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ROGER DUBUIS Boutique

Geneva - Rue du Rh么ne 3 - Tel. +41 22 321 28 28 WWW.ROGERDUBUIS.COM

EMBASSY LA SERLAS St. Moritz

GRIMAWATCHES Gstaad

LES AMBASSADEURS St. Moritz


BIANCO winter 2008/09

EDITORIAL

THE ALPINE LIFESTYLE Die feine Le bensart über der Ne belgrenze Liebe Alpenbewohner, liebe Zeitreisende im Alpenraum Es freut uns, dass Sie die erste Ausgabe von BIANCO in den Händen halten. Das Magazin hat sich ganz dem «zeitgemässen alpinen Lebensstil» verschrieben. Es beleuchtet die lokalen Sitten und Bräuche wie auch das Treiben des internationalen Jetsets. Es lässt Traditionelles neben Modernem stehen und zeigt gleichermassen die raue Bergwelt sowie den Glamour der Luxushotels. BIANCO bildet ab, wie es sich heute lebt in St. Moritz, Zermatt und Gstaad. Aber auch in Lü oder Tschamutt – als Einheimischer, Besucher oder Gastarbeiter. Weshalb braucht es BIANCO, werden wir zuweilen gefragt. Nun, der Alpenraum boomt, und es ist wieder schick, in die Berge zu fahren. Man verbindet mit den Alpen das Echte, Reine und Unverdorbene. Ganze Generationen finden hier sowohl Ruhe und Erholung als auch Abenteuer und Wildnis. Und es gibt noch kein Magazin, welches die moderne Prägung dieses speziellen Lebensraums fernab der urbanen Ballungszentren in seiner Vielfalt und Widersprüchlichkeit beschreibt und ins Bild setzt. BIANCO füllt diese Lücke. Noch etwas: Der Mensch verhält sich anders in den Bergen. Die Gewalt der Natur relativiert manches, und die Rückbesinnung auf das Wesentliche fällt hier oben offenbar leichter als in der Hektik des städtischen Alltags. Weshalb sonst würde man im Alpenraum auf so viele interessante Persönlichkeiten, neue Ideen und aussergewöhnliche Geschichten stossen? Und manchmal sogar auf die viel beschworene, immer seltener gewordene Authentizität. All dies macht die Alpen und damit letztendlich auch BIANCO so spannend.

COVER Adaptation eines Artprints aus der Serie «Peak Emotion: Piz Palü – Morteratsch» von Peter Vann, 2008

Aber machen Sie sich selbst ein Bild von BIANCO und den darin gezeigten Landschaften, Menschen und Aktivitäten. Und lassen auch Sie sich vom Alpenfieber anstecken, das uns schon längst gepackt hat. Philipp Bitzer und Dario Cantoni BIANCO Chefredaktion

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content

BIANCO WINTER 2008/09

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Content Winter 2008/09 MAGAZINE 006 sensor Winter 2008/09 016

Störfall im Berner Oberland

CUISINE

Delikatessen aus dem Stollen

020

CUISINE

Spitzenkoch im Märchenpark

Sandro Steingruber

024 CUISINE Braulio

Bittersüsse Faszination

028

PEOPLE

Der Löwenbändiger vom Jakobshorn

Fritz Gertsch

030 PEOPLE Gringobeat, Ratocoaster, Jazzability Las Vegas Super De Luxe

Die genialen Gitarren von Claudia und Claudio Pagelli

036

ART

Interpretationen alpiner Klischees von Uli Wiesmeier

042

LIVING

Chalet Stuber in Gstaad

048

NATURE

Fragmente – den Raum neu zusammensetzen

056

LIVING

Residieren in Sestriere

062

FASHION

Coole Outfits für unterwegs

Berg heil Stilles Leben im Bauernchalet Greina Domizil Milchstrasse On the Road

062


102

086

072

084

072 report Einsame Helden

Kein Geld, keine Bremsen, kein Limit

078

FASHION

Winter Styles 2008/09

084

FASHION

Revival einer Kultmarke

Freeeezing Winter Jet Set

086 ART Engadiner Landschaften

Im Fokus von Michel Comte

094

Report

Der Ski mit dem harten Kern

100

Literature

Die Moderne in den Bergen

102

MOBILITY

Christian Klainguti, Architekt und Autoliebhaber

124

BIANCO E NERO

Comic von Andrea Caprez und Christoph Schuler

Zai Arosa

Der Buckel des Architekten Davos

125 contributors First Issue 128

kolumne

Das letzte Wort von Stefan B端hler

GUIDE 108

Hotels & Spa, Restaurants, Bars, Nightlife, Art

120

Agenda Winter 2008/09 01-2009

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sensor

WINTER 2008/09

Sensor Winter 2008/09 Living

Alpenstoffe aus Mailand a l p i n e s f ü r z u h au s e

Auch der exklusive italienische Stoffhersteller Dedar hat den alpinen Lifestyle entdeckt und eine spezielle Kollektion mit Stoffen für die Berge auf den Markt gebracht. Die Stoffe zeichnen sich aus durch ihre sanfte Oberfläche, die naiv-folkloristisch anmutenden Muster und Stickereien in sanften Pastellfarben. Zu Kissen, Decken, Überzügen oder Vorhängen verarbeitet, verströmt die Kollektion alpine Gemütlichkeit und Geborgenheit. Die Stoffe heissen wie die anvisierten Wunschdestinationen: St. Moritz, Cortina, Kitzbühel und Megève. (dc) www.dedar.com

Ga m e

Holy Snow In Shaun White Snowboarding erlebt der Spieler die ganze Faszination des Snowboardens. Gemeinsam mit dem Olympiasieger Shaun White, dem erfolgreichsten Snowboarder aller Zeiten, macht er die Gipfel dieser Welt unsicher. Doch der Titel von Ubisoft bietet weit mehr als nur übliches Snowboardvergnügen. Neben einfachen Rennen gegen Gegner oder die Uhr gibt es zahlreiche Stunt-Events in der Halfpipe oder im freien Gelände. Überall kann der Snowboarder sein Brett abschnallen und die Umgebung erkunden oder sich mit anderen Charakteren messen – sogar online. Grafisch ist das Snowboardspiel bahnbrechend. Faszinierende Schneelandschaften sorgen für ein realistisches Erlebnis, man kann sich frei bewegen und fühlt sich mitten im dynamischen Geschehen. Ein grossartiges Game von einem grossen Snowboarder. (dc) www.shaunwhitegame.com

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s p o rt s

SchlechtwetterGoggle s p o rt s fa s h i o n f ü r d i e p i s t e Für Schlechtwettertage auf der Piste hat sich Adidas was ganz Besonderes einfallen lassen: Die ID2-Goggle verfügt über Nanopartikel in der ersten Schicht des zweilagigen Schaumstoffs. Das hindert Schneekristalle und Wasser, nach innen zu dringen. Auch bei ungünstigen Witterungsverhältnissen beschlägt die Brille so kaum. Mit der ID2 haben Rider klare Sicht und die Wahl zwischen sechs verschiedenen Rahmenfarben. (fa) www.adidas.ch

exhibition

Zimmer frei Al p e n h o t e l s z w i s c h e n A b b ru c h u nd Au f b ru c h ac c e s s o i r e s

Chalet du CŒur Der neue Online-Store widmet sich voll und ganz dem alpinen Wohnen. Deko-

Sonderausstellung im Schweizerischen Alpinen Museum, Bern. Noch bis 16. August 2009 Trendiges Partyhotel, Wellnesstempel oder Grand Hotel? Die Sonderausstellung zeigt und diskutiert alpine Hotelprojekte. Die Faszination des alpinen Raums ist ungebrochen: Er zieht Sportler und Wanderer an, lockt

Gegenstände, Tischkultur, verschie-

mit kulturellen Veranstaltungen, bietet Erholung und Zerstreuung. Tourismus

denes Zubehör für Haus und Garten,

und Alpenhotellerie sind als Arbeitgeber und Wirtschaftsfaktor im Alpenraum

Geschenke, aber auch kulinarische

unverzichtbar. Ändern sich die klimatischen, wirtschaftlichen oder gesellschaft-

Köstlichkeiten … Alle Produkte sind sorg-

lichen Bedingungen, reagieren die touristischen Anbieter. Die aktuelle Situation

fältig ausgewählt und in kleinen Manufakturen vorwiegend in der Schweiz,

ist dynamisch: Adelboden plant ein Alpenbad, Andermatt wird Teil eines Resorts, Davos will einen Turm auf der Schatzalp erstellen, Vnà eröffnete ein

Österreich und Deutschland unter öko-

dezentrales Hotel. «Zimmer frei» entführt die Besuchenden in ein imaginäres

logischen Gesichtspunkten angefertigt.

Hotel, wo verschiedene Projekte vorgestellt werden. Zusätzlich gibt es ein reich-

Massgeschneiderte Einzelstücke geben

haltiges Rahmenprogramm mit Vorträgen und Fachtagungen.

dem Heim den individuellen Touch. (dc) www.chaletducoeur.ch, www.chaletinterieur.ch

(obs/Schweizerisches Alpines Museum) www.alpinesmuseum.ch 

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WINTER 2008/09

l o cat i o n

rocksresort Mit dem rocksresort baut sich Laax ein eigenes, kleines Universum des alpinen Lifestyles. Das hippe Ferienresort liegt direkt bei der Talstation und ist ausgestattet mit Appartements, Shops, Restaurants, Bars und einem 4-Sterne-Hotel. Das Rocksresort ist bereits heute «Member of Design Hotels». Die Anordnung der Quader ist inspiriert vom Flimser Bergsturz, das äussere Erscheinungsbild ist vom felsigen Valser Quarzit geprägt. Innen sorgen Kombinationen aus Eichholz, Beton und Sumpfkalk für eine helle, rustikal-moderne Atmosphäre. Das Bauende 2010 ist in Sicht, ab Dezember 2008 können die ersten Rocksresort-Bewohner in die komplett ausgestatteten Designerwohnungen einziehen. Direkt vor der Haustüre: 220 Pistenkilometer, Snowparks, Halfpipes und Blick in die verschneiten Bündner Berge. Mit dem neuartigen Betriebskonzept «buy to use and let» stellen die Käufer ihr Appartement gleichzeitig als Mietobjekt zur Verfügung. (pk) www.rocksresort.com, www.laax.com

a RT

Peak Emotion Peter Vanns neue Leidenschaft gilt der Bergfotografie. Dabei versucht er eine neue, ihm eigene Handschrift zu entwickeln. Dass dies dem renommierten, ehemaligen Autofotografen sehr gut gelingt, zeigt sich im neuen Kalender «Peak Emotion: Piz Palü – Morteratsch». Es ist bereits die vierte Ausgabe des hochwertigen Kalenders im unverkennbaren Schuber. Die entsprechenden grossformatigen Artprints von Peter Vann sind in der eigenen Galerie in S-chanf wie auch im Hotel Saratz in Pontresina und im St. Moritzer Kempinski Grand Hotel des Bains ausgestellt. (dc)

fa s h i o n

100% Schottland auf der Haut e x k lu s i v e s vo n h aw i c k Ein Bisschen Luxus muss sein: Schliesslich fühlt sich auf der Haut nichts besser an als reine Kaschmirwolle. Hawick Cashmere of Scotland stellt seit 1874 Edelkaschmir her, bis vor kurzem auch für Chanel und Calvin Klein. Jetzt unter eigenem Label und höchst erfolgreich. Die neuen «Classic» und «Contemporary» Kollektionen sind jetzt in 16 Flagship-Stores weltweit erhältlich, unter anderem in St. Moritz, Kitzbühel und Beaver Creek. (fa) www.hawickcashmere.com

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www.galeriepetervann.com


ac c e s s o i r e s

Replica des allerersten Soldatenmessers L IVI N G

BeoCom 2 Das sanft geschwungene Beocom 2 von Bang & Olufsen ist ein einzigartiges Geschenk für alle, die aus der Masse herausstechen möchten. Das aus einem einzigen Aluminiumstück gefertigte Telefon macht in seinem Ladegerät eine

Der Messerhersteller Wenger hat dieses Jahr in seinen Werkstätten die

besonders elegante Figur. Die geschwun-

Replica einer der grössten Legenden der Schweizer Messerindustrie realisiert. Wenger begann im Auftrag der Schweizer Armee mit der Produktion

gene Form stimmt perfekt mit den Konturen

des Original-Soldatenmessers im Jahre 1901. Von jenem Modell wurden

des Gesichts überein. Dank dieser raffinierten Form

alle späteren Versionen des Multifunktionsmessers abgeleitet, auch das be-

liegt es auch besonders angenehm in der Hand und

kannte Schweizermesser. Die auf 1893 Exemplare limitierte Messer-Edition

sorgt, zusammen mit seinem kristallklaren Klang, für

– 1893 war das Gründungsjahr der Messerfabrik Wenger – stimmt in sämt-

höchsten Komfort. Beocom 2 lässt sich – je nach Version

lichen Einzelheiten mit den Plänen aus jener Zeit überein. Die numme-

– sowohl aufstellen als auch an der Wand montieren. Es

rierten Messer werden durch eine originalgetreue Kopie der technischen

ist in unterschiedlichen Farben erhältlich, so zum

Zeichnung des Urmessers ergänzt, die seit nunmehr 107 Jahren sorgfältig

Beispiel in Perlweiss, das die Anmut und die Leichtig-

aufbewahrt wird. (dc)

keit dieses markanten Telefons ganz besonders unterstreicht. (pb) www.bang-olufsen.com

www.wenger.ch

fa s h i o n

Lässiges Understatement Die aktuelle Winterkollektion des Schweizer Modelabels Beige bezaubert mit feinen Details, dezenten Farbtönen und eleganter Schlichtheit. Durch den Einsatz verschiedenster Stricktechniken schaffen die beiden Beige-Designerinnen eine reichhaltige Palette an Strukturen: Lochmuster, Rippenstrick, Zöpfe und Intarsiaeinsätze werden raffiniert kombiniert und verleihen den Textilkreationen einen Spirit von elegantem Understatement oder sportlicher Nonchalance. Die Kollektion zeigt sich in farbverwandten Grautönen Schiefer, Grafit und Beige sowie in warmen Erdtönen und Aubergine. Beige steht für die beiden Schweizer Designerinnen Manuela Helg und Karin Maurer. Sie sind bekannt für ihr unkonventionelles Strickdesign, die Farbkombinationen, den hohen Tragkomfort und die immer wieder ganz eigenen Looks in raffinierten Stricktechniken. (dc)

www.beige.ch

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sensor

WINTER 2008/09

fa s h i o n

Tasche für alle Fälle Nicht jeder kann einen Sportanzug unter seinen Strassenkleidern verstecken. Ausser Superman Clark Kent, aber der trägt ja auch wirklich enges Zeug. Darum brauchen normale Menschen Sporttaschen. Und die sind am besten praktisch, geräumig und auch noch schön – wie die neuen Supersport-Modelle der Firma FREITAG. Gibts auch im Onlineshop unter www.freitag.ch. (fa)

www.freitag.ch

I D EA

Ricola erfindet den Kaugummi neu Ricola bietet neu einen hochwertigen Kräuterkaugummi mit natürlichen Inhaltsstoffen an, der wohltuend für Mund und Hals sein soll. Wie die Bonbons basiert der Kaugummi auf der Original Ricola-13Kräuter-Mischung. Drei zuckerfreie Sorten werden angeboten: Kräuter, Zitronenmelisse und Wilde Minze. Die Kräuter und FASHIO N

L IFEST Y L E

der Einsatz von natürlichen Aromen sind Garant für den einzigartigen Geschmack

Ribcap

I mazzafam

Das Ribcap verspricht mehr als bloss

«Die Hungertöter» aus dem Churer Deserti-

bons kennt. Die Ricola-Kräuter-Kaugummis

warme Ohren: Die integrierten Protektoren

na-Verlag versammelt traditionelle Gerichte

werden in der Schweiz produziert und sind

aus Leichtschaumstoff schützen den Kopf

aus den italienischsprachigen Talschaften

exklusiv hier erhältlich. Die Kräuter werden

bei Aufprallen, sind trotzdem atmungsaktiv

Graubündens. Damit leistet es gleichzeitig

von über 200 eigenständigen Landwirt-

und bieten angenehme Elastizität. Und

einen Beitrag zur Erhaltung eines wert-

schaftsbetrieben im Schweizer Berggebiet

als wäre das alles nicht genug: Die Mützen

vollen Kulturerbes. Die Täler liegen zwar

nach biologischen Richtlinien angebaut. (dc)

sehen auch noch gut aus. So gut, dass sie

geografisch weit auseinander, haben aber

2006 den Schweizerischen Förderpreis für

bei aller individuellen Eigenart durch ihre

Design gewonnen haben. So gut sogar, dass

Geschichte und Entwicklung vieles ge-

sie letztes Jahr für den Design-Preis Schweiz

meinsam. Der appetitlich aufgemacht Band

nominiert wurden, und nun an der Swiss-

stellt altes gastronomisches Wissen in einen

nex in San Francisco in der Design-Preis

kulturellen und touristischen Kontext und

Schweiz Exhibit ausgestellt werden. Die

bietet so spannenden Einblick in eine an fas-

erfolgreiche Schweizer Idee des Münsingers

zinierenden Traditionen reiche, noch wenig

Jürg Ramseier darf sich zeigen, auf der Piste

bekannte Gegend des Alpenraums. (dc)

der Kaugummis, wie man dies von den Bon-

und sogar in Übersee … (pk)

www.ribcap.com

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Gianni Bertossa, I mazzafam Verlag Desertina, 2008, ISBN 978-3-85637-348-1 www.casanova.ch

www.ricola.ch/gum


sensor

WINTER 2008/09

l o cat i o n

Glänzender Meilenstein Der Grundstein für die neue Monte-Rosa-Hütte ist gelegt, und schon spricht man von einem «Meilenstein des hochalpinen Bauens». Wie ein Kristall wird sie auf genau 2883 Meter einen Felszack dominieren: Blick aufs Matterhorn und rundherum die Gletscher Gorner, Grenz und Monte Rosa – irgendwo ganz weit unten Zermatt. Ungewöhnlich und avantgardistisch ist das Werk des Schweizer Alpen-Clubs allemal. Keine herkömmliche Hütte mit knarrenden Dielen und karierter Bettwäsche, sondern ein bewohnbares Umweltprojekt mit polygonalem Grundriss, das sich zu 90 Prozent selbst mit Energie versorgt. Entwickelt wurde die Idee für die Hütte mit dem passenden Namen «Glänzling» von Studenten der ETH Zürich unter Leitung von Professor Andrea Deplazes. Er ersetzt ein über hundert Jahre altes, baufälliges Steinhaus. Insgesamt wird er sechs Stockwerke haben und Platz für bis 120 Gäste bieten. Während aussen kaltes Aluminium glänzt, soll es innen möglichst kuschelig sein – mit offenen Fachwerk-Elementen, kleinen gemütlichen Stuben und Betten aus Holz. Kostenpunkt des Hüttenzaubers: sechs Millionen Franken. (dc) www.neuemonterosahuette.ch

ac c e s s o i r e s

Klima & Design l i f e s t yl e

Retro-Poster Für Alle, die etwas Farbe in die eigene Wohnung bringen möchten: Allposters.de bietet 500’000 verschiedene Plakate und Kunstdrucke an, die nach Wunsch mit hochwertigen Rahmen aus Holz oder Kunststoff geliefert werden. In der Rubrik «Reisen» finden Retro-Liebhaber eine schöne Auswahl an historischen Postern von echten Ferienklassikern, darunter auch von vielen Alpendestinationen wie Davos, St. Moritz, Chamonix, Briançon, Megève, Courchevel aber auch Monte Carlo, Nice oder Zürich. (fa)

In einem neuen, attraktiven Design präsentiert sich Comfort Light diesen Winter. Die Base-Layer-Kollektion für Sportarten wie Running, Trekking oder Wintersport zeigt sich im sportiv-dynamischen Look – in leuchtendem Cranberry, winterlichem Dragonfly, trendigem Graphite sowie in den Basics Weiss und Schwarz. Zusätzlich zu Long und Short Sleeves, 3/4- und Long Tights ergänzt FALKE die Kollektion um ein neues Langarmshirt mit V-Ausschnitt. Die funktionale Ganzjahreswäsche von FALKE ERGONOMIC SPORT SYSTEM zeichnet sich vor allem durch ihre

www.allposters.de

bequeme Passform und einen besonders hohen Feuchtigkeitstransport aus. (dc)

www.falke.de

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living

Ehrfurcht Unter dem Namen Pour les Alpes entwerfen die beiden Designerinnen Annina Gähwiler und Tina Stieger Produkte, die vom Schweizer Alpenraum inspiriert sind. Dabei verbinden sie traditionelles Kunsthandwerk mit zeitgenössischem Produktdesign. Das abgebildete Möbel «Ehrfurcht» ist Teil der Möbelkollektion «Echos», welche im Rahmen eines von Pro Helvetia organisierten Wettbewerbs entstanden ist. Die tiefschwarze Kommode mit dem in Arvenholz geschnitzten Innenleben beschreibt eine persönliche Assoziation der beiden Designerinnen mit der Alpenwelt. Das Thema wurde in einer für die Schweizer Alpenregion typischen traditionellen Handwerkstechnik umgesetzt, dem Schnitzen. Mit ihrem Projekt holen die beiden Städterinnen ein Stück Alpenkultur in die Metropolen. (dc) Die Prototypen sind bis 31. Dezember 2008 unter dem Thema «Alpine Chic» in der Galerie Kessler in Zürich ausgestellt. www.pourlesalpes.ch

fa s h i o n

FASHIO N

ZDAR BOOTS Die moderne Umsetzung des sogenannten

Für den pefekten Tag in den Bergen

Valenki-Stiefels, des traditionellen russischen

Die Idee, das Sportswear-Label Maloja zu gründen, entstand

fort. Verarbeitet wird ausschliesslich aufwendig

an einem perfekten Wintertag vor rund fünf Jahren. Nach der

gewalkter hochverdichteter Naturfilz. Er be-

erfolgreichen Lancierung der eigenen Bikewear präsentieren die

steht aus 100% reiner Wolle. Die einzigartigen

fünf jungen Chiemgauer mit Standbein in Maloja bereits ihre

Eigenschaften der Wolle vereinen Atmungs-

zweite umfangreiche Winterkollektion. Diese umfasst sämtliche

aktivität mit Wasserbeständigkeit und sorgen

Layer vom Windbreaker bis zur Funktionswäsche in innovativen

so für trockene und warme Füsse – auch bei

Designs und dazu jede Menge Accessoires. Die Teile sind bereits

niedrigen Temperaturen. Das weich gepolster-

total ausgereift und in einer grossen Modell- und Farbpalette

te Fussbett ist mit Leder bezogen, in die Gum-

vorhanden. Technisches für Snowboard, Ski oder Ausdauersport-

misohle ist eine Lage Hanfgewebe eingelegt,

arten wie Langlauf, Joggen und Touren – aber auch coole Fashion.

das sie verstärkt und zugleich für Rutschfes-

Kurz: perfekte Sportswear für den perfekten Tag in den Bergen

tigkeit sorgt. Letztes Jahr noch Geheimtipp

– inspiriert von der einzigartigen Bergwelt des Oberengadins,

ist der ZDAR diese Saison Kult – sowieso als

der Rückbesinnung auf das Wesentliche und den respektvollen

Luxusboot mit Swarovski-Steinen. (dc)

Filzstiefels, vereint die natürlichen Eigenschaften von Filz mit zeitgemässem Tragkom-

Umgang mit Mensch und Natur. (dc) www.maloja.de

www.zdar-boot.com

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sensor

WINTER 2008/09

music

GRISCHUNIT

Auf der neuen CD von Corin Curschellas verbinden sich balladeske Roadmovies, Blues und Countryrock mit romanischen Versen und ergeben so eine spannende Mischung aus räumlich begrenztem Sprachkolorit und kosmopolitischem Flair. «Wie wenn man am Cresta-See ins Wasser springt und im Hudson River wieder auftaucht.» Die klare Naturstimme Curschellas und das beherzte Zupacken der vier amerikanischen Vollblutmusiker machen die CD zu einem Klangerlebnis weit jenseits banaler Popmusik. «Grischunit» ist übrigens ein äusserst seltenes Mineral, ein singuläres Geheimnis der rätischen Schweiz, das nirgends sonst auf dem Planeten zu finden ist. (dc) www.corin.ch, www.traumton.de

S p o rt s

Der Uhren-Ski Die Graubündner Skimanufaktur zai (siehe auch die Reportage auf Seite 94) hat in Zusammenarbeit mit der Schweizer Uhrenfirma Hublot den «All Black» entwickelt. Das Design dieses neusten Skis aus Disentis ist vom ebenfalls tiefschwarzen Hublot-Modell «Big

fa s h i o n

future outfits

Bang» inspiriert, und auch bei der Auswahl der verwendeten Materialien stand diese Uhr Pate. Denn neben den herkömmlichen Zai-Materialien

Ski-Couture für die künftigen Generationen hatte Willy

Kohlenstofffaser, Glasfaser, Stahl und Gneis kam erstmals auch Kautschuk

Bogner im Auge, als er das Projekt «Space Exploration

zur Anwendung: Die Oberfläche des «All Black» besteht denn aus diesem

Outfit» lancierte. Entstanden sind neun visionäre Skianzüge,

uhrentypischen Material und gibt dem Ski ein äusserst wertiges Aussehen.

welche durch Hightech-Materialien und eine Reihe von

Die «All Black»-Serie ist limitiert auf 111 Paare. Ein solches kostet im Fach-

neuartigen Funktionalitäten glänzen. Der «Anti-Crash-Suit»

handel 8000 Schweizer Franken. (pb)

beispielsweise ist mit einer Reihe von leuchtenden LED und der «Crystal Communication Suit» mit über 20’000 winzigen

www.hublot.com, www.zai.ch

Kristallen bestückt, damit sich die Trägerin auf der Piste wie eine Königin fühlt. (pb) www.bogner.com

SPORTS

Zweydinger Der Zweydinger ist ein handgearbeiteter All-Mountain-Ski, ein universelles Multitalent im Retrolook, das auf jedem Skiterrain und bei jeder persönlichen Leistungsstufe Spass macht! Jedes Paar Ski wird einzeln von Hand in der deutschen Manufaktur gefertigt. Der Qualitätsstandard aller verwendeten Materialien erfüllt dabei die Ansprüche des professionellen Skirennsports. Ausgewählte Edelholzfurniere bilden den optischen Abschluss eines technisch ausgereiften Produkts. August Zweydinger (geb. 1876) ist Namensgeber und Sinnbild der goldenen Zeiten des Skisports und dem damit verbundenen Glamour der aufstrebenden Skiorte. (dc)

www.augustzweydinger.com

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CUISINE

Störfall IM BERNER OBERLAND

Delikatessen aus dem Stollen

störfall IM BERNER OBERLAND Philipp Bitzer

Gina Folly

Im Berner Oberland steht die erste alpine Störzucht. Möglich macht dies eine Warmwasserquelle, die im Laufe der Bauarbeiten am Lötschbergtunnel entdeckt wurde. Das abgeführte Warmwasser speist nun die Becken einer Pilotanlage, in welcher sich die Störe rundum wohl fühlen.

Der Stör gehört zu den ältesten Tierarten der Erde. Er ist ideal an seine Umwelt angepasst und kann sowohl im Süss- als auch im Meerwasser leben. Ausser dem Menschen hat er keine natürlichen Feinde und wird bis zu 150 Jahre alt. Mit einer Länge von bis zu fünfeinhalb Metern und einem Gewicht von bis zu anderthalb Tonnen ist er überdies einer der grössten Fische überhaupt. Sein Laich wird als die weltweit begehrteste und teuerste Delikatesse gehandelt – der Kaviar. Deshalb wird er, vor allem seit dem Zusammenbruch der UdSSR, erbarmungslos gejagt. Die Raubfischerei hat in den letzten Jahren derart zugenommen, dass der freilebende Stör vom Aussterben bedroht ist. Um die Kaviarproduktion aufrechterhalten zu können, wird der Stör deshalb vermehrt gezüchtet. Auch in der Schweiz.


Die erste alpine Störzucht steht in Frutigen im Berner Oberland. Dies hat einen einfachen, aber guten Grund: Bei den Arbeiten der Schweizerischen Bundesbahnen SBB am Lötschberg-Basistunnel stiessen die Tunnelbauer auf eine Warmwasserquelle, aus welcher pro Sekunde rund 100 Liter Wasser mit einer Temperatur von 20 Grad sprudeln. Dieses warme Wasser konnte nicht einfach abgeleitet werden, da es die Laichgründe der Forellen in den geschützten Bächen und Flüssen der Region gestört hätte. Findige Köpfe kamen deshalb bereits 2002 auf die Idee, das warme Wasser für eine Störzucht und die Produktion von tropischen Früchten zu nutzen.

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CUISINE

Störfall IM BERNER OBERLAND

Delikatessen aus dem Stollen

Der erste Teil der Idee, die Einrichtung einer Störzucht, wurde bereits in die Tat umgesetzt. Ziel ist es, mittelfristig pro Jahr 45 Tonnen Störfleisch und zwei Tonnen Kaviar zu produzieren. Während das erste Störfleisch bereits direkt bei der Zuchtanlage und seit neustem auch in allen grösseren Coop-Filialen bezogen werden kann, braucht es für die Kaviarproduktion noch etwas Geduld. Die weiblichen Störe werden erst sehr spät geschlechtsreif, weshalb das erste Ablaichen erst nach mehreren Jahren erfolgt. Die zweite Idee eines riesigen Gewächshauses für tropische Früchte ist derzeit in der Realisierungsphase. Der Spatenstich erfolgte diesen Sommer, und die ersten Gebäude des Komplexes sollen nächsten Herbst bezugsbereit sein.

Oben Übersicht über die in Frutigen geplante Anlage mit dem Tropenhaus, den Becken für die Fischzucht sowie weiteren ServiceGebäuden. links In Soja mariniertes Stör-Carpaccio mit Avocado-Erdbeer-salat, tropfen von Olivenöl. rechts Tatar vom Stör mit Gemüsestreifen auf jungem Blattspinat mit Cherrytomaten und Balsamicoessig.

Alpine sturgeon Frutigen in the Bernese Oberland has Switzerland’s first sturgeon Tropenhaus Frutigen AG Postfach 14, CH-3714 Frutigen Tel. +41 (0)33 672 11 44, Fax +41 (0)33 672 11 45

farm. This has been made possible by a Swiss Federal Railways discovery during construction of the Lötschberg basis tunnel linking Canton Bern with the Valais. Building workers found a warm-water spring. The around 20 °C water cannot be simply drained off into the

www.tropenhaus-frutigen.ch

surrounding streams for environmental reasons. And so resourceful brains hit upon the idea of using the warm water to breed tropical fruit and sturgeon. The aim of the sturgeon farm is to produce two tons of caviar per year. As female sturgeons take several years to become sexually mature and produce their highly prized roe, the sale of caviar in Frutigen will first start in a few years time. However, sturgeon meat is already on sale in Frutigen. The fish, which in Russia is a part of every stylish meal, is now also set to conquer Swiss gastronomy.

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CUISINE

SANDRO STEINGRUBER

Spitzenkoch im Märchenpark

Sandro S teingruber

S p i t z e n k o ch i m M ä r ch e n pa r k

Thomas Domenig

Gaudenz Danuser

Sandro Steingruber wuchs im Tessin auf, nun lebt er in der Bergwelt der Surselva. Als Arbeitsort hat er sich das Waldhaus Flims Mountain Resort & Spa ausgesucht. Er zeichnet dort verantwortlich für das unlängst mit 17 «Gault Millau»-Punkten ausgezeichnete Lokal Epoca – aussergewöhnlich dessen Küche, aber auch das Ambiente. Das Eintauchen in die faszinierende Welt der Gastfreundschaft und Kulinarik à la Waldhaus Flims beginnt bei der Einfahrt ins Hotelareal. Die Strasse mäandert durch einen Bergwald in die Parkanlagen. Über ausgedehnte Grünflächen führen gedeckte Fussstrassen und gepflasterte Spazierwege zu den verschiedenen Bauten des Resorts. Man ist nicht mehr im lebendigen Flims. Eine Welt der Beschaulichkeit tut sich auf. Imposante Jugendstilbauten und Gebäude neuerer Art verteilen sich auf die riesige Fläche, die sich teils liebevoll gepflegt als Parkanlage teils als urtümlicher Wald präsentiert. In dieser Idylle befindet sich das Epoca, angebaut an einen wunderschönen, grossen Jugendstilpavillon. Der Anbau, der im Sommer 2008 eingeweiht wurde, bildet einen eleganten, zeitgenössischen Kontrapunkt zur ehrwürdigen Architektur der Jahrhundertwende – moderne Ergänzung, gelungene Integration historischer Substanz in aktuelle Sachlichkeit. So wird die Fassade des Pavillons zur Innenwand des Restaurants, zwei weitere Wände sind völlig in Glas gehalten, Park und reicher Baumbestand ver-

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schmelzen mit dem Intérieur. Hier wirkt Sandro Steingruber mit seiner 8-köpfigen Crew. Der zuvorkommende und ruhige Küchenvirtuose zaubert zusammen mit vier Mitarbeitern A-lacarte-Gerichte und wechselnde, sechsgängige Gourmetmenüs auf Platten und Teller. Die Kreationen sind wohlschmeckend, ungewöhnlich, originell und voller Finessen. Steingrubers Küche ist klassischer Gourmetküche angelehnt, aber nicht sklavisch verpflichtet. «Ich koche jung, modern», meint er knapp, und die Resultate, die sich dem Gast präsentieren, sind abwechslungsreiche Hochgenüsse für den Gaumen und punkto Ästhetik Kunstwerke. In der Küche herrscht ruhiges, aber äusserst zielstrebiges Arbeiten vor. Die Resultate dieses Tuns werden auf der Speisekarte mit einigem Understatement angepriesen. Was sich nüchtern als «Confiertes Saiblingsfilet – Carciofini – Orange – Brunnenkresse» ausgibt, offenbart sich als raffinierte und überraschende Kombination von Aromen und erlesenen Produkten. Zubereitungsarten und Besonderheiten werden von der vierköpfigen Servicebrigade direkt am Tisch kompetent erläutert und erklärt. Steingrubers Art des Kochens ist zeit- und arbeitsintensiv. Nur ausgesuchte Produkte – wenn immer möglich regionaler Herkunft und absolut frisch – werden verwendet. Lieferant so mancher wohlschmeckender Kräutlein ist der rund 150 Quadratmeter grosse Kräutergarten. Was hier auf 1000 m ü. Meer an


«Ich koche jung, modern». Die Resultate sind abwechslungsreiche Hochgenüsse für den Gaumen, punkto Ästhetik Kunstwerke und werden auf der Speisekarte mit einigem Understatement angepriesen.


CUISINE

SANDRO STEINGRUBER

Spitzenkoch im Märchenpark

Thymian, Oregano, Minze usw. gedeiht, ist unvergleichlich im Geschmack und entspricht punkto Frische den Ansprüchen des Chefs. Gelernt hat der 33-jährige Steingruber sein Metier im Tessin. Schon zu Jugendzeiten jedoch verbrachte er zusammen mit seinen Eltern regelmässig Ferien in Laax. So wurde er schon früh heimisch in den Bergen, er bewegt sich auf dem Snowboard oder auf Skiern fast ebenso sicher wie in der Küche. «Für mich war es bald einmal klar, dass ich mich auch beruflich auf Graubünden fokussieren würde», meint er heute, und gemacht hat er das dann bald nach abgeschlossener Lehre. Er arbeitete in Laax, dann an verschiedenen Orten in der ganzen Schweiz, um wieder in Graubünden zu landen. In renommierten Viersternehäusern hatte er schon gekocht, im Walserhof in Klosters arbeitete er erstmals in einem Haus mit 18 «Gault Millau»-Punkten. Den verstorbenen Beat Bolliger bezeichnet er denn auch als sein grosses Vorbild, fachlich ebenso wie menschlich. Diesem Vorbild eifert er nach. «18 Punkte liegen fürs Epoca in Reichweite, nicht gerade morgen, aber mittelfristig», meint er. Das nimmt man dem akribischen Planer durchaus ab. Das Restaurant La cena, Vorgängerlokal des neuen Epoca, hat er seit seinem Amtsantritt 2002 systematisch von 13 auf 17 «Gault Millau»-Punkte «hochgekocht». Nun, meint er, würde dank Umstrukturierung – Neubau, Reduktion der Plätze – der Schritt in die 18er-Liga machbar sein. «Das Team ist motiviert, wir wollen uns steigern, das können wir auch», meint er, und man glaubt dem souveränen Meisterkoch und Mann der leisen Töne, dass seine Crew für ihn und mit ihm auch durchs Feuer gehen würde.

Sandro Steingruber – top chef in a fairytale park Flims, vibrant tourist destination at the gateway to the Surselva region, offers perfect winter sports and the chance to experience the fascination of nature and the mountains in summer. This is the location of the Hotel Waldhaus Flims Mountain Resort & Spa. And this hotel is definitely different. An oasis of peace, of indulgence, of rest and recreation at the highest level. Impressive art nouveau and more recent buildings are spread over a huge area, part carefully tended parkland, part primeval forest. In this idyllic setting is the Epoca Restaurant, built onto a wonderful, spacious art-nouveau pavilion. The chef is Sandro Steingruber. He grew up in the Ticino and now lives in the Surselva mountain world. He is responsible for the locale’s 17 «Gault Millau»-points. The Epoca cuisine is exceptional, as is its ambiance. The successfully created extension forms an elegant contemporary contrast to the venerable architecture from the turn of the 19th century. Expansive window fronts allow the park and its rich tree population to blend with the interior. The chef ’s creations are delicious, unusual, imaginative and full of finesse. Steingruber’s cuisine tends towards classic gourmet gastronomy but not slavishly so. «My cooking is young, modern,» he says in few words. The result, to the delight of guests all around, is a wealth of pleasures for the palate. From an aesthetic aspect they are works of art. In the kitchen a calm but extremely purposeful working atmosphere prevails. The results of this activity are advertised on the menu with marked understatement. What is modestly declared as «Candied fillet of char – carciofini – orange – watercress», turns out to be an ingenious and surprising combination of aromas and select products – the method of preparation and special features are expertly explained at the table by the service team of four. Dining here is an experience for the senses: for the eyes in terms of presentation and ambiance, for the palate in terms of culinary art and the wine list.

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Unsere Impulse – Ihr Zuhause

Möbel • Leuchten • Teppiche • Accessoires • Parkette (Mafi) • Heimberatungen • Innenarchitektur Widmer Wohnen AG • St. Gallerstrasse 71 • CH-9200 Gossau • Telefon +41 (0)71 380 04 11 • www.widmer-wohnen.ch


CUiSINE

BRAULIO

Bitters端sse Faszination

Braulio

b i t t e r s 端 ss e f a s z i n a t i o n


Thomas Domenig

Daniel Martinek

Seine Farbe ist ein kräftiges, dunkles Braunrot oder Amber. An trendigen Schneebars wird er als Aperitif, als Drink zwischendurch oder als Digestif serviert. Der Kenner geniesst ihn pur oder als Cocktail mit Soda und Eis. Als überraschender, schmackhafter Mixdrink wird er auch mit Fruchtsäften angeboten. Die Rede ist vom Amaro Braulio di Bormio, einem Bitter der anderen Art. Der Braulio überrascht im Gaumen mit einer Vielfalt an Aromen, mit einer schillernden Palette an Geschmacksnuancen. Die Iva, die Moschus-Schafgarbe, ist zu ahnen. Ein Hauch von Wacholder und Enzian macht sich fein bemerkbar. Ist da nicht auch noch Kamille, Absinth? Und ganz grundsätzlich: Ist er nun bitter und kräftig, oder eher süss und lieblich? Der Braulio lässt einen in eine Welt faszinierender Ahnungen und Spekulationen über seine Zusammensetzung eintauchen. Dabei offenbart der mit 21 Prozent Alkoholgehalt relativ leichte Likör bei mehrmaligem Genuss immer wieder andere Facetten geschmacklicher Art, eine Gaumenfreude und ein Sinneserlebnis, das immer wieder neu entdeckt wird. Die Zeit, die es braucht, um ihn kennenzulernen, ist eine faszinierende Reise durch die Welt der Aromen, der olfaktorischen Überraschungen und Nuancen. Geniesser und Kenner nehmen sich diese Zeit, mutmassen und philosophieren über Gott und die Welt, aber auch über die Zusammensetzung des edlen Alpenbitters, an dem sie genüsslich nippen. Geheimnis: Die Rohstoffe, deren Zusammensetzung Die Rezeptur des Bitters ist streng gehütetes Familiengeheimnis, die Herkunft der Ingredienzen wie auch das Produktionsverfahren sind bekannt. Die Erfolgsgeschichte nimmt ihren Anfang bereits 1875 in Bormio. Der Apotheker und Botaniker Dottore Francesco Peloni entwickelt in diesem Jahr aus Heilkräutern, die in der alpinen Region um Bormio gedeihen, die Rezeptur des heutigen Amaro Braulio. Er benennt ihn nach demjenigen Berg,

von dessen Abhängen die heilkräftigen Zutaten stammen, dem Monte Braulio. Zwischen Geröll und Gestein gedeiht hier im Herzen des Stelvio-Nationalparks eine Unmenge an Kräutern, Beeren, Wurzeln und Blütenpflanzen. Eines dieser Gewächse, die erwähnte Iva, ist wichtiger Bestandteil des Braulio. Die Iva ist eine Verwandte der Schafgarbe, die sogenannte Moschusschafgarbe, die bis auf 3000 m Höhe gedeiht. Mitten in unwirtlicher Felswelt reckt sie ihre weissen Blüten zum Himmel. Sie wird nur 10 bis 15 Zentimeter hoch, ist jedoch viel aromatischer als ihre grosse Cousine aus den Niederungen des Flachlandes. Die heilenden Kräfte der Moschusschafgarbe waren den Bewohnern des Alpenraums seit Jahrhunderten bekannt, und natürlich auch Dottore Peloni. Er wusste zudem, welche weiteren Pflänzchen, Würzelchen und Blättchen die Wirkung des natürlichen Medikamentes unterstützen und intensivieren. Im Weiteren war ihm klar, zu welchem Zeitpunkt die verschiedenen Pflanzen zu ernten sind, nämlich dann, wann sie die höchste Konzentration an Wirkstoffen aufweisen, und er legte fest, in welchem Verhältnis die Zutaten gemischt werden müssen. Aus dem immensen Arsenal alpiner und hochalpiner Flora wählte er genau das an Blättern, Blüten, Sämereien und Wurzelknollen aus, was noch heute den Amaro Braulio als echtes Unikat aus dem Reigen industriell hergestellter Bitter hervorhebt. Die exakte Zusammensetzung der pflanzlichen Rohstoffe für die Produktion des Braulio soll Francesco Peloni seinem Sohn erst auf dem Sterbebett preisgegeben haben. Ganz so dramatisch wird das heute wohl kaum mehr gehandhabt, aber streng gehütetes Familiengeheimnis ist die Rezeptur nach wie vor. Produktion: Wertvolle Wirkstoffe schonend gewinnen Ganz anders die eigentliche Produktion des Likörs. Da ist gar nichts geheim, aber vieles einzigartig. So stammen sämtliche pflanzlichen Aromastoffe aus dem Bergland der Region. Sie

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CUiSINE

BRAULIO

Bittersüsse Faszination

werden geerntet, dann sorgsam an der Bergluft getrocknet. Nun gehts an das Einlegen in 90-grädigem Alkohol. Vor diesem Prozess werden die trockenen Pflanzenteile schonend zerstossen, nicht etwa zerquetscht. So öffnen sich die Fasern, die Wirkstoffe können besser austreten. Die Alkohol-Kräuter-Mischung wird nun auf einen Alkoholanteil von 50 Prozent reduziert. Dafür wird frisches, klares Bergquellwasser zugegeben. Für 30 Tage wird die Mischung so belassen, sie wird nicht erwärmt. Letzteres würde zwar den Prozess des Auslösens von Wirk- und Geschmacksstoffen beschleunigen und gewisse Aromen intensivieren, wertvolle ätherische Öle gingen in der Hitze jedoch verloren. Jetzt werden die Kräuter herausgefiltert, mit Wasser und Zucker erhält der Braulio seine «Jugendform». Für die definitive Reifung und Perfektionierung lässt er sich dann ganz schön Zeit. Zwei Jahre lagert er in Fässern aus slawonischer Eiche in riesigen Kellergewölben direkt unter der Via Roma im Zentrum von Bormio. Hier, wo sich die Bevölkerung in früheren Zeiten bei kriegerischen Ereignissen in Sicherheit brachte, verschmelzen die delikaten Aromastoffe im Lauf von 24 Monaten zur auserlesenen Synthese von Bitter und Barrique. Noch länger im Eichenfass verweilt der Amaro Braulio Riserva. Fünf Jahre sind es, während denen er sein Aroma intensiviert und ausbaut. Autochtones Naturprodukt für Geniesser Ob Classico oder Riserva, jeder Braulio ist ein 100-prozentiges Naturprodukt, das im Einklang mit der Natur hergestellt wird. In Alkohol gelöste und konservierte, rein pflanzliche Wirkstoffe, dazu Zucker, der ebenfalls konserviert und den Geschmack abrundet, Bergquellwasser – fertig ist die Hexerei. Keine Chemie, keine künstlichen Aromen, keinerlei Zusatzstoffe, und dies seit 1875! Dieser Purismus und die ursprüngliche Art der Produktion sowie die Herkunft und traditionelle Gewinnung der Rohstoffe aus dem Veltlin machen ihn zur wohl weltweiten Einzigartigkeit. Braulio ist das Trinkerlebnis für naturverbundene Menschen, für Geniesser des Aussergewöhnlichen. Er ist Begleiter der Connaisseurs und Freunde alpiner Gaumenerlebnisse, die Zeit als sinnvoll investiertes Gut betrachten, sofern sie diese einsetzen, um bei einem Amaro Braulio angeregte Gespräche zu führen.

Braulio’s bitter-sweet fascination It is strong, dark brown-red or amber in colour. Served as an aperitif at trendy snow bars, as an in-between drink or as a digestif. The connoisseur enjoys it neat or as a cocktail with soda and ice. The talk is of Amaro Braulio, a bitter with a difference. It surprises the palate with a variety of aromas and a dazzling range of subtle flavours. Pharmacist and botanist Dottore Francesco Peloni developed the recipe in 1875, using medicinal herbs growing in the Alpine region around Bormio. The exact composition of the herbal raw materials for the production of Braulio remains a closely guarded family secret to this day. Every Braulio is a 100-percent natural product. Dissolved and preserved in alcohol, pure vegetable ingredients, added sugar, mountain-spring water – and the «witchcraft» is complete. No chemicals, no artificial aromas and no additives. Since 1875!


PEOPLE

FRITZ GERTSCH

Der Löwenbändiger vom Jakobshorn

Der Löwenbändiger vom Jakobshorn Eine GondelFahrt mit Fritz Gertsch, Kabinenführer der Davoser Jakobshornbahn N° 4

Fabrizio D’Aloisio

Noch ist die Schiebetüre zu. Dahinter versammeln sich immer mehr Menschen. Bis es 60 sind. Wie schnaubende, ungeduldige Raubtiere stehen 60 Feriengäste vor der Türe und warten auf die Erlösung: Wann geht die verhexte Gondel endlich auf? Fritz Gertsch, 54, macht zwei gemächliche Schritte in Richtung des kleinen, roten Kontrollkästchens in der Bahn. Auf einem der Knöpfe darin steht «Türe auf». Fritz drückt ihn, die Schiebetüre öffnet sich. Manege frei! Die Menschenmenge strömt in die Gondel. Ski- und Snowboardfahrer, kleine und grosse Menschen, Schweizer, Deutsche, Schweden, Italiener. Fritz lässt, jetzt draussen stehend, alle passieren. Bevor die letzten zehn Leute in der Bahn sind, ruft er in urchigem Berndeutsch: «Ufschlüssa, zämarutscha bitteeee!» Die ausländischen Touristen müssen kein Deutsch beherrschen, um zu wissen was Fritz Gertsch, Kabinenführer der Davoser Jakobshornbahn Nummer 4, meint: alle rein, aber subito!

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Die Last mit der Überlast Ein einzigartiges Gedränge. Von drinnen sieht man, wie Fritz das Eisengitter vor der Gondel schliesst. Dann macht er einen Schritt zurück und quetscht sich mit dem Rücken zu den Touristen auch noch über die Schwelle in die Kabine. Ganz ohne Murks gehts in der Hochsaison wohl nie. Kabinenschiebetüre geschlossen, jetzt ist alles bereit für die Fahrt nach oben, zu den Pisten! Fritz schaut sich die Anzeige zu seiner Rechten an. Man sieht ihm an, dass etwas nicht stimmt. «Überlast, wir sind zu schwer.» Also doch nichts mit Abfahrt. Fritz öffnet nochmals die Türe der Kabine und das Eisengitter, steigt aus, dreht sich um und schaut zu den Skisportlern in die Bahn: «Wir sind zu schwer, drei Leute müssen hier warten und auf die nächste Bahn.» Drei Schwedische Touristen machen den ersten Schritt und steigen aus. Nobelpreis-würdig. «So, jetzt sollte es gehen.» Radadadam! Die Kabinentüre ist zu. Die Anzeige blinkt dieses Mal nicht auf. Es geht aufwärts.


Prinz Charles? Lieber in die Berge rausschauen Fritz reicht nach seinem Fahrtenbuch und dem gelben, abgenutzten Caran-d’Ache-Bleistift neben der Instrumententafel. Dann wirft er einen kurzen Blick auf seine goldige Uhr und schreibt Zeit und Anzahl Passagiere auf. Gleich hinter Fritz zwei Mädchen im Pubertätsalter im Gespräch: «Sie ist selber Schuld, wenn er sie verlassen hat. Wieso hat sie ihm nicht seine Freiheiten gelassen? Mein Freund würde mich umbringen.» Fritz schaut raus in die Berge, sein Gesicht klebt förmlich am verkratzten Plexiglasfenster seiner Gondel. Man sieht dem gelernten Schreiner an, dass er sich nicht für die Gespräche seiner Fahrgäste interessiert, ja vielleicht ist es ihm sogar peinlich, zuhören zu müssen. Einmal hat er Prinz Charles und seine Söhne aufs Jakobshorn befördert. Des Öfteren während dem WEF auch einflussreiche Politiker und Regierungschefs. Man muss kein besonders gewiefter Menschenkenner sein, um zu wissen: Fritz Gertsch wird auch dann ruhig und gelassen aus dem Fenster geschaut haben. «So Volksmusig … » Gut fünf Minuten dauert die Fahrt von der Zwischenstation Ischalp zum Jakobshorn. Fritz Gertsch macht sie täglich bis zu 70-mal. Fast die Hälfte davon ist er ganz alleine in der Bahn. Denn Touristen bevorzugen für den Rückweg die Skier. Die Bahn wird langsamer, die Bergstation ist in Sicht. Fritz reduziert die Geschwindigkeit, indem er auf einem der Knöpfe an der Instrumententafel drückt. Langsam dockt die Bahn an, Fritz öffnet die Türe, alle strömen raus. Eine Gruppe aus Zürich macht sich bemerkbar, sie singt: «Und die Händeeee, zum Himmeeeel und lasst uns fröhlich sein … ». Die Stimmen tönen nach Katerbewältigung, wird wohl eine kurze Nacht gewesen sein. Alle steigen aus. «Gibt es ab und zu Probleme mit solchen?» Fritz schüttelt den Kopf, «ach nein, da muss man abschalten, die hören von alleine auf.» In seinen fünf Jahren Dienstzeit musste er nur einmal einschreiten und drohen, die Bahn anzuhalten, weil eine Gruppe angetrunkener Britischer Touristen anfing zu hüpfen. «Ist dir nie langweilig wenn du alleine runterfährst?» «Nein, ich denke dann daran, was man privat so macht. Und ja…, manchmal, da singe ich auch, so Volksmusik». Ein sympathisches, verlegenes Lächeln, und Fritz fährt wieder runter. Die nächsten 60 Löwen einfangen.

The Jakobshorn lion tamer Fritz Gertsch is the conductor of cabin No. 4 on the Jakobshorn aerial cableway in Davos. The trip from the Ischalp intermediate station to Jakobshorn takes a good five minutes. Fritz Gertsch makes it up to 70 times every day. Sometimes his job is rather like that of a lion tamer: on each journey, 60 tourists wait like snorting beasts of prey for the cabin doors to open. Fritz calmly captures them all once more and takes them up to the Jakobshorn. During the trip, he takes little notice of his passengers’ conversations; his face often seems glued to the plexiglass windows of his cabin. Then he’s thinking about his private life – even when his guests are called Prince Charles or Bill Gates. And when he has the cabin to himself on the way down, he sometimes sings. Preferably folklore songs.

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Gringobeat, Ratocaster, Jazzability Las Vegas Super De Luxe

Die genialen Gitarren von Claudia und Claudio Pagelli

Gringobeat, Ratocaster, Jazzability Las Vegas Super De Luxe Die genialen Gitarren von claudia und claudio Pagelli

Dario Cantoni

Judith Stadler & André Uster

Ich habe Claudio Pagelli in den tiefen 90ern kennengelernt. Er war Gitarrist und Mastermind der schrillen Combo «Este Rito Le Sugerimos». Sie spielte trocken, schnell, kompromisslos. Knochenhart vorbei am Schunkelrock anderer Schweizer Bands und exakt auf den Punkt gebracht. Seine Gitarre war bunt wie ein Lollipop und steckte an einem kitschig dekorierten Verstärker mit flimmernder Plastikgondel. Was mich neben der Musik und den energiegeladenen Songs faszinierte, war die geniale Mischung zwischen Anarchie, Witz und Spielfreude. Claudio beherrscht auch die leisen Töne. Im bündnerischen Scharans, fast schon verborgen und abseits der geschäftigen Metropolen, aber auch weg von Zürich oder Chur, wirkt er als ein grosses Talent des internationalen Gitarrenbaus. Claudio Pagelli gilt in Fachkreisen als einer der Grossen seiner Zunft. Seine Gitarren besitzen Kultstatus, werden von internationalen Stars gespielt und regelmässig in Fachmagazinen hochgejubelt.

oben CLAUDIA & CLAUDIO pagelli rechtS die kreative werkstätte ist gepflastert mit erinnerungen und bILDERN aus aller welt. An der wand UND AM BODEN einige pagelli-gitarren.

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Doch das scheint ihn wenig zu interessieren. Über all die Jahre ist er sich treu geblieben, hat seinen subversiven Schalk bewahrt und wie nebenbei sein handwerkliches Können auf die Spitze getrieben. «Wiederholung langweilt mich», sagt Claudio Pagelli. «Es würde mir keine Mühe bereiten, ein Instrument zu bauen,


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Die genialen Gitarren von Claudia und Claudio Pagelli


das jedem gefällt. Aber das interessiert mich nicht. Oft genug können wir nicht so weit gehen, wie wir es selber gerne möchten.» Claudio Pagelli ist ein leidenschaftlicher Perfektionist, ein Getriebener. Und so entsteht aus jedem Neuentwurf in stundenlanger, minutiöser Arbeit eine einzigartige Gitarre und ein grossartiges neues Instrument. In den knapp 30 Jahren seiner Tätigkeit ist eine grandiose Werkschau von vielleicht 200 Gitarren und Bässen zusammengekommen – akustische wie elektrische.

«Die schönste Gitarre, die ich in meinem Leben je gesehen habe. Gebaut vom kreativsten Gitarrenbauer, den ich je kennengelernt habe!» Der berühmte Jazzgitarrenbauer Bob Benedetto nach eingehender Begutachtung einer Pagelli-Gitarre

Pagelli ist bekannt für seine unkonventionellen Lösungen. Er ist ein Querdenker und schert sich als Desperado des Gitarrenbaus nicht um die Gesetze der Branche. Dort, wo jeder andere Gitarrenbauer das Handtuch wirft, kommt Pagelli erst richtig in Fahrt. Viele betrachten seine Gitarren als Kunstwerke, was sie zweifellos sind. Doch Pagelli sieht sich lieber als Handwerker. «Eine Gitarre ist ein Instrument, es muss in allererster Linie spielbar sein und gut klingen. Ich suche immer nach der perfekten Einheit zwischen Klang, Spielbarkeit, Design und Innovation. Ich mache Instrumente für Musiker, es sind keine Schmuckstücke für an die Wand.» Praktisch alle Pagelli-Instrumente sind «custom made», wundervolle Einzelstücke und ganz auf den jeweiligen Kunden zugeschnitten. Dies müssen keine Stars sein, auch ganz normale Musiker, die etwas Spezielles suchen, sind in der Werkstatt willkommen. Daneben entwerfen Claudio und seine Frau auch Prototypen, die von namhaften Gitarrenproduzenten in Lizenz hergestellt werden – unter dem Markenzeichen «designed by Pagelli». «Wir nähern uns jedem neuen Auftrag sehr behutsam an», sagt Claudia Pagelli, die massgeblich für das Design verantwortlich ist. «Man muss sich mit der Musikerpersönlichkeit auseinandersetzen. Ich will wissen, was sie denkt, was sie isst, wie sie lebt ... der ganze Shape der Gitarre kommt dann direkt aus dem Bauch.» Die Pagellis besitzen ein riesiges Lager an Hölzern. Teilweise schon vor Jahren eingekauft und kaum mehr zu bekommen, manches «zwischengelagert» in Möbeln, die bei Bedarf zersägt werden. «Das Holz ist wichtig für den Klang. Jeder Stamm, jedes Stück ist anders. Verbaut wird nur das Beste, und in Graubünden wachsen vorzügliche Fichten direkt vor der Haustür.» Neben den Hölzern lagern eine Eieruhr und die Regler eines alten Herdes. «Manchmal kaufe ich nutzlose, alte Apparate, nur um die Regler abzumontieren. Die kann ich dann als Potenziometer in meinen Gitarren verbauen.»

Gringobeat, Ratocaster, Jazzability Las Vegas Super De Luxe In Scharans, a village in Graubunden, almost hidden and remote from the bustling metropolises, a significant talent in international guitar building is at work. In professional circles, Claudio Pagelli is considered one of the great masters of his craft. His guitars have acquired cult status, are played by international stars and regularly reviewed in trade journals. The rare combination of extensive experience and expertise, precise handwork, genius and intuition are what make Pagelli guitars so successful. And in the meantime, they belong to the best to be found on the international market.

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Die genialen Gitarren von Claudia und Claudio Pagelli

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1 DIE REDWOOD, EINE FÜR PAGELLI TYPISCHE JAZZGITARRE 2 GILT ALS EINE DER SCHÖNSTEN JE GEBAUTEN BASSGITARREN: Pagelli’s Ultra Zero Reduced Three Octave Comfort Balanced Body Fretless Bass (with Hyper Access), KURZ U.Z.R.T.O.C.B.B.F.B.(H.A.!) ODER GOLDBASS 3 DIESE GITARRE GING UM DIE WELT: EINE LUXUSVARIANTE DER JAZZABILITY MIT 60’000 SWAROVSKI KRISTALLDIAMANTEN 4 DIE GITANE, INSPIRIERT VON DER KLASSISCHEN ZIGEUNERGITARRE NUR MIT ERWEITERTEM KLANG

«The most innovative guitars I’ve ever seen!» John Parc (Cort)

Kraft und Inspiration schöpfen Claudia und Claudio Pagelli aus sich heraus und aus den Bergen. «Wir brauchen die Grossstadt nicht dafür. Wir sind so, können nicht anders.» In ihrer Arbeit sind sie selber ihre strengsten Kritiker, stundenlang wird an den Details getüftelt und gefeilt. Aus der seltenen Mischung zwischen grosser Erfahrung und Wissen, exaktem Handwerk, Genialität und Intuition entstehen die unverkennbaren PagelliGitarren. Und diese gehören mittlerweile zum Besten, was auf dem Weltmarkt erhältlich ist. Das hat auch einer der wichtigsten Gitarrenbauer gemerkt. Im 30sten Jubiläumsjahr der Pagellis lässt sich die «c. f. martin company» von den beiden eine Gitarre bauen. «Wir könnten jetzt einfach das machen, was sie erwarten», meint Claudio Pagelli verschmitzt, «aber mich reizt ein total verrücktes, futuristisches Modell – auch wenn es dann nur ein einziges Mal produziert wird.»

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Claudio Pagelli Claudio Pagelli baut und repariert Gitarren und Bässe seit 1977. Als Leiter der damals grössten Schweizer Reparaturwerkstatt betreute er Gitarren für eine Vielzahl von Musikern und war auch Servicestelle für Gibson, Fender, Ovation und viele mehr. In dieser Zeit importierte und restaurierte er einige Hundert Instrumente, vor allem Jazzgitarren aus den USA. 1979 machte er sich selbstständig, 1981 baute er seine erste eigene Gitarre. Dazwischen arbeitete er als Profigitarrist und Tontechniker in diversen Studios. Seit einigen Jahren hat er sich ausschliesslich dem Gitarrenbau verschrieben. Er arbeitet auch als freischaffender Designer für führende Firmen. Die Designs werden massgeblich von seiner Frau Claudia mitgeprägt, die auch seine strengste Kritkerin ist. www.pagelli.com


ART

BERG HEIL

Interpretationen alpiner Klischees von Uli Wiesmeier

Berg heil

I n terpre tati o nen a l piner K l ischees

Stefan König

Uli Wiesmeier

«Berg heil.» So lautet der überlieferte Bergsteigergruss aus einer heilen Welt. Gibt es sie noch? Oder wird alles erdrückt von Massenansturm, Konsum und touristischer Rendite? Uli Wiesmeier begab sich auf Spurensuche. Entstanden sind achtzehn aussergewöhnliche Inszenierungen alpiner Klischees in einer für die Bergfotografie ganz eigenen künstlerischen Ausdrucksweise.

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links das letzte edelweiss oben hüttenzauber

Der Mensch kommt in Wiesmeiers «Berg heil» nicht gut weg. Er ist kein Held, meist ist er eine tragische Figur – ein Verlorener oder Verlierer. «Aber Verlierer», so Uli Wiesmeier, «sind wir alle, wenn wir so weitermachen.» Für «Berg heil» nutzt Wiesmeier die Suggestivkraft der Werbefotografie, stellt aber gleichzeitig die Werbebotschaft auf den Kopf und führt das Ganze so ad absurdum. «In der Werbung dreht sich fast alles um die Sonnenseite des Lebens. Zu viel Sonne ist aber ungesund. Da kommt bei mir das Verlangen nach schattiger Realität immer ganz von selbst.» Das Resultat ist eine satirische Bestandesaufnahme dessen, was sich in den Bergen und in der Gesellschaft heute abspielt. Uli Wiesmeier gilt als kreativer Unruhestifter unter den etablierten Bergfotografen. Schon in den 80er-Jahren – als die Kollegen Postkartenmotive suchten, auf denen Licht und Landschaft sich zum idyllischen Ganzen fügen – bringt er die Bildsprache der Outdoorszene auf Trab.


ART

BERG HEIL

Interpretationen alpiner Klischees von Uli Wiesmeier

30 Jahre lang hat Uli Wiesmeier die Objektive seiner Kameras auf die Berge und den Extremsport gerichtet. Hat die persönlichen Erfahrungen im Sport und die Verbundenheit zur Natur einfliessen lassen und dabei den aufmerksamen Betrachter immer spüren lassen, dass ihm die Bergwelt «heilig» ist. Seine internationale Karriere begann mit dem Bild «Solo», dem frei hängenden Freeclimber am Mount Arapiles, das zum meistpublizierten Kletterfoto der Welt avancierte. Für sein Buch «Rocks Around the World» reiste er rund um den Globus. Er machte sich mit Bergsport- und Werbefotografie international einen Namen. Fotografierte für Adidas, Sony oder Thomas Cook. Seine Fotoreportagen erschienen in renommierten Sportzeitschriften, aber auch im «Max», «Geo», «National Geographic», «Spiegel» oder im «Cosmopolitan». Wiesmeier ist kein typischer Sportfotograf. Er denkt nicht zuerst an das dokumentarische Bild, das den besonderen, den einmaligen und unwiederholbaren Augenblick einfängt. Vielmehr interessiert er sich für die künstlerische Inszenierung eines mit der jeweiligen Sportart verknüpften Lebensgefühls und der damit verbundenen Vorstellungswelt. Genau das macht ihn so einzigartig. Seine Bilder wirken hochmodern, ganz nah am Zeitgeschehen – ohne dabei modisch zu sein. Dazu kommen Kreativität, Perfektion und die tiefe innere Verbundenheit des Fotografen mit Natur und Bergwelt. Auch die achtzehn Motive aus der Serie «Berg heil» wurden mit höchstem Aufwand vor Ort arrangiert und nicht etwa am Computer in Szene gesetzt. Jedes Bild erzählt eine Geschichte vor grandioser Bergkulisse und liefert zugleich eine aussergewöhnliche Interpretation alpiner Klischees.

Berg heil! «Berg heil». The traditional mountaineers’ greeting from an ideal world. Does it still exist? Or is everything trampled by mass tourism, consumerism and touristic profit? Uli Wiesmeier went in search of clues. The result is 18 extraordinarily staged Alpine clichés in a distinctly individual artistic style of mountain photography.

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Leise Rieselt der schnee


ART

BERG HEIL

Interpretationen alpiner Klischees von Uli Wiesmeier

oben almabtrieb oben rechts der weg ist das ziel unten alpenglühn unten rechts heidi

uli wiesmeier Die Bilder aus der Serie «Berg heil» sind in limitierter Auflage als Artprints erschienen. Format 150 x 100 cm, je 10 Exemplare, signiert und nummeriert. Technik: Lambda-fotografischer Abzug auf Aludibond kaschiert. Rahmen: Schattenfugenrahmen aus Ilombaholz, schwarz natur. Anfragen bitte unter: photo@uliwiesmeier.com www.uliwiesmeier.com Ausstellungen: Herbst 2009: Museo Montagna, Torino (I) Bleibende Installation von fünf Motiven: Messner Mountain Museum, Firmian (I) Katalog zur Serie erschienen bei Verlag Berg und Tal ISBN 978-3-939499-10-7, www.bergundtal-verlag.de

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Tollk端hn. Oris BC4 Flight Timer Tel. 061 956 11 11 www.oris.ch


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CHALET MIT CHARME

Chalet Stuber in Gstaad

S tilles Leben im Bauernchalet Kay Wettstein

Francesca Giovanelli

Seit rund vierhundert Jahren steht dieses Chalet mitten in einer unberührten Landschaft an einem steilen Berghang vor den Toren Gstaads. Architekt Stephan Jaggi renovierte das alte Bauernhaus von Grund auf: in traditioneller Bauweise und mit regionalen Materialien.

«Grüezi», sagt Roger Moore, setzt sich an den einfachen Holztisch im Restaurant Chesery und bestellt ein Fondue. Wie viele andere Stars ist der Ex-James Bond hier gerne zu Gast. Ob Winter oder Sommer – die Region um Gstaad im Berner Oberland zieht Tausende von Gästen aus aller Welt an ihre Top-Events: Musikliebhaber ans Menuhin Festival, Tennisfans ans Gstaader Open, Nostalgiker an die Heissluftballonwoche, Pferdenarren an den Hublot Polo Gold Cup. Doch Insider wie Roger Moore wissen, dass man hier nebst Unterhaltung erster Klasse auch anderes findet: nämlich Ruhe, Frieden, Normalität und Bodenständigkeit. Nicht umsonst heisst der Gstaader Slogan «Come up – slow down» – die Täler bieten ein herrliches Refugium für alle, die Erholung und Erfrischung suchen. Als Magdalena und Beat Stuber vor fünf Jahren ein paar Ferientage im Hotel Palace verbrachten, verliebten sie sich in die Landschaft. Sie dachten: «Hier oben gefällt es uns. Da sollten wir ein Ferienhaus haben.» Dass sie in St. Moritz bereits eine Wohnung besassen, war kein Thema. Dort war das Leben ein Reigen des Jetsets, das Berner Oberland versprach etwas gänzlich Neues. Durch Handschlag zum Hausbesitzer Ein einheimischer Freund wusste sogleich Rat: «Liseli Kohlis Ehemann ist vor kurzem gestorben. Sie kann das Gehöft nicht

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allein weiter bewirtschaften. Vielleicht ist es zu verkaufen.» Kaum ausgesprochen, standen sie zu dritt vor einem Bauernhaus aus dem 16. Jahrhundert. «Seine sonnengeschwärzte Fassade strahlte so viel Wärme aus, die nahe gelegenen Bauernhäuser und die weidenden Kühe so viel Ruhe, dass wir es sofort kaufen wollten», erinnert sich Beat Stuber. Gesagt – getan: Der Kauf wurde mit einem Handschlag an Ort und Stelle besiegelt. Gleich machten sich die glücklichen neuen Hausbesitzer auf die Suche nach einem guten lokalen Architekten, der sich an die alte Bausubstanz wagen würde. In Stephan Jaggi fanden sie einen Spezialisten, der sich auf die kompliziertesten Aufgaben im Holzbau verstand – und kompliziert wurde es allemal. Das Haus lag mitten in einer Landwirtschaftszone, weshalb die Baubewilligung schwierig zu beschaffen und ein langer Prozess war. Der Umbau und die Renovation dauerten dann nochmals zwei Jahre. Die Hausbesitzer legten grossen Wert darauf, mit lokalen Handwerkern zu bauen und traditionelle Materialien zu verwenden. Man kaufte Altholz aus alten Scheunen, Steine aus den nahen Steinbrüchen und Tonplatten aus Abbruchhäusern. Die Auflage des Denkmalschutzes war, dass das ganze Dach während der Renovation stehen bleiben musste. «Um die morschen Holzteile ersetzen zu können, musste man also zunächst die eine Hälfte des Hauses abbauen, nummerieren und genauestens wieder aufbauen, dann die andere», erklärt der Architekt.


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CHALET MIT CHARME

Chalet Stuber in Gstaad


linke Seite Fürs Bänklein am Kamin verwendete Magdalena Kissen mit Karostoff von Wyttenbach, Wimmis und liess eine Persianerjacke zu Kissenbezügen verarbeiten ganz oben Gemütlicher kanns kaum werden: Massgepolsterte Sofas mit Leinenbezug von Wyttenbach, Wimmis, Tisch vom Schreiner, Kaminumrandung aus Sandstein

UNTEN links Detail der Küche in blickRichtung Essbereich. Der Arbeitsblock nach Plänen der Hausherrin dient auch als raumtrennendes Element UNTEN rechts Technische Aufgaben wie zusätzliche Stützen löste der Architekt, die Küche nach den Wünschen von Magdalena ist eine Schreinerarbeit nach Mass aus altem Holz

Zudem schlug er vor, das billige Blechdach durch Schindeln zu ersetzen, wie es in dieser Gegend Tradition ist. Er achtete nicht nur auf die Renovation sämtlicher konstruktiven Details – auch Fenster, Türen, Täfer, Balken und Böden wurden so rekonstruiert, wie sie früher waren. Seine Arbeit darf sich sehen lassen: Das Erscheinungsbild des Hauses ist heute genau so, wie es vor dem Umbau war. «Die alte Substanz war gerettet und ein neuer Zeitgeist ins Haus gezogen», meint Stephan Jaggi stolz. Verantwortlich für den neuen Zeitgeist war die kreative Hausherrin Magdalena – sie bestimmte den Innenausbau. «Ich verwendete nur Naturmaterialien, die in ein Bauernhaus im Berner Oberland passen. Es sollte innen so gemütlich wie vorher wirken, nur moderner und grosszügiger.» Mit den Handwerkern war sie mehr als zufrieden, und am Aufrichtefest nach dem geglückten Umbau feierten fünfzig Gäste, die etwas besonders Schönes geschaffen haben. Obwohl die neuen Hausbesitzer sämtliche Raumfunktionen neu bestimmten, atmet das Chalet dank der Verwendung authentischer Materialien und der Liebe zum Detail einen Geist von anno dazumal. Statt Traktor und Mähmaschinen steht allerdings ein Aston Martin in der zur Garage umgebauten Remise. Nachbars Kühe weiden gleich nebenan. «Die Bauern bringen uns oft Milch und Käse, sie helfen uns beim Putzen, Mähen und Schneeräumen», schwärmt Magdalena und meint abschliessend: «Wir erholen uns nirgends besser als in unserem Chalet. Hier lebt man noch bodenständig, wird geerdet, kehrt zurück zur Natur und zu sich selbst.»

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living

CHALET MIT CHARME

Chalet Stuber in Gstaad

Chalet Stuber, Gstaad Magdalena and Beat Stuber already owned a holiday apartment in St. Moritz when they came to Gstaad for a short break and stayed at a hotel. They immediately fell in love with the region and as luck would have it, an over 400-year-old farmhouse came up for sale at that very time. As it was located in the agricultural zone, strict building regulations had to be adhered to, making renovation and modification extremely complicated. By bringing in a local architect and thanks to the exclusive use of authentic materials and accessories, the Stubers have succeeded in retaining the original character of the house, while achieving modern living standards with a spacious layout.

oben links Magdalena Stuber liess ihr Chalet mit viel Geschmack einrichten oben rechts Gedeckter Tisch für eine herzhafte Bauernmahlzeit: Beige Tonteller von Wedgewood, Kristallgläser von Villeroy & Boch, Besteck aus Rehgeweih vom Haus des Jägers, St. Moritz, antiker Kerzenleuchter, Leinenservietten Unten Die nostalgische Küchenecke: Spülbecken erinnert an den alten Küchentrog, die Schränklein sind mit Hasengitter verziert

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NATURE

GREINA

Fragmente – den Raum neu zusammensetzen

GREINA FRAGMENTE – DEN RAUM NEU ZUSAMMENSETZEN

Giosanna Crivelli

Der Kern der Greina ist der Raum. So habe ich sie wahrgenommen, bevor sie ein fotografisches Projekt wurde. Für alpine Verhältnisse ein weiter Raum. Eingeschlossen zwischen Bergen, die sie einfassen, ein intimer Raum. Die Hochebene lässt sich in einem Tag durchwandern. Eine Zeitspanne, die es zu erweitern gilt, um das Erlebnis zu verstärken. «Erlebnis braucht Zeit», sagte Max Frisch. Der Ort hat mich zu einer Vorstellung von Weite geführt. Das fotografische Erlebnis hat mich mit dem Gegenteil überrascht. Ohne Absicht, ohne Konzept habe ich Bilder gefunden, die mich zum Fragment leiteten, zu einer Zusammenfassung der Elemente, die das Gelände aufbauen. Zum Hier und Jetzt. Vom-wo blicke-ich-hin zum wo-bin-ich. Das wo-blicke-ich-hin ist dort ein mehr oder weniger weites Panorama. Stimmungen, die vom Licht bestimmt sind, von einem Licht, das nach romantischer Lesart bestimmten Gemütszuständen entspricht. Ich suche eine Sprache, um die Greina zu erzählen. Aus den Bildern fällt der Himmel heraus, das Licht wird leiser, die Erzählung wird sachlich. Das wo-bin-ich ist Erde, Materie, ist Begegnung von geologischen Schichten, Farben und Strukturen. Von Weiss bis Schwarz. Das Extreme und seine Zwischentöne. Archaische Gefühle. Die Spur, der ich mit meinen Bildern folge, ist diese Begegnung zwischen der Körperlichkeit des Ortes und der besonderen ästhetischen Sprache der Elemente der Greina.

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Greina Space The extensive high plateau on the border between Graubunden and the Ticino is among the most exceptional and fascinating places, or better said, spaces in the entire Alpine chain. At an average altitude of 2250 m it forms the watershed between two valleys, the Val Lumnezia and the upper Val di Campo. It is about 6 km long and 1 km wide. In its middle stands the Crap della Crusch, a large free-standing rock with an old wrought iron cross. The book project ÂŤRaum GreinaÂť contains five photographic narratives by five pictorial artists on their creative search through the high plateau. Alongside Giosanna Crivelli are Roberto Buzzini, Tamara Lanfranconi, Sergio Luban and Marco Volken. The introduction to this wonderful illustrated book is a narrative by writer, shepherd and hunter Leo Tuor. He has lived in the Greina region for many years and is in tune with the spirit of this high plateau as no other.


NATURE

GREINA

Fragmente – den Raum neu zusammensetzen


NATURE

GREINA

Fragmente – den Raum neu zusammensetzen


NATURE

GREINA

Fragmente – den Raum neu zusammensetzen

Raum Greina Greina. Die weitläufige Hochebene an der Grenze zwischen Graubünden und Tessin gehört zu den einzigartigen und faszinierendsten Orten, oder besser Räumen, des ganzen Alpenbogens. Auf einer mittleren Höhe von 2250 m bildet sie die Wasserscheide zwischen dem Val Lumnezia und dem oberen Val di Campo. Sie ist rund 6 km lang und 1 km breit. Gegen Osten heisst sie Piano della Greina, nach Süden wird sie als Alpe di Motterascio bezeichnet. Mitten darin befindet sich der Crap della Crusch, ein grosser frei stehender Felsblock mit einem alten schmiedeisernen Kreuz.

lang in der Greina gelebt und versteht wohl wie kein Zweiter die Seele dieser Hochebene. Ihr Flüstern und Schweigen, ihren langsamen Rhythmus mit dem kaum hörbaren Atem, den ein eiliger Tourist nie wird wahrnehmen können.

Raum GREINA

Das Buchprojekt Raum Greina enthält fünf fotografische Erzählungen von fünf Bildkünstlern auf ihrer kreativen Suche durch die Hochebene. Neben Giosanna Crivelli sind dies Roberto Buzzini, Tamara Lanfranconi, Sergio Luban und Marco Volken. Eingeleitet wird der wundervolle Bildband durch eine Erzählung von Literat, Schäfer und Jäger Leo Tuor. Dieser hat jahre-

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Bildband mit Hardcover 220 Seiten, Format 32 x 23 cm Verlag Desertina, 7000 Chur, Neuerscheinung 31. Oktober 2008 ISBN 978-3-85637-353-5 Giosanna Crivelli, www.fotolife.ch


HÖNSTEN UND C S R E D N E N I H E . , DASS ZÜRIC EUROPAS HAT N L E E S P S I M E W T S U Z G N T TU GU INNENEINRICH N E T S D N E N N A ANN-AREAL. SP M I L R Ü H M I S E UN BESUCHEN SI afamiglia.ch l o b m o l o c . w ww

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living

DOMIZIL MILCHSTRASSE

Residieren in Sestriere

domizil milchstrasse R E s i d i ere n i n s e s t r i ere

Mads Mogensen

Sestriere ist der berühmteste Ort der Skiregion «Via Lattea» (= Milchstrasse) und Treffpunkt der italienischen Schickeria. Hier besitzt die Architektin und Designerin Teresa Sapey eine Wohnung in einem Gebäudekomplex aus den 1980er-Jahren, der nach ökologischen Kriterien erstellt wurde. Direkt an der französisch-italienischen Grenze befindet sich das weitläufige Skigebiet «Via Lattea», was auf Deutsch übersetzt «Milchstrasse» heisst. Der Einstieg ins riesige Skigebiet mit seinen 400 Pistenkilometern und 85 Liften ist sowohl von Italien als auch Frankreich her möglich. Einem grösseren Publikum bekannt geworden durch die Ski-WM 1997 und die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin, ist die Via Lattea seit vielen Jahren auch wichtiger Treffpunkt für die norditalienische Schickeria. Die berühmteste Ortschaft des Gebietes ist sicherlich Sestriere. Hier besitzt Teresa Sapey, eine bekannte italienische Architektin und Designerin, seit vielen Jahren eine Wohnung im markanten Conca-Neve-Komplex. «Mein Appartement ist eine wahre Herzensangelegenheit», schwärmt sie. «Das erste Mal, als ich von Conca Neve erfuhr, war in den 1980er-Jahren gewesen. Ich studierte noch und war während der Semesterferien auf einem Segeltörn mit einer Freundin und deren Vater. Dieser schwärmte von einem aussergewöhnlichen Wohnprojekt der Turiner Architekten Gabetti und Isola, welche gerade eine experimentelle Wohnbaute realieseren würden, das Rücksicht auf die Umwelt und das Zusammenleben von verschiedenen Eignern nehme. Ich war elektrisiert und wollte unbedingt in diesem

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DOMIZIL MILCHSTRASSE

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Residieren in Sestriere


linke Seite Wilder, aber sicherer Stilmix oben links Die Küche oben rechts Bei den details spielt die Hausherrin gekonnt mit Alten und neuen Elementen

Holiday at the Milky Way Sestriere is the most famous place in the «Via Lattea» (Milky Way) ski region. Italian architect and designer Teresa Sapey bought a holiday apartment here as early as the1980s – in a new building constructed in keeping with ecological criteria. Teresa Sapey says that the furnishings and fittings in her second home have been somewhat thrown together. But for her, the apartment is like a photo album, which over time and through her family’s history, has filled up with life and colour.

Haus wohnen. Es war seiner Zeit derart voraus, dass es nach der Fertigstellung mit einem wichtigen italienischen Architekturpreis ausgezeichnet wurde. Ich muss schon zugeben, dass ich die Alpen auch anderswo geniesse. Doch am Ende kehre ich immer wieder zurück an diesen Ort, der mich beruflich und emotional geprägt hat und an dem ich mich zu Hause fühle.» Die Wohnung beherbergt viele wertvolle Objekte, die aus aller Welt zusammengetraten wurden und die auf den ersten Blick nicht unbedingt zusammenpassen. Für Teresa Sapey ergibt deren Mix indes einen inneren Sinn und eine Stimmigkeit, die sie mit einem Fotoalbum vergleicht, das ja auch unterschiedliche Menschen und Orte zeigt, aber einer oft unbewusst gewählten Ordnung entspricht. Am liebsten hält sich Teresa Sapey auf der Loggia auf, die einen wunderbaren Ausblick auf die Berge bietet. Die breiten Holzplanken, die Fensterrahmen und die Balkontüre sind über die Jahre unregelmässig ausgebleicht worden und stehen in strengem Kontrast zum verwendeten Naturstein, der wie das Holz aus der Region stammt. «Hier ist alles zum Gebrauch bestimmt», meint Teresa Sapey zu ihrer Wohnung, «man soll hier wohnen und sich wohlfühlen können. Ich möchte ja nicht wie im Museum leben.»

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DOMIZIL MILCHSTRASSE

Residieren in Sestriere

oben links Die Loggia mit ihrem herrlichen ausblick auf die olympischen wahrzeichen von sestriere sowie auf die magistralen alpengipfel oben Rechts Der Gebäudekomplex wurde in den 1980er-Jahren erstellt und erhielt aufgrund seiner Ükologischen und sozialen KOmponenten einen wichtigen italienischen ArchitekturPreis links die markante skyline von sestriere

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Imported and distributed by Bacardi-Martini (Schweiz) AG – 8032 Zürich. Enjoy Responsibly – www.bacardi-martini.ch


FASHION

ON THE ROAD

Coole Outfits für unterwegs

On the Road Franziska Frutiger

JULIA TRÄGT EINEN BLAZER VON IDA GUT ÜBER EIGENEM KLEID. BOOTS VON ZDAR BY KÖNIX. MÜTZE VON CRÈME ACCESSOIRES AZRA TRÄGT EINE SCHWARZE LEDERWESTE VON NIGHT BRIGER ET MIKKELSEN, DARÜBER EINE TASCHE VON ALPRAUSCH. HOHE GESCHNÜRTE GUMMISTIEFEL VON TRETORN BY KÖNIX. KLEID EIGENE GARDEROBE DIEGO TRÄGT EINEN OVERALL VON ZIMTSTERN, DAZU EINEN MELLIERTEN PULLOVER VON DIESEL. SCHAL VON MY SCOTCH, MÜTZE VON DAKINE. BOOTS ZDAR BY KÖNIX

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ON THE ROAD

Coole Outfits für unterwegs

LINKS JULIA TRÄGT EINEN BLAZER VON PATRICIA FIELD ÜBER VLIES VON ZIMTSTERN, DAZU SCHWARZE HOSE VON SANDRO OBEN AZRA TRÄGT EINE SCHWARZE LEDERWESTE VON NIGHT BRIGER ET MIKKELSEN, DARÜBER TASCHE VON ALPRAUSCH. KLEID EIGENE GARDEROBE UNTEN AZRA TRÄGT KLEID UND KAScHMIRJACKE VON SANDRO, DARÜBER DAUNENJACKE VON ALPRAUSCH AARON TRÄGT UMGEDREHTEN BLAZER VON HUGO BOSS, HEMD VON H&M, SCHAL HUGO BOSS RECHTE SEITE AZRA TRÄGT LEDERHOSE VON IDA GUT UND BLUSE AUCH IDA GUT, GILET VON IKKS, DARÜBER JACKE VON ALPRAUSCH UND SCHAL VON SANDRO, HANDSCHUHE KITCHENER AARON TRÄGT SCHWARZE HOSE VON YVES, DARÜBER HÜFTTASCHE VON ALPRAUSCH. HEMD UND PULLOVER FILIPPA K BY KITCHENER, HANDSCHUHE UND SCHAL VON KITCHENER. DAUNEN-STRICKJACKE JET SET

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ON THE ROAD

Coole Outfits f端r unterwegs


Linke seite AARON TRÄGT HOSE VON DRYKORN BY KITCHENER, PULLOVER VON HUGO BOSS, DARÜBER STRICKJACKE ARNE & CARLOS VON KITCHENER, SCHAL VON GANT. BOOTS ZDAR BY KÖNIX. MAGNO RADIO VON KITCHENER JULIA TRÄGT HOSE, HEMD UND GILET VON SANDRO, JACKE NINE BY GLOBUS, SCHAL CRÈME ACCESSOIRES, BOOTS ZDAR BY KÖNIX diese seite DIEGO PULLOVER ARNE & CARLOS, HOSE MORRIS BEIDES VON KITCHENER, BOOTS ZDAR BY KÖNIX, FUCHSSCHWANZ VON ALPRAUSCH AZRA STRICK ARNE & CARLOS, SHIRT ACNE, JUPE DRYKORN – ALLES VON KITCHENER, BLAZER FILIPPA K, STRÜMPFE H&M, GUMMISTIEFEL VON TRETORN BY KÖNIX

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ON THE ROAD

Coole Outfits für unterwegs

OBEN DIEGO TRÄGT PULLOVER UND SCHAL VON H&M AARON HEMD MY SCOTCH, JACKE JET SET, HANDSCHUHE VON KITCHENER HIER AARON JACKE UND HEMD MY SCOTCH, HOSE PAUL SMITH VON KITCHENER, TASCHE DIESEL, MÜTZE H&M JULIA JACKE UND TUNIKA VON NINE BY GLOBUS, HOSE SANDRO, WOLLMÜTZE VON ALPRAUSCH RECHTS AZRA STRÜMPFE VON H&M

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ON THE ROAD

Coole Outfits für unterwegs

DIEGO UND AARON LANGE UNTERHOSEN VON HANRO BY KRIEMLER AZRA WOLLJACKE UND WOLLIGE UNTERHOSEN VON GRAZIA’LLIANI BY KRIEMLER, BUSTIER VON LA PERLA BY KRIEMLER

Photo fff Franziska Frutiger www.foto-ff.com Concept AND PRODUCTION Franziska Frutiger / DARIO CANTONI Photo assistenZ Alexander Jaquemet Styling TERRY PARRELLA @ scout Hair and Make Up JARMILIA Kovacovsky Models Julia Schweizer @ scout Azra Vukobratovic @ scout DiegO Krauss @ scout Aaron Kohler @ scout AUTO 1968 pEUGEOT 404 l familiale Special thanks to: HOTEL SARATZ PONTRESINA, KIKI KLAINGUTI, ANDREA KLAINGUTI, PETER PICENONI, MADLAINA LOCHER, MARCO ZUFFELLATO, CATI KRIEMLER BEZUGSQUELLEN: CRÈME ACCESSOIRES, ZÜRICH www.smagoo.ch/creme BEACH-COMPANY, ZÜRICH www.beachcompany.ch KITCHENER / KITCHENER PLUS www.kitchener.ch SANDRO SCHWEIZ AG, ZÜRICH ZIMTSTERN GMBH, ZÜRICH www.zimtstern.ch KRIEMLER, ST. MORITZ www.kriemler-stmoritz.ch JET SET, ST. MORITZ www.jetset.ch

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www.heidilandwater.ch

D I E R E I N S T E E N T D E C K U N G.


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EINSAME HELDEN

Kein Geld, keine Bremsen, kein Limit

Einsame Helden KEIN G ELD , KEINE BRE M S EN , KEIN LI M IT Dario Cantoni

Gaudenz Danuser

Eisspeedway: Eine kleine Motorrad-Szene ganz ohne Allüren und Stars auf der Suche nach dem Ursprünglichen, nach Freiheit, Freundschaft und dem Rausch der Geschwindigkeit. Es ist kalt. Bitter kalt! Die Luft ist mit Methanol angereichert. Das Geknatter der 500 ccm Jawa-Maschinen ist ohrenbetäubend. Als das Startband hochgezogen wird, greifen 4 mal 500 spitze Nägel in den hartgepressten, eisigen Untergrund. Die vier Fahrer schiessen davon, schalten hoch, driften in die Kurve, um in der Geraden gleich nochmals zu beschleunigen. Jetzt jagt das Feld mit gut hundert Sachen an den Zuschauern vorbei, eine weisse Schneewolke nach sich ziehend. Vier Runden dauert der Nervenkitzel, dann werden die Punkte verteilt. Eisspeedway ist die wohl spektakulärste Art von Motorradrennen überhaupt. Begonnen wurde damit in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Schweden. 1963 fanden dann die ersten Europameisterschaften statt, die 1966 auf Wunsch der Russen zur Weltmeisterschaft ausgebaut wurden. Der exotische Sport wird heute vor allem in den skandinavischen Ländern, in Russland, Polen und in der Tschechei ausgeübt. Von dort stammen auch die mit Methanol betriebenen Viertakt-Motoren mit nur zwei Gängen – der erste zum Anfahren, der zweite zum Beschleunigen. Alle Motorräder sind 500er Jawas, die von den Rennteams individuell angepasst, frisiert und umgebaut werden. Je nach Fahrwerk kann so ein Töff dann schon mal bis 25’000 Franken kosten. Die Maschinen scheinen wie aus einer anderen Zeit: Null Hightech – nur Motor und Mechanik. Auch

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wenn die Renntöffs eher an eine Florett oder Zündapp aus den Kindertagen erinnern – man sollte sich auf keinen Fall davon täuschen lassen. Der Sport ist für harte Kerle. Spitzenfahrer erreichen gut und gerne 150 Sachen, Bremsen fehlen gänzlich und Stürze sind im dichten Fahrerfeld nicht gerade selten. Da kann auch das Kettenhemd nur beschränkten Schutz gegen die 2,8 cm langen Spikes bieten, die gleich reihenweise in jedem Reifen stecken. Gerade mal sieben Fahrer üben in der Schweiz diesen Sport aus. «Da fühlt man sich schon als Exot», meint der junge Flimser Nachwuchsfahrer Thomas Cavigelli. «Aber genau das gefällt mir. Wie auch der Zusammenhalt der Leute in der Szene und, dass man ein bisschen in der Welt herum kommt.» Etwas Verrücktheit gehört schon dazu, um das ganze Jahr an seinem Motorrad rumzuschrauben und dann im kältesten und dunkelsten Finnland auf einem gefrorenen See seine Runden zu drehen. Ohne grosse Sponsoren und ohne viele Zuschauer. Aber vielleicht ist gerade dies Teil der Eisspeedway-Faszination. Den Fahrern geht’s nicht um Ruhm – eher um die wahren Werte in unserer Zeit: Ursprünglichkeit, Freiheit, Freundschaft. Und ein bisschen Geschwindigkeit.


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EINSAME HELDEN

Kein Geld, keine Bremsen, kein Limit

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1 DAS POLNISCHE TEAM BEURTEILT DAS MOTORRAD 2 MAN HILFT SICH WIE ES GEHT 3 ALLE RENNMASCHINEN BASIEREN AUF DER TSCHECHISCHEN 500 CCM JAWA 4 IN JEDEM REIFEN STECKEN ÜBER 200 SPIKES VON JE 2,8 CM 5 SCHONER, HELM UND KETTENHEMD BIETEN ETWAS SCHUTZ 6 NICHTS VON HIGHTECH – ALLES NUR MOTOR UND MECHANIK 7 IN FLIMS WERDEN GESCHWINDIGKEITEN BIS 100 KM/H GEFAHREN 8 EIN RENNEN GEHT ÜBER VIER RUNDEN 5


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report

EINSAME HELDEN

Kein Geld, keine Bremsen, kein Limit

Lonesome heroes Ice speedway: a small motorbike scene totally without pretentiousness and stars in the search for the fundamentals, for freedom, friendship and the intoxication of speed. Ice speedway is probably the most spectacular of all types of motorbike racing. This exotic sport is mainly practiced in Scandinavian countries, in Russia, Poland and the Czech Republic. These are also the countries where the methanol-driven four-stroke engines with just two gears originate. All motorbikes are 500cc Jawas, which are individually tuned by the racing teams. There are just seven riders in Switzerland involved in this sport. It surely needs a touch of madness to spend all year tinkering with your motorbike to then speed around a circuit on a frozen lake in coldest and darkest Finland. Without any generous sponsor support and without many spectators.

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EISSPEEDWAY Eisspeedway wird nur in den kalten Wintermonaten gefahren. Und wie es der Name bereits andeutet: auf blankem Eis. In stundenlanger Arbeit wird aus gepresstem Schnee und Wasser ein 15 bis 20 cm dickes Oval aufgebaut, das 300 bis 500 Meter lang und 15 Meter breit ist. Darauf drehen die tollkühnen Fahrer ihre Runden. An einem Rennen beteiligen sich in der Regel 16 Fahrer. Das Tagespensum umfasst insgesamt 20 Läufe. Pro Lauf starten vier Fahrer – jeder fährt gegen jeden und hat somit fünf Läufe zu absolvieren. Jeder Lauf führt über vier Runden. Der Sieger erhält drei Punkte, der Zweite zwei Punkte der Dritte einen Punkt. Gewinner ist, wer am Schluss die höchste Punktzahl erreicht hat. Die einzige Eisspeedway-Bahn der Schweiz steht in Flims. Im Gegensatz zu den nordischen Bahnen, die meist auf einem gefrorenen See angelgt werden, ist die alpine Version rauer und ruppiger. Die nächste Schweizer Meisterschaft mit Alpenarena Cup findet am Samstag, den 17. Januar 2009 statt. www.eisspeedway.ch

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WINTER STYLES 2009

Outdoor

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Sophie Varela

Myriam Mele

Freeeezing Winter

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Cooles Styling ist längst nicht mehr den Städten vorbehalten – ganz im Gegenteil! Gerade in den international besuchten, schicken Alpenmetropolen möchte man gut aussehen. Passende Anlässe gibt es auch diesen Winter zur Genüge. Bianco präsentiert die angesagten Wintertrends, Labels und Musthaves für den modisch adäquaten Auftritt in Kitzbühel, Cortina, St.Moritz, Gstaad oder Megève. Alpentaugliches von den internationalen Laufstegen – aufgeteilt in Outdoor, Après Ski und Party.

It’s been a long time since cool styling was the exclusive reserve of the cities – on the contrary! Everyone wants to look and feel fabulous in the chic Alpine metropolises with their international guests. And there is an abundance of suitable occasions this winter. Bianco presents the latest winter trends, labels and must-haves for that fittingly fashionable appearance in Kitzbühel, Cortina, St.Moritz, Gstaad or Megève. Alpine panache from the international catwalks.

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1 PAISLEYKLEID IM THEMA BOHO DE LUXE VON DKNY 2 DAZU PASSEND UND MUST DIESER SAISON NATUR- WEISSE LAMMWESTE Z.B. VON DOLCE & GABBANA 3 GOLDFARBENE ARMREIFE AUS METALL VON LEAF 4 BEANIE-MÜTZEN IN SIXTIES-FARBEN, HIER VON MISSONI 5 IMMER WIEDER COOL: DAUNENJACKEN IN ALLEN FARBEN. NOCH UNGESEHEN JENE VON TOD’S ODER DUVETICA 6 SONNENBRILLE VON ITALIA INDEPENDENT 7 « TWEST»-RING IN ROTGOLD VON CADA 8 F RANSENTASCHE VON FRIIS & COMPANY 9 ANKLE-FRANSEN-BOOTS VON GUCCI, DAZU UMHÄNGETASCHE IN BEUTELFORM MIT FOLKLOREMUSTER, EBENFALLS VON GUCCI

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WINTER STYLES 2009

Après Ski

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1 STRICKJACKEN Z.B. VON ZARA ODER H&M 2 PANDORA-CHARM-ARMBÄNDER ZUM SELBER ZUSAMMENSTELLEN 3 SWEATER DRESS AUS Kaschmir VON HAWICK 4 UGG-CARDY-BOOTS IN SCHWARZ ODER GRAU 5 PARFUM MIT DEN FÜNF ZEITGEIST-GIRLIES VON GWEN STEFANI 6 ÜBERALL STRICKLEGGINS VON WOLFORD BIS H&M

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WINTER STYLES 2009

Party & Shine

1 AUTOMATIK MARINE GELBGOLDUHR VON BREGUET 2 ANGESAGT: DAS KLEINE SCHWARZE MIT SAMT, SPITZEN ODER PAILLETTEN 3 DER ABSOLUTE LUXUS – GOLDENE SCHUHE VON SÉVIGNÉ 4 BOA AUS ECHTEM PELZ 5 MINIKLEID AUS SPITZE MIT EXTRALANGEN ÄRMELN VON MICHALSKY 6 GLENYS PYTHON SANDAL VON JIMMY CHOO 7 GENIAL ZUM SCHLICHTEN SCHWARZEN ABENDLOOK: WASSERFALL-COLLIERS 1

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fashion

JET SET

Revival einer Kultmarke

Jet Set

R e v i va l e i n e r k u lt ma r k e

Philipp Bitzer

Franziska Frutiger

Man mag von Victoria Beckham halten, was man will. Aber wenn sie sich outfitmässig für ein bestimmtes Label entscheidet, dann wird es sich mit Garantie um ein angesagtes handeln. Und «Posh» hat sich entschieden: Sie lässt sich, wie übrigens auch Topmodel Elle Macpherson, seit kurzem in Pullis, Hosen und Jacken von Jet Set blicken. Das Kultlabel der 70er- und 80er-Jahre, das damals von Stilikonen wie Grace Kelly und Christina Onassis getragen wurde, erlebt nach einer längeren Durststrecke einen regelrechten Höhenflug. Und dieser kommt nicht von ungefähr. Die neue Damenkollektion von Jet Set strahlt pure Lebensfreude und Lebenslust aus, ist farbig, frech und vor allem auch sexy. Sie verhüllt die Frau nicht, sondern zeigt sie in ihrer ganzen Schönheit. Denn die neuen Eigner der Marke sind überzeugt, dass Frau gut aussehen will, auf der Piste, im Après-Ski und natürlich beim Weggehen. Wird die Frau von den Jet-Set-Designern sexy eingekleidet, so verstehen sie den Mann als richtigen Kerl. Leicht machohaft, mit Dreitagebart und Pilotenbrille, alles andere als diese androgynen Wesen, die bei anderen Marken über die Catwalks stöckeln. Die Anleihen für die Männerkollektion stammen denn auch mehrheitlich aus dem Army- und Navy-Bereich. Und man erkennt auch mal Anleihen aus dem Streifen «Top Gun», ebenfalls Kult in den 80ern, der aber hoffentlich niemals eine Neuauflage erleben wird.

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Jet Set – revival of a cult label The cult label from the ‘70s and ‘80s, which was worn by such style icons as Grace Kelly and Christina Onassis, is experiencing a remarkable revival. Trendsetters such as Victoria Beckham and super model Elle Macpherson are now wearing Jet Set and helping the brand to become a high flyer on the international fashion scene. The vibrant, vivid and saucy – but above all sexy – women’s collection is quite deliberately in contrast to the intentionally macho men’s collection, which is influenced by army and navy uniforms. www.jetset.ch


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ENGADINER LANDSCHAFTEN

Im Fokus von Michel Comte

Engadiner landschaften im fokus von michel comte

Fabrizio D’Aloisio

Michel Comte

Der Schweizer Michel Comte ist einer der grossen Bildchronisten der Gegenwart. Mit seinen Fotografien führt er Lebenswelten zusammen, die nicht weiter auseinanderklaffen könnten. Hier die Champagnerlaune des Jetsets, das Zelebrieren des Reichtums, des Glamours und der Schönheit, da die harte Wirklichkeit auf der Kehrseite der Medaille: Bilder aus vergessenen Gegenden, Fotografien, die einen nachdenklich oder gar ratlos machen. Comtes Bilder zeigen oft auch private Augenblicke. Momente, wie sie Georgina und Martin im Engadiner Schnee vermitteln. Aber auch Landschaftsbilder gehören zu seinem Repertoire. Und die schiesst der Starfotograf gerne in seinem Lieblingstal: dem Engadin.

Engadiner Landschaften – im Fokus von Michel Comte Swiss-born Michel Comte is one of today’s leading photojournalists. His photographs often record private moments. Moments such as those portrayed in the Engadine snow by Georgina and Martin. But landscape photographs are also a part of his repertoire. And the star photographer loves to shoot them in his favourite valley, the Engadine. Comte is also committed to social projects and is convinced that water will become one of the most crucial themes of our time. With his Michel Comte Water Foundation, he provides people with clean drinking water. From these experiences, he draws energy and inspiration for his photographs between forgotten regions in Third World countries and Hollywood wealth and glamour.

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ENGADINER LANDSCHAFTEN

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Im Fokus von Michel Comte


georgina, martin

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ENGADINER LANDSCHAFTEN

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Im Fokus von Michel Comte


Fünf Fragen an Michel Comte Herr Comte, das Engadin mit seinem speziellen Licht hat namhafte Künstler wie Giovanni Segantini inspiriert. Sie selbst sind schon als Segantini der Fotografie bezeichnet worden. Welchen Bezug haben Sie zu diesem Tal? Das Engadin ist mein absolutes Lieblingstal. Ich war schon als Kind oft da, und es war das erste, was ich meiner jungen Frau Ayako nach unserer Hochzeit gezeigt habe. Natürlich inspiriert mich Segantini, vor allem sein Licht. Doch die meisten Betrachter meinen, meine Bergbilder würden eher an Hodler erinnern. Sie haben vor Jahren für Schweiz Tourismus Sophia Loren auf dem Engadiner Aussichtsberg Muottas Muragl fotografiert. Welche Erinnerungen haben Sie an dieses Fotoshooting? Mit Sophia und ihren Söhnen bin ich seit Jahrzehnten befreundet. Jedes Fotoshooting ist für uns deshalb ein Vergnügen. Ich habe Sophia so oft fotografiert, dass ihr Sohn Edoardo Ponti angeregt hat, ein Sophia-Buch herauszugeben. Sophia und ich sind beide Weltenbummler, aber unser Heimathafen ist die Schweiz – ihrer ist in Genf, wo ihre Kinder geboren sind, und meiner in Zürich, wo meine Eltern leben.

cheryl, georgina, martin, sue, anais

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ENGADINER LANDSCHAFTEN

Im Fokus von Michel Comte

Als Weltenbummler fotografieren Sie rund um den Globus. Könnten Sie sich vorstellen, in den Alpen sesshaft zu werden? Da müsste noch viel Zeit vergehen, bis ich so ruhig werde ... Derzeit bauen meine Frau und ich unser Haus in Paris um. Immer öfter zieht es uns nach Asien – vor allem nach Kambodscha und Tibet, wo ich sehr engagiert bin. 2009 feiern Sie 30 Jahre erfolgreiche Fotografie. Woraus schöpfen sie ihre Inspiration? Aus der Wechselwirkung meiner Sujets. Ich fotografiere ja nicht nur Mode und Celebrities, sondern auch Landschaften und das Elend dieser Welt. Wenn ich mich nur in der Glitzerwelt von Los Angeles und Paris bewegen würde – es wäre mir vielleicht alles schon längst verleidet. Deshalb mache ich jedes Jahr ausgedehnte Reisen in Drittweltländer. Früher waren das Aufträge fürs Rote Kreuz und heute für die Sache des Dalai Lama oder für meine eigene Stiftung. Und aus diesen Erfahrungen schöpfe ich dann so viel, dass mir auch die verrückte Modewelt wieder Spass macht.

Solar Water disinfection * Das System SODIS (Solar Water Disinfection) ist von der ETH in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Anstalt für Abwasserreinigung, Wasserversorgung und Gewässerschutz entwickelt worden. SODIS bringt Menschen sauberes Trinkwasser,

Sie setzen sich für viele soziale Organisationen ein und haben die Michel Comte Water Foundation ins Leben gerufen. Ist Wasser das neue Gold? Ich habe diese Stiftung noch im letzten Jahrtausend angedacht und Anfang dieses Jahrhunderts gegründet. Ich bin absolut überzeugt, dass Wasser das ganz grosse Thema unserer Zeit wird – zumindest so lange ich lebe. Und das System*, in welches alle unsere Stiftungserlöse fliessen, ist weltweit die einfachste und billigste Methode, Menschen sauberes Wasser zu bringen. Es kostet nicht mehr als zwei Dollar, einen Menschen lebenslang mit sauberem Trinkwasser zu versorgen.

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indem verschmutztes Wasser in einer durchsichtigen PET-Flasche während 6 Stunden prallem Sonnenlicht ausgesetzt wird. Dadurch werden Krankheitserreger abgetötet, welche täglich 6000 Menschen, vor allem kleinen Kindern, das Leben kosten.

Die Bilder aus der Serie Engadin sind als grossflächige Art Prints erhältlich. Auskünfte zu Michel Comte, seinen Bildern und Bildverkäufen: info@michelcomte.org


lake staz 1


Report

ZAI

Der Ski mit dem harten Kern

ZAI der ski MIT DEM HARTEN KERN

Philipp Bitzer

Dave Brüllmann / Tino Peisker

Zuhinterst im Rheintal, unterhalb des Oberalpgletschers und der Rheinquelle, liegt Disentis. Und von hier kommt Zai. Der Ski aus Stein. Erfunden vom Bergler Simon Jacomet, einst Disentiser Klosterschüler, danach Kunst-Student in Florenz, später dann Skientwickler bei Salomon und heute Unternehmer, da Hersteller von Skiern der Extraklasse. Zai eben. Nur gerade 800 bis 900 Paare werden davon jährlich produziert, jeder einzelne Ski wird von Hand gefertigt, und auch der Chef legt Hand an, wenn es eng wird kurz vor der Eröffnung der Skisaison. Zai ist rätoromanisch und bedeutet «zäh» – oder noch besser «tough», wie die Amerikaner sagen. Und Zai ist auch eine Geisteshaltung. Die Abneigung gegen jede Form von Kompromiss. Und die Suche nach der idealen Linie im Schnee. Auch der Entscheid, die Manufaktur in Disentis aufzubauen, im hintersten Winkel der Surselva, ergab sich aus dieser Philosophie. Wer kompromisslos nach dem perfekten Ski strebt, muss nicht nur die Kontrolle über die Kerntechnologien und Materialien beherrschen, sondern auch dort sein, wo die Mitarbeiter einen engen persönlichen Bezug zum Berg, zum Ski und zum Wintersport haben. Und wenn man ihnen an einem schönen Wintertag zuschaut, den Mitarbeitern, wie sie die Skier machen und sehnsüchtig nach draussen blicken, dann versteht man sofort, weshalb Zai Zai ist und nichts anderes. Zai ist auch der erste Ski weltweit, der einen Kern aus Stein hat. Die Grundidee dazu kam allerdings nicht von Simon Jacomet, sondern von einer deutschen Firma, die an dünnen Steinabdeckungen für noble Küchen mit Induktion herumexperimentierte. Dort fand man heraus, dass sich Stein biegen lässt, wenn er mit Kohlefasern ummantelt wird. Und diese patentierte Entdeckung nutzt nun Jacomet exklusiv bei den neusten, limitierten Modellen von Zai, dem Spada (zu deutsch Schwert) sowie einem auf diese Saison hin eigens für den Schweizer Uhrenhersteller Hublot entwickelten Ski namens «All Black», der mit einer pechschwarzen Oberfläche aus Kautschuk daherkommt:

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Report

ZAI

Der Ski mit dem harten Kern

oben Die Bei der Herstellung von Zai-Skiern verwendeten Materialien sind Gneis, Kohlenstofffasern, Glasfasern und zedernholz (im Uhrzeigersinn). F체r die Kanten wird rostfreier Stahl verwendet. unten Blick in Die zai-Manufaktur mit ihren HighTech-Maschinen f체r das Pressen der Skier sowie das abschleifen der ganz speziellen SkiBel채ge.

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«Die Zusammenarbeit mit Hublot klappte von Anfang an hervorragend», meint Simon Jacomet im Gespräch. «Ich merkte sofort, dass wir vom Gleichen sprachen. Jean-Claude und Marc Biver bauen ihre Uhren so, wie ich meine Skier. Sie gehen ihren eigenen Weg. Und machen auch mal etwas, wo alle anderen die Hände verwerfen. Zum Beispiel eine ganz schwarze Uhr. Die heisst Big Bang und stand Pate beim Design, der Farbe und den verwendeten Materialien des Hublot-Skis.» Die «All Black»-Serie ist auf 111 Paare beschränkt, wer sich noch ein Paar davon ergattern will, muss sich also sputen. Der Preis für ein Paar beträgt im Fachhandel 8000 Schweizer Franken – auf den ersten Blick natürlich viel Geld für ein paar Latten zum Wedeln, doch allein die Materialien, die im «All Black» verwendet werden, kosten mehr als ein herkömmliches Paar Skier. Und hinzu kommen natürlich noch die Zusatzkosten für die Fertigung von Hand. Die Herstellung beispielsweise eines der älteren (Holz-) Modelle von Zai dauert rund fünf- bis sechsmal länger als ein herkömmlicher (Spitzen-)Ski. Und beim «All Black» dauert der Herstellungsprozess gar achtmal so lang. Das schlägt sich natürlich im Preis nieder. Der günstigste Ski von Zai kostet zurzeit 3300 Schweizer Franken. Der limitierte Spada 5900. Und der «All Black», wie gesagt, 8000. Im Preis inbegriffen ist jeweils auch die Bindung sowie die spezielle Skitasche, die neuerdings in Österreich gefertigt wird. Obwohl Textilien ja eine urschweizerische Domäne wären, konnte kein Schweizer Hersteller die Bedürfnisse von Zai abdecken. Und anfänglich war man sogar gezwungen gewesen, die Stoffsachen in Fernost herstellen zu lassen. Mit einem ziemlich schlechten Gewissen. «Dass wir jetzt einen grenznahen Betrieb im Nachbarland gefunden haben», meint Simon Jacomet, «hat uns schon erleichtert. Aber auch dieser Entscheid hat finanzielle Folgen. Denn eine Skitasche aus Österreich ist natürlich nicht so billig zu haben wie eine aus China. Dafür haben wir jetzt die Kontrolle über die Qualität, was wir natürlich sehr schätzen.»

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Report

ZAI

Der Ski mit dem harten Kern

Kontrolle ist eh ein wichtiger Begriff im Wortschatz von Zai: Jedes Skipaar ist individuell nummeriert. Dadurch wird belegt, dass es sich um echte Einzelstücke aus der Manufaktur handelt. Die exklusiven Materialien und die hochstehende Verarbeitung erlauben es dem Hersteller, jeden Ski mit einer zweijährigen Garantie gegen Bruch auszustatten. Und natürlich kann man auch die edlen Oberflächen bei Bedarf wieder auffrischen lassen. Beim «All Black» kommt noch ein weiteres Feature hinzu, das den Skihersteller Jacomet diebisch freut: «Ich ärgere mich immer wieder darüber, wie die Leute ihre Skier behandeln. Auf dem Sessellift zum Beispiel lassen die meisten Leute ihre Bretter gegeneinander knallen. Ich verstehe das überhaupt nicht. Deshalb habe ich beim neuen Modell auch eine Oberkante aus Stahl eingesetzt. So wird garantiert, dass die Oberfläche bei solchen Quälmanövern unbeschadet bleibt.» oben Die Kollektion von ZaI, WOBEI DER «ALL BLACK» Fehlt, das neuste, zusammen mit Hublot entwickelte modell (siehe auch in der Rubrik sensor auf Seite 14) Unten simon Jacomet, Kopf von Zai und verantwortlich für das design der LuxusLatten

ZAI – THE SKI OF STONE Disentis, at the rear of the Rhine Valley, below the source of the Rhine. Here, a couple of enthusiasts have set up a small factory producing premium skis. They call their skis «zai», for Zai is a Rhaeto-Romanic word meaning tough. And tough they certainly are – in the truest sense of ZAI

the word. Because these new models are made of stone, more precisely, the core is of gneiss, a

Via dalla Stampa 8, CH-7180 Disentis

typical Alpine stone. The use of gneiss in ski manufacture is thanks to a skier who whilst

Tel. +41 (0)81 936 44 55 info@zai.ch, www.zai.ch

working for a German company experimented with natural-stone work surfaces for kitchens. By accident, it was discovered, that if stone is wrapped with carbon, it can be bent. This discovery was patented and is now used in the construction of Zai skis; a worldwide exclusive of course. The latest Zai model goes a stage further. The «All Black» series, which was developed together with watch manufacturers Hublot, has a surface of black caoutchouc in addition to its stone core. These are on sale in a limited number of 111 pairs at the price of CHF 8000 per pair.

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ein tolles Gefühl Eintauchen in die weisse Pracht. Die klare reine Luft atmen und die Sonne auf der Haut spüren. In den Wintersportorten der Türkei ist das weisse Vergnügen zu Hause – ob Skilaufen, Wandern, Boarden, Langlauf oder Heli-Skiing. D i e Vi e l f a l t d e r T ü r k e i e r w a r t e t S i e . Kultur- und Tourismusbüro Türkei Stockerstrasse 55, 8002 Zürich Tel: 0 44-221 08 10/12 info@tuerkei-info.ch www.goturkey.com

www.thy.com


Literature

AROSA

Die Moderne in den Bergen

Arosa

die moderne in den bergen

Philipp Bitzer

Verlag gta

Der Bündner Alpenkurort Arosa ist ein architektonisches Phänomen: Keine andere alpine Destination erlebte eine ähnlich ausgeprägte Bautätigkeit für die Jahre um 1930 herum. Während kurzer Zeit erfuhr Arosa bezüglich seiner Architektur eine Katapultierung in die Moderne, und nicht etwa, weil hier auswärtige Stararchitekten am Werk waren. Im Gegenteil. Mehrere lokale Architekten und Unternehmer, zum Beispiel die Gebrüder Georg und Peter Brunold, Jakob Licht, Fritz Maron, Alfons Rocco und Ferdinand Zai, erstellten in dieser heftigen Bauphase eine Reihe von zeittypischen Gebäuden, sei es im Stil des Neuen Bauens, sei es im eher bürger-

Arosa Die Moderne in den Bergen von Marcel Just, Christof Kübler, Matthias Noell und Renzo Semadeni (Hrsg.), gta-Verlag, ETH Zürich, www.gta.arch.ethz.ch ISBN 978-3-85676-214-8

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lich geprägten Art-déco-Stil, welche bis heute das Ortsbild von Arosa prägen. Das Buch «Arosa. Die Moderne in den Bergen», das letztes Jahr vom Departement Architektur der ETH Zürich herausgegeben wurde, gibt einen schönen Einblick in die Welt jener Jahre. Und längst nicht nur in architektonischer Hinsicht: Natürlich werden vor allem markante Bauten wie Hotels und Sanatorien, aber auch Privathäuser in Text und Bild vorgestellt, doch widmet das Buch ein ganzes Kapitel der zeittypischen Werbung oder ein weiteres dem Thema Sonnenkult und Körperkultur.

Modernity in the mountains Arosa is an architectural phenomenon. In the 1930s, the tiny Graubunden health resort was catapulted into modern times in terms of architecture. And not because star architects from outside gave modernization a push but because a small band of local architects and construction companies recognized the signs of the times and created a furore with a range of buildings typical of the period. These buildings, as well as the historical and social context of that time are presented in a new book by the Department of Architecture of the Swiss Federal Institute of Technology Zurich.


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Das Wohn- und GeschäftsHaus Lamm an der Poststrasse wurde 1931/32 erbaut «Fiduspose», um 1930. Photohaus steche-Graf, Arosa WerbePlakat von Eduard Stiefel, 1927 Sonnenbaden Im knappen Oberteil, um 1940, Foto Ernst A. Heiniger, Zürich Anbau von 1931 des Hotels Quellenhof mit geschwungener Fassade, Fotos Fritz A. Müller Werbeplakat für das Hotel «Tschuggen» von Franz Oliver Trog, 1942 Anbau des Hotels Quellenhof, Ansicht von Osten WerbePlakat von Johannes Handschin, 1933

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MOBILITY

DER BUCKEL DES ARCHITEKTEN

Christian Klainguti, Architekt und Autoliebhaber

Der Buckel des Architekten Christian Klainguti, Architekt und Autoliebhaber

David Staretz

Peter Vann

Seine Leidenschaft für Autos entspringt einer lebendigen Philosophie: der Begeisterung für das Schöne, das Substanzielle, das handwerklich Funktionale. «Nebenbei fahre ich einfach wahnsinnig gern schnell Auto».

Christian Klainguti ist ein ruhiger Mann, der Passion und Begeisterung lebt, ohne unnötigen Wind darum zu machen (genau so, um schon vorzugreifen, ist auch sein Fahrstil). Der längst erfolgreiche Architekt, 1956 in Monaco geboren, aufgewachsen als Hoteliersohn in Menton, kam erstmals 1967 nach Zuoz, auf das Lyceum, nach dessen Absolvierung er in Zürich sein Architektur-Studium mit Diplom vollendete. Mit seiner hübschen, lebensfrohen Frau Ladina, der jüngeren Tochter Sofia, zwei liebenswerten Hunden und zwei abgeklärten Katzen belebt Christian ein altes Engadiner Bauernhaus, dessen massive Struktur er innerlich aufgelöst und erhellt hat, ohne den Charme und die Notwendigkeiten des alten Bauens zu stören. Ein ideales Showcase seiner Talente, die er (zusammen mit Partner Valär) schon an zahlreichen Projekten in naher und weiterer Umgebung beweisen konnte. Nächstes Projekt: Ein eigenes Hotel in Zuoz mit nur sieben Zimmern, exklusiv und voll der Kunst. Christians Vater, der Hotelier, war bereits ein ausgemachter Autoliebhaber und schneller Fahrer, der seinen interessierten Sohn jedes Jahr zum GP nach Monaco mitnahm. Christian besass dann auch schon mit 21 Jahren erste Oldtimer, wobei allerdings eher der billige Anschaffungspreis im Vordergrund stand. Seither (mit einer Ausnahme: Golf GTI) besass er immer nur alte Fahrzeuge: Renaults, Mercedes-Limousinen, selten Sportwagen.

Wenn KLAINGUTI im Buckelvolvo um die Ecken fegt, macht sich das Heck besonders dick. Die schwedischen Hakkapeliitta-Reifen gelten als unübertroffen im Schnee. KLAINGUTI fährt professionell, mit ruhigen, zügigen Bewegungen an Lenkrad und Schaltung. Nur so ist man wirklich schnell auf Schnee und Eis.

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MOBILITY

DER BUCKEL DES ARCHITEKTEN

Christian Klainguti, Architekt und Autoliebhaber

Was ihn daran so fasziniert? «Du erlebst das Fahren viel intensiver, direkter, und das begeistert mich heute immer noch. Ich fahre wahnsinnig gern schnell Auto. Wobei das ja relativ ist. Ich hab einen 1929er-Riley, einen wirklich sehr alten Roadster, und da ist das Geradeausfahren schon spannend.» Wie muss es erst rauschen, wenn er damit das Bergrennen in Arosa bestreitet, was ihm bereits zweimal erfolgreich gelang? In der Garage der Passionen befinden sich noch ein 3-Liter-Healey (blau-beige), zwei Motorräder (eine Norton 1935 und eine vom Onkel geerbte Triumph 1947, mit denen er auch Rennen fuhr). Dann: Peugeot 404 Kombi Baujahr 68, ein dunkelroter Scheunenfund aus S-chanf. «Mein Vater hatte sicher vier davon gehabt. Auch den ersten Wagen meiner Mutter habe ich in ähnlicher Form wiedergefunden: Eine Vespa 40, ein seltenes Kleinauto mit vier Rädern.» Den Buckelvolvo Typ 544 Sport besitzt Klainguti schon geraume Zeit – er ist frisiert (im Sinne der damaligen Erkenntnisse), leistet also deutlich über 100 PS. «Keine moderne Technik! Ein Freund in Bern hat mir das Nötige gemacht: Differenzialsperre hinten, Scheibenbremse vom Amazon vorne, und einen grösseren Tank, denn die original dreissig Liter sind zu wenig. Den Volvo fahre ich häufig, im Winter weniger, wegen des aggressiven Streusalzes. In den letzten acht Jahren habe ich sicher 250’000 Kilometer problemlos abgespult. Er hat ja eine sehr einfache, robuste Technik, der funktioniert immer.» Eindrucksvolle Rallyefotos belegen, dass Christian einen gekonnten Kurvenstil pflegt (und wenn es bei Schnee bergab geht, ist Christian – nebenbei ein draufgängerischer Cresta-Rider – einfach nicht einzuholen). Den Buckelvolvo findet er toll – war auch gar nicht teuer. «Er ist laut, scheppernd, die Lenkung, die Schaltung sind alles andere als direkt – aber man kann wahnsinnig schnell um die Kurven kommen – auf der Rallye Monte Carlo im Schnee (für Oldtimer, Anm.) fahre ich den Lancia Fulvias und allen um die Ohren. Der Volvo-Spezialist hat mir gesagt, die Konfiguration sei ein glücklicher Zufall, dieses Konzept zwischen Radstand und Gewichtsverteilung ist genau wie bei einem Sportwagen – also ideal. Und wenn er auch etwas schwer aussieht – das Wagengewicht liegt unter einer Tonne.» Achtmal fuhr er bereits die Monte Carlo damit: «Ich bin immer angekommen, mit Ladina als Kopilotin habe ich einmal die Klasse gewonnen; es ist ja ein Gleichmässigkeitsrennen auf Waldwegen in Schnee und Eis. Ich hab nicht wie die anderen Tripmaster und das ganze Elektronik-Equipment – ich fahre nur nach Kilometerzähler und Stoppuhr. Denn im Grunde geht es darum, dass man wirklich schnell fahren muss, um die vorgegebene Zeitschnitte zu halten. Auf Schnee ist das eine ideale Voraussetzung für mich. Auch mein Sohn, der letztens dabei war, hat die volle Begeisterung geerbt.»

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Christian Klainguti: «Bei den Rallyes haben wir keine Servicemannschaft. Alles, was man für 2000 Kilometer im Renntempo benötigt, ist an Bord: Zwei Ersatzreifen, Keilriemen, Ersatzteile – und obendrauf der dunkle Anzug für die Siegerehrung in Monte Carlo.»

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MOBILITY

DER BUCKEL DES ARCHITEKTEN

The architect’s burden His passion for cars stems from a vital philosophy: enthusiasm for beauty, the substantial, the technically functional. «And besides that, I’m simply crazy about driving cars fast.»

Christian Klainguti, Architekt und Autoliebhaber

Der Volvo bietet rudimentäres Autoerlebnis: keine Gurten und kein ABS und kein ESP, keine Schaltwippen und keine Airbags. Die Hosenträgergurte darf man im Strassenverkehr nicht anlegen. Dennoch hält das Auto gewisse Sicherheiten für ihn bereit: «Einmal musste ich ein Jahr lang mit dem Führerschein aussetzen, weil ich mit meinem 92er-Porsche zu schnell unterwegs gewesen war. Das wollte ich nicht mehr erleben. Deshalb liebe ich Autos, bei denen ich die Geschwindigkeit spüre, bei denen ich merke, wie schnell ich unterwegs bin.» Christian Klaingutis Philosophie reicht noch einiges weiter und verschränkt sich mit dem Beruf auf kohärente Weise: «Wie bei der Erhaltung von alten Häusern hat es auch bei den Autos mit Erhaltung von Kulturgut zu tun. Man versucht, das Authentische zu bewahren, nicht nur als Show, sondern um drin zu leben. Das interessiert mich bei den Autos genauso. Ich fühle mich gern zurück in den damaligen Stand der Technik. Schliesslich ist alles nur eine Sache der Gewohnheit. Alles Gewöhnung! Wenn mir Leute erzählen, was ihr neues Auto alles kann, dann sage ich: ‹Ja, aber dann kommst du nach Hause und musst genauso die Haustüre aufsperren und die Toilette benützen und so weiter, alles beim alten – nur das Auto muss wie ein Space Shuttle ausgestattet sein.› Das ist doch krank.»

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Vorsprung durch Technik www.audi.ch

The New Audi Q5. Perfectly synchronized technology. Innovative technologies lie under the powerful and elegant lines of its design which ensure a high level of driving dynamics with low fuel consumption. For example, you can save fuel when braking and coasting due to energy recovery. Find out how technical efficiency can become an experience from november 13th on at your Audi Dealer. Audi Q5 2.0 TDI: Total standard fuel consumption 6,7 l/100 km. Total CO 2 emissions: 175 g/km (204 g/km: average emission for all new models of the fleet). Energy efficiency category B.

Repairs 3 years or 100 000 km Service 10 years or 100 000 km Whatever comes first is applicable


GUIDE

WINTER 2008/09

Hotels & Spa Gstaad Palace | Gstaad

Alpenpalast mit neuem Spa Das Gstaad Palace hat seinen Spa modernisiert. Die neue Anlage strahlt alpines Ambiente aus – aber mit Zurückhaltung. Dafür hat man buchstäblich den Berg ins Haus geholt. Fünfzig Tonnen Granit aus der Blausee-Region wurden in kleine Stücke geschnitten und zu einer sechzig Meter langen Wand

Chesa Grischuna | Klosters

zusammengefügt. Zu den Prunkstücken des Spas

Eine Grand Old Lady wird 70

gehören die grosszügige Lounge mit Feuerstelle und weichen Sofas sowie die Decke aus Fichte und Tanne aus der Umgebung. Für den Umbau wurden 15 Millionen Franken investiert. Entstanden ist auf 1800 Quadratmetern eine grosszügige Anlage mit acht Behandlungsräumen, Sauna und Dampfbad, Hallenbad, Aussenpool mit Jacuzzi, Fitnessraum und Hamam. (fa) Gstaad Palace CH–3780 Gstaad T +41 (0)33 748 50 00 www.palace.ch

Am 23. Dezember wird das Romantikhotel Chesa Grischuna in Klosters 70 Jahre alt. Die «Grand Old Lady» hat sich für ihren runden Geburtstag ein kleines Facelifting gegönnt und bereits in der vergangenen Wintersaison drei neue Junior-Suiten

Guarda Val | Sporz, Lenzerheide

eingeweiht. Die Chesa ist 1938 vom Zürcher Starar-

Maiensäss mit 16 «Gault Millau»-Punkten

chitekten Hermann Schneider erbaut worden. In den 50er- und 60er-Jahren gehörten illustre Per-

Das Maiensässhotel Guarda Val in Sporz, Lenzer-

sönlichkeiten aus Literatur, Film und Theater zu den

heide startet im nächsten Frühsommer mit einem

Gästen des Hauses. Die Greta Garbos, Rex Harri-

neuen Konzept und nach Totalsanierung in eine

sons, Deborah Kerrs, Audrey Hepburns, Cary Grants

neue Ära. Bereits auf die neue Wintersaison hat

und Gene Kellys verliehen ihr bald den Übernamen

nach komplettem Umbau das Gourmetrestaurant

«Hollywood on the Rocks». Bis heute hat sich der

Guarda Val eröffnet. Chefkoch Karl-Heinz Schuh-

traditionelle Hotelcharakter bewahrt – was die

mair ist es in den letzten Jahren gelungen, das mit

Chesa zu einem einzigartigen Schmuckstück der

16 «Gault Millau»-Punkten und einem «Michelin»-

Alpen-Hotellerie macht. (fa)

Stern ausgezeichnete Lokal über die Grenzen hinaus bekannt zu machen. Neu erhält das Restaurant

Hotel Chesa Grischuna Bahnhofstr. 12, CH–7250 Klosters T +41 (0)81 422 22 22 www.chesagrischuna.ch

Maiensässhotel Guarda Val CH–7078 Sporz/Lenzerheide T +41 (0)81 385 85 85 www.guardaval.ch

eine Lounge, eine Bar und einen begehbaren Weinkeller. Die Terrasse mit fantastischem Ausblick auf die Berge wird auch in Zukunft die Gäste erfreuen. (fa)

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Hotels Le Lodge Park | Megève

Stilvolles Hideaway

Umgeben von viel Holz, Jagdtrophäen und Karo-

dann für die totale Entspannung mit zeitgemäss-na-

stoffen geniesst man im Hotel Le Lodge Park in

türlichen Treatments ... und plötzlich ist man ganz

Megève Hüttenfeeling auf höchstem Niveau. Das

weit weg vom alltäglichen Chaos. (dc)

Dekor aus allen Ecken der Welt verleiht den Räu-

Alpines Landhaus

men eine Atmosphäre zwischen Exzentrik, Kitsch und Romantik. Alle Stoffe stammen von namhaften Designern, und jede Ecke scheint eine kleine Geschichte zu erzählen. Der Spa Pure Altitude sorgt

Hotel Post | Lermoos

Le Lodge Park 100 rue d’Arly, F–74120 Megève T +33 (0)450 93 05 03 www.lodgepark.com

Alpin-luxuriöser Lifestyle, so lässt sich das neue Hotel Post auf der Sonnenseite der Zugspitze am besten beschreiben. In diesem vor zwei Jahren komplett erneuerten Viersternehaus findet der Gast

Cube | Savognin

ein nahezu perfektes Urlaubsdomizil im gehobenen

das hotel als urlaubskonzept

Landhausstil, luxuriöse Suiten, feine Stuben und eine Sonnenterrasse mit dem schönsten Panoramablick in der Tiroler Zugspitz-Arena. Das unter Denkmalschutz stehende Post Schlössl aus dem Jahre 1560, welches ebenfalls zum Hotelkomplex gehört, verfügt ausserdem über grosszügige Appartements. Das Hotel Post verfügt über einen 2000 m2 grossen SPA-Bereich, in welchem sich die Hotelgäste mit Massagen, Bädern oder verschiedenen Beautyanwendungen verwöhnen lassen können. Besonderes Highlight für Romantiker ist «My Spa»: In diesem Raum mit roten Wänden, dunklem Parkett und einem Ruhebett aus edlem

Das Cube ist mehr als ein Hotel, es ist ein Urlaubsk-

finden sich Fitnessstudio, Chill Areas, Bar und ein

Holz haben Verliebte die Möglichkeit, romantische

onzept in den Bergen. Es fusst auf den drei Säulen

eigener Disco-Club. Das Cube Savognin liegt direkt

Stunden bei Kerzenschein, Feuer im offenen Kamin

Sport, Entertainment und Design. Die stylishe

neben der Bergbahn und führt ein grosses Lager

und einem Bad mit Rosenblüten und -öl in der

Architektur mit viel Raum, Glas und einem span-

mit All-Time-Classics, aber auch supertrendigem

eleganten Kupferwanne zu verleben. Eine Sauna-

nenden Lichtkonzept bietet in 270 Betten passende

Sportgerät. Die Miete ist supereinfach: Sportgerät

und Vitalwelt mit Innen- und Aussenbecken sowie

Unterkunft für jedes Budget und Bedürfnis. Ganz

auswählen, Equipment dazu und los. Also totales

einem grosszügigen Garten mit Liegewiese runden

nach dem Motto «Form follows function» sind die

Bergerlebnis an allen Ecken und Enden. (dc)

das Angebot ab. (pb)

Zimmer in praktischem Design gehalten und bieten alles, was ein Aktivurlauber in den Bergen braucht – auch den ziemlich coolen «Showroom» zum Aufbewahren der Sportgeräte. Im öffentlichen Bereich

Cube Savognin CH–7460 Savognin T +41 (0)81 659 14 14 www.cube-hotels.com

Hotel Post | Schlössl Kirchplatz 6, A–6631 Lermoos T +43 (0)56 732 28 10 www.post-lermoos.at

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GUIDE

WINTER 2008/09

Hotels & Spa

Hotel Restorant Lej da Staz | St.Moritz

The Omnia | Zermatt

Lej da staz

mountain lodge

Aufgefrischt und unter neuer Führung bietet das

Einfachheit und Authentizität und bietet seinen

... ein Ort für unvergessliche Momente. Von Condé

Hotel Restorant Lej da Staz bei St.Moritz zehn

Gästen den wahren Luxus unserer Zeit: Ruhe, Zeit,

Nast Traveler bereits als eines von vier «Hottest

alpine Zimmer in privilegierter Abgeschiedenheit.

Nichts. (dc)

Die Engadiner Küche von Lukas Kuster basiert auf Naturprodukten der Region. Das Restaurant ist mit Mondholz ausgekleidet und entsprechend gemütlich. Auf der Terrasse geniesst man Berge, Natur,

Hotels» Europas in ihre Liste aufgenommen, steht es auch bei uns ganz oben. Die zeitgemässe Inter-

Hotel Restorant Lej da Staz CH–7500 St.Moritz-Celerina T +41 (0)81 833 60 50 www.lejdastaz.ch

pretation der klassischen Mountain Lodge bietet alles bis ins kleinste Detail. Die einzigartige Lage, die Inneneinrichtung in grauem Granit und weisser Eiche, die hochfliegende Kulinarik sowie Wellness

Sonne und den Ausblick auf den See. Staz steht für

und Harmonie im Einklang mit der Natur. Während die Materialien und das handwerkliche Können auf die Tradition des Wallis verweisen, ist der Innenausbau samt Möbeln vom amerikanischen Modernismus inspiriert. An diesem Ort, wo die Räume keine Nummern tragen, kennen Sein und Zeit keine Einschränkung. Das Omnia ist die wundersame Fusion zwischen alpiner Geborgenheit und modernem Lebensgefühl. Selbst in Zermatt thront es über allem. Erhöht auf einem Sporn 45 Meter über dem Dorfzentrum. Durch einen Stollen gelangt der Gast zum Lift im Felsen und schwebend in die Lobby auf

Berghotel Wanna | St. Antönien, Prättigau

1649 m ü.M. (dc)

Bauernhof ohne Stallgeruch Das Berghotel Wanna in St. Antönien, Prättigau war

im Stroh. Sondern in neuen Zimmern mit Dusche,

bis Frühjahr 2008 ein Ferienheim für Gruppen. Nach

WC, TV und WLAN. Die Zimmer sind grundsätzlich

einem Um- und Ausbau wird der 300 Jahre alte

als Doppelzimmer gedacht, bieten aber bis zu vier

ehemalige Bauernhof ab Weihnachten 2008 neu

Personen eine komfortable Schlafgelegenheit.

als kleines Berghotel mit sieben Zimmern betrie-

Bianco meint: vielversprechend! (fa)

ben. Herzstücke des Betriebs sind die grosse Cheminée-Lounge mit Bar und Blick in den anliegenden Tierstall sowie die Sauna mit Aussicht in die Bergwelt. Obwohl sich alle Gästezimmer in einem ehemaligen Stall befinden, schlafen die Gäste hier nicht

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Berghotel Wanna CH–7246 St. Antönien, Prättigau T +41 (0)81 330 51 10 www.wanna.ch

The Omnia CH–3920 Zermatt T +41 (0)27 966 71 71 www.the-omnia.com


ADVERTORIALS

HOTEL CASTELL | ZUOZ Kaum ein Hotel liegt bei Gästen jeglicher Klassen dermassen im Trend wie das Castell in Zuoz. Familien, Paare und Individualisten, Sportler und Kulturreisende, Junge wie Gereifte sorgen für einen phänomenalen Gästemix auf der KawamataTerrasse. Im mehrfach ausgezeichneten Hotel verschmelzen Kunst, Architektur, Kulinarik und alpiner Komfort zu einem einzigartigen Ferienerlebnis. Das Hamam belebt mit leuchtenden Farben und bietet orientalische Badekultur mitten in den Engadiner Bergen. Die Castell-Küche ist frisch und ide-

Chlösterli | Grund bei Gstaad

enreich. Stilgerecht doch unkompliziert speist man unter der

Alpenbistro

Stuckdecke des historischen Saales. Ein eigentliches Kunstwerk ist die sinnliche Rote Bar mit der Castell Lounge. Nicht

mit Charme

nur hier lässt es sich Tagträumen, im ganzen Haus und zwi-

Zwischen den ehrwürdigen Mauern einer ehema-

schen der namhaften Sammlung moderner Kunst verfliegt

ligen Abtei, im Stil der Berner Bauernhäuser aus

die Zeit auf dem anderen Berg bei St.Moritz im Nu, und man

dem 18. Jahrhundert, vereint das Chlösterli im

kann sich herrlich dem Müssiggang hingeben.

Grund bei Gstaad heimeligen Charme mit sexy Lifestyle. Berghüttenromantik im Alpenbistro, Gourmetküche im By Dalsass, prickelndes Bar-Erlebnis Castell Hotel, Restaurant, Hamam, CH–7524 Zuoz T +41 (0)81 851 52 53 www.hotelcastell.ch

im ehemaligen Kuhstall, Partystimmung im Dancing, genussvolles Chill-out in der Lounge oder gemütlicher Apfelstrudel auf der Terrasse. Einen Besuch wert. (pk) Chlösterli CH–3783 Grund bei Gstaad T +41 (0)33 748 79 79 www.chloesterli.com

Arena | Flims

Lodge for Riders In der Flimser Arena Lodge for Riders haben namhafte Snowboardmarken jeweils ein Designzimmer gestaltet. Dabei gab es nur ein Gebot: Schlafen muss man darin können. Das Resultat: Kein Zimmer ist wie das andere, jedes eine Wundertüte. (fa) Arena Lodge for Riders Via Prau da Monis 2, CH–7017 Flims Dorf T +41 (0)81 911 24 00 www.arenaflims.ch

GRAND HOTEL KRONENHOF | PONTRESINA Das Grand Hotel Kronenhof, ältestes Fünfsternehaus des

Küchenchef Bernd Schützelhofer verwöhnt seine Gäste

Engadins, ist eines der architektonisch und historisch

im Kronenhofstübli mit 16 «Gault Millau»-Punkten, und

bedeutsamsten Hotels der Alpen und ein Juwel in seiner

das neue Spa auf 2000 m 2 Fläche holt Frische und Natur

Art. Nach geschickter Investition von 50 Millionen in einen

ins Haus.

exklusiven Spa, in moderne Suiten und eine neue Küche

Ein besonderes Bijou ist der hölzerne Sonnenpavillon

wurde es zum «Gault Millau»-Hotel des Jahres und die

mit Eisfeld und Liegewiese. Das Hotel bleibt neu bis zum

Direktoren Heinz und Jenny Hunkeler als Hoteliers des

18. Oktober 2009 offen. So kann auch der goldene Engadi-

Jahres gewählt.

ner Herbst stilgerecht genossen werden.

Grand Hotel Kronenhof Via Maistra, CH–7504 Pontresina T +41 (0)81 830 30 30 www.kronenhof.com


GUIDE

WINTER 2008/09

Restaurants & Lounges

Victoria Meiringen | Meiringen

Leglerhütte | Glarner Alpen

FORM FOLLOWS FUNCTION

Beeindruckende

Es ist zu vermuten, dass Simon Anderegg nicht nur

Architektur

mit Wasser kocht, sondern auch einige alche-

Der Umbau und die Erweiterung der SAC Leglerhütte

mistische Tricks beherrscht. Was er auf den Tisch

in den Glarner Alpen – und im grössten Wildschutz-

zaubert, trägt stets eine besonders kunstvolle Note

gebiet Europas gelegen – ist ein schönes Beispiel für

und ist trotzdem entwaffnend ehrlich. Für ausgezeichnetes Essen ist das Hotel Victoria Meiringen eine der allerbesten Adressen im Berner Oberland, und seit das Restaurant 2008 komplett umgebaut

die optimale Synthese von Alt und Neu. Den Archi-

Benacus | Unterseen

FUNKY KITCHEN

worden ist, steht die Verpackung dem Inhalt in

tekten Thomas Aschmann und Max Ruegge ist es gelungen, die bestehende Hütte in umgebauter Form zu erhalten und gleichzeitig auf beeindruckende Weise mit einem modernen Neubau zu verbinden.

nichts mehr nach. (am)

So präsentiert sich die Leglerhütte heute als architektonisch erfrischendes und mutiges Objekt an der

Victoria Meiringen Franziska & Simon Anderegg CH–3860 Meiringen T +41 (0)33 972 10 40 www.victoria-meiringen.ch

unschlagbaren alten Aussichtslage. Die sinnvolle und umweltschonende Neuerungen in der Energieversorgung entsprechen den heutigen Anforderungen an eine Berghütte. (pb)

Das Restaurant Benacus ist das Reich des frisch gebackenen TV-Kochs René Schudel und seiner kunterbunten Alpenwelt, dem Funky Kitchen Club. Wer im historischen Gebäude am Stadthausplatz von Unterseen einkehrt, ist in jeder Beziehung gut bedient. Denn hier verschmelzen Bar, Vinothek und Restaurant zu einem stimmungsvollen Hotspot. Im tiefen Gewölbekeller lagern Schätze in flüssiger Form, und in den Töpfen der Benacus-Küche köchelt urschweizerisch bis exotisch Zauberhaftes. (am) Restaurant Benacus Stadthausplatz, CH–3800 Unterseen T +41 (0)33 821 20 20 www.benacus.ch

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Leglerhütte T +41 (0)55 640 81 77 www.leglerhuette.ch


Restaurants & Lounges Nobu @ Badrutt's Palace Hotel | St.Moritz

Fusion Style Cuisine Nobuyuki Matsuhisa, kurz Nobu, gastiert auch diesen Winter im Badrutt’s Palace. Unter seinem Namen führt er weltweit exklusive Restaurants – u.a. in New York, London, Tokyo, Las Vegas, Mykonos und eben in St.Moritz. Seine einzigartige Fusion Style Cuisine verbindet japanische Tradition und Perfektion mit südpazifischem Fisch und lateinamerikanischem Temperament. Dazu gibts im üppigen Dekor der Le-Relais-Bar Sushi, Sashimi und die typischen Nobu Signature Drinks. Exzellent, aber nicht gerade billig. (dc) Nobu @ Badrutt's Palace Hotel Via Serlas 27, CH–7500 St.Moritz T +41 (0)81 837 26 70 www.badruttspalace.com

La Baracca | St.Moritz

Bauarbeiter-Romantik In der Baracca besinnt sich Max Schneider auf die Ursprünge und bietet in einer eilig aufgestellten Baubaracke ehrliche Kost in dichter Atmosphäre. Polenta statt Sushi, Fiasco statt Cüpli, Baugerüst statt Plüsch und Seide, Improvisation statt Perfektion. Dazu etwas Kultur und gutes Essen von wechselnden Gastköchen. Die augenzwinkernde Alternative zum sonst abgehobenen St.Moritz funktioniert prächtig und geniesst Kultstatus. (dc)

La Baracca CH–7500 St.Moritz-West T +41 (0)79 270 07 75

Jungfrau Brasserie | Interlaken

HIMMLISCH An dieser Adresse mitten in Interlaken schreibt

ausserordentlich gut. Himmlisch im wahrsten Sinne

die Schweizer Hotellerie seit fast 150 Jahren Ge-

schmeckt das Essen in der Jungfrau Brasserie unter

schichte. Der Stolz und der verspielte Chic der Belle

einem Himmel voller schmachtender Damen und

Epoque sind dem Victoria-Jungfrau Grand Hotel &

pausbackiger Engel. (am)

Spa bis heute erhalten geblieben und stehen ihm Jungfrau Brasserie Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa CH–3800 Interlaken T +41 (0)33 828 28 28 www.victoria-jungfrau.ch

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GUIDE

WINTER 2008/09

Restaurants & Bars Restaurant Heimberg | Zermatt

Kurhaus | Lenzerheide

Alpine Dining

Ausgang total

Das Dreisternehotel Kurhaus in Lenzerheide beherbergt gleich zwei Clubs und eine Lounge. Die Ausgeh-Locations im Detail: Ausspannen und Geniessen ist das Motto in der Lärchen-Lounge. Am besten bei einem Tee mit Jazzkonzert. Im MusicUnter zweihundertjährigem Gebälk eröffnen sich

Club Cinema, im ehemaligen Kino, legen interna-

hier neue Welten. Der Zermatter Künstler Heinz

tional und national bekannte DJs auf. Musikstil: Hip

Julen hat mit mit seinem archaischen Stil und ein-

Hop, Funk und House. Eintritt ab 21 Jahren. Und

heimischen Materialien eine Symbiose aus Kunst

ganz neu umgebaut ist der zweite Club im Haus: Das

und Behaglichkeit geschaffen. Dies ist der Rahmen

Tic Tac. Hier begleiten Disco-, Party- und Rock-

für die kreative Alpenküche von Küchenchef Klaus

klänge ein junges Publikum bis tief in die Nacht.

Schlachter. Das Menu Surprise ist eine Überra-

Und für alle, die nach dem Feiern ein Dach über

schung für die Sinne, und im Erdgeschoss lassen

dem Kopf suchen: Das Kurhaus hat auf letzte Saison

sich herrliche Weine entdecken. (dc)

24 Zimmer komplett renoviert. (fa)

Restaurant Heimberg Alpine Dining, Bar, Vinothek Bahnhofstrasse 84, CH–3920 Zermatt T +41 (0)27 967 84 84 www.heimberg-zermatt.ch

Kurhaus Lenzerheide Voa Principala 40, CH–7078 Lenzerheide T +41 (0)81 384 11 34 www.kurhaus-lenzerheide.ch

Tschuggen Grand Hotel | Arosa

Stimmungsvolle Bar Das Tschuggen Grand Hotel in Arosa braucht man nicht vorzustellen. Es ist eines der besten Schweizer Hotels und hat dank seiner Wellness-Bergoase von Mario Botta unlängst für Wirbel gesorgt. Weniger bekannt ist die hauseigene Bar im Grand Salon, in der jeden Abend Livemusik gespielt wird. Nach einem sportlichen Tag auf den Pisten ideal für eine Erfrischung bei guter Stimmung. (fa) Tschuggen Grand Hotel CH–7050 Arosa T +41 (0)81 378 99 99 www.tschuggen.ch

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ADVERTORIALS

Hotel Schweizerhof | St. Moritz Aus den Fenstern des Schweizerhofs im Herzen von St. Moritz imponiert der eindrucksvolle Blick auf den St. Moritzersee. Vor dieser Kulisse wirkt das Interieur aus Zeiten der Belle Époque umso stärker auf die Gäste des 4-Sterne-SuperiorHauses. Für spassige Abende mit Freunden trifft man sich im Untergeschoss des Schweizerhofs. Da ist die legendäre Schweizerhof-Ausgehmeile mit Stübli, Mulibar und Pianobar zu Hause. Die Mulibar ist auf diese Wintersaison komplett umgebaut worden. Das frische und trendige Konzept besticht durch coole Drinks, Ambientmusik und die richtige Atmosphäre zum Tanzen und Chillen. An 365 Tagen im Jahr gibts im hauseigenen Restaurant Acla zum Mittag- wie zum Abendessen gemütliche Atmosphäre und beliebte Klassiker wie den vorzüglichen Tafelspitz oder das immer wieder gute Wiener Schnitzel. Neu ist die Gartenterrasse Acla Giardino mit direktem Zugang zum Restaurant Acla. Hotel Schweizerhof St.Moritz CH–7500 St.Moritz T +41 (0)81 837 07 07 www.schweizerhofstmoritz.ch

Hotel Schweizerhof | Lenzerheide Das Hotel Schweizerhof Lenzerheide hat Ende 2006 einen Neustart hingelegt: Damals sind ein 1500 m 2 grosser BergSpa und 30 neue Gästezimmer eröffnet worden. Und seither ist das Schweizerhof zum Anziehungspunkt zahlreicher Alpenliebhaber geworden. Mit gutem Grund: Herzstück des Wellnessbereichs ist der in den Schweizer Alpen grösste Hamam (450 m 2) vom Schweizer Architekten Max Dudler und Künstler Mayo Bucher. Und in den Zimmern sind heimische Materialien wie Lärche und Eiche in einzigartiger Weise eingesetzt worden. Die Gäste des Schweizerhofs haben die Wahl, sich in fünf verschiedenen Restaurants kulinarisch verwöhnen zu lassen. Im Haupthaus steht

KULM HOTEL | ST. MORITZ

das Restaurant 7078 im Mittelpunkt. Küchenchef Roger

Diese St. Moritzer Legende begrüsst seit über 150 Jahren

Köstlichkeiten der italienischen Küche, Pastaspezialitäten

Gäste aus aller Welt. Daraus entwickelte sich eine einzig-

und die besonders beliebten Pizzas aus dem Holzofen.

artige Aura von Tradition und luxuriöser Eleganz. Mehrere

Die Sunny Bar ist historischer Treffpunkt tollkühner Cresta-

Restaurants mit unterschiedlichem Ambiente bieten den

Rider und vieler Persönlichkeiten der internationalen High

Gästen ein fein abgeschmecktes Repertoire, das keine Wün-

Society. Im eigenwilligen Dekor mit Fotos aus der leben-

sche offen lässt: In der edlen Rôtisserie des Chevaliers ge-

digen Geschichte erfreuen sich die Gäste an den feinen

niesst man Spezialitäten der französischen Küche (14 Punkte

Drinks, exklusivem Sushi und anderen Besonderheiten der

GM). Die im Trattoriastil gehaltene The Pizzeria offeriert

japanischen und internationalen Küche (13 Punkte GM).

Kulm Hotel Via Veglia 18, CH–7500 St.Moritz T +(0)41 81 836 80 00 www.kulmhotel-stmoritz.ch

Christen verwendet, wenn immer möglich, regionale Produkte. Das Kulturprogramm im Winter 2008/09 ist von aussergewöhnlich vielen Frauen geprägt: Mutige Mütter und eigenwillige Töchter wirken mit. Genauso wie Musikerinnen und Politikerinnen – z. B. Elisabeth Kopp –, Romanfiguren und Schriftstellerinnen. Hotel Schweizerhof CH–7078 Lenzerheide T +41 (0)81 385 25 25 www.schweizerhof-lenzerheide.ch


GUIDE

WINTER 2008/09

Bars & Nightlife Jatzhütte | Davos Platz

Popcorn | Saas Fee

Mountain Crazy

Partys open end

Die Jatzhütte ist ein Davoser Klassiker. Die ver-

Im Popcorn in Saas Fee ist die Ski- und Snowboard-

rückteste Skihütte am Fun-Mountain Jakobshorn

saison nie zu Ende und die Party nie ausgefeiert.

verfügt über eine grosse Terrasse mit über 100 Lie-

Die Bar ist gleichzeitig auch ein Shop, welcher

gestühlen und zwei beheizte Openair-Whirlpools

gleichzeitig eine Bar ist – kurz: Popcorn ist ein Ort,

(39 Grad). Jeden Tag gibts Vollgas-Partys mit DJs

wo die Trends in Sachen Lifestyle gesetzt werden.

und Liveacts. Im beliebten Treffpunkt der Davoser

Im November 2008 feierte das Popcorn seinen

Snowboardszene kocht ein vietnamesischer Koch

15. Geburtstag. Dabei blickte es auf unzählige Par-

Wok-Gerichte. Die weiteren Spezialitäten: Jatz-Sa-

tys, Konzerte, Filmpremieren und Snowboardevents

No Escape | Chamonix Mont-Blanc

lat, Spareribs, verschiedene Fleischstücke aus dem

zurück. Und auf hoffentlich ebenso viele voraus. Ein

C'est chic

BBQ-Ofen, Raclette, Würste vom Grill mit Älpler-

echter Klassiker. (pk)

rösti, Älplermakkaronen und Penne all'arabbiata. (pk)

No Escape – kein Ausweg. So heisst der angesagteste Club in Chamonix Mont-Blanc. Dabei ist No Escape erst vor drei Jahren eröffnet worden. Die Macher: Julien Dussaix und Lionel Adam, zwei

Jatzhütte Skistrasse 9a, CH–7270 Davos Platz www.jatzhuette.ch

Popcornbar CH–3906 Saas-Fee T +41 (0)27 958 77 0 www.popcorn.ch

reiseerfahrene Einheimische mit Hang zu gutem Design. Ihr Ziel war von vornherein klar: einen Club auf die Beine zu stellen, der bezüglich Interieur und Atmosphäre auf Augenhöhe zu den kosmopolitischen Lokalen der grossen internationalen Metropolen ist. Das Resultat kann sich sehen

Ex Bar | Davos

Für Frühaufsteher und Langschläfer

lassen. No Escape besticht durch eine Mischung

«Sie liegt in der Mitte, und alles dreht sich um sie.

aus zeitgenössischem Design à la Philippe Starck

Sie ist nicht im Zentrum, sondern das Zentrum der

und alpinem Charakter. Für den jungen, stilvollen

Davoser Nacht.» Treffender könnte man die legen-

Nachtschwärmer. (fa)

däre Ex Bar nicht beschreiben. Sie ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte: In der Ex läuft schon

No Escape 27 rue de la Tour F–74400 Chamonix Mont-Blanc T +33 (0)450 93 80 65 www.noescape.fr

ab 17 Uhr was – wenn andere Barbetreiber noch beim Nachmittagstee sitzen. Hier plant man den weiteren Ausgang, bleibt oft länger sitzen als geplant oder kehrt spät zurück, um die Nacht Ex Bar Promenade 63, CH–7270 Davos T +41 (0)81 413 56 45 www.davosbynight.ch

ausklingen zu lassen. Mit gutem Grund: gute Drinks, DJs, Tischfussball und warme Küche bis 5.30 Uhr. Richtig gelesen! Die Ex schliesst von Montag bis Samstag um 6 Uhr in der Früh. Wenn andere Barbetreiber schon im Bett liegen. (fa)

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ADVERTORIALS

Schlüssel | BEckenried

HOTEL SCHWEIZERHAUS | MALOJA

Der Schlüssel ist ein absoluter Geheimtipp. Die acht liebe-

Im Schweizerhaus Maloja verbinden sich kulinarische Vielfalt

Wer es moderner möchte, kann im gediegenen Restaurant

voll eingerichteten Gästezimmer bieten stilmässig eine

für jeden Geschmack mit Tradition und moderner Gastfreund-

Orsini aus einer internationalen Speisekarte wählen oder

Symbiose aus modernem und exklusivem Komfort. Das

schaft. Eine echte Empfehlung für einen gemütlichen Fon-

ganz entspannt Pasta und Pizza im Pöstli gegenüber genies-

sympathische Haus verfügt über ein Restaurant, das es in

dueabend in uriger Atmosphäre ist das Engadiner Stübli. In

sen. Auf der grossen Sonnenterrasse werden leckere Grilla-

sich hat. Denn es gibt im Schlüssel keine Speisekarte, weil

dieser seit fast 100 Jahren unveränderten Stüva schmecken

den vom Holzkohlegrill serviert.

der Gastgeber das Menü persönlich erklärt. Saisonale Top-

Fondue und traditionelle Bergeller Spezialitäten doppelt so

Alle Zimmer sind individuell und aufwendig renoviert und

produkte sind dabei selbstverständlich, und nach Möglich-

gut, und man vergisst schnell Raum und Zeit.

bieten besten Komfort mit Aussicht in die Bergwelt.

keit werden einheimische Produkte berücksichtigt. Boutique-Hotel Schlüssel CH–6375 Beckenried T +41 (0)41 622 03 33 www.schluessel-beckenried.ch

Wo man fürs 5-Sterne-Ambiente nicht 5-Sterne-Preise bezahlt. Jetzt buchen: www.youthhostel.ch oder 044 360 14 14

Hotel Schweizerhaus CH–7516 Maloja T +41 (0)81 838 28 28 www.schweizerhaus.info


GUIDE

WINTER 2008/09

ZRYD | Interlaken

Das Gelbe Haus | Flims

CUCKOO AROUND THE CLOCK

Kulturhaus

Das Gelbe Haus in Flims ist heute eines der bedeutendsten Kulturhäuser Graubündens und erfreut sich europaweiter Ausstrahlung. Ausstellungsschwerpunkte sind Architektur, Fotografie und Dies ist die Urform des Souvenirladens und in sei-

Direkt an Interlakens Flaniermeile gelegen, bietet

ner Art ein absolutes Unikat. Der Wind pfeift durch

er asiatischen Weltenbummlern alles im Überfluss:

jede Ritze des knarrigen Holzhauses, die geschäf-

Kuckucksuhren, Holzschnitzereien und heimisches

tige Besitzerin in dritter oder vierter Generation

Handwerk, aber auch typisch Schweizerisches made

wohnt im Hinterkämmerchen, Feierabend und

in Hongkong. (dc)

Sonntagsruhe sind Fremdwörter, und seit der Eröff-

Kunsthandwerk. Einst ein unscheinbares Haus im Dorfzentrum von Flims, ist das Gelbe Haus 1998 vom renommierten Bündner Architekten Valerio Olgiati umgebaut worden und erstrahlt heute ganz in Weiss. Einzig der Name ist erhalten geblieben. (fa)

nung vor mehr als 100 Jahren wurde hier nichts ZRYD Souvenirs Höhenweg 197, CH–3800 Interlaken T +41 (0)33 822 39 89

verändert. Daher steht der wohl älteste Souvenirshop der Alpen denn auch unter Heimatschutz.

Das Gelbe Haus CH–7017 Flims Dorf T +41 (0)81 936 74 14 www.dasgelbehaus.ch

Staziun | Lavin Zeitzone 35 | Interlaken

Bistro

ARCHAISCHER SCHMUCK

im Wartesaal

Die Schmuckstücke von Martin Brunner sind Aus-

Der Bahnhof von Lavin im Unterengadin wird seit

druck der Kraft und Dynamik des alpinen Lebens-

Jahren nicht mehr bedient. Und trotzdem herrscht

raums. Brunners Schmuck ist archaisch und edel

im alten Bahnhofsgebäude reger Betrieb. 2007

zugleich, verspielt und doch schlicht, sinnlich und

haben nämlich fünf Lavin-Liebhaber den Ort wie-

eigenwillig. Es sind beseelte Objekte, die ganz

derbelebt und im ehemaligen Wartesaal ein kleines

sicher nicht in einem Kistchen vergessen gehen.

Bistro eingerichtet. Darin bieten sie einfache Spei-

Allein das Atelier in einer ehemaligen Schlachterei

sen und Getränke an. Die Produkte stammen vor-

im Herzen von Interlaken ist den Besuch wert. (am)

wiegend vom Hof Uschlaingias und von anderen Betrieben im Dorf. Das Bistro Staziun ist einerseits

Zeitzone 35 Jungfraustrasse 35, CH–3800 Interlaken T +41 (0)33 823 81 08 www.zeitzone35.ch

Treffpunkt der Dorfbevölkerung, andererseits Ausgangs- und Endpunkt für Wanderungen, Fahrradund Skitouren. (fa) Staziun Bistro Bahnhof, CH–7543 Lavin www.staziun-lavin.ch

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ADVERTORIALS

HOTEL SARATZ | PONTRESINA Das Hotel Saratz ist elegant, aber familiär, modern, aber charmant – und in der Kombination von Tradition und zeitgemässem Lebensgefühl verströmt es vor allem eins: Atmosphäre. 93 stilvoll ausgestattete, helle Zimmer bieten Design und Komfort. Das Jugendstil-Restaurant schafft das stimmungsvolle Dekor für die 13 Punkte GM Küche von Valère Braun. Ungezwungener geht es in der Dorfbeiz Pitschna Scena oder im Fonduekeller aus dem 17. Jh. zu. Der Wellnessbereich mit Pool und Sarazenenbad sowie ein riesiger Hotelpark runden das Hotelerlebnis zwischen Engadiner Hoteltradition und Moderne ab. Hotel Saratz CH –7504 Pontresina/St.Moritz T +41 (0)81 839 40 00 www.saratz.ch

Sun da l’Engiadina Sounds of the Engadin Mit einheimischen Musikern den authentischen Klängen des Engadins nachspüren. Musiker Domenic Janett, Curdin Janett, Pius Baumgartner und Robert Mark Das CD-Doppel Album kostet CHF 30.– www.sunengiadina.ch

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THE COLOURS OF WINTERTIME DaS CaRLTON HOTEL ST. MORITz ERWaRTET SIE FüR EINE gLaMOURöSE WINTERSaISON MIT SEINEN 60 LUxURIöSEN JUNIOR SUITEN UND SUITEN UND DER MODERNEN ELEgaNz EINES JUNgEN gRaNDHOTELS. LaSSEN SIE SICH vOM BLICk aUF WEISS vERSCHNEITE BERgLaNDSCHaFTEN, DEN zUgEFRORENEN ST. MORITzER SEE UND DEN azURBLaUEN HIMMEL FaSzINIEREN.

CaRLTON HOTEL — via Johannes Badrutt 11 — 7500 St. Moritz — Switzerland Tel. +41 (0)81 836 70 00 — Fax +41 (0)81 836 70 01 info@carlton-stmoritz.ch — www.tschuggenhotelgroup.ch — Member of Tschuggen Hotel group

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GUIDE

WINTER 2008/09

Agenda Winter 08/09 Dezember 2008

Januar 2009

19.–21. 12. Arosa

1. 1. Klosters

LG Snowboard FIS World Cup Der Weltcuptross der Snowboarder gastiert in Arosa. Die weltbesten Cracks messen sich in den Kategorien Snowboardcross und Parallelslalom. www.arosa.ch

15.–17. 1. St.Moritz

6. Winter Raid Rally

Hotschrennen

20. 12. Engelberg

FIS Weltcup-Skispringen Engelberg Das jährliche, traditionelle Skispringen in Engelberg. Für alle Überflieger ein Muss. www.weltcup-engelberg.ch

26. 12. Flumserberg

Alpamare Waterslide Contest Beim Waterslide Contest geht es darum, über ein 15 Meter langes Wasserbecken zu sliden. Reicht der Anlauf nicht, wird gebadet – nichts für Wasserscheue. www.flumserberg.ch

26.–31. 12. Davos

Spengler Cup Davos

Am Klosterser Neujahrs-Hotschrennen laufen zehn Schweine in einem attraktiven Sprint um die Wette. www.klosters.ch

1. 1. Lenzerheide

Eistennis-Turnier Game, Set, Match auf Kufen. Der Tennisclub Lenzerheide organisiert das alljährliche öffentliche EisTennisturnier auf dem Natureisfeld in Lenzerheide. www.tennisclub-lenzerheide.ch

5.–10. 1. Davos

O'Neill Evolution Davos 2009 Am Bolgen-Lift mitten in Davos wird die dritte Ausgabe des O’Neill Evolution ausgetragen. Mit dabei sind die Top-Snowboarder der TTR-Weltrangliste. www.davosklosters.ch

6. 1 Garmisch (D)

Der Spengler Cup ist eines der ältesten und prestigeträchtigsten Eishockeyturniere der Welt. Jedes Jahr zur Weihnachtszeit treffen sich Spitzenmannschaften aus verschiedenen Meisterschaftsligen in Davos. www.spenglercup.ch

Bayerische Meisterschaft im Hornschlittenrennen Tausende Zuschauer fiebern mit, wenn die fast 400 waghalsigen Piloten in Viererteams auf ihren hölzernen Gefährten mit bis zu 100 Stundenkilometern den Hang hinabrasen. www.garmisch-partenkirchen.de

27. 12. Unterwasser/Toggenburg Snow-Soccer, Fussballturnier auf Schnee Ein Fussballturnier auf Schnee. Wieso eigentlich nicht? www.snowsoccer.ch

31. 12. Corvatsch/Silvaplana Silvester Snow Night

9.–17. 1. Laax

Burton European Open Beim wichtigsten und grössten Snowboardevent in Europa kommen die Stars und Newcomer der Szene zusammen, um in Laax um Punkte und Preisgeld zu kämpfen. www.burtoneuropeanopen.com

Pässe, Bergstrecken und viele Höhenmeter – mitten im tiefsten Winter. Dem Sieger dieses Automobiltreffens winkt der «White Star of St. Moritz». www.raid.ch

16–18. 1 Wengen

AUDI FIS Ski World Cup Wengen Explosiver Start auf der Lauberhorn-Schulter zur klassischen Lauberhorn-Abfahrt. www.lauberhorn.ch

17.– 9. 1. Crans Montana

Internationales Heissluftballontreffen Zahlreiche der weltbesten Ballonfahrer treffen sich in der Walliser Wintersportstation für attraktive Wettflüge. www.crans-montana.ch

19.–24. 1. Grindelwald

World Snow Festival Internationaler Schneeskulpturen-Wettbewerb auf der Natureisbahn im Dorfzentrum. www.grindelwald.com

22. – 25. 1. Saas-Fee

Ice Climbing World Cup Die Zuschauer erleben hier die weltbesten Eiskletterer. www.saas-fee.ch

23. – 25. 1. Kitzbühel (A)

69. Hahnenkamm-Rennen

10.–11. 1. Adelboden

AUDI FIS Ski World Cup Adelboden Bereits zum 43. Mal findet der traditionelle Audi FIS Ski World Cup am legendären Chuenisbärgli statt. www.weltcup-adelboden.ch

10.– 1. 1. Splügen

Party, Essen, Boarden und Skifahren auf der längsten beleuchteten Piste der Schweiz. Auch an Silvester. www.corvatsch.ch

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Graubünden-Cup Schlittenhunderennen Internationales Schlittehunderennen mit Festwirtschaft im Zielgelände. Wolfsgeheul bei klirrender Kälte. www.viamalaferien.ch

Der Weltcuptross der Alpinen macht in Kitzbühel Halt. Eine der schwierigsten Abfahrtspisten der Welt verlangt den Fahrern alles ab. www.kitzbuehel.com

29. 1.–1. 2. St.Moritz

25. Cartier Polo World Cup on Snow Das faszinierende Ballspiel auf feurigen Pferden wird hier – in einem der besten Turniere – auf dem gefrorenen St.Moritzer See ausgetragen. www.polostmoritz.com


ADVERTORIALS

Café Schneider | Davos

Belvédère Scuol Mit dem Anbau des neuen Südflügels wurde ein span-

Das Schneider’s steht für verführerischen Kaffeegenuss,

das Café-Restaurant, die Bäckerei und die Confiserie-

nender Kontrast zur klassischen Jugendstilarchitektur des

frischduftende Backwaren, auf der Zunge zergehende

Konditorei. Das Schneider’s liegt im Kern von Davos, nur

Hotels geschaffen. Schlicht und auf höchstem Design-

Schokoladenspezialitäten, Torten, Pâtisserie soweit das

ein paar Meter vom Kongresszentrum entfernt und ist wäh-

niveau mit 15 neuen Zimmern. Auf 130 fast rundum ver-

Auge reicht und eine marktfrische, fantasievolle Küche. Sie

rend 365 Tagen geöffnet. Yvonne und Urs Wiprächtiger mit

glasten Quadratmetern kann in der Lounge Bar mit Wine

finden beim Schneider’s alles unter einem Dach vereint –

Ihrem Team freuen sich auf Sie!

Lounge in rauchfreier Atmosphäre vor dem 7 Meter breiten Kamin gechillt werden.

Café Schneider Promenade 68, CH–7270 Davos Platz T +41 (0)81 420 00 00 www.schneiders-davos.ch

Hotel Belvédère CH–7550 Scuol T +41 (0)81 861 06 06 www.belvedere-scuol.ch

TICKETS AVAILABLE NOW


GUIDE

WINTER 2008/09

Agenda Winter 08/09 31. 1. Seefeld (A)

Classic on Snow Bei diesem Schneefest wird in der Seefelder Fussgängerzone klassische Musik von verschiedenen Walking Acts live präsentiert. Die Schneebars der Seefelder Gastronomie bieten exklusives Ambiente und erstklassige Drinks. www.seefeld.at

8./15/22. 2. St.Moritz

White Turf St.Moritz

16. St. Moritz Gourmet Festival

Nendaz Freeride An diesem Wochenende im März lockt der MontGond mit seinem Freeriderennen, welches dieses Jahr zu den Qualifikationsläufen für die Freeride World Tour gehört. www.nendazfreeride.ch

April/Mai 2009

Februar 2009 2.–6. 2. St.Moritz

13.–15. 3. Nendaz

Trommelnde Hufe auf stiebendem Schnee. Spannende Galopp- & Trabrennen. Tollkühne Männer und Amazonen auf Skiern hinter unberittenen Pferden beim einzigen Skikjöring-Rennen der Welt. www.whiteturf.ch

5.–12. 4. Zermatt

Bump Bash Classic Buckelpistenrennen für Jedermann: Der Spirit des Bump Bash wurzelt in der Freestylebewegung der 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Damals entstanden in den USA die sogenannten «HotDog»Wettkämpfe. www.bumpbash.com

20.–21. 2. Chamonix (F)

Grosse Chefs aus der ganzen Welt fördern junge Talente und Stars in den traditionsreichen Küchenbrigaden des Weltdorfs St. Moritz.

6.–8. 2. Lech-Zürs (A)

Bregenzer Festspiele im Schnee Während die Seebühne der Bregenzer Festspiele im tiefen Winterschlaf liegt, gastiert das Festival bereits zum sechsten Mal in Lech am Arlberg. Das Programm dieses Jahres lautet «Aida – Liebestod in Lech». www.lech-zuers.at

Nissan Outdoor Games Bei diesem Event kreieren die teilnehmenden Athleten einen 5-Minuten-Outdoor-Film. Die Disziplinen: Bergsteigen, Skifahren, Snowboarden, Paragliding, Base Jumping und Wingsuit Flying. Für Adrenalin-Junkies. www.chamonix.com

März 2009 8. 3. Engadin St.Moritz

41. Engadin Skimarathon Volkslanglauf, Maloja – S-chanf

6.–7. 2. Davos

Eisgala Davos 2009 American Dream

Dieser Marathon ist ein Ereignis, ein Phänomen, ein Abenteuer, eine Herausforderung für jeden einzelnen Teilnehmer. www.engadin-skimarathon.ch

24. 4.- 10. 5. Bern und Zürich-Kloten

2009 IIHF World Championship Im Jahr nach der Euro 2008 wird die Schweiz erneut Gastgeber eines internationalen Top-Events: An der 2009 IIHF Weltmeisterschaft kämpfen vom 24. April bis 10. Mai 2009 sechzehn Nationen in Bern und Zürich-Kloten um den Eishockey-Weltmeistertitel. Es ist die 73. Austragung des Titelkampfes. Russland ist Titelverteidiger und zusammen mit Kanada, Schweden, Finnland und Tschechien Turnierfavorit. Die Schweizer A-Nationalmannschaft spielt in Bern um den ViertelfinalEinzug und möchte den Heimvorteil nutzen. Geschätzte 800 Millionen Zuschauer weltweit werden die WM am Fernsehen verfolgen. Vor Ort rechnet das Organisationskomitee mit über 300'000 Besuchern. Auf diese wartet ein einzigartiges Eishockeyfest mit Weltklassespielen und hochstehender Unterhaltung auf und neben dem Eis. www.iihfworlds2009.com

25. 4. St.Anton (A)

Der Weisse Rausch

10.–12. 3. Grindelwald

Die Eisgala Davos präsentiert mit American Dream eine Eiskunstlauf-Show der Extraklasse, die es in der Vaillant-Arena als Premiere zu sehen gibt. www.eisgaladavos.ch

FIS World Cup Skicross Internationale Skicross-Grössen demonstrieren ihr Fahrkönnen im brillanten und einzigartigen First-Gebiet von Grindelwald. www.grindelwald-events.ch

12. 3. Cortina (I)

Cortina SnowKite Contest Internationaler Snowkiting-Event für die stärksten Snowkiter der Welt. Special Guest: Guillaume Chastagnol, 3-maliger Snowkiting-Weltmeister. www.cortina.dolomiti.org

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Beim Kultrennen «Der Weisse Rausch» gibts einen Massenstart am Vallugagrat auf 2650 Metern. Mehrere Hundert Skifahrer, Snowboarder und Telemarker setzen sich gemeinsam in Bewegung. www.stantonamarlberg.com


ADVERTORIALS

Bellavita Erlebnisbad und Spa | Pontresina

Therme Vals

Badespass und Wellnessoase inmitten der Engadiner Berg-

gehören auch zum Angebot. Stilvoll und modern, gediegen

Ein absoluter Wellness-Klassiker: Peter Zumthors Therme

welt – geeignet für sportlich ambitionierte und kindlich

und behaglich präsentiert sich das Spa. Saunen mit Panora-

Vals ist auch heute noch eine architektonische Lektion in

verspielte Wasserratten. Verschiedene Innen- und Aussen-

mablick auf die Berggipfel, ein Dampfbad sowie Warm- und

Sachen Mut und Ästhetik. Die Therme ist ein rechteckiger

becken bilden den Kern der Anlage. Besonders beliebt ist

Kaltwasserbecken, Kneippzonen und Ruhebereiche sind zum

Baukörper mit geschichteten Steinplatten-Wänden aus

die 75 Meter lange Blackhole-Rutschbahn. Kleine Kinder

Relaxen da. Als Ergänzung zur Erholungszone werden ver-

Valser Quarzit. Schritt für Schritt wird das Thermen-Hotel

vergnügen sich in den spassigen Planschbecken, und

schiedene Behandlungen angeboten, z. B. klassische, medi-

qualitativ an das Wellness-Angebot herangeführt. Mit

grosszügige Liegebereiche laden zum Verweilen ein. Ein

zinische, Hot-Stone-, Breuss- oder Aromaöl-Massagen.

einem Restaurant auf 14 Punkte GM Niveau und mit neuen

Shop mit Badeartikeln und ein Bistro mit Internetcorner Bellavita Erlebnisbad und Spa CH–7504 Pontresina T +41 (0)81 837 00 37 www.pontresina-bellavita.ch

Zimmern, natürlich von Peter Zumthor. Therme Vals CH–7132 Vals T +41 (0)81 926 80 80 www.therme-vals.ch

In un parco subtropicale di 80’000m2 si trova il Parkhotel Delta Ascona, albergo a 5 stelle adatto sopratutto per famiglie. Specialità culinarie, attrazione sportive e benessere si sposano qui perfettamente con il lusso mediterraneo ed il lifstyle internazionale. In einer 80‘000 m2 grossen subtropischen Parkanlage liegt das familienfreundliche Fünfsterne-Parkhotel Delta Ascona. Gourmet-Genuss, Entspannung und Sportlichkeit paaren sich hier mit mediterranem Luxus und internationalem Lifestyle.

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Parkhotel Delta · Via Delta 137, 6612 Ascona · Reservation Tel. 0041 (0)91 785 77 85 · info@parkhoteldelta.ch · www.parkhoteldelta.ch


bianco e nero

COMIX

Davos

Dieses Bild ist Teil einer ca. 70 Bilder umfassenden Ausstellung von Andrea Caprez (Zeichnungen) und Christoph Schuler (Texte) zum Thema Alpen, die in mehreren Schweizer Städten zu sehen sein wird, so zum Beispiel von Mitte Januar bis Mitte Februar 2009 im Theater Chur.

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Die Bilder entstanden auf verschiedenen Reisen durch den Alpenbogen, von Ljubljana über Innsbruck, Chur, Chamonix, Cuneo und Barcelonette bis nach Menton. Die beiden Autoren planen, zum selben Thema ein Buch zu veröffentlichen, für das sie allerdings noch auf der Suche nach Sponsoren sind.


WINTER 2008/09

CONTRIBUTORS

Contributors michel comte ist der international bekannteste lebende Fotograf der Schweiz, in der Glamourwelt der Stars in Hollywood, Paris und London ebenso zu Hause wie in den Weiten von Tibet oder den Kriegsruinen von Afghanistan. Seine Porträts grosser Stars – für «Vogue», «Vanity Fair» und «Interview» – sind ebenso berühmt wie seine Dokumentationen menschlichen Elends für das Rote Kreuz. Erst in den letzten Jahren hat er sich fotografisch intensiv mit dem Engadin auseinandergesetzt. 2009 feiert Comte sein 30-jähriges Berufsjubiläum, u.a. mit neuen Büchern und zwei wichtigen Museumsausstellungen (NRW-Forum, Düsseldorf, Februar bis Mai 2009; Museum für Gestaltung, Zürich, August 2009 bis Januar 2010). www.michelcomte.org

Sophie varela Die 27-jährige Illustratorin und Malerin lebt und arbeitet in Paris. Die weibliche Schönheit nutzt sie als Inspirationsquelle für ihre Arbeit. Sie zeichnet für Presse und Magazine, Mode- und Musikindustrie. Ihre glamourösen, farbenfrohen Illustrationen wurden bereits in verschiedenen Kunstbüchern publiziert. Ihre privaten Arbeiten in Wasserfarbe, Acryl oder Öl sind von der Kunst der Renaissance inspiriert und zeichnen sich durch einen eigenwilligen weiblich-floralen Stil aus. Sie werden international ausgestellt. www.sophievarela.com

Judith Stadler und André Uster Judith Stadler studierte an der Ecole des Arts Appliqués in Vevey Fotografie, André Uster, Beleuchter und Autodidakt, arbeitet seit 1995 als Fotograf – zusammen «das Bild» und ziemlich

Myriam Mele

unschlagbar. Aufgestellt, spontan und voller Bild-

Nach dem BWL Studium an der Uni St.Gallen (HSG) abolvierte Myriam Mele ein

ideen sind sie zwei unerschrockene Kämpfer für

Praktikum bei Ralph Lauren in New York. Danach war sie Assistentin der Geschäftslei-

die rosarote Brille.

tung bei Jet Set St. Moritz, bevor sie die eigene Modeagentur MG Fashion in Zürich

www.dasbild.ch

gründete. Sie ist Initiantin von «personalshopper.ch» und Inhaberin des angesagten Sneakerstores Könix. Ausserdem verfügt sie über einen absolut zielsicheren Geschmack, was Mode, Trends und Lifestyle betrifft. www.könix.ch

mads mogensen Der gebürtige Däne studierte Kommunikation und Journalismus. 1992 begann er als Freelancer Stills zu fotografieren. Heute publiziert er Reportagen zu den Themen Lifestyle, Food, Interiors sowie Portraits in renommierten Zeitungen wie «Elle», «Vogue», «AD», «Marie Claire», usw. Mads Mogensen lebt mit seiner Frau und zwei Kindern im Piemont. Er arbeitet in Italien, Dänemark und dem Rest der Welt. www.madsmogensen.com

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CONTRIBUTORS

franziska frutiger arbeitet als freischaffende Fotografin mit Atelier in Biel. Fasziniert und inspiriert wird sie von Menschen, ihren Gesichtern und Lebensläufen. Sei es in Modestrecken,

peter vann

Werbekampagnen oder in ihren freien Ar-

Der in Zürich geborene Fotograf arbeitete mehrere Jahrzehnte in Paris.

beiten. Ihre Bilder erzählen Geschichten, die

Er publizierte über 20 Bücher zu automobilen Themen. Bekannt wurde

sie überraschend interpretiert und surreal

Peter Vann für seinen von natürlichen Hintergründen geprägten insze-

inszeniert.

natorischen Stil mit Locations in der ganzen Welt. 1998 kehrte er in die

www.foto-ff.com

Schweiz zurück und lebt heute im Engadin. Der Reiz dieser einzigartigen Landschaft wurde zur neuen Quelle seiner künstlerischen Inspiration. www.galeriepetervann.com

Francesca Giovanelli

David Staretz

verbrachte ihre Kindheit und Jugend sehr

schreibt seit mehr als 30 Jahren für

naturnah, was der kreativen Fantasie und dem

internationale Magazine über Autos. Noch

Anspruch auf Echtheit Vorschub leistete. In

lieber aber fährt und fotografiert er sie.

ihrem Beruf sucht sie nach dem Moment, nach

Seine kraftfahrtechnische Ausbildung hat

Ordnungen, nach Spuren, nach dem Wesent-

irgendwann eine interessante Abzweigung

lichen – oder einfach nach dem Gegenteil. Die

genommen: Seit einiger Zeit fertigt der

Kamera erlaubt ihr, an fremde Türen zu

Österreicher zarte, kinetische Objekte,

klopfen, neue Menschen und Welten zu

sogenannte «Nervöse Maschinen», die er

erleben, Unsagbares auszudrücken oder streng

mit Erfolg in Galerien oder seinem eigenen

dokumentarisch festzuhalten.

Showroom «Kontor Staretz» ausstellt.

fotofragio@mac.com

Giosanna Crivelli

gina folly

ist 1949 in Lugano geboren, sie lebt in Montagnola.

Nach ihren Lehrjahren bei den Werbe-

Ihr reiches Portfolio weist eine Vielzahl von

fotografen Roth und Schmid in Zürich machte

Ausstellungen, Buchveröffentlichungen und Work-

sich die Fotografin Gina Folly selbständig. Ihr

shops aus. Die erlebten Räume sind die Behälter

Themenkreis umfasst Architektur, Porträts

der Erfahrungen. Aktivitäten führen zu Bildern,

und Reportagen.

Bilder führen zu Gedanken. Die von der Fotografie

ginafolly@gmail.com

konstruierte Gegenwart weist den nächsten Schritt. Jeder Moment ist von Bedeutung. www.fotolife.ch

Andrea Caprez lebt seit 1988 als Illustrator, Comiczeichner, Sänger und Komponist in Zürich. Er zeichnet für Zeitungen

Daniel martinek

petra Kropf

und Zeitschriften im In- und Ausland.

Freischaffender Fotograf in den Bereichen

studiert Gesellschafts- und Kommuni-

Reportage, Porträts und Werbung mit momen-

kationswissenschaften an der Universität

tanem Schwerpunkt Architektur/Innenar-

Luzern. Den Rest ihrer Zeit verbringt sie

chitektur. Er pendelt zwischen St. Moritz und

meistens in den Bergen und im Schnee.

christoph schuler Mitbegründer und Redaktor diverser Fanzines und Zeitschriften («Stilett», «Nizza», «AHA!»). Seit 1987 freier Journalist, Songtexter und Redaktor beim bekannten Comic-Magazin Strapazin.

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Zürich. www.danielmartinek.ch


BIANCO winter 2008/09

Uli Wiesmeier

IMPRESSUM

Impressum

Geboren 1959 am Fuss der Zugspitze, zuhause im bayerischen Murnau am Staffelsee. Uli Wiesmeier lebt mit den Bergen vor der Haustüre. Sie sind ihm «heilig». Wie er sagt: «Fotostudio, Turnhalle und Kirche zugleich.» Er gilt als

BIANCO, 1. Jahrgang Erste Ausgabe Winter 2008/09

«kreativer Unruhestifter» in der Szene der Bergfotografen. Wiesmeier machte sich mit Bergsportfotos, Werbefotografie und Fotoreportagen weltweit einen Namen. Mit seiner neuen Serie «BERG heil» definiert er für sich die Bergfotografie neu. www.uliwiesmeier.com

herausgeber Boll Verlag AG, Stationsstrasse 49 CH-8902 Urdorf, Schweiz Tel. +41 (0)44 735 80 00 Fax +41 (0)44 735 80 01 www.bollverlag.ch, info@bollverlag.ch Spot Werbung AG, Via Brattas 2 CH-7500 St. Moritz, Schweiz Tel. +41 (0)81 837 30 80 Fax +41 (0)81 837 30 85 www.spotwerbung.ch, info@spotwerbung.ch

Kay Wettstein Die international tätige Journalistin und Architekturkritikerin schreibt für weltweit anerkannte Architekturmagazine in Europa, Japan und den USA. Sie arbeitet für verschiedene Schweizer Firmen im Bereich PR und als Interior Designerin. Nebenbei führt sie ein Hotel in den slowakischen Wäldern und wirkt dort als Architektin, Landschaftsarchitektin und Försterin. kaymedia@bluewin.ch

chefredaktion Philipp Bitzer (pb), Boll Verlag Dario Cantoni (dc), Spot Werbung Fabrizio D’Aloisio (fa) Mitarbeit AUSGABE 01 Texte: Stephan Büchler, Thomas Domenig, Petra Kropf (pk), Annette Marti (am), Myriam Mele, Christoph Schuler, David Staretz, Kay Wettstein Bilder: Andrea Caprez, Michel Comte, Giosanna Criselli, Gaudenz Danuser, Gina Folly, Franziska Frutiger, Francesca Giovanelli, Mads Mogensen, Daniel Martinek, Judith Stadler, André Uster, Peter Vann, Sophie Varela, Uli Wiesmeier Produktefotos mit freundlicher Genehmigung der Hersteller. Creative direction Dario Cantoni, Spot Werbung Art Direction Pia Walser, Julia Staat (Spot Werbung)

Thomas Domenig

Annette Marti

unterrichtet in Chur im Teilzeitpensum als

Fühlt sich als quasi waschechte Berglerin, obwohl

Lehrer / Heilpädagoge. In freier Tätigkeit

sie auch nach acht Jahren im Berner Oberland noch

schreibt er in den Bereichen PR und Journa-

Züritüütsch spricht. Nach Ethnologiestudium und

lismus für diverse Periodika und Unterneh-

russischen Wanderjahren kam sie als Journalistin

mungen. Thomas Domenig ist begeisterter

zur «Jungfrau Zeitung» und schreibt seither mit

Berggänger und Genussmensch.

Begeisterung Geschichten aus der Provinz, jenem aufregenden Lebensraum zwischen Älplerromantik und internationalem Tummelplatz.

cover Adaption von «Piz Palü» von Peter Vann, 2008 Kundenberatung Philipp Bitzer, Tel. +41 (0)44 735 80 00 philipp.bitzer@bollverlag.ch Dario Cantoni, Tel. +41 (0)81 837 30 80 cantoni@spotwerbung.ch ÜBERSETZUNG Hans & Jennifer Abplanalp, CH-3600 Interlaken, Schweiz KORREKTORAT Heiner Fierz, CH-8049 Zürich, Schweiz

Gaudenz Danuser Die Bilder des 41-jährigen Bündners zeigen Momente tiefer persönlicher Begegnungen. Dabei kommt es darauf an, in der richtigen 1/125-Sekunde den Auslöser zu bedienen. In solchen Momenten entstehen Kunstwerke. Gaudenz Danuser hatte schon immer einen besonderen Bezug zum Sport- und Abenteuergeist, kombiniert mit seiner Feinfühligkeit ergibt dies die perfekte Mischung für eine eigene, herausragende

Druck AVD Goldach, Sulzstrasse 10, CH-9403 Goldach, Schweiz auflage 20’000 Exemplare Preis Einzelheft CHF 20.– BIANCO erscheint 2x jährlich.

Bildsprache.

Alle Rechte vorbehalten.

www.gaudenzdanuser.com

www.biancomag.ch

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KOLUMNE

DAS LETZTE WORT

Stefan Bühler (60) ist Verleger und Journalist, Herausgeber verschiedener Zeitschriften und Bücher sowie Inhaber eines Druck- und Verlagsunternehmens in Chur. Als ehemaliger Chefredaktor der grössten Tageszeitung in Graubünden und Publizist befasst er sich kritisch mit den gesellschaftlichen, politischen und baulichen Entwicklungen in seiner Heimat.

Les alpes n’existent pas von Stefan Bühler

Die Alpen, einst kaum überwindbares Hindernis, dann aber auch Reduit für alle Unbill dieser Welt, n’existent pas. Gibt es nicht? Haben wir das nicht schon einmal gehört und dabei leer geschluckt? Genau: «La Suisse n’existe pas!» hiess es beim Eingang des Schweizer-Pavillons auf der Weltausstellung in Sevilla im Jahre 1991. Die Provokation gelang vollauf, eine Schweiz der Sackmesser und Schokoladen, der glücklichen Kühe und unglücklichen Heidi wurde vor aller Welt in Frage gestellt. Ein einfacher Slogan räumte mit Mythen und Vorurteilen auf. Der Künstler Ben Vautier rüttelte an einem Selbstverständnis, das nicht nur der Schweiz eigen ist, es gilt für den ganzen Alpenraum. Lange haben die Menschen im Alpenraum ganz gut mit der sinnstiftenden Ideologie des unabhängigen, naturverbundenen und wehrhaften Berglers gelebt. Dieses Bild mochte ja manch einem Kurdirektor schmeicheln, und viele halfen mit, die Klischees zu exportieren. Mit dem Resultat, dass es weltweit 191 Schweizen gibt. Damit ist dieses Land im Herzen der Alpen also alles andere als einmalig, es gibt sie von der Sächsischen Schweiz bis zur Mährischen Schweiz, von der kleinen Schweiz im Carmel-Nationalpark bei Haifa bis zur namibischen Schweiz. Und alle berufen sich auf den gleichen Irrtum, der einem Missverständnis zugrund liegt. Natürlich sind die Alpen das Paradies, das gleich nach dem Sündenfall kommt. Ephraim Kishon wusste, wovon er sprach: «Wohin man blickt, herrscht Ruhe, Ordnung, Disziplin, Hygiene, Fleiss und Moral. Ist das nicht furchtbar?» Auch wenn jede Wahrheit ein Körnchen Irrtum enthält, es ist Zeit, einigen Tatsachen ins Auge zu blicken. Wir versuchen das gar nicht erst mit einem Vergleich der Zürcher Bahnhofstrasse mit der Bahnhofstrasse in Zermatt, oder mit der Fifth Avenue in New York und Via Serlas in St. Moritz. Die Gäste entfliehen der Enge der Städte und finden enge Täler, die dann ihren Horizont erweitern. Steigst du nämlich nicht auf die Berge, so siehst du auch nicht in die Ferne, sagen die Chinesen:

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«Es führen viele Wege zum Gipfel des Berges, doch die Aussicht bleibt immer die gleiche.» Damit heben sich diese Gäste aus dem Reich der Mitte von jenem Ehepaar ab, das sich philosophisch eher unserer Existenzfrage annähert, indem es feststellt: «Wenn man sich die Berge wegdenkt, sehen die Alpen aus wie die Lüneburger Heide.» Solange man sie aber da behält, laden uns die Berge ein wie das Murmeltier, das täglich grüsst. Nach dem immer wiederkehrenden Muster: Zuerst zwei Martinis kredenzt (Gott wollte gar nicht, dass wir nur Wasser trinken, sonst hätte er kaum 85 % davon versalzen), mit Hilfe der Seilbahn den ersten Höhepunkt erreicht, auf der Piste rumgekurvt und bei einem Zusammenstoss ein Bein gebrochen (zum Glück kein eigenes), runter mit der Fünfuhrlawine zum nächsten Event, dort ein weiterer Zusammenstoss. Diesmal klappt es, das Herz gebrochen (zum Glück das eigene). In der Lüneburger Heide sollte man so was gar nicht erst versuchen. Es führen ja bekanntlich viele Wege nach Rom. Einen davon – jener über die französischen Alpen – hat Hannibal im Jahre 218 vor Christus mitsamt seinen Elefanten beschritten. Bis in die römische Hauptstadt hat er es aber nie geschafft, wohl sein grösster strategischer Fehler. Heute fände er die Via Veneto eingebettet in jener Gebirgsfaltung, die ihren Anfang vor 135 Millionen Jahren nahm. Inmitten der Alpen. Was gut und schick ist, entscheiden heute die Ratingfirmen. Die dichten zwar auch, denken dabei aber oft zu wenig. Nun, wer Pech hat, dem bricht auch der Zeigefinder in der Nase ab. Etwas Tritt gefasst haben sie nun ausgerechnet auf dem ewigen Gletschereis, fern von Lehman-Papieren und Wallstreet. Mit der Verlagerung auf die Rangierung echter Werte geht es wieder aufwärts – mit den Agenturen. Da ist der Nebeneffekt nicht unerheblich, wenn bei einer solchen Rangierung grad noch festgestellt wird, dass zum Beispiel Davos derzeit die dynamischste Stadt der Schweiz ist. Lifestyle ist sexy, und er findet in den Bergen statt. Too big to fail wurde zum geflügelten Wort in der Finanzkrise. Das mag vielleicht für Banken und Autohersteller gelten, aber für die Alpen? Nicht doch. Es gibt nichts zu retten, les alpes n’existent pas.



BIANCO