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Aufbruch

MAG AZIN UND INFORMATIONEN D E R E V. - R E F. K I RC H E N G E M E I N D E S T . PAULI IN LEMGO

NR. 195 JA H RG AN G 2 0 2 0 MÄRZ – JUNI

22 29 Neue Gesprächsgruppe »Scheidung überwinden«

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st·paulllemgo

Aufbrechen ins Unbekannte

Nachruf: Pfarrer Werner Weiland 1935–2019

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Inhalt Informationen Adressen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Gottesdienste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4 st·paulı spirituell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 st·paulı jugend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 st·paulı sport . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 st·paulı diakonie Mehrgenerationenhaus . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Flüchtlingshilfe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8 st·paulı werkstatt·leben . . . . . . . . . . . . . . . . 9 st·paulı musik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 st·paulı gratuliert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 st·paulı informiert Taufen, Trauungen, Trauerfälle . . . . . . . . . . . 15 Konfirmationen 2020 . . . . . . . . . . . . . . . . 16 Das Spendenprojekt . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Liebe Leserinnen und liebe Leser! Der Sommer ist noch fern und damit der Urlaub. Allein schon die Vorstellung, zu neuen Ufern aufzubrechen und an einen anderen Ort zu reisen, tut ab und zu mal gut. Naht der Urlaub tatsächlich, rücken auch die Vorbereitungen unausweichlich näher: Wäsche waschen, das Haus vorbereiten, Proviant besorgen, das Auto checken, alles Wichtige noch erledigen... und so hat in den Tagen vor dem Urlaub meine Lust auf denselben oft schlagartig nachgelassen. Aufbrechen bedeutet eben beides: Zum einen Vorfreude, Neues kennenzulernen, andere Erfahrungen zu machen, vielleicht auch reifer zu werden. Zum anderen Anstrengung, manchmal Ängste, Vertrautes loslassen zu müssen oder auch sich einzuschränken. Eine junge und eine ältere Dame aus unserer Gemeinde haben wir befragt, wie Aufbrechen für sie war – die eine hat ein Studium begonnen, die andere den Wohnort gewechselt (8S. 22). Neben persönlichen Aufbrüchen sind wir auch als Gesellschaft, insbesondere als Pauli-Gemeinde, 20


Geschichten vom Aufbrechen. . . . . . . . . . . 22 Ein Blick zurück und ein Blick nach vorn . . 25 Alex‘ Tagebuch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 Aus unserer werkstatt·leben: Nach Scheidung neu aufbrechen . . . . . . . . 29 Zur Erinnerung an Pfr. Werner Weiland. . . . 30 An-ge-dacht: Ich glaube... . . . . . . . . . . . . . 31 Der neue Kirchenvorstand . . . . . . . . . . . . . 32 Wir haben ein neues Küsterteam . . . . . . . . 33 Veranstaltungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34 Gottesdienste in Lüerdissen. . . . . . . . . . . . 36 Neue Jungschar in Lüerdissen . . . . . . . . . . 37 Aus unserem Mehrgenerationenhaus: Grünkohl international . . . . . . . . . . . . . . . . 38 Pinnwand. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40

im Aufbruch in ein neues Jahrzehnt (8S. 25). Was für die nächsten Jahre wichtig sein könnte, hat Pfr. Helge Seekamp notiert. Das „Bonbon“: Er blickt dabei auch kritisch auf seine Prognosen von 2009 zurück. Eine Scheidung oder Trennung erfordert es in jedem Fall, neu aufzubrechen. Besonders schwierig ist das, wenn jemand die Trennung nicht gewollt hat. Unterstützung in einer solchen Situation bietet unsere werkstatt·leben durch ein spezielles Angebot (8S. 29). Abschied nehmen musste auch unsere Gemeinde im vergangenen Jahr, denn unser ehemaliger Pfarrer Werner Weiland ist im Oktober letzten Jahres verstorben. Wir erinnern uns dankbar an seinen Dienst in St. Pauli (8S. 30). Ansonsten laden wir Sie wieder herzlich ein, sich zu unseren vielfältigen Veranstaltungen auf den Weg zu machen. Feiern Sie doch mit uns Ostern! Denn die Auferstehung Jesu ist der Durchbruch zum Leben, und Jesus Christus gibt uns gern seine Kraft, um neu aufzubrechen. Ihre Pfarrerin Cora Salzmann

MAG AZIN UND INFORMATIONEN D E R E V. - R E F. K I RC H E N G E M E I N D E S T. PAULI IN LEMGO

NR. 195 JA H RG AN G 2 0 2 0 MÄRZ – JUNI

st·paulllemgo

Inhalt Magazin


Aufbruch ins Unbekannte Wann fällt Aufbruch leicht? Wann fällt er schwer? Martina Reuter hat zwei Frauen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen befragt, wie sie aufgebrochen sind.

Lea, du hast im letzten Jahr im April dein Abitur gemacht und im Herbst ein Studium an der Universität in Bielefeld begonnen. War der Prozess so gradlinig, wie es sich hier liest? Nein. Bereits Ende der 11., Anfang der 12. Klasse begann für meine Mitschüler und mich ein Entscheidungsfindungsprozess. Alle sprachen gefühlt nur noch darüber, wie es nach der Schule weitergehen soll. Eine einjährige Auszeit kam für mich nicht in Frage und ein Ausbildungsberuf hat mich nicht angesprochen, daher habe ich mich für ein Studium entschieden. n Fragt sich nur, welches Studienfach? Ja, vor allem, weil ich ständig von meiner Mutter und Verwandten gefragt wurde, was ich studieren wolle. Dabei war ich mitten in der Abiturvorbereitung und hatte den Kopf nicht frei, um Überlegungen zur Berufswahl anzustellen. Ich habe dann meiner Mutter gesagt, dass n

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ich auf jeden Fall in Bielefeld studieren möchte und dass ich dort genügend Studiengänge zur Auswahl habe. Dass sie aber bitte aufhören soll, mich immer wieder nach dem Studium zu fragen. Ich würde auf sie zukommen, wenn ich ihre Hilfe brauche. n Und wie ging es weiter? Ich habe mich dann zur Studienberatung angemeldet und meine Mutter gefragt, ob sie mitkommen möchte, schließlich kennt sie mich am besten. Zwischenzeitlich hatte ich immer wieder darüber nachgedacht, was ich beruflich machen könnte. Weil ich gerne mit Kindern arbeiten würde, dachte ich an ein Studium für das Grundschullehramt. Bei der Studienberatung habe ich dann erfahren, dass dieses Studium auch Mathematik umfasst. Ich wollte aber nicht Mathematik studieren. Um später die Möglichkeit zu

haben, in verschiedenen Arbeitsbereichen mit Kindern zu arbeiten, habe ich mich für ein Studium der Erziehungswissenschaften entschieden. n Und dann ging es los und du wurdest ein »Ersti« (Anmerkung: Eine Studentin im Erstsemester). Welche Erfahrungen hast du gemacht? Zunächst musste ich mich wieder an einen geregelten Tagesanlauf gewöhnen, da zwischen dem Ende der Schulzeit und dem Studium Monate lagen. Ich hatte mich darauf gefreut, dass ich nun selbstbestimmt entscheiden kann. Die Uni bemüht sich, die Studenten gut aufzunehmen, indem sie an den Einführungstagen die Uni zeigt und Möglichkeiten schafft, die Mitstudenten kennenzulernen. Trotzdem war alles komplett neu für mich, und ich habe mich in die Situation reingeschubst gefühlt. In der Schule sind Tagesablauf und Fächer vorgegeben, an der Uni habe ich Entscheidungsmöglichkeiten. Es wird aber auch von mir erwartet, dass ich mein Studium selbstständig plane, z. B. meine Vorlesungen und Seminare zusammenstelle und festlege, welche Studienleistungen ich erbringen will. Allein das Programm, mit dem ich meinen Lehrplan zusammenstellen musste, war schwer verständlich. n Wie bist du mit der Situation umgegangen? Ich habe mir Hilfe gesucht. Zum Beispiel habe ich Freunde, die bereits studieren, gefragt, ob sie mir mit dem Programm für den Lehrplan helfen können. Für mich ist es einfacher, das Programm kurz erklärt zu bekommen, als selbst herauszufinden, was zu


ZUM THEMA

Die Universität Bielefeld

tun ist. Wichtig war mir, dass ich Freunde gefragt habe, die wissen, wie man sich als Ersti fühlt, die meine Situation kennen und Verständnis haben. Das hat mir sehr geholfen. Überhaupt ist es gut, Menschen um Hilfe zu fragen, die schon über mehr Erfahrungen verfügen. Meine Mutter kann ich auch immer um Rat fragen, allerdings kann sie mir im Studium nicht so helfen wie meine Freunde, z. B. wenn es um das Schreiben einer Hausarbeit geht. Aber sie ist für mich da und hilft mir in anderen Bereichen. n Wie geht es dir mit deinem Studium? Manchmal überkommen mich schon Zweifel, ob dieses Studium das Richtige für mich ist, insbesondere wenn ich mich überfordert fühle oder mich das Studium langweilt. Und Leute, die zu 100% sicher sind, das Richtige zu machen, und vollkommen von ihrer Entscheidung überzeugt sind, verunsichern mich manchmal auch. Ich frage mich dann, ob meine Über-

zeugung von 95%, das richtige Studienfach gewählt zu haben, ausreichend ist. Aber am nächsten Tag sieht die Welt schon wieder anders aus. n Welche Erfahrungen hast du gemacht und was hat dir in dieser Zeit des Aufbruchs geholfen? In der Phase des »Erwachsenwerdens«, in der ich mich befinde, gibt es immer wieder neue Aufbrüche, weil ich einerseits mehr Freiheiten habe, andererseits aber auch mehr Verantwortung für mich übernehme, z. B. Studium, finanzielle Angelegenheiten, Arzttermine. Es gibt einen schmalen Grat zwischen Euphorie und Überforderung, denn die neue Freiheit geht auch mit neuen Pflichten und Aufgaben einher. Zunächst einmal habe ich gemerkt, dass es wichtig ist, sich für Entscheidungen Zeit zu nehmen. Außer-

dem tut es gut, andere um Hilfe zu fragen und von ihnen zu lernen, und ganz wichtig ist Kommunikation. Denn nur wenn ich mich mitteile, können andere Menschen auf mich eingehen, mir z. B. helfen oder mich in Ruhe lassen. Es entspannt mich zu wissen, dass ich nicht mit 18 Jahren die Berufsentscheidung für mein ganzes Leben treffen muss und ich mich im Studium oder Beruf anderweitig orientieren kann. Ohne dass es mir selbst aufgefallen ist, werde ich von anderen darauf angesprochen, dass ich mich verändert habe. Was ich auch empfunden habe war, dass ich in dieser Zeit nicht allein war, Gott war bei der Entscheidung mit dabei. Insbesondere in der Berufsberatung, als mir verschiedene Studiengänge vorgeschlagen wurden, habe ich gemerkt, welches Fach mich anspricht und welches nicht, und bei »Erziehungswissenschaften« war ich mir sicher, dass das Fach zu mir passt. 23


Ursula, du bist 2018 von Lüdenscheid nach Lemgo gezogen. Deine eigentliche Heimat ist das Sauerland. Was hat dich bewogen, mit 76 Jahren nach Lemgo zu ziehen? Keines meiner Kinder wohnt in der Nähe von Lüdenscheid, und das Leben fiel mir dort aus gesundheitlichen Gründen schwer. Daraus resultierte im März 2018 die Überlegung, nach Lemgo zu ziehen, weil eine meiner Töchter in Lemgo lebt. Kurzfristig konnte mir die Wohnbau eine Wohnung anbieten, und so zog ich schon im Juli 2018 um. n Wie ist es dir nach dem Umzug ergangen? In meiner Kirchengemeinde in Lüdenscheid war ich in verschiedenen Bereichen aktiv. Ich betreute einen Büchertisch, war in verschiedenen Kreisen und im Chor aktiv. In Lemgo gab es für mich nichts zu tun und ich hatte das Gefühl, Urlaub zu haben. Diese »Urlaubsphase« ging vorbei und mir wurde klar, dass ich alles hinter mir gelasn

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sen hatte und hier neue Wurzeln schlagen muss. Es gibt ja den Spruch: »Einen alten Baum verpflanzt man nicht.« – Aber neue Wurzeln müssen sich erst bilden. n Wie haben sich bei dir die »neuen Wurzeln« gebildet? Nachdem ich mich über die Gemeinden in Lemgo informiert hatte, habe ich die Pauli-Gemeinde besucht und festgestellt, dass die geistliche Ausrichtung der Gemeinde am besten zu mir passt. Momentan bin ich auf der Suche nach einem passenden Hauskreis für mich. Ich habe bereits Hauskreise besucht und auf diesem Weg Menschen kennengelernt. Auch die gegenseitige Einladung der Hauskreise hat dazu beigetragen, dass sich mein Bekanntenkreis vergrößert hat. Ebenso habe ich den Frauenkreis besucht und Menschen kennengelernt, die in meiner Umgebung leben. Und so führt ein Kontakt zum nächsten, z. B. kann ich beim gemeinsamen Kaffeetrinken nach dem Gottesdienst weitere Gemeindemitglieder kennenlernen.

Es hört sich so an als sei es dir nicht schwer gefallen »neue Wurzeln« zu bilden. Ganz so ist es nicht. Zwischenzeitlich hatte mich der Mut verlassen, mich immer wieder auf Neues einzulassen. Die Menschen, die ich kennenlernte, waren nur flüchtige Bekannte, und wir sind (noch) nicht vertraut miteinander. n Was hat dir in dieser Situation geholfen? Mit meiner Mutlosigkeit bin ich zu Gott gegangen und habe ihm meine Hilflosigkeit gebracht. Unerwartet erhielt ich einen Brief, der in keinem Zusammenhang mit meiner Gemütslage stand, der aber eine Spruchkarte mit dem Wort aus Jesaja 38, Vers 5, enthielt: »Ich habe dein Gebet und deine Tränen gesehen.« Dieses Wort hat mich getröstet und ich habe Mut bekommen weiterzugehen. Ich bin gespannt auf das Jahr 2020. n


ZUM THEMA

Zu Beginn der Zwanziger:

Ein Blick zurück und ein Blick nach vorn Am Anfang eines neuen Jahrzehnts geht der Blick weit nach vorne. Nun haben wir die symbolträchtigen Zwanzigerjahre. Schnell kommt der Vergleich zum letzten Jahrhundert auf, zu den sogenannten »Goldenen Zwanzigern«. Allerdings waren die gar nicht so golden, weil große Krisen die Gesellschaft erschütterten. Was in diesem Jahrzehnt wohl auf uns zukommen wird? Pfarrer Helge Seekamp beschäftigt sich seit langem mit Zukunftsforschung. Und so hat er vor gut zehn Jahren schon einmal einen Blick in die Zukunft gewagt (s. Brücke 162 von 2009: »Pauli 2030 – Die Zukunft beginnt jetzt«). Hier prüft er, inwieweit seine Prognose bis jetzt richtig war, welche Herausforderungen bleiben und welche seiner Ansicht nach auf die Gesellschaft wie auf unsere Gemeinde zukommen werden.

links: Helge Seekamps Artikel in der Brücke 162 (2009) 25


ZUM THEMA

Gemeinde als Ort und Gemeinschaft, die zwischen den Generationen Brücken baut

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chon im Jahre 2010 gab es spannende Hochrechnungen darüber, dass die Kirche viele Mitglieder verlieren wird. Tatsächlich haben sie sich bestätigt, leider sogar die pessimistischere Prognose. Auch schon vor zehn Jahren sprach man von der drohenden »Überalterung der Gesellschaft« und stellte die Fragen: »Wird es die Kirche in den nächsten 20 Jahren schaffen oder stirbt sie langsam aus?« und »Wie radikal muss sie sich verändern?«. Damals hatte ich zwei große Trends ausgemacht: Alter und Gesundheit. Anders Altern – Alte und Junge zusammen: am Beispiel der gelungenen Jugendarbeit und der Entwicklung des Mehrgenerationenhauses zeigte ich auf, dass unsere Gemeinde damit schon sehr gut aufgestellt war. Doch: Die Sonntagsgottesdienst-Gemeinde (damals noch im Durchschnitt zwischen 30 und 60 Jahre alt) ist nun zehn Jahre älter geworden. Die erhoffte Mischung der Generationen hat sich nicht ereignet. Die junge Generation gibt es zum Glück, aber sie ist vor allem am Samstagabend im »Strike« zu finden. Die vor zehn Jahren beschriebene Aufgabe, die immer noch aktuell ist, lautete so: »Sicher scheint mir auf jeden Fall, dass wir als

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Gemeinde gelernt haben und noch mehr lernen wollen, wie es geht, eine Gemeinschaft zu entwickeln, die zwischen den Generationen Brücken baut und so ein stärkeres soziales Netz für die Bedürfnisse aller entwickelt. Damit wird sie für jüngere wie für ältere Menschen attraktiv bleiben.« Im vergangenen Sommer haben wir schon begonnen, diese Aufgabe anzupacken, und zu der Konferenz für junge Erwachsene eingeladen. 50 Personen waren da! Das zeigt das hohe Potenzial unserer Gemeinde. n Das Ziel, Raum für junge Erwachsene zu schaffen, sie zu stärken und die Generationen weiter miteinander zu verbinden, verfolgen wir weiter. Vor zehn Jahren gab es die Prognose: Mit der Verschiebung der Mehrheitskultur ins Seniorenalter ist zu rechnen. »Jüngere Generationen wird es faktisch immer weniger geben. Wo werden diese wenigen, hoch begehrten Arbeitskräfte sich aufhalten? In unserem kleinen Städtchen?« n Ja, tatsächlich tun sie es, und das ist gut! Lemgo ist durch die Entwicklung rund um den Innovation-Campus und die damit hoch innovativen Firmen und Arbeitsplätze für einige junge Leute ein attraktiver Ort geworden. Und das soll ja auch noch weiter ausgebaut werden.


ZUM THEMA

Die Zukunft und der Trend »Gesundheit«:

Vor zehn Jahren war dies kein Thema:

Den gesundheitlichen Nutzen der spirituellen Dimension entdecken

Klimawandel und Flüchtlinge: Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen

2009 hatte ich auf diesen zweiten Trend so aufmerksam gemacht: »In unserer Gesellschaft zeigen der boomende ›WellnessBereich‹, Gesundheitsmessen und die Verheißung ›ganzheitlicher‹ Heilung durch Angebote aus dem Bereich der Esoterik die große Sehnsucht der Menschen nach Gesundheit und Heilung. Trendforscher prognostizieren die Gesundheit als den Megatrend des 21. Jahrhunderts (…) Wie wird wohl in den kommenden Jahrzehnten der Glaube an Gott als Quelle von Heilung und Gesundheit wieder entdeckt werden?« n In St. Pauli beschreiten wir dieses neue Feld durch unsere neu gegründete werkstatt-leben. Wie wichtig dieses Thema ist, haben wir erkannt und in unserer Pauli-Struktur verfestigt, aber viel Arbeit liegt für die nächsten zehn Jahre noch vor uns: Wie genau wird sich dieser Bereich entwickeln und vor allem: wie kann man so etwas finanzieren?

Wie geht es weiter mit unserem Klima? Welche Aufgabe und Anstrengungen hat die Kirche im Blick auf dieses wichtige Thema der Schöpfung Gottes und dem verantwortlichen Umgang mit diesem Lebensraum für uns alle wahrzunehmen? Die Klimadiskussion wird im neuen Jahrzehnt nicht mehr von uns weichen. Und das ist auch richtig so. Zu Recht ist »Klimahysterie« zum Unwort des Jahres geworden. Die jungen Menschen fühlen es viel mehr als die alten, dass dies ein existenzielles Lebensthema ist, bei dem Leugnen zwecklos ist. n Hier haben wir noch keine Strategie in der Gemeinde entwickelt. Was bedeutet das für unsere Bauten? Wie können wir klimaneutral Energie verwenden? Welche Mobilitätskonzepte nutzen wir persönlich und gemeindlich?

Die Kirche als Ort des Segens Ich berichtete vor zehn Jahren: 2008 wurde seit einer Pfarrerfortbildung in der lippischen Kirche die liturgische Form der Salbung z.B. auf dem Kirchentag wieder entdeckt und eingeübt. Seitdem finden in lippischen Gottesdiensten immer mehr Rituale wie Salbung oder persönliche Segnung ihren Raum. Auch in unserer Gemeinde gibt es jeden Sonntag im Anschluss an den Gottesdienst die Möglichkeit, sich einen persönlichen Segen zusprechen bzw. persönlich für sich beten zu lassen. n Diese Möglichkeit ist zu einer festen Einrichtung in unseren Gottesdiensten geworden, könnte aber noch mehr in die Mitte des Gottesdienstes gerückt werden, so dass mehr Menschen diesen sinnlich wahrnehmbaren Zuspruch »Gott ist bei dir« erleben dürfen.

Die Flüchtlings-Problematik: Dass 2015 eine so dramatische Situation mit geflüchteten Menschen aus Kriegsländern wie Syrien und Afghanistan entstehen würde, hatte damals niemand im Blick. n Die Herausforderungen haben wir gemeinsam mit den Kirchengemeinden und Engagierten aus Lemgo durch die Flüchtlingshilfe Lemgo der Kirchen geschultert und lernen immer noch weiter, wie wir diese neuen Bürgerinnen und Bürger integrieren. Die Prognosen sagen zudem, dass Millionen von Klimaflüchtlingen zu uns kommen werden, wenn wir nicht handeln.

Fazit: Wir lernen aus dieser kleinen Rückschau, dass zum einen die meisten großen Aufgabenfelder geblieben sind, und zum anderen, dass jetzt noch unbekannte Herausforderungen auf uns zukommen können. Es liegt an uns, gute und gründliche Lösungen zu entwickeln, lebendige Kirche zum »Aufblühen« für eine sich verändernde Gesellschaft zu werden. Ich bleibe meinem Schlusssatz von 2009 treu:  »Und dabei zähle ich mich zu den Optimisten. Ich bin überzeugt, dass die christliche Kirche wie auch die St.-Pauli-Gemeinde auch in den nächsten Jahren noch etwas zu sagen hat und attraktiv für neue Mitglieder sein wird, weil ihr Schätze anvertraut sind, die hoffentlich noch stärker als bisher zum Strahlen kommen werden.« 27


TAGEBUCH

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Aufbrechen … »Ein neues Jahr beginnt, und ich freu mich, ja, ich freue mich…« Das Thema heißt »aufbrechen«, dazu habe ich mich mal im Internet schlau gemacht: »Aufbrechen« bedeutet u. a. »öffnen, sich aufmachen«, das möchte ich. Ich möchte mich für neue Menschen öffnen und mich aufmachen für neue Wege und Erfahrungen. Wir haben Silvester mal ganz anders gefeiert, mit »neuen« Leuten, bis halb vier (!) und sehr schön!! »Aufbrechen« kann auch »lockern, lösen, etwas loswerden« bedeuten. Das brauche ich für meinen derzeitigen Lebensabschnitt, die Kinder lösen sich immer mehr, mein Alltag löst sich dadurch auch von vielen Verpflichtungen. Es wird lockerer, aber ich muss auch loslassen… Habe an Weihnachten wehmütig gedacht, dass man den Kindern kein Playmobil schenken kann und auch nicht mal eben ein Pixibuch mitbringt.

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Loswerden möchte ich auch alte ungute Gewohnheiten, möchte mich mehr bewegen und weniger essen (wer kennt das nicht?), aber auch das locker und unverkrampft… »Aufbrechen« bedeutet ebenfalls »bersten«. Damit meine ich nicht das Platzen, wenn die Neujahrsvorsätze scheitern, sondern die Lebensfreude. Trotz Krankheit, Sorgen, trübem Wetter möchte ich mich freuen Als letzten Vorschlag schlägt der PC mir noch »sich auf den Weg machen, sich entfernen« vor. Was erst wie ein Gegensatz wirkt, passt doch zusammen. Je länger ich auf dem Weg bin, desto mehr merke ich, wie ich mich von alten Dingen, Ansichten entferne. Wenn ich viel in der Vergangenheit bin, fühlt sich mein Leben zuweilen fremd an. Aber auf dem richtigen Weg sein, heißt auch, nach vorne zu schauen. Das wünsche ich mir für mein neues Jahr, und das wünsche ich Euch auch!

s gibt sie: die ideale Trennungsgeschichte. Beide Ehepartner kommen zu derselben Einschätzung, sie haben sich auseinandergelebt. Die Ehe hat keine Perspektive mehr. Nach einigem Ringen zu zweit und etlichen seelsorgerlichen Paargesprächen scheint es das Beste zu sein, nun getrennte Wege zu gehen. Die Trennung geht friedlich von statten. Es gibt keinen Ärger um Unterhalt oder Sorgerecht. Beide reden freundlich miteinander. Die Kinder werden in keinen Konflikt mit einbezogen. In der Regel sieht die Situation allerdings ganz anders aus. Der Trennung gehen viel Streit und tiefe Verletzungen voraus. Nur einer der Partner möchte die Trennung. Der andere sieht noch Hoffnung am Horizont und möchte an der Ehe festhalten. Er versteht die Welt nicht mehr. Nicht selten hat einer von beiden sein Herz schon an eine dritte Person verloren. Selbst wenn die Finanzen einigermaßen geregelt sind, werden Schmerz und Verletzungen vor oder an den Kindern entladen. Jede Begegnung der ehemaligen Eheleute ist mit großer Anspannung verbunden und birgt das Potential für neue Kränkungen. Eltern und Kinder, beide Seiten der Familie und Freunde sind betroffen. Das Beziehungsnetz untereinander ist plötzlich niemals mehr wie vorher. Die erheblichen Auswirkungen bekommt jeder zu spüren. Einer trifft die Entscheidung für die Trennung, die anderen müssen sie ohnmächtig hinnehmen. Das macht die Verarbeitung dieser Krise u.a. so schwer. Menschen, die gerade eine Trennung erleben und durchleiden, sind beinahe den ganzen Tag gedanklich wie emotional mit dieser persönlichen Katastrophe beschäftigt. Die Gedanken kreisen. Immer und immer wieder werden Erlebnisse oder Gespräche mit dem ehemaligen Partner innerlich durchgegangen.


AUS UNSERER WERKSTATT·LEBEN

Neu im werkstatt-leben Haus:

Scheidung überwinden 12 Gruppentreffen für getrennt Lebende und Geschiedene

Start: 5. März 2020 um 19.30 Uhr, danach wöchentlich jeweils donnerstags Ort: werkstatt-leben, Echternstraße 20, 32657 Lemgo Anmeldung: sabine.rosemeier@werkstattleben.org, Tel.: 05261-934 96 12 Moderation: Nora Bernau, Petra Aulenbach Kursgebühr: 100 € (zzgl. 14,95 € für das Buch »Auch getrennte Wege gehen weiter«)

Viele Menschen, die eine Trennung erleiden, kommen zunächst mit der Trauer und den massiven Veränderungen nur schwer zu recht. Schuldgefühle, Selbstzweifel und ein gebrochenes Selbstwertgefühl belasten die Seele. Der Trennungsschmerz ist kein Gefühl, das mal kommt und dann auch wieder geht, sondern ein schmerzhafter Zustand. Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder Menschen begleitet, die in

Trennung leben oder geschieden sind. Und eines ist mir dabei klar geworden: Die Gesellschaft hat sich längst daran gewöhnt, dass jede 2.–3. Ehe geschieden wird. Außenstehende gehen recht schnell wieder zum Alltag über, wenn sich jemand von seinem Partner getrennt hat. Für Betroffene ist die Trennung allerdings eine alles umfassende schwere Lebenskrise, die nicht in wenigen Wochen überwunden ist. Was hilft

dabei, wieder neuen Mut zu fassen und die Trennungserfahrungen zu verarbeiten? Eines auf jeden Fall: Nicht alleine bleiben! Und genau das ist der Grundgedanke hinter der Initiative »Scheidung überwinden«. Menschen machen sich gemeinsam auf den Weg, um die seelischen Folgen ihrer Trennung zu bewältigen und eine neue Perspektive für die Zukunft zu entwickeln. 12 moderierte Gruppentreffen werden ab dem 5. März jeweils donnerstags von 19.30 – 21.15 Uhr im werkstatt-leben Haus stattfinden. Die Grundlage für die Gesprächsgruppe ist das Buch »Auch getrennte Wege gehen weiter« von Arndt E. Schnepper und Kai Mauritz, das im SCMVerlag erschienen ist. Es beschreibt Schritte, die bei der seelischen Verarbeitung helfen können. Jedes Treffen hat ein Schwerpunktthema und wird durch eine 10-minütige Videosequenz eingeleitet, in der Betroffene und ein Experte ihre Erfahrungen mit dem jeweiligen Thema beschreiben. Im Anschluss gibt es genügend Zeit zum persönlichen Austausch. Ähnliche Gruppen haben bereits an anderen Orten stattgefunden und die Resonanz ist überwältigend: Diese 12 Treffen sind ein Mutmach-Kurs. Menschen kommen zusammen, die Ähnliches erlebt haben, die verstehen können, was man denkt und fühlt. Keiner ist mehr alleine mit seiner Situation. Der Kurs ist von der Erfahrung bestimmt, dass man an einer Trennung nicht zerbrechen muss. Das Leben kann wieder schön werden. Zum Kurs gibt es einen Informationsflyer, der u.a. in der Gemeinde ausliegt und auf der Homepage heruntergeladen werden kann. Bitte geben Sie diese Informationen an Menschen weiter, die unter einer Tren29


NACHRUF FÜR PFARRER WERNER WEILAND

Zur Erinnerung an Pfarrer Werner Weiland (1935 – 2019) Unser ehemaliger Pfarrer Werner Weiland, der von 1971 bis 1997 Pfarrer des Südbezirks war, ist am 21. Oktober vergangenen Jahres im Alter von 84 Jahren nach langer Krankheit in die Ewigkeit heimgegangen. Wir trauern mit seiner Familie und wünschen ihr den Trost durch den Auferstandenen. Noch bis wenige Monate vor seinem Tod war er immer noch in Gemeindegruppen präsent und auch aktiv. Wir sind ihm dankbar für seinen langen und treuen Dienst in der Gemeinde, an Gottes Wort und an vielen Menschen. St. Pauli verdankt ihm viel.

W

erner Weiland wurde am 06.04.1935 in Stadthagen geboren, besuchte auch dort dann die Schule und beendete sie mit dem Abitur 1955. In seiner Kirchengemeinde arbeitete er im Jugendkreis mit und entschloss sich zum Theologiestudium, das ihn nach Bethel, Heidelberg und Göttingen führte. 1962 trat er seine erste Pfarrstelle in Großenheidorn am Steinhuder Meer an. 1971 kam der Wechsel nach St. Pauli auf die schon lange vakante Pfarrstelle Süd. Pastor Lange hatte beim Bewerbungsgespräch von ihm eine hohe Meinung gewonnen: Werner Weiland sei sympathisch, bescheiden und hätte eine erstaunliche „außerordentliche Dienstbereitschaft“. Am 16. Mai 1971 wurde Pfarrer Weiland dann in das Amt eingeführt und bezog mit seiner Ehefrau Hannelore und drei Kindern das Pfarrhaus Ostertorwall 20. Menschen den Glauben nahezubringen und mit dem Wort Gottes vertraut zu machen, war Pastor Weiland ein wichtiges Anliegen. Das Kreuz Jesu Christi war für ihn ganz zentral die entscheidende Mitte unseres Glaubens. Bibelwochen wurden durch ihn gestartet und zum festen Bestandteil der Gemeindearbeit. Auch die Kindergottesdienst- und Jugendarbeit lag ihm besonders am Herzen. Mit den Konfirmanden fuhr er regelmäßig zu den Fackelträgern nach Obernhof. Er baute einen Jugendkreis auf und leitete ihn viele Jahre. Für die jungen Leute – und nach und nach auch für alle - war er kurz „PW“. 30

Neben der Gemeindearbeit war er auch im CVJM aktiv, gab eine Zeit lang in der Realschule Religionsunterricht, hatte den Vorsitz bei der Evangelischen Volks- und Schriftenmission und war später mehrere Jahre lang nebenamtlich Schwerhörigen- und Gehörlosenpfarrer der Lippischen Landeskirche. Im September 1997 wurde er Pfarrer i.R., was er als „Pfarrer in Rufbereitschaft“ verstand. Seine außerordentliche Dienstbereitschaft endete nicht mit dem Ruhestand. Zwei Stimmen von aktiven und ehemaligen Kirchenältesten zu ihm seien hier herausgegriffen: „PW lebte mir beispielhaft vor, was es heißt, Jesus mit Herzen, Mund und Händen zu dienen. Das Wichtigste in seinem Leben war, Jesu Willen zu tun. Er predigte Gottes Wort in und außerhalb der Gemeinde mit großer Leidenschaft und kümmerte sich sehr konkret und tatkräftig um die Bedürfnisse der Menschen vor Ort und weltweit.“ (Annemarie Wesner, Kirchenälteste) „PW war ein Diener unseres Herrn Jesus Christus, der durch seine klare und geradlinige Art überzeugt hat. Er war nicht immer bequem, aber ein Vorbild, z.B. auch darin, wie er über seine Dienstzeit hinaus sich zur Gemeinde gehalten und an unterschiedlichen Stellen ehrenamtlich weitergearbeitet hat. Mich hat er zum Glauben an unseren Herrn inspiriert, und durch ihn habe ich viel lernen dürfen, z.B. in der Kindergottesdienst-Arbeit.“ (Friedhelm


AN-GE-DACHT

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ Markus 9, 24 – Jahreslosung 2020 • Da sitzt jemand im Wartezimmer seines Arztes. Die Ergebnisse des Gesundheitschecks sollen besprochen werden. • In weniger als 30 Minuten findet das Gespräch mit der Vorgesetzten über die gewünschte Gehaltserhöhung statt. • Der Sohn hat gerade angekündigt, sein Studium abzubrechen, weil er mit den Lerninhalten einfach nicht klarkommt. Angespannte Situationen mit ungewissem Ausgang. Der Puls schnellt in die Höhe. Unheilszenarien tauchen vor dem inneren Auge auf.

I Werner Weiland 1997 Humpert, ehem. Kirchenältester und darüber hinaus langjähriger ehrenamtlicher Mitarbeiter) Bei seinem Abschied aus dem Pfarramt 1997 hatte PW folgende Worte in der BRÜCKE an die Gemeinde gerichtet, die immer noch aktuell sind: „... Wenn ich jetzt die Aufgaben in jüngere Hände lege, so tue ich das im festen Vertrauen auf den Herrn der Gemeinde, Jesus Christus. Möge er das Schiff unserer Gemeinde sicher durch die nächsten Jahre steuern, auch wenn es in etwas unruhigeres Fahrwasser gerät. ... Ich wünsche der Gemeinde und allen, die in ihr mitarbeiten, stets die Gewissheit, dass Christus der Herr der Gemeinde ist und nicht wir. In einer Zeit, wo viel unnötiger Ballast die Fahrt des Gemeindeschiffes beschwert, wo alles machbar erscheint, ist es um so wichtiger, dass wir uns unserer Abhängigkeit von Gott bewusst bleiben.“ DER KIRCHENVORSTAND

ch glaube, hilf meinem Unglauben! – Dieser Satz beschreibt sehr gut, wie es mir manchmal in solchen Situationen geht. Ja, ich glaube. Ja, ich weiß, dass ich in Gottes Hand bin. Er meint es gut mit mir und ihm ist nichts unmöglich. Und doch werde ich unruhig und besorgt. Dabei habe ich schon so oft Gottes Hilfe und Unterstützung erlebt. Vielleicht kennen Sie das ja auch. Dann befinden wir uns in guter Gesellschaft. Die Menschen, die mit Jesus unterwegs waren, hatten beeindruckende Zeichen von Gottes Wirken gesehen, doch schon bei der nächsten Herausforderung machte sich bei ihnen große Hilflosigkeit breit. So war es auch, als ein Vater seinen schwer erkrankten Sohn zu Jesus brachte. Er hatte bereits alles versucht, überall Rat eingeholt, was seinem Sohn helfen könnte, aber nichts hatte Besserung gebracht. Er war nicht nur mit seinem Latein am Ende, sondern hatte im Grunde jegliche Hoffnung verloren. Mit allerletzter Kraft steht er nun vor Jesus, und dieser Satz bricht aus ihm heraus: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben! – Ich habe Gottvertrauen und bin doch gleichzeitig voller Zweifel.“ Unglaublich, dass Jesus dieser Glaube voller Unglauben nicht zu wenig ist! Der Sohn wird gesund.

Jesus sieht und erträgt unsere Unsicherheit, wenn unser Glaube angesichts unserer Hilflosigkeit ins Wanken gerät. Es gibt Zeiten, in denen wir herausgefordert sind, über uns selbst und unsere Möglichkeiten hinauszuwachsen. Der Vater mutet sich Jesus zu mit allem, was in ihm ist, auch mit seiner Spannung zwischen Hoffen und Verzweifeln. Von der Größe des Glaubens macht es sich zum Glück nicht abhängig, dass Gott hilft. Das erleichtert mich und stärkt gleichzeitig meinen Glauben. Egal, wie klein oder groß das Vertrauen auf Jesus ist, ob es durch Enttäuschung geschwächt ist – wie im Fall des Vaters – oder ob ein Mensch durch intellektuelle Zweifel am Glauben gehindert wird. Zweifel sind bei Gott willkommen, denn sie zeigen, dass wir die Frage nach ihm ernst nehmen. Innerlich ins Schlingern zu geraten, ist nicht schlimm. Damit allein zu bleiben, das macht es so schwer zu ertragen. Deshalb möchte ich mich in solchen Situationen an diesen Vater erinnern, der sich in seiner Krise an Jesus gewandt hat. Glaube und Unglaube kamen zusammen. Und die Geschichte nahm eine Wendung. KAI MAURITZ

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AUS DEM KIRCHENVORSTAND

Der neue Kirchenvorstand Vorstellung der neuen Kirchenältesten beim Neujahrsempfang am 1. März Einführung im Gottesdienst am 15. März

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Prozess des Übergangs vom bisherigen zum neuen Kirchenvorstand

atsächlich steht der neue Kirchenvorstand nun schon vor dem am 1. März angesetzten Wahltermin fest. 19 Plätze im Kirchenvorstand waren zu vergeben, nur 18 Personen sind vorgeschlagen worden, darum gelten sie als gewählt. Am 1. März werden sich die neuen Kirchenältesten beim Neujahrsempfang vorstellen. Kandidatinnen und Kandidaten zu finden war nicht leicht, um so mehr freuen wir uns, dass wir nun eine wunderbare Mischung von Personen haben, die als Kirchenälteste vorgeschlagen wurden und mit fünf Unterschriften von Gemeindegliedern unterstützt wurden. Damit alles rechtmäßig und korrekt ablief, wurden die Vorgaben der Landeskirche (niedergeschrieben in der Wahlordnung) genauestens beachtet. Da auch kein Widerspruch gegen die Kandidatinnen und Kandidaten des einheitlichen Wahlvorschlags eingereicht wurden, gelten die Vorgeschlagenen für die neue Vier-Jahresperiode automatisch als gewählt.

Diversität gewollt und erhalten Der aktuellen Leitung der St.-Pauli-Gemeinde war es zwar sehr wichtig, dass die Gemeinde mit entscheidet und ihren Kirchenvorstand auch wirklich selbst wählt. Doch auch so freuen wir uns sehr über die Frauen und Männer, die bereit sind, sich noch mehr als bisher für die Gemeinde einzusetzen. Wir sind mehr als dankbar für das hohe Engagement unserer Kirchenältesten! Sechs neue Personen sind nun im Kirchenvorstand: Valentin Düe, Reinhold Ehm, Antje Kix, Annika Peters, Karin Prentzel und Daniel Schmidt. Dem gegenüber stehen vier Personen, die nach der Wahl-Periode 2016-2020 ausscheiden: Helga Berlin, Matthias Viertmann, Johannes Horst und Rebecca Pütz. Alle zur Wahl Stehenden hatten im Vorfeld schon per Unterschrift erklärt, das Ergebnis sowohl als Votum der Wähler, als auch als ihre geistliche Platzanweisung zu akzeptieren. Die angestrebte

Mischung der Geschlechter ist fast erreicht: Im neuen Kirchenvorstand sind 10 Männer und 8 Frauen. Über eine sehr ausgewogene Altersbandbreite von 24 Jahren bis 69 Jahren können wir uns freuen: 4 Personen unter 35 J., 10 Personen von 36 bis 60 J., 4 Personen von 61

Neu im Kirchenvorstand sind: Valentin Düe Reinhold Ehm

Antje Kix

Karin Prentzel

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Annika Peters

• 01.03.2020: Beim Neujahrsempfang: Vorstellung der neuen Kirchenältesten • 09.03.2020: Gemeinsame KV-Sitzung „Alt“ und „Neu": Hier wird eine gute Übergabe gestaltet. • 15.03.2020, 10.00 Uhr: Einführungsgottesdienst des neuen Vorstands unter Anteilnahme der Gemeinde mit Segnung und Verabschiedung der ausscheidenden Mitglieder. • 30.03.2020: Konstituierende Sitzung des neuen Kirchenvorstands und Besetzung der Aufgabenfelder

Daniel Schmidt


AUS DEM KIRCHENVORSTAND

Wir haben ein neues Küsterteam! bis 70 J.. Das entspricht auch ungefähr der Altersverteilung unserer aktiven ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen. Neue Aufgaben Für die nächsten vier Jahre besteht eine große Aufgabe für den Kirchenvorstand darin, eine aufstrebende, kreative und neugierige Gemeinde mit knapper werdenden Ressourcen in Einklang zu bringen. Dabei gilt es, die große Bandbreite und Vielfalt der Arbeitsfelder und Menschen im Blick zu behalten. Eine neue Struktur, die schlanker, einfacher und hoffentlich auch sinnvoller für die gewachsenen Aufgaben ist, muss jetzt gemeinsam weiterentwickelt und eingeübt werden. Für das Drittel der Neuen genauso wie für die zwei Drittel der erfahrenen Kirchenältesten bedeutet dies gemeinsame neue Lernaufgaben. Der Kirchenvorstand braucht dafür das Gebet der Gemeinde, wohlwollende kritische Begleitung und schnelle und konstruktive Hinweise aus der Gemeinde, wo es zwickt oder zwackt... Am 15. März 2020 wird der neue Kirchenvorstand im Gottesdienst offiziell eingeführt und die ausscheidenden Mitglieder werden verabschiedet. n rsonen gelte Folgende Pe .. als gewahlt:

Wilhelm Behlen Klaus Rudolf Berger Birgit Büngener Marion Düe Valentin Düe Reinhold Ehm Stefan Heisig Ingo Hojer Antje Kix

Stephanie Koch Anne-Sophie Lahl Annika Peter s Karin Prentzel Peter Roski Michael Schmidt Daniel Schmidt Andreas Schneider Annemarie Wesner

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eit Anfang des Jahres haben wir nun ein neues Küsterteam. Dominik Remmert, Friedhelm Balden und Helmut Starr (verantwortlich für die Grünanlagen) werden uns weiter als Küster dienen, wie sie es auch schon in der Übergangszeit nach Alena Wedels Weggang getan haben. Unterstützt werden sie dabei von Ehrenamtlichen, Dienstleistern und Handwerkern. Mehr Informationen dazu gibt es in der kommenden BRÜCKE und bei der offiziellen Einsegnung, die am 1.3.2020 im Gottesdienst geplant ist. WILHELM BEHLEN, PERSONALAUSSCHUSS

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Weltgebetstag für Simbabwe Mit Grenzen leben „Steh auf und geh!” Freitag, 6. März, 18:00 Uhr in St. Pauli

Frauenfrühstück am Samstag, 7. März, 9:00 Uhr

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Ü

er Weltgebetstag kommt 2020 aus dem südafrikanischen Land Simbabwe. In Johannes 5 sagt Jesus zu einem Kranken: „Steh auf! Nimm deine Matte und geh!“. In ihrem Weltgebetstags-Gottesdienst lassen uns die Simbabwerinnen erfahren: Diese Aufforderung gilt allen. Gott öffnet damit Wege zu persönlicher und gesellschaftlicher Veränderung. Und Simbabwe hat Veränderung bitter nötig, denn das Land ist seit Langem krisengeplagt. Wir machen uns im Gottesdienst vertraut mit der Geschichte und der aktuellen Situation des Landes, insbesondere der Lage der Frauen, und beten für Simbabwe. Anschließend laden wir zum Imbiss ins Gemeindehaus ein.

berall in unserem Leben stoßen wir auf Grenzen. Verbote, Kontrollen, Mauern mit Stacheldraht – das ist unangenehm und schränkt unsere Freiheit ein. Aber es gibt auch die positiven Grenzen. Z.B. schützt uns ein Deich vor Überflutung. Oder verschlossene Fenster und Türen halten ungebetene Besucher fern. Grenzen gehören einfach zu unserem Leben. Die sichtbaren ebenso wie die unsichtbaren. Wir wollen uns bei diesem Frauenfrühstück mit einem Mann beschäftigen, der schon als Jugendlicher seine Heimat verlassen musste. In einem fremden Kulturkreis schlug er Wurzeln. Er wurde mit vielen Grenzen konfrontiert. Und er erlebte so manche Grenzüberschreitung – im negativen wie auch im positiven Sinn. Dieser Mann lernte es, mit Grenzen zu leben. Die Referentin: Lilo Greiff (66) ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Sie wohnt seit 18 Jahren in Lemgo und hat die Hobbys Lesen, Wandern und Fotografieren.

Kosten für das Frühstück: € 7,-. Kinderbetreuung können wir leider nicht anbieten. Anmeldung bitte bis zum 04.03. bei Stefanie Hojer, Tel. 184 64 46, Stefanie.Hojer@freenet.de


AKTUELLES

Snack and Pray

„Dein Song”

Gebet und Gemeinschaft Freitag, 13. März, ab 17:00 Uhr

Herzliche Einladung zum Dankeschönabend für alle ehrenamtlich Mitarbeitenden am Freitag, 27. März, 19:00 Uhr

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nack and Pray ist keine klassische Veranstaltung mit Programmpunkten und einem festen Ablauf. Nur zweierlei ist wesentlich: Beten und Gemeinschaft. Zum Gebet treffen wir uns in der Kirche. Dort wird zumeist ruhige Musik gespielt (live oder auch vom Band), aber es ist auch Zeit für Stille, Anbetung und Fürbitte. Parallel dazu kann man im Gemeindehaus Gemeinschaft mit andern Menschen pflegen und dabei ein paar Snacks und Getränke genießen. Am 13. März kann man ab 17h kommen, um 24h ist Abschluss. Herzliche Einladung!

Veranstalter: Gebetshaus St. Pauli, Norbert Meier und Dominik Remmert Kontakt: Norbert Meier, Tel. 8 97 37, norbert.meier@st-pauli-lemgo.de

hne unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wäre St. Pauli nicht das, was es ist. Es gibt so viele Menschen, die sich bei uns engagieren, und dafür möchten wir „Danke!“ sagen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob sich jemand nur ein- oder zweimal im Jahr engagiert oder regelmäßig jede Woche – alle sind herzlich eingeladen zu unserem Dankeschönabend am 27. März um 19 Uhr im Gemeindehaus mit Abendessen und Programm. Dieses Mal wird es um Lieblingslieder gehen: Welches Lied hat dich in deinem Leben bewegt? Welcher Song ist dir wichtig? Bitte erzähl uns deine Geschichte zu diesem Lied und wir hören es zusammen! Natürlich darfst du das Lied auch vortragen, doch wenn nicht, spielen wir es „aus der Konserve“ ab. * Wir freuen uns auf einen schönen Abend in Gemeinschaft, an dem wir uns auf diese Weise auch noch näher kennenlernen können. Im Namen der hauptamtlich Mitarbeitenden Cora Salzmann

Bitte mit dem Liedwunsch bis zum 20. März bei Norbert Meier melden, damit wir planen und den Song heraussuchen können. Tel. 8 97 37, norbert.meier@st-pauli-lemgo.de * Bei sehr vielen Beiträgen können die Lieder nicht ganz gespielt werden.


Familiengottesdienste Ostermontag und Pfingstmontag um 10:00 Uhr in der Auferstehungskirche in Lüerdissen

Ostermontag, 13.4.2020, 10:00–11:30 Uhr

Pfingstmontag, 10.6.2019, 10:00–11:30 Uhr

Frühstücksgottesdienst „ER IS(S)T WIRKLICH!“

Taufgottesdienst in der Lüerdisser Kirche

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Ein weiteres Angebot am Ostermontag um 10:00 Uhr:

Mitbringen? • einen offenen Geist • viel Neugierde • Kinder, Jugendliche, Erwachsene • kein Frühstück (das habt ihr zuhause schon eingenommen)

amilien feiern Ostern mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in der Auferstehungskirche in Lüerdissen.

Und so geht es: • Potluck: Bring dir alles, was du essen magst, mit und teile dann mit den anderen. • Bring bitte auch das Geschirr mit ( Becher, Teller, Besteck), so trägt jeder dazu bei, dass es ohne viel Aufwand funktioniert. • Wir haben eine besondere Frühstücks-Gottesdienst-Feier: Lieder, Essen, Ostereiersuche, Auferstehungsverheißungen entdecken, austauschen, glauben, sich freuen, bekennen. Alles an den Tischen.

Fernsehgottesdienst aus St. Nicolai Einlass bis 9:30 Uhr

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m Ostermontag, 13. April überträgt die ARD live von 10 bis 11 Uhr einen Fernsehgottesdienst aus St. Nicolai. Wer den Gottesdienst in St. Nicolai mitfeiern möchte, sollte um 9.30 Uhr in die Kirche kommen. Der Gottesdienst wird von Mitgliedern des Landestheaters Detmold, der Kantorei St. Nicolai (Leitung Kantor Frank Schreiber) und weiteren Mitwirkenden gestaltet. Die Predigt hält Superintendent Dr. Andreas Lange. 36

ie „Kirche Kunterbunt” für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – locker, bunt und beteiligungsorientiert. Wer dieses Gottesdienstmodell noch von früher kennt, weiß, was hier passieren wird: Das Team um Helge Seekamp, Julia Bulwien, Frank und Marion Düe und Newcomer haben sich gefragt, wie wir an Pfingsten mit der ganzen Familie feiern können. Und so sieht das Ergebnis aus: • Eine Prise Überraschung • Bewegung für den Körper • Klärung für das Herz und Neues für den Geist • Deutscher Gospel Zippi, die freche Maulpuppe, hat auch schon Interesse bekundet. Ob ihr Puppenbruder Roland auch aus dem Bett kommt? Wir lassen uns überraschen.

.. Luerdissen: Ebenfalls in t an Gottesdiens

elfahr Christi Himm

r t, 10:00 Uh


AKTUELLES

Freitags in der Auferstehungskirche

Neu: Die Jungschar Lüerdissen

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chon seit September letzten Jahres gibt es sie: die Jungschar in der Auferstehungskirche Lüerdissen freitags von 16.30 - 18.00 Uhr für Mädchen und Jungen von 8-12 Jah-

ren. Die Jungschar ist ein Freizeitangebot für Kinder. Im Rahmen meines Praktikums in der St.-Pauli-Gemeinde durfte auch ich „alter Hase“ (von 19 Jahren) dort zu Gast sein. In der Jungschar gibt es laut der Einladung „viel zu erleben“: Freunde finden, spielen, Abenteuer und Wettkämpfe, Bibelgeschichten spannend erzählt u.v.m. Und das ist nicht zu viel versprochen. • Es wurden Vogelhäuser gebaut, lustige Bewegungsspiele gemacht, und alle saßen zusammen am Lagerfeuer. Das stärkt die Gemeinschaft! • Die Gruppe ist überschaubar, zusammen Spielen macht Spaß, alle Kinder können sich einbringen. Das stärkt das Selbstbewusstsein! • Glaube und Gottesbotschaft wird für die Kinder erfahrbar mit Liedern, Geschichten und Beten. Das stärkt die Beziehung zu Gott! Fazit: Es war ein tolles Erlebnis, an den Aktionen der Jungschar teilzunehmen. Vielen Dank den engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern!

:00 Uhr 6:30 – 18 Freit ags, 1 ge n Ju en und n für Mädch n re 2 Jah . von 8 bis 1 nd wir d ssionell u fe n o rk e b nd dem char ist ü emeinde u -G li Die Jungs u a -P t. S m von der taltet. gemeinsa go verans m e ! L JM V C illkommen d immer w in s r e d in Neue K hneider, z-Ulr ich Sc in e H t: k ta Kon l. 5812, ide 29, Te e H r e d f u A .de eider@web hrcd.schn

MARCEL PAPENMEIER

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Grünkohl international

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reitagnachmittag. Eigentlich bin ich auf dem Weg ins Büro, als ich im Treppenhaus des Mehrgenerationenhauses lautes Gelächter durch die Wand höre. Kurzerhand entscheide ich mich, lieber diesem Geräusch als dem Ruf des Schreibtisches zu folgen, und öffne die Tür zum Begegnungscafé. Zwischen dampfenden Töpfen, zahllosen Schüsseln und Schneidebrettern türmen sich Berge von Grünkohl. Acht Hände sind damit beschäftigt, die Blätter dieses urlippischen Gemüses zu bändigen und in etwas Essbares für die Gäste zu verwandeln. Die Hände gehören Joelle, der ehrenamtlichen Gastgeberin aus Jamaika, Talla, einem jungen Mädchen aus Syrien, die ebenfalls freitags im Café ehrenamtlich hilft, Leonie, der FSJlerin und Alex, dem Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses. Alle vier haben sichtlich Spaß und ihre Wangen glühen nicht nur aufgrund der Hitze in der kleinen Küche. Ich selbst muss grinsen, als ich die vier bei ihrer Arbeit überrasche. „Jamaikanisch-syrisch-lippischer Grünkohl! Wie würzt ihr den?“, frage ich in die Runde. Alle lachen. 38

Ich bin geistesgegenwärtig genug, ein Foto von dieser Situation zu machen. Das Bild begleitet mich jetzt schon ein paar Wochen überall dorthin, wo ich von unserer Arbeit erzählen darf. Es fängt so viel von dem ein, was das Mehrgenerationenhauses und ganz besonders das Begegnungscafé ausmacht. In der Echternstraße ist ein Ort gewachsen, der für Menschen aus allen Altersgruppen, unabhängig von ihrer sozialen oder kulturellen Herkunft, besucht wird. Eine Besucherin fasste das einmal so treffend in dem Satz zusammen: „Hier bin ich einfach zuerst Mensch.“ Gemeinsam dieses Menschsein zu feiern, im ganz Alltäglichen wie dem Grünkohl- Kochen oder dem Canasta- Spielen, im Gespräch über das Lemgoer Tagesgeschehen oder über die eigenen Fragen und Freuden, das macht diesen Ort besonders. Jeder, der hier hereinkommt und sich an einen Tisch setzt, ist automatisch Teil der Cafégemeinschaft und trägt zu ihrer „Würze“ bei. Zuschauer gibt es nicht, alle sind Teilhaber. Das


AUS UNSEREM MEHRGENERATIONENHAUS

Wenn Sie Fragen zur Arbeit des Mehrgenerationenhauses haben oder sich ehrenamtlich einbringen wollen, steht Ihnen unser Büro gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns unter (0 52 61) 920 46 08 oder über Email: mgh@st-pauli-lemgo.de.

ist wohltuend in einer Welt, in der viel von sozialer Kälte und fehlender Anteilnahme gesprochen wird. Ich rätsele oft, was es braucht, damit so ein Ort entsteht, und so richtig erklären kann ich es immer noch nicht. Was ich weiß, ist, dass das Café das Herz von allem ist, was die diakonische Arbeit unserer Gemeinde ausmacht, und ich sehr dankbar bin, dass es so lebendig schlägt.

8 Das Begegnungscafé in der Echternstr. 12 ist Mo, Di, Mi und Fr jeweils von 15 – 18 Uhr geöffnet. Unsere Cafémitarbeiterinnen freuen sich über Ihren Besuch! 8 Silke Schmidt informiert über Beratungs- und Unterstützungsangebote zu den Themen Alter, Pflege und Demenz. Sie erreichen sie telefonisch unter (0 52 61) 66 89 29 oder über Email: S.Schmidt@st-pauli-lemgo.de 8 Die Flüchtlingshilfe ist telefonisch unter (0 52 61) 920 46 09 erreichbar oder über Email: info@fluechtlingshilfelemgo.info Das offenes Beratungsangebot gibt es mittwochs 10-13 Uhr im Begegnungscafé des Mehrgenerationenhauses. 8Informationen zu den Sprachtreffs und Begegnungsangeboten erhalten sie bei Ahlam Elwahabi, Tel. (0 52 61) 920 46 09. 8 Wenn Sie unsere Arbeit finanziell unterstützen möchten, dann können Sie unter dem Vermerk »Mehrgenerationenhaus« spenden auf das Konto: Kirchengemeinde St. Pauli, Konto-Nr. 1 25 59 bei der Sparkasse Lemgo (BLZ 482 501 10).

Wohnungen für geflüchtete Menschen gesucht!

DAGMAR BEGEMANN

Spendenprojekt letzte BRÜCKE Alle Gelder der Klingelbeutelaktion (November bis Februar) werden für die neue Einrichtung der Sofaecke im Begegnungscafé verwendet. Wir danken allen Spenderinnen und Spendern ganz herzlich für die Unterstützung.

Die Flüchtlingshilfe Lemgo sucht für geflüchtete Menschen dringend Wohnungen in der Größe zwischen 50 qm und 100 qm. Da sie vom Jobcenter finanziert werden, muss die Miete dem vorgegebenen Mietspiegel entsprechen. Eine eventuelle Kaution wird auch vom Amt übernommen. Die Wohnungen dürfen gern unmöbliert sein. Als Ansprechpartner stehen Ihnen die Mitarbeitenden der Flüchtlingshilfe Lemgo zur Verfügung, die Flüchtlinge werden auch durch sie begleitet. – Vielen Dank für Ihre Hilfe! Tel. (0 52 61) 920 46 09, E-Mail: info@fluechtlingshilfe.info 39


der Stadtgemeinden, ab dem 26.02., jeweils mittwochs um 18 Uhr in St. Johann GOTTESDIENSTE ZUR OSTERZEIT:

Gründonnerstag 19 Uhr, Gottesdienst St.-Pauli-Kirche, mit Abendmahl und -essen (jeder bringt Essen und Getränke für sich mit)

DER ÖKUMENISCHE ALTENHEIM-BESUCHSDIENST SUCHT MITARBEITER*INNEN

Möchten Sie anderen eine Freude machen? Suchen Sie eine sinnvolle Aufgabe? Wir brauchen Sie! Info bei: G. Gadow, Tel. 157 08 NEUJAHRSEMPFANG UND VORSTELLUNG DER NEUEN KIRCHENÄLTESTEN

WERKSTATT-LEBEN: SEMINAR „SCHEIDUNG ÜBERWINDEN”

(s. S.29) ab DO, SO, 01.03., 10:00 Uhr, 05.03., 19:30 Uhr, Gottesdienst und im Echternstr. 20 Anschluss Imbiss im Gemeindehaus WELTGEBETSTAG

für Simbabwe, FR, 06.03, 18:00 Uhr, Gottesdienst mit Imbiss im Anschluss (s. S.34)

Karfreitag 10 Uhr, Gottesdienst St.-Pauli-Kirche, mit Abendmahl

KIRCHENEINTRITTSSTELLE

jeden 1. Freitag im Monat geöffnet, 16:00 bis 18:00 Uhr, in der Sakristei der Nicolai-Kirche

Simone Peter/pixelio.de

...an die Pinnwand:

Aktuelle Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage www.st-pauli-lemgo.de oder im monatlich erscheinenden VielFaltBlatt.

PASSIONSANDACHTEN

LÜERDISSER FRAUENFRÜHSTÜCK

für Frauen aus Lüerdissen SA, 28.03., 9:00 Uhr, Anmeldung bis zum 24.03. bei R. Schneider, Tel. 58 12, oder G. Janocha, Tel. 97 17 71, veranstaltet in Koop. mit dem Heimatverein Lüerdissen e.V. WOCHENENDE FÜR JUNGE ERWACHSENE

FR, 17.04.– SO, 19.04 im Lila Haus, Bielefeld Info: Pfrin. Cora Salzmann, Tel. 37 70 CHRISTI HIMMELFAHRT IN LÜERDISSEN

Karsamstag

FRAUENFRÜHSTÜCK

20 Uhr, Strike, St.-Pauli-Kirche

SA, 07.03, 9:00 Uhr, Gemeindehaus (s. S.34) Anmeldung bis zum 04.03. bei S. Hojer, Tel.: 184 64 46, E-Mail: Stefanie.Hojer@freenet.de

21.05., 10:00 Uhr, in der Auferstehungskirche

DANKESCHÖNABEND FÜR EHRENAMTLICHE „DEIN SONG”

PFINGSTMONTAG IN LÜERDISSEN

FR, 27.03., 19:00 Uhr, Gemeindehaus (s. S.35)

01.06., 10:00 Uhr, Taufgottesdienst – für jedes Alter (s. S.36)

Ostersonntag 10 Uhr, Gottesdienst St.-Pauli-Kirche

Ostermontag 10 Uhr, Gottesdienst für jedes Alter in Lüerdissen mit Frühstück (s. S.36)

GOLDENE & DIAMANTENE HOCHZEIT

Wenn Sie zu diesem Anlass den Besuch eines Pfarrers wünschen, melden Sie sich bitte bei uns im Gemeindebüro, Tel. 1 58 94.

TAUFERINNERUNG

für unsere Getauften 2017, SO, 21.06., 10:00 Uhr

Öffnungszeiten BegegnungsCafé (Echternstraße 12) Mo – Mi und Fr, 15 – 18 Uhr


DAS SPENDENPROJEK T

DAS SPEND ENPROJE KT

Für unsere Gemeindearbeit Gottesdienst beim Neuhjahrsempfang 2019

A

ls Gemeinde ist es für uns wichtig, Menschen einen Ort zu bieten, an dem sie ihre Fähigkeiten einbringen können, Unterstützung in herausfordernden Lebenssituationen erfahren und zum Glauben ermutigt werden, der auch im 21. Jahrhundert Zuversicht und Hoffnung schenkt. Dies bedeutet, dass auch viele innovative Projekte und Personal nötig sind, z.B. diese: • Aufbau eines eigenen Arbeitsfeldes für junge Erwachsene • Hauskreise und andere Kleingruppenformen • digitale Kommunikation und Verwaltung Damit wir den vielfältigen Aufgaben auch zukünftig nachgehen können, sind wir auf regelmäßige Spenden und einmalige Sonderzuwendungen angewiesen. Denn die Kirchensteuereinnahmen sind insgesamt rückläufig und reichen bei weitem nicht aus. Darum benötigen wir auch finanzielle Unterstützung für unsere werkstatt·leben. Dank einer großzügigen Erbschaft war es überhaupt möglich, die werkstatt·leben einzurichten und so der Sehnsucht nach Seelsorge und Lebensbewältigung entgegenzukommen. Momentan wird dort z.B. eine Arbeit für Geschiedene und Alleinerziehende aufgebaut (s. S.28). Nun werden für das laufende Geschäft Dauerspender gesucht.

Wie viel wird für alle Pauli-Arbeitsfelder an Spenden gebraucht? Im Jahr 2020 wären €100.000,- unsere Zielmarke. Unser Gedanke ist: Wenn jedes unserer 3200 Mitglieder €50,- spenden würde, wäre das genial. Oder wenn wenige €500,- oder €100,- oder viele €30,- oder auch €10,- dazu beitragen würden, kämen wir dem Ziel näher. Gemeinsam für unsere Gemeinde. H E L G E S E E K A M P, VORSITZENDER DES KIRCHENVORSTANDS

Ihre Spende kommt direkt ans Ziel: Wenn sie dieses Projekt der Kirchengemeinde St. Pauli durch eine Spende unterstützen möchten, nutzen Sie bitte folgende Bankverbindung: Ev.-ref. Kirchengemeinde St. Pauli IBAN: DE07 4825 0110 0000 0125 59 Bitte geben Sie als Verwendungszweck „Gemeindearbeit“ bzw. „werkstatt-leben“ an. Vermerken Sie bitte ferner Ihren Namen und Ihre Adresse, damit Ihnen die Spendenbescheinigung zugesandt werden kann.


Gottesdienste in St. Pauli,

Echternstraße

März

April

Mai

SO, 01.03. | 10.00 Uhr

SA, 04.04. »Strike« SO, 05.04. | 10.00 Uhr

SA, 02.05. »Strike« SO, 03.05. | 10.00 Uhr

»klassisch« Rolf Salzmann

»modern« (Konfirmation) P. Helge Seekamp, Werner Schmidt

FR, 06.03. | 18.00 Uhr Gottesdienst zum Weltgebetstag für Simbabwe

SA, 07.03. »Strike« SO, 08.03. | 10.00 Uhr »klassisch« (Abendmahl) P. Kai Mauritz

SA, 14.03. »Strike« SO, 15.03. | 10.00 Uhr Einführung des neuen Kirchenvorstands P. Helge Seekamp

SA, 21.03. »Strike« SO, 22.03. | 10.00 Uhr »modern« Joachim Wesner

SA, 28.03. »Strike« SO, 29.03. | 10.00 Uhr »modern« (Kanzeltausch) Predigt: P. Winfried Ostmeier

SO, 29.03 | 19.00 Uhr »Gott erwarten« P. Kai Mauritz Jeden Samstag ab 20 Uhr:

STRIKE Der Gottesdienst von Jugendlichen für alle.

DO, 09.04. | 19.00 Uhr Gründonnerstag, mit Tischgemeinschaft (Essen & Getränke bringt jeder mit) P. Helge Seekamp

FR, 10.04. | Karfreitag 10.00 Uhr »klassisch« (Abendmahl) P. Kai Mauritz

SA, 11.04. »Strike« SO, 12.04. | Ostern 10.00 Uhr, »modern« Pn. Cora Salzmann

MO, 13.04. | Ostern In Lüerdissen, für jedes Alter Frühstücksgottesdienst 10.00 Uhr, P. Helge Seekamp s. S.36 oder: Fernsehgottesdienst aus St. Nicolai Einlass bis 9.30 Uhr, Beginn um 10 Uhr s. S.36

SA, 18.04. »Strike«

MO, 01.06. | Pfingsten In Lüerdissen, für jedes Alter 10.00 Uhr, P. Helge Seekamp s. S.36

SA, 06.06. »Strike« SO, 07.06. | 10.00 Uhr

SA, 09.05. »Strike« SO, 10.05. | 10.00 Uhr

»klassisch« (Abendmahl) P. Kai Mauritz

Gottesdienst mit dem Mehrgenerationenhaus Pn. Cora Salzmann

SA, 13.06. »Strike« SO, 14.06. | 10.00 Uhr »modern« Klaus R. Berger

SA, 16.05. »Strike« SO, 17.05. | 10.00 Uhr

SA, 20.06. »Strike« SO, 21.06. | 10.00 Uhr

»modern« (Konfirmation) P. Helge Seekamp, Werner Schmidt

DO, 21.05. | 10.00 Uhr

Tauferinnerung, für jedes Alter Pn. Cora Salzmann

Christi Himmelfahrt »klassisch« in Lüerdissen P. Helge Seekamp

»Gott erwarten« P. Kai Mauritz

SA, 23.05. »Strike« SO, 24.05. | 10.00 Uhr

SA, 27.06. »Strike« SO, 28.06. | 10.30 Uhr

SO, 21.06 | 19.00 Uhr

Gottesdienst der Stadtgemeinden Marktplatz Lemgo (bei Regen in St. Nicolai) P. Kai Mauritz

»modern« P. Kai Mauritz

SA, 30.05. »Strike« SO, 31.05. | Pfingsten 10.00 Uhr »modern« P. Helge Seekamp

SO, 19.04. | 10.00 Uhr »modern« Norbert Meier

SA, 25.04. »Strike« SO, 26.04. | 10.00 Uhr »modern« P. Kai Mauritz

Sonntags um 10 Uhr: Sonntags um 12 vor 12:

GOTTESDIENSTE FÜRVOLXKIRCHE KINDER:

* im Mehrgenerationenhaus, Echternstr. 12

©S.Hofschlaeger /PIXELIO‘

Gottesdienst zum Neujahrsempfang mit Jugendband Predigt: Pastoralteam

Juni

Gottesdienst-Übertragung Samstag ab 20 inJeden den Babyraum Uhr: »Kirche mit Kindern« für 3–5-Jährige, ab 10 Uhr, Turmstube – 3. Stock Der Gottesdienst von »Kirche mit Kindern« für 6 –11-Jährige ab 10 Uhr im Turmsaal – 1. Stock

STRIKE

Profile for Ev.-reformierte Kirchengemeinde St. Pauli

Brücke 195 – März bis Juni 2020  

im Aufbruch in ein neues Jahrzehnt (8S. 25). Was für die nächsten Jahre wichtig sein könnte, hat Pfr. Helge Seekamp notiert. Das „Bonbon“: E...

Brücke 195 – März bis Juni 2020  

im Aufbruch in ein neues Jahrzehnt (8S. 25). Was für die nächsten Jahre wichtig sein könnte, hat Pfr. Helge Seekamp notiert. Das „Bonbon“: E...

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