gemeinsam nach Verbesserungen. Und jedes Jahr wird versucht, bei der Fahrplangestaltung auf möglichst viele Wünsche der Stadtbuskunden einzugehen. „Die Erstellung eines Fahrplanes ist eine große Herausforderung, bei der eine Vielzahl von Faktoren beachtet werden muss“, bestätigt Stadtbus-

geschäftsführer Ing. Sigi Burtscher: Schulbeginnzeiten nehmen z.B. großen Einfluss. Ebenso die Arbeitsbeginn- und Endzeiten großer Unternehmen. Zuganschlüsse müssen gewährleistet werden. „Wir wollen keine zu großen Wartezeiten beim Umsteigen. Andererseits soll sicher sein, dass bei kleinen Verspätungen, die im Betrieb unvermeidbar sind, der Anschluss trotzdem funktioniert“, so Ing. Burtscher. Auch an den vielen Umsteigepunkten von Bus zu Bus wird daher eine Pufferzeit eingerechnet, um den Fahrgästen ein stressfreies Weiterkommen zu ermöglichen. Leere Kilometer kosten Wenn dann der neue Fahrplan steht, heißt es für die Firma Niggbus als Betreiber des Stadtbusses, den Fahrplan so effizient wie möglich zu bedienen. „Leerkilometer verursachen Kosten“, so Fredi Herburger, Geschäftsführer der Fa. Niggbus. Es wird daher versucht, einzelne Kurse sinnvoll zusammenzuhängen und die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Ein beeindruckender „Umlaufplan“ stellt diese Abstimmung grafisch dar. Und der Umlaufplan ist wiederum Grundlage für den Dienstplan der 48 Fahrerinnen und Fahrer. Gesetzlich vorgeschriebene Lenk- und Ruhezeiten, Urlaubswünsche, frei zu haltende Tage für Weiterbildungen, … ­— wenn auch all das berücksichtig ist, steht der Dienstplan, sodass ab morgens 5.26 Uhr der Stadtbus laut Fahrplan pünktlich an den über 100 Haltestellen vorfahren kann, um alle seine Kunden entspannt an ihr Ziel zu bringen. n

< KFZ-Meister Martin Feichter sorgt dafür, dass sich die Busse in einwandfreiem technischem Zustand befinden.

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WUSSTEN SIE, DASS ... >> knapp 56 Prozent aller Fahrgäste mit den Linien 1 und 2 fahren? >> man mit 1 Fahrschein ans Ziel kommt – egal wie oft man umsteigt? Ein VVV-Ticket gilt sowohl für Busse als auch für die Bahn. >> alle Tickets bis auf das Jahresticket auch im Bus gelöst werden können? >> es eine vmobil-Gratis-App für Bus und Bahn gibt? Persönlicher Abfahrtsmonitor, Verbindungssuche und mehr für Handy und Tablet-PC! >> es einen YOYO Rufbus gibt? Ein Anrufsammeltaxi, welches Gäste zu vereinbarten Zeiten von Stadt- und Landbushaltestellen zu gewünschten Zieladressen innerhalb der Region Oberes Rheintal bringt. Täglich von 20 Uhr bis 3 Uhr früh nach tel. Vorbestellung – 0676/709 99 70. >> alle Jahresticketbesitzer im Jubiläumsjahr auf die Jagd nach den goldenen Jahrestickets gehen können? Einfach beim Gewinnspiel mitmachen. Verlost werden 10 x Zweijahrestickets Stadtbus und 10 x Zweijahrestickets Landbus.

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48 BUSLENKERINNEN UND -LENKER IN FELDKIRCH UNTERWEGS

Ein Beruf mit viel Verantwortung Busfahren ist ein Beruf mit großer Verantwortung – in erster Linie für die sichere Beförderung der Fahrgäste, aber auch für die Einhaltung des Fahrplans oder den Umgang mit einem Fahrzeug, das nicht weniger als 250.000 Euro wert ist. Ausbildung und regelmäßige Schulungen stehen beim Stadtbus daher an oberster Stelle.

Die Lenker und Lenkerinnen sind gleichsam die Visitenkarte des Öffentlichen Verkehrs. Die Firma Niggbus, Betreiberfirma des Stadtbus Feldkirch, beschäftigt insgesamt 54 Personen. Davon sind 48 MitarbeiterInnen im Fahrbetrieb für Stadt- und Landbus tätig. Seit Beginn hat sich die Anzahl der 12

Buslenker beim Stadtbus verdoppelt: Waren 1993 noch 22 Busfahrer bei der Firma Niggbus beschäftigt, so sind es heute 48 Fahrerinnen und Fahrer. Auch immer mehr Frauen interessieren sich für diesen Beruf. Variable Dienstzeiten und die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit helfen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Bevor die Lenkerinnen und Lenker zum Einsatz kommen, durchlaufen sie umfassende Schulungen: Feuerlöschübungen, Schneekettenmontage, Fahrsicherheitstrainings und Erste Hilfe sind ebenso obligatorisch wie Spritspartrainings mit angenehmer Fahrweise. Wie wird man Stadtbuslenker? Ab der Vollendung des 21. Lebensjahres ist der Weg frei zur Laufbahn als Buslenker. Vor der Anmeldung bei der Fahrschule ist ein 16-Stunden-Erste-

Hilfe-Kurs zu absolvieren, ein ärztliches Gutachten zur Eignung für den Führerschein D (=Bus) einzuholen und ein Verkehrspsychologisches Screening zu durchlaufen. Dort werden die Beobachtungs- und Konzentrationsfähigkeit, die Belastbarkeit sowie die Motivation zum Erwerb dieser Lenkerberechtigung erhoben. Beginnt ein neuer Lenker beim Stadtbus, durchläuft er oder sie verschiedene Einschulungen. In den ersten Wochen der Intensivausbildung mit erfahrenen Trainern werden die Besonderheiten der Linienbustechnik vermittelt: Die Funktion der Bordcomputer, die vielen Fragen, die Fahrgäste zum Tarifsystem in Vorarlberg und zur richtigen Ticketwahl stellen, die verschiedenen Linien und die Haltestellen – all das muss erlernt werden. In der Praxis werden zahlreiche Lehrfahrten durchgeführt, FELDKIRCH AK TUE LL 1/ 2013


20 JAHRE STADTBUS

< Das Team der Fa. Niggbus mit Geschäftsführer Fredi Herburger (ganz rechts im Bild)

ohne Fahrgäste, aber unter möglichst realistischen Voraussetzungen wie Zeitdruck und dichtem Verkehr. Die erste Fahrt Bei der ersten Fahrt im Echtbetrieb – mit Fahrgästen – begleitet ein Schichtleiter der Firma Niggbus den „Junglenker“. Großer Wert wird in dieser Phase auf das richtige Verhalten bei Verkehrsstörungen, auf eine angenehme Fahrweise, auf Kundenfreundlichkeit und das vorbildliche Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern gelegt. Immer wieder folgen Wissensüberprüfungen und auch verdeckte Checks der Buslenkerinnen und -lenker. Nach etwa vier Monaten wird die Einschulungsphase mit einer Schlussüberprüfung des Wissens und einem Dienstgespräch abgeschlossen. Auch der Gesetzgeber fordert einiges: Alle fünf Jahre müssen Buslenker den Führerschein verlängern lassen (ab der Vollendung des 60. Lebensjahres alle

zwei Jahre) und sich einem ärztlichen Check unterziehen. Und nur wenn in diesen fünf Jahren insgesamt 35 Stunden Weiterbildung von einer akkreditierten Ausbildungsstätte vorgewiesen werden, wird der Fahrausweis auch tatsächlich verlängert. n

DAS FAHRERTEAM DER FA. NIGGBUS >> 48 Busfahrerinnen und -fahrer sind derzeit für den Stadtbus im Einsatz – davon 12 Frauen >> Durchschnittsalter: 39 Jahre >> 4 Lenker sind seit Beginn – d.h. 20 Jahre – dabei (das sind: Rudi Abbrederis, Martin Gohm, Rade Petrovic, Gerhard Kleindienst) >> Zusätzliche Ausbildungen/Kurse: Feuerlöschübungen, Schneekettenmontage, Fahrsicherheitstraining, Erste Hilfe, Spritspartraining mit angenehmer Fahrweise

Die Fahrerinnen und Fahrer der Fa. Niggbus absolvieren regelmäßig interne und externe Schulungen.

Was wäre, wenn … ... die Linie 2 untertags nicht fahren würde? Dann wären 4.046 Fahrgäste mit dem Auto unterwegs und das gäbe eine 13,5 km lange Autoschlange, die von der Grenze Tisis bis nach Klaus reicht. .... keine Schulbusse fahren würden? Dann würden morgens zwischen 7.15 und 7.45 Uhr rund 4.500 Schülerinnen und Schüler zu Fuß zur Schule laufen. ... der Stadtbus Feldkirch im Monat Juni keine Gruppen befördern würde? Dann müssten 153 Kindergarten- und Schulgruppen auf ihre Ausflüge verzichten. ... wir am Abend und in der Nacht kein Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln in Feldkirch hätten? Dann müssten Kursbesucher, Nachtschwärmer und Partygeher zu Fuß oder mit dem Taxi nach Hause fahren.

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Im Mobilpunkt Feldkirch/Oberes Rheintal beim Katzenturm werden Sie über Fragen zu Mobilität umfassend informiert.

JEDERZEIT GUT INFORMIERT

Mobilpunkt Feldkirch/ Oberes Rheintal Sie brauchen eine Fahrkarte für Bus oder Bahn? Sie suchen die beste Verbindung von A nach B? Oder interessieren Sie sich für Carsharing und Mitfahrbörse? Die Mitarbeiterinnen des Mobilpunkt Feldkirch/Oberes Rheintal beraten Sie umfassend.

hinaus werden täglich im Durchschnitt 70 Anrufe entgegengenommen – Tendenz steigend. Die Anliegen reichen von der einfachen Fahrplanauskunft über persönliche Mobilitätsberatung bis hin zur Meldung von Gegenständen, die im Bus vergessen worden sind. n

ANGEBOT IM MOBILPUNKT

>>

>> Fahrplan- und Tarifauskünfte zu allen öffentlichen Verkehrsmitteln in Vorarlberg

Öffnungszeiten: Montag–Freitag 7.30–18.30 Uhr Samstag 9–12 Uhr

Die Mitarbeiter im Mobilpunkt helfen Ihnen bei nachfolgenden Anliegen gerne weiter:

>> Verkauf aller Verbundtickets Im Mai 2008 hat der Mobilpunkt Feldkirch/Oberes Rheintal als erste zentrale Anlaufstelle in Vorarlberg den Betrieb aufgenommen: als eine Art „Bahnhof in der Innenstadt“. Neben Fahrkartenverkauf und Auskünften zu Tarifen und Fahrplan berät der Mobilpunkt in praktisch allen Fragen umweltgerechter Mobilität. Auch Carsharing oder Mitfahrmöglichkeiten über die Mitfahrzentrale compano werden vermittelt. Die fünf MitarbeiterInnen im Mobilpunkt haben selbstverständlich immer auch ein offenes Ohr für Beschwerden oder Anregungen, wie das Busangebot weiter verbessert werden könnte. Derzeit besuchen rund 1.500 Kunden pro Monat den Mobilpunkt. Darüber 14

>> Anlaufstelle für Schüler- und Lehrlinge und Verkauf von Schüler- und Lehrlingstickets >> Beschwerdemanagement >> Verkauf aller Bahnfahrkarten, ÖBBVORTEILScards >> Beratung und Anmeldung zu Carsharing und zu compano – Mitfahrzentrale

Besucher des Mobilpunkts erwartet eine große Auswahl an Informationsmaterialien sowie umfassende Beratung zum Thema umweltgerechte Mobilität.

>> Beratung zur Mobilität mit Fahrrad und zu Fuß >> Suche nach Fundsachen

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20 JAHRE STADTBUS

KOOPERATION MIT DEM VERKEHRSBETRIEB LIECHTENSTEINMOBIL

Von Rankweil bis nach Liechtenstein Feldkirch endet nicht an seinen Stadtgrenzen – zumindest nicht, was das Busangebot betrifft. Mit Hilfe der Verkehrsbetriebe in Liechtenstein bietet Feldkirch auch für Pendler ins benachbarte Ausland hervorragende Verbindungen.

Wenn Sie in Tisis, in der Innenstadt oder aber entlang der L191 und L190 mit dem Bus unterwegs sind, kann es

gut sein, dass Sie einer der limefarbenen Liechtensteiner Busse chauffiert. Ein besonders attraktives Angebot wurde mit der Linie 70 geschaffen, die das komplette Vorderland über Rankweil bis Feldkirch mit den verschiedenen Industriegebieten in Liechtenstein verbindet – ohne Umsteigen! Der Fahrplan wurde gemeinsam mit den erschlossenen Betrieben erarbeitet und ist auch für Schichtarbeiter attraktiv. Die Herausforderung dieser grenzüberschreitenden Bus-Kooperation liegt – wie so oft – im Detail. Nicht nur

Das Stadtbusteam in der Herrengasse 1993, als der Stadtbus eingeführt wurde, hat die Stadtplanung im Rathaus die unterschiedlichen Aufgaben wahrgenommen. Am 1. Juli 1995 wurde der Stadtbus Feldkirch ein eigener Betriebsbereich und in die Stadtwerke Feldkirch integriert. Seit Jänner 2007 werden der Stadtbus Feldkirch und der Landbus Oberes Rheintal gemeinsam von den Stadtwerken Feldkirch verwaltet und betreut. Durch die enge Kooperation konnte die Transport- und Servicequalität für die Fahrgäste weiter verbessert werden. Geschäftsführer Ing. Siegfried Burtscher und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeichnen damit für acht Stadtbuslinien und das gesamte Netz des Landbus Oberes Rheintal – das umfasst die Linien 56 bis 71 – verantwortlich. Der FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

Busbetrieb, die Planung und Organisation, aber auch der Bereich Marketing gehören zu den vielfältigen Aufgaben des engagierten Teams. n

zwei Währungen – Euro und Schweizer Franken – müssen im Busbetrieb abgewickelt werden. Auch die Bordtechnik soll künftig aufeinander abgestimmt sein. D.h. Liechtensteiner Kurse sollen an den Abfahrtsmonitoren in Feldkirch in Echtzeit angezeigt werden und die Ampeln, die den Bussen durch entsprechende Signale Vorfahrt geben, sollen auch bei den Bussen unserer Nachbarn auf grün schalten. An diesen beiden Punkten arbeitet die Technik-Abteilung beim Verkehrsverbund Vorarlberg mit Hochdruck. n

von links: Nina Kräutler-Ferrari (Betrieb und Marketing) Ing. Siegfried Burtscher (betrieblicher Leiter und Geschäftsführer des Stadtbus Feldkirch und Landbus Oberes Rheintal) Margit Hummer (Mobilpunkt) Michael Hußendörfer (Betrieb und Organisation Landbus Oberes Rheintal) Alexandra Lins (Mobilpunkt)

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20 JAHRE STADTBUS

DR. CHRISTIAN HILLBRAND ÜBER DIE ZUKUNFT DES ÖPNV

„Wir müssen neue Möglichkeiten andenken …“ Seit August 2012 ist Dr. Christian Hillbrand Geschäftsführer des Vorarlberger Verkehrsverbundes (VVV). Welche Vorstellungen hat er vom perfekten Busangebot? Wo liegen die größten Hürden am Weg dorthin? Und was versteht er unter sinnvoller Mobilität? Feldkirch aktuell hat nachgefragt.

Das Interview führte Susanne Hafner.

Herr Dr. Hillbrand, der Stadtbus Feldkirch und der Landbus Oberes Rheintal feiern ihr 20-jähriges Bestehen. Wie beurteilen Sie das ÖPNV-Angebot in Feldkirch und der Region? Das Angebot des Öffentlichen Verkehrs in Feldkirch hat ein sehr hohes Niveau: Es gibt in Feldkirch die politische Bereitschaft, ein hervorragendes Busverkehrsnetz anzubieten und wir haben mit der Fa. Niggbus einen besonders zuverlässigen und innovativen Partner des Stadtbusses. Ein solch attraktives Angebot muss aber natürlich auch mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden. Die Grenzen der Finanzierbarkeit des Öffentlichen Verkehrs sind etwas, was das ganze Land betrifft. Wir werden nicht unbeschränkt weiter ausbauen können. Vielmehr müssen wir genau überlegen, wo man im Öffentlichen Personen Nahverkehr (ÖPNV) viel bewegen kann und wo wir daher ansetzen sollten. 16

Wenn Sie die letzten fünf Jahre betrachten: Wie hat sich der ÖPNV in Vorarberg verändert? Eine wichtige Größe ist für uns die Zahl der Jahreskartenbesitzer. Und wenn man deren Entwicklung betrachtet, so ist dies durchaus eine Erfolgsgeschichte. Während es 2006 noch 30.600 Jahreskartenbesitzer in Vorarlberg gab, ist die Zahl bis 2012 auf 49.000 angestiegen. Das sind +60 Prozent. Bei den Einzelfahrscheinen ist die Entwicklung ähnlich. Wir konnten also viele Leute zum Umsteigen bewegen. Welche weiteren Zuwachsraten erwarten Sie mit der Einführung der Jahreskarte um 365 Euro Ende 2013? Eine solche Schätzung ist schwierig. Erfahrungen aus der Einführung der 365 Euro Jahreskarte in Wien zeigen, dass in einem Jahr ein Drittel mehr Jahreskartenbesitzer gewonnen werden konnten. Das Fahrgastvolumen stieg um 14 Prozent. Mehr Fahrgäste, das wird eine Herausforderung … Das hängt davon ab, wie sich die zusätzlichen Fahrgastzahlen verteilen. Wenn sie zu den Spitzenzeiten hinzukommen, ist das tatsächlich eine Herausforderung, die wir aber meistern werden. Um die Menschen zum Umstieg zu bewegen, reicht es nicht, wenn die Angebote nur günstig sind, auch die Qualität muss stimmen. Wir wollen zukünftig Maßnahmen setzen, die Mobilitätsbedürfnisse der Vorarlberger noch besser zu verstehen. Dann sehen wir, wo unser

Angebot noch ausbaufähig ist, wo wir noch mehr Leute abholen könnten, aber auch wo das Angebot am Bedarf vorbeigeht. Dort können mitunter andere Mobilitätsformen wie der Rufbus, wie Carsharing oder Mitfahrgelegenheiten eine Alternative sein. Es gibt nicht nur den Bus, nur das Rad, nur das zu Fuß gehen … Multimodale Mobilität wird in Zukunft an Bedeutung zunehmen. Für mein Mobilitätsverhalten macht es einen Unterschied, ob ich zum Einkaufen oder Skifahren gehe. Wir müssen neue Möglichkeiten andenken: Wo und zu welcher Zeit macht welcher Mobilitätsmodus Sinn, und wie kombinieren wir diese am besten? Viele Vorarlberger pendeln täglich nach Liechtenstein oder in die Schweiz – sind hier Verbesserungen geplant? Mit dem Tarifverbund der Ostschweiz, „Ostwind“, wird es Ende 2013 erstmals ein gemeinsames Ticket geben, für alle, die grenzüberschreitend unterwegs sind. Herausforderung ist dabei das unterschiedliche Preisniveau in der Schweiz und in Vorarlberg. Parallel dazu soll auch das Ticket von Feldkirch nach Liechtenstein vereinfacht werden, das derzeit als Fahrschein mit Zuschlag aufwändig berechnet werden muss. Auf Schweizer Seite geht Ende Jahr die neue S-Bahn St. Gallen auch durchs Rheintal in Betrieb, mit direkter Verbindung von Bregenz aus. Auf der Bahnverbindung Feldkirch-Buchs werden mit Fahrplanwechsel am 15. Dezember die Anschlüsse auf Buchser Seite angepasst. Im grenzüberschreitenden Busverkehr FELDKIRCH AK TUE LL 1/ 2013


20 JAHRE STADTBUS

< Dr. Christian Hillbrand ist seit August 2012 Geschäftsführer des Vorarlberger Verkehrsverbundes.

arbeiten wir derzeit gemeinsam mit Liechtenstein mobil an einer Neukonzeption des Angebotes. Anfang des Jahres haben wir eine Umfrage in den Bussen durchgeführt, um zu erheben, wo Pendler aus- und einsteigen und welche Verbindungen von besonderer Bedeutung für sie sind. Schließlich wird das S-Bahnprojekt FL.A.CH., das auf einen Halbstundentakt nach Buchs abzielt, weiter vorangetrieben. In den nächsten vier bis fünf Jahren sind dafür in die Infrastruktur ca. 100 Mio. Euro zu investieren. Für Feldkircher Pendler wird insbesondere die geplante Haltestelle Tosters attraktiv sein. Große Projekte wie diese werden seit etwa zwei Jahren von einem „Infrastrukturbeitrat“ beim VVV begleitet. Experten für Gestaltungsfragen, Raumplanungsexperten, Vertreter von ÖBB und VVV, aber auch Mitarbeiter des Landes und des Energieinstitutes, welche u.a. Interessen der Radfahrer vertreten, lassen ihre Meinung in die Projekte einfließen. Insbesondere die kleinen Gemeinden im Land sind um diese Unterstützung in Fachfragen froh. Noch kurz zur Umwelt. Ist Elektromobilität bei Bussen ein Thema? Mit Elektromobilität einen 22-TonnenBus zu bewegen, dafür gibt es zwar Prototypen, die aber im harten Alltagseinsatz rasch an Grenzen stoßen. Auf FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

Tauglichkeit überprüft werden hingegen Hybrid-Gelenksbusse. Diese lohnen sich jedoch nur bei speziellen Einsatzszenarien wie auf weiten Fahrtstrecken im Flachen. Natürlich ist in Feldkirch die Feinstaubbelastung und die Einhaltung der Umweltgrenzwerte ein besonderes Thema. In den letzten zwei bis drei Jahren wurde die Busflotte stark modernisiert und Dieselpartikelfilter nachgerüstet, sodass heute praktisch alle Busse den neuesten Abgasnormen entsprechen. Wie sieht für Sie das perfekte ÖPNV-Angebot der Zukunft aus? Das ist sicher ein großstädtisches Angebot. In Feldkirch sind wir teilweise schon sehr nah dran, wenn beispielsweise die Linien 1, 2 und 4 heute schon im Viertelstundentakt bedient werden. Dann muss ich nicht mehr auf die Uhr schauen, wenn ich aus dem Haus gehe. Das wäre das perfekte Angebot. Da aber Vorarlberg ein polyzentrischer Ballungsraum und keine Großstadt ist und deshalb die Nachfrage zeitlich und räumlich sehr stark variieren kann, scheitert ein sehr breites und dichtes Angebot an der Effizienz. Wir müssen uns fragen, wo wir mit dem Bus besonders konkurrenzfähig sein können und dort das Angebot forcieren. Wo ich viele Menschen befördern und zusätzlich zum Umstieg bewegen kann, dort sollten wir mit einem dichteren Busangebot ansetzen. Anderenorts braucht es

Alternativen wie z.B. den Rufbus oder andere Ansätze. Ich weiß, dass es viele gute Ideen dazu gibt – auch außerhalb des VVV. Es wird ein breiter Prozess nötig sein, über den wir auch diese Ideen für unsere Arbeit zugänglich machen. Wir müssen gerade auch Kritiker unseres Angebots einladen, sich einzubringen und gemeinsam mit uns Verbesserungen im Angebot anzustoßen. In Vorarlberg gibt es viele Akteure im ÖPNV, die überaus konstruktiv zusammenarbeiten – dort, wo es in manch anderem Bundesland Grabenkämpfe gibt. Wir haben Partner, die im Gesamtsystem denken – in den Gemeindeverbänden und bei den Busbetreibern. Das ist das richtige Umfeld, um etwas weiterzubringen! Das hat in Vorarlberg eine lange Tradition und deshalb können wir auf ein österreichweit als Vorbild geltendes ÖPNV-System stolz sein. n

DR. CHRISTIAN HILLBRAND >> Geb. 2. März 1975 in Feldkirch wohnhaft in Feldkirch (Nofels) Familienstand: verheiratet >> Studium der Wirtschaftsinformatik in Wien (1993–1997) >> 1995 Gründungsmitglied eines Software- und Beratungsunternehmens als Spin-Off der Universität Wien >> 2001 Wechsel an die FH Liechtenstein als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Wirtschaftsinformatik >> 2004–2012 Projektleiter und Geschäftsfeldleiter bei V-Research >> Seit August 2012 – Geschäftsführer Vorarlberger Verkehrsverbund (VVV)

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FA. HILTI LÄDT MITARBEITER ZUM UMSTIEG EIN

Hilti tritt in die Pedale In Feldkirch wohnen – in Liechtenstein arbeiten: Eine Kombination die sich wortwörtlich bezahlt macht. Über 2.400 Vorarlberger pendeln täglich nach Liechtenstein. Und fast ebenso viele sind mit ihrem Privat-Pkw unterwegs. Das soll sich ändern: Die Fa. Hilti tritt als größter Arbeitgeber in Liechtenstein für die umweltfreundliche Mobilität ihrer Mitarbeiter ein. Daniel Oehry ist Mobilitätsbeauftragter und hauptverantwortlich bei Hilti.

Herr Oehry, wer an Hilti in Schaan vorbei fährt, dem springen als erstes hunderte von Parkplätzen ins Auge. Wie viele Mitarbeiter sind bei ihnen beschäftigt und woher aus der Region kommen sie täglich? In Liechtenstein beschäftigt Hilti rund 1.850 Mitarbeiter. Die meisten, also 40 Prozent, haben ihren Wohnsitz in der Schweiz. Danach folgt mit 36 Prozent Anteil Österreich als Wohnsitzland. 20 Prozent der Mitarbeitenden wohnen in Liechtenstein und 4 Prozent in Deutschland. Reichen die vorhandenen Parkplätze nicht mehr aus, oder gibt es andere Gründe, wieso Hilti umweltfreundliche Mobilität zu ihrem Anliegen macht? Wir stellen nach wie vor ausreichend Parkplätze zur Verfügung, weil dies für unseren Standort unabdingbar ist. Trotzdem ist das Thema Mobilitätsmanagement für uns kein Fremdwort. Die 18

Alpstar-Projektidee, die Pendlermobilität im Dreiländereck grenzüberschreitend mit Vertretern der Wohngemeinden Feldkirch und Buchs zu analysieren, hat uns bewogen, als Projektpartner einzusteigen. Dies ist eine neue Herangehensweise und wird uns helfen, neue Wege im Mobilitätsmanagement zu beschreiten. Wie reagieren die Mitarbeiter auf diese Initiative? Jene Mitarbeiter, die schon mit dem Projekt zu tun hatten, nahmen das Konzept mehrheitlich positiv auf. Wir haben z. B. mit Mitarbeitern aus Buchs, Feldkirch und Liechtenstein Workshops durchgeführt. Ziel war es, herauszufinden, was passieren müsste, damit sich Mitarbeiter die Frage stellen: „Nutze ich heute das Rad, den Bus oder das Auto für meinen Arbeitsweg?“ Diese Workshops haben zu sehr guten Ideen geführt.

Daniel Öhry Hilti AG

HR Projekt Manager, seit Sommer 2011 auch für das Mobilitätsmanagement verantwortlich. Wie viele Kilometer sind es von FK „Zwischen bis Schaan November mit dem und März Rad? fahre ich mit dem Bus zur Arbeit. Die Das restlichen sind etwa Monate zehn benutze Kilometer, ich wenn zu etwa man je einem die Bärenkreuzung Drittel das Fahrrad, in Feldkirch den Busals Ausgangspunkt oder mein Motorrad.“ nimmt.

Für das Frühjahr sind mehrere Aktionen geplant, um Pendlern Lust auf Radfahren zu machen. Was hat Hilti genau vor? Und was ist längerfristig geplant? Wir werden im März am Hauptsitz in Schaan einen mehrtägigen Anlass zum Thema Mobilität durchführen. Auf der einen Seite werden wir den Mitarbeitern Zahlen und Fakten zum aktuellen Mobilitätsverhalten aufzeigen. Auf der anderen Seite ist das Hauptziel, die Mitarbeiter zu animieren, ihren Arbeitsweg öfter mit dem Fahrrad zu bewältigen. Dazu wird es verschiedene Aktionen geben wie E-Bike ausprobieren, Sicherheitscheck für das eigene Fahrrad, Informationen zu Radwegen oder auch begleitete Fahrradfahrten vom Wohnort zum Arbeitsplatz. Langfristig geht es uns darum, die Anzahl der Mitarbeiter zu steigern, die für Kurzstrecken ihr Fahrrad als Transportmittel nutzen. Frühjahr 2014: Was ist Ihr Wunsch und was ein realistisches Ziel in Punkto Umstieg der HiltiMitarbeiter aufs Fahrrad? Zwischen März und Oktober kommen im Durchschnitt 65 Mitarbeiter mit dem Fahrrad zur Arbeit. Die Aktivitäten in diesem Jahr sollten dazu führen, dass die Zahl der Radfahrer in diesem Zeitraum deutlich zunimmt.

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< 262 Feldkircherinnen und Feldkircher sind bei Hilti in Schaan beschäftigt.

Wolfram Hahn, Gisingen

Wie kommen Sie selbst zur Arbeit? Zwischen November und März fahre ich mit dem Bus zur Arbeit. Die restlichen Monate benutze ich zu etwa je einem Drittel das Fahrrad, den Bus oder mein Motorrad. Was war für Sie ausschlaggebend für den Umstieg? Die erhebliche Kosteneinsparung! Wir hatten vorher zwei Autos zuhause, jetzt ist es noch eines und es funktioniert reibungslos. Sicherlich ist es für mich von Vorteil, dass ich von meinem Wohnort zum Arbeitsplatz eine gute Busverbindung habe. n

HILTI AG >> Hilti beliefert die Bauindustrie weltweit mit technologisch führenden Produkten, Systemen und Dienstleistungen. >> Umsatz 2012: CHF 4,2 Mrd. >> Standorte: Hilti ist in mehr als 120 Ländern tätig. >> Anzahl der Mitarbeiter: Weltweit rund 21.000, in Liechtenstein rund 1.850 (inkl. Lernenden und Praktikanten), davon aus Feldkirch 262

„Radfahren ist für mich ein guter Ausgleich zum Bürojob, Herz- Kreislauftraining und frische Luft inklusive. Mit ein bisschen Training ist man auch fast so schnell wie mit dem Auto, erspart sich aber den Stress im Stau und eine nervtötende Parkplatzsuche. In Zeiten, in denen alle von Klimaschutz reden, ist es eine einfache Möglichkeit, dazu selbst etwas beizutragen.“

Peter Jussel, Altenstadt

„Ich benütze oft das Fahrrad für den Arbeitsweg, weil ich mich beim Radfahren gut erholen kann und nur unwesentlich mehr Zeit benötige als mit anderen Verkehrsmitteln. Durch die Öffnung der grünen Grenze vor einigen Jahren steht eine Route zur Verfügung, bei der man nur wenig vom Autoverkehr belästigt wird. Darüber hinaus kann man bei schlechtem Wetter jederzeit auf die Bahn ausweichen“.

MIT RAD, BUS ODER ZUG ZUR ARBEIT Pendlerinnen und Pendler zum Umsteigen auf Rad, Bus oder Bahn zu bewegen, das haben sich Liechtenstein, St. Gallen und Vorarlberg im Rahmen des EUProjektes „Alpstar“ gemeinsam zum Ziel gesetzt. Zentrum der Aktivitäten bildet Schaan mit der Hilti AG, dem größten Arbeitgeber in Liechtenstein. Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Hilti suchen die Auspendler Gemeinden Buchs und Feldkirch nach Möglichkeiten, die Pendler zum Umstieg zu bewegen. < Es gibt viele Formen, um umweltfreundlich zur Arbeit zu kommen.

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LANDESWEITER FAHRRAD WETTBEWERB 2013

Ab in den Sattel und gewinnen! Unter dem Motto „Mit dem Rad zur Arbeit“ startete der diesjährige Fahrrad Wettbewerb am 14. März in Feldkirch bei Bachmann electronics. Wie schon in den letzten Jahren sind wieder alle Feldkircherinnen und Feldkircher eingeladen, beim Fahrrad Wettbewerb mitzuradeln.

Seit Beginn des Fahrrad Wettbewerbs vor sechs Jahren steigt in Feldkirch die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, aber auch die erradelten Kilometer stetig an. So haben im vergangenen Jahr über 750 Personen eindrucksvolle 680.000 km auf dem Rad zurückgelegt (entspricht knapp der Distanz zum Mond und wieder zurück). Dieses Ergebnis soll nun in der Radlerhochburg Feldkirch erneut übertroffen werden. Betriebe sind eingeladen mitzumachen Speziell Feldkirchs Betriebe sind dieses Jahr aufgefordert, sich am Fahrrad Wettbewerb zu beteiligen. Da immerhin die Hälfte aller Autofahrten zur Arbeit kürzer als fünf Kilometer ist, liegt hier ein großes Potenzial aufs Rad umzusteigen. Deshalb bietet die Stadt Feldkirch für interessierte Betriebe und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein attraktives „Radaktionspaket“ an, welches Lust aufs Alltagsradfahren machen soll. Unter anderem können die Betriebe bei der Umsetzung von Radchecksund Radservices unterstützt werden und sogenannte „Radpaten“ in Betrieben sollen eher autoaffine Mitarbeiter mit dem Rad zur Arbeit begleiten. Für nähe20

re Informationen zum Radaktionspaket kontaktieren Sie bitte die Fahrradbeauftragte der Stadt Feldkirch (Bakk. techn. Tanja Egger, Tel. 304-1411). Neu: Kilometereingabe per App Jeder der radelt, kann sich unter www. fahrradwettbewerb.at anmelden. Es geht dabei nicht um Rekorde, sondern um die gesunde Bewegung im Alltag. Und wer bis zum Stichtag, dem 9. September 2013, über 100 Kilometer radelt und bei der Abschlussfeier am 21. September 2013 teilnimmt, kann attraktive Preise gewinnen! Neu ist heuer die noch leichtere Kilometererfassung per App für iPhone und Android. Wer kein Smartphone benutzt, kann wie gewohnt die Internetplattform verwenden oder die geradelten Kilometer am Ende des Wettbewerbs telefonisch bekannt geben. Die Anschaffung eines praktischen Fahrrad-Tachometers wird gegen Anmeldung beim Fahrradwettbewerb mit

fünf Euro Gutscheinen von der Stadt Feldkirch unterstützt. Schoolbiker aufgepasst! Die jüngeren Radler sollen durch den schoolbiker Wettbewerb motiviert werden mitzumachen. Wenn eine Schulklasse zwischen 15. März und 24. Juni 2013 mindestens 1.000 Kilometer erradelt, besteht die Chance, die Klassenkasse aufzufüllen. Geldpreise im Gesamtwert von 3.500 Euro werden vom Land Vorarlberg verlost. Mitmachen lohnt sich! n

>>

Weitere Informationen auf www. fahrradwettbewerb.at

„Mit dem Rad zur Arbeit“ lautet das Motto des diesjährigen landesweiten Fahrradwettbewerbs.

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Zweite Fahrradservicestation eingerichtet

Die Fahrradservicestation hält Werkzeug für Kleinreparaturen, eine Pressluftstation und Papierhandtücher bereit.

Feldkirch zeigt sich fahrradfreundlich: Seit kurzem finden Radfahrer nicht nur am Sparkassenplatz, sondern auch am Bahnhofsvorplatz eine Fahrradservicestation. Dank der Servicestationen, die von der Stadt Feldkirch an zwei stark frequentierten Stellen eingerichtet wurden, können kleinere Pannen rasch behoben werden. Die Servicestationen halten

nützliche Werkzeuge, aber auch eine Pressluftstation fürs schnelle Aufpumpen der Reifen bereit. „Die Fahrradservicestation wird fleißig genutzt“, freut sich Bakk.techn. Tanja Egger, Fahrradbeauftragte der Stadt Feldkirch. Mit den Standorten am Bahnhof und beim Katzentrum will man auch der Kombination von Rad mit Bahn und Bus gerecht werden. n

Feldkircher Fahrradtreff am 13. April Am 13. April von 08.30 bis 13.00 Uhr findet der in Feldkirch traditionelle Fahrradtreff statt. Die Aktivitäten beim Radlertreff werden ganz nach dem Motto des Fahrrad Wettbewerbs „Mit dem Rad zur Arbeit“ gestaltet. Gratis Radcheck und Reinigung Wenn Sie mit dem Rad zum Fahrradtreff kommen, erhalten Sie gratis einen Radcheck oder eine Radreinigung für Ihren Drahtesel von der Werkzeit Vorarlberg – so wird ihr Rad wieder „fit“ für den Alltag. Fachsimpeln dürfen Sie mit den Feldkircher Fahrradhändlern, die Ihnen gerne Auskunft geben über Radneuheiten am Markt. Der ÖAMTC informiert zusätzlich über die sichere Ausrüstung am Rad und erklärt Ihnen, wie man sicher den Arbeitsweg mit dem Rad zurücklegen kann. Auch wieder mit dabei ist der RC Böhler Gisingen, bei dem Sie FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

GesmbH.

Der

Raumausstatter De

Der Fahrradtreff ist eine Fundgrube für gebrauchte Fahrräder – Sie können Räder kaufen, aber auch verkaufen.

ihr gebrauchtes Fahrrad abgeben und verkaufen können. Eventuell finden Sie im Gegenzug ein tolles City Bike oder einen praktischen Radanhänger. Dies und noch viel mehr soll wieder Lust auf die Radsaison machen. Das Detailprogrogramm folgt in Kürze. n

Vo r h a n g d e k o r a t i o n e n T a p e t e n W a n d b e s p a n n u n g S p a n n t e p p i c h e B o d e n b e l ä g e Polstermöbelwerkstätte Landrichterstraße 5 A - 6 8 3 0 R a n k we i l Tel. 0 55 22 / 44 6 02, Fax DW 18 s c h e r r e r. m @ a o n . a t 21


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GRUNDWASSERWÄRMEPUMPE SORGT FÜR EIN PERFEKTES KLIMA

Nachhaltige Energie für das neue Montforthaus Das neue Montforthaus wird nicht nur architektonisch und technisch ein Glanzstück für die Stadt Feldkirch, sondern nimmt auch in puncto Energieeffizienz eine Vorreiterrolle ein. Das Heizen und Kühlen erfolgt über eine Grundwasserwärmepumpe.

Insgesamt neun Varianten wurden geprüft, die für die Beheizung und Kühlung des neuen Montforthauses in Frage gekommen sind. Im Vordergrund stand, dass die Energieversorgungsanlage nachhaltig und kostengünstig für ein angenehmes Raumklima sorgt. „Als Bestvariante wurde ein System bestehend aus Grundwasserwärmepumpen zum Heizen und Kühlen, einer Brunnen- und Versickerungsanlage sowie einem Leitungsnetz ausgewählt“, bestätigt Baustadtrat Dr. Mathias Bitschnau. Konventionelles System teurer Die Lebenszykluskosten der Bestvariante wurden in der Folge mit einem konventionellen System, einer Gasheizung inklusive Kältemaschine, verglichen. Unter Einbeziehung der externen Kosten errechneten sich für die Lösung mit Grundwasserwärmepumpe günstigere Gesamtkosten. Brunnenanlagen in der Stadt Nachdem die Wahl der Energieerzeugungsanlage getroffen wurde, begann die Suche nach geeigneten Standorten

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für die Brunnenanlagen. Als geeignetes Gebiet für den Pumpbrunnen hat sich das Reichenfeld angeboten. Der Versickerungsbrunnen wird beim Mühletorplatz realisiert. „Derzeit läuft zudem die Einreichplanung für die wasserrechtliche Bewilligung. Für die genaue Ermittlung der Konsenswassermenge ist noch im Frühjahr ein umfassender Pumpversuch für den geplanten Pump- und Versickerungsbrunnen vorgesehen. Dafür werden provisorische Leitungen vom Pumpbrunnen im Reichenfeld über den Illsteg, den Elisabethplatz bis zum Schluckbrunnen im Bereich Mühletorplatz verlegt. Entsprechend den Ergebnissen des Versuches werden die Anlagendetails ausgelegt. Die restlichen Anlageteile wie die Brunnenkopfbauwerke und Leitungsführungen werden

schließlich im Jahr 2014 durchgeführt. „Mit den gegenständlichen Anlagesystemen ist eine größtmögliche Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen gegeben. Das Betriebsmittel Strom wird in Vorarlberg und natürlich speziell in Feldkirch zu einem hohen Prozentsatz aus regenerativen Quellen produziert. Damit ist eine nachhaltige Betriebsweise gegeben“, betont Bitschnau abschließend. n

Baustadtrat Dr. Mathias Bitschnau

„Mit den Anlagesystemen im Montforthaus ist eine größtmögliche Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen gegeben. Das Betriebsmittel Strom wird in Vorarlberg und natürlich speziell in Feldkirch zu einem hohen Prozentsatz aus regenerativen Quellen produziert. Damit ist eine nachhaltige Betriebsweise gesichert.”

< Die Bauarbeiten am Montforthaus laufen seit November 2012 auf Hochtouren.

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> Durch Einsatz von effizienter Lichttechnik konnte der Stromverbrauch bei der Straßenbeleuchtung um 38,7 Prozent gesenkt werden.

FELDKIRCH ERSTELLT EINEN ENERGIEMASTERPLAN

Masterplan führt Feldkirch in die Energiezukunft Wie hoch ist unser Energiebedarf heute und in 40 Jahren? Kann dieser Bedarf aus regionalen und erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden? Welche Auswirkung hat die Entwicklung unserer Stadt auf den Energiebedarf? Diese und weitere Fragen will die Stadt Feldkirch mithilfe eines Energiemasterplans klären.

Ziel des Energiemasterplans ist es, den aktuellen Energiebedarf in Feldkirch exakt zu erfassen – quasi eine räumliche Energiebilanz des gesamten Stadtgebietes zu erstellen. Aufbauend auf diesen Informationen soll dann eine energieoptimierte Stadtentwicklung und Raumplanung erfolgen. Zudem werden Zukunftsszenarien bis ins Jahr 2050 entwickelt. Derzeit werden verschiedenste Informationen zum Energieverbrauch für Wohnen, Gewerbe, Industrie bis hin zur Mobilität erhoben. Zudem werden die FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

regionalen Energiepotenziale, beispielweise aus Solarthermie, Abwärme, Geothermie, Biomasse usw. erfasst und analysiert. Die Darstellung und Auswertung der Ergebnisse in Form von Karten erlaubt räumliche Analysen und Vergleiche des Energiebedarfs. Somit können je nach Standort spezifische Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt werden, wie z.B. die Errichtung von Nahwärmenetzen oder Sanierungsmaßnahmen. Die Datengrundlage erlaubt es, die Wirksamkeit der Maßnahmen genau abzuschätzen. Energie-Szenarien werden präsentiert Die Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die Gestaltung der Energiezukunft der Stadt Feldkirch ist ein Kernstück des Energiemasterplans. „Die Szenarien zur Stadtentwicklung in Sachen Energie werden wir der breiten Öffentlichkeit zur Diskussion stellen“, erklärt Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold. Ab Ende 2013 sollen dann gemeinsam Ziele formuliert und Umset-

zungsmaßnahmen entwickelt werden. „Letztendlich wird auch die Umsetzung der Maßnahmen nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern möglich sein“, so Berchtold. n

ENERGIEMASTERPLAN Der Energiemasterplan Feldkirch dient dem Erreichen der Energieautonomie Vorarlbergs und der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft, die im Rahmen des von der EU geförderten Interregprojektes „Städte gestalten Zukunft“ mit Partnerstädten aus der Bodenseeregion gesetzt wurden. Unter der Leitung des Forschungszentrums alpS kooperieren zahlreiche Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft, wie z.B. die Stadtwerke Feldkirch, die Vorarlberger Illwerke und das Energieinstitut Vorarlberg. Das Projekt wird durch das Land Vorarlberg aktiv unterstützt. 23


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> Die Wände des künftigen Krafthauses sind bis zu 27 m tief und wurden mittels Schlitzwandverfahren hergestellt.

STADTWERKE FELDKIRCH ERRICHTEN KRAFTWERK AM ILLSPITZ

Bauarbeiten schreiten zügig voran Nach dem Rückschlag durch das Hochwasser im Oktober 2012 wurden die Bauarbeiten beim Kraftwerk am Illspitz weiter vorangetrieben. Bereits Anfang Dezember 2012 war das Krafthausplanum auf der linken Illseite wieder hergestellt und die Arbeiten für die unterirdischen Außenwände des Krafthauses wurden aufgenommen.

Die mittels „Schlitzwandverfahren“ hergestellten und bis zu 27 m tiefen und 80 cm starken Krafthauswände konnten alle bis Ende Februar 2013 fertig ge-

stellt werden. Ab März 2013 erfolgt der Aushub der neuen Krafthausbaugrube. Obwohl die Arbeiten seit dem Hochwasser relativ zügig voran schreiten, beträgt der Bauzeitrückstand beim Krafthaus fast drei Monate. Auf der rechten Ill-Seite sind zwischenzeitlich die Betonarbeiten zum mittleren und rechten Wehrfeld abgeschlossen und die Montage der Stahlwasserbauteile läuft. Mitte März werden die Segmente eingehoben und in vollständig geöffneter Stellung verriegelt, damit ab Mitte April die Ill durch die beiden fertiggestellten Wehrfelder geleitet werden kann. Anschließend wird mit den Bauarbeiten am linken Wehrfeld begonnen. n

Stadtrat Rainer Keckeis

„Bereits nach zehn Tagen waren die zugesagten Mittel im Rahmen des Energieanlagekontos vergriffen und wir mussten die Anlagemöglichkeit vorzeitig beenden. Es stehen nun 4,25 Mio. Euro zur Finanzierung des Kraftwerkes am Illspitz zur Verfügung. Ich danke allen Anlegern, die mit ihrem Beitrag die Umsetzung dieses Feldkircher Zukunftsprojektes unterstützen.“

< Das Hochwasser im Oktober hat die Bauarbeiten beim Kraftwerk um ca. drei Monate verzögert (Foto: Montagearbeiten beim mittleren Wehrfeld).

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Bürgerbeteiligung äußerst erfolgreich Wie schon bei den Kraftwerken Mühletorplatz (1906) und Hochwuhr (2003) wurde auch beim Kraftwerk Illspitz im Februar 2013 ein Energie-Anlagekonto aufgelegt. Den Bürgerinnen und Bürgern wurde so die Möglichkeit geboten, über die Raiffeisenbank Feldkirch oder die Sparkasse Feldkirch einen Betrag von maximal 50.000 Euro zu einer attraktiven Verzinsung zur Verfügung zu stellen. Über diese Art der Finanzierung erwarteten sich die Stadtwerke Feldkirch einen Beitrag von maximal vier Millionen Euro zur Finanzierung des Großbauvorhabens Illspitz. Unmittelbar nach Bekanntgabe der neuen Anlagemöglichkeit am 5. Februar 2013 im Rahmen einer Pressekonferenz im Rathaus war das Interesse enorm. Ehemaligen Hochwuhr-Anlegern wurde dabei ein Vorzugsrecht eingeräumt. „Bereits nach zehn Tagen waren die zugesagten Mittel komplett vergriffen und wir mussten diese Anlagemöglichkeit vorzeitig beenden“, informiert der zuständige Stadtrat Rainer Keckeis. Damit stehen nun 4,25 Mio. Euro über das Energie-Anlagekonto Kraftwerk Illspitz für die Finanzierung des Bauvorhabens zur Verfügung. „Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass von den 4,25 Mio. Euro noch 1,5 Mio. Euro aus dem Hochwuhr Energie-Anlagekonto stammen und dass diese Anleger ihr Geld wiederum für den Bau eines städtischen Kraftwerkes zur Verfügung stellen“, so Keckeis. Bei den Stadtwerken Feldkirch freut man sich natürlich über so viel Interesse am Bau des neuen Kraftwerkes und über so viel Kundentreue. n

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< v.l.: GF Trefalt, Stadtrat Keckeis, Bürgermeister Berchtold, Dir. Erne (Raiba) und Dir. Steinberger (Sparkasse) bei der Präsentation des Energieanlagekontos.

 

Helfen und dabei etwas verdienen!

r e lf e H e t r ie g a g En ht! c u s e g g n lu m für Sam 3 01.-31. Mai 201 Unterwegs sein für eine gute Sache und dabei verdienen? Sind Sie sozial eingestellt und kontaktfreudig? Dann melden Sie sich bitte gleich: Vorarlberger Landeszentrum für Hörgeschädigte, gemeinnützige Privatstiftung Feldgasse 24, 6850 Dornbirn Kontaktperson: Barbara Grabherr Tel.: 05572/25733-55 oder 0664/4610953 E-Mail: barbara.grabherr@lzh.at www.lzh.at

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FELDKIRCHER UNTERNEHMEN PROFITIEREN VOM GLASFASERNETZ

Stadtwerke bieten Internetzugang Der Bereich Telekommunikation der Stadtwerke Feldkirch vereint Expertenwissen mit modernster Technologie und erstklassiger Dienstleitung. Dies haben bereits viele Feldkircher Unternehmer erkannt und nutzen dieses Potenzial. Derzeit werden jeden Monat mehrere Neukunden an das Glasfasernetz der Stadtwerke angeschlossen. Der Netzausbau wird daher weiter forciert.

„Wir haben mit dem Ausbau des eigenen Glasfasernetzes in Feldkirch bereits alle Stadtteile erreicht. Von der Mög-

lichkeit eines Anschlusses können die Feldkircher Unternehmen und somit die ganze Region profitieren“, informiert Michael Mulej, verantwortlich für den Bereich Telekommunikation. Schnelle Glasfaser „Nachdem wir unsere Kunden nicht mittels Kupfer-Zweidraht oder KupferKoax sondern direkt an unser Glasfasernetz anbinden, können wir jede benötigte Bandbreite herstellen. Für den Internetzugang genügen oft noch die vorhandenen Bandbreiten, doch sobald zusätzliche Dienste wie beispielsweise eine Datensicherung außer Haus über diesen Anschluss realisiert werden sollen, führt kein Weg mehr an unserem Netz vorbei“, so Michael Mulej.

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Nähere Informationen erhalten Sie bei Michael Mulej, Tel. 34212550, michael.mulej@stadtwerkefeldkirch.at.

Maßgeschneiderte Internetlösungen für Businesskunden Leased Lines: Die auch als „Mietleitung“ bezeichneten Datenleitungen werden innerhalb Feldkirchs oder mittels Partner auch regional und international realisiert. Dieses Angebot richtet sich an größere Unternehmen zur Vernetzung von Standorten. Internet: Die Bandbreite des jeweiligen Internetanschlusses orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen – vom Kleinunternehmer bis hin 26

zum Großkonzern oder InternetReseller. Die Stadtwerke haben eigene Anbindungen an die großen InternetKnoten in Frankfurt und Wien und sind deshalb bestens international vernetzt. Storage: Wie bei einem „Schließfach“ kann der Kunde seine Hardware in einem nur ihm zugänglichen Rack im Telehaus der Stadtwerke betreiben. Die Anbindung zum Rack erfolgt über das Glasfasernetz mittels hoher Bandbreite. Damit hat der Kunde

jederzeit Zugriff zu seinen Daten. Auf diesem Wege kann der Kunde auch sehr einfach geographisch redundante Clusterlösungen realisieren. Backup: Für eine tägliche Datensicherung außer Haus wird der benötigte Speicherplatz angeboten. Die Speicherung der Daten erfolgt verschlüsselt auf Speichersystemen der Stadtwerke. n

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< Am meisten wird im heurigen Jahr in die Großprojekte Montforthaus, Kraftwerk Illspitz und Altstoffsammelzentrum investiert.

BUDGET 2013

Große Investitionen prägen die Zukunft der Stadt Feldkirch Mit dem neuen Montforthaus, dem Kraftwerk Illspitz und dem Altstoffsammelzentrum stehen in Feldkirch in den nächsten Jahren richtungsweisende Investitionen an. Um diese Großprojekte zu finanzieren, bedarf es eines soliden Kostenmanagements.

I

n Feldkirch wurde kontinuierlich auf die nachhaltige finanzielle Entwicklung der Stadt geachtet, was sich nun doppelt bezahlt macht. Einerseits können die künftigen Großinvestitionen realisiert werden und andererseits bleibt die Grundversorgung auf hohem Niveau. Speziell mit dem Neubau des Montforthauses, für das im Jahr 2013 eine Bausumme von 13,1 Millionen Euro vorgesehen ist, wird in die Zukunft der Stadt investiert. „Das Montforthaus bildet das Rückgrat Feldkirchs als Veranstaltungsort und wird ein wesentlicher Impulsgeber für die Wirtschaft, das Kulturgeschehen, das Vereins- und gesellschaftliche Leben sein“, so Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold. 28

Voranschlag 2013 Insgesamt weist der Feldkircher Voranschlag für das Haushaltsjahr 2013 Einnahmen und Ausgaben in der Höhe von jeweils 102,81 Millionen Euro aus. Im Vergleich zum Voranschlag 2012 bedeutet das eine Erhöhung von etwa fünf Prozent. Einnahmenentwicklung Im Bereich der Gebühren wurden Anpassungen bei Wasser, Kanal und Müll sowie bei den Parkgebühren vorgenommen. Die damit zusätzlich anfallenden Kosten für die Bürgerinnen und Bürger halten sich jedoch in Grenzen, was folgende Rechnung deutlich macht: Für einen 3-Personen-Haushalt fallen im Jahr 2013 Mehrkosten bei Wasser-, Kanal- und Müllgebühren von zirka 2,30 Euro pro Monat an.

Gruppen Unterricht/Erziehung/Sport und Wissenschaft, soziale Wohlfahrt und Gesundheit deutlich über dem Durchschnitt. Das liegt zum einen in der gesetzlichen Ausweitung der Kinderbetreuung und dem Ausbau der Schülerbetreuung und zum anderen an den deutlich steigenden Transferzahlungen für Gesundheit und Soziales. Insgesamt sind die Transferzahlungen an das Land in den Jahren 2008 bis 2013 um durchschnittlich 28,3 Prozent gestiegen. Der Beitrag zum Sozialfonds steigt vom Jahr 2008 bis 2013 um etwa 42,9 Prozent oder in Zahlen ausgedrückt von jährlich 4,47 Millionen Euro auf 6,37 Millionen Euro. Der Beitrag zur Abgangsdeckung der Krankenanstalten erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 3,43 Millionen Euro auf 4,74 Millionen Euro (+37,4 Prozent).

Ausgabenentwicklung Für das Jahr 2013 sind alleine im ordentlichen Haushalt Ausgaben von insgesamt 83,04 Millionen Euro veranschlagt. Davon entfallen 68,20 Millionen Euro auf die laufende Gebarung. Betrachtet man die Jahre 2009 bis 2013 liegt die Ausgabensteigerung in den

Investitionen prägen die Zukunft Die nächsten Jahre zeichnen sich durch hohe Investitionen aus. Allen voran kann hier das Montforthaus genannt werden. Aber auch das Kraftwerk Illspitz schlägt im Jahr 2013 mit 11 Millionen Euro Bausumme zu Buche. Für das neue Altstoffsammelzentrum, das im FELDKIRCH AK TUE LL 1/ 2013


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Heuer werden in die Baustelle Montforthaus 13,1 Millionen Euro investiert.

Finanzstadtrat Wolfgang Matt

„Die nächsten Jahre zeichnen sich durch hohe Investitionen aus. Zählt man die Großprojekte Monftforthaus, Kraftwerk Illspitz und Altstoffsammelzentrum zusammen, fallen bis zu deren Fertigstellung ungefähr 75,3 Millionen Euro an. Alleine im heurigen Jahr werden in Feldkirch 19,25 Millionen Euro investiert. Das entspricht 19 Prozent der Gesamtausgaben der Stadt Feldkirch.”

Jahr 2014 in Betrieb genommen wird, werden im Jahr 2013 rund 1,8 Millionen Euro aufgewendet. Insgesamt ist das Projekt mit 2,8 Millionen Euro veranschlagt. „Zählt man die drei Großprojekte Montforthaus, Kraftwerk Illspitz und Altstoffsammelzentrum zusammen, fallen bis zu deren Fertigstellung Investitionen in der Höhe von ungefähr 75,3 Millionen Euro an“, rechnet Finanzstadtrat Wolfgang Matt vor. Insgesamt beträgt das Investitionsvolumen im Jahr 2013 19,25 Millionen Euro, was 19 Prozent der Gesamtausgaben der Stadt Feldkirch entspricht. Wirtschaftliche Entwicklung Das Kommunalsteueraufkommen spiegelt in Feldkirch eine positive Wirtschaftsentwicklung wider. In den Jahren 2001 bis 2012 stiegen die geleisteten Beiträge um knapp 33 Prozent. Konkret entspricht das einer Steigerung des Steueraufkommens von etwa 186 Euro pro Einwohner im Jahr 2001 auf zirka 222 Euro pro Einwohner im Jahr 2012. Gleichzeitig stieg die Anzahl an kommunalsteuerpflichtigen Unternehmen um 307 beziehungsweise 26 Prozent. n FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

ECKDATEN ZUM BUDGET 2013 >> Einnahmen und Ausgaben: Der Voranschlag 2013 weist Einnahmen und Ausgaben in der Höhe von 102,81 Millionen Euro aus. Damit wurde erstmals in der Geschichte der Stadt Feldkirch die 100 MillionenEuro-Grenze überschritten. >> Anpassungen Wasser-, Kanal-, Müll- und Parkgebühren: Für einen 3-Personen-Haushalt fallen aufgrund der Gebührenanpassung Mehrkosten von zirka 2,30 Euro monatlich an. >> Ausgabenentwicklung: Im ordentlichen Haushalt sind 83,04 Millionen Euro an Ausgaben veranschlagt. 68,2 Millionen Euro davon entfallen auf die laufende Gebarung. >> Transferzahlung an das Land: Der Beitrag zum Sozialfonds stieg

von 2008 bis 2013 um etwa 42,9 Prozent bzw. von 4,47 Millionen Euro auf 6,37 Millionen Euro. >> Ausgaben im Bereich Bildung: Seit dem Jahr 2009 investierte die Stadt Feldkirch durchschnittlich 9,59 Millionen Euro in Bildung. Unter Einbeziehung aller Schulen wurden somit jährlich etwa 2.847 Euro pro Kind ausgegeben. >> Investitionen prägen die Zukunft: Das Investitionsvolumen im Jahr 2013 beträgt 19,25 Millionen Euro, was 19 Prozent der Gesamtausgaben der Stadt Feldkirch entspricht. Die größten Posten stellen das neue Montforthaus, das Kraftwerk Illspitz und das Altstoffsammelzentrum dar. Bis zur Fertigstellung dieser drei großen Bauprojekte fallen insgesamt Kosten in der Höhe von 75,3 Millionen Euro an.

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SPRECHSTUNDEN DER STADTRÄTINNEN UND STADTRÄTE Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold

jeden Dienstag, 17 bis 18 Uhr und Donnerstag, 9.30 bis 11 Uhr nach telefonischer Voranmeldung Auskunft: Tel. 304-1111 >> Allgemeine Verwaltung >> Personalangelegenheiten >> Interkommunale Zusammenarbeit >> Städtepartnerschaft und Ehrenamt >> Sicherheits-, Hilfs-, Rettungs- und Feuerwehrwesen >> Kastrophenmanagement

Stadträtin Marlene Thalhammer

jeden Montag ab 13.30 Uhr nach telefonischer Voranmeldung Auskunft: Tel. 304-1441 >> Umweltschutz und Abfallwirtschaft

Stadtrat Rainer Keckeis

jeden Montag, 11.30 bis 12.30 Uhr nach telefonischer Voranmeldung Auskunft: Tel. 304-1441 >> Stadtwerke

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Vizebürgermeisterin Erika Burtscher

nach telefonischer Voranmeldung Auskunft: Tel. 304-1111 >> Jugend >> Kindergärten und Kinderbetreuung >> Schulen, Sport und Sportstätten

Stadtrat Dr. Guntram Rederer

jeden Donnerstag, 17 bis 18 Uhr. Auskunft: Tel. 304-1231 >> Sozial- und Gemeinwesen >> Familie und Senioren >> Wohnungswesen >> Gesundheitswesen und Gemeindesanitätswesen >> Leichen- und Bestattungswesen

Stadträtin Dr. Angelika Lener

jeden Montag, 10 bis 11.30 Uhr nach telefonischer Voranmeldung Auskunft: Tel. 304-1441 >> Stadtentwicklung und Stadtplanung >> Raumplanung und Verkehrsplanung >> Altstadterhaltung, Denkmalschutz

Stadtrat Wolfgang Matt

jeden Montag ab 14 Uhr nach telefonischer Voranmeldung Auskunft: Tel. 304-1323 >> Finanzen und Vermögen >> Wirtschaft und Fremdenverkehr >> Landwirtschaft und Forst

Stadträtin Dr. Barbara Schöbi-Fink

jeden Dienstag, 9 bis 10 Uhr Auskunft: Tel. 304-1271 >> Kultur >> Bildung >> Musikschule >> Integration >> Archiv, Bibliothek und Büchereien

Stadtrat Dr. Mathias Bitschnau

jeden Montag, 13 bis 17 Uhr nach telefonischer Voranmeldung Auskunft: Tel. 304-1442 >> Hochbau >> Straßenbau und Straßenerhaltung >> Kanal- und Wasserbau

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UMWELTJAHRESPROGRAMM 2013

„Weniger bringt mehr“ Das heurige Umweltveranstaltungsprogramm widmet sich nach 2012 noch einmal dem nachhaltigen Lebensstil. Acht Veranstaltungen laden ein, eigene Verhaltensweisen kritisch zu hinterfragen und Neues auszuprobieren – ganz im Sinne des Klima- und Umweltschutzes.

Seit den 50er-Jahren zeigen die weltweiten Entwicklungskurven steil nach oben: Der Energieverbrauch steigt, die Weltbevölkerung wächst, immer mehr Boden wird verbraucht, die Anzahl der Autos nimmt zu, weltweit werden immer mehr Kilometer mit dem Flugzeug zurückgelegt. Das Wachstum ist dabei exponentiell, d.h. es findet in immer kürzeren Zeitintervallen statt. Kann sich dieses „immer mehr“ und „immer schneller“ aber insgesamt für die Erde und deren Bevölkerung ausgehen? Verbrauchen wir in den westlichen Industrieländern mit unserem Wohlstand im Vergleich zu den Entwicklungsländern nicht schon längst viel zu viel an Ressourcen? Haben die Ärmsten der Welt nicht auch ein Recht auf ein gutes und zufriedenes Leben?

Mehr Lebensqualität gewinnen Ein weltweiter Verteilungskampf um Raum und all die anderen Ressourcen scheint vorprogrammiert. Dabei könnten wir auch den anderen Weg gehen und unseren Lebensstil verändern und anpassen. Dies ist in vielen FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

Bereichen heute möglich, ohne dass wir Einschränkungen oder gar Rückschritte empfinden müssen. Im Gegenteil: mitunter können wir durch weniger von bestimmten Dingen mehr an Lebensqualität für uns gewinnen. Welche Möglichkeiten es gibt, durch bewussten Verzicht ein Mehr an Erlebnis, an Miteinander, an Genuss, an Wohlbefinden oder einfach an Lebensqualität zu finden, will das Umweltjahresprogramm 2013 wiederum lustvoll vermitteln. n

Das Erlebnis eines funkelnden Sternenhimmels ist durch die nächtliche Beleuchtung zur Seltenheit geworden (Foto: ESO/B. Bailleul).

Umweltstadträtin Marlene Thalhammer

„Nachdem die letztjährige Veranstaltungsreihe `Gut statt viel´ ideal auf den Zeitgeist reagiert und von den Feldkircherinnen und Feldkirchern äußerst positives Echo erhalten hat, wollen wir heuer mit `Weniger bringt mehr´ in diese Richtung weiter informieren und die Bürgerinnen und Bürger dazu animieren, sich unsere Konsumgesellschaft und ihre Auswirkungen genauer anzuschauen.“

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Das gesamte Umweltjahresprogramm 2013 finden Sie in der Broschüre „Weniger bringt mehr“, die diesem Feldkirch aktuell beiliegt und auch im Rathaus Bürgerservice erhältlich ist.

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Badevergnügen mit Granderwasser® im Traditionsbad Felsenau

Fun & Action im Erlebnis Waldbad

BÄDER BEREITEN SICH AUF DIE BADESAISON VOR

Der Sommer kann kommen Die Liegewiesen sind sattgrün, das Becken auf Hochglanz poliert und mit aufbereitetem Wasser gefüllt. Die Holzliegen und Sitzbänke haben neue Farbe bekommen. Und nichts erinnert an die zurückliegenden Wintermonate und vor allem an die viele Arbeit, die die Teams der Feldkircher Schwimmbäder aufgewendet haben, um am 27. April bestens vorbereitet in die neue Badesaison 2013 zu starten.

Das Schwimmbecken in der Felsenau wird zum Saisonstart in 45 Stunden mit 2.000 m³ Granderwasser® gefüllt. Im Waldbad fließen 150 bis 200 m³ Wasser pro Stunde in das Chromstahlbecken. Nach ungefähr 15 Stunden sind auch diese Becken gefüllt. Die gelbe Wellenrutsche und die blaue 70-Meter-Rutsche im Waldbad werden jährlich vom TÜV auf deren Sicherheit geprüft. Damit die Badegäste eine tadellose Liegewiese genießen können, wird diese einem Frühjahrs-Beautyprogramm unterzogen. Der Rasen erhält seine wohlverdiente Menge Nährstoffe,

nachdem ihm durch Vertikutieren Luft zugeführt wurde. Sämtliche Bäume und Sträucher werden fachkundig zurechtgeschnitten und die Blumentöpfe mit Blumen von der Stadtgärtnerei bepflanzt. Der Sommer kann kommen! n Öffnungszeiten: 27. April bis 8. September, täglich von 9 bis 20 Uhr (bei entsprechender Witterung)

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Nähere Infos: www.feldkirch.at/ waldbad bzw. www.feldkirch.at/ felsenau

PREISE 2013 Bereits Anfang März hat für die Mitarbeiter im Erlebnis Waldbad Gisingen und im Schwimmbad Felsenau die Saison begonnen. Die Becken wurden mit Hochdruck-Geräten vom Schmutz befreit. Das Becken in der Felsenau hat zudem einen neuen Anstrich in Azurblau erhalten. 32

in Euro Kinder bis Jg. 2007 Schüler bis Jg. 1998 Jugendliche bis Jg. 1995 Erwachsene Senioren Familien

Einzeleintritt frei 2,00 3,10 4,20 3,30 9,40

Kombi-Saison-Karte frei 30,00 40,00 62,00 47,00 120,00

Bädermax frei 35,00 49,00 73,00 56,00 146,00

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SEIT BALD 20 JAHREN KINDERKINO IN FELDKIRCH

Auf die Filmauswahl kommt es an Sich Filme ansehen gehört für Kinder und Jugendliche zu ihren liebsten Freizeitbeschäftigungen. Gleichzeitig macht der übermäßige Filmkonsum der Kinder manchen Eltern Sorgen. Dass Filme eine äußert wertvolle Freizeitbeschäftigung sein können, beweist das von der Stadt Feldkirch organisierte KinderKino.

1994 fand das Feldkircher Kinderkino zum ersten Mal statt. Seither werden jeweils zweimal pro Jahr besonders wertvolle Filme für Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren im Theater am Saumarkt gezeigt. Wichtiger Teil des Konzepts: Im Anschluss an die Filme werden die Erfahrungen, die die Kinder dabei machen, ausgetauscht und auch über Gefühle gesprochen. Die Filme, die das Kinderkino zeigt, werden bereits seit einigen Jahren immer mit einem bestimmten Thema verknüpft: von „Freundschaft“ über „Pfiffige Mädchen“ bis hin zu „Träumen“ oder wie im aktuellen Programm „Angst“. Gesellschaftlich relevante und reale Themen werden kritisch beleuchtet und in kindgerechter Art aufgearbeitet. „Unser Ziel ist es“, so Mag. Heike Sprenger, Leiterin des Jugendservice, „vielschichtige, manchmal durchaus auch ‚schwierige‘ Kinderfilme zu zeigen.“

Kinder- und Jugendstadträtin Erika Burtscher

heute ist das Theater am Saumarkt ein wichtiger Partner für das KinderKino. Die Medienstelle der Diözese Feldkirch unterstützt den Jugendservice bei der Filmauswahl. Die Filme werden dort auch bestellt und verliehen.

Pädagogisch wertvolles Kinderprogramm Das Feldkircher KinderKino ist nur ein Teil des umfangreichen Kinderprogramms, das der Jugendservice für alle Fünf- bis Zwölfjährigen anbietet. Neben den Workshop-Reihen in den Semester- und Osterferien organisieren die Mitarbeiterinnen auch die Kinderstadt KleinFeldkirch und die SommerferienSpielwochen. Auch einen eigenen Kinderrathausführer hat der Jugendservice der Stadt Feldkirch herausgegeben. n Jeweils im Frühjahr und im Herbst bietet die Stadt Feldkirch Kino für Kinder. Nächster Termin: 17. April.

„Die Freizeitprogramme der Stadt Feldkirch sollen Kinder in ihrer Entwicklung begleiten und Anregung zur Partizipation bieten. Es ist uns ein großes Anliegen, Kindern nicht nur Beschäftigung zu bieten, sondern pädagogisch wertvolle Aktivitäten zu gestalten. Das Kinderkino ist ein Angebot, das gerne angenommen wird.“

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Nähere Informationen: Jugendservice der Stadt Feldkirch, Tel. 304-1280, jugendservice@feldkirch.at

Partner des Kinderkinos Das erste KinderKino fand 1994 noch im damaligen Oscar-Kino statt. Bereits die dritte Veranstaltung wurde im Theater am Saumarkt aufgeführt. Bis FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

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> 1.300 Schülerinnen und Schüler werden an der Musikschule Feldkirch unterrichtet.

JUBILÄUMSPROGRAMM ZUM 125-JÄHRIGEN BESTEHEN

Die Musikschule feiert Geburtstag Die Musikschule Feldkirch feiert 2013 ihren 125. Geburtstag mit einem umfangreichen Jubiläumsprogramm. 1888 wurde die Sing- und Musikschule gegründet. Sieben Instrumente konnten damals erlernt werden. Heute sind es über 50 Unterrichtsfächer. Höhepunkt im Jubiläumsjahr werden die Feierlichkeiten vom 5. bis 7. November sein.

Als die Feldkircher vor 125 Jahren eine eigene Sing- und Musikschule gründeten, war dies ein Ausdruck des Bildungsbürgertums. Sich mit Musik zu beschäftigen, gehörte zur guten Stellung in der Gesellschaft. Und auch mit der Industrialisierung und gewissem Wohlstand bot sich in Feldkirch ein guter Boden. Und schließlich stammten bekannte Komponisten aus Feldkirch: u.a. Tony Schmutzer, der Vater der Vorarlberger Landeshymne. Bereits 1903 wurden in der neuen Musikschule 193 Schüler unterrichtet. Heute besuchen 1.300 Schülerinnen und Schüler die Musikschule Feldkirch. 52 Pädagoginnen und Pädagogen un34

terrichten über 50 verschiedene Fächer. Ballettunterricht gehört ebenso zum Lehrplan wie musikalische Früherziehung, Mutter-Kind-Singen oder die Kreativwerkstatt.

Musikschule setzt auf Kooperation Gleichzeitig ist die Musikschule Teil des kulturellen Lebens in Feldkirch geworden. Von der Messgestaltung im Altersheim bis zum Sommernachtsfest im Reichenfeld. Und die Musikschule setzt auf Kooperationen: natürlich mit dem Landeskonservatorium als unmittelbarem Nachbarn, aber auch mit der Arbeiterkammer, der Justizanstalt, dem Feldkirch Festival, der Art Design, … Die Musikschule zeigt längst weit über das Schulgebäude im Reichenfeld hinaus ihre Ausstrahlung und Wirkung.

„Ein Instrument zu spielen ist bewiesenermaßen die komplizierteste Gehirntätigkeit überhaupt - da kann es nur förderlich sein, ein Instrument zu erlernen.“ Mag. Nikolaus Netzer, Musikschuldirektor

Programm zum Jubiläum Zum 125. Geburtstag werden das ganze Jahr über Konzerte stattfinden. Den Auftakt macht ein Duett-Abend für Violine und Bratsche mit Markus Kessler und Regina Florey am 11. April, um 20 Uhr, der die Nähe zum Konservatorium unterstreicht. Im November wird drei Tage lang gefeiert. Ein Highlight wird der Auftritt von Brigitte Fassbaender am 6.11. sein. In einer Festschrift zum Jubiläum werden prominente Vorarlberger ihre Gedanken zu Musik und Musikschule niederschreiben – mit dabei sind Reinhard Haller und Landeshauptmann Wallner, aber auch Herwig Bauer oder Markus Wohlfahrt. Schülerinnen und Schüler der Handelsakademie arbeiten derzeit an einer Marktanalyse, um das Image der Musikschule zu erheben. Das Ergebnis wird Grundlage für eine Standortbestimmung, aber auch für künftige Weichenstellungen sein. „Wir wollen das Profil der Musikschule weiter schärfen“, so Direktor Nikolaus Netzer. „Wir müssen wahrscheinlich noch näher zu den Kindern und Jugendlichen kommen. Social Media wird da entscheidend sein.“ So wird die Musikschule sich ab Herbst auch im Internet mit einer neuen Plattform präsentieren. n FELDKIRCH AK TUE LL 1/ 2013


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CLOWNFRAU LILLILU BESUCHT DEN UNTERRICHT

Experiment Musikschulclown Die Musikschule Feldkirch ist ein kreatives Haus. Seit Herbst 2012 besucht Clownfrau Lillilu regelmäßig verschiedene Unterrichtsklassen, ist bei Veranstaltungen und Proben dabei, unterhält sich mit Kindern und Eltern oder macht es sich ganz einfach im Stiegenhaus gemütlich. Ihre Anwesenheit zeigt Wirkung!

„Lillilu“ – alias Lisa Suitner - ist diplomierte Schauspielerin für Clown und Comedy. Seit Herbst ist sie für die Dauer eines Jahres Teil der Musikschule und hat, so Direktor Netzer, mittlerweile eine wichtige integrierende Funktion. Manche Kinder kommen früher zum Unterricht, nur um Lillilu zu

treffen. Lehrer fordern sie an, bei ihrem Unterricht dabei zu sein: „Wir machen hervorragende Erfahrungen mit Kindern, die Vorspielängste haben“, so Dir. Netzer. Bei der Clownfrau, die sich so tollpatschig anstellt, vergessen Kinder ihre Ängste. Und auch eher verschlossene Kinder „tauen auf“. Manchmal reicht es schon, wenn Lillilu beim Unterricht einfach nur daneben sitzt und zuhört. Künftig soll ihre Arbeit auch in die Musikpädagogik für Menschen mit besonderen Bedürfnissen einfließen. „Etwas Neues auszuprobieren, traut man sich oft nicht, weil nicht sicher ist, ob es zum Erfolg führt. Gerade kreative Häuser sollten dies aber wagen“, so Nikolaus Netzer. Die Clownfrau war ein Experiment. Die Musikschule ein Raum zum Ausprobieren. Das Ergebnis freut alle Beteiligten. n

Clownfrau Lillilu ist seit Herbst 2012 Teil der Musikschule Feldkirch.

UND WAS BRINGT DIE ZUKUNFT? Mag. Nikolaus Netzer leitet seit 2009 die Musikschule Feldkirch und meint: „Gesellschaftliche Entwicklungen, aber auch das Thema Gesamtschule verlangen, dass die Musikschule sich Gedanken über ihre Zukunft macht.“ Die Altersstruktur der Musikschüler werde sich künftig verschieben, glaubt Netzer. Das Angebot der Musikschule richtet sich heute an Kinder ab einem Alter von zwei Monaten: Das MutterKind-Singen erfreut sich z.B. großer Beliebtheit. Ebenso die Musikalische Früherziehung. „Die Musikschule wird sich künftig aber auch den Erwachsenen und der älteren Generation stärker FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

zuwenden müssen“, so Netzer. Ganz im Sinne des lebenslangen Lernens. Grundlegende Änderungen sieht Direktor Netzer auch mit dem Modell der Gesamtschule auf die Musikschulen zukommen. „Wenn der Unterricht wie geplant in verschränkter Form stattfindet und die Kinder bis 16 Uhr in der Schule sind, dann fällt für uns die Hälfte der bisherigen Unterrichtszeit weg.“ Von 16.30 bis 19 Uhr dieselbe Zahl an Kindern unterrichten zu wollen, sei illusorisch. Die Musikschule Feldkirch werde daher gemeinsam mit den Pflichtschulen über neue Wege des Musikschulunterrichts nachdenken.

Mag. Nikolaus Netzer leitet seit 2009 die Musikschule Feldkirch.

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PANORAMA

FREIE THEATERSZENE FELDKIRCH

Vielfalt und Kontinuität Ohne großes Brimborium hat sich in Feldkirch über die Jahre eine höchst lebendige professionelle Theaterszene entwickelt, die Jahr für Jahr mit sehenswerten und ungewöhnlichen Produktionen aufhorchen lässt. Tendenz steigend.

Z

wei Frauen sitzen auf einer Tiefkühltruhe, die urplötzlich einen Wahnsinnslärm erzeugt und höllisch zu rumpeln beginnt. Bei dem, was hier im Alten Hallenbad zu sehen ist, handelt es sich nicht etwa um einen schrillen Werbespot eines großen Haushalts- und Elektrogeräte-Discounters, vielmehr haben wir es mit der aktuellen Produktion des „Projekttheater Vorarlberg“ zu tun. In Dea Lohers Stück „Anna und Martha. Der dritte Sektor“ spielen Martina Spitzer und Maria Hofstätter in der Regie von Susanne Lietzow ein Schreckschrauben-Duo, wie es schrulliger kaum sein könnte. 36

Szenenwechsel: Am Eingang zum Pool des Alten Hallenbads werden die Besucherinnen und Besucher einer Theatervorstellung von zwei Herrschaften nach mitgebrachten Waffen, Sprengstoffen und sonstigen verbotenen Sachen befragt. Neue Sicherheitsrichtlinien in der Versammlungsstättenverordnung? Nein, „walktanztheater.com“ setzt sich in seiner Produktion, „Aufschluss. Ein Stück über Menschen im Strafvollzug“

walktanztheater.com: „Aufschluss. Ein Stück über Menschen im Strafvollzug“, Bewegungschor

in Sichtweite zur Feldkircher Justizanstalt mit einem Thema auseinander, über das der Laie gemeinhin wenig weiß. Wie fast immer bei Brigitte Walk verschmelzen hier Profis und Laien zu einem starken Ensemble. Säulen der Theaterszene „Projekttheater“ und „walktanztheater. com“: Zwei etablierte Freie Theatergruppen, die mit Fug und Recht das Prädikat „Säulen der Feldkircher Theaterszene“ verdienen, produzieren sie doch seit vielen Jahren regelmäßig hier und haben mit ihren sehr unterschiedlichen, aber jeweils unverwechselbaren und kompromisslosen Spielstilen sowie mit ihrer inhaltlichen und personellen Kontinuität längst ihr Stammpublikum gefunden. Und das ist bei weitem nicht alles, was in Feldkirch an Theater zu sehen ist. So sind seit vielen Jahren beim von Johannes Rausch organisierten Kinder- und Jugendtheaterfestival „Luaga und Losna“ (übrigens das älteste Festival seiner Art in Österreich) im Pförtnerhaus und am Saumarkt herausragende internationale ProduktioFELDKIRCH AK TUE LL 1/ 2013


PANORAMA

< Projekttheater: „Anna und Martha“; Martina Spitzer (li.), Maria Hofstätter

nen für ein junges Publikum zu sehen. Natürlich bietet auch das Theater am Saumarkt in seinem umfangreichen Programm immer wieder ausgewählte Produktionen (nicht nur) aus der heimischen Freien Szene an. Brisante Stücke Und damit immer noch nicht genug, denn auch „dieheroldfliri.at“ (dahinter stehen die aus Tisis stammende Schauspielerin Maria Fliri und die Regisseurin Barbara Herold) hat mit „Covergirl“ und „Von Hollywood nach Uganda“ bereits zwei politisch brisante Stücke mit großem Erfolg in Feldkirch gezeigt, und auch das „aktionstheater“ von Martin Gruber wird in diesem Jahr aller Voraussicht nach erstmals in Feldkirch auftreten. Dazu kommen noch verschiedene Einzelgastspiele, und auch die Sparte Tanztheater leistet mit Gruppierungen wie „companie bewegungsmelder“ oder „Tanzufer“ und dem Werkstattformat „Open Space“ einen wichtigen Beitrag zur lebendigen Theaterszene in Feldkirch. Da ist es letztlich nur logisch, dass auch der semiprofessionelle Bereich sich qualitativ nicht lumpen lässt, beispielhaft zu beobachten etwa in der bemerkenswerten Produktion „Brandenburger Konzert“ des Theaters „Schau Spiel Raum“ im vergangenen November, wo mit dem Antiquariat Chybulski auch gleich noch ein weiterer Spielort etabliert wurde. Ein derart reichhaltiges Angebot an Aufführungen von professionellen Freien Gruppen ist für eine Stadt dieser Größenordnung durchaus nicht selbstverständlich und so darf sich Feldkirch mittlerweile guten Gewissens als einer der wichtigsten Schauplätze für Freies Theater (zumindest) im Westen der Republik bezeichnen. Dies nicht zuletzt FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

Kulturstadträtin Dr. Barbara Schöbi-Fink

„Die Produktionen von Projekttheater und walktanztheater.com, aber auch Auftritte anderer Freier Theatergruppen in Feldkirch zeigen, dass es nicht die leichte, gefällige und unverbindliche Kost sein muss, mit der man Erfolg haben kann. Die Freie Szene spielt im kulturellen Leben unserer Stadt längst eine nicht mehr wegzudenkende Rolle und ist ein wichtiger Baustein für ein attraktives Kulturangebot.“

auch wegen des hervorragenden Angebots an geeigneten Spielstätten wie Altes Hallenbad, Saumarkt oder Pförtnerhaus. Finanziell nicht auf Rosen gebettet Viel wird derzeit über „prekäre Arbeitsbedingungen“ in diesem Bereich gesprochen und es ist tatsächlich kein Geheimnis, dass die meisten Freien Gruppen finanziell nicht auf Rosen gebettet sind und sich teilweise hart an der Grenze zur Selbstausbeutung bewegen, um kontinuierlich arbeiten zu können. „Umso wichtiger ist es“, so Harald Petermichl, Leiter des Kulturreferats der Stadt Feldkirch, „dass die Bedeutung der Freien Theatergruppen für das kulturelle Leben einer Stadt in den kulturpolitischen Überlegungen auch weiterhin entsprechend gewürdigt wird, ideell und finanziell, um den Gruppen so etwas wie Planungssicherheit zu ermöglichen.“ Die Relevanz dieses Segments der Theaterlandschaft stehe ohnehin

außer Frage: „Man möchte sich lieber gar nicht erst vorstellen, wie es heute um die Darstellende Kunst im allgemeinen bestellt wäre, würden nicht gerade die Freien Gruppen seit Jahrzehnten extrem wichtige Impulse geben und so die Entwicklung dieser Sparte kraftvoll, stetig und nicht zuletzt in einer angenehmen Sturheit vorantreiben.“ Etwas Erfreuliches noch zum Schluss: Die österreichische Zeitschrift für Freies Theater „gift“ untersucht in ihrer aktuellen Jahresbeilage die derzeitige Situation in den Bundesländern. Schön ist, dass der Stadt Feldkirch hier, was die Förderung der Freien Gruppen betrifft, ein gutes Zeugnis ausgestellt wird. Diese Position wird es in den nächsten Jahren trotz der angespannten Situation der öffentlichen Budgets zu halten gelten. „Das ist durchaus eine Herausforderung, aber eine, der sich eine kulturpolitisch wache Stadt Feldkirch gerne stellen wird“, so Harald Petermichl. n >> Projekttheater Vorarlberg Aufführungen in Feldkirch seit 1990, 36 Produktionen mit über 500 Vorstellungen, ca. 38.500 Besucher www.projekttheater.at >> walktanztheater.com Aufführungen in Feldkirch seit 2002, 11 Produktionen mit über 120 Vorstellungen, ca. 9.000 Besucher www.walktanztheater.com >> Links zu im Text erwähnten Gruppen www.aktionstheater.at www.bewegungsmelder.in www.dieheroldfliri.at www.luagalosna.at www.netzwerktanz.at www.saumarkt.at www.schauspielraum.at www.tanzufer.at

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PANORAMA

> Der Stammtisch für Menschen mit und ohne Handicap trifft sich alle drei Wochen zum Informations- und Erfahrungsaustausch und um Kontakte zu pflegen.

PRAKTISCHER WEGWEISER DURCH FELDKIRCH

Behindertenführer wird neu aufgelegt Ab Mitte April ist die Neuauflage des Feldkircher Behindertenführers erhältlich. Der Stammtisch für Menschen mit und ohne Handicap war bei der bislang vierten Auflage des Führers entscheidend beteiligt. Betroffene Feldkircherinnen und Feldkircher, aber auch Besucher erhalten einen weltvollen Wegweiser und damit eine praktische Orientierungshilfe.

Im neuen Behindertenführer sind öffentliche Einrichtungen, Behörden, Gaststätten und Kultureinrichtungen erfasst, die entweder barrierefrei zugänglich oder überhaupt behindertengerecht eingerichtet sind. Weiters finden sich im Führer Adressen und Telefonnummern von Ärzten sowie praktische Hinweise, wie z.B. wo Betroffene in Feldkirch orthopädische Hilfsmittel erwerben können. „Es ist der Stadt Feldkirch ein Anliegen, dass Menschen mit einem Handicap nicht nur am öffentlichen 38

Leben teilnehmen, sondern auch ihr unmittelbares Lebensumfeld mitgestalten“, betont Sozialstadtrat Dr. Guntram Rederer. So gibt es zahlreiche Beispiele, wie Feldkirch in enger Zusammenarbeit mit Betroffenen in den letzten Jahren eine Reihe von Verbesserungen umgesetzt hat: Gehsteigkanten wurden abgeschrägt, die Stadtbusse bieten einen speziellen Einstieg, an den Ampeln wurden Zusatzvorrichtungen für Sehbehinderte Menschen angebracht u.v.a.m.. Nicht zuletzt wurden öffentliche Bauprojekte, wie aktuell das neue Montforthaus, unter Einbeziehung des Stammtischs für Menschen mit und ohne Handicap geplant.

Sozialstadtrat Dr. Guntram Rederer

„Wir können das jeweilige Handicap nicht aufheben, aber wir können dort helfen und unterstützen, wo es möglich ist. Der neue Behindertenführer soll und er wird helfen und er ist ein weiterer Beweis für die wirkungsvolle Zusammenarbeit des `Stammtisches´ mit den Verantwortlichen in der Stadt Feldkirch.“

Ab Mitte April erhältlich Der neue Behindertenführer wird ab Mitte April im Rathaus Bürgerservice und am Toursimus Counter im Palais Liechtenstein erhältlich sein. Aber auch bei Ärzten und verschiedenen Sozialeinrichtungen wird der Führer aufliegen. n

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PANORAMA

ZU HAUSE LEBEN MIT KÖRPERLICHEM HANDICAP

Feldkirch fördert Umbaumaßnahmen Ein Haus ohne Lift, Stufen und Schwellen im Eingangsbereich oder wenig Platz im Bad – all das kann zu einem unüberwindbaren Hindernis werden, wenn man mit körperlichen Gebrechen oder einer Behinderung konfrontiert ist. Ein behindertengerechter Umbau kostet viel Geld. Seit 1999 unterstützt die Stadt Feldkirch mit einem finanziellen Zuschuss.

Eine nachträgliche alters- und behindertengerechte Wohnraumanpassung ist oft mit hohen Kosten verbunden. Matthias und Sabine Alge sahen sich in

einer solchen Situation, als ihr zweites Kind in der 28. Schwangerschaftswoche viel zu früh zur Welt kam und seither mehrfach behindert ist. Klemens ist auf den Rollstuhl angewiesen. Das 100-jährige Haus, das die Familie bewohnt, war nicht rollstuhltauglich. Deshalb entschloss sich die Familie Alge zu einem Umbau, inklusive rollstuhlgerechtem Bad und Stiegenhaus mit Aufzug. Klemens sollte so normal wie möglich aufwachsen und sein Zuhause sollte die Betreuung und Pflege von Klemens erleichtern. Die Stadt Feldkirch unterstützt Betroffene bei der Wohnraumadaptierung mit einem finanziellen Zuschuss – übrigens als einzige Kommune im Land! Sabine und Matthias Alge wurden von

Ing. Hermann Mayer, dem Leiter der Stelle „menschengerechtes Bauen“ beim Institut für Sozialdienste beraten. Auch die Antragstellung und die Überprüfung der Förderkriterien erfolgt über Hermann Mayer. Die Förderung ist einkommensabhängig und beträgt maximal 2.000 Euro. n

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Nähere Informationen beim Amt der Stadt Feldkirch, Bürgerservice, Wolfgang Strauß (Tel. 304-1242) oder beim Institut für Sozialdienste, Ing. Hermann Mayer (Tel. 05 1755 537, 0664/608 844 06, E-Mail: menschengerechtes.bauen@ifs.at).

Stammtisch für Menschen mit und ohne Handicap Vor mittlerweile 33 Jahren wurde in Feldkirch der Stammtisch für Menschen mit und ohne Behinderung ins Leben gerufen. Gemeinsam mit der damaligen Mitarbeiterin der Stelle für Gemeinwesenarbeit, DSA Bernadette RümmeleKühne, gründete Wilhelm Gillhofer den Stammtisch. Im Rhythmus von drei Wochen treffen sich zwischen 15 und 20 Personen. Wichtige Ziele des Stammtisches sind der Informations- und Erfahrungsaustausch, die Planung und Durchführung von gemeinsamen Freizeitaktivitäten sowie Kontakte zu anderen, ähnlichen FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

Einrichtungen im ganzen Land zu knüpfen. Der Stammtisch konnte in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Feldkirch zahlreiche Verbesserungen für Menschen mit Behinderung umsetzen. So wurden auf dessen Initiative hin an vielen Stellen Gehsteigkanten abgeschrägt, Ampeln mit blindengerechten Einrichtungen versehen, Verbesserungen im öffentlichen Verkehr angeregt, behindertengerechte Toilettenanlagen errichtet und Unterführungen behindertengerecht gestaltet. Ein ganz besonders Ziel des Stammtisches und natürlich

auch der Stadt Feldkirch ist es, Betroffene, also Menschen mit einem Handicap, zu ermuntern und zu motivieren, am öffentlichen und kulturellen Leben der Stadt teilzunehmen. Menschen mit oder ohne Handicap sind gerne eingeladen, am Stammtisch teilzunehmen. Nähere Informationen bei der Sprecherin des Stammtisches, Gabi Schenk. Sie ist unter der Telefonnummer 0650/515 95 84 erreichbar.

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Der Stammtisch hat auch eine eigene Internetseite: www.handicap-feldkirch.at

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PANORAMA

DGKS Marlene Sauerwein

DGKS Marlene Sauerwein arbeitet seit vier Jahren beim Krankenpflegeverein Tosters. Sie ist Lehrbefähigte für Bewegung bis ins Alter und Bewegung zum Wohlfühlen.

WASSER, ELIXIER DES LEBENS

Flüssigkeitsmangel mindert Leistungsfähigkeit Viele von uns machen sich Gedanken über die Ernährung, nehmen aber selten ihre Trinkgewohnheiten unter die Lupe. Zu Unrecht: Die meisten Erwachsenen trinken zu wenig. Wer auf das Durstgefühl wartet, bis er etwas trinkt, hat oft bereits ein Flüssigkeitsdefizit.

Für die Gesundheit ist richtiges, ausreichendes Trinken mindestens ebenso wichtig wie richtige Ernährung. Ein Erwachsener sollte 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag trinken. Trinkt man weniger, spart der Körper Wasser. Das

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Blut wird dickflüssig, Durchblutung und Sauerstoffversorgung der Organe verschlechtern sich. Das Herz muss kräftiger pumpen und schlägt schneller. Ausgetrocknete Schleimhäute in der Nase und im Hals verschlechtern die Immunabwehr. Konzentrationsmangel, Kopfschmerzen und Müdigkeit sind Folgen der mangelnden Gehirndurchblutung. Der Flüssigkeitsmangel führt zu Verstopfung und schlaffer Haut. Hohe Temperaturen, körperliche Anstrengung, überheizte Räume, Fieber, Erbrechen oder Durchfall steigern den Wasserbedarf erheblich. Für Senioren und Kinder wird der Mangel gefährlich. Das Durstempfinden lässt im Alter nach. Wasser ist das wichtigste Transport- und Kühlmittel des Körpers. Bei

chronischen Nieren- und Herzkrankheiten sprechen Sie mit Ihrem Arzt – die Flüssigkeitsmenge muss eventuell reduziert werden. Tipps zu Trinkgewohnheiten: >> Vor und zu jedem Essen trinken: Nahrung wird so leichter verdaulich, Ballaststoffe können aufquellen. >> Verteilen Sie die Trinkmenge gleichmäßig über den Tag. >> Stellen Sie immer ein Getränk in sichtbare Nähe. >> Feste Gewohnheiten oder Trinkfahrpläne helfen, z.B. nach dem Aufstehen ein Glas Wasser, zum Frühstück eine Tasse Tee, Kaffee und ein Glas Saft. >> Abwechslung erhält die Lust am Trinken! n

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PANORAMA

GEMEINSCHAFTLICH BAUEN UND WOHNEN IN TISIS

Wir bauen Nachbarschaft Auf einem Hanggrundstück in Tisis am Dr. Isa Großschädelweg soll ein neuartiges Wohnprojekt entstehen. Geplant sind 12 Wohneinheiten zwischen jeweils 70 und 130 m². Das Besondere daran: Die künftigen Wohnungseigentümer reden bei der Planung mit.

Gemeinschaftlich bauen und wohnen – das haben sich die Projektbetreiber, die Fa. tisch, Baugruppen und Projektentwicklungs GmbH, zum Ziel gesetzt. Nicht jeder kann den Traum vom maßgeschneiderten Einfamilienhaus realisieren. Gemeinsam zu bauen bietet eine Alternative, um dennoch individu-

elle Wohnbedürfnisse zu realisieren und den eigenen Wohnraum zu gestalten. „Die Idee zum gemeinschaftlichen Bauen hat sich zum einen aus einem sozialen Aspekt heraus entwickelt“, so Geschäftsführer DI Hinrich Böttcher. „Gleichzeitig sind uns aber auch eine verdichtete Bauweise und eine ökologische Optimierung von Wohnbauprojekten ein Anliegen.“ So ist beispielsweise in Tisis geplant, Carsharing als Teil des gemeinsamen Wohnens zu integrieren. Beim gemeinsamen Planen werden aber auch Themen wie Gemeinschaftsgärten oder ein ausgewogener Generationenmix diskutiert. Ein Zusammenwohnen von jungen Familien, junggebliebenen Senioren und Singles mit Interesse an Nachbarschaft hat besondere Qualitäten, von denen alle Beteiligten profitie-

TV, Video, HIFI, Elektrogeräte, Service Feldkirch, Montfortgasse 1, Tel. 05522 / 72452

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ren können, indem man sich gegenseitig unterstützt. Am 8. April 2013, um 18 Uhr, lädt die Fa. tisch zu einem Informationsabend, bei dem sich Interessierte ein genaueres Bild von dieser Form des Bauens machen können. n

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Nähere Informationen: www.tisch.me – Plattform für gemeinsames Bauen

Informationsveranstaltung Montag, 8. April 2013 18–19 Uhr Ort: Raiba Feldkirch, Neustadt 14, Seminarraum Bohlenstube (1. Obergeschoss)

eigene Fachwerkstatt Persönliche Beratung (auch gerne bei Ihnen Zuhause) 41


VEREINSLEBEN

> Ein Steinbock names Felix war der erste Bewohner des Wildparks am Ardetzenberg.

DER WILDPARK FELDKIRCH FEIERT 2013 SEIN 50-JÄHRIGES BESTEHEN

Wie Felix über Dornbirn nach Feldkirch kam Mit einem Steinbock namens Felix nahm vor 50 Jahren alles seinen Anfang. Heute ist der Wildpark am Ardetzenberg eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Region. Ing. Rudolf Scherrer ist Ehrenmitglied und Mitgründer des Wildparks Feldkirch. Er erinnert sich, wie alles begann.

Standort für einen Wildpark in Feldkirch sein könnte. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch die Stadt Feldkirch und hier vor allem der Forstausschuss eingebunden. Die Stadt stand dem Vorhaben von Beginn an sehr positiv gegenüber. Und wann kamen die ersten Tiere auf den Ardetzenberg? Das ist eine besondere Geschichte. Der Wildpark Langenberg bei Zürich hatte

Das Gespräch führte Martin Duelli.

Heuer feiert der Wildpark sein 50-jähriges Bestehen. Wie ist die Idee dazu eigentlich entstanden? Zu Beginn der 60er-Jahre hatte ein kleiner Kreis von Jagdinteressierten um Bezirksjägermeister Karl Lampert die Idee, unsere heimischen Tiere der Bevölkerung und vor allem den Kindern und der Jugend näherzubringen. Und wer Karl Lampert gekannt hat, der weiß, dass er ein „Macher“ war und Ideen schnell konkretisieren wollte. Gemeinsam besuchten wir die Wildparks in St. Gallen, Zürich, München und Innsbruck. Dann entschied man, dass der Ardetzenberg ein geeigneter 42

„Eines Tages hieß es dann: Der Felix steht auf dem Stadtschrofen ... .“ Ing. Rudolf Scherrer

damals zwei Steinböcke mit Namen Felix und Ferdinand im Montafon eingesetzt. Es stellte sich heraus, dass Steinbock Felix sehr zutraulich war und deshalb immer wieder in besiedeltem Gebiet angetroffen wurde. So kam man auf die Idee, Felix eine neue Heimat in einem Wildgehege am Ardetzenberg zu geben. Eines Tages hieß es dann: „Der Felix steht auf dem Stadtschrofen.“ Ich nahm Kontakt mit Langeberg auf und fragte nach, wie man Felix denn einfangen könnte. Die Antwort war: „Mit Biraschnitz“. Mit Seil und „Biraschnitz“ ausgestattet, versuchten zwei Mitarbeiter und ich, den Steinbock am Stadtschrofen einzufangen. Es gelang uns aber nicht. Monate später im Winter tauchte Felix dann an einer Tierfütterung in Dornbirn auf. Dort konnte er leicht eingefangen und nach Feldkirch überstellt werden. Der Wildpark war allerdings noch nicht darauf vorbereitet. In Eigenregie errichteten wir schnell einen Zaun, um Felix unterzubringen. Recht bald gesellte sich zu Felix auch eine Steingeiß und die Entwicklung nahm ihren Lauf. Damals stellten wir fest, dass nun Strukturen nötig waren, um einen WildFELDKIRCH AK TUE LL 1/ 2013


VEREINSLEBEN

Zahlreiche Interessierte kamen zum Informationsabend „Wohnen im Alter“ in die Raiffeisenbank.

park führen zu können und wir gründeten 1963 den Verein. Was hat Sie persönlich motiviert, in diesem Verein mitzuarbeiten? Als Jäger war und ist es die Vertrautheit mit dem Wild, der Kontakt zum Tier und die Tierliebe, die mich angespornt hat, mitzuarbeiten. Es waren gerade zu Beginn jedoch sehr schwierige Zeiten. Der Verein war praktisch immer in Finanznot. Wir hatten kein Geld für Anschaffungen, dafür aber viele freiwillige Helfer. Der Wildpark ist heute beliebter Treffpunkt, mit mehr als 150.000 Besuchern pro Jahr. Wie stellen Sie sich die weitere Entwicklung vor? Die Hege und Pflege der Tiere im Wildpark sollte auch in Zukunft im Mittelpunkt stehen. Den Wildpark zu einer Bildungsstätte für Natur- und Tierbildung auszubauen, wie es derzeit beraten wird, das wäre aber eine wunderbare Sache. n

DANKE FÜR IHRE UNTERSTÜTZUNG >> Ihre Einzelspende: Unterstützen Sie den Wildpark mit einer Spende – egal mit welchem Betrag. Jede Spende hilft! >> Ihre Tierpatenschaft: Mit einer Patenschaft übernimmt der Pate einen Teil der Kosten für die Pflege des Tieres. >> Ihre Förderung: Mit einem jährlichen Betrag von mindestens100 Euro sind Sie ein Förderer des Wildparks Feldkirch. >> Ihre Mitgliedschaft: Bereits mit 20 Euro werden Sie Mitglied im Verein und unterstützen so jedes Jahr den Wildpark Feldkirch. www.feldkirch.at/wildpark Der Wildpark ist ganzjährig geöffnet. Kontakt Kiosk: 05522/752 93 FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

INFORMATIONSABEND DER RAIFFEISENBANK

Wohnen im Alter Die Anforderungen an den eigenen Wohn- und Lebensraum verändern sich in verschiedenen Lebensabschnitten. Um bis ins hohe Alter selbstbestimmt und selbständig leben zu können, sollte man sich früh genug mit den Umständen, die es mit sich bringt, auseinandersetzen. Die Raiffeisenbank Feldkirch lud daher am Donnerstag, 14. März 2013, zu einem Informationsabend unter dem Titel „Wohnen im Alter in Feldkirch“ ein.

In einem Kurzvortrag erläuterte Wolfgang Martin, Geschäftsführer des Raiffeisen Wohncenters, die Philosophie des altersgerechten Wohnens. Mag. Natalie Wojtech nutzte für die Servicestelle für Pflege und Betreuung der SeniorenBetreuung Feldkirch die Chance, die attraktive Form des Betreuten Wohnens anhand des Beispiels in Tosters vorzustellen. In den Räumlichkeiten der Raiffeisen Bankstelle Gisingen erteilte Mag. Johannes Blum Rechtsauskünfte rund ums Wohnen, während DI Dr. Vito Mussner als Ansprechpartner für alle Sanierungsanliegen vor Ort war. Zudem stand in der altersgerechten Wohnanlage neben der Raiffeisen Bankstelle u.a. Dr. Elke Hubmann-Kniely von der Firma Sichtpunkt Rede und

Antwort, wenn es um Fragen zur altersgerechten Farbgestaltung und Sichtbarmachung von möglichen Stolpersteinen ging. Dass das Thema Wohnen im Alter nicht erst „die Alten“ betrifft, war den Anwesenden schnell klar. Und so trafen sich Junge und Junggebliebene zum gemütlichen Imbiss in der Montfort Bäckerei. n

Beratung gerade in stürmischen Zeiten Immer wieder stellt uns das Leben vor neue Herausforderungen. Gerne beraten wir Sie zu Fragen in den Bereichen: • • • • •

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VEREINSLEBEN

BILANZ DER FELDKIRCHER FEUERWEHREN 2012

Täglich für Sie im Einsatz

„Es ist alles andere als selbstverständlich, dass Menschen einen großen Teil ihrer Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Dass sie rund um die Uhr in wenigen Minuten am Einsatzort sind, wenn wir ihre Hilfe brauchen. Ein großes Dankeschön an Feldkirchs Feuerwehren.“ Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold

40 Mal wurden die Wehren alarmiert, um nachbarschaftliche Hilfe in anderen Stadtteilen oder benachbarten Gemeinden z.B. mit der Drehleiter zu leisten. Statistisch gesehen waren Feldkirchs Feuerwehren täglich mindestens einmal

unterwegs, um in Notsituationen zu helfen. Allein für die verschiedenen Einsätze wurden 6.000 Stunden aufgewendet – unbezahlt und freiwillig. „Wir können den Einsatz der freiwilligen Feuerwehren in Feldkirch gar nicht genug schätzen“, betont Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold. Setzt man einen Stundensatz von 30 Euro an, so haben alle Wehren gemeinsam im vergangenen Jahr rund 180.000 Euro an Arbeitsleistung freiwillig für Feldkirch eingebracht. Nicht erfasst sind dabei die vielen Stunden, in denen sich die Männer und Frauen weiterbilden und in denen für den Ernstfall geprobt wird. Hinzu kommt weiters ein beachtlicher Zeitaufwand für die Wartung und

FEUERWEHR FELDKIRCH-STADT

FEUERWEHR FELDKIRCH-ALTENSTADT

FEUERWEHR FELDKIRCH-GISINGEN

>> Kommandant Edgar Giesinger, Mitglied seit 1977, Kdt. seit 2004 >> Schwerpunkte: Drehleiterstützpunkt für den Bezirk, Technische Hilfeleistung mit hydraulischen Rettungsgeräten, Sauerstoffschutzgeräte für Tunnel- und Tiefgarageneinsätze

>> Kommandant Markus Berchtold, Mitglied seit 1999, Kommandant seit 2011 >> Schwerpunkte: Hochwasserschutz, Atemschutzsammelplatz

>> Kommandant Gerhard Tschann, Mitglied seit 1983, Kommandant seit 2013 >> Schwerpunkt: Technische Hilfeleistung mit hydraulischen Rettungsgeräten

103 Mal wurden die Feldkircher Feuerwehren im vergangenen Jahr zu Bränden gerufen. 135 Mal waren es technische Einsätze wie Autounfälle, Personen bergen, Suchaktionen, Sturmeinsätze, überflutete Keller auspumpen oder eine Katze vom Baum holen.

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Instandhaltung der Ausrüstung, der Fahrzeuge und Gerätehäuser. Nicht zuletzt übernehmen die Feldkircher Wehren Bandwachen bei verschiedensten Veranstaltungen, organisieren Feuerlöscherüberprüfungen, Blutspendenaktionen, Altpapiersammlungen u.v.a.m.. Kommandanten neu gewählt Die Feuerpolizeiordnung regelt, dass alle drei Jahre die Feuerwehrkommandanten von den Mitgliedern der einzelnen Wehren neu gewählt werden. Im Jänner 2013 wurde landesweit gewählt.

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VEREINSLEBEN

< 103 Mal wurden Feldkirchs Feuerwehren 2012 zu Brandeinsätzen gerufen.

An der Spitze der Feldkircher Feuerwehren hat es in den letzten zwei Jahren gleich mehrfach Wechsel gegeben: 2010 hat DI (FH) Reinhard Bayer das Amt in Tosters übernommen. 2011 wurden Markus Berchtold in Altenstadt und Fabian Fußenegger in Tisis zum Kommandanten bestellt. Und seit Jänner 2013 hat Gerhard Tschann die Leitung der Feuerwehr Gisingen inne. Die Feuerwehr Feldkirch Stadt wird bereits seit 2004 von Edgar Giesinger angeführt und Nofels seit 2007 von Stefan Schatzmann. Die sechs Kommandanten stehen gemeinsam an der Spitze von 320 aktiven Wehrmännern und -frauen. Und auch für Nachwuchs ist gesorgt: mit insgesamt 43 Jungfeuerwehrlern. n

4 MIO. FÜR IHRE PERSÖNLICHE SICHERHEIT Die Stadt Feldkirch hat die Feldkircher Wehren in den letzten fünf Jahren mit Anschaffungen in Höhe von rund 4 Mio. Euro unterstützt: >> 2 Mannschaftsfahrzeuge, 2 Versorgungsfahrzeuge, 1 Kleinlöschfahrzeug, hydraulische Rettungsgeräte, Schutzbekleidung für 5 Wehren, Schutzhelme für alle 6 Feuerwehren, Schlauchwaschanlage, Sanierung/ Erweiterung Gerätehaus Tosters, ... >> Beihilfe Land: 630.900 Euro >> Durchschnittliche Investition in Sicherheit und rasche Hilfe pro Feldkircher im Jahr: 24 Euro

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FEUERWEHR FELDKIRCH-TOSTERS

FEUERWEHR FELDKIRCH-TISIS

>> Kommandant Stefan Schatzmann, Mitglied seit 1988, Kommandant seit 2007 >> Schwerpunkte: Stützpunktfeuerwehr für Waldbrände, Einsatzleitfahrzeug für den Abschnitt Feldkirch

>> Kommandant DI (FH) Reinhard Bayer, Mitglied seit 1991, Kommandant seit 2010 >> Schwerpunkt: Gefahrengutstützpunkt für den Bezirk Feldkirch

>> Kommandant Fabian Fußenegger, Mitglied seit 1998, Kommandant seit 2011 >> Schwerpunkte: Landeskrankenhaus Feldkirch, Strahlenschutz für den Bezirk Feldkirch

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VEREINSLEBEN

HEIMVORTEIL FÜR 2.700 KUNDEN

Neue Leitung für Sparkasse Nofels Roland Ladinek (45) hat die Leitung der Sparkassenfiliale in Nofels übernommen. Mit mehr als zwei Jahrzehnten Sparkassenerfahrung ist er auf Veranlagung sowie Finanzierung spezialisiert und in beiden Bereichen zertifiziert.

Nofels ist seit 1925 eine der sechs Feldkircher Fraktionen und flächenmäßig der größte Stadtteil. Seit 1982 bietet die Sparkasse Nofels „Heimvorteil“ für 2.700 Kundinnen und Kunden sowie die gesamte Bevölkerung. n

(v.li.): Das Nofler Sparkassenteam mit 88 Jahren Bankerfahrung: Cornelia Gut, Karin Moll, Filialleiter Roland Ladinek, Susanne Lins und Ulrike Müller

Auszeichnung der Akademie für Ausbilder Christoph Müller, Lehrlingsbetreuer der Sparkasse Feldkirch, ist von der Akademie der Ausbilder als „Zertifizierter Ausbilder“ ausgezeichnet worden. Diese gemeinsame Initiative der Vorarlberger Landesregierung, der Wirtschaftskammer und der Arbeiterkammer qualifiziert vor allem in den Bereichen Selbst- und Sozialkompetenz. Mit der Auszeichnung werden die Leistung und das persönliche Engagement gewürdigt. n

(v.li.): AK-Präsident Hubert Hämmerle, Christoph Müller, Landeshauptmann Markus Wallner, WKV-Präsident Manfred Rein

PARTNERSCHAFT MIT SPARKASSEN GEHT INS 20. JAHR Das Abenteuer Sportcamp aus Feldkirch ist das größte Tagescamp Vorarlbergs. Von Abseilen bis Zonenball, von allen nur möglichen Ballspielen bis zur Wasserschlacht, Piratenfangen und Geländespielen – für jedes Kind ist das Richtige dabei, und übernachtet wird zu Hause. Gefördert wird die Freude an Sport und Bewegung. Seit 1994 waren bisher über 18.000(!) Kinder zwischen 6 und 14 Jahren dabei.

>>

Anmeldungen zum Abenteuer Sportcamp 2013 sind ab 5. April auf www. abenteuer-sportcamp.at sowie in allen Sparkassenfilialen möglich.

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MENSCHEN

ALLES GUTE ...

... zum 90. Geburtstag am12. November: Veronika Rheinberger aus Altenstadt

... zum 90. Geburtstag am 15. November: Maria Hagn aus Tosters

... zum 90. Geburtstag am 20. November: Maria Tomaselli aus Altenstadt

... zum 90. Geburtstag am 20. November: Erwin Pircher aus Altenstadt

... zur Goldenen Hochzeit am 24. November: Leopoldine und Wilhelm Rohrer aus Nofels

... zur Goldenen Hochzeit am 24. November: Josefine und Werner Etlinger aus Tosters

... zur Goldenen Hochzeit am 24. November: Anna und Hubert Schatzmann aus Nofels

... zum 90. Geburtstag am 27. November: Alma Carlin aus Gisingen

... zur Goldenen Hochzeit am 15. Dezember: Erika und Herbert Oberhauser aus Tisis

... zum 95. Geburtstag am 19. Dezember: Maria NuĂ&#x;baumer aus Nofels

... zur Diamantenen Hochzeit am 20. Dezember: Josefine und Urban Pederiva aus Feldkirch

... zur Goldenen Hochzeit am 29. Dezember: Erika und Manfred Pergher aus Gisingen

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MENSCHEN

DAHEIM IN FELDKIRCH: MAG. BENNY KURISINGAL

„30 Grad Hitze und Schnee – das wäre schön …“ Seit 2009 lebt Benny Kurisingal mit seiner Familie in Gisingen. Er ist Seelsorger im Landeskrankenhaus Rankweil und unterrichtet Religion an der Volksschule Tosters und an der Mittelschule Bürs. Über die Toleranz des Hinduismus, über Minusgrade in Vorarlberg und dass ihm Österreich vertrauter ist als Teile Indiens, darüber spricht er im Feldkirch aktuell Interview. Das Gespräch führte Susanne Hafner.

Herr Kurisingal, Indien und seine Kultur sind für uns Österreicher faszinierend und anders. Wie ist es Ihnen ergangen, als Sie nach Feldkirch kamen? Indien ist sehr groß. Ich stamme aus Kerala, das liegt ganz im Südwesten In-

diens. Kerala hat als ein vergleichsweise kleines indisches Bundesland 30 Mio. Einwohner und ist flächenmäßig ein bisschen größer als die Schweiz. Für mein Studium ging ich 1989 ins benachbarte Bundesland Tamilnadu. Der Wechsel dorthin war für mich ein viel größerer Schritt, als nach Österreich zu kommen. Das Klima, die Mentalität, die Kultur und die Sprache in Tamilnadu waren anders. Ich konnte die Sprache der Menschen nicht verstehen, die Schrift nicht lesen ... Aber die Nationalsprache in Indien ist doch Englisch? In Indien sind Englisch und Hindi Nationalsprachen. Es gibt aber auch 22 offizielle Sprachen – fast jedes Bundesland hat eine eigene. Das sind Sprachen mit eigener Schrift. Und dann gibt es noch 100 Sprachen ohne Schrift sowie 1.500 verschiedenen Dialekte. Als ich nach Österreich kam, waren wenigstens die Buchstaben die gleichen (lacht).

Woran konnten Sie sich in Vorarlberg nur schwer gewöhnen? Ich war es gewohnt, zwei bis dreimal am Tag Reis zu essen. Hier gab es stattdessen Kartoffeln. In Indien habe ich auch nie einen Terminkalender gehabt. Alle meine Termine hatte ich im Kopf. Hier hatte jeder einen Kalender und es wurde schon ein Jahr im Voraus geplant. Besitzen Sie heute einen Kalender? Natürlich. Es ginge gar nicht ohne. Auch weil ich an drei verschiedenen Orten arbeite. Was für mich zu Beginn in Österreich ebenso sehr fremd war, war der Schnee. Strahlenden Sonnenschein habe ich bis dahin mit mindestens 30 Grad Celsius verbunden. 30 Grad Hitze und Schnee – das wäre schon schön. Was minus 10 Grad bedeuten, weiß ich erst, seitdem ich in Österreich lebe.

ALLES GUTE ...

... zur Goldenen Hochzeit am 7. Jänner: Gertrud und Roland Duelli aus Gisingen

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... zum 100. Geburtstag am 10. Jänner: Dr. Berta Bienert aus Tosters

... zum 90. Geburtstag am 11. Jänner: Herbert Melk aus Gisingen

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MENSCHEN < Familie Kurisingal mit ihren Kindern Daniel, Manuel und Carina

treffen uns jeden Sonntagnachmittag in der Volksschule Tisis zum Volleyball spielen. Einige kommen sogar aus dem Bregenzer Wald oder von Bludenz nach Feldkirch. Diesen kleinen Verein gibt es seit fast 20 Jahren.

Sie sind seit 18 Jahren in Österreich und seit 2004 auch österreichischer Staatsbürger. Wo ist heute Ihre Heimat? In Österreich oder in Indien? Ich empfinde Österreich als meine zweite Heimat … Indien als Ihre erste? Ja, das hat sicher mit der Sprache zu tun. Auch nach 18 Jahren in Österreich verstehe ich noch nicht jeden Dialekt. Zudem habe ich meine gesamte Kindheit in Indien verbracht, mit Freunden, mit meiner Familie. Unsere Eltern, meine Familie und die meiner Frau, sind nach wie vor dort und unser Leben spielt sich daher immer auch zu einem Teil in Indien ab.

In Kerala leben die meisten Christen. 26 Prozent der Menschen gehören dort dem christlichen Glauben an. Zudem gab es hier schon vor der Missionierung durch die Portugiesen und Spanier im 16. Jahrhundert die sogenannten Thomas Christen. Der Hinduismus ist gleichzeitig eine sehr tolerante Religion. Ich kenne keine andere Religion, die in ihrer Geschichte toleranter gewesen wäre. Der Hinduismus ist auch nicht so organisiert wie z.B. die Katholische Kirche mit dem Vatikan. Daher wurden andere Religionen von Beginn an warmherzig empfangen. Spannungen sind erst in der modernen Zeit aufgetreten und v.a. politisch beeinflusst.

Themenwechsel - Der Tod einer Studentin nach einer mehrfachen Vergewaltigung hat die Situation von indischen Frauen in den Mittelpunkt gerückt. Wie erleben Sie die Stellung der Frau in ihrem Heimatland? Ich denke, dass die Frauen in Indien sehr benachteiligt sind. Gleichzeitig glaube ich, dass Bildung, Unterstützung durch die Familie und Selbstbewusstsein den Frauen helfen können. Familien in Kerala legen großen Wert auf Bildung. In der Familie meiner Frau gibt es viele selbstbewusste Frauen. Trotzdem ist es so, dass meine Frau in Kerala nach 20 Uhr nicht mehr alleine auf die Straße geht. Die Kriminalität hat zugenommen. Zumal unsere Heimatstadt rund 1,3 Mio. Einwohner hat und ca. 30 Prozent der Bevölkerung ohne Arbeit ist.

Über 80 Prozent der indischen Bevölkerung sind Hindus. Nur 2,3 Prozent sind Christen. Wie lebt es sich als christliche Minderheit in Ihrem Heimatland?

In Feldkirch leben neben Ihrer Familie noch weitere Bürgerinnen und Bürger mit indischen Wurzeln. Kennt man sich untereinander? Es gibt in Feldkirch eine Gemeinschaft der Inder, die aus Kerala stammen. Wir

Ihre Kinder sind jetzt neun, sechs und drei Jahre alt und wachsen in zwei Kulturen auf. Worauf legen Sie bei der Erziehung Wert? Es ist uns wichtig, dass sie Selbstbewusstsein mitbekommen, dass sie ohne

... zur Diamantenen Hochzeit am 22. Jänner: Hilda und Johann Breuss aus Altenstadt

... zur Goldenen Hochzeit am 25. Jänner: Lydia und Peter Brandstetter aus Nofels

... zum 90. Geburtstag am 28. Jänner: Martina Banzer aus Gisingen

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MENSCHEN

„In Felkirch sind viele gemeinsam bemüht, das Leben der Menschen besser zu machen“ Mag. Benny Kursisingal

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Angst aufwachsen und frei denken können – ihre Meinung ausdrücken. Sie sollen ihren eigenen Weg finden – Bildung ist uns sehr wichtig. Zudem möchten wir, dass sie die guten Dinge der indischen Kultur mitbekommen. Wir sprechen zuhause mit den Kindern bewusst nur unsere Muttersprache. Wir wollen nicht, dass sie von uns „falsches“ Deutsch lernen. Eine Sprachlehrerin hat uns gesagt, erst wenn Kinder ihre Muttersprache sicher beherrschen, können sie eine weitere Sprache gut erlernen. Gab es da Probleme, als ihre Kinder in den Kindergarten bzw. die Schule kamen? Für Daniel war es zu Beginn schwierig. Carina hat schnell gelernt. Aber auch bei Daniel ging es nach dem ersten Halbjahr in der Schule besser. Uns ist wichtig, dass unsere Kinder lesen, dass sie mit einheimischen Kindern spielen und wenn sie fernsehen dürfen, dann nur deutsche Programme.

Was schätzen Sie an Ihrer zweiten Heimat Feldkirch? Mich begeistert, dass man im Rathaus sehr freundlich aufgenommen wird und Dinge schnell erledigt werden können. Wir haben uns nie als Bürger zweiter Klasse gefühlt. Was ich sehr schätze an Feldkirch ist zudem die Tatsache, dass viele gemeinsam darum bemüht sind, das Leben der Menschen hier besser zu machen. Das erlebe ich im Krankenhaus ebenso wie in der Schule oder bei Diskussionen z.B. von Verkehrsfragen im Gisinger Ortsgebiet. In Feldkirch wird man als Bürger viel gefragt. Und man ist ständig auf der Suche nach Verbesserungen und bleibt dran.

MAG. BENNY KURISINGAL

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>> Geb. 28.04. 1971, Kerala (Indien) >> Seit 19 Jahren in Österreich; seit 8 Jahren österreichischer Staatsbürger. >> Studium der Geschichte und Philosophie in Indien, Theologie und Religionspädagogik in Innsbruck >> Seelsorger am LKH Rankweil, Religionslehrer an der Volksschule Tosters und der Mittelschule Bürs >> Verheiratet mit Manju, DGKS im Sozialzentrum Nüziders >> Kinder: Daniel (9 Jahre), Carina (6 Jahre) und Manuel (3 Jahre)

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ALLES GUTE ...

... zur Goldenen Hochzeit am 2. Februar: Mathilde und Kurt Haak aus Gisingen

Ihr Wunsch für die Zukunft Ihre Kinder? Ich wünsch mir, dass unsere Kinder sehen, was sie alles haben und damit zufrieden sein können. Ich denke, dass ihnen der Vergleich mit Indien zeigt, dass nicht alles selbstverständlich ist. Und ich hoffe, dass sie sich von sich aus für andere Menschen einsetzen. n

... zur Eisernen Hochzeit am 3. Februar: Maria und Johann Rützler aus Gisingen

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... zum 102. Geburtstag am 10. Februar: Magdalena Unterguggenberger aus Tisis

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MENSCHEN

JUBILARE IM MÄRZ, APRIL, MAI UND JUNI 2013

Die Stadt Feldkirch gratuliert GEBURTSTAGE

80.

>> Öttl Johann, Gisingen >> Böttcher Bernadette, Gisingen >> Wehinger Theresia, Nofels >> Arrich Emil, Nofels >> Lahnsteiner Ferdinand, Feldkirch Stadt >> Weber Armin, Gisingen >> Steinhauser Elisabeth, Gisingen >> Pratzner Sophia, Nofels >> Rösler Georg, Tosters >> Pucher Werner, Tosters >> Berloffa Ingeborg, Tisis >> Forstner Ernst, Tosters >> Sonderegger Gertrud, Altenstadt

85.

>> Wieser Karl, Altenstadt >> Maier Maria, Nofels >> Seimel Elisabeth, Tisis

... zum 90. Geburtstag am 16. Februar: Bruder Johannes aus Feldkirch

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90.

>> Stengele Berta, Tosters >> Düringer Josef, Tisis >> Blum Reingard, Levis >> Platzer Karl, Gisingen >> Bugna Rosa, Gisingen >> Matt Klaudia, Gisingen >> Fehr Anna, Nofels >> Walser Ernst, Tosters

91.

>> Biedermann Hildegard, Altenstadt

92.

97.

>> Schatzmann Karl, Gisingen

100.

>> Zraunig Johann, Gisingen

GOLDENE HOCHZEIT >> Edeltraut und Herbert Primus, Gisingen >> Hedwig und Werner Dünser, Altenstadt >> Veronika und Johann Öttl, Gisingen

>> Reiner Roland, Feldkirch Stadt >> Enzenhofer Anna, Gisingen >> Meyer Aloisia, Sr.Benigna, Feldkirch Stadt

Bitte beachten Sie: Aus datenschutzrechtlichen Gründen werden Jubiläen und Geburtstage nur dann in „Feldkirch aktuell“ veröffentlicht, wenn die Jubilare ihre ausdrückliche Zustimmung dafür gegeben haben. Für nähere Informationen wenden Sie sich an den Bürgerservice im Rathaus (Tel. 304-1246).

... zum 90. Geburtstag am 22. Februar: Johann Schähle aus Feldkirch

... zum 90. Geburtstag am 23. Februar: Ernestine Gsteu aus Tisis

>> Kathan Herbert, Tisis

93.

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VERANSTALTUNGEN

TERMINE IM APRIL, MAI UND JUNI 2013

Für Seniorinnen und Senioren FELDKIRCHER SENIORENBUND Ansprechperson: Rudolf Neumayer, Tel. 726 53 Dienstag

23. APRIL 7.30: Abfahrt Busplatz Frühlings-Tagesfahrt Insel Reichenau mit Klosterführung und Inselrundfahrt Anmeldung bei Resi und Rudolf Neumayer

Dienstag

11. JUNI 13.15: Abfahrt Busplatz zur Besichtigung Rieger Orgelbau, Schwarzach, Anmeldung bis 31. Mai bei Resi und Rudolf Neumayer

SENIORENRUNDE TISIS Ansprechperson: Dr. Arnold Lins, Tel. 761 06 Dienstag

13.–16. Mai

4-TAGESFAHRT AN DIE SONNIGE ADRIA 6.00: Abfahrt Busplatz nach Lignano, San Daniele, Friaul, mit Führung in einer Prosciutteria, Besichtigung Schloss Miramare, Kellerführungen Weingut Isola Augusta, Anmeldung bis 9. April bei Resi und Rudolf Neumayer

2. APRIL 12.51: Abfahrt Letzestraße, Bus Linie 11, Frühlingswanderung Schellenberg (Bendern-Ruggel) Donnerstag

11. APRIL 14.30: Senioren-Café im kleinen Pfarrsaal, Bilder und Filme von Pepi Schallert u.a.

Freitag

Donnerstag

17. MAI 9.00: Abfahrt Busplatz mit Müller Touristik Bodenseeschifffahrt nach Meersburg, Tagesausflug mit Busanreise, Details im Jahrbuch 2013 des Vorarlberger Seniorenbundes Anmeldung bei Renate Huber, Tel. 0699/197 147 91

18. APRIL 14.30: Bibelstunde mit Mag.theol. Maria Ulrich Neubauer im Pfarrhaus Dienstag

23. APRIL 13.00: Abfahrt Katzenturm, Bus Linie 73, Wanderung Satteins – Düns – Röns Donnerstag

2. MAI 14.30: Senioren-Café im kleinen Pfarrsaal 52

Frohes Singen mit Gertraud Nötzold und Elisabeth Battlogg Samstag

4. MAI 7.00: Abfahrt Tisis Letzestraße, Wallfahrt nach Einsiedeln Dienstag

7. MAI 13.06: Abfahrt Kirche Nofels, Bus Linie 4, Wanderung Bangs – Ruggell (KüeferMartis-Huus)

Dienstag

11. JUNI 12.31: Abfahrt Letzestraße mit Buslinie 14, Wanderung Fläscherberg

SENIORENRUNDE GISINGEN Ansprechperson: Julitha Hilby, Tel. 376 59 Dienstag

9. APRIL 14.00: Preisjassen im Pfarrheim

Dienstag

Dienstag

14. MAI 14.30: Musik am Nachmittag im Haus Nofels

23. APRIL 14.00: Spielen und Jassen im Pfarrheim

Donnerstag

Dienstag

23. MAI 14.30: Bibelstunde mit Mag.theol. Maria UlrichNeubauer im Pfarrhaus

14. MAI 14.00: Jassen im Pfarrheim

Dienstag

28. MAI 10.31: Abfahrt Bahnhof Feldkirch, Wanderung auf dem Schnifisberg Anmeldung erforderlich

Dienstag

28. MAI 14.00: Jassen im Pfarrheim Dienstag

11. JUNI 14.00: Jassen im Pfarrheim

Donnerstag

6. JUNI 13.58: Abfahrt Katzenturm, Bus Linie 60, Besuch der Ausstellung „Konzile der katholischen Kirche“ im Kloster Altenstadt

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VERANSTALTUNGEN

10. April

Freitag

Dienstag

BESICHTIGUNG ILLWERKE

24. MAI 19.00: „Lange Nacht der Kirchen“: Das Matthäusevangelium, Einführung und Lesung

16. APRIL 14.30: Seniorennachmittag

15. Mai

MUTTERTAGSFAHRT 13.–14. Juni

PENSIONISTENVERBAND ORTSGRUPPE FELDKIRCH Ansprechperson: Rosmarie Kirschner, Tel. 771 45

JASSERAUSFLUG 2 Tage Zillertal, Peis: 150 Euro Doppelzimmer; 11 Euro Zuschlag Einzelzimmer

Dienstag

30. APRIL 14.30: Seniorennachmittag

Freitag

31. MAI 19.00: Bastelkreis im Gemeindesaal

Dienstag

Mittwoch

Dienstag

12. JUNI 15.00: Seniorennachmittag im Gemeindesaal

28. MAI 14.30: Seniorennachmittag

14. MAI 14.30: Seniorennachmittag

WANDERN 8.00: ab Gisingen Viehgatter, eine ca. einstündige Wanderung

EVANGELISCHE PFARRGEMEINSCHAFT FELDKIRCH Alle Veranstaltungen in der Evangelischen Pauluskirche, Bergmanngasse 2 Anprechperson: Barbara Wedam, Tel. 0699/112 054 32

Jeden Dienstag

Mittwoch

KEGELN 10.00–14.30: im Gasthaus Krone in Koblach-Straßenhäuser

10. APRIL 15.00: Seniorennachmittag im Gemeindesaal

16. APRIL 14.30: Gedichtlesung im Mehrzweckraum der Volksschule Nofels

SOZIALKREIS LEVIS Ansprechperson: Roswitha Avedikian, Tel. 396 37

Mittwoch

Dienstag

Dienstag

10. APRIL 19.30: Vortrag von Pfr. Dr. Johannes Langhoff: „Ein außerordentlicher Jubilar. 450 Jahre Heidelberger Katechismus, ein Bekenntnis der Versöhnung in Zeiten der konfessionellen Trennungen.“

7. MAI 14.30: Maiandacht in der Kapelle Bangs

9. APRIL 14.00–17.00: Seniorennachmittag im Pfarrsaal

Dienstag

Dienstag

28. MAI Halbtagsausflug, genauere Informationen folgen

14. MAI 14.00–17.00: Seniorennachmittag im Pfarrsaal

Freitag

19. APRIL 19.00: Bastelkreis „Sommerdeko allerlei“ im Gemeindesaal, Anmeldung erbeten

SOZIALKREIS TOSTERS Alle Veranstaltungen im Pfarrsaal Ansprechperson: Helga Metzler, Tel. 783 81

Mittwoch

Dienstag

8. MAI 15.00: Seniorennachmittag im Gemeindesaal

2. APRIL 14.30: Seniorennachmittag

Täglich

Dienstag

SOZIALKREIS NOFELS Ansprechperson: Christl Müller, Tel. 703 97

11. JUNI 14.30: Seniorennachmittag Nähere Informationen im Pfarrblatt.

Dienstag

Jeden zweiten Dienstag

TANZEN MIT LIVE-MUSIK 14.30: im Hotel Büchel in Gisingen Termine: 9. und 23. April, 7. und 21. Mai Jeden Mittwoch im April

NORDIC WALKING 9.00: ab Milchhof Gisingen, ca. eine Stunde Jeden Mittwoch im Mai

NORDIC WALKING 8.00: ab Milchhof Gisingen, ca. eine Stunde Jeden Donnerstag

JASSEN ab 14.00: im Gasthaus Löwen in Nofels FELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

Dienstag

11.JUNI 14.00–17.00: Seniorennachmittag im Pfarrsaal

GESUNDER LEBENSRAUM GISINGEN Anfragen zu allen Veranstaltungen unter Tel. 0650/928 00 93 53

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VERANSTALTUNGEN

> Jeden Dienstag

Dienstag

„V‘RZELLA UND LOSA“ 9.00–10.30: im Nichtraucherraum, Treffpunkt für Menschen, die gerne in gemütlicher Runde miteinander reden möchten.

11. JUNI 14.30: Abschluss Grillfest

SENIORENREFERAT DER STADT FELDKIRCH Anmeldung: Tel. 304-12 87

Jeden Mittwoch

JASSEN HÄLT JUNG 14.00: im Nichtraucherraum Wer gerne mitjassen möchte, ist hier herzlich willkommen.

Dienstag

Donnerstag

Freitag

4. APRIL 15.00–16.30: Offenes Singen im Haus Gisingen. Wir singen alte Lieder in geselliger Runde.

24. MAI Schulung „ÖBB Fahrkartenautomat“ in der Schalterhalle beim Bahnhof Feldkirch Termine: 10.00, 14.00

14. MAI 14.30: Musik am Nachmittag im Haus Nofels

Donnerstag

2. MAI 15.00–16.30: Offenes Singen im Haus Gisingen. Wir singen alte Lieder in geselliger Runde.

SENIORENBÖRSE FELDKIRCH Senioren helfen Senioren, jeweils montags von 9.00 bis 11.00 Kontaktstellen:

Veranstaltungshighlights im Jahr 2013 >> 29. und 30. März: Ostermarkt mit Obstbaummarkt >> 6. April: Peravinum Feldkirch >> 26. bis 27. April: erdreich „Alte Sorten und Raritäten“, Setzlingsmarkt >> 26. bis 28.April: Vinobile Feldkirch >> 4. Mai: Trödlermarkt >> 11. Mai: Kunsthandwerk „Weibliche Welt“ >> 31. Mai bis 2. Juni: Feldkircher Montfortspektakel >> 7. bis 9. Juni: Bezirksmusikfest in Gisingen >> 28. bis 29. Juni: Töpfermarkt >> 4. bis 6. Juli: Feldkircher Weinfest >> 3. Juli bis 14. August: poolbar Festival „20 Jahre“ >> 26. bis 27. Juli: Feldkircher Gauklerfestival >> 14. September: Trödlermarkt >> 21. September: Erntedankfest & Stundenlauf >> 11. bis 13. Oktober: ArtDesign Feldkirch >> 22. bis 23. November: Feldkircher Blosengelmarkt >> 29. November bis 24. Dezember: Feldkircher Weihnachtsmarkt >> 7. und 14. Dezember: Feldkircher Adventsingen >> 15. Dezember: Matinée Feldkircher Adventsingen

Donnerstag

6. JUNI 15.00–16.30: Offenes Singen im Haus Gisingen.

GISINGEN, LEVIS, ALTENSTADT, STADT Bäckerei Café Montfort, Tel. 0664/611 86 05

KATHOLISCHE FRAUENRUNDE ALTENSTADT Ansprechperson: Margarethe Mayer, Tel. 781 64

NOFELS Café Haus Nofels, Tel. 0664/611 86 02

Dienstag

TISIS Bücherei in der Volksschule, Tel. 0664/652 68 99

9. APRIL 14.30: Seniorennachmittag mit einer Modenschau der Fa. Lins Textil in Rankweil

TOSTERS Bernis Café, Tel. 0664/587 15 76

Dienstag

14. MAI 14.00: Seniorenausfahrt nach Weesen am Walensee 54

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VERANSTALTUNGEN

FISCHHÄNDLER MARTIN UND CHRISTOF BOESENECKER

So brät der Fischer Martin und Christoph Boesenecker, die Fischhändler von „Unser Markt“ in Feldkirch verraten ihr Lieblings-Fischrezept.

Fischfilet mit Salz und Pfeffer oder Bratfischgewürzsalz würzen. In einer Teflon-beschichteten Pfanne Butter und Olivenöl erhitzen. Fisch in Mehl stauben. Fischfilet zuerst auf der Fleischund dann auf der Hautseite braten – kein Flüssigkeitsverlust, da sich die offenen Poren auf der Fleischseite sofort

schließen. Kurz vor dem Servieren gehackte Petersilie und Knoblauch in die Pfanne geben (Knoblauch nach Belieben durch Mandelsplitter ersetzen). Fischfilets auf Tellern anrichten und den Bratensatz darüber träufeln. Als Beilage empfehlen wir Salzkartoffeln oder Reis und dazu einen leckeren Salat. Grundsätzlich sollten Filets immer auf den Punkt gegart werden. fang- und schlachtfrischer Fisch darf im Kern durchaus noch leicht glasig sein, so erreichen Sie optimale Saftigkeit und Aroma. Dünne Fischfilets (0,5-1,5 cm) werden kurz und heiß gebraten, dickere Filets

werden kurz heiß versiegelt, dann lässt man sie bei niedriger Hitze gar ziehen. Viel Spaß und gutes Gelingen beim Nachkochen wünschen Martin und Christof Boesenecker. n

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VERANSTALTUNGEN > Rund 4.000 Weinliebhaber kommen alljährlich zur Vinobile Feldkirch.

140 WINZER IM REICHENFELD UND IM ALTEN HALLENBAD

Vinobile Feldkirch zieht um Im April ist Feldkirch Veranstaltungsort für ein buntes Programm an Genussveranstaltungen. Auftakt macht die größte Weinmesse Westösterreichs im Reichenfeld.

Vom 26. bis 28. April 2013 werden rund 140 Winzer im Vinobile-Zelt im Reichenfeld und im Alten Hallenbad ihre Weine präsentieren. In den über 15 Jahren ihres Bestehens hat sich die Vinobile zum Pflichttermin für Weinliebhaber in Vorarlberg, der Schweiz, Liechtenstein und Süddeutschland etabliert. Denn die Vorarlberger Weinmesse bietet auf spannende Art die Gelegenheit, verschiedenste Weine nicht nur zu verkos-

ten und zu vergleichen, sondern auch direkt bei der Winzerfamilie zu kaufen. Die große Vielfalt von Hunderten von Weinen und die Angebote der Kooperationspartner erfreuen jedes Jahr knapp 4.000 Vinobile Besucher. Als Einstimmung auf die Vinobile Feldkirch – die Vorarlberger Weinmesse in Feldkirch – finden im April attraktive Veranstaltungen statt. Die Vinobile Apéros sollen Lust auf Verkosten und Genießen und natürlich auf die Vinobile Feldkirch machen.

Und wer nach einem umfangreichen Degustationstag sein Auto lieber stehen lassen will, fährt stressfrei mit dem ÖPNV nach Hause. n

Kids Club bei der Vinobile Am Samstag und Sonntag können Familien die Vinobile entspannt genießen, die kostenlose Kinderbetreuung durch die KIBE macht einen Besuch der Vinobile zum Familienausflug.

>>

VINOBILE 2013 >> Vinobile-Zelt im Reichenfeld und Altes Hallenbad >> Fr 26. April von 16 bis 21 Uhr >> Sa 27. April von 14 bis 20 Uhr >> So 28. April von 13 bis 18 Uhr

Nähere Informationen zu dieser und anderen Veranstaltungen: Stadtmarketing, Tel. 734 67 stadtmarketing@feldkirch.at www.feldkirch.at/vinobile

Themenführungen in Feldkirch „Feldkirch neu entdecken“ heißt es bei den alljährlich stattfindenden Themenführungen, wo Unbekanntes, Neues oder Vergessenes auf dem Programm steht.

Gemeinsam mit den Feldkircher Stadtführern hat die Stadtmarketing und Tourismus Feldkirch GmbH ein abwechslungsreiches Programm an Führungen für 2013 geplant. Gäste und Einheimische sind zu den Themenführungen gleichermaßen willkommen.

< In den Monaten April und Mai finden in Feldkirch wieder verschiedene Themenführungen statt.

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Alle Führungen sind im Folder „Feldkirch neu entdecken“ und auf www. feldkirch.at beschrieben. Den Folder gibt es kostenlos am Tourismuscounter im Palais Liechtenstein. n

>>

Nähere Informationen zu den Themenführungen unter www. feldkirch.at/themenfuehrungen-2013 oder beim Stadtmarketing, Tel. 734 67

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VERANSTALTUNGEN

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SETZLINGSMARKT „ERDREICH“ AM 26. UND 27. APRIL

Alte Sorten und vergessene Schätze Gartenfreunde aufgepasst, am 26. und 27. April findet bereits zum zweiten Mal von 9 bis 16 Uhr „erdreich“ in der Feldkircher Innenstadt statt. Auf dem Setzlingsmarkt werden Setzlinge, Sträucher, Kräuter und Produkte mit langer Geschichte angeboten.

Verschiedene Anbieter aus dem Dreiländereck präsentieren Ende April in Feldkirch rund 500 seltene Gemüse-, Kräuter- und Beerensorten, großteils in Bio-Qualität. Alle Setzlinge sind genfrei. Spannende Vorträge ergänzen das Programm von „erdreich“. Kinder dürfen sich als Gärtner probieren und eigene Setzlinge mit nach Hause nehmen.

Eine Vielzahl an Vereinen und Institutionen bemüht sich seit Jahren um den Erhalt von vergessenen Kulturpflanzen und damit um die Geschmacksvielfalt unserer Nahrung, weg von standardisierten EU-Normen. Die Vielfalt ist enorm und erstreckt sich von vergessenen Gemüse- und Pflanzensorten bis hin zu Kräutern, Paprikas, Chilis, Beeren, Obst, Riebel, aber auch Blumen, welche nicht nur der Dekoration dienen, sondern langsam wieder ihren Weg in die Küche finden. So wie die Blüten und Blütenblätter von Duftgeranien, Hornveilchen, FruchtSalbei oder Kapuzinerkresse: Diese können zu Salaten oder als essbare Dekoration verwendet werden. n

VORTRÄGE IM PALAIS LIECHTENSTEIN >> Fr, 14 Uhr „Alte Riebelsorten“ >> Fr, 15 Uhr „Genuss Kräuter“ >> Fr, 16 Uhr „Allgäuer Kräutergarten“ >> Sa, 10 Uhr „Die Lichtwurzel“ >> Sa, 11 Uhr „Kräuter & ihre Wirkung >> Sa, 13 Uhr „Bio Austria“ >> Sa, 14 Uhr „Rückschnitt v. Stauden“

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AUS ALTEN ZEITEN

Hilde Meisel-Olday (1914-1945) (Foto: Familienarchiv Meisel, Berlin)

SPIONIN IM DIENSTE DES ENGLISCHEN GEHEIMDIENSTES

Hilde Meisel-Olday, genannt Monte Sie war Spionin im Dienste des englischen Geheimdienstes und Verbindungsperson des Österreichischen Widerstandes zur Vertretung der österreichischen „Untergrundregierung“ in der Schweiz, dem überparteilichen „provisorischen österreichischen Nationalkomitee“ (POEN). Zu Kriegsende 1945 wurde sie an der Tisner Grenze erschossen: die Freiheitskämpferin Hilde MeiselOlday. Von Dr. Thomas E. Wanger

ke“ nach Paris und 1934 nach London, schrieb über ökonomische Probleme in Frankreich, Spanien und England. Nach der Machtergreifung Hitlers studierte sie 1934 Nationalökonomie an der „London School of Economics“ und reiste öfters illegal nach Deutschland, um Literatur und Informationen zu bringen und Gefährdeten zur Flucht zu verhelfen. Im englischen Exil verfasste sie Beiträge für die „Sozialistische Warte“, der Exil-Publikation des ISK. Wo Freiheit zugrunde ging 1938 geht Hilde Meisel eine Scheinehe mit dem Karikaturisten und Schriftsteller John Olday ein, um in England blei-

A

ls Hilda Meisel wurde sie am 31. 7. 1914 in Wien geboren, war deutsche Staatsbürgerin und ist in Berlin aufgewachsen. Ihre Eltern, Ernst und Rosa Meisel (geb. Meyer) waren von 1915 bis 1936 in Berlin gemeldet. Schon mit fünfzehn Jahren schrieb Hilde Meisel in sozialistischen Jugendzeitungen. Von 1924 bis 1929 absolvierte sie das Lyceum in Berlin und schloss sich dem „Internationalen Sozialistischen Kampfbund“ (ISK) an. 1932 ging sie als Korrespondentin des neu gegründeten ISK-Organs „Der Fun58

Ein „Stolperstein“ im Bodenpflaster in Berlin Charlottenburg–Wilmersdorf erinnert an Hilde Monte.

ben zu können. In London schrieb sie Bücher und Broschüren zu volkswirtschaftlichen und politischen Inhalten: „How to conquer Hitler“ (zusammen mit Fritz Eberhard) 1940, „Help Germany to revolt“ (zusammen mit „Hellmut von Rauschenplat“ = Geburtsname von Fritz Eberhard) 1942 und ihr bekanntestes Werk „The Unity of Europe“ (Die Einigkeit Europas), eine weitblickende und zuversichtliche Utopie von 1943, in der die ökonomischen Bedingungen einer europäischen Nachkriegsordnung behandelt wurden. Auch verfasste sie Gedichte. Ihre Novelle „Where Freedom Perished“ (Wo Freiheit zugrunde ging) erschien 1947, nach ihrem Tod. Im „Austrian Labour Club“ hielt sie Vorlesungen und war im Bildungsprogramm der britischen Streitkräfte tätig und warb für den Aufbau eines internationalen Widerstandsbündnisses gegen das NS-Regime. Für diverse deutschsprachige Rundfunksendungen auf britischem Boden war sie, ab deren Errichtung im Jahre 1940, tätig. Als Kurierin verreiste Hilde Meisel-Olday 1941 als „Helen Harriman“ nach Portugal. Im Dienste des englischen Geheimdienstes Wie aus einer Publikation mit dem Titel „Hilde Monte Olday“ hervorgeht (verwahrt im Dokumentationsarchiv FELDKIRCH AK TUE LL 1/ 2013


AUS ALTEN ZEITEN

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des Österreichischen Widerstands in Wien und im Stadtarchiv Feldkirch) meldete sie sich 1939 bei der Firma „Union Time LTD“, einer als Exportfirma getarnten Dienststelle des Secret Service in London. Sie wollte für den Geheimdienst in Deutschland arbeiten und hatte ein Empfehlungsschreiben von einem Agenten „M.G.“ dabei. Sie würde alles tun, um das NS-Regime zu stürzen und hätte gute Verbindungen zu Widerstandsgruppen. „Sie werden von uns hören“, war die einsilbige Antwort. Von dem Moment an, als sie das Büro verließ, wurde sie beschattet. Geschickt schüttelte sie ihre Verfolger ab, sprang aus einer abfahrenden Untergrundbahn, wechselte Taxi und Bus. Nach vier Wochen ging sie nochmals ins Büro: „Ich möchte nicht hier in London tatenlos herumsitzen“, und sie versprach eine Probearbeit zu liefern. Am 12. Juli 1939 bringt sie die Mitteilung, dass der deutsche Lloyddampfer „Berlin“ zu militärisch geheimen Zwecken benutzt würde und Waffen und Munition von Swinemünde nach Danzig transportiere. Ihre Freunde würden am 18. Juli in der Ostsee für „eine schwere Havarie“ sorgen. Am vorbestimmten Tage, kurz nach dem Auslaufen, ereignete sich im Laderaum des Dampfers eine Explosion und das Schiff musste mit Schlagseite und einem schweren Leck wieder in den Hafen geschleppt werden. Nachdem sie auch noch genaue Angaben über die Ladung des Schiffes, deren Besatzung etc. machen konnte, wurde sie in Deutschland eingesetzt, wo sie als Stenotypistin in einer Musikalienfirma in Berlin Arbeit fand. In der Staatsbibliothek Unter den Linden benutzte sie ein Buch als „Briefkasten“ für ihre verschlüsselten Aufzeichnungen. Als wegen dem Kriegsgedröhn der Musikverlag schließen musste, wurde sie durch Agent „A 236“ als Sekretärin in die Heeresversuchsanstalt Peenemünde auf der Insel Usedom eingeschleust. Hier wurden Raketenwaffen entwickelt, ein Meisterstück des engliFELDKIRCH AK TUEL L 1 /2 0 1 3

schen Spionagedienstes, denn Agent „A 236“ war als „Dr. Heinz Münter“ selber Konstruktionszeichner in Peenemünde. Beginn der Raketenwaffen Am 3.10.1942 begann hier das Raketenwaffen- und spätere Raumfahrtzeitalter. Das 13,5 Tonnen schwere „Aggregat 4“ („Vergeltung 2“) wurde gezündet und flog bei Mach 5,4 (der Schallgeschwindigkeit) in rund 90 km Höhe. Von 1937 bis 1945 war Sturmbannführer der SS Wernher von Braun der technische Direktor in Peenemünde. Zur Serienherstellung der „V 2“ wurden Häftlinge des KZ Dora-Mittelbau“ eingesetzt, wo zumindest 12.000 Zwangsarbeiter ums Leben kamen. Auch in Friedrichshafen und in Wiener Neustadt war eine oberirdische Raketenproduktionsstätte, wo ebenfalls zahlreiche KZ-Häftlinge zu Tode geschunden wurden. Am 8.11.1944 wurde die „V 2“ gegen die Zivilbevölkerung in London eingesetzt. „Das hätte nie geschehen sollen“, sagte Wernher von Braun und forderte am 12.11.1943 weitere 1.350 „Arbeitskräfte“ an. Bis Ende März 1945 wurden rund 3.000 Raketen auf Städte in England, Belgien, Frankreich und den Niederlanden abgefeuert, denen zumindest 2.500 Menschen zum Opfer fielen. Hilde Monte arbeitete die detaillierten

Pläne für das Bombardement der Produktionsanlagen in Peenemünde aus. „A 236“ brachte die Pläne auf einer „Urlaubsreise nach Süddeutschland“ über Portugal nach London. Zum Abschied sei noch ein Treffen in Vaduz vereinbart worden. Provikar Dr. Carl Lampert und die „Peenemünde-Erfindung“ Die Industriespionage besorgte Paul Rosbaud und nicht der aus Göfis stammende und nach Stettin verbannte Provikar Dr. Carl Lampert (1894-1944), dem man dies anlastete. Lampert war der höchste Geistliche des österreichischen Klerus, der Opfer des NS-Regimes wurde. Am 4.2.1943 wurde er verhaftet und am 8.9.1944 (zum zweiten Mal) zum Tode verurteilt. Zu seiner Verteidigung hielt er fest: „Niemals hatte ich auch nur irgendein besonderes Interesse an der Peenemünde-Erfindung, niemals irgendeine Spionageabsicht, vielmehr protestierte ich feierlich gegen derartige verleumderische Zumutungen, die ganz und gar gegen mein Wesen, meine Einstellung sprechen. So etwas zu tun, wäre ich einfach als Priester und Deutscher niemals fähig.“ Provikar Dr. Carl Lampert wurde am 13.11.1944 in Halle an der Saale hingerichtet und 2011 selig gesprochen.

Landkarten-Raum im Führungsbunker von Winston Churchill in London, heute Außenstelle des Imperial War Museums (Foto: Archiv Thomas Wanger, 1/2011).

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AUS ALTEN ZEITEN

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V 2 (Rekonstruktion), National Air and Space Museum, Washington (Foto: Archiv Thomas Wanger, 2012)

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Bombardement der Heeresversuchsanstalt Nachdem die Engländer auch über eine italienische Relaisstation durch Hans Deichmann über Peenemünde informiert wurden, meldete sich Hilde Monte am Vortag des Bombenangriffs krank. Das Bombardement von Peenemünde wurde als kriegsentscheidend eingestuft und war dementsprechend massiv. Die gesamte Flotte der Royal Air Force stieg auf, rund 600 Bomber der „Operation Hydra“ wurden am 18.8.1943 um 1.15 Uhr gegen das Entwicklungswerk und das „Werk Süd“ eingesetzt. Zur Ablenkung griffen ebenso viele Flugzeuge der „Operation Whitebate“ Berlin an. 123 Wissenschaftler und Spezialisten fanden in Karlshagen zusammen mit ihren Familienangehörigen in ihren Wohnunterkünften den Tod. Wernher von Braun (1912-1977) konnte sich in einen Bunker flüchten und später für die USA atomare Mittelstrecken- und Mondraketen entwickeln. Durch einen Leucht-Markierungsfehler wurde auch das Lager Trassenheide bombardiert, was rund 600 Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen das Leben kostete. Die Forschung, Entwicklung und Produktion wurde um zumindest einen Monat verzögert. Als man in Hilde Montes Zimmer einen Fahrschein von der Londoner Untergrundbahn aus dem Jahre 1939 fand, den sie vermutlich absichtlich zurückließ, war sie längst auf der Flucht. Der zweite Bombenangriff auf Peenemünde, am 18.7.1944, galt den Produktionsanlagen („Werk Ost“), wobei 2.000 Menschen den Tod fanden und das „Werk Süd“ wurde am 4.8.1944 bombardiert. Der letzte Einsatz Im September 1944 wurde Hilde Monte zusammen mit ihrer Freundin Anna Beyer in Frankreich, nahe dem Genfersee mit dem Flugzeug abgesetzt, um an internationalen Konferenzen teilnehmen zu können. Zusammen mit Karl Gerold, dem späteren Herausgeber der Frankfurter Rundschau, nahm Hilde

Monte dann von Intragna Al Forno im Tessin aus eine Verbindungstätigkeit zu österreichischen Widerstandsgruppen um die „Gruppe O5“ auf. Noch heute findet sich am Wiener Stefansdom, rechts vom Hauptportal, ihr Zeichen eingeritzt (O5 für Oesterreich). Dem nachmaligen ersten Präsidenten der Vorarlberger Arbeiterkammer in der Zweiten Republik, Anton Linder, sollte sie wichtige Botschaften der österreichischen sozialistischen Widerstandsbewegung nach Zürich überbringen. Anton Linder (1880-1958) war Vertreter der seit Dezember 1944 bestehenden österreichischen „Untergrundregierung“ in der Schweiz, dem überparteilichen „provisorischen österreichischen Nationalkomitee“ (POEN). In der Nacht um 3.45 Uhr überquerte Hilde Meisel-Olday als „Rosa Schneider“ am 17.4.1945 eine grenznahe Waldwiese oberhalb der Letze im Tisner Rappenwald und wurde aufgegriffen. Es ist ihr gelungen, den Zollgrenzschutz bis 6.30 Uhr aufzuhalten durch eine „glaubwürdige“ Geschichte, wonach sie

In Vaduz habe „A 236“ vergeblich auf sie gewartet. Foto vor 1944 (Bild im Archiv Thomas Wanger, Fotoalbum Benjamin Steck; Kopie im Liechtensteinischen Landesarchiv).

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AUS ALTEN ZEITEN

„im Auftrag des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda“ (mit Rucksack und Pistole) unterwegs sei. Ein Zollbeamter wurde angefordert und Rosa Schneider zum Zollhaus geführt. Etwa 150 Meter oberhalb der Hauptzollstelle ergriff sie die Flucht und versuchte „in der Richtung zur Reichsgrenze zu entkommen“. Nach dem Anruf „stehenbleiben!“ schoss ihr der Hilfszollbezirksassistent in den rechten Oberschenkel, was die Arterie so schwer verletzte, dass sie nach wenigen Minuten an Verblutung starb. Ihr Leichnam wurde in die Liebfrauenkirche gebracht. In Vaduz habe „A 236“ vergeblich auf sie gewartet. Laut Bericht der Kriminalpolizeistelle Feldkirch an die Ortspolizeibehörde wurde bei der Frau ein höherer Geldbetrag (2.042,78 Reichsmark) gefunden, mit dem die Kosten für die Leichenbestattung (148,- Reichsmark) bestritten wurden. Wahre Identität erst später geklärt Die wahre Identität der Toten wurde erst zwei Jahre später geklärt. Die Richtigstellung der Personalien im Sterberegister wurde am 25.3.1947 auf Antrag des Nationalratsabgeordneten Anton Linder unter Berufung auf weitere Zeugen veranlasst, der auch ihr Grab bis zu seinem Tod pflegte. Danach wurde das Grab der Widerstandskämpferin vom ehemaligen Stadtbaumeister Ing. Karl Pucher jahrzehntelang gepflegt. Die Kosten für die Erhaltung des Nutzungsrechtes des Grabes und den Blumenschmuck übernahmen die Schwester der Verstorbenen, Margot Fürst aus Stuttgart und ihre Mutter Rosa Meisel aus Lugano Paradiso. Erinnerung an Hilde Meisel-Olday An Hilde Meisel-Olday erinnert die „Hilda-Monte-Straße“ in Bergkamen, der „Hilda-Monte-Weg“ in HamburgBergedorf, ein „Stolperstein“ im Boden-

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pflaster in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf, Landhausstr. 3 mit dem Text: „Hier wohnte Hilda Monte, Jg. 1914, erschossen 17.4.1945 „Auf der Flucht“. In der Westmister Abbey und in ganz Großbritannien findet sich keine Gedenktafel für die durch einen InternetBeitrag von Angelika Rosina Kuntner (ad Johann-August-Malin-Gesellschaft) und durch einen Wikipedia-Artikel gewürdigte Frau. Neben dem Grabstein in Feldkirch wird auch im Jüdischen Museum in Hohenems dieser mutigen Frau gedacht. n

SPRECHT NICHT VON MUT „Sprecht nicht von Mut, o sprecht mir nicht von Helden und Heldentum! Ich weiss, es gibt auch Helden, und ihnen gebührt der Ruhm. Aber bei mir war es anders. Feiert mich daher nicht so sehr – Das Leben ist manchmal so drückend, so beängstigend schwer, dass man mehr Mut braucht zu leben, als für einen grossen Zweck sich selbst hinzugeben – und ist dann über alles hinweg. So lernt man den Tod verachten, und das zu lernen, ist gut. Doch die es dazu brachten, beweisen erst ihren Mut, wenn sie dennoch weiterleben, Jahre – jahrzehntelang. Feiert den nicht als Helden, der nicht das Leben bezwang.“ Gedicht von Hilde Meisel, zitiert in: Erich Fein, Die Steine reden, 1975, S. 274

Hilde Meisel-Olday starb 1945 im internationalen Kampf gegen den Faschismus für die österreichische Freiheit an der österreichisch-liechtensteinischen Grenze. Grabstein auf dem evangelischen Friedhof in Feldkirch (Foto: Archiv Thomas Wanger 6/2010).

Literaturangaben Werner Bundschuh, Anton Linder im Schweizer Exil (1934 bis 1945), in: Montfort, 43. Jg. 1991, Heft 4, S. 311- 325. Überarbeitete und erweiterte Fassung im Internet: www. malingesellschft.at Diözese Feldkirch (Hg.), Provikar Dr. Carl Lampert, Zeuge in Gnadenloser Zeit. Dokumentation, Innsbruck 1999. Erich Fein, Die Steine reden, Gedenkstätten des österreichischen Freiheitskampfes, Mahnmale für die Opfer des Faschismus, eine Dokumentation, Wien 1975, S. 274-275. Brian Johnson, Streng Geheim, Wissenschaft und Technik im Zweiten Weltkrieg, Himberg bei Wien 1978. Arnold Kramisch, Der Greif. Paul Rosbaud – Der Mann der Hitlers Atompläne scheitern ließ, München 1987. Angelika Rosina Kuntner, Ein Tod bei Feldkirch – Leben und Werk der Widerstandskämpferin Hilde Monte – Olday (1914 – 1945), Arbeit im Rahmen des „Universitätslehrgangs zur Studienberechtigungsprüfung“ an der Johannes Keppler- Universität Linz im Fach Geschichte, 2009. Meinrad Pichler, Nationalsozialismus in Vorarlberg, Opfer. Täter. Gegner, Innsbruck 2012 (2. Auflage), S. 291-293. Peter Steiner, Der tragische Tod der Hilda Monte. Vor 30 Jahren starb eine Widerstandskämpferin an der Grenze zur Schweiz. Peter Steiner rekonstruierte aus Akten und Dokumenten „ein Stück Krieg“ in unserer engeren Heimat, in: neue Vorarlberger Tageszeitung, 19. 4. 1975, Beilage S. 24. Wikipedia, Hilde Meisel, http://en.wikipedia.org/wiki/Hilde_ Meisel Diverse Archivalien aus dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes in Wien (1992) und aus dem Stadtarchiv Feldkirch (2013), für die ich mich bedanke, worunter: Hilde Monte Olday. In der Westminster-Abbey erinnert eine Gedenktafel an diese tapfere Frau, Artikel aus unbekannter Zeitschrift, S. 3, ohne Ort und ohne Jahr (um 1961; sowohl in Wien als auch in Feldkirch ohne Zitation ins Archiv gelangt.)

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Die Lösung vom letzten Mal Die richtige Antwort auf unsere Frage im Dezemberheft lautete: familieplus. Gewonnen haben: Franz Müller, Tosters Arno Frick, Feldkirch Günter Lenz, Feldkirch Die drei Gewinner dürfen sich über das Buch „Sammeln-Bewahren-ErforschenVermitteln“ mit Beiträgen rund um das Schattenburgmuseum freuen. Das Buch ist zum 100-jährigen Bestehen des Heimatkundemuseums in der RhethicusReihe erschienen.

Gemeinsam mit dem Stadtbus feiert auch „Feldkirch aktuell“ heuer sein 20-jähriges Bestehen im gewohnten Erscheinungsbild. Für uns war dies Anlass, das Feldkircher Stadtmagazin gestalterisch zu modernisieren. Was möchten Sie in Feldkirch aktuell künftig lesen? Welche Beiträge interessieren Sie besonders? Worüber sollten wir unbedingt einmal berichten? Wir freuen uns auf Ihre Anregungen!

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Redaktion Tel. 304-1110 E-Mail: aktuell@feldkirch.at

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