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DAS MAGAZIN DES STAATSTHEATER NÜRNBERG

JANUAR / FEBRUAR

BALLETT

: 2018

OPER

WA Nussknacker Hofesh Shechter

Idomeneo LiedGut: Jochen Kupfer

SCHAUSPIEL

KONZERT

Draußen vor der Tür Auferstehung

Philh. Konzert mit Schostakowitsch


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: INHALT

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BALLETT

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Ballettfotograf Jesús Vallinas · Projekt zu „Dürer’s Dog“ · WA „Der Nussknacker“ · Arbeiten mit Hofesh Shechter

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OPER

:

Mozarts „Idomeneo“ · LiedGut extra mit Jochen Kupfer · Porträt Richard Kindley

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SCHAUSPIEL

:

Auferstehung · Draußen vor der Tür · Piaf, Dietrich & Billie Holiday · Werther · IHK-Preisträgerin Ostermeier · TAB

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KONZERT

:

Philharmonisches Konzert mit Christina Brabetz

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STAATSTHEATER EXTRA

:

Egersdörfer im Opernhaus · Abonnentenreisen · Bernd Regenauer · KulturTicket

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AUF AUGENBLICK-FANG TANZFOTOGRAF JESÚS VALLINAS IM PORTRÄT Seit Jahren ist er an Goyo Monteros Seite, um die jeweils neuen Kreationen des Chefchoreographen des Staatstheater Nürnberg Ballett mit der Kamera festzuhalten: der Tanzfotograf Jesús Vallinas. Am Tag der ersten Hauptprobe herrscht neben absoluter Konzentration auch ein Höchstmaß an Anspannung: Zum ersten Mal im Entstehungsprozess einer neuen Produktion müssen alle Gewerke „miteinander tanzen“, alle wochenlang geprobten Abläufe auch technisch und künstlerisch korrespondieren. Bei Neukreationen des Ballettdirektors Goyo Montero betritt genau an diesem Tag verlässlich ein Mann die Bühne, der, so dezent sein Auftreten ist, so unerlässlich für diese Probenphase ist: der Tanzfotograf Jesús Vallinas. Der gebürtige Spanier lebt in Madrid und hat in seiner Laufbahn mittlerweile zahlreiche renommierte Tanz-Compagnien vor der Linse gehabt. Mit Goyo Montero gibt es eine Verbindung seit Jugendtagen. Auch Jesús Vallinas war professioneller Tänzer, u. a. in der Compa˜ nia Carmen Roche in Madrid, wie seinerzeit Goyo Montero. Allerdings tauschte Jesús Vallinas die professionelle Tänzerlaufbahn ein und nahm die künstlerische Abzweigung Richtung Fotografie – und zwar zunächst aus purem Frust: „Ich hatte in Barcelona beim Fotografen vom Gran Teatre del Liceu Fotos von einer bestimmten Vorstellung von mir als Tänzer angefragt. Was ich von ihm bekam, hat mich sehr enttäuscht: Die Sprünge, die Posen, alles war im falschen Moment aufgenommen. Die Aufnahmen haben eben überhaupt nicht das widergespiegelt, was auf der Bühne stattgefunden hatte.“ „Das kann ich besser!“ – hatte er sich gedacht und sich zunächst von einem Freund eine Kamera ausgeliehen. Anfangs fotografierte er unbemerkt während der Proben oder während einer Vorstellung hinter den Kulissen aus, wenn er gerade selbst nicht auf der Bühne stand.

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BALLETT

: DÜRER’S DOG

ERSTE ETÜDEN Zur Fotografie hat er seit seiner Kindheit einen engen Bezug: „Ich erinnere mich an einen Urlaub mit meinen Eltern auf den Kanarischen Inseln, für den mein Vater extra eine neue Kamera gekauft hatte. Die hat er aber dann kaum selber in der Hand gehabt, weil ich sie die ganze Zeit in Beschlag genommen hatte, um selbst zu fotografieren.“ Seine Entscheidung, ausschließlich als Tanzfotograf zu arbeiten, feiert heuer 30-jähriges Jubiläum. 1987 reiste er – damals noch im Festengagement als Tänzer in Marseille – für ein Training bei Carmen Roche nach Madrid. Eine Tänzerin kam mit der Bitte auf ihn zu, von ihr Fotos zu machen. „Das war das erste Mal, dass ich für ein FotoShooting Geld bekommen habe“, erinnert er sich. „In Spanien gab es – und gibt es bis heute – nicht diese Tradition bzw. den Beruf des Tanzfotografen, wie es das vergleichsweise in Deutschland gibt. In Spanien ist es immer noch so, dass die Fotografen meistens nicht ausschließlich Tanz, sondern breit gefächert ausgerichtet auch Hochzeiten, Erstkommunionen etc. fotografieren.“, erklärt Vallinas schmunzelnd. Da er in Tanzmagazinen schon früh die Fotografen aus Deutschland, Frankreich oder auch aus Japan gesehen hatte, die für die großen Compagnien arbeiteten, wollte er sein Fach ebenso professionell aufziehen und ließ sich fortan ausschließlich für Tanzveranstaltungen buchen. „Ich hatte damals noch mehrere Verdienstmöglichkeiten: eine als Tänzer, eine als Fotograf und eine als Graphik-Designer. Aber in dem Moment, in dem ich mich fest entschlossen hatte, mich ausschließlich der Tanzfotografie zu widmen, habe ich tatsächlich viele gute Jobs in den anderen Bereichen zur Seite geschoben, um mich auf diesen einen Weg zu konzentrieren.“ DER PROFESSIONELLE TANZFOTOGRAF Die Aufträge kamen und wurden zahlreicher. Mittlerweile fotografiert Jesús Vallinas nicht nur die erste Riege der spanischen Compagnien, sondern die weltweit bekanntesten Formationen, wie etwa das Stuttgarter Ballett, das Ballett der Bayerischen Staatsoper und erst kürzlich begleitete er das English National Ballet bei einem Gastspiel in Southampton. „Tanzfotografie ist wie eine Droge“, sagt er über seine künstlerische Arbeit. „Es passiert mir, dass ich während der Aufnahmen einer Probe oder Vorstellung das Gefühl bekomme, selber mitzutanzen. Ich werde für den Moment ein Teil dieser Choreographie. Es gibt natürlich auch die technischen Anforderungen: Man muss durchaus etwas von Tanztechnik verstehen. Dann kommt noch dazu, dass Tanz-Inszenierungen eigentlich alle Voraussetzungen dafür haben, nicht geeignet zu sein für Fotografie: weniger Licht, schnelle Bewegungen … Außerdem sind die Momente, in denen die Spannung, die Ausführung und der Ausdruck des Bewegungsprozesses perfekt sind, nicht einfach zu wiederholen, wenn man als Fotograf diesen Moment mit der Kamera nicht erwischt hat.“ Ein weiterer Aspekt hängt für ihn eng mit der Bildenden Kunst zusammen: „Bewegung ist Dynamik; ein Foto ist ein Bild, also statisch. Aber man muss die Dynamik einer Pose transportieren. Um genau den perfekten Moment zu erhaschen, muss man wissen, wo kommt die Bewegung her, also wie wird die Pose vorbereitet, eingeleitet, und wie wird sie fortgesetzt. Eine vollendete Skulptur z. B. vermag das

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DÜRER’S DOG

: BALLETT

Gleiche: Das Muskelspiel, die Spannung der Körperhaltung sind vom Künstler im jeweiligen Material so ausgearbeitet, dass wir die Idee der Bewegung oder der Pose intuitiv verstehen.“ Und stets gilt es ebenso, die Atmosphäre eines Stückes einzufangen. Als besondere Herausforderung und „superspeziell“ ordnet er die Produktionen von Goyo Montero ein: „Goyo ist natürlich zu allererst ein Choreograph, aber seine Inszenierungen haben künstlerisch immer noch eine Umdrehung mehr. Diese Komplexität der groß angelegten Konzepte fordert alles von mir als Fotograf“, so Vallinas. „Und noch eine Sache, die zu bewältigen ist: Goyo arbeitet ja sozusagen nicht mit dem Licht – sondern er arbeitet eigentlich mit dem Dunkel, mit dem Schatten ... Was da an Geheimnis und Rätsel entsteht, sollte sich auch auf dem Foto wiederfinden.“ Oftmals wechselt Vallinas auf der Suche nach der perfekten Perspektive seinen Standort. Nicht immer ist der ideale Blick für eine Aufnahme der, den auch der Zuschauer hat, weil ein Foto aus dem Moment des Gesamtgeschehens herausgelöst für sich stehen muss. So wählt er des Öfteren die Seitenbühne oder den Blickwinkel aus dem Schnürboden, um entsprechend die Qualität des Moments, die künstlerische Idee für ein Foto herauszufiltern. In der ersten Hauptprobe entstehen zwischen 800 und 1000 Fotos und manchmal noch mehr. Aus organisatorischen Gründen muss die engste Auswahl sehr schnell getroffen werden, da schon einen Tag später die Fotos fertig sein müssen, rechtzeitig für den Abdruck im Programmheft. „Ich brauche etwa 2 Stunden für eine etwas engere Auswahl von rund 200 Fotos. Aus diesen werden ca. 20 ausgewählt, die von Goyo Montero zur Präsentation freigegeben werden. Dass wir uns lange kennen, erleichtert den Prozess. Aber es ist auch immer wieder ein anregender künstlerischer Austausch, wie wir gemeinsam die Bilder – und somit auch Goyos Inszenierung – betrachten. Am Ende sind wir beide gleichermaßen zufrieden mit dem gemeinsamen Ergebnis“, so der Fotograf. Fragt man ihn, ob er sich auf seine 2-3 Reisen im Jahr nach Nürnberg freue, strahlt einem sein herzliches Lächeln entgegen: „Ich freue mich immer wieder auf die Begegnung mit Goyo. ‚Dürer’s Dog’ war wieder eine wunderbare Zusammenarbeit! Auch auf die Kollegen vom Staatstheater Nürnberg freue ich mich immer sehr. Ich habe das gute Gefühl, meine Arbeit wird hier respektiert und geschätzt.“

Sonja Westerbeck

DÜRER’S DOG (UA)   Tanzstück von Goyo Montero Musik von Owen Belton, Krzysztof Penderecki und Max Richter Musikalische Leitung: Guido Johannes Rumstadt / Esteban Dominguez-Gonzalvo Choreographie und Inszenierung: Goyo Montero Bühne: Goyo Montero; Eva Adler Kostüme: Goyo Montero; Angelo Alberto Licht-Design: Goyo Montero; Olaf Lundt Video: Frieder Weiss Mit: Staatstheater Nürnberg Ballett Solo-Violine: Manuel Kastl / Stanko Madic

Staatsphilharmonie Nürnberg WEITERE VORSTELLUNGEN: 13., 15., 20., 28., 31.01.; 09.02.2018 (zlM)

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LIFE IS LOADING Mariusz Wie¸cek und Jerzy Wójcicki TERMINE: 08., 13., 20.02.2018

Ein rotzfrecher, kleiner Rundumschlag, der sich unser Leben im Internet vorknöpft. Nürnberger Zeitung

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„HANDS ON“ HANDSTUDIEN VON ALBRECHT DÜRER ALS PERFORMATIVER INPUT Das in der letzten Spielzeit begonnene Theaterprojekt mit Erwachsenen aus der Sprachenund Integrationsschule AFI Akademie im Rahmen Reihe „Land&Leute“ geht in die zweite Runde. Ein Highlight des Projekts ist auch in dieser Saison die thematische Anbindung an das Ballett des Staatstheaters und der damit verbundene Besuch der Generalprobe von „Dürer’s Dog“. Goyo Monteros choreographische Auseinandersetzung mit dem weltberühmten Nürnberger Künstler und vor allem Dürers Handstudien dienen als performativer Input für das diesjährige Projekt. Das Motiv der Hand zieht sich durch Dürers Arbeiten. Hände stellen für den Künstler eine besondere gestalterische Herausforderung dar, mit der er sich sein Leben lang beschäftigt hat. Seine Handstudien versuchen die Darstellung der menschlichen Hand korrekt zu erfassen und zählen zu den bedeutendsten Vorarbeiten für seine großen Altarbilder. Über seine Skizzen verfasste er theoretische Arbeiten und legte systematische Zeichnungen an, um die Bedeutung der Hand bei der gesamten Beurteilung des Menschen zu ermitteln. Auf der Probebühne beginnt eine Einheit des Theaterkurses mit der AFI Akademie mit einer Projektion einer Handstudie von Albrecht Dürer auf einer Leinwand. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus dem Gemälde „Der zwölfjährige Jesus unter den Schriftgelehrten“. Die Kursteilnehmer*innen aus Aserbaidschan, Indien, dem Iran, Marokko, der Ukraine und Syrien sollen zunächst beschreiben, wie die projizierten Hände aussehen. Nach einer kurzen Wortfindungsphase werden alle dazu aufgefordert, die auf dem Gemälde dargestellte Handhaltung

möglichst genau nachzuahmen. Die Übung ist eine Herausforderung. Es dauert eine Weile, bis alle die detaillierten Krümmungen der Finger und filigranen Positionen einnehmen. Die eingenommenen Handhaltungen werden danach als Bewegungsimpuls dafür genutzt, sich von den eigenen Händen durch den Raum führen zu lassen. Zuerst werden Gegenstände im Raum ertastet, sobald die Teilnehmer*innen auf andere Menschen treffen, erkunden die Hände die Körper der anderen. Die intensiv wahrgenommenen Berührungen erscheinen zuerst ungewohnt, aber aus zaghaften Annäherungen entsteht nach und nach ein Tanz. Am Ende der Einheit schreiben die Teilnehmer*innen ihre persönlichen Assoziationen zum Thema Hand auf, die anschließend in der Gruppe besprochen werden. Eine Teilnehmerin erfindet das Wort „Handsprache“, das für sie die Kraft der Hände ausdrückt, die mehr Aussage inne hat als Mimik oder Körpersprache. Alle sind sich einig, dass man an den Händen das Leben eines Menschen ablesen kann. Besonders emotional ist die Erzählung von Anuradha aus Indien, die ihre Beziehung zu ihrer Großmutter mit ihren Händen in Verbindung bringt:

„As a small kid I always remember holding the hand of my grandmother. It was a soft, nice feeling and I always had the impression that her hands where telling the story of her life, her suffering and bad phases. As she grew old I realized that her hands where shrinking, but just by touch I could feel that the affection between us grew. This touch is more powerful than words.” Die Gruppe präsentiert die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit in der Performance „Hands on“ in der BlueBox am 10. März 2018 um 15 Uhr.

Andra-Maria Jebelean 9


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DER NUSSKNACKER

: BALLETT

GOYO MONTEROS „NUSSKNACKER“ KEHRT ZURÜCK EINE WIEDERBEGEGNUNG MIT DEM BALLETTKLASSIKER IN NAHEZU VOLLSTÄNDIGER NEUBESETZUNG

„Der Nußknacker“, die Erfolgsproduktion aus dem Jahr 2011, vereint viele Aspekte, die inzwischen wesentlich die choreographische Handschrift – und den Erfolg – des Nürnberger Ballettdirektors ausmachen. Tschaikowskis „Nussknacker“-Ballett zählt fraglos zu den populärsten Handlungsballetten überhaupt. In eben dieser Popularität besteht für jeden zeitgenössischen Choreographen auch die besondere Herausforderung, einerseits den großen Erwartungshaltungen zu begegnen und andererseits das Stück mit einer eigenständigen Interpretation zeitgemäß zu erschließen. Goyo Montero hat sich bei seiner Annäherung, die sich deutlich zu E. T. A. Hoffmanns fantastischer Erzählung „Nussknacker und Mausekönig“ als Quelle bekennt, auf die Schärfung der Charaktere von Klara (im Original: Marie) und des zwielichtigen Paten Drosselmeier konzentriert. Angeleitet von Drosselmeier durchläuft das Mädchen Klara dabei in Monteros Interpretation » SO VERWENDET DROSSELMEIER eine Art „coming of age“-Entwicklung. Neben dem Originaltext von E.T.A. Hoffmann, im Übrigen eine DEN HÖLZERNEN NUSSKNACKER höchst doppelbödige Erzählung, die mit ihren skurALS EINE ART ‚LERNHILFE‘. « rilen, unheimlichen und absurden Momenten vor allem auch die erwachsenen Leser *innen in Bann zieht, hat sich Goyo Montero für seinen „Nussknacker“ auch von der Film-Parabel „Frühling, Sommer, Herbst, Winter … und Frühling“ des koreanischen Regisseurs Kim Ki-Duk inspirieren lassen. Während in diesem Film ein buddhistischer Mönch seinem kindlichen Zögling allmählich die Augen öffnet und sich aus des Schülers Untugenden langsam die Fähigkeit zur Empathie entwickelt, so verwendet Drosselmeier den hölzernen Nussknacker als eine Art „Lernhilfe“, um die anfänglich verzogene, liebesunfähige Klara bei ihrer Entwicklung zu einer gereiften Persönlichkeit zu begleiten. Rückblickend lassen sich im „Nussknacker“ (Uraufführung: Dezember 2011) viele Merkmale wahrnehmen, die inzwischen zur spezifischen Handschrift des spanischen Chefchoreographen zählen: So führt ein Prolog, vorgestellt als „Theater im Theater“, in das Kernthema der Handlung ein; stellt zum einen die Transformation des Knaben Hans zum späteren Nussknacker vor und verweist zum anderen auf das unheimliche Märchen von der harten Nuss, das Drosselmeier seiner Nichte erzählt. Im Verlauf der weiteren Entwicklung wird der bürgerliche Weihnachtsabend – im Grunde eine „unheilige“ Nacht des Konsums – dekonstruiert, indem Drosselmeier Klara den Nussknacker schenkt; anscheinend nur ein defektes Spielzeug, mit dem das Mädchen entsprechend rüde umspringt und ihn schließlich zerstört. Die Umkehr und Rückgängigmachung des zerstörerischen Aktes prägt schließlich den gesamten zweiten Teil, der eigentlichen „Menschwerdung“ Klaras. Im „Nussknacker“ begegnet uns zudem schon früh eine mittlerweile „typische“ Montero-Bühne, sprich: ein raffiniertes, dynamisches Bühnenbild, das gleichsam mittanzt. Das Bühnenbild verschiebt, wie die Handlung selbst, stets die Grenze zwischen Traum und

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BALLETT

: DER NUSSKNACKER

Wirklichkeit. Spiegelbilder werden lebendig und treten quasi geisterhaft aus der Fläche hervor; der geschmückte Weihnachtsbaum verwandelt sich zum kopfstehenden Skelett seiner selbst und die hölzernen Glieder des Nussknackers regen sich im anmutigen Tanz. Auch im Rückblick auf inzwischen 10 Jahre Staatstheater Nürnberg Ballett bleibt der „Nussknacker“ bis dato eine der aufwändigsten Produktionen unter Goyo Monteros Direktion. Seinerzeit eine ingeniöse Teamleistung sämtlicher beteiligter Gewerke, erfordert auch die Wiederaufnahme den Kraftakt einer Premiere. Aus der Premierenbesetzung tanzen nur noch zwei Tänzer im aktuellen Ensemble. Einer davon ist Oscar Alonso, der im Wechsel mit seiner Kollegin Rachelle Scott die Hauptpartie des Paten Drosselmeier interpretieren wird. Beide Tänzer standen zuletzt auch alternierend in der Partie des Ritters „Don Quijote“ in Monteros gleichnamigem Tanzstück auf der Bühne. Es kann somit als weiteres Markenzeichen des Nürnberger Ballettdirektors angesehen werden, dass er die Interpretation der Bühnencharaktere geschlechterübergreifend sowohl Tänzern als auch Tänzerinnen überträgt, um Rollenklischees zu vermeiden und den Facettenreichtum des jeweiligen Charakters zu unterstreichen. Auch der Umgang mit der Musik verweist auf ein weiteres Spezifikum des Choreographen, der analog zu seinem besonderen Interpretationsansatz eine wesentliche Ergänzung der Partitur vorgenommen hat. Und zwar beginnt der zweite Akt mit der Introduktion zu Tschaikowskis „Jolanthe“. Auch in dieser wenig bekannten Oper des russischen Komponisten werden einer erblindeten Prinzessin, wie Monteros Klara, im Wortsinn die Augen geöffnet. Schon bei der Premiere wurde Monteros von allem Kitsch-Zucker befreite TanzParabel euphorisch gefeiert. Die Journalistin Angela Reinhardt resümierte in dem Fachmagazin TANZ: „Das Schönste ist vielleicht der uneingeschränkte Triumph, mit dem dieser zuckerlose, psychologisch-dunkle und völlig unklassische ‚Nussknacker‘ ein klassisches Weihnachtspublikum begeistert hat.“

Dorothea Mosl

WIEDERAUFNAHME

: 03. MÄRZ 2018, 19.30 UHR, OPERNHAUS

DER NUSSKNACKER   Ballett von Goyo Montero Musikalische Leitung: Esteban Dominguez-Gonzalvo / Jan Croonenbroeck Choreographie und Inszenierung: Goyo Montero Bühne: Goyo Montero; Verena Hemmerlein Kostüme: Goyo Montero; Angelo Alberto Licht-Design: Goyo Montero; Olaf Lundt Mit: Staatstheater Nürnberg Ballett Staatsphilharmonie Nürnberg

WEITERE VORSTELLUNGEN: 10., 16., 18., 24., 27., 29.03.; 01., 06.04.2018 (zlM)

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ENDLOSER FLUSS CHOREOGRAPH HOFESH SHECHTER IM PORTRÄT

Der neue ‚triple bill‘-Abend „Powerhouse“ zeigt drei Werke, die sich durch Kraft, Energie und Stärke auszeichnen: Neben Alexander Ekmans „Tuplet“ und Goyo Monteros „Imponderable“ ist zum ersten Mal der israelische Choreograph Hofesh Shechter in Nürnberg zu Gast. Hofesh Shechter gilt als einer der aufregendsten Künstler der zeitgenössischen Tanzszene. Sein preisgekröntes Stück „Disappearing Act“ ist markant und wild, aufwühlend und faszinierend. Mitte Dezember herrscht Hochspannung im Ballettsaal: Hofesh Shechter ist anlässlich der bevorstehenden Premiere „Powerhouse“ zum ersten Mal in Nürnberg vor Ort, zum Casting für sein Stück „Disappearing Act“. Ruhig und konzentriert arbeitet er mit den Tänzer *innen der Nürnberger Compagnie. Seinem Choreographen-Auge scheint dabei nichts zu entgehen. Er fordert; aber nicht laut, sondern in sich ruhend seiner künstlerischen Idee folgend: „,Disappearing Act‘ ist ein extrem physisches Stück“, so Shechter über seine Arbeit, „ziemlich unerbittlich würde ich sagen. Es zieht die Tänzer in einen Strudel, ihre Körper und ihre Energie in ein Gefühl eines endlosen Flusses.“ In diesen wenigen Stunden des gegenseitigen Kennenlernens geht es darum, die einzigartige Körperlichkeit, die Shechters Choreographien so ungewöhnlich machen, an das Nürnberger Ensemble zu vermitteln. Seine Vorgaben für die Tänzer *innen äußern sich zwischen dem Abzirkeln einer Bewegungsphrase einerseits und dem Entwickeln eines persönlichen Ausdrucks innerhalb dieser Körpersprache andererseits. „Es hat etwas Zeremonielles, vermittelt den Eindruck eines Rituals“, beschreibt Shechter die beschwörenden Bewegungsrepetitionen mit geradezu mystisch-berauschender Kraft.

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In diese Rhythmik aus scheinbarer Gleichförmigkeit und Wiederholungen schlagen impulsive Ausbrüche ein; eine kollektive Explosion, die sich der angestauten Energien eruptionsartig Luft zu machen scheint. „Es ist fast ein bisschen schwer, mit Worten über das Stück zu sprechen; es ist eigentlich weitgehend ein Experiment mit Energiefluss“, beschreibt Shechter. Ein hohes Maß an Natürlichkeit und Persönlichkeit der jeweiligen Tänzerin / des jeweiligen Tänzers stehen für Shechter im Fokus seiner Arbeit. Die Entwicklung der Persönlichkeit als Künstler ist auch im Werdegang Shechters ein großes Thema. TÄNZER, SCHLAGZEUGER, CHOREOGRAPH Hofesh Shechter wurde 1975 in Jerusalem, Israel, geboren. Bereits im Alter von 6 Jahren begann Shechter Klavier zu lernen, wenige Jahre später entwickelte er ein großes Interesse für Volkstanz, was den Grundstein für seine spätere Laufbahn als Tänzer darstellen sollte. Als Jugendlicher von 15 Jahren nahm er erfolgreich am Vorspiel als Pianist für die Jerusalemer Akademie für Musik und Tanz teil. Doch noch am Tag der Einschreibung wechselte er ins Fach Tanz und nahm Unterricht in klassischem Ballett und modernem Tanz. Mit seinem 18. Lebensjahr wurde Shechter jedoch noch während seiner Ausbildung zum Militär


eingezogen. Später beschrieb er diese Erfahrung als „elektrischen Kurzschluss in meinem Gehirn“. Es gelang ihm aber, während der Armeepflicht, die er in Tel Aviv absolvierte, in die Batsheva Dance Compagnie aufgenommen zu werden, eine der führenden Tanzformationen Israels und weltweit renommiert. Um beides unter einen Hut zu bekommen, Tanzausbildung und Armee, bekam er vom Militär eine Position als Büroangestellter, der er abends nachgehen konnte und tagsüber trainierte er in der Compagnie. Während seiner Zeit bei Batsheva konnte Shechter schnell in die erste Riege der Batsheva Dance Compagnie avancieren, wo er u. a. in Stücken von Ohad Naharin und Wim Vandekeybus mitwirkte. Doch die Musik hatte er noch nicht ganz aufgegeben, seitdem er sich in Jugendtagen für die professionelle Tänzerlaufbahn entschieden hatte: Das Klavierspiel hatte er zwar ad acta gelegt – jetzt widmete er sich verstärkt dem Schlagzeugstudium. Ein Schnitt wie in einer Filmszene: Shechter verließ Batsheva relativ kurzentschlossen, weil er den Studienplatz für Schlagzeug in Paris bekam und spielte fortan in einer Rock-Band mit dem Namen „The Human Being“. Schon bald kam eine Gelegenheit, beide künstlerischen Bestrebungen miteinander aufs Günstigste zu verbinden: 2002 war er in London bei der Jasmin Vardimon Compagnie engagiert. Ein Jahr später entstand sein wegweisendes Stück „Fragments“, für das er auch selbst die Musik komponierte. Nur kurze Zeit später konnte Shechter mit der Auftrags-Choreographie „Cult“, initiiert von The Place Prize, den Audience Choice Award gewinnen. Mit „In Your Rooms“ war er nur ein Jahr nach dessen Uraufführung 2006 u. a. am berühmten Sadler's Wells in London zu sehen, wo er mittlerweile Associate Artist ist.

KÜNSTLERISCHER FINGERABDRUCK Seine Arbeiten haben einen hohen Wiedererkennungswert, weil sie, gleichzeitig komisch, düster und schön sind. Auffällig rückt er die bisweilen stürmische, ungezügelte Dynamik des Kollektivs in den Mittelpunkt, kontrastiert mit Intimität und surrealen Elementen. Er entwirft mit Tanz gesellschaftliche Skizzen, Visionen von sozialen Gefügen. „Ich nehme an, ich bilde vor allem das ab, was in meiner Vergangenheit liegt und in der Realität um mich herum. Irgendwie bin ich wohl besessen von Fragen bezüglich der sozialen Ordnung; der Frage nach dem Weg eines Individuums in einem Gefüge, sein Aufstieg, seine Motivation und schließlich sein Sinn. Wie sind seine individuellen Reaktionen innerhalb eines gesellschaftlichen Systems?“, so Shechter über seine künstlerischen Reflexionen. In den letzten Jahren kreierte Hofesh Shechter nicht nur zahlreiche Werke u. a. für das Cedar Lake Contemporary Ballet, das Nederlands Danse Theater 1 oder das Royal Ballet in London, sondern vor allem auch für sein eigenes Ensemble: Seit ihrer Gründung 2008 in Brighton hat sich die Hofesh Shechter Company schnell mit weltweit gefeierten Gastspielen als eine der führenden zeitgenössischen Tanzcompagnien etabliert. Zu seinen jüngsten, bei Presse und Publikum gleichermaßen Aufsehen erregenden Arbeiten zählen „Sun“, „Political Mother“, „Barbarians“ und „Grand Finale“. Der Schule eines Ohad Naharin entsprungen, dessen Tanzfeuerwerk „Minus 16“ im Jahr 2015 am Staatstheater Nürnberg gefeiert wurde, hat Hofesh Shechter mittlerweile der Tanzwelt eine unverwechselbare Prägung gegeben. Eingebettet in „Tuplet“ von Alexander Ekman und „Imponderable“ von Goyo Montero wird diese berückende, spektakuläre Welt des israelischen Choreographen Hofesh Shechter einmal mehr ein Glanzlicht in der Riege der Gastchoreographen auf das Nürnberger Ballett werfen.

Sonja Westerbeck 15


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IDOMENEO

: OPER

IM MEER DER LEIDENSCHAFTEN … ZU DAVID BÖSCHS INSZENIERUNG VON MOZARTS „IDOMENEO“

Während sich die Gelehrten bisweilen noch trefflich darüber streiten, ob „Idomeneo“ von Wolfgang Amadeus Mozart nun seinen Jugendopern oder den Meisteropern zuzuordnen sei, sind sich doch alle darin einig, dass dieses Werk ein Geniestreich ist. Allein, auf den Spielplänen taucht Mozarts Geniestreich „Idomeneo“ nur selten auf. So auch in Nürnberg, wo die Erstaufführung des Werkes erst im Jahre 1941 stattfand – und dann wieder in der Spielzeit 1964. Umso erfreulicher ist es, dass das Werk in der Inszenierung von David Bösch und unter der Musikalischen Leitung von Marcus Bosch wieder zur Diskussion und Betrachtung gestellt werden kann. Für Nürnbergs Generalmusikdirektor ist „Idomeneo“ ein absolutes Wunschstück – und nachdem in den vergangenen Jahren mit dem Nürnberger Mozart-Ensemble mit „Die Entführung aus dem Serail“, „Die Zauberflöte“, „Così fan tutte“, „Don Giovanni“ und „Die Hochzeit des Figaro“ die zentralen Repertoirewerke Mozarts gespielt worden sind, stellt der frühe „Idomeneo“ mit seiner Mischform aus Elementen der italienischen Opera seria und der französischen Tragédie lyrique eine wunderbare Herausforderung für die Sänger*innen des Ensembles dar: Ilker Arcayürek singt den kretischen König und Kriegsheimkehrer Idomeneo, Ida Aldrian verkörpert dessen Sohn Idamante, Elettra, die Tochter des Königs Agamemnon, wird von Leah Gordon und Isabel Blechschmidt interpretiert und die trojanische Prinzessin Ilia von Michaela Maria Mayer und Ina Yoshikawa dargestellt. Für alle stellt die Auseinandersetzung mit Mozarts „Idomeneo“ ein Debüt dar, auf das sie sprichwörtlich hinfiebern.

UND VOM SCHIFFBRUCH DER GEFÜHLE Allein auf Grund der Personenkonstellation – hier ein kretischer Prinz, dort zwei Prinzessinnen – wird sich der Verdacht aufdrängen, dass wir es auf jeden Fall mit einem Liebeskonflikt zu tun haben werden. Das ist richtig – aber, wenn man so will, erst einmal „nur“ emotionales Beiwerk. Zentral sind zwei andere Konfliktebenen: Zum einen der, in dem sich der König befindet: Siegreich vom trojanischen Krieg heimkehrend, hat Idomeneo in höchster Seenot Poseidon versprochen, im Falle seiner Rettung dem Meeresgott den ersten Menschen zu opfern, der ihm an Land begegnet: Was hochpotente Kriegsheimkehrer halt so in Seenot versprechen, könnte man meinen. Dumm nur, dass Poseidon Idomeneo dergestalt beim Wort nimmt, dass er ihm zum Empfang dessen geliebten und einzigen Sohn Idamante entgegenschickt. Idomeneo versucht das Problem zu umgehen, indem er seinen Sohn – immerhin nach zehn Jahren der Abwesenheit – am Strand erst einmal ignoriert. Diese kalte und unerklärliche Zurückweisung verstört Idamante zutiefst. Und in der Folge beschäftigt sich die Oper mit dem schwierigen Vater-Sohn Verhältnis auf der einen Seite und mit der Hybris des Herrschers und ihren Folgen auf der anderen Seite. Der Vater opfert seinen Sohn zum eigenen Machterhalt? Er wäre dazu bereit! Hier folgt schließlich Mozart der Tradition der antiken Tragödie und dem Dictum der Opera seria, dass auch tragische Stoffe zu einem guten Ende – dem lieto fine – führen müssen: aus der Tiefe eine Stimme verkündet, Idomeneo sei ver-

Fotos der Koproduktion aus Antwerpen – Dank an die Kolleg*innen für die Überlassung des Bildmaterials

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OPER

: IDOMENEO

ziehen und er solle abdanken zu Gunsten des neuen Herrscherpaares Idamante und Illia. Ende gut – alles gut? Die Verliererin in diesem Macht-Liebes- und beziehungspolitischen Poker ist in jedem Fall Elettra. Sie geht „leer“ aus, ist doppelt betrogen, da sie als Verlobte um Ansehen und Ehe und als Verliebte um die Hoffnung auf Liebeserfüllung gebracht wurde. Der Mythos hat bekanntlich anderes für die Tochter Agamemnons und Klytämnestras vorgesehen. Glück auf jeden Fall nicht. EINE UNAUSSPRECHLICHE BEGIERDE „Idomeneo“ von 1781 ist wahrscheinlich Mozarts persönlichstes Werk. Seit seinem Salzburger „Il re pastore“ von 1775 hatte Mozart keine Oper mehr geschrieben. Nach seinen eigenen Worten packte ihn, mit der Option für den Münchener Hof eine Oper zu komponieren, „eine unaussprechliche begierde, wieder einmal eine opera zu schreiben“. Das ist nur allzu verständlich. Zwar wurden ihm vom Hof genaue Vorgaben gemacht, was das Werk zu erfüllen habe, aber die Rahmenbedingungen hätten nicht besser sein können: Karl Theodor von der Pfalz hatte 1778 die Nachfolge des bayerischen Kurfürsten Maximilian III. Joseph angetreten und war mit seinem gesamten Hof von Mannheim nach München übergesiedelt; einschließlich der hervorragenden Mannheimer Hofkapelle samt Solist*innen und Sänger *innen – die Mozart selbst von seiner Mannheim-Paris-Reise bestens vertraut waren.

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DER REGISSEUR DAVID BÖSCH IDOMENEO OPER

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David Bösch wurde 1978 in Lübbecke geboren und gehört zu den führenden Regisseuren seiner Generation. Nach dem Studium der Theater- und Filmregie in Zürich brachte er bei den Salzburger Festspielen 2004 das Stück „Port“ von Simon Stephens zur deutschsprachigen Erstaufführung. Er inszenierte seither am Schauspiel Essen, am Thalia Theater Hamburg, am Schauspielhaus Bochum, am Zürcher Schauspielhaus, am Deutschen Theater Berlin, am Bayerischen Staatsschauspiel München und am Staatsschauspiel Stuttgart. Auf Einladung des Goethe Instituts inszenierte er in Seoul 2011 Goethes „Urfaust“. 2010 entstanden mit Antonio Vivaldis Oper „Orlando furioso“ an der Oper Frankfurt und Gaetano Donizettis „L’elisir d’amore“ an der Bayerischen Staatsoper seine ersten Opernregien. In München folgten die Inszenierungen von Mozarts „Mitridate, re di Ponto“ und „Das schlaue Füchslein“ von Janáček, an der Oper Frankfurt „Königskinder“ von Humperdinck, am Theater Basel zum Mozarts „Idomeneo“, am Royal Opera House in London „Il trovatore“ sowie an der Opera Vlaanderen in Antwerpen „Elektra“, an der Oper Frankfurt „Der fliegende Holländer“ und der Semperoper Dresden Korngolds „Die tote Stadt“.

Mozart war zu diesem Zeitpunkt endgültig dem Wunderkind-Alter entwachsen, im Begriff, sich von seinem Vater zu lösen und sich als freischaffender Musiker zu behaupten. Der rege briefliche Austausch zwischen Vater und Sohn bezeugt, wie intensiv sich Mozart mit der Gestaltung des Librettos, den musikdramatischen Anforderungen, den Fähigkeiten der Sänger*innen und der künstlerischen Konzeption auseinandergesetzt hat. Herausgekommen ist eine unkonventionelle und musikalisch reichhaltige Opernpartitur, in der Mozart kongenial die Möglichkeiten seines Weltklasseorchesters für neue klangliche Wirkungen, lebhafte Rezitative, neuartige Ensembles, große Stimmungskontraste, eine dramatische Einbindung des Chores und eine die seelischen Abgründe neu auslotende Dramaturgie nutzt. Und: Wohl in keinem anderen Bühnenwerk Mozarts sind die Figuren derart innerlich zerrissen gezeichnet, mit ihren eigenen menschlichen Schwächen und seelischen Haltlosigkeiten konfrontiert wie in „Idomeneo“. „IDOMENEO“ VON DAVID BÖSCH Die Produktion „Idomeneo“ in der Regie von David Bösch ist eine Koproduktion mit der Opera Vlaanderen in Antwerpen. Seine Lesart nimmt die Geschicke der unterschiedlich durch den zehnjährigen Krieg um Troja traumatisierten Personen in den Fokus. Das Paradies ist bereits verloren und auch nicht mehr zu gewinnen. Nicht nur für den Heimkehrer

Idomeneo, sondern auch für den Sohn Idamante, der ohne Vater aufwuchs, die aus Argos geflüchtete Prinzessin Elettra, die dem fluchbeladenen Hause der Atriden entstammt und Idamante vergeblich liebt, wie auch für die kriegsverschleppte Beuteprinzessin Ilia aus Troja. Folglich ist alles eher dunkel, versehrt, gebrochen. Die comichafte Bildsprache der Videoeinspielungen und die poetischen Bildfindungen für die märchenhaften Züge des Librettos schlagen dabei einen berückenden Bogen von naiver Kindlichkeit zu schaurigem Abgrund. Die artifiziell-kindliche Ästhetik eröffnet den weiten Klangraum für die oftmals unerhörten Leidenschaften der Protagonist*innen und geben dem Publikum Einblick in den inneren Reichtum der Menschen, die vergeblich um Selbstbestimmung und Glück ringen. Vergeblich, weil sie letztlich Opfer ihrer Vorerfahrungen sind, Marionetten zynischer oder bestenfalls nicht zu verstehender Götter und die Ungeheuer(lichkeiten), die sie überstehen, zu gewaltig sind, als dass es ihnen vergönnt sein könnte, nach dem Sturm der Gefühle weiterzuleben, als wäre nichts geschehen. David Bösch hat mit „Idomeneo“ einen dichten multimedialen Theaterabend voller Anspielungen, bildstarker Momente und Überraschungen geschaffen. Darstellung, Gesang, Orchester und Videoinstallationen ergänzen sich in einem fulminanten Zusammenspiel. Nicht nur für Mozart-Liebhaber*innen ein Muss.

Johann Casimir Eule 19


OPER

: IDOMENEO

DREI FRAGEN AN MARCUS BOSCH Johann Casimir Eule: Der selten gespielte „Idomeneo“ fehlte bisher im reichen Mozartrepertoire des Staatstheaters – ist aber ein ausgesprochenes Wunschstück von Dir, warum? Marcus Bosch: Zum einen weil ich es unbedingt einmal wieder machen wollte und ich damit emotional viel verbinde, zum andern weil das Stück lange nicht in Nürnberg war und damit ein ganz neuer unverstellter Blick mit Orchester und Chor bei der Erarbeitung möglich ist.

„Idomeneo“ gilt gerade unter Musikern als Geniestreich des frühen Mozart, als „wahre Explosion musikalischer Erfindungskraft“. Was gibt es zu entdecken? Einen sprühenden Mozart, der vieles vom Barock noch einsammelt, den Sängern Bravourarien auf den Leib schneidert, eine unglaubliche Spanne dramatischer Ausdruckskraft präsentiert, aber auch zu sensibelsten Farben fähig ist. Dazu hält er für den Chor wunderbare Aufgaben bereit.

PREMIERE

Von „Idomeneo“ gibt es verschiedene Fassungen: die „Urfassung“, die zu Mozarts Zeiten nie erklang, die von Mozart gekürzte Münchner Uraufführungsfassung von 1781 sowie eine für die Wiener Liebhaber-Aufführung von 1786 bearbeitete Version. Welche Fassung erklingt in Nürnberg? Man muss sich, da es keine letzte Fassung gibt und sich auch Mozart schon sehr geschmeidig den jeweiligen Gegebenheiten anpasste, für eine eigene Fassung entscheiden. Wir spielen im Wesentlichen die Münchner Fassung von 1781; bis auf das Ballett, wie es zumeist gehandhabt wird. Dafür werden teilweise von Mozart gestrichene Arien wiederaufgenommen. So erklingt die letzte Arie der Elettra wieder, aber es entfällt, wie in der Uraufführung, die letzte Arie des Idomeneo. Diese Entscheidungen sind zum Teil musikalisch begründet, vor allem aber auch von szenischen Überlegungen getragen – denn Mozarts Opern funktionieren nur im Zusammenhang von Szene und Musik. Zu guter Letzt: Die ursprünglich für einen Kastraten geschriebene Partie des Idamante, die in Wien für Tenor umgeschrieben wurde, wird bei uns von Ida Aldrian – einem Mezzosopran – gesungen.

: 17. FEBRUAR 2018, 19.30 UHR, OPERNHAUS

IDOMENEO   Wolfgang Amadeus Mozart DRAMMA PER MUSICA IN DREI AKTEN

Text von Giambattista Varesco nach dem Libretto von Antoine Danchet für die Tragédie-lyrique „Idoménée“ von André Campra; In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Musikalische Leitung: Marcus Bosch Inszenierung: David Bösch Bühne: Patrick Bannwart, Falko Herold Kostüme: Falko Herold Chor: Tarmo Vaask Licht: Michael Bauer Dramaturgie: Johann Casimir Eule Mit: Ilker Arcayürek (Idomeneo), Ida Aldrian (Idamantes), Leah Gordon / Isabel Blechschmidt (Elettra),

Michaela Maria Mayer/Ina Yoshikawa (Ilia), Alex Kim (Arbace), Chool Seomun (Oberpriester), Alexey Birkus (Stimme des Orakels) Chor des Staatstheater Nürnberg; Es spielt die Staatsphilharmonie Nürnberg Koproduktion mit der Opera Vlaanderen, Antwerpen Mit freundlicher Unterstützung von

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OPER AKTUELL IDOMENEO Einführungssoirée mit dem Leitungsteam am 12. Februar 2018, 18.00 Uhr, Opernhaus WEITERE VORSTELLUNGEN: 21.02.; 04., 11., 26., 31.03.; 17., 28.04.2018

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„WENN ICH LIEDER SINGE, HABE ICH IMMER BILDER IM KOPF“ JOCHEN KUPFER PRÄSENTIERT SEINEN SZENISCHEN LIEDERABEND „WANDERER“

In der Reihe „LiedGut Extra“ wird der Bassbariton Jochen Kupfer gemeinsam mit dem Pianisten Marcelo Amaral ein besonderes Liedprojekt auf die Bühne des Opernhauses bringen: „Wanderer“. Der szenische Liederabend verbindet Lieder von der Romantik bis zur Moderne mit Videobildern und Licht und nimmt so den Zuhörer mit auf die Reise eines Wanderers auf der Suche nach dem Ich. Ein Gespräch mit Kammersänger Jochen Kupfer

Jochen Kupfer, das Besondere am Lied ist ja, dass eine Geschichte nur mit Sprache und Musik vermittelt wird. Wie bist Du darauf gekommen, einen Liederabend mit Bildern zu kreieren? Was haben Lied und Bild miteinander zu tun? Wenn ich Lieder singe, habe ich immer Bilder im Kopf. Das Lied transportiert sich über die Imagination, die Phantasie des Zuhörers. Das ist das Besondere an dieser Kunstform. Wenn ich Lieder lerne, dann stelle ich mir bestimmte Bilder vor und tauche so in die Welt der Lieder ein. Je konkreter ich denke, desto konkreter kann auch der Zuhörer das Lied verstehen. Es ist ganz egal, ob sich die Zuhörer die gleichen Bilder vorstellen wie ich, entscheidend ist, dass die Musik auf diese Weise in die Seele der Zuhörer kommt. In dem „Wanderer“-Projekt möchte ich einige dieser Bilder, die für mich wichtig sind, den Zuhörern vor Augen führen.

Was für Bilder werden wir denn sehen? Es werden ganz realistische Bilder sein, darunter auch einige sehr bekannte. Das Programm beginnt mit „Der Wanderer“ von Franz Schubert – und natürlich sieht man dazu Caspar David Friedrichs „Der Wanderer über dem Nebelmeer“. Damit geht es los, und damit endet es auch. Eine wichtige Rolle spielen außerdem die Bilder des Malers Ernst Redl, der im Stil und mit der Lasurtechnik der Alten Meister arbeitet und dessen Bilder sehr gut zu den Stimmungen der Lieder passen. Ich bin ein großer Liebhaber der Malerei. Ich selbst habe immer gemalt und als Jugendlicher die Lasurtechnik der Alten Meister kennengelernt. Heute habe ich leider nur noch wenig Zeit zum Malen, aber ich besuche auf meinen Konzertreisen so oft wie möglich Galerien und Museen,

Zeigen denn die Bilder den Inhalt der Lieder?

Der Liederabend heißt „Wanderer“. Was für eine Art von Wanderung erzählt Ihr mit den Liedern?

Nur an einigen Stellen. Die Bilder sollen in erster Linie die Seelenzustände des Wanderers sichtbar machen. Durch die Projektionen, die Boris Brinkmann technisch umsetzt, erhalten die Lieder eine neue, dreidimensionale Ebene. „Wanderer" ist ein szenischer Liederabend, bei dem Text, Musik, Licht, Bilder und Bewegung eine Einheit bilden.

Man sagt ja, alle sieben Jahre gibt es eine große Veränderung im Leben, und zugleich kehren bestimmte Dinge wie in einem Kreislauf immer wieder. Man sucht etwas, wird enttäuscht, fängt wieder an. Und irgendwann merkt man, dass jeder Lebensabschnitt einem bestimmten Muster folgt. Ich glaube, das kennen viele Menschen. Einen solchen

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OPER

: LIEDGUT EXTRA

Lebenszyklus beschreiben wir an dem Abend. Das Wandern steht für das Suchen, die Suche nach Glück, nach dem Platz im Leben. In den sieben großen Abschnitten des Programms geht es um Liebessehnsucht, um Hoffnung und Enttäuschung, um Aufbegehren, Verzweiflung und Angst, aber auch um Besinnung und Neuanfänge. Ich habe gemeinsam mit meinem Pianisten Marcelo Amaral einen Liederzyklus entworfen, der die immer wiederkehrenden Zyklen in unserem Leben beschreibt.

Das Programm besteht aus 25 Liedern, von den romantischen Liedern von Schubert bis zum 20. Jahrhundert mit Liedern von Alban Berg und Arnold Schönberg. Natürlich kommen einige bekannte Lieder vor, wie zum Beispiel „Nacht und Träume“, das zwar ein echter „Evergreen“ ist, das ich aber bisher noch nie in einem Liederabend gesungen habe. Die größte Entdeckung war für mich „Über den Bergen“ von Alban Berg. Ein ganz kurzes Lied, aber unglaublich intensiv. Das besondere an „Wanderer“ wird aber der programmatische Handlungsfaden sein.

Was für Lieder wirst Du an dem Abend singen? Wir haben Lieder ausgesucht, die stilistisch sehr abwechslungsreich sind, und haben darauf geachtet, dass sich bekannte Lieder und ganz unbekannte abwechseln. Dazu gehören Schuberts „Der Wanderer“, „Nacht und Träume“ oder Mahlers „Ich bin der Welt abhanden gekommen“, dann aber auch Lieder von Hans Sommer oder von Wilhelm Kienzl, einem heute fast vergessenen Zeitgenossen von Gustav Mahler und Richard Strauss, bis hin zu „Tot“ von Arnold Schönberg, das man nur ganz selten zu hören bekommt.

Nach welchen Kriterien habt Ihr die Lieder ausgesucht? Für diesen Liederabend hatten Marcelo Amaral und ich viele inhaltliche Ideen und haben unglaublich viele Lieder gesammelt. Die schwierigste Aufgabe war es also, diese vielen Ideen zu verdichten, damit ein Programm von 80 Minuten Dauer herauskommt. Zu manchen Themen des Lebenszyklus hatten wir 20 Lied-Ideen, zu anderen haben wir nur ganz wenig gefunden. Es gibt zum Beispiel kaum Lieder des Aufbruchs in den Frühling, die nicht gleich mit Liebe verbunden sind. Am Ende haben wir uns für „Die Wanderung“ von Robert Schumann und Mendelssohn Bartholdys „Frühlingslied“ entschieden.

Freude schenken - Spaß am Spiel

Du bist ja normalerweise als Darsteller auf der Opernbühne zu sehen. „Wanderer“ ist ein Programm, dass du künstlerisch fast allein verantwortest. Wie fühlt sich die neue Rolle an? Für mich ist diese Arbeit absolut spannend, weil ich nicht nur sängerisch gefordert bin, sondern in einem langen schöpferischen Prozess ein Konzept entwickle und auch für dessen Umsetzung auf der Bühne verantwortlich bin. Ich lerne gerade viele Dinge, die etwas mit Regie zu tun haben, mit Licht oder mit der Organisation eines Theaters. Das ist eine neue Erfahrung, bei der ich auch die Arbeit der Kollegen aus einem ganz anderen Blickwinkel kennen- und schätzen lerne. 18. JANUAR 2018, 20.00 UHR, OPERNHAUS

LIEDGUT EXTRA: „WANDERER“ Mit Liedern von Franz Schubert, Robert Schumann, Johannes Brahms, Hans Sommer, Richard Strauss u. a. Idee und Konzept: Ks. Jochen Kupfer Video: Boris Brinkmann Mit: Ks. Jochen Kupfer (Wanderer),

Marcelo Amaral (Pianist)

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„EIN GLÜCK, DASS SIE SINGEN KÖNNEN, SONST HÄTTEN S’ ARBEITEN MÜSSEN“ RICHARD KINDLEY VERABSCHIEDET SICH NACH 39 JAHREN AUS DEM OPERNENSEMBLE

Es ist selten geworden, dass ein Sänger genau an dem Theater nach knapp vier Jahrzehnten in den Ruhestand geht, an dem er seine Karriere begonnen und das er nie verlassen hat. Der amerikanische Tenor Richard Kindley ist so ein rares Phänomen, nach 39 Jahren ununterbrochenen Engagements am Nürnberger Opernhaus geht er im Sommer 2018 in den Ruhestand: „Ich liebe das Singen und Spielen; ich bin dankbar, dass ich das als Beruf machen konnte“ sagt er, und trotzdem: „Ich freue mich auf den Ruhestand!“ Wie viele Partien es ganz genau waren, die er hier in Nürnberg bis zu seinem Abschied gesungen haben wird, das weiß er gar nicht. Auf 152 Produktionen kommt die letzte Recherche, aber es könnte durchaus noch die eine oder andere mehr gewesen sein, seit er als Deputierter in „Don Carlos“ im Frühjahr 1979 zum ersten Mal auf der Bühne des Nürnberger Opernhauses stand, damals als Gast, während er am Konservatorium seine Ausbildung fortsetzte (bei Barry Hanner). Doch kurz drauf, im Januar 1980 folgte dann die Festanstellung für den jungen Amerikaner, dem später mal ein Gast auf der Premierenfeier zurief: „Ein Glück, dass Sie singen können, sonst hätten S’ arbeiten müssen.“

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OPER

: RICHARD KINDLEY

PARTIEN MIT HINGABE VERKÖRPERN Ein Blick auf seine Werkstatistik der vier Jahrzehnte am Nürnberger Opernhaus zeigt, was ein Tenor-Repertoire ist: Nathanael in „Hoffmanns Erzählungen“, Florestan in „Fidelio“, Alfred in „Die Fledermaus“, Riccardo in „Ein Maskenball“, Wenzel in „Die verkaufte Braut“, mal Orpheus und mal Styx in „Orpheus in der Unterwelt“, erst Kilian und später Max im „Freischütz“, David, Zorn und andere Meister in „Die Meistersinger von Nürnberg“, mal Monostatos und mal 1. Geharnischter in „Die Zauberflöte“, Cavaradossi in „Tosca“, Ottavio in „Giuditta“, Tenor und Bacchus in „Ariadne auf Naxos“, Mime in „Das Rheingold“ und „Siegfried“, Apollo in „Alceste“ und – unvergesslich – Oberst Pickering in „My Fair Lady“. Als seinen größten Erfolg erinnert er sich heute noch mit Gänsehaut an die Titelpartie von „Peter Grimes“ in der Inszenierung von Andrea Raabe 2001. Und dazwischen gab es auch unendlich viele kleinere Partien: Diener, Knechte, Gefängniswärter, Boten, altersschwache Könige und Liebhaber – die Größe einer Partie war für Kindley nie das entscheidende, er hat sie alle mit Hingabe verkörpert, genau das war und ist sein Markenzeichen. Unvergesslich z.B. zuletzt die stumme Rolle des alten Gefangenen in „Aus einem Totenhaus“, Hauk-Schendorf in „Die Sache Makropulos“ oder Aegist in „Elektra“. In der Premierenkritik zu Calixto Bieitos „Turandot“ widmete der Kritiker des Magazins Opernglas Richard Kindley eine Schlusseloge: „Ein Sonderlob gebührt dem verdienten

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Nürnberger Ensemblemitglied Richard Kindley, der in der kleinen […] Partie des Altoum nicht nur mit intonationssauberem Charaktertenor präsent war, sondern auch mit hingebungsvollem körperlichen Einsatz eine faszinierende Charakterstudie ablieferte, die den alten Kaiser (in Windeln!) wie eine schillernde, vorzeitliche Kreuzung aus Amfortas und Gollum erscheinen ließ. […]“ (Das Opernglas, 12/2014) Die Arbeitsbedingungen haben sich in den vier Jahrzehnten der Bühnenlaufbahn spürbar verändert: 15 Solistinnen und 22 Solisten zählte das Nürnberger Opernensemble 1980, (heute: 9 Solistinnen / 15 Solisten, drunter mehrere Teilspielzeitverträge), man brachte 11 Premieren pro Spielzeit heraus (aktuell: 7) und hatte 18 Wiederaufnahmen im Repertoire (aktuell: 8). Mit 27 Jahren war Richard Kindley der


RICHARD KINDLEY

eine „junge Hupfer“ im Ensemble vieler älterer Kollegen, der mit Blick auf die Ensembleliste von damals feststellt, dass er von seinen männlichen Kollegen 16 als Sänger in den Ruhestand hat gehen sehen: „Ich bin der 17.!“ Doch was damals selbstverständlich war, ist heute eine Ausnahmeerscheinung, das Rentenalter erreichen nicht mehr viele Sänger im Ensemble. Und auch Kindley muss zugeben, dass die letzten Jahre für ihn nicht immer so verlaufen sind, wie er sich das gewünscht hätte. „Das hier war mein Haus. – Jetzt ist es ein Geschäft.“, beschreibt er die einschneidendste Veränderung im Theater, wie er sie in den letzten Jahren erlebt hat. Doch er bilanziert für sich: „Ich habe Glück gehabt, es geht mir gut, meine Ehe hat diesen Beruf ausgehalten, ich habe zwei gesunde Söhne und zwei gesunde Enkel.“ Jungen Kolleg*innen gibt er heute jedoch den Rat, sich die Berufsentscheidung wohl zu überlegen. Der Beruf fordert viel und bietet keine Sicherheiten, keiner kann noch damit rechnen, den Sängerberuf bis zum Ruhestand ausüben zu können: „Nur wenn du das wirklich machen musst, dann musst du es auch tun.“

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SINGEN UND SPIELEN SIND SEINE LEIDENSCHAFT In einem Gespräch mit Richard Kindley wird jedoch auch immer deutlich: Ja, er musste das tun! Auf der Bühne seinen Beruf gefunden zu haben, das war und ist sein Glück. Denn das Singen und das Spielen sind seine Leidenschaft. Und so speist sich nach wie vor aus dem Miteinander von Sänger*innen, Schauspieler*innen, Musiker*innen und Regisseur*innen seine Motivation: „Man soll mich in einen Raum stellen, Grenzen festlegen und mich dann machen lassen; so will ich arbeiten.“ Denn dann springt der Funke über, damals wie heute, ob in der Zusammenarbeit mit Edmund Gleede („Orpheus in der Unterwelt“ 1991) oder mit Laura Scozzi („Orpheus in der Unterwelt“ 2012), mit Kurt Leo Sourisseaux („Madame Pompadour“ 1981) oder Calixto Bieito („Turandot“ 2014). Die Freude des applaudierenden Publikums und die Anerkennung unter Künstlerkollegen, das ist es schließlich nach wie vor, was ihn anspornt und die Lust am Sängerberuf wach hält. In zwei Produktionen ist er noch in der laufenden Saison im Nürnberger Opernhaus zu erleben: In Peter Konwitschnys „Soldaten“-Inszenierung wird er den Bedienten der Gräfin de la Roche geben. In seinem Lieblingsgenre, der Operette, steht er noch bis Ende Februar als Baron Mirko Zeta in Lehárs „Die lustige Witwe“ auf der Bühne.

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» ALLE DENKEN NUR DARÜBER NACH, WIE MAN DIE MENSCHHEIT ÄNDERN KÖNNTE, DOCH NIEMAND DENKT DARAN, SICH SELBST ZU ÄNDERN. « 26

Tolstoi


AUFERSTEHUNG

: SCHAUSPIEL

LIEBE DEINEN NÄCHSTEN WIE DICH SELBST TOLSTOIS ROMAN „AUFERSTEHUNG“ IN DER BLUEBOX

Die Prostituierte Katharina Maslowa sitzt auf der Anklagebank, beschuldigt, aus rücksichtsloser Habgier einen Giftmord begangen zu haben. Unter den Geschworenen im Gerichtssaal befindet sich auch Fürst Dimitri Nechljudow – wohlhabend, angesehen, ein Lebemann im Müßiggang. Natürlich ist die junge Frau gänzlich unschuldig. Aber wer glaubt schon den Worten einer Hure? Der Prozess nimmt seinen Lauf. Die Befragungen beginnen. Da erkennt Fürst Dimitri plötzlich seine Jugendfreundin Katju­ scha in der Angeklagten Katharina Maslowa wieder. Ja, tatsächlich, es ist dieselbe Person! Aber wohin ist es mit ihr gekommen? Wie konnte das passieren? Von diesem Schock wie betäubt und nicht mehr Herr seiner Sinne, versäumt Dimitri Nechljudow es, gemeinsam mit den anderen Geschworenen einen korrekten Schuldspruch und mildernde Umstände für die Maslowa zu erwirken. Der Hammer fällt. Sie wird verurteilt zu vier Jahren im sibirischen Arbeitslager. Dimitri ist entsetzt. Was hatte sich einst zwischen den beiden Protagonisten zugetragen? Katharina Maslowa war in ihren jungen Jahren Dienstmädchen bei Dimitris Tanten. Dort lernten die beiden einander kennen und entwickelten zarte Gefühle füreinander. Eine Jugendliebe schöner Sommertage. Bis zu jenem Osterfest, kurz vor Dimitris Einberufung. Es sollte ihr Leben von Grund auf verändern. Denn an diesem Tag verwandelte sich die unschuldige Kinderliebe in einen Alptraum: Dimitri verführt Katharina. Peinlich berührt, will er die Situation beenden, überreicht ihr

100 Rubel und reist ab. Sie wird schwanger, verliert daraufhin ihre Anstellung und ihren Glauben an die Liebe, an das Leben und landet in der Gosse. Als sie viele Jahre später im Gerichtssaal vor ihm steht, nun die Erkenntnis: Es ist ja alles seine Schuld! Er hat sie zerstört. Und Dimitri beginnt zu handeln, will sein Verhalten wieder gutmachen, das Urteil anfechten, sie befreien, ihr notfalls bis Sibirien folgen und sie heiraten. Von heute auf morgen gibt es in seinem Leben nur noch dieses eine Ziel: seine unendliche Schuld zu tilgen. Er besorgt einen Anwalt, verfasst ein Gnadengesuch, beginnt auch anderen Inhaftierten zu helfen. Wie Don Quijote rennt er gegen die institutionellen Windmühlen des Strafvollzugs und der Gerichtsbeschlüsse an, sieht immer mehr Unrecht und Leid um sich herum und kehrt nach und nach immer angewiderter seinem eigenen sozialen Umfeld, seiner Familie den Rücken. Er verschenkt seinen gesamten Besitz und will von nun an nur noch Gutes tun, ein Leben führen im Geiste Jesu Christi, im Zeichen der Nächstenliebe. Aber handelt er wirklich altruistisch? Was sind seine wirklichen Beweggründe? Katharina Maslowa ist hinund hergerissen. Verdammt sie auf der einen Seite noch immer Dimitris einstiges Verhalten, schmeichelt ihr seine versöhnliche Zuwendung. Vielleicht ist ihr Leben doch noch nicht zu Ende? Vielleicht gibt es die Möglichkeit, von den lebenden Toten aufzuerstehen und ein besseres Leben zu führen?

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SCHAUSPIEL

: AUFERSTEHUNG

TOLSTOIS INNERLICHE ZÄSUR AUF DEM ZENIT DES SCHAFFENS „Auferstehung“ (1899) ist kein sozialkitschiges Märchen à la „Pretty Woman“, in dem die Liebe Standesgrenzen einzureißen vermag. Der Fürst und die Prostituierte werden kein Liebespaar. Es geht im Grunde gar nicht um die Liebe der Protagonisten, wie eigentlich auch nicht um ihre private Geschichte als Individuen. Die schicksalhafte Verstrickung der beiden Figuren dient Tolstoi vielmehr als zwischenmenschliches Zentrum eines großen gesellschaftlichen Panoramas. Der Roman ist nach „Krieg und Frieden“ (1869) und „Anna Karenina“ (1877) Tolstois drittes und letztes Hauptwerk und es ist aufs Engste mit der Biografie des Autors verknüpft. Denn unmittelbar vor seiner Entstehung gab es einen maßgeblichen Einschnitt in Tolstois Leben – eine Art innerliche Zäsur auf dem Zenit seines Erfolges als Schriftsteller. Hatte er in den 1850er Jahren noch in sein Tagebuch geschrieben, dass er den Ruhm mehr als das Gute liebe, stürzte er zu Beginn der 1880er Jahre in eine Phase der absoluten Orientierungslosigkeit, aus der eine rastlose Sinnsuche resultierte. Tolstoi erkannte die Missstände in der Gesellschaft, die ihn umgab, solidarisierte sich mit Arbeitern und Bauern. Er hörte auf zu trinken, wurde Vegetarier und begann zu glauben: „Ich habe 55 Jahre in der Welt gelebt, und von diesen habe ich, mit Ausnahme der ersten 14-15 Jugendjahre, 35 Jahre als Nihilist gelebt und zwar in der wahren Bedeutung des Wortes, d. h. nicht als Sozialist und Revolutionär, wie dieses Wort gewöhnlich verstanden wird, sondern als Nihilist in dem Sinne einer vollständigen Abwesenheit jeglichen Glaubens. Vor 5 Jahren kam mir der Glaube an die Lehre Christi – und mein Leben ward plötzlich ein anderes: ich wünschte nicht mehr, was ich bisher gewünscht, und was ich bisher nicht gewünscht, das wünschte ich jetzt. Was ich früher für gut ge-

halten, erschien mir schlecht, und was ich früher für schlecht gehalten, erschien mir gut. Es ging mir wie einem Menschen, der ausgeht, um eine wichtige Sache zu erledigen und plötzlich unterwegs zu der Überzeugung kommt, die Sache sei ganz unnütz, und – umkehrt. Und alles, was rechts war – ward links, und alles, was links war – ward rechts.“ REIZVOLLER BÜHNENSTOFF Das Schreiben wurde durch diesen umfassenden Lebens- und Glaubenswandel schwieriger. „Im Licht der jetzigen Ansichten“ machten sich Zweifel breit, die Literatur, die Kunst betreffend: „Die Form des Romans ist keineswegs ewig, sondern schon im Schwinden. Wie beschämend, die Unwahrheit zu schreiben, zu behaupten, es sei gewesen, was nicht gewesen ist. Will man etwas sagen, soll man es direkt tun …“. So war der Weg zur Veröffentlichung des Romans „Auferstehung“ steinig. Immer wieder stellte Tolstoi die Arbeit ein, weil ihm alles „unecht, konstruiert und schwach erschien“. Und tatsächlich ist dieser Roman ambivalent, eine schwierige Kombination aus der offenen Form des gesellschaftlichen Panoramas, wie er es in „Krieg und Frieden“ bereits entworfen hatte, und dem geschlossenen, sauber konstruierten, fein gezeichneten Figurenroman, wie es „Anna Karenina“ war. „Auferstehung“ ist ein sperriger Zwitter aus Roman und Anklageschrift, der nichts weniger versucht, als uns die Sinn-Frage zu stellen und dabei in großen Bildern die Kraft der Veränderung zu beschwören. Vielleicht ist es gerade dieser widerspenstige Anteil der Form, der diesen Roman zum reizvollen Bühnenstoff macht. Zwei starke Schicksale, die nicht episch ausformuliert sind, die Leerstellen lassen, die kämpfen, schreien und ums Leben und seinen Sinn ringen. Wie es lebendige Figuren auf dem Theater eben besonders gut können.

Friederike Engel PREMIERE

: 09. FEBRUAR 2018, 20.15 UHR, BLUEBOX

AUFERSTEHUNG   Leo Tolstoi In einer Fassung von Akin Isletme und Friederike Engel Inszenierung: Akin Isletme  Bühne und Kostüme: Lena Scheerer, Julie Véronique Wiesen Musik: Matthias Schubert Dramaturgie: Friederike Engel Mit: Lilly Gropper, Ruth Macke; Martin Aselmann, Ksch. Pius Maria Cüppers,

Dimitri Wasserblaj WEITERE VORSTELLUNGEN: 13., 18., 20., 24.02.; 03., 31.03.2018

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OTHELLO Giuseppe Verdi

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WIEDERAUFNAHME 14. JANUAR 2018 WEITERE TERMINE: 21., 30.01.; 02., 10., 23.02.2018

Es ist einfach ein ungeheuer gut gestricktes Stück, dessen Konflikte logisch und zwingend sind, dessen Charaktere über das Typenhafte – gerade auch in der in Nürnberg gezeigten Dialogfassung – hinausgehen und das zeitlose Wirklichkeit transportiert. Nürnberger Nachrichten

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SCHAUSPIEL

: DRAUSSEN VOR DER TÜR

AUF EIN GLAS SPRUDEL MIT ... STEFAN LORCH, STEFAN WILLI WANG UND JULIAN KECK ZU HAWEMANNS INSZENIERUNG VON BORCHERTS EMOTIONALEN MEISTERWERKS An einem trüben Dezembertag 2017 traf Dramaturgin Katja Prussas die Drei, die in den letzten Jahren die Arbeit von Sascha Hawemann in Nürnberg maßgeblich prägten, um mit ihnen über Arbeitsweisen, Dialektik der Zeichen und Kraftproben zu sprechen.

Mit der bemerkenswerten Inszenierung von „Tod eines Handlungsreisenden“ 2013 begann, Stefan und Julian, Eure Zusammenarbeit mit Sascha Hawemann. Die Kritik sprach damals von einem Ereignis. Wie war die erste Begegnung mit seiner Arbeitsweise? Stefan Lorch: Für mich war sofort spürbar, dass ich seine Arbeitsweise völlig verstand und es mir ungeheuren Spaß machte, Stil, Ästhetik und vor allem die Inhalte auf diese Weise umzusetzen. Ich fühlte mich jedoch vor allem in meiner Kreativität sehr wertgeschätzt. Julian Keck: Es war sehr spannend für mich, weil er es schafft, auf Proben eine höchst konzen­trierte Atmosphäre aufzubauen. Er ermöglicht es auch durch körperliche Herausforderungen, mich zu fordern und dadurch ein hohes Energielevel zu erreichen.

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Beim Gastspiel in Peking 2015 wurdet Ihr, die Inszenierung samt Textfassung von der chinesischen „Geheimpolizei“ ins Visier genommen …? J. K.: Ich weiß nicht, ob das die chinesische „Geheimpolizei“ war. Es ging im Speziellen um alle sexualisierten Handlungen auf der Bühne und meinen Houellebecq-Monolog als Happy. Wir waren angehalten, die betreffenden Szenen zu ändern und am nächsten Tag noch einmal vorzuspielen. Ich ging ans Mikrofon und sprach den Satz „In einem Blumensalon…“, machte eine Pause und setzte mich dann auf das Sofa. Der aufmerksame Zuschauer wird hoffentlich verstanden haben, dass an dieser Stelle etwas fehlte. Die Zensoren schien das aber nicht zu stören, sie meinten, das sei so in Ordnung. Ich muss aber sagen, dass diese Passage auch in Nürnberg nicht immer kommentarlos blieb und teilweise ablehnende Reaktionen hervorrief. S. L.: Die Inszenierung stand unter besonderer Beobachtung. Ein geplantes Interview im chinesischen Staatsfernsehen wurde eine halbe Stunde vorher ohne Grund abgesagt. Mir wurde gesagt, wenn ich mich nicht an die Vereinbarungen mit der Zensur halten würde, käme während der Premiere sofort jemand


DRAUSSEN VOR DER TÜR

: SCHAUSPIEL

auf die Bühne und würde diese beenden. Das setzte mich schon sehr unter Druck. Die Inszenierung erzählte ja von der Ausbeutung der kleinen Leute und den unmenschlichen Wohn- und Lebensverhältnissen. Aber es waren in erster Linie die obszönen Momente im Stück, die korrigiert werden mussten. Die politische und soziale Kritik des Stücks, die wir zusätzlich zum Originaltext durch Improvisationen noch verschärft hatten, ließen die Zensoren merkwürdigerweise zu. Das Publikum war sehr betroffen und begeistert. Mir wurde nach der Premiere gesagt, wir hätten genau diese Kritik ausgesprochen, die die Chinesen nicht zu äußern wagen. Manche Zuschauer waren ganz aufgelöst und sagten, dass sie so ein Theater noch nie gesehen hätten. Der Vize-Präsident des NCPA äußerte den Wunsch, fortan eine dauerhafte Kooperation mit dem Schauspiel Nürnberg zu unterhalten. So wurden dann ja auch 2017 zwei Stücke eingeladen, die zwar nicht mehr in der „Dramahall“ des NCPA gespielt wurden, aber in kleineren Sälen.

Die Zusammenarbeit für Dich, Willi, mit Hawemann begann 2015 mit der zeitgemäßen Neufassung von Gorkis „Kinder der Sonne/Nachtasyl“ und im Anschluss spieltest Du in Ibsens „Volksfeind“ Stockmann. Wie war das? Stefan Willi Wang: Die Zusammenarbeit war von Anfang an geprägt von gegenseitigem Vertrauen und Einverständnis auf inhaltlich-ästhetischer Ebene. Sicher auch auf Grund unserer ähnlichen Sozialisation bzw. unseres „kulturellen Backgrounds“. Stallgeruch wird man schwer los und viele umständliche Erklärungen sind schnell obsolet. Sascha identifiziert sich grundsätzlich mit sämtlichen Figuren der Stücke, die er inszeniert, da kann es schon mal vorkommen, dass er das Bühnenbild vor der Probe auseinander nimmt, um dann freudestrahlend zu mir zu sagen: „…und jetzt Du.“

Auffallend sind die heterogenen Spielweisen in den Inszenierungen und die emotionale Intensität. Man kann gar von einer Überfülle und auch von Überforderung sprechen, die seine Arbeiten ausmachen. Wie geht man als Spieler auf den Proben damit um? S. L.: Die Spielweise animiert zur völligen Spielfreude. Man denkt nicht darüber nach, wie und warum etwas zu sein hat, sondern geht direkt in die Spielsituation rein. J. K.: Manchmal muss man einfach springen … S. W. W.: Die Anforderung ist sehr hoch. Sowohl körperlich als auch kognitiv, jedoch immer inhaltlich angebunden und nachvollziehbar. Letztlich liegt die Verantwortung auch beim Spieler. Er muss mit seinen

Grenzen und Reserven pfleglich umgehen. Sascha hat ein gutes Gespür für sein Ensemble und dessen Leistungspotenzial.

Als Zuschauer sollte man Freude am Entschlüsseln und Enträtseln der Inszenierungen haben. Ist diese Erarbeitung der Dialektik der Zeichen sehr kraftraubend? S. L.: Wie schon gesagt, der Kopf steht einem bei Sascha nie im Weg. Die direkte Umsetzung mit großem Einfallsreichtum ähnelt mehr einem dynamischem Lauf nach vorne. Aber mitunter spürt man schon, was man nach so einer Probe an Kraft gelassen hat. S. W. W.: Es liegt schon ein gewisser Reiz in der Chiffrierung. Nichtsdestotrotz liegt darin eine Gefahr, den Zuschauer zu verstimmen, insofern er keine Freude an der Dekodierung empfindet. Allerdings ist das benutzte Zeichensystem nie willkürlich assoziativ, sondern bedient sich im Wesentlichen aus drei Feldern: sozialer und inhaltlicher Kontext des Autors bzw. des Stückes, ästhetisch-strukturelle Bausteine der dramatischen Umsetzung (also das Spiel mit der Form) und die thematischen Querverweise – solche von sozioökonomischer und politischer Natur.

Die Räume, die Hawemann gemeinsam mit seinem Bühnenbildner Wolf Gutjahr zum Leben erweckt, sind mehrfach lesbar in ihrer Zeichenhaftigkeit. Wie ist es, darin zu spielen? J. K.: Als Schauspieler können wir konkret mit dem Bühnenbild umgehen und die Räume verwandeln sich zum Ende hin. Beim „Handlungsreisenden“

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SCHAUSPIEL

: DRAUSSEN VOR DER TÜR

konnten wir mit den Kleiderständern kleine Spielorte bauen oder das Sofa wurde zur Bar. Diese Vorgänge waren aber immer in eine Spielsituation mit einer Spielhaltung eingebunden. S. W. W.: Ein interessanter Aspekt ist die Gleichzeitigkeit der empfundenen Realitäten. Die Bühnenbilder verfolgen nie ein nur rein visuell ästhetisches Konzept, sondern sind einerseits konkret, situativ und realistisch lesbar, anderseits legen sie die Struktur des gesamten Theaterraumes offen. Ich spiele sehr gern in diesen Räumen, weil sie unzählige Möglichkeiten eröffnen und dabei immer transparent bleiben. S. L.: Die Kreativität der Spieler wird nicht eingeengt, was für mich persönlich das wichtigste Moment ist.

Ich habe, als Dramaturgin, Euch auf Proben oft darum beneidet und es Euch gegönnt, dass Ihr in dieser Welt, die Hawemann erbaut, für eine Zeit gemeinsam leben könnt. Täuscht das? S. L.: Nein. Es ist saftiges Theater, das seine Protagonisten nährt. Man bekommt als Spieler viel zurück und das bedeutet viel in diesem Beruf. S. W. W.: Das ist etwas sehr Elementares. Da Hawemann Theater nie als Summe der einzelnen Teile begreifen würde, vielmehr tritt der – von mir geliebte – Synergie-Effekt ein. Sascha ist zudem immer extrem gut vorbereitet und in der Lage, Gegensätzlichkeit zu vereinen, ohne sie zu nivellieren, so dass eine sehr produktive Arbeitsatmosphäre entsteht.

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Die Arbeit am jeweiligen Stoff und dem Stücktext muss für Hawemann immer durch politische und literarische Relevanz zur Gegenwart und zu Eurer Wirklichkeit bestimmt sein und bestätigt werden. Könnt Ihr dem zustimmen? J. K.: Ja. Zu Beginn der Proben erzählt Sascha meistens, was ihn aktuell an dem Stück interessiert, dann lesen wir gemeinsam Texte, schauen Filme und loten so das Spielfeld aus. Er schöpft aus seinem Leben und den politischen Begebenheiten der Zeit, die er oft verknüpfen kann. S. W. W.: Also offen gesagt, hält sich meine politische und literarische Relevanz in überschaubaren Grenzen, von meiner Wirklichkeit ganz zu schweigen. Aber auf jeden Fall geht es in der Zusammenarbeit nie um eine Musealisierung des Theatertextes. S. L.: Ja, und vielleicht bin ich mit der osteuropäischen Thematik nicht so vertraut wie Sascha, aber ich erkenne viele meiner Themen in seinem Regieansatz wieder und er lässt es, wie Du sagst, zu, dass die eigenen Anschauungen und Sichtweisen ihren Platz im Spiel finden.

Nun also zum Nürnberger Finale, Borcherts „Draußen vor der Tür“. Was verbindet Ihr mit diesem Stück und was ist für Euch die Relevanz zum Jetzt? S. L.: Ich empfinde das Stück als sehr schwer, fast morbide. Welche Lesart wir da finden werden? Mal sehen. Wenn man an die Zerstörung der Le-


DRAUSSEN VOR DER TÜR

bensräume, an die Kriege in Nahost, an Flucht und Terrorismus und sozialen Abstieg denkt, befinden wir uns da nicht in vorkriegsähnlichen Zeiten? J. K.: Ich war im Sommer in Ex-Jugoslawien und dort habe ich bemerkt, dass dieser Krieg immer noch in den Köpfen der Leute präsent ist. Die Menschen, mit denen ich mich unterhalten habe, haben alle irgendwann angefangen, von diesem Krieg und den Folgen des Krieges zu sprechen. Ich fand es erschreckend zu begreifen, dass wenige Zugstunden von zu Hause entfernt so ein Krieg gewütet hat, der eine ganze Gesellschaft traumatisiert hat und sich diese Traumata auch über Generationen hinweg weiter schreiben. Natürlich muss ich auch an meine Großväter denken, die diese schrecklichen Dinge gesehen, getan, miterlebt und mit den Erinnerungen ein Leben lang weitergelebt haben. Ohne darüber zu sprechen. Und wie ihr Schweigen meine Eltern wiederum geprägt hat und dadurch wieder mich und unsere Generation.

Könnt Ihr Euch für Eure letzte gemeinsame Nürnberger Arbeit etwas vornehmen? Wenn ja, was? S. L.: Dass wir da mutig weitermachen, wo wir aufgehört haben. J. K.: Noch einmal in der letzten Spielzeit den Ensemblegeist beschwören!

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Euer Lieblingssatz aus den gemeinsamen Thea­ terarbeiten mit Hawemann? J. K.: „Fernseher schon wieder kaputt, Kühlschrank kaputt, Stereoanlage kaputt, Computer kaputt, Nasentrimmer kaputt, alles kaputt, kaputt, kaputt! Die bauen die Dinger extra so, dass sie mit der letzten Rate im Arsch sind“ („Tod eines Handlungsreisenden“). S. L.: Wenn Hawemann sich vor Freude auf dem Boden wälzt und lachend sagt: „Das ist geil!“ S. W. W.: O-Ton Hawemann: „Ick find det jut.“

ZUM STÜCK Den Lärm des Krieges in den Ohren und die Gewalt der Kämpfe in den Knochen, so kehrt Beckmann aus dem Krieg zurück. Für ihn gib es keinen Platz mehr in der Zivilgesellschaft, denn er steht als Veteran außerhalb, ist ausgeschlossen und bleibt sich selbst überlassen. Er zerbricht an der neuen Realität und quält sich mit seinen grausamen Kriegserlebnissen durch eine Gegenwart, die nicht die seine ist. Er fordert von der Gesellschaft Rechenschaft statt der üblichen humanen Gelassenheit und dem falschen Pathos angesichts des Kriegsschreckens ein. Welche Antwort wird er finden?

PREMIERE

: 24. FEBRUAR 2018, 19.30 UHR, SCHAUSPIELHAUS

DRAUSSEN VOR DER TÜR   Wolfgang Borchert In einer Fassung von Sascha Hawemann und Katja Prussas Inszenierung: Sascha Hawemann  Bühne: Wolf Gutjahr  Kostüme: Hildegard Altmeyer  Dramaturgie: Katja Prussas  Musik: Xell Mit: Svetlana Belesova, Nicola Lembach; Frederik Bott, Julian Keck, Stefan Lorch,

Stefan Willi Wang, Xell WEITERE VORSTELLUNGEN: 25.02.; 03., 10., 16., 22., 29., 31.03.2018

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DIE DIETRICH – BILLIE – DIE PIAF ELKE WOLLMANN BRILLIERT MIT IHREN BEIDEN LIEDERABENDEN ÜBER DREI WEIBLICHE GRÖSSEN DER MUSIKGESCHICHTE Marlene Dietrich, Billie Holiday und Édith Piaf. Drei Künstlerinnen. Drei Musiklegenden. Drei gebrochene Diven. Alle Drei berühmt und unvergessen. Musikalisch war jede von ihnen ein Ereignis: Die Piaf, „der Spatz von Paris“, glänzte mit französischen Chansons und einem phänomenalen Stimmumfang bei einer Körpergröße von nur 1,47 m. Während der Aufschrei in Moll gegen den alltäglichen Rassismus und der unverwechselbare Blues von „Lady Day“ Billie Holliday die Musikwelt erbeben ließ, faszinierte der „Blaue Engel“ Marlene Dietrich vor allem in ihren späten Jahren mit ihrer markanten und unverwechselbaren Stimme als „Femme fatale“ in den Konzertsälen der Welt. So unterschiedlich ihre Wege in der Musik und auch zum Ruhm waren, so ähnlich scheinen manche biografische Spuren zu sein.

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So war Marlene Dietrich mit Édith Piaf befreundet, und es geht zudem die Legende, dass die bisexuelle Künstlerin auch ein amouröses Abenteuer mit Billie Holiday hatte. Doch die Drogensucht der Piaf und auch die von Billie Holiday ließen die Dietrich auf Distanz gehen, und die Wege trennten sich wieder. Musikgigantinnen, die sich durch Drogen zu Grunde richten, (man denke nur an Amy Winehouse), sind leider auch heute noch schmerzlicher Bestandteil der Musiklandschaft.

» ELKE WOLLMANN, EINE GRANDIOSE INTERPRETIN … «  Donaukurier


DIE DIETRICH – BILLIE – DIE PIAF

„HOMMAGE AN ÉDITH PIAF“ Sie kam aus der Gosse. Ihr Leben und ihre expressive Stimme – so geht die Legende – waren von der Straße geprägt. Sie sang unvergessene Chansons, die von Liebe, Lebensfreude, Sehnsucht, aber auch von Krieg, Enttäuschung und Verlust kündeten. Chansons wie „Padam Padam“, „La vie en rose“, „Mon Dieu“ die Welterfolge wurden, sind untrennbar mit dem Namen Édith Piaf verbunden. Was jedoch oft vergessen wird, ist, dass die Piaf Legenden wie z. B. Charles Aznavour oder Yves Montand entdeckte und förderte. Leider war ihre Karriere begleitet von tragischen Unfällen, heftigen Liebesaffären, Zusammenbrüchen, Alkohol und Drogen. Sehr lange kämpfte sie gegen den Unbill des Lebens, denn sie wollte immer nur eines: Singen.

» DAS WAHRE WUNDER BESTEHT DARIN, DASS WOLLMANN DIE UNSTERBLICHEN CHANSONS DER PIAF ZUM LEUCHTEN BRINGT: LEIDENSCHAFTLICH, ANRÜHREND, STIMMGEWALTIG « Nürnberger Nachrichten „BILLIE, ÉDITH UND MARLENE“ Auch im Repertoire von Billie Holiday und Marlene Dietrich finden sich wie bei Piaf große Gefühle und große Lebensthemen wieder – alle drei waren Meisterinnen ihres Fachs, und der zweite Liederabend verknüpft die Biografien der drei Musiklegenden. Den Kampf ums Singen trug nicht nur die Piaf aus, sondern auch Billie Holiday, allerdings auf einer ganz anderen Ebene: Bis ihre unvergessliche Blues-Stimme in der berühmten Carnegie Hall in New York erklingen durfte, war sie als schwarze Sängerin Demütigungen und Verfolgung ausgesetzt. Als Schwarze in der „Hall“ zu singen, war ihr größter Triumph und ein Weltereignis zugleich. Ihr Lied „Strange Fruits“ erzählt vom alltäglichen Rassismus und spiegelt ihr eigenes Schicksal und Lebensleid wider. Auch sie ruinierte sich gründlich mit Schnaps, harten Drogen und Beziehungen zu gewalttätigen Männern. Diese zerstörerische Kraft verband sie auf traurige Weise auch mit der Piaf. Ganz anders hingegen die Berlinerin Marlene Dietrich, schlicht „die Dietrich" genannt. Sie galt jahrzehntelang als

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anbetungswürdige „Femme fatale“ und als Stilikone, denn durch ihre Kleidung und ihre Bisexualität war sie ihrer Zeit weit voraus und zog alle in ihren Bann.

» BÉATRICE KAHL AM KLAVIER SPIELT MIT EINER UNGLAUBLICHEN SELBSTVERSTÄNDLICHKEIT. MIT INTERESSANTEN AKKORDEN UND SCHNELLEN, MELODISCHEN LÄUFEN ZEICHNET SIE DEN SWING. «  Savoie / Frankreich Als „Blauer Engel“ begann ihre atemberaubende Weltkarriere, und später startete sie eine zweite Karriere als Sängerin. Mit rauchiger Stimme sang sie Lieder wie „Sag mir wo die Blumen sind". In den 60er und 70er Jahren zog sich der Star immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück und starb einsam in Paris. Das war ihr Drama: Das Drama des Rückzuges aus der Öffentlichkeit aus Angst vor öffentlichen Bildern und dem Alterungsprozess. Es sind „drei Frauen, die wir bewundern, die uns beeindrucken, die unser Leben beeinflussen – und ja, unser Programm ist eine musikalische Liebeserklärung!“, so das Duo Wollmann/Kahl über ihren zweiten Liederabend „Billie, Édith und Marlene“, den sie nach dem großen Erfolg ihrer „Hommage an Édith Piaf“ zusammen kreiert haben. Ab Januar 2018 sind beide Liederabende in Folge in den Kammerspielen zu sehen.

LIEDERABENDE VON UND MIT ELKE WOLLMANN UND BÉATRICE KAHL 14. JANUAR UND 25. MÄRZ 2018, 19.00 UHR, KAMMERSPIELE

HOMMAGE AN ÉDITH PIAF 03. UND 17. FEBRUAR 2018, 19.30 UHR KAMMERSPIELE

BILLIE, ÉDITH UND MARLENE Die CDs der beiden Programme des Duos Wollmann und Kahl sind im Theaterbuchladen und am Abend nach der Vorstellung erhältlich. 35


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AUSGEZEICHNET! BETTINA OSTERMEIER ERHÄLT DEN KULTURPREIS DER MITTELFRÄNKISCHEN WIRTSCHAFT Sie bringt das Schauspiel zum Klingen: Bettina Ostermeier, seit der Spielzeit 2009/2010 Leiterin der Schauspielmusik am Staatstheater. Für ihr großes Engagement für die Musikalität der Sparte, ihr untrügliches Gespür für die Bühne sowie ihr kompositorisches und kreatives Schaffen in einer Vielzahl von Inszenierungen ist die MultiInstrumentalistin im November 2017 mit dem „Kulturpreis der mittelfränkischen Wirtschaft“ ausgezeichnet worden. Ihre Verdienste für das Staatstheater Nürnberg würdigte Schauspieldirektor Klaus Kusenberg in einer persönlichen Laudatio im Rahmen der festlichen Preisverleihung in den Kammerspielen. LAUDATIO Wie lange ist Bettina Ostermeier schon hier bei uns am Staatstheater? Im Zuge der Recherchen für den heutigen Abend bekomme ich heraus: seit 2009 – dabei hätte ich schwören können, sie sei schon immer hier gewesen, zumindest jedoch seit Beginn meiner Direktion im Jahre 2000. Wie hat sie es geschafft, sich derart unentbehrlich zu machen? Ich glaube, aus einem dreifachen Grund: als Musikerin, als Performerin und als Musikalische Leiterin.

DIE MUSIKERIN Ihre Begabung zeigt sich früh, entsteht aber quasi aus dem Nichts. Das Nichts – das ist in diesem Fall das niederbayerische Geiselhöring ebenso wie (Pardon!) das Elternhaus, eine bis dato musikalisch nicht in Erscheinung getretene Familie, der Vater Maschinenschlosser, die Mutter Hausfrau. Zielstrebig peilt die kleine Bettina die ersten musikalischen Stationen an: mit 5 Jahren die 20-köpfige Blockflötengruppe, mit 6 zusätzlich die Akkordeongruppe, mit 9 schließlich die Stadtkapelle. Das allerdings hieß: Blasmusik. Hier sorgte ein genderpolitisch treffsicheres elterliches Trompetenverbot dafür, dass sie bei der mädchenkompatiblen Klarinette landete. Dann sucht sie sich ein musisches Gymnasium in Straubing, wo sie auch in einer (Achtung!) Laienspielgruppe mitwirkt, und geht von da nach Regensburg, um

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Katholische Kirchenmusik zu studieren. Schon bald aber wechselt sie in das freie Nürnberg, um am hiesigen Konservatorium, wie es damals noch hieß, klassisches Klavier zu studieren. Schon während des Studiums übernimmt sie musikalische Aufgaben an den Theatern in Regensburg, Landshut, Passau und Bamberg. Nach dem Studium bleibt sie in Nürnberg und arbeitet als freie Musikerin, spielt als Multiinstrumentalistin in verschienenen Formationen, erhält mit der Gruppe FEINTON den Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg sowie für ihre Theatermusiken den Nürnberger Theaterpreis des Fördervereins Schauspiel Nürnberg. Sie ist als Theatermusikerin in der gesamten deutschen Theaterlandschaft gefragt, ist in der Klassik ebenso zu Hause wie im Jazz und in der Weltmusik, im Musical genauso wie in der Rockmusik – am wohlsten aber fühlt sie sich, wenn sie das alles miteinander verbinden und vermischen kann. Crossover nennt man das dann. DIE PERFORMERIN Eine Zusatz-Begabung ist ihr ausgeprägter Drang, nicht nur musizierend, sondern auch mitspielend auf die Theaterbühne zu steigen. Das hat sie mehrmals getan: Sie spielte in Kinderstücken beim Theater Mummpitz, hat auf langen Stelzen und Klarinette spielend Baustellen-Führungen im halbfertigen Schauspielhaus gemacht, hat sich mit Lust in darstellerische Aufgaben am Staatstheater geworfen, zum Beispiel in „Was ihr wollt“, in „Himbeerreich“ und in „Ewig jung“. DIE MUSIKALISCHE LEITERIN Was ist das eigentlich? Um das zu beschreiben, zähle ich am besten ein paar Defizite auf, auf die man sich einzustellen hat, wenn es keine musikalische Leitung gibt. Ohne Musikalische Leitung wird während der Umbauphase ein teurer Flügel zwei Jahre lang aus Gründen der Platzersparnis hochkant an einer feuchten Außenmauer der Kongresshalle gelagert – und muss anschließend entsorgt werden. Ohne Musikalische Leitung wird am Tag vor dem Liederabend eine Vorstellung der „Orestie“ angesetzt, in der dieselbe Schauspielerin zwei Stunden ununterbrochen schreien muss – mit der Folge, dass der Liederabend leider nicht stattfinden kann. Ohne Musikalische Leitung müssen ausverkaufte Musical-Vorstellungen abgesagt werden, weil die Schauspielerstimmen die ungewohnte Höchstbelastung ohne fachliche Betreuung nicht durchhalten können.

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Ohne Musikalische Leitung werden Musiker aus München oder Berlin eingeflogen, weil man die regionale Szene nicht kennt. Ohne Musikalische Leitung vagabundieren für viel Geld angeschaffte Geräte und Instrumente frei zwischen den nur halbherzig zuständigen Abteilungen herum, werden nicht gepflegt, nicht repariert und nehmen Schaden. Ohne Musikalische Leitung plündern die Regisseur*innen ihren heimischen Plattenschrank, statt sich für ihre Inszenierungen passgenau den kongenialen Soundtrack komponieren zu lassen. Ohne Musikalische Leitung werden Schauspieler*innen engagiert, die nicht singen können. Ohne Musikalische Leitung dürfen die Zuschauer ihr Pausen-Getränk ungestraft auf dem Foyer-Flügel abstellen. Bettina Ostermeier hat vielen Inszenierungen mit ihrer Musik den Stempel aufgedrückt und damit wesentlich zum Erfolg beigetragen, zum Beispiel bei Peter Handkes „Immer noch Sturm“, Elfriede Jelineks „Kontrakte des Kaufmanns“ oder bei der „Römischen Trilogie“ von Shakespeare. Zwei Arbeiten möchte ich besonders hervorheben: Einmal „Peer Gynt“, wo sie meine Sicht auf das Stück mit einer aufwändig produzierten und sensibel komponierten Orgelmusik komplettierte, und „Die Rocky Horror Show“. Weil dieses Stück gemeinhin als ohnehin sicherer Mainstream-Erfolg gilt, ist es in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen worden als das, was die Inszenierung vor allem war: nämlich nicht der mit zusammengekauften Gästen gebastelte, spekulative Kassenknüller, sondern die musikalische Reifeprüfung unseres Nürnberger Ensembles, das höchst professionell gesungen und getanzt hat, das Schauspielhaus damit zum Beben gebracht hat und dem Repertoire etwas gegeben, was durch nichts anderes so erreicht werden kann. Das alles und noch viel mehr hat Bettina Ostermeier in den zurückliegenden Jahren für das Nürnberger Schauspiel geleistet. Sie hat die musikalische Bildung des gesamten Ensembles vorangetrieben, hat mit besonderer Begeisterung Opernsolist*innen, Orchestermusiker *innen und Schauspieler *innen zusammengebracht, hat dafür gesorgt, dass seit Jahren kein falscher, unprofessioneller, peinlicher oder unsensibler Ton auf unserer Bühne zu hören war. Sie hat den Preis verdient.

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: LIEBEN.LEIDEN.WERTHER.

UND DIE WELT VERLIERT SICH UM MICH HER! GOETHES „DIE LEIDEN DES JUNGEN WERTHERS“ ALS SOLOABEND MIT JANCO LAMPRECHT IN DER BLUEBOX Werther ist der Mann ohne Vorname. Werther ist jung. Werther ist stürmisch. Werther ist maßlos. Werther liebt und Werther leidet. Johann Wolfgang Goethe verfasste diesen wohl meistgelesenen Briefroman 1774 und zeichnet darin das Porträt eines jungen Menschen, der sein Gefühl auf der Zunge trägt und mit unbändiger Energie versucht, sich selbst zu finden. Werther wagt den Neuanfang. Er verlässt seine alte Umgebung, lässt Leonore, die unsterblich in ihn verliebt war, hinter sich und fühlt sich frei. Endlich frei. Mit frischem, wachem Blick zieht es ihn an einen neuen Ort. Die Eindrücke, die Menschen, alles überströmt ihn mit einer neuen Leichtigkeit und sein Glück scheint perfekt, als er zufällig Lotte kennen lernt. Zwar erwähnt sie bereits bei der ersten Begegnung, dass sie in einer Beziehung mit Albert ist, doch dieses Detail überhört Werther. Die Faszination, die Lotte auf ihn ausübt, übersteigt alles. Wie zwei Seelenverwandte finden sie zueinander, sie verstehen sich, und Werther fühlt sich endlich verstanden. Als Albert, der Mann an Lottes Seite, erscheint, bricht die harte Realität in Werthers Glück hinein. Welche Perspektive hat diese Beziehung? Zwischen schwärmerischem Gefühl und dem Versuch, eine Distanz zu ihr aufzubauen, gerät der junge Werther in einen Strudel, in dem sich die Grenzen zwischen Vernunft und Liebe auflösen. Er kann nicht ohne Lotte, und mit ihr kann er auch nicht. Ein erster Abschied scheint zunächst die Lösung. Doch in seinem neuen Umfeld mit neuer Arbeit eckt er an. Die Ausgrenzung, die ihm die Gesellschaft entgegenbringt, befördert seine Unzufriedenheit und sein Versuch, sich von Lotte zu distanzieren, scheitert. Er kommt nicht von ihr los, er muss sie wiedersehen, und je öfter er sie sieht, desto schmerzlicher wird die Erkenntnis, dass seine Liebe nicht erfüllt werden kann, dass ihm sein Glück mit Lotte verwehrt bleiben wird. Er fällt den Entschluss zu sterben, sich zu töten und seinem Leiden ein Ende zu bereiten. Als einen Soloabend mit Janco Lamprecht bringt Markus Hoppe, seit der Spielzeit 2015/2016 Regieassistent im Schauspiel, mit „LIEBEN.LEIDEN.

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WERTHER.“ seine erste eigene Inszenierung am Staatstheater Nürnberg heraus. Ein Abend über die Hoffnung auf Liebe, die Qualen des Leidens und die Suche nach dem eigenen Platz in der Gesellschaft. Ein junger Mensch lebt, liebt und leidet zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt, als würde sich die Welt um einen herum verlieren.

Arne Bloch Markus Hoppe, 1987 in Erfurt geboren, studierte dort Literaturwissenschaft und Philosophie. An der Universität Ostrau in Tschechien inszenierte er Goethes „Faust“ und Dürrenmatts „Die Physiker“. Seit 2015 ist er Regieassistent im Schauspiel am Staatstheater Nürnberg, wo er die szenische Lesung „Bahnwärter Thiel“ und den Poetry-Slam „Kabale und Hiebe“ einrichtete. Linda Siegismund studierte Bühnen- und Kostümbild an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und arbeitete anschließend am Theater Bielefeld als Bühnenbildassistentin. Seit Spielzeit 2015 ist sie Ausstattungsassistentin am Staatstheater Nürnberg und gestaltete hier auch eigene Bühnen- und Kostümbilder, u. a. für die Inszenierungen „Linke Läufer“, „Sämtliche Erzählungen“ sowie für Werkstattinszenierungen im Rahmen von „Talking about Borders“.

PREMIERE

: 23.02.2018, 20.15 UHR, BLUEBOX

LIEBEN.LEIDEN.WERTHER. Nach Johann Wolfgang Goethe In einer Fassung von Markus Hoppe und Arne Bloch Inszenierung: Markus Hoppe Bühne und Kostüme: Linda Siegismund Dramaturgie: Arne Bloch Mit: Janco Lamprecht WEITERE VORSTELLUNGEN: 04., 14., 20.03.2018


EINE RÜCKSCHAU AUF VIER PARTNERLÄNDER AN VIER ABENDEN Der Dramenwettbewerb und das dazugehörige Festival TALKING ABOUT BORDERS geht im Juni am Staatstheater Nürnberg bereits in die fünfte Runde. Mit dem Schwerpunkt ‚Baltikum‘ widmet sich die kommende Ausgabe erneut der Dramatik einer Region in Osteuropa. Dies bedeutet aber auch, dass es inzwischen bereits vier ehemalige Partnerländer gibt, in denen der Dramenwettbewerb unter der Federführung des Staatstheaters einst ausgeschrieben war. Ein zentrales Anliegen des Festivals war dabei, über die Dramatik hinaus, auch immer einen Blick auf die Besonderheiten von Kultur, Gesellschaft und Geschichte der Gastländer zu werfen. Ab Februar wird daher jeden Monat eines der früheren Partnerländer erneut im Mittelpunkt stehen. So unterschiedlich wie die Gastländer und die Programmpunkte des Festivals, sollen dabei auch die einzelnen Veranstaltungen ausfallen. Zum Auftakt wird im Februar eine szenische Lesung von „Nationalstraße“ präsentiert. Bereits zur letzten Festivalausgabe hat Kammerschauspieler Frank Damerius in Eigenregie den tschechischen Roman von Jaroslav Rudiš in ein spektakuläres Solo-

Programm verwandelt. Ein Gefühlsbad zwischen osteuropäischer Melancholie und derbem tschechischen Humor. Um gleichzeitig die aktuelle politische Situation in Tschechien zu beleuchten, findet im Anschluss ein „Nachgefragt Spezial“ statt. Ein Podium mit dem EU-Abgeordneten a. D. Martin Kastler, dem BBC-Journalisten Peter Brod und der tschechischen Literaturexpertin Zuzana Jürgen. Im März blicken wir mit einer Lesung von „Das achte Leben (für Brilka)“ noch einmal literarisch auf Georgien. Die seit 2003 in Hamburg lebende Autorin Nino Haratischwili hat in einem Familienepos das vergangene Jahrhundert verarbeitet, mit all seinen Krisen und politischen Umbrüchen. Ihr Buch wird Kammerschauspielerin Adeline Schebesch in einer Lesung vorstellen. In April und Mai folgen mit Veranstaltungen zu Polen und Armenien zwei weitere Schwerpunkte zu Ländern, in denen auch gegenwärtig noch heftige gesellschaftspolitische Veränderungen stattfinden, die in unterschiedlicher Weise unabdingbarer Teil einer europäischen Identität sind.

24. FEBRUAR 2018, 19.30 UHR, KAMMERSPIELE

NATIONALSTRASSE 

Jaroslav Rudiš, Deutsch von Eva Profousivá

SZENISCHE LESUNG MIT EINEM „NACHGEFRAGT SPEZIAL“ IM ANSCHLUSS Leitung: Christa Hohmann Bühne und Kostüme: Julie Véronique Wiesen Mit: Ksch. Frank Damerius

In Zusammenarbeit mit dem Europabüro Nürnberg und dem Tschechischen Zentrum München. 13. MÄRZ 2018, 19.30, BLUEBOX

DAS ACHTE LEBEN (FÜR BRILKA)  Nino Haratischwili LESUNG Leitung: Jascha Fendel Mit: Ksch. Adeline Schebesch

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EIN KOMPONIST IM LÄRM DER ZEIT WERKE VON DMITRI SCHOSTAKOWITSCH IM 3. PHILHARMONISCHEN KONZERT

Wohl kaum ein Komponist ist so sehr mit der Epoche verbunden, in der er lebt, wie der sowjetrussische Komponist Dmitri Schostakowitsch. Kurz nach dem Revolutionsjahr 1905 geboren, erlebte Schostakowitsch die Oktoberrevolution, Bürgerkrieg und Aufbruchsjahre der Sowjetunion, überlebte den Großen Terror der 1930er Jahre ebenso wie die Kriegsjahre, die kulturelle Eiszeit der Nachkriegszeit und schließlich die Ära nach Stalin. Alle diese großen politischen Ereignisse seiner Zeit hat Schostakowitsch in seiner Musik reflektiert, als manchmal affirmativer, aber oft kritischer Chronist seiner Epoche. Das Philharmonische Konzert „Lärm der Zeit“ präsentiert drei Werke aus sehr unterschiedlichen Lebensphasen des Komponisten, die zugleich jeweils für eine Epoche der Zeitgeschichte stehen. Die Ballett-Suite „Das goldene Zeitalter“ ist Schostakowitschs bekanntestes Stück aus den Anfangsjahren der Sowjetunion, einer Zeit des ungebrochenen Glaubens an den neuen revolutionären Menschen, technischen Fortschritt und die Überlegenheit des Sowjetreiches. Ganz im Zeichen einer politischen Agitprop-Kunst erzählt das 1929 entstandene Ballett von einer sowjetischen Fußballmannschaft, die zu einem Turnier in den Westen fährt und dort Glanz und Elend des Kapitalismus erlebt. Schostakowitsch, der ein leidenschaftlicher Fußball-Fan war, hat dazu eine Musik geschrieben, die die Unterhaltungsmusik seiner Zeit mit Märschen, Galopps und Foxtrotts munter aufgreift und die ganz den Optimismus seiner Epoche atmet. Die Suite „Das Goldene Zeitalter“ ist typisch für den frechen und witzigen Stil des damals 23-jährigen Komponisten. Ganz anders die Sechste Sinfonie, die nach Schostakowitschs erstem großen Bruch mit der Staatsmacht entstanden war. Der Komponist war 1936 wegen seiner Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ bei Stalin in Ungnade gefallen. Während um ihn herum in den folgenden Jahren zahlreiche seiner Freunde und Verwandte verhaftet, in den GULAG deportiert oder hingerichtet wurden, überlebte

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3. PHILHARMONISCHES KONZERT

Schostakowitsch in ständiger Angst diese Zeit. Mit der Fünften Sinfonie hatte er sich 1937 als Komponist rehabilitiert, doch seine Musik sollte von da an eine andere sein. Die fröhlichen Tanzmelodien aus der Zeit des „Goldenen Zeitalters“ klingen nun ironisch verzerrt, wie die Maske, die einer trägt, der weiß, dass das Aussprechen der Wahrheit tödlich ist. Ist es Zufall, dass Schostakowitsch gerade in der Sechsten Sinfonie die klassische Form der Sinfonie verlässt? Der lange langsame Kopfsatz und die beiden schrägen Scherzi im Stil der 1920er Jahre verwirrten und faszinieren bis heute. Und schließlich das Violinkonzert aus dem Jahr 1948, das unmittelbar unten den Folgen politischer Repressalien zu leiden hatte. Auf Beschluss des Zentralkomitees wurde Schostakowitsch mit dem gefürchteten Verdikt des Formalismus belegt, was einem Aufführungsverbot gleichkam – und das gerade komponierte Violinkonzert verschwand in der

: KONZERT

Schublade. Erst 1955, also nach Stalins Tod, konnte das Werk uraufgeführt werden und ist seitdem das erfolgreichste Solokonzert des Komponisten. Schostakowitschs Werk fasziniert heute gerade weil seine Musik die Verhältnisse seiner Zeit dokumentiert und sie zugleich kritisiert. Die verborgenen Botschaften in Schostakowitschs Musik und ihre ständige Doppelbödigkeit kann vielleicht der am besten Erfassen, der noch in der Sowjetunion gelebt hat. Mit Leonid Grin kommt ein Dirigent als Gast zur Staatsphilharmonie Nürnberg, der in den letzten Lebensjahren des Komponisten selbst in Moskau studiert hat. Leonid Grin wurde in der Ukraine geboren und studierte Dirigieren und Komposition bei Leo Ginsburg and Kiril Kondrashin, bevor er 1981 in die USA emigrierte. In den letzten Jahren war er Chefdirigent des Saarländischen Staatstheaters, des San Jose Symphony Orchestras und zuletzt des Orquesta Sinfonica Nacional de Chile.

Kai Weßler 19. JANUAR 2018, 20.00 UHR, MEISTERSINGERHALLE

LÄRM DER ZEIT

3. PHILHARMONISCHES KONZERT

Dmitri Schostakowitsch SUITE AUS „DAS GOLDENE ZEITALTER“ OP. 22A KONZERT FÜR VIOLINE UND ORCHESTER A-MOLL OP. 77; SINFONIE NR. 6 H-MOLL OP. 54 Solistin: Christina Brabetz, Violine   Musikalische Leitung: Leonid Grin KONZERTFÜHRER LIVE UM 19.15 UHR

Anschließend: Philharmonische Lounge Lassen Sie den Konzertabend in der Lounge im Foyer bei Musik und Gesprächen ausklingen.

Moderne Zeiten: Fahrplanauskunft in Echtzeit! 41


: XXX Die Nürnberger Aufführung ist, mit einem Wort, erstklassig. Sie zeigt uns das Werk in einer szenisch modernen Bühnenansicht, aber sie knechtet es nicht mit einer radikalen Umdeutung. XXX

Der Opernfreund

CARMEN Georges Bizet

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WIEDERAUFNAHME 27. JANUAR 2018 WEITERE TERMINE: 04., 13., 19.02.; 28.03.; 02., 25., 29.04.; 06.05.2018

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BEI EGERSDÖRFERS UNTERM SOFA

: STAATSTHEATER EXTRA

PIET KLOCKE, FLO KERSCHNER UND MONGOLEN-RAP DRITTE AUSGABE VON „BEI EGERSDÖRFERS UNTERM SOFA“ Zum dritten Mal ziehen „die Egersdörfers“ – Kabarettist Matthias Egersdörfer mit seiner Bühnenpartnerin Carmen alias Claudia Schulz – ins Opernhaus. Mit „Bei Egersdörfers unterm Sofa“ hat der fränkische Kabarettist eine ganz eigene Form von Kabarett, Musik und Talk gefunden. Das Konzept ist einfach: Egersdörfer grantelt auf dem Sofa, während Carmen kocht. Doch dann kommen Gäste, und alles ist plötzlich ganz anders. Die neue Egersdörfer-Ausgabe wartet mit prominenten Gästen auf: Allen voran der Kabarettist Piet Klocke, der in seiner Rolle als zerstreuter Musikprofessor Schmitt-Hindemith seit Jahren zu den Stars der deutschen Kabarett- und Comedy-Szene zählt. Klocke ist der Meister des Anakoluths, der keinen seiner Sätze zu Ende bringt, sich durch abstruse Geschichten assoziiert und beim Applaus sein Publikum ermahnt: „Das geht alles von Ihrer Zeit ab!“ Die Teilnahme in der Show „RTL Samstag Nacht“ und „7 Tage, 7 Köpfe“ sowie am Arosa-Humor-Festival brachten den Durchbruch als Komödiant. Klocke ist Preisträger des Bayrischen Kabarettpreises und des Wettbewerbs „Tegtmeiers Erben“. Für die Musik sorgt die fränkisch-mongolische Band Egschiglen. Egschiglen bedeutet „Wohlklang“ oder „schöne Melodie“. Das 1991 in Ulan Bator gegründete fünfköpfige Ensemble, das seit 1995 in Röthenbach an der Pegnitz ansässig ist, gehört zu den renommiertesten Weltmusik-Ensembles weltweit. Die fünf Musiker verbinden traditionelle und zeitgenössische mongolische Musik auf traditionellen Instrumenten wie der zweisaitigen Pferde­ kopfgeige Morin khuur, dem Hackbrett Joochin, der Wölbbrettzither Yatga, der bundlosen, zweisaitigen Langhalslaute Toshuur, dem gestrichenen Pferdekopf-Kontrabass Ich khuur und der Rahmentrommel Hets, mit Elementen westlicher Musik wie dem Rap. Durch den Kontakt zu hiesigen Musikern kamen

bayrische Volksmusiktraditionen und fränkische Volkslieder hinzu, die sie im mongolischen Stil bearbeitet haben. Egschiglen treten regelmäßig bei renommierten Weltmusik- und Klassik-Festivals vor allem in Westeuropa und in Asien auf. Als Talkgäste werden erwartet der Radio KultModerator Flo Kerschner (Hitradio N1), der seit mehreren Jahren seinen ganz eigenen Stil der Morgenshow in Nürnberg entwickelt hat. Außerdem talkt Egersdörfer mit dem Maskenbildner Armin Häfner über haarige Angelegenheiten hinter den Kulissen des Staatstheater Nürnberg.

19. JANUAR 2018, 20.00 UHR, OPERNHAUS

BEI EGERSDÖRFERS UNTERM SOFA KABARETT, MUSIK UND TALK IM OPERNHAUS Konzeption: Matthias Egersdörfer Bühne und Kostüme: Anne Cierpka; Lena Scheerer Dramaturgie: Kai Weßler Mit: Matthias Egersdörfer, Claudia Schulz, Florian Kerschner, Piet Klocke und Nicole Johänntgen Musik: Egschiglen Medienpartner

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STAATSTHEATERABONNENT *INNEN BESUCHEN SCALA UND BOLSHOI INTERNATIONALE THEATERREISEN MIT STUDIOSUS REISEN NACH MAILAND UND MOSKAU Mit einer kleinen schicken Opern- und Ballett-Reise nach Hamburg hatten das Staatstheater und unser Partner STUDIOSUS Reisen das Programm im Herbst 2016 eröffnet. Für 2017 wurden nach der äußerst positiven Resonanz die Ziele deutlich weiter gesteckt: Eine Opernreise nach Mailand mit zwei Besuchen in der Scala und eine Ballettreise nach Moskau mit Vorstellungsbesuchen im Bolshoi und im Stanislawski-Theater waren die Reiseziele. Und für alle Teilnehmer*innen gerieten auch diese beiden Kulturreisen zu ganz besonderen Erlebnissen. METROPOLE AUS KUNST, MODE & VIEL MUSIK Ende Oktober startete die Gruppe vom Flughafen München in die norditalienische Metropole Mailand, wo Reiseleiterin Dr. Susanne Grötz die Gruppe in Empfang nahm. Mit dem Thema ‚Lebensende‘ begann bei spektakulärem Abendrot noch am gleichen Abend das Besichtigungsprogramm am Friedhof Monumentale, wo bis heute das „Who is Who“ Mailands seine letzte Ruhe findet. Mailand ist reich an Kulturschätzen aller Art, viele davon nur wenige Gehminuten vom zentral gelegenen UNA-Hotel entfernt. Doch bei aller Fülle hinterlassen Besuche wie der im Refektorium des Klosters Santa Maria delle Grazie bei Leonardo da Vincis „Abendmahl“ oder auf dem Dach des Mailänder Doms (bei strahlendem Sonnenschein!) ganz besondere Eindrücke. Ansonsten stand die Oper im Mittelpunkt und mit ihr Italiens wichtigster und berühmtester Komponist: Giuseppe Verdi. Die Mailänder Scala, Verdis „Wohnzimmer“ und ein Opernhaus, das Sängerlegenden hervorgebracht hat wie kein zweites, war nicht nur Ziel der beiden Opernaufführungen von Giuseppe Verdis „Nabucco“

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und Carl Maria von Webers „Der Freischütz“, auch das Theatermuseum mit der aktuellen Sonderausstellung über das Wirken der legendären Maria Callas stand auf dem Besuchsprogramm. Zwei lebende Legenden beeindruckten schließlich beim Opernbesuch, denn kein Geringerer als der italienische Bariton Leo Nucci (73) sang die Titelpartie Nabucco, die Musikalische Leitung der Vorstellung hatte der Dirigent Nello Santi (86). – Wir durften diese enthusiastische Feier der Mailänder Operngemeinde miterleben, die nachdrücklich zeigte, wie eine Gesellschaft sich im gemeinsamen Opernerleben innigst verbunden fühlt und wie in Italien die Oper nach wie vor als zutiefst nationale Angelegenheit zelebriert wird. – Mit dem Besuch der Casa di Riposo, dem von Verdi gestifteten und u. a. aus seinem Nachlass unterhaltenen Altenwohnstift für Sänger*innen und Musiker*innen, am anderen Vormittag war das Programm dann auch gewissermaßen wieder am thematischen Anfang der Reise, dem Lebensende, angekommen und ein perfekter Abschluss des Besichtigungsprogramms zum Thema Verdi.


WINTERSONNE, KREML, SPITZENTANZ Im Mittelpunkt der Moskau-Reise standen hingegen der Tanz und ein ausführliches Besichtigungsprogramm der an Kunstschätzen nicht minder reich ausgestatteten russischen Hauptstadt. Bei einem späten Abendessen im Restaurant „Boris Godunov“ am Anreisetag und dem anschließenden nächtlichen Stadtspaziergang mit der StudiosusReiseleiterin Natalia Iwchenkova zum nahgelegenen Roten Platz und seinen weltberühmten Gebäuden kamen die Teilnehmer*innen gleich miteinander ins Gespräch und tauschten Theatererfahrungen aus. Schließlich tat der beeindruckende Frühstücksraum des Metropol-Hotels am ersten Morgen mit Springbrunnen und Harfenmusik und einer Fülle von Angeboten, vom kontinentalen Frühstück bis hin zu Krimsekt und Kaviar, ein Übriges, um bei allen eine ausgelassene Vorfreude auf das Programm der folgenden vier Tage zu wecken. Nach einer Stadtrundfahrt und dem Besuch der Christ-Erlöser-Kathedrale stand am Abend das Bolshoi-Theater, das in Sichtweite zum Hotel lag, auf dem Programm: eine Aufführung von „Giselle“ des legendären Moskauer Bolshoi-Balletts. Bei kalten Temperaturen, aber wunderschönem sonnigen Winterwetter mit strahlend blauem Himmel präsentierte sich anderntags der Kreml mit seinen ehrwürdigen Gebäuden, u. a. die Mariä-Entschlafens-Kathedrale mit ihrer unglaublich filigranen Ikonenwand und die Rüstkammer, die Schatzkammer

des Kremls, mit ihrer beeindruckenden Sammlung. Abends folgte ein weiterer Höhepunkt mit der Eröffnung des internationalen Context-Tanzfestivals im Stanislawski-Theater, bei der die Choreographie „Asunder“ des Nürnberger Ballettdirektors Goyo Montero zur Uraufführung kam. Bei der anschließenden Premierenfeier im Metropol-Hotel konnten einige Reiseteilnehmer*innen dann auch die Gelegenheit nutzen, mit Goyo Montero ein paar persönliche Worte zu wechseln. Als weitere Highlights standen zwei weltberühmte Kunsttempel auf dem Reiseplan: In der Tretjakow-Galerie konnten die Teilnehmer*innen zunächst einen Einblick in die bedeutende IkonenSammlung erhalten und Gemälde und Skulpturen russischer Künstler*innen kennenlernen, bevor sie dann im weltberühmten Puschkin Museum die beeindruckende Kollektion der klassischen Moderne sowie den „Schatz des Priamos“ besichtigten. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt lernten die Reiseteilnehmer*innen auch viel über die Menschen und das Leben in Russland, denn Reiseleiterin Natalia nutzte jede Gelegenheit, um über Land und Leute zu informieren und für „ihr“ geliebtes Heimatland zu werben. Auf vielfachen Wunsch der Reiseteilnehmer*innen führte sie schließlich auch eine kleine Exkursion in den Moskauer Untergrund an, in die weltberühmte Metro mit ihren prachtvoll ausgeschmückten Stationen.

Ob Moskau oder Mailand, am Ende der Reisen waren sich hier wie dort alle einig in der Bilanz: Jeweils fünf Tage mit tollen Erlebnissen, interessante neuen Bekanntschaften und Eindrücke, die lange nachwirken. – Dabei stehen die nächsten Reiseziele schon fest: Im Frühjahr bieten wir eine Opernreise nach Athen an, im Sommer präsentieren wir Ballett und Oper an Rhein und Ruhr.

Verena Kögler / Susanne Wissen 45


STAATSTHEATER EXTRA

: BERND REGENAUER

HARALD NÜTZEL IST ZURÜCK! „ERLEUCHTUNG VOL.1 - DER WEG VOM ERFOLG“ – EINE FRÄNKISCHE SATIRE VON UND MIT BERND REGENAUER

Die Kunstfigur Harald Nützel ist ein Meister des akribisch organisierten Wahnsinns, stets auf der Suche nach dem „Haken in der Suppe“. Nützel ist einer, der zunächst unbeirrt auf sein Ziel losgeht, um es umso eleganter zu verfehlen. In der Art, wie er trotz diverser Rückschläge von seiner Mission überzeugt ist, zeigt sich die satirische Kraft seines Erfinders Regenauer, der um ihn und die groteske Ausgangssituation herum ein höchst amüsantes Einpersonenstück geschrieben hat. Donaukurier

Bernd Regenauer, der über die Grenzen Nürnbergs bekannte „Nämbercher“ Lokalmatador und Träger des bedeutenden Deutschen Kabarettpreises, rechnet in seinem neuen Satire-Solo genüsslich mit dubiosen Heilsverkündern, selbstverliebten Optimierungs-Coaches und zwielichten Mental-Gurus ab. Es sind just all jene, die auf dem Rücken einer emotional zutiefst verunsicherten Gesellschaft ihren Reibach machen wollen. Wer nimmt sie aufs Korn und zieht deren Machenschaften genüsslich durch den Kakao? Niemand ist dafür besser geeignet als Bernd Regenauers Bühnen-Kultfigur Harald Nützel. Denn wenn es darum geht, die Summe aller rhetorischer Verrenkungen und Scheinwahrheiten dieser selbsternannten Heilsbringer, Coaches und Gurus beim Wort zu nehmen, dann bietet Nützels neues Seminar Erleuchtung und die perfekte Erfolgsberatung an. Der mit allen Heilwassern gewaschene, waschechte Franke teilt seinen umfassenden Erfahrungsschatz mit allen Interessierten. Sein neues Aufbau-Seminar „Stärkung menschlicher Schwächen“, das nach den 12 Lehrsätzen von Erfolgs-Guru Jerry Saltzman strukturiert ist, coacht die Seminarteilnehmer*innen zum Erfolg und am Ende erhält jeder ein „OriginalNützel-Zertifikat“. Das Seminar bietet neben dem fränkischen Dialekt mit hochdeutschem Akzent, u. a. moderne Multimedia-Technik und „WhatsApp“Direktkontakt. In diesem 100 Minuten-Seminar wird sich ein jedes Leben schlagartig verändern und jede*r Teilnehmer*in wird mit einem riesigen Siegerlächeln den Seminarraum verlassen und neue Pfade des Erfolges bestreiten. So sieht es jedenfalls der Seminarplan von Harald Nützel vor und wer Nützel kennt, weiß, wo das hinführt. Wer ihn nicht kennt, wird ihn kennen lernen: Beste Unterhaltung, großer Spaß und wahrhaft intelligentes kabarettistisches Hochvergnügen.

26. JANUAR 2018, 19.30 UHR, SCHAUSPIELHAUS

ERLEUCHTUNG VOL. 1 – DER WEG VOM ERFOLG BERND REGENAUERS NÜTZEL – FRÄNKISCHES KABARETT

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nachmittags:

Dauerkarte

abends:

Abo

Manuel 29 Jahre Sportwissenschaftler


STAATSTHEATER EXTRA

: KULTURTICKET NÜRNBERG

EINE ERFOLGSGESCHICHTE GEHT IN DAS VIERTE JAHR WEITERE HELFERINNEN UND HELFER GESUCHT!

Im Mai 2015 startete das Projekt Kultur­ TicketNürnberg unter dem Dach der Bürgerstiftung Nürnberg in seine Pilotphase. Damals gab es 37 KulturGäste, die sich als Inhaber*innen des NürnbergPasses auf das neue Angebot, kostenfrei ausgesuchte Kulturveranstaltungen besuchen zu können, freuten. Unterstützer der ersten Stunde war neben dem Gostner Hoftheater, anderen kleineren Bühnen der Stadt und dem Club, das Staatstheater Nürnberg. Wir sind seit jeher, wie die zwischenzeitlich über 65 teilnehmenden Nürnberger Kultur- und Sportveranstalter, von der Idee überzeugt, dass die Teilhabe aller auch an den Kulturangeboten wichtig ist für ein gelingendes Miteinander in unserer Stadt. Seitdem ist viel passiert. Vor allem die Anzahl der KulturGäste wächst kontinuierlich an. 20 bis 30 neue Teilnehmer*innen gibt es monatlich, so dass sich zwischenzeitlich über 900 KulturGäste über das breite Angebot freuen. Kein Wunder, dass vermutlich bereits im Frühjahr 2018 das 15.000. Kulturticket vermittelt werden kann.

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Ich möchte Ihnen hiermit vielmals für den schönen Theaterabend danken. Es war wirklich toll und ich habe so etwas noch nie gesehen, da ich das erste Mal im Theater war. Ohne Sie hätte ich davon keine Kenntnis erlangt und hätte die Chance nicht gehabt. Deswegen nochmals vielen, vielen, lieben Dank dafür.


Das ist ein sehr schöner Erfolg. Vor allem auch für die Menschen, die ehrenamtlich mit ihrem Engagement hinter dem Angebot stehen. Denn das Gelingen des Projektes „KulturTicketNürnberg“ steht und fällt mit denen, die nicht nur das Kartenangebot für die Vermittlung einwerben und KulturGäste für die Teilnahme an KulturTicketNürnberg begeistern, sondern vor allem auch täglich die Karten an die Gäste direkt vermitteln. Hierin liegt das „Erfolgsrezept“ von KulturTicketNürnberg: Die KulturGäste werden von mittlerweile 12 ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen telefonisch über die verfügbaren Angebote Nürnberger Kultur- und Sportveranstalter informiert und erhalten bei Interesse bis zu zwei kostenfreie Tickets, die dann an der Abendkasse bereitgelegt werden. Nun sucht das Team um Frau Sichler weitere kultur- und sozial engagierte Mitbürger*innen, die im Team der „Kontakter“ mitmachen wollen. Die Voraussetzungen? Sie sollten mindestens drei Stunden je Woche Zeit haben. Selbstverständlich werden die neuen Teamkolleg*innen in die Aufgaben sorgfältig eingewiesen und arbeiten anschließend in freier Zeiteinteilung zusammen an einem Projekt, das vor allem eines bereitet: Freude. Der Vorteil für die Ehrenamtlichen: Es ist ohne weiteres möglich, von zu Hause aus das KulturTicketNürnberg zu unterstützen. Die Möglichkeiten für Fortbildungen und die Gelegenheit zum gemeinsamen Austausch runden das Engagement ab. Weitere Informationen darüber, wie man KulturGast, KulturPartner oder Sozialpartner werden kann, finden Sie auf der Internetseite der Bürgerstiftung. KulturTicketNürnberg freut sich über jeden neuen KulturGast, aber auch über Ehrenamtliche, die Lust und Freude am Vermitteln der KulturTickets haben.

Johann Casimir Eule

KULTURTICKET NÜRNBERG C/O BÜRGERSTIFTUNG NÜRNBERG Nordring 98 90409 Nürnberg Tel.: 0911 - 660 45 59 Fax: 0911 - 660 45 58 info@kulturticket-nuernberg.de www.buergerstiftung-nuernberg.de KulturTicket Nürnberg

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sein psychologisches Fingerspitzengefühl. Das wahre Verdienst seiner fast zwei Jahrzehnte währenden Tätigkeit als Schauspiel-Chef ist der Aufbau und die Führung eines ausgezeichneten, vielseitigen DarstellerTeams. […] Bis zum Ende der Spielzeit ist es ja noch ein bisschen hin, aber schon jetzt ist klar: Dieses Ensemble ist so leicht nicht zu ersetzen und wird uns fehlen.

DAS LIVE-HÖRSPIEL ÜBER DIE NÜRNBERGER ZOMBIEAPOKALYPSE KOMMENTIERT DIE SÜDDEUTSCHE ZEITUNG: Die Schauspieler erzeugen durch die Geräte auf den Tischen eine beeindruckende Klangkulisse. Es piepst, rauscht, knackt und klappert, und man merkt den dreien an, wie viel Spaß ihnen das Spiel jenseits eines allzu strengen Stückkorsetts macht. Eines Spiels, das immer ernstere Fragen aufwirft. […] Was macht den Menschen überhaupt zum Menschen und wann hört er auf, einer zu sein? „Nekropolis“: Ein philosophisches, hochbrisantes Live-Hörspiel, das den Besuch unbedingt lohnt.

ÜBER DAS 2. PHILHARMONISCHE KONZERT BERICHTETE DIE NÜRNBERGER ZEITUNG: Klug hatte GMD Marcus Bosch die „Reformationssinfonie“ Mendelssohn Bartholdys […]in Beziehung zu Leonard Bernsteins „Kaddish“-Sinfonie gesetzt. […] Die große Sängerin, Regisseurin und Rezitatorin Brigitte Fassbaender schaffte es, diesen Worten von einem Pult am Rande der breiten Bühne mit in sich ruhendem, fast sachlichem Vortrag existenzielles Gewicht zu geben. Die Staatsphilharmonie entfesselte mächtige Klangsteigerungen, flankiert von den aufgewühlten, stimmlich präzise geführten Passagen des Tschechischen Philharmonischen Chors Brünn sowie der Mädchen des Kinder- und Jugendchors der Philharmonie Brno. […] Großer Beifall für ein bewegendes Konzert.

DIE NÜRNBERGER ZEITUNG BERICHTETE ÜBER … UND IN DEN NÜRNBERGER NACHRICHTEN WAR „DIE WIEDERVEREINIGUNG DER BEIDEN KOREAS“: ZU LESEN: Dazu intonierte die vor allem in der PerKlaus Kusenberg zeigt sich mit dem französischen cussion massiv aufgestockte Staatsphilharmonie Stück von seiner leichtesten, liebenswertesten Seite. jenen faszinierend schillernden, temperamentvoll Keine Szene, die man nicht mit Spannung verfolgt… eklektizistisch zwischen Jazz-Rhythmik, ZwölftonOder dem schieren Vergnügen. […] Die Macht des reihe und Spätromantik pendelnden InstrumentalTheaters wird hier noch einmal […] beschworen, ganz sound, den Bernstein in seiner dritten und letzten ohne Anstrengung: zauberhaft leicht, gestochen klar, Sinfonie so virtuos präsentiert. […] viel Jubel für fast jugendlich. Prospero lässt seine Geschöpfe frei. die Ausführenden und eine sehr nette Geste von Ein schönes Ende – das auch ein Anfang sein könnte. Marcus Bosch am Ende: Er überreichte dem lang gedienten 2. Violinisten Ewald Laube nach seinem UND DIE NÜRNBERGER NACHRICHTEN KOMMENletzten Konzertauftritt mit der Staatsphilharmonie TIEREN: In Nürnberg teilen sich fünf Schauspielerinnen einen Extra-Blumenstrauß. und fünf Schauspieler die Rollen im fliegenden Wechsel, fast die Hälfte des Ensembles. Es wäre ungerecht, eine oder einen hervorzuheben, denn alle sind auf ihre Weise großartig. […] Kusenberg beweist als Regisseur

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UND TANZNETZ URTEILT ÜBER DAS NEUE TANZSTÜCK: „Dürer‘s Dog“ fasziniert auf allen Ebenen und überzeugt in jedem Moment [...] Am Ende genießt man mit „Dürer‘s Dog“ eines der emotionalsten und schönsten Ballette Monteros.

ÜBER DIE PREMIERE VON LEHÁRS „DIE LUSTIGE WITWE“ BERICHTETEN DIE NÜRNBERGER NACHRICHTEN: Martin Platz gibt einen hinreißend sportiven Rosillion mit verführerischem Schmelz und Charisma in der Stimme, während seine angebetete Valencienne (Ina Yoshikawa) tänzerisch und sängerisch leichtfüßig durch die Ballnacht wirbelt. Ludwig Mittelhammer ist [...] ein sehr ansehnlicher Danilo [...]. Auch Isabel Blechschmidt versieht ihre Hanna in aufregenden Roben mit viel Charme und Koketterie. [...] Guido Johannes Rumstadt hielt auf Delikatesse und sicherte die instrumentale Substanz der Ohrwurm-Parade. UND DER FRÄNKISCHE TAG BILANZIERTE: Unbedingt sehenswerte Unterhaltung. [...] Nein, die Operette ist nicht tot.

ÜBER DIE URAUFFÜHRUNG VON GOYO MONTEROS „DÜRER’S DOG“ SCHRIEB DIE SÜDDEUTSCHE ZEITUNG: Goyo Montero hat zusammen mit der Bühnenbildnerin Eva Adler die Bühne des Nürnberger Opernhauses als offenen Raum inszeniert, umweht von aus dem Bühnenhimmel stürzenden Vorhängen aus luftiger Fallschirmseide. Darin ereignen sich starke abstrakte Bilder, kongenial nochmals verstärkt von einer klangmächtigen, von der Staatsphilharmonie Nürnberg unter Guido Johannes Rumstadt dynamisch musizierten Musikmischung.

VIEL LOB GAB ES ZUR PREMIERE DER MUSICALREVUE „THE LIGHTS OF BROADWAY“, WIE IN DEN NÜRNBERGER NACHRICHTEN: Eine geballte Ladung gute Laune und fetziger Swing […] Ja, er ist schon ein echter Könner, dieser Gaines Hall. Sein Sinn für Timing, für das rechte, nicht zu ausführliche Moderatorenwort, für choreographischen Drive und für gesanglichen Feinschliff machen aus dieser Best-ofProduktion eine mitreißende Angelegenheit. UND DER FRÄNKISCHE TAG BERICHTET: Die Nürnberger bieten zusammen mit der Münchner Theaterakademie August Everding Perfektion, hoch professionell in jedem Aspekt. […] Dies alles gedieh zu einer stupenden Gesamtleistung, die mit tosendem Beifall belohnt wurde. BESCHWINGT ZEIGEN SICH DIE NÜRNBERGER NACHRICHTEN VOM NEUJAHRSKONZERT: Die Werkauswahl ist äußerst klug und pendelt zwischen höchst populären Zugnummern wie der „TritschTratsch-Polka“, der „Fledermaus“-Ouvertüre und dem aparten „Dorfschwalben aus Österreich“-Walzer. Dazwischen bleibt viel Raum, um auch unbekanntere Preziosen […] in den festlich geschmückten Saal zu stellen. Das Orchester nimmt sich der Auswahl mit ebenso großem Einsatzwillen wie liebevoller Arbeit am Detail an. […] Dass das alles nicht in Routine fällt, sondern auch nach Jahren als gut gepflegte Tradition erlebbar wird, ist dem besonderen Engagement aller Beteiligten zuzurechnen.

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Ensemblemitglied NICOLAI KARNOLSKY gab am 12. November als Gast sein HAUSDEBÜT an der DRESDNER SEMPEROPER. Dort war er als Sparafucile in Verdis „Rigoletto“ zu erleben, einer Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff, unter der Musikalischen Leitung von Eun Sun Kim. +++ +++ +++ +++ +++ Die Aufnahme von Antonín DVOŘÁKS 1. SINFONIE MIT DER STA ATSPHILHARMONIE NÜRNBERG unter Leitung ihres Generalmusikdirektors Marcus Bosch wurde für den I N T E R N AT I O N A L C L A S S I CAL MUSIC AWARDS 2018 in der Kategorie Sinfonische Musik nominiert. Der ICMA wird jährlich von einer internationalen Jury aus Musikkritiker *innen in 22 Kategorien vergeben. Die Preisträger * innen werden im Januar 2018 bekannt gegeben. +++ +++ +++ +++ +++ I m Ve r l a g T h e at e r d e r Zeit ist „WILLKOMMEN ANDERSWO – SICH SPIELEND BEGEGNEN. THEATERARBEIT MIT EINHEIMISCHEN UND GEFLÜCHTETEN“ erschienen: Der Rechercheband dokumentier t acht Aufführungen des gleichnamigen Festivals, das im Mai 2017 in Bautzen stattgefunden hat, und verdichtet sie zu exemplarischen Modellen der Theaterarbeit für eine künftige transkulturelle Gesellschaft. Mit dabei: die „Life Odyssee“ des Theaterclubs „Freunde & Feste“ des Staatstheater Nürnberg UNTER LEITUNG VON ANDRA-MARIA JEBELEAN. +++ +++ +++ +++ +++ D a s v o n R A L F -J Ö R N KÖSTER, Solo-Oboist der Staatsphilharmonie, 2016 publizierte Fachbuch über die Herstellung der Mundstücke einer Oboe „VON

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DER HOLZSTANGE ZUM OBOENROHR“ ist nun auch in einer ENGLISCHEN AUSGABE herausgebracht worden: „Reliable Reeds“. Es ist das erste Buch über den Rohrbau auf dem Markt und entwickelt sich zum Standardwerk. In Deutscher Sprache ist das Werk bereits in der 2. Auflage im Handel, rund 400 Exemplare diese Fachbuches wurden bereits in Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft. Ralf-Jörn Köster ist auch seit 15 Jahren als Lehrer an den Musikhochschulen in Würzburg und Nürnberg mit diesem handwerklichen Aspekt des Oboenspielens befasst. +++ +++ +++ +++ +++ Im November 2017 feierte GOYO MONTEROS neuestes Tanzstück „ASUNDER“ im Rahmen von DIANA VISHNEVAS CONTEXT FESTIVAL seine Uraufführung zunächst in MOSKAU (Stanislawski-Theater), anschließend in St. Petersburg (MariinskyTheater). Es tanzten EnsembleMitglieder des Ballett Perm zur Musik von Richard Wagner und Frédéric Chopin, die von Klangkünstler Owen Belton adaptiert und bearbeitet wurde. Eindrücke und Ausschnitte unter w w w. dancemagazine.com. Das neue Stück wurde nun zum Holland Dance Festival in Zuiderstrandtheater nach Den Haag eingeladen, wo es zum ersten Mal in Westeuropa zu sehen ist. 25. JANUAR 2018, DEN HAAG +++ +++ +++ +++ +++ Die Kostümschneiderei des Staatstheaters öffnet wieder ihre Schatztruhen und lädt diesmal saisongerecht vor den Faschingstagen zum KOSTÜMVERKAUF IM SCHAUSPIELHAUS. Rund 2.000 Kostüme, Second HandKleidung und Schuhe aus frü-

heren Schauspiel-, Opern- und Ballett-Inszenierungen werden zu günstigen Preisen angeboten und können auch gleich vor Ort anprobiert werden. Die einzelnen Stücke sind mit festen Preisen ausgezeichnet, die größtenteils zwischen einem und achtzig Euro liegen. – Eine herrliche Gelegenheit, sich für die Faschingssaison exklusiv einzukleiden, auch für die Alltagsgarderobe ist reichlich Auswahl geboten. 20. JANUAR, 10 BIS 14 UHR, SCHAUSPIELHAUS FOYER +++ +++ +++ +++ +++ Die NÜRNBERGER VESPERKIRCHE wurde jüngst mit dem EHRENAMTSPREIS DER E VA N G E L I S C H E N K I R C H E in Bayern ausgezeichnet. Das Staatstheater Nürnberg fördert dieses Projekt als Kulturpartner seit seinem Beginn im Jahr 2015. Die Vesperkirchen-Saison 2018 dauert vom 14. Januar bis zum 25. Februar. Das Staatstheater steuert in diesem Zeitraum vier Benefizveranstaltungen in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche bei. Den Anfang machen der Tenor ILKER ARCAYÜREK und die Pianistin FIONA POLLAK mit einem Schubert-Liederprogramm am 14. JANUAR, 17 UHR, GUSTAVADOLF-GEDÄCHTNISKIRCHE +++ +++ +++ +++ +++


Auch in diesem Jahr hat das BALLETT kurz vor dem Jahreswechsel eine SPENDENAKTION gestartet. Bei der Vorstellung von „Dürer’s Dog“ am 25. Dezember 2017 sammelten Ballettdirektor Goyo Montero und sein Tanzensemble unter den Theatergästen Spenden in Höhe von 654,30 €. Der gesamte Erlös geht an „ÄRZTE OHNE GRENZEN“. +++ +++ +++ +++ +++ VIER SPIELEN QUARTETT – und zwar von Haydn, Webern und Beethoven im 3. KAMMERKONZERT des Philharmonie e. V. Christiane Seefried (Violine), Ingrid Bauer (Violine), Sebastian Rocholl (Viola) und Christoph Spehr (Violoncello) präsentieren den Kammermusikgenuss am Sonntagnachmittag. 21. JANUAR, 15 UHR, GLUCK-SAAL +++ +++ +++ +++ +++

Im November verstarb der Musiker, Komponist und Arrangeur STEFAN NAST-KOLB, der über Jahrzehnte hinweg in verschiedenen Ensembles und Formationen auf großen und kleinen Bühnen der Region zu Hause war. Am Staatstheater Nürnberg hatte der Multiinstrumentalist bereits unter Holger Berg die Musikalische Leitung verschiedener Schauspielproduktionen inne. Zu Beginn der Ära Kusenberg verband ihn eine enge Zusammenarbeit mit Georg Schmiedleitner und er setzte wichtige gestalterische Impulse in wegweisenden Inszenierungen wie „Geschichten aus dem Wiener Wald“, „Mamma Medea“ oder „Margaretha die Napoli“. In vielen Inszenierungen stand er bis 2009 als Musiker selbst auf der Bühne, darunter „Black Rider“, „Piaf“ „Antigone“ oder „Shockheaded Peter“, und gestaltete immer wieder erfolgreiche Late Night Programme für das Schauspiel Nürnberg.

Sie ist groß, schwer und hat ganz beeindruckende Töne auf Lager: die Tuba ist der Held unseres 3. KINDERKONZERTES „TUBBY, DIE TUBA“. Kinder und Erwachsene erfahren an diesem Vormittag, was sich mit diesem Instrument über die bekannte Humpah–humpah-Begleitung hinaus für schöne Musik machen lässt. Die Staatsphilharmonie Nürnberg und ihr Solo-Tubist Matthias Raggl spielen unter der Leitung von Jan Croonenbroeck. Der Schauspieler Thomas L. Dietz moderiert das Konzert für die ganze Familie. 04. FEBRUAR, 10 UND 12 UHR, OPERNHAUS +++ +++ +++ +++ +++

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Stiftung Staatstheater Nürnberg, Richard-Wagner-Platz 2-10, 90443 Nürnberg Tel.: 0911-231-3575 · info@staatstheater.nuernberg.de

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INFORMATION UND TICKETS 0180-1-344-276 (Festnetz 3,9 ct/Min; Mobilfunk bis 42 ct/Min) www.staatstheater.nuernberg.de ADRESSEN SPIELSTÄTTEN: Opernhaus (und Gluck-Saal), Schauspielhaus mit Kammerspielen und BlueBox, Richard-Wagner-Platz 2–10, 90443 Nürnberg, Meistersingerhalle, Münchener Straße 21, 90478 Nürnberg Gustav-Adolf-Gedächtniskirche, Allersberger Str. 116, 90461 Nürnberg

IMPRESSUM Herausgeber: Staatstheater Nürnberg Staatsintendant: Peter Theiler Geschäftsführender Direktor: Christian Ruppert Redaktion: Dramaturgie, Kommunikation, Marketing, Theaterpädagogik Titel: Dürer’s Dog Im Bild: Ester Pérez Foto: Jesús Vallinas Fotos: Annemie Augustijns, Marion Bührle, Günter Distler, Jenny Hobrecht, Verena Kögler, Jutta Missbach, Neda Navaee, Ludwig Olah, Lena Scheerer, Jesús Vallinas, Julie Veronique Wiesen, Susanne Wissen, Henk Witti Gestaltung: Julia Elberskirch, Jenny Hobrecht Druck und Anzeigen: Offsetdruck Buckl GmbH

Das Staatstheater ist eine Stiftung öffentlichen Rechts unter gemeinsamer Trägerschaft des Freistaats Bayern und der Stadt Nürnberg Stand: Januar 2018, Änderungen vorbehalten

Hauptsponsor

Mäzenin Oper

Henriette Schmidt-Burkhardt †

Hauptsponsor Schauspiel

Hauptsponsor Ballett

Sponsor Konzert

Hauptsponsor Talking about Borders

Medienpartner


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