BWgung 01/2026

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Großprojekte in der BWV 2026

„Bis hierher hat der Herr geholfen.“ – Dieser Ausdruck des Dankes und der Zuversicht geht auf die Geschichte Samuels zurück (1 Sam 7,12).

Als Baden-Württembergische Vereinigung dürfen wir Gott dankbar sein, dass er uns als Gemeinde in seinem Werk mitwirken lässt. Ein herzliches Dankeschön auch an euch für eure treue finanzielle Unterstützung – sowohl für die bereits abgeschlossenen Projekte als auch für jene, die noch im Gange sind.

Durch euren Beitrag war es möglich, wichtige Institutionen zu errichten und Veranstaltungen durchzuführen, bei denen viele Menschen die Liebe Gottes erfahren durften und weiterhin erfahren werden.

Wir möchten euch im Folgenden einen kurzen Überblick über den aktuellen Stand der verschiedenen Projekte geben und euch herzlich einladen, diese weiterhin durch eure Gebete und eure finanziellen Mittel zu unterstützen. Bitte gebt bei euren Überweisungen den entsprechenden Projekt-Verwendungszweck an. Gottes Segen!

Helge Külls und Ever Montoya (Finanzabteilung der BWV)

3,6 Mio €

3,7 Mio € 2026

Schulprojekt Landshausen (Kauf & Renovierung eines neuen Schulgebäudes)

Status: Der Umbau ist fast abgeschlossen! Die restlichen Arbeiten werden im Jahr 2026 fertiggestellt. Der Schulbetrieb hat im September 2025 gestartet. Offene Finanzierung der BWV: 100.000 € im Jahr 2026.

Status: Es werden Spenden gesammelt: Der Umsetzungstermin ist noch offen, da er von der Finanzierung abhängt. Offene Finanzierung der BWV: 2.350.000 €

150.000 €

2,5 Mio €

Schulprojekt Murrhardt (Erweiterung Schul- und Fachräume)

Missionsprojekt Bolivien

Status: Die Gründungsarbeiten des Einflusszentrums in Santa Cruz gehen weiter. Dafür müssen Miete, Ausstattung und Personalkosten bezahlt werden. Offene Finanzierung der BWV: 125.000 €

Youth in Mission Congress

Status: Das Spendenziel für den YIM 2025 wurde leicht übertroffen. Vielen Dank! Für das Jahr 2026 beträgt die offene Finanzierung der BWV: 125.000 €

Summe: 2.725.000 € offene Finanzierungen der BWV (von 6.475.000 €), davon betreffen 375.000 € Projekte in 2026. Spenden an: Freikirche der STA in BW KdöR; Volksbank Stuttgart eG; IBAN DE79 6009 0100 0227 3910 12; BIC VOBADESSXXX; Verwendungszweck: Projekt ...

150.000 € 2026

Inhalt

02 Großprojekte in der BWV 2026

Ein Einblick in den Finanzierungsstatus

04 Aus der Vereinigung

Ferdinand-Pieringer-Verein – Hoffnung investieren, Zukunft ermöglichen

06 Gedanken tanken

Warum Jesus noch baut

08 Coverstory

Leben und Wirken im Waisenheim in Tansania

16 Glaube & Technik

Zwischen Segen und Versuchung: Künstliche Intelligenz im kirchlichen Raum

19 Ein persönliches Zeugnis

Wie der Herr das Unmögliche möglich machte

22 Ein neuer Weg für Beziehungen

In jeder Beziehung – Ehe und Familie im Blick

24 Gesundheit

Detox Your Life – (dt.: Entgifte dein Leben)

26 Kinderzeit Wutentbrannt

28 Spannungsfelder biblisch überwinden

Gott über Gräben hinweg dienen – eine Lektion von Jeremia

35 Wohin mit Schmerz, Wut und Zweifel?

„Gott, warum?“ – Vom Wert der Klage in Zeiten der Trauer

40 So kam ich zur Gemeinde ... Warmherzigkeit veränderte alles

42 Bibel und Glaube Göttliche Erpressung? – „Liebe mich oder ich vernichte dich!“

44 Rückblick Aus den Gemeinden

48 Ausblick Kommende Veranstaltungen auf einen Blick

50 Was macht eigentlich ...?

Roland Röhner

Aus der Vereinigung

Ferdinand-Pieringer-Verein – Hoffnung investieren, Zukunft ermöglichen

Manchmal entscheidet ein kleiner finanzieller Rückhalt darüber, ob eine Berufung weitergehen kann. Wie der Ferdinand-Pieringer-Verein genau dort ansetzt und wie auch du Teil dieser Geschichte werden kannst, das erfährst du hier von Zsolt Halmi.

Du kennst vielleicht dieses Gefühl: Gott legt dir einen Auftrag aufs Herz, aber der Kontostand bremst. Genau an so einem Punkt stand ich als Student in Bogenhofen. Ich erinnere mich an einen Abend im Wohnheim: Lernunterlagen auf dem Tisch, der Kopf voll Hebräisch – und daneben die nüchterne Rechnung für das nächste Studienjahr. Nicht dramatisch, nur schlicht zu viel für das, was ich neben dem intensiven Studium verdienen konnte. In dieser Phase hat mir der Ferdinand-Pieringer-Verein durch ein zinsloses Darlehen den Rücken freigehalten. Die Botschaft war leise, aber stark: Wir glauben an deine Berufung. Geh weiter. Und wenn du später festen Boden unter den Füßen hast, gib weiter, was du empfangen hast. Genau dieses „Weitergeben“ ist bis heute das Herz unseres Vereins.

Unsere Mission: Gemeinsam mehr erreichen

Der Zweck des Ferdinand-Pieringer-Vereins ist klar: Wir stärken die Verkündigung der frohen Botschaft von Jesu baldiger Wiederkunft. Menschen sollen zu Christus finden, im Glauben wachsen und das Evangelium selbst weitertra-

Für viele Studierende ist es eine jährlich wiederkehrende Herausforderung, sich voll aufs Studium zu konzentrieren und gleichzeitig genug Geld für die Studienkosten aufzubringen.

gen. Darum unterstützen wir zukünftige Pastoren und Bibelarbeiter am Theologischen Seminar Schloss Bogenhofen in ihrer theologischen und praktischen Ausbildung.

Bogenhofen – getragen, ausgebildet, gesandt Bogenhofen wird durch kirchliche Träger und durch das Schulgeld der Studierenden finanziert. Neben der Österreichischen Union und der Deutsch-Schweizerischen Vereinigung ist seit rund einem Jahr auch die Baden-Württembergische Vereinigung Träger der Schule – ein Zeichen dafür, dass uns Ausbildung und Mission das gemeinsame Tragen wert sind.

Und trotzdem bleibt die finanzielle Belastung für viele hoch: Ein Studienjahr kostet ohne Rabatte rund 18.000 Euro (Unterricht, Wohnheim, Mensa). Für Studierende aus Deutschland gibt es aktuell einen FPV-Rabatt von 18% –damit bleiben knapp 15.000 Euro pro Jahr. Gerade Studierende aus Deutschland stehen oft besonders unter Druck, da es meist keinen vergleichbaren Rabatt wie in Österreich oder der Schweiz gibt, häufig keine Unterstützung durch die eigenen Vereinigungen und in der Regel kein BAföG, weil Bogenhofen staatlich nicht anerkannt ist. Zur Einordnung: Im inneradventistischen Schulsystem ist das Seminar durch die Akkreditierungskommission der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten voll anerkannt.

Ein Fonds, der Türen öffnet und offen hält

Viele Studierende nutzen jede Gelegenheit, mitzutragen: Buchevangelisation in den Ferien, Arbeiten auf dem Campus, kleinere Jobs. Doch das Studium ist intensiv und die Zeit begrenzt. Manchmal reicht ein Engpass, und ein Weg, der von Gott her klar wirkt, wird plötzlich unsicher. Genau hier setzt der Verein an.

Bei nachgewiesener Bedürftigkeit und Empfehlung durch das Kollegium können Studierende pro Studienjahr bis zu 20% der Studiengebühr als zinsloses Darlehen in Anspruch nehmen – aktuell bereits ab dem ersten Jahr. Nach Abschluss wird zurückgezahlt, sobald ein geregeltes Einkommen da ist. Ich weiß noch, wie sich das anfühlt: Nicht „behalten“, sondern „verwalten“. Nicht beschämt, sondern gestärkt. Und irgendwann kommt der Moment, in dem man zum ersten Mal selbst etwas zurückzahlen kann und merkt: Jetzt bin ich Teil dieses Kreislaufs. Genau das macht die Hilfe nachhaltig: Was du heute gibst, fließt zurück in den Fonds und hilft später wieder anderen. Hilfe wird weitergegeben – Generation für Generation.

Vision und Erbe Ferdinand Pieringers Ferdinand Pieringer, der erste Schulleiter Bogenhofens, wollte mehr als Wissensvermittlung. Sein Wunsch waren geistlich-sittliche Persönlichkeiten, geformt durch Gottes Wort, geschult im Denken, verbunden mit dem Leben –eine „Schule der Weisheit von oben“. Der Verein sieht sich dieser Vision verpflichtet: Berufung soll nicht am Geld scheitern, sondern reifen dürfen.

Mehr als Studienförderung

Neben den Darlehen unterstützt der Verein auch Anliegen, die die missionarische Reichweite Bogenhofens stärken. Dazu gehören Predigtaufnahmen samt Ausstrahlung (Hope Channel und Livestream), die Förderung einer 50%-Stelle für Videotechnik, verschiedene Bau- und Renovierungsprojekte (z. B. Mensa und Wohnbereiche)

Auch kleine Beträge helfen weiter – sie bewirken in der Summe, dass ein kleines Stück Zukunft möglich und die frohe Botschaft von Jesu Wiederkunft weitergetragen wird.

sowie wichtige Ausstattungen im Bereich der Lehrmaterialien oder Infrastruktur für den Ausbildungsalltag.

Warum deine Spende wirklich ankommt Vielleicht wirst du nie sehen, was dein Beitrag im Detail auslöst. Aber stell dir vor: Ein Student oder eine Studentin kann bleiben, abschließen, wird Pastor oder Pastorin und begleitet später Menschen durch Glaubensfragen, Krisen, Trauer und Neuanfänge. Oft beginnt so etwas erstaunlich unspektakulär – nämlich mit einer Spende, die einen Engpass überbrückt. Ich persönlich bin ein Beispiel dafür und dankbar, wenn aus „Damals hat mir jemand geholfen“ immer wieder ein „Heute helfe ich mit“ wird.

Mach mit – investiere in Hoffnung! Spendenkonto

(Kontoinhaber: Ferdinand Pieringer e.V.)

Raiffeisenbank Obereßfeld-Römhild o.G

IBAN: DE50 7906 9188 0000 0109 87

BIC: GENODEF1SLZ

Auch Spenden per PayPal sind möglich – dafür einfach dieselbe Adresse wie für Rückfragen nutzen: info@ferdinand-pieringer.org

Der Zweck des FerdinandPieringer-Vereins ist es, die Verkündigung der frohen

Botschaft von Jesu baldiger Wiederkunft zu stärken.

Danke, wenn du heute ein kleines Stück Zukunft möglich machst. Jeder Beitrag zählt, damit die Botschaft von Jesu Wiederkunft weitergetragen wird.

Zsolt Halmi ist Leiter der Abteilung Pastorenamt in der BadenWürttembergischen Vereinigung sowie Vorsitzender des FerdinandPieringer-Vereins.

Gedanken tanken

Warum Jesus noch baut

Da war sie, die Frage, die die Menschheit seit zweitausend Jahren intensiv beschäftigt, heruntergebrochen auf die kindliche Unschuld eines vierjährigen Herzens: „Papa, wann kommt Jesus wieder?“ Mein mittlerer Sohn stellte sie mir nach unserer gemeinsamen Andacht. Mit großen, erwartungsvollen Augen wollte er wissen, wann all die wunderbaren Geschichten von Jesus, dem Himmel und der neuen Erde, die ich ihm aus der Bibel und den Schriften Ellen Whites vorgelesen hatte, endlich Wirklichkeit werden.

Wie aber antwortet man einem Kind, ohne auf das abgenutzte „Bald“ zurückzugreifen? Wie erklärt man die Wiederkunft Christi, ohne ein Daniel- oder Offenbarungsseminar zu halten? Ich zögerte einen Moment und griff dann auf die einfache, direkte Zusage Jesu aus Johannes 14,2-3 zurück: „Ich gehe, um euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe, euch eine Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen.“

„Weißt du, Jawin“, begann ich und strich ihm über die Haare, „du baust doch so gerne mit deinen Legosteinen. Du fängst an, und wenn alles fertig ist, zeigst du es mir voller Freude. Genauso ist es mit Jesus. Er baut gerade unser neues, wunderbares Zuhause im Himmel. Wenn es fertig ist, kommt er wieder. Dann dürfen wir wieder zum Baum des Lebens gehen, und Jesus lädt uns zu einem großen Fest ein. Dort gibt es die leckersten Früchte, süße Trauben, saftige Feigen und das leckere Manna.“

Mein Sohn lächelte zufrieden und schlief friedlich ein. Einige Tage später tauchte die Frage wieder auf. Doch dieses Mal war es mein ältester Sohn, der damals sechsjährige Lias: „Papa, wann kommt Jesus wieder?“ Diesmal fühlte ich mich vorbereitet und erzählte ihm die gleiche, bewährte Geschichte von Jesus, dem himmlischen Baumeister. Ich schaute ihn erwartungsvoll an, bereit für ein zufriedenes Nicken.

Doch es kam anders. „Aber Papa… Jesus kann doch einfach ein Wort sagen, und sofort ist alles fertig. Dann könnte er doch jetzt kommen!“

Seine kindliche Logik traf mich unvorbereitet. Wie sollte ich diesmal altersgerecht darauf antworten? Wieder nahm ich mir einen Gedankenmoment und fand die Antwort in einem anderen Wort der Schrift: „Der Herr … zögert nicht die Verheißung hinaus, wie einige es für ein Zögern halten, sondern er hat Geduld mit euch, weil er nicht will, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe.“ (2 Petr 3,9)

Ich setzte mich zu ihm: „Die Geduld Jesu, mein Schatz, hat weniger mit den Häusern zu tun als mit den Entscheidungen der Menschen. Er wartet, weil er möchte, dass noch so viele wie möglich von seiner Liebe erfahren. Jeder Mensch zählt für ihn. Und weißt du was? Wir alle können mithelfen, anderen von ihm zu erzählen.“ Mein Sohn schaute mich verständnisvoll an und schlief friedlich ein.

Seit jener Nacht hat die Frage „Papa, wann kommt Jesus wieder?“ für mich eine neue Dimension bekommen. Sie ist kein Rätsel mehr, das es zu lösen gilt, sondern ein Auftrag. Sie erinnert mich daran, dass jeder Tag, den Gott uns schenkt, eine Gnadenfrist ist, in der wir auf seiner Baustelle auf dieser Erde mithelfen dürfen. Indem wir von seiner Liebe erzählen, bauen wir mit an dem Fundament der neuen Stadt. Mögen wir diese Zeit der Vorbereitung nutzen, bis er wirklich kommt und bis unsere Kinder, und alle, die durch uns von ihm hören, endgültig zu Hause sind.

Eugen Hartwich ist Präsident der Freikirche der SiebentenTags-Adventisten in BadenWürttemberg.

Jeder Tag, den Gott uns schenkt, ist eine Gnadenfrist, in der wir auf seiner Baustelle auf dieser Erde mithelfen dürfen.

Dunia ya Heri: Einblicke aus erster Hand

Leben und Wirken im Waisenheim in Tansania

Ein Zuhause braucht mehr als Mauern. Im Interview berichtet Thomas Küsel, Waisenheimleiter von Dunia ya Heri, über die Anfänge des Projekts, den Alltag mit den Kindern, Herausforderungen, Gebetserfahrungen und wie Hilfe Leben verändert. Die Fragen stellte Saskia Külls.

Lieber Thomas, würdest du dich unseren Leserinnen und Lesern kurz vorstellen? Woher kommst du und was hat dein Leben geprägt, bevor du zum Waisenheimgründer wurdest?

Ich bin, nachdem mein Vater (Siegfried Küsel) für die Baden-Württembergische Vereinigung tätig war, schon in jungen Jahren mit meinen Eltern von Korntal, Stuttgart, ins Missionsfeld nach Äthiopien ausgewandert. Die Zeit im Ausland hat mein Leben langfristig stark geprägt und in mir den Wunsch erweckt, irgendwann wieder ins Ausland, vielleicht sogar nach Afrika, zurückzukehren.

Nach dem Studium der Betriebswirtschaft habe ich dann im Konsumgüterbereich für Unilever und Procter & Gamble sowohl in Deutschland als auch im Ausland gearbeitet, bis ich 2005 als Geschäftsführer für das Seminar Schloss Bogenhofen tätig wurde.

Wie kam es dann zur Gründung des Waisenheims? Würdest du uns einen kleinen Einblick geben, was die ersten Schritte und Herausforderungen waren?

Die Idee für die Gründung eines Waisenheims kam von einer guten Freundin, Judith Klier, die ich als Gründungsmitglied von Amazing Discoveries Deutschland kennenlernte. Da sie von meinem Aufenthalt im Missionsfeld wusste, bat sie mich, ihr beim Aufbau eines Waisenheims in Afrika zu helfen. Ihr Sohn war plötzlich verstorben und sie versprach am Sterbebett ihres an Krebs erkrankten Ehemanns, mit einem Teil der Erbschaft ein Waisenheim aufzubauen. Eigentlich hatte ich wegen den vielseitigen Aufgaben in Bogenhofen keine Zeit für weitere Projekte. Aber irgendwie reizte mich die Aufga-

be, da mir „die guten alten Zeiten“ in Afrika in positiver Erinnerung geblieben waren. So willigte ich ein, zumindest bei der Online-Suche nach einem geeigneten Grundstück behilflich zu sein.

Ende 2014, es war unsere zweite Reise nach Tansania, konnte Judith Klier als Gründerin des Projekts zwei Grundstücke für den Bau des Waisenheims erwerben. Nun kam es aber schnell zu der Frage, wer den tatsächlichen Aufbau des Waisenheims in die Hand nehmen könnte. Meine Frau Beate und ich legten die Situation ins Gebet und entschieden uns, unser Haus in Österreich, welches wir acht Jahre zuvor errichtet hatten, zum Verkauf anzubieten. Wenn sich ein Käufer finden würde, der bereit wäre, nach geleisteter Anzahlung ein Jahr zu warten, bis wir ausziehen würden, und beim Preis nicht verhandeln würde, so sollte dies ein Zeichen dafür sein, dass wir nach Tansania gehen sollten. Außerdem durfte der Makler das Haus nicht öffentlich, sondern nur unter der Hand anbieten, da wir Gerüchte eines eventuellen Verkaufs vermeiden wollten. Und tatsächlich geschah genau das, worum wir Gott gebeten hatten. Der Makler bestätigte, dass er noch nie zuvor erlebt hätte, dass jemand bereit war, nach dem Kauf ein Jahr bis zum Einzug zu warten und außerdem den Preis nicht nachzuverhandeln. Somit zogen wir Anfang September 2015 nach Tansania.

Um der dortigen Kultur gerecht zu werden, gaben wir dem Projekt einen Namen in der Landessprache Swahili: „Dunia ya Heri“ – was so viel heißt wie „Erde des Segens“. Als wir in Tansania ankamen, gab es auf dem Grundstück bis auf ein kleines Wächterhäuschen nichts, nur wildes, steppenartiges Land mit wenigen größeren Bäumen. Natürlich mussten wir als Erstes eine Unterkunft auf dem Gelände errichten. Die schnellste Möglichkeit war, zunächst in ein Zelt zu ziehen. Neben dem Zelt errichteten wir eine Kochnische sowie Duschen und Toiletten.

Als wir in Tansania ankamen, gab es auf dem Grundstück bis auf ein kleines Wächterhäuschen nichts – außer wildes, steppenartiges Land mit wenigen größeren Bäumen.

Nun konnten wir mit der Planung für das erste Gebäude des Waisenheims beginnen. Es sollte eine Unterkunft für ca. 20 Kleinkinder werden. Vorher benötigten wir jedoch eine Remise, in der wir in der Regenzeit Zement lagern konnten. Ein Bautrupp aus Polen wollte uns Ende 2015 beim Erstellen des Rohbaus helfen. Als der polnische Bauleiter aus gesundheitlichen Gründen absagen musste, standen wir mit 15 unerfahrenen Helfern vor der Herausforderung, den Rohbau allein zu errichten. Doch durch Gottes Führung lernten wir genau im richtigen Moment einen kenianischen Architekten kennen, der uns in dieser schwierigen Phase gemeinsam mit seiner Assistentin

BW GUNG Titelstory
Dunia ya Heri Leben und Wirken im Waisenheim in Tansania
Wir sind uns bewusst, dass all dies in so kurzer Zeit nur mit Gottes Hilfe entstehen konnte.

vor unserer Ausreise gingen die Spenden an die amerikanische Organisation „Restore a Child“, die sich weltweit für Waisenkinder einsetzt. Im Sommer 2015 traf ich deren Präsidentin, Norma Nashed, zufällig am Bogenhofener Stand auf der Generalkonferenz in San Antonio. Wir kamen ins Gespräch über unser geplantes Waisenheim in Afrika und blieben per E-Mail in lockerem Kontakt.

tatkräftig und ohne Gegenleistung unterstützte. Nach einem Jahr war das Heim dann Ende 2016 bezugsfertig, worauf wir die ersten zwei Kinder im Dezember 2016 aufnahmen. Gleichzeitig konnten wir aus unserem provisorischen Zelt – das inzwischen wegen Schimmels unbewohnbar geworden war – in das Obergeschoss des Kinderheims einziehen. Wir teilten uns die kommenden eineinhalb Jahre Bad und Küche mit den Kindern und Betreuerinnen. Erst 2018 konnten wir in unser eigenes Haus, das wir mit eigenen Mitteln errichteten, einziehen.

Eine weitere Erfahrung war folgende: In Bogenhofen war es Tradition, beim Weihnachtskonzert für ein soziales Projekt in der Dritten Welt zu sammeln. Zwei Jahre

Kurz bevor unsere Helfer aus Polen 2016 zurückkehren sollten, stellte ich besorgt fest, dass unsere Mittel für den Rohbau nicht ausreichen würden. Da erreichte mich plötzlich eine E-Mail von Norma: „Lieber Thomas, ich habe veranlasst, dass 20.000 USD auf euer Konto in Tansania überwiesen werden.“ Damit waren genügend Mittel vorhanden – Gott hatte uns in letzter Minute alles gegeben, was wir brauchten.

Wie kommen die Kinder zu euch ins Waisenheim und wie viele Kinder betreut ihr aktuell? Was umfasst „Dunia ya Heri“ inzwischen alles?

Ein Verband lindert und schützt Wunden vor Infektionen – aufmerksam beobachten die Kinder von „Dunia ya Heri“ die Versorgung und lernen dabei, was praktische Nächstenliebe bedeutet.

Als Waisenheim haben wir eine staatliche Lizenz und unterliegen strengen Vorschriften. Wir dürfen keine Kinder einfach so von der Straße aufnehmen, sondern erhalten sie ausschließlich von den Jugendämtern in Dar es Salaam. Wird ein Kind ausgesetzt oder von der Mutter zurückgelassen – was für uns zwar unvorstellbar ist, aber leider vorkommt, etwa wenn der Stiefvater das Kind nicht akzeptiert – wird zunächst ein Polizeibericht erstellt und das Kind ärztlich untersucht, um festzustellen, ob Krankheiten (wie z. B. HIV) vorliegen. Erst dann übergibt das Jugendamt das Kind mit einem Begleitschreiben an uns.

Wir gehören übrigens zu den wenigen Waisenheimen, die auch Neugeborene und Kinder mit HIV aufnehmen. Die Betreuung von Neugeborenen ist besonders aufwendig, weshalb viele Waisenheime sie ablehnen. Für unsere

Wir gehören übrigens zu den wenigen Waisenheimen, die auch Neugeborene und Kinder mit HIV aufnehmen.

Beate und Thomas Küsel mit den ersten beiden Kindern, die nach der Gründung im Waisenheim „Dunia ya Heri“ in Tansania aufgenommen wurden.

jüngsten Kinder halten wir einige Ziegen, da Ziegenmilch den besten Ersatz für Muttermilch bietet.

Inzwischen betreuen wir 40 Waisenkinder, und 140 Schulkinder besuchen unsere 2020 gegründete Grundschule. Wir sind in Bezug auf Wasser und Strom völlig autark. Neben drei Heimgebäuden gibt es Wohnhäuser für Angestellte, zwei Wassertürme, eine Werkstatt und seit Anfang 2025 eine gestiftete Mensa. Wir bewirtschaften eine Farm mit Obstbäumen (Mango, Guave, Papaya), über hundert Bananenstauden, Reisfeldern, Mais, Süßkartoffeln, Kürbissen, Zwiebeln, Gemüse und mehr. Außerdem hat die Farm einen Erdkeller, zwei Brunnen mit rund 80.000 Litern Wasser und eine Bewässerungsanlage. Wir sind uns bewusst, dass all dies in so kurzer Zeit nur mit Gottes Hilfe entstehen konnte.

Wie sieht ein typischer Tag im Waisenheim aus?

Der Tag beginnt für die Kinder früh: Um 6:00 Uhr stehen sie auf. Nach Anziehen, Andacht und Frühstück geht es um 7:30 Uhr zur Schule. Der Unterricht dauert bis 12:00 Uhr, nach einer Stunde Mittagspause folgt Nachmittagsunterricht, je nach Klasse bis 15:00 Uhr. Der Schulunterricht findet ausschließlich auf Englisch statt, was den Kindern in Tansania einen langfristigen Vorteil verschafft, denn Englisch ist zwar Amtssprache, wird aber von einem Großteil der Bevölkerung nicht gesprochen.

BW GUNG
Titelstory
Dunia ya Heri
Leben und Wirken im Waisenheim in Tansania
Solange wir Gott treu sind, dürfen wir die Zuversicht haben, dass er uns auch in der Zukunft beisteht.

Nachmittags erledigen sie Hausaufgaben, waschen ihre Wäsche, bringen ihre Zimmer in Ordnung oder nehmen Musikunterricht. Zweimal pro Woche lernen sie nähen. Um 17:00 Uhr gibt es Abendbrot, danach Spielzeit, wobei die älteren Kinder öfters zu uns nach Hause kommen, um ein kurzes YouTube Video, zum Beispiel von National Geographic, anzuschauen und gemeinsam die Abendandacht zu halten. Die kleineren Kinder gehen morgens in den Garten, um einige ihrer Pflanzen zu gießen, sie kümmern sich um die Hühner und verbringen Zeit auf dem Spielplatz oder am Strand.

Die Kinder lernen sehr früh, Verantwortung zu übernehmen und kleinere Aufgaben im Haushalt zu erledigen. Die älteren Kinder erhalten Taschengeld, von dem sie freiwillig Zehnten und Gaben geben und sich Schulsachen oder andere kleine Dinge wie Taschenlampen oder Malstifte kaufen können. Während der Woche finden altersgetrennte Morgen- und Abendandachten statt.

Am Freitagabend gibt es eine gemeinsame Andacht mit Kindergeschichten und vielen Liedern; die Kinder können inzwischen ca. 60 Lieder mit zwei bis drei Strophen auswendig und singen sie begeistert.

Am Sabbatmorgen wird die örtliche Adventgemeinde besucht und am Nachmittag gehen wir mit den Kindern oft gemeinsam in umliegende Dörfer, um kranken und hilfsbedürftigen Personen zu helfen. Die Kinder singen und verteilen Nahrungsmittel, Seife, Zahnpasta und christliche Literatur, denn Menschen in Tansania lesen sehr gerne.

Gab es Schicksale von Kindern, die dich besonders bewegt haben?

Es gibt so einige Schicksale, die uns sehr bewegt haben. Ich möchte hier nur zwei erwähnen:

Eines der Kinder wurde von der eigenen Mutter in einer Sickergrube hinterlassen. Küchenschaben hatten die Kopfhaut der Kleinen bereits angefressen, als sie von Nachbarn gefunden wurde. Die Narben trägt sie bis heute. Sie wurde anschließend zu uns gebracht und ist inzwischen ein liebes, etwas schüchternes Mädchen, das jedoch genau weiß, was es will. Sie geht in die vierte Klasse.

Voller Freude und Konzentration: Die Vorschüler des Waisenheims „Dunia ya Heri“ in Tansania lernen, malen und basteln gemeinsam an ihren kleinen Tischen.

Wir erhielten ein Frühchen, das nach nur sieben Monaten zur Welt gekommen war und eigentlich noch in den Brutkasten gehört hätte. Die Mutter war bei der Geburt gestorben. Genau in dieser Zeit besuchte uns eine Familie aus der Schweiz, die selbst ein Frühchen aufgezogen hatte – ein wahrer Segen. Ihre Ratschläge halfen uns, das Kind durchzubringen. Wegen des hohen Betreuungsaufwands nahmen wir es im ersten Jahr bei uns im Haus auf. In der Anfangszeit musste es zweimal für Bluttransfusionen ins Krankenhaus gebracht werden. Heute ist es ein fröhliches, aufgewecktes Mädchen, das dieses Jahr in die Schule kommt.

Inzwischen betreuen wir

40 Waisenkinder, und 140 Schulkinder besuchen unsere Grundschule. Wir sind in Bezug auf Wasser und Strom völlig autark.

Im Waisenheim „Dunia ya Heri“ lernen die Kinder schon früh, Verantwortung zu übernehmen: Beim Abwaschen ihres Geschirrs erleben sie, wie schön es sein kann, zu helfen und sich nützlich zu machen.

Gibt es eine Geschichte, die dir besonders ans Herz gewachsen ist?

Freunde aus der Schweiz halfen uns, zwei Schultafeln für unsere Grundschule anzufertigen – aus Stahlblech, das gegen Rost behandelt, mit Tafelfarbe gestrichen und anschließend an die Wand geschraubt wurde. Beim gemeinsamen Abendessen erwähnte ich beiläufig, wie schön es wäre, für unsere vier neuen Klassenzimmer richtige Tafeln zu haben – aufklappbar und höhenverstellbar, wie man sie aus Deutschland kennt. Am darauffolgenden Morgen las ich wie gewöhnlich meine E-Mails. Ein ehemaliger Arbeitskollege aus meiner Zeit in Österreich, mit dem ich seit zwei Jahren keinen Kontakt mehr gehabt hatte, schrieb:

Hallo Thomas! Wir haben heute in Cham vier Wandtafeln aus einer Berufsschule ausgebaut. Doppelttafeln mit Aluseitenprofilen und Gegengewichten. Traumhaft! Hast du Interesse für die von euch neu gegründete Schule? ... dann wäre das eine Möglichkeit, sie nach Dunia ya Heri herüberzuholen. Wir stellen sie dazu gerne zur Verfügung. Liebe Grüße, Bert van Smirren

Man mag selber beurteilen, ob dies ein Wunder war.

Dunia ya Heri Leben und Wirken im Waisenheim in Tansania
All unsere Planungen unterliegen dem einen Ziel: „Junge Menschen auf die Ewigkeit vorzubereiten.“

Wie gehst du mit Zeiten von Zweifel, Erschöpfung oder Rückschlägen um?

Leider gibt es durchaus Zeiten der Erschöpfung und Rückschläge. Das Auto streikt, es gibt keinen Strom oder Wasser, Behörden fordern ungerechtfertigte Bestechungsgelder, unsere Akte mit einem wichtigen Antrag wurde (vielleicht bewusst?) verloren, oder noch schlimmer: ein Überfall oder Feuer. Man lebt eben nicht in einer berechenbaren, durch Sicherheit geprägten westlichen Welt. Was mir in diesen Situationen geholfen hat, nicht den Mut zu verlieren, ist, sich darauf zu besinnen, dass es in der Vergangenheit für alles immer eine Lösung gab. Es bedarf oft nur Geduld und Gottvertrauen, bis das Problem überwunden ist.

Vor zwei Jahren wurde unser erstes Schulgebäude, das von Stuttgarter Architekturstudenten entworfen, mitfi-

Mit sichtbarer Freude über das Gelungene und einem stillen, berechtigten Stolz halten die Kinder ihre selbstgebackene Kreation in den Händen.

nanziert und mit aufgebaut worden war, durch ein Feuer zerstört. Es war ein wunderschönes Gebäude und hatte sogar einen deutschen Architekturpreis in der Kategorie „Holzstrukturen“ gewonnen. Ein Nachbar wollte sein Feld durch Abbrennen des trockenen Grases auf bequeme Art roden (was übrigens verboten ist) – ein Funke sprang auf unser Palmdach über und setzte das Gebäude in Brand. Zum Glück war das zweite Schulhaus bereits fertig, sodass der Unterricht weitergehen konnte. Als die ehemaligen Architekturstudenten, die inzwischen voll im Berufsleben standen, von dem Feuer erfuhren, nahmen sie sich einige Wochen Urlaub, um uns beim Wiederaufbau zu helfen. Dank ihrer Fachkenntnis und großzügiger Spenden konnten wir das Gebäude neu errichten – diesmal jedoch mit einem Blechdach.

Aus den Herausforderungen, die man in der Vergangenheit erlebt und mit Gottes Hilfe gemeistert hat, kann man Mut schöpfen. Solange wir Gott treu sind, dürfen wir die Zuversicht haben, dass er uns auch in der Zukunft beisteht. Dadurch kehrt innere Ruhe ein und man kann den Tag „gelassen“ angehen.

Was wünschst du dir für die Zukunft des Waisenheims?

Es gibt so vieles, was wir mit Gottes Hilfe gerne noch erreichen möchten. Zunächst aber stehen dringende Projekte an: In diesem Jahr werden zwei neue Klassenzimmer gebaut, und im nächsten Jahr sollen zwei Heimgebäude für unsere heranwachsenden Teenager folgen. Da wir meist Kinder im Alter von null bis drei Jahren

aufnehmen, werden die Ältesten bald 14 sein und brauchen altersgerechte Räume. Damit erhöhen wir unsere Gesamtkapazität auf rund 50 bis 60 Kinder. Zudem wird ein weiteres Wohnhaus für Mitarbeiter und Volontäre benötigt. Jedes dieser Projekte kostet etwa 80.000 Euro.

Damit nicht genug: Ab 2028 müssen unsere Kinder nach der Grundschule eine weiterführende Schule von der 8. bis zur 10. Klasse besuchen. Wir möchten ihnen ermöglichen, die 10. Klasse in unserer eigenen Sekundarschule abzuschließen – dafür ist der Bau eines weiteren Schulkomplexes mit vier Klassenzimmern nötig. Gleichzeitig wäre die Schule durch Schulgebühren eine zusätzliche Einnahmequelle.

Da wir unsere Kinder, wie in einer normalen Familie, nur mit einer ordentlichen Ausbildung ins Leben entlassen möchten, wird es notwendig sein, dem einen oder anderen Jugendlichen eine Ausbildung an der Universität von Dar es Salaam oder in eigenen Berufsschulen, wie z. B. einer Landwirtschaftsschule, Schlosserei, Schreinerei etc. zu ermöglichen. Hierfür müssen Gebäude und Klassenräume errichtet sowie Maschinen und Gerätschaften angeschafft werden. Natürlich bedarf es dafür finanzieller Mittel oder entsprechender Patenschaften. All unsere Planungen unterliegen dem einen Ziel: „Junge Menschen auf die Ewigkeit vorzubereiten“. Sie sollen zukünftig das, was wir ihnen an Liebe, Zuneigung, Kenntnissen, Glaubensgrundlagen und Fähigkeiten vermittelt haben, weitergeben und ein überzeugendes Zeugnis für ihren Glauben abgeben können.

Wie kann man das Projekt konkret unterstützen?

Es klingt alles so „schön und rund“, doch jedes Jahr stehen wir vor großen Herausforderungen – selbst ohne die Kosten für neue Bauprojekte. Die Größe unseres Projekts erfordert viel Personal. Neben den üblichen Betreuerinnen, Köchen und Reinigungskräften brauchen wir auch Tag- und Nachtwächter, Gärtner, Lehrkräfte und Bauleute. Wir sind dankbar, dass wir bis heute immer in der Lage waren, unsere Gehälter pünktlich zu zahlen und vertrauen darauf, dass Gott uns auch weiterhin bereitwillige Sponsoren schenkt.

Eine weitere Herausforderung ist die Suche nach einem Nachfolger, der zukünftig das Projekt weiterführen wird. Wir werden zwar in Tansania bleiben – da wir unser Haus in Österreich, wie erwähnt, verkauft haben – aber es wäre schön, so langsam einen geeigneten Nachfolger einzuarbeiten.

Waisenheimleiter Thomas Küsel beim Backen mit den Kindern: So werden spielerisch Fähigkeiten vermittelt, Selbstvertrauen gestärkt und die Freude an Gemeinschaft gefördert.

Für weitere Informationen zur genauen Stellenbeschreibung bitte eine E-Mail an: info@Dunia-ya-Heri.org.

Erwähnenswert ist auch die Möglichkeit für Jugendliche, ein freiwilliges soziales Jahr bei uns zu verbringen. Die Aufgaben reichen von Vorschul-, Gitarren- oder Klavierunterricht, Unterstützung bei der Betreuung von Kleinkindern, Garten- oder Bauarbeiten, Kochen, usw. – auch hier gerne für weitere Infos eine E-mail an: info@Dunia-ya-Heri.org.

Wir danken jedem, der motiviert ist, uns bei unseren Aufgaben und Herausforderungen zu helfen!

Gemeinsam Hoffnung weitergeben

Wenn auch du die Arbeit des Waisenheims „Dunia ya Heri“ in Tansania gerne unterstützen möchtest, kannst du mit deiner Spende konkret helfen, Kindern Zukunft, Schutz und Hoffnung zu schenken.

Spendenkonto:

Dunia ya Heri African Family and Health Care e.V. IBAN: DE18 7005 4306 0011 3977 59

Der Verein ist gemeinnützig. Spendenquittungen werden jährlich ausgestellt (dafür bitte Adresse oder E-Mail angeben).

Weitere Informationen: www.Dunia-ya-Heri.org

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Leben und Wirken

Glaube & Technik

Zwischen Segen und Versuchung: Künstliche Intelligenz im kirchlichen Raum

Künstliche Intelligenz verändert nicht nur unseren Alltag, sondern zunehmend auch das kirchliche Leben. Zwischen neuen Chancen für Verkündigung, Gemeindearbeit und mehr Zugänglichkeit sowie den Risiken geistlicher Verflachung stellt sich die Frage: Wie kann die Kirche KI verantwortungsvoll nutzen – als Werkzeug, nicht als Ersatz?

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst nicht mehr nur ein technisches Schlagwort. Sie ist Teil unseres Alltags geworden – in Suchmaschinen, Übersetzungsprogrammen, Navigationssystemen oder beim Online-Einkauf. Doch zunehmend hält sie auch Einzug in kirchliche Kontexte: in der Seelsorge, im Unterricht, in der Predigtvorbereitung oder gar im digitalen Gottesdienst. Damit stellt sich die Frage: Welche Chancen bietet KI für die Kirche – und welche Gefahren lauern hinter der glänzenden Fassade?

Chancen: Unterstützung, Öffnung und Zugang

Zunächst einmal kann KI den kirchlichen Raum entlasten und bereichern. Sie ist in der Lage, Informationen schnell zu verarbeiten, Texte zu analysieren und kreative Impulse

zu geben. Wer eine Andacht vorbereitet, findet durch KI-Anwendungen oft neue Perspektiven auf biblische Texte, kann sprachliche Varianten ausprobieren oder historische Hintergründe effizient recherchieren. KI kann helfen, die Bibel in moderne Kontexte zu übersetzen, ohne deren Tiefe zu verlieren.

Ein weiteres Feld ist die Barrierefreiheit: Automatische Übersetzungen, Spracherkennung und Textvertonung ermöglichen es, dass Menschen mit Einschränkungen leichter am Gemeindeleben teilnehmen. Blinde oder sehbehinderte Menschen können mit KI-generierten Audiotexten an Bibelarbeiten teilnehmen; Gehörlose profitieren von automatischen Untertiteln in OnlineGottesdiensten. Hier eröffnet sich ein neuer Raum der

Inklusion – ein Ausdruck dessen, was christliche Gemeinschaft immer schon sein wollte: offen für alle.

Auch in der Verkündigung können KI-Systeme unterstützend wirken. Sie liefern Impulse, schaffen Ordnung in Daten und öffnen neue Blickwinkel. Besonders in kleinen Gemeinden ohne hauptamtliche Theologen kann KI helfen, Materialien zu erstellen oder Bibeltexte zu erschließen. So wird das Wort Gottes zugänglicher, auch dort, wo personelle Ressourcen knapp sind.

Synergieeffekte: Technik als Werkzeug, nicht als Ersatz

Wenn Menschen und Maschinen sinnvoll zusammenarbeiten, entstehen Synergien. KI kann Routineaufgaben übernehmen – etwa Terminplanung, Öffentlichkeitsarbeit oder das Erstellen von Gemeindebriefen – und so Hauptund Ehrenamtliche entlasten. Zeit, die dadurch frei wird, kann in die persönliche Begegnung, in Seelsorge und Gebet investiert werden.

KI kann zudem das Bibelstudium fördern. Sie durchsucht große Textmengen blitzschnell, vergleicht Übersetzungen, erklärt Begriffe, ordnet historische Kontexte ein und verknüpft Themen, die dem Leser sonst vielleicht entgangen wären. Eine gut trainierte KI kann Querverweise aufzeigen, Sprachnuancen verdeutlichen und helfen, die Vielfalt biblischer Traditionen zu entdecken. So wird sie zum Werkzeug des Lernens – ein moderner Kommentar, der Wissen verfügbar macht.

Doch KI bleibt ein Werkzeug. Sie kann den Glauben nicht leben, sie kann keine Beziehung zu Gott haben, keine Liebe schenken, keine Buße tun. Genau hier liegt der entscheidende Punkt.

Gefahren: Verflachung, Abhängigkeit und Täuschung

Wo Technik dient, ist sie Segen; wo sie den Menschen ersetzt, wird sie zur Versuchung. Eine erste Gefahr liegt in der Verflachung des Glaubenslebens. Wenn geistliche

Wenn Menschen und Maschinen sinnvoll zusammenarbeiten, entstehen Synergien: KI kann Routineaufgaben wie Terminplanung, Öffentlichkeitsarbeit oder das Erstellen von Gemeindebriefen übernehmen und so Hauptund Ehrenamtliche entlasten.

Texte, Gebete oder Predigten zunehmend automatisiert entstehen, droht die persönliche Auseinandersetzung mit dem Wort Gottes zu verkümmern. Ein KI-generiertes Gebet mag sprachlich beeindruckend klingen, doch es bleibt ohne Herz. Glauben entsteht aus Begegnung – mit Gott, mit Menschen, mit der eigenen Seele. Diese Begegnung lässt sich nicht programmieren.

Eine zweite Gefahr ist die Abhängigkeit von technischen Systemen. KI spiegelt nur das wider, was in sie hineingegeben wurde. Wenn ihre Trainingsdaten vorwiegend aus säkularen Quellen stammen, können ihre Antworten unbewusst weltliche Denkmuster verstärken. Eine unkritische Nutzung kann dazu führen, dass biblische Aussagen verzerrt oder verharmlost werden. Hier ist geistliche Wachsamkeit gefragt: Was klingt biblisch, ist aber nur sprachlich fromm?

KI kann Wissen vermehren, aber nicht Weisheit schenken. Sie kann Kommunikation fördern, aber keine Beziehung ersetzen.

Schließlich birgt KI das Risiko der Täuschung und Entfremdung. Avatare, die als „virtuelle Seelsorger“ auftreten, Chatbots, die Glaubensfragen beantworten – all das kann hilfreich sein, solange der Mensch weiß, dass er einer Maschine gegenübersteht. Wird diese Grenze verwischt, droht der Verlust der Authentizität. Ein digitaler Seelsorger kann zuhören, aber nicht mitempfinden. Er kann trösten, aber nicht lieben.

BW GUNG
Glaube & Technik
Glauben entsteht aus Begegnung – mit Gott, mit Menschen, mit der eigenen Seele.
Diese Begegnung lässt sich nicht programmieren.

Verantwortung und Ethik:

Geistliche Unterscheidung

Im kirchlichen Umgang mit KI ist deshalb eine neue Form der geistlichen Unterscheidung nötig. Wie einst die Kirche lernte, mit Buchdruck, Radio oder Internet umzugehen, so muss sie nun auch KI verstehen und gestalten – nicht als Gegnerin, sondern als Partnerin in Verantwortung. Dazu gehört Transparenz: Wer KI nutzt, sollte offenlegen, wo sie zum Einsatz kam. Wenn eine Predigt mit Hilfe künstlicher Intelligenz entstanden ist, darf das nicht verschwiegen werden. Es braucht ethische Leitlinien, die sicherstellen, dass KI-Anwendungen der Verkündigung dienen und nicht der Manipulation. Und es braucht Bildung – theologisch wie technisch. Nur wer versteht, wie KI funktioniert, kann sie verantwortungsvoll einsetzen.

Zukunft: Kirche im digitalen Zeitalter

Die Zukunft der Kirche wird digitaler sein – aber sie darf nicht entmenschlicht werden. KI wird Aufgaben erleichtern, Wissen bereichern und Kommunikation fördern. Sie kann ein wertvoller Helfer werden, besonders in der

Der kluge Einsatz von KI ist ein Akt geistlicher Verantwortung. KI kann als Hilfsmittel des Menschen eingesetzt werden, darf jedoch niemals sein Meister werden.

Bibelauslegung, in der theologischen Bildung und in der globalen Vernetzung von Gemeinden. Doch sie darf niemals das Zentrum verdrängen: die lebendige Beziehung zwischen Gott und Mensch. Der Glaube entsteht nicht im Algorithmus, sondern im Herzen. Die Kirche steht vor der Herausforderung, KI als Werkzeug des Dienstes zu nutzen, ohne ihren geistlichen Kern preiszugeben.

Fazit: „Prüft alles, das Gute behaltet“

Der Apostel Paulus mahnt: „Prüft alles, das Gute behaltet“ (1 Thess 5,21). Dieser Satz könnte auch die Überschrift für den Umgang mit KI im kirchlichen Raum sein. Sie bietet gewaltige Chancen – für Lehre, Verkündigung und Gemeinschaft. Aber sie verlangt auch Reife, Achtsamkeit und ein festes Fundament im Glauben.

KI kann Wissen vermehren, aber nicht Weisheit schenken. Sie kann Kommunikation fördern, aber keine Beziehung ersetzen. Sie kann helfen, die Bibel besser zu verstehen, aber nicht den Gott der Bibel zu erkennen.

Deshalb ist der kluge Einsatz von KI ein Akt geistlicher Verantwortung: Sie darf Werkzeug des Menschen bleiben, jedoch niemals sein Meister werden. Dann kann sie zu einem echten Segen werden – nicht als Ersatz für den Glauben, sondern als Helferin, ihn zu vertiefen.

ChatGPT ist ein KI-Sprachmodell von OpenAI, das Inhalte analysiert, strukturiert und formuliert. .

Der vorliegende Artikel wurde vollständig mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Thomas Knirr verwendete dafür folgenden Prompt:

„Bitte schreibe einen Artikel für eine christliche Zeitschrift über die Vor- und Nachteile von KI im kirchlichen Raum. Welche Gefahren sind damit verbunden, welche Chancen? Was kann KI leisten? Wo sind Synergieeffekte? Was sollte man berücksichtigen? Welche Zukunft hat KI in der christlichen Gemeinde? Wie könnte KI das Bibelstudium erleichtern oder fördern? Wo sind die Grenzen von KI im persönlichen Glaubensleben? Der Artikel soll 7.000 Zeichen lang sein inklusive Leerzeichen.“

Ein persönliches Zeugnis

Wie der Herr das Unmögliche möglich machte

Ärzte sagten, sie würde niemals schwanger werden können. Doch Ellen Mensah vertraute auf Gottes Verheißungen, betete aus tiefstem Herzen und ließ sich nicht entmutigen. Heute ist sie Mutter von fünf Kindern – eine unglaubliche Geschichte vom Wunder des Lebens und ein lebendiges Zeugnis dafür, dass Gott das Unmögliche möglich machen kann.

Der Albtraum – Als der Kampf begann Kurz vor meiner Hochzeit hatte ich eines Nachts einen schrecklichen Albtraum, in dem mir auf einmal jemand offenbarte, dass ich niemals eigene Kinder bekommen könnte. Ich wollte so etwas nicht hören und der Situation einfach entfliehen. Also rannte ich davon – ohne zu wissen, wohin. Während ich im Traum lief, sah ich plötzlich eine Gruppe von Menschen, die sich in einer Kirche versammelt hatten und gemeinsam beteten. „Ein Zufluchtsort“, dachte ich, und schloss mich ihnen schnell im Gebet an. Daraufhin erfüllte Frieden mein Herz. Ich verließ die Kirche mit der Gewissheit: Gott ist meine Zuflucht und meine Festung, egal was kommt.

Warten, Sorgen und die schmerzliche Diagnose

Die Zeit verging – und drei Jahre nach unserer Hochzeit hatte sich der Wunsch nach einem Kind noch nicht erfüllt. So machte ich einen Termin bei meinem Gynäkologen und sagte ihm: „Ich bin verheiratet und wünsche mir von Herzen Kinder. Doch auch nach drei Jahren hat es bisher leider nicht geklappt.“

Sich ein Kind sehnlichst zu wünschen und immer wieder enttäuscht zu werden, zerrt nicht nur an den Nerven, sondern belastet die Beziehung und kann auch das Vertrauen in unseren himmlischen Vater auf die Probe stellen.

Er empfahl eine Laparoskopie, um meine Gebärmutter zu untersuchen. Die Ergebnisse waren verheerend: Eine Infektion hatte meine Gebärmutter und beide Eileiter stark beschädigt. Die Röhren waren so eng und vernarbt, dass es, wie er sagte, „für eine Eizelle extrem schwierig und unwahrscheinlich wäre, hindurchzugelangen.“ Außerdem hatten sich faserige Gewebe und Verwachsungen rund um die Eileiter gebildet, und die Schleimhaut der Gebärmutter war unregelmäßig und zerrissen.

Was die Wissenschaft nicht erklären konnte, hatte Gott längst vollbracht. Für ihn gibt es nichts Unmögliches.

Mein Arzt zeigte mir die Bilder und erklärte: „Ihre Chancen, schwanger zu werden, sind äußerst gering. Selbst wenn eine Befruchtung stattfinden würde, könnte der Embryo die Gebärmutter nicht auf natürlichem Weg erreichen. Sie bräuchten in diesem Fall einen speziellen Eingriff, um ihn dorthin zu bewegen.“

Diese Diagnose fühlte sich für mich an wie ein Todesurteil. Und doch flüsterte ich: „Dein Wille geschehe, Herr.“

Vom Schmerz zur Hingabe

Ich verließ die Klinik mit gebrochenem Herzen und fragte: „Warum ich, Herr? Was habe ich falsch gemacht? Ich habe in meiner Jugend doch nichts Böses getan. Warum ich, Herr?“ Aber statt bitter zu werden, wandte ich mich dem Wort Gottes zu. Eines Tages, als ich Pastor Mark Finley anhörte, sagte er: „Jede Verheißung in der Bibel gehört dir, wenn du sie im Glauben beanspruchst.“ Diese Worte entfachten neuen hoffnungsvollen Glauben in mir. Ich erinnerte mich an 1. Mose 1,28, wo es heißt: „Seid fruchtbar und mehret euch.“ Ich sagte mir: „Ich bin verheiratet. Diese Verheißung gilt auch mir.“ So beanspruchte ich sie im Glauben. Ich nahm mir jeden Morgen Zeit, um Gott im Gebet zu suchen. Wie Hanna in 1. Samuel 1,9–11 schüttete ich meine Seele vor Gott aus: „Herr der Heerscharen, wenn du das Elend deiner Magd ansiehst und meiner gedenkst ... und deiner Magd einen Sohn gibst, so will ich ihn dem Herrn weihen alle Tage seines Lebens.“ Auch Psalm 20 betete ich täglich: „Herr, gedenke meiner aus deinem heiligen Heiligtum.“

Mein konkretes Gebet war: „Herr, wenn du mir ein Kind gibst, dann bewege den Embryo selbst von dem Eileiter in die Gebärmutter, damit kein Arzt sagen kann: ‚Ich habe ihr geholfen.‘“

Der Beginn des Wunders

Eines Tages, Anfang 2011, blieb auf einmal meine Periode aus. Doch anstatt sofort zum Arzt zu eilen, wartete ich geduldig im Vertrauen auf Gott. Nach einem Monat ging

Obwohl die Diagnose geheißen hatte: „Ihre Chancen, schwanger zu werden, sind äußerst gering“, schenkte Gott das Wunder einer reibungslosen Schwangerschaft und einen gesunden, kräftigen Jungen.

ich schließlich zur Untersuchung. „Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger“, gratulierte mein Gynäkologe. Mein Herz pochte. Ich fragte: „Und wo befindet sich der Fötus?“ Er lächelte und antwortete: „In der Gebärmutter.“ In diesem Moment konnte ich mich nicht zurückhalten. „Gelobt sei der Herr!“, rief ich laut in der Klinik. Die Schwangerschaft verlief reibungslos, ohne Komplikationen. Der Herr trug mich sicher hindurch. Die Geburt erfolgte per Kaiserschnitt, und ich brachte einen gesunden, kräftigen Jungen zur Welt.

Der Gott, der verschlossene Türen öffnet

Es war, als hätte dieses erste Wunder die Schleusen des Segens geöffnet. Bald wurde ich wieder schwanger – und dann noch einmal. Der Herr segnete meinen Mann und mich mit einem zweiten und dritten Kind.

Doch bei der dritten Geburt, einem weiteren Kaiserschnitt, offenbarte Gott erneut ein Geheimnis seiner Macht. Mein bisheriger Gynäkologe war inzwischen zu alt, um die Operation selbst durchzuführen, daher wurde eine andere Ärztin beauftragt – eine, bei der ich mich ehrlich gesagt unwohl fühlte. Am Tag der Entbindung kam es jedoch unerwartet zu einem Notfall, sodass sie nicht kommen konnte. In ihrer Abwesenheit wurde ein dritter Gynäkologe, der mich noch nie zuvor gesehen hatte, zur Operation gerufen.

Nach einem erfolgreichen Kaiserschnitt und der sicheren Geburt meines Babys kam der neue Arzt verwundert auf mich zu und fragte: „Wie viele Eierstöcke haben Sie eigentlich?“ Verwirrt antwortete ich: „Wie viele hat eine Frau denn normalerweise, Herr Doktor?“ „Normalerweise zwei“, gab er zurück. „Dann werde ich wohl auch zwei haben“, erwiderte ich schwach lächelnd.

Heute stehe ich als lebendiges Zeugnis dafür, dass unser Gott noch immer Wunder tut – wenn menschliche Hilfe versagt, triumphiert göttliche Hilfe.

Daraufhin schüttelte er nur den Kopf und sagte sanft: „Nein, Sie haben tatsächlich nur einen funktionierenden Eierstock. Der andere ist so verkümmert, dass wir ihn kaum finden konnten. Sie haben offenbar drei Kinder mit nur einem Eierstock geboren.“ Ich war sprachlos. Mein ursprünglicher Arzt bestätigte später diese Aussage. Ich konnte nicht aufhören, Gott zu preisen. Tränen füllten meine Augen – nicht vor Trauer, sondern vor Ehrfurcht. Was die Wissenschaft nicht erklären konnte, hatte Gott längst vollbracht. Sogar mein Arzt sagte ehrfürchtig: „Sie haben jetzt drei Kinder … wer hätte das je gedacht?“

Fünf Kinder später – Allein Gottes Gnade!

Obwohl ich zunächst keine weitere Schwangerschaft riskieren wollte, hatte Gott andere Pläne. Er überraschte mich erneut – und nochmal.

Heute bin ich glückliche Mutter von fünf gesunden Kindern. Der gleiche Arzt, der einst bezweifelte, dass ich jemals schwanger werden könnte, staunt nun mit über das, was der Herr getan hat. Wer hätte das je gedacht? Der Gott, der ein großes Wunder an mir vollbrachte und mein Leben erhielt, vollendete sein Werk herrlich. „Der, der in euch das gute Werk angefangen hat, wird es auch vollenden“ – treu, schön und über alles menschliche Verstehen hinaus.

Lektionen aus meiner Reise

• Gott erhört Gebet – auch heute noch.

• Die Medizin hat ihre Grenzen, aber Gott ist nichts unmöglich.

• Jede Verheißung der Schrift ist lebendig und wirksam – wir dürfen sie im Glauben beanspruchen und vertrauen, dass Gott entsprechend seiner Souveränität unser Leben in seinen Händen hält.

• Wenn du wie Hanna betest, erinnert sich Gott an dich mit Namen.

Die glückliche Familie Mensah – Gott war bereit, das Wunder noch vier Mal zu wiederholen. Auch wenn Gott unsere Gebete nicht immer so erhört, wie wir es uns wünschen, lässt er uns niemals allein.

Mein Lobpreis

Die Ärzte sagten, meine Gebärmutter sei beschädigt –doch Gott sagte: „Du wirst Mutter werden.“ Die Experten sagten, eine Schwangerschaft sei nahezu unmöglich –aber Gott sagte: „Ist irgendetwas zu schwer für mich?“ Er selbst platzierte den Embryo, nahm mir die Unfruchtbarkeit und schenkte mir nicht nur ein Kind, sondern fünf. Heute stehe ich als lebendiges Zeugnis dafür, dass unser Gott noch immer Wunder tut. Wenn auch du auf Gott wartest – vielleicht auf ein Kind, auf Heilung oder auf Wiederherstellung – dann kann ich dich nur ermutigen, weiter zu beten, zu glauben und an Gott festzuhalten. Auch wenn Gott unsere Gebete nicht immer so beantwortet, wie wir es uns wünschen, dürfen wir darauf vertrauen, dass er uns niemals alleinlässt. Nicht jede Geschichte endet wie meine mit einem Wunder, doch gerade in Zeiten des Wartens und der Enttäuschung hält und trägt Gott uns. Seine Treue und Fürsorge sind größer als unser Verstehen – wenn menschliche Hilfe versagt, triumphiert seine göttliche Hilfe.

Ellen Mensah, Gemeinde Stuttgart (Ghanaer), ist verheiratet und glückliche Mutter von fünf Kindern.

Ein neuer Weg für Beziehungen

In jeder Beziehung –

Ehe und Familie im Blick

Beziehungen tragen unser Leben und verdienen deshalb besondere Aufmerksamkeit. Mit dem neuen Ressort „Ehe und Familie“ setzt die Baden-Württembergische Vereinigung genau hier einen Schwerpunkt. Astrid Waniek nimmt uns mit hinein in die ersten Pläne und lädt ein, diesen Weg gemeinsam zu gestalten.

Draußen lässt der Winter die Fenster erzittern, drinnen flackert das Kaminfeuer. Du sitzt eingehüllt in eine Decke, eine Tasse Tee wärmt deine Hände. Neben dir ein Mensch, dem du vertraust – jemand, mit dem Gespräche mühelos fließen. Zwischen knisternden Flammen und leiser Nähe entsteht ein Ort, an dem du zur Ruhe kommst. Ein Rückzugsraum, der dir guttut und an dem du auftanken kannst …

Solche Orte sind keine Selbstverständlichkeit: Orte, an denen wir uns wohlfühlen, verstanden und gesehen. Orte, an denen wir einfach sein dürfen, wir wachsen und lernen können. Mit dem Ressort „Ehe und Familie“ wollen wir helfen, genau solche Räume zu schaffen. Räume, in denen (Ehe-)Paare, Alleinerziehende und Familien gestärkt werden.

Wir, das sind Johannes und Astrid Waniek. Seit September 2025 hat Johannes die Leitung des Ressorts „Ehe und

Familie“ übernommen. Neben dieser Aufgabe bleibt er weiterhin als Pastor in Calw tätig. 2023 hat er sein Masterstudium in Counseling mit dem Schwerpunkt auf Einzel- und Paarberatung abgeschlossen. Ich selbst darf meine Erfahrung als Sozialpädagogin und ehemalige Jugendbildungsreferentin der BWV-Jugendabteilung einbringen. Gemeinsam dürfen wir diesen Bereich gestalten – getragen von unserem eigenen Familienalltag mit unseren drei Kindern im Alter von 3, 5 und 8 Jahren.

Gemeinsam unterwegs Wir möchten euch gerne mit in unsere Planungen hineinnehmen und in das, was durch euer Feedback entstehen kann. Uns ist es ein Herzensanliegen, das Ressort so zu gestalten, dass es euch im Alltag wirklich stärkt und erreicht. Hierfür haben wir eine kompakte Umfrage erstellt, für die ihr am Ende dieses Artikels einen QR-Code

Mit dem Ressort „Ehe und Familie“ wollen wir helfen, Räume zu schaffen, in denen (Ehe-)Paare, Alleinerziehende und Familien gestärkt werden.

und einen Link findet. Beide führen zur genannten Umfrage. Es hilft immens, wenn ihr euch dafür ein paar Minuten Zeit nehmt.

In jeder Beziehung

Gott hat uns geschaffen für Beziehung – zu ihm und zueinander. Beziehungen machen unser Leben reich, wenn auch manchmal herausfordernd. Sie prägen, formen und tragen uns: die Beziehung zu uns selbst, zum Partner, zur Familie, zu Gott und zu den Menschen um uns herum.

Unter dem Titel „In jeder Beziehung“ bieten wir Zeiten an, in denen Ehepaare und Familien neue Kraft, ehrlichen Austausch, Orientierung und Hoffnung finden können. Wir wollen Mut machen, Beziehungen lebendig zu halten, sich hilfreiche Werkzeuge für den gemeinsamen Alltag anzueignen und neue Wege der Nähe und Verbundenheit zu entdecken.

Gemeinsam unter einem Dach zu leben, kann herrlich, aber auch sehr herausfordernd sein. Durch das neue Ressort der BWV sollen Ehen und Familien umso mehr gestärkt und bereichert werden.

Dazu laden drei verschiedene Formate ein:

In jeder Beziehung – Füreinander

Unsere Paarveranstaltungen sind Zeiten, in denen Paare auftanken, miteinander ins Gespräch kommen und Impulse für eine tiefere, liebevollere Partnerschaft erhalten.

In jeder Beziehung – Miteinander (geplanter Start 2027)

Bei unseren Familienfreizeiten steht das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt. Hier ist Raum zum Lachen, Reden, Spielen, Auftanken sowie auch zum Entdecken, wie Glaube und Familie Hand in Hand gehen können.

In jeder Beziehung – Fokus

Unsere Expertenwochenenden (auch für Einzelpersonen) bieten fundiertes Wissen und alltagsnahe Hilfen für besondere Lebenssituationen im Familienkontext. Dabei helfen uns Fachleute ganz praktisch, ehrlich, verständlich und mit viel Herz.

Das soll ein erster Einblick sein, denn: Was zählt, ist das Wir!

Hier geht es zur Umfrage: https://tinyurl.com/eheundfamilie oder über diesen QR-Code.

Möchtest du auf dem Laufenden bleiben?

Dann folge gerne unserem Telegram-Kanal: https://t.me/injederbeziehung oder besuche uns auf injederbeziehung.com

Folgende vier Schwerpunkte sollen ab sofort zur konkreten Stärkung von Ehe und Familie beitragen:

1. Edukation Impulse zu Ehe- und Familienthemen in Gottesdiensten, Gemeindeformaten und der Jugendarbeit.

2. Veranstaltungen „In jeder Beziehung“ – Angebote, in denen Paare und Familien Raum für Austausch, Stärkung und Orientierung finden.

3. Coaching Unterstützende Schulungsangebote für Mitarbeitende und Pastoren, um Paare und Familien kompetent zu begleiten.

4. Beratung

Die Paarbegleitung liegt primär bei den Ortspastoren; in akuten Situationen suchen wir gemeinsam passende Unterstützungsmöglichkeiten.

Gesundheit

Detox Your Life –(dt.: Entgifte dein Leben)

Unser Alltag füllt sich schneller, als uns guttut – mit Terminen, Reizen und Gewohnheiten, die uns mehr schwächen als stärken. Was wäre, wenn wir den Ballast einfach abwerfen und neu aufatmen könnten? Dominique Thomsen gibt einen Einblick, wie das tatsächlich gelingen kann.

Wir leben in einer Welt voller großer Segnungen – und zugleich voller unsichtbarer Belastungen. Unser moderner Lebensstil schenkt uns Komfort, Geschwindigkeit und ständige Verfügbarkeit, doch er führt auch dazu, dass immer mehr „Gifte“ in unseren Alltag eindringen und Körper, Geist und Seele beeinträchtigen. Paulus erinnert uns daran: „Alles ist mir erlaubt – aber nicht alles ist nützlich“ (1 Kor 6,12). Genau darin liegt die Grundidee eines „Detox“: Ballast abzulegen, schädliche Einflüsse zu erkennen und das eigene Leben wieder in Gottes heilsame Ordnung zu führen.

Die Wissenschaft macht deutlich, wie vielfältig die Belastungen sind, die uns heute gefährden. Dazu zählen unter anderem Umweltgifte und Schwermetalle wie Blei, Quecksilber oder Pestizide, die nachweislich neurologische Funktionen beeinträchtigen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. 1 Hinzu kommen chemische Stoffe in Kosmetika, Verpackungen oder Reinigungspro-

dukten, etwa Weichmacher, Parabene oder Mikroplastik, die in hormonelle Prozesse eingreifen und das Risiko für Krebs und andere Krankheiten erhöhen können.2 Auch Lärm, Bewegungsmangel und ständige Reizüberflutung beeinträchtigen unser Wohlbefinden, indem sie Stresshormone erhöhen, Blutdruck und Nervensystem belasten und depressive Symptome verstärken.3 Ebenso spielt eine unausgewogene Ernährung eine wesentliche Rolle: Ein Übermaß an Zucker, Salz und stark verarbeiteten Lebensmitteln, insbesondere Fleisch, fördert Stoffwechselerkrankungen wie Adipositas, Diabetes sowie Herzkrankheiten und schwächt langfristig die Gesundheit. 4

Doch nicht nur unser Körper leidet – auch der Geist steht unter Druck. Der dauerhafte Konsum von Social Media, Spielen und Online-Unterhaltung führt häufig zu Aufmerksamkeitsproblemen, Schlafstörungen, einer erhöhten Depressionsrate und einer inneren Abhängigkeit von digitaler Stimulation.5 Informationsfluten, ständige Er-

reichbarkeit und pausenlose Nachrichtenströme erzeugen Stress, Angstzustände sowie ein Gefühl permanenter Überforderung und innerer Unruhe.6 Kein Wunder also, dass chronische Leiden wie Bluthochdruck, Burnout, Herzbeschwerden, Depressionen, Autoimmunerkrankungen oder Schlafstörungen immer weiter zunehmen.

Was können wir tun?

1. Detox – die Quellen ausschalten

Wer ein „Detox“ beginnt, setzt nicht nur bei Symptomen an, sondern bei den Ursachen. Das bedeutet erstens, bewusster einzukaufen: regionale und biologische Lebensmittel zu bevorzugen, Plastik so weit wie möglich zu vermeiden und natürliche, unkomplizierte Kosmetik zu wählen. Zweitens kann eine gezielte Unterstützung der Entgiftungsprozesse sinnvoll sein. Stoffe wie PMA-Zeolith, das Schwermetalle im Darm bindet, oder Chlorella-Algen, die die Ausleitung bestimmter Toxine unterstützen, können dabei hilfreich sein. 7 Drittens geht es darum, Gutes aufzunehmen: reine Luft, klares Wasser, Momente der Stille, Zeiten des Gebets und eine Haltung der Dankbarkeit. Sie wirken wie geistliche Gegengifte, die unser Inneres erneuern.

2. Lebensstilmedizin – Gottes gute Ordnung leben

Die moderne Lebensstilmedizin bestätigt viele der Prinzipien, die in der Bibel schon lange verankert sind. Eine gesunde Ernährung mit reichlich Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkornprodukten stärkt den Körper auf natürliche Weise. Bewegung – sei es ein täglicher Spaziergang, Gartenarbeit oder regelmäßiger Sport – sorgt für Vitalität und hebt die Stimmung. Ebenso wichtig ist ein regelmäßiger, erholsamer Schlaf von sieben bis acht Stunden, der Körper und Geist regeneriert. Stress lässt sich durch Gebet, Gemeinschaft und die Verbindung zur Natur reduzieren. Auch tragfähige soziale Beziehungen, geprägt von Vergebung, Liebe und Zusammenhalt, stärken nachweislich Herz, Immunsystem und seelische Widerstandskraft. Schließlich gehört dazu, schädliche Einflüsse wie Alkohol, Nikotin oder übermäßigen Medien-

Unser moderner Lebensstil schenkt uns Komfort, Geschwindigkeit und ständige Verfügbarkeit, doch er führt auch dazu, dass immer mehr „Gifte“ in unseren Alltag eindringen. Darum ist eine Unterstützung des Körpers wichtig.

konsum bewusst zu begrenzen oder ganz zu meiden.

„Detox Your Life“ bedeutet also weit mehr, als nur den Körper zu reinigen. Es ist eine Einladung, ganzheitlich aufzuräumen – äußerlich wie innerlich. Jesus ruft uns zu:

„Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“ (Mt 11,28). Ein Leben im Einklang mit Gott und den Prinzipien seiner Schöpfung ist die tiefste, heilsamste Form der Entgiftung, die wir erfahren können – ein Weg zurück zu Klarheit, Kraft und echter Freiheit.

Quellen:

1 Lanphear et al., Lancet Public Health, 2018.

2 Bergman et al., WHO/UNEP, 2013.

3 WHO, 2018.

4 GBD 2019 Risk Factors Study, Lancet, 2020.

5 Twenge & Campbell, J Adolescence, 2018.

6 Bawden & Robinson, Journal of Information Science, 2009.

7 Zhao et al., Nutrients, 2019.

8 Holt-Lunstad et al., PLoS Medicine, 2010.

Die moderne Lebensstilmedizin bestätigt viele der Prinzipien, die in der Bibel schon lange verankert sind.

Dominique Thomsen ist „Lifestyle Medicine Expertin“ und hat ihren Doktor in Gesundheitswissenschaften gemacht.

Augrund ihrer eigenen Erfahrung liebt Dominique es, andere mit ihrem Ministry „Living Alive” zu einem gesünderen und glücklichen Leben zu motivieren. Auf folgender Webseite kannst du dich für ein kostenloses Beratungsgespräch bei ihr anmelden: https://living-alive.com

Wutentbrannt

Vorsichtig, ganz sachte, setzt er eine Pfote vor die andere. Listig und beinahe lautlos pirscht er noch dichter heran. Seine tiefschwarzen Augen blitzen abenteuerlustig. Sein kleiner Schwanz zuckt vor Aufregung hin und her. Jetzt! Mit einem fast senkrechten Satz springt der Anschleicher in die Luft und landet auf dem Rücken seines Ziels. Der kleine Fuchs hatte vor lauter Käfernaschen nichts mitbekommen und quietscht erschrocken. Aus allen Ecken kommen plötzlich kleine Fellbüschel angesaust und stürzen sich begeistert auf die beiden. Eine Geschwisterrauferei möchte sich keiner entgehen lassen!

Von einem Felsen beobachtet die Fähe 1 genüsslich ihre Jungen. Das wilde Rudel balgt sich voller Energie. Der Verursacher des ganzen Tumults, ein kräftiger Welpe mit glänzendem Fell, schnappt vorwitzig nach dem Schwanz seines Bruders. Als dieser laut aufjault, springen die anderen in Verteidigungsposition und packen den Übeltäter am Nacken. Blitzschnell lässt er los, krabbelt unter den anderen hindurch und rennt davon.

Munter flitzen seine Geschwister über den steinigen Waldboden hinterher, sodass der trockene Sand zu einer Staubwolke aufwirbelt.

Mutterfuchs überkommt ein beunruhigendes Gefühl. Ihre Jungen haben sich beim Spiel weit von ihrem Bau entfernt. Sie sind nirgends mehr zu sehen. Die Füchsin dreht ihre spitzen Ohren in die Richtung, in die die Welpen gerannt sind. Ihr Gehör ist sehr fein. Und tatsächlich kann sie die kleine Fuchsbande hören. Doch es ist kein fröhliches Fiepen, auch kein spaßhaftes Keckern 2 oder Jaulen. Nur ein zartes Winseln, voller Verzweiflung. Schnell springt die

Fähe von ihrem Felsen herab. Ihr Herz fängt an, wild zu schlagen. Mit ihrer Spürnase folgt sie eilig der Spur ihrer Jungen. Halt! In letzter Sekunde kann sie gerade noch bremsen. Beinahe wäre sie hineingefallen! Vor ihr geht es steil hinab in ein tiefes Loch. Um die Öffnung liegen viele Äste und Blätter, manche ragen gebrochen über den Rand. Eine Falle! Jemand hat ein Loch gegraben und es geschickt mit Ästen und Laub verdeckt. Beim Fangenspielen haben die jungen Füchse die Gefahr nicht erkannt. Der Boden zerbrach unter ihren Pfoten und sie rutschten in die dunkle Tiefe hinab. Aufgeregt schleicht die Füchsin um das Loch herum. Ihre Jungen sitzen gefangen am Grund und wimmern. Doch sie kann nichts machen – das Loch ist zu tief. Plötzlich nähert sich etwas. Die dumpfen, schweren Schritte hört die Fähe sofort. Was sie wittert, gefällt ihr gar nicht. Es ist der gleiche Geruch wie um die Falle herum. Schnell verschwindet sie hinter einem Felsen. Da erscheint auch schon ein kräftiger Mann. Seine auffallend langen dunklen Locken reichen ihm bis über den Rücken und sind mit einem Lederband aus dem Gesicht gebunden. In der Hand hält er einen alten Jutesack und geht gezielt auf das Loch zu. Mit seinen langen Armen holt er überrascht die kleinen Füchse hervor. „Na, so ein Glücksfall, gleich fünf auf einmal! Dann habe ich jetzt genug!“, sagt er. Verzweifelt muss die Füchsin mit ansehen, wie der Mann ihre Jungen in den Sack steckt. Dann wirft er ihn über die Schulter und geht davon. In sicherem Abstand nimmt Mutterfuchs die Verfolgung auf. Schon bald ist das Ziel erreicht: ein großes Gehege am Waldrand. Der Mann öffnet das Tor und

Kinderzeit
von Johanna Blanck

verschließt es schnell hinter sich. Leise schleicht die Fähe dicht heran. Als sie einen kleinen Spalt entdeckt, kann sie ihren Augen kaum trauen: Da sind bereits andere Füchse. Aber nicht nur fünf oder sechs – nein, es müssen mehrere Hundert sein! Der Mann holt Stöcke und Seile. Was hat er nur vor? Mutterfuchs behagt das Ganze nicht.

„Jetzt müssen die Philister büßen, und ihr werdet mir dabei helfen!“, sagt der Mann und schnappt sich zwei Füchse, die versuchen, sich verzweifelt aus seinem Griff zu winden – aber aus der starken Hand gibt es kein Entkommen. „Zuerst haben die Philister mich an meiner Hochzeit betrogen – sie sollten meine Rätsel lösen. Doch ohne meine Braut, die ihnen einfach die Antwort gesagt hat, hätten sie es nie geschafft!“ Wütend greift er mit der freien Hand ein Seil. Er bindet die beiden Schwänze der Füchse zusammen und befestigt dazwischen einen der Stöcke. „Wie konnte sie es ihnen bloß verraten? So eine Petze! Ich dachte, sie liebt mich. Eigentlich wollte ich sie nicht mehr sehen! Doch bald packte mich die Sehnsucht, und ich ging zurück. Aber da hatte ihr Vater sie einfach schon einem anderen Mann gegeben! Die Philister sind einfach ein grässliches Volk! Ich bin so wütend! Darum sollen alle meine Rache zu spüren bekommen!“

Die Füchse drängen sich ängstlich an den Rand, als der Mann ein kleines Feuer in ihrer Mitte entfacht. Dann schnappt er sich ein Fuchspaar nach dem anderen und entzündet den angebundenen Stock in ihrer Mitte. Schließlich öffnet er das Tor. „Lauft, lauft in die Getreidefelder und in die Gärten der Philister!“, ruft er. Panisch rennen die Füchse in alle Himmelsrichtungen los. Sie haben Angst vor dem Feuer. Dabei setzen sie viele umliegende Felder und Wälder in Brand. Mutterfuchs brennt auch – aber nicht mit Feuer, sondern vor Wut! Wie kann dieser Mann es wagen, so etwas Gemeines zu tun! Doch

Aufregen hilft jetzt nicht. Die Fuchsmutter will ihren Freunden und vor allem ihren Kleinen helfen. So schnell sie kann, rennt sie ihnen nach. Sie sind so in Panik, dass sie ihre Stimme gar nicht hören. Doch endlich schafft sie es, sie in Richtung Fluss zu treiben, wo ihre brennende Fackel im kühlen Wasser erlischt. Gemeinsam beißen sie sich von den Fesseln frei. Dankbar schleckt sie das verräucherte Fell ihrer Jungen sauber. In der Ferne sieht sie: Auch die anderen Füchse haben es geschafft.

Hast du auch schon mal etwas gemacht, das nicht so schön war, weil du sehr wütend warst? Vielleicht jemanden geschlagen oder etwas kaputtgemacht?

Was kannst du tun, wenn jemand etwas Blödes macht und du sehr wütend oder traurig wirst? Willst du dich rächen wie Simson?

Wenn du das Rätsel löst, findest du eine bessere Idee:

„ saLs hicd nitchmov Besön ibrewüdnen, sendronib e ednüwr das öseB mit “.muteG römeR( )11,22

1 „Fähe“ nennt man das weibliche Tier bei Füchsen. Der männliche Fuchs heißt „Rüde“, die Jungtiere werden „Welpen“ genannt.

2 „Keckern“ bezeichnet den typischen Laut von Füchsen. Es klingt oft wie eine Mischung aus Kichern, Bellen und Kreischen.

Spannungsfelder biblisch überwinden

Gott über Gräben hinweg dienen –

eine Lektion von Jeremia

Müde vom Dauerstreit, genervt von Meinungen und Machtkämpfen? Damit bist du nicht allein – schon Jeremia stand mitten in einem Sturm aus Politik, Religion und sozialem Chaos. In einer zerrissenen Welt ruft uns seine Stimme bis heute zu einem Glauben, der nicht spaltet, sondern heilt. Bist du bereit, von einem der unbequemsten Lehrer der Bibel zu lernen?

Sein Beispiel zeigt: Heilung beginnt nicht durch Macht, sondern durch Mitgefühl – und den Mut, Brücken zu bauen, wo andere Mauern ziehen.

Während meine Familie und ich an einem Sabbat auf dem Heimweg von der Gemeinde waren, fragte meine Tochter:

„Papa, hat der Pastor heute nicht eine Verschwörungstheorie gepredigt?“ „Es ist sehr gut, dass du so aufmerksam zuhörst“, antwortete ich, „du könntest recht haben.“

„Warum gehen wir dann in diese Gemeinde, wenn der Pastor Verschwörungstheorien predigt?“, entgegnete sie.

Erschöpfung durch Konflikte

In Gesprächen mit Kollegen und Freunden wird mir immer wieder eines klar: Die Corona-Pandemie, Politik, Rassismus, Debatten über sexuelle Orientierung und die andauernden Kriege in der Ukraine, Israel und anderen Ländern haben uns ihren Zoll abverlangt. Wir sind einfach er-

schöpft von den Auseinandersetzungen, dem ideologischen Kampf und der zunehmenden Radikalisierung in unserer Gesellschaft. Ständig werden wir aufgefordert, Stellung zu beziehen oder uns mit Positionen zu identifizieren, mit denen wir uns nicht wohlfühlen. Ich bin müde. Diese Erschöpfung kann dazu führen, dass wir uns zurückziehen, über alles schweigen und das Geschehen um uns herum nur noch apathisch beobachten. Doch wie können wir als Glaubensgeschwister über diese tiefen gesellschaftlichen Gräben hinweg miteinander umgehen?

Vielleicht kann uns Jeremia, der große Prophet und Lehrer, eine biblische Perspektive für diese Herausforderung bieten.

Ein wahrer Prophet sucht, wie Gott selbst, zu vermitteln, zu retten und zusammenzuführen.

Eine biblische Perspektive Kaum jemand war mit so vielschichtigen und tiefgreifenden Konflikten konfrontiert wie der Prophet, der den Untergang Jerusalems miterlebte. Es gab zu seiner Zeit mindestens drei Arten von Konflikten:

• Soziale Hierarchiekonflikte, in denen die aristokratische Elite die sozial Benachteiligten wirtschaftlich und rechtlich ausbeutete (Jer 7 u. a.). In einigen Passagen formuliert Jeremia prophetische Orakel, die ihn heute fast wie einen Marxisten erscheinen lassen könnten (Jer 2,34–35; 5,4–5a; 10 [religiöse Kritik]; 22,13–19). Doch an anderer Stelle verurteilt er auch das Proletariat und seine Moral, indem er es mit der Korruption der Machthaber gleichsetzt (z. B. Jer 5,4–5; 40–43 1).

• Ethnische Konflikte, in denen Neid, Eifersucht und Fremdenfeindlichkeit auf der Tagesordnung standen. Die Flüchtlingsmassen, die Jahrzehnte zuvor aus dem untergegangenen Nordreich nach Jerusalem und in den Süden gekommen waren, waren nicht gut integriert. Die „Einheimischen“, die selbst einst als Fremde gekommen waren, betrachteten die Neuankömmlinge als Bedrohung für den Arbeitsmarkt. 2

• Geopolitische Konflikte zwischen pro-ägyptischen und pro-babylonischen Politikern. Während König Josia pro-babylonisch eingestellt war, war sein Nachfolger Jojakim pro-ägyptisch. Dessen Sohn Jojachin ergab sich den Babyloniern, während sein Onkel Zedekia bis zum bitteren Ende kämpfte. Diese Konflikte erinnern stark an das, was wir täglich in den Medien sehen. Jeremia jedoch bezog stets eine klare Position: Babylon würde den Machtkampf der Großmächte gewinnen.

Machte Jeremias Haltung ihn zu einem Liberalen, der den ewigen Bund Gottes mit dem davidischen Thron infrage stellte? Die religiöse Elite und führende Politiker sahen das so – und wollten ihn wegen Hochverrats und religiöser Ketzerei zum Tode verurteilen. Aber war Jeremia ein Anhänger der pro-babylonischen Partei? Als Nebukadnezar Jerusalem eroberte und ihn ehren wollte, lehnte dieser ab. Stattdessen entschied er sich, bei den zurückgebliebe-

nen Judäern zu bleiben – trotz des Leids, des Hasses und des Unverständnisses, das ihm von eben diesen entgegenschlug (Jer 39,11–14; 40,4–6). Offensichtlich war Jeremia kein Parteigänger der pro-babylonischen Fraktion! Der Prophet bezog klare Positionen, ließ sich jedoch in kein politisches oder gesellschaftskritisches Schema pressen. Er schwenkte keine populären Fahnen, sondern kritisierte sie alle oder schwieg darüber, um weiteren Schaden zu vermeiden. Doch während Jeremia dekonstruierte, besaß er dennoch einen klaren ethischen Kompass. Er enttäuschte alle Erwartungen – und übertraf sie zugleich. Mit ihm ließ sich kein religiös-politisches Bündnis schmieden. Man erkennt in seiner Sprache, dass ihn die Lehren Moses über Gottes Bund und den Gehorsam gegenüber Gott wie keinen anderen Propheten beeinflusst haben.

Persönlich versus beruflich Jeremias Freund, König Josia, war bekannt für seine tiefgreifende religiöse Reform im Königreich Juda. Der König und der Prophet vertraten dieselbe Theologie und bemühten sich beide um eine geistliche Erneuerung des Volkes. Doch trotz dieser Gemeinsamkeiten erwähnt das Buch Jeremia nirgends eine Zusammenarbeit zwischen dem Propheten und dem König. Warum nicht?

Josia verband seine gute religiöse Reform mit politischen Absichten und Mitteln. Sein Ruf zur Rückkehr zu Gott ging mit dem Wunsch einher, die alten Grenzen des davidischen Königreichs wiederherzustellen. Seine geistliche Reform war zugleich Teil seiner politischen Ambition: den ewigen Bund Gottes mit David durch Gebet und das Schwert zu erneuern. Genau deshalb wird man Jeremia niemals auf einem „politischen Wahlkampfwagen“ neben Josia finden. Er erfüllt sein prophetisches Amt, als ob der

Für Jeremia existierte eine klare Grenze zwischen dem Auftrag Gottes und gesellschaftspolitischen Angeboten. Er ließ sich vor keinen, noch so attraktiven, Karren spannen.

König nicht existierte. Privat jedoch bleibt er ein Freund. Auf persönlicher Ebene schätzt er Josia, auch wenn er ihn in seinem Versuch, Glaube und Macht zu vermischen, in keiner Weise unterstützen kann. Am Grab Josias weint Jeremia um den Verlust seines guten Freundes (2 Chr 35,25).

Wer zu den Füßen Jeremias lernt, entdeckt, dass sozialkritische Theorien, populäre Kategorien, politische Parteien und die Kultur sozialer Medien oft nur zu Polarisierung und Gewalt führen.

Überwindung

Was wirklich nötig ist, ist die Überwindung gegensätzlicher Spannungsfelder. Doch woher kommt der Geist, der eine solche Überwindung möglich macht? Er entspringt dem Auftrag der Prophetie. Nur in der radikalen Liebe zu

In seiner Vision davon, über gesellschaftliche Gräben hinweg zu lehren, sieht Jeremia ein faszinierendes Bauprojekt, an dem jeder mitwirken kann.

Nächstenliebe baut Brücken: Wenn Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, können Spannungsfelder überwunden werden – ganz im Sinne der Botschaft Jeremias.

Gott – und dann zum einzelnen Menschen, sei es Kirche, Nation oder Mitmensch – kann jenseits jeder Theorie und politischen Haltung die Fähigkeit entstehen, die Ängste, Sehnsüchte und Lebensrealitäten anderer zu erkennen und sich mit ihnen zu verbinden. Genau das ist das Wesen der Schule der Propheten. Jeremia lebt es vor.

Hier entdecken wir etwas, dass wir zu selten in unseren Gemeinden sehen: Der Prophet steht niemals nur einseitig auf Gottes Seite (z. B. Jer 12,1–3), und er ist auch niemals einfach nur der Wahrheit verpflichtet (Jer 17,16). Was das heißt? Ein wahrer Prophet tritt am Ende für sein Volk ein. Wie Mose setzt er sich weiterhin ein, selbst nachdem Gott erklärt hat, dass es für die Israeliten keine Hoffnung mehr gibt. Er bleibt der Fürsprecher seines Volkes – trotz ihrer Widerspenstigkeit, ihrer Korruption, ihrer Zersplitterung, Engstirnigkeit und Selbstbezogenheit. Wie Gott selbst sucht er zu vermitteln, zu retten und zusammenzuführen. Stell dir das einmal vor: Keine genügsame oder frustrierte Abwendung von den vermeintlichen „Feinden“, sondern anhaltender und echter Einsatz für die, die auf der anderen Seite des Grabens sind.

Unbeirrbare Entschlossenheit

So dient Jeremia inmitten von Bedrohungen durch gottlose Machthaber unterschiedlicher religiöser und politischer Strömungen (z. B. Jer 37ff). Und auf der anderen Seite hebt Gott selbst die Vergeblichkeit von Jeremias Fürbitte

Die Mission der Nachfolger Jesu ist eine Berufung zum Dienst und zum Opfer – ein Ruf, Jesus ähnlich zu sein.

hervor. Dreimal fordert er ihn auf, endlich damit aufzuhören (Jer 7,16; 11,14; 14,11). Doch Jeremia hört nicht auf. Er führt keinen Triumphzug an über die letztliche Niederlage derer an, die falsch lagen – er erfreut sich nicht am Leid und der Demütigung derer, die auf die falsche Partei, das falsche System gesetzt hatten. Traditionell wird er als der Autor der Klagelieder gesehen, in denen er weiterhin weint und für sein Volk fleht, selbst nachdem es ins göttliche Gericht des Exils geschickt wurde.

Dieses prophetische Denken bindet sich grundsätzlich nicht an politische Parteien, kirchliche Machtstrukturen oder nationale Ideologien. Der prophetische Dienst wird von einer aufrichtigen Sympathie für Gott und die Menschen angetrieben.

Wer von Jeremia lernt, erkennt schnell, dass viele aktuelle Themen polarisieren. Einigkeit hingegen wächst dort, wo Menschen die Berufung Jesu zum Dienst annehmen und ihm ähnlich werden.

Nun fragst du dich vielleicht: Hat Jeremia es am Ende doch geschafft, nationale Einheit, soziale Gerechtigkeit und religiös-ideologischen Frieden zu erreichen? Leider finden wir davon in der Schrift keinen Bericht. Der Überlieferung nach wurde er in Ägypten von seinen eigenen Landsleuten gesteinigt. 3 Er ließ sich zwar von keiner Partei vereinnahmen, aber seine Haltung machte ihn für alle gleichermaßen verhasst.

Positive Lehren

Doch Jeremias Leben trug auch gute Früchte. Als Prophet und hervorragender Lehrer war er nicht nur ein Meister der Dekonstruktion 4, sondern hatte auch eine klare Vision davon, was Gott tun wollte – insbesondere in seiner Verkündigung des „neuen Bundes“ (Jer 31,31). Leider wurde Jeremias unparteiische Sichtweise erst mit Jesus diskutierbar, denkbar und erfahrbar (vgl. 1 Kor 11,25; 2 Kor 3,6; Hebr 8,8.13; 9,15; 12,24).

Wenn Jeremia darüber lehrt, wie nationale Heilung und die Wiederherstellung Judas geschehen können, betont er, dass dies nicht durch den Wiederaufbau des davidischen Thrones oder des salomonischen Tempels geschieht. Vielmehr behauptet er, dass gerade diese politischen und religiösen Institutionen zur Spaltung Judas beigetragen und zerstörerische Mythen über nationale und religiöse Identität genährt haben (vgl. die Tempelrede in Jer 7,4). Der Prophet zeigt, dass Versuche religiöser Reformen oft mit moralischem Verfall einhergingen (z. B. Jer 34,8–11).

Unsere Loyalität gehört

denkbar und erfahrbar (vgl. 1 Kor 11,25; 2 Kor

Jesus und den Menschen, denen wir in unseren Gemeinden, Familien und Umfeldern begegnen.

die Wiederherstellung Judas geschehen Wiederaufbau des davidischen Thrones oder des er, dass gerade diese politischen und und toxische Mythen über nationale und Jer 7,4). Der Prophet zeigt, dass Versuche einhergingen (z. B. Jer 34,8–11).

In seiner Vision davon, über gesellschaftliche Gräben hinweg zu lehren, sieht er ein faszinierendes, gigantisches Bauprojekt, an dem jeder mitwirken kann. In seinem Trostbuch (Jer 30–33), in dem auch der Text über den „neuen Bund“ steht (Jer 31,31), verwendet er das Wort „bauen“ (

hinweg zu lehren, sieht er ein faszinierendes, In seinem Trostbuch (Jer 30–33), in dem auch verwen det er das Wort „bauen“ ( בנה ) häufiger als physischen Gebäuden, Palästen, Tempeln, wiederaufgebaut werden würden. Stattdessen kennt von Familien, von Männern und Frauen (Jer Institutionen. Natürlich haben organisierte zweitrangig im Vergleich zu Jeremias eigentlichem gesellschaftliche Gräben schlägt.

) häufiger als jeder andere Prophet. Doch nirgends ist die Rede von physischen Gebäuden, Palästen, Tempeln, Stadtmauern oder Straßen, die von Gott wiederaufgebaut werden würden. Stattdessen kennt Jeremias

Vision nur den Wiederaufbau von Menschen, von Familien, von Männern und Frauen (Jer 31,4.28; 33,7). 5 Menschen stehen im Mittelpunkt, nicht Institutionen. Natürlich haben organisierte Gemeinschaften ihre Berechtigung,

heutigen Klima manchmal als eine potenzielle Berufung zum Dienst und zum Opfer – ein Ruf, den Menschen, denen wir in unseren

Über gesellschaftliche, politische oder ideologische Zeitströmungen hinweg: Gottes Wort in der Heiligen Schrift sollte unser unveränderlicher Maßstab bleiben.

letztlich durch Loyalität gegenüber bestimmt werden, und nicht allein durch begegnen, dann werden wir uns fa st zerrissen und Erde gespannt. Doch genau durch solche gewoben. Jeremias Lehre über Falle, sondern der Samen, aus dem die Heilung Völkern und Nationen ihren Anfang nahm.

antwortete ihr: „Du hast gut beobachtet. Sei deine Pastoren und sogar deine Eltern sagen.“ gefährlich?“ „Es ist unsere Familie. Und weil wir wir hoffen, dass sie auch gütig mit uns sind,

Andrews University (USA). Er hat in Bogenhofen, und Philosophie studiert.

doch sie sind zweitrangig im Vergleich zu Jeremias eigentlichem Ziel: Bildung und Erneuerung, die Brücken über gesellschaftliche Gräben schlägt.

Anwendung

Auch wenn mancher Nachfolger Jesu seine Mission im heutigen Klima manchmal als eine potenzielle Falle wahrnehmen mag, ist sie in Wirklichkeit eine Berufung zum Dienst und zum Opfer – ein Ruf, Jesus ähnlich zu sein. Unsere Loyalität gehört Jesus und den Menschen, denen wir in unseren Gemeinden, Familien und Umfeldern begegnen.

Da, wo unsere Leidenschaft und unser Mitgefühl letztlich durch Loyalität gegenüber Machtstrukturen, Gehaltsschecks oder Kirchenpolitik bestimmt werden und nicht allein durch unsere Treue zu Gott und den Menschen, denen wir begegnen, da werden wir beinahe zerrissen – unser Leben gefährlich dünn zwischen Himmel und Erde gespannt. Doch genau solche dünnen Gewebe formen schließlich die Basis der Wiederherstellung. Jeremias Lehre über gesellschaftliche Gräben hinweg war keine Falle, sondern der Samen, aus dem die Heilung zwischen Vätern und Söhnen, Müttern und Töchtern, Völkern und Nationen ihren Anfang nahm.

Um zur Frage meiner Tochter zurückzukehren, ich antwortete ihr: „Du hast gut beobachtet. Sei immer wachsam gegenüber dem, was deine Lehrer, deine Pastoren und sogar deine Eltern sagen.“ „Warum bleiben wir dann?“, fragte sie, „ist das nicht gefährlich?“ „Es ist unsere Familie.

31,38 mit der Stadt als Objekt des Bauens haben JHWH nicht als logisches Subjekt. Wo JHWH Menschen – nicht Gebäude.

Spannungsfelder biblisch überwinden

Spannungsfelder biblisch überwinden

Gott über die Gräben hinweg dienen: Eine Lektion von Jeremia

Gott über die Gräben hinweg dienen:

Und weil wir beschlossen haben, dass dies unsere Familie ist, wollen wir hoffen, dass sie auch gütig mit uns sind, wenn wir einmal falsch liegen.“

Dieser Artikel ist eine von Roman Wiens übersetzte und angepasste Version der Originalerscheinung in „Ministry“, 4/23.

Oliver Glanz ist Professor für Altes Testament an der Andrews University (USA). Er hat in Bogenhofen, Erlangen, Amsterdam und Leiden Bibelwissenschaften und Philosophie studiert.

Jeremias Vision bezieht sich auf den Wiederaufbau von Menschen, von Familien, von Männern und Frauen.

Müde vom Dauerstreit, genervt von Meinungen und Machtkämpfen? Damit bist du nicht schon Jeremia stand mitten in einem Sturm aus Politik, Religion und sozialem Chaos. In zerrissenen Welt ruft uns seine Stimme bis heute zu einem Glauben, der nicht spaltet, heilt. Bist du bereit, von einem der unbequemsten Lehrer der Bibel zu lernen? Sein Beispiel und den Mut, Brücken zu

Müde vom Dauerstreit, genervt von Meinungen und Machtkämpfen? schon Jeremia stand mitten in einem Sturm aus Politik, Religion zerrissenen Welt ruft uns seine Stimme bis heute zu einem heilt. Bist du bereit, von einem der unbequemsten Lehrer Heilung beginnt nicht durch Macht, sondern durch Mitgefühl

Während meine Familie und ich an einem Sabbat auf dem Heimweg von der Gemeinde waren, meine Tochter: „Papa, hat der Pastor heute nicht eine Verschwörungstheorie gepredigt?“ gut, dass du so aufmerksam zuhörst“, antwortete ich, „du könntest recht haben.“ „Warum dann in diese Gemeinde, wenn der Pastor Verschwörungstheorien predigt?“, entgegnete

Während meine Familie und ich an einem Sabbat auf dem meine Tochter: „Papa, hat der Pastor heute nicht eine Verschwörungstheorie gut, dass du so aufmerksam zuhörst“, antwortete ich, „du dann in diese Gemeinde, wenn der Pastor Verschwörungstheorien

In Gesprächen mit Kollegen und Freunden wird mir immer Politik, Rassismus, Debatten über sexuelle Orientierung und Israel und anderen Ländern haben uns ihren Zoll abverlangt.

Auseinandersetzungen, dem ideologischen Kampf und der Gesellschaft. Ständig werden wir aufgefordert, Stellung zu icht wohlfühlen. Ich bin

unparteiische Sichtweise erst mit Jesus diskutierbar, denkbar und erfahrbar (vgl. 1 Kor

In Gesprächen mit Kollegen und Freunden wird mir immer wieder eines klar: Die Corona Politik, Rassismus, Debatten über sexuelle Orientierung und die andauernden Kriege in der r sind einfach erschöpft von Auseinandersetzungen, dem ideologischen Kampf und der zunehmenden Radikalisierung Gesellschaft. Ständig werden wir aufgefordert, Stellung zu beziehen oder uns mit Positionen icht wohlfühlen. Ich bin müde.

unparteiische Sichtweise erst mit Jesus diskutierbar, denkbar und erfahrbar (vgl. 1 Kor 11,25; 2

Diese Erschöpfung kann dazu führen, dass wir uns zurückziehen, Geschehen um uns herum nur noch apathisch beobachten.

Wenn Jeremia darüber lehrt, wie nationale Heilung und die Wiederherstellung Judas geschehen können, betont er, dass dies nicht durch den Wiederaufbau des davidischen Thrones oder salomonischen Tempels geschieht. Vielmehr behauptet er, dass gerade diese politischen religiösen Institutionen zur Spaltung Judas beigetragen und toxische Mythen über nationale religiöse Identität genährt haben (vgl. die Tempelrede in Jer 7,4). Der Prophet zeigt, dass fall einhergingen (z. B. Jer 34,8–11).

Diese Erschöpfung kann dazu führen, dass wir uns zurückziehen, über alles schweigen und Geschehen um uns herum nur noch apathisch beobachten. Doch wie können wir als Glaubensgeschwister über diese tiefen gesellschaftlichen Gräben hinweg miteinander umg Vielleicht kann uns Jeremia, der große Prophet und Lehrer, eine biblische Perspektive für

Wenn Jeremia darüber lehrt, wie nationale Heilung und die Wiederherstellung Judas geschehen können, betont er, dass dies nicht durch den Wiederaufbau des davidischen Thrones oder des salomonischen Tempels geschieht. Vielmehr behauptet er, dass gerade diese politischen und religiösen Institutionen zur Spaltung Judas beigetragen und toxische Mythen über nationale und religiöse Identität genährt haben (vgl. die Tempelrede in Jer 7,4). Der Prophet zeigt, dass Versuche fall einhergingen (z. B. Jer 34,8–11).

Glaubensgeschwister über diese tiefen gesellschaftlichen Vielleicht kann uns Jeremia, der große Prophet und Lehrer,

Kaum jemand war mit so vielschichtigen und tiefgreifenden Konflikten konfrontiert wie der der den Untergang Jerusalems miterlebte. Er erlebte mindestens drei Arten von Konflikten:

Kaum jemand war mit so vielschichtigen und tiefgreifenden der den Untergang Jerusalems miterlebte. Er erlebte mindestens

In seiner Vision davon, über gesellschaftliche Gräben hinweg zu lehren, sieht er ein faszinierendes, gigantisches Bauprojekt, an dem jeder mitwirken kann. In seinem Trostbuch (Jer 30–33), der Text über den „neuen Bund“ steht (Jer 31,31), verwendet er das Wort „bauen“ (

Familie lebt von der Nähe, aber auch von gegenseitiger Vergebung. Niemand macht keine Fehler; jeder braucht Güte, Nachsicht und Hilfe auf dem Weg zum Ziel.

Quellen

Anwendung

Anwendung

• Soziale Hierarchiekonflikte, in denen die aristokratische Elite die sozial Benachteiligten wirtschaftlich und rechtlich ausbeutete (Jer 7 u. a.). In einigen Passagen formuliert prophetische Orakel, die ihn heute fast wie einen Marxisten erscheinen lassen könnten 2,34–35; 5,4–5a; 10 [religiöse Kritik]; 22,13–19). Doch an anderer Stelle verurteilt Proletariat und seine Moral, indem er es mit der Korruption der Machthaber gleichsetzt Jer 5,4–5; 40–431).

In seiner Vision davon, über gesellschaftliche Gräben hinweg zu lehren, sieht er ein faszinierendes, gigantisches Bauprojekt, an dem jeder mitwirken kann. In seinem Trostbuch (Jer 30–33), in dem der Text über den „neuen Bund“ steht (Jer 31,31), verwendet er das Wort „bauen“ ( בנה ) häufiger jeder andere Prophet. Doch nirgends ist die Rede von physischen Gebäuden, Palästen, Tempeln, Stadtmauern oder Straßen, die von Gott wiederaufgebaut werden würden. Stattdessen kennt Jeremias Vision nur den Wiederaufbau von Menschen, von Familien, von Männern und Frauen (Jer 31,4.28; 33,7).5 Menschen stehen im Mittelpunkt, nicht Institutionen. Natürlich haben organisierte Gemeinschaften ihre Berechtigung, doch sie sind zweitrangig im Vergleich zu Jeremias eigentlichem Ziel: einer Bildung und Erneuerung, die Brücken über gesellschaftliche Gräben schlägt.

jeder andere Prophet. Doch nirgends ist die Rede von physischen Gebäuden, Palästen, Stadtmauern oder Straßen, die von Gott wiederaufgebaut werden würden. Stattdessen Jeremias Vision nur den Wiederaufbau von Menschen, von Familien, von Männern und 31,4.28; 33,7).5 Menschen stehen im Mittelpunkt, nicht Institutionen. Natürlich haben Gemeinschaften ihre Berechtigung, doch sie sind zweitrangig im Vergleich zu Jeremias Ziel: einer Bildung und Erneuerung, die Brücken über gesellschaftliche Gräben schlägt.

• Soziale Hierarchiekonflikte, in denen die aristokratische wirtschaftlich und rechtlich ausbeutete (Jer 7 u. a.). prophetische Orakel, die ihn heute fast wie einen 2,34–35; 5,4–5a; 10 [religiöse Kritik]; 22,13–19). Doch Proletariat und seine Moral, indem er es mit der Korruption Jer 5,4–5; 40–431).

• Ethnische Konflikte, in denen Neid, Eifersucht und Tagesordnung waren. Die Flüchtlingsmassen, die Jahrzehnte untergegangenen Nordreich nach Jerusalem und in

• Ethnische Konflikte, in denen Neid, Eifersucht und Fremdenfeindlichkeit an der Tagesordnung waren. Die Flüchtlingsmassen, die Jahrzehnte zuvor aus dem untergegangenen Nordreich nach Jerusalem und in den Süden gekommen waren,

Auch wenn mancher Nachfolger Jesu seine Mission im heutigen Klima manchmal als eine Falle wahrnehmen mag, ist sie in Wirklichkeit eine Berufung zum Dienst und zum Opfer Jesus ähnlich zu sein. Unsere Loyalität gehört Jesus und den Menschen, denen wir in unseren Gemeinden, Familien und Umfeldern begegnen.

Auch wenn mancher Nachfolger Jesu seine Mission im heutigen Klima manchmal als eine potenzielle Falle wahrnehmen mag, ist sie in Wirklichkeit eine Berufung zum Dienst und zum Opfer – ein Ruf, Jesus ähnlich zu sein. Unsere Loyalität gehört Jesus und den Menschen, denen wir in unseren Gemeinden, Familien und Umfeldern begegnen.

1 In diesen Kapiteln sehen wir, dass der judäische Rest, der größtenteils aus den „Armen“ bestand (vgl. Jer 40,7; 52,16), ebenso untreu, unmoralisch und ungerecht war wie die Aristokratie, die ins Exil geführt wurde. Ein niedriger sozialer Status macht einen Menschen nicht moralischer als jemanden aus einer höheren gesellschaftlichen Schicht. Sowohl die „Oberen/Führer“ (

1 In diesen Kapiteln sehen wir, dass der judäische Rest, der größtenteils aus den „Armen“ bestand 52,16), ebenso untreu, unmoralisch und ungerecht war wie die AristokraMe, die ins Exil geführt wurde. niedriger sozialer Status macht einen Menschen nicht moralischer als jemanden aus einer höheren gesellschaUlichen Schicht. Sowohl die „Oberen/Führer“ ( ), die die AristokraMe bildeten, als auch Volk“ ( כָּל־הָﬠָם ), das die Armen und Ungebildeten repräsenMerte, werden beschuldigt, sich widersetzt (Jer 43,4–7). ), die die Aristokratie bildeten, als auch „das ganze Volk“ (

Da, wo unsere Leidenschaft und unser Mitgefühl letztlich durch Loyalität gegenüber Machtstrukturen, Gehaltsschecks oder Kirchenpolitik bestimmt werden, und nicht allein unsere Treue zu Gott und den Menschen, denen wir begegnen, dann werden wir uns fa fühlen – unser Leben gefährlich dünn zwischen Himmel und Erde gespannt. Doch genau dünnen Fäden wird das Gewebe der Wiederherstellung gewoben. Jeremias Lehre über gesellschaftliche Gräben hinweg war letztlich keine Falle, sondern der Samen, aus dem zwischen Vätern und Söhnen, Müttern und Töchtern, Völkern und Nationen ihren Anfang Um zur Frage meiner Tochter zurückzukehren, ich antwortete ihr: „Du hast gut beobachtet. immer wachsam gegenüber dem, was deine Lehrer, deine Pastoren und sogar deine Eltern „Warum bleiben wir dann?“, fragte sie, „ist das nicht gefährlich?“ „Es ist unsere Familie. beschlossen haben, dass dies unsere Familie ist, wollen wir hoffen, dass sie auch gütig wenn wir einmal falsch liegen.“

1 In diesen Kapiteln sehen wir, dass der judäische Rest, der größtenteils 52,16), ebenso untreu, unmoralisch und ungerecht war wie die niedriger sozialer Status macht einen Menschen nicht moralischer gesellschaUlichen Schicht. Sowohl die „Oberen/Führer“ ( ), die Volk“כָּל־הָﬠָם ), das die Armen und Ungebildeten repräsenMerte, (Jer 43,4–7). ), das die Armen und Ungebildeten repräsentierte, werden beschuldigt, sich widersetzt zu haben (Jer 43,4–7). 2 Mehrere Forscher haben argumentiert, dass die Theologie des ger (hebräisch für „Fremder“) besonders nach dem Fall Samarias hervorgehoben und weiterentwickelt wurde, als eine große Zahl von Flüchtlingen nach Juda und Jerusalem kam. Einen guten Überblick über die Diskussion zum Thema des alttestamentlichen „Fremden“ (ger) bietet Hans-Georg Wünch, „The Stranger in God’s Land – Foreigner, Stranger, Guest: What Can We Learn From Israel’s Attitude Towards Strangers?“, Old Testament Essays 27, Nr. 3 (2014): 1129–1154. Siehe auch Georg Steins, „‚Fremde sind wir …‘ Zur Wahrnehmung des Fremdseins und zur Sorge für die Fremden in alttestamentlicher Perspektive“, Jahrbuch für Christliche Sozialwissenschaften 35 (1994): 133–150.

Da, wo unsere Leidenschaft und unser Mitgefühl letztlich durch Loyalität gegenüber Machtstrukturen, Gehaltsschecks oder Kirchenpolitik bestimmt werden, und nicht allein durch unsere Treue zu Gott und den Menschen, denen wir begegnen, dann werden wir uns fa st zerrissen fühlen – unser Leben gefährlich dünn zwischen Himmel und Erde gespannt. Doch genau durch solche dünnen Fäden wird das Gewebe der Wiederherstellung gewoben. Jeremias Lehre über gesellschaftliche Gräben hinweg war letztlich keine Falle, sondern der Samen, aus dem die Heilung zwischen Vätern und Söhnen, Müttern und Töchtern, Völkern und Nationen ihren Anfang nahm.

Um zur Frage meiner Tochter zurückzukehren, ich antwortete ihr: „Du hast gut beobachtet. Sei immer wachsam gegenüber dem, was deine Lehrer, deine Pastoren und sogar deine Eltern sagen.“ „Warum bleiben wir dann?“, fragte sie, „ist das nicht gefährlich?“ „Es ist unsere Familie. Und weil beschlossen haben, dass dies unsere Familie ist, wollen wir hoffen, dass sie auch gütig mit uns sind, wenn wir einmal falsch liegen.“

Oliver Glanz ist Professor für Altes Testament an der Andrews University (USA). Er hat Erlangen, Amsterdam und Leiden Bibelwissenschaften und Philosophie studiert.

Oliver Glanz ist Professor für Altes Testament an der Andrews University (USA). Er hat in Bogenhofen, Erlangen, Amsterdam und Leiden Bibelwissenschaften und Philosophie studiert.

3 In den Traditionen, die das Werk Tertullians (Adversus Gnosticos, Kap. 8, in Patrologia Latina, Bd. 2, Sp. 137) und des Hieronymus (Adversus Jovinianum 2,37, Patrologia Latina, Bd. 23, Sp. 335) prägten, wurde Jeremia gesteinigt. Pseudo-Epiphanius (De vitis Prophetarum, in Patrologia Graeca, Bd. 43, Sp. 400) und Isidor von Sevilla (De Ortu et Obitu Patrum, Kap. 38, in Patrologia Latina, Bd. 83, Sp. 142) gehen sogar so weit, die Steinigung in Tahpanhes in Ägypten zu verorten. 4 Mit „Dekonstruktion“ (Infragestellen/Aufbrechen) ist gemeint, dass Jeremia falsche religiöse und gesellschaftliche Vorstellungen kritisch hinterfragt und entlarvt hat, um Gottes Wahrheit neu sichtbar zu machen. 5 Während das Wort „bauen“ (

5 Während das Wort „bauen“ (

), auch in Jeremia 30,18 und 31,38 mit der Stadt als Objekt des Bauens erscheint, stehen die Verbformen dort im Passiv (Nifal) und haben JHWH nicht als logisches Subjekt. Wo JHWH als Subjekt von

5 Während das Wort „bauen“ ( בָּנָה ) auch in Jeremia 30,18 und 31,38 mit der Stadt als Objekt des erscheint, stehen die Verbformen dort im Passiv (Nifal) und haben JHWH nicht als logisches Subjekt. als Subjekt vonבנה auUrik, baut er stets und ausschließlich Menschen – nicht Gebäude.

) auch in Jeremia 30,18 und 31,38 mit der Stadt als Objekt des Bauens erscheint, stehen die Verbformen dort im Passiv (Nifal) und haben JHWH nicht als logisches Subjekt. Wo JHWH als Subjekt vonבנה auUrik, baut er stets und ausschließlich Menschen – nicht Gebäude. auftritt, baut er stets und ausschließlich Menschen – nicht Gebäude.

Oliver Glanz Gott über Gräben hinweg dienen –eine Lektion von Jeremia

Wohin mit Schmerz, Wut und Zweifel?

„Gott, warum?“ – Vom Wert der Klage

in Zeiten der Trauer

Manche Situationen und Umstände im Leben lassen uns schier zerbrechen. In solchen Zeiten stellt sich die Frage: Darf ich Gott meine Zweifel, Trauer und Wut ausdrücken – darf ich klagen?

Frank Hasel nimmt mit in diese Thematik und zeigt auf, dass die Bibel darauf eine klare Antwort gibt. Klage ist kein Zeichen schwachen Glaubens, sondern ein Weg, Schmerz, Zweifel und Trauer ehrlich vor Gott zu bringen – und Heilung und Trost zu erfahren.

Es gibt Erfahrungen im Leben, die einem buchstäblich den Boden unter den Füßen wegziehen. Ein schmerzlicher Verlust, der Tod eines geliebten Menschen, eine Diagnose, die alles verändert. Nichts ist mehr, wie es war. Der Alltag wird grau, die Zukunft scheint leer, und das Herz trägt eine unbeschreibliche Schwere. Man versteht Gott und sein Handeln nicht. In solchen Momenten des tiefen Unverständnisses über die Ungerechtigkeiten im Leben stellen sich viele Gläubige eine uralte Frage: „Darf ich Gott überhaupt sagen, wie ich wirklich empfinde? Darf ich Gefühle haben, wo ich an der Güte Gottes zweifle, wo ich klage, wo mir die Tränen kommen, ja wo ich mit Gott und meinem Schicksal hadere? Oder muss ich in solchen Momenten nur fromm und fröhlich bleiben, mich fassen und möglichst dankbar sein für alles, was mir widerfährt?“

Die Bibel gibt eine überraschend ehrliche und menschliche Antwort: Ja, du darfst klagen. Die biblische Tradition kennt die Klage als zutiefst geistliche und heilende Ausdrucksform des Glaubens. 1 Aber die Kunst zu klagen und

der Segen der biblischen Klage ist uns heute weitgehend abhandengekommen. In unserem Umgang mit Leid und Ungerechtigkeit lädt die Bibel uns ein, unsere Klage ehrlich zum Ausdruck zu bringen. In der Klage bleibt der Mensch im Gespräch mit Gott, selbst wenn er ihn nicht mehr spürt oder versteht. Klage ist kein Zeichen mangelnden Glaubens, sondern Ausdruck einer leidenschaftlichen Gottesbeziehung, die selbst den Schmerz nicht ausklammert.

Was ist Klage – und was ist es nicht?

Klage ist kein Zeichen mangelnden Glaubens, sondern Ausdruck einer leidenschaftlichen Gottesbeziehung, die selbst den Schmerz nicht ausklammert.

Viele Menschen haben eine verkehrte Vorstellung von der Klage, denn Klage wird in unserer Sprache oft mit Jammern verwechselt. Doch beides ist nicht dasselbe. Jammern bleibt selbstbezogen, kreist um das eigene Leid und führt nicht selten zu Bitterkeit oder Resignation. Klage hingegen ist ein Ausdruck des Glaubens, denn sie hat ein Gegenüber: Sie richtet sich an Gott, und zwar im Bewusstsein, dass Gott gut, gerecht und allmächtig ist. Im Grunde ist die biblische Klage nur vor diesem Hintergrund möglich. Ohne die Gewissheit, dass Gott gut und gerecht ist, gäbe es die Klage nicht. Sie benennt das Leid, die Enttäuschung, den Schmerz – und bleibt doch im Dialog mit dem Schöpfer. Klage ist ein Weg, das Unfassbare auszusprechen, die Dinge zu benennen, die gerechterweise nicht sein sollten, und verdrängt den Schmerz dabei nicht, sondern verleiht ihm Worte. Und genau darin liegt eine große heilende Kraft.

In der Bibel gibt es ein ganzes Buch, die Klagelieder, das dieses Thema zum Ausdruck bringt. Die Psalmen sind dafür ein weiteres eindrucksvolles Beispiel. Über ein Drittel der 150 Psalmen sind Klagepsalmen – eine erstaunliche Quote für ein Buch, das sonst so oft als „Buch des Trostes“ bezeichnet wird. Hier schreien Menschen ihre Not zu

BW GUNG Wohin mit Schmerz, Wut und Zweifel?
Frank M. Hasel „Gott, warum?“ –Vom Wert der Klage in Zeiten der Trauer

Gott, konfrontieren ihn mit ihren Fragen, klagen ihn sogar an. Sie sagen Sätze wie: „Warum, Herr, stehst du so ferne, verbirgst dich zur Zeit der Not?“ (Ps 10,1) oder „Wie lange noch, Herr, willst du mich so ganz vergessen?“ (Ps 13,2). Diese Gebete sind nicht zensiert, nicht glattgebügelt, sondern atmen die ganze Bitterkeit und Verzweiflung des Lebens. Und doch ist die Klage mehr als nur ein Ventil für unsere Emotionen. Sie ist, richtig verstanden, ein geistlicher Akt. Sie nimmt Gott beim Wort. Wer klagt, glaubt, dass da jemand ist, der zuhört – auch wenn er schweigt. In der Klage kommt zum Ausdruck, dass wir glauben, dass Gott gut ist, auch wenn wir vieles nicht verstehen. Klage ist gelebter Glaube im Dunkel. „Ich glaube – hilf meinem Unglauben!“ (Mk 9,24). Hier lädt uns Gott ein, ehrlich zu sein und auch unsere schwersten und dunkelsten Empfindungen zu ihm zu bringen. In der Klage kommt unsere Reaktion auf die Abwesenheit von Gottes „Shalom“ angesichts des Bösen in der Welt zum Ausdruck. Wir hören auf, so zu tun, „als ob ...“. Wir geben zu, dass wir die Kontrolle in dieser Lebenskrise verloren haben. Gott ist davon nicht überrascht, er verurteilt uns deshalb nicht.

Warum Klage für den Heilungsprozess wichtig ist Unsere moderne Gesellschaft tut sich schwer mit Trauer. Verlust wird oft tabuisiert, Schmerz möglichst schnell wegtherapiert oder mit Durchhalteparolen übertüncht. „Du musst nach vorne schauen!“, „Das Leben geht weiter!“ oder „Es wird schon wieder!“ sind Sätze, die gut gemeint sind, aber selten guttun. Wer wirklich trauert, braucht Raum für seine Klage.

Die Bibel lehrt uns, dass heilsame Trauer ihren eigenen Rhythmus hat. Sie braucht Zeit, Raum und Ausdrucksformen. Klage ist eine solche Ausdrucksform, die verhindert,

Darf ich Gott mein Leid klagen und meinen Kummer vor ihn bringen, oder muss ich meine Tränen verbergen, mich fassen und ihm für alles dankbar sein, was mir widerfährt?

dass Schmerz sich ins Herz frisst oder in Bitterkeit erstarrt. Sie macht Leid sichtbar, hörbar, greifbar – und damit bearbeitbar.

Zudem hat Klage eine ordnende Funktion. Sie hilft, das Unfassbare zu benennen und zu strukturieren. In der Klage darf ich mir erlauben, all die widersprüchlichen Gefühle zu benennen: Wut, Enttäuschung, Angst, Schuld, Hoffnungslosigkeit. Gerade in der Begegnung mit Gott, und letztlich im Vertrauen auf Ihn, können diese Emotionen einen sicheren Raum finden. In der Bibel steht die Klage oft im Herzen der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk. Wer klagt, bleibt nicht stumm, bleibt nicht allein, sondern tritt in den Dialog mit dem, der das Leiden kennt und teilt und uns auch im Leid nicht allein lässt.

Voraussetzungen für eine heilsame Klage

Damit Klage tatsächlich heilsam wird, braucht es einige Voraussetzungen:

• Einen Raum, in dem Klage erlaubt ist

Das können persönliche Gebete sein, das können Klagepsalmen sein, die man mitbetet. Aber auch ein vertrauensvoller Gesprächspartner, eine Gemeinde, ein Trauerkreis oder ein Seelsorger, der das Leid aushält, ohne es vorschnell zu deuten oder zu erklären versucht.

• Ehrlichkeit vor Gott und sich selbst Klage ist kein frommes Pflichtgebet, sondern das ehrliche Aussprechen dessen, was ist. Masken und Höflichkeitsfloskeln haben hier keinen Platz.

Klage ist ein Weg, das Unfassbare auszusprechen, die Dinge zu benennen, die gerechterweise nicht sein sollten.

(Ps 13,6). Die Psalm-Schreiber machen aus ihrem Herzen keine Mördergrube. Oft schreiben sie in schockierend ehrlichen Worten, wie sie angesichts von Ungerechtigkeit und Bösem empfinden, nur um am Ende zu sagen: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine“ (Ps 139,23, vgl. Ps 26,2).

Zwischen Klage und Hoffnung liegt hier oft nur ein Atemzug – aber dieser Atemzug ist entscheidend.

Warum wir das Klagen wieder lernen sollten

• Die Ausrichtung auf Gott als Gegenüber Klage bleibt ein Beziehungsgeschehen. Sie bleibt im Gespräch, auch wenn Gott schweigt oder wir ihn nicht hören.

• Offenheit für Trost und Veränderung Klage soll nicht in Verbitterung enden, sondern ist auf Gott ausgerichtet und eröffnet so den Weg für Trost, neue Hoffnung und Versöhnung mit dem Leben. Auch wenn die Klage nicht sofort umfassend Trost spendet oder die Lösung für alle Probleme bringt, die wir zu beklagen haben – sie eröffnet einen Perspektivwechsel. Während die Klage mit den Dingen beginnt, die wir nicht verstehen, endet sie nicht im Jammern oder Nörgeln. In der Klage gilt unser letztes Wort nämlich dem, der unsere Hoffnung ist, demjenigen, nach dem wir uns sehnen, Jesus Christus, der selbst Leid und Tod erlitten hat und uns deshalb am besten versteht (Hebr 4,15-16) und liebt.

Die biblische Klage als Modell

Besonders deutlich wird die geistliche Bedeutsamkeit der Klage im Buch Hiob. Hiob verliert in kürzester Zeit alles: Besitz, Kinder, Gesundheit. Seine Freunde verstummen zunächst angesichts dieses Leids – und zeigen damit, dass Schweigen oft der angemessenste erste Schritt ist. Doch als sie beginnen, Erklärungen zu liefern, wird das zum Problem. Hiob selbst aber klagt. Er schreit, er hadert, er fordert Gott heraus. Und Gott – schweigt lange, hört aber zu. Am Ende dieses schmerzlichen Prozesses steht nicht die Rückgabe des Alten, sondern eine neue, tiefere Beziehung zwischen Hiob und Gott. Hiob sagt: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen“ (Hi 42,5).

Die Psalmen wiederum zeigen, dass selbst im größten Schmerz oft ein Hoffnungslicht aufscheint. In Psalm 13 etwa beginnt der Beter mit der Klage: „Wie lange noch, Herr, willst du mich vergessen?“ (Ps 13,2) und endet mit: „Ich aber vertraue darauf, dass du so gnädig bist“

Die biblische Klage lehrt uns, dass Gott ein persönlicher Gott ist, der die Klage hört. Er verurteilt unsere Klage nicht. Gott müssen wir nichts vormachen. Bei ihm dürfen wir grundehrlich sein. Bei ihm haben auch Trauer, Schmerz, Zweifel, Angst und Wut ihren Platz. Der biblische Gott ist ein lebendiger Gott, der würdig ist, unser Lob und unsere Anbetung zu hören, und der genauso daran interessiert ist, unseren Schmerz und unsere Traurigkeit in unserer Klage zu hören. Wenn wir Gott nie ehrlich unser Leid klagen, werden wir wahrscheinlich auch nie wirklich lernen, was es heißt, Gott am Ende unseres Leides zu loben und zu preisen. Vielleicht wachsen unsere Anbetung und Wertschätzung für Gott erst in authentischer Weise, wenn wir Gott ehrlich sagen, wie uns ums Herz ist. Das kann der Beginn eines heilenden Prozesses sein.

Leider ist in der christlichen Tradition dieses Element vielerorts verloren gegangen. Viele Kirchenlieder, Andachten und Gottesdienste bleiben oft nur auf die angenehmen Seiten der Nachfolge fokussiert, das, was Hoffnung und Trost spendet. Das ist wichtig – aber wer nicht klagen darf und wer nie gelernt hat, dadurch seinem Innersten Ausdruck zu verleihen, dem bleibt Trost verwehrt. Denn Trost kann erst dann wirksam werden, wenn das Böse, das Schwere und das Schmerzhafte angesprochen und benannt ist. Und genau das geschieht in der Klage.

Wenn wir Gott nie ehrlich unser Leid klagen, werden wir wahrscheinlich auch nie lernen, was es heißt, Gott am Ende unseres Leides zu loben und zu preisen. Wer nie gelernt hat, seinem Innersten durch Klage Ausdruck zu verleihen, dem bleibt Trost verwehrt.

Klage in der Seelsorge und im Alltag

In der Seelsorge wird heute wieder zunehmend erkannt, wie wichtig Klage ist und welcher Segen uns daraus erwachsen kann. Trauerbegleiter und Seelsorger ermutigen Betroffene, sich Zeit zu lassen, ihren Schmerz nicht zu verdrängen, ihn nicht zu tabuisieren. Da können wir von den biblischen Schreibern viel lernen. Gerade im Umgang mit Leid und Trauer gilt es zu beachten, dass wir nicht alles gleich zu erklären brauchen, den anderen nicht vorschnell vertrösten oder beschwichtigen – sondern einfach da sein, zuhören, aushalten. Der trauernde Mensch braucht nicht sofort einen theologischen Sinnzusammenhang, sondern jemanden, der seine Klage mitträgt.

Fazit: Klage als Weg zu Gott

Die Klage ist biblisch. In der Bibel beschreibt die Klage einen Weg zu Gott, keinen Weg von ihm weg! Sie zeigt uns: Du darfst fragen. Du darfst weinen. Du darfst dein Unverständnis zum Ausdruck bringen. Du darfst enttäuscht sein. Aber tu es vor Gott. Er hält das aus. Mehr noch: Er versteht es. Denn auch Jesus selbst hat am Kreuz

Der trauernde Mensch braucht nicht sofort einen theologischen Sinnzusammenhang, sondern jemanden, der seine Klage mitträgt.

Die Psalmen zeigen, dass selbst im größten Schmerz oft ein Hoffnungslicht aufscheint: „Ich vertraue darauf, dass du so gnädig bist“ (Ps 13,6). Zwischen Klage und Hoffnung liegt häufig nur ein Atemzug – doch genau dieser Atemzug ist entscheidend.

geklagt: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt 27,46).

In dieser einen Zeile verbindet sich der tiefe Schmerz mit dem Herzen Gottes. Und genau deshalb dürfen auch wir klagen. In der Gewissheit, dass am Ende nicht das Dunkel das letzte Wort hat, sondern der Gott, der sagt: „Ich habe dich je und je geliebt“ (Jer 31,3).

Quelle:

1 Wertvolle Gedanken über die Bedeutung der Klage habe ich in meinem Buch Love Is! A Journey of Grief, Grace, and Gratitude (Cascade Books, 2024), S. 46 – 51 ausgeführt.

Frank M. Hasel war Dekan am Theologischen Seminar in Bogenhofen und arbeitet nun als Assoziierter Direktor beim Biblical Research Institute. Wenn du noch mehr zu diesem Thema erfahren möchtest, findest du hier eine inspirierende Vortragsaufnahme von Frank Hasel beim Gebetskongress, wo er darüber spricht, wie Gebet gerade in Zeiten der Not Kraft, Orientierung und Hoffnung schenkt.

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So kam ich zur Gemeinde ...

Warmherzigkeit veränderte alles –wie

Gott meine Geschichte

schrieb

Ich wurde in eine typisch deutsche christliche Familie hineingeboren. Was heißt das? Als Baby wurde ich katholisch getauft, weil auch meine Eltern katholisch waren. Ich habe die Kommunion und die Firmung mitgemacht, weil es viele Geschenke gab. In die Kirche sind wir als Familie zu Ostern und zu Weihnachten gegangen. Das war es. Ansonsten spielte Gott in unserer Familie keine Rolle.

Ganz im Gegenteil: Rückblickend würde ich sagen, dass meine Familie sogar okkult angehaucht war. Horoskope waren an der Tagesordnung, genauso wie ein Glücksbringer, ohne den ich mich nicht aus dem Haus traute. Möglicherweise lag es daran, dass ich schon als junges Mädchen von vielen Ängsten geplagt wurde. Bereits als Kind hatte ich unglaubliche Angst vor dem Sterben, und furchtbare Albträume quälten mich.

In diesen traumatischen Momenten sprach ich sehr kindliche Gebete zu einem Gott, von dem ich nicht wusste, ob es ihn gab, aber voller Hoffnung, dass da jemand ist, der mich hört und mir hilft.

Als ich ungefähr 10 war, zog meine Schwester aus und meine Eltern begannen, sich ständig zu streiten. Für mich als unsicheres, schüchternes Kind war das unerträglich. Alkohol wurde deshalb zu einem festen Bestandteil meines Lebens. Mit einem Vater als Brauereichef hatten wir davon auch immer reichlich zu Hause. Schon mit 13 begann ich zu trinken, und je älter ich wurde, desto häufiger betrank ich mich.

Aber auch der Sport war immer schon ein Ventil für meine Verzweiflung und Unsicherheit. Zu dieser Zeit begann ich, Volleyball zu spielen. Erst nur zweimal die Woche, dann viermal, und dazu an den Wochenenden. Hauptsache weg von dem Streit zu Hause.

Mit 17 verliebte ich mich in einen Jungen aus meinem Verein. Wir kamen zusammen, doch ich hatte schon zuvor beschlossen, zum neuen Schuljahr auf ein Internat zu gehen, um von zu Hause wegzukommen. So blieben nur die Wochenenden, um uns zu sehen.

Tanja Ardito, Gemeinde Mannheim
Gott schreibt unsere Geschichte und hat Wege für uns, die wir uns niemals vorstellen würden.

Zu meinem Entsetzen teilte er mir aber mit, dass er jeden Freitagabend mit der Jugend seiner Kirche verbrachte und den ganzen Samstag auch. Also war nur noch der Sonntag für mich übrig. Ich wollte das nicht akzeptieren und stellte ihn wütend vor die Wahl: Kirche oder ich. Und er entschied sich – für die Kirche.

Da ich ihn aber nicht verlieren wollte, überwand ich mich und begleitete ihn einmal dorthin. Dass das mein ganzes Leben verändern würde, wäre mir nie in den Sinn gekommen.

Die Familie meines Freundes war mir zu einem Zufluchtsort geworden. Dort wurde mir immer das Gefühl gegeben, dazuzugehören. Aber dass auch diese kleine Gemeinde im Raum München mich so herzlich aufnehmen würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich fühlte mich von Anfang an willkommen und kam deshalb immer öfter mit in die Jugend und den Gottesdienst. Gott spielte zu Beginn für mich noch keine Rolle, aber diese Warmherzigkeit, dieses Gefühl, angenommen und geliebt zu sein, tat mir unglaublich gut.

So ging der winzige Same in meinem Herzen langsam auf, und die Liebe dieser Menschen weckte in mir mit der Zeit ein Interesse an Gott.

Leider zerbrach die Beziehung zu meinem Freund nach zwei Jahren. Für mich war das ein Schock, denn ich verlor ja nicht nur ihn, sondern auch seine Familie und die Gemeinde. Für mein Studium zog ich einige Monate später nach Würzburg und musste alleine neu beginnen. Ich baute einen neuen Freundeskreis auf und fühlte mich wohl, aber irgendwie verspürte ich den Drang, einmal nach einer Adventgemeinde in der Nähe zu suchen. Und tatsächlich gab es eine, die nicht mal fünf Minuten von meinem Zuhause entfernt war. So fasste ich eines Tages den Entschluss, zum Gottesdienst zu gehen.

Auch hier hielt Gott Menschen bereit, die mich sofort wahrnahmen und sich um mich kümmerten. Ich wurde zu wöchentlichen Bibel- und Gebetskreisen eingeladen sowie zum Sabbatanfang. Schritt für Schritt löste ich mich von

den Dingen, die mich über all die Jahre gefangen gehalten hatten: Alkohol, Partys, destruktive Musik, Aberglaube usw.

Und wieder war es die Warmherzigkeit und Liebe, die dazu führten, dass ich Bibelstunden nahm und mich zwei Jahre später taufen ließ. Dieser Tag war ein absoluter Neuanfang für mich, der Beginn eines neuen Lebens –und diese befreiende Gewissheit, die Vergangenheit hinter sich lassen zu dürfen, wünsche ich jedem. Noch im gleichen Jahr ließ mich Gott meinen Mann in Portugal kennenlernen, der selbst auf der Suche nach der Wahrheit war. So durfte ich ihm mit meinem so frischen, aber brennendem Glauben den Weg weisen. Er ließ sich zwei Jahre später auch in die Adventgemeinde taufen und wir heirateten.

Ich bin Gott von Herzen dankbar, dass er für jeden Menschen den geeigneten Weg hat, um ihn zu sich zu ziehen. Bei mir waren es die Warmherzigkeit und die Liebe, die mein Herz für ihn geöffnet haben.

Gott schreibt unsere Geschichte und hat Wege für uns, die wir uns niemals vorstellen würden. Er hat uns als Familie 2010 in seinen Dienst gerufen und wir dürfen heute als Pastorenfamilie in seinem Weinberg tätig sein. Das ist ein Geschenk.

Tanja Ardito mit ihrem Mann Nicola. Gott hat auch ihre gemeinsame Geschichte geschrieben und sie als ganze Pastorenfamilie schon vor 16 Jahren in seinen Dienst gerufen.

Göttliche Erpressung?

– „Liebe mich oder ich vernichte dich!“

Gottes Gericht löst die unterschiedlichsten Gefühle und Gedanken in uns aus – immer wieder kommt da auch die Frage nach der Fairness: Ist Gott wirklich fair mit seinem „Angebot“? Oder erpresst er nicht mit seiner angedrohten Strafe Unterwürfigkeit? Ein richtiges (biblisches) Verständnis von unserer Ausgangssituation und Gottes Angebot zeigen uns jedoch, dass Gott kein verschmähter Erpresser, sondern ein selbstloser Retter ist.

Immer wieder begegnen uns Aussagen, bei denen unser Bauchgefühl sagt, dass sie nicht stimmen können – auch wenn wir nicht sofort erklären können, warum. So erging es mir vor einer Weile im Gespräch mit einigen Jugendlichen. Nicht aus Wut oder Spott, sondern aus echter Verwirrung heraus, kam die Frage: „Wie kann das fair sein? Wenn Gott die Strafe am Ende nur abwendet, wenn ich ihn liebe und annehme, dann ist das ja kein Ausdruck seiner Liebe, sondern Erpressung. Es ist so, als würde er sagen: ‚Liebe mich oder ich vernichte dich!‘“ Falls wir meinen, dass solche Gedanken nur unwissenden Ungläubigen und Spöttern kommen, dann sollten wir einmal genau in unsere eigenen Reihen hineinhören. Jugendliche und Kinder sind oft ehrlich genug, um so etwas in Worte zu fassen. Aber auch bei alteingesessenen Adventisten hört man immer wieder ähnliche Gedanken – sie würden Gott zwar nie einen Erpresser nennen (das ziemt sich nicht für einen guten Christen), aber ihre Knie werden doch weich beim Gedanken an das Gericht, und ihrer

Erlösung sind sie sich ebenfalls nicht ganz so sicher. Wie sieht es also aus? Nutzt der Richter des ganzen Universums etwa doch das Gericht, um uns zu einer Beziehung mit ihm zu nötigen? Wie Paulus sagen würde: „Das sei ferne!“ Instinktiv wollte ich damals rufen „Nein, Gott ist kein Erpresser!“, aber das löst nicht das Dilemma, das viele mit Gottes Gericht haben, und nimmt auch die Frage des Jugendlichen nicht ernst. Würde ein Mann zu einer Frau kommen und ihr vermitteln, dass sie ihn zu lieben hätte oder ansonsten Konsequenzen folgen würden, dann wären wir zurecht entrüstet und angewidert. Von daher ist es verständlich, wenn Menschen die Aufrichtigkeit von Gottes Liebe hinterfragen – schließlich sollte ich nie jemanden wählen, der mich zu einer Beziehung nötigt. Leider schafft Satan es immer wieder, Zweifel an Gottes Liebe zu säen; besonders gerne durch eine Verdrehung seines Gerichts. Um all das im rechten Licht sehen zu können, müssen wir uns zwei Aspekte bewusst machen.

Bibel und Glaube

Zunächst müssen wir unsere Ausgangslage richtig wahrnehmen. Anders als bei dem erwähnten Beispiel des Mannes, der die Frau zwingen möchte, ihn zu lieben, kommt Gott nicht in eine neutrale Situation hinein: Wäre der Mann nie auf die Frau zugekommen, dann hätte sie friedlich und glücklich ihr Leben führen können. Von daher wäre es tatsächlich Erpressung, wenn er mit seinem „Angebot“ käme. Unser Schöpfer findet uns aber in einer komplett anderen Situation wieder. Paulus beschreibt das sehr eindringlich im Römerbrief: Wegen unseres Ungehorsams gegenüber Gott – wegen unserer Rebellion – sind wir alle Sünder. Jeder von uns. Wir alle verfehlen die Herrlichkeit Gottes. Kein einziger von uns ist aus sich selbst heraus gerecht. Und jetzt kommt’s: Wir alle verdienen den Tod dafür. Genau genommen leben wir nicht wirklich, sondern sitzen die Zeit ab, bis uns unser natürlicher Zustand einholt. Ganz ehrlich: Es ist völlig egal, für wie „gut“ ich mich halte – ich bin kein guter Mensch (Jesus unterstreicht das in Lukas 18,19: „Nur Gott allein ist gut.“). Wenn das Leben wirklich „gerecht“ wäre, würde ich genau das bekommen, was ich verdiene – nämlich all die Konsequenzen für den Mist, den ich gebaut habe. Die Wahrheit ist: Die meisten Menschen „ernten“ hier längst noch nicht, was sie „gesät“ haben – und wir können echt froh sein, dass das so ist!

Zum anderen sollte nun Gottes wahre Absicht deutlich werden, wenn er sein Angebot vorbringt: Er kommt nicht als geprellter Liebhaber, der seine Macht zur Nötigung nutzt, sondern als Retter. Wenn wir an Gott als Richter und an sein Gericht denken, dann haben wir in der Regel ein falsches Bild davon. Unser Rechtssystem hat einen unparteiischen Richter und Anwälte, die versuchen, den Richter von Schuld oder Unschuld zu überzeugen. Zu biblischen Zeiten gab es aber nur den Richter! Und, anders als heutzutage, sollte der nie unparteiisch (im heutigen Sinne) sein, sondern vielmehr allparteilich. Als Vorbild des irdischen Richters war immer Gott gedacht und er ist nicht blind wie Justitia – er ist zutiefst involviert und tut alles für Gerechtigkeit, selbst wenn das heißt, dass er den Preis zahlt. Es hat einen Grund, warum Gott in der Bibel herzlose Richter anprangert und seine „Erlöser“ für sein Volk „Richter“ genannt werden (siehe das ganze

Gott zwingt uns niemals, ihn zu lieben. Vielmehr sagt er:

„Ich zahle den Preis, um dir meine Liebe zu zeigen.“ Und als der Gute Hirte sucht er, was verloren ist.

Buch Richter). Gott sagt also nicht „Liebe mich oder zahle den Preis“, er sagt vielmehr, wie ein einfühlsamer und liebevoller Richter, „Ich zahle den Preis, um dir meine Liebe zu zeigen“. Er erntet also, was wir gesät haben. Gott wird dich jedoch niemals zwingen, eine Beziehung mit ihm zu haben. Wenn du sagst, du willst nichts mit ihm zu tun haben – was soll er dann machen? Man sollte nicht den Retter dafür verantwortlich machen, dass man die Rettung ablehnt.

Nachdem ich diese zwei Aspekte mit den Jugendlichen durchdacht und wir die entsprechenden Bibelstellen gelesen hatten, sagte derjenige, von dem die Frage ursprünglich gekommen war, sichtlich erleichtert: „Gott ist also kein unsicherer Tyrann, der Liebe erzwingen muss, er ist vielmehr ein gnädiger Retter, dessen Erlösungsangebot von Rebellen abgelehnt werden kann.“ Wenn es um unsere Erlösung geht, steht Gottes Charakter auf dem Spiel. Nichts macht Satan mehr Freude, als Verwirrung und Zweifel zu säen. Aber ein Blick in Gottes Wort zeigt ganz klar, dass Gott nicht als verschmähter Erpresser, sondern als selbstloser Retter in unsere Welt kam. Deshalb dürfen wir mit Freude auf das Gericht blicken, denn es zeigt uns einen gerechten und liebenden Richter, der für uns bezahlt hat, damit wir leben können (das ist sein Angebot). Paulus drückt es im Römerbrief in seiner Diskussion des göttlichen Gerichts so aus: „Wir sind ja durch den Tod seines Sohnes mit Gott versöhnt worden, als wir noch seine Feinde waren. Dann werden wir erst recht jetzt, wo wir seine Freunde geworden sind, durch das Leben von Christus gerettet werden“ (Röm 5,10 NLB).

Gott kommt nicht als geprellter Liebhaber, der seine
Macht zur Nötigung nutzt, sondern als Retter.

Roman Wiens studierte Theologie in Bogenhofen und betreute als Pastor zuletzt die Gemeinde Stuttgart-Mitte. Aktuell macht er einen PhD an der Andrews University (USA).

BW GUNG Bibel und Glaube
Roman Wiens
Göttliche Erpressung? –„Liebe mich oder ich vernichte dich!“

Aus den Gemeinden

Rückblick

Newstart-Kuren – Gesundheit, Gemeinschaft und neue Lebensfreude

Gleich zwei Newstart-Kuren durfte das AWW-BW im vergangenen Jahr anbieten. Neben Herghelia (Rumänien) fand auch eine zweiwöchige Kur im Gesundheitszentrum „Speranța“ in Leova (Moldawien) statt. Ein kurzer Bericht gibt Einblick in die Erfahrungen in Moldawien: Das Gesundheitszentrum Speranța empfing uns mit sommerlichen Temperaturen in idyllischer Lage an einem kleinen See. Der Tagesablauf war klar strukturiert – Frühsport, Gesundheitsvorträge und individuell abgestimmte Anwendungen: vormittags zwei, nachmittags zwei. Zum Programm gehörten ärztliche Betreuung, Massagen, Moorpackungen, Detox, Wassergymnastik, Sauna und Spaziergänge am See. Diese Anwendungen sind besonders hilfreich bei Übergewicht, Bluthochdruck, Herz- und Nierenerkrankungen, Arthritis und Diabetes Typ 2. Neben der körperlichen Erholung kam auch die geistliche Stärkung nicht zu kurz. Tägliche Andachten gaben Impulse für seelische Gesundheit und stärkten den persönlichen Glauben. Vor jeder Behandlung wurde gemeinsam um Gottes Führung gebetet.

Für Ruth Müller (Gemeinde Siegen, NRW) blieb ein Moment während einer Anwendung besonders in Erinnerung: Sie begann mit einigen Frauen zu singen, andere stimmten ein – sogar Moldawier in ihrer eigenen Sprache. So entstand ein berührender Gesang, der tief bewegte.

Ein weiterer Höhepunkt war die pflanzenbasierte Küche: einfache, köstliche Gerichte aus frischem Gemüse, oft direkt aus dem hauseigenen Garten. Speranța überzeugte

Die Newstart-Kuren des AWW in Rumänien und Moldawien verbanden körperliche Erholung mit geistlicher Stärkung.

durch Kompetenz, Herzlichkeit und die einfache, aber wirkungsvolle Botschaft: Gesundheit braucht keine großen Mittel. Wir sind Gott dankbar für die Newstart-Kuren, die wir durchführen durften. Sie boten nicht nur Erholung, sondern auch die Möglichkeit zu einem geistlichen und gesundheitlichen Neuanfang. „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Mt 11,28-30). Diese Verheißung durften wir ganz praktisch erleben.

Wer selbst einmal an einer Newstart-Kur teilnehmen möchte, hat auch in diesem Jahr wieder Gelegenheit dazu – vom 26.07. – 06.08.2026 in Herghelia (Rumänien). Eine zweite Kur ist ebenfalls in Planung. Weitere Informationen finden sich unter aww-bw.de.

Wo Meer und Miteinander sich begegnen –Ü18-Freizeit in Kroatien

Die Uhr zeigte kurz vor neun Uhr morgens, als wir das tiefblaue Meer und die umliegenden felsigen Hügel erblickten. Kroatien – wir waren angekommen! Als wir in Ljubač aus dem Bus stiegen, war das Wetter für unsere Kleidung eindeutig zu warm. Und doch fühlte es sich einfach gut an. Nachdem wir uns eingerichtet hatten, machten sich einige von uns gleich auf, die Umgebung zu erkunden. Der Strand lag schließlich nur etwa 15 Meter von unserer Haustür entfernt. Die Reise war lang gewesen, und die mediterrane Meeresbrise hatte unseren Appetit noch weiter angeregt. So gab es kaum etwas Besseres als das, was auf uns wartete: selbstgemachte, warme Pizzen, frisch zubereitet von einem Team engagierter Helfer aus unserer Gruppe.

In den folgenden zwei Wochen starteten wir jeden Morgen mit einer Andacht, die tiefe Impulse für unser Leben mit Gott setzte und uns die Bedeutung seiner Verheißungen neu vor Augen führte. Anschließend erwartete uns ein reichhaltiges Frühstück, liebevoll vorbereitet von unseren talentierten Köchinnen, das wir in vollen Zügen genießen konnten. Kein Tag glich dem anderen, und für jemanden wie mich, der Abwechslung liebt, war das einfach perfekt. Wir nahmen an spannenden Workshops teil, unternahmen Ausflüge in umliegende Städte wie Novalia, Split und Zadar, entdeckten verschiedene Strände in der Umgebung – und die freie Zeit verbrachten wir meist am Strand direkt vor unserer Unterkunft. Dort spielten wir, trieben Sport, sonnten uns oder schwammen. So kam jeder auf seine persönlichen Kosten.

Die Atmosphäre in der Gruppe gehörte für mich zu den schönsten Erfahrungen dieser Zeit. Wir halfen einander, lachten viel und hatten gemeinsam Freude. Für andere waren besondere Höhepunkte der bunte Abend, der Galaabend oder einfach die langen Gespräche und Gesangsmomente, die wir abends am Strand miteinander teilten. Es war eine rundum gesegnete Zeit. Fühlt euch herzlich eingeladen, nächstes Jahr mit uns auf das nächste BaWü-Abenteuer zu gehen.

„Gott machte meine Wäsche weiß!“ – Eine besondere Gebetserfahrung

Vor Kurzem hatte ich ein Erlebnis, das mich unerwartet tief bewegt hat. Wir hatten von lieben Nachbarn, die gerade in einer herausfordernden Lebenslage waren und denen wir Unterstützung angeboten hatten, Bettwäsche zum Waschen bekommen – strahlend weiß, aus Leinen und nigelnagelneu. Doch als wir sie aus der Maschine nahmen,

Ü18-Freizeit in Kroatien: Sonne, Strand, Gemeinschaft, gutes Essen und geistlicher Input – eine unvergessliche Zeit für alle Teilnehmenden.

war sie mit schwarzen Flecken und Streifen überzogen. Weiß verschwand sie in der Maschine, fleckig spuckte sie sie wieder aus. Ich versuchte es erneut, doch das Ergebnis blieb unverändert. Beim dritten Mal wusch ich sie sogar per Hand – ohne Erfolg. Eigentlich eine Kleinigkeit, dachte ich. Und doch ließ sie mich nicht los. Sogar nachts wachte ich auf und dachte daran. Wir wollten doch jemandem helfen und die Bettwäsche gehörte nicht uns – das beschäftigte mich.

In jener Nacht kam mir ein seltsamer Gedanke: Vielleicht interessiert sich Gott ja sogar für so etwas scheinbar Unwichtiges. Vielleicht kann ER die Flecken entfernen. Was für ein geniales Wunder wäre es für die ganze Familie. Fast ein wenig beschämt betete ich zu Gott – für weiße Bettwäsche.

Doch in dieser Nacht wurde mir etwas Größeres bewusst: Gott möchte nicht nur unsere Wäsche, sondern vor allem unsere Herzen rein machen. In Jesaja 1,18 heißt es:

„Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie der Schnee; wenn sie rot sind wie Karmesin, sollen sie weiß wie Wolle werden.“ Scharlach oder Karmesin – das war ein auffälliger, tiefroter Farbstoff, gewonnen aus Schildläusen. Schon in der Antike wurde er verwendet, um Stoffe dauerhaft zu färben. So ist auch die Sünde: Sie fällt auf, ist nicht zu übersehen.

Ungehorsam, Lügen, Streit beflecken unsere Herzen. Vielleicht sehen es andere nicht immer, aber wir spüren es. Es belastet uns, es ist unangenehm – wir haben das Bedürfnis, es loswerden zu wollen.

Doch unsere besten Absichten, unsere guten Werke oder sogar unser Leid darüber können diese Flecken nicht

entfernen. Auch nicht die Zeit. Nur die unbeschreibliche Liebestat Jesu am Kreuz und unsere Annahme dessen kann unser Herz wirklich weiß machen. Das herkömmliche Waschmittel, das Spezial-Waschpulver für strahlendes Weiß und meine Handwäsche hatten nichts genutzt. Am nächsten Morgen wagte ich es: Ich steckte die Bettwäsche ein drittes Mal in die Maschine – diesmal unter Gebet und in vollem Vertrauen auf Gott. Drei Stunden später öffnete ich zugegebenermaßen recht nervös und aufgeregt die Tür der Waschmaschine – und die Bettwäsche war strahlend weiß. Ich war sprachlos. Zufall? Sicher nicht! Es war die Macht Gottes verbunden mit einem liebevollen Schmunzler. Doch mehr noch war es für mich ein Bild: Gott kann wirklich reinigen – nicht nur Stoffe, sondern unsere Herzen. Wenn wir zu ihm kommen, unsere Schuld bekennen und ihm vertrauen, macht er uns neu.

„Mehr als alles andere behüte dein Herz; denn von ihm geht das Leben aus.“ (Spr 4,23)

Gott wünscht sich für uns saubere Herzen: frei von Lasten, leicht und lebendig. Und das beginnt manchmal mit einem kleinen Gebet – vielleicht sogar wegen weißer Bettwäsche.

Wiebke Kramp

Zwischen Andacht und Ausdauertraining –ein Camp, das prägt

Was passiert, wenn man sieben Tage lang Sport, Glaube und eine bunte Gruppe junger Menschen zusammenbringt?

Eine Woche, die niemand von uns so schnell vergessen wird.

Für mich war es eine kurzfristige und völlig spontane Entscheidung, von der ich bis heute profitiere. Sport, persönli-

Bible-Sports-Camp 2025 in Mühlenrahmede: Unter Anleitung eines Personaltrainers mit psychologischem Team wurden Sport, Gemeinschaft und geistlicher Input gleichermaßen gefördert – eine Investition in ganzheitliche Gesundheit, die sich für alle Teilnehmenden gelohnt hat.

che Weiterentwicklung und soziale Beziehungen sind mir besonders wichtig – und im Bible-Sports-Camp kamen sie auf überraschende Weise zusammen.

Das Programm bestand aus geistlichem Input, sportlicher Theorie und daraus resultierender Praxis. Obwohl ich schon einiges aus dem Training kannte, fühlte sich diese Woche alles neu an. Schon nach den ersten Minuten im Warm-up merkte ich: Das hier würde anders werden... Mit einem Personal Trainer an unserer Seite lernten wir, die Theorie des Trainings wirklich zu verstehen und direkt umzusetzen. Viele Übungen waren komplett neu für mich, und genau das machte das Ganze so herausfordernd und motivierend. Besonders in Erinnerung blieb mir der Bereich der Persönlichkeitsentwicklung. Das Leitungsteam bot uns an, einen Persönlichkeitstest durchführen, der anschließend in einem persönlichen Gespräch ausgewertet wurde. Diese Gespräche gaben uns Einblicke in unsere persönliche Tiefenstruktur, unsere Stärken, Muster, aber auch Potenziale, die wir noch ausschöpfen können.

Eine Woche, die Glaube, Sport und Psyche gleichermaßen anspricht, ist wirklich ein Privileg. Neben all dem Input entstand etwas, das man nicht planen kann: eine außergwöhnliche Gruppendynamik. Aus einer bunt zusammengewürfelten Gruppe wurde innerhalb weniger Tage ein echtes Team, sodass wir schon im Dezember ein gemeinsames Nachtreffen organisierten.

Es sind oft die spontanen Entscheidungen, die das Leben auf besondere Weise bereichern. Wenn du das nächste Mal vor einer Entscheidung stehst, sag spontan ja – es wird dich prägen. Ich habe nicht nur sportlich und geistlich viel

gelernt, sondern auch über mich selbst. Ich darf mit Menschen in Kontakt bleiben, die mir ans Herz gewachsen sind und mich positiv prägen und begleiten. Wenn ich heute zurückblicke, weiß ich: Diese Woche hat mich meinen Zielen ein gutes Stück nähergebracht.

Ich bin auf jeden Fall bereit für das Bible Sports Camp 2026. Du auch?

Gebets-Seminar mit Missionar Gem Castor berührt viele Herzen

Ein Gebets-Wochenende, das Glauben und Vertrauen neu gestärkt hat: Missionar Gem Castor berichtete von seinem Leben mit Gott und ermutigte die Teilnehmenden, im Gebet zu wachsen und Gottes Wirken im Alltag zu entdecken.

Ein lebendiger Glaube

Der philippinische Missionar Gem Castor teilte eindrucksvoll, wie Gott ihn seit über 15 Jahren auf seinem Weg des Glaubens führt und versorgt. Gem erzählte offen von Herausforderungen und Gebetserhörungen. Seine Berichte zeigten: Gott ist lebendig und kümmert sich um jedes Detail unseres Lebens. Und der Weg des Gebets und des Vertrauens auf ihn steht für jeden offen. Er ist auch heute noch erfahrbar und steht zu seinem Wort. In seinen Ansprachen betonte Gem die Bedeutung von Demut und Vertrauen. Er erinnerte an Jesu Beispiel beim Passahfest, als dieser seinen Jüngern die Füße wusch – ein Ausdruck echter Hingabe. „Gott schaut nicht auf Besitz oder Bildung“, sagte Gem, „sondern auf ein Herz, das ihm vertraut.“

Gebets-Seminar mit Missionar Gem Castor: Ein Wochenende, das Glauben und Vertrauen stärkte und viele Herzen berührte – mit persönlichen Einblicken in das Leben mit Gott und Impulsen für das Gebet im Alltag.

Gebet als Herzstück

Im Mittelpunkt des Wochenendes stand (natürlich) das Gebet. Für viele war es eine Ermutigung und eine Neubelebung für das eigene Gebetsleben. Nicht nur das Gebet für sich allein, sondern besonders auch mit anderen, z. B. beim „United Prayer“, hat die Herzen berührt. „United Prayer“ ist eine Art Familiengebet, wo nicht Einzelne lange Gebete sprechen, sondern sich jeder mehrmals mit kurzen Sätzen an Lobpreis, Bekenntnis, Bitten oder Dank im Gebet beteiligen kann. Dadurch wird die Gebetsgemeinschaft lebendig und abwechslungsreich. Gottes Gegenwart war hier besonders spürbar. In Gebetsspaziergängen, Haus zu Haus Arbeit oder beim Outreach in der Fußgängerzone in Freudenstadt konnte die Freude über Jesus auch mit anderen geteilt werden. Viele erlebten, dass gemeinsames Lob und die Fürbitte Menschen offen sein ließen für Literatur und Gespräche.

Dank und Ermutigung

Viele Teilnehmende äußerten ihre Dankbarkeit für dieses besondere Wochenende. Eine Besucherin sprach von einem „Schlüsselerlebnis“, eine andere von der wohltuenden Atmosphäre in der Gebetsgemeinschaft. Auch Übersetzer Benjamin Hoffmann und Organisatorin Marion Knirr zeigten sich tief bewegt, wie Gott in dieser Zeit die Teilnehmer durch Gem Castor gesegnet hat. Alle wurden dazu ermutigt, Gott zu loben, zu vertrauen und das Gebet in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen.

Die wertvollen Andachten dieses Wochenendes mit Gem Castor können auf dem YouTube-Kanal „Jüngerschaft“ angesehen werden: www.youtube.com/@Juengerschaft/ playlists

Bettina Schelling

Ausblick

Januar

Bible Study Weekend for Teens

16. – 18.01.2026 – Ort: 78713 Schramberg; für Teens im Alter von 13 bis 17 Jahren; Thema: „Jesus und die Assyrer – Prophetie und Geschichte im Evangelium nach Jesaja“; Referent: Christopher Kramp

Einsteigerschulung Juleica Modul 1

17. – 18.01.2026 – Ort: 78713 Schramberg; ab 14 Jahren; Referenten: Alex Born und René Sigel; Leitung: Adventjugend

Heilfasten im Schwarzwald

18. – 25.01.2026 – Ort: Haus Schwarzwaldsonne, 72250 Freudenstadt, Leitung: Ressort Gesundheit; Anmeldung: www.dvg-fasten.de

Bläserwochenende I

23. – 25.01.2026 – Ort: Freizeitheim Diepoldsburg, 73266 Bissingen; für alle Bläserinnen und Bläser jeden Alters; Leitung: Lucio Maier

Schulung für Frauenkreisleiterinnen

25.01.2026 – Ort: digital via Zoom; Thema: „Mehr als ein Frühstück“; Leitung: Marion Knirr

Jubiläumserweckungsgebetskreis

25.01.2026 – Ort: digital via Zoom von 06:00 - 07:30 Uhr; Referent: Gem Castor; Einwahl siehe Infobox rechts

Februar – März

Theoretische CPA-Leitungsschulung

06. – 08.02.2026 – Ort: Freizeitheim Diepoldsburg, 73266 Bissingen; für CPA-Leiter und Interessierte; Thema: „Wenn der Geduldsfaden strapaziert wird“; Leitung: Adventjugend

CARE 2026

10.02. – 21.04.2026 – Ort: in den Caregroups und Hauskreisen; Thema: „Mit Jesus durch die Endzeit“; für Erwachsene und Jugendliche; weitere Informationen unter: www.bw-gemeindeaufbau.de

In jeder Beziehung – Füreinander: „Ich und mein Haus“

13. – 15.02.2026 – Ort: Haus Schwarzwaldsonne, 72250 Freudenstadt; Thema: „Ich und mein Haus“; Referenten: Raimund und Sissi Fuchs

Teeniefreizeit über Fasching

13. – 18.02.2026 – Ort: Freizeitheim Diepoldsburg, 73266 Bissingen; nähere Infos werden noch bekanntgegeben; Leitung: Adventjugend

Kinderfreizeit über Fasching

18. – 22.02.2026 – Ort: Freizeitheim Diepoldsburg, 73266 Bissingen; für Kinder von 8 bis 12 Jahren; Thema: „Mutig glauben wie Luther – Sei beim Abenteuer dabei!“; Leitung: Adventjugend

Gospel-Workshop

27.02. – 01.03.2026 – Ort: Haus Schwarzwaldsonne, 72250 Freudenstadt; für alle, die ihre eigene Stimme entdecken und entfalten wollen; Leitung: Lucio Maier

März – April

Schulung für Verantwortliche der Gemeindetechnik

06. – 08.03.2026 – Ort: Adventgemeinde Darmstadt, 64297 Darmstadt; für Gemeindetechniker und Interessierte; Thema: „Signalrouting, Frequenzgang, Bildauflösung“; Leitung: Adventjugend

Gruppenmanagementschulung Juleica Modul 3

08.03.2026 – Ort: Firnhaberstraße 7, 70174 Stuttgart; für Leitungspersonen der Bereiche CPA, Jugend und Kinder; Referent: Klaus Peter Kluge

Frauen-Begegnungswochenende

20. – 22.03.2026 – Ort: Haus Schwarzwaldsonne, 72250 Freudenstadt; für Frauen; Thema: „Glaube, der bewegt – Frauen leben ihre Berufung“; Referentin: Carla Quintoriano

Jugendgebetswoche

21. – 28.03.2026 – Ort: in den Ortsgemeinden; für alle Jugendlichen und Interessierten; Thema: „The Son of God“; Leitung; Adventjugend

Erste-Hilfe-Schulung 2026

22.03.2026 – Ort: Firnhaberstraße 7, 70174 Stuttgart; für Ehrenamtliche der Kinder- und Jugendarbeit; Thema: „Be prepared!“; Leitung: Adventjugend

20. Youth in Mission Congress

02. – 06.04.2026 – Ort: Messe Offenburg-Ortenau, 77656 Offenburg; Thema: „I am with you“; für Teens und Jugendliche; Hauptsprecher: Taj Pacleb und Chris Berger; Leitung: Adventjugend

Praktische CPA-Leitungsschulung 2026

18.04.2026 – Ort: Baierbacher Hof, 74545 Michelfeld; für CPA-Leitungspersonen und Interessierte; Referent: David Buro; Leitung: Adventjugend

April – Mai

Fußballturnier

19.04.2026 – Ort: Sportzentrum „Am Panoramabad“, 72250 Freudenstadt; Leitung: Adventjugend

Frühlingslager Scouts 2026

30.04 – 03.05.2026 – Ort: Allgäu; für Jugendliche ab 16 Jahren; Leitung: Frederic Fischer und Klaus Peter Kluge

Wochenende für Alleinerziehende

30.04 – 03.05.2026 – Ort: Tagungshaus Schönenberg, 73479 Ellwangen; für alleinerziehende Väter und Mütter; Referent: Bojan Godina

STEWA-Abschlusslager

27.05 – 31.05.2026 – Ort: Baierbacher Hof, 74545 Michelfeld; Thema: „Weil es auf DICH ankommt!“; für Pfadfinder und Freunde; Sprecher: René Konrad

Alle aktuellen Informationen sowie die vollständige Terminübersicht sind auf den Internetseiten der BWV zu finden. Anmeldung (wenn nicht anders angegeben) unter: www.bw.adventisten.de/events bzw. www.bw.adventjugend.de/events

Außerdem gibt es jeden Sonntag von 06:00 - 07:00 Uhr die Möglichkeit, am Erweckungs-Gebetskreis teilzunehmen. Einwahl unter: https://us02web.zoom.us/j/87496910489?pwd=Vn RpalBhRDBhd3ZNRDAwS2VxSXJsUT09

Meeting-ID: 874 9691 0489 – Kenncode: 144461

Was macht eigentlich ... Roland Röhner?

Aus dem Boot gerufen: Einblicke in das Leben eines Buchevangelisten

Roland Röhner, 1962 in Schweinfurt geboren, wuchs in einem Umfeld auf, in dem die Bibel keine Rolle spielte.

„Die Bibel wurde und wird bei uns zu Hause nicht gelesen“, sagt er nüchtern. Doch gerade diese Leerstelle brachte ihn früh dazu, nach Orientierung zu suchen. Krafttraining, Laufen, Arbeit – vieles füllte seinen Alltag, aber nichts gab ihm wirklichen Halt. Mit 18 bekam er unverhofft ein Neues Testament von den Gideons geschenkt. Für ihn war das, als öffne sich eine neue Welt. „Ich sog es auf wie ein trockener Schwamm das Wasser“, erinnert er sich. Auf der Suche nach einer geistlichen Heimat fand er dann den Weg in die Adventgemeinde Schweinfurt, besuchte Bibelstunden, wurde getauft und begegnete erstmals der Buchevangelisation. „Es war, als würde Jesus mich aus meinem sicheren Boot rufen“, erzählt er rückblickend.

1989 begann Roland schließlich seinen Dienst als Buchevangelist. Die ersten Jahre waren geprägt von Unsicherheit, Lernprozessen und einer Reihe kleiner Erfahrungen, die seinen Glauben vertieften. Immer wieder spürte er, „dass der Herr zur rechten Zeit gab, was nötig war“. Die spätere Gründung des Fördervereins Buchevangelisation und die damit verbundene finanzielle Stabilität waren für ihn eine weitere Bestätigung und Ermutigung.

Auch sein Familienleben wurde von dieser Berufung begleitet. So lernte er eines Tages im Gottesdienst die junge Marcela kennen. 1992 heirateten die beiden und bald darauf wurden sie Eltern von zwei Söhnen, Daniel und David. Roland erinnert sich noch, wie fordernd die tägliche Arbeit für die junge Familie war: Termine, Bestellungen, Gemeindedienst, Büroarbeit und immer wieder die Frage, wie Gott führen würde. „Da bedurfte es definitiv auch des Ausharrens meiner Frau“, sagt er dankbar. Die Jahre im Dienst haben ihn geprägt. Für ihn ist die Buchevangelisation „eine Charakterschule“, in der er täglich neu Gelassenheit und Vertrauen übt – zwischen Ablehnung, Offenheit und dem Wunsch, Menschen wirklich zu erreichen.

Besonders bewegen ihn jene Begegnungen, in denen Menschen durch ein Gespräch oder ein Buch neuen Mut schöpfen. Eine Pflegekraft, die nach einem kurzen Austausch mehrere Bücher mitnahm und später einen Bibelkreis besuchte, ist ihm bis heute im Gedächtnis geblieben – und das nicht wegen der Zahlen, sondern wegen der

Durch die Bibel eröffnete sich Roland Röhner eine neue Welt. Seitdem öffnet er die Bibel, um auch andere Menschen zu dieser neuen Welt einzuladen.

Veränderung, die spürbar wurde. „Solche Momente zeigen mir, dass Gottes Wort lebt.“

Dass die Mission Roland ein besonderes Herzensanliegen ist, ist auch über seinen Dienst als Buchevangelist hinaus nicht zu übersehen. Zusätzlich als Heimatmissionsleiter seiner Gemeinde engagiert, ermutigt er dazu, auch junge Menschen mit einzubeziehen und Glauben sichtbar werden zu lassen, wie beispielsweise durch öffentliche Bibellesungen, zu denen er selbst gern beiträgt. Er freut sich über jede Initiative, die zeigt: Mission ist keine vergangene Idee, sondern eine lebendige Aufgabe.

In seiner Freizeit sucht Roland Ausgleich in Bewegung – v. a. beim Radfahren, Spazierengehen oder bei Klimmzügen im Garten. Am wertvollsten sind für ihn jedoch die Zeiten, in denen die inzwischen erwachsenen Söhne vorbeikommen und er Zeit mit seiner kleinen Enkeltochter verbringen kann. So bleibt Roland ein Mensch, der immer wieder Schritte aufs Wasser wagt – nicht aus Heldentum, sondern im Vertrauen auf den, der trägt. Und er möchte auch anderen Mut machen, sich von Jesus aus dem eigenen „Boot“ rufen zu lassen und gemeinsam mit Gottes Hilfe neue Schritte in seinem Werk zu gehen.

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Impressum

BWgung ist das Mitteilungsblatt der Freikirche der Siebenten-TagsAdventisten in Baden-Württemberg, Körperschaft des öffentlichen Rechts (Herausgeber). Das Heft erscheint viermal im Jahr.

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Redaktion: Eugen Hartwich (Vorsitzender v.i.S.d.P.), Saskia Külls (Redakteurin), Samuel Bohat, Thomas Knirr, Bernd Sengewald, Julia Wiens, Roman Wiens

Lektorat: Victoria Fichtberger

Graphisches Konzept und Design Creative7, Herdwangen-Schönach; www Creative 7. studio

Layout, Druck und Versand: Konrad Print & Medien, Rudersberg

Die Bibelzitate sind – falls nicht anders vermerkt – der Bibelübersetzung von Dr. Martin Luther (Revision 1984) entnommen.

Vertrieb: Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Baden-Württemberg KdöR, Firnhaberstr. 7, 70174 Stuttgart

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Anmerkung der Redaktion:

In der letzten Ausgabe hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen. Richtig ist: Neuer Divisionsvorsteher der Intereuropäischen Division ist Barna Magyarosi; Paul H. Douglas wurde erneut zum Finanzvorstand der Generalkonferenz gewählt.

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